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Nummer 55 Donnerstag, den 24. Februar 1927. 190. Jahrgang
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Rabatt weg. Banſkonto: Deutſche Bani und
Darm=
ſtädter und Natſonabant.
* Die Seifenblaſe platzt.
Ein in ſeinen Auswirkungen die deutſche
Politik ſchädigender Kampf.
Von unſerer Berliner Redaktion.
In den Verhandlungen des Auswärtigen Ausſchuſſes, die
m. Mittwoch vormittag ſtattgefunden haben, iſt endlich die von
de— Sozialdemokraten ſeit Monaten mit großem Behagen auf=
Be uſtete Seifenblaſe über die geheimnisvollen
6ziehungen zwiſchen der Reichswehr und der
ſ3owjetregierung zum Platzen gekommen. Die
ieut der / Päsialdemokraten hatten den Vorſtoß, der ſich in erſter Linie
Auwrünglich gegen den Reichswehrminiſter richtete, ſpäter aber
Me en die ganze bürgerliche Regierung abgeſtellt worden war,
* ein geſchickt aufgezogen. Sie friſierten ihn als einen Kampf
even die Kommuniſten, denen ſie Doppelzüngigkeit vorwarfen,
ſoa l ſie auf der einen Seite den Pazifismus predigen, auf der
berei Ebertin unveren Seite aber das deutſche Militär mit Munition
ver=
osen. Daß dieſer Kampf, der auch in der Sozialiſtiſchen
Inter=
ſia ionale fortgeſetzt wurde, der deutſchen Politik ſehr ſchädlich
ſein mußte, konnte den Sozialdemokraten von vornherein nicht
Mußy ſelborgen bleiben. Sie haben ihn trotzdem mit großer
Erbit=
ſen ung zu Ende geführt, und es iſt ihre Schuld, wenn dadurch
verung ſin ere außenpolitiſchen Ausſichten nicht unweſentlich ver=
6, Februg /ſchhechtert worden ſind. Was ſie der Regierung und dem
Reichs=
im Sagl F)vchrminiſter vorwarfen, war dies, daß die Reichswehr durch
dem Nauhew/” —mittlung einer Handelsgeſellſchaft, die unter ihrer Kontrolle
ſtnd, Munition in Rußland beſtellt und auch von dort geliefert
bewommen hat. Dazu wurden ſogar Photographien von Schecks
Im „Vorwärts” veröffentlicht, dazu wurden die Ausſagen aller
ſnxglichen Hafenarbeiter aus Stetein protokollariſch feſtgelegt,
ſur, um der Reichswehr kein Loch zum Entſchlüpfen zu laſſen.
Dr. Geßler hat nun den Tatbeſtand in einer ſtreng
ver=
irtulichen Beſprechung des Auswärtigen Ausſchuſſes, ſoweit
we möglich reſtlos aufgeklärt. Wenn wir recht unterrichtet ſind,
ſlugen die Dinge ſo, daß in der Zeit des Ruhrkampfes, als wir
ut ſchweren inneren Unruhen rechnen mußten, von
Deutſch=
herd i der Tat Munitionsaufträge nach Rußland vergeben
hurrden und vergeben werden mußten, weil infolge der
Ab=
r tung die ganze deutſche Munitionsinduſtrie nicht imſtande
hurr, auch nur eine einzige Granate zu drehen. Dieſe
Beſtel=
lutigen ſind der Interalliierten Kontrollkommiſſion nicht
ver=
hargen geblieben. Sie waren alſo an ſich kein Verſtoß gegen den
Ferſaller Vertrag. Die Ruſſen haben aber die Lieferungs=
35
iarmine nicht eingehalten, ſo daß tatſächlich der Reſt der Lie=
39 1 I krungen erſt ausgangs vorigen Jahres einging, da man ſelbſt=
½ kerſtändlich auf der Lieferung beſtand, nachdem einmal das
2 Aeld bezahlt war. Erfolgt ſind dieſe Beſtellungen, das iſt das
½FYmutereſſanteſte — unter dem Reichskanzler Dr. Wirth und zu
. Sc ½ Imn Zeiten, wo Dr. Severing preußiſcher Polizeiminiſter war.
wi9.* herr Dr. Wirth hat ſich auch im Ausſchuß erneut zu dieſer
Tat=
g.* ſthe bekannt und iſt ebenſo, wie bereits im Dezember, gegen
—
werrn Scheidemann als Wortführer der „Vaterlandsfreunde” im
* Atswärtigen Ausſchuß aufgetreten.
r Kunmk.
Von dem ganzen Anklagematerial der
Sozial=
us hot EAdemokraten iſt alſo nach der Aufklärung durch den Reichs=
Aich. behrminiſter und Herrn v. Schubert nichts mehr übrig geblieben.
beſet 2ae Sozialdemokraten haben ſich ſchließlich dahin zurückgezogen,
ſthors 2 A5 ſie eine öffentliche Aufklärung der Zuſammenhänge
ver=
ürigten. Dazu wird die Reichsregierung ſich nicht entſchließen
rau) 19—hmnen, weniger um der Sache ſelber willen, als aus
diploma=
neiſterei /yahen Gründen. Es hat ſchon ſehr viel böſes Blut geſetzt, daß
IA2 Friedensvermittlung des Vatikans während des Krieges
Mich die Kommiſſionen des Reichstages gezerrt und dadurch
Wrer Welt bekannt geworden iſt. Wenn jetzt über die
Verhand=
lngen mit Rußland in ähnlicher Form Dokumente herausge=
BAbhen werden, dann iſt es unvermeidlich, daß Deutſchland jede
eMM oelomatiſche Vertrauenswürdigkeit verliert und in Zukunft alle
h begierungen ſich hüten werden, irgendwelche geheimen. Dinge
age mt uns zu beſprechen, weil ſie ſonſt Gefahr laufen, daß früher
ne ier ſpäter durch Verhandlungen im Reichstag oder in Kom=
AA ſionen alles bekannt wird.
Eine Kundgebung des deutſchen Mittelfiandes.
Berlin, 23. Februar.
Bei einer vom Reichsausſchuß der deutſchen Mittelſchicht
Mkanſtalteten Kundgebung der verſchiedenen
Mittelſtands=
hauppen, zu der ſich zahlreiche Vertreter der Reichs= und
Staats=
yörden eingefunden hatten, betonte der Präſident der Hand=
Merlskammer, Luberſt, die ungeheure wirtſchaftliche und
kul=
ymelle Bedeutung, die dem Mittelſtand im Ringen der hart auf=
Manderſtoßenden wirtſchaftlichen Extreme zukomme.
Gur das Handwerk ſprach der Vorſitzende des Reichsver=
Nunds des deutſchen Handwerks, Derlinn=Hannover, der auf
E ſchwere Bedrohung des Handwerks hinwies und die unbe=
Mhgte Notwendigkeit betonte, daß Reich, Länder und
Kom=
aſchinen bei allen ihren Maßnahmen Artikel 164 der Reichsver=
Ahung im Auge behalten, der dem gewerblichen Mittelſtand
Sphutz berſpreche. Der Vorſitzende des Reichsſchutzverbandes für
andel und Gewerbe, Liebald, forderte eine gerechte
reherpolitik, die den ſelbſtändigen Mittelſtand vor Ueberlaſtung
WR kltze Prof,. Dr. Stein=Berlin forderte als Anwalt des
2utſchen Genoſſenſchaftsverbandes den
wirt=
wöitlichen Zuſammenſchluß zur Wiedergewinnung der
Selb=
händigkeit in der Genoſſenſchaft.
Rar den Haus= und Grundbeſitz ſprach der Vor=
Nende des Zentralverbands, Stadtrat Dunar=München, der
NSronte, daß 80 Prozent des deutſchen Hausbeſitzes dem Mittel=
Nach2 angehören, und daß die Wohnungswirtſchaftsfrage vor
Mem ein mitelſtändiſches Problem ſei. Dem Hausbeſitz werde
Mun 9 die Zwangsgeſetze im deutſchen Wohnungsweſen ſein
Rutes Recht vorenthalten.
Für das Schutzkartell deutſcher
Geiſtesar=
beiter ſprach Dr. Everling=Nikolasſee, der die
Zuſam=
menarbeit zwiſchen den geiſtig und gewerblich Tätigen, wenn
ſie auch ſchwierig ſei, dringend befürwortete.
Als Präſident des Reichslandbundes betonte Graf
Kalkreuth das außerordentliche Intereſſe der Landwirtſchaft
daran, daß der Mittelſtand ſich in ſeinem Kampfe um ſeine
Unabhängigkeit durchſetze.
Bürgermeiſter a. D. Eberle=Dresden betonte in ſeinem
Schlußwort, daß die Schwächung der Mittelſchicht Proletarier
ſchaffe, während die Stärkung der Mittelſchicht die Löſung der
ſozialen Frage bedeute.
Zur Verhaftung der beiden deutſchen Gendarmerie=
Kommandanten durch die Franzoſen.
Landau, 23. Februar.
Die Verhaftung der beiden deutſchen
Gendarmeriekomman=
danten beruht auf folgendem Vorgang: Eine Gruppe von 17
jun=
gen Leuten, die ſich für die franzöſiſche Fremdenlegion verpflichtet
hatten und in Begleitung eines franzöſiſchen Soldaten in Zivil
nach Weißenburg fahren wollten, wurde am 15. Februar in
Kaps=
weher verhaftet und nach Karlsruhe gebracht, da man unter den
jungen Leuten ſteckbrieflich verfolgte Perſonen vermutete. In
Karlsruhe wurde feſtgeſtellt, daß ſich unter ihnen ein
Schwerver=
brecher und zwei weitere ſteckbrieflich Verfolgte befanden. Die
nichtgeſuchten jungen Leute, wurden in Karlsruhe wieder auf
freien Fuß geſetzt, und der franzöſiſche Soldat in Zivil, der ſich
weigerte, der deutſchen Gendarmerie ſeinen Perſonalausweis
vor=
zuzeigen, auf den Zug geſetzt. Die Verhaftung der
Gendarmerie=
kommandanten erfolgte in der arroganteſten Weiſe. Die
Feſt=
genommenen, denen man nicht einmal Zeit ließ, ſich von ihren
Familien zu verabſchieden, wurden allem Anſchein nach in das
franzöſiſche Militärgefängnis in Landau eingeliefert.
Die Juſtizdebatte im Reichstag.
Um die Eheſcheidungsreform — „Die tiefe Kluftzwiſchen
Recht und Geſchehen.” —„Der Mord am ungeborenen
Menſchen.” — Die hochverräteriſchen Umtriebe der
Kommuniſten.
* Berlin, 23. Februar. (Eigener Bericht.)
In der Mittwochs=Sitzung des Reichstags wurde das Abkommen
zwiſchen Deutſchland und der Belgiſch=Luxemburgiſchen
Wirtſchafts=
union über den kleinen Grenzverkehr in allen drei Leſungen
ange=
nommen. Das Haus ſetzte dann die zweite Beratung des Haushaltes
des Reichsjuſtizminiſteriums fort.
Abg. Dr. Everling (deutſchnational) bekannte ſich grundſätzlich
gegen jede Erleichterung der Eheſcheidung, ebenſo gegen jede
Ab=
ſchwächung des § 218 (Abtreibung) und gegen Amneſtie in ſolchen
Fällen. Gegen den Landesverrat bedürfe es ſolange durchgreifender
Maßnahmen, als der Denunziant ſeine Lumpereien an das Ausland,
unter deſſen Druck Deutſchland ſtehe, abgebe. Die Unabhängigkeit der
Richter ſei zu wahren. Sie ſollen nicht auf die Straße lauſchen müſſen,
ob ihr Spruch auch Beifall findet. Die am meiſten über Klaſſenjuſtiz
ſchreien, können am wenigſten Objektivität aufbringen.
Abg. Dr. Bockius (Zentr.) erklärte, daß mit der jetzigen
Aus=
ſprache die Frage der Vertrauenskriſe in der Juſtiz endgültig erledigt
ſein müſſe. Der Redner beſprach dann die Ehenot, die vor allem
aus wirtſchaftlichen Gründen ſich herleite. Jede Erleichterung
der Eheſcheidung ſei entſchieden abzulehnen. (
Bei=
fall im Zentrum.) Es handele ſich hier um ein Gebot der chriſtlichen
Ethik, die mit der natürlichen Ethik im Einklang ſtehe. Jede
Erleich=
terung der Eheſcheidung iſt eine Maßnahme zu Ungunſten der Frau.
Wir lehnen es auch ab, die Schematiſierung der Großſtadtmoral dem
Lande und den mittleren Städten vorzuſchreiben. An den Grundlagen
der Aufwertungsgeſetzgebung dürfe nicht gerüttelt werden. In der
Abtreibungsfrage müſſe mit Empörung feſtgeſtellt werden, daß
wiederum Anträge auf Milderung der Strafbeſtimmungen vorliegen.
Der Mord am ungeborenen Menſchen ſei gleichbedeutend
mit jedem anderen Mord und dürfe nicht ungeſühnt bleiben. (Beifall.)
Abg. Dr. Kahl (D. V. P.) gedachte dankbar des in dieſem Jahre
gefeierten 50jährigen Beſtehens des Reichsjuſtizamtes. Es ſei unerhört,
wenn man geſagt habe, der Staatsſekretär Joel ſei eine Gefahr für
die Republik. Man ſolle doch nicht täglich Gefahren für die Republik
konſtruieren. Die Republik ſei ſtark genug, ſie zu überwinden. Wenn
ihr Gefahren drohen, dann kommen ſie von den Kommuniſten. Der
Staat kann kommuniſtiſchen Idealen gegenüber gar nicht auf ſein
Selbſterhaltungsrecht verzichten. Die Eheſcheidungsreform iſt noch nicht
reif für das Plenum. Nicht leugnen kann man aber die tiefe
Kluft zwiſchen Recht und Geſchehen. Unruhe im Zentr.)
Der Redner ruft die wahrheitsliebende, ihrer Verantwortung bewußte
Preſſe auf zum Kampf nicht gegen, ſondern für die deutſche Juſtiz.
(Beifall.)
Abg. Dr. Roſenberg (Kommuniſt) erklärte, daß er nicht das
Verſprechen geben könne, daß ſeine Partei auf den Boden der
Ver=
faſſung treten werde. Wir bleiben, ſo erklärte der Redner, die Alten.
Staatsſekretär Joel erklärte dann, es ſei eine rieſige Verkennung
der Tatfachen, wenn man glaube, daß der Oberſte Gerichtshof des
Nei=
ches gegen ſeine Ueberzeugung handele, wenn Kommuniſten in Frage
kommen. Die Kommuniſten ſtellen die Sache mit den Sprengſtoffen
als ganz harmlos hin. Tatſächlich ſeien bis zu 12 Zentner
Spreng=
ſtoff durch ſchweren Einbrchsdiebſtahl entwendet und zu Handgranaten
benutzt worden (Lärm der Kommniſten), z. B. in Baden beim Lörracher
Aufſtand. Der Redner erinnerte an die Vorgänge, in denen ein
kom=
muniſtiſcher Abgeordneter ohne weiteres zugegeben habe, daß es ſich
um eine Revolution gehandelt habe. Das Reichsgericht habe in
weite=
ſtem Umfange Kommuniſten, die wegen Hochverrats angeklagt waren,
den Charakter der politiſchen Tat zugebilligt. Es werde ſyſtematiſch
verſucht die Verfaſſungstreue von Reichswvehr und Polizei, in
ver=
brecheriſcher Weiſe zu untergraben. Man könne nicht verlangen, daß
der Staat dabei ruhig zuſehe. Der Druck der Bürgerkriegshetze ſei in
einer Geheimdruckerei erfolgt, und das Reichsgericht habe gerade in
dieſem Falle aus ganz beſtimmten Umſtänden eine Schuld der
Ver=
urteilten für erwieſen erachtet. Der Reichsjuſtizminiſter ſei entſchloſſen,
deutſchen Defſentlichkeit von dem Sachverhalt authentiſche Mitteilung
zu machen.
Darauf werden die Verhandlungen abgebrochen und auf
Donners=
tag, 2 Uhr, vertagt. — Schluß 747 Uhr.
Jugoſlawiſche Politik.
Annäherung an Deutſchland?
Von unſerem D=Korreſpondenten.
Belgrad, 22. Februar.
Schon bei der Bildung des jetzigen — ſechſten — Uzunowitſch=
Kabinetts haben wir darauf hingewieſen, daß der Eintritt der
Slowenen in das Kabinett notwendigerweiſe eine Aenderung in
der Außenpolitik des Landes nach ſich ziehen muß. Dadurch, daß
ſtatt der politiſch unſicheren Kroaten die Slowenen in das
Kabi=
nett aufgenommen wurden — Jugoſlawien gehört nämlich zu
den Ländern, in denen man in der Politik noch keine Rechte oder
Linke, ſondern nur Nationalitäten, Intereſſengruppen und
Per=
ſönlichkeiten kennt —, war die Abkehr von der Außenpolitik
Nintſchitſch, das heißt einer italophilen Außenpolitik, beſiegelt.
Von allen ſüdſlawiſchen Völkern ſind die Slowenen am meiſten
italienfeindlich, und die ſloweniſche Volkspartei, welche unter
der Führung des Paters Koroſee ſteht, ſcheint auch ein gewiſſes
Programm in bezug auf die Außenpolitik zu beſitzen.
In den Kriſen ſeit dem Bekanntwerden des italieniſch=
alba=
niſchen Vertrages von Tirana hat ſich vielfach erwieſen, daß jene
frühere rein ſerbiſche Konzeption, welche mit Italien eine mehr
oder minder aufrichtige Freundſchaft vorſieht, und alle
unange=
nehmen Zwiſchenfälle zu vertuſchen ſucht, ſich nicht mehr
aufrecht=
erhalten läßt. An Verſuchen hat es nicht gefehlt, denn um
Jugo=
ſlawien von dem Schlimmſten, von der Freundſchaft mit
Ruß=
land, abzuhalten, haben mehrere Mächte nacheinander verſucht,
zwiſchen Belgrad und Rom zu vermitteln. Dieſe
Vermittlungs=
arbeit, in der die engliſche Diplomatie ſich beſonders hervortat —
Englands Einfluß iſt in Belgrad dank der finanziellen
Durch=
dringung Jugoſlawiens nicht zu unterſchätzen —, hat nur zu
einem halben Erfolg geführt. Es gelang zwar im erſten
Augen=
blick, der Situation die Schärfe zu nehmen, aber viel weiter kam
es nicht. Peritſch, der Nachfolger Nintſchitſchs im
Außenmini=
ſterium, der offiziell nur als ein vorgeſchobener Vertreter
Nin=
tſchitſchs galt, hat, wenn auch mit wenig Begeiſterung, ſo doch
mit um ſo mehr Eifer, verſucht, mit Italien beſſere Verhältniſſe
anzubähnen. Jede Woche verlautete etwas neues über die
italie=
niſch=jugoſlawiſche Annäherung, aber mit dem Sturze der
vor=
letzten Uzunowitſch=Regierung war das Schickſal der
Nintſchitſch=
chen Außenpolitik beſiegelt. Wohl verblieb Peritſch in dem
Außenminiſterium, aber ſtatt der Kroaten, die Italien gegenüber
immerhin noch eine relative Mäßigung zeigten, mußten die
Slo=
wenen in das Kabinett aufgenommen werden, und ſie liehen ihre
Unterſtützung der Regierung, nicht ohne vorher Bedingungen zu
ſtellen. Man ſprach gleich davon, daß Belgrad mehr Intereſſe für
die von Italien unterdrückten Slowenen zeigen werde. Es
ge=
ſchah nichts ſpontanes, dazu iſt die Lage der Regierung viel zu
unſicher, aber es wurden, wie nach Tirana, die Fühler nach allen
Richtungen ausgeſtreckt, es fing die Suche nach einer Großmacht
an. Es war von Anfang an klar, daß Jugoſlawien in Frankreich
nur einen platoniſchen Verbündeten beſitzt und in England im
im beſten Falle einen finanziellen. Von einer Orientierung nach
Moskau konnte nicht mehr die Rede ſein, das Eingreifen der
Weſtmächte in dieſer Sache war bei der letzten Gelegenheit zu
kategoriſch, es blieb nichts anderes übrig als der Verſuch einer
Annäherung an Deutſchland. Die bevorſtehende Reiſe Koroſee‟
nach Berlin ſoll dieſe Wege ebnen. Man will in Belgrad keinen
außenpolitiſchen „coup de theatre” ſowas überläßt man
Muſſo=
lini, aber eine zielbewußt vorbereitete Annäherung an
Deutſch=
land, gehört ſeit langem zu den Lebensnotwendigkeiten des
ſüd=
ſlawiſchen Saates. Ohne davon etwas Ueberraſchendes für den
Augenblick zu erhoffen, iſt man doch mit der Bedeutung der
Sache für die Zukunft im klaren. Seit der Zerſchlagung der
Habsburgmonarchie und der Zurückdrängung Rußlands fehlt
Belgrad wenigſtens eine Großmacht, zur traditionellen
Ausbalan=
cierung der Außenpolitik.
Eine andere Frage iſt es ſelbſtverſtändlich, ob die
Annähe=
rung an Deutſchland, dieſer alte Wunſch der Slowenen, jetzt
durch=
geführt werden kann. Schon von innen ſtößt jede neue
Bewe=
gung auf große Schwierigkeiten, und in der Außenpolitik mußte
der neue ſüdſlawiſche Staat ſtets eine mit dem Temperament
ſeiner Politiker in ſcharfem Gegenſatz ſtehende Mäßigung zeigen.
Ob es der jetzigen Uzunowitſch=Regierung gelingt, in der
Außen=
politik etwas Neues zu unternehmen, iſt noch eine offene Frage.
Tatſache iſt nur jenes quälende Gefühl der Iſoliertheit in der
Außenpolitik; denn bisher gelang es weder durch die Kleine
En=
tente, noch durch die Anlehnung an die weſtlichen Großmächte,
aus einer allgemein als unhaltbar anerkannten Situation
heraus=
zukommen.
Es iſt wahr, daß die fortwährenden inneren Unruhen die
Politik jeder Regierung ſehr erſchweren und daß Uzunowitſch,
um das Kabinett vor einem Mißtrauensvotum zu retten, zu den
unmöglichſten Kompromiſſen greifen muß. Sein heroiſcher
Ent=
ſchluß, ſich von den vollkommen unberechenbaren Kroaten
los=
zuſagen, läßt ſich nicht durchführen, und ſo müſſen die
Verhand=
lungen über die Bildung einer neuen Koalitionsregierung auf
breiter Grundlage weitergehen. Nur dadurch wäre eine gewiſſe
Stabilität in der Innenpolitik ermöglicht, inſofern überhaupt von
einer Stabilität in der jugoſlawiſchen Innenpolitik geſprochen
wverden kann. Auch die ewigen Korruptionsſkandale, welche faſt
jedes Regime zu erſticken drohen, tragen viel dazu bei, auch
dann, wenn keine ſichtbaren politiſchen Beweggründe vorhanden
ſind, die Haltung der Skuptſchina zu beeinfluſſen. So lange der
Kampf zwiſchen den einzelnen Gruppen nicht etwas gemildert
wird oder die Korruption nicht aufhört, iſt darin auf keine
Aende=
rung zu rechnen.
In Regierungskreiſen erwartet man aus vielen Gründen
mit großer Nervoſität die Budgetdebatte. Es iſt nämlich nicht
ausgeſchloſſen, daß ſie noch unliebſame innenpolitiſche
Ueber=
raſchungen bringen wird. Aber vielleicht ſind die fortwährenden
Kriſen auch die Etappen in der Entwicklung einer neuen
außen=
politiſchen Orienti rung.
Geite 2
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Die Groß=Hamburg=Frage.
Der Streit zwiſchen Preußen und Hamburg.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Zwiſchen Preußen und Hamburg wird ſchon ſeit längerer
Zeit ſcharf geſchoſſen. Wenn auch der Kampf ſich gegenwärtig
nur in gegenſeitigen Anklagereden austobt, ſo zeigt er doch recht
unerfreuliche Auswirkungen, und es wäre dringend zu wünſchen,
wenn eine wohlwollende Reichsexekution eingeleitet würde zu
dem Zweck, die gegenſeitigen Kriegserklärungen abzublaſen und
den Weg einer vernünftigen Verſtändigung einzuſchlagen. Wer
an dem Streit ſchuld iſt, braucht nicht unterſucht zu werden.
Ausgangspunk; iſt zweifellos, daß Hamburg ſich in ſeinen
gegen=
wärtigen Grenzen beengt fühlt. Es braucht Land, um ſeine
Hafenanlagen auszubauen und vor allem, um die Arbeiter näher
an ihre Arbeitsſtärten heranzubringen, die heute eine
mehrſtün=
dige Anmarſchzeit zu ihrer Werkſtatt haben. An ſich alſo ein
nicht unberechtigtes Verlangen. Dieſes Land kann Hamburg nur
von Preußen bekommen, das von allen Seiten das Hamburger
Staatsgebiet umſchließt. Auf der anderen Seite liegen die Dinge
aber ſo, daß Preußen keinesfalls imſtande iſt, größere Teile Land
abzutrennen. Von der ſchleswig=holſteiniſchen Grenze nicht, weil
die Provinz im Norden ſchon durch die Abtretung von
Nord=
ſchleswig ſtark verſtümmelt iſt und jede weitere Beſchneidung
an den Elbeufern den Partikularismus weſentlich fördern würde;
von der hannoverſchen Seite nicht, weil die Welfen nur auf eine
ſolche Gelegenheit warten, um ihre Selbſtändigkeitsbeſtrebungen
von neuem in das Land zu tragen. Die Forderung der einen
Seite iſt alſo ſchließlich ebenſo berechtigt, wie die Ablehnung der
anderen Seite. Trotzdem gilt es, beiden Teilen ſo bald wie
mög=
lich gerecht zu werden.
Wir haben ſchon bei früherer Gelegenheit den Vorſchlag einer
Hafengemeinſchaft gemacht, wie er in New York bereits mit
Er=
folg angenommen worden iſt. Statt deſſen ſind die Hamburger
verärgert, weil ſie ſo wenig Entgegenkommen auf preußiſcher
Seite finden, und die Preußen wieder ſind entrüſtet über die
Forderungen, die Hamburg ſtellt. Das zeigte ſich deutlich am
Mittwoch im preußiſchen Landtag bei der Beratung der neuen
Eingemeindungsvorſchläge. Der preußiſche Miniſterpräſident
Braun hielt es für wichtig genug, um in eigener Perſon die
Taufrede für die neue Vorlage zu halten. Er mußte das
viel=
leicht, um auf die Rede zu antworten, die der regierende
Ham=
burger Bürgermeiſter Dr. Peterſen vor einigen Wochen gehalten
hat und die wohl tatſächlich eine heftige Anklagerede gegen
Preußen geweſen iſt. Ob es aber notwendig war, daß Preußen
jetzt ron ſich aus die Offenſive ergreift und Hamburg unbequem
zu werden ſucht, erſcheint zweifelhaft. Denn etwas anderes iſt
das doch nicht, wenn plötzlich der Vorſchlag gemacht wird, vor
den Toren Hamburgs durch Eingemeindungen drei große
Ge=
meinden zu ſchaffen, die ſich um Altona, Wandsbek und
Ham=
burg herumlegen und ſo Hamburg von allen Seiten einkreiſen,
um ihm alſo tatſächlich jede Bewegungsfreiheit abzudroſſeln. Das
Eigenartige dabei iſt, daß ausgerechnet ein Sozialdemokrat, der
ſich noch Unitarier nennt, Vertreter des preußiſchen
Partikularis=
mus iſt und daß auf der anderen Seite als Vertreter des
Ham=
burger Partikularismus der Demokrat Peterſen ſteht. Es klingt
zwar ſehr ſchön, wenn Herr Braun ſeinem Partikularismus ein
unitariftiſches Mäntelchen umhängen will mit der Bemerkung,
daß Preußen zweifellos den Kern für den deutſchen Einheitsſtaat
bilden werde, wenn dieſer einmal Wirklichkeit werden ſollte.
Das klingt doppelt ſchön, nachdem die Parteien der Weimarer
Koalition in ihrer Weimarer Verfaſſung alles getan haben, um
den preußiſchen Einfluß im Reich zu vermindern und die
Zer=
ſchlagung Preußens vorzubereiten. Es kann nicht fehlen, daß
jetzt von Hamburg auf die neueſte Rede Brauns geantwortet
werden wird, vermutlich wieder in verſchärfter Tonart, ſo daß
wir zuletzt in einen latenten Kriegszuſtand hineingeraten, der
der Sache abträglich iſt und politiſch lächerlich wirkt, während
doch alles dafür ſpricht, möglich raſch eine Grundlage zu ſuchen,
die Hamburgs Wünſchen und Preußens Intereſſen in gleicher
Weiſe entſpricht. Es wäre vielleicht eine lohnende Aufgabe für
den Reichspräſidenten, wenn er hier eine Vermittlung verſuchen
wollte.
Rheinlandſorgen.
Berlin, B. Februar. (Priv.=Tel.)
Die wiederholt vertagten Beſprechungen der
Regierungs=
parteien mit dem Reichskanzler über das Rheinland haben
nun am Mittwoch endlich ſtattgefunden. Die Fraktionen haben
beſchloſſen, eine kleine Kommiſſion von vier Mitgliedern
einzu=
ſetzen, die jetzt mit dem Reichsfinanzminiſter Fühlung nehmen
ſoll, um dann dem interfraktionellen Ausſchuß zu berichten.
Dann ſollen die Verhandlungen fortgeſetzt werden.
*Berliner Premieren.
arle. Im Staatlichen Schauſpielhaus ſah man
eine Komödie von Paul Kornfeld: „Kilian” oder „Die
gelbe Roſe‟. Der biedere Buchbindermeiſter Kilian gerät in eine
„äſthetiſierende” Geſellſchaft und wird für den erwarteten Gaſt,
den berühmten Philoſophen Natterer, gehalten. Dieſe
Ver=
wechſlung bildet die eigentliche Grundidee der Komödie; ein
ſchwankhaftes, nicht mehr neues Motiv und zu kurzatmig für
fünf lauge Bilder. Es intereſſiert aber anfänglich, wie der brave
Handwerker, der all die Bücher, die er zu heften bekam,
gewiſſen=
haft durchgeleſen hat, ſeinen Mann ſtellt; er redet wohl
phan=
taſtiſches und verworrenes Zeug zuſammen, jedoch alles mit
einem Schuß Sinn und Wahrheit. Als der wirkliche Natterer
erſcheint, entſpinnt ſich zwiſchen den beiden ein höchſt
beluſtigen=
der Dialog — der Höhepunkt des Stückes —, in deſſen Verlauf
Kilian die erſtaunliche Beobachtung macht, daß der „Prophet”
dasſelbe ſagt, als er, nur in etwas verfeinerter Form. Nun
glaubt auch er an ſein „Uebermenſchtum” . . . Schließlich wird
ihm die Sache aber doch zu bunt, ſein klarer Menſchenverſtand
ſiegt, und er läuft davon auf Nimmerwiederſehen.
Dramaturgiſch iſt das Stück recht mäßig: ſein Aufbau iſt
nicht kompakt genug, und lange Monologe hemmen häufig den
Gang der ſo wie ſo etwas dünn geratenen Handlung. Für
dieſe Schwächen entſchädigt einigermaßen die ulkige
Charakteri=
ſierung der aus ſonderbaren Typen beſtehenden übergeſchnappten
Literatengeſellſchaft. Wie Kornfeld das Phraſentum der
Salon=
philoſophen, gegen die das Luſtſpiel geſchrieben wurde, ſchildert,
iſt in der Tat hörenswert. Leider iſt das Werk an echt
komodien=
haften Momenten nicht allzu reich und wirkt nicht gerade
kurz=
weilig: die Regie hätte für Striche und Tempo ſorgen müſſen.
Trotzdem wurde die Neuheit, dank einer darſtelleriſch ſehr
beach=
tenswerten Aufführung — die Titelrolle ſpielte Jakob Tiedtke
— ſehr beifällig aufgenommen, und der anweſende Autor konnte
ſich am Schluſſe mehrfach zeigen.
Im Schillertheater kam, nach der kürzlich erfolgten
Uraufführung in der Provinz, „Razzia”, Hans J.
Reh=
fiſch nennt die zehn Bilder (eine „Berliner Tragikomödie‟ Die
Bezeichnung iſt grundfalſch. Das Stück iſt weder eine typiſch
berliniſche, noch eine in höherem Sinne tragikomiſche
Angelegen=
heit, ſondern ein volksſtückartiges Etwas, das die Schickſale
kleiner Leute ſchildert. Der Verſuch, ein zeitgemäßes Volksſtück
Vom Tage.
Der fiihere Reichsinnenminiſter Külz hat auf den Poſten
des fächſiſchen Innenminiſters verzichtet.
Der preußiſche Landtag überwies nach längerer
Aus=
ſprache die Groß=Hamburg=Vorlagen einem beſonders
gebildeten Groß=Hamburg=Ausſchuß.
Das eſtländiſche Kabinett iſt geſtern zurückgetreten,
Am kommenden Freitag tritt in Rom das Wirtſchafts=
Komitee des Völkerbundes zuſammen, das ſich insbeſondere
mit den Berichten der verſchiedenen Regierungen über die getroffenen
Maßnahmen zur Vereinheitlichung und Vereinfachung der Zoll=
Forma=
litäten beſchäftigen wird. Für Deutſchland nimmt an den
Ver=
handlungen Unterſtaatsſekretär v. Trendelenburg teil.
Die türtiſche Regierung hat endgültig die Errichtung
(ines Senates beſchloſſen. Der Geſetzentwurf wird der
National=
verſammlung ſchnellſtens zugehen und ſie wird über die Errichtung
Be=
ſchluß zu faſſen haben, womit ſie ſich in eine verfaſſungsgebende
Ver=
ſammlung umwandeln wird.
Der griechiſche Marinemimiſter gibt bekannt, daß ein
ameri=
kaniſches Geſchwader in den nächſten Tagen Griechenland
einen Beſuch abſtatten wird.
In den letzten Tagen hat ſich der Druck Englands
Frank=
reich zur Aufgabe ſeiner abwartenden Haltung in
China zu bewegen, verſtärkt.
In bolivianiſchen Parlamentskreiſen ſoll die Abſicht beſtehen, einen
Antrag auf Rücktritt Boliviens aus dem
Völker=
bund einzubringen.
Wie aus Peking gemeldet wird, ſteht eine Schlacht zwiſchen
den Truppen Wu Pei=fus und Tſchang Tſo=lins
un=
mittelbar bevor, da Tſchang Tſo=lin beſchloſſen habe, ſeine Streitkräfte
trotz des Widerſpruches Wu Pei=fus durch die Provinz Honan
mar=
ſchieren zu laſſen.
Der chineſiſche Vizepräſident der chineſiſchen
Oſtbahn, General Yang Tſcho wurde unter der Anſchldigung,
Geld von Moskau empfangen und eine Revolution in Charbin geplaut zu
haben, vom einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und
er=
ſchoſſen.
Das Steuer=Aufkommen im Deutſchen Reich.
DIE REICHSSTEUERN
IN DEN JAHREN
1924—1926.
ArdkM.
229
BT8:
LiSi eSShrStt
192½ 1925. 1926.
Die Betrachtung des vierteljährlichen Steueraufkommens in den
verſchiedenen Phaſen der Zeit nach der Währungsſtabiliſierung
läßt — trotz der inzwiſchen erfolgten Aenderung einiger wichtiger
Steuerſätze — eine gewiſſe Parallelität mit dem Verlauf der
Wirtſchaftskonjunktur erkennen. Die Steigerung der
Steuerein=
nahmen bis Anfang 1925 zeigt die zunehmende Erholung der
deutſchen Wirtſchaft bei der Stabiliſierung der Währung. Die
Ende 1925 einſetzende Wirtſchaftskriſe drückt ſich in einer
Ver=
ringerung der Steuereinnahmen aus, die erſt in der zweiten
Hälfte des Jahres 1926 einer Erhöhung Platz macht. Die
charak=
teriſtiſche Note der Berichtsperiode iſt das Sinken des Ertrages
der Beſitz= und Verkehrsſteuern infolge Ermäßigung der
Umſatz=
ſteuer und die Steigerung der Einnahmen aus Zöllen und
Verbrauchsſteuern.
zu ſchaffen, ſcheiterte in erſter Linie an mangelnder — im beſten
Falle unzulänglicher — Menſchenkenntnis des nicht unbegabten
Autors. Das Milieu war ihm weſensfremd. Was er bringt, iſt
keineswegs urwüchſiges, unverfälſchtes Leben, ſondern
Papier=
maché, und dementſprechend iſt der menſchliche Wert ſeines
theatraliſch nicht ungelungenen Werkes ein minimaler.
Eine Marktfrau wird wegen falſchen Wiegens verurteilt,
und ihr Mann, der Metallarbeiter, will die „Maſchine” —
ver=
ſtehe: Staatsmechanismus — vernichten, um ſich für den
ver=
meintlichen „Juſtizmord” zu rächen. Schließlich wird auch er ein
Opfer der „Maſchine‟ ..
Die Tendenz des Stückes richtet ſich gegen die ſoziale
Struk=
tur unſerer Zeit: Vertreter „gegenſätzlicher Prinzipien” —
Pro=
letariat und Staatsorganismus — kämpfen haßerfüllt
gegenein=
ander, wie Soldaten feindlicher Fronten. Man merkt die
unver=
hüllte Abſicht des Verfaſſers und wird verſtimmt — gegen die
ſcharf betonte tendenziöſe Verzerrung der „arrangierten”
Tra=
gödie, die, obwohl durch und durch naturaliſtiſch gehalten, nie und
nimmer ergreifen kann: man hört zu deutlich die falſchen Töne.
Wann werden es die Autoren des Heute endlich einſehen, daß
die Bühne nicht dazu da iſt, um Klaſſenhaß zu predigen?
In den klatſchenden Beifall miſchte ſich ziſchender
Wider=
ſpruch, doch konnten ſich nach einigem Kampfe die Beifallſpender
behaupten, was in erſter Linie an der Darſtellung — mit
Kayß=
lers Metallarbeiter an der Spitze —, Inſzenierung und
ſtil=
echten Ausſtattung lag.
Ein vor etwa anderthalb Dezennien in Berlin bereits
ge=
ſpieltes Frühwerk G. B. Shaws, die Komödie „Der
Lieb=
haber”, erzielte bei ſeiner Repriſe in der Tribüne einen
großen Heiterkeitserfolg. Im Mittelpunkt des liebenswürdigen,
keineswegs problematiſchen Luſtſpiels ſteht Leonard Charteris,
der Liebhaber par excellence, der mit den Frauen nur ſpielt und
nicht daran denkt, ſeine Freiheit aufzugeben. Die Handlung
ſpielt ſich im Klub der Fortgeſchrittenen ab, in dem Männer
und Frauen gleichberechtigt ſind: der Kampf um die
Selbſtändig=
machung der Frau iſt heute nicht mehr aktuell, und die
Perſi=
ſlage wirkt nur noch durch den geiſtreich pointierten Witz Shaws,
an dem man immer wieder ſeine helle Freude hat. Ein an ſich
belangloſer, doch recht vergnügter Abend.
Im Theater in der Kommandantenſtraße
mach=
ten wir erſtmalig die Bekanntſchaft eines typiſch amerikaniſchen
Nummer 53
Die Hirtſiefer=Verordnung.
Abbau der Wohnungszwangswiriſchaft
für gewerbliche Räume in Preußen.
Von unſerer Berliner Redaktion,
Der preußiſche Wohlfahrtsminiſter hat am Mittwoch,
preußiſchen Landtag einen großen Sieg gefeiert. Das von. d
Kommuniſten eingebrachte Mißtrauensvotum
gegen-
wurde mit 224 zu 47 Stimmen abgelehnt, wobei Denu
nationale und Deutſche Volkspartei ſich der Stimme enthigeu
Das iſt äußerlich ein Erfolg, auf den der Miniſter ſtolz ſein E
der aber doch angeſichts der Entwicklungsgeſchichte dieſes —
trauensvotums etwas eigenartig berührt. Der Ausgangsxu
iſt die Hirtſiefer=Verordnung über den Abbau der Wo
nungszwangswirtſchaft fürgewerbliche Räup
Dieſe Verordnung iſt am 11. November erlaſſen worden un5
am 1. April in Kraft treten. Der Landtag hat ſich alſo ziem
lange beſonnen, bis er ſich mit dieſer Frage beſchäftigte.
es aber ſchließlich ſo weit kam, ſtanden Demokraten und S.B
demokraten, alſo Mitglieder der Regierungsparteien, in ſch wr
Oppoſition gegen den Miniſter, während Deutſchnationale=
Deutſche Volkspartei ihn verteidigten. Die Gründe, die vome
Sozialdemokraten gegen die Verordnung geltend gemacht weu
klangen ſehr einleuchtend. Der Miniſter iſt an ſich n
vorſichtig geweſen, er hat nur die rein gewerblich,
Näume, ſoweit ſie nicht mit Wohnungen
bunden ſind, aus der Zwangswirtſchaft her /“
genommen und den Hausbeſitzern zur Ho
fügung zurückgegeben.
Die Oppoſition wies aber darauf hin, daß ſtarke
Ungey=
tigkeiten dabei unvermeidlich ſeien. Sie machten auf die ſchnrun
Exiſtenzen aufmerkſam, auf die Kriegsbeſchädigten und
Küs=
hinterbliebenen, denen die wirtſchaftliche Eriſtenz abgegim
werden könnte, wenn ſie nicht imſtande wären, die erböm
Mietpreiſe für die gewerblichen Räume zu zahlen. Sie
excni=
fizierten auch die Künſtler, deren Ateliers in den Mietwun
ſtark in die Höhe geſchraubt werden könnten. Der Miniſterat
ihnen aber entgegengehalten, daß wir früher oder ſpäterc
einmal zur Beſeitigung der Zwangswirtſchaft kommen rmen
und daß in jedem Fall eine Uebergangszeit eintritt, die gen
Einzelne Härten im Gefolge hat. Gegen Ueberforderungen=ᛋ
tens der Hausbeſitzer ſind Sicherheiten durch das
Mieterch=
geſetz vorgeſehen, die ja eventuell noch verſchärft werden künn
Mietwucher muß unter allen Umſtänden verhindert werden, u/
der anderen Seite iſt aber auch ſtatiſtiſch feſtgeſtellt, daß nurw
ein Prozent aller Fälle mit derartigen Mietpreisſteigeruen:
nachgewieſen ſind. In den übrigen 99 Prozent hat ſich digm
ordnung bereits reibungslos angebahnt.
Der erſte Schritt, um aus der Hausſozialiſierung
has=
zukommen, iſt damit alſo erfolgreich geſchehen, und wenn
elel=
leicht auch noch Jahr und Tag dauern wird, bis der letzte Gritt
getan werden kann, ſo iſt wenigſtens ein Anfang gemach ul8
vielleicht auf die Wiederbelebung des Baumarktes, ohne de*
ja doch nun einmal nicht geht, anregend einwirken kann.
cch=
lich hat der Wohlfahrtsminiſter alſo zweifellos recht. Auch jur ſ45
ſteht er auf feſtem Boden, wenn auch die nun einmal unvend
lichen Härten zu bedauern bleiben. Trotzdem hat eine Mchelt
des Landtages gegen ihn entſchieden, die nämlich verlang eit
die Verordnung um ein halbes Jahr hinausgeſchoben uN
Sie hat auch eine Reihe von Ausnahmebeſtimmungen,
num=
lich für Künſtler und Kriegsbeſchädigte, die ſich in
wirſaſt=
licher Notlage befinden, gefordert. Der Miniſter hat ſichben
dieſen Beſchluß hinweggeſetzt. Er hat bereits erklärt, d ſ
nicht daran denke, dieſen Wünſchen des Landtages nachzren!,
ſondern ſeine Verordnung unverändert aufrecht erhalten nd7,
Der kommuniſtiſche Mißtrauensantrag zwang alſo Sozialm
kraten und Demokraten dazu, ſich klar zu entſcheiden, ob ſeeim
Miniſter, der ihre eigenen Anträge, derart öffentlich ndem
Papierkorb warf, ihr Vertrauen ausſprechen wollten. Sie bem
das Opfer der Ueberzeugung gebracht, haben das
Mißtrrm½=
votum abgelehnt, haben trotz ihrer parlamentariſchen Einſeung
ſogar darüber hinweggeſehen, daß es eigentlich eine Unn
ßid&=
keit iſt, wenn ein Miniſter Beſchlüſſe der Volksvertretur im
dieſer Form behandelt. Damit iſt der Fall wohl zunäch
er=
ledigt. Er wird aber doch politiſch ſich wohl auswirken enm
Sozialdemokraten und Demokraten werden es dem Miniſteriäht
ſo raſch vergeſſen, daß ſie ſich heute nach dieſem Zwiſchenft füſr
ihn einſetzen mußten. Es hat ſich hier wieder einmal gezeirwiſe
ſchwach die Regierungsmehrheit in Preußen iſt, die zu pach
ift, um poſitive Arbeit leiſten zu können und auf die
Meix=
ſtützung der Oppoſitionsparteien angewieſen iſt.
„Myſtery”=Spiels. Es heißt „Die letzte Warnung” ihm
den vielverſprechenden Untertitel „Eine unheimliche Ofre‟,
ſtamt von einem Herrn Thomas F. Fallon und ᛋ ün
New York nicht weniger als tauſendmal über die
Breuge=
gangen ſein.
Der Amerikaner verſteht unter „Myſtery=Spiel” nich mnoa
ein literariſches Myſterium, ſondern ein meiſt kriminell. zurid
womöglich auch myſteriöſes Senſationsdrama, das höhe
An=
ſprüche abſolut nicht ſtellt, ſondern nur oberflächliche
Urthanl=
tung und Nervenſpannung bieten will — man denke an di
veſt=
ſeeiſche Filmproduktion. Dieſem Zweck entſpricht auch
desoſk=
liegende Stück bis zum letzten Bild, das natürlicherwe ſſiden
ſenſationellen Knalleffekt bringen ſollee, diesmal aber, uruchſr=,
licherweife, nicht bringt. Die ganze Handlung iſt
ungemeſſein=
fach, noch mehr als das: geradezu primitiv. Das Wowohſſde=
Theater in New York iſt verrufen, ſeitdem der Scha zſelſer
Woodford auf offener Szene ermordet worden iſt, ſelbfvernd
auf rätſelhafte und unaufgeklärte Weiſe. Nach langen Anden
meldet ſich wieder ein Pächter, Mc. Hugh, der ſich nüt
cwh=
ſchrecken läßt und nach mannigfaltigen „myſteriöſen” Vrücen
auch die „unheimliche” Affäre endgültig aufklärt. Leider ſſehie
Aufklärung pſychologiſch gänzlich unmotiviert und nicht H9
ſe=
nug. Der Zuſchauer erwartet wohl die des öfteren angeküiMen
„Ueberraſchungen”, ift jedoch beim letzten Fallen des VoyAe?
höchſtens vor — Enttäuſchung überraſcht: der Knalleffer Mür
eben nicht!
Mit einem abgeänderten Schluß und in einem fab dmen
Tempo abgeſpielt, könnte das bühnenfeſt geſchriebene Stürtmen
Publikumsreißer allererſten Ranges abgeben.
Die Volksbühne wartete — als drittes Berliner Tcher
— mit Strindbergs „Traumſpiel” auf. Die Vor
fün/ch=
mit der Straub, mit Suhrs intereſſanten Bühnerwerkn
und der opernhaften Begleitmuſik Wolfgang Zellers, en=
Publikum mitgeriſſen.
Die nächſten Wochen bringen wieder „große” Premäy inn
Hülle und Fülle. Bei Reinhardt inſzeniert Guſtav Ha 8
das neue Werk Fritz v. Unruhs, „Bonaparte‟ Eine.
drei Wochen in Breslau bei ſeiner deutſchen Uraufführurnieent
dings keinen ungeteilten Erfolg davontrug, im Duw
Künſtlertheater wird das neue Lehär=Opus „Der 1
witſch” feierlich aus der Taufe gehoben, als Beweis 190e
unermüdliche Schaffensfreudigkeit des greiſen Operettenrue‟
Mummer 55
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Seite 3
Wölkerbund und Saarfrage.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 23. Februar.
Seitdem der Vökerbund nicht mehr nur aus Siegern beſteht,
n man in amtlichen wie nichtamtlichen engliſchen Kreiſen wohl
uw: keiner Konferenz mit ſo paſſiven Empfindungen
entgegen=
nſchen, wie der am 6. März beginnenden. „Sind Sie eigentlich
en, je ein Völkerbunds=Enthuſiaſt geweſen, Exzellenz?” fragte
einen mir wohl bekannten, neutralen Diplomaten. — „Oder
hen Sie erſt im Laufe der Zeit ſeine politiſchen wie moraliſchen
erte erkannt?“” — „Eigentlich eine etwas heikle Frage, er=
Arte der Befragte lächelnd und blies eine aromatiſche blaue
) ike gegen die dunkel getäfelte Decke des Rauchzimmers des
1S3. — „Aber ich will verſuchen, Sie erſchöpfend aufzuklären. —
z umſt erſchien mir der Völkerbund als noch zu hochſtrebend für
damalige tatſächliche Lage der internationalen, ſpeziell der
„päiſchen Politik. — Als dann die erſten, eigentlich nur
theo=
nechen Erfolge kamen, und ich begann, an den Konferenzen
aAmäßig teilzunehmen, fing ich auch gleichzeitig an, reges
In=
afſe zu nehmen, allerdings auch noch weniger an den zur
Dis=
flon gelangenden Fragen, wie an dem Verkehr mit den
teil=
kmenden, bedeutenden Staatsmännern und Fachleuten. Ich
n jedesmal lieber nach Genf gefahren, gewiſſermaßen, um dort
Aani weltweiten Klub zu finden. Mir wurde dabei jedoch
zweier=
lar, einmal, daß ſich bei der Bedeutung der meiſten
Teilneh=
eine für die Weltpolitik hiſtoriſche Entwicklung ergeben
üſfe, ſodann aber, daß nicht eher eine großzügige Realpolitik
ge=
zwen werden könne, als bis aus dem Siegerbund wirklich ein
öBerbund geſchaffen ſein würde. — Nach der ſo bedauerlichen,
zmitlich nur an Taktloſigkeiten reichen Märzkonferenz im vorigen
re ging es bergauf. Es wurde wirklich Weltgeſchichte gemacht.
=Aber auf Enthuſiasmus ſind allemal Enttäuſchungen zu er=
Tatten. — Das Fundament des Ganzen blieb im Bau ſtecken:
de Vollendung der Konſolidierung der Beziehungen zwiſchen
ertſchland und Frankreich. — Ich habe perſönlich alle Sym=
Mie für des Präſidenten der Staaten beharrliche
Abrüſtungs=
im Frulnik. Aber die ganze Abrüſtungspropaganda iſt
M uf Sand gebaut. Auch die britiſche Regierung iſt ja
be=
m it einer Flottenabrüſtungs=Diskuſſion im Prinzip näher zu
tre=
n. weil ſie, wie wir ein Freund in Downing Street geſtern noch
den Mich” randrücklich betonte, alles unterſtützen wird, was den Frieden
Der Minſtel iuert. Aber das alles iſt keine Krone wert,
ſo=
oder ſhünWtinge nicht Frankreich und Deutſchland
mit=
kommen Bü ih ander einig ſind. Und darum iſt mir perſönlich und
ihtritt, M y In meinen Freunden daheim und anderswo alles andere, was
Tforderung! En März in Genf geſchehen mag, höchſt gleichgültig. — Die
Lange=
das Miekzich ele iſt der größte Feind der früheren Völkerbundskonferenzen
ſt werden fu. emeſen. Nach der Agenda zu ſchließen, hat die Regie dieſer
dert weidn / /lorferenz große Ausſicht, die früheren Vorbilder in der
Lange=
iIlt, daß much ſelle zu erreichen, wenn nicht zu übertreffen. Das lähmt jede
preisſteiglim ſieirrebung und jedes Intereſſe von vornherein.
hat ſichM Der große Komplex Deutſchland—Frankreich
ak keine Stelle in der Agenda gefunden. — Nur einen
ru reſſanten Punkt von internationalem Intereſſe vermag ich in
nerung ſie” ſieger Beziehung zu entdecken. Die Angelegenheiten des
Saar=
ud wei” ewiets ſollen zur Sprache kommen. Die Zeit iſt wieder
ein=
der ſehe Aug, da, eine neue Regierung zu wählen. — Wer ſoll den
Präſi=
erlten für das nächſte Jahr ſtellen? — Da das britiſche Dominion
emada im vergangenen Jahre den Regierungschef geſtellt hat,
ſmite Großbritannien ausgeſchloſſen erſcheinen, iſt es aber in
WVrcklichkeit keineswegs. — Frankreich möchte natürlich einen
immal unhe frrnzoſen auf den Poſten haben, und da eine ſolche Nominierung
at eine 92 ſeli ſt in Paris Vielen ausſichtslos erſcheint, ſo befürworten einige
lich verlange ſereichtige Leute den Vorſchlag, einen Tſchechoſlowaken zu
er=
zgeſchoben E. eu nen. — Ich würde auch dieſe Wahl für eine unglückliche
hal=
ngen, ler ei, allgemein geſprochen, ich würde dafür ſein, daß jeder Staat
ſich in wirſ v franzoſenfreundlicher Färbung von vornherein keinen
An=
ſter hat ſſchaxter ſtellen darf. Die Saarbevölkerung an ſich würde ſelbſt=
3 erklän, de mſſtändlich einen Saar=Mann haben wollen, auf alle Fälle aber
ages nachte hmmand, der nach Paris blickt. Und darin haben die Saar=
Lt erhalten — hwohner völlig recht. Was ſie brauchen, iſt ein völlig
unpar=
alſo Sozihzſterſcher oberſter Ausſchuß. Ich würde mich freuen, wenn jemand
heiden, ob jel i! Genf klipp und klar die Forderung/ ſtellen würde, die
Saar=
öffentlich m A=ſtimmungen dahin zu ergänzen beziehungsweiſe zu ändern,
vollten Eſhhß der ganze obere Regierungskörper, im Gebiet
das Mihur9 har aus Einheimiſchen oder aus Neutralen gebildet wird. Das
heürde dem Prinzip entſprechen, daß alles mit ſcharfem Meſſer
kausgeſchnitten werden muß, was nur irgendwie als Friktions=
MZelger die Weiterbildung einer deutſch=franzöſiſchen
vollkomme=
mn feſten Einigung ſchädigen könnte und zurzeit höchſt
bedauer=
ſche Weiſe gelähmt hat. — Wen ſoll denn aber nun das Saar=
Meik als oberſten Leiter erhalten? — Es müßte ein Europäer ſein,
wan als ein Ueberſeemann ſtände er den Verhältniſſen doch zu
ſen. Es dürfte niemand ſein, der oder deſſen Staat zu
fran=
ühenfreundlich oder zu deutſchfeindlich — was gewiß nicht
durch=
s dasſelbe iſt — gefärbt erſcheint. Es könnte ein Holländer
AI, ein Schweizer, ein Norweger oder ein Schwede.”
Reichsſiedlungspolitik.
Eine Siedlungsdenkſchrift des
Reichsarbeits=
miniſteriums.
Berlin, 22. Februar.
Das Reichsarbeitsminiſterium hat jetzt eine Denkſchrift über
die Siedlungsfrage fertiggeſtellt, die die Erwiderung auf die
Denkſchrift des Miniſterialdirektors Artieus vom Preußiſchen
Landwirtſchaftsminiſterium darſtellt. Die Denkſchrift bringt
Erwiderungen auf die Vorwürfe der preußiſchen Denkſchrift.
Sie gibt u. a. Beweiſe dafür, daß die Siedlungsaktion durch
Kompetenzſtreitigkeiten ſabotiert wurde und ſchließt mit den
Worten: „Die der Mitwirkung des Reiches bei der Förderung
des landwirtſchaftlichen Siedlungswerkes entgegenſtehenden
Hemmungen hätten ſich bei einem vertrauensvollen
Zuſammen=
wirken Preußens mit dem Reiche leicht beheben laſſen. Das
Reich hat die Verſuche einer gedeihlichen Zuſammenarbeit mit
Preußen immer wieder erneuert und dabei den preußiſchen
Hoheitsrechten ſtets die vollſte Beachtung geſchenkt.”
Der Reichsarbeitsminiſter über das Siedlungsweſen.
Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns hielt heute vormittag vor
Vertretern der Preſſe einen Vortrag über das Siedlungsweſen
und gab einen kurzen Ueberblick über das geſamte Siedlungswerk,
das mir dem Reichsſiedlungsgeſetz vom 11. Auguſt 1919 ſeiven
Anfang nahm. Erſt im Jahre 1926 hat das Siedlungswerk in
größerem Umfang ſeinen Anfang genommen. Zunächſt ſetzte
Preußen ſelbſtändig einen Betrag von 40 Millionen für
Landes=
kulturzwecke für die Jahre 1926 und 1927 ein. Ein
Siedlungs=
werk in großem und befriedigendem Umfange iſt aber nur
mög=
lich, wenn das Reich von ſich aus größere Mittel für dieſe Zwecke
einſetzt. Im Nachtragshaushalt des Reiches für 1926 wurden
deshalb 50 Millionen für die Zwecke der landwirtſchaftlichen
Siedlung in dünnbevölkerten Gebieten zur Verfügung geſtellt.
Nach dem Willen des Reichstags ſoll zunächſt die gleiche Summe
fünf Jahre lang bereitgeſtellt werden. Für die Oſtſiedlung
wer=
den auf Antrag des Arbeitsminiſteriums 15 Millionen bewilligt,
wovon fünf Millionen ſofort abgeſondert wurden, um für die
An=
ſiedlung von entlaſſenen Reichswehrſoldaten Verwendung zu
fin=
den, und ſchließlich wurden auf Antrag Preußens ſieben
Mil=
lionen Mark Reichsgelder der Flüchtlingsſiedlung zur Verfügung
geſtellt. Die nunmehr einſetzende Auseinanderſetzung zwiſchen
Preußen und dem Reich dreht ſich um die Frage, wie dieſe Gelder
verwandt werden ſollen. Preußen machte den Vorſchlag, eine
Miniſterialkommiſſion einzuſetzen, die die Richtlinien für die
Ver=
waltung dieſer Gelder aufſtellen ſollte. Zum Schluß betonte der
Miniſter noch, daß in Zukunft das Reich wahrſcheinlich noch
größere Mittel zur Verfügung ſtellen müßte, um das
Siedlungs=
werk in großzügiger Form durchzuführen. Selbſtverſtändlich
ſollen die Einrichtungen der Länder in der Verwaltung der
Gel=
der mit hereinbezogen werden. Prabtiſch liege alſo die
Durchfüh=
rung bei den Ländern und es wäre zu wünſchen, daß die
Aus=
einanderſetzung über die Grenzen der Kompetenzen baldigſt auf
dem Wege der Verſtändigung beſeitigt werden.
Eine engliſche Proteſinote an Rußland.
Die heute überreichte Note Chamberlains an den ruſſiſchen
Geſchäftsträger in London erklärt, daß die Beziehungen
zwiſchen Großbritannien und Rußland weiterhin notoriſch
unbefriedigend ſind. Die Note erinnert daran, daß am
4. Januar 1923 die Sowjetregierung ſich durch eine
Ver=
einbarung formell verpflichtet hat, in keiner Form
Perſonen oder Körperſchaften zu unterſtützen, die
Unzufrie=
denheit oder revolutionäre Bewegungen innerhalb
des britiſchen Reiches hervorzurufen ſuchen, und daß die
Regie=
rung Macdonald im Oktober 1924 ſich bereits veranlaßt geſehen
hat, dieſe Abmachung der ruſſiſchen Regierung warnend in
Er=
innerung zu rufen, ſowie daran, daß auch Chamberlain ſich
mehr=
fach veranlaßt geſehen hat, den Sowjetvertreter auf
Ver=
letzungen dieſer Abmachung hinzuweiſen. Solange die
augen=
blicklichen Herrſcher der Sowjetunion, ſo fährt die Note fort,
mögen ſie Mitglieder der Regierung oder Mitglieder des
Polit=
bureaus ſein, das die wirklich beherrſchende Autorität in
Ruß=
land iſt, dabei beharren, öffentlich Aeußerungen zur
Schmä=
hung Englands oder zuguſten einer Weltrevolution
zu tun, iſt keine Beſſerung möglich.
Die deutſchen Vertreter für die
Weltwirtſchafts=
konferenz.
Die Reichsregierung hat nunmehr die deutſchen Mitglieder
für die Weltwirtſchaftskonferenz ernannt und die Ernennungen
dem Sekretariat des Völkerbundes mitgeteilt. Es ſind dies die
Herren von Siemens, Staatsſekretär Trendelenburg, Lammers,
Miniſter a. D. Hermes.
Kommt der China=Konflikt
vor den Völkerbund?
Von George Popoff.
Genf, im Februar.
Angeſichts des engliſch=chineſiſchen Konfliktes verfolgt man
von Genf aus mit täglich ſteigendem Intereſſe die kürzlich
auf=
geworfene Frage, ob nicht der Völkerbund die geeignete Inſtanz
wäre, hier Frieden zu ſchaffen. Vor der Hand ſind die
Aus=
ſichten, den China=Konflikt vor das Genfer Forum zu bringen,
allerdings noch gering. Aber die von engliſcher Seite begonnene
Erörterung dieſer Möglichkeit, obgleich erſt ſehr jungen Datums,
erregt bereits das Intereſſe weiter Kreiſe und ſollte daher unter
allen Umſtänden einer näheren Betrachtung unterzogen werden.
Rechtlich liegt der Fall ziemlich klar: zwiſchen zwei
Bundesmitgliedern iſt „eine Streitfrage entſtanden, die zu einem
Bruche führen könnte”, was in Artikel 12 (und weiter in Art. 13,
14 und 15) des Völkerbundspaktes vorgeſehen iſt und worüber
geſagt wird, daß die betroffenen Bundesmitglieder in derartigen
Fällen übereinkommen, die Frage „entweder der
Schiedsgerichts=
barkeit oder dem gerichtlichen Verfahren oder der Prüfung durch
den Rat zu unterbreiten”. Und mit Recht weiſt daher Lord
Parmoor in einem Briefe an die „Times” darauf hin, daß
auf Grund dieſer Artikel des Paktes „England und China
ge=
bunden ſeien, die gegenwärtige Streitfrage entweder einem
Schiedsgericht oder dem Völkerbundsrat zur Unterſuchung zu
unterbreiten”
Hiergegen könnte man aber einwenden und wendet tatſächlich
ein, daß England keinen Zwiſt mit dem Völkerbundsmitgliede
China, ſondern mit der Kanton=Regierung habe, die doch nicht
Mitglied des Bundes wäre. Dieſer Einwand iſt hier maßgebend,
aber nur vorläufig, erklärt doch ſelbſt die engliſche Regierung —
durch den Mund Lord Cecils —, daß die Möglichkeit, die
Angelegenheit vor den Völkerbund zu bringen, gegeben wäre, falls
die Kantoneſen dies ſelbſt wünſchten und daß „in dieſem Falle
die engliſche Regierung nicht erörtern würde, ob die Kanton=
Regierung eine chineſiſche Regierung ſei oder nicht, ſondern im
Gegenteil nur allzu froh ſein würde, die ganze Angelegenheit im
die Genfer Atmoſphäre zu übertragen, in der eine wirkliche
Rege=
lung erzielt werden könne . . .‟ So weit iſt man alſo bereits.
Es fragt ſich nun, warum in dieſem Falle keine von den
ſtreiten=
den Parteien Neigung zeigt, in bezug auf Anrufung des
Völker=
bundes den erſten Schritt zu tun.
Daß England im Augenblick von ſich aus weder ein
Schiedsgericht noch den Völkerbundsrat anrufen will, haben die
Leiter der britiſchen Politik in den letzten Wochen mehrfach zu
verſtehen gegeben: es ſei nicht rechtlich unmöglich, aber zurzeit
praktiſch unerwünſcht. England glaubt die eilige Pflicht zu
haben, ſeine Staatsbürger und ſeine Handelsintereſſen in China
ſchützen zu müſſen — zu ſchützen gegen die Möglichkeit des
Ein=
marſches einer großen Chineſenarmee in Schanghai und die
Aus=
breitung des bolſchewiſtiſchen Einfluſſes in dieſem Teile Chinas.
Beſonders letzterer Umſtand beunruhigt die Briten nicht wenig,
und mit einer gewiſſen Unbefangerheit hört wan ſie ſagen:
„Wenn man nur die Bolſchewiſten aus dem Streit fernhalten
und mit den Chineſen allein ſprechen könnte, ſo könnte man gewiß
einen Ausweg aus den Schwierigkeiten finden ." Alſo die
„Bolſchewiſten” ſind es, die im Grunde einer friedlichen
Rege=
lung der Angelegenheit, einer Erörterung des engliſch=chineſiſchen
Konfliktes im Schoße des Völkerbundes, im Wege ſtehen! Denkt
man da nicht unwillkürlich an das England der Lloyd=George=
Epoche zurück und an die nun faſt vergeſſene Tatſache, daß gerade
England es war, welches anno 1921 und 1922 dem im Sterben
liegenden Bolſchewismus neue Kräfte zugeführt hat und ſomit
für deſſen gegenwärtige anti=engliſche Vitalität in China ſelbſt
mitverantwortlich iſt?
Die Poſition Chinas gegenüber dem Völkerbund iſt —
wegen der Machtſpaltung zwiſchen Peking und Kanton — in
dieſem Falle eine etwas problematiſche. Nur die Regierung
von Peking iſt Mitglied des Völkerbundes und ſeit
Sep=
tember vorigen Jahres auch Mitglied des Völkerbundsrates. Der
gegenwärtige Pekinger Außenminiſter, der noch ſehr jugendliche
Wellington Koo, war während der erſten
Völkerbunds=
jahre in Genf der Vertreter Chinas — bekannt und beliebt als
außerordentlich geſchickter, ſtark europäiſierter Diplomat und
auf=
richtiger Freund des Völkerbundes. Nicht ganz dasſelbe läßt ſich,
was diplomatiſches Geſchick anbelangt, von ſeinem Nachfolger
Tſchao=Hſin=Tſchu ſagen, doch auch er kann als ein dem
Völkerbundsgedanken unbedingt zugetaner Unterhändler
be=
trachtet werden. Im übrigen weilt er zurzeit in Genf, und man
bringt hier dieſen Beſuch mit der Tatſache in Verbindung, daß
Peking in ſeinem Proteſt gegen die Entſendung engliſcher
Trup=
pen ſich auf Artikel 10 der Völkerbundsſatzungen berufen hat, der
den Völkerbundsmitgliedern die Verpflichtung auferlegt, die
terri=
toriale Unverſehrtheit aller Völkerbundsmitglieder zu achten und
gegen äußere Angriffe zu verteidigen, wodurch Wellington Koo
on und
*Konzert.
Eine Abendmuſik in der Otto=Berndt=Halle der
r die Be FMTo chniſchen Hochſchule. Das Collegium musicum des Privat=
EBenten für Muſikwiſſenſchaft Dr. Friedrich Noack ſpielt. Es
Hud Studenten und Dilettanten, die wohl ausgewählt ſind, zum
Wa
ugehlunrde Bläſer und den Kontrabaß. Daß bei den Bläſern kleine
Wes ZUkl9äängel auftreten, iſt man hei Liebhaberorcheſtern gewöhnt.
Da=
auc 1u. Mum abgeſehen, erſtaunt die Exaktheit und Reinheit, mit der
ge=
humeſl 22Melt wurde, erfreut die feine Abtönung und die Hingabe an das
abeh, 0 erk. In geſchickter Weiſe waren Orcheſterwerke ausgewählt,
gemeh * i0 c keu Ausführbarkeit dem Klangkörper entſprach, ein ſehr ernſtes
Gace A noneerto grosso von Händel, eine reizvolle Serenade von
Mo=
weilihr und als beſonderer Leckerbiſſen muſizierfreudiger und
lebens=
ichen ioder Rokokomuſik eine Sinfonie von Ditters von Dittersdorf.
Weil aa t borzüglicher Einfühlung wurde der Charakter der geſpielten
IWerke getroffen, die ſtraffe Leitung vermochte oft, in freier
rhyth=
bee Wiſcher Wiedergabe reiche Abwechſlung zu bringen, und das Zu=
M2Mmenſpiel war erſtaunlich gut.
Sciſchen den genannten Werken ſang der ſchon öfters
ge=
are wuhte Baß=Bariton Herr Peter Schäfer drei Lieder mit
Aütobier und zwei Jugendarien von Beethoven, letztere mit
RAſcheſterbegleitung. Seine Stimme zeigte gute Modulations=
NeAichkeit, und er trug die Geſänge, die völlig verſchiedenen Stim=
Mei ſchngsgebieten angehörten, mit recht gutem Ausdruck vor. Zu=
ZeA Nallen hätte das Orcheſter mehr zurücktreten dürfen. Die zahl=
Michen Inſtrumentalſoliſten, die in dem Händel und dem Mozart
Der verhältnismäßig große Aufgaben geſtellt waren, wurden
M Sen aufs Beſte gerecht und mögen ſich mit einem warmen
Der ceſantlob begnügen. Der Vortragsabend war recht gut beſucht
144 imd fand in allen Teilen reichen Beifall.
Wilhelm v. Scholz als Schauſpieler.
* Ein verbürgtes Peſtalozzi=Wort.
4m 1. Oktober 1809 beſuchte der Lauterbacher Pfarrersſohn
RNI Mriebrich Ludwig Briegleb, nachmals Oberpfarrer in Schotten,
ſicheä3: iu Yverdon; ſeine Tagebuchaufzeichnungen darüber
Een demnächſt in der „Heſſiſchen Chronik” veröffentlicht
wer=
den. Beim Empfang entſchuldigte er ſich bei Vater Peſtaldis”
h Er. Id in ſeinem Reiſeanzug bei ihm eintrete. „Da drückte er
Ris mit der Rechten die Rechte, legte die Linke auf meine Schulter
Wilhelm v. Scholz,
Präſident der Sektion für Dichtkunſt an der Preußiſchen Akademie
der Künſte, tritt demnächſt als Schauſpieler vor die
Oeffentlich=
keit. Er wird in ſeinem „Wettlauf mit dem Schatten” die Rolle
des Romanſchriftſtellers ſpielen, und zwar in der „Tribüne‟
Berlin.
und ſprach: „Lott ſin, lott ſin; mer luget nit uf de Rock — mer
luget uf de Mann!“
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
N.=V. Wie das Chriſtentum wächſt.
Außerordent=
lich intereſſant iſt die Beobachtung, daß das Chriſtentum in den
einzelnen Jahrhunderten ſehr ſtark gewachſen iſt. Wenn man die
Zahl der Chriſten im erſten Jahrhundert mit einer halben
Mil=
lion annimmt, ſo waren es im zweiten Jahrhundert bereits zwei
Millionen, im dritten 5 und fortlaufend 10, 15, 20, 25, 30, 40,
50, 70, 80, 85, 90, 100, 125, 155, 200, 400. Im Jahre 1925 eine
halbe Milliarde. Im 18. Jahrhundert gab es alſo 200 Millionen,
im 19. 400; ein beachtlicher Sprung! Bei dieſen Zahlen darf
man natürlich nicht vergeſſen, daß die Bevölkerungsziffer des
Abendlandes ſehr ſtark geſtiegen iſt.
C.K. Der Schaffensrauſch des Modekünſtlers. Was wird
die Dame im nächſten Frühjahr tragen? Wodurch wird die
Schöne ihre Schönheit noch erhöhen? Das iſt die große Frage,
die gegenwärtig wieder einmal die Pariſer Modekünſtler
be=
ſchäftigt. Es iſt die Zeit, da ſie ſich ganz dem ſchwierigen
Ge=
ſchäft des Schaffens hingeben. „Da ſitzt er in ſeinem Salon in
der Zue de la Paix, der große Meiſter”, ſo wird uns dieſer
Schöp=
fervorgang in einem Pariſer Blatt geſchildert. „Da ſitzt er und
denkt und denkt mit unglaublicher Anſtrengung, welche
beſon=
deren Linien er dem Schnitt des Rockes, welche zarten Nuancen
er dem Fall der Aermel, welchen Rhythmus er dem Fluß des
Kleides verleihen muß, damit alle Frauen hingeriſſen ſind.
Schlanke Vorführdamen gleiten geräuſchlos durch ſein Atelier,
jeden Augenbick bereit, ihm zur Verfügung zu ſtehen.
Gehil=
finnen warten mit vielfarbigen und koſtbaren Stoffen, damit das
Material für ſein Werk ſtets zur Hand iſt. Der Modekünſtler
denkt weiter. Er denkt an all die Frauen, die durch ihn
Schön=
heit und Glanz empfangen wollen, an die großen blondhaarigen
Schwedinnen mit blauen Märchenaugen, an die kleinen dunklen
Spanierinnen mit der feurigen Glut des Blicks. An ſie alle
muß er denken; für ſie alle muß er ſorgen. Er denkt an die
un=
endliche Reihe verfloſſener Moden, an die hiſtoriſchen Phantaſien
des Barocks und Rokokos, an alles, was über Kleider gedacht
worden iſt, und der Mut ſinkt ihm, daß er etwas „Neues” geben
kann. Da plötzlich kommt ihm die Erleuchtung. Auf einen
raſchen Ruf gleitet der Mannequin zu ihm. Schon ſtehen die
Helfer bereit mit Stoffen und Nadeln, und im Rauſch des
Schaffens beginnt er fieberhaft zu arbeiten. Mit zauberhafter
Schnelligkeit ſind die Stoffe an der Vorführdame drapiert, ſind
die Nadeln geſteckt, die Falten geworfen, die Linien geglättet.
Tiefe Stille herrſcht in dem Salon, deſſen Türen feſt verſchloſſen
ſind. Niemand darf ihn in ſeinem Schaffen ſtören; kein fremdes
Auge darf das Werk betrachten, von dem der Erfolg der Saiſon
g hängen wird. Nun iſt er fertig! Erſchöpft und aufatmend
ſteht er vor dem gelungenen Werk. Ein Zeichner erſcheint und
macht eine Skizze, die die Schöpfung des kurzen Rauſches für
die Dauer feſthält — eine neue Mode iſt geboren!
Seite 4
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Nummer 55
jedenfalls zu verſtehen geben wollte, daß auch die Regierung von
Peking, gleich England, einer eventuellen Unterſuchung der
chine=
ſiſchen Angelegenheit durch den Völkerbund nicht unbedingt
ab=
lehnend gegenübertreten würde.
Bleibt die Regierung von Kanton. Sie iſt in Genf
offiziell nicht vertreten. Aber irrig wäre es — in Ueberſchätzung
der bolſchewiſtiſchen Tendenzen dieſer Regierung — zu glauben,
daß Kanton dem Völkerbunde und ſeinen Organiſationen
über=
haupt keine Beachtung entgegenzubringen pflegt. Das Gegenteil
iſt der Fall: zu jeder der letzten Tagungen des Völkerbundes
pflegten in Genf halboffizielle, ſehr zahlreich beſchickte
Delega=
tionen der Kantoneſen zu erſcheinen und den Vorgängen,
nament=
lich ſobald dieſe China betrafen, mit größter Aufmerkſamkeit zu
folgen. Hauptſächlich ſchauen ſie den Genfer Vertretern von
Peking auf die Finger, und dieſe rechnen mitunter in recht
weit=
gehendem Maße mit den Wünſchen ihrer feindlichen Landsleute.
Schließlich treffen ſich beide in der Anſicht, daß ein zukünftiges
Anrufen des Völkerbundes vor allem in der für China
bedeut=
ſamſten Frage zu geſchehen hätte — nämlich, falls eines Tages,
auf Grund des Artikels 19 des Paktes, eine Neuprüfung aller
veralteten, „ungleichen” Verträge Chinas mit den Mächten ſich
in Genf aufwerfen und im Intereſſe Chinas durchführen laſſen
könnte. Und daß ſie hiermit durchaus keinem utopiſtiſchen Ziele
zuſtreben, beweiſt die Tatſache, daß ſelbſt von engliſcher Seite —
durch den Mund Lord Parmoors, aber auch einer Reihe liberaler
und konſervativer Politiker — die Dienſte des Völkerbundes zu
dieſem Zwecke empfohlen werden.
Beharrlicher in ſeinem Widerſtand gegen den Völkerbund
als irgend eine der chineſiſchen Regierungen iſt auch in dieſem
Falle Sowjetrußland, das die Kantoneſen gegen Europa
im allgemeinen und England im beſonderen aufzuhetzen bemüht
iſt. Da bedarf es keiner beſonderen Phantaſie, um ſich
vorzu=
ſtellen, mit welchen Argumenten Herr Borodin und andere
Genoſſen heute dem kantoneſiſchen Außenminiſter Dr. Eugen
Tſchen in den Ohren liegen: England iſt im Oſten machtlos,
in China wie in Rußland; anno 1918 drangen rote Truppen in
die Petersburger engliſche Botſchaft ein — und nichts geſchah;
zerrten das britiſche Banner herunter — nichts geſchah; töteten
gar einen engliſchen Offizier — und auch dieſes mußte das „ſtolze
Albion” ſich gefallen laſſen; England gegenüber iſt heute alles
erlaubt! Und die engliſchen Truppenſendungen? Mit nichten —
in Rußland landeten weit mehr, Hunderttauſende, und konnten
dennoch nichts ausrichten . So oder ähnlich ſpricht heute der
Ruſſe Borodin zum Chineſen Tſchen, und daß dieſe
Einflüſte=
rungen ſicher von keinen Komplimenten über den Völkerbund
begleitet ſein dürften — läßt ſich mit ziemlicher Wahrſcheinlichkeit
annehmen. Der eigentliche Feind, gegen den England in China
zu kämpfen hat, iſt Sowjetrußland. Auf dieſen erbittertſten
Geg=
ner, ſtößt es überall in der Welt, und ohne Zweifel würde ein
Verſuch, den chineſiſchen Konflikt mit den friedlichen Mitteln des
Völkerbundes beizulegen, den hartnäckigſten Konterbeſtrebungen
Moskaus begegnen.
Wie verhält ſich nun der Völkerbund zur Möglichkeit einer
Genfer Erörterung des engliſch=chineſiſchen Konfliktes? Von
neutraler Seite wurde angeregt — der Völkerbund ſelbſt
ſolle die Initiative ergreifen und die China=Frage
vor den Rat bringen. Das kann der Völkerbund nicht tun: ein
Anrufen des Völkerbundes beim Entſtehen einer Streitfrage
zwiſchen zwei Bundesmitgliedern kann nur von ſeiten der
be=
troffenen Parteien erfolgen. Ueberdies ſei die kurioſe Tatfache —
vielmehr der Eindruck, den der Verfaſſer hier empfangen hat —
verzeichnet, daß man ſelbſt in Kreiſen des Völkerbundes eine
Genfer Erörterung des China=Konfliktes nur ungern ſehen würde,
und zwar, unter anderen Gründen, mit Rückſicht — auf
Sowjet=
rußland, d. h. zur Vermeidung einer weiteren Verſtimmung der
bolſchewiſtiſchen Macht, deren Völkerbund=Eintritt man in Genf
(wohl auf Grund mangelhafter Kenntnis der Moskauer Politik)
noch immer für „nicht ganz ausgeſchloſſen” hält. Es ergibt ſich
alſo, daß England einerſeits aus Furcht vor dem bolſchewiſtiſchen
Doppelantlitz der Kanton=Regierung ſelbſt eine Genfer
Unter=
ſuchung des China=Konfliktes, nicht anzuregen wagt und daß
andererſeits der Völkerbund aus Rückſicht auf Sowjetrußland
mit den chineſiſchen Angelegenheiten im Moment nur ungern
etwas zu tun haben würde.
Die weitere Entwicklung der Dinge läßt ſich — in
Anbe=
tracht dieſer Verquickung von Befürchtungen, Rückſichten und
Widerſtänden aller Art nur ſchwer vorausfehen. Jedenfalls
aber dürften dieſe Ausführungen gezeigt haben, daß es in der
chineſiſchen Angelegenheit eine ganze Reihe von Möglichkeiten
gibt, dieſe Frage ohne Aufſchub vor den Völkerbundsrat zu
bringen. Hierzu bieten eine Reihe von Beſtimmungen des Paktes
— Artikel 10 (unrechtmäßiges Beſetzen fremden Gebietes), Art. 12
(friedliche Löſung von Streitfragen) und Art. 19 (Ueberprüfung
veralteter Verträge) — die denkbar beſte Handhabe. Die
Frage, ob die Anrufung des Völkerbundes durch den einſeitigen
Willen Englands oder der rechtmäßigen Regierung Chinas oder
auf die Weiſe zu erfolgen hätte, daß England die Einwilligung
der Kanton=Regierung einholt, den Streitfall gemeinſam vor den
Völkerbund zu bringen, dürfte im Grunde von untergeordneter
Bedeutung ſein. Aber von größter Bedeutung wäre die
Tat=
ſache an und für ſich: auch nur der Beginn einer „Völkerbunds=
Unterſuchung” würde die Weiterentwicklung der Beziehungen
zwiſchen China und den Mächten aus dem gefahrdrohenden
fern=
öſtlichen Milieu in die ruhige und friedliche Genfer Atmoſphäre
verlegen und hier allmählich einer wirklichen Regelung näher
bringen müſſen. Zur gleichen Zeit wäre ſo am wirkſamſten dem
Bolſchewismus im Fernen Oſten der Wind aus den Segeln
ge=
nomen und die von allen Einſichtigen erkannte Gefahr der
Bildung eines europafeindlichen ruſſiſch=aſiatiſchen Blocks
end=
gültig behoben. Je früher daher der Völkerbund hier
hinzu=
gezogen wird — deſto beſſer.
Pariſer Inſtruktionen für die franzöſiſchen
Behörden in China.
Die vom Quai dOrſay, an die franzöſiſchen Behörden in
Schanghai übermittelten Inſtruktionen enthalten als Richtlinien,
daß jeder direkte Konflikt zu vermeiden ſei, und Verhandlungen
mit den chineſiſchen Behörden eröffnet werden ſollen, um jede
Gefahr für die franzöſiſche Konzeſſion zu beſeitigen. Die
franzö=
ſiſchen Vertreter ſeien ermächtigt worden, nach vorheriger
Ver=
ſtändigung mit den Behörden der übrigen ausländiſchen
Kon=
zeſſionen die Waffen zu gebrauchen, ſobald die Ordnung geſtört
werde. Falls die franzöſiſche Konzeſſion von regulären
chine=
ſiſchen Truppen angegriffen werde, ſollen die franzöſiſchen
Be=
hörden zunächſt einen formellen und ſchriftlichen Proteſt erheben,
um klar den Angriff, zu charakteriſieren, bevor ſie zu
Vertei=
digungsmaßvahmen ſchreiten und von den Waffen Gebrauch
machen.
Nach einer Reuter=Meldung iſt der Gouverneur von
Schan=
tung, General Tſchang, in Nanking eingezogen und hat auf
Grund einer Vereinbarung mit Sun Tſchuan=fang die Herrſchaft
über die Stadt übernommen. Die Truppen des Generals
Feng=
tien werden die Bahnlinie ſüdlich von Nanking ſichern und es
dadurch den in Nanking eingetroffenen 32000 Mann der
Nord=
armee ermöglichen, alsbald an der Verteidigung Schanghais
teil=
zunehmen. Alles deutet darauf hin, daß Sun Tſchugn=fang als
militärifcher Faktor ausfcheidet.
Nach der Beſchießung Schanghais.
Die chineſiſche Polizeizu den Kan oneſernübergegange-
* London, 23. Februar. (Priv.=Tel.)
Die Berichte aus Schanghai über die Beſchießung der Sta
durch das meuternde chineſiſche Kriegsſchiff, haben in Londan
wie ein Blitz eingeſchlagen. Die Spannung ſtieg zuſehends, unſ
unwillkürlich verſtärkte ſich der Eindruck, daß es nunmehr mn
die Entſcheidung geht. Allgemein wurde angenommen, daß düſ
Beſchießung der Anfang von neuen Ereigniſſen bedeute, die H=
Krieg in die Stadt ſelbſt hineintragen. Ungeklärt war noch Ku
Verhalten der Truppen der Mächte gegenüber einer eventuenl,
Fortſetzung der feindlichen Handlungen gegen die Stadt.
ſcheint aber, daß die Vertreter der Mächte in Schanghai
darauf geeinigt haben, ihre Truppen in die Konzeſſionen zur e
zuziehen und ſie erſt dann in Aktion treten zu laſſen, ween
ausländiſches Eigentum unmittelbar bedroht iſt.
In den Telegrammen aus Schanghai, die in London
der größten Spannung erwartet wurden, hieß es zunächſt,
etwa ein Dutzend Granaten in der franzöſiſchen Konzeſſion /
geſchlagen haben, daß aber kein Fremder getötet iſt. Sp ä
hieß es, die Aufregung in Schanghai ſei unbeſchreiblich, d
Stadt gleiche einem Heerlager, und den Verteidigungstrux)
ſei Munition ausgehändigt worden. Die Situation wurde —
weiter verſchärft, als dicht neben der franzöſiſche
Konzeſſion in der Chineſenſtadt Unruwe
ausbrachen, wobei die chineſiſche Polizei, die bisher To
zu Sun gehalten hat, zu den Nationaliſten übergegangen
ſoll. Die größte Gefahr für die Stadt bilden die Tauſende-)
zurückflutenden Sun=Armeen, die die Stadt überſchwemau
Der Hinrichtungsterror, der durch Sun ausgeübt wird, hau
Leidenſchaften noch weiter ungeheuer geſteigert, ſo daß es 1
ſächlich nur eines kleinen Zwiſchenfalles bedarf, um vorläu
noch unabſehbare Ereigniſſe heraufzubeſchwören. Gerüchte.
haupten, daß Schanghai von den Kantoneſern bereits
b=
ſein ſoll. Indeſſen haben ſich dieſe Gerüchte als unwahr
wieſen. Der Vormarſch der Kantoneſer dauert aber unaufſe
ſam an, und die Beſetzung Schanghais kann nach der ary
blicklichen Lage der Dinge nur eine Frage von Tagen ſein.
Wie am ſpäten Abend verlautete, ſoll das Feuer des
u=
ternden Schiffes durch zwei franzöſiſche Kanonenboote u
Schweigen gebracht worden ſein, die dem Kreuzer drohten,
in den Grund zu bohren, wenn er nicht ſein Feuer einſtelle.
chineſiſchen Extremiſten erklären, daß das Feuer nicht gegene
franzöſiſche Konzeſſion gerichtet war, ſondern gegen das
chineſiſchen Viertel gelegene Arſenal. Eine Granate iſt au in
Franzöſiſchen Klub gefallen und eine weitere auf das
Frü=
ſiſche Rote Kreuz. Franzöſiſche Matroſen ſind ausgeſchifft
w=
den und patrouillieren in Begleitung von Panzerwagen in n
Straßen der franzöſiſchen Konzeſſion. Die anamitiſchen Trum,
die ſich innerhalb der Konzeſſion befinden, ſind auf
Aſo=
bereitſchaft geſetzt worden. Es werden neue Drahtverhauſey
den Grenzen der Konzeſſion aufgerichtet.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des Kaufmanns Heinrich Götz in Darmſtadt im Grundbuch
eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 12. April 1927, nachmittags 3½, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1927 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(3371a
Darmſtadt, den 16. Februar 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk II, Band II, Blatt 145
Betrag der
O.=Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am
Schätzung
1. II 1232 Hofreite Nr. 70
Pan=
kratiusſtraße
98 9500 R. M.
II 1233 Grasgarten daſelbſt 33 500 R.M.
Anmeldungen für die
höheren Knabenſchulen
Darmſtadts
Am Freitag, den 25. Febr. 1927,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr. 27
nach=
ſtehende Gegenſtände öffentlich
zwangs=
we ſe gegen Barzahlung:
(339
1 Warenſchränkchen, 1
Diplomatſchreib=
tiſch, 1 Glasaufſatz mit 3 Schubladen,
2 Damenräder „Alemania” 1 antiker
Schrank, 1 Sofa, 1 Vitrine, 3 Miue
Zigarren, 1 Glasaufſatz, 1 Klavier, 3
Kücheneinrichtungen, 1 Küchenſchrank,
1 Ladenkaſſe, 1 Büfett, 1 Kredenz, ein
großer Bücherſchrank, 1
Diplomat=
ſchreibtiſch, 2 Aktenregale, 1
Peddig=
rohrbank, 70 Blechhülſen für
Löſch=
apparat „Löſchfig” 1 Bandſäge, eine
Kreisſäge, 50 Kiſtchen Zigarren. Helios,
50 Kiſtchen Zigarren „Feſtgruß”, eine
Ladenkaſſe, 1 Warenſchrank, 1 alter
Lieferwagen.
Die Verſteigerung findet vorausſichtlick
beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 23. Febr. 1927.
Portner
Stenollaieher in Darmſtadt,
Tork.
Wer dort?
Hier V. Schatz
ſomme ſof u kaufe
getrag Herren=
Kleider, Federbetten
ſchuhe, Wäſche uſw
V. Schatz
Darmſtadt
Tel 1924
(3362dIw
Schloßg. 22
Transportable
Motorrad=Garage
uk geſ Ang. u R180
Geſchäftst
(5003
Aufo
2- bis 2-—itzer, ſofort
zu kaufen geſ
Ain=
geb. m Preisangabe! Aushang-
Geſchä t8:. 5077 zu kaufen geſurt.
wagen m. Verd. gef Landivehrſtraße 2,
werden Montag, den 28. Febr. 1927,
von 10—1 und 3—5 Uhr ſowie
Diens=
tag, den 1. März, von 10—1 Uhr,
bei der betreffenden Direktion
entgegen=
genommen. Dabei ſind Geburts= und
Impfſchein ſowie das Herbſt= oder letzte
Schulzeugnis vorzulegen. Es empfiehlt
ſich, die Schüler bei der Anmeldung
mitzubringen.
Für die Sexta werden an dieſen
Tagen nur Schüler mit vier
Grund=
ſchuljahren angemeldet.
Die Direktion
des Ludwig=Georg=Gymnaſſiums (Karlſtr. 2)
Lauteſchläger.
des Realgymnaſſums mit Reform=
Realgym=
naſſium (Kirchſtr. 22): Ritſert.
der Ludwigs=Oherrealſchule mit Reform=
Reatgymnaſium (Kapellſtr. 5):
Dr. Sturmfels.
der Lieblgs=Oberrealſchule mit Reform=
Realgymnaſium (Lagerhausſtr. 3):
Dr. Kammer.
Bemerkung: Für die
Oberreal=
ſchule ſind die in der Rhein=, Alexander=
und Dieburgerſtraße ſowie nördlich
da=
von wohnenden, ferner die von
aus=
wärts auf dem Hauptbahn of
eintreffen=
den und die von Arheilgen mit der
elek=
triſchen Bahn kommenden Schüler in der
Liebigs=Oberrealſchule — alle anderen in
der Ludwig=Oberrealſchule anzumelden.
Diejenigen Schüler, welche ein Reform=
Realgymnaſium beſuchen ſollen, können
in der Ludwigs= und Liebigs=
Oberreal=
ſchule (unter Beachtung der oben
ange=
gebenen Grenzen)oder im Realgymnaſium
angemeldet werden.
(3361
Am Freitag, den 25. ds. Mts.,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich im
Lokal Bachgangweg 20 zwangsweiſe
gegen Barzahlung:
(3393
Mruf eauggusmorbr zeTo
Darmſtadt, den 24. Febr. 1927.
gez Weinheimer,
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
unter R 207 an die Schaukas en
Gutery. K appſport= Gg. Beckenhaub
Angeb. nur m. Preis / Teehandlung ſe4 71
wR2kCGſchſt /5079
Geſucht 2 . nshänge
Kaſten, Breite 50—53
Angebote an Eliſe
Weinmann.
ietzt
Eliſabethen-
ſtraße 25. (*4993
Es ſoll vergeben werden:
1. die Lieferung von ungefähr 800 kg
Kochfalz. 800 kg weißen Bohnen, 600
kg geſpaltenen Erbſen, 500 kg Linſen,
100 kg Gerſte, 100 kg Gerſtengrütze
100 kg Grieß, 100 kg Haferflocken
100 kg Reis, 300 kg Malzkaffee, 150
kg Kaffee (gebrannt), 700 kg
Ochſen=
fleiſch, 700 kg Schweinefleiſch, 50 kg
Speck, 500 kg Schweineſchmalz. 500 kg
Pflanzenfett, 500 kg weiße
Schmier=
ſeife, 500 kg Soda, 400 kg weiße
Kernſeife;
2. der Bezug der Küchenabfälle ſowie der
Knochen und Lumpen.
Die Bedingungen liegen auf dem
Ge=
ſchäftszimmer des Oekonomen,
Runde=
turmſtraße 8, am 26. und 28. Februar
1927, vormittags von 10—12 Uhr,
zur Einſicht offen.
Angebote und Warenmuſter (letztere
getrennt von den Angeboten) ſind
ver=
ſchloſſen und mit der Aufſchrift „
Liefe=
rungsvergebung” verſehen, bis zum
Er=
öffnungstermin:
Montag, den 7. März 1927,
vormittags 10 Uhr,
auf oben bezeichnetem Geſchäftszimmer
niederzulegen.
Von jedem Lieferungsgegenſtand iſt
nur ein Muſter einzuſenden. (3353
Zuſchlagsfriſt: 2 Wochen.
Darmſtadt, den 22. Februar 1927.
Heſſiſches Landgerichisgefängnis.
In unſer Handelsregiſter A Nr. 112
wurde heute neu eingetragen: Kallfaß
& Karg in Lengfeld, Säge= und
Hobel=
werk, Holzhandlung. Offene
Handels=
geſellſchaft ſeit dem 1. Januar 1927.
Ge=
ſellſchafter ſind die Kaufleute Johann
Wilhelm Kallfaß in Lengfeld und Georg
Karg in Ober=Kinzig.
(3357
Groß=Umſtadt, den 22. Febr. 1927.
Heſſ. Amtsgericht.
Bekanntmachung.
Die Holzverſteigerung vom 21. Fe
bruar iſt genehmigt. Ueberweiſungs=
und erſter Fahrtag für das Holz aus
der Förſterei Wieſental: Dienstag, den
1. März 1927, mit Zuſammenkunft
vor=
mittags 9 Uhr am Forſthaus Wieſental
für das Holz aus der Förſterei
Sens=
felder Tanne: Mittwoch, den 2. März
1927 mit Zuſammenkunft vormittags
9 Uhr am Forſthaus Apfelbachbrücke
Ablauf der dreiwöchigen Zahlfriſt den
5. März 1927.
(3381
Mörfelden, den 21. Febr. 1927.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.
Stamm= und
Srenlngerg Serſteigerang.
Montag, den 28. Februar 1fd.
Js., vormittags 11 Uhr anfangend,
wird im Gaſthaus von Herrn
Bürger=
meiſter Mayer in Neunkirchen ſämtliches
Staum= und Brennholz aus den
Wal=
dungen der Gemeinde Neunkirchen
öffent=
lich verſteigert:
Stämme: Eiche III. Kl. 3 Stück 2,17
IV. Kl. 5 St. 3,45, V. Kl. 5 St. 1,64
im; Buche II. Kl. 1 St. 1,76, III. Kl.
12 St. 13,54, IN. Kl. 4 St. 2,47 fm;
Fichte II. Kl. 7 St. 17,22, III. Kl. 19
St. 33,64, IV. Kl. 10 St. 10,76, Va
Kl. 5 St. 4,53, Ib Kl. 9 St. 2,21 fm;
Lärche V. Kl. 5 St. 0,40 fm.
Derbſtangen: Lärche II. Kl. 28 St
1,09 fm (Dürrholz); Fichte II. Kl. 45
St. 1,60 fm (Dürrholz); Weißtanne
I. u. II. Kl. 40 St. 1,97 fm (Dürrholz).
Brennholz: Scheiter: Buche 30, Fichte
6 rm: Knüppel: Buche 24, Eiche 4,
Erle 7, Fichte 5, Kiefer 4, Tanne 4 rm;
Reisknüppel: Eiche 8, Tanne 3 rm
(Dürrholz); Stammreſig: Buche 172,
Eiche 5 rm; Aſtreiſig: Fichte 44 rm
Stöcke: Buche 10, Eiche 1, Fichte 13rm.
Bemerkt wird: Alles blauunterſtrichene
Holz wird nicht ausgeboten, ſämtliches
Holz iſt ſehr gut abzufahren. Man bittet,
das Holz vorher einzuſehen. Herr Förſter
Allmann zu Steinau erteilt jede
Aus=
kunft. — Im Anſchluß an dieſe
Verſtei=
gerung läßt Herr Philipp Schmidt II.
zu Neunkirchen eine Partie Fichtenſtamm=
und Stangenholz mitverſteigern. (3335ds
Neunkirchen, den 21. Febr. 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Neunkirchen.
Mayer.
Einfamilie
Haus
Herdwe99
herrſch. ausgef i
gutemZuſtand kie
wert zu verkau ſcch
Beſitzer Herdreſg!
Hauf
am Rhönring un
Beſitzer direkt uſ
geſucht, Eckhelse
vorzugt. Angeint:
R 190 Geſchſt .
Ich ſuhe für
me=
ierkte Käufer 991
Etagend!s
Nähe Frankfurſt;
od. 2 iktoxiaſtr. Nenw
ſtraßen nicht cm*
ſchloſſen. Az. viſe
unter R 174 diſe
Geſchäftsſt S9II
Sofort bezipalt
Sehr bil)
Schön.;
Zimmanlo=
haus m. gr. De Ju.
Femüſegarte
vstie=
heim, bei t1. Arhl4,
verkäu I
Nuxabiſt=
fäu er ſchreiEeanit.
K 204 Geſchſt. ME
Caff
oder
Penſin
i. Ausfl.= od. Akunr=
ort zu pachegeſ.
Ang u. RIaſchſſt.
(*4930m 1
Guterh Ausziehtiſch
zu kaufen geſ. (*5072
Angebote u R 201
an die Geſchäftsſt.
Gut=
erhalt. Klavier
zu kauf. geſ. Ang m
Preisang. unt. R 18
an die (eſchſt. :025
ämmoblienf
Arheilgen.
Bauplatz in d.
Karl=
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Albert Mittelstalt
Fernſpr. 8
S
Mummer 55
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Seite 5
Aus der Landeshaupiſiadt.
Darmſiadt, 24. Frbruar.
— Ernannt wurde: am 18. Februar 1927: der Lehrer Heinrich
ſems zu Nieder=Mockſtadt, Kreis Büdingen, zum Lehrer an der
zsſchule zu Rodheim v. d. H., Kreis Friedberg.
— Erledigt iſt: Eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an
Vollsſchule in Kempten, Kreis Bingen. Dienſtwohnung iſt
vor=
agen und frei.
— Hefſiſches Landestheater. Innerhalb der letzten Tage hat die
II der Grippeerkrankungen im Perſonal des Landes heaters wieder
nedauerlicher Weiſe zug nommen. Aus dieſem Grunde muß die für
us abend angeſetzte und der Micte C zuerteilte Aufführung „Haus
es zenstod” im Großen Haus wegen Erkrankung des Herrn Klupp,
3. da ein Erſatz unverhältnismäßig hohe Koſten verurſachen würde,
„sfallen. Die Aufführung wird am Donnerstag, den 3. März,
Sie Miete C nachgeholt.
In der morgen, Freitag, im Großen Haus ſtattfindenden
Auffüh=
yn von Verdis „Troubadour” ſingt Karl Kipp als Gaſt auf
riellung die Partie des Grafen Luna.
Mae ei eihe
— Heitere Matinee im Kleinen Haus. Heute beginnt an der
Tages=
f. des Kleinen Hauſes und bei Schutter, Eliſabethenſtraße, der
Vor=
r—uf zu der heiteren Matinee von Paula Kapper und Guſtav
eHarde, die am Sonntag, den 27. Februar, vormittags 11½ Uhr,
Ekleinen Haus ſtattfindet. Auf dem Programm ſtehen Lieder und
urte von Johann Strauß, Millöcker, Lehar, Fall, Kalman, Künnecke
. Preiſe: 50 und 80 Pf.
— Heffiſches Künſtler=Theater. Die beiden Aufführungen des
Heſſi=
e Künſtler=Theaters am Donnerstag, den 3., und Dienstag, den
(ärz, ſind die beiden einzigen Vorſtellungen in Frankfurt a. M. vor
nwitt der ſiebten Reiſe des Theaters. Zur Darſtellung gelangen „Ein
orl von Tod und Liebe” von Romain Rolland und „Rosmersholm”
Ibſen.
— Bühnenvolksbund. Um unſeren Mitgliedern auch für Faſtnacht
Abwechſlung im Spielplan zu bieten, haben wir die ſür Samstag,
26. Februar, abends 8 Uhr, im Kleinen Haus angeſetzte
Wioder=
u ng der köſtlichen Lokalpoſſe „Der Glasſchrank” überno=Aneſt und
n Inhabern der Miete I als Vorſtellung außer der Reihe (das iſt als
„Vorſtellung) zugeteilt. Die Mieter U1 ſind an dieſem Abend
be=
g-igt, ohne Nachzahlung die ihnen im Kleinen Haus zugeteilten Plätze
Senutzen. Als nächſte 8. ordentliche Vorſtellung iſt für Miete II
usarts Zauberflöte in Ausſicht genommen. Wir empfehlen auch
ren K=Mietaan den Beſuch der Poſſe, ſoweit ſie nicht die
Wohl=
ſixkeitsvorſtellung im Großen Haus beſuchen. Bei der großen Zahl
Mieter der K=Miete ließ ſich eine gleichzeitige Zuteilung im
urnen Hauſe nicht durchführen. Die Miete wird demnächſt durch
Zu=
oliang einer anderen Vorſtellung entſchädigt werden.
—— Balalaika=Gaſtſpiel. Es iſt gelungen, die Erſte Ruſſiſche
Konzert=
elſchaft, Leitung: Dr. Swerkoff, für ein Gaſtſpiel am Mittwoch,
2. März, in der Turnhalle am Woogsplatz, zu gewinnen. Schon
Fage
n:Jahre 1919 hat Dr. Swerkoff ſeine Geſellſchaft gegründet und ſeit
Feuer MMliesr Zeit damit die ganze Welt bereiſt. Erſt vor kurzem von einer
ſeiflgreichen Tournce aus Spanien zurückgekehrt, befindet ſich deſe
ionen
awpfige Künſtlerſchar wieder auf einer Konz—rttournee durch
Deutſch=
ier droha A” uw überall umjubelt von dem Beifall der entzückten Beſucher. Nicht
zuer einfel ku, das fabelhafte Balalaika=Orcheſter, die glänzenden ruſſiſchen Natio=
Maränzer und die einzigdaſtehende Balalaika=Virtuoſin, Eliſabeth
Wol=
nicht U F in, ſondern auch der wundervoll geſchulte ruſſiſche Männerchor tragen
gegen Aᛋhuben überwältigenden Erfolgen bei. Es ſei beſonders hervorgehoben,
Ungte nnlob 4. Dr. Swerkoffs Konzertgeſellſchaft nicht mit ähnlichen, kleinen
Unter=
ermungen dieſer Art zu verwechſeln oder gar zu vergleichen iſt. Man
auf dus ſi=K une es nicht verſäumen, dieſen wirklich genußreichen und dabei
inter=
ſimten Abend zu beſuchen. Man benütze den Vorverkauf bei Chriſtian
ausgeſchl
mold am Weißen Turm.
zerwa
— Argentiniſche Wiſſenſchaftler in Darmſtadt. Eine mit dem
Nord=
itziſche
ettſchen Lloyddampf r „Madrid” am 17. Januar in Bremerhaven
ein=
ind auf 14 Me-offene Reiſegeſellſchaft argentiniſcher Wiſſenſchaftler, darunter:
Uni=
e ſitätsprofeſſoren. Aerzte, Chemiker, Ingenieure, Lehrer und
Lehre=
umen, trifft am Freitag, den 25. Februar, 8.45 Uhr vormittags, von
Mernnheim kommend, in Darmſtadt ein. Die aus etwa 60 Köpfen
be=
t ende Reiſegeſellſchaft der Argentinier, die zu Studienzwecken ihre
ſmdreife durch Deutſchland und Oeſterreich, unter Führung des
Nord=
ſt tſchen Lloyd, Bremen, unternehmen, werden nach ihrem Eintreffen
aMe zun Darmſtadt zunächſt die Chemiſche Fabrik Merck einer Beſichtigung
üerziehen, der ſich eine Einladung der Firma Merck zu einem Frühſtück
HaN2 u Kaſino anſchließen wird. Nachmittags 1 Uhr ſoll im Reſtaurant
Keichshof” ein Empfang der Argentinier durch den Vertreter der Stadt
Heroae9 ewlgen. Um 5 Uhr nachmittags werden die Stadt und die Techniſche
erſch. autzf iu Ha chſchule beſichtigt. Die Weiterfahrt der argentiniſchen Reiſegeſellſchaft
utem Buſian ft” noch Frankfurt a. M. erfolgt noch am Abend des Beſuchstages in
Darm=
ert zu vecku mr. 14 dt. Am 5. März 1927 kehren die Argentinier, die auf ihrer bisherigen
ſiahrt durch deutſche und öſterreichiſche Städte, die denkbar günſtigſten
bändrücke empfangen haben, wiederum mit dem Norddeutſchen
Lloyd=
danpſer „Madrid” in ihr fernes Heimatland zurück.
Paulusgemeinde. Am Donnerstag dieſer Woche, 24. Februar,
Eends 8 Uhr, veranſtaltet der Frauenverein unſerer Gemeinde einen
eeabend, für den Herr Pfarrer Hofmann aus Nieder=Beerbach
eN Vortrag übernommen hat. Er wird über die Frage ſprechen:
Bibt es einen Verkehr mit der Geiſterwelt?‟. Da der
Mortragende ſich mit Spiritismus, Okkultismus und ähnlichen
Erſchei=
mingen auseinanderſetzen wird, dürfte der Vortrag weitgehendes
In=
eſſe finden. Am Anſang des Abends wird die Hauptverſammlung
88 Vereins ſtattfinden. Die Mitglieder des Frauenveroins und alle,
Etagendaif gze ſich den Vortrag gern anhören möchten, ſind herzlich eingeladen.
M. —Pſtalozzi=Gedächtnisfeirr der Schillerſchule (Müllerſtraße 11) Zur
hundertjährung des Todestages des großen Schweizeriſchen
Menſchen=
weundes und Volkserziehers veranſtaltete die Schillerſchule am H. Febr.
amen Elternabend. Schon lange vor Beginn der Feier war der
Saal, der feſtlich geſchmückt und mit einer ſelbſtgebauten Bühne verſehen
war, bis a.
Migt
krick. Im Mittelpunkte ſtand der wundervolle, warmherzige
Vor=
rag des Rektors der Schule, Herrn Dr. Claß, über Peſtalozzis
Aeben und Wirken und ſeine Bedeutung ſür die Gegenwart. Umrahmt
war der Vortrag von Chören, Muſikvorträgen, dramatiſchen Szenen
aus dem Leben des unvergeßlichen Meiſters letztere dargeſtellt von den
8chülern der Klaſſe 2e unter Leitung der Herren Lehrer Forcher, Reiß
E Lid Walther. Beſonders erwähnt ſeien noch die beiden vollendet
geſpiel=
an Klaviervorträge des Herrn Volz: „Kreisleriana” von Nob. Schu=
M ann und „Sonate Opus 101” von Brethoven. Der Steinway=
Konzert=
ſchügel war von der Firma Karl Arnold u. Sohn (Eliſabethenſtr. 28)
Reundlichſt zur Verfügung geſtellt worden — Bereits am Vormittag
laite für die Schüller der Anſtalt eine ähnliche Feier ſtattgefunden, der
werr Schulrat Friedrich vom Landesamt für das Bildungsweſen
bei=
wohnte. Möchten di
am Schluß der Abend=
behungen zwiſchen Schule und Elternſchaft noch iuniger werden und
mß alle Anſtrengungen gemacht werden möchten, der Volksſchule den
harakter als Armenſchule zu nehmen und ſie zu einenm wahren Heim
ir die Kinder zu machen, dann wäre ſo das Andenken Peſtalozzis am
beſten geehrt.
—Noſenmontagball. Zu der letzten, den Ball der Bühnenkünſtler
bpectreſſenden Notiz iſt zu bemerken, daß der Konzertflügel von der
Söirma Karl Arnold, Ecke Erbacherſtraße, in liebenswürdiger Weiſe
r Verfügung geſtellt wurde, während die Firma Konzert=Arnold,
ihelminenſtraße, den Kartenvorverkauf übernommen hat.
*Vortrag über Bulgarien.
Der bulgariſche Studentenverein „Bulgaria‟ Darmſtadt hatte
auch Mittwoch abend Einladungen zu einem Vortrag in der Techniſchen
Hochſchule ergehen laſſen. Herr Dr. Fritzler, Privatdozent an der Landesgeologe Profeſſor Dr. D. Diehl ſprach „Ueber den
Univerſität Frankfurt und der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ſprach Lauterbacher Graben”. G.rade in unſerem deutſchen Vate:
über die auf ſein
ſeiten der „Bulgaria” begrüßte Herr
Michai=
die ſehr zahlreich Erſchienenen. Dem Vortrage ſelbſt iſt das Folgende
zu entnehmen: (Der Vortragende wies übrigens ausdnicklich darauf
hin, daß die Wahl des Themas nur von ihm ſelbſt beſtimmt ſei.)
Die Geſchichte Bulgariens nach dem Weltkriege hat mancherlei
Berührungspunkte mit unſeren Geſchicken. Hier wie dort nach einer
ſogenannten Revolution eine Regierung nach der anderen. Zu beachten
iſt hierbei, daß 85 Prozent der Bulgaren Bauern ſind, die von den
unzähligen Opfern der langjährigen Kriege am meiſten getroffen wurden.
verlorenen Krieges tragen, und ſo kam der Bauernbund an das Ruder,
ohne für dieſe Aufgabe, die Regierung allein zu übernehmen, vorgebildet
zu ſein. So bildete ſich eine geſchloſſene Oppoſition aller Parteien —
mit Ausnahme der Kommuniſten — gegen den Bauernbund. Aus der
Türkenzeit hat Bulgarien zwei Dinge ererbt, das demokratiſche Geſühl,
das keine Standesunterſchiede kennt, und den Haß gegen das
Herren=
tum. Am 9. Juli 1923 ſtürzten Bürgerliche und Sozialiſten, unterſtützt
von alten Soldaten, die Bauernregierung. Im Verlauf der weiteren
ſchweren Kriſen erlebten wir das entſetzliche Attentat auf die Kathedrale
in Sofia und die Vergeltungsmaßnahmen für die Schreckenstat. Zu
den beſonderen Sorgen jeder bulgariſchen Regierung gehören die
Leiſtungen, die aus dem verlorenen Krieg und der Fürſorge für die
zahlloſen Rückwanderer entſpringen. Die heutige Regierung Ljapſchew
iſt nunmehr ſeit Januar 1926 am Ruder. Beim Bauernbund zeigt ſich
eine gewiſſe Beruhigung, doch ſteht die Regierung ihm noch
unverſöhn=
lich gegenüber. Merkwürdigerweiſe glauben die regierenden Kreiſe, den
Bauernbund dauernd hintanhalten zu können, ſtatt ihn zum
Staats=
gebanken und zur Mitarbeit am Staate zu erziehen. Die Regierung
iſt ſo ſelbſtherrlich, daß ſie glaubt, auf die Unterſtützung anderer Kreiſe
verzichten zu dürfen. Die Selbſtüberſchätzung der Regierungsparteien
beruht auf dem Rechenkunſtſtück der bulgariſchen Wahlordnung, die noch
von Stambolyſki ſtammt. Im übrigen iſt die politiſche Sonderbündelei
bei den Parteien genau ſo ſtark wie bei uns in Deutſchland, und die
endloſe Zerſplitterung verurteilt die Oppoſition zur Ohnmacht, ſtärket
dagegen die Regierungsparteien. Rund 700 000 Köpfe zählt die
bul=
gariſche Flüchtlingſchaft, die mit der Haltung der Regierung in
außen=
politiſchen Fragen nicht einverſtanden iſt. So entſteht ein Gegenſatz
zwiſchen dem ſatten Reichsbulgar und dem Flüchtlingsbulgar. Weitere
innere Wirren ſind ſo nicht ausgeſchloſſen, dazu kommen die Folgen
des unglüicklichen Friedensvertrages von Neuilly, der das Land inmitten
ſtarker Nachbarn faſt entwaffnete. Makedonien, ein altes bulgariſches
Land, trennt Serbien und Bulgarien. Hinter den makedoniſchen
Frei=
ſcharen ſteht das ganze makedoniſche Volk, während Bulgarien ſelbſt
nur platoniſch den Makedoniern zur Seite ſtehen darf. Ein geeinigtes
großes Südſlawien wäre eine große Tat, doch würde die Auswirkung
im rein ſerbiſchen Sinne für das makedoniſche und bulgariſche
Volks=
tum den Todesſtoß bedeuten. Es iſt zu fürchten, daß die Verhandlungen
mit dem Völkerbund, Bulgarien in gewiſſem Sinne den Serben
aus=
liefert. Eine Wendung bringt der Einfluß Italiens in Albanien,
der zu einer Vormachtſtellung Italiens auf dem Balkan führen muß
und ſo Serbien und Italien in Gegenſatz zu einander bringen wird.
Einen Bund=sgenoſſen, der hier Serbien wirkſame Hilfe bringen könnte,
hat es nicht. Hier liegt der Schlüſſel für eine ausſchlaggebende
zu=
künftige Stellung Bulgariens.”
Eine ganze Reihe wirklich vorzüglicher, klarer Lichtbilder ließen, vom
Vortragenden erläutert, die Zuhörer, wenigſtens im Bilde, ein
male=
riſches und intereſſantes Land kennen lernen, in dem, und was wir
nicht vergeſſen wollen, für das im großen Kriege an ſo mancher Stelle
das Blut deutſcher Helden gefloſſen iſt.
H. W. W.
mittags 4 Uhr, ſtattfindende Monatsverſammlung machen wir
auch hier nochmals aufmerkſam. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Bahern=Verein Darmſtadt. Am Sonntag hielt der Bayern=Verein
im Weißen Saal des Konkordiaſaales ſeine Jahres=Hauptverſammlung
ab. Der Ehrenvorſitzende, Herr Ritter, begrüßte die zahlreich
erſchiene=
nen Mitglieder und gedachte der Verſtorbenen im letzten Jahre, deren
Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Er gab einen
Rückblick auf das verfloſſene Kriegsjahr, das reich an Arbeit aber auch
von ſchönen Erfolgen gekrönt war. Aus dem vom 1. Schriftführer,
ſeine Mitgliederzahl nahezu verdoppelt hat und heute 175 zählt. Der
Sängerchor, der die heimiſchen Volkslieder pflegt, hat ſich unter ſeinem
bewährten Chordirektor, Ehrenmitglied Hippauf, mit 28 Sängern gut
ent=
wickelt. Die Schuhplattler=Abteilung zählt 6 Paar Madel und Buam, die
Damen und Mitglieder hat ſich eine Theatergruppe gebildet, die mit
ihren ureigenen bayeriſchen Volksſtücken bei Veranſtaltungen gute Erfolge
erzielt hat. Die Sterbekoſtenbeihilfe hat auch in dem verfloſſenen Jahr
ſehr ſegensreich gewirkt. Den Hinterbliebenen verſtorbener Mitglieder
konnten Beträge bis zu 400 Mk. ausgezahlt und denſelben ſomit über die
erſte Not hinweg geholfen werden. Die Vereinsbibliothek mit ihren
zahlreichen heimiſchen Erzählungen wurde fleißig in Anſpruch genommen
Die Vereinskaſſe hat ſich gut entwickelt und ſchließt mit einem
anſehn=
lichen Beſtande ab. Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurde der ſeit=
Schmitt als 1. Schriftführer, Herr Finſterer als 2. Schriftführer und
die Herren Leder, Stimpfle und Heldmann neu gewählt. In ſeinen
Schlußworten dankte der Ehrenvorſitzende, Herr Ritter, für das
Ver=
trauen und für das einmütige Zuſammenwirken des Vorſtandes und
einer großen Anzahl tätiger Mitglieder. Er bittet auch in Zukunft in
dieſem Sinne weiter zu arbeiten.
— Stadtbücherei. Obwohl die GrippeErkrankungen im Perſonal
23. an wieder Bücher ausgegeben werden, jedoch des verminderten (an
ſich ſchon kleinen) Perſonals wegen zunächſt mit folgenden
Einſchrän=
kungen: 1. Dienstags und Freitags findet die Bücherausgabe nur von
10—½1 und 3—5 Uhr ſtatt (da uns zur Ablöſung über Mittag das
Perſonal fehlt); 2. kann an jeden Leſer nur ein Buch abgegeben
werden; 3. können wir an Scüler und Schülerinnen zunächſt keine
Bücher abgeben (da ihnen Schulbücheveien daneben zu= Verfügung
ſtehen). Wir bitten unſere Leſer dringend, auch außerdem mit
Ent=
leihungen in der nächſten Zeit zurückhaltend zu ſein und eine langſamere
Abfertigung am Schalter als ſonſt zu entſchuldigen. Sobald das
Per=
ſonal wieder einigermaßen vollſtändig iſt, wird die Ausleihe in vollem
Umfange wieder aufgenommen.
in körperlicher und geiſtiger Friſche ihren 82. Geburtstag.
* Ein Zuſammenſtoß zwiſchen dem Wagen eines hieſigen Arztes und
einem Privatauto, der leicht ſchwerere Folgen hätte haben können, er= immer größerer Beliebtheit erfreuen.
eignete ſich geſtern abend kurz nach 8 Uhr an der gefährlichen Ecke Luiſenſtr.
und Zeughausſtraße. Der Zuſammenſtoß trug ſich nach Ausſage von
Augenzeugen derart zu, daß das aus Richtung Rheinſtraße kommende, am Freitag, 25. Februar, abends 8½ Uhr, in der Städtiſchen Akademie
Auto in den Wagen, der die Luiſenſtraße überqueren wollte,
hinein=
fuhr. Die beiden Wagenpferde kamen zu Fall und wurden leicht
ver=
letzt. Der Kutſcher flog von ſein m Sitz auf die Straße und trug
leichte Verletzungen davon. Weiter entſtand Sachſchaden am Wagen /
und am Auto. Die Inſaſſen beider Fahrzeuge wurden nicht verletzt.
Menſchenmenge hatte ſich an der Unfallſtelle angeſammelt. Es kann nich.
genug darauf hingewicſen werden, daß an derart verkehrsreichen Punk=
ten Kraftfahrzeuge vorſichtig fahren und frühzeitig Signale geben.
Naturwiſſenſchaftlicher Verein zu Darmſiadt.
337. Sitzung.
land ſind „Gräben”, d. i. langgeſtreckte, gegen ihre Umgebung
ab=
geſunkene und durch Verwerfungen abgegrenzte Geländeſtreifen, ſehr
häufig, namentlich in dem Gebiet nördlich des Vogelsberges zwiſchen
lowſki, der Vorſitzende des Studentonvereins, mit herzlichen Worten rheiniſcher und bömiſcher Maſſe. Dabei halten ſich die Gräben an drei
Richtungen, eine rheiniſche (N.—S.), eine Taunus= (SW.—NO.) und
eine ſudetiſche Richtung (SO.—NW.). Zu letztere gehört der Lauterbacher
Graben, der als ein Teilſtück eines Grabenſyſtems aufzufaſſen iſt, da3
von Pilgerzell über Fulda und Lauterbach bis jenſeits Alsfeld zu
bei=
folgen iſt. In dieſem Graben ſind Formationen eingeſunken und 44 erhalten geblieben, während die Umgebung dieſe Schichten duich
Abtragung verloren hat. Von ganz b=ſonderem Intereſſe ſind dort die
füngeren Triasglieder des Keupers und der auf ihnen liegenden Tone
Die bürgerliche Oberſchicht mußte die Folgen des von ihr geführten und und Kalke des Lias, der unterſten Stufe des Jura, die durch Reichtum
an Foraminiferen bzw. Ammoniten gekennzeichnet ſind. An Profilen
und geologiſchen Karten wurde gezeigt, wie durch faltende Kräfte eis
Grabenbruch entſtand, der von Säckeln und Mulden begleitet wird;
Dabei haben, die harten Buntſandſteinpakete beſonders unter Brud;
bildung zu leiden gehabt, während, die weicheren, biegſamen Schichten
der dem Mittelbuntſandſtein aufliegenden Tone und Mergel deutliche
Faltung erfuhren, was an einigen photographiſchen Aufnahmen
ver=
anſchaulicht wurde. Auch die wichtigſten Foſſilien tieriſcher und pflanx
licher Art aus den verſchiedenen Formationen wurden im Lichtbild vo.
geführt. Dieſe Grabenbildung iſt vermutlich am Ende der Jurazeik
vor ſich gegangen und noch nicht mit vulkaniſchen Ergüſſen von Baſalten
verkwüpft geweſen. Es rird wohl der varisziſch gefaltete Untergrund
der Boden der großen von SV. nach NO. ziehenden Saar=Saale=Senke,
von dem Faltungsvorgang nicht betroffen worden ſein. Die rotliegenden
Sandſteine und Schiefertone und die ihnen auflagernden, plaſtiſchen
Zechſteinmaſſen werden von dem in die Tiefe gedrückten Buntſandſtei
nach der Seite und in die dem Graben benachbart liegenden Sattelkerne
gepreßt worden ſein. Dabei iſt der nördlich des Grabens liegende Teil
um 150—200 Meter höher als der ſüdliche, was durch Tiefbohrung
und geologiſche Aufnahme feſtgeſtellt werden konnte. Die große, die
Grabenbildung einleitende Faltung iſt demnach ſtark unſymetriſch.
Starke und langanhaltende, abtragende Kräfte, namentlich in der
Kreide=
zeit, in der unſer Gebiet Feſtland war, haben außerhalb des Grabens
Jura, Keuper und faſt ſämtlichen Muſchelkalk beſeitigt, innerhalb des
Grabens ſind aber gerade dieſe Formationen wenigſtens teilweiſe
er=
halten geblieben. So kommt es, daß die tertüären Sande und Tone im
Graben auf Jura und Keuper, außerhalb des Grabens aber auf
Oberbuntſandſtein (Röt) liegen. Aber auch die heute hell vorwiegend
gelb oder weiß gefärbten tertjären Sedimente, die damals die ganze
Gegend eingeebnet hatten, wurden zerteilt, jedenfalls auf neue
Störun=
gen von nordſüdlicher Richtung hin, die vielleicht mit dem Aufreißen
der großen Rheintalſpalten zuſammenhängen. Nun erſt, nach Lockerung
des gefalteten Bodens der Saa=Saale=Senke, konnten die Baſaltlaven
ihren Weg ans Tageslichnt finden. Etwa ein Dutzend Durchbrüche ſind
innerhalb des Lauterbacher Grabens oder an ſeinen Grenzen
bekannt=
geworden. Auch ausgedehnte Baſaltſtröme ergoſſen ſich, von Süden
wohl aus Spalten kommend, bis an und in den Graben, der demnach
zur Zeit der Entſtehung des Vogelsberges ſchon etwas eingetieft
ge=
weſen ſein muß. Auch in nachbaſaltiſcher Zeit waren abtragende Kräfte
am Werk. In der Diluvialzeit wurden die Gehänge mit Schutt bedeckt
und große Mengen von Löß abgeſetzt, beides zum Segen der
Land=
wirtſchaft. Zum Schluß zeigte der Vortragende mehrere photographiſche
Aufnahmen aus dem Gebiet des Lauterbacher Grabens und
ſeinet=
ſchönen Umgebung.
— Heſſiſche Jugendführertggung der Chriſtlichen Gewerkſchaften.
Auf Veranlaſſung der Geſamtleitung der Chriſtlichen Gew.rkſchaften
Heſſens, hatten ſich die Vertreter der chriſtlich=organiſierten Jugend zu
einer zweitägigen Tagung nach Darmſtadt ins „Kolpingshaus” ſeht
zahlreich eingefunden. Vor der Eröffnung fand eine Beſichtigung des
— Nentnerbund. Auf die am Samstag, den 98. Februar, nach= Bhyſikaliſchen Inſtitutz ud der Zahnklinik der Darmſtädter
Ortskranken=
kaſſe, die zu den modernſten Süddeutſchlands gezählt werden müſſt.
ſtatt. Die Tagung ſelbſt wurde von dem Landesvorſitzenden der
chriſt=
lichen Gewerkſchaften Heſſens, Bezirksleiter Weſp. Darmſtadt, er
öffnet und geleitet. Am erſten Tag referierte der Landesſekretär F.
Kaiſer, Köln, am zweiten Tag der Bezirksleiter des chriſtlicheit
Metallarbeiterverbandes Fr. Schümmer, Köln. Beide Referenten
haben es in meiſterhafter Weiſe verſtanden, den Anweſenden den
Ent=
wicklungsgang der Gewerkſchaften, unter beſonderer Berückſichtigung der
Frage: „Warum Chriſtliche Gewerkſchaften”, ſowie deren Ziele und
Auf=
gaben vorzutragen. Die Ausſprache war eine ſehr lebhafte und ſtand
Herrn Schmitt, erſtatteten Jahresbericht geht hervor, daß der Verein auf beachtlicher Höhe. Sie war getragen von jugendlicher Begeiſterung
ſür den chriſtlichen Gewerkſchaftsgedanken. Einſtimmig wurde dem am
2. Verhandlungstag anweſenden Reichstagsabg. Reg.=Rat gnolk,
der Auftrag zuteil, die beſten Grüße den erſten Führern der chriſtlichen
Gewerkſchaftsbewegung, Miniſterpräſident a. D. Dr. Stegerwald,
die oberbayeriſchen Gebirgstänze üben. Aus einer größeren Anzahl ſowie den Reichstagsabg. Wieber, Tremmel uſw., zu überbringen
mit der Verſicherung, daß die heſſiſche chriſtliche Gewerſchaftsjugend
treu feſthalten wird an dem, was die Alten gegründet und geſchaffen
haben. Mit einem begeiſternd aufgenommenen Hoch auf die chriſtliche
Gewerkſchaftsbewegung Deutſchlands und ihrer Führer ſchloß der
Vox=
ſitzende die Tagung. — Am Nachmittag wurde das Heſſiſche
Landes=
thegter gemeinſam beſucht. Zur Aufführung gelangte „Wilhelm Tell”
welche durch das vorzügliche Spiel einen tiefen Eindruck auf die
Be=
ſucher machte.
— Der Heſſiſche Verband für Evangeliſche Kleinkinderpflege trat
herige Vorſtand wieder und für die ausgeſchiedenen Mitglieder Herr dieſer Tage zum erſten Male mit einer Verbandstagung in
Worms an die breitere Oeffentlichkeit. Der Verband umfaßt
gegen=
wärtig 137 Anſtalten mit 9500 Kindern und etwa 200 Pflegekräften.
Herr Oberkirchenrat Zentgraf, Pfarrer D. Walter, Oberbürgermeiſter
Rahn begrüßten den Verband. Der Vorſitzende Pfarrer Mangold
er=
ſtattete den Jahresbericht. Der Direktor des evangeliſchen
Reichsver=
bandes für Kinderpflege, Paſtor von Wicht=Berlin, ſtellte in
eingehen=
dem Referat die auf Grund des, in Kraft getretenen
Reichsjugendivohl=
der Stadtbücherei großenteils noch andauern, ſollen von Mittwoch, den fahrtsgeſetzes vom Juli 1922 ſich ergebenden neuen Aufgaben und
For=
derungen an die Vorſtände der Kleinkinderſchulen eingehend dar.
— Die Wanderabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846 hatte zu
einem Familienſpaziergang durch die ſüdöſtlichen Wälder Darmſtadts
für den Nachmittag des vergangenen Sonntags eingeladen. Eine
ſtatt=
liche Schar Turnerinnen und Turner hatte ſich zur feſtgeſetzten Zeit am
Sammelpunkt eingefunden. Bei dem ſchönſten Wetter ging es unter der
bewährten Führung des Turners L. Penk auf leicht gefrorenen Wegen
über die Marienhöhe nach dem Bismarckturm, dann an der Darmauelle
und dem Beſſunger Forſthaus vorbei, die Bernhardsackerſchneiſe entlang,
dem Ziel Jagdſchloß Kranichſtein zu. In der Turnhalle wurden nach
Rückkehr noch einige gemütliche Stunden zuſammen verbracht, und alle
— Hohes Alter. Heute begeht Frau Eliſabeth Schwebel, geb. Röder, waren ſich einig, wieder einen ſchönen Nachmittag in Darmſtadts
Wäl=
dern und bei froher Geſelligkeit verbracht zu haben. Dem
Wanderaus=
ſchuß konnte es wieder ein Beweis ſein, daß ſich ſeine Verazſtaltungen
— „Der religiöſe Urſprung der Faſtnachts=Sitten”, öffentlicher
Vod=
trag von Frl. Martha Heimeran, Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft,
fir Tonkunſt, Eliſabethenſtraße. Heuzutage wirk n ſich die Faſtnachts=
Sitten in einer Art aus, welche dazu führt, den Menſchen immer mehr
ſeinen niederen Inſtinkten auszuliefern. Im Gegenſatz hierzu waren ſie
in ihrem Urſprung eine bedeutſame Form, „den Drachen” im Menſchen
in ſeine Schrankn zu weiſen. Wirkliches religiöſes Leben erſchöpft
Der Vorgang wurde ſofort zu Protokoll genommen. Eine große ſich nicht darin, die Welt mit ernſter Miene zu betrachten. Wer die
Kraft geiſtigen Humors und Witzes beſitzt, wird „die Maske”
übei=
winden und über ſich ſelbſt hinauskommen können, ohne ſich dadurch
kraftlos für das alltägliche Leben zu machen. (Vgl. heutige Anzeige)
Kunstvolle Dekoration in drei Gruppen: Hegyptisch, Japanisch und di
Konzert, Jazzmusik und Tanz
nachmittags und abends
von Samstag mittag
bis Hschermittwoch früh
(3375
e Tanzdiele Novereanisch. Ii
Rr
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Donnerstag, den 24. Februar 1922
Nummer 55:
*Bezirksſchöffengericht.
Der Konkurs einer Familien=Aktiengeſellſchaft.
Wieder einmal iſt eine größere Sache angeſetzt, für deren
Verhand=
lung zwei Tage in Ausſicht genommen ſind. Von der Anklagebehörde
ſind 30 Zeugen geladen. Drei Sachverſtändige, Büch rreviſor Simon,
Architekt Scherer, beide von hier, und Architekt Derlam aus Frankfurt,
ſind zur Stelle.
Unter Anklage ſtehen 1. Hch. Kempf I., Bauunternehmer, 2. Hch.
Kempf II. (Sohn von 1.), 3. Hch. Wiedekind, Schloſſer (
Schwie=
gerſohn von 1.), wegen Betrugs (5 Fälle) und Verbrechens gegen die
Konkursordnung.
Die Anklageſchrift erörtert im einzelnen Zuwiderhandlung gegen
8 314 Handelsgeſetzbuchs, Verfehlung gegen 8 315 HGB. (
Nichtbeantra=
gung des Konkurſes trotz Fallitzuſtandes), Verbrechen gegen 8 240 8.2
Konkursordnung, Gläubigerbenachteiligung, Beſeitigung und
Verheim=
lichung von Vermögensſtücken, ſeit Anfang 1925 unterlaſſene Abführung
von Krankenkaſſen= und Invalidenverſicherungsbeiträgen.
Aus einer offenen Handelsgeſellſchaft wurde das Unternehmen, weil
der Betrieb zu groß geworden war (es wurden 20—250 Arbeiter
be=
ſchäftigt), in die Form einer Aktiengeſellſchaft übergeführt, indem laut
notarielle Protokoll vom 15. Mai 1923 eine Familienaktiengeſellſchaft
gegründet wunde, die ein Aktienkapital von 5 Millionen Papiermark
aufwies, 500 Aktien zu je 10 000 Mark wurden von den Gliedern der
Familie übernommen. Den Vorſtand bildete Hch. Kempf 1., als
ſtell=
vertetende Vorſtandsmitglieder fungierten Sohn und Schwiegerſohn,
die mit einem Prokuriſten zuſammen vertretungsberechtigt waren.
Die erſte Bilanz wurde zu Beginn 1924 aufgemacht. — Aus der
Goldmarkumſtellungsbilanz ergibt ſich ein Aktienkapital von 75 000
Gold=
mark, eingeteilt in 750 Aktien zu je 100 Goldmark, die die gleichen
Familienglieder übernahmen, die am Papiermarkaktienkapital beteiligt
waren.
Die Anklage wirft den Angeklagten vor, daß i der Bilanz 1924 die
Werte der in Frankfurt a. M. im Bau begriffenen Gebäude viel zu
hoch angenommen ſeien und ſo die Bilanz künſtlich aktiv gemacht worden
ſei. Hch. Kempf 1. beſtreitet entſchieden dieſen Anklagepunkt, er habe
mit ſeinem Sohn die einzelnen Bauten ſehr vorſichtig bewertet.
Am 8. Juni 1925 fand die ordentliche Generalverſammlung der
Aktiengeſellſchaft ſtatt. Die per 1. Januar 1935 aufgemachte Bilanz war
noch aktiv. Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Rechtsanwalt Dr.
Main=
zer drängte den Vorſtand der Aktiengeſellſchaft brieflich und mündlich,
daß ihm gegenüber die Pflichten des Vorſtandes erfüllt würden, damit
er ſeinerſeits die ihm obliegenden Verpflichtungen wahrnehmen könne.
Die Konkurseröffnung erfolgte am 5. September 1925, der
Konkursver=
walter ſtellte eine Ueberſchuldung von 700 000 Mark feſt.
Im Dezember 1924 trat die Aktiengeſellſchaft den Gerüichten, es
ſeien Wechſel in Proteſt gegangen, durch eim an verſchiedene Auskunfteien
gerichtetes Rundſchreiben entgegen.
Kempf, Vater, will keine Ueberſicht über die Verhältniſſe der
Aktien=
geſellſchaft gehabt und ſich auf die Buchhaltung verlaſſen haben. Im
Mai 1925 waren Steuerrückſtände vorhanden und die Steuerbehörde mit
Pfändung eines Autos (Fabrik. Kleyer) vorgegangen. Große
Unterneh=
mungsluſt zeigte Kempf, Vater, indem er durch Beziehungen mit einem
Schweizer Staatsangehörigen angeregt, eine Reiſe nach der Türkei
unternahm, um im kleingſiatiſchen Teill einer größeren Stadt ein
Schlachthaus und andere Gebäude zu errichten. Kempf, Vater, erklärt,
dieſe Reiſe, die allerdings den erhofften Zweck nicht zur Reife kommen
lies habe ihn etwa 2000 Mark gekoſtet; der Preis des Billetts von
Aſchaffenburg bis Konſtantinopel ſei 155 Mark geweſen. Im Auguſt
1925 hat Kempf, Vater, bei der Volksbank Groß=Zimmern gegen
hypo=
thekariſche Verpfändung ſeines Privatbeſitzes 18000 Mark
aufgenom=
men und dieſe Mittel den Wekawerken Aktiengeſellſchaft zur Verfügung
geſtellt. Ebenſo hat derſelbe am 10. Januar 1925 bei der Freiherrlich mit dem Aufruf der alten Sparkaſſenbücher, um die unter
Zugrunde=
von Wamboldtſchen Gutsverwaltung gegen Hypothek von privatem
Beſitz 3500 Mark entliehen. Dem Sohn Kempf und dem Schwiegerſohn
Wiedekind werden nur Verfehlungen gegen das Handelsgeſetzbuch, die
Konkurs= und die Reichsverſicherungsordnung zur Laſt gelegt. Bei
den dem Vater zur Laſt gelegten Betrugsfällen handelt es ſich um
als ſtrafbar charakteriſierte Sicherungsübereignungen. In
Sicherungs=
methoden, bei denen zutage tritt, daß übereignete Gegenſtände ſchon zuhalten und nur ſolche Bücher vorzulegen, die aufgerufen ſind. Bei
anderweit verpfändet waren, wird vom Neichsgericht der Tatbeſtand
des Betrugs gefunden. Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß
Rechnung zu errichtenden Bauten noch im Entſtehen begriffen waren,
Mietverträge abſchloſſen und zu den Bauten Zuſchüſſe (in Wechſel)
gaben, die ſie dann einlöſen mußten und nun mit in die Konkursmaſſe wertungsbeträgen können — wie ſeither — erfolgen, und zwar in erſter
als Gläubiger gehen. Sie mußten eines Tages ſehen, daß an den
Bauten nicht mehr gearbeitet wurde, und hörten vom Parlier, daß die
Baufirma in Konkurs geraten ſei. Geſagt war ihnen worden, daß die Auszahlung ebenfalls — jedoch nur unter Abzug der geſetzlichen Zwi=
Stadt Frankfurt a. M. hinter dem Bauunternehmer ſtehe. Ueber die
Entſtehung des Konkurſes äußert ſich ausführlich der Konkursverwalter
Rechtsanwalt Vogel in Dieburg; er betont die ſtarke Illiquidität des
Unternehmens und das durch Hypothekenaufnahmen betätigte Streben,
ſich Geld flüſſig zu machen; ein gewiſſer Wolf habe Geld gegen
Hypo=
thek gegeben, daneben ſei ein Wechſel gelaufen, bezüglich deſſen noch
ein Prozeß ſchwebe. Von dieſer Hypothek über 25 000 Mk. hätten die
Wekawerke ſelbſt nur etwa 14 000 Mk. bekommen. Durch Hingabe von
Wechſeln und Schecks hat, wie der Verwalter ausführt, die
Aktiengeſell=
ſchaft längere Zeit die Gläubiger zu vertröſten gewußt, und ſich ſo
über Waſſer gehalten. Illiquid war das Unternehmen, wie der
Ver=
walter betont, bereits ſeit Ende 1924. Die Bauten in Frankfurt waren
zu billig hereingenommen worden. Die Stadt Frankfurt a. M. habe
das Fortſchreiten der Bauten nicht gehörig kontrolliert und ſei ſo auch
hereingefallen, wie der Verwalter am Schluſſe ſeiner Zeugenausſage
bemerkte. Ein von der Eiſenbahnverwaltung am Ende der
Inflations=
zeit erhaltener großer Geldbetrag wurde zu Börſenſpekulationen
ver=
wendet, anſtatt in wertbeſtändigen Stüchen angelegt zu werden.
Am geſtrigen Nachmittag wurde mit der Beweisaufnahme
fort=
gefahren. Rechtsanwalt Dr. Mainzer kannte den Vater Kempf ſeit
längever Zeit und beriet ihn bei Gründung der Aktiengeſellſchaft, die
als Familiengeſellſchaft aufgezogen wurde. Auf Kempfs Wunſch trat
der Zeuge in den Aufſichtsrat ein. Die Goldmarkeröffnungsbilanz wurde Auswärtige Automobiliſten und Motorradfahrer, die ſich für kurze
nach eingehender Prüfung aufgeſtellt. Kempf teilte ihm mit, daß in
Offenbach recht gut gebaut werde, doch ſeien die flüſſigen Mittel durch
das Bauen geſchwächt worden. Damals ſchrie alles nach feſten Preiſen.
Rohmaterialien hatte ſich Kempf eingedeckt. Ein Vertrag, der zu feſten
Preifen abgeſchloſſen ſei, müſſe gehalten werden, dies war die Anſicht
des Zeugen. Zeuge verlangte Monatsberichte, deren Formulare er
ent=
worfen hatte. Solche Monatsberichte verlangte er auch als Aufſichntsrat
in anderen Unternehwungen. Es bedurfte ſcharfer Anmahnung, um
dieſe Berichte zu erhalten. Etwa Mitte Mai 1925 erhielt Zeuge die
Bilanz per 31. Dezember 1924 die er zur Reviſion gab. Bücherreviſor
Simon wurde mit dieſer Reviſion vom Zeugen beauftragt, und zwar
nach der buchmäßigen und materiellen Seite. Bücherreviſor Simon
ſollte außerdem auch den Geſchäftsgang prüfen. Das Prüfungsergebnis
des Bücherreviſors erſchien dem Zeugen geiſtig. Eine gewiſſe
An=
hielt die Finanzierung der einzelnen Bauten für unwirtſchaftlich, die
Finanzierung ſollte nicht durch die öffentliche Hand, ſondern durch
eine Bank nach Anſicht des Zeugen ſtattfinden; er war auch in dieſer
letzteren Richtung tätig. Zeuge hat umittelbar vor der
Konkurs=
eröffnung von der Zahlungseinſtellung erfahren. Kempf legte ihm eine
Aufſtellung vor, die eine gewaltige Unterbilanz ergab. Zeuge ſchildert
Kempf als einen überaus fleißigen Menſchen, der aber kein Kaufmann
war, der ſich aus kleinen Anfängen emporgearbeitet hatte.
Die Beweisaufnahme wird heute fortgeſetzt.
* Große Strafkammer.
Angeklagt der fahrläſſigen Tötung ſind: 1. der Bauunternehmer
Ph. Lahres I. in Viernheim und 2. Vorarbeiter Gg. Lempf
in Mannheim=Käfertal.
Lahres hatte Waſſerleitungsarbeiten übernommen, die das
Kultur=
bauamt Darmſtadt vergeben hatte. Lahres und Kempf ſind nun
ange=
klagt, im November 1926 den Baugepflogenheiten und
Vertragsbedingun=
gen zuwider ausgehobene Waſſerleitungsgräben nicht verſchalt und ſo
fahrläſſig verſchuldet zu haben, daß der Arbeiter Michael Sander
ver=
ſchiittet wurde, Quetſchungen erlitt und am B. November 1926 verſtarb.
Lahres betont, er führe ſchon 32 Jahre ſein Geſchäft, und während
die=
ſer Zeit habe er keinen Unfall zu verzeichnen gehabt. Zu den von ihm
übernommenen Arbeiten habe er als Notſtandsarbeiter Ungelernte,
dar=
unter auch alte Leute, wie Michael Sander, verwenden müſſen aus
Gründen produktiver Erwerbsloſenfürſorge. Ein ärztliches Zeugnis
eines Viernheimer Arztes beſtätigt, daß Sander ein Gelegenheitstrinker
war. Der Angeklagte Lahres betont, der Verunglückte habe ſelbſt
fahr=
läſſig gehandelt. Kempf beſtreitet, daß er Vorarbeiter geweſen ſei. Er
habe Lahres den Rat gegeben, die Grabenwand zu verſchalen, da der
Sand herunterbröckele. Kempf will den Sander aufgefordert haben, ſich
von der Unfallſtelle mit Rückſicht auf den gefahrdrohenden Zuſtand zu
entfernen. Sander habe dieſer Aufforderung nicht unverzüglich Folge
gelefſtet.
Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß der Verunglückte
gelern=
ter Erdarbeiter war und daß nach den Unfallverhütungsvorſchriften der
Berufsgenoſſenſchaft auch am gewachſenen Boden, wenn der Graben
über 1.20 Meter tief war, verſchalt werden mußte. Der örtliche
Bau=
leiter hat dieſen Mangel auch dem Unternehmer Lahres gegenüber
be=
anſtandet. Nach dem Gutachten des Sachverſtändigen des
Kulturbau=
amtes beſtebt der Boden an der Unfallſtelle vorwiegenb aus ſtehendem
Lehm; der Boden iſt dort überhaupt Sandboden und deshalb für
Erd=
arbeiten nicht ungefährlich. Am Unfalltage herrſchte zudem regneriſche
Witterung. — Das ärztliche Gutachten ſtellt feſt, daß bei der
Einliefe=
rung die Diagnoſe auf Harnröhrenz rreißung ging, die durch die
Ope=
ration beſtätigt wurde. Weiter fand ſich ein Bluterauß am linken
Ober=
ſchenkel, der wohl von Verſchüittung herrührte. Nach einigen Tagen
ver=
ſchlechterte ſich der Zuſtond. Sander delirderte, dieſes Delirium grenzte
an Alkoholdilirium. Die Möglichkeit, daß das Delirium urämiſcher
Natur war, beſteht. Letzten Endes waren die Delirien die Todesurſache,
Die endgültige Todesurſache war Herzſchwäche.
Der Strafantrag geht gehen Lahres auf 3 Monate, gegen Kempf
auf 2 Monate Gefängnis. Die Verteidigua beſtreitet, daß ein
Ver=
ſchulden vorliege, daß weiter ein urſächlicher Zuſammenhang
vor=
liege und ſchließlich, daß der eingetretene Tod auf ein Verſchulden
zu=
rückzuführen ſei. Die Vornahme einer Verſchalung ſei an der
Unfall=
ſtelle nicht notwendig geweſen. Dis Kauſalität ſei durch das Verhalten Jugend” E. V. feſtgeſtellt, daß nach Abzug aller Unkoſten ſich ein ſm=
Sanders unterbrochen worden: Sander habe ſich us freiem Willen in
die Gefahr hinein begehen. Eine genügende Aufklärung zum Nachkeil
der Angeklagten ſei nicht gegeben. Gegebenenfalls ſei eine Geldſtrafe
angemeſſen
Das Gericht beſchließt die Ausſetzung des Verfahrens,
um weitere Erhebungen anzuſtellen.
— Aufwertung von Sparguthaben. Wie aus der Anzeige in
geſtri=
ger Nummer erſichtlich, beginnt die Städtiſche Sparkaſſe jetzt
legung einer 2prozentigen Aufwertung errechmeten Aufwertungsbeträge
einzuſchreiben. Der Aufruf erfolgt in der Reihenfolge der Nummern
der Sparkaſſenbücher, und zwar derart, daß von Woche zu Woche eine
weitere Gruppe neuer Nummern aufgerufen wird. Die Sparkaſſe bittet
ihre Einleger in ihrem eigenen Intereſſe, dieſe Reihenfolge genau
ein=
der großen Zahl der in Frage kommenden Sparkonten (rd. 65 000 Stüch)
würde ſonſt die techniſche Abwicklung erheblich erſchwert.
Selbſtverſtänd=
in Frankfurt a. M. Wohnungsſuchende, als die von Kempf auf eigene lich können die aufgerufenen Bücher auch zu einem ſpäteren Zeitpunkte
vorgelegt werden. Dem Sparer entſteht durch ein etwaiges
Verſäum=
nis keinerlei Nachteil. — Vorzeitige Auszahlungen von Auf=
Linie an alte, bedürftige und in Not geratene Sparer, und zwar ohne
Abzug von Zwiſchenzinſen. In allen übrigen Fällen kann die vorzeitige
ſchenzinſen — vorgenommen werden. (Auf den Inhalt der geſtrigen
Anzeige wird beſonders hingewieſen.)
* Neue Anwartſchaft auf die Angeſtellteuverſicherung. Unter
Hin=
weis auf den bezüglichen Artikel in Nr. 344 vom 12. Dezember 1926 ſei
noch angeführt: Verſicherte, die bis zum 31. Dezember 1926 ihre
Ver=
ſicherung nicht rechtzeitig in Ordnung gebracht haben, können noch die
freiwillige Weſiterverſicherung betreiben: Ein noch im Beruf ſtehender
Verſicherter, der mindeſtens vier Beitragsmonate auf Grund der
Ver=
ſicherungspflicht oder gleichgeſtellte Erſatzeiten zurückgelegt hat, kann
freiwillige Beiträge jeweils auf längſtens ein Jahr zurück entrichten.
Oder es können, wenn ſür einen Verſicherten nach dem Jahre 1923 in
einem Kalenderjahr anſtatt der zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft
erforderlichen acht Beitragsmonate mindeſtens vier ſolcher nachgewieſen
werden, und ſich darunter mindeſtens vier Beitragsmongte auf Grund
der Verſicherungspflicht befinden, dieſe als Beginn einer neuen
Anwart=
ſchaftskette angeſehen werden.
— Vergünſtigung für Automobiliſten und Motorradfahrer an der
Schweizer Grenze. Auf Veranlaſſung der Schweizeriſchen
Verkehrs=
zentrale, des Automobil=Klubs der Schweiz und des Schweizeriſchen
Touring=Clubs, hat ſich die Eidgenöſſiſche Oberzolldirektion bereit
er=
klärt, die bisher bloß für die franzöſiſch=ſchweizeriſche Grenze gültige
Vergünſtigung der fünftägigen Eintrittskarten für Perſonen=Automobile
und Motorfahrräder auf die ganze Schweizer Grenze auszudehnen.
Zeit nach der Schweiz begeben wollen, ohne im Beſitz eines Triptyks
oder eines Grenzpaſſierſcheinheftes zu ſein, werden ab 1. März 1927
von der Hinterlage des auf ihren Fahrzeugen (Perſonen=Automobile
Es war nicht möglich, ohne Feſtpreiſe abzuſchließen. Für einen Teil der und Motorfahrräder, mit Ausſchluß der Laſtwagen, Autoommibuſſe und
Autoears) haftenden Einfuhrzolles enthoben. Sie erhalten von allen
Straßen=Zollämtern an der ganzen Schweizergrenze gegen Bezahlung
einer Gebühr von 1,50 Fr. eine ſogenannte „Proviſoriſche
Eintritts=
karte‟. Letztere hat eine Gültigkeitsdauer von fünf Tagen und
be=
rechtigt den Inhaber, ſich während dieſer Friſt mit ſeinem Fahrzeug in
der Schweiz aufzuhalten. Die Gültigkeit der Karte kann
ausnahms=
weiſe bei den ſchweizeriſchen Zollämtern bis auf 8 Tage (Gebühr 1 Fr.)
oder bis auf 10 Tage (Gebühr 2 Fr.) verlängert werden. Die
Automobi=
liſten und Motorradfahrer müſſen ſich verpflichten, ihre Fahrzeuge
in=
nerhalb der Gültigkeitsdauer der proviſoriſchen Gintrittskarte wieder
auszuführen. Mißbrauch wird gemäß den beſtehenden Vorſchriften
ge=
ſpannung der Bilanz gab dem Zeugen zu Bedenken keinen Anlaß, gerade ahndet. Wünſcht der Automobiliſt oder Motorradfahrer ſeinen
Aufent=
mit Rückſicht auf die damaligen wirtſchaftlichen Verhältniſſe. Zeuge halt in der Schweiz hinauszuſchieben, ſo kann er die proviſoriſche Karte
vor Ablauf ihrer Gültigkeitsdauer gegen einen Freipaß oder ein
Triptyk mit Gültigkeit auf ein Jahr austauſchen. Erſterer wird vom
Zollamt gegen Hinterlage des Zollbetrages ausgeſtellt.
Parlamentariſches.
* Finanzausſchuß des Heffiſchen Landtages.
Der Finanzausſchuß beendete in der geſtrigen Sitzug die —
Leſung der Grundſteuergeſetzes. Beanſtandungen und Bemängelunnn
zu einzelnen Artikeln wurden von der Regierung beantwortet und e
ledigt. Von den einzelnen Fraktionen wurden Abänderungsanträge:
zur zweiten Leſung in Ausſicht geſtallt. Zu Artikel 19, Abſatz 2, M.
die Regierung folgende Abänderung zum Grundſteuergeſ.tz vor: „3
Regierung wird ermächtigt, ſtatt des in Artikel 7 vorgeſchrieb=m
Hauptfeſtſtellungszeitpunktes einen früheren zu beſtimmen und dreu
Regelung die Vorſchriften dieſes Geſetzes anzupaſſen.” Es folgte II
nach die erſte Leſung des Gewerbeſteuergeſetzes. Kapitel 1 bis 12 wm
beſprochen; Abänderungsanträge wurden auch hier bis zur zwent
Leſung in Ausſicht geſtellt. Zu Artikel 5 der Beſtimmungen, betrifft.,
von der Gewerbeſteuer befreit iſt, wurde bezüglich der Befreiung
Sparkaſſen von mehreren Seiten deren erhebliche Betätigung in II
mäßiger Weiſe beanſtandet; ſie ſollten wieder auf ihre Tätigkeit i
Vorkriegszeit zunückgeführt werden. Die Regierung widerſprach
Vorbringen und erklärte hierzu, daß viele der heſſiſchen Sparx
und die Girozentrale mit ihrer Tätigkeit ſich von rein bankmä fu
Geſchäften verhältnismäßig am meiſten zurückgehalten haben. Auch ſg
über die Frage der Befreiung der Konſumgenoſſenſchaften von den
werbeſteuer eine eingehende Debatte ſtatt. Zu Artikel 11 legte die
gierung folgende Abänderung zum Gewerbeſteuergeſetz bei Artike
Abſatz 2, mit folgendem Wortlaut vor: „Die Regierung wird ermäct
ſtatt des in Artikel 11 vorgeſehenen Hauptfeſtſtellungszeitpunktes
früheren zu beſtimmen und dieſe Regelung den Vorſchriften des
ſetzes anzupaſſen. Macht die Regierung von dieſer Ermächtiguns
brauch, ſo iſt der Feſtſtellung des Ertrages nach Artikel 15 das S)
ſchnittsergebnis eines früheren Zeitraumes zu Grunde zu legen.
das Rechnungsjahr 1927 iſt in dieſem Fall der Ertrag des Kals,
jahres 1925, für das Rechnungsjahr 1928 der Durchſchnitt der Kal=en
jahre 1925 und 1926 maßgebend. Artikel 15 Abſatz 1. Satz 2 u0
gilt entſprechend.” Ueber Artikel 12 fand eine eingehende Ausfm
ſtatt, in deren Verlauf anderweitige Vorſchläge über die Beſtuc
des ermittelten Gewerbckapitals gemacht wurden. Bei der gu
ſätzlichen Bedeutung der gemachten Vorſchläge behält ſich die RegEm
ihre Stellungnahme bis zur zweiten Leſung vor. Nächſte Sch
Donnerstag.
* Das große Los der Preuß.=Süddeutſchen
Klaſſenlotz=
mit 500 000 Mark fiel bei der Mittwoch=Nachmittagsziehun)/
die Nr. 23 9 783 in Abteilung I nach Eſſen, in Abteilu /4
nach Breslau.
— Dreſſola=Konzert. Am Donnerstag, den 94. Februar, ebtz
8 Uhr pünktlich, findet im Mozartſaal (Schulſtraße 8) das we
Dreſſolaſchallplattenkonzert ſtatt. Die Karten hierzu ſind bereit
griffen. Karten zu dem 3. Konzert am Donnerstag, den 3. I
werden ab heute ausgegeben.
Der Neinertrag der Lotterie „Haus der Jugend‟. Nachdeuſte
Friſt zur Einlöſung der Gewinne mit dem 5. Februar abgelaufeu n.
wurde in einer Ausſchußſitzung des Vereins „
Haus=
ertrag von 140 000 Mark ergibt. Gleichzeitig wurde mitgeteil.
alle großen Gewine diesmal an Familien gefallen ſind, die mit Wirtſ4t*
ſorgen zu kämpfen hatten; den Hauptgewinn von 30 000 Mark zue
Frau eines Arbeitsloſen. Ein Emblick in die Schwere der Zeit ab
ſich aus der Gewinnausgabe inſofern, als in erſter Linie Lebenswel.
Wäſche, Bekleidungsgegenſtände, Schuhe und Haushaltungsarti
in=
fordert wurden; Lotteriegewinne, die früher ſehr beliebt ware noſ
Fahrräder, Schreibmaſchinen, Füllfederhalter, Bücher, elektriſche Hel
eiſen, Korbmöbel wurden verſchmäht und erſt ziemlich fpät
nommen. Eine Anzahl Gewinne wurde nicht abgeholt; ſie ſiüu
gunſten des Banfonds für das „Haus der Jugend” verfallen. Derßp
ein „Haus der Jugend” ſpricht für die Förderung ſeiner Lottetie
Oeffentlichkeit nochmals ſeinen wärmſten Dank aus. Die mesei
Finanzierungsarbeiten werden energiſch gefördert, damit mit deißin
richtung des „Hauſes der Jugend” möglichſt bald begonnen werdeim
— Die Auszahlung der Verſicherungs= und Unfallrenten berßie
ſigen Poſtamt 1 erfolgt am 1. März 1977 in der Paketausgab/;
Zahlſtellen von 8—12 und 2—5 Uhr. Die am Zahltage
nich=
hobenen Rentenbeträge werden an den folgenden Werktagen (de
Nentenſtelle von 8½—12½ Uhr gezahlt. Wegen Umſtellung
ſamten Nummern=Folge werden diesmal alle alten Nummern=Hiche
zurückbehalten und gegen neue umgetauſcht. Jeder Rentenempt
muß daher darauf achten, daß er ein neues Nummer=Kärtchen/
das nötigenfalls von dem Zahlbeamten abzufordern iſt.
— Auszahlung von Militär=Verſorgungsgebührniſſen beim
Poſtamt 1. Die Zahlung der Militär=Verſorgungsgebührrn
März 1927 erfolgt bereits am 26. Februar in der Paketaus9
8 Zahlſtellen von 8—12 und 2—5 Uhr. Die an dieſem Tage r
gehobenen Gebührniſſe können noch bis zum 4. März 19R7 einfd
in der Rentenſtelle während der Zahlſtunden von 8½—12½
gehoben werden. Nach dieſer Zeit findet eine Zahlung der
ſ=
gungsgebührniſſe nicht mehr ſtatt. Die Beträge werden dann d79
ſorgungsamt zurücküberwieſen. Gleichzeitig mit der Zahlung
bührniſſe erfolgt die Ausgabe der für die Aprilzahlung erfor ſich
Lebensbeſcheinigungen. Die Rentenempfänger werden erſucht, ᛋ.
Aſ=
ſcheinigungen nötigenfalls von dem Zahlbeamten abzufordern
— Das Heſſiſche Reklame=Büro, hier, Liebigſtraße 39, binz und
mitzuteilen, daß dasſelbe nicht mit den beiden Kaufleuten (Sfaune=
Geſchäft) in der Veröffentlichung des Amtsgerichts I vom Tſrach
den B. Februar, identiſch iſt.
Lokale Veranſialtungen.
Die bierunter erſcheinenden Noikzen ſind anzſchlietilich als Hinwelſe auf Anzeigen zu H4lm
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krill.
— Liederzweig=Maskenball. Die Nachfrage ncGi
trittskarten für den Maskenball am Samstag, den 26. Februar //Ame
ſehr rege. Es iſt deshalb zu empfehlen, ſich rechtzeitig in den B4n en
Vorverkaufsſtellen mit Karten zu verſehen. Beſonders bitten wifüſere
Mitglieder, ihre Karten bei Fr. Klingler, Niedlingerſtr. 41, akfollen,
da dort der Verkauf nur bis Samstag, abends 6 Uhr, ſtattfinde: 9 0m
der Abendkaſſe Karten für Mitglieder nicht mehr abgegeben /4/0
können.
Tageskalender für Donnerstag, den 24. Februar 199
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, C 13, Anfang uch
Ende 10 Uhr: „Haus Herzenstod.” — Kleines Haus, Zuſatzue
(12), Schülermiete weiß 8, Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: „K1
einen Tag. — Mozartſaal, abends 8 Uhr: Zweites 7ſſ0
Schallplatten=Konzert. — Konzerte uſw.: Schloßkaffee, et
Frankf. Hof, Weinhaus Weißer Turm, Taunusburg, Max/Gaſé
Rheingold — Kinovorſtellungen: Union= MM
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Freitag, den 25. Februar 21.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein, vormittags 9 Uhr, ülßges
Kreuz: Holzverſteigerung 12. — Heſſ. Bürgermeieifei
Eberſtadt, vorm. 10 Uhr, Waſſerlochweg: Nutzholzverſtaumg.
—Bürgermeiſterei Bensheim, nachm. 2 Uhr, Lahpi”
hotel: Naturw.=Verſtgg.
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Pudding Pulverß
VANILLE-
Geschma
Nummer 55
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
„Erzhauſen, 23. Febr. Aus der letzten Gemeinderatsſitzung iſt
nachſt hendes mitzuteilen: Ueberlaſſung eines Bauplatzes. Jakol
marg zu Goldſtein hat nachgeſucht um einen Bauplatz. — Geſuch des
farrn Rektor Kadel. Der Garten des Herrn Kadel wird für einen
jazen Schulhausbau gebraucht. In dieſem befinden ſich 15—20
Obſt=
ſrrme, welche Herr Kadel von ſeinem Vorgänger käuflich erworben
ſere er verlangt als Entſchädigung für Bäume und Obſtertrag 375
nmrk. Das Geſuch wird vertagt. — Zur Bekämpfung der
Schnaten=
lnge ſoll nächſte Woche in den Kellerräumen geſpritzt werden. Dies
usd unentgeltlich durch die Gemeinde ausgeführt. Da diele
Ein=
uchner die Bekanntmachungen durch die Ortsſchelle nicht wahrnehmen,
ol en Bekanntmachungstafeln angebracht werden. — Herſtellung eines
zwbindungsweges zwiſchen dem Langener Weg und der Wolfsgarten=
Ise. Es werden für den Acker des K. Köhres für 2,80 Meter Breite
„Quadratmeter 1 Mk. angeſetzt, das übrige Gelände pro Klafter
Mi. — Mitteilungen und Genehmigung von Rechnungen: Der
Famterlös für Holz aus dem Gemeindewald beträgt 3249 Mk. Die
nüliche Fürſorgeſtelle für Kriegsbeſchädigte iſt Herrn Lehrer Kaut
Nertragen worden. Eine Kreditgewährung an Landwirte und tleine
Asverbetreibende wird kurzfriſtig durch die heſſiſche
Landeshypotheken=
jark zu 7 Prozent gewährt. Ein abgängiger Faſel ſoll verkauft, ein
unger dafür angeſchafft werden. Die angeſetzte Miete der
Lehrerdienſt=
plhnungen durch das Kreisſchulamt erkennt der Gemeinderat nicht an.
* Griesheim, 23. Febr. Die Fernſprechdienſtſtunden beim hieſigen
P=ſtamt ſollen künftig auf Antrag der hieſigen Handwerker=Vereinigung
uid Bürgermaiſterei durchgehend von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr
nahts an Werktagen und Sonntags von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr
nnchmittags feſtgeſetzt werden. Für dieſe Mehrſtunden würde der
ein=
arne Teilnehmer mit etwa 1,90 Mk. monatlich belaſtet werden. Für
ſi Einführung der erweiterten Dienſtſtunden iſt das Einverſtändnis
om Zweidrittel der Teilnehmerſchaft erforderlich. Einwendungen gegen
d—ſe Neueinführung ſind bis zum 1. März ds. Js. bei der Bürger=
Inriſterei zu erheben. Werden Einwendungen nicht erhoben, ſo iſt
ieger Teilnehmer zur Tragung der Mchrkoſten verpflichtet.
H. Eberſtadt, B. Febr. Maskenbälle. Der Turnverein 1876
V.) veranſtaltet am Samstag, den 26. Februar, im Saale des
Gaſt=
truſes „Zum Schwanen”, wie alljährlich, einen großen Geſellſchafts=
19 gskenball. Am gleichen Tage findet der Maskenball des
Geſang=
mreins „Frohſinn” im Saale „Zum Bergſträßer Hof” ſtatt. — Am
SSnntag, den 27. Februar, veranſtaltet der Geſangverein „Germania”
n— Sagle „Zum Bergſträßer Hof” einen Kappenabend. — Der
lmgjährige Voxſitzende des Ortsgewerbevereins, Weißbindermeiſter
SSorg Geißler, iſt von ſeinem Amte zurückgetreten. An ſeiner
ecelle iſt Bildhauer Hch. Dieter zum Vorſitzenden gewählt worden.
* Eberſtadt, 23. Febr. Hohes Alter. Die älteſte Einwohnerin
SSerſtadts, Witwe Rund in der Waldſtraße, beging kürzlich ihren 90.
(seburtstag. Der noch rüſtigen Greiſin wurden viele Ehrungen zuteil.
Groß=Umſtadt, B. Febr. Motto: China wird heſſiſch”. Unter
sſem Leitſtern wird der hieſige Männergeſangverein ſeinen diesjährigen
oſten ſich u W A-askenball veranſtalten. Ein echter chineſiſcher Prinz wird in dem
mär=
de migetul / / cnhaft in einen Roſenhain verwandelten Saal des Gaſthauſes „Zum
die mt Yn tz tsißen Roß” am Samstag, den 26. d8. Mts., 20 Uhr 11 Min., ſeinen
00 Man ze (ünzug halten. Reizende chineſiſche Girls tanzen Reigen und ſingen
chine=
re der Ru; ſi che Volkslieder. Alles in allem wird die Veranſtaltung an Ueber=
Linie Leix Mu urſchungen und Sehenswürdigkeiten alle bekannten früheren Maskenbälle
e s Vereins ſicher noch übertreffen. Die rechtzeitige Beſorgung von
Ein=
erließt un) jittskarten, welche ab Donnerstag bei Herrn Georg Freund und im
zuiſeurgeſchäft Kurz, Obergaſſe, zu haben ſind, dürfte ſich daher
ampfehlen.
* Mümling=Grumbach, 23. Febr. (Bethelfilm.) Auch hier iſt
er Bethelfilm auf ſeiner Reiſe durch den Odenwald eingekehrt. Da
ſer erſte Teil ſchon vor einiger Zeit im benachbarten Höchſt gelaufen
war, wurde am Montag der zweite, nachmittags den Schulkindern und
cbends den Erwachſenen, vorgeführt. Der Film entrollte ein
packen=
onen natzt 8 Bild von der ungeheuren Arbeit, die in den Betheler Anſtalten
falreun nd Sleiſtet wird. Das Bild einer grenzenloſen Not erſtand vor dem Auge
er Zuſchauer, aber ſie ſahen auch eine ebenſo grenzenloſe Liebe am
Werk die beſtrebt iſt, mit aller Kraft und unter größter Aufopferung
Verſtayg 49 ar helfen. Solchen Willen zur Hilfe, wie ſie dort in brennender
chriſt=
ſcher Liebe geleiſtet wird und geradezu Wunderbares ſchafft, vermag
Nummem ſtl der Film auch in denen, die ihn ſehen, zu wecken und damit ein
unge=
ein wertvolles Stück Volkserziehung im Sinn praktiſchen
Chriſten=
rums zu leiſten. Die Vorführung war gut beſucht und dürfte allen
Teilnehmern unvergeßliche Eindrücke vermittelt haben. — Auch bei
eniſſn hia h ger letzten Holzverſteigerung im Kloſterwalddiſtrikt zeigte es
bch, daß die Holzpreiſe gegen das Vorjahr im Steigen begriffen ſind.
Sas Rm. Buchenſcheiter koſtete bis zu 25 Mk., Tannenholz ſtellte ſich
uuf 13 bis 18 Mark.
* Höchſt i. O., 23. Febr. Delegiertentagung. Die am
ver=
rangenen Sonntag nachmittag von dem hieſigen Männergeſangverein
ſanläßlich ſeines diesjährigen Feſtes einberufene Delegiertenverſammlung
bzeitigte ein überraſchend gutes Reſultat. Es meldeten ſich 27 Vereine mit
Stwa 1100 Sängern zur Teilnahme am Geſangswettſtreit an. Gewiß
tein Zeichen dafür, daß die Geſangvereine von nah und fern ſowohl dem
ſſeſtgebenden Verein als auch unſerem Heimatorte lebhaftes Intereſſe
ent=
gegenbringen. Neben Vereinen aus der näheren Umgebung fandten
Vereine aus dem Rheinland, aus Rheinheſſen, aus Oberheſſen und
Ba=
den, aus Stadt und Land, ihre Vertreter. Der feſtgebende Verein eröff=
Inte im dichtbeſetzten Saale des Gaſthauſes „Zur Poſt” durch ein friſches ſeiner Wahl einzuberufen. Nach Möglichkeit ſoll jedoch der Donnerstag
Odenwaldlied die Tagung. Nach lebhafter Ausſprache kamen drei
Stadt=
rmd eine Landklaſſe ſowie eine Klaſſe für nichtpreisgekrönte Vereine
zu=
ütande. Ueber die ausgeſetzten Preiſe wurde vollſte Uebereinſtimmung
derzielt, ſo daß man ſich nach zweiſtündiger Sitzung in gehobener Stim=
Ewung trennte. Nach dem Vorhergeſagten dürfte alſo am 2., 3. und 4.
Suli d8. Js. ein intereſſantes Feſt und insbeſondere für die Freunde des
edlen Geſanges ein reicher Kunſtgenuß bevorſtehen. —
Masken=
wälle. Der Turnverein Höchſt veranſtaltet am Samstag, den 26. ds.
Elts, in ſämtlichen Räumen des Gaſthauſes „Zur Burg Breuberg” einen
NAroßen Preis=Maskenball. Sonntag, den N. ds. Mts., hat der Arbeiter=
Madfahrerverein Solidarität dieſelben Näume zum gleichen Zweck belegt.
* Michelſtadt, B. Febr. Arbeitsjubiläum. Die Ortsbürger
FAdam und Jakob Löb ſind 50 bzw. 53 Jahre als Holzſetzer im
Stadt=
bwald Michelſtadt tätig. Die Genannten erfreuen ſich des beſten An=
Tragender Stellung bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig. In Anerken=
Enung ihrer treuen Dienſte hat ihnen der heſſiſche Miniſter der Finanzen
nein Anerkennungsſchreiben gewidmet. Der Gemeinderat beſchloß, den
beiden treuen Jubilaren eine Geldprämie von je 50 Mark zu
überwei=
ſen. — Studentiſche Wirtſchaftshilfe. In Anerkennung der
Notlage eines weſentlichen Teiles der heſſiſchen „Studentenſchaft hat der
Gemeinderat auf ein von der Wirtſchaftshilfe der Studentenſchaft in
*Darmſtadt an den Bürgermeiſter gerichtetes Schreiben beſchloſſen, für
1926 den Betrag von 50 Mark und für 1927 den Betrag von 100 Mark
Föügunſten der Wirtſchaftshilfe auszuwerfen. — Förderung der
eribaten Bautätigkeit. Bis jetzt liegen 6 Geſuche um
Bewil=
ligung von gemeindlichen Baudarlehen an Private vor. Die im
Vor=
ühre von der Stadt gekauften Bauplätze an der dOrvill= und
Peſtalozzi=
ſtraße werden rege in Anſpruch genommen. Es wird wohl nicht mehr
lange dauern, bis die letzten Baulücken dort verſchwunden ſein werden.
Der Gemeinderat genehmigte die Abgabe der Bauplätze und die
Bewil=
ligung von je 4000 Mark Darlehen. Gleichzeitig genehmigte er den
Be=
trag von 1000 Mark für die Anlage einer Notwohnung. —
Kegel=
kIub „Stromer‟. Der alljährlich ſtattfindende Karnevalsabend des
drbereiteter Weiſe am Donnerstag, den 24. Februar, in der beſonders
ſimmungsvoll dekorierten Kegelbahn des Klublokals „Zum Anker” in
Stocheim zur Durchführung kommen. — Brennholzverſteigerung. Am
Montag, den 28. Februar, nachmittags 1½ Uhr, bei Gaſtwirt Uhrig
in Rehbach (Poſt Michelſtadt) wird die Gräfliche Oberförſterei Rehbach
bolgendes Holz verſteigern: Gebrannter Wald: Buche Nm.:
Scheit 612, Knüppel 108, Knüppelreiſig 27, Stöcke 9,7 Eiche Nm.:
Scheit 118. Knüppel 25, Knüppelreiſig 4,3, Kiefer Rm.: Scheit 12,6.
Furbel 7, Knüppelreiſig 56, Fichte Rm.: Scheit 5, Knüppel 11,5,
Rnispelreiſig 8, Stöße 16,6. Viehberg 5a: Kiefer Rm.:
Knüppel=
reiſig 16. Birke 1. Aſpe 13. Heidenbuckel 1a: Buche Rm.:
elelir
n Butum
Der Landkreistag zum Wohnungsproblem.
Wohl überall iſt die Erkenntnis zum Durchbruche gelangt, daß man
in der Beſchaffung des nötigen Wohnraumes mit den Mitteln der
Haus=
zinsſteuer in Form der reinen Kapitalshergabe nicht weiterkommt. Bei
der Verflüſſigung des Geldmarktes kann man ſchon in dieſem Jahre in
ſtärkerem Maße auf das Privatkapital zurückgreifen. Hier ſtehen ins
beſondere die Mittel der Hypothekenbanken zur Verfügung. Die
Spar=
kaſſen haben durch ihren Zentralverband die nötigen Schritte zur
Fi=
nanzierung des Wohnungsbaues bereits getan. Im Zuſammenhange
mit dieſer Entwicklung muß natürlich die Zwangswirtſchaft allmählich
weiter aufgelockert werden. Die Hauszinsſteuer iſt gleichwohl als
Grund=
lage nicht zu entbehren, ſodaß die endgültige Löſung von dem
Fortbe=
ſtehen der Hauszinsſteuer über den 1. April 1938 hinaus abhängt.
Inzwiſchen aber läßt ſich die jetzige Lage erleichtern durch die
er=
wähnte Heranziehung des inneren Kapitalmarktes, durch Streckung der
Hauszinsſteuermittel in Form von Zinszuſchüſſen (oder durch
Ueber=
nahme des Disagios) ſowie durch Schaffung eines Bürgſchaftsfonds aus
Mitteln der Hauszinsſteuer an Stelle der üblichen kommunalen
Hypo=
thekenbürgſchaften. Dieſe Gedanken werden in Form von Richtlinien
bereits in nächſter Woche den Organen des Deutſchen Landkreistages zur
Stellungnahme unterbreitet werden.
Die Landkreiſe fühlen als Vertreter der kommunalen Intereſſen des
platten Landes die Zuſammenhänge zwiſchen Wohnungsfrage und
Be=
völkerungspolitik beſonders, weil ja die Parole gilt: Auflockerung der
Großſtädte. Dezentraliſierung der Induſtrie und Intenſivierung der
Landwirtſchaſt. Der Hauptzuwachs an Wohnungen wird alſo mehr auf
dem platten Lande als in den Großſtädten erfolgen müſſen.
* Breitenbrunn, 23. Febr. Es wird uns geſchrieben: Einen
ſchwe=
ren Verluſt hat die Gemeinde Breitenbrunn zu beklagen. Dieſer
Tage entriß uns ein unerwartet raſcher Tod unſer allverehrtes
Orts=
oberhaupt, Herrn Bürgermeiſter Schäfer, nachdem er nahezu 25 Jahre
die Geſchicke unſerer Gemeinde mit unermüdlichem Eifer und großer
Treue geleitet. Durch ſein Ableben verlieren wir den Mann, der das
Gemeindeſchifflein in all den ſchweren Zeiten der letzten drei
Jahr=
zehnte ſicher geſteuert hat. Noch im vorigen Jahre wurde der nun
Heimgegangene zum vierten Male einſtimmig wiedergewählt. Nun hat
ihn ein höherer Wille aus ſeinem arbeitsreichen Leben abgerufen. Zum
B5jährigen Jubiläum, das er im März hätte feiern können, waren ihm
zahlreiche Anerkennungen zugedacht. Leider ſollte er dieſen Tag nicht
mehr erleben. Die überreiche Arbeit, beſonders der Kriegs= und
Nach=
kriegszeit, hatte ſeine Kraft in ſolchem Maße in Anſpruch genommen,
daß ſeine Geſundheit darunter litt. Am Freitag wurde er zur letzten
Ruhe beſtattet. Der gewaltige Leichenzug bei der Beerdigung zeigte,
welcher Achtung und Beliebtheit ſich der Verſtorbene bei allen erfreuen
durfte. Als Vertreter der Behörde gaben Herr Kreisdirektor v.
Wer=
ner, Herr Schulrat Gerbig und Herr Rechnungsrat Würtemberger dem
Entſchlafenen das letzte Geleite. Sämtliche Vereine erwieſen ihm die
üblichen Ehrungen. Am Sterbehauſe ſang der Geſangverein „
Ein=
tracht”: Stumm ſchläft der Sänger. Mit den Kirchenglocken klagte auch
das Schulglöcklein um den treuen Freund und Berater. Am Grabe
ſangen die Schulkinder: Chriſtus, der iſt mein Leben. In ſeiner Rede
hob der Geiſtliche, Herr Pfarrer Clotz, beſonders hervor, daß treue
Ar=
beit in Haus und Beruf keiner äußeren Anerkennung bedürfe, ſondern
für ſich ſelbſt ſpreche. Hierauf ſang der Verein „Eintracht” das
Graun=
ſche Auferſtehn” und der Verein „Einigkeit‟: Der liebe Herrgott hält
die Wacht. Nach Gebet und Segen krachten die Ehrenſalven über das
Grab und es folgte die Kranzniederlegung. Namens der Gemeinde und
des Ortsvorſtandes legte Beigeordneter Seeger einen Kranz nieder und
beklagte das allzufrühe Hinſcheiden. Lehrer Wehrauch widmete dem
langjährigen Vorſitzenden des Schulvorſtandes anerkennende Worte, die
in dem Spruche gipfelten: „Das Gedächtnis des Gerechten bleibet im
Segen”, Straßenwart Waſſum feierte den Verſtorbenen als
Mitbegrün=
der und treuen Sangesbruder des Vereins „Eintracht”, Maurermeiſter
Philipp Müller redete für den Kriegerverein, Landwirt Walther für den
Arbeitergeſangverein, Feldſchütz Uhrig für den Turnverein „Deutſche
Eiche” und den Reichsbund der Kriegsbeſchädigten, Bürgermeiſter Karg=
Sandbach für die Bürgermeiſtervereinigung des Kreiſes Erbach. Den
Beſchluß machte Herr Bürgermeiſter Karn=Wiebelsbach, der namens des
Aufſichtsrats und der Bezirkskaſſe Höchſt die treue Mitarbeit des
Ver=
blichenen würdigte. Was er der Gemeinde Breitenbrunn war, wird
nicht vergeſſen werden. Ehre ſeinem Andenken.
ch.
* Waldmichelbach, B3. Febr. Der in der letzten Woche vom
Land=
wirtſchaftsamt Heppenheim in Verbindung mit dem landw. Bezirksverein
für den Kreis Heppenheim hier abgehaltene zweitägige Lehrgang
für Landwirte erfreute ſich eines recht guten Beſuches, ſo daß der
Saal des Gaſtwirts Schwinn, Darmſtädter Hof, an beiden Tagen voll
beſetzt war. An jedem Tage fanden vormittags 2 Vorträge übor
wich=
tige landwirtſchaftliche Gegenwartsfragen ſtatt. Die Nachmittage waren
mit landwirtſchaftlichen Kinovorführungen und mit der Ausſprache,
die an beiden Tagen ſehr ergiebig war, ausgefüllt. Eröffnet und
ge=
leitet wurde der Kurſus von Landwv.=Direktor Dr. Schül. Den Dank
der verſammelten Landwirte beim Schluſſe des Lehrgangs ſprach in
anerkennenden Worten Beigeordneter Schork=Hartenrod aus. Recht
zahlreich wurde der Kurſus auch zur Vorbringung von Anliegen der
verſchiedenſten Art benutzt, ſodaß das Landwirtſchaftsamt Heppenheim
künftig in zentral gelegenen Orten des Amtsbezirks in gewiſſen
Zeit=
abſtänden Amts= oder Sprechtage einrichten wird. Die Orte und Tage
werden noch bekannt gegeben.
* Lindenfels, 23. Febr. AusdemGemeinderat. Dem
Bür=
germeiſter wird für die Folge freie Hand gegeben, die Sitzungen nach
abend beibehalten werden. — Dem Antrag einer Lichtanlage an der
Kreuzung Fauſtenbach—Schlierbach, an der neuen Siedlung, wird
ſtatt=
gegeben. — Der Weg nach Winterkaſten ſoll nach Rückſprache mit den
Geländebeſitzern in einen beſſeren Zuſtand verſetzt werden. — Dem
Ver=
ſchönerungs= und Verkehrsverein wird auf Anfordern geeignetes Holz für
die Reparaturen an Bänken und geeignete Stangen zum Einfriedigen
des Schwimmbades genehmigt. — Nachdem die Holzmacher erſt kürzlich
für ihre ſchwere Arbeit eine Partie Brennholz bewilligt bekamen, hat der
Gemeinderat erneut etwas Holz als Prämie zur Verfügung geſtellt. Es
ſteht zu erwarten, daß bei den nächſtjährigen Holzhauerarbeiten ſich mehr
Leute zur Arbeit melden, als der Arbeitsloſenfürſorge fortgeſetzt zur
Laſt zu fallen, namentlich von jüngeren Leuten. — Die ſeitherige
Privat=
hebamme, Frau Scherer, wird als Gemeindehebamme angeſtellt. — In
ſehens in der Bürgerſchaft und waren lange Zeit hindurch in hervor= der ſich anſchließenden geheimen Sitzung, die bis nach 12 Uhr nachts
dauerte, wurden eine Menge Unterſtützungen, Wochenhilfe,
Wohnungs=
fürſorge uſw. behandelt. Wenn auch der Gemeinderat in ſeiner jetzigen
Zuſammenſetzung allen Notleidenden zu helfen bereit iſt, ſo muß doch
einmal öffentlich ausgeſprochen werden, daß ungenügend begründete
Anſprüche unbedingt unter den Tiſch fallen müſſen. Es kann behauptet
werden, daß in manchen Angelegenheiten der Gemeinderat über die
not=
wendige Unterſtützungspflicht hinausgegangen iſt.
* Fürth, 23. Febr. Bürgermeiſterwahl. Kürzlich fand
dahier Bürgermeiſterwahl ſtatt, bei der unſer ſeitheriges Ortsoberhaupt
Herr Joſeph Zeiß wiedergewählt wurde.
* Aus dem Gorxheimer Tal, 23. Febr. Unfall. Eine 12jährige
Schilerin aus Unterflockenbach ſah auf der Fahrt mit dem Poſtauto
zwiſchen Gorxheim und Weinheim zum Fenſter hinaus und ſtieß mit
dem Kopfe an einen Baum. Das Mädchen wurde im Geſichte ſo ſchwer
verletzt, daß es ins Krankenhaus nach Weinheim gebracht werden
mußte.
Von der Bergſtraße, 23. Febr. Gut abgelaufen. In
Hemsbach ſpielte ein 14 Jahre alter Knabe mit dem Browning ſeines
Vaters Plötzlich entlud ſich die Waffe, die Kugel drang durch das
gegelklubs wird dieſes Jahr in ganz beſonders großzügiger und wohl= Fenſter und verletzte eine auf der Straße ſtehende Frau leicht. Die
Kugel durchſchlug dann noch ein Scheuertor. — Hohes Alter.
Der Glaſermeiſter Heller in Ilversheim feierte kürzlich ſeinen 102.
Ge=
burtstag. Der ehrwürdige Greis gleicht einem 75jährigen, iſt noch geſund
und bedauert nur, daß er nicht mehr arbeiten kann, denn ohne Arbeit
ſei das Leben langweilig.
* Bensheim, 23. Febr. Reifeprüfung. Am hieſigen
Gym=
naſium unterzogen ſich 31 Abiturienten der Reifeprüfung. Sämtliche
Prüflinge haben beſtanden.
* Heppenheim, 22. Febr. Intereſſanter Fund. Bei
Aus=
grabung eines Fundaments im benachbarten Hambach wurde das Bruch= bundes für die Provinz Oberheſſen werden. Als Feſtplatz iſt der
* Lamperthrin, B. Febr. Den Bemühungen der Kriminalpolizei iſt
es gelungen, den Baumfrevler, der letzte Woche dem Gaſtwirt Baum
17 Obſtbäume durch ab= und anſägen vernichtete, in der Perſon eines
64jährigen Landwirts ausfindig zu machen und zur Anzeige
zu bringen. Die Tat ſtellt, wie ſchon vermutet, einen Nacheakt dar. —
Die geſtrige zweitletzte Holzverſteigerung aus dem ſtaatlichen
Revier Wildbahn hatte wieder eine ſtattliche Anzahl Steigerer
ange=
zogen und brachte wiederum gute Preiſe. Es ſtellten ſich im Durchſchnitt:
Eiche=Derbſtangen 2. Klaſſe pro Fm. auf 30 RM., Ciche=Reisſtangen
2. Kl. auf 18 RM., Buche=Reisſtangen 1. Kl. auf 14 RM. je Fm.: Eiche=
Nutzreiſig pro Rm. auf 3 RM.; Scheiter pro Rm.: Eiche 11 RM., Buche
14 RM., Kiefern 11 RM.; Knüppel pro Rm.: Eiche 8 RM., Buche 12
RM., Kiefern 12 RM.; Stöcke pro Rm.: Eiche 5,50 RM., Buche 560
RM., Kiefern 8,40 RM.; Stammreiſig pro 100 Wellen: Eiche 12 RM.,
Buche 12,30 RM.; Aſtreiſig pro 100 Wellen: Eiche 5 RM., Buche 12 RM.:
Kiefern 8,60 RM. Am nächſten Montag folgt die letzte Verſteigerung
aus Heide und Wildbahn.
Gernsheim, B. Febr. Nachdem die hieſige Gemeindevertretung
beſchloſſen hat, den bauluſtigen Kriegsbeſchädigten und Witwen ein
Baudarlehen von 1000 Rmk. pro Haus aus Gemeindemitteln unter den
Bedingungen des Staatsdarlehens zu gewähren, iſt das Bauprojekt
zur Errichtung von Familienheimſtätten im nördlichen Bauquartier
endgültig geſichert. Es gelangen nahezu 15 Einfamilienhäuſer durch
die heſſiſche Wohnungsfürſorgegeſellſchaft in Darmſtadt zur
Ausfüh=
rung. — Bei der am Freitag ſtattgefundenen Brennholzverſteigerung
für Erzeugniſſe aus hieſigem Gemeindewald wurden folgende
Durch=
ſchnittserlöſe pro Raummeter erzielt: Eiche Scheiter Rmk. 11,74,
Kiefer Scheiter Rmk. 13,77, Eiche Knüppel Rmk. 7,07, Ahorn Knüppel
Nmk 10,50, Obſtbaum Knüppel Rmk. 11,50, Linde Knüppel Rmk. 7,50,
Kiefer Knüppel Rmk. 9,45, Fichte Knüppel Rmk. 4,50, Eiche
Knüppel=
reiſig Rmk. 1,94, Linde Knüppelreiſig Rmk. 4,16, Kiefer Knüppelreiſig
Rmk. 2,60. Fichte Knüppelreiſig Rmk. 2,00, Eiche Stöcke Rmk. 5,00
und Kiefer Stöcke Rmk. 6,63. — Der vom Geſangverein Liederkranz
veranſtaltete internationale Geſangswettſtreit am lotzten Sonntag
nahm den denkbar ſchönſten Verlauf. Der Beſuch war ſehr ſtark.
Er=
wähnenswvert iſt der hübſche Feſtzug, der ſich punkt 3½ Uhr vom
Hafen aus durch verſchiedene Ortsſtraßen in Bewegung ſetzte. — In der
Sitzung des Gemeinderats am Montagabend wurden die im öffentlichen
Wettbewerb für Erbauung eines Vier=Familienwohnhauſes ſeitens der
Gemeinde ausgeſchriebenen Arbeiten an die Wenigſtnehmenden
ven=
geben. Gleichzeitig wurde beſchloſſen, die in dem zu erbauenden
Wohnhaus notwendig werdenden elektriſchen Inſtallationsarbeiten im
Wege der öffentlichen Ausſchreibung zu vergeben.
* Klein=Gerau, 23. Febr. Bürgermeiſter Engel
geſtor=
ben. Nach langem ſchweren Leiden iſt im Alter von 61 Jahren
Bür=
germeiſter Peter Engel geſtorben. 17 Jahre ſtand er an der Spitze der
Gemeinde.
r. Rüffelsheim, 22. Fehr. In der Gemeinderatsſitzung
gibt der Bürgermeiſter eine Mitteilung des heſſiſchen
Treu=
händers für Ablöſung der Gemeindemarkanleihen
bekannt, wonach verlangt wird, daß die Gemeinde wegen ihres hohen
Kapital= und Grundvermögens und ihrer niedrigen Realſteuern ihre
auf 328861 Mk. zu bevertenden Gemeindeſchulden aus der Zoit von
1919 auf 25 Prozent aufwerten ſoll. Der Gemeinderat lehnt dieſes
An=
ſinnen mit dem Hinweis hin ab, daß höchſtens eine Aufwertung von
12 Prozent in Frage kommen kann und daß das Gemeindevermögen
vom Treuhänder mit 776 736 Mk. viel zu hoch goſchätzt ſei, in dieſer
Summe ſei deren Stiftungskapital mit einbegriffen. — Wegen
Errich=
tung eines ſtädtiſchen Main=Volksbades wird die
Baukom=
miſſion beauftragt, Vorſchläge auszuarbeiten. Der Heimatverein will
ſeine Badeanſtalt der Gemeinde zum Preiſe von 3000 Mark verkaufen.
Der Gemeinderat lehnt den Ankauf mit der Begründung ab, daß das
Badehaus in ſeinem jetzigen Zuſtande nicht gebrauchsfähig ſei.
* Offenbach, 22. Febr. Der ſtatiſtiſche Jahresbericht, im Auftrage
der Stadtverwaltung herausgegeben, meldet für das letzte Vierteljahr
ein weiteres Steigen der Einlagen bei der Städtiſchen Sparkaſſe. Es
wurden in den drei letzten Monaten des Jahres 1926 neu eingezahlt:
1 454 000 Mark, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres 1044 000
Mark waren. Die Rückzahlungen betrugen 1925 im gleichen Zeitraum
631 000 Mark, im Jahre 1926 766 000 Mark. Neue Sparbücher wurden
in den drei letzten Monaten des Jahres 1926 852 ausgeſtellt, gegen 685
im letzten Vierteljahr 1925. Die Sparkaſſe weiſt wieder einen
Einlage=
beſtand von rund 7 Millionen auf und auf der anderen Seite herrſcht
eine rieſenhafte Arbeitsloſigkeit. Das ſind Gegenſätze, die ſich ſchwer
vereinigen laſſen.
Rheinheſſen.
* Gau=Algesheim, B. Febr. Gemeinderatsſitzung. Den
Vorſitz führte Bürgermeiſter Hattemer= anweſend waren 14
Gemeinde=
räte. — Der von der Faſelkommiſſion bereits getätigte Ankauf zweier
Zuchtbullen wird genehmigt. — Die Genehmigung zur
Dungverſteige=
rung im Bullenſtall wurde ebenfalls erteilt. — Die Anſchaffung einer
dritten Nähmaſchine für die Mädchenfortbildungsſchule wird genehmigt,
jedoch ſoll der Kauf erſt im Ri. 1927 erfolgen. — Dem Geſuch des
Schweinezuchtvereins dahier wird ſtattgegeben und ihm eine
Unter=
ſtützung in Höhe von 100 Mark bewilligt. — Das Landwirtſchaftsamt
dahier teilt mit, daß durch die Veranftaltung der Landw. Woche in
hie=
ſiger Gemeinde Unkoſten entſtanden ſind, welche durch die
Eintritts=
gelder nicht gedeckt wurden, und bittet um Gewährung einer Beihilfe
hierzu. Der Gemeinderat bewilligt 75 Mk. — Der Gemeinderat iſt
mit der Feſtlegung der Baufluchtlinien in der Bein, wie ſie von dem
Kreisbauamt in den Lageplan eingezeichnet wurden einverſtanden. Zur
Vergrößerung des Baugeländes iſt beabſichtigt, das Grundſtück der
katho=
liſchen Kirche, welches an das Baugelände der Gemeinde angrenzt, zu
erwerben. — Eine Bürgſchaftsübernahme bei der Kreisſparkaſſe
Bin=
gen wird genehmigt. — Ein Unterſtützungsgeſuch wird genehmigt.
Oberheſſen.
479. Erle Am.:
Kmippelreiſig 8.
Knüppel 1. Veymutskiefer Nm.: Knüppel 10,
ſtück einer Renntierſtange gefunden, das nach dem Urteil eines Sachver= große Sport= und Marktplatz in Ausſicht genommen.
ſtändigen aus der jüngeren Eiszeit ſtammt. Die Länge des Geweihes
beträgt 50 Zentimeter, der Durchmeſſer des unteren Teils 4 Zentimeter.
Der Fund wurde dem Landesmuſeum zugewieſen.
— Gernsheim, B. Febr. Waſſerſtand des Rheins am geführte Frühjahrs=Pferdemarft findet dieſes Jahr am 13., 14. und
23. Februar —44 Zentimeter.
b. Friedberg, B3. Febr. Der Eiſenbahnfrauenverein Friedberg
ver=
anſtaltete geſtern abend im Zentraltheater einen Filmportrag, an dem
zwei Filme über die Fürſorge=Einrichtungen der Reichsbahn gezeigt
wurden. (Darunter auch der Film über das bekannte Kinderdorf
Weg=
ſcheide.) Den einleitenden Vortrag hielt. Herr Eiſenbahnoberinſpektor
Stüber aus Frankfurt über „Die Kinderfürſorge der Reichsbahn”. In
Frankfurt iſt eine neue Organiſation entſtanden, der für das nächſte
Jahr die Summe von 120 000 Mark zur Verfügung ſteht. Die
Arbeiter=
penſionskaſſe kann gleichzeitig etwa 200 Kinder koſtenlos in eigenen
Hei=
men unterbringen. Ein neues großes Heim iſt im Entſtehen. Eine
wei=
tere Wohlfahrtseinrichtung iſt der Knabenhort, der demnächſt ein eigenes
Waiſenhaus bauen will, ſowie der Töchterhort, der bereits drei eigene
Heime (in Erfurt, Marienfelde und Zinnowotz a. d. Oſtſee) unterhält.
Im vergangenen Jahre wurden aus dem Bezirk Frankfurt a. M. 250
Kinder zur Kur verſandt. — Geſtern abend fand die Semeſter=
Schlußver=
ſammlung der hieſigen Flugwiſſenſchaftlichen Vereinigung ſtatt. Im
neuen Semeſter wird mit dem Bau von zwei weiteren Apparaten
be=
gonnen werden. Außerdem wurde beſchloſſen, Anfang des neuen
Se=
meſters eine Flugwoche in Friedberg abzuhalten. Eine Ausſtellung von
Segelflugzeugen und flugtechniſchen Gegenſtänden, verbunden mit Film=
und Lichtbildervorträgen wird ſtattfinden. Als Abſchluß wird auf dem
Johannisberg bei Bad=Nauheim ein Segel= und Modellſchaufliegen
ge=
plant.
WSN. Gießen, 23. Febr. Unfall auf den Schienen. Im
hieſigen Güterbahnhof wurde geſtevn nachmittag der
Eiſenbahnbe=
dienſtete Heinrich Baumann aus Allendorf a. d. Lahn beim
Hemmſchuh=
legen von einem rangierenden Güterzuge erfaßt und mit großer
Ge=
walt zur Seite geſchleudert. Der Mann mußte mit ſchweren inneren
Verletzungen und mit Wunden am Kopfe in die Klinik eingeliefert
werden.
* Grünberg, 23. Febr. Veranlaßt durch den hieſigen Reit= und
Fahr=
verein hielt Herr Oberſt a. D. Kleinhans=Gießen hier einen Vortrag über
Pflege und Behandlung des Pferdes. In ſeinem Vortrage zeigte der
Nedner die Wege, auf denen ſich die jetzige Jugend ſportlich betätigen
kann. An Hand von Lichtbildern beſprach der Redner den Körperbau
des Pferdes, deſſen Stellung und Haltung in verſchiedenen Gangarten
uſw. und empfahl eine gute Behandlung und Fütterung der Tiere.
Alsfeld, 23. Febr. Eine große Tagung wird am 29. und 30. Mai
die Jahreshauptverſammlung des Landjugend=
r. Hochheim a. M., 22. Febr. Der vor einigen Jahren wieder ein=
15. März ſtatt.
AAMIIIOEHIAHIOOOOA
E
Slendend uleiße Zähne
Neinen frischen Utonz
Seite 8
Donnerstag, den 24 Februar 1927
Nummer 55
Familiennachrichten
Reichsbundehem. Milltärmuſiker
Ortsgruppe Darmſtadt.
Unſer
Mitglied
langjähriges, treues
Adolf Vogel
Oberpoſtſekretär i. R.
iſt nach langem Krankenlager
verſchieden.
Wir werden ihm ein
dauern=
des Andenken bewahren.
Die Kameraden werden
er=
ſucht, ſich reſtlos an der
Don=
nerstag, den 24. d. Mts.,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem alten
Friedhof ſtattfindenden Beiſetzung
zu beteiligen.
Der Vorſtand.
A
Todes=Anzeige.
Geſtern abend verſchied nach
langem ſchweren Leiden mein
lieber Mann, unſer Bruder,
Schwager und Onkel
Peter Paus
im Alter von 55 Jahren. (3365
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Wilhelmine Paus
Wendelſtadtſtr. 44.
Die Beerdigung ſindet Freitag,
den 25. d. Mts., nachm. ½3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der
Teilnahme unſerer teueren
Ent=
ſchlafenen herzlichſien Dank.
Familie:
E. Stephany, Hake und Meiſter.
Darmſiadt, 23. Februar 1927.
(25016)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgange unſeres lieben
EEnt=
ſchlafenen
Peter Daum
ſage ich meinen herzlichen Dank.
Peter Daum Wwe.
Darmftadt, 23. Februar 1927. (e5017
Dankſagung.
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme, ſowie für die vielen
Biumenſpenden bei dem Heimgang
unſeres lieben Entſchlafenen
Joh. Wendel Leißler II.
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
innigſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Weisgerber, Traiſa
für die tröſtenden Worte, ſowie den
Männergeſa gvereinen Eintracht und
Sängerluſt Traiſa für den erhebenden
Geſang am Grabe, auch danken wir
dem Turnverein, dem Odenwaldklub,
Ortsgruppe Traiſa, dem
Männer=
geſangvererein Concordia Darmſtadt,
dem Bürgerverein Beſſungen, der
Gaſtwirtevereinigung, der
Schützen=
geſellſchaft „Tell‟ Darmſtadt, der
Kriegerkameradſchaft Germania, dem
Reichsbund der Kriegsbeſchädigten für
die Kranzniederlegung am Grabe,
ſo=
wie Allen, die dem Verſtorbenen das
letzte Geleit gaben.
(25057
Im Ramen der trauernden Hinterbliebenen:
Suſanne Leißler, geb. Roth.
Todes=
Anzeige.
Heute vormittag 8¾ Uhr entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem,
mit großer Geduld ertragenen Leiden, wohlverſehen mit den
Trö=
ſtungen unſerer hl. Kirche, meine liebe Frau, unſere liebe,
unver=
geßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwä=
gerin und Tante
Frau Maria Roſa Franz
geb. Schäfer
im 61, Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Valentin Franz, Oberrechnungsrat.
Darmſtadt, den 22. Februar 1927.
Taunusſtraße 19.
(3345
Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Februar 1927, vormittags
11 Uhr, vom Portale des Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſtraße
aus ſtatt.
Montag; den 28. Februar, vormittags 7 Uhr, Seelenamt in der
St. Eliſabethenkirche, Schloßgartenplatz,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe liebevoller Teilnahme von
Nah und Fern bei dem Heimgang unſerer lieben,
un=
vergeßlichen Entſchlafenen
Frau Marie Muth
geb. Metzger
danken wir auf dieſem Wege herzlichſt. Insbeſondere
danken wir für die vielen Kranz= und Blumenſpenden,
dem Arbeiter= Samariterbund Nieder=Beerbach für ſeine
ſofortige Hilfsbereitſchaft, der Krankenſchweſter für ihre
aufopfernde Pflege und dem Herrn Pfarrer Hofmann
für ſeine troſtreiche Grabrede.
(25088
Die trauernden Hinterbliebenen.
Hof Breitenloh b. N.=B., am 23. Februar 1927.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgange
unſe=
res lieben Entſchlafenen
Herrn Georg Spalt
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Beſonders danken wir Herrn Pfarrer
von der Au für die troſtreichen
Worte am Grabe.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Ober=Modau, den 23. Febr. 1927.
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von der Insel Cephalonia. . . .. . . .
Rombola, weißer Gebirgswein
Mont Aenos, von Cephalonia.
weißer käftiger Tischwein. . . .
des ehemaligen Königs von
Griechen-
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Ichaka, halbsüßer dunkler
Rot-
wein, mild. . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 2/7
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lonia, süßer Muskateller mit
fein., lieblicher Muskatellerblume
Moscato trocken, halbsüßer
Muskateller von Cephalonia, sehr
fein und würzig .. .... ....... 2 /4(
Moscato alt von Cephalonia,
süßer,alterMuskatellerwein, mild / 2 /60
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Insel Samos .. . . ."
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sehr gehaltvoll und kräftig, eine
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Grlechischer Wermuth. . . .
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Nichtsüße Weine:
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reintöniger Tischwein .. . . . .."
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feuriger Istrianer. .. .."
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schreiben uns täglich zahlreiche Hausfrauen, die in
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weiße Wäsche gibt und nicht angreift. Ihr neues
Fabrikat Suma steht unerreicht da in seiner Güte,
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owerden wir Ihnen koſtenlos eine 32
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ten ſtarke, mehrfarbig illuſtrierte Druckſchrift
„wege zur Kunſt”, zuſenden, die für Sie von
größtem Intereſſe ſein dürfte. Wir zeigen
da=
rin Möglichkeiten, wie man auf einfacher
Grund=
lage und ohne Aufgabe ſeines Berufes oder
Veränderung des Wohnſitzes in ſeinen
Muße=
ſtunden zu künſtleriſchen und
praktiſchenErfol=
gen gelangen kann. Wir wiſſen aus Erfahrung.
daß oft gerade da ein Talent ſchlummert, wo
es niemand ahnt. Erfolg im Zeichnen und 1
Malen aber bedeutet für Viele eine
Ver=
beſſerung ihrer Lebenslage. Zögern Sie
des-
halb nicht, wo es ſich vielleicht um die
Erreichung eines großen Zieles für Sie
handelt und ſenden Sie uns Ihre Skizze
noch heute ein! Adreſſieren Sie Jhren Bri
genau wie folgt:
Mal-u., Feiehen-Unterrieht K.n
182, Berlin W.g.
Seite 10
Donnerstag, den 24 Februar 1927
Nummer 53
Reich und Ausland.
Ein Bismarck=Gedenkzimmer
in der Reichskanzlei.
Die Verwaltung der Reichskanzlei beabſichtigt, das
einſtige „Arbeitszimmer des Altkanzlers in ein
Bismarck=Gedenkzimmer umzugeſtalten. — Unſer Bild
zeigt Bismarcks Arbeitsraum in der alten
Reichs=
kanzlei.
Hilfe in jeglicher Not.
Die Jahresarbeit des Roten Kreuzes.
7200 Zweigvereine. — 1,12 Millionen Mitglieder.
450 000 mal Hilfe geleiſtet.
WSN. Das Deutſche Rote Kreuz legt, ſoeben
ſeinen neuen Jahresbericht vor, in dem die darin
wiedergegebenen Zahlen eine nicht zu überbietende
Sprache reden. Auf 7200 Zweigvereinen in allen
Teilen des Reiches erhebt ſich der Bau des
Deut=
ſchen Roten Kreuzes. 1 125 000 Mitglieder gehören
insgeſamt dieſen Vereinen an. Auf 1000 Einwohner
kommen mithin in Deutſchland 18, die Mitglieder
der Organiſation ſind. Jedem Deutſchen, ohne
Un=
terſchied des Standes, des Berufs und der Partei, iſt
der Eintritt in die Hilfsorganiſation des Roten
Kreuzes unbenommen. Nach dem Bericht unterhält
das Rote Kreuz in Deutſchland 304 Anſtalten mit
16 000 Krankenbetten und 3563 Pflegekräften, ferner
556 Krippen, Horte uſw. mit 26 825 Plätzen und
1112 Pflegekräften. Die Zahl der Rotekreuzſchweſtern
beträgt 7211. In 2167 Sanitätskolonnen vereinigen
ſich rund 84 000 Sanitätsmänner; ſie und ihre
Ein=
richtungen ſind im Berichtsjahr 448 824mal in
An=
ſpruch genommen worden. Das Eiſenbahnunglück bei
Leiferde und die Typhusepidemie in Hannover zeigen,
welche Aufgaben hier zu bewältigen geweſen waren.
Hilfe in jeglicher Not: Krankenpflege,
Jugendwohl=
fahrtspflege, Adoptionsvermittlung, Studentenhilfe,
Rentnerhilfe, Geſundheitsfürſorge, erſte Hilfe uſw.
bildeten die Jahresarbeit des Deutſchen Roten
Kreuzes. Da Millionen Hände ſich für ſie regten, wird
der Segen für unſere Volkswohlfahrt groß geweſen
ſein, wenn auch die nüchterne Sachlichkeit des
Jah=
resberichts nicht davon ſpricht.
Fernverbindung Deutſchland—Amerika,
Deutſchland—Auſtralien.
Berlin. Zu dem Verſuch am Montag, ein
Telephongeſpräch von Frankfurt a. M. nach New
York zu führen, wird erklärt, daß die Verſtändigung
nach keiner Richtung hin befriedigt habe, ſo daß eine
Verallgemeinerung dieſes Syſtems für die deutſche
Wirtſchaft nicht in Frage komme. Es wird weiter
erklärt, es beſtehe begründete Ausſicht, daß in ein
bis zwei Jahren Deutſchland in der Lage ſein werde,
ſelbſt bei ſehr großen Entfernungen drahtlos zu
ſprechen, und daß die Koſten für dieſe Geſpräche
weſentlich unter den Gebühren liegen würden, die
jetzt für die Verbindung London—New York
aufge=
wendet werden müſſen. Verſuche, die gegenwärtig
von Berlin aus unternommen werden, haben
ausge=
zeichnete Reſultate erbracht. Es iſt durchaus zu
er=
warten, daß die Vervollkommnung der gegenwärtig
in Deutſchland angewendeten Methode der Beginn
einer neuen Aera im Fernſprechweſen ſein werde. In
Berlin hat man ſich, ebenſo wie in New York, abſolut
auf die Verwendung der Kurzwellen eingeſtellt, und
die bisherigen Ergebniſſe haben überraſchende
Reſul=
tate erbracht. Von Berlin aus werden täglich die
Bildtelegramme nach Südamerika übertragen. Das
Verfahren hat ſich in kurzer Zeit ganz ausgezeichnet,
dank der Verwendung der Kurzwellen, bewährt. Auch
die Uebermittlung nach Auſtralien hat man mit
Er=
folg verſucht. Techniſch würden dem Verſuch keine
großen Schwierigkeiten entgegenſtehen, an Stelle der
Bildübertragung akuſtiſche Telephonie zu ſetzen.
Mehrfach iſt es gelungen, eine gute Verſtändigung
mit Südamerika zu erzielen. Ueberraſchenderweiſe
ſind dieſe Geſpräche in Auſtralien gleichzeilig
aufge=
nommen worden. Nach Mitteilung der dortigen
Funkſtationen konnten die in deutſcher Sprache
ge=
führten Telephonate von den engliſchen Stationen in
ſeltener Klarheit und Reinheit verſtanden werden.
Die Verſuche werden jetzt ſtändig fortgeſetzt. Man
hofft, in ein bis zwei Jahren die Methode ſoweit
vervollkommnet zu haben, daß ſie der Allgemeinheit
zugänglich gemacht werden kann. Von der
Verwen=
dung der Kurzwellen erhofft man ferner eine ſo
weſentliche Verbilligung des drahtloſen
Telephonver=
kehrs, daß weiteſte Kreiſe aus dieſer wichtigen
Neue=
rung Nutzen ziehen können.
Selbſtmord auf den Schienen.
Altona. Der am 21. Februar flüchtig gewor
dene Vollziehungsbeamte Simon, der bei de
Ortskrankenkaſſe 9000 Reichsmark einkaſſierte
Geld=
veruntreut, hatte, ließ ſich geſtern früh v.
einem Vorortzug überfahren.
Die modernſte Lungenheilſtätte Europas.
Ein Werk des Auslandsdeutſchtums.
Blick auf die herrlich gelegene Heilſtätte.
In Neu=Schmecks, einem 1200 Meter hoch gelegenen Kurort des Tatragebirges, iſt mit deutſchem
Kapital eine Lungenheilſtätte errichtet worden, die zu den modernſten Heilanſtalten für
Tuber=
kulöſe in Europa gehört. Das Deutſchtum in der Tſchechoſlowakei, das mit der Entſtehung und
Entwicklung der weltberühmten Bäder und Kurorte dieſes Landes aufs engſte verknüpft iſt, hat
hier wieder ein Werk errichtet, das von Schaffenskraft und hohem ärztlichen Verſtändnis zeugt.
Der Leiter der Heilſtätte iſt der berühmte Lungenſpezialiſt Dr. Sonntag, der in weiten Kreiſen
einen hervorragenden Ruf beſitzt. Die Heilſtätte iſt vor kurzem von einer Gruppe reichsdeutſcher
Aerzte ſtudienhalber beſucht worden.
Ein modernes Aſtlheim.
Außenanſicht des neuen Aſylheims in Dresden.
Das neue Heim der Dresdner Aſyliſten mutet wie ein Palaſt an; es iſt nach modernen
archi=
tektoniſchen Grundſätzen erbaut und behaglich=zweckdienlich eingerichtet. Beſondere Fürſorge iſt
im Dresdner Aſylheim für die Jugendlichen getroffen worden, die außer Unterkunft und Eſſen
auch Beſchäftigung erhalten, bis ihnen eine Stellung nachgewieſen wird.
Filmſzenen in der Oper.
Kurt Weills neue Oper „Royal Palace”, der moderne Muſik=Sketch.
Filmaufnahme zu der Oper Royal Palace” im Berliner Flughafen.
In der neuen Oper des modernen Komponiſten Kurt Weill iſt dem Film eine beſondere Rolle
zugedacht. Das Muſikdrama, das ſich „Royal Palace” betitelt, beſteht aus 38
Bühnenverwand=
lungen, von denen mehrere als Filmſzenen vor den Augen der Zuſchauer abrollen werden. Die
Aufnahmen zu dem filmiſchen Teil der Oper fanden im Berliner Flughafen unter Leitung des
Regiſſeurs Dr. Ludwig Hörth ſtatt. Einen Multimillionär ſpielt Leo Schützendorf, ſeine Gattin
Delia Reinhardt.
Ein Mord=Prozeß.
Karlsruhe. Vor dem Schwurgericht begann
am Dienstag vormittag der auf drei Tage
berech=
nete Mordprozeß gegen den 45 Jahre alten Händler
Wendelin Wagner aus Stettfeld. (Amt Bruchſal),
der beſchuldigt iſt, am 4. Juli 1925 den Hilfsmonteur
Ludwig Thome aus Bruchſal unter falſchen
Vor=
ſpiegelungen zu einer nächtlichen Fahrt nach
Phi=
lippsburg veranlaßt und auf dem Wege dahin
zwi=
ſchen Hambrücken und Wieſental durch einen
Revolverſchuß in die rechte Schläfe vorſätzlich und
mit Ueberlegung getötet zu haben. Die
Ver=
nehmung des Angeklagten nahm ſechs Stunden in
Anſpruch. Er gab über den Tod des Thome die
Darſtellung, daß Thome ſelbſt die Waffe an ſeine
Schläfe geſetzt habe. Er habe Thome den Revolver
aus der Hand geſchlagen, dabei ſeien aber zwei
Schüſſe gefallen, die Thomes Tod herbeigeführt
hätten. Die Leiche habe Wagner ſpäter an den
Bachrand gelegt, von wo ſie in den Bach gefallen ſei.
Die Verhandlung wurde ſchließlich vertagt.
Zu de Pinedos Ozeanflug.
EP. Rom. Die Nachricht von dem Gelingen
des Transozeanfluges de Pinedos wird in ganz
Italien mit Jubelkundgebungen gefeiert.
Extra=
blätter verbreiteten am Dienstag abend bereits die
verfrühte Meldung von ſeiner Landung an der
braſi=
lianiſchen Küſte. Ein Luftſchiff und ein
Bombar=
dierungsgeſchwader kreuzten Dienstag abend
trium=
phierend über der Hauptſtadt und warfen Zettel mit
der Nachricht ab. Anläßlich der Wiedereröffnung
der Kammer iſt bereits eine Sympathiekundgebung
für Muſſolini, als den Anreger dieſes
Unterneh=
mens, angekündigt. — Zu der unverhofften Umkehr
nach der Inſel Fernando ſchreibt der „Popolo
d’Italia”, dieſer Zwiſchenfall ſei für Italien
bedauer=
lich, da Italien de Pinedo ſiegreich von der Alten
zur Neuen Welt fliegen ſehen wollte, „Immerhin
tröſtet uns der Gedanke, daß der wundervolle
italie=
niſche Flieger, allen Gefahren ſpottend, ſeine ganze
Willenskraft und Zähigkeit aufgeboten hat, um ſein
Ziel zu erreichen. Der Ozean iſt überwältigt worden.”
Internationale Preſſe=Ausſiellig
Köln 1928.
Der Plan der Internationalen Preſſeausſtell,
Köln 1928 hat in überraſchend kurzer Zeit im
und Auslande lebhaften, zum Teil begeiſterten W8)
hall gefunden. Schon jetzt liegt eine große
Am=
von Anmeldungen für alle Gruppen der Ausſtes.
vor. Beſonderes Intereſſe macht ſich auch bei
mit dem Preſſeweſen und dem Druckgewerbe zu)
menhängenden Gewerbezweigen geltend. Zuſch
aus dem Ausland zeigen, daß man dieſer
nationalen Schau, von der man ſich
wertvolle=
regungen für die Verbeſſerung der techniſchen.
fahren und Mittel des Druckgewerbes im
meinen, wie vor allem auch der Druckmaſchinens!
verſpricht, mit großen Erwartungen entgegemü
Beſonders bemerkenswert iſt auch der Nachhal.
die Preſſa bereits in der ausländiſchen Preſſe
den hat. Nicht nur die großen Zeitungen
europäiſchen Länder, ſondern auch der wickrie
Ueberſeeſtaaten widmen der Internationalen Ar/
ausſtellung Köln 1928 lange Artikel, in dengr
Gedanke der Ausſtellung begrüßt und auf dies
tiſche, kulturelle und wirtſchaftliche Bedeutur
Preſfa hingewieſen wird.
Zu milde Strafe für einen Wurſtfabrika m
* Leipzig. Der Fleiſchermeiſter Fue)
Guſtav Rudloff, der in Leipzig eine große
fabrit betreibt und in der Stadt fünf Ladeng=eſch
unterhält, iſt am Dienstag vom Schöffengericht-
Lebensmittelfälſchung zu acht Monatem
fängnis, drei Jahren Ehrverluſt und 1800
Geldſtrafe verurteilt worden. Im Sommer win
Jahres war auf Veranlaſſung des Verume
Wurſtverkauft worden, die bereits in 7ä
nis übergegangen war. Auch iſt wierleu
verdorbenes Fleiſch als Zuſatz für. f
Wurſt verwendet worden, ſogar ſo oft und in
Umfang, daß die Angeſtellten Rudloffs ſelbſt E
Material ins Feuer warfen und nicht mehr En
ſteten. Die Rudloffſchen Geſchäfte gehören
beſtfrequentierten in ganz Leipzig. Das Ger
die Veröffentlichung des Urteils in
Leipziger Zeitungen angeordnet, un.
unbegreiflich, daß ein ſolches Geſchäft nicht n
Augenblick geſchloſſen wurde, in dem die Qed
Kenntnis von den Verfehlungen erhielt, zumcl )
loff des gleichen Vergehens wegen
derholt vorbeſtraft war.
Die Kaiſerburg als Kartoffelkeller.
* Eger. Eines der Wahrzeichen von C
das hiſtoriſche Gebäude der Kaiſerpfalz, das n
Zeuge ruhmvoller deutſcher Vergangenheit Jcu
derte überdauert hat. Um ſo mehr muß es V5e
nehmen, daß die Stadtgemeinde ſelbſt den Hür
digen Boden hiſtoriſcher Vergangenheit zu ch
proſaiſchen Zwecken verwendet. In den Kaſxie
der Burg ſind nämlich ſchon ſeit länger r3
Kartoffeln eingelagert, die die Stadt zeim
an ſich begrüßenswerten Zweck der Preisregukanſit
an die Bevölkerung verkauft. Unlängſt eiln
Stabskapitän mit ſeinen Soldaten einen Blrgl*
ausflug auf die Kaiſerburg gemacht, um ven
Untergebenen Egers größte Sehenswürdigl;
zeigen. Er fand in den Kaſematten verſyent
Türen, und ſchlug die Hände über dem Kon
ſammen, als er hörte, daß man die Burg des Hien
Barbaroſſa als Kartoffelkeller benutzt.
Die Hintergründe des
Studefein=
ſtreiks in Kairo.
lichen Bevölkerung beſitzen. Ihr Angriff P"ic
bei der nächſten Gelegenheit, die die Entwi:g ber
politiſchen Verhältniſſe bieten wird, wieder lee
Aun=
der aus ihm hervorgehende Kampf wird tazchleil
lich weniger friedlich und ſchnell zu Ende Fe 2Acs
der Studentenſtreik von Al Azhar, der nu.* "
Vorpoſtengefecht zu betrachten iſt.
Schneeverwehungen in Lappland.
Stockholm. Seit Sonntag tobt im nach en
Lappland ein ſchwerer Schneeſturm, ſo ſdrr
Verkehr faſt lahmgelegt iſt. Ein Erzzug, de den
Schneemaſſen ſtecken geblieben war, konnte zunaſch
mehrſtündiger Arbeit freigemacht werden. Dyhüge
kommen trotz der Verminderung der Wagen a.mur
langſam vorwärts. Die Tempergtur iſt auf 2—Eold
Kälte geſunken.
en
EP. Der Streik der Studenten an der Phar=
Univerſität in Kairo hat nach ungefähr dr wicſer
Dauer mit der Wiederaufnahme des Studiu nyu rch
die Streikenden geendet. Damit iſt eine der malen
jener Kreiſe, die der islamiſchen Orthodog a
ge=
ſtehen, auf das Parlament abgeſchlagen wor g Maus
der ganzen Entſtehungsgeſchichte der
Auftsphe=
wegung, die zeitweilig nicht nur die StuZaiſven
der Hochſchule in Kairo, ſondern auch die ZwuFellen
im Lande, insgeſamt 4000 Studenten, umfaz gehl
hervor, daß ſachliche Gründe bei ihrem 15pmch
keine große Rolle geſpielt haben. Es beſtelezbvaf
ſeit einiger Zeit zwiſchen dem Unterrichtsmi kſun
und der Al=Azhar=Univerſität Differenzen. ſw oh
Lehrer wie Studierende beklagen ſich i eſtſieſt
mütterliche Behandlung gegenüber den nennen
Univerſitäten und Schulen. Ferner ſind + den
Ulemas und Scheichs des Lehrkörpers ſei ngſem
Beſchwerden über die unzureichenden Mitte /0 ben
worden, die für die Ausbildung von Theol Fesin
denten von der Regierung bereitgeſtellt wo Wnd.
Das Lehrerkollegium hat daher auch in der ſtwſeie
bewegung eine führende Nolle geſpielt. Aüt Gug
dieſes Motiv war für den plötzlichen Ausbaueſines
offenen Kampfes gegen das Kabinett und //PSar
lament nicht ausreichend, da die Regierung /4.PSar
lament einen Entwurf für eine weſentliche ( hRung
des Budgets der Al=Azhar=Univerſität vorgl” ſho.
Die Motive der Bewegung ſind vielme ruusEge
ſprochen politiſcher Art geweſen. Die par
geßnic=
riſchen Elemente haben angeſichts der 9e,i
denen ſich das vom Parlament geſtützte Kabn 1A09
Paſcha befindet, den Zeitpunkt für günſtig eaFſten
durch den Streik eine Generaloffenſive eiueſſiten,
um innerpolitiſche Schwierigkeiten größerem Uſcunge
zu ſchaffen. Lediglich der geringe Anklang n.: Me
Bewegung im Lande gefunden hat, hat Zuiſſolge
gehabt, daß der Streik ſo ſchnell abgeblaſetwerden
iſt. Sein Abbruch bedeutet aber keineswegs/ eng
gültige Aufgabe des Kampfes um die 2.4Nvol
ſeiten jener Elemente, die ſich um die ianohle
Orthodoxie gruppieren und die Freunde w And
am Hofe, ſondern auch in weiten Kreiſen 9lenng=
Mummer 55
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Geite 14
Die „Eiſernen Tore‟
Eine geographiſch=geſchichtliche Betrachtung.
In den Geographieſtunden der Schulzeit haben wohl alle
ſeint, daß die Felſenenge der Donau unterhalb Orſova das
ierne Tor” heißt.
DDie Geographie oder Erdkunde kennt aber nicht nur dieſes
zerne Tor” ſondern noch mehrere andere „Eiſerne Tore‟
Hogeſehen von dem 831 Meter hohen Berge „Eiſernes Tor”
Speſtlich der Kurſtadt Baden, etwa 20 Kilometer ſüdlich der
„Kgiſerſtadt Wien liegt, und von deſſen Ausſichtsturm ſich
m=Auge eine große Fernſicht bietet, gibt es drei „Eiſerne Tore”,
inen Engpaß, ein ſogenanntes „Tor” bilden; dieſe ſind: der
Ufenpaß „Eiſernes Tor” im Kaukaſus bei Derbent am
Kas=
ſcten Meer, das „Eiſerne Tor”, auch „Eiſerner Tor=Paß”
ge=
ſrt, im Siebenbürgiſchen Erzgebirge und das anfangs
er=
hrate „Eiſerne Tor”, die Felſenenge der Donau.
In alten Zeiten führten nur zwei Wege von Rußland über
Kaukaſus nach Transkaukaſien: ein Weg, der entlang des
aien engen Tales des Terek bei Dorjalskoje, öſtlich des über
hauſend Meter hohen Berges Kasbek mitien über den
Gebirgs=
umi des Kaukaſus führte, und ein Weg längs der Küſte des
ewiſchen Meeres, der bei der Stadt Derbent durch das
ierne Tor” führte. Hier, d. h. an dem „Eiſernen Tor” bei
rieent, begann die „Kaukaſiſche Mauer”, die wahrſcheinlich bis
n Schwarzen Meere gebaut war; ihre beträchtlichen Ueberreſte
heute noch ſichtbar. Dieſe „Kaukaſiſche Mauer” war eine
ffſtigungslinie ähnlich der bekannten „Chineſiſchen Mauer”
twſchied ſich von ihr jedoch dadurch, daß ſie nicht wie die
b neſiſche Mauer” ununterbrochen über Berge und Täler
„ue, ſondern nur die Täler und die ſich im Laufe der Zeit
nählich bildenden Päſſe ſperrte. Dieſe „Kaukaſiſche Mauer”
ur zu dem Zwecke angelegt, die fruchtbaren Flußniederungen
o Landſtrecken ſüdlich des Kaukaſus vor den Einfällen der
FFrilich dieſes Hochgebirges wohnenden Nomaden zu ſchützen.
Der Kaukaſus bzw. Kaukaſien ſpielte im Altertum eine
zvere Rolle als jetzt. Die Sage führte die Argonauten zu
hff nach Kolchis am Kaukaſus, um das goldene Vlies zu
Ur3. Schon im 7. Jahrhundert v. Chriſti legten die Griechen
uver Schwarzen Meer=Küſte Kaukaſiens Kolonien an; ein Teil
58 Kaukaſus gehörte zum Reiche Alexanders des Großen.
menier, Römer, Perſer, Mongolen, Tataren und endlich die
zuſten waren die Beſitzer Kaukaſiens. Da dieſe Beſitzwechſel,
ezum Teil auch durch die Völkerwanderung mit veranlaßt
uwen, nicht ohne Kämpfe und Kriege vor ſich gingen, ſo iſt
iwälich, welche überaus große Bedeutung die wenigen
Eng=
ſie des Kaukaſus=Hochgebirges und mithin auch beſonders das
ſerne Tor” am Oſtende der „Kaukaſiſchen Mauer” hatten.
AAber auch noch in der Jetztzeit kommt dieſem „Eiſernen
grioffelleln o” des Kaukaſus eine hohe Bedeutung zu: führt doch der ein=
Schienenſtrang zwiſchen Schwarzem Meer und Kaspiſchem
r, der den Verkehr des europäiſchen Rußland mit Aſien
be=
erpfe
teisſtelligt, der alſo das Kamm= und Kettengebirge des Großen
ſakkaſus überwindet, durch das „Eiſerne Tor” bei Derbent am
ehr
axpiſchen Meer.
Für uns Deuiſche hat wohl aber das „Eiſerne Tor”, auch der
Eü erne Tor=Paß” genannt, größeres Intereſſe, das ſich in einer
öge von 656 Metern im Siebenbürgiſchen Erzgebirge befindet.
e den Römern hieß dieſer Paß Pons Augusti, im Mittelalter
ſude er Porta Vaczil genannt. Dieſer „Eiſerne Tor=Paß” war
elten Zeiten wirklich durch ein Eiſernes Tor geſchloſſen.
Dieſer „Eiſerne Tor=Paß” vermittelt den Abſtieg in das
beratal und damit in die Ungariſche Tiefebene. Es iſt daher
„Wunder, daß dieſer „Eiſerne Tor=Paß” ganz beſonders in
. Zeit der Einbrüche der Türken, die zu vergeblichen
Belage=
ſuggen von Wien geführt haben, eine große, wichtige Rolle
ge=
ſillt hat, beſonders auch in den Zeiten der höchſten
Machtent=
otbelung des Türkiſchen Reiches unter Sultan Soliman II.,
r Großen, als zeitweilig Siebenbürgen und auch die Hälfte
ſia. Ungarn dem Türkiſchen Reiche einverleibt waren.
n2.
Auch im Weltkriege war dieſer „Eiſerne Tor=Paß”,
beſon=
ſs während des ſiegreichen Feldzuges gegen Rumänien, von
MSeutung für die deutſchen und öfterreichiſch=ungariſchen Heere.
Faſt genau 90 Kilometer ſudlich des „Eiſernen Tor=Paſſes”
ötländet ſich unterhalb Orſova die Donau=Felſenenge, die als
häſernes Tor” allbekannt iſt. Die Felsbank Prigrada
durch=
greit hier ſchräg den Donauſtrom, der eine Breite von 670 bis
1130 Meter hat, in einer Länge von 3 Kilometern in ſchräger
9 chung. Dieſe Felsbank Prigrada bildet ein ungeheueres,
Nachſtgefährliches Hindernis für die Schiffahrt. Bei niedrigem
R Aaſſerſtand ragen die Klippen der Felsbank bis zu 5 Metern
ſoS dem Waſſer. Dieſes „Eiſerne Tor” bildet den Abſchluß einer
(10 Kilometer langen, großartigen Felſenenge, die „Kliſſura”
an der M2P Aucannt, welche bei Bazias beginnt und bei Kladovo unterhalb
jahr umtFMS „Eiſernen Tores” endet. Die Gebirge engen den breiten
zussMAhenauſtrom an vielen Stellen ſehr ein, an einer Stelle bis auf
eine WM 93 Meter. An vielen Stellen befinden ſich Felſenriffe im Strome,
eiſohe!l 9 2h im Verein mit Stromſchnellen, auch die Waſſertiefe der
uhnb Zmenan ſehr ſchwanken läßt; ſo kommt es, daß der Tiefgang der
Muge Zwnau in der „Kliſſura” Veränderungen zwiſchen 50 Metern
Mo 2 Metern unterliegt. Nächſt dem „Eiſernen Tor” unterhalb
M.: Orſova iſt der „Kazanpaß” oberhalb Orſovas die gefährlichſte
Salle in der langen „Donau=Felsenge Kliſſura”
N Die Geſchichte weiß zu berichten, daß am rechten Donauufer
H9 berühmte Trajanſtraße und die römiſchen Spuren eines
3ſkilometer langen Schifskanals im eigentlichen „Eiſernen Tor”
geechwon Zeugnis ablegen, daß ſchon die Römer Verſuche gemacht
nyoben, den Verkehr durch den langen Kliſſura=Engpaß zu Lande
e nunkd zu Waſſer zu ermöglichen. Aber erſt in neuerer Zeit, ſeit
ſ0 we önn zweiten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts, veranlaßte
ugarn eingehende Studien für die Regulierung der unteren
Uthenau und ließ Sprengungen von Felfen ausführen; auch ließ
Hoſh lusgarn in den Jahren 1234—37 am linken Donauufer die
Vehechenhiſtraße bauen. Aber erſt auf Grund des „Berliner
UShengreſſes” führte Ungarn die eigentliche Regulierung der
gan=
cn 120 Kilometer langen Felſenenge aus, regelte nach Möglich=
Abtt die Stromgeſchwindigkeit im Bereiche der Stromſchnellen
Nard berſuchte gleichzeitig, die Waſſertiefe derart zu regeln, daß
Nach bei niedrigem Waſſerſtande die für die Schiffahrt nötige
Nchrtiefe möglichſt erreicht wurde. Zu dieſem Zwecke wurden
Mcher großem Koſtenaufwande im Donauſtrombett mehrere
iugte gebaut und Staudämme errichtet. Durch dieſe Regulie=
WSarbeiten wurde erreicht, daß die Zahl der Tage, an denen
* Sonau in dem langen Felſenengpaß der „Kliſſura mit dem
eichernen Tor” unfahrbar war, ſich immer mehr verringerte.
Sie territorialen Veränderungen als Folgeerſcheinung des
Veltriegs machen eine Neuregelung der ſeit dem Jahr 1857 be=
Rnden „Donauſchiffahrtsakte”, welche die Freiheit der Schiff=
Mr auf der Donau gewährleiſtet und ſtrompolizeiliche
Vor=
nrmen enthält, notwendig. Zu dieſem Zwecke tagt zur Zeit in
M om eine Konferenz, bei der die Frage des „Eiſernen Tores”
fiune beſondere Rolle ſpielt.
Aic die Neuzeit und die neueſte Zeit haben der Bedeutung
Ner nEiſernen Tore” im Kaukaſus, im Siebenbürgiſchen Erz=
RMige und an der berühmten Donaufelſenenge keinen Abbruch
dun können.
Ei.
Wetterbericht.
Scttervorherſage für Freitag, den 25. Februar 1927.
(Nach der Wett=rlage vom 23. Februar 1924.)
Kder Temperaturfall, meiſt wolkig und vorwiegend trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Spor, SOpiel und Tarnen.
Lübeck
schneidemühl
Dort
Imend
Berlin
Aate.
uescehns 5.
Gannt2
S-5 L
Holle
esden Göflſte Bresken?
nitz.
ſckau
Bht
Kurt ?
Boyreunh
Son rntn Gntete
nnheim.
Würnßerg
Rundfohrt-
Korlsruhg
Etoppen.
Mratrg
Stuttgert
Die Nummern bedeuten
Nanchlt
die Reihenfdlge den
Augsburg hünchen einzelnen Eteppen.
Rad=Rundfahrt
durch Deutſchland.
Ein Wettbewerb über 3700 Kilometer.
Karte der Strecke und Etappen.
Der Bund Deutſcher Radfahrer veranſtaltet im
Jahre 1927 eine Rundfahrt durch Deutſchland und
kommt damit dem Wunſche zahlreicher Radſportler
entgegen. Die Rundfahrt beginnt am 3. April und
führt durch Schleſien, Sachſen, Bayern,
Württem=
berg, Baden, Heſſen, Weſtfalen, Norddeutſchland,
Schleswig=Holſtein, Provinz Sachſen nach
Süd=
deutſchland und endet am 9. Oktober in Frankfurt
am Main. Die Rundfahrt umfaßt eine Strecke von
3687,4 Kilometern und hat einen Etappendurchſchnitt
von 245 Kilometern. Die Rundfahrt wird für Klaſſe
4 und B der Amateure gefahren. Für jede Etappe
werden für die Gruppe 4 10 Preiſe, für die
Gruppe B 15 Preiſe gegeben.
Kraftſport.
Gaumannſchaftsringen der B=Klaſſe (Rückrunde)
Athletik=Sportverein 95 — Polizei=Sportverein.
Am Donnerstag abend 8½ Uhr läuft der Rückkampf mit der
beſt=
bekannten Polizeimannſchaft vom Stapel. Er findet in der Turn= und
Sporthalle der Schutzpolizei (Eſchollbrücker Straße) ſtatt. Nachdem der
Vorkampf von der Mannſchaft des Ath. Sp.V. 95 mit 8:6 gewonnen
wurde, wird die Polizeimannſchaft unter allen Umſtänden verſuchen, den
Rückkampf zu gewinnen. Um ſo mehr werden die 95er auf der Hut ſein,
denn ſür ſie bedeutet der Kampf die Vorentſcheidung zur
Gaumeiſter=
ſchaft. Aus dieſen Gründen iſt es jedem Sportsmann zu empfehlen, den
Kampf zu beſuchen, da auf alle Fälle ſehr guter Sport geboten wird
und der Eintrittspreis ſehr gering iſt.
Fußball.
Vor den Aufſtiegsſpielen.
Im Rheinbezirk.
Bei den Kreisliga=Verbandsſpielen der Saiſon 1926/27 konnten ſich
im Rheinbezirk die folgenden Vereine den Meiſtertitel holen:
Mann=
heimer FC. 08 (Unterbaden), S.Vg. Arheilgen (Odenwald), Germania
Friedrichsfeld (Neckar), Pfalz Ludwigshafen (Vorderpfalz), V.f.R.
Pir=
maſens (Hinterpfalz). Von dieſen fünf Kreismeiſtern holte ſich der V.f. R.
Pirmaſens den Meiſtertitel mit großem Vorſprung und denſelben
un=
geſchlagen. Mannheim 08 und Pfalz Ludwigshafen, die je bereits
ein=
mal der Bezirksliga angehörten, galten von Anfang an als
Meiſter=
ſchaftsfavoriten, kamen aber ohne einigen unerwarteten Punktverluſt in
der 2. Runde nicht davon. Anheilgen machte das Rennen als
Außen=
ſeiter. Friedrichsfeld konnte dank völligen Verſagens des nach der
1. Runde mit großem Vorſprung führenden F.V. Weinheim noch mit
dieſem totes Rennen machen und das Entſcheidungsſpiel 9:0 gewinnen.
Die Aufſtiegsſpiele zur Bezirksliga ſollen am 6. März beginnen. Von
den fünf Anwärtern darf man den Odenwaldmeiſter Arheilgen wohl als
ſchwächſten bezeichnen. Ob der Neckarkreismeiſter eine Rolle ſpielen wird,
bleibt abzuwarten. Jedenfalls hat Friedrichsfeld in den letzten
Ver=
bandsſpielen eine Reihe ſenſationell hoher Reſultate aufgeſtellt und
ver=
dient als unberechenbarer Außenſeiter Beachtung. Pirmaſens war
be=
reits 1925 einmal Meiſter ſeines Kreiſes, konnte ſich aber, demals nicht
durchſetzen; heute iſt die Mannſchaft ſcheinbar jedoch ſtärker. Die beſten
Ausſichten muß man ohne Zweiſel Mannheim 08 und Pfalz
Ludwigs=
hafen einräumen. Sie dürften nach hartem Ningen mit dem V.f.N.
Pirmaſens und dem Außenſeiter Friedrichsfeld die beiden erſten Plätze
belegen.
Bezirk Rheinhefſen/Saar.
Von den vier Kreismeiſtern können erſt zwei genannt werden: S.V.
05 Trier (Saar/Moſel) und Sportfreunde Saarbrüchen (Saar/Blies).
Im Rhein=Nahekreis kommen Sp.Vg. Mombach 03 und F. C. Kreuznach
02, die beide noch eine Reihe von Spielen, auszutragen haben, in Frage,
Im Rhein=Mainkreis beendeten Germania Wiesbaden und Olympia
Worms die Verbandsſpiele, mit gleicher Punktzahl, ſo daß noch ein
Ent=
ſcheidungsſpiel norwendig iſt. Auf Grund dieſer Verhältniſſe iſt es
aus=
geſchloſſen, daß die Aufſtiegsſpiele vor Mitte oder gar Ende März
be=
ginnen können. Die beſten Aufſtiegschancen hat vor allen anderen der
S. V. 05 Trier, der früher lange Jahre der Bezirksliga angehörte. Die
Trierer verloren in den diesjährigen Verbandsſpielen nur ein Treffen.
Ihr Torverhältnis war 114:21! Die Mannſchaft beſitzt vor allem einen
vorzüglichen Sturm, in dem Adams, ein bemerkenswerter Führer iſt.
Nach Trier muß Germania Wiesbaden genannt werden, eine
Mann=
ſchaft, die ebenfalls ſchon erſtklaſſig war. Die Sportfreunde Saarbrücken
beſitzen eine Mannſchaft, die techniſch zwar recht gut, aber zu jung und
zu wenig durchſchlagskräftig iſt. Sie dürfte wohl zuſammen mit dem
Vertreter des Rhein=Nahekreifes die beiden letzten Plätze beſetzen.
F.V. Hofheim 1. — F.C. 07 Bensheim 1. 12:1 (2:1).
F.V. Hofheim 2. — F.C. 07. Bensheim 2. 8:0.
Mit dieſem Bombenreſultat ſchickte der F.V. Hofheim den
Tabellen=
zweiten und „Meiſterſchaftsfavoriten” des Gaues Ried nach Hauſe. Die
ohe Niederlage iſt durchaus gerechtfertigt, da Hofheim ſeinem Gegner
beſonders in der 2. Halbzeit techniſch weit überlegen war. In der
1. Spielhälfte ſtrengten ſich beide Mannſchaften mächtig an, um zu einem
Erfolg zu kommen, wobei beſonders Bensheim durch reichlich maſſives
Spiel auffiel. Trotzdem gelang es Hofheim, durch ſchönen Schuß in
Füh=
rung zu gehen, und Bensheim ließ kurze Zeit darauf den Ausgleich
fol=
gen. Hofheim vermag jedoch durch beſſere Stürmerleiſtungen das
Re=
ſultat auf 2:1 zu ſtellen. Nach der Pauſe ging Hofheim zur
General=
offenſive über, und zwei weitere ſchön geſchoſſene Tore waren das
Er=
gebnis; Bensheims Mannſchaft iſt durch die Erfolge des Gegners derart
deprimiert, daß ſie ſich zu keiner geſchloſſenen Leiſtung mehr aufraffen
kann und ſich willenlos in ihr Schickſal ergibt. Torwächter und
Vertei=
diger wechſeln die Plätze, ohne dem Schiedsrichter zu melden; die dadurch
entſtandenen Handelfmeter wurden vom Schiedsrichter zu recht gegeben.
Dasſelbe Schauſpiel wiederholte ſich, als der Torwächter mit dem
Mittel=
läufer Bensheims wechſelte. Hofheim hatte nun leichtes Spiel, da ihm
von ſeiten ſeines Gegners faſt keinerlei Widerſtand mehr entgegengeſetzt
wurde, und die Torzahl erhöhte ſich in kurzen Abſtnden auf 12. Hofheim
iſt auf eigenem Platz ein gefürchteter Gegner, dem dort ſchwer Punkte
zu entreißen ſind. Die Mannſchaft ſpielte techniſch gut und verſtand die
Torchancen auszunützen. Bensheim ſtand in der 1. Hälfte ſeinem Gegner
nicht viel nach, wie das Halbzeitreſultat 2:1 zeigt, doch nachher kam der
katgſtrophale Zuſammenbruch.
Schießſport.
Südweſtdeutſcher Sportverband für Kleinkaliberſchießen, Bezirk 1
(Main=Neckar).
Gau Neunkircher Höhe.
Am 19. Februar 1927 hielt der Gau Neunkircher Höhe ſeine
dies=
jährige Gauverſammlung ab, die ſehr gut beſucht war. Der anweſende
Bezirksleiter, Kamerad Wagner aus Darmſtadt, erläuterte Zweck und
Ziel der Kleinkaliberbewegung und erſtattete den Bericht über das Jahr
1926, welches dem Bezirk 1 einen Zuwachs von 35 neuen Vereinen
ge=
bracht hat. Ferner wurde das Arbeitsprogramm für das Jahr 1927
ſo=
wie die reichhaltige Reihenfolge der ſtattfindenden Schießen beſprochen.
Der Bezirk 1 des im Reichsverband und in der Reichsgemeinſchaft für
Kleinkaliberſchießen befindlichen Südweſtdeutſchen Sportverbandes beſteht
nunmehr aus über 100 vorwiegend heſſiſchen Kleinkaliber=Sportvereinen)
eine erfreuliche Tatſache für alle diejenigen, welche in der geſunden
Ent=
wicklung der Sportbewegung überhaupt Anzeichen und Gewähr eines
Aufftiegs unſeres Volkes erkennen. Der Gauleiter, Kamerad Pfeifer,
Laudenau, ſchloß die Verſammlung mit der Aufforderung an alle
Gau=
vereine, den Verband auch weiterhin durch tatkräftige Mitarbeit in
ſei=
nem idealen, vaterländiſchen Streben zu unterſtützen.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 24. Februar. 1.30: Uebertr. von Kaſſel. Konzert.
Ouv. „Der König hat’s geſagt”, — Coppelia=Suite. — Sylvia=
Suite. — La Source. O 3.30: Lehrer Fr. Voigt: „In der Prärie
von Jacinto verirrt” — Für Kinder vom 12. Jahre ab. O 4.30;
Neue Operettenmuſik. O 5.45: Aus „Die Kultur der Renaiſſance in
Italien” von Jac. Burckhardt. O 6.15: Uebertr. von Kaſſel.
Stadtmedizinalrat Keding: „Arbeitsloſigkeit und Volksgeſundheit.”
O 6.45: Vortragszyklus des Biſchöfl. Kommiſſariats: „Feſſeln der
Pflicht und Religion der Liebe‟ O 7.15: Italieniſch. O 8.15:
Ruſſiſche Lieder. Ausf.: Nicolaus Naumow=Fleiſchmann, Herm.
J. Fleiſchmann. O. 9.15: Uebertr. von Kaſſel: Heiterer Abend.
„Aus der Faſchingszeit”. Guſtav Jacoby, rheiniſcher
Vortrags=
künſtler. Anſchl.: Tanzmuſik.
Siuttgart.
Donnerstag, 24. Febr. 1.10: Konzert. O 3.50: Hilde
Zimmermann: Ueber neuzeitliche Haushaltführung. O 4.15: Konzert.
Fall: Dollarprinzeſſin. Walzer aus Brüderlein fein. — Kreisler:
Liebesfreud, Liebesleid, Schön Rosmarin. — Fall: Aus Der fidele
Bauer und Die geſchiedene Frau. — Kreisler: Caprice Viennois.
— Fall: Aus Roſe von Stambul. — Einl.: Hedwig Mader=
Schrempf. O 6.15: Prof. Verweyen: Güte. O 6.45: Aerztevortrag:
Der Kampf gegen die Infektionskrankheiten. O 7.15: Schach. O 7.45:
Rolf Formis: Empfangsſchaltungen. O 8.30: Uebertr. aus Leipzig:
„Leonore” von Beethoven. Die Beſetzung wird bekanntgegeben.
Berlin.
Donnerstag, 24. Febr. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt!
O 4: Dr. Kaßner: Das Kind als Faktor der Volkswirtſchaft,
O 4.30: Heiteres. Auburtin: Die Fahrt durch die Lorbeerwälder.
— Schmitz: Der Einbruch. — Eſcher: Emma, die Kröte. — Thomas:
Das Sitzekiſſen (Erwin Eckersberg, Rezit.). O. 5: Kapelle Gebr.
Steiner. Smetana: Marſch aus Die verkaufte Braut. — Strauß:
Thermen. — Saint=Saens: Fant. Samſon und Dalila. —
Bocche=
rinf: Menuett. — Potp. Dreimäderlhaus. — Ganne: Ertaſe. —
Rollins: Blaue Nacht. O 6.20: Oberreg.=Rat Dr. Nicolaus:
Entwicklungsgeſchichte des Bilddrucks. G 6.50: Dr. Jacobſohn:
Elektrizität als Heilmittel. O 7.15: Spaniſch. O 7.45: Dr. Zarek:
Denker der Gegenwart. „Oswald Spengler”. O 8.15: Dr. Leop.
Schmidt ſpricht über Beethoven. O 8.30: Dem Gedenken Beethovens
(1770—1827). Dir.: Gen.=Muſ.=Dir. Erich Kleiber. Ouv Leonore
Nr. 2, C=dur. Fant. C=moll op. 80 (Funk=Chor). Sinf. Nr. 7,
A=dur, op. 92. O 10.30: Tanzmuſik (Kapelle Kermbach).
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 24. Febr. 2.30: Von allerlei
Zufällen und Unannehmlichkeiten in der Wirtſchaft. O 3.30: Dr.
Wienert: Die akademiſchen Berufe, Studium und Ausſichten. O 4:
Prof. Dr. Gins: Förderungen der öffentlichen Geſundheitspflege
und die SXile. O 4.30: Aus dem Zentralinſtitut. O 5: Maria
Lieſchke, Kantor Geilsdorf: Das auslandsdeutſche Lied. Einf.:
Dr. Paul Rohrbach. O 5.30: Geh. Konſ.=Rat Prof. Dr. Seeberg:
Der heilige Auguſtin und wir. O 6: Prof. Dr. Baur: Neue Wege
und Ziele der Pflanzenzüchtung. O 6.30: G. v. Eyſeren, C. M.*
Alfieri: Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 6.55: Dr. Kayſer: Spinoza.”
7.20: Dr. Birkenfeld lieſt aus eigenen Werken. Einführung:
Jacob Schaffner.
Geſchäftliches.
„Argentiniſche Gäſte im Reichardtwerk.
Das Reichardtwerk in Hamburg=Wandsbek wurde am 19. Januar
von den aus Argentinien eingetroffenen Vertretern der Wiſſenſchaft
mit Damen beſucht. Nach ihrem Eintreffen wurden auf dem Hofe des
Reichardtswerkes Film= ſowie Gruppenbilder aufgenommen.
An=
ſchließend daran wurde die Geſellſchaft von der Divektion des Werkes
Willkommen geheißen. In der Anſprache wurde zum Ausdruck gebracht,
daß die Beſichtigung des Werkes, beſonders durch wiſſenſchaftliche
Autoritäten überſeeiſcher Länder, begrüßt werde. Dadurch werde die
Möglichkeit geſchaffen, neue Verbindungen und perſönliche Beziehungen
anzuknüpfen, ſowie ſich gegenſeitig näher kennenzulernen, was vor
allem zu einem beſſeren Verſtändnis zwiſchen den beteiligten Nationen
führe. An der Hand eines Fabrikmodells wurde eine kurze Erklärung
über die Fabrikanlage gegeben. Sodann wurden die Damen und
Herren durch die Fabrik geleitet, und es wurden ihnen die verſchiedenen
Fabrikationsvorgänge vorgeführt. Beſonere Bewunderung löſten bei
den Gäſten die im Reichardtwerk befindlichen ſozialen Anlagen,
dar=
unter die Fabrikküche und Badeanſtalten aus. Leider reichte die zur
Verfügung ſtehende Zeit nicht aus, alle Einrichtungen des Werkes den
Beſuchern zu zeigen. Infolge des von dieſen vorgeſehenen Programms,
ſah ſich das Werk leider gezwungen, von ſeinen Gäſten ſchon nach
1½ſtündigem Aufenthalt Abſchied zu nehmen. Mit vielem Dank für
die Gaſtfreundlichbeit und aufrichtigen Wünſchen für ein weiteres
Gedeihen des Werkes ſchieden die Beſucher.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
12. Tag, 5. Klafſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu 10000 Mark auf Nr. 179 735; 2 Gewinne zu 3000 Mark
auf Nr. 2464; 18 Gewinne zu 2000 Mark auf Nr. 35 116, 37 245, 151 083,
200 447, 200 567, 218 342, 222 207, 237 589, 240 600; 30 Gewinne zu 1000
Mark auf Nr. 20 583, 47 110, 61834, 75 107, 105 397, 121 744, 143 687,
147 167, 185 522, 198 774, 248 681, 260 731, 268 958, 3235638, 348 823;
ferner 78 Gewinne zu je 500 Mark und 182 Gewinne zu je 300 Mark.
— In der Nachmittags=Ziehung fielen: 8 Gewinne zu 3000
Mark auf Nr. 31 218, 171 482, 240 884, 250 535; 16 Gewinne zu 2000
Mark auf Nr. 26 771, 28 869, 113 402, 136 542 147 453, 160 957 229 217,
255 345; 20 Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. 32 189, 43 828, 50 248,
101 279, 129 697, 263 711, 266 371, 281 780, 301 431,, 334 836; ferner 86
Gewinne zu je 500 Mark und 178 Gewinne zu je 300 Mark. — Im
Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mark, 2
Ge=
winne zu je 500 000 Mark, 2 zu je 200 000 Mark, 2 zu je 100 000 Mark,
2 zu je 75 000 Mark, 6 zu je 50 000 Mark, 8 zu je 25 000 Mark, 40 zu
je 10 000 Mark, 94 zu je 5000 Mark, 204 zu je 3000 Mark, 394 zu je
2000 Mark, 768 zu je 1000 Mark, 2242 zu je 500 Mark, 5492 zu je
300 Mark. (Ohne Gewähr.)
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; ſür Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. S. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer, für den
inferatentetl. Wtlly Kuhle: Druck und Verlag: T. C. Wittich — ſämilich in Darmſtadt
Für unper:angie Mannſtripie wird Garanlie der Rückſendung n ich / Cbeinomnmen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Nue Souerhegangen i Deſterreich!
Die öſterreichiſche Regierung hat dem Wiener Parlament eine
neue Zollnovelle vorgelegt, in der es vorwiegend Erhöhungen der
gegenwärtigen agrariſchen Poſitionen gibt, daneben auch eine Reihe
von Induſtriezollerhöhungen, deren Spitze ſich gegen Deutſchland und
Frankreich richtet. Die Erhöhung der agrariſchen Poſitionen erfolgte
infolge der Wünſche der öſterreichiſchen Landwirtſchaft, deren
unbe=
friedigende Lage in den letzten Monaten in der Oeffentlichkeit
Oeſter=
reichs vielmals beſprochen wurde. Es handelt ſich hierbei um die
Um=
wandlung der gleitenden in ſtarre Getreidezölle, weiter um Erhöhung
der Einfuhrzölle auf Vieh und auf Butter, die vorderhand nicht in
Kraft treten können, weil ſie in einigen öſterreichiſchen
Handelsver=
trägen gebunden ſind.
Die induſtriellen Zollerhöhungen ſtellen reine Schutzmaßnahmen
dar. Bei den Textilpoſitionen ſoll die Einfuhr von Geweben
zur Schleiftucherzeugung mit einem erhöhten Zoll belegt werden, für
jene Betricbe aber, die ſich ausſchließlich mit der Produktion von
Schleiftuch befaſſen, ſollen mannigfache Erleichterungen eintreten. Crin
d’Afrique, gedreht, wird von derzeit 35 auf 50 Goldkronen erhöht
wer=
den. Bedeutſam iſt die Zollerhöhung auf Kohlenelektroden, da es ſich
hier um einen woichtigen, aus Deutſchland bezogonen Artikel handelt,
der für die elektrotechniſche Induſtrie eine große Bedeutung hat.
Bis=
her war der Zoll für Elektroden von 5 Kilogramm und darunter
ziem=
lich niedrig gehalten; die geplante Erhöhung auf 14 Goldkronen wird
kaum auf Widerſtand ſtoßen, da die Einfuhr von Elektroden zur
Alu=
miniumerzeugung freigegeben wird. Die Verzollung der
Automo=
bile erfährt eine Neuregelung, da die bisherige Kombination von
Gewichts= und Wertzoll einem reinen Wertzoll weicht. Der
gegen=
wärtige autonome Zoll auf Automobile beträgt in Oeſterreich 120
Goldkronen per 100 Kilogramm und 35 v. H. des Wertes, bei
Laſt=
autos 80 Goldkronen plus 20 v. H. Die reinen Gewichtszölle
bedeu=
ten, auch bei Motorrädern, eine Erhöhung auf 100 v. H. des Wertes,
ſo daß die öſterreichiſchen Automobilhändler mit Recht erklären
konn=
ten, daß nach Eintritt der neuen Zölle jeder Handel in ausländiſchen
Marken unterbunden wird. Im Zuſammenhang damit ſteht die
Zoll=
erhöhung auf Fahrradbeſtandteile; die Zölle betragen hier 60, 120 und
100 Goldkronen und ſollen Erhöhungen bis zu 50 v. H. erfahren. Dieſe
Zollmaßnahme wird, damit begründet, daß zwiſchen den Zöllen auf
Fahrräder und Beſtandteile eine große Differenz beſteht, ſo daß die
Einfuhr der Beſtandteile im erſten Halbjahr 1926 das Hundertfache
der Fahrradeinfuhr betragen hat. Weitere Zollerhöhungen ſind
vor=
geſehen auf Blechwaren für Haushaltungszwecke und
Emaillegeſchirr. Ueberraſchend kam die Zollerhöhung auf
Schreib=
federn, die zu ſieben Achteln aus Deutſchland bezogen werden, da erſt
im letzten Sommer die ſeinerzeitige erſte Zolltarifnovelle den
Schreib=
federnzoll auf 150 Goldkronen erhöhte. Eine beſondere Gruppe bilden
die Zölle für Feinbleche, Röhren aus nicht ſchmiedbarem Guß und
aus Schmiedeiſen. Dieſe Zollerhöhungen ſollen nach der
Regierungs=
erklärung als reine Vorſorgemaßnahmen aufgenommen werden für
den Fall, daß in Oeſterreich in dieſen Artikeln die einheimiſche
Er=
zeugung aufgenommen wird. Die Vorarbeiten ſind in dieſer Richtung,
mit Ausnahme der Nöhren, vorgeſchritten, da die letzteren Erzeugniſſe
nicht in ſämtlichen Typen und Größen fabriziert werden können.
Fein=
bleche unter einer Dichte von 0,3 Millimetern ſollen mit 12 für nicht
entzunderte, mit 14 für entzunderte, ſowie mit 16½ Goldkronen für
hearbeitete belegt werden. Dieſe Zölle müſſen im
Wiedereinführungs=
fall das öſterreichiſche Endprodukt ſtark belaſten. Vorderhand ſind ſie
in uuterſchiedlichen Handelsverträgen mit den öſterreichiſchen
Nachbar=
ſtaaten gebunden, ebenſo wie die Automobilzölle. Da jedoch die
Wie=
deraufnahme der Handelsvertragsverhandlungen mit Deutſchland
be=
vorſteht, jene mit Frankreich für die nächſte Zeit beabſichtigr ſind, ſo
werden dieſe Zollerhöhungen bei den kommenden Handelsbeſprechungen
Oeſterreichs eine nicht zu unterſchätzende Rolle ſpielen. Im Verlaufe
der parlamentariſchen Beſprechungen über dieſe Regierungsvorlage
werden noch Zollerhöhungen auf Waren aus Schnittſtoffen,
hauptſäch=
lich Knöpfe und Pfeifenmundſtücke, weitere auf Wachstuch, Porzellan=
und einige Papierwaren beſchloſſen. Wenn es auch feſtſteht, daß der
öſterreichiſche Nationalrat die von der Wiener Regierung
vorgeſchlage=
nen Zölle annehmen wird, ſo iſt doch infolge des Widerſtandes
eini=
ger Intereſſengruppen die Wahrſcheinlichkeit vorhanden, daß die Zölle
bis zu ihrer Inkrafttretung noch einige Korrekturen nach unten
er=
fahren.
Fiankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 23. Februar.
Angeſichts der niedrigen Kurſe ſah ſich heute die Platzſpekulation
zu Deckungen veranlaßt und auch die private Kundſchaft hielt den
Zeit=
punkt zu einem Eingreifen für gekommen, ſo daß ſich auf allen
Ge=
bioten bei lebhafter Umſatztätigkeit eine Erholung des Kursniveaus
durchſetzen konnte, wenn auch das Rheinland, wie behauptet wird,
wei=
ter mit Abgaben hervortrat. Die Kursbeſſerungen bewegten ſich aber
zunächſt noch in ſehr engen Grenzen, nur für Elektrowerte betrugen
ſie bis zu 3 Prozent. Gut erholt waren außerdem Mansfalder
Berg=
bau mit plus 4 Prozent, Harpener mit plus 2½ Prozent und
Commerz=
bank mit plus 3 Prozent. Ablöſungsſchuldanleihe blieben dagegen
ver=
nachläſſigt und nur wenig erholt Auch ausländiſche Renten
begeg=
neten nur geringem Intereſſe und waren gegen die geſtrigen
Mittags=
kurſe eher noch etwas ſchwächer. Im weiteren Verlaufe ſorgten weitere
Meinungskäufe in Elektrizitätsaktien und Deckungskäufe der Berliner
Abitrage für eine weitere Befeſtigung der Tendenz. Verſchiedentlich
traten noch Rückſchläge ein, aber per Saldo machte die Befeſtigung
Fortſchritte, ſo daß durchſchnittlich Kursbeſſerungen von insgeſamt
bis 5 Prozent auf faſt allen Gebieten eintreten konnten. Beſonders
erholt waren Commerzbank, die ſpäter weitere 4 Prozent
zurückgewin=
nen konnten, doch war der Umſatz in dieſem Papier ganz klein,
Mittel=
deutſche Kreditbank verloren dagegen weitere 4 Prozent. Die Ab=
löſungsſchuldanleihe vermochte nun ebenfalls größeres Intereſſe auf
ſich zu lenken und ſchloß befeſtigt. Tägliches Geld 4 Prozent.
Die Abendbörſe zeigte eine weitere kräftige Erholung,
aus=
gehend von einer lebhaften Bewegung in Rheinſtahl=Aktien, der ſich
die Farbeninduſtrie anſchloß. Farbeninduſtrie gewannen 3,5,
Rhein=
ſtahl 7 Prozent, Mannesmann 2, Harpener 2,5 Prozent. Von
Elektro=
werten Siemens u. Halske 1,5, Elektriſche Lieferung 3, Lahmeyer 3
Prozent feſter. Bankaktien freundlich. Commerzbank, Metallbank um
3. Danat um 5 Prozent höher. Auch beſtand Intereſſe für Bau= und
Autowerte. Sonſt Zellſtoff Aſchaffenburg um 6, Waldhof um 4
Pro=
zent höher. Auch der Anleihemarkt lag feſt. Anleiheablöſung ohne
Auslöſung 27½/, Schutzgebiete 13,75. Es notierten: Danatbank 289,
Metallbank 165, Metallgeſellſchaft 2015, Scheideanſtalt 247. Daimler
120,75, Adler Kleyer 130, Nordd. Lloyd 150,5, Holzverkohlung 90, J. G.
Farben 317,5, Deutſche Erdöl 196, Deutſch=Luxemburg 186, Rheinſtahl
218,5, Rheiniſche Braunkohlen 304,5, Stahlverein 147, Manuesmann
224,5, Harpener 222, Miag 163,5, Zellſtoff Aſchaffenburg 180, Zellſtoff
Waldhof 273, A. E.G. 167,5, Siemens u. Halske 235,5, Lahmeyzer 160,
Schutzgebiete 13,35, Anleiheablöſung 271/8. — Im
Abendeviſen=
verkehr nannte man London gegen Paris 123,95, gegen Mailand
111,30, gegen Holland 12,112/g, gegen Madrid 28,84, gegen Zürich 25,22
gegen Oslo 18,75, gegen New York 4,85½)., Pfunde gegen Mark 20.46,4,
Dollar gegen Mark 4. 21,92,
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 23. Februar.
Die Börſe war nach den ſcharfen Kursverluſten des Vortages noch
außerordentlich nervös und unſicher. Die Tendenz geſtaltete ſich
aller=
dings zunächſt teilweiſe freundlicher da die Baiſſeſpekulation größere
Deckungskäufe vornahm. Rheiniſche Braunkohlen eröffneten etwa
7 Prozent freundlicher. Das Publikum nahm faſt ausſchließlich
Reali=
ſationen vor, die vielfach nicht ganz freiwilliger Art geweſen ſein
dürften. Die erſten amtlichen Kurſe zeigten daher noch überwiegend
weitere Rückgänge. Einen empfindlichen Verluſt erlitten Mitteldeutſche
Kreditbank=Aktien, da der Dividendenvorſchlag und die Mitteilungen
über angeblich falſche Transaktionsgerüchte verſtimmten. Beſonders
ſtark gedrückt lagen außerdem Deutſch=Atlantiſche Telegrgphen, Pöge
Elektrizitätswerke und Mannesmann=Röhrenwerke. Am Geldmaukt
war die Lage ſehr leicht entſpannt. Tagesgeld wurde zu 4,5 bis 6,5
Prozent mehr angeboten, als Bedarf hervortrat. Monatsgeld 5,5 bis
6,5 Prozent. Warenwechſel mit Großbankgiro 4,5 Prozent. Im
Deviſen=Uſancenverkehr lag Bukareſt gegen Zürich mit 3,19 ſehr feſt,
und auch Madrid mit 28,80 erhöht. Sonſt waren nur geringe
Ver=
änderungen in den Hauptvaluten feſtzuſtellen. — Im weiteren Verlau
war das Geſchäft ruhig, bei mehrfachen Kursſchwankungen. Nach
einer vorübergehenden Abſchwächung, die man mit einem ſtärkeren
Angebot am Kaſſamarkt begründete, folgte wieder eine Befeſtigung.
nachdem der Einheitsmarkt ſich als widerſtandsfähiger erwies, wie man
urſprünglich angenommen hatte. Die Anleiheablöſungsſchuld ohne
Auslöſungsrecht erholte ſich auf 26,9, Ludwig Löwe gewann in der
zweiten Stunde 5 Prozent und Vereinigte Glanzſtoff weitere 2 Proz.
Privatdiskont, kurze Sicht P/s, lange Sicht 4½ Proz. Die Börſe
ſchloß in freundlicher Haltung, die ſich auf die Nachbörſe über ragen
konnte. Im inoffiziellen Spätverkehr nannte man überwiegend
Notie=
rungen, die ſich 1 bis 1,5 Prozent über den amtlichen Schlußkurſen
ſtellten. Beſondere Beachtung fanden zu höheren Kurſen Bankaktien,
Elektrowerte, Mannesmann und oberſchleſiſche Montanwerte.
Hohen=
lohe lagen mit 32 an der Nachbörſe außerordentlich feſt.
Schiffahrts=
aktien dagegen vernachläſſigt und abbröckelnd. Deutſche Stadtanleihen
luſtlos, aber widerſtandsfähiger.
23 2.
122 2.
22 2.
Aſchafb. Zeliſtoff.
1247.
176. 175.75 Hemoor Zement.
Hirſch Kupfer.
Augsb.=Nürnb. Maſch / :34.5— / 132.
1118.— 114 75
Bamag=Meguin
73.— 70.5 Höſch Eiſen.
H19z. 1945
Berl. E. W. Stamm. . / 22 5.
221. — Hohenlohe Berke.. . / 22.625 30.—
Berlin. KarlsruheInd 1 111.25 107.
Kahla Vorzellan
129.
234 5 Lindes Eismaſch.
Braunkohl.=Briketts
193. 190.5
Bremer Vulkan
147.75 1 145.5 Lingel Schuh.
83.5 88.5
Bremer Wolle.
185.5 185.5 Linke u. Hofmann ../ 86.5 89.75
Deutſch.=Atlant. Tel. / 1 3.1251 120. 18. Loewe u. Co
1311. 310.5
Deutſche Maſchinen / 124.25 121.— K. Lorenz
145.
143.75
Deutſch.=Nied. Tel.
13.25 Niedeslauſiter Kohlef220.— 221.-
Deutſche Erdöl
194.— 1925 (Nordd. Gummi.
Deutſche Petroleum. / 83.
88.— Trenſtein
138.—
134.
Dt. Ka iwerke.
157.75 154.— Rathgeber Waggon H116.875 116.25
Donnersmarckhüte .. 1 142
137.— Rombaher Hütten. ., 13.25 13.2
Dynamit Nobel..
154.1251 154.— Roſitzer Zucker.
110.
104.5
Elektr. Lieferung.
193.5 195.— Rütgerswerke
f135.— 133.—
J. G. Farben.
317. 312.5 Sachſenwert
134.—
132
R. Friſter
112.—- 122. Sächſ. Gußſtahl
169.— 168.
Gaggenau Vorz...
55. 125) Siemens Glas.
1193 — 195.75
Gelſen: Eußſtahl. / 23.— 20.5 Ver. Lauſitzer Glas 1153.— 156.
E. f. eleftr. Untern. / 230.— 233.25 Volkſtedter Porzell./ 68. — 66.5
Halle Maſchinen. . . . / 197.
194.— Weſtf. E. Langendreer 56.—
55.25
Han. Maſch. Egeſt.. . . 131.875/ 128 5 Wittener Gußſtahl. / 57.—
55 25
Hanſa Dampfſchf.. . . 1 229. — 1 226.
Wanderer=Werke. . . 1255.— 260.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R
Buenos=Aires.
Früſſel=Antw
Cslo
Kopenhagen
Stoäholm
Kelſingſors
Italien
London
Nen=York...
Faris
Eckneiz
Spanien
Wien D.=Oſt. abe
Prag.
Budapeſt( Pengö
Japan. .
Rio de Janeiro.
Sofia
Fugoſlavien ... 7.39c
Konſtantinopel / 2.ig
Liſſabon ..
Danzig ..
Athen ..
Ranada. . .
Uruguav.
3. 2.
Geld /Brie
59.35/ 59.49
12.476/12.516
73.85/ 73.83
2.058/ 2.062
0. 498/ 9.500
3.045/ 3.055
7.369/ 7.419
2.145/ 2.155
21 545/21.595
81. 70/ 81.90
5.471 5.49
4.206/ 4.216
4.255/ 4.265
Vom Holzmarkt.
Die Situation wird für die Sägewerksinduſtrie dadurch iman
ſchwieriger, daß die Rohholzpreiſe immer weiter ſteigen. Anſcheirn
rechnet man in den Kreiſen der Schnittholzproduzenten mit der A
lichkeit, die Preiſe für die geſägte Ware im Frühjahr weiter zun
höhen. Verſchiedene Verbände der holzverarbeitenden Gewerbe heinl
bereits gelegentlich interner Beſprechungen zu der Frage der dam
den Holzpreiserhöhungen Stellung genommen und ihrer Anſicht d=
Ausdruck gegeben, daß ſchließlich alle diejenigen Zweige des An
ſchaftslebens, die Holz verbrauchen, zum Erliegen kommen müß
wenn die Erhöhungen ſich weiter fortſetzen. Es kann keinem Zw
unterliegen, daß die ungeſunde Preisbewegung am Rohholzmarkt
Auswirkung des Wirtſchaftskrieges mit Polen iſt. Die Befürchtung:
dauernd im Holzgewerbe beſteht, daß zu irgend einem Zeitpunkm
deutſche Regierung die Einfuhr oder die polniſche die Ausfuhr um
ſagen könnte, iſt einer ausgleichenden Entwicklung der Holzwe
abträglich. Nach der Anſicht in gut unterrichteten Kreiſen nimmt n
weder an, daß die polniſche Regierung die Rohholzausfuhr ſpe,
wird, noch daß Deutſchland ſich dem Import von Rundhölzern —
ſetzen kann. Wenn auch in Polen ſelbſt gewiſſe Kreiſe das Nork
auf den polniſchen Sägewerken eingeſchnitten wiſſen wollen, ſo iſt
der Waldbeſitz, auf den es hauptſächlich ankommt, und der
Holzha=
der große Lieferungsverträge mit deutſchen Abnehmern getätigtt
und dieſe erfüllen muß, der Anſicht, daß die Ausfuhr von Ro.
im laufenden Betriebsjahr nicht geſperrt werden darf. — In
letzten Tagen ſind nach Weſt= und Mitteldeutſchland größere Einſch
hauptſächlich in Stammware verkauft worden. Auch das Geſchär
nordiſchen Hobeldielen hat ſich günſtig entwickelt, und es ſind gr
Verkäufe zwiſchen Importeuren und Firmen im Rheinland um
Weſtfalen bekannt geworden.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Aufhebung der noch geltenden Beſtimmungen der Deviſenn
gebung. Durch eine demnächſt erſcheinende Verordnung werden die
geltenden Beſtimmungen der Deviſeng ſetzgebung aufgehob n.
handelt ſich vor allem um die Vorſchriften, wonach der Hande
Deviſen beſonderen ſtaatlich zugelaſſen n Geldinſtituten, ſogena
Deviſenbanken und Wechſelſtuben, vorbehalten iſt. Damit iſt der Al:u
und die Abgabe von Deviſen von den geſetzlichen Beſchränkungei
jeder Richtung frci. Die deutſche Währung, zu deren Schutz die De= erlaſſen worden war, bedarf einer Stütze durch ſolch
ſetzliche Vorſchriften nicht mehr. Etwaigen Auswichſen im
gewerbe, gegen die die aufzuhebenden Beſtimmungen Handhabe
ſollen, kann auf Grund des unlängſt bis zum 31. Dezember 192
längerten Depot= und Depoſitengeſetzes in ausreichendem Maße entw
getreten werden.
Gelſenkirchener Bergwerks=Aktien=Geſellſchaft. In der Aufſicht.
ſitzung der Geſellſchaft wurde der Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1.2
vorgelegt. Die Bilanz ſchließt auf beiden Seiten mit 216 800 539,A.
ab. Unter den Aktiven ſind aufgeführt die Werksanlagen (Zeche
Sl=
pol) mit 17,8 Mill. RM., Beſtände mit 2 Mill. NM., Beteiligin
und Wertpapiere mit rund 171 Mill. RM. (darunter 110 230000, 4.
Aktien der Vereinigten Stahlwerke A. G.), J. G. Vorzugsaktie!
6,5 Mill. RM., Schuldner mit 19,4 Mill. RM. Auf der Paſſivſei
ſcheinen außer dem A.K. von 131,6 Mill. RM. Stammaktien u de
Millionen Reichsmark Vorzugsaktion die geſetzliche Rücklage mii
Millionen Reichsmark, Anleihe, Hypotheken und andere lang nii
Verbflichtungen mit 17,5 Mill. RM., Beamtenſparguthaben w 15
Millionen Reichsmark, noch nicht abrechnungsfähige Verpflichtung int
8,9 Mill. RM., Abſchreibungen mit 2 Mill. RM., Gläubiger mi5
Millionen Reichsmark. Nach Vornahme der Abſchreibungen weſit=
Bilanz einſchließlich des Gewinnvortrages aus dem Vorjahre
Reingewinn von 2 216 302 RM. aus, den auf neue Rechnung 9
tragen der H.V. vorgeſchlagen werden ſoll. Sämtliche Zahle;
ziehen ſich auf die Bilanz der Gelſenkirchener Bergwerks=A. G.
Durchführung der Fuſion mit der Deutſch=Luxemburger Bere=
und Hüitten=A. G. und dem Bochumer Verein für Bergbau und
ſtahlfabrikation. Eine Dividende kommt nicht zur Verteilung,
ſtellt die Verwaltung für das am 31. März 1927 abſchließende Ztan
geſchäftsjahr die Ausſchüttung einer Divende in Ausſicht Der
ſtand wurde ermächtigt, im Vernehmen mit dem Präſidium de:
ſichtsrats zu einem geigneten Zeitpunkte eine Anleihe bis
Millionen Reichsmark aufzunehmen, die zur Ablöſurgs
Vorkriegsanleihen, Hypotheken und kurzfriſtigen Verpflichtungen, fi
zum Ausbau der Zeche Monopol, zur Abrundung des Bergns
beſitzes und anderer mit der Zweckbcſſtimmung der Geſellſchaft ven
ner Aufgaben Verwendung finden ſoll. Ferner ſoll der nächſten
vorgeſchlagen werden, den Sitz der Geſellſchaft von Gelſenkirchei
Eſſen zu verlegen. — Wie wir in Ergänzung hierzu noch erin
wird die neue Anleihe der Gelſenkirchener Bergwerks=A. G. ausc
lich im Inlande zur Zeichnung aufgelegt werden. Der Ausb-ue
Zeche Monopol, der in großzügigſter Weiſe projektiert iſt, w rſich
aller Vorausſicht nach über mehrere Jahre erſtrecken.
Michelbräu=Brenner A. G., Babenhauſen (Heffen). Eine a.r P.
ſoll die Umwandlung von 100 000 RM. Stammaktien in mehrſtm
Vorzugsaktien beſchließen. Die Geſellſchaft ſteht der Brauerei Scl
ger u. Stern A. G., Frankfurt a. M., ſehr nahe.
Geſchäftserweiterung von 5,105 Mill. RM. um bis zu 5 Mill M.
St. A. erhöht werden. Ein Bezugsrecht für die Aktionäre iſt nohchk
bekannt gegeben. Die Durchführung der Neuemiſſion wird „zu 9
bener Zeit” erfolgen.
Frautfärter Karbdericht bom Wo. beorddt Be
Staatspapiere
a) Deutſche
6‟/.% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30 ...
7% Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟/% H. V. Sch
p. 1. 4. 29
6‟I.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟/% Pr. St.=Sch.
p. 1 10. 30
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 29
7% Süchſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30
6½½Württ. F. Sch
p. 1. 3. 29
—
Dt. Ablöfungs=Anl.
einſchließlich
Ausloſungsſcheinen
Vorkriegsanleihen
99.5
100.80
100
100
An2
336
5% D. Reichsanleihe 4% D. Reichsanl. 4 D. Schutzg v.08—11 u 18 4% D. Schutzg. o.14 49 Preuß. Konſ. 42 Baden 4½Bayern 4½ Heſſen 4% Württemberger b) Ausländiſche
5% Bos. E.B 191= 5½., L.Inv 1914 4½% 1898 4½% 1902 5.2 4% 5% Bulg. Taba10
— 36.25 4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918 LL0Aſt Schak 14 adI.
4½% Oſt. Silberr.
„ Goldr..
4½ „einh. R. (kon)
3% Port,/(Spz.) III
5% Rum.am. R.03.
3½½ Gold. 13
4½ am.konv.
% „ am 05.
4%Türk. (Adm.)03
(Bagd.) I
(Bagd.) II
4% „ 1911 Zoll
4½% Ung. St. 1913
St. 1914
Goldr.
„ St. 10
„ Kronr.
„ Eiſ. Tor..
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. inn.
äuß. 99
Gold 04 ſtf.
konſ. inn.
4½% Irrigat.
5½ Tamaulipas I
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.-Bk. G.
6% Berl. St.=Golt
Darmſt. St.=G
D. Hyp.=Ban
Meining.. Goldpf.
8% Frk.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr.
% Frkf. Pfbr.=B!
Goldpfdbr.
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Geldnf”
Ke
2
12.25
22.75
9.60
9.50
21.75
16‟
24
24:,
27.3
23.5
2.55
52
35.5
23
108
03.5
101
104.5
100.5
102.5
oo
20 Komm. Ldb. D.
Goldſchuldver.
8% Heſſ. Ldb. Gold
10½ Komm Elektr.
Mark /Hag.)Goid
80 Mannh. St.=G.
82 Mainz St.=G.
8½ Naſſ. Ldb. Gold
8% Pfälz Hyp.=Bk
Goldpfdbr.
8% Pforzh. St.=G
8% Pr. C.=B.=Cr.=B
Goldpfdbr.
89 Rh. Hyp.=B. G.
7½%Vh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
8% Südd. B. Cr.=V
Goldpfdbr.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſt. Brk.=Rog.
5%Roggen 23
5% Pr. Kaliw.
50 Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr Vereinsb
Bayr Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frrf. Pfandbr.=B!
Hamb Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp. u. W!
Meining. Hyp B
Nordd Gr.-Cr.=Bk.
Pfälz. Hhp.=Bk.
Preuß. Bob.=Cr.=B
Er Cent.-R=Cr.=B
Aede
100.5
101
05
104
160
14.5
15
6.30
236
2.
14.8
16.1
16.85
15
10.3
14
14.3
14.3
Preuß. Pfdbr.=Bk. /
Rhein. Hyp.=B.
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B
Südd. Bodenkr.
Württ Hyp.=Bk..
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L..Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Lbsb
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux Bdb. Em9!
„ 93
42 Eliſ.=Bahn ſtfr
4½ Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
4½ Kaſchau=Oderb.
„ abg.
5% Lſt. Nwſtb. 741
5% Oſt. Südb. (L.)
2,6%0 Alte
2,6% Neue.,
5% Oſt.=Ung. 73/74
4½Oſt. Staatsb. 83
3% Oſt. 1.5.8.E.
3% Oſt. 9. E.
3% Oſt. 1885
3%Oſt. .. Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
91
97
4½ Rud Silber
4 Rud. Salzkg.)
4 ½% Anat
4½% Anat
II
Anat S. III
2 Salon. Monaſt.
% Tehuantepec
Bank=Aktien
Allg D.=Kredit.
Bad. Bk.
Bk. f. Brauind. . . 149
14.35
14.9
13.25
16.8
12.1
9.05
20.75
7.5
33
28.25
21
10:,
6.5
30
28
29‟
170.75
175
Barmer Bankb.
Bay. Hyp.=Wchſ..
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk
Disk.=Geſellſch
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux Intern Bank
Metallbank
Mitteld. Creditb
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=Ant .
Rhein Creditbi.
Rhein=Hyp.=Bk
Südd. Disc.-G
Oſterr Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Bochum. Bergb. . 1182
Buderus
Dt. Luxemburg . . .
Eſchw. Bergw..
Gelſenhirch. Bgw
Harp Bergb.
Ilſe Bergb. St.
Genußſchein 166
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke
Mannesm =Röhr
Mansfelder
Oberbedarf
.
Otavi=Min.=Ant
Phönix=Bergb.
Rhein Braunk 298
Rhein Stahlw. 214.5
A. Riebeck Montan
ombach. Hütte .
185.5
B
213
284
195
171
180
126
184
180.75
145
218.75
12.5
162
287
186.25
160
Aft
177
9. 4
123
183
175
183
219
331
09
A. J
176
220.5
149
122
40.8
12.8
128
5
Salzwerk Heilbr.
Tellus Bgb.. .. . ..
Ver. Laurahütte
Ver. Stahlwerke ..
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh
Henninger
Hereules
Löwenbr
Mainz. 2
257
Schöfferh
Bind,//340
Schwarz Storchen= 185
Tucher, Nürnberg
1182
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v Kley
6%A. E. G. V
5% A. E. G. Vz
A. E. G. Stam
Anglo=Cont. Guar
Aſchaff. Zellſtof
Badenia (Weinh.
Bad. Maſch Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg . .
Bayr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El.
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtadt
Cement Lothr.
Chem Albert
Chem Brockh .
Chem Milch
Daimler=Benz A. G
Dt. Eiſenhandel
Deutſche Erdöl
D. G u. Silb. Scheid.
Dingler, Zweibrück.
215
160
334
129
100
93
155.5
174
130
35.5
195
Bs
179.25
51.5
80
83
164
74
110
83
120.5
103
193.5
442
Dreds. Schnellpr.
Dürkopp
Dürr Nattingen
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle
Email. Ulrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift...
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens
Farbenind. J G
Felten & Guilleau
Feinmech. (Jetter)
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok. u. W.
Fuchs Waggon
Geiling & Cie
Germania Linol.
Gelſenk Gußſt
Goldſchmidt Th.
Gotha Waggon
Gritzner. Maſch.
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ..
Hanſa=Lloyd. Br
Hartm & Braun
Heyligenſtaedt
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tief Eſſen
Holzmann
Holzverk. Ind
Hydrom Bresle
Fnag
Junghans St
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
141
51.5
62
55
191
199.25
61.5
96
131.9
108
47.75
316.25
170.
112
176
116
108.5
90
280
24
151
R6
175:.
148
122
140
35.75
83
117.5
140
181.75
90.25
51
119.
200
51
Karſtadt, R.
Klein Sch. & Beckerl129
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun . / 75.5
Krauß Lokom.
Lahmeyer
Lech. Augsburg: 133.
Lederw Rothe ...! 38.5
Spicharz.
Linge, Schuhw.
A
Löhnberg. Mühle 61
Ludwigsh. Walzm. /134
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie
Mainkraft Höchſt 132
Mars=W. Nürnberg/142
Metallgef. Frrf. 198.
Miag Mühlenb 163.5
Moenus, Stamm 76‟
Motoren;
Motorenf Oberur
Münch Lichtſpielk. 1155.5
Reckar). Fahrz
131
Neckarw Eßlingen /142.5
Peters Union
127
Pfälz Näh Kayſerl 64.5
Philipps
69
Porzellan Weſſel
Prometh Frif.
Rein. Gebb &Schal/135.25
Rhein Elektr
172.75
Rhenania, Aachen
Rütgerswerke 133.25
Schleußner
Schneid & Hanau
Schnellpr Frant 112
Schramm Lackf 106.5
Schrift Stemp. 141
Schucker Elektr 169.75
Schuhf Weſſel
Schuhf. Herz
Schultz Grünlack 63.5
Seilind Wolff
88
Siemens Glas
Siemens & Halske /231
Südd Immob.
98.5
Thür. elektr. Lief. . 1122.5
uhren Furtwängl.
Beithwerke
Ver. ſ. Chem. Ind.
Ver. b. Olfbr. Mann
Ver. Faßſ. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg. .926
Ultramarin . . . .
Zellſtoff Berl. . ...!
Vogtl. Maſch. . .
Voigt & Haeffner
Volthom. Seil
Wanß, & Frentag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Waldhof
Zuckerf Waghäuſe 7
Zuckerf, Frankenth
Zuckerf Heilbronn".
Zuckerf. Offſtein
Zuckerf Rheingau
Zuckerf Stuttgart.
Transport= und
Berſicherungs=Alk
A. Dt. Eiſenbahn
Dt Eiſenb.=Geſ.
El. Hochbahn=Berll
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Geb
Hapag
Nordd. Lloyzd.
5
Frkft. Allg. Ber)
Frazuna Rückv.
Darmſt Werte
Bahnbedar)
Dam fk. Rodberg
Helvetia Konſ.
Gebr Lutz
ſtummer 33
Meiniſche Elektrizitätz A.G. imn Mannheim. Trotzdem die Ab=
„mrheiten für das abgelaufene Geſchäftsjahr noch nicht beendet ſind
moch mit der Ausſchreibung einer Dividende von 8 Prozent
ge=
ac werden.
gerankfurter Bankverein. (Erhöhung des Kapitals auf 1 Mkill. RM.)
Aufſichtsrat des Frankfurter Bankvereins, Frankfurt a. M., hat
Iſen, anläßlich der Mitte März ſtatfindenden o. H.V. die
Um=
chuug von nom. 90 000 RM. Inhaberaktien, Serie B, in Namens=
und ferner die Erhöhung des Grundkapitals um 400 000 RM.
Mill. RM. zu beantragen, wobei das geſetzliche Bezugsrecht der
äre ausgeſchloſſen ſein ſoll.
ilhelm Wolff A. G., Pforzheim. Von der Rheiniſchen Kreditbank
0—nnheim wird die Zulaſſung der 1,36 Millionen Mk. Stammaktien
hraternehmens zur Mannheimer Börſe beantragt. Bekanntlich
wur=
d— Aktien erſt am Samstag an der Frankfurter Börſe mit 165 Proz.
„ſten Male notiert, während der Dienstagskurs 180 Prozent be=
Die Geſellſchaft hat im Vorjahre 10 Prozent Dividende verteilt
fs auch für 1926 wieder in Ausſicht geſtellt.
In Konkurs geraten iſt die von der Firma Jung u. Berkrath in
zeim a. M. betriebene Fabrik feiner Lederwaren.
ze Herbſttagung der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft. Nach=
Xwiſchen dem Magiſtrat Magdeburg durch das ſtädtiſche
Wirt=
zmmt mit der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft wegen einer
ſur in Magdeburg ſchon ſeit längere Zeit Verhandlungen geführt
uer ſind, hat jetzt die Deutſche Landwirtſchaftsgeſellſchaft
gelegent=
hr eben beendeten Wintertagung einſtimmig beſchloſſen, die
Herbſt=
m in Magdeburg abzuhalten. Der Termin der Tagung
wiſchen den 25. September und 8. Oktober gelegt werden. Die
seitungen für die Tagung ſind bereits in Angriff genommen.
äce bisherige Inanſpruchnahme des 300=Mill.=Kredits durch Ruß=
In einem Geſpräch mit dem Vertreter der „Ekonomitſchefkaja
teilte der ſoeben aus Deutſchland nach Moskau zurückgekehrte
der Auslands=Abteilung des Oberſten Wirtſchaftsrates der U. S.
Gurewitſch, mit, daß bis zum 12. Februar d. J. im Rahmen der
tſssen 300=Mill.=Kredite ruſſiſche Aufträge im Werte von 190 Mill.
Srteilt worden ſind. Die Vorarbeiten zur Erteilung von weiteren
ingen im Werte von 50 Mill. RM. ſind ſoweit vorgeſchritten, daß
ſuseits im Laufe des nächſten Monats untergebracht werden. Die
tſeven Kredite ſeien ausſchließlich für die Neuausrüſtung der wich=
Induſtriezweige der Sowjetunion ausgenutzt worden, davon ein
ſaT für die Neuausrüſtung der Metallinduſtrie, 25 Prozent für die
ſten= und Naphtha=Induſtrie und etwa 8 Prozent für
Elektrizitäts=
ve Allein Turbogeneratoren werden mit einer
Geſamtleiſtungs=
il it von etwa 500 000 KW. eingeführt. Beſtellt iſt ferner eine
be=
htäche Anzahl von Dampfkeſſeln und Motoren. Gurewitſch teilte
telin mit, daß in Deutſchland Induſtrievereinigungen geſchaffen
hri, die Preiserhöhungen bei den ruſſiſchen Aufträgen erſtrebten,
ie ruſſiſchen Induſtrievertreter bewogen hätte, eine Anzahl von
krugen in anderen Ländern unterzubringen. Anſchließend an dieſe
mllung wird eine heftige Kritik an der Haltung derienigen deutſchen
th geübt, die ſich von derartigen Tendenzen leiten ließen, was wohl
err gewiſſer Druck von ruſſiſcher Seite auf die Preisgeſtaltung und
Aeferungsbedingungen anzuſehen ſein dürfte.
4m Grobblechverband. In der Hauptverſammlung des
Grobblech=
ardes wurde beſchloſſen, die Inlandspreiſe unverändert zu laſſen.
heDem wurden interne Verbandsfragen beſprochen. Die Werke ſind
rehrere Monate gut beſchäftigt. Der Eingang von Aufträgen aus
elusland iſt ſtiller geworden, da der Verband den herabgeſetzten
Amdspreiſen nicht gefolgt iſt.
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Seite 13
Bur Verlängerung des Proviſoriums und der Saarabkommen.
Das Reichsminiſterium für Ernährung und Landwirtſchaft teilt mit:
Durch das Abkommen zwiſchen Deutſchland und Frankreich vom
16. Februar 1927 ſind das vorläufige Handelsabkommen zwiſchen
Deutſchland und Frankreich vom 5. Auguſt 1926 und die beiden
Saar=
abkommen vom 5. Auguſt und 6. November 1926 bis zum 31. Mai 1927
verlängert worden. Gleichzeitig ſind infolge dieſer Verlängerung die
in dieſen Abkommen vereinbarten Kontingente um 50 Prozent erhoht
worden. Das Verfahren für die Erteilung der
Kontingentenbeſchei=
nigungen bleibt dasſelbe wie bisher. Danach ſind, ſoweit Waren aus
dem Bereich des Reichsminiſteriums für Ernährung und Landwirtſchaft
für die Ausfuhr nach Frankreich in Betracht kommen, zuſtändig: für
Holz der Poſitionen 198 und 133 des franzöſiſchen Tarifs die
Fach=
gruppe Sägeinduſtrie und Holzhandel im Reichsverband der deutſchen
Induſtrie in Berlin; für Ochſen, Kühe, Widder, Schafe, Hammel,
Schweine, Spanferkel und Hopfen das Zollamt Zweibrücken; für Malz
(gekeimte Gerſte), Stärke und Satzmehl, Kartoffeln das Hauptzollamt
Köln. Anträge auf Kontingentenbeſcheinigungen ſowie diesbezügliche
Anfragen ſind lediglich an eine der drei vorgenannten Stellen zu richten.
Für die Kontingente zur Ausfuhr nach dem Saargebiet verbleibt es
ebenſalls bei dem bisherigen Verfahren.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, B3. Februar. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt zeigte ein ſchwächeres Ausſehen auf die Baiſſe
am Maismarkt und geringe Exportnachfrage. Im Schlußverkehr war
die Exportnachfrage gebeſſert, was eine Erholung bewirkte. Die
Ter=
mine ſchließen noch 3 C. niedriger.
Mais: Der Markt verkehrte in ſehr ſchwacher Haltung auf
ſchlep=
pende heimiſche Nachfrage, auf große Ankünfte und günſtige
Witte=
rungsmeldungen. Der Schluß war erholt, doch zeigen die Termine
noch Einbußen bis 2 C. und mehr.
Hafer: Der Markt verkehrte ebenfalls abgeſchwächt bei
Kursrück=
gängen bis 1½ C.
Kaffee: Der Markt geſtaltete ſich ſtetig auf Deckungskäufe,
zurück=
haltendes braſilianiſches Angebot und erhöhte ausländiſche Kabel.
Zucker: Die feſte Grundſtimmung hielt auch heute wieder an, da
höhere ausländiſche Notierungen gemeldet wurden und die Nachfrage
für nahe Termine gut war. Aus Porto Rico wurden reduzierte
Ernte=
tagen gemeldet.
Kakao: Der Markt nahm einen ziemlich ſtetigen Verlauf auf
höhere ausländiſche Notierungen, Käufe des Auslandes und
Deckungs=
käufe der Spekulation.
Produktenberichte.
fm. Pforzheimer Edelmetallnotierungen vom 23. Februar.
Edel=
metalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Barrengold das Gramm
2,795 RM. (Geld), 2,814 RM. (Brief); Platin, handelsübliche Ware,
das Gramm 12,85 RM. (Geld), 13,35 RM. (Brief); Feinſilber das
Kilogramm 78,75 RM. (Geld), 80,30—82,40 RM. (Brief). Tendenz:
ruhig.
Frankfurter Produktenbericht vom 28. Februar. Die
Geſchäfts=
tätigkeit am hieſigen Produktenmarkt erfuhr auch heute keine Belebung.
Bei kleinſten Umſätzen blieben die Preiſe wieder unverändert. Weizen
29.25—29.50, Roggen 27.00, Hafer, inl. M.75—22.50, Sommergerſte
25.00—26.00, Mais 18.50—18.75, Weizenmehl 40.25—40.75,
Roggen=
mehl 38.00—38.50, Weizenkleie 14.00, Roggenkleie 14.00—14.25 Mark.
Berliner Probnktenbericht vom B. Febrmar. Die Tendenz für
Ge=
treide war heute durchweg wieder recht ſchwach. Das Ausland zeigte
ſich in den Offerten wenig ermäßigt, war aber im großen und ganzen
williger. Die Anfuhren für Weizen, ſpeziell aus Sachſen, waren etwas
größer, doch beſteht nur zu billigeren Geboten zu Miſchzwecken
Inter=
eſſe. Im Zeitgeſchäft gingen die geſtrigen Preiſe durchweg 1 Mark
zurück. Roggen in gleichem Umfang ſchwächer. Der bevorſtehende
Märztermin und damit die Erwartung größerer ausländiſcher
Material=
anlieferungen hat manche Begleichung angeregt. Auch bietet das letzte
Roggenmehlgeſchäft keinerlei Anregung. Für Futtergetreide ſind die
unverändert gehaltenen Preisforderungen nicht durchzuſetzen.
Hilfs=
futterſtoffe und Oelſaaten durchaus ſtill.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie die „Baheriſche Staatszeitung” erfährt, hat die Bayeriſch=
Staatsbank im Laufe der letzten Zeit die Aktienmehrheit der Bayeriſchen
Notenbank erworben. Dadurch hat der bayeriſche Staat, der
bekannt=
ſchon bisher die Oberaufſicht über das Inſtitut ausübte, ſich auch durch
Aktienbeſitz maßgebenden Einfluß geſichert.
Der auf den 17. März einberufenen o. H.=V. der Bayeriſchen
Noten=
bank i München wird die Verteilung einer Dividende von wiederum
10 Prozent für das Geſchäftsjahr 1926 vorgeſchlagen.
Gerüchte über eine Fuſion der Erſten Pilſener Aktienbrauerei mit
der Bürgerlichen Bierbrauerei in Pilſen, werden von der
Erſtgenann=
ten als aus der Luft gegriffen bezeichnet.
Der Metallarbeiterverband hat den Schiedsſpruch ſür die
Metall=
induſtrie der nordweſtlichen Gruppe angenommen.
Nach der Veröffentlichung des ſtatiſtiſchen Reichsamtes ſtellt ſich
im dritten Viertel des Rechnungsjahres 1926 (Oktober—Dezember) der
Steuerwert der geſamten Tabakſteuerkategorien auf 159 904 667 RM.
Am 24. Februar beginnen in Saarbrücken die Verhandlungen
zwiſchen den ſaarländiſchen Gewerkſchaften und der franzöſiſchen
Gruben=
verwaltung über die Lohnfragen des Saargebietes.
Der Abſchluß der ſchwediſchen Telephon= und Telegraphen=
Geſell=
ſchaft erbrachte im Jahr 1926 einen Reingewinn von 18 099 948 Kr.
Die Einnahmen betragen 82961 791 und die Ausgaben 64 861 843 Kr.
Der ſchwediſche Reichsbankausweis per 19. Fwruar zeigt einen
Metallbeſtand von 222 939 200 Kr. Inlandswechſel betragen 127 311 893
Kr., Auslandswechſel 97 983577 Kr., Banknoten 438 062219 Kr. und
Depoſiten 119 961 408 Kr.
An der Amſterdamer Börſe ſind Gerüchte verbreitet worden üben
die bevorſtehende Ausgabe von 9 Millionen Gulden 6prozentiger
kumu=
lativer Vorzugsanteile der Enka (Grſte Niederländiſche
Kunſtſeide=
fabrik) in London. Bei der Verwaltung konnte man weder eine
Be=
ſtätigung noch ein Dementi dieſer Gerüchſte erhalten.
Die britiſchindiſche geſetzgebende Verſammlung hat den Vorſchlag
für weitere Schutzzölle auf eingeführten Stahl abgelehnt.
Am 1. März läuft die Friſt zur Erhebung polniſcher Ausfuhrzölle
für Roggen und Roggenmehl ab. Die Regierung iſt in Erwägungen
darüber eingetreten, ob ſie über dieſen Termin hinaus dieſe
Export=
beſchränkung beſtehen laſſen will.
Die bedeutenden New Yorker Verſandfirmen Cloak Inc. und Bellag
Heß Company haben fuſioniert. Vorſitzender des neugebildeten
Zu=
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Daseins und zeigt, wie die Allgewalt der Natur d-5
von Idealismus für die erhabene Bergwelt erfülltei
Menschen in ihren Bann zwingt, ja ihnen zun
Schicksal wird. Die Aufnahmen sind von üben
wältigender Schönheit. Leni Rlefenstahl g
staltet die weibliche Rolle wunderbar, Louß:
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verleihen dem Film durch ihre Unerschrockenhet!
und sportlich hervorragende Leistungen das Uebe-, was je geleistet wurde. Die so fein
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einstimmende musik. Leistung liegt in Händen ds
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Donnerstag, den 24. Februar 1927
abends 7 Uhr
Haus Herzenstod
Komödie in 3 Aufzügen von Bernaro Sha
In Szene geſetzt von Jakob Geis
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Kapitän Shotover.
Max Nemes
LadyAriadn=
ſeine
Utterword
Beſſie Hoffart
beſivne Hushabye/ Töchter
Maria Fein
Hector Hushabhe,Heſiones
Gatte . . . . . . . . . Robert Klupp
Randall Utterword,
Ariadnes Schwager . . (rnſt Rottluff
Ma ziui Dunn
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Ellie, ſeine To hter
Mangan . . .."
Ein Einbrecher ..
Guineß, Amme
Kaete Foerder
Paul Maletzki
Hans Epskamp
Mara. Carlſen
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Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 1 bis 10.
Eintritt der Mieter in den Zuſcha
nur gegen Vorzeigung der Mietkarz 4i
Nach dem erſten Akt findet eirn zel
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Anfang 7 Uhr
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Freitag, 25. Febr. D 14. Dek Tronsvullk.
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 1—10
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Samstags=Fremdenmiete (7. Vo fun ſigl
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Sonntag, 27. Februar A 13. Dic Weer”
mans. Anfang 7 Uhr. Preiſe 1—20h
Kleines Haus
Donnerstag, den 24. Februar.!
abends 7 Uhr
Zuſatzmiete VI, 12 Schülermiet, 7h
Neut einſtudiert und neu inſzeil
König für einen Ti
(Wenn ich König wärdd
Komiſche Oper in 3 Akten von Sdelſty
und Breſil. Muſik von Adolf um
Ueberſetzt und für die deutſche Ank
bearbeitet von Paul Wollf
Muſikaliſher Leiter: Max Ha54
In Szene geſetzt von Oscar Fru hluh
Bühnenbild: Lothar Schenck vor /
Perſonen:
Moſſoul, König von Goa . Leo B=ruhſich
Prinzeſſin Neméa, ſeine
Couſine . . . . . . . . Joh. Eltehlim
Prinz Kadoor, ſein Vetter. Alfred Fen
Bephoris, ein armer Fiſcher Joſe Erlner
Zelide, ſeine Schweſter. S. Mülle=ſſgchi
Piféar, ein Fiſcher . . . Eugen ſi.
Bizél, Küſtenaufſeher . . Heinrte u01n
Atar, Kriegsminiſter . . Werne‟ /Aarſſ
Fſali, Leibarzt des Konigs. Har3e!/
Der Grozadigar . . . . . Adolf
Chriſts/ Mbus
Ein Sklave ...
Brahminen
RudolFselletz
Ot o Ken
Carl E‟
Oscar zueert,
Chöre: Berthold Sande-
Spielwart Fritz Wilde
Preife der Plätze: 1 bis 6.I
Eintritt der Mieter in den Zuſch:seahn
nur geg. Vorzeigung der Mietkazu /chſſt
Pauſen nach dem 1. und 2—2
Ende 14hhr
Anfang 7 Uhr
Freitag, 25. Februar. Keine Vo Füllng.
Samstag, 26. Febr. H (Bühnen uund)
Der Glasſchrank. Anfang 8 u .Bbreie
1—4 Mk.
onntag, 27. Februar, vorm. ühr
Heitere Matinee Soliſten:
Leha de Preiſe au 80 Pfg. —ſetiud”
7½a Uhr. Volksvorſtellung z eerlällten
Preiſen. Der Raub der Sab ee
Preiſe 0.50. 1.—, 150, 2— 9*
ſikhen.”
„Hier möchte ich nicht wohnen, Fritz. Weißt du noch, als
geſtern durch Aragonien fuhren? Dort wohnen die Menſchen
der Erde. In Katakomben.”
ſrummer 55
Oer Ritt in die Sonne.
Donnerstag, den 24. Februar 1927
Seite 15
Roman von Paul Roſenhayn.
(Nachdruck verboten.)
Viertes Kapitel.
ritz Jacobſen und Jonny Reimers ſtanden auf dem Berge
iebo und blickten hinab auf die Stadt Barcelona. Zu ihren
ten lag das Lund Katalonien, ein unendlicher Garten, der ſich
us bis zum blauenden Meer. Dort drüben raſte der
Puls=
lu des ungeheuren Hafens, hämmerte die Arbeit der Werften,
weiße Schiffe in die Ferne.
zm Norden, nur undeutlich aus den Wolken ſchimmernd,
zm die Gipfel der Pyrenäen. Dort, hinter ihren felſigen
ke, liegt Frankreich. Irgendwo in jenen Weiten dämmert
MTorgen über der Stadt Paris".
Eine Zahnradbahn klettert durch ſtrotzendes Grün einen
g hinauf wie ein emſiges Inſekt. Das iſt der Berg Mont=
Eon der Kirche Santa Maria del Mar kommen elf
Glocken=
fite. Elf Schläge hallen dumpf und ehern über das Land.
ritz riß ſeine Augen von dem ſchimmernden Bilde los und
ke leiſe:
„ir wollen in die Stadt gehen.”
Fonny nickte. „Man wird wahrhaftig ſentimental, Fritz,
hn man ſoviel Schönes ſieht.”
Sie gingen die gewundenen Wege hinunter. Surrend liefen
ſinen in baufälligen Häuſern mit kleinen, blinden Fenſtern.
„Wollſpinnereien,” erklärte Fritz. „Barcelona hat viel
Textil=
uErie."
Du weißt doch alles.”
Sie ſchlenderten der Stadt zu. An der Kathedrale erblickten
mt Erſtaunen die Figur eines überlebensgroßen Nußknackers,
Nund und Augen auf= und zumachen konnte.
„anu? Was bedeutet das? Und ausgerechnet an einer
te?"
Fritz zuckte die Achſeln. „Ein Land, deſſen Seele wir nicht
„Das macht, weil es ſo heiß iſt, daß man es in dieſer
baum=
loſen Steppe nicht aushalten kann, ohne irrſinnig zu werden.”
„Um ſo ſchlimmer.”
„Die Katakomben haben wenigſtens elektriſches Licht,”
lachte Fritz.
Da war die Plaza de Catalung. Dort drüben lag das Hotel
Colon.
„Wir dürfen uns nicht ſehen laſſen,” ſagte Fritz, „du nicht,
ich nicht.” Er winkte den Portier heran. „Sprechen Sie deutſch?”
Der ſchüttelte den Kopf. „Nur ſehr wenig. Aber hier dieſer
junge Commiſſionario iſt ein Deutſcher, glaube ich. — He,
Deutſcher, komm mal ſchnellſtens her!”
Ein junger Mann kam voller Würde auf die beiden zu. Er
zog mit kaſtilianiſcher Grandezza den Hut und murmelte etwas,
was die beiden nicht verſtanden; dann, indem er ihnen ins
Ge=
ſicht blickte, fragte er:
„Die Herren ſind Deutſche?”
„Allerdings,” ſagte Fritz.
„Das iſt herrlich. Ich habe die Ehre, ebenfalls ein Deutſcher
zu ſein. Sie geſtatten: Hermann Mackenroth.”
„Sehr angenehm."
„Haben die Herren irgendwelche Wünſche? Ich ſtehe völlig
zu Ihrer Verfügung.”
„Wir möchten gern wiſſen,” ob der Marquis d’Orſay aus
Paris ſchon angekommen iſt. Er hat Zimmer in dieſem Hotel
beſtellt.”
„Sofort.” Herr Mackenroth verſchwand und kam nach zwei
Minuten mit dem Beſcheid zurück: der Marquis ſei noch nicht
eingetroffen.
Ein wenig enttäuſcht faßte Fritz in die Taſche. Aber Herr
Mackenroth wehrte ab. Mit dem liebenswürdigen Stolz dieſes
Landes, deſſen Art ſichtlich auf ihn abgefärbt hatte.
„Nicht eine Peſeta, mein Herr, nicht einen Centimo.”
„Aber Herr Mackenroth! Ich kann mir doch nichts von
Ihnen ſchenken".
Herr Mackenroth ſchüttelte den Kopf, und ein erhabenes
Lächeln trat auf ſeine Züge.
„Einen anderen Vorſchlag, mein Herr: heute iſt Stiergefecht.
Ich führe Sie hin. Wollen Sie?”
„Was ſoll man ſonſt machen?” nickte Jonny achſelzuckend.
„Gehen wir ſchon.”
Die Lanzenreiter mit ihren weißen Hüten, das glänzende
Haar zu Zöpfen geflochten, ſtrömen in den Zirkus: zu Fuß, zu
Pferde. Ihre Gewänder leuchten in der Sonne: grün, gold, rot,
ein Rauſch der Farben.
Die Arena iſt erfüllt von Menſchen; unabſehbar, endlos
türmen ſich die Galerien.
„Hundertfünfzigtauſend Perſonen, ſagt Herr Mackenroth.
Der Stier tritt durch das Tor ein, das ſich weit öffnet.
Das rote Tuch leuchtet auf. Er blickt hinüber, duckt den Kopf.
raſt darauf zu.
Dann, kurz vor dem Ziel, ſchickt er aus ſeinen tiefen
Tier=
augen einen Blick auf die Menſchen. Kein Zweifel: er ſtutzt.
Er wittert die Falle. Zögernd wendet er ſich um.
Das paßt nicht ins Programm. Die Picadores ſchleichen
ihm nach, klatſchen in die Hände, rennen an ihm vorüber, drehen
ſich um, lachen. So wie Kinder einander necken.
Der Stier ſieht ſie böſe und mißtrauiſch an; mürriſch,
viel=
leicht von geheimer Angſt erfüllt, wendet er ſich ab.
Ein Reiter ſauſt haarſcharf auf ihn zu, ſticht nach ihm, dreht
ebenſo ſchnell wieder zur Seite. Der Stier ſenkt den Kopf, jäh
rennt er dem Pferd die Hörner in den Bauch. Faſt hörbar birſt
das Fleiſch auseinander; Eingeweide quellen hervor.
Das Pferd ſtöhnt. Man rafft Stroh vom Boden, ſtopft es
in den blutenden Bauch; ein Mann mit Nadeln und Faden
er=
ſcheint, näht die Bauchdecke mit flinken Händen zu.
Das Pferd will ſich zitternd ducken. Man ſchlägt ſo lange
auf es ein, bis es wieder in die Mitte der Manege haſtet, die
irren Augen auf den Feind gerichtet.
Ein zweites, ein drittes Pferd nimmt der Stier aufs Korn;
blutend wanken ſie zur Seite.
Neue Picadores und Banderillos erſcheinen auf dem Plau
— vielfarbig leuchten ihre Kleider. Der Stier blickt mit einem
ſeltſamen Gemiſch von Staunen und Furcht ihnen entgegen. Er
bleibt ſtehen.
Lanzen fliegen zu ihm hinüber; das Blut rinnt ihm vom
Körper nieder, Lachen bilden ſich auf dem Boden.
Der Stier wendet, geht langſam in den Hintergrund.
Die Menge beginnt zu pfeifen. Dieſer Stier enttäuſcht ſie.
Nun tritt der Meiſter in die Arena. Sein Kleid ſchimmert
weiß und rot, darüber trägt er eine goldene Jacke. Er wirft die
Mütze in den Sand und geht auf den Stier los.
Den Gegner ſcharf im Auge, ſpielt er ihm mit dem Degen
im Geſicht herum, ſo wie zum Spaß. Dann, plötzlich, mit einem
Triumphlaut, ſticht er ihm den Degen in den Leib.
Der Stier, völlig faſſungslos, macht einen Moment Miene,
auf den Angreifer loszugehen. Dann wankt er. Man glaubt,
er werde umſinken.
Nein, er rennt, den Degen im Leib, von dannen.
Sein Peiniger hinter ihm her. Er zieht den Degen aus dem
Körper — ein Blutſtrom ſchießt hervor.
Das Publikum jubelt.
Aber der Stier iſt ſchwach geworden. Vielleicht iſt er auch
verwirrt im Gehirn, und der Anblick der vielen Tauſende macht
ihn völlig ſcheu. Er geht nicht zum Angriff über.
Wieder beginnt man, das halbtote Tier zu peinigen. Noch
ein tiefer Stich — der Torero zieht den Degen heraus; im
glei=
chen Augenblick ſtürzt der Stier zu Boden, während wie ein
Springbrunnen das Blut aus ſeinem Körper ſteigt.
Verächtlich ſchafft man den Kadaver hinaus.
(Fortſetzung folgt.)
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Tatdt
Während dieser drel Tage gewähren wir auf alle von uns
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Dat a
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Seite 16
Donnerstag, den 24. Februar 1927
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