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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ikuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 90
Donnerstag, den 31. März 1927. 190. Jahrgang
27 mm breiie Zelle im Krelſe Darmſtadt 23 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg., Neſlimezeiie (92 mru
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Gewalt, wie Kcleg. Aufruhr. Streil uſw. erliſcht
jede Verpſichtung auf Eefüſlung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Dei
onturs oder gerichtlicher Beltreibung ſält ſeder
Nabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nallonalbani.
*Die Debatte un den Wehretat.
Drei Tage hat der Reichsſvehrminiſter Dr. Geßler vor dem
Reichstag ſchwer um ſeinen Etat kämpfen müſſen. Wenn wir
richtig zählten, hat er faſt ein dutzendmal in der Zeit das Wort
ergriffen. Trotzdem war der Kampf mehr äußerliche als
inner=
ſäiche Senfation. Die Fraktionen haiten in Anbetracht der
Wich=
igkeit des Gegenſtandes ſich je eine Redezeit von 2½ Stunden
ugemeſſen. Wie ſich nachher herausſtellte, war das vielzuviel
und ſie wußten nicht recht, wie die Zeit ausfüllen. Nur der erſte
Tag brachte eine militärpolitiſche Ausſprache, die ſich auf einer
ewiſſen Höhe hielt, nachher ſackte die Debatte in Einzelheiten
nd Kleinigkeiten ab. Das Ergebnis war vorauszuſehen. Die
Mißtrauensvoten der Kommuniſten und Sozialdemokraten
wur=
den abgelehnt. Sämtliche Streichungsanträge fanden keine
Mehr=
heit. Der einzige Antrag, der ernſthaft in Frage kommt, iſt der
teemokratiſche, der grundſätzlich 10 Prozent von dem geſamten
ehretat ſtreichen will. Da er aber eine Eutſchließung darſtellt,
lommt er erſt bei der dritten Leſung zur Abſtimmung. Die
Hal=
ing der Wirtſchaftspartei iſt etwas unklar. Sie war zunächſt
geneigt, dieſer Entſchließung zuzuſtimmen, hat ſich aber nachher
tarauf zurückgezogen, daß ſie überhaupt an dem ganzen
Haus=
halt 10 Prozent ſtreichen möchte. Auch der demokratiſche Antrag
wird ſchließlich unter den Tiſch ſallen. Zu Beginn der Sitzung
hatte der Reichstag den Notetat, der ein Proviſorium bis Mitte
9pril ſchafft, angenommen. Er ſtartet aber jetzt doch darauf, die
(tatberatung möglichſt raſch zu Ende zu führen und will deshalb
von Donnerstag an ſchon morgens um 10 Uhr beginnen, um nach
ner kurzen Mittagspauſe die tägliche Arbeit über den
Acht=
ſuindentag auszudehnen, ſo daß in etwa acht Tagen vor den
Aſterferien der Eta: noch verabſchiedet werden könnte.
Reichstagsſitzungsbericht.
* Berlin, 30. März. (Eig. Bericht.)
Der Reichstag verabſchiedete heute zunächſt ohne jede Ausſprache den
Awtetat und ſetzte darauf die Beratung des Haushalts des
Reichswehr=
uäniſteriums fort. Der Wirtſchaftsparteiler Lucke empfahl eine
Er=
höhung der im Etat des Miniſteriums vorgeſehenen Summe von 48 000
Ae ark zuv Unterbringung, ton Verforgungsauwärtern der Reichswehr im
1 A irtſchaftsleben. Der Sozialdemökxat Dr. Moſes ging auf
d— Selbſt=norde in der Reichswehr näher ein. Der Redner erklärte, daß
ſäne Partei den Angaben der Heeresleitung, wonach Mißhandlungen
darch Vorgeſetzte bei den Selbſtmorden kaum in Frage kämen, ſkeptiſch
augenüberſtehe.
uaren, daß bi=
Aroblem ſtehen. Dieſes Problem beſtehe aber nicht nur bei uns, ſondern
aſch anderswo, z. B. im öſterreichiſchen Heere, und in der Shupo.
Gnſichtlich der Soldatenmißhandlungen beſtehe Anweiſung, die
Ange=
ſegenheiten, ſtets an die ordentlichen Gerichte zu übergeben. Der
Mini=
ſtr habe ſelbſt mehreren Vorgeſetzten zur Pflicht gemacht, bei
Streitig=
ke ten zwiſchen Kameraden nicmals von ſich aus zu entſcheiden, ſondern
alle Entſcheidungen den Gerichten zu überlaſſen. Wennirgendwo
ſiſtematiſche Mißhandlungen vorkämen, ſo hätten
dreverantwortlichen Offiziere damit den Nachweis
erbracht, daß ſie die Befähigung für ihre Stellung
nicht haben. Im übrigen bedauerte der Miniſter, daß in die
Be=
ſtreihung ſolher Angelegenheiten politiſche Gegenſätze mit
hinein=
gkragen würden, und wenn ein verbitterter Ton bei der Behandlung
n Fragen eingeſchlagen werde, in denen Volk, Vaterland und
Heer=
dis gleiche Intereſſe hätten.
Der Sozialdemokrat Kuhnt beantragte Streichung der
Muſik=
meiſterſtellen. Auch die übrigen Nedner brachten derartige
Einzel=
häten vor.
Der Sozialdemokrat Eggerſtedt erklärte, beim Stapellauf des
Kreuzers „Königsberg” ſeien alle möglichen Fahnen zu ſehen geweſen,
hrr die ſchwarz=rot=goldene nicht. Der Miniſter werde nicht behaupten
kürrnen, daß es keine ſchwarze Reichswehr gegeben habe. Es ſei falſch,
duß die Sozialdemokratie, wie behauptet werde, grundſätzlich gegen Heer
und Marine ſei. Der Pazifismus ſei ein ſchönes Ziel. Bei der
Ein=
ſtellung der anderen Staaten ſei er jedoch nicht zu verwirklichen. Der
h=dner wünſchte, daß wir bei den Auslandsreiſen der Kreuzer ſparer
ſollten.
Geßler über die Wehrverbände.
Reichswehrminiſter Dr. Geßler erklärte demgegenüber, er habe den
ſampf gegen eine Verbindung der Reichswehr mit den Wehrverbänden
jahrelang geführt. Man könne ihm höchſtens vorwerfen, daß er nicht
geriug Erfolg gehabt hätte. Ueber die Gründe könne er nur im
Feme=
usſchuß reden. Diſziplinariſch einſchreiten könne er erſt, wenn die
uSentlichen Gerichte geſprochen hätten. Ein eigenes Spitzelſyſtem habe
er nicht einrichten wollen. So ſei er auf die Polizei angewieſen. Er
hahe ſeine Zeit damit ausfüllen müſſen, die Reichswehr aufzubauen und
habe tauſende Schwierigkeiten zu bekämpfen gehabt. Für unſere
Offi=
jiere hätte er keine goldſtrotzenden Uniformen, ſondern nur Hut und
Epauletten gefordert. Man könne zu einer geſellſchaftlichen
Verauſtal=
ung, bei der alle mit dem Zylinder erſcheinen, ſie doch nicht mit dem
Lodenhut hinſchicken. Die Uneinigkeit der Auslandsdeutſchen ſei
be=
harterlich. Bei Kranzniederlegungen habe er angeordnet, daß neben
chrvarz=weiß=rot ſtets ſchwarz=rot=gold gezeigt werde. Wenn in
Wilhelms=
ſaden ſchwarz=rot=gold gefehlt habe, ſo ſei das bedauerlich. Wäre er
elbſt anweſend geweſen, hätten die Farben nicht gefehlt, denn die Flagge
ſes Reichswehrminiſteriums ſei ſchwarz=rot=gold mit dem Eiſernen Kreu;.
Die Marinedienſtflagge ſei aber auf Beſchluß der Nationalverſammlung
chrvarz=weiß=rot mit der Goeſch und dem Kreuz; ſie werde in
Wilhelms=
ſaben wohl vorherrſchend geweſen ſein.
Der deutſchnationale Abgeordnete Treviranus
derwies auf das hohe Alter der deutſchen Schiffe. Unſere Linienſchiffe
tammten aus den Jahren 1902/06. Die Kreuzer reichten ſogar bis 1899
ueüick. Der Bau der elf großen Torpedoboote werde beſchleunigt.
Littienſchiffe von 10 000 Tonnen könnten nicht in Vergleich mit den 35 000
Tonnen=Schiffen der engliſchen Marine geſtellt werden. Die Armiernug
der deutſchen Schiffe entſpreche nicht den Bedürfniſſen der Neuzeit. Der
Mialdemokratiſche Vorwurf, die Kulturausgaben würden durch die Höhe
Nes Heeresetats leiden, ſei unbegründet. Die Koſten für Neubauten kämen
n der Hauptſache den Arbeitern zugute. In ihnen ſeien 68 Prozeut
Löhne enthalten; dadurch verdienten 22 000 Arbeiter ihr Brot. Der
Auslandsdienſt habe völkerverbindenden Wert. Das habe man bei den
Be=
ſuchen der Kreuzer „Hamburg” und „Berlin” geſehen. Der erſte Beſuch
7 einer ehemals deutſchen Kolonie habe unſere verlorenen Brüder in
ganz Sütdweſt zu überquellender Begeiſterung gebracht. Pflicht unſerer
Zeit ſei es, den Stand unſerer Marine zu erhalten, damit die Seegeltung
der Zukunft nicht allein den Nachbarn überlaſſen werde.
Abg. Wegmann (Zentrum) war der Anſicht, daß die von der
Linken verlangte falſche Sparſamkeit die Koſten der Marine auf die
Dauer nicht vermindern, ſondern vermehren würde. Man müſſe im
Gegenteil ernſthaft prüfen, ob wir nicht das Neubaurempo verſtärken
umd die koſtſpielige Inſtandhaltung der alten Schiffe aufgeben ſollten.
Reichswehrminiſter Dr. Geßler,
der in ſeiner Etatsrede im Reichstag die
Gleichberechti=
gungder Nationen in der Rehrfrage gefordert hat.
Geß=
ler verlangt allgemeine Abrüſtung oder das
Recht für Deutſchland ſeinen Gegnern mit
gleichwertigen Waffen entgegenzutreten.
Abg. Brüninghaus (D.;Vp.) legte kommuniſtiſche Zeitungen
vor zum Beweiſe dafür, wie die Kommuniſten in Heer und Marine gegen
die Autorität wühlen. Bei den Schiffsneuhauten kämen vier Fünftel der
Koſten auf Löhne und Gehälter. 22 000 Arbeiter ſinden Brot und Lohn.
Polen mache die größten Anſtrengungen, um Danzig zu bekommen.
Ge=
lingt ihm das, dann iſt Oſtpreußen verloven. Im Danziger Hafen
über=
wiege jetzt ſchon die polniſche Flagge. Aus den ſogenannten
Munitions=
depots auf der Weſternplatte habe ſich Polen einen beträchtlichen
Kriegs=
hafen geſchaffen. Danzig gerate in die größte Gefahr, wenn
Deutſch=
land den polniſchen Anſprüchen nicht entgegentritt. Unſere Schiffe haben
im Auslande, Chile, Argentinien uſw., den beſten Eindruck gemacht.
Es folgten die Abſtimmungen. Dazu erklärte Abg. Rönneburg
(Dem.), daß die Demokvatiſche Fraktion dem Mißtrauensvotum nicht
zu=
ſtimmen werde. Damit wolle ſie aber nicht dem Miniſter ihr Vertrauen
ausſprechen.
Darauf werden die Mißtrauensanträge der Sozialdemokraten und
Kommuniſten gegen den Miniſter in einfacher Abſtimmung gegen die
Antragſteller abgelehnt, ebenſo die Anträge auf Streichung des
Miniſtergehaltes und einzelner Etatpoſitionen. Die Ausſchußbeſchlüſſe
bleiben aufrecht erhalten. Der Haushalt der Reichswehr und Marine
wird genehmigt. Ueber die demokratiſche Entſchließung auf 10prozentige
Kürzung des Etats wird in der dritten Leſung abgeſtimmt. Darauf
wer=
den die Beratungen abgebrochen. Nächſte Sitzung Donnerstag, 10 Uhr:
Haushalt für die Kriegslaſten, Reichsfinanzminiſterium. Schluß 8½4 Uhr.
Das Schickſal
des Republikſchutzgeſetzes.
Nochmals Brauns Brief.,Braunbeim Reichspräſidenten.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Ausſprache über die Verlängerung des
Republikſchutz=
geſetzes, das am 21. Juli abläuft, iſt durch den Brief des
preußi=
ſchen Miniſterpräſidenten Braun an den Reichskanzler wieder in
Fluß gebracht worden. Hinter den Kuliſfen iſt, wie wir ſchon
berichteten, bereits ſeit längerer Zeit darüber verhandelt worden.
Das vorige Kabinett Marx war ſich ſchon dahin ſchlüſſig
gewor=
den, daß die innere Befriedung noch nicht weit genug
vorgeſchrit=
ten ſei, um das Geſetz einfach außer Kraft treten zu laſſen, weil
die Gefahr kommuniſtiſcher Putſche auch heute noch
beſteht. Die Regierung war daher entſchloſſen, das ganze Geſetz
daraufhin prüfen zu laſſen, was abgebaut werden kann und was
noch erhalten bleiben muß. Dieſe Einſtellung iſt von den
Deutſch=
nationalen bei ihrem Eintritt in die Regierung offenbar auch
übernommen worden. Jedenfalls hat ſich Herr von Keudell bei
der Beratung ſeines Etats in ähnlichem Sinne geäußert. Die
zuſtändigen Reſſorts, des Reichsinnen= und
Reichsjuſtizminiſte=
riums prüfen zurzeit die Frage, weche Teile des Geſetzes zur
Beſeitigung noch nicht reif ſind. Eine Entſcheidung darüber iſt
noch nicht gefallen. Sobald die Reſſorts fertig ſind, wird das
Reichskabinett und ebenſo der interfraktionelle Ausſchuß der
Regierungsparteien ſich mit den Vörſchlägen der Reſſorts
be=
faſſen. Dann wird ſich zeigen, inwieweit die Deutſchnationalen
bereit ſind, einer Verlängerung der einzelnen Teile des Geſetzes
zuzuſtimmen. Grundſätzlich werden ſie dagegen keinen Einſpruch
erheben. Es kann ſich höchſtens bei ihnen um Bedenken in
ein=
zelnen Punkten handeln. Der Hauptfſtein des Anſtoßes, die
Rück=
kehr des ehemaligen Kaiſers, iſt ja durch die Erklärung, die er vor
einigen Tagen über Amerika hat abgeben laſſen, wonach er nicht
daran denke, nach dem republikaniſchen Deutſchland
zurück=
zukehren, erledigt. In politiſchen Kreiſen Berlins bringt man
auch den Beſuch des preußiſchen Miniſterpräſidenten am Dienstag
beim Reichspräſidenten mit dieſer Frage in Zuſammenhang.
4Polens Politik nach Genf.
Die Beziehungen zu Danzig und Deutſchland.
Von
Rolf Wingendorf, Danzig.
Die Völkerbundstagungen haben von jeher auf die aktive
Politik Polens einen gewiſſen Einfluß gehabt. Beſonders ſtark
tritt das jedoch bei der diesjährigen erſten Ratstagung in
Er=
ſcheinung. Die Urſache dafür liegt wohl weniger in der Tätigkeit
des Völkerbundes ſelbſt, als vielmehr in der Tatſache, daß die
polniſchen Staatsieute eigentlich nur in Genf Gelegenheit haben,
perſönlich mit den maßgebenden Faktoren der Außenpolitik der
Welt in Verührung zu kommen.
Während vor der Völkerbur dstagung in der polniſchen Preſſe
immer wieder Gerüchte über eine Annäherung an England
auf=
tauchten, weil England Polen als Sturmbock gegen Rußland
gebrauche, während es ſchien, ais ob auf dieſer Grundlage der
Ton gegenüber Danzig und Deutſchland ein ſchärferer geworden
ſei, iſt nach der Genfer Tagung darin unbedingt eine Wandlung
eingetreten. Die Angriffe gegen Danzig ſind nach den
Entſchei=
dungen des Finanzkomitees des Völkerbundes in der polniſchen
Preſſe plötzlich abgeriſſen. Ja, es fehlt nicht an Betonungen des
Intereſſes Polens an der Danziger Finanzſanierung. Beſonders
die offiziöſe polniſche Preſſe verſuchte die Genfer Ergebniſſe als
günſtig ſowohl für Polen wie auch für Danzig darzuſtellen.
Gegenüber Deutſchland iſt der Unterſchied vielleicht noch
markanter. Die letzte Rede des deutſchen Außenminiſters
Streſe=
mann über die Beziehungen zu Polen wurde nicht nur von faſt
allen polniſchen Blättern in großem Umfange wiedergegeben,
ſondern ſogar recht günſtig kommentiert. Man ſprach von „
klu=
gen ſachlichen Ausführungen” und ähnlichem mehr.
Das ſind zwar alles nur, rein äußerliche Merkmale einer
Kursänderung, doch ſind ſie ſo ſymttomatiſch, daß man ihnen
eine ernſtere Bedeutung beimeſſen muß. Man kann dieſe
Vor=
gänge jedoch nur im Rahmen der geſamten politiſchen Weltlage
verſtehen. Eine gewiſſe Abkühlung gegenüber Polen iſt in
Frank=
reich zum Beiſpiel unverkennbar. Ein Beiſpiel dafür gibt die
Reiſe der polniſchen Parlamentarier nach Paris. Während ſonſt
ſolche Farhten große politiſche Ereigniſſe wurden, ſind diesmal
die Polen in Frankreich zwar von den politiſchen Organiſationen
aufgenommen worden, aber die Oeffentlichkeit, d. h. die Preſſe,
hat zum großen Kummer Polens davon faſt gar keine Notiz
ge=
nommen. Ja, im Gegenteil, zur ſelben Zeit, wo die polniſchen
Parlamentarier durch Frankreich reiſten, um für Polen zu
wer=
ben, erſchienen in der linksgerichteten franzöſiſchen Preſſe Artikel,
und Aufrufe gegen den weißen Terror in Polen und die
Miß=
handlung von politiſchen Gefangenen. In Lyon kam es ſogar
zu einer tatſächlichen Attacke auf die polniſchen Parlamentarier
durch linksgerichtete Organiſationen.
Die Hoffnungen auf England ſcheinen ebenfalls getrogen zu
haben, denn während noch vor einem Vierteljahr von
Anleihe=
ausſichten in England geſprochen wurde, wird dieſe Möglichkeit
heute in Polen gar nicht mehr erwähnt. Der ganze Weſten hat
zu viel mit ſich ſelbſt zu tun, als daß er weiterhin geneigt ſein
könnte, ſich dauernd zu einem Anwalt polniſcher Anſprüche zu
machen. Eine außenpolitiſche Iſolierung Polens ſcheint ſich
immer mehr vorzubereiten.
Daß Polens außenpolitiſche Stellung nicht mehr ſo ſtark wie
noch vor einem Jahre iſt, geht am deutlichſten aus den
Danzig=
polniſchen Verhandlungen in Genf hervor. Gewiß hat auch
Dan=
zig in der Anleihefrage Opfer bringen müſſen, wie das
Zu=
geſtändnis einer Beteiligung Polens, an dem Tabakmonopol,
jedoch war Polens Stellung noch ſchwieriger, denn zum erſten
Male hat der Völkerbund in Danzig=polniſchen Fragen einen
wenn auch ſanften Druck auf Polen ausgeübt und hat erkennen
laſſen, daß er mit der Verzögerungstaktik der polniſchen
Regie=
rung nicht einverſtanden iſt. Die Aufforderung an Polen, die
Danzig=polniſchen Abkommen möglichſt bald zu ratifizieren,
gleicht ſchon faſt einem Befehl. In informierten Kreiſen iſt man
der Anſicht, daß Polen, falls es durch ſeine Verſchleppungstaktik
die Danziger Anleihe hintertreibe, ſich ſelbſt jede Ausſicht auf den
Erhalt einer Anleihe nehme.
Dieſer Grund, nämlich die Anleihefrage für Polen, iſt wohl
auch eine der Haupturſachen für die Aenderung der politiſchen
Haltung gegenüber Deutſchland. Es iſt zwar noch nie öffentlich
geſagt worden, aber trotzdem ein offenes Geheimnis, daß Polen
eine Anleihe in Amerika bekommen kann, — wenn es einen
Han=
delsvertag mit Deutſchland zuſtande bringt. Solange aber ein
polniſcher Wirtſchaftskrieg Polens Außenhandel darnieder hält,
gibt kein amerikaniſcher Bankier für Polen einen Pfennig Kredit.
Die polniſche Regierung befindet ſich ihrer Bevölkerung
gegenüber, die jahrelang mit chauviniſtiſchen Phraſen gefüttert
wurde, in einer recht ſchwierigen Lage. Es ſcheint faſt, als ob
Pilſudſki als der maßgebendſte Kopf ganz Polens jetzt den
Aus=
weg der Diktatur wählen will. Die Auflöſung des Parlaments,
die Beſchränkung der Parlamentsbefugniſſe faſt ausſchließlich auf
die Budgetfragen, dürfte nicht nur von innenpolitiſchen
Beweg=
gründen diktiert ſein. Dazu ſcheint der Augenblick zu wenig
gün=
ſtig gewählt. Das Parlament hat ſich mit außenpolitiſchen
Fra=
gen in der letzten Zeit überhaupt nicht beſchäftigt. Jetzt, wo nach
der Verabſchiedung des Budgets dazu Gelegenheit wäre, wird
das Parlament nach Hauſe geſchickt. Man kann noch nicht ſehen,
auf welche Weiſe Pilſudſki einen Weg finden wird, die
außen=
politiſchen Fragen auch ohne den Seim mit Geſetzeskraft zu
regeln. Er wird aber dieſen Weg finden, denn daß die
Regie=
rung an die außenpolitiſchen Fragen jetzt ernſthaft herangehen
wird, iſt durch die Erklärung der Verhandlungsbereitſchaft mit
Deutſchland und mit Sowjetrußland bewieſen.
Während dieſe Zeilen geſchrieben wurden, gingen zwei
Nach=
richten ein, die bis zu einem gewiſſen Grade als Beweis für die
vorhergehenden Ausführungen angeſehen werden können: Die
Verhandlungen zwiſchen Danzig und Polen über das
Tabak=
monopol=Abkommen ſind zu einem befriedigenden Abſchluß
ge=
langt, und zwiſchen Deutfchland und Polen iſt das Abkomimen
über den erleichterten Korridorverkehr unierzeichnet worden.
Dieſe beiden Fälle ſind deswegen von beſonderer Bedeutung,
weil bei beiden ein endgültiger Abſchluß der Verträge durch hart=
Numnmer 90
Seite 2
näckigen polniſchen Widerſtand bei der Formulierung kleiner
tech=
niſcher Fragen bisher immer wieder hinausgeſchoben werden
mußte. Jetzt iſt der Abſchluß dieſer Verträge geradezu
über=
raſchend plötzlich zuſtande gekommen.
Wenn man die jetzige Kursrichtung der polniſchen Politik
mit wenigen Worten charakteriſieren will, ſo kann man ſagen:
Zugeſtändniſſe der Regierung auf innenpolitiſchem Gebiet und
Zugeſtändniſſe der Oppoſition auf außenpolitiſchem Gebiet. Aus
den halbamtlichen Aeußerungen Polens läßt ſich klar erkennen,
daß die Regierung alles verſuchen will, um eine Beruhigung der
Lage nach Weſten hin zu erreichen. Gleichzeitig aber ſoll den
nationaliſtiſchen Beſtrebungen der polniſchen Rechtsparteien eine
Genugtuung gegeben werden, indem man ihnen auf
innerpoliti=
ſchem Gebiet entgegenkommt. In erſter Linie gilt das für die
Wahlordnung in Polen. Die reue Wahlordnung foll jetzt nach
der Parlanentsſchließung von der Regierung ſelbſt ausgearbeitet
werden. Man weiß aber ſchon jetzt bereits, daß die Regierung
mit den Rechtsparteien in dieſer Frage ein Kompromiß
abſchlie=
ßen wird, d. h. alſo, daß die nationalen Minderheiten von einer
ſolchen Neuregelung des Wahlgeſetzes das Schlimmſte zu
erwar=
ten haben. Andererſeits will die Regierung nach außen hin
ſo=
wohl in den Verhandlungen mit Deutſchland wie mit Rußland
freie Hand behalten und wird die Verträge vorausſichtlich dem
Parlament nur zur Ratifizierung vorlegen. Man wird daher
in Deutſchland gut tun, darauf zu achten, daß man nicht die
Nach=
giebigkeit Polens auf außenpolitiſchem Gebiet erreicht auf Koſten
der Intereſſen der nationalen Minderheiten in Polen, und damit
des deutſchen Volkstums in Polen. Man wird ſich immer vor
Augen halten müſſen, daß eine etwaige Nachgiebigkeit der
pol=
niſchen Regierung nur auf außenpolitiſche Schwierigkeiten und
äußeren Druck zurückzuführen iſt. Die nationaliſtiſche
Grund=
tendenz iſt zu tief in dem geſamten politiſchen Leben Polens
ein=
gewurzelt, als daß ſie ſich ſo raſch überwinden ließe. Mit voller
Abſicht iſt hierbei das Wort „nationaliſtiſch” angewendet als ein
Gegenſatz zu dem Worte „national”, denn die krankhafte
Ueber=
ſteigerung des Nationalgefühls in Polen hat dazu geführt, daß
die Intereſſen der Nation dadurch immer nur geſchädigt worden
ſind. Eine Abkehr von dieſer Richtung kann für Polen nur
Vor=
teile bringen. Ob aber eine polniſche Regierung die Kraft dazu
aufbringt, das bleibt nach wie vor äußerſt zweifelhaft.
Das Ruſſengeſchäft.
Das Schickſal der Mologa. — Die Auſſenkredite.
Berlin, 30. März.
Das Reichskabinett hat ſich, wie mitgeteilt wird, unter
anderem mit der Frage der Mologa=Kredite beſchäftigt.
Die Frage einer finanziellen Mithilfe der Reichsregierung an
einer Sanierung war Mitte März davon abhängig gemacht
wor=
den, ob durch Erfüllung einer Reihe von Vorbedingungen eine
rationelle Mitarbeit ſichergeſtellt werden könnte. Dieſe
Voraus=
ſetzungen müßten zum Teil von ruſſiſcher, zum Teil von deutſcher
Seite erfüllt werden. Der Termin einer Verſtändigung darüber
läuft am 31. März ab. Es iſt fraglich, ob eine Verſtändigung
er=
folgen kann. Es iſt daher kaum mehr zu vermeiden, daß eine
Liquidation der Mologa eintritt. Ruſſiſche Wechſel
waren bis zum 31. März prolongiert worden. Ein Communiguc
in dieſer Angelegenheit erfolgt noch.
* Das Schickſal hat die Mologa nun doch ereilt. Sie hat in
ihrer Auſſichtsratsſitzung beſchloſſen, die Geſchäftsaufſicht zu
be=
antragen. Verſuche, doch noch mit den Ruſſen eine Einigung
herbeizuführen, gehen natürlich weiter. Es wird ſogar behauptet,
daß das ruſſiſche Hauptkonzeſſionskomitee bereit ſei, einzulenken
und die Laufzeit der Wechſel bei der ruſſiſchen Staatsbank zu
verlängern. Entſcheidende Beſchlüſſe darüber ſollen jedoch erſt in
den nächſten Tagen fallen. Nachdem, was wir bisher im Handels=
und Wirtſchaſtsverkehr mit Rußland erlebt haben, iſt nicht
an=
zunehmen, daß ſich die Ruſſen ſonderliche Mühe geben werden,
die Mologa zu halten. Ein Rückblick auf den am 31. März
ab=
laufenden Ruſſenkredit von 300 Millionen, den das Deutſche
Reich ſeinerzeit zur Verfügung geſtellt hat, läßt ähnliche
Erfah=
rungen in die Erſcheinung treten wie im Fall Mologa. Die
Ruſ=
ſen haben zwar das Abkommen erfüllt und Aufträge vergeben,
die den Kredit um 60 Millionen überſchreiten. Eine reine Freude
hat die deutſche Induſtrie daran nicht gehabt, weil es die Ruſſen
geſchickt verſtanden, die deutſchen Intereſſenten gegeneinander
auszuſpielen und auch das Ausland beim Wettbewerb mit
heranzuziehen. So kam es, daß oft die deutſchen Unterhändler
gar keinen Gewinn zu erzielen vermochten oder zu Verluſtpreiſen
verkaufen mußten. Die Ruſſen haben ſich dabei überhaupt als
äußerſt rückſichtsloſe Auftraggeber gezeigt und den Krebit in
einer Weiſe gegen die deutſche Wirtſchaft ausgenutzt, daß das
Reich ſich in Zukunft niemals mehr in das normale Exportgeſchäft
mit Rußland einſchalten wind, weil dadurch der Handel nur
er=
ſchwert wurde und die Ruſſen daraus den Nutzen zogen.
Die ſeberwindung derelektriſchen Kraft
Aus der Reichshauptſtadt erhalten wir die Kunde von einem
Geſchehen, das man unter „Erfindungen” rubrizieren könnte,
wenn es nicht einerſeits etwas für den Fachmann längſt
Voraus=
geahntes, für den Laien gleich Unfaßbares wäre, wie die
Ur=
dinge, auf denen es beruht. Es handelt ſich um nicht mehr und
nicht weniger als die Möglichkeit, die in ihrem letzten Ausmaß
noch ungeahnte elektriſche Kraft zu überwinden, dem Funken,
der ungeſehen die Welt umſprüht und umſpannt, ein Halt zu
bieten, ihn durch menſchlichen Willen zu bändigen. Ein
Ge=
ſchehen iſt hier aus dem Weltwalten losgelöſt, das zum
min=
deſten die gleiche Bedeutung hat wie die Erfindung, die den
elek=
triſchen Funken mit all ſeinen Auswirkungen zu der Bedeutung
erhoben hat, die unſerem Jahrhundert den Stempel aufdrückte.
Gleich gering wie der Urſprung dieſer Erfindung iſt die
jetzige ihrer Ueberwindung. War es ehedem ein zuckender
Froſch=
ſchenkel, der den Anſtoß zur Entdeckung des elektriſchen Funkens
gab, ſo iſt der Ausgangspunkt der neuen Entdeckung noch viel
primitiver, iſt im Grunde genommen nichts anderes als ſcharfe
Beobachtung, logiſches Denken.
Im Rahmen dieſer „Erfindung” ſpielt die heſſiſche
Landes=
hauptſtadt inſofern eine bedeutſame Rolle, als der Mann, deſſen
genialer Entdeckung die neue Erkenntnis vom Weſen der
Elek=
trizität zu verdanken iſt, ein Sohn Darmſtadts iſt. Darmſtadt
hat gerade auf dem Gebiete der Elektrizität eine Reihe
hervor=
ragender Kapazitäten geboren, deren Namen Weltbedeutung
er=
hielt. Der Name des ſchlichten Mannes, von deſſen Entdeckung
hier die Rede ſein ſoll, ein Schüler Geheimrat Kittlers und
anderer, wird dieſen Weltruhm, wenn nicht alles täuſcht, weit
überſtrahlen. Um was handelt es ſich?
Wir alle, die wir moderne Menſchen ſind, ſind in unſerem
Alltagsleben eng verbunden mit der Elektrizität. Wir haben uns
daran gewöhnt, durch Umdrehung eines kleinen Schalters an der
Wand Wohnräume und Feſtſäle in blendender Helle erſtrahlen
zu laſſen, wir wiſſen, daß eine Unmenge Dinge, die wir im
täg=
lichen Leben des Haushalts gebrauchen, wir wiſſen, daß
Ma=
ſchinen von nie geahnter Größe Kräfte entwickeln von ebenſo
uugeahntem Umfang, Maſchinen, deren eigenes Volumen in gar
keinenr Verhältnis ſteht zu der dem Laien kaum faßbaren
Kraft=
entfaltung, die an ungezählten Tauſenden von Pferdekräften
gemeſſen wird, einzig und allein der Elektrizität entſtammen.
Wir wiſſen, daß, getrieben vom menſchlichen Willen, ausgehend
von einer durch dieſen menſchlichen Willen geſchaffenen Zentrale,
Donnerstag, den 31. Mätz 1927
Vom Tage.
Der Haushaltsansſchnß des Reichstages bewilligte
die vom Reichsminiſterium angeforderten 1760 neuen
Beamten=
ſtellen für die Steuerverwaltung.
Die jugoſlawiſche Regierung hat auf die fenſeits der
albani=
ſchen Grenze ſtattgefundenen militäriſchen Vorbereitungen
die Regierungen der Großmächte aufmerkſam gemacht,
Italien verlangt, daß die internationale
Unter=
ſuchungskommiſſion ihre Arbeiten auf ganz
Jugo=
ſlavien ausdehnen ſoll.
Die albaniſche Geſandtſchaft in Paris veröffentlicht eine
Note, in der die in Umlauf befindlichen Nachrichten über angebliche
militäriſche Vorbereitungen in Albanien und die ernſte
innere Lage des Landes als vollſtändig erfunden bezeichnet
wer=
den. In Albgnien herrſche vollkommene Nuhe und Ordnung.
Die bulgariſche Regierung wird in anbetracht der Tatſache, daß
Bulgarien die Abrüſtungsklauſeln des Friedensvertrages vollkommen
erfüllt habe, demnächſt die Aufhebung der Militärkontrolle
fordern.
Die Nachricht, daß am 4. April
Handelsvertragsverhand=
lungen zwiſchen Belgien und Frankreich beginnen ſollen, wird
dementiert.
Außenminiſter Briand empfing den ſpaniſchen
Botſchaf=
ter Quinones de Leon, mit dem er ſich über die im Gange befindlichen
Verhandlungen über das Tangerſtatut unterhielt.
Havas meldet aus Tanger, daß in Mellila ein großer
Waffenſchmuggel entdeckt worden ſei, und daß die ſpaniſchen
Behörden gegenwärtig eine Unterſuchung durchführten.
Die chineſiſche Freiheitsbewegung hat auch auf
britiſches Kolonialgebiet, auf Singapore, übergegriffen.
Aus Harrisbura wird gemeldet, daß geſtern bei einer Exploſion in
den Ehrfeld=Bergwerken der Pennſylvania=Kohlenkompagnie 5 600
Bergleute verſchüttet worden ſein ſollen. Nähere Mitteilungen liegen
noch nicht vor.
Das neue Beſatzungsleiſtungs=
und Vermögensſchäden=Geſetz.
Schäden müſſen ſofort und immer ſchriftlich
angemeldet werden.
* Koblenz 30. März. (Priv.=Tel.)
Der Reichstag hat bekanntlich Ende voriger Woche das neue
Beſatzungsleiſtungs= und Vermögensſchädengeſetz endgültig
an=
genommen. Dieſes Geſetz hat für die Bevölkerung des beſetzten
Gebietes grundſätzliche Bedeutung, da es alle Schadensfälle, wie
ſie ſich aus den Beſatzungsverhältniſſen ergeben, regelt. Das
neue Beſatzungsleiſtungsgeſetz ſoll an die Stelle des bisherigen
Leiſtungsgeſetzes und der dazu erlaſſenen
Abänderungsverord=
nungen tzeten und damit die ſämtlichen Beſtimmungen
zuſam=
menfaſſen, die für die Abgeltung der von der Befatzung
verur=
ſachten Vermögensſchäden maßgebend ſind. Das Geſetz ſieht im
einzelnen eine Reihe Erweiterungen der Anſpruchsberechtigten
vor, auch wird für die Zukunft die Möglichkeit eines
Härte=
ausgleichs in geſetzlich nicht geregelten Fällen geſchaffen. Das
Verfahren vor der Feſtſtellungsbehörde bleibt im weſentlichen
un=
verändert. Hervorzuheben iſt aber insbeſondere, daß die
Au=
meldung der Beſatzungsſchäden künftig nur
noch ſchriftlich oder zu Protokoll bei den Gemeinde= oder
Feſtſtellungsbehörden erfolgen kann und daß in jedem Falle dieſe
Anmeldung innerhalb eines Monats nach
Schadens=
eintritt vorgenommen werden muß. Der
Verfügungs=
anſpruch erliſcht, wenn dieſe Friſt nicht
ge=
wahrt wird. Es empfiehlt ſich daher dringend, die
Anmel=
dung nicht bis Ende dieſer Friſt zu verſchieben, ſondern etwaige
Schäden ſofort und zwar ſchriftlich anzumelden.
Wenn der Schaden nicht in ſeiner Höhe angegeben werden kann,
genügt Anzeige des Schadensfalles unter Vorbehalt der noch zu
ermittelnden Schadensſumme.
Dem Antragſteller wird durch das neue Geſetz das Recht
ver=
liehen, eine mündliche Verhandlung ſeines Schadensfalles vor
der Feſtſtellungsbehörde zu verlangen. Die Feſtſtellungsbehörde
kann auf eine Beſchwerde hin ihre Entſcheidung ſelbſt abändern,
ohne daß in jedem einzelnen Falle, wie bisher, von dem
Reichs=
wirtſchaftsgericht eine Entſcheidung getroffen werden muß. Die
Beſchwerden werden daher zweckmäßig direkt an die
Feſtſtellungs=
behörde und nicht mehr an das Reichswirtſchaftsgericht zu richten
ſein. Die Feſtſtellungsbehörde kann einer Beſchwerde auch dann
abhelfen, wenn die bisher geleiſtete Bſchwerdeſumme von 50
Mark nicht erreicht iſt. Bisher konnte das Urteil des
Reichswirt=
ſchaftsgerichtes durch Rechtsbeſchwerde nicht mehr angefochten
werden. Nach dem neuen Geſetz kann aber durch Vermittlung
eines Rechtsanwaltes die Rechtsbeſchwerde gegen Rechtsurteile
des Reichswirtſchaftsgerichtes erhoben werden. Dieſe Beſchwerden
ſind dann an den Großen Senat des Reichswirtſchaftsgerichtes
zu richten.
der elektriſche Funke heute unſichtbar den Aether durcheilt, das
geſprochene Wort, den klingenden Ton, ja ſogar das dem Auge
ſichtbare Bild von Weltteil zu Weltteil trägt, und wir wiſſen
letzten Endes, daß es nur noch ein Kleines ſein kann, bis uns
die Möglichkeit wird, über den Erdball hinaus mit unſerem
Willen in den Kosmos zu treten.
Das alles wiſſen wir. Nichts aber wiſſen wir von der
Ent=
ſtehung dieſer geheimnisvollſten aller Kräfte, die durch
unſicht=
bare Wellen uns umſchwebt, die unſer eigenes Ich, unſer im
tiefſten Innern Verborgenes fernen Welten preisgeben kann.
Nichts wiſſen wir, abgeſehen von den letzten Ergebniſſen
wiſſen=
ſchaftlicher Erkenntnis, daß Gedanken, gedankliches Wollen ohne
unſere Einwirkung den Weg von einem Menſchenweſen zum
andern finden kann, und nicht wiſſen wir, ob mit dieſem
Weg=
finden das Loslöſen und im Aether ſich Fortbewegen etwelcher
Teile unſerer faßbaren Körperlichkeit verbunden iſt. Wir wiſſen
nicht, wie der elektriſche Funke entſteht und wie er zu dieſer
unfaßbaren Kraftentfaltung gelangt, außer, daß wir dieſe Kraft
ſelbſt erzeugen können und ſie beliebig in irgendwelchem Volumen
weiterleiten können.
Was der Fachmann, der Wiſſenſchaftler längſt fürchtend
vorausgeahnt, was dem Laien allerdings gleich unfaßbar ſein
muß als der Urſprung der elektriſchen Kraft, iſt nun zur Tat
ge=
worden. Man kann heute, wenn nicht alles täuſcht, die im erſten
Urſprung aus einem nach menſchlichem Begriff Nichts entſtehende
elektriſche Kraft in ſich ſelbſt vernichten. Gleich geheimnisvoll,
wie der elektriſche Funke entſteht und in ſeiner eigenen
lawinen=
artigen Fortentwicklung gigantiſche Kräfte entfaltet, kann man
heute dieſer gigantiſchen Kraft durch ganz primitives
Aus=
ſchalten, richtiges Ableiten ein Halt gebieten, ſie in ſich ſelbſt
auf=
löſen, ſich ſelbſt verzehren laſſen. Das iſt eine von Menſchen
ge=
ſchaffene Möglichkeit, deren Endauswirkung heute noch in keiner
Weiſe abzuſehen iſt, mit der aber bei allem, was mit Elektrizität
zuſammenhängt — und was iſt das in unſerem Zeitalter nicht!
unbedingt damit rechnen.
Es handelt ſich um nicht mehr und nicht weniger, als die
Tatſache, daß ein einziger Menſch im Stande iſt, ohne maſchinelle
Vorrichtung die ſtärkſten durch Elektrizität betriebenen Maſchinen
einfach durch ſeinen Willen, in Verbindung allerdings mit einer
kleinen techniſchen Notwendigkeit, zum Stehen zu bringen, ſie
abzuleiten, ſo zwar, daß die entwickelte und geleitete Kraft ſich
ſelbſt auflöſt, ihrer Kraft verluſtig geht, ſie, primitib ausgedrückt,
verfliegt. Darüber hinaus aber beſteht heute ſchon nach den
teih=
niſchen Verſuchen und Demonſtrationen, die der Entdecker dieſer
geheimnisvollen Gegenkraft in der Reichshauptſtadt zeigte, wei=
Schutz vor Dumping=Einfuhr.
Ein Antrag der Regierungsparteien.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Regierungsparteien haben einen
gemein=
ſamen Antrag im Reichstag eingebracht, der dieſen
auf=
fordert, die Regierung zu ermächtigen, bei
Dumpingein=
fuhr Zollzuſchläge zu erheben. Dieſer Antrag wird
im Ausland ſicherlich einige Unruhe auslöſen. Er richtet ſich
zu=
nächſt gegen keinen Staat, der mit uns auf geſunder Baſis
Wirtſchaftsbeziehungen unterhält oder mit uns im
Warenaus=
tauſch ſteht. Beabſichtigt iſt wohl nur, der Reichsregierung bei
den verſchiedenene Handelsvertragsverhandlungen eine Waffe in
die Hand zu geben, um die heimiſche Produktion vor dem völligen
Ueberſchwemmtwerden mit billigem ausländiſchen Material zu
ſchützen. Wir müſſen uns doch immer wieder vor Augen halten.
daß wir mit Milliardenabgaben belaſtet ſind, unſere Erzeugniſſe
alſo nicht ſo billig hergeſtellt oder verkauft werden können wie
unbelaſtete ausländiſche Produkte, die auf unſerem Markt zu
günſtigeren Preiſen angeboten werden können als die im Land
ſelbſt hergeſtellten. Selbſtverſtändlich wenden ſich die Verbraucher
ſtets dem billigſten Angebot zu, auch wenn das Erzeugnis aus
dem Ausland kommt. Darunter leidet natürlich unſere Wirtſchaſt.
die mehr denn je auf den heimiſchen Markt angewieſen iſt. Macht
ihr hier das Ausland Konkurrenz, die das erträgliche Maß
über=
ſchreitet und unſerer Arbeiterſchaft die Arbeit nimmt, dann muß
hier kein Riegel vorgeſchoben werden. Das Ausland hat ſich
bis=
her mit Hochſchutzzöllen geholfen und namentlich uns gegenüber
nur zu gerne Antidumpingmaßnahmen ergriffen, ſelbſt dann noch,
als wir ſchon längſt zu Goldmarkpreiſen zurückgekehrt waren,
Amerika geht ſogar ſo weit, ſich bei uns an Ort und Stelle über
die Geſtehungskoſten der nach den Vereinigten Staaten zu
ver=
ſchiffenden Waren zu unterrichten und das nur deshalb, um im
Intereſſe der amerikaniſchen Induſtrie die Einſuhr der deutſchen
Erzeugniſſe zu unterbinden — von Wirtſchaftsſpionage ſoll dabei
gar nicht geſprochen werden —, wenn der deutſche Artikel unter
günſtigeren Bedingungen erzeugt wird als jenſeits des Ozeans.
Umgekehrt ſind die Amerikaner, dank ihrer ungeheuren und ſehr
billigen Rohſtoffe, vielfach in der Lage, die deutſchen Waren ſogar
vom deutſchen Markt zu verdrängen. Einen derartigen Zuſtand
können wir auf die Dauer, zumal bei unſerer großen
Arbeits=
loſigkeit, nicht ertragen. Wir müſſen uns ebenfalls nach
Abwehr=
mitteln umſehen. Infolgedeſſen iſt der eingebrachte Antrag zum
Schutz der deutſchen Arbeiter und ihrer Erzeugniſſe gedacht.
Wir wollen uns nicht verhehlen, daß die Anwendung der
ge=
forderten Maßnahmen vielleicht unangenehme Erſcheinungen bei
einzelnen Betroffenen hervorrufen kann. Aber ſchließlich ſperren
ſich alle Nachbarſtaaten gegen die deutſche Einfuhr, wollen uns
jedoch mit ihren Erzeugniſſen überſchwemmen. Richtiger wäre es
entſchieden, die europäiſchen Staaten dächten einmal daran, ſich
gegen das amerikaniſche Dumping zu ſchützen, das ſie alle recht
empfindlich verſpüren. Bricht erſt einmal in den Vereinigten
Staaten eine Wirtſchaftskriſe aus, dann wird Europa mit billigen
amerikaniſchen Erzeugniſſen überflitet, daß der größte Teil der
Fabriken und anderer Erzeugungszwzeige zum völligen
Still=
ſtand kommt, weil ſie gegen dieſes Unterangebot nicht
an=
kämpfen können.
Deutſch=rumäniſche Verhandlungen. —
Ein=
ſtellung der Liquidierungen.
Nach einer Bukareſter Meldung hat die rumäniſche
Re=
gierungbeſchloſſen die
Liquidierungdesdeut=
ſchen Eigentums vorläufig’ einzuſtellen.” Eine
amtliche Beſtätigung diefer Nachricht fehlt bisher noch, doch ſcheint
ſie den Tatſachen zu entſprechen, da ſeit geraumerZeit in den
zwiſchen Rumänien und deurſchen Geldgebein ſchwebenden
Kre=
ditverhandlungen die Liquidierung des deutſchen Eigentums eine
nicht unwichtige Rolle ſpielt. Von deutſcher Seite iſt verlangt
worden, Rumänien ſolle auf die Rechte, die ihm aus dem Artitel
18 des Verſailler Vertrages zuſtehen, verzichten. Dieſer Artikel
geſtattet bekanntlich unſeren ehemaligen Gegnern, das im
feind=
lichen Auskand beſindliche Eigentum deutſcher Staatsangehöriger
zu veräußern, und den Erlös auf das Kriegsentſchädigungskonto
zu verbuchen. Unter den gleichen Artikel fällt auch der nach dem
Kriege wieder ins feindliche Ausland gekommene Privatbeſitz.
Rumänien wollte bisher auf dieſen Artikel nicht verzichten.
Darum geſtalteten ſich die Kreditverhandlungen auch
außerordent=
lich ſchwierig, zumal gleichzeitig die von der deutſchen
Beſatzungs=
behörde ausgegebenen Leinoten eine recht bedeutende Nolle
ſpielen. Deutſchland hat es bisher abgelehnt, dieſe Noten
einzu=
löſen, iſt aber bereit, die Kredite zu ſo günſtigen Bedingungen zu
geben, daß ein gewiſſer Ausgleich geſchaffen wird. Gefordert
werden etwa 300 Millionen, die zum Ausbau des rumäniſchen
Eiſenbahnnetzes Verwendung finden ſollen. Das Material
(Schienen Schwellen, Lokomotiven und Wagen) ſoll von der
deutſchen einſchlägigen Induſtrie geliefert werden.
terhin die Möglichkeit, die durch menſchliches Wollen, alſo durch
Maſchinen entwickelte elektriſche Kraft in ihr Gegenteil zu
ber=
toandeln. Praktiſch geſprochen: der Eingeweihte, zunächſt nur
der Entdecker dieſer anti=elektriſchen Kraft, iſt in der Lage, ohne
maſchinelle kontraire Vorbedingungen, einzig durch ſeinen Willen,
wenn auch in Verbindung mit einem Metall von nicht größerem
Umfang als etwa einer Taſchenuhr oder einem Daſchenmeſſer,
elektriſche Straßenbahnwagen durch einfaches Anhalten mit ſeiner
Hand zum Stehen zu bringen, und zwar, ſobald er die kontraik
wirkenden Kräfte ſpielen läßt, ſogar ohne jede
Ausleitungs=
notwendigkeit. In gleichem Maße iſt er in der Lage —
künfhg=
hin wird jedes Kind das können —, jede noch ſo ſtarke elektriſch
betriebene Maſchine durch einfaches Berühren mit der Hand an
beliebiger Stelle zum Halten zu bringen.
Aü das klingt ſo unglaublich, daß man notgedrungen ein
Kind unſerer Zeit ſein muß, um es überhaupt faſſen zu können.
Wer aber ſich der kleinen Mühe unterzieht, zu überlegen, was
aus dieſer Entdeckung für unſer Zeitalter entſtanden iſt, we
dann zu dem Reſultat kommt, daß hier mit einem Schlage durc,
den Willen eines einzelnen Menſchen die geſamte elektriſche Kraſt.
der Welt vernichtet werden kann, daß ſie darüber hinaus ſich in
eine kontrair vernichtende Kraft wiederum durch den Willen eines
einzelnen Menſchen verwandeln kann, der wird leicht zu dem
Reſultat kommen, daß hier der Anfang zu einem Weltchaos geleg!
wurde. Das Wort „Unmöglichkeit” gibt es in unſerer Zeit ſchon
längſt nicht mehr. Zweifler können leicht überzeugt werdel=
Gleichwie heute einige wenige Eingeweihte ſchon überzeugt ſind.
Vielleicht haben wir ſchneller, als uns lieb iſt, Gelegenheit, uns
ſelbſt zu überzeugen.
Dr. E. Kth.
C. K. 51000 Dollar für einen Brief. Ein Brief von Buttoll
Gwinnett, einem der ſechs Unterzeichner der amerikaniſchen 40
abhängigkeitserklärung, wurde dieſer Tage auf einer Auktion.!"
New York von dem bekannten Antiquar Roſenbach für di=
Rieſenfumme von 31000 Dollar erworben. Die Autograp)-
Gwinnetts ſind, obwohl ſie von einer ganz unbedeutenden
Pel=
ſönlichkeit herrühren, gegenwärtig die koſtbarſten der Welt, de.‟
der Ehrgeiz der reichen amerikaniſchen Autographenſammler de9
dahin, Dokumente, ſämtlicher fechs Unterzeichner zu beſlbe‟
Roſenbach hat ſeit 1925 noch fünf andere Autogramme Gwinnelle
zu Preiſen erwolben, die zwiſchen 15 000 und 28 000
DbI-
ſchwankten. Der Brief, der 51000 Dollar brachte, iſt einie (N: 25
Beſtellung vom 12. Inii 1776 und wurde kürzlich in einer allen
Scheune ent==At, ivenige Tag=, bevor dieſe durch ZuaT tigrs"
brannte.
Nummer 90
Der Balkan=Konflikt.
Zugoflawien gegen direkte Verhandlungen mit Italien
„Italien verlangt Konzeffionen anf politiſchem Gebiet.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Sowohl die Londoner und Pariſer wie die Belgrader
Mel=
rdungen über den Stand der Lage im Balkankonflikt laſſen
er=
kkennen, daß die projektierte Unterſuchungskommiſſion, von der
eine Beilegung der Streitfrage erhofft wurde, als geſcheitert
an=
egeſehen werden kann. Zwar hat die Belgrader Regierung
an=
gekündigt, daß ſie der Tätigkeit einer ſolchen Kommiſſion keine
Schwierigkeiten in den Weg legen werde, daß ſie ihre Entſendung
tvielmehr begrüße, gleichzeitig aber gefordert, die Kommiſſion
ffolle ihre Tätigkeit als eine zweiſeitige auffaſſen, d. h. alſo auch
Tdie Lage in Albanien einer Prüfung unterziehen. Es war
vor=
tauszuſehen, daß Italien ſich mit dieſer Forderung nicht
einver=
fſtanden erklären würde. In einem Havasbericht aus Belgrad
Bwird unumwunden anerkannt, daß die Verhandlungen der
Ka=
binette der europäiſchen Großmächte zu keinem Ergebnis geführt
haben und daß im Augenblick der Gedanke direkter
Verhand=
lungen zwiſchen Rom und Belgrad im Vordergrund ſteht. Mit
ſolchen Verhandlungen hat ſich Jugoſlawien aber nicht
einver=
fſtanden erklärt, es ſind auch bisher anſcheinend keine Schritte
tunternommen worden, um einen direkten Meinungsaustauſch
in die Wege zu leiten. Eine Pariſer Information, die das
Gegen=
teil beſagt, ſcheint irrig zu ſein. Es liegt vielmehr Veranlaſſung
vor, anzunehmen, daß Belgrad an dem Plan der
Ein=
ſetzung einer Unterſuchungskommiſſion
feſt=
hält, während Rom direkte Verhandlungen
vorzieht. Belgrader Berichte beſagen, daß Italien mit
dieſer Stellungnahme beſondere Zwecke verfolge. Es ſoll
nämlich beabſichtigen, von Belgrad für eine
Rei=
legung des Konflikts entſprechende
Konzeſſio=
nen auf politiſchem Gebiet, u. a. Ratifizierung der
Verträge von Nettuno, Anerkennung des Vertrages von Tirana
uſw., zu verlangen. Weitere Belgrader Berichte ſprechen
davon, daß die jugoſlawiſche Regierung inzwiſchen
inten=
ſive Verhandlungen mit der Türkei angebahnt hat,
um mit Angoras Hilfe ein Gegengewicht gegen den italieniſchen
Einfluß auf dem Balkan herzuſtellen. Jedenfalls iſt man
an=
ſcheinend weder mit der Vermittlung der europäiſchen
Groß=
mächte noch etwa in der Anbahnung direkter Verhandlungen in
den letzten Tagen weiter gekommen.
Umſomehr Aufmerkſamkeit beanſpruchen in dieſer Situation
die neuerlich von Belgrad aus verbreiteten Meldungen über die
Aufſtandsbewegung in Albanien, die gegen das Regime Achmed
Zogus gerichtet ſein ſoll, und an der angeblich italieniſche
Offi=
ziere führend beteiligt ſind. Die jugoſlawiſche Regierung ſoll
auch bereits auf offiziellem diplomatiſchen Wege die Mächte von
den albaniſchen Vorgängen in Kenntnis geſetzt haben. Bei der
begreiflichen Nevvoſität, die gegenwärtig in Belgrad herrſcht,
wären dieſe erſt noch nachzuprüfen, zweifellos würden ſie aber,
wenn ſie ſich beſtätigten, eine neue erhebliche Komplikation der
Lage bedeuten.
Englands Haltung gegenüber Jugoſlawien.
EP. London, 30. März.
In halbamtlicher Form wird in der „Times” veröffentlicht,
daß die Verhandlungen über die Einſetzung einer
mili=
täriſchen Unterſuchungskommiſſion zur
Feſt=
ſtellung der Verhältniſſe an der jugoſlawiſchen
Grenze zurzeit einen Stillſtand erreicht haben und daß dieſer
Gedanke zunächſt nicht weiter verfolgt wird. Die
hauptſächlichſten Einwände wurden ſeitens Italiens erhoben,
aber auch Jugoſlawien war mit dem Plane nicht einverſtanden.
Die gegenwärtigen Bemühungen der engliſchen Politik gehen
dahin, direkte Verhandlungen zuſtande zu bringen. Zu dieſem
Zwecke ſeien die engliſchen Schritte in Belgrad und
Rom getan worden, um ſeitens Jugoſlawiens die
Ratifizierung der Nettunoverträge und ſeitens
Italiens eine Erklärung über den Vertrag von
Tirana herbeizuführen. Die Berichte laſſen erkennen,
daß der Beſuch des engliſchen Botſchafters beim Quai d’Orſay
inſofern von Erfolg begleitet war, als eine gewiſſe
Ueberein=
ſtimmung zwiſchen Frankreich und England erzielt wurde, um
direkte Verhandlungen zwiſchen den beiden in Konflikt geratenen
Ländern einzuleiten. In der Haltung der engliſchen Preſſe, die
die engliſche Politik widerſpiegeln dürfte, findet ſich inſofern eine
Aenderung, als die Haltung gegenüber Jugoſlawien
zweifellos neutraler geworden iſt und der ſüdſlawiſche
Standpunkt mehr als bisher anerkannt wird.
JugoſlawiſcheAlarmnachrichten aus Albanien.
EP. Belgrad, 30. März.
Die Preſſe zeigt ſich auch heute ſehr alarmiert über die Lage
in Albanien. Alle Blätter bringen ſpaltenlange Berichte über die
großzügigen militäriſchen Vorbereitungen in Albanien, über das
Donnerstag, den 31. März 1927
Seite 3
Eintreffen weiterer italieniſcher Offiziere und über die
Unzu=
friedenheit der albaniſchen Bevölkerung mit dem Regime Achmed
Zogu. Die Preſſe berichtet über eine geheime albaniſche
Organi=
ſation, „Schwarze Hand” genannt, an deren Spitze Achmed
Zogu ſtehen ſoll und deren Aufgabe die Beſeitigung der
poli=
tiſchen Gegner des gegenwärtigen Regimes iſt.
Um den Pakt von Tirana.
EP. Belgrad, 30. März.
In hieſigen politiſchen Kreiſen iſt man der Meinung, daß der
Plan einer Unterſuchungskommiſſion für Jugoſlawien
durch=
gefallen iſt und mit der Erneuerung dieſes Vorſchlags ſeitens der
Großmächte nicht zu rechnen ſei. — Die „Vreme” weiſt darauf
hin, daß die offiziellen und inoffiziellen Vertreter der
verſchie=
denen Mächte in den letzten Tagen Gelegenheit hatten, die
albaniſch=jugoſlawiſche Grenze zu beſuchen und ſich von der
Grundloſigkeit der italieniſchen Beſchuldigungen zu überzeugen.
Das Blatt zeigt ſich einer direkten Ausſprache mit Italien nicht
abgeneigt und bemerkt, daß trotz der gegenwärtigen ernſthaften
Lage doch Ausſicht beſteht, daß die guten freundſchaftlichen
Be=
ziehungen zwiſchen den beiden Ländern wieder hergeſtellt werden
könnten. Hierzu ſei allerdings notwendig, daß die italieniſchen
Fragen und vor allem der Pakt Tirana zwiſchen Jugoſlawien
und Italien direkt behandelt werden.
Ungariſche Außenpolitik.
Budapeſt, 30. März.
Im Auswärtigen Ausſchuß des Abgeordnetenhauſes in
Bu=
dapeſt nahm am Dienstag Miniſterpräſident Bethlen das Wort.
Er betonte, daß die Nachkriegslage in Europa
aus=
ſchließlich auf den Einfluß Frankreichs
zurüzu=
führen ſei. Jede Gelegenheit müſſe benutzt werden, mit den
Nachbarn und mit den Großmächten, ſo in erſter Reihe mit
Italien, deſſen Intereſſen mit jenen Ungarns kongruieren, die
Herbeiführung des allerwärmſten freundſchaftlichen Verhältniſſes
zu verſuchen. Jedoch könne ein ſolches mit einem Nachbarſtaat
nur zuſtande kommen, wenn ſich die Minderheitspolitik gegenüber
den ungariſchen Minderheiten radikal ändere. Jeder Staat möge
davon überzeugt ſein, daß die Freundſchaft Ungarns auch für
ihn wichtig ſei und daß er ſelber die notwendigen pſychologiſchen
Vorbedingungen der Freundſchaft zu ſchaffen habe.
Vox den öſterreichiſchen
Politiſche Zweckgemeinſchaft.
EP. Wien, 30. März.
Die Beſtrebungen der bisherigen Mehrheitsparteien des
Par=
laments auf Bildung einer Einheitsliſte für die bevorſtehenden
Parlamentswahlen haben geſtern zum Abſchluß geführt. In einem
parteiamtlichen Communiqué wird mitgeteilt, daß die
Chriſt=
lichſoziale Partei, die Großdeutſche Partei und die
Mittelſtändi=
ſche Volkspartei für die bevorſtehenden Wahlen unter
Aufrecht=
erhaltung ihrer programmäßigen Einſtellung und unter Wahrung
ihrer Freiheit als ſelbſtändige politiſche Parteien eine
Zweck=
gemeinſchaft gebildet haben, deren Aufgabe es iſt, alle nicht
ſozialiſtiſch geſinnten Wähler auf ihre Einheitsliſte zu ſammeln.
Der Zweck dieſes Zuſammenſchluſſes iſt die Fortſetzung und
Be=
endigung des Wiederaufbaues der öſterreichiſchen Wirtſchaft. An
die Seite der beiden Mehrheitsparteien, die bisher im Parlament
und in der Regierung dieſem Ziel zuſtrebten, treten nunmehr die
durch die Mittelſtändiſche Volkspartei vertretenen liberalen Kreiſe
Wiens. Gleichzeitig wird die Kandidatenliſte für Wien
ver=
öffentlicht. In dieſer Kandidatenliſte ſind neben den
chriſtlich=
ſozialen Kandidaten auch die Kandidaten der Großdeutſchen
Par=
tei vertreten.
Die bürgerliche Einheitsliſie.
Das lang erwartete Zuſtandekommen der bürgerlichen
Ein=
heitsliſte hat in der Wiener Oeffentlichkeit keinen befriedigenden
Eindruck hervorgerufen. Außerhalb Wiens iſt die Einheitsliſte
nur in Niederöſterreich und in Vorarlberg zuſtande gekommen.
Ob ſie auch in den übrigen Bundesländern aufgeſtellt wird, muß
einſtweilen als zweifelhaft bezeichnet werden. Die bürgerliche
Demokratiſche Partei und die ihr angegliederten freiheitlichen
Gruppen werden unter dem Namen „Demokratiſche Liſte” („
Ver=
einigte Wirtſchaftsgruppe”) ſelbſtändig kandidieren. Ebenſo ſtellt
der Landbund Kandidaten in allen Wahlkreiſen außer in Wien
auf. Die Wahlausſichten dieſes ebenfalls neu gegründeten
Ver=
bandes der agrariſchen Intereſſenten werden allgemein als
be=
ſonders günſtig beurteilt. Nach alledem kann von einem
voll=
ſtändig einheitlichen Vorgehen der nichtſozialiſtiſchen Elemente
in Oeſterreich, wie es Dr. Seipel angeſtrebt hatte, nicht die Rede
ſein.
Heſſiſcher Landtag.
Die Errichtung eines
Braunkohlenſchwel=
kraftwerkes bei Wölfersheim.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 30 Min.
Eine Kleine Anfrage des Abg. Heinſtadt (Ztr.) wegen der
Eigen=
tumsverhältniſſe an dem früheren Feſtungsgelände von Mainz
beant=
wortet Staatspräſident Ulrich. Heſſen nimmt auf Grund des
Reichs=
eigentumsgeſetzes von 1873 ſeine Rechte wahr, und zwar die Rechte des
Landes, der Provinz Rheinheſſen und der Stadt Mainz. Seit Jahren
ſchweben Verhandlungen, die aber noch zu keinem Abſchluß gekommen
ſind.
Abg. Weckler (Ztr.) fragt wegen der Einſchulung von Kindern
in Bad=Nauheim an, die an der Gemarkungsgrenze wohnen, aber deren
Aufnahme Bad=Nauheim verweigert. — Miniſterialdirektor Urſtadt
gibt als Erwiderung darauf eine Darlegung über die geſetzlichen
Be=
ſtimmungen.
Abg. Galm (Komm.) fragt üüber die Höhe der Koſten des
Darm=
ſtädter Reſidenzſchloſſes an. — Staatsrat Kratz erwvidert, daß Räume
für die Landesbibliothek, das Staatsarchiv, die Denkmalpflege und die
Schutzpolizei geſchaffen werden Rund 425 000 Mk. wären bis jetzt für
den Bau verwendet worden; über die weiter notwendigen Mittel laſſe
ſich noch nichts ſagen.
Zu einer Kleinen Anfrage des Abg. Heinſtadt (Ztr.) über
Pri=
vatarbeiten von Architekten an Gewerbeſchulen erklärt
Miniſterialdirek=
tor Urſtadt, daß den Architekten an Gewerbeſchulen gelegentlich die
Uebernahme von Bauten geſtattet wird, damit ſie in Fühlung mit der
Praxis bleiben, jedoch muß die Genehmigung in jedem einzelnen Falle
eingeholt werden und wird nur in ſeltenen Fällen erteilt.
Abg. Kaul (Soz.) teilt mit, daß die Sozialdemokraten eine Anfrage
wegen der Fememorde eingebracht haben, die vom Juſtizminiſterium
noch nicht beantwortet ſei.
Präſident Adelung kann mitteilen, daß das Juſtizminiſterium
die Antwort in der morgigen Sitzung erteilen wird. — Auf der
Tages=
ordnung ſteht die
Errichtung eines Braunkohlenſchwelkraftwerkes bei Wölfersheim.
Abg. Lux erſtattet einen ausführlichen Bericht über die Vorlage,
deren wichtigſte Beſtimmungen dahin gehen, daß an dem
Schwelkraft=
werk Heſſen und Frankfurt mit je 50 Prozent als Aktionäre beteiligt
ſein ſollen. Die Aktiengeſellſchaft wird „Hefrag” (Heſſen=Frankfurt A. G.)
genannt. Die Nebenprodukte werden in einer von der Hefrag und der
Gewerkſchaft Friedrich gemeinſam zu errichtenden Raffinerie
weiterver=
arbeitet werden. An dieſer Geſellſchaft, die „Hefrig” (Hefrag—Friedrich
G.m. b.H.) genannt wird, ſollen ſich die Hefrag mit fünf Achteln und
Friedrich mit drei Achteln beteiligen. Die Hefrig arbeitet ohne jeden
Gewinn.
Dem Landtag liegen folgende Anträge der Regierung vor:
I. Es wird beantragt, Verträge abzuſchließen:
1. einen Aktiengeſellſchaftvertrag mit der Stadt Frankfurt a. M. zur
Errichtung eines gemeinſamen Braunkohlenſchwelkraftwerkes bei
Wölfersheim, der bei einem Geſamtkapital von 3 Millionen Mark
eine 50prozentige Beteiligung an der A. G. vorſieht. Eine
Veräuße=
rung der Aktien ſoll nur mit Zuſtimmung des Landtags erfolgen
dürfen;
2. einen Inteveſſengemeinſchaftsvertrag über die Erſchließung und
Ver=
wertung der oberheſſiſchen Braunkohle mit der Stadt Frankfurt amr
Main, der Frankfurter Gasgeſellſchaft und der Gewerkſchaft Grube
Friedrich;
3. einen Braunkohlenlieferungs=Vertrag mit der nach Ziffer 1 zu
grün=
denden Aktiengeſellſchaft, „Hefrag” genannt.
II. Den auf Heſſen entfallenden Betrag des Aktienkapitals im Wege
des Staatskredits zu beſchaffen, ſoweit die Deckung nicht aus dem
Er=
neuerungsſtock des Kraftwerks Wölfersheim erfolgen kann.
III. Das ſtaatliche Kraftwerk Wölfersheim der zu gründenden
Aktiengeſellſchaft gegen Schuldverſchreibungen der unter IV genannten
Art in Höhe von 1,8 Millionen RM. käuflich zu überlaſſen.
Die Schuldverſchreibungen ſind zum Emiſſionskurs anzurechnen.
IV. Zuſammen mit der Stadt Frankfurt a, M. die
ſelbſtſchuldne=
riſche und ſolidariſche Bürgſchaft für die von der Hefrag auszugebendem
Schuldderſchreibungen im Geſamtbetrage von 13.5 Millionen RM. zu
übernehmen.
V. Der neu zu guüindenden Aktiengeſellſchaft ſo lange eine
Geld=
aufnahme auf dem Wege der Schuldverſchreibung gemäß Ziffer IV nicht
erfolgt iſt, verzinsliche Vorſchüfſe bis zur Höhe der von der Stadt
Frank=
furt a. M. zum gleichen Zweck gegebenen Vorſchüſſe, höchſtens aber bis
zum Betrage von 6 Millionen RM. zu gewähren.
Der Finanzausſchuß hat den Anträgen mit allen bei einer
Stimm=
enthaltung zugeſtimmt.
Abg. Kindt (Dnatl.) begründet eine Reihe von Anträgen zu der
Vorlage, die auf den Gedanken einer größeren Wahrung der heſſiſchen
Intereſſen hinauslaufen. Redner ſpricht den Wunſch aus, daß ſeine
Anträge der Regierung zur Kenntnisnahme überreicht werden.
Abg. Heinſtadt (Ztr.) erklärt im Namen ſeiner Fraktion die
Zuſtimmung zur Vorlage und dankt der Regierung für dieſe Leiſtung.
Abg. Lux (Soz.) ſtimmt im Namen ſeiner Partei der
Regierungs=
vorlage zu.
Abg. Dr Niepoth (D.V.P.) bemerkt, die Deutſche Volkspartei
habe ſchon früher den Negierungsvorlagen über Wölfersheim immer
zu=
geſtimmt, um die Möglichkeit des Stromabſatzes zu heben. Sie ſtimme
der Regierungsvorlage zu. Der Redner bittet um eine ſtärkere
Berück=
ſichtigung der Provinz Oberheſſen bei der Verteilung des Reingewinns.
Abg. Dr. Büchner (Dem.) erklärt, die demokratiſche Fraktion
ſtimme der Vorlage zu.
Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) gibt im Namen ſeiner Fraktion
eine zuſtimmende Erklärung ab. Der Redner wünſcht ebenfalls, daß
Oberheſſen noch größere Vorteile aus dem Vertrag erhalte.
Finanzminiſter Henrich iſt erfreut üüber die Zuſtimmungen; er
ſieht darin auch eine Anerkennung der Leiſtungen der an den Verhand=
Konzert.
Zehn Darmſtädter Geſangsſoliſtinnen haben
ſich zu einer Vereinigung zuſammengetan und haben ſich einen
feinſinnigen Muſiker zum Leiter gewählt, Herrn Bernd Zeh.
In kurzer Zeit hat er verſtanden, auffallende Fortſchritte in allen
geſanglichen Tugenden des Klangs, des Zuſammenklangs, der
Präziſion und Abtönung zu erzielen, und hat ſo ein Inſtrument
aus den Damenſtimmen gemacht, das auf beachtlich künſtleriſcher
Höhe jetzt ſchon ſteht und das er in zielbewußter Arbeit gewiß
noch weiter bringen wird. Auch wir ſind der Anſicht, daß der
a Capella=Frauengefang tatſächlich zu Unrecht wenig gepflegt
wird und daß er mindeſtens ebenſo feine Werte birgt wie der oft
derbere Männergeſang. Allerdings: auf die Dauer eines ganzen
Abends fehlt doch die Farbigkeit, der Glanz, die Fülle (auch im
Piano), die dem gemiſchten Chor innewohnt. Der Frauenchor
iſt Kleinkunſt, aber als ſolcher durchaus vollwertig und
voll=
berechtigt.
Das bewieſen auch geſtern die Leiſtungen, die Ernſt des
Studiums zeigten, volle Hingabe der Beteiligten und ſelbſt da
gefangen nahmen, wo begreifliche Nervoſität Unruhe und
gelegentliche Unreinheit zur Folge hatte. Die ſchönen Sopran=
und Altſtimmen ſtanden im Dienſt der Uraufführung
zeitgenöſſi=
ſcher Tonſetzer, ein dankenswertes Beginnen, wenn auch
natur=
gemäß nicht alles gleichwertig oder wertvoll war. Beim
erſt=
maligen Hören ſo vieler Chöre iſt ſchwer, richtig oder gerecht zu
urteilen.
Ein ganz kurzes, leidenſchaftlich geſteigertes Lied von Robert
Hernried=Beilin, „Litanei” machte uns und anſcheinend auch
allgemein den tiefſten Eindruck, nachdem Profeſſor Noacks „Die
Könige” in ſtimmungsvoller Weiſe den Abend eröffnet hatte.
Auch Hernrieds zweiter Chor: „Maria ſtund und weinte” beſticht
durch harmoniſchen Reichtum und den ergreifenden Schluß. Von
Roderich v. Mojſiſovies (einem guten Grazer Komponiſten)
hör=
ten wir ſechs Chöre, — alles fehr gut gemacht, etwas
unperſön=
lich, aber ausklingend in eine höchſt liebenswürdige Kleinigkeit;
„Jörru” (Herder) ſehr hübſch, ſehr gut muſikaliſch deklamiert,
da=
her erfolgſicher und zur Wiederholung verlangt. Der „
Lebens=
troſt” ven Johanna Senfter=Oppenheim ſcheint uns nicht den
Humor zu haben, den die Worte (aus des Knaben Wunderhorn)
verlangen. Vielleicht gewinnen zwei Geſänge für fünfſtimmigen
Frauenchor von Richard Wetz=Erfurt: „Mondaufgang” und
„Hoher Mittag am Meer” beim öfteren Hören; aber ſicher ſind
wir, daß drei „Gebete der Mädchen zu Maria” von Eberhard
Der neue Generalmuſikdirekior des Heſſ. Landestheaters
Dr. Karl Böhm,
der als Nachfolger Joſeph Roſenſtocks zum Generalmuſikdirektor
des Heſſiſchen Landestheaters in Darmſtadt ernannt wurde.
Wenzel=Neubrandenburg trotz Heranziehung von Geige und
Bratſche bei Maria nie Erhörung finden werden — und das mit
vollem Recht.
Das Streben und der Ehrgeiz der Vereinigung verdient
Achtung und Unterſtützung und macht neugierig auf die weitere
O.
Entwicklung.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Thomas Mann und H. G. Scheffauer zeichnen
als Herausgeber einer neuen Bücherreihe „Romane der Welt”
die ab 1. April im Th. Knaur Nachf. Verlag, Berlin W. 50,
er=
ſcheint. Die Serie bringt jede Woche einen neuen Roman aus
der Feder erſter Autoren aller Länder. Die Ausſtattung der
umfangreichen Bände iſt vorbildlich.
* Franz Ferdinand Baumgarten *
Der deutſch=ungariſche Schriftſteller Franz Ferdinand
Baum=
garten iſt geſtorben. Erſt 46 Jahre alt, iſt er in Satrafured
plötz=
lich verſchieden. 1916 erlebte ich ganz dicht in ſeiner Nähe — in
Berlin in der Augsburger Straße — die großen Erfolge ſeines
grundlegenden Buches „Das Werk Conrad Ferdinand Meyers”
(Renaiſſance=Empfinden und Stilkunſt, München, Georg Müller
Verlag). Ich erfuhr damals aus ſeinem Munde ſelbſt, auch durch
die ihn begleitende Oberſchweſter Marie, wie ſehr gerade dieſes
Buch ihm in Deutſchland einen guten Namen verſchaffte, die
Freundſchaft und Anerkennung der Beſten. Franz Ferdinand
Baumgarten hat wohl am erfolgreichſten über den ihm
ſeelen=
verwandten Schſveizer Dichter geſchrieben.
Ich nenne noch von ſeinen Werken „Die Mutter” (eine
Er=
zählung, E. Rowohlt, Verlag, Berlin) und „Zirkus Reinhardt”
(H. H. Tillgner Verlag, Potsdam). Baumgarten war ein ſubtiler
Geiſt, der im Schrifttum ſeine eigenen Wege ging. Fein
gearbei=
tete Novellen, gründliche und urſprüngliche äſthetiſche Studien
trugen ihm einen großen Freundeskreis ein.
Wie Herr Oberſtudiendirektor Franz Kemeny berichtet, hat
Franz Ferdinand Baumgarten ſeinen geſamten, aus einem
großen Budapeſter Zinshaus und Effekten beſtehenden
unga=
riſchen Beſitz im Werte von über einer Million Pengö
teſtamen=
tariſch zugunſten einer Stiftung hinterlaſſen, aus deren Zinſen
ſolche ungariſche Schriftſteller mit Jahresrenten bedacht werden
ſollen, die mit ihrem Wirken ideale künſtleriſche und menſchliche
Ziele verfolgen, ſich mit den einträglichen zeitgemäßen
Strö=
mungen nicht abfinden, ſondern überzeugungstreu ihre eigenen
Wege wandeln. Dieſen Ganzaufſichgeſtellten ſoll unter die Arme
gegriffen und das ſorgloſe Schaffen ermöglicht werden. Dieſe
Stiftung, die fünf bis ſechs Berufenen und Auserwählten eine
ſorgenfreie Exiſtenz ſichern wird, hat in Ungarn begreifliches
Aufſehen erregt. Es wurde ihm ein Ehrengrab zuteil, man
zollte ihm auch ergreifende Nachrufe. Mit der Vollſtreckung ſeiner
letztwilligen Anordnung, beziehungsweiſe Abfaſſung des
Stif=
tungsbriefes hat der Verſtorbene ſeinen langjährigen Freund,
einen der namhafteſten ungariſchen Dichter, Michael Babits, und
ſeinen Rechtsanwalt betraut. Hoffentlich ſorgt man auch dafür,
daß der reiche literariſche Nachlaß des ſo früh heimgegangenen
Dichter=Philoſophen in würdiger Form zur Geltung gelangt.
Friedrich Wilhelm Fuchs.
Seite 4
Donnerstag, den 31. März 1922
Nummer 90
lungen Beteiligten. Der Miniſter macht darauf aufmerkſam, daß auch
der Abgeordnete Kindt die Vorlage nicht ohne weiteres ablehne,
ſon=
dern nur eine Reihe von Einzelwünſchen erfüllt haben wolle. Auch der
Miniſter weiſt auf den Kompromißcharakter der Vorlage hin; aber alle
früheren Verſuche und die G ſchichte des Werkes in Wölfersheim
zeig=
ten, daß es nie recht in Gang zu bringen war, weil nicht genug
Ab=
nehmer vorhanden waren. Daraus gehe hervor, daß Heſſen das Werk
nicht allein betreiben könne. Der Gewinn aus den Werken wird von
dem Miniſter auf 700 000 Mk. ſtatt bisher 200 000 Mk. geſchätzt. In
ſeinen weiteren Darlegungen betont der Redner, daß die heſſiſchen
In=
tereſſen in den Verträgen nach der formalen Seite hin gewahrt ſind.
In der Abſtimmung werden die Ausſchußanträge, die der
Regierungsvorlage zu ſtimmen, gegen die Stimmen der
Deutſch=
nationalen angenommen. Damit iſt auch eine Vorſtellung
der heſſiſchen Städte für erledigt erklärt.
Hierauf werden Anträge über die Verwendung heimatlicher Geſteine
für Bauten und Straßenbau für erledigt erklärt, weil die Regierung
eine Zuſagen zu den Wünſchen erteilt hat. — Abg. Noß (Soz.) erſucht,
daß mehr Reklame für die heimatlichen Geſteine gemacht wird.
Die Verhandlungen werden um 1 Uhr abgebrochen. Die nächſte
Sitzung wird auf Donnerstag, vorm. 10 Uhr, anberaumt.
Dem Landtag ging folgende Anfrage des Abg. Dr. Werner
und Fraktion zu: „Iſt es richtig, daß die Uniformlieferung für die
ſtaatliche Ortspolizei einſchließlich der Gendarmerie zwar ausgeſchrieben,
abar kürzlich einer Frankfurter jüdiſchen Großfirma anſtatt heſſiſchen
ſteuerzahlenden Unternehmern bzw. Innungen übertragen wurde, ohne
daß die heſſiſchen Firmen bzw. Innungen von der Ablehnung ihrer
Angebote amtlich benachrichtigt worden ſind. Wie gedenkt die Regierung
ihr Vorgehen in dieſem Falle zu rechtfertigen?”
Vorſchläge der Arbeitsgemeinſchaft für den
Erſatz von Kriegs= und Verdrängungsſchäden
In einer ſoeben erſchienenen Denkſchrift der Arbeitsgemeinſchaft der
Intereſſenvertretungen für den Erſatz von Kriegs= und
Verdrängungs=
ſchäden zu einer abſchließenden geſetzlichen Regelung der
Entſchädigungs=
frage wird eine Reihe von Vorſchlägen eingehend begründet, die das
Ergebnis eingehender Verhandlungen darſtellen. Bei der großen
Be=
deutung der Frage für die deutſche Wirtſchaft erſchien es der
Arbeits=
gemeinſchaft notwendig, zu verſuchen, in Verhandlungen auch mir den
Spitzenverbänden der Wirtſchaft eine einheitliche Linie zu finden. Auch
dieſe Verbände ſind nunmehr der Meinung, daß eine alsbaldige
geſetz=
liche endgüiltige Regelung der Entſchädigung für Kriegsſchäden zu
for=
dern iſt, welche den gerechten Anſprüchen der Geſchädigten nach
Möglich=
keit Rechnung trägt, und insbeſondere auch das volkswirtſchaftliche
In=
tereſſe am Wiederaufbau berückſichtigt. — Die notwendige Fühlungnahme
mit den Spitzenverbänden der Wirtſchaft machte es erforderlich, bei der
Aufſtellung von Vorſchlägen von vornherein die Finanzlage des Reichs
und die Lage der Wirtſchaft hinreichend zu berückſichtigen. Damit ergab
ſich für die Vorſchläge der Arbeitsgemeinſchaft zwangsläufig der
Charak=
ter eines nicht auf Abhandeln beſtimmten Mindeſtprogramms — Als
Grundlage der Abſchlußentſchädigung find (unter Verzicht auf
Entſchädi=
gung für ganze Gruppen von Schäden, auf Erſatz von Nutzungs= und
Zinsverluſt und den Ausgleich der Spanne zwiſchen Friedenswert und
Wiederbeſchaffungswert) grundfätzlich die vom Reichsentſchädigungsamt
bisher feſtgeſtellten, gegenüber den tatſächlich eingetretenen Schäden
ſtark verkürzten Friedenswerte vorgeſeheit. — Es wird vorgeſchlagen,
auf dieſe Friedenswerte, ſoweit ſie die im Nachentſchädigungsverfahren
bereits abgegoltenen 2000 Mark überſteigen, unter Abzug der
Vorleiſtun=
gen des Reichs durchgeſtaffelt, die folgenden Hundertſätze zu gewähren:
A. Soweit die Geſchädigten nicht entwurzelt und nicht verdrängt
ſind=
a) bis zum Schaden von 10 Mill. Mk. 25 Proz. Stammentſchädig.,
15 Proz. Stammentſchädig.
b) darüber hinaus
B. Soweit die Geſchädigten entwurzelt oder verdrängt ſind:
b) darüber hinaus bis zum Schaden
von 30000 Mark
c) darüber hinaus bis zu 200 000 Mk. 25
d) darüber hinaus bis zu 2 Mill. Mk. 25 9
e) darüber hinaus bis 10 Mill, Mk. 25 % und 15 % 40 N
15 %6
15 %
k) darüber hinaus
mit der Einfchränkung, daß die Zufchüſſe bei Schäden zwiſchen 200000
Mark und 10 Millionen Mk. nur ſolchen Geſchädigten zugute kommen,
entſchä entſchä=
digung Entwurzelungs=
bzw. Verdräng.
zuſchuß insgeſ. ) bis zum Schaden von 10000 Mk. 25% und 75 % 100 % 2 und und 60 und 25 50
die früher ſelbſtändig wirtſchaftlich tätig waren und nunmehr ſelbſtändig
wieder aufbauen.
Die Entſchädigung iſt zum Teil in auf den Inhaber lautenden
Schuldverſchreibungen des Reichs zu leiſten, die mit ſeche
Prozent zu verzinſen und innerhalb von 40 Jahren durch Ausloſung
zum tilgen ſind; zum weiteren Teil in mit 5 Prozent verzinslichen,
zu=
nächſt nicht tilgbaren Schuldzertifikaten des Reichs. Der
Zinſen= und Amortiſationsdienſt der Schuldverſchreibungen und der
Zinſendienſt der Zertifikate erfordern (bei Zugrundelegung des der
Arbeitsgemeinſchaft von dem Herrn Präſidenten des
Reichsentſchädi=
gungsamtes mitgeteilten ſtatiſtiſchen Materials) jährlich 166,2 Millionen
Mark. — Daneben iſt nach dem Vorſchlage der Arbeitsgemeinſchaft ein
beſonderer Sozialfonds für Kleingeſchädigte (Schäden bis
zu 2000 Mark an Hausrat und Berufsgegenſtänden) in Höhe von 0
Millionen Mark bereitzuſtellen, und ein weiterer Fonds in Höhe von
25 Millionen Mark zum Ausgleich in befonderen Härtefällen (
Härte=
fonds).
Soweit die Entſchädigungen im Entſchädigungsverfahren nicht im
Spruchverfahren (Spruchkammer und Reichswirtſchaftsgericht), ſondern
vom Reichsentſchädigungsamt im Verwaltungswege (Vergleich) feſtgeſetzt
worden ſind, ſind die Friedenswerte aber zum Teil deraur willlärlich
herabgeſetzt worden, daß wenigſtens für einen beſchränkten Teil dieſer
Fälle die Möglichkeit der Reviſion der Friedenswerte vorgeſehen
wer=
den muß.
Die Arbeitsgemeinſchaft behält ſich vor, Vorſchläge darüber
nachzu=
reichen, wie in dieſen und in ähnlichen Fällen ungenügender Feſtſtellung
(z. B. bei aus formalen Gründen abgelehnten Fällen Oſtdeutſcher,
ins=
beſondere vſtdeutſchen Grundſtüicksfällen) durch eine Nachpräifung
gehol=
fen werden kann.
Dr. Beſt wieder im Rechtsausſchuß.
In der Sitzung des Rechtsausſchuſſes des Reichstages teilte der
ſozialdemokratiſche Abgeordnete Landsberg mit, daß nach Auflöfung
der völkiſchen Arbeitsgemeinſchaft Reichstagsabgeordneter Dr. Beſt im
Rechtsausſchuß wieder ohne Sitz und Stimme ſei. Da man den
hervor=
ragendſten Kenner der Aufwertungsfragen bei den jetzigen Beratungen
nicht mundtot machen dürfe, habe ihm die Sozialdemekratie einen ihrer
8 Sitze im Rechtsausſchuß mit Stimmrecht ohne gegenſei ige Bindung
angeboten. Präſident Dr. Beſt hat das Anerbieten, dankend angenommen.
Geſundes Töchterchen
angekommen!
Regierungsrat Kröll u, Frau
Minna, geb. Lehr
Darmſtadt, 27. März 1927.
Hoffmannſiraße 20.
8559
Ein munteres
Töchter=
chen iſt zu unſerer Freude
R Rigege
Landſtallmeiſter Schörke u. Frau
Margarethe, geb. Behr.
Darmſtadt, den 29. März 1927. (5447
Statt beſonderer Anzeige.
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langem, mit großer Geduld
er=
tragenem Leiden mein lieberGatte,
unſer guter Vater, Großvater,
Bruder, Onkel und Schwager
Herr
Anton Ganß
Mechaniker
im Alter von 63 Jahren.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Frau Margarete Ganß
geb. Nungeſſer.
Darmſtadt, den 30. März 1927, (5508
Mauerſtraße 26.
Die Beerdigung, findet Samstag
nachmittag 3 Uhr vom Portal des
Waldfriedhofes aus ſtatt.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Anteilnahme bei dem Heimgang
unſerer lieben Entſchlafenen
Frau
Gertraude Gerhard
geb. Luft
ſagen innigen Dank
(5451
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Familie Wilhelut Hennemann
Rundeturmſtr. 14.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme an dem uns ſo ſchwer
be=
troffenen Verlufte meiner lieben Frau
und Tochter ſagen wir Allen auf dieſem
Wege unſeren innigſten Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Daab.
Lengfeld, den 30. März 1927. (5486
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die Geſchſt. (*85
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau,
unſerer guten Mutter, Tochter, Schwägerin und Tante
Frau
Sannchen Buxmann
geb. Perron
ſagen wir Allen anf dieſem Wege herzlichen Dank.
Insbeſondere danken wir Herrn Pfarrer v. d. Au für
die troſtreichen Worte am Grabe, dem Geſangverein
Liederkranz für den erhebenden Grabgeſang, ſowie
allen Kranz= und Blumenſpendern.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Buxmann und 2 Kinder
Daniel Perron. Bürgermeiſter
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(L.Mdg.804
Nummer 90
Donnerstag, den 31. März 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 31. März.
— Ernannt wurde am 9. März 1927 der Juſtizſekretär beim
Amts=
ggericht Worms Emil Krauß zum Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht
Worms mit Wirkung vom 1. April d. J3. — An Stelle des geſetzlich
Sum Vorſitzenden des Diſziplinarhofs bei dem Oberlandesgericht
be=
wufenen Oberlandesgerichtspräſidenten Dr. Stein iſt der
Landgerichts=
wräſident Friedrich Weiffenbach in Darmſtadt durch Entſchließung
Des Geſamtminiſteriums vom 17. März für die Zeit bis zum 31. Dezem=
Aber 1927 zum Mitglied des Diſziplinarhofes ernannt worden. — An
SStelle des Landgerichtspräſidenten Friedrich Weiffenbach in Darmſtadt,
wer geſetzlich gegebenenfalls zum Vorſitzenden des Diſziplinarſenats bei
em Oberlandesgericht berufen iſt, iſt der Landgerichtsdirektor Richard
SHartner in Darmſtadt durch Entſchließung des Geſamtminiſteriums
wom 17. März 1927 für die Zeit bis zum 31. Dezember 1927 zum
ſtell=
wertretenden Mitglied des Diſziplinarſenats ernannt worden.
— Landamtmann für die Provinz Starkenburg. Durch Entſchließung
wes Herrn Finanzminiſters vom 21. März Ifd. Js. iſt Herr Forſtmeiſter
Wogt in Groß=Bieberau mit der Führung der Geſchäfte eines
Land=
mmtmanns für die Provinz Starkenburg beauftragt worden. Das Ge=
Schäftszimmer des Landamtmanns wird am 1. April Ifd. J3. nach Groß=
BBiebergu verlegt. Anſchreiben ſind von dieſem Zeitpunkt zu richten an
wen Herrn Landamtmann für die Provinz Starkenburg in Groß=
Wieberau (Odw.).
— Hefſiſches Landestheater. Heute beginnt der Vorverkauf zu dem
77. Sinfoniekonzert am Montag, den 4. April. Auf dem
Pro=
ggramm ſteht u. a. die bekannte Wagner=Sinfonie (Nr. 3) D=Moll, die
Bu den bedeutendſten ſinfoniſchen Schöpfungen Bruckners gehört und, in
SDeutſchland hauptſächlich durch Arthur Nikiſch und Nichard Strauß zum
SSiege geführt, leider immer noch viel zu ſelten zur Aufführung gelangt.
SDaneben kommen zwei Choralvorſpiele von Bach, zum erſten Male in
wer von Arnold Schönberg beſorgten neuen Inſtrumentierung für
gro=
ſßes Orcheſter zum Vortrag, während Otto Klinge das Violinkonzert
won Tſchaikowſky ſpielen wird. — Die heutige Aufführung von „Haus
eHerzenstod”, die den Mieten I. und F (Darmſtädter Volksbühne)
Sufällt, beginnt um 7 Uhr 15, worauf beſonders aufmerkſam gemacht
wwird. — Die Aufführung von Adams „König für einen Tag” am
H. Apvil im Kleinen Haus iſt denjenigen Mietern der Miete K des
Bühnen=
wolksbunds zugeteilt, die Zuſatzmiete Xl haben, außerdem der
Schüler=
mniete rot als 10. Vorſtellung. — Infolge Erkrankungen im Perſonal
wwird am kommenden Sonntag, den 3. April, im Kleinen Haus anſtelle
won. Coſi fan tutte” Künneckes „Vetter aus Dingsda” gegeben.
DDer Vorverkauf beginnt heute.
— Achte Morgenfeier im Kleinen Haus des Landestheaters. Die
mm Sonntag, den 3. April, vormittags 11.30 Uhr, im Kleinen Haus
ſſtattfindende achte Morgenfeier iſt ausſchließlich Beethoven
gewid=
met, von dem eine Reihe leider verhältnismäßig ſelten gehörter ſchönſter
„Lieder zum Vortrag gelangen. Charlotte Maſſenburg, die damit faſt
Sum erſten Male hier im Konzertſaal erſcheint, ſingt u. a. die
wunder=
wolle Arie „An die Hoffnung” und die beiden Klärchenlieder aus „
Eg=
rmont” Johannes Biſchoff eine Reihe von Liedern nach Dichtungen
rvon Gellert und Goethe, während Guſtav Deharde den großen
Lieder=
sähklus „An die ferne Geliebte” zum Vortrag bringen wird. Am Flügel
(Erich Riede. Der Vorverkauf zu Preiſen von 50 und 80 Pfg. beginnt
Theute an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes und bei Schutter, Eliſa=
Wethenſtraße.
— Abſchiedsabend Profeſſor Adolf Buſch. Anläßlich des
Abſchieds=
dabends von Profeſſor Adolf Buſch im 9. Akademie=Konzert am
Frei=
tag, den 1. April, im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters,
ſden das Buſch=Quartett mit drei Streichquartetten beſtreitet, wird es
wveite Kreiſe intereſſieren, etwas über den Werdegang Adolf Buſchs zu
wören. Profeſſor Adolf Buſch iſt am 8. Auguſt 1891 zu Siegen i Weſtf.
ggeboren, kam, muſikaliſch frühreif, nach kurzem Geigenunterricht durch
Fſeinen Vater und durch Anders in Duisburg, 1902 aufs Konſervatorium
fin Köln, wo die Profeſſoren Willy Heß und Bram Eldering und Fritz
Steinbach ſich ſeiner beſonders annahmen. Nach Abſolvierung des Kon=
Nervatoriums 1908 wurde er Kompoſitionsſchüler von Hugo Grüters in
Bonn, deſſen Schwiegerſohn er 1913 wurde. Seit 1907 ſtand er in Ver=
Windung mit Mas Reger, der ſeine Kammermuſik mit Vorliebe mit ihm
Wortrug; 1912 wurde er Konzertmeiſter des Konzertvereins in Wien
mnter Ferdinand Löwe. 1918, als Nachfolger Henri Marteaus, Lehrer
gan der Hochſchule für Muſik in Berlin. Dieſe Stellung gab er auf, um
ganz der Konzerttätigkeit ſich widmen zu können und zog 1922 nach
DDarmſtadt, von wo er jetzt nach Baſel überſiedelt. Außer weiten Reiſen
dals Konzertſpieler, die ihm durch ſein Spiel voll Innerlichkeit und Größe
iden Ruf des erſten deutſchen Geigers verſchafft haben, iſt er ſeit 1919
FFführer eines Streichquartetts, dem bei Gründung angehörten: Profeſſor
BBuſch, Karl Reitz, Emil Bohnke, Paul Grümmer; jetzt Profeſſor Buſch,
WGöſta Andreaſſon, Karl Doktor, Paul Grümmer. Sein ſtändiger Partner
ſam Klavier iſt der auch hier rühmlichſt bekannte Rudolf=Serkin. Ueber
(Buſch als Künſtler noch Näheres mitzuteilen, erübrigt ſich, ebenſo über
Idie ſeinen Namen tragende Quartettvereinigung. Da ſein Weggang von
DDarmſtadt allgemein in muſikaliſchen Kreiſen bedauert wird, werden
wohl alle Verehrer ſeiner Kunſt an ſeinem Abſchiedsabend im Großen
„Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſich vereinigen, um den Künſtler
dankbar zu ehren für all die hohen Genüſſe, die er uns während ſeines
„Hierſeins beſchert hat. Die reſtlichen Karten ſtehen im Sekretariat der
Städtiſchen Akademie, Eliſabethenſtraße 36 (Telephon Stadtamt) zum
Verkauf.
— Jubiläum. Am 1. April feiert Herr Pfarrer D. Waitz ſein
25jähriges Jubiläum als Geiſtlicher dahier. Aus Darmſtadt gebürtig,
hat ſeine Wirkſamkeit hauptſächlich ſeiner Vaterſtadt gegolten; früher
Oberlehrer am hieſigen Nealgymnaſium iſt er ſeit 1902 als zweiter,
ſeit 1914 als erſter Pfarrer und Vorſitzender der Martinsgemeinde titig.
Seiner Initiatide und unermüdlichen Arbeitskraft verdankt die
Ge=
meinde den inneren Aufbau, wovon das Gemeindehaus und die
Kinder=
ſchule in der Liebfrauenſtraße Zeugnis ablegen, wie auch die Schaffung
aller derjenigen Einrichtungen, die heute für das Gemeindeleben
unent=
behrlich ſind und die in ſchwerer Zeit der Gemeinde namentlich auf
charitativem und ſozialem Gebiet zum Segen geworden ſind. Darüber
hinaus hat ſich Herr Pfarrer D. Waitz als Vorſitzender des Heſſiſchen
Hauptvereins des evangeliſchen Bundes wie als Vizepräſident des
Lan=
deskirchentages und Mitglied der Kirchenregierung große Verdienſte
um unſere Landeskirche erworben. Möchſten dem Jubilar, dem unſere
beſten Glückwünſche gelten, weiterhin Jahre erſprießlichen Wirkens
beſchieden ſein.
* Rechnungsrat Adam Bernauer. „Patriae inserviendo eonsumor”
frei verdeutſcht: „Im Dienſte des Staates habe ich meine volle
Arbeits=
kraft je und je dahingegeben”; an dieſes Wort werden wir uns erinnern
wüſſen, wenn wir heute eines Beamten gedenken, der vom
unerbitt=
lichen Altersgrenzengeſetz getroffen, aus dem großen Kreiſe noch
arbeits=
fähiger Staatsdiener ſcheidet. Am 5. Dezember 1861 zu Lampertheim
geboren, hat Bernauer 37 Jahre im Dienſte der Kreis= und
Provinzial=
verwaltung pflichtgetreu ſeines Amtes gewaltet. In noch voller
Arbeits=
kraft muß er der jüngeren Generation den Platz räumen, um jüngeren
Anwärtern eine Anſtellungsmöglichkeit zu ſchaffen. Die
Verwaltungs=
reform iſt ſeit fünf Jahren noch im Fluſſe. Die Regierung ſollte nicht
zögern, gerade dieſen Beamten in den Ausſchuß zu berufen, in dem er
ſeine reichen Erfahrungen in der Verwaltungspraxis nutzbringend zu
geſtalten berufen ſein dürfte.
— Beethoven=Konzert. Kommenden Freitag veranſtaltet die Firma
K. Jäger im Fürſtenſaal, Grafenſtraße, einen Beethoven=Abend. Es
werden die 5. Symphonie in C=Moll, Teile aus der Eroica und Violin=
Konzert in D=Dur auf Elektrola zu Gehör gebracht. Frl. M. Jäger
wird durch einige Beethovenlieder den Abend verſchönern. Karten
er=
hältlich im Muſikhaus Jäger, Georgenſtraße 11, und abends an der
Kaſſe. Näheres ſiehe Anzeige.
— Muſikantengilde. Freitag, den 1. April, um 8 Uhr, wird Heur
Profeſſor Haupt im Gewerbemuſeum über die Marienburg
ſprechen.
— Elektro=Oekonom=Vortrag. Das Jutereſſe für den von der Heſſ.
Eiſenbahn A G. Darmſtadt für Freitag, den 1. April, abends 8 Uhr, im
Städtiſchen Saalbau hier angekündigten Elektro=Oekonom=Vortrag iſt,
wie man hört, allſeits ein ſehr großes. Es handelt ſich hier um das
idealſte Küchengerät für Koch=, Brat= und Backzwecke, das ſchlechthin
nicht mehr übertroffen werden kann. Das beweiſen ſchon die täglich
zu=
nehmenden Anſchaffungen, ſolcher Apparate ſeitens der wirtſchaftlich
denkenden und weitblickenden Hausfrauen, die ausnahmslos voll des
Lobes über die Vortrefflichkeit des Elektro=Oekonoms ſind. Da der
Vor=
trag beſtimmt ein volles Haus bringt, dürfte es ſich empfehlen,
recht=
zeitig zu erſcheinen, um ſich einen guten Platz zu ſichern. Rednerin des
Abends iſt die Schriftſtellerin Frau Ellen Leiber, die es in
vor=
trefflicher Weiſe verſteht, ihrer Zuhörerſchaft den Vortrag feſſelnd und
allgemein verſtändlich zu geſtalten. (Näheres ſiehe Anzeige.) — Es ſei
noch darauf aufmerkſam gemacht, daß in der Ausſtellung der Heſſiſchen
EiſenbahnA. G. Darmſtadt der Elektro=Oekonom in jeder Größe zur
unverbindlichen Beſichtigung zur Verfügung ſteht. Intereſſenten mögen am Platze. — Mitgeteilt vom Lloydreiſebüro, Rheinſtraße 17.
ſich daher im Anſchluß an den Vortrag nach der Ausſtellung wenden,
die werktäglich durchgehend von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr
nachmit=
tags geöffnet iſt— Gleichzeitig wird darauf hingewieſen, daß der
Vortrag in Reinheim am Freitag, den 8. April, abends 8 Uhr, ſtellung iſt außerordentlich intereſſant, die Preiſe ſind der heutigen
Wirt=
im Gaſthaus zum Kühlen Grund ſtattfindet.
Wie
Berufene
Arteilen!
Alfrod Loohn
der Solist der Beethouenfeier
im Landestheater Sprach:
König unter
Steinwav, den Klauieren
darf auf jedes weitere Epitheton
verzichten.
„Kcht
*Orpheum /Gaſtſpiel Guſtav Bertram
„.. die an der Liebe ſterben!“
Guſtav Bertrams Spielplan iſt vielſeitig. Er verſucht
immer wieder, ſeinem Publikum das zu geben, was es verlangt,
um über das Grau des Alltags ein paar Stunden
hinwegzukom=
men. Nach tollſtem ausgelaſſenem Schwank, in dem Guſtav
Ber=
tram und ſeine Künſtlerſchar ſich in der Entfaltung grotesker
Komik überbieten, bringt er dieſes mehr als ernſte Spiel des
Lebens, in dem Thilo Schmidt ſich an dem ſchwierigen
Pro=
blem der Pſychologie gefallener Mädchen verſucht. Guſtav
Ber=
trams Routine kann es wagen, ſich in dieſes gefährliche
Experi=
ment einzulaſſen. Er hat auch mit dieſem erſten Spiel, deſſen tiefe
Tragik durch die Darſtellung, vielleicht ungewollt, mit einem
Schimmer Humor erhellt und dadurch erträglich geſtaltet wird.
Ueber das Stück ſelbſt iſt wenig zu ſagen. Die Aufführung
aber geht ſehr geſchickt über vieles hinweg, was ſonſt geſagt
werden müßte. So ſind vor allem die beiden letzten Akte, die
im Freudenhaus ſpielen, ſo dezent als möglich gehalten. In der
Darſtellung ſcheint einzig die als Gaſt berufene Hanſi Meiſter
ihrer Aufgabe nicht ganz gewachſen, vielleicht war auch eine ſtarke
Indispoſition ſchuld daran. Die übrigen Darſteller, voran Guſtav
Bertram und Marga Peter, aber auch Adolf Rhoden und
Walter Grießmann, in ganz beſonderem Maße Walter
Geyer in ſeiner Doppelrolle, ferner Arthur Wilke uſw.
ver=
ſtehen es beſtens, ſich in die ihnen ſonſt fernliegenden Aufgaben
einzufügen. Das Publikum weint und iſt beifallsfreudig.
Im Kleinen Haus des Langestheaters
Heute und Samstag, den 2. April 1927, nachm. 6 und abends 8 Uhr
die letzten Vorführungen des Kulturfilms
2. Faſſung
Kleine Preise, 0.70 und 1. — Mk.
Ab Montag, den 4. April 1927, bis einſchl. Donnerstag, den 7. April,
nachm. 5 und abends 8 Uhr, läuft der Film
„Ber schwarze Eyklon‟
(5494
Preiſe 0.70 bis 2.— Mk.
Günſtige Reiſegelegenheit nach dem fernen Oſten. Für Reiſende die
die Abſicht haben, im Frühſommer dieſes Jahres nach dem Fernen Oſten
zu reiſen, bietet ſich durch Benutzung des Frachtdampfers „Gotha” des
Norddeutſchen Lloyd eine günſtige und billige Reiſegelegenheit. Auf
dem Dampfer „Gotha”, der vorzügliche Einrichtungen zur B=förderung
von Paſſagieren beſitzt, darunter einen gemeinſamen Speiſeſaal und ein
behaglich eingerichtetes Rauch= und Damenzimmer, können 28 Reiſende
in zwei einbettigen und in 13 zweibettigen Kabinen untergebracht werden.
Das Schiff verläßt am 8. Juni 1927 Hamburg und berührt auf ſeiner
Fahrt nach dem fernen Oſten die folgenden Häfen: Rotterdam, Genua,
Port Said, Colombo, Belawan Singapore, Manila, Hongkong,
Schanghai, Tientſin, Dairen und Tſingtau. Nach allen dieſen Häfen
können, ſoweit Plätze vorhanden ſind, Paſſagiere befördert werden.
Nähere Auskunft erteilt der Norddeutſche Lloyd oder ſein Vertreter
— Ausſtellung. In den Räumen der Firma Joſeph Trier,
Darm=
ſtadt, Wilhelminenſtraße 25, iſt eine Kollektiv=Ausſtellung der Bilder des
Heren Maler Emil Beithan, Buchſchlag, eröffnet. Die
Aus=
ſchaftslage durchaus angepaßt.
* Die Darmſiädter Volksbühne
veranſtaltete für ihre Mitglieder einen Vortragsabend, der in erſter
Linie der Einführung in das Verſtändnis Bernard Shaws und
iuns=
beſondere der letztaufgeführten Komödie „Haus Herzenstod”
dienen ſollte. Im Namen des Vorſtandes begrüßte Herr Noth die
zahlreich erſchienenen Hörer und ſprach den Rednern des Abends den
Dank des Vereins aus. Er wies beſonders darauf hin, daß der Abend
nicht etwa propagandiſtiſchen Zwecken dienen ſollte, ſondern einzig der
Förderung des Theaters.
Herr Dramaturg Jacob Geis hielt den erſten Vortrag über
„Haus Herzenstod‟. Seine Ausführungen bedeuteten gleichzeitig eine
kritiſch erläuternde Einſtellung zu dem meiſtgeſpielten engliſchen Dichter
Shaw und dem Weſen ſeiner Dichtungen. Shau iſt beliebt geworden,
ſührte der Vortragende aus, weil er als „Spaßmacher” angeſprochen
werden kann, den früher die Fürſten, heute das Volk ſucht. Der Nedner
ſtellte in den Vordergrund ſeiner Erörterungen, daß er kein abſoluter
Verehrer Shaws ſei. Das hindert nicht, feſtzuſtellen, daß Shaw einer
der klarſten und feinſten Geiſter iſt. Er iſt ein Vorläufer. Ihn
küm=
mert nicht, etwas anderes, Beſſeres an die Stelle deſſen zu ſetzen, was
er als Schwächen der Zeit und der Meuſchen geißelt, er begnügt ſich
eben mit dieſer Geißelung. Die bisherigen Begriffe dünken ihm ſchlecht
und faul; er iſt beſtrebt, ſie als unheilbau zu charakteriſieren, ohne ein
anderes Beſſeres an ihre Stelle ſetzen zu können. Shaw bekämpft den
Krieg nicht als ſolchen, aber er bekämpft die Kriegslieder. Er will
nicht, daß die Kriegsgreuel romantiſch verſchönt werden. Er ſetzt ſeine
Helden ſtets in Anführungsſtriche. Sie ſind ihm Helden, aber ſie haben
keine bleibenden Verdienſte. Shaw bekämpft geiſtvoll und witzig=ſatyriſch
das Konventionelle, er ſetzt aber nichts Neues daſür hin. In zwanzig
Jahren etwa, meint Redner, werden wir kaum noch viel von Bernard
Shaw wiſſen oder hören, weil er nur Anſichton äußert, keine
überzeu=
gende Meinung, kein Bleibendes, Beſſeres an die Stelle deſſen ſetzt,
was er bekämpft. Der Vortragende belegte ſeine Anſichten durch intew
eſſante Beiſpiele aus Shaws Werken, die im weſentlichen darin
gipfel=
ten, daß Shaw der Begriff „Paradox” vollſtändig fremd iſt. Er kann
das Leben nicht ganz verſtehen, weil er ſeine Widerſoriche nicht verſtehen
will oder kann. Das iſt das in gewiſſem Sinne Tragiſche dieſes
her=
vorragenden Geiſtes. — Warum ſpielt man Shaw?. Letzten Endes aus
praktiſchen, materiellen Gründen. Es gibt keine Stücke, die ſo ſtark
mit Geiſt geladen ſind als die Stücke Bernard Shaws.
Im weiteren ging der Vortragende dann auf „Haus Herzenstod”.
ein. Er ſchilderte zunächſt klar und verſtändlich den Gang der
Hand=
lung, den Inhalt des Stückes, ſo wie ihm Shaw wohl gewollt hat, wie
er aber dem weniger reif eingeſtellten Theaterbeſucher nicht ohne
wei=
teres verſtändlich wird. „Haus Herzenstod” ſei das typiſche
Unter=
gangsſtück, eines der Stücke, an denen vor allem die ruſſiſche Literatur
ſo reich iſt. Er will beweiſen, daß die Geſellſchaft der Zeit der
Ver=
nichtung reif iſt. Tatſächlich ſchließt „Haus Herzenstod” mit einer
Ver=
nichtung, aber auch hier fehlt jeder Verſuch, an die Stelle des Vernichteten
ein Neues, Aufbauendes auch nur anzudeuten. Er ſetzt an die Stelle
der dekadenten, dem Untergang geweihten Geſellſchaft keine andere. Er
deutet kaum an, was notgedrungen die Folge ſein muß: die Revolution.
Trotz allem läßt ſich ſelbſtverſtändlich ſehr viel für Shaw ſagen; das
alles aber kann ſich nicht an die breite Maſſe wenden, weil
aufgewor=
fene Fragen immer nur von dem Denkenden und letzten Endes von jedem
anders beantwortet werden können. — Der geiſtvolle, offene und klare
Vortrag, gegeben mit einem ſympathiſchen Organ, löſte ſtarken Beifall
bei den Zuhörern aus.
Herr Schriftſteller Wilhelm Michel ſprach im Anſchluß daran
über ernſte und heitere Bühnenwerke. Der Redner ſtellte
zunächſt die allgemein bemerkbare Tatſache feſt, daß das Bedürfnis nach
leichteren, Freude verbreitenden Bühnenwerken allgemein zutage tritt.
Nach Anſicht des Redners iſt die Forderung nach Bühnenwerken dieſer
Art auch durchaus ein Recht des Volkes. (Volk natirlich nicht im
enge=
ren Sinne gemeint). Nur ſoll dieſes Recht nicht ſo verſtanden werden,
daß die geforderten Bühnenwerke nur eine lachende Freude verbreiten.
So berechtigt der Wunſch iſt, nicht nur Werke zu ſehen, die die Seele
mit ſchleppendem Gewicht behängen, ſo ungerechtfertigt iſt die Einſtellung,
daß ein Theater nur leichte und ſeichte Unterhaltung bieten ſoll. Der
Theaterbeſucher muß lernen, Freude aus dem Kunſtwerk zu
ſchöpfen. Das kann er auch aus Werken, deren Handlung durchaus ernſt
und ſchwer iſt. Die alten Griechen ließen ihren ſtets tief tragiſchen
Spielen tolle, ausgelaſſene Burlesken folgen, die lauteſte Heiterkeit
aus=
löſten; voran aber ging ſtets ernſte, ſchwere Tragik. Wir dürfen heute
nicht überſehen, daß es nicht nur eine heitere, ſondern auch eine
ernſte Freude gibt, eine Freude, die ergreift, erſchittert, die auch
erhebt und das Leben des Menſchen in leichteren Strömen, in volleren
Pulſen gehen heißt. Trauervolles ſoll nicht auf niederdrückende,
eng=
geiſtige Weiſe dargeſtellt werden. Falſch aber iſt es, Kunſtwerke
abzu=
lehnen, die das Lied der ewigen Freude in ernſter Tonart ſingen. Das
Leben ſelbſt lehrt uns, daß es Lebensfreude gibt, bei der wir durchaus
ernſt bleiben, kein Bedürfnis zum Lachen empfinden und doch voll
tiefer, nachhaltender Freude ſein können. Wirkliches Glück belachen wir
nicht, wenn wir es lebhaft fühlen. Ebenſo wenig wie wir ein
muſika=
liſches Kunſtwerk ablehnen, weil es ernſte, ſchwere, auch trauernde
Seelenſtimmungen verarbeitet, dürfen wir ernſte Bühnenwerke ablehnen,
auch ſolche nicht, die Schmerz und Tod behandeln (Macbeth, Jphigenie,
König Oedipus). Man darf nicht kurzſichtig ſein, auch nicht in geiſtiger
Beziehung. Es kann kaum Stärkeres und Freudigeres geben, als wenn
in einem Kunſtwerk der Tod dem Leben, das Leid den höheren,
ſchwung=
volleren Gefühlen untergeordnet wird. Unter dem „Freudigſten” im
Sinne Hölderlins iſt zu verſtehen, daß, wie in den Tragödien des
So=
phokles der Menſch auf dem äußerſten Punkt ſeiner Kühnheit und
Frei=
heit erſcheint, daß er hier in großer, heroiſcher Form auftritt und ſelbſt
gegen Götter kämpft. Zwar bedeutet das notgedrungen ſeinen
Unter=
gang, aber es iſt Luſt, den Menſchen in ſeiner höchſten, ſtolzeſten Gewalt
zu ſehen, wie es. Luſt iſt, die ewig göttliche Macht zu erblicken, die den
Helden zwar zerbricht, aber die Grenzen des Menſchenlandes und des
Menſchenherzens neu feſtigt. Gewiß iſt die heitere Freude keinem
Men=
ſchen verboten, aber es wäre geiſtige Verſtümmelung, wollten wir über
ihr jene ernſte, erhebende Freude vergeſſen, die uns eine auf das Ganze
des Lebens gerichtete Kunſt zu ſchenken vermag.
Den lebhaften Beifall der Zuhörer faßte Herr Roth noch einmal
in Worte des Dankes zuſammen.
— Lukasgemeinde. Sonntag, den 3. April, abends 8 Uhr, finder
im Gemeindehaus Kiesſtraße 17 zum Beſten der Nothilfe die Aufführung
von Friedrich Lienhards Legendenſpiel „Die Dornenkrone” ſtatt,
Wieder einmal hat es die Spielſchar der Gemeinde übernommen, ein
Werk von Lienhard aufzuführen, nachdem ſie ſich ſchon im letzten Jahre
mit der Aufführung von Lienhards, Ahasver” und „Wieland, der
Schmied”, ſehr verdient gemacht hat. Auch diesmal haben wir wieder
ein echt Lienhardſches Werk vor uns, das mit ſeinem von der Liebe
getragenen Geiſt ganz in die Paſſions= und Oſterzeit hineinpaßt. Das
geheimnisvolle Wunder der Dornenkrone Chriſti ſpielt in die Handlung
hinein, die lebendige Bilder gibt aus der Zeit der Sachſenbekehrung
unter Karl dem Großen. Der Glanz, der aus der Dornenkrone
er=
ſtrahlt, breitet ſich über das ganze Spiel aus — Am Donnerstag, dem
7. April, findet eine Wiederholung der Aufführung ſtatt. Karten zu
1,20 Mk. (num.) und 0,80 Mk. (unnum) bei Heckmann (Mühlſtraße),
Neſſel (Nieder=Ramſtädterſtraße), Müller (Hochſtraße) und im
Gemeinde=
haus.
— Studienanſtalt (Viktoriaſchule). Am 26. März fand in der
Studienanſtalt (Viktoriaſchule) für die Eltern der Schülerinnen der
Klaſſen I bis IV ein Elternabend ſtatt. Oberſtudiendirektor Dreſcher
ſprach über die Oſtern 1926 erſchienenen Lehrpläne und die
Umge=
ſtaltung des Unterrichts. An den Bericht ſchloß ſich eine lebhafte
Aus=
ſprache an, in deren Verlauf auf Anregung eines Teilnehmers von den
Eltern folgende Entſchließung gefaßt wurde: „Die am 26. März 1927
in der Studienanſtalt (Viktoriaſchule) verſammelten Eltern erheben
ſcharfen Einſpruch gegen die von der Behörde feſtgeſetzte Klaſſenſtärke
und erwarten, daß im Intereſſe der Geſundheit und der
Leiſtungsfähig=
keit der Lehrer und der Kinder und eines individuellen Unterrichts die
Klaſſenſtärke auf eine geringere Zahl herabgeſetzt wird. Es erſcheint
unmöglich, daß bei einer Klaſſenſtärke von 46 und mehr Schülerinnen
der von den Eltern erwartete Erfolg erreicht werden kann.” Nach einem
weiteren Beſchluß der Verſammlung ſoll die vorſtehende Entſchließung
an die maßgebenden Stellen weiter geleitet werden.
Möpel werden keurer!
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Rost abischef, —
Seite 6
Donnerstag, den 31. März 1927
Rummer 90
Lichtbildervortrag. Dr. Ernſt Beh über „Das Oſebergſchiff, die
Grabſtätte einer nordiſchen Königin‟. Wir verweiſen nochmals auf
die=
ſen morgen abend 8.15 Uhr in der Buchhandlung Heinrich Schroth,
Rheinſtraße 15 ſtattfindenden Vortrag. Rechtzeitige Verſorgung mit
Karten dürfte ſich angeſichts des großen Intereſſes beſonders empfehlen.
Gleichzeitig gibt die Buchhandlung Schroth bekannt, daß am 8. April,
abends, der letzte Vortrag in dieſer Winterſaiſon, ein Beethovenabend,
ſtattfindet, über den noch Näheres folgt.
— Zum heutigen Konzert Steiger=Betzak / Renner. Ueber Frau
Steiger=Betzak ſagt Karl Fleſch: Ich halte ſie unbedingt für eine der
beſten deutſchen Geigerinnen. — Wien: „.. verfügt über tadelloſe reine
Technik, edlen Ton, freie Bogenführung und ſichtliche geiſtige
Beherr=
ſchung des Kunſtwerkes bei ſtarkem inneren Mitgehen".
er=
innert in ihrer Korrektheit und Nobleſſe des Spiels an Fleſch.
Berlin: „.. verdient hohes Lob wegen ihrer beſonderen künſtleriſchen
Eigenſchaften; auffallend großer und ſchöner farbiger Ton, glockenreine
Intonation ſichere Technik . . ." — Ueber Renner als Komponiſten ſagt
Dr. Otto Neitzel=Köln: . . . namentlich die Bach=Präludien finde ich
ganz famos. — Berlin: eine duiſtere, kraftvolle Muſik, die von ihrem
Ernſt überzeugt. — Mamheim: großes Können, ſtarkes Ringen und
cdles Wollen ſpricht aus dem ſchaffenden Künſtler. — Karten ſind noch
zu haben bei Schutter (Eliſabethenſtraße 12) und an der Abendkaſſe.
Das erſte der brei volkstümlichen Abonnements=Konzerte des
Städtiſchen Orcheſters im Saalbau findet ſtatt am Mittwoch, 6. April.
Dieſes iſt zugleich Abſchiedsabend für den ſeitherigen Kapellmeiſter des
Städtiſchen Orcheſters Herrn Hugo Hauske, welcher nunmehr als
Lehrer zur Städtiſchen Akademie übertritt. Die Vortragsordnung
ent=
hält im erſten Teil nur Werke L. van Beethovens, und zwar die
Ouver=
türe zu „Egmont” die Violin=Romanze in F=Dur und die 2. Symphonie
in D=Dur. Es folgen dann im zweiten Teile C. M. v. Webers „
Frei=
ſchütz”=Ouverhire, P. Tſchaikowſkys Ballettmuſik aus dem „Nußknacker”,
Fr. Schubert: „Abe Maria” in der Luxſchen Bearbeitung und Joh.
Strauß: Walzer „Geſchichten aus dem Wiener Walde”, (Siehe unz.)
— Turngemeinde Befſungen 1865 Darmſtadt, e. V. Wanderung,
ſo lautete am Sonntag die Parole. Dieſem Rufe ſind 68 Turnevinnen
und Turner trotz der nicht gerade einladenden Witterung gerne gefolgt.
Gegen 2.45 Uhr nachmittags gab der Führer Turner Fritz Schulz das
Zeichen zum Aufbruch. So eine Art Grenzgang wurde veranſtaltet, um
nach 2½ſtümndigem Marſch kurz nach 5 Uhr in unſerem Turnhauſe zu
landen. Was gab es erſtaunte Geſichter über den herrlichen Schmuck
des Saales und der Bühne. Die Turnerinnen Geſchwiſter Horſt, A.
Meißner, Kugel, Heeb, Fiſcher, ſowie der Turner Wieſenthal haben ſich
um die einfache und herrliche Ausſchmückung beſonders verdient gemacht.
Ein Feſtprogramm von 14 Nummern war zuſammengeſtellt.
Wander=
wart Schulz gab um 6.15 Uhr das Zeichen zum Beginn der
Veran=
ſtaltung. Zuerſt wurde das Lied „Turner, auf zum Streite”, gemeinſam
geſungen. Dann folgte ein Prolog, geſprochen von Zögling Guſt.
Ben=
der; weiter lebende Bilder: „Lindenwirtin”, geſtellt von Dina Mohr,
Edmund Meißner und L. Heeb II., eine Kaffeegeſellſchaft „
Markt=
weibenkonferenz”, dargeſtellt, von den Turnerinnen M. Horſt, Heeb,
Fiſcher A. Meißner Kugel und B. Aßmuth. Das Klampfen=Orcheſter
unter Leitung von Turner P. Becker leiſtete ganz Vorzügliches. Die
Singmannſchaft unter Leitung ihres Obmanns L. Geher, war wie
immer auf der Höhe ihres Könnens. Die erſte Turnerriege am
Quer=
pferd unter Leitung von Turnwart W. Heß ließ verblüffende Fertigkeit
der Turner erkennen. Die Schülerinnen am Bock mit Federſprungbrett
unter Leitung von Erna Becker und Peter Becker zeigten, daß
die weibliche Jugend ebenfalls hervorragende turneriſche Leiſtungen
aus=
führen kann. Aenne Dörſam, eine Schülerin von Herrn
Intendanz=
rat Baumeiſter, erntete mit ihren Rezitgtionen ernſten und heiteren
Charakters reichen Beifall. Als junger Geigenvirtuoſe ſtellt ſich der
Sohn unſeres Mitgliedes Kehmptzow vor. Bei ſeiner Jugend
be=
herrſcht er ſein Inſtrument ſchon ganz vortrefflich. Die Begleitung
hatte Turner Jul. Wolf übernommen. Die Volkstänze der Turnerinnen
waren ganz reizend in ihrer Art. Gretel Aßmuth, war mit ihrer
Darbietung ganz in ihrem Element. Die eigentliche Dekorierung hatte
Turnbruder Wenderoth übernommen. Nach einem ausgezeichnet
durchdachten Vorſpruch konnten in dieſem Jahre 8 Turnerinnen und
Turner zum erſtenmal, 8 zum zweitenmal, 3 zum drittenmal, 3 zum
diertenmal. 4 Turner zum ſünftenmal und 1 Turnerin zum ſiebentenmal
mit dem goldenen Wanderabzeichen der Deutſchen Turnerſchaft
ausge=
zeichnet werden. Außerdem erhielten vier Turner, die zum fünftenmal
ausgezeichnet wurden, je einen Wanderſtock mit Widmung.
— Die Wanderabteilung der T. G.D. 1846 konnte am Sonntag ihre
Märzwanderung durchführen. Um 8 Uhr fand ſich die Schar
fröhlicher Wanderer am Eingang zum Botaniſchen Garten ein. Den
Schnampelweg entlang zu der Ludwigseiche, an der gefrühſtückt wurde,
kamen wir hart an Ober=Ramſtadt vosbei zum Ziel: Frankenhauſen.
Bei Krämer wurde Einkehr gehalten und zum guten Teil auch für die
Gemiitlichkeit und Spaß geſorgt, d. h., die Jugend kam voll zu ihrem
Recht und der Photogrgph hatte viel zu tun. Der Heimweg führte uns
quer durch Feld und Wald über den Frankenſtein nach Eberſtadt. Hier
tonrdon noch gemüitliche Stunden in echt froher turneriſcher Weiſe
ver=
lebt, ſo daß jeder beim Nachhauſeweg der Anſicht war, daß ſich unſere
Wanderabteilung nicht nur im Wachſen, ſondern auch im beſten Gedeihen
befindet.
Ein Heſſenabend in Berlin. Wie aus Berlin berichtet wird
ver=
anſtaltet die Rheiniſche Frauenliga und der Reichsverband der
Rhein=
länder in Verbindung mit dem Verein der Heſſen am 1. April in den
Näumen des Reichskanzlerpalais am 1. April einen Tee=Empfang, bei
dem Oberbürgermeiſter Dr. Külb, Mainz, die Grüße des beſetzten
Heſſenlandes überbringen wird.
— Evangeliſche Männer=Vereinigung der Lukas=Gemeinde. Unſere
Männer=Vereinigung hält in ihrer Monatsverſammlung am Montag,
den 4. April,, eine Peſtalozzifeier ab woſelbſt unſer Vorſtands=
Mit=
glied, Herr Lehrer Diehl, einen Vortrag über die Perſönlichkeit
Peſtalozzis halten wird. Die Feier wird am Anfang und Schluß durch
Inſtrumentalvorträge (Geige, Cello und Klavier) von bewährten Kräften
umrahmt. Wir bitten unſere Mitglieder um recht zahlreiche Beteiligung.
Gäſte aus den übrigen Gemeinden, beſonders unſeres Frauen=Vereins,
ſind herzlich willkommen.
— Volkshochſchule. Im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
läuft der Film „Wege zu Kraft und Schönheit” noch am
Donnerstag und Samstag dieſer Woche, und am Sonntag vormittag
ſingen in einer Morgenfeier Charlotte Maſſenburg, Johs. Biſchoff
und Guſtav Deharde Beethovenlieder; am Flügel Erich Riede.
Unſere Mitglieder erhalten zu beiden Veranſtaltungen ermäßigte Karten
in unſerer Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17.
Chriſtus und ſeine Jünger”. (Johannes Thielemann, Pfarrer in der
Chriſtengemeinſchaft.) — Der öffentliche Vortrag von Fräulein
Heime=
ran, der für den 1. April angeſagt war, fällt aus. (Vgl. die heutige
Auzeige.)
— Die Kegelbahn in der Turnhalle nm Woogsplatz geht ihrer
Voll=
endung entgegen und wird mit allen neuzeitlichen Einrichtungen
ver=
ſehen. Die Bahneröffnung und Weihe findet am 3. April,
vor=
mittags 10 Uhr, im Turnhauſe ſtatt. Die anſchließende Sportwoche
bietet jebem Kegelbruder, ſowie auch Damen Gelegenheit, ſich kegleriſch
zu betätigen mit der Ausſicht auf Erringung evtl. Prämien. Der Beſuch
der Sportwoche dürfte ſich empfehlen.
* Regelung des Milchhandels in Darmſtadt. Wir verweiſen auch
an dieſer Stelle auf die in Nr. 89 veröffentlichte Regelung, die am
1. April 1927 in Kraft tritt.
— Im Städtiſchen Leihamt, Kirchſtraße 9, findet am Mittwoch, den
6. April, von 9 Uhr ab, Verſteigerung der verfallenen Pfänder
ſtatt. (Siehe heutige Bekanntmachung.)
Der gültige Verſicherungsvergleich.
Durch Reichsgerichtsentſcheidung iſt der große Rechtsſtreit von
72 deutſchen Straßenbahn= und
Elektrizitätsge=
ſellſchaften gegen die Erſte Allgemeie Unfall= und
Schadensver=
ſicherungsgeſellſchaft in Wien jetzt endgültig zugunſten der
Klä=
gerinnen entſchieden worden. Unter den Klägerinnen befinden ſich
die Allgemeine Lokal= und Straßenbahngeſellſchaft
in Berlin, die Straßenbahn= bzw. Eiſenbahngeſellſchaften und
Elek=
trizitätswerke in Bremen, Breslau, Bochum, Kaſſel, Darmſtadt,
Düſſeldorf, Deſſau, Gera, Gießen, Hagen, Hirſchberg, Jena, Frankfurt
a. M., Karlsruhe, Königsberg, Magdeburg, Plauen, Stettin, Tilſit und
andere. Durch den im Jahre 1921 abgeſchloſſenen Vergleich iſt vereinbart,
daß die Beklagte auf Grund der abgeſchloſſenen Haftpflichtverſicherungen
den Klägerinnen die Hälfte aller Aufwendungen aus
Schadenserſatzanſpr” u erſtatten ſoll. Die Beklagte will den Vergleich
dahin verſtanden w. n, daß ihre Haftung auf die Verſicherungsſumme
von 300 000 RMark beſchränkt bleibe. Dieſer Standpunkt iſt nun
nach 4jähriger Prozeßführung endgültig abgelehnt worden, ſodaß die
Beklagte in allen Haftungsfällen zur Hälfte Erſatz zu leiſten hat.
Zum Beiſchreiben der 20%igen
Aufwertungs=
beträge sind bereits aufgerufen die
Sparbücher Nr. 1 — 32000
Für die Woche von Montag, den 28. März,
bis Samstag, den 2. April, werden hiermit
neu aufgerufen die
Sparbücher Nr. 32 001—100000
Kaſſeſiunden: Vormittags von 8½½ bis 1 Uhr
Nachmittags von 3 bis 4½½ Uhr. Samstags
(St. 5231
nachmittags geſchloſſen
— Annahmeſtelle im 1. Stock. —
Städtische Sparkasse Darmstadt
— Der Bezirksverein Nord der Deutſchen Volkspartei hat an den
Herrn Oberbürgermeiſter eine Eingabe betr. Pflaſterung des
Rhönrings gerichtet, in der es u. a. heißt: Die Verſammlung des
Bezirksvereins Nord war einmütig der Anſicht, daß die Pflaſterung als
dringende Notwendigkeit ſo raſch wie möglich durchgeführt werden muß,
und zwar mindeſtens in dem Abſchnitt zwiſchen Frankfurter und
Pan=
kratiusſtraße. Während der jetzigen Holzabfuhr paſſierten täglich bis
zu 50 und mehr Holzfuhrwerke den ganzen Rhönring; Metzgerfuhrwerke
und zahlloſe andere Laſtwagen fahren täglich durch die Straße, ſo daß
es jetzt bei Eintritt des trockenen Wetters den Anwohnern vollſtändig
unmöglich iſt, auch nur fünf Minuten täglich ein Fenſter zum Lifften zu
öffnen. Zur Entlaſtung des verkehrsreichen Stadtzentrums wird der
Durchgangsverkehr von Dieburg nach Frankfurt durch den Rhönring
geleitet, und das alles auf Koſten der Geſundheit der dort wohnenden
Bevölkerung. Abhilfe iſt dringend nötig.
— Verkehrsverein. Im Verkehrsbüro ſind die Fahrkarten zu dem
am 3. April verkehrenden Sonderzug nach Amorbach—
Milten=
berg mit koſtenloſen Führern zu haben. Ebenſo wird darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß am 10. April ein Sonderzug nach Bad=Dürkheim
in der Pfalz und Neuſtadt a. d. Hardt zur Baumblüte verkehrt. Der
Kartenverkauf hat bereits im Verkehrsbüro begonnen und erhalten die
Käufer der Sonderzugkarten ebenfalls koſtenloſe Füührer. Im
Verkehrs=
büro ſind Fahrkarten nach allen Richtungen, Sonntagskarten und
Fahr=
ſcheinhefte zu haben. Das Büro iſt geöffnet von morgens 8 Uhr
durch=
gehend bis abends 7 Uhr.
Fahrkarten zum ermäßigten Preiſe von 4 RM. für Hin= und
Nückfahrt ſind auch im Lloyd=Reiſebüro, hier, Rheinſtr. 17,
erhältlich.
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Die Darmstädter Volksbank e. A.m. b.H.
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Sparbücher gut aufzubewahren.
Spareinlagen bei den Heſſiſchen Sparkafſen. Auch der Monat
Februar hat den heſſiſchen Sparkaſſen einen erheblichen Zuwachs an
Spareinlagen gebracht. Der Beſtand der Einlagen ſtieg um rund 4½
Millionen Mark (im Januar 1927 5½ Millionen Mark) auf 84½
Mil=
lionen Mark. Die ſonſtigen Guthaben auf Giro=, Scheck= und
Konto=
korrent=Konten betrugen Ende Februar 1927 rund 18½ Millionen Mark=
Die Geſamtſumme der bei den heiſchen Sparkaſſen eingezahlten Gelder
belief ſich alſo am Monatsende auf über 100 Millionen Mark (
unge=
rechnet die aus der im Gang befindlichen Aufwertung ſich allmählich
anſammelnden Mittel). Damit iſt innerhalb eines Zeitraumes von
etwas mehr als 3 Jahren wieder annähernd der vierte Teil der
Vor=
kriegsbeſtände erreicht, was dem wiedererwachten Sparſinn der
Bevölke=
rung ein glänzendes Zeugnis ausſtellt.
Amtsgericht I.
1. Ein ſtellenloſes Hausmädchen, das ſich als Bulgarin und
Mußr=
ſtudentin in Geſchäften ausgegeben hat, hat in zwei Fällen ein Fuch fell
und ein Paar Lederhandſchuhe mitgehen heißen, in einem dritten Fonl
iſt ihr Betrug zur Laſt gelegt. Sie iſt ſeit 19. Februar ds. Js. in
Unterſuchungshaft. Das Urteil lautet auf 2 Monate 2 Wochen
Ge=
fängnis abzüglich 3 Wochen Unterſuchungshaft, wegen der
Betrugs=
anklage erfolgt Freiſprechung. Das Urteil iſt rechtskräſtig.
2. Ein in Kaufbeuren in Bayern geborener Hilfsarbeiter, der ſich
am 5. Dezember 1926 auf der Durchreiſe hier befand, ſpielte im „halben
Mond” hier den Gäſten mit der Ziehharmonika auf. Er ſammelte ein,
geriet mit einem kartenſpielenden Gaſt in Streit und ſchlug ihm ein
Bierglas auf den Kopf. Es wird die Mindeſtſtrafe beantragt. Urteil;
2 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 19 Tagen
Unterſuchungs=
haft. Der Angeklagte erklärt, er möchte ſeine Ziehharmonika wieder
haben, was ihm zugeſagt wird.
3. In Traiſa war am 22. Auguſt 1926 Kirchweih, wozu ein dortiger
Gaſthofbeſitzer einen Kraftwagenverkehr nach dem Ausflugsort
eingerich=
tet hatte. Ein hieſiger Cafetier iſt nun angeklagt, an dieſem Sonntag
vom Böllenfalltor nach Traſſa mit ſeinem Laſtkraftwagen Perſonen
gegen Entgelt befördert zu haben, ohne die nötige Genehmigung zu
beſitzen. Er beſtreitet die Schuld, er habe nur das Auto geſtellt. Der
Amtsanwalt ſieht eine Beihilfe als vorliegend an. Das Urteil ergeht
am 5. Aprit Ifd. Js.
4. Eine Zeitungsträgerin iſt geſtändig, Bezugsgelder unterſchlagen
zu haben. Der Ehemann iſt arbeitslos, aus der Ehe ſind zwei Kinder
vorhanden. Not und Krankheit herrſchte in der Familie. Die Frau
will die Schuld in Raten abtragen. Die Angeklagte iſt unbeſtraft. Der
Amtsanwalt beantragt 2 Wochen Gefängnis. Urteil: 2 Wochen
Ge=
fängnis.
5. Am 7. Auguſt 1926 gegen 3 Uhr früh, als er dämerte und die
Marktleute ihre Stände für den Wochenverkehr des Samstags
einrich=
teten, ſoll ein junger Student einen Schupounterwachtmeiſter, der ihn
zur Schloßwache gebracht hatte, beleidigt haben. Der Schupobeamte hatte
ihn in der Schiitzenſtraße geſtellt, weil er ihn im Verdacht hatte, eine
weggenommene brennende Sturmlaterne an einem Möbelgeſchäft in der
Hügelſtraße aufgehängt zu haben. Der Angeklagte wendet ein, der
Wachtmeiſter habe ihn mit dem Gummiknüppel traktiert, wenn er ihn
beleidigt habe, ſo habe er nur eine ihm widerfahrene Beleidigung
zu=
rückgegeben. Dieſe Ausführungen werden in der Beweisaufnahme
widerlegt. Der Vorſitzende hält dem Angeklagten vor, daß die ganze
Affäre vermieden worden wäre, wenn er ſogleich ſeinen
Studentenaus=
weis vorgelegt hätte. Urteil: 50 Mark Geldſtrafe und
Aushang des Urteils am 1. Polizeirevier.
6. Am 9. November 1926, als es dämmrig wurde, gefiel, ſich ein
junger Mann darin, am Eingang der Dieburger und Mühlſtraße, wo
ein Verkehrsſchutzmann poſtiert iſt, die Zeichen zur Regelung des
Auto=
mobilverkehrs nachzuahmen und hierdurch die Verkehrsregelung zu
ſtören. Zur nahen Revierwache ſiſtiert, wurden er und ſein Freund
gegen die Polizeibeamten ausfällig, und beſonders der Eine von den
Beiden benahm ſich renitent. Es wird auf Geldſtrafen von 15 und 45
Mark, ſowie 30 und 30 Mark erkannt, auch die Publitkationsbefugnis
durch Aushang am 2. Polizeirevier ausgeſprochen.
* Kleine Strafkammer. Es ſtehen drei Berufungen in Strafſachen
zur Verhandlung an. 1. Die eine betrifft einen hieſigen Kaufmann, der
am 18. Januar d8. Js, wegen gemeinſchaftlicher Körperverletzung eine
Geldſtrafe von 150 Mark erhalten hat. Die Berufungen werden bei
Eintritt in die Hauptverhandlung zurückgenommen. 2. Eine
Privat=
klage, die zwiſchen zwei hieſigen Frauen ſchwebt, wird auf Berufung
der Privatklägerin in der Berufungsinſtanz nochmals verhandelt: In
erſter Inſtanz wurde die Angeklagte, Frau Jung, für ſtraffrei erklärt
und die Privatklägerin in ſämtliche Koſten verurteilt; erſtere hatte über
die Privatklägerin, Frau Vogelmann, Obergaſſe 3, geäußert: „Die
läßt ſich von der Stadt (Wohlfartsamt) ernähren”.
Frau Vogelmann bezieht als Kriegerwitwe
Ver=
ſorgungsgebührniſſe, Witwen= und Waiſenrente. Das
Urteil erkennt auf 20 Mark Geldſtrafe und einmalige
Einmickung desſelben im „Tagblatt”, 3. Die Berufung des wegen
Be=
trugs Angeklagten Joh. Huber von Spachbrücken wird bei
deſſen Ausbleiben verworfen.
— Drei Autos durch Feuer vernichtet. Drei neue Autos der Firma
Benz=Mannheim, die ſich auf der Fahrt ins Rheinland befanden,
wur=
den auf der offenen Chauſſee ein Raub der Flammen. Zwiſchen Langen
und Sprendlingen entzündete ſich, offenbar infolge Vergaſerbrandes,
der vorderſte Wagen. Das Feuer griff ſchnell auf die beiden
nachfolgen=
den Fahrzeuge über, ſodaß alle drei Autos ſchwer beſchädigt wurden.
Polizeibericht. Einbrecher feſtgenommen. In der
Nacht vom 21. zum 22. Jan. d. Js. wurde hieu je ein Einbruch in der
Goethe= und Mornewegſchule verübt. Nach den damaligen Feſtſtellungen
ſtand einwandfrei feſt, daß für beide Fälle der gleiche Täter in Frage
kam. In Frankfurt a. M. wurde nunmehr der Arbeiter Stanislaus
Kedzierski, geboren am 13. Jan. 1893 zu Hohenſalza, wohnhaft in
Frankfurt a. M., al3 Täter ermittelt und feſtgenommen. Er gibt zu,
neben den Diebſtählen zu Darmſtadt auch in mehreren anderen Städten
Einbruchsdiebſtähle in Schulhäuſern begangen zu haben. Die
entwen=
deten Loſe der Wohlfahrtslotterie des hieſigen Krüppel=Fürſorgevereins
waren noch zum Teil in ſeinem Beſitz. Er iſt erſt vor kurzem aus dem
Zuchthaus, wo er wegen Eigentumsdelikten eine längere Strafe
ver=
büßte, entlaſſen worden.
— Streik. Der Streik in den Darmſtädter
Möbeltransportge=
ſchäften iſt beigelegt. Durch Vermittlung des Herrn Staatskommiſſars
haben ſich die Parteien auf eine Lohnerhöhung von 8 Prozent mit
Wirkung vom 1. April ds. Js. geeinigt. Dieſe Vereinbarung hat
Gültigkeit bis zum 31. März 1928.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchufſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 2. April 1927 vormittags 9 Uhr. 1.
Geſuch des Emil Knauer zu Darmſtadt um Erteilung der Erlaubnis
zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank im Hauſe
Mollerſtraße 44. 2. Geſuch des Kellners Georg Hirſchauer zu
Darm=
ſtadt um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit
Brannt=
weinausſchank im Hauſe Mathildenplatz 10. 3. Klage des Heinrich
Lau=
mann zu Heppenheim gegen den Beſcheid des Kreisamtes Heppenheim
vom 11. Januar 1927 wegen Nichtenteilung eines
Wandergewerbe=
ſcheins. 4. Klage des Karl Kopp zu Heppenheim gegen den Beſcheid
des Kreisamts Heppenheim wegen Nichterteilung eines
Wandergewerbe=
ſcheins. 5. Klage des Ludwig Rau zu Michelſtadt i. O. gegen den
Be=
ſcheid des Kreisamts Erbach i. O. vom 26. Januar 1927 wegen
Nicht=
erteilung eines Wandergewerbeſcheins. 6. Klage der Firma Steinhäuſer=
Windecker A.=G. zu Friedberg gegen den Polizeibefehl, des
Polizei=
direktors von Offenbach vom 4. Januar 1926 wegen Auferlegung von
Koſten.
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künſſier oder künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchieht, behält ſich die Redakilon ihr Artell vos
* Palaſt=Lichtſpiele: „Die Lady ohne Schleier”.
Die Preſſe ſchreibt: „Film=Kurier‟: Die Waſſerſenſation iſt miteißend
gemacht und ſteht hiter amerikaniſchen Vorbildern nicht zurück. . ..
Lil Dagover in der Titelrolle iſt eine Ueberraſchung. Ein Film, der
über dem Durchſchnitt ſteht und der durch ſeine Kultiviertheit ein
inter=
nationaler Erfolg werden dürfte. Das Berliner Publikum zeigte ſich
beifallsfreudig. — „B. Z.‟: Lil Dagoper findet für dieſe kapriziöſe Frau
jene Leichtigkeit, die ſie zum Liebling des Publikums gemacht hat. Die
ſchwediſchen Darſteller ſind eine Klaſſe für ſich. Ein ausgeſuchtes
En=
ſemble . . . — „L. B. B.‟: Darſtelleriſch heißt dieſer Film Lil Dagover,
die meiner Anſicht nach in dieſem Film, ihre beſte Rolle geſpielt hat.
Wirkungsſichere Senſationen treiben die Handlung weiter.
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Die „Zivilverſorgung” und die
Notder„Verſorgungsanwärter,
Von Verwaltungsinſpektor Grothenn=Braunſchweig.
Zum Verſtändnis für dieſe Frage ſei voraufgeſchickt, daß dieſes die
unter dem früheren Begriff „Militäranwärter” fallenden 1Bjährig
ge=
dienten Kapitulanten ſind, die in der Reichswehr und Schutzpolizei unter nicht als Stenotypiſtinnen beſchäftigt ſind und keine Familien zu
er=
obigem Begriff weiterleben. Das alte Heer beſtand nur zu einem kleinen
Teil aus Kapitulanten. Das neue Heer beſteht nur aus künftigen
Ver=
ſorgungsanwärtern.
Wenn wir an dieſer Stelle von der Not des Beamtennachwuchſes,
insbeſondere der Verſorgungsanwärter, ſprechen, für deren Beſeitigung
wir ſeit Jahren in Wort und Schrift kampfen, ſo geſchieht dieſes, um
auszudrücken, daß dieſe Not und ihre Beſeitigung die Aufmerkamkeit
aller Behörden des Reiches, der Länder und Kommumen uſw. erfordert
Wir wollen heute darauf verzichten, eingehend auf die Zivilverſorgung
und ihre Notwendigkeit, ſowie ſtaatpolitiſche Bedeutung einzugehen.
Jedem Einſichtigen muß ohne weiteres klar ſein, daß die Ergänzung des
Heeres mit der Frage der Zivilverſorgung aufs engſte verbunden iſt
und durch ſie unbedingt beeinflußt werden muß. Iſt die Zibilverſorgung zielle Laſten mit ſich bringen würden. Vorſtehende Forderungen ſind weit
günſtig, wird ſie gefördert, ſo wird der ſich meldende Erſatz nicht nur
zahlreich, ſondern er wird vor allen Dingen gut. d. h. geiſtig hochwertig
ſein; eine Notwendigkeit, die bei einem ſolchen Berufsheer, wie wir es
nun einmal haben und haben wüſſen, nicht verkannt werden kann. Iſt
das Gegenteil der Fall, dann wird der Erſatz fehlen und der ſich
mel=
dende Erſatz wird mehr durch die Tatſache der Erwverbsloſigkeit, als Maßnahmen für Einberufung von Verſorgungsanwärtern. Wir ſtellen
durch Luſt und Liebe und den feſten Wunſch, einmal Beamter zu
wer=
den, zur Eingehung des 12jährigen Vertrags veranlaßt werden. Daß
das geiſtige Nivequ einer Wehr im letzteren Falle herabgedrückt wird,
liegt auf der Hand.
Während in der Vorkriegszeit die Kapitulanten in der Regel nach
Vollendung der 12jährigen Dienſtzeit im Heere blieben, muß der
Wehr=
machts= und Schutzpolizeiangehörige heute nach den Beſtimmungen des
Wehrmachtsverſorgungs= und Schutzpolizeibeamtengeſetzes nach
Voll=
endung der Pflichtdienſtzeit ausſcheiden. Bleibt er im Dienſt, wvas in
einzelnen Fällen möglich und bei der hieſigen Schnitzpolizei zur Zeit eine nicht zu unterſchätzende Aufgabe der Reichsregierung und des
Negel iſt, dann kann er ſich nicht um den Zibildienſt bemühen, ſich nicht
in die Liſte der Beamtenanwärter eintragen laſſen, weil er den Zivil= hier zur gründlichen Beſſerung Hand anzulegen. Wenn alle beteiligten
dienſt= und Polizeiverſorgungsſchein bei Verbleiben im Heere, nicht
nach 12 Jahren, ſondern erſt beim Ausſcheiden aus dem Dienſte erhalten bereit ſind, dieſes Ueberparteiliche und nationalpolitiſche Problem der
kann. Während alſo in der Vorkriegszeit in die Zeit des Dienſtes in Bivilverſorgung zu beſſern, dann iſt u. G. ein gutes Stück Aufbauarbeit
der Regel die Wartezeit, die Zeit der informatoriſchen Beſchäftigung gelefſtet, zum Nutzen des Standes und der Wehrmacht pp. und zum
und die Einberufung in den Staatsdienſt fiel, erlebt der als Beamten= Wohle des deutſchen Vaterlandes.
anwärter geſtempelte ehemalige Berufsſoldat und
Schutzpolizeiangehö=
rige dieſe Entwicklungsphaſen draußen, einſam, bangend, hoffend,
ent=
behrend und verzweifelnd. In den Jahven 1918 bis 1920 (am 1. Jan.
1921 wurde das 100 000 Mann=Heer aufgeſtellt) ſind ſchätzungsweiſe teil erſichtlich iſt, werden die ſeitherigen Spieler der Preußiſch=Süddeut=
60—70 000 Kapitulanten mit dem Zivilverſorgungsſchein entlaſſen worden, ſchen Klaſſenlotterie darauf aufmerkſam gemacht, daß die Erneuerungs=
Bis zum 31. Auguſt 1919 war das Ausſcheiden meiſt ein freiwilliges, friſt bereits am 26. März abgelaufen war. Entgegenkommenderweiſe
d h. es ſchieden in der Regel nur aus, die Ausſicht auf Anſtellung im werden jedoch die Loſe zur 1. Klaſſe noch bis zum 10. April auf=
Zivildienſt hatten. Dann ſetzte der Zwang der Entlaſſung ein. Den gehoben, ſodaß jedem Spieler noch Gelegenheit geboten wird, ſich ſeine
zwangsweiſe Entlaſſenen wurden 1—2 Jahre Uebergangsgebührniſſe alte Nummer zu ſichern.
nach dem Kapitulantenentſchädigungsgeſetz gezahlt. Seit 1. Jan. 19B3
anwärtern werden nach dem Wehrmachtsverſorgungs= und Schutzpolizei= reitete. Der bekannte Abteilungsdirektor am Kaiſer= und
Kaiſerin=
gedient und damit Anſpruch auf Uebergangsgebührniſſe für drei Jahre Verlan, Berlin W 35) auf Seite 139 des Jahrgangs 1977. Aus ſeinen
Zivildienſt angeſtellt wurden, ebenſo wie die ehemaligen Angehörigen tungsvolle Problem auf, daß jede Generation aus der Aufzucht eines
zu umreißen, die ohne jede Stellung ſind, alſo — obſchon der durch dringend empfehlen.
den Bivildienſtſchein gegebene Anſpruch erſt mit planmäßiger Anſtellung
einer großen Anzahl. die ſeit 1919 entlaſſen ſind, vornehmlich alle ſeit gewerbes wie folgt vereinheitlicht hat: 11.48162, 169822,9 B,9839/4
deren Höhe allgemein bekannt ſein dürfte.
Wie geht es nun dieſen Staatsdienern, wenn ſie ſich Arbeit ſuchen? Beſtimmungspoſtanſtalt unten rechts mit vordrucken.
Auf dem Arbeitsmarkt der freien Berufe gelten ſie gegenüber den
der Einſtellung ſonſtiger Arbeitnehmer Angeſtellte) iſt nach der P A. V.
auf ſonſtige entlaſſene Arbeitnehmer zurückzugreifen. Die genannten
urſächlich nach dem Wehrmachtsverſorgungsgeſetz uſw. ſtehen dem
deutſchen Volkes, die ſich hier offenbart, oder iſt hier nicht ein Zuſtand. Euba—New Orleanz ab Bremen: D. Arta 2. 4.; D.
Nai=
legt?. So kann es nicht weitergehen.
lichen Dienſte unterzubringen. Ausweislich des Haushalts für 193 D. Heluan 9. 4.; b) durch die Magellan=Straße: D. Rhodobis 38. 3.;
ſind im Reiche in den Beſoldungsgruppen 3—7 6 668 298 planmäßige D. Sebara 11. 4. — Nach Zentral=Amerika und Mexiko
und Kommunen auf nur 330 00 ſchätzen und ein jährlicher Abgang von
ſich ein jährlicher Abgang von rund 30 000. Der jährliche Abgang von men: 1ttägige Abfahrten. — Nach Finnland ab Bremet;
der Neichswehr und Schutzpolizei beträgt insgeſamt etwa 20 (00 Köpfe, 14tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. — Nach
RevalabBre=
von denen ein ganz geringer Teil in freie Berufe übergeht. Selbſt men: Abfahrten alle 10 Tage. — Nach Leningrad ab
Bre=
alſo wenn Reichswehr und Schutzpolizei reſtlos untergebracht werden men: Abfahrten alle 8 bis 14 Tage. — Nach England ab
Außerdem muß aber noch erwähnt werden, daß die Durchführung dieſer ab Hamburg: 2) WeſtAfrika: D. Immo 28. 3.; D. Wahehe 3. 4.:
würden, die ſie andernfalls für die Uebergangsgebührniſſe ausgeben
wiſſen.
Der in die Wehrmacht eingetretene junge Mann muß auch als
Staatsdiene; aufgefaßt werden. Er dient dem Stagte unmittelbar
bis zur Arbeitsunfühigkeit, und zwar eine Zeitlang — 12 Jahre — als Landestheater, Großes Haus, I. 18, P 8, Anfang 714 Uhr=
Soldat pp. und dann anſchließend als Beamter im ſonſtigen Neicks= uſp. Ende 101 Uhr: „Haus Herzenstod”, — Kleines Haus, nachm.
Dienſt. So und nicht anders kann gedacht, ſo muß gehandelt werden. 6 und 8 Uhr: Film: „Wege zu Kraft und Schönheit‟. — Kinovor=
Weit erſcheint der Weg und das Ziel, wenn wir den Widerſtand ſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele. — Or=
und ſtellenweiſe den Underſtand betrachten. Kurz iſt er und das Ziel pheum, abends 8 Uhr: . die an der Liebe ſterben”. —
Kon=
erreichbar, wenn alle Kräfte auf das Ziel unbeirrt vorwärtsſtrebend zerte uſw.: Schloß=Cafe; Perkeo: Café Rheingold; Beſſunger
und drängend ſich einſtellen.
Bis dahin müſſen wir fordern:
Donnerstag, den 31. März 1927
Geite 2
und zwar in Höhe von 80 Prozent der letzten Bezüge ohne Staffelung
nach Dienſtjahren und Wartegeldjahre. Dieſe Forderung wird auch
not=
wendig vom Standpunkte des Staates, weil es ein Gebot des
ver=
nunftmäßigen Denkens iſt.
2 Es erweiſt ſich als unumgänglich notwendig, daß auch die Stellen
der Nichtbeamten bei den Behörden pp. von Verſorgungsanwärtern,
wenn nicht ganz, ſo doch in einem Maße beſetzt werden, wie das
An=
teilsverhältnis der Stellen für Beamte (Eingangsſtellen) es erfordert.
3. Es muß danach geſtrebt werden, die bei den Behörden tätigen,
nicht verſorgungsberechtigten Perſonen beſonders Damen, ſoweit ſie
nähren haben, durch Verſorgungsanwärter zu erſetzen. Es kann vom
Standpunkt des Staates nicht gleichgültig ſein, ledige Damen zu
ver=
ſorgen und verſorgungsberechtigte Perſonen mit langer Staatsdienſtzeit
und dem Recht auf Verſorgung exiſtenzlos darben zu laſſen.
4. Die Beſtimmungen, wonach die Beſetzung freier Stellen die
Ein=
ſtellung von Wartegeldempfängern vorzugsweiſe zu erfolgen hat, muß
auf Verſorgungsanwärter ausgedehnt werden.
5. Aushändigung der Verſorgungsſcheine ſofort nach Vollendung
des 12. Dienſtjahres zum Zwecke der Bewerbung, auch im Falle des
Verbleibens im Dienſt.
Wir haben es vermieden und würden es als unveranwortlich
be=
zeichnen, Forderungen zu ſtellen, die für Reich und Länder neue
finan=
davon entfernt. Wir glauben vielmelhr ſagen zu können, daß ſie dem
Reiche pp. Erſparniſſe bringen würden. Wir wollen auch dankbar
an=
erkennen, daß die Braunſchweigiſche Regierung bemüht iſt, der Not zu
ſteuern. Sie hat die Grundlage für die Forderung zu 2 geſchaffen,
der hoffentlich bald die Durchſührung folgt. Sie trifft vorbereitende
weiter feſt, daß unſere Arbeit, unſere Anregungen und Wünſche bei
ihr auf fruchtbaren Boden gefallen ſind, und daß ſie den Boden für eine
Wendung zum Beſſeren geſchaffen hat. Wir vermiſſen aber bei den
Braunſchw. Behörden, insbeſondere bei vielen Kommunalbehörden, die
Mitarbeit in dieſem Sinne. Hier iſt noch viel Arbeit zu leiſten und
manches wieder gut zu machen.
Dieſes alles aber bleibt Flickwerk, ſolange nicht von Reichswegen
Grundlegendes geſchieht. Ein ſolches zwingendes Reichsrecht würde dann
auch die Länder und Kommunen veranlaſſen zu beſſern. Es erſcheint ums
neuen Reichstages in ſeiner Geſamtheit, nicht aber zuletzt aller Parteien,
Stellen: Reichstag, Reichsregierung, Länderregierungen und Behörden
— Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie. Wie aus dem
Anzeigen=
können dieſe Gebührniſſe infolge Friſtablauf nicht mehr gezahlt wer= Plakaten zurzeit erhoben wird. Dieſe Forderung ſtellt die Gemeinden faßt, ſich des Tieres zu entledigen. Das wäre nicht das Schlimmſte,
den. Den ſeit 1921 aus der Wehrmacht ausſcheidenden Verſorgungs= vor eine Aufgabe, deren Löſung bisher ſchon große Schwierigkeiten be= wenn es auf eine würdige Art und Weiſe geſchähe, wie man ſie dem
beamtengeſetz Uebergangsgebührniſſe bis zu drei Jahren — je nach Friedrich=Kinderkrankenhaus in Berlin behandelt dieſe Schwierigkeiten einen Schuß, der doch wohl die raſcheſte und ſchmerzloſeſte Art des
Länge der Dienſtzeit — gezahlt. Selbſt wenn wir nun diejenigen Ver= in einem vorzüglichen Aufſatz über die Milchverſorgung der Großſtadt Tötens iſt. Oder man bringt die Tiere dem Tierſchutzverein zur Pflege.
ſorgungsanwärter aus der neuen Wehrmacht betrachten, die 12 Jahre in der Zeitſchrift „Staats= und Selbſtverwaltung” (Gersbach u. Sohn Wie oft begegnet man aber armen ausgehungerten und kranken
Hun=
haben, ſo ſind dieſe die ſeit 1921 ausgeſchieden ſind und noch nicht im Ausführungen, die ſtreng ſachlich gehalten ſind, ſteigt das verantwor= Für gewiſſenloſe Menſchen ſt esz wohl das Bequemſte, man betäubt ſich
des alten Heeres (ſeit 1919 größtenteils entlaſſen), ſeit 1924 ohne jeg= geſunden Nachwuchſes entſteht. Dem Verfaſſer ſtand für ſeine Aufgabe
liche Gebührniſſe, die aus dem alten Heere Entlaſſenen reſtlos ſeit 1923. eine reiche Erfahrung und ein umfangreiches ſtatiſtiſches Material zur Tierel Sie bei denen Treue und Anhänglichkeit ſo beſonders ſtark
Nun taucht die Frage auf: „Wieviel ſind von dieſen noch nicht im Verfügung, ſodaß der Aufſatz ſtärkſte Beachtung verdient. Auch ſonſt ausgeprägt ſind, werden nun von dem Menſchen, der ſich doch zumeiſt
Zidildienſt angeſtellt?” Obſchon wir dieſe Frage als müßig bezeichnen bietet die Nummer 6 der „Staats= und Selbſtverwaltung” eine Fülle
möchten, denn nicht ein einziger Staatsdiener mit Anſpruch auf An= von Material für jeden, der Intereſſe am öffentlichen Leben hat, ſodaß ein bitteres Elend hinausgeſtoßen. Zuerſt gehts noch, ſie zehren von
ſtellung im Zivildienſt darf ſo verlaſſen und exiſtenzlos daſtehen, wie nicht nur der Beamte, dem dieſe Aufgaben tägliches Handwerlszeug ſind, ihren Kräften; ein verzweifeltes Suchen beginnt, denn ſolche
Schlechtig=
heute Zehntauſende ton Verſorgungsanwärtern. Bei obiger Fragebe= ſondern auch jeder Laie mit Gewinn und Erweiterung ſeines Geſichts= keit ſeines Herrn konn ein Tier nicht faſſen. Und nun wirds täglich
antwortung wollen wir verſuchen, den Kreis der Verſorgungsanwärter, feldes die Zeitſchrift leſen wird. Wir können ihnen ſtändigen Bezug nur ſchlimmer. Kein Futter, für die Nacht kein warmes Lager, das bringt
E Briefformat. Die ordnungsmäßige Bearbeitung und pünktliche
im Zivildienſt erſüllt iſt — diefenigen außer Betracht laſſen, die als Beſorgung der Briefe wird der Poſt durch die übergroße Verſchiedenheit, nicht vergeſſen. Gs iſt gar nicht auszuſprechen, welch eine Grauſamkeit
Angeſtellte oder Arbeiter bei Reichs=, Staats= oder Gemeindebehörden, der Briefform, durch die Ungleichmäßigkeit im Auftleben der Freimarken in einer ſolchen Handlungsweiſe liegt. Dasſelbe Tier, das oft dunch
tätig ſind, arbeitz= und damit exiſtenz= und mittellos ſind alle diejenigen und durch die oft geringe Ueberſichtlichkeit der Aufſchrift in läſtiger fein Spiel erfreut hat, durch ſeine Treue und Klugheit ein Gegenſtand
Verſorgungsanwärter, die in der allgemeinen Abbauzeit entlaſſen Weiſe erſchwert. Im eigenen Intereſſe verwende man daher nur recht= der Bewunderung war, und für ſeine Liebe und Anhänglichteit den
wurden, ſowie ſolche, die ſeit Ausſcheiden aus dem Heeresdienſt über= echige Briefumſchläge, deren Größe der Normenausſchuß der deutſchen Dank des Menſchen verdient hätte, muß nun wegen der Steuer einem
haupt noch keine Beſchäftigung gefunden haben. Zu dieſen gehören außer. Induſtrie mit Zuſtimmung der Behörden, des Handels und des Groß= ſo troſtloſen und ſchrecklichen Ende entgegengehen.
1921 aus dem Heere Ausgeſchiedenen. Mit Ende des Jahres 1924 bezieht und 11 4832,4 Zentimeter. Man klebe die Marke in die rechte obere hoch! Einen Hund halten, bedeutet nochlange nicht, in Luxus
auch der Jahrgang 1222 keine Gebührniſſe mehr. Wir ſchätzen die Zahl Ecke, ſchreibe unten recht deutlich den Beſtimmungsort nieder und unter= leben! Für wieviel einſame Menſchen iſt er unerſetzlichz gerade für
der exiſtenzloſen Verſorgungsanwärter auf rund 10000 und glauben, ſtreiche ihn. Man vergeſſe Straße und Hausnummer nicht. Iſt der uns Stadtmenſchen iſt es eigentlich dringend notwendig, ein Tier zu
dieſe Zahl eher zu niedrig als zu hoch geſchätzt zu haben. Auf Empfänger Abholer oder Inhaber eines Schließfaches, ſo vermerke man halten, damit wir den für uns unentbehrlichen Zuſammenhalt mit der
Braunſchweig entfallen hiervon etwa 100. Erwähnt ſei noch, daß die unter dem Beſtimmungsort „Abholer” oder „Schließfach” unter Angabe Natur nicht ganz und gar verlieren. Glücklicherweiſe gibt es noch
Uebergangsgebührniſſe des Jahrgangs 1933 ab 1. Januar 1925 nur der Nummer und unterſtreiche auch dies. Wer ſeine Briefumſchläge Menſchen, die ſich lieber die Steuerſumme am Mund abſparen, als daß
noch die Hälfte der Gruppen 1—4 der Beſoldungsordnung ausmachen, mit einem Vordruck ſir die Anſchrift verſehen läßt, der laſſe auch gleich ſie ihr Tier ins Elend jagen und ſich ſo von ihm trennen. Wer aber
Tauſenden fachlich geſchulter arbeitsloſer Berufsträfte als berufsfremd. New York ab Bremen=Bremerhaven: 2. Stuttgart 30, 3.; ſchmerzloſen Tod zu verſchaffen, der ihm beim Tierſchutz=Verein keinen
Die Behörden bauen ab, zum mindeſten ſtellen ſie kaum neue Kräfte 7. Yorck 5. 4; D. George Waſhington (uSL.) 6. 4.; D. Columbus 8. 4.; Pfennig koſtet.
wieder ein. Wenn Anſtellung von Beamten erfolgt, ſo ſoll nach der D. Republie (uS9.) 9. 4. — Nach New York ab Southamp=
P. A. V. zunächſt auf Wartegeldempfänger zurückgegriffen werden. Bei ton: D. Leviathan (uS9.) 29 3.; D. Stuttgart 31. 3.; D. George Herzen, mit beizuſteuern zu der Errichtung eines Tierheims, das
Waſhington (USL.) 7. 4.: D. Columbus 9. 4: D. Republie (USL.) vom Tierſchutzverein eingerichtet werden foll, damit das Los der
ver=
zuerſt wieder auf Wartegeldempfänger und nächſt dieſen nach den Tarifen 10. 4. —Nach Kanada GHalifax) ab Bremen=Bremer; laſſenen Tiere ein leichteres werde, und damit auch Gelegenheit geboten
haven: D. Yorck 5. 4. — Nach Philadelphia—Balti= wird, daß ſolche Tiere, die aus Not abgeſchafft werden ſollen, unter
Vorſchriften wollen es ſo und nach den Anſtellungsgrundſätzen bzw. more—Norfolk ab Bremen=Bremerhaven: D. Göt= guter Pflege weiter erhalten bleiben und in beſſeren Zeiten vielleicht
Verſorgungsanwärter nur freie Beamtenſtellen zur Bewerbung offen, tingen 29. 3.; D. Hannover 17. 4. — NachBraſilien—Argen= vom früheren Beſitzer wieder übernommen werden können. Leider
uebergangsgebührniſſe erhält er nicht mehr, Arbeit gibt man ihn nicht, tinien ab Bremen=Bremerhaven: 2. Werna P. 3: D. fehlen noch die nötigen Mittel dazu. Freiwillge Gaben ſnd zu richten
aber den Zivilberſorgungsſchein gab man ihm nach 19—90jähriger Hierra Ventana 2. 4.; D. Köln 9. 4.; D. Weſer B. 4. — Nach an Herrn Oher=Rechnungsrat N. Kratz. Darmſtadt, Becſtraße 55, vder
Dienſtzeit. Dabei handelt es ſich um 30—40 jährige Perſonen mit Nordbraſilien ab Bremen: D. Aegina 16. 4. — Nach ſind auf deſſen Poſtſcheckonto, Franfurt a. M. Nr. 2 359, einzu=
Familien. Wir fragen: iſt dieſes wirklich nur die Gemeinſchaftsnot des Mittelbraſilien ab Bremen: D. Nienburg 9. 4. — Nach zahlen.
unſwürdig eines Staates, der Wert auf den Glauben an Treu und Recht mund 3. 5. — Nach Oſtaſien ab Bremen: D. Borengar auch uns untergeben. Darum ſind wir verpflichtet, ihnen ihr Erden=
26. 3., D. Agapenor 2. 4.; M.S. Friesland 6 4. M.S. Fulda 9. 4. — ſchickſal erträglich zu machen. Edles Menſchtum zeigt ſich nicht allein
Nach Auſtralien ab Bremen: M.S. Magdeburg 2. 3.: D. in Menſchenliebe, ſondern auch in der Tierliebe, und bekanntlich ſucht
Mit einigen Zahlen wollen wir noch verſuchen, zu beweiſen, daß e8. Dolius 9. 4.; D. Weſtfalen 19. 4. — Nach Süd=Amerika (Weſt= man bei einem Tierfreund nie vergebens nach einem warmen Herz für
u. C. durchaus möglich wäre, ſäntliche Verſorgungsanwärter im öfſent= lüſte) ab Bremen: 3) durch den Panamakanal: D. Ansgir 29. 3.; die Leiden der Meuſchen
Stellen vorhanden. Außerplanmäßige kämen noch hinzu. Wenn wir ab Hamburg: 2. Denderah 13. 4. — NachNord=Amerika ſchrift 1926 kann einem fühlenden Menſchen viel zu denken geben: „Wie
die Zahl der Beamtenſtellen in den gleichen Gruppen in den Ländern (Weſtküſte) ab Hamburg: D. Witram 12. 4.: D. Witell 23, 4. — uun, wenn die Tiere einmal in der Chriſtnacht alle ihre Leiden und
zProent durch Tod und Penſionierung uſw annehmen, dann ergbt. Fruchtfahrt Kanariſche Inſeln nach Bremen—bam= Qucken auslazten! Es wirde ein entſetliche, vieltöniger Wehruf über
burg; wöchentlicher Dienſt. — Nach der Levante ab Bre= den Menſchen werden!”
müßten, ſtünden noch 10 000 Stellen ſür Zivtlanwärter zur Verfügung. Bremen: 2 bzv. 4 Abfahrten in der Woche. — Nach Afrika
Vorſchläge dem Reich und den Ländern jährlich Millionen erſparei D. Arnfried 10. 4.; b) Süd= und Oſt=Afrika: D. Toledo 7. 4.: D. antwortung; für ſie bleiſt auf Grund des 824 Abſ. 2 des Preſſegeſethesz im vollm Umfang=
Wangor; 18 4
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der Pflicht, dieſe Friſt zu verlängern. Die Uebergangsgebüihrniſſe müſſen
ſolange gezahlt werden, bis die Einberufung in den Bivildienſt erfolgt,
Tageskalender für Donnerstag, den 31. März 1927.
Turnhalle. — Mozautſaal, 8 Uhr abends: 8. Schallplatten=
Dreſſola=Konzert. — Muſikv. Saal, 8 Uhr abends: „Konzert
Betzak=Renner. — Aſtrol. Geſ., 348 Uhr abends, Nealgymngſium:
Vortrag.
Verſteigerungskalender für Freitag, den 1. April 1927.
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Die Hunde=Steuerzettel ſind da!
Weſche Tragödie für manches Tierleben damit beginnt, ahnen wohl
nur wenige. Vielen Hundebeſitzern iſt die geforderte Summe zu hoch,
„Trinkt mehr Milch!” So lautet die Forderung, die in zahlloſen für manche iſt ſie kaum aufzubringen. So wird denn der Entſchluß
ge=
treuen Begleiter und Beſchützer des Menſchen ſchuldig iſt, nämlich durch
den, die einfach fortgejagt ſind, dem ungewiſſen Schickſal preisgegeben.
mit dem Gedamken: Ach, vielleicht findet der Hund einen anderen Herun.
Aber — wie maßlos traurig iſt das Schickſal dieſer fortgejagten
hoch erhaben dünkt über die Tierwelt — er hat ja Vernunft! — in
ſchnell Entkräftung und Krankheit mit ſich. Wer ein warmes Herz für
ſeine Mitgeſchöpfe hat, der kann die Blicke eines ſolchen armen Tieres
Gewiß, die Steuer iſt ſehr hoch, meiner Anſicht nach viel zu
ein Feld für die Marke und einen ſtarken Strich für die Angabe der auch durch dies Opfer die hohe Summe nicht aufbringen kann, und das
werden gar manche ſein, es iſt ja in der heutigen Zeit recht gut zu
— Dampfer=Expeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach verſtehen, der muß den Mut aufbringen, ſeinem Tier einen raſchen und
Wer ein Herz hat und einen Geldbeutel, den bitte ich von ganzem
Die Tiere ſind ebenſo gut Geſchöpfe Gottes, wie wir Menſchen aber
Ein Satz in der Weihnachtsnummer der Heſſiſchen Tierſchutz=Zeit=
Helfe ein jeder nach eigenen Kräften, daß es beſſer werde,
Hedwig Lein, geb. Henk.
Stienmen aus dem Leſerkreiſe.
(Fär die Versffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebatlion keinertel
Ver=
der Einſender berantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nſcht
zurückgefandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
Zum 1. April — Bismarck und die deutſche Schrift.
Bismarck war in kluger Würdigung „nationaler” Imponderabilien
ein eifriger Schützer der deutſchen Schrift. Deutſche Bücher in
Latein=
druck las er nicht und ließ dies dem Spender mit Dank mitteilen. Auf
ſeine Veranlaſſung wurde die Benutzung der preußiſchen Archive nur
geſtattet, wenn der Benutzer ſich vorher verpflichtete, die
Veröffentlichun=
gen deutſch drucken zu laſſen. Er erklärte, das Leſen deutſcher Bücher
in Lateindruck verurſache ihm ein Viertel mehr Zeitaufwand. Die
Profeſſoren haben ſpäter mit dem ſelbſtätigen Nyſtagmographen von
Schackwitz eine Erſparnis von 20—30 Prozent Augenarbeit bei
Deutſch=
druck feſtgeſtellt. Alſo dasſelbe was Bismarck an ſich beobachtet hatte.
Möchte in dieſem Jahre beim Druck der Feſtartikel, Kranzſchleifen und
der Kommersdruckſachen Bismarck auch in deutſcher Schrift geehrt
werden.
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Wollbesen . . . . . . . . . 2.50
Abseffbürsten, reine Borsten 0.18
Schrnbber, reine Borsten . . 0.30
0.75
Biasavabesen.
Aus Hefſen.
* Arheilgen, 29. März. Geſellenprüfung. Die diesjährige
geſetzliche Geſellenprüfung findet im Laufe des nächſten Monats ſtatt.
Männliche und weibliche junge Handwerker, die ſich derſelben zu
unter=
ziehen gedenken, miſſen im Monat April oder Mai ihre Lehrzeit
be=
endet haben. Der Anmeldung, die bei dem Vorſitzenden des hieſigen
Prüfungsausſchuſſes des Ortsgewerbevereins einzureichen iſt, müſſen
der Lehrvertrag, ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf, die Beſcheinigung des
Lehrmeiſters über ordnunggemäß vollendete Lehrzeit ſowie das Zeugnis
der Fortbildungsſchule beigefügt ſein. Die Meldung muß bis zum 3.
April ds. Js. eingereicht ſein. — Wiederum ſchreibt der hieſige
Bau=
verein die Errichtung von zwei Wohnhäuſern aus. Die Unterlagen
hierzu ſind bei dem Geſchäftsführer des Vereins erhältlich und müſſen
Angebote bis zum 4. April ds. Js. eingereicht ſein. Auch ſonſt hat die
Bautätigkeit hier kräftig eingeſetzt und werden im Laufe dieſes Jahres
eine größere Anzahl Neubauten der Wohnungsnot zu Leibe rücken.
* Wixhaufen, 30. März. Mit einem Volkskonzert wartet uns
am kommenden Sonntag, den 3. April, abends, im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zur Krone” die hieſige Freie Sport= und Sängervereinigung
auf. Der Vexein, unter der bekannten Leitung des Herrn Dr. Joſef
Wenz=Darmſtadt, ſteht zurzeit auf guter Stufe und war auf Grund
ſeiner errungenen Erfolge in der Lage, hier vor einiger Zeit den erſten
Frauenchor ins Leben zu rufen, der nunmehr bei dieſer Veranſtaltung
zum erſtenmal öffentlich auftreten wird. — Eine
Schulentlaſ=
ſungsfeier fand im Saale des Gaſthauſes „Zur Traube” ſtatt.
Herr Lehrer Volk gab der Feier durch eine kurze Anſprache das Geleite.
Abwechſelnd wurden von den an Oſtern die Schule Verlaſſenden einige
kernige Gedichte ſowie Lieder vorgetragen. Zwiſchendurch waren
Muſik=
vorträge dazu beſtimmt, die Feier verſchönern zu helfen.
Griesheim, 30. März. Das Kreisamt Darmſtadt weiſt in einem
Nundſchreiben an die Bürgermeiſtereien und die Obſt= und
Gartenbau=
vereine erneut darauf hin, daß der heſſiſche Obſt= und Gemüſebau als
ſelbſtändiger Erwerbszweig infolge der ausländiſchen Konkurrenz dem
ſicheren Untergang verfallen iſt, wenn er nicht in die Möglichkeit verſetzt
wird, ſich betriebstechniſch gänzlich umzuſtellen und nach dem Muſter
der ſehr vorgeſchrittenen leiſtungsfähigeren ausländiſchen Konkurrenz
in ausgedehntem Maße zur Glashauskultur überzugehen. Wegen
Be=
ſchaffung der dazu notwendigen erheblichen finanziellen Mittel ſind
Ver=
handlungen mit dem Reiche im Gange. Es iſt aber auch notwendig, die
den Gemüſe= und Obſtbau gewerbsmäßig treibende Bevölkerung unſeres
Landes von der Notwendigkeit dieſer Umſtellung zu überzeugen und mit
den Methoden der Glashauskultur bekannt zu machen. Zu dieſem
Zweck iſt bei genügender Beteiligung beabſichtigt, anfang April I. J.
eine mehrtägige Informationsreiſe nach Holland zu veranſtalten, die
den Teilnehmern Gelegenheit geben ſoll, die dort zu großer Blüte
ge=
kommene Glashauskultur an Ort und Stelle zu beſichtigen und die dort
üblichen Betriebs= und Vertriebsarten kennen zu lernen. Die Abreiſe
ſoll am Spätnachmittag des 8. April von Darmſtadt oder Mainz aus
erfolgen.
H. Eberſtadt, 30. März. Am Freitag (1. April) ſind in mehreren
Sälen der Eleonorenſchule von Schülerinnen der Volks= und
Fortbil=
dungsſchule gefertigte Handarbeiten ausgeſtellt, zu deren
Beſich=
tigung jedermann herzlich eingeladen wird. Am gleichen Tage, abends
8 Uhr beginnend, findet eine Entlaſſungsfeier der dieſes Jahr
die Volksſchule verlaſſenden Schüler und Schülerinnen im Saale „Zum
Bergſträßer Hof” ſtatt, zu der alle Eltern der Kinder ſowie Freunde
der Schule herzlich willkommen ſind. — Zur Entlaſſung kommen dieſes
Jahr 73 Knaben und 43 Mädchen, zuſammen 116 Kinder. Das
Schul=
jahr ſchließt am 2. April, das neue beginnt am 25. April.
* Eberſtadt, 30. März. Elternabend. Die Freie
Turner=
ſchaft hält am 9. April im Schwanenſaal einen Elternabend ab —
Vereinsbank. Die Vereinsbank Eberſtadt hält ihre diesjährige
ordentliche Generalverſammlung am Mittwoch, den 6. April, im Saale
des Gaſthauſes „Zum Bergſträßer Hof” ab. Einer der wichtigſten
Punkte der Tagesordnung iſt die Regelung der Aufwertung der
Spar=
einlagen und Geſchäftsteilguthaben. — Straßenſperre. Der
Hahnweg iſt wegen Verlegung der Waſſerleitung vom Ortsausgang ab
bis auf weiteres geſperrt.
* Pfungſtadt, 30. März. Wanderung. Die nächſte
Wan=
derung des Turnvereins Pfungſtadt findet am kommenden Sonntag.
ſtatt. — Unfall. Hier kam eine Radfahrerin mit einem Fahrrad
ins Gleiten und direkt unter ein in der Richtung nach Hahn fahrendes
Holzfuhrwerk zu liegen. Der mit ſchweren Stämmen beladene Wagen
ging dem Mädchen über die Beine. Es wurde ſo ſchwer verletzt, daß
es in ein Darmſtädter Krankenhaus überführt werden mußte.
* Ober=Ramſtadt, 29. März. Ausſtellung der
Fortbil=
dungsſchule. Die hieſige Fortbildungsſchule hatte die Eltern,
Lehrmeiſter und Freunde ihrer Schüler zu einer Ausſtellung in der
Ge=
werbeſchule eingeladen. Herr Rektor Lehr begrüßte am Sonntag
vormit=
tag die Herren des Gemeinderates, des Schulvorſtandes und
Gewerbe=
vereins und verwies auf den hohen Wert der Fortbildungsſchule, die in
der Jetztzeit den erhöhten Anforderungen im Beruf und im allgemeinen
Leben, beſonders Rechnung trage. Hierauf ſchloß ſich ein Rundgang an,
bei dem die Lehrkräfte über den Aufbau des Lehrſtoffes kurze
Ausfüh=
rungen machten. Die ausgeſtellten Zeichnungen zeigten ſaubere
Aus=
führung und boten reiche Fülle an zeitgemäßen Aufgaben. Dasfelbe
galt auch von den geſchmackvollen Handarbeiten. Die
hauswirtſchaft=
lichen Erzeugniſſe waren ein beſonderer Anziehungspunkt für die
Be=
ſücher, viele Torten und Sonſtiges des leiblichen Wohles legten von den
„Süßigkeiten” der Schule ein beſonderes Zeugnis ab. Die Ausſtellung
erreichte ihren Zweck im vollſten Maße.
* Roßdorf, 30. März. Familienzwiſt In angetrunkenem
Zuſtande verſetzte der Johann Georg Landzettel 1. ſeiner Stieftochter
derartig Schläge auf den Kopf, daß erhebliche Verletzungen eintraten
und ärztliche Hilfe in Anſpruch genommen werden mußte. —
Orts=
gruppe der Vereinigung ehemaliger Leibgardiſten. Am Samstag, den
2. April, abends 8½ Uhr, findet eine Mitgliederverſammlung im
Gaſt=
haus von Johannes Schollenberger ſtatt.
* Roßdorf, 29. März. Nächſten Sonntag, den 3. April, veranſtaltet
der Geſangverein „Sängerluſt” unter Leitung ſeines bewährten
Diri=
genten Herrn Rektor Heß im großen Saale „Zur Sonne” ſein
Früh=
jahrskonzert. Chöre von Hegar, Werth, Baumann, Grimm uſw.,
kom=
uen zum Vortrag. Auch werden einige Mitglieder die Poſſe mit
Ge=
ſang „Robert und Bertram” zur Aufführung bringen.
* Reinheim, 29. März. Klein=Garten=Siedlung. Die
im Lokal zum Darmſtädter Hof ſtattgefnudene Generalverſammlung der
Klein=Gartenſiedlung Reinheim war außerordentlich gut beſucht. Außer
der üblichen Tagesordnung wurde dieſesmal den Mitgliedern eine
beſon=
dere Ueberraſchung geboten. Im Auftrag des Landwirtſchaftsamtes
Groß=Umſtadt hielt Herr Dr. Roth einen ſehr intereſſanten
Lichtbilder=
vortrag über „Pflanzenernährung‟ Den Ausführungen des Herrn Dr.
Noth folgte man mit großem Intereſſe. Aus den Ausführungen ging
hervor, daß eine richtige Düngung auch für den Kleingärtner von großer
Wichtigkeit iſt und nur eine richtige Pflanzenernährung eine gute Ernte
bringt. Der Vorſitzende, Herr Heeren, dankte im Namen aller
anweſen=
den Siedler Herrn Dr. Roth für ſeine vorzüglichen Ausführungen, er
wünſchte, daß von ſeiten des Landwirtſchaftsamtes den Klein=Garten=
Siedlern des öfteren ſolche lehrreiche Vorträge gehalten werden möchten
und ſchloß ſeine Ausführungen mit dem Wunſche: Auf Wiederſehen im
nächſten Jahre. In der nun folgenden Generalverſammlung wurde der
Geſchäftsbericht und Kaſſenbericht erſtattet. Herr Rechner Leinert hat
auch dieſes Jahr ſeine Aufſtellungen klar und überſichtlich vorgetragen,
der Ueberſchuß wird zur Einfriedigung benötigt. Die Reviſion ergab
die Richtigkeit der Aufſtellungen und dem Rechner wurde Entlaſtung
er=
teilt. Herr Fritz Schmidt gab als Schriftführer die Protokolle der
Vor=
ſtandsſitzungen bekannt. Aus dieſen ging hervor, daß ſich der Vorſtand
im vergangenen Jahre im Intereſſe der Siedlung die größte Mühe
ge=
geben hat. Eine zum Schluß ſtattgefundene Gratisverloſung von
Beeren=
hochſtämmen und Blumenſtöcken hob die Stimmung der Anweſenden und
man ging mit dem Bewußtſein auseinander, daß auch dieſer Tag wieder
einen Fortſchritt in unſerer Siedlungsgemeinſchaft bedeute.
* Kirchbrombach, 30. März. Geſtern fand hier die Schluß= und
Ent=
laſſungsfeier der Bezirks=Mädchenfortbildungsſchule ſtatt. Eine ernſte
Anſprache führte den Mädchen ihre Pflichten als ſpätere Hausfrau und
Mutter nochmals vor Augen. Die landwirtſchaftliche
Zentralgenoſſen=
ſchaft ließ dabei den ſchönen Dorfkalender den 17jährigen überreichen.
Die gemeinſame Schulvorſtandsſitzung der 5 beteiligten Gemeinden
be=
willigte neue Mittel für 1928. Im Anſchluß beſichtigte man die
öffentlich ausgeſtellten Arbeiten der Schülerinnen und die Küche. —
Nachmittags war durch Vermittlung des Herrn W. Eidenmüller in
deſ=
ſen Saal eine große Schau durch die Firmen Oetker, Maggi und
Blau=
band zuſtande gekommen, die außer den Schülerinnen von den
Haus=
frauen ſtark beſucht war.
* Erbach i. O., 30. März. Morgen, Donnerstag, feiert Ihre
Durch=
laucht Gräfin Arthur zu Erbach, geb. Prinzeſſin Marie zu
Bentheim=Tecklenburg=Rheda, in ganz ſeltener Friſche und Rüſtigkeit
ihren 70. Geburtstag in Seſtri (Levante) in Italien. Seit
8. Oktober 1878 war ſie mit dem Grafen Arthur zu Erbach=
Er=
bach und von Wartenberg=Rot verheiratet, mit dem ſie in
einer ſehr harmniſchen Ehe 1903 die ſilberne Hochzeit feierte, nachdem
fie ihm drei Sihne, die Grafen Konrad, Eberhard und
Alexander geſchenkt hatte. Graf Arthur, der ſich in einer 32
jäh=
rigen Tätigkeit as Kammerdirektor in Erbach hervorragende Verdienſte
um das Gräfliche Haus erworben hatte, ſtarb bereits am 7. Juni 1908
und der mittlere ganz beſonders begabte Sohn des hohen Paares,
Graf Eberhard, ſtrb am 11. Februar 1917 als Oberleutnant des bad.
Leibdragoner=Reginents in Galizien den Tod fürs Vaterland. Es iſt
der Jubilarin im Leben auch ſonſt Schweres auferlegt geweſen, doch
iſt ihr bis heute ene große Tatkraft an Körper und Geiſt verblieben,
welche hoffen läßt, daß ſie noch lange zu Nutz und Frommen ihres
Hauſes und ihrer Ungebung tätig ſein kann.
* Erbach i. O., 30. März. Der Lieder= und Tanzabend
des Verkehrs=Verein Erbach i. O. am Samstag, den 2. April, abends
8½ Uhr, im Schütznhof, hier, verſpricht ſehr anregend zu werden.
Das Programm iſt ehr abwechſlungsreich. Beſondere Anziehung
wer=
den die auswärtigen Gäſte, die Sängerin Fräulein Mia Monti und die
Tänzerin Fräulein fella Asburg, beide von Stuttgart, letztere von der
dortigen Herionſchult ausüben. Fräulein Mia Monti hat in ihrem
Auftreten in Sturtgrt in der dortigen Preſſe große Beachtung
ge=
funden, ihre verſchiebenen Lieder fanden begeiſterte Aufnahme. Auch
die Tänze von Fräulen Hella Asburg fanden freundliche Aufnahme und
wurde ihr „Wüſtenzu”” techniſch und mimiſch beſonders hervorgehoben.
Da das Programm ach verſchiedene Nummern des geſchulten
Doppel=
quartetts des ArbeiterGeſangvereins ſowie einzelne Nummern der
be=
währten Erbacher Orgeſter=Vereinigung aufweiſt, verſpricht der Abend
recht abwechſlungsreich zu werden. — Zu Donnerstag, den 31. ds.
Mts., hat der VerkehrsVerein Erbach zu ſeiner 4. ordentlichen
General=
verſammlung ſeine Miglieder in das Gaſthaus „Zum Eck” eingeladen.
Außer den üblichen jählichen Berichten und der Vorſtandswahl ſollen
noch verſchiedene wichtie Punkte beraten werden „weshalb der Beſuch
beſonders empfohlen wid.
* Bullau, 30. Män. Am Montag abend hielt Herr
Landwirt=
ſchaftsrat Kunkel=Michelſndt einen lehrreichen Vortrag über
Düngungs=
fragen mit beſonderer Zerückſichtigung der Wieſendüngung. In der
Ausſprache ſtellte es ſich ſeraus, daß hier wohl in reichem Maße, aber
nicht im richtigen Verhälnis gedüngt wurde. Für unſeren Boden
kommt in erſter Linie ene Phosphorſäure= und Kalidüngung in
Be=
tracht. Es wurde ferner feſtgeſtellt, daß auch hier, wie überall, die
Wieſendüngung vernachläſigt wurde. Anſtelle des teuren ausländiſchen
Kraftfutters könne durch ſchgemäße Düngung ein gleichwertiges Futter
erzeugt werden, was an Hand von Verſuchsergebniſſen nachgewieſen
wurde. — Der Geſangvenin „Sängerbund”, feiert vom 25.—37. Juni
d. J., das Feſt ſeines 30jchrigen Beſtehens. Es ſind über vierzig
Ver=
eine eingeladen, von denen der größte Teil bereits zugeſagt hat.
s. Beerfelden, 29. Mär. Taub — ſtumm — blind. Der für
geſtern abend angekündigte ſilmvortrag in der Kirche lockte ein übexaus.
zahlreiches Publikum an. Der Kirchenchor ſtellte ſein Können in den
Dienſt der guten Sache und eköffnete den Abend mit einem Chor, ſpäter
wurden zwei weitere Chöre ſeſungen. Die Filmvorführung wurde in
drei Abteilungen dargeboten ud machte auf die Zuſchauer einen überaus
tiefen Eindruck. Man ſah, we die Kinder in die Anſtalt kommen und
ihren erſten Unterricht empfanen in der einzigen Anſtalt dieſer Art in
ganz Deutſchland: Nowaws bei Potsdam; außer dieſer gibt es
überhaupt nur noch zwei Anſtſlten dieſer Art, je eie in Schweden und
Amerika. Man ſah, wie vornegend Schweſtern ſich der überaus
müh=
ſamen Arbeit unterzogen, die Taubſtummblinden zu unterrichten, wie
der Taubſtummblinde ſich mit biner Umgebung verſtändigt durch die
Fingerſprache, ia ſogar durch hs geſprochene Wort, wie er am Leben
der menſchlichen Geſellſchaft wiedr teilnehmen lernt, beruflich ausgebildet
wird, in ſeinen Mußeſtunden ſſielt, Bücher und ſelbſt Zeitungen lieſt.
Die Zöglinge konnten die Schyibmaſchine handhaben, Stühle flechten,
ſtrichen, Bürſten machen und alletei andere Handarbeiten. Die Zuſchauer
waren erſtaunt und gerührt vol dem Geſehenen, manche konnten gar
nicht begreifen, daß Menſchen, de nicht hören, nicht ſprechen und nicht
ſehen können, überhaupt zu unte ichten ſind.
* Hammelbach, 29. März, die beiden hieſigen Schulen hatten zu
einem Beethoven=Abend eingeladg. An ſeinem 100. Todestage ſollte
durch eine entſprechende Feier uneres großen Meiſters gedacht werden.
Die Herrn Lehrer Heupt und Scher hatten hierzu ein Programm
zu=
ſammengeſtellt, wie man es wohlſioch nie in einem Rahmen vereinigt
hier gehört hat. Nach der Begreißung und einem Gedicht folgte Schuberts
An die Muſik” und ein Vortraz über Beethovens Leben und ſeine
Werke. Schülerchor, evangel. Kirßenchor und Doppelquartett brachten
Chöre zu Gehör, die muſtergültig borgetragen wurden. Die vier= bzw.
zweihändigen Vorträge von Frl. heupt und Herrn Sauer, die den 1.
und 2. Satz der 5., das Andante echtabile der 1. Symphonie ſowie den
1. Satz der Pathetique mit feinem Gefühl und großer Fertigteit ſpielten,
wären vielleicht für hieſige Ohren zu ſchwer geweſen, hätten nicht
einleitende Worte auf das Kommende vorbereitet. — In einer
gutbe=
ſuchten Verſammlung der hieſigen Ortsgruppe des
Kreisobſtbau=
vereins ſprach Herr Kreisobſtbquinſpektor Ohrtmann über Pflanzung,
allgem. Pflege, Deingung, Umpfropfen, Schädlingsbekämpfung unſerer
Obſtbäume. Im Gemüſebau und Blumenpflege gab Herr Orthmann
beſonders für hieſige Verhältniſſe Aufklärung. Eine Verloſung von
Topfblumen folgte ſeinen Ausführngen.
* Fürth, 30. März. Autounfall. Als das Laſtauto des
Gra=
nitwerkes im benachbarten Erlenboch in die Autohalle gebracht werden
ſollte, wurde der Schmiedemeiſter Pfeiler von da ſo ſtark am Koopfe
ge=
quetſcht, daß er ſofort in die Klinik nach Heidelberg zwecks Operation
überführt werden mußte. Der Zuſtand des Verunglückten ſoll
bedenk=
lich ſein.
* Lindenfels, 30. März. Ohne Pfarrer. Das Kirchſpiel
Schlierbach iſt noch immer ohne eigenen Pfarrer, ſeitdem Herr Wetzel
ſeine Pfarrei verlaſſen hat. Während der ganzen Vakanz verſah Herr
Diſtelmann in Fürth den Gottesdienſt in der verwaiſten Pfarrei ſowie
auch den Konfirmandenunterricht. Hoffentlich geht der Wunſch der
Kirchengemeinde, wieder einen eigenn Pfarrer zu beſitzen, in nächſter
Zeit in Erfüllung.
Hirſchhorn, 30. März. Waſſerſtand des Neckars am
29. März: 1.49 Meter; am 30. Mär: 1,67 Meter.
A Von der Bergſtraße, 27. März. Die diesjährige Bismarckfeier
auf der W. S. Wachenburg bei Weiſheim iſt auf Sonntag, 10. April,
anberaumt. Prof. Emil Maenner wind die Feſtrede halten. Rege
Be=
teiligung aus Darmſtadt, Heidelberg, Vorms uſw. iſt geſichert.
die durch Mund- und Rachenhöhle in den Körper
eindringen, werden durc Panflavin-Pastillen
in ihrem Wachstum gehemmt und unschädlich
gemacht. Die Panflavin-Rstillen sind daher ein
wirksames Schufzmittel segen Erkältung und
An-
stedung. Sie sind angenehm von Geschmack und
greifen den Magen nicht zn. Von ersten
Fach-
gelehrten warm empfoblen. Erhältüich in allen
Apotheken und Drogerie.
(Zusammensctzung: 5,6 Diemina io Heihvl-Aerldinkumchlorid
a00s mit Kakgo und Zucher als Talilienmaßse.
* Bickenbach, 30. März. Am Samstag, den 2. April, beendet der
hieſige Stenographenverein „Gabelsberger” ſeinen diesjährigen Anfänger=
Lehrgang in der Einheits=Kurzſchrift. Aus dieſem Grunde wurde am
vergangenen Samstag ein Preis=Schön= und Richtigſchreiben
veran=
ſtaltet, an dem ſich 14 Perſonen des genannten Lehrgangs beteiligsen.
— Kommenden Samstag findet nun die mündliche Abſchlußprüfung
ſtatt, mit welcher wiederum ein „Elternabend” verbunden iſt. Das
Er=
gebnis des oben erwähnten Abſchlußſchreibens, bei welchem ſehr gute
Arbeiten abgeliefert worden ſind, wird an dieſem Abend gleichzeitig
be=
kannt gegeben werden.
* Zwingenberg, 30. März. Diebſtahl. In dem ncchen
Lang=
waden wurden einem Landwirt über 800 Mark geſtohlen. Man will den
Dieben auf der Spur ſein.
* Auerbach, 29. März. Kirchenkonzert. Das ſtattgefundene
Jubiläumskonzert des Kirchengeſangvereins, der in dieſem Herbſte ſein
25jähriges Gründungsfeſt feiert, nahm in jeder Hinſicht einen
hochbe=
friedigenden Verlauf. Die Kirche war bis auf den letzten Platz beſetzt
und die Teilnehmer lauſchten mit geſpannter Aufmerkſamkeit den
Chor=
geſängen und den Vorträgen der mitwirkenden Künſtler und
Künſt=
lerinnen. Es waren dies Frau Riedlinger (Alt), Frl. Herpel (Sopran),
Herr Dr. Grebert (Violine), Herr Andrä (Violoncello) beide aus
Daru=
ſtadt und Herr O. Bauer (Orgel). Letzteren ſei herzlichen Dank gefagt
für ihr liebenswürdiges Mitwirken, denn nur durch ſie erhielt das
Kon=
zert ein hochkünſtleriſches Gepräge. Man war vielfach erſtaunt, daß man
in Auerbach eine ſo knüſtleriſche Veranſtaltung zur Ausführung bringen
konnte. Namentlich war es die Beethoven=Feier, die als zweiter Teil
mit dem Konzert verbunden war. Hier kamen nur Werke dieſes großen,
in der ganzen muſikaliſchen Welt gefeierten Mannes zu Gehör, und zwar
in ſo feinſinniger Weiſe, wie ſie nur geboten werden kann. Auerbachs
Kirchengeſangverei und ſein unermüdlicher Dirigent, Herr Lehrer
Lcon=
hardt, können ſtolz ſein, ein ſo genußreiches Konzert dem kunſtſinmigen
Publikum unſerer Gemeinde und der Umgegend geboten zu haben. Wir
dürfen mit großer Zuverſicht der großen Feier im Herbſt entgegenſehen.
—Gewerbliche Fortſchritte. Die Friſeure haben in der letzten
Zeit ihre Salons ohn= Ausnahme derart erneuert, daß ſie jeder Großſtadt
an die Seite geſtellt werden können. Alle haben ſich ganz der Neuzeit
angepaßt und komfortable Herren= und Damenſalons mit Warteräumen
eingerichtet und größte Reinlichkeit in der Bedienung ihrer Kundſchaft
eingeführt. Man ſagt nicht zu viel: Auerbachs Friſetre ſind geſchäftlich
fei ausgeſtattet. — Auch das Gaſtwirtsgewerbe iſt beſtrebt, ſich ſichtlich
fortſchrittlich zu betätigen und findet man ſchöne kleinere Wirtſchaften.
die hübſch und gemütlich ſich ganz der Nenzeit entſprechend angepaßt
haben. Auerbach macht erfreulicherweiſe in jeder Hinſicht Fortſchritte
im gewerblichen Leben.
* Viernheim, 30. März. Unfall. Auf der Rückfahrt mit dem
Fahrrad von Mannheim wurde der 24 Jahre alte Gipſer F. Benz bei den
Doſen von einem Laſtkraftwagen der Eichbaumbrauerei Mannheim
er=
faßt. Das Rad wurde vollſtändig demoliert. Benz erlitt einen
Bein=
bruch und wurde mit dem Laſtwagen in das Mannheimer Krankenhaus
transportiert. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, wird noch
feſt=
geſtellt werden. — Im hieſigen Faſelſtall wurde dieſer Tage eine Kuh
des Landwirts Georg Brechtel wild. Bei dem Bändigungsverſuch kam
Brechtel zu Fall und erlitt dabei einen Knöchel= und Unterſchenkelbruch.
— Die feldpolizeiliche Anordnung des Einſperrens der Tauben zur
Saatzeit wurde in dieſem Jahre ſtreng gehandhabt. 17 Beſitzer von
Tauben wurden wegen Zuwiderhandlung zur Anzeige gebracht und
verſchiedene herrenloſe Tauben abgeſchoſſen.
Gernsheim, 30. März. Waſſerſtand des Rheins am
30. März: 78 Zentimeter.
a. Biebesheim, 25. März. Erwerbsloſigkeit. Während
die Arbeiterbevölkerung ſolcher Gemeinden, die in der Nähe größerer
Induſtrieplätze liegen, in letzter Zeit vielfach wieder Beſchäftigung fand,
hat Biebesheim immer noch gegen 100 Erwerbsloſe, trotzdem die Firma
Böttiger u. Co. zu Wochenbeginn 30. Perſonen neu in ihren Betrieb
eingeſtellt hat. — Wie hier, ſo iſt auch mit dem bevorſtehenden
Zucht=
viehmarkt in dem benachbarten Groß=Rohrheim einer Verloſung
ver=
bunden, der man großes Intereſſe entgegenbringt.
a. Aus dem Kreiſe Groß=Gerau, 30. März. Seinen 90.
Ge=
burtstag konnte vorgeſtern der älteſte Einwohner unſerer Stadt,
Herr H. Sauerwald, feiern. — In Anweſenheit der Brudervereine
Frei=
heit (Nieder=Ingelheim), Arbeiter=Sport= und Sängervereinigung (
Nau=
heim), Cäcilia (Ober=Walluf), Sängergruß (Griesheim) und Liederkranz
(Eddersheim), die durch ſchön vorgetragene Chöre erfreuten, hielt der
Männergeſangverein Einigkeit Groß=Gerau am Sonntag im Adlerſaal
unter Leitung ſeines Chormeiſters, Herrn Behne, ein ſehr gut beſuchtes
Konzert ab, zu dem auch die Herren Kreisdirektor Dr. Merck und
Bür=
germeiſter Dr. Düdece erſchienen waren. Die geſanglichen und
muſi=
kaliſchen Darbietungen, teilweiſe der Ehrung Beethovens gewidmet,
fanden allſeitigen Beifall. — In Griesheim fand am Sonntag
in der neuen Feſthalle bei großer Beteiligung die Weihe der neuen,
Fahne der deutſchen Junglandbund=Ortsgruppe ſtatt. — Bei den
Entwäſſerungsarbeiten in der Schillerſtraße zu Biſchofsheim ſtürzte ein
Arbeiter in einen Schacht und verletzte ſich ſo ſchwer, daß er einem
Krankenhaus zugeführt werden mußte. — Mit Beginn des nächſten
Schuljahres wird in Rüſſelsheim Herr Lehrer Hoß=Gernsheim als
Turn=
lehrer an der Volksſchule angeſtellt. — Die Arbeiten zur Erbauung
eines Waſferturmes zu Walldorf wurden der Firma Brand in
Mann=
heim übertragen.
nk. Büttelborn, 2. März. Gemeinderatsſitzung. Die
Forderung der Gemeinde Groß=Gerau bezüglich der ſachlichen Koſten
zur Fortbildungsſchule für ortsfremde Schüler in Höhe von 7 Mark
pro Perſon wird vertagt, da die Forderung zu hoch erſcheint. (Fs
ſol=
len Erkundigungen eingezogen werden. — Die Waldrodſtücke ſollen in
Parzellen von je einem halben Morgen zum Roden öffentlich verſteigert
werden. Als Höchſtſatz des Gemeinderatsbeſchluſſes wird der Betrag
von 50 Mk. feſtgeſetzt. — Die Aufhebung des Beſchluſſes vom 11. 2. 27
betr. Pachtnachlaß zu Gunſten der Landgenoſſenſchaft wird mit
Stimmengleichheit abgelehnt. Zum Kontrolleur für das Rechnungsjahr
1927 wird Gemeinderat Petri ernannt.
r. Königſtädten, 29. März. Im Alter von 73 Jahren ſtarb hier die
Gemeindehebamme Johanna Emmrich, nachdem ſie 40 Jahre in ihrem
Dienſt tätig war. Während dieſer Zeit hatte ſie in 797 Fällen bei der
Geburt Beiſtand geleiſtst.
* Dreieichenhain, 29. März. Am 3. April veranſtaltet der
Geſang=
vexein „Sängerkranz” einen Liedertag, der die Form eines
Kritik=
ſingens ohne Punktſyſtem trägt, und an welchem 22 Vereine mit nahezu
1000 Sängern teilnehmen. Das Singen findet in den Sälen „Zur
Krone” und „Zum Darmſtädter Hof” ſtatt und beginnt nachmittags
pünktlich 2 Uhr Dieſes Sängerfeſt dürfte das größte ſein, welches je
in den Mauern des kleinen Städtchens zum Austrag kam, und wird den
vom „Sängerkranz” im Jahre 1910 veranſtalteten Geſangswettſtreit
zahlenmäßig weit übertreffen. Vielleicht darf auch dies als Beweis
dafür angeſprochen werden, daß der deutſche Männergeſang in
Drei=
eickſenhain eine ſtarke Stütze und eine Stätte intenſiver Pflege
gefun=
den hat. Die Kunſtchöre, die an dieſem Tage zum Vortrag kommen,
ſind faſt durchweg hockwertige muſicaliſche Werke, die die Namen
unſe=
rer bekannteſten und hervorragendſten Liederkomponiſten tragen. Aber
auch das ſchlichte Volkslied, die Ur.quelle des deutſchen Liederſchatzes,
welches eigentlich bei ſolchen Veranſtaltungen nie fehlen ſollte, wird
an dieſem Tage zu ſeinem Rechte kommen und in ſeiner mannigfachen
Art und Schönheit ſangesfreudige Herzen beglücken. Der „
Sänger=
kranz” hat gemäß ſeiner im Einladungsſchreiben gegebenen Verſicherung
ſein Aeußerſtes getan, und ſſüir das Kritikeramt hervorragende, hoch
qualifizierte Perſönlichkeit berufen, ſowie aße Mühe darauf verwandt,
der Veranſtaltung eine reibungsloſe und glatte Abwicklung zu ſichern.
Der Liedertag, der den Zielen der modernen Sängerbeſtrebungen
gerecht wverden ſoll, dürfte daher ein Ergebnis zeitigen, welches die
teil=
nehmenden Vereine in jeglicher Hinſicht zufriedenſtellen wird. Aber
auch all denen, die dem deutſchen Liede ihre Sympathien
entgegenbrin=
gen, dürfte der Liedertag eine beſondere Gelegenheit bieten, herrliche
und hochwertige Chorwerke zu hören und den ſchlichten, trauten
Volks=
weiſen zu lauſchen.
Korpulenz macht alt
und iſt auch ungeſund. Wir raten deshalb allen korpulenten oder zum
Starkwerden veranlagten Leſern und Leſerinnen, die unſchädliche, dabei
wirkſame Toluba=Zehrkur durchzuführen. Die zur Kur beſtimmten
Toluba=Kerne ſind mit Gutachten, genauer Aufklärung über Gebrauch,
(TV.160
Wirkung und Zuſammenſetzung in Apothefen erhältlich.
Karlſtraße
Etück 0.09
Stück 0.11
Stück 0 12
Schw
Etück 0.14
Geräuche
Schinken,
Junge Schn
Junge Erb
1. Pſlaume
Ia Eier=Sch
Bruch=Ma
Ia Kokosfel
Reiner We
Kglich friſcher
Beſch
2 Sebſta
2. Gering
Schützenſtraße 3.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 90
Donnersrag, den 31. März 1927
* Offenbach, 30. März. Die hieſige Ortsgruppe der Deutſchen
liberalen) Volkspartei hatte kürzlich ihre Mitglieder und Freunde
u einem überaus ſtark beſuchten Familienabend gebeten, auf dem
Profeſſor Karl Brockmann über „Alt=Offenbach in böſen und guten
Tagen” ſprach. Der Vortrag ſtellte mit Abſicht die böſen Tage voran.
Er führte nämlich zuerſt in die Zeiten der großen franzöſiſchen Revo=
Aution. Das Ziel der franzöſiſchen Bürgerheere war damals (1792 und
ſpäter) vornehmlich Mainz und Frankfurt, und die Nöte der
Kriegs=
seiten bekam man dann immer auch, da es Reſidenz eines Fürſten war
—uind unmittelbar vor den Toren Frankfurts liegt, hier zu ſpüren. Die
franzöſiſchen Generale ließen es ſich hier gern wohl ſein, wenn ſie ſich
Tdurch Frankfurter Kriegsſtenern Unterhaltungsmittel verſchafft hatten.
Einmal, am 11 Juli 1796, fand hier ſogar an der Kreuzung der Frank=
Furter= und Kaiſerſtraße ein Gefecht zwiſchen Franzoſen, Kurmainzern
—und Szekler Huſaren ſtatt. Von der Tapferkeit heſſiſcher Truppen bei der
iedereroberung Frankfurts zeugt heute noch das Heſſendenkmal in
Frankfurt vor dem Friedberger Tore. Bis um 1800 endete die Stadt
im Weſten an der Kanalſtraße, der ſpäteren Kaiſerſtraße. Die Wirren
des Krieges ließen die Scelenzahl Offenbachs von 1800 bis 1810 von
6000 auf 5000 ſinken. Fürſt Karl, der 1803 zur Regierung kam, trat
dem Rheinbunde bei, und ſeine Soldaten kämpften unter franzöſiſchem
Befehl u. a. in Spanien. Nach der Schlacht bei Leipzig flüchtete er in
die Schweiz, ſein Land wurde zuerſt (1815) öſterreichiſch und dann (1816)
heſſiſch. Die Weigerung Frankfurts, dem Zollverband beizutreten,
brachte mit der Offenbacher Meſſe (1828 bis 1835) der Stadt glänzende
Zeiten. Die Frankfurter traten darauf dem Zollverein bei und holten
ſich auf dieſe Weiſe ihre Meſſe wieder heim. Ein drolliges Bild zeigt,
wie die Offenbacher die verſchwundene Meſſe mit der Laterne ſuchen.
Der zweite Teil des Vortrages brachte die klaſſiſche Zeit Offenbachs.
Goethe und ſeine Lili waren bei der Hugenottenfamilie d’Orville gern
und oft zu Gaſte, Jean Paul, Mozart und andere Muſiker verkehrten
mit der Familie André. Schloſſers Liegenſchaft, der heutige
Stadtgar=
ten, war damals der Offenbacher Palmengarten auch für die
Frank=
furter, den ſie zu Wagen und zu Schiff aufſuchten. Der Vortrag wurde
durch zahlloſe Lichtbilder, von denen viele bisher noch nie gezeigt
wer=
den konnten, da ſie der Redner des Abends erſt mit vieler Mühe der
Verborgenheit entriſſen hat, recht anſchaulich und gern aufgenommen.
Für den Redner — er iſt 73 Jahre alt — war es eine hervorragende
Leiſtung. Die Konzertſängerin Fräulein Berta Miller und die
Undine=
kapelle bereiteten Genüſſe auf dem Gebiete des Geſanges und der
Muſik.
Der Gießener Fememordprozeß.
Der Strafantrag des Staatsanwaltes.
LPD. Gießen, 30. März. Bei Beginn der heutigen Verhandlung
nahm ſofort der Vertreter der Staatsanwaltſchaft Juſtizrat Weidemann
das Wort zu ſeinem faſt dreiſtündigen Plädoyer. Er führte u. a.
fol=
gendes aus:
Zu den drei Angeklagten müſſe man ſich einen vierten denken in
der Perſon des Rathenau=Mörders Kern. Alle Punkte der
Vorge=
ſchichte deuteten darauf hin, daß die der Anklage zugrunde liegenden
Vorgänge in einen Komplex von Ereigniſſen hineinzuſtellen ſind, die
nicht aufgeklärt werden können. Ueber den Angeklagten walte der Geiſt
der O. C. Bezüglich der juriſtiſchen Beurteilung der Tat ſei
feſtzuſtel=
len, daß die Abſicht der Tötung vorgelegen habe. Schwing habe den
Stein getragen und ſich daran beteiligt, den Wagner ins Waſſer zu
werfen. Salomon habe bereits in Frankfurt an der Vorbereitung der
Tat mitgearbeitet, die Schüſſe auf Wagner abgegeben und ihn in das
Waſſer werfen helfen. Heinz müſſe von der Dittmann=Affäre gewußt
haben, er müſſe davon unterrichtet geweſen ſein, daß Wagner als Spion
und Erpreſſer in Verruf ſtand. Schwings Ausfagen bezüglich Heinz ſeien
glaubhaft. Für die Ausſagen des Schmidt=Halbſchuh, ſpreche eine innere
Wahrſcheinlichkeit, doch reichten die vorliegenden Verdachtsmomente
nicht zur Stellung eines Strafantrages aus.
Der Staatsanwalt beantragte hierauf gegen Schwing zweieinhalb
Jahre Zuchthaus wegen Totſchlagsverſuchs. Der Staatsanwalt erkannte
bei dieſem Angeklagten die Vorausſetzungen des 8 51 nicht an, dagegen
ſieht er als erwieſen an, daß Schwing ohne Ueberlegung gehandelt hat.
Gegen Salomon erhebt er Anklage auf Mordverſuch und beantragt
fünfeinhalb Jahre Zuchthaus, mit der Strafe für den Rathenau=Mord
insgeſamt acht Jahre, ſo daß Salomon noch zweieinhalb Jahre zu
ver=
büßen hätte.
Die Plädoyers der Verteidiger.
Um 2 Uhr nachmittags begannen die Plädoyers der Verteidiger.
Rechtsanwalt Lütgenbrun führte aus: Was die Frage anbelange,
ob die Angeklagten ſich in einer Organiſation mit Femebeſtimmungen
befunden hätten, habe das Reichsgericht feſtgeſtellt, daß Organiſationen
mit Femebeſtimmungen nicht beſtanden, insbeſondere keine O. C.
Ge=
horſamspflicht und Strafbeſtimmungen bezogen ſich lediglich auf militä=
Seite 11
riſche Zweckbeſtimmungen. Bezüglich des Halbſchuh kommt nich die
Prüfung ſeiner Glaubwürdigkeit in Frage, wohl aber ſeiner
Zurech=
nungsfähigkeit. Bei ſeiner Einſtellung müiſſe man daran zweifeln, ob er
in der Lage iſt, unerlaubte Kombinationen von ſich zu halten. Ein
Bei=
ſpiel für ſeine typiſche Kombinationstechnik iſt die Behauptung, daß
Ludendorff und Ehrhardt eine geſpannte Lage geſchaffen hätten. Einem
ſolchen Zeugen ſpreche man von der pſychologiſchen Wiſſenſchaft aus die
Zeugnisfähigkeit ab. Tilleſſen und Kauter hätten ausdricklich beſtätigt,
daß es keine Femebeſtimungen gab, man dürfe jedermann über den
Haufen ſchießen. Das Heranziehen der Schwarzen Reichswehr ſei ein
hiſtoriſcher Salto mortale. Dafür, daß man Wagner ermorden wollte,
ſei nicht der geringſte Anhaltspunkt gegeben. Wenn man ſeitens der
Staatsanwaltſchaft die Glaubwürdigkeit des Salomon beſtätigt, ſo darf
man ſeine Angaben nicht beliebig unter den Tiſch fallen laſſen.
Bezüg=
lich der Tat ſelbſt iſt zu bemerken, daß die Geſchichte mit dem Stein ſich
erſt allmählich i den Protokollen zu der heutigen Auffaſſung entwickelt
hat. Salomon hat der Verteidigung die ſchwerſten Hemmungen
da=
durch bereitet, daß er bat, Kern nie zu belaſten. Rechtlich iſt zu ſagen,
daß die Vorgänge keine Tateinheit bilden. Es kommt für Salomon
höch=
ſtens Beihilfe zur Körperverletzung in Frage. Salomon iſt der
ſugge=
ſtiven Kraft der Perſönlichkeit des Kern erlegen. Den gleichen
Stand=
punkt habe man im Rathenau=Prozeß beziglich des Fähnrich Techow
eingenommen. Im Jahre 1922 begründete ein demokratiſcher Miniſter
das Ausnahmegeſetz damit, ſein Zweck ſei nicht Rache, ſondern die
Ent=
giftung der politiſchen Atmoſphäre. Wenn das nicht Schall und Nauch
ſein ſoll, dann muß jetzt dieſem Wort zum Leben verholfen werden. —
Nechtsanwalt Luley, der Verteidiger des Angeklagten Schving, wies
darauf hin, daß man das Gutachten des Sachverſtändigen über die
krank=
hafte Veranlagung des Schwing in den Vordergrund ſtellen müſſe. Der
Antrag des Staatsanwalts hinſichtlich Schwing ſei vollkommen
unver=
ſtändlich. Dem Schwing einen Mordplan einzugeben, läge der Natur
Kerns vollkommen fern. Schwing habe Anſprüche auf den Schutz des
§ 51. Der Verteidiger beantragt, Schwing freizuſprechen. —
Rechts=
anwalt Schlink erklärte, wenn ſpontane Körperverletzung in Frage
komme, ſo falle die Anklage auf Anſtiftung durch Heinz von vornherein
weg. Der Zeuge Wagner wiſſe effektiv gar nichts mehr von den
beſag=
ten Tatumſtänden. Anhalt gäben allein die Ausſagen Salomons, in
deſſen Aeußerungen wie der geringſte Widerſpruch zu finden war. Durch
die Beweisaufnahme ſei feſtgeſtellt, daß Heinz nicht das geringſte mit der
Nauheimer Sach= zu tun hatte. Sämtliche Zeugen ſagten
übereinſtim=
mend aus, daß Heinz jeder Gewalttat abhold war. Der Verkeidiger
be=
antragte, die Unſchuld des Heinz ausdwicklich zu erklären und ihm für
die unſchuldig erlittene Unterſuchungshaft eine Entſchädigung zu
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Doynerstag, den 31. März 1927
Geite 13
Reich und Ausland
* Frankfurter Chronik.
WSN. Zu fünf Jahren Zuchthaus
ver=
urteilt. Schwere Bluttat im Rauſch. Das
Schwur=
gericht verurteilte den Kohlenträger Albert Bender
aus Niederſchelden im Dillkreis wegen
Körperver=
letzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Zuchthaus.
Bender, der 39 Jahre alt und aus Niederſchelden bei
Herborn ſtammt, hatte in einer Wirtſchaft in der
Altſtadt den 22jährigen Sohn ſeiner Logiswirtin
Müller erſtochen. Bender, der ſonſt recht fleißig war,
neigte ſtark zu Gewalttätigkeiten und war auch
früher ſchon mehrmals deswegen beſtraft worden.
Früher lebte er mit der Frau Müller, die Witwe iſt,
eng zuſammen und hatte auch die Abſicht, die Frau
zu heiraten. Später kam es jedoch häufig zu
Miß=
helligkeiten zwiſchen beiden und die Frau zog ſich
vom im angetrunkenen Zuſtande ſehr brutalen Mann
zurück. Nach einem Zuſammenſein in der Wirtſchaft
mit dem Sohn, wo es recht friedlich herging, ſtach
Bender plötzlich ohne jede Veranlaſſung auf den
jun=
gen Mann ein; der Tod trat infolge Verblutung
kurz darauf ein. Nach den Sachverſtändigengutachten
iſt Bender chroniſcher Alkoholiker; die
Strafaus=
ſchließungsgründe des § 51 lägen jedoch nicht vor.
Das Gericht verſagte dem Bender in dem Urteil
mil=
dernde Gründe, da er nicht ſinnlos betrunken
ge=
weſen ſei. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm
jedoch nicht aberkannt. Bender nahm die Strafe
ſofort an. — Einer, der nicht gerne zu
Fuß ging. Auf der Walze war dem Arbeiter
Schick wieder das Geld ausgegangen. Mittellos war
er in Frankfurt und wollte noch nach Cronberg, wo
er eine Arbeitsſtelle antreten wollte. In einer frühen
Morgenſtunde ging er durch die Taunusſtraße, ſah
vor einem Caféhaus ein Motorrad, das er ſich
an=
eignete. Da er nicht fahren konnte, drückte er es
zunächſt in eine Seitenſtraße. Der Eigentümer hatte
aber den Diebſtahl noch rechtzeitig entdeckt und ließ
den Dieb verhaften. Der Einzelrichter verurteilte
jetzt den Arbeiter wegen Diebſtahls im Rückfall zu
einem Jahr und vier Monaten Gefängnis. — Von
der Schwindlerzunft. In Frankfurt a. M.
und Umgebung tritt gegenwärtig ein Schwindler auf,
der ſich als Angehöriger des Provinzialrates der
Pallotiner in Limburg a. d. Lahn ausgibt. Er ſucht
Familien auf, die Angehörige in dieſer Anſtalt haben.
Der Schwindler iſt über die Einrichtung dieſer Klöſter
unterrichtet und über die führenden Perſönlichkeiten
genau brientiert. Er läßt ſich bei den Familien
be=
wirten und erſchwindelt vor ſeinem Weggehen
Geld=
beträge, indem er angibt, daß er für das Kloſter noch
Einkäufe zu machen habe und daß ihm hierzu ſein
Geld nicht ausreiche. Als Täter kommt der flüchtige
30jährige Kaufmann Franz Eichelkamp aus
Heinichen=
burg in Frage. — In hieſigen Zeitungen erſcheinen
neuerdings Annoncen, in denen Leuten mit Kapital
unter den verlockendſten Verſprechungen die
Beteili=
gung an einem Geſchäft empfohlen wird. Ein ſolcher
Annoncenaufgeber iſt der hier in der Kronhofſtraße
wohnende Händler, Ernſt Uhlmann. Er verſpricht
ſeinen Intereſſenten, ihnen eine Kleintierhandlung
mit Zucht zu eröffnen, die ſpäter einen hohen Gewinn
abwerfen ſoll. Als Sicherheit werden Gegenſtände
übereignet, die gar nicht vorhanden ſind. Die
größten=
teils die Geſchädigten kleine Leute ſind, wird
drin=
gend vor dem Schwindler und ſeinen Annoneen
ge=
warnt.
Der Prozeß Löw.
Löw zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Speyer a. Rh. Am Montag vormittag wurde
das Urteil im Prozeß Löw verkündet. Der
Ange=
klagte wird von einem Verbrechen der
Urkunden=
beſeitigung freigeſprochen, er wird dagegen wegen
eines fortgeſetzten Verbrechens des Betruges in
Tat=
einheit mit fortgeſetztem Verbrechen der ſchweren
Ur=
kundenfälſchung, ferner wegen weiteren Vergehens
des Betrugs und wegen Vergehens der einfachen
paſſiven Beſtechung zu ſechs Monaten Gefängnis
ver=
urteilt. Dem Angeklagten wird die Fähigkeit zur
Be=
kleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei
Jahren aberkannt. Die hundert Mark, die der
An=
geklagte von Hogg erhalten hat, werden als dem
Staat verfallen erklärt. Die Koſten des Verfahrens
werden, ſoweit ſie auf Freiſpruch lauten, der
Staats=
kaſſe aufgebürdet, im übrigen hat ſie der Angeklagte
zu tragen.
Zwei Kinder erſtickt.
C. Berlin. Auf dem Gute Schadeleben hatten
nach einer Blättermeldung aus Stettin Schnitter ihre
Kinder während der Arbeitszeit in einer Scheune
ein=
geſchloſſen. Ein Knabe ſteckte mit Streichhölzern einen
Strohſack in Brand. Zwei Kinder im Alter von
vier und fünf Jahren erſtickten.
Das Urteil im Bougrat=Prozeß.
* Paris. Nach achttägigen Verhandlungen vor
dem Schwurgericht in Aix en Provence wurde in
den ſpäten Abendſtunden das Urteil im Bougrat=
Prozeß verkündet. Der Angeklagte wurde des Mordes
und Diebſtahls für überführt erklärt und zu
lebens=
länglicher Zwangsarbeit verurteilt. Der
Verhand=
lungstag am Dienstag war ausgefüllt mit dem
Plä=
doher des Verteidigers Bongrats. Er zeichnete ein
Bild des Angeklagten als Kriegsteilnehmer, der
ſechsmal verwundet worden war, und als Ehegatte
und Familienvater, der dann durch die Untreue ſeiner
Frau auf die ſchiefe Bahn kam. Wenn man
an=
nehmen wolle, daß Bougrat Rumede ermordet habe,
ſo ſei er durch ſeine jetzige verworfene Geliebte dazu
geführt worden, ſo daß es ſich um ein Verbrechen aus
Leidenſchaft handele auf das mildernde Umſtände
ſtünden. Der Verteidiger wandte ſich dann gegen das
Vorgehen der Anklagebehörden, die Betrüger,
Mör=
der und Meineidige ihre Ausſagen machen ließen. Die
Briefe, die Bougrat von ſeinen Mitgefangenen
ſchrei=
ben ließ, ſeien allerdings belaſtend, ſie ſeien aber
niemals abgeſchickt worden. „Bougrat,” ſo führte der
Verteidiger aus, „hat nicht gemordet. Er hat mir
beim Haupt ſeines Vaters und ſeines Kindes, die er
verehrt, geſchworen, daß er nicht getötet hat.‟ Der
Verteidiger erklärt dann, daß die als Sachverſtändige
gehörten Vertreter der Wiſſenſchaft die Unſchuld des
Angeklagten nachgewieſen hätten. Auch bei den ihm
zur Laſt gelegten Diebſtählen handele es ſich nur um
Annahmen ohne Beweiſe. In ſeinem Schlußwort
ſchwört Bougrat nochmals, daß er weder des
Dieb=
ſtahls ſchuldig ſei noch gemordet habe. Nach
mehr=
ſtündigen Verhandlungen wurde dann das Urteil der
Geſchworenen verkündet.
Die Sturmkataſtrophe von Madagaskar.
EP. Paris. Das Kolonialminiſterium teilt mit.
daß durch den Zyklon auf Madagaskar für 210
Mil=
lionen Franken Schaden angerichtet wurde, wovon
20 Millionen auf ſtaatliches Eigentum entfallen.
Motorboote für Rettungsarbeiten bei Schiffbruch.
Die neuen Motor=Rettungsvoote im Huſen.
Die „Deutſche Geſellſchaft zur Rettung Schiffbrüchiger” deren 118 Rettungsſtationen mehr als
5000 Menſchen das Leben gerettet haben, iſt jetzt beſtrebt, ihren Betrieb zu moderniſieren.
Wäh=
rend bisher für das Rettungswerk nur Ruder= und Segelboote zur Verfügung ſtanden, wurden
vor kurzem drei große Dieſelmotor=Rettungsboote in den Dienſt geſtellt. Die drei Boote „
Hin=
denburg”, „Hamburg” und „Bremen” ſind den größten Beanſpruchungen, ſelbſt bei hohem
See=
gang, gewachſen.
Eine eigenartige Schiffskataſtrophe.
Unſer Bild zeigt ein engliſches Fiſcherſchiff, das an den Harker Rocks in der Nähe von Esmouth
verunglückt iſt. Die merkwürdige Lage des Schiffes auf dem Felſen bietet einen ungewöhnlichen
Anblick. Die Mannſchaft konnte ſich in Rettungsbooten in Sicherheit bringen.
Der Mord im Königshorſter Pfarrhaus.
Das Haus, in dem der Mord geſchah. Im Kreis: Bild des Pfarrers Schnvor.
Ungewöhnliches Aufſehen erregte es in der Oeffentlichkeit, daß gegen den Seelſorger der
oſthavel=
ländiſchen Ortſchaft Königshorſt, Pfarrer Schnoor, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde,
das mit dem im Dezember 1918 verübten Mord an dem Schwager des Pfarrers im
Zuſammen=
hang ſteht.
Der Fall Marek in Wien.
Ingenieur Marek auf dem Krankenbett im Gerichtsſaal. Im Kreis: Frau Marek.
(Zeichnungen aus der Wiener „Stunde‟.)
Unter großer Spannung iſt vor dem Wiener Schwurgericht der Senſationsprozeß gegen den
In=
genieur Marek wegen Verſicherungsbetruges eröffnet worden. Dem Angeklagten wird zur Laſt
gelegt, daß er ſich mit einem Beil das Bein abgehackt und dann einen Unfall vorgetäuſcht hat, um
400 000 Dollar Verſicherung zu erhalten. Marek, deſſen Verſtümmelung noch immer nicht geheilt
iſt, behauptet, daß er an einer automatiſchen Puppe gearbeitet habe, und dabei ſei ihm das
ſcharfe Beil vom Holzblock abgeglitten.
Selbſiverſtümmelung
um 400 000 Dollar.
DD. Wien. In Wien begann am Montag der
langerwartete Senſationsprozeß gegen den
angeb=
lichen Ingenieur Emil Marek und ſeine Frau. Beide
ſind eines faſt einzigartigen Verſicherungsbetruges
an=
geklagt. Marek iſt beſchuldigt, mit Wiſſen ſeiner Frau
ſich ſelbſt mit Hilfe eines Dritten ein Bein
abge=
ſchlagen zu haben, um eine abgeſchloſſene
Invalidi=
tätsverſicherung auf 400 000 Dollar erheben zu können.
Noch ungewöhnlicher wird der Fall dadurch, daß in
einem Teil der Preſſe nach Bekanntwerden, der Tat
behauptet wurde, Marek habe den Betrug aus
ide=
alen Motiven verübt. Er ſei ein genialer Erfinder
und habe ſich auf dieſe Weiſe die Mittel zur
Durch=
führung ſeiner Arbeiten beſchaffen wollen. Marek
iſt erſt 23 Jahre alt und hat ſein Studium an der
techniſchen Hochſchule nicht vollendet. In den letzten
Jahren hatte er eine halb techniſche halb
kaufmän=
niſche Tätigkeit ausgeübt. U. a. erwarb er die
Kon=
zeſſion für die Ausnutzung des Waſſerkraftwerkes
eines kleinen Flüßchens im Burgenland, womit er
90 burgenländiſchen Gemeinden elektriſchen Strom
liefern wollte. Auch ſoll er an einer großen
Er=
findung gearbeitet haben. Im Mai 1925 ſchloß er
mit dem Anglo=Danubien Lloyd einen
Verſicherungs=
vertrag ab und zwar auf 100 000 Dollar für den
Todesfall und 400 000 Dollar für dauernde
Invali=
dität. Dabei gab er ſich fälſchlich als akademiſcher
In=
genieur, Grundbeſitzer und Leiter eines im Bau
be=
griffenen Elektrizitätswerkes aus und nannte ein
zehn Jahre höheres Alter. Zwei Tage nachdem er
den Verſicherungsſchein erhalten hatte, traf Mavek
der angebliche Unfall. Er wurde mit zerſchmettertem
Unterſchenkel in das Krankenhaus von Mödling
ein=
geliefert. Er behauptete, bei der Herſtellung einer
automatiſchen Puppe mit dem ſcharfen Beil vom
Holzblock abgeglitten zu ſein. Die Unterſuchung
durch die Aerzte ließ jedoch den Verdacht aufkommen,
daß ein anderer den Schlag mit dem Beil geführt
hat. Die Verſicherungsgeſellſchaft lehnte daraufhin
jede Auszahlung ab und erhob Anklage wegen
Ver=
ſicherungsbetruges. Die Angelegenheit wurde noch
komplizierter, als ein Laboratoriumsangeſtellter des
Mödlinger Spitals unter Eid ausſagte, daß die
unterſuchenden Aerzte mit einem Meſſer an dem
Bein herumgeſchnitten hätten mit der Aeußerungs
„Wenn das gelingt, können wir aus der Sache dies
Geld herausholen.‟ Die beiden Aerzte ſollen im
Auftrage der Verſicherungsgeſellſchaft den Beinſtumpf
ſo bearbeitet haben, daß die Möglichkeit einer
Selbſt=
verſtümmelung gegeben ſchien. In den wiederholten
Verhören ſoll der Laboratoriumsangeſtellte ſeine
Ausſage widerrufen haben. Marek habe ihm 10000
Schilling verſprochen, falls er in dieſer Weiſe
aus=
ſage. Marek und ſeine Frau erklären ſich für
nicht=
ſchuldig. Der ehemalige Entlaſtungszeuge dagegen
hält ſeinen Widerruf aufrecht. Die Verhandlung wird
acht Tage dauern, da ungefähr 80 Zeugen vernommen
werden ſollen.
* Wien. In der Dienstag=Verhandlung wurde
das Verhör des Angeklagten Marek fortgeſetzt. Er
verteidigte ſich wieder mit imponierender Sicherheit.
In großer Erregung rief er einmal aus: „Ich hätte
der Welt ſchon längſt meine Erfindung ſchenken
kön=
nen, die Geheimtelephonie, wenn mank mich nicht ihs
Gefängnis geſperrt hätte.” Allerdings behaupten die
techniſchen Sachverſtändigen, daß die Erfindungen
Mareks keinen praktiſchen Wert gehabt hätten. Dann
kam zur Beſprechung, unter welchen Umſtänden der
Lebens= und Unfallverſicherungsvertrag abgeſchloſſen
wurde. Marek ſagte, daß die Verſicherungsgeſellſchaft
auf ihn eine Preſſion ausgeübt hätte. Er hätte mit
ihr in Verhandlungen wegen Finanzierung eines
techniſchen Projektes geſtanden, und dieſen Kredit
habe die Geſellſchaft nur dann bewilligen wollen,
wenn er gleichzeitig einen Lebensverſicherungsvertrag
eingehen würde. Der Vertreter der Geſellſchaft
be=
ſtreitet dieſe Behauptung. Er wird dann darüber
befragt, wie das Unglück eigentlich geſchehen iſt, und
in einer ſchauerlichen Szene ſchildert Marek den
Her=
gang des Unglücks. Er erzählte, wie er aus einem
großen Baumſtumpf einen Block herausarbeitete, um
das Rumpfſtück für die automatiſche Puppe zu machen.
Das geſchah am 12. Juni. „Ich wollte dem Block
die änßere Form geben, plötzlich, ich kann es nicht
ſchildern, ſpürte ich einen wahnſinnigen Schmerz im
Bein und verlor die Beſinnung. Als ich wieder zu
mir kam, ſah ich meine Frau, meine Schwiegermutter,
meine Schwägerin und die Hausbeſorgerin um mich
ſtehen. Mein Bein lag auf dem Klotz abgeſchlagen.
Wenn ich den Schmerz ſchildern könnte, den ich
da=
mals empfunden habe, würde mir gewiß niemand
zumuten, daß ich nochmals zugeſchlagen hätte.
Vor=
ſitzender: An dem abgeſchlagenen Bein, das wir
dann hier ſehen werden, iſt zu bemerken, daß die
Verletzung von unten nach oben geht. Das iſt mehr
als merkwürdig. Angeklagter: Ich kann mir das
ſelbſt nicht erklären, aber ich ſpreche die Wahrheit.
Vorſitzender: Nach dem Unfall kamen Sie ins Spital2
Angeklagter: Ich war natürlich ganz deſperat, was
mit meinen Plänen werden ſollte, und bat meine
Frau, wegen der Garantieverſicherung ein
Tele=
gramm an die Anglo=Danubian=Geſellſchaft zu
ſen=
den. Schon am nächſten Tage kam ein Beamter,
und wir beſprachen den Unfall. Ich hatte nicht im
entfernteſten die Abſicht, eine Schadenerſatzanmeldung
zu erſtatten, denn moraliſche Bedenken ſagten mir,
daß es nicht angeht, ſich erſt hoch verſichern zu laſſen
und dann ſofort einen ſchweren Unfall zu erleiden,
nach=
dem man kaum eine Prämie bezahlt hat. Nach
einigen Tagen aber ſtellten die Zeitungen mich als
einen Verſicherungsbetrüger hin. Aus Trotz, und um
mich reinzuwaſchen, machte ich jetzt
Schadenerſatzan=
meldung. Am Nachmittag wurde dann noch Frau
Marek vernommen. Sie ſchilderte ihr Vorleben. Sie
lebte mit einem alten Herrn zuſammen, der plötzlich
ſtarb und ihr ſein ganzes, ziemlich großes Vermögen
hinterließ. Die Frau dieſes Mannes hatte dann
An=
zeige wegen Giftmordes und Erbſchaftsſchleicherei
gegen die Angeklagte erſtattet. Einmal bricht ſie in
nervöſer Aufregung zuſammen, muß hinausgetragen
und erfriſcht werden.
Unwetter über Italien.
Rom. Wie „Giornale d’Italia” meldet, tobte
am Montag über Potenza ein heftiger Sturm und
für Stunden war jeder Verkehr unterbunden. Auch
über Piſteja ging ein heftiges Unwetter nieder, ebenſo
werden aus Bellono Stürme und Regengüſſe
ge=
meldet. Der Piave und ſeine Nebenflüſſe ſind ſtark
angeſchwollen. Auf den umliegenden Bergen ſchneit
es ohne Unterbrechung. Bei Cortina liegt der Schnre
40 Zentimeter, auf dem Bergpaß von Rolle ſogar
60 Zentimeter hoch.
Seite 14
Donnerstag, den 31. März 1927
Nummer 90
Wie England ſeine Marine abrüſtet.
Der Tabakverbrauch Englands. — Sir A. Conan Doyle
über ſeine Verbindung mit dem Jenſeits.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, Ende März.
Während des laufenden Jahres werden die britiſchen
Streit=
kräfte zur See durch ſieben große Kriegsſchiffe verſtärkt werden,
welche, abgeſehen von den kleineren Kalibern, achtzehn 41=
Zenti=
meter und vierzig 20,5=Zentimeter=Geſchütze zum Feuern bringen
können. Jedes der beiden neuen Schlachtſchiffe „Nelſon” und
„Redney” iſt mit neun 41=Zentimeter=Geſchützen armiert, einem
bisher in der Königlichen Flotte unbekannten Kaliber. Am
nächkſten kamen ihm das 80=Tonnen=Vorderlader=Geſchütz der alten
„Inflexible” und das 111=Tonnen=Hinterlader=Geſchütz der
Schweſterſchiffe „Victoria” und „Sans Pareil”. Aber abgeſehen
vom Kaliber zeigen dieſe vorſintflutlichen Kanonen keine
Aehn=
lichkeit mit dem neueſten 41=Zentimeter=Modell.
Das Geſchütz der „Nelſon” iſt etwa 60 Fuß lang und
wiegt 2140 Zentner. Das Geſchoß wiegt rund 19
Zentner und wird mit einer Anfangsgeſchwindigkeit von 890
Meter pro Sekunde auf das Ziel geſchleudert. Die
er=
zeugte Kraft würde ausreichen, ein Gewicht von über 100 000
Tonnen einen Fuß vom Boden zu heben. Auf einer Lafette vom
gewöhnlichen Schiffstyp montiert, würde das Geſchütz ſein
Ge=
ſchoß etwa 32 Kilometer weit ſchleudern. Bei einem
ſteilen Abgangsminkel würde ſich die Schußweite noch erheblich
vergrößern. Trotz des enormen Gewichts könnte das 41=
Zenti=
meter=Geſchütz in jeder halben Minute einen Schuß abgeben, die
„Nelſon” theoretiſch alſo 18 Geſchoſſe pro Minute entſenden, mit
jeder Breitſeite zweieinhalbmal ſoviel Metallgewicht als der erſte
„Dreadnought”
Die 20,5=Zentimeter=Geſchütze der in einigen Monaten in
Dienſt geſtellten, fünf Kreuzer der „Kent”=Klaſſe ſind ebenfalls
ein neues Modell, das zu je acht die Hauptarmierung bilden
wird. Nach den Tabellen der Privatfirmen wird die Länge
33 Fuß, das Gewicht 17 Tonnen betragen. Das Geſchoß wiegt
2½ Zeutner. Mit rund 1000 Meter Mündungsgeſchwindigkeit
ſoll es eine faſt drei Fuß dicke Platte von Schmiedeeiſen
durch=
ſchlagen. Eine gut ausgebildete Mannſchaft könnte fünf Schuß
pro Minute abgeben. Da die überwiegende Mehrheit der
briti=
ſchen Kreuzer als Hauptarmierung nur 15=Zentimeter=Geſchütze
beſitzt, wird die Armierung der „Kents” eine bedeutende
Erhöhung der Feuerkraft bringen.
Nach dem „Journal” des Handelsamts („Board of Trade
Journal”) iſt die Produktion der Zigaretten in Groß=
Britannien und Irland von 267 000 Zentner im Jahre 1907 ſchon
1924 auf 823000 Zentner, alſo faſt um das Vierfache, geſtiegen,
und man ſchätzt die weitere Steigerung bis einſchließlich des
Vor=
jahres auf das Dreifache. Als Hauptgrund der Steigerung iſt
offenbar die für den Zigarettengenuß enorm geſteigerte
Vor=
liebe des weiblichen Geſchlechts anzuſehen. Das
Zigaretten=
rauchen iſt ebenſo zur gebieteriſchen Mode geworden wie das
kurze Gewand und das Tragen hellfarbiger Strümpfe. Die
Groß=
mütter rauchen in demſelben Maße, wie ſie ihre Knie,
wenig=
ſtens beim Sitzen, zeigen. Wer ſich das immerhin ſehr
inter=
eſſante Schauſpiel gegönnt hat, bei der letzten Cour die endloſe
Kette der Automobile zu beſichtigen, die ſich von 6 bis 8.30 Uhr
auf der Mall ohne Lücke bis zu der Einfahrt vom Buckingham=
Palaſt ſchob, konnte kaum in einem einzigen alle weiblichen
In=
ſeſſen ohne Zigaretten entdecken. Selbſt in den Frauen=Kolleges
von Cambridge und Oxford ſind große Rauchſalons eingerichtet.
Den verblüffendſten Eindruck erhält man aber in den Kinos.
Alles raucht, die älteſten Damen wie die jungen lebensluſtigen
„Flapper” Und auf der Leinwand iſt es gerade ſo. Es kann
faſt keine der Mitſpielerinnen gefunden werden, die nicht raucht,
richtiger geſagt „pafft‟. Das hat natürlich auch ſeinen techniſchen
Grund, denn auch die hinterſten Reihen müſſen die Wolken
beobachten können. Bei den zuſchauenden Damen kann man
die=
ſelbe Rauchkunſt beobachten, weil ſie das Beiſpiel der eleganten
oder „chiquen‟ Damen dort oben ngchahmen. Es hat noch einen
zweiten Grund: den, daß die Preiſe infolge der Belaſtung durch
den Herrn Schatzkanzler enorm geſtiegen ſind. Man braucht nur
die ſtatiſtiſchen Angaben über die Konſummenge mit den
Konſum=
preiſen zu vergleichen. Wir berichteten oben, daß die Zahl der
Zentner von 1907 auf 1924 um das Vierfache geſtiegen iſt. Die
Preiſe haben ſich jedoch in den beiden Vergleichsjahren von
rund 8 auf faſt 63 Millionen Pfund erhöht. Das iſt annähernd
das Siebenfache. Herr Churchill iſt eben ein großer
Finanz=
politiker. Die höheren Preiſe führen naturgemäß zum Ankauf
ſchlechterer Sorten, wie man während der Kino=Aufführungen oft
mit Grauſen konſtatieren kann.
An zweiter Stelle kommt der Konſum an Pfeifentabak. Es
wurde in 1924 im ganzen nur etwas mehr als das Doppelte
be=
zahlt wie in 1907: 28 ſtatt 13 Millionen. An Bord rauchen nur
die Offiziere ihre Pfeifen weiter. Im Parlament kann man die
Underſchiede noch ſchärfer beobachten. Herr Baldwin, der Erſte
Lord der Admiralität, und viele Diehards würden eher des
Schlafes verluſtig gehen wie ihrer geliebten Pfeifen. Die Diener
ſind Kenner des neueſten Aromas von Zigaretten.
Die Zigarren verlieren an Popularität. Wenn nicht Lord
Lonsdale und der Graf von Birkenhead Kettenraucher wären,
würden die Pflanzer in Havanna alle Lebensluſt verlieren. Der
Konſum iſt von 1907 auf 1924 um 200 000 Pfund zurügegangen. —
Schnupfen iſt als edle Kunſt ſeit dem Tode des Lord Ruſſell von
Killowen dem Ende nahe. Der Konſum beträgt pro Jahr
höch=
ſtens 200 000 Pfund.
Sir Arthur Conan Doyle hat unter dem Titel
Pheneas ſpricht” ein neues Buch herausgegeben, in dem er die
Mitteilungen aus der unſichtbaren Welt regiſtriert, wie ſie ſeinem
privaten Haus=Zirkel durch den befreundeten Geiſt Pheneas ge=
Ein Kriminalroman des Lebens.
Bemerkungen zum Mordprozeß Schultheis in Frankfurt a. M.
Eine grauſige Tat. — Der „ausſichtsloſe Fall”
und die widerſprechenden Zeugenausſagen. —
Der Brief als Verräter. — Gaunerfrechheit,
Gaunerdummheit. — Die Volkesſtimme.
(Eigener Bericht.)
Der Senſationsprozeß gegen den Inſtallateur und Fuhrmann
Schultheis wegen Mordes, Raubes und unbefugten
Waffen=
beſitzes wird am 4. April ein Frankfurter Gericht beſchäftigen. Ein
Kriminalroman im wahren Sinne des Wortes erfährt ſeine
welt=
liche Ahndung, ein Kriminalroman des Lebens, wie ihn die
Phantaſie eines Schriftſtellers nicht ſpannender hätte erdichten
können.
Der Frankfurter Juwelier Joſef Grebenau hatte ſich an
einem Sonntag vormittag in ſein auf der Kaiſerſtraße gelegenes
Geſchäftslokal begeben. Grebenau, der als religiöſer Ifraelit ſein
Geſchäft am Samstag geſchloſſen hielt, pflegte ſich regelmäßig
am Sonntag vormittag eins bis zwei Stunden im Hinterzimmer
ſeines Ladens aufzuhalten, und war auch in dieſer Zeit — eine
Tatſache, die recht wichtig iſt — für Geſchäftsfreunde und
Be=
kannte zu ſprechen. Als gegen ½11 Uhr ein holländiſcher
Be=
kannter des Juweliers den Laden durch den Hintereingang
be=
trat, fand er Grebenau blutbeſudelt am Boden liegen, der
Schä=
del war durch den ſchweres Werkzeug zertrümmert worden und
wies außerdem eine tödliche Schußverletzung auf. Ein Treſor
ſtand offen, und die ſofort herbeigerufene Prokuriſtin ſtellte feſt,
daß Schmuckgegenſtände in beträchtlicher Höhe geraubt worden
waren.
Der Fall erregte durch die Perſönlichkeit des Ermordeten
und durch ſeine Begleitumſtände berechtigtes Aufſehen, und ſeine
Aufklärung bedeutete für die Frankfurter Kriminalpolizei eine
Frage des Preſtiges. Aber kaum ein Kapitalverbrechen der letzten
Jahre erſchien auf den erſten Blick ausſichtsloſer als der Fall
Grebenau, denn Indizien fanden ſich ſo gut wie gar keine vor
und den Täter hatte ſeltſamerweiſe keiner der zahlreichen
Paſ=
ſanten zu Geſicht bekommen. Ein Kriminalrat, mehrere
Kommiſ=
ſare und drei Dutzend Beamte arbeiteten in der Mordſache Tag
und Nacht und — knapp eine Woche ſpäter war der Fall geklärt
und der Täter feſtgenommen.
Der Kriminalrat, Leiter der Mordkommiſſion, hatte nämlich
am Tatort unter einem Tiſche liegend eine ſchriftliche Mitteilung
vorgefunden, in der ein gewiſſer Noack ſeinen Beſuch auf einen
beſtimmten Tag (drei Tage nach dem Mord) ankündigte. Auch
das große Publikum bemühte ſich, in zahlreichen Zuſchriften an
die Kriminalpolizei der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, und
ein Frankfurter Juwelier machte die Mordkommiſſion auf einen
alten Zuchthäusler und Einbrecher, deſſen Spezialität Einbrüche
in Juweliergeſchäfte waren, aufmerkſam. Es handelte ſich um
einen gewiſſen Schultheis, der, aus dem Zuchthaus entlaſſen, in
Wiſſelsheim bei Bad=Nauheim ein kleines Fuhrgeſchäft betrieb.
Eingehende Vergleichungen von Schriftproben ergaben
einwand=
frei die Identität der Schultheisſchen Handſchrift, die ſich in
alten Polizeiakten vorfand, mit dem am Tatort gefundenen
macht worden ſind. Er erzählt: „Es ſind nun fünf Jahre
ver=
ſtrichen, ſeit die hehe Gabe inſpirierten Schreibens meiner Frau
verliehen wurde. In ihrer großen Ehrlichkeit und Beſcheidenheit
hielt ſie ihre Impulſe zuerſt zurück in der Furcht, ſie könnten
aus ihrem eigenen Unterbewußtſein ſtammen. Allmählich jedoch
überzeugten die unerwartete Natur der Botſchaften und die in
ihnen enthaltenen Anfpielungen ſie wie mich, daß völlig
außer=
halb ihr befindliche Kräfte wirkten. Den unſeren ganz fremd=
Empfindungen gelangten zum Ausdruck. Informationen wurden
übermittelt, die mitunter irrig, in vielen Fällen aber durchaus
richtig waren, einſchließlich vieler Prophezeiungen von
Welt=
ereigniſſen, die ſich ſpäter erfüllten. Die erſten ſchriftlichen
Mit=
teilungen ſtammten von Verwandten und Freunden, die die
Grenze überſchritten hatten. Gelegentlich hatten wir auch Beſuche
von Fremden, die durch das „Licht” angezogen wunden, wie ſie
die pſychiſche Atmoſphäre einer Sitzung nannten. Am 10.
Dezem=
ber 1922 kam mein Führer Pheneas zuerſt zu uns und übernahm
von da die Hauptleitung, wennſchon nicht unter gänzlichem
Aus=
ſchluß anderer. Im April 1924 änderte ſich das Medium=
Schrei=
ben zu inſpiriertem Reden im Halbſchlaf. Unſer Führer gewährte
uns nicht nur Blicke in das Leben der anderen Welt, ſondern er
berührte auch die Verhältniſſe, die wir vorzufinden hoffen mögen.
Sie ſind ſehr intereſſant, da ſie andere Beſchreibungen der
ande=
ren Welt beſtätigen, die meine Frau ſicher nie geleſen hat, ſo
daß ſie auch nicht in ihrem Unterbewußtſein geweilt haben
kön=
nen. Unſere drei Kinder waren 13, 11 und 9 Jahre alt, als die
Medium=Mitteilungen begannen, und dieſe füllen daher die
Spanne zwiſchen der Kindheit und dem erſten Heranwachſen.
Dies erklärt den Ton und das Weſen der Botſchaften, die ihnen
die Kontrolle ſandte, mitunter ſcherzhafter, mitunter praktiſcher
Art, wie ſie ein weiſer und zärtlicher älterer Bruder ſenden
würde. Er war ein leitender Stern in ihren jungen Leben.
Einmal war ich in Fühlung mit meinem Schwager Hornung.
Die Stimme ſagte: „Da iſt übrigens hier ein Burſche, der auf der
Erde Cricket mit dir geſpielt hat. Er kam gerade herüber. Er
hat nie von dieſem Erde=Telegraph gehört und iſt ſehr
inter=
eſſiert.” — „„Kannſt du den Namen geben?”“ — „Namen ſind ſehr
ſchwierig. Sie ſtellen keine Idee dar und man kann ſie dem
Ge=
hirn des Mediums ſchwer faßbar machen. Ich will es verſuchen.”
Das Medium ſchrieb eine Reihe von Buchſtaben, die aber mit
„Cini” endeten. — „„Ich habe nie mit einem Italiener Cricket
ge=
ſpielt.” — „Er iſt aber hier und läßt grüßen.” Sir Arthur ſagt
in einer Notiz: „Dies war offenbar Paravicini, der vor zwei
Tagen geſtorben war, was wir noch nicht wußten.”
„Noackbrief”, und am Samstag nach dem Mord fuhren Beamte
der Frankfurter Kriminalpolizei im Auto nach Wiſſelsheim, um
Schultheis feſtzunehmen.
Inzwiſchen hatte ſich aber eine Sache ereignet, die geradezu
tragikomiſch anmutet, denn Schultheis — er mußte auf irgend
eine Art und Weiſe von dem auf ihm ruhenden Verdacht Wind
bekommen haben — reiſte am gleichen Vormittag nach Frankfurt,
um mit einer kriminalpſychologiſch intereſſanten Gaunerfrechheit
auf dem Polizeipräſidium tüchtig Krach zu ſchlagen. Dort wurde
er ſchmunzelnd in Empfang genommen, und die Kriminalbeamten
kehrten in der Zwiſchenzeit in ſeiner Wiſſelsheimer Wohnung
das Unterſte zu oberſt. Sie fanden ein blutiges Hemd, einen
blutbefleckten, notdürftig gereinigten Ueberrock, und erhielten.
durch Zeugenausſagen die Gewißheit, daß Schultheis am Morgen
des Mordtages tatſächlich nach Frankfurt gefahren war. Der
Verhaftete leugnete hartnäckig, legte aber, nachdem er eine ganze
Nacht in ſeiner einſamen Zelle Zeit hatte, ſich ſeine Verteidigung
zurecht zu legen, am kommenden Tag ein ausführliches
Geſtänd=
nis ab und gab auch ohne weiteres die Stelle in ſeinem Garten
an, wo er die geraubten Schmuckſachen vergraben hatte. Dort
wurden ſie einen Tag ſpäter durch Frankfurter Kriminalbeamte
ausgegraben und ſichergeſtellt.
Schultheis ſtellt den Verlauf der Bluttat folgendermaßen.
dar: Er will Grebenau, von dem bekannt geweſen ſei, daß er
unter Umſtänden auch zweifelhafte Geſchäfte machte, von früher
gekannt haben. Er ſuchte ihn am Sonntag vormittag in ſeinem
Geſchäftslokal auf, um dem Juwelier einen Ring, den Schultheis
auf etwa 150 Mark tarierte, zu verkaufen. Grebenau bot erſt
25 Mark, dann 30 Mark, und es kam zu einer erregten Debatte,
in deren Verlauf Grebenau den Schultheis attackiert haben ſoll.
Lediglich zu ſeiner Verteidigung will nun Schultheis ein auf dem
Tiſch liegendes ſchweres Vorhängeſchloß aufgegriffen und dem
Erebenau mehrere Schläge auf den Kopf verſetzt haben.
Gre=
benau, der ſofort ſtark blutete, jammerte nun und zog die
Brief=
taſche, um Schultheis Geld anzubieten. (Tatſächlich fand man
an der Brieftaſche des Juweliers blutige Fingerabdrücke, die von
ihm ſelbſt herrührten.) Wie Schultheis weiter angibt, hätte ihn
Grebenau aber gleichzeitig am Verlaſſen des Ladens zu
ver=
hindern geſucht, und er ſelbſt, Schultheis, zog die vorſorglich
mit=
genommene Piſtole und ſchoß Grebenau die tödliche Kugel in dem
Kopf. Dann raffte er wahllos eine Anzahl der herumliegenden
Pretioſen auf, ſteckte den Inhalt der Brieftaſche, etwa 350 Mark
in deutſchen und ausländiſchen Banknoten, zu ſich, reinigte ſich
an der Waſſerleitung und ſuchte, als ſei nichts geſchehen, ſeinen
Sohn und ſeinen Bruder auf, in deſſen Gaſtwirtſchaft er in
größ=
ter Seelenruhe einige Glas Bier trank. Dann fuhr er nach Hauſe
und wartete der Dinge, die da kommen ſollten — und auch kamen.
Als durch Zeitungsnotizen der Verlauf der Tat in der
Schultheisſchen Darſtellung bekannt wurde, nahm die öffentliche
Meinung teilweiſe Stellung gegen den Juwelier, und die Familie
des Ermordeten ſowie deſſen Freunde nahmen entrüſtet gegen die
Behauptung des Schultheis, wonach Grebenau nicht viel anders
als ein Hehler geweſen ſei, Stellung. Schultheis, ein alter
Zucht=
häusler, kämpfe um ſeinen Kopf, und er habe Zeit genug
ge=
habt, um die Mordtat als Totſchlag im Affekt zu friſieren.
Gre=
benau habe jedenfalls unter keinen Umſtänden zweifelhafte
Ge=
ſchäfte gemacht, und die Verhandlung müſſe die unwahre
Aus=
ſage des Raubmöders in allen Punkten widerlegen. Der Fall iſt
kriminaliſtiſch durch den aufgefundenen Brief von beſonderem
Intereſſe, es handelt ſich um jenes Judizium am Tatort, um
jenes Requiſit der Kriminalromanſchriftſteller, die den obligaten
Hoſenknopf oder die Schildpatthaarſpange e tutti quanti
erfin=
den, um ihre Phantaſiehandlung weiterſpinnen zu können. Hier
iſt dieſes Romanindizium nüchterne Wirklichkeit geworden, denn
Schultheis hat dieſen Brief tatfächlich geſchrieben und will ihn
zu ſich geſteckt haben, um, falls Grebengu nicht allein geweſen
wäre, ſeinen Beſuch auf drei Tage ſpäter zu aviſieren. Auf den
Verlauf der Gerichtsverhandlung kann man aufrichtig geſpannt
ſein.
Otto Schwerin.
Briefkaſien.
K. H. hier. Dieſe Einrichtung iſt längſt aufgehoben.
K. G. D. Aufbewahrung von Eiern im Waſſerglas empfiehlt ſich
nur in Glas= oder Steingutgefäßen. Von Zinkeimern würden die Eier
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Wetterbericht.
Wettervorausſage für Freitag, den 1. April 1927,
(nach der Wetterlage vom 30. März 1927).
Wechſelnd bewölkt, Temperaturen wenig verändert, vereinzelt.
Nie=
derſchläge.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung . Rudol/ Mauve
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Stteeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratenteil Willy Kuhle: Druck und Verlag: L. C. Wi/tſch — ſämtlich in Darmſtadt
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Nummer 90
Donnerstag, den 31. März 1927
Geite 15
DAOTDOMTD TlITA
Geschäftsbericht für das Jahr 1926.
Das Jahr 1926, das siebenundfünfzigste Geschäftsjahr der
Deutschen Bank, hat in seinen ersten Monaten die Krisis, die im
zweiten Halbjahr 1925 eingesetzt hatte, auf ihrem Höhepunkt gesehen,
aber im weiteren Verlauf viel rascher überwunden, als erwartet werden
konnte. Die Anzahl der Konkurse und Geschäftsaufsichten sowie der
Wechselproteste bezeichnen den Verlauf:
Konkurse und
Geschäftsaufeichten Wechselproteste
.... .. 3352 18 360 „April ................ .. 2225 11 983 „Dezember ........... .. 555 3 602
Im Rückblick zeigt sich deutlich, daß die Krise nicht auf
Konjunk-
turveränderung beruhte, sondern eine vorwiegend durch pswchologische
Einflüsse beschleunigte und daher unter besonders heftigen
Begleit-
erscheinungen sich abwickelnde Phase in der Deflation darstellt, die
unsere Wirtschaft seit der Stabilisierung durchzumachen hat. Die
Wendung zum Besseren mußte eintreten, sobald das Mißtrauen in die
weitere Entwicklung wieder schwand. Es ist schwer zu entscheiden,
ob die günstigere Gestaltung der Außenpolitik, insbesondere die
Räumung der Kölner Zone von fremder Besatzung und die
Anmel-
dung zum Völkerbund oder ob rein wirtschaftliche Faktoren mehr
dazu beigetragen haben, um Vertrauen wiederzuerwecken. Die gute
Ernte des Jahres 1925 machte Getreide-Import zunächst fast
entbehr-
lich, und die verminderte Lagerhaltung, nicht so sehr in der Industrie
als in allen Handelsbetrieben, großen und kleinen, wirkte sich in
ge-
ringerer Einfuhr von Rohmaterial aus, sodaß die monatlichen Ausweise
der Handelsbilanz ungewohnt günstige Ziffern brachten. Die
Ein-
wirkung auf den Geldmarkt, der überdies auch unvermindert Zuflüsse
aus dem Auslande erhielt, machte sich rasch fühlbar und ermöglichte
der Reichsbank, schon im Januar den Diskontsatz auf 8 Prozent zu
ermäßigen. Noch eindrucksvoller war die von der Deutschen Bank
angeregte Gewährung eines Agrarkredits von 300 Millionen
Reichs-
mark seitens der Golddiskontbank, der dem Landwirt zu 7½ Prozent
zur Verkügung gestellt wurde; die erste deutliche Zinssenkung auch für
langfristigen Kredit.
Die Konzentrationsbewegung in der Industrie nahm ihren
Fortgang, erleichtert durch die Ermäßigung der Eusionssteuer. Schon
am 14. Januar wurde die Vereinigte Stahlwerke Aktiengesellschaft,
zu-
nächst als Studiengesellschaft, gegründet.
Die Rohstahlerzeugung von 791000 to. im Januar wurchs auf
977000 to. im Juni, also um 23½ Prozent. Die Wagengestellung der
Reichsbahn hat sich von 101800 arbeitstäglich im Januar auf 116200
im April und 121 200 im Juni erhöht. Die Einnahmen der Reichsbahn
aus dem Güterverkehr stiegen von 480,9 Millionen RM. im Januar
auf 225,6 Millionen RM. im Juni.
An der Börse, die seit Neueinführung des Zeithandels sich wieder
zu einem zuverlässigen Wirtschaftsbarometer entwickelt, war die Krise
in einem beispiellosen Tiefstand zum Ausdruck gekommen; die Börse
hat auch als erste auf diese Besserungsmomente reagiert. Der
durch-
schnittliche Kursstand der Aktien hob sich vom Januar ab ständig bis
zum Juli um weit mehr als 50 Prozent. (Gegen Jahresschluß beträgt
der Durchschnittskurs der an der Berliner Börse gehandelten Aktien
nach einer im Dezember von uns vorgenommenen Berechnung 216
Proxent, wenn man das Ausgangsnireau zu Jahresanfang mit 100
Prozent annimmt.) Mit Ende des ersten Halbjahres konnte sonach die
Krise für überwunden gelten, noch ehe sich die Folgen des englischen
Kohlenstreiks in unserer Wirischalt bemerkbar machten.
Dagegen haben die Auswirkungen des siebenmonatigen
engli-
sehen Streiks wie auch in anderen Exportländern unser ganzes
Wirtschaktsleben im zweiten Halbjahr um so stärker beeinklußt. Sie
haben in erster Linie die Kohlenindustrie von der Bindung ihrer
Be-
triebsmittel in übergroßen Haldenbeständen befreit und einen
Über-
schuß der Kohlenausfuhr im Werte von 805 Millionen RM. (gegen
238 Millionen RM. im Vorjahre) ermöglicht. In zweiter Linie wurde
unserer Eisenindustrie unerwartete Beschäftigung infolge des Ausfalls
englischten Exports zugeführt. Bei der großen Bedeutung der Kohlen-
und Eisenindustrie für das ganze Wirtschaftsleben wirkte sich die
gute Beschäftigung natürlich auch mehr oder weniger auf alle anderen
Erwerbszweige aus, sodaß am Jahresschlusse im allgemeinen ein
unver-
kennbar wachsender Auftrieb der wirtschaftlichen Tätigkeit
festzu-
stellen ist.
1926
Januar Juni Dezember
Rohstahlerzeugung in Tonnen ....... 791 000 977 000 1 303000
Tages-Wagengestellung der
Reichs-
bahn in Stück ... . . . . . . . . . . . . . . .. 101 800 121 200 139 300
180,9 225,6 266,7
Einnahmeaus Güterverkehr inMill. RM.
Hatte die Anmeldung zum Eintritt in den Völkerbund schon
im Inlande einen Eindruck hervorgerufen, der für die Überwindung der
Krise von größter Wichtigkeit war, so hat international die endgültige
Aufnahme Deutschlands eine Stimmung ausgelöst, die es ermöglichte,
über den Gedanken nationaler Zusammenschlisse hinaus auch mit dem
Auslande Produktions-, Absatz- oder Preisvereinbarungen zu treffen.
Zwischen deutschen und ausländischen Einzelunternehmungen gleicher
Art kam es auf Grund einseitiger oder gegenseltiger Kapitalbeteiligung
oder nur durch Vertragsverhältnis zu enger Zusammenarbeit; 80 2. B.
in der Kunstseiden-Industrie, in der Röhrenfabrikation und im
Textil-
gewerbe. Viel wichtiger waren aber die Vereinbarungen von Industrie
zu Industrie. Zehn internationale Kartelle und Sundikate, die fast alle
erst in den letzten vier Monaten des Jahres zum Abschluß kamen, sind
wichtige Etappen auf dem Wege zu internationaler
Wirtschafts-
solidarität.
Dem gleichen Ziele, Abschließungstendenzen zu bekämpfen und den
Güteraustausch zu fördern, dienten die Zusammenkünfte des
deutsch-
französischen Verständigungskömitees und die Besprechungen
eng-
lischer und deutscher Wirtschaftsführer in Romsey, sowie das im
Oktober verökſentlichte internationale Wirtschaftsmanifest, die Arbeit
der Internationalen Handelskammer und die Vorbereitung der
Welt-
wirtschaftskonferenz. Der Abschluß von Handelsverträgen indessen
hat den erwünschten Bortgang nur teilweise erfahren; mit Frankreich,
Polen und anderen für uns wichtigen Ländern ist man über das
Ver-
handlungsstadium noch nicht hinausgekommen.
Erfolg oder Mißerfolg dieser vielfachen Bemühungen werden auf die
Vortsetzung und Andauer der gegenwärtigenVlirtschaftsbesserung von
ausschlaggebendem Einflusse sein. Unser Außenhandel zeigt zwar
mit RM. 9951 Mill. Einfuhr und RMI. 9818 Mil. Ausfuhr anscheinend
ein recht befriedigendes Bild. In Zukunft aber kann mit einer
Drosse-
lung der Einfuhr wie im abgelaufenen Jahre kaum gerechnet werden.
Die Ernte des Jahres 1926 war unbefriedigend. Es wurden geerntet:
Roggen ... . . . 64,0 Millionen dz gegen 80,6 Millionen dz im Vorjahre,
Weisen ... .. . 25,9 Millionen dz gegen 32,1 Millionen dz im Vorjahre,
Karfoffeln ...303,3 Millionen dz gegen 417,1 Millionen da im Vorjahre.
Ein Mehr nur zeigt der Ertrag an
Hafer ....... 63,2 Millionen d2 gegen 55,8 Millionen dz im Vorjahre.
Für den Landmann ist das Mindererträgnis durch höheren Preis
teil-
weise ausgeglichen worden, volkswirtschaftlich bleibt der Ausfall
bestehen und wird im laufenden Jahre zu höherer landwirtschaftlicher
Ligfuhr nötigen. Auch die Verminderung in der Lagerhaltung von Ware
aller Art wird gelockert werden, sobald die sinkende Tendenz der Preise,
wie sie im abgelaufenen Jahre zu verzeichnen war, wieder einmal ins
Gzegenteil umschlägt. Die Ausfuhr zeigt durch Zufallsgewinn (Kohle)
günstige Ziffern, die Ausfuhr von Fertiswaren, also der Export an
Materal gebundener deutscher Arbeit hat indessen im Verlauf des
Jahres 1926 keine nennenswerte Zunahme erfahren. Gerade dieser
Posten aber wird in Zukunft entscheidend sein für die
Erfüllungs-
möglichkeit des Dawes-Planes und wichtig für die
Beschäfti-
gung der 1¾ Millionen Arbeitslosen.
So vielen Arbeitswilligen, die zum Teil durch Rationalisierung der
Betriebe und durch technischen Fortschritt beschäftigungslos geworden
sind, Betätigung zu schatfen, Stellt wohl das wichtigste Prob em unserer
WVirtschaft dar. Aus diesem Gesichtspunkte haben wir 1925 den
kurz-
fristigen 100-Mfillionen-Kredit für Industrieexport nach dem
fürDeutsch-
land besonders wichtigen russischen Absatzgebiet vermittelt, und im
abgelaufenen Jahre im Verein mit anderen Banken und Bankiers die
Industriekredite eröffnet, die für den längeren 300-Millionen-Kredit
nötig Varen.
Durch vermehrten Außenhandel wird die Arbeitslosiskeit freilich
im besten Falle gemildert werden, in der Hauptsache kann nur die
Belebung des Inlandsmarktes Heilung bringen.
Die Kansumsteigerung in dem Maße, wie sie hierzu nätig ist,
kann dureh Preissenksungen, So erwünseht Sie aueh eind, allein Bieht
bewirkt werden. Sie hängt neben der Lohn- und Einkommenshöhen
sehr stark vom Vermögen ab. Der Wohlhabende kann sein Einkommen
aufzehren — der Unvermögende muß sparen. Die richtige Wertung
der Substanz unserer Wirtschaft ist daher von größter Wichtigkeit.
Für die zeitwerlig sehr unterwerteten Anlagen unserer Industrie ist die
Berichtigung durch die stark verkannte aber volkswirtschaftlich
unge-
mein förderliche Tätigkeit der Börse im vergangenen Jahre erfolgt;
für den landwirtschaftlichen und städtischen Grundbesitz
Steht sie noch aus. Fortdauer der Zwangswirtschaft und
Überbesteue-
rung, die ja auf unser ganzes Wirtschaftsleben drückt, den Grundbesitz
aber besonders hart trifft, wirken der Besserung entgegen.
Die Zunahme der Verschuldung Deutschlands an das
Ausland dürfte kaum mehr betragen als die rund 700 Millionen RN.,
um die die Reichsbank ihren Gold- und Deckungsdevisenbestand
ver-
mehren konnte. Zwar wurden etwa 1,6 Milliarden Reichsmark
lang-
fristiger Anleihen im Auslande aufgenommen, sie dienten aber zum Teil
der Abtragung kurztristiger Auslandsverpflichtungen; dem Rest steht
eine wachsende Ausfuhr deutscher Ware auf Kredtt gegenüber.
Bedeutet für unsere Gesamtwirtschaft das Jahr 1926 alles in allem
einen erheblichen Schritt auf dem Wege zur Gesundung, 80 kann das
für das Bankgeschäft nur mit starker Einschränkung gelten. Der
Ertrag ist zwar über Durchschnitt gut gewesen, seine Zusammensetzung
ist aber ungleichmäßig und nicht erfreulich.
Das Zinserträgnis ist stark zurückgegangen und ebenso die aus dem
Kontokorrentgeschäft stammenden Provisionen. Der Geldmarkt war
während des ganzen Jahres überreichlich mit Mitteln versehen, die
wegen ihrer Kurzfälligkeit für das Kreditgeschäft nicht verwendet
werden konnten, oft überhaupt unverwendbar blieben, die aber auf
die Zinshöhe drückten und die Reichsbank zu mehrmaliger Ermäßigung
des Diskontsatzes veranlaßten. Während im Vorjakre die ganze
Zu-
nahme der bei den Banken angelegten Gelder zur Erhöhung der
Bar-
kredite verwendet wurde, Steht im abgelaufenen Jahre einer Zunahme
der Kreditoren bis Ende Oktober von runs 1230 Millionen RM. — bei
den Banken, die Zweimonatsbilanzen veröffentlichen — nur eine
Zu-
nahme der Debitoren um rund 520 Millionen Rll. gegenüber. Daraus
darf keineswegs geschlossen werden, daß die Banken das
Kreditbedürf-
nis in minderem Maße befriedigt hätten, es hat vielmehr eine
Ver-
schiebung im Schuldnerbestande stattgefunden, die es den Banken
gestattete, ohne Kreditgesuche ihrer Kundschaft ablehnen zu müssen,
ihre Liquidität aufzubessern. Große Industrieunternehmungen, denen
die Banken sehr bedeutende Beträge ohne Deckung vorgeschossen
hatten, nahmen vielfach Auslands-oder Inlandsanleihen auf, mit deren
Ertrag sie ihre Bankverpflichtungen ablösten; die eingehenden Gelder
konnten anderen Kreditsuchenden zur Verfügung gestellt werden, und
es bedurkte darüber hinaus nur eines Teils des Einlagenzuwachses,
um allen berechtigten Kreditansprüchen zu genügen. Wenn in den
Bankbilanzen das Verhältnis der ungedeckten Debitoren zu den
ge-
deckten eine auffällige Verschiebung zeigt s0 ist das, mögen
unlieb-
same Erfahrungen aus der Krise auch noch mitgewirkt haben, in der
Hauptsache dieser Debitorenumschichtung zuzuschreiben.
Die ungewöhnlich starke Versorgung des Geldmarktes mit Beträgen
auf kürzeste Frist oder zur täglichen Verfügung ist Folge der
allge-
meinen Lagerverminderung, die in Erwartung von Preissenkungen und
um Zinsen zu sparen vorgenommen wurde, Aus den kleinen Betrieben
klossen die freigewordenen Gelder in die Sparkassen, deren
Einlage-
zunahme von 1½ Milliarden Rll. die anzunchmende Sparkraft
sicher-
lich übersteigt, aus den mittleren und großen in die Banken. Die
Lager-
verminderung ist auch die Ursache, daß trotz Geschäftsbelebung der
Wechselumlauf nicht zugenommen hat.
Ein erheblicher Teil solcher nur augenblicklich überflüssigen
Be-
triebsmittel suchte aber auch den Anlagemarkt auf, in der Annahme,
daß die erwartete fortschreitende Zinssenkung eine wenn auch nur
vorübergehende Anlage in öffentlichen Anleihen, Pfandbriefen und
Industrie-Obligationen lohnender gestalten werde als die Unterhaltung
von Bankguthaben, Insbesondere dürkte ein Teil der Mittel, die durch
Auslandsanleihe hereingebracht wurden, solche Verwendung gefunden
haben. Dadurch ist der inländische Markt der Anlagewerte über
Ge-
bühr aufgebläht worden. Eine Beanspruchung des Kapitalmarktes
von mehr als 3½ Milliarden RM. für festverzinsliche Werte (davon
entfallen allein 1¾ Milliarden auf Schuldverschreibungen der
Grund-
kreditanstalten) neben fast 1 Milliarde RM. für Bank- und Industrie-
Aktien übersteigt bei weitem den Betrag, der aus Ersparnissen der
Emmissionstätigkeit zur Verfügung stehen kann. Im Jahre 1913 hatten
die Emissionen im Ganzen nur eine Höhe von 2½ Milliarden Mark
erreicht.
Dem Bankgeschäft hat die Aufnahmewilligkeit des Publikums für
Wertpapiere aller Art im Emissionsgeschäft sowohl als im Börsenhandel
guten Nutzen gebracht. Das wachsende Börsengeschäft hat auch
er-
möglicht, einen Teil der kurzfälligen Gelder in Reports auf
Halb-
monatsfrist lohnend anzulegen. Für den Rückgang im Zinsertrage und
an Kontokorrentprovision wurde dadurch Ersatz erzielt; nichts ist
aber getan worden, um einen Ausfgleich ür die Zeit zu schaffen, wo
Effekten- und Konsortialgewinne wieder abnehmen oder gar versiegen.
Die Unkosten stehen noch immer in ungesundem
Ver-
hältnis zum Bruttogewinn. Die Konzentration in der übrigen
Wirtschaft, die sich schon äußerlich in einer Abnahme der Zahl der
Aktiengesellschaften von 17074 Ende 1924 und 13010 Ende 1925 auf
12392 am 31. Oktoher 1926 ausdrückt, hat sich auf das Bankgeschäft
noch nicht merklich übertragen. Zwischen öffentlichen Banken und
Sparkassen einerseits und den privaten Banken und Banhiers
anderer-
seits ist eine Vereinbarung über die Geschäftsabgrenzung nocht nich
nustande gebracht worden, In einem weniger ertragreichen Jahre wäre
diesen für die Zukunftsentwicklung so wichtigen Punkten vermutlich
mehr Eifer gewidmet worden.
Die Aufnahmefähigkeit des inländischen Effektenmarktes für
Neu-
emissionen von Aktien, für die er in der ersten Hlälfte des Berichtsjahres
nur wenig in Anspruch genommen war, veranlaßte uns die
ursprüng-
lich zur Einführung im Auslande bestimmten RM. 40000 000 Aktien
unserer Bank dem Inlandsmarkt zuzuführen und unter Einräumung
eines Bezugsrechtes für unsere Aktionäre an den deutschen Börsen zur
Einführung zu bringen. Aus dieser mit Erfolg durchgeführten
Trans-
aktion ist unserer Reserve ein Betrag von RMl. 45316904 zugellossen.
Die Deutsche Bank hatte am 31. Dezember 1926 an 176 Plätzen
Niederlassungen. Daneben wurden 101 Stadt-Depositenkassen
unter-
halten, von denen 37 auf Berlin entfielen. Im Laufe des Berichtsjahres
haben wir 8 Hleine Niederlassungen geschlossen.
Unsere Filialen im Inland und Ausland haben befriedigend
ge-
arbeitet.
Die Zahl der Konten beträgt am Ende des Berichtsjahres 338686
gegenüber 332183 am Ende des Vorjahres. Die Steigerung erscheint
geringer, als sie tatsächlich ist, weil im Laufe des Jahres die Zahl der
Konten in fremden Währungen erheblich zurückging.
Nichtsdesto-
weniger ist der ziffermäßige Anteil der auf den Währungs-Konten
vorhandenen Salden, in Reichsmark umgerechnet, an den in unserer
Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Vexpflichtungen immer noch
ein recht beträchtlicher. Er stellt sich bei den Schuldnern auf ca.
27 Prozent und bei den Gläubigern auf ea. 23 Prozent.
Die Umsätze sind auf RM. 165282051000 gestiegen. Mit dieser
Ziffer haben sie die Höhe der Vorkriegsumsätze unseres Instituts
(einschließlich der inzwischen aufgenommenen Banken) noch nicht voll
erreicht. Dies ist ausschließlich auf den Fortlall der Umsätze unserer
früheren Londoner und Brüsseler Niederlassungen zurückzuführen,
hinter deren Umsätzen die unserer Amsterdamer Filiale noch wesentlich
zurückbleiben. Bei unseren deutschen Niederlassungen sind die
Um-
sätze der Vorkriegszeit bereits überschritten.
Wenn hierbei berücksichtigt wird, daß der Durchschnittsbetrag der
den Umsätzen zugrunde liegenden Buchungsposten erheblich geringer
ist als in der Vorkriegszeit, s0 ergibt sich, daß die aufgewendete
Ar-
beitsleistung im verflossenen Jahre eine ungleich größere war wie früher.
Beispielsweise stellt sich der Durchschnitt der in 1926 bei unserer
Zen-
trale eingereichten Wechsel und Schecks auf RM. 952 gegen M. 3213
in 1913. Die Anzahl der Buchungsposten im Kontokorrent beläuft sich
auf mehr als das Doppelte der Vorkriegszeit.
Der Personalbestand ist im Geschäftsjahre weiter verringert
worden, nämlich auf 14800 Köpfe gegenüber rund 16000 am Ende des
vorletzten Geschäftsjahres. Die durch den Abbau im Geschäftsjahre
erzielten Ersparnisse sind, soweit es sich um Tarifangestellte handelt,
durch die uns im WVege der Verbindlicherklärung im Bebruar 1926
auf-
erleste Tariferhöhung fast völlig ausgeglichen worden, die zu
Weih-
nachten 1926 gewährte Sonderzahlung ungerechnet. Der Abbau kann
nunmehr im großen und ganzen als beendet betrachtet werden, obwohl
unser Personalbestand auch heute noch etwa 31 Prozent höher ist
als Ende 1913. Erfreulich ist, daß die Zahl der erwerbslosen
Bank-
angestellten trotz der umfangreichen Entlassungen, die der
Geschäfts-
rückgang im Bankgewerbe seit Beendigung der Inflation notweudig
machte, nur gering ist. Bei dem Kampf um die Arbeitszeit ist dringend
zu wünschen, daß der besonderen Ligenart des Bankgeschäfts
weitest-
gehend Rechnung getragen wird. So wenig im Bankgewerbe auf
Mehr-
arbeit bei stoßweise steigendem Geschäft verzichtet werden kann zo
sehr halten wir es für unsere Pflicht, in stilleren Zeiten die Angestellten
auch schon vor Ableistung der achtstündigen Arbeitszeit den
Tages-
dienst beenden zu lassen.
Die Ausbildung unseres Nachwuchses, insbesondere der Lehrlinge,
deren Zahl allerdings nur einen Bruchteil, bei unserer
Hauptnieder-
lassung z. B. 25 Prozent, der tariflich zulässigen beträgt, sehen wir als
eine besonders wichtige Aufgabe auf dem Personalgebiet an und haben
sie durch erweiterte Abhaltung von Unterrichtskursen in Kurzschrift,
fremden Sprachen sowie durch Veranstaltung von banktechnischen
Vorträgen gefördert. Die bestehenden Sportvereinigungen haben sich
erfreulich entwickelt; die Spielplatzanlagen in Berlin sind erweitert
worden. Auch unsere Niederlassungen wenden der Förderung der
körperlichen und beruflichen Ausbildung ihrer Angestellten in
erhöh-
tem Maße ihre Aufmerksamkeit zu, In den Erholungsheimen „
Johanna-
berg” und „Sellin” haben im Geschäftsjahre 592 Beamte an 12079
Tagen kostenlose Unterkunft und Verpflegung erhalten. Außerdem
haben 218 Kinder von Angestellten in den Wintermonaten für dio
Dauer je eines Monats in „Johannaberg” Aufnahme gefunden.
Zu den einzelnen Positionen der Bilanz und der Gewinn- und
Verlust-Rechnung bemerken wir folgendes:
Die Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen
be-
stehen auch diesmal zum weitaus größten Teil aus Auslandsguthaben.
Die Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen
enthalten lediglich die mit dem Außenhandel zusammenhängenden
Kreditgewährungen.
Unter Reports und Lombard-Vorschüsse sind neben der
Geldanlage im Termingeschält für fremde Rechnung nur die
börsen-
mäßig gegen Wertpapiere auf nahen festen Termin gegebenen Lombard-
Darlehen verbucht. Dagegen erscheinen die zu wirtschaftlichen Zwecken
oder unbefristet gegen Effektendeckungen gewährten Kredite unter
„Schuldner in laufender Rechnung”.
Unser Bestand an Eigenen Wertpapieren hat sich bilanzmäßig
gegen das Vorjahr von 45 Millionen auf 30 Millionen Reichsmark ers
höht; die Vermehrung ist in der Hauptsache dadurch entstanden, daß
wir einen Teil unserer verfügbaren Mittel in festverzinslichen Werten,
— wie öffentliche Anleihen und sonstige bei der Reichsbank beleihbane
Wertpapiere, — angelegt haben.
Auf dem Konto Beteiligung an Gemeinschafts-
Unter-
nehmungen wurden im Laufe des Berichtsjahres eine Reihe von
Ge-
schäften, darunter auch ältere, mit gutem Nutzen abgewickelt. Wie
konnten uns andererseits teils führend, teils mitwirkend in erheblichem
Maße an neuen Geschälten beteiligen.
In den Dauernden Beteiligungen bei anderen Banken
sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Das Erträgnis stellt
die Einnahme aus den Dividenden des Jahres 1925 dar. Bei der
Deut-
schen Überseeischen Bank, die für das Jahr 1925 eine Dividende
von 7 Prozent verteilte, ist auch für das verflossene Geschäftsjahr trotz
des sich immer mehr verschärfenden Wettbewerbs mit einem
befrie-
digenden Ergebnis zu rechnen.
Von den unseren Schuldnern in laufender Rechnung
gewährten Krediten sind 31,5 Prozent ungedeckt. Die restlichen 68,5
Prozent sind zur ungefähren Hälfte durch börsengängige Effekten
und zur anderen Hälfte durch sonstige Sicherheiten gedeckt. Dieses
Deckungsverhältnis hat sich gegenüber der Vorkriegszeit wesentlich
venrschoben. Der Betrag der ungedeckten Kredite stellte sich damals
auf nur ungefähr 20 Prosent, dem 80 Prosent gedeckte Debitonen
gegenüberstanden, für die zu 55 Prozent Deckung in börsengängigen
Eifekten bestellt war.
Auf den Konten Bankgebäude und Sonstiger Grundbesitz
haben wir bereits in der Bilanz eine Abschreibung von rund RM.
1000 000 vorgenommen, wonach sich der Buchwert unserer Immobilien
auf RM. 49000 000 stellt. Zur weiteren Abschreibung aufunseren
Grund-
besitz schlagen wir der Generalversammlung vor, RM. 3000000 aus
dem Reingewinn zu verwenden.
Der Anteil der Ausländer an der Gesamtsumme der Gläubiger
in laufender Rechnung ist prozentual der gleiche wie im Vorjahre
und stellt sich auf rund 25 Prozent.
Die Zins-Erträgnisse aus dem Vermögen des Dr. Georg von
Siemens-Wohlfahrtsfonds wurden zur Zahlung von Pensionen
und Beihilfen verwandt. Die Einkünkte reichen aber bei weitem nicht
zur vollen Bestreitung der für diese Zwecke erforderlichen
Aufwendun-
gen aus, die zum größten Teil dem Unkosten-Konto zur Last gefallen
sind. Wir schlagen deshalb vor, den Fonds durch eine Zuwendung in
Höhe von RM. 1 144537,40 aus unserem Reingewinn auf RM. 6000000
zu erhöhen.
Die aus dem Kreditgeschäft vereinnahmten Zinsen und
Provi-
sionen sind durch die wiederholt vorgenommenen Herabsetzungen der
Bedingungen hinter den Erträgnissen des Vorjahres zurückgeblieben.
Bei den Provisionen hat ein Ausgleich durch höhere Eingänge aus dem
Effekten-Kommissionsgeschäft stattgefunden.
Einschließlich des Vortrags aus dem Jahre 1925 von RM. 1508184,90
und nach Vornahme der Abschreibungen auf Bankgebäude,
Sonstiger, Grundbesitz und Mobilien von insgesamt RM.
1370427,71 beläuft sich das Erträgnis des Jahres auf RM. 26444084,03
Hiervon erhalten zunächst die Aktionäre 4
Pro-
zent Dividende auf RM. 450000 000 (nach
6000 000.—
...
8 33b der Satzungen) ............
...... RMl. 20 444 084,03
Von den verbleibenden ....
beantragen wir,
der Reserve zwecks
Erhöh-
ung auf RM. 75000000 . RM. 4683096.—
dem Dr. Georg von
Sie-
mens-Wohlfahrtsfonds „ 1144537,40
zu überweisen und
als Sonder-Abschreibung
auf unseren
Grundbe-
sitz zur Herabminderung
des Buchwertes auf RM.
„ 3000 000,— „ 8827633.,40
46000 000 ......"
zu verwenden.
Von dem übrigbleibenden Betrage von .. . . . . . RM.11 616450,63
abzügliche RM. 1939031,28 Vortrag auf neue
Rechnung erhält (nach 8 33d der Satzungen) der
677419.,35
Aufsichtsrat ............................
Wir schlagen vor, von den restlichen .. . . . . . . . . RM. 10939031,28
6 Prozent Superdividende auf RM. 150000000
9000000 —
mit .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . .. ..."
zu verteilen und den Uberschuß von .... . . . . . . . . . . RM. 1939031,28
auf neue Rechnung vorzutragen.
Es würde demnach erhalten
jede Aktie von nom. RM. 60,—: RM. 6.—
10
„ „ 100.—:
— 10 Prozent
„ „ 120.—: „ 12.
Dividende
50—
500,—:
Wenn die Generalversammlung die vorstehenden Anträge
geneh-
migt, erhöht sich das eigene Vermögen der Bank (Kapital und
bilanzmäßige Reservel zum 31. Dezember 1926 auf RM 225,000,600.
Berlin, im März 1927.
(TV5488
Der Vorstand der Deutschen Bank
A. Blinzig S. Fehr C. Michalowsky P. Millington-Herrmann
0. Schlitter E. G. v. Stauß 0. Wassermann
Stellvertretend: P. Bonn P. Brunswig W. Kehl J. Kiehl
Seite 16
Donnerstag, den 31. März 1927
Nummer 90
Recht und Wittſcha
U G O
Militärgerichte und
militärgericht=
ſiches Serfahren.
* Die landesgeſetzliche Beſteuerung
der freien Berufe.
Mit 12. März 1926 ſind entſprechend unſerer verminderten
Heeresſtärke die Beſtimmungen der Sträfgerichtsordnung vom
1. Dezember 1898 und der Verordnung vom 5. Dezember 1918
geändert, worüber Nachſtehendes zu ſagen iſt:
A. Militärgerichte. Die Kriegsgerichte beſtehen aus
3 Richtern (1 Kriegsgerichtsrat als Verhandlungsführer und 2
Beiſitzern). Beiſitzer ſind im Verfahren: 1. gegen Soldaten bis
zum Hauptmann aufwärts: 1 Hauptmann und 1 Soldat von
der Rangklaſſe des Angeklagten. 2. Gegen Soldaten vom
Stabs=
offizier aufwärts: 2 Soldaten im Dienſtgrade des Angeklagten.
3. Gegen Militärbeamte: 1 Soldat von entſprechender Rangklaſſe
wie der Angeklagte, mindeſtens aber von der Rangklaſſe eines
Hauptmanns und 1 Militärbeamter von entſprechendem Range
wie der Angeklagte., 4. Gegen Zivilperſonen: 1 Hauptmann und
1 Soldat, der nach Möglichkeit in Anpaſſung an Lebensſtellung
und ſonſtige Verhältniſſe des Angeklagten zu beſtimmen iſt.
Die Oberkriegsgerichte beſtehen aus 5. Richtern
(2 Oberkriegsgerichtsräten — der dienſtälteſte iſt
Verhandlungs=
führer — und 3 Beiſitzern.
Beiſitzer ſind im Verfahren: 1. Gegen Soldaten bis zum
Hauptmann aufwärts: 1 Stabsoffizier und 2 Soldaten der
Rangklaſſe des Angeklagten. 2 Gegen Soldaten vom
Stabs=
offizier aufwärts: 3 Soldaten vom Dienſtgrad des Angeklagten.
3. Gegen Militärbeamte: 2 Soldaten von entſprechender
Rang=
klaſſe wie der Angeklagte (einer mindeſtens muß Stabsoffizier
ſein) und 1 Militärbeamter von entſprechendem Range wie der
Angeklagte, 4. Gegen Zivilperſonen: 1 Stabsoffizier und 2
Sol=
daten, letztere in Anpaſſung an Lebensſtellung und ſonſtige
Ver=
hältniſſe des Angeklagten beſtimmt. Als Beiſitzer dürfen in
Friedenszeiten nur ſolche Perſonen berufen werden, die
min=
deſtens 3 Jahre der Wehrmacht angehören.
Sanitäts= und Veterinäroffiziere ſind nur dann als Beiſitzer
zu berufen, wenn das Verfahren ſich gegen ſolchen Offizier richtet.
(Bei Kriegsgerichten müſſen einer, bei den Oberkriegsgerichten 2
der Beiſitzer Sanitäts= oder Veterinäroffiziere ſein.) Für das
Verfahren gegen Soldaten bis zum Hauptmann aufwärts werden
die Beiſitzer für jedes Geſchäftsjahr aus den Angehörigen der
einzelnen Rangklaſſen ausgeloſt und in eine Liſte eingetragen.
Für das Verfahren gegen Soldaten vom Stabsoffizier aufwärts,
Militärbeamte und Zivilperſonen werden die Beiſitzer für den
Einzelfall ausgeloſt.
Sind Zivilperſonen mit Soldaten oder Militärbeamten
ge=
meinſchaftlich abzuurteilen, ſo kommen für Beſetzung der
Kriegs=
gerichte nur die Beſtimmungen über die Beſetzung beim
Ver=
jahren gegen Soldaten bzw. Militärbeamte zur Anwendung.
Den Vorſitz in Kriegs= oder Oberkriegsgerichten führt
rang=
älteſter Beiſitzer, falls er ein höheres Lebensalter als der
Ver=
handlungsführer hat, anderenfalls letzterer.
B. Militärgerichtliches Verfahren.
Uebertre=
tungen werden nicht verfolgt, wenn Schuld des Täters gering
und Folgen der Tat unbedeutend ſind; es ſei denn, daß
öffent=
liches Intereſſe an Herbeiführung gerichtlicher Entſcheidung
be=
ſteht. Iſt bei Vergehen Schuld gering und ſind Folgen der Tat
unbedeutend, ſo kann Gerichtsherr von Erhebung öffentlicher
Anklage abſehen. Die Verfügung des Gerichtsherrn iſt von
einem Kriegsgerichtsrate mitzuzeichnen und zu den Akten zu
bringen. Iſt Anklage bereits erhoben, ſo kann Kriegsgericht
mit Zuſtimmung des Anklagevertreters das Verfahren durch
nichtanfechtbaren Beſchluß einſtellen. Die Vorſchriften der
Ab=
ſätze 2—4 gelten nicht für militäriſche Vergehen.
Von Erhebung der Anklage kann Gerichtsherr abſehen, wenn
die Strafe, zu der die Verfolgung führen kann, neben einer
Strafe, zu der der Beſchuldigte wegen einer anderen Tat
rechts=
kräftig verurteilt iſt oder die er wegen anderer Tat zu erwarten
hat, nicht ins Gewicht fällt. Iſt Anklage bereits erhoben, ſo kann
Kriegsgericht auf Antrag Anklagevertreters das Verfahren
vor=
läufig einſtellen. Hat das Gericht das Verfahren vorläufig
ein=
geſtellt, ſo bedarf es zur Wiederaufnahme eines
Gerichtsbe=
ſchluſſes.
Berufung gegen Urteile der Kriegsgerichte iſt ausgeſchloſſen,
wenn das Urteil ausſchließlich Uebertreibungen zum Gegenſtand
hat und der Angeklagte entweder freigeſprochen oder nur zu
Geldſtrafe verurteilt wurde.
Bei Uebertretungen und Vergehen kann die Strafe durch
ſchriftliche Strafverfügung des Gerichtsherrn (88 349 ff. MStGO.)
feſtgeſetzt werden. Durch ſolche Strafverfügung darf jedoch keine
andere Strafe als Geldſtrafe oder Freiheitsſtrafe bis zu 3
Mo=
naten ſowie etwa verwirkte Einziehung oder die Bekanntmachung
der Entſcheidung feſtgeſetzt werden. Das Reichsgericht kann durch
Beſchluß die Reviſion verwerfen, wenn es ſie einſtimmig für
offenſichtlich unbegründet erklärt.
*Die Bezüge des künſileriſchen
Theater=
perſonals ſind nicht pfändbar.
Der an die Spitze geſtellte Satz iſt im Publikum noch ziemlich
unbekannt.
Seine Begründung iſt aus § 399 B. G.B. abzuleiten in
Ver=
bindung mit § 851 Z.P.O.
§ 399 B. G.B. lautet: „Eine Forderung kann nicht abgetreten
werden, wenn die Leiſtung an einen anderen als den
urſprüng=
lichen Gläubiger nicht ohne Veränderung ihres Inhalts erfolgen
kann oder wenn die Abtretung durch Vereinbarung mit dem
Schuldner ausgeſchloſſen iſt."
8 851 Abſ. 1 Z. P.O. lautet: „Eine Forderung iſt in
Ermange=
lung beſonderer Vorſchriften der Pfändung nur inſoweit
unter=
worfen, als ſie übertragbar iſt."
„Ausgeſchloſſen iſt die Abtretung ſogenannter
höchſtperſön=
licher Forderungen, bei denen für den Inhalt der Leiſtung die
Perſönlichkeit des Gläubigers ſo weſentlich iſt, daß der
mate=
rielle (objektive) Inhalt der Leiſtung durch Uebergang
auf einen anderen Gläubiger ſich verändern würde.” (Staudinger
Kom. zum B. G.B. zu 8 399 Bem. I 1.)
Als prägnante Beiſpiele der Unübertragbarkeit nennt
Stau=
dinger: „Leiſtung ärztlicher, anwaltlicher Dienſte, Lehrvertrag,
An=
fertigung eines Porträts, Dienſte des Redakteurs”. Hierher
ge=
hören auch die Dienſte des künſtleriſchen Theaterperſonals.
Gilt dieſe Unpfändbarkeit, für zivilrechtliche Anſprüche, ſo
trifft Gleiches bezüglich Steuerforderungen zu.
Dies ergibt ſich unzweideutig aus § 342 der
Reichsabgaben=
ordnung: „Die Verbote und Beſchränkungen, die für die
Pfän=
dung von Forderungen und Anſprüchen nach der
Zivilprozeß=
ordnung (s§ 850 bis 852) und anderen Reichsgeſetzen beſtehen,
gelten auch für das Zwangsverfahren”.
Eine den geſetzlichen Beſtimmungen hiernach zuwiderlaufende
Pfändung der genannten Forderungsrechte iſt nichtig und
rechts=
unwirkſam.
Der dem Vernehmen nach von der Heſſiſchen Regierung
wieder zurückgezogene Entwurf eines
Gewerbeſteuer=
geſetzes hatte die ſogen. freien Berufe der Gewerbeſteuer
unterſtellen wollen, wogegen die Intereſſenten Stellung
genom=
men haben.
Das württ. Geſverbeſteuergeſetz hat die Entſcheidung
dar=
über, welche Gruppen von Geſverbetreibenden als den freien
Berufen naheſtehend zu behandeln ſind, dem Finanzminiſterium
überlaſſen.
Nach §35 EStG. iſt nicht zu den Einkünften aus Gewerbe,
ſondern aus ſonſtiger ſelbſtändiger Bewfstätigkeit zu rechnen
der Erwerb aus freien Berufen, insbeſondere aus
wiſſenſchaft=
licher, künſtleriſcher, ſchriftſtelleriſcher, unterrichtender oder
er=
zieheriſcher Tätigkeit, aus der Berufstätigkeit der Aerzte,
Rechts=
anwälte, Architekten und Ingenieure. Als gewerbeſteuerfreie
unterrichtende Tätigkeit gilt auch die Erteilung von Unterricht in
Tanz, Gymnaſtik, Schwimmen, Turnen, Reiten und Fechten. Iſt
mit einer Unterrichts= oder Erziehungstätigkeit Verköſtigung und
Beherbergung der Schüler verbunden, ſo iſt Gewerbeſteuerpflicht
begründet, wenn die Verköſtigung und Beherbergung und der
damit angeſtrebte Gewinn gegenüber der unterrichtenden und
erziehenden Tätigkeit überwiegt. Soweit im übrigen im
Zu=
ſammenhang mit einer Unterrichtstätigkeit eine durch ſie nicht
notwendig bedingte gewerbliche Tätigkeit ausgeübt wird, liegt
Gewerbeſteuerpflicht vor, z. B. wenn ein Muſiklehrer nicht nur
gelegentlich Inſtrumente oder Noten an ſeine Schüler verkauft
oder wenn ein Tanzlehrer öffentliche Tanzunterhaltungen
ver=
anſtaltet.
Für die Frage der Gewerbeſteuerpflicht einer von einem Arzt
betriebenen Privatkranken=, Irren=, Heil= oder Kuranſtalt iſt
ausſchlaggebend, ob der Betrieb ausſchließlich oder überwiegend
der Ausübung des ärztlichen Berufs, Lehrzwecken oder
wiſſen=
ſchaftlichen Unterſuchungen dient; iſt dies der Fall, ſo iſt der
Betrieb gewerbeſteuerfrei, auch wenn die in die Anſtalt
aufge=
nommenen Perſonen von dem Arzt neben der ärztlichen
Be=
handlung auch die volle Verpflegung erhalten.
Der Apothekenbetrieb, iſt gewerbeſteuerpflichtig.
Die Ausübung der Berufstätigkeit der Zahntechniker — d. i.
die ſelbſtändige Ausübung der Zahnheilkunde, nicht auch die
techniſche Herſtellung von künſtlichen Zähnen — iſt im Geſetze
ausdrücklich für gewerbeſteuerfrei erklärt. Als ſteuerfrei ſind
auch Hebammen zu behandeln.
Als den freien Berufen naheſtehend ſind folgende Gruppen
von Gewerbetreibenden zu behandeln: Heilkundige, Maſſeure;
2. Inhaber techniſcher Bureaus; 3. Bücherreviſoren, Rechts=
rein beratender Tätigkeit; 4. Handelsvertreter, die
ausſchließ=
lich als Handlungsagenten im Sinne von § 84
Handelsgeſetz=
buches tätig ſind. Ein nur gelegentlicher Abſchluß eigener
Ge=
ſchäfte hebt die Begünſtigung nicht auf.
*Schutzgeſetze und 8 823, Abſ. 2 BGB.
Der Grundſtäcksberkauf nach der
Zahlungsein=
ſiellung und die Gläubigerbenachteiligung.
* Das Recht auf Aufwertung des zu ſpät
gezahlten Beamtengehalts.
* Die neuen geſetzlichen Beſtimmungen
im Kraftwagenverkehr.
Es iſt noch wenig bekannt, daß die Reichsverordnung über
den Kraftfahrzeugverkehr vom 5. Dezember 1925 durch eine
neue Verordnung vom 28. Juli 1926 in weſentlichen
Punkten geändert iſt. Wir geben hier Nachſtehendes wieder:
Der Begriff des Beginns der Dunkelheit iſt jetzt beſtimmt
worden: in den Monaten April bis September eine Stunde nach
Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang, in den
Wintermonaten eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bis
eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Alle beſpannten
Fuhr=
werke ſind zu beleuchten. Langholzfuhrwerke und gekoppelte
Fahr=
zeuge ſind doppelt zu beleuchten. Insbeſondere iſt zu vermerken:
Die Ladung muß ſo verteilt, verwahrt oder befeſtigt ſein, daß ſie
weder Perſonen oder Sachen beſchädigen oder verunreinigen noch
ſtarkes Geräuſch oder das Umſchlagen des Fahrzeuges verurſachen
kann. Am hinteren Ende des Fahrzeuges weit
herausra=
gende Ladungen müſſen an den Enden durch
Strohkränze, Lappen oder dergl, beſonders
kenntlich gemachtſein. Jedermann hat rechts zu fahren,
auchdasBauernfuhrwerk. Wer auf dem
Hauptverkehrs=
weg fährt, hat das Vorfahrtsrecht vor dem Fahrer auf dem
Nebenweg.
An Straßenbahnhalteſtellen iſt Schritt zu fahren,
ſofern keine Perſon in der Fahrbahn iſt oder zu kommen im
Begriffe iſt. Andernfalls iſt zu halten. Der Führer muß die
Abſicht, zu halten, durch ſenkrechtes Hochheben des Armes dem
hinter ihm Fahrenden anzeigen.
Der Führer darf den Wagen nur verlaſſen, wenn er
Vor=
ſorge getroffen hat, daß durch das ſtehende Fahrzeug keine Unfälle
entſtehen können. Er hat auch zu verhindern, daß Unbefugte das
Fahrzeug benützen können.
Die Abblendung darf nur ſoweit erfolgen, daß die Fahrbahn
auf 20 Meter zu überſehen iſt.
Aus einem in Stuttgart gehaltenen Vortrag iſt noch zu
erwähnen: Das Abſtoppverfahren iſt da und dort ſchon
abgeſchafft worden. Es iſt zu verlangen, daß an den gefährlichen
Punkten langſam gefahren wird. Das Abſtoppverfahren iſt
ent=
ſchieden abzulehnen, wie es auch ſchon durch das verſtändnisvolle
Entgegenkommen des Polizeipräſidiums in Stuttgart geſchehen iſt.
Von einem höheren Stuttgarter Polizeibeamten wurde nach
dem Vortrage noch mitgeteilt, daß dort dess Rauchen nach einer
Talfahrt oder nach dem Halten nur dann beſtraft werde, wenn
eslängere Strecken währe, etwa über 50 bis 80 Meter.
Wer links anſahren will, darf das dort nicht, indem er die Straße
einfach überquert. Es iſt durch irgendeinen Umweg oder
Seiten=
ſtraße die andere Seite zu geminnen.
konſulenten, Steuerberater und andere nicht nach § 35 Abſ. 1
Nr. 1 EStG. zu den freien Berufen gehörende Perſonen mit
Das Recht des Mieters auf gebrauchsfähige
Mieträume.
§ 823 Abſ. 2 verpflichtet den, der gegen ein den Schutz eines
anderen bezwechkendes Geſetz vorſätzlich oder fahrläſſig verſtößt,
zum Erſatze des daraus entſtehenden Schadens. Die
Vorſchrif=
ten des § 135 RGelvO. tragen ganz allgemein den Charakter des
Schutzgeſetzes, wie es § 823 Abſ. 2 BGB. vorausſetzt. In
glei=
chem Sinne hat das RG. die §8 120a bis 120e GewO. ſchon
mehrfach für Schutzgeſetze erklärt. Ebenſo die verwandten
Vor=
ſchriften in 88 5—7 des RG. betr. die Kinderarbeit in
gewerb=
lichen Betrieben vom 30. März 1903.
Ein gleiches Schutzgeſetz im Sinne des § 823 Abſ. 2 ſtellt
§ 366, Z. 2 RStG. dar. Hier, wo übermäßig ſchnelles Fahren
in Städten oder Dörfern unter Straſe geſtellt iſt, iſt es
begriff=
lich nicht ausgeſchloſſen, daß auch derjenige ſich der Uebertretung
ſchuldig macht, der fährt, ohne ſelbſt die Zügel in der Hand zu
halten. Wer ſich auf einem Wagen befindet, deſſen Kutſcher
über=
mäßig ſchnell (und zudem kreuz und quer und ohne Licht) fährt,
muß als verpflichtet gelten, dagegen einzuſchreiten, ſoweit ſich dazu
die Möglichkeit bietet. Billigt er aber das Verhalten des
Kut=
ſchers, weil er ſelbſt ſchleunigſte Beförderung wünſcht, und ſich
deshalb ſeine Art zu fahren gern gefallen läßt, dann macht er ſich
der Uebertretung nach § 366 Z. 2 StGB. ſelbſtändig ſchuldig,
wozu Fahrläſſigkeit ausreicht. Dieſe Vorſchrift trägt, wie alle
der Verkehrsſicherheit dienenden Vorſchriften, den Charakter
eines Geſetzes, das den Schutz des einzelnen Menſchen bezweckt,
der, auf die Verkehrsſicherheit vertrauend, zu Schaden kommt.
(Nachdruck verboten.)
Zum vollendeten Konkursvergehen nach § 239
Konkursord=
nung gehört die Eintragung ins Grundbuch. So hat der erſte
Strafſenat des Reichsgerichts in einer hefſiſchen Sache
entſchieden.
Der Konkursſchuldner hatte nach der Zahlungseinſtellung
ſein Grundſtück verkauft. „Der Begriff des Beiſeiteſchaffens iſt
erſt dann erfüllt, wenn eine rechtswirkſame dingliche
Ver=
änderung erfolgt iſt. Bei Grundſtücken wird dieſem
Er=
fordernis erſt dann Rechnung getragen, wenn die
Eintra=
gung im Grundbuch vorliegt. So lange dieſe nicht erfolgt
iſt, gehört das Grundſtück zur Konkursmaſſe und iſt den
Gläu=
bigern noch nicht entzogen. Dagegen kann in der Auflaſſung
ein Verſuch der Beiſeiteſchaffung gefunden werden.”
Das Reichsgericht billigt Gelderſatz zu, wenn der Hausbefitzer
nötige Inſtandſetzungsarbeiten nicht ausführen läßt.
Grundſätzliche Reichsgerichtsentſcheidung vom 24. Npvember 1926.
(Nachdruck verbot m.)
Die Brotbäckerei H. in Berlin hatte von den
bellag=
ten Hauseigentümern eine Bäckerei nebſt Laden und
Wohnräu=
men gemietet. Als der Backofen ſchadhaft geworden war,
ver=
langte die Klägerin deſſen Erneuerung. Da die Beklagten nichts
unternahmen, ließ die Klägerin den Backofen auf eigene Koſten
herſtellen. Sie fordert jetzt im Klagewege den Betrag von 5430
Mark von den Beklagten. Alle Inſtanzen — Landgericht und
Kammergericht zu Berlin und Reichsgericht — haben
zugunſten der Klägerin erkannt. Aus den
reichsgericht=
lichen Entſcheidungsgründen iſt zu dieſer
Entſchei=
dung folgendes von Bedeutung: Es handelt ſich um ein
Miet=
verhältnis, das durch das Vorhandenſein eines Backofens nicht
in ein Pachtverhältnis verwandelt wurde. Gemäß der §5 537,
538 BGB. hatten die Beklagten als Vermieter für die
Inſtans=
haltung des Backofens zu ſorgen. Die Klägerin hatte eine Friſt
zum Umbau geſetzt und dieſen nach fruchtloſem Ablauf der Friſt
ſelbſt vorgenommen. Da der Umbau notwendig war,
konnte die Klägerin die Ausbeſſerungen auf
eigene Koſten vornehmen laſſen. Hier kommt § 538
Abſ. 2 BGB. zur Anwendung, der weder durch § 28
Mieter=
ſchutzgeſetz noch durch § 6 Reichsmietengeſetz ausgeſchloſſen
iſt. Die Rüge der Reviſion, daß die hohen Koſten der
Inſtand=
fetzungsarbeit einem Vermieter nicht zugemutet werden könnten,
der nur einen Teil der Friedensmiete erhalte, iſt nicht ſtichhaltig.
Der Vermieter ſollte nicht mehr zu beanſpruchen haben, als die
ge=
ſetzliche Miete, mehr ſollte der Mieter nicht zahlen. Mit der Zahlung
der geſetzlichen Miete Hand in Hand geht die Verpflichtung
des Vermieters (8 20 RMG.) die Betriebs= u.—
Inſtandſetzungsarbeiten in dem Umfange zu
tragen, wie ſie ihn nach den Vorſchriften des
Bürgerlichen Geſetzbuchs auferlegt ſind. Wenn
im einzelnen ein tatſächlicher Ausgleich nicht herbeigeführt wiro,
ſo kann dies mit Rückſicht auf den Zweck des Geſetzes nicht
be=
rückſichtigt werden. Eine Einſchränkung dieſer Verpflichtung
enthält § 6 RMG. nicht, wie ſich aus der Begründung zu § 19
und § 20 RMG. ergibt. Der Standpunkt des Geſetzes iſt
dem=
nach folgender: Der Mieter iſt berechtigt, im Rahmen der
Vor=
ſchriften der 88 536 ff. BGB. die Ausführung notwendiger
In=
ſtandſetzungsarbeiten zu verlangen und erforderlichenfalls ſelbſt
zu veranlaſſen, andererſeits iſt der Vermieter verpflichtet, ſie
auf ſeine Koſten vorzunehmen oder dem Mieter die notwendigen
Aufwendungen zu erſtatten.
Neue Bücher.
Nach der Verordnung über die 12. Ergänzung der
Beſol=
dungsverordnung vom 12. Dezember 1923 hat der Beamte keinen
Anſpruch auf den Schaden, der ihm durch die verſpätete
Auszahlung des Gehalts und der Gebührniſſe entſtanden iſt.
Mit dieſem Ausſchluß wird aber nicht der durch die
Geldent=
wertung entſtandene Schaden mitumfaßt. Reichsgericht ſagt
darüber: Das, was Kläger verlangt, läßt ſich nicht bloß als
Schadenerſatz auffaſſen. Der jetzt noch ſtreitige Klageanſpruch
findet ſeine rechtliche Grundlage vielmehr ſchon in den von der
Rechtſprechung entwickelten Grundſätzen über Aufwertung.
Kläger verlangt letzten Endes nur die richtige Bemeſſung der
ihm geſchuldeten Beträge mit Rückſicht auf die zwiſchen
Fällig=
keit und Zahlung eingetretene Geldentwertung. Ein derartiger
Anſpruch deckt ſich nicht mit dem Anſpruch auf Erſatz des durch
die ſpätere Auszahlung entſtandenen Schadens und fällt
des=
halb, wie der Senat in dem R. G.3. Band 109 Seite 122
abge=
druckten Urteil ausgeführt und ſeitdem in ſtändiger
Recht=
ſprechung angenommen hat, nicht unter Artikel 7 der 12.
Er=
gänzung des Beſoldungsgeſetzes.
* Die Umfatzſteuererklärung zur Frühjahrsveranlagung 1927 nach
dem Umfatzſteuergefetz vom 8. Mai 1926 und den neueſten amtlichen
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Koppe, Rechtsanwalt, Hauptſchriftleiter der „Deutſchen
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I..
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Rheinſtrom, Rechtsanwalt am Oberſten Landesgericht München. Heft 2.
Das neue Aufwertungsgefetz dargeſtellt von Rechtsanwalt Dr. H. H.
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München.
Das Schrifttum über das neue Aufwertungsrecht iſt lawinenartig
angeſchwollen, ein Ende noch nicht abzuſehen. Das Schriftchen will „dem
Rechtskundigen zur Orientierung, dem Laien zur Einführung in das
Gefetz dienen‟. Ein weiteres Ziel hat es ſich nicht geſteckt. Als
Nach=
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I.
Han
[ ← ][ ][ → ] Nummer 90
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Seite 18
Donnerstag, den 31. März 1927
Nummer 90
33. Mittelrheiniſches Kreisturnfeſt
Zurmſtadt 2.24.
Ueber die Größe und Bedeutung des Mittelrheiniſchen Turnkreiſes
herrſcht innerhalb weiter Bevölkerungskreiſen, was aus vielen
Zweifels=
fällen hervorgeht, eine große Unklarheit und ſoll an dieſer Stelle
feſt=
geſtellt und veranſchaulicht werden, welche Ausdehnung der Kreis
zur=
zeit einnimmt, und aus welchen Gegenden Turngäſte zum Kreisturnen
zu erwarten ſind. Der 9. Mittelrheinkreis, der Deutſchen Turnerſchaft
angehörend, iſt der zweitgrößte derſelben an Ausdehnung ſowie
Mit=
aliederzahl und wird nur um einige Tauſend mehr Mitglieder vom 14.
ſtreis, welcher das Gebiet des Freiſtaates Sachſen umfaßt, übertroffen.
Mit welchen Beſucherzahlen man zum bevorſtehenden Kreisturnfeſt in
„umſtadt rechnen muß, geht am deutlichſten hervor, wenn man einen
Emblick über die Geſtaltung und Zuſammenſetzung des 9. Kreiſes, der
vor eg geſagt über zwei Drittel ſeiner Geſamtausdehnung zum befetzten
G=biet rechnet, gewinnt. Die Untereinteilung, der Kreiſe geſchieht in
einzelne Gque und weiſt der 9. Kreis 27 ſolcher nach. Der Reihenfolge
nach ſteht als Spitzenreiter und Gau 1 Heſſen, welcher ſich zum großen
Teil über die Provinz Oberheſſen und in öſtlicher ſowie weſtlicher
Rich=
tung bis Marburg bzw. Wetzlar ſich erſtreckt und zuſammen 149 Vereine
zählt, vowon wiederum die größten Vereine Gießen (Tv. 1846 und
M. 2. V.), Bad=Nauheim (Tv.), Friedberg (T. u. Splverg.), Marburg
(T. n. Spv. 1860) und Wetzlau einen Mitgliederbeſtand von 500—700
zäßlen. Zuſammen werden im Gau Heſſen 12389 Mitglieder gezählt.
In der Reihenfolge der Gaue folgt ſodann der Main=Gau mit einer
Geſamtmitgliederſtärke von 4402. Die größten Vereine beſitzen hier
F.chenheim/Hanau (Tv. 1860), Hanau (T. u. Fechtklub) ſowie (T. u.
Spverg.), Offenbach (Tgſ.), Bergen/Hanau und Klein=
Krotzenburg/Offen=
bach. An dritter Stelle folgt der Main=Rheingau, der mit ſeinen ihm
augeſchloſſenen Vereinen einen Beſtand von 8545 Mitglieder nachweiſen
kann. Im Zentrum des Gaues liegt die Feſtſtadt des diesjährigen
Kreisfeſtes Darmſtadt, die in der zuſammengeſchloſſenen Darmſtädter
Turnerſchaft über einen Mitgliederſtand von über 2000 Turnern verfügt,
wovon etwas mehr als die Hälfte auf die Tgmde. 1846 Darmſtadt
ent=
fällt. Sechs weitere Turnvereine des Gaues erreichen die Zahl von je
über 300 Mitgliedern, während ſieben weitere Vereine ziffermäßig einen
Mitgliederbeſtand von diber 200 Mitgliedern erreichen. Das Saargebiet,
der 4., 18. und 22. Gau — Saar=Blies, Blies= und Saargau — haben
eine Stärke von zuſammen 21 620 Mitgliedern. Die bedeuteſten Vereine
ſind im Saar=Bliesgau Saarbrücken (Mtv. u. Tv. 1848) mit 850 bzw.
1020 Mitgliedern, denen nur Saarbrücken/St. Johanner Vv. um etwa
200 Mitglieder weniger nachſteht. Neunkirchen im Bliesgau zählt
nahe=
zu 500 Mtiglieder. Weniger große Vereine finden ſich im Gebiete des
Saargaues vor; es erreichen nur fe zwei Vereine die Stärke von 300
bziv. 200 Mitgliedern. An Raum ſowie Mitgliederſtand und
vereins=
ſtärkſte Gau iſt der an 5. Stelle rangierende Gau Rheinheſſen der größte
innerhalb des Kreiſes. Mit 1027 Mitgliedern ſteht die Turngemeinde
Wörms an der Spitze dieſes Gaues, der am nächſten Turnv. 1817 Mainz,
als einer der älteſten Turnvereine der Deurſchen Turnerſchaft, mit 900
Vereinsangehörigen folgt. Ueber 500 Mitglieder beſitzen Alzey, Mainz=
Kaſtel und Nieder=Ingelheim. Eine Beſtandsziffer von über 300
Mit=
nliedern haben: Bingen, Gau=Algesheim, Gonſenheim. Lampertheim,
Ober=Ingelheim, Oſthofen und Pfeddersheim. 21 941 Mitglieder iſt der
Gefamtbeſtand, Rheinheſſen. Im Moſelgebiet liegen der 10., 14., 16.
und 27. Gau — Rhein=Moſel=, Mittel=Moſel=, Unter=Moſel= und
Moſel=
gau — die zuſammen 16 141 Mitglieder zählen. Die größeren Vereine
ſtellt hier Kobſenz (Tgſ. u. Tv. 1860) ſowie Trier. Von Gau 13 Main=
Taunus, 15 Wittel=Taunus und 19 Unter=Taunus iſt erſtgenannter mit
54 Gauvereinen und 11854 Einzelmitglieder der größere, während die
beiden letzteren aus 36 bzw. 25 Vereinen beſtehen, mit je etwas mehr
als 3000 Vereinsangehörigen. Die größten Vereine beſitzt hier der Main=
Taunusgau in Frankfurt=Rödelheim mit 561, Schwanheim a. M. 465
ſowie Frankfurt=Hedernheim und Griesheim a. M. mit je 400
Mitglie=
dern. Der kleinſte Verein in dieſem Gqu zählt 35 Mitglieder. Zahlen
von je über 7000 Mitgliedern erreichen Süd=Naſſau (Gau 6) 56 Vereine,
Nahe=Idar (Gau 7) 46 Vereine, Offenbach/Hanau (Gau 9) 15 Vereine,
Rhein=Nahe (Gau 12) 85 Vereine. In erſterem Gau, von den
letztge=
uannten vier Gauen, verfügt Wiesbaden über die größten Vereine und
zwuar T. u. Sportv. Eintracht mit über 800 und Turnerbund 700
Mit=
glieder. Das turnſporttätige Oberſtein im Nahe=Idargau kann einen
Tnunverein mit 1200 Mitgliedern ſein eigen nennen. Gau 9 ſieht an
erſter Stelle Offenbach Tv. 1824 mit gleichfalls 1200 Mitgliedern an der
Tete, während die Turngemeinde Hanau 1075 Mitglieder in der
Be=
ſtandserhebung zählt. Mit weniger großen Vereinen iſt der 12. Gau
geſegnet, deſſen größte Repräſentanten Kreuznach (Tv. und M. T. V.) mit
1104 bzw. 327 Mitglieder ſind. Ein großes Aufgebot von Feſtbeſuchern
dürfte der Gau 8, Turnerſchaft Frankfurt, der in ſeinen 28 Gauvereinen
zuſammen 13 592 Mitglieder zählt, von denen die beiden Groß=Frank
furter Vereine (Tv. 1860 und Eintracht) mit je über 1300 Mitgliedern
als Tabellenoberſte ſtehen, ſtellen. Von den Frankfurt eingemeindeten
Vororten ſteht den Frankfurter Vereinen mit 1148 Mitgliederm die
Bockenheimer Turngemeinde am nächſten, während Sachſenhauſen,
Bockenheim (Vorwärts), Bornheim, Niederrad (Tv.) je nahezu 700
Mit=
glieder aufbringen. Ueber 500 Mitglieder beſitzen die Turngeſellſchaften
von Sachſenhauſen und Niederrad. Die Zahl von über 400 ſtellt Turn=
Fechtklub Frankfurt ſowie Rödelheim (Tgſ.). Die im 11. Gau — Lahn=
Dill vereinigten 156 Vereine umfaſſen zuſammen 5891 Mitglieder, von
denen Limburg und Dillenburg als die mitgliederſtärkſten verzeichnet
ſind. Der am Main liegende 23. Gau, der ſich bis in den Speſſart hinein
zieht und daher den Namen Main=Speſſartgau trägt, hat eien
Mit=
gliederſtand von etwa 4000. Führende Vereine im Main=Speſſartgan
ſind die Aſchaffenburger (Tv. u. Tgſ.), die allein über 1200 Mitglieder in
ſich vereinigen. Der Aargau (17. Gau) erreicht wie der vorgenannte
(an Main=Speſſart die Zahl von 45 Gauvereinen, aber mur die Hälfte
Einzelmitglieder wie letztgenannter Gau. In demſelben Verhältnis zum
Aargau ſteht Gau 26 Hunsrück mit 44 Vereinen und 2017 Mitglieder.
Nahezu 3000 Mitglieder zählt Kinziggau (Gau 20) in 53 Vereinen mit
den größten an den Orten Gelnhauſen und Schlüchtern. Der 24. und
25. Gau: Feldberg und Odenwahld=Jahn halten ſich in der
Mitglieder=
zahl mit etwas mehr als 1000 die Wage, doch übertrifft erſterer den
letzteren etwas in der Vereinsziffer. Der Darmſtadt und dem Feſtgau
Main=Rhein benachbarte Gau 20, der Odenwaldgau, ſetzt ſich aus
55 Vereinen mit einer Geſamtmitgliederſtärke von 4479 zuſammen, deren
größte Vereine Michelſtadt und Groß=Zimmern, an die Grenze von je
200 Mitgliedern heranreichen. Darmſtadt als Feſtſtadt ſelbſt kann, wie
wvenige geeignet, aus allen Gegenden und Städte des Kreiſes, die
vor=
ſtehend näher erläutert ſind, bequem erreicht werden und iſt jene gerade
von den turnerreichſten Städten umgeben, ſodaß zweifelsohne eine
Maſſenbeteiligung am Kreisturnfeſt zu erwarten iſt. Zu den
benach=
barten Kreiſen wiederum liegt Darmſtadt ſelbſt wieder in denkbav
gün=
ſtigſter Lage, und ſo wird, auch das 33. Mittelrheiniſche Turnfeſt einen
Anziehungspunkt für jene bilden, zumal der Mittelrheinkreis auf
tur=
neriſchem Gebiete ſowie in allen organiſatoriſchen Arbeiten und
Tätig=
keit nur Vorzügliches in der Turnerſchaft ſtets geleiſtet hat, welches als
vorbildlich und fruchtbringend auf die Nachbarkreiſe gewirkt hat und
von denſelben übernommen wurde. So werden auch diesmal, wie in den
vorhergegangenen Kreisfeſten die Turnergeräte aus den benachbauten
Kreiſen 10 Baden, 11 Schwaben und dem 12. Kreis Bayem, die mit
ihren Grenzen nicht allzu weit von der Feſtſtadt Darmſtadt entfernt
liegen, nicht fehlen.
Sportverein Roßdorf—Fußballklub Offenthal, 1:5.
Eine verhältnismäßig hohe aber verdiente Niederlage mußte
Roß=
dorf am vergangenen Sonntag in ſeinem erſten Privatſpiel dieſes Jahres
auf eigenem Platze hinnehmen. Verdient inſofern, als Roßdorf nur mit
10 Spielern antrat, was auf eigenem Platze doch niemals vorkommm
dürfte. Hier ſcheint es ſehr an der nötigen Diſziplin zu fehlen und wäre
ſtrengeres Vorgehen gegen die Schuldigen ſehr angebracht. — Das
Spiel ſelbſt nahm einen ſehr fairen und ruhigen Verlauf und ſah in
der erſten Halbzeit meiſtens die Gäſte in Front, die bis zur Pauſe vier
Tore vorlegen konnten, während Roßdorf leer ausging. Auch nach der
Pauſe gelingt es Offenthal vorerſt, noch ein weiteres Tor zu erzieſen.
Dann ſcheidet einer der Gäſte wegen Verletzung aus, ſo daß beiderſeits
noch mit 10 Mann geſpielt wird. Nun gelingt es den Einheimiſchen, das
Spiel bis zum Schluß überlegen zu geſtalten. In ſchöner Kombination
geht es immer wieder bis vor des Gegners Tor, aber hier ſind die
Stür=
mer von einer geradezu rührenden Hilfloſigkeit. So werden unzählige
ausſichtsreiche Torgelegenheiten vermaſſelt und die beſten Chancen
ver=
paßt. Nur einmal gelingt es, den Gäſtetorwart zu überwinden und
wenigſtens das Ehrentor zu erzielen. — Wohltuend bei dem ganzen
Spiel wirkte die Ruhe im Gegenſatz zu den früheren Spielen, wo die
kauten Unterhaltungen der Spieler unter ſich und mit den
Schiedsrih=
tern an der Tagesordnung waren. Man ſieht, es geht auch ſo, und macht
vor allem auf die Zuſchauer einen viel beſſeren Eindruck, als das
dauernde Schreien und Relkamieren.:
And Tarnen.
Jugendſportkurſus Oſiern 1927.
In der Zeit vom 5.—14. April findet auf dem Stadion am
Böllen=
falltor ein Jugendſportkurſus ſtatt, wozu der heſſiſche Staat Mittel zur
Verfügung ſtellte. In dankenswerter Weiſe hat der Sportverein 98
ſeine Sportlehrer, Plätze und Geräte in den Dienſt der guten Sache
ge=
ſtellt. Zu dieſer Veranſtaltung ſind ſämtliche Vereine Darmſtadts und
Umgebung eingeladen, die dem DFB., dem ATB. und der DSB.
ange=
ſchloſſen ſind. Der Kurſus verfolgt den Zweck, die Jugend in die
Grund=
begriffe der Gymnaſtik und der Leibesübungen einzuführen.
Ein Doxpelerfolg des „Rot=Weiß” 22 Darmſtadt.
Die eifte Rennmannſchaft wird mit Krichbaum, Geſſer 1, Gefſer 2 und
Hefſel Waldlaufmeiſter der Kl. B im F. L.f.L. — Krichbaum wird in
derfelben Klaſſe Verbanbsmeiſter im Einzellauf.
Die Leichtathleten der D2er hatten am letzten Sonntag ihren
gro=
ßen Tag. Sie belegten auf den Meiſterſchaften in Mörfelden drei
erſte, zwei zweite und einen dritten Platz.
Im Mamſchaftslaufen Kl. B belegten ſie mit 25 Punkten vor
allen Gemeldeten den erſten Platz. Ebenſo gewannen ſie in der oben
ge=
nannten Reihenfolge den Einzellauf derſelben Klaſſe vor den
Favori=
ten aus Frankfurt und Wiesbaden. Ganz beſonders konnte der gute
Lauf von Krichbaum gefallen, der von neuem wieder ſeine Klaſſe unter
Beweis ſtellte.
Im Jugendlauf ſiegte wieder A. Blind, wie zu erwarten, trotz
ſeinem Verlaufen, vor dem beſten Jugendmaterial des Frankfurter
Ver=
bandes. Auch er berechtigt zu großen Hoffnungen. Im
Mannſchafts=
laufen für Jugend belegten die Mannen Blind, Neff, Hebeiſen und
Kornmeyer nach hartem Kampfe den zweiten Platz mit 38 Punkten vor
Sportverein 98, hier, mit 39.
Rot=Weiß 22 hatte alſo wieder von neuem bewieſen, daß ſeine
Mannſchaften in weiter Umgebung keine Gegner zu fürchten brauchen.
Dies ſind gewiß ſchöne Erfolge dieſer immerhin noch jungen Abteilungen.
(Wir bringen dieſen Bericht über die Erfolge von Rot=Weiß 22 in
Mörfelden am vergangenen Sonntag nachträglich, da in unſerer
Mon=
tag=Nummer bedauerlicher Weiſe einige Unrichtigkeiten enthalten ſind,
die durch die obenſtehenden Ausführungen richtiggeſtellt oder ergänzt
werden ſollen. D. Red.)
Entſcheidungsſpiel um die Meiſterſchaft der Jugendklaſſe des Beziuks
Starkenburg.
Nachdem vor einigen Wochen die Verbandsſpiele der Jugendklaſſe
ihren Abſchluß gefunden hatten und zwei Vereine mit gleicher
Punkt=
zahl an erſter Stelle ſtehen, muß, um den Meiſter zu ermitteln, ein
Entſcheidungsfpiel ſteigen. Dasſelbe findet am kommenden Sonntag,
den 3. April, auf dem Platze des FC. Union, Heidelbergerſtraße, ſtatt.
Die Anwärter auf die Meiſterſchaft ſind die beiden erſten
Jugendmann=
ſchaften von „Rot=Weiß, V.f.L., und Sportverein 98 Darmſtadt. Da
beide Mannſchaften als gleichwertige Gegner zu bezeichnen ſind, wird
es ein hartes Ringen um den Sieg koſten und es dürfte bei der
Darm=
ſtädter Handballgemeinde für dieſes Spiel das nötige Intereſſe nicht
fehlen. Das Treffen ſteigt um 10 Uhr vormittags, und es ſollte ein
jeder Sportler ſeinen Sonntagsmorgen=Spaziergang nach dem
Sport=
platz auf der Heidelbergerſtraße einſchlagen.
FC. Union—Fußballvereinigung 08 Kaſtel. Liga.
Die erſte Mannſchaft begibt ſich am kommenden Sonntag nach
Mainz=Kaſtel, um gegen die Liga=Mannſchaft der dortigen
Fußballver=
einigung ihr fälliges Rückſpiel zu abſolvieren. Im Vorſpiel konnten
die Kaſteler einen knappen Sieg (3:1) mit nach Hauſe nehmen, ob ſich
die Unioniſten revanchieren, iſt eine Frage der Zeit. Kaſtel iſt auf
ſeinem Platze ein gefährlicher Partner.
Die Handball=Meiſterſchaft in den DSB.=Verbänden.
Die Meiſterſchaftskämpfe in den Landesverbänden der DSB. ſind
ſoweit gediehen, daß ſpäteſtens in vierzehn Tagen alle Verbandsmeiſter
feſtſtehen werden und dann ſomit der Endkampf um die deutſche
Hand=
ball=Meiſterſchaft der Sportler beginnen kann. Eine Reihe von
Landes=
verbänden konnte den Titel bereits vergeben. So Süddeutſchland,
wo ja bekanntlich der Sportverein 98 Darmſtadt wieder in Front blieb.
und der Baltenverband, der den Stettiner SC. Greif in die
Endſpiele um die „Deutſche” ſchickt. Auch Weſtdeutſchland hat
nun ſeinen Meiſter. Im entſcheidenden Spiele trennten ſich die beiden
Titelanwärter Polizeiſportverein Remſcheid und SpVg. Oberhauſen 2:2.
Da aber die Remſcheider Poliziſten einen Punkt Vorſprung hatten,
ge=
nügte ihnen dieſes Unentſchieden, um den Titel an ſich zu bringen. —
In Berlin ſtieg das erſte der beiden Endſpiele zwiſchen den
Abtei=
lungs=Meiſtern Polizeiſportverein Berlin und Brandenburg Berlin. Wie
man erwartete, behielten die Poliziſten mit 5:2 (3:0) ſicher Oberhand.
Sie benötigen nun aus dem Rückſpiel nur einen Punkt, um den Titel
ſicherzuſtellen. Dieſer eine Punkt dürfte aber dem deutſchen Meiſter wohl
leicht zufallen. Der gefährlichſte Rivale für die Polizei iſt in Berlin
Siemens, und den hat ſie ja ſchon in den entſcheidenden Spielen um die
Abteilungsmeiſterſchaft niedergerungen. — Mitteldeutſchland
wwird am 3. April ſeinen Meiſter nennen können, da an dieſem Tage das
Endſpiel zwiſchen dem Titelverteidiger Pol.=Sp.=V. Halle und der
Dres=
denſia Dresden ſteigt. Auch die Damen beſtreiten an dieſem Tage das
Schlußſpiel; hier treffen Viktoria Magdeburg 96 und Guts Muts
Dres=
den aufeinander. Gleichfalls am 3. April fällt die Entſcheidung in
Norddeutſchland zwiſchen dem Titelverteidiger Polizeiſportverein
Hamburg und dem Polizeiſportverein Hannover. Die Meiſterſchaft der
Damen wird am gleichen Tage zwiſchen St. Georg 1816 Hamburg und
SV. Güſtrow entſchieden.
Wettkampfabend des V. f. L. Rot=Weiß 1922.
Sportintereſſenten werden nochmals auf den heute abend halb 8 Uhr
ſtattfindenden Wettkampfabend des V. f. L. Rot=Weiß aufmerkſam
ge=
macht. In anbetracht deſſen, daß die zweimonatliche Ruhepauſe die
Schwimmer bis zu Beginn des Sommers von der Oeffentlichkeit
fern=
hält, dürfte der Beſuch dieſer letztem Schwimmſportveranſtaltung zu
empfehlen ſein.
Die Kreismeiſterſchaften im Boxen am 2. und 3. April in Biſchofsheim.
D. A. S. V. 1891.
Am kommenden Sonntag finden in Biſchofsheim die
Kreismeiſter=
ſchaften des 2. Kreiſes im Fauſtkampf ſtatt. In ſechs Gauen des
Kreis=
gebietes wurde die Spren vom Weizen geſiebt und die zwei erſten
Sieger jeder Gewichtsklaſſe kämpfen um den Titel Kreismeiſter des
zweiten Kreiſes. An den Kämpfen innerhalb der Gaue gemeſſen, wird
die Veranſtaltung, was Teilnehmerzahl ſowohl, wie ſportliches Können
anbetrifft, ihre Vorgänger weit überragen. Im vorigen Jahre litten
die Kämpfe vielfach dadurch, daß jeder zum Start zugelaſſen war, alſo
Qualitätskämpfe erſt gegen Ende einſetzten. Die Säuberungsaktion
innerhalb der Gaue bringt es mit ſich, daß in dieſem Jahre in
Biſchofs=
heim von Anfang bis zu Ende der Kämpfe ſpannende Treffen zu ſehen
ſind, welche ſelbſt verwöhnte Anſprüche befriedigen können.
Voraus=
ſagen fallen gerade in dieſem Jahre ſehr ſchwer, denn überall ſind neue
Leute aufgetaucht, welche auch ſehr wohl imſtande ſein können, den alten
Titelhaltern das Leben recht ſauer zu machen. Wenn auch bei älteren
erfahrenen Kämpfern die größere Ringerfahrung ſchwer ins Gewicht
fällt, ſo iſt doch nicht zu vergeſſen, daß der Fauſtkampf der Jüngeren
an Härte ſehr zunimmt, und es wäre das größte Uebel, wenn ſo ein
alter Rinafuchs den jungen Dachs über die Schulter anſehen wollte.
Selbſtüberhebung hat ſich ſchon immer gerächt, beſonders beim Sport.
Und nun noch einige Worte über den Veranſtalter. Der Athletenklub
Biſchofs heim, welcher, nebenbei bemerkt, das größte Anſehen innerhalb
ſeiner Vaterſtadt genießt, hat es ſchon immer verſtanden, Feſte zu feiern.
Und er hatte ſie um ſo leichter zu feiern, da das geſamte Städtchen
ge=
ſchloſſen das Feſt unterſtützte und ſo dazu beitrug, bei den
Feſtteilneh=
mern Eindrücke zu hinterlaſſen, welche eben beim Sportsmann nie
ver=
geſſen werden. Sei es die Erinnerung an die wirklich einzige
Gaſt=
freundlichkeit der Biſchofsheimer Einwohnerſchaft, oder an die
hervor=
vagenden Ehrengaben, welche die Sportfeſte des Athletenklubs
Biſchofs=
heim von jeher auszeichneten. Feſt ſteht, daß es am nächſten Sonnta
n Stelldichein ſämtlicher Fauſtkämpfer des zweiten Kreiſes gibt.
Mögen aute Ring= und Punktrichter den Kämpfen ein ſportliches
Ge=
präge geben, auf daß die diesfährigen Kreismeiſterſchaften des zweiten
Kreiſes als weiteres Ruhmesblatt im Kranze der boxſportlichen
Ver=
anſtaltungen hinzugefügt werde:
Rudern.
Der Ruderſport in Darmſtadt.
Darmſtadt, bekannt als Hochburg im Süddeutſchen Schwimmſpork,
hat bisher ruderſportlich wenig von ſich hören laſſen. Wo ſollte man
auch in Darmſtadt ſportliches Rudern pflegen können? Vor dem Kriege
waren es einige ſportbegeiſterte Studenten, die mit ihren Motorrädern
zum Altrhein bei Erfelden fuhren, um zu rudern. Sie hatten
ſich eine Bootshalle errichtet, und zwei Gig= und ein Rennvierer bildeten
ihr Bootsmaterial. Durch den Krieg flog dieſe akademiſche Rudergruppe
vollſtändig auf. Der Darmſtädter Schwimmklub „Jung=
Deutſchland” unter der Leitung ſeines Vorſitzenden, Medizinalrat
Dr. Friedrich, kaufte Bootshalle nebſt Inventar auf. Ruderſportliches
Leben entwickelte ſich aber erſt nach dem Kriege, als die Brüder
Pfann=
nüller, Dipl.=Ing. Mayer und Dr. Schäfer als erfahrene Ruderer der
Abteilung beitraten. Aber nur ſchwer konnte ſich die Abteilung weiter
entwickeln. Geldnot und beſonders die Beſetzung durch die Franzoſen
warfen ſie in ihrer Endwicklung ſtark zurück. 1923 erfolgte die
Auf=
nahme in den Deutſchen Ruderverband. Auf
Wander=
fahrten trat man bald in freundſchaftliche Beziehungen zu anderen
Ver=
bandsvereinen. 1925 trat die Abteilung zum erſten Male an die
Oeffent=
lichkeit anläßlich der Binger Herbſtregatta. Infolge Niemenbruchs des
Schlagmanns konnte die Mannſchaft damals nicht ihr volles Können
entfalten. 1926 auf der Mainzer Regatta ſchlug ſie ſich wiederum wacker
gegen ſtarke Konkurrenz und belegte zwei dritte Plätze. Heute iſt die
Auswahl unter den aktiven Ruderern größer, und unter der ſportlichen
Leitung von Herrn Dr. Schäfer wird auch dieſes Jahr die Abteilung
ihren Mann ſtellen.
Der Abteilung ſteht heute neben ihrer Bootshalle ein idylliſch
gelegenes Landhaus als Heim zur Verfügung, was natürlich für ein
ernſthaftes Training von nicht zu unterſchätzender Bedeutung iſt.
Sport=
lich wird zwar nicht das zu erreichen ſein, was Darmſtadts Schwimmer
heute darſtellen. Das liegt ſchon in der weiten Entfernung zwiſchen
Wohnung und Bootshaus begründet (eine halbe Stunde Bahnfahrt und
dann noch 15 Minuten zu Fuß). Aber die Begciſterung zum Ruderſport,
die in unſeren Reihen herrſcht, hofft Darmſtadts Namen auch im
Ruder=
verband zu Ehren zu bringen.
86. Fraukfurter Ruderregatta.
Die diesjährige große Frankfurter Ruderregatta findet als
inter=
national ausgeſchriebene Veranſtaltung am 25. und 26. Juni ſtatt. Die
klaſſiſche Regattaſtrecke auf dem Main wird zweifelsohne wieder die ir
deutſchen Ruderſport führenden Vereine im Wettbewerb ſehen.
Ins=
geſamt ſind 24 Rennen, von denen je 12 an einem Nachmittag
ausge=
fahren werden, zur Ausſchreibung gekommen.
Die Rheinmeiſterſchaft im Einer.
Die Rheinmeiſterſchaft im Einer, die abwechſelnd in Mainz und
Mannheim zum Austrag gelangt, wird diesmal im Rahmen der
inter=
nationalen Mainzer Regatta (11./12. Juni) ausgerudert. Verteidiger
des Preiſes iſt Jakob Buhl von der Frankfurter R=G. Oberrad.
Reitkonkurrenzen.
Preis vom Hippodrom. 1. Prinz Fr. Sig. v. Preußens Sandaron
(Beſ.); 2. Maj. Rüdels Chef (Becker); 3. Alſter; 4. Blankenburg. —
13 Teilnehmer.
Preis vom Main. (Materialprf. f. Reitpf.), leichte Abt.: 1. Prinz
Fr. Sig. v. Preußens Sandaron (Beſ.); 2. Frau Dr. Weidlichs Alſter
(H. Kreißig); 3. Skalde. 10 Teiln. — ſchwere Abt.: Frhr. v. Langens
Herold (Beſ.); 2. Stall Friedrichshofs Kavalier (Eckhardt); 3. Zigeuner.
7 Teilnehmer.
Preis von Niederrad. (Reitprüf. Kl. M): 1. Prinz Fr. Sig. v.
Preu=
ßens Heiliger Speer (Beſ.); 2. Frhr. v. Lüdinghauſens Herold (Frhr.
v. Langen); 3. Kavalier; 4. Schwabenmädel. 9 Teilnehmer.
Preis von Darmſtadt. (Eignungsprüf. f. Reitpf.), leichte Abt.: 1.
Prinz Fr. Sig. v. Preußens Blankenburg (Beſ.); 2. Stall
Friedrichs=
hofs Jſolde (Eckhardt); 3. Alpenglocke; 4. Utamaro; — ſchwere Abt.:
1. Hptm. Hartmanns Defket (Beſ.); 2. Baronin Oppenheim Morgenrot
(Günther); 3. Tahtris. 6 Teilnehmer.
Preis der Stadt Frankfurt. 1. Frhr. v. Langens Goliath (Bef.);
2. Prinz Fr. Sig. v. Preußens Heiliger Speer (Beſ.); 3. Herold (Frhr.
v. Langen); 4. Skalde. 9 Teilnehmer.
Paarklaffe. (Eignungsprüf. f. Reitpf.), leichte Abt.: 1. Frhr. von
Holtzing=Berſtett/Baronin v. Oppenheim; 2. Prinz und Prinzeſſin Fr.
Sig. v. Preußen; 3. Frhr. v. Langen/Hans Andrege; — ſchwere Abt.:
1. Frau Elſe Stern=Roth/Aug. Mouſon; 2. Mafor Winterer/Hauptm.
Hartmann; 3. Prinz und Prinzeſſin Fr. Sig. v. Preußen.
Springkonkurrenzen.
Preis vom Erlenhof (Amaz.=Jagdſpr): 1. Bar. Oppenheims Hein
(Bef.), fehlerlos 1:08 Min.; 2. Hofrat Aldenhovens Blacker (Frau Bau=
Jiann), fehlerlos; 3. Paul Heils Preuße (Frl. Heil), 3 Fehler. 7 Teiln.
Preis des Sportkartells Frankfurt. Jagdſpringen. 1. Aug.
Mou=
ſons Niobe (Paul Heil), fehlerlos 1:29 Min; 2. Paul Heils Preuße
(Beſ.), fehlerlos: 3. van Gülpens Dikki Bigmanns (Oblt. Betzel), 3
Feh=
ler. 35 Teilnehmer.
Preis vom Park=Hotel. Jagdſpringen. 1. Bahr. Reitſchules
Bel=
lonia (Lange), fehlerlos 1:37 Min.; 2. Frhr. v. Langens Falkner (Beſ.),
3 Fehler; 3. deſſen Cyranv (Beſ.), 5 Fehler. 28 Teilnehmer.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 31. März. 1.30: von Kaſſel: Haydn. Ouv. „Die
unbewohnte Inſel” — Trio in F=Dur. — Sinf. in G=Dur.
Ochſenmenuett. — Fant. a. Haydns Werken. O 3.30: Stunde der
Jugend. Fr. Grebenſtein: „Der Frühling iſch do!” — Für Kinder
vom 12. Jahre ab. O 4.30: Hausorch.: Schubert. Ouv. „
Al=
phonſo und Eſtrella”. — Andante a. d. Trio in B=Dur. — Drei
Lieder von Goethe. — Allegro a. d. Fünſten Sinfonie. — Ouv.
im italieniſchen Stil. — Zwei Balladen von Goethe. — Andante
aus der Vierten Sinfonie in C=Moll. — Deutſche Tänze. O 5.45:
Leſeſtunde: Aus. Die Kultur der Renaiſſance in Italien” von
Burckhardt. O 6.15: von Kaſſel: W. Heerdt: „Antennenbau und
Rechtsfragen”. O 6.45: Dr. Michel: Die ſozialen Gefahren des
Alkoholmißbrauchs” O 7.15: K. E. Schmidt: „Römiſcher Brief”.
O 8.15: Gaſtſpiel Sander=Graef: „Der fidele Bauer” Operette von
Fall. Anſchl.: Jazz=Konzert.
Siutigart.
Donnerstag, 31. März. 1.10: Konzert. O 3.50:
Haus=
wirtſchaftl. Frauenſtunde. O 4.15: Konzert. Mühlberger:
Kaiſer=
jäger. — Ohlſen: Walzer. — Humphries: Pierrots Abſchied. —
Mehul: Ouv. Die Jagd. — Nicolai: Fant. Die luſtigen Weiber
von Windſor. — Lindſay: Czardas. — Lacombe: In Spanien.
In Rumänien. In Italien. — Dicker: Zigeunerparade. — Einl.:
Maria Hendrichs. O 6.15: Dramaturgiſche Funkſtunde (
Schau=
ſpiel). O 6.45: Baſtelſtunde. O 7.15: Prof. Verweyen: Geiſtigkeit.
O 8: Sinfonie=Konzert. Leit.: Kapellm. Kurtz. Tſchaikowsky:
Sinfonie Nr. 6 (Pathetique). — Anſchl.: „Die Wadlſtrümpf” luſt.
Sendeſpiel nach Carl Schönherr. Perſ.: Die alte Burgel: Lina
Berger; Lex: K. Köſtlin; Michel: F. Höger; Katl: Elſa Pfeiffer;
der Wirt: L. Puſchacher; der Sprecher: Th. Brandt.
Berlin.
Donnerstag, 31. März. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
O 4: Prof. Marcuſe: Das Geſetz der Schwerkraft im
Himmels=
raum. O 4.30: Kapelle Gebr. Steiner. Möllendorf: Parademarſch.,
— Reißiger: Ouv. Felſenmühle. — Strauß: Roſen aus dem Süden,
— Delibes: Fant. Lakme. — Lubbe: Liebesſzene. — Ralf:
Andante appaſſionata. — Fresoc: Die launiſche Spieldoſe. —
Catalani: Danza aus Loreley. O 6.30: Dr. Ing. Sinner: Techn.
Wanderungen durch Süd=Bayern. O 7.05: Spaniſch. O 7.30: Prof.
Pahl: Die Leiſtungen des mathematiſchen Jahrhunderts. O 8:
Einf. zu dem nachf. Orch.=Konzert. O 8.30: „Brahms”. Nänie
für Chor und Orch. (Funkchor). Rhapſodie aus Goethes Harzreiſe
im Winter, für eine Altſtimme, Männerchor u. Orcheſter (Hildegard
Gajewska, Alt; Funkchor). Sinfonie Nr. 2. D=dur, op. 73.
O 10.30: Tanzkapelle Hoffmann.
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 31. März. 2.30: Die
Nah=
rungsmnittelgeſetzgebung. O 3.30: Senator Dr. Stubmann: Albert
Ballin, ein deutſcher Reeder. O 4: Dr. Freyhan: Das deutſche
Drama um die Wende des Jahrh. O 4.30: Lehrer Konetzki: Die
heimatkundlichen Studienfahrten des Jahres 1927 des
Zentral=
inſtituts. O 5: Dr. Harmſen: Gedanken zur Bevölkerungspolitik
unſeres Auslandsdeutſchtums. O 5.30: Prof. Dr. Windelband:
Bismarcks auswärtige Politik. O 6: Reg.=Präſ. Dr. Kutſcher:
Der Rundfunk als landwirtſchaftliches Bildungsmittel. O 6.30: G.
van Eyſeren, C. M. Alfieri: Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 6.55:
Dr. Fechter: Dichterſtunde: „Bachofen”. O 7.20: Prof „Dr.
Ein=
ſtein: Zum 200. Todestage Jſaac Newtons.
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Donnerstag, den 31. März 1927
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1927, bleibt das Amt wegen der
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Büfett, 1 Vertiko.
Darmſtadt, den 31. März 1927.
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(Kahlhieb).
264 rm Kiefern=Scheit
Knüppel
76 rm
„Stöcke
78 rm
öffentlich verſteigert.
Gegen ſichere Bürgſchaft wird
Zah=
lungsfriſt bis Martini 1927 bewilligt.
(5483ds
Günſtige Abfuhr.
Zuſammkunft an der Holzbrücke.
Pfungſtadt, den 28. März 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Schwinn.
Siermarkt
Aade
zu verkaufen (*2560
Wilhelmſtraße 30, II
19—2 Uhr.
Mie
Schäferhund
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zu verk. Pfungſtadt,
Nügnerſtr. 6 (54620t
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vormittags 10 Uhr, verſteigere ich
in meinem Verſteigerungslokale
Bleich=
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fortige Barzahlung:
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1 Ausziehtiſch, 2 Seſſel, 3 Stühle, ein
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2 Nachttiſche, 2 Stühle, 1 Hocker, zwei
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Darmſtadt, den 30. März 1927.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 90
Donnerstag, den 31. März
Vom ſüddeutſchen Weinmarkt.
Nachdem der Kampf um die Getränkeſteuer wenigſtens vom
Stand=
punkte der Winzer aus zu dem gewünſchten Ziel geführt hat, ſteht wieder
die Gefahr der begünſtigten Einfuhr franzöſiſcher Weine mehr im
Vor=
dergrunde der weinbaulichen Intereſſen. Frankreich darf zugunſten der
Einfuhr deutſcher chemiſcher Produkte ein beſtimmtes Weinkontingent zu
begünſtigten Zollſätzen nach Deutſchland einführen. Damit iſt dem
Wein=
bau ein neues ſchweres Opfer auferlegt worden.
In den einzelnen Weingebieten iſt man weiterhin durch das in den
letzten Tagen wieder etwas günſtiger gewordene Wetter mit
Wingert=
arbeiten beſchäftigt. Zur Vermeidung der Schäden, die durch
Frühjahrs=
fröſte eintreten können, hat man neuerdings Verſuche in Bernkaſtel
unternommen, die durch Benebelung der Weinberge verhindern will, daß
die Sonnenſtrahlen die gefrorenen Geſcheine und Triebe zum Platzen
bringen. Bei einem Verſuch wurden in den Weinbergen in
Entfernun=
gen von 30—40 Meter Holzfeuer angelegt, die mit Teer übergoſſen
wur=
den, ſo daß nach etwa einſtündigem Räuchern eine recht gute
Verdunke=
lung der Sonnenſtrahlen feſtzuſtellen war. Bei einem anderen Verſuch
wurde eine völlige Vernebelung durch ſogenannte Vernebelungsrollen mit
einem chemiſchen Mittel erreicht. Die Nebelſäule aus dieſen Nollen
ver=
teilte ſich fächerartig nach allen Seiten und ſank dann. Die Verſuche, die
als vollkommen befriedigend angeſehen werden, ſollen fortgeſetzt werden.
Falls dieſer Plan ſich takſächlich als praktiſch vorteilhaft erweiſen ſollte,
wüirde den Winzern manch erheblicher Schaden vermieden werden.
Im Rheingaugebiet haben die Reblausvernichtungskommiſſionen ihre
Arbeit begonnen, um die verſeuchten Weinberge nach den
reichsgeſetz=
lichen Beſtimmungen zu vernichten. Die Winzer fordern aber eine
er=
heblichere Entſchädigung und in Hallgarten kam es deswegen zu Szenen,
die den Landrat von Rüdesheim veranlaßten, auf Wunſch der Winzer die
weiteren Vernichtungsarbeiten vorläufig einzuſtellen. Im Weinhandel
erzielten bei den letzten Verſteigerungen im Rheingau Geiſenheimer
1924er 790, 1925er 880—1440 Mk., Johannisberger 920—1140 Mk., alles
per Halbſtück. In Rheinheſſen erzielten Nierſteiner 1926er 2200—2400
Mark per 1200 Liter. Der 1926er iſt in den Nierſteiner Kellern bereits
recht knapp geworden. In Mommenheim gingen mehrere Poſten 1926er
zu 1270 und 1330 ſowie 1925er zu 1425 Mark das Stück ab. Die
Wein=
bergsarbeiten nehmen guten Fortgang. Das Holz iſt gut ausgereift. Der
Handel zeigt eine gewiſſe Zurückhaltung. In der Rheinpfalz halten ſich
die Reben noch in ihrer Entwicklung zurück. Der Rebenſchnitt iſt
voll=
ſtändig an der Oberhaardt beendet. Die Nachfrage nach Wein ſtockt. Bei
den letzten Verſteigerungen wurden im Hambach für Gewächſe des
Wein=
gutes Grohé durchſchnittlich 1515 Mark für das Fuder erzielt.
Dürk=
heimer 1925er erzielte 1620—5110 Mark, Spielberg Ausleſe 7000 Mk. und
Spielberg Erdbeerenausleſe ſogar 12600 Mark beim Verkauf (Karl
Esweinſche Gutsverwaltung). Deidesheimer erbrachte 2840—6810 Mark
Ruppertsberger 1930—3920; Ungſteiner 2260—2610 Mk., 1924er
Spiel=
berg Dürkheim Beevenausleſe erzielte 6600 Mk., alles je tauſend Liter.
Im badiſchen Weingebiet wurden auf dem Müllheimer Weinmarkt recht
hohe Preiſe erzielt. Das Hektoliter 1926er erzielte zwiſchen 100—160
Mark, 1921er 120—170, 1923er 130—180 Mk., Markgräfler 1924er 200
Mk. und Müllheimer Rotwein des gleichen Jahrganges 225 Mk., 1925er
koſteten 130—150 Mk., Flaſchenweine dieſes Jahrganges 2,75 Mk. und
2,80 Mk. In Franken hat der Rebſchnitt begonnen. Die Erd= und
Dung=
arbeiten ſind beendet. Es zeigt ſich Mangel an Tragreben, beſonders in
jenen Lagen, die im vorigen Jahre durch den ſtarken Froſt gelitten
haben. Bei der Verſteigerung des Eſcherndorfer Winzervereins in
Unterfranken erbrachten je 600 Liter 1925er 792—2107 Mk., 1921er für
je 50 Boxbeutel Eſcherndorfer Lump Sylvaner Ausleſe 210—205 Mk.,
Edelausleſe 250 Mark.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. März.
Es zeigt ſich jetzt immer mehr, daß zum Ultimo noch eine Menge
Blankoabgaben einzudecken ſind. Wenn auch heute wieder einige
Kun=
denaufträge vorlagen, ſo waren dieſe doch bei weiem nicht hinreichend,
um eine derartige Aufwärtsbewegung herbeizuführen, wie ſie in der
Tat eingetreten iſt. Beſonders einige in der letzten Zeit
zurückgeblie=
bene Papiere konnten ſich gut erholen, wie Buderus und A.E.G.
An=
geregt wurde der Maxkt auch etwas durch neue Gerüchte von einem
wahrſcheinlich im April ausbrechenden Streik der amerikaniſchen
Kohlen=
arbeiter. Aus dieſem Grunde waren auch beſonders die Montawwerte
weiter ſteigend. Gelſenkirchen, Harpener. Mannesmann, Phönig und
Stahlverein gewannen weitere 2 bis 3 Prozent, Rhein. Braunkohle
3½ Prozent und Rheinſtahl ſogar 4 Prozent, ebenſoviel Buderus. Recht
feſt waren ferner Elektrowerte. A. E.G. zogen 5 Prozent, Bergmann
3 Prozent, Schuckert 3 Prozent und Siemens u. Halske 5½ Prozent an.
Etwas lebhafter waren auch J. G. Farbeninduſtrie mit plus 2½ Proz.
Für die Banken ergaben ſich Steigerungen von durchweg 1½ Prozent,
Mitteldeutſche Creditbank plus 7 Prozent bei ſtarkem Materialmangel.
Auch die deutſchen und ausländiſchen Renten wurden durch die feſte
Tendenz auf den Aktienmärkten etwas angeregt und feſter. Die feſte
und lebhafte Stimmng erhielt ſich auch im weiteren Verlaufe.
Ver=
einzelte kleine Kursrückgänge wurden durch andere Steigerungen mehr
als ausgeglichen. Später entickelte ſich dann aber noch eine größere
Nachfrage nach Banken. Namentlich Dresdner Bank, die in der zweiten
Börſenſtunde noch 4 Prozent gewinnen konnten, waren ſehr begehrt.
Tägliches Geld infolge ſtarker Nachfrage 6 Prozent.
Die Abendbörſe war nicht einheitlich feſt. Gefragt und höher
lagen noch Elektrowerte unter Führung von Siemens u. Halske, ſowie
Bankaktien, beſonders Mitteldeutſche und Dresdner Bank. Montanwerte
teilweiſe in Realiſation. Farbeninduſtrie leicht erholt. Die Umſätze
blie=
ben bis zum Schluß nicht beſonders lebhaft. Deutſche Anleihen etwas
freundlicher. Man nannte Danat 282. Diskonto 187/s, Commerzbank
208. Mitteldeutſche Kreditbank 265, Deutſche 190,5, Dresdner 192,5, Zell=
ſtoff Waldhof 274; Daimler 122,5; Adler Kleher 137,75; Deutſche Erdöl
197, Scheideanſtalt 239,75, Metallbank 166, Farbeninduſtrie 316,,
Metall=
geſellſchaft 192, Rheinſtahl 230,5, Phönix 142,75, Stahltruſt 155,25 bis
154½/8; Rhein. Braunkohlen 314,5; Mannesmann 222; Mausfeld 157:
Harpener 244: AEG. 170,5; Schuckert 185,75: Siemens und Halske
287; Lahmeyer 174,5; Licht und Kraft 209; Wayß und Freytag 195.
Im Abenddeviſenverkehr nannte man: London gegen
Paris 124,03; gegen Mailand 105,80; gegen Holland 12,13,75; gegen
Madrid 26,93; gegen Zürich 25,25; gegen Oslo 18,63; gegen New York
4,8570; Pfunde gegen Mark 20,48,5; Dollar gegen Marr 4,2177.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. März.
Die Effektentendenz war heute recht freundlich, wobei wiederum
Montanaktien und daneben Clettrowerte im Mittelpunkt des Intereſſes
ſtanden. Man rechnet bei Gelſenkirchen nach wie vor auf eie
Dividenden=
erklärung, die über den Stahlverein hinausgeht. Außerdem zegte die
heutige Hauptverſammlung der Vgt. Stahlwerke an, auf der ſich
General=
direktor Vögler nicht ungünſtig über die Lage des Unternehmens äußerte.
Als Käufer war namentlich das Rheinland zu beobachten, das ſowohl
für Eiſenwerte wie Kohlenwerte größere Aufmerkſamkeit an den Tag
legte. Unter Elektroaktien ſtanden die Werte des Siemenskonzern, in
denen man Anſchaffungen einer beſtimmten intereſſierten Seite feſtſtellen
wollte und Lieferungswerte im Vordergrunde. Die Kursbefeſtigungen
dieſer beiden Märkte gingen bis 4 und 5 Prozent und gaben damit der
Geſamttendenz eine kräftige Anregung. Stimulierend wirkte daneben vor
allem die günſtige Entwicklung des Geldmarktes, wo anſcheinend eine
Ueberdispoſition der Großbanken zum Quartal ſtattfindet, ſo daß die
bereitgeſtellten Barmittel nicht ſämtlich Unterkunft fanden und auch
wie=
der Deviſen zur Anlage der Gelder gefragt waren. Man hörte
unver=
änderte Vortagsſätze am Geldmarkt, zu denen aber Angebot da war.
Tagesgeld 4—6 Prozent, Geld über dem Ultimo 7—8,5. Monatsgeld 7
bis 8. Rekordgeld etwa 7,25 bis 7,75. Warenwechſel mit Großbankgiro
etwa 7/. Prozent. Am Deviſenmarkt waren Dollar auf die lebhaftere
Nachfrage befeſtigt. In Berlin hörte man einen Wechſelkurs von 4,2185.
Bemerkenswert war daneben eine kleine Abſchwächung der Lira und der
ſpaniſchen Peſeta ſowie des rumäniſchen Lei, deſſen Steigerung in
rumä=
niſchen Wirtſchaftskreiſen durchaus ungelegen kam. Gegen Zürich
notierte der Lei 3,40.
Im weiteren Verlauf der Börſe nahm die Geſchäftstätigkeit an
Um=
fang weſentlich zu. Die Kursbefeſtigungen verſtärkten ſich an den
Aktien=
märkten zu einer regelrechten Hauſſe, da auch das Ausland (Holland)
beträchtliche Anſchaffungen vornahm und die Börſe die Ausführungen
in der Hauptverſammlung der Diskontogeſellſchaft wie das Verlangen der
Reichsbank auf Befreiung der Auslandsanleihen von der
Kapitalertrags=
ſteuer auch ſpäter günſtig kommentierte. In beſtimmten Aktienwerten
dauerten die Intereſſenkäufe an. Ludwig Löwe=Aktien gingen in
Aus=
wirkung zu der Elektrohauſſe um 16 Prozent, Stollberger Zink, in denen
Mehrheitskäufe ſtattfinden, um 20 Prozent, Vereinigte Glanzſtoff um
15 Prozent auf erſtmalig 600, Schubert und Salzer um 11 Prozent,
Dresdner Bank um 3,5, Berliner Handelsanteile um 5 Prozent in die
Höhe. Wenn ſich auch zum Schluß die höchſten Tageskurſe bei
Gewinn=
mitnahmen nicht ganz behaupteten, ſo ergaben ſich doch zum Schluß
all=
gemein namhafte Tagesgewinne, auch in Kaſſawerten. — Privatdiskont
kurze Sicht 4’/s, lange Sicht 4. An der Nachbörſe fanden leichtere
Ge=
winnmitnahmen ſtatt, die aber nicht ausreichten, das Kursniveau nach
unten zu beeinfluſſen. Die Abſchläge von 1—2 Prozent und ſpäter bei
den ſchweren Werten fielen gegenüber den vorangegangenen
Befeſtigun=
gen kaum ins Gewicht.
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin.
Bank el W..
Berlin. Karlsruhe?
Braunkohl.=Briketts
Bremer Bulkan.
Bremer Wolle...
Deutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel..
Deutſche Erdöl ....."
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhüte.
Dynamit Nobel.
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
R. Friſter.
Gaggenau Vorz.
Helſenk Gußſtah
E. f. elertr. Untern.
Halle Maſchinen.
Han Maſch. Egeſt.
Hanſa Dampfſchf..
136.—
153.—
207.75
316.5
107.
53.875
17.25
250.—
193.—
132.—
227.— 154 75
138.
152.625
2o8.-*
316.—
108.—
53. 125
18.—
255.—
196.—
133.
227.25
Hemoor Zement. . .
Hirſch Kupfer ..
Höſch Eiſen..
Hohenlohe Werke.,
Kahla Porzellan
Lindes Eismaſch.
Lingel Schuh.
Linke u. Hofmann
L. Loewe u. Co.
C. Lorenz.
Niederlauſitzer 9
Nordd. Gummi.
Orenſtein.
Rathgeber Wag
Romba her Hütten
Roſitzer Zucker
Rütgerswerke
Sachſenwerk.
Sächſ. Gußſtahl
Siemens Glas..
Ver. Lauſitzer Glas
Volkſtedter Porzell.
Weſtf. E. Langendreer
Wittener Gußſtahl.
Wanderer=Werke..
29. 3.
244.—
115.—
212.—
30.—
133.5
182 —
90.—
90.—
342.5
145.
223.5
136.5
113.—
11.25
10).125
142.
129.75
162.75
187.—
158.
62.25
56
59.75
238.—
30. 3.
247.
110.75
217.75
30.25
134.75
181.—
90.—
92.—
354.—
144.5
5
136.—
114.—
11. —
—
142.—
131.75
162.75
187.5
158.—
62.75
56.—
60.—
244.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Buenos=Aires.
Brüſſel=Antw
Kslo
Kopenhagen
Stodholm
Kelſingſors ..
Italien ....
London.
Nem=York...
Paris ..
Schneiz
Spanien
Wien D.=Oſt.abg
Prag..
Budapeſt( Pengi
Japan. . . . .
Rio de Janeiro.
Sofia ........
Jugoſlavien ....
Konſtantinopel
Liſſabon .. . . . .
Danzig ..
Athen.
Kanada. . . .
Urugug
Ausgang der Frankfurter Meſſe.
Der letzte Tag der Frankfurter Frühjahrsmeſſe war, wie bisher
ſchon erfahrungsgemäß es an den früheren Meſſen Brauch war, ſchon
teilweiſe dem Räumen der Stände gewidmet. Geſchäftlich war noch
Leben im Haus der Moden, wo die Textilausſteller noch für den
letzten Tag befriedigende Abſchlüſſe in Strumpfwaren, Textilien,
Triko=
tagen und modernen Strickereien tätigten. Die Abteilung Schuh und
Leder war nachmittags um drei Uhr bereits geſchloſſen; die Ausſteller,
die mit kleinſten Hoffnungen nach Frankfurt gekommen ſind, waren
im=
merhin nicht allzu ſehr enttäuſcht, wenn man berückſichtigt, daß dieſer
Abteilung naturgemäß der bekannte Beſchluß des Verbandes Deutſcher
Schuh= und Schäftefabrikanten nur die von ihm genehmigte Meſſe zu
be=
ſchicken (was in dieſem Jahre wiederum nicht Frankfurt war) ſehr
ſchaden mußte. Die Möbelmeſſe, die am Sonntag einen ſehr
flot=
ten Anlauf nahm, hatte bis heute ein immer mehr abflauendes Geſchäft,
doch iſt noch ein relativ gutes Geſamtergebnis zu verzeichnen. Zu beachten
bleibt, daß nur Qualitätsmöbel und beſonders ſolche modernen
An=
ſtriches in erſter Linie beachtet waren. Im Hauſe Offenbach war die
Offenbacher Lederinduſtrie nur mittelmäßig zufrieden, auch
hatten hier die Wiener Ausſteller ſchon beſſere Meſſetage erlebt. Die
ebenfalls hier untergebrachte Spielwareninduſtrie war ſehr
reichlich beſchickt geweſen, litt jedoch etwas unter der ungünſtigen
Früh=
jahrsſaiſon, da bekanntlich der Herbſt für Spielwaren eine beſſere
Kon=
junktur rein zeitlich zu ſein pflegt. Die Abteilung moderne
Büro=
technik war ſelbſt am letzten Tage noch zufrieden, was naturgemäß
im Zeitalter der Rationaliſierung in der Eigenart des
Ausſtellungs=
obfektes liegt. Konnten infolge der immerhin noch hohen Preiſe für die
Neuerſcheinungen auf dieſem Markte nicht allzu reichlich Abſchlüſſe
einge=
bracht werden, ſo gibt doch das große ernſthafte Intereſſe zu beachtende
künftige Geſchäftsmöglichkeit. Die reinen Ausſtellungen wie die
Kre=
felder Seideninduſtrie, die als Partner die Lyoner
Seiden=
induſtrie gegenüber hatte, lockten zahlreiche Intereſſenten an, wobei zu
betonen bleibt, daß die Propagandaſchau für den deutſchen Seidenſamt
ein erfreuliches Ergebnis au der Frankfurter Meſſe brachte. Das
Haupt=
anziehungsmittel für die Beſucher war und blieb natürlich die
Ausſtel=
lung „Das moderne Wohnhaus und ſein Innenausbau”, das lange
vor=
her viel von ſich reden machte und das man gern in Praxis beurteilen
wollte. Dieſe Vermengung von Ausſtellung und Meſſe bleibt bekanntlich
noch einige Zeit dem Beſucher zur Beſichtigung offen.
Wirtſchaftliche Rundſchag.
Vereinigte Stahlwerke A.=G., Düfſeldorf. In der v. G.=V. der
Ver=
einigten Stahlwerke A.=G. Düſſeldorf machte Generaldirektor Dr. Vögler.
in längeren Ausführungen Mitteilung über den Zuſammenſchluß der in
den Vereinigten Stahlwerken erfaßten Werke und Hüttengeſellſchaften
und über die maßgebenden Grundlinien des Zuſammenſchluſſes. Die
Regularien fanden gegen den Widerſpruch des Aktionärs Dr. Tennhaeff
Erledigung.
Die Reorganiſation bei der Ufa. Die Reorganiſation bei der Ufa
veranlaßt die Deutſche Bank zu folgenden Feſtſtellungen: Bei den
Ver=
handlungen waren für die Deutſche Bank zwei Geſichtspunkte maßgebend:
Einmal die durchgreifende bilanzmäßige Bereinigung und die finanzielle
Stärkung des Unternehmens, ſo daß eine feſte Grundlage für eine
ge=
ſunde Weiterentwicklung der Ufa gegeben erſcheint unter Wahrung der
Intereſſen der Aktionäre. Sodann wird, um zu vermeiden, daß den
Aktionären größere Opfer als die Zuſammenlegung des A.=K. im
Ver=
hältnis 1:3 auferlegt werden, die Deutſche Bank Forderungen aus den
belaſteten Zinſen und Proviſionen in Höhe von 6 250 000 RM.
nachlaſ=
ſen und für RM. 11 250 000 Genußſcheine übernehmen, welche zur
Ver=
zinſung und Amortiſation Anſpruch auf die Hälfte des nach Verteilung
von 6 Prozent Dividende an die Aktionäre verbleibenden Reingewinnes
haben. Die darüber hinaus beſtehende Forderung der Deutſchen Bank
wird durch eine garantierte Kapitalserhöhung der Ufa reſtlos getilgt.
In der vorliegenden Bilanz der Deutſchen Bank ſind die entſprechenden
Rückſtellungen auf das Ufa=Engagement bereits getroffen.
Generalausſperrung in der Zigarreninduſtrie. Der Reichsverband
deutſcher Zigarrenherſteller hat einſtimmig den von der
Schlichtungskam=
mer des Reichsarbeitsminiſteriums gefällten Schiedsſpruch, der eine 10 Lohnerhöhung vorſieht, abgelehnt, da eine derartige
Er=
höhung nicht abwälzbar und daher nicht tragbar ſei ohne den Konſum
zu gefährden und zu großer Arbeitsloſigkeit zu führen. Es wurde daher
die Generalausſperrung, d. h. die Kündigung der Arbeitnehmer am
2. April zum 16. April beſchloſſen. Betroffen werden etwa 125 000
Arbeitnehmer.
Brown Boveri u. Cie. Die geſtrige G.=V. der Brown Boberi u. Cie.
beſchloß einſtimmig, aus dem nach 858 634 RM. Abſchreibungen
verblei=
benden Reingewinn von 1028375 RM. für Sonderabſchreibungen auf
Anlagen 586 908 RM. abzuſchreiben. Auf das dividendenberechtigte
Stammaktienkapital von 4,3 Millionen wird eine Dividende von 8 Proz.
und auf das 700 000 RM. betragende Vorzugsaktienkapital eine ſolche
von 6 Prozent verteilt. Auf neue Rechnung vorgetragen werden 26 375
RM. Die Kapitalserhöhung auf 15 Mill. RM. iſt inzwiſchen
durchge=
führt worden. Die turnusmäßig ausſcheidenden Aufſichtsratsmitglieder
wurden wiedergewählt. Neu gewählt wurden: Geheimer Legationsrat
Walter Friſch=Berlin, Geheimrat Johannes Gaßner, Miniſterialdirektor,
Verlin, Geheimrat Felix Heimonn, Berlin, Siegfried von Kardorff,
M. d. R., Dr. Eugen Oppenheimer, Frankfurt a. M., und Prof. Heinr.
Wimpfheimer, Berlin.
Franken=Allee A.=G., Frankfurt am Main. Dieſe Hausbeſitzgeſellſchaft
erhöht die Dividende für 161 000 RM. Stammaktien, die im Privatbeſitz
ſind, auf 5 (3) Prozent, während die Stadt Frankfurt, der jetzt 99 000
RM. Stammaktien gehören, dertragsgemäß 3 650 RM. als Abgabe und
4950 RM. zum Ankauf weiterer 16 Aktien erhält.
Surmſtädter u.
Grantfarter Matsbettcht boikt od. Marz Lest.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teili319
II. Teill319.5
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine .. . 23.7
(-%o Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30
7% Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟/=% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
98
6‟/,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟/,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
7%0 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29/ 99.75
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 30/ 99.75
6½½ Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 3. 29/ 98
b) Ausländiſche
50 Bos. E.B 1914
5% „ L.Inv. 1914
4½% 1898
4.75
4½% 1902.
4% „ .....! 6‟.
6% Bulg. Taba102
4 ½% Oſt. Staatsr.
v. 1913. Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14/ 26
4½% Oſt. Silberr. 9.6
4½ „ Goldr.
4½ „einh. R. (kon) 2.45
3% Port. (Spz.) IIII 11. 45
4% Rum.am. R. 03
4½% Gold. 13
„ am.konv.
„ am- 0.
Fürk. Adm.103/
„ (Bagd.)
(Bagd.) II
Türk. unif. 1903
11
23.25
8.9
9.25
päiſche
5% Mex am. in abg
5% „ äuß. 99
4% „ Gold04ſtf.,/
3% „ konſ. inn. .
4½% Irrigat.,
5%Tamaulipas I ,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. 6.=Bl. G./108
6‟ Berl. St.=Gold/ 96
8% Darmſt. St.=G./100.5
8% D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. /104
%0 Frl.=Hyp.=B.
Goldpfdbr. 105
2 Frkf. H.=B. Gld. /103
3% Frkf. Pfbr.=Bk
Goldpfdbr.
102.75
Pfbr. =Bk.=Gld./103
⁄Frkf. Pfdbr.=B
Goldofdbr.
91
H. Lds.=Bk. Gld. /103.5
102.5
10% R. Elektr. Marl
(Hagen) Goldobl. 104
8½ K. Landesbank
Darmſt Reihe 1 101.5
Reihe
101.5
M.=Krft. 660
96.3
inh. St.
80 Naſſ. Ldb. Gold/104.5
8% Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr.
80 Pforzh. St.=G./101
80 Pr. Centr.=Bd.=
Cr.-Bk. Gldpfbr. /103.5
0 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 1105
103
8% Rh. Hhp.=Ban
Gold=Pfdbr. . 103
% Rh. St.=W. 25/168.5
10% Rh.=Weſtf.=?
Cr.=Bk. Goldpf. /106.5
% „
103
2 Südd. B. Cr.=
Goldpfdbr.
1102.5
% V. Stahlw. Dü
ſeldorfHhp.=Gld.. mit Option/111
7 % V. Stahlw. Düſ
ſeldorfHyp.=Gld.. ohne Option
8% Voigt EHäffner/100,4
Goldobl. . .
8% Württba. Hyp.
Bank Goldpfbr. 101.5
98.25
Ohne
Zins=
berechnung
50 Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
Roggen
0‟ Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw
13.3
15.75
5% Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=3.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
8.85
2.23
22.5
Bahr. Hyp.u. Weck
Brliner Hyp.=Bk.
Frrf. gyp.=Bk
Frlf. P andbr.=Bk.
Hamb. Htp.=Bk.
Mecklb Hyo. eu. Wb.
Meining. Shp.31
Nordd. Gſr.=Fr..:35
Pfälz. Hhp.=Bk.
Preuß. Bob.=Cr.=B
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B...
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr. . .
Württ. Hhp.=Bk...
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hhp.=B.
Landeskr. Caſſel".
Naſſau. Ldsb. .
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
2 O. Sb. Lb. )ſtfr.
2.6% Alte
2.6% Neue.
5%0 Oſt.=Ung. 73/74
4½ Oſt. Staatsb. 83
3½Oſt. „ 1.b.8.E.
3%Oſt. . 9. E.
3% Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
% Raab Oedbg. 83
91
9‟
Rud Silber
4 Rud. Salzkg.
½%Anat. S.I
½.% Anat S II
4½%Anat S. III
Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec..
De
16.75
17.25
13.5
13.8
16.6
14.5
14.95
13.35
16.75
11.7
12.15
9.1
14.75
14.75
12.6
36.25
29.5
13
6.25
28
24
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 171.5
Bad. Bk.
.. . . . 166
Bk. ſ. Brauind. . . . 236
Barmer Bankv. . . 174.25
Bay. Hyp.=Wchſ.. . 200
Berl. Handelsgeſ. 256
Comm. u. Privatb. (207.5
Darmſt. u. Nat.=Bk. 1281.5
Deutſche Bank
189.5
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 160.5
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. .. 126
Disk.=Geſellſch.
187
Dresdener Bk. .. . 191
Frankf. Bk.
156
Frrf. Hyp.=Bk.
210
Frkf. Pfdbr.=Bk. . . 188
Gotha. Grundfr. Bk. 231
Lux. Intern Banr/ 12.5
Metallbank.
162.5
Mitteld. Credi
264
Pfälz. Hyp.=Bk. 257
Pr. Bd.=Creditbank 163.5
Hyp=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant. 1177
Rhein. Creditbk. 151
Rhein=Hyp.=Bk. . . 1213
Südd B.=Creditbk.
Südd Disc.-Geſ. /168
Oſterr. Creditanſt. 915
Wiener Bankverein!
Bergwerks=Akt.
122.25
Bochum. Bergb. .
Buderus.. . . . . . ."
Dt. Luxemburg . .
Eſchw. Bergtv...
Gelſenkirch. Bguv
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St.
Genußſchein
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ..
Otavi=Min.=Ant. . .
Phönix=Bergb. . . . 143.9
Rhein. Braunk. . . . 313,5
Rhein. Stahlw..
A. Riebeck Montan 181.75
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr..
Tellus Bgb.. .. . . .
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke ..
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)
Henninger.
Hercules Heſſiſche
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind,
Schwarz Storchen=
Tucher, Nürnberg
Berger
.
1131.5
195.5
176
198
244.25
157
210.5
272
211.5
189.25
223.6
157.5
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleyer)
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm ...
Anglo=Cont Guano
Bad. Maſch. Duri.
Bad. Uhren. Furtw.
Bamag=Meguin.
Baſt Nürnberg ...
Bahr. Spiegel ...
Beck & Henkel ....
Bergmann El. .. ..
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtad:
Cement. Lothr.
Chem Albert.
Chem Brockh. ...
Chem. Milch ....."
10.6
173
127
155
235
198
168
352
254
86B
174.5
180
140
138.5
93.5
84.6
166
138
34
68
212
7
15
91
190
80
170
190
174
108
79
Daimler=Benz A.6:/122
Dt. Eiſenhandel.
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162
58.5
48
53.25
Rf7
208
58
9n7
88.25
220
130
127
40.5
316.75
110
180
113
107.5
90
229.5
123
194
137
65
145
30
96
143.5
192.5
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82
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Peters Union
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Rhein. Eleftr
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Schnellpr Frank
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Schuhf Weſſel
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Schultz Grünlack
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Siemens Glas.
Siemens & Halsle
J
201
46
Aan 6
128.5
36.75
4
136
143.5
193.5
165
75‟=
67
120
33
Re
69
65
176
68
141.9
71.75
111.75
117.5
132.5
184.25
72.25
74.5
60.5
90
280
Slidd. Immob.
Südd.Zucker=A.=G.
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Beithwerke
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Zellſt. Aſchaffenbg
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Zuckerf. Rheingau.
Trans port= und
Zerſicherungs=Akt.
111
135.5
36.5
15.5
120.5
92
94.1
162
150
11.3
149.5
69
195
142.5
182.5
275.75
Dt. Reichsb.=Vorzg./110
A. Dt. Eiſenbahn
A. Lokalb. u. Kraftw. /202
Dt. Eiſenb.=Gef 123
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Geſ./163
1151
Hapag.
Nordd. Lloyd. . . . . 144
Nummex 90
Donnerstag, den 31. März 1927
Seite 21
Adler Margarine=Werk A.=G., Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft hat
bekanntlich ſchon ſeit über zwei Jahren ihren Betrieb ſtillgelegt, ſo daß
ſich die Tätigkeit der Verwaltung auch im abgelaufenen Jahre nur auf
die Verwaltung und Inſtandſetzung der Fabrikanlagen beſchränkte. Der
ſchon 1924 und auch 1926 vorgetragene Verluſt von 650 000 RM. wurde
auch wieder nach Genehmigung des Abſchluſſes für 1926 für das laufende
Jahr in gleicher Höhe vorgetragen. In der Bilanz hat ſich kaum etwas
verändert.
Süddeutſche Jynobiliengefellſchaft. Frankfurt a. M. Die
Ver=
waltung der Geſelſchaſt wird laut B.B.C., ſoweit ſich das jetzt ſchon
ſagen läßt, eine etwas geringere Dividende als im Vorjahre (6 Proz.)
zur Verteilung vorſchlagen. Das verfloſſene Geſchäftsjahr ſei weniger
gut als das Vorjahr geweſen.
Keramiſche Werke Offſtein und Worms A.=G. in Worms. Die
Ge=
ſellſchaft verteilt bekanntlich für 1926 aus einem Neingewinn von 99 240
NM. 8 (i. V. 5) Prozent Dividende und trägt 19 240 NM. vor. Die
allgemeine Wirtſchaftskriſe 1925 hat die erſte Hälfte des Geſchäftsjahres
1926 weſentlich beeinflußt, dadurch trat ein Rückgang der
Inlands=
aufträge ein, während das Auslandsgeſchäft infolge der valutaſchwachen
Länder wenig Intereſſe hatte. Im zweiten Halbjahr hat ſich der
Ge=
ſchäftsgang fortlaufend auf einer aufſteigenden Linie gehalten, ſo daß die
zweite Hälfte befriedigend verlief. Im neuen Jahre erſcheinen bei
leb=
haftem Auftragseingang die Ausſichten günſtig. In der Bilanz ſind
ausgewieſen Anlagen und Einrichtungen mit 104 (1), Vorräte mit
249 396 (199 000), Debitoren 366 602, denen Kreditoren mit 446 000 (im
Vorjahre 149 000 NM. Bankſchulden) gegenüberſtehen. (G.=V. 7. April.)
6prozentige Anleihe, der Provinz Oſtpreußen von 1927. Wie von
amtlicher preußiſcher Seite mitgeteilt wird, ſind von einem unter
Füh=
rung der Preußiſchen Staatsbank (Seehandlung) ſtehenden Konſortium
dem weiterhin die Commerz= und Privatbank A=G., Darmſtädter und
Nationalbank, K. G. g. A., Deutſche Bank, Direktion der Diskonto=
Ge=
ſellſchaft, Mitteldeutſche Creditbank und Landesbank der Provinz
Oſt=
preußen angehören, 6 Mill. RM. 6prozentige Anleihe der Provinz
Oſt=
preußen — auf Feingoldbaſis — tilgbar vom Jahre 1998 ab —
über=
nommen worden. Die Anleihe gelangt vom Mittwoch, dem 30.
Mär=
dieſes Jahres, ab zum Kurſe von 95 Prozent zum freihändigen Verkauf.
Die bisherige Ausnutzung des deutſchen 300 Millionen=Kredites für
Nußland. Bis zum 15. März wurden von der Handelsvertretung auf
Rechnung des 300 Millionen=RM. Kredites Beſtellungen für zuſammen
235 Millionen RM. vergeben. Ruſſiſcherſeits beſteht bekanntlich die
Abſicht, bis zum 31. März, d. h. der letzten Friſt, den 300Millionen=
Kredit voll auszunutzen. An den Lieferungen nach Rußland im Rahmen
des 300=Millionen Kredites ſind bisher etwa 540 deutſche Firmen
be=
teiligt.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 50. März. Die feſte Tendenz am
hieſigen Markt hielt auch heute an. Durch die etwas lebhaftere
Nach=
frage nach Brotgetreide wurde die Geſchäftstätigkeit angeregt. Weizen
konnte um 25 Pfennig anziehen. Weizen B.,/5, Roggen 26,75,
Sommer=
gerſte 25,50—27,50, Hafer inl. 22—22.50, Mais 18, Weizenmehl 39,75
bis 40,25, Roggenmehl 36,50—36,75, Weizenkleie 14, Roggenkleie 14,50
bis 14,75.
Berliner Produktenbericht vom 80. März. Bei etwas feſteren
Ge=
treidepreiſen im Nordamerika und damit höherer Cifofferten war die
Tendenz für Lieferungsweizen mit Ausnahme des März allgemein feſter.
Noggen wurde in guter inländiſcher Ware zu Miſchungszwecken lebhaft
gefragt und bis zu 2 Mark höher bezahlt. Außerdem wirkt hier die
an=
haltend polniſche Frage preisſteigernd. Gerſte in beſter Brau= und
Futterware gefragt, aber knapp angeboten. Hafer im Inland wie auch
am Berliner Platz zu höheren Preiſen gehandelt. Mehl mit Ausnahme
des lebhafteren Roggenmehlgeſchäftes ruhig. Kleieartikel und ſonſtige
Hilfsfutterſtoffe ohne größere Preisänderung.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 30. März. (Priv.=Tel.)
Weizen: Nach ſtetigem Anfang auf gebeſſerte Exportnachfrage trat
eine Abſchwächung ein auf günſtige Witterungsmeldungen und den
amt=
lichen Wochenwetterbericht. Die Termine zeigen Rückgänge bis 0,75 C.
Mais: Der Markt verlief zum größten Teil in ſtetiger Haltung,
aus=
gehend von der Feſtigkeit der Kaſſamärkte und dem ungünſtigen
Wochen=
wetterbericht. Dann trat eine ſchwache Haltung ein, ſo daß die Termine
0,5 C. niedriger ſchließen.
Hafer: Der Markt nahm einen etwas ſchwächeren Verlauf in
Sym=
pathie mit Weizen und Mais.
Baumwolle: Höhere Liverpooler Notierungen hatten beſonders für
nahe Termine einen ſtetigen Beginn zur Folge. Dann trat eine
Ab=
ſchwächung ein auf Abgaben der Wallſtreet und den Wochenwetterbericht.
Kaffee: Nach ſchwächerem Beginn wurde die Haltung dann feſt auf
die Zurückhaltung der brafilianiſchen Eigner und ungünſtige
Wetterbe=
richte.
Zucker: Der Markt nahm einen feſten Verlauf auf die als gering
ausgewieſenen Vorräte bei den Raffinerien, Käufe der Walſtreet und
Europas.
Kakao: Der Markt begann in ſchwacher Haltung auf niedrige
aus=
ländiſche Kabel. Dann trat eine Befeſtigung ein auf Deckungskäufe und
Käufe des Auslandes.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die ſüddeutſche Zinkblechhändlervereinigung hat mit Wirkung vom
29. März ihre Preiſe, wie wir erfahren, um ea. 3 Prozent herabgeſetzt.
Die Entſcheidung über den Vorſitz im Bergbauverein und
Zechen=
verband iſt vollzogen, nachdem ſich Generaldirektor Winkhaus auf
all=
ſeitigen Wunſch bereit erklärt hat, ſein Amt zunächſt beizubehalten.
Am Dſterſamstag, den 16. April 1927, bleibt die Frankfurter, wie
auch die Berliner Börſe für jeden Verkehr geſchloſſen.
Die Luxemburgiſche Induſtrie, ſpeziell die Eiſeninduſtrie, hat ſich
mit dem internationalen Standardiſierungsamt in Verbindung geſetzt,
um die Luxemburgiſche Induſtmie in dieſe Bewegung einzubeziehen.
Die dritte Verſteigerungswoche der derzeitigen Londoner
Kolonial=
wvollauktionen ſetzte mit einem Angebot von 12450 Ballen ein. Zwiſchen
deutſchen und franzoſiſchen Käufern entwickelte ſich ein ſcharſer Lampf.
England kaufte geſtern verhältnismäßig wenig.
In Marienberg bei Mähriſch=Oſtrau wird zur Zeit eine
Stickſtoff=
fabrik erbaut. Die tſchechoſlowakiſche Regierung will den Bedarf an
Stickſtoff=Fabrikaten im eigenen Lande decken und ſich von der deutſchen
und polniſchen Konkurrenz froimachen. Der Bau wird mit Unterſtützung
durch franzöſiſches Kapital ausgeführt.
Der ſchweizeriſche Ständerat genehmi te das Geſetz über die
Arbeits=
zeitverlängerung bei den Bundesbahnen, das die achtſtündige Arbeitsgeit
auf die Dauer von 10 Jahren auf eine achteinhalbſtündige, ferner die
Zeit für leichteren Dienſt von neun auf 10 Stunden und die Dienſt
bereitſchaft bis auf zwölf Stunden ausdehnen will.
Die New Yorker Bankfirma J. P. Morgan and Co. emittiert
30 Millionen Dollar 5½prozentiger Bonds der Stadt Rom. Der
Aus=
gabekurs beträgt 91 Prozent.
Die Bauprogramme der Hapag und des Norddeutſchen Lloyd
wer=
den jetzt vom amerikaniſchen Schiffsamt und den großen amerikaniſchen
Zeitungen zur Propaganda für den Ausbau der amerikaniſchen
Handels=
flotte benutzt.
Nachrichten aus Mexiko zufolge haben die National Railway of
Mexiko mit amerikaniſchen Eiſenbahngeſellſchaften Abkommen getroffen,
wonach ab 7. April Durchfrachten von den Vereinigten Staaten nach
allen mezikaniſchen Bahnpunkten ermöglicht werden.
Die ägyptiſche Einfuhr ſtellte ſich im Februar 1927 auf 3 277985
ägyptiſche Pfund gegen 4 169 226 ägypt. Pfund im Februar 1926,
wäh=
rend die Ausfuhr 3 465 058 (4 897 117) äghpt. Pfund ausmachte.
Tammſſtädtet
Dmtbattuln.v.N.wamſſtäd!
Aus dem Geſchäftsbericht 4926.
1. Dividende ...
2. Geſchäftsanteile . ..
3. Offene Reſerven
4. Bilanzſumme. . . . ."
5. Umſätze. .
192A
R
10 Prozent
66000.— Mf.
173000.— Mf.
1200000.— Mk.
32000000.— Mk.
10 Prozent
291000.— Mk.
205 000.— Mk.
3 125000.— Mf.
75000000.— Mf.
1928
10 Prozent
546000.— Mk.
225000.— Mk.
5100000.— Mk.
120000000.— Mf.
Rückſtellung zur freiwilligen Aufwertung von Spareinlagen
5000.— Mf.
10000.— Mk.
15000.— Mf.
Die Dividende von 10 Prozent kommt bereits ſeit dem 25. März zur Auszahlung.
(5453
Darmſtädter Volksbank e. G. m. b. H.
30. März 1927.
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BIdLL OTAnLAAU
(5417
[ ← ][ ][ → ]Seite 22
Donnerstag, den 21. März 1927
Nummer 90
Unſon-Theater
Moch heute
Maria Minzentl • Marg. Schlegel
Die Frauen
zweier lunggesellen
Ein Spiel in 6 Akten
ANNA CHRISTIE
Die Geschichte einer Gefallenen in 7 Akten
Anfang 3½ Uhr
Residenz-Theater
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Symphonie der Empfindungen gestaltet . . . vom lächelnden Idyll der Kindheitsjahre
bis zur schlachtenlärmdurchdröhnten Eroica des söhnemordenden Krieges! .. .
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Ein modernes Lustspiel in 6 Akten. — In der Hauptrolle Carmen Boni.
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In-Theater
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Donnerstag, 7. April, abends 8 Uhr
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Alle Plätze nummeriert.
Die Eintrittskarte wird mit Mark
0.30 als Anzahlung auf Platten
angerechnet. (5509
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Aufführungen:
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Liebe Herbei
Ein Spiel des Lebens in 4 Akten
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Drag. 28, Hauptgruppe Darmſtadt
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Freitag, den 1. April, abends 8 Uhr
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des Städt. Orchesters
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Städt. Saalbau
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I. Teil. L. van Beethoven. Onverture
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Donnerstag, den 31. März 1927
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Komödie in 3 Aufzügen von Bernard Shaw
In Szene geſetzt von Jacob Geis
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Kapitän Shotover . . . . Max Nemetz
Lady Ariadne
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Ariadnes Schwager . • Ernſt Rottluff
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Ellie, ſeine Tochter
Kaete Foerder
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Ein Einbrecher
Hans Epskamp
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Ort der Handlung; Ein Landhaus
in der Nähe von London
Spielwart: Willi Krichbaum
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Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur geg. Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Nach dem erſten Akt findet eine kurze,
nach dem zweiten eine längere Pauſe ſtatt
Anfang 7½ Uhr Ende 10¼ Uhr
Freitag, 1. April. 9. Konzert der Städt.
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Samstag, 2. April. G 12 (Darmſt.
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bühneſ. Hänſel undGretel —
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fee. Anfang 7½ Uhr. Preiſe 0.80—8 k.
Sonntag, 3. April. Sonntags=Fremdenmiete
(9. Vorſtellung) Wilhelm Tell, Anfang
7½ Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Kleines Haus
Donnerstag, den 31. März 1927
abends 6 und 4 Uhr
Vorführungen des Kulturſilms:
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Preiſe der Plätze 0.70 und 1.— Mr.
Freitag, 1. April. K 11 (Bühnenvvlksbund)
(für diejenigen K=Mieter, die Zuſatzmiete
Xl haben) Schülermiete rot 10. König
für einen Tag. Anfang 7½ Uhr. Preiſe
1—6 Mk.
Samstag’ 2. April. Letzte Filmvorführung:
Wege zu Kraft und Schönheit. Anfang
6 und 3 Uhr. Preiſe 070 und 1 Mk.
Sonntag, 3. April, vormittags 11½ Uhr.
8. Morgenfeier: Beethovenlieder. Preiſe
50 und 80 Pfg.
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der Arbeits=Indaliden und Witwen
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gegen die Maßnahmen der
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gierung, am Samstag, den 2. April,
nachm. 3 Uhr im Central=Hotel,
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Donnerstag, den 31. März 1927
Der Ritt in die Sonne
„Nun alſo. Was wollen Sie noch? Wollen Sie die
ita=
lieniſche Polizei dem brauſenden Gelächter der ganzen Welt
aus=
liefern? Sollen die New Yorker Zeitungen den Namen des
Herrn Polizeipräfekten von Venedig fettgedruckt als Ueberſchrift
bringen? Venezianiſche Polizei verhaftet Cornelius
Vander=
gult als Mörder eines reiſenden Hoteldiebes!“
„Herr Vandergult. . ."
„Soll durch Ihre Schuld das Projekt der Lidobahn ſcheitern?
Zehn Minuten noch und ich durchſtreiche mit einem Federzug den
Vertrag!”
Der ſchwarze Schnurrbart des Präfekten geriet in erregte
Wallung. Man erkannte das ſich überſtürzende Spiel der
Ge=
danken hinter dieſer engen, bräunlichen Stirn: Karriere —
Blamage — internationale Komplikationen — Ungnade des
Königs — das Wutgeheul der fasciſtiſchen Partei, die ſich ſpeziell
für die Lidobahn, eingeſetzt hatte. Und das alles aus der
bureaukratiſchen Erwägung heraus, daß in dieſer Rechnung
irgendein Faktor bis zur Minute nicht ſtimmte!
Den Teufel würde er tun! Wegen eines verſchwundenen
dummen Hochſtaplers ein ſolches Riſiko laufen?
Und indem er ſich brüsk herumdrehte, ſagte er, halb wütend,
halb freundlich:
„Sie ſind frei.”
„Und ich?” ſagte Jonny Reimers.
„Wenn kein Mordverdacht beſteht, kann natürlich auch keine
Beihilfe vorliegen. Scheren Sie ſich hinaus!”
Die Menſchenmenge vor dem Hotel hatte ihren Charakter
völlig geändert. Das war keine Menſchenmenge mehr; das war
eine Bevölkerung.
Frau Vandergult erſchien, mit Tücherſchwenken und
Evvi=
vas bewillkommnet. Sie ging am Arm Fritz Jacobſens. Das
Volk ſtutzte, ſuchte einen Moment nach einer Erklärung. Es fand
oder richtiger: es mutmaßte eine Deutung, die natürlich falſch
war. Oder vielleicht auch richtig. Oder vielleicht richtig und
falſch zugleich. Denn in dieſer ſeltſamen Angelegenheit war oben
und unten, rechts und links nicht mehr zu unterſcheiden. Auf
alle Fälle ſchrien die Leute abermals Eoviva, und die Gondel, in
die Fritz Jacobſon und Frau Vandergult ſtiegen, kenterte faſt,
durchlöchert von den Beifallsſalven der Menſchen am Ufer.
Niemand achtete auf Jonny Reimers.
Er ging ziellos durch die Stadt. Zwei Stunden lang
ver=
ſuchte er einen gewiſſen Sinn in die Vorgänge dieſes Tages zu
bringen; dann gab er es auf. Ein einzelner Menſch konnte das
unter der Vorausſetzung, daß einer von ihnen Fritz Jacobſon
hieß,
Roman von Paul Roſenhayn.
54)
(Nachdruck verboten.)
„Frau Vandergult . . . aber das iſt ja alles Unſinn! Ja,
Himmelherrgott, wenn ich mich mit dieſer Geſchichte noch eine
Stunde länger befaſſe, bin ich .. . bin ich.. ."
„Herr Präfekt,” ſagte Fritz milde und ſchonend, wie man
mit jemandem ſpricht, der nicht ganz ſtark im Geiſte iſt. „Bitte
überlegen Sie einmal in aller Ruhe. Wem dürfen Sie wohl
mehr Vertrauen ſchenken: einem fremden Mann, der
unbe=
glaubigt auf jener Konferenz als Vandergult aufgetreten iſt,
oder mir, dem das Zeugnis der eigenen Mutter zur Seite ſteht?”
„Aber jener erſte. ..
„...war eben der erſte,” nickte Fritz. „Dadurch hat er in
Ihrer Wertbemeſſung die Priorität. Sie identifizieren den
Be=
griff Vandergult mit der Erſcheinung jenes erſten. Das iſt der
Denkfehler, den Sie machen. Ich möchte Ihnen den Rat geben,
ſich von dieſer begreiflichen menſchlichen Schwäche zu
emanzi=
pieren. Oder einfacher geſagt: ſich umzuſchalten. Denn nicht
wahr: dafür ſind Sie doch ſchließlich Polizeipräfekt und kein ..
„Zur Hölle mit Vandergult!” ſchrie der Präfekt. „Ich muß
es ablehnen, mich von Ihnen darüber unterrichten zu laſſen, was
ich ſoll und was ich nicht ſoll. Da Sie das Zeugnis der Frau
Olivia Vandergult auf Ihrer Seite haben, ſo ſind Sie
legiti=
miert. Daran iſt nicht zu rütteln. Aber immerhin liegen die
Dinge ſo: hier iſt in der Tat jemand verſchwunden. Sei es
Vandergult, ſei es Jacobſen Einer von beiden fehlt.‟ Der
Wie vom Blitz getroffen, fuhr er herum. Auf dem Balkon
im erſten Stock jenes Hotels ſtand Fritz und winkte.
„Komm herauf, Jonny!”
Zögernd ging er ins Haus. Er hatte ſo viel zu fragen —
ind es gab ſo viel, was er trotz allem vermutlich nicht verſtehen
würde, daß ihm direkt davor graute, dem Freund
gegenüber=
zutreten.
Die Tür öffnete ſich; lachend und roſig, wie immer, zog Fritz
ihn herein.
„Ich bin deinem Ruf gefolgt,” begann Jonny mit dumpfer
Stimme, „weil ich das Gefühl habe, daß eine letzte Ausfprache
zwiſchen uns nötig iſt.”
„Nanu, Jonny, was iſt denn mit dir?”
„Eine letzte Ausſprache. Dann trennen ſich unſere Wege für
immer.”
„Du biſt wohl nicht recht geſcheit? Wo wir uns eben
wieder=
gefunden haben?"
(Fortſetzung folgt.)
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war am 37. März abgelauten. Diejenigen Spieler, welche ihre Lose noch nicht
eingelöst haben, werden gebeten, dies unverzüglich, spätestens aber bis zum
10. April zu tun. Da die Nachfrage nach Losen wiederum allgemein groß ist,
kann andernfalls keine Gewähr dafür geleistet werden, daß den Spielern
ihre Lose über diesen Termin hinaus aufgehoben werden.
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Darmstadt, den 31. März 1927.
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