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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 113
Sonntag, den 24. April 1927.
190. Jahrgang
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſurs oder gerſchtliſcher Beltreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banſlonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädier und Natlonalbani.
Schwere Finanzkriſe in Japan.
Die Urſachen der Kataſtrophe.
Einberufung des Parlaments. — Um Japans
Einfluß im Pazific.
* Verlin, 23. April. (Priv.=Tel.)
Die japaniſche Finanzkriſe, die bereits zu dem
Kabinetts=
wechſel und zu der Schließung einer Reihe von großen Banken
geführt hat, zieht immer weitere Kreiſe, und es hat nach den
letzten aus Tokio vorliegenden Meldungen den Anſchein, daß die
Kriſe ſich in eine Kataſtrophe auszuwachſen droht, die ſowohl
auf die Finanzkraft des Landes und auf ſeine wirtſchaftliche Lage,
als auch auf die politiſche Vormachtſtellung im Fernen Oſten von
den nachhaltigſten Auswirkungen ſein kann. Die Tatſachen, daß
ein geheimer Kronrat in Tokio ein Moratorium von 21 Tagen
erklärt hat, daß ſämtliche Banken für zwei Tage geſchloſſen
wur=
den, daß immer mehr Finanzinſtitute in Mitleidenſchaft gezogen
werden und das Parlament für den 3. Mai zu einer
Sonder=
ſitzung einberufen worden iſt, zeugen bereits von dem Ernſt der
Lage. Bei der bedingungsloſen Subventionspolitik, die die
bis=
herige Regierung gegenüber den privaten Unternehmungen
be=
trieben hat, muß natürlich auch die Staatswirtſchaft durch den
Zuſammenbruch der großen Handels= und Finanzfirmen aufs
ſchwerſte gefährdet werden.
Die Urſachen, die zu dieſer ſchweren Finanzkriſe des
Landes geführt haben, liegen in erſter Linie auf wirtſchaftlichem
Gebiet. Während des Krieges hatte die japaniſche Induſtrie die
beſte Gelegenheit, infolge des Fehlens jeglicher Konkurrenten
ihre Produktion erheblich zu ſteigern und damit auch eine
wirt=
ſchaftliche Vormachtſtellung im Fernen Oſten zu erringen. Das
nach dem Kriege eingeſetzte Wiedererſtarken des
euro=
päiſchen Wettbewerbs in China hat ſich bereits ſeit
Jahren ſehr nachteilig auf die japaniſche Wirtſchaft ausgewirkt.
Die Vorgänge in China haben ſie ſchließlich ihres
wichtig=
ſten Abſatzgebietes beraubt und ſchließlich zu dieſer
großen Finanz= und Wirtſchaftskriſe geführt.
Dem zu einer außerordentlichen Seſſion zuſammentretenden
Parlament wird die neue Regierung ihr Sanierungsprogramm
vorlegen. Wenn dieſes abgelehnt wird, was im Falle einer
Einigung der Oppoſitionsparteien nicht unmöglich erſcheint, muß
mit dem Sturz der Regierung und mit der Ausſchreibung von
Neuwahlen, alſo mit einem erbitterten innerpolitiſchen Kampf
gerechnet werden. Aber auch außenpolitiſch geſehen ſteht für
Japan Großes auf dem Spiel. Aus London wird bereits
gemel=
det, daß eine auswärtige Finanzhilfe von engliſcher und
ameri=
kaniſcher Seite im Bereich der Möglichkeit liege. Wenn es Japan
tatſächlich nicht gelingen ſollte, die Situation aus eigenen Kräften
heraus zu meiſtern, und wenn es gezwungen ſein ſollte,
auswär=
tige Hilfe in Anſpruch zu nehmen, ſo würde dieſe Tatſache
natür=
lich auch auf Japans wirtſchaftliche und politiſche
Vormachtſtel=
lung im Fernen Oſten, und vor allem in China, von größtem
Einfluß ſein. Es liegt auf der Hand, daß es ſich für Japan um
nationale Fragen von allererſter Bedeutung handelt. Eine
Zurückdrängung des japaniſchen Einfluſſes durch England in
China und im Pazific wurde unmittelbar an den Grundlagen
der japaniſchen Großmachtſtellung rütteln.
Der japaniſche Finanzminiſter erklärte, die Regierung werde
keine weitere Aktion zur künſtlichen Stützung der japaniſchen
Währung unternehmen. Das Goldausfuhrverbot bleibe
weiter=
hin beſtehen.
Die Geſamtzahl der geſchloſſenen Banken beläuft ſich auf 29
mit Geſamteinlagen von rund 8 Milliarden Yen. Viele große
Firmen ſind durch die Einſtellung der Banktätigkeit zum Feiern
gezwungen worden.
Die Ausfuhr von Gold aus Japan unterſagt.
Tokio, 23. April.
Obwohl das dreiwöchige Moratorium gegenwärtig nur im
eigentlichen Japan Gültigkeit haben ſoll, hat der heutige
Mini=
ſterrat die Frage der Anwendung dieſer Maßnahme auch auf
Formoſa geprüft. Das Miniſterium für Kolonien bereitet den
Entwurf eines ähnlichen Geſetzes für Korea und Kuantung vor.
Die Zeitungen betonen, daß alle politiſchen Parteien ihre
Strei=
tigkeiten vergeſſen und die Finanzfrage nach dem Standpunkt erklärt, daß Baron Tanaka vom Kaiſer nur unter der
der Wohlfahrt des Landes erörtern ſollten. Die Regierung hat
beſchloſſen, die Ausfuhr von Gold nach den Vereinigten Staaten
vorläufig zu unterſagen. — Der Miniſterrat hat ſich gegen die
Aufhebung des dreiwöchigen Moratoriums auf die Gebiete
For=
moſa, Korea und Kuantang ausgeſprochen.
Iſchki, der Gonverneur der Japan=Bank.
Obwohl der Gouverneur der Japan=Bank die Vorſchüſſe der
Notenbankanſtalt auf mehr als eine Milliarde Yen, etwa das
Vierfache der normalen Höhe, geſteigert hat, mußte die ſogen.
Adels=Bank, die mit einem Kapital von 100 Millionen. Yen
arbeitet, ihre Zahlungen einſtellen.
General Baron Tanaka.
der neue Miniſterpräſident von Japan,
der zu den befähigſten Politikern ſeines Landes zählt. — Nach
Meldungen aus Tokio wird in dortigen politiſchen Kreiſen
Bedingung zum Miniſterpräſidenten ernannt
worden ſei, daß er die bisherige Politik Japans
gegenüber China unverändert fortſetze.
Wahlen in Oeſierreich.
Japans Außenpolitik.
EP. London, 23. April.
Nach einer Meldung aus Tokio hat der neue japaniſche
Premierminiſter Baron Tanaka bei einem Preſſeempfang erklärt,
daß Japan niemals dulden werde, daß die kommuniſtiſche Gefahr
in China den Frieden im äußerſten Oſten bedrohen könnte. Er
glaube, daß man in Rußland dieſe Worte verſtehen werde. Die
berechtigten Beſtrebungen des chineſiſchen Volkes erkenne Japan
an und hab, volles Verſtändnis dafür. Es ſei aber gleichzeitig
überzeugt, daß ſie verwirklicht werden könnten, ohne daß es
des=
halb zu Konflikten mit den anderen Ländern kommen müßte. Er
hoffe, daß China dieſe Ueberlegung machen werde, ſolange es
noch Zeit ſei. Jayan werde mit den anderen Mächten in China
zuſammenarbeiten, es werde aber nicht blindlings handeln,
ſon=
dern alle auftauchenden Fragen von Fall zu Fall regeln und
ſein Verhalten der jeweiligen Prüfung des betreffenden Falles
anpaſſen. Man dürfe überzeugt ſein, daß Japan immer mit den
anderen ziviliſierten Mächten für die Aufrechterhaltung des
Weltfriedens zuſammen
EP. Wien, 23. April.
Am Sonntag früh 7 Uhr beginnen in ganz Oeſterreich die
Wahlen in den Nationalrat, ſowie für eine Reihe von Landtagen
und Gemeinderäten, darunter auch für den Wiener Gemeinderat.
Der Wahlakt wird um 5 Uhr nachmittags geſchloſſen, ſo daß
gegen 11 Uhr nachts ein halbwegs überſichtliches Bild des
Wahl=
ergebniſſes bereits vorbiegen dürfte. — Die Regierung hat für
heute und morgen ein Alkoholverbot erlaſſen.
Die Wahlkampagne hat dieſes Mal einige Rekordziffern
ge=
zeitigt. So z. B. haben im Verlauf der ſechswöchigen
Wahl=
kampagne in dem ganzen Bundesgebiet nicht weniger als 24000
Wahlverſammlungen ſtattgefunden. Die Poſt hat 20 Millionen
Briefe mit Flugſchriften, Stimmzetteln und Propaganda=
Material für die Wähler befördert. Dr. Seipel hat ſeit dem
1. April in 67 Verſammlungen geſprochen, davon zweimal an
einem Tage in je elf Verſammlungen.
Die Wahlreſultate werden von 8 Uhr abends bis 2 Uhr
nach Mitternacht durch den Wiener Sender verbreitet.
Die Woche.
„Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige.” Wenn man
dieſen Moltke’ſchen Satz auf die gegenwärtige Entwicklung der
weltpolitiſchen Situation anwenden will, und wenn man
umge=
kehrt vom Glück auf die Tüchtigkeit ſchließen wollte, ſo muß Sir
Auſten Chamberlain, der außenpolitiſche Leiter des britiſchen
Imperiums, ganz außerordentlich tüchtig ſein, denn wie ſchon
mehrmals, ſo war ihm auch jetzt wieder das Glück ganz
außer=
ordentlich hold. Während man in London noch bis vor ganz
kurzer Zeit die Entwicklung der Dinge mit außerordentlicher
Sorge verfolgte und verfolgen mußte, haben ſich jetzt mit
April=
wetter=Plötzlichkeit die düſteren Wolken weſentlich gelichtet, und
ſchon ſieht Herr Chamberlain den berühmten Silberſtreifen am
Horizont. Wieder einmal hat die ruſſiſche Außenpolitik eine
große Aktion mit ganz außerordentlichem Geſchick glänzend
vor=
bereitet, um dann im entſcheidenden Augenblick der endgültigen
Durchführung ebenſo glänzend zu verſagen. Herr Tſchitſcherin
wäre bei ſeinem derzeitigen Erholungsaufenthalt an der Riviera
um ein Haar bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Weit
heftiger noch aber als dieſes perſönliche Mißgeſchick dürften ihn
die aus China eingehenden Nachrichten erſchüttert haben. Dort
hat Herr Borodin auf der ganzen Linie verſagt. „Blinder Eifer
ſchadet nur.‟ Das iſt ein altes Sprichwort, und ſolch gewiegter
Agent und Kenner der chineſiſchen Verhältniſſe hätte
unzweifel=
haft die in China wirkenden lebendigen Kräfte richtiger
ein=
ſchätzen müſſen. Daß Tſchang Kai=ſchek, der militäriſche Führer
der Südchineſen, für die bolſchewiſtiſche Ideenwelt niemals allzu
großes Verſtändnis gehabt hat, war ſogar in der europäiſchen
Preſſe ſchon oft genug zu leſen, die bei dem beſtehenden
engliſch=
ruſſiſchen Nachrichtenmonopol ſich wahrlich ſchwer genug ein
zu=
treffendes Bild von den Vorgängen in China machen kann.
Die finanzielle Kriſe in Japan greift immer weiter um ſich. Und Tſchang Kai=ſchek ſteht mit ſeiner Auffaſſung in ſeinem
Vaterland durchaus nicht allein, ganz abgeſehen davon, daß er
ſeine Truxpen ſcheinbar ziemlich feſt in der Hand hat. In
Ber=
liner kommuniſtiſchen Verſammlungen ſind häufig chineſiſche
Studenten als Redner aufgetreten; angebliche Kommuniſten.
Wenn man ſich aber ihre Ausführungen näher anſah, mußte
man feſtſtellen, daß bei allen dieſen Leuten nicht die
kommu=
niſtiſche Utopie, ſordern ein ſtarkes nationales Ideal die
Trieb=
feder des Handelns war. Heir Borodin hat die zurzeit in China
treibenden Kräfte falſch eingeſchätzt und infolgedeſſen einen
ſchweren Mißerfolg erzielt. Je weiter ihr Siegeszug die Kanton=
Truppen nach Norden führte, deſto eifriger verſuchte der Agent
Moskaus durch eine Radikaliſierung der Kanton=Regierung die
Fäden endgültig in die Hände zu bekommen. Das Ergebnis
war der „Staatsſtreich” Tſchang Kai=ſcheks, der mit einem Schlag
die Situation in C hina völlig veränderte.
Die Kantoner Rumpfregierung hat den „chriſtlichen General”,
mit der Duichführung einer militäriſchen Operation gegen
Tſchang Kai=ſchek beauftragt und einen nicht unerheblichen
Geld=
preis auf den Kopf des „Abtrünnigen” ausgeſetzt. Ob ſie damit
Erfolg hat, wird man zum mindeſten abwarten müſſen. Am
Jangtſe ſtehen jedenfalls jetzt nicht mehr die ſiegreichen Truppen
der Kanton=Regierung, die durch ihre praktiſchen Erfolge die
Engländer zu außerordentlich ſchwierigen Verhandlungen zwang
und hinter der ſehr ſichtbar Moskau ſtand, ſondern jetzt ſtehen
ſich dort zwei chineſiſche Generale, Tſchang Kai=ſchek und Tſchang
Tſo=lin, gegenüber, die jeder in ſeiner Art Träger ſind des wieder
erwachten chineſiſchen Nationalbewußtſeins und
Freiheitsdran=
ges, beide gewiß kaum bereit, den fremden Mächten Chinas
Intereſſen, ſo wie ſie ſie auffaſſen, irgendwie zu opfern, beide
aber wohl bereit, mit den fremden Mächten ihren Frieden zu
ſchließen, wenn dieſe in klugem Verſtändnis der Lage den
chine=
ſiſchen Wünſchen Rechnung tragen. Mit einer Kanton=Regierung
zu einem Ausgleich zu kommen, hinter der man in London die
Moskauer Machtheber ſtehen ſah, war für die Engländer
ſchwie=
rig, wenn nicht unmöglich. Mit einem nationalen China ſich
in irgendeiner Form zu einigen, wird durchaus möglich ſein,
wenn man in London die alten diplomatiſchen Traditionen noch
nicht vergeſſen hat. Der Verſuch, das Buch der Geſchichte
ein=
fach zurückzublättern, hat ſich noch ſtets als verhängnisvoll
er=
wieſen. Der Verſuch, frühere Vorrechte, die man gerade
auf=
gegeben oder aufzugeben im Begriff war, jetzt wieder
zurück=
zuerobern — wie es gewiſſe engliſche Kreiſe fordern —, dürfte
wohl kaum von dauerndem Erfolg gekrönt ſein. Vorerſt ſcheint
man in London den Verlauf der Dinge einmal abwarten zu
wollen, wozu die japaniſche Regierungskriſis den erwünſchten
äußeren Anlaß gibt. Und das iſt ja inſofern ſehr verſtändlich,
als Verhandlungen mit der Kanton=Regierung unter den
gegen=
wärtigen Verhältniſſen kaum irgendwelchen Wert haben.
Auch im Verhältnis der Mächte untereinander haben ſich die
Dinge infolge der Aktion Tſchang Kai=ſcheks weſentlich
verein=
facht. Die Meinungsverſchiedenheiten, die zwiſchen Frankreich
und England hinſichtlich der chineſiſchen Politik beſtanden haben,
ſind einigermaßen gegenſtandslos geworden, und darauf dürften
auch die Gerüchte zurückzuführen ſein, die in den allerletzten
Tagen über eine neue Mächtegruppierung, eine
franzöſiſch=
engliſch=amerikaniſche Annäherung, verbreitet wurden. Daß aber
z. B. auch eine europäiſche Kooperation in Ausſicht genommen
ſein ſollte, muß vorerſt noch einigermaßen zweifelhaft erſcheinen.
Niemand kann zween Herren dienen. Die Engländer können
am: Mittelmeer und auf dem Balkan nicht gleichzeitig die
fran=
zöſiſche und die italieniſche Politik unterſtützen. Eine
Schwen=
kung nach Frankreich hin würde ein Fallenlaſſen der Italiener
bedeuten, und eine ſolche brüske Wendung iſt kaum ſehr
wahr=
ſcheinlich, auch wenn man von London aus den Ehrgeiz
Muſſo=
linis ganz gern etwas bremſen möchte, weil man im Augenblick
ſich ganz gewiß nicht einen ernſthaften europäiſchen Konflikt
wünſcht. Der albaniſche Konflikt aber iſt noch längſt nicht
end=
gültig beigelegt.
Auch wir verſpüren die Rückwirkungen dieſer ſtändigen
Be=
wegung auf dem Weltentheater, obgleich wir ja nirgends
un=
mittelbar intereſſiert ſind. Je mehr ſich der engliſch=ruſſiſche
Gegenſatz zuſpitzte, um ſo ſtärker wurde naturgemäß der Wunſch
Londons, auch das Deutſche Reich in ſeine antiruſſiſchen Kreiſe
einzubeziehen, und man hat daher in England den
Telegramm=
wechſel zwiſchen Streſemann und Litwinow am fünften Jahres=
Seite 2
Sonntag, den 24. April 1927
Nummer 113
tage des Rapallo=Vertrages mit äußerſtem Mißfallen regiſtriert.
Nachdem ſchon vor einiger Zeit behauptet worden war, daß
Chamberlain, der deutſchen Regierung zu verſtehen gegeben
hätte, daß er die Gewährung deutſcher Kredite an Rußland
wäh=
rend der gegenwärtigen Spannung als eine unfreundliche
Hand=
lung anſehen müßte, unternahm vor zwei Tagen der
diploma=
tiſche Berichterſtatter des „Daily Telegraph” wieder einmal einen
recht auffälligen Angriff gegen Deutſchland. In recht
unfreund=
lichen Formen wird die Behauptung aufgeſtellt, daß die
deut=
ſchen Banken mit Unterſtützung des Deutſchen Reiches den
Ruſſen neue erhebliche Kredite zu bewilligen beabſichtigten, und
obgleich dies (wie wir ſchon meldeten) durchaus nicht den
Tat=
ſcchen entſpricht, muß man dieſen gehäſſigen Angriff doch als
engliſches Stimmungsſymptom bewerten.
Daß die Ruſſen andererſeits ſehr kreditbedürftig ſind,
unter=
liegt wohl keinem Zweifel, und wenn ſie ſich jetzt endlich zu
einer Beilegung des Konfliktes mit der Schweiz wegen der
Worowſki=Affäre verſtanden haben, ſo darf man wohl ohne
wei=
teres annehmen, daß in dieſem Falle der Wunſch, an der
kommen=
den Weltwirtſchaftskonferenz in Genf teilzunehmen, ſehr ſtark
mitgeſpielt hat. Ob allerdings trotz mancher Hoffnungen dieſe
Weltwirtſchaftskonferenz ein beſſeres Ergebnis erzielen wird wie
die gegenwärtige Genfer Abrüſtungskonferenz, muß bei den
gegenwärtigen internationalen Verhältniſſen zum mindeſten
ab=
gewartet werden. Die europäiſche Verſtändigung, die nun
ein=
mal einen deutſch=franzöſiſchen Ausgleich zur Vorausſetzung hat,
hat in letzter Zeit keine merklichen Fortſchritte gemacht, woran
auch die Teilnahme zweier franzöſiſcher Politiker an dem
Partei=
tag der Demokratiſchen Partei in Hamburg nichts ändert, durch
die die Notwendigkeit einer deurſch=franzöſiſchen Verſtändigung
betont werden ſollte. Trotz des kaleidoſkopartigen Wechſels der
Bilder auf der politiſchen Bühne iſt die Problemſtellung die alte
geblieben, und wenn auch Herr Poincaré dieſer Tage die
Gleich=
berechtigung der deutſchen Sprache im Elſaß anerkannte, ſo wird
er doch dadurch allein die Welt noch nicht davon überzeugen,
daß aus dem Saulus des Ruhrkrieges ein Paulus der
deutſch=
franzöſiſchen Verſtändigung geworden iſt. Noch immer ſtehen
die franzöſiſchen Diviſionen am Rhein und erſt ihr endgültiger
Abmarſch wird die Bahn frei machen für eine Politik, welche die
gemeinſamen Intereſſen, der europäiſchen Völker, zu fördern
vermag.
M.
Der Kampf
un die Rheinlandräuinung.
Unerfüllte franzöſiſche Verſprechen — Die
Haltung der deutſchen Regierung.
Es war vielleicht nicht klug, daß von deutſcher Seite eine
Andeutung über kommende diplomatiſche Schritte wegen der
Rheinlandräumung bereits jetzt gemacht wurde, denn die
fran=
zöſiſche Preſſe bemüht ſich ſeitdem eifrig, durch dauerndes Hin=
und Herzerren den deutſchen Schritt zu ſabotieren. Jeder
Falſchmeldung nachzulaufen, hat wirklich keinen Zweck. Das
Ganze hat auf der anderen Seite aber auch wieder das Gute,
daß das Thema der Rheinlandräumung in den Breunpunkt des
franzöſiſchen Jutereſſes hineingeſtellt und fetzt wenigſtens ſchon
erörterungsfähig gemacht wird. Die deutſche Regierung wird
ſich darum aus ihrer Reſerve nicht herauslocken laſſen. Sie
hält daran feſt, daß vor Mitte Juli der geeignete Zeitpunkt
nicht gekommen iſt, weil erſt mit der Durchführung des
Zer=
ſtörungswerkes an der Oſtgrenze die Vorausſetzungen des
Ar=
tikels 431 des Verſailler Vertrages gegeben ſind, daß aber dann
der nächſte geeignete Zeitpunkt ergriffen werden ſoll, um die
Frage international anhängig zu machen. Der
Reichsaußen=
miniſter hat in einem Oſterartikel den Franzoſen die Anregung
hingeworfen, daß ſie klüger daran täten, von ſich aus durch eine
großzügige Geſte eine Zwangslage zu vermeiden. Er hat ſich
dabei aber einen ſo unzweifelhaften Korb geholt, daß der
Ge=
danke damit als erledigt gelten kann. Wir werden alſo offenſiv
vorgehen müſſen. Unabhängig davon bleiben ſelbſtverſtändlich
die Verſuche, durch dauernde diplomatiſche Anregungen die
Ententeverſprechen zu verwirklichen, daß die
Be=
ſatzungstruppen endlich auf die Zahl der
deut=
ſchen Friedensſtärke herabgeſetzt werden, und
daß auch bei der Durchführung der
Verwal=
tungspraxis Aenderungen eintreten, um die
Beſatzung möglichſt unſichtbar und unfühlbar
zu machen.
*Goetheabend des Vereins der Freunde
des Heſſiſchen Landestheaters.
Ehrung für Generalintendant Ernſt Legal.
„Alles entſteht und vergeht nach Geſetz. Doch
über des Menſchen Leben, den köſtlichen Schatz,
herrſchet ein ſchwankendes Los.
Die Leitung des Landestheaters veranſtaltete für die
Mit=
gtieder des Vereins der Freunde des Heſſiſchen Landestheaters
geſtern abend als letzte künſtleriſche Gabe unter der Leitung
Ernſt Legals einen Goethe=Abend, der das Kleine Haus
faſt bis auf den letzten Platz gefüllt ſah. Der (lbend, deſſen
künſt=
leriſcher Teil in erſter Linie Dichtungen Goethes aus
Darm=
ſtädter Zeit umfaßte, gab dem Verein willkommene Gelegenheit
zu einer dankenden Anerkennung der Tätigkeit und der
Ver=
dienſte des ſcheidenden Generalintendanten.
Geboten wurden Rezitationen, Geſangsvorträge (Soli und
Chor) und ſzeniſche Darſtellung. Sämtliche mitwirkenden
Künſtler trugen Koſtüme der Goethezeit, und die einzelnen
Dar=
bietungen erhielten durch Dekorationen und Szenerie zeitgemäßen
Rahmen.
Die von Kurt Weſtermann mit der wohltuenden, empfi
dungswarmen Sprachtechnik dieſes Künſtlers ausgezeichnet vor
getragene „Zueignung” leitete den erſten Teil des
Programm=
ein. Dann ſang der Geſamtchor des Landestheaters unter Lei
tung von Kapellmeiſter Berthold Sander den Chor au
„Euphroſyne” (Joh. Fr. Reichardt), dem das obige Zitat en
ſtammt.
Im Anſchluß daran gelangte „Künſtlers Erdet
wallen” und Apotheoſe zur Aufführung, in dem Goethe d
alte Wahrheit, daß die Kunſt hier nach Brot gehen muß, un
nach dem Tode des Künſtlers für andere Goldeswert zu er
langen, in ebenſo ſchlichter wie eindringlicher Weiſe dramatiſch
allegoriſch geſtaltet. Nachſtehende Künſtler gaben die Auffül
rung in ausgeze chneter Weiſe: Haus Baumeiſter (d
Künſtler), Käthe Gothe (ſein Weib), Emil Geis (ſein Söh
chen), Max Nemetz (der Herr)
Meiſter), Ernſt Rottluff (ein Kenner), Otto Wenke
Prinz), Richard Jürgas (der Galerieinſpektor), Hugo Ke
ler (der Gemäldehändler), Hans Ausfeldem(der Kaſſierer
Marianne Vincent (die Muſe).
Vom Tage.
Die Polizeidirektion in München hat die von der Ortsgruppe
München der Kommuniſtiſchen Partei für Sonntag, 1. Mai, geplante
Maifeier verboten, ſowie den Anſchlag der die Maifeier
an=
kündigenden Plakate unterſagt.
Der Warſchauer deutſche Geſandte Rauſcher wird erſt am
Mon=
tag wieder zur Wiederaufnahme der deutſch=polniſchen
Handelsvertragsverhandlungen nach Warſchau
zurüch=
kehren.
Gegen den Verlag der Deutſchen Rundſchau” in
Liguidationsverfahren eröffnet worden.
Der italieniſche Volkswirtſchaftsminiſter Bel=
Iuzzo wird am 26. April in Mailand eintreffen, an weſchem kommuniſtiſchen Elemente, die auf ihren Wunſch zur Kuomintang
Tage er mit dem Reichswirtſchaftsminiſter Dr.
Cur=
tius eine Unterredung haben wird.
Am Montag beginnt in Wien eine auf zwei Tage berechnete
Konferenz der Studienkomitees des Völkerbundes
zur Regelung des internationalen Straßenverrehrs, ihrer, die Ziele der Partei gefährdenden Haltung wieder ausge=
Es iſt dies das erſtemal, daß ſich eine Völkerbundskommiſſion in
Oeſter=
reich zu einer Beratung verſammelt.
Am 21. und 22. April hat in München die erſte deutſch=bul=
Zentraltarifamt in München namens der Deutſchen Reichsbahngefell= ihrem Präſidenten Sunjatſen niedergelegten
ſchaft zuſammenberufen worden war, um die zur Aufnahme des direkten
Güterverkehrs zwiſchen Deutſchland und Bulgarien nötigen Maßnahmen
zu vereinbaren.
Geſtern hatten der engliſche und der franzöſiſche Ge=
Außenminiſter Marinkovitſch, der im Anſchluß daran beim König
eine einſtündige Audienz hatte.
Die litauiſche Regierung befindet ſich infolge
De=
miſſion des Innenminiſters und des Verkehrsminiſters ſowie der
be=
vorſtehenden Demiſſion des Finanz= und des Kultusminiſters in der
Auflöſung. Es hat den Anſch in, daß Woldemaras die Diktatur zu jatſens ſeinen Kampf gegen den Imperialismus und deſſen
errichten beabſichtigt.
An Moskauer zuſtändiger Stelle wird die Nachricht von einer
Teilnahme Litwinows an der
Weltwirtſchaftskonfe=
renz dementiert.
Der franzöſiſche Innenminiſter hat in einer Rede den tang.
Kommuniſten ſchärfſten Kampf angeſagr. Dagegen ſoll
der Pariſer Sowjetbotſchafter Rakowſti Proteſt eingelegt haben.
Die „Times” beſtätigt, daß die Bank von Frankreich die
Anleihe von 33 Millionen Pfund an die Bank von
Gold entſprechend dem Abkommen vom 22. April wieder an Frankreich
zurückfällt.
Sarwart Paſcha hatte mehrere Beſprechungen mit Zaghlul Paſcha üüber
wahrſcheinlich, daß Sarwart Paſcha das Amt des ägyptiſchen
Miniſterpräſidenten annehmen wird.
Wie aus Wellington gemeldet wird, erklärte der neuſeeländiſche
Premierminiſter, Neu=Seeland werde 1 Million Pfund
zur Seeverteidigung des Britiſchen Reiches
bei=
tragen.
Zuckerzoll und Zuckerſieger.
Eine zolſpolitiſche Maßnahme.
Der ſozialdemokratiſche Preſſedienſt verbreitet mit der
durch=
ſichtigen Tendenz, der neuen Regierung den Vorwurf der Brot= einem befriedigenden Abſchluß geführt haben. Die Konzeſſion
verteuerung machen zu können, die Meldung, daß mit dem
Be=
ginn der neuen Zuckerernte der Zuckerzoll um die Hälfte erhöht
werden ſoll. Das iſt im weſentlichen richtig; iſt aber einmal
fügen, daß gleichzeitig damit die Zuckerſteuer um mindeſtens den
gleichen Betrag, wahrſcheinlich aber um noch 2 Mark mehr,
her=
abgeſetzt werden ſoll, ſo daß alſo für den Konſumenten keine
Verteuerung, ſondern rechneriſch ſogar eine kleine Verbilligung
erfolgt. Das ganze iſt lediglich eine zollpolitiſche Maßnahme.
Deutſchland hat den billigſten Zuckerzoll der Welt, und unſere
öſtlichen Nachbarn, vor allem die Tſchechoſlowakei und Polen,
benutzen ihren Hochſchutzzoll, um mit Exportprämien den Zucker
billig nach Deutſchland liefern zu können. Dagegen wollen wir
uns wehren, um unſere Zuckerinduſtrie nicht zu ruinieren. Die
Erhöhung des Zuckerzolles bedeutet für die deutſche
Zucker=
induſtrie eine geſteigerte Rentabilität, der automatiſch eine
wach=
ſende Rübenanbaufläche folgt, und damit für die nächſten Jahre
eine Steigerung der Produktion, alſo eine größere Ausnutzung treten, haben ſich bereit erklärt, Geldmittel zur Verfügung zu
der Zuckerfabriken und eine Verbill gung des Zuckers Hand in
Hand gehen muß. Gerade vom Standpunkt der
Konſumenten=
politik iſt alſo dieſe Verſchiebung zwiſchen Zoll und Steuer
nütz=
lich. Die einzige Schwierigkeit beſteht darin, daß die Erhöhung
des Zolls wohl durch eine reine Verwaltungsmaßnahme der
Regierung veranlaßt werden kann, aber die Herabſetzung der
Zuckerſteuer, da es ſich um eine der verpfändeten Einnahmen
handelt, der Zuſtimmung des Reparationsagenten bedarf.
Joachim Büttners temperamentvollem Vortrag der
Niederſchrift „Zum Shakeſpearetag” (23. April) folgten Gedichte
aus der Frühzeit: „An Luna” (1768), „Willkomm” und Abſchied”
(Frühling 1771). Willy Mayenknecht: „Wanderers
Sturm=
lied” (April 1772), Joachim Büttner; Eingangs=Monolog
des Mahomet. Fels=Weihegeſang an Pſyche (Mai 1772), Kurt
Weſtermann, die mit dem Chorgeſang des „Heideröslein”
von Heinrich Werner (1800—1833) abſchloſſen.
Mit dieſem Geſang ſchloß der erſte Teil, an den ſich — außer
Programm — anſchloß
Ehrung für Generalintendant Legal.
Der Vorſitzende, Herr Dr. Büchner, dankt zunächſt dem
Herrn Generalintendanten und den Mitwirkenden für den
ſchönen und intereſſanten Abend. Er führte dann ungefähr das
Folgende aus: Wir möchten die Gelegenheit, die ſich heute bietet,
benutzen, um Ihnen zu danken, für alles, was Sie in
drei=
jähriger Tätigkeit hier geleiſtet haben. Wenn unſere Bühne zu
den erſten Deutſchlands zählt, ſo verdanken wir das Ihnen und
Ihren künſtleriſchen Mitarbeitern, unter denen ich beſonders
Herrn Generalmuſikdirektor Roſenſtock erwähnen möchte, deſſen
leider nur ſo kurze Tätigkeit hier unvergeſſen bleiben wird.
Wir haben Sie kennen und ſchätzen gelernt als künſtleriſchen
Leiter unſeres Theaters, als ausübenden Künſtler und Dichter
und als Menſch.
Ihre Tätigkeit als Jutendant ſtand unter keinem günſtigen
Stern. Seeliſche und materielle Not des Volkes erſchwerten
Ihre Arbeit.
Die ſeeliſche Not eines Volkes ſpiegelt ſich in ſeiner Kunſt.
Zerriſſenheit der Volksſeele, hat zur Folge Zerriſſenheit des
Kunſtempfindens. In ſolcher Zeit iſt es auch für den
erfahren=
ſten Bühnenleiter ſchwer, ſein Publikum zu befriedigen.
Trotz=
dem iſt das Ihnen gelungen. Die materielle Not erforderte
äußerſte Sparſamkeit. Mit geringen Mitteln war großen
An=
ſprüchen zu genügen. Da ſtand wohl oft Frau Sorge an Ihrem
Lager und daneben leider auch deren unleidliche Baſe, Frau
Nörglerin. Sie haben aber tapfer durchgehalten, bis es Ihnen
zu viel wurde. Dann haben Sie als Mann von
Charak=
ter Schluß gemacht.
Das können wir begreifen, aber wir bedauern es auf das
tiefſte. Manch litiſches Wort wäre doch im Buſen bewahrt
ge=
blieben, wenn man dieſes Vorganges gewärtig geweſen wäre.
Heute können wir nur noch danken für alles, was Sie uns
aus Ihrer reichen künſtleriſchen Begabung heraus geboten haben.
Unvergeſſen bleibt auch, was Sie als großer
Menſchen=
darſteller und Dichter uns waren; ich erinnere nur
Tſchang Kai=ſchefs Kampf
gegen die Kommuniſten.
Die Prinzipien der Kuomintang.
EP. Paris, 23. April.
Linksſtehende Blätter veröffentlichen eine ihnen von dem
europäiſchen Vollzugsausſchuß der Kuomintang zugegangene Er=
Bromberg iſt von den polniſchen Behörden ein neues klärung, in der darauf hingewieſen wird, daß das Ziel der
von dieſer Partei geleiteten chineſiſchen Revolution die
Freiheit und Unabhängigkeit Chinas ſei. Die
unter der Bedingung zugelaſſen worden ſeien, daß ſie auf die
kommuniſtiſche Doktrin verzichten und die demokratiſchen
Grundſätze Dr. Sunjatſens annehmen, hätten wegen
ſchloſſen werden müſſen und hätten daher nicht mehr das Recht,
unter der Etikette der Kuomintang kommuniſtiſche Propaganda
zu betreiben. Die Anhänger der Kuomintang
ſetz=
gariſche Güterverkehrskonferenz ſtattgefunden, die vom ten ſich weiter für die Verwirklichung des von
politiſchen und wirtſchaftlichen Programms
ein, das auf die Einrichtung eines demokratiſchen
Regimes in China und auf die Vernichtung aller
reaktionären Kräfte und jedes Imperialismus
ſandte in Belgrad eine längere Unterredung mit hinauslaufe. Tſchang Kai=ſchek ſei ein treuer Freund
Sun=
jatſens, und ſein Kampf gegen die Kommuniſten
be=
weiſe ſeine Anhänglichkeit an die Prinzipien der Kuomintang.
Weil er ſich den Beſtrebungen Moskaus widerſetze, werde er von
der Dritten Internationale als Verräter betrachtet. Tſchang
Kai=ſchek werde als Teſtamentsvollſtrecker Sun=
Agenten Tſchang Tſo=lin und Genoſſen fortſetzen, dabei aber mit
den Sowjets brechen. Die europäiſche Preſſe, die das Gerücht
von einer Verſtändigung zwiſchen den Nordchineſen und Tſchang
Kai=ſchek verbreite, verkenne vollſtändig die Ziele der Kuomin=
Tſchang Kai=ſchek und die Mächte.
Wie „Evening Standard” aus Schanghai meldet, ſoll General
England zurückbezahlt hat, und daß damit das franzöſiſche Tſchang Kai=ſchek bereit ſein, die von den Mächten geforderten
Entſchädigungen für die Opfer von Nanking zu bezahlen, um die
freundſchaftlichen Beziehungen zu den Mächten aufrecht zu
er=
halten und weiterhin, um auf diplomatiſchem Wege die
Abſchaf=
die Uebernahme des Poſtens des Premierminiſters. Es gilt nun als fung der ungleichen Verträge und die Rückgabe der Konzeſſionen
erreichen zu können. In Nanking erklärte der neue Außenminiſter
Wu, es ſei nicht unmöglich, daß die nationaliſtiſche
Re=
gierung binnen kurzem eine Konferenz der Mächte
vorſchlagen werde, um die Frage der
Exterrito=
rialität der ausländiſchen Konzeſſionen und
der einſeitigen Verträge zur Sprache zu
bringen. Zum Finanzminiſter der neuen Regierung
wurde Kuyinfun, ein hervorragender Mitarbeiter
Sunyatſens, ernannt.
Lebergabe der britiſchen Konzefſſion in Tientſin an China
Aus Peking liegt die Nachricht vor, daß die Verhandlungen
über die Uebergabe der britiſchen Konzeſſionen in Tientſin zu
ſoll von einem Rat aus fünf Chineſen und fünf Engländern
kontrolliert werden. Der chineſiſche Vorſitzende ſoll die
ausſchlag=
uralt, und außerdem vergeſſen die Sozialdemokraten hinzuzu= gebende Stimme beſitzen. Die Chineſen erkennen alle fremden
Pachtverträge an.
Hankaus Vormarſch gegen Nanking.
Eigener Drahtbericht des „D. T.‟.
* Schanghai, 23. April.
Es verlautet aus zuverläſſigen Quellen, daß zwei große
Trupps der Hankauer Kommuniſten gegen Tſchang Kai=ſchek im
Vorrücken ſind. Die zählen mehrere tauſend Mann. Ihre
Be=
wegungen werden ſorgfältig geheim gehalten, und es iſt
unbe=
kannt, wo ſie ſich gegenwärtig befinden. Die roten
Arbeiter=
führer in Schanghai, die den Allgemeinen Arbeiterverband
ver=
ſtellen, um Arbeiter, die gewillt ſind, in der kommuniſtiſchen
Armee gegen Tſchang Kai=ſchek Dienſt zu tun, nach Hupe zu
befördern. Es wird erwartet, daß viele Arbeiter ſich dazu
melden werden.
Das Blatt „China Daily News” erfährt aus Honan, daß
Wu Pei=fu beabſichtige, ſich in das buddhiſtiſche Kloſter Fenglai
zurückzuziehen.
an den Sokrates und den viel umſtrittenen Ealy Gai und
ſchließ=
lich an den köſtlichen Grabbe’ſchen Schulmeiſter von geſtern
abend, für den noch manche Träne wonniger Rührung fließen
wird. Nicht zu vergeſſen der Bradamante, in dem Sie ſich
als feinſinniger Dichter offenbarten.
Wer Sie näher kennen lernte, hat Sie auch als Menſch
ſchätzen und lieben gelernt. Das aber ruht in der Tiefe unſerer
Herzen und läßt ſich bei ſolcher Gelegenheit nicht ſo leicht in
Worte faſſen.
Büchner überreicht dann mit Worten des Dankes eine
Goethe=Büſte zur Erinnerung an den heutigen Abend und
an die Zeit in Darmſtadt. Legal möge uns nicht vergeſſen, wie
wir ſeiner nicht vergeſſen werden. Er ſprach den Wunſch auf
ſpäteres Wiederſehen aus, als Künſtler und Menſch werde er
ſtets mit offenen Armen bei uns aufgenommen werden.
Spontaner Beifall durchbrauſte das Haus. Erſt als
Generalintendant Ernſt Legal
Gehör erbittend den Arm erhob, legte ſich das Händeklatſchen,
und der alſo dankbarſt Geehrte konnte zu Worte kommen: In
letzter Stunde wurde, führte er aus, ein Programmpunkt
ein=
geſchmuggelt, der mich, offen geſtanden, ſehr überraſcht hat. Ich will
dennoch verſuchen, ganz kurz auszuſprechen, was mich bewegt, und
bitte Sie, aus dieſer Kürze nicht etwa auf Kargheit der
Empfin=
dungen zu ſchließen. Ich verſichere Sie des herzlichſten Dankes,
den ich Ihnen ausſprechen möchte. Unſereins, meine Damen und
Herren, hat nichts anderes zu tun, als in ſich hinein zu horchen
und verſtehen zu lernen, was da in uns laut wird, um dieſer
inneren Stimme Form und Ausdruck zu geben, unbeeinflußt
durch äußere Eindrücke, die an jeden Menſchen, der in der
Oeffentlichkeit ſteht, herantreten. Ich hoffe, daß es mir geglückt
iſt, das zu tun und daß das, was wir, die wir auf der Bühne
ſtehen, empfinden, mit dem zuſammenklingt, was Sie
heraus=
hören konnten. Ich glaube in dieſer Stunde nichts Beſſeres tun
zu können, als daß ich Sie auffordere, gemeinſam mit uns dem
guten Genius zu danken, der es uns gab, Sie durch drei Jahre
hindurch verſtehend und fühlend der Kunſt zuzuführen. (
Aber=
mals langanhaltendes Händeklatſchen.)
War damit der Höhepunkt erreicht, ſo glückte es dennoch, den
Abend mit gutem Gelingen fortzuführen in einem zweiten Teil,
der hauptſächlich der Muſik gewidmet war.
Er wurde eingeleitet durch das berühmte Geſpräch
Ecker=
mauns mit Goethe nach dem Theaterbrand 1825 über
Theater=
ſorgen und =freuden, das, geſprochen von Hans Baumeiſter
Nummer 113
Geite 3
Sonntag, den 24. April 1927
Zwiſchen Beigrad und Rom.
Von unſerem D=Korreſpondenten.
Belgrad, 23. April.
Die Kriegsgefahr um die Adiia wird langſam zu einem
gewohnten Faktor der europäiſchen Politif. Fortwährend neue
Alarmgerüchte, neue Klagen von der einen oder anderen Seite
neue Vermittlungsaktionen und neue Regierungen in Belgrad
Auch jetzt gibt es eine, die Regierung Welja Wukitſchewitſch. Es
iſt ein undankbares Geſchäft, die Namen der jugoſlawiſchen
Miniſterpräſidenten zu merken, jede Woche kann man ja auf eine
neue Regierungskriſe gefaßt ſein.
Allen Vermittlungsaktionen zum Trotz dauert die
Span=
nung zwiſchen Belgrad und Rom fort. Selbſt wenn
eine vorübergehende Abebbung der Leidenſchaften erzielt wird,
muß man darauf gefaßt ſein, daß wegen einer innenpolitiſchen
Richtungsänderung in Belgrad oder in Rom, oder wegen einer
jener kleinen Reibungen, die bekanntlich in der Balkanpolitik
unvermeidlich ſind, die Gefahr wieder neu erſteht. Und dabei
ſollte man ſich doch vor Augen halten, daß, wenn das Objekt des
Streites unmittelbar auch nicht entſcheidend wichtig für Europa
iſt, die Folgen eines Krieges an der Adria aber unberechenbar
ſind.
Man hat bisher den Völkerbund nicht angerufen, nur aus
dem Grunde, weil man befürchtet, daß die Genfer Organiſation
nicht ſtark genug iſt, den Streit zwiſchen Italien und Jugoſlawien
zu ſchlichten. Muſſolini hat wiſſen laſſen, daß Italien im Falle
eines ungünſtigen Entſcheides aus dem Völkerbund austreten
würde. Scheinbar gibt es keine Kräfte, die Italien an dem
Austritt hindern könnten. Ja, man behauptet in Belgrad, daß
das Schickſal des Völkerbundes heute England viel weniger am
Herzen liege als früher. Das Gegenteil ſcheint aber aus der
Tatſache hervorzugehen, daß die engliſche Diplomatie
Fugo=
ſlawien bisher erfolgreich daran verhindert hat, die Entſcheidung
des Völkerbundes anzurufen. Und zwar mit der aufrichtigen
Begründung, daß der Völkerbund keinem Preſt geverluſt und
keinen großen Erſchütterungen ausgeſetzt werden darf. Woraus
offen hervorgeht, daß die Lage des Völkerbundes noch kläglicher
iſt, als die Jugoſlawiens.
Die Mächte haben auf den Konflikt zwiſchen Belgrad und
Rom verſchiedenartig reagiert. Frankreich tut alles um ſeine
Neutralität, zu betonen, die übrigens eine logiſche Folge der
neuen franzöſiſchen Balkanpolitik iſt. Man will in keine
Konflikte verwickelt werden und würde am liebſten
das Desintereſſement am Balkan erklären, wenn eben einige rein
wirtſchaftliche oder rein platoniſche Momente dies nicht
verhin=
dern würden. Man hat auf alte Freundſchaften, die einem
un=
bequem geworden ſind, Rückſicht zu nehmen, wünſcht aber, in
Ruhe gelaſſen zu werden. Die franzöſiſche Preſſe ruft
abwech=
ſelnd England und Deutſchland auf, in dem Konflikt zu
ver=
mitteln, aber das iſt auch alles. Höchſtens vernimmt man noch
einige fromme Wünſche aus dem Munde der franzöſiſchen
Politiker.
England, das durch ſeine Politik die jetz ge Lage eigentlich
hervorgerufen hat, zeigt ſich weniger gleichgültig. Die engliſche
Diplomatie hat verſucht — und an Hilfe von allen anderen Seiten
fehlte es ihr keineswegs — zwiſchen den Streitenden zu
vermit=
teln. Da dieſe Aktion zu keinem Ergebnis führte, hat ſie
ſchließ=
lich zu direkten Verhandlungen zwiſchen Belgrad und Rom
ge=
raten. Auch dazu haben die anderen Länder freundliche Miene
gemacht. Niemand möchte bei einer Einigung Pate ſtehen, welche
unter Umſtänden ſo ſtark den durch den Völkerbund vertretenen
oder betonten Prinzipien widerſprechen muß. . .
Die „direkten Verhandlungen” haben — das war wenigſtens
etwas greifbares — zu einer Kabinettskriſe in Belgrad geführi.
Die Regierung des ſympathiſchen Uzunowitſch wurde geſtürzt,
was übrigens niemanden überraſchte. Das Budget war votiert,
und damit die Hauptaufgabe der Regierung erledigt. Und
Uzu=
nowitſch beſaß zudem nur eine ſchwache Mehrheit wegen ſeiner
nachgiebigen Haltung gegenüber Italien. Es wurde eine neue
Regierung auf einer ſehr breiten Grundlage gebildet, mit dem
ausſchließlichen Zweck, den Konflikt mit Italien zu liquidieren.
Eine ſehr breite Grundlage, das bedeutet ſoviel, daß die Kroaten
und Slowenen eine erhebliche Rolle in dem Kabinett ſpielen.
Und gerade die Kroaten und Slowenen ſind es, welche am meiſten
zu einer energiſchen Haltung Rom gegenüber anfeuern. Mit den
Kroaten und Slowenen hat Südſlawien überhaupt ein politiſch
nicht allzu wünſchenswertes Element aus der Erbſchaft der
Donaumonarchie übernommen. Sie haben unter den
Habsbur=
gern eine ſehr zweifelhafte politiſche Erziehung erhalten, deren
Folgen jetzt Belgrad zu fühlen bekommt.
Darüber herrſcht kein Zweifel: Jugoſlawien wünſcht keinen
Krieg. UInd auch Italien nicht, es will und muß aber ſeine Ziele
erreichen. Welches iſt denn nun jener ſo verzweifelte
Konflikts=
ſtoff, an dem ſo viel Friedenswille ſcheitert, fragt man endlich?
Und dann erhält man durchaus enttäuſchende Antworten.
Weder die Nichtratifizierung des Nettunoabkommens, noch die
„Juterpretievung” des Tiranaabkommens, noch endlich die
Natio=
nalitätenfragen in Iſtrien und Dalmatien ſtellen an ſich
unlös=
bare Fragen dar. Aber es iſt ein geopolitiſcher Gegenſatz zwiſchen
Italien und Jugoſlawien vorhanden, ein Gegenſatz der
Beſtre=
bungen und der Gefühle, und all die Streitigkeiten in den
Grenz=
gebieten und an den Küſten der Adria ſind nur Symptome dieſes
ſchickſalsbedingten Gegenſatzes.
Die italieniſche Interpretierung des Tiranavertrages iſt
durch=
aus zweideutig und doppelzüngig — man will die Annexnote
des Tiranavertrages, welche die Vaſallität Albaniens feſtlegt,
nicht veröffentlichen — und die Tätigkeit des italieniſchen
Gene=
rals Camiscion in Albanien findet man in Belgrad durchaus
verdächtig. Ebenſo iſt man wegen der Haltung des italieniſchen
Geſandten in Belgrad, Bodrero, verbittert. Italien hinwiederum
bemängelt die Nichtratifizierung des Nettunovertrages, die
ita=
lienfeindlichen Geſetze in Dalmation, die
Truppenkonzentrie=
rungen um Albanien und noch manch anderes. . . . Viele erwarten
jetzt von Ungarn eine vermittelnde Tätigkeit, aber Graf Bethlen
läßt immer weniger Zweifel über die Natur des ungariſch=
italie=
niſchen Bündniſſes aufkommen. So geht der Konflikt weiter, er
lodert auf und läßt nach, und eine Löſung iſt nur von einer
Aenderung der ganzen weltpolitiſchen Situation zu erwarten.
Der unausgeglichene Balkan=Konflikt.
* Berlin, 23. April. (Priv.=Tel.)
Herr Muſſolini hat immer noch nicht zu erkennen gegeben,
wann er ſeiner Zuſage entſprechend mit dem jugoſlawiſchen
Ge=
ſandten ſich über die albaniſche Frage unterhalten will.
Viel=
leicht hofft er, durch das Warten die Belgrader Regierung mürbe
zun machen. Darin wird er ſich vermutlich irren. Der neue
jugoſlawiſche Außenminiſter gilt als einer der klügſten politiſchen
Köpfe auf dem Balkan, und hat den erſten Tag ſeiner neuen
Mi=
niſtertätigkeit benutzt, um in einem ihm naheſtehenden Blatt den
Satz abdrucken zu laſſen, Muſſolini irre ſich, wenn er
glaube, daß er aus Jugoſlawien eine Kolonie
machen könne. Jugoſlawien ſei nicht ſo ſchwach
wie Albanien. Dieſe gegenſeitigen Plänkeleien braucht man
vorherdand nicht allzu ernſt zu nehmen.
Der neue italieniſche Botſchafter in London.
EP. London, 23. April.
Der neue italieniſche Botſchafter für England, Bordonaro,
iſt in London eingetroffen. Er wird am Montag nach dem
bis=
herigen Programm einen Beſuch bei Chamberlain abſtatten. Man
erwartet, daß er bei dieſer Gelegenheit die Anſichten Muſſolinis
über die italieniſch=albaniſche Kriſe zum Ausdruck bringen wird.
Der. Daily Herald” weiſt darauf hin, daß der permanente
Unter=
ſtaatsſekretär im Foreign Office, Sir William Tyrrell, ſich
zur=
zeit auf einem Privatbeſuch in Rom befindet, und daß von dem
Ergebnis ſeiner Ausſprache in Rom mit den dortigen zuſtändigen
Stellen und Muſſolini vieles abhänge.
Die neue Entente.
* Berlin, 23. April. (Priv.=Tel.)
Das ſchöne Märchen von dem engliſch=franzöſiſch=
amerika=
niſchen Bündnis hat nicht lange gedauert. Wie zu erwarten war,
hat der amerikaniſche Botſchafter in England die erſte
Gelegen=
heit benutzt, um abzuwinken und in einer Rede, die er am
Frei=
tag in Mancheſter hielt, direkt vor einem engliſch=amerikaniſchen
Bündnis zu warnen. Dieſer Teil des Programms iſt alſo
er=
ledigt. Dagegen gewinnt die andere Hälfte von dem
engliſch=
franzöſiſchen Bündnis inſofern ein etwas anderes Geſicht, als es
ſcheint, daß ſie von dem engliſchen Auswärtigen Amt irgendwie
lanziert worden iſt. Es handelt ſich alſo zweifellos um eine
Zweckmeldung, die beſtimmte Wirkungen ſchaffen ſollte. In erſter
Linie wahrſcheinlich in Rom, aber auch wohl in Moskau, um die
Ruſſen gegen die Fortſetzung ihrer Verhandlungen mit
Frank=
reich mißtrauiſch zu machen. Selbſtverſtändlich iſt aber auch die
deutſche Diplomatie hellhörig geworden und bemüht ſich,
heraus=
zukriegen, ob außer dem greifbaren Zweck der Meldung auch
tatſächliche Unterlagen vorhanden ſind, die auf ein ſo enges
An=
einanderrücken Englands und Frankreichs ſchließen laſſen.
in einer famoſen Goethe=Maske, und Ernſt Rottluff, ſich
als überraſchend aktuell gerade für unſere Darmſtädter
Theater=
verhältniſſe erwies.
Die Abendmuſik hatte einen reizenden ſzeniſchen Rahmen
in Goethes Haus erhalten und beſtand nur in zeitgenöſſiſchen
Vertonungen Goetheſcher Texte. Sie wurde beſtritten von dem
Theaterchor, der drei Chöre von Zelter und Kuhlau unter Berth.
Sanders Leitung ton= und formſchön zu Gehör brachte, vom
Schnurrbuſch=Quartett mit zwei ſlott geſpielten Sätzen aus
einem Mozart=Quartett, von den Damen Jacobs, Kapper,
Albrecht mit Liedern von Beethoven, Zelter, Herzogin Anna
Amalie von Weimar und Felix Mendelsſohn, die Herren
Hölz=
lin und Deharde mit Liedern von Beethoven, Zelter und
Eberwein — alle in vortrefflicher Wiedergabe. Es ſtellte ſich
heraus, daß von Zeitgenoſſen doch nur Beethoven und etwa
Mendelsſohn den Goetheſchen Geiſt erfaßt haben, während der
ſeinerzeit ſo angeſehene Zelter völlig verſagte, der auf den ihm
eng befreundeten Goethe muſikaliſch den ſchlechteſten Einfluß
hatte und mit daran ſchuld iſt, daß der große Dichter den
Beet=
hovenſchen Genius nicht zu verſtehen vermochte. Eine Ausnahme
macht das früh ſchon Kommerslied gewordene prächtige Ergo
bibamus, das auch doppelt verlangt wurde. Am altertümlichen
Tafelklavier waltete Erich Riede trefflich ſeines Amtes als
v. H.
Begleiter.
* Frankfurter Muſikbrief.
Der Cäcilienverein, der mit dem Rühlſchen vereinigt iſt, gab
im Gründonnerstag ſein, zweites Konzert. Den Manen
Beet=
hovens zu Ehren wurde die Miſſa ſolemnis zur
Auffüh=
rung gebracht. Das Werk gehört zu den ſchwierigſten ſeiner Art,
insbeſondere werden an die Chöre faſt unerfüllbare
Anforde=
rungen geſtellt. Der Chor hat, ſeitdem er der Leitung von Klaus
Nettſtraeter unterſteht, merkliche Fortſchritte gemacht; er hat es
„gelernt, der Suggeſtion dieſes Dirigenten willig zu folgen, ohne
dabei die techniſche Kleinarbeit zu vernachläſſigen. Und ſo kam
eine Wiedergabe der Meſſe zuſtande, die unter Berückſichtigung
des vorhandenen Stimmenmaterials als vorbildlich bezeichnet
werden kann. Gerade bei der Miſſa kann der Dirigent zeigen,
inwieweit er den Geiſt Beethovens in ſich aufgenommen hat;
Klaus Nettſtraeter, dieſer in ſeiner primär gefühlsmäßigen
Ein=
ſtellung zur Maſik ſo abſolut ſichere, begeiſterte und begeiſternde
Künſtler hat an dieſem Abend ſeine Eignung hierfür bewieſen.
Der Erfolg des Abends iſt ihm in erſter Linie zu verdanken. Die
„Aufführung hatte die von ihm vorgezeichnete große Linie, ohne
die eine Wiedergabe der Miſſa, die dem Verſtand allein
verſchlof=
ſen iſt, ſchlechterdings nicht denkbar iſt. Unter dem
Soliſten=
quartett der Damen Berta Kiurina und Magda Spiegel und der
Herren A. Wilde und Watzke ragten die Sopraniſtin und der
Baß beſonders hervor. Der Alt Magda Spiegels iſt zu ſchwer
und in der Auffaſſung zu wuchtig für die Partie, die Stimme
A. Wildes gibt hier und da in techniſcher Beziehung zu Bedenken
Anlaß. Der Wert der Aufführung wurde durch die Mitwirkung
des Symphonieorcheſters nicht eben erhöht. Man kann verlangen,
daß für derartige beſondere Abende das Opernhausorcheſter zur
Verfügung ſteht. Bei dem Symphonieorcheſter war eine
man=
gelnde Einfühlſamkeit in den Sinn des Werkes feſtzuſtellen, die
nicht nur auf die geringe Anzahl der Proben zurückgeführt
wer=
den kann. Dazu kam, daß das Violinſolo des Konzertmeiſters
Wittek die Reinheit des Tones vermiſſen ließ.
Die Neueinſtudierung des „Parſifal” — leider
unter Beibehaltung der völlig unmöglichen Szenendekoration —
unter dem Szepter Klaus Nettſtraeters brachte dieſem einen
wei=
teren Erfolg . Das Vorſpiel nimmt er beſonders breit und
aus=
ladend in den Stimmungen; die Wirkung iſt überraſchend, bei
Publikum und Orcheſter. Es iſt außerordentlich zu begrüßen, daß
dieſer Dirigent gerade in Frankfurt tätig iſt. Er iſt ſeiner
muſi=
kaliſchen Begabung nach ein wertvoller Antipode zu Profeſſor
Krauß, der ein mehr verſtandesmäßiger Muſiker iſt. — Die
„Parſifal”=Aufführung brachte eine ganz große Ueberraſchung,
ein künſtleriſches Erlebnis von ſeltener Tiefe: die Darſtellung
der Kundry durch Emma Holl. Mag ſein, da ſie im zweiten Akt
manche Wünſche in ſtimmlicher Beziehung nicht ganz erfüllt; in
der mimiſchen Wiedergabe wird ſie ſchwerlich jemand
ihres=
gleichen finden. Die Künſtlerin geht mit der Muſik mit, ſie
emp=
findet die Doppelnatur der Partie, dieſer Miſchung aus der
Venus und der Eliſabeth; die gequälte, ſie verzehrende Unruhe
im erſten und zweiten Akt und die büßende Frau im dritten
Akt. Wundervoll ihr Gang in der Karfreitagsſzene, jede
Be=
wegung weich und innig, ganz gefühlt und nicht ergrübelt,
pracht=
voll der Schluß im Gralstempel. Dank ihr für dieſe Leiſtung!
Adolf Jäger zählt den Parſifal darſtelleriſch und geſanglich zu
ſeinen beſten Partien. W. Schneider gab dem Gurnemanz die
Kultur ſeiner Auffaſſung. Der Amfortas von A. Permann blieb
im Aeußerlichen haften. Die ſtimmungsvolle Leiſtung unſeres
prachtvollen Orcheſters verdient beſonders hervorgehoben zu
werden.
Kurz vorher wurde das „Wiener Blut” zu neuem Leben
erweckt. Warum, iſt nicht recht einzuſehen. Man hätte das für
die Neuinſzenierung und die neuen Koſtüme verwandte Geld
Vertagung der Genfer
Abrüſtungs=Verhandlungen.
Deutſchland erwartet die Teilnahme
Ruß=
lands an der zweiten Leſung.
EP. Genf, 23. April.
Die Vorbereitende Kommiſſion für die Abrüſtungskonferen;
ſwird wohl, ihre Arbeiten am Montag beenden und am
Dienstag und Mittwoch den Bericht über die erſte Leſung
fertigſtellen, womit die Tagung der Kommiſſion
vor=
läufig abgeſchloſſen werden dürfte. Der Bericht geht
dann an den Völkerbundsrat, und natürlich werden ſich bis
zur zweiten Leſung, die kaum vor November ſtattfinden wird,
auch die Regierungen mit dem Bericht beſchäftigen. Man hofft
hier übrigens, daß bis zur zweiten Leſung die politiſche
Si=
tuation ſich günſtiger geſtaltet haben wird und daß dann auch
die Abrüſtungskonvention in einem anderen Geiſte wird
gehal=
ten werden können, als es jetzt der Fall iſt. — Heute wurde
nach längerer Debatte die Frage der Kontrolle und
die der Präambel auf die zweite Leſung
ver=
tagt. Für die Präambel liegen drei Texte, ein deutſcher, ein
franzöſiſcher und ein engliſcher, vor. Zur Unterſtützung
der deutſchen Faſſung der Präambel führte der
deutſche Delegierte an, daß ſie ſo einfach
gehal=
ten ſei, weil ſie auch Amerika und
Sowjetruß=
land, die nicht Mitglieder des Völkerbundes
ſind, die Zuſtimmung ermöglichen ſoll. Von
Sowjetrußland hofft der deutſche Delegierte
wie er ausdrücklich hinzufügte, daß es ſich an der
zwei=
ten Leſung beteiligen werde. Die Verhandlungen
werden am Montag nachmittag ſortgeſetzt, da am Vormittag die
Lommiſſion für die Kontrolle der privaten Rüſtungsinduſtrie
zuſammentritt.
Ein ſcharfer Proteſt gegen die Genfer Verhandlungen.
EP. Genf, 23. April.
Das ehemals in Bern anſäſſige Internationale
Friedens=
bureau, das ſeit zwei Jahren ſeinen Sitz in Geuf hat, erläßt
heute mit der Unterſchrift ſeines Präſidenten, des belgiſchen
Senators Lafontaine, und ſeines Generalſekretärs Colay einen
Aufruf an die Mitglieder der Vorbereitenden Kommiſſion für
die Abrüſtungskonferenz. Niemals habe die Welt eine
ſo tiefgreifende Enttäuſchung erlebt, wie an
der Arbeit dieſes Komitees. Wenn die Völker nicht
durch Krieg und Kriegsfolgen geſchwächt wären, und wenn ſie
beſſer über die Genfer Verhandlungen unterrichtet würden,
hätte ſich längſt ein gewaltiger Proteſtſchrei gegen
die Art dieſer Arbeiten aus allen Winkeln der
Erde erhoben. Man dürfe eben nicht die
Inter=
eſſenten der Kriegsinduſtrie, des
Waffenhan=
dels und der Militärkarriere befragen, wenn
man abrüſten wolle, ſondern müſſe ſich an
die=
jenigen wenden, die in den Schützengräben die
Greuel des Krieges miterlebt haben, und denen
man feierlich verſprochen habe, daß künftighin
der Krieg ein internationales Verbrechen
dar=
ſtelle. Es wird der Kommiſſion vorgeworfen, ſie greife
künſt=
lich techniſche Schwierigkeiten auf, um ſich dann dahinter zu
verſchanzen und zu erklären, daß ſie nichts tun könne. — Der
in ungewöhnlich ſcharfer Sprache gehaltene Aufruf ſchließt mit
einer Entſchuldigung an die Freimütigkeit der Kritik, die er
zu üben gezwungen ſei, und mit einem warnenden „Cavean;
Consules”.
Erhöhung des Briefportos.
* Berlin, 23. April. (Priv.=Tel.)
Ein Berliner Boulevardblatt hat davon gehört, daß im
Reichspoſtminiſterium Erwägungen über eine Erhöhung des
Briefportos ſtattfinden mit dem Ziel, das Inlandsporto von 10
auf 15 Pfg. zu erhöhen. Das iſt richtig, aber nicht ganz neu.
Schon während der Etatberatungen haben wir darauf
hingewie=
ſen, daß eine entſprechende Anregung gegeben worden iſt, um
neue Mittel etwa für die Beamtenbeſoldung flüſſig zu machen
und es wird wohl richtig ſein, daß das Reichspoſtminiſterium
gegenwärtig prüft, wie ſich finanziell eine Beſoldungserhöhung
auf die Reichspoſt und ihre Erträgniſſe auswirken würde. Aber
von dieſen Erwägungen bis zu dem Beſchluſſe iſt noch ein weiter
Weg.
doch wohl richtiger anders verwenden können. Warum ſorgt
man nicht für eine Regeneration der Szenenbilder im „Parſifal”
und „Lohengrin”, die in dieſer Form unerträglich und der
Frankfurter Oper nicht würdig ſind? Die Aufführung ſelbſt
unter der befeuernden Leitung von Prof. Krauß war jeden
Lobes wert. Unter den Soliſten ragten Eliſabeth Friedrich,
V. Urſulege, A. Kern ſowie H. Brandt, R. v. Schenck und H.
Schramm hervor. Der Beifall war naturgemäß ſehr ſtark.
Franz Völker ſang als neue Rolle den Erik im „
Fliegen=
den Holländer” Neue Eindrücke waren nicht zu erwarten.
Die Stimme iſt mächtig, in der äußerſten Höhe — dem B in der
zweiten Arie — nicht weich genug gefaßt, die Darſtellung bleibt
konventionell beſtenfalls; das innere Miterleben fehlt. Ein
völliger Mißgriff war der Holländer von J. Stern, der der Rolle
faſt alles ſchuldig blieb. Plaſtiſch wiederum die muſikaliſche
Leitung von K. Nettſtraeter.
Von den neueinſtudierten Opern des Repertoires iſt Verdis
„Othello” die vollendetſte und eindruckvollſte geblieben. J.
Gläſer bleibt in der Titelrolle hinter den beſten Vertretern der
Partie nicht zurück. Die Aufführung iſt, beſonders wenn Prof.
Krauß am Pult ſitzt, zurzeit doch wohl die ausgeglichenſte und
D. W. Ku.
beſte der Frankfurter Oper.
Hochſchulnachrichten.
Hk. Berufung an die Frankfurter Pädagogiſche
Akademie. Uns wird berichtet: Zum Dozenten für
Landſchafts=
kunde der Heimat und heimatliche Volkskunde an der Pädagogiſchen
Akademie zu Frankfurt a. M. iſt vom 1. April 1927 ab der
Studien=
direktor Friedrich Bender in Kreuzburg O. S. berufen worden,
Benders Sondergebiet iſt Heimatkunde der Neumark und des
mittel=
rheiniſchen Gebietes. Geboren zu Neunkirchen (Saar), ſtudierte
Bender in Bonn, Berlin, Gießen, Naney, Oxford und Paris beſonders
als Schüler des Geographen W. Sievers. Zunächſt als Volksſchullehrer
tätig, wurde er ſpäter Seminarpräparandenlehrer und 1900 Lehrer an
der Realſchule in Sobernheim. Seit 1905 wirkte Bender viele Jahre
als Seminarlehrer bzw. Seminarproſektor und 1923—1925 als Direktor
des Lehrerſeminars zu Kreuzburg O. S. 1926/27 vertrat Bender den
Direktor am Staatl. kath. Gymnaſium in Neiße. Wiederholt war Bender
Mitglied der Prüfungskommiſſion für die Zweite Lehrerprüfung.
Hk. Berlin. Wie wir erfahren, iſt der Privatdozent für
Phyſio=
logie an der Berliner Univerſität Dr. Erich Schilf zum
nichtbeamteten außerordentlichen Profeſſor ebenda ernannt worden.
Schilfs Lehrer waren Bonhoeffer, Rubner und Gildemeiſter. Viele
Jahre bekleidete er eine Aſſiſtentenſtelle am Berliner Phyſiologiſchen
Inſtitut. Er veröffentlichte eine Reihe von Arbeiten, beſonders aus dem
Gebiete der Nervenphyſiologie.
Seite 4
Nummer 113
Sonntag, den 24. April 1927
Wascht war
dehen
KALT
Wie wäscht man?
Wolle, Seide, Kunstseide
-Was es auch sei: kalte
Lersillauge-
in der Temperatur des Leitungswassers)
Ist in jeden Falle das Lechke!
Alles harte Leiben ist zu uermeiden
Dos Stück wird nur kurze Zeit in den
Louge bewegtz leichk dunchgedrückk
und das Trocknen:
Wiemols aufhängen und nicht in Hitzen
Sonne trocknen! Wolle auf Tüchenn
aus=
breiten, Seide einvollen u feuchk bügeln
Dag Spüllen farbiger Sochen.
Wan spült in kaltem Wasser, dem
zum Auffrischen der Farben etwas
Küchenessig beigegeben isk. —
Jersil wäschf alles, was waschbar ist
Die Waschbarkeit eines Stoffes erprobt
man an einek uendeckten Stelle dunch
Festes Ausdrücken in klatem Uassek.—
A
A
Ial das bewährte
Waschmiftel
Här Aile Uagshe
V2604
[ ← ][ ][ → ]Nummer 113
Sonntag, den 24. April 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 24. April.
— Ernannt wurden: am 16. April der Lehrer Otto Müller zu
Volkartshain (Kr. Schotten) zum Lehrer an der Volksſchule zu
Nonnen=
roth (Kreis Gießen); am 19. April der Studienrat an dem Wolfgang=
Ernſt=ynaſium in Büdingen Fritz Koch zum Studienrat an der
Nealſchule in Lauterbach — beide mit Wirkung vom 25. April 1927 abz
am 2. April: der Studienrat an dem Gymnaſium und der
Oberreal=
ſchule in Dieburg Georg Haas zum Studienrat an dem
Realgymna=
ſium in Darmſtadt, der Lehrer Adolf Fuchs zu Fürfeld (Kreis Alzey)
zum Lehrer an der Volksſchule zu Kempten (Kreis Bingen) — beide
mit Wirkung vom 25. April 1927 ab.
— Aus dem Staatsdienſt entlaſſen wurde am 14. April der
Polizei=
wachtmeiſter Helmut von Foullon zu Lampertheim auf ſein
Nach=
ſuchen mit Wirkung vom 1. Juli 1927.
— Heſſiſches Landestheater. Heute abend, 6 Uhr, wird im Großen
Haus als 17. Vorſtellung der Miete B „Aüda” mit Roſa Merker,
Wien, als Aida, Rudolf Balve von den Städtiſchen Bühnen in Leipzig,
als Rhadames, und Hans von Stenglin vom Reuß. Theater in Gera
(Ramphis) als Gäſte auf Anſtellung gegeben. Muſikaliſche Leitung:
Kapellmeiſter James Vandsburger vom Stadttheater Saarbrüken a. G.
Im Kleinen Haus gelangt abends 7 Uhr „Datterich” in der
Dar=
ſtellung der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft zur Aufführung. Im
Schau=
ſpiel wird morgen unter Leitung von Robert Klupp mit den Proben zu
Molnars Komodie „Spiel im Schloß” begonnen, die in den erſten
Tagen des Mai herauskommen wird. Die Oper iſt mit den
Vorberei=
tungen für Richard Strauß” „Ariadne auf Naxos” beſchäftigt,
die diesmal in der Originalfaſſung (mit dem „Bürger als
Edel=
mann”) unter der muſikaliſchen Leitung von Generalmuſikdirektor
Joſeph Roſenſtock und in der Inſzenierung Hans Esdras
Mutzen=
bechers erſcheinen wird.
— Mozartverein. Der im Jahre 1891 geborene Komponiſt A. L.
Kelterborn, deſſen neueſte große Chorwerke der Mozartverein zur
Uraufführung bringt, entſtammt einer alten Künſtlerfamilie. Sein
Großbater, ein geborener Hannoveraner, erwarb das Schweizer
Bürger=
recht und wurde als Zeichenlehrer der Lehrer Böcklins. Vom Vater,
einem anerkannten Muſiker, vorgebildet, und nach gründlichen Studien
in Baſel und Genf war L. Kelterborn als Dirigent und Komponiſt bald
in ſeiner Schweizer Heimat bekannt. Seine Kammermuſikwerke wurden
durch das Leipziger Gewandhaus=Quartett weit verbreitet. Seine Lieder
werden viel geſungen. Seinen großen Werken für Männerchor und
Orcheſter, dem Mirabile Myſterium der Miſſa Solemnis, der Jungen
Schweiz, „Volkers Schlachtgeſang” hat er den „Wettſtreit” hinzugefügt,
der zuſammen mit dem Naturmyſterium, „Die Seele des Waſſers und
der Jüngling”, durch den Mozartverein zur Uraufführung kommt.
— Bunb Alter Herren der höheren Landesbauſchule Darmſtadt.
Zu dem am Montag, abends 8 Uhr, in der Landesbauſchule
ſtattfinden=
den Vortrag über „Neuzeitlicher Straßenbau unter beſonderer
Be=
rückſichtigung der Betonſtraße” werden die Mitglieder eingeladen.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
— Ortsgewerbeverein und Hanwerkervereinfgung Darmſtadt. In
der 7. Winterverſammlung im „Fürſtenſaale” des Reſtaurants Chriſt,
Graſenſtraße, hielt am Freitag, den 22. ds. Mts., Herr
Landgerichts=
rat Raab. Darmſtadt, den angekündigten Vortrag über den ſehr
zeit=
gemäßen Gegenſtand: „Wie kommt der Geſchäftsmann zu ſeinem Geld?‟
Nach Eröffnung der Verſammlung durch den Vorſitzenden des Vortrags=
Ausſchuſſes, Prof. Dr. W. Sonne, beſprach Herr Landgerichtsrat Raab
zunächſt die Abzahlungsgeſchäfte der Jetztzeit in allen ihren
Erſchei=
nungsformen, übte Kritik und befürwortete Emdämmung der ungeſunden
Welle des neuzeitlichen Borgſyſtems, in dem er die Gefahr einer
all=
gemeinen Zahlungsbequemlichkeit, die ſich alle zu nutzen machen, erblickt.
— Davon und von der Kreditnot ausgehend, verbreitete ſich der Nedner
über die Formen der Sicherung und des Gläubigerſchutzes. An Hand
von Beiſpielen erläuterte er den Eigentumsvorbehalt, die Verpfändung
und die Sicherungsübereignung in allen Einzelheiten unter Verwertung
der Erfahrungen des täglichen Lebens und der Rechtſprechung. Sodann
erläuterte der Redner das Prozeßſyſtem, unterwies im Mahnverfahren,
erklärte den Gang des amtsgerichtlichen und des landgerichtlichen
Ver=
fahrens, gab Vorſchläge zur Beſchleunigung des Rechtsſtreites und
be=
ſppach das Arreſtverfahren, um ſich alsdann über die Pfändungen im
einzelnen zu verbreiten. Er verweilte beſonders bei der Frage der
Pfändbarkeit des Handwerkszeugs des Handwerkers und gab zahlreiche
Beiſpiele an Hand der heute geltenden Rechtſprechung. Am Schluſſe
ſeiner Ausführungen gab er wertvolle Aufſchlüſſe über die
Lohnpfän=
dungen. Die ſehr zahlreiche Zuhörerſchaft (über 200 Perſonen), welche
den „Fürſtenſaal” bis auf den letzten Platz füllte, folgte den etwa
zweiſtündigen allgemeinverſtändlich gehaltenen intereſſanten
Ausführun=
gen des Redners mit großer Aufmerkſamkeit und gab ihr
Einver=
ſtändnis zu dem Inhalte des Vortrages durch lebhaften Beifall zu
er=
kennen. Einige Anfragen aus der Mitte der Verſammlung wurden
durch den Vortvagenden in entgegenkommender Weiſe beantwortet,
wo=
rauf durch den Verſammlungsleiter Herrn Landgerichtsrat Raab der
wärmſte Dank des Ortsgewerbevereins und der Handwerkervereinigung
ausgeſprochen und gleichzeitig hervorgehoben wurde, daß die Mitglieder
der Gewerbevereinigung auch im nächſten Winter Gelegenheit haben
würden, einen weiteren Vortrag des Redners aus ſeinem großen
Arbeits=
gebiete zu hören. Am Schluſſe der Verſammlung wurde noch darauf
hingewieſen, daß am nächſten Freitag, den 29. April ds. Js., im Städt.
Saalbau ein Propaganda=Abend für die Fahrt nach München zur
Be=
ſichtigung der Bayeriſchen Gewerbeſchau ſtattfindet. Das Referat für
dieſen Abend hat der Vorſitzende des Veranſtaltungs=Ausſchuſſe3, Herr
Malermeiſter Gg. Kraus, übernommen, deſſen Ausführungen durch
Lichtbilder erläutert werden. Anſchließend hieran findet noch eine
intereſſante Filmvorführung ſtatt, worüber demnächſt Näheres mitgeteilt
wird.
— Hohes Alter. Am 1. Mai feiert Herr Johannes Kadel,
Soderſtraße 101, in beſter Geſundheit ſeinen 93. Geburtstag.
Ge=
boren am 1 Mai 1834, wohnt derſelbe ſchon 30 Jahre bei ſeinem
Schwiegerſohn, techniſcher Eiſenbahninſpektor Johannes Treiber. Ferner
dürfte es intereſſieren, daß in derſelben Wohnung noch der 84jährige
Georg Michael Treiber wohnt.
— Muttertag. Zur Feier eine „Muttertages”, d. h. eines Tages,
der in beſonderer Weiſe der Ehrung der Mutter gewidmet ſein ſoll,
iſt in den letzten Jahren von den verſchiedenſten Seiten angeregt worden.
Namentlich hat ſich der „Reichsbund der Kinderreichen zum Schutze der
Familie” dafür eingeſetzt. Dieſem iſt neuerdings zur Seite getreten
die „Arbeitsgemeinſchaft für Volksgeſundung”, an deren Spitze führende
Männer der deutſchen Wiſſenſchaft ſtehen wie die Univerſitätsprofeſſoren
Kahl, Abderhalden Faßbender und Seeberg. — Auch für Darmſtadt
iſt die Feier des Muttertages in Ausſicht genommen, und zwar ſoll
ſie am 22. Mai ſtattfinden. Möge ein Aufruf, der nächſtens
ver=
öffentlicht werden ſoll, in allen Kreiſen unſerer Bevölkerung
erfolg=
reichen Widerhall finden.
— Verein für das Deutſchtum im Ausland. In einem von uns
füngſt veröffentlichten Aufruf, zu dem ſich die führenden Männer Heſſens
jeden Standes, jeder Partei, jeden Glaubens vereinigt haben, wurden
alle Volksgenoſſen aufgefordert, die Werbewoche des Vereins
zu=
gunſten der deutſchen Schulen im Auslande nach Kräften zu unterſtützen.
Mit erfveulicher Einmüitigkeit haben Vereine aller Art ſich in den Dienſt
der guten Sache geſtellt, und es darf erwartet werden, daß den
ein=
helligen Bemühungen ein voller Erfolg zuteil wird. Sport= und
Turn=
vereine, Sänger, Reiter und Flieger werden wir gemeinſam am Werk
ſehen, um Mittel für die ſchwer bedrängten deutſchen Schulen
herbeizu=
ſchaffen. Die Werbewoche ſoll eingeleitet werden am Abend des 7. Mai
durch einen Fackelzug der Darmſtädter Jugend. Dieſer Zug, an dem
ſich alle Schulen, von der Hochſchule bis zur Volksſchule, beteiligen, foll
gleichſam ein flammendes Bekenntnis zum deutſchen Volkstum ſein und
in den Herzen der Erwachſenen Verſtändnis für die hohen
Kulturauf=
gaben des V. D.A. entzünden. Ueber die Einzelheiten der Werbewoche
werden wir demnächſt berichten.
— Orpheum. Der Kartenverkauf für heute findet ſtatt:
Verkehrs=
bureau von 9—12 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr.
* Das Adreßbuch der Stadt Darmſiadt
amtliche Ausgabe 1927, nebſt den Gemeinden Arheilgen,
Eber=
ſtadt, Griesheim, Waldvillenviertel, Nieder= und Ober=Ramſtadt
und Pfungſtadt iſt ſoeben erſchienen. Mit dem Erſcheinen dieſes
Adreßbuches iſt tatſächlich einem langgehegten Bedürfnis
ent=
ſprochen worden, und es wäre dringend zu wünſchen, daß
nun=
mehr zwiſchen dieſer und der nächſten Ausgabe nicht wieder gar
zu lange Zeit verſtreicht. Der Herausgeber G. Otto gibt dem
Adreßbuch ein Vorwort bei, dem wir Folgendes entnehmen:
In den früheren Jahren war eine Neuausgabe des Adreßbuches
innerhalb einiger Wochen möglich. Dem vorliegenden Buche haben ſich
ſehr erhebliche Schwierigkeiten in dieſer Beziehung entgegengeſtellt.
Durch die langen Kriegsjahre konnten die Unterlagen, die für ein
drartiges Nachſchlagewerk erforderlich ſind, nicht regelmäßig fortgeführt
werden und waren demzufolge nicht mehr in dem Maße vorhanden, um
ein genaues Einwohnerregiſter zu erhalten. Es mußte darum in allen
Teilen friſch begonnen werden. Die einzige Möglichkeit, die ein
zuver=
läſſiges Arbeiten verſprach, war zunächſt die Umfrage bei den
Einwoh=
nern der Stadt mittels der Hausbogen. Hier hatte ſich aber heraus=
Zum Beiſchreiben der 20%igen
Aufwertungs=
beträge sind bereits aufgerufen die
Sparbücher Nr. 1— 165000
Für die Woche von Montag, den 25. April,
bis Samstag, den 30. April werden hiermit
neu aufgerufen die
Sparbücher Nr. 165001—180000
Kaſſeſiunden: Vormittags von 8 bis 1 Uhr
Nachmittags von 3 bis 4½½ Uhr.
Samstags nachmittags geſchloſſen.
(St. 6876
— Annahmeſtelle im 1. Stock. —
Städtische Sparkasse Darmstadt
geſtellt, daß ein großer Teil dieſer Bogen unzulänglich oder gar nicht
ausgefüllt wurde; teils waren die Handſchriften kaum zu erraten, dazu
noch bei Eigennamen. In dem Beſtreben, dem Adreßbuch ſeinen
be=
währten Vorzug wiederzugeben, haben wir es an nichts fehlen laſſen;
in der Bearbeitung des Materials, der überreichlichen Feſtſtellung und
der geſamten Zuſammenſtellung des Buches liegen eine ungeheure Fülle
von Arbeit, Zeit und Geld.
Dieſe Schwierigkeiten waren in dem Umfange nicht vorauszuſehen,
mußten aber, wenn ſie auch noch ſo viel Zeit beanſpruchten, überſtanden
werden, um dem Adreßbuch wieder eine Grundlage zu verſchaffen, die
auch für ſpätere Jahre ein raſches, gewiſſenhaftes Arbeiten ermöglicht.
Wir richten daher an die titl. Einwohner die Bitte uns ferner durch
Mitteilungen über etwaige Berichtigungen und Veränderungen zu
unter=
ſtützen, um Darmſtadt ein vollkommenes Adreßbuch bieten zu können.
Die wochenlang zur Einſicht aufgelegten Druckbogen wurden leider von
den Einwohnern verhältnismäßig wenig eingeſehen, trotz wiederholt
er=
gangener Aufforderungen. Manche Richtigſtellung wäre dadurch von
vornherein ſchon ermöglicht worden.
Für die Bereitwilligkeit, Mithilfe und Unterſtützung, die uns nach
dieſer Seite hin von den amtlichen Stellen wie auch durch die Preſſe
geworden iſt, ſagen wir hiermit unſeren verbindlichſten Dank.
Das ganze Buch wurde in ſeiner Einteilung und Ueberſichtlichkeit
weſentlich verbeſſert, wie es auch in ſeiner geſamten Ausſtattung
voll=
ſtändig neu eingerichtet wurde. So ſind wir einem großen Verlangen
der Geſchäftswelt nachgekommen und haben, wieder die
handelsgericht=
lich eingetragenen Firmen in einem beſonderen Teil aufgenommen. Ein
amtliches diesbezügliches Verzeichnis war nicht zu erlangen. Wir mußten
uns daher wiederholt an die Firmen ſelbſt wenden, um die nötigen
An=
gaben zu erhalten. Leider hat ſich auch hier ergeben, daß ein Teil der
Firmen nicht das Intereſſe gezeigt hat, wie es zu erwarten war.
Mit einer kurzgefaßten Beilage über Darmſtadt iſt das Buch
eben=
falls verſehen worden. Ebenſo bringen wir eine kleine Abhandlung von
Herrn Bürgermeiſter Buxbaum über die neu zu errichtende Feſthalle.
EiSSCHAANNE
in bekannt bester Ausführung, in allen Größen
am Lager vorrätig, von Mk. 60.— an
Gartenmöbel, Rollschutzwände
seit langen Jahren eine Spezialität meines Geschäfts
Ernst-Ludwig-
PHLIRM SCHAAL straße 20 6917
Fachgeschäft für gediegenen Hausrat, Küchen-Ausstattungen
— Wanderklub „Falke‟ 1916. Wenn auch der Mai mit warmem
Hauch durch das Land weht und ſein grünes Gewand um entlaubte
Bäume hängt, wenn ſich wieder frohes Leben auf Halden und Fluren
regt, dann wollen auch wir hinausziehen, uns in herrlicher Natur zu
ſonnen. Wir haben diesmal das romantiſche Nahetal erwählt und
wer=
den, um eine beſondere Maifreude zu bereiten, mit unſeren Damen
wandern. Da es gilt, dieſe für manch einſam verbrachten Sonntag zu
entſchädigen, dürfte eigentlich kein beweibtes Falkenhaupt fehlen, zumal
die Marſchzeit auf ein Mindeſtmaß von zirka vier Stunden beſchränkt
iſt. Alles Nähere iſt am nächſten Dienstag im Klub zu erfahren. Gäſte
ſind herzlich willkommen.
— Deutſcher Mandolinen= und Gitarrenſpieler=Bund E. V. (Sitz
Leipzig). Die nächſte Gautagung, verbunden mit einem größeren
Kon=
zert, findet im Herbſt dieſes Jahres in Darmſtadt ſtatt. Schon jetzt
beginnen die Vorarbeiten hierzu, um das Konzert zu einem Ereignis
für Darmſtadt werden zu laſſen. Es werden faſt ausſchließlich
Original=
werke für Mandolinen=Orcheſter zu Gehör kommen. Freunde ſchöner
und guter Volksmuſik auf Mandoline und Gitarre werden voll und
ganz auf ihre Koſten kommen.
*Nachdenkliches zur Ausſiellung des
Hausfrauenbundes 1927.
Unſere Hausfrauen ſind konſervatib; ſie halten mit Zähigkeit am
Althergebrachten feſt und ſind im allgemeinen Neuerungen durchaus
abhold, aber die Nor der Zeit hat, wie auf allen Gebieten, ſo auch im
Haushalt zu großen Veränderungen, ja zur völligen Umſtellung
ge=
zwungen. Die Hausfrau von heute muß ihren Haushalt nach drei
Geſichtspunkten führen: Gelderſparnis, Zeiterſparnis, Krafterſparnis.
Geld erſparen heißt, die verfügbaren Mittel richtig einteilen, ohne
die Familie in der Ernährung und damit in der Geſundheit zu ſchädigen.
Eine genaue Kenntnis des Nährwertes der verſchiedenen Lebensmittel
iſt ebenſo notwendig, wie die richtige Zuſammenſtellung und
Abwechſe=
lung des Speiſezettels. — Einkauf, ſachgemäße Verwendung und
Auf=
bewahrung der Vorräte verlangt beſondere Aufmerkſamkeit. Im
Gegenſatz zu früheren Zeiten, wird ſich die ſtädtiſche Hausfrau nicht
mehr mit größeren Vorräten eindecken — auch hier hieß es umlernen.
Auf dem Lande, wo ihr in Feld und Garten ſo vieles zuwächſt, was
verwertet werden muß, erfordern die Verhältniſſe eine andere Art der
Wirtſchaftsführung. Dort ſind meiſt auch geeignete Räume zum Lagern
der Vorräte vorhanden, die in den beengten heutigen Stadtwohnungen
fehlen. Geld erſparen heißt ferner: den vorhandenen Beſitz pflegen
und erhalten. In vielen Häuſern findet ſich noch aus vergangenen
Zeiten ein guter Wäſchebeſtand, — die einſichtige Hausfrau wird ihn.
ſorgſam hüten und behandeln, — auf rationelle Art und ohne ſcharfe
Mittel waſchen, ihn durch Flicken und Stopfen lange gebrauchsfähig
erhalten, und ſo weit es möglich iſt, hier und da ergänzen. — Betten,
Teppiche, Kleider vor Staub und Motten zu bewahren iſt eine nicht
minder wichtige Aufgabe.
Bei dieſer vielſeitigen Tätigkeit der Hausfrau, die ſie meiſt ohne
Hilfe leiſten muß, iſt aber Zeit= und Krafterſparnis ebenſo wichtig,
wie Gelderſparnis, ja oft mit dieſer gleichbedeutend. Die Ueberfülle
häuslicher Arbeiten iſt von der Hausfrau allein nur dann zu leiſten,
wenn ſie ſich der neuzeitlichen Erfindungen bedient. Mag die
An=
ſchaffung des einen oder anderen Apparates zunächſt als eine große
Ausgabe erſcheinen, im Laufe der Zeit wird ſein Gebrauch die
Au=
ſchaffungskoſten decken. Welche Hausfrau z. B. möchte noch ihre
Näh=
maſchine entbehren, deren Kaufpreis ſchon nach kurzer Zeit gedeckt
ſein wird. Die Ausſtellung des Hausfrauenbundes 1927 im Städtiſchen
Saalbau gewährt einen Ueberblick über alle techniſchen Neuerungen auf
dem Gebiete des Haushaltes, über Hausrat aller Art, Lebensmittel,
Textilwaren u. a. m. Die Ausſtellung wird den Beſucherinnen in den
verſchiedenſten Richtungen Anregung und Belehrung geben, wozu auch
Vorträge und Filme noch Wichtiges hinzufügen.
Möge die Ausſtellung das Ihrige dazu beitragen, daß die
Haus=
frauen ſich ihrer großen, verantwortlichen Aufgabe bewußt werden und
erkennen, daß nur ein Zuſammenſchluß in ihrer Organiſation ihre
Arbeit und ihe Ziele fördern kann. Auf allen Arbeits= und
Berufs=
gebieten iſt die Organiſation heute zur Notwendigkeit geworden, für
die Hausfrau, die früher dem öffentlichen Leben ganz fern ſtand, iſt ſie
es vor allem. Die Anerkennung ihrer Tätigkeit, ihr Einfluß auf
volks=
wirtſchaftlichem hygieniſchem, ſozialem und kulturellem Gebiet kann
nur durch die Organiſation gefördert werden, nur dadurch können ihre
Forderungen erreicht werden. Zu ihnen gehört vor allem die
pflicht=
mäßige wirtſchaftliche Ausbildung der geſamten weiblichen Jugend.
Eine neue Generation tüchtiger, geſchulter Hausfrauen wird unſerem
Volke helfen, ſich aus der Nor unſerer Zeit wieder zu erheben. Dd.
— Die Ausſtellungsleitung der Ausſtellung Hausfrau 1927 teilt uns
mit: Täglich wird durch die Firma Rühl, Saalbauſtraße 24, während
der Ausſtellung eine Kraftverſtärkeranlage der Firma Siemens u. Halske
vorgeführt. Schallplatten der Firma Jäger, Georgenſtr. 11, werden
elektriſch aufgenommen und über den Kraftverſtärker auf 10 Lautſprecher
der Firma Rühl, die im Saale aufgeſtellt ſind, übertragen. Daneben
finden Sie die neueſten Apparate und Zubehörteile der Radiobranche.
Alſo auch in dieſer Beziehung kommen die Beſucher auf ihre Koſten,
ſo daß auch der Hausherr bei der Ausſtellung der Hausfrau nicht fehlen
darf. Ferner wird dortſelbſt auch eine neue Heilſonne (
Ultra=
violettſtrahlenſpender) vorgeführt. — Gleichzeitig wird ergänzend
be=
merkt, daß ſich unter den ausſtellenden Firmen auch die Heſſiſche
Eiſenbahn=A. G. in Gemeinſchaft mit dem Verband der
In=
ſtallationsfirmen befindet.
— Ausftellung „Hausfrau 1927” im Städtiſchen Saalbau. In dem
Bericht über die Ausſtellung wurde vergeſſen, die Firma A. Haack,
Halle, zu erwähnen. Dieſe Firma bringt u. a. einen ſehr einfachen
und darum billigen Meſſerputzapparat, beſonders für kleinere
Haus=
halte geeignet, zum Vertrieb, ferner Schreibfedern für gewöhnliche und
Rundſchrift, die im Gebrauch unverwüſtlich ſind und für jeden
Füill=
federhalter als Erſatz ſiir Goldfedern dienen können und endlich ein
hübſches kleines Sparhäuschen, das beſonders für Kinder geeignet iſt,
den Sparſinn wieder zu heben.
— Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft bietet ihren
Mit=
gliedern am nächſten Mittwoch, den 27. April, 8 Uhr, im
Kleinen Haus des Landestheaters ein Gaſtſpiel von Rutholph
Labans berüihmter Kammertanzbühne. Zur Aufführung gelangt ein
Tanzſpiel von ſieben Bildern „Narren=Spiegel”. In allen
euro=
päiſchen Ländern, wie in Amerika, hat Labans Tanzgruppe in der
letzten Zeit Triumphe gefeiert, ſo daß das Gaſtſpiel auch in
Darmſtadt=
ſtärkſtes Intereſſe erregen wird. Die Mitglieder der Freien Literariſch=
Künſtleriſchen Geſellſchaft werden gebeten, die Eintrittskarten zu dem
Tanzabend gegen Vorzeigen der Mitgliedskarten Montag oder
Diens=
tag vormittag an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes unentgeltlich in
Empfang zu nehmen, da die übrigen Plätze dem Tagesverkauf unterſtellt
werden. (Siehe Anzeige.)
CAusflugsſonderzug nach Miltenberg und Amorbach. Am
Sonn=
tag, den 1. Mai, wird der urſprünglich für den 3. April vorgeſehene
Sonderzug nach Miltenberg und Amorbach verkehren. Die Fahrt wird
in der Zeit der ſchönſten Baumblüte vonſtatten gehen. Jeder der
Aus=
ſpannung bedürftige Menſch wird für wenig Geld einen genußreichen
Tag verleben. Landſchaft und Kultur werden allen Teilnehmern
un=
getrübten Genuß bieten, auch wird der Körper voll zu ſeinem Necht
kommen. Der Zug verkehrt nach dem gleichen für den 3. April
vor=
geſehenen Fahrplan. Wiesbaden ab 7.06 Uhr vormittags, Mainz 7.30
Uhr, Groß=Gerau 7.53 Uhr, Darmſtadt Hbf. 8.13 Uhr und Dieburg
ab 8.36 Uhr vormittags. Die in den Bahnhöfen=, Reiſe= und
Verkehrs=
büros aufgehängten Plakate ergeben das Nähere. Fahrkarten können
vom 21. bis 30. April bei den Fahrkartenausgaben in Wiesbaden,
Mainz, Groß=Gerau, Darmſtadt und Dieburg, ſowie bei den Reiſe=
und Verkehrsbüros in Wiesbaden, Mainz und Darmſtadt, woſelbſt
auch jede weitere Auskunft erteilt wird, gelöſt werden. Die übrigen
Stationen nehmen Beſtellungen auf Fahrkarten entgegen. — Fahrkarten
zum ermäßigten Preiſe von 4 Mk. für Hin= und Rückfahrt
ſind im Lloyd=Reiſebüro, hier, Rheinſtraße 17, erhältlich.
— Der dogmenfreie Unterricht der Freireligiöſen Gemeinde beginnt
am Montag nechmittag 4.15 Uhr in der Schule am Ballonplatz. Als
ſtaatlich anerkannter Erſatzunterricht bietet er den Kindern der
Frei=
denker den Unterricht in Moral= und Sittenlehre und hiſtoriſcher
Reli=
gionsgeſchichte, der notwendig iſt, um die Grundſätze des modernen guten
Menſchen zu erfaſſen. (Siehe Anzeige.)
* Durch den heftigen Sturm wurde geſtern vormittag an der Ecke
Bismarck= und Blumenthalſtraße ein zirka 70 Zentimeter ſtarker
Ka=
ſtanienbaum umgeriſſen. Er fiel auf den Spanndraht der elektriſchen
Leitung der Straßenbahn. Der Verkehr durch die Blumenthalſtraße
war etwa eine halbe Stunde geſperrt. Die Städtiſche Berufsfeuerwehr,
die zur Hilfeleiſtung gerufen wurde, beſeitigte das Hindernis und ſtellte
den Verkehr wieder her.
29Elisabethenstraße 29
H 69I
veppuneen
unbedinste
Sicherheit
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Stahlseilreifen auf Tiefbettfelgen
Weltrekorde beweisen
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Sonntag, den 24. April 1927
Nummer 143
Ausſtellung Hausfrau 1927.
Elektrizität im Haushalt.
Die unter dem Motto: „Hausfrau 1927” zurzeit im Städtiſchen
Saalbau beſtehende vorzüglich gelungene Ausſtellung könnte nicht den
Anfpruch auf Vollſtändigkeit erheben, wenn eine umfaſſende Darſtellung
der Anwendungsmöglichkeiten der „Elektrizität im Haushalte” gefehlt
hätte Erfreulicherweiſe hat die Heſſ. Eiſenbahn A.=G. gemeinſam mit
der Ortsgruppe Darmſtadt des Verbandes deutſcher Elektro=
Inſtallg=
tions=Firmen dieſem Mangel vorgebeugt, indem ſie im Gartenſaal
eine ebenſo geſchmackvolle, wie reichhaltige Ausſtellung geſchaffen hat,
die einen Ausſchnitt der vollſtändig elektriſch eingerichteten neuzeitlichen
Wohnung gibt. In freundlicher Weiſe hat die Firma L. Alter, A.=G.,
zweckdienliche Möbel zur Verfügung geſtellt, ſodaß der Beſucher die
un=
mittelbare Anwendung der Elektrizität im Küche, Speiſe= und
Hernen=
zimmer beobachten kann.
Eine äſthetiſch und hygieniſch einwandfreie Küche läßt ſich ohne die
vielſeitige „Elektrizität in jedem Gerät” kaum noch zu denten. Mag ein
offener elektriſcher Herd oder Elektro=Oekonom zur Zubereitung der
Speiſen dienen, in jedem Fall bedeutet es für die durch andere Aufgaben
mehr als genug in Anſpruch genommene Hausfrau eine bedeutende
Ent=
laſtung und Vereinfachung der täglichen Küchenarbeit. Wem alsdann
die Küche noch einen elektriſchen Heißwaſſerſpeicher aufweiſt, der in jedem
Augenblicke heißes Waſſer liefert, ſo iſt damit ein großer Fortſchritt im
Küchenbetriebe jeden, ob großen oder Uleinen Haushaltes gegeben, daß
wie im Induſtrie und Gewerbe ſo auch im Haushalte von einer
Ratio=
naliſierung im wahrſten Sinne des Wortes geſprochen werden kann.
Unter dieſem Geſichtspunkte der Vereinfachung und Zeitverkürzung
jeglicher Küchenarbeit iſt auch der Wert der übrigen elektriſchen
Küchen=
geräte zu beurteilen. Als eine beachtenswerte Neuerung, welche jeder
Hausfrau in der Einmachzeit äußerſt willkommen ſein wird, ſtellt ſich
dem Beſucher der ſog. Trocken=Steriliſator vor. Die großen Mühen,
die ſonſt das Einkochen verurſachte und die viele Hausfrauen von der
Herſtellung der ſo wertvollen Steriliſſier=Früchte und =Gemüſe abſchrechen
ließen, fallen weg. Die Spezialgläſer mit dem Einkochgut werden zu
6 oder 7. auf eine Unterlage aufgeſetzt, welche die Heizkörper trägt.
Nach 15—20 Minuten Beheizung ſind die Gläſer geſchloſſen. Nähere
Auskünfte und Beſchreibung ſind im Ausſtellungsraum der Heag,
Luniſenſtraße, erhältlich.
Tääglich friſch gebrannter Kaffee macht erſt den Kaffeegenuß zur
wahnen Freude. Dies läßt ſich aber nur ermöglichen, wenn der elektrifhe
Kafferöſter vorhanden iſt. In dieſem prattiſchen Apparat wird der
Kaffe völlig ſelbſtäig geröſtet mit einer Gleichnäßigkeit, die bei
Hand=
arbeit niemals zu erzielen iſt.
Große Bewuderung findet der im der elektriſchen Kaffeemaſchine
zubereitete Filtew=Kaffee, für welchen gleichzeitig die Milch aus einem
elektriſchen Kocher geliefert wird. Der bedeutende Vorteil einer ſolchen
Kaffeemaſchine liegt in der reſtloſen Auslaugung des Kaffeemehles,
wo=
durch das Getränk den denkbar beſten Wohlgeſchmack erhält.
Das elektriſche Bügeleiſen fehlt heute faſt in keinem Haushalte mehr.
Seine Einfachheit hat ihm einen bleibenden Beſitz untar den
Haushalt=
geräten errungen. Von ſeiner vorüglichen Wirkungsweiſe konnte ſich
manch vorurteilsbolle Hausfrau bei der praktiſchen Vorführung
über=
zeugen. Elektriſche Heiz= und Wärmeplatten= Bratpfannen, Brotröſter,
Waffeleiſen Kochtöpfe und woas es ſonſt noch alles gibt werden praktiſch
vorgeführt und erläutert.
Die mühſame Arbeit des Wäſchekochens nimmt der Hausfrau der
elektriſche Waſchapparat ab, von dem eine kleinere Ausführung
eben=
falls zu ſehen iſt. Am Abend wird in ihn die vorbehandelte Wäſche
eingelegt, die alsdann während der Nacht durchgekocht wird.
Ständig iſt die ſanhere elektriſche Küche mit Intereſſenten angefüllt,
welche wertvolle Aufklärungen und Anregungen mit nach Hauſe nehmen,
Der Vollſtändigkeit halber iſt noch ein elektriſcher Ofen aufgeſtellt, wel her
gerade jetzt in der Uebergangszeit in der Küche ſehr willkommen iſt.
Schließlich ſei noch erwähnt, daß auf zweckmäßige Beleuchtung großer
Wert gelegt iſt. Die Allgemeinbeleuchtung ſpendet eine blendungsfreie
Spezial=Küchenlampe; über Waſſerſtein und Herd befindet ſich eine
Sonder=Leuchtquelle, die überall vorhanden ſein müßte.
In den anderen Räumlichkeiten ſind weitere
Verwendungsmöglich=
keiten der Elektrizität gezeigt. Wir ſehen verſchiedene Ausführungen
des Staubſaugers, der von Tag zu Dag größere Bedeutung gewinnt.
Vielfach hört man das Urteil, daß man ſich heute kaum noch
vor=
ſtellen könne, wie man ſolange ohne dieſen trefflichen Gehilfen gegen
Schmutz und Staub auskommen konnte. Auch eine Bohner=Maſchine
wird vorgeführt, die ſpielend leicht die mühſame Arbeit des Bohnens
von Parkett und Linoleum bewältigt. In der warmen Jahreszeit ſorgt
der Ventilator für Kühlung, während in der Uebergangszeit ein
elektri=
ſcher Ofen die Erwärmung übernimmt. Von den verſchiedenen
Aus=
führungen des letzteren iſt vor Allem der Strahlofen hervorzuheben,
welcher für örtliche und ſchnelle Wärmeerzeugung äußerſt vorteilhaft iſt.
Es gibt noch ſo viele elektriſche Geräte, daß es zu weit führen würde,
ſie alle einzeln zu beſchreiben. Erwähnt ſeien u. a. noch die praktiſche
Teemaſchine, der elektriſche Zigarvenanzünder, der Rauchverzehrer, die
elektriſch=beheizte Naſierſchale, der Elektro=Motor im Grammophon, um
nur einige herausgegriffen zu haben.
Auch für die Geſundheitspflege beſitzen elektriſche Geräte große
Be=
deutung, wie die verſchiedenen Hochfrequenz, Maſſage= und
Luftver=
beſſerungs=Geräte erkennen laſſen.
Welchen großen Einfluß eine zweckmäßige Beleuchtung auf die
Be=
haglichkeit der Wohnräume ausübt, hat man vielfach erſt in den letzten
Jahren erkannt. Je nach dem Verwendungszweck muß der
Beleuch=
tugskörper beſchaffen ſein. So ſind in der Ausſtellung verſchiedene
Formen gezeigt, die den Anforderungen an eine gute Beleuchtung
ent=
ſprechen. Neben der ausreichenden Allgemeinbeleuchtung des
Wohn=
paumes wird ſich durchweg die Aufſtellung einer Boden= oder Tiſchlampe
als Sonder=Beleuchtug notwendig erweiſen.
Wie vorſtehende Ausführungen erkennen laſſen, lohnt es ſich ſchon,
dieſe Sonder=Ausſtellung, die in ihrer geſchmackvollen, überſichtlichen
und umfaſſenden Darbietung ein Schmuchſtück der Geſamt=Ausſtellung
genannt werden kann, zu beſuchen. Unauſhaltſam erobert ſich die
Elektrizität die weiten Gefilde des Haushaltes! Keine Hausfrau darf
dort, wo es gilt, ſich Erleichterungen zu verſchaffen, rüchſtändig ſein,
zumal durch den Wohnungs=Tarif der Hegg die Grundlage zu billiger
Ausnutzung und Anwendung der Elektrizität gegeben iſt.
Jeder Beſucher wird in der Ausſtellung
„Die Elektrizität im Haushalt:
Anregungen finden, die ihm zweifellos ſehr wertvoll ſind oder werden
könmen.
Provinzialausſchuß.
Schalbdches
bei Buchhändler Ludwig Saeng, Kirchstraße 20. (6645 a
I. Klage des Bezirksfürſorgeverbandes Frakfurt a. M. gegen den
Bezirksfürſorgeverband Darmſtadt=Stadt wegen Erſatzes von für den
Adam Sabrowski aufgewendeten Koſten. Sabrowski war in Freiburg
(Baden) ungeheilt entlaſſen worden und wurde in Darmſtadt als
bein=
leidend behandelt. Frankfurt a. M., wohin S. einen Fahrſchein von der
Hausbettelbekämpfungsſtelle hier erhielt, erachtet, daß S. dorthin
ab=
geſchoben worden ſei, was in der Ausſtellung einer Fahrkarte nach
Frankfurt a. M. liege. Die Hausbettelbekämpfungsſtelle iſt eine
pri=
bate Organiſation, die in den Näumen des Städtiſchen Wohlfahrtsamts
untergebracht iſt. S. hatte einen Schein von Freiburg, wonach er noch
72 Tage ſchonungsbedürftig ſei; er erklärte, er wolle nach Hauſe. In
der Art und Weiſe, wie dem S. Fahrſcheine gegeben wurden erblickt
der Vertreter von Frankfurt eine Abſchiebung. (S. hatte von Freiburg
eine Fahrkarte nach Bruchſal, hier eine ſolche nach Mannheim und hier
wieder eine ſolche nach Darmſtadt erhalten. Darmſtadt beſtreitet, daß
S. hier krank oder ſchonungsbedürſtig geweſen ſei= er habe in der
Naturalverpflegungsſtation die Pflichtarbeit von vier Stunden (
polz=
ſägen) geleiſtet. Der Vertreter von Frankfurt a. M. ſchildert den
Zu=
ſtand, in dem S. ſich auf dem Bureau des Wohlfahrtsamtes daſelbſt
einfand: dieſer habe eine eitrige Overationswunde am Beim gehabt.
— Zwei Fragen ſind hier zu beurteilen: Liegt hier eine bösliche
Abſchiebung vor, und weiter: handelt es ſich hier um einen fortgeſetzten
Krankheitsfalld — Das urteil weiſt die Klage ab.
2. Geſuch des Wilh. Petri zu Darmſtadt um Erteilung der
Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank
im Hauſe Arheilgerſtraße 50. Die Wirtſchaftskonzeſſion wurde erſt
kürz=
lich einem gewiſſen Teßmar erteilt, der den Konzeſſionsſtempel nicht
ent=
richtet hat. Teßmar proteſtiert dagegen, daß eine anderweite Konzeſſion
für Arheilgerſtraße 50 erteilt werde. Die Wirteinnung ſpricht ſic für
ein Bedürfnis aus, dagegen die Deputation der Stadtverordneten und
Polizeiamt. Die Wirtſchaft beſteht ſeit 1868. Das Haus gehört der
Firma Diſchinger. Petri war früher Kutſcher in Privatdienſten, ſpäter
Kellerarbeiter und Küfer bei ſeinem Schwager Barth. Petri iſt berelts
in der Wirtſchaſt tätig. Die Konzeſſion wird erteilt.
— Aufwertung von Sparguthaben. Wie aus der Anzeige der
Städtiſchen Sparkaſſe in Darmſtadt in der heutigen Nummer erſichtlich,
werden von Montag, den B. April, ab die Sparkaſſenbicher mit den
Nummern 165 001 — 180 000 zur Beiſchreibung der W=prozentigen
Aufwertungsbeträge neu aufgerufen. Da von den bis jetzt aufgerufenen
Nummern (1—165000) noch eine größere Anzahl Bücher nicht
vor=
gelegt worden iſt, werden die Einleger an dieſer Stelle gebeten, ſich genau
an die Reihenfolge der aufgerufenen Nummern zu halten, um ein
unerwunſchtes Zuſammendrängen bei dem Aufruf weiterer Nummern
zu verhindern. Die bis jetzt möglich geweſene glatte Abwicklung des
Gintragungsgeſchäftes würde ſonſt zum Nachteil des Publikums
erheb=
lich erſchwert. Die Annahmeſtelle befindet ſich im 1. Stock. Eingang
Hügelſtraße.
— Muſikſchule Hochſtätter. „Hiermit weiſen wir auf die Anzeige der
Muſikſchule Hochſtätter hin. Frau Hochſtätter hat den Unterricht erſter
Meiſter (u. a. von Profeſſor Meger=Mahr, Berlin) genoſſen. Durch
ihre früheren Konzerte und Schülerabende iſt die Schule beſtens bekannt.
Polizeibericht. Wegen Diebſtahls, Betrugs und Urkundenfälſchung
wurde der Kellner Karl Joſt, geb. am 15. 8. 1904 zu Darmſtadt.
feſt=
genommen. Joſt, der nach Verübung mehrer Eigentumsdelikte (unter
andevem Erſchwindelung einer neuen Schreibmaſchine, die er ſofort
nach dem Empfang im Pfandhaus verſetzte), aus ſeiner Wohnung
ſpurlos verſchwand und von der Polizei geſucht wurde, entwendete
darauf in Frankfurt a. M. in einem Privatkontor ein Scheckheft.
Nach=
dem ſtellte er verſchiedene Schecks in Höhe von einigen Tauſend Mank
widerrechtlich aus und gab ſie in Zahlung. Beim Einlöſen eines ſolchen
gefälſchten Schecks auf der Volksbank, hier, konnte Joſt feſtgemommen
vverden. Er kam in Unterſuchungshaft. Auf der Landſtraße zwiſchen
Darmſtadt und Griesheim wurde ein Herrnfahrrad, Marke „Haſſia”
aufgefunden. Perſonen, die Eigentumsrechte geltend machen können,
werden gebeten, bei der Kriminal=Abteilung, Zimmer 4, vorzuſprechen.
Eine wegen Geiſtesſchwäche entwündigte Dirne wurde auf Erſuchen des
Wohlfahrtsamts in das Stadtkrankenhaus eingeliefert. Geſtohlen wurden
aus dem Anweſen Kranichſteinerſtr. 58 nach Exbrechung eines
Drahtver=
ſchlags zwei rote Brieftauben. Eine davon trägt an dem Fuße einen
Alubring, die andere nicht. — Vorſicht Falſchgeld. Zur Zeit
ſind falſche Dreimarkſtücke mit dem Münzzeichen 4. und der Jahreszahl
1994 im Umlauf, deren Unechtheit an der Randſchrift leicht zu
er=
kennen iſt. Das Wort „Necht” fehlt vollſtändig, bei Einigkeit” iſt nur
„Einig” zu leſen und in dem Wort „und” fehlt der Buchſtabe „u‟. Die
Farbe dieſer Falſchſtücke iſt dunkel, faſt grau und fühlen ſich dieſelben
fettig an.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunker erſcheinenden Notlzen ſind ansſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu beirachten.
in leinem Faſſe igendwie ale Beſprechung oder Kreiti.
— Vortrag. Auf den morgen Montag, den 25. April, abends
8 Uhr, im Fürſtenſaal GGrafenſtraße 18) ſtattfindenden 1. Vortrag des
Herrn Dr. med. H. J. Oberdörffer, Chefarzt des Sanatoriums
Schloß Rheinburg bei Gailingen (Baden) über. Jungbleiben und nicht
altern” 2. Vortrag: „Die tägliche Körperpflege”) ſei hiermit nochmals
hingewieſen. Karten zu 1.50 und 1 Mk. zuzüglich Steuer bei Konzert=
Arnold, Wilhelminenſtraße 9 CTel. 2560), und an der Abendkaſſe.
Aus den Parteien.
— Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei
Darmſtadt. Die Gruppenmitglieder treffen ſich heute Sonntag, den
24. April, nachmittags 2 Uhr, an der Odenwaldbrüicke, Dieburgerſtraße,
zu einem Nachmittagsſpazieraang.
Gottesdienſtliche Anzeige.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 24. April, vormittags
10½ Uhr, in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße:
Menſchenweihe=Handlung mit Predigt. — Montag, den 25. April,
abends 8 Uhr, Frankfurt a. M., Saal in Hochs Konſervatorium:
Vor=
trag Dr. Rittelmeher: „Chriſtus und der deutſche Geiſt”
Parlamentgriſches.
* Der Finanzausſchuß des Hefſiſchen Landtags
beſchäftigte ſich geſtern mit Kapiteln 9 und 10 des Staatsvoranſchlags,
die von den Steurn und dem Finanzgeſetz handeln. Auf Grund des
Geſetzes zur Uebergangsregelung des Finanzausgleichs zwiſchen Reich,
Ländern und Gemeinden vom 9. April d. J. haben ſich verſchiedene
Aenderungen gegenüber dem Anſatz in Kapitel 9, und zwar bei der
Einkommen= und Körperſchaftsſteuer ein Mehr von 980 000 Mark
er=
geben. Ferner erhöht ſich die Sonderſteuer aus dem gleichen Grunde
um 4950 000 Mark; dadurch ändern ſich die Abzüge für erlaſſene und
niedergeſchlagene Steuerkoſten um 1 20 000 Mark, weiter als Zuſchuß
an die Fürſorgeverbände um 400 000 Mark. Dieſe Regelung wurde
genehmigt. Ein Antrag Weckler, der ſich auf die Hundeſteuer bezog,
wurde für erledigt erklärt und ein Zuſatzantrag Joſt hierzu wurde
ab=
gelehnt. Ebenſo wurden mehrere kommuniſtiſche Anträge abgelehnt
und das Kapitel unter Berückſichtigung der Aenderungen
angenom=
men. Zum Finanzgeſetz lagen Anträge der Abgeordneten Dr.
Leucht=
gens und Kindt vor, die aber abgelehnt wurden, worauf das Geſetz
in der Form, wie es von der Regierung dem Landtag zugeſtellt iſt,
angenommen wurde. Das Finanzgeſetz beſteht aus 6 Artikeln.
Ar=
tikel 1 beſagt, daß die Steuern und ſonſtigen Abgaben ebenſo wie die
übrigen im Staatsvoranſchlag aufgeführten Staatseinnahmen nach den
beſtehenden oder ergehenden geſetzlichen oder verordnungsmäßigen
Be=
ſtimmungen erhoben werden ſollen. Die Erhebung der Grund=
Ge=
werbe= und Sondergebäudeſteuer erfolgt bis auf weiteres nach
Maß=
gabe des Steuervorauszahlungsgeſetzes vom 29. März 1927. In
Ar=
tikel 2 wird feſtgeſetzt, daß das Land an den vom Reich für Land und
Gemeinden (Gemeindeverbände) zu überweiſenden Anteilen an der
Ein=
kommenſteuer und Körperſchaftsſteuer mit 65. v. H. beteiligt wird. Auf
Grund des Artikels 3 wird die Regierung ermächtigt, 53 502 265
Reichs=
mark im Wege des Staatskredits flüſſig zu machen und zu dieſem
Zwecke Schuldverſchreibungen, Schatzanweiſungen und Wechſel in
einem Nennbetrag, der zur Beſchaffung des genannten Betrages
erfor=
derlich iſt, zu einem der Lage des Geldmarktes entſprechenden
Zins=
ſatz auszugeben. Die Regierung wird in Artikel 4 ermächtigt, die zur
Förderung des Wohnungsbaues erforderlichen Mittel bis zum Betrage
von 15 000 000 Reichsmark im Wege des Staatskredits flüſſig zu machen,
und zwar unter den gleichen, wie unter Artikel 3 genannten
Bedin=
gungen. Die Regierung wird, nach Artikel 5, ermächtigt, die Mittel
zur Uebernahme der auf Heſſen entfallenden Aktien des mit der Stadt
Frankfurt a. M. gemeinſam gegründeten Byaunkohlenkraftwerkes
Heſſen=Frankfurt A.G. (Hefrag) bis zum Vetrage von 500 000
Reichs=
mark im Wege des Staatskredits flüſſig zu machen. Sie wird
weiten=
hin ermächtigt, zuſammen mit der Stadt Frankfurt a. M. die
ſelbſt=
ſchuldneriſche und ſolidariſche Bürgſchaft für die von dieſer Geſellſchaft
ausgegebenen Schuldverſchreibungen zu übernehmen. Artikel 6
be=
ſtimmt: Sämtliche Staatsausgaben ſollen auf die verſchiedenen
Ver=
waltungszweige ſo verwendet werden, wie ihre Bedürfniſſe von dem
Landtag bewilligt wurden. — Mit der Annahme des Finanzgeſetzes
hat der Finanzausſchuß ſeine Arbeiten abgeſchloſſen. Der Landtag
tritt am 3. Mai zuſammen.
Kunſknotizen.
deber Werte, Künſtlier oder fünftieriſche Vrranſfaliungen, deren ien Nachſtehenden drechnung
geſchiebl, behält Ich die Redaſion ihr Urteil vos
— Palaſt=Lichtſpiele. „Eine tolle Nacht”. Urteile der
Preſſe aus dem Reich: „Düſſeldorfer Nachrichten”: Oſſi Oswalda, Harry
Liedtke und Henry Bender in den Hauptrollen und — der Erfolg iſt
faſt verbürgt . . Henry Bender... leiſtet ſich geradezu
Unglaub=
liches an zwerchfellerſchütternden Einfällen ... wahre Lachſalven im
Zuſchauerraum . . Dazu herrliche Aufnahmen aus dem Berlin vom
einſt und jetzt.” „Köner Tageblatt‟: Der Film bringt recht ulkige
Situationen, die viel belacht werden, dank der guten Darſteller und
der köſtlich neuen Einfälle . .." „Dresdener Nachrichten”: . .. iſt ſo
originell und luſtig erfunden und vom Megiſſeur Nich. Oswald in ſo
lebenſtrotzenden, prickelnden Bildern vorgetragen worden, daß man aus
dem Lachen kaum herauskommt . glänzende Beſetzung des
über=
mütigen Filmſchwanks. „Neues Tageblatt, Stuttgart‟. . . Bender
überzeugt von der Exſtenz einer Muſe der Komik. Sie muß an ſeiner
Wiege Pate geſtanden ſein. Anders iſt es nicht denkbar, daß er nur zu
erſcheinen braucht, um ſämtliche anweſende Lachmuskeln uſurpatoriſch
zu beeinfluſſen.” „General=Anzeiger, Stettin”: „Wenn die queckſilbrige
Oſſi Oswalda und der unverwüſtliche Harry Liedtke in einem Luſtſpiel
zuſammen auf der Leinewand erſcheinen, dann ſteht der Erfolg von
vornherein ſchon feſt. Und wenn noch eine ſo übermütig fidele
Hand=
lung dazutritt wie in dem Film „Eine tolle Nacht”, wenn ein Henry
Bender die Bombenrolle eines in Berlin auf Abenteuer ausgehenden
Provinzonkels mit ſeiner pointenreichen Komik ausſtattet, dann gibt es
niemanden mehr unter den Zuſchauern, den die allgemeine Fröhlichkeit,
die da ausbricht, nicht mitreißt.
— Union=Theater. Die Cſardasfürſtin”. Wem ſind
nicht die ſüßen und feurigen Melodien Kalmans aus der Operette „Die
Cfardasfürſtin” bekannte „Spiel, Zigeuner, mir was Feines” und
„Machen wirs den Schwalben nach” werden heute noch viel geſungen
und geſpielt. Nach der beliebten Operette iſt nmn ein ſpannender Film
gleichen Titels hergeſtellt worden, der das Schickſal der ſchönen Shlva
Varesea erzählt. Liane Haid als Cſardasfürſtin iſt in ihrem Spiel
an=
mutig und doch wieder ſehr temperamentvoll. Die weiteren Rollen ſind
von neuen Schauſpielern beſetzt. Oskar Marien. Ibi Baha, Imre
Raday. Kalmans weltberühmte Operette iſt unter der Regie von Hans
Schwarz zu einem ſehr unterhaltſamen Film geworden. Der Erfolg,
welchen der Film hatte, dürfte ſicher auch hier nicht verſagt bleiben. Die
Orcheſterleitung liegt wieder in den bewährten Händen des Herrn
Kapellmeiſters G. Seibert.
Tageskalender für Sonntag, den 24. April 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, B 17. abends 6 Uhr, Ende
934 Uhr: „Aida.” — Kleines Haus, 12 Vorſt. d. Sonntags=
Fremden=
miete (weiß), abds. 7 Uhr, Ende 10 Uhr: „Datterich.” — Orpheum,
abends 8 Uhr: „Der Garten Eden.” — Ausſtellung „
Haus=
frau 1927” im Städt. Saalbau geöffnet von 10 bis 9 Uhr. —
Konzerte uſw.: Schloßkaffee, Perkeo, Café Rheingold,
Taunus=
burg, Ludwigshöhe, Herrngartenkaffee, Frankf Hof, Centralhotel,
Haferkaſten, Reſt. z. Neuen Karlshof, Nummelbräu, Stadt Coburg.
— Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenzthegter, Palaſt=Lichtib.
Verſteigerungskalender für Montag, den 25. April 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt, vorm. 9½ Uhr,
Rat=
haus: Brennholz=Verſteigerung — Heſſ. Bürgermeiſterei
Braunshardt, vorm. 11 Uhr, Wirtſchaft Schuchmann: Jagd=
Verpachtung.
Herren= und Knabenkleider
Erſtklafſige Waren!
*
Doe
Torant
Herren= und Knabenkleider
Elegante Neuheiten!
Wegen Aufgabe des Geſchäfts und Uebergabe der Verkaufsräume ab Montag, den 25. April und folgende Tage, vormittags 9 Uhr und nachmittags 3 Uhr anfangend, verſteigere
ich mit Genehmigung der Behörde an Konſumenten in Süddeutſchlands größtem helſten Verkaufslokal der Herren= und gnabenkleider=Branche, Darmſtadt, Grafenſtraße Nr.
B½=
im Auftrage der Firma Kleider=Hörr
deren enorme Lager in guter, ſehr guter und erſtklaſſiger Herren= und Knabenkleider, in weit
und breit bekannt hervorragend guter Paßform und ebenſolcher Verarbeitung, beſtehend, in großen Mengen
1. Schwedenmäntel, ſchwerer, mittlerer und leichterer Qualitat
bahner, Tüncher und Maler, Metzgerbluſen, Kochjacken, Konditorjacken, Konditorhoſen, Kon=
2. Covercoats, imprägnierte Mäntel, Regen=Mäntel, Loden=Mäntel und Pelerinen
ditormützen, Konditorſchürzen, Glaſerſchürzen, Schreinerſchürzen und alle anderen.
3. Gehrock=Anzüge, Frack=Anzüge, Smoking=Anzüge, Tanz=Anzüge, Sakko=Anzüge, Sport=Anzüge,
7. Am Mittwoch, den 27. April, nachmittags 3 Uhr, gelangt die geſamte Ladeneinrichtung zum
Laßnet=Anzüge, Touſſoir=Anzuge, Leinen=Anzüge, Schifleinen=Anzüge, Burſchen und Knaben=
Ausgebot:
Anzüge aller Art
a) 21 vollſtändig neue, hochmoderne Ladentiſche mit Glasfüllungen und grün Linoleumbelag
4. Leichte, mittlere, und ſchwere Lodenjoppen, Windjacken, Sommer=Sakko, Lüſter=Sakko,
Leinen=
b) die geſamten für eine Kleiderfabrik gut geeigneten Kleiderſtänder
Sako in allen möglichen Farben, Litepken für Poſtbeamten und Eiſenbahner.
e) 5 Erkergeſtelle mit Präger und Glasplatten
4) 29 vollſtändig neue hochmoderne elektr. Beleuchtungskörper, 21 davon mit Reflexſpiegel,
5. Eine Menge Sporthoſen, geſtreifte Hoſen, Tennishoſen, Turnerhoſen, Wanderhoſen,
Buxkin=
hoſen uſw.
mit höchſtem Wirkungsgrad verſtellbare Scheinwerfer, gut geeignet für intenſive
Erker=
beleuchtung
6. Berufskleidung für alle Berufe: Arbeitsmäntel für Herren und Damen, für Aerzte, Kaufleute,
e) 200 qm faſt neues Linoleum
Friſeure, Schriftſetzer, Maler und Handwerker. Arbeitsanzüge für Schloſſer (Keſſelanzüge),
Eiſen=
r) 36 Spiegel verſchiedener Art. 10 m leichte, 7 teilige, verſchiebbare Schutzwand,
6930)
FTanz
axator.
[ ← ][ ][ → ]Rummer 113
Sonntag, den 24. April 1927
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Griesheim, 23. April. Um endgültig feſtzuſtellen, wieviel
Haus=
geigentümer ſich an die Waſſerleitung anſchließen, werden dieſer Tage
gallen Hausbeſitzern durch die Bürgermeiſterei Anmeldebogen zugeſtellt.
SDieſe Anmeldebogen werden am 5. Mai wieder eingezogen und wer=
Dden die Hauseigentümer erſucht, bis zu dieſem Termin die Bogen
aus=
gefüllt bereitzuhalten. Eine Waſſer=Bezugsordnung geht jedem, der
Fich verpflichtet, Waſſer abzunehmen, ſpäter zu, nachdem das
Miniſte=
wium die Satzungen genehmigt hat. Der Preis des Waſſers bewegt ſich
In mäßigen Grenzen und dürfte in einer der nächſten Sitzungen der
SBemeindevertretung nach den gemachten Vorſchlägen ſeine Genehmigung
Einden. Je mehr Grundſtücksbeſitzer und Hauseigentümer ſich an die
Seitung anſchließen, deſto billiger wird ſich der Preis des Waſſers
Fitellen. Die Bürgermeiſterei erſucht deshalb die Einwohnerſchaft drin=
Send, auch von dieſer Einrichtung regen Gebrauch zu machen. Die
Ge=
mneindevertretung hat im allen Fällen, wo die Inſtallationskoſten im=
Folge wirtſchaftlicher Notlage durch den Hauseigentiimer nicht aufge=
Sracht werden können, für den Betrag Stundung ausgeſprochen. In
mllen derartigen Fällen werdem die Inſtallationskoſten von der Gemeinde
Sorgelegt. Der Schuldner hat den Betrag monatlich mit demſelben
Binsfuß zu verzinſen, wie ihn die Gemeinde zu zahlen hat. Ebenſo iſt
Der Betrag in Raten wieder zurückzuzahlen. Auf jeden Fall dürfta
Dieſe Regelung dazu beitragen, einem jeden Hauseigentümer den
An=
ſchluß ſo leicht wie möglich zu machen. Trage jeder dazu bei, und auch
Sieſe Einrichtung wird ſich zum Nutzen und Segen unſerer Gemeinde
Euswirken.
* Griesheim, B. April. In der kommenden Woche finden auf
Sem hieſigen Truppenübungsplatz folgende Scharfſchießübungen ſtatt:
EMontag, 25. April, Dienstag, 26. April, Mittwoch 27. April, Donners=
Tag, 28. April vorm. von 7—11 Uhr und nachm. von 1—5 Uhr, Freitag,
D9. April, vorm. von 7—11 Uhr.
* Eberſtadt, B. April. Fleiſchpreisabſchlag. Durch
Slushong geben hieſige Metzger bekannt, daß ein weiteres Sinken der
Fleiſch= und Wurſtpreiſe eingetreten ſei. Die Preiſe werden wie folgt
Sekanntgegeben: Schweinefleiſch pro Pfund 96 Pfg. (ſeither 110 Mk.),
„eber= und Blutwurſt 80 Pfg., Schwartenmagen und Fleiſchwurſt 1.—
LMk., Schmalz 1.— Mk., ausgelaſſenes Schmalz 1.10 Mk.
Pfungſtadt, B. April. Seltener Fang. Der Jagdaufſeher
ſey fig beim Fuchsbaugraben acht junge Füchſe. —
General=
werſammlung. Der hieſige Rinderzuchtverein hält am kommen=
Sen Sonntag im „Rheiniſchen Hof” (Koch) eine Generalverſammlung
mb, auf der u. a. Vorſtandswahl auf der Tagesordnung ſteht.
* Ober=Ramſtadt, 22. April. Am Oſterſonntag veranſtaltete der
ſſteichsbund der kriegsbeſchädigten Kriegsteilnehmer und =Hinterblie=
Genen, Ortsgruppe Ober=Ramſtadt, einen Theaterabend im Gaſthaus
„Zur ſchönen Ausſicht”. Zur Aufführung gelangte das Volksſtück
„O, Heimatſonne, Heimaterde‟. Der Saal war dicht beſetzt. Flottes
SSpiel ſämtlicher Darſteller brachte die Handlung zu voller Geltung,
wvofür ihnen lebhafter Beifall gezollt wurde. Am Schluß wurden noch
rEinige humoriſtiſche Vorträge zum Beſten gegeben, die ebenfalls Beifall
(Fanden. Wie wir hören, ſoll auf vielſeitigen Wunſch demnächſt eine
Wiederholung des Shückes ſtattfinden.
* Ober=Ramſtadt, B. April. Selbſtmord. Der ſeit 2. Oſter=
Feiertag von zu Hauſe abweſende, in den 60er Jahren ſtehende J. B.
on Ober=Ramſtadt wurde geſtern im Forſtort Spieß, nahe der
Beſ=
iunger Gomarkungsgrenze, erhängt aufgefunden und die Leiche heute
nin das Leichenhaus nach Ober=Ramſtadt verbracht. Ein in der
Woh=
mung hinterlaſſenes Schreiben deutete auf die Abſicht dauernden
Fern=
ſbleibens hin.
r. Babenhauſen, B. April. Der Verein für das
Deutſch=
kumim Auslande (V. D.A.), der ſeit über 45 Jahren das geſamte
EAluslandsdeutſchtum betreut, veranſtaltet Mitte Mai mit
Zuſtim=
mnung und Förderung der Behörden eine große Hilfs= und Werbewoche
Für das Auslandsdeutſchtum, um in der Bevölkerung die Kenntnis des
leAluslandsdeutſchtums und das Intereſſe an ſeiner Erhaltung zu wecken
ſuind zu verbreiten. Auch die hieſige Ortsgruppe will eingedenk des
Wereinswahlſpruches „In Treue feſt” mithelfen an der Erſtarkung des
GV. D.A. Zielbewußte Vorarbeit hat ſeit einigen Tagen eingeſetzt. Ar=
SSeitsausſchüſſe wurden gebildet und die Hauptlinien des Programmes
ffür die beiden erſten Tage der Werbewoche feſtgeſetzt. Den friſch=frohen
bluftakt ſoll am Samstag, den 14. Mai, abends, ein Fackelzug durch die
Straßen unſeres Städtchens bilden. Ein Werbeabend, großzügig
an=
gelegt, wird im Saalbau „Deutſcher Hof” folgen. Für den folgenden
Sonntag, den 15. Mai, ſind Ueberraſchungen aller Art vorgeſehen, da=
Son ſeien vovläufig nur genannt: Platzmuſik auf dem Bismarcksplatz,
Sandballwettſpiel, Ballonwettfliegen, Maientanz uſw. Die Ziele für
Sie Werbewoche ſind geſteckt, begeiſtert und opferfreudig ſteht die Jugend
ninſerer Schulgruppe hinter dieſer Veranſtaltung. Sie rechnet im Hin=
Slick auf das hohe ideale Ziel des V. D.A. — die große deutſche
Volks=
gemeinſchaft aller Deutſchen der Welt herbeizuführen — auf tatkräftige
UUnterſtützung aller Bevölkerungsſchichten unſeres Städtchens in dieſer
EWoche.
* Groß=Umſtadt, B. April. Für die Hederichbekämpfung
empfiehlt das Landwirtſchaftsamt Raphanit als Spritzmittel. Dieſes
ſ.ſt zu beziehen in 50 Kilogramm=Behältern durch die D. L. G., das Kilo
u 90 Pfg. bei Abnahme von 200 Kilo. Auf einen Morgen braucht
nnan 6 Kilo, bei Großbezug entſprechend billiger. Das
Landwirtſchafts=
mmt übernimmt auch die Vermittlung. Ein recht ausgedehnter Ge=
Srauch des Mittels durch die Landwirte wäre wünſchenswert, um dieſes
Käſtige Ackerunkraut zum Verſchwinden zu bringen.
* Ueberau, 23. April. Heute verließ der nun in den Ruheſtand
getretene allſeits geachtete Lehrer Scheuring unſere Gemeinde, in der
ger ſeit 28 Jahren ſo ſegensreich ſeines Amtes waltete. Er war ein
Schulmann vom Scheitel bis zur Sohle, dies bewies auch die am Schluß
wes Schuljahres ſtattgefundene Abſchiedsfeier. Die obere Schulbehörde,
Her Orts= Kirchen= und Schulvorſtand, ja die ganze Gemeinde
be=
greiligte ſich in ſelten ſchöner Einigkeit an der Abſchiedsfeier. Sämtliche
ſSieſige Vereine überbrachten ihm am Abend einen impoſanten Fackelzug.
g. Groß=Bieberau, 22. April. Der hieſige Ortsvorſtand hat der
Eporttreibenden Jugend einen umfangreichen Sportplatz zur Verfügung
ggeſtellt und anſchließend daran auch einen größeren Feſtplatz vorgeſehen.
luch war die Gemeinde bereit, eine dauerhafte Umzäunung herzuſtellen.
Da jedoch unter den Vereinen eine Einigkeit nicht erzielt werden konnte,
o ſah der Gemeinderat von einer Umzäunung ab. Das erſte größere
Eeſt wird wohl das diesjährige Sängerfeſt ſein, mit dem der Platz
ingeweiht wird.
Wieder einmal die Bürgermeiſterwahl
in Fränkiſch=Crumbach.
Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich am B. ds. Mts. mit der
Berufung des Georg Kropp und 2 Genoſſen zu Fränkiſch=Crumbach
gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes Dieburg vom 18. November 1926
wegen der vierten Stichwahl zur Bürgermeiſterwahl in
Frän=
kiſch=Crumbach vom 19. September 1926.
Erſchienen ſind Georg Kropp, der Beigeordnete Kappes und Georg
Hotz 4.
Alle Verzogenen wurden zur Wahl nach Verfügung des
Wahlaus=
ſchuſſes nicht zugelaſſen. Die Wahl ergab 424 Stimmen für Gg. Kropp,
511 für Hotz. Beim Kreisausſchuß wurden Wahlbeeinfluſſungen behauptet,
auch in einer Verfügung des Miniſteriums des Innern an das
Kreis=
amt eine Einflußnahme auf die Wahlhandlung gefunden. Die
Einwen=
dungen hat der Kreisausſchuß verworfen. Hiergegen haben die
Rekla=
manten Kropp und Genoſſen Berufung an den Provinzialausſchuß
ver=
folgt.
Das Urteil verwirft die Berufung des Georg Kropp und
Genoſſen. Das Eingreifen des Miniſteriums könne niemals als
Wahlbeeinfluſſung gewertet werden. Wie die Verhältniſſe lagen, wollte
das Miniſterium einem Ausgleich die Wege ebnen.
* König i. Odw., 23. April. Die Entwicklung von König
als Badeort macht ſich ſeit dem Aufhören der Inflation immer
mehr bemerkbar, zumal da ſich auch in der Mehrheit der
Gemeinde=
vertretung die Anſicht Bahn gebrochen hat, daß die Kurtätigkeit,
ins=
beſondere auf Grund der in König einzig vorhandenen Mineralquellen
des Odenwaldes eine Hebung der Gemeinde in wirtſchaftlicher und
finanzieller Hinſicht bedeutet. Die Hauptſtraße iſt gepflaſtert, mit
Ka=
naliſation, Trottoir und beiderſeitigen Baumreihen verſehen. Die
Waldſtraße, zu deren beiden Seiten das Kurviertel im Entſtehen
be=
griffen iſt, iſt rolliert und geſchottert und harrt nur der baldigen
Her=
ſtellung des ſchon beſchloſſenen Bürgerſteiges. Hierdurch iſt die
kür=
zeſte Verbindung zwiſchen dem Ort, insbeſondere dem Bahnhof und
dem Wald geſchaffen, der vom Bahnhof nunmehr in etwa 3 Minuten
erreichbar iſt. Zurzeit wird auch der bisher wüſt liegende Platz am
Bahnhof durch Entgegenkommen der Anlieger und durch die eifrige,
verſchönernde Tätigkeit der Kurverwaltung in eine gefällige Anlage
verwandelt. Hoffentlich tut die Reichsbahnverwaltung als allererſter
Intereſſent auch das ihre. In allem verſpricht dieſe Saiſon eine für
König günſtige zu werden, zählen wir doch jetzt ſchon mehr als 100
Kur=
gäſte.
* Erbach i. Odw., B. April. Am Mittwoch, den 27. ds. Mts.,
ver=
läßt der hieſige erſte katholiſche Geiſtliche, Herr Pfarrer Aloyſius Blatz
Erbach, um die katholiſche Pfarrei in Friedberg in Oberheſſen zu
über=
nehmen. Herr Pfarrer Blatz hat über 12 Jahre hier in Erbach das
Amt des katholiſchen Seelſorgers verſehen und in der ſchweren
Kriegs=
zeit und in der darauffolgenden vielleicht noch ſchwierigeren
Inflations=
zeit mit ſeiner Gemeinde Freud und Leid geteilt. Nicht nur ſeine
Ge=
meinde, ſondern auch ſeine vielen Freunde, deren er ſich auch in
evan=
geliſchen Kreifen ſehr viele gewonnen hatte, laſſen den beliebten und
allgemein geachteten geiſtlichen Herrn nur ungern von hier wegziehen
und ſehen ihn mit aufrichtigem Bedauern ſcheiden. Wir wünſchen ihm
von Herzen, daß er ſich auch in ſeinem neuen Wirkungskreis recht
wohl=
fühlen möge und hoffen, daß er Erbach und ſeine Gemeinde und
Freunde nicht vergeſſen werde. Die Ernennung des Nachfolgers iſt
hier noch nicht bekannt.
* Michelſtadt, 23. April. Geſchäftsjubiläum. Das nicht
nur hier, ſondern auch in der weiteren Umgebung beſtens bekannte
Kaffee „Striffler” kann am Sonntag, den 24. ds. Mts., die 25.
Wieder=
kehr des Tages der Geſchäftsgründung feiern.
j. Beerfelden, 22. April. Auch hier bringt der Beginn des neuen
Schuljahres einigen Wechſel. Lehrerin Frl. Scheid kehrt nicht mehr
zurück, an ihre Stelle tritt Herr Lehrer Eckel=Kirchbrombach. — Die
Aufnahme der Kleinen findet Montag ſtatt, und zwar iſt, wie man hört,
die Zahl der Aufzunehmenden diesmal größer als die übliche
Friedens=
zahl. Die Fortbildungsſchüler, die als erſter Jahrgang jetzt den
Ueber=
tritt von der Volksſchule in die Fortbildungsſchule vollziehen, ſammeln
ſich am Montag morgen in ihrem Schulſaal in der Gewerbeſchule zwecks
Verteilung auf die einzelnen Klaſſen. Da Beerfelden einen Schulbezirk
bildet, beſonders für die gewerblich tätigen Schüler auch der
Um=
gebung, ſo beſuchen dieſe aus einer ganzen Anzahl von Ortſchaften die
hieſigen gewerblichen Klaſſen. Die Mädchen finden ſich nachmittags ein
zwecks Beginn des Unterrichts.
b. Aus dem ſüblichen Odenwalb, 23. April. Die ungünſtige
Wit=
terung hat die Feld= und Gartenarbeiten ſehr zurückgedrängt, jetzt, bei
Sonnenſchein und Frühlingsluft, gehts aber feſte an die Arbeit. Die
Felder werden für das Kartoffelſtecken vorbereitet, was für die Saat no,h
zu tun iſt, wird eifrig erledigt. Das Korn hat vielfach nicht gut
über=
wintert und es iſt nicht ſelten, daß die Aecker noch einmal gepflügt und
mit einer anderen Frucht verſehen werden. — Einzelne Steinobſtbäume
ſtehen im ſchönſten Blütenflor, Apfel= und Birnbäume hat die naßkalte
Witterung in der Entwickelung meiſt hintangehalten, und das iſt gut
ſo, den eine zu frühe Blüte bekommt unſerer Obſternte gewöhnlich
ſchlecht, da in der Regel noch Fröſte eintreten, die die Blüten zerſtören.
— Nun beginnt auch die Schädlingsbekämpfung an den
Obſt=
bäumen, man ſpritzt mit allerlei, auch mit arſenhaltigen Mitteln, wie
Uranjagrün und Noſpraſan. Dieſe Mittel bewähren ſich bei ſachgemäßer
Anwendung, darum muß auf die Fehler hingewieſen werden, die
even=
tuell gemacht werden. Insbeſondere herrſchen über die Zeit des Spritzens
Unklarheiten. Die beſte Zeit zum Spritzen iſt die nach beendeter Blüte.
Während der Blüte zu ſpritzen, iſt mit Rückſicht auf den Zweck unnötig,
dann aber auch in anderer Beziehung von Nachteil, da die Bienen, dieſe
treuen Gehilfen des Obſtzüchters, vergiftet werden können. Für die
hieſige Gegend eilts ſomit mit Spritzen noch nicht.
4 Feuerverſicherungsverband Heſſiſcher Lehrer.
Die diesjährige ordentliche Generalverſammlung tagte am Samstag
im „Storch” zu Frankfurt a. M. unter dem Vorſitz des Lehrers Link
aus Rudingshain bei Schotten. Dieſer begrüßte beſonders den Obmann
des Landeslehrervereins, Rektor Reiber=Darmſtadt. Der Direktor des
Verbandes, Dern=Neu=Iſenburg, erſtattete den Jahresbericht über das
Geſchäftsjahr 1926. Der Verband zählt 2684 Mitglieder mit einer
Ver=
ſicherungsſumme von 25½ Millionen Mark. Mitglied können nur
An=
gehörige des Landeslehrervereins werden. Die Jahresrechnung, welche
Thierolf=Offenbach vorlegte, zeigte eine Einnahme von 28 324 Mark,
Aus=
gabe 13 703 Mark, ſo daß ſich ein Gewinn von 14 621 Mark ergab. Im
abgelaufenen Geſchäftsjahr wurden 31 Brandſchäden und 15
Einbruchs=
ſchäden vergütet. Der Reſervefonds iſt nunmehr wieder auf 50 000 Mark
angewachſen, nachdem= der einſtige Reſervefonds von 80 000 Mark durch
die Inflation verloren ging. Aus dem Reſervefonds werden die Kaſſen
des Landeslehrervereins und der Ludwig= und Aliceſtiftung unterſtützt.
Bei dem Rückblick auf das abgelaufene Geſchäftsjahr gedachte Lehrer
Link des verſtorbenen früheren Vorſitzenden und Mitbegründers des
Verbandes, Rektor Knaus=Gießen, und widmeten ihm einen ehrenden
Nachruf. Rektor Knaus hat 26 Jahre im Dienſte des Verbandes
ge=
ſtanden. Als wichtigſter Punkt der Tagesordnung beſchäftigte die
Ver=
ſammlung die Herabſetzung der Prämie für Feuer= und
Einbruchsdieb=
ſtahlverſicherung und Verwendung der Ueberſchüſſe. Nach längerer
Aus=
ſprache wurde der Antrag Erbach angenommen und die Prämie auf
80 Pfg. für das Tauſend Verſicherungsſumme feſtgeſetzt. Der ſeitherige
Satz war 1 Mk. Es ſprachen zu dieſem Punkte beſonders Sinn=
Darm=
ſtadt, Staud=Worms, Sommer=Gießen, Saal=Pfungſtadt. Obmann
Rei=
ber, Direktor Dern=Neu=Iſenburg, Thierolf=Offenbach. Aus dem
Re=
ſervefonds werden auch künftig an notleidende Kollegen Darlehen
aus=
gegeben. Der Vorſchlag des Vorſtandes des Verbandes, in dieſem Jahre
dem Landeslehrerverein 3000 Mark zu überweiſen, fand einſtimmige
An=
nahme. Dem Direktor Dern=Neu=Iſenburg und dem Rechner Thierolf=
Offenbach wurde mit Dankesworten Entlaſtung erteilt. Bei Punkt
Vor=
ſtandswahl wurden die ausſcheidenden Herren Dirlamm, Lawall, Link
und Vorbach einſtimmig wiedergewählt, neugewählt wurde für den nach
Heidelberg verzogenen Lehrer Ludwig Lehrer Hildebrand aus Gettenau.
Allgemein wurde betont, daß der Feuerverſicherungsverband zu einem
bedeutenden Bindeglied innerhalb des Landeslehrervereins werden müſſe.
Venngen Mi
Oblette
Rheuma,
Sicht,
Ischias,
Kerven= und
Ropfſchmerzen,
Grippe,
Inſluenza u. a. Erkältungskrankheiten.
Lt. notarieller Beſtätigung ſind innerhalb 6 Monaten mehr als 1500 Gutachten allein
aus Arztehreiſen eingegangen, darunter von namhaften Profeſſoren und aus erſten
Kliniken. — Togal ſtillt die Schmerzen und ſcheidet die Harnſäure aus. Keine
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— 12,6 Lith. 0.46 Chinin 74.3 Aeid acet sal. ad 100 Amyt —
* Auerbach, 22. April. Gemeinderatsſitzung. Am 20.
April, abends fand unter dem Vorſitz des Bürgermeiſters
Blickens=
dörfer eine öffentliche Sitzung ſtatt, in der u. a. folgende Gegenſtände
beraten wurden. Die Mauer am Anweſen des Privatiers Möſer, Ecke
Grafenſtraße und Schloßſtraße, wozu die Steine ſchon längere Zeit
teils angefahren ſind, ſoll nun aufgerichtet werden. M. ſoll einen Teil
zu den Koſten beitragen, weigert ſich aber dies zu tun. Je nachdem
M. dazu beiträgt, ſo wird die Mauer ausgeführt. Hoffentlich kommt
eine Verſtändigung zwiſchen Möſer und Gemeinde zuſtande, damit der
Mißſtand endlich beſeitigt wird zur Befriedigung beiderſeits. Die
Uebernahme der Bürgſchaft des Darlehenanteils der Gemeinde für
Inſtandſetzung des Land= und Fanggrabens wurde genehmigt. Zum
Schluſſe wurde über die Feſtſetzung des Wahltages für die
Beirger=
meiſterwahl unter dem Vorſitze des Beigeordneten Elgert beraten. Die
Wahl wird vorausſichtlich Sonntag, den 22. Mai I. J., ſtattfinden.
* Heppenheim a. d. B., 22 April Rathaus Heppenheim.
Zur Zeit werden am Rathauſe in Heppenheim umfangreiche
Verän=
derungen vorgenommen. Die rote Oelfarbe, mit welcher ein Teil der
Sockelſandſteine und Säulen in der Halle früher beſtrichen wurden, wird
jetzt abgehauen, ſodaß die Naturfarbe der Sandſteine wieder zur
Gel=
tung kommt, was ſich ſehr gut ausnimmt. Das Gebäude, welches ſich
ſüdlich an das Rathaus anſchloß, und ſchon vor langer Zeit von der
Stadt käuflich erworben worden war, iſt nun niedergelegt und die
Ausgrabungen des Fundaments für den Erweiterungsbau des
Rat=
hauſes ſind beendet. Bei den Ausgrabungsarbeiten ereignete ſich ein
kleiner Zwiſchenfall, indem Fundamentſteine des benachbarten Hauſes
abbrachen. Das Haus wurde ſofort geſtützt, ſodaß alle weitere
Vor=
fälle verhindert wurden. — Kuckuck. Am Dienstag nachmittag
konnte man in Heppenheim aus der Gegend des „Eſſigkammes”, zum
erſten Male in dieſem Jahre den Ruf des Kuckucks vernehmen. —
Stadtkaſſe Heppenheim. Die Stadtkaſſe macht darauf
auf=
merkſam, daß das Ortsbürgerſcheitholz eingelöſt werden muß, und daß
die Abfuhrſcheine von den Holzverſteigerungen innerhalb von 8 Tagen
abzuholen ſind, andernfalls eine nochmalige Verſteigerung beantragt
werden muß. — Volksſchule, Fortbildungsſchule. Der
Schulvorſtand der Stadt Heppenheim macht darauf aufmerkſam, daß die
Aufnahme der Schulneulinge am Montag, den 25. April, ſtattfindet,
und zwar für Knaben vormittags um 9,30 Uhr, für Mädchen um 10 Uhr.
— Am genannten Tage nimmt auch die hieſige Fortbildungsſchule ihren
Anfang. Die Anmeldung der Knaben hat nachmittags um 2 Uhr, die
der Mädchen am gleichen Tage um 4.30 Uhr, und zwar jedesmal in der
ſtädtiſchen Turnhalle zu erfolgen. Dabei haben die neueintretenden
Schüler und Schülerinnen, welche nicht aus der hieſigen Volksſchule
entlaſſen wurden, ihr Abgangszeugnis vorzulegen. —
Glocken=
weihe. Im benachbarten Hambach fand in dieſer Woche die Weihe
von 2 Glocken durch Herrn Prälaten Mgſr. Miſchler aus Heppenheim
unter Aſſiſtenz von 4 Geiſtlichen ſtatt. Die Gemeinde hatte während des
Krieges auch ihre Glocken geopfert und hat es jetzt durch Opfer der
Gläubigen, ermöglicht, dieſe wieder zu erſetzen. Augenblicklich iſt man
nun damit beſchäftigt, die etwa 17 Zentner ſchwere „Michael”=Glocke
und die etwa 13 Zentner ſchwere „Maria”,Glocke in den Turm zu
verbringen, von wo ſie am Samstag zum erſten Male ihre ehernen
Stimmen erſchallen laſſen.
Von der Bergſtraße 23. April. Das diesjährige Muſikfeſt
des Kammermuſikvereins Weinheim, verbunden mit Bethovenfeier, iſt
auf den 6., 7. und 8. Mai anberaumt. Muſikſchriftſteller Holl aus
Frankfurt a. M. wird über Beethoven ſprechen. Das Roſee=Quartett
und das Orcheſter des Frankfurter Opernhauſes unter Clemens Kraus
werden Beethoven=Konzerte geben. — Auf dem Storchenneſt der
Maſchinenfabrik „Badenia”=Weinheim entſtand geſtern ein „ehelicher
Zwiſt”, wobei das Männchen das Uebergewicht verlor und in den
Fabrikſchornſtein ſtürzte. Ein Fabrikarbeiter befreite mit vieler Mühe
das Tier, das ganz berußt eiligſt davonflog. — In Laudenbach wurde
geſtern der im Anfang der 40er Jahre ſtehende, verheiratete
Bau=
unternehmer Georg Hohrein unter dem Verdachte des betrügeriſchen
Bankerotts durch die Gendarmerie verhaftet. — Die Vollblüte der
Obſtbäume berechtigt, da die Blütenbefruchtung ſehr begünſtigt iſt, zu
der Annahme eines befriedigenden Obſtjahres, wenn das gute Wetter
anhält. Die Aprikoſen haben zum Teil abgeblüht. Die Birnbäume
haben allenthalben ihr volles Blütenkleid angelegt, ebenſo
Spätpfir=
ſiche und Kirchen. In den Wäldern blühen die Anemonen.
jachen Sies so wie wir!
Empfehlen Sie dem Freund, den Cast' die
SRassary-Zigarette mit jener feinen
Unaufdring=
lichkeit, die dem anderen gestattet, Sich eine eigene.
SReinung zzu bilden.
Cs wird. Ihrem Sreunde genau so gehen wie,
Ihnen: an der Kassary-Rgarette selbst erkennt
er nach wenigen Zigen, daß ihm hier nichts
Alltäg=
füches geboten wird.
Ein feines Jächeln, sei Ir Lob, begleitet von der
schlichten Aufforderng, mnit der wir seit Jahten werben:
Urteilen Sie selbst!
Taru.
MassavDelſte Massar,Ritter= Wiblonn=
GOLD-uTIRKISRUNDST GOLD-uSEIDENMURDSTO, GOLDAA SEIDEN
DSLO
Vertreter: EF1Cd KOppter, Frank fürr d. i4., Sakädweg 447. Fernspr.: Larotus 41ble.
Seite 8
Sonntag, den 24. April 1927
Nummer 113
* Gernsheim, 2. April. Die Zahl der Bauluſtigen, die im Jahre
1927 durch Inanſpruchnahme von Staats= und Gemeindedarlehen bauen
wollen, beträgt 28, darunter befinden ſich 11 Kriegsbeſchädigte und
Krie=
gerwitwen, die außerdem mit Hilfe von Kapitalabfindungen eine
Krieger=
heimſtätte ſich errichten. Die Gemeinde ſelbſt errichtet zur Steuerung
der Wohnungsnot 12 Wohnungen. — Die Vorarbeiten für das in der
Nähe des Waldes und der Chauſſee Gernsheim nach Zwingenbera von dem
Maurermeiſter Johann Nikolaus Schnatz zu errichtende Wohnhaus
nebſt Gaſtwirtſchaftsbetrieb ſind zur Zeit im Gange. Der Unternehmer
hofft im Monat Juni ds. Js. die Gaſtwirtſchaft noch in Betrieb zu
nehmen, was beſonders Einheimiſche und Fremde, die namentlich von der
Bergſtraße aus den Rhein beſuchen, ſehr begrüßen werden. — Für den
zu errichtenden Backſteinfabrikationsbetrieb wurden bereits auf den
fis=
kaliſchen Wieſen Bohrverſuche vorgenommen, die dem Vernehmen nach
einen poſitiven Erfolg gehabt haben ſollen. Hoffentlich gehen die
ein=
geleiteten Vorverhandlungen in Bälde zu Ende, damit das Unternehmen
noch in nächſter Zeit mit der Erbauung der Betriebsanlagen beginnen
kann. Die Wiederbelebung dieſes Induſtriezweiges iſt für Gernsheim
beſonders zu begrüßen, zumal in früheren Zeiten mindeſtens 200
Ar=
beiter bei einer Fabrikation von ca. 20 Millionen Steinen, die nebenbei
bemerkt ſehr geſucht waren, lohnende Beſchäftigung fanden. —
Kommen=
den Sonntag feiern in hieſiger katholiſcher Kirche 120 Kinder das Feſt
der erſten heiligen Kommunion. Nachmittags findet in dem altbekannten
Gnadenort zu Maria Einſiedel feierliche Andacht ſtatt — Um die von
der Gemeindeverwaltung Gernsheim ausgeſchriebene Stelle eines
Feld=
ſchützen haben ſich insgeſamt 44 Bewerber gemeldet, darunter einige
Krigsbeſchädigte und ſolche mit Anſtellungsſcheinen. Den geeigneten
Mann nun zu beſtimmen, wird Aufgabe der Gemeindevertretung in
einer der nächſten Sitzungen ſein. — Am 8. Mai lfd. Js. ſieht Gernsheim
einem größeven Feſt entgegen. Diesmal iſt es der Marineverein Darmſtadt=
Gernsheim, der an dieſem Tage 2 neue Ruderboote in den Dienſt ſtellen
wird. Die Vorarbeiten für das Feſtprogramm werden z. Zt. getätigt und
in den nächſten Tagen beendigt ſein. Die auswärtigen Teilnehmer
wer=
den über den Verlauf des Feſtes nicht enttäuſcht ſein, da wir Gernsheimer
verſtehen. Feſte zu ſeiern.
* Dietzenbach bei Offenbach, 22. April. Unbekannte Diebe
haben hier bei einem Bäckermeiſter einen Einbruchsdiebſtahl verübt, bei
welcher Gelegenheit ihnen eine Summe von über 1000 Mark in bar in
die Hände gefallen iſt. Von den Tätern fehlt vorläufig jede Spur.
r. Rüffelsheim, 23. April. Durch den immer ſtärker anwachſenden
Arbeiterverkehr hat ſich herausgeſtellt, daß die hieſigen
Bahnhofsver=
hältniſſe nicht mehr ausreichen. Es ſoll demnächſt zwiſchen den
Bahn=
ſteigen eine weitere Unterführung gebaut und am Oſtausgang des
Bahnhofs eine weitere Bahnſteigſperre errichtet werden. — Die
Kviegerkameradſchaft „Haſſia” hat mit dem Vorſtand des hieſigen
Mili=
tärvereins in einer gemeinſamen Sitzung beſchloſſen, daß das
Be=
zirksfeſt des Bezirks Groß=Gerau am 12. Juni hier ſtattfindet.
Rheinheſſen.
m. Alzey, 23. April. Einbruch auf dem Lande.
Wäh=
rend der Feiertage wurden im benachbarten Kettenheim zwei
Ein=
brüche verübt, wobei den Tätern nur etwas Bargeld in die Hände
fiel. Bei dem Einbruch in die Wieſenmühle drang der Täter vom
Garten aus in das Wohnhaus ein. In einem Wohnzimmer, wo ein
auf Beſuch befindlicher Poſtſekretär im Bette lag, kam es zwiſchen
die=
ſem und dem Einbrecher zu einem Kampfe, in deſſen Verlauf der Dieb
die Flucht ergriff. Der Müllersknecht verfolgte dann den Täter, jedoch
ohne Erfolg. Der zweite Einbruch erfolgte in derſelben Nacht auf
der Bahnſtation Kettenheim. „Hier wurden ſämtliche Schubladen
er=
brochen und ein kleiner Geldbetrag entwendet. Wie feſtgeſtellt wurde,
handelte es ſich bei den Einbrüchen um eine Bande von vier Perſonen,
welche die Umgegend hier unſicher macht. — Diebſtähle in Alzey.
Von einem jugendlichen Dieb wurden aus einem Lokal die dort
auf=
liegenden Zeitſchriften geſtohlen und dieſelben an hieſige Einwohner
weiterverkauft. Beim Vorſprechen in den Wohnungen wurden damn
von den Tätern unter Beihilfe eines weiteren 16jährigen Jungen
größere Geldbeträge enwendet. Der Polizei gelang es, die beiden
Täter zu ermitteln und die Geldbeträge zum größten Teil wieder
her=
beizuſchaffen. — Silbernes Prieſterjubiläum. Am
19. April konnte der Religionslehrer und Diözeſanpräſes Studienrat
Emil Seipel ſein ſilbernes Prieſterjubiläum feiern. Lange Jahre
ge=
hörte der Jubilar dem Lehrkörper des hieſigen Lehrerſeminars an.
Seit der Umwandlung dieſes Seminars in die Aufbauſchule iſt der
Jubilar daſelbſt als Religionslehrer und auch in dieſer Eigenſchaft
an der Oberrealſchule tätig.
2. Aus dem Kreiſe Oppenheim, B. April. Feldfrevel. Einem
Nierſteiner Weinbergsbeſitzer, wurden in einem am
Schwabs=
burger Weg gelegenen Weinberg eine große Anzahl Fruchtreben
ab=
gebrochen, wodurch der Beſitzer empfirdlich geſchädigt iſt. — Unfall.
Ein Arbeiter der Kapſelfabrik Nackenheim, der von einer hohen Leiter
abſtürzte, zog ſich eine leichte Rippenquetſchung zu.
a. Nackenheim, 23. April. Um den hieſigen Bauluſtigen
Bau=
plätze zu verſchaffen, wird zwiſchen dem Mahlen= und Schifferweg
eine Verbindung hergeſtellt, die den Namen Roſenſtraße führen ſoll.
— Der Beſitzer der Oberau jenſeits des Rheines hat eine Geflügelfarm
eröffnet, die hauptſächlich der Hühnerzucht dient. Die Farm iſt
gegen=
wärtig von Tauſenden junger Hühner verſchiedenen Alters bevölkert,
deren Aufzucht im Großbetrieb recht vielverſprechend iſt.
Oberheſſen.
* Vilbel, 22. April. Der Schrecken der Automobiliſten
iſt die einſt ſo beliebte Autoſtraße Frankfurt—Bad=Homburg geworden.
Trotz dauernder Reparaturen iſt ſie ſo voller tiefer Löcher, daß Feder=
und Steuerbrüche, ſogar Abſtürze an der Tagesordnung ſind. Der
Deutſche Automobilklub warnt öffentlich vor dem Befahren. Der
Ver=
kehr wird über Nieder=Urſel umgeleitet. Jetzt will man die Autoſtraße
pflaſtern, da Teer und Aſphalt nicht gehalten haben.
UISN. Gießen, 23. April. Des Kaffeehändlers Glück im
Unglück. Seit längerer Zeit hatten zahlreiche Hausfrauen in Gießen
und Umgebung eine billige Kaffeequelle, wo man die guten Bohnen zu
außerordentlich annehmbaren Preiſen erwerben konnte; 2 oder 2½
Pfund koſteten nur 5 Mark. Das war ein Preis, für den man ſich
man=
ches gute Schälchen leiſten konnte. Kein Wunder, daß der billige
Kaffee=
mann einen immer größeren Abſatz hatte. Wo der gute und billige
Kaffee herkam, darüber machten ſich die Hausfrauen, keine Gedanken.
Deſto mehr beſchäftigte ſich aber die Kriminalpolizei, die von dem
blühenden Kaffeegeſchäft Wind bekommen hatte, mit dieſer
Urſprungs=
frage. Sie ging der Sache nach, konnte aber dem billigen Kaffeemann
nichts nachweiſen, da der angeblich in Frankfurt wohnende Lieferant
nicht ermittelt werden konnte. Argwöhniſch, wie die Polizei nun einmal
iſt, behielt ſie jedoch den Handel im Auge, und als jetzt in der Nacht zum
Karfreitag in einem hieſigen großen Kolonialwarengeſchäft einwandfrei
ein größerer Diebſtahl gebrannten Kaffees feſtgeſtellt wurde, nahm ſie
am nächſten Morgen zu früher Stunde, kurzerhand bei dem billigen
Mann eine Hausſuchung vox, bei der ſie in einem ſchmalen Zwinger,
dicht neben dem Wohnhaus, einen Sack mit etwa 80 Pfund gebrannten
Bohnenkaffee erwiſchte, den ſie natürlich ſofort beſchlagnahmte. Es ſtellte
ſich dann heraus, daß der Kaffee tatſächlich aus dem Warenlager in der
Nacht vorher geſtohlen war. Der gute Kaffeeonkel und ſeine
Haushäl=
terin wurden ſofort feſtgenommen und in Unterſuchungshaft abgeführt.
Es handelt ſich um den ſchon mehrfach vorbeſtraften Arbeiter
Pfaffen=
berger, der nächtlicherweile durch ein Loch in der Mauer des
Lager=
gebäudes zu der billigen Kaffeequelle vorgedrungen war und dort in
dem reichhaltigen Lager ſeinen Bedarf gedeckt hatte. Dabei kam ihm
zuſtatten, daß von ſeiner Wohnung bis zu dem Tatort ein 28 Meter
langer, ſchmaler Zwinger führte, durch den er ungeſehen von außen bis
an das Kaffeehaus gelangen konnte. Da der Mann ſchon ſeit 1926 einen
ſchwunghaften Kaffeehandel betrieb, nimmt die Polizei an, daß die
Dieb=
ſtähle auch ſchon längere Zeit dauern und das geſtohlene Quantum mit
den oben erwähnten ſichergeſtellten 80 Pfund noch lange nicht erſchöpft
iſt. Die Polizei forſcht jetzt auch eifrig nach den Hausfrauen in Gießen
und Umgegend, die ſich den billigen und guten Kaffee haben gut ſchmecken
laſſen.
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Frankfurt.
Sonntag, 24. April. 8: Morgenfeier. 10.30: Veröffentlichung
der Namen der Preisträger beim ſtenographiſchen Wettſchreiben.
O 11.30: Elternſtunde. Prof. Stern: „Das einzige Kind”. o 12:
von Kaſſel: A=capella=Chor. o 3: Stunde der Jugend.
Märchen=
tante: Das verlorene Lied. Das Tagewert vor Sonnenaufgang. Der
Tod und das kleine Mädchen. Für Kinder vom 4. J. ab. o 4:
Die Oper der Woche. Puccini: „Turandot”, Fant. — Beethoven:
„Fidelio”, Arie. — Verdi: „Ein Maskenball”, Fant. — Kienzl:
Evangelimann”, Volksſzene. — Mozart: „Don Juan”, Arie. —
Verdi: „La Traviata”, Fant. Mitw.: Gretel Grüger (Sopran).
O 5.30: Dr. Rheindorf: „Der Staatsgedanke”, ein Zyklus: „Joſeph
Görres. o 7.30: Sinfonieorch, des Frankf. Orcheſtervereins.
Weis=
mann: Klavierkonzert in B=Dur. — Bruckner: Sinfonie Nr. 8 in
C=Moll. Soliſt: J. Weismann. Anſchl. bis 12.30: Jazzband.
Stuttgart.
Sonntag, 24. April. 11.30: Morgenfeier. Mitw.: Paul Fiſcher
(Harm.), K. Vogel (Violine), A. Fiebug (Bratſche), A. Seitz
CCello), O. Klemm (2. Violine), R. Schäfer (Klavier), H. Dolde,
der gem. Chor der Ev. Arbeitervereine, Streichorch, des
Paulus=
kirchenchors. o 3: Univ.=Prof. Dr. Verweyen=Bonn: Freundſchaft,
3.30: Uebertr. Funkheinzelmann von Hamburg. — Anſchl.:
Konzert. Fetras: Wandervogel=Marſch. — Ziehrer:
Frühlings=
kinder, Walzer. — Suppe: Ouv. Banditenſtreiche. — „Max und
Moritz”, heiteres Sendeſpiel in ſieben Streichen nach Buſch. —
Jeſſel: Kadettenſtreiche. — Ziehrer: Wiener Kinder, Walzer. —
Siede: Zug der Gnomen., O 6.15: Prof. Dr. Hildebrandt: Kunſt,
Handwerk und Induſtrie. 6.45: Chriſtoph Wieprecht lieſt aus
eigenen Werken. o 8: Bunter Abend. Flotow: Ouv. Stradella.
— Waldteufel: Schlittſchuhläufer. — „Die Nacht des Verhängniſſes”
Schwank mit Geſangseinlagen von Max Heye. Zwiſchen 1. und
2. Akt: Waldteufe. Eſpana, Walzer. Zwiſchen 2. und 3. Akt:
Gröſchel: Intermezo grotesk. — Jeſſel: Parade der Zinnſoldaten,
Berlin.
Sonntag, 24. April. 9: Morgenfeier. O 11.30: Konzert. O 1.10:
„Unzünftige Dichter”. Einl. Worte: Alfred Kerr. Vorleſung:
Alfred Braun. O 2.30: Major v. Rudolphi: „Der Schutz der
Brief=
marken gegen ucahmung und mißbräuchliche Verwendung.” o 3:
Dr. Matſct : „Der Wert der landwirtſchaftl. Schulen für den
prakt. Lan dirt.” o 3.30: Märchen von Grimm. Gel. von Ilſe
Stapff. o 4: Dr. Hieber: „Zur Entſtehungsgeſchichte des
Rund=
funks”. o 430: Heitere Unterhaltung. Järnefeldt: Berceuſe. —
Davis u. Akſt: Baby face, Foxtrot (Kapelle Romanoff). — Taylor:
Du und ich. — Lehar: Mariska. — Kollo: „Deine Augen ſind ein
Rundfunk” (Robert Koppel). — Schmitz: Kennen Sie das Land,
wo die Zitronen blühen (Victor Schwanneke, Rez.) — Aſcher:
Auf=
trittslied der Prinzeſſin aus „Hoheit tanzt Walzer” — Lehar:
Einer wird kommen”, aus „Der Zarewitſch”. (Lucie Bredſchneider,
Sopran) u. a. m. 6 7.05: Prof. Ronneburger: Der Urſprung der
gangbarſten Fremdworte in un erer Mutterſprache‟. o 7.30: Th.
Kappſtein: Alſo prach Zarathuſtra. 3. Teil. o 7.55: Dr. Pollaczek:
„Das Berliner Jahr”. o 2.30: Fanfaren=Bläſerkorps. Göttert:
Fanfarenmarſch. — Suppe: Quv. „Dichter und Bauer”. — Komzak:
Münchener Kindl. — Zikoff: Romaneska, Fant. — Keler:
Oeſter=
reichiſche Retraite, milit. Tonbild. — Prinzeß Charlotte: Kavallerie=
Parademarſch. — Siede: Am Lagerfeuer. — Sullivan: Der
ver=
klungene Ton (Trompetenſolo: Herr Klüſener). — Teike: Nur ein
Verſuch. — Zwei Märſche für Heroldstrompeten und Keſſelpauken.
0 10.30: Tanz=Muſik (Gerhard Hoffmann).
Hauptſchriftleitung: Rudolt Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve;, für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſti: Andreas Bauer; für din
Inſeratenteil: Willy Kuhle: Oruck und Verlag: C. C. Wiltich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Mannſtripte wird Garante der Rückſendung n ich1 übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Reiche Abwechslung in den täglichen Suppe
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Viele Sorten, z.B. Eier-Mudeln, Reis. Blumenkohl,Ochsenschwanz, Erbs, Grünkern, Tomaten, Reis mit Tomaten usw.
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z. Ausführ. mehrerer
Erfindungen. Ang. u.
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mit 1000—1500 Mt
für ein gut rentabl.
Ge chäft bei, ſofort
wöchentl.
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teil geſ. Angeb. an
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Teilhaberin
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bau guten
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mens geſucht. Ang
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Staatsbeamter
Akademiker, in feſter
Stellg, ſucht aus
Pri=
vathand.
Hypothek
von 10000 gegen
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ſtadt. Vermittler
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beten Angeb C124
Geſckäft ſt. *1096:
Darlehen
Betrie bskapital o fer
Hnrichs, Berlin
Landsber erſtr. 112 (
Appotheken-
ſapilgl
an I. und II Stelle in jeder
Höheverfügbar, für größere
Objekte von 6%0 Zinſ. an
Kauf und Beleihung
von I. Hypotheken u.
Grund=
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Nummer 113
Die glückliche Geburt eines
geſunden Töchterchens zeigen
in dankbarer Freude an
Heinz Nickel und Frau
geb. Schächner
Darmſiadt, den 23. April 1927.
Stiftſtr. 41.
(*10951
Statt Karten.
Hanny Schweikhard
Heinrich Dieter
Verlobie
Bingen a. Rh. Nieder=Ramſiadt b. D.
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Pfaffengaſſe 26
24. April 1927. 10879
hre Verlobung beehren sich anzuzeigen!
Welly Eisfeld
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April 1927.
(*10655
Berlin, Kuffsteinerstr. 5, I.
Ober-Ramstadt
Sonntag, den 24 April 1927
Am 21. ds. Mts iſt unſere liebe Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin
und Tante
Heiene Tun
geb. Maurer
nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden
verſchieden.
Die Einäſcherung hat auf Wunſch der
Entſchlafenen in aller Stille ſiattgefunden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
10957)
Geite 9
Rechtsanwalt Dr. Heinz Süss u. Frau
Liselotte, geb. Zimmer
geben ihre Vermählung bekannt crosor
Michelstadt i. O.
23. April 1927
Frankfurter Str. 16
Statt beſonderer Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft noch langem, ſchwerem, mit
großer Geduld getragenem Leiden unſere liebe Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
Auguſte Freifrau Rdever von siersburg
verw. Flinſch, geb. Heher
Witwe des verfforbenen Majors a. D. Bernhard Freiherr Roeder
von Diersburg
im 71. Lebensjahr,
Guſtel Hander, geb. Flinſch
Ferdinand Hander
Irmgard Hander.
Darmſtadt, Auerbach (Heſſen), den 23. April 1927.
(*10982
Die Beiſetzung findet nach dem Wunſch der Entſchlafenen in
aller Stille ſtatt.
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Am 22. April verſchied unſer
treues Mitglied
Wilhelm Geher
Schreinermeiſter.
Die Beerdigung findet Montag,
den 25. Aprit 1927, uachmittags
3 Uhr, vom Portale des alten
Friedhofes aus ſtat.
Die Kameraden werden hiermit
aufgefordert, ſich zahlreich zu
be=
teiltgen. Sammlung um 2¾ Uhr
am Eingang des Friedhofes.
Der Vorſtand.
Kriegerverein
0 Darmſtadt
Heſtern verſchied, unſer lieber
imerad und langjähriges treues
itglied
Schreinermeiſter.
Die Beerd gung findet am
„ontag, den 25. ds. Mts',
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße
ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche Be=
(6933
teiligung.
Der Vorſtand.
Für die uns anläßlich des
Heimgangs unſerer lieben Mutter
und Großmutter erwieſene
Teil=
nahme danken herzlichſt (1093s
Die Familien
Berg und Gärtner.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die ſchmerzliche Nachricht,
daß unſere liebe, gute,
unvergeß=
liche Mutter
Margarethe Groh
geb. Schadt
plötzlich und unerwartet im 63.
Le=
bensjahre aus dem Leben
geſchie=
den iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Die trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Groh
Michael Groh
Friedrich Groh.
Darmſtadt, 22. April 1927. (10976
Die Beerdigung findet Montag,
den 25 April, nachmittags ½4 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt
Todes=Anzeige.
Nach langem, mit großer Ge.
duld ertragenem Leiden nahm Gott
der Herr meinen lieben,
unvergeß=
lichen Mann, unſeren lieben Vater,
Großvater, Schwiegervater,
Bru=
der, Schwager und Onkel
Georg Burger
zu ſich in die ewigen Hütten des
Friedens
(1. Kor, 13. 8.)
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 22. April 1927.
(10937
Kl. Ochſengaſſe 2.
Die Beerdigung findet Montag
den 25. April 1927, nachm 2 Uhr,
auf dem Waldfr edhof ſtatt.
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Nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden entſchlief heute früh unerwartet
meine innigſtgeliebte Mutter, unſere Schweſter,
Schwägerin und Tante
Drau Margätete Maud
geb. Spalt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Gretel Raab.
Darmſtadt, Groß=Gerau, den 23. April 1927.
Die Beerdigung findet am Montag, 25. April 1927,
nachmittags 3/, Uhr, vom Portale des alten
Fried=
hofes an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
(6938
michts
Metn
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl.
Teil=
nahme bei dem Heimgange unſeres
unvergeßlichen Sohnes
Heini
ſür die zahlreichen Kranz= und
Bluinen=
ſpenden, ſowie für die troſtreichen
Worte des Herin Pf rrer L in, die
liebevolle Pflege der Schweſter
Wil=
belmine, Herrn Lehrer Gils für den
ehrenden Nachruf und die
Kranz=
niederlegung derKenfirmanden,
außer=
dem für die ehrende Be leitung ſeiner
Kameraden und allen Bekannten und
Verwandten ſei auf dieſem Wege
herzl. Dank geſagt.
Die tiefgebeugten Hinterbliebenen:
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Herr P. H., Grünſtadt: Herzlichſten Dank für die ausgezeichnete
Bruchbehandlung. Von dem ſeit über 10 Jahren beſtehenden
Leiſtenbruch tann ich eute nicht das Geringſte mehr
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nehmen. J” fühle mich wie neugeboren. Ihre ausgezeichnete
Merhode u. Behandlungswe ſe möchte ich jedein Bruchleidenden
empfehlen, dieſelbe iſt eniſchieden einer Operation vorzuziehen
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von einem Bruch
Herr J. B., Altarbauer, Wittlich/Moſel: Ich begab mich in Ihre
Behandlung in h chſter Not. Mein Leiſtenbruch, mit dem ich
vom erſten Lebensja re an behiftet war, nahm trotz aller
Bandagen, die ich von faſt allen bekannten Bandagiſten
ver=
ordnet bekam, den Umfang eines Kinderkopfes an. Dank
Ihrer Methode und der dezenten, überaus gewiſſenhaften
frol. Behandlung Ihres Arztes wur e ich geheilt mein
ſchweres Leiden iſt verſchwund n." Ich bemerke noch, daß eine
Operation als zwecklos a geſehen wurde, da alles verwachſen
war. Unnuslöſchlicher Dankbarkeit ſeien Sie gewiß. Der beſte
Dankesbeweis ſoll für mich darin beſtehen, Ihre ſo erfolgreiche.
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Seite 10
Nummer 113
Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
WSN. Allerlei Unfälle. Auf dem
Jux=
platz auf der Weſeler Werft ſtürzte eine Freu aus
der Schiffſchaukel und erlitt dabei einen
Unterarm=
bruch. Der Unfall ſoll auf zu ſtarkes Bremſen
zu=
rückzuführen ſein. — Auf dem Juxplatz, beim
Hippo=
drom, wurde ein Fräulein von einem Pferd verletzt,
das ihm ans Schienbein trat. — An der Kreuzung
Wilhelm-Paul=Ehrlich=Straße ereignete ſich ein
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen einem Perſonenkraftwagen und
einer Radfahrerin, wobei die Radfahrerin ſchwer
verletzt wurde und in das Krankenhaus eingelieferk
werden mußte. — Ein in Offenbach wohnender
Kauf=
fann geriet in der Offenbacher Landſtraße mit
ſeinem Gig zwiſchen einen Spraßenbahnzug und ein
Laſtauto. Das Gig, ſowie die Scheiben der
Straßen=
bahn wurden zertrümmert, der Gigbeſitzer wurde
im Geſicht verletzt. — In einem Hauſe in der
Quer=
ſtraße brach ein Feuer aus, deſſen Urſache bis jetzt
noch unbekannt iſt. Es entſtand ein Schaden von
2500 Mark. — Ein Gefangener an
Alko=
holvergiftung geſtorben. Ein
Gefangenen=
aufſeher des hieſigen Gerichtsgefängniſſes, der mit
vier Gefangenen in der Nähe des
Hundedreſſur=
platzes an der Friedberger Warte Arbeiten
auszu=
führen hatte, bemerkte zufällig, daß einer der
Ge=
fangenen ſehr merkwürdige Bewegungen machte. Als
er der Sache nachforſchte, mußte er feſtſtellen, daß
man es mit einem ſchwer Betrunkenen zu tun hatte.
Die eingeleitete Unterſuchung hat ergeben, daß dem
Gefangenentrupp, als ſie mit einem Drückkarren
unterwegs waren, von dritter Seite eine Flaſche mit
Brennſpiritus zugeſteckt worden war, den ſie ſich in
ihre Kaffeekannen goſſen und dann zum Frühſtück
genoſſen. Einer der Gefangenen iſt bereits nach
kurzer Zeit an Alkoholvergiftung geſtorben, ein
zwei=
ter wurde ſchwer krank im Gerichtslazarett
einge=
liefert, befindet ſich aber wieder auf dem Wege der
Beſſerung. Die beiden anderen, die von dem
Teu=
felsgetränk anſcheinend weniger getrunken hatten,
ſind wieder wohlauf. Den Aufſeher trifft an dem
Vorkommnis keine Schuld, da die Gefangenen beim
Frühſtück etwas abſeits ſaßen, ſo daß er den
Vor=
fall nicht gleich bemerken konnte.
Von der Ehefrau zu Tode mißhandelt.
Gelſenkirchen. Der 66 Jahre alte Arbeiter
Kuſchenk wurde in ſeiner Wohnung tot
aufge=
funden. Die Leiche wurde von der Kriminalpolizei
beſchlagnahmt. Die Ehefrau des Toten ſoll den
Mann, weil er betrunken nach Hauſe gekommen
war, mißhandelt haben. Der Tod dürfte auf die
Folgen dieſer Mißhandlung zurückzuführen ſein. Die
Ehefrau wurde als geiſteskrank ins Krankenhaus
eingeliefert.
Exploſionsunfall.
Düſſeldorf. Freitag abend gegen 6 Uhr
explodierten im Sauerſtoffwerk Reisholz beim
Ab=
füllen einige Acetylenflaſchen. Menſchenleben ſind
nicht zu beklagen. Der Schaden iſt beträchtlich aber
durch Verſicherung gedeckt.
Schweres Bauunglück in Duisburg.
Duisburg. Bei den im Bau befindlichen
Wohnhäuſern an der Pappenſtraße ſtürzte eine neu
errichtete Giebelwand ein und begrub ſechs
Arbeiter, die gerade ihre Mittagspauſe hielten,
unter ihren Trümmern. Nach einiger Zeit gelang
es den Verſchütteten, ſich ſelbſt unter den Trümmern
hervorzuarbeiten. Zwei der Verunglückten erlitten
ſchwere Verletzungen, die ihre Ueberführung in ein
Hoſpital notwendig machten, die übrigen geringere
Verletzungen. Die alarmierte Feuerwehr war mit
drei Sanitätswagen an der Unglücksſtelle.
Familientragödie.
Hamburg. Samstag früh wurde aus der
Bille die Ehefrau des hieſigen Apothekers Juſt
ge=
borgen. Sie gab an, daß ſie mit ihrem Mann und
ihren beiden kleinen Kindern wegen wirtſchaftlichen
Sorgen aus dem Leben habe ſcheiden wollen. In
der vergangenen Nacht habe die Familie Gift
ge=
trunken. Mit heftigen Schmerzen ſei ſie nach der
Tat aus der Wohnung geflüchtet und habe ſich in
die Bille geſtürzt. Kriminalbeamte, die ſich ſofort
in die Juſtſche Wohnung begaben, fanden dort die
Leichen der zwei= und dreijährigen Kinder. Der
Ehe=
mann Juſt iſt bisher nicht ermittelt worden. Die
Frau wurde ins Krankenhaus gebracht.
Die erſien Spargel!
Die Spargelſaiſon beginnt unter günſtigen Auſpizien;
die diesjährige Ernte verſpricht recht gut zu werden.
Sonntag, den 24. April 1922
100 Jahre Bremerhaven.
Erinnerungsmünzen des Reiches.
Dieſes erſchütternde Bild ſtammt aus Schanghai aus den Tagen, da chineſiſche revolutionäre
Banden einen Angriff auf die internationalen Niederlaſſungen unternommen haben. Der Anſturm
wurde von den engliſchen Truppen blutig abgewieſen, die Chineſen mußten ſich unter
Hinter=
laſſung vieler Toten zurückziehen.
Zum Chemnitzer Doppelmord.
Chemnitz. Die Kriminalpolizei hat den
Elektromonteur Böhm, der unter dem dringenden
Verdacht, am Oſterſamstag die 82jährige Witwe
Fichtler und ihre Tochter ermordet zu haben,
ver=
haftet wurde, der Tat überführt. Gleichwohl
beſtreitet Böhm auch jetzt noch ſeine Schuld.
Unter dem Verdacht der Begünſtigung wurde ein
gewiſſer Kirſchner in Haft genommen.
Schwerer Unfall.
Berlin. In der Malzfabrik einer hieſigen
Brauerei in Berlin=Tempelhof ſtürzte am Samstag
vormittag bei Reparaturarbeiten an einem Brunnen
das Gerüſt zuſammen. Vier Arbeiter trugen
mehr oder minder ſchwere Verletzungen davon.
Schwerer Grubenunfall auf Zeche „Shamrock.”
Wanne=Eickel. Freitag nachmittag
ereig=
nete ſich im unterirdiſchen Betrieb der Zeche „
Sham=
rock”, durch Zubruchgehen einer Strecke ein ſchwerer
Grubenunfall. Beim Verbauen löſte ſich eine ſchwere
Steinſchicht und durchſchlug die Hölzer. Die hierbei
beſchäftigten Arbeiter gerieten unter die ſtürzenden
Geſteinsmaſſe. Ein Bergmann wurde getötet,
einer erlitt lebensgefährliche, ein dritter leichtere
Verletzungen.
Einer Lawine entronnen.
EP. Prag. Als Freitag nachmittag ½3 Uhr
ein Perſonenzug unterhalb der Erzberg=Station bei
Eiſenerz das ſogenannte Lawinengebiet am
Hinter=
erzberg paſſierte, ging knapp hinter ihm unter
furcht=
barem Getöſe vom Berge Lins eine Schneelawine
nieder, bis 30 Meter über den Damm hinaus, wobei
der Bahnkörper auf hundert Meter Breite und drei
bis ſechs Meter Höhe mit feſtgeballten Schneemaſſen
verſchüttet wurde. Ueber 2000 Kubikmeter
Schnee=
maſſen müſſen vom Damm gehoben werden. Der
Zugverkehr zwiſchen Eiſenerz und der Erzbergſtation
iſt vorläufig bis nächſten Donnerstag eingeſtellt.
Verhaftung einer Falſchmünzerbande.
EP. Mailand. Auf die Nachricht
auslän=
diſcher Polizeibehörden über das Beſtehen einer
Falſchmünzerbande in Florenz iſt es den dortigen
Polizeibehörden gelungen, das Falſchmünzerneſt
aus=
zuheben. Die Bande beſteht aus 10 italieniſchen
Mechanikern und Typographen, die in einer kleinen
Werkſtatt Aufträge zur Anfertigung beliebiger
Mengen von engliſchen Pfund= und anderen fremden
Noten entgegennahmen und ausführten. Die Noten
wurden dann an Komplizen ins Ausland geſandt,
Die ganze Bande konnte verhaftet werden.
Zur Erinnerung an die vor 100 Jahren erfolgte Gründung Bremerhavens, der an der
Unter=
weſer gelegenen Hafenſtadt Bremens, werden vom Reich im Geſamtbetrag von 700 000
Reichs=
mark Erinnerungsmünzen zu je 3 und 5 Mark ausgegeben werden. Der künſtleriſche Entwurf
der Münzen, deren Abbildung wir oben zeigen, ſtammt von Profeſſor Daſio, München. — Die
Erinnerungsfeier wird am 30. April ſtattfinden.
Das Erdbeben in Südamerika.
Die eingeſtürzte Front eines Luxushotels.
Der ſüdamerikaniſche Staat Chile iſt kürzlich von einem ſchweren Erdbeben heimgeſucht worden,
das vor allem in Santiago großen Schaden angerichtet hat. — Unſere Aufnahme zeigt ein Haus
aus dem Erdbebengebiet, das ſeine ganze Faſſade eingebüßt hat.
Zu den Kämpfen in Schanghai.
Eine Straße als Schlachtfeld.
Der Präſident des amerikaniſchen
Roten Kreuzes in Berlin.
Hon. John Barton Payne,
Präſident des amerikaniſchen Roten Kreuzes und
zugleich Präſident der Internationalen Liga der
Rotkreuzgeſellſchaft in Paris (links) bei ſeiner
An=
kunft in Berlin. Rechts auf dem Bilde der
Vize=
präſident des deutſchen Roten Kreuzes, Dr. Draudt.
Präſident Payne wird ſich einige Tage lang in
Berlin aufhalten und bei dieſer Gelegenheit mit den
maßgebenden ſanitären Kreiſen der Reichshauptſtadt
in Fühlung treten.
Ein ſeltſames Autvunglück.
b. Wie uns aus Eger in Böhmen gemeldet
wird, ereignete ſich auf einer Straße bei Marienbad
ein ſeltſames Automobilunglück, dem zwei
Menſchen=
leben zum Opfer fielen. Ein Motorradfahrer
namens Fiſcher, der ſich auf der falſchen
Straßen=
ſeite hielt, fuhr mit voller Wucht auf das Automobil
des Geſchäftsmannes Wagner aus Marienbad auf,
wurde durch die Gewalt des Anpralls ſamt ſeinem
Rad emporgehoben und über den Führerſitz des
Kraftwagens hinweggeſchleudert, wobei der am
Volant ſitzende Beſitzer des Autos ſo ſchwere
Ver=
letzungen am Kopf erlitt, daß er auf der Stelle tot
war. Der Motorradfahrer erlitt ſchwere äußere und
innere Verletzungen, ſo daß er nach ſeiner
Einlie=
ferung ins Marienbader Krankenhaus ebenfalls
ver=
ſchied.
Notlandung eines reichsdeutſchen Fliegers
auf tſchechiſchem Gebiet.
b. In Poſtelberg bei Saaz landete, wie uns
aus Eger berichtet wird, ein Flugzeug, dem der
be=
kannte reichsdeutſche Flieger Cäſar Eberhard von
Cuntg aus Bamberg entſtieg. Cunta war in Hof
in Bayer geſtartet, um nach Chemnitz zu fliegen,
wurde jedoch vom Schneeſturm abgetrieben und
ge=
riet auf tſchechiſches Gebiet. Nachdem feſtgeſtellt war,
daß die Papiere des Fliegers in Ordnung waren,
wurde von der politiſchen Bezirksverwaltung Saaz
die Ausreiſerlaubnis erteilt, worauf der Flieger das
tſchechoſlowakiſche Gebiet wieder verließ.
Flugzeuge gegen die mexikaniſchen Eiſenbahn=
Attentäter.
DD. London. Nach einer „Times=Meldung
aus Mexiko=City war die Bande, die den Zug
Gua=
dalajara—Mexiko zur Entgleiſung brachte und dann
ausraubte, etwa 500 bis 1000 Revolutionäre ſtark.
Nach der Niedermetzelung der beiden Offiziere und
der 17 Mann ſtarken Wache des Zuges wurden die
Paſſagiere in die letzten beiden Wagen getrieben, die
Türen darauf verſchloſſen und die Wagen
angezün=
det. Die Banditen hatten ſich draußen poſtiert und
ſchoſſen auf jeden Paſſagier, der das Freie zu
ge=
winnen ſuchte. Immerhin gelang es aber einer
An=
zahl von Reiſenden, zu entfliehen, die eine nähere
Beſchreibung der grauenerregenden Szenen gaben.
Jeder Reiſende, der ſich am Fenſter zeigte oder
ent=
fliehen wollte, wurde niedergeſchoſſen und ſolange
mit Meſſern bearbeitet, bis er tot zuſammenbrach.
In ganz Mexiko herrſcht über dieſes beſtialiſche
Vor=
gehen der Räuber größte Empörung. Der
Kriegs=
miniſter hat nach einem Kabinettsrat, der von Calles
einberufen wurde, ſofort mit einer größeren Mili
tärabteilung die Verfolgung der Räuber
aufgenom=
men. Der erſte Lazarettzug mit etwa 50
Verwun=
deten iſt in Mexiko=City eingetroffen. Unter ihnen
ſoll ſich eine Deutſche, Frau Levm, befinden. Von
der Regierung wurden acht Flugzeuge ausgeſandt,
die die Räuber in den Bergen und Felsklüften
aus=
findig machen ſollen. Der Chef des Stabes des
Präſidenten Calles, General Alvarez, gab eine
Er=
klärung ab, in der er den Bericht eines an Ort und
Stelle entſandten Generals verlas. In dieſem
Be=
richt heißt es, daß die Räuber, die als Revolutionäre
bezeichnet werden, bei dem Herannahen der Truppen
in die Berge flüchteten. Die Hilferufe der
Verwun=
deten aus dem brennenden Zuge waren deutlich
hörbar, an eine Rettung ſei aber nicht zu denken
geweſen, da die Flammen den Weg verſperrten.
In Mexiko wird das Attentat als ein Rachealt
gegen die Regierung ausgelegt. Auch wird erzähtt,
daß angeblich drei Prieſter an der Spitze der
Ban=
diten geweſen ſein ſollen. Es ſcheint aber, daß dies
bisher lediglich Vermutungen ſind.
Ein Teil der Eiſenbahnräuber getötet.
Mexiko. Wie die Regierung offiziell bekannt
gibt, wurden in der Nähe von Dondiego, einer Stadt
in Guanajuato, 13 Mitglieder der
Räu=
berbande, die vor einigen Tagen einen
Eiſen=
bahnzug überfallen hatte, getötet und drei
gefangen genommen. In der
Veröffent=
lichung der Regierung werden die Räuber als „
kathd=
liſche Extremiſten” bezeichnet. Regierungstruppen
ſetzten die Verfolgung der Aufſtändiſchen fort, die
von einem früheren General Gallegos Desci geführt
werden.
Maximum.
n4
Roman von Hans Schulze.
(Nachdruck verboten.)
Ein großer, heller Stern leuchtete in glänzender Klarheit
ge=
rade zu Häupten der einſamen, jungen Frau, dahinter über dem
Wipfelbaume des Waldes blinkten kleinere Sterne, unſicherer,
entfernter.
Je näher der Morgen kam, um ſo matter erglänzten dieſe, bis
einer nach dem andern erloſch und verſchwand.
Und nur der helle Stern ſtand noch lange Zeit und leuchtete
nild und llar wie zuvor.
8.
Eines Tages, als ſie vom Baden durch den Wald
zurück=
amen, blieb Dr. Hardt plötzlich mitten auf dem Wege ſtehen.
„Hör' einmal, Achim!” ſagte er, „iſt heute nicht dein
Geburts=
ag?"
Der Gefragte dachte ſekundenlang nach, dann zuckte es wie
ein Blitz des Erkennens über ſein Geſicht.
„Du haſt recht! Das hätte ich atſächlich faſt vergeſſen. Da
rwäre ich alſo heute mit Gottes Hilfe fünfunddreißig Jahre alt
geworden!“
Lachen, Händeſchütteln, Glüchwünſche.
„Das muß gefeiert werden!” entſchied Daiſy kurz. „Die Her=
Sen ſind heute mittag unſere Gäſte!”
Ihre blauen Augen ſahen Achim bis ins Herz;
ſonneüber=
goſſen ſtand ſie vor ihm; in dem nur loſe aufgeſteckten Haar
ſchim=
nerten noch ein paar Waſſertropfen, daß es wie ein Geſpinſt von
Gold und Silber leuchtete. —
Dann ſaßen ſie um den runden Tiſch in dem gruftkühlen
Speiſeſaal.
Daify hatte zur Feier des Tages ein glattes, weißes Kleid
engelegt, das ſie noch ſchlanker und mädchenhafter als ſonſt
er=
ſicheinen ließ.
Wie ein underſchönes Bild, lehnte ſie in dem mächtigen
Danziger Barockſtuhl, deſſen wuchtige Gedrungenheit für die
zar=
wen Umriſſe ihres feinen Körpers faſt zu ſchwer erſchien.
Und draußen grüßte der Park und das weite, geſegnete Land
Fo licht und ſtrahlend, als ſei der ganze, blühende Sommer erſt
an dieſem Tage aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen.
Durch die offene Terraſſentür kam zuweilen ein leiſer Wind,
Füß und trunken von Heuduft und Roſenatmen.
Es war eine ſo hochgeſtimmte Stunde, eine Stunde ſo voll
Beißen, herzklopfenden Glücks, daß Achim alles um ſich her
ver=
ggaß und ihm ſeine Zukunft und ſein Leben wie ein tiefer,
uner=
ſchöpflicher Brunnen erſchien.
Immer wieder neigte er ſich mit dem Sektkelch zu Daiſy
her=
über und ſuchte ihren Blick, in einem ſtillen Bekenntnis ſeiner
Liebe, und ſie dankte ihm mit einem frohen Aufleuchten der
Augen.
Nach Tiſch ſchlug ſie einen Spaziergang zur Oberförſterei vor,
und Achim ſtimmte, ſofort freudig zu, während Eva und Dr.
Hardt, die den Geburtstagsabend durch ein beſonderes, kleines
Feſtkonzert verherrlichen wollten, um Urlaub zum Studium ihrer
Vortragsſtücke baten.
Nach längerem Hin und Her wurde ihnen dieſer endlich
zu=
geſtanden, und Dr. Hardt zudem mit dem ehrenvollen Auftrage
betraut, neben dem muſikaliſchen Teil auch die Schöpfung einer
der Bedeutung des Tages entſprechenden Erdbeerbowle
vorzu=
bereiten.
Man trank auf der Terraſſe noch gemeinſam Kaffee, dann
nahmen Daiſy und Achim Abſchied und wandten ſich durch den
Sonnenbrand der Parklichtung zum Wald hinüber. — —
Hier war es ſo wundervoll kühl und märchenſtill.
Nur zuweilen ein Summen in den Halmen, ein Zirpen am
Boden, ein zartes Vogellied, oder irgendwo in der Ferne das
taktmäßige Hämmern eines Spechts.
Ein Birſchweg zog ſich zur Rechten in Schlangenlinien zum
Hochwald hinauf, eine Wieſe, wo die Lichter weiß und
geheim=
nisvoll flimmerten, eine verborgene Schlucht, heimlich,
verſchwie=
gen alles.
Sie gingen allmählich immer zögernder und langſamer, als
ob dieſe ſtille Wanderung für ſie nie ein Ende nehmen ſollte, ganz
eingeſponnen in das große Glück des Alleinſeins.
Und zuletzt ſprach nur noch Daiſy, wie wenn ſie mit ihren
Worten eine ſchützende Wehr um ſich errichten könnte.
Und Achim ſchaute wie gebannt auf den ſüßen, roten Mund
in dem feinen Geſicht, das ihm noch nie ſo jung und weich wie
heute erſchienen war, und dachte immer wieder nur das eine,
wie wunderbar beglückend es ſein müßte, dieſe friſchen, feſten
Lippen zu küſſen, zwiſchen denen die Zähne zuweilen aufblitzten,
gleich weißen Kernen in einer Scharlachfrucht.
Die Oberförſterei lag ſtill in Einſamkeit begraben wie eine
grüne Garteninſel in dem unabſehbaren Meer des Waldes.
ündu
DASTILLEN
ERHAUTUCH IN APOTHEKEN U. DROGERIEN.
3.6 Dlamino — 10 Meihul — Zeridinlum-
Glone aoa mit Ralue und Zucher ale Fatillenmusrs
Nur ein paar Schwalben, die unter den gekreuzten
Pferde=
köpfen über dem Hauseingang ihr Neſt gebaut hatten,
ſchwenk=
ten mit unabläſſigem Zwitſchern um den Kletterwein des ſteilen
Dachgiebels, und wütendes Teckelgekläff antwortete dem Anruf
der beiden Wanderer aus dem Innern.
Erſt auf dem Hofe trafen ſie in einem Stall auf eine
ſtock=
taube, alte Magd und erfuhren, daß die Herrſchaft ſchon gegen
Mittag zu einem Beſuch in die Nachbarſchaft gefahren ſei.
Daiſy zog ein ſpitzbübiſch=bedauerndes Geſicht.
„Die Hoffnung auf die berühmten Raderkuchen der Frau
Oberförſter iſt alſo für heute dahin!” ſagte ſie, aber ihre Augen
lachten, daß ihnen dieſes Zuſammenſein durch keinerlei fremde
Menſchen geſtört wurde. —
Der Weg trat jetzt aus dem Walde heraus und wand ſich
durch einen Wieſengrund zum Dörfchen Groß=Rauſen hinüber.
Eine Zeit lang gingen ſie durch dichte Haſelnußhecken
zwi=
ſchen wilden Roſen und Dornbüſchen, in denen noch der ganze
Duft des ſcheidenden Tages hing.
Die lange, gerade Zeile der Dorſſtraße lag in ſommerlicher
Verlaſſenheit.
Nur ein paar flachshaarige Kinder tummelten ſich auf dem
großen Grasanger am Dorfteich, und junge Gänſe watſchelten
unbeholfen hinterher und reckten flügelſchlagend und ſchreiend
die Hälſe.
Die ſpäte Nachmittagsſonne ſtand grell auf den blinkenden
Fenſterſcheiben des neuen Schulhauſes und ſah ſtechend und
gleichſam inſpizierend in die langweilig=leeren Räume hinein.
Dann raſteten ſie in einem kleinen Wirtshausgarten am See,
von der Wirtin, einer hübſchen, ſtattlichen Perſon, mit ruhevoller
Langſamkeit bedient.
Achim hatte ſich eine Zigarette angezündet und umfaßte mit
ſehnſüchtigen Blicken immer wieder das feine Profil der jungen
Frau, das ſo ſtill und ernſt war wie dieſer Abend über Wald
und See
Eine brütende Rohrdroſſel ſtieß zuweilen ſorgende Rufe aus,
dann wieder ſprang ein Fiſch im Waſſer und von den
Uferdör=
fern klang gedämpftes Hundegebell.
Immer tiefer ſpann ſich die Welt in Dämmerung und
Dunkel.
Und in dem ſchützenden Schleier, dieſes Dunkels öffneten
ſich allmählich die Herzen, daß ſie von allerlei Dingen ſprachen,
die ſie bisher ängſtlich in innerſter Seele voreinander behütet
hatten.
Daiſy erzählte von ihrer Ehe; in rückhaltloſem Bekenntnis
riß ſie die letzte Hülle von ihrer Seele, breitete ſie das Drama
ihres Lebens bis zum Ende vor ihm aus.
Und die ganze Sehnſucht ihrer großen, verlangenden Liebe
ſtand über der martervollen Selbſtzerfleiſchung ihres Ichs.
(Fortſetzung folgt.)
Schlechtes Blut!
Jedermann weiß, daß die moderne Lebensweise mit
Schwarztee, Kaffee, schaufen Gewürzen, Nikotin und
anderem, die das ganze Jahr hindurch fast tagtäglich
genommen werden, den Blutstrom und die Sätte mit
g ftigen Stoffen beladen. Nicht minder tragen auch
Abfallstoffe und Schlacken aus übermäßigem
Fleisch-
genuß, einseitiger Ernährung, Mangel an Bewegung
in trischer Luft während der Wintermonate hierzu
bei. Alle Gifte, die sich im Körper angesammelt haben,
wrachen meist plötzlich auf und erzeugen Krankheiten. Welche Be-
Heutung schlechte Süfte bei Krankheiten und Operationen haben,
st genügend bekannt.
Es gibt Leute, die, ohne bettlägerig zu sein, doch fast immer unwohl
sind, sie haben keinen Appetit, sind verstopft, auf der Brust und im
Elagen fühlen sie sich voll und beklemmt, und im Kopt ist Hitze und
Weh, der Schlaf ist unruhig und voller Träume. Eine ganze Reihe
Krank-
meiten, besonders Gicht, Rheumatismns, Zuckerkrankheit, Fettsucht,
Wlutarmat und Bleichsucht, viele Hautkrankheiten, Hämorrhoiden,
Wallen- und Leberleiden, Blusen- und Nierenleiden, Stuhlverstopfung,
Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Arterienverkalkung, Herz- und Nerven-
Leiden und viele andere sind oft nur die Folgre von schlechter Blut-
mischung und dickem, verdorbenem, schlecht zirknlierendem Blute.
Nehmen Sie Schwarzwälder Blutyeinigungstee, der das Blut und die
Säfte entg ftet, entsäuert, reinigt, und auff ischt und von kranken,
ver-
hockten Stoffen befreit. Ganz be onders sei dies solchen empfohlen, die
an Verstopfung leiden Beginnen Sie jetzt die Kur, Sie werden den
Unterschied in einigen Tagen merken — Kraft, Lebensmut und
Frohsinn ziehen wieder in den Körper, und wie neugeboren geht
der gesamte Organismus aus der Kur hervor, einfach, weil das Blut
wieder jein und gesund, hell und klar durch die Adern tließt und alle
Organe mit gesundem, gereinigtem, lebenspendendem Lebenssaft ernähren
kann. Warten Sie aber mit dieser Kur nicht, bis Sie krank sind, sondern
trinken Sie diesen wohlschmeckenden Tee jetzt an Stelle sonstiger Morgen-
und Abendgetränke; er kostet Sie ja dann gar nichts Eine häusliche
Kur dauert 20 bis 30 Tage und läßt sich ohne jede Störung von allen
Mitgliedern der Familie, klein und groß, gemeinsam durchführen. Unsere
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IHHHHAnnnannnaaau
HEannannaganE
HAHAAAHAAIZ
24. April 1927
Nummer
Von Alfred Adam.
Ansicht von Antwerpen
Wenn man von den Städten ſpricht, ſpricht man von
lebendigen Weſen, denn ſie haben ihr Antlitz, ihren
Charak=
ter, ihr Schickſal, ihre Seele und ihre Geheimniſſe, wie die
Menſchen, ſie gleichen einander ſo wenig, wie ein Menſch
dem anderen gleicht, ſie ſind ſtolz oder beſcheiden, ſchön oder
häßlich, alt oder jung, immer aber ſind ſie voneinander
grundverſchieden. Die Städte haben ihre eigene Melodie,
ihre Farben, ihren Vhythmus, ihre Kultur und ihre
be=
ſondere Atmoſphäre, ſie ſind ernſt oder heiter, mitteilſam
oder verſchloſſen, wortkarge Philoſophen oder prachtvolle
Plauderer, ſie können uns zur Begeiſterung hinreißen oder
merkwürdig unberührt laſſen. Es gibt Städte, die ſich uns
ſcheinbar ganz und völlig erſchließen und andere wieder, die
gleichſam eine unſichtbare Scheidewand zwiſchen ſich und
unſerer Seele errichten, als gelte es, uns einen letzten
Ein=
blick in ihr Inneres zu verwehren, über allen aber weht ein
Hauch muſtiſchen Lebens.
Der Einfluß, den die Städte auf die menſchliche Seele
ausüben, iſt ein gewaltiger, ſie können in uns ein Gefühl der
Nuhe, der Freude und des Glückes auslöſen oder ſie können
uns unruhig, traurig und freudlos machen. Manche Städte
wirken anfeuernd auf unſer Schaffen, andere wieder ſcheinen
es zu hemmen, je nach der Seelenverwandtſchaft zwiſchen
Stadt und Menſch.
Aber die geheime Wirkung, die eine Stadt auf unſer
Gemüt ausübt, iſt nicht immer die gleiche, vielmehr iſt ſie
im Wechſel der Seit eine ganz verſchiedene, denn unſer
ſeeliſches Empfinden iſt ſchwankend. So iſt es zu verſtehen,
daß wir eine Stadt, die wir einmal hell, freundlich,
ein=
ladend fanden, ſpäter als irgendwie unperſönlich, ja ſeelenlos
empfinden. Es iſt aber nicht nur unſere, uns oftmals un=
bewußt verwandelte Seelenlage, die unſer Verhältnis zu
einer Stadt manchmal völlig verändert, auch das Wetter,
die Cages= und Jahreszeiten ſpielen in dieſem
Verwand=
lungsprozeß eine beträchtliche Nolle. Und ſo verändert ſich
denn, durch den Wandel unſerer Seele, durch Morgen,
Mittag oder Abend, durch Sonnenſchein oder Negen, durch
Frühling, Sommer, Herbſt oder Winter das Antlitz einer
Stadt für uns fortwährend, während doch die Stadt ſich
ſelbſt ewig gleich bleibt.
Es iſt ein ununterbrochener Seichenaustauſch, der zwiſchen
den Seelen der Menſchen und den Städten ſtattfindet, ein
ganz geheimes, wenig erforſchtes Stück Leben, das ſich
täg-
lich, ſtündlich uns zumeiſt unbewußt abſpielt, die Städte
greifen gleichſam in unſer Schickſal ein und beſtimmen es mit.
Denn die feinſten Fäden ſpinnen ſich herüber und hinüber,
von den Menſchen zu den Städten, von den Städten zu den
Menſchen.
Manche Städte laſſen uns, ſo glauben wir, lächelnd unſere
Freiheit, andere verſuchen uns ganz in ihren Bann zu ziehen
und ihren Willen aufzuzwingen. Alle Städte aber wirken
irgendwie auf uns ein, oftmals auf eine Art, die uns ſelbſt
rätſelhaft bleibt. Sie raten uns ab oder ſie reden uns zu,
werfen uns aus dumpfer Lethargie wieder mitten hinein in
den Strom tätigen Lebens oder werfen ihren Schatten in
unſere Freude. Es gibt Cage, an denen wir eine Stadt, die
wir ſonſt lieben, plötzlich haſſen, ſie ſcheint uns feindlich
ge=
ſinnt, und wir möchten in ſolchen dunklen Stunden die Stadt
ſchleunigſt fliehen. So ſind uns denn die Städte einmal gute
Kameraden und dann wieder heimtückiſche Weſen, die uns
unſichtbare Hinderniſſe in den Weg legen, über die wir
ſtürzen ſollen — ein intimes, wechſelvolles Schauſpiel.
Die Anziehungskraft, die die Städte auf die menſchliche
Seele ausüben, feſtzuſtellen, iſt eine ungemein reizvolle
Auf-
gabe. Manche Städte beſtricken uns durch ihre Melodie, ſie
kann zart ſein, wie gedämpfes Saitenſpiel oder feierlich, wie
der ſchwere Klang einer Orgel. Andere Städte wieder lieben
wir um ihres Antlitzes oder um ihrer Farbe willen. Wir
ſprechen von Städten, deren Antlitz Kultur oder Arbeit iſt,
ihre Farben ſind grau oder lichtes Gold, und ihr Düſter legt
ſich beklemmend auf unſere Seele, oder ihr Glanz zaubert
Sonne in unſer Herz. Aber auch vom Rhythmus der Städte
fließt ein Strom in unſer Blut, wir lernen mit ihnen haſten
und jagen oder gemächlichen Schrittes dahinſchlendern. Oft
aber berauſcht uns an einer Stadt alles miteinander, ihre
Melodie, ihr Antlitz, ihre Farbe und ihr Rhythmus, dann
lieben wir dieſe Stadt, und Städte, die wir lieben, ſind wie
ein Buch, das immer köſtlicher wird, je öfter man es lieſt.
Wenn man von den Städten ſpricht, ſpricht man von
lebendigen Weſen. Aber ſie bleiben uns ewig rätſelhaft, und
jener geheimnisvolle Sauber, der von ihnen ausgeht, läßt
uns nicht müde werden, immer wieder zu verſuchen, ihre
Nunenſchrift zu entziffern, die wir aber niemals werden
reſtlos zu deuten wiſſen ...
Die Pſuchologie des Sammelns.
Von Dr. Guſtav Herms.
Es gibt wohl keinen Gegenſtand, mag er ein Erzeugnis der
Natur oder der Menſchenhand ſein, der nicht Objekt der Luſt
und Leidenſchaft eines Sammlers wäre. Mineralien,
Schmetter=
linge, gepreßte Pflanzen, Kupferſtiche, Keramik, Uhren,
Feuer=
zeuge, Münzen, Briefmarken, Autogramme, Notgeld,
Spazier=
ſtöcke, Waffen, ſeltene Drucke von Büchern, Plaſtiken jeder
Art, Möbel, alles findet ſeinen treuen Bewahrar, der den
ver=
ſchiedenen Dingen in ſeiner Wohnung, ſeinem Spind, und, was
weſentlicher iſt, in ſeinem Leben einen bevorzugten Platz
ein=
räumt. Das Merkwürdigſte dabei iſt, daß trotz der
Verſchieden=
heit der Dinge, die geſammelt werden, ein ſtillſchweigendes
Ein=
verſtändnis, eine Art Geheimſprache, zwiſchen den Sammlern
nicht nur ein und derſelben Kategorie, ſondern zwiſchen allen
Sammlern überhaupt zu beſtehen ſcheint. Ein Bücherſammler
begreift gefühlsmäßig, daß der Porzellanſammler eines ganz
unſcheinbaren Püppchens wegen, das er erwerben muß, eine
weite Neiſe macht; und vom alten Geheimrat mit ſeiner
Spazier=
ſtockſammlung führt zu dem Bürſchlein, das in der Schulpauſe
gewagte Briefmarkengeſchäfte abwickelt, ſicherlich keine andere
Brücke als die Gemeinſamkeit der Sammelneigung, in der ſie
ſich, ohne viele Worte zu machen, einig ſind. Da iſt es nun
will=
kommene Aufgabe des Pſychologen, in der Verſchiedenheit der
Siele die gemeinſame Cendenz aufzudecken, oder, anders geſagt,
zu unterſuchen, warum und von welchen beſonderen Menſchen
die Cätigkeit des Sammelns ausgeübt wird.
Es wäre nun grundverkehrt, wollte man die pſychologiſche
Sonde bei dem mit exakten wiſſenſchaftlichen Kenntniſſen
aus=
geſtatteten Direktor einer ſtaatlichen Galerie anſetzen, der
äußer=
lich leidenſchaftslos, ſein Gebiet bearbeitet. Bei ihm iſt das
Ur=
ſprüngliche, Eigentliche des Sammlers völlig von intellektuellen
Elementen überlagert. Als ebenſo
un=
zweckmäßig müßte der Verſuch bezeichnet
werden, die Analuſe gerade bei
natur=
wiſſenſchaftlichen Sammlungen zu
be=
ginnen, denn deren Objekte ſcheinen ſo
ganz im Vernünftigen, Rationalen zu
wurzeln, daß wir mit der voreiligen
Ant=
wort abgeſpeiſt würden: „die Bücherei
der Gelehrten, die
Schmetterlingsſamm=
lung des Naturkundigen ſind Nüſtzeuge
ihrer Forſchung.‟ Das wäre nun nicht
einmal falſch, träfe jedoch den
pſycholo-
giſchen, will ſagen ſeeliſchen Kern des
Sammlerproblems keineswegs. Uns ſcheint
es zweckmäßiger, von den Höhen muſealer
Präziſion und abgeklärter Wiſſenſchaft
herabzuſteigen und den
Kurioſitäten=
ſammler in den Mittelpunkt der
Be=
trachtungen zu rücken. Denn an ihm und
ſeiner Sammlung entdecken wir
pſycho=
logiſch bedeutend brauchbareres Material.
Creten wir in ſeine Behauſung: Da ſteht
neben einer Ceekanne, deren Herkunft
aus Goethes Hauſe zweifelsfrei erwieſen
iſt, eine Cabaksdoſe Napoleons. In der
anderen Ecke lehnen ein paar
Nicht=
ſchwerter. Eine Mappe birgt vielleicht
ein paar belangloſe Seilen von der Hand
Wallenſteins. Keiner der aufgeführten
Gegenſtände beſitzt, ſo ſollte man meinen,
irgendwelche Beziehungen zum andern=
und doch ſpürt man eine Gemeinſamkeit.
Das gefühlsmäßige Sentrum ihrer
Ver=
eintheit iſt eben jener Sammler, der mit
ſtärkſtem ſeeliſchen Aufwand die „
Echt=
heit” ſeiner Stücke betont und verteidigt.
Was findet er nur an ihnen Beſonderes?
Goethes Ceekanne iſt ein altväterliches
Meſſinggefäß, wie es ſicherlich noch
Cauſende auf der Welt gibt, und trägt
vom Goetheſchen Geiſte keine nachweislichen Spuren. Napoleons
Schnupftabakdoſe iſt eine belangloſe Horndrechſelarbeit, und die
Schmiedung der alten Nichtſchwerter kann kunſtgewerblich kaum
eben noch als Durchſchnittsleiſtung bewertet werden. Was jedoch
die paar Seilen Wallenſteins anbelangt, ſo ändert ihr
Auf=
bewahrer nichts an der Catſache, daß „ſein Charakterbild in
der Geſchichte ſchwankt”. Warum alſo dieſer Aufwand von
Gefühl und materiellen Mitteln für Dinge, deren obfektiver
Wert erwieſenermaßen gering iſt? Wir würden um eine
Löſung dieſer Fragen verlegen ſein, wenn wir ihnen nicht
ver=
gleichend=pſychologiſch nahen könnten.
Wo immer Crieb oder Neigung eine Nolle ſpielen, empfiehlt
es ſich, das ſexuelle Gebiet behilfsweiſe zu betrachten, weil in
ihm ſich unſer Gefühls= und Willensleben mit größter
Deutlich=
keit abſpiegelt. Und da entdecken wir zu unſerer Ueberraſchung,
daß mancher von uns ganz ähnliche Charakterzüge wie jener
Kurioſitätenſammler aufweiſt. Den Blumenſtrauß, den wir der
Liebſten zu merſten Stelldichein mitbrachten, finden wir nach
Jahren im Schubfach ihres Schreins „geſammelt” wieder, und
die Krawattennadel, die man zum Geburtstage von ihr erhielt,
gewinnt eine weit über ihren materiellen Wert hinausgehende
Bedeutung; wir würden unbedenklich einen Menſchen als
ge=
fühlsroh bezeichnen, der uns zumutete, derartige Andenken zu
vernichten oder zu veräußern. Hiermit iſt bereits ausgedrückt,
daß die Dinge zu den Gefühlen in einem eigentümlichen
Ver=
hältnis ſtehen. Man benötigt die Gegenſtände, um gewiſſe
Ge=
fühlstöne lebendig zu erhalten, oder nach Wunſch und Willen
wieder zu beleben. Dieſe Unterſtützung der Empfindungswelt
durch die Gegenſtände braucht der eine Menſch mehr als der
andere, der Primitive, deſſen Vorſtellungsvermögen noch unent=
wickelt iſt, am nötigſten. Alles, was er liebt oder haßt, muß
eng an ein „faßbares” Objekt geknüpft ſein. Man kennzeichnet
dieſe menſchliche Urtümlichkeit mit dem Worte „Fetiſchdienſt”.
Im Liebesleben, bei dem wir unſerer pſychiſchen Ahnenreihe am
unmittelbarſten bewußt werden, treffen wir auf ganz ähnliche
Cendenzen. Der ſeeliſch einfach konſtruierte Menſch braucht, um
die Situation des erſten Stelldicheins ſich lebendig zu
vergegen=
wärtigen, ein Stück Wirklichkeit, das gleichſam den
Mittel=
punkt, den Extrakt des ganzen Erlebniſſes darſtellt. Je mehr
ſich ein Menſch vom Gefühls= zum Intellektualweſen entwickelt,
je mehr alſo in ſeinem Leben bloße Vorſtellungen, ja
gegenſtands-
loſe Abſtraktionen eine Nolle ſpielen, um ſo weniger wird es
des dinghaften Hilfsmittels bedürfen. Das Gebot „Du ſollſt dir
kein Bildnis machen” ſtellt die bewußte Abkehr von der Welt
des Primitiven zur nächſt höheren Kulturſtufe dar. Als erotiſche
Anomalie des Setiſchmus bezeichnen wir die Eigentümlichkeit
eines Menſchen, den Gegenſtänden nicht nur die Stellung des
pſychiſchen Hilfsmoments einzuräumen, ſondern ſie als ſo
gefühls=
betont zu erleben, daß ſie eine Art Eigenexiſtenz führen, alſo
mehr als gemeinhin beſeelt und damit ſogar geeignet werden, als.
vollwertige Partner im Liebesverhältnis aufzutreten. Der
Schuhfetiſchiſt liebt den Damenſchuh, auch wenn er ſich gar nicht
am Suße einer Schönen befindet.
Beim Sammler wirkt eine dem Fetiſchismus ſehr naheſtehende
pſuchiſche Einſtellung. Kehren wir zu unſerem Kurioſitätenfreund
zurück. Gewiß ſind alle ſeine Stücke an ſich wertlos, wenn der
Wert den Inbegriff exakter Einſchätzung hinſichtlich beſtimmter
Anforderungen bedeutet. Aber trotz des künſtleriſchen Unwerts
und der hiſtoriſchen Gleichgültigkeit ſind die Gegenſtände von
einem Sturm und Drang von Gefühlen, Ahnungen und
Hin=
weiſen umwittert. Der Beſitzer oder der Beſchauer empfindet,
wenn er eben ein Sammler iſt, ſich in unmittelbare Erlebnisnähe
einer bedeutenden Perſon oder eines bedeutenden Ereigniſſes
gerückt, von denen er nicht nur rein intellektuell Kunde erhält
und erfährt, ſondern an denen er mit ganzer affektiver Stärke
teilnimmt. Nun verſtehen wir, warum Goethes Ceekanne, wenn
auch objektiv nichts von Soetheſchem Geiſte an ſich tragend,
ſubjektiv — aber eben nur für den Sammler — „goethiſch” be=
Ka) a.
Von M. Cutujew.
Einige Stunden, bevor Leutnant Schpagin ſich eine Kugel in
die ſehr müde Schläfe ſchoß, ſaß ich mit ihm im kleien ruſſiſchen
Café am Cauentzien zuſammen. Wir ſprachen karg von täglichen
Dingen und ſchwiegen lange. Der ſchlanke dunkle Junge ſchien
bedrückter denn je, die Augen blickten gequält ins Leere.
Schließlich berührte ich leiſe die Finger ſeiner ruhloſen Hand:
„Boris Michailowitſch, Ihre Schultern ſind zu ſchmal geworden,
laſſen Sie mich auch etwas von Ihrer Laſt ſchleppen, vielleicht
hilft es ..."
„Ihnen, mein Freund,” ergänzte Schpagin mit
eigentüm=
licher Betonung, „und ich will’s Ihnen erzählen, hören Sie:
Der Winter ſtand eiſig an der Draga. Die Front erſtarrte.
Weiße und Note hatten ſich eingegraben, etwas voneinander
geborgen durch die Hügelung der Ufer und getrennt durch den
Sluß, der — obgleich zugefroren — hartnäckig als Hindernis
betrachtet wurde. Die linke Flanke unſerer weißen Diviſion
ſtieß auf dichte Wälder, die für größere Maſſen nur auf wenigen
Wegen gangbar waren. Cag und Nacht — wochenlang —
glitten unſere Streifen durch die verſchneite Wildnis, ohne
Ein=
wohner oder Feinde zu treffen. Anfang Januar übernahm ich
mit meinen zwei Sügen den Patrouillendienſt. Schon war ich nah
daran, die Ausſicht auf feſſelnde Geſchehniſſe ganz aufzugeben,
da ſtampft eines Morgens beim Hellwerden ein Schütze zu mir
herein und meldet Seltſames: Unverſehens habe er im Walde
etwa zwei Kilometer ſeitab einen ſchmalen Pfad entdeckt, der uns
bisher entgangen ſei. Sriſche Spuren von Pferdehufen und
merkwürdig kleinen menſchlichen Füßen hätten ihn veranlaßt,
den Weg eine Strecke weiter zu verfolgen. Dann habe er Halt
gemacht, in der Meinung, ſchnelle Meldung ſei richtiger als
weiteres Vordringen auf eigene Fauſt. In eiliger Nückkehr habe
er die Stelle der Entdeckung überſchritten, immer an der Jährte
klebend. Endlich ſei der Pfad ganz eng und unſichtig geworden.
und das ſäumende Dickicht wie von Menſchenhand zu feſter
Alauer geſchweißt. Plötzlich, kaum hundert Schritte vom
Stand=
quartier, wirft der heimliche Pfad den Kundſchafter auf eine
Schneiſe, die ſtändig kreuz und quer von uns begangen wurdel ...
Erregt ſteht der Mann. Ich lange mir den Fähnrich Schiwalow
mit mehreren Leuten und eile hinaus, um den Sachverhalt genau
zu prüfen. Auf der Schneiſe fand ich den Sugang zum Waldweg
vorzüglich maskiert; wir hielten uns nicht lange auf. Ich ſah
in Allem die Angaben meines Soldaten beſtätigt. Wir
mar=
ſchierten ſchnell, dann achtſamer — immer die lockenden Spuren
vor uns. Die Spannung wuchs: in ſtummer Seierlichkeit empfing
uns der winterliche Wald, nur der Schnee knirſchte unter
ſchweren Stiefeln, ab und an verhaltenes Keuchen der Leute, —
in ſteilen Jahnen wie Nauch entfuhr der Atem ihren witternden
Geſichtern. Mann hinter Mann, die Gewehre im Anſchlag.
ſtapften wir vorwärts. Wohl eine Stunde mochte ſeit unſerem
Aufbruch vergangen ſein — da biegt der Weg jäh zur Seite und
ein Bild bietet ſich uns, daß wir zu träumen wähnen: inmitten
einer ſorgſam in engem Kreiſe ausgehauenen Nodung blickt uns
eine Hütte an, ich reiße die Cür auf und ſpringe hinein, ohne mich
irgendwie vorzuſehen, denn blitzartig weiß ich: nichts Böſes kann
geſchehen. Ich ſtehe in einer winzigen Bauernſtube vor einem
völlig überraſchten Weſen, das wohl eben erſt von der Ruhebank
aufgefahren iſt und ſich verſtört die Augen reibt. Ich muß laut
auflachen und ſehe mir die Beſcherung näher an, während meine
Schützen ſchon hinter mir hereindrängen: Ein ſchmales Mädchen
in weißem Schafspelz, geſtiefelt und geſpornt. Die Locken
um=
geben lichtbraun und arg zerzauſt ein ganz verſchlafenes, aber
rührend liebes Geſicht, das mir tapfer zu begegnen verſucht. Nun
ſind auch die Augen wach geworden und bitten mich dunkel, doch
endlich die hölliſche Heiterkeit meiner Horde zu dämpfen und
ſelbſt ernſt zu werden. Sobald aber das geſchehen, lächelt ſie
ſehr ſchelmiſch und frei — und ſagt dann: „Guten Morgen!” Ja,
ganz einfach dieſen: Guten Morgen, aber ihre Stimme war wie
eine Glocke, tiefen und vollen Klanges. Uns wurde ganz feſtlich
zumute und friedlich. Und ſie ſagte: „Setzen Sie ſich, ich bringe
gleich Cee
Ich beſann mich auf einige ernſte Fragen, die ſich mir mit
dieſem merkwürdigen Ergebnis unſeres Sorſcungsganges
auf=
drängten, rede mir jedoch ein, es hätte keinen Sweck, das Idyll
vorzeitig zu zerſtören — erſt wollt ich das Mädchen ganz
zu=
traulich und mitteilſam machen. Nachdem ſich die Leute eine
Weile erwärmt und gelabt hatten, ſchickte ich ſie hinaus — zum
Poſtenſtehen und weiteren Aufklären der nächſten Umgebung.
Ich blieb mit dem Mädchen und dem Fähnrich in der Stube
zurück. Mit Schiwalow hatte ich mich kurz verſtändigt, er ſolle
ſich — während ich ein Verhör in Form eines freundlichen
Ge=
ſpräches anſtellen würde, zwiſchen allerhand Hantierungen
un=
auffällig Notizen machen. Weiß der Ceufel — ich wurde
gerade-
zu überrannt — wollte nicht verletzen, wollte gefallen und
ritter-
lich ohne Rauheit ſein. Das Benehmen des Mädchens war nun
ganz ſicher, — friſch und unbefangen kamen ihre Antworten zu
mir herüber. Die Bewegungen waren wehend, von einer
Leichtigkeit, die taumeln machte, und ſo unſagbar notwendig,
wie Wolken ziehen müſſen, wenn ſie der Wind treibt. Und die
Augen — ihre Farbe weiß ich nicht, und doch ſind ſie immer
vor mir, die langen Jahre bis heute, immer wandern dieſe Augen
mit mir, Kaſa’s Augen .. . Kaſa — ja ſo nannte ich ſie ſpäter,
während im Soldatenmund ſie derber „Kaſatſchka” blieb ..."
Schpagin hielt inne — ſeine Worte überſtürzten ſich zuletzt,
furchtbarer noch war ſeine ſtumme Erregung. Endlich beruhigte
er ſich und begann behutſam, als berühre er Koſtbarſtes,
Her=
brechlichſtes mit tölpiſchen Händen.
„Ja, das ergriff mich gleich damals ſo — der Ausdruck ihrer
Augen. Wohl lag kindhafte Freude häufig darin, aber wie
emporgeſandt aus dem nächtigen Urgrund. Unſinnlich jung
und doch von einer uns unbeſtimmt quälenden, ungeheuren und
haltloſen Güte war immer ihr Blick, uns Kriegern allen in
gleicher Weiſe verſchenkt . . . So mochten die Augen der Kinder
geſchaut haben, die einſt das heilige Land im Kreuzzug erobern
wollten — Opferaugen ..
Das Geſpräch zwiſchen Kaſa und mir dauerte wohl eine
halbe Stunde und war ein heiterer Genuß, ein Ballſpiel
gleich=
ſam. Sie hatte natürlich Schiwalows Aufgabe längſt begriffen,
lächelte mitunter freundlich überlegen zum eifrig Schreibenden
hinüber und ließ ſich gar nicht beirren. Aus dem Gehörten und
den Notizen ergab ſich das Protokoll, das ich darauf an den
Negimentsſtab weiterleitete; es hatte im Weſentlichen dieſen
Inhalt:
Das am 9. Januar 1920 in einer entlegenen Hütte im
Pri=
dragaer Waldgebiet von Leutnant Schpagin und ſeinen Leuten
angetroffene Mädchen ſagt aus: Ich heiße Marja und bin die
Cochter des in dem gräflich Kalkow’ſchen Nevier bedienſtet
ge=
weſenen Unterförſters Alexei Dolgow. Als die Front ſich
merk=
lich unſerer Gegend näherte, beſchloß der Vater — auf
Ser=
ſtörung unſeres Heims gefaßt — an unzugänglicher Stelle im
Walde eine Hütte zu zimmern, die einige wichtige Vorräte und
Sachen bergen und uns vielleicht einmal als Zuflucht dienen
ſollte. Von meinen zwei Brüdern unterſtützt, baute Vater dieſe
Hütte mehrere Nächte lang und verband ſie mit einem nicht
weit davon entfernt verlaufenden Waldweg. Was hier nicht
verborgen wurde, ordneten Mutter und ich inzwiſchen für den
Cag des Aufbruchs in friedlichere Gebiete. Im November
ver=
ließen wir die Heimat, die Eltern zogen mit mir nach Poſharſk
zu Verwandten, die Brüder traten in die weiße Armee . ..
Auf die Frage, was ſie zur Nückkehr ins Frontgebiet bewogen
habe, erklärt Marja Dolgowa, ſie habe in der Hütte nach dem
dort Surückgelaſſenen ſehen wollen; vor Allem aber habe es
ſie dahin gezogen, wo ruſſiſche Männer kämpfen und leiden; in
der Stadt ſei ſie unnütz geweſen, hier könne man ſie
vielleichtbrauchen . Man ſolle ſie um Gottes
Wil=
len nur hier laſſen, ſie habe das zwingende Gefühl, hier
unent=
behrlich zu ſein.
So ſah ich Kaſa vor mir, durchglüht von einer Berufung, in
hinreißender Bereitſchaft und herber Lieblichkeit. Flackerte auch
Verlangen nach dieſem Weichen, Warmen, Langentbehrten in
mir auf, ſo war es doch nicht das allein, was mir den erſten
— und fortan jeden — Abſchied von dieſem Mädchen ſo ſehr
ſchwer machte. Nein — dumpfe Angſt um Kaſa hing ſich
jedes-
mal an mich, wenn ich ſie verließ; und an dieſem erſten Morgen
begann es, als ich ihr die Hand gab und ſagte, ſie könne hier
bleiben, ihr ſpäteres Schickſal hinge nicht von mir ab. Och
beſchloß, die Waldhütte in das Syſtem der Flankenſtellung
ein=
zubeziehen. Den Fähnrich mit einigen Leuten beſtimmte ich als
vorläufige Beſatzung, nicht ohne ſtrenge Weiſungen zu
gebei=
die außer dienſtlichen Einzelheiten Behandlung und Schutz des
Mädchens betrafen. Dann trat ich mit einem Ceil der Leute den
Heelt ſein kann. Wir verſtehen auch, warum der Bücherliebhaber
tweder Mühe noch Geldmittel ſcheut, um in den Beſitz eines
Erſtdruckes zu gelangen. Nein verſtandesgemäß iſt das gar
nicht zu begreifen: Der Erſtdruck von Schillers „Näubern”
mnterſcheidet ſich von der braven Neclam=Ausgabe inhaltlich
o wenig, daß das Hin= und Herwogen einer Bücherauktion
wirklich nur mehr einen ſonderbaren Eindruck machen würde,
woenn man nicht vergegenwärtigte, daß ein Exemplar von der
Erſtausgabe eben als unmittelbar, wenn auch nicht aus der Hand.
o doch aus der Nähe des Schöpfers hervorgegangen empfunden
wird. Ihm möchte man nicht als einer zeitloſen Größe, ſondern
gals ſchaffendem, in ſeiner Epoche lebendem Menſchen verbunden
Tein.
Ganz im gleichen Sinne haben wir den Drang des Sammlers
Su verſtehen, Originale der bildenden Kunſt zu beſitzen. Die Kopie
Ateht an Güte der Darſtellung oft nicht hinter dem Urbild zurück,
Dder Inhalt — und auf ihn kommt es doch hauptſächlich an —
Eſt ohnehin der gleiche. Crotzdem geht das Streben nach der
rerſten urſprünglichen Darſtellung. Wir begreifen: Man erwirbt
mnit dem Original nicht nur das Kunſtwerk, ſondern ein Symbol
Der Schöpferſtunde.
Wir gehen nicht fehl, wenn wir in der Briefmarkenſamm=
Hlung des Knaben oder des reifen Mannes — Mädchen ſammeln
rmeiſt keine Briefmarken — den Gefühlsniederſchlag ſeiner
Abenteuerluſt und ſeiner Sehnſucht ins Weite erblicken. Die
Briefmarke ſo gut wie die Antiquität iſt das Vehikel, auf dem
runſer Geiſt der räumlichen oder zeitlichen Gegenwart zu
ent=
rinnen ſucht. Ein Sammler ohne Phantaſie iſt undenkbar. Und
nun zurück zum Anfang; auch im Muſeumsdirektor, der mit der
Präziſion ſeiner exakten Wiſſenſchaftlichkeit kaum noch
ent=
ffernteſte Aehnlichkeit mit dem Kurioſitätenſammler aufweiſt, ja
iihn mit Recht (oder mit Unrecht?) ein wenig verachtet, ſteckt ein
Stück Fetiſchgeiſt. Ohne dieſen charakterologiſchen Unterbau
twäre die ganze Architektonik des intellektuellen Obergeſchoſſes
runmöglich. Jeder Muſeumsdirektor wäre als Nur=
Verſtandes=
imenſch theoretiſcher Forſcher, aber eben nicht Muſeumsdirektor
egeworden. Und bei der Schmetterlingsſammlung verhält es ſich
fim entſprechenden Sinne genau ſo.
Man ſpricht wohl vom materiellen Reichtum des Sammlers;
Cicherlich nicht mit Unrecht. Eine gute Sammlung, welcher Art
lie auch ſein mag, koſtet viel Geld. Aber höher noch und
bedeut=
ſamer iſt der pſychiſche Wert des Sammlersanzuſchlagen, der mit
der Stärke und Expanſionskraft ſeiner Gefühle die Welt der
NGegenſtände im Sinne ſeiner ſtark poſitiven Perſönlichkeit
be=
rreichert und beſeelt.
Charleſton in der Natur.
Von Heinz Scharpf.
Daß Elefanten im Sirkus Charleſton tanzen, beruht auf
KDreſſur. In den freien Wäldern Indiens tanzt der Elefant nicht
Charleſton. Aber es gibt im Cierreich geborene
Charleſton=
tänzer, wie es Menſchen gibt, die ihn zeitlebens nicht erlernen.
der Haushahn auf und ab. Plötzlich rief er mit einem
befehlen=
den Gluckton ſeine Hühner herbei.
Sie kamen, duckten die Köpfe und guckten ihn fragend an.
Als ſie ſo ſeinem Ruf gefolgt waren, fing er an, nach Futter
zu ſcharren, daß die Spreu nach allen Seiten flog.
Und wie ich näher zuſah, tat er es in ausgeſprochenen
Char=
leſtonſchritten. Wie er beide Beine zu gleicher Seit nach den
Seiten drehte, dann mit einem Schritt vorſchritt, mit dem andern
übergriff und dabei den Körper nach vorn neigte, das war
ge=
treuer, vollendeter Charleſton.
Charleſton auf dem Miſt.
Das zweitemal begegnete ich dem Charleſton im Soologiſchen
Garten.
Im Naubtierhaus.
Da war ein alter mächtiger Löwe, der ſein Katzenauge auf
eine junge Löwin geworfen hatte. Immer wenn er an ihr
vor=
beiſtrich, ſchlug er grotesk mit den Hinterbeinen auf den Boden,
ſtreifte er tänzelnd dahin, charleſtonte er im wahrſten Sinne des
Canzes.
Der Wärter klärte mich auf, daß dieſes Benehmen zum
Liebeswerben des Löwen gehöre.
Was die junge Löwin anbelangt, blinzelte ſie den
Sudring=
lichen gelangweilt an und war mit mir wohl darin einig, daß
für einen Wüſtenkönig in ſolchen Fällen ein Blues oder Cango
angemeſſener wäre.
Das drittemal bemerkte ich den Charleſton an meinem
ſtichelhaarigen Sox.
Wenn etwas zu reichlich Futter für ihn abgefallen war oder
er einen Knochen vergraben wollte, begehrte er winſelnd zur
Cüre hinaus. Ich ging dann jedesmal mit ihm in den Garten
hinab. Er ſprang ſchnuppernd vor mir her und verſchwand
dann hinter einem Gebüſch. Daraus ſprang er nach kurzer Seit
wieder kläffend hervor und vollführte mit geſtreckten Beinen
auf dem grünen Naſen einen Verdauungscharleſton, einen
boden=
aufwühlenden, geſtrampften Nigger=kurz einen
Original=
charleſton.
Dazu bellte und knurrte er, wie verrückt, vor ſich hin. —
Komiſche Ciere, dieſe Charleſton=Cänzer.
Das erſtemal hatte ich Gelegenheit, einwandfreie Charleſton=
Schritte auf dem Hühnerhof zu ſehen. Da ſpazierte majeſtätiſch
Vom Grüßen.
Wie einer den Hut abzieht.
Von Walter Meckauer.
Ein altes Sprichwort ſagt: Mit dem Hute in der Hand,
kommt man durch das ganze Land. Das bedeutet mit anderen
Worten, daß einer, der zu allen Leuten höflich und
zuvorkom-
mend iſt, überall in der Welt Freunde und Helfer finden wird.
Das Leben in der Stadt hat einfache Volksweisheiten gewandelt,
und es wird manche Situation geben, die den Preis der
Höf=
lichkeit Lügen ſtraft. Ein allzu höflicher Menſch, der ſeinen
Hut in der Hand trägt, macht ſich leicht verdächtig, irgendwelche
Rückmarſch an, merklich aufgewühlt durch das Erlebnis dieſes
orgens. In meiner Scheune angelangt, erſtattete ich Bericht
nan das Negiment und bekam den Befehl, das Mädchen abends
ſän den Stab zu eskortieren, damit es dort einem nochmaligen
und entſcheidenden Verhör unterzogen werde. So ſah ich Kaſa
wrieder, als es zu dunkeln begann. Ein bäuerliches
Schlitten=
gefährt, von meinem Burſchen gelenkt, trug uns ſchnell dem
Siele, einem alten Gutshof, zu. Die Sitzung beim Kommandeur
war nicht von langer Dauer — das Protokoll war ja bekannt;
ginige ergänzende Fragen und Antworten — dann galt es nur
noch, die Bitte Kaſas um Belaſſung im Frontrayon zu
er=
füllen und ihr eine nützliche und klare Aufgabe zu ſtellen.
Ge=
rade das Letztere ſchien nicht leicht. Kaſa betonte wiederholt
ähre Willigkeit, zu helfen, wo es not täte, machte aber von ſich
aus keine beſtimmten Vorſchläge. Der Oberſt ſann, dann ſah
er das Mädchen plötzlich ſcharf an: „Gut — Sie bleiben, aber
uinter einer Bedingung: Sie leiſten uns Spionagedienſte. So
ſſind Sie am Wertvollſten! Das ganze Waldgebiet, auch das
Land jenſeits des Sluſſes, das von der roten Armee beſetzt iſt,
Scennen Sie ſo gut, wie der Soldat ſeine Patronentaſche. Auch
ind Sie zäh und entſchloſſen — das beweiſt Ihr Bericht, dem
Ich Glauben ſchenken will, ohne ihn im Einzelnen nachprüfen zu
können. Sie Sie bereit, Marja Aelexeſewna, von Ihrer Hütte
aus Kundſchaftergänge in die jenſeitigen Ortſchaften zu
unter=
riehmen und uns Nachrichten über Stärke und Bewegungen der
Soten Cruppen zu übermitteln? Wenn ja, dann ſind Sie uns
rvillkommen — aber ich erwarte Ihre ſofortige Entſcheidung!”
Wie das Wort „Spionage” fiel, war Kaſa kaum merklich
zu=
ammengezuckt; ihr blaſſes Kinn ſank leicht auf den Kragenrand.
chweigend ſchloß ſie die Lider — ſo ſaß ſie eine lange Minute,
ganz fern von uns, in ſich gezogen. Mich aber bewegten die
widerſtreitendſten Gefühle: lehnte ſie ab, ſo mußte ſie fort —
und von mir; nahm ſie an, ſo war ihr Leben in ſtändiger Gefahr.
Endlich ſprach ſie und wußte nicht, wie feierlich es klang:
„Och nehme es auf mich!“
Wie ſie ſich erhob, war ihre Haltung matt, als trüge ſie
ſchwer übermenſthliche Gewichte, und eine große Crauer
über=
ſuhattete ihr Geſicht. Dann — noch zwiſchen Cür und Schlitten
— nahm ich ein anderes Bild ergriffen in mich auf: gewandelt
ſttand Kaſa, im blauen Licht der Mondnacht, aufgereckt, die
2lugen den Sternen zu, leuchtend und reif von neuer
Erkennt=
nis ... Und wir fuhren. Es war bitterkalt. Wir rückten
wie verlaſſene frierende Kinder zueinander. Schon längſt waren
wir im Walde, als ich ſie küßte, ſanft, einmalig, endlos. Sie
wehrte ſich nicht, nur ein kleines Erſchrecken rann um ihren
Sllund. Ihre Hingabe aber war — ſchmerzvoll begriff ich es —
won einer heiligen Geſchwiſterlichkeit, die mich verwirrte. Und
gequält, ohne Verſtehen, lauſchte ich ihren Worten dann:
„Willſt du mein Bruder, mein großer Bruder ſein?” und
unfaßlicher noch: „Ihr müßt Alle meine lieben, großen Brüder
lein, Alle ..
In jäh aufbrechender Wut gegen dieſe „Alle” und Kaſa ſtieß
ich das Mädchen von mir und brüllte dem Burſchen mein „Jag
zu” in den Nacken — beſeſſen peitſchte der Kerl das Pferd.
Her=
fallen und wund hockten wir beiden Menſchen noch im Prall
der Ankunft. Ich gab Kaſa einen Schützen zum Weitergeleit
und grüßte ſtumm — klagend zitterte es „Guten Schlaf” und
zerriß mir die Nacht, die ohne Nuhe voll angſtvoller Cräume
kam.
Ein ſtarkes Schuldgefühl bedrückte mich am nächſten
Mor=
gen. Wie weit war es zu ihr! Ich erkannte ihres Weſens
Weihe, ihren Drang, ein Letztes zu erfüllen, das über Allem
war, was die Führung von ihr verlangte. Aber mir ein
Ge=
heimnis, ſtand es fremd zwiſchen uns, auch nachdem das
Wieder=
ſehen uns freundlich verſöhnt hatte . .
Nun erlebte ich eine Seit, die mich mit Bitternis und
Süße durchtränkte. Cäglich Kaſa nah in verlangender Liebe,
doch brüderlich gebändigt, ſchaukelnd von raſender Scham zu
ohnmächtig ergebener Ehrfurcht. Ich bat nicht, ſie wich nicht.
Wenn es ganz ſchlimm wurde, führte ſie mich unter die
winter=
lichen Bäume und erzählte lange — von der Heimat im
Frie=
den, ihrer Kindheit. Dann wurde ich ſtiller. Mitunter
ver=
ſchwand Kaſa auf ganze Cage und Nächte — dann war ſie
drüben im roten Land — als Knabe, als Bauernmädel, was weiß
ich! Mechaniſch verſah ich meinen Dienſt — und kannte meine
Cruppe nicht mehr! Sier züngelte verſtohlen auf um Kaſa —
ich ſah es nicht! Der Fähnrich war ein fiebernder Block Haß —
ich merkte es nicht, bis Kaſa mir beim Abſchied das alles
zu=
raunte, hilflos vom Weinen geſchüttelt. Kaum drei Wochen nach
ihrem Auftauchen waren verſtrichen, als ich plötzlich den Befeh
bekam, die Führung eines Stoßtrupps zu übernehmen, der an
30 Werſt oſtwärts operierte. Nach wenigen Stunden hatte ich
den Abſchnitt meinem Nachfolger zu überlaſſen, der ſchon
unter=
wegs war. Ich ſuchte Kaſa auf, wir entfernten uns von den
Menſchen. Im Weh dieſer Crennung enthüllte ſich faſſungslos
Kaſa’s Liebe zu mir und zerbrach den Krampf eines hohen
Vor=
ſatzes. Schnee rieſelte von aufgeſtörten Sweigen über uns
Er=
löſte.
Als ich ſo beglückt mich wieder zu mir fand, fielen leiſe wie
Cropfen die dunklen Worte Kaſa’s: „Verzeih du, weil ich es
ge=
ſchehen ließ, wirſt du Armer einmal ſterben wollen. Weil ich
Das gab, wirſt du mich nie vergeſſen. Mein Gedächtnis aber
werden ſie vor dir beflecken, weil ich ſo ſein werde, daß dein
Verſtehen mich nicht finden wird . . . Lieber du
Man rief ſchon von der Hütte her — wir ſtürzen uns zu
zum letzten Mal: Dann rannte ich fort und ſah ſie nie mehr —
—
Schpagin verſtummte überwältigt. Nach einer Pauſe fuhr ei
irr flüſternd fort:
„Es iſt ſo furchtbar zu ſprechen, aber ich will, daß ein
leben=
der Ruſſe es weiß — ja, gerade das Ende! Ich werde kurz
ſein — es wird Seit! Näher zu mir — ſo:
Abſichten im Schilde zu führen. Wenn man nach den äußeren
Formen Menſchen beurteilt, ſo muß man Seit, Ort und heutige
Verhältniſſe berückſichtigen. Cut man das, ſo erkennt man, daß
die alte Spruchweisheit, die das Grüßen mit einer beſtimmten
ſeeliſchen Eigenheit verknüpft, auch heute noch ihren Sinn hat,
wenn dieſer auch nicht ſo offen zutage liegt.
Ein Menſch, der ſeinen Hut im Nacken trägt, und ihn
ſchwer=
fällig von ſeinem Kopf herunterzieht, iſt meiſtens ein einfältiger
Menſch. Wer ſeinen Hut in die Stirn drückt, daß er faſt die
Augen bedeckt und ſchnell mit einem kurzen Gruße bei der Hand
iſt, dem iſt nicht zu trauen. Der Lqunenhafte und Mürriſche hat
ſeinen Hut ſo feſt auf dem Kopf ſitzen, daß er ihn nur widerwillig
herabbekommt. Der Eingebildete grüßt knapp und kurz,
ſchwenkt den Hut jedoch, ehe er ihn wieder aufſetzt, in der
Hand. Ein nachdenklicher Kopf ſieht erſt im letzten Augenblick
den zu Grüßenden und trägt ſeinen Hut leicht auf ſeinem Haar.
Am tiefſten und ehrerbietigſten grüßen ſich zwei Menſchen, die
einander verachten. In ihrem Gruße liegt etwas ſo aufdringlich
Freundliches, als wenn ſie Surcht vor einander hätten.
Der Mann grüßt den Freund ſeiner Frau von oben herab,
der Hausfreund lächelt wohlgefällig, wenn er den Gruß
er=
widert. Mit beſonderer Leichtigkeit und tändelnder Eleganz zieht
der Schuldner ſeinen Hut, der Gläubiger aber grüßt mit einiger
Verlegenheit. Freunde grüßen ſich nur mit der Hand, Liebende
mit den Augen.
Aus großer Entfernung grüßt man alle diejenigen, die man
haßt, z B. ſeinen Vorgeſetzten. Ein neidiſcher Menſch wird nie
verſäumen, ſeinen Gruß auch dann anzubringen, wenn ſich keine
Gelegenheit dazu bietet. Der Stolz grüßt mit einem Kopfnicken,
die Schüchternheit mit hilfeſuchend ausgeſtrecktem Arm.
Wer keinen Hut trägt, zeigt, daß er ſoviel Selbſtvertrauen
beſitzt, ſich auch ohne Kopfbedeckung „behütet” zu fühlen.
Sch übernahm mein neues Kommando. Bei einem
Hand=
ſtreich gegen die feindlichen Linien wurde ich ſchwer verwundet
und mit Mühe aus dem Seuer getragen. Viele Wochen äugte
der Cod an meinem Krankenlager. Eines Nachts verſchwand er
betreten. Das Sieber ließ nach, die Delirien wichen ganz —
langſam, langſam tauchte ich wieder ans Licht. Welch ein Licht!
Ein Morgen kam, an dem mir Beſuch gemeldet wurde:
Schi=
walow! Nachricht von Kaſal jubelte es in mir, und ich lachte:
Herein! Hab ich je wieder gelacht? Ich glaube es nicht! Nach
ein paar Minuten trugen Wärter den blutenden Fähnrich aus
dem Simmer. Und als ich wieder zu Sinnen kam, was es längſt
Sommer
Von Schiwalow aber hatte ich dieſes erfahren:
In den erſten Märztagen wird Marja Dolgowa plötzlich
verhaftet. Bei einem gefangenen roten Kommiſſar gefundene
Papiere machen ſie dringend verdächtig, dem Feind wertvolle
Nachrichten über Suſtand und Stimmung unſerer Cruppen
über=
mittelt zu haben. Dazu geſellen ſich Berichte aus der
Flanken=
ſtellung im Walde, die beſagen, die Dolgowa habe erſt vorſichtig,
dann unverhohlen pazifiſtiſche Propaganda getrieben, die
Sol=
daten aufgewiegelt und zur Verbrüderung mit den Noten zu
überreden verſucht. Um ihren Einfluß auf die Mannſchaften
zu ſtärken, ſei ſie vielen, die ſich ihr näherten, zu Willen geweſen,
habe es aber verſtanden, jede Eiferſucht durch Schweigegebot
niederzuhalten. Im Verhör iſt die Dolgowa von einer
Uner=
ſchrockenheit, die alle in Erſtaunen ſetzt. Die einzelnen Anklagen
hört ſie ruhig an und leugnet nicht: weder ihre Verbindung mit
dem Seind noch ihr Verhalten den weißen Soldaten gegenüber,
mit denen ſie täglich in ihrer Waldhütte in Berührung kam.
Aber ſie beſtreitet heftig, aus Eigennutz gehandelt zu haben, auch
ſei ſie ganz unpolitiſch. Sie habe nur mit tiefem Schmerz
ge=
ſehen, wie Nußland zerſtört wird, und ruſſiſche Männer einander
töten müſſen, ohne ſich zu haſſen, und wie grenzenlos verlaſſene
Kinder ſind, unwiſſend und ganz ohne Glück —: „Ich habe ihnen
den Frieden bringen wollen, nach dem ſie ſich ſehnten, und mußte
ihnen die Wärme geben, die ſie frierend am meiſten mißten.
Als ich kam, wußte ich nicht, daß ich das leiden und — ſo leiden
müßte! Meine ruſſiſchen Brüder waren anders als ich es
ge=
dacht, und viel ärmer . . Einen habe ich als Frau geliebt —
und der iſt fern.
Das Feldgericht verurteilte Marja Dolgowa zum Code
durch den Strang. Sie hat nach dem Prieſter verlangt und
ſtarb im Glauben der rechtgläubigen Kirche — noch unter dem
Galgen bekreuzigte ſie ſich
Schpagin ſchöpfte tief Atem: „Ich ſchleppte dieſes Leben
dann drei Jahre lang — Kaſa’s Geiſt wollte es ſo. Heute endlich
trat die Geliebte zu mir und beugte ſich lind: „Komm, du haſt
genug gelitten — auch du!‟
Der Offizier erhob ſich, reichte mir die Hand und ſchritt
hinaus durch die rächtliche Stadt ins Dunkel.
(Aus dem Ruſſiſchen überſetzt von K. Ammon.!
Die größte Kataſtrophe ſeit Beſtehen der Schiffahrt.
— Ueber 1500 Menſchenleben vernichtet. — 15 Jahre
auf dem Meeresgrund. — Die Funkſprüche der Citanic.
S. O. S. — Was Augenzeugen erzählten.
(Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten!)
S. O. S., war in tiefer Nacht des 14. April 1912 der Sunk=
Hilferuf der Citanic, der alle Welt in Aufregung verſetzte. Noch
niemals ſeit Beſtehen der Schiffahrt ſind ſo viele Opfer zu
be=
klagen geweſen, wie bei dem Untergang dieſes Schiffes der White
Stare Line. Die deutſchen Linien haben als größte Kataſtrophe,
die einem Paſſagierdampfer zugeſtoßen iſt, am 30. Januar 1895
den Untergang des Dampfers „Elbe” mit 400 Menſchen zu
ver=
zeichnen gehabt. Erinnerlich iſt wohl noch der Untergang des
„Großen Kurfürſt” im Jahre 1898. Dann ſteht aber vor allem
in der langen Reihe der Opfer der Meere der franzöſiſche
Dampfer „Bourgogne” in ſchlechtem Angedenken. Bei der
Citanic-Kataſtrophe war es die Macht des Eloments, der
granit=
harte Eisberg, der das große Unglück verurſachte. 1300
Paſſa=
giere an Bord und 885 Mann Beſatzung verließ die Citanic
am 10. April Southampton zu ihrer Jungfernfahrt nach Amerika.
4 Cage ſpäter ſpielte ſich die furchtbare Cragödie ab. Schon am
Morgen des Unglückstages gingen dem Kapitän Warnungen zu,
daß rieſige ſchwimmende Eismaſſen auf der Noute geſichtet ſeien.
Aber die Leitung der White Stare Line wollte für dieſen
Dampfer „Das blaue Band des Ozeans” erringen. Man gab
Befehle, die Citanic ſollte mit äußerſter Kraft die Strecke
Sout=
hampton—New York durchqueren. Auf dieſes verbrecheriſche
Verhalten iſt es zurückzuführen, daß ſo viele Menſchenleben
ver=
nichtet wurden. Die letzte Warnung erfolgte um 21 Uhr 40
Minuten von der „Maſaba” wurde aber in der Sunkkabine
nicht beachtet. Um 25 Uhr 40 Minuten erfolgte der
verhängnis-
volle Zuſammenſtoß mit dem Eisberg, der das Schickſal des
Nieſendampfers mit 46 000 Brutto-Negiſtertonnen beſiegelte.
Sinſterer, grauſchwarzer Himmel. Ciefe Nacht umgaben den
Rieſenkoloß. Einem ſchwimmenden Palaſte gleich kreuzte die
Citanic durch die wogenden Wellen. Anderthalbtauſend
Meu=
ſchen waren zuſammengekommen von allen Nationen der Erdo
in eine losgelöſte Stadt, ein Schloß, das glitzernd durch die Nacht
der Wogen fuhr. Mit einem Male ein kurzes Beben durch
den ſtählernen Leib.
Kataſtrophe — S. O. S. —
geht der Hilferuf in den Aether hinaus und die beiden
Cele=
graphiſten gaben dann dauernd bis zum Untergang des Schiffes
dieſen Hilferuf. Um 0 Uhr 15 Minuten wird der erſte Hilferuf
von der „Provence” aufgefangen. Sur gleichen Seit hört
„Mount Cemple” das C. Q. D.-Signal und fragt nach genauer
Ortung der Citanic. 0 Uhr 25 Minuten hört „Carpathia”:
„Brauchen ſofortige Hilfe, ſind mit Eisberg kollidiert.”
„C. O. D. O. M.” Neue Poſitionsangabe.
0 Uhr 26 Minuten: Können keine Signale verſtehen.
Aus=
ſtrömender Dampf übertönt alles.
0 Uhr 30 Minuten: „Citanic” (,M. G. 2.”) an „Frankfurt”
PPoſitionsangabe und Ruf: Brauchen ſofort eure Hilfe. Sind
auf Eis geſtoßen. „Coronia” ſendet an „Baltic” und andere
Schiffe dieſe Nachricht weiter.
0 Uhr 50 Minuten. „Mount Cemple” hört noch weitere
Notſignale von M. G. A. und antwortet: „Wenden unſer Schiff,
ſind ungefähr 50 Meilen von „M. G. 9.” entfernt.
0 Uhr 35 Minuten: „D. K. F.‟ „Prinz Friedrich Wilhelm”
ruft „M. G. 9.” Neuer Hilferuf „Kommt ihr bald?‟ „D. E. C.”
(„Frankfurt”) „Was iſt los?” — „M. G. 9.‟ Suſammenſtoß.
Laufen voll.
0 Uhr 45 Minuten: „Citanic” „Sendet” S. O. S. an
„Olympic”
0 Uhr 50 Minuten: „Celtic‟ Hört Ortung und Notſignal von
„M. G. 9.”.
5 Miuten ſpäter gibt „Coronia” die Signale weiter.
Uhr: „Citanic” antwortet auf Anruf der „Olympic”
Uhr 2 Minuten: „Citanic” ruft „Aſia” an. Dieſe fragt
zurück.
Uhr 16 Minuten: Baltic an Coronia: „Sagt Citanic, daß
wir kommen.”
1 Uhr 20 Minuten: „Virginia” hört Cap Nace: „Meldet
Citauic, daß wir kommen, ſind 170 Meilen nördlich der
Unfall=
ſtelle.”
Uhr 20 Minuten: „Virginia” hört Cap Nace: „Meldet
Citanic, daß wir kommen, ſind 170 Meilen nördlich der
Unfall=
ſtelle.”
1 Uhr 45 Minuten „Coronia” an „Citanic”: „Baltic” kommt
euch zu Hilfe „Olympic” gibt Poſition. Haltet euch ſüdlich, um
uns zu treffen.”
Citanir an alle:
Wir laſſen die Frauen in die Nettungsboote.
Uhr 30 Minuten Citanic meldet „Olympic”: Alle
Paſſa=
giere werden ausgebootet. S. O. S. —
Citanic an alle:
Maſchinenraum unter Waſſer!
„Mount Cemple” hört „Frankfurt” fragen: „Habt ihr ſchon
ausgebootet?”
Keine Antwort!
Uhr 37 Minuten: „Baltic” an „Citanic”: „Wir kommen
mit Volldampf.”
1 Uhr 40 Minuten „Olympic” an Citanic: Feuer unter
allen Keſſeln, kommen ſchnellſtens!
Uhr 45 Minuten: „Carpatia” empfängt die letzte
Nach=
richt der „Citanic: „Waſſer im Maſchinenraum bis unter die
Keſſel.”
Bis 2 Uhr antworten die verſchiedenen Schiffe der Citanic,
ohne ſelber Antwort zu erhalten.
2 Uhr 17 Minuten: Alle Seichen der „
Cita=
nic” brechen plötzlich ab.
Ein Mann der Beſatzung gibt folgenden Bericht:
„Um 11 Uhr 40 Minuten gab der Ausguckpoſten mittels
Gong das Signal: ,Gegenſtand im Waſſer voraus”. Zu gleicher
Seit telephoniert ein anderer Mann zur Kommandobrücke: „
Eis=
berg voraus‟. Der erſte Schiffsoffizier führte zu dieſer Seit das
Kommando. Er ließ ſofort die Schiffsmaſchine ſtoppen, aber im
ſelben Augenblick ſchon erfolgte der Suſammenſtoß. Nach dem
Stillſtand der Maſchine ließ er ſofort die Schotten ſchließen.
Kapitän Smith kam aus dem Kartenraum auf die
Kommando=
brücke und befahl, daß der Schiffszimmermann unverzüglich den
Suſtand des Schiffes unterſuchen ſoll. Im ſelben
Augen=
blich begann das Schiff zu ſinken. Alle
Dampf=
ſirenen gaben Hilfsſignale. Jedermann wurde an Deck beordert.
Die Mannſchaft teilte an die Paſſagiere die Nettungsgürtel aus.
Ich blieb bis 12 Uhr 25 Minuten am Steuerruder. Es war meine
Pflicht, den Poſten nicht eher zu verlaſſen, als bis ich abgelöſt
wurde.
Aber keine Ablöſung kam!”
Ein anderer Paſſagier erzählt, daß er zur Seit des
Su=
ſammenſtoßes ein leiſes Erzittern wahrgenommen habe und ſei
darauf an Deck gegangen, wo er noch andere Paſſagiere fand,
die nicht beunruhigt waren: Sie ſahen dann einen großen
Eis=
berg vorbeitreiben und nahmen an, daß das Schiff dieſen geſtreift
habe, ohne zu ahnen, daß der Eisberg mit ſeinen unter Waſſer
befindlichen Ceilen den Schiffsboden durchſchnitten habe. Kurz
danach begab er ſich wieder an Deck, wo alle dort befindlichen
Perſonen wiſſen wollten, warum die Maſchinen geſtoppt worden
ſeien. Dann hörte er das Kommando:
Alle Paſſagiere an Deck und mit Rettungsgürteln verſehen.
Das Schiff lag ganz ſtill. Bald wurden die Boote zum
Her=
unterlaſſen fertiggemacht. Die Maunſchaft ſtand dabei, und man
merkte, daß etwas Ernſtes vorgefallen ſei. Die Männer
viel=
fach noch vom Abendeſſen im Frack hielten ſich zurüf. Die
Frauen gingen auf das untere Deck, von wo aus ſie die Vet=
tungsboote beſtiegen. Einige Frauen weigerten ſich, ihre Männer
zu verlaſſen. Mehrere Frauen wurden von ihren Männern
weg=
geriſſen und in die Boote geſtoßen. Als die Boote mit den
Frauen und Kindern in der Dunkelheit verſchwanden, wurden die
Männer aufgefordert, die Boote zu beſteigen. Um 2 Uhr 20
Minuten neigte ſich die Citanic langſam nach vorn mit dem Heck
hoch in die Luft. Die Lichter blitzten noch einmal auf und
er=
loſchen dann gleichzeitig. Man hörte das Naſſeln und Stöhnen der
Maſchinen. Das Schiff blieb etwa 5 Minuten aufrecht ſtehen,
mit dem Numpf mindeſtens 150 Suß in die Luft ragend, ſich als
ſchwarze Maſſe gegen den Himmel abzeichnend. Dann neigte es
ſich zur Seite und verſchwand unter dem Waſſer. Gleichzeitig
hörte man den grauſigen Schrei von Hunderten von
Mit=
menſchen, die im eiſigen Waſſer um ihr Leben kämpften und um
Hilfe ſchrien, die, wie ſie ſelbſt wußten, ihnen niemand mehr
bringen konnte. Die Offiziere der Citanic, der unglückliche
Kapitän, haben die Muſik zum Ende ein frommes Lied ſpielen
laſſen, um die Ruhe zu wahren, um die vielen Unglücklichen ſtark
zu machen. Und fromm iſt in dieſen Augenblicken jeder dieſer
Helden wohl geweſen, nicht nach dem Schema dieſes oder jenes
Bekenntniſſes, ſondern aus der Größe der Seele heraus für das
Muß und für die Pflicht. Und ſo warteten ſie und ließen die
Schwachen voran, blieben und waren ſich bewußt: Ich habe zu
ſterben! Und die Frauen, die die gebotene Nettung nicht
an=
nehmen wollten, ſondern ſterben wollten, da ihre Männer
ſtarben..
Der einzige Dampfer, der die Ueberlebenden nach New York
brachte, war die „Carpathia”. Stundenlang vor der Ankunft
des Dampfers in New York ſammelten ſich in eindrucksvollem
Schweigen große Menſchenmengen an den Counard Docks an.
Um 8 Uhr 50 Minuten waren 500 Verwandte und Freunde der
Ueberlebenden an der Umzäunung verſammelt und nahmen den
ihnen angewieſenen Platz ein, der mit den Initialen der
Ueber=
lebenden verſehen war. Das Anlegen des Schiffes erfuhr eine
gewiſſe Verzögerung dadurch, daß zunächſt die Rettungsboote
der Citanic übernommen werden mußten. Die Negierung hatte
auf die übliche Unterſuchung der Swiſchendeckpaſſagiere
ver=
zichtet, um ihre Landung zu erleichtern. Beamte der White=
Star=Line und Vertreter der Celegraphen=Agenturen wurden
auf dem Pier zugelaſſen.
Hiermit ſchlioßt ſich der Vorhang über einer Kataſtrophe,
die ſeinerzeit die Welt in ungeheure Erregung verſetzt hatte.
Geht man auf die Gründe dafür ein, wieſo ſie derartige
Aus=
maße annehmen konnte, ſo wird man dafür zwei Urſachen
an=
führen können. Einmal liegt eine gewiſſe Jahrläſſigkeit der
Schiffsleitung vor, die die zugegangenen Warnungen
voll=
kommen unberückſichtigt gelaſſen hatte. In der Hauptſache iſt
ſie jedoch auf die damals noch reichlich unzulänglichen
Schiffs=
ſtationen für Sunktelegraphie zurückzuführen. Wenn man
be=
denkt, daß es eine ganze Viertelſtunde gedauert hat, bis die
Hilferufe der Citanic von den erſten benachbarten Schiffen
ge=
hört wurden, ſo kann man unſchwer zu dem Schluß kommen, daß
dieſe Viertelſtunde für das Ausmaß der Kataſtrophe von
ent=
ſcheidender Bedeutung geweſen iſt. Heute dagegen iſt ſelbſt
jedes kleinere Schiff, gemäß den internationalen Vereinbarungen
mit einer Funk= und Celephonieſtation ausgerüſtet, die ſtark
genug, im Falle eines Unglücks ſofort die Verbindung mit
anderen Schiffen herzuſtellen und ſie zur Hilfeleiſtung
herbeizu=
rufen. Da dieſe Stationen außerdem unbedingt ſicher arbeiten,
iſt damit ein weiterer Sicherheitsfaktor für den überſeeiſchen
Dampferverkehr gegeben.
Die heutige Schiffsbautechnik iſt ſoweit, daß alle Gefahren
für Leib und Leben der Neiſenden geſichert iſt. In Deutſchland
iſt es die Hamburg=Amerika=Linie, die mit ihrem neuen Dampfer
„New York” den Ozean durchquert. Um unſere ſchönſten Schiffe
der Vorkriegszeit ſind wir beraubt. Wir werden weiterhin
Luxusſchiffe und Ozeandampfer bauen, denn je größer die Schiffe,
deſto größer die Sicherheit.
Schach
Nummer 204.
Endſpielſtudie 21.
K. Traxler in Dub.
(1. Preis im Turnier des Ceske Slovo 1924.)
Rätſel
We
EIAI 3 14 2 IEI I7I A. 2 A. 2. 12 77 1 13. 121 E 12 12 S/1 15t 7 3t 2 21 2 121 — 12 5 * 1 121 — 121 42 18 13. S 121 2 21 2 4 6 3 5 12 13. 131 Schauſpieleriſche Jahreszeit — Antilleninſel — Schwimmbogel —
Afſyriſche Göttin — Gewicht — Muſe — Ortsveränderung —
Himmels=
körper — Blume — Frauenname — Art — Nordamerikaniſcher Fluß —
Nebenfluß des Rheins.
Die Anfangsbuchſtaben ergeben das erſte Wort.
Magiſches Leiſtenrätſel.
Nach richtiger Ordnung der Buchſtaben enthalten die 3 wagerechten
und ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter und zwar: Reihe 1 den
Beruf. Reihe 2 den Vornamen und Reihe 3 den Wohnort (eine Stadt
in Württemberg) eines Herrn.
Carl Deubel.
2.
3.
Streichholz=Rätſel.
Durch Umlegung von 7 Hölzchen entſteht eine deutſche Hauptſtadt.
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 16.
Verſchieberätſel.
iff R
Prüfſtellung; Weiß: Kh4 Tg7 Shl Bo4 e7 h3 (6);
A B B C C D D E
Schwarz: Ke8 Ld1 Be5 o6 2 e8 14 h6 (8); Schlicht.
E
Löſung der Endſpielſtudie 20:
E
D. H. Keidanz. Augsb. N. N. 1926. (K f5 Lc28b3; Kf1 Tb1 Ba2; Schlich
Abö—a1 TblKSa1 2. Lb3 Ke1 3. Ke5: 3. Ke47 Ko2: u. Schwarz
Kas (e2. 12) 4. Kd4 (o4, k4). und Weiß hält mit der Oppoſition remis.
I.... Ko2 muß 2. L.b3! folgen, nicht aber 2. Ko42, das wegen 2.. .. Nh4
ſefolgt von Kd2 und ſpäteren Pb1 für Weiß verliert.
RRRSSÜu
Löſerliſte: Reutzel, A. b. S. (auch Endſp.=St. 19), Georg Peter,
Druck u. Verlag: 2. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei. Nheinſtr. 23.—Verantwortlich f. d. Redaktion: Dr. H. Nette. Fernſpr 1. 2389—2399 Alle Rechte
H H H
E.
G
M
W.
Luſtſpiel, Tragödie.
„Kein”=Kreuzworträtſel.
W I R
T A D EL.
I.
EU
U HU
T R
Ergänzungsrätſel.
Sand, Tau, Rat, Eis, Spiel, Ei, Mann, Arm, Not, Nachk.
(Streſemann).
Kindermund.
„Wann ſtirbſt du denn?‟
Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 5 6 Darwin, 7 8 9 10 11 Stube.
vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchees: F. Haußmam, alle in Darmſtadt.
[ ← ][ ][ → ] Aſo wann net alles ſchief geht, ſo wärd des Jahr
neunzeh’=
hunnerdſiwwenunzwanzich fortläwe in de Darmſtädter
Lokahl=
geſchichte als des Jahr der hiſtoriſchen
Eiweihungs=
feierlichkeide. Un die Art Leit, die wo bei ſo
ſchwer=
wiechende Feſtifidhäte flichtmeßich debei ſei miſſe, wie Stadträt
un ſo, die wärrn allerhand Arweit krieje un kaum zu beneide ſei.
— 8 is nor aa Glick, ſie ſin net ſchneuwich un nemme’s, wie’s
vor ſe kimmt. Awwer nix deſtowenicherdrotz, es is halt doch e
Uffgab, däre wo mer gewaxe ſei muß. Un es hott ſich in dem
Fall valleicht marcher net draame loſſe, wie er ſeinerzeit gewehlt
worrn is worrn, was=em all blieht un bevorſteht, un was=er bei
alle meechliche un unmeechliche Geläächenheide all enunnerſchlucke
un verdaue muß. — Jawohl, Redde halte zum Beſte vum
effentliche Wohl, däß is kaa Kunſt; awwer wann’s dann gilt,
im Ernftfall aach ſein Mann zu ſtelle un’s Dekorum zu wahrn,
do haaßt’s: „Nobläß obligoh!” un do kann mer ſich net debei
dricke, wie beiſpielsmeeßich bei Abſtimmunge un ſo; ſundern do
haaßt’s: Mitverbuddert, mitgefuddert! —
Iwwrichens, ſo Eiweihungsfeierlichkeite die hawwe awwer
aach die Ooſe=Agewohnheit an ſich, daß ſe märkwärdicherweis
ausgerechent immer ſo um die Middagseſſenszeit vor ſich
geh, wo der normahle Middeleirobäer e menſchliches Riehrn
zwiſche de Ribbe ſpiert, un wo er vun dehaam aus gewehnt is,
ſei Middagseſſedinneh zu ſubbiern, wie’s bei de Vornehme haaßt.
Un wann nu aam, der wo vun Haus aus ſei Ordnung
ge=
wehnt is, ausgerächent ſo gääche Zwelf erum e Portzion leere
Feſtredde uff de nichterne Mage gehalte wärrn, däß hellt kaa
Gaul aus. — Gott mir denkt’s noch, wie mer unſerm
Owwer=
owwer ſei ſilwern Amtsjuwiläum begange hawwe im Saalbau,
mit nix dehinner un nix devor als wie geſchlagene zwaaunehalb
Stund bloß Redde — — ei ich hatt haamzu’s kaum noch die
Wähkſteier, ſo zidkerich war mer’s in de Baa. Un ich hatt mer
domols ernſtlich vorgenumme, kimfdich vor ſo Feſtifidhäte
ge=
heerich vorzuleeche, daß ich net vor de Zeit abhaue mißt, wann’s
gilt. Dann ich kann doch net verlange, daß=ſe mir zulieb ganz
gääche alle Rechele un Gewohnheite eifach ſo e Feierlichkeit uff
de Noochmiddag verleeche, ſo nooch=em Middageſſe, wo mer
jo ſchließlich aach mehr Zeit hott un net immer en ganze Dag
verſäumt —
Un vor alle Fäll, hab ich mer geſagt, nimmſt=de derr in
Zu=
kumft e paar Baggeedcher Kaugummi mit, däß beruhicht un is
äwe hochvornehm, beſunners wann mer’s in däre Tächnick ſchun
ſoweit gebracht hott, daß mer aam ſauwer un ellegant diräckt am
Backe vabeiſpucke kann.
No un ſo hab ich alſo vorſichtshalwer ſchun all die Woche
doher in meine freie Zeit dränniert un hab Kaugummi im Maul
erum geknutſcht, un hatt bald links, bald rechts en dicke Backe,
un hab ſchun beinoh mit=ere Kunſtfärdichkeit ſpucke kenne, wie=en
ausgewaxene Maurerbollier, ſo daß ich däre Härrngaddefonndeen
erfolgreich hett Konggurenz mache kenne. — Dann ich hatt
be=
ſtimmt druff gerächent, daß ich in Abedracht meiner Verdienſte
um die Stadt „un ſo” äwenfalls zu däre hiſtoriſche
Härrnvolks=
ſtadtgaddekaffee=Eiweihung e Eiladung kreecht. —
Jawohl, Scheiweſchieße, — ich hab mich widdermol
grind=
lich gediſche. Ich war net eigelade un aach net debei. Alle
gäächedaaliche Behaubdunge ſin aus de Luft gegriffe, un wer’s
imer noch bezweifelt, dem dhu ich’s uff Ehr un Gewiſſe
ver=
ſichern un dhu=ſem uff Wunſch in die Hand eneiſtreiche un
feier=
lich dreimol dezu eneiſpucke. Aach mei Zwangsmiedern war net
dort. Sundern mir hawwe ſtill un feierlich dehaam geſäſſe un
hawwe uff den hiſtoriſche Momment gewort, wo unſer
Stadt=
owwerhaubt es Unnerblättche an die Libbe ſetzt un dhut de
erſte Schluck Kaffee, un vun alle Kärchtärm bräche die Glocke in
e juwelndes Gelaide aus, un Böller krache aus=em Hinnerhalt,
un ſo .
Korzum, mir hawwe uns alſo dehaam wiſſawie
gäcchen=
iwwer geſäſſe, ich un mei Zwangsmiedern, un hawwe de Adem
gehalte un hawwe gewort un hawwe gewort un hawwe
gewort, damit mer den große Momment net verbaſſe.
Wie’s awwer ſo langſam ſtack uff Dreivärdelaans gange is
un mer hott als noch nix geheert vun dem Glockegelaid un
Böllergeſchiß, do hott uff aamol mei Zwangsmiedern unſer
feierliches Schweige gebroche un hott geſagt: „Mein Mage gahrt
— fort, los, mir eſſe unſer Eſſe!” — No un ſo ham=mer heechſt
unfeierlich den Reſt Ribbeſpeer vum erſte Feierdag vollichſter
ewäckgeſpachtelt".
Nadierlich hott uns am Nochmiddag doch die Neigierde
ge=
plogt un mir wollte mol gucke, was die Eiweiherei mittlerweil
for=e Wendung genumme hott. — Un do ham=mer zu unſerm
greeßte Erſtoune feſtgeſtellt, daß ſich die Feierlichkeit bereits zu=ere
klaane Waldbaddie ausgewaxe hott, mit Jatz un Tſcharlſten
un ſo — — Ich muß ſage, däß hett mer awwer doch billiger
hawwe kenne.
Awwer gradezu wie aus de Wolke gefalle warn mer, wie
mer am annern Dag heern mußte, mir weern bei däre Eiweihung
doch debei gewäſe. Un mer hott uns dodruffhie in alle hieſiſche
un auswärdiche Blädder erumgezoge un hott behaubt, mir hette
uns frahſchemang unner die Feſtgäſt gemiſcht un hette koram
Bubbligumm hechſt deſpäckdierliche Adeitunge iwwer fellich
unbeſcholdene Perſeenlichkeite falle loſſe. — Alſo alles was recht
is, un mir wolle uns net beſſer mache, als wie daß mer ſin;
awwer daß mir uns in e effentlich Kaffee ſetze dhete, un gar
noch ins Härrngaddekaffee, un dhete uns iwwer
Brifadagelegen=
heite vun Icksleit unnerhalte, däß leßt gottſeidank unſer nowel
Erziehung aus de Juddeſchul dann doch net zu. Mir wiſſe was
ſich geheert, un wann mir was zu ſage hawwe, do brauche mir
uns däß net haamlich in die Ohre zu piſchbern, ſundern däß
wärd geſagt, daß es jedes heern kann, dodewääche wärd net
äxdra en Kaffeeklattſch in Zehne geſetzt.
Un wie geſagt, es ſteht=em allem Aſchei nooch noch
aller=
hand bevor. Freilich, mitem Woog do hab ich doch mei
Be=
färchdunge, ob der bis zum Beginn der offizielle Badeſaiſſon
ei’geweiht wärrn kann. — Mir ſcheint, daß die „Schlammbeißer”
— Schlammbäder nehme kenne, wie ſchun efter. Die
Ei=
weihung wärd dann uff de Herbſt verlegt, wann die
Heb=
amme ihr Abſchwimme hawwe an de Ludwigsbuch.
Awwer annererſeits, bei de Feſthall, de Drauwe, dem
Radskeller, do geht’s flott vorwärts und mit Rieſeſchritte de
Fremdeſtadt zu. No un wann die den Summer die
Be=
grießungs=, Empfangs= un Eiweihungsfeierlichkeide net all
be=
wäldiche kenne — die Frankforter lehne uns ihrn Radskeller, der
ſteht doch leer un die ſuche ſchun lang en Dumme defor.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Jetzt meecht ich awwer de
Ord=
nung halwer un ganz poſtgribbdimmlicherweis noch zwaa
Ei=
weihungsfeierlichkeide erwehne, die wo mehr beſcheidenerer
Na=
dur ſin. Add eins: Hinnerm Owwerwaldhaus wolle mer heit
morjend die „Wilhelm=Kaminsky=Eich” feierlichſt ereffne, um
halb elf Uhr. Wer kumme will, is freundlichſt eigelade zu däre
Eiweihung: Eſſe bidde mitzubringe! — Nemlich unſer liewer
Wilhelm Kaminsky, der wo uns dorch ſei „Spuzze un Boſſe‟
ſchun manch heiter Stindche bereit hott (vor korzem is erſt widder
e nei Bendche vun=em erſchiene), alſo däß is net bloß e
humor=
voller Dichter, ſundern mit aaner vun de beſte Kenner vum
unſere Darmſtädter Wälder. Wieviele verdanke grad ihm un ſeim=
„Führer” ſo manchen herrliche Spaziergang; er kennt jed Pädche,
jed Quellche un jeden Felsblock. Ich glaab ſogar, er hott frieher
als die Wildſai in de Faſſenerie mit=em Vornome gekennt.
Alſo wann mer heit e „Wilhelm=Kaminsky=Eich” eiweihe, ſo gilt
die net bloß dem Dichter, ſundern vor allem aach dem Kenner
vun de Darmſtädter Umgäwung. — Ich ſag däß däßhalb, daß
jetzt net jeder Darmſtädter Muſejinger maant, es mißt äwenfalls
en Baam im Wald ſein Nome hawwe; do hette mer bald kaan
unbenamſte Baam mehr in de Umgäwung. — Un dann hott
unſer liewer Wilhelm Kaminsky aach am 19. Abrill ſein
ſibb=
zichſte Geburtsdag gehatt, däß is aach en Grund. Un was
die annern Darmſtädter Volksdichter ſin, die ſolle erſt emol
be=
weiſe, daß ſe mit ihre Dichterei ſibbzich Johr alt wärrn, do leßt
ſich dann immer noch driwwer redde vun wääche’me Baam un ſo.
Awwer de Wilhelm Kaminsky hott net bloß am 19. Abrill
ſein ſibbzichſte Geburtsdag gehatt, ſundern däß war aach ſeim
Kolleech Niewergall ſein vierunachtzichſte Dodesdag,
zufellicher=
weis. Un domit kemt ich uff Add zwei: Nemlich do hott mer die
Stadtverwaldung en beeſe Boſſe geſpielt, indem ſe hergange is
un hott die vorich Woch haamdickicherweis „in aller Stille”, e
Niewergall=Denkmal in Bedrieb geſetzt uffm alte
Friedhof:
Allerdings, ſie hawwe ſich die Sach ſehr bequem gemacht,
indem ſe e gebraucht Erbbegräbnis genumme hawwe, hawwe
en gedragene Grabſtaa verkehrterum druffgeſtellt, mit de
Rickſeit noch vorne, un hawwe a fach druffſchreiwe loſſe:
Ernſt Elias Niebergall
geb. 13. I. 1815
geſt. 19. TV. 1843.
Alſo e Grab, wo er net liggt, un en Grabſtaa, wo=eme annern
geheert hott — däß Verfahrn kann ſich die Stadtverwaldung,
odder wer de verantwortliche Redackteer vun dem neie
Schenie=
ſtraach is, ruhich baddendiern loſſe, dann ich glaab, däß
ſteht=
aanzich do in de Welt.
In dem Prachtwerk „Heſſeland”, däß wo dieſer Dag for drei
Mack im Buchhandel erſchiene is, do nennt de Herr Mueller
Niebergall „den beſte deitſche Dialektdichter” — —. Un nooch
vierunachtzich Johr „ehrt” mer denſelbichen mit=eme
ge=
brauchte Erbbegräbnis un=eme gedragene Grabſtaa.
Wann ich’s net mit meine eichene Aage geſähe hett, hett ich däß
for=en ſchlechte Witz gehalte, awwer ſo ſag ich mir, dene is dorch
mei Sammlung uffgefalle, daß ſe endlich aach was for de
Nie=
bergall dhu miſſe, un weil ſe bekanntlich nix druff hawwe, was
mer jo am Dienstag widder mol deitlich geſähe hott, do
hawwe ſe ſich halt ſo beholfe. Wann ſe awwer dann wenichſtens
noch uff den gewende Grabſtaa druffgeſchriwwe hette: „Dem
Andenken an” un ſo — do hett mer’s noch gälte loſſe kenne.
Awwer ſo? — naa, do muß ich als weiter rabbele mit meine
Sparbix. Die Woch ſin’s: Vun Alt=Darmſtadt: 41 Mack. Von
ine mecklenbörg’ſche Döög: 11,25 Mack. Danke ſchee!
Der zeitgemäße Haushalt.
Wenndie Wäſche aufder Leine ſtreifig wird
Nicht ſelten lieſt man in den „Briefkäſten” von
Frauenzeitſchrif=
ten die Frage: „Wie kann man die Wäſcheleine reinigen, da
ſie „Streifen” auf der Wäſche hinterläßt?‟ Dieſe Frage iſt
immer ein Beweis dafür, daß die Wäſcheleine durch jahrelangen
Gebrauch ſchmutzig geworden iſt, die dann ihre unerwünſchten
Spuren auf der mit ihr behängten ſauberen Wäſche hinterläßt.
In ſolchen Fällen hilft nur eine gründliche Naßwäſche. Dazu
bindet man die Leine zu einer großen Maſche, die man an zwei
Stellen mit Bindfaden umſchnürt und abbindet, damit ſie ſich
beim nachfolgenden Bearbeiten nicht verſchlingt und verknotet.
Nun bereitet man ſich eine recht heiße Waſchlauge, wozu man
5 Eßlöffel Dixin auf 1 Eimer Waſſer verquirlt hat, übergießt
die Leine in einer Wanne damit und läßt ſie ½ Stunde darin
weichen, worauf man ſie mit einer Bürſte ſtrangweiſe abbürſtet.
Ueberbrüht ſie darauf einige Male mit heißem klaren Waſſer,
ſpült ſie dann mehrmals in klarem Waſſer und hängt ſie an der
Leinenmaſche zum Austropfen auf. Halb feucht, ſpannt man ſie
auf Haken auf, um ſie dann wieder auf die Wäſchehaſpel oder
inde zu wickeln. Völlig ſtaubſichere Aufbewahrung gewährt
ein Schutzbeutel von kräftigem Leinen, Drell oder Wachstuch,
den man mit Zugſaum oder Druckknopfverſchluß über die Leinen=
V. 9
winde zieht.
Defekte und undichte Einkochgläſer im
Haus=
halt zu verwerten. Wenn Einkochgläſer bei einer
Revi=
ſion der noch vorhandenen Beſtände vor der neuen „
Ein=
koch=Saiſon” infolge dieſer und jener Schäden wie Sprünge im
Glas und im Verſchlußdeckel, abgeſprungene Ränder an dieſem
uſw. infolge Untauglichkeit ausgeſchaltet werden müſſen, dann
ſollte man ſie doch nicht wegwerfen. Sie ergeben noch ſehr gute
Behälter für Teigwaren, Suppengrün, allerlei Mehle,
Suppen=
einlagen, Dörrobſt, Gewürze, Küchenkräuter uſw. Defekte
Glas=
deckel jedoch können noch ſehr gut als Unterſetzer für
Blumen=
töpfe Verwendung finden, ſofern ſie nicht Spränge aufweiſen,
die das Waſſer entweichen laſſen.
Gebackene ganze Eier mit Kräuterſoße. Dazu
werden friſche Eier nur 2—3 Minuten gekocht, mit kaltem Waſſer
„abgeſchreckt” und geſchält in zerſchlagenem Eiweiß und
fein=
geriebener Semmel paniert und in einer Pfanne mit Butter
goldbraun gebraten.
Mit Peterſilie und halbierten Sardellen gefällig garniert,
reicht man zu dieſen Eiern eine mit feingewiegtem Kerbel,
klein=
gehacktem Schnittlauch und Peterſilie verrührte Mayonnaiſe zu
Bratkartoffeln oder mit Butter beſtrichenen Weißbrot= oder
Semmelſchnitten.
Feine Dillſoße. Eine Einbrenne von 2 Eßlöffeln
Mar=
garine, Fett oder Butter, ſowie 1 kleine Zwiebel und 2 Eßlöffel
Mehl verkocht man mit 2/s Liter Waſſer zu ſämiger Soße,
ver=
rührt ſie mit 1 Eßlöfel Mayonnaiſe und fügt 1—2 Eßlöffel
jun=
gen, feingewiegten Dill bei. Mit Salz und wenig Pfeffer ſowie
1 Meſſerſpitze Zucker abſchmecken.
Königsberger Klopſe Je ½ Pfund gehacktes
Rind= und Schweinefleiſch oder ebenſoviel feingewiegtes
Corned=
beef miſcht man mit 1 eingeweichten, wieder ausgedrückten
Bröt=
chen, Salz und Pfeffer nach Geſchmack, einer feingewiegten
Zwie=
bel und Sardelle, ſchmeckt pikant ab und formt daraus eigroße
Klößchen, die man in Eſſigwaſſer, das man mit 1 nelkenbeſteckten
Zwiebel, 1 Eßlöffel Appels Kapern, 3—4 Gewürzkörnern,
eben=
ſoviel Pfefferkörnern, 1 Stückchen friſcher oder getrockneter
Zitronenſchale, etwas Lorbeerblatt und ½ Eßlöffel Salz zum
Kochen aufſetzte, ½—3 Stunde kochen läßt. Mit Ei und Mehl
abgezogen, ſchmeckt man dieſe Soße wit 1 Meſſerſpitze friſcher
Butter ab.
V. R.
Feiner Zitronen=Auflauf nach Wiener Art.
Den ausgepreßten Saſt von 4—5 Zitronen ſowie die
feingerie=
bene Schale von 1—2 Zitronen verrührt man mit 5 Eigelben,
2 Eßlöffel heißaufgelöſtem Süßſtoff, 1 Eßlöffel Weizenpuder
ſowie zuletzt mit dem ſteifen Schnee der Eiweiße. Füllt das
Ganze in eine eingefettete Auflaufform und bäckt die Speiſe
15—20 Minuten bei Mittelhitze. Der Auflauf wird noch heiß
in der Form ſerviert und enteder mit einer ſchaumigen
Vanille=, Mandel= oder Weinſoße ſerviert.
Speiſe=Zettel
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe. Rindslendenbraten mit
Blumenkohl. Zitronenauflauf. — Montag: Brennſuppe.
Kartoffelſalat mit Rapünzchen und Schnittlauch und Speck=
Setz=
eier. — Dienstag: Sternchenſuppe. Königsberger Klopſe.
— Mittwoch: Gefüllte Krautwickel. — Donnerstag:
Kartoffelmus mit gebratener Leber. — Freitag: Grieß=
Samstag:
ſuppe. Gebratener Seelachs mit Dillſoße.
Eierkuchen mit geſchmortem Rhabarber.
Spargelzeit. „Eben ſah ich den erſten Spargel im Garten”, ſagt der
Gutsbeſitzer zu ſeiner jungen Frau, die eine echſte Großſtadtpflanze iſt,
„willſt du ihn vielleicht ſelbſt einernten?‟ Sie ſieht ihn unſicher an.
„Weißt du”, ſagt ſie zögernd, „es iſt wohl das beſte, wir gehen
zuſam=
men. Du pflückſt ihn ab, und ich halte dir die Leiter.” — „Kinder,
warum eßt ihr denn nicht eure Spargel?” — „Wir müſſen warten,
Papa hat noch nicht die Köpfe abgebiſſen!“
II
Humor
Box=Humor.
Meher im Zuſchauerraum:
! Und das nennt ſich noch Leichtgewicht!“
möchte Ihnen Glück wünſchen, denn ich hörte, daß Sie ſich
verheiratet ha
„Was? Ich werde mich niemals verheiraten!“
ann kann ich Ihnen aufrichtig Glück wünſchen.” (Buen=Humor.)
Abgeblitzt. Der junge Mann: „Nun gehe ich ſchon drei Jahre
nit Ihrer Lochter und
Ihr Vater: „Sie wünſchen wohl,
daß ich Ihnen Ihre Stiefelſohlen bezahle?‟
(The Humoriſt.
D
n Sie, als ich heute morgen aufwachte, lag jemand unter
meinem Bett.”
„Es war wohl ein Einbrecher?”
(Kaſper.)
„Nein, das war ich ſelbſt!“
„Wie finden Sie das Klavierſpiel meiner Tochter?
rfüllt das alte Wort: Laſſe die eine Hand nicht wiſſen, was
(Politiken
die andere tut!“
nn werden Sie mir die 2000 Kronen bezahlen, die ich Ihnen
geliehen habe:
in die Zukunft ſehen?” (Politiken.)
„Lieber F
Promenade.
Das Oſterfeſt bedeutet ſtets einen
modiſchen Wendepunkt. Ein
Spazier=
gang wird ſicherlich über die neueſten
Moden am beſten informieren. Man
ſieht gerade Linien, bisweilen durch
Pliſſee=, Falten= und ähnliche
Wirkun=
gen unterbrochen, dann vielfach (und
dies beſonders für den Nachmittag)
leicht geraffte Formen, die aber auch
ſehr ſchlicht und keineswegs überladen
erſcheinen dürfen. Nicht ſelten
begeg=
net man auch den immer
willkomme=
nen Volant=Faſſons, wie auch bluſigen
Kleidern nach wie vor viel Intereſſe
entgegengebracht wird.
Die Mäntel ſind enweder gerade
(Paletotform) oder im Raglanſchnitt
gehalten. — Koſtüme werden, da ſie
ja meiſt ſportlichen oder
Gebrauchs=
zwecken gewidmet ſind, immer gerade
und ſehr einfach gearbeitet.
Die neuen Materialien ſind ſehr
in=
tereſſant, aber — wie die Mode im
allgemeinen — auch ſchlicht und
nie=
mals übertrieben.
Für die neuen Umhüllen verwendet
man in der Regel poröſe Wollſtoffe;
als ſolche ſind u. a. Fresko und
Kre=
pella anzuführen. — Für das
Seiden=
kleid zieht man in der Hauptſache
Georgette heran, der ſich vielleicht
des=
halb ſo raſch eingebürgert hat, weil
man erkannte, daß er ſich ebenſo für
die ſommenliche Kleidung wie auch
für die Uebergangs=Garderobe eigne,
alſo eigentlich nicht an beſtimmte
Jah=
reszeiten gebunden ſei. Die
hochſom=
merliche Mode wird zweifellos
ge=
muſterte Seiden bevorzugen, die
eine flotte Wirkung ſichern und
außer=
ordentlich verwendbar ſind, weil ſie
als weniger empfindlich bezeichnet
werden können als die modernen,
hel=
len, einfarbigen Materialien, und weil
ſie außerdem — wie ſchon früher
er=
wähnt — einen ſchönen und
ſommer=
lich flotten Effekt ergeben. Im
übri=
gen ſieht man vorwiegend lichte
Schattierungen und innerhalb dieſer
Töne in der Regel jene indifferenten
Zwiſchenfarben, wie Beige, Sand,
Oliv, Elfenbein uſw.
Unſere Skizze zeigt links oben zwei
einfach herzuſtellende Kleider, an erſter
Stelle eines für den Nachmittag aus
buntgemuſtertem Chinakrepp. — Der
Oberteil iſt etwas bluſig und mit
einem einfarbigen, zackig gerandeten,
vorn gebundenen Schalkragen und
kelchförmigen doppelten Aermeln
ver=
ſehen. Der Grundrock iſt gerade,
wäh=
rend die ſchürzenförmige Tunik=
Par=
tie, die an ihren Enden ausgezackt iſt,
durchaus pliſſiert wird, wobei die
An=
ſatznaht dieſes Doppelrockes vom
Gün=
tel gedeckt wird. Auch der Grundrock
ſchließt unten in Zacken ab.
Das Kleid daneben ſtellt das typiſch
moderne vormittägliche
Gebrauchs=
modell aus Kaſha, Fresko oder
Kre=
pella dar. Der Oberteil iſt auch hier
leicht bluſig, mit einer flotten Kragen=
und Manſchetten=Garnitur verſehen
und in der Mitte geknöpft. Der Rock
wäre rückwärts glatt zu denken, iſt
aber vorn in Hohlfalten geteilt, die in
ihrer oberen Partie feſtgeſteppt werden.
Rechts oben zeigen wir den
ſom=
merlichen Regenmantel aus
gummier=
ter Schirmſeide, der gegebenenfalls
hoch zu ſchließen ſein ſoll, um
vollkom=
men gegen Regenwetter zu ſchützen. —
Der Hut iſt aus Filz oder
impragnier=
tem Taft gearbeitet.
Unten zeigen wir das einfache, aber
flotte Sportkoſtüm. Ein gerade Rock
mit einer ſchmuckloſen durch einen
Gürtel zuſammengehaltenen Jacke und
aufgeſetzten Taſchen.
Der Raglan=Mantel neuefter Type
aus zweiſeitigem Double=Stoff iſt
rechts unten im Bilde feſtgehalten.
Bei den Aufſchlägen und in Form
der Blenden der eingeſchnittenen
Ta=
ſchen wird die ungemuſterte Rückſeite
dieſes Karomaterials ſichtbar.
Für elegante Gelegenheiten wird
ſich immer der ſchwarze Seidenmantel
ſehr gut ausnehmen und eine
Um=
hülle darſtellen, die man vielfach
aus=
zunützen vermag. Das im letzten
Bilde veranſchaulichte Modell weicht
inſofern etwas von der geraden Linie
ab, als er einen tunikartigen Effekt im
Volant=Form bringt. Der geſamte
Aufputz dieſes Modells beſteht in
pa=
rallel laufenden Säumchen=Partien.
Die Mode unter der Zeitlupe.
Das Jumperkleid. Die Mode zieht wie ein Film an uns
vorüber. Der Wandel in der Linie, in den Geweben und in der
Art der Ausführung macht ſich kaum mehr geltend, denn es gibt
keine ausgeſprochene Tagesmode mehr, ſeitdem eigentlich alles
modern wurde, was der betreffenden Trägerin paßt und man ſich
nicht mehr an drakoniſche Modevorſchriften bindet, ſondern den
eigenen Geſchmack Diktator der Mode ſein läßt und ſich nur an
beſtimmte, jeweils typiſche Mode=Grundlinien hält. Wie im Film
die einzelnen Begebenheiten einander raſch ablöſen und es keine
Szenenfolge mehr gibt, ſondern alles ſich zur
Handlung vereinigt, ſo ſteht es eigentlich in
über=
tragenem Sinne auch um die Mode von heute.
Man unterſcheidet eben keine Details mehr,
ſon=
dern vermag nur das Geſamtbild zu erfaſſen, um
über die kommende Mode ein generelles Bild zu
geben. Darum tut man gut daran, wenn man auf
Einzelheiten eingehen will, den Film der Mode
unter die Zeitlupe zu nehmen, und da wird man
immerhin viele Neuheiten zu erfaſſen vermögen,
aber auch eine große Anzahl modiſch ſchon
bekann=
ter und vielfach verwerteter Ideen begegnen.
Zu dieſen gehört in erſter Linie das
Jumper=
kleid. Faſt wäre man vor Beginn des Frühjahrs
verſucht geweſen, den Jumper als durchaus
er=
ledigte Modeform zu betrachten, da man ihn doch
während der vergangenen Saiſons ſchon
hin=
reichend oft zu ſehen bekommen hatte. Nun aber
zeigen die großen Modeſalons dennoch eine
über=
raſchend große Anzahl von Jumpermodellen, und
die in der Mode orientierte Frau hat auch mit
raſchem Inſtinkt erfaßt, daß dieſe Form in der Tat
vor allen anderen darum viel voraus hat, weil ſie
unbedingt kleidſam und ganz beſonders jugendlich
iſt, ſo daß ſich hier eben Faktoren vereinigen, die
keineswegs zu unterſchätzen ſind.
Natürlich bringt man das Jumperkleid in den
allerverſchiedenſten Aufmachungen und gibt dieſer
neuen modiſchen Speiſe ſo viel Würze, daß ſie in
den meiſten Fällen nicht als das ſchon bekannte
Gericht erkannt werden kann. Schon durch das zur
Verwendung gelangende Material ſind den neuen
Jumperkleidern voneinander grundverſchiedene
Möglichkeiten geſichert, um ſo mehr, als dieſe
Modellart eine von wenigen iſt, die für jede
Tages=
zeit und jede Gelegenheit in Frage kommt, da man das
Jumper=
rleid ſowohl in ſportlicher Aufmachung wie auch für
nachmittäg=
liche Zwecke, ja ſogar — in entſprechender Wiedergabe — bis
weilen für den Abend heranzieht.
Ein großer Vorteil dieſer Modellgruppe liegt auch darin, daß
man den Rock und den Jumper aus voneinander durchaus
ver=
ſchiedenartigem Materiale verfertigen kann, ſo daß
Umarbei=
tumgen und Zuſammenſtellungen von verſchiedenartigem Material
dadurch ſehr begünſtigt werden. Als originelle Neuheit iſt die
Kombination von Stoff und Seide anzuführen, die meiſt derart
getroffen wird, daß man den Jumper aus Stoff arbeitet, wäh=
rend der Rock, der in der Regel pliſſiert iſt, aus Seidengeweben
herzuſtellen wäre. Um einen kleinen Ueberblick über die
neu=
erſtandene Jumperlinie zu geben, führen wir in unſerem Bilde
einige Modelle an, die unter der Zeitlupe dem Film der Mode
entnommen ſind:
Da iſt gleich an eiſter Stelle eines jener „kombinierten
Jumper=
kleider”, die wir ſchon früher zu erwähnen Gelegenheit hatten,
zu ſehen. Der leicht gebluſte Oberteil iſt am Kragen und an den
Manſchetten mit einer Garnitur aus feinen, gezogenen
Valen=
eiennes=Spitzen geputzt, erſcheint vorn in Jächchenart ganz
durch=
geſchnitten und mit drei gleichen, fingerbreiten Wildledergürtel=
chen zuſammengehalten. In dem Schlitz, den dieſer Jumper auf
der Bruſt freiläßt, iſt ein markiertes Plaſtron aus gefälteltem
oder geſäumtem Georgette in der Naturfarbe der Spitzengarnitur
zu ſehen. Zu dieſem dunkelblauen oder ſchwarzen Stoff=Jumper
trägt man gerne einen pliſſierten Seidenrock, wobei die Pliſſees
mit Vorliebe „kalandriert” werden, ein neuartiges Verfahren,
das darin beſteht, daß mittels einer in Ornamenten
ausgeſchnitte=
nen Schablone das betreffende pliſſierte Seidenſtück derart
über=
bügelt wird, daß man das Muſter in die Pliſſees einpreßt (Bild
Nr. 1). Natürlich wählt man für die warme Jahreszeit nur
ganz dünne Wollmaterialien für den Oberteil eines ſolchen
Jumperkleides, ſei es nun leichter Sommerrips oder
fei=
ner, poröſer Fresko, eventuell auch ſchöner
Krepella das neue Wollkrepp=Gewebe der
gegenwärtigen Mode. Ein ſolches Jumperkleid
kann man ebenſogut für Gebrauchszwecke wie auch
für nachmittägliche Gelegenheiten verwenden,
wo=
bei ausdrücklich bemerkt ſei, daß die Kombination
von Stoff und Seide keineswegs unerläßlich iſt,
ſondern daß man ein Modell dieſer Art ebenſogut
ganz in Stoff oder aber ganz in Seide
wieder=
zugeben vermag.
Aber auch für ausgeſprochen elegante
Gelegen=
heiten iſt die Anregung des Jumperkleides ſehr
gut zu verwerten, um ſo mehr, als ſich dieſe
Mo=
delle durch eine entſprechende Umhülle, zu einem
vornehmen Complet ergänzen laſſen.
Bild 2 und 3 ſind Skizzen, die auf dieſe Idee
hinweiſen, und zwar bringt Modell 3 ein flottes
Jumperkleid, das aus einem einfarbigen
Stofſ=
oder Seidenrock und einem Jumper aus bunter
Seide beſteht, der mit einem einfarbigen Gürtel,
der vorn zu einer Maſche gebunden iſt (er hat
natürlich die gleiche Schattierung wie der Rock)
zuſammengehalten wird, ſo daß der Jumper etwas
bluſig wirkt. Die Seide, die für den Gürtel
Ver=
wendung findet, iſt auch für den kleidſamen
Roll=
kragen herangezogen. Ueber dieſes Jumperkleid
trägt man einen glatten, paletotartigen Mantel,
der ungefüttert ſein kann (was ein ſolches Stück
leichter, gleichzeitig aber auch bedeutend weniger
koſtſpielig macht), der aber an ſeinen Kanten mit
dem Material, aus dem der Jumper verfertigt iſt,
ausgeſchlagen ſein ſoll, um den Charakter des
Complets zu wahren. Auch die Aermel bringen
die bunte Seide als originellen Aufſchlag. Man
ſieht alſo, daß ſelbſt für elegante Complets die
Jumper noch vielfach Verwendung finden. — Aber auch in ganz
entgegengeſetzter Aufmachung begegnet man dem Jumperkleide
ſehr häufig, nämlich in Geſtalt des ſportlichen Modells, wie wir
es im letzten Bilde bringen. Hier hat der Jumper nicht mehr die
altbekannte Form, ſondern die Faſſon einer ſeitlich verſchloſſenen
Weſte mit eingeſchnittenen Taſchen, unter der man jedwede
Hemdbluſe tragen kann. Ein ſolches Gilet nimmt ſich
insbeſon=
dere in kariertem Material ſehr gut aus und wird dann mit
Vorliebe mit einem ungemuſterten Stoffrock (der natürlich die
Grundfarbe des Karomaterials haben ſoll) in Verbindung ge‟
bracht (Bild 4).
Rummer 113
Sonntag, den 24. April 1922
Seite 19
Sport, Spiel und Turnen.
Darmſtädier Sportkalender.
Handball.
10.30 Uhr: Exerzierplatz, Pol.=Sp.=V. Babenhauſen — V. f. R.
Mannheim.
100 Uhr: Heidelberger Str.: Turngeſ. Darmſtadt 1875 —
Turn=
gemeinde Darmſtadt 1865.
nachmitt.: Rheinſtr., Rot=Weiß, 2. — Sp.=V. 98, 1.
Fußball.
3.30 Uhr: Stodion, Sp.=V. Darmſtadt 98 — F.=C. Hanau 93.
3.00 Uhr: Exerzierplatz, Pol.=Sp.=V. — V. f. R. Bürſtadt.
Turnen.
9.30 Uhr: Turnhalle Dieburger Straße 26: Volksturnen.
Handball.
Sportverein Darmſtadt 98—Polizeiſportverein Babenhauſen 4:3 (2:1).
Das Abendſpiel auf dem Schupoſportplatz hatte zirka 500 Zuſchauer
angelockt, die trotz ſcharfen Windes, der ein genaues Zuſpiel erſchwerte,
ein ſchnelles und techniſch gutes Spiel zu ſehen bekamen. Der
Polizei=
ſportverein Babenhauſen, der zweifelsohne der ſtärkſte Konkurrent des
Süddeutſchen Meiſters im Bezirk iſt, ſpielte aufopfernd und zwang die
98er zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Daß es trotzdem für
Baben=
hauſen nicht zu einem Sieg langte, obwohl der Sportverein das Spiel
mit reichlich vielen Erſatzleuten beſtritt, liegt wohl neben der Güte des
Erſatzes, der dem Sportverein zur Verfügung ſteht, in erſter Linie daran,
daß die Mannſchaft der Poliziſten noch zu unausgeglichen iſt. Neben
einzelnen hervorragenden Spielern ſind einige Poſten noch zu ſchlecht
be=
ſetzt, ſo daß die Laſt im Spiele zu ungleich verteilt wird. Eine
glän=
zende Partie lieferten der Torwächter der Poliziſten, deven Mittelläufer,
der unermüdlich ſchaffte und ſeine Stürmer mit vorbildlichen Vorlagen
fütterte, und der Innenſturm, der im Halbrechten einen ſehr gefährlichen
Torſchützen beſitzt. Ausgeſprochen ſchwach waren dagegen die beiden
Außenſtürmer und der linke Läufer; auch die Verteidiger kamen über
eine Dunchſchnittsleiſtung nicht hinaus.
Die Mannſchaft des Sportvereins 98 hatte für Jans den
Mittel=
ſtürmer der Reſerven, Meher eingeſtellt; dieſer verfügt zwar über ein
ſehr placiertes Wurfvermögen, vermochte jedoch durch ſein ungenaues
und oft auch langſams Zuſpiel den gewohnten Sturmführer nicht zu
er=
ſetzen. Der aus der Jugendmannſchaft entnommene Erſatz=Linksaußen
Freyer war zwar körperlich den Anforderungen noch nicht gewachſen,
lieferte aber im übrigen ein tapferes Spiel. Von den beiden
Erſatzläu=
fern Lones und Bauer gefiel insbeſondere der letzte. Die übrigen
Spie=
ler warteten mit der üblichen Leiſtung auf, die ſich jedoch ſteigerte, als
in der letzten Viertelſtunde der Sieg für die Farben des Sportvereins
in Frage ſtand. Nachdem um dieſe Zeit die Poliziſten durch ein
wunder=
ſchönes Tor des Halbrechten in Führung gegangen waren, zogen die
Sportvereinler alle Regiſter ihres Könnens. Angriff auf Angriff
ent=
wickelte ſich gegen das Tor von Babenhauſen, ſo daß der Ausgleich und
endgültige Sieg, den Hennemann durch einen Bombenwurf ſicherſtellte,
nicht ausbleiben konnte.
Für den ſcheinbar ausgebliebenen Schiedsrichter ſprang Oberleutnant
Hermann ein; ſeine Tätigkeit entſprach den Erwartungen.
Tennis.
Berlin — Prag.
Den Reigen der internationalen Tennisſaiſon eröffnete in Berlin
der Tennisklubkampf zwiſchen dem Berliner Tennis= und Schlittſchuhklub
und dem 1. Lawn=Tennisklub Pvag. Der erſte Tag (Samstag) brachte
zwei Einzelſpiele und ein Doppel. Demaſius gewann gegen Zemla 6:0,
6:0, 6:8, 6:1. Einen ſehr harten und wechſelvollen Kampf lieferten ſich
Hartz=Berlin und der Tſcheche Steikal. Der junge Berliner gewann 3:6,
8:6, 6:2, 13:11.
Das Doppelſpiel mußte leider abgebrochen werden, nachdem jede
Partie zwei Sätze gewonnen hatte. Kozeluh—Zemla brachten die beiden
erſten Sätze 6:3, 7:5 an ſich. Die nächſten beiden Sätze gingen aber
6:2, 7:5 an Demaſius—Dr. Landmann. Sturm und Negen machten
eine weitere Austragung des Spieles unmöglich, ſo daß die Entſcheidung
auf Sonntag verſchoben werden mußte.
Klubwettkampf Tennis= und Eisklub Darmſtadt—Tennisklub
Palmengarten Frankfurt.
Als erſten Gegner in den diesjährigen Klubwettkämpfen, die der
Tenis und Eisklub Darmſtadt gegen eine Reihe der beſten ſüddeutſchen
Vereine, wie Frankfurt. Heidelberg, Stuttgart, Saarbrücken, beſtreitet,
empfängt er kommenden Sonntag den T.K. 1914 Palmengarten
Frank=
furt auf den Plätzen am Stadion. Fpankfurt verfügt nicht nur über die
beſte Damenmannſchaft Deutſchlands, auch ſeine Herren ſind fehr
ſpiel=
ſtark, gehören doch Goſewiſch, Floda”, Altmeiſter Schmidt, Knatz und
Erwen der erſten Klaſſe an. Die ſtark verjüngte hieſige Mannſchaft
wird ſchon in ſehr guter Form ſpielen müſſen, wenn ſie den Gegner, der
mit 10 Herven und 8 Damen erſcheint, ſchlagen will. Hoffentlich ſind die
Spiele von gutem Wetter begünſtigt.
Tilden und Hunters Europaprogramm.
Die amerikaniſchen Tennisſpieler William Tilden und Francis
Hun=
ter, die ſich augenblicklich mit dem Dampfer „Columbus” auf dem Wege
nach Europa befinden, haben für ihre Europa=Tournee ein
außerordent=
lich großes Programm aufgeſtellt. Am 6., 7. und 8. Mai ſteigt zunächſt
in Berlin der Länderkampf gegen Deutſchland, anſchließend ſpielen
die beiden Amerikaner am 10. und 11. Mai in Amſterdam, vom 13. bis
15. Mai in Brüſſel und vom 19. bis 21. Mai in Paris gegen Frankreich.
Drei Tage ſpäter beteiligen ſie ſich an den internationalen franzöſiſchen
Tennismeiſterſchaften in St. Cloud. Von dort aus geht es weiter nach
Dublin wo vom 9. bis 12. Juni ein Länderkampf gegen Irland vor ſich
geht. Vom 16. bis 18. Juni ſpielen Tilden und Hunter in Mancheſter
im Länderkampf gegen England, und den Abſchluß ihrer Tournee bildet
das am 20. Juni beginnende große Turnier in Wimbledon.
Weitere deutſche Tennisſpieler im Ausland.
Die für den Länderkampf gegen Amerika nominierten deutſchen
Ten=
nisſpieler Froitzheim, Dr. Landmann, Dr. H. Kleinſchroth. Moldenhauer
und Hannemann bereiten ſich ernſtlich für die große Prüfung vor,
Hannemann und Dr. Landmann ſind beruflich verhindert, Auslandsreiſen
zu unternehmen, und trainienen in Berlin, dagegen begeben ſich
Froitz=
heim, Moldenhauer und Dr. Kleinſchroth in die Schweiz, um an dem
vom 25 April bis 1. Mai ſtattfindenden, internationalen Turnier in
Montreux teilzunehmen.
Automobilſport.
Fünfländerfahrt des AOAC.
Der Start in München.
Den Auftakt zur erſten Auslands=Tourenfahrt des A. D.A. C. nach
dem Kriege, deren Ausgangspunkt München iſt, bildete ein Feſtabend
ſämtlicher Teilnehmer im Wagnerſaal in München am Donnerstagabend.
Unter den Ehrengäſten befanden ſich die Konſuln der zu durchfahrenden
Länder. Oberbürgermeiſter Scharnagl als Vertreter der Stadt München
ſowie Vertreter der bayeriſchen Regierung. In einer Anſprache wies
Staatsminiſter Stützel als Vertveter des bayeriſchen Miniſterpräſidenten
Held auf das hiſtoriſche Moment dieſer Fahrt hin und begrüßte es, daß
gerade München, die Kunſt= und Fremdenſtadt, zu dieſem
Ausgangs=
punkt gewählt wurde. Die Fahrtteilnehmer, dankten für die herzliche
Aufnahme. Weitere Anſprachen hielten der Präſident des A.D.A.C.
ſowie Sportpräſident Dr. Kroth=Frankfurt. — Pünktlich um 7 Uhr am
Freitag morgen ging der Start auf der Thereſienwieſe vor der Bavaria=
Statue vor ſich. Die Gattin des Oberbürgermeiſters gab den Startſchuß
ab. Insgeſamt begaben ſich 119 Fahrzeuge darunter 12 Motorräder,
auf die Reiſe. Bei den Wagen ſind 21 deutſche Fabrikate vertreten, am
ſtärkſten Mercedes=Benz, Adler, Opel, Horch und Wanderer. Von den
ausländiſchen Wagen dominiert Stehr mit 9. Unter den Motorrädern
ſind BM.W., Wanderer, N.S.U. und D=Rad am zahlreichſten vertreten.
1. Reisetag (22. April) 1. Reisetag (22. Aprin)
(1. Fortsetzung)
München
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Am Etappenziel Bozen. — Start zur zweiten Etappe Venedig.
Die Fünfländerfahrt des A. D.A.C. hat einen ausgezeichneten Start
gehabt. Bei herrlichſtem Wetter konnte die erſte Tagesetappe München—
Innsbpuck—Bozen, insgeſamt 255 Km., zurückgelegt werden. Die Strecke
bot eine Fülle landſchaftlicher Reize, die auf die Teinlehmer — 107
Wa=
gen und 12 Motorräder — einen tiefgahenden Eindruck machten. Die
vontreſſliche Drganiſation ſorgte dafür, daß die Fahrt ohne die
gering=
ſten Störungen vonſtatten gehen konnte. Auch die Stnaßenverhältniſſe
befanden ſich durchweg in beſter Verfaſſung; nur an einigen Stellen
lag friſcher Schotter. In Innsbruck fanden die Reiſenden einen
herz=
lichen Empfang. Auch das Etappenziel Bozen ſtand ganz im Zeichen der
Länderfahrt. Das Rathaus hatte zu Ehren der Gäſte geflaggt und vor
dem Hauſe ließ eine Kapelle ihre Weiſen ertönen. Abends fand eine
offizielle Begrüßungsfeier ſtatt, an der eine Reihe von Ehrengäſten,
u. a. der bayeriſche Landtagspräſident Königsbauer, teilnahmen. Nach
kurzer Ruhe wurde dann am Samstag vormittag 7 Uhr bereits zur
zweiten Etappe, die von Bozen über Trient, Verona, Padova nach
Vene=
dig führt, geſtartet.
Schießſport.
Eröffnungsſchießen des Vereinigten Heſſiſchen Schützenbundes.
Mit einem guten Erfolg konnte der Vereinigte Heſſ. Schützenbund
ſein Eröffnungsſchießen zu Ende führen. Wenn auch das Wetter nicht
hell war, ſo ließen es ſich die Schützen nicht nehmen, recht zahlreich
an=
zutreten. Beſonders die Darmſtädter Vereine wanen, bis auf den Heſſ.
Pol.=Sp.=Verein e V., deſſen Schützen leider dienſtlich verhindert waren,
ſtark vertreten. Die trotz langer Winterpauſe und wenig Training
er=
reichten Reſultate zeigen, daß man in aller Ruhe den kommenden
Wett=
bewerben entgegenſehen kann. Als Sieger konnten während einer
han=
moniſchen Feier folgende Schützen geehrt werden:
Konkurrenzſchießen: 1. Ehrig=Darmſtadt 66 Punkte: 2.
Schütze Fritz=Darmſtadt 66 Punkte; 3. Diehmann=Auerbach 65 Punkte.
Dreikampf: 4=Kl.: 1. Ehrig=Darmſtadt 128 Ringe; 2. Schmidt,
Six., 125 Ringe: 3. Rittſcher=Darmſtadt 124 Ninge. — B=Kl.: Weber=
Darmſtadt 111 Ringe; 2. Chrhart=Darmſtadt 110 Ringe; 3. Müller=
Darmſtadt 109 Ringe. — C=Kl.: 1. SchaffnitDarmſtadt 99 Ninge; 2.
Sterlepper=Darmſtadt 97 Ringe; 3. Hartmann=Darmſtadt 97 Ringe.
Tagesſcheibe: 1. Grimm=Darmſtadt 77 Ringe; 2. Schneider=
Darmſtadt 76 Ninge; 3. Schmidt, Six =Darmſtadt 75 Ninge.
Vereinswettbewerb: 1. Schießſportklub Kleeblatt; 2.
Weid=
mannsheil Darmſtadt; 3. Wildſchütz Darmſtadt.
Am nächſten Sonntag tnagen Kleeblatt und Pol=Sp.=V. einen Match
aus auf dem Karlshof, der intereſſant verlaufen dürfte, da beide Vereine
über gute Schützen verfügen. Am gleichen Tage und zum ſelben Zwecke
treffen ſich die beſten Schützen von Windmühle und Wildſchütz auf den
Ständen der Windmühle. Dieſes Treffen dient zur Heranbildung einer
erprobten Städtemannſchaft. Ueber die Erfolge werden wir unſere
Sportfreunde an dieſer Stelle unterrichten.
Fußball.
Verein für Raſenſpiele Darmſtadt e. V.
Mit nicht weniger als 5 Mannſchaften tritt am heutigen Sonntag
der V. f. R. auf den Plan. Schon vormittags 11 Uhr wird, ſich die
Junioren=Mannſchaft mit der Liga=Grſatzmannſchaft von Union
Wir=
hauſen meſſen. Um 1½ Uhr ſteht die 1. Jugendmannſchaft der gleichen
von „Union‟ Darmſtadt im Verbandsſpiel gegenüber. Während die
3. Mannſchaft den 4Verein Offenthal verpflichtet hat, empfängt die
2. Mannſchaft den B=Meiſter „Germania‟ Dieburg. Um 4 Uhr tritt der
4=Meiſter „Starkenburgia” Heppenheim der 1.
Mann=
ſchaft des V. f. N. gegenüber. Heppenheim iſt ein gern geſehener Gaſt
in Darmſtadt, denn ſein Name bürgt für einen ſchönen und faiven
Fuß=
ball. Man darf auf den Ausgang geſpannt ſein. Wir hoffen, daß das
reiche Programm, auch bei dem ſportliebenden Publikum Gegenliebe
findet. Alle Spiele finden auf dem „Not=Weiß’=Platze ſtatt.
Ausfall der Aufſtiegsſpiele im Rheinbezirk.
Die für Sonntag den 24. April, im Rheinbezirk angeſetzten
Auf=
ſtiegsſpiele V. f. R. Pirmaſens gegen Mannheim=Lindenhof 08 und Sp.=
Vg. Arheilgen gegen Germania Friedrichsfeld ſind auf einen ſpäteren
Termin verlegt worden.
Leichtathletik.
Glanzleiſtungen amerikaniſcher Sprinter.
Die amerikaniſchen Sprinter ſcheinen augenblicklich hervorragend
in Fahrt zu ſein, denn von drüben werden Leiſtungen gemeldet, die
deis=
blüffend wirken. So durchlief Paddock die 100 Yards in 98 und die
220 Yards in 21,8 Sekunden in San Franzisko. Der vorjährige 100=
YardsMeiſter Borah erreichte für 100 Mards in Los Angelos
gleich=
falls 9,8 und für 20 Yards ſogar 21,4 Sekunden. Eine Prachtleiſtung
vollbrachte auch Scovell, der für 880 Yards nur 1:52,2 benötigte eine
Zeit, die dem Weltrekord von Dr. Peltzer von 1:51,6 bedenklich nahe iſt.
Geſchäftliches.
Hausputz iſt eine reine Freude — wenn man ſich aller
verfügbaren Hilfsmittel bedienen kann. In jedem Haushalt kennt man
Perſil und Henko, die beliebten Fabrikate der Firma Henkel, und das
ausgezeichnete Scheuerpulver Ata iſt der dritte im Bunde dieſer
dienſt=
baren Geiſter. Ihre vielſeitigen Verwendungsarten beim Hausputz ſind
bekannt, und jeder Hausfrau macht es Spaß, ſie immer aufs neue
wic=
der auszuprobieren und ihre Erfahrungen auf dieſem Gebiete zu
er=
weitern. Gebrauchsanleitungen mit praktiſchen Ratſchlägen werden auf
Wunſch koſtenfrei von der Firma Henkel, & Cie, A.=G., Düſſeldorf,
Poſtfach 345, überſandt.
Jeder Radfahrer beachte die Neuheiten, welche das
größte Fahrradhaus Deutſchlands in dieſem Jahre ſoeben
herausge=
bracht hat. Das Fahrrad mit Vorder=Federgabel und das Fahrrad mit
Ballonbereifung machen das Fahren auf den ſchlechteſten Straßen zu
einem Vergnügen. Wer eine Probefahrt auf einem ſolchen Nade
ge=
macht hat, wird beſtimmt kein anderes Fahrrad mehr kaufen. Wenn
Sie ſich alſo ein neues Fahrrad zulegen wollen, ſo empfehlen wir Ihnen
einen Katalog koſtenlos anzufordern von der Firma Ernſt Machnow,
Berlin C 54, Weinmeiſterſtraße 14.
Gebt euren Kindern Honig! Kein Nahrungsmittel, das
uns die Natur bietet, iſt für den Aufbau des Körpers, vor allem
unſerer Kinder, ſo wertvoll, wie der Honig. Von allen Seiten werden
uns von der Wiſſenſchaft Stärkungs= und Kräftigungs=, Verdauungs=
und Heilmittel angeboten, ſo daß wir faſt vergeſſen haben, welch
köſt=
liches Univerſal=Nährmittel wir im Honig beſitzen. Selbſtverſtändlich
muß der Honig auch reiner, nur von Bienen geſammelter Blütenhonig
ſein, kein Kunſtprodukt, keine billige Miſchung mit Sirupen oder
ähn=
lichem kann ihn erſetzen. Garantiert reinen Bienen=Blüten=
Schleuder=
honig liefert gut und preiswert (ſiehe Anzeige in dieſer Zeitung):
Obſt=
plantage und Honigverſand „Werder” (Inh. Frau Lehrer a. D.
C. Fiſcher), Werder a. d. Havel 81.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Montag, den 25. April 1927.
(Nach der Wetterlage vom 23. April 1927.)
Wechſelnd bewölkt, etwas wärmer und meiſt trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Imen am Sonntag
Die Südamerikaner
nach FrankfurtaM.-
Begrussung der Gdste durch Uberreichen der bei allen Fußballern infolge ihrer Milde, Bekömmlichkelk
end hies undeneſen domgs inhohen dnsehen Stehenglen LigreſteGreling Auslese zu 5 Na
Generalvertreter für Mainz und Darmstadt: Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt/Main, Niddastr. 64, Mittelbau, Tel, Hansa 6963.
Nummer 113
Sonntag, den 24. April
Pom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Am ſüddeutſchen Produktenmarkt hat die mehrtägige Unterbrechung
durch die Oſterfeiertage den zuletzt bemerkten feſten Grundton nicht
beeinflußt. Zuletzt zeigte ſich ſogar Neigung zu einer weiteren
Be=
feſtigung, da auch Belgien und Frankreich gute Nachfrage bekundeten
und eine bekannte elfäſſiſche Großmühle an der Donnerstagsbörſe allein
8000 Tonnen Weizen aufnahm. Es zeigte ſich auch, daß die inländiſche
Ernte ſo ziemlich aufgebraucht iſt, denn deutſcher Weizen wurde an der
hieſigen Börſe zuletzt eicht angeboten und auch das Angebot in
in=
ländiſchem Roggen blieb bedeutungslos. Immerhin betrachtet man die
ganze Lage als zur größten Vorſicht mahnend. Auf der nördlichen
Halbkugeln verſprechen die Winterweizen=Ernten einen bedeutend
grö=
ßeren Ertrag als im Vorjahre. Ein zur Zeit in Mannheim
anweſen=
der Vertreter der ruſſiſehen Sowjetvertretung in Holland bietet Weizen
aus Rußland, woſelbſt die Ernteausſichten im gegenwärtigen
Augen=
blick als günſtig gelten, und woſelbſt die Ukraine eine um rund
2 Millionen Acres von je 0,40 Hektar größere Weizenanbaufläche
be=
ſtellt haben ſoll, je nach Herkunft zu Fl. 14.20—15,40 (1 Fl. — 1 Holl.
Gulden — 1,69 Rmk.) fracht= und verſicherungsfrei Rotterdam an.
Kanſas=Weizen II bedang Fl. 14,75—14,80, Red Winter Fl. 14.10,
Baruſo, 79 Kg., Fl. 13,65, Noſario, 79 Kg., Fl. 13.90, Auſtral=Weizen
Fl. 14,10, fracht= und verſicherungsfrei bzw. transbordé europäiſchen
Seehäfen. Das kleine Roggenangebot inländiſcher Herkunft war leicht
unterzubringen, obgleich die Mühlen vereinzelt und in boſchränktem
Umfange als Käufer auftraten. In der Hauptſache handelt es ſich bei
ihren Käufen um Auslandsroggen, der im Waggongeſchäft von Rmk.
27,25—27,50 auf Rmk. 27,75—28 die 100 Kg. angezogen hat. Gerſte
hatte feſten Markt, insbeſondere Futtergerſte, die 25 Pfg. die 100 Kg
teurer als in der Vorwoche geworden iſt. Braugerſte wurde einiges
in ausländiſcher Herkunft zu unverändert Rmk. 29—32 die 100 Kg.
gehandelt. Inlands=Hafer hat ſich um Rmk 0,25 die 100 Kg. auf Rmk.
22,75—23,75 befeſtigt. Auslandshafer zug bis zu 50 Pfg. auf Rmk. 22
bis 23 an. Ziemlich unvermittelt iſt auch eine Preisbefeſtigung für
Mais eingetreten, der als Vollfutter gegenüber Hafer und Futtergerſte
noch immer als billig betrachtet wird. Der Futtermittelbedarf erweiſt
ſich als größer als erwartet. Verlangt wurden für Futtermehl Rmk.
15,50—16,50, Weizenkleie, April=Lieferung Rmk. 13,25, Mai/Juli=
Lieferung Rmk. 13, aus ſpäter Rmk. 12,75, Maisſchrot Rmk. 20,25,
Malzkeime Rmk. 15,25—16, Erdnußkuchen Rmk. 20,50.
Das Mehlgeſchäft liegt ruhig, die Käufer verhalten ſich abwartend
und der Abruf läßt zu wüinſchen übrig. Die Jorderungen ſind
gegen=
über der Vorwoche underändert. Seit dem 10. ds. Mts. iſt nunmehr
für Mehl von der Saar bei der Einfuhr nach den übrigen deurſchen
Zollgebieten ein Eingangszoll von Rmk. 7,70 je ax. zu entrichten,
wo=
durch die Forderung der ſüddeutſchen Mühlen auf Gleichſtellung der
ſaarländiſchen mit den übrigen deutſchen Mühlen erfüllt iſt.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt wird berichtet: Am Markt der
Pfäl=
zer Tabake verlief das Geſchäft recht ruhig. Es gelangen einige kleine
Partien letzter Erntc zu Rmk. 115—120 je Ztr. zum Umſatz. Von
Rip=
pen wurden überſeeiſche, verpackt, zu Rmk. 13—14 franko Mannheim je
Ztr. geſucht. Pfälzer blieben dagegen ohne Nachfrage. Die Pflanzer
beginnen jetzt die jungen Pflanzen für die neue Ernte zu ziehen, wofür
das Wetter bis jetzt ſchlecht war, ſich aber ſeit den Feiertagen günſtiger
geſtaltet hat.
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkt.
Die Lage am ſüddeutſchen Eiſenmarkt hat in der Berichtswoche eine
beſondere Veränderung nicht erfahren. Die Spezifikationen für die
ab=
geſchloſſenen Mengen gehen Prompt ein. Was an Neukäufen getätigt
wird, iſt nicht unerheblich, ſo daß das Werksgeſchäft nunmehr ein recht
freundliches Ausſehen trägt. Auch im Lagergeſchäft wird allgemein von
befriedigenden Umſätzen berichtet. Die Preisbewegung ſcheint zum
Stillſtand gekommen zu ſein. Es beſteht nunmehr Berechtigung zu der
Annahme, um ſo mehr, als die vom Verband beabſichtigte Erhöhung
der Form= und Stabeiſenpreiſe an dem Widerſtand der
eiſenverarbeiten=
den Induſtrie geſcheitert ſind, die eine weitere Erhöhung für untragbar
erklärten. Stabeiſen notierte weiterhin mit 133 RM., Formeiſen mit
130 RM., Frachtgrundlage Neunkirchen=Saar, Bandeiſen mit 156 RM.
pro Tonne, Frachtgrundlage Homburg=Saar. Ebenſo bewegen ſich die
Blechpreiſe ſeit geraumer Zeit auf gleicher Linie. Für Grobbleche iſt her
Verbandspreis von 150—155 RM., Feinbleche zu 165—170 RM. pro
Tonne ab rheiniſch=weſtfäliſches Werk in dem freien Handel erhältlſch.
Lagermaterial wird nach wie vor zu den Zonenpreiſen der Süddeutſchen
Eiſenzentrale verkauft.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., B. April.
Die heutige Samstagsbörſe bot dasſelbe Bild, wie ſchon die
vor=
hergehenden Tage. Lebhafte Nachfrage nach verſchiedenen
Spezial=
werten ließ die Tendenz feſt erſcheinen. An erſter Stelle waren heute
wiederum Schuckert begehrt, die zum erſten Kurs bereits 8½ Prozent
gewinnen konnten. Aber auch die übrigen Elektrowerte lagen feſter;
A. E. G. zogen 1½ Prozent, Licht und Kraft 1¾ Prozent und Siemens
u. Halske allerdings nur ½ Prozent an. Großem Jutereſſe begegneten
ſodann Daimler, die raſch bis zur erſten Notierung um 53 Prozent
ſtiegen, im weiteren Verlauf aber noch mehr anzogen. Auf dem
Montanmarkt gab es überwiegend kleine Abſchwächungen, nur
Bude=
rus waren hier verlangt und etwas feſter auf
Ausführungen in
der geſtrigen Generalverſammlung. Stark vernachläſſigt waren
wie=
der J. G. Farbeninduſtrie, die faſt 3 Prozent ſchwächer eröffneten.
Banken waren überwiegend etwas feſter, ohne daß aber nennenswerte
Umſätze ſtattgefunden hätten. Der Nentenmarkt blieb wieder
geſchäfts=
los. Auch ſpäterhin hielt das Geſchäft in den genannten Spezialpapie=
ren an. Schuckert blieben weiter verlangt, ebenſo Daimler, die den
Kurs von 135 erreichten. Auch für Rheinſtahl zeigte ſich wieder
Inter=
eſſe. Auf allen anderen Marktgebieten wurde die Stimmung eher
etwas ſchwächer. Tägliches Geld 4 Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 23. April.
Die Börſe hatte am heutigen Wochenende eine ziemlich durchweg feſte
Grundtendenz, wenn ſich auch die Umſatztätigkeit in der erſten Stunde
in mäßigen Grenzen hielt. Beſonderes Intereſſe zeigte man für
Zell=
ſtoffaktien, Elektroaktien. Auch Hammerſen gefragt. Man glaubt, daß
hinter deren Kursbewegungen noch tiefer liegende Gründe ſtehen. Am
offenen Geldmarkt ging der Satz von 5 auf 6½ zurück. Die Meinungen
für die Geldverſorgung am Ultimo waren günſtiger, Monatsgeld notierte
wie bisher 6½ bis 7½ Prozent. Warenwechſel mit Großbankgiro
nominell 47/s. Im internationalen Valutenhandel wurde heute das
Geſchäft mit japaniſchen Dens eingeſtellt, nachdem durch die neueſten
Vorgänge in Japan insbeſondere die Erklärung eines allgemeinen
Mo=
ratoriums und die Schließung ſämtlicher japaniſcher Börſen die Lage
außerordentlich unklar geworden iſt. Eine amtliche Kursfeſtſetzung fand
in Berlin, wie ſchon am Freitag, nicht ſtatt. Sonſt war die
Aufmerk=
ſamkeit ausſchließlich auf die italieniſche Lire gerichtet, deren Hauſſe
in einem erſtaunlichen Umfange anhielt. London gegen Mailand
notierte 91½. Im einzelnen hatte der Elektroaktienmarkt große
Kurs=
gewinne für Schuckert und AEG., ferner für Stromlieferungswerte
aufzuweiſen. Es wurde angegeben, daß in der Elektroinduſtrie die
Aufträge ſür Starkſtromanlagen ſehr ſtark zugenommen hätten.
Elektro=
werte ſteigen mehrfach um 3—5 Prozent, die favoriſierten Werte aber
um mehr als das Dopelte. Am Montanaktienmarkt trat für Rheinſtahl
bei wenig verändertem Kurs Intereſſe hervor. Ebenſo wurden
Mannes=
mann wiederum in großen Poſten umgeſetzt. Gerüchtweiſe verlautete
von Verhandlungen über den Verkauf der Kohlenzeche „Unſerfritz” an
die Deſſauer Gasgeſellſchaft zu vorteilhaften, Bedingungen. Spritaktien
erfuhren neue Steigerungen. Oſtwerke pl. 5 Prozent, Zellſtoffwerte
wurden auf Mitteilungen über günſtige Geſchäftsverhältniſſe gefragt
und um 6 heraufgeſetzt. Daimler ſtellten ſich während der erſten Stunde
6 Prozent, vermutlich auf Markvorbereitungen zur Durchfihrung der
Kapitalerhöhung. Chemiſche Werte vernachläſſigt und außer Riedel
(pl. 5 Prozent) nur unweſentlich verändert. J.=G. Farbeninduſtrie 322,
Banken und Schiffahrtsaktien teilweiſe 2 Prozent höher.
Ablöſungs=
rente angeboten, 21,25. Im weiteren Verlauf der Börſe blieb die
Tätigkeit der Spekulation auf die ſchon anfangs favoriſierten Werte
beſchränkt, die ihre Avancen voll aufreiht erhielten. Privatdiskont kurze
und lange Sicht 45/s Prozent. Als gegen Schluß der Börſe die
Farben=
aktien auf ſchlechtere Dividendenſchätzungen (man taxierte heute 10 Proz.
ſtärker angeboten waren und auf 327,5 zurückging, ſchritt die Spekulation
auch an den übrigen Terminmärkten zu Gewinnmitnahmen und
Wochenſchlußglattſtellungen. Die amtlichen Schlußnotierungen beivegten
ſich daher dielfach einige Prozente unter den höchſten Tageskurſen. An
der Nachbörſe bröckelte das Niveau bei ſtillem Geſchäft abermals leicht
ab. Das einzige feſte Papier waren Licht und Kraft mit 216—217.
Sonſt nannte man im Spätverkehr Schuckert 240,5—241, Bergmann
241—242, Siemens 227,5—226,5, AEG 196—196,5, Gelſenkirchen 197
Phönix 142,75, Mannesmann 238,5, Harpener ſchwach 263, Deſſauer
Gas 233, Höſch ſchwech 217, Hammerſen 189, Zellſtoff Waldhof 220,25
Danatbank 269, Berliner Handelsanteile 269,5, Hamburg=Süd 237,5
Hanſa 233,75, Nordd. Lloyd 153,75, Habag 152, Daimler 133,75,
Schul=
theiß 468, Oſtwerke 457,5, Ablöſungsanleihe Neubeſitz 21,30.
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb.=Nürnb. Maſc
Bamag=Meguin.
Bank el. W...
Berlin. Karlsruhe Ind
Braunkohl.=Brikett
Bremer Vulkan".
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen
Deutſch.=Nieb. Tel.
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum. / 84.85
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhüte . .
Dynamit Nobel. . . . .
Elektr. Lieferung. . . .
J. G. Farben ...
R. Friſter. . . . ..
Gaggenau Vorz..
Gelſenk Gußſtahl..
E. f. elertr. Untern.
Halle Maſchinen..
Han Maſch.Egeſt.. .
Hanſa Dampfſchf.. . .
Höſch Eiſen. 220. 215.75 218. Hohenlohe Werke 28.30 113.75 113.75 Kahla Vorzellan 133,5 226.— 220.— Lindes Eismaſch. . . . 191.5 143.— 142.— Lingel Schuh 207.1e! 257.5 Linke u. Hofman= 97.25 121.125 123.— L. Loewe u. 370.5 129. 129.75 C. Loren; 153.5 13.37 13.125 Niedeclauſitzer 205.25 191.— 198.— Nordd. Gumm 86.- Orenſtein. 139.25 158.— 158.— Rathgeber Wag
113.37. 145.— 142.— Rombacher Hütt= 161.— 1159.— Roſitzer Zucke 102.875 200.5 203.75 Rütgerzwerke 143.— 332.— 330.25 Sachſenwerk 142.5 105.— 105.75 Sächſ. Gußſtahl 171.— 64.— 64.- Siemens Glas 138. 18.— 17.5 Ver. Lauſitzer ( 155.75 279.5 280.75 Volkſtedter Bor 5. 215. 1211.— Weſtf. E. Langend 53.5 138.— 137.— Wittener Gußſtahl 79.5 232.5 234.— Wanderer=Werke 235.875
23. 4.
281.125
125.
219.75
23.5
137.—
191.5
96.5
96.5
375.75
152.
209.75
139.75
113.375
117.875
145.
145.—
173.—
190.—
157.—
70.—
55.5
73.—
283.5
Deviſenmarkt.
22, 4. 23. 4. 22. 4. 23. 4. Geld / Brief Geld /Brief Geld Brie Geld Brief Amſterdam=R. 168.59/169.01 168.57 168.9 Wien D.=Oſt.abe 59.25 59.39 59.3 59.44 Buenos=Aires. 1.7831 1.787 1.78. 1.78 Prag. . . 2.476 2.516 12.476 12.516 Brüſſel=Antw. 58.58/ 58.72 58.595 59.735 Budapeſt( Pengö 73.44 73.62 73.4* 73.63 Cslo 109.01/109.29 108.81 09.091 Fapan. — — Kopenhagen 112 42/112.-70 112.42 112-70 Rio de Janeiro.! 1.4965 9.4985/).4965 4985 Stockholm i 12.85/1 13.13 112.79 113.0, Sofia. 3.04* 3.053 3.043 3.053 Selſingſors 10.598/10.638 10.595/10.63 Fugoſlavien .. 7.40 7.42 7.40 T.42 Italien 21.62 21.68 22.43 22 49 Konſtantinopel / 2.16 2.17 2.16 2.17 London". 20.460 20.512 20.480 70.51 Liſſabon. 21.495 21.545 1 455/2:.505 Ner=York. 4.213 4.223 4.2135 223 Danzig. 81.64 81.84 81. 64 81.84 Paris (6.50 16.54 16.50 6.54 Athen. 5.64 5.66 5.69 5.71 Eckreiz 131.03 18:.23 81.02 31.22 Kanada. . . . 1.215/ 4.225 4.215 4.225 Spanien 73.46/ 3.64 73.61 37 1ruguav. 1.281 4. 295 4.285 4. 295 Die Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft im März
Der Güterverkehr zeigte im März eine weitere Belebung.
Zu der Steigerung trugen vermehrte Transporte von Düngemitteln,
Steinen, Holz, Wegebauſtoffen und Erzeugniſſen der Landwirtſchaft bei.
Arbeitstäglich wurden im März 144 600 Wagen gegenüber 135 200 Wagen
im Februar geſtellt, d. i. eine Zunahme von 9400 Wagen oder 6,9 Proz.
Der Verkehr wurde reibungslos bedient; auch der lebhafte
Stückgut=
verkehr wurde ohne Schwierigkeiten bewältigt. Der
Kohlen=
verkehr ging im ganzen zurück. Arbeitstäglich wurden in den
größten Kohlengebieten 2840 Wagen, d. i. 5,6 Prozent weniger Wagen
für Kohlen geſtellt als im Februar. Zu dieſem Rückgang trug das
Nachlaſſen des Hausbrandbedaufs ſowie die Zurückhaltung der
Ver=
braucher angeſichts der am 1. April in Kraft tretenden niedrigen
Sommerpreiſe bei. Der Erzverkehr ließ etwas nach.
Arbeitstäg=
lich wurden 3700 Tonnen Erz (gegen 4400 Tonnen im Februar) aus
Lothringen und Luxemburg nach der Ruhr befördert. Nach wie vor
lebhaft waren die Trausporte von landwirtſchaftlichen
Er=
zeugniſſen und Gemüſe. Der Verfand friſcher
See=
fiſche blieb gegewüber dem Vormonat zurück. Der Verſand
künſt=
licher Düngemittel hielt ſich zunächſt auf der Höhe des
Vor=
monats und flaute erſt gegen Ende März allmählich ab. Die
Trans=
porte von Wegebauſtoffen und Zement ſtiegen erheblich an.
Ueber die allgemeine Abwicklung des Betriebes wird mitgeteilt, daß im
Februar 44 154000 Zugkilometer gegen 47 561000 Zugkilometer im
Januar und 2 118 247 000 Wagenachskilometer im Februar gegen
2 212 830 000 Wachenachskilometer im Januar geleiſtet wurden. Im
Tarifweſen wurden einige Ausnahmetarife mit zumeiſt zeitlicher
Befriſtung neu eingeführt, andere aufgehoben oder ſonſtwie geändert.
Die Betriebsergebniſſe des Monats Februar zeigen folgendes
Bild: Einnahmen: Perſonen= und Gepäckverkehr 81 318000 RM.,
Güterverkehr 235 743000 RM., Sonſtige Einnahmen 25 044000 RM.
Summa 342 105000 RM. Ausgaben: für Betrieb und
Unter=
haltung 249883000 RM., für Erneuerung der Reichsbahnanlagen
25 747 000 RM., Dienſt der Reparationsſchuldverſchreibungen 50 075 000
RM., feſte Laſten 12842000 RM., allgemeine Rückſtellungen 3 558000
RM. Summa 342 10500 RM.
Das im Februar erzielte Einnahmeergebnis läßt erkennen, daß die
Belebung des Verkehrs im weſentlichen fortbeſtanden hat. In der
Hauptſache brachte der geſteigerte Verſand von Bauſtoffen und landwirt= Bedarfsgegenſtänden vermehrte Frachteinnahmen. Der
Mehr=
betrag iſt zum Ausgleich von Mindereinnahmen zurückgeſtellt worden.
Für werbende Anlagen entſtanden im Februar Ausgaben von 18,7
Mill. RM. Die ſiir Februar fällige Rate für den Dienſt der
Repara=
tionsſchuldverſchreibunger iſt rechtzeitig gezahlt worden. Außerdem
wurde am Fälligkeitstage die Steuer für die Beförderungen im Januar
1927 abgeführt. Der Perſonalbeſtand betrug im Februar 1927 652 617
Köpfe gegen 656 384 Köpfe im Januar 1927.
Perteuerung der Hauptbauſioffe.
Die Preife der Hauptbauſtoffe haben im Laufe der letzten Wochen
nicht unweſentlich augezogen. Die Abwicklung einer ausreichenden
Woh=
nungsbautätigkeit wird dadurch nakürlich erheblich erſchwert, wenn nicht
gefährdet. Der Reichsarbeitsminiſter hat daher in einem Rundſchreiben
an die Wohnungsreſſorts der Länder und der in Frage kommensen
Reichsbehörden erneut Gelegenheit genommen, auf dieſe Tatfachen
hin=
zutveiſen. Er hat den Behörden empfohlen, der Preisentwicklung der
Bauſtoffe im Intereſſe der Förderung des Wohnungsbaues und einer
gleichmäßigen Beſchäftigung der Bauhandwerker erhöhte Aufmerkſamkeit
zuzuwenden, und erforderlichenfalls der Zuſammendrängung der
Bau=
vorhaben in der erſten Hälfte des Jahres mit Nachdruck
entgegenzu=
trcten. Die zuſtändigen Stellen ſind zu veranlaſſen, die Bauvorhaben
möglichſt auf das ganze Jahr zu verteilen, da es auch im Intereſſe der
ſtetigen Beſchäftigung der Bauarbeiter liegt, wenn für eine gleichmäßige
Bauentwicklung über das ganze Jahr hin geſorgt wird. Insbeſondae
hat der Reichsarbeitsminiſter noch auf die in letzter Zeit gleichfalls
ungerechtfertigten Preisſteigerungen auf dem Holzmarkte hingewieſen,
die mit allen zu Gebote ſtehenden Mitteln von den beteiligten Stellen
vermieden werden müſſen.
Wirtſchaftſiche Rundſchau.
Die Vertretung der Internationalen Handelskammer auf der
Welt=
wirtſchaftskonferenz. Die Abordnung, die die Internationale
Handels=
kammer zur Weltwirtſchaftskonferenz nach Genf entſenden wird wird
aus folgenden Perſönlichkeiten beſtehen: Dr. Kotzenberg
Frank=
furt a. M. (Mitglied des Reichswirtſchaftsrates), Miniſter a. D. Etien
Clementel, Paris, dem Präſidenten Roland W. Boyden, ehem.
ameri=
kaniſcher Beobachter in der Reparationskommiſſion, C. Olivetti, Rom,
(Mitglied des Parlaments, Generalſekretär des Italieniſchen
Induſtrie=
verbandes) und Miniſter a. D. Walter Runciman, London (Mitglied
des Unterhauſes).
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 10. bis 16. April im Ruhrgebiet in 5
Arbeits=
tagen 1859 442 To. Kohle gefördert gegen 2289 127 To. in der
vorher=
gehenden Woche bei 6 Arheitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich in
den 7 Tagen der B=richtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags
gearbeitet) auf 474293 To. gegen 485 306 To. in der vorhergehenden
Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 52 968 To. gegen 65 517 To. in 5
bzw. 6 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Förderung betrug in der
Zeit vom 10. bis 16. April 371 888 To. gegen 381 521 To. in der
vorhei=
gehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 67 756 To.
gegen 69 329 To., die arbeitstäglicha Preßkohlenherſtellung auf 10 594
Tonnen gegen 10 920 To. der Vorwoche.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teil/319.25
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
Coſungsſcheine ...
6‟½,% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30
7½ Baher Staats=
Sch p. 1. 4. 29
6‟=% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
6‟,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 80—
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29
72 Sächſ Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7 30
6½%Württ. Freiſt
Schatz. p. 1. 3. 2‟
I Teill320.5
22
97.75
98
98
98.5
)Ausländ iſche
5% Bos.E. B 1914/ 47
5% . L.Inv. 1914/ 47
4½% 1898
4½% 1902
4% „
5 % Bulg. Taba 102
4½% Oſ. Stuatst.
v. 1913. Kdb. 1918
4½%Lſt Schatz 14
4½½ Oſt. Silberr.
42 Goldr.
4¾ einh. R (kon
2. 6
4.25
Türk. Adm.103/ 19*/,
(Bagd.)
(Bagd.) II
42 Türk. unif. 190.
4% „ 1911 Zoll./ 16.3
4½% Ung. St. 1913
4½% St. 19141 241,
Goldr. 23".
St. 10
Kronr.
Eiſ. Tor. 26
Außereuro.
päiſche
5% Mex am.in abg
5% äuß. 99
1% Goldo4ſtf.,
% konſ inn. „
4½% Irrigat.
5% Tamaulipas I.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mi,
Zinsberech=
nung
10%Berl. 6.=Bt. G./111.5
104
Berl. St.=Gold/ 96.75
26 Darmſt. St.=G.
8 D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. /102
26.25
8.5
4.8
Vort. (Spz.) IIII 9.8
m.am. R.08.
Gold 13
am. konv. .
„ am. 05..
% Fri.=bhp.=B.
Goldpfdbr.
100.75
* Frkf. H.=B. Gld. 102
8% Frki. Pfbr.=B
Goldpfdbr.
102.5
79 Pfbr • Bk.=Gld./102
Frk‟ Pfdbr.=Bk.
Goldpfdbr.
89.5
5% H. Lds.-B1. Gld
102
* K.Eleftr. Mar
Hagen) Goldobl.
2a K. Landesban
Darmſt Reihe / 1101.25
Reihe
2M.= Krft. Höchſt
800 Mannh. St.=G.)
80 Naſſ. Ldb. Gold/105
8% Nbg. St.=Gldal. 102
80 Pfälz. Hhp.=Bk.
Gold=Pfdbr. 100.5
8% Pforzh. St.=G.
8% Pr. Centr.=Bd.=
Cr. =Bf. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.
ſchaft-Goldpfbr.
8% Rh. Hhp.=Bank
Gold=Pfdbr 100.5
103
½%Rh. St. W. 25/197.75
10% Rh.=Weſtf.=B
Cr.=Bk. Goldpf.
8% Südd. B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
7% B. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. mit Option/111.75
7 % V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. ohne Option/ 99.45
3½ Voigt &Häffner
Goldobl.
102.5
8% Württbo. Hyp.
Banf Goldpfbr 109
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6%Großkr. Mannh.
Kohl 2‟
% beſ. Brr.=Rg. 23
Roggen 2:
Pr. Kaliw
5% Pr. Roggenw.
5% Südd Feſt=B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Buyr Vereinsb
Bahr. Handelsb
22
14.35
8.95
6.25
2. 25
Bahr. Hyp.u. Bechſt
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk
Hamb. Hyp. Bk.
Mecklb. Hyp.=u Wb.
Meining Hhp.,Bk.
Nordd Gr. Er Bk.
Pfälz. Hyp.=B!
Preuß. Bod.=Cr.=B
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
Preuß Pfdbr.=Bk
Rhein Hyp.=B.
Rh. Wſtf.=B.=Cr. =B
Südd. Bodenkr.
Württ Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heiſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Ldsb
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
4½ Galiz. Carl=
Lud.=B.
4½ „ „ abg.
5% L. Sb. /Lb. )ſtfr.
2.6% Alte
2.6% Neue.
5%0 Oſt.=Ung. 73/74
4% Oſt Staatsb. 83
3%Oſt 1.b.8.E
3% Oſt. 9. E
3%Oſt 1885
3%Oſt. .. Erg. Netz
% Raab Oedbg. 83
91
4% Rud Silber
4 Rud Salzkg.
4½% Anat S.I
4½% Anat S III
4½% Anat S III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec .
4½½
„
fraur. Frandfarter Kärboericht oois. Aptit Le4t.
Bank=Aktien
Allg D.=Kredit. 179
166
Bad. Bk.
Bk. i. Brauind. . .
Barmer Bankv.
Bay Hyp=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatk
Darmſt. u. Nat.=B!
Deutſche Ban!
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 162. 25
242
168.5
268
220.75
269
193. 75
5.5
142
14.
R.
30
29
11.75
30
28
26
.
D Hyp.=Bk. Mein. 179‟/.
D Vereins=Bk
121
Disk.=Geſellſch 184.75
Dresdener Bk.
1185.5
Frankf. B:
158
Frkf Hyp.=Bk.. 215.5
Frkf Pfdbr.=Bk. 187
Gotha. Grundfr. Bk. 225
Lux Intern
12.5
Metallbank
170
Mitteld Creditb 1245
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank/162
Hyp=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant 175.75
Rhein Creditbl. 148
Rhein=Hyp.=Bk. 217
Südd B.=Creditbk.
Südd Disc.=Ge/ 1158
Oſterr Creditanſt. 10.15
Wiener Banwerein/ 6.975
Bergwerks=Akt.
Bochum Bergb.
Buderus
Dt Luxemburg
Eſchw Bergw.:
Gelſenfirch. Bgw
Harp Bergb.
Flſe Bergb. St.
Genußſchein
Kalt=Aſchersleb
Kali Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke
Mannesm.=Röhr
Mansfelder ......
139.5
201
160
205
215
187.5
240
173
M
Otavi=Min.=Ant. . 42.25
Phönix=Bergb. /142.75
Rhein. Braunk. 324
Rhein. Stahlw.. 1271
A. Riebeck Montan 184
Rombach. Hütte
Salzwert Heilbr. 125
Tellus Bgb..
93.35
Ver Laurahütte 150.75
Ver Stahlwerke
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh. / 255
Henninger
198
Hercules Heſſiſche
Löwenbr.=München 348
Mainz. Aktienbr. 250
Schöfſerhof(Bind. / 374.5
Schwarz Storchen. 179.95
Tucher. Nürnberg
Werger
182
Akkum Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher)
6%A. E. G. Vzg.A
5% A. E. G. Vzg.B
A. E. G. Stamm
Anglo=Cont Guano
Bad Maſch Durl.)
Bad Uhren Furtw
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Bahr Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El
Bing Metall.
Brem =Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtao
Cement Lothr
hem Albert
Chem Brockh
Chem. Milch .....!
149.5
143
93
85.5
197
A-6
30.1
61
2
95
241.7
77
186.75
66.75
100.5
80
Daimler=Benz A. 6
Dt. Eiſenhandel
Deutſche Erdöl
D. G u. Silb. Scheid
Dinaler. Zweibrüd
Dresd Schnellpr
Dürkopp
Dürr Rattingen
Dyckerhoff & W
Eiſenw. Kaiſersl.
El Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Elſ Bad. Wolle
Email Ulrich
Enzinger Werke
Eßlinger Maſch.
Ettlinger Spinn
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr Birmaſens
Farbenind. J G
Felten & Guilleau
Feinmech. Jetter)
Feiſt Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.-M Pof.u. W
Geiling & Cie
Germania Linol.
Gelſenk Gußſt
Goldſchmidt Th.
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Llond Br.
Hartm & Braun
Heyligenſtaedt
Hilvert Armatur
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch. Kupfer
Hoch=Tief Eſſen
Holzmann
Holzverk Ind.
öydrom. Breslau"
Fnag .. .. . ..
133.5
198.5
236.25
162
74.5
52
219.5
203
4s
46.5
95
126.5
125
43
330.25
178
196
124
89
108
150.1
137.75
190
134. 25
66
39
93.5
125.5
154.5
226.5
91.5
38.5
84
Junghans St. 1120.9
Kammg. Kaiſersl. 1210
Karlsruher Maſch
Karſtadt. R.
Klein Sch. & Becker/140
Knorr, Heilbronn 1202.25
Konſerv Braun 81.5
Krw. Alt= Württbg./ 94
Krauß Lokom 185. 75
140.75
Lahmeher
Lech Augsburg . ./ 34.75
Lederw Rothe
Spicharz..
Linge Schuhw.
Löhnberg Mühle / 62.75
Ludwigsh Walzm. 144.75
Lüdenſcheid Metal.
Lux Induſtrie
Mainkraft Höchſt 134.5
Nars=W. Nürnberg/1.56.5
Metallger Frff 210.5
Miag Mühlenb 216
Moenus Stamm 88.75
Motoren! Deutz
Motorenf Oberurſ. 67
Münch. Lichtſpielk 1138
Neckar Fahrz 138.25
Neckarw Eßlingen
Peters Union
129
Pfälz Näh Kayſerl 63
65
Philipps .."
Porzellan Weſſel 60
ſiein Gebb.& Schal
Rhein. Elektr
Ange
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke 144
Schnein / Hanau / 70
Schnellpt Fran: 116.75
Schramm Lackf 193
Schrift Stemp 145
Schuckert Elekt: 1242
Schuhf Weſſe‟
85.1
Schuhf. Herz
82.25
Schultz Grünlack / 56
Seilind Wolff
90
Siemens Glas 186
Siemens & Halske /332
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G.
Thür eleltr Lieſ
Uhren Furtwäng
Unterfr. Kr. =El.=V.
Beithwerke
Ver. . Chem. Ind
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver Faßſ. Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf.
Pin ſel=Nürnberg
Ultramarin
ZellſtofſBerl
Vogtl Maſch.
Voigt & Haeffner
Volthom Eei
Wanß, & Frehtag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt Aſchaffenbe
Zellſt. Waldhof
Zucker; Rheingau
Trans pori= ur?
Verſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg.
A. Di. Eiſenbahn
A. Lokalb. u. Kraftw
Di. Eiſenb.=Geſ
Schantung E. B.
Südd Eiſenb.=Geſ
Hapag
Nordd. Lloyd
134
129
30
93.5
160
159
167
72
199.75
191.7
290.25
Nr6
100.75
155.5
Frkft. Allg. Ver 162
Frankona Rückv
Darmſt Wer10
Bahnbedar.
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ.
Gebr Lutz
Motorf. Darmſt
Gebr. Roeder
Venuleth & Ellenb.
54
Bl.
71
[ ← ][ ][ → ]Nummer 113
Sonntag, den 24. April 1927
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 20. April 1927. Die auf
den Stichtag des 20. April berechnete Großhandelsinderziffer des
Sta=
tiſtiſchen Reichsamts war mit 134,7 gegenüber der Vorwoche (134,8)
nahezu unerändert. Von den Hauptgruppen haben die Agrarſtoffe
um 0,7 v. H. auf 134,9 nachgegeben, während die Kolonialwaren leicht
auf 127,1 angezogen haben. Die Inderziffer der induſtriellen
Roh=
ſtoffe und Halbwaren iſt bei anziehenden Preiſen für Schrott, Kupfer,
Häute und Leder um 0,2 v. H. auf 129,8 geſtiegen. Gleichfalls hat ſich
die Ziffer der induſtriellen Fertigwaren um 0,3 v. H. auf 153,3 erhöht.
Günſtige Entwickelung des Einlagengeſchäfts bei der Berliner
Sparkaſſe. Bei der Sparkaſſe der Stadt Berlin hat ſich das
Einlagen=
geſchäft im März weiter günſtig entwickelt. Die Zahl der Sparer iſt
bis Ende März auf 326 800, der Betrag der Spareinlagen auf 148 405000
Reichsmark angewachſen. Das bedeutet eine Zunahme der Sparkonten
im März um 13 700 und der Spareinlagen um 7 155 000 RM. Bei deu
Girokonten der Berliner Stadtbank betrugen die Einlagen am 31. März
54 410 000 RM. auf 28 400 Girokonten.
Die Kalktagung in Dortmund. Auf der am 24. und 25. Mai d. J.
in Dortmund ſtattſindenden Kaltagung werden folgende Themen
be=
handelt: 1. Eigene Beobachtungen über die ſelektive Beeinfluſſung der
Kleinlebewelt des Bodens dunch Kalk. Vortrag mit Lichtbildorn von
Geh. Reg=Nat Prof. Dr. Remy, Bonn=Poppelsdorf. 2. Die
betriebs=
wirtſchaftliche Bedeutung des Kaltes für die Laudwirtſchaft. Vortrag
von Dr.=Ing. V. Büſſelberg, Verlin, 3. Landwirtſchaft und
Kalf=
induſtrie. Vortrag von Direktor H. Urbach, Berlin.
Internationale Verſtändigungsausſichten in der Zementinduſtrie
Mit den Zementfabriken des Südens, vor allem in der Schveiz und
Deutſch=Oeſterreich, haben Beſprechungen ſtattgefunden, die auf einen
Zuſammenſchluß in der euroräiſchen Zementinduſtrie hinausgehen, der
vor allem eine Preisvereinbarung im Auge haben ſoll. Dabei iſt
feſt=
zuſtellen, daß die Beteiligten eine Vereinbarung in dieſem Sinne
unter=
ſtützen, ſo daß in abſehbarer Zeit mit einem Abkommen gerechnet
werden kann. Nicht beteiligt an dieſen Verhandlungen ſind bisher vor
allem die holländiſchen Zementwerke, die bekanntlich gerade in letzter
Zeit erhebliche Konkurrenz=Schwierigkeiten für die deutſchen Werke
machen.
Zu den japaniſchen Bankſchwierigkeiten. Aus Tokio wird
gemel=
det, daß nicht 15 jabaniſche Banken, wie es anfänglich hieß, ſondern
nur 9 ihre Zahlungen eingeſtellt hätten. Es handelt ſich zunächſt um
Banken, die in der einen oder anderen Weiſe mit der Formoſa=Bauk
oder direkt mit der Firma Suzuki in Verbindung ſtehen. Die
Yoko=
hama=, die Nipbon= und die Chaſſenbank haben ihre Zahluugen nicht
unterbrochen. Die Taiſchobank, deren Aktien zur Hälfte der Suzuki=
Bank gehörten, hat ihre Zahlungen gänzlich eingeſtellt. Auch die
Stahl=
fabriken in der Stadt Sazika, die der Firma Suzuki gehörten, ſind
ſtillgelegt.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 23. April. Im Berliner
Produkten=
handel kleine Umſätze in Auslandsware. Auch Inlandsgetzeide nicht
behauptet. Weizenlieferung war eine halbe Mark niedriger, Noggen
eine Mark unter geſtern, Mehle etugs größere Umſätze, ſonſt
ſchlep=
pend. Futtermittel, Oelſagten uſt ohne Beachtung.
Seite 21
Der erſte Schwetzinger Spargelmarkt. Der erſte Schwetzinger
Spargelmarkt fand geſtern ſtatt. Im ganzen wurden etwa 150 Pfund
angefahren. Für Spargel 1. Sorte wurden 1 RM. verlangt. 2. Sorte
koſtete 0,80 RM. Einige Bündel Suppenſpargel waren billiger für
050 und 0.60 RM. zu haben. Der Geſchäftsgang war wie jedes Jahr
bei den erſten Märkten zunächſt langſam und ſchleppend. Es
vorblie=
ben größere Reſtbeſtände, die von den Großhändlern übernommen
wurden.
Viehmärkte.
Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 23. April. Zugeführt
495 Schweine. Verkauft 431 Stück, Milchſchweine wurden verkauft das
Stück von 13 bis 18 Mark. Läufer das Stück von 19 bis 32 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 23. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Günſtigere Berichte aus dem Sommer= und
Winterweizen=
güirtel hatten zunächſt eine Abſchwächung zur Folge. Dann trat eine
Erholung ein auf Deckungskäufe des Auslandes. Die Termine ſchließen
etwas unter geſtern.
Mais: Nach ſchwächerem Beginn trat eine Befeſtigung durch auf
Baiſſedeckungen und kleine Ankünfte. Die Termine gewaunen ½ C.
und darüber.
Hafer: Nach ſtetigem Verlauf zeigten die Schlußtermine geringe
Veränderungen.
Zucker: Der Markt verlief in ziemlich feſter Haltung auf niedrigere
amerikaniſche Rübenernteberichte und erhöhte ausländiſche Notierungen.
Kaffee: Die Aufwärtsbewegung ſetzte ſich heute weiter fort auf
er=
höhte ausländiſche Kabel, Deckungskäufe und zurückhaltendes brafil.
Angebot. Die Termine konnten einige Punkte auziehen.
Kakao: Nach der geſtrigen Abſchwächung trat heute eine Befeſtigung
ein auf Käufe des lokalen Handels, gebeſſerte Kaufluſt der Fabriken und
Deckungskäufe des Auslandes.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 22. April:
Getreide. Weizen: Mai 133, Juli 13034, Sept 129½4;
Mais: Mai 72, Juli 773 Sept. 815e; Hafer: Mai 1134,
Juli 45½, September 443,; Roggen: Mai 10234, Juli 100z,
Sept. 957.
Schmalz: Mai 12,20. Juli 12,42.
Fleiſch. Riopen: Mai 13,65, Juli 1325: Speck 13,75:
Schweine: ſchwer 10,10—10,50, leicht 10,40—10,00:
Schweine=
zufuhr: Chicago 3000, Weſten 26000: Talg Ohio 7½.
Es notierten nach Meldungen aus New York am
22. April:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 145‟s, hart 151½: Mais Nr 2:
81: Hafer Nr. 3: 54½; Noggen erp. 115½: Mehl Spring Pat.
665; Getreidefracht: nach England 2sh, nach dem Kontinent
15 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 12,90.
Schweinefleiſch: Family 37.
Kleine Wiriſchafts=Nachrichten.
Die bekanntlich im Dezember v. J. verſchobene Tagung des
Ver=
eins Deutſcher Maſchinenbauguſtalten findet am 28. Abril in Berlin
ſtatt. Der Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann wird die Tagung im
Namen der Reichsregierung begrüßen. Beſonderes Intereſſe dürfte
ein Vortrag des bekannten ſchwediſchen Profeſſors Caſſel hervorrufen.
Mit Wirkung vom 22. April wurden von der Süddeutſchen
Zink=
blechhändlervereinigung die Preiſe um zirſa 2½s Prozent ermäßigt.
Am 2. und B. April fand in Berlin im Pleuarſitzungsſaale des
Vorläufigen Reichswirtſchaftsrats die 6. techniſche Tagung des
mittel=
deutſchen Braunkohlenbergbaues ſtatt.
Die heutigen Lohnverhandlungen zwiſchen dem Zechenverband und
den Bergarbeiterverbänden ſind ergebnislos verlaufen. Man, hielt es
angeſichts der weit auseinandergehenden Standpunkte beiderſeits für
zweckmäßiger die Verhandlungen vor dem Schlichter fortzuſetzen. Die
Schlichtungsverhandlungen finden vorausſichtlich am Dienziag, den
26. April, ſtatt.
Mitte April wurden in Oeſterreich 190 981 unterſtützte Arbeitsloſe
gezählt.
Wie aus Brüſſel gemeldet wird, dauern die
Zuſammenſchlußver=
handlungen zwiſchen den belgiſchen Kohlenzechen fort. Von einer Reihe
von Einzelveuhandlungen erwartet man, daß ſie demnächſt ein poſitives
Ergebnis bringen werden.
Die franzöſiſchen Walzwerke haben eine Preiskonbention für den
inneren Markt geſchloſſen.
Mit ſofortiger Wirkung werden weſentliche Frachtermäßigungen
für die Cinfuhr von nordiſchen und anderen Noherzen von Danzig
(alle Bahnhöfe) und Gdynia Port nach Mähriſch=Oſtrau, Oderfurt und
Trſchinee bewilligt. Die Sendungen müſſen, zur Roheiſenerzeugung
beſtimmt ſein. Die Fracht iſt für das Ladegewicht zu bezahlen.
Die tſchechiſche Glasausfuhr iſt im Februar 1997 gegenüber dem
Februar 1926 um 28 Proz, von 105 999 000 Ke. auf 76 387 Ke, geſunken.
Die ſcweizeriſchen Bundesbehnen weiſen im erſten Quartal 1927
einen Betriebsüberſchluß von 20,6 Mill. Fres. aus, das ſind 3 Millionen
mehr als in der gleichen Zoit des Vorjahres. Die Geſautſumme der
Betriebseinnahmen ſtellt ſich auf 31,7 Mill., die der Betriebsausgaben
auf 20,9 Mill.
Der Präſident der National City Bank äußerte in einem
Inter=
view, daß zunäckſt eine Herabſetzung der amerikaniſchen Diskontrate
wohl nicht zu erwarten ſei.
Das Finanzſyndikat America Britiſh Corvoration verhandelt nach
Kattowitzer Meldungen mit der oſtoberſchleſiſchen Induſtrie wegen des
Abſchluſſes einer 10 Mill. Dollau=Anleihe, die in Verbindung mik
Staatsaufträgen über 200 000 Tonnen Schienen gebracht werden.
Aus Tokio wird gemeldet, daß geſtern früh um 11.30 Uhr ein
Bankenmoratorium für die Dauer von 21 Tagen erklärt word n iſt.
Die Banken, ferner alle Behörden im ganzen Lande haben auf zwei
Tage geſchloſſen. Das Moratorium hat keine Gültigkeit für die Zahlung
vyn Löhren oder von Schulden der öffentlichen Körperſchaften oder für
Vankeinlagen unter 500 Yen.
Natf
Aa
rrann
3
TT 4519
Gegen Gicht, Stein- und Stoffwechselleiden! — Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Mk. 188.—,
Im Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 80.50, im Badehof: Wochenpauschale Mk. 105.—. — Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung-
Miche 1nd Mblialeder.
uſw. Reinigung
bei der Bereitſchaftspolizei und der
Heſ=
ſiſchen Landespolizeiſchule Darmſtadt ſoll
am 1. Mai ds. J8. neu vergeben werden.
Bedingungen können auf dem
Ge=
ſchäftszimmer ehemaliger Artillerie=
Ka=
ſerne 61 (Beſſungerſtraße) eingeſehen
werden.
Angebote ſind bis zum 29. d. Mts.,
10 Uhr vormittags, im geſchloſſenen
Briefumſchlag abzugeben. (6905go
Heſſiſches Polizeiamt
Abteil. Bereitſchaftspolizei Darmſtadt.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen der Union=
Handelsgeſellſchaft, G. m. b. H. in
Groß=Umſtadt, wird heute, am 22. April
1927, vormittags 10 Uhr, das
Konkurs=
verfahren eröffnet, da die
Gemeinſchuld=
nerin zahlungsunfähig iſt und die
Er=
öffnung des Konkurſes beantragt hat.
Der Rechtsanwalt Ittmann, in
Groß=Umſtadt wird zum
Konkursver=
walter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
1. Junf 1927 bei dem Gerichte
anzu=
melden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten oder die
Wahl eines anderen Verwalters ſowie
über die Beſtellung eines
Gläubigeraus=
fchuſſes und eintretenden Falls über die
im 8 132 der Konkursordnung
bezeichne=
ten Gegenſtände, auf
Donner tag, den 26. Mai 1927,
nachmittags 4 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gericht (
Sitzungs=
ſaal) und zur Prüfung der angemeldeten
Forderungen auf
Donnerstag, den 9. Juni 1927,
nachmittags 4 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gericht (
Sitzungs=
ſaal) Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig
ſind, wird aufgegeben, nichts an den
Gemeinſchuldner zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von den
Forderungen, für welche ſie aus der
Sache abgeſonderte Befriedigung in
An=
ſpruch nehmen, dem Konkursverwalter
bis zum 1. Juni 1927 Anzeige zu
(6893
machen.
Heſſ. Amtsgericht in Groß=Umſtadt.
Irgeliüſche
Religionsgemeinde.
Das neue Schuljahr unſerer
Reli=
gionsſchule beginnt Mittwoch, den
27. April 1927, in der Ohly=Schule,
Friedrichſtr. 1, nachmittags 3 Uhr.
Gleichzeitig können daſelbſt neueintretende
(6886
Schüler angemeldet werden.
Darmſtadt, den 24. April 1927.
Rarſtand.
De ſichlun der eltiſcken
Mie Md Kugkclaff
für die Neubauten im Rhön= und
Spef=
ſartring, an der Landgraf=Georgſtraße
und dem Neubau des ſtädtiſchen
Alters=
heims ſollen vergeben werden.
Die Angebotsformulare ſind auf dem
Techniſchen Büro der ſtädtiſchen Betriebe
Frankfurterſtraße 100, erhältlich, woſelbſt
auch die Angebotsunterlagen eingeſehen
werden können. Angebote ſind bis
ſpäte=
ſtens Don er ztag, den 28. April,
vormittags 10 Uhr, bei der
unter=
zeichneten Direktion, Frankfurterſtr. 69,
(st6909
1. Stock, abzugeben.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.
Am Freitag, den 29. ds. Mts.,
11 Uhr vormittags, werden in der
ehem. Artillerie=Kaſerne 61 (
Beſſunger=
ſtraße) drei Dienſtpferde öffentlich
meiſtbietend gegen Barzahlung ver=
(6927go
ſteigert.
Heſſiſches Polizeiamt.
Abtla. Bereltſchaftspollzel Darmſtadt.
Mobiliar=
Verſteigerung
Mittwoch, den 27. April,
vor=
mittags 10 Uhr, in der Reſtauration
zum Bürgerhof (früher Stadt
Pfung=
ſtadt). Es kommen zur Verſteigerung u. a.:
1 vollſtändige nußb.
Eßzimmereinrich=
tung, beſtes Fabrikat (Gebr. Weber,
Stuttgart) in tadelloſem Zuſtand.
Beſtehend aus: 1 Büfett, 1 großen
Ausziehtiſch, 6 Lederſtühlen, 1
Servier=
tiſch, 1 Eckſofa.
Ferner: 1 nußb. Vertiko, 1 Spiegel,
Ver=
ſchiedenes.
Ferner: Kleider, Automantel, Stiefel,
(6926si
Frauenkleider uſw
Anzuſehen 1 Stunde vorher.
Darmſtadt.
Telephon 314 Hch. Hilsdorf,
Amtsgerichtstaxator.
Mäundelmer MarmärAr
am 1. 2. und 3. Mai 1927 (6167a
Haupimarki
für Pierde und Ikasteieh
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
Eliſabeth Läppie, geb. Kehres, Ehefrau des
Händ=
lers Wilhelm Läpple in Darmſtadt, im Grundbuch
einge=
tragen war, ſoll
Dienstag, den 31. Mai 1927, nachm. 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 7. März 1927 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Cinſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(5071a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 19. März 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk II, Band IIII, Blatt 622.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1 II 1316. Hofreite Nr 58 Pan=
327 16 000 RM.
kratiusſtraße
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtücke, das zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
der Friedrich Karl Schlamp Ehefrau, Luiſe, geb, Kohl
in Lorſch, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 24. Mai 1227, nachm. 3, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvpll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 8. September 1926 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſtei=
gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diefenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtwe lige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(5133=
Darmſtadt, den 16. März 1927.
Heſſiches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XII, Blatt 616
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1 T 233 Hofreite Nr. 20 Große
48 2500 R.M.
Ochſengaſſe
ALLE
FAMILIEN-
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Vom 1. Mai ab wird bei dem
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gen Poſtamt verlängerter
Fernſprech=
dienſt abgehalten. Die Dienſtſtunden
ſind feſtgeſetzt: Werktags von 7 vorm.
bis 12 abends und Sonn= und
Feier=
tags von 7 vorm. bis 1 nachm. (,935
Groß=Umſtadt, den 22. April 1927.
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Orpheumskasse ab 3 Uhr — Telephon.
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der höheren Landesbauſchule Darmſiadt
Mitglied des Deutſchen Bauſchulbundes.
Am Montag, den 25. April abends 8 Uhr
findet in der Aula der Höheren
Landesbau=
ſchule, Neckarſtraße 3, ein
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beſonderer Zerückſichtigung derBelonſtraße
JIutereſſenten des Baufachs ſind hierzu
(*10897
freundlichſt eingeladen.
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tiſch von 80 H an. Reichhaltige
Speiſen=
karte Im Ausſchauk das beliebte Pfung
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Geſellſchaft.
Mittwoch, 27. April,
abends 8 Uhr,
im Kleinen Haus
des Landestheaters
Dfl. Dereinsabend.
Labans
Rammertanzbühne
„Narren=Spiegels.
Die Mitglieder
wer=
den gebeten, die
Ein=
trittskarten geg.
Vor=
zeigen der
Mitglieds=
karte Montag oder
Dienstag vormittags
an der Tageskaſſe des
Kleinen Hauſes
un=
entgeltlich in
Emp=
fang zu nehmen
Karten für
Nicht=
mitglieder 4—1 Mk.
(6946
Wanderklub
„Falke‟
1916
Darmſtadt.
5. Wanderung mit
Damen
am Sonntag, 1. Mai,
ins Nahetal.
Ab fahrt 528 vorm
ab Hauptbahnh. mit
Sonntagskarte Bad
Kreuznach 3,70 Mk.
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Fahrſchein=
Ermäßi=
gung fahren wollen
ſowie
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ſtellung am 26. April
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Saalöffnung 7 Uhr
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Nummer 113
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Pat und Patachon
9
„oon Auichete
kommt von 2—6 Uhr zur Vorführung — Jugendliche haben Zutritt!
Von 6—10½ Uhr der Sittenroman in 6 Akten
„Bie Achtzehniährigen”
mit Loo Hardy, Frieda Richard und Ernst Verebes
Fünf Tage Haft, Groteske in 2 Akten
(6940
Anfang 2 Uhr
Unwiderruflich letzter Tag!
Der große Sittenroman in 8 Akten
In den Hanptrollen: Imogene Robertson und Walter Rilla
Ach, wie so trügerisch sind Männerherzen
Eine heitere Satire aus einer jungen Ehe in 6 Akten
(6939
Anfang 2 Uhr.
Städt. Herrngarten
Sonntag, den 24. April, vormittags 11 Uhr
des Städtiſchen Orcheſters.
Leitung: Kapellmeiſter C. Zöllner.
(Sf6846)
Lswigshohe 59t
Heute nachmittag 4 Uhr (6875
KONZERT
Städtisches Orchester
Leitung: Kapellmeiſter Zöller.
10er=Karten haben Gültigkeit.
Für Nichtkonzertbeſucher oberer Saal.
Kessetstts sssttsstttt
Behrens-Aufnagel, Traisa
Heute nachmittag von 4 Uhr ab
Tanzkränzchen
(6871
2. Juli bis 16. Juli
18. Juli bis 1. August
21. Juli bis 4. August von nur 230-420 RM
einschließlich voller Verpflegung
werden noch Platzbestellungen angenommen.
Die Spitzbergenfahrt
8. August bis 26. August ist bereits ausverkauft.
Kostenlose Druckschritten durch die Hamburg-
Südamerikanische Dampfschiffahrts-Gesellschaft,
Hamburg 8, sowie deren Generalvertretung f. Hessen
Stiftstraße 12.
Otto Hirsch, Mainz Tel. 2u.838, UTsos
Brauereiausſchank Fah
Alexanderſtraße 23 — Telephon 3711
Bürgerlicher Mittagstiſch von 0.80 an
ff. Fah Spezialbier — Eigene Schlächterei.
*10960)
Inh.: M. Fabian.
Weinklause (68658
„Num Tropfstein
Ecke Kasino- und Friedrichstt
Angenehmer Auienthaft
Bühnenvolksbund
Mittwoh, den 27. April 1927 aben 3 8 Uhr
in der Aula des Realgymnaſinms (Eingang
Kirchſtr. Einführung in Hindemith’8 Oper
CARPILLAC
Vortrag: Oskar Schambach
Am Flügel: Kappellmeiſter Riede.
Freunde und Gäſte ſind willkomme
EINLADUNG.
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1927 vormittags 11 Uhr im Hotel
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Beſitzer: Konrad Eiſinger I.
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von 4.— bis 4.75 Mk.
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Heſſiſches Landestheater
B 17 Großes Haus B 17
Sonntag, den 24. April 1927
abends 6 Uhr
Aida
Große Oper mit Ballett in 4 Akten
Text von A. Ghislanzoni, für die deutſche
Bühne eingerichtet von J. Schanz.
Muſik von Verdi.
Muſikaliſcher Leiter: James Vandsburger=
Saarbrücken, a. G.
In der Inſzenierung von Joſ. Schlemback
Perſonen:
Der König
. . . Heinrich Kuhn
Amneris, ſeine Tochter. Anna Jacobs
Aida, gethiopiſche Sklavin
Roſa Merker=Wien, a. G.
Rhadamés, Feldherr.
Ridolf Balve=Leipzig, a. G.
Kamphis, Oberprieſter
Hans von Stenglin=Gera, a. G.
Amonasro, König von
Aethiopien, Vater Aldas Imre Aldori
Ein Bote . . . . . . . . Rudolf Strzeletz
Eine Prieſterin . . . . . Margar. Albrecht
Große des Reiches, Hauptleute,
Leibwachen, Krieger, Prieſter, Bajaderen,
Negerknaben, Sklaven, Volk
Die Handlung ſpielt in Theben und
Memphis zur Zeit der Pharaonen
Chöre: Berthold Sander
Der Solotanz im Ballett des 2. Aktes wird
von Ballettmeiſterin Manda von Kreibig
ausgeführt. Die übrigen Tänze werden
ausgeführt von den Damen Scheinpflug,
Böhm und den Damen des Balletts
Xreiſe der Plätze 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur geg. Vorzeigung der Mietkarte zuläſſie
Nach dem 1. und 2. Akt findet je eine
Pauſe von 20 Minuten, nach dem 3.
Akt eine ſolche von 15 Minuten ſtatt
Anfang 6 Uhr . Ende 9¾ Uhr
Montag, 25. April. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 26 April F 10. Der
Roſen=
kavalier. Anfang 7 Uhr 15 Minuten
Preiſe 1—10 Mk.
Mittwo, 27. April, Konzert des
Mozart=
vereins. Anfang 8 Uhr.
Kleines Haus
Sonntag, den 24. April 1927
abends 7 Uhr
Sonntags=Fremdenmiete (12. Vorſt.
(W eiße Mietkarte)
Datterich
Lokalpoſſe in der Mundart der Darmſtädter
in 10 Bildern von Ernſt Elias Niebergall
aufgeführt durch die Heſſiſche Spielgemeinſchaft
In Szene geſetzt von Eduard. Göbel
Perſonen:
Datterich, Particulier . . Eduard Göbel
Richard Hinz
Bennelbächer ſeine Auguſt Groß
Spirwes
Freunde Hartmuth Pfeil
Knerz
Dummbach, Drehermeiſter Julius Harres
Babette, ſeine Frau . Marie Lang
Lilli Neudecker
Marie, ſeine Tochter
Schmitt, Drehergeſelle ErnſtLdw. Göbel
Steifſchächter
Schneider=
meiſter . . . . . . . . Heinrich Gutkäſe
Bengler, Schuhmachermſtr. Georg Delp
Fritz Knippelius, Metzger=
Gg. Nodenhäuſer
meiſter .
Evchen, Mariens Freundin Elſe Schopp
Liſette, Kellnermädchen . Auguſte Alt
Kurt Manck
Erſter 1 Polizei=
Willy Hermes
Zweiter) diener
Erſter
Zweiter Muſikant
Dritter
Erſter / Hand=
Zweiter
Dritter langer
Ein Wirtsjunge
Ein kleiner Junge
Hans Harres
Karl Wick
Karl Pauly
Heinrich Gutkäſe
E Ludwig Stay
Ernſt Stößel
Hans Wolff
Alfred Fritſch
Ort der Handlung. Darmſtadt und
Umgebung. Zeit um 1840
1., 5. und 8. Bild: In der Weinſtube —
2. Bild: Gartenlokal in Traiſa — 3. Bild,
Datterichs Zimmer — 4., 7. und 10. Bild:
Bei Dummbach — 6. Bild. Am
Herrn=
gartenteich — 9. Bild: An den 3 Brunnen
Preiſe der Plätze: 1.50 bis 5 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Bühnenbild: Hartmuth Pfeil
Spielwart: Ernſt Langsdorf
Pauſe nach dem 5. Bild
Anfang 7 Uhr Ende gegen 10 Uhr
Montag, 25. April. Zehntes Konzert der
Städt. Akademie für Tonkunſt. Anfang
8 Uhr. Preiſe 1.50—5 Mk.
Dienstag, 26. April Zuſatzmiete 1, 11. Frau
Warrens Gewerbe. Anfang 7½ Uhr.
Preiſe 1.50—6 Mr.
Mittwoch, 27. April. Vereinsabend der
Freien Lit.=Künſtl=Geſellſchaft. Rutholpy
Labans Kammertanzſpiele, Anf. 8 Uhr.
Preiſe 1—4 Mk.
Nummer 113
Sonntag, den 24. Aprd 1927
Seite 23
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