Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte. Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 40
Mittwoch, den 9. Februar 1927.
190. Jahrgang
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jede Verpſlichtung auf Erfüllung der
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uſträge und Teiſtung von Schadenerſa
Bei
Konkurs oder
F
ſchtlicher, Beltrelbur
der
Rabatt weg. *
Wonto: Deutſche Banl und
Damm=
ſtädter und Natonabanl.
Ein neuer deutſch=polniſcher Konflikt.
Polniſche Provokationen.
Deutſche Vorſiellungen in Warſchau. / Polens
Antwort: Erneute Ausweiſung von
Reichs=
deutſchen aus Oberſchleſien.
Kattowitz, 8. Februar.
Die polniſche Regierung hat, entgegen ihrer bisherigen
Zu=
ſage, die Ausweiſung der deutſchen Beamten der
Oberſchle=
ſiſchen Kleinbahn=Elektrizitäts=Aktien=Geſellſchaft noch
zurückzu=
halten, nunmehr drei Beamte ausgewieſen. Dieſe Maßnahme
ſtellt eine äußerſte Verſchärfung der deutſch=
pol=
miſchen Niederlaſſungsverhandlungen dar, ſo daß
raum noch Hoffnung beſteht, dieſe Verhandlungen weiterzuführen.
* Das deutſch=polniſche Nachbarverhältnis hat durch das
Höchſt eigenartige Verhalten der Warſchauer Regierung eine nicht
einerhebliche Trübung erfahren. In den letzten Tagen und
Wochen iſt die Reichsregierung wiederholt bei der polniſchen
Regierung wegen der Verfolgungen und beabſichtigten
Aus=
veiſung von Reichsdeutſchen aus Polniſch=
Oberſchleſien vorſtellig geworden. Der diplomatiſche
Ver=
jmeter des Reiches iſt immer wieder mit hinhaltenden Antworten
bgeſpeiſt worden, bis ſchließlich das geſchäftsführende Kabinett
ſerrn Rauſcher in der vorigen Woche anwies, nun etwas
nach=
rücklicher als bisher Polen darauf aufmerkſam zu machen, daß
lie gegenwärtige Situation endlich nach der einen oder anderen
Seite geklärt werden müſſe; es ſei unhaltbar, in einem Augen=
Kick, in dem beide Staaten über den Abſchluß eines
Handels=
tertrages miteinander verhandeln und dabei auch das Nieder=
Irſſungsrecht erörtern, dieſe Verhandlungen durch Ausweiſungen
zu ſtören. Herr Rauſcher hat das getan und gleichzeitig auf das
zwiſchen Polen und Deutſchland abgeſchloſſene Gentleman=
Agre=
ment hingewieſen, das beide Staaten verpflichtet, während dieſer
erhandlungen keinerlei Ausweiſungen” vorzunehmen.” Er. iſt
uper wieder auf polniſche Ausflüchte geſtoßen und hat zunächſt
nur durchzuſetzen vermocht, daß die Ausweiſung der leitenden
Teamten der Oberſchleſiſchen Kleinbahn=A.=G. noch nicht
vorge=
yommen werde. Erſt in 14 Tagen wollte man ſich darüber
ent=
ſcheiden, was mit dieſen Beamten geſchehen ſolle. Der deutſche
Ceſandte hat daraufhin dem Miniſterpräſidenten Barthels ein
Memorandum überreicht, um nochmals auf den Ernſt der
Eätuation hinweiſend, darauf aufmerkſam zu machen, daß ſich aus
dm Verhalten Polens Deutſchlands Haltung ergeben müſſe.
Damit war ſeine diplomatiſche Aktion zunächſt erledigt. In
Barſchau aber hat man ſich die Dinge ſehr raſch wieder anders
ü erlegt und die letzten deutſchen Vorſtellungen
ſeßt mit der Ausweiſung der in Frage kommenden Beamten
Ryntwortet, die bereits polniſches Hoheitsgebiet verlaſſen haben.
Deſe polniſche Maßnahme hat in Berliner diplomatiſchen Kreiſen
tößte Empörung hervorgerufen, um ſo mehr, als ſich das Reich
le Mühe gegeben hat, mit Polen zum Abſchluß eines
Handels=
ertrages zu gelangen und ſich immer wieder auf die polniſchen
Vänſche und Forderungen einließ, die — was ſchon längſt kein
5eHeimnis mehr iſt — nur deswegen vorgetragen wurden, um
itVerhandlungen zu erſchweren und immer wieder
hinauszu=
dern. Deutſchland hat rotz alledem nichts unverſucht gelaſſen,
m. mit dem öſtlichen Nachbarn in geordnete Beziehungen zu
om=men. Das iſt durch die Schuld Polens nicht gelungen, das
un auch für die Folgen aufkommen muß. Es iſt anzunehmen,
U die Reichsregierung nunmehr nicht zögert und der
War=
hauer Regierung mitteilen laſſen wird, daß ſie angeſichts des
erhaltens Polens kein Intereſſe mehr hat, die Verhandlungen
ur den Handelsvertrag und das Niederlaſſungsrecht
weiterzu=
en. Sie dürften damit abgebrochen ſein und von deutſcher
eicke jedenfalls nicht eher wieder aufgenommen werden, bis
dlen greifbare Sicherheiten und Garantien dafür liefert, daß es
ne Politik der Schikane endlich aufgegeben hat. Das Verhalten
dens wird der Reichsregierung vermutlich auch Veranlaſſung
ben, ſich beſchwerdeführend an den Völkerbund zu wenden,
mit dieſer ſich einmal mit dem unerhörten Verhalten dieſes
Smitgliedes beſchäftigt, das bisher noch immer nicht den
eweis dafür zu erbringen vermocht hat, daß es würdig und
ſis iſt, einen Platz im Rat auszufüllen.
Polens Entdeutſchungspolitik.
Berlin, 8. Februar.
Wir wir erfahren, beſtätigt es ſich, daß die polniſche Regie=
- trotz der Vorſtellungen des deutſchen Geſandten in
War=
ſu. die Ausweiſung der deutſchen leitenden Beamten der
jefſchleſiſchen Kleinbahn=A.=G. nicht zurückgenommen hat. Die
unſchen haben das polniſche Staatsgebiet bereits verlaſſen
ſen. Die Demarche des deutſchen Geſandten erfolgte bei dem
huſſchen Min’ſterpräſidenten Bartels und die Entſcheidung iſt
ider polniſchen Regierung als Geſamtheit gefaßt worden.
daplomatiſchen Kreiſen Berlins empfindet man dieſe Haltung
wolniſchen Regierung als eine ſcharfe Brüskierung, ſo daß die
der deutſchen Demarche angedeuteten Konſequenzen unver=
9ſich ſein dürften. Die polniſche Regierung gibt damit zu,
ſie auf weitere Verhandlungen, ſoweit ſie die Frage der
darlaſſung von Deutſchen in Polen zur Ausübung ihres
us betreffen, keinen Wert mehr legt.
Emer weiteren Meldung aus Kattowitz zufolge iſt die deutſche
ſcberde von den Polen mit der Begründung abgelehnt
wor=
wie deutſchen Beamten, hätten ſeit zehn Monaten gewußt,
ſchre Aufenthaltserlaubnis nunmehr zu Ende ſei. Es hat
wber herausgeſtellt, daß ein polniſcher Direktor der Klein=
Slektrizitätsgeſellſchaft hinter dem Rücken der deutſchen
Suoren eigenmächtig die Verlängerung der Aufenthaltsgeneh=
migung für die deutſchen leitenden Beamten nur bis Ende 1926
nachgeſucht hat. Die Ausweiſung der deutſchen Beamten
offen=
bart ſich alſo als ein ſchon im vergangenen Frühjahr zwiſchen
dem polniſchen Direktor der Geſellſchaft und dem oberſchleſiſchen
Wojwoden abgekartetes Intriguenſpiel, das ganz im Syſtem der
Entdeutſchungspolitik in den oberſchleſiſchen Betrieben liegt.
Die Ausweiſungen unwiderruflich?
Zu der Ausweiſung der drei leitenden Beamten der
ober=
ſchleſiſchen Kleinbahn=Aktiengeſellſchaft erfährt die Telegraphen=
Union von der genannten Geſellſchaft ſelbſt, daß die Ausweiſung
bereits am geſtrigen Montag erfolgt iſt. Es handelt ſich um die
Herren Dr. Grottian, Regierungsbaumeiſter Dr. Dreyzenner und
Dr. Jeſſen. Auf die Vorſtellungen des deutſchen Geſandten in
Warſchau habe der polniſche Innenminiſter den Beſcheid erteilt,
daß gegen die Verfügung des ſchleſiſchen Wojwoden nicht
anzu=
kämpfen ſei und es bei den Ausweiſungen bleibe. (!)
Ein neuer polniſcher Willkürakt.
Nach einer Meldung aus Kattowitz wurde das
Vorſtands=
mitglied Eichholz der Lignoſe=Aktiengeſellſchaft in Kattowitz
von ſeinem Poſten enthoben. Eichholz hat von den polniſchen
Behörden den Befehl erhalten, das polniſche
Staatsgebiet zu verlaſſen.
Kanzler=Sorgen.
Die Beſchuldigungen gegen Keudell.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Unterſüchung gegen den Innenminiſter von Keudell, die
durch den Reichskanzler ſelbſt geführt wird, ſcheint unmittelbar
vor dem Abſchluß zu ſtehen. Man rechnet in parlamentariſchen
Kreiſen damit, daß die Durchſicht der Akten aus dem Jahre 1920
nichts ergeben wird, was den Reichskanzler veranlaſſen könnte,
Herrn von Keudell aufzufordern, aus dem Kabinett
auszu=
ſcheiden. Aber auch die anderen gegen Herrn von Keudell
er=
hobenen Vorwürfe werden vom Kanzler nachgeprüft. Sie haben
im Fall Buchrucker bereits ergeben, daß Keudell ſich nicht für den
Küſtriner Putſchiſten verwandt, ſondern dem Reichswehroberſt
Gudovius ſeinen Dank dafür ausgeſprochen hat, daß er durch
ſeine Haltung gegenüber dem Putſchverſuch von ſeinem
Heimat=
kreis, in dem Königsberg liegt, ſchwere Unruhen abgewandt habe.
Von den Gegnern Keudells wird inzwiſchen mit neuem Material
aufgewartet. Der Jungdeutſche Orden macht in ſeinem Organ
auf „abenteuerliche Diktaturpläne” aufmerkſam, in die Keudell
im Jahre 1926 verwickelt geweſen ſei und gegen die ſich ein
Mit=
glied des Jungdeutſchen Ordens gewandt habe, den man dann in
die geſellſchaftliche Acht getan habe. Zu dieſen Behauptungen
wartet der „Vorwärts” mit einem Auszug aus der bekannten
Denkſchrift Mahrauns auf und ſtellt zu dieſen abentenerlichen
Plänen feſt, daß im Januar 1926 in der Neumark ein Leutnant
Preuß verſucht habe, militäriſche Formationen aufzuſtellen. Weil
auf Grund der ganzen politiſchen Lage der Reichspräſident
an=
geblich genötigt ſei, von Artikel 48 der Reichsverfaſſung Gebrauch
zu machen, ſo ſei mit einer Diktatur zu rechnen. Zur
Durchfüh=
rung dieſer Diktatur reiche jedoch die Reichswehr nicht aus; es
müßten neue Formationen aufgeſtellt werden. Dagegen wandte
ſich das Ordensmitglied von Treskow. Es wurde ihm
infolge=
deſſen unter Mitwirkung von Keudell die geſellſchaftliche Acht
angedroht. Die Unterſüchung des Kanzlers wird ſich auch auf
dieſen Fall zu erſtrecken haben, um feſtzuſtellen, ob die vom
Jung=
deutſchen Orden aufgeſtellten Behauptungen zutreffen.
Wirths Seitenſprung.
Der Reichsparteiausſchuß der Zentrumspartei wird am
kom=
menden Sonntag in Berlin zuſanmentreten. Am Tage zuvor
wird der Reichsparteivorſtand tagen. Man mißt der
Ausſchuß=
ſitzung inſofern beſondere Bedeutung bei, als ſie ſich
hauptſäch=
lich mit der Haltung des Herrn Dr. Wirth während der
Ab=
ſtimmung über das Vertrauensvotum für die Reichsregierung
beſchäftigen wird, und zwar unter dem Geſichtswinkel der
Wieder=
herſtellung der Geſchloſſenheit der Fraktion. Es iſt unmittelbar
nach der entſcheidenden Reichstagsſitzung darüber geklagt
wor=
den, daß Herr Dr. Wirth eigene Wege ging und gleichzeitig
dar=
auf hingewieſen, daß man ſich mit ihm noch beſonders
beſchäf=
tigen müſſe. Das ſoll nun am Sonntag geſchehen. Das
Ber=
liner Zentrumsorgan, die „Germania”, nimmt bereits zu der
Reichsparteiausſchußtagung Stellung und gibt nochmals ihrem
Vedauern Ausdruck, daß die Einmütigkeit der Fraktion, daß die
Einheit der Fraktion durch die Haltung Dr. Wirths nicht ge=
werden konnte,
luch in der Fraktion habe die Haltung Dr. Wirths
begreif=
weiſe Mißſtimmung hervorgerufen. „Nachdem Herr Dr.
h ſich an den Vorverhandlungen in dankenswerter Weiſe mit
beteiligt hat und auch an dem Manifeſt und den Richtlinien
earbeitet hatte,” ſchreibt das Blatt, „durfte man erwarten, daß
nicht gegen eine Regierung ſtimmen würde, die dieſe
Richt=
n zur Grundlage ihres Programmes gemacht hat. Nun
gewiß die Rede Weſtarps und der Zwiſchenfall Keudell die
be des Ja=Zettels für dieſe Regierung nicht eben leicht
ge=
t, aber in den Zentrumsreden, iſt in beiden Fällen der
dpunkt der Partei in ſolch entſchiedener Weiſe gewahrt
wor=
daß dieſe Bedenken hinter die Fraktionsdiſziplin und die
endigkeit des geſchloſſenen Handelns hätten zurücktreten
n. Wir befinden uns ſicher in Uebereinſtimmung mit der
großen Mehrheit der Zentrumswähler, wenn wir der Hoff=
Ausdruck geben, daß das politiſche Gewicht, das die
Zen=
sfraktion in dieſer Koalition in die Wagſchale zu werfen hat,
rhin nicht durch Sonderaktionen geſtört wird.”
Reichserziehungswoche 1927
Rückſchau und Ausblick.
Von
Direktor Walter Schwarz=Breslau.
Die vierte Reichs=Erziehungswoche iſt abgeſchloſſen.
Seitdem der Reichs=Elternbund in Verbindung mit anderen
großen Organiſationen regelmäßig im Anfang des Jahres zur
Reichs=Erziehungswoche aufruft, iſt ſie in ſteigendem Maße zu
einem Sammelpunkt der evangeliſchen Elternſchaft und der
Er=
ziehungs= und ſchulpolitiſchen Intereſſen geworden. Die
Reichs=Erziehungswoche iſt Sitte geworden.
Viel=
fach haben die Kirchen die Einrichtung der
Erziehungs=
ſonntage mit ihr verburden. Ein Strom neuen Lebens,
neue Impulſe und Antriebe werden durch die Reichs=
Erziehungs=
woche in Stadt und Land geweckt. Die Erziehung der
kommen=
den Generation iſt eine alle Stände verbindende
Angelegen=
heit. Vaterſorge und Mutterliebe wohnen in Schloß und Hütte.
Ob die Kinder auf höhere Schulen oder auf die Volksſchule gehen,
Erziehungsprobleme gibt’s überall. So iſt es bezeichnend, daß
z. B. in Breslau auch die evangeliſchen Akademiker ſich in der
Reichs=Erziehungswoche von dem früheren Vizepräſidenten des
Provinzialſchulkollegiums in Magdeburg, Dr. Waßner, über die
Pädagogik in Vergangenheit und Gegenwart referieren ließen.
Eine ſtarke pädagogiſche Welle macht ſich geltend. In einzelnen
Kreiſen haben Dorf für Dorf Elternverſammlungen
ſtattge=
funden, ſie ſind über die Kreiſe der Eltern hinaus zu
eindrucks=
vollen Gemeindeverſammlungen geworden. Zu beſonderen
Kund=
gebungen wurden die Verſammlungen in den Hauptſtädten. Von
Königsberg nach Stuttgart, von Breslau nach Braunſchweig, von
Dortmund nach Stettin konnte man auch in dieſer Reichs=
Erzie=
hungswoche die Bewegung verfolgen. Pädagogen, kirchliche
Führer und Parlamentarier, ſo Geh. Rat Dr. Runkel, M. d. R.,
und der Vizepräſident des ſächſiſchen Landtages, Prof. Dr.
Hick=
mann, Generalſuperintendent D. Kähler u. a. ſind hervorzuheben.
Die brennenden Aufgaben der Einzel= und der
Volkserzie=
hung haben zum Zuſammenſchluß in Elternbünden
geführt, die im Reichsverband evangeliſcher Eltern= und
Volks=
bünde (Reichs=Elternbund) ihre Geſamtvertretung gefunden und
in 18 Landes= und Provinzialverbänden ein dichtes Netz von
über 4000 Ortsgruppen über ganz Deutſchland gezogen haben.
Erziehungsfragen ſind von ſchulpolitiſchen Fragen nicht zu
trennen. Je tiefer und ernſter die Elternpflicht gefaßt wird, um
ſo zwingender iſt die Bejahung auch des Eltern rechts, an der
Geſtaltung des öffentlichen Schulweſens mitzuwirken. So iſt noch
jede Reichs=Erziehungswoche, mag ſie ſich, wie die diesjährige,
mit Peſtalozzi beſchäftigt haben oder wie früher mit der
Familien=
erziehung, naturnotwendig ein Bekenntnis zur
evan=
geliſchen Schule geweſen. So gewiß es dieſelben Kinder
ſind, um die es ſich in Schule und Haus handelt, ſo gewiß das
Leben eine Einheit iſt, die nicht zerfallen darf, wenn Menſch und
Volk nicht zugrunde gehen wollen, wirkt beides, öffentliches
Leben und perſönliches Leben, aufeinander und muß gleichzeitig
aufgefaßt werden. Umgekehrt iſt keine Reichs=Erziehungswoche
vergangen, die nicht zugleich eine Mahnung geweſen wäre: Von
Elternrecht iſt nur dort die Rede, wo Elternpflicht erkannt
und geübt wird.
In der Elternbewegung meldet ſich ein Neues im
deut=
ſchen Volksleben an. Aeußere Umſtände und innere Motive
haben zuſammengewirkt, um ſie zu einem gewichtigen Faktor in
den kulturpolitiſchen Auseinanderſetzungen der Gegenwart zu
machen. Antriebe aus den Tiefen der Religion, ein neues
Ver=
antwortungsbewußtſein von Vater und Mutter haben mit der
grundlegenden Veränderung unſeres Staatsweſens, die die
Ent=
ſcheidung auf die Schultern des Volkes legte, dazu geführt, daß
die Elternſchaft ſich ihrer ſelbſt bewußt wurde und in Verfaſſung
und Geſetz Wirkungsmöglichkeiten erhielt, die im Intereſſe einer
geſunden Volksgemeinſchaft aufs lebhafteſte zu begrüßen ſind.
Denn nun tritt neben die Parteien und die wirtſchaftlichen
Intereſſentengruppen eine neuartige Bindung, ohne Rückſicht
auf Partei und wirtſchaftliches Intereſſe, zuſammengehalten durch
ein im Gewiſſen wurzelndes Kulturideal. Die
Entwick=
lung, die man bereits in verſchiedenen Ländern, ſo Thüringen
und Bayern, verfolgen kann, für die auch in Preußen Anfänge
ſpürbar ſind, daß nämlich die Elternſchaft als ſolche mehr als
bisher in den Elternbeiräten an der Schulverwaltung teilnimmt,
ſo durch beſondere Vertretung in der Schuldeputation, durch
Bildung von Provinzial= und Landes=Elternbeiräten, iſt
bemer=
kenswert und hat gerade durch die Peſtalozzi=Erziehungswoche
1927 eine ſtarke Förderung erhalten. Der Staat wird das um
ſo mehr begrüßen, als eine ſtärkere Hineinziehung der
Eltern=
ſchaft in die volkserzieheriſchen Aufgaben, eine auf größerer
Ver=
antwortung beruhende freudige Anteilnahme der Elternſchaft am
öffentlichen Schutweſen in ſeinem Intereſſe liegt. Es iſt ein
Geheimnis der Stein=Hardenberg’ſchen Reformen geweſen, durch
Uebertragung von Verantwortung Aktivität und Staatsbejahung
zu wecken, es wird auch heute keinen anderen Weg geben.
Damit wird auch dem inneren Frieden gedient. Er wächſt
nur auf dem Boden der Freiheit. Seit faſt acht Jahren
for=
dert die chriſtliche Elternſchaft eine Reichs=
Schulgeſetz=
gebung, die auf dem Grund der Gewiſſensfreiheit und des
Elternrechts Ordnung und Frieden ſchafft. Sie hat auch während
der 4. Reichs=Erziehungswoche angeſichts der nunmehr
heran=
nahenden Entſcheidung nachdrücklich an die Zuſage der
Verfaſſung erinnert. Sie ſieht die Möglichkeit, daß gerade, wenn
Freiheit und Elternrecht geachtet werden, dem Staat das Seine
wird: eine Staatsſchule, die, jeweils von den großen
Kultur=
kreiſen uinſeres Volkes getragen, die Freudigkeit zum Staat
för=
dern wird, die nicht erzwungen werden kann, durch Verſuche aber,
bis in die letzten Tiefen gehende Unterſchiede der Lebens= und
Weltanſchauung zu nivellieren, notwendig zerſtört werden muß.
*) Im Hinblick auf das kommende Reichsſchulgeſetz dürfte eine
gründ=
liche Erörterung des Schulproblems von ſtarkem Intereſſe ſein, und wir
beabſichtigen daher, Vertretern der verſchiedenen Richtungen bei uns
das Wort zu geben, ohne daß wir uns dadurch mit dem Standpunkt des
jeweiligen Verfaſſers identifizieren.
Seite 2
Mittwoch, den 9. Februar 1927
Nummer 40
„Für evangeliſche Kinder die evangeliſche Schule mit
evan=
geliſchen Lehrern”, das iſt für die evangeliſche Elternſchaft eine
Folgerung, die ſie aus Peſtalozzis Grundanſchauung für die
Gegenwart zieht, die jedes Gebiet, auch die Wiſſenſchaft, die
Pädagogik und nicht minder das politiſche und ſozialpolitiſche
Leben in Beziehung zu Gott bringt. Dieſe Forderung meldet
die evangeliſche Elternſchaft gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt
erneut und nachdrücklich an, im Bewußtſein, daß ſie in dieſem
Ziel der Bekenntnisſchule auch mit der katholiſchen Elternſchaft
eines Willens iſt. Sie wird nicht ruhen, bis ſie erfüllt ift, un
ſich dann ungeſtört den großen volkspädagogiſchen Aufgaben
wid=
men zu können. Mag man Geſetze ſchaffen und gutheißen als
Dämme gegen die alle Erziehungsarbeit zerſtörenden Fluten
innerer Auflöſung, die eigentliche Arbeit bleibt zu tun innerhalb
der Dämme in aufbauender, geneinſchaftsbildender Kraft. Dieſe
Arbeit kann der Staat ſchützen, aber nicht ſelber übernehmen, ſie
wird zu allermeiſt geleiſtet in der Familie — „Vaterhaus, Schult
der Sitten und des Staates” —, in der Volksbildung als „
Bil=
dung zum Volk”, im Lutheriſchen, nicht im Voltaireſchen Sinn.
Kein Zweifel, neues, zukunftsfrohes Leben regt ſich in der
Elternbewegung, ſie iſt mehr als Ausdruck unſerer Zeit, ſie iſt
zukunftweiſend.
Peunruhigendefranzöſiſche Probleme
Die Wahlreform. / Die Arbeitsloſigkeit. / Die
kommuniſiiſche Gefahr.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Februar,
Je mehr die Debatte über die Wahlreform naht, um ſo ſchneller
vermehren ſich die Projekte für die neue Wahlordnung. Es wird
geradezu unheimlich: jeßes Lager und jede Partei veröffentlichen
neue Entwürfe, ſo daß man bald vor einem förmlichen Chaos
ſtehen wird. Die Regierung ſelbſt zeigt eine gewiſſe Neigung, die
Frage zu verſchieben, aber das iſt keine leichte Aufgabe. Die
Gegenſätze zwiſchen den einzelnen Gruppen und Grüppchen ſind
ſehr ſtark, was zu begreifen iſt, da es ſich hier wirklich um eine
parteipolitiſch außerordentlich wichtige Frage handelt. In
Regie=
rungskreiſen ſieht man deshalb mit einiger Beunruhigung der
Debatte entgegen. Bei aller Unklarheit der Lage iſt eine
beträcht=
liche Spannung in der Kammer feſtzuſtellen.
Die Angriffe gegen die Regierung wegen der zunehmenden
Arbeitsloſigkeit waren im allgemeinen ſehr heftig, die Repliken
Poincarés nicht minder. Seine Selbſtverteidigung, in der er
darauf hinwies, daß Caillaux ſchon die „grande penitence”, die
wirtſchaftliche Kriſe, vorausſagte, wirkte einigermaßen pikant. Es
iſt wahr, daß er gleich hinzufügte, daß die düſteren
Prophe=
zeiungen Caillaux’ ſich nur teilweiſe bewahrheitet hätten, was
ſchon daraus hervorgeht, daß heute in Frankreich die
Arbeits=
loſigkeit nicht größer iſt als in Friedenszeiten.
Die öffentliche Meinung iſt trotzdem einigermaßen unruhig
Auch über die kommuniſtiſche Gefahr hört man jetzt mehr ſprechen
als früher. Das iſt aber zum Teil auch auf die ſcharfe Agitation
der engliſchen Preſſe gegen den Kommunismus, welcher
unmerk=
lich auch in Frankreich ſeinen Einfluß ausübt, zurückzuführen.
Dabei zeigt die kommuniſtiſche Partei in Frankreich keine
über=
triebene Aktivität, abgeſehen davon, daß ſie den Sozialiſten mit
viel Ausdauer und recht intenſiv den Hof macht.
Die Scheiterung verſchiedener Verhandlungen mit Rußland
und die Verſchärfung des engliſch=ruſſiſchen Gegenſatzes — nach
hieſiger Auffaſſung ſoll der Abbruch der diplomatiſchen
Bezie=
hungen zwiſchen London und Moskau bevorſtehen — drückt hier
ſtark auf die Gemüter. Schon mit Rückſicht auf die chineſiſchen
Ereigniſſe will man hier eine Linksſchwenkung oder, wenn man
ſo will, Verſchärfung in der ruſſiſchen Außenpolitik konſtatieren.
Das verurſacht eine lebhafte Enttäuſchung und ſcheint auch die
Auf=
faſſung der franzöſiſchen Diplomatie über Rußland zu widerlegen.
Um die franzöſiſche Wahlrechtsreform.
Die radikale Kammergruppe beriet heute wiederum über die
Wahlrechtsreform und nahm eine Entſchließung an, in der die
Regierung aufgefordert wird, dem etwa von anderen Fraktionen
auf ſie ausgeübten Druck nicht nachzugeben und in ihrem
Reform=
plan den Grundſatz der Kreiswahlen beizubehalten. — Die
Demo=
kratiſch=Radikale Union beſchloß, ſich an die früher ſchon mit
großer Mehrheit im Senat gefaßte Entſcheidung zu halten,
was bedeutet, daß die Gruppe ſich für die Kreiswahlen
aus=
ſpricht. — Die demokratiſche Linke des Senats nahm einſtimmig
eine von ihrem Präſidenten Bienvenu=Martin vorgelegte
Tages=
ordnung an, in der die Erwartung ausgeſprochen wird, daß die
Diskuſſion über das von der Regierung ausgearbeitete
Reform=
projekt, das die Einzelwahl vorſieht, ſehr bald in der Kammer
beginne und noch vor den Oſterferien beendet werden könne.
Was die modernen Frauen
vergeſſen haben.
Von Oscar A. H. Schmitz.
Seit ſich während der Zeit des mittelalterlichen
Rittertum=
die Geſtalt der Dcme entwickelt hat, iſt es im Abendland
Sitt=
geworden, daß die Frau den geſelligen Ton angibt. Ob ihr das
bewußt iſt oder nicht, ob der Mann dies im einzelnen Falle
wünſcht oder ungern ſieht, in jeder Gemeinſchaft, wo das
weib=
liche Element überhaupt vertreten iſt, hängt von ihm der
Ver=
kehrston ab. Eine einzige Dame in einem Eiſenbahnabteil iſt
für den Ton weſentlicher, als die Anzahl der Herrn, die
außer=
dem darin Platz finden, und das iſt ſelbſt dann der Fall, wenn
die Gebärden der Dame von vornherein den Wunſch ausdrücken
für ſich zu bleiben. Vielleicht lehnt ſie Hilfe bei Gruppieren des
Gepäcks mit knappem Dank ab, erklärt ſich für unintereſſiert am
Oeffnen und Schließen der Fenſter, zieht ein Buch hervor und
legt es erſt beim Einfahren in den Bahnhof ihres Reiſeziels
wie=
der aus der Hand, trotzdem gibt ſie in dieſer Zeit den Ton an
Die Männer reden anderes, verhalten ſich anders, als ehe ſie
eingeſtiegen war, während das Einſteigen mehrerer Männer zu
andern Männern im Ton gar nichts ändert.
Damit iſt nun noch gar nichts über guten oder ſchlechten Ton
geſagt. Es gibt Frauen, deren Anweſenheit ſofort den Ton
hebt. Es ſind dieſelben, die im allgemeinen gut von den
Män=
nern denken. Und andere, die ſofort den Ton ſenken. Es ſind
dieſelben, die ſich dauernd über die Frechheit der Männer be
ſchweren, deren ſich eine hilfloſe Frau kaum erwehren konne,
und die dauernd auf der Straße beläſtigt werden. Ich beſtiet
einmal vor dem Kriege auf den Kanariſchen Inſeln einen
Dampfer, der aus unſeren damaligen afrikaniſchen Kolonien kam.
Es befanden ſich darauf nur Männer, die obendrein ſeit langer
Zeit den Verkehr mit weißen Frauen entbehrt hatten. Obwohl
s ausnahmslos ganz vortreffliche Menſchen waren, herrſchte
unter ihnen eine Verwilderung des Tons, die mehrere Tage
er=
tragen zu müſſen, mir nicht leicht erſchien. Am erſten Abend
fragte mich einer, ob ich ſie nicht alle für ausgemachte Schweine
halte und erklarte mir, daß ſie ſehr wohl wüßten, wie es mit
ihnen ftehe. Sie müßten ſich erſt wieder im Verkehr mit weißen
Frauen ziviliſieren. Einer erklärte ſogar allen Ernſtes, zu
die=
ſem Zweck wolle er ſich kurze Zeit in Portugal aufhalten, um.
ſichon etwas gemildert, den Seinigen gegenüber zu treten. Selbſt
hier alſo war negativ die weiße Frau anweſend, und niemals
Vom Tage.
Der Danziger Senat hat die Entſcheidung des Völkerbundskom=
miffars in der Frage des polniſchen Sprachenerlafſes für Danziger
Eiſenbahner beantragt
Der türkiſche Unterrichtsminiſter in Berlin.
Unterrichtsminiſter Nedjait Bei vor ſeinem Berliner Hotel.
Der türkiſche Miniſter für Unterricht, Nedjait Bei, weilt zurzeit
in Berlin, um das deutſche Schulweſen kennen zu lernen.
habe ich ſo klar geſehen, wie groß ihre Kulturaufgabe iſt. Dieſe
erkannte ſehr gut ein Freund von mir, der einmal zum Zweck
politiſcher Diskuſſionen eine Anzahl Männer verſchiedenſter
Nationalität für eine Woche auf ſeinem Landſitz verſammelte
Da er unverheiratet iſt, lud er dazu eine Dame ein, deren Auf
gabe einzig darin beſtand, als Dame gegenwärtig zu ſein. Sie
wäre nicht fähig geweſen, an den Debatten teil zu nehmen und
hatte auch gar nicht den Ehrgeiz. In den geſelligen Stunden aber
ſchuf ſie eine Atmoſphäre, gab den Ton an, und dem beugte man
ſich um ſo lieber, als ſie den Takt beſaß, ſich, beſonders abends,
rechtzeitig zurückzuziehen, ſo daß außerdem noch jene ganz anders
geartete Männergeſelligkeit möglich wurde, die kein Mann
ver=
miſſen möchte, die aber nicht in den Wachſtubenton ausarten
darf. Ob eine ihr analoge wert= und reizvolle Frauengeſelligkeit
möglich iſt oder ob der geſellige Genius der Frau nur in der
gemiſchten Geſelligkeit Blüten zu treiben vermag, kann ich nicht
beurteilen. Jedenfalls läßt die Erfahrung der weiblichen Klubs,
die ſtets Männer als Gäſte zulaſſen, ja wünſchen, auf das
Ge=
genteil ſchließen, während die männlichen Klubs Hochburgen der
ausſchließlichen Männergeſelligkeit ſind, in denen ſich der Mann
gegen das völlige Aufgehen in dem von der Frau angegebenen
Ton zu ſchützen ſucht. Darum blühen die Klubs gerade in der
angelſächſiſchen Ländern, wo daneben der geſellſchaftliche
Ein=
fluß der Frau am größten iſt. Bei uns hingegen genügen Ver
eine und Stammtiſche dieſem Bedürfnis.
Der geſellſchaftliche Einfluß der Frau kann nämlich auch zu
groß werden, und wie Amerika zeigt, die ganze
Kulturentwick=
lung aufhalten. Was nämlich die Frau vertritt, iſt die Sitte
(nicht zu verwechſeln mit der Sittlichkeit oder Ethik, deren
je=
weiligen Sätze in allen Zeiten der Mann aufgeſtellt hat und
immer aufſtellen wird, da ſich die Frau ernſtlich gar nicht dafür
intereſſiert). Es iſt eine ausgemachte Männerfrage, ob die
heu=
tige Frauenmode unſittlich iſt, der Frau genügt vollſtändig, daß
ſie Sitte iſt; darum ſcheuen ſich auch die Frauen der
konſer=
vativeren Schichten nicht, ſie anzunehmen, und tatſächlich zeigt
ſich, daß die einzelne Frau, die das tut, dadurch nicht ſchamlos
wirkt, während ſchamloſe Frauen dieſe Wirkung auch zur Zei
ſehr viel „ſittlicherer” Moden hervorbrachten. Es gibt tatſächlich
Gebiete, wo allein die Sitte entſcheidet, wo das das „Richtige
iſt, was als Sitte erkannt wird. In den Adriabädern kann man
bis zur Mittagsmahlzeit im Hotel und auf den Straßen in
Pyjamas oder im Bademantel erſcheinen, eine halbe
Eiſenbahn=
ſtunde landeinwärts wäre es ſkandalös. Ob es dies auch in
jenen Bädern wird, entſcheidet allein der Ton der Frauen. Die
Frauen behaupten zwar oft das Gegenteil, weil ſie überhaupt
gerne die Verantwortung auf den Mann ſchieben und ſich ſelbſt
Die Wiedereröffnung
des engliſchen Parlaments.
Das deutſch=franzöſiſche Studienkomitee ha
unter Vorſitz ſeines Präfidenten, Herrn Emil Mayrich=Luxemburg,
am 7. und 8. Februar in Berlin eine von faſt ſämtlichen Mitgliedern
aus Deutſchland und Frankreich beſuchte Tagung abgehalten.
Hofprediger Döhring hat einen Aufruf zur Biidung
eines Lutherringes erlaſſen.
Das Präſidium des Evangeliſchen Bundes wen
det ſich in einer Erklärung gegen den dritten offenen Brief
Dr. Döhrings und ſeine Neugründung, den Luther=Ring.
Die deutſch polniſchen
Handelsvertragsver=
handlungen befinden ſich in einer neuen Kriſe.
Die Thronrede. — Das China=Problem.
PE. London, 8. Februar.
Die Gerüchte über einen bevorſtehenden Rücktritt der
preußiſchen Juſtizminiſters Am Zehnhoff ſcheinen ſich
zu beſtätigen. Als ſein Nachfolger iſt Kammergerichtsrat Schmidt=
Lichtenberg vom Zentrum in Ausſicht genommen worden.
Im Wiener Rathaus fand eine Maſſenverſammlung
ge=
en die Verbannung Deutſcher Südtirols nach Ca=
labrien ſtatt.
Der Landeshauptmann von Ober=Oeſterreich, Prälgt Hauſer,
iſt geſtorben.
Nach einer Meldung der Agentur Radio aus Nitza iſt Dr.
Streſe=
mann, in Beaulieu bei Nizza eingetroffen.
In Paris verſtarb im Alter von 72 Jahren Senato=
Jean Morel. Marel war im zweiten und dritten Kabinett Briand,
ſowie im Kabinett Barthou, d. h. in den Jahren 1910 und 1913
Kolo=
nienminiſter. Er gehörte der demokratiſchen Linken an.
Nach Meldungen von der portugieſiſchen Grenze hat ſich
die revolutionäre Bewegung nach verſchiedenen Leilen des
Landes ausgebreitet.
Der ſchweizeriſche Geſandte in Brüſſel und der belgiſch
Außenminiſter haben einen Schiedsvertrag unterzeichnet, der
den Schiedsvertrag vom 15. November 1904 erſetzen wird.
Tſchang Tſo=lin hat den Vorfchlag Kelloggs auf
Einrichtung einer neutralen Zone in Schanghaf
angenommen.
Das Unterhaus wurde heute mittag mit dem üblichen
Zere=
moniell eröffnet. Der König hielt die Thronrede, deren
Ter=
im letzten Miniſterrat feſtgeſtellt worden iſt. Darin wird
haupt=
ſächlich erklärt, daß die Beziehungen Englands
den ausländiſchen Mächten fortfahren, freundſchaftlid
zu ſein. Der Völkerbund habe eine neue Befeſtigung
er=
fahren und es ſei ein neuer Schritt zur Begründung normaler
Verhältniſſe durch die Aufnahme Deutſchlands in den
Völker=
bund und die Gewährung eines ſtändigen Ratsſitzes an dieſes
Land gemacht worden. Dadurch ſei es möglich geworden, di=
Interallierte Militärkontrolle in
Deutſchlan=
aufzuheben und die Ueberwachung der militäriſchen
Beſtim=
mungen des Verſailler Vertrages dem Völkerbund zu
über=
geben.
Einen großen Raum nahm in der Thronrede die
Erklä=
rung über China ein. Der König erklärte, daß die Fort
ſetzung des Bürgerkrieges in dieſem Lande, und die Auslän
dern — beſonders Engländern — feindlichen Kundgebungen
England veranlaßt hätten, genügend Truppen dorthin zu
ent=
ſenden, um das Leben und Eigentum der in China
niedergelaſſe=
nen britiſchen Staatsangehörigen zu beſchützen. Englanx
wünſche aber gleichwohl eine friedliche Beilegung der
gegen=
wärtigen Schwierigkeiten in China. Die letzten Vorſchläge de
engliſchen Regierung hätten die öffentliche Meinung davon
über=
zeugen können, daß England beſtrebt ſei, alle Reibungsgründe
verſchwinden zu laſſen und auf dem Boden der Gleichberech
tigung die internationalen Verträge mit China zu erneuern
Die engliſche Regierung werde ihre traditionelle Politik de
Nichteinmiſchung in die inneren Angelegenheiten Chinas auf
recht erhalten. Der König erwähnt ſodann die Konſolidierung
der portugieſiſchen Schuld an England und erklärt, daß die In
duſtrie nach den letzten Streikbewegungen anfange, ſich wieden
zu erholen, und daß die Arbeitsloſigkeit im Abnehmen begriffem
ſei. — Zum Schluß ſpricht die Thronrede über verſchiedene
innerpolitiſche Fragen, wie die Arbeitsloſenverſicherung, die Be
ſtrebungen für die Förderung der engliſchen Filminduſtrie und
anderes.
Kritik Macdonalds an der Politik der Regierung
Nach der Thronrede des Königs vertagten ſich die beider
Häuſer auf den Nachmittag. Nach der Eröffnung der Sitzung
im Unterhaus verlas, der Tradition entſprechend, der Spreche
die Thronrede. Im Anſchluß daran wurde über die Antwor
auf die Thronrede beraten. Die Arbeiterpartei und die Liberal
Partei hatten vorher bekannt gegeben, daß ſie einen Zuſatz
antrag über die Lage in China und zu dem Geſetzentwurf zu.
Abänderung der Trade Unions=Geſetzgebung einbringen werdem
Macdonald eröffnete die Debatte. Er warf der Regierung vor
daß ſie kein umriſſenes Programm für die kommende Parla
mentsſeſſion habe, und daß ſie die Verſprechungen nicht erfülle.
die ſie dem Lande gegeben habe, nämlich die ſoziale
Geſetzgebung=
abzuändern. Zu der Frage der Trade Unions=Geſetzgebung er
klärte Macdonald, wenn die Regierung klug ſein wolle, ſo tun
ſie gut daran, dieſe Frage beiſeite zu laſſen. Ein
Abkommen=
mit den chineſiſchen Nationaliſten könne getroffen werden, wenm
England der Kantonregierung die Zuſicherung gebe, daß
di=
engliſchen Truppen ſofort nach der Wiederaufnahme der
Ver=
handlungen zurückgezogen würden.
Der Premierminiſter antwortete darauf, daß die Donnerstag;
Sitzung einer Debatte über China vorbehalten ſein werde, in de
Auſten Chamberlain eine Erklärung über die engliſche China.
politik abzugeben gedenke.
Die eſtniſch=lettiſche Zollunion.
EP. Riga, 8. Februar.
In Riga wurde der eſtländiſch=lettländiſche neue Wirtſchafts
vertrag unterzeichneet, der die grundlegenden Abmachungen für
die endgültige Durchführung der Zollunion enthält. Der
Haupt=
paragraph dieſes Vertrages (§ 6) enthält die Beſtimmung, daß
ſofort eine gemeinſame Kommiſſion gebildet wird, die die
not=
wendigen Geſetze zur Vereinheitlichung der Steuer=, Akziſe=, Zoll.
Geſetzgebung, wie auch der Geſetzgebung über die ſozialen Laſten
vorarbeiten ſoll. Dieſe Geſetze müſſen im Laufe eines Jahres
ausgearbeitet ſein, worauf ſie von den Parlamenten anzunehmen
ſind. Nach Annahme dieſer Geſetze tritt die vollſtändige
Zoll=
union ein, indem Eſtland und Lettland ein Zollgebiet bildem
Die Wirkungsdauer des Vertrages iſt auf zehn Jahre bemeſſem
als leidend hinſtellen. Darin liegt etwas Richtiges. Ehe etwas
Sitte werden kann, muß ſich das vom Mann geſchaffene
Ethos=
verändert haben. Tatſächlich hat nun der Weltkrieg unter dern
Männern aller Nationen mit ſehr vielen alten Hemmungen
auſ=
geräumt. Wäre nicht eine neue Sittlichkeit zwiſchen den Ge
ſchlechtern im Werden — gleichgültig, ob man ſie aufrichtiger
oder hemmungsloſer nennt, ſie iſt im Entſtehen —, ſo hätte die
neue Mode nicht Sitte werden können, und ob ſie nun als Freie!
heit oder als Schamloſigkeit wirkt, das hängt von der
tonange=
benden Frau ab. Wenn hingegen die von der Frau vertretene
Sitte, wie vor dem Krieg in Amerika, zur Alleinherrſchaft
ge=
langt, dann hemmt ſie die Entwicklung des Ethos. Sie hat alzul
lange den viktorianiſchen Puritanismus in den angelſächſiſchem
Ländern aufrecht erhalten, der urſprünglich aus Männerkämpfeng
hervorgegangen war, dann als Sitte ſtark ziviliſatoriſch gewiftl.
hat, um ſchließlich zu einer unerträglichen Lebensfeſſel zu
wels=
den. Der Krieg hat ſie indeſſen geſprengt, und dieſe Befreiung
bildet das Thema der außerordentlich intereſſanten engliſchen!
und amerikaniſchen Nachkriegsliteratur.
Am erſten haben die Franzoſen die Bedeutung der Frau fün.
die Geſtaltung der Sitte erkannt. Man denkt bei der
Beurtel=
lung der franzöſiſchen Salons viel zu ſehr an Frivolität.
Lal=
ſächlich hat es in Paris immer ſehr ernſte Salons gegeben, de‟
ſonders die politiſchen und klerikalen, die häufig tonangebena
waren. Wenn hier die geringſte frivole Anſpielung verbolen
war, ſo lag das nie an irgendwelchen „Ueberzeugungen” des
Herrn des Hauſes, ſondern an dem „Ton” der Dame des Hauſes
und an ihr lag es auch, wenn in einem anderen Haus gegenuhe”,
der frivole Ton heirſchte, und welche Grenzen er einhielt ode‟
überſchritt. Auch Halbweltdamen hatten in Paris bis vor benn
Krieg bisweilen einen Salon, und manchen gelang es, darle
einen Ton zur Herrſchaft zu bringen, der ſich von dem der Ge‟
ſelligkeit nicht allzu ſehr unterſchied. Auch bei uns hat man vo‟
dem Krieg beobachten können, daß in den Halbweltlokalen De
Gebärden zurückhaltender waren, als bei manchen Feſtlichkeiten”
der Bohöme, deren Teilnehmerinnen meiſt aus kleinbürgeriſche.
Enge allzu plötzlich in die erſehnte Künſtlerfreiheit geraten ware!n,
und nun natürlich dem herrſchenden Ton erlagen, ohne dur
Streben, ihn ſelbſt zu beeinfluſſen.
zu
Daß ſie dies können, ja müſſen, ſoll nicht alle geſellige Kultur:
Grunde gehen, ſcheinen die modernen Frauen, während ſe.*
ſo vieles neue gelernt haben, ganz zu vergeſſen. Auf meine‟"
heurigen Sommerfahrten iſt es mir zweimal widerfahren, 9e24
mir Frauen Geſtändniſſe ablegten, ich komme jetzt offenbar 1.
das Vertrauen erweckende Alter. Beide klagten über die Unfählb.
keit der heutigen Männer, die Frauen zu verſtehen. Die eiVe
Nummer 40
Mittwoch, den 9. Februar 1927
Seite 3
ein
Bebaia,
Ren dr
Nen z.
wird ih.
Primo de Rivera
und die Nationalverſammlung.
Der Widerſtand des Königs.
* Madrid, 7. Februar. (Priv.=Tel.)
Daß die Einigung und Uebereinſtimmung zwiſchen dem
Diktator Primo de Rivera und dem ſpaniſchen König eigentlich
von Anfang an nie ſo recht warm geworden iſt, iſt kein
Ge=
cheimnis, und der ſtärkſte Gegner des Diktators war und iſt
König Alphons ſelbſt. Es iſt nicht ſo, als ob der König in einem
pffenen Widerſpruch zu der Perſon und dem Syſtem der Diktatur
teht. Zwiſchen Primo de Rivera und dem König beſteht auch
Squm eine Antipathie, weder von der einen noch von der anderen
Seite. Der Schwerpunkt deſſen, was man als Gegenſatz
be=
seichnen könnte, liegt in dem Streben jedes Einzelnen nach
Popilarität, die der König beſaß und noch beſitzt, aber zu
Herlieren droht, und die de Rivera einmal beſaß, die er
zweifel=
os auch heute noch beſitzt, die aber doch erhebliche Trübungen
rufzuweiſen hat, trotzdem der gemeinſam mit Frankreich geführte
Marokkokrieg und die nachfolgende Regulierung der
Tangerfrage auch in Spanien ſelbſt als Erfolg der Dik=
„tur gewertet werden dürften. Ob in dieſem Sinne der
Artil=
erieaufſtand poſitiv oder negativ zu werten iſt, ob der
ndgültige Ausgang der Tanger=Verhandlungen ein
roßer oder kleiner Erfolg für Spanien ſein wird und ob ſchließ=
Ech die Bemühungen der augenblicklichen ſpaniſchen Regierung
m die wirtſchaftliche und währungstechniſche
Beſſerung der Verhältniſſe von Erfolg begleitet ſein werden,
das ſpielt allem Anſchein nach bei der ſtark poſitiv betonten
poli=
ſchen Aktivität der Spanier keine große Rolle. Es geht viel=
Eehr zunächſt um die Erfüllung eines Verſprechens des
Dikta=
trs, daß, ſo wie es angelegt war, nach Lage der Dinge am
Zeit=
punkt ſeiner Proklamation geeignet erſchien, gewiſſe Widerſtände
gegen die Regierung de Rivera zu beheben, es geht um die
Kon=
ſituierung und Eröffnung der Nationalverſammlung
it der der Diktator ſeinerzeit kurz nach dem Artillerieaufſtand
ſäne Konzeſſion an die parlamentariſchen Wünſche des Volkes
nachen wollte. Die damalige Proklamation hatte ihre volle
Wirkung. Die Veröffentlichung der
Ausführungsbeſtim=
ſm ungen brachte die Gegner der Diktatur wenn möglich ſtärker
ass je auf den Plan. Man nannte dieſe Nationalverſammlung
ſeſr: Inſtrument, das lediglich dem Parlamentarismus den
Lodesſtoß verſetzen ſollte. Die republikaniſch =revolutionären
kreiſe im In= und Ausland proteſtierten energiſch und kündigten
ärfſten Kampf an. Aber auch in konſervativen Kreiſen begann
ſe Oppoſition ernſter zu werden. Der König wurde auf=
Ffordert, dieſe Nationalverſammlung nie einzuberufen, weil er
mnit ſeine Anhänger im ganzen Lande brüskieren werde.
Seit=
darn ſchwankt der König zwiſchen dieſem verſtärkten Ausdruck des
Volkswillens und der Forderung des Diktators, der ſeine
urtionalverſammlung unbedingt durchſetzen will. Wie verlautet,
oll de Rivera bereit ſein, innerhalb ſeines urſprünglichen
Pro=
ſtes verſchiedene weitere Konzeſſionen zugunſten eines ſtärker
mn Ausdruck kommenden parlamentariſchen Grundzuges der
ſttionalverſammlung zu machen. Aber noch immer zögert der
aiig, das betreffende Dekret zu unterzeichnen, und die
Ein=
rufung der Nationalverſammlung muß weiter und weiter
nausgeſchoben werden. Ob die ſo in Erſcheinung
Eende Desavouierung des Diktators reſp. der Diktatur durch
t König in abſehbarer Zeit zu einer mehr oder weniger
ge=
zütſamen Aenderung des gegenwärtigen Zuſtandes ſelbſt
füh=
wird oder ob Primo de Rivera doch noch ſtärker iſt, als es
Dieſem Augenblick erſcheint, iſt eine intereſſante Frage, deren
antwortung vielleicht weder beim König noch beim Diktator
7t, gegebenenfalls bei irgend einer mehr oder weniger
fried=
en Aktion aus dem ſpaniſchen Volk heraus liegen könnte.
Die „Voſſiſche Zeitung” bringt heute abend einen Artikel
s Madrider Mitarbeiters, der ſich ebenfalls eingehend mit
vorgenannten Frage beſchäftigt. Der Mitarbeiter gibt dabe:
entnis von einem Brief des ehemaligen ſpaniſchen
Miniſter=
üſſidenten Sanchez Guerra an die Königin, der anläßlich
Geburtstages der Königin geſchrieben wurde und in dem es
s: „Würde doch die Nationalverſammlung nach dem Projekt
Diktators einberufen werden, ſo ſähe ich mich gezwungen,
Beziehung zu dem Königshaus abzubrechen
zeitweiſe das Land zu verlaſſen.” Guerra würde, ſo
it es in unterrichteten Kreiſen, nach der Einberufung der
gEonalverſammlung nach Paris überſiedeln und ſich aktiv an
revolutionären republikaniſchen Bewegung beteiligen.
Oen Beſien wählt!
Zur Frage der Neubeſetzung des heſſiſchen Geſandtenpoſtens
in Berlin.
Uns wird geſchrieben: In abſehbarer Zeit wird nunmehr,
wenn nicht alle Zeichen trügen, der Wechſel in der Perſon des
heſſiſchen Geſanoten in Berlin vor ſich gehen. Der Entſchluß des
derzeitigen hochverdienten Geſandten Exzellenz v. Biegeleben,
ſich nach Jahrzehnten ſchwerſter Arbeit in den Stand der Ruhe
zurückzuziehen, iſt, wie man hört, unabänderlich. Mit größter
Beſorgnis ſehen weiteſte Kreiſe des Heſſenvolkes der
Entſchei=
dung der Regierung über die Neubeſetzung entgegen; nicht, weil
ie eigene Wünſche hätten, ſondern weil ſie erkannt haben, daß
die bevorſtehende Entſcheidung vielleicht die wichtigſte
iſt, vor die ſich die Regierung ſeit ihrem Beſtehen
geſtellt ſah.
Bei der Struktur des Deutſchen Reiches der Weimarer
Ver=
aſſung mit ihren unitariſierenden und zentraliſierenden
Ten=
denzen können die Intereſſen der Länder nur gewahrt werden,
wenn die Perſönlichkeiten der Geſchäftsträger entſprechend
aus=
gewählt ſind. Namentlich ein kleines Land wie das unſrige gilt
in Berlin nur etwas, wenn das Format des Geſandten
größer iſt als das Format des Landes. Heſſen kann
ſeinen Willen nur durchſetzen, wenn es werbend andere Länder
veranlaßt, in gleicher Richtung zu wirken und zu ſtimmen.
Da=
her muß die Forderung aller, die es mit unſerem Land wohl gut
meinen — und welcher Heſſe meinte es nicht wohl mit ſeiner
hartbedrängten Heimat? — dahin lauten: Der beſte Mann,
den man in Heſſen nur finden kann, iſt gerade
gut genug für die Stelle des heſſiſchen
Ge=
andten in Berlin.
Man laſſe an der zuſtändigen Stelle den Blick ſchweifen —
nicht innerhalb begrenzter Räume der Parteien oder gar der
Schar der Abgeordneten —, vielmehr über alle Weiten unſeres
Landes. Man ſuche, und man wird finden: den Mann, der nach
einer ganzen Perſönlichkeit Heſſen am
würdig=
ſten darſtellt, der Mann, der alle die zahlloſen Eigenſchaften
in ſich vereinigt, die nötig ſind, wenn Heſſen ſeinen Platz im
Rahmen des Reiches behaupten ſoll. Weſentlichſtes hängt
von der Wahl des Geſandten ab. Werden die Maßgebenden
den Beſtenwählen und damit dem Lande nützen oder nicht?
Bange Frage, von deren Beantwortung unendlich viel für
unſer Heſſenland abhängt!
Die Arbeitsloſen=
Verſicherungsdebatte im Reichstag.
* Berlin, 8. Februar. (Eig. Bericht.)
Im Reichstag wurde heute die Dcbatte über das
Arbeits=
loſenverſicherungsgeſetz fortgeſetzt. Die Zentrumsabg.
Frau Teuſch ſtimmte namens ihrer Fraktion dem
Geſetz=
entwurf zu und begrüßte ihn als eine wichtige Etappe auf dem
Wege zum Ausbau der deutſchen Sozialpolitik. Sie trat für eine
ſtärkere Betonung der Selbſtverwaltung in dem Geſetz, ferner für
den Wegfall der im Paragraphen 55 enthaltenen beſchränkten
Bedürftigkeitsprüfung und ſchließlich für eine Reviſion des
Lohn=
klaſſenſyſtems ein.
Der Volksparteiler Thiel ſtimmte der
Zentrums=
rednerin in vielen Punkten zu. Er ſelbſt ſchlug vor, den Aufbau
der Verſicherung durch eine höhere Einheitlichkeit zu ſchaffen, da
die Verſicherung ſich nicht nach Landesgrenzen, ſondern nach
Wirtſchaftsgebieten gliedern ſoll. Auch ſetzte ſich der Redner für
eine beſſere Berückſichtigung der Eigentümlichkeit des Berufes der
Privatangeſtellten ein. Am beſten wäre es, die Vorlage auf die
Bedürfniſſe der Arbeiter zuzuſchneiden und den Angeſtellten das
Recht einzuräumen, ihre Verſicherung in den als Erſatzkaſſen zu
belaſſenden Einrichtungen ihrer Berufsverbände zu nehmen.
Auch der Demokrat Schneider=Berlin erklärte ſich mit
der Vorlage im weſentlichen einverſtanden, bezeichnete jedoch die
vorgeſehene Organiſation als zu kompliziert. Die Demokraten
hätten beantragt, daß die Träger der Verſicherung die
Reichs=
arbeitsloſenkaſſen ſein ſollten, die der Reichsarbeitsverwaltung
eingegliedert werden könnten. Auch dieſer Redner trat für
An=
paſſung der Lohnklaſſen an die Bedürfniſſe der Angeſtellten ein.
Als letzter Redner ſprach der Abg. Schirmer von der
Bayeriſchen Volkspartei, der die Bereitſchaft ſeiner
Fraktion erklärte, im Sozialpolitiſchen Ausſchuß an der
Ver=
beſſerung der Vorlage mitzuarbeiten. Der Redner gab zur
Er=
wägung, ob man nicht die in der Vorlage vorgeſehene
Monopol=
ſtellung der öffentlichen Arbeitsnachweiſe aufgeben und auch die
Arbeitsnachweiſe von Berufsorganiſationen zulaſſen ſolle.
Hierauf wurde die Vorlage dem Sozialpolitiſchen Ausſchuß
überwieſen, und das Haus vertagte ſich auf Mittwoch.
Die tſchechiſche Minderheiten=
„Reform.”
Völlige Auslieferung der nationalen
Minder=
heiten an die iſchechiſche Majorität.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, Anfang Februar 1927.
Obzwar von einer eigentlichen Selbſtverwaltung der
nicht=
tſchechiſchen Völker in der Tſchechoſlowakei ſchon lange nicht
mehr geſprochen werden kann, bemüht ſich die Prager Regierung
unausgeſetzt weiterhin darum, auch die leßten Reſte der
Mög=
lichkeiten für die nationalen Minoritäten, ſich eine Art
Auto=
nomie zu ſchaffen, zu beſeitigen. Sie ſetzt ſich ſkrupellos über
alle Zuſicherungen hinweg, die ſie bei den Friedenskonferenzen
den dem tſchechiſchen Staate einverleibten nichttſchechiſchen
Na=
tionen gemacht hat, und verſtrickt dieſe Minderheiten in eine
außerordentlich ſpitzfindige Geſetzgebung, mit der ihnen jede
Bewegungsfreiheit genommen werden ſoll; auch der jetzt zur
Erörterung ſtehende Plan einer Reformierung der
Staatsver=
waltung gehört in die Kategorie jener Geſetzvorlagen, mit denen
die Rechte der Minderheiten immer mehr beſchnitten werden.
Dieſer vom Miniſterrat des Prager Parlaments ſchon
geneh=
migte Regierungsentwurf, der eine der Verfaſſung
wider=
ſprechende Abſage an die bisherige Gaueinteilung bedeutet,
be=
ſtimmt, daß an Stelle der Gaue, die in der ganzen Republik
auſ=
gehoben werden ſollen, die „Länder” zu treten haben, ſo daß die
Tſchechoſlowakei aus vier Ländern beſtehen würde, und zwar aus
Böhmen, Mähren=Schleſien, der Slowakei und
Karpathoruß=
land. Für jedes dieſer Länder bzw. Verwaltungsgebiete ſoll
ein Landesamt und eine Landesvertretung mit einem
Landes=
präſidenten an der Spitze beſtellt werden. Nach dem Entwurf
würden die Landesvertretungen in Böhmen aus 96, in Mähren
aus 54, in der Slowakei aus 51 und in Karpathorußland aus
18 Mitgliedern beſtehen; zwei Drittel der Mitglieder der
Lan=
desvertretungen ſollen nach dem Proportionalwahlrecht gewählt
werden, ein Drittel ſei von der Regierung zu ernennen. Den
Wirkungskreis der Landesämter hätten alle Angelegenheiten der
Vertvaltung zu bilden, wie ſie bisher den politiſchen Behörden
und der autonomen Landes= und Bezirksverwaltung zuſtanden;
die Landesämter ſollen ein unbeſchränktes Aufſichtsrecht über
die Bezirke und Gemeinden haben.
Dieſe von der Prager Regierung in aller Heimlichkeit
vor=
bereitete Vorlage kommt einem Bruch der in der
Verfaſſungs=
urkunde niedergelegten Beſtimmungen gleich, in der es heißt,
daß die geſetzgebende und verwaltende Tätigkeit der Landtage
aufgehört habe; neben der Erſetzung der bisherigen Gaue (die
wenn ſie den Minderheiten auch keineswegs in zureichendem
Maße die ihnen zuſtehenden Rechte gewährleiſteten, noch immer
günſtiger erſcheinen als die geplante neue Verwaltung) durch
die „Länder” läßt eine Durchbrechung des Grundſatzes des
all=
gemeinen und gleichen Wahlrechts durch die teilweiſe
Ernen=
nung der Landes= und Bezirksvertretungsmitglieder durch die
Regierung deshalb befürchten, weil das Ergebuis der
Verhält=
niswahl jederzeit umgeſtoßen werden kann. Denn ſelbſt dann.
wenn zwei Drittel der Landes= und Bezirksvertretungen auf
Grund von Wahlen nach dem Parlamentswahlrecht gebildet
ſind, iſt der Regierung durch die Ernennung des letzten Drittels
und durch die Einführung des Mehrheitsprinzips bei allen
Be=
ſchlüſſen die Möglichkeit einer entſcheidenden Einflußnahme
auf alle die öffentliche Verwaltung berührenden Fragen und
Probleme dieſer Landtage geboten. Für die nationalen
Min=
derheiten in der Tſchechoſlowakei, die ſich noch immer den
An=
ſchein eines Nationalſtaates gibt, liegt in einer ſolchen „Reform”
eine neue ſchwere Gefahr, da in der Vorlage, ſoweit ihr Inhalt
bis jetzt bekannt geworden iſt, Beſtimmungen über einen Schutz
der nationalen Minderheiten durch Gliederung der
Landesver=
tretungen in nationale Kurien, bzw. durch eine Aufteilung der
Landesausſchüſſe nach dem nationalen Schlüſſel nicht enthalten
ſind. Wird dieſe nationale Sektionierung umgangen werden,
dann droht den Minoritäten im tſchechiſchen Staate in den
Be=
langen der Staatsverwaltung und der Selbſtverwaltung die
völlige Auslieferung an die nationale Majorität in der
Repu=
blik, an die Tſchechen. Damit würden die letzten Möglichkeiten
der Deutſchen, Slowaken, Magharen und Karpathoruſſen in der
Tſchechoſlowakei, ihre nationalen, kulturellen und
wirtſchaftli=
hen Intereſſen zur Geltung zu bringen, verſchwinden, ſo daß
dieſe Völker ganz der Willkür des Staatsvolkes überantwortet
würden, dem das „unbeſchränkte Aufſichtsrecht über die Bezirke
und Gemeinden” unzweifelhaft dazu dienen wird, die ohnehin
chon ſtark zurechtgeſtutzten letzten Reſte der Selbſtverwaltung
der Minderheiten vollends zu beſeitigen.
tiie der Zwanzig, erklärte ſich für altmodiſch. Obwohl ſie in
em Beruf allen wünſchenswerten Erfolg habe, ſcheine ihr das
üc doch allein in Mann und Kind zu liegen. Die Männer
ei gingen nur auf ſinnliche Abenteuer aus. Obgleich ſie ſelbſt
prüde ſei, habe ſie einen phyſiſchen Ekel vor den immer ſich
ſeierholenden Machenſchaften. Das klang ſehr überzeugend,
i den Schlüſſel dafür fand man erſt, wenn man die Dame
Wens am Strand beobachtete. Völlig unbewußt folgte ſie
E1 dem allgemeinen Ton, ja da ſie über große Reize verfügte,
rieb ſie ihn noch. Auf einem ſonnigen Felſen breitete ſie
ſen orangefarbenen Bademantel aus. Darauf ruhte ſie in
a iengrünem, ſeidenem Schwimmanzug, mit dem ſie, um recht
ſunn zu werden, nur das allernötigſte bedeckte. Wenn ſie ſich
Ee war der braune Rücken völlig nackt. Dazu aber kam, in
Bubikopfepoche beſonders auffallend, eine wilde blonde Haar=
Gue, die frei um ſie flatterte. Gewiß ein herrlicher Anblick.
Durch aber, daß er bei einer zu breiten Oeffentlichkeit geboten
Ee, war die Schöne dicht umſeſſen von Männchen aller Sor=
Wenn ſie ſich gelegentlich erhob, benutzte ſie deren Arme und
ſne, um ſich daran zu halten oder darauf zu ſtützen. Nun,
eFrau war in hohem Maße Ton angebend, nur war der Ton,
ſie anſchlug, ein ganz anderer, als der, welcher zur
Verwirk=
ſig ihrer wahren Wünſche hätte führen können. Das Echo
ratürlich entſprechend.
er ander= Fall war ſcheinbar das Gegenteil. Dieſe Frau,
dreißigjährig, hatte alles Gefühlsleben, ja alle geiſtige
Meig abgeſchworen, da die Welt von heute damit doch nichts
Ausen könne, vielmehr käme es auf „das wirkliche Leben” an.
hatte ſie ſich einem Sport verſchrieben und ſchon, dreimal
ieiſterſchaften erworben. Ihre Klagen gegen den Mann
Nen anderer Art. Das Don=Juantum niederen Ranges wußte
ehr wohl abzuwehcen, ja es wagte ſich kaum an ſie heran.
Imehr waren ihr hintereinander von „tadelloſen Männern”
ege gemacht worden, aber jedesmal hatte ſich herausgeſtellt,
ſie vom wahren Weſen einer Frau keine Ahnung hatten,
eite, daß die Männer ohne weiteres an ihr wahres Weſen
Auigerten, während ſie doch all ihr Geſchick darauf verwendete,
9r ſich und der Welt durch die Maske einer Sportsdame zu
Digen. Auch ſie gab den Ton an, aber einen falſchen.
Den Ton angeben, heißt eine beſtimmte Gefühlsſituation
ußaubern, und dies war immer und wird immer die
Auf=
her Frau ſein. So entſieht Sitte, und jeder Mann, der
In etwas beſitzt, hat es von Frauen. Was geſchieht nun,
wenn die jungen Männer nur auf Frauen ſtoßen, die ihre Sinne
zu verwirren verſtehen oder ihnen durch intellektuelle, ſportliche
oder ſonſtige Leiſtungen Eindruck zu machen ſuchen. Alles dies
braucht den Frauen nicht derwehrt zu werden, aber es muß die
äußerſte Verwilderung eintreten, wenn ſie ſich nicht des
Allein=
rechts und zugleich der wichtigſten Pflicht der Frau erinnern, ſelber
Sitte zu ſchaffen, den Ton anzugeben. Daß ſie dies müſſen, ja
daß ſie dies überhaupt können, das haben jene aktiven modernen
Frauen völlig vergeſſen, die ahnungslos jeden Ton hinnehmen
aus Angſt, durch Ablehnung rückſtändig, bürgerlich oder ſo zu
erſcheinen. Freilich der alte, auf jede Gevatterin
rückſichtneh=
mende „gute Ton” iſt tot und ſoll nicht auferſtehen. Gemeint iſt
überhaupt keine objektive Konvention, ſondern eher eine Art
Harmonielehre, ohne deren Meiſterung die perſönliche Melodie
einer Frau übertönt und verzerrt wird.
* Hotel Siadt Lemberg.
Starke Beachtung verdient der Film „Hotel Stadt Lemberg”,
der zurzeit im Union=Theater läuft und nach dem gleichnamigen
Roman von Ludwig Biro in Hollywood hergeſtellt wurde. Trotz
ſeines amerikaniſchen Urſprungs und wohl infolge der
Regie=
leitung durch den Deutſchen Erich Pommer und den Schweden
Nauritz Shiller iſt er ein europäiſcher Film, d. h. neben der
äußerſt gewandten Technik der Amerikaner, neben ihrem Tempo
und Spannungseffekt weiſt er ſchauſpieleriſch ſo echte und
ver=
tiefte Leiſtungen auf, wie man ſie im amerikaniſchen Film ſelten
zu ſehen bekommt.
Die Handlung zeigt einen Ausſchnitt des zwiſchen
Oeſter=
reichern und Ruſſen 1915 auf galiziſchem Boden ausgefochtenen
Kampfes. Ein ungariſcher Huſarenoffizier, der in Tarnow von
ſeiner Truppe abgeſprengt wurde, ſucht, da die Stadt von den
Ruſſen beſetzt iſt, im Hotel „Stadt Lemberg” Zuflucht und wird
von dem — von Pola Negri geſpielten — Zimmermädchen
mit großer Gefahr und Aufopferung vor Entdeckung geſchützt.
Um eine Ni=derlage der öſterreichiſchen Truppen zu verhindern,
tötet er einen ruſſiſchen Geheimagenten — wie unamerikaniſch
der Film zeigt die Mordſzene in ihrem Verzicht auf forcierte
Senſation bei pſychologiſch meiſterhaft vertiefter Darſtellung
und gelangt abermals durch die unerſchrockene Hilfe des
Zimmer=
mädchens zu ſeiner Truppe zurück. Nach dem Einzug der
Oeſter=
reicher ein glücklicher, und in bezug auf Huſarenoffizier und
Zimmermädchen naheliegender Schluß, denn woſür ſollte ſich
ſonſt ein Mädchen opfern?
Der ſtärkſte künſtleriſche Eindruck iſt zweifellos Pola Negri.
Rührend in ihrer Aufopferung und liſtig wie eine Schlange,
ſteigert ſie ihr Spiel in den tragiſchen Partien, die ihrem
ſlawi=
ſchen Temperament am meiſten entſprechen, zu einer Echtheit und
Tiefe, die an das zu dreiviertel wahre Wort denken laſſen, daß
nur Ruſſen ſchauſpielern können. Daneben verdient die realiſtiſche
und packende Darſtellung des ruſſiſchen Generals durch George
Siegman beſondere Erwähnung.
Als ſehr erfreulich wäre nebenbei die Tatſache zu notieren,
daß in einem amerikaniſchen Weltfilm die deutſchen
Bundes=
genoſſen des Weltkrieges in gerechtem Licht erſcheinen.
Das Stück iſt eines der intereſſanteſten und künſtleriſch
wert=
vollſten Ereigniſſe der Spielzeit.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Eine beſonders würdige Ehrung
Peſta=
lozzis iſt wohl die Mütterſchule, die vom 12. Februar bis
12. März 1927 im Neulandhaus in Eiſenach ſtattfindet. Die
ganze Tagung hat die Form einer Freizeit. Es werden
theore=
tiſche und praktiſche Lehrgänge für Frauen aller Stände
abge=
halten in allem, was für den Beruf der Frau als Gattin, Mutter
und Hausfrau wichtig iſt. Man kann der Neulandbewegung,
die dieſen wirklich guten Gedanken ausführt, nur dankbar ſein.
* Düſſeldorfer Uraufführung. Im letzten
Muſikvereins=Konzert wurde Lothar Windspergers
große „Missa symrhonica” für gemiſchten Chor, Soli, Orcheſter
und Orgel durch Generalmuſikdirektor Hans Weißbachs
impulſive Leitung zur glänzenden Uraufführung gebracht. Das
in ſeinem Charakter durchaus moderne, aber nicht atonal
ab=
ſeitige Werk enthält kraftvoll bewegte, feſſelnd angelegte
Chor=
ſätze, die durch ein Vorſpiel eingeleitet und mehrere Interludien
verbunden werden. Der Komponiſt erzielt ſowohl durch
wirk=
ſame Regiſtrierung der Stimmen und ſcharfe harmoniſche
Rei=
bungen eindringliche Spannungskomplexe, die freilich
entſpre=
chend ſeiner zum Grübleriſchen neigenden Art hin und wieder
den Eindruck des Gewaltſamen machen. Der überwiegende Teil
des Werkes ſpricht aber überzeugend, ja ſtellenweiſe genial an.
Das „Credo” bildet den Höhepunkt. Der Komponiſt meiſtert den
plaſtiſchen Stimmenzug und weiſt auch dem Soloquartett zumeiſt
feinſinnige Aufgaben zu. Jedenfalls gehört dieſe Meſſe zu den
beſten Shorwerken des letzten Jahrzehnts. Die Aufführung ließ
kaum einen Wunſch unerfüllt, und die Zuſtimmung verlief
ſtürmiſch.
Nummer 40
Mttwoch, den 9 Februar 1927
Balast-Lichtspiele
Union-Theater
Residenz-Theater
(am weiden Turm)
Eine Sensation im Theaterleben wurde die
Welturanffährung von:
Unwlderruflich letzter Tag!
Tom Mix mit seinem Wunderpferd in:
sowie das Beiprogramm
Ab Morgen: Eine der popnlärsten Persönlichkeiten Dentschlands
Die Berliner Presse würdigt dieses Ereignis mit
den stärksten Worten des Lobes.
Dieser Film wird in jeder Stadt mit dem größten
Erfolg vorgeführt.
Das Beiprogramm
Die letzte Charleston-Tanzstunde
Die neueste Wochenschau
Gewöhnliche Preise: 3. Pl. 0.80, 2. Pl. 100, 1. Pl.
1.50, Balkon 2.00, Loge 2.50.
Anfang 3½ Uhr. Letzte Abendvorstellung 8 Uhr.
Versäumen Sie nicht, sich diesen hochkünstlerischen
Film anzusehen, derselbe ist nur noch kurze Zeit
23541
auf dem Spielplan.
Sastwirte-Innung
Hessen (cits Darmstadt)
7 ergreifende
Akte
Reute
Mittwoch, den 9. Februar 1927
abends 8 Dhr
im eltädtischen oaalbau
Zigeuner im Frack
Die Liebe von Zigeunern stammt
7 spannende Akte
2519
Heſſiſches Landestheater,
L. 12 Großes Haus L. 12
Schülermiete gelb 6 und braun 7
Mittwoch, den 9. Februar 1927
abends 7 Uhr
Die Zauberflöte
Große Oper in 2 Aufzügen von
E. Schikaneder. — Muſik von W3. Al. Mozar=
Muſtkaliſcher Leiter: Mag Hüsgen
Inſzenierung: Ernſt Legal
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Saraſtro . . . . . . . . Alfred Karen
Tamino . . . . . . . . . Joſef Poerner
Sprecher . . . . . . . . Imre Aldot:
Erſter Prieſter . . . . . . Rudolf Strzeles
Bweiter Prieſter . . . . Oscar Grauert
Königin der Nacht . . . Joht Buchheim
Pamina, ihre Tochter . . Marg. Albrecht
Erſte ) Dame in Dien= Gertrud Gercke
n einer Stunde (2478
billig und gut.
nur Bleichſtr. 0. Zd. 1012.
Schtob-Caie
Rhein-
str. 2
Rhein
str. 2
Konzert= und Theater=Saal
I Perkeo
12 Alexanderſtraße 12 (2231a
Monat Februar: Täglich abends 8 Uhr
Broße humoriſt. Singſpiel=Konzerte
Reitinger’s Fſar=Sterne
Bayeriſche Original=Truppe
„Schloß-Café-Ensemble‟
Leitung: Kapellmeister Curt Fischer
Mittwoch, 9. Februar, Beginn 4 Uhr
ORPHEUM
Nur noch wenlge Aufführungen!
abends 8 Uhr
Die
Tugendprinzessin
(*2452)
Telephon 3940
aunusstraße
Meintssesssesst
Heute Mittwoch
Kappenabend3
I2eeeoeeesesssssssssss-
Veloeiped-Club Darmstadt
1899 E. V.
Der diesjährige
Operetten-Revue von C. Zohlig
Unter Mitwirkung der beliebten (2566
Bleich
CAFE HASSIA str. 43
253‟
Heute abend 8 Uhr
Kroßes Rheinisches Stimmangskonzer
ausgeführt von der berühlnten
Reichshofkapelle
Leitung Kapellmeiſter K. Weſp.
findet am Sarnstag, den 12. Februar in
sämtlichen Räumen unseres Clubheimes
Ellsabethenstraße 12, I statt.
Turngemeinde 1846
Samstag, 12. Febr., 8 Uhr 11
iſt in den feenhaft geſchmückten
Räumen der Halle unſer großer
Eintrittskarten: Mitglieder 1.50, Gäste 3.—
Vorverkauf G. Kanzler, Schulstraße 12. 12567
SPORT-KAFFEE
Mühlſtraße 36
(*35.-8
Heute ab 5 Uhr
Stimmungsmusik
Die Hauskapelle.
Donnerstag, 10. Februar, K 8 (
Bühnen=
volksbund) Gasparone. Anfang 7½ Uhr
Preiſe 1—10 Mk.
Freitag, 11. Februar, Schüler= und
Volks=
vorſtellung zu erinäßigten Preiſen.
Wil=
helm Tell. Anfang 7½ Uhr. Preiſe 0.50
1.50, 2 — Mr.
Samstag, 12. Februar Vvlksporſtellung z1
ermäß Preiſen. Der Zetter aus Dingsde
Anfang 7½ Uhr Preiſe 1, 2, 3, 4 M.k.
Kleines Haus
Mittwoch, den 9. Febrnar 1927
abends 7½ Uhr
Zuſatzmiete II, 10
Uraufführung
Die Geſchichten
der Königin von Navarra
Luſtſpi I in 4 Aufzügen nach Seribe und
Legouvé von Otto Stockhauf n
In Szene geſetzt von Edgar Klitſch
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Karl V., Kaiſer von Deutſchland
und Köni von Spanien . Robert Klupp
Eleonore, ſetne Schweſter Jlſe Lahn
Jiabella, Infantin von
Portugal, ſe ne Braut. Beſſie Hoffart
Franz I, König von
Joach Büttner:
Frankreich
Margarete, ſeine Schweſter, Maria Fein
Henrt, Graf dielbret, ein
franzöſiſcher Edelmann , W. Mahenknech.”
Guattinara, Miniſter des
Königs von Sran en . . HansBaumeiſter=
Babieca, Kabinet/skurie
des Hönigs von panien Haus Epskump
Ein Sekretär . . . . . . Otto WBenke
Ein Diener . . . . . . . Walter Bluhm
MastenoT
Mit bedingungslosem
Rücksen-
dungsrecht bei Nichtgefallen /.A.
liefere ich überall hin
gegen bequeme
Wochen-
raten von nur Gmk. an
Mandolinen, Lanten, Gitarren, Wiollnen otc., Sproel
und Platten, Harmoni
zu, Pkoto-
U
hit
jclie Anparaie sts- Ill. Katal
atis u. fre
Walter H. Gartz, Postfuch 41 71 Berlla 5. 42.
Rheinſtraße 101
Telephon 2519
Zwei Muſikkapellen
Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 6½ bis
eTTaul 40 Uhr abends, im Veſtibül des Turnhauſes
Mitglieder 2 Mk., Fremde 5 Mk.
(2563
Pianos
(2411a
zu vermleten
A. W. Zimmermann, Grafenstr. 21
Es ladet höflichſt ein
3525md)
Karl Heidenreich
Darmſtadt.
Hauptversämmlung
Donnerstag, den 10.
Februar,abds 8Uhr,
im Fürſtenſaal.
1. Jahresbericht.
Ergänzun; stghl.
3. Vortrag des Herrn
Jiektors Preſſer
(Schul= u Klein
gärt i.d Dreeden
Ausſtellg. Sächſ
Schweiz. (25-7
4 Freiverloſung.
Billige
Regenſchirme
(3249
(ſolid).
Johanna Techel
Schillerpl. 3, i
Uhren=
haus. Kein Laden.
Revaraturwerkſt.
Gaſihaus
ZumrotenLöwen
Große Ochſengaſſe 6
Heute Mittwoch
(Jazz=Band)
Im Ausſchank: Bindings berühmtes
Karolus=Bier
ſowie ff. helles Bier (7474
Motto: „Mir freie uns!“
2
Sonntag, 13. Februar, Städtischer Saalbau
Einzige
Saal der Loge, Sandſtraße 10
Freitag, den 11. Februar 1927, abends 8 Uhr
Klavier=Abend
der Ausbildungsklaſſe
WillgRennen
Fil. W. Biſchoff, Frl. C. Frank
Herr F. Kulimann, Herr W. Biſſing
Immer
Frohe Laune
durch (950a
Tanz-
Platten
der Firma
Christian
Arnold
nur am weißen Turm
Werke von:
2564
Beethoven, Chopin, Liszt
Konzeriflügel Steinwah 8 Sons, Hamburg
New=Jork, von Klavier=Arnold, (
liſabethen=
kraße 23 Karten zu 2.20 und 1.10 bei
Schutter, (El ſabethenſtr., und an der Abendkaſſe
Tanz
Anfang 6! Uhr
Prelse: —
Vorverkaufsstellen siehe
Plakate
Tanz
Vorverkau?
Numerierter Platz:
Nichtnumer. Platz: 2.50
Abendkazse
Numerierter Platz: 5
Nichtnumer. Platz: 3.
Peſta ozi, derde
Gedichte undGeſangsverträge?
*
Familien angehörige und Freunde wi
kommen.
Seite 5
Nummer 40
Are
70
Re e
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Gil
*
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 9. F.bruar.
— In den Ruheſtand verſetzt wunde am 31. Januar 1977 der Rektor
an der Volksſchule zu Di tesheim, Kr. Offenbach a. M., Karl Wagner
auf ſein Nachſuchen vom 1. Mai 1927 ab
— In den Ruheſtand getreten iſt am 1. Februar 1927 Rektor Georg
Göbel an der Volksſchule zu Beerfelden, Kreis Erbach.
— Erledigt: Die Stelle des Förſters der Förſterei Weickartshain des
Forſtamts Nieder=Ohmen. Bewerbungen um Ueb rtragung dieſer Stelle
ſind bis zum 23. Februar 1927 an das Miniſterium der Finanzen, Abt.
für Forſt= und Kameralverwaltung, einzureichen; die Stelle des Förſters
der Förſterei Kaulſtoß des Forſtamtes Schotten. Bewerbungen und
Ueb rtragung dieſer Stelle ſind bis zum 23. Februar 1927 an das
Miniſterium der Finanzen, Abteilung für Forſt= und
Kameralverwal=
tung, einzureichen.
— Heſſiſches Lanbestheater. Generalintendant Ernſt Legal wurde
von dem künſtleriſchen Leiter der Berliner Staatsoper, Profeſſor Hoerth,
eingeladen, im Laufe des Monats Februar Roſſinis „Barbier von
Sevilla” neu zu inſzenieren, mußte dieſſe Aufforderung aber
ab=
lehnen, da er gegenwärtig mit den Proben zu Hindemiths „Cardillac”,
beſchäftigt iſt.
In der heute abend im Großen Haus ſtattfindenden und der
Miete I ſowie den Schülermieten gelb und braun zugeteilten
Auffüh=
rung der „Zauberflöte” ſingt Alfred Karen, der das letzte Mal
durch eine Zahnoperation am Auftreten verhindert war, die Partie des
Taraſtro. — Die Rolle des Henri in der heutigen Uraufführung „Die
Märchen der Königin von Navarra” ſpielt nicht Willy Mayenknecht,
ſondern Rudolf Wittgen.
Heute beginnt an der Tageskaſſe des Großen Hauſes der
Vorver=
kauf zu der am Samstag, den 12. Februar, im Großen Haus als
Volks=
vorſte
lung zu ermäßigten Preiſen von 1—4 Mark ſtattfindenden
Wie=
derholung der Opecette „Der Vetter aus Dingsda”, die bei
allen ſeitherigen Aufführungen ein ausverkauftes Haus hatte.
Das Drumm=Quartett ſchließt die Reihe ſeiner Beethoven=
Quartettabende am Montag, den 14. Februar, mit dem im
Kleinen Haus ſtattfindenden 6. Konzert, das die Fuge ſowie das
Septett bringen wird. Die Mieter der 5 Beethovenabende erhalten
zu dieſem 6. Abend Eintrittskarten mit einer Preisermäßigung von
20 Prozent. Sie können, ſofern ſie den Umtauſch am Donnerstag, den
10. Februar, zwiſchen 10 und 1 Uhr an der Tageskaſſe des Kleinen
Hauſes vornehmen, ihre bisherigen Plätze wieder erhalten. Am
Frei=
tag beginnt der allgemeine Verkauf zu Preiſen von 1, 2 und 3 Mk.
— Zweiter Kammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts. Der
2. Kammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts, der morgen
Don=
nerstag, den 10., abends 8 Uhr, im Kleinen Haus ſtattſindet, erhält ſeine
beſondere Note durch die Mitwirkung des bereits viel genannten jungen
Leipziger Pianiſten Hans Beltz, deſſen großer Erfolg im Rahmen der
hieſigen Akademiekonzerte im November vorigen Jahres noch in all
Erinnerung ſein dürfte. Seine letzten Konzerte brahten ihm u. a. in
Berlin und Leipzig außergewöhnliche Erfolge. Aus den uns
vorliegenden Preſſeſtimmen ſeien folgende genannt: „Allgemeine
Nuſikzeitung” vom 10. Dezember 1926: „Eine der intereſſanteſten
Phyſiognomien der Klavierkunſt der vergangenen Monate zeigte der
gier ſchon mehrfach genannte Hans Beltz in der Singakademie. N
dicſen, ans ſtarker perſönlicher Auffaſſungskraft und Geſtaltungswillen
gegebenen Leiſtungen kann man ihm das Prognoſtikon ausſtellen, daß
er bald in die erſte Linie einrücken wird.
„Berliner
Mor=
genpoſt”: „Hans Beltz, der in Eilmärſchen auf dem Wege zur
vor=
derſten Muſikerfront begriffen iſt.
„Leipziger Neueſte
Nachrichten”: „Beltz iſt in ſeiner ſoliden Technik, ſtilſicheren
Muſika=
lität und dem farbenprächtigen Anſchlag einer der vornehmſten und
perſönlickſſten unter den jungen Pianiſten. . .
Die Freie Literariſch=Künftleriſche Geſtllſchaft hat für Dienstag,
ſen 15. Februar, 8 Uhr, zu ihrem nächſten Vereinsabend im
Mathilden=
höhſaal den bekannten Philoſophen und Pädagogen Hans Blüher,
Berlin, als Redner gewonnen. Herr Blüher wird über das
hochintereſ=
ante Thema: „Der mythiſche Grundder Geſchichte” ſprechen.
Karten im Vorverkauf bei Buchhandlung Bergſträßer.
— V=reinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums. Der
tezitationsabend Kurt Weſtermann findet morgen
Donners=
ag, den 10. Februar, abends 8 Uhr pünktlich, im Feſtſaal des Ludwig=
Hcorgs=Gymnaſiums (Karlſtraße 2) ſtatt. Der geſchätzte Künſtler bringt
leſchylos Prometheus zum Vortrag in der Uebertragung von
Alexander von Gleichen=Rußwurm. Man vergleiche den geſtrigen
Vorbericht zur Einführung in das Werk.
— Engliſche Vorträge. Heute Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, ſpricht
n der Ludwigs=Oberrealſchule am Kapellplatz auf
Verun=
aſſung der Darmſtädter Ortsgruppe des. Allg. Deutſchen
Neuphilologen=
verbandes der Lekton d.s Engliſchen an der Univerſität Heidelberg Herr
C. C. Barber über den modernen engliſchen Schriftſteller
Gals=
worthy. Ein weiterer Vortrag über Wells findet acht Tage ſpäter
itt. Die Vorträge werden in engliſcher Sprache gehalten; jedermann
iſt willkommen.
— Turngemeinde Beſſungen 1865 e. V., Darmſtadt. Bei ſtarker
Be=
teiligung der Mitglieder fand die Hauptverſammlung im Turnhauſe
tatt. Eingangs wurde das echte deutſche Turnerlied „Turner auf zum
Streite” gemeinſchaftlich geſungen. Um 8,50 Uhr eröffnete der 1.
Spre=
ſcher die eigentliche Verſammlung und wurde Turner Hirſch zum
Proto=
kollführer beſtimmt. Die Eröffnungsrede des 1. Sprechers war
ſchwung=
woll und dem Abend entſprechend angepaßt. Mit großer Freude wurde
Das Erſcheinen des allverehrten Gauvertreters Roth begrußt, denn die
Allten wiſſen aus früheren Jahren, wenn unſer Gauvertreter zur
Haupt=
verſammlung erſcheint, daß Wichtiges vorgeht. Die Alten ſollten auch
viesmal recht behalten, denn ſehr bald bat Turnbruder Roth um das
=Vort. Er hielt eine zu Herzen gehende Rede, denn es galt, verſchiedene
am die deutſche Turnſache verdiente Turner zu ehren. So erhielt unſer
Sprecher, Turner Kiſſinger, den Ehrenbrief nebſt Ehrennadel der
Seutſchen Turnerſchaft, und die Turner Hirſch. Simon und Wenderoth
gen Gau=Ehrenbrief überreicht. Ein dreifaches kräftiges „Gut Heil” galt
Fen ſo Geehrten. Die Verhandlungen nahmen nunmehr ihren
Fort=
ang und die Tätigkeitsberichte der einzelnen Abteilungen und Aus=
leurde nach Prüfung der Jahresrechnung durch die Rechnungsprüfer die
Santragte Entlaſtung erteilt. —
Die Turngemeinde konnte auch in
reſem Jahre eine Reihe Jubilare und verdiente Mitglieder auszeichnen.
I erhielten das Diplom für 50jährige Mitgliedſchaft die Turner: Fr.
Sceelbach und Fr. Speher; das Diplom für 25jährige Mitgliedſchaft die
Aurner: Gg. Biermann, Ludw. Heeb, K. Hirſch, R. Kiſſinger, Frz.
mipp, Otto Kronauer, Arthur Ritter, Theod. Schulz, Guſt. Schorn,
ag. Weidmann und Ludw. Willenbücher. Den Vereins=Ehrenbrief
er=
elten die Turner: L. Hering 1., Hceb, Heußner, Schmahl 1. und Frz.
echulz; die Vereins=Ehrennadel Turner Gg. Willenbücher. Zu Ehren=
Titgliedern wurden die Turner Gg. Behrmann, Chr. Jäger und
Seel=
cch ernannt. Für regelmäßigen Turnſtundenbeſuch erhielten die
nach=
ſehend benannten Turnerinnen und Turner das Jahrbuch 1927 der
duitſchen Turnkunſt überreicht: Lieſel Darmſtädter, Lieſel Henkei, Luiſ=
Angel, Herm. Müller, Aenne Pahl, Lina Reinhardt, Beelgenroth, Karl
Eweger, Walter Kurz, Valentin Müller und Fritz Scharfenccker. Der
arner Kiſſinger wurde zum Ehrenſprecher mit Sitz und Stimme im
Vurſtand ernannt. Eine dementſprechende Urkunde wurde ihm vom
Sbrecher, Turner Hering, überreicht. Dann folgte die Wahl des
8 rſtandes. Der ſeitherige 1. Sprecher ſchloß um 1½ Uhr mit
Dankes=
v.rten die Verſammlung.
— Der Hilfsverein für die Geiſteskranken in Hefſen läßt
gegen=
hartig durch ſeinen Vertrauensmann in Darmſtadt ſeine diesjährige
llekte vornehmen. Ueber ſeine menſchenfreundlichen Zw cke iſt
wieder=
ſeit an dieſer Sdelle berichtet worden. Seit einem halben Jahrhundert
tt er nun ſegensreich’ im Heſſenlande, und iſt ſeitens ähnlicher
WSaniſationen in anderen deutſchen Ländern und Provinzen längſt als
beſtorganiſierte und vührigſte anerkannt worden, der zu wünſchen
daß ihr auch in dieſem Jahre reichliche Mittel zufließen möchten.
hat in den Zeiten ſeit der Inflation ſich nicht ſo reichlicher
Zu=
adungen zu erfreuen gehabt, wie in beſſeren Tagen. Klein ſind im
1emeien die Summen und Sümmchen, welche die eifrigen
Ver=
ranzensmänn
Imismäßig mehr Begüterte zu finden ſein dürften wie auf dem flachen
un de, auch reichlicher für den Hilfsverein geſpendet wird. Man darf
2AT annehmen, daß hier auch ſo mancher lebt, der, vielleicht auf Grund
9er trüber Erfahrungen an Angehörigen, ein höheres Verſtändnis
das Elend beſitzt, das Geiſtes= und Nervenkrankheiten in ſo manche
ailien tragen, und darum gern beiſteuert, wenn er nur weiß, daß
melt wird und wem er ſ ine Spenden zuſenden ſoll. Solche Wohl=
— und alle diejenigen edeldenkenden Menſchen, die der Sammler
” Erreichen konnte, werden freundlichſt geb ten, ihr Scherflein dem
Sberein auf das Poſtſcheckkonto 5736 Frankfurt a. M. überweiſen zu
elsen,
Mittwoch, den 9. Februar 1927
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Der Vereinsabend ſtand wieder einmal unter dem Zeichen der
Ver=
gangenheit. Alt=Darmſtadt mit ſeinen Originalen wurde vorgeführt. In
vorzüglichen Schattenbildern, gezeichnet, von Herrn Malermeiſter Jordan,
nach den Vorbild rn von Prof. Hermann Müller, grüßten ſie aus der
Vergangenheit herüber. Herr Bibliothekar Weber gab zunächſt einen
kurzen, einleitenden Vortrag über die Geſchichte der Originale und zu
den einzelnen Bildern die dazu gehörige Erläuterung. In bunter
Reihenfolge wechſelten Sch.rz und Ernſt, heitere und auch trübe Bilder
aus Alt=Darmſtadts Vergangenheit. Es erſchienen nacheinander folgende
Typen auf der Leinewand: Der um 1768 geborenen Handelsjude
Bene=
dikt, berühmt durch ſeine Mundfertigkeit und ſeinen ſarkaſtiſchen Witz.
Die Perſönlichkeit des Benedikt, deren Vergangenheit ziemlich in
Dunkel g hüllt war, ſt von Herrn Profeſſor Eſſelborn in den
Jugend=
erinnerungen von Wilh. Hamm (Heſſ. Volksbücher Bd. 55—57) gebührend
geſürdigt, und demnächſt wird ein größerer Aufſatz, der ſich mit dieſer
Perſönlichkeit beſchäftigt, von Prof. Dr. Eſſelborn, der weiteres über
Benedikt ausgegraben hat, in Volk und Scholle erſcheinen. In weiterer
Reihenfolge zogen an den Augen der Zuſchauer vorüber: Der bekannte
„Bilderherz”, der Armenſchullehrer „Kirſchöfer”, der „Maler”, Kaſpar
Verth” der Hutmacher „Hobeck”, der Kupferdrucker und Turnvater
„Heinrich Felſing”, der „Bochmiſchlich”, der von der Meſſe her bekannte
„Schlawitzer”, der Schnelläufer „Peter Bajus”, der altbekannte und
ſagenumwobene „Schwarze Peter”, der als „Pfifferling” bekannte
Hof=
muſikus „Johann Zimmermann” der Kanzliſt „Berghöfer”, bekannt
unter dem Namen der „Schockelgaul”, der bekannte Portier der
ehe=
maligen Heſſiſchen Ludwigsbahn, der „dicke Leißler”, der originelle und
bekannte Ofenputzer „Andreas Brichmann”, die beiden Handelsjuden
„Löb Haas” (Löbche Rotznas) und „Jeſel Grünebaum” (der
Kälber=
ſchwanz), der Kolporteur „Peter Krenz”, genannt die „Brillenſchlange‟
Karl Sinnigſohn”, bekannt unter dem Namen der „Dicke Bub”, der
Händler „Philipp Raab”, die „Streichhölzerrab”, der als „Jungfer
Lies=
chen” bekannte Skribent „Wilhelm Zimmermann”, der unter dem Namen
„Ambos” bekannte Hauſierer „Friedrich Wiegler”, der noch in der
jüng=
ſten Zeit bekannte Lumpenſammler „Muntermann” mit ſeinem „
Käth=
ſchen” und zum Schluß erſchien die altbekannte und beliebte Fräulein
„Sabine Bimbernell” „Das Bienchen‟. Die Bilder, die vorzüglich
wirk=
ten, waren geſchnitten von Herrn Buchbinder Georg Reinhardt und
Herrn Georg Röder. Die techniſche Leitung lag in den Händen der
Herren R. Anton und L. Vollrath. Die Darbietung wurde mit reichem
und dankbarem Beifall, von den zahlreich erſchienen Hörern
aufgenom=
men. In Anſchluß an den Vortrag, gedachte noch Herr Profeſſor Dr.
Eſſelborn des 100. Geburtstages des bekannten Darmſtädter
Buchhänd=
lers und Kunſtmalers Philipp Carl Köhler, deſſen Name durch die
noch beſtehende Sortimen.sbuchhandlung Köhler (Carius) und durch
ſeine Verlagswerke und vor allem durch ſeine Landſchaftsaquarelle, die
eine nicht gewöhnliche Meiſterſchaft auf dieſem Gebiete bekunden, in der
Nachwelt fortlebt. Köhler, der auf das engſte mit dem Darmſtädter
Leben verbunden iſt, ſtarb am 1. März 1890. Das Heſſiſche
Landes=
muſeum ehrt das Andenken dieſes Künſtlers durch eine Sonderausſtellung.
Das von Herrn Prof ſſor Eſſelborn entworfene Lebens= und
Charakter=
bild Köhlers wurde von den Zuhörern mit reichem Beifall
entgegen=
genommen, und mit herzlichen Dankesworten des Vorſitzenden wurde der
anregende Abend in AltDarmſtadt gefchloſſen. Nächſter Vortragsabend
am 17. Februar. Es ſpricht Herr Profeſſor Kunſtmaler Adolf Beyer
über ein echtes Darmſtädter Kind, den deutſchen Maler Philipp Röth.
— Der Liederzweig Darmſtadt hielt ſeine 73. Hauptverſammlung
ab, die gut beſucht war. Nach kurzen, einleitenden Worten des 1.
Vor=
ſitzenden, des Herrn Adolf Schneider, wobei auch der im letzten
Vereinsjahre verſtorbenen Mitglieder in ehrender Weiſe gedacht wurde,
erſtattete der 1. Schriftführer, Herr Auguſt Hauf, den Jahresbericht,
der erkennen ließ, daß der Verein auch im abgelaufenen Jahre recht
tätig war und weitere Fortſchritte zu verzeichnen hatte. Die
Rechnungs=
ablage zeitigte ein günſtiges Ergebnis. Dem Rechner, Herrn Fritz
Volk, wurde Entlaſtung erteilt und der Dank für die
ordnungs=
gemäße Buchführung ausgeſprochen. Der ſeitherige Vorſtand wurde
mit wenigen Aenderungen wiedergewählt. Nachdem unter Punkt „
Ver=
ſchiedenes” kleine, den Geſamtverlauf der Verſammlung nicht
beeinträch=
tigende Debatten befriedigende Löſung gefunden hatten, ſchloß der 1.
Vor=
ſitzende, Herr Schneider, mit Worten des Dankes an die Erſchienenen
die Verſammlung.
— Gartenbauverein Darmſtadt. Die diesjährige
Haupwerſamm=
lung findet nächſten Donnerstag abend ſtatt. Dabei werden die üblichen
geſchäftlichen Angelegenheiten erledigt. Anſchließend daran wird Herr
Rektor Preſſer einen Lichtbildervortrag über Schul= und Kloingärten
in der Dresdener Ausſtellung, ſowie über eine Wanderung durch die
Sächſiſche Schweiz halten. Zum Schluß kommt noch eine ausgiebige
Freiverloſung.
— Vogelsberger Höhen=Club, Darmſtadt. Am vergangenen
Sonn=
tag, den 6. d. M., fand die Februarwanderung ſtatt. Ueber Nacht ſetzte
ein Schneetreiben ein und legte Mutter Erde ein prächtiges Gewand an
Man konnte bei jedem Wanderer die wahre Freude hierüber feſtſtellen.
Es war aber auch wirklich ein herrliches Bild, Feld, Wieſen, Wald und
Geſträuch mit dem weißen Winterkleide zu ſchauen. Die Wanderung
begann Ecke Heidelberger= und Beſſunger Straße, führte an der
Block=
ſtation Tanne vorbei, durch prächtige Wälder nach Eſchollbrücken, wo
man nach dreiſtündigem Marſch im Gaſthaus „Zum goldenen Lamm”,
einkehrte. Unterwegs, im hohen Waldesdome, widmete unſer 1.
Vor=
ſitzender dem kürzlich verſtorbenen ehemaligen langjährigen Vorſitzenden,
Herrn Geh. Schulrat Dr. Schweisgut, weliher zuletzt Ehrenvorſitzender
unſeres Zweigvereins war, einen tiefempfundenen Nachruf. Bei der
An=
kunft in Stockſtadt wurde die Wanderſchar vom Stockſtädter
Männer=
geſangverein mit dem Sängergruß „Seid gegrüßt” empfangen, und mit
ſchmetterndem Trompetenklang ging es nach dem Gaſthof „Zum golde
nen Stern”, wo uns der Vorſitzende des Männergeſangvereins aufs
herzlichſte begrüßte. Unſer 1. Vorſitzender dankte für den ſchönen
Emp=
fang. Es herrſchte bald eine vorzügliche Stimmung, die durch Vorträge
mancher Art noch gehoben wurde. Die zu Gehör gebrachten Chöre des
Männergeſangvereins, ſowie unſerer Geſangsabteilung legten Zeugnis
davon ab, daß ſie bei ihrem Dirigenten, V.H. C.=Mitglied Georg Späth,
in guten Händen ſind. Ferner ſtellten ſich die Mitglieder Frl. Wei
nſt
nann, Herren Jung, Kreutzer, Darmſtädter und Fiſcher in den
der guten Sache. Ihre Vorträge ernteten ebenfalls reichen Beifall. Den
Führern, Herren Darmſtädter und Götz, wurde der wohlverdiente Dank
durch ein dreifaches Friſchauf dargebracht. Dem Männergeſangverein
Stockſtadt ſei für die ſchönen Darbietungen ein herzliches Friſchauf
zu=
gerufen.
Der Bubikopf gibt Ihnen eine gute
Gelegenheit,
in der Wahl Ihrer Frisur und deren Formgebung Ihre
künstlerische Begabung zn zeigen. Aber selbst ein
schöpferisches Talent wird hier versagen müssen, wenn
nicht die Vorbedingung zur Erzielung eines ideal
schö-
nen Bubikopfes erfüllt ist. Fragen Sie Ihren Friseur, so
werden Sie hören, daß nur durch Pixavon das Haar
jene Weichheit und Geschmeidigkeit erhält, die eine
Fülle individueller Frisuren ermöglicht. Pixavon
ver-
leiht Ihrem Haar den schimmernden Glanz, der heute
als „Große Mode” im Reiche des Bubikopfes gilt.
Keine der geisöhnlichen Hüssigen
Haar-
waschseifen hat auch nur annähernd die
Wirlrungen von Pixavon. Bestehen Sie fest auf
„Pixavon” (nur in geschlossenen Original-
Haschen), souohl für die häusliche
Haar-
wüsche, wie auch für die im Frisiersalon.
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Bubenkopf-
schnitte, Mode Frühjahr 1927.
SoPMNf
LINGNER-WERKE
Dresden
V815
*Darmſiadt auf Skiern.
Erwartungsvoll zogen ſie hinaus, die bretterbewaffneten
Darm=
ſtädter, begleitet von den Ski=Heil=Rufen der Zurückbleibenden. Ce
luſtige Schar iſt es, die ſich im Sonderwagen zuſammengefunden hat;
zuerſt noch fremd, in Mannheim ſchon bekannt und in Achern ein guter
Kameradenkreis. Das Auto führt uns zur Schneegrenze, und mancher
beſreigt hier zum erſtenmal die glatten ſchlanken Bretter, die ihn durd,
das Reich des Schn es führen ſollen. Wir haben Glück. In der lexten
Nacht iſt Neuſchnee gefallen und glatt geht die Fahrt bis zum Ruheſtein.
Weiter geht es dann hinauf, und mancher Purzelbaum wird vor Freude
geſchlagen. Um 2 Uhr iſt die Hütte in Sicht! Und weiter geht
hinauf, 1025 Meter hoch. Dazu 2 Meter Schnee, herrlich gepulde
Hüttenwirt und Wirtin begrrißen uns. Sie haben alles wohl vorb=
rei=
tet, ja es iſt ſchon der dritte Kurs, der von Darmſtadt aus die neue
Darmſtädter Hütte bezieht. Nach kleinen Geländeübungen geht es
heute ſchon früh in die Betten. Wir ſind ſo müde, daß uns nicht ds
Mäuſegepibſe des Nachbarn und das Holzſägen im Nebenzimmer ſtört=
Um ½7 Uhr werde ich von ſonderbarem Schein geweckt. Rotglühend
geht die Sonne auf. Wie Rotbuchen leuchten die Tannen, und d
erſten Strahlen eilen zündend riber den glitzernden Schnee. Bald holt
der Kikeriki=Weckruf des Herrſch die Schläfer aus den Betten. Um
½9 Uhr beginnt die Gmynaſtik auf Skiern mit den herrlichſten Bildern!
Noch luſtiger wird es dann aber am Uebungshang. Schneepflug und
Stemmbogen machen ſchon Sorgen und beim Telemark werden Löcher
wie Bade uannen in den Schnee gegraben. Wer nicht zwanzigmal
ge=
purzelt iſt, hat keinen Mut! Und dann ſchmeckt das Mittageſſen. Am
Nachmittag gehts über den Seekopf zum Uebungshang am Ruheſtein.
Einige dürfen ſich ſchon über die Sprungſchanze wagen. Der eine hat
Glück, viel ſchöner iſt es aber beim zweiten, der erſt mit der Rückſeite
aufkommt und mit den Brettern in der Luft herumwirbelt. Am Hang
wird mancher Skiläufer unfreiwillig zum Rodler auf ſeinen Brettern,
und ein lautes Ski=Heil ertönt, wenn Frau E, oben wehnntig ihrem
allein hinabrutſchenden linken Ski nachſchaut.
Wir können uns vom Ruheſtein kaum trennen, und auf der
Heim=
fabrt wird es plötzlich duſter Der Vordermann iſt nicht mehr zu er
kennen; ein Schneeſturm beginnt. Schließlich iſt es ganz dunkel, und
wunderbar, die Tannen fangen an zu glühen; kleine helle Flammen
leuchten auf an allen Spitzen: das Elmsfeuer. Glücklich, wer es
mit=
erleben durfte
Der Abend bringt uns eclten Hüttenbetrieb. Dort oben, wo einer
auf den anderen angewieſen iſt und jeder ſich ungezwungen geben kann,
iſt ſchnell eine frohe Stimmung allgemein. Der Humoriſt und die
Haus=
kapelle mit Geige und Ziehharmonika helfen eifrig mit; pünktlich um
10 Uhr macht das Gutc=Nacht Lied den Schluß.
Jeder Tag bringt neue Erlebniſſe. Am dritten Morgen tritt die
Schar vor der Hütte zuſammen, um die von der Stadt Darmſtadt
ge=
ſtiftete weiß=blaue Fahne feierlich zu hiſſen. Ein Vorſtandsmitglied dankt
der Stadt und allen, die bei Herrichtung der Hütte mitgeholfen und da
durch dieſen herrlichen Kurs ermöglicht haben. Ein kräftiges Ski=Heil
aus 35 Kehlen klingt über den Schnee. Die Sonne lacht freundlich dazu.
Und heute nachmittag gehts zur Hornisgrinde. Selbſt der Bable
iſt erſtaunt über den Schnee, den er ſo prächtig in 20 Ski=Wintern nicht
geſehen habe. Viele werden noch über die Kursdauer hier bleiben und
ſich den 15 Darmſtädtern anſchließen, die am Sonntag, den 6. Februar,
heraufkommen. Ski=Heil!
St.
— Der Verein ehem. 117er, Darmſtadt, hielt ſeine ordentliche Jahres=
Hauptverſammlung ab. Der 1. Vorſitzende, Kam. Helmſtädter, begrüßte
die Anweſenden mit herzlichen Worten und erſtattete, nachdem das
Protokoll über die letzte Hauptverſammlung durch den 1. Schriftführer,
Kam. Grimm, verleſen war, einen eingehenden Bericht über das
ab=
gelaufene Vereinsjahr. Aus dieſem Bericht ging hervor, daß die
Ge=
ſchäfte des Vereins in 10 Vorſtandsſitzungen und 11
Monatsverſamm=
lungen erledigt wurden, und daß der Veranſtaltungsausſchuß für die
Fahnenweihe des Vereins am 1. Auguſt 1926 nicht weniger als 3)
Sitzungen abgehalten und 2500 Druckſach n zum Verſand gebracht hat.
Der Kaſſenbericht, der von dem ſtellvertretenden Rechner erſtattet wurde
ſchloß mit einem Vermögen von rund 950 Mk. ab. Beide Berichte
wurden von der Verſammlung nach Anhörung der Rechnungsprüfer
ohne Widerſpruch angenommen und hierauf dem 1. Rechner, Kamerad
Hoffmann=Keining, ſowie dem ſtellvertretenden Rechner, Kam. Grimm,
Entlaſtung erteilt. Die Vorſtandswahl ergab die einſtimmige
Wieder=
wahl der Mehrzahl der ſeitherigen Vorſtandsmitglieder. Für die
frei=
willig ausgeſehiedenen Vorſtandsmitglieder, nämlich die Kameraden
Wittich, Kaiſer und Weber, wurden die Kameraden Kippel, Brunner
und Müller in den Vorſtand neu gewählt. Als 2. Vorſitzender wurde
Kam. Hummel gewählt. Der Vorſitzende hieß die neu gewählten
Kameraden im Vorſtand herzlich willkommen und dankte dem
ſeit=
herigen Vorſtand für ſeine im Intereſſe des Vereins geleiſtede Arbeit
Die Kam. Grimm und Hummel wüirdigten in warmen Worten die
Ver=
dienſte des 1. Vorſitzenden um den Verein und ließen ihn hochleben.
Nachdem noch einige interne Vereinsfragen beſprochen waren, wurde
be=
ſchloſſen, demnächſt einen Ausflug mit Muſik nach Reinheim zum
Be=
ſuche der dortſelbſt neugegründeten Ortsgruppe zu machen und am
23. Juli d. J. das Stiftungsfeſt des Vereins in würdiger Weiſe zu
be=
gehen. Zum Schluſſe richtete der Vorſitzende noch einen warmen Appell
an die Mitglieder auch weiterhin dem Verein die Treue zu halten, und
ſchloß wit einem Hoch auf den Verein die in allen Teilen aufs
kamerad=
ſchaftlichſte verlaufene Verſammlung.
— Der Verein „Darmſtadt—Rhein e. V.” hat an die zuſtändigen
Stellen eine eingeh nde Vorſtellung gerichtet, die allzu hohen
Ueber=
fahrtsgebühren der Rheinfähre bei Oppenheim a. Rh. auf ein erträgliche=
Maß herabzuſetzen. Insbeſondere wird in dem Schreiben Beſchwerde
darüiber geführt, daß die Gebühren zur Abend= und Nachtzeit in
drei=
facher Höhe vom Standpunkt einer vermünftigen Verkehrspolitik
untrag=
bar ſind.
— Heiterer Abend Kapper-Deharde. Am 14. Februar, abends
3 Uhr, veranſtalten Opernſängerin Paula Kapper und Opernſänger
Guſtav Deharde in der Turnhalle am Woogsplatz einen Heiteren Abend.
der, mit vollſtändig neuem Programm ausgeſtattet, ſeine
Anziehungs=
kraft auf die große Anhängerſchaft des ſo anßerordentlich beliebten
Künſtlerpaares nicht verfehlen wird. Der faſchingsfrohen Zeit
ange=
paßt, enthält das Programm Soli und Duette klaſſiſcher und moderner
Operetten, die, von Kapellmeiſter Berthold Sander begleitet, im
bun=
ten Wirbel zu einem Programm zuſammengeſtellt ſind, das die Zuhören
ſehr raſch in eine heitere Stimmung verſetzen wird. Vom „
Bettel=
ſtudent” über den „Oberſteiger” „Bruder Straubinger”
Verwunſche=
nes Schloß”, „Opernball” zur Czardasfürſtin” und „Gräfin Mariza‟
und der modernen Operette wie „Zirkusprinzeſſin” „Paganini” uſw.
geht die aufſteigende Linie der Vortragsfolge, die ſicherlich ungeteilten
Beifall finden wird. Alles nähere durch Anzeigen und Plakate.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. „Mir mache als ſo weiter‟. Der
glänzende Verlauf unſerer Damen= und Herrenſitzung iſt uns ein
Be=
wveis, daß es auch in dieſem Jahre gelungen iſt, den Karneval, wie er
ſeit Jahrzehnten bei der Woogsplatz=Turngemeinde gefeiert wurde, au
Sitzung gehört der Vergangenheit
der gewohnten Höhe zu halten. D
an, aber „mir mache als ſo weiter” und bringen dieſerhalb unſeren
diesjährigen, glanzvollen Maskenball am Samstag, den 12. Februar,
in Erinnerung. Im großen Feſtſaal wird ſich bei den Klängen zweier
Tanzkapellen ein farbenfrohes Treiben entwickeln, während in den
Nebenräumen reichlich Gelegenheit geboten iſt, Erfriſchungen aller Aut
einzunehmen. Alles in allem: Kommt zu dem großen Maskenball der
T. G. D. 1846. (Siehe auch heutige Anzeige.) Kartenverkauf Mittwoch,
Donnerstag und Freitag, abends von 6½—10 Uhr im Veſtibül des Turn
hauſes. Gleichzeitig bringen wir unſeren Mitgli dern und Freunden
zur Kenntnis, daß das Kinderkoſ üümfeſt am 27. Februar ſtattfindet. Wir
bitten alle Eltern, ihren Kleinſten und Kleinen dieſe Freude zu bereiten,
und verweiſen dieſerhalb auf die Anzeigen.
— Der Heſſiſche Odenwaldverein, Darmſtadt, gegründet 1803
hält auch in dieſem Jahre wieder einen Maskenball am Samstag, den
12. Februar, abends 7.11 Uhr, in den närriſch dekorierten Räumen des
„Perkeo”. Alexanderſtraße, ab. Unſere Landsleute, Freunde und Gönner
des Vereins dürfen jedenfalls bei echter Faſtnachtsſtimmung einige recht
gemütliche, frohe Stunden bei den Odenwällern verleben. (Siehe Anz.)
— Polizeibericht. Seit einiger Zeit werden in den Höheren Knaben.
ſchulen in kurzen Zeitabſtänden Mäntel aus den Klciderablagen
ent=
wendet, ohne daß bis jetzt Anhaltspunkte über die Täter gewonnen
werden konnten. In einigen Fällen ließ der Täter ganz minderwertige,
abgetragene Stücke am Takort zurück. — Im Laufe der vergangenen
Woche wurden hier zwei alte Herrenfahrräder obne Marken entwendet
Bei faſt allen Anzeigen, wegen Fahrraddiebſtahls wurde die
Wahr=
nehmung gemacht, daß die Geſchädigten nicht in der Lage ſind, die
Fabriknummer der entwendeten Fahrräder anzugeben. Für die
Er=
mittlung der Räder iſt dies jedoch von großer Bedeutung. Die
Fahrrad=
beſitzer werden deshalb in ihrem eigenen Intereſſe darauf hing wieſen,
ſich über die Fabriknummer ihrer Fahrräder zu verläſſigen. — Wegen
Fahrraddiebſtahls wurde ein junger Mann in das Landgerichtsgefängnis
eingeliefert. — Weiter wurden feſtgenommen ein Fürſorgezögling Fritz
Ziegler aus Fürth in B hern wegen Entweichens und der
Schauſtellei=
gehilfe Auguſt Bredendi ck aus Elberfeld wegen Diebſtahls auf Erſuchen
der Amtsanwaltſchaft Waldshut.
Seite 6
Mittwoch, den 9. Februar 1927
Nummer 40
Neuerwerbungen der Stadibücherei.
Lebensbilder. Friedrich v. Bernhardi: Denkwürdigbeiten aus
mei=
nem Leben. L 5; Hans Caroſſa: Eine Kindheit. L 5; Julius R.
Haar=
haus: Ahnen und Enkel. Erinnerungen. L 5; Frank Harris: Mein
Leben. L 5; Heinrich Hoffmann: „Struwwelpeter=Hoffmann” erzählt
aus ſeinem Leben und von AltFrankfurt. L 5; Joſepha Kraigher=
Porges: Lebens rinnerungen einer alten Frau. L 5; Wilhelmine,
Grä=
fin v. Lichtenau: Die deutſche Pompadour. Lebensbild und Briefe. L5;
Helene von Noſtiz: Aus dem alten Europa. Erinnerungen, L 1: Max
von Preuſchen: Jugenderinnerungen eines alten Heiners. L 5; M. G.
Safatti: Muſſolini. Lebensgeſchichte. Bf 20; Oscar A. H. Schmitz: Ergo
Sum. L 5; Lili Schönemann: Goethes Lili in ihren Briefen. L 5; Liſa
Wenger: Im Spiegel d.s Alters. Jugenderinnerungen. L 5; Pauline
Wieſel: Die Geliebte des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen.
Le=
bensbild und Briefe. L 5; Marianne Wolf, Witwe Karl Immermanns:
Leben und Briefe. L 5; Paul Wiegler: Die große Liebe. Wie ſie
ſtar=
ben. Dichter= und Frauenporträts. 9 1.
Neue Tiergeſchichten. Bengt Berg: Abu Markub. Dz. 1. Cherry
Kearton: Mein Freund Toto. Die Geſchichte eines Affen. Dz. 1. E.
Lutz: Der Pfahlbauer. Ein Lebensbild aus der Tierwelt. Dz 1.
Die folgenden Bände enthalten Sammlungen von
Dier=
geſchichten unſerer beſten Schriftſteller, zuſammengeſtellt
nach einzelnen Tierarten: Walter Kublank: Edelhirſche. Vom Leben,
Kämpfen und Sterben des Hirſches. Dz. 1. Otto Winter: Der beſte
Freund. Hundegeſchichten. Dz. 1. Franz Etzin: Pferde. Schickſale und
Abenteuer. Dz. 1. Joſef Galle: Büffel. Auf den Spuren eines
Ge=
waltigen. Tierbilder, Jagd n, Abenteuer. Dz. 1. Gerhard Krigel
Raubvögel. Adler= und Geiergeſchichten. Dz. 1. Walter Kublank: Wolfe,
Bilder aus dem Leben des Wolfes. Dz. 1. Otto Winter: Wale.
Ge=
ſchichten von Walen und Walfängern. Dz. 1. O. Riedrich: Giftſchlangen.
Erlebniſſe mit Kreuzottern, Klapperſchlangen und der Kobra. Dz. 1.
Otto Winter: Der Herr des Urwaldes. Elefantengeſchichten Dz. 1.
Paul Schneider: Löwen. Jagden und Abenteuer. Dz. 1. Alexander
Troll: Menſchenaffen. Erlebniſſe mit Großaffen. Dz. 1. Otto Winter:
Meiſter Petz. Bären und Bärengeſchichten. Dz. 1.
Neue Reiſewerke. A. Berger: Aus einem verſchloſſenen Paradieſe.
Welt= und Jagdreiſe in Afrika. 1924. F. Börnſtein=Boſta:
Mandana=
baſchi. 1926. Ca. 10. Kaſimir Edſchmid: Basken, Stiere, Araber. 1926.
Ce. 80. Rich. Halliburton: Die Jagd nach dem Wunder. Abenteuerliche
Weltreiſe. 1926. C.5. Alfred Kaufmann: Ewiges Stroialand (Aegypten)
1926 Cz. 155. Albert von Le Cog: Auf Hellas Spuren in Oſtturkiſtan.
1926. Ca. 10. Chriſtian Leden: Ueber Kiwatins Eisfelder. 1926. Cp. 5.
Paul Niedieck: Mit der Büchſe in fünf Weltteilen. 1922 C. 5. Erland
Nordenſkiöld: Indianer und Weiße in Nordoſtbolivien. Cm. 30.
Walde=
mar Oehlke: In Oſtaſien und Nordamerika als deutſcher Profeſſor.
keiſebericht 1920/26. Ca. 40. Otto Reiner: Die größere Heimat (Afrika),
26. Cf. 1. Konrad Schauer: Afrikaniſches Wanderleben. 1923. Cf. 40.
Albert Schweitzer: Mitteilungen aus Lambarene. 1926. Dh. 55. Georg
Wegener: Im innerſten Chinas. 192.6 Ca. 40. Knud Rasmußen:
Thule=
fahrt. Zwei Jahre im Schlitten durch unerforſchtes Eskimoland. 1926.
Cp. 5.
Radio=Literatur. Hanns Günther: Radio für Anfänger.
Experimen=
tier= und Baſtelbuch. 1926. Er. Was muß der Rundfunkteilnehmer von
der Funktechmik wiſſen? Herausg. H. Günther. 1926. Er. H. Günther
und H. Vatter: Baſtelbuch ſür Radioamateure. 1925. Er. H. Günther:
Schaltungsbuch für Radioamateure. 1924. Er. R. Krüger: Die
Selbſt=
anfertigung von Radioapparaten mit 1—7 Röhren. 1926. Er. Weitere
Bücher darüber weiſt der Katalog nach, ebenſo Auskunft am Schalter.
Aus der Technik. Handbuch für Kraftfahrer. Bearbeitet unter
Ver=
wertung der neueſten Konſtruktionen und Erfahrungen. 1926. Ev. 15.
Ludwig v. Löw: Das Automobil. Ev. 15. M. Peter: Das moderne
Automobil. Ev. 15. Jacob Schwaiger: Störungen am Kraftwagen und
ſeinen Teilen. Ev. 15. Erich Stahl: Einführung in die Technik des
Kraftfahrweſens. Ev. 15. A. Boſch: Betrieb und Wartung der
Dampf=
keſſel Em. 40. Karl Meller: Die Elektromotoren in ihrer
Wirkungs=
weiſe und Anwendung. Hilfsbuch für Maſchinen=Techniker. 1922. Em. 50.
H. Pohl: Die Montage elektriſcher Lichſt= und Kraftanlagen. 1922. El. 1.
Arthur Fürſt: Der Ozeanrieſe. Ev. 2. Hellmuth Hultzſch:
Arbeits=
ſtudien bei Ford. Fn. 55. Peter Mennicken: Anti=Ford oder von der
Würde der Menſchheit. Fn. 55.
Frauen= und Mädchenbücher. Ilſe Reicke: Das junge Mädchen. Ein
Buch der Lebensgeſtaltung (1925), das von der heutigen völlig
veränder=
ten Lage des jungen Mädchens ausgehend, ſich bemüht, neue
Lebens=
formen für es zu geſtalten, zu helfen. Das Buch iſt friſch geſchrieben,
ohne Schulmeiſterei und mit gutem Schmuck ausgeſtattet. J. 45. Erna
Meyer: Der neu Haushalt. Mit vielen Abbildungen. Eo, 5.
Berufsausbildung und Arbeiterſchaft.
* Vorzugsrente für Reichsanleihealtbeſitzer im Falle der Aenderung
der Einkommensverhältniſſe. Einem Anleihegläubiger kann eine
außer=
ordentliche Vorzugsrente gewährt werden, falls a) der Eigentümer
eines Ausloſungsrechts einen Anſpruch auf eine Vorzugsrente nur aus
dem Grunde nicht hat, weil ſein Einkommen im Kalenderjahr 1925 den
Betrag von 800 Mk. überſchritten hat; b) ſein Einkommen im Jahre
1926 aber infolge Fortfalles der Einkommensquelle, insbeſondere einer
Arbeitsgelegenheit den Betrag von 800 Mk. aller Vorausſicht nach nicht
erreichen wird, und c) den Umſtänden nach, insbeſondere wegen
Ver=
luſtes der Arbeitsfähigkeit des Anleihegläubigers, anzunehmen iſt, daß
dieſex ein 800 M. überſteigendes Jahveseinkommen nicht mehr haben wird.
Anträge auf außerordentliche Vorzugsrente im Sinne dieſer
Beſtim=
mungen ſind beim Wohlfahrtsamt (bzw. den für die Einreichung von
Vorzugsrentenanträgen überhaupt zuſtändigen Stellen) anzubringen.
Für die deutſche Zukumft iſt es von großer Wichtigkeit, daß wir
eine gut ausgebildete, gelernte Arbeiterſchaft behalten. Eine gute Lehre,
ſei es in Anlehnung an handwerkliche Einrichtungen, ſei es für die
In=
duſtrie in eigenen Induſtrie=Lehrſtätten, die eine immer wachſende
Be=
deutung gewinnen, iſt die beſte Gegewwirkung gegen geiſtige
Proletari=
fierung: Sie ſchafft neben techniſchem Können Berufsbewußtſein und
Berufsfreude, innere Verbundenheit mit dem Werk. mit den
Arbeits=
kollegen und dem Wirtſchaftsführer. Eine gut ausgebildete und bezahlte
Lohnarbeiterſchaft als Rückgrat wird zugleich auch ein Weg ſein,
Men=
ſchen zu bilden, die von ſtaatsbejahendem Willen getragen ſind,
Große Schwierigkeiten liegen in den Einzelheiten der Ausbildung
und der neuen Berufsgruppierung; beide unterliegen in der Induſtrie
ja ganz anderen Bedingungen als im Handwerk. Die Handwerkslehre
reicht nur in wenigen Induſtrien aus; in den meiſten Induſtrien ſind
es nur die Regie=Arbeiter, die vorwiegend dem Handwerk entnommen
werden, d. b. diefenigen Arbeiter, die zu Tätigkeiten herangezogen
wer=
den, die nur der Inſtandſetzung und Aufrechterhaltung des Betriebes
dienen, nicht in den eigentlichen Fabrikationsgang eingreifen und an ſich
betriebsfremd ſind.
Für dieſe Aufgabe ſind von ſeiten der großen Arbeitgeberverbände
ins Leben gerufen oder ſtehen mit ihn in Verbindung der
Arbeitsaus=
ſchuß für Berufsausbildung in Berlin (Leiter Dr. Schurholz, Zeitſchrift
„Techniſche Erziehung”) und das „Deutſche Inſtitut für techniſche
Arbeitsſchulung (Dinta) mit dem Sitz in Düſſeldorf, Leiter Obering.
Arnhold, Gelſenkirchen.
Zugleich hat ſich jetzt innerhalb der Chriſtlichnationalen
Gewerk=
ſchaften aus den Kreiſen der in dieſer Frage beſonders intereſſierten
Berufsverbände ein Ausſchuß gebildet,der je nach Zweckmäßigkeit mit
gleichen Organen der anderen Gewerkſchaftsrichtungen zuſammentreten
wird zu gemeinſamem Handeln. Dieſer „Gewerkſchaftsausſchuß für
Be=
rufsbildung” wird auch die Aufgabe haben, zu ſorgen, daß der
gewerb=
liche Nachwuchs der Jugendlichen Berufen zugeleitet wird, in denen der
erwachſene Erwerbstätige Sicherung ſeiner wirtſchaftlichen Exiſtenz
findet.
* Große Strafkammer.
A
Si00 FLEUDENBAINGEA
LIMOLEUN
DER IDEALE FUSSBODENBELAG
SIF RAUFEN AM VORTEILHAFTESTENBEI
D.EHRHARPT
AMWEISSEWTURM TELFF:+86 *
Lokale Veranſtaltungen.
Die dierunter erſchelnenden Nollzen find an=ſchlieälich als Hinwelſe auf Angeigen zu betrachten,
in keinem Faſſe irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
—Geſangverein „Einigkeit” Beſſungen. Es ſei
mit=
geteilt, daß der große Beſſunger Einigkeit=Maskenball am Samstag, den
26. Februar, abends 8 Uhr, im Chauſſeehaus (Heidelberger Straße)
ſtatt=
findet. Näheres zu erſehen durch Plakate und Anzeige in dieſem Blatte.
—Sport=Café. Heute findet ab 5 Uhr großes
Stimmungs=
konzert ſtatt. (S. Anz.)
— Treubund, Deutſchorden. Statt zum
Kommende=
abend, Freitag, den 11. d. M., werden die Ordensbrüder, ihre
Ange=
hörigen und ihre Freunde zum Vortrag des Komturs, Herrn Pfarrers
Berck, über „Peſtalozzi, der Deutſche” gebeten. Gedicht= und
Geſangsvorträge ſchließen ſich an den Vortrag an.
Infolge Berufung der Angeklagten wird eine Sache nochmals auf.
gerollt, über die wir in Nr. 357 vom 25. Dezember 1926 ausführlich
be=
richtet haben.
Die Angeklagte, die vom Bezirksſchöffengericht zu einer
Geſamt=
gefängnisſtrafe von 1 Jahr 7 Monaden 1 Woche abzüglich 2 Monaten
1 Woche der erlittenen Unterſuchungshaft verurteilt wurde, erſtrebt eine
mildere Beurteilung ihrer Verfehlungen. Als Verteidiger fungiert
Rechtsanwalt Neuſchäffer.
Unter den beiden Laienrichtern des Berufugsgerichts iſt eine
Schöffin Beiſitzerin,
Die Angeklagte erzählt auf Aufforderung des Vorſitzenden
ausführ=
lich und anſcheinend auch auf durchaus wahrheitsgemaße Art, wie ſie
mit den Veruntreuungen begann und darin fortfuhr. Die Angeklagte,
die 1920 als Lehrling in die Firma eintrat, brachte ein gutes
Schul=
zeugnis aus der Mittelſchule mit, ſie hatte auch eine gute kaufmänniſche
Vorbildung in der Mädchenmittelſchule erhalten. Sie hatte das
un=
begrenzte Vertrauen des Prinzipals.
Der Vertcidiger hält die Strafe für viel zu hoch, man dürfe ſich
doch nicht durch das Stimmungsbild, das der Prinzipal in der
Ver=
handlung gegeben, beeinfluſſen laſſen. Die Verteidigung bittet, die ge
amte Unterſuchungshaft anzurcchnen und die Strafe bedeutend
herab=
zuſetzen.
Das Urteil verwirft die Berufung mit der
Maß=
gabe, daß auch die ſeit dem erſten Urteil verbüßte Unterſuchungshaft
auf die Strafe angerechnet wird. Strafſchärfend kam die raffinierte Art
des Vorgehens in Betracht. Da die Angeklagte im Weſentlichen
ge=
ſtändig war, wurde die Unterſuchungshaft angerechnet.
* In die Kreiſe der Elfenbeininduſtrie des
Oden=
waldes, die in den Jahren 1923 und 1924 einen großen Aufſchwung
nahm, führt eine Verhandlung, die gegen zwei Kaufleute in der
Be=
rufungsinſtanz ſtattfand. Eine G.m.b.H. wurde geguündet und der Ab
ſatz der Waren, beſonders in der Metropole Berlin, betrieben, wo
haupt=
ſächlich Chineſen die Abnehmer der Odenwälder Erzeugniſſe waren.
Der eine der Angeklagten ſoll in Berlin Waren verkauft, den Erlös aber
für ſich verwendet haben. Unter Freiſprichung im übrigen hat das
Be=
zirksſchöffengericht am 27. Oktober 1926 gegen den einen der
Angeklag=
ten auf eine Gefängnisſtrafe von drei Monaten zehn Tagen, abzüglid
zehn Tage Unterſuchungshaft, gegen den anderen Angeklagten auf 15
Mark Geldſtrafe erkannt. Die Angeklagten und die Staatsanwaltſchaft
haben Berufung verfolgt. Beide Angeklagte erſtreben die Freiſprechung.
Die Verhandlung ergibt, daß in die Sache zivilrechtliche Verhältniſſe
hereinſpielen, die Waren teilweiſe auch infolge behördlicher
Beſchlag=
nahme nicht abgeſetzt werden konnte. Dr als Zeuge vernommene Chineſe
beſtreitet ſolche Beſchlagnahme. Die in Berlin auftretenden Kauflieb
haben waren dort weilende Chineſen. Der andere Angeklagte behauptet,
es habe ſich bei ihm nicht um Kommiſſionsware gehandelt, ſondern um
Ware, die er auf feſte Rechnung mit dem Vorbehalt, übernommen gehabt
habe, Unverkäufliches wieder zurückzugeben. Dieſer Behauptung
ſteht das Zeugnis des Verkäufers entgegen. Der Verteidiger des
erſt=
genannten Angeklagten erachtet deſſen Freiſprechung für geboten. Auf
die Berufung des erſtgenannten Angeklagten, der zu Freiheitsſtrafe ver.
urteilt iſt, wird das angefochtene Urteil aufgehoben und
der Angeklagte freigeſprochen. Die Berufung des zu
Geldſtrafe verurteilten Angeklagten wird verworfen. Verworfen
wird auch die Berufung der Staatsanwaltſchaft.
Aus den Parieien.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Wir
erinnern unſere Mitglieder an die monatliche
Zuſammen=
kunft, die Samstag, den 12. Februar, nachmittags 4 Uhr,
wieder auf dem „Heiligen Kreuz” ſtattfindet. Der Nachmittag
wird durch muſikaliſche Darbietungen — Lieder zur
Laute — verſchönt werden. Wir bitten um zahireiche Beteiligung=
Gäſte können eingeführt werden.
ASMAFIm-
Tabletten „Kayelt‟
werden häufig nachgemacht. Seien
Sie vorsichtig und kaufen Sie die
Aspirin-Tabletten nur in der
Original-Packung mit der
violetten Banderole.
In allen Apotheken
erhältlich.
(X8.
Tageskalender für Mittwoch, den 9. Februar.
Heſſiſches Landestheater, Großes Haus, L 12,
Schülermiete=
gelb 6, braun 7, Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr: „Die Zauberflöte
Kleines Haus, Zuſatzmiete II (10), Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
„Die Märchen der Königin von Navarra”, — Orpheum, abend=
Kinovorſtellungen —
Uhr: „Die Tugendprinzeſſin”
Gaſtwirte=
Union=, Reſidenztheater, Palaſt=Lichtſpiele,
Innung: Städt. Saalbau, abends 8 Uhr, Stiftungsfeſt. — Ver
einigung ehem. Neal= und Oberrealſchüler: Abend=
8 Uhr, Lydwigs=Oberealſchule, Vortrag. — Allg. Deutſcher
Neuphilologenverband: Nachm. 5 Uhr, Ludwigs=Oberreal
ſchule, Engl. Vortrag. — Konzerte uſw.: Schloß=Café, Ludwigs
höhe, Perkeo, Maxim, Hotel Schmitz, Taunusburg, Weinſtube Kraus
Café Rheingold, Weißer Turm, Café Hafſia, Sport=Café.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 9. Februar.
Heſſ. Bürgermeiſterei Münſter: Vorm. 9½ Uhr, Brand
ſchlag 41, Krautſchneiſe, Stammholzverſteigerung.
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Mittwoch, den 9. Februar 1927
Nummer 40
Aus Heſſen.
* Griesheim, 6. Febr. Vorgeſtern abend kurz vor 10 Uhr wurde
die hieſige Bewohnerſchaft durch Feuerlärm aufgeſchreckt. Es handelte
ſich indeſſen nicht um die Löſchung eines Brandes, ſondern einosteils um
die Prüfung der neu eingebauten Feuerſirene auf ihre Wirkſamkeit bei
Nacht, und andernteils um die Feſtſtellung der Schlagfertigkeit der
hieſi=
gen Freiwilligen Feuerwehr. Die Feuerwehr hat bei dieſer Gelegenheit
die Probe vorzüglich beſtanden, denn bereits innerhalb 5 Minuten nad
Ertönen des Alarmſignals waren die erſten Mannſchaften mit ihren
Löſchgeräten an der markierten Brandſtelle anwefend und aktionsfähig.
Aber auch die neu ngeſchaffte Kreis=Motorſpritze, deren Mannſchaft
ebenfalls von hier ag, durch den Kreisfeuerwehrinſpektor beſonders
alar=
miert ſurde, hat hierbei eine überaus hervorragende Leiſtung vollbracht,
denn bereits 12 Minuten nach der Alarmierung war dieſelbe mit einer
Beſetzung von 6 Mann aus Darmſtadt ebenfalls zur Stelle. Sowohl
der hieſigen Feuerwehr als auch der Motorſpritzenmannſchaft gebührt
für die bewieſene Bereitſchaft bzw. Schlagfertigkeit volles Lob und
An=
erkennung.
II. Eberſtadt, 7 Febr. Gemeindeabend. Im „Bergſträßer
Hof” veranſtaltete Herr Pfarrer Paul am Sonntag abend einen ev.
Gemeindeabend, der ein ſtark überfülltes Haus aufzuweiſen hatte. Der
Freude hierüber gab Herr Pfarrer Paul nach einer Begrüßung durch
Herin stud, theol Calgan in einer Anſprache Ausdruck, wobei er in
teils humorvoller, teils ernſter Weiſe die Frage: „Was iſt ſchuld, daß
unſer Familienleben in der heutigen Zeit ſoviel Schaden leidet?”
be=
handelte. In treffenden Darlegungen führte Redner aus, daß die
Familie wieder die Keimzelle werden wüiſſe, aus der das wahre Glück
des Einzelnen, der Familie und des Volkes erſprieße. Auch die
Sonn=
tage, ſo führte Redner aus, laßt wieder werden, was ſie ſein ſollen:
Tage der Sammlung, vor allem des inneren Menſchen. Die durch die
Pfungſtädter Freunde verſtärkte Wartburgkapelle und der ev.
Kirchengeſang=
verein geſtalteten den Abend zu einer ſchönen Feier Ein Geſangsduett,
ein Geſangs=Doppelterzett, ein Poſaunen= und ein Klavierſolo ſowie ein
Trompeten= und Tenor=Poſaunen=Vortrag mit Klavierbegleitung, ſowie
ein nettes Theaterſtückchen, aufgeführt von der Wartburg=Jugend, und
zwei ſchöne Reigen der Mädchen ſorgten für angenehme Unterhaltung.
Das Publikum dankte bei allen Darbietungen durch lebhaften Beifall.
Pfarraſſiſtent Wolff ſtellte in ſeinem Schlußwort feſt, daß der Abend
einen nicht erwarteten Erfolg gehabt habe und zu guten Hoffnungen
berechtige.
* Pfungſtadt, 8. Febr. Adam Neff=Abend. Der
evange=
liſche Kirchenchor Pfungſtadt hält am 12. und 13. Februar einen
Familienabend ab, der als Adam Neff=Abend gedacht iſt. An dieſem
Abend ſollen nur Chöre des einheimiſchen Komponiſten Rektors Neff,
zu Gehör kommen. — Die Sandbachregulierung iſt beendet.
Da die Herſtellung der Ufer mit großen Schwierigkeiten und hohen
Koſten verbunden war, fordert die Bürgermeiſterei zu erhöhtem
Schutze des Bachbettes und der Ufer auf. Alle Vergehen dagegen
ſol=
len ſtreng geahndet werden.
Eich b. Pfungſtadt, 8. Febr. Der Geſangverein „Eintracht”
hält am kommenden Sonntag abend einen Theaterabend ab.
Ober=Ramſtadt, 7. Febr. Gemeinderatsſitzung. Zum
erſten Punkt der Tagesordnung der letzten Sitzung ſtand die
Errich=
tung einer Badeanſtalt. Vor Eintritt in die Beratung dieſes
Punktes beantragte Gemeinderat Fornoff die Abſetzung desſelben bis
zur nächſten Sitzung. Dem Antrag wurde ſtattgegeben und beſchloſſen,
daß die Bau= und Finanzkommiſſion mit dem bereits beſtehenden
Bäder=
nusſchß inzwiſchen eine Ausſprache in der Angelegenheit herbeiführt.
Moſes Bendorf beabſichtigt bei ſeinem Anweſen, Hammergaſſe 2, ein
Ladenlokal zu errichten und will zu dieſem Zweck einen Zugang über die
Modau ſchaffen. Der Gemeinderat hat gegen die Errichtung der geplanten
Brücke nichts einzuwenden unter der Bebingung, daß der Geſuchſteller
ein für allemal für alle entſtehenden Uferbeſchädigungen daſelbſt
aufzu=
kommen hat. — Infolge Erweiterung des Ortsnetzes und zur
einwand=
reien Verſorgung der Einwohnerſchaft mit elektriſcher Energie iſt die
Errichtung einer weiteren Transformatorenſtation hierſelbſt notwendig
geworden. Die Heag will hierzu Gelände am Faſelhof zur Verfügung
geſtellt haben. Der Gemeinderat iſt mit der Errichtung der Station im
Trinzip einverſtanden, jedoch wird die Baukommiſſion beauftragt, den
Platz hierfür definitiv zuzuweiſen. — Für den Ausbau des Steinbruhs
am Buchwald iſt ein geringer Holzabtrieb daſelbſt notwendig geworden.
Die Odenwälder Hartſtein=Induſtrie, A.=G., Darmſtadt, die den Bruch
zurzeit gepachtet, ſucht um Ueberlaſſung des anfallenden
Fichtenſtamm=
holze zum Tarifpreiſe nach. Der Gemeinderat genehmigt die Ueberlaſſung
desſelben zum Durchſchnittserlös der letzten Stammholzverſteigerung
für dieſe Holzarten. — Der Mieterverein Ober=Ramſtadt beantragt, die
zu Sitzungen der Wohnungskommiſſion und des Mieteinigungsamtes
herangezogenen Mitglieder zu vergüten. Der Gemeinderat beſchließt,
daß jeweils ein Mitglied, wenn nötig, zu den Sitzungen des Miet
einigungsamts entſandt werden und dieſes wie die Beiſitzer des
Miet=
einigungsamts vergütet werden ſoll. Für die Teilnahme an den
Sitzungen der Wohnungskommiſſion wird eine Vergütung abgelehnt. —
Frau Wilhelm Ramge 1. Wwe, ſucht um Austauſch ihres
Allemendgrund=
küickes in der Wenzelried nach, da dieſes ſehr verwahrloſt ſei. Der
Ge=
meinderat lehnt dies ab, jedoch wird die Verwaltung beauftragt, die
ſeit=
herigen Nutznießer zur alsbaldigen ordnungsmäßigen Inſtandſetzung des
Grundſtücks anzuhalten. — Für das am Buchwald und Gräfenberg in
Anſpruch genommene Wegegelände ſollen 24 Pfg. pro am gezahlt und
die evtl. Flurſchadenvergütung vorerſt zurückgeſtellt werden. Für die
rundbuchamtliche Ueberſchreibung des Geländes wird als Vertreter der
betr. Anlieger Gemeinderat Auguſt Matthes 2. vorgeſchlagen.
* Ober=Ramſtadt, 8. Febr. Trotz mehrerer anderer Veranſtaltungen
am gleichen Tage, hatte der geſtrige Unterhaltungsabend des
Ge=
ſangvereins „Eintracht” im Gaſthaus Schneider einen ſtark
über=
füllten Saal aufzuweiſen, was der 1. Vorſitzende, Herr Müller, in
ſeiner Begrüßungsanfprache mit beſonderer Freude feſtſtellte. Die
Leiſtungen aller Mitwirkenden waren aber auch hervorragend u
jingen in der urkomiſchen Darſtellung des Luſtſpiels „Der Eheſtreik”
wie auch des Duetts „O, die böſen, böſen Männer” über den Rahmen
der gewohnten Darbietungen weit hinaus. Auf dieſen wohlgelungenen
Theaterabend kann der Verein beſonders ſtolz ſein.
* Groß=Umſtadt, 8. Febr. Wohltätigkeitskonzert. Den
Beſuchern des Wohltätigkeitskonzerts, veranlaßt durch Herrn Direktor
Haug, wurde ein hoher Kunſtgenuß zuteil. Der hieſige
Männergefang=
vevein brachte drei wuchtige Chöre in vollkommener, packender Weiſe zu
Gehör. Ganz beſonders klangſchön und eindrucksvoll kam der Chor:
Gott ſchüitze den deutſchen Rhein” zum Vortrag. Die Herren Fiſcher,
Kratz und Stefan aus Darmſtadt und Herr Haug aus Groß=Umſtadt
hatten ſich zu einem Kammermuſiker=Quartett zuſammengetan. Sie
boten Vorzügliches in rhythmiſcher Exaktheit und verſtändnisvoller
Wiedergabe des Spiels. Frau Selma Eidmann, welche die Begleitung
übernommen, behauptete ihre bekannte Meiſterſchaft am Flügel. Frau
Studienrat Hilsdorf brachte vier Lieder zu Gehör. Die Biegſamkeit
ihres wohllautenden Organes, die Fülle und Klangſchönheit ihrer Stimme,
ſowie die Tiefe der Auffaſſung legten aufs Neue ein beredtes Zeugnis
ab von dem Können der Künſtlerin. Ein Gleiches können wir von dem
Soliſten, Herrn Studienrat Dr. Stiefenhofer aus Darmſtadt, ſagen. Die
Art ſeines Vortrags und die Macht ſeiner Stimmittel wirkte hinreißend.
Lebhafter, nicht endenwollender Beifall zwang ihn ſowohl wie auch Frau
Studienrat Hilsdorf, mit einigen Zugaben zu danken. Auch der
ge=
miſchte Chor „Liederkranz” hatte ſeine Kraft in den Dienſt der guten
Sache geſtellt. Seine im Volkston gehaltenen Chöre wurden mit
Innig=
keit und großem Verſtändnis vorgetragen und boten eine angenehme
Abwechſlung in der Vortragsfolge.
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Höchſt i. O., 8. Febr. Eine der älteſten Frauen unſeres Ortes,
Witwe Eliſabetha Korndörfer, geb. Schnellbacher, iſt in der
ver=
gangenen Woche hochbetagt, im 88. Lebensjahr ſtehend, verſtorben.
—n. Michelſtabt, 6. Febr. Am vergangenen Samstag abend beging
die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs ihre
Jahresfeie=
in „Schmerkers Gartenſaal”, unter ſtarker Beteiligung ſeitens der
Mät=
glioder. Nach einem von Frl. Münch anſprechend vorgetragenen Prolog
„Mein Odenwald” von G. Treuſch hieß der Vorſitzende, Herr
Poſtinſpei=
tor Seib, die Erſchienenen, insbeſondere die Mitglieder des
Hauptau=
ſchuſſes, die Herren Oberſtaatsanwalt Wünzer und Amtsgerichtsrat Bccker
herzlich willkommen und weihte dem Wandern ſeine Rede.
Oberſtaat=
anwalt Wünzer, von der Verſammlung frendig begrüßt, dankte für
den warmen Empfang und ſprach in ſeiner, allen zu Herzen gehenden
Weiſe ſchöne Worte über die Ideale des Wanderns und des
Odenwald=
klubs, mit einem „Friſchauf” auf Heimat und Vaterland ſchließend; in
den Beifall, der der Rede folgte, miſchten ſich die Klänge des Deutſchland
Liedes, das die Verſammlung ſang. Zur Unterhaltung der Feſtteilne),
mer dienten die Vorträge der Kapelle, zwei von Herrn Frank mit Ge
ſchmack geſungene Lieder: „Wolframs Lied aus dem Sängerſtreit” und
„Mit roten Roſen” aus dem „Madrigal”, pantomimiſche und parodiſtiſche
Darſtellungen und Schattenbilder, ferner die Aufführung des 3. Aktes
der Poſſe „Robert und Bertram” von Gg. Räder. Gemeinſame Lieder
fehlten nicht. Gegen Ende des offiziellen Teiles fand die Dekorierury
von 38 Wanderern und Wanderinnen ſtatt, die Herr Amtsgerichtsrak
Becker, der die Grüße des Hauptausſchuſſes zu dem Feſt der
Micheſ=
ſtädter Ortsgruppe übermittelte, vornahm; von den Dekorierten erhielten
vier den Ehrenſtock, je einer das zehn= und 15jährige Wanderehrenzeichen
und einer das Abzeichen für 25jährige Mitgliedſchaft. Dann nahm der
Vertreter des Hauptausſchuſſes die Weihe des neuen Banners der Orts
gruppe, das, von Damenhand geſtickt, auf der einen Seite das Odenwal?=Symbol, auf der anderen das Wahrzeichen Michelſtadts, das
Ra=
haus, zeigt, mit einer entſprechenden Anſprache vor und ſchloß mit einen
Friſchauf” auf die Dekorierten. Darauf dankte in deren Namen Her
6
enzahl und gedachte auch des bevorſtehenden ſilbernen Ebejubiläums
Herrn Wünzers, auch dieſem den Wandergruß widmend. Damit fand
um Mitternacht das Programm ſein Ende, worauf der Tanz folgte, der
rege Beteiligung fand.
* Steinbach, 8. Febr. Am Sonntag feierte Herr Altbürgermeiſte
Hach zu Steinach in ſeltener Friſche und Rüſtigkeit ſeinen 81. Ge
burtstag. Bei dieſer Gelegenheit ſei nicht unerwähnt, daß Herr Hau
die Geſchicke unſerer Gemeinde über 20 Jahre zum Wohle der Geſann
heit leitete. In ſchwerſter Kriegszeit hat er ſtets ſeine ganze Kraſt
für das Wohl der Gemeinde und ſomit des ganzen Vaterlandes
eing=
ſetzt. Den Dank hierfür verbindet ſeine Gemeinde mit dem herzlichſten
Glückwunſche zu ſeinem 81. Geburtstage.
Erbach, 8. Febr. Der Erbacher Gewerbeverein veranſtaltet z. Zt. in
Saale des Gaſthauſes „Zur Stadt Erbach” eine Ausſtellung vri
Fachliteratur (geöffnet vom 5. Februar bis zum 13. Februar von 1
5 Uhr nachmittags), die für jeden Gewerbetreibenden von größtem Fr
tereſſe iſt. Sind es doch einige Hundert verſchiedene Hefte, die de
nührige 1. Vorſitzende des Erbacher Gewerbevereins hier zuſammengt
bracht hat. Dieſe Ausſtellung, die jeder Geſchäftsmann geſehen habe
müßte, enthält faſt alle Zeitſchriften für Handwerker, Kaufleute und
Induſtrielle, mit wirtſchaftlichem, künſtleriſchem und allgemein bildenden
Inhalt. Von dem guten und reichhaltigen Ausſtellungsmaterial ſpl
nun das Beſte von gleichintereſſierten Männern, die ſich zu Leſezirke.n
zuſammenſchließen können, für den Bezug ausgewählt werden. Auf die
Art und Weiſe ſoll erreicht werden, daß jeder mit wenig Geldopfen
auf dem Laufenden ſeines Intereſſengebietes bleiben kann, was für da
Einzelnen zu teuer, aber für den Zirkel auch bei der heutigen ſchlechte
wirtſchaftlichen Lage noch zu erſchwingen möglich iſt. Dies iſt gera
hür uns hier im Odenwald von beſonderer Bedeutung, wo wir abſeß;
vom Hauptgetriebe der Welt wohnen.
s. Beerfelden, 8. Febr. Der Vorſteher des hieſigen Finanzamtc),
Herr Finanzrat Hofmann, wird in Bälde auf ſeine neue Stelle né
Zwingenberg a. d. B. überſiedeln, ſtatt ſeiner wird künftig Herr Regt
rungsrat Dr. Rothammer beim Finanzamt Groß=Gerau dem hieſige
Finanzamt vorſtehen. Herr Finanzrat Hofmann hat ſich während ſeimr
langjährigen Wirkſamkeit hier die allgemeine Achtung erworben.
Hirſchhorn, 8. Febr. Waſſerſtand des Neckars. Am
Februar: 1,11 Meter; am 8. Februar: 1.10 Meter.
Familiennachrichten
Tl. Di Mdie Siue
S einer geſunden Tochter
zeigen hocherfreut an
Ernſt Keßler und Frau
Klara, geb. Lautenſchläger.
Darmſtadt, 7. Februar 1927. (e8524
Wie Weber
Kurt Dölz
Verlobte
Mainz
(8506)
Darmstadt
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, heute morgen 4 Uhr
meinen lieben, guten Mann,
un=
ſern treuſorgenden Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
Herrn
Adolf Dörr
Garniſonverwaltungsdirektor i. R.
Ritter hoher Orden
nach kurzem, ſchweren, mit großer
Geduld ertragenem Leiden zu ſich
in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefem Schmerz:
Mathilde Dörr, geb. Ohlg
Tilly Dörr und Erna Dörr.
Darmſiadt, den 8. Februar 1927.
Neckarſtraße 20,
2557
Die Beerdigung, findet Freitag,
den 11. Februar, um ½3 Uhr von
der Kapelle des Waldfriedhofes
ſtatt.
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Nachruf.
In ſeinem 37. Lebensjahr verſtarb am 5.
Feb=
ruar unſer lieber Kollege
Kammermuſiker
Taguft Sop.
In dem leider ſo früh Entſchlafenen verliert
das Heſſiſche Landestheater=Orcheſter einen
vor=
trefflichen Künſtler und einen treuen, lieben
Kol=
legen, der von allen ſeiner ausgezeichneten
Charakter=
eigenſchaften wegen ſehr geſchätzt war. Das
An=
denken an dieſen beſcheidenen, einfachen und äußerſt
pflichttreuen Menſchen wird in uns allen fortleben.
Das Heſſiſche Landestheater=Orcheſter.
Darmſtadt, den 7. Februar 1927.
(2528
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
gute Frau, unſere treuſorgende, gute Mutter,
Groß=
mutter, Schwiegermutter, Tante und Schweſter
Frau Magdalene Breuler
geb. Schulz
nach kurzer, mit Geduld und großer Hoffnung
er=
tragener Krankheit im 71. Lebens ahr zu ſich zu rufen.
In tiefer Trauer:
Johannes Breuler
Familie Henry und Richard Breuler
Auguſt Breuler und Fran
Familie Heinrich Haber.
Darmſtadt, Grafenſtr. 31, Eleveland, Ohio, U. S. A.,
den 7. Februar 1927.
(*3468
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. d. Mts.,
nachmittags 8 Uhr, von der Trauerhalle des
Wald=
friedhofs aus ſtatt.
Blumenſpenden ſind abzugeben bei Breuler,
Alexanderſ raße 4
Am 7. Februar, abends 10 Uhr, wurde unſere
treubeſorgte Mutter
Frau Auguſte Manerwwr.
geb. Haas
durch einen ſanften Tod von ihrem mit unendlicher
Geduld getragenen Leiden erlöſt.
Geſchwiſier Mainzer.
(:3538
Darmſtadt, den 8, Februar 1927,
Riegerplatz 5, II.
Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag
3½ Uhr vom Portale des Iſrael. Friedhofes aus ſtatt.
Kranzſpenden dankend verbeten.
Von Beileidsbeſuchen bittet man Abſtand zu nehmen.
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Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, meinen geliebten Gatten,
unſeren lieben Vater,
Schwieger=
vater, Bruder, Schwager, Onkel
und Großvater
Herrn
Hermann Pohl
Lehrer i. R.
im 67. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen
Familie Lehrer Pohl
Nieder=Ramſtadt, 8 Februar 1927
Die Beerdigung findet Freitag,
den 11. Februar, nachmitt. 3 Uhr,
vom „Trauerhauſe (Alte
Darm=
ſtädterſtraße) aus ſtatt
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Nummer 40
Mittwoch, den 9. Februar 1927
Geite 9
Birkenau, 8. Febr. Der 45 Jahre alte Fabrikarbeiter Joham
Erhardt von hier beging auf den Weinheimern Kapellenäckern
Selbſt=
mord durch Erhängen. Motiv unbekannt.
Heppenheim a. b. B., 8. Febr. Ehrenmal für die
Gefal=
lenen. Zugunſten des Fonds für die Errichtung eines Ehrenmals für
die Gefallenen der Stadt Heppenheim veranſtaltete der Arbeitsausſchuf
ein Konzert im Saalbau Wilhelm Kärchner. Schon während der letzten
Tage verkauften eine Anzahl Damen Karten in den Häuſern, wobei die
Abnahme gut war. Das künſtleriſche Konzert befriedigte die
Teilneh=
mer i reichlichem Maße und reicher Beifall wurde den Mitwirkenden
geſpendet. An Vereinen wirkten folgende mit: Orcheſterverein
Heppen=
heim, 1. Heppenheimer Mandolinenklub, Katholiſcher
Kirchengeſang=
verein St. Petrus, Evangeliſcher Kirchengeſangverein und Muſikverein
Hepbenheim. Der Prolog des Abends wurde von Herrn Lehrer
Holz=
amer geſprochen, welcher ſpäter auch einige ernſte und heitere
Rezitatio=
nen zum Vortrage brachte. Herr Fritz Kugler=Darmſtadt trug von H.
Wolf „Heimweh”, von H. Kaun „Daheim”, von Henſchel „Es weiß und
rät es doch keiner” und von Schumann „Er und ſie” vor. Bei den
beiden letztgenannten war Fräulein Anny Mundſchenk aus Darmſtadt
mit tätig, welche außerdem von Brahms „Unbewegte blaue Luft” und
von Grieg „Dem Lenz ſoll mein Lied erklingen” zum Vortrag brachte.
Auch unſere einheimiſche Künſtlerin Frau Profeſſor Dr. Weimer hatte
ſich für das Konzert zur Verfügung geſtellt und trug von Beethoven
Romanze” und von Saraſate „Zigeunerweiſen” vor. Allen Leiſtungen
der Künſtlerinnen und Künſtler wurde ein ebenſo ſtarker Beifall zuteil
wie den mitwirkenden Vereinen. — Da von verſchiedenen Seiten
an=
geregt wurde, als Standort des Ehrenmals den Schloßberg zu wählen,
dja hier das Denkmal weithin ſichtbar iſt und auch ſehr viel zur
Ver=
ſchönerung des Starkenburgbildes beitragen würde, hat Herr Architekt
Otto Heinrich Schwarz einen neuen Plan angefertigt, welcher z. Zt. in
der Buchhandlung Guſtav Otto auf dem Graben ausgeſtellt iſt. Der
Entwurf des Denkmals ſtellt einen Ehrentempel dar, welcher bei ſeiner
Ausführung die von maßgebender Seite ins Auge gefaßte Sunme nicht
überſchreiten würde.
Gernsheim, 8. Febr. In großen Schrechen wurden die Teilnehmer
am Gottesdienſt in der epangaliſchen Kirche verſetzt. Während der
Pre=
digt des Herrn Dekan brach Herr Profeſſor Ludwig Dörr, der auf ſeinen
Wunſch den anweſenden Organiſten, Herrn Lehrer Müller, vertreten
jatte, infolge eines Schlaganfalles zuſammen. Zwei raſch herbeigeeilte
Aerzte konnton nur den eingetretenen Tod feſtſtellen. Die Leiche wurde
durch die Sanitätskolonne in die Wohnung verbracht. Die ganze Stadt
bringt der plötzlich in ſo tiefe Trauer verſetzten Gattin, die den Gemahl
noch in die Kirche begleitet hatte, ſowie der Tochter die herzlichſte
Teil=
nahme entgegen. Herr Profeſſor Dörr erfreute ſich wegen ſeines
lau=
teren und freundlichen Weſens großer Beliebtheit. Die evangeliſche
Gemeinde verliert in ihm eines ihrer rührigſten Mitglieder, das faſt
„llſonntäglich ſeinen gewohnten Platz neben der Orgel einnahm. Für
dieſes Inſtrument zeigte Herr Prof. Dörr ganz beſonderes Intereſſe; an
ihm ſollte er auch den letzten Atemzug tun. Obwohl der Verewigte ſchor
ſeit einigen Jahren im Ruheſtand lebte — er war viele Jahre Lehrer
an der hieſigen Realſchule — arbeitete er noch viel auf dem Gebiet der
Thöheren Mathematik
Gernsheim, 8. Febr. Waſſerſtand des Rheins. Am 8.
februar: — 53 Zentimeter.
a. Groß=Gerau, 7. Febr. Durch die Eiſenbahnämter werden den
öchulen des Kreiſes, deren Gemeinden an einer Bahnlinie liegen, ein
von Künſtlerhand gefertigtes Bild zugeſtellt, welches das Werfen mit
Steinen auf die Züge und ſeine Folgen behandelt. Das Bild ſoll im
Interricht in geeigneter Weiſe verwendet und auf das Gefährliche des
Werfens nach den Zügen hinweiſen.
Klein=Gerau, 8. Febr. Bürgermeiſterwahl. Die Wahl
es neuen Bürgermeiſters iſt auf den 6. März feſtgeſetzt. Der
ſeit=
erige Bürgermeiſter Engel amtiert ſeit 1910.
r. Raunheim, 8. Febr. Ein in den 70er Jahren ſtehende Landwirt
ar auf dem Heuboden beſchäftigt. Durch einen Fehltritt ſtürzte er
erunter und zog ſich ſchwere innere Verletzungen zu, ſodaß er nach
em Krankenhaus Mainz verbracht werden mußte.
Bei Grippegefahr
N
Nu
Tabletten
TBin 1097
Oeutſche Lebensrettungsgeſellſchaft.
General=
verſammlung des Landesverbandes Heſſen.
Offenbach, 8. Febr. Der Landesverband. Heſſen der DORG.
hielt in der Turnhalle der Goetheſchule in Offenbach ſeine diesjährige
Generalverſammlung ab. Die Verſammlung war von Führern der
Turn= und Schwimmſache aus allen Teilen des Heſſenlandes beſucht,
und bot viel des Anregenden. Insbeſondere zeigten die Darmſtädter
und Mainzer Vertreter ein auf praktiſchem Wiſſen beruhendes reges
Intereſſe an den Beſtrebungen der DLRG., doch kam überall die volle
Befriedigung und Anerkennung über das in Offenbach bisher in
jahre=
langer, ſtiller Arbeit geleiſtete zum Ausdruck. Die anderen Bezirke
Heſſens ſind mehr oder weniger noch im Aufbau begriffen, während
in Offenbach durch die Opferfreudigkeit der Rettungsſchwimmer und
das Verſtändnis, das die Beſtrebungen bei Polizei und
Stadtverwal=
tung fanden bereits Vorbildliches zum Wohle der Allgemeinheit
ge=
leiſtet wurde.
Beſondere Erwähnung fand die unbedingt erforderliche
Zuſammen=
arbeit mit dem Roten Kreuz, die bisher (natürlich mit Ausnahme von
Offenbach) noch nicht in dem Maße gefördert werden konnte, wie dies
wünſchenswert erſcheint. Das Intereſſe des Roten Kreuzes bewies
der Beſuch von einer Abordnung von vier Herren der
Waſſerrettungs=
abteilung der Mainzer Sanitätskolonne, die bereits in ihrem
Nah=
men ernſte Arbeit auf dem Gebiete der Lebensrettung geleiſtet hat.
Einen weiteren breiten Naum in den Verhandlungen nahm die
Frage der Einführung des obligatoriſchen Schulſchwimmunterrichtes,
Während auf der einen Seite volles Verſtändnis für die Beſtrebungen
gezeigt wird, ſtehen wieder andererſeits manche Schwierigkeiten im
Wege, die weniger in dem Entgegenkommen der betreffenden
Schul=
leiter als in dem Umſtand erblickt werden, daß es an richtig
ausgebil=
deten Lehrkräften für den Schwimmunterricht fehlt. Hier wird
emp=
fohlen, von Seiten der DLRG., den Schulbehörden geeignete Kräfte,
die im Abhalten von Schwimmunterricht erprobt ſind, zur Verfügung
zu ſtellen. In Offenbach iſt dieſe Frage praktiſch gelöſt, indem die
Schulverwaltung zwei Schimmlehrer von Ruf zur Verfügung hat,
deren Tätigkeit durch den Bademeiſter Schau ergänzt und unterſtützt
wird. Auch iſt in Offenbach in faſt allen Schulen der
Schwimmunter=
richt eingeführt und es wäre ſehr zu wünſchen, daß die fehlenden
An=
ſtalten dieſen wichtigen Zweig recht, recht bald in den Lehrplan
auf=
nehmen würden! Eine Entſchuldigung mit „Ueberlaſtung des
Lehr=
planes” iſt jedenfalls nicht ſtichhaltig, denn die Turnſtunden laſſen ſich
ganz gut dazu benutzen, den in letzter Zeit vielfach bewährten
Trocken=
ſchwimmunterricht als äußerſt praktiſche Freiübung einzuführen, der
dann durch verhältnismäßig wenig Ergänzungsſtunden im Waſſer zu
vollenden wäre. Ueberhaupt hat ſich dieſe Art des
Maſſenſchwimm=
unterrichts als recht nützlich erwieſen, ſo daß es doch nur noch eine
Frage der Zeit ſein kann, bis derſelbe an allen Schulen eingeführt
iſt. Eine an die Staatsregierung abzuſendende Entſchließung wird
hier hoffentlich manches verbeſſern.
Der Vorſtand des Landesverbandes wurde unter Wärdigung
ſeiner außerordentlichen Verdienſte wiedergewählt und ſetzt ſich pari
tätiſch aus Vertretern der Turn= und Schwimmbewegung zuſammen.
1. Vorſitzender iſt Roth (Deutſche Turnerſchaft); 2. Vorſitzender Dr.
Friedrich (Deutſcher Schwimmverband); die anderen Aemter blieben
in den bewährten Händen der ſeitherigen Vorſtandsmitglieder. Als Ort
der nächſtjährigen Generalverſammlung wurde Mainz beſtimmt. Am
Schluß der Vormittagstagung erſtattete der Bezirk Offenbach Bericht
über die hieſige Tätigkeit und hob beſonders die Verdienſte der
Ret=
tungsſchwimmer, der Polizeibehörde und deren Beamten ſowie die
Unterſtützung durch die Preſſe hervor. Letztere hat einen weſentlichen
Anteil an den Erfolgen als Bindeglied zwiſchen Rettungsgeſellſchaft
und Oeffentlichkeit.
Am Nachmittag fand eine Beſichtigung und Erklärung der
Ret=
tungseinrichtungen ſowie des Hochwaſſerſchutzes ſtatt, dieſelben wurden
ergänzt durch die in liebenswürdiger Weiſe erfolgten Erklärungen
durch den Leiter des Arbeiter=Rettungsdienſtes, in deſſen
Bewachungs=
abſchnitt. Von dem Tiefbquamt war die Beſichtigung des
Hochwaſſer=
pumpwerkes Bürgel geſtattet, hier fand eine äußerſt lehrreiche
Unter=
weiſung durch den betreffenden Beamten dieſer Anlage ſtatt.
Langen, 8. Febr. Liebesdrama. Im Walddiſtrikt
Kober=
ſtadt ſpielte ſich ein folgenſchweres Liebesdrama ab. Dort erſchoß ein
funger Mann, namens Wegener, aus dem benachbarten Dreieichenhain,
ſeine von hier ſtammende Braut Marie Glaz und ſich ſelbſt. Der
Grund zur Tat dürfte in Liebeskummer zu ſuchen ſein.
Kelſterbach, 8. Febr. Ein Poſtbedienſteter verlor eine Taſche
mit 100 Mark Inhalt, die von einem Kohlenhändler gefunden wurde.
Der ehrliche Finder lieferte den Betrag ab.
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Weiterſtadt, 7. Febr. Der Kirchenchor brachte an ſeinem
geſtri=
gen Theaterabend „Die Ratsmädel” von H. Marcellus zur Aufführung.
Die Wahl dieſes Stückes war äußerſt günſtig. Die tiefangelegte
Hand=
lung iſt mit köſtlichem Humor gewürzt; die Muſik iſt ſehr gefällig. Das
Spiel ſelbſt lag in den Händen altbewährter Spieler, die ihr Beſtes
gaben. Die Seele des Ganzen war jedoch des Löwenwirts herziges
Töchterlein, das in Spiel und Geſang Hervorragendes leiſtete. Die
Geſamtleiſtung in darſtelleriſcher, geſanglicher und bühnentechniſcher
Hinſicht war eine Glanzleiſtung für dörfliche Verhältniſſe. Das ſehr
zahlreiche Pnblikum dankte mit ſtürmiſchem Applaus.
M. Wörrſtadt, 8. Febr. Aus dem fahrenden Zug
ge=
ſtürzt. Ein in den 25er Jahren ſtehender junger Mann hat ſich
zwiſchen Wörrſtadt und Armsheim in ſelbſtmörderiſcher Abſicht aus
dem fahrenden Perſonenzuge geſtürzt. Er zog ſich dabei ſchwere
Ver=
letzungen zu, die ſeinen Zuſtand äußerſt bedenklich erſcheinen laſſen.
M. Oppenheim, 8. Febr. „Auf der Landſtraße zwiſchen Mettenheim
und Oppenheim fuhr ein Motorradfahrer bei hereinbrechender
Dunkel=
heit in ein Pferdefuhrwerk. Der Fahrer ſtürzte dabei von ſeinem Rade
und erlitt ſchwere Kopfverletzungen. Sein Motorrad wurde beträchtlich
beſchädigt. Fuhrwerk und Lenker ſind ohne Schaden davongekommen.
M. Wöllſtein, 8. Febr. Frau Johannette Nachmann, die älteſte
Ein=
wohnerin Wöllſteins, feierte geſtern ihren 94. Geburtstag.
Aus Oberheſſen, 8. Febr. Für den einſt ſo ſtattlichen Pferde
zuchtverein im Kreiſe Lauterbach hat das abgelaufene Jahr großen
Schaden gebracht. In dem Dorf Maar allein ſind 122 Pferde an der
verheerenden Anämie zugrunde gegangen. —
— Alsfeld. Die
Be=
zirksſparkaſſe Alsfeld kann ihr 100jähriges Jubiläum in dieſem Jahre
feiern. Sie hat ſich von den üblen Folgen der Inflation erholt, denn
der Sparſinn der Mitglieder nimmt ſtändig zu. Die Leitung der Kaſſe
wurde Direktor W. Vogeley übertragen, da der bisherige Leiter
Juſtiz=
rat Dr. Reh als Direktor des Heſſiſchen Sparkaſſenverbandes nach
Darmſtadt verzog. — Echzell. Goldene Hochzeit feierte das
Ehe=
paar Bauinſpektor W. Böcher.
Saatgutmärkte in
Ober=
heſſen ſollen ſtattfinden am 10. Februar, vormittags in Gießen,
nachmittags in Friedberg, am 22. Februar, nachmittags, in
Büdingen.
Grünberg, 8. Febr. Bei der ſtaatlichen Holzverſteigerung am 3.
Februar in Grünberg wurden folgende Preiſe gezahlt: Nutzholz:
Kie=
fern=Stammhalz 2. Kl. 50 MNk.; 3. Kl. 37,10 Mk.; 4. Kl. 30 Mk. und
5. Kl. 23,70 Mk. pro Feſtmeter. Fichtenſtammholz 5a Kl. 30,40 Mk.; 5b
Kl. 20 Mk. Kiefern=Nutzknüppel 10 Mk. je Meter. Brennholz:
Kiefern=
ſcheiter 7,70 Mk., Buchenknüppel 11,30 Mk., Kiefernknüppel 6.30 Mk.
Kiefernknüppelreiſig 1,20, Buchenreiſig 1,60. Buchenſtöcke 7,50 und
Kie=
fernſtöcke 3,40 Mark pro Rm. Die Verſteigerung war ſtark beſucht und
die Nachfrage nach Nutzholz groß.
v. Aus dem Vande, 8. Febr. Auch im angebrochenen Monat ſind die
verſchiedenen Lanwirtſchaftsämter und die Redner der
Landwirtſchafts=
kammer eifrig daran, in allen Teilen des Landes Vorträge zu halten,
zur Belehrung und Aneiferung der Landwirte. In der Provinz
Star=
kenburg werden Vorträge gehalten an 13 Orten, in Oberheſſen an 8 bzw.
11, in Rheinheſſen an 6 Orten. — Sehr wichtig für die Landwirte ſind
auch die Wieſenbaukurſe, die ſtattfinden in Michelſtadt am 14. Februar,
in Butzbach am 16. Februar, in Grebenheim am 17. Februar. —
Saat=
gutmärkte ſind im Laufe des Monats Februar in Friedberg, Gießen
und Büdingen.
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und
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unentbehrliches Einstreumittel für kleine Kinder.
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( 33.8ms)
Seite 10
Mittwoch, den 9. Februar 1927
*
Auszug aus einem Vortrag, gehalten bei der diesjährigen Hauptverfammlung des Heſſiſchen Verkehrsverbands
von Regierungsrat Dr. Krebs.
Ueber die Wege, die die Entwicklung des Verkehrs künftig nehmen
wird, laſſen ſich kine unwiderleglichen Vorausſagen machen. Es ſollen
nur Möglichkeiten gezeigt werden, mit denen eine Volkswirtſchaft zu
rechnen hat, die imnerhalb der Weltwirtſchaft ihren Platz behaupten will.
Entwicklung wollen, heißt Vertrauen in die Zukunft haben. Wir
dürfen die gegenwärtige Wirtſchaftskriſe nicht als etwas dauernd
Ge=
gebenes betrachten, deſſen Fortdauer für die Zukunft einfach zu
unter=
ſtellen wäre. Deshalb wäre es auch falſch, künftige
Entwicklungsmöglich=
keiten in ihrer wirtſchaftlichen Bedeutung lediglich an Hand von
Statiſtiken abſchätzen zu wollen, die bereits in dem Augenblick, wo ſie
gedruckt werden, der Vergangenheit angehören. Alle aus der Statiſtik
gewonnenen Folgerungen bedeuten im Sinne einer Entwicklung das
Minimum an Zukunftsmöglichkeiten. Wir ſtehen
gegen=
wärtig an einem ähnlich entſcheidenden Wendepunkt der
Verkehrsent=
wicklung wie zu den Zeiten des Eintritts der Eiſenbahn und der
Dampf=
ſchiffahrt in den Weltverkehr. Das Problem iſt nicht nur ein deutſches,
ſondern es beſchäftigt in faſt gleicher Weiſe alle größeren Staaten und
umfaßt drei Hauptfragen;
die erſte heißt: Eiſenbahn und Kraftwagen;
die zweite heißt: Kraftwagen und Straße;
die dritte heißt: die Luftfahrt in ihrem Verhältnis
zu den übrigen Verkehrsmitteln.
Eiſenbahn und Kraftwagen. Bis vor etwa drei Jahren
hat dieſe Frage in der Oeffentlichkeit überhaupt noch keine Rolle geſpielt.
Gegenſtand grundſätzlicher Erörterungen iſt ſie erſt in der neueſten Zeit
geworden. Generaldirettor Dorpmüller hat ſie gelegentlich
program=
matiſcher Erklärungen vor einigen Monaten geſtreift und dabei die
Not=
wendigkeit einer Verſtändigung und planmäßigen Zuſammenarbeitens
betont. Erſt vor einem Monat hat der Präſident der Generaldirektion
der Schweizer Bundesbahnen, Schrafl, in der Züricher
volkswiriſchaft=
lichen Geſellſchaft die Frage in einem längeren Referat behandelt und
eine der letzten Nummern der Monatsſchrift der National City Bank,
einer der führenden New Yorker Großbanken, beſchäftigte ſich in einem
ſehr ausführlichen Aufſatz ebenfalls mit dem Problem. Was dieſer Frage
die große Bedeutung gibt, iſt der Umſtand, daß in den Eiſenbahnen ein
recht erheblicher Teil der Volksvermögen inveſtiert iſt. Helffrich hat in
ſeiner Denkſchrift über Deutſchlands Volkswohlſtand im Jahre 1913, in
Uebereinſtimmung mit dem preußiſchen Finanzminiſter Rheinbaben, den
damaligen Geſamtwert der deutſchen Staatsbahnen auf etwa 25
Mil=
liarden Mark geſchätzt und angenommen, daß das geſamte deutſche
Volks=
vermögen damals ſich auf B85 Milliarden Mark beziffert habe. Der
Buchwert des Anlagekapitals der deutſchen Eifenbahnen war etwa
18 Milliarden Mark. Erleiden die Schienenbahnen durch die Konkurrenz
anderer Verkehrsmittel, insbeſondere des Kraftwagens, ſtarke Einbußen,
ſo ſinkt notwendig der Wert des inveſtierten Kapitals in dem Maße, in
dem ſeine Rente zurückgeht. Wie liegen nun die Dinge:
Wenn wir die Betriebsergebniſſe derjenigen Länder, aus denen
zuverläſſige Zahlen vorliegen, vergleichen, ſo fällt zunächſt auf, daß ſchon
das Jahr 1924 gegenüber 1923 einen Rückgang in der Perſonen=
Kilo=
meterzahl aus den Betriebseinnahmen aufweiſt, und zwar gilt dies für
Groß=Britannien, Schweden und Norwegen. Die Statiſtiken der meiſten
übrigen Länder für dieſe Zeit ſind zum Teil nicht vollſtändig, zum Teil
laſſen ſie aus valutariſchen Gründen keine Schlüſſe zu. Von beſonderem
Intereſſe ſind die amerikaniſchen Ziffern:
1923: 61 260 Millionen Perſonen=km, 603 000 Millionen to=km,
1924: 58 254 Millionen Perſonen=km, 564 000 Millionen to=km.
Alſo rund drei Milliarden Perſonen=Kilometer und rund 40 Milliarden
Tonnen=Kilometer weniger wie im Vorjahre. Wenn trotzdem die
Ueberſchüſſe nur 90 Millionen Dollar geringer ſind wie im Vorjahre, ſo
liegt dies daran, daß zugleich 350 Millionen Dollar an Ausgaben geſpart
eurden. Soweit die Ergebniſſe nach dem Statiſtiſchen Jahrbuch für das
Deutſche Reich. Selbſtverſtändlich haben dieſe Ziffern nur den Wert
eines Sumptoms. Der Rückgang kann auch andere Urſachen als die
Abwanderung von der Schiene zum Kraftwagen gehabt haben, er kann
vor allem in der allgemeinen Wirtſchaftskriſe mitbegründet geweſen
ſein. Vergleichen wir aber nun die Ausführungen in der Monatsſchrift
der National City Bank, die ſich beſonders mit der Entwicklung des
Perſonenautobuſſes befaſſen (E. F. Brodek hat hierüber kürzlich in der
„Freiburger Zeitung” referiert), ſo ergibt ſich daraus u. a. folgendes:
Bis 1921 hat der Autobus in Amerika keine weſentliche Rolle geſpielt.
Bis 1920 entwickelte ſich der Perſonenverkehr der Eiſenbahn noch
auf=
wärts. 1925 iſt der Perſonenverkehr auf der Geſamtheit der Eiſenbahnen
um ein Viertel zurückgegangen, obwohl in der gleichen Zeit die
Be=
völkerung erheblich zugenommen hat. Bei einigen Eiſenbahnlinien macht
der Rückgang ſogar ein Drittel aus. Eine Eiſenbahngeſellſchaft in Neu=
England ſchätzt den Rückgang in den Einnahmen aus dem
Perſonenverkehr=
als Folge der Autobuskonkurrenz auf rund drei Millionen Dollar pro
Jahr, dagegen die Verminderung der Einnahmen durch die Konkurrenz
der Privatautomobile auf mehr als 21 Millionen Dollar. Die
Geſamt=
einnahme aus dem Perſonenverkehr war im Vergleich zu den Jahren,
in denen die Konkurrenz von Kraftwagen und Autobus noch nicht fühlbar
war, um 40 Prozent zurückgegangen Es wird dann dargetan, daß
überall dort, wo der Autobus zu Eiſenbahnen mit mittlerem
Fern=
verkehr in Wettbewerb tritt, die Benachteiliaung der Bahnen
empfind=
lich ſühlbar wird. Die amerikaniſchen Eiſenbahngeſellſhaften haben
frühzeitig gute Miene zum böſen Spiel gemacht, ſind zum gemiſchten
Betrieb übergegangen und haben ſelbſt Autolinien eingerichtet. Zum
Teil laſſen ſie die Autobuſſe auch neben der Schiene herfahren
be=
ſonders wo dies zur Entlaſtung des mit Güterverkehr überlaſteten
Eiſenbahnweges dient. Die Erhebungen der National City Bank über
die Rentabilität des Autobusverkehrs haben ergeben, daß die
Brutto=
jahreseinnahme nahezu den in den Betrieb geſteckten
Kapital=
betrag erreicht, während bei Eiſenbahnen für den Nahverkehr faſt die
vierfache Kapitalinveſtierung erforderlich iſt. Nach Berechnungen der
interstate commerce commission (Aufſichtsſtelle über alle
Transportan=
ſtalten in den Vereinigten Staaten iſt in den folgenden Jahren
noch eine Verbeſſerung der Gewinnquote des Kraftwagens zu erwarten,
(s ſei alles noch in den Anfangsſtadien, während bei den Eiſenbahnen
keine großen Entwicklungen mehr zu erwarten ſeien. Der Bankbericht
ſchließt damit, daß der Autobusverkehr als ein vollwertiges Glied in der
Struktur des Transportweſens der Vereinigten Staaten eingeſchaltet ſei.
Die Nation habe ihn in ſeiner mächtigen Entwicklung als ein logiſches
Ergebnis ohne große Debatte hingenommen, wie ſo manches Andere,
von dem man vor 5 Jahren noch nicht viel wußte. —
Während ſich der amerikaniſche Bericht im weſentlichen nur mit der
Perſonenbeförderung befaßt, geht das Referat des Präſidenten der
Schweizer Bundesbahnen, in der Züricher volkswirtſchaftlichen
Geſell=
ſchaft auch auf die Frage der Konkurrenz im Frachtgeſchäft ausführlich
ein. Der Einnahmeausfall der Schweizer Bahnen durch das
Perſonen=
auto wird auf 5 Prozent angegeben und als ein Faktum, mit dem man
ſich abfinden muß, hingenommen. Nach den Schätzungen der Schweizer
Bundesbahnen beträgt die Einnahmeeinbuße beim Güterverkehr 16. bis
17 Millionen Franken, beim Perſonenverkehr, 8 Millionen im Jahr
1925. Für Ende 1926 wird der Einnahmeausfall noch auf etwa 2
Millio=
nen mehr geſchätzt. Da die durchſchnittlichen
Beförderungs=
entfernungen in der Schweiz gering ſind — meiſt unter 100
Kilo=
meter — und die weſentlichſten Maſſengüter fehlen, ſind die Schwveizer
Bahnen der Autokonkurrenz allerdings viel empfindlicher ausgeſetzt wie
die Eiſenbahnen anderer Länder, für die die Beförderung der
Maſſen=
güter immer das Rückgrat bleiben wird. In dieſem Zuſammenhang
erhält auch die Frage der Ferngasverſorgung für die Eiſenbahnen Be=
Bed u ung
Vergleichen wir nun mit dieſen Feſtſtellungen aus der Schweiz un
Amerika, die ſich zum Teil ſchon auf abgeſchloſſene Statiſtiken der Jahr
1924 und 1925 ſtützen, die Zahlen über die Entwicklung des Kraftwagen
verkehrs in den letzten drei Jahren. Es entfallen je ein Kraftwagen
auf Einwohner:
in den Vereinigten Staaten
in Großbritannien
in Frankreich
in Schweden
n Deutſchland
in der Schweiz
168
134
104
in Finnland
1463
660
in Italien
455
450
in China
34000 33 900
Es waren in Deutſchland vorhanden am 1. Juli 1923
100 000 Perſonenkraftwagen
51 000 Laſtkraftwagen
Am 1. Juli 1925:
175 000 Perſonenkraftwagen
80 000 Laſtkraftwagen
Zu vorübergehendem Aufenthalt befanden ſich in Deutſchland vor
Juli 1924 bis 1925 31 000 Perſonenwagen. Berückſichti
man die abſolute Zunahme, die ſich aus den ſteigenden Ziffern 4
anderen Länder ergibt, ſowie den Umſtand, daß dieſe
Fremdenverkehrs=
ziffern noch aus der Zeit des abklingenden Ruhrkampfes ſtammen, ſo iſt
es ſicher eine vorſichtige Schätzung, wenn man annimmt, daß zu der
je=
weiligen Anzahl im Inland beheimateter Kraftwagen mindeſtens ein
Viertel der Ziffer für ſolche Kraftwagen hinzukommt, die zu
vorüber=
gehendem Verkehr einſchließlich des Durchgangsverkehrs in das Gebiet des
Deutſchen Reiches kommen. Wir können ſomit annehmen, daß 1926 im
Perſonenverkehr mindeſtens eingeſetzt waren 220 000 Perſonenkraftwagen.
(Wahrſcheinlich erheblich mehr.) Zu je 10 000 Kilometer durchſchnittlicher
Jahresleiſtung und durchſchnittlich mit zwei Perſonen beſetzt, ergeben ſich
4,4 Milliarden Perſonen=Kilometer, alſo etwa 10 Prozent der
Eiſen=
bahn=Perſonen=Kilometer im Jahre 1924, für welches Jahr —
aller=
dings ohne die Regiebahnen — 44 Milliarden angegeben waren. Von
den Kraftwagen=Perſonen=Kilometern entfällt naturgemäß ein ſehr großer
Teil auf abſolute Verkehrsſteigerung, ein weiterer Teil, beſonders im
ſtädtiſchen Verkehr, iſt anſtelle der Pferdedroſchke und der Straßenbahn
getreten, nur ein Teil hat der Bahn Fahrgäſte abgenommen.
Betrach=
ten wir aber nun die oben mitgeteilten Ziffern über die Anzahl der
Perſonenkraftwagen in Ländern von ähnlicher volkswirtſchaftlicher
Struk=
tur, ſo kann jedenfalls mit der Wahrſcheinlichkeit gerechnet werden, daß
der Kraftwagenverkehr ſich auch in Deutſchland in abſehbarer Friſt
ver=
vierfachen wird. Zu dieſem Ergebnis muß man kommen, wenn man
überhaupt an eine wirtſchaftliche Geſundung Deutſchlands glaubt, und
ohne dieſen Glauben wäre jede Wirtſchafts= und Verkehrspolitik
ſinn=
los. Auch England und Frankreich haben ſchwere Wirtſchaftskriſen
durchgemacht. Wenn dort gegenwärtig ſchon auf jeden 50. bis 60.
Men=
ſchen ein Kraftwagen entfällt, ſo wäre es leichtſinnig, mit der gleichen
Entwicklungsmöglichkeit nicht auch in Deutſchland zu rechnen. Eine
ſolche Vermehrung muß mit mathematiſcher Notwendigkeit auch auf
Koſten der Bahn gehen. Es iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß die
Reichsbahnerwaltung dieſe Entwicklungsmöglichkeit klar ſieht und ſich
rechtzeitig darauf einſtellen wird. Wie ſich aus den mitgeteilten
ameri=
kaniſchen Ziffern ergibt, wo eine Geſellſchaft die Einahmeeinbußen durch
Pridatkraftwagen auf 21 Millionen und durch den Autobus auf drei
Millionen Dollar angibt, wird in der künftigen Entwicklung die
Kon=
kurrenz des Perſonenautobuſſes nicht die finanziell ausſchlaggebende Rolle
ſpielen. Es wäre deshalb zu wünſchen, daß die Reichsbahn ihre
beſondere Aufmerkſamkeit auf diejenigen Maßnahmen konzentriert, die
ihr die Erhaltung und Steigerung des Perſonenverkehrs auf den
Ge=
bieten gewährleiſtet, in denen eine Konkurrenz des Autobuſſes ohnehin
nicht in Frage kommt. Die Eiſenbahn wird um die weltwirtſchaftlichen
Tat=
ſachen, die ſich aus der gegenwärtigen und zukünftig noch zu erwartenden
Entwicklung des Kraftwagenverkehrs ergeben, nicht herumkommen. Mit
Mitteln der Geſetzgebung und der öffentlichen Gewalt kann man
Entwick=
lungen nicht aufhalten, ohne zugleich die Wirtſchaft eines Landes
gegen=
über anderen ins Hintertreffen kommen zu laſſen. Niemand wird
ande=
rerſeits ſo töricht ſein, zu verkennen, was für ein außerordentlich
be=
beutſamer Aktivpoſten die Reichsbahn mit allem, was an ihr hängt,
inner=
halb unſeres Volksvermögens und des ganzen Wirtſchaftsprozeſſes
dar=
ſtellt, und niemand wird die Hand dazu bieten, daß dieſes Kapitel
leicht=
ſinnig und unüberlegt entwertet wird. Es iſt denkbar, daß die
Reichs=
bahn auf dem Gebiet des Perſonenverkehrs in nicht allzu ferner Zeit
dazu kommen wird, ihre Hauptaufgabe in der Ausgeſtaltung des
Fern=
verkehrs zu ſehen. Es iſt dabei auch von Intereſſe, daß zum Beiſpiel
die amerikaniſchen Eiſenbahnen mit großen Durchgangslinien, wo
Pull=
mann= und Geſellſchaftswagen laufen, ihre Einnahmen aus dem
Perſo=
nenverkehr weiterhin zu ſteigern vermochten. Die Ausgeſtaltung der Züge
mit Fernſprecher, mit Radio, mit Schreibmaſchinen= und
Stenographie=
dienſt, die Intenſivierung des Schlafwagendienſtes, vielleicht unter
gleich=
zeitiger Verbilligung der Koſten für Schlafwagenplätze, können von
Be=
deutung ſein. Auch die Tariffrage wird einer Ueberprüfung bedürfen.
Auf große Entfernungen über 400 Kilometer befördern alle europäiſchen
Länder mit Ausnahme von England und Norwegen 3. Klaſſe Schnellzug
billiger wie Deutſchland. Die Länder mit notleidender Valuta in der
3. Klaſſe ſogar billiger, wie Deutſchland in der 4. Klaſſe (Belgien,
Frank=
reich, Italien, Oeſterreich, Tſchechoflowakei, Polen). Es kann
erwägens=
wert ſein, einen größeren Anreiz zum Fernverkehr durch
Wiedereinfüh=
rung geſtaffelter Tarife zu geben. Einrichtungen, wie die früheren
badiſchen Kilometerhefte und die Schweizer Rundreiſehefte würden den
Reiſeverkehr auf der Bahn ſicher ſteigern helfen. Auch die bequeme
Be=
förderung der Perſonenkraftwagen durch Mitnahme in Nachtſchnellzügen
wäre zu erwägen.
Im Güterverkehr kann eine ſchärfere Konzentrierung der
Kräfte auf den Fern=Güterverkehr vorteilhaft ſein. Es iſt denkbar,
daß man in vielleicht zehn bis zwanzig Jahren mit dem Uebergang
eines Teils des Perſonenverkehrs auf den Kraftwagen, mehr und mehr
zu einem beſchleunigten Frachtenverkehr nach öffentlichen
Fracht=
zugfahrplänen übergehen wird, die es dem Verſender und Empfänger
ermöglichen, viel genauer wie zurzeit über die Güter zu disponieren.
Für die Wirtſchaft wüirden ſich hieraus nicht unweſentliche Zinserſparniſfe
ergeben. Auch im Cüſterverkehr wird ähnlich, wie dies zurzeit ſchon im
Bezirk der Neichsbahndirektion Mainz und in der Schweiz geſchieht, der
Kraftwagen heranzuziehen ſein, um den Güterdienſt zu beſchleunigen,
insbeſondere wird er von den kleineren Stationen die Stückgüter
über=
nehmen und größeren Sammelſtationen zuzuführen haben.
Eine beſondere Note bekommt allerdings das Problem Eiſenbahn
und Kraftwagen in Deutſchland dadurch, daß die Reichsbahn als
Repa=
rationslaſtenträger alles daranſetzen zu müſſen glaubt, um ſich eine
möglichſt günſtige Rente zu ſichern. Man muß ſich einmal klarmachen,
was es volkswirtſchaftlich für uns bedeutet, daß aus demjenigen Teil der
Eiſenbahnüberſcſiſſe, die an das Ausland abgeführt werden müſſen,
innerhalb weniger Jahre das geſamte deutſche Straßennetz auf den
modernen Straßenverkehr umgeſtellt ſein könnte. Es wird vielleicht gut
ſein, einmal die Frage aufzuwerfen: zwingen die Verpflichtungen aus
dem Dawesplan die Reichsbahn, ſich der Konkurrenz des Kraftwagens
ſo entgegenzuſtellen, und vor allem mit dieſer Begründung
entgegen=
zuſtellen, wie es manchen Orts geſchieht? Wenn ſich die Vorausſetzungen, waltung notwendige Vorwegbelaſtungen, der privaten Wirtſchaft ad
unter denen die Reparationsfühigkeit der Reichsbahn errechnet worden
iſt, durch eine in dieſem Umfang nicht vorausſehbare Entwicklung des
Straßenverkehrs geändert haben, ſo ſollte es keinem Vertragsteil als
illohal ausgelegt werden, wenn er um eine Ueberprüfung auf Grund
der veränderten Verhältniſſe nachſucht. Das liegt bei der
weltwirt=
ſchaftlichen Verflochtenheit aller Länder unter Umſtänden ſogar im
In=
tereſſe der anderen Vertragspartner, und es entſpricht zum mindeſten
den Grundſätzen von Treu und Glauben. Die Entwicklung des
Kraft=
wagens in den letzten drei Jahren ſtellt einen ſolchen, nicht
vorausſeh=
baren Faktor dar, wie dies ja auch die entſprechende Entwicklung in den
anderen Ländern zeigt.
Bei der Beurteilung des Verhältniſſes von Eiſenbahn und
Groß=
kraftwagen wird noch beſonders zu beachten ſein, daß die
Ver=
kehrsbelebung und Erleichterung, wie ſie der Kraftwagen bringt, ſtets,
auch dann, wenn es ſich nicht um eindeutige Zubringerlinien handelt, der
Reichsbahn in gewiſſem Umfange Zubringerdienſte leiſtet. Selbſt wenn
er
ſtellenweiſe der Bahn einen Teil ihrer Einnahmen wegnehmen ſollte,
ſchafft er doch neue Werte, die in Zahlen kaum meßbar ſind.
Nach all dem wird man zu dem Schluß kommen müſſen, daß
Eiſenbahn, Poſt und ſonſtige Transportunternehmungen letzten Endes
ſie Hand in Hand arbeiten und die Gemeinnützigkeit als oberſtes Ziel
ſehen. Dabei wird es denkbar ſein, daß die Reichsbahn an der geſamten
ſich geſtalten möge, mitintereſſiert wird.
Kraftwagen und Landſtraße. Das Problem iſt ein
doppeltes. Ein wirtſchaftliches durch die erhöhte Straßenabnützung, ein
techniſches und polizeiliches durch die erhöhten Verkehrsgefahren (
Ver=
kehrskolliſionen). Alle mitgeteilten Zahlen über die Entwicklung des uns eingebürgert. Es iſt dies dr Mißbrauch, Hunde in kleinen Hütte
Entwicklung, ſind auch von größter Bedeutung für das Problem Auto
und Straße. Auch dieſe Frage iſt international und gekennzeichnet durch beete zu bewachen. Dieſe Hunde werden Stunden und halbe Tas
die Tatſache, daß man die Unzulänglichkeit der alten, für den
Fuhr=
werksderkehr gebauten Straße zur Bewältigung des mechaniſierten und Nächte lang und zu jeder Jahreszeit allein gelaſſen; ihr klagendes D——
geſteigerten Verkehrs nicht frühzeitig genug erkannt hat. Die Lebens= bereitſchaft zu erwecken. Auch die Polizei ſcheint nur in beſondersh
dauer einer Schotterſtraße iſt von früher acht bis zehn Jahren auf
zwei Jahre bis ſechs Monate, je nach der Dichte des motoriſchen Ver= Fällen eingreifen zu können. Woran es nottut, iſt eine warmge dc
kehrs, geſunken. Für Deutſchland liegen die Verhältniſſe noch beſonders
ſchwierig, weil die Dringlichkeit der Aufgabe zu einer Zeit hervortritt, wehrloſen mißbrauchten Tiere. Dem moraliſchen Druck der Algemeinge
wo die finanziellen Mittel zu ihrer richtigen Löfung kaum aufzutreiben, würde ſich auch der einzelne Tierquäler beugen müſſen. Ein Tierfreis
ſind. In dem Werk „Die deutſchen Landkreiſe” behandelt Landrat von
Stempel die ſtraßenvolitiſche Frage eingehend und führt u. a.
zu=
treffend aus: Der Verkehr beſtimmt den Charakter der Straße, nicht
umgekehrt. Ein Land mit ſchlechten Straßen wird hohe Beförderungs= ten doch angeſichs des ſtarken Fußgängerverkehrs im Frühjahr in ene
koſten zu tragen haben und unwirtſchaftlich arbeiten, ein Land mit guten, beſſeren Zuſtand gebracht werden. Wir ſollten uns doch viel mehr de‟
dem Verkehr gewachſenen Straßen wird die großen Kapitalien im
Straßenetz verzinſt ſehen in billigen Beförderungskoſten und in dem
Die Forderung, über die ſich heute alle Fachkreiſe einig ſind, lautet: taſcher 3u: St aßeutcerung überhaupt übergehen.
Nummer 40
Anpaffung des Straßenbaues an die Erforderniſſe der
modernen Verkehrs. Um welche Aufgaben es ſich dabei handelt, darüber
mögen auch einige Zahlen Aufſchluß geben. Das geſamte deutſch=
Straßennetz (Kreis=, Provinz= und Staatsſtraßen) hat eine Länge von
180 060 Kilometern, die vollſpurigen Bahnen im jetzigen Reichsgebiet,
einſchließlich der Nebenbahnen, haben eine Geſamtlänge von 55 000
Kilv=
metern, die Geſamtlänge der Kreisſtraßen in Heſſen beträgt 5000
Kilp=
meter, die Geſamtlänge der Eiſenbahnſtrecken in Heſſen 1500 Kilometer
und die Geſamtlänge der auf den heſſiſchen Straßen fahrenden
Kraftfahr=
linien beträgt zurzeit etwa 800 Kilometer, alſo mehr wie die Hälfte der
Geſamtlänge ſämtlicher Bahnſtrecken. Es iſt ſchon laraus erſichtlich, mit
welcher gewaltigen Mehrbelaſtung und erhöhten Abnutzung des
Straßen=
körpers zu rechnen iſt. Welche Straßenbauweiſe bei einem geſunden
Wirtſchaften auf lange Friſt den Vorzug verdient, darüber geben folgende
Zahlen, die eine amerikaniſche Denkſchrift enthält, Aufſchluß. Es
wer=
den gegenübergeſtellt, die Koſten für eine gute Straße (Beton
Klein=
pflaſter, Afphaltmiſchungen oder dergleichen) und einer gewöhnlichen
Auf die techniſchen Fragen, an deren Löſung Studiengeſellſchaften
und die geſamte am Straßenbau intereſſierte Induſtrie arbeiten, kann
hier nicht eingegangen werden. Im Zuſammenhang mit der Forderung
nach einem Straßennetz, das dauerhaft iſt und die wirtſchaftlichſte
Au=
nützung des Motors geſtattet, muß die Frage geſtreift werden, ob in der
Zukunft der Bau beſonderer Autoſtraßen denkbar und wirtſchaftlich ver
tretbar erſcheint. Dabei ſind folgende Ueberlegungen anzuſtellen: Eine
Autoſtraße nach dem Plau, wie ſie in Italien durchgeführt iſt, vermeidet
es, bewohnte Zentren zu durchqueren, iſt vorwiegend gradlinig, hat keine
Uebergänge auf gleichem Niveau, hat große Kurvendurchmeſſer, ſchreibt
eine ſtrenge Verkehrsordnung vor, iſt völlig ſtaubfrei und ſchließt jeden
nicht motoriſchen Verkehr aus. In dem Maße, in dem bei einer zukünf
tigen Entwicklung derartige Straßen den Autofern= und Durchgangsper
kehr übernehmen könnten, würden die Gefahren der Straße, die
Belä=
ſtigungen des übrigen Verkehrs und die Schwierigkeiten der Verkehrs
regelung gemildert oder wenigſtens mit weiterer Zunahme des
Kraftfah=
zeugverkehrs nicht ins Ungemeſſene geſteigert. Auf der anderen Seite iſt
dem Benutzer der Sonderſtraßen volle Garantie für Sicherheit und
kon=
plikarionsfreie Fahrt gewährleiſtet, ſo daß ihr ganz von ſelbſt, nach der
italieniſchen Erfahrungen, ein erheblicher Prozentſatz des Verkehrs über
große Entfernungen zuſtrömen wird. Die geringere Abnutzung des
fahrenden Materials bleibt ein abſoluter Gewinn der Volkswirtſchaf
der der Verzinſung und Amortiſation der beſonderen Straßenbaukoſtei
dienſtbar gemacht werden kann. Liegt nun der Bau ſolcher Straße
überhaupt im Berich des Möglichen? Dazu iſt zu ſagen: Das Anlag
kapital pro Kilometer Bahnlänge wurde in Deutſchland vor dem Kriege
auf etwa 300 000 Mark, für England wird es 1904 auf 696 000 Mark pri
Kilometer angegeben. Die Rentabilität der deutſchen Bahnen ſchwank
zwiſchen 2,3 Prozent auf den württembergiſchen Bahnen und 6,5 Prozeri
auf der Preußiſch=Heſſiſchen Eiſenbahngemeinſchaft. Wenn es ſich al”
als möglich erweiſen ſollte, eine Autoſtraße mit einem ähnlichen Kapita
zu errichten (in Italien blieb der Betrag unter 200 000 Mark pro Kile
meter) und eine etwa fünfprozentige Rente zu erzielen (in Italie
6 bis 10 Prozent), ſo würde ein ſolches Unternehmen zum mindeſter
nicht unwirtſchaftlicher als die Eiſenbahn arbeiten, wobei noch zu berück
ſichtigen wäre, daß die laufenden Betriebs= und Unterhaltungskoſte
weſentlich geringer ſein würden, denn der Eiſenbahn=Perſonen= urd
=Güterverkehr wird bedient, der Autoverkehr bedient ſich im weſer
lichen ſelbſt. Wie man ſich aber auch zu einem ſolchen Projekt ſtelle
mag, man wird dem Schöpfer der italieniſchen Autoſtraßen, Puricell,
darin reelt geben müſſen, daß keinesfalls das gegenwärtige Straßenne,
vernachläſſigt werden dürfe; es verdient im Gegenteil gerade jetzt vol=
Aufmerkſamkeit, da ſeine Wiederinſtandſetzung die kommende Entwicklur
der neuen Straßenbauten in voller, Ruhe zu erwarten erlaubt.
Zur dritten Frage: der Entwicklungder Luftfahrt, läfl
ſich zurzeit noch wenig ſagen. Die Dinge ſind hier noch zu ſehr in
Fluß. 1924 wurden in der deutſchen Verkehrsluftfahrt 1,5 Millionei
Streckenkilometer, 3 2 Millionen Perſonenkilometer, 33 Millionen
Toy=
nenkilometer geflogen. 1925 haben ſich die Ziffern mehr als verdreifac
(4,9 Millionen Streckenkilometer, 10,6 Millionen, Perſonenkilomete
119 Millionen Tonnenkilometer) 1926 ſind die Ziffern noch erhebli.
geſtiegen. Auf welche Mindeſtentfernungen und untet welchen B.
dingungen die Luftfahrt künftig einmal wirtſchaftlich arbeiten und ſi.
ſelbſt tragen kann, läßt ſich zurzeit noch nicht ſagen. Das hängt u.
von der Entwicklung der einzelnen Flugzeugtypen ab. Sicher iſt, de
im Verkehr auf große und größte Entfernungen das Flugzeug in a
ſehbarer Zeit einen erheblichen Teil des Erſter= und Zweiter=Klaſſ
Perſonenverkehrs und der hochwertigen Frachten übernehmen wird. Heu
gilt es, der Luftfahrt eine möglichſt große Zahl von Intereſſenten ur
Anhängern zu ſchaffen, ſie als Sache des ganzen Volkes zu ſehen ur
ihr über die Schwierigkeiten des Entwicklungsſtadiums hinwegzuhelfen
Die für unſer ganzes Verkehrsweſen entſcheidende Frage iſt heu
die — das gilt für Kommunen, für Länder und für Staaten — ſich’5
der Konkurrenz der um die Auswertung der Verkehrsſteigerung ringen
den Landſchaften zu behaupten und durchzuſetzen, ohne ſich zu direkt um
produktivem Aufwand verleiten zu laſſen. Man pflegt, wenn man ſi.)
mit Fragen der Verkehrspolitik und Verkehrswirtſchaft befaßt,
Moment der Wirtſchaftlichkeit ſtark in den Vordergrund zu ſtellen. D
iſt richtig, ſoweit damit ein volkswirtſchaftlich geſunder Aufbau gefo
dert wird. Es wird aber vielfach veukannt, daß Wirtſchaftlichkeit
dieſem Sinn nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit unmittelbarer privau
wirtſchaftlicher Reutabilität ſein muß. Wir haben in den letzten Jahre
zu ſehr in Wirtſchaftszellen denken gelernt und dabei den Blick f1r
die großen Zuſammenhänge verloren. Es wird in dem Produklion
prozeß einer Volkswirtſchaft immer Teile geben, die einen größeren un
mittelbaren Nutzen abwerfen, und Teile, deren Einfluß auf den Geſamu
trag weniger ſinnfällig iſt. Der nur privatwirtſchaftlich kalkulierend
Wirtſchaftler iſt leicht geneigt, zu überſehen, in welchem Grade die
Le=
ſtungen eines Unternehmens, zum Beiſpiel von der Bildungslage de‟
Angeſtellten und Arbeiter, von der Konſolidiertheit des öfſentlichen 9 abhängt, und daß manche der ſogenannten unproduktiven öffenu
lichen Ausgaben für Schule, Hochſchule, Rechtsſchutz und öffentliche Ve
Gründen einer geſunden Volkswirtſchaft ſind. Zu den Zweigen de
Wirtſchaftslebens, deren Aufgabe es nicht iſt, in ſich ſelbſt eine möglie
hohe Nente zu ſuchen, gehört auch das geſamte Verkehrsweſen. Da.
große Hotel, das Warenhaus, die Perſonenaufzüge laufen laſſen, kaltr:
lieren die Betriebskoſten des Lift ganz gewiß nicht auf die Ware, n0
weniger verlangen ſie Fahrgeld, ſondern ſie erwarten die Rentabilito”
dieſes Verkehrsmittels vom geſteigerten Umſatz. So iſt es auch in der
Volkswirtſchaft die weſentliche Funktion aller Verkehrsmittel, der B?
ſchleunigung und Steigerung des Umſatzes zu dienen. Die Aufgabe d0
Verkehrs iſt es nicht ſo ſehr ſelbſt Kapital zu bilden, als vielmehr an
deren Zweigen der Volkswirtſchaft die Kapitalbildung zu erleichtern.
Stimmen aus dem Leferkreife.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redattion leinerlei Deſe?
anworlung; für ſie biel
nd des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfenge
au
2En
der Einſender verantwor
e nicht verwendet werden, fönnen
nicht=
dungen, d.
zurückgeſandt, die Ablebnung nicht begründet werden.
Tierquälerei.
Wer hat nicht an Bauplätzen und in bergaufärts führendes
nicht nur der Geſamtheit, ſondern auch ſich ſelbſt am beſten dienen, indem Straßen unſerer Stadt — beſonders bei Froſt= und Schneewetter —
Zeuge ſein müſſen von empörender Behandlung der Pferde? Aber w4
viele haben dabei wirklich Empörung empfunden oder gar dieſer End
künftigen Verkehrsentwicklung, auch abſeits der Schiene, wie immer ſie vörung durch Einſchreiten gegen den Tierquäler Ausdruck gegebent
Viale glauben offenbar, daß das Schlagen wehrloſer Tiere eine undermeid
liche Notwendigk=it ſei. Dies iſt aber durchaus nicht der Fall, ſonderb
es handelt ſich lediglich um eine tierquäleriſae Unntte, die nicht gedulde
werden ſollte. — Und noch eine andere Art der Tierquälerei hat ſich bo
motoriſchen Verkehrs auf der Straße und über die zu erwartende weitere beſonders an der Grenze der bebauten Stadtfläche gebunden oder 1.
engen Räumen eingeſperrt zu halten, um einige Hühner oder
Gartel=
aur
dringt weit in die Umgebung, ohne all rdings Mitleid oder Hicl
und tatkräftige Stellungnahme jedes einzelnen, zum Schutze der arme‟”
Die Aeußere Ringſtraße (Bankett), zwiſchen Dieburger Straße, ie.
Oſtbahnhof, und der Verbindungsweg von da zur Heidenreickſtraße ſol=
Taerung auch dieſer Wege zuwenden. Teer iſt ein rein deutſches
E=
eit n s. (3 iſt deshalb gerad= hier wicltig, die bei der Kohlenverwertun
influß auf die Geſtehungskoſten aller Bedarfsartikel und Lebeusmittei, abfallenden Nebenprodukte zu verſverten. Wir müſſen viel mehr.
Ciris.
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Im
—Min
uſ 18
u4
brute
Mhrit
Nummer 40
Mittwoch den 9 Februar 1927
ign
ung
befaßt
Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
wsN. Feſtgenommener Schwindler.
Die Frankfurter Polizei hat den angeblichen
Kauf=
mann Max Scharfegge feſtgenommen. Er nannte ſich
ſonſt auch Max Schrader. Der Mann treibt ſeit faſt
zwei Jahren in zahlreichen Städten des ganzen Rhein=
und Maingebiets Schwindeleien in allen möglichen
„Wariationen, die geradezu an Hochſtapelei grenzen.
Geſchädigte wollen ſich bei der hieſigen
Kriminal=
rpolizei melden. — Autounfälle. An der Ecke
Beil-Klingerſtraße wurde Montag mittag ein
Kauf=
ann von einem Auto überfahren und ſchwer
ver=
wetzt. — An der Katharinenſtraße (Hauptwache) ge=
„iet ein Arbeiter unter ein Auto und wurde gleichfalls
Ichwer verletzt. Beide wurden im Hoſpital eingeliefert.
* Ein ſchlechter Scherz.
fm. Pforzheim. Um ſeiner Stiefſchwägerin,
rKronenwirtin Frau Schmidt in Enſingen (Württ.)
inen Poſſen zu ſpielen, hatte der Landwirt Jakob
Schlecht von Pforzheim aus eine anonyme Poſtkarte
neſchrieben, in der der Pforzheimer
Schwarzwald=
werein an einem beſtimmten Sonntag eine
Beſich=
jgung des neuerbauten Ausſichtsturmes ankündigte
and für 70 Perſonen Mittageſſen zum Preiſe von
1.,50 Mark beſtellte. Von der Wirtin wurde
darauf=
in das Eſſen, natürlich vergeblich, hergerichtet,
wo=
urch ihr ein Schaden von 100 Mark entſtanden iſt.
Wegen dieſes unverantwortlichen Schabernacks wurde
Schlecht zu neun Wochen Gefängnis verurteilt; ſeine
mitangeklagte Frau erhielt 60 Mark und ſein Sohn
S Mark Geldſtrafe.
Der Tod im Steinbruch.
wsN. Hülſa. Im Baſaltſteinbruch am Bilſtein
eignete ſich am Samstag ei folgenſchwerer
Un=
l. Zwei Arbeiter wurden durch herabſtürzende
Aeſteinsmaſſen begraben. Einer konnte mit ſchweren
Fmochenbrüchen noch lebend, der ander jedoch nur als
(iche geborgen werden. Der Schwerverletzte wurde
m Krankenhaus Treyſa eingeliefert.
Großfeuer.
St. Goarshauſen. In dem benachbarten
te Zorn iſt nachts auf bisher unaufgeklärte Weiſe
Toßfeuer entſtanden, dem das Wohnhaus, die
Scheune und die Schweineſtallungen eines Landwirts
un Opfer fielen.
Zwiſchen Himmel und Erde.
WSN Braubach. In der hieſigen Erzgrube
rde ein Bergmann, der ein Stück Holz aus dem
Soeacht holen wollte, durch ein Verſehen hinabgeſtoßen
mp blieb 18 Meter vom Schachtrand zwiſchen
Him=
ni= und Bergwerkstiefe hängen. Erſt nach geraumer
ſeik konnte der Bergmann, der Bein= und
Rippen=
riuche davongetragen hatte, aus ſeiner gefährlichen
ane befreit werden.
Eine weitere Moſelbrücke.
WSN. Koblenz. Eine weitere Moſelbrücke
ſis der bekannte Weinort Zeltingen bauen. Die
wcke ſoll 465 Meter lang und 8.20 Meter breit
eisen.
Scharlach in Koblenz.
WSN. Koblenz. In der vergangengen Woche
hier ſechs Fälle von Scharlacherkrankungen zur
weige gekommen.
Eidlicher Unglücksfall in einer Papierfabrik.
Düſſeldorf. In der Papierfabrik „Hermes”.
je eine der großen Zerkleinerungsmaſchinen, die
ih erfolgter Reparatur wieder in Betrieb
ge=
manen wurde, plötzlich ſtehen. Erſt jetzt fiel den
„Mitern auf, daß eine 23jährige Arbeiterin
ver=
wanden war. Man fand die Unglückliche völlig
eſlickelt in der Maſchine. Nach den bisherigen
ſtkellungen ſollen die Schutzvorrichtungen
unge=
mand geweſen ſein.
Gemeinſamer Selbſtmord.
Berlin. Der zwanzigjährige Arbeiter Erwin
wrecht und die ſiebzehnjährige Gertrud Neuen=
* begingen am Montag abend Selbſtmord, indem
wm der Möckernbrücke in den Kanal ſprangen. Die
ſchan wurden Dienstag morgen geborgen. Der
btelſelbſtmord iſt darauf zurückzuführen, daß die
ar: Leute keine Ausſicht ſahen, ſich zu heiraten.
exſtändnis des Sommerfelder Mörders
Sommer.
Berlin. Der Sommerfelder Mörder Kurt
Emrer iſt jetzt in vollem Umfange geſtändig. Die
6ch-, das Ehepaar Tſchentke zu töten, hätten ſie
4 mehabt. Als ſie durch Tſchentke überraſcht
wur=
habe Librenz dieſen und er ſelbſt Tſchentkes Frau
heunältigt. Sie hätten nicht geglaubt, daß die
ge=
gell en und gefeſſelten Eheleute tot ſeien. Im
itel hätten ſie 1500 bis 1600 Mark erbeutet, die ſie
pireilt hätten.
Ein neuer Flugzeugtyp.
R. Wien. Der öſterreichiſche Ingenieur Mickel
Ain, auf neuen Prinziplen aufgebautes Tragorgan
Rämgzeuge konſtruiert, deſſen Vorteil darin be=
1R haß kleinere Flugzeuge mit geringerer Motor=
Ry- bis über 100 Prozent mehr Nutzlaſt beför=
9Mlönnen, oder Flugzeuge unter den ſeitherigen
Kngnungen 50 Prozent höher ſteigen können. Dies
*Aulles erreicht ohne Verluſt an Fluggeſchwindig=
Die Erfindung ſoll für die Rentabilität und
Irſeit des Flugbetriebes von großem Wert ſein.
Aneiterer Vorzug ſei die Möglichkeit, auf be=
Ptern Raum durch entſprechende Verminderung
Rlnggeſchwindigkeit zu landen, wodurch die Flug=
Brit bedeutend gehoben werden ſoll,
Drei Flugzeuge geſtohlen.
ſ4ris. Nach einer im „Matin” veröffentlichten
A Rumeldung aus New York, wird aus Cleve=
19 Min Staate Ohio gemeldet, daß drei Flugzeuge
a1en, Hallen, in denen ſie über Winter eingeſtellt
WB geſtohlen worden ſeien.
Zebenshaltungskoſten im Ausland.
beden Auswanderungswilligen iſt es zweifel=
IaBvcrläßlich, daß er ſich rechtzeitig über die Ver=
9 Eſſe im Ausland eingehend unterrichtet. Er iſt
29 min, der Lage, die ihm vielleicht in Ausſicht
ge=
ſt4M gntlohnung mit den jeweiligen Lebenshal=
*0 Molren zu vergleichen. Da iſt es wichtig, zu
w9, waß die erforderlichen Unterlagen für alle
AlWanderungsgeblete beim Evangeliſchen Haupt=
DRſir Deutſche Auswanderer, Witzenhauſen, zu
enlen ſind. Er verfügt über zuverläfſiges Material,
Da Einoig auf dem Baufenden gehalten wird.
Seite 11
Parlaments=Eröffnung in Indien.
Die militäriſche Parade vor dem Parlamentsgebäude anläßlich der Eröffnung des Parlaments,
das kürzlich in Delhi zuſammentrat, durch den Vizekönig von Indien.
Die beſten Eishockey=Spieler Europas.
Die Auswahlmannſchaft der europäiſchen Kanadier, wohl die ſtärkſte Eishockey=Mannſchaft
Europas, zeigte am Sonntag in einem Spiel gegen den Berliner Schlittſchuh=Club ihr großes
Können. Die Kanadier, die ſich durch blitzſchnelle Kombination und große Durchſchlagskraft
aus=
zeichneten, gewannen das Spiel 7:3 (5:0). — Unſer Bild zeigt die kanadiſche Auswahlmannſchaft.
Aus der Berliner Hundeausſiellung.
Weiße Zwergpudel aus dem Zwinger Schloß Gollſen (N.=L.).
Beſitzerin: Frau Major Aderhold=Doſchl.
Im Rahmen der „Grünen Woche”, der großen landwirtſchaftlichen Ausſtellung der
Reichshaupt=
ſtadt, findet, wie alljährlich, auch in dieſem Jahr eine Hunde=Ausſtellung am Kaiſerdamm ſtatt.
Die Schau iſt mit erſtklaſſigen Tieren beſchickt und erfreut ſich eines ſehr regen Intereſſes.
Schiffskataſtrophen im Schwarzen Meer.
EP. Mailand. Wie der „Corriere della
Sera” meldet, haben in einem furchtbaren
Schnee=
ſturm im Schwarzen Meere zahlreiche Dampfer
Schiffbruch erlitten. Alle Abfahrten von
Schif=
fen wurden eingeſtellt. Der große rumäniſche Luxus=
Paſſagierdampfer „Imparatal Trajan” iſt auf der
Fahrt von Konſtantinopel mit 200
Paſſa=
gieren nördlich von Conſtanza vom Sturm auſ
Dünen geworfen worden. Die entſandten
Hilfsſchiffe konnten bis jetzt nichts ausrichten, weil der
Sturm das Flottmachen des geſtrandeten Dampfers
verhindert, der ernſte Havarien erlitten hat und in
der anhaltenden Sturmflut unterzugehen droht. Die
Paſſagiere konnten das Schiff nicht verlaſſen, da keine
Boote in das ſtürmiſche Meer gelaſſen werden
konn=
ten. Unweit dieſer Stelle iſt auch der verſiſche
Dampfer „Capmere” untergegangen und das
Frachtſchiff „Braila” geſtrandet, als es dem
ſüd=
ſlawiſchen Dampfer „Sawa” zu Hilfe eilen wollte,
der ebenfalls Schiffbruch erlitten hat. Die „Braila”
droht infolge Zuſammenſtoßes mit den Felsklippen
unterzugehen. Ferner wird der Untergang des
ruſ=
ſiſchen Dampfers „Batuſiow” gemeldet, der mit Fracht
und Paſſagieren von Konſtantinopel nach Odeſſa
unterwegs war. Mannſchaft und Paſſagiere, im
ganzen vierzig Pexſonen, ſollen unterge
gangen ſein.
Ein wertvoller Münzenfund.
* Paris. Bei Erdarbeiten in Limoges wurde
ein Krug mit etwa 20 Kilo alten Silbermünzen
ge=
funden. Es handelt ſich um 300 verſchiedene
Geld=
münzen aus dem dritten Jahrhundert nach Chriſti
Geburt mit Bildniſſen von Septimus Severus,
Ca=
racalla, Marius und Alexander Severus.
Der tatkräftige Geiſtliche.
EP. Als vor einigen Tagen Abbé Bonfante, von
der Nizzaer Geiſtlichkeit, im Begriff war, in einem
Trauerhauſe dem Toten den letzten Segen der Kirche
zu erteilen, drangen vier augenſcheinlich betrunkene
Rekruten in die Trauerverfammlung ein und
belei=
digten den Geiſtlichen grüblich. Ohne im geringſten
auf die Ruheſtörer zu achten, wollendete er die
feier=
liche Handlung und ließ den Trauerzug ſich in
Be=
wegung ſetzen. Darauf entledigte er ſich eilig ſeines
Ornats, das er einem Chorknaben übergab, ergriff
einen der Attentäter beim Kragen und applizierte ihm
eine ordentliche Tracht Prügel. Die drei anderen
er=
griffen erſchrocken auf der Stelle die Flucht. Auf ein
ſolch entſchloſſenes Vorgehen hatten ſie ſich wohl von
einem „Streiter Chriſti” nicht gefaßt gemacht.
Ankauf eines Rembrandt=Gemäldes.
New York. Wie hier mitgeteilt wird, hat
Sir Joſepb Duveen ein Gemälde Rembrandts „Titus
in einem Lehnſtuhl” für 20 000 Dollar angekauft.
Segelflug=Rekorde.
In unſerer Nummer vom 6. Januar brachten
wir eine Meldung über einen neuen
Streckenwelt=
rekord im motorloſen Flugzeug, den ein an der
ge=
nannten Stelle abgebildeter Italiener aufgeſtellt
haben ſollte. Dazu iſt berichtigend feſtzuſtellen:
Der Flug überbietet nicht die bis jetzt aufgeſtellten
Rekorde. Den erſten großen Streckenflug führte
Botſch auf dem „Konſul” der Akademiſchen
Flieger=
gruppe Darmſtadt aus. Er flog von der Waſſerkuppe
aus 19 Kilometer, bei einem Höhenverluſt von zirka
400 Metern. Auf derſelben Maſchine gelang es
Neh=
ring, ebenfalls von der Akad. Fliegergruppe
Darm=
ſtadt, 1925 in der Rhön zirka 21 Kilometer und kurz
darauf in der Krim 24,4 Kilometer zu erreichen. Bei
dem letztgenannten Fluge lag die Landeſtelle ſogar
zehn Meter über der Startſtelle. Nicht unerwähnt ſei
der vorjährige denkwürdige Flug von Kegel in der
Rhön mit 55,2 Kilometern Diſtanz. Betrachtet man
dieſe Erfolge, ſo erkennt man leicht, daß die Leiſtung
des Italieners durchaus nicht überwältigend iſt. Nach
der Karte liegt die Abflugſtelle 1227 Meter, die
Lan=
deſtelle zirka 330 Meter hoch. Er flog alſo mit
einem Höhenverluſt von 900 Metern. Zum Schluß
ſei noch bemerkt, daß der Dauerrekord ebenfalls in
deutſchen Händen iſt. Der Oſtpreuße Ferdinand
Schulz hält ihn mit 12 Stunden und 4 Minuten,
für zweiſitzige Maſchinen mit 9,5 Stunden.
Das Auslandsdeutſchtum und der
Nachrichtendienſi.
* Berlin. Seit Jahrzehnten iſt bei uns die
ſtändige Klage erhoben worden, daß es den Deutſchen
im Ausland an dem erforderlichen
Nationalbewußt=
ſein fehle, daß ſie ſehr bald ihr Mutterland vergäßen
und in dem neuen Volkskörper aufgingen. Dieſe
Klage war zwar vielfach übertrieben, aber nicht ganz
unberechtigt. In den letzten Jahren iſt hierin eine
Beſſerung eingetreten, namentlich nach dem Weltkrieg.
In der Zeitſchrift „Allgemeine Rundſchau”, nimmt
Dr. Fritz Runkel, Bensberg=Köln, zu der Frage des
Auslandsdeutſchtums und des Nachrichtendienſtes
Stellung und weiſt gerade auf die hohe Bedeurung
des Nachrichtendienſtes für das Auslandsdeutſchtum
hin. Die Pflege von regelmäßigen Beziehungen
zwiſchen Heimat und Ausgewanderten ſei
natur=
gemäß hauptſächlich durch den Nachrichtendienſt
mög=
lich. Die privaten Beziehungen könnte man auf den
erſten Blick als ſolche anſehen, doch würden dieſe
weniger nationalen Charakter haben und mehr
indi=
vidueller Natur ſein. In erſter Linie kämen die
offi=
ziellen Nachrichtendienſte hier in Frage, immerhin
dürften die Beziehungen privater Art nicht
unter=
ſchätzt werden. Bei dem Nachrichtendienſt müßten
zwei Dinge unterſchieden werden, der eine vom
Aus=
land nach der Heimat, und der andere von der
Hei=
mat nach dem Ausland. Dem letzteren kommt die
größere Bedeutung zu, denn er ſchildert die heimiſchen
Zuſtände, Wirtſchaft, Politik und Kultur. Er will das
nationale Leben in das Ausland hineinprofizieren.
Aus dieſem Grunde bildet der ausgehende Dienſt
einen der wichtigſten Faktoren zur Förderung des
Auslandsdeutſchtums. Beide Nachrichtendienſte, der
eingehende wie der ausgehende, ſtehen in dauernder
Wechſelwirkung und geben ein umfaſſendes
Spiegel=
bild. Heute müſſe man ſich beſonders die
Verhält=
niſſe vergegenwärtigen, unter denen die
Auslands=
deutſchen nach dem Weltkrieg zu leben hatten. Das
Anſehen Deutſchlands ſei auf ein beſcheidenes
Min=
deſtmaß herabgeſunken, und was da auf Grund der
deutſchen Leiſtungen auf wirtſchaftlichem Gebiet noch
hätte gerettet werden können, habe die ſyſtematiſche
Bearbeitung des Auslandes und die Aufpeitſchung
der politiſchen Leidenſchaften zum größten Teil
ver=
nichtet. Hier müſſe der ausgehende Nachrichtendienſt
den Kampf gegen dieſe Quertreibereien aufnehmen
und zeigen, daß das deutſche Volk die Intereſſen der
Seinigen im Auslande nicht vergeſſen habe, handelt es
ſich doch um das Wohlergehen von nahezu vierzig
Millionen Auslandsdeutſchen. Der eingehende Dienſt
bilde gewiſſermaßen ein Hilfsmittel für die
zweck=
mäßige Ausgeſtaltung des ausgehenden
Nachrichten=
dienſtes, dem die eigentliche und abſchließende
Erfül=
lung der gezeigten großen nationalen Aufgabe
zu=
komme. Der Verfaſſer ſchließt mit den Worten: „Für
den Aufbau unſerer Weltwirtſchaft kann es keine
ge=
eigneteren Menſchen geben, als eben dieſe
Auslands=
deutſchen. Sie kennen die allgemeinen wirtſchaftlichen
und die beſonderen geſchäftlichen Verhältniſſe draußen,
und ſie werden es auch ſein, die die Brücke bilden
zur Wiederanknüpfung von engeren Beziehungen zu
Ländern, in denen an und für ſich ſtarke deutſche
Sympathien vorhanden ſind.”
Die Beiſetzung des Mikadv.
Amneſtie.
EP. Tokio. Zu den Beiſetzungsfeierlichkeiten
des verſtorbenen Mikado hatte ſich etwa eine Million
Menſchen in den Straßen angeſammelt. Zur
Toten=
feier waren außergewöhnlich viele Würdenträger,
darunter die Vertreter der ausländiſchen Mächte, die
Generäle und Admiräle, in einem beſonders zu
dieſem Zwecke erſtellten Gebäude verſammelt. Des
Trauerzug zählte 8000 Teilnehmer, darunter 4000
Offiziere. Bei der Feierlichkeit hielt der neue Mikado
eine Abſchiedsrede am Sarge ſeines Vaters. Um
Mit=
ternacht überführte ein Sonderzug die Leiche des
Mikado nach dem 35 Kilometer von Tokio
entfern=
ten Aſakawa, wo heute früh vor Sonnenaufgang die
eigentliche Beiſetzung ſtattfand. — Anläßlich der
Bei=
ſetzung ſeines Vaters hat der neue Mikado eine
Amneſtie zu Gunſten von etwa 20000 Gefangenen
erlaſſen.
Die reichſte Straße der Welt.
EP. Nach einer Statiſtik iſt die Park Avenue in
New York die reichſte Straße der Welt, d. b. die
kaufkräftigſte. Die 4000 Millionärsfamilien, die dort
wohnen, geben jährlich allein für Luxusartikel die
ſtattliche Summe von 280 Millionen Dollar aus. Das
Jahreseinkommen beträgt durchſchnittlich 75 000
Dol=
lars. An Kleidung verbraucht Park Avenue jährlich
zirka 59 Millionen Dollar an Damenkleidung und
15 Millioncu an Herrenkleidung. An Juwelen geben
die ſchönen Bewohnerinnen von Park Aveneue
jähr=
iich 20 Millionen Dollar aus, während ſie für den
Schmuck ihrer luxuriöſen Wohnungen zirka 15
Mil=
lionen Tollar an Möbeln und Kunſtwerken bezahlen.
Die durchſchnittlichen Jahresmieten ſchäßt man auf
18 Millionen Dollar.
Geite 12
Mittwoch, den 9. Februar 1927
Nummer 40
EinBeſuch beidemLuftſchiffbau
Zeppelin, Friedrichshafen.
Der Bau des neuen Zeppelin noch nicht in Angriff genommen. —
Feſtigkeitsverſuche an einer Probezelle, Modellunterſuchungen. —
Verſuche mit dem neuen Fahrgas. — Die Pläne für den neuen Typ.
Friedrichshafen, 30. Januar 1927.
Wie eine Rieſenſpinne im Netz, ſo liegt der Komplex des
Luftſchiffbau=Zeppelin mit den ausſtrahlenden Geleiſen für die
Ausfahrt der Luftſchiffe auf der weißen Schneedecke des
Flug=
platzes vor mir, als ich die Kontrolle des Außenpförtners paſſiere.
Zur Linken die ausgedehnten Baulichkeiten des Maybach=
Motorenbaues, rechts das Gaswerk mit ſeinen Nebengebäuden
in Dimenſionen, die einer mittleren Großſtadt Ehre machen
wür=
den, dazwiſchen der Flugplatz und in ſeiner Mitte die drei
Luft=
ſchiffhallen. Eng aneinandergelehnt, jede um einige zehn Meter
größer als ihre Vorgängerin, bilden ſie gleichſam ein Dokument
für die ſtete Weiterentwicklung des Luftſchiffbaues. Wie
ange=
klebt an die Hallen reihen ſich die Werkſtatt, Verſuchs= und
Büro=
gebäude davor. Erſt beim Näherkommen — vom Außenpförtner
bis zum Innenrförtner hat man faſt eine Viertelſtunde zu
laufen! — merke ich, wie ausgedehnt in Wirklichkeit dieſe relativ
zu den Rieſenhallen ſo kleinen Gebäude ſind. Ein gelbes Etwas,
das ich zunächſt als einen gelben Dampfkeſſel oder auch einen
deformierten Ballon oder etwas ähnliches einſchätze, fällt mir
ins Auge. Eins der vielen Geheimniſſe, in die ſich der
Luftſchiff=
bau=Zeppelin in manchmal wirklich übertriebener Weiſe einhüllt!
Erſt nach langem, langem Bemühen bringe ich es heraus: es iſt
eine kleine Füllung des neuen Fahrgaſes zu Verſuchszwecken.
Es wird uns zuerſt Gelegenheit gegeben, dem Zeppelin=
Muſeum einen kurzen Beſuch abzuſtatten. Den Eindruck
wieder=
zugeben, den dieſe wohlgeordnete Fülle auf den Beſchauer macht,
iſt ſchlechterdings unmöglich. Man muß dieſe Reihe von
Mo=
dellen vom erſten Patent bis zum „Z. R. III‟, die Einzelteile
vom erſten Luftſchiff bis zur fertigen Motoren=Gondel eines
wodernen Luftkreuzers, die Kriegs= und Verkehrseinrichtungen
und nicht zuletzt die Originaldokumente des „alten Grafen”, wie
Graf Zeppelin in Friedrichshafen allgemein benannt iſt, geſehen
haben, um die Begeiſterung zu verſtehen, die wir für Zeppelin
und ſein Werk empfinden.
Die Beſichtigung der großen Halle bringt uns eine
empfind=
liche Enttäuſchung. Nach den Meldungen der Preſſe mußte man
annehmen, daß der Bau des neuen Luftſchiffes in vollem Gange
ſei. Statt deſſen: gähnende Leere und nur am einen Ende der
Halle ein leichtes Gerüſt, an dem ca. 15 Arbeiter beſchäftigt ſind.
Neben einer ringförmigen Helling wird hier eine Zelle des neuen
Luftſchiffes montiert. Ein Ring von ca. 37 Meter Durchmeſſer,
aus Duraluminiumfachwerk und mit Stahlkabeln verſpannt, in
den Größenverhältniſſen des neuen Schiffes, ſoll
Probebelaſtun=
gen unterworfen werden, einmal, um feſtzuſtellen, ob die
Feſtig=
keit ausreicht, andererſeits, um die Möglichkeit zu erforſchen, noch
leichter und feſter zu bauen.
Form und Abmeſſungen des neuen Luftſchiffes ſtehen jetzt,
was den eigentlichen Luftſchiffkörper anbelangt, feſt. Der
Raum=
inhalt ſoll mit 105 000 m” um 50 Prozent größer ſein als der des
„Z. R. III” mit 70000 m”. Für den Verwendungszweck als
Verſuchsſchiff zwiſchen Spanien und Südamerika wäre es an
ſich erwünſcht, das Luftſchiff in noch größeren Dimenſionen zu
halten. Das verbietet ſich jedoch durch die Größenverhältniſſe
der Friedrichshafener Halle.
amerika nicht ausreicht, iſt mit ſehr viel Wahrſcheinlichkeit
anzu=
nehmen, daß es als Verſuchsſchiff für die in Spanien zu
bauen=
den Verkehrsſchiffe dieſer Strecke anzuſehen iſt.
Sport, Spiel und Turnen.
Handball.
Zu dem Berliner Hallen=Schwimmfeſt.
Am Samstag und Sonntag fand das große Hallenſportfeſt des
Berliner Schwimmklubs ſtatt, über das wir in unſerer Montag=
Nummer ausführlich berichteten.
d
Fußball.
Ein Modell des neuen Luftſchiffes wird uns im „
Wind=
kaual” vongeführt. In einem Sondergebäude ſaugt ein
vier=
flügeliger Propeller, angetrieben von zwei Benzinmotoren, einen
Luftſtrom von 3,5 Meter Durchmeſſer durch eine Düſe. Durch
zwei Ringkammern wird die Luft dem Verſuchskanal wieder
zu=
geführt, mittels Leitſchaufeln wirbelfrei gemacht und auf dieſe
Art im Verſuchsraum ein homogener Luftſtrom von über 100
Kiloneter in der Stunde Geſchwindigkeit erzeugt. In dieſem
Strom werden die Luftkräfte, die auf geometriſch ähnliche Modelle
der großen Gegenſtände wirken, gemeſſen und daraus die Kräfte
errechnet, die für das große Luftſchiff gelten. Auf dieſe Weiſe
iſt man zu der fiſchförmigen Stromliniengeſtalt (fälſchlich oft
Tropfenform benannt) gelangt, die auch für das neue Luftſchiff
charakteriſtiſch iſt. Neben dieſer Hauptform wird z. B. die
gün=
ſtigſte Anordnung der Motorengondein und der Steuerflächen
an einem Gipsmodell von 3 Meter Länge ſtudiert. Da dieſe
Arbeiten vor dem Abſchluß ſtehen, rechnet der Luftſchiffbau=
Zeppelin damit, in nächſter Zeit mit dem Bau beginnen zu
können. Die erſten Probefahrten will man Anfang 1928
aus=
führen".
Während die Meſſungen im Windkanal keine prinzipiellen
Unterſchiede gegen früher erforderlich machen, hat ſich der
Luft=
ſchiffbau=Zeppelin entſchloſſen, eine andere grundlegende
Neue=
rung einzuführen: an Stelle des Benzins, das bisher im
ge=
ſamten Luftfahrzeug=Betrieb eine Monopolſtellung einnahm,
follen die Motore des neuen Zeppelin mit Fahrgas geſpeiſt
wer=
den. Man kann ſich die Wirkungsweiſe des Fahrgaſes an
folgen=
dem Beiſpiel klar machen: „Z. R. III” hatte beim Amerika=Flug
eine Benzinlaſt von 33 Tonnen — 660 Zentner zu ſchleppen. Nach
Verbrauch dieſes Betriebsſtoffes iſt alſo das Luftſchiff um 33
Tonnen leichter, genau, als wenn es ebenſoviel Ballaſt
abgewor=
fen hätte. Die Folge iſt ein Steigen des Luftſchiffes, das man
ſofort oder ſpäteſtens bei der Landung durch Gasabblaſen
kom=
penſieren muß. Nach einer Fauſtformel gibt 1 Kubikmeter guter
Waſſerſtoff 1 Kilogramm Nutzauftrieb. Man muß alſo bei 33
Tonnen Ballaſtabgabe ungefähr 33 000 Kubikmeter Gas nutzlos
entweichen laſſen.
Sportverein Weiterſtadt—Geinsheim.
Es liegt nun nahe, dieſes Gas in einem Motor zu
ver=
brennen und auf dieſe Art nutzbar zu machen. Infolge der hohen
Verbrennungstemperatur von Waſſerſtoff exiſtiert jedoch keine
Maſchine hierfür. Das Prinzip des Fahrgaſes geht nun dahin,
eine entſprechende Menge (beiſpielsweiſe alſo 33 000 Kubikmeter)
Fahrgas ſtatt Waſſerſtoff mitzunehmen. Dabei wird von dem
Fahrgas gefordert, daß es ſchwer entzündbar iſt und daß es
das=
ſelbe ſpezifiſche Gewicht hat wie die Luft. Dadurch bleibt nicht
nur das Gewicht während der ganzen Fahrt gleich, ſondern es
ändert ſich auch die Auftriebsverteilung nicht, was die
Steuer=
leute weſentlich entlaſtet. Die Zeppelin=Werft hat in dieſer
Rich=
tung eingehende Verſuche unternommen und iſt zu dem
erfreu=
lichen Ergebnis gekommen, daß ſich die bisher geprüften Gaſe
oſr ohne weiteres in den normalen Maybach=Motoren verbrennen
laſſen, wenn man lediglich den Vergaſer durch ein Miſchventil
rſetzt. Zugleich ergab ſich, daß das Fahrgas einen höheren
Heiz=
wert hat als Benzin, ſo daß man alſo mit der entſprechenden
Menge Fahrgas entweder länger oder ſchneller als mit Benzin
fahren kann. Die Verſuche ſind noch im Gange, und zwar
mi=
ſchweren Kohlenwaſſerſtoffen, die zum großen Teil von J.=G.
Farben geliefert werden.
1jeber die Pläne, die man mit dem neuen Typ hat, hüllt man
ſich in tiefes Schweigen. Das eine ſteht feſt, daß ſich die Zeppelin=
Werke an dem Projekt des Polarfluges leider nicht beteiligen
ſondern hier Schütte=Lanz die Führur
beiluisfen,
Heiser-
keft,Verschleimung
Techniſche Hochſchule—Univerſität Marburg.
Nachdem die Techniſche Hochſchule ihr erſtes Spiel um die Kreu
meiſterſchaft mit 4:3 gegen die Univerſität Frankfurt gewinnen konm
ſteht ihr als nächſter Gegner die Univerſität Marburg gegenüber. M.ol
burg ſchlug ſeinen erſten Gegner, die Univerſität Gießen 2:1. Da d
Hieſigen Gießen einmal 4:0 und einmal 7:1 ſchlugen, ſollte man
mein=
aß ihnen auch dieſes Mal der Sieg ſicher wäre, wenn nicht das obz.
2:1 Reſultat unter abnormen Umſtänden zuſtande gekommen wär
Da beide Mannſchaften in ſtärkſter Aufſtellung antreten werden,
jedenfalls ein ſehr intereſſantes Spiel zu erwarten, deſſen Beſuch mu
empfohlen werden kann. Es findet ſtatt am Mittwoch, den 9. 2. 7
Der Spielbeginn liegt auf 2.30 Uhr. Der Eintritt iſt frei.
Leichtathletik.
Interne Waldlaufmeiſterſchaften der Techniſchen Hochſchule.
Die Waldlaufmeiſterſchaften wurden dieſes Jahr auf zwei
verſch=
denen Strechen zum Austrag gebracht; für Anfänger auf der Streu
„Nund um den Flugplatz” (2,5 Klm.), für Fortgeſchrittene auf der Dacl
bergſtrecke (5,6 Klm.). Die Läufe erfreuten ſich einer ſehr regen Bexe
ligung. Die zu laufenden Strecken waren in gutem Zuſtande. Sieg
in den Einzelläufen wurden: a) Fortgeſchrittene: 1. Schilg
(Akad. Sportklub) 15,30; 2. Gaß (Wieland) 15.45; 3. Medicus (Ako)
Sportklub) 16,20. b) Anfänger: 1. Endres (Alemannia) 11:97
2. Strepp (Akad, Sportklub) 11:28; 3. Keil (Akad. Sportklub) 11:43
4. Seitz und 5. Fiſcher (Akad. Sportklub). Außer den Einzelläufen w
noch ein Mannſchaftslauf für Korporationen und einer für Verbäry
ausgeſchrieb n. — Sieger im Mannſchaftslauf: a) für Korporatione,
Turnverbindung Alemannia, b) für Verbände: Akad. Sportklub.
Gegen spröde
Hauf i,
A.
Rademacher, „Hellas”=Magdeburg,
der im 200=Meter=Bruſtſchwimmen ſeine eigene Welthöchſtleiſtung
unterbot.
innt
Ne Mie Haicke
Hae e
gibt sammetweichen Teink:
Schechleln zu 20, 30,60 u. 120 Pfg.
FC. Union 1918—Biblis, 7:5.
Auf ſchönem Schneefelde gab der Schiedsrichter pünktlich um halb
3 Uhr den Ball frei. Biblis trat komplett an. Union mußte leider
ohne Noller antreten, und Boos mußte auch pauſieren. Frey war wieder
auf dem Spielfelde erſchienen. Der Griff für den Sturm war kein
ſchlechter. Man ſah endlich im Angriff wieder einen Spieler, der forſch
angreift und kann man die Hoffnung haben, daß nächſtes Jahr einen guten
und ſchußfreudigen Sturm die Einheimiſchen ihr eigen nennen können.
Der Schnee ließ kein Kombinationsſpiel aufkommen und trotzdem
woll=
ten die Einheimiſchen ſich auf ein ſolches verlegen. Biblis paßte ſich den
Platzverhältniſſen ſofort an und gab einen ebenbürtigen Gegner ab.
Bei dieſem Spiele zeigte ſich wiederum, daß Union noch nicht die
richtige Aufſtellung der Mannſchaft gefunden hat. Bopp auf
Rechts=
außen ſtand auf völlig verlorenem Poſten. Statt Flanken will er
imme=
aufs Tor ſchießen und ſtellt ſomit den Innenſturm kalt. Sein Poſten
iſt und bleibt Torwächter. Hoffentlich ſieht man ihn in Zukmft wieder
dort, alsdann werden die Reſultate auch wieder beſſer. Der übrige
Mannſchaftsteil gab ſich redlich Mühe und war mit Luſt bei der Sache,
auch Rückert zeigte ſich wieder einmal von der guten Seite, nicht weil
er vier Tore ſchoß, ſondern weil er diesmal wieder energiſch
dazwiſchen=
fuhr, und ſomit mithalf, den Sturm nach vorn zu bringen. Ob dies
die forſche Spielweiſe Freys ausmacht? — Biblis zeigte ein ſehr gutes
und flinkes Spiel. Man muß bedauern, daß die Mannſchaft keinen
beſ=
ſeren Tabellenſtand aufweiſen kann.
Spielvereinigung Pfungſtadt-Polizei=Sporwerein 0:7 (0:5).
Geſchäftliches.
Vorbeugung — Bekämpfung der Grippe.
Die Annahme, die zurzeit graſſierende Grippe=Epidemie ſei zu
Stillſtand gekommen, iſt ein Irrtum. Im Gegenteil, aus allen Tei in
des Reihes wird ein Fortſchreiten der Epidemie gemeldet.
Aerztlich iſt erwieſen, daß durch Vorbeugung die Gefahr der Z
ſteckung vermieden werden kann, wenn rechtzeitig Sagitta=Bonbons we
wendet werden. Sagitta=Bonbons enthalten kräftig wirkende Desixri
zenzien, die Mund= und Rachenhöhle vor Anſteckung ſchützen. My
nehme auf der Straße in ſtaubiger Umgebung, überhaupt da, wo Qe
fektion möglich iſt, 1—2 Sagitta=Bonbons und läßt ſie langſam
Munde vergehen Auch bei den erſten Anzeichen der Krankheit reoch
zeitig genommen, verhindern ſie ein bösartiges Ausarten der Grip=
Bei Huſten, Heiſerkeit ſind Sagitta=Bonbons, da ſie heilende
Arzrr=
ſtoffe enthalten, die kräftige, ſchmerzlindernde und ſchleimlöſende
Me-
zin in feſter Form und können deshalb wärmſtens empfohlen werdn
uim S.
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R 3. !
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N9. Ver
Ehm Tra
Snt, aus de
junge
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 9. Februar. 3.30: Stunde der Jugend. Rektom
Dem Reſultate nach zu urteilen dürfte die Schwächeperiode bei den
Poliziſten behoben ſein. Obwohl Pfungſtadt den Vorteil des eigenen
Platzes hatte, konnte es den Darmſtädtern kaum gefährlich werden.
Der Platz, durch den Schnee nicht in beſter Verfaſſung, war den
Poli=
ziſten kein Hindernis, in regelmäßigen Abſtänden bis Halbzeit 5 Tore
zu erzielen. Die zweite Halbzeit gehörte voll und ganz den Gäſten,
obwohl ſie ihre Ueberlegenheit nur in zwei weiteren Toren zum
Aus=
druck bringen konnten. Pfungſtadt ſpielte trotz der hohen Niederlage
bis zum Schlußpfiff des gut amtierenden Schiedsrichters, Herrn Feth=
Lampertheim, fair und ſehr eifrig. Durch die Niederlage des
Tabellen=
zweiten in Dornheim hat der Polizei=Sportverein ſeine
Favoritenſtel=
lung weſentlich gefeſtigt. Es wird fetzt um ſo ſchwieriger ſein, ihn davon
zu verdrängen, da er, mit Ausnahme eines Spieles, alle auf eigenem
Platze hat.
V.f. R.—,,Boruſſia” Dornheim 1:3 (1:2).
Wehrhan: „Herzog Ernſt im Lande der Arimarzi und andere
Er=
zählungen” (für Kinder vom 10. Jahre ab). O 4.30: Alte
Tam-
muſik. O 5.45: Bücherſtunde. O 6.15: Vortrag Becker: „
Laut=
ſprecher”. O 6.45: Dr. Götz: „Altdeutſche Tafelmalerei”.
O 7.15
O 7.45 Mannheim. Prof. Blauſtein: „Südweſtdeutſchland
Pſpchialriſcher Vortragskurſus von Dr. Prinzhorn. O 8.15: Annette
Kolb: aus eig. Dichtungen. O 9.15: von Kaſſel: Cello=Konzert=
Judith Bokor, Amſterdam. Flügel: Dr. Zulauf. Bach: Sonats
in D=Dur. — Breval: Sonate in G=Dur, — Brahms: Sonate im
E=Moll
Stuttgart.
Mittwoch, 9. Febr. 3: Jugendſtunde. O 3.50: Landwirtſchaf
funk.
O
4.15: Konzert. O 6.15: Chriſtian Leden, Kopenhagen
Durch Kiwatines Eisfelder. O 6.45: Uebertr. aus Karlsruhe: Pr
Schlötzer: Erdbeben. O 7.15: Uebertr. von Mannheim: Prof.
Blauſtein: Südweſtdeutſchland. O 8: Richard Wagner=Abend. Leit.*
FHeA. C
den
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Fenu
Und
Mit dieſem Reſultat konnte Dornheim beweiſen, daß die letzten
Er=
gebniſſe gerade über die Spitzenvereine, keine Zufallserfolge waren,
und daß die Mannſchaft auf ihrem Sandmeer kaum zu ſchlagen iſt
V.f.N. lieferte heute kein ſchlechtes Spiel, konnte jedoch die Form des
letzten Sonntags nicht erreichen. Der Platz, der ſich in einem Zuſtande
befand, daß man ihn kaum für ein Spielfeld betrachten konnte, ließ das
flache Paßſpiel der Raſenſpieler nicht aufkommen, und mancher ſchöne
Angriff, der auf feſtem Boden ſicher zu Torerfolgen geworden wäre
blieb im Sand und Lehm ſtecken. Als dann V.f.N. in der zweiten
Halbzeit noch das Pech hatte, mit 9 Mann ſpielen zu müſſen, war es
für Dornheim dann eine leichte Aufgabe, den Vorſprung zu halten. Der
Schiedsrichter, ein Herr aus Lampertheim, konnte nicht einmal
be=
friedigen.
V.f. R. 2—Dornheim 2, 8:1.
V.f.R. Junioren-Bensheim 07 2. Mannſchaft, 8:3.
V.f. R. 2. Jgd.—Biebesheim 1. Jad, 1:1.
iſn
M RM
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End
G.,g
Ufne
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Nr 8
Kapellm. Kahn.: Soliſt: Kammerſänger Ritter. — Anſchl.: Uebertr.
ertien.
aus Karlsruhe: „Eine Stunde Rokoko” Mitw.: Opernſängeri
m. A.
Elſe Blank, Karlsruher Bläſervereinigung, am Flügel: Muſikdir.
i Fr
Caſſimir. Einf.: Vom ſterbenden Rokoko. — Händel: Largo.
20 Uerd
Mozart: Arie des Cherubin aus Figaros Hochzeit. Aus Die Ent==
Hter
führung aus dem Serail Welche Wonne, welche Luſt. Quintetrs / RFüſgeh
Es=dur u. a. m.
Berlin.
Mittwoch, 9. Febr. 1.30: Glockenſpiel von der Parochialkirch
O 3.30: Lilly Fahlberg: Faſtnachtſpeiſen und Getränke. O 1*
D
Jugendbühne. „Jphigenie auf Tauris” von Goethe. O 6.
Penſer: Hörſtörungen durch Berufslärm. O 7.05: Gartendir. Le
die Weſenselemente des Gartens (Garten der Toten). O 730
Jaro=Jaretzki: Ein Beſuch bei Emil Orlif. O 8: Dr. Fromer
Spinozas Leben und Lehre. O 8.30: Vortrag wird durch Rundlunk.
bekanntgegeben. O 9: Zur Unterhaltung. Mitw.: Seidler=Winllerl.
(Klavier), Konzertm. v. Szpanowski (Vloline), Beryer (Cello). Maxkk!
Meg
uit
n
*u
Am Sonntag, den 13. Februar, nachmittags halb 3 Uhr, empfängt
der Sportverein Weiterſtadt den ſtärkſten Rivalen der B=Klaſſe
Gruppe 3. Geinsheim. zum Verbandsrückſpiele. — Wenn auch Sportv.
Weiterſtadt im Vorſpiele mit 1:0 Sieger wurde, ſo wird ihm ein Sieg
äußerſt erſchwert werden, da Geinsheim durch ſeine letzten Siege über
Leeheim 7:0 und Eſchollbrücken 7:1 zweifellos erheblich an Spielſtärke
zugenommen hat. Ebenſo wird dieſes Spiel für die
Bezirksmeiſter=
ſchaft von ausſchlaggebender Bedeutung ſein.
Vorher ſpielt die
zweite Mannſchaft Weiterſtadt gegen die gleiche von Eſchollbrücken.
Spielbeginn 1 Uhr.
Kuttner (Tenor), Alexandrine Alexandrowa (Sopran). 15
Dar=
bietungen. O 10.30: Tanziuſik. Jazz=Sinsonie=Orcheſter Formiggiſl.
Siettin. 8.30: „Philipp Otto Runge‟. Einf.: Herm. Ploeß:
— Aus Briefen Goethes an Runge und Runges an Goethe. Runge=
Es blüht eine ſchöne Blume. Der trübe Nebel iſt zerfloſſen (Paula
Thetter=Lange (Rez.). Von dem Machandelboom (Carl Eloppel.
W
4
Verbandstag des Südoſtdeutſchen Fußballverbandes. — Rücktritt des
Geſamtvorſtandes
Bei der Tagung des Südoſtdeutſchen Fußballverbandes nahmen bei
dem Punkt Verbandskaſſenangelegenheiten die Unterſchlagungen des
früheren Verbandskaſſierers Levy einen weſentlichen Platz ein. Die
von Dr. Wagner vom DFB. angeſtrebten Vorverhandlungen mit den
einzelnen Parteien zu dem Zweck, den ſeit 18 Jahren bewährten
Vor=
ſitzenden Langner=Breslau zu halten führten nicht zum Ziel. Es
wurde ausdrücklich feſtgeſtellt, daß weder Langner noch die Kaſſenprüfer
irgend ein Verſchulden trifft, da ſie durch Levys geſchickte Tricks lange
Monate getäuſcht wurden. Trotzdem kam ein Antrag von Seiten
Rez.). O 9.15: Konzert. Mozart: Das Veilchen. Der Sylphe des
Friedens. Warnung (Friedel Kreutzieldt, Sopran). — Mojarl-
Klavierquartett G=dur (Kürt Bautz, Violine, Adolf Leßle, Viola,a !
Walter Pichner. Cello, Philipp Wüſt, Klavier). — Mozart: Allie‟
der Suſanne aus Figaro (Kreutfeldt).
Königswuſterhauſen. Mittwoch, 9. Februar. 12: Lektor Clauoee
Grander und G. van Eyſeren: Franzöſiſch für Schüler. O 12.3
Mitt, des Reichsſtädtebundes. O 3.30: Prof. Dr. Amſel u.
Ober=
ſchull. Weſtermann: Einheitskurzſchrift für Anfänger. O 4: Profh!4
Dr. Schütz: Phyſikaliſche Beru/sſchädigungen. O 4.30: Stud=erk
Friebel, Lektor Mann: Engl. für Forlgeſchrittene. O 5: Gene!
Graf Montgelas: Völkerbund und Abrüſtung. O 6.30: Prol.
Ochs: Die Arten der Kirchenmulik. O 6: Stud.=Rat Thiel: 2e0
Lehrgang für Facharbeiter. 1. Die rechneriſchen und mathemarn
Grundlagen. O 6.30: Stud.=Rat Friebel, Lektor Mann: Englid
für Anfänger. O 6.55: Dr. Tſchiersky: Kartelle und Truſts. 0 1-*
Prof, Dr. Kahlichütter: Nordvolerpedi’ ionen in alter und neuer „"
eines kleinen Breslauer Vereins, der dem Vorſtand grobe
Fahrläſſig=
keit vorwarf, mit 362 gegen 176 Stimmen zur Annahme. Dies führte
zur ſelbſtverſtändlichen Geſamtdemiſſion des Vorſtandes. Abermalige
Vermittlungsvorſchläge von Dr. Wagner verliefen ergebnislos. Die
Verbandsgeſchäfte werden interimiſtiſch von einem Ausſchuß mit
Bein=
lich als Vorſitzenden, bis zum ordentlichen Verbandstag im Mai geführt.
trocken.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Donnerstag, den 10. Februar
(uach der Wetterlage vom 8. Februar).
Wolkig mit Aufheiterung, etwas kälter, nachts noch leichter Gel*
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle?
Hauptſchriftleitung Rudoly Mauve
Veranworilich für Politu und Wirtſchaft: Rudolf Mau
Ausland und Seſſiſche Nachrichten. Mar Siteeſe, für Sport: Dr. Eugen Bunil.
für Feutlleion, Reich.
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt Andreae Bar‟."
Inſeratenterl Wilty Kuhtr. Oruck und Verlag C. C. Wlitich — ämlich u Daſch. .
Für unveriangte Mannſkripte wird Garantte der Rückſendung n ich: übernelt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Mittwoch, den 9. Februar
um
Neueſte.
Die Reichsfinanzen im Dezember 1926.
Im Monat Dezember ergab ſich im ordentlichen Haushalt des
Reiches eine Geſamteinnahme von 616.1 Mill. RM., woran Steuern,
„Zölle und Abgaben mit 567,3 Mill. RM. und Verwaltungseinnahmen
it 488 Mill. RM. beteiligt ſind. Dem ſtehen Geſamtausgaben von
699,9 Mill. RM. gegenüber, ſo daß ſich ein kaſſenmäßiger
Zuſchuß=
bedarf von 88,8 Mill. RM. ergibt. Für die Zeit vom April bis
De=
ember beträgt infolge dieſes Zuſchußbedarfes der kaſſenmäßige Ueber=
Fſchuß nur noch 79,1 Mill. RM. gegen 1629 Mill. RM. für die Monate
April bis November. Die Ausgaben verteilten ſich im einzelnen auf
vie allgemeine Reichsverwaltung mit 472,2 Mill. RM.,
Reparations=
zahlungen mit 51,4 Mill. RM. und Steuerüberweiſungen mit 176,3
Mill. RM. Bei etatsmäßiger Betrachtung der Reichsfinanzen müſſen
für Dezember noch die Monatszwölftel der in den Haushalt
einge=
tellten Ueberſchüſſe aus den Jahren 1924 und 1925 berückſichtigt
wer=
gen. Etatsmäßig ergibt ſich damit für den Dezember 1926 ein
Zu=
chuß von 47,8 Mill. RM. und für die Monate April bis Dezember
ves laufenden Rechnungsjahres ein Ueberſchuß von 371,1 Mill. RM.
elus den Steuereingängen im Monat Dezember 1926 ſind im Januar
R an die Länder noch geſetzliche Anteile in Höhe von 62,3 Mill.
zM. ausgezahlt worden. Aus den bis Ende Dezember ausgewieſenen
tatsmäßigen Ueberſchüſſen kann ein Nückſchluß auf das Ergebnis des
geſamten Rechnungsjahres in einer dieſem Ueberſchuß entſprechenden
Höhe nicht gezogen werden, da am Ende des Rechnungsjahres zur
Deckung nachträglicher Ausgaben zu Laſten des Rechnungsjahres noch
in Bedarf von 300 bis 400 Mill. RM. vorhanden ſein wird. An
achträglichen Eimnahmen und Ausgaben zu Laſten des Nechnungsjah=
8 1925 wurde in den Monaten April bis Dezember zuſammen 48,7
Mill. RM. vereinnahmt. und 386,3 Mill. RM. verausgabt. Im
außer=
rdentlichen Haushalt ſtellten ſich die Einnahmen im Dezember auf
20000 RM., vom April bis Dezember auf 1,6 Mill. V
M.
Anderer=
its beanſpruchten die Allgemeine Reichsverwaltung einſchließlich der
4riegslaſten 40,8 Mill. RM. bzw. 372,7 Mill. RM. die
Reparations=
zrhlungen vom April bis Dezember 104,1 Mill. RM. die Ausgaben
vom April bis Dezember demnach zuſammen 4768 Mill. RM. Zur
Zeckung dieſer Summe iſt bekanntlich inzwiſchen die Auflegung einer
Iuleihe des Reiches im Betrage von 500 Mill. RM. erfolgt. Der
ſitand der ſchwebenden Schuld am 30. Dezember 1926 wird wie folgt
argegeben: Zahlungsverpflichtungen aus der Begebung von
Schatz=
grweifungen 9,7 Mill. RM. Sicherheitsleiſtungen 50,9 Mill. RM.,
9arlehen von der Poſt 100 Mill. RM. Eine Veränderung der
ſchwe=
heiden Schuld iſt demnach im Berichtsmonat nicht erfolgt.
Wiriſchaftliche Rundſchau.
Verein für Chemiſche Induſtrie A.=G. Die Geſellſchaft beruft jetzt
tuß den 3. März eine außerordentliche Generalverſammlung ein. Auf
ſe= Tagesordnung ſtehen als Hauptpunkte: 1. die Genehmigung des
nEe der holländiſchen Firma „Algemeene Norit Magtſchabpi!”
Amſter=
ſam abgeſchloſſenen J.=G.=Vertrages, worüber bereits früher berichtet
voden iſt, und außerdem 2. die Beſchlußfaſſung über eine Erhöhung
Stammaktienkapitals der Geſellſchaft um 2,5 auf 65 Millionen
rrk. — Bereits in ihrer erſten Preſſemitteilung hat die Geſellſchaft
g auf hingewieſen, daß für die Durchführung der mit dem Abſchluß
J.G. Vertrages mit der „Algemeenen Norit Maarſchabpii”
ver=
ſurdenen Transaktion ein Kabitalbedarf eintreten würde. Es iſt
be=
bichtigt, aus der Kapitalerhöhung den alten Aktionären ein
Bezugs=
züt einzuräumen in der Weiſe, daß auf zwei alte Stammaktien eine
eie junge Stammaktie zum Kurſe von 110 Prozent bezogen werden
ni. Der Bezugspreis von 110 Prozent verſteht ſich netto ohne
wei=
ar Bezugsſpeſen für die Aktionäre.
Buſammenſchluß im Getreidehandel. Die Verwaltungen der
Ge=
eöe Kommiſſions=A.=G. Düſſeldorf und der Getreide=Induſtrie= und
ardels=A.=G. Berlin haben beſchloſſen, ihren demnächſt ſtattfindenden
B. den Zuſammenſchluß der beiden Unternehmungen vorzuſchlagen.
ſie Getreide=Induſtrie= ud Handels A.=G. will zu dieſem Zwecke das
ennögen der Getreide=Kommiſſions=A.=G. als ganzes übernehmen. Die
ſtivonäre der Getreide=Kommiſſions=A.=G, werden für ihre Aktien ſolche
Getreide=Induſtrie= und Handels=A.=G. im Verhältnis von 2:1 mit
ſt dendenberechtigung ab 1 Januar 1927 erhalten. Zur Durchführung
ſr Fuſion wird die Getreide Induſtrie= und Handels=A=G. ihre
uital um 3 Millionen RM. auf 5 500 000 MM. erhöhen. Gleichzeitig
das Kabital der Getreide=Induſtrie= und Handels=A.=G. um weitere
0d 000 RM. auf 10 000 000 RM., erhöht werden. Diefe neuen Aktien
iwen unter Ausſchluß des geſetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre von
tem Bankenkonſortium übernommen, an dem u. a. die Dresdener
hye und das Bankhaus Hardy u Co. führend beteiligt ſind. Die
ſtug der Uebernahmegeſellſchaft ſoll in Getreide=Induſtrie und
Kom=
ſſons=A.=G. abgeändert werden.
JG.=Farbeninduſtrie A.=G. in Frankfurt a. M. Nachdem die
ge=
zich vorgeſchriebenen Bekanntmachungen ſeinerzeit ergangen ſind,
iet die Verwaltung der J.=G.=Farbeninduſtrie A=G. nunmehr auf
ſunrd der 88 305, Abf. 3, 290 und 219, Abf. 2 GGB. ſämtliche auf
Namen der früheven Farbenfabriken vorm. Friedrich Baher u. Co.
1Leverkuſen. Farbwerke vorm. Meiſter, Lueius u. Brünina in Höchſt
Main, A.=G. für Anilinfabrikation in Berlin. Chemiſche Fabrik
Atron in Frankfurt am Main und Chemiſche Fabrik vorm. Weiler
Mer in Uerdingen lautenden Stücke für kraftlos.
Gebrüder Roeder, A.=G., Darmſtadt. Eine am 7. Februar
E ſtattgehabte vorbereitende Aufſichtsratsſitzung hat beſchloſſen,
am 7. März in Darmſtadt ſtattfindenden
Generalverſamm=
ſia eine Dividende von 7 Prozent auf die Vorzugsaktien und
Arozent auf die Stammaktien vorzuſchlagen.
Eänner A.=G., Karlsruhe Grünwinkel. Der Aufſichtsrat hat in der
tien Bilanzſitzung beſchloſſen, der gegen Ende April
einzuberufen=
urdentlichen Generalverſammlung die Verteilung einer Dividende
Prozent auf das zuſammengelegte Aktienkapital vorzuſchlagen.
9reisſparkafſe für den Obexlahnkreis. Die Kreisſparkaſſe für den
tlehnkreis in Marburg erzielte im Jahre 1926 einen Reingewinn
14 268 RM. Aktiva und Paſſiva balancieren mit 1 797570 RM.
MZerwaltungskoſten beliefen ſich auf 38 418 RM.
Deutſche Stahl= u. Walzwerke A.=G. Die bisher im Beſitz der
ti igten Induſtrie=Unternehmungen A.=G. Viag befindliche
Aktien=
ſheit der deutſchen Stahl= und Walzwerke A.=G., Siegburg, iſt auf
von Verhandlungen mit Herrn Paul Nohde von einev weſt=
4 Induſtriegruppe übernommen worden, die das Werk unverän=
Bbeiter betreiben wird.
Gem ſüddeutſchen Eiſenmarkt. In der Berichtswoche ſind belang=
9 Aenderungen der Lage am ſüddeutſchen Eiſenmarkt nicht einge=
Das Lagergeſchäft ſtand unter dem günſtigen Einfluß einer
ten Bautätigkeit. So war die Nachfrage nach Moniereiſen und
hei: für Bauzwecke recht lebhaft, während der Bedarf der
eiſen=
ſth itenden Induſtrie den Erwartungen nicht entſprach. Lediglich
he alle Arten waren geſucht, wohei man gern höhere Preiſe
an=
ofern raſche Lieferungsmöglichkeit gewährleiſtet werden konnte.
Fe Preisbildung betrifft, ſo erwarten gewiſſe Kreiſe der Wirt=
A wohl im Zuſammenhang mit den Gerüchten über eine Lockerung
Eſt hſtahlgemeinſchaft eine Senkung der Inlandpreiſe. Damit iſt
nach unſeren Informationen keinesfalls zu rechnen, zumal die
Arungen in manchen Fällen nicht einmal den requlären
Händler=
laſſen. Man nimmt daher eher an, daß für das eine oder
9 Material geringfügige Erhöhungen eintreten können.
teu=regelung des Deviſenverkehre in der Tſchchoſlowakei. In
25Mfeuen Anordnung der tſchechiſchen Notenbank wird eine ganze
IEsher beſtehender Vorſchriften über den Deviſenverkehr mit dem
lende neu geregelt. Es ſind im weſentlichen folgende neue Be=
R4
tmnmen getroffen worden: Alle Banken können ohne beſondere
Er=
eine Summe in fremder Währung ins Ausland anweiſen
HApmittieren, die den Gegenwert von 20 000 Kc. (bisher 3000 Kc)
nAierſteigt. Reiſende dürfen aus dem Lande in bar, in tſchechoflo=
Werr Banknoten, in Kreditbriefen und Scheck3 oder Wechſeln pro
Mehr einen Betrag bis zu 20 000 Kc. Gbisher 3000 Kc.) bei der
Aus=
reillack ſich führen, Kredite an Ausländer dürfen bis zu einem Be=
Ahon 250 000 Kc. gewährt werden und das Poſtſcheckamt darf
Nür4=
In Beträge bis zu 50 000 Kc. (bisher 20 000 Kc.) täglich
kredi=
tice BBeträge, die ſich aus ausländiſchen Verkäufen von
Wertnavie=
rern
m der Originalwährung eingelöſt werden.
Chem. Fabrik vorm. H. n. E. Albert=Amöneburg b. Biebrich a. Rh.
Die Verwaltung der Chemiſchen Werke vorm. H. u. E. Albert,
Amöne=
burg bei Biebrich a. Rh., teilt mit, daß die vielfach aufgetauchten
Ge=
richte von Fuſionsverhandlungen jeder Begründung entbehren. Das
Ergebnis des vergangenen Geſchäftsjahres läßt ſich zurzeit noch nicht
überſehen. Schätzungen über die Höhe einer etwaigen Dividende, die
aber die Höhe der vorjährigen nicht überſchreiten wird, können daher
noch nicht gemacht werden.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 8. Februar.
Die Börſe eröffnete heute in recht luſtloſer Haltung. Die Kurſe
erfuhren gegen die geſtrige Abendbörſe kaum weſentliche Veränderun= insgeſamt im Januar: 88 479805 RM. (438320 985 RM.). Der
Kaſſen=
gen, die erwartete Erholung nach der geſtrigen ſtarken Abſchwächuug
iſt alſo ausgeblieben. Wohl eröffneten verſchiedene führende Papiere
bis zu 1, vereinzelt auch bis zu 2 Prozent höher, aber im Verlaufe
konnten dieſe Erholungen nicht aufrecht erhalten bleiben.
Schiffahrts=
werte verkehrten ſogar in abgeſchwächter Tendenz. Nur die
Braun=
bußen zu einem großen Teil zurückgewinnen. Ilſe Vergbau ſprangen
von 330 auf 370 und Rheiniſche Braunkohlen von 310 auf 316, zu den
erſten Notierungen. Deutſche und ausländiſche Renten konnten dagegen
ziehen. Beſonders Serben und Türken zogen die Aufmerkſamkeit auf
ſich. Im weiteren Verlaufe wurde die Tendenz ſchwächer. Auf allen
Marktgebieten gab es dann weitere kleine Kursrückgänge. Ilſe
Berg=
bau gaben jetzt wieder bis auf 357 nach, auch Rheiniſche Braunkohlen
etwas ſchwächer. Das Geſchäft war ſchließlich ganz klein und die
Stimmung blieb ſehr luſtlos. Tägliches Geld 4 Prozent.
Die Abendbörſe zeigte eine etwas freundlichere Stimmung,
und auf faſt allen Gebieten gab es Kursbeſſerungen. Hervortreten
konnten Rheiniſche Braunkohle, Mannesmann, Harpener und
Rhein=
ſtahl, ferner von den Banken, Dresdener Bank, Diskontogeſellſchaft,
Commerzbank und Danatbank. Elektrowerte blieben im allgemeinen nur
gut behauptet, Licht und Kraft aber plus 2 Prozent. Auch Kali
Weſter=
egeln und Deutſche Erdöl verlangt, J.G. Farbeninduſtrie plus 2 Proz.
Schiffahrtswerte dagegen vernachläſſigt. Das Geſchäft war bei Beginn
ſehr ſtill, konnte ſich aber im Verlaufe etwas beleben und befeſtigen.
Deutſche und fürkiſche Renten konnten ſich bei kleinem Geſchäft ebenfalls
befeſtigen, Hproz. Anlei
ſhe 0,9125 Zolltürken 1830, Barmer Bankverein
195,50, Commerzbank 223, Danatbank 300 Deutſche Bank 294,
Diskonto=
geſellſchaft 195, Dresdener Bank 193, Oeſterr. Kreditanſtalt 9,90, Dtſch.=
Luxemburg 195, Gelſenkirchen 1977/, Harpener 232, Kali Aſchersleben
208, Weſteregeln 212 Mannesmann 237 25, Phönix 142. Rhein.
Braun=
kohle 321, Rheinſtahl 230, Adlerwerke 135,50, AGG. 176, Aſchaff
Zell=
ſtoff 188,75, J.G. Farben 398,50, Bergmann 194, Zement Heidelberg
175,50 Erdöl 210,50, Scheideanſtalt 261, Dhckerhoff 632/g, Licht u. Kraft
N7. Pokorny 117,25 Miag 173, Rütgerswerke 1447,, Schuckert 186,50,
Siemens u. Halske 225, Voigt u. Häffner 153,50, Wahß u. Frehtag 204,
Zellſt. Waldhof 276,50, Zucker Waghäuſel 161,50, Frankenthal 132,25.
Berliyer Effeſtenbörſe.
Berlin, 8. Februar.
Die ſtarken Kursrückgänge am Wochenbeginn hatten in den
be=
ſonders in Mitleidenſchaft gezogenen Wertpapieren leichte Erholung zur.
Folge, die mit Deckungskäufen der Baiſſeſpekulation zuſammenhingen.
Seitens des Publikums liefen bei den Banken vorwiegend
Verkaufs=
aufträge ein, die aber zum größten Teil minimal waren. Die amtliche
Mittagsbörſe ſetzte daher nicht ganz einheitlich ein. Im Grunde war
jedoch ein fneundlicherer Grundton zu erkennen. Günſtigere Kurſe
zeig=
ten in erſter Linie Montanaktien, denen die geſtrigen Blankoabgaben
einen Rückhalt verliehen und Elektrowerte unter dem vorteilhaften
Eindruck der Veröffentlichungen über den AGG.=Abfchluß. Außer den
reinen Elektrowerten lagen auch die zum AGG.=Konzern gehörenden
ſonſtigen Geſellſchaften wie Nationale Auto und Polyphon befeſtigt.
Ferner fanden anhaltende Nachfrage nach den Werten der Oſtwerke,
Schultheiß=Gruppe Beachntung. Nach uneinheitlichem Beginn hörte man
gegen Schluß der erſten Stunde vorwiegend wieder Geldkurſe. Das
Geſchäft war allerdings infolge der noch vorhandenen Unſicherh it ruhig
und beſchränkte ſich hauptſächlich auf Elektro= und Montanaktien, ſowie
einige beliebten Nebenpapiere auf dem Bankenmarkt. Die
Speku=
lation erwartet von den bevorſtehenden Bankabſchlüſſen eine Anregung
für dieſes Gebiet. Der heimiſche Staatsrentenmarkt ſtand nach wie vor
völlig im Hintergrunde. Die Deckmgskäufe der Kuliſſe bewirkten aber
auch hier ein Anziehen der Notierungen, zumal bekannt wird, daß der
Umtauſch der Neubeſitz=Anleihe in Ablöſungsanleihe vorausſichtlich am
15. Februar beginnen wird. Am Geldmarkt nannte man für Tagesgeld
und Monatsgeld die geſtrigen Sätze die auf 5—6½ Prozent bzw. 5½
bis 6½ Prozent lauteten. Die Rückflüſſe machten nur zögernbe
Fort=
ſchritte, wenn auch die innere Lage des Geldmarktes eher als leichter
bezeichnet wird. Warenwechſel ea. 42——4½9 Prozent. Am Deviſenmarkt
lagen Spanien und Oslo ſchwächer. London notierte gegen Madrid
28,93 und gegen Oslo 18,86. Das engliſche Pfund erholte ſich auf etwa
4.85 gegen New York.
Im weiteren Verlauf der Börſe kam die Geſchäftstätigkeit nach einer
zunächſt von Montanwerten uter Führung der Rheinſtahl= und
Har=
pener=Aktien ausgehenden Befeſtigung wieder zum Stillſtand. Ganz im
Gegenſatz zu der abgelaufenen Woche mit ihren zeitweiſe ſtürmiſchen
Umſätzen herrſchte eine nicht mehr gewohnte Ruhe, von der auch keine
beſonderen Werte ausgenommen waren. Die Börſe ſchloß ſehr ſtill,
aben vorwiegend über den Anfangsnotierungen. Von Banken lagen
Berlimner Handelsanteile mit 300 Prozent ſehr feſt. Bekanntlich findet
übermorgen die Bilanzſitzung des Aufſichtsrates ſtatt. Privatdiskont
kurze Sicht 41/g. An der Nachbörſe ſetzte eine Kaufbewegung ein, die
vor allem die Kurſe der Montanaktien und einiger Spezialwerte ſteigerte.
Vereinigte Glanzſtoff, Commerzbauk, Schultheiß und Oſtwerke ſowie
Kriegsanleihe wurden geſucht und ſtellten ſich höher als die amtlichen
Schlußkurſe. Man nannte gegen 230 Uhr u. a.: Gelſenkirchen 198,
Harpener 231, Rheinſtahl 230, Phönix 142,5, Mannesmann B5, Rhein.
Braunkohlen 322. Ilſe 345, Deſſauer Gas 212, J.=G. Farbeninduſtrie
327, AEG. 175. Siemens 225, Darmſtädter und Nationalbank 298,
Com=
twerke 312 5, Hapag 171. Nordd. Lloyzd
merzbank 221, Schultheiß 250,;
reir
gte Glanzſtoff 552.
156,5, Kriegsanleihe 0,895. Ve
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb.=Rürnb. Maſch
Bamag=Meguin ....
Verl. E.W. Stamm.
Berlin. KarlsruheInd
ohl.=Briketts.
Bra=
er Pulkfan u=
Prei
Dremer Wolle. .
Teutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Teutſch.=Nieb. Tel..
Tatſche Erdöl ....
ſche Vetroleum.
Ilt. Ka jwerke.....
Tonnersmarchüte.
Tynamit Nobel. ...
Reltr. 2 eſerung.. ..
G. 6. Farben ......"
2. Friſter. ........."
Taggenau Vorz. ..
gelſenk Eußſtahl. ..
G. f. elenr. Untern..
Salle Maſchinen. .
San. Maſch.Egeſt..
Eanſa Tampfſchf.. . .
Amſterdam=R.
Buenos=Aires.
Prüſſel=Antw
Ealo
Aopenhagen
Stocholm.
Telſingſors
Italien..
London.
Nen=York.
Toris ..
cckneiz
Eponien
2 30.— 5.25 f. 415 .
38. 237.— 235.—
Hemoor Zement. . . .
ſch Kupfer ......
Söſch Eiſen
.....!
henlohe A
ke...
Kahla Vorzellan .
Lindes Eismaſch. ..
Lingel Schuh. .....
inke u. Hofmann..
Loewe u. Co.....
Lorenz
verlauſitzer Kohle
vb. Gummi. ..
enſten. . zo
er Wa
m.
Raf.
mbacher Hütten.
ſitzer Zucker.. ....
ſütgerswerke .u774
jachſenwerk ......
Sächſ. Gußſtahl ....
Siemens Glas.....
r. Lauſitzer Glas
Ukſtedter Borzell.
„E. Langendreer!
Gußſtahl.
Banderer=Berke..
7 2.
45.—
33.—
231.
Kre
230.
148.5
9.—
13.75
1.
43.75
30.
33.5
2.
42.—
*
16.
754.5
2.—
V
83.2
8.—
284.87512.0.—
Deviſenmarkt.
7. 2. 8 Eeld Brief Held Brief 168.47 ise.29 168.*18o 1.743 I. s.61 55 Fs. 60566. 735 58.71 os.36 108.60 2.30 39 112 30112 12.431 12.71 12.431 0.59 no. 33 o.599 19. 83s 17.955 79gslt 17.98518.00 20.435 20. 48 3e 20.436120,48 91.-2145 1.2245 4.21a5 4. 2245 18.565 16.60* 18 S6 18. 1.02s 91.2259 1.03 8 70.381 71.0d 70.S11 70.79
Wien D.=Oſt.abg.
Prag.
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Japan. . .....
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Konſtantinopel
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7.
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Der Bericht des Reparationsagenten bis zum
31. Januar.
Das Büro des Generalagenten für
Reparations=
zahlungen veröffentlicht eine Ueberſicht über die Einnahmen und
Zahlungen im dritten Amnuitätsjahre bis zum 31. Januar 1927. Danach
betrugen die Einnahmen im Januar 94 666 667 Goldmark (in der Zeit
vom 1. September 1926 bis zum 31. Januar 1927 464 079 641 Goldmark).
Der Kaſſenbeſtand betrug am 31. Auguſt 93 626 075 Goldmark. Der
Geſamtkaſſenbeſtand demgemäß 557 70 716 Goldmark. Gezahlt wurden
beſtand betrug am 31, Januar 1927 119 384 730 RM. Für die Mächte
wurden bezahlt: insgeſamt im Januar 1927 78 818 865 NM. (393 384 020
RM.). Davon an Beſatzungskoſten im Januar 3 552 699 RM. (27 707 675
RM.). An Sachlieferungen im Januar 49 057 500 RM. (220 085 464
kohlenwerte konnten auf größere Rückkäufe ihre letzttägigen Kursein= RM.). Für die Reparation Rerovery Acts im Januar 22 695 315 RMN.
(110 135 683 RM.). Für den Dienſt der deutſchen Auslandsanleihe 1924
wurden gezahlt: im Januar 7 722684 RM. (36 010 991 RM.). Für
bei ſtärkerer Nachfrage und lebhafteren Umſätzen wieder etwas an= die Auſwendungen der Reparationskommiſſion 239 364 RM. (1 48150
RM.). Für das Büro der Reparationszahlungen 308 232 RM. (1 397 212
RM.). Für die interalliierte Rheinlandkommiſſion 210 792 RM.
(1 207 717 RM.) und für die Militärkontrollkommiſſion 400 000 RM.
(1 300 000 RM.).
Produkienberichte.
Frankfurter Probuktenbericht vom 8. Februar. Das Geſchäft war
heute am hieſigen Markt ſehr ruhig bei unveränderten Preiſen. Weizen
29,50; Roggen 27—37,25; Sommergerſte 26—37,50; Hafer inl. 21,25
bis 2225; Mais 18,50—19: Weizenmehl 4425—40,75: Roggenmehl
38,25—38,75: Weizenkleie 13.50; Roggenkleie 13.50.
Berliner Produktenbericht vom 8. Februar. Die geringe
Unten=
nehmungsluſt im Berliner Produktengeſchäft findet heute ihre
Fort=
ſetzung, nachdem das Ausland weiter ſchwächere Tendenz nach hier
meldete. Am Lokomarkt war ſowohl für Weizen als auch für Noggen
das Angebot klein bei einiger Frage und faſt behaupteten Preiſen. Im
Zeithandel iſt das Angebot nur zu niedrigeren Kurſen unterzubringen.
Weizen ging bis 2 Mark und Roggen, mit Ausnahme des unveränden
ten Juli, bis 225 Mark zurück. Im Roggenmehlhandel ſind die
Ab=
forderungen befriedigend, doch entwickelt ſich noch kein neues Geſchäft.
Gerſte ſtill. Hafer zu geſtrigen Preiſen angeboten, aber ohne Geſchäft.
Von ſonſtigen Gebieten behalten Seradella und Lupinen Bedarfsfrage.
fm. Pforzheimer Edelmetallnotierungen vom 8. Februar.
Edel=
metalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Barrengold das Gramm
2,795 RM. (Geld), 2.812 NM. (Brief); Platin, handelsübliche Ware,
das Gramm 13,25 RM. (Geld), 13.30 9
N. (Brief); Feinſilber das
Kilogramm 81.,30 RM. (Geld), 83,30—84,80 RM. (Brieſ) Tendenz:
Nuhig.
Viehmärkte.
Mainzer Viehmarkt vom 8. Februgr. Angetrieben waren 29 Ochſen,
19 Bullen, 500 Kühe und Färſen, 251 Kälber und 1019 Schweine. Preiſe:
Ochſen 42—54, Bullen 35—42, Färſen und Kühe a) 52—62, b) 30—44,
22—3). d) 15—22. Kälber 50—68. Schweine b) 66—70, c) 69—71,
d) 65—69, Sauen 58—61. Marktverlauf: Reges Geſchäft, ausverkauft.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Nrw York, 8. Febr. (Prib.=Tel.)
Weizen: Anfangs lag der Markt ſchwächer auf geringe
Export=
nachfrage und große Ankünfte. Dann wurde die Tendenz feſt auf
Froſt=
befürchtungen aus dem Weizengürtel. Die Termine zogen 1 C. an.
Mais: Nach ſchwächerem Beginn wurde die Haltung feſt auf
Baiſſe=
deckungen und Froſtbefürchtungen aus dem Maisgebiet. Die Termine
konnten 1 C. anziehen.
Hafer: Der Markt zeigte ein ziemlich feſtes Ausſehen bei geringen
Kursveränderungen.
Baumtolle: Froſtbefürchtungen und gute Berichte vom
Baumwoll=
warenmarkt hatten einen feſten Anfang zur Folge, der auf gute
Nach=
frage für Cxportzwecke länger anhielt. Im Schlußverkehr trat eine
Abſchwächung ein auf Gewinnſicherungen.
Kaffee: Niedrigere ausländiſche Notierungen und zurückhaltender
heimiſcher Konſum bewirkten heute eine Abſchwächung. Später trat eine
Befeſtigung ein auf zurüickhaltendes brafilianiſches Angebot.
Zucker: Der Markt nahm einen vorwiegend ſchwächeren Verlauf auf
Kaufreſerve der Fabriken und Hedgesverkäufe. Der Schluß war erholt,
Kakao: Kaufreſerve der Fabriken und niedrigere ausländiſche Kabel
riefen zunächſt eine Abſchwächung hervor. Der Schluß war befeſtigt auf
die Feſtigkeit der Kaſſamärkte.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Zwiſchen der Preußiſchen Staatsbank (Seehandlung) und der
Landes=
bank der Rheinprovinz in Düiſſeldorf iſt ein Abkommen ähnlich dem mit
der Frankfurter Bank, der Liquidationskaſſe in Hamburg und dem
Kölner Kaſſenverein beſtehenden getroffen worden.
Die Rheiniſch Weſtfäliſche Silika= und Schamotte=Fabriken A.=G.,
Köln=Mülheim, die bekanntlich der Ver. Stahlwerke=A.=G. in Düſſeldorf
naheſteht, wird ihr A.K. demnächſt um 380 000 RM. auf 2300 a0 RM.
erhöhen.
Der Schlichter für Sachſen hat den Schiedsſpruch des Dresdener
Schlichtungsausſchuſſes für die oſtſächſiſche Textilinduſtrie für
verbind=
lich erklärt.
Der Verkauf des deutſchen beſchlagnahmten Eigentums in Belgien
hat ſeit zwei Monaten 30 Millionen Fr. eingebracht.
Wie aus Brüſſel gemeldet wird, veröffentlicht die Belgiſche
Tele=
graphen=Agentur eine Mitteilung, derzufolge eine baldige Herabſetzung
des Diskontoſatz=s der belgiſchen Nationalbank um 0,5 Prozent als
mög=
lich angeſehen werde.
Die H.=V. der von der Heydts Bank. Amſterdam=Zandvoort,
geneh=
migte die Reqularien und ſetzte die Dividende auf 10 Prozent (i. V.
5 Prozent) feſt.
Am 1. März ſoll das ſeit drei Jahren beſtehende litauiſche
Tabak=
ſyndikat aufgelöſt werden. Eine franzöſiſche Geſellſchaft beabſichtigt, eine
Tabakfabrik in Litauen zu gründen.
Zurzeit finden Verhandlungen über den Verkauf einer der größten
Zuckerfabriken des früheren Kongreßpolens ſtatt. Die Tranzaktion ſoll
in allernächſter Zeit abgeſchloſſen werden. Die Fabrik ſoll von einer
Gruppe franzöſiſcher Kapitaliſtn erworben werden. Die Hälfte der
Aktien befindet ſich augenblicklich im Beſitze kleinerer Landwirte.
Der Rat der Volkskommiſſare der Sowjet=Union beſtätigte die
Ver=
längerung der Konzeſſion der Deruluft, an der bekanntlich die Deutſche
Luft=Hanſa=A.=G. beteiligt iſt, für das Monovolrecht für den
Flugzeug=
verkehr zwiſchen Deutſchland und Rußland bis zum Jahre 1931.
Aus Budapeſt wird gemeldet, daß die Bauxit=Truſt=A.=G. vor kurzem
20 Waggons Bauxit nach Deutſchland an die Lauterwerke geſandt hat,
damit dort die Verarbeitungsmöglichkeiten des ungariſchen Bauxits
ge=
prüift werden.
Die Geſamteinnahmen der Schweiz aus den Zöllen für 1926 belaufen
ſich auf 206 Millionen gegenüber 197 Millionen im Jahre 1925,
Wie aus New York berichtet wird, veröff itlichte der mexikaniſche
Präſident Calles ein Dekret, wonach alle mexikaniſchen Einfuhrabgaben
um 5 Prozent erhöht werden. Die Erhöhung tritt in 4 Wochen in Kraft.
Der amerikaniſche Stahlkönig Schwab, der bekanntlich die Beihl hem=
Steel=Corporation gründete, und ſich gegenſpärtig in London aufhält,
gab in einem Interview der Anſicht Ausdruck, daß es im Int reſſe
Grtß=
britanniens liegen würde, dem kürzlich gebildeten europäiſchen
Stahl=
kartell beizutreten.
Wie wir aus New York erfahren, beabſichtiat man in intereſſierten
amerikaniſchen Kreiſen, den Konareß in nicht allzu ferner Zukunft um
den Ausbau der amcrifeniſchen Handelsflotte zu erſuchen. Die United
riean Lines uud die Ameriean Merchaut Line ſollen nach dieſem
Plane zuſammengelegt und großzüigig ausgebaut werden.
Seite 14
Mittwoch, den 9. Februar. 1927
Nummer 40
Kommanditgeſelichaft auf Aktien. Darmtadt. Franfurter Kursbericht von d. Februar 197
Staatspapiere
a) Deutſche
6 ½½Reichsp.=Sch. 1100
v. 1. 10. 30 ..
72 Baher. Staats= 101
Sch. p. 1. 4. 2‟
6‟,% H. V.: Sch. /1c0.5
4. 29
8” ,% Pr St.=Sch.
p. 1. 3. 29
101
6/,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30 101
Fr.=Sch.
7% Sä
Ze
101
17 Sächl Fr.=Sch.
p. 1. 7 30
101
6’I,%Wärtt. F.Sch.
—
p. 1 3. 2‟
Dt. Ablöſungs=Anl.
einſchließlich
Ausloſungsſcheiner
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsanl. / 0.8975
47 D. Reichsanl / 0.87
4½ D. Schutzgb. v.
98—11 u. 13.. 15‟
426 D. Schutzg. v. 141 15‟,
49 Preuß. Konſ.
—
4% Baden......."
4½Bahern ....."
42 Heſen
42Bürttemberger
b) Augländ iſche
6% Bos. C.B. 1914/ 43.7:
1914/ 40.75
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1898 ..
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4½% 1902 .../ 5.5
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3 % Rum am. R.03
123
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42 Türk. (Adm./03
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47 „ 1911 Boll.
350.5
5% Bulg. Tabal02
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v. 1013, Kdb. 1918
4½% Oſt. Schaßz. 14
35.5
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4½% Ung. St. 1913
191.
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Außereuro.
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juß 99.
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3% „ konf. inn.
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5% Tamaulivas I.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
680 Berl. St.=Gold.
8%0 Darmſt. St.:G.
% D. Hyp.=Bank
Meining.. Goldpf.
%0 Frif.=Hyp.=V.=
Goldpfobr.
22o Frkſ. Pfbr.=B.
Goldpfdbr..
5% Friſt. Pfbr.=Bk.
Goldpidbr...
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8% Komm.Odb D.,
Goldſchuldver
826 Heſſ Ldb. Gold.
10% Komm: Elektr
Mark (bag./ Gold 1
2e Mannh. St.6 1
Mainz St.=G.)
2 Naſſ. Ldb. Gold
8% Pfälzer 6.
B.
Zoldpfandbr.
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GPr.C.
Cr.=B.
andbr.
Godpi
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Dnh. St.agß. 2511
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Cr.=Bk., Goldpf.!4
22 Südd.B. Cr.=B
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Ohne Bins:
berechnung
6 Bow. Kohl 23
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6 %Großkr
23
6% Geſſ. Brk.=Rog.
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6% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5 % Südb. Feſt=B. 6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bay=Vereinsb. . .
Bayr. Handelsb.
Bayr. Hyp.u. Wechf
Berliner Hyp. Bk.
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Hamb. Hyp.=B.
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Meining. Hyp. Bt.
Nordd, Gr.=Cr.=Bk.
fälz. Hyp.=Bt...
reuß. Bod.=Cr.=B.
VrGent.=B. Fr.=B.
104
105
105.5
Preuß. Bſdbr.=B:.
Rhein, Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B
Südd. Bodenkr.
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Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp=B.
Landesrr. Caſſel
Naſſau Ldsb.
1100.5
155
Obltgationen v.
Transportanſt
107
104
104
14.5
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42 Galiz= Carl=
Lud.=B.
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D Hyp.=Br. Mein.
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Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.=Geſ.
Oſterr=Crebitanſt.
Wiener Banwerein
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Bochum. Bergb..
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w. Bergw..
Gelſentirch. Baw.
Harp. Bergb....
Ziſe Bergb. St..
Genußſchein.
Kalt=Aſchersieb.
Kalt. Salzdetfurt..
Kali. Weſterregln.
glöcknerwerte.
Mannesm.=Möhr.
Mansfelder ....."
Oberbedarf ......
Otavi=Min.=Ant.. .
Phönir=Bergb. ...
Rhein. Braunk. ..
Rhein. Stahln
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Induſtrie=Akt.
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5 % A. E. 5. Bza.B.
A. E. G. Stamn
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Buhr. Spiegel...
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Sement=Heibelb.
Cement, Farlſtadt
Cement, Lothr.
Shem. Albert. ....
Chem. Brockh. ...!"
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Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
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Faber & Schleicher
Fahr, Virmaſens
Furbenind, F. 6
Felten E Guilleau.
Feinme h. (Jerter)
Feit, Seit. Frrf.
Franffurter Gas
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Fuh. Vaggon St.
Zeiling E Cie....
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Belſenk. Gußſt. . .
Boldſchmidt, Th.
Gotha Waggon ...
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Grün E Bilfinger
Dafenmühle Frkft.
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Hanſa Lloyp, Br.
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Hülpert, Armatur.
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Hirſch, Kupfer ..
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Hozverk. Ind... . .
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Klein Sch. & Becker
Knorr. Heilbronn
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Löhnberg. Mühle
Zuowigsh. Balzm.
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Zur Induſtrie.
Rainkraft Höchſt
Nrrs. 8 Nürn
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Netallge), Frf.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 40
Mittwoch, den 9. Februar 1927
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13
Der Ritt in die Sonne.
Roman von Paul Roſenhayn.
(Nachdruck verboten.)
0)
„Guten Tag, Mr. Higgins,” ſagte Vandergult. „Wie geht
es Ihnen?”
Mr. Higgins ſchien über derlei belangloſe Redensarten
er=
haben. Er tran auf Vandergult zu — ſo energiſch, daß dieſer
einen halben Schritt zurückwich, weil er für die Spitzen ſeiner
Dackſchuhe fürchtete, und ſagte:
„Ich bin der Beſitzer des Geländes parallel der London=
Brighton=Eiſenbahn.”
„Aha.”
„Die London=Brighton=Eiſenbahn betreibt die Linien nach
Der Südküſte von England. Das Gelände, das mir gehört, hat
einen Wert von dreihundertſiebzigtauſend Pfund.”
„Ich gratuliere.”
„Dieſer Preis iſt allerungünſtigſt kalkuliert. Mit anderen
Worten, er iſt ſpottbilig.”
„Soſo.”
„Alſo eine Frage, Mr. Vandergult: wollen Sie das Gelände
Taufen?"
„Nein,” ſagte Vandergult.
Mr. Higgins nickte. „Das habe ich mir gedacht.”
„Na alſo”, fagte Vandergult. „Dann ſind wir uns ja einig.”
Mr. Higgins ſteckte die Hände in die Hoſentaſchen und trat
wieder ſo nahe an Vandergult heran, daß dieſer, um ſeine
Lack=
huhe in Sicherheit zu bringen, mit dem Rücken gegen die Scheibe
rallte. „Sie irren ſich, die Tür iſt dort drüben. Dies iſt hier
in Fenſter.”
Mr. Higgins ſchüttelte den Kopf und legte Vandergult die
Hand mit einem Ruck auf die Schulter. „Hören Sie, was ich
Ihnen ſage. Ich bin Ihnen nicht böſe.”
Sie glauben nicht,” antwortete Vandergult, „wie glücklich
iich Ihre Worte machen.”
„Aber ich möchte trotzdem ein Geſchäft mit Ihnen machen.
Vollen Sie fünfzigtauſend Pfund verdienen, ohne einen Penny
ur inveſtieren?”
„Ja,” ſagte Vandergult.
„Hören Sie zu. Die London=Brighton=Eiſenbahn=
Geſell=
rhaft, hat alles Intereſſe daran, mein Gelände in ihren Beſitz zu
rringen. Um die Wahrheit zu ſagen, ſie wird es in ſoundſo viel
Fahren unbedingt haben müſſen. Aber, das iſt eben das Dumme:
Eſt in ſoundſoviel Jahren. Die Geſellſchaft weiß; es läuft ihr
jecht weg.
„Die Geſellſchaft hat nicht unrecht”, ſagte Vandergult.
„Sie läßt ſich Zeit. Darüber kann ich hinwegſterben. Das
n öchte ich vermeiden.
„Das begreife ich vollkommen”, ſagte Vandergult.
„Hören Sie zu: Auf dem Bahnhof London Bridge ſteht eine
lokomotive unter Dampf.”
„Das iſt ja hochintereſſant.”
„Eine Lokomotive der London=Brighton=Eiſenbahngeſellſchaft
auf dem Bahnhof London Bridge. Dieſe Lokomotive werden Sie
mit mir beſteigen und eine Fahrt mit mir nach Norwood
Junc=
tion machen.”
„Was ſoll ich denn da?"
„Gar nichts. Darauf fahren Sie mit mir wieder nach
Lon=
don Bridge zurück.”
„Und dafür wollen Sie mir fünfzigtauſend Pfund bezahlen.”
„Ja.
„Das iſt großartig”, ſagte Vandergult.
2
A
Mr. Higgins nickte und mahte den vergeblichen Verſuch,
Vandergult durch die Mauer hindurchzudrücken. Sie war
ſtär=
ker als er. Enttäuſcht wich er zurück.
„Ich werde dafür ſorgen, daß der Manager der
Eiſenbahn=
geſellſchaft genau weiß: auf dieſer Lokomotive fährt
Vander=
gult. Ich zeige Ihnen während der Fahrt rechts und links mein
Terrain. Sie blicken intereſſiert hinüber und machen ſich ein
paar Notizen. Verſtehen Sie? Die Eiſenbahngeſellſchaft merkt,
daß Vandergult auf das Terrain reflektiert. Ein
Spekulations=
objekt erſten Ranges für einen Zwiſchenkäufer — denn wenn die
Geſellſchaft es in einigen Jahren aus zweiter Hand von Ihnen
erwirbt, muß ſie vielleicht das Zehnfache bezahlen: Vandergult
kanns abwarten. Was wird ſie alſo tun? Sie wird mir heute
nachmittag einen Brief aufs Pult legen mit einem Angebot.
Ab=
gemacht? Fünßzigtauſend Pfund bei der Beſteigung der
Loko=
motive.
„Hunderttauſend Pfund.”
„Nicht einen Penny mehr. Sagen wir
fünfundſiebzig=
tauſend.
„Abgemacht.”
„Alſo kommen Sie. Mein Auto wartet vor der Türe.”
„Ich möchte noch ſchnell meinem Sekretär ein paar Worte
ſagen. Gehen Sie ruhig einſtweilen vor.
„Aber Sie laſſen mich nicht im Stich, Mr. Vandergult.”
„Seien Sie unbeſorgt.”
Jonny Reimers wäre gern mitgefahren, aber er hatte
Zahn=
ſchmerzen. Und ein dunkler Inſtinkt ſagte ihm, daß Fahrten au
Lokomoniven kein eigentliches Heilmittel gegen Ertältungen ſind.
Er murmelte etwas von einem Grog von Whisky.
Die Fahrt verlief programmäßig. Da heller Sonnenſchein
war, verlängerte Mr. Higgins ſie bis Brighion. Schließlich
konnte er für ſeine fünfundſiebzigtauſend Pfund etwas
verlan=
gen. Unterwegs machte Vandergult imaginäre Notizen,
wäh=
rend Higgins einige Kommentare gab, wobei er nicht unterließ,
Herrn Vandergult gegen die Eiſenwände der Lokomotive zu
drücken.
Es war faſt Abend, als Vandergult ins Hotel zurückkehrte.
Man erzählte ihm die werkwürdige Neuigkeit, daß ſoeben aus
dem Fenſter ſeines Hotelzimmers ein Mann hinausgeflogen ſei.
Auf die Straße.
Neugierig trat Vandergult näher. Als er die Tür des
Wohnzimmers öffnete, ſah er zu ſeinem Erſtaunen Jonny
Rei=
mers mit einem Beſen in der Hand. Er fegte rätſelhafte Dinge
zuſammen. Undeutlich erkannte Vandergult ein Tintenfaß, einen
Hut, eine Taſchenuhr, und Beſtandteile einer Lampe.
„War hier ein Erdbeben?” erkundigte er ſich.
Jonny ergriff den Beſen und zeigte zum Fenſter hinaus.
„Verſtehſt du?” fragte er.
„Nein,” ſagte Vandergult.
„Hieronimy war hier. Er wollte eine Erpreſſung verſuchen.
Da habe ich ihn hinausgeboxt. Buchſtäblich. Er iſt durchs
Fen=
ſter geflogen.”
Vandergult nickte. „Welch ein glücklicher Zufall, daß wir
parterre wohnen."
Er trat ans Fenſter. Eben hielt eine Droſchke, in die ein
Mann humpelnd einſtieg. Es war Hieronimy.
Jonny Reimers, den Beſen in der Hand, trat intereſſiert
näher. Draußen ſtand ein Halbkreis von Menſchen, die in
auf=
fallender Weiſe geſchart waren und ein wohlwollendes Lächeln
zeigten.
„Was machen die für merbwürdige Geſichter?” fragte
Rei=
mers kopfſchüttelnd.
„Die meinen natürlich, es handelt ſich um eine
Kinoauf=
nahme. Siehſt du, da drüben applaudiert ſchon einer.”
Jonny ſchloß das Fenſter und zog die Vorhänge zu.
„Sag mal” — nachdenklich ſetzte ſich Jacobſen in den Zeſſel.
„Glaubſt du, daß Hieronimy durch dieſen kleinen Vorfall
aus=
geſöhnt iſt?
Reimers lachte. „Nein. Das glaube ich nicht. Ich glaube,
nun wird er ..
Jacobſen nickte. „Meinſt du nicht auch, daß es Zeit ſein
dürfte, vielleicht abzureiſen?”
„Ich bin ganz deiner Meinung. Wohin wollen wir gehen?”
„Hm. Ich habe hier einen Scheck über 75 000 Pfund auf die
Midland Bank. Den werden wir mongen früh kaſſieren. Und ich
denke, dann fahren wir nach Paris.”
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