Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſirierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 98
Freitag, den 8. April 1927.
190. Jahrgang
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Gewolt, wie Krieg, Aufruhr. Streit uſw erſiſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beſtreibung fält ſeder
Rabatt weg. Banſſonto: Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Naſionalbanf.
Die Lage in China.
* Das Schachſpiel nördlich
des Jangtſe.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 7. April.
Drei Linien kommen für die Entſcheidungen zwiſchen Nord
und Süd in Betracht: die des Yangtſe, die der Mittellinie, die
ſich ungefähr durch die Lungkwau=Bahn bezeichnen läßt und von
der ſcharfen Biegung des Gelben Fluſſes über Honan, Kaifeng
nnach Sutſchau erſtreckt, und die von Paoting=fu=Tientſin als
Dechung von Peking. Die Yangtſe=Linie iſt erledigt, denn was
ſich jetzt in Schanghai abſpielt mitſamt den Noten der Mächte hat
für den weiteren ſtrategiſchen Verlauf nicht die
geringſte Vedeutung.
Entlang der mittleren Linie iſt die Stellung der Parteien
gleich der auf einem Rieſenſchachbrett. — Im äußerſten Weſten
ſteht der alte Unheilſtifter und Ruſſen=Protegee, General Feng
Yu=hſiang, in der Mitte die Hauptarmee des Nordens unter dem
Satrapen Tſchang Tſo=lin, bei Sutſchau und ſüdlich desſelben
Tſchang Tſung=Tſchang. Keine der drei großen Gruppen beſitzt
eigentliche Bewegungsfreiheit. — Feng könnte wohl Tſchang
Tſo=
lin von Weſten her in die Flanke ſtoßen. Aber er könnte ſelber
jederzeit von dem Gouverneur von Schanſi, Yen Hſi=ſan, wenn
ger ſich in der Richtung nach Oſten rühren ſollte, in der Flanke
gefaßt werden. Yen war ein Freund von Wu Pei=fu. Ob er das
jetzt noch iſt, könnte niemand ſagen. Aber eines hat er bisher
durch die ganze Zeit der Bürgerkriege fertig gebracht, eine
ſtau=
nenswerte Leiſtung, das Freihalten ſeiner Provinz von allen
kriegeriſchen Ereigniſſen. Das tut er auch jetzt durch ſeine ſtrikte
Weigerung, irgendjemand den Durchgang und damit das
unaus=
bleiblich verbundene Ausſaugen, wenn nicht Plündern zu
ge=
ſtatten. Feng kann dagegen kaum etwas tun, er hat ſich
wenig=
ſtens bis zur Stunde nicht gerührt. Einmal würde ihn ein
Kampf mit den bisher ganz friſchen Schanſi=Truppen volleuds
feſſeln, ſodann könnte er von ſeiner bisher einzigen Etappenlinie
über Schenſi und die Mongolei einfach abgeſchnitten werden.
Tſchang hat daher ſchon beachtenswerte Erfolge nach Süden
er=
zielen können. Die Truppen Wu Pei=fus brauchen nicht mehr
in Rechnung gezogen zu werden. — Aber da iſt ſeine linke Flanke
bei Sutſchau. Wird ſich Tſchang Tſung=tſchang dort halten
können? — Das iſt eigentlich die große Frage, von der alles
ab=
hängt.
Zweifellos unter ruſſiſcher Beratung, iſt der Stoß der
Natio=
naliſten gegen die ſtrategiſche Flanke der Nordarmeen, ſehr
ge=
ſchickt angeſetzt worden. — Wie bei Schanghai der Tai=hu=See
ſeine große Rolle geſpielt hat, ſo liegen jetzt zwiſchen den beiden
großen, in Betracht kommenden Straßen, der entlang dem Großen
Kanal und der entlang der Tientſin=Pukos=Bahn, zwei große
Seen dicht beieinander, der Paoying=hu und der Hungtſe=hu. —
Die Blätter melden nun immer von dem Vormarſch entlang der
Bahn auf Fengyang, das in der Höhe der beiden Seen liegt, von
dieſen durch eine Hügelkette getrennt, ein ſehr ſchwieriges Doſilee.
— Aber wie bei Schanghai der Umgehungsmarſch weſtlich des
Tai=hu erfolgte, ſo iſt jetzt eine Umgehungskolonne von Chinkiang
aus auf der Kanalſtraße zu einer Umgehung weſtlich der beiden
Seen über Hwaian angeſetzt, und eine dritte Kolonne ſoll von
Anking über Luchow gegen die rechte Flanke von Tſchang
operie=
ren. Das hätte ſich eigentlich alles ganz glatt vollziehen müſſen.
Aber das Unerwartete geſchah. Tſchang ließ ſeine ſtarke
Arriere=
garde plötzlich gegen die nachrückenden Nationaliſten Front
machen, und dieſe wurden, nachdem ihre Spitze bereits am
Sams=
tag Fengyang erreicht hatte, mit empfindlichen Verluſten
zurück=
geworfen. Das Gefecht ſoll damit geendet haben, daß die Arriexe= Er erklärte, es ſei nicht unmöglich, daß infolge dieſes
Zwiſchen=
garde von Tſchang wieder bei Kwantien, 50 Meilen ſüdöſtlich von
denn er beweiſt, daß Tſchang ſeine Truppen ſo in der Hand hat, in Hankau errichtet werde. Wenn man andererſeits auf eine
un=
daß er ſie aus der ſchwierigſten Situation, aus einem Rückzuge,
wieder zum Angriff bringen konnte. — In hieſigen
aſiati=
ſchen Kreiſen hält man das für einen Beweis, daß Moral
und Diſziplin ſeiner Truppen in keiner Weiſe erſchüttert ſind,
und daß auch der kampfloſe Rückzug aus Nanking ein
wohlüber=
legter war, um ſich für eine weitere Aktion erſt einmal aus der Diplomaten, gebilligt worden ſei, ein Präzedenzfall geſchaffen
Schanghai=Nangking=Klammer zu löſen. — Freilich bleibt die
Lage ungeklärt, denn wenn die Umgehung der rechten Kolonne
der Nationaliſten glückt, muß Tſchang doch ſchleunigſt zurück,
wenn er überhaut noch aus der Zange heraus kann. — Kann er
das nicht, muß er über Sutſchau zurück, ſo bleibt ihm nur der
Rückzug nach Schantung hinein in der Richtung auf Tſinan=fu. beſtritt der Generalkonſul, daß die Erlaubnis zur Hausſuchung
Damit wäre jedoch der linke Flügel der Hauptarmee unter Tſchang vom geſamten diplomatiſchen Korps ausgegangen ſei. Der
Tſo=lin entblößt, und der ganze Aufbau könnte in das Wanken
kommen.
Der Pekinger Zwiſchenfall.
* Berlin, 7. April. (Priv.=Tel.)
Die Reutermeldung über die Beſetzung der ruſſiſchen
Geſandtſchaft in Peking durch Soldaten Tſchang Tſo=lins hat ſich
ſehr raſch als ſtark übertrieben herausgeſtellt. Von einer
Ver=
letzung der ruſſiſchen Exterritorialität kann überhaupt keine Rede
ſein. Chineſiſche Poliziſten haben lediglich im ruſſiſchen Viertel
Hausdurchſuchungen und Verhaftungen vorgenommen, dazu mit
Erlanbnis des Doyens des diplomatiſchen Korps. Dieſe Ermäch= diſchen Quellen ſtammenden Tendenznachrichten iſt der
Reichs=
tigung konnte aber auf Grund des Pekinger Statuts von 1909 außenminiſter kürzlich im Reichstag ſehr energiſch entgegenge=
Recht zuſteht, Streifen durch das ruſſiſche Viertel vornehmen zu
laſſen, um zu verhindern, daß ſich hier lichtſcheues Geſindel feſt= wird, iſt lediglich vor etwa zwei Monaten eine ganz geringe
Botſchaft, waren lediglich polizeiliche Maßnahmen, wobei aller= (
dings noch nicht feſtſteht, ob ſie gegen verborgene politiſche und worden. Es handelt ſich um einen Einzelfall, dem ſofort von den
gerichtet waren. Ruſſiſche Vorrechte ſind jedenfalls nicht ver= haben auch eingeſehen, daß man bei der Bedeutungsloſigkeit
letzt worden, wie es auch abwegig iſt, den deutſchen Geſandten dieſer Sendung nicht von einer Einmiſchung in die
engliſch=
irgendwie mit der Erteilung der Erlaubnis zu dieſer
Polizei=
aktion in Verbindung zu bringen. Wie bereits geſtern geſagt, ſehen, aus dieſer Sache eine Haupt= und Stgatsaktion zu machen.
gehört Deutſchland gemäß dem Verſailler Vertrag dem
Verwal=
tungsrat des Fremdenviertels nicht mehr an, und der deutſche
Geſandte Boye iſt wegen der Angelegenheit auch gar nicht
ge=
fragt worden. Selbſtverſtändlich hätte der Geſandte auch im
andern Fall niemals eine Handlung gebilligt, die China oder
Rußland hätte verletzen können. Ob Rußland Grund hat, mit
Gegenmaßnahmen zu antworten, bleibt abzuwarten, weil nicht
eingehende Unterſuchung Aufklärung zu bringen haben.
General Tſchang Kai=ſchek.
Abberufung Tſchang Kai=ſcheks.
Eigener Drahtbericht des „D. T.‟.
* Schanghai, 7. April.
Der Vollzugsausſchuß des Kuo=Min=tang hat, wie in
hie=
ſchek angewieſen, ſich nach Nanking zu begeben, um
zunehmen. In einem anderen Telegramm ſei er ferner
an=
gewieſen worden, ſich nicht über außenpolitiſche Fragen zu
äußern und keinerlei Mitteilungen von imperialiſtiſcher Seite
entgegenzunehmen. Es ſei dabei weiter betont worden, die
revo=
lutionären Kräfte mit Rückſicht auf die gemeinſame Intervention
der Imperialiſten zu vereinigen. Ob die Abberufung Tſchang
Kai=ſcheks tatſächlich einer ſolchen Einigung dient, oder vielleicht
den Verſuch darſtellt, ihn kaltzuſtellen, wird ſich erſt im weiteren
Verlauf der Dinge herausſtellen.
Verlegung der ruſſiſchen Botſchaft
von Peking nach Hankau?
Eigener Drahtbericht des „D. T.‟.
* Schanghai, 7. April.
Der hieſige Generalkonſul Sowjetrußlands, Linde, hat ſich
vor Preſſevertretern über den Peklinger Zwiſchenfall geäußert.
falles die Sowjetbotſchaft in Peking überhaupt geſchloſſen werde,
Fengyang ſteht. Dieſer glückliche Rückſtoß iſt ſehr intereſſant, und daß die künftige diplomatiſche Vertretung Sowjetrußlands
mittelbare Vergeltung des Zwiſchenfalles verzichtet habe, ſei das
ſeiner Anſicht nach geſchehen, weil es ſich um die Handlung
unverantwortlicher Militariſten handele. Seine Anſicht gründet
ſich auf die aus Beking erhaltenen Mitteilungen. Es handle ſich
um einen Akt von Vandalismus, durch den, wenn er von den
werde, der die Grundlage der diplomatiſchen Kriegsrechte
ge=
fährde. In der Pekinger Botſchaft ſei als einzige Waffe ein
Maſchinengewehr gefunden worden. Alle Botſchaften in Peking
ſeien zum Beſitz ſolcher Waffen berechtigt; das ſei auch tatſächlich
bei verſchiedenen anderen Botſchaften der Fall. Zum Schluß
ruſſiſche Vertreter, der mit den anderen Diplomaten auf gleichem
Erlaubnis ſei alſo vom Doyen des Korps ſelbſtändig erteilt
worden.
nach China.
* Berlin, 7. April. (Priv.=Tel.)
In letzter Zeit iſt wiederholt behauptet worden, daß
Deutſch=
land China mit Waffen verſorgt habe. Dieſen aus
auslän=
ohne weiteres erteilt werden, da der chineſiſchen Polizei das treten und hat feſtgeſtellt, daß von Deutſchland niemals der= anſprüche ausreichende Berückſichtigung finden können, zu denen
artige Sendungen vorgenommen wurden. Wie jetzt bekannt
ſetzt. Auch die Vorgänge in den Baracken, nahe der ruſſiſchen Menge von Handfeuerwaffen aus einem deutſchen Hafen nach Weisheit Nechnung getragen. Staatsmonovol und Staatsabſo=
China abgegangen, von den Engländern aber beſchlagnahmt
im Dienſte Moskaus ſtehende Agenten oder andere Perſonen deutſchen Behörden nachgegangen worden iſt. Die Engländer
Die Meiſterfrage deutſcher
Kulturpolitik.
Zur kommenden Reichsſchulgeſetzgebung.
Von
Prof. D. Hugo Hickmann, Leipzig,
Vizepräſident des Sächſiſchen Landtags.
Im Kampf um das Antiſchundgeſetz hat ſich jene Scheidung
genau feſtſteht, ob auch ruſſiſche Staatsbürger verhaftet und die der Geiſter durchgeſetzt, die endlich klare Fronten für die
kultur=
ruſſiſche Fahne verbrannt worden iſt. Darüber wird erſt eine politiſchen Auseinanderſetzungen im Reichstag geſchaffen hat,
Im Zeichen der Kulturpolitik iſt nunmehr die neue
Reichsregie=
rung gebildet worden, und unter keinem anderen Zeichen konnte
bei der gegenwärtigen politiſchen Lage das Zentrum ſich für die
Koalition mit den nationalen Parteien entſcheiden. Schon das
Manifeſt des Zentrums vom 21. Januar bekannte ſich zu einer
entſchieden chriſtlichen Kulturpolitik.
In der Regierungserklärung des
Reichs=
kanzlers hatte dann die Schulfrage an der Spitze der
ein=
zelnen programmatiſchen Forderungen eine bemerkenswerte
Stelle erhalten.
Marx ſprach von der chriſtlichen Grundlage unſerer
ganzen heute beſtehenden Kultur, aus der heraus ſich der Geiſt
des deutſchen Volkstums immer wieder erneuern müſſe. Dies
würde ſeine Auswirkung finden bei dem von der Regierung in
Ausſicht genommenen Reichsſchulgeſetz. „Grundlage dieſes
Geſetzes iſt die Reichsverfaſſung. Nach deren Wortlaut und Sinn
müſſen die Freiheit des Gewiſſens und die Rechte
der Eltern gewahrt und die Erteilung des
Religionsunter=
richtes in Uebereinſtimmung mit den Grundſätzen der
betreffen=
den Religionsgeſellſchaft, unbeſchadet des Aufſichtsrechts des
Staates, geſichert werden. Auch iſt für eine grundſätzliche
Gleich=
ſtellung der in Artikel 145 der Reichsverfaſſung vorgeſehenen
Schularten zu ſorgen.”
Bereits von früheren Regierungen, deren ernſte Abſichten
gar nicht angezweifelt werden ſollen, durfte die chriſtliche
Eltern=
ſchaft viel wohlwollende Erklärungen entgegennehmen, um eine
Enttäuſchung nach der anderen zu erfahren. Von der
gegenwär=
tigen Reichsregierung aber erwartet die chriſtliche Elternſchaft
nun endlich mit Beſtimmtheit die erlöſende Tat. Darum
hat der Reichs=Elternbund, der als Großorgoniſation
der Elternbewegung heute in 18 Landesverbänden über 4000
Ortsgruppen umfaßt, ſich kürzlich mit einem Schreiben an die in
Frage kommenden Parteien des Reichstages gewandt, in dem
er dringend bittet, alle parlamentariſchen Mittel für eine
be=
ſigen Ausländerkreiſen verlautet, General Tſchang=Kai= ſchleunigte Förderung der
Reichsſchulgeſetz=
gebung einzuſetzen.
dort die militäriſchen Operationen wieder auf= Alerdings wäre es eine gedankenloſe Vogel=Strauß=Politik,
wenn man überſehen wollte, daß auch bei der neuen Schichtung
der politiſchen Kräfte noch erhebliche Schwierigkeiten auf dem
Wege zum Ziel zu überwinden ſind. Starke Spannungen
be=
ſtehen auch innerhalb der Parteien, die ſich zur gemeinſamen
Vertretung chriſtlicher Kulturintereſſen zuſammengeſchloſſen
haben. Bei der Ausſprache über die Regierungserklärung
er=
klärte Dr. Scholz als Redner der Deutſchen Volkspartei: „Bei
dieſer Gelegenheit rufen wir die Beſtimmung der Verfafſung
ins Gedächtnis zurück, daß die Schule eine ſtaatliche
Einrich=
tung iſt.‟ Darauf erwiderte der Zentrumsabg, von Gusrard:
„Das iſt eine Auffaſſung, die bei uns maßloſes Erſtaunen
hervorruft.”
Gerade darum, weil auch jetzt die Aufgabe durchaus nicht
ſo einfach iſt, wie naive Gemüter wohl wähnen, muß die
chriſt=
liche Elternſchaft mit aller Entſchiedenheit fordern, daß nun
end=
lich mit entſchloſſenem Willen die zuſammenfaſſende Linie, auf
der allein die Schulfrage gelöſt werden kann, gefunden wird.
Dieſe kann nur auf einem Wege liegen, auf dem die
Staatsſchule ihre Stellung behauptet, die ihr die
geſchicht=
liche Entwicklung auf dem Boden der deutſchen Kultur gegeben
hat. Die ebangeliſche Elternſchaft, die ſich um das Panier der
evangeliſchen Schule ſammelt und die Konſolidierung des
boden=
ſtändigen konfeſſionellen Schulſyſtems anſtrebt, das ſich in der
Geſchichte als fruchtbare Grundlage für die Jugenderziehung
und als ſicherer Hort des konfeſſionellen Friedens bewährt hat,
denkt überhaupt nicht daran, die Schule wieder einem kirchlichen
Machtwillen auszuliefern, der bei der evangeliſchen Kirche auch
nicht vorhanden iſt, wie die feierlichen Erklärungen der deutſchen
evangeliſchen Kirchentage und zahlreiche Entſchließungen der
Synoden bezeugt haben.
Alerdings muß der neue Staat auch Verſtändnis dafür
auf=
bringen, daß er als Erziehungsſtaat an Autorität und Potenz
erhebliche Verluſte zu verzeichnen hat. Ein chriftlicher Staat,
der ſich die Aufgabe ſtellt, die Gottesherrſchaft in der
Volks=
gemeinſchaft aufzurichten, mag für ſich das Recht in Anſpruch
Fuße ſteht, ſei jedenfalls nicht zu Rate gezogen worden. Die nehmen, das Monopol chriſtlicher Erziehung durch Staatszwang
feſtzulegen. Der moderne Staat, der ſeine Neutralität in
Welt=
anſchauungsfragen proklamiert hat, iſt zu duldſamer
Zurück=
haltung verpflichtet. Er muß den Elternwillen auf dem Gebiete
Die angeblichen deutſchen Waffenſendungen des Erziebungsweſens ganz anders als in der Vergangenheit
reſpektieren. Gewiß hat auch heute der Staat jeder Form
öffent=
licher und privater Erziehung gemeinſame Erziehungsziele zu
ſetzen, die weit über das beſchränkte Gebiet der
ſtaatsbürger=
lichen Erziehung im engeren Sinne ausgreifen, wenn er für die
Heranbildung eines tüchtigen Nachwuches, der
Volksgemein=
ſchaft verantwortlich iſt. Aber er muß dieſe Ziele auf
mannig=
faltigen Wegen erſtreben laſſen, bei denen jene
Erziehungs=
der moderne Stagt grundſätzlich nicht Stellung nehmen kann.
Die Reichsverfaſſung hat dieſer neuen Lage mit beſonnener
lutismus auf dem Gebiete des Erziehungsweſens müßten unver=
Wir geben dieſen bemerkenswerten Ausführungen, auch wenn
ſie den beſonderen Verhältniſſen in unſerem engeren Vaterlande Heſſen
vielleicht nicht durchaus Rechnung tragen, um ſo lieber Raum, als wir
chineſiſchen Streitigkeiten ſprechen kann und haben davon abge= eine gwündliche und ſachliche Erörterung dieſer für unſere ganze
ſtaat=
liche Bukunft entſcheidenden Frage für unbedingt motwendig halten.
Freitag, den 8. April 1927.
Nummer 98
Seite 2
meidlich zu einer Kataſtrophe der Volksgemeinſchaft führen.
Darum hat Artikel 146 Abſatz 2 den Elternwillen mit der ihm
gebührenden Bedeutung in die Organiſation des Schulweſens
eingeſchaltet und eine Mehrheit von Schultypen vorgeſehen.
Wie notwendig dies war, haben die Jahre ſeit der
Staats=
umvälzung bewieſen, die den Eltern noch immer nicht das Recht
gegeben haben, das ihnen zuſteht. Sie haben den Schulfrieden,
das Vertrauen zwiſchen Schule und Haus verhängnisvoll
unter=
wühlt. Noch eben hat der Dortmunder Schulſtreik ein ernſtes
Warnungszeichen aufgerichtet, das niemand überſehen kann und
das jeden weitſchauenden Politiker zu ſchnellem Handeln
ver=
pflichten ſollte.
Dieſe Erfahrungen ſollten aber auch endlich aus dem Traum
bequemer Selbſttäuſchung aufwecken, wonach die breite Maſſe
der deutſchen Elternſchaft den Fragen der Weltanſchauung mehr
oder weniger gleichgültig gegenüberſtehe und darum recht wohl
dafür Ausſicht beſtehe, daß ſich die deutſche Elternſchaft mit
einem Schulweſen abfinden laſſe, in dem wohl die Religion
nebenbei als Sonderfoch gepflegt wird, aber keine zentrale
Be=
deutung für die geſamte Erziehung behauptet. Will man denn
in der politiſchen Welt noch immer nicht begreifen, daß das
un=
geheure Schickſal, das unſer Volk überwältigt hat, nicht nur eine
politiſche Umwälzung, ſondern auch tiefgreifende ſeeliſche
Wand=
lungen heraufgeführt hat? Es wäre eine ſehr oberflächliche
Betrachtungsweiſe, die ſich bitter rächen müßte, wenn man
meinte, die Kirche hätte die Elternſchaft nur aufgeputſcht.
Ueber=
ſättigt vom Materialismus und angeödet von einer entarteten
Ziviliſation, will man dem fortſchreitenden
Säkulariſations=
prozeß im Erziehungsweſen endgültig Halt gebieten. Und iſt
es denn nicht die Erziehungswiſſenſchaft ſelbſt, die den Eltern
auf ihrer Bahn voranleuchtet und ihnen das Ziel weiſt? Die
moderne Pädagogik hat der Verſtandesbildung radibal abgeſagt
und fordert einmütig die Erziehungsſchule. Aber Erziehung
muß an der Wurzel des Lebensprozeſſes anſetzen und in die
letzten Tiefen greifen. Erziehung und Weltanſchauung laſſen
ſich nicht trennen, und Bildung iſt ohne ein klares
Bildungs=
ideal nicht möglich. In einer Zeit, deren Geiſtesleben von
Gegenſätzen aufgewühlt iſt, wäre ein uniformes Schulweſen
un=
erträglich. Wird die zuſammenfaſſende Linie einer
Gleichberech=
tigung der verfaſſungsmäßigen Schultypen nun entſchloſſen
ver=
folgt werden?
Eine ſchwere Laſt der Veranwwortung liegt jetzt auf den
Parteien, denen als zuverläſſigen Vertretern chriſtlicher
Kultur=
intereſſen die Wählerſchaft ihr Vertrauen geſchenkt hat. Sie
dürfen jetzt nicht vergeblich auf die befreiende Tat warten laſſen.
Die ruſſiſch=franzöſiſche Verſtändigung
Vor einer engliſchen Demarche in Paris.
*Paris, 7. April. (Priv.=Tel.)
Zu der grundſätzlichen Verſtändigung, die in den
franzö=
ſiſch=ruſſiſchen Verhandlungen erzielt worden iſt, wird von gut
unterrichteter franzöſiſcher Seite noch mitgeteilt, daß zu Beginn
der Woche bereits ein Protokoll unterzeichnet worden iſt, welches
die Grundlage für alle künftigen Abmachungen bilden ſoll
Dieſes Protokoll bedarf allerdings noch der Ratifizierung durch
die beiderſeitigen Regierungen; man zweifelt aber nicht, daß
ſo=
wohl auf franzöſiſcher, wie auf ruſſiſcher Seite dieſen
grundſätz=
lichen Vereinbarungen zugeſtimmt werden wird. Die noch
be=
ſtehenden Streitfragen, die in der Hauptſache auf diplomatiſchem
Gebiet liegen, ſollen auf engliſche Einflüſſe zurückzuführen ſein
Es iſt verſtändlich, daß die Londoner Regierung alle
Hebel in Bewegung ſetzt um in Paris gegen
dieſes Abkommen mit Rußland Stimmung zu
machen, da ſeine Folgen ſowohl auf finanzpolitiſchem, wie auf
politiſchem Gebiet ſehr weitgehende ſein werden. Von größter
Bedeurung iſt zweifellos die politiſche Annäherung, die einer
Verſtändigung über die finanziellen und Handelsfragen folgen
muß. In einem Zeitpunkt, in dem der Gegenſatz London—
Mos=
kau ſeinen Höhepunkt erreicht hat, bedeutet eine Verſtändigung
der Pariſer Regierung mit Moskau ein Ereignis, das London
nicht kalt laſſen kann und, wie die vorſtehende Meldung zeigt,
auch nicht kalt läßt. Es iſt anzunehmen, daß die Londoner
Re=
ſgierung in Paris entſprechende Schritte unternehmen wird,
deren Wirkung allerdings abzuwarten bleibt.
Frankreich und die Vorkriegsſchulden Sowjetrußlands.
Die im Auslande verbreiteten Nachrichten, die
Verhand=
lungen zwiſchen der Sowjetregierung und der franzöſiſchen
Re=
gierung zwecks Regelung der Vorkriegsſchulden hätten zu einem
Einverſtändnis geführt, werden von zuſtändiger franzöſiſcher
Stelle dementiert. Ueber den Stand der Verhandlungen erfährt
man, daß ſie eifrig fortgeſetzt werden, daß ſie aber in keinem
Punkte ſo weit gefördert werden konnten, daß man von einem
Ausgleich der ruſſiſchen und der franzöſiſchen Auffaſſungen
ſprechen könnte.
Vom Tage.
In den geſtrigen Verhandlungen zwiſchen
Reichs=
bahn und Gewerkſchaften kam es zu einer vorläufigen
Rege=
lung der Arbeitszeitfrage. Der Inhalt wird mit dem für
Samstag zu erwartenden Schiedsſpruch in der Lohnfrage
bekannt=
gegeben werden.
Wie mitgeteilt wird, kann die Zuſtimmung Albaniens
Jugoſlawiens und Italiens zur Entſendung einer
Unter=
ſuchungskommiſſion als vorhanden angeſehen werden.
Der bisherige Generalinſpektor der albaniſchen
Gendarmerie, ein Engländer, iſt zum Oberbefehlshaber
der albaniſchen Streitkräfte im Skutari=Bezirk
er=
nannt worden.
Die Bekanntgabe des Vertragsabſchluſſes mit
Italien im ungariſchen Unterhaus wurde geſtern mit Ovationen
für Italien und Muſſolini aufgenommen.
In den Genfer Abrüſtungsverhandlungen gab Graf
Bernſtorff eine neue Erklärung über die Beſchränkung des Heeres=
Budgets ab. Eine Einigung zwiſchen dem engliſchen und franzöſiſchen
Standpunkt in der Seerüſtungsfrage ſoll in direkten Verhandlungen
erzielt werden.
Die Genfer Abrüſtungskommiſſion beſchloß, in die
Konvention die Verpflichtung aufzunehmen, die
Heeresaus=
gaben der Staaten jährlich mitzuteilen.
Anläßlich des 10. Jahrestages des Eintritts Amerikas in den
Welt=
brieg richtete Briand eine Kundgebung an die Vereinigten
Staaten, in der er den Abſchluß eines Friedenspaktes vorſchlägt.
Die franzöſiſche Kammer nahm geſtern die Regierungsvorlage über
die Reform des Naturaliſationsweſens durch Handaufheben an mit dem
Zuſatz, daß durch Staatsverträge franzöſiſch gewordene Perſonen nicht
aus dem franzöſiſechen Staatsverband ausgeſchloſſen werden können.
Beider Bürgermeiſterwahl in Chicago ſiegte der
Republikaner und antiprohibiſtiſche Kandidat Thompſon üüber
den bisherigen Bürgermeiſter William Dover, der der Demokratiſchen
Partei angehörte und Anhänger des Alkoholverbots iſt.
Rom und Prag.
Die päpſtliche Nuntiatur in Prag wird wieder beſetzt.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, 7. April.
Seit dem Proteſtſchritt des Vatikans bei der Prager
Regie=
rung wegen des offiziellen Charakters der Huß=Feierlichkeiten
ſind mehr als zwei Jahre vergangen, während welcher Zeit die
Spannung zwiſchen Rom und Prag angehalten hat. Von
tſche=
chiſcher ſozialiſtiſcher Seite wurde die Abberufung des Nuntius
Marmaggi durch den Vatikan zu einer leidenſchaftlichen
Kam=
pagne gegen die katholiſchen Parteien im Staate benützt, die,
wie hervorgehoben wurde, „den Beſtand der Republik
unter=
wühlen” weshalb neben der endgültigen Kaltſtellung
Mar=
maggis aus Maßnahmen zur „Entledigung der klerikalen
Par=
teien” im Staate gefordert wurden. Dieſe Wünſche der
tſchechi=
ſchen Sozialiſten beantworteten die katholiſchen Gruppen mit der
Drohung ihres Austrittes aus der allnationalen Koalition; die
infolge der Verſchärfung der Gegenſätze zwiſchen den beiden
Lagern ausgeſchriebenen Neuwahlen im Jahre 1926 brachten den
katholiſchen tſchechiſchen, deutſchen und ſlowakiſchen Parteien eine
weſentlich ſtärkere Vertretung im Prager Parlament und eine
ebenſo bedeutende Unterſtützung ihrer Beſtrebungen durch die
deutſchen und tſchechiſchen Agrarparteien, ſo daß die
Wieder=
anbahnung der Beziehungen zu Rom und die Löſung der
kirchen=
politiſchen Probleme im Staate überhaupt nur noch eine Frage
der Zeit ſein konnte. Die in den letzten Tagen erfolgte
Wieder=
beſetzung der päpſtlichen Geſaudtſchaft in Prag iſt denn auch nur
in dem Sinne zu deuten, daß die tſchechiſche Regierung den
For=
derungen des Vatikans, die auf eine Vermeidung der während
der bisherigen Huß=Feierlichkeiten zutage getretenen
Provoka=
tionen des Katholizismus hinzielen, entgegenkommen und bis
zur endgültigen Regelung der ſchwebenden Fragen — unter
denen vor allem das Problem der Trennung der Kirche vom
Staate hervorzuheben iſt — einen proviſoriſchen Frieden
ab=
ſchließen will. Die Wiederbeſetzung der päpſtlichen Geſandtſchaft
in Prag hat den heftigen Widerſpruch der tſchechiſchen
ſozia=
liſtiſchen Parteien hervorgerufen, aber er wird kaum etwas an
der Tatſache ändern, daß die Prager Regierung die
kirchenpoli=
tiſchen Fragen in einem Sinne löſen wird, der den Wünſchen
des Vatikans entſpricht und die Forderungen der katholiſchen
bürgerlichen Parteien im Staate berückſichtigt. Jedenfalls kann
heute ſchon von einem diplomatiſchen Sieg des Vatikans über
die bisherige antirömiſche Politik in der Tſchechoſlowakei
ge=
ſprochen werden, dem eine erhöhte Bedeutung deswegen
zu=
kommt, weil damit der in mancher Hinſicht verfehlten
Außen=
politik des Miniſters Dr. Beneſch eine neue Niederlage bereitet
worden iſt.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Donnerstag, den 7. April.
Der Roſenkavalier.
Komödie von H. v. Hofmannsthal, Muſik von R. Strauß.
Richard Strauß kommt in dieſer Spielzeit nicht gut weg.
Die verſprochene „Salome” erſchien nicht, auch keine
Wieder=
holung der „Elektra” „Die Frau ohne Schatten” wurde ſchon
lange zurückgeſtellt, „Ariadne” dagegen in den letzten Jahren
reichlich gebracht. So bleibt denn der „Roſenkavalier” der ſich
überall da, wo Oktavian und Ochs gut beſetzt werden können
als Repertoire=Oper einzubürgern beginnt. Nicht mit Unrecht.
Denn, man mag noch ſo viele Bedenken gegen die verfehlte Form
des Textes und die dadurch unheilvoll gehemmte muſikaliſche
Geſtaltung behalten, überall bricht in dieſem Werk über Text
und Drama hinaus das Reinmuſikaliſche ſich Bahn, der bleierne
Bann des pathetiſchen Muſikdramas iſt gebrochen, abſolute Muſik
leuchtet durch. Dazu noch dieſe Partitur voll unerhörter Klänge
und trotz vieler Banalitäten glänzender Einfälle. Die
Haupt=
ſache iſt, im „Roſenkavalier” betritt Strauß in inſtinktiver
An=
näherung an den Geiſt der Vergangenheit des Stückes einen
Weg zur neuen Oper, den er ſpäter vielleicht am deutlichſten
in ſeiner „Ariadne” weiterverfolgt. Und ſo wenig auffallend
zunächſt dieſes Neue ſchien, wie es auch heute noch nicht oft in
dieſem Sinn gewürdigt wird, ſo kräftig wirkte es ſich aus auf
die ganze folgende Produktion. Denn es bedeutet für die Oper
nichts weniger als das Ende der Romantik.
Das wundervolle, in ſeinen Schönheiten ſich immer meh
erſchließende Werk hatte ein übervolles Haus gebracht un
wirkte auf das dankbar genießende Publikum nach der
vielfa=
ſchweren Koſt der letzten Wochen wie Zucker auf Bienen. Di
Aufführung war ausgezeichnet, im Zuſammenſpiel, Stimmungs
kraft, klanglicher Wirkung, melodiöſem Schwung auf der Büh
und im vortrefflich ſpielenden Orcheſter geradezu vollendet. S
hatte in der alten Schlembach’ſchen Inſzenierung, vielfach e
gänzten und verfeinerten Regie H. E. Mutzenbechers ur
der hinreißenden Leitung J. Roſenſtocks einen großen Er
folg, und die den Hauptdarſtellern am Schluß geſpendete
Blumen waren wohlverdient.
Anna Jacobs als Matſchallin, Margarete Albrecht als
Sofie, Heinrich Kuhn als Ochs, Johannes Biſchoff als
Faninal — alle ſind noch mehr in ihre Rollen hineingewachſen
und zeigten vollendete Leiſtungen. Hedwig Werles Oktavian
iſt und bleibt ihre ſchönſte Rolle. Ihr Doppelſpiel im erſten
Akt iſt vorbildlich; man weiß nicht, ſoll man ſie mehr als
Ma=
riandl oder als Kavalier bewundern. Martha Liebel und
Eugen Vogt ſind ein intereſſantes Intrigantenpaar, Joſet
Poerner ein ſtimmfriſcher Sänger, Alfred Karen ein
charak=
teriſtiſcher Notar. Was aus kleinen Rollen zu machen iſt, ſah
man bei Hans Ney als Polizeikommiſſar und Grete Penſe
als Duenna, deren intelligentes Spiel wanche frühere Lücke ſehr
geſchickt ſchloß. Die vielen übrigen Mitwirkenden, alle gut an
ihren Plätzen, wollen ſich mit einem Geſamtlob begnügen. v. H.
*Aus Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Im „u. T.”, das ſich neuerdings eine anziehende
groß=
ſtädtiſche Lichtrekleme leiſtet, läuft zurzeit „Klettermaxe‟
Das iſt die von der Münchener Lichtſpielkunſt=A.=G. hergeſtellte,
und zwar ſehr geſchickt hergeſtellte Verfilmung des bekannten
Romans von Hans Poſſendorf, der in der „Münchener
Illuſtrierten” vor kurzem zum Abdruck kam. Dieſer „Emelka”=
Film iſt, was man bekanntlich nicht von allen „Emelka”=
Erzeug=
niſſen ſagen kann, eine ſehr gute Arbeit. Es iſt vor allem eine
ſehr gute Roman=Verfilmung. Ohne ſich auf Breiten
einzu=
laſſen, auf Verbildlichung ſeeliſcher Vorgänge, hat die Regie
Willy Reibers alles Lebendige, Bildwirkſame, das
ſenſatio=
nelle Geſchehen dem Roman entnommen und zu einer geſchickten,
ganz ſelbſtändig wirkenden Handlung zuſammengeſtellt, ſo daß
dieſer Film auch für die Beſucher verſtändlich und von ſtärkſtem
Intereſſe iſt, die den Roman nicht kennen, während er den
Leſern des Romans eine ſehr gute Illuſtration bedeutet. Es
ſind durchweg Typen gewählt, die zeigen, daß ſie wiſſen, worauf
es im Film ankommt, ſchüchterne Zurückhaltung iſt gepaart mit
flottem Leben. Mit Spannung verfolgt der Beſucher die
Aben=
teuer des Pſeudo=Einbrechers „Klettermaxe”, des Schriftſtellers
Max Malien, der ſich in waghalſige und halsbrecheriſche
Ein=
brüche einläßt, nur um die Geliebte ſeines Herzens zu gewinnen,
der exotiſchen Tänzerin, bei der die Senſation des
Faſſaden=
kletterers zur Bewunderung perſönlichſter Art für den
wag=
halſigen Mann geworden iſt. Es ſind durchweg ſehr
ſympa=
thiſche Darſtellungen, abgeſehen von denen, die aufgabengemäß
abſtoßend zu wirken haben. Man ſieht den Faſſadenkletterer bei
der Arbeit, ſieht auch ſoziale und geſellſchaftliche Szenen und
rauſchende Bilder von Revuen und dergleichen. Humoriſtiſche
Mitwirkung von Variétékünſtlern belebt die Handlung höchſt
angenehm.
Die Waſhingtoner Abrüſtungs=
Konferenz.
Frankreichs ablehnende Antwort.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 7. April.
Amerika hielt bekanntlich nach der erſten Abſage Frankreichs
aus Preſtigegründen daran feſt, daß wenigſtens ein franzöſiſcher
Beobachter zur Waſhingtoner Abrüſtungskonferenz, deren
Zeit=
punkt noch nicht feſtgelegt iſt, entſandt werde. In politiſchen
Kreiſen war die Aufnahme dieſes Anſinnens nicht einheitlich.
Man behauptet, daß man ſelbſt im Kabinett zunächſt über die
an Amerika zu erteilende Antwort nicht einig war. Die Preſſe
ſprach ſich im allgemeinen gegen die Entſendung eines
Beobach=
ters aus.
Nach langem Zögern erfolgte nunmehr die franzöſiſche
Ant=
wort auf die zweite Einladung zur Waſhingtoner
Abrüſtungs=
konferenz. Seit Tagen wußte man bereits, daß ſie ablehnend
ausfallen mußte und war deshalb über ihren Inhalt nicht
über=
raſcht. Die Argumente für die Ablehnung auf welche ſich die
franzöſiſche Note ſtützt, ſind geſchickt gewählt. In erſter Linie
beruft man ſich auf das Preſtige der Abrüſtungsaktion des
Völ=
kerbundes. Man betont ferner, daß nur eine gleichzeitige
Ab=
rüſtung zu Waſſer, zu Lande und in der Luft in Frage komme.
Endlich behauptet die Note, daß der franzöſiſche Standpunkt von
den meiſten Staaten geteilt werde.
Die franzöſiſche Ablehnung wird trotz ihrer höflichen Form
zweifellos in Waſhington verſtimmen, um ſo mehr, als auch die
Antwort Italiens vorausſichtlich ablehnend ausfallen dürfte.
Im Hinblick auf die innerpolitiſche Auswirkung in den
Ver=
einigten Staaten dürfte der Fehlſchlag der amerikaniſchen
Ini=
tiative vor allem für Coolidge recht unangenehm ſein.
Die Haltung Frankreichs in der Abrüſtungsfrage zeigt, daß
der franzöſiſche Standpunkt dem angloſächſiſchen vollkommen
ent=
gegengeſetzt iſt und daß Kompromiſſe nur äußerſt ſchwer
zuſtande=
kommen können. Für die Abrüſtung iſt dieſe Entwicklung der
Dinge kaum beſonders vorteilhaft. Die Zahl derer, welche an
eine Abrüſtung glauben, wird immer geringer. Man betrachtet
hier die Abrüſtungskonferenzen und Verhandlungen nur mehr
als eine Art des diplomatiſchen Kampfes der Mächte. Und in
dieſem Kampf war die franzöſiſche Abſage an Amerika ein
beach=
tungswerter Zug.
Die Verhandlungen der Abrüſtungskommiſſion
Heute vormittag begannen in der vorbereitenden
Abrüſtngs=
kommiſſion die Verhandlungen über die Ausgaben für die
Mili=
tärrüſtungen. Die Kommiſſion beſchloß nach längerer Diskuſſion,
entſprechend einem Antrage von Lord Robert Cecil und entgegen
einem Antrag de Marinis, daß die Sachverſtändigen, die noch
mit der Prüfung der Frage beſchäftigt ſind, ein Schema für die
alljährlich dem Generalſekretär des Völkerbundes einzureichenden
Aufſtellungen über die Militärbudgets der einzelnen Staaten
ausarbeiten ſollen, das einfach ſein, aber gleichwohl eine genaue
Ueberſicht über die Rüſtungsausgaben ermöglichen ſoll. Der
bel=
giſche Delegierte de Brouckére lehnte den italieniſchen Antrag, der
nur typiſche Ziffern für die einzelnen Rüſtungsgattungen in das
Schema aufgenommen wiſſen wollte, mit der Begründung ab, daß
es in dieſem Falle ſeinen Zweck nicht mehr erfüllen würde. Der
amerikaniſche Delegierte Gibſon hob hervor, daß bereits heute in
den Vereinigten Staaten Budgetveröffentlichungen üblich ſeien,
die außerordentlich weit in Einzelheiten hineingingen. Der
deutſche Delegierte Graf Bernſtorff erklärte ſich mit dem
Vor=
ſchlag Ceeils einverſtanden, machte aber den Vorbehalt, daß die
Budgetziffern, die mitgeteilt werden ſollen, nicht zur Begrenzung
der Rüſtungen verwendet werden dürften.
Am Schluß der Sitzung wurde noch auf Wunſch einer großen
Zahl von Delegierten beſchloſſen, daß die Kommiſſion künftig
nur noch eine Sitzung töglich abhalten und nur in
Ausnahme=
fällen eine zweite Sitzumg zuläſſig ſein ſoll.
Die Zerſtörung deutſcher Oſifeſtungen.
Berlin, 7. April.
Die Zerſtörungsarbeiten an den auf Grund der Pariſer
Ver=
einbarungen zu beſeitigenden Feſtungen an der deutſchen
Oſt=
grenze ſind in der letzten Zeit planmäßig weiter durchgeführt
worden. Im Bereich der Feſtung Glogau ſind ſie bereits faſt
völlig beendet, und in den letzten Tagen ſind nunmehr auch bei
Küſtrin größere Sprengungen von betonierten Infanterie=
Unter=
ſtänden erfolgt. Ebenſo ſind Zerſtörungsarbeiten im Bereich der
Feſtung Königsberg in vollem Gange, ſo daß innerhalb der
vor=
geſchriebenen Zeit diejenigen Feſtungen, auf deren Beſeitigung
die Entente gedrungen hat, niedergelegt ſein werden.
Die „Palaſt=Lichtſpiele” zeigen den dritten Film des
Wolfshundes Rin=Tin=Tin. Dieſer amerikaniſche
Senſa=
tionsfilm, „Der Schrei aus den Lüften” genannt, iſt
der weitaus beſte der bisher bekannt gewordenen drei Rin=Tin=
Tin=Filme. Dieſer wundervolle Hund hat ſich zu einem
Film=
darſteller erſten Ranges entwickelt. Man weiß nicht, was man
mehr bewundern ſoll: die meiſterhafte Dreſſur dieſes Tieres,
der im Film ſelbſtverſtändlich durchaus frei und ſelbſtändig ſeine
Aufgaben löſt, diesmal in Verbindung mit einem ebenfalls
glän=
zend dreſſierten rieſenhaften Geier, oder die Art, wie dieſer
Hund „ſpielt”, Rinty, wie dieſer Wolfshund genannt wird,
hat diesmal eine außerordentlich umfangreiche Rolle zu ſpielen.
Er iſt der Wächter rieſiger Schafherden, kämpft in dieſem
Schützeramt mit dem gefährlichſten Feind, dem Geier, der
all=
nächtlich Schafe raubt und zerreißt, wird durch den Kampf gegen
dieſen Feind zum Hochgebirgler, er verfolgt den Geier bis in die
höchſten Bergesgipfel, ſtürzt ab, erklettert Bäume uſw. Für
alle dieſe Tätigkeit wird er von dem undankbaren
Menſchen=
geſchlecht verkannt, ſelbſt des Schafraubes beſchuldigt und zum
Tode verurteilt. Sind ſchon die Akrobatenkunſtſtücke Rintys
be=
wundernswert, ſo iſt es noch mehr ſein „Spiel” in dieſer zweiten,
auf Verinnerlichung eingeſtellten Spielepiſode. Er entgeht der
Tötung, weil ſein Beſitzer es einfach nicht übers Herz bringt,
ihn zu erſchießen. Rinty wird verborgen gehalten und entgeht
durch eigene Klugheit allen Nachſtellungen ſeiner Feinde, bis
er im letzten Moment wieder hervorbricht und zum mehrfachen
Retter wird. Das iſt eine Szene, die das Packendſte bringt,
was je ein Tier im Film leiſten kann. Rinty kommt nach einem
nächtlichen Geierkampf ſchwer bleſſiert nach Hauſe. Da inzwiſchen
ſein Todesurteil geſprochen, empfängt ihn keine ſtreichelnde
Hand, ſondern eiſiges Schweigen. Er ſetzt ſich flehend zwiſchen
ſeinen Herrn und ſeine Herrin. Nun muß man ſehen, wie dieſes
Tier mit den Augen betteln kann. Wer je beſtritten hat, daß
ein Tier Seele haben kann, der muß dieſe Szene ſehen. Aus
Rintys Auge ſpricht Seele. Allein dieſe kleine Epiſode macht
den Film ſehenswert, abgeſehen davon, daß er trotz der
Schwächen, die die amerikaniſchen Filme durchweg aufweiſen,
einer der beſten Tierfilme iſt, die je gedreht wurden.
Auch der Beifilm „Die leichte Iſabell”, den die
Palaſt=Lichtſpiele zur Uraufführung für Süddeutſchland
erworben haben, iſt in ſeiner Art ein ganz reizender Film. Es
iſt ein Luſtſpielſchlager, der nach der gleichnamigen Operette
ent=
ſtanden iſt und in dem Lee Parry den ganzen Charme ihrer
prickelnden Perſönlichkeit ſpielen läßt. Auch die Idee dieſes
Films iſt ſehr hübſch und unterhaltend.
Nummer 98
Freitag, den 8. April 1927
andelsprobiſorium im Reich=
Um das Zündholzmonopol. — Das deutſch=franzöſiſche Zuſatz=Abkommen genehmigt. — Der ſozialdemokratiſchen Antrag auf Aufhebung der Beſtimmungen, daß
Fall „Mologa‟.— Das Arbeitszeit=Noigeſetz. — Die Neuregelung der Abgeordnetenbezüge, längert werden könne. Beide Redner verlangten die grundſätzliche
Ferienſtimmung im Reichstag.
Es lag doch etwas wie Kriſenluft am Donnerstag über dem
Areichstag, die allerdings mehr von der Oppoſition und der
Elatſchſucht der Wandelhalle künſtlich erzeugt war. Immerhin,
yran ſah einige ſorgenvolle Geſichter und konnte davon reden
lören, daß der Reichstag vor den Ferien doch vielleicht noch
enne Ueberraſchung erleben könnte. Im Mittelpunkt dieſer
Mög=
ldchkeit ſtanden dabei das Zündholzmonopol und das
deutſch=
hranzöſiſche Handelsproviſorium.
Die Regierungsparteien hätten das
Zündholzmono=
u ol gerne noch vor den Ferien erledigt. Die Sozialdemokraten
laben ihnen aber einen Streich geſpielt, indem ſie gegen den
Deutſchnationalen Behrens, der als Berichterſtatter des
Aus=
ſthuſſes fungierte, den Vorwurf erhoben, daß er an dem
Gegen=
gand perſönlich intereſſiert ſei; ſie hatten offenſichtlich den
Wunſch, eine Art Entlaſtungsoffenſiwve wegen des Barmat=
Skan=
dals zu inſzenieren, ſind aber dabei, nach den Erklärungen, die
Behrens am Donnerstag im Ausſchuß und Plenum gab, hinten
herunter gefallen. Sachlich haben ſie trotzdem ihr Ziel erreicht.
(Die Regierungsparteien dachten daran, noch am Samstag zu
tagen, um auf dieſe Weiſe die Vorlage doch noch durchberaten
zut laſſen. Sie mußten ſich aber wohl davon überzeugen, daß
ſte doch kein beſchlußfähiges Haus mehr zuſammenbringen
wür=
den und haben darum dieſen Gegenſtand bis nach Oſtern
ertagt.
Das zweite Sorgenkind war das deutſch=
franzö=
ſiſche Zuſatzabkommen, um das es am Donnerstag
vor=
unittag noch recht troſtlos ausſah. In der Zentrumsfraktion hatte
ſich herausgeſtellt, daß etwa zwei Drittel der Mitglieder dagegen
waren; bei den anderen Regierungsparteien war die Stimmung
nicht weſentlich anders. Mit größter Mühe iſt es den
Fraktions=
ſührern gelungen, dieſe Schwierigkeit zu umgehen und ihre
Frak=
näonen für die Abſtimmung zu gewinnen. Dabei hat ihnen
mit=
greholfen eine Reihe von protokollariſchen Entſchließungen des
Kabinetts, die wenigſtens für die Verhandlungen über den
end=
ſtültigen Handelsvertrag Klarheit ſchafften, vornehmlich zu
Gun=
bten der Weinbauern, die ſich bei dem Proviſorium ſtark
benach=
jeiligt fühlten. So ging dann das Handelsproviſorium
verhält=
muniſten hielten Brandreden, die Regierungsparteien begnügten
ſrch mit einer kurzen Erklärung, worin ſie ihre Bedenken
nach=
gerücklich unterſtrichen, die Demokraten ſtanden Gewehr bei Fuß,
no daß zuletzt eine Mehrheit von 189:163 Stimmen bei 20
Ent=
waltungen zuſtande kam, und ſo das Proviſorium unter Dach
uam.
Zwiſchendurch mußte man ſich über den Fall Mologa
mnterhalten. Die Regierungsparteien hatten einen Geſetzentwurf
ingebracht, der das Reichsfinanzminiſterium ermächtigt, bis zum
nungsgeſchäfte nach Rußland zu übernehmen. Ein Völkiſcher
tgenutzte die Gelegenheit, um auf den Fall in Verbindung mit
Dr. Wirth zu ſprechen zu kommen. Dieſer erblickte darin einen
Meichswirtſchaftsminiſter beſtätigen, daß er nie etwas getan habe,
mm die ſachliche Entſcheidung des Kabinetts zu beeinfluſſen. So
dam man, nachdem die Sitzung inzwiſchen zweimal unterbrochen
wworden war, um die Vorlagen erſt drucken zu laſſen, zur
zwei=
en Leſung des Arbeitszeitnotgeſetzes, das vorher
wom Ausſchuß angenommen worden war. Auch hier wieder das her der Stimme enthalten müſſe.
gleiche Bild. Eine kurze Erklärung der Regierungsparteien,
nvorin ſie ſich für die Vorlage ausſprechen, weil ſie einen
weſent=
lichen Fortſchritt bedeute. Dann behauptete die Oppoſition das
FFeld und gab ſchließlich das Spiel auf, weil ſie ohne jedes Echo
unen werden und dann will der Reichstag ſeine wohlverdienten
ſFerien antreten.
Die Neuregelung der Bezüge der Reichstagsabgeordneten
wvom Mittwoch bringt gegenüber der bisherigen Regelung wenig
Menderungen. Es bleibt dabei, daß die Aufwandsentſchädigung
unonatlich 25 Prozent eines Miniſtergehalts, alſo 619 Mark be= d
rträgt. Für jeden Tag des Fernbleibens von einer Vollſitzung, z,
aabgeſehen von Krankheitsfällen oder Geſchäften im Intereſſe des
Meichstags oder des Reiches, oder bei Nichtteilnahme an einer
mamentlichen Abſtimmung wird ein Dreißigſtel abgezogen. Obſtruktion treiben wollen.
Fferner iſt die Zahlung der Entſchädigung bis zum Tage der
Seuwahlen verlängert worden.
Sitzungsbericht.
* Berlin, 7. April. (Eig. Bericht.)
Der Reichstag beſchäftigte ſich heute zunächſt mit einem gemeinſamen
Antrag der Negierungsparteien und der Demokraten, wonach die ſog.
Ruſſen=Garantie=Kredite des Reiches für Lieferungen nach der
Sowjet=
union erneut bis zum Höchſtbetrage von 23½ Millionen übernommen
werden ſollen. In einon kurzen Erklärung verwies Miniſter Dr.
Cur=
tius darauf, daß die Ausfallbürgſchaft, die hier übernommen würde,
drei Leſungen genehmigt. — Ohne Debatte wurde ſodann das deutſch= nicht um Privatintereſſen.
franzöſiſche Abkommen über die Unterhaltung der Saargrenze in allen
Tagesordnung Abg. Behrens (Ontl.), um zu den während der
Be=
ratung des Zündholzgeſetzes in der geſtrigen Sitzung erhobenen
Vor=
würfen Stellung zu nehmen.
In einer perſönlichen Bemerkung wandte ſich nun Abg. Dr. Wirth
(Zentr.) gegen den Vorwurf eines Nationalſozialiſten, er, Wirth, habe
ſich in der Mologa=Angelegenheit parlamentariſch=politiſcher Korruption
ſchuldig gemacht. Demgegenüber ſtellte Abg. Wirth feſt, daß er niemals dem Vorſitz des Abgeordneten Wallraf (Onatl.) zuſammentrat,
an den Neichsfiskus herangetreten ſei mit irgend einem Antrag, die
Mologa zu ſubventionieren. Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius
be=
ſtätigte dies.
Hierauf wurde eine Entſchließung des Volkswirtſchaftlichen
Aus=
ſchuiſſes angenommen, der zufolge nach Rückzahlung der
Abwickelungs=
kredite zur baldigen Entlaſtung der Landwirtſchaft von der
Renten=
bank=Grundſchuld auf eine Bereitſtellung hierfür geeigneter Mittel bei
der Rentenbank=Kreditanſtalt bedacht zu ſein iſt.
Mit Rückſicht darauf, daß die Ausſchußbeſchlüſſe noch nicht gedruckt
vorlagen, wurde die munmehr auf der Tagesordnung ſtehende Beratung
des Arbeitszeitnotgeſetzes und des deutſch=franzöſiſchen
Handelsproviſo=
riums auf eine Stundg vertagt. Nach Wiedereröffnung der Sitzung
be=
gann das Haus
die zweite Leſung des Handelsproviſoriums
mit Fronkreich.
Abg. v. Guérard (Zentr.) gab im Namen der Regierungsparteien
eine formulierte Erklärung ab, in der zunächſt auf die lebhaften
Ve=
denken hingewieſen wird, die bei allen Regierungsparteien wegen der
Gewährung der Weinzölle in dem Abkommen entſtanden ſeien. Die
Zugeſtändniſſe der Regierung in der Weinfrage hätten bei dieſem
Provi=
ſorium nicht gemacht werden dürfen. Sie ſeien auch geeignet, den
end=
gültigen Vertrag zu erſchweren. Bedauerlich ſei, daß durch das
Abkom=
men auch der Schutz des Gemüſe= und Obſtbaues durchlöchert werde.
urismäßig glatt über die Bühne. Sozialdemokraten und Kom= Ebenſowenig ſei das Proviſorium erfreulich für die deutſche Induſtrie,
die eine Steigerung der Handelsbeziehungen brauche. Die induſtriellen
franzöſiſchen Zugeſtändniſſe beſchränken ſich im weſentlichen auf die
Ma=
ſchinen= und Elektrizitätsinduſtrie, während die Eiſen= und
Stahl=
induſtrie unberüſchſichtigt geblieben ſeien. Auch ſei keine Bindung der
franzöſiſchen Zollſätze erreicht worden. Wenn ſich die
Regierungs=
parten trotzdem entſchloſſen hätten, dem Abkommen zuzuſtimmen, ſo
geſchehe das nur in der Erwartung (Zurufe links: Das Konkordat!, bekannten Pariſer Journaliſten Marcelle Rey in Berlin einge=
Schallende Heiterkeit), daß ein die deutſchen Intereſſen genügend
be=
friedigender, langfriſtiger und endgültiger Handelsvertrag auf der Berlin ſoll bis Montag dauern. Neben einem Vortrag, den er
Grundlage der gegenſeitigen Meiſtbegünſtigung abgeſchloſſen wird. Die
Wetrage von 23,5 Millionen Reichsmark Garantien für Liefe= Regierungsparteien erklären ſchon heute, daß ſie der weiteren Einfuhr
franzöſiſcher Weine zu den ermäfigten Zollſätzen des deutſch=italieniſchen wird, beabſichtigt Loucheur, mit maßgebenden Mitgliedern der
und ſpaniſchen Vertrages nicht zuſtimmen werden.
Auch der Abg. Dr. Hilferding (Soz) hielt den Vertrag für
be=
ſonders ungünſtig. Beſonders ſcharf wandte ſich der Rednev gegen die redung über die Möglichkeiten einer internatio=
Alngriff auf ſeine parlamentariſche Ehre und ließ ſich von dem Herauſſetzung des Mehlzolles von 10 auf 11.50 Mark. Dieſer Mehlzoll
bedeute eine ſofort wirkſame Verteuerung des wichtigſter Nahrungs= Meinung, daß Europa nur durch gemeinſame Arbeit aus ſeiner
mittels. Die Sozialdemokraten lehnten daher das Pvoviſorium ah.
Der Abg. Meher (Dem) verlas eine Erklärung, wonach ſeine
Fraktion aus außenpolitiſchen Gründen nicht gegen, das Abkommen, falſch, ſchon jetzt die Zollgrenzen aufzuheben und womöglich ein
ſtimme, aber andererſeits auch die Verantwortung für das Proviſorium
und die ganze verfehlte handelstolitiſche Methode ablehne und ſich
da=
delsabkommen in namentlicher Abſtimmung mit 189 gegen 163 Stimmen
bei 20 Stimmenthaltungen angenommen und auch gleich in dritter
Leſung erledigt. Für das Abkommen ſtimmten geſchloſſen die
Regie=
blieb. Am Freitag ſoh das Geſetz in dritter Leſung angenom= rungsparteien. Der Stimme enthielten ſich die Demokraten. Die
An=
der Futtermittelzölle wurden gegen die Stimmen der Linken abgejehnt.
Das Haus ging dann über zur.
Beratung des Arbeitszeit=Notgeſetzes.
der=Verlin, der darauf hinwies, daß faſt alle Aenderungsanträge der e
Oppoſition abgelehnt worden ſeien, ſo daß die Vorlage im weſentlichen
unverändert bleibe. — Auf Wunſch der Kommuniſten trat nunmehr eine
kleine Pauſe ein, nach deren Ablauf die Anträge dieſer Fraktion
ge=
druckt vorliegen ſollen. Es hat den Anſchein, als ob die Kommuniſten
Nach Wiedereröffnung der Sitzung gab der Abg. Schwarzer
(Bayer. Bpt.) im Namen der Regierungsparteien eine gemeinſame Er= e
klärung ab, wonach die Regferungsparteien trotz mancher Bedenken dem
Arbeitszeitnotgeſetz zuſtimmten, weil das Geſetz den Arbeitnehmern
immerhin weſentliche Beſſerungen, ſo beſonders den Zuſchlag für
Mehr=
arbeit, bringe.
Der Sozialdemokraten Grotewohl und der Abg. Florin
(Komm.) begründeten die Abänderungsanträge ihrer Parteien, die
be=
reits im Sozialpolitiſchen Ausſchuß abgelehnt worden ſind, ſo u. a. den
durch Tarifvertrag, alſo durch Zwangsſchiedsſpruch, die Arbeitszeit ver=
Innehaltung des Achtſtundentages.
Abg. Huſemann (Soz,) verlangte einen höheren Zuſchlag für
Bergarbeiter. Abg. Stegerwald (3tr.) hielt den von den
Kom=
muniſten geforderten Zuſchlag für Lehrlinge für überflüſſig, da dieſe
kein oder nur geringes Entgelt beziehen. Ein ſozialdemokratiſcher
An=
trag, den Bergarbeitern ſchon bei einer Arbeitszeit von wehr als ſieben
Stunden den Zuſchlag zu geben, wird mit 20:168 Stimmen abgelehnt.
= Abg. Andree (Zentr.) warnte die Sozialdemokraten davor, allzuſehr
in Nadikalismus zu machen.
Reichsarbeitsminiſter Brauns erwiderte auf eine Anfrage die
Deutung des Begriffes „Allgemeinwohl”, das eine weitere Arbeit
zu=
mit der Mologa nichts zu tun hätte. Der Antrag wurde dann in allen laſſe, ſei klar. Es müſſe ſich da um ein allgemeines Intereſſe handeln,
Die zweite Leſung wurde zu Ende geführt. Das Haus vertagte
drei Leſungen genehmigt. — Das Wort ergriff nun außerhalb der ſich auf Freitag, 11 Uhr. Dritte Leſung des Arbeitszeitnotgeſetzes.
Schluß gegen ½11 Uhr.
Auswärtiger Ausſchuß des Reichstags.
Berlin, 7. April.
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstags, der heute unter
überwies zunächſt ohne Ausſprache den Geſetzentwurf über die
zwiſchen der deutſchen und der franzöſiſchen Regierung und der
Regierungskommiſſion des Saargebiets vereinbarten Protokolle
vom 13. November 1926 über die Unterhaltung der Grenzen des
Saargebiets und die Gebrauchsrechte an dieſer Grenze dem
han=
delspolitiſchen Ausſchuß des Reichstages. Auch das
Zuſatz=
abkommen vom 31. März 1927 zu dem vorläufigen
Handels=
abkommen und den wirtſchaftlichen Vereinbarungen zwiſchen
Deutſchland und Frankreich wurde nach kurzer Ausſprache der
weiteren Beratung dem handelspolitiſchen Ausſchuß des
Reichs=
tages überwieſen.
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstages beſchäftigte ſich
in ſeinen weiteren Verhandlungen mit der Lage in China und
der Stellung Deutſchlands im albaniſchen Konflikt. An der
Ausſprache beteiligten ſich neben den Vertretern des
Auswär=
tigen Amtes Abg. v. Kemnitz (Dnatl.), Stöcker (Kom.), Dr.
Hoetzſch (Dnatl.) Dr. Breitſcheidt (Soz.), Frhr. v. Rheinbaben
(D.V. P.), Dr. Wirth (Zentr.), Dr. Schnee (D. V.P.), Dr. Bredt
(W. Vg.) und Dr. Haas (Dem.). Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt,
Loucheur in Berlin.
Eine Unterredung mit Loucheur.
Berlin, 7. April.
Der franzöſiſche Wirtſchaftler und ehemalige
Wirtſchafts=
miniſter, der Abgeordnete Loucheur, iſt heute vormittag mit dem
troffen und im Hotel Adlon abgeſtiegen. Sein Aufenthalt in
bekanntlich morgen in der Induſtrie= und Handelskammer halten
Reichsregierung in Fühlung zu treten.
Loucheur hatte mit einem Berliner Preſſevertreter eine
Unter=
nalen Wirtſchaftsverſtändigung. Loucheur iſt der
bedrängten Wirtſchaftslage herauskommen könne. Es wäre aber
aktuelles Programm für die Vereinigten Stagten von Euroa
aufzuſtellen. Der Anfang müßte vielmehr in dem
Zuſammen=
ſchluß einzelner Induſtrien gemacht werden. Ebenſo wie die
Darauf wurde das Zuſatzabkommen zum deutſch=franzöſiſchen Hail= Stahlinduſtrie könnten auch andere große Induſtriezweige ohne
unüberſichtbare Schwierigkeiten zu internationalen Kartellen
ver=
einigt werden. Verkehrt wäre es, derartige internationale
Kar=
telle auf zwei Staaten beſchränken zu wollen. Sie müſſen
mög=
träge der Sozialdemokraten und Demokraten bezüglich der Roggen= bzw. lichſt alle Staaten, die für einen Produktionszweig weſentlich
ſind, umfaſſen. Auf die Frage, wieweit er eine Verwirklichung
der internationalen Kartellierungsprojekte durch die
Welwwirt=
ſchaftskonferenz erwarte, erklärte Loucheur, er glaube, daß eine
allgemeine Ausſprache über dieſe Frage nicht nur eine Klärung
ueber die Ausſchußverhandlungen berichtete der Demokrat Schnei= herbeiführen, ſondern auch die Verſtändigung der verſchiedenen
einzelſtaatlichen Wirtſchaftsgruppen anbahnen werde. Die Frage,
ob er es für möglich halte, auch die ruſſiſche Induſtrie zu den
Kartellen hinzuzuziehen, beantwortete Loucheur mit der
Gegen=
frage: Wie weit iſt die ruſſiſche Induſtrie?. Von der
Beant=
wortung dieſer Vorfrage wird es abhängen, ob Rußland heute
ſchon in den Kreis der internationalen Wirtſchaft organiſch mit
einbezogen werden kann.
*Städtiſches Orcheſter.
In der nächſten Zeit ſollen drei volkstümliche
Abonnements=
konzerte vom Städtiſchen Orcheſter veranſtaltet werden. Man
Fann ſich darüber nur freuen; denn gleich das erſte Konzert, das
dam Mittwoch abend im überraſchend gut beſuchten Saalbau
Ftattfand, war vor beſtem Erfolg begleitet und läßt den Wunſch
Aaut werden, daß dieſe Volkskonzerte ſich in Darmſtadt
einbür=
ggern und zu einer ſtändigen und populären Einrichtung werden
mögen. Auch für das Orcheſter ſelbſt ſind ſolche Veranſtaltungen
won denkbar größter Bedeutung. Die Muſiker, die durch ihren
DDienſt gezwungen ſind, viel Marſch= und Tanzmuſik zu machen
rund ſich bei größeren und kleineren Vereinsveranſtaltungen zur
WVerfügung zu ſtellen, müſſen in ihren Leiſtungen zurückgehen —
mund in ihrer Muſizierfreudigkeit —, wenn ſie nicht von Zeit zu
Zeit vor Aufgaben geſtellt werden, die ihren Ehrgeiz wecken und
(durch die ſie künſtleriſch erzogen werden. Wir ſind überzeugt,
(daß im Städtiſchen Orcheſter Kräfte vorhanden ſind, die wert
ſſind, gefördert zu werden. Die Art und Weiſe, mit der ſich das
tOrcheſter im großen und ganzen mit dem recht anſpruchsvollen
PProgramm vom letzten Mittwoch abfand, iſt ein Zeichen, daß
Zukunft im Orcheſter ſteckt. Die zweite Symphonie von Beet=
Thoven, die „Egmont”=Ouvertüre, die „Freiſchütz”=Ouvertüre, zum
Schluß als leichtere Gaben von Tſchaikowfky die „Nußknacker=
Suite” und die „Geſchichten aus dem Wiener Wald”, das iſt ein
PProgramm, bei dem das Orcheſter ſeine Leiſtungsfähigkeit nach
allen Seiten zeigen kann. Insbeſondere die Beethoven=
Sym=
ſphonie wurde mit einem Ernſt und einer Hingabe geſpielt, daß
iman ſich über den Geiſt, der im Orcheſter zu ſtecken ſcheint, nur
freuen kann. Die Holzbläſer allerdings müſſen, zum Teil
wenig=
ſtens, an Reinheit und Schönheit des Tones noch lernen. Sehr
gut ſcheinen zu ſein die beiden Konzertmeiſter; der erſte, Herr
Hans Finke, ſpielte die b=Dur=Romanze von Beethoven mit
großem Ton rhythmiſch erakt und mit gutem Vortrag und fand
lebhaften Beifall. — Herzlich gefeiert aber wurde der Leiter der
Kapelle, Herr Hugo Hauske, für den das Konzert ein
Abſchieds=
konzert war. Er legt die Leitung des Städtiſchen Orcheſters
nieder, um als Lehrer des Violinſpiels in die Städt. Akademie
für Tonkunſt einzutreten. Er iſt in Darmſtadt ſchon populär
und beliebt geweſen als langjähriger Leibgarderegiments=
Kapell=
meiſter und hat ſich in den zwei Jahren, in denen er das Städt.
Orcheſter als erſter Kapellmeiſter leitete, als ſo feiner Muſiker
und Dirigent bewährt, daß man nur hoffen kann, ſein Nachfolger
möge ein ebenſo zuverläſſiger und gewiſſenhafter Führer des
Oncheſters werden, wie Hauske es war, der vom Publikum durch
reichen Beifall, vom Orcheſter, was ihn beſonders gefreut haben
mag, durch einen Tuſch und Blumen geehrt wunde.
Die Akuſtik im Saalbau iſt noch immer miſerabel, und höchſt
apart ſehen auch die Wände des Saales über dem Podium
O.
aus.
*Die Lukaspaſſion
von Heinrich Schütz (1585—1672)
ſoll am Samstag, den 9. April, abends 8 Uhr, in der
Stadtkirche zur Aufführung kommen. Ein paar Worte über das
wahrhaft große Werk des proteſtantiſchen Meiſters ſind wohl
will=
kommen.
Es ſtellt die Kompoſition des 22. und 23. Kapitels des
Lukasevange=
liums dar, derart, daß der Bericht und die redend eingeführten
Perſo=
nen (Evangeliſt, Jeſus, Pilatus) von Einzelſtimmen vorgetragen
wer=
den, Perſonengruppen dagegen GVolk, Junger) vom Chor. Dem
Lukas=
bericht fehlen eimige der herbſten Epiſoden im Leiden Jeſu, z. B. das
Ende des Judas, die Schreie Jeſu am Kreuz; dafür finden ſich die mehr
ſanften Worte Jeſu (Kap. 23, Vers 34, 43 und 46), auch ſind die Reden
Jeſu zahlreicher und ausgedehnter. Den durch all das etwas milderen
Charakter des Lukasberichts trifft Schütz ſchon mit der Wahl der
Ton=
arten aufs überraſhendſte. Für die Chöre hat er Lydiſch, für die
Evan=
geliſten Dur und für Jeſus Moll verwendet. Das Lydiſche, dem Dur
naheſtehend, nur inniger, aber auch mit der überſteigerten Quarte
(G=Dur mit eis) iſt im beſonderen geeignet, ſowohl die weiche
Stim=
mung der Jünger während der Abendmahlsfeier etwa, wie auch die
außerordentlich erregte des Volkes und der Hohenprieſter zum wahren
Ausdruck zu bringen. Dabei gelingt es Schitzens Genialität, trotz
Feſt=
haltens an der Tonart, den einzelnen Situationen entſprechend, in
Chö=
ren und Soloſtellen den mannigfaltigſten= Ausdruck zu finden. „Herr,
ſiehe” — kindlich hilfsbereit, „Herr, ſollen wir mit dem Schlvert”
kriegeriſch mutig, „Weisſage” — roh, mit einer gewiſſen Gutmütigkeit,
„Biſt du Chriſtus” — begierig, eine Handhabe gegen Jeſus zu
gewin=
nen. „Was dürfen wir weiter Zeugnis” — heſtig ausbrechend, faſt
be=
glückt, ihn jetzt an Pilatus ausliefern zu können, „Dieſen finden wir”
gleichſam offiziell, ſchreibt Mendelsſohn, dabei mild und fromm ſich
ge=
bärdend, könnte man hinzufügen. „Er hat das Volk erreget” — ſchon
gereizter; man beachte die unheimlich wirkende Pauſe nach „erreget”
„hinweg” — der Gang zu Herodes war vergeblich, die Menge iſt noch
erregter, leidenſchaftlich dringt ſie auf Pilatus, Barrabas loszugeben,
um bald darauf mit „Kreuzige ihn” in ein Wutgeſchrei auszubrechen,
wie es ſchauerlicher in einer anderen Paſſion nicht wieder vorkommt.
In parallelen Terzen ſteigen immer zwei Stimmen auf die Silbe „kreu=”
heulend auf und nieder, während die beiden anderen abgeriſſen „kreuzige u
ihn” hineinſchreien. Diſſonanzen von damals gewiß unerhörter Schärfe
kommen dabei zuſtande. Der Abſchluß mit dem gehaltenen, hoch
gele=
genen U=Dur=Akkord wirkt grauenerregend. Auch die beiden Chöre
unterm Kreuz ſind von ſchärfſtem Ausdruck, der erſte zeigt mehr
gut=
mütigen Spott, während der zweite zu höhniſcher Roheit geſteigert iſt.
— Ven vollendeter Sehönheit ſind die beiden Chöre, die das Werk ein=
v A ch
dacht bei heilige Epangelſte” und die Fille und Kraft bei „Lukas”,
Der Schlußchor „Wer Gottes Marter in Ehren hat” iſt der etwas
ver=
änderte letzte Vers des Liedes. „Da Jeſus an dem Kreuze ſtund”, der
auch Schützens „Sieben Worte” beſchließt.
Noch weniges zu den Solopartien. Der Gpangeliſt tritt in der
Hauptſache als ruhig und objektiv Erzählender auf, nimnt aber des
öfteren wärmeren Anteil an dem, was er berichtet. Von höchſt
empfin=
dungsvollem Ausdruck dagegen iſt der Geſang Jeſu. Der Klang iſt
feier=
lich=wvehmütig, faſt ſehnſuchtsvoll, es fehlt aber auch nicht an helleren
Farben und ſtärkeren dramatiſchen Akzenten. Die übrigen Perſonen
treten weniger hervorz am ausdrucksvollſten redet der in der Baßlage
ſingende Pilatus.
Arnold Mendelsſohn hat der Paſſion eine kurze Orgeleinleitung in
der lydiſchen Tonart hinzugefüigt, die ebenfalls am Samstag zum erſten
Male erklingen wird. Die Orgelbegleitung iſt im übrigen „ſparſam,
ſie dient meiſt nur dazu, die Intonation zu erleichtern‟. Der Chor ſingt
2 gapella, um die „Lebendigkeit des Schitzſchen Chorſatzes micht zu
hemmen”. Auch iſt von Chorgleinlagen Abſtand genommen worden. —
Der Eintritt zu der Veranſtaltung iſt frei.
W. Borngäſſer,
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Ein neues Muſik=Lexikon mit Bildern. Der
Führer der deutſchen Muſikwiſſenſchaft und Verfaſſer der
berühm=
ten Mozart=Biographie, Prof. Hermann Abert von der
Uni=
verſität Berlin, läßt ſoeben bei J. Engelhorns Nachf. in
Stut=
gart ein prachtvolles Werk erſcheinen. Das Illuſtrierte Muſik=
Lexikon”, das über 10 000 Schlagworte und mehr als 500 Bilder
euthält, iſt das erſte ſeiner Art in Deutſchland und gibt ebenſo
Zeugnis von dem hohen Stand der Wiſſenſchaft wie der
buch=
gewerblichen Technik.
Hk. Berlin. Wie wir hören, iſt der a. v. Profeſſor für mittlere und
neuere Geſchichte an der Heidelberger Univerſität Dr. Friedrich
Baethgen, zum Honorarprofeſſor an der Univerſität Berlin
er=
nannt worden. Dr. Baethgen, der zur Zeit im Preußiſchen Hiſtoriſchen
Inſtitut in Nom tätig iſt, iſt ein geborener Greifswalder. Er
abſol=
vierte ſeine Studien in Heidelberg und Berlin, beſonders unter Prof.
Hampe und promovierte 1913 in Heidelberg mit einer Diſſertation „Die
Anfange der Regentſchaft Papſt Innozenz III. im Königreich Sizilien”.
Mehrere Jahre war Baethgen wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter der
Monu=
menta Germanige hiſtorica. 1220 erwirkte er ſeine Zulaſſung als
Pri=
batdozent in Heidelberg auf Grund einer Schrift. „Der Anſtpruch des
Papſttums auf das Reichsbikariat” und erhielt vier Jahre ſpäter die
na zum nichtbeamteten a. o. Profeſſor. Baethaens Arbeiten
betreffen die Geſchichte des ſpäteren Mittelalters, insbeſondere des
Paxſttums und der mittelalterlichen Lirche überhaupt, ferner
Hiſtorio=
graphie des Mittelalters.
Seite 4
Nummer 98
Die Reform des italieniſchen
diplomatiſchen Dienſtes.
Politiſche Regelung der Auswanderung.
* Nom, 7. April. (Priv.=Tel.)
— Die Kammerberatungen zum Budget des Auswärtigen
Amts erweckten diesmal nicht ſo großes Intereſſe wie
gewöhn=
lich, da vorher bekannt war, daß Muſſolini, unter Berückſichtigung
der heutigen internationalen Lage, zur auswärtigen Politik
nicht ſprechen werde. Aber die Rede des Unterſtaatsſekretärs
des Auswärtigen, Dino Grandi, und die Rede des kriegsblinden
Abgeordneten Del Croix gaben der Sitzung doch ein beſonderes
Gepräge, weil Grundſätze formuliert wurden, die für zwei
Be=
tätigungen des neuen Geiſtes im fasciſtiſchen Italien maßgebend
ſind: Reform des diplomatiſchen Dienſtes und die
Auswande=
rung.
Grundſätzlich wird die Ausbildung im Konſulardienſt auch
als Baſis für den diplomatiſchen Dienſt angenommen. Erſt nach
dreijähriger Dienſtzeit kann ſich der Betreffende entſcheiden, ob
er im Konſulatsdienſt verbleiben, oder in den diplomatiſchen
Dienſt übertreten will, und hat für dieſen Fall ein beſonderes
diplomatiſches Examen zu beſtehen. Die Regierung ließ durch
Dino Grandi erklären, der italieniſche Konſul ſei, ein
fundamentales Element für die italieniſche
Ex=
panſion auf politiſchem, wirtſchaftlichem und kulturellem
Ge=
biete, daher die Entſcheidung der Regierung, die Ausbildung,
auch der Diplomaten, auf der Baſis der konſularen Ausbildung
aufzubauen. In kurzer Zeit werde kein italieniſcher Botſchafter
mehr exiſtieren, der nicht durch dieſe Schule gegangen ſei. Und
ſchon von jetzt an werde der Handelsattaché ausſchließlich aus dem
Kreis der Berufskonſuln gewählt. Daher müſſe auch mit dem
Unfug der ſogenannten Honorarkonſuln, die zum Teil
Ausländer ſind, aufgeräumt werden. Ein beſtimmter
Ver=
mögensnachweis für den Eintritt in dieſen Beruf werde nicht
mehr verlangt, weil der Staat für ſeine Beamten ſorgen könne.
Ebenſo werde der Begriff der Anciennität wegfallen, weil
ledig=
lich die Tüchtigkeit und nicht das Dienſtalter ausſchlaggebend ſei.
— Aus dieſen Ausſührungen Dino Grandis iſt beſonders
beacht=
lich der Ueberblick, den er über das Wachſen des
Konſu=
lardienſtes in Italien gab. Das neue Geſetz erhöht die Zahl
auf 286 und ſieht die Schaffung von 40 neuen Konſukaten vor
und vermehrt die Zahl, der diplomatiſchen Beamten von 500
auf 650. Die Qualitäten für den Eintritt in den Konſulardienſt
und damit auch in den diplomatiſchen ſind charakteriſtiſch für das
neue fasciſtiſche Italien, das, wie Dino Grandi ſich ausdrückte,
die Fuſion der politiſchen und der dienſtlichen Qualitäten
an=
ſtrebt: Berufspolitiker kennt das fasciſtiſche Italien
nicht mehr, ſondern nur den „angewandten”
Poli=
tiker, d. h. denjenigen, der in einer irgendwie gearteten
Tätig=
keit ſeine politiſche Ueberzeugung zum Ausdruck bringt. Und
da das heutige Italien das fasciſtiſche Italien iſt, ſo ſei es ganz Weniger optimiſtiſch äußerte ſich Beneſch über den Konflikt
zwi=
ſelbſtverſtändlich, daß der Konſul Fasciſt ſein muß. Jeder
Kon=
ſul hat unter ſeiner Uniform, unmittelbar über dem Herzen, das
ſchwarze Hemd zu tragen. Ein weiteres Erfordernis zum Ein= gewiſſe Beſſerung gegenüber dem früheren Zuſtand darſtellen
tritt in den Konſulardienſt iſt der Nachweis, die militäriſche
Pflicht mit Auszeichnung erfüllt und den Offiziersrang erreicht
zu haben.. Mit dieſen beiden Fundamentalqualitäten, denen ſich
Freitag, den 8. April 1927
ſelbſtverſtändlich Sprachkenntniſſe, gediegene Algemeinbilbung,
einwandfreie Lebensführung zugeſellen ſollen, konſtruierte Dino
Grandi den Gegenſatz des heutigen Italien zu dem früheren
Italien: einſt das Italien der Literaturen, Gaſtwirte und
Bet=
ſchweſtern, heute das Italien, getragen vom militäriſchen Geiſte,
wirtſchaftlicher Initiative, das Italien voller Glauben an ſich
und ſeine Zukunft.
Dieſes Italien muß auch die Frage der
Auswande=
rung von einem ganz anderen Geſichtspunkt aus auffaſſen. Das
kam in einer bedeutenden Rede des kriegsblinden Abgeordneten
Del Croix, des Präſidenten des großen Verbandes der Kriegs= Ungarn die Uebereinſtimmung zahlreicher gemeinſamer Intereſſen
teilnehmer, zum Ausdruck, der die Geſichtspunkte dahin
zu=
ſammenfaßte: die Auswanderung nach einem beſtimmten Lande
zu lenken oder davon abzulenken, iſt eine eminent
poli=
tiſche Aufgabe, über die nur der Staat allein zu entſcheiden
hat. Grandi kündigte eine baldige grundlegende Aenderung der
Organiſation des Auswanderungsweſens an, die eine
Ange=
legenheit der auswärtigen Politik ſei und daher unter die direkte
Aufſicht des Miniſteriums des Auswärtigen gehöre. Grandi
ging aber noch einen Schritt weiter und führte aus: Das
fas=
ciſtiſche Italien muß den Mut haben, offen auszuſprechen, daß
die Auswanderung ein Uebel iſt. Die Regierung hat
daher nicht die Abſicht, irgendwie die Auswanderung zu
begün=
ſtigen. Wir müſſen im eigenen Lande auswandern oder, beſſer
geſagt, umwandern; nach Süditalien, dem Lande der Bauern,
nach Norditalien, dem Lande der Bergwerke und der Fabriken.
Wir müſſen beſſere Lebensbedingungen im eigenen Lande für
unſeren kleinen Mann ſchaffen und ihn nicht ermutigen, außer
Landes zu gehen. Er darf nur nach italieniſchen
Kolo=
nien, aber nicht nach anderen Ländern, um durch ſeine Arbeit
Fremde zu bereichern und ſeine Kinder der Gefahr der
Ent=
nationaliſierung auszuſetzen.
Beide Reden wurden mit ungeheurem Beifall aufgenommen.
Als der blinde Del Croix von der Rednertribüne nach ſeinem
Platz zurückgeführt wurde, erhob ſich Muſſolini, umarmte ihn
und küßte ihn auf beide Wangen. Die ſcharfen Worte Grandis
am Schluß ſeiner langen Rede dürften wohl durch die
Ankündi=
gung des franzöſiſchen Nationaliſierungsgeſetzes mit beeinflußt
ſein, denn die Sorge um rund 800 000 Italiener, die als
Kolo=
niſten in Südfrankreich und in Tunis leben, liegt wie eine Wolke
nicht nur über den Gemütern in Italien, ſondern wie eine
Gewitterwolke über der italieniſchen auswärtigen Politik.
Beneſch über den italieniſch=ungariſchen Pakt.
Außenminiſter Beneſch äußerte ſich heute im Außen=
Aus=
ſchuß des Abgeordnetenhauſes über die zwiſchen Italien und
Ungarn angebahnten neuen Beziehungen und meinte, es müſſe trag iſt für die Dauer von 10 Jahren abgeſchloſſen, vom Tage des
die Bildfläche der internationalen Politik gelangen wolle und
dabei Unterſtützung ſuche. Der Vertrag zwiſchen Italien und
Ungarn ſei nicht gegen die Tſchechoſlowakei oder gegen Süd= bleibt er für weitere 10 Jahr in Kraft.”
ſlawien gerichtet. Die Tſchechoflowakei habe nichts zu fürchten,
weil ſie rechtzeitig alle Probleme der Außenpolitik gelöſt habe.
Dr. Beneſch ſprach in ſehr verſöhnlicher Weiſe über Ungarn.
ſchen Italien und Jugoſlawien. Er betonte zwar, daß man in
kurzer Zeit praktiſche Reſultate ſehen, und daß das Ergebnis eine
werde, doch ſei eine gewiſſe Zeit notwendig, damit zwiſchen
Italien und Jugoſlawien wieder ein ſolches Verhältnis entſtehe,
wie es vor dem Streit beſtanden hat.
Angarns Freundſchaft mit Stalien.
Der Wortlaut des neuen Vertrags.
EP. Rom, 6. April.
Der Freundſchafts=, Vergleichs= und Schiedsgerichtsvertrag
zwiſchen Italien und Ungarn hat folgenden Wortlaut:
„Indem der König von Italien und der Gouverneur von
der beiden Nationen feſtgeſtellt haben und von dem Wunſche
er=
füllt ſind, zwiſchen ihren beiden Staaten ein Regime wahrer
Freundſchaft herzuſtellen und mit vereinten Kräften zur
Aufrecht=
erhaltung des Friedens und der Ordnung beizutragen, um den
beiden Völkern eine neue Gewähr ihres künftigen Fortſchrittes
zu verleihen, ſind ſie übereingekommen, zu dieſem Zwecke den
gegenwärtigen Freundſchafts=, Vergleichs= und
Schiedsgerichts=
vertrag abzuſchließen, und haben Muſſolini und Graf Bethlen zu
ihren Bevollmächtigten ernannt, die folgende Beſtimmungen
ver=
einbart haben:
1. Zwiſchen Italien und Ungarn wird ſtändiger Friede und
ewige Freundſchaft herrſchen.
2. Die vertragſchließenden Teile verpflichten ſich, alle
Strei=
tigkeiten, die zwiſchen ihnen entſtehen und nicht innerhalb
ver=
nünftiger Friſt auf dem gewöhnlichen diplomatiſchen Wege
ge=
ſchlichtet werden können, einem Vergleichsverfahren zu
unter=
werfen und im Falle ſeines Mißlingens einem
Schiedsgerichts=
verfahren. Dieſe Beſtimmung findet keine Anwendung auf
Streitigkeiten, die der Vergangenheit angehören, oder für deren
Schlichtung durch andere Abkommen, ein beſonderes Verfahren
vorgeſehen iſt.
3. Falls kein Vergleich zuſtande kommt, kann jede
Vertrags=
partei ein Schiedsgericht verlangen, falls die Streitigkeit
juriſti=
ſcher Natur iſt.
4. Die Modalitäten des Vergleichs= und
Schiedsgerichtsver=
fahrens bilden den Gegenſtand eines dem Vertrag beigegebonen
Prozedur=Protokolls.
5. Der gegenwärtige Vertrag wird ratifiziert und die
bezüg=
lichen Urkunden baldmöglichſt in Rom ausgetauſcht. Der
Ver=
als ganz natürlich betrachtet werden, wenn Ungarn wieder auf Austauſches der Ratifikationsurkunden an gerechnet. Wenn er
nicht wenigſtens ein Jahr vor Ablauf dieſer Friſt gekündigt wird,
Rom, 5. April 1927.
(gez.) Graf Bethlen. Muſſolini.
Muſſolini und Graf Bethlen, haben gleichzeitig mit dem
Freundſchaftsvertrag auch offizielle Noten unterzeichnet, durch
die die beiden Regierungen die von italieniſchen und ungariſchen
Sachverſtändigen erzielten Beſchlüſſe über die dem ungariſchen
Verkehr im Hafen von Fiume zu gewährenden Erleichterungen
gutgeheißen werden.
Nummer 98
Freitag, den 8. April 1927
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 8. April.
— Landeslehrerverein. Die nächſtjährige Vertreterverſamm=
Tung des Landeslehrervereins findet in Darmſtadt ſtatt und wird
nmit der Jubiläumsfeier des Geſamtvereins verbunden.
— Heſſiſches Landestheater. Morgen wird im Kleinen Haus zum
rſten Male im Heſſiſchen Landestheater Bernard Shaws Schauſpiel
„Frau Warrens Gewerbe” gegeben. Die Aufführung wird
Son Robert Klupp in Szene geſetzt; in der weiblichen Hauptrolle der
FFrau Warren gaſtiert Roſa Bertens vom Staatstheater in Berlin;
Oie anderen weſentlichen Rollen ſind wie folgt beſetzt: Vievie: Beſſie
Doffart; Crofts: Max Nemetz; Praed: Kurt Weſtermann; Gardner:
PPaul Maletzki; Frank: Robert Klupp. Entwürfe der Bühnenbilder:
Wothar Schenck von Trapp. Morgen wird im Großen Haus das
Tanz=
ſpiel „Die Geſchöpfe des Prometheus” von Beethoven,
zu=
biammen mit der Paſtoral=Sinfonie, zum erſten Male wiederholt. Heute
frindet im Kleinen Haus, abends 8 Uhr, der letzte diesjährige
Kammer=
mmuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts ſtatt, bei dem das
Wlarinettenquintett von Brahms und ein Kammermuſikwerk von Auguſt
BVogt zur Aufführung gelangen.
— Die „Darmſtädter Spielſchar” auf der Magdeburger
Theater=
mausſtellung. Unſere junge Spielſchar kann ſich eines ſchönen Erfolges
erfreuen. Nachdem unſere Spiele von einem offiziellen Vertreter des
(SReichs=Bühnenvolksbundes geprüft und als vorbildlich anerkannt worden
Tind, wurden wir eingeladen, auf dem Reichsjugendtag am 7. Auguſt
X. J. in Magdeburg im Rahmen der Theaterausſtellung 2u ſpielen.
SDieſer ſchöne Erfolg iſt um ſo erfreulicher, als bis jetzt nur erſt acht
SSpielſcharen, Tanzkreiſe und Muſikantengilden zum Spielen eingeladen
mavorden ſind. Es ſind dies: Der Geeſtländer Tanzkreis, Hamburg, Rhein.
pielſchar, Bonn, Heimgartenſpielſchar, Neiſſe, St. Jürg=Spielſchaft,
WMünchen, Halleſche Spielſchar, Flensburger Spielſchar, Braunſchweigiſche
2Spielſchar und die niederſächſiſchen Muſikantengilden. In unſerer
LHeimatſtadt Darmſtadt mußten unſere Spiele — hoffentlich nur
vorüber=
ſgehend! — eingeſtellt werden, da das Städtiſche Polizeiamt die
Ge=
mnehmigung zu weiteren Aufführungen von der Vorlage einer Konzeſſion
ſffür Schauſpielunternehmungen abhängig gemacht hat.
* Auszeichnung. Zwei junge Darmſtädter Architektinnen, Fräulein
SDipl.=Ing. Hede Bock und Fräulein Dipl. =Ing. Waltrude
AEnders, ſind bei dem ſehr reich beſchickten Ideenwettbewerb für den
Seubau des Rathauſes in Inſterburg durch Ankauf ihres gemeinſamen
MEntwurfes mit 1000 RM. ausgezeichnet worden.
— Konzert in der Pauluskirche. Wir machen ſchon heute darauf
paufmerkſam, daß am erſten Oſtertag, nachmittags 4 Uhr, in der
Paulus=
kirche ein Wohltätigkeitskonzert zum Beſten der Gemeindearmen
ſtatt=
finden wird. Herr Kammerſänger Karl Jörn, der unſerer Gemeinde
pangehört, hat ſich in liebenswürdigſter Weiſe bereit erklärt, ſeine
her=
vorragende Kunſt in den Dienſt der guten Sache zu ſtellen; außer ihm
werden der Organiſt der Pauluskirche, Herr Simmermacher, und der
Kirchenchor der Paulusgemeinde mitwirken. Um das Konzert den
breiteſten Kreiſen unſerer Bevölkerung zugänglich zu machen, ſind die
FPreiſe möglichſt niedrig gehalten. Die Karten koſten fü= die Plätze auf
der Südempore 2 Mk., die übrigen Plätze 1 Mark und ſind in den
nnächſten Tagen im Verkehrsbüro, in der Zigarrenhandlung Mylius
(Ecke Herdweg und Karlſtraße) und beim Kirchendiener zu haben.
— Der Darmſtädter Jonrnaliſten= und Schriftſtellerverein e. V. hat
in ſeinem Beſtreben, jüngere heſſiſche Dichter mit ihren Werken zu Worte
kommen zu laſſen, für Dienstag, den 12. April, abends 8½ Uhr,
im Kaiſerſaal (grünes Zimmer) zu ſeinem 5. Literariſchen Abend Herrn
Karl Curt Wagner aus Gießen zur Vorleſung ſeines neueſten
dramatiſchen Spiels, „Der Spielmann Gottes”, gewonnen.
Herr Wagner hat dieſes Drama vor kurzem bereits in Friedberg mit
großem Erfolg geleſen und wird es in dieſer Woche noch in Höxter in
Weſtfalen vortragen. Ueber den ſehr ſtarken Eindruck, den der junge
* Dichter in Friedberg erzielte, berichtete die „Friedberger Zeitung” u. a.:
„Der Spielmann Gottes” iſt in ſeiner Problemfülle ungemein reich,
und die Manmigfaltigkeit der Gedanken ſtürmte auf alle Hörer mit der
Wucht des durch den Dichter perſönlich beſeelten Vortrages wie
Blitz=
ſtrahlen. Wie Harmoniefülle eines Orgelwerkes entſtrömte dem Drama
die Weihe des Allerheiligſten.‟ Die Vereinsmitglieder ſowie alle
lite=
rariſch intereſſierten Kreiſe ſeien hiermit auf die bedeutſame
Veranſtal=
tung hingewieſen, zu der Gäſte durch Mitglieder eingeführt werden
können. Der Zutritt iſt unentgeltlich.
Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft weiſt darauf hin, daß
der Lautenabend des gefeierten Lautenſängerpaares Robert
Kothe und Lies Engelhardt heute, Freitag, 8 Uhr, nicht im
Mathildenhöhſaale, ſondern im Feſtſaale der Vereinigten
Geſellſchaft ſtattfindet, da der erſtere anderweitig vergeben iſt.
(Siehe Anzeige.)
— Mozart=Verein. Seinen zahlreichen Mitgliedern und Freunden,
außerdem den fremden Gäſten, die zur Keyſerling=Woche nach Darmſtadt
kommen, wird der Mozart=Verein am Mittwoch, den 27. April, im
Großen Haus des Landestheaters ein Konzert geben, das eine
be=
ſondere Anziehungskraft ausüben dürfte. Der ſtarke Mozartchor
unter=
ſtützt von einem kleinen Frauenchor, wird mit dem geſamten Orcheſter
des Landestheaters unter Rehbocks Leitung zwei Werke des
Schwei=
zer Komponiſten Ludwig Kelterborn zur Uraufführung bringen.
In einzigartiger Weiſe ſind hier zwei Dichtungen unſeres Mitbürgers,
des Grafen von Hardenberg, vertont: „Der Wettſtreit” und „Die
Seele des Waſſers und der Jüngling”. In das Programm iſt ferner
neben dem Sonnenhymnus des heiligen Franziskus von Aſſiſſi, der
be=
rühmten Schöpfung des F. v. Liſzt, auch das neueſte große Chorwerk
unſeres Meiſters Arnold Mendelsſohn „Verklärung”
aufgenom=
men. Als Soliſten ſind gewonnen Johannes Willi aus Frankfurt, Hans
— Beſſunger Bezirksverein. In der am Dienstag, den 5. April,
in der Beſſunger Turnhalle ſtattgefundenen Verſammlung wurde die
Neubildung des Bezirksvereins Beſſungen beſchloſſen. Herr
Glaſer=
meiſter Werner hat ſich in dankenswerter Weiſe bereit erklärt, bis zur
definitiven Vorſtandswahl die Geſchäfte weiter zu führen, mit
Unter=
ſtützung dureh die Herren Buchdruckereibeſitzer Künzel und Kaufmann
Dörſam. Es ſoll in den nächſten Tagen eine Mikglieder=Werbeliſte bei
den Intereſſenten umlaufen, in der ſich alle einzeichnen wollen, welche
ſich ſtir eine nachdrüicklichere Geltendmachung der Belange unſeres
manch=
mal recht vernachläſſigten ſüdlichen Stadtteiles einſetzen wollen.
— Verein „Deutſche Treue‟. Auf den am 9. und 10. April in dem
Feſtſaal der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindende Werbeabend mit
Theateraufführung weiſen wir nochmals hin. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Wachentlich eine faoruaschung
mit Fissadon-und Ihr Ruhkost
ust stoks Cp-ton!
Keine der gewöhnlichen Hüssigen
Haar-
waschseifen hat auch nur annähernd
die Wirkungen von Pixavon. Bestehen
Sie fest auf „Pixavon” (nur in
ge-
schlossenen Originalflaschen), socohl
für die häusliche Haarwäsche,
wie auch für die im Frisiersalon.
Abbildungen neuer
Bubenkopf-
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Dresden
„Seite 3
Die neue Burmſtädiel
Auf dem Exerzierplatz, unmittelbar hinter den ſchönen, erſt
im vorigen Jahr fertig gewordenen Anlagen, wachſen gigantiſche
Eiſengerüſte aus dem Boden. Hochragende zierliche Hebemaſten
erſtanden zuerſt. Sie dienen dazu, die breit ausragenden ſchweren
Eiſenbogen aufzuſtellen, die das eiſerne Gerippe der neuen
ſtädtiſchen Feſthalle bilden, die endlich Darmſtadt einen Raum
bringen wird, der mehrere tauſend Perſonen faßt und zu
Maſſen=
veranſtaltungen jeglicher Art geeignet iſt.
Wer die bisher aufgeſtellten Eiſenbogen und ihre
Verbin=
dungen ſieht, iſt leicht in der Lage, ſich jetzt ſchon ein Bild zu
machen von den endgültigen Umriſſen, die die ſtädtiſche Feſthalle
binnen kurzem zeigen wird. Am 1. Juli bereits ſoll ſie fertige
geſtellt ſein, und im Laufe dieſes Jahres wird ſie in zwei großen
Veranſtaltungen ihre Daſeinsberechtigung beweiſen. Das große
Kreisturnfeſt und eine landwirtſchaftliche Ausſtellung ſtehen
be=
vor und ſollen in dieſer Feſthalle abgehalten werden.
Wer ſich an den ſchönen Anlagen erfreute, dem tat es
zu=
nächſt weh, daß zwei breite, gradlinige Straßen aufgeriſſen
wur=
den, die nunmehr allerdings ihrer letzten Feſtigung durch die
Dampfwalze entgegenſehen und dem neuen gigantiſchen
Ge=
bäude ſehr repräſentative An= und Abfahrtsſtraßen geben
wer=
den. Die Zugänge waren wohl in erſter Linie notwendig, um
den Tranport der ſchweren Maſchinen aushalten zu können, ſie
geben aber, wie unſer Bild zeigt, der neuen Feſthalle auch ein
ſehr repräſentatives Entree. Straßen, Platz und Gebäude
bil=
den hier eine Einheit, die ſich ſehr eindrucksvoll dem
Geſamt=
ſtraßenbild, ebenſowohl wie der ganzen Platzgeſtaltung des
Exer=
zierplatzes einfügen wird, beſonders dann, wenn, wie auf
un=
ſerem Bild angedeutet, von hohen Maſten wehende Fahnen den
Straßen feſtliches Gepräge verleihen.
Es iſt bekannt, daß ſeit Jahrzehnten Darmſtadt unter dem
Mangel an Verſammlungsräumen zu leiden hat. Der größte
vorhandene Raum faßt kaum mehr als 1200 Sitzplätze. Unter
dieſen Umſtänden war es bisher unmöglich,
Maſſenveranſtaltun=
gen nach Darmſtadt einzuladen, wenn anders man ſich nicht mit
Behelfsbauten begnügen wollte. Dieſe aber verteuern
bekannt=
lich derartige Veranſtaltungen ungemein. Es war alſo
durch=
aus zu begrüßen, daß dank der Energie unſeres Bürgermeiſters
Buxbaum und dank der Einſicht der Mehrheit der
Stadt=
verordneten die Erbauung einer großen ſtädtiſchen Feſthalle
be=
ſchloſſen wurde. Es bleibt nur dringend zu hoffen, daß dieſe
Opferfreudigkeit nicht durch nachträglich erſtehende
Sparſamkeits=
abſichten dadurch ſehr beeinträchtigt wird, daß man Abſtriche
vornimmt, die zur Folge haben müßten, daß auch hier, wie
leider anderswo, nicht ganze Arbeit getan wird. Es iſt eine
ganz ſelbſtverſtändliche Forderung, die auch
wir hierdurch nachdrücklichſt erheben möchten,
daß zu dieſer ſtädtiſchen Feſthalle ſofort ſämtliche unbedingt
not=
wendigen Nebenräume geſchaffen werden. Soll die
neue ſtädtiſche Feſthalle ihrem Zweck wirklich entſprechen, muß
ſie unbedingt enthalten: in erſter Linie Räume für Verwal=
— Verein von Freunden der Photographie. Am Dienstag fand die
243. Vereinsverſammlung ſtatt. Im Mittelpunkt der Darbietungen
ſtand ein Lichtbildervortrag von Herrn Lehrer Grimm über „Die
Garten=
bauausſtellung in Dresden”. Herr Grimm unternahm im vorigen
Som=
mer im Auftrag des Gartenbauvereins eine Reiſe zu dieſer Ausſtellung
und brachte eine Reihe vortrefflicher Lichtbilder mit, die er dort in den
wenigen Tagen aufgenommen hatte. Die ausgezeichneten Bilder und
der anſchauliche, feſſelnde Vortrag gaben den Anweſenden einen
leben=
digen Eindruck von der rieſenhaften Ausdehnung und der künſtleriſchen
Geſtaltung dieſer Ausſtellung. Bilder aus dem Roſengarten, verſchiedenen
Ziergärten, dem Obſtgarten, dem Schulgarten, dem Friedhof und auch
aus dem Vergnügungspark zogen am Auge des Beſchauers vorüber und
erweckten Erinnerungen an unſere Darmſtädter Gartenbauausſtellung.
Darnach zeigte noch Herr Perabo eine ſtattliche Reihe herrlicher
Schnee=
aufnahmen, die er und Herr Elting auf dem Feldberg im Taunus
ge=
macht hatten. Sie gaben Anregung zu lebhaftem Meinungsaustauſch
und fanden allgemeinen Beifall.
— Deutſcher Nahrungs= und Genußmittelarbeiter=Verband,
Zahl=
ſtelle Darmſtadt, hielt hier eine Verſammlung ab, in der eine
Ent=
ſchließung gegen den Regierungsentwurf über das Arbeitsſchutzgeſetz
angenommen wurde.
tungsbüros, für die Preſſevertreter, die bei allen Veranſtalt;, en
ja doch ſicher erwünſcht ſind und deren ſchwere Arbeit g ade
bei Maſſenveranſtaltungen unbedingt durch Bereitſtellung eines
Naumes mit Schreibgelegenheit und Fernſprecher, gegebenenfalls
mehrere Fernſprecher, erleichtert werden muß. Es ſind weiter
unbedingt notwendig Räume für Polizei= und
Sanitätsmann=
ſchaften, Wohnungen für Bedienſtete und Verwalter, auch die
ſanitären Nebenräume. Wenn wir gleichzeitig anregen möchten,
was bei dem Bau der Feſthalle ſich ſicher leicht ermöglichen läßt
und was, da ihre Lage außerhalb des Geſchäftsviertels liegt,
ebenſo ſicher notwendig iſt, nämlich, daß Läden für
vorüber=
gehenden Gebrauch eingerichtet werden, ſo liegt auch dieſe
An=
regung durchaus im Intereſſe der Feſthalle ſelbſt. Auch die
Aufſtellung von dekorativen Eingangspilonen iſt keine
un=
billige Forderung. Wenn ſchon einmal, was ſchon vor
Jahr=
zehnten hätte geſchehen ſollen, die Mittel für den Bau einer
Feſt=
halle bewilligt wurden, ſoll man nicht durch falſche Sparſamkeit
Flickwerk machen.
Die neue ſtädtiſche Feſthalle liegt, wie aus dem Lageplan,
den wir hier ebenfalls abdrucken, erſichtlich, ganz in der Nähe
des Hauptbahnhofes und der Eingangsſtraße zur Stadt, der
Rheinſtraße. Die beiden Zufahrtsſtraßen enden zunächſt auf
einem großen Vorplatz, der ebenſowoht Veranſtaltungen im
Freien dienen kann, Gedächtnisfeiern uſw., der aber auch zur
Regelung des Fahr= und Transportverkehrs notwendig iſt. Mit
Abſicht iſt die Halle ſo weit von der Rheinſtraße zurückgeſetzt
worden, denn es muß damit gerechnet werden, daß zum Bau der
Landwirtſchaftskammer in abſehbarer Zeit eine Reihe weiterer
monumentaler Gebäude hier erſtehen wird. Im Anſchluß an
die Halle iſt unmittelbar Vorſorge getroffen, daß ein ſtändiger
großer Feſtplatz zur Verfügung bleibt, der faſt 600 Meter lang
und 260 Meter tief iſt, erforderlichenfalls auch noch erweitert
werden kann.
Bei früherer Gelegenheit ſchon wurde erwähnt, daß die
Feſt=
halle techniſch ſo gebaut wird, daß ihre Aufſtellung unter
Um=
ſtänden an einem anderen Platz möglich iſt. Bekanntlich wurde
ein erbitterter Kampf um den Aufſtellungsplatz der Feſthalle
geführt. Zu beiden Seiten der Ab= und Zufahrtsſtraßen
wer=
den Blumenbeete angelegt, die die beiden Flaggenreihen auf den
Fußſteigen bekleiden. Die Feſthalle ſelbſt umfaßt einen
Flächen=
raum von 62X80 Meter. Sie iſt eingeſchoſſig gedacht. Um den
gigantiſchen Mittelraum ziehen ſich 4 Meter breite Gänge, an
dieſe Gänge ſollen ſich die Räume für Garderoben,
Wirtſchafts=
betrieb uſw. anſchließen. Vier große zweiflügelige Tore führen
zunächſt in eine Vorhalle, die 30X23 Meter groß iſt und zu
deren beiden Seiten 12 Kaſſenſchalter angebracht werden. Von
dieſer Vorhalle gelangt der Beſucher zunächſt in die
Kleider=
ablage und hat die Möglichkeit, die ganze Halle zu umſchreiten.
Ein Mittelgang führt in die eigentliche Halle und endet, wenn
man die Halle durchſchreitet, vor einer großen Bühne, deren
Vorpodium in die Halle hineinragt, ſo daß etwelche
Darbietun=
gen von hier in der ganzen Halle geſehen werden. Oberlicht gibt
der Haupthalle genügend Helligkeit, doch iſt ſelbſtverſtändlich auch
ausreichend für Seitenbelichtung Sorge getragen. Die Halle
wird einen Fußboden aus Holzbelag erhalten, der jedoch entfernt
werden kann, beſonders zu ſportlichen Veranſtaltungen,
Zirkus=
vorſtellungen, Reitturnieren u. a. Der gewachſene Sandboden
unter dem Holzfußboden bleibt alſo erhalten.
Das Eiſengerüſt, das die Halle trägt, wird nach Fertigſtellung
gar nicht mehr ſichtbar ſein. Es wird außen verſchalt und
ſelbſt=
verſtändlich luftdicht und temperaturhaltend hergerichtet. Daß
für ausreichende elektriſche Beleuchtung der Halle geſorgt iſt,
bedarf ebenſowenig beſonderer Erwähnung als die Tatſache, daß
auch die Bühne genügend Anſchlüſſe erhalten wird, um allen
Anforderungen auch in bezug auf Lichteffektdarbietungen
ge=
wachſen zu ſein. Die Bühne ſelbſt iſt 200 Quadratmeter groß
und bietet normalerweiſe 400 Sängern Platz. Sie kann aber
durch mechaniſche Vergrößerung auf den doppelten Raum
ge=
bracht werden. Selbſtverſtändlich ſind auch Nebenräume für
Mitwirkende vorhanden und direkte Ausgänge zum Feſwlatz,
Hinter der Bühne befinden ſich Wirtſchaftsräume und
Reſtau=
ration. Die Erwärmung der Halle für Winterveranſtaltungen
ſoll durch Luftheizung ermöglicht werden.
Auf jeden Fall darf geſagt werden, daß die neue Feſthalle
Darmſtadt eine Bereicherung von Veranſtaltungsmöglichkeiten
bieten wird, die wohl um einige Jahrzehnte verſpätet, aber wohl
nicht zu ſpät kommt, um das geſchäftliche, wirtſchaftliche und
geſellſchaftliche Leben Darmſtadts dahin führen zu helfen, daß es
der heſſiſchen Landeshauptſtadt würdig wird.
M. St.
— Mittelalterliche Spiele. Palmſonntag, abends 7½ Uhr, im
Feſt=
ſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums Aufführung des Paſſionsſpieles
Aus dem baheriſechn Wald” und des Redentiner Oſterſpieles durch die
Frankfurter Laienſpiele der Chriſtengemeinſchaft. Das zweite der Spiele
iſt in den letzten Jahren ſchon bekannter geworden. Sein Inhalt deckt
ſich im weſentlichen mit dem Inhalt eines apokryphen Evangeliums,
das ausführlich von Höllenfahrt und Auferſtehung Chriſti handelt. Das
Paſſionsſpiel aus dem bayeriſchen Wald iſt viel verbo ner geblieben
und wohl kaum bekannt geworden. Auch haben wir es da nur noch mit
einem Fragment zu tun. Aber was ſich erhalten hat, iſt es wert,
auf=
geführt zu werden. Noch fehlen in der Gegenwart Neuſchöpfungen von
Jahreszeiten=Spielen, die eine ſolche Kraft und Urſprünglichkeit in ſich
haben, wie die mittelalterlichen Myſterienſpiele. (Siehe Anzege.)
* Das Landesmuſeum gibt zur Vermeidung unnötiger Anfragen
und zur Berichtigung aufgetauchter Irrtümer bekannt, daß die
Aus=
ſtellungsſäle der Galerie und des Kupferſtichkabinetts ſowie die Räume
der Koſtümſammlung wegen der in Gang befindlichen
Vorbereitungs=
arbeiten für die während der Monate Juni bis Ende September
dauernden Ausſtellung „Alte Kunſt am Mittelrhein” zurzeit geſchloſſen
ſind. Alle übrigen Sammlungsräume ſind für das Publikum zu den
üblichen Zeiten und unter den bisher geltenden Bedingungen zugänglich.
Seite 6
Freitag, den 8. April 1927
Nummer 98
* Vortrag über Coué. Die erſte, allzu ſchnelle Begeiſterug über
Coné und ſeine ſogenannte Lehre hat ſich bald gelegt. Man erkannte,
daß der Kern dieſer Lehre ja ſchon längſt Allgemeingut geworden war,
und ſchälte dieſen richtigen Kern — „ich werde geſund werden (es geht
mir jeden Tag beſſer)” — aus all dem Beiwerk und der neu ſein
ſollen=
den Form heraus, mit dem und mit der Coué und noch in weit
größe=
vem Maße ſeine Anhänger und Propagandiſten ſeine Lehre ausgeſchmlickt
haben. Die Zahl der Vorträge, die unter dem Namen Coué als
Aus=
hängeſehild gehalten werden, iſt immer noch Legion. So ſprach am
Donnerstag abend im „Weißen Saal” (Grafenſtraße) Herr Rud.
Hagen, Pſychologe aus Frankfurt a. M., über Coué und ſeine
Heil=
methode, Suggeſtion und die Vorgänge im Unterbewußtſein. Der
volks=
tüimlich gehaltene Vortrag brachte für diejenigen Zuhörer, die mit der
Materie auch nur einigermaßen vertraut waren, niehts weſentlich Neues.
Da in Heſſen laut Miniſterialerlaß Demonſtrationen mittels Hypnoſe
und Suggeſtion auf der Bühne verboten ſind, zeigte der Vortragende
nur an Beiſpielen auf Meldungen aus dem Publikum die Anwendung
der Methode Coué. Wenn allerdigs der Vortragende, wie in der erſten
Reihe deutlich zu hören war, einer Fra=t mit Kopfſchmerzen, an der er
die Methode anwandte und die hierauf zögernd leiſe erklärte, „
momen=
tan ſpüire ich nichts”, ebenſo leiſe die Anweiſung gab: Sagen Sie laut,
„alles iſt weg”, dann iſt über den Vortvag, der auch nicht inmer in
ein=
wandfreiem Deutſch gehalten war, vom Standpunkte ernſthafter Kritik
aus kein Wort mehr zu verlieren!
H. W. W.
— Der Marineverein von Darmſtadt und Umgebung, der es ſich
neben ſeinen ideellen Zielen auch zur Aufgabe gemacht hat, ſeine
heran=
wachſende Jugend körperlich durch Ruber= und Segelübungen zu
kräf=
tigen und zu ſtählen, hat als geeignetſten Platz ſich den Rheinſtrom bei
Gernsheim auserſehen und dort am vergangenen Sonntag mit ſeinen
Uebungsſtunden begonnen. Etwa 35 junge Leute des Vereins waren
nach Gernsheim gekommen und verbrachten den ganzen Tag draußen
am Rhein. Der Verein hat vor einiger Zeit zwei Boote angekauft, die
am Sonntag zum erſtenmal zu Waſſer gelaſſen wurden. Am 8. Mai
ſollen nun die beiden Boote getauft werden. Man plant aus dieſem
Anlaß heraus eine größere Feſtlichkeit in Gernsheims Mauern, an der
ſich neben ſämtlichen Geunsheimern Vereinen auch Marinevereine aus
Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Worms, Bingen, Alzey u. a.
beteiligen werden. Am Sonntagnachmittag trat der Marineverein
Darmſtadt zum erſtenmal mit den hieſigen Vereinsvorſtänden
zuſam=
men, um gemeinſam über eine würdige Ausgeſtaltung des Feſtes zu
beraten. Die Vereinsvorſtände verſprachen vorbehaltlich der Zuſtimmung
ihrer Mitglieder rege Unterſtützung. So wird der Turnverein durch
eine Barrenriege uſw. vertreten ſein, während die einheimiſchen
Geſang=
vereine Liederkranz und Sängerluſt das Feſt durch Geſangsvorträge
vorſchönern werden. Die Bootstaufe wird Admiral von
Jakob=
ſen vornehmen. Der Bootstaufe geht ein Feſtzug durch die Straßen der
Stadt voraus. Ein Strandkonzert verkürzt dann die Stunden bis zum
Abend, an dem im Saalbau Haas ein Ball ſtattfinden ſoll. Die
Vor=
bereitungen zu einer würdigen und ſchönen Ausgeſtaltung des Feſtes
ruhen in Händen des Gernsheimer Vorſitzenden Robert Scholl, der
ſchon öfters bewieſen hat, daß er es verſteht, Feſté vorzubereiten und
durchzuführen.
* Dieſterwegſchule. Im dichtbeſetzten Saalbau hielt die
Dieſter=
wegſchule ihre diesjährige Entlaſſungsfeier, verbunden mit einem
Elternabend, ab. Die Feier ſtand unter dem Zeichen des eingezogenen
Frählings. Sie wurde eingeleitet durch die von Schülern und
Schüle=
rinnen der Anſtalt vorgetragenen Chöre: „Der Lenz zieht a— ein” und
„O, du wunderſelige Frühlingszeit‟. Die friſch und lebensvoll
vor=
getragenen Lieder ſtellten eine ſchöne Probe dar von dem, was auf
geſanglichem Gebiete, unter der verſtändnisvollen, feinſinnigen Leitung
der Herren Lehrer Hackemer und Palzer, an der Schule geleiſtet wind.
Nach dem Vortrag „Frühlings Auferſtehen” aus Goethes „Fauſt”, von
einer Schülerin der Ib verſtändnisvoll geſprochen, folgte die Anſprache
des Schulleiters des Herrn Rektors Klingler. In meiſterhaften,
friſchen und treffenden, aber auch zugleich warmen und herzlichen
Worten, verabſchiedete er Schüler und Schülerinnen, indem er ihnen
noch beherzigende Worte mit auf ihren Lebensweg gab, und denen,
die ſich durch Fleiß und gute Führung während der Schulzeit
auszeich=
neten, Prämien üüberreichte. Daran ſchloß ſich nun das von der Lehrerin
Fr. Käte Leeder ſelbſt verfaßte und gedichtete, mit großem Beifall
auf=
genommene Frühlingsſpiel. In mädchenhafter Sinnigkeit und Friſche
und in prachtvollem Bubenübermut boten die Kinder ihr Beſtes. Was
die Zöglinge der Schule, unter Leitung ihrer Führer, hier zeigten, ging
weit über den Rahmen einer Schulfeier hinaus. Einen großen Anteil
an dieſem Erfolge gebührt neben Frl. Leeder auch dem Zeichenlehrer
der Schule, Herrn Schwindt, der die Koſtüme und Dekorationen zu
dieſem Feſtſpiel entworfen hatte. Mit dem Liede „Abſchied” von Felig
Mendelsſohn und einem Schlußwort des Rektors endete die glänzend
verlaufene Feier der Dieſterwegſchule.
— Siegreich bricht ſich die elektriſche Küche Bahn. Dies bewies der
zahlrciche Beſuch, den der vierte Vortrag der Schriftſtellerin Frau
Cllen Leiber über den Elektro=Oekonom im Städtiſchen Saalbau
auf=
zuſveiſen hatte. Wenn man in Betracht zieht, daß ſich, trotz vieler
anderer wichtiger Veranſtaltungen, die ebenfalls an dieſem Abend
ſtatt=
fanden, wiederum über 600 Perſonen zu dieſem Vortrag eingefunden
hatten, ſo iſt das ein ſchönes Zeichen dafür, daß das Intereſſe bei
unſeren Hausfrauen für die elektriſche Küche zuſehends wächſt. Und
wahrlich, je öfter man den Elektro=Oekonom vorgeführt bekommt, und
hoch dazu von einer ſo vortrefflichen Vertreterin, wie dies Frau Ellen
Leiber iſt, deſto mehr drängen ſich einem die Vorzüge dieſes wirklichen
praktiſchen und ſparſamen Brat= und Backapparates auf. Mit geradezu
verblüffender Einfachheit wurden wieder vor den Augen der Zuhöver
vorſchiedene Braten, Suppen, Kartoffel und andere Gerichte bereitet,
und die verſchiedenſten Kuchen und Torten gebacken, und dann ſo ſchön
und knuſperig dem Apparat entnommen, als wären ſie beim
geſchick=
teſten Konditor hergeſtellt. Wundern mußte man ſich direkt, wie die
Nednerin alle dieſe Gerichte ſpielend herſtellte, trotzdem ſie dabei
un=
unterbrochen ſprach und das Publikum durch ihre eigenartige
Redner=
gabe in ihrer humorvollen Weiſe direkt feſſelte und mit ſich riß. Dieſes
ſorgloſe Kochen iſt aber auch nur bei einem Apparat möglich, der den
Strom ſelbſttätig ausſchaltet, ſobald die Speiſen kochen, wie dies beim
Elektro=Oekonom der Fall iſt. Die Begeiſterung im Publikum war ſehr
groß, und noch lange nach Beendigung des Vortrages hielten ſich viele
Intereſſenven im Saale auf, zur näheren Beſichtigung der Apparate,
und die Vortragende erlebte die Freude, wieder für ihre Mühen, außer
dem reichen Beifall, noch viele Beſtellungen auf ihren vorzüiglichen
Apparat einzuernten. Ein Anſtoß hierzu war nicht zuletzt die
An=
weſenheitz mehrerer Damen, die bereits mit dem Elektro=Oekonom
kochten und ihrer vollen Zufriedenheit Ausdruck gaben. Alle
Haus=
frauen, welche ſich für den Elektro=Oekonom intereſſieren, möchten wir
noch darauf aufmerkſam machen, daß der Apparat bei der Heag in ihrem
ſehr geſchmackvoll arrangierten Ausſtellungsraum jederzeit beſichtigt
werden kann, und daß dort auch die Beſtellungen zu den bekannten
günſtigen Zahlungsbedingungen entgegengenommen werden.
Polizeibericht. Warnun vor Schneeballſyſtem Wir
haben erneut Veranlaſſung, das Publikum vor den unlauteren
Machen=
ſchaften der Firmen Stapper und Credit Hollandais zu Amſtendam, die
in vielen Städten Deutſchlands verſucht haben, ein Schneeball=
Lotterie=
vertrieb nach dem ſog. Goldregenſyſtem zu betreiben, zu warnen. Die
Durchführung der Schneeball= oder Gutſcheinſyſteme, ſowie auch der
Vertrieb von Gutſcheinen, fallen unter den Rechtsbegriff der Ausſpielung
und ſind nach § 286 RStGB. ſtrafbar. Falls Gutſcheine dieſer Art
an=
geboten werden, wird gebeten, der Kriminalabteilung Nachricht
zu=
kommen zu laſſen.
* Amtsgericht I. In Nr. 90 vom 31. v. M. teilten wir mit, daß
ein hieſiger Cafétier angeklagt war, am 22. Auguſt 1926 einen
Kraft=
ſuagenverkehr nach Traiſa eingerichtet zu haben, ohne die nach dem
Kraftfahrliniengeſetz vom 26. Auguſt 1925 erforderliche behördliche
Ge=
nehmigung zu beſitzen. Das Gericht verurteilte ihn am 5. April wegen
Beihilfe zum Vergehen nach § 8 des genannten Reichsgeſetzes zu 10 Mk.
Geldſtrafe.
* Bezirksſchöffengericht. Ein Verſicherungsagent eines Nachbarorts
ſteht unter der Anklage, im Sommer für eine auswärtige Firma, die
Mode= und Verſicherungszeitſchriften vertreibt, vereinnahmte Gelder
(100 Mark) nicht abgeliefert, ferner 26 Beſtellſcheine des
Zeitſchriften=
vertriebs verfälſcht und von den ſo angefertigten Urkunden zum Zweck
der Täuſchung Gebrauch gemacht zu haben. Der Angeklagte leugnet
die Unterſchlagung; die vereinnahmten Gelder ſeien immer mit der
Firma verreihnet worden. Im nibrigen iſt es beim Betrugsverſuch
geblieben. Es wird eine Geſamtſtrafe von 4 Wochen und 3 Tagen
be=
aitragt. Das Urteil lautet auf dieſe Strafe.
— Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (G. D. A.) konnte zu
ſeinem Frühlingsfeſt eine ſehr große Zahl von Mitgliedern von hieſigen
und ſogar auswärtigen Gäſten im Konkordiaſaal begrüßen. Der Saal
war voll beſetzt. Das Ziel, das nach des Tages Mühen alle Beſucher
im frohen Kreiſe einte, war, durch Programm und Tanz einige
ver=
gnügliche Stunden zu verleben, und dies wurde erreicht. Nach einigen
Begwißungsworten des erſten Vorſitzenden, Herrn Jayme, rollte ein
zwar kurzes, dafür aber recht hübſches Programm ab, deſſen
Aus=
geſtaltung die Frauen= und Jungangeſtelltengruppe des Bundes
über=
nommen hatte, die damit zum erſten Mal vor eine größere
Oeffentlich=
keit traten. Für die Ausfüllung der Pauſen und den nachfolgenden
Tanz ſorgte eine ſehr fleißige Hauskapelle des Bensheimer
Bezirks=
vereins. Die Frauengruppe wußte namentlich durch die Vorführung
von drei Kunſttänzen zu gefallen, wovon der Bauerntanz aus der „
Ver=
kauften Braut von Smetana” dem Publikum am beſten zu gefallen
ſchien. Die Tänze waren von der Leiterin der Frauengruppe einſtudiert,
die auch ſelbſt einen allgemeinen Beifall hervorrufenden Solotanz
vor=
führte. Die Jungangeſtelltengruppe dagegen ließ unſerer Heimatſprache
das Wort und brachte Rüthleins alte und doch immer wieder gern
ge=
ſehene Poſſe „Die Brieftaſche” zur Darſtellung. Wem ſollte es auch nicht
das Herz zünden, wenn er droben auf der Bühne über die Typen des
unterdrückten Ehemannes (Herr Spreng), oder ſeiner Xantippe (Frl.
Reinhart), über das verliebte Töchterlein (Frl. Bauer), den
verzweifel=
ten Sohn (Herr Heiß), den dienſteifrigen Barbier (Herr Schleypen)
oder den behäbigen Fiedler (Herr Jayme) lacht und entdeckt, daß er ſich
ſelbſt verfilmt ſieht in all ſeinem Tun und Laſſen. Alle Ausſührenden
ſorgten für ſolchen herzlichen Humor, daß tatſächlich alles mitgeriſſen
wurde. Der Führer der Jungangeſtelltengruppe, Herr Spreng, der im
Auftrage ſeiner Gruppe für den ſo überaus zahleichen Beſuch dankte,
konnte in ſeinen Ausfühungen auf die erfreuliche Tatſache hinweiſen,
daß die Gruppe auch ſonſt ſehr rege iſt. Insbeſondere hob er hervor,
daß das Bedürfms nach Fortbildung in außerordentlich hohem Maße
vorhanden iſt. Die Kurſe ſür Buchhaltung uſw. gehen jetzt zu Ende,
neue Kurſe beginnen Ende April. Wenn wir uns ſo unſerer
Berufs=
arbeit widmen, um den hohen Anforderungen, die an uns geſtellt
werden, zu genügen, dann haben wir auch das Recht, uns einige ſchöne
Stunden zu bereiten. Freudig an die Arbeit aber auch freudig zur
Luſt und Freude, damit wir unſeren Stand immer weiter heben.
A 3
— Kohlenſparverein Darmſtadt. Die Generalverſammlung der
Mit=
glieder des Kohlenſparvereins im Saale des „Hanauer Hofes” erfreute
ſich einer zahlreichen Beteiligung. Aus dem Bericht über das abgelaufene
Geſchäftsjahr war zu entnehwen, daß der allen Ständen und
Berufs=
kreiſen zugängliche Verein, der heute die ſtattliche Zahl von rund 2000
Bezugsberechtigten umfaßt, ſtändig im Wachſen und beſtrebt iſt, ſeine
Mitglieder mit Brennmaterialien aller Art in nur erſtklaſſigen
Quali=
täten zu Geſtehungspreiſen zu beliefern. — Der im abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahr erzielte Reingewinn gelangt im Verhältnis zum Bezug
aus=
ſchließlich an die Mitglieder zur Verteilung, wvodurch denſelben —
neben den ihnen zuſtehenden Zahlungserleichterungen — Vorteile aus
dem Geſchäftsgewinn zufallen, die eine beachtenswerte Verbilligung ihrer
Bezüge bedeuten.
N. Botaniſcher Garten. Die meiſten Darmſtädter waren noch nie im
Botaniſchen Garten und wiſſen nicht, welche Schätze dieſes
Pflanzen=
paradies in ſich birgt. Wir halten es deshalb für eine Pflicht der Preſſe,
die Pflanzenfreunde auf beſondere Sehenswürdigkeiten hinzuweiſen.
Augenblicklich blüht in dem Warmhauſe (hinter dem Palmenhauſe) die
größtblumige, eigenartige Schlingpflanze Aristolochia grandistora, Sw.
(die großblütige Oſterluzei), deren Heimat Braſilien iſt; in unſeren
Gärten kommt die A. Sppho an Lauben vor. Ihre Blüten ſind oft über
einen Meter lang, die Färbung iſt wundevvoll, die Grundfarbe iſt ein
tiefes Rahmgelb, das in eine dunkelgelb=bräunliche Farbe übergeht.
Dazu kommt danm noch die herrliche Zeichnung, die bis zur Mündung
und im Schlunde in eine ununterbrochene dunkelbräunlich=rote Färbung
ausläuft. Die Pflanze iſt ganz an Schmeißfliegen angepaßt und ſtrömt
deshalb anfangs einen ausgeſprochenen Aasgeruch aus, der ſich jedoch
nach kurzem im Warmhauſe verliert. Die andere ſehenswürdige Pflanze
iſt wohl ſchon 100 Jahre alt, es iſt Agave applanata C. Koch, die man
häufig in den Gärten der Riviera antrifft. Sie hat erſt in ſehr raſchem
Wuchs den langen Blütenſtengel getrieben, der ſchon das Dach des
Ge=
wächshauſes erreicht hat und dieſes an dieſer Stelle erhöht werden muß.
Wenn die Pflanze abgeblüht hat, dann geht ſie ein. Der Blütenſtand
macht bei ſeiner Größe einen gewaltigen Eindruck auf den Beſchauer. —
Während der übrige Botaniſche Garten am jedem Wochentage von 7 Uhr
früh bis 7 Uhr abends geöffnet iſt, ſind die Gewächshäuſer nur
Dienstags und Freitags von 2—5 Uhr nachmittags
zu=
gänglich, zu anderen Zeiten nur nach vorherigen Ammeldung.
Aus den Parteien.
* Der Bezirksverein Nord der Deutſchen
Volks=
partei hat an die Direktion der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G. (Heag)
eine Eingabe gerichtet, in der erklärt wird: „In unſerer letzten
Mit=
gliederverſammlung wurde beanſtandet, daß an der Betriebsſtrecke
Luiſenplatz—Mercks=Fabrik, zwiſchen den Zahlgrenzenſtellen „Schlachthof”
und „Luiſenplatz” eine gleiche Stelle an der „Aliceſtraße” vorhanden iſt
und zum Vergleich die Strecke der Linie 1 und 2 vom Schloß bis zur
Heinrichſtraße (Friedhof) genannt. Wir können uns den berechtigten
Wünſchen unſerer Mitglieder nicht verſchließen, und bitten ergebenſt,
dieſe Ungleichheiten bei der Feſtſetzung der Zahlgrenzen in Zukunft zu
vermeiden, insbeſondere aber das den Bewohnern des Nordviertels
zu=
gefügte Unrecht durch Verminderung der Zahlgrenzen auf der
Be=
triebsſtrecke Luiſenplatz bis Arheilgen um mindeſtens eine wieder
gut=
zu machen.” Ferner wird in einer Eingabe darauf aufmerkſam gemacht,
daß es unmöglich iſt, vom Schloßgartenplatz aus einen divekten Anſchluß
an das Verkehrsbüro zu erlangen. „Der Grund dieſes Uebels”, ſo heißt
es in der Eingabe, „iſt unſeres Erachtens in dem 10=Minutenverkehr
auf der roten Linie zu ſuchen, ſo daß ſich durch Einführung des 7½=
Minutenverkehrs dieſer Mißſtand leicht beheben läßt. Wir erſuchen
ergebenſt um gefl. Nachprfifung, und wären dankbar, wenn Sie unſerem
Antrag entſprechen wollten.”
Werbewoche des Vereins für das Deutſchium
im Ausland.
In einer Zeit, in der wir überall im deutſchen Volk
Spal=
tung und Zerriſſenheit nach Parteien und Bekenntniſſen, nach
Stämmen und Ständen, nach Bewohnern von Stadt und Land
mit tiefem Schmerz ſehen müſſen, verdienen alle Gemeinſchaften
und Vereinigungen, die auf dem Boden der Volksgemeinſchaft
arbeiten, reichſte Unterſtützung durch jeden wirklich vaterländiſch
geſinnten Bürger. Nur auf dieſem Wege können wir dem
manch=
mal ſchier unerreichbar dünkenden Ziele der wahren
Volksgemein=
ſchaft näher kommen.
Zu den Vereinen, die auf dieſem neutralen Boden arbeiten
für die Gemeinſchaft, gehört auch der Verein für das
Deutſchtum im Ausland, kurz V.D.A. genannt. Er hat
ſich die Aufgabe geſtellt, den vielen Millionen Deutſchen, die nicht
oder nicht mehr das Glück haben, im großen deutſchen Vaterland
zu leben, zu helfen, bei der oft ſchwer bedrohten Erhaltung ihrer
deutſchen Kultur, Sprache und Eigenheit. Eine der
Hauptauf=
gaben iſt dabei die Sorge für deutſche Schulen, denn wenn das
da draußen heranwachſende Geſchlecht nicht mehr deutſch ſpricht,
wird es für unſer Volkstum ſicher verloren ſein.
Auch in Heſſen beſteht ein ſolcher V. D.A., weitverzweigt
in den Städten und Städtchen, namentlich in treuer Arbeit
ge=
ſördert durch unſere Jugend an höheren und Volksſchulen.
Aber zu jeder Arbeit gehören Mittel, und um dieſe in höherem
Maße aufzubringen, plant die Leitung des Vereins eine
groß=
zügige Werbewoche im Monat Mai. Eine Woche lang ſoll
verſucht werden, weiteſte Volkskreiſe für den V.D.A.=Gedanken
zu gewinnen, zu begeiſtern und dazu zu bringen, ein Scherflein
zu dieſer wichtigen Arbeit beizuſteuern. Die verſchiedenſten
Ver=
anſtaltungen werden hierfür von den Arbeitsausſchüſſen an den
einzelnen Orten vorbereitet. Wir werden demnächſt näher
hier=
über berichten. Heute wollen wir nur noch hinweiſen auf den
ſoeben zur Veröffentlichung gelangenden Aufruf, den die
füh=
renden Perſönlichkeiten unſeres Heſſenlandes hinausgehen laſſen
an alle, die willens ſind, mit dem V.D.A. auf gemeinſamer
Baſis wahrhaft nationaler Arbeit ſich zuſammen zu finden. Daß
der V.D.A. wie kaum ein anderer Verein geeignet iſt, die
ausein=
anderſtrebenden Kräfte unſeres Volkes zuſammen zu führen über
alles Trennende hinweg, beweiſt die Zuſammenſetzung des
Ehrenausſchuſſes, der dieſen Aufruf unterzeichnet hat. An der
Spitze finden wir den Staatspräſidenten Ulrich, daneben die
Miniſter v. Brentano, Henrich, Raab. Die verſchiedenen
kirchlichen Bekenntniſſe ſind in gleicher Weiſe vertreten: neben
dem Prälaten der evangeliſchen Landskirche D. Dr. Diehl, leſen
wir die Namen des Biſchofs der Diözeſe Mainz, Dr. Hugo und
des Oberrabiners Dr. Italiener. Daß der Präſident des
Heſſiſchen Landtags, Bürgermeiſter Adelung=Mainz, hier nicht
fehlen kann, iſt ebenſo ſelbſtverſtändlich wie es angenehm
auſ=
fällt, daß die Führer ſämtlicher Parteien von rechts bis links
ihren Namen unter den Aufruf geſetzt haben. Wir finden die
Namen der Abgeordneten v. Helmolt, Prof. Dr. Werner,
Dingeldey Oberſchulrat Hoffmann, Rektor Reiber und
Kaul. Die Tatſache, daß unſere Jugend in vorderſter Linie
mitarbeitet in der V.D.A.=Sache, erhellt aus der Tatſache, daß
wir neben den Vorſtänden aller Lehrervereine auch das
Landes=
amt für das Bildungsweſen vertreten finden, Miniſterialdirektor
Urſtadt, Staatsrat Block, Oberſchulrat Jung und Schulrat
Haſſinger. Die Vorſitzenden der Jugendverbände fehlen
natürlich ebenſo wenig wie diejenigen der Vereinigungen, die für
die Volkswohlfahrt im weiteſten Sinne ſorgen: (Rotes Kreuz,
Guſtav=Adolf=Verein, Caritas=Verbände), die Univerſität und die
Techniſche Hochſchule ſind durch ihre Rektoren vertreten, die
Studentenſchaft durch ihren Kreisleiter. — Aber nicht nur die
Jugend ſoll mitarbeiten, nein, alle Bürger will die Werbewoche
erfaſſen und ſo gehören ſelbſtverſtändlich auch die berufsſtändigen
Vereinigungen und ihre Vorſtände zu dem Ehrenausſchuß, die
Induſtriellen=Vereinigung, Handels=, ,
Land=
wirtſchafts= und Handwerkskammern, ſowie die
freien Gewerkſchaften, und die für die
Aufklärungs=
arbeit unentbehrliche Preſſe. Die Reihe der führenden
Perſön=
lichkeiten wird geſchloſſen durch die Namen der
Provinzial=
direktoren, Kreisdirektoren und der
Ober=
bürgermeiſter.
Hoffen wir, daß es den Kräften, die in einmütiger Arbeit am
Werke ſind, gelingt, gute und erfolgreiche Arbeit für die ſchöne
Sache zu leiſten. Die Namen des Ehrenausſchuſſes werden ſicher
dazu beitragen, ihr neue Freunde und Gönner zu gewinnen.
Ueber die ſpätere Ausgeſtaltung der Werbewoche werden wir
un=
ſere Leſer auf dem Laufenden halten.
Dr. Götz.
— Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt. Für die an der
Reichs=
tagung des Verbandes der Tierſchutzvereine Deutſchlands vom 8. bis
Geſchäftsſtelle des Tierſchutzvereins, Darmſtadt, Bechſtraße 55, erbeten.
(Siehe Inſerat.)
Verwaltungsgerichtshof (Zeughausſtraße 2). Oeffentliche Sitzung
am Samstag den 9. April 1927 vormittags 9 Uhr: Vorentſcheidung
gegen den Schulverwalter Peter Mayer in Wattenheim; vorm. 10
Uhr: Antrag des Kreisamts Heppenheim auf Aufhebung von
Ge=
meinderatsbeſchlüſſen wegen Ortsbürgernutzen in der Stadt
Heppen=
heim; vorm. 11 Uhr: Kreisamtliche Beanſtandung der Wahl des
zwei=
ten Beigeordneten in der Gemeinde Weiſenau.
Tageskalender für Freitag, den 8. April 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, D 17. Anfang 7 Uhr, Ende
10 Uhr: „Bonaparte‟ — Kleines Haus, abends 8 Uhr:
Kammer=
muſikabends des Schnurrbuſch=Quartetts. — Orpheum, abends
8 Uhr: „Die Abenteuer des Herrn Mayermax.” — Freie liter.. Geſellſchaft abends 8 Uhr im Feſtſaale der
Ver=
einigten Geſellſchaft: Lautenabend Robert Kothe und Lies Engelhardt.
Plattd. Vereenigg., abends 8.15 Uhr, im Kaiſerſaal:
Vor=
leſung. — Frauenverein d. Martinsgemeinde abends
8 Uhr, Woogsplatz=Turnhalle: „Das Kirchenjahr.” — Hch. Schroth,
Hofbuchhandlung abends 8½ Uhr: Beethoven=Gedenkrede, Dr.
Plat=
tenſteiner. — Konzerteuc.: Schloßcafé, Perkeo, Café Rheingold,
Bocks=
haut, Reichskrone. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße),
Freitag, den 8. April. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 00 Min,
Samstag, den 9. April. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min,
— Sabbatausgang 7 Uhr 55 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 00 Min. —
Abends 6 Uhr 00 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſrgel, Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 9. April. Vorabend 6 Uhr 30 Min. Morgens
8 Uhr. — Nachm. 4 Uihr 30 Min. — Sabbatausgang 8 Uhr 00 Min;
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 15 Min. — Abends 6 Uhr
80 Min.
Donnerstag, den 14, April: Taanis Bechaurim. —
Bedi=
kas Chomez.
„Nummer 98
Freitag, den 8. April 1927
Geite 7
Landwirtſchaftliche Landes=Ausſtellung
in Darmſiadt 1927.
Die landwirtſchaftliche Berufsvertretung Heſſens hatte in
Vorkriegszeit ſich zum Ziele geſetzt, alle fünf Jahre
uige landwirtſchaftliche Landes=Ausſtellung in
ſſen zu veranſtalten. Die letzte derartige Veranſtaltung
nind im Jahre 1905 in Mainz und die vorhergehende im Jahre
9e0 in Darmſtadt ſtatt. Das Auftreten der Maul= und
Klauen=
en=che, der Weltkrieg und ſpäter die ſchlechten wirtſchaftlichen
8arhältniſſe der Nachkriegszeit und ihr Einfluß auf die
Land=
vmrtſchaft, ſowie erneute Seuchengänge hatten es bis heute
vor=
ſiürdert, eine Landesausſtellung zur Durchführung zu bringen.
Nach einer Pauſe von faſt 22 Jahren findet nun wieder
u merſtenmal in der Zeit vom 15.—20.
Septem=
ſar d. J. eine landwirtſchaftlicher
Landesaus=
llung für Heſſen, und zwar in Darmſtadt, ſtatt.
ſorch einer ſo langen Zeit war es zu einer Notwendigkeit
ge=
onrrden, der Bevölkerung durch die Ausſtellung endlich wieder
iyrmal ein Bild von dem Stand der Entwicklung und den
Lei=
ſungen auf allen Gebieten der heſſiſchen Landwirtſchaft, ſowie
e— in engſter Beziehung mit ihr ſtehenden Induſtrie= und
Ge=
va rbezweige zu geben.
Die einzelnen Gebiete werden den Beſuchern in ſieben
oßen Abteilungen mit ihren jeweiligen Untergruppen
intſchaulichſt vor Augen geführt, und zwar werden vertreten
enn: in Abteilung 1 die Tiere mit den Gruppen A—H: Pferde,
ſunder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel, Bienen; in
Ab=
ellung 2 die Erzeugniſſe des Pflanzenbaues mit den Gruppen
ür Ackerbau, Obſtbau, Weinbau, Gemüſebau und Gartenbau;
m Abteilung 3 die Forſtwirtſchaft und Jagd, in der Abteilung 4
ie landwirtſchaftlichen Hilfsſtoffe (Dünge= und Futtermittel,
5u kämpfung der Seuchen, Pflanzenkrankheiten und =
ſchäd=
jurge); in Abteilung 5 die landwirtſchaftlichen Nebengewerbe
imnſchließlich Molkereiweſen; in Abteilung 6 landwirtſchaftliche
Noaſchinen und Geräte; in Abteilung 7 die wiſſenſchaftliche
Ab=
eilung.
FFür dieſe umfangreiche Ausſtellung ſteht der
Landwirtſchafts=
anmer in dem ehemaligen Exerzierplatz ein Platz
ur Verfügung, der durch ſeine Lage in allernächſter Nähe des
Hahnhofes, direkt an der Hauptzufahrtſtraße nach der Stadt, für
die Ausſtellung ſich vorzüglich eignet. Durch die Errichtung
imer großen Feſthalle ſeitens der Stadt Darmſtadt hat
dieſes Gelände noch erheblich an Wert gewonnen.
Nachdem in Heſſen durch die 22jährige Pauſe in dem Gang
dirr Ausſtellungen von einer Ausſtellungsmüdigkeit keine Rede
ſen kann, ferner den Beſuchern aus allen Gegenden des Landes
uurd von weiterher Gelegenheit zur Benutzung von
Extra=
ſägen geboten wird, darf mit einem Maſſenbeſuch der
Aus=
tüllung gerechnet werden. Dieſer Beſuch wird noch dadurch
ge=
ſürdert werden, daß in Verbindung mit der Ausſtellung
alltäg=
iiG Vorführung der prämiierten Tiere außerdem
Reit=
um d Fahrvorführungen und ſonſtige Vorführungen der
Sthutzpolizei ſowie der Reitervereine und ſchließlich die
Abhal=
ug verſchiedener Leiſtungsprüfungen erfolgt.
Die früheren Heſſiſchen landwirtſchaftlichen Ausſtellungen
mraren weithin bekannt und erfreuten ſich immer eines guten
Bieſuches. Die Auskunftsſtelle für alle die Ausſtellung
betreffen=
oan Fragen iſt die Ausſtellungsleitung bei der
Landwirtſchafts=
kemmmer in Darmſtadt, Rheinſtraße 62.
Parlamentariſches.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtages
ſeste geſtern ſeine Beratungen des Staatsvoranſchlages bei Kap. 97
(Ghem. Prüfungsſtation zu Darmſtadt) fort. Ein Antrag Dingeldey
zü. Titel 1 Ziffer 2, eine Stelle eines Chemikers als Beamtenſtelle nach
Gruppe 10 in den Etat einzuſtellen, wurde abgelehnt, ebenſo ein
An=
rnag Kindt, der den älteſten Chemiker als Beamten anzuſtellen ſucht.
Das Kapitel wurde angenommen. Zu Kap. 99 (Kunſtgewerbliche,
ge=
werbliche Zwecke uſw.) wurde ein Antrag Widmann genehmigt, dem
EFfenbacher Ledermuſeum einen jährlichen Beitrag von 5000 Mk. zu
buwilligen und in dieſem Jahre aus Anlaß des 10jährigen Beſtehens des
Mruſeums einen einmaligen Beitrag. Das Kapitel ſelbſt wurde ebenfalls
gyrgenommen. Zu Kap. 100 (Juſtizminiſterium) liegt ein Antrag Dr.
Druchtgens vor, die angeforderten Beamtenſtellen in dem Umfang auf
durn Inhaber zu bewilligen, daß eine Zurückſührung des Beamtenſtandes
girf den Vorkriegsſtand in einigen Jahren zu erreichen iſt. Der Antrag
wurde abgelehnt und das Kapitel genehmigt. Ueber das Kapitel 101
(GBerichte) entſpann ſich eine längere Debatte; Abſtimmungen wunden
noch nicht vorgenommen, ſie ſollen in einer der nächſten Sitzungen
er=
fülgen. Zu Kap. 102 und 103 (Zellenſtrafanſtalt Butzbach und
Landes=
zuuchthaus Marienſchloß) lag ein Antrag Weckler—Heinſtadt—Schüil
vror, wonach der auf die Beamten entfallende Betrag für Amtskleidung
micht höher zu bemeſſen ſei als für die Polizei; der Antrag wurde für
eirledigt erklärt. Die beiden Kapitel wurden angenommen, ebenſo die
apitel 104 (Kriminalkaſſen), 105 (Hochbauweſen), 106 (
Stellvertvetungs=
umd Aushilfskoſten) und 107 (Poſtgebühren). Am Freitag, Samstag
und Montag wird weiterberaten; man hofft, noch vor Oſtern mit dem
Sstaatshaushalt fertig zu werden, ſo daß der Landtag am 3. Mai
zu=
ſenmmentreten könnte.
Aus Beſſen.
Starkenburg.
* Griesheim, 7. April. Die Fernſprechdienſtſtunden heim hieſigen
Poſtamt ſind ab 4. April ds. J8. wie folgt feſtgeſetzt worden: Werktags:
im Sommer von 7 Uhr früh bis 12 Uhr nachts, im Winter von 8 Uhr
früh bis 12 Uhr nachts; Sonntags: von 8 Uhr früh bis 1 Uhr
nach=
mittags.
* Eberſtadt, 6. April. Geſchäftsbericht der
Vereins=
bank Eberſtadt. Die Vereinsbank Eberſtadt, eingetragene
Ge=
noſſenſchaft mit beſchränkter Haſtpflicht, veröffentlicht ſoeben ihren
Ge=
ſchäftsbericht für das Rechnungsjahr 1926. Danach iſt in erſter Linie
feſtzuſtellen, daß die Bank auch im abgelaufenen Geſchäftsjahr einen
guten Aufſchvung genommen hat. Der Reingewinn beläuft ſich auf
13 650 22 RM. Er geſtattet die Ausſchüttung einer Dividends von
10 Prozent. Der Generalverſammlung wird vorgefchlagen, die alten
Spareinlagen und die Geſchäftsanteilguthaben mit 15 Prozent ihres
Goldmarkwertes aufzuwerten. Auf die Geſchäftsanteile ſind
be=
reits früher 9 Prozent vergütet worden, ſo daß ihnen jetzt noch 6 Proz.
zukommen. Die Verzinſung der aufgewerteten Spareinlagen ſoll mit
dem 1. Januar 1927 beginnen. Während das Kapital nach der
Auf=
wertungsverordnung bekanntlich im Januar 1932 fällig wird, kann über
die Zinſen nach dem Jahresſchluß verfüigt werden. Sowveit ſich unter
den Einlegern Perſonen befinden, die in vorgerücktem Alter ſtehen und
bedürftig ſind, können Rückzahlungen bereits vor dem 1. Januar 1932
erfolgen. Mit der vom Vorſtand vorgeſchlagenen Regelung der
Auf=
wertungsfragen ſteht die Vereinsbank Eberſtadt mit au der Spitze aller
Verbandsgenoſſenſchaften. Aus dem Nachweis über den
Mitglieder=
beſtand iſt erſichtlich, daß der Genoſſenſchaft in Jahre 1926 27
Mit=
glieder beigetreten ſind und die Zahl der Mitglieder zu Beginn des
Jahres 1927 644 betrug. Am Ende des Jahres 1936 betrug die
Haft=
ſumme der 644 Mitglieder 407 400 RM. Sehr intereſſant iſt die „
ver=
gleichende Ueberſicht über die Geſchäftsentwicklung für die Jahre 1913,
1924, 1925 und 1926‟. Daraus iſt erſichtlich, daß die Zahl der
Mit=
glieder in den letzten 13 Jahren (1913. 314 Mitglieder) ſich auf 642
verdoppelt hat. Während die Bilanzſumme im Jahse 1913 869 173
Reichsmark betrug, betrug ſie 1224 658 G52, 1925 1 115 440 RM. und
1926 1 228265 RM. Der Reingewinn im Jahre 1913, in welchem
Jahre 6 Prozent Dividende verteilt wurden, betrug 8 818 RM., im
Jahre 1924 11720 RM. und im abgelaufenen Geſchäftsjahre 13650
Reichsmark. — Schachklub. Der Schachklub 1924 Eberſtadt gewann
ein gegen den Schachklub Höchſt am Main=Sindlingen an 10 Brettern
ausgeführtes Spiel mit 7:3 Punkten. —
Gemeindeſteuermah=
nung. Die Gemeindekaſſe Eberſtadt weiſt darauf hin, daß das 5.
und 6. Ziel der Gemeindeſteuer für das Jahr 1926 bis zum 10. April
entrichtet ſein muß. — Feuerwehrkommandanten=
Ver=
ſammlung. Am Sonntag nachmittag fand im Saale des Gaſthauſes
„Zum Darmſtädter Hof” eine Zuſammenkunft und Inſtruktion der
Kommandanten der Feuerwehren des Kreiſes Darmſtadt ſtatt. Bei den
Verhandlungen war mit an erſter Stelle Kreisfeuerwehrinſpektor
Schnell aus Darmſtadt zugegen. Im Anſchluß an die
Beratun=
gen fand eine Uebung der Eberſtädter Freiwilligen Feuerwehr im
Schul=
hofe ſtatt. Bei dieſer Gelegenheit wurde die neue
AutomobilMotor=
ſpritze des Kreiſes Darmſtadt bei ihrer Arbeit vorgeführt. Die neue,
vom Kreis beſchaffte Feuerſpritze ſoll allen Kreisorten in Fällen
drin=
gender Gefahr zur Verfügung ſtehen.
* Pfungſtadt, 7. April. Gemeinderatsbericht. In der
Sitzung am 4. April gab Herr Bürgermeiſter Schwinn unter Punkt
Mitteilungen einen kurzen Bericht über den am 31. März ſtattgefundenen
Wieſenrundgang. Dabei wurde feſtgeſtellt, daß ſich Wieſen und Gräben
in gutem Zuſtand befinden. Verſchiedene Gräben, an denen in den letzten
Jahren weniger gearbeitet wurde, ſollen im Laufe des Jahres vertieft
werden. Eine Anfrage des Gemeinderats Martin beſchäftigt ſich mit
dem ſeinerzeitigen Antrag betr. Verkauf der Siedlungshäuſer. In der
darauffolgenden Debatte wird für und wider den Antrag geſprochen.
Die Verwaltung iſt der Anſicht, daß man erſt nach feſtſtehender
Auf=
wertung den Verkaufspreis der Häuſer feſtſetzen könne. Gemeinderat
Martin meint, daß der Verkaufswert ohne Rückſicht auf die Aufwertung
feſtgeſtellt werden kann und macht noch darauf aufmerkſam, daß ein
Hauseigentümer auf beſſere Inſtandhaltung ſehe, zumal die ſeinerzeitige
Bauweiſe für keine allzulange Lebensdauer der Häuſer berechnet war.
Eine Regelung dieſer Angelegenheit iſt demnächſt von deu Verwaltung
vorgeſehen. Gemeinderat Huxhorn hält eine Uebertragung des
10prozentigen Mieterhöhung auf die Gemeindewohnungen für
untrag=
bar. Auch dieſer Frage ſoll demnächſt näher getreten werden. — Bei
der Vergebung der Weißbinderarbeiten für
Gemeindewohnungsneu=
bauten hatte der Gemeinderat eine ſchwere Aufgabe vor ſich. Laut
ſeinerzeitigem Gemeinderatsbeſchluß war die Firma Adam und Ludwig
Böttiger I. wegen Unzuverläſſigkeit von den Gemeindearbeiten bis
auf weiteres ausgeſchloſſen. Die Firma Böttiger war bei dieſer
Sub=
miſſion 90 Mark billiger als die Vereinigten Weißbindermeiſter.
Trotz=
dem entſchloß ſich der Gemeinderat die Arbeit den letzteren, zum Preiſe
von 2267,50 RM. für ein Wohnhaus und 135 RM. für Einſriedigung
zu übertragen. — Die Vergebung der Schloſſerarbeiten erfolgt an
Hch. Klöppinger zum Preiſe von 521,80 RM. Die Vereinigten
Schloſſer=
meiſter hatten ein Angebot in der Höhe von 556,95 RM. Eine
nach=
trägliche Herabſetzung auf den Preis des Heinrich Klöppinger konnte
nicht mehr berückſichtigt werden. — Die Firma Ruckelshauſen G.m.b.H.
erhielt die Lieferung der Herde zum Preiſe von 191,25 RM. und Keſſel
für 63—— RM. Von der Firma Heß weuden die Oefen zum Preiſe
von 60 RM. geliefert. — Für die Wohnbaracken wurden die
Weißbinder=
arbeiten den Vereinigten Weißbindern zum Preiſe von 198580 RM.
pro Wohnblock und 30 RM. für die Aborte zugeſprochen. Die
Schreiner=
arbeiten hierzu wurden Hch. Grund und Vereinigung mit 1531,60 RM.
ſür Block 1 und 2 und für Block 3 und 4 mit 1645,60 RM., ohne den
von einigen Schreinermeiſtern gewünſchten Aufſchlag von 10 Prozent,
übertragen. Die Glaſerarbeiten wurden den Vereinigten Glaſermeiſtern
zum Preiſe von 635,60 RM. zugeteilt. Die Schloſſerarbeiten wurden
Hch. Klöppinger zum Angebot von 266,20 RM. übertragen. Die
Ver=
ſinigten Schloſſermeiſter hatten ein Angebot in Höhe von 200,60 RM.
Die Lieſerung der Herde erfolgt von der Firma Ruckelshauſen, G. m.
b. H., die der Oefen von der Fa. J. Heß zum Angebot. Die Herſtellung
der Hausanſchlüſſe an das Kanalnetz für Ri. 1977 erhielt die Firma
TFaltge
B bllden als Ganzes ein unentbebrliehes
Vor-
kehrmmittel, Soll er rurorläastr und zpar=
F inm im Botriobe neln, dann durf es vur mit
ortklausigen Ballon auggertttot werdon=
Rchen
(TV. 4910
Chriſtoph Scheuermann zum Angebot von 2,50 bzw. 2,64 Mk. für Ifd.
Meter Rohr. Die Lieferung der Einheitsſärge ſür 1927 erhalten die
Vereimigten Schreinermeiſter zum Preis von 9, 21.50 und 36,10 RM.,
je nach Größe. Die Pflaſterausbeſſerungsarbeiten für 1927 werden an
Gg. Herold und Valt. Frick für 1 RM. pro Quadratmeter und 1.30 RM.
Stundenlohn für Taglohnarbeiten übertragen. Die Lieferung von 50
Stück Putztüchern wird Hch. Riehl und Gg. Delp zum Preiſe von 49 Pf.
pro Stück übertragen. Die Abgabe von Bauplätzen an Jak. Diehl und
Frau Fiſcher wird genehmigt. Eine Abgabe von Bauterrain im
Villen=
viertel an Jul. Lautz kann zum Preiſe von 4 RM. pro Qugdratmeter
erfolgen. Die Anſchaffung einer Feuerſirene wird mit 14 gegen 3
Stim=
men genehmigt. Gemeinderat Martin bittet aus Sparſamkeitsgründen
die Anſchaffung zurückzuſtellen. Dem Gaslieferungsvertrag wird im
Prinzip zugeſtimmt, doch ſoll erſt eine weitere Ausſprache und juriſtiſches
Urteil die Genehmigung beſtimmen. Die Punkte: Zuchtvichmarkt,
Friſt=
geſuche und Wohlfahrtsangelegenheiten konnten wegen vorgerücktau
Stunde nicht mehr erledigt werden.
* Pfungſtadt, 7. April. Ausbruch der Geflügelcholera.
Unter dem Hühnerbeſtand des Philipp Gandenberger iſt der Ausbruch
der Geflügelcholera tierärztlich feſtgeſtellt worden. Auf Grund der
Ausſührungsvorſchriften zum Reichsviehſeuchengeſetz ſind die nötigen
Sperrmaßnahmen umgehend getroffen worden. —
Motorradfah=
rer=Zuſammenſchluß. Der Nadfahrerverein 1888 Pfungſtadt
hat beſchloſſen, eine Motorradabteilung zu gründen.
* Ober=Ramſtadt, 7. April. Die letzte
Brennholzverſteige=
rung vom 31. März iſt genehmigt. Die Abfuhrſcheine können bei
der Gemeindekaſſe in Empfang genommen werden,
Nieder=Ramſtadt, 7. April. Geſtern vormittag ereignete ſich ein
bedauernswerter Unglücksfall. Der mit einem Pferd beſpannte Wage,
des Altbüirgermeiſters Walther aus Traiſa kam an der abſchüſſigen Stelle
der Kirchſtraße, einmündend in die Fahrſtraße, ſo ſtark ins Rollen, daß
der Pferdelenker, ein Sohn des Beſitzers, den Wagen nicht mehr
aufzu=
halten vermochte. Auf bis jetzt unaufgeklärte Weiſe fiel er vom Wagen
herunter und die Räder desſelben gingen über ihn hinweg. Er erlitt
dadurch einen ſchweren Beinbruch. — Obſt= und
Gartenbau=
verein. Gegenwärtig zirkuliert eine Liſte wegen der Beteiligung an
den Wettbewerben des Kreisobſt= und Gartenbauverbandes Darmſtadt.
Zur Prämiierung kommen Wandſpalierobſtbäume, die zum vorjährigen
Wettbewerb nicht angemeldet waren, ferner Hausgärten, aus denen
ein gewerblicher Verkauf der Erzeugniſſe nicht ſtattfindet. Bei der
Begutachtung der Letzteren wird darauf geſehen werden, daß eine
ge=
ſchickte Bepflanzungsweiſe ſtattgefunden hat, daß Beete und Wege von
Unkraut ſauber ſind und daß auch der Obſtbaumpflege und
Blumen=
zucht ein Augenmerk gewidmet wurde. Eine mparteiſche Kommiſſion
wird die Begutachtung und auch die Verteilung der Prämien
vor=
nehmen. Anmeldungen ſind bis ſpäteſtens 15. ds. Mts. an den
Vor=
ſitzenden oder den Vereinsdiener zu machen. In der letzten
General=
verſammlung wurde beſchloſſen, im Herbſte dieſes Jahres eine
Lokal=
ausſtellung in Obſt= und Gartenerzeugniſſen zu veranſtalten. — In
hieſiger Kirche werden am 2. Oſtferfeiertag 35 Knaben und 25 Mädchen
konfirmiert. Neu aufzunehmen ſind an Oſtern in die Volksſchule 50
Kinder.
* Groß=Umſtadt, 5. April. Sport in Groß=Umſtadt. Für
den verfloſſenen Sonntag war ein Fuß= und Handball=Wettſpiel
ange=
ſagt. Infolge der Ungunſt der Witterung blieb aber der Fußballklub
Münſter=Eppertshauſen aus, und das Spiel kam nicht zuſtande. Um
halb 4 Uhr begann dann das Freundſchaftsſpiel zwiſchen der erſten
Mannſchaft des hieſigen Handballklubs und der zweiten Mannſchaft der
Turngemeinde Griesheim bei Darmſtadt. Da unſere Mannſchaft in
Erledigung der Pflichtſpiele die Gaumeiſterſchaft errungen hatte, und die
zweite Mannſchaft der Turngemeinde Griesheim Gruppenmeiſter der
B=Klaſſe geworden war, ſah man dem Ausgange des Kampfes mit großer
Spannuzg entgegen. Bald zeigte ſich die Ueberlegenheit der Griesheimer
Gäſte, benen es infolge ihres vorzüglichen Zuſpiels gelang, einen Sieg
mit 5:1 zu erringen. — Am Abend desſelben Tages veranſtaltete der
Turnverein im Gaſthaus „Zum weißen Roß” ein Schau= und
Werbe=
turnen. Die Veranſtaltung erfreute ſich eines guten Beſuches. Die
Vor=
führungen am Reck, Barren und Pferd waren muſtergültig. Auch das
volkstümliche Turnen, die Keulenübungen und dergl. machten einen guten
Eindruck. Die Exaktheit der Ausführung legte Zeugnis ab von der
guten Zucht, die in dem Vereine herrſcht und der Willenskraft, welche
die Zöglinge beſeelt. Auch der Vorſpruch und das vorgetragene Gedicht
verfehlten ihre Wirkung nicht. Den muſikaliſchen Teil hatte der hieſige
Zitherklub in dankenswerter Weiſe übernommen, und die vorgetragenen
Muſikſtücke trugen weſentlich zur Verſchönerung des Abends bei.
Fortſetzung des
9
A
W
K
Elegante
Wintermäntel
fabelhaft billig
Im Total=Ausverkauf wegen Aufgabe des Geſchäfts und Uebergabe der Verkaufsräume geben wir auf unſere ſehr
gute und erſiklaſſige Herren= und Knaben=Kleidung neben dem ſeitherigen Rabatt von 10 bis 40 und 50 Prozent
bei einem Einkauf von über Mark 25.— — 1 Stück
bei einem (Einkauf von über Mark 50.— — 2 Stück
bei einem Einkauf von über Mark 15.— — 3 Stück
bei einem Einkauf von über Mark 100.— — 4 Stück
Loſe der Wohlfahrts=Lotterie für den Bau eines
Krüppelheims uſw.
Ziehung am 5. Mai 1927
Elegante
Bollkord=Sporthoſen
extra billig
Gewinn-Blan:
1 Gewinn ein Einfamilienhaus im Werte von . . . . .
2 und 3 Gewinn ſe eine 4 Zimmer=Einrichtung im Werie von je 3000:
4 Gewinn eine 3 Zimmer=Einrichtung im Werte von .
3000
S Gewinn eine 2 Zimmer=Einrichtung im Werie von
2000
6 und T Gewinn ſe ein Gewinn im Werte von .
. 1000
500
8 und 9 Gewinn je ein Gewinn im Werie von.
300
10—13 Gewinn ſe ein Gewinn im Werte von
270:
14—20 Gewinn je ein Gewinn im Werie von .
195
21—32 Gewinn je ein Gewinn im Werie von .
30 000.— RM.
10000.— RM.
RM.
3000.— RM.
RM..
2000.— RM.
RM..
2000.— RM.
RM.
1000.— RM.
RM..
1200.— RM.
RM..
1890.— RM.
RM..
2340.— RM.
RM..
33 —22 Gewinne je ein Gewinn im Werte von .
73—112 Gewinn je ein Gewinn im Werte von
413—187 Gewinn ſe ein Gewin im Werte von
188—337 Gewinn ſe ein Gewinn im Werte von .
338—637 Gewinn ſe ein Gewinn im Werte von ..
638 —1137 Gewinn ſe ein Gewinn im Werte von .
1138—2137 Gewinn ſe ein Gewinn im Werte von
2138—9997 Gewinn je ein Gewinn im Werte von
160 RM. .
6 400.— RM.
140 RM..
5600.— RM.
100 RM..
7500.— RM.
50 RM..
7500.— RM.
20 RM..
6000.— RM.
10 RM..
5000.— RM.
3000.— RM.
s RM..
3 RM..
23580.— RM.
Süddeutſchlands größtes, heilſies, einheitlich überſichtliches Verkaufslokal der Herren= und Knabenkleiderbranche.
insgeſamt 420 040.— RM
058
Zört / Darmſtadt / Giafenſtraße 23
Rerderr.
Seite 8
Freitag, den 8. April 1927
Nummer 98
r. Babenhauſen, 6. April. Der Jahresbericht unſerer ſtädt.
höheren Bürgerſchule iſt kurz vor Ende des vergangenen
Schuljahres im Druck erſchienen. Aus ihm entnehmen wir u. a., daß
die Schule zurzeit aus 5 Realſchulblaſſen beſteht (Sexta bis Obertertia),
in denen der Unterricht nach den neuen Lehrplänen für die höheren
Schulen im Volksſtaate Heſſen erteilt wird. Die Anſtalt wurde von
45 Knaben und 18 Mädchen im letzten Schuljahre beſucht. Die Lehrerin
Frl. Lutz wurde im April 1926 an die Volksſchule dahier verſetzt.
Herrn Lehramtsaſſeſſor Weiß wurden am 15. Mai vor. Js. die
Amts=
bezeichnung Studienrat verliehen. Der Jugendfeiertag wurde am
4. Juli in Verbindung mit dem Waldfeſt der Vereine der Stadt
ab=
gehalten. Auf Grund einer Verfügung des H. L.f.d.B. wurde im Juli
eine heimatkundliche Arbeitsgemeiſchaft in Babenhauſen gebildet, zu
deren Mitarbeit, ſich ſämtliche Lehrkräfte bereit erklärt haben. An den
Reichsjugendwettkämpfen im September beteiligte ſich eine große
An=
zahl Teilnehmer, von denen 2 Schüler mit Ehrenurkunden des
Reichs=
präſidenten, 13 mit Urkunden des Reichsausſchuſſes bedacht werden
konnten. Mehrere Schulfeiern wurden zu Ehren großer Männer
ver=
anſtaltet, ſo ein Schubert=Abend, eine Gedächtnisfeier für die
Ge=
fallenen, eine Peſtalozzi= und eine Beethovenfeier. Mehrere gewerbliche
Betriebe wurden im Anſchluß an Spaziergänge oder Radausflüge
beſichtigt, ſo das Braunkohlenbergwerk Zeche Guſtav bei Seligenſtadt,
die hieſige Zelluloidwarenfabrik und die Brauerei. Gemeinſam mit
der Oberrealſchule zu Dieburg wurde eine Rheinfahrt nach St. Goar
uinternommen. Bei mehreren Vorträgen in der Schule und der
Oeffent=
lichkeit ſtellte die Anſtalt ihren Lichtbildapparat zur Verfügung. Der
Sparſinn der Schüler wurde durch die Gründung von Klaſſenſparkaſſen
gefördert. Durch Schüler wurden für die Künſtlerhilfe 100 Loſe und
für die Errichtung eines Krüppelheims 250 Loſe abgeſetzt. Für die
Deutſche Nothilfe wurden für 56,90 Mk. Wohlfahrtsmarken verkauft.
Der Geſundheitszuſtand von Lehrern und Schülern war im allgemeinen
gut. Sport und Spiel wurden eifrigſt gepflegt. Das neue Schuljahr
beginnt Montag, den 25. April, mit der Aufnahmeprüfung, der
Unter=
richtsbeginn iſt am Dienstag, den 26. April. Begabte, fleißige Schüler
unbemittelter Eltern können bei gutem Betragen eine ganze oder halbe
Freiſtelle erhalten.
Neuſtadt i. O., 6. April. Heute wurde die ſterbliche Hülle eines
hervorragenden und allſeits geachteten und beliebten Bürgers, des
Schreinermeiſters Georg Konrad Tilly, zur letzten Ruhe gebettet. Ein
überaus zahlreiches Trauergefolge erwies ihm die letzte Ehre; voran
ſchritten die Freiw. Feuerwehr, der Kriegerverein, der Gemeinderat und
der Schulvorſtand, außerdem eine Vertretung der Schreinerinnung des
Kreiſes Erbach. Herr Pfarrer Strack würdigte in einer vortrefflichen
Grabrede die Perſönlichkeit dieſes frommen, guten und gerechten
Bür=
gers, der leider allzufrüh ſeinen Lieben entriſſen wurde. Man ſah
man=
ches Auge ſtill ſich feuchten, manche Träne fließen, allgemeine und
herz=
liche Teilnahme hier, aus der nahen und weiten Umgegend. Der
Krieger=
verein grüßte zum letzten Male mit einer Ehrenſalve über das Grab
hinüber. Die Freiwillige Feuerwehr, die die letzten Liebes= und
Ehren=
dienſte verſah, ließ durch ihren zweiten Vorſitzenden, Herrn Fritz Pilger,
einen Kranz unter entſprechender Widmung am Grabe niederlegen. Im
Auftrage des Gemeinderats und des Schulvorſtandes fand Herr
Bürger=
weiſter Kroh herzliche Worte der Anerkennung und des Dankes für die
treue Mitarbeit in beiden Körperſchaften. Als letztes Liebeszeichen der
Gemeinde legte er einen prächtigen Kranz am Grabe des Verſtorbenen
nieder. In bewegten Worten gedachte der Vorſitzende der
Schreiner=
nnung, Herr Lang=Stockheim, im Auftrage der Berufsgenoſſen des
Heimgegangenen, ſeine Liebe und Treue zum Berufe hervorhebend. Als
Zeichen des Dankes und der Liebe legte er einen ſchönen Kranz am
ſtil=
len Grabeshügel nieder. — Mit Herrn Tilly iſt ein ganzer Mann, ein
güter Chriſt und treuer Bürger, der ſeinem Heimatorte mit Rat und
mit der Tat diente, aus dem Leben geſchieden. Ehre ſeinem Andenken.
* Michelſtadt, 7. April. Pendelverkehr. Wie wir durch die
Odenwald=Kraftwagen=Verkehrs=Al. G. erfahren, iſt der vormittags 8.40
Uhr ab Michelſtadt Marktplatz verkehrende Omnibus in Wegfall
gekom=
men, und zwar ab 4. ds. Mts. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß die
übrigen Verkehrsfahrten eine Einſchränkung inſoweit erfahren, als die
Fahrten nicht mehr bis nach Steinbach, ſondern nur noch bis
Michel=
ſtadt Marktplatz durchgeführt werden, welche Maßnahme ebenfalls ab
4. April getroffen wurde. — Wanderung. Am Sonntag, 10. April,
unternimmt die Ortsgruppe Michelſtadt des Odenwaldklubs ihre vierte
Wanderung, die nach dem Siegfriedsbrunnnen bei Grasellenbach führt.
— Die im Jahre 1881 konfirmierten Perſonen beiderlei Geſchlechts
wer=
den zu einer Beſppechung über die Feſtlegung der Veranſtaltung einer
60=Jahrfeier am Samstag, 9. April, abends 8 Uhr im Gaſthaus
„Zum Fürſtenauer Hof” eingeladen.
* Frau Sorge am Rhein.
Unter dieſer Ueberſchrift wird uns geſchrieben:
Kaum daß der deutſche Winzer ſich von den Nachteilen, die ihm der
italieniſche und ſpaniſche Handelsvertrag gebracht, etwas erholt hat,
da klopft auch ſchon der Franzoſe an die Tür und fordert für ſeine
Weine die gleichen Einfuhrzölle. Seine Forderungen ſind jetzt mit
dem Abſchluß des deutſch=franzöſiſchen Handelsproviſoriums für zwei
Monate bewilligt worden. Das iſt ein harter Schlag für den deutſchen
Weinbau, denn Frankreichs Weinproduktion iſt quantitativ die
be=
deutendſte in Europa. Wenn Frankreich demnach für die Dauer von
zwei Monaten die Berechtigung erhält, große Weinmengen (60 Tauſend
Hektoliter) zu Meiſtbegünſtigungszollſätzen nach Deutſchland zu
expor=
tieren, ſo ſind leider wieder einmal die Intereſſen des deutſchen Winzers
aufs empfindlichſte geſchädigt worden. Die franzöſiſchen Weine können
als Stapelgut oßene jede Schwierigkeit während der Vertragszeit in
voller Höhe des Kontingentes nach Deutſchland gebracht werden, während
es der deutſchen Induſtrie nicht ſo leicht möglich ſein dürfte, innerhalb
zweier Monate die ihr von Frankreich zugeſtandenen Kontingente voll
und ganz auszufüllen, da fie für den größten Teil der Ind
ſtrieer=
zeugniſſe erſt noch ein Unterkommen finden muß. Der ſeither von
Frankreich bezahlte autonome Satz von 80 Mark pro Hektoliter iſt auf
45 Mark für Weiß= und 32 Mark für Rotwein herabgeſetzt worden.
Gerade in dem letzten Satz liegt für den deutſchen Wein eine große
Gefahr. Bekanntlich war füüher der Norden Deutſchlands bis hinunter
nach Weſtfalen ein ſehr guter Markt für die franzöſiſchen Rotweine.
Der Handel in dieſen lag und liegt auch heute noch größtenteils in
den Händen der Hanſaſtädte Bremen und Hamburg. Mit großer Mühe
und zielbewußter Propaganda hat es der deutſche Weinhandel in den
letzten Jahren verſtanden, in dieſen Teilen unſeres Vaterlandes
Lieb=
haber zu werben. Das Handelsproviſorium mit ſeinem billigen Satz
von 32 Mark für Rotwein wird nun die Erfolge dieſer Bemühungen
illuſoriſch machen. Der ſo verbilligte franzöſiſche Rotwein wird wieder
ſeine Freunde finden. Der Deutſche beruhigt dabei gerne ſein
Ge=
wiſſen mit Branders Worten im Fauſt: Ein echter deutſcher Mann
mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern.
Auch kennt der Deutſche im allgemeinen nicht die hohe
volkswirk=
ſchaftliche Bedeutung des einheimiſchen Weinbaus. Der Wert der
deutſchen Weinerzeugung und der damit alliierten Wirtſchaftszweige
wird jährlich auf 80—100 Millionen Mark geſchätzt. In ihnen finden
Millionen von Volksgenoſſen ihr tägliches Brot. Und die Intereſſen
eines ſo großen Teiles unſerer Bevölkerung ſind jetzt durch den
Ab=
ſchluß des Handelsvertragsproviſoriums ſchwer geſchädigt wovden. Dan
kann und darf ſich wicht nach deſſen Ablauf am 30. Juni wiederholen.
* Erbach, 5. April. Die Ortsgruppe Darmſtadt des Vereins
ehe=
maliger 118er hatte die alten „Gelben” des hinteren Odenwalds zu einer
Beſprechung über eine dort zu gründende Kreisgruppe auf letzten
Sonn=
tag nach Erbach i. O. eingeladen. Der Vorſitzende der Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, Kamerad Leonhardt, eröffnete die Sitzung, die im Gaſthaus. Zum
Adler” in Erbach ſtattfand. Er wies darauf hin, daß die andern
Regi=
menter der Heſſiſchen Diviſion ſchon ihre Vereinigungen im Odenwald
hätten und forderte zum Zuſammenſchluß auf. Hierauf wurden aus
den einzelnen Gemeinden Vertrauensleute gewählt, die die örtliche
Wer=
bung übernehmen ſollten. Zum Vorſitzenden des Gründungsausſchuſſes
wurde aus der Verſammlung Kamerad Württemberger und zum
Schrift=
führer Kamerad Wilhelm Engelhardt, beide von Erbach, gewählt. Es
wurde beſchloſſen, die nächſte Verſammlung am erſten Sonntag im Mai
ebenfalls in Erbach im Gaſthaus „Zum Adler” abzuhalten. Kamerad
Leonhardt wies noch darauf hin, daß am 8. Mai in Auerbach eine
Wiederſehensfeier aller ehemaligen 118er ſtattfindet und daß beſchloſſen
ſei, den gefallenen Kameraden der 118er ein ihnen würdiges Denkmal zu
ſetzen. Mit Rückſicht auf die allgemeine wirtſchaftliche Not könnten die
Gelder hierfür nur nach und nach aufgebracht werden. Die Vereinigung
hat für dieſen Zweck Bauſteine zu ¼, ½ und 1 Mark ausgegeben, deren
Erwerb empfohlen wurde. Kamerad Leonhardt gab der Hoffnung
Aus=
druck, in Auerbach möglichſt viele Kameraden aus dem Odenwald
wieder=
zuſehen.
* Fürth, 6. April. Des Kindes Engel. Ein ſcheu
geworde=
nes Pferd ging ſeinem Lenker durch und raſte durch die Straßen ſeinem
Stalle zu. Ein kleines Kind ſpielte auf der Straße. Das wilde Pferd
machte über das harmlos ſpielende Kind einen mächtigen Satz, ſo daß
dieſes keinerlei Schaden nahm.
— Hirſchhorn, 7. April. Waſſerſtand des Neckars am
6. April 1,72 Meter, am 7. Aprik 3,48 Meter.
* Hirſchhorn, 6. April. Ruheſtand. Am 1. April trat der Rek. der hieſigen Volksſchule, Herr Jakob Ricgel, in den
wohlverdien=
ten Ruheſtand. Aus dieſem Anlaſſe fand im Gaſthauſe „Zum Naturgli—
ſten” eine offizielle Abſchiedsfeier ſtatt, zu der das Lehrerkollegium, die=
Geiſtlichkeit, der Gemeinderat und die Schulvorſtände beider Konfeſſio= geladen waren. Herr Bürgermeiſter Zipp ſprach dem ſcheidendem
Rektor für ſeine langjährige Tätigkeit ſeinen Dank aus und
überreichte=
ihm namens der Gemeinde ein herrliches Geſchenk. Auch Herr Schulrattz
Dr. Weil feierte den Rektor als echten pflichttreuen Lehrer und über=;
brachte ihm den Dank der Behörde.
* Heppenheim a. d. B., 4. April. Das neueKloſter. In dem
nächſten Tagen wird das neue Kloſter in Hepepnheim bezogen werden:
nachdem alle weſentlichen Aenderungen an den beſtehenden Gebäudem=
und der große Neubau vollendet ſind. Augenblicklich wird noch an einem
Kapelle gearbeitet. Das etwa 5500 Quadratmeter große Hofreitegebient
hatte im Jahre 1925 Herr Lehrer a. D. Hofmann dem eingetragenem
Verein Kongregation der barmherzigen Schweſtern übereignet,
welche=
hier ein Mutterhaus errichtet haben, welches mit allem neuzeitlichem
Komfort eingerichtet iſt. Für den der Kongregation geſtellten Geiſt= hat man die vorgeſchriebene getrennte Wohnung ebenfalls ſchom
in einem in der Lorſcherſtraße übereigneten Hauſe. Der Zweck der Kon= iſt Pflege von Kranken in Krankenhäuſern, der Pfründner im
den Spitälern, der Kinder in den Waiſenhäuſern und Bewahranſtalten.
der weiblichen Gefangenen und Irren, auch Pflege, von Kranken inn
Privathäuſern, ſowie die Leitung von Kleinkinderbewahranſtalten.
Ehrenmal für die Gefallenen. Der Arbeits= und
Ehren=
ausſchuß für Errichtung des Ehrenmales hatte zu einem
Fußballwett=
ſpiel, welches geſtern auf dem Sportplatz am Galgen ſtattfand, einge=. Eine größere Anzahl Bewohner fanden ſich auf dem Sportplatzs
ein, um hier ein faires Spiel von zwei Heppenheimer Manſchaften,
welche ſich zurzeit beide in ſehr guter Form befinden, zu bewundern. Ess
ſtanden ſich die erſte Mannſchaft des FC. Starkenburgia und die erſte=
Mannſchaft der „Deutſchen Jugendkraft” zu einem Freundſchaftsſpiel!
gegenüber. Wie voraus zu ſehen war, trug den Sieg „Starkenburgia”
davon. Sämtliche Einnahmen wurden dem Grundſtock für Errichtung;
eines Ehrenmals zugeführt. — Starkenburger Winzerver=. Die diesjährige Generalverſammlung des Winzervereins war:
recht gut beſucht. Herr Direktor Dr. Schül eröffnete die Verſammlung:
und erſtattete den Jahresbericht, welcher ein erfreuliches Bild von den:
Arbeiten des Vereins ergab. Auch die finanzielle Seite des Vereins;
ſtand in einer günſtigen Lage, nachdem Herr Stadtverordneter Maier als;
Rechner die Rechnungsablage vorgenommen hatte. Es wurde ihm
Ent=
laſtung erteilt und ihm für ſeine große Mühe gedankt. In einem
Vor=
trage ſprach darauf Herr Landwirtſchaftsrat Dr. Rodrian von der
heſſi=
ſchen Weinbauſchule in Oppenheim über „Rheinheſſiſche
Normal=
erziehung mit Drahtunterſtützung” Seine Ausführungen wurden durch
Lichtbilder den Bechern noch ſehr veranſchaulicht, auch die Vorteile
dieſes Rebſchnittes gegenüber dem Starkenburger Schnitt ließen ſich klar
erkennen. Nach Beendigung dieſes Vortrages ſprach dann Herr Direktor
Dr. Schül über die Düngung der Weinberge. Die Ausführungen beider
Redner fanden reges Intereſſe, was ſich beſonders in der
darauffolgen=
den Ausſprache zeigte. Auch von den Gründern des Winzervereins
waren einige zugegen, unter ihnen der hochwürdige Herr Prälat,
Mon=
ſignore Miſchler, welcher auf den Gründungsanlaß und die Gründung
des Vereins zu ſprechen kam.
* Wimpfen, 5. April. Fremdenverkehr Infolge des
wach=
ſenden Fremdenverkehrs im Neckartale ſind auch die Aufgaben der
hie=
ſigen Stadtgemeinde bezüglich des Verkehrs ſtark gewachſen. Man ſah
ſich deswegen veranlaßt, ein ſtädtiſches Verkehrsbüro zu errichten und
einen eigenen Geſchäftsführer zur Erledigung der laufenden Arbeiten
anzuſtellen.
* Gernsheim, 6. April. In voller Rüſtigkeit beginn Herr
Korb=
warenfabrikant Wilhelm Sauer, dahier, ſeinen 80jährigen Geburtstag,
— Gernsheim, 7. April. Waſſerſtand des Rheins am
7. April 180 Zentimeter.
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Nummer 98
Freitag, den 8. Aprfl 4927
Seite 9
Der Mord=Prozeß Grebenau
in Frankfurt a. M.
4. Verhandlungstag.
(Eigener Eilbericht).
Der letzte Senfationsfall, der ein Frankfurter Gericht und die
Fſtrankfurter Oeffentlichkeit beſchäftigte, war der Mordprozeß Fleſſa.
ſgine Krankenſchweſter vermichtete durch einen Revolverſchuß ein
wert=
olelles Menſchenleben, und die Oeffentlichkeit nahm aus vielerlei
Grün=
dan für die Täterin Partei. Ihr Verbrechen wurde unter mildernden
uunſtänden betrachtet, nicht zuletzt deshalb, weil die Täterin dunch alle
möglichen Erzählungen, die der, den ſie angingen, nämlich das tote
Qopfer, nicht zu widerlegen imſtande war, die Oeffentlichkeit für ſich
eumnehmen konnte. Der Fall Schultheiß hat in gewiſſen äußeven
Er=
ſaeinungen Aehnlichkeit mit dem Totſchlag der Krankenſchweſter Fleſſa.
Auuch hier hat es der Täter verſtanden, durch phantaſievolle Lügen ſeine
luntat ganz anders darzuſtellen, als ſie ſich in Wirklichkeit abgeſpielt
hlaben muß, auch hier war der Täter beſtrebt, dem ſtummen Opfer ſeiner
Awat neun Zehntel der eigenen Schuld aufzubürden, nur mit dem
Unter=
ſisied, daß die Krankenſchweſter Fleſſa auf Grund ihrer an und für ſich
wicht unſympathiſchen Perſönlichkeit und ihrer bisherigen vorzüglichen
Aührung, tatſächlich gewiſſe Sympathien für ſich in Anſpruch nehmen
durfte, während der Zuchthäusler Schultheis eine an und für ſich ſchon
wicht allzu ſympathiſche Perſönlichkeit ſich bei jedem ſachlichen Beurteiler
zwch um den Reſt der geringen Sympathien bringen muß, denn ſeine
Qrügen ſind zu durchſichtig, um nicht zu ſagen, zu unverſchämt, vor allem
fühlt ihnen der — verzeihende Humor.
Und doch gibt es Leute, die auch in dieſem Burſchen nur gar zu gern
ane Art von Märtyrer erblicken wollen.
Zu Beginn des 4. Verhandlungstages erklärt der Vorſitzende, daß
— heute lediglich die fünf letzten Zeugen und die Sachverſtändigen zu
nernehmen gedenke, der morgige, letzte Verhandlungstag beginnt mit den
4slädohers und endigt wohl mit dem Urteil.
Zeuge Leonhard aus Wiſſelsheim wird nochmals vorgerufen.
Ver=
tridiger: „Sie äußerten geſtern Ihre Meinung, wonach Sie an einen
zsorbedacht bei Schultheis nicht glauben, und die Tat als eine
Hand=
luung im Affekt bezeichnen möchten. Auf welche Anhaltspunkte ſtützt ſich
Ahre Vermutung?” Zeuge: „Ich habe Schultheis jahrelang gekannt.
ger war anſtändig, hilfsbereit, und hatte mehr Herzensbildung, als man
fi ſonſt bei unſeren Wetterauer Bauern findet. So ließ er ſeinen bewen
verſtorbenen Tanten Grabſteine ſetzen, die ſie ſonſt beſtimmt micht
he=
hommen hätten. Er hatte Gefühl für Menſch und Tier, aber er war
arn Hitzkopf.”
Zeuge Levy, Althändler in Frankfurt, wird über ſeine Beziehungen
zu dem ermordeten Grebenau befragt. Zeuge: „Joſef G. kam häufiger
zu mir, und kaufte Brillanten, Silberſachen uſw.” Vorſ.: Sie ſollten
ginmal von einem gewiſſen Nies Waren erſtanden haben, die aus einem
ſeinbruch ſtammten?” Zeuge: Das ſtimmt, aber hiervon hat Grebenau
nichts gekauft.” Vorſ.: „Wiſſen Sie, ob Grebenau in Kaffeehäuſern
Beſchäfte machte.” Zeuge: „Nein, davon iſt mir nichts bekannt.‟ Der
SSachverſtändige Profeſſor Dr. Popp iſt im Jahre 1919 beauftragt
wor=
wen, Fingerſpuren zu ſichern und abzunehmen, die bei dem Einbruch
ei Grebenau an der Tür und den Glasſcheiben gefunden wurden. Man
mahm nun Fingerabdrücke von Schultheis, und der Sachverſtändige
Wihrt in längeven Erklärungen aus, daß deſſen Fingerſpuren in keiner
WBeiſe mit den am damaligen Tatort gefundenen übereinſtimmen. (Es
iſt daher immerhin mit der Vermutung zu rechnen, daß Schultheis gar
nicht als Täter in Frage kam, und ſich, um den toten Grebenau aus
uurchſichtigen Gründen zu belaſten, abſichtlich zur Täterſchaft bekennt.)
ſer erklärt auch jetzt nochmals energiſch, den Diebſtahl damals
aus=
geführt zu haben. Ein Beiſitzer: „Ich darf Ihnen vielleicht vorhalten,
ſcherr Schultheis, daß Sie ausdwücklich erklärten Grebenau erſt ſeit
hünf bis ſechs Jahren zu kennen. Nun geſchah aber der Einbruch den
(S. bei Ihnen beſtellt haben ſoll, ſchon im Jahre 1919 es liegt daher
eie Vermutung nahe, daß Sie erſt nachträglich Grebenau mit dem
nängierten Einbruch in Zuſammenhang gebracht haben.” Schultheis
ſachlenkert unſchlüſſig mit den Armen. „Es war ſchon ſo, wie ich ſage.”
Nach Aufruf des Zeugen Repp, der erklärt, Schultheis nie geſehen
nu haben, und ihn überhaupt nicht zu kennen, wird der Kriminalbeamte
Mielke vernommen. Mielke iſt ein 54 Jahre alter, routinierter
Kriminal=
dekretär, der die Feſtnahme des Schultheis ſchildert. Als die Mord=
kommiſſion zur Feſtnahm des Schultheis nach Wiſſelsheim fuhr, blieb
M. in Frankfurt zurück. „Zu meiner Ueberraſchung erſchien gegen 41
Uhr Schultheis in meinem Büro. Er wollte ſich von dem unbegwündeten
Verdacht der Täterſchaft reinwaſchen, und tat ſehr gelaſſen und
üben=
zeugungsvoll. Erſt als ich ihm erklärte, daß er vorläufig in Haft bleiben
müßte, und ihm ſeine Sachen abnahm, merkte man ihm eine gewiſſe
Erregung an. Ein Verhör ſetzte ich aus, um dem Kriminalrat nicht
vorzugreifen. Dieſen informierte ich ſofort durch Telebhon, daß
Schul=
theis hier in Frankfurt inzwiſchen feſtgenommen worden ſei. Am
kom=
menden Tag, einem Sonntag, war Zeuge bei dem reſultatloſen
Ver=
hör, das der Kriminalrat mit Schultheis anſtellte, nicht zugegen. Am
Montag wurde er beigezogen, aber Schultheis leugnete mit eiſerner
Stirn, er ſagte, ich war es nicht, und ich weiß von nichts. Erſt als man
dem Verhafteten mitteilte, daß ſeine Frau einen Selbſtmordverſuch
be=
gangen hatte (eine Vermutung, die aber glücklicherweife nicht zutraß),
und als der Bruder Chriſtian Schultheis erſchien, und dem Verhafteten
gut zuſprach, legte er langſam ein Geſtändnis ab.” Vorſ.: „Erinnern
Sie ſich, daß Schultheis ausſagte, der tödliche Schuß ſei nur zufällig
losgegangen?‟ Der Zeuge (mit Ueberzeugung): „Ausgeſchloſſen.
Schul=
theis erklärte, in meiner Bedrängnis erhob ich den Arm mit der Waffe,
und gab einen Schuß ab”. Vorſ.: „Sie ſind alſo der Meinung, daß
Schultheis mit Vorſatz gehandelt hat?”, Zeuge: „Unbedingt. Ich kannte
Schultheis und ſeine Familie von früher her ſehr gut, da ich ſeine
früiheren Einbrüche teilweiſe bearbeitete, es war auch früher ſchon ſeine
Art geweſen, erſt dann ein Geſtändnis abzulegen, und Einzelheiten
zu=
zugeben, wemn es gar nicht anders ging.” Zeuge, Kriminalrat Hans
Hader, erzählt nun ausführlich die Vorgeſchichte der Verhaftung.
Er=
ſchildert die Schriftvergleichung, die zuerſt den Verdacht der Täterſchaft
auf Schultheis lenkte, kommt dann auf eine Anzahl Hinweiſe zu ſprechen,
die den Verdacht gegen Schultheis verdichteten, ſo daß er in Begleitung
des damaligen Leiters der Frankfurter Fahndungspolizei,
Kriminal=
kommiſſar Römer, und einem halben Dutzend Beamten nach
Wiſſels=
heim fuhr. Bei der Durchſuchung der Schultheis ſchen Wohnung wurden
eine ganze Anzahl sorporz delieti aufgefunden, wie der blutbeflekte
Mantel und Hut, Umſchläge und Briefpaviere, und noch am gleichen
Abend nahm er den Schultheis vor. Er ſchildert nun weiter, genau wie
der Vorzeuge Mielke, das verſtockte Leugnen des Verhafteten, der erſt,
nachdem er 1½ Tage bearbeitet wurde, nach dem Weggang des Bruders
endlich erklärte: „Ich bin fertig, geben Sie mir eine Taſſe Kaffee‟.
Der Zeuge Hader ſchildert dann das Geſtändnis des Mörders, der
die Stelle, wo er die Pretioſen vergrub, zuerſt nicht angeben wollte.
Vorſ.: „Wenn ich Sie recht verſtanden habe, Herr Kriminalrat, ſo
wollte Schultheis zuerſt noch Vorteile aus der Tat für ſeine Familie
herausſchlagen.” Zeuge: „Jawohl”, Vorſ.: „Schultheis wollte wohl erſt
dann das Verſteck bekanntgeben, wenn ihm von der Familie Grebenaus
2000 Mk. in Ausſicht geſtellt würden.” Zeuge: „Jawohl, ſo war es.”
Vorſ.: „Ich habe noch eine Frage an den Sachverſtändigen Juwelier
Bräutigam. Iſt es in Ihrer Branche üblich, daß Verkäufe und Käufe
durch Mittelsleute, ſogenannte Kourtiers, getätigt werden?‟
Sach=
vevſtändiger: „Das kann ausnahmsweiſe ſchon vorkommen.” Verteidiger:
Laſſen derartige Vermittlungsgeſchäfte den Schluß zu, daß dieſe
Ge=
ſchäfte nicht ganz einwandfrei ſind?” Sachverſtändiger: „Nein.”
Es folgen nun die Gutachten des Gerichtsarztes, Geheimrat Dr.
Roth, und des Gerichtschemikers, Profeſſor Dr. Popp. Beide mit großer
Gründlichkeit ausgearbeiteten Gutachten belaſten den Angeklagten
ſchwer. Der Gerichtsarzt kommt nach längeren Ausführungen zu dem
Entſcheid, daß der Täter als voll verantwortlich zu gelten hat. Er
ſchildert anſchließend die Lage der Leiche an der Tatſtelle, und die
Ob=
duktion Grebenaus, deſſen Kopf zahlreiche Verletzungen aufwvies, die
aber an und für ſich nicht tödlich geweſen ſind. Die Schläge mit dem
Vorhängeſchloß dürſten Grebenau betäubt haben, und, da er ſich mit
einem Handtuch das heftig fließende Blut abwiſchte konnte er ſich kaum
in einer Abwehrſtellung befunden haben. In dieſer Stellung erhielt
er den tödlichen, aus naher Entfernung abgefeuerten Schuß, der rechts
vorne ins Unterkiefergelenk eindrang und hinten links in der Nähe
des Ohres herausfuhr. Grebenau muß nach Anſicht des
Sachverſtändi=
gen dort zuſammengebrochen ſein, wo er den Schuß erhalten hat. Vorſ.:
„Sie kennen die Schultheis’ſche Darſtellung, ſteht dieſe mit Ihrem
wiſſenſchaftlichen Bekundungen im Widerſpruch?‟ Der Sachvevſtändige:
Ich bin der Meinung, daß Grebenau im Augenblick, als er den Schuß
erhielt, weder einen Angriff auf Schultheis machen, noch ihn am
Ver=
laſſen des Ladens hindern konnte. Hierzu dürfte er, der kleine,
ſchwäch=
liche Mann, gegenüber dem unendlich viel ſtärkeren Schultheis auch
gar nicht in der Lage geweſen ſein.”
Der Sachverſtändige, Profeſſor Dr. Popp kam erſt am Tage nach
dem Mord zu einer gemauen Abſuchung der Tatſtelle. Er ſchildert ſeine
eingehenden wiſſenſchaftlichen Unterſuchungen. Beſonders belaſtend für
den Angeklagten iſt ein blutgetränktes Handtuch, das eine
Schuß=
verletzung mit aufgelagertem Pulverſchmauch zeigt. Nach Anſicht des
Sachverſtändigen muß (da auch die Haare des Opfers angeſenkt waren).
die Laufwündung ganz nahe angeſetzt worden ſein. Die Schiltheis ſche
Erklärung, wonach er auf zwei bis drei Meter Entfernung geſchoſſen
haben will, kann als ausgeſchloſſen gelten.
Auf Grund angeſtellter Schießverſuche kommt der Sachverſtändige
zu der Anſicht, daß das Handtuch auf dem Kopf aufgelegen haben muß,
und daß der tödliche Schuß höchſtens auf zwei Zentimeter Abſtand
ab=
gegeben wurde. Nach Lage der Dinge hat Grebenau ſein ſtark blutendes
Geſicht mit dem Handtuch abgewiſcht und verdeckt, und ſah den Schützen
gar nicht, der ihm direkt die Waffe vor das Geſicht gehalten haben muß.
Es iſt ſchon möglich, daß die Tat ſinf bis zehn Minuten im ganzen
gedauert hat, aber die Behauptungen des Schultheis, daß ihn Grebenau,
als dieſer bereits blutete (durch die Schläge mit dem Vorhängeſchloß
verletzt war), angriff, ſcheint durchaus unglaubhaft, da die Blutſpritzer
an der Kleidung des Täters in dieſem Falle anders gelagert ſein
müßten, und auch eine andere äußere Form hätten.
Der Angeklagte, der bisher ein ziemlich zuverſichtliches Benehmen
zu Schau trug, folgt den Ausführungen der Sachverſtändigen mit
deutlich erkennbarer ängſtlicher Spannung. Der Schluß der
Haupt=
verhandlung iſt auf heute vorgeſehen.
Oberheſſen.
* Friedberg, 7. April. Ein zielbewußter Führer der heſſiſchen
Aerzteſchaft, Geheimer Medizinalrat Dr. Heinrich
Weckerling, iſt vorgeſtern in unſerem Nachbarſtädtchen Butzbach
geſtorben. Der Verſtorbene war Jahrzehnte in unſerer Kreisſtadt als
praktiſcher Arzt tätig. Neben ſeiner umfangreichen Praxis winkte er
in hieſigen Vereinen und Kommiſſionen, die in ſozialem Sinne
einge=
ſtellt waren, eifrig mit. Er erreichte ein Alter von faſt 85 Jahren.
* Grünbera, 7. April. Der Geſchäftsbericht des hieſigen Bildungsvereins
ergab, daß im vergangenen Jahre eine große Anzahl Bücher beſchafft
wurde, ſo daß jetzt ein Geſamtbeſtand von faſt 1100 Bänden vorhanden
iſt. Die Büchereien werden ſtark in Anſpruch genommen und
infolge=
deſſen eine große Anzahl Bände neu eingebunden, die Einrichtungen in
den Ausgaberäumen vergrößert und deshalb andere Anforderungen noch
aufgeſchoben werden mußten
— Schotten, 7. April. Die Bismarckfeier auf dem
Hohe=
rodskopf findet in dieſem Jahr am 9. April ſtatt. Wie in früheren
Jahven wird die Feier wieder mit einer Reichsgründungsfeier verbunden
ſein. Bei Anbruch der Dunkelheit wird auf der Heide vor den
Klub=
häuſern ein Bismarckfeuer emporlodern, das weit in das Land hinaus
Kunde geben ſoll, wie treue Vogelsberger am Reichsgedanken feſthalten.
Um 8½ Uhr wird die Feier im Saale des neuen Klubhauſes beginnen.
Die Feſtrede hat in dankenswerter Weiſe Herr Oberſtudienrat Dr.
Ko=
pitſch in Hannover übernommen. Man rechnet auch in dieſem Jahr
wieder mit einer ſtarben Beteiligung an der Veranſtaltung.
* Alsfeld, 7. April. Verunglückte Brautfahrt. Vor
einem Motorrad ſcheuten die Pferde eines mit einem Brautpaar beſetzten
Fuhrwerks. Sie raſten durch Nieder=Breitenbach, auf der Landſtraße
brach der Wagen auseinander und das Brautpaar flog in den
Straßen=
graben. Zum Glück kamen ſie mit leichten Verletzungem davon. —
Einem Bahnbeguten aus Hersfeld, der im Nangierdienſt tätim
wa, wurden beide Beine unterhalb des Knies
abge=
fahren. Die Verletzungen ſind ſo ſchwer, daß man an ſeinem
Auf=
kommen zweifelt. — Die 50=jährige Jubelfeier des
Krieger=
vereins=Bezirks Alsfeld wurde auf den 16. und 17. Juli feſtgelegt. Gs
werden etwa 100 Kriegervereine des nördlichen Vogelsberges und des
preußiſchen Schwalmtals daran teilnehmen.
* Aus dem Lahntal, 7. April. Durch Feuer zerſtört wurde
die Scheune des Landwirts Ströhmann in Leun. Große Vorräte an
Heu und Stroh wurden vernichtet; das Vieh konnte gerettet werden.
Ddurch das ſofortige Eingreifen der Feuerwehr wude ein Ausdehnen
des Feuers auf die Stallungen und Wohngebäude verhütet. — Auf ihr
75jähr Jubiläum blickt die optiſchmechaniſche Fabrik M.
Hen=
ſold u. Söhne in Wetzlar zunick. Die Firma Genſold iſt im In=
und Auslande durch die Anfertigung von Prismengläſern und
Fern=
rohren rühmlichſt bekannt.
Ve
MNuſ helbetten, zwei
Machttiſche,
Waſch=
nommode. Diwan
Seſſel, Büfett, Steg=
N iſch, Backenſeſſ.,
Näh=
riſch,Schreibtiſch, nußb.,
oß. Metallbett mit
Matr. Gold piegel,
Wrumeau zu verkauf.
Marlſtr, Ecke
Stein=
tackerſtraße. (6015
MKassenschrank,
Somplett. Perſonalbeti,
Mleiderſchrank, Regale,
mantike Kommode
preis=
ſvert. Näheres
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dchäftsſtelle. (5986
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28 Jahre litt ich an einem bläschenartigen
Dankſagung.
Für die überaus herzliche Anteilnahme beim
Hinſcheiden unſerer lieben Tochter, die
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gegangene, aufopferungsvolle Pflege der beiden
Schweſtern aus der Johannesgemeinde, ſowie
die troſireichen Worte des Pfarr=Aſſiſienten
Georgi ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
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Füßen, mache die Schuhe durch tägliche
Behandlung mit Büdo wasserdicht. Nichts
leichter als das, kaum eine Minute nimmt
dies täglich in Anspruch. Büdo gibt nicht
nur strahlenden Hochglanz, sondern dieser
Glanz ist auch wetterfest und dauerhaft:
er färbt selbst beim stärksten Regenweiter
nicht ab. Reines Terpentinöl und edelste
Wachse bürgen dafür. Deshalb merke Dir:
Nimm
(V.619)
[ ← ][ ][ → ]Nummer 98
„Reich und Ausland.
Neubauten von Seeſchiffen
auf deutſchen Werften.
In den Jahren 1913 und 1920 bis 1926.
DER SEESCHIFFAAU AUF
DEUTSCHEN WERFTEN.
Mill Br. R.T.
7,8
VAKAAKA
De Bautätigkeit der deutſchen Werften hat ſich im
führe 1926 dem Raumgehalt nach um 15,9 v. H.
ſe renüber dem Vorjahr erhöht. Sie iſt aber trotz
ſüſſer Steigerung noch etwas geringer als in den
Führen 1923 und 1924 und bleibt hinter dem Umfang
e: Bautätigkeit von 1913 ſogar um mehr als die
oilfte zurück. Die Zunahme der Schiffsbauten im
Führe 1926 beruht allein auf der Erhöhung des
Su ues für deutſche Rechnung; der Bau für fremde
Küchnung iſt dagegen weſter zurückgegangen. Von
ſe: geſamten im Bau befindlichen Tonnage entfallen
ar drei Fünftel auf Dampfſchiffe rund zwei Fünftel
uf Motorſchiffe. Auf ausländiſchen Werften waren
ü- deutſche Rechnung im Jahre 1926 überhaupt keine
Schiffe im Bau.
Der Hausburſche als Ingenieur.
fm. Freiburg. In der Gegend von Säckingen
nü=chte vor einiger Zeitdein Schwindler von ſich
eiuen, der ſich als Freiherr, Ingenieur oder
Ober=
er tnant a. D. ausgab. Er machte ſich an bekannte
Brrſönlichkeiten heran, um von ihnen für eine
ſoge=
imeinte Schnellbootmotorerfindung Geld zu
erſchwin=
ſenn. In der Perſon des Hausburſchen Ludwig
Papfer aus Freudenſee in Bahern konnte der
SSwindler feſtgenommen werden.
157 Jahre Zuchthaus für einen Eiſenbahnanſchlag
Fürth (Baden). Das Schwurgericht verurteilte.
ſer Maurer Bleimüller aus Herzogenaurach,
e: im Auguſt 1925 verſucht hatte, den D=Zug
Nürn=
eurg—Würzburg zum Entgleiſen zu bringen mit der
15 ſicht, die verunglückten Reiſenden zu berauben, zu
5, Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverluſt.
Byeimüller war nach der Tat in die franzöſiſche
Fyemdenlegion eingetreten, wurde aber auf deutſches
Erſſuchen ausgeliefert.
Brand in Adlershof.
Berlin. Am Donnerstag früh; gegen 4 Uhr,
dnach in der zweiten Etage des Fabrikgebäudes der
Istallwarenfabrik Jürſt u. Co. in Adlershof ein
Gurand aus, der mehr als die Hälfte der Fabrikräume
v —nichtete. Die Feuerwehr konnte nach mehr als
weiſtündiger Tätigkeit des Brandes Herr werden.
Dur Sachſchaden iſt ziemlich bedeutend.
Ein Meiſter der Lüge.
DD. Berlin. Noch nie ſeien ſie von einem
Menſchen in ihrer geſamten Gerichtspraxis ſo
be=
chwvindelt worden, erklärten die Gerichtsärzte Prof.
2.:. Strauch und Dr. Bürger in einer Verhandlung
ur dem Schöffengericht Wedding. Dieſe Bemerkung
rinhtete ſich gegen einen Angeklagten, von dem
in=entlich nur feſtſteht, daß er Ebert heißt.
Vermut=
uäc iſt er der 1880 in Grünberg geborene
Büro=
chreiber Hermann Ebert. Dieſer iſt auch ſehr
zuutfig ſchon beſtraft worden. Er hat es aber
ver=
tamden, ſich jedesmal milde Strafen zu erwirken, da
n ſtets einen anderen Vornamen und andere
Ge=
burtsdaten angab, ſo daß er vor Gericht als
unbe=
tuaft galt. Auch geſtern war von ihm nichts
Ge=
narues über ſein Vorleben zu hören. Er erzählte
zm ar alles mögliche über ſeine Erlebniſſe, hatte aber
ſehem der Aerzte wieder andere Abenteuer
aufge=
iſtht. Die Sachverſtändigen konnten ſich nicht einmal
eur Bild darüber machen, ob der zweifellos hochgradig
munderwertige Menſch erblich belaſtet ſei, da alles,
wür=8 er über ſeine Familienverhältniſſe angab, nicht
nachzuprüfen war. Fußend auf ſeinen Namen Ebert,
hukte er ſich zeitweiſe auch als Bruder des
verſtor=
ben ien Reichspräſidenten ausgegeben. Nach ſeiner
ſeisten Beſtrafung beſchäftigte er ſich in Berlin mit
Nuechtsvermittlungen, und als er ſich verlobte, gab er
ſiao als „Rechtsanwalt Dr. Hans Ebert” aus. In
diüſtſer Eigenſchaft führte er eine ganze Reihe von
Prrozeſſen und trat beim Zivil= und Strafgericht auch
alis Rechtsanwalt auf. Daraus haben ſich eine Reihe
vom Anklagen wegen Amtsanmaßung herausgebildet.
Duneben war er auch wegen Falſchbeurkundungen
anggeklagt, dieſe Teile der Anklage ließ der
Staats=
anwalt aber ſpäter fallen, da die Sitzungsprotokolle,
in denen der Angeklagte als Rechtsanwalt aufgeführt
werr, keine Urkundenfälſchung darſtellen.
Rechtsan=
würlt Dr. Frey legte dem Gericht auch dar, daß der
Argeklagte bei ſeinem Auftreten als falſcher
Rechts=
unwvalt keinerlei Vermögensvorteile erſtrebt habe.
2ße Strafe fiel daher ziemlich milde aus. Es blieb
hur die fortgeſetzte Amtsanmaßung und eine
Falſch=
beuurkundung, da er ſich bei dem letzten Strafantritt
woeder mit einem falſchen Namen ins Gefängnisbuch
hattte einſchreiben laſſen. Das Schöffengericht
Wed=
dung berückſichtigte, daß Ebert nach dem
übereinſtim=
mrenden Gutachten ein von krankhafter Lügenſucht
be=
füllener nervenſchwacher Hyſteriker iſt und verurteilte
ihm zu einer Geſamtſtrafe von drei Monaten einer
Kaoche Gefängnis, davon kamen 10 Wochen auf die
Unterſuchungshaft in Anrechnung. Für den Reſt
er=
hielt der Angeklagte Bewährungsfriſt und wurde aus
ſer Haft entlaſſen.
Freitag, den 8. April 1927
Der Raubüberfall auf den Armenvorſteher
Scheller.
Berlin. Die bisherigen Nachforſchungen des
Raubdezernats der Kriminalpolizei nach dem
angeb=
lichen Räuber der Aktentaſche des Armenvorſtehers von Arizona und Colorado, durch eine Exploſion
Scheller, der angab, von einem unbekannten Mann vollſtändig zerſtört worden. De Pinedo gab bei
überfallen und der Aktentaſche mit 2000 Mark
Unter=
ſtützungsgeldern beraubt worden zu ſein, deckten
Um=
ſtände auf, die den Verdacht aufkommen ließen, daß
Scheller den Ueberfall erdichtet hat.
Schel=
ler, der früher Fahrſtuhlführer in einer Papierfabrik
war, wurde ſeiner Stellung enthoben, weil er
Pa=
pier und andere Waren mit nach Hauſe genommen
hatte. Ferner ergab ſich, daß Scheller perſönliche
Schulden in Höhe von 1000 Mark hatte, die er nicht
bezahlen konnte. Weiter ſtellt ſich heraus, daß er im
Februar und März Amtsgelder in Höhe von 380 Mk.
für ſich verwendete. Auch ſteht er im Verdacht,
Koh=
lenkarten, für beſonders bedürftige alte Leute,
Wit=
wen und Kleinrentner, verſchoben und verkauft zu
haben. Schließlich ſoll er durch Unterſchlagung und
Urkundenfälſchung eine betagte, bedürftige Witwe
ge=
ſchädigt haben. Wegen dieſer Verfehlungen wird ein
Verfahren gegen Scheller eingeleitet.
Selbſtmord im Hotel.
Berlin. In einem Hotel in der Nähe des
Bahnhofes Friedrichſtraße kehrte vor einigen Tagen
der 27 Jahre alte Kriegsinvalide Krauſe und die
29 Jahre alte Frau Mooshagen, die gemeinſam
Beſchäftigung ſuchten, ein. Als man längere Zeit
von ihnen nichts hörte und auf wiederholtes Klopfen
keine Antwort erhielt, öffnete man das Zimmer und
fand beide Gäſte tot auf. Frau Mooshagen lag
an=
gekleidet in einer großen Blutlache mit
durchſchnit=
tener Kehle, Krauſe neben ihr, mit einer
Schuß=
wunde im Kopfe. Aus einer hinterlaſſenen Poſtkarte
geht hervor, daß beide längere Zeit irgendwelche
Beſchäftigung geſucht und keinen Ausweg mehr aus
ihrer großen Not gefunden hätten.
Sprengunglück.
Klagenfurt. Bei Sprengungsarbeiten im
Bergwerk Rennſee in Kärnten ſind zwei
Arbei=
ter getötet worden.
Flucht aus einem Gefängnis.
Kaufbeuren. Mittwoch nachmittag
über=
fielen drei in einer Zelle untergebrachte Gefangene
den wachthabenden Beamten beim Oeffnen der Zelle,
feſſelten und knebelten ihn und ſperrten den
Bewußt=
loſen ein, worauf ſie über die Gefängnismauern
kletterten. Ein Polizeiwachtmeiſter gab noch einige
Schüſſe auf die Fliehenden ab, die jedoch ihr Ziel
verfehlten. Einer der Häftlinge konnte am gleichen
Tage dingfeſt gemacht werden.
Diſziplinarverfahren gegen Oberregierungsrat
Göbel.
Gegen den im Plauener Prozeß genannten
Oberregierungsrat Göbel iſt, wie das „B. T.” hört,
vom Reichsarbeitsminiſterium, dem das
Reichsver=
ſorgungsgericht unterſtellt iſt, das
Diſziplinarver=
fahren eingeleitet worden.
Anſchlag auf den D=Zug Leipzig—Dresden.
auf einen D=Zug Leipzig—Dresden kurz vor Nieſa
ein Attentat verübt worden. Gegen einen
Wagen 3. Klaſſe wurde ein Steingeſchleu= durch ganz Amerika, wo er u. a. die Unterſchriften
dert, der die Scheibe zertrümmerte und einen
Rei=
ſenden am Kopf verletzte. Zur ſelben Zeit
durch=
ſchlug eine Kugel das Abteil des Packwagens. Zun Skandinaviens, und nach Nordafrika führte. Bei der
Glück befand ſich niemand auf dem gefährdeten Platz.
Die Reichsbahndirektion hat Ermittlungen eingeleitet.
Wintergewitter.
Görlitz. Schwere Wintergewitter gingen am
Mittwoch nachmittag in der Lauſitz und am Mittwoch naten wurde er von einer italieniſchen
Militär=
abend über dem Rieſengebirge nieder.
Schadenfeuer.
dienſt aus Kappeln gemeldet wird, fielen auf dem
Nittergut Marienhoff (Landſchaft Schwanſen)
fünf=
zig Rinder und achtzig Schweine einem dinavien, wo ihn jedoch in Kopenhagen das Mißge=
Großfeuer zum Opfer, das die Scheune und die
Stal=
lungen vernichtete.
Schwerer Grubenunfall.
Während der Frühſchicht ereignete ſich auf dem krönter Häupter diejenigen von Hindenburg und Ein=
Gargan=Schacht der de Wendelſchen Gruben in
Loth=
ringen ein Unfall, der leicht zu einer Kataſtrophe
hätte führen können. Durch das Einatmen giftiger
Gaſe, die einer im Förderſtollen verwendeten
Benzol=
lokomotive entſtrömten, fielen in kurzer Zeit
drei=
zehn Bergleute in Ohnmacht. Nachdem die
ſchadhaft gewordene Lokomotive aus dem Schacht
ent=
fernt war, wurden die Verunglückten geborgen und
ſofort ins Knappſchaftslazarett gebracht. Die
Vergif=
tungen ſind größtenteils ſchwerer Natur.
Vier Opfer des Weißen Todes.
TU. Baſel. Die vier vermißten Bewohner des
Berghotels an dem Groß=Rocher=de=Naye ſind am und übernahmen 500 Paſſagiere von den insgeſamt
Donnerstag als Leichen aus einer etwa 2½ Meter
hohen Schneeſchicht herausgegraben worden. Die diſche Paſſagiere. Die Laderäume 1 und 2 des
Leichen wurden am nachmittag nach Montreux
hinun=
tergeſchafft.
Tragiſcher Tod eines Fiſchers.
TU. Paris. Ein Fiſcher begab ſich, wie aus
St. Malo berichtet wird, zuſammen mit ſeinem
Freunde nach der Bucht von Monti St. Michel. Um Pernambuco hat das portugieſiſche Flugzeug „Argos”,
den Weg abzukürzen, überſchritt er eine große
Sandfläche, in der er unbemerkt von ſeinem
Freunde plötzlich ſpurlos verſank. Alles
Suchen nach dem Vermißten blieb bis jetzt erfolglos.
Eine ſenſationelle Wendung im Marek=Prozeß? geſetzt werden kann.
DD. Wien. Zu Beginn der Dienstags=Sitzung
im Marekprozeß verlas der Vorſitzende einen
ano=
nymen Brief, der, wenn ſein Inhalt richtig iſt, eine
ſenſationelle Wendung bedeuten würde. Der
unge=
nannte Briefſchreiber erklärt, daß er aus gewiſſen
Gründen den Bericht mitteilen müſſe, daß Frau Laglbs=
Marek mit ſeiner Hilfe dem Mann das
Bein abgeſchlagen habe. Er habe ihr zu
dieſem Zweck eine Morphiumſpritze gebracht, mit der päiſcher Offizier es bis zum chineſiſchen General
ge=
ſie ihrem Mann eine Einſpritzung machte, und zwar bracht hat, bildet zurzeit das Tagesgeſpräch der
grie=
am Fuße, wo ſie vorher die Stelle mit Tintenſtift
bezeichnet habe. Der Schreiber würde ſich dem Gericht
ſtellen, wenn er nicht Angſt vor der Strafe hätte.
Der Vorſitzende macht darauf aufmerkſam, daß es ſich
das als verjährt anzuſehen ſei. Er forderte den
anonymen Briefſchreiber auf, wenn er ſich im
Audi=
torium befinde, ſich zu melden. Es meldete ſich aber
niemand. Frau Marek erklärte den Inhalt des
Briefes für vollkommen erfunden und bat das
Ge=
richt, alles daranzuſetzen, damit der Briefſchreiber wurde. Heute iſt Chi=Lai=Ton General und Chef
ausfindig gemacht wenden könne.
Das Flugzeug de Pinedos verunglückt.
New York. Das Flugzeug de Pinedos iſt am
Mittwoch mittag in Rooſevelt Dam, an der Grenze
ſeiner Ankunft in Rooſevelt Dam den amerikaniſchen
Journaliſten ein Interview, während welchem die
Exploſion ſich ereignete. Man glaubt, daß ſie durch
Selbſtentzündung des Benzins entſtanden iſt. Die
beiden Mechaniker hatten noch Zeit, in den Fluß
zu ſpringen und konnten ſchwimmend das Land
er=
reichen.
Die amerikaniſche Regierung hat dem
italieni=
ſchen Flieger de Pinedo ein Militärflugzeug
angeboten, um ſeine Reiſe nach Rom auf einem
neuen Flugzeug fortſetzen zu können.
Ueber den Unfall des Fliegers de Pinedo
ver=
öffentlicht die „Agenzia Stefani” folgende
Einzel=
heiten: de Pinedo, der am Mittwoch früh in Hot
Spring aufgeſtiegen war, überflog ohne
Zwi=
ſchenfall die Kette des Felſengebirges und
ging auf dem Rooſevelt=See in Arizona nieder.
Wäh=
rend man auf dem Waſſerflugzeug die Benzinvorräte
erneuerte, war de Pinedo an Land gegangen und
unterhielt ſich mit einigen Journaliſten. In dieſem
Augenblick fing das Flugzeug dadurch Feuer, daß
eine ſich in einem Motorboot befindende Perſon ein
brennendes Streichholz in unmittelbarer
Nähe des Apparates wegwarf. Das Flugzeug
wurde gänzlich vernichtet. Perſonen kamen nicht
zu Schaden. De Pinedo telegraphierte ſofort an das
Luftfahrtminiſterium und erſuchte um eine andere
Maſchine. Muſſolini entſprach ſeinem Wunſch und
befahl, das Waſſerflugzeug vom Typ 8 55,
das gegenwärtig in dem königlichen Luftgeſchwader
Dienſt tut, nach New York zu ſenden. Man
rechnet damit, daß de Pinedo ſeinen Flug
An=
fang Maiwird fortſetzen können.
Große Ausgrabungsfunde in Stambul.
TU. London. Eine britiſche Expedition, die
mit Ausgrabungsarbeiten in Stambul beſchäftigt iſt,
hat, nach Meldungen aus Konſtantinopel,
bemerkens=
werte Funde gemacht. Unter dieſen befindet ſich die
Truhe eines byzantiniſchen Wagenlenkers, die Gold
und koſtbare Juwelen enthält und Eigentum des
Kaiſers Konſtantin geweſen ſein ſoll. Ferner iſt auch
eine Miniaturpyramide ägyptiſchen Stils und eine
Venus=Statue entdeckt worden.
Ein fanatiſcher Autogrammſammler.
DD. Kopenhagen. Die hieſige Preſſe weiß
über einen fanatiſchen Autogrammſammler zu
be=
richten, der ſich zurzeit in der däniſchen Hauptſtadt
aufhält. Es iſt dies ein Tiroler namens Hauptmann,
der es ſich in den Kopf geſetzt hat, die ganze Welt zu
bereiſen und die Unterſchriften aller berühmten
Männer und Frauen der Welt zu ſammeln. Dieſes
Ziel verfolgt Hauptmann, der das Gelöbnis
abgelegt hat, vor Erfüllung ſeiner Aufgabe weder
Haupt= noch Barthaar zu ſcheren, bereits ſeit
fünf=
einhalb Jahren. Einem Vertreter des „Gkſtrabladet”
erzählte Hauptmann, daß ihm, nachdem er als
See=
mann bereits mehrere Male die Welt umſegelt hatte,
Am Mittwoch iſt, dem „Lokalanzeiger” zufolge, ihm Jahre 1921 plötzlich die Idee des
Autogramm=
ſammelns kam. Im September 1921 begann er in
San Franzisko ſeine lange Reiſe, die ihn zunächſt:
Wilſons, Hardings, Ediſons und Fords erhielt,
fer=
ner durch alle europäiſchen Länder, mit Ausnahme
Durchquerung von Tripolis im Auguſt 1925 wurde
er jedoch von Beduinen gefangen genommen, die ihn
für einen italieniſchen Spion hielten und das Buch
mit den Autogrammen vernichteten. Nach vier
Mo=
patrouille befreit und begann mutig ſein Werk ſofort
von neuem. Er ſetzte ſeine Weltreiſe durch Arabien,
Hamburg. Wie dem Norddeutſchen Provinz= Indien, Siam, China und Japan fort und erreichte
im Auguſt vorigen Jahres wieder Amerika.
Zur=
zeit bereiſt er auf der Jagd nach Autogrammen
Skan=
ſchick traf, daß der däniſche König ihm ſeine
Unter=
ſchrift verweigerte. Die Zahl der von ihm bereiſten
Länder beziffert Hauptmann auf ungefähr 40. Sein
Buch weiſt neben den Unterſchriften verſchiedener
ge=
ſtein, der Pawlowa und Sudermann, Muſolini und
Maſaryk, Tagore und Ghandi, Annie Beſant und
Kriſhnamuri, Tſchangtſolin und Wupeifu, von 28
ſia=
meſiſchen Prinzen, 45 indiſchen Maharadſchas,
ſämt=
lichen Profeſſoren der Univerſität Tokio uſw. auf.
Strandung eines niederländiſchen
Paſſagier=
dampfers bei Hongkong.
Hongkong. Der niederländiſche
Paſſagier=
dampfer „Tjilebeet”, iſt auf der Fahrt von Hongkong
nach Singepore in der Nähe von Honkong geſtrandet.
Der britiſche Kreuzer „Frobiſher” und ein anderer
Kreuzer ſowie ein Zerſtörer eilten zur Hilfe herbei
1500 chineſiſchen Auswanderern, ferner drei hollän=
Dampfers ſtiegen voll Waſſer. Infolge des
ſtür=
miſchen Wetters war die Uebernahme der Paſſagiere
ſehr ſchwierig.
Gebrauchsunfähigkeit des Flugzeuges „Argos?”
EP. New York. Nach einer Meldung aus
das vor einiger Zeit den Südatlantiſchen Ozean
überflog, beim Verſuch, den Flug fortzuſetzen, infolge
des heftigen Windes ſo ſchwere Beſchädigungen
er=
litten, daß es fraglich iſt, ob der Flug überhaupt fort=
Rieſenüberſchwemmungen in Japan.
TU. New York. Nach Meldungen aus Japan
haben dort große Ueberſchwemmungen ſchweren
Schaden angerichtet. 6000 Perſonen ſind ob=
Ein Grieche — chineſiſcher General!
pp. Der wohl einzigartige Fall, daß ein euro= ihrer Habſeligkeiten beraubt hatte. Dr. Bougrats
chiſchen Hauptſtadt. Im Lande der aufgehenden kaſſier durch eine ſolche Giftſpritze umgebracht hätte.
Sonne hat in den letzten Monaten ein General
Chi=Lai=Ton von ſich reden laſſen, in Wirklichkeit ein Tat bis zum Schluß leugnete, kam vor das
Grieche namens Spourgitis, deſſen Bruder heute in
in dieſem Falle nur um ein Vergehen handeln könnte. Athen Direktor der Nationalen Wirtſchaftsbank iſt. ſiebentägigen Verhandlung ſtellte ſich heraus, daß der
Der heutige chineſiſche General hat den Krieg von
Kreuzes mitgemacht, ging dann zu Studienzwecken übte, verbrachte er ſeine Nächte in den Spelunken
nach Paris und von dort nach Peking, wo er in die
chineſiſche Armee eintrat und auch bald befördert Hafenſtadt befreundete. Die Geſchworenen haben
des Sanitätsdienſtes der ſtaatlichen Armee in Peking.
Geite 13
Weltreiſe des Herzogs von Jork.
Der Herzog und die Herzogin von York
mit dem Gouverneur General Ferguſon
bei ihrer Ankunft in Auckland, Neuſeeland.
Der zweite Sohn des engliſchen Königspaares, der
Herzog von York, befindet ſich mit ſeiner Gattin auf
einer Weltreiſe, um einzelnen Teilen des britiſchen
Weltreiches einen offiziellen Beſuch abzuſtatten. Er
folgt dabei dem Beiſpiel ſeines Bruders, dem Prinzen
von Wales, indem er bemüht iſt, dem Mutterland
eine Propaganda zu machen und in allen Teilen des
britiſchen Imperiums das Gefühl der
Zuſammen=
gehörigkeit zu erwecken und zu ſteigern.
Eine iriſche Köpenickiade.
EP. Ein recht abenteuerliches Daſein enthüllte
vor kurzem eine Gerichtsverhandlung in Irland, die
mit der Verurteilung des Angeklagten, eines gewiſſen
John Me. Donnell, wegen kleinerer Scheckfälſchungen
zu 12 Monaten Gefängnis endigte. Mc. Donnell war
vor etwa 10 Jahren in weiten Kreiſen Englands
und Irlands dadurch bekannt geworden, daß es ihm
gelang, bei einem Interview mit dem katholiſchen
Erzbiſchof von Dublin ſich in den Beſitz biſchöflichen
Briefpapiers und verſchiedener Siegel zu ſetzen. Auf
Grund dieſer Dokumente konnte er dann eine
be=
trächtliche Summe Geldes bei einer Bank abheben.
Sein Ehrgeiz trieb ihn dann nach Belfaſt, wo er als
engliſcher Generalſtabsoffizier auftrat und die
Gar=
niſon, ſowie Hoſpitäler Inſpizierungen unterzog. Bei
einem ſpäteren Beſuch in Cork wurde er ſogar von
den Offizieren der dortigen Garniſon, die ſchon von
ihm gehört hatten, mit großer Begeiſterung
emp=
fangen. Hier unterzog er die Akten kriegsgerichtlich
verurteilter Offiziere einer eingehenden „
Nachprü=
fung” und dekretierte, daß die Verurteilten ſämtlich
auf freien Fuß zu ſetzen ſeien. Man hatte für ſolche
Scherze aber wenig Verſtändnis und diktierte ihm
eine Gefängnisſtrafe von fünf Jahren zu. Wieder
aus dem Gefängnis entlaſſen, entſchloß er ſich, ein
„ordentliches Leben” als Straßenreiniger zu führen,
und es iſt immerhin erſtaunlich, daß ihm dies auch
für 2½ Jahre gelang. Da man Grund hat, ihn für
nicht ganz zurechnungsfähig anzuſehen, hat man den
Vollzug der ihm auferlegten Strafe bis auf weiteres
ausgeſetzt.
Schwere Oeltankexploſion in Amerika.
TU. New York. Wie aus Paeco (Wyoming)
ge=
meldet wird, richtete dort eine Deltank=Exploſion
furchtbare Zerſtörungen an. 17 Perſonen
wur=
den getötet und 30 verwundet. Im
meilen=
weiten Umkreis wurden ſämtliche Fenſterſcheiben
zer=
trümmert.
Zum Bougrat=Prozeß in Marſeille.
Der Arzt mit der tödlichen Giftſpritze.
Dr. Bougrat (links) mit ſeinem Verteidiger
bei der Gerichtsverhandlung.
In Marſeille wurde ein Arzt, der jahrelang in hohem
Anſehen ſtand, als gemeiner Verbrecher entlarvt, der
ſeine Patienten durch Giftſpritzen betäubt und dann
Methode wäre vielleicht noch lange Zeit nicht
aufge=
deckt worden, wenn er nicht ſchließlich einen Bank=
Der Mord wurde entdeckt und Dr. Bougrat, der ſeine
Geſchworenengericht von Marſeille. Im Verlauf der
Arzt ein eigentümliches Doppelleben führte. Wäh=
1897 als Sanitätsoffizier des griechiſchen Roten rend er am Tage ſeine ausgedehnte Praxis
aus=
von Marſeille, wo er ſich mit der Verbrecherwelt der
Dr. Bougrat für ſchuldig erklärt, und er wurde zu
lebenslänglicher Kerkerſtrafe verurteilt.
Geite 14
Freitag, den 8. April 1927
Nummer 98
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16
Freitag, den 8. April 1927
Nummer 98
Fürſt Metternich,
der Gegenſpieler Napoleons I.
Das Rad der Zeit dreht ſich ſchnell und ein Jahrhundert
be=
deutet an ſich nicht viel in der Weltgeſchichte. Und doch iſt es auch
in unſerer ſchnellebigen Zeit der Erfindungen und der
Umwäl=
zungen auf allen Gebieten von großem Intereſſe, einen Rückblick
in Zeitperioden zu werfen, die für die Entwicklung unſeres
deutſchen Vaterlandes von hervorragender Bedeutung waren.
Es unterliegt ja keinem Zweifel, daß das Zeitalter
Na=
poleons I. in beſonderem Maße einen Eingriff in die Geſchichte
Deutſchlands bedeutet, hatte es doch die Auflöſung des Heiligen
Römiſchen Reiches deutſcher Nation zur Folge. Kaiſer Franz II.
legte in Folge der Bildung des Rheinbundes und des Austritts
ſeiner Mitglieder aus dem Reichsverband am 6. Auguſt 1806 die
deutſche Kaiſerwürde nieder und nannte ſich fortan Kaiſer von
Oeſterreich.
Fürſt Metternich hat als Staatskanzler des Oeſterreichiſchen
Kaiſerreiches faſt vier Jahrzehnte Oeſterreich und Europa regiert.
Als erſter Sohn des damals kurtrieriſchen Staatsminiſters
Grafen Franz Georg Metternich=Winneberg=Beilſtein und ſeiner
Gemahlin, einer geborenen Gräfin Kagenegg, wurde Fürſt
Kle=
menz Lothar Wenzel Metternich am 15. Mai 1773 in Koblenz am
deutſchen Rhein geboren. Er genoß eine ſehr ſorgfältige Erziehung
und bezog — 15jährig — die Univerſität Straßburg, die damals
ein Vereinigungspunkt aller derjenigen jungen Leute aus allen
Ländern war, welche ſich der diplomatiſchen Laufbahn
zuwen=
den wollten. Hier in Straßburg lernte Metternich perſönlich die
Mitſchüler kennen, die ihm ſpäter als die höchſten und
gleichgeſtell=
ten Träger der Politik freundlich oder feindlich in den wichtigſten
Angelegenheiten begegneten, denen Metternich ſich aber in ſeinen
diplomatiſchen Erfolgen überlegen erwies.
Es iſt in der heutigen Zeit ſchwer, ſich ein Bild des Fürſten
Metternich zu vergegenwärtigen. Jeder Menſch muß gewürdigt
werden unter dem Spiegel derjenigen Zeit, in der er aufwuchs
und wirkte. „Aus einem der großen Geſchlechter, deren
Stamm=
burgen einſt die prachtvollen Ufer des Rheins ſchmückten, und das
einſtmals einen regierenden Kurfürſten von Trier, Lothar, ſowie
einen Fürſtbiſchof von Speyer, einen Fürſtbiſchof von Worms
und zwei Kurfürſten von Mainz geſtellt hat, entſproſſen, war
Fürſt Klemens Metternich ſelbſt von der Natur begünſtigt und
von Gott begnadet: ein Mann, körperlich ſelten ſchön, und geiſtig
beneidenswert hochbegabt. Sein feingeſchnittenes Geſicht mit
hoher Stirn, ſanft gebogener Naſe und großen blauen Augen,
umrahmt von blondem Haar, bewirkte, daß ſeine Schönheit nicht
nur die Aufmerkſamkeit der Damen auf ſich zog, ſondern auch auf
ergraute Männer ſeine Wirkung ausübte. Seine Begabung führte
dazu, daß Metternich zu den erfolgreichſten Männern des 19.
Jahr=
hunderts zählte.
Ein großer, umfaſſender Geiſt will begriffen ſein. Es iſt nur
natürlich, daß Metternich, obgleich von ſeinem Lehrer Simon in
jakobiniſchem Sinne erzogen, nach Ausbruch der franzöſiſchen
Revolution ſich dieſer feindlich gegenüberſtellte und das „hiſtoriſch
Gewordene” gegen das „Jakobinertum mit ſeinen neuen Ideen”
ſchützte.
Schon in jungen Jahren trat Metternich in die
Oeffentlich=
keit: bei der Kaiſerkrönung Leopolds II. im Oktober 1790
fun=
gierte er als Zeremonienmeiſter und im Juli 1792 eröffnete er
den zur Feier der Kaiſerkrönung Franz II. in Frankfurt a. Main
ſtattfindenden Ball mit der Prinzeſſin Luiſe von Mecklenburg,
der ſpäteren Königin Luiſe von Preußen: „ein unvergleichlich
ſchönes Paar”, ſo wird von Zeitgenoſſen berichtet.
Metternich eröffnete ſeine diplomatiſche Laufbahn im Jahre
1797 als Geſandter des weſtfäliſchen Grafenkollegiums bei dem
Raſtatter Friedenskongreß. So trat er um die Jahrhundertwende
in die politiſche Arena, zumal er im Jahre 1801 zum Geſandten
des deutſchen Kaiſerſtaates in Dresden ernannt wurde. Seit
1803 kaiſerlicher Geſandter in Berlin, unterſchrieb Metternich am
3. November 1805 den Potsdamer Allianzvertrag zwiſchen
Oeſter=
reich, Rußland und Preußen, in dem dieſe drei Mächte ſich zur
Wiederherſtellung und Aufrechterhaltung des Lüneviller Friedens
verbanden, Preußen aber Napoleon noch einmal ſeine
Vermitte=
lung anbot und ſich, falls dieſe nicht angenommen würde, zum
Kriege gegen Napoleon bereit erklärte. Es iſt ein unbeſtrittenes
diplomatiſches Verdienſt Metternichs, Preußen zum Kampfe
gegen den Korſen gewonnen zu haben.
Von 1806 ab bekleidete Metternich den allerwichtigſten
Ge=
ſandtenpöſten, nämlich den in Paris. Auch an dem Parvenühofe
Napoleons blieb Metternich der Mann des ancien regime: die
Sache des unterliegenden Staates führend, blendete ihn der
Ge=
waltmenſch Napoleon, deſſen Größenwahn er erkennt, nicht;
unbe=
irrt hielt er an dem Glauben feſt, daß das Uebergewicht des
Einen nicht von langem Beſtande ſein kann. In der
Ueberein=
kunft von Fontainebleau 1807 erwirkte Metternich eine günſtige
Auswirkung des Preßburger Friedens für Oeſterreich. Als aber
Napoleon ſichere Nachrichten von dem Erheben Oeſterreichs
er=
halten hatte, überhäufte er in ſeiner, des Kaiſer Napoleon
öffent=
licher Geburtstagsaudienz am 15. Auguſt 1808 Metternich in den
heftigſten Aeußerungen über Oeſterreichs Benehmen: So
einge=
ſchüchtert die ganze Umgebung des Kaiſers und die anderen
fremdſtaatlichen Diplomaten waren, ebenſo, furchtlos prallten
Napoleons Drohungen an dem Gleichmut und an der
unerſchrocke=
nen Entſchloſſenheit Metternichs ab, der ſo freimütig, wie noch
kein anderer es getan hatte, ſeine Gegenerklärungen Napoleon
ins Geſicht ſagte; und als gar Napoleon Metternich an die Bruſt
faßte und zornig fragte: „Was will denn Ihr Kaiſer?”, ant=
wortete Metternich mit großer Geiſtesgegenwart: „Er will, daß
Sie ſeinen Geſandten reſpektieren!“
Vor Kriegsausbruch 1809 wurde Metternich zunächſt von
Napoleon widerrechtlich zurückgehalten. Am 8. Oktober desſelben
Jahres ernannte Kaiſer Franz Metternich zum Miniſter des
Auswärtigen Oeſterreichs. Am 14. Oktober 1809 wurde der
„Wiener Friede” geſchloſſen. Da zurzeit Napoleon die Macht
hatte, glaubte Metternich der Sache des Staates Oeſterreich am
beſten dadurch gedient, daß er Oeſterreich mit Napoleon aufs
engſte verband, ja ſogar nicht davor zurückſchreckte, die Tochter
ſeines Kaiſers, die Erzherzogin Marie=Luiſe, mit dem
franzöſi=
ſchen Emporkömmling zu verheiraten. So ſtach Metternich, der
kühl abwägende Realiſt, gegen Stein, Schill, Scharnhorſt, Lützow
u. a. ab. Aber Metternich verlor das große Ziel — die
Herbei=
führung des Sturzes Napoleons — nicht aus den Augen, die
eigene Kraft auf beſſere Zeiten aufhebend. Bis dahin arbeitete
er mit ſanfteren Mitteln. So nur iſt es zu verſtehen, daß
Metter=
nich in dem Feldzuge Napoleons gegen Rußland, den zu
verhin=
dern ſeinen Bemühungen nicht gelang, Oeſterreich als
Bundes=
genoſſen mit einer Unterſtützung von 30000 Mann auf
Napo=
leons Seite ſtellte. Aber im richtigen Augenblick — weder zu
früh, noch zu ſpät — legte Metternich nach der Kataſtrophe der
franzöſiſchen Armee im Winter 1812 das Gewicht Oeſterreichs in
die Wagſchale, ſo Oeſterreich die ausſchlaggebende Stelle im
Kon=
zert der europäiſchen Mächte ſichernd. In den zuerſt mit
Ruß=
land angeknüpften Verhandlungen erreichte Metternich mit
meiſterhafter Geſchicklichkeit, daß die Verbündeten, um Oeſterreich
zu gewinnen, ihm die weitgehendſten Zugeſtändniſſe machten.
Der große Sieg der Verbündeten über Napoleon in der
Völker=
ſchlacht bei Leipzig am 16. bis 18. Oktober 1813 wäre ohne
Oeſter=
reichs Beitritt zu Rußland und Preußen nicht möglich geweſen.
Immer deutlicher zeigte ſich nun aber Metternichs Politik,
die darauf hinzielte, nicht die Wiederherſtellung des im Jahre
1806 auseinandergefallenen Deutſchen Reiches wiederherzuſtellen,
ſondern durch Vergrößerung Oeſterreichs dieſem die
Vorherr=
ſchaft in Deutſchland und Italien zu verſchaffen. Metternichs
Verhandlungen mit den von Napoleon abgefallenen
Rheinbund=
ſtaaten und der erſte Pariſer Friede vom 30. Mai 1814, der
Frankreich ſeine Grenzen von 1792 mit Landau und dem
Saar=
becken ſicherte, laſſen dies klar erkennen; inſonderheit verſtand es
Metternich in genialer Weiſe, Preußens Siegeslauf und
an=
ſchwellende Macht zu hemmen.
Der „Premierminiſter der Koglition” war Metternich auf
dem „Wiener Kongreß”, der über die Neugeſtaltung der Welt
entſcheiden ſollte und deſſen Ergebnis für die Völker
unbefriedi=
gend war: Rußland wurde zu Land, England zur See allzu
mächtig, die Mißſtände der Türkenherrſchaft auf der
Balkanhalb=
inſel blieben unberückſichtigt, die Neuordnung der Verhältniſſe in
Italien und beſonders in Deutſchland — inſonderheit der „
Deut=
ſche Bund” — war unglücklich. Dadunch, daß Oeſterreich auf
ſeinen früheren Beſitz am Oberrhein verzichtete und ſeinen Beſitz
im Südoſten Deutſchlands ſo abrundete, daß es das ganze
Donaugebiet und die Oſtalpen beherrſchte, gab es ſeine
Anwart=
ſchaft auf eine Herrſchaft über Deutſchland auf und verzichtete
auf die Erneuerung der deutſchen Kaiſerwürde. Preußen, in
zwei Teile geteilt, reichte von der ruſſiſchen bis zur franzöſiſchen
Grenze und mußte in jeden kontinentalen Krieg verwickelt
wer=
den. Auch nach dem zweiten Parifer Frieden, der dem Siege
von Belle=Alliance oder Waterloo über Napoleon folgte, ließen
Rußlands und Englands Eiferſucht auf Deutſchland die Rückgabe
Elſaß=Lothringens nicht zu; nur Landau und das Saargebiet
mußte Frantreich abtreten.
Der „Wiener Kongreß” hatte zur Folge, daß das 19.
Jahr=
hundert die Beſeitigung oder Aenderung ſeiner Beſchlüſſe ſich
als wichtigſte Aufgabe ſtellte.
Metternich war der Schöpfer der politiſchen Größe
Oeſter=
reichs und ſeines Einfluſſes auf Deutſchland und Europa. Der
Fürſt=Staatskanzler Metternich hat nach dem Wiener Kongreß
noch über drei Jahrzehnte Oeſterreich und Europa regiert. Er
ſchritt lange von Erfolg zu Erfolg, beſtrebt, das „hiſtoriſch
Ge=
wordene” gegen das „Jakobinertum der neuen Idee” zu ſchützen;
lautete doch ſein von ihm ausgeſprochener Grundſatz; „daß
das=
jenige Volk, das in der Ueberzeugung, daß Umſturz der
Ord=
nung kein Uebel heile, ſondern nur vergrößere, in ſeinen
ge=
wohnten Formen einem nützlichen Erwerbe nachſtrebe und
alle=
zeit bereit ſei, der Obrigkeit zur Handhabung der Ruhe hülfreich
die Hand zu bieten, glücklicher ſei als ein Volk, das im Gefühle
des Unbehagens nur immer nach neuen Formen haſcht, die es,
nicht minder als die alten, abermals unbequem findet und
ab=
wirft und darüber ſeinen Erwerb vernachläſſigt und verarmt.”
Als im Jahre 1848 das Metternich’ſche Gebäude
zuſammen=
brach und Metternich gezwungen wurde, ſeine Entlaſſung zu
nehmen und zu fliehen, verfolgte ihn eine Flut von Haß aller
derer, die ſein Syſtem unterdrückt hatte. Aber diejenigen
wer=
den ihm gerechter, die heute ruhiger über ihn urteilen:
Metter=
nich, der Gegenſpieler Napoleons I., hatte gleich dieſem keinen
Sinn für jene Kräfte, die das nationale Werden der Völker
aus=
löſte. Den Leitſtern auf der Bahn ſeines ſchweren Berufes
bil=
deten: Gerechtigkeit, Ueberlegung und Vernunft; Metternich war
auch nicht der Reaktionär, für den er gehalten wurde, er war
vielmehr für eine großartige neue Idee empfänglich, freundete
ſich aber nur mit ſolchen Entwürfen an, die ihm für Oeſterreich
günſtig ſchienen; aber ihm fehlte die Kraft, gewiſſe Reformen,
deren Notwendigkeit er ſelbſt erkannte, durchzuführen.
Unbe=
dingt muß aber anerkannt werden, daß ſich manches, was er in
nationaler und ſozialer Beziehung durchſetzte, ſich ſchließlich als
ſegensreich erwieſen hat.
Fürſt Metternich hat ſich in einer Beziehung in ſeinen
poli=
tiſchen Berechnungen gründlich geirrt, als er, zuſammen mit
England, es durchſetzte, daß Preußen die Wacht am Rhein bezon.
Fürſt Metternich wöllte Preußen durch ſeine große Ausdehnung
— ſeine Grenzen berührten Frankreich und Rußland — ſchwächen.
aber Bismarck zog aus dieſer Metternich’ſchen Politik, durch die
Preußen die Verbindung von Rhein und Weichſel herſtellte, bei
der Errichtung des Deutſchen Reiches Nutzen.
Fürſt Metternich war kein deutſcher Nationalheld; aber im
Buche der Geſchichte wird ſein Bild verzeichnet ſtehen als
unbe=
ſcholtener, kluger und energiſcher Diplomat, der kraft ſeiner
über=
ragenden Stellung im Konzert der Mächte der größte
diploma=
tiſche Gegenſpieler des Emporkömmlings Napoleon war, den er
grimmig haßte.
In ſeinem Familienleben hat Fürſt Metternich, der auf den
Höhen des Lebens wandelte, viel Leid erfahren: er wurde dreimak
Witwer, und auch ſein älteſter, hoffnungsvoller Sohn ſtarb im
jugendlich=blühenden Alter. Von ſeinen ihn überlebenden drei
und drei Töchtern hat ſein Sohn Richard eine Rolle in
der Diplomatie geſpielt. Seinen eigenen Sturz im Jahre 1848
überlebte der alte Fürſt Metternich noch elf Jahre, ſich noch im
Privatdienſt des Kaiſers von Oeſterreich betätigend. Er ſtarb,
86 Jahre alt, im Jahre 1859 während des öſterreichiſch=
italie=
niſchen Krieges, deſſen unglücklichen Ausgang, der Oeſterreich
den Verluſt der Lombardei koſtete, ihm zu erleben erſpart
Ei.
blieb.
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Freitag, 8. April. 1: Neue Schallplatten. O 3.30: Stunde der
Jugend. „Verfehlter Beruf u. verpfuſchtes Leben”, Vortrag von
Frl. Loewe. — Für Kinder vom 12. Jahre ab. O 4.30:
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frauen=Nachmittag. „Mit vielem kommt man aus, mit wenig hält
man Haus”, von Henriette Fürth. O 5.45: Leſeſtunde: Aus „Goethes
Briefwechſel mit einem Kinde‟, O 6.15: Italieniſch. O 655: von
Königswuſterhauſen: „Das deutſche Genoſſenſchaftsweſen”, von Prof.
Stein. O 7.20- A. Auerbach: „Aus des Arbeiterdichters Heinrich
Lerſch neuem Schaffen” O 7.45: Ein neues Rhinozeros. — Eine
neue gefährliche Zuckerrübenkrankheit. — Probleme der
Kohlever=
gaſung. — Kohleverflüſſigung. Vortr.: Ing. Randewig. O 8.05:
Film=Wochenſchau. O 8.15: „Frühling”. Operette von R. v. Lehar.
Perſ.: Hedwig. Toni, Dichter. Komponiſt. Direktrice. Ort: Ein
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Freitag, 8. April. 1.10: Konzert. O 3.50: Aus dem Reiche
der Frau. O 4.15: Konzert. — Einl.: Otto Lillich. O 6.15:
Stunde der Technik. O 6.45: Uebertr. aus Karlsruhe: Dramat.
Funkſtunde. O 7.15: Prof. Hildebrandt: Kunſt und Handwerk
in der Vergangenheit. O 8: Philh. Orcheſter. Soliſtin: Gerda Hanſi
(Sopran). Glaß: Rokoko=Suite. — Pfitzner: Sonſt, Lied mit
Orch. — Tſchaikowsky: Die aufrichtige Schäferin. — Maſſenet:
Arie der Manon. — Strauß: Drei Stücke aus Roſenkavalier. —
Anſchl.: Dichter und Denker. „Gottfried Auguſt Bürger”, Einf.:
Paul Enderling. — Lieder und Balladen Bürgers. Aus dem
„Münchhauſen”. O 9.50: Letzte Nachrichten. — Anſchl.: Funkſtille
für Fernempfang.
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Freitag, 3. April. 3.30: Annie Juliane Richert: Der Stil
der reifen Frau. 6. 4: Dr. Wegner, Leiter des Berliner
Planetariums: Optiſche Erſcheinungen in der Atmoſphäre. O 4.30:
Kapelle Gebr. Steiner. Fucik: Florentiner=Marſch. — Mozart:;
Quv. La villanelle rapita. — Lehar: Luremburg=Walzer.
Mascagni: Fant. Cavalleria ruſticana. — Micheli: Serenade de
baci. — Braſe: Eſperance reverie. — Pagel: Schweden in Lied
und Tanz. — Morau: Happy hours, Boſton. — Meiſel: Singapore,
Tango O 6.25: Dr. Schirokauer: Die germaniſche Dichtform.
G 6.55: Prof. Dr. Stein: Das deutſche Genoſſenſchaftsweſen=
6 7.20: Dr. Jacobſohn: Die Bedeutung des Rundfunks für den
Geſunden und Kranken. O 7.45: Prof. Dr. Ebermayer: Das
künftige deutſche Strafgeſetzbuch. O 8.15: Rud. Kaſtner: Einf. zu
dem nachf. Orcheſterkonzert. O 8.30: Klaviervorträge. Scarlatti=
Sonate D=dur. — Couperin: Tictoc=choc. — Bach: Erſter Satz
aus dem italieniſchen Konzert. Präludium E=dur — Schumann=”
Des Abends. — Ravel: Jeux deaur. — Liſzt: Campanella.
(Winifred Chriſtie, Moor=Klavier mit zwei Manualen). O 9.15:
Schönberg: Pelleas und Meliſande, ſinfoniſche Dichtung op. 5.
(Funkorch.), O 10.30: Tanzkapelle Hoffmann.,
Königswuſterhauſen. Freitag, 8. April. 3: Dr. Fleiſchhauer:
Die auf den Menſchen übertragbaren Tierkrankheiten. O 3.30: Prof.
Dr. Amſel u. Oberſchull. Weſtermann: Einheitskurzſchrift für
Fort=
geſchrittene. O. 4: Red. Dr. Olden: Gedanken über das
Wochen=
ende. O 4.30: B. K. Graef: Die Kunſt des Sprechens. O. 5:
Vater Stratmann: Die Idee der katholiſchen Kirche O 6: Dr.
Trautvetter: Das neuzeitliche Motorrad. O 6.30: Lektor Mann:
„The downſide football club”, aus „Sport and games in England”.
6 6.55: Prof. Ph. Stein: Die Lage der Genoſſenſchaften. O 7.20:
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Nummer 98
Freitag, den 8. April 1927
Seite 93
Durch Andaluſien nach Madrid.
Die Spanienfahrt des Bayeriſchen Autoklubs.
Von Siegfried Dverſchlag.
Madrid, 2. April.
Von Tag zu Tag mehr wird dieſe Spanienfahrt des
Baye=
ſidchen Automobilklubs zur deutſchen Propagandafahrt.
Emp=
ſige in Rathäuſern. Begrüßungen und Verſicherungen, die auch
ann noch herzlich ſind, wenn man die Superlativa ſpaniſcher
I.==8drucksweiſe verkleinert. Bewunderung über den Aufmarſch
a—mſchöner, tadelloſer deutſcher Wagen. Dankſagungen für das
Unternehmen dieſer autotouriſtiſchen Expedition nach dem Süden
Enropas, — das ſind einige jener Eindrücke, die ſich täglich
m ederholen. Menſchenmaſſen bilden Spalier, wenn die deutſchen
Swanienfahrer die Ortſchaften paſſieren; hier und da gibt es
be=
ſäſtertes Jubeln und Klatſchen während der Durchfahrten.
Un=
dingeſſen bleiben wird allen der Empfang auf dem Schloß eines
imgliſchen Magnaten im nordöſtlichen Andaluſien, in Carmona.
t00 Einwohner hatte die Ortſchaft; alle, alle waren zur Stelle,
is die Deutſchen kamen. Und endlos, ununterbrochen, war das
fiü=atſchen und Jubeln, als die deutſchen Spanienfahrer den Ort
pſſtſſierten. Eine Kapelle ſpielte andaluſiſche Lieder, junge
Mäd=
hien tanzten andaluſiſche Tänze. Das „Viva Alemania!” erklang
in. Sevilla, in Carmona, in Cordoba — überall.
Sevilla rüſtet zur ſpaniſch=ſüdamerikaniſchen Ausſtellung. Der
Au 1sſtellungspalaſt — im mauriſchen Stil — und die einzelnen
Rweiggebäude der Ausſtellung ſind nahezu vollendet.
Fabel=
hü-ft, was hier an Geſchmack in hoher Kultur geſchaffen worden
m!. Wenn dieſe Ausſtellung in ihrem Innern die gleiche
kultu=
rülle und techniſche Höhe erreichen wird, wie in ihrer äußeren
Merfmachung, dann wird ſie zum Weltereignis werden. Dichter
und Sänger preiſen Sevilla als eine der ſchönſten Städte. Das
Anſichtsſache. Impoſant ſind die altehrwürdigen Bauten, iſt
ders Rathaus, äußerlich und innerlich, eng und winklig ſind die
Straßen; es bedarf äußerſter Vorſicht, um mit den breiten
deut=
ſogen Autos durch die ſchmalen Gaſſen hindurchzukommen, ohne
dye Hauswände zu rammen. In ſeiner Lage aber kann ſich
Seevilla mit Granada nicht vergleichen.
Wir deutſchen Autler ſind alle ehrlich erſtaunt über den
vor=
zu glichen Zuſtand der ſpaniſchen Landſtraßen. In den letzten
da ei Jahren, ſeit Primo de Riveras diktatoriſchem Regime, ſind
ſi= vorzüglich ausgebeſſert worden. Wer zwei Stunden lang
ſei=
inen Wagen ohne Kurve auf ſchnurgerader, faſt ebener Straße
diahinjagen laſſen will, der findet dazu auf der Straße
Valde=
turngs—Aranzuez ausgezeichnete Gelegenheit. Nirgendwo
Ort=
ſſchaften! Ringsumher Steppengebiet, bergerahmt, das an die
ſü druſſiſchen Steppen zwiſchen Wolga und Kaukaſus erinnert.
Aser landſchaftlich herrliche, ſtraßentechniſch vorzügliche
Berg=
ſiraßen kennen lernen will, der findet ſie in allen Teilen des in
ſuinen Landſchaftsbildern ſo außerordentlich abwechſlungsreichen
Apaniens.
Mit zu den größten Eindrücken kunſthiſtoriſcher Art gehörte
dier Beſuch der altehrwürdigen Moſchee in Cordoba. Und wenn
au ich nach Sturz der Herrſchaft des Iſlam dieſer köſtliche Bau
arabiſcher Kultur durch das Mittenhineinbauen einer
römiſch=
kurtholiſchen Kirche verkitſcht wurde, — impoſant, zum
unvergeß=
lichen Ereignis für jeden ſeiner Beſucher war und iſt er doch
ueid dennoch.
Die 450=Kilometer=Etappe von Cordoba nach Madrid führte
duurch Berge und Täler, durch Steppe und Olivenhaine (oh,
wie=
mrel proſaiſcher wirken doch dieſe plantagenmäßigen Olivenwälder
unid Anpflanzungen, als wir ſie uns ſeit Untertertia immer
vor=
gieſtellt haben!), durch dürres und durch wucheriſch=fruchtbares
Qand. Den langſameren Auslandswagen war ein zweiſtündiger
Arorſprung gegeben worden. Die Mercedes=Benz, der Simſon=
Seupra, der von Frau Schwarzmann außerordentlich ſicher und
ſ chneidig gefahrene Horch, der Andi — ſie folgten hinterher und
zeigten nach Tagen gemäßigter Kolonnenfahrt, was ſie an
vor=
züglichen Durchſchnittsleiſtungen zu ſchaffen vermögen. Zwiſchen
Cordoba und dem über 400 Kilometer entfernten Aranjuez wurde
trotz halbſtündiger Picknick=Raſt ein Durchſchnittstempo von über
50 Kilometer gefahren. Auch der in voriger Woche in Algeciras
defekt zurückgebliebene amerikaniſche Naſh=Wagen des Hern
Schlund=Leipzig hatte ſich inzwiſchen der Kolonne wieder
an=
ſchließen können. Drum erreichten alle Spanienfahrer die
Haupt=
ſtadt Madrid, wohin der Präſident des Bayeriſchen Autoklubs,
Major a. D. Czermak, auf ſeinem Selve, und Rittmeiſter Braun=
München auf ſeinem Mercedes=Benz in direkter Fahrt von
Deutſchland aus eingetroffen waren. Begrüßung im Königlich
Spaniſchen Autoklub .. Empfang auf der deutſchen Botſchaft
Fahrt nach Toledo, — das ſind jene offiziellen Veranſtaltungen,
die inzwiſchen ihre Erledigung gefunden haben.
Deutſche Autos werden bald zahlreicher in Spanien zu
fin=
den ſein. Die deutſchen Wagen bekannt zu machen, ſie in ihrer
Alltagsbewährung den Spaniern vorzuführen — dazu bietet dieſe
Spanienfahrt ausgezeichnete Gelegenheit, und der Reichsverband
der Automobilinduſtrie hat ſich nicht mit Ruhm bekleckert, wenn
er anfänglich gegen die Spanienfahrt Stellung nahm und ihr
ſpäter paſſiv gegenüberſtand. Der deutſche Wagen hinaus in die
Welt! — das muß wieder Loſung ſein, ſo, wie’s bis zum Auguſt
1914 der deutſchen Autoinduſtrie Loſung war. In Spanien ſind
nur ſehr wenige deutſche Fabrikate vertreten. Mercedes=Benz iſt
neben dem engliſchen Nolls=Royce und neben dem Hiſpano=Suiza
das begehrteſte Qualitätsfabrikat. Auch NAG wird in Spanien
gekauft. In allen Teilen des Landes ſieht man NAG= und Daimler=
Benz=Laſtkraftwagen, auch Büſſing=Laſtkraftwagen. Motorrad
wird ſehr wenig gefahren. Deutſche DKW=Maſchinen, im Preis
und in der Qualität den engliſchen und amerikaniſchen
Fabri=
katen ebenbürtig, beginnen ſich einzuführen. Von deutſchen
Reifenfabriken hat nur die Continental nennenswerten Abſatz.
Die Einfuhr deutſcher Perſonenwagen=Luftreifen wird durch die
Zollbeſtimmungen verhindert; wohl aber ſind Continental die
begehrteſten Laſtkraftwagen=Reifen. Der Fahrradmarkt wird von
franzöſiſchen Firmen beherrſcht; wohl aber hat ſich die
vielbe=
währte deutſche Torpedo=Freilaufnabe auch in Spanien gut und
erfolgreich eingeführt. Lokomotiven der Hanomag und Borſig,
Maſchinen der AEC, von Siemens, Anlagen von Bleichert,
Kugellager und Rollenlager von Fichtel & Sachs, chemiſche
Er=
zeugniſſe aller deutſchen Fabriken, Kölniſch Waſſer 4711 und
deutſche mediziniſche Apparate und Apothekerwaren findet man
überall. Zur Zeit ſind 400 Kraftautolinien in Spanien im
Be=
trieb. Auch die Einfuhr deutſcher Laſtkraftwagen wird durch den
Zollſatz von 0,75 Gold=Peſetas pro Kilogramm behindert. Höher
noch iſt der Zoll auf Einfuhr von Perſonenwagen; er beträgt
für Perſonenwagen bis 1200 Kilograum 0.90 Peſetas, bis 1600
Kilogramm 1,05 Peſetas, bis 2400 Kilogramm 1.15 Peſetas. Für
einen deutſchen 4= oder 6=Liter=Wagen iſt daher faſt das Doppelte
deſſen zu zahlen, was er in Deutſchland koſtet. Frankreich ſteht
an der Spitze der Auto=Einfuhrziffer nach Spanien.
In ſommerlicher Sonnenglut gings hinaus aus Madrid zu
jenem Flugplatz, auf dem täglich unendlich reger Flugbetrieb
herrſcht. Ueber 50 Flugzeuge ſtanden in Reih und Glied und in
den Schuppen, und ein halb Dutzend ſpaniſcher Militärflieger
trudelte ihre Maſchinen durch die Lüfte. Das Hauptintereſſe
aber konzentrierte ſich auf jene Junkers=Maſchine, die auf ihrem
Mittelmeer=Flug jüngſt hier eingetroffen war. In neun
Stun=
den war die Strecke Rom-Barcelona zurückgelegt worden, in
vier Stunden die Strecke Barcelong-Madrid. Ob ich mitſliegen
wollte über Madrid und über die Hochebene? Selbſtverſtändlich!
Und ſtaubaufwirbelnd jagte dies größte aller europäiſchen Land=”
flugzeuge über den ſandigen Flugplatz, war im Nu auf 300 Meter
Höhe ... nahm das Match auf mit zwei parallel fliegenden
ſpaniſchen Militär=Doppeldeckern . . . Vollgas! Der mittlere
600 P8 BIIM=Motor und die beiden 300 P8. Junkers=Maſchinen
jauchzten ihr Sturmlied . . . die Spanier blieben zurück" .
deutſches Schaffen zog ſeine ſieghafte Runde, über Spaniens
ſonnenbeſtrahlte Hauptſtadt, längs der Eishänge der
Guadar=
rama, über die Waſſer des Manzanares, über von Volltreffern
durchfurchtes Schießgelände ſpaniſcher Artillerie. Drunten im
der Tiefe Wahrzeichen alter Kultur und alter Begierde, neuen
Seins und neuen Werdens. Hier Kirchen und Klöſter, dort eine
mächtige Stierkampf=Arena . . . dann wieder modern angelegte
Pferderennbahn . . . Fußballſpielplätze . . . der moderne Palaſt
eines Clubhaus=Wolkenkratzers im Stadtinnern. Im Norden,
hochaufragend gegen tiefblauen Himmel, die Schneefirne der
Sierra de Guadarrama; unter uns im Tal ſonniger, blühender
Frühling. Vom heißen Flugplatz auf vereiſte Berghänge in
wenigen Minuten . . . Siegeszug der Technik des 20.
Jahrhun=
derts über Land und Luft!
Geſchäftliches.
Die Heilbarkeit der Haemorrhoiden.
Ob Haemorrhoiden ohne Operation zu heilen ſind oder nicht, wird
man immer von Fall zu Fall entſcheiden müſſen. Sicherlich kommt man
aber in ſehr vielen Fällen ohne einen operativen Eingriff aus. Gerade
in den Heilmitteln für Haemorrhoiden hat man in den letzten Jahren
bedeutende Fortſchritte gemacht, keines davon iſt jedoch von ſo
eigen=
artiger Zuſammenſetzung und läßt ſich ſo praktiſch handhaben, wie
Recto=Serol (Herſteller: Chem. Fabrik Merz & Co., Frankfurt a. M.).
Die Salbenmaſſe von Recto=Serol iſt in Waſſer löslich, und die darin
enthaltenen Heilſtoffe können deshalb eine tiefe, vollſtändige Wirkung
ausüben.
Um die Salbe leicht an die tiefliegenden, inneren Haemorphoiden
zu bringen, hat man eine Tube mit einem aufſchraubaren Anſatzrohr
aus Hartgummi erfunden. Drückt man auf die Tube, ſo tritt die Maſſe
durch das Rohr nach außen. Recto=Serol iſt infolgedeſſen vorzüglich
geeignet, auch die ſonſt ſchwer erreichbaren Stellen zu desinfizieren, die
Knoten zur Schrumpfung zu bringen und die Stuhlentleerung
ſchmerz=
los zu machen.
Oſtern ohne Kuchen. — Nein, das geht nicht und das läßt
ſich auch eine praktiſche Hausfrau nicht nehmen, zum Feſte zu backen.
Sie können es auch und werden die vielen Anregungen, die Ihnen das
neue, farbig illuſtrierte Oetker=Rezeptbuch, Ausgabe P. bringt,
will=
kommen heißen. Selbſt bei knappem Haushaltsgeld backen Sie nach
Dr. Oetkers Rezepten gut und preiswert. Das Buch iſt in allen
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ſchlägigen Geſchäften erhältlich.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkelt.
H. K. Altveteran. Der vom Reichstag bewilligte Ehrenſold (
Vete=
ranenſpende) für die Kriegsteilnehmer an den Feldzügen 1866 und
1870/71 beträgt zurzeit monatlich 25 Mk. jährlich 300 Mk. und wurde in
früheren Jahre nur an bedürftige Veteranen bewilligt. War Ihr Herr
Vater Kriegsteilnehmer von 1870/71, ſo hatte er ebenfalls Anſpruch auf
dieſe Spende. Ob dieſelbe nach dem Ableben des Altveteranen auch
den Hinterbliebenen (Frau, Kinder uſw.) weiter bewilligt wird, iſt
fraglich, da die Veteranenſpende nur auf den Inhaber der
Kriegsteil=
nehmer=Urkunde (und Militärpaß) bewilligt wurde. Genaue Auskunft
erhalten Sie auf dem Wohlfahrts= und Jugendamt (Abteilung „
Kriegs=
hinterbliebenen=Fürſorge‟).
nn.
Michelſtadt. Die 10 prozentige Erhöhung des Mietzinſes (
Friedens=
miete) iſt mit Wirkung vom 1. ds. Mts. eingetreten. Die Regelung
in der angefragten Richtung ſteht noch aus und erfolgt durch das
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft. Dieſe iſt abzuwarten.
A. H. Es handelt ſich ja wohl um eine Darlehenshypothek, die nur
in Höhe von 25 Prozent des Goldmarkwertes aufzuwerten iſt. Eine
Friſt iſt hier nicht vorgeſchrieben. Wenn die neu zu errichtende
Hypothek zugleich zur Abtragung des Aufwertungsbetrages beſtimmt
iſt, wäre es allerdings nicht nötig, die Aufwertungsſumme noch
hypo=
thekariſch eintragen zu laſſen. Letzteres geſchieht micht von Amts
wegen ſeitens des Grundbuchamts.
„Zwingenberg”. 1. Die Verſicherungsanſtalt kann ein
Heilver=
fahren dunchführen, wenn zu erwarten iſt, daß ein Heilverfahren den
Empfänger einer Invalidenrente wieder erwerbsſähig macht, 2. Nein=
3. Ja.
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TAeheheh8
Seumerngenee Tangten
Außerordentlich entwicklungsfähige Geſellſchaft ſucht zum weiteren
Ausbau ihrer wuchtigen Organiſation (Keine Verſicherung
Herren mit bedeutendem Werbetalent und großen organ.
ſatoriſchen Erfahrungen. Berückſichtigung find en können nur
Bewerber mit beſten Referenzen und Nachweis ü ber erfolgreiche
Tätigkeit. Geboten wird ſelten ausbaufähige, ge winnbringende
nud unabhängige Poſition. Ausführliche Bewerbungen uner
(*9567
A. 150 an die Geſchäftsſtelle dieſes Blattes.
MNummer 98
Freitag, den 8. April 1927
Sport, Spiel und Zurnen.
Der Sport des Sonntags.
Fußball.
Die Meiſterſchaftskämpfe in den Landesverbänden des Deutſchen
uusballbundes ſtehen vor dem Abſchluß. In wenigen Wochen ſchon
wer=
u. die 16 Mannſchaften, die den Endkampf um die deutſche Meiſterſchaft
unmehmen, feſtſtehen. Verſchiedene Mannſchaften haben ſich ſchon jetzt
ni die Endſpiele um die „Deutſche” qualifiziert. Auch
Süddeutſch=
um d. hat bereits zwei Vertreter ermittelt, den 1. F.C. Nürnberg, der
ſäder einmal Süddeutſcher Meiſter wurde, und die Sp.Vg. Fürth, die
e; zweiten Platz in der Tabelle der ſüddeutſchen Endſpiele belegte. Bei
el, ſüddeutſchen Meiſterſchafts=Endkämpfen geht es jetzt nur noch um den
rutten Platz, der allerdings immer noch heiß umſtritten iſt. Bei der
egenwärtigen Lage der Dinge dürfte die Entſcheidung in dieſer Frage
am Karfreitag im Spiele zwiſchen dem F.S.V. Frankfurt und dem
.If. L. Neckarau fallen. Aber der Sieger aus dieſen Kämpfen hat dann
oich den gewiß ſchweren Strauß mit dem Sieger aus der Runde der
eiten auszutragen, und da bei den „Zweiten” ſelbſt noch keine
Klä=
uurg erzielt werden konnte, ſtehen wir alſo noch vor intereſſanten
Ereig=
ig en. Am kommenden Sonntag ſpielen in der Runde der Meiſter:
Sp.Vg. Fürth gegen 1. F.C. Nürnberg,
V. f. B. Stuttgart gegen F. S.V. 05 Mainz.
Das Spiel in Fürth hat keine entſcheidende Bedeutung mehr,
au ja für beide Mannſchaften die Entſcheidung bereits gefallen iſt. Dennoch
pürd das Treffen immer noch ein großes Intereſſe haben, da es nun
im mal die beiden ſtärkſten ſüddeutſchen, wenn nicht deutſchen
Mann=
haften zuſammenbringt. Bei der Frage nach dem Sieger des Spiels
elakt man zunächſt an den 1. F.C.N. Einmal iſt der Klub gegenwärtig
olleder in einer ſehr guten Form und zum anderen iſt es den Fürthern
nuner ſchon ſehr ſchwer gefallen, gegen die Nürnberger zu gewinnen.
Süllbſt in Zeiten, in denen die Fürther der Papierform gemäß ſtärker
euti mußten als der Klub. Obwohl die Kleeblättler diesmal die Vorteile
ei; eigenen Platzes haben, beſitzen ſie nicht allzu große Siegesausſichten.
dnr Unterſchied in der Spielſtärke der beiden Mannſchaften iſt zuar nur
ou gering ober ſogar überhaupt nicht vorhanden, daß auch ein Sieg der
farther keine Ueberraſchung wäre, aber gefühlsmäßig gibt man doch den
ſenrrnbergern eher ein Plus, als ihrem Gegner.
Beim Treffen in Stuttgart erwarten wir die Schwaben in
Fuont. Sie haben zwar das Vorſpiel in Mainz 1:2 verloren, aber das
vll wenig beſagen. Bei den diesjährigen ſüddeutſchen Endſpielen iſt
at immer der eigene Platz von entſcheidender Bedeutung geweſen und
du die Stuttgarter diesmal daheim ſpielen, haben ſie ſchon von
vorn=
jarein die beſſeren Changen. Außerdem iſt aber auch zweifelsohne ihre
7umpfſtärke größer als die der Mainzer. Wir erſparten darum den
Gi f. B. in Front. Im übrigen hat Stuttgart den Sieg unbedingt
not=
vundig, um noch in den Kampf um den dritten Platz eingreifen zu
öninen. Die Ausſichten, den dritten Platz zu erreichen, ſind ohnehin
nütht mehr allzu roſig, da die Stuttgarter zwar an Punkten mit
Frank=
uirt und Neckarau ungefähr gleich ſtehen, aber auch noch den ziemlich
rſit sſichtsloſen Kampf gegen die Sp.Vg. Fürth in Fürth vor ſich haben.
Die Runde der Zweiten bringt folgende zwei Spiele:
Eintracht Frankfurt gegen Karlsruher F.V.,
V.f. R. Mannheim gegen München 1860.
Die beſten Ausſichten, Sieger dieſer Runde zu werden, hat fetzt
plötz=
ſich und überraſchenderweiſe der V. f. R. Mannheim. Man ſpricht zwar
da von, daß der V. f. R. zwei Punkte einbüßen ſoll, weil angeblich beim
Swiel gegen die Frankfurter Eintracht in Mannheim ein Spieler ohne
SSielerlaubnis mitgewirkt habe, jedoch iſt dieſer Fall ſcheinbar noch nicht
gunz geklärt. Mannheim muß noch gegen München 1860 und F.V. Saar=
Gurüchen — in beiden Fällen auf eigenem Platz — ſpielen. Saarbrücken
wrd der V. f. R. ziemlich ſicher ſchlagen. Dagegen muß er im Spiel
gugen München 1860 doch ſchon eine ſehr gute Leiſtung aufbringen, um
ſig greich zu bleiben. Nach den bisherigen Erfahrungen liegt aber doch
eit: Sieg des V. f. R. durchaus im Bereich der Möglichkeit. München
mirde in dieſem Falle „aus dem Rennen geworſen” ſein, während
Mann=
hrim klarer Favorit wäre. Ja, Mannheim könnte ſogar ſchon als Sieger
brttrachtet werden, wenn am gleichen Tage der gefährliche Konkurrent
ſarlsruher F.V. in Frankfurt von der Eintracht geſchlagen wird, was
ju auch nicht ausgeſchloſſen, ſondern durchaus möglich iſt. Die Eintracht
hitt in den letzten Spielen, ſo vor allem noch bei ihrem Sieg über
Mün=
chen 1860 bewieſen, daß ſie zu ihrer guten Technik auch allmählich die
er=
ferderliche Härte bekommen hat. Dagegen konnte der K.F.V. in ſeinen
laßten Spielen nicht gerade ſehr imponieren.
Die Aufſtiegsſpiele, werden in allen fünf Bezirken fortgeſetzt.
Mheinbezirk: Mannheim 08—Sp. Vg. Arheilgen. Germania
Fried=
rochsfeld—Pfalz, Ludwigshafen; Bezirk Rheinheſſen/Saar:
Germania Wiesbaden—Trier 05, Sportfreunde Saarbrücken-
Kreuz=
nach 02.
Im Reich werden in faſt allen Landesverbänden die Endſpiele um
due Verbandsmeiſterſchaften fortgeſetzt. — Das Auskand weiſt u. a.
dee Länderkämpfe Oeſterreich-Ungarn, Wales—Frland und Luxemburg—
Bordoſtfrankreich auf.
Leichtathletik.
Am 10. April werden in allen Landesverbänden der Deutſchen
Sport=
hiehörde die Verbandsmeiſterſchaften im Waldlauf ausgetragen. Die
ſſüäddeutſchen Waldlaufmeiſterſchaften finden unter
ſtar=
lier Beteiligung in Kaiſerslautern ſtatt. — Auch bei den Turnern gibt
48 Waldlaufmeiſterſchaften und zwar die der einzelnen Kreiſe. Der
grreis 10 (Baden) trägt ſeine Meiſterſchaften in Obergrombach (Baden)
Eus.
Radfahren.
Straßenrennen des Sonntags ſind „Glogau—Breslau” die
zweite Etappe des Großen Opelpreiſes von Deutſchland, Rund um
Mün=
aben und der Große Opelpreis der Pfalz.
Pferdeſport.
Galopprennen gibt es am Sonntag in Karlshorſt, Magdeburg,
Mühl=
eim/Duisburg, München /Riem, Hamburg/ Farmſen und Paris.
Fußball.
Eintracht 1.—V. f. R. 1.
Nachdem nunmehr die Verbandsſpiele zum Abſchluß gelangt ſind,
treten wir in die Phaſe, der Privatſpielzeit über. Als erſten Gegner
ampfängt Eintracht am Samstag abend auf dem Platze am Finanzamt
ſie 1 Mannſchaft des V. f. N. Die Stärke der V. f. R.=Mannſchaft iſt
ſeinreichend bekannt. Es iſt mit einem intereſſanten Kampfe zu rechnen.
— Infolge Spielverbots am Sonntag, den 10. April, dürfte dieſes Spiel
ſtür den Ausfall reichlich Erſatz bieten. Spielbeginn 5½ Uhr. Der
Be=
nuch iſt zu empfehlen.
Sportverein Lengfeld—Sportverein Goddelau 13:1.
Der neue B=Meiſter des Bezirks I im Gau Bergſtraße hatte ſich am
Sonntag, den 3. April 1927, ſeinen Namensvetter aus Goddelau
ver=
ſoflichtet. Auf das Spiel näher einzugehen, erübrigt ſich, da die
Godde=
kauer Gäſte, die nur mit 9 Mann erſchienen, gegen die gut disponierten
WDengfelder nur ſchwache Leiſtungen zeigten. Ueberaus ſchwach war die
ſHintermannſchaft und beſonders der Torwart, der mindeſtens 5 Tore
werhindern mußte. Aber immerhin hat Goddelau das Ehrentor ver=
Sient, da der Torſchütze der beſte Mann der Mannſchaft war. Zu
er=
wwähnen iſt noch, daß die Gäſte trotz der hohen Niederlage immer den
portlichen Anſtand wahrten und auch in dieſer Beziehung einen ſehr
eguten Eindruck hinterließen. — Am 1. Oſterfeiertag hat ſich der
Sport=
werein Lengfeld eine kombinierte Mannſchaft der Liga und Ligareſerve
ſSes Sportklubs Viktoria” Griesheim verpflichtet, worauf heute ſchon
ſan dieſer Stelle hingewieſen wird.
Repräfentativſpiele.
Für das Ende der diesjährigen Spielzeit ſind noch einige
Reprä=
ſſentativ=Fußballkämpfe vereinbart worden, die den Saiſonſchluß etwas
Abeleben werden. Norddeuſchland ſpielt am 15. Mai in Leeuwaarden
ngegen Nordholland. Anſchließend haben die Norddeutſchen noch drei
ggroße Spiele vor, und zwar am 26. Mai in Leipzig gegen
Mitteldeutſch=
land, am 29. Mai in Breslau gegen Südoſtdeutſchland und am 19. Juni
ſtin Frankfurt a. M. gegen Süddeutſchland. Weſt= und
Mit=
teldeutſchland haben für den 1. Mai ein Spiel nach Dortmund vereinbart.
Automobilſport.
Keine „6000 Kilorneter der Induſtrie‟ 1927.
Die große Leiſtungsprüfung für Tourenwagen, die unter dem
Namen „6000 Kilometer der Induſtrie” für die Zeit vom 18. bis 24. Juli
vom Automobilklub von Deutſchland (A. v. D) geplant, war, iſt für
dieſes Jahr abgeſagt worden, da die Induſtrie eine Beteiligung ab=
FeFafh=
Kegeln.
Sport= und Werbewoche der „Zwölfer, T. G.D. 46‟.
Höchſtleiſtungen, die am 6. April erzielt worden ſind:
Ehrenbahn: Reichert (Zwölfer) 61, Sattler (Zwölfer) 56, Schroth (Haſſia)
55, Hahn (Kranz) 54.
Werbebahn: Kehr 30, Erbes (L.9.) 27.
Induſtriebahn: Erbes (K.K. 11) 29, Becher (Bürgerverein) 29.
Damenbahn: Frau Thümmel (Rollendes Glück) 20, Frl. Bäumer (
Rollen=
des Glück) 20, Frau Reichert (Goldene Kugel) 19.
Verlängerung der Sport= und Werbewoche.
Des Palmſonntags wegen darf am Sonntag nicht gekegelt
wer=
den. Die Sportwoche iſt daher bis 13. April einſchließlich verlängert
worden. Preisverteilung und Jubelfeier am 13. April, abends 8½ Uhr,
im Kneipſaal der Turngemeinde.
Darmſtädter Keglerverband. Verbandsklubmeiſterſchaft.
Die für 10. April 1927 vorgeſehenen Schlußkämpfe um die
Verbands=
klubmeiſterſchaft müſſen verſchoben werden, da am Palmſonntag nicht
ge=
kegelt werden darf. Sie finden nunmehr am 24. April (Sonntag nach
Oſtern) ſtatt.
Gelegentlich der Schlußkämpfe um die Bezirksmeiſterſchaft hatte der
Verband Höchſt a. M. Nebenbahnen=Preisbahnen laufen laſſen. Nach den
jetzt bekannt gewordenen Ergebniſſen hat Kegelbruder Grün, Mitglied
des hieſigen Verbandes, mit 38 Holz bei 5 Kugeln den 3. Preis errungen.
Leichtathletik.
Sprinter= und Springerkurſus im Frankfurter Stadion.
Die intenſive Vorbereitungsarbeit für die Amſterdamer Olympiade
wird durch die Deutſche Sportbehörde in dieſen Tagen durch einen
wei=
teren Kurſus der Sprinter und Springer im Frankfurter Stadion
fort=
geſetzt. Mit Ausnahme von Altmeiſter Houben=Krefeld, der ja auch für
die Olympiade leider kaum noch in Frage kommen wird, ſind alle von
der D.S.B. eingeladenen Kurzſtreckenläufer und Springer in Frankfurt
eingetroffen. Neu hinzu kam noch der gut veranlagte Frankfurter
Wag=
ner. Außerdem tauchte plötzlich noch Weltrekordmann Dr. Peltzer auf,
der ja nicht nur ein großer Mittelſtreckler, ſondern auch ein guter
Sprin=
ter iſt. Dr. Peltzer richtet ſich aber diesmal in Frankfurt für ſich einen
Spezialkurſus ein, er widmet ſich mit beſonderem Fleiß dem 400=Meter=
Hürdenlaufen. Hierbei zeigt er ſchon jetzt eine recht gute Form und auch
eine Verbeſſerung ſeiner Hürdentechnik ſoll unverkennbar ſein. — Die
übrigen Sprinter und die Springer werden unter Waitzers Leitung
fleißig geſchult. Bei den Sprintern ſteht Altmeiſter Rau=Charlottenburg
und bei den Springern der Hamburger Schumacher dem Reichstrainer
zur Seite. Der Lehrgang weiſt diesmal wieder einige Bereicherungen
auf. Im allgemeinen hat er aber natürlich die alte Ordnung. Bei dem
praktiſchen Teil auf der Laufbahn ſielen beſonders angenehm die
wert=
vollen Startübungen nach fremdſprachlichen Kommandos auf. Ein guter
Start iſt bekanntlich oft ein gewonnener Lauf und darum iſt auch die
be=
ſondere Pflege des Startens durch Waitzer zu begrüßen. Im übrigen
iſt zu bemerken, daß Waitzer — entgegen anderen Meldungen — von
ſeinen alten Lauftheorien nicht abgewichen iſt.
Die in Frankfurt verſammelte Elite unſerer Sprinter und Springer
macht durchweg den beſten Eindruck. Nur Corts, der ja jetzt für Berlin
ſtartet, erweckte den Eindruck, als ſei ſeine Geſundheit nicht vom Beſten.
Er war jedenfalls ſchon einmal weſentlich friſcher. Zu befürchten iſt bei
Corts auch noch immer, daß ſich ſein alter Muskelriß wieder bemerkbar
macht, und tritt dieſer wieder auf, dann iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß
eine unſerer größten Hoffnungen für Amſterdam geſtrichen werden muß.
Internationales Frauenſportfeſt in Berlin.
Für den 12. Juni ſind dem S.C. Charlottenburg internationale
leichtathletiſche Wettkämpfe für Frauen genehmigt worden, die, nach den
bisher getroffenen Vorbereitungen zu urteilen, weit über den Rahmen
der bisherigen Veranſtaltungen auf dieſem Gebiete hinausragen. Bei
den Verhandlungen mit dem Ausland hat man natürlich in erſter Linie
die Nationen berückſichtigt, die auf frauenſportlichem Gebiete an
vorder=
ſter Stelle ſtehen. Die Abmachungen ſind ſchon ſoweit gediehen, daß
man mit Sicherheit auf die Teilnahme von Bewerberinnen aus
Schwe=
den, Oeſterreich, Frankreich, England, Tſchechoſlowakei und Polen
rech=
nen kann.
Geite 19
Motorſport.
Wiesbadener Automobil=Wettbewerb
verbunden mit der Bergprüfungsfahrt „Hohe Wurzel” und der
Geſchwin=
digkeitsprüfung „Rund um den Neroberg”.
Das Büro des Organiſationsausſchuſſes obiger Veranſtaltung, für
deren kraftwagentechniſchen Teil der Wiesbadener Automobil=Club E. V.
und für deren kraftradtechniſchen Teil der Allgemeine Deutſche
Automo=
bil=Club E. V., München, vertreten durch ſeinen Gau 3a, Frankfurt am
Main, verantwortlich zeichnet, teilt uns mit, daß die diesjährige
Auto=
mobil=Woche vom 21. bis 26. Mai 1927 ſtattfindet. Die
Geſamtveran=
ſtaltung zerfällt für Kraftwagen in fünf Teile, während Krafträder zu
allen Wettbewerben mit Ausnahme der Schönheitskonkurrenz zugelaſſen
ſind. — Für den 21. Mai 1927 iſt als Auftakt zu dem großzügig
aufge=
machten Wettbewerb die im Vorjahr bei den Teilnehmern ſehr beliebte
Sternfahrt über mindeſtens 250 Km., die hoffentlich unſere alten
Gön=
ner und Freunde wieder zahlreich in das Weltkurbad Wiesbaden führen
wird, ausgeſchrieben. — Als 2. Veranſtaltung ſchließt ſich der
Schönheits=
wettbewerb auf unſerem für ſolche Konkurrenzen glänzend geeigneten
Kurhausplatz an. Auf dieſem findet Nachmittags desſelben Tages,
Sonn=
tag, den 22. Mai 1927, die Geſchicklichkeitsprüfung ſtatt, die wiederum
neben bewährten Aufgaben neue Aufgaben, entnommen dem
Straßen=
verkehr, bietet. — Wie im Vorjahre, ſo kommt chronologiſch an nächſter
Stelle die Bergprüfungsfahrt „Hohe Wurzel”, die dieſes Jahr zum
fünf=
ten Mal ausgefahren wird. — Am letzten Tage des Wettbewerbes,
Don=
nerstag, den 26. Mai (Himmelsfahrtstag), wird die anerkannt überaus
ſchwierige Geſchwindigkeitsprüfung „Rund um den Neroberg” auf ihrer
12,5 Km. langen Rundſtrecke ausgetragen. Verſchärft iſt dieſe Prüfung
dadurch, daß die Fahrer bedeutend mehr Runden wie im Vorjahre zu
abſolvieren haben — Teilnahmeberechtigt an den beiden letztgenannten
Prüfungen des Wettbewerbes ſind bezüglich Kraftwagen nur Inhaber
der Internationalen Fahrer= und Bewerber=Lizenz, bezüglich der
Motor=
räder Inhaber der Internationalen oder Nationalen Straßen=Lizenz der
D.M. S. — Für dieſe beiden letzten Prüfungen ſtehen beſonders
koſt=
bare Ehren= und Wanderpreiſe, darunter die beiden Wanderpreiſe der
Stadt Wiesbaden, zur Verfügung. Wie ſtets, ſo iſt es auch diesmal das
Beſtreben der Veranſtalter, Bewerber und Fahrer muſtergültigen,
ſeriöſen und abwechſlungsreichen Sport zu bieten. — Die Kurverwaltung
der Stadt Wiesbaden und das Staatstheater haben für die während der
Automobilwoche anweſenden Gäſte beſondere künſtleriſche Darbietungen
vorgeſehen, die ſicher allen Anſprüchen der Kurgäſte gerecht werden. —
Die Ausſchreibung für den Wettbewerb iſt inzwiſchen allen intereſſierten
Kreiſen zugegangen. Etwaige Anfragen ſind zu richten an das Büro des
Organiſations=Ausſchuſſes des Wiesbadener Automobil=Wettbewerbes,
Wiesbaden, Moritzſtraße 6, Fernſprecher 4801.
Sportliteratur.
Schwimmen.
Neuer Olympia=Vorbereitungskurfus.
Zu einem weiteren Olympia=Vorbereitungskurſus der deutſchen
Extraklaſſe im 100= und 200=Meter=Freiſtilſchwimmen hat der Deutſche
Schwimmverband für die Zeit vom 16. bis 18. April nach Magdeburg
Berges, Buchmeier, Derichs, Gubener, Herbert Heinrich, Heitmann,
Neitzel und Schubert eingeladen Gleichzeitig ſoll auch ein
Trainings=
kurſus für die deutſche Waſſerballmannſchaft abſolviert werden.
„Humor beim Turnen”,
Scherzübungen Scherzſpiele der turnenden Jugend in Schule und
Verein, von Otto Wipper, zweite vermehrte und verbeſſerte Auflage,
Wilhelm Limpert=Verlag, Dresden=A. 1, Preis 1,80 RM. Auch die
Früchte des Turnunterrichts gedeihen unter dem lachenden Himmel des
Humors am beſten. Viele Turnlehrer und Vereinsturnwarte ſind zu
der Ueberzeugung gekommen, daß durch Einlegung von Scherzübungen
der Turnunterricht für die Jugend anregender und erfolgreicher geſtaltet
wird. Eine herrliche Anleitung dazu bieten das neu erſchienene
Büch=
lein „Humor beim Turnen”. Iſt das Büchlein ſchon in der 1. Auflage
beliebt geworden und hat eifrige Benutzung erfahren, ſo wird es in
neuer Geſtalt erſt recht ſeine Brauchbarkeit beweiſen. Textliche
Ergän=
zungen, die vor allem Nachahmungsbewegungen und Spielübungen
be=
treffen, und eine Reihe ſehr guter Bilder wurden neu aufgenommen.
Die Uebungen ſind für Knaben und für Mädchen. Nicht nur den
Turn=
ſchülern, ſondern auch dem Turnlehrer wird dadurch die Turnſtunde
zum Genuß und zur reichen Abwechſlung. Das Büchlein kann beſtens
empfohlen werden. Es koſtet bei 72 Seiten Umfang mit 30 Bildern
kar=
toniert 1,80 RM. und iſt in jeder Buchhandlung oder direkt beim
Wil=
helm Limpert=Verlag, Dresden=A. 1, erhältlich.
Der „Fußballtaſchenkalender 1927"
iſt nun im vierten Jahrgange erſchienen. Die Geſchichte des Fußballes
lebt in dieſem geſchmackvollen Taſchenbuch in Wort und Zahl. Statiſtiken
aller Art, von den Kämpfen der niedrigſten Klaſſen bis hinauf zur
deut=
ſchen Meiſterſchaft führen den Gebraucher in das tiefſte Weſen des
Fuß=
ballſportes ein und wecken in ihm das Intereſſe und Verſtändnis zu
allen Vorgängen, erläutern ihm die Regeln und Beſtimmungen. Die
einzelnen Tabellen geben ihm Gelegenheit, ſie ſelbſt weiter zu führen,
um ſich ſomit jederzeit über alle Ereigniſſe auf dem Laufenden zu halten.
Auch die Leichtathletik kommt gebührend zu Wort. Wie im erſten Teil
finden ſich auch hier die deutſchen Rekorde. Weltrekorde ſowie eine Fülle
ſonſtigen intereſſanten und belehrenden Materials, das den Kalender
zu einem wahren Univerſum macht, wie es für jeden
Sportsintereſſen=
ten — ob aktiv oder paſſiv — unentbehrlich iſt. Der Preis des
Taſchen=
buches einſchließlich Verſandgebühren beträgt 2,70 Mk. und iſt durch den
Verlag des Fußball=Taſchenkalender, Mainz, Lotharſtraße 2, zu beziehen.
4
Fautmutige SeRa/t
detzt hat man in unſerer Jürbei auch den Bauchtans
verboten! Bloß die Giaurs im Abendland ſollen ihn noch
(chauen, durfen! Und ich foll dieſes Stück echtelten Orient-R
auch noch mit ausrotten helfen? Maſchalla! Allah behutte!
In allen Natanas loll ich herumrennen als geplagter-
Nachtwächter und revidieren, daß man dem Befehle folgt-!
Aber geſtern war da ein Fe/t bei Halil Said Cfendi,
dem reichen Seidenhändler, und da lollte die ſuße Meliha
Oſchemil Hanum tanzon. Als ich’s gerade zum Cntſetzen,
meines Freundes Chfendi -erbieten, vollte,bläft mir die Janum
einen herrlichen Duft ins Geſichk; und euährend mir die Sinne
vor dielem unerhörten Aroma sverschen avollen, flültert lie.
O
leiſe,beitrickend.
Freilinc-Austel
Zu S
Da rauch lie lieber, braver, göttlicher Nachtſchutzmanm!
Kannit ſoeiel haben,vie Dusvillt, nur laß mich unſere Gäſte erfretten!“
„UOer bann den Reizen einer GFreiling-Ausleſe nuideriſtehen7 „Das gcht mich.
die Regierung und ihre Antibauchtanz.-Uerordnung an ? Später leiltete mir die entzucken.
de Hanum in meiner Ccke auf dem Divan beim Czenuß dieſer auserleſenen, Zigarette‟
Geſellſchaft‟! Uor dem uunderbaren Gechmack einer Greiling gibt es nichts „ das einem
nicht verzeihlich erſchiene ! Selbik"apa Remal zuurde mir -erzeihen!
Ollun.! Und io gechche es"!
U
Nummer 98
Freitag, den 8. Aprik
batte
Die Textilrohſioffmärkte.
Auf den Textilmärkten machte ſich in den Wochen eine entſchiedene
Tendenz zur Preisbefeſtigung geltend. Beſonders auf den
Flachsmärk=
ten hat ſich eine Wandlung der Dinge vollzogen. Während vor nicht
allzu langer Zeit noch die ſinkenden Preiſe den Plänen eines
oſteuro=
päiſchen Flachskartells Vorſchub zu leiſten ſchienen, hat ſich nunmehr
die Situation derart geändert, daß die geſteigerte Nachfrage kaum
be=
friedigt werden kann. Auf den lettiſchen und ruſſiſchen Flachsmärkten
lag ſo gut wie kein Angebot vor. Von ſeiten der Bauemn ſcheint man
die Flachsbauprogramme der Regierungen ſabotieren zu wollen, wenn
nicht eine durchgreifende Preiserhöhung bewilligt wird. Die
Flachs=
märkte im Weſten Europas verkehrten bei lebhaften Umſätzen in feſter
Preistendenz. Der Mangel an Rohware wird allgemein fühwbar und
macht ſich um ſo unangenehmer bemerkbar, als in den wichtigſten
In=
duſtriezentren eine nicht unweſentliche Belebung des Geſchäfts zu
ver=
zeichnen iſt.
Die Preiſe für Rohbaumwolle ſind mit einer vorübergehenden
Unter=
brechung in der zweiten Dezomberhälfte ſeit Mitte November langſam
geſtiegen. Die Tatſache, daß der amerikaniſche Schluß=
Entkörnungs=
bericht rund eine halbe Million Ballen weniger meldete, als die letzte
Ernteſchätzung betragen hatte, beſtärkte den Markt in ſeiner feſten
Stim=
mung. Die feſte Tendenz gilt für alle Baumwollprovenienzen. Die
Stimmen, die von einer Preisſenkung auf das Vorkviegsniveau
ſpre=
chen, werden immer ſeltener, dagegen bereitet man ſich teilweiſe ſchon
auf ein weiteres Steigen der Preiſe vor. — Die qualitative
Verſchlech=
terung der nordamerikaniſchen Baumwollernte hat im März durch zwei
Ereigniſſe gewiſſermaßen „amtliche” Beſtätigung erfahren: Die in
Waſhington tagende Standardskonferenz ſah ſich genötigt, die Reihe
des offiziellen Standards durch zwei Grade für minderwertige
Baum=
wolle zu erweitern. Und: Die Bremer Baumwollbörſe hat die
offi=
zielle Notierung „volſtapelige” Baumwolle aufgenommen. Während
bisher dieſe Sonderklauſel in den Verträgen gewiſſermaßen mur geduldet
wurde, hat der durchſchnittlich ungenügende Stapelausfall in den
letz=
ten Jahren die urſprünglich inoffizielle Ausnahme zur Regel gemacht.
Nunmehr erzwangen die Verhältniſſe die offizielle Anerkennung. Die
Preiſe für Jute waren im Monat März durchweg feſt. Trotz einer
Rekordernte war das Angebot an guten Qualitäten gering. Die
Um=
ſätze blieben ſehr gering, und trotzdem konnten ſich die hohen Preiſe
halten. In indiſchen Kreiſen betrachtet man die Saiſon bereits als
ge=
ſchloſſen, da die noch zu erwartenden Anküinfte qualitativ nicht mehr
in Betracht kommen. Selbſt die Seidenmärkte, die ſeit einem halben
Jahr faſt dauernd ſchwache Preiſe auſwieſen, erfuhren zu Mitte März
eine Befeſtigung. In der Hauptſache hat wohl die ſteigende Tendenz
der übrigen Tertilrohſtoffe die Preiserhöhung ausgelöſt, dann aber iſt
auch der Beſchäftigungsgrad in den wichtigſten Seideninduſtriezentren
beſſer geworden. Für Rohwolle wurde durch die Mitte März begonnene
Londoner Wollauktion die Beſtätigung der bereits auf der letzten Auk= Donnersmarckhüte. 141.—
tion beobachteten feſten Tendenz gegeben. Preiserholungen von 5 bis
7½ Prozent bildeten bereits den Auftakt der Verſteigerung. Obwohl Elektr. Lieferung. „ 1209.— 211.— MRütgerswerke :.... 1143.,5 144.—
eigentlich das Rohſtoffbedürfnis der wollverarbeitenden Induſtrien nicht
ſonderlich dringend erſcheint, konnten beſonders erſtklaſſige Loſe bei
ſcharfer Konkurrenz der Käufer abgeſetzt werden. Trotzdem nach
Mei=
nung namhafter Wollfachleute Preiserhöhungen eigentlich keinen direkten
Grund finden, verhinderte doch die allgemein optimiſtiſche Stimmung
eine Ermäßigung der Preisforderungen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Famhan d. M. aark.
Infolge der jetzt auf dem Geldmarkt eingetretenen Entſpannung,
ſo daß man damit rechnen zu können glaubt, daß der Medio keine
Schwierigkeiten mehr bereiten wird, eröffnete die Börſe ſehr feſt. Im
Verlaufe kam aber auf einzelnen Marktgebieten ſehr viel Material
her=
aus, ſo daß die erzielten Kursbeſſerungen — wie bei J.=G.
Farben=
induſtrie — wieder vollkommen verloren gingen. Andere Papiere ſetzten
ihre Steigerung ununterbrochen fort, was beſonders für die
Elektro=
werte gilt, für die große Nachfrage auf die fortgeſetzt günſtig lautenden
Lageberichte aus der Elektroinduſtrie ſtimulierten. A. E. G. gewannen
3 Prozent, Bergmann 2 Prozent, Siemens u. Halske 6 Prozent und
Schuckert 21 Prozent. Chemiewerte blieben unverändert, ebenſo die
Schiffahrtsaktien. Auf dem Bankenmarkte entwickelte ſich im Verlaufe
etwas Geſchäft bei anziehenden Kurſen für Dresdener und Danatbank.
Von den Montanwerten waren nur Harpener ſtärker gefragt und 4
Prozent höher, daneben konnten auch Rheinſtahl noch etwas gewinnen.
Riebeck und Stahlverein eröffneten etwas niedriger. Kaliaktien auf den
ſtark geſtiegenen Abſatz 3 Prozent höher. Bauunternehmen unverändert
unverändert; von den Ausländern zogen Ruſſen die Aufmerkſamkeit
auf ſich, angeblich, auf die erhöhte Staatsgarantie. Später wurde das
Geſchäft etwas kleiner, die erzielten Kursgeminne konnten aber
größten=
teils behauptet bleiben. Tägliches Geld 5 Prozemt.
Die Abendbörſe blieb feſt behauptet, eine beſondere Steigerung
erfuhren die Elektrowerte. Im übrigen notierten Harpener 265,75,
Mansfeld 1885, Ilſe 339. Mannesmann W3, Rheinbraun 332, Rhein= darin zu ſuchen ſein, daß am offenen Geldmarkt die Zinsſätze ſtiegen.
ſtahl 247, Danat 293, Commerzbank 225. Deutſche Bank 196,5,
Dres=
dener 199,75, Metallbank 161. AGG. 179 75, Licht und Kraft 2157o,
Schuckert 192,75, Siemens u. Halske 308, Farbeninduſtrie 325,B.
Holz=
mann W2ſe, Zelſtoff Waldhof 281, Scheideanſtalt 240, Holzverkohlung
90. Verein für chemiſche Induſtrie 130, Klehzer 140,5, Bingwerke 32,
Goldſchmidt 158.
Im Abenddeviſenverkehy nannte man London-Paris
12401, gegen Mailand 101,60, gegen Holland 12,14. gegen Madrid
N.50, gegen Zürich 25,25½4, gegen Oslo 18,70, gegen New York 4,8580,
Pfunde gegen Mark 20,49ſg, Dollar gegen Mark 4,2190.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 7. April.
Eine Anregung gaben der Börſe Spezialbewvegungen und in ekſter
Linie die weitere Entſpannung des Geldmarktes. Der Satz für
Tages=
geld wurde daher erneut auf 5 bis 7 Prozent herabgeſetzt, bei einzelnen
großen Inſtituten war auch hierunter anzukommen. Monatsgeld lag
mit 6½ bis 734 Prozent gleichfalls leichter. Für Warenwechſel mit
Großbankgiro beſtand mit 4’s Prozent Nachfrage. Im Deviſenverkehr
bröckelten Lira, Peſeta und die norwegiſche Krone leicht ab, indem ſich
London gegen Mailand auf 101½, London gegen Madrid auf 27,/47 nach
27,52 und London gegen Oslo auf 18.,76 ſtellte. Der rumäniſche Lei
be=
feſtigte ſich nach dem mehrtägigen Rückgang dagegen auf 3.17 gegen
Yürich. Der Dollar notierte in Berlin mit 4,2197 etwas höher. Im
einzelnen eröffnete die Börſe faſt durchweg mit mehr oder weniger
er=
heblichen Befeſtigungen, die ſich ſpäter teilweiſe noch weſentlich
er=
höhten. Außer Montanaktien hätten dabei ſpeziell Elektroaktien feſtene
Kurſe und durchſchnittliche Gewinne von 1½ bis 2½ Prozent, in den
Spitzenaktien von ſtärkerem Ausmaße. Bemerkenswert war das
In=
tereſſe für Bauwerte, unter denen Holzmann hervortrat. Löwe ſetzten
faſt 9 Prozent höher ein. Auch Kaliaktien konnten ſich kräftig heben.
J.=G. Farbeninduſtrie 329½ feſt, aber eher vernachläſſigt.
Charlotten=
burger Waſſer zogen um 334 Prozent an, da mit Beſtimmtheit von
be=
vorſtehenden Transaktionen verlautete. Oſtwerke und Schultheiß hatten
ihren Anfangsgewinn von je 5 Prozent. Schiffahrtsaktien beachtet.
Namentlich HamburgSüd. Banken feſt. Danatbank pl. 3½ jedoch
Mitteldeutſche 4 Prozent. Von Auslandswerten ſtellten ſich Kanada
3 Prozent höher. Ablöſungsanleihe 24,60.
Im weiteren Verlauf der Börſe wurde das Geſchäft in den zunächſt
favoriſierten Papieren ſtiller. Die Spekulation neigte zu
Gewinn=
mitnahmen. Die Anfangskurſe bröckelten daher leicht ab, doch blieb die
Grundtendenz im ganzen trotz 1—2prozentiger Abſchwächungen
wider=
ſtandsfähiger. Die Feſtſetzung des Reichsanleihekurſes erfolgte wieder
mit 91 Prozent.
7. 4.
6. 4.
6 4.
7. 4.
250.*
Aſchaffb. Zellſtoff. 183.5 185.— IHemoor Zement. /247.—
114,5 115.—
Augsb.=Nürnb. Maſch /148.25 149.5 birſch Kupfer
141s.*
Bamag=Meguin:..I 65.— 66.— Höſch Eiſen..
217.25
218.— 218,5 Hohenlohe Verke .. 29,6
Bank el W. ....
29.25
Berlin,KarlsruheFnd 105. 75 105.5. lKahla Vorzellan ..:1140.25 1422
Braunkohl.=Briketts. 234.75 1225 75 Lindes Eismaſch.
1185.— 185.,5
Bremer Pulkan zuz: /142,5 142,5 Lingel Schuh. .
188.5 89.875
Bremer Bolle.
203.— 1202.5 Linke u. Hofmann: 1101—— 104.—
Deutſch.=Atlant. Tel. 125,625/123,25 18. Loewe u. Co.. ... 375.—
381.—
147.—
Deutſche Maſchinen: 125.875/125.875C. Lorenz ...
147.25
13.125/ 13.5 MNiederlauſitzer Kohle /218.—
Deutſch=Nieb. Tel.:
222.—
Deutſche Erdöl...
191.5 1193,5 Nordd. Gummi.
Deutſche Vetroleum. 90.— 90.— Drenſtein. . . . ..../137.— 136.—
Dt. Kaliwerke. — 160.— 158,75 Rathgeber Waggon :1114.—
114.—
— Rombacher Hütten.
Oynamit Nobel. .... 157.25 160.— MRoſitzer Zucker. . ...) 98.— 95.—
J. 0. Farben ..
326.25 328.— lSachſenwerk . .... 134.—
131.—
R. Friſter. ....
1162,5 165.—
105.875/104.— Sächſ. Gußſtahl ..
190.—
54.5 56.— lSiemens Glas..
Gaggenau Borz.
188.5
Gelſenk Gußſtahl.
18.375/ 18.125/Ber. Lauſitzer Glas :/156.,5 150.75
C. f. elenr. Untern. 1 261.75 265.— Voliſtedter Vorzell. 82.—
61.5
196.—
Halle Maſchinen.
55.25
197,5 Beſtf. E. Langendreer!
Han.Maſch.Egeſt. 140.— 141.,25 Wittener Gußſtahl. 1 70.—
73.—
Hanſa Lampfſchf.. 1230.— 1233.— WWanderer=Werke 1257.—
258.—
Oeviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Buenos=Aires.
Brüſſel=Antw.
Eslo ... 1i09.51
Kopenhagen
Stocholm . ſi12.831
Felſingſors . . 1i0.50
Italien ...
London..
New=York.
Varis ....
Schreiz
Sponien .
Wien D.=Oſt.abo.
Brag.. ..... /12.47311
Budapeſti Pengö
Fapan..
Rio de Janeiro
Sofia ........
Jugoſlavien ....
Konſtantinopel
Liſſabon.
Danzig.:.
Aihen..
Kanada..,
uruguah. ...
Das Reichsfinanzminiſterium zu dem
geſunkenen Reſchsenſehekus.
Das Reichsfinanzminiſterium erklärt zu dem rückläufigen Kurs der
Deutſche Anleihen hatten faſt heute keinen Markt und blieben ziemlich am Dienstag in den offiziellen Börſenderkehr eingeführten neuen
Hpro=
zentigen Reichsanleihe folgendes:
„Obwohl die neue 5prozentige Reichsanleihe, überzeichnet worden
war, ſo daß die freien Stücke nicht voll zugeteilt wurden, und obwohl
die Zeichnungen mit einer Sperrfriſt von mindeſtens 6 Monaten ſich auf
über 200 Mill. RM. beliefen, hat bereits Mitte Februar im Handel per
Erſcheinen ein verhältnismäßig großes Angebot eingeſetzt, das ſich
zeit=
weilig noch verſtärkte. Der Grund hierfür dürfte zum erheblichen Teil
Unter dieſem Einfluß ſind auch noch andere feſtverzinsliche Werte
nennenswert geſunken. Insbeſondere hat auch der Abſatz der
Hypothe=
kenbanken an Emiſſionspapieren weſentlich nachgelaſſen. Trotz des
ver=
hältnismäßig großen Angebots an Reichsanleihe iſt der Kurs zunächſt
nicht herabgeſetzt worden. Es erſchien indes nicht richtig, ſich auf die
Dauer der durch die Verhältniſſe am Geldmarkt beſtimmtem
Kursent=
wicklung entgegenzuſtellen, da dies einen ſtändigen Anreiz zu Verkäufen
bieten würde. Es iſt zu hoffen, daß auf dem ermäßigten Kursniveau
eine der Geldmarktlage, entſprechende Stabilität des Kurſes eintreten
wird.”
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Der Privatdiskont wurde um je ein Achtel Prozent, und zwar für
kurze Sicht auf 42ſg und für lange Sicht auf 4ſe herabgeſetzt.
Internationaler Giroverkehr. Die Reichsbank hat mit der
Noten=
bank von Lettland, der Latviias Banka, Riga, ein Abkommen getroffen,
durch das der Auslandsgiroverkehr auf Lettland ausgedehnt wird. Der
Verkehr wird am 8. April d. J. aufgenommen werden. Im Wege des
internationalen Giroverkehrs können alsdann nach folgenden Ländern
Ueberweiſungen ausgeführt werden: Dänemark, Danzig, Holland,
Lett=
land. Norwegen, Oeſterreich, Schwveden, Schweiz, Tſchechoſlowakei und
Ungarn.
Günſtiger Verlauf der deutſch=franzöſiſchen
Kokslieferungsverhand=
lungen. Die vorgeſtern begonnenen Verhandlungen des Rheimiſch=
Weſt=
fäliſchen Kohlenſyndikats mit den Vertretern der franzöſiſchen
Hütten=
verke über Kokslieferungen ſcheinen günſtig zu verlaufen. Man einigte
ſich auf beſtimmte Vorſchläge, die die franzöſiſchen Unterhändler, die
wieder nach Frankreich zurückgekehrt ſind, zur Annahme empfehlen
wollen.
Pfälziſche Mühlenwerke A. G., Mannheim. Die H.V. der Geſellſchaft,
deren Aktien bekanntlich an der Börſe in Mannheim gehandelt und
no=
tiert werden, genehmigte den Abſchluß für 1926 mit 10 Prozent
Divi=
dende auf die Stammaktien aus 535 974 RM. Reingewinn. Neu in den
Aufſichtsrat wurde Clemens Auer=Köln gewählt.
Rheiniſche Hypothekenbank in Mannheim. Die
Generalverſamm=
lung genehmigte einſtimmig die Reaularien und beſchloß, ertragsgemäß
aus dem Neingelvinn von 690 217 RM. auf das Aktienkapital eine
Divi=
dende von 8 Prozent zu verteilen und auf neue Rechnung 127 910 NM.
vorzutragen. Der Vorſitzende gab auf verſchiedene Anfragen
bereit=
willigſt Auskunft über die Verwendung der ſeit 1924 vorhandenen
1 225 920 NM. Vorzugsaktien, die bis 31. Dezember 1996 unberändert
blieben. Von da an erfolgte ein Verkauf teils freihändig, teils durch
die Börſe zum jeweiligen Börſenkurs. Im ganzen wurden bis jetzt
nominell 505 920 RM. verkauft. Der erzielte Preis beträgt 1094000
Neichsmark, der der Reſerve reſtlos zugeführt wurde. Ueber die
Ver=
wendung der noch verbleibenden 720 000 RM. Vorratsaktien ſind noch
keine Beſchlüſſe gefaßt. Ein von verſchiedenen Seiten gewünſchtes
Vor=
kaufsrecht der alten Aktionäre ſei aus techniſchen Gründen nicht möglich
geweſen. Der Geſchäftsgang im laufenden Jahre wird im ganzen als
befriedigend angegeben, wenn auch augenblicklich ein Stillſtand im
Pfand=
briefverkehr eingetreten ſei.
Frankfurter Hof, A.=G., Frankfurt a. M. In der vorgeſtrigen
Generalverſammlung, in der faſt das geſamte Aktienkapital vertreten
war, wurden die Regularien einſtimmig genehmigt, die unter anderem
die Verteilung von 6 Prozent Dividende auf die Stammaktien und
6 Prozent auf die Vorzugsaktien vorſehen.
Daimler—Benz=A.=G. Die G.=V. der Daimler-Benz=A.=G. ſtimmte
nach der Erledigung der Regularien der vorgetragenen Erböhung des
Grundkapitals durch Ausgabe neuer Stammaktien in Höhe von nominell
14 Millionen auf 50 360 000 Mark zu. Von Verwaltungsſeite wurde
mitgeteilt, daß die Fuſion ſich nach zehnmonatigen Erfahrungen als
richtig erwieſen und in ihrer Auswirkung bereits gute Früchte getragen
habe. Die Obligationsanleihe ſei ein voller Erfolg geweſen. Die durch
die neue Kapitalserhöbung zufließenden Mittel ſollten zur Abdeckung
der reſtlichen Bankſchuld von rund 5 Millionen und zur Finanzierung
der neuen Typen dienen. Die Beſchäftigung der Werke ſei befriedigend.
Der Bau der Laſtwagen ſei in Gaggenau konzentriert. Der derzeitige
Auftragsbeſtand ſichere volle Beſchäftigung der Werke bis Herbſt, auch
das Auslandsgeſchäft bewege ſich in aufſteigender Kurve, und es ſei
Brief, zuverſichtlicher zu hoffen, daß das Unternehmen der vollen Geſundung
6o.,3o entgegengehe.
Rheinſtahl beſtätigt den Verkauf der Kohlefelder. Die Rheiniſche=
Stahlwerke=A.=G. beſtätigen den Verkauf von 2300 Morgen
linksrhei=
niſchen Kohlefelderbeſitzes an die Frankfurter Gasgeſellſchaft, die ſelbſt
3,o4 3,os wegen des Ankaufs an die Rheinſtahlwerke herangetreten ſei. Mit Köln
oder anderen Städten haben, entgegen anders lautenden Meldungen,
keinerlei Verhandlungen ſtattgefunden. Rheinſtahl hat für ſeinen
Kohle=
felderbeſitz einen Preis gefordert, der dem Werk angemeſſen erſchien.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Eein Dilkt aumle Setscht.
Weizen: Der Markt nahm heute einen vorwiegend ſchwachen
Ver=
lauf auf Zwangsverkäufg ſchwacher Poſitionen, günſtige
Witterungs=
bevichte ud größere Ankünfte. Später trat eine Erholung ein auf
ge=
beſſerte Exportnachfrage. Die Termine verloren bis 1 C.
Mais: Abgaben angeſichts der Weizentendenz führten eine
Ab=
ſchwächung herbei, zu der die ſchleppende Lokonachfrage noch beitrug.
Dann wurde der Markt feſter auf Baiſſedeckungen. Die Termine zeigen
Nückgänge bis 3 C.
Hafer: Auch dieſer Markt zeigte eine ſchwächere Haltung in Sym
pathie mit Weizen und Mais.
Baumwolle: Die Anfangshaltung war ſtetig auf Käufe der
Wall=
ſtret und ungünſtigere Berichte aus dem Südweſten. Dann trat eine
Abſchwächung ein auf Abgaben der Pflanzer und der Lokofirmen.
Kaffee: Größere europäiſche Kaufaufträge, Stütz= und Valoriſations
käufe führten anfangs zu einer Aufwärtsbewegung. Später wurde der
Markt indes ſchwach auf niedrigere ausländiſche Kabel und Kaufreſeive
des bieſigen Handels.
Zucker: Der Markt begann abgeſchwächt auf große Hedgesverkäufe
und ermäßigte ausländiſche Kabel. Dann ſetzte ſich eine Befeſtigung
durch auf Käufe der Wallſtreet.
Kakao: Nach ſchwächerem Beginn geſtaltete ſich die Tendenz feſt auf
beſſere Kaufluſt der Fabriken, Deckungskäufe und ausländiſche
Kauf=
aufträge.
Darmſtädter u. Nationalbank Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, Darmſtadt. Sranfurter Kursbericht vom 1.April 197.
Staatspapiere
) Deutſche
D.Reichsanl. Ablöſ.
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I.Teill zu9. 25
1I. Teil/320
D. Reichsanl. Ablöſ-!
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine 24.45
61,% Reichsp. Sch.
b. 1. 10. 30 98
79 Baher. Staats=
„Sch. p. 1. 4. 291 99
6l.% H. V. Sch.
p. 1. 4. 39
97.75
6:1.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
—
6‟ſ.%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
72 Sächſ. Freiſtaat
Schatz, p. 1. 7. 291 99.75
72e Sächſ. Freiſtaat
Schatz, p. 1. 7. 30 99.75
6½ Württ. Freiſt.
Schatz, p. 1. 8. 29 98.75
a) Ausländiſche
5% Bos. E.B 1914
5%9 „ L.Inv. 1914
4½% 1898 ..
41% n 1902 ../ 4.5
47 „."
52 Bulg. Taba i0s/ 32
4½% Oſt. Staattt.
b. 1913, Kob. 1918
4½% Oſt. Schatz. 14 26.5
4½% Oſt. Silberr. 8.75
4% „ Goldr.
4% einh R.(kon)
87 Port,/Spz.) II
n.am. R.03.
Gold. 13..
„ am.konv.
14%Türk. Adm.)031
„ (Bagd.) I
„ (Bagb.II
42 Türk. unif. 1393
„ 1911 Zoll.
4½% ung. St. 1913
41,% „ St. 1914
428 „ Goldr..
142 „ St. 10
42 „Kronr. .
3% „ Eiſ.Tor...
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. in abg
5% „ äuß 99 ,
47 „ Goldo4ſtſ.,
3% z konſ, inn. 7
4½% Frrigat.,/
53Tamaulipas 1.
Sachwert=Schuld=
„verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bl. 6.
685 Berl. St.= Gold
820 Darmſt. St.=G.
1822 D. Hyp.=Bank!
Meining., Goldpf.=
82 Frl.=Hhp.=B.,
Goldpfdbr.
70oFrki. H. B. 80d. 1
830 Frki. Pfbr.=Bi.
Goldpfdbr.
720 Pfbr. =Bl.=Gld.
152 Frki. Pfdbr.=Bk.)
Goldpſdbr.
8% 6. O03.Bk. Gld.
10% K. Geltr. Markl
(Gagen) Goldobl.
18% K. Landesbank
Darmſt. Reihe 1.
Reihe 11
zM.Frft Höchſt
25.75
21.25
22531.
15.9
241.
27.4
23.55
2.325
108
163
zeu
1o5
1105
103
102.25
103
89
102
1.y04.5
101.25
101.75
9s.
18% Mannh. St.=G.1
820 Naſſ. Ldb. Goldl1
8% Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr.
8% Pforzh. St.G./4
8%0 Pr. Gentr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.)
720
!1
82 Pr. Centr.=St.
ſchaft=Goldpfbr.
8% Rh. Hhp.=Bank!.
Gold=Pfdbr. 11
7½%Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.)
18%0
82 Südd B. Cr.=B.)
Goldpfdbr.
72 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorföhp.=Gld.. mit Option
7 %V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfcyp.=
Gld=
obl. ohne Option
8% Voigt &Häffner
Goldobl.
82 Württba. Hhp.=
Bank Goldpfbr. 11
Ohne
Bins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 28
62Großkr. Mannh.
Kohl. 23
8% beſ. Brl. Rg.23
52e „Noggen 23
5%6 Br. Kaliw.
52 Pr. Noggenw.
5% Südd. Feſt.B.6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe.
Bahr. Vereinsb...
Bayr. Handelsb.
101
104.5
oas
105
103
103
u79.75
102.75
112.5
102
13.4
14
8.95
635
8.85
22.5
Bahr. Hyp.u. Bechſſ
B rliner Hhp.=Bk.
Frl.chp.ck.
Frkf. Prandbr.=Bk.
Hams. Hhp.=Bk.
Mecklb Hyh. wi. Wb.
Meining, Lhp.Bi.
Nord. Gr.=Fr.3.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.Gr.=B.
BrCent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein, Hyp.=B.
Rh.Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert.
Heſſ. L.=Hpp.=B.
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. .
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
422 Galiz= Carl=
Lub.=B.)
4½
abg.
52 O. Sb. /Ob.)ſtfr.
2,6% Mte „
2,6% Neue „
5% Oſt.=Ung. 7374
42Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. — 1b.S.E.
8%Oſt. „ 9. C.
8%Dſt. 1885
82Oſt. „ Erg. Netz
32 Raab Oedbg. 83
328
91
32
97
425 Rud Silber
4. Rud. Salzka.)
4½% Angt. S.I.
4½%Anat S. III
41=2 Angt. S. IIII
8% Salon.Monaſt.
58 Tehuantepee.
4½%
16.8
14
13.65
16.4
13.75
14.7.
15on5
18.75
16.3
11.6
9.1
6.5
15
12.5
34,5
30‟.
28.5
28.75
27
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit. 11
Bad. Bk. ......1
Bk. f. Brauind.
Barmer Bankb.
Bay. Hyp.=Wchſ. 8
Berl.Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb.
Darmſt.u.Nat.=Bk.
Deutſche Bank. 9
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 1
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. 1
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bk. . .
Frkf. Hyp.=Bk. . . 2
Frrf. Pfdbr.=Bk. 11
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur Intern. Bankl,
Metallbank.
Mitteld Creditb.
Pfälz. Hnp.=Bk. 2
Pr. Bd.=Creditbank.
Hyp.=Akt.=Bankl.
Reichsbank=Ant. !
Rhein. Creditbk.
Rhein=Gyn.=Bk. 1217.8
Südd B.= Creditbk.!
Südd Dise.=Geſ.11
Oſterr. Freditanſt.
Wiener Bankoerein
Bergwerks=Akt.
Bochum. Bergb..
Buderus. . ..../129,9
Dt. Luxemburg 198.5
Eſchw. Bergw..
Gelſentirch.Baw 201.5
Harp Bergb. 265.1
Ilſe Bergb. St.
Genußſchein
Kali=Aſchersleb. 218
Kali. Salzdetfurt. 253
Kali Beſterregln 1219.25
Alöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder .... 169
180
168
1182.5
206
224.5
292.9
194‟
164
1578
123,5
184.5
199‟
159
218.75
192.5
168.5
250*
243
178
155
166
9.3
6.75
167.5
194.25
222.25
Oberbedarf ..-/130
Otavi=Min.=Ant..
Phönir=Bergb. ../144
Rhein=Braunk. .. 331
Rhein, Stahlw. 248
A. Riebeck Montan!”
Rombach. bütte
Salzwerk Heilbr.
Fellus Bgb. . .. /126
Ver. Laurahütte . . 98
Ver. Stahlwerke ../151
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)/250
11200
benninger
Hereules Heſſiſche 168
Lzwenbr.=München 341
Mainz. Aktienbr.
SchöfferhofBind. /325
SchwarzStorchen= 178
Tucher, Nürnberg
Berger .....185
Aktum Berlin. .
Adler & Oppenh.
Adlerw, iv. Klever)!
8S6A.E. G. Pzg. A.
5%A.E. G.Vzg.B.
A. E. G. Stamm...
Anglo=Cont Guano
Bad. Maſch. Durt.
Bad. Uhren. Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürmberg.
Bahr Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El.. ..
Bing Metall.
Brem.=Beſiah=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtad 1
Cement. Lothr.
Chem Albert. .
Chem. Broch. ...ſ1
Chem. Milch .....!
179
140,5
92.5
84‟
177
33
65.5
75.25
99‟
1204
32.1
85
85.5
175
194
105.5
80
Daimler=Benz A. G./129.5
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl
D.G u. Silb. Scheid.
Dingler, Zweibrück.
Dresd Schnellpr.
Dürtopp.
Dürr, Rattingen.
Dyckerhoff E V. ./ 48.1
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht= u. Kraft
El. Lieferung /2
Eſ. Bad Wolle „
Email. Ulrich.
Enzinger Werle.
Eßlinger. Maſch.
Etlinger Spinn. ſ9
Faber Bleiſtiſt.
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens.
Farbenind. J. G.
Felten & Guillegu.
Feinmech (Fetter)
Feiſt. Sekt.
Frankfurter Gas I=
Frankfurter Hof 1
Frrf.=M. Polzu.w.
Geiling & Cie.
Germanig Linol.. ..
Gelſen: Gußſt.
Goldſchmidt. Th. 1
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Bilſinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen. .
Hanſa=Llond. Br.,
Hartm. & Braun
Heyligenſtaedt. .
Hilvert Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer .
Hoch=Tief Eſen
Holzmann.
bolzverk. Ind..
Hydrom. Breslau:
Ingg „uuuuerri.l
107
194.5
240
163
85
61
50.5
219
214
51.75
545
95.5
96.25
215
128
128.5
38
325
168
116.75
65
186
111
306
155.1
198
148
134.5
64.75
29
94.5
115.5
206.5
89"
82
Junghans St..
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt. R.
Klein Sch. & Becker!1
Knorr, Heilbronn /2
Konſerv. Braun
Krw. At. Bürttbg.
Krauß Lokom.
Lahmeyer
Lech Augsburg. .!y
Lederw. Rothe .
Spicharz.
Linge Schuhw.
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm !
Lüdenſcheid Metall
Lur Induſtrie.
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74.25
124.5
133,6
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63‟
65
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65.5
144
70
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138,5
118
12
5.
97
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105
155,5
204.25
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185
1281
109.8
2i0
425 6
152
154
150,5
166
11s
67.5
144
Rummer 98
Freitag, den 8. April 1927
Geite 21
Däe Deutſche Renienbank und Rentenbank=
Kreditanſialt im Jahre 1926.
n der geſtrigen Hauptverſammlung der Deutſchem Rentenbank wurde
Geſchäftsbericht für das dritte Tätigkeitsjahr des Inſtituts
ent=
gangenommen und der Abſchluß per 31. Dezember 1926 genehmigt. —
äriner kurzen Zuſammenfaſſung, die dem ausführlichen
Verwaltungs=
rüht vorangeſchickt wird, hebt der Vorſtand hervor, daß die Deutſche
un =enbank die ihr im Geſetze über die Liquidierung des Umlaufs an
msenbankſcheinen übertragenen Aufgaben, nämlich mit dem Reich
zu=
nmien die Mittel zur Tilgung der für das Reichsdarlehen ausgegebenen
mgenbankſcheine aufzubringen, ferner die urſprünglich von der
Reichs=
nl und den Privat=Notenbanken gegebenen Wirtſchaftskredite im
Be=
g= von rund 870 Mill. Rm. allmählich zurückzuziehen, im verfloſſenen
tinhäftsjahr voll hat erfüllen können.
DDer Reichskredit betrug zu Beginn des Jahres 1077 646 991
n. Im Laufe des Berichtsjahres ſind zur Tilgung des Reichskredits
Een Tilgungsfonds gefloſſene Zinszahlungen der
Grundſchuldverpflich=
el: 71360 405 Rm., Zahlungen des Reichs 60 000 000 Rm., zuſammen
19-60 405 Rm. Außerdem ſind als Anteil des Reichs am Reingewinn
eichsbank 12 185 449 Rm. dem Tilgungsfonds zugeführt.
Won den zu Beginn des Jahres laufenden
Wirtſchaftskre=
tigen von 586 889 722 Rm. waren im Berichtsjahr 293 444 861 Rm.
ab=
wd=ckeln. Zunächſt wurde die Abwicklung dadurch erleichtert, daß die
turſche Rentenbank von den am Schluſſe des Geſchäftsjahres 1925
vor=
nyeenen berfügbaren Mitteln — wie im vorjährigen Geſchäftsbericht
er=
amnt — den größeren Teil, nämlich 38 Mill., nicht in bar, ſondern in
ſpf=icklungsforderungen (darunter 9 Mill. Meliorationskredite) auf die
tulſche Rentenbank=Kreditanſtalt übertrug. Die aus dem Reingewinn
rü ührenden baven Mittel blieben deshalb, in entſprechender Höhe bei
r2 Deutſchen Rentenbank und konnten zur Erfüllung der
Rückzahlungs=
rifflichtungen verwandt werden. Ferner übertrug das Inſtitut im
tmffe des Jahres weitere 15 100 000 RM. illiquide Wechſelforderungen
gam Vergütung des Gegenwertes auf die Deutſche Rentenbank=
Kredit=
eſicalt. Im ganz ſind alſo die Abwicklungsverpflichtungen der Deutſchen
emttenbank im Berichtsfahre auf dieſe Weiſe um 53 100 000 Rm. durch
*TDeutſche Rentenbank=Kreditanſtalt erleichtert worden. — Im übrigen
unde die Zurückziehung der Wechſelkredite durch die
Ent=
ſch ung des landwirtſchaftlichen Realkreditgeſchäftes weſentlich gefördert.
Sſtiſt gelungen, einen beträchtlichen Teil der am 30. November an die
eihsbank zu zahlenden Abwicklungskredite vorzeitig hereinzubekommen,
waß das Inſtitut im November etwa nur dieſelbe Summe wie im
bnfjahre, nämlich rund 130 000 000 Rm., aus der Landwirtſchaft
zurück=
z ehen brauchte. Die Einziehung dieſer Summe vollzog ſich trotz der
akaaltend ſchwerem Wirtſchaftslage ohne empfindliche Erſchütterung für
eilx
Zur weiteren Liquidierung des Umlaufs an
Renten=
aumkſcheinen hat die Reichsbank bis Ende des Berichtsjahres für
ſei in den Tilgungsfonds gefloſſenen 143 545 854 Rm. und für die von
Rentenbank zurückgezahlten Abwicklungskredite im Betrage von
/34 444 861 Rm., alſo zuſammen für 436 930 715 Rm. Rentenbankſcheine
u: dem Verkehr gezogen und vernichtet. Der Umlauf an
Rentenbank=
hurnen betrug demgemäß am Schluß des Berichtsjahres noch
111781 484 Rm.
Bei den Abwicklungskrediten hat die Deutſche Rentenbank ihre
Zins=
tz fortlaufend dem Reichsbankſatz angepaßt und denjenigen
Kredit=
iſtixtuten, die mehrere Zwiſchenſtellen bis zum Landwirt haben, einen
ſox=zugszinsſatz bis zu 1 Prozent unter dem jeweiligen Reichsbankſatz
mgeräumt, eine Vergünſtigung, die etwa ¼ der laufenden
Abwicklungs=
eheite der Deutſchen Rentenbank betraf. Im laufenden Geſchäftsjahre
ul die Deutſche Rentenbank entſprechend der Ermäßigung des
Reichs=
an kſatzes auf 5 Prozent ſeit dem 11. Januar 1927 ihre Zinsſätze
gegen=
r den Kreditvermittlungsinſtituten auf 4 bis 5 Prozent, den
Höchſt=
nlsſatz für dem Landwirt auf 7½ Prozent feſtgeſetzt.
In der Gewinn= und Verluſtrechnung wird das Erträgnis an Zinſen
. Krediten und kurzfriſtigen Anlagen mit 35 943 377 (i. V. 69 676 729)
tu=, und an Zinſen aus Wertpapieren wit 152 295 (—) Rm. angegeben.
faurdlungsunkoſten, die mit Rückſicht auf die Perſonalunion mit der
deuitſchen Rentenbank=Kvediranſtalt anteilig verrechnet werden,
erforder=
m 616 160 (839 480) Rm., Rentenbrief=Zinſen 5500 (5863) Rm., Erſtattete
mundſchuldzinſen 89 809 (—) Rm., ſo daß bei Vornahme einer
Rückſtel=
unag für den Neudruck von Rentenbankſcheinen und ſonſtige
unvorher=
eiehene Ausgaben in Höhe von 2905 636 (2389 138) Rm. ein
Rein=
ei inn von 32 478 566 (85050 524) Rm. verbleibt, aus dem 30000 000
tn.-, (i. V. 60 000 000 Rm.) auf die Deutſche Rentenbank=Kreditanſtalt
bartragen werden ſollen.
In der auf den 31. Dezember 1926 gezogenen Bilanz erſcheinen die
ze aſtungen der Landwirtſchaft mit 2 Milliarden Rm., das Grundkapital
ri 2 Milliarden Rm. und der Beſtand an Rentenbriefen mit 1 699 844 000
EAM. unverändert. Das Darlehen an das Reich hat infolge der
Zah=
uy gen des Reichs und der Grundſchuldverpflichteten eine Verminderung
ur 1077 646 991 Rm. (i. V. 946 286 586 Rm.) erfahren. Unter den
sſſiven erſcheint u. a. der Umlauf an Rentenbriefen mit 156 000 Rm.
werändert. Dagegen zeigt der Umlauf an Rentenbankſcheinen, worauf
oben bereits näher eingegangen worden iſt, eine Verminderung von
1608 772 199 Rm. (i. V. auf 1171 781 484 Rm.). Der Penſionsfonds iſt
mit 1 134 026 (1040 000) Rm. ausgewieſen. Die Gewinnreſerve 1924/25
zeigt infolge der Dotierung aus dem Vorjahrsabſchluß einen Zuwachs
auf 36 160 116 (11 109 592) Rm.
Gleichzeitig mit der Deutſchen Rentenbank legt auch die Deutſche
Rentenbank=Kreditanſtalt (Landwirtſchaftliche Zentralbank) ihren Abſchluß
für das Geſchäftsjahr 1926 vor, der ebenfalls in der geſtrigen
Hauptver=
ſammlung genehwigt wurde. Im Geſchäftsbericht der Deutſchen
Ren=
tenbank=Kreditanſtalt (Landwirtſchaftliche Zentralbank) wird u. a.
aus=
geführt: Die Deutſche Rentenbank=Kreditanſtalt hat in Erfüllung ihrer
Aufgabe, der Landwirtſchaft beiderlei Kredit zu möglichſt niedrigen
Be=
dingungen zu verſchaffen und ihr ferner — durch Zuſammenwirken mit
der Deutſchen Rentenbank — die Rückzahlung der Abwicklungskredite zu
erleichtern, weſentlich dazu beigetragen, die Kreditnöte der Landwirtſchaft
zu mildern. An Meliorationskrediten wurden bis Ende 1926 im ganzen
15,5 Millionen RM. zur Verfügung geſtellt. Für den
landwirtſchaft=
lichen Klein= und Mittelbetrieb wurden Kredite in Höhe von rund 9
Mil=
lionen RM. gewährt und zur Förderung der Oedlandkultivierung, des
Korbweidenanbaues ſowie der Saatzuchtwirtſchaft Mittel bereitgeſtellt.
Nach ſchwierigen Verhandlungen, die ſeit Herbſt 1925 unter Führung des
Reichsernährungsminiſteriums ſtattfanden, wurde Anfang Juni 1926 die
Finanzierungsgeſellſchaft für Landkraftmaſchinen A.=G. mit einem
Grundkapital von 2 Millionen RM. gegründet, von dem die Deutſche
Rentenbank=Kreditanſtalt als das zentrale Kreditinſtitut der geſamten
deutſchen Landwirtſchaft eine Beteiligung in Höhe von 50 Prozent des
Aktienkapitals übernahm. Im Realkreditgeſchäft brachte das
Berichts=
jahr in ſeiner erſten Hälfte die völlige Unterbringung des Erlöſes der
Amerikaanleihe (nom. 105 Millionen RM.), aus der Ende 1925 erſt nom.
68 Millionen RM. auf Goldmark lautende Hypothekardarlehen vergeben
waren. Die Abwicklung der Kredite aus der Golddiskontban=Anleihe
hat ſich viel länger hingezogen, als urſprünglich angenommen werden
durfte, und als es vor allen Dingen im Intereſſe ſchleuniger Entlaſtung
der Landwirtſchaft von hohen Wechſelzinſen dringend erwünſcht geweſen
wäre. Das an ſich gewiß richtige Beſtreben, den Golddiskontbank=Kredit
in möglichſt weitem Umfange dem Klein= und Mittelbeſitz zuzuführen,
hat die Folge gezeitigt, daß von allen beteiligten Stellen Kleinarbeit in
einem Ausmaße zu bewältigen war, daß die Langſamkeit der
Abwick=
lung heute nicht mehr verwunderlich iſt. Von den insgeſamt zur
Ver=
fügung ſtehenden nom. 360 Millionen RM. Golddiskontbank=Kredit
wur=
den bis Ende 1926 rund 300 Millionem RM. gegen vorſchriftsmäßige
Deckungsunterlagen ausgezahlt, davon einſtweilen aus eigenen Mitteln
59 Millionem RM.
In der Bilanz wird für Perſonalkredite einſchließlich
Kleinbauern=
kredite ein Betvag von 209,4 Millionen RM. ausgewieſen. Die
Hypo=
thekardarlehen aus Mitteln der Amerikaanleihe beliefen ſich auf 103,4
aus eigenen Mitteln zu denſelben Bedingungen auf 34 Millionen RM.
Von dem ausgewieſenen Reingewinn von 13,6 Millionen RM. ſollen
25 Prozent für die Hauptrücklage und 33½= Prozent für die
Sonderrück=
lage (gemäß Geſetz § 11) verwandt werden. Von dem verbleibenden
Be=
trage von rund 5,7 Millionen RM. werden 1 Million RM. einer zu
bildenden Beteiligungsrücklage, für die Beteiligung an der
Finanzie=
rungsgeſellſchaft für Landkraftmaſchinen A.=G. und 250 000 RM. einem
Wohlfahrtsfonds zugewieſen. Der Reſtbetrag von 4,4 Millionen RM.
ſoll ebenfalls für Sonderrücklagen verwendet werden.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 7. April. Der Markt verkehrte
in befeſtigter Haltung. Die Nachfrage nach naher Ware hielt an. Man
verlangte für die 100 Kilo waggonfrei Mannheim, ohne Sack: Weizen,
inl., ohne Angebot, ausl. 30,25—32,75, Roggen inl. 77,50—27,75, ausl.
27,75—28, Braugerſte 27,25—30, Futtergerſte 21,25—22,25, inl. Hafer
22,50—23,25, ausl. 21,50—22, Mais mit Sack 18,50, füddeutſches
Weizen=
mehl, Spezial 0, 39,75, Weizenbrotmehl 31,75, ſiddeutſches Roggenmehl
36,50—38,50, Kleie 13.50—13,75.
Frankfurter Produktenbericht vom 7. April. Der heutige
Produk=
tenmarkt verkehrte in feſter Haltung. Hauptſächlich in Roggen und
Sommergerſte konnte ſich infolge der größeren Nachfrage und des
ge=
ringen Angebots eine Preiserhöhung durchſetzen; auch waren die
höheren Auslandsofferten nicht ohne Einfluß. Sonſt waren im
allge=
meinen keine beſonderen Veränderungen zu verzeichnen. Es notierten:
Weizen 29.00, Roggen 27.00—27.25, Sommergerſte 26.00—28.00, Hafer
22.50—23.00 Mais 18.00, Weizenmehl 39.75—40.25, Roggenmehl 36.75
bis 37.00, Weizenkleie 14.00, Roggenkleie 14.50—14.75.
Berliner Produktenbericht vom 7. April. Der feſtere Schluß der
amerikaniſchen Terminmärkte hatte eine nicht unerhebliche Steigerung
der Cifforderungen für Weizen und Roggen zur Folge, doch blieb dies
hier faſt eindruckslos, wenigſtens ſoweit die Eröffnungsnotierungen
er=
kennen laſſen. Mit verantwortlich hierfür war für Weizen die luſtloſe
Haltung des Liverpooler Marktes, ſowie der Umſtand, daß der Konſum
nur nahe Partien und auch nur für Deckung des allerdringendſten
Be=
darfs kauft. Das Inlandsangebot iſt in beiden Brotgetreidearten
ver=
hältnismäßig klein und keineswegs dringend. Für Weizen beſteht von
Polen wieder einige Nachfrage. Im Lieferungsmarkte waren die Er=
öffnungsnotierungen für Weizen etwas erhöht, Roggen wurde, wie
be=
reits geſtern, zum Schluß ſtärker abgegeben und eröffnete etwas
ſchwä=
cher, nachdem in den Vormittagsſtunden höhere Kurſe als geſtern
ge=
nannt worden waren. Im allgemeinen iſt auf der Käuferſeite ziemlich
ſtarke Zurückhaltung zu beobachten. Das Mehlgeſchäft iſt weiter
ſchlep=
pend bei unveränderten Forderungen. Hafer iſt in den Forderungen
unnachgiebig, der Konſum bewilligt die Preiſe aber nur ganz vereinzelt.
Gerſte blieb unverändert ſtill.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 7. April. Aufgetrieben waren 1 Ochſe,
4 Kühe, 166 Kälber, 10 Schafe, 1 Ziege. Ein Preis für Ochſen und
Kühe wurde nicht notiert, für Kälber 75—86 Pf., für Schafe 45—50 Pf.
pro Pfund. Der Marktverlauf war für Großvieh Ueberſtand, ſonſt
ſchleppend, geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 7. April. Dem heutigen
Kleinvieh=
markt waren zugeführt und wurden die 50 Kilo Lebendgewicht je nach
Klaſſe gehandelt: 126 Kälber 60—84, 3 Schafe 35—45, 182 Schweine
60—64, 697 Ferkel und Läufer, Läufer bis vier Wochen 13—20, über
vier Wochen 21—28, Läufer 28—36 Mark pro Stück. Marktverlauf:
Kälber mittelmäßig geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft, Ferkel
lebhaft.
Frankfurter Viehmarkt vom 7. April. Der Auftrieb des heutigen
Nebenmarktes beſtand aus 102 Rindern, 1125 Kälbern, 342 Schafen und
519 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der
vergangenen Woche, waren heute 40 Rinder, 150 Kälber und ebenfalls
150 Schweine mehr aufgetrieben, dagegen hatte der Schafmarkt eine
Ver=
ringerung des Auftriebs um 20 Stück zu verzeichnen. Bezahlt wurde:
Kälber: B 76—85, C 68—75, D 60—67; Schafe: A 50—56, B 40—49;
Schweine: B 61—64, C 61—64, D 61—64, E 60—62. In Kälbern war
die Preisſteigerung ziemlich erheblich, dieſe betrug 4—8 Mark, dagegen
waren Schafe unverändert und Schweine 1—2 Mark billiger.
Markt=
verlauf: Schweine wurden bei langſamem Handel nahezu ausverkauft;
Kälber und Schafe bei lebhaftem Geſchäft geräumt. —
Fleiſchgroßhan=
delspreiſe: Ochſenfleiſch: 1. 95—108, dto. 2. 90—95; Bullenfleiſch 85
bis 90; Kuhfleiſch: 1. 75—85, 2. 60—70, 3. 40—50; Kalbfleiſch: 2. 100
bis 110; Schweinefleiſch: 75—80; Gefrierfleiſch: Vorderviertel 50,
Hinterviertel 58.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Berliner Börſenvorſtand gibt bekannt, daß vom 12. April ab
die Notierung für Zeitgeſchäfte in Deutſch=Luxemburgiſchen Bergwerks=,
Aktien und Bochumer Gußſtahl=Aktien eingeſtellt wird. Während deu
Zeit vom 12. bis 28. April erfolgt für dieſe beiden Wertpapiere nur eine
Kaſſenotiz.
Wie verlautet, ſoll die neu zu gründende Preußiſche
Landesrenten=
bank Ablöſungsgoldrentenbriefe ausgeben, um damit die alten
preußi=
ſchen Rentenbriefe einheitlich abzulöſen. Eine entſprechende
Geſetzesvor=
lage wird dem preußiſchen Staatsminiſterium demnächſt zur
Begutach=
tung vorgelegt werden.
Die Opelwerke haben ähnlich dem Konjunkturaufſtieg in der
geſam=
ten Automobilinduſtrie auch über erhebliche Nachfrage aus dem In= und
Auslande zu berichten. Die Belegſchaft konnte bis auf 8000 Köpfe
er=
höht werden.
Für 2 Mill. RM. der 8proz. Goldanleihe der Stadt Baden=Baden
(Nr. 1—1720) iſt die Zulaſſung zur Frankfurter Börſe beantragt worden.
Wie aus Brüſſel gemeldet wird, verhandelt die
Elektrizitätsgeſell=
ſchaft in Las Palmas mit der Siemensgruppe wegen Lieferung der
elektriſchen Neuanlage beim Ausbau des Hafens von Las Palmas. Das
Ausbauprogramm des Haſens ſtellt insgeſamt ein Objekt von zirka 35
bis 40 Millionen Peſeten dar.
Der Londoner Goldpreis beträgt für, eine Unze Feingold 84 sh.
10½ d, für ei Gramm Feingold demnach 32,7375 pence.
Mit einem Kapital von 2 500 000 Lſtrl. iſt die Gaumont Britiſh
Picture Corporation gegründet worden, die 22 der bedeutendſten
eng=
liſchen Kinotheater und eine Anzahl anderer Filmgeſellſchaften umfaßt.
Wie gemeldet wird, ſind auf die 15 Millionen Kronen neuer Aktien,
Serie B, des ſchwediſchen Zündholztruſtes Anmeldungen in ſolchem
Um=
fange eingegangen, daß auf freie Stücke nur 10 Prozent und auf
Sperr=
ſtücke nur 22 Prozent zugeteilt werden können. Anſpruch auf
Zutei=
lung haben nur Zeichner, denen ein Aufforderungszirkular einer
Ewiſ=
ſionsſtelle zugegangen iſt.
Die Bankfirma J. W. Seligman u. Co. in New York beabſichtigt,
eine Bondsanleihe von 12 Mill. Dollar der jugoſlawifchen Staatshypos
thekenbank zu übernehmen.
Die Pierce Arrow Motor Car Co. ermäßigte ihre Automobilpreiſe
um 355—500 Dollar per Wagen.
Im Verlaufe der augenblicklichen Verſteigerungsſerie in Sydney
wurden vorgeſtern laut „Konfektionär” 10 350 Ballen Merinowollen
an=
geboten. Trotz guter Konkurrenz zwiſchen deutſchen, engliſchen,
franzöſi=
ſchen und japaniſchen Käufern gaben Merinowollen um 5 Prozent im
Preiſe nach.
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Seite 22
Freitag, den 8. April 1927
Nummer 98
Kegelklub Zwölfer
(Z. G. D. 46)
Sport= und Berbe=Boche!
Des Palmſonntags wegen verlängert
bis 13. April einſchl. (6053
Schlußdes Kegelns: 13. April, 7 Uhr!
Preisberteilung u. Jubelfeier
am 13. April 1927, 1 9 Uhr, im
Kneipſagle der T. G. 2, 46,
Es laden freundlichſt ein
Die Zwölfer.
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In Szene geſetzt von Edgar Klitſch
Bühnenbild: Arthur Pohl
Perſonen:
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Foſephine, ſeine Gemahlin Beſſie Hoffart
Adreſſen /Lueien, Bruder Bonapartes. J. Büttner
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an die Geſchſt, ( 9539/ Graf Segur, Adjutant
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Bonapartes . . . . . Hugo Keßler
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der Tuilerien.
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Freitag, den 8. April 1927
abends 8 uhr
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Konzertmeiſter P. Schnurrbuſch —
Kammer=
muſiker K. Jäger — W. Horn — K. Klammer
Mitwirkender: Heynau (Klarinette)
Vortragsfolge:
1. Auguſt Bogt: Streichquartett A-dur
Uraufführung)
2. JohannesBrahms; Klarinetten=Quintett
h-moll, op. 119
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Anfang 8 Uhr Ende gegen 9½ Uhr
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Freitag, den 8. April 1927
„Maximum hat das rechte Vorderbein gebrochen!” berichtete
der alte Mana ernſt und ſachlich. „Es bleibt, nichts anderes
übrig, als ihm den Gnadenſchuß zu geben.”
Achim nickte, keine Muskel in ſeinem Geſicht zuckte.
„Machen Sie es ſo kurz und ſchmerzlos wie möglich, lieber
Evans! Das hat der arme Gaul um uns verdient! Meinen
Dank im voraus!“
Damit drehte er ſich kurz auf dem Abfatz herum und ging zu
ſeinem Auto hinüber.
Maximum.
Das Schickſal hatte gegen ihn entſchieden.
Er war am Ende.
2.
Achim v. Wehrſtädt war erſt im zweiten Kriegsjahr, aus
Amerika nach Deutſchland zurückgekommen.
Seine abenteuerliche Fahrt von New York nach Rotterdam
als Kohlenzieher auf einem engliſchen Frachtdampfer hatte
da=
mals alle Zeitungen des Kontinents in Aufregung gebracht.
Er hatte ſich ſofort zu ſeinem alten Regiment zurückgemeldet,
und war von hier aus einer Fliegerabteilung zugewieſen
worden.
In kurzer Zeit hatte er ſich zu einem der verwegenſten
Front=
flieger entwickelt, deſſen Rekordſiege der Heeresbericht gleich
hinter den täglichen U=Boots=Verſenkungen zu bringen pflegte.
Dann aber hatte auch ihn, wie all die anderen Kameraden
von der Luftkampfwaffe, ſein Ikarusſchickſal ereilt.
In den Januartagen des Jahres 1917, kurz nachdem er mit
dem Pour le mérite ausgezeichnet worden war, war er an der
Weſtfront abgeſtürzt und mit einer Gehirnerſchütterung und
einem ſchweren Beckenbruch in eine Berliner Klinik überführt
worden.
Hier hatte es erſt einer vielmonatlichen Behandlung bedurft,
bis er durch die Kunſt der Aerzte das Gehvermögen
zurückge=
ſvonnen hatte.
Und noch langſamer hatte er die Nachwirkungen der
furcht=
baren nervöſen Erſchütterungen überwunden, ehe er allmählich
in das wunderbare Empfinden des neugeſchenkten Lebens
hineingetachſen war.
Immer wieder war in ſeiner Seele die Erinnerung an die
grauenvollen Sekunden ſeines Abſturzes wach geworden und der
Nachhall all jener donnernden Tage und feuerzerriſſenen Nächte,
deren martervolle Qual ſich kein menſchliches Hirn auszudenken
vermag.
Hierzu war das Bewußtſein ſeiner verzweifelten
wirtſchaft=
lichen Lage gekomneen, das in der vom Tode umbrüllten Hölle
der Champagneſchlachten faſt ganz in ihm erloſchen geweſen war.
Die noch immer ungedeckten Schulden ſeiner Leutnantszeit,
um derentwillen er einſt den bunten Rock ausgezogen hatte und
über den großen Teich gegangen war, begannen ihn wieder von
allen Seiten zu umdrängen, ſeit der Heeresbericht ſeinen Namen
allabendlich bis in die entlegenſten Gegenden des Deutſchen
Reiches getragen hatte.
Geite 23
Roman von Hans Schulze.
(Nachdruck verboten.)
An der Tanuenhecke hatten ſich die Pferde zu einem dichten
ſufiuel zuſammengeballt.
Der Hellbraune überſchlug ſich, ſein Reiter flog in hohem
ſigen über ſeinen Hals hinweg.
In den Logen hatte man ſich allerſeits von den Plätzen
er=
iben, die Spannung der fieberhaft erregten Maſſen wuchs von
tigenblick zu Augenblick.
Jetzt führte der Weiler Korſar mit einigen Längen, an
vü iter Stelle folgte der Favorit Ordensritter; gleich dahinter
aximum, der mit ſeinen rieſigen Galoppſprüngen gewaltig
auf=
iholt hatte; das übrige Feld lief ausſichtslos in kleinen Rudeln
uiterdrein.
Auch Achim war aufgeſtanden und verfolgte, das Glas am
unse, jede einzelne Phaſe des Rennens.
Der kalte Schweiß, ſtand ihm auf einmal auf der Stirn;
in re Zahlenverbindungen ſchoſſen ihm mit raſender Schnelle
ſ ch den Kopf.
Am Gehöftwall war Maximum mit dem Favoriten bereits
gleiche Höhe gelangt; ganz deutlich ſah Achim, wie auch Koſar,
ſchon ſtark getrieben werden mußte, merklich nachzulaſſen
em ann.
Vom zweiten Platz klang lawinenartig anſchwellend immer
rit tlicher ein brauſendes:
„Maximum! Marimum!“
Sekundenlang ſchloß Achim wie betäubt die Augen, eine jäh
uſſchießende Freude krampfte ihm das Herz zuſammen.
Jetzt wieder ein paar Momente tiefſter Stille, daß man ganz
urtlich das raſende Getrappel der Pferdehufe hörte.
Und dann auf einmal zerriß ein tauſendſtimmiger gellender
luffſchrei die ſonnenflimmernde Luſt, wie ein Angſtruf aus
in r einzigen, ungeheuren Bruſt.
„Maximum iſt geſtürzt!” dröhnte ein mächtiger Baß aus
iner Nachbarloge erleichtert hinterdrein.
Achim hob den Kopf, ſein Geſicht war leichenblaß, der blaue
ſimmmelsausſchnitt vor ihm ſchwankte. An der gleichen Hürde
17 ein ſchwarzer Pferdekörper regungslos auf dem grünen
kiſſen; zwei, drei Schritte davon leuchtete die ſeidene Jacke des
fit=keis, um den ſich bereits ein paar Männer mit weißen
Arm=
ich den bemühten. — —
Mit ſchweren Füßen ſtieg Achim die Logentreppe herab.
Er ſah kaum mehr, wie der Favorit unter dem orkanartigen
zäfallsſturm der Tribünen mit anderthalb Längen vor Korſar
(: Sieger durchs Ziel ging.
Unten am Totaliſator, zu dem die Menſchen bereits wieder
vie bei einer Feuersbrunſt herandrängten, traf er auf ſeinen
niner.
Neue Geldquellen waren für ihn ſo gut wie unzugänglich
geworden, da ſeine alten Freunde faſt ſämtlich im Felde ſtanden,
und ſein Kredit bei ſeinen früheren Berliner Geldgebern
voll=
ſtändig erſchöpft war.
Als er im Auguſt 1917 von einem Erholungsaufenthalt in
einem Rieſengebirgsſanatorium nach Berlin zurückgekehrt war,
hatte ſein Barvermögen kaum mehr als hundert Mark betragen.
Dann aber hatte ihn gerade in jener Zeit der größten
Be=
drängnis das Glück auf ſeine Schwingen genommen und in
einem ihm ſpäter ſelbſt kaum faßlichen Taumel bis zu den Höhen
ſeines Lebens hinaufgetragen.
Mit einem früheren Regimentskameraden, der ihn zufällig
Unter den Linden aufgegriffen hatte, war er auf deſſen
Ein=
ladung mit zur Grunewaldbahn hinausgefähren und hatte hier
zunächſt mit ein paar vorſichtigen Platzwetten während der erſten
ſechs Rennen ſeinen kleinen Beſtand langſam auf etwa tauſend
Mark vermehrt.
Vis ihm auf einmal kurz vor Toresſchluß eine fataliſtiſche
Vabanqueſtimmung ergriffen und er ſein ganzes kleines
Ver=
mögen auf einen für die Sachverſtändigen ſo gut wie
ausſichts=
loſen Außenſeiter gewagt hatte, auf, deſſen Form er von dem
alten Trainer Evans im Vorbeigehen aufmerkſam gemacht
worden war.
Und mit einer Rieſenquote hatte ihn ſeine blinde Zuverſicht
belohnt, ſo daß er mit über dreißigtauſend Mark in der
Brief=
taſche die Heimfahrt nach Berlin angetreten hatte.
Schon am nächſten Tage war er aus einem kleinen
Abſteige=
quartier in der Kantſtraße, das ihm bis dahin als Unterſchlupf
gedient hatte, nach dem Eſplanadehotel übergeſiedelt und dort
durch einen weiteren Glückszufall noch am ſelben Abend mit
einem großen Zechenherrn aus dem Oberſchleſiſchen
Kohlen=
redier zuſammengetroffen, mit dem er noch aus ſeiner
Nenn=
reiterzeit her befreundet war.
Mit deſſen vermittelnder Hilfe hatte er dann begonnen, eine
Reihe Großberliner Induſtriewerke, mit Steinkohlen zu
ver=
ſorgen.
Und dieſe Tätigkeit für die kohlenhungrige Reichshauptſtadt
hatte in kurzer Zeit einen ſolchen Umfang angenommen, daß er
ſich im Eſplanade ein eigenes Büro einrichten mußte und bald
von Geldleuten aus aller Herren Länder umdrängt wurde, die
mit ihm Geſchäfte machen wollten.
In ſteilem Anſtieg war es ſeitdem mit ihm weiter aufwärts
gegangen, das Geld ſtrömte in märchenhaften Mengen von allen
Seiten zu, bald gab es kein Gebiet in dem vielverzweigten
Bereich der Heereslieferungen, auf dem er nicht mit einem bisher
unerhörten Erfolge gearbeitet hatte.
(Fortſetzung folgt.)
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1y. Jahrhunderts dargestellt, das
seinesgleichen nicht hat. Nichts
Weichliches, nichts Salbungsvolles,
nichts Gekünsteltes ilt in diesem
echten Volksbuche zu finden; stark
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span-
nenden Handlung dahin, sicher
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dämmt von der Kunst eines Geistes,
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Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des Händlers Peter Neu in Heubach im Odenwald im
Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 14. Juni 1927, nachmittags 3, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 24. Auguſt 1926 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(60514
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 1. April 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XX, Blatt 1010
O.=Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am
380 Hofreite Nr. 7 Sackgaſſe 159
2. T 381 Hofreite Nr. 7½,
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