Darmstädter Tagblatt 1927


15. Januar 1927

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Nummer 15
Samstag, den 15. Januar 1927. 190. Jahrgang

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Rabatt weg. Bankkouto‟ Deuiſche Bank und Darm=
ſädtei
und Natongibanf.

Burtius gibt ſeinen Auftrag zurück.

Die Abſage des Zentrums.
Pfie Verſuche zur Bildung einer Mehrheits=
regierung
geſcheitert.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Nach viertägigem Kampf hat der Reichswirtſchaftsminiſter
t.Curtius am Freitag abend dem Reichspräſidenten den
ufftrag zur Kabinettsbildung zurückgegeben
11. der Begründung, daß ſeine Verſuche zur Bildung
irer Mehrheitsregierung unter Zuhilfe=
aſch
me der Deutſchnationalen geſcheitert ſeien.
ſe geſamte Preſſe der Linken wird triumphieren und darauf
mweiſen, daß ſie dieſen Ausgang ſchon ſeit dem Dienstag vor=
nsngeſagt
habe. Das iſt eine billige Weisheit, und ſie iſt zudem
(ſth, weil ſachliche Gründe für dieſen Ausgang nicht vorhanden
ay en und auch heute noch nicht vorhanden ſind. Im Gegen=
iI
die Beſprechungen, die Dr. Curtius am Donnerstag und
rüätag mit dem Zentrum und den Deutſchnationalen hatte,
ifeen ſich gar nicht ſo ungünſtig an. Das Zentrum hatte zwar
ime Bedenken vom Mittwoch abend noch einmal ſtark unter=
tiſchen
, aber doch die von ſeiner Preſſe ausgegebene Verſion,
aſ. Herr Dr. Curtius ſein Mandat zurückgeben müſſe, nicht auf=
dtt
erhalten. Man darf ſogar feſtſtellen, daß die Kommentare
er. Zeitungen, gerade am Donnerstag und Freitag, bei der Be=
rüeilung
der Möglichkeiten nach rechts weſentlich anders gewor=
n
, waren; immer noch zurückhaltend und bedenklich, aber doch
ii weitem nicht mehr ſo ſchroff ablehnend wie anfangs. Herr
r. Curtius konnte alſo aus dem Kommentar, den ihm die Zen=
uan
svertreter gaben, immerhin entnehmen, daß auf ausreichende
erllärungen der Deutſchnationalen hin, das Zentrum ſeine Be=
enken
zurückſtellen würde.
Er hatte zunächſt am Freitag vormittag eie Beſprechung
it den Führern der Deutſchnationalen, die ganz
offnungsvoll ausklang. Er lehnte es aber ausdrücklich ab, den
Briefträger des Zentrums den Deutſchnationalen gegenüber
u ſpielen, wies aber doch darauf hin, welche Einwände das
antrum geltend machte, und glaubte ſchließlich, daß die Auf=
ärungen
, die ihm von den Deutſchnationalen gegeben waren,
en ügen würden, um auf die Entſcheidung des Zentrums eine
endiſſe Wirkung auszuüben. Er ſchrieb daher am Donnerstag
rit tag an den Verhandlungsführer des Zentrums einen Brief,
ymin er die programmatiſchen Punkte der Regie=
ungserklärung
entwickelte, wie er ſie ſich vorſtellte, und
vie ſie auch für die Deutſchnationalen annehmbar waren. Die
anze Entſcheidung lag jetzt alſo beim Zentrum, das allerdings
m Freitag vormittag noch einmal durch Herrn Marx an die
dmutſche Volkspartei die Mitteilung geſchickt hatte, daß es Herrn
di.. Curtius zur Fortführung der Verhandlungen nicht er=
nuntern
könne. Dieſe letzte Mitteilung hatte zweifellos eine
tarke perſönliche Spitze gegen den Miniſter, wenn ſie auch in
iu e Form gekleidet war, die nicht verletzen ſollte. Es wurde
uumer klarer, daß dem Zentrum die von ihm vorgeſchobenen
aſchlichen Gründe eigentlich nicht die Hauptſache waren, daß es
fa= vielmehr nicht ausſchließen laſſen und die Leitung bei der
Fülrhrung eines irgendwie gearteten Kabinetts beanſpruchen
würde.
Die Zentrumsfraktion hat in Verfolg ihrer Taktik
mr Freitag nachmittag nach einer einſtündigen Sitzung einen
ſon dem Parteivorſtand ihr vorgelegten Brief an Dr. Cur=
im
s gebilligt, worin ſie ſich darauf zurückzieht, daß ſie
)n Verſuch einer Regierung der Mitte für den
) gebenen. Weg zur Beiligung der Kriſe halte
u d deshalb ein Eingehen auf die von Dr. Curtius mitgeteilten
ſtächtlinien für überflüſſig halte. Der Parteiegoismus hat alſo
ille politiſchen Erwägungen beſiegt. Dr. Curtius, der ſich
füx den Abend beim Reichspräſidenten angemeldet hatte, zog
diem Reichspräſidenten ſeinen Auftrag zurück.
Der entſcheidende Briefwechſel zwiſchen
Gurtius und dem Zentrum. Curtius Brief.
Wie wir erfahren, iſt der weſentliche Inhalt des Briefes, den
dem Reichswirtſchaftsminiſter an den Abgeordneten von Gusrard
gemichtet hat und auf den ſich das Schreiben des Zentrums be= des Zentrums, allgemeiner Beliebtheit, und ſeine ſachkundige
ſileht, der folgende: Dr. Curtius ſkizziert auf Grund der Ver=
hundlungen
mit den Vertretern des Zentrums auf der
eilgen und der Deutſchnationalen auf der anderen Seite für die=
femigen
Fragen, die den Hauptgegenſtand der Beſprechungen bil=
Ex drückt alsdann die Annahme aus, daß die Deutſchnationale partei in ihrer Mehyheit gegen das Arbeitsgerichtsgeſetz geſtimmt
Vwlkspartei dieſe Richtlinien als geeignete Grundlagn für Ver=
handlungen
über ein vollſtändiges Programm anerkennen werde.
Eix bittet die Zentrumsfraktion, ihrerſeits zu erklären, ob ſie be=
mät
ſei, dieſe Grundlage für weitere Verhandlungen anzunehmen.
Stchließlich erklärt Dr. Curtius zur Beſeitigung eines Mißver=
ſtüändniſſes
, daß er dem Herrn Reichspräſidenten gegenüber zu=
nächſt
nur die Aufgabe übernommen habe, ſachliche Verhandlun=
zaen
zum Zweck der Bildung einer Koalition zu führen, und daß
nach ſeiner Auffaſſung, die er dem Herrn Reichspräſidenten ge=
guenüber
wiederholt auch vor der Entgegennahme des Auftrages
geplanten neuen Regierung an der Frage, der Führung nicht
jgcheitern dürfe.

Die Antwort des Zektrums.
Als Antwort darauf hat das Zentrum als Niederſchlag der
Beratungen der Fraktion folgendes Schreiben an Reichswirt=
ſchaftsminiſter
Dr. Curtius gerichtet:: Sehr verehrter Herr
Miniſter! Ich beſtätige dankend den Empfang Ihres Schreibens
vom 14. Januar ds. Js. Derſelbe iſt Gegenſtand eingehender
Würdigung geweſen. Aus dieſem Schreiben haben wir erſehen,
daß Sie, Herr Miniſter, lediglich die Aufgabe übernommen
haben, ſachliche Verhandlungen zum Zwecke der Herbeiführung
einer Koalition zu führen. Unter den gegenwärtigen politiſchen
Verhältniſſen unterliegt die von Ihnen beabſichtigte Regierungs=
bildung
für uns, nach wie vor, den ſchweren Bedenken, die Ihnen
von unſerem Beauftragten und auch namens unſeres Herrn Par= daß die Dinge in China wirklich brennend geworden ſein
teivorſitzenden Dr. Marx, dem Herrn Reichsaußenminiſter Dr.
Streſemann dargelegt worden ſind. Wir halten den Verſuch der
Bildung einer Regierung der Mitte nach Lage der Dinge für den europäiſchen Parlamente und bis zu einem gewiſſen Grade auch
gegebenen Weg zur Beilegung der Kriſe. Wir können uns daher
von einer Fortführung Ihrer Verhandlungen auf der Grundlage
Ihres Schreibens vom 14. Januar keinen Erfolg verſprechen. Ein
Eingehen auf die in dieſem Schreiben mitgeteilten Richtlinien
dürfte ſich danach erübrigen. Unterzeichnet iſt der Brief von
Herrn von Guérard als ſtellvertretender Vorſitzender der Zen=
trumsfraktion
des Reichstages.
Reichsgerichtspräſident Dr. Simons
zum Profeſſor ernannt.

Reichsgerichtspräſident Dr. Walter Simons,
der vom ſächſiſchen Volksbildungsminiſter zum ordentlichen
Honorar=Profeſſor für Völkerrecht an der Univerſität Leipzig
ernannt wurde.
*Der Reichswiriſchaftsminiſter.
Herr Dr. Curtius hat, weil er das Mandat zur Regierungs=
bildung
übernommen hatte, von links her ſehr ſcharfe Angriffe
erfahren, die ſich zum großen Teil auch gegen ſeine Perſon rich=
daraus
ſofort die gegebenen Folgen und gab teten. Auch das Zentrum hat ſich davon nicht freigehalten. um
ſo beachtlicher iſt es, daß in dem Augenblick, wo das Zentrum
die Kombination Curtius zerſchlägt, die Germania über die
Beziehungen des Zentrums zum Wirtſchaftsminiſter ſelbſt ſehr
beachtliche Ausführungen macht. Sie ſchreibt, es bedarf keiner
Erwähnung, daß bei dieſer Stellungnahme des Zentrums per=
ſönliche
Erwägungen ganz und gar ausſcheiden; Herr Dr. Cur=
tius
erfreut ſich auch in Kreiſen der anderen Parteien, darunter
und energiſche Tätigkeit als Wirtſchaftsminiſter hat ebenfalls
Anerkennung gefunden, die Hemmungen ſind rein politiſcher,
ganz beſonders ſozialpolitiſcher Natur. Es wird dann weiter
detten, Richtlinien für ein Koalitions= und Regierungsprogramm, im einzelnen ausgeführt, daß die Fraktion der Deutſchen Volks=
habe
und daß Herr Dr. Curtius als Repräſentant dieſer Partei
anzuſehen ſei. Aber gerade bei der Anerkennung, die die Perſön=
lichkeit
des Reichswirtſchaftsminiſters hier findet, iſt es unver=
ſtändlich
, weshalb die Germania ihm die Fortſetzung der Ver=
handlungen
unmöglich machte. Dem Zentrum war bekannt, daß
Dr. Curtius von vornherein nicht die Abſicht hate, ſich an die
Spitze der neuen Regierung zu ſtellen, er den Parteiführern auch
wiederholt erklärt hatte, an der Frage der Führung des künf=
vertreten
habe, bei ſachlicher Einigung das Zuſtandekommen der tigen Kabinetts würden die Verhandlungen nicht ſcheitern, wenn
erſt die ſachlichen Vorbedingungen geſchaffen wären. Er hat alſo
jederzeit die Sache über die Perſon geſtellt.

Englands Chinapolitik.
Anmerkung der Redaktion: Die inzwiſchen
eingetroffenen telegraphiſchen Meldungen von dem eng=
liſchen
Kabinettsrat, von den Forderungen Englands
an Kanton und vom bevorſtehenden Ultimatum laſſen
erkennen, daß die von unſerem Mitarbeiter angedeutete
Möglichkeit einer Verſchärfung der engliſchen Politik
in China bereits Tatſache zu werden beginnt. Auf der
anderen Seite zeigen die Telegramme des Außenmini=
ſters
von Kanton an engliſche Blätter, ſeine weitgehen=
den
Angebote für Schutz und Schadenserſatz, eine be=
achtliche
Nervoſität der Südchineſen.
. China iſt fern von England, und die Verbindungswege
ſind auch im Zeitalter der Technik für den normalen Verkehr
langſam und ſchlecht. Die Benutzung der ſchnellen, aber teuren
Verbindungsmöglichkeiten bleibt auf dringende und hochwichtige
Vorgänge beſchränkt. Wenn man gegenwärtig die engliſche
Preſſe durchſieht mit ihren mehrſpaltigen Chinaberichten in einer
einzigen Nummer, ſo wird man zu der Schlußfolgerung gedrängt,
müſſen. Schon eine flüchtige Nachprüfung ſchwächt aber dieſen
Eindruck etwas ab. Einmal iſt jetzt, während der Ruhepauſe der
der europäiſchen Politik, für die Chinavorgänge reichlich Platz
vorhanden und dann ſtellt man feſt, daß die Klarheit durch die
Ausführlichkeit und Vielfältigkeit der Berichte nicht gerade ge=
fördert
wird. Und ſchließlich iſt noch ein drittes, recht weſeut=
liches
Moment auffallend: daß Schanghai neben Peking eine Art
Nachrichtenzentrale darſtellt, von der aus über die verſchiedenſten
Teile Chinas und die verſchiedenſten Vorgänge berichtet wird,
obwohl doch ſchon die räumliche Entfernung einer gewiſſenhaften
Berichterſtattung erhebliche Hinderniſſe in den Weg legt, wenn
ſie ſie nicht überhaupt unmöglich macht. Durch die Entſendung
von einigen Sonderberichterſtattern nach verſchiedenen Plätzen
hat die engliſche Preſſe das indirekt anerkannt, aber es läßt ſich
kaum behaupten, daß dadurch die Berichterſtattung weſentlich
gewonnen hätte. Einen Vorteil allerdings haben dieſe direkten
Sonderberichte; ſie laſſen ihren Zweck ſehr ſchnell erkennen, und
ſie ermöglichen weiter eine gewiſſe Kontrolle darüber, wie in
einem großen Teil der Preſſe Ereigniſſe in aller Ausführlichkeit
behandelt werden, die ſchon reichlich weit zurückliegen, die der
engliſche Leſer nach Aufnahme von Dutzenden von Berichten und
nach Ablauf von Tagen aber nicht ohne weiteres als die ſchon
viel früher in irgendeinem anderen Blatt behandelten Ereigniſſe
erkennt. Trotz der im einzelnen verwirrenden Berichterſtattung
wird für die Oeffentlichkeit doch ein ganz beſtimmter Geſamt=
eindruck
geſchaffen, nämlich, daß die Lage in jedem Falle außer=
ordentlich
bedrohlich ſein muß.
Die Froge, ob das bewußt geſchieht, iſt ſchwer zu beant=
worten
, für einen Teil der Preſſe aber ſicher zu bejahen. Dazu
gehören neben der unvermeidlichen Daily Mail neuerdings
gerade die führenden Organe, wie Times und Daily Tele=
graph
die ſich nach der nicht ſehr günſtigen Aufnahme des
Ghina=Memorandums Chamberlains durch die übrigen Mächte
auf die ſchärfere Tonart umgeſtellt haben und für eine
weniger entgegenkommende Haltung der engliſchen Politik ein=
treten
. Sie argumentieren ſo, daß jedes weitere Nachgeben als
Schwäche der britiſchen Politik gedeutet wird und ſchwere Rück=
wirkungen
nicht nur in China, ſondern in weiten Teilen der
Welt haben könnte. Die Times unterſtrich dieſe Auffaſſung
beſonders durch einen Rigger Bericht, wonach die Inſtruktionen
Moskaus an ſeine Agenten in China und ſeine diplomatiſchen
Vertreter in Europa deutlich dieſes Ziel des augenblicklich wich=
tigſten
Widerſachers Englands erkennen ließen. In China ſoll
auf die innere engliſche Schwäche und die Unmöglichkeit einer
aktiven Kriegführung gegen China hingewieſen werden, in
Europa ſollen die Sowjetdiplomaten die übrigen Mächte vor
einem Zuſammengehen mit England durch den Hinweis ab=
halten
, daß ſie dadurch ihren eigenen Intereſſen ſchadeten und
ihre Stellung in China bedrohten.
Während der bolſchewiſtiſche Einfluß in China ohne wei=
teres
als gegeben angenommen werden kann und ſich vermutlich
auch in der von der Times angedeuteten Richtung bewegt, iſt
nicht anzunehmen, daß die in China iniereſſierten europäiſchen
Länder ihre Haltung in China und zum engliſchen China= Memo=
randum
unter ſowjetruſſiſchem Einfluß feſtlegen werden. Viel=
mehr
ſcheint dieſer Hinweis dazu beſtimmt, die innere Front im
Sinne eines ſchärferen Auftretens zu ſtärken, nachdem feſtſteht,
daß das Memorandim Chamberlains bei den intereſſierten Mäch=
ten
eine kühle Aufnahme fand. Der Mancheſter Guar=
dian
hat in einem ſehr mutigen Artikel darauf hingewieſen,
daß es ein Glück ſei, daß die engliſchen Marinebefehlshaber und
Soldaten in China weniger nervös ſeien als manche Lon=
doner
Journaliſten, da ſonſt der Schaden unabſehbar wäre. Eng=
land
habe ſich gerade durch das muſterhafte Verhalten ſeiner
Streitmacht in den letzten Wochen die Möglichkeit geſchaffen, auf
dem Verhandlungswege zu einer erträglichen Regelung zu
kommen, da ihm die ſtrikte Einhaltung eingegangener Verpflich=
tungen
einen moraliſchen Druck auf die Kantoneſer Regierung
ermögliche, das gleiche von ihr zu verlangen. Und auf der an=
deren
Seite ſei zu bedenken, daß die engliſchen Streitkräfte zwar
engliſches Leben ſchützen könnten und ſelbſtverſtändlich ſchützen
müßten, aber niemals in der Lage wären, gleichzeitig alles eng=
liſche
Eigentum in den weitverzweigten Gebieten Chinas zu
ſchützen. Wenn der wirtſchaftliche Lebensnerv Englands und der
übrigen Mächte in Schanghai bedroht werden ſollte, dann ſei
trotz allem auch mit einer gemeinſamen Aktion der Mächte zu
rechnen. In der Berichterſtattung der Times und des Daily
Telegraph ſieht das Blatt aber inſofern eine Gefahr, als das
engliſche Kabinett dadurch in eine Lage gebracht werden könnte,
die es unmöglich machte, an der bisherigen Politik des Aus=
gleiches
feſtzuhalten.
Dieſe Darſtellung kommt den Dingen zweifellos ſehr nahe,
und die Art der weiteren Behandlung der chineſiſchen Vorgänge
durch England hat daher im Augenblick den Vorrang vor dem
Streit über die Ereigniſſe ſelbſt. Dabei kann ohne weiteres zuge=
geben
werden, daß die Situation in verſchiedenen Teilen für

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Samstag, den 15. Januar 1927

Nummer 18

Seite 2

England wirklich ernſt iſt und nicht nur an die im Fernen Oſten
ſtationierten Streitkräfte, ſondern auch an die herrſchgewohnte
Londoner Politik ſtarke Anforderungen ſtellt. Ueber gewiſſe
Grenzen vermag man in London auch ohne den Preſſefeldzug
nicht hinauszugehen, und es ſcheint, daß das Entgegenkommen
der richtiger die Bereitſchaft zum Ausgleich mit
Kanton nahezu erſchöpft iſt. Wenn nicht alles trügt,
haben die letzten Beſprechungen mit den Kantoneſer Vertretern
auch dieſen durchaus Klarheit darüber gebracht, was England
noch ohne taktiſche Umſtellung hinzunehmen gewillt iſt. Unter
dem Druck der öffentlichen Meinung könnte aber dieſe Entwick=
lung
vorzeitig abgebrochen werden. Es ſcheint, daß ſchon heute
die Meinungen auch der maßgebenden Kreiſe über die in China
einzuſchlagende Linie nicht mehr ganz ſo einheitlich ſind wie noch
vor kurzem und daß irgendein größeres Ereignis genügt, die
Frage einer erneuten Ueberprüfung der engliſchen Politik in
China akut werden zu laſſen. Die Preſſeregie aber wird ſich in
jedem Fall bezahlt machen: verlaufen die Dinge ruhig, ſo tun
ſie es eben trotz der tagtäglich feſtgeſtellten ſchwierigen Lage dank
der muſtergültigen Haltung, geht die Entwicklung nach der an=
deren
Seite, ſo iſt der Boden vorbereitet, auf dem mit begrün=
deter
Ausſicht auf Erfolg diplomatiſche Schritte nach allen Seiten
eingeleitet werden können.

Der Barmat=Prozeß.
Die Kreditgewährung der preußiſchen Staatsbank.
Berlin, 14. Januar.
Auch am heutigen dritten Tag des Barmat=Prozeſſes weiſt
die Anklagebank große Lücken auf. Es fehlen ſieben Angeklagte,
darunter Henri Barmat. Auch das Intereſſe des Publikums hat
ſtark abgenommen. Das Gericht beſchließt wiederum, in Ab=
peſenheit
der fehlenden Angeklagten zu verhandeln. Das Ge=
richt
nimmt die Beweisanträge der Verteidigung entgegen, nach
denen u. a. unter Beweis geſtellt wird, daß die Staatsbank
niemals über den Umfang des Anexima=Konzerns im Unklaren
war und daß dieſer Konzern nicht günſtiger behandelt wurde als
alle anderen Banken. Die Staatsbank habe Anfangs 1924 er=
heblichen
Geldüberfluß gehabt und darauf gedrängt, das Geld
ſchnellſtens weiter zu verleihen. Ohne Befragung der General=
direktion
hätten die zuſtändigen Beamten auf Grund der allge=
meinen
Beleihungsgrundſätze Kredite geben können.
Oberfinanzrat Soldat von der Preußiſchen Staatsbank
äußerte ſich über die Geſchäftsgrundſätze der Staats=
bank
und ihre Richtlinien für die Kreditgewäh=
rung
. Danach durften alle Rentenmurkkredite und alle Kre=
dite
, die 300 Goldmark überſteigen, nur mit Zuſtimmung der
Genexaldirektion gegeben werden. Nach einem Protokoll der
Generaldirektion vom 19. Mai 1924 hätten Kutiſker, Barmat und
Michael Kredite im Geſamtbetrage von 35 Millionen beſeſſen.
Danach habe die Generaldirektion auf die Abgabe dieſer Kredite
gedrungen. Dr. Hellwig erklärte, daß er davon erſt viel ſpäter
erfahren habe. Die nächſte Sitzung wurde auf Montag an=
beraumt
.
Zuſammentritt des Reichstags am 19. Jonuar.
Berlin, 14. Januar.
Der Aelteſtenrat des Reichstags beſchloß, die erſte Ple=
narſitzung
des Reichstags, wie urſprünglich beabſichtigt
war auf Mittwoch, den 19. Januar, nachmittags 3 Uhr,
anzuſetzen. Die Tagesordnung: Entgegennahme einer Erklärung
der Reichsregierung. Sollte ſich die Neubildung der Regierung
verzögern, ſo wird trotzdem an der Sitzung am 19. Januar 1927
feſtgehalten. Der Reichstag wird dann ſeine Beratungen mit
kleineren Vorlagen beginnen.
* Ein neues erſchwerendes Moment.
Mit der Rückgabe des Mandats durch Herrn Dr. Curtius
iſt die erſte Phaſe der Verhandlungen zur Regie=
rungsbildung
abgeſchloſſen. Der Reichspräſident beabſich=
tigt
, am Samstag vormittag eine Reihe von führenden Perſön=
lichkeiten
zu empfangen. Vielleicht wird man aus der Auswahl
ſchon einige Rückſchlüſſe ziehen können, wie die Entwicklung
weiter gehen wird. Vorläufig iſt unverkennbar, daß bei der
Deutſchen Volkspartei und weiter rechts eine
ſehr ſtarke Verſtimmung gegen das Zentrum ſich
bemerkbar macht wegen der Art, wie das Zentrum in dieſem
Falle operiert hat. Dadurch iſt ein neues erſchwerendes
Moment in die Kriſe hineingetragen worden. Der Fraktions=
vorſtand
der D. V. P. iſt für Montag vormittag zu einer Sitzung
zuſammenberufen, um zu der neuen Lage Stellung zu nehmen.
Die D. V. P. ſteht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die
Große Koalition für ſie nicht in Frage komme kann, ebenſo eine
Koalition mit Bindung nach links, zur Sozialdemokratie hin.

*Die Anfänge des techniſchen
Hochſchulweſens.
Unter dieſem Titel hat Prof. Dr. Franz Schnabel dem
wir auch eine kleine Schrift: Vom Sinn des geſchichtlichen Stu=
diums
in der Gegenwart verdanken (Karlsruhe. Verlag von
J. Boltze, 1923), eine wiſſenſchaftliche Studie erſcheinen laſſen.
Sie bildet einen Teil der Feſtſchrift zum 100jährigen Beſtehen
der Techniſchen Hochſchule Karlsruhe und verdient es, allgemein
beachtet zu werden. In dankenswerter Weiſe hat er den Verſuch
gemacht, den Anfängen des techniſchen Hochſchulweſens nachzu=
ſpüren
, über die wir bisher nur recht wenig und ungenau Be=
ſcheid
wußten, während die Entwicklung unſerer Univerſitäten
bis zu ihrem Urſprung eingehend erforſcht worden iſt.

Der abſolute Fürſtenſtaat des ſiebzehuten Jahrhunderts, ſo
führt Schnabel aus, bedurfte für ſeine militäriſchen Aufgaben
und ſeine merkantiliſtiſche Wirtſchaftspoltik in hohem Maße tech=
niſch
vorgebildeter Beamten, die ihm die verfallenden Univerſi=
täten
jener Zeit nicht zu liefern vermochten. Für die neuen Ziele
könnten nur neugegründete Lehranſtalten planmäßig wirken; das
politiſch hochſtehende Frankreich Ludwigs XIV. und Colberts
ging auf dem Gebiete des techniſchen Schulweſens richtunggebend
voran, und Oeſterreich, deſſen Bedeutung für die Geſtaltung des
neueren Hochſchulweſens man vielfach unterſchätzt, folgte ihm
frühzeitig auf dieſer Bahn. In Norddeutſchland plante der Große
Kurfürſt, durch die Schaffung eines wiſſenſchaftlichen Zentral=
inſtituts
in Tangermünde auch den techniſchen Wiſſenſchaften zu
ihrem Rechte zu verhelſen (1667), und Leibnizens Beſtrebungen,
eine wiſſenſchaftlich=techniſche Akademie zu gründen, gingen in
der gleichen Richtung. Der erſte praktiſche Verſuch, eine neuartige
Schulgattung rein techniſcher Art ins Leben zu rufen, wurde von
dem Schulreformer Jeruſalem gemacht, dem Vater jenes un=
glücklichen
Jünglings, der durch Goethes Werther bekannt ge=
worden
iſt. Im Jahre 1745 ſchuf er das Braunſchweiger Colle=
gium
Carolinum, deſſen berühmteſter Schüler der Mathematiker
Friedrich Gaußwar. Dieſe Schule, die als erſte Vorläuferin der
heutigen Techniſchen Hochſchule zu Braunſchweig gelten darf, be=
ſaß
noch keineswegs den Charakter einer höheren techniſchen Lehr=
anſtalt
, ſondern ſollte einerſeits die zwiſchen Gymnaſium und
Univerſität beſtehende Lücke ausfüllen, andererſeits aber was
den Lehrſtoff betrifft die höhere Ausbildung für praktiſche Be=
rufskreiſe
der gebildeten Klaſſen, die nicht auf ſogenannten Fakul=
tätsſtudien
fußten, vermitteln‟. Das Bezeichnende an der Neu=

Vom Tage.

Der frühere Preſſechef der Reichsregierung, Miniſterialrat
Dr. Kiep, begibt ſich heute nach Bremen, um auf dem Dampfer Co=
lumbus
am Sonntag die Uaberfahrt nach Amerika anzu=
treten
. Ende Januar tritt Miniſterialdixektor Dr. Kiep ſeine neue
Stellung als Botſchafter in Waſhington an.
Die bevorſtehende Sitzung des Verwaltungsrates der
Reichsbahn wird ſich mit dem vorläufigen Jahresbericht der
Reichsbahn beſchäftigen. Die Bilaz dürfte erſt im Avril der=
öffentlicht
werden.
Die Tagung der Internationalen Vereinigung
der Demokratiſchen Paxteien findet vom 15.17. Janua/
in Karlspuhe ſtatt.
Das rumäniſche Außenminiſterium dementiert in
kategoriſcher Form die Meldungen ungariſeher Blätter, wonach eine
Konferenz der Kleinen Entents demnächſt ſtattfinden ſoll.
Der neue Provinzialſekretär der Fasciſtiſchen Pa tei voit Südtirol
hat wegen der unhaltbaren Zuſtände in Faszio den Bozener Fas=
zio
aufgelöft. Die Neueinſchreibungen ſind bis 31. Januar an=
geordnet
.
In der belgiſchen Antwort auf das britiſche China=
Memoxandum ſpricht ſich die belgiſche Regierung gegen
eine gemeinſame Mächtepolitik in China aus.
Der britiſche Schatzkanzler Churchill iſt geſtern ir
Brindiſi eingetroffen, von wo er nach Rom weiterreiſe, um mit
Muſſolini und dem Finanzminiſter Volpi zu konf rieren.
In Londoner offizielen Kreiſen iſt man feſt ent=
ſchloſſen
, die internationale Konzeſſion in Schanghai,
wenn nötig, mit Waffengewalt zu verteidigen.
Trotz eines Waſhingtoner Dementis erhält ſich das Gerücht, daß
die amerikaniſche Regierung bereits die Abberufung
des amerikaniſchen Geſandten in Mexiko, Sheffield,
beſchloſſen habe.

Bouiſſon, der neue franzöſiſche Kammerpräſident.
ſozialiſtiſcher Abgeordneter von Marſeille, wurde gegen den
Kandidaten des Nationalen Blocks, Maginot, mit 104 Stimmen
mehrheit zum Präſidenten der Kammer gewählt.

Bouiſſon übernahm am Freitag das Präſidium mit einer
Rede, in der er darlegte, wie er ſich die Ausführung ſeines Amtes
denke, um die höckſſten Leiſtungen aus dem Parlament heraus=
zuholen
. Er ſchloß ſeine Ausführungen mit dem Hinweis darauf,
daß er, ohne auf ſeine ſozialiſtiſche Ueberzeugung Verzicht zu
leiſten, doch in der Diskuſſion eine abſolute Achtung vor allen
Doktrinen und allen Perſönlichkeiten wahren werde.
Millerands Rückzug aus dem politiſchen Leben.
Der Direktionscusſchuß der national=republikaniſchen Liga,
die bisher ſtets als Liga Millerand bezeichnet wurde, hat von
ihrem Vorſitzenden Millerand ein Demiſſionsſchreiben erhalten.
Man iſt ſich in politiſchen Kreiſen noch nicht klar darüber, ob
dieſer Schritt Milleranos einen dauernden oder nur vorüber=
gehenden
Rückzug aus dem politiſchen Leben bedeutet. Die
Liga wird ſich vorausſichtlich infolge des Rücktritts ihres Vor=
ſitzenden
auflöſen.
Doumer Senats=Präſideni.
Der Senat hat bei der heutigen Abſtimmung den früheren
Finanzminiſter Doumer mit 238 Stimmen zu ſeinem Präſi=
denten
gewählt. Bekanntlich ſind die zwei nationaliſtiſchen Kan=
didaten
im Intereſſe der nationalen Einigung von ihrer Kandi=
datur
zurückgetreten.

gründung aber war, daß man in programmatiſcher Form die
Gleichberechtigung der von der Schule eingeſchlagenen Richtung
mit den Univerſitätswiſſenſchaften zum erſtenmal öffentlich ver=
kündete
. Diejenigen, ſo ſagte man, welche in den größten Welt=
händeln
der Welt nützen, die mit Einrichtung gemeinnütziger An=
ſtalten
, der Handlung, der Verbeſſerung der Naturalien, Vermeh=
rung
des Gewerbes und der Haushaltung, das iſt die Landwirt=
ſchaft
, umgehen, die ſich auf mechaniſche Künſte legen, die zu
Waſſer und zu Lande, über und unter der Erde das gemeine
Beſte ſuchen, machen einen ebenſo wichtigen Teil des gemeinen
Weſens als die Gelehrten aus.
Die erſte wirkliche Techniſche Hochſchule, die auf europäiſchem
Boden entſtand, war die 1794 geſchaffene, ſeit 1795 als Ecole
volytechnique bezeichnete Lehranſtalt zu Paris, als deren
Gründer Carnot, der Schöpfer des franzöſiſchen Repolutions=
heeres
, bezeichnet werden muß. Sie baute zuerſt und von ihrem
Anbeginn an bewußt den techniſchen Unterricht auf exaktwiſſen=
ſchaftlicher
Grundlage auf und pflegte dabei nicht nur ein Spe=
zialgebiet
, ſondern begriff den inneren Zuſammenhang aller tech=
niſchen
Gebiete und unternahm alſo, ingenicurs de tous genres‟
zu bilden Sie bot die allgemeine techniſche Vorbildung, die
dann organiſch an beſonderen techniſchen Fachanſtalten weiter
ausgeſtaltet wurde. Die von ihr gegebenen Anregungen fanden
verſtändnisvolle Aufnahme im Staate der Habsburger, wo be=
reits
1770 eine hochentwickelte Berg= und Forſtakademie zu
Schemnitz in Ungarn entſtanden war, und wo unter Verſchmel
zung mit bodenſtändigen Einrichtungen die Techniſchen Hoch=
ſchulen
zu Prag (1806) und Wien (1815) als unmitelbare Nach=
folgerinnen
der Pariſer Anſtalt nur ohne deren ausgeſprochen
militäriſche Zwecke ins Leben traten.
Ohne Anlehnung an dieſe Beiſpiele und ohne einheitliche
mathematiſch=wiſſenſchaftliche Grundlegung des Studiums wur=
den
in Preußen die Bauakademie und die Gewerbeakademie zu
Verlin begründet, die ſeit dem Beginne der 20er Jahre zu hoher
Bedeutung kamen, aber nur praktiſche Handgriffe und Ergebniſſe,
nicht wiſſenſchaftliche Grundſätze vermitteln wollten. Nicht ſie
ſchufen die Form der neuen Techniſchen Hochſchule in Deutſch=
land
, ſondein Karlsruhe darf für ſich den Ruhm in Anſpruch
nehmen, bahnbrechend vorangeſchritten zu ſein.
Die Karlsruher Hochſchule geht mit ihren Wurzeln einerſeits
auf die berühmte Bauſchule Friedrich Weinbrenners zurück,
andererſeits auf die Ingenieurſchule, die der geniale Schöpfer der
Oberrheinkorrektion, der Ingenieur Tulla, 1807 nach dem
Muſter der Pariſer Esole polxtechnigue ins Leben rief. Aus

Frankreichs innere Schwierigkeiten.
Poincarés nationale Aktion. Briands
internationale Aktion.
EP. Paris, 14. Januar.
Die Preſſe, und zwar auch die Linkspreſſe, iſt einer möglichen
Miniſterkriſe im allgemeinen nicht freundlich geſinnt. Die Ere
Nouvelle möchte aber gleichwohl der Auffaſſung gegenübertreten.
daß eine außenpolitiſche Debatte mit Rückſicht auf die Finanz=
lage
aufgeſchoben werden müſſe. Man ſcheine zu vergeſſen, daß
an dem guten Kurs des Franken nicht nur die nationale Aktion
Poincarés beteiligt ſei, ſondern in großem Maße auch die inter=
nationale
Aktion Briands. Man werde, ſo behauptet die Zeitung.
die Wahrheit der Behauptung bald einſehen, denn es beſtünden
Ausſichten dafür, daß nicht nur Deutſchland, ſondern auch Ame=
rika
in der nächſten Zeit Frankreich bedeutende Kredite für die
endgültige Stabiliſierung des franzöſiſchen Franken anbieten
Briand habe ſomit, indem er den Frieden verteidigt habe, auch
gleichzeitig den Frauken verteidigt.
Die Oebatte über die franzöſiſche Außenpolitik.
Außenminiſter Briand hatte heute eine Beſprechung mit dem
Vorſitzenden der außenpolitiſchen Senatskommiſſion, in der die
demnächſt im Senat ſtattfindende. Debatte über die Außenpolitil
Frankreichs erörtert wurde. Im Laufe der Beſprechungen wurde
beſchloſſen, daß Briand zunächſt vor der Kommiſſion erſcheinen
ſoll, ſobald dieſe wieder gewählt ſei, d. h. in etwa acht Tagen.
Regelung der franzöſiſchen Kammer=Oebaiten.
Nach Bekanntgabe der Demiſſion Raoul Pérets als Kammer=
bräſident
teilte Bouiſſon, der neue Kammerpräſident, mit, daß
die Präſidentenkonferenz der Gruppen und großen Kommiſſionen
beſchloſſen habe, ausſchließlich die Freitagsſitzungen der Diskuſ=
ſion
von Interpellationen vorzubehalten. Poincaré erllärte ſich
damit einverſtanden, forderte aber, daß zunächſt die Interpella=
tionen
über die Arbeitsloſigkeit und die Verteuerung der Lebens=
haltung
zur Behandlung tämen, was allgemein als Ablehnung
einer Debatte über die außenpolitiſchen Interpellationen aufge=
Regelung. Darauf ſtimmte das Haus mit 365 gegen 182 S. im=
men
der vorgeſchlagenen Regelung zu, ſo daß die nächſte Inter=
pellationsdebatte
am Freitag, den 21. Januar, ſtattfinden wird.
Die Kammer vertagte ſich dann auf Dienstag, den 18. Januar.
Mexiko verwahrt ſich gegen die amet ikaniſchen
Anſchuldigungen.
Die Sonderbotſchaft des Präſidenten Coolidge an den Senat,
in der die amerikaniſche Politik in Nicaragua verteidigt wird,
wird jetzt durch eine Erklärung des mexikaniſchen Außen=
miniſters
beantwortet. In der Erklärung heißt es, daß haupt=
ſächlich
zwei Anklagen gegen Mexiko erhoben würden. Einmal
würde behauptet, daß Mexiko in Nicaragua interveniert habe, um
der amerikaniſchen Politik oder den amer kaniſchen Intereſſen
dort entgegenzuwirken, und zum Zweiten werde vorgebracht,
daß die amerikaniſchen Oelgeſetze eine Verletzung alter Rechte
amerilaniſcher Bürger darſtellten.
Der Außenminiſter fährt dann fort: Jeder, der das Stärke=
verhältnis
Mexikos zu Amerika kennt und jeder kennt dieſes
Verhältnis wird wiſſen, daß es abſurd iſt, zu glauben, Mexiko
wünſche den Vereinigten Stagten von Amerika militäriſch zu
begegnen. Mexiko iſt mit keinem Lande militäriſch verbündet,
noch iſt es irgendwie vertraglich verpflichtet, ſe ne Kräfte mit
denen eines anderen Landes zu vereinigen. Noch viel weniger
wird Meriſo einen Krieg mit irgendeinem Lande beginnen, es
ſei denn, daß es angegriffen würde und an Selbſtverteid gung
denken müßte. Mexiko hat weder Intereſſen noch irgendwelche
politiſchen Anſchauungen, noch Beſitz, noch Handel in Niegragug
zu verteidigen. Deswegen hat Mexiko in Nicaragua nichts zu
tun und unterhält für Nicgragua nur freundſchaftliche Gefühle
wie für alle anderen Länder gleicher Kultur. Unſere Anerkennung
Sacaſas baſiert auf den Grundſätzen der Gerecht gkeit und Ach=
tung
vor der verfaſſungsmäßigen Ordnung. Zu den Oel=
geſetzen
führt die Erklärung aus, daß Mexiko wiederholt die Ver=
einigten
Staaten gebeten habe, konkrete Fälle namhaft zu machen,
in denen die früher erworbenen Rechte amerilaniſcher Bürger
durch mexikaniſche Geſetze verletzt wurden. Mexiko halte daran
feſt, daß mehr nicht von ihm verlangt werden könne. Der Nechts=
weg
ſei für alle, die ſich bedroht fühlten, offen. Außerdem be=
ſtünde
noch eine gemiſchte mex kaniſch=amerikaniſche Kommiſſion
in Waſhington, die gerade dafür eingerichtet ſei, amerikaniſche
Anſprüche gegen Mexiko, bzw. umgekehrt, abzuurteilen. Jeder
Amerikaner könne doch an dieſe Kommiſſion appellieren. Sie ſer
der beſte Ort zur Wahrnehmung der amerikaniſchen Intereſſen.

ihrer Verſchmelzung im Jahre 1825 entſtand die Polytechniſche
Schule Karlsruhe. Sie trug inſofern einen in Deutſchland ein=
zigartigen
Charakter, als ſie nicht wie Berlin die Trennung in
Bauakademie und Gewerbeakademie kannte, ſondern die Vor=
bereitung
für beide Fachſchulen in ſich vereinte und dazu noch
für das Baufach den weſentlichen, techniſchen Teil der Ausbil=
dung
vollſtändig in ſich begriff. Mit der Ecole polytechniaue
war ihr die entſchiedene wiſſenſchaftliche und mathematiſche Aus=
bildung
, die ihre Grundlage darſtellte, gemeinſam, und ferner
die Verbindung mit den übergeordneten Spezialſchulen. Bei der
Erneuerung der Lehranſtalt durch Karl Friedrich Nebenius
im Jahre 1832 erfolgte dann eine Scheidung zwiſchen den Lehr=
zielen
des Ingenieurs und des Geiverbetreibenden, und durch die
Eingliederung der übergeordneten Fachſchulen als Fachabteilun=
gen
kam ſchließlich die neuzeitliche Form der Techniſchen Hoche
ſchule zuſtonde, die zu gleicher Zeit auch in Berlin, Dresden,
Hannoper, München und Darmſtadt angeſtrebt, aber noch nicht
ſofort erreicht wurde. 1863 trennte man nach dem Muſter des
Eidgenöſſiſchen Polytechnikums in Zürich auch in Karlsruhe alle
Vorſchulklaſſen von der Hochſchule ab, und 1865 wurde das
große neue Organiſationsſtatut erlaſſen, das dem Polytechnikum
die volle Hochſchulverfaſſung mit Berufungsverfahren und Selbi=
verwaltung
brachte und es den Univerſitäten im Range gleich=
ſtellte‟
. Dem Beiſpiel Karlsruhes folgten 1868 München, 1871
Dresden, 1877 Braunſchweig und Darmſtadt, 1879 Hannover und
die aus der Vereinigung von Bau= und Gewerbealademie helbole
gegangene Hochſchule in Charlottenburg. Dagegen erlangte Karls=
ruhe
die Bezeichnung Techniſche Hochſchule bedeutend ſpater
als die anderen Hochſchulſtädte erſt im Jahre 1885. Dei Ab=
ſchluß
in der Entwicklung der Techniſchen Hochſchulen bildete=
dann
1899 die Verleihung des Rechtes der Doktorpromotion, die
auf Anregung Kaiſer Wilhelms II. zuerſt in Charlottenburg und=
bald
darauf an anderen Hochſchulen erfolgte.
Entſprechend dem Plane ſeiner Arbeit beſchäftigt ſich Schnd=
bel
mehr mit der älteren Zeit und berückſichtigt, ohne einſeitics
zu wirken, beſonders Karlsruhe. Es wäre ſehr zu wünſchen
wenn ein ähnlich berufener Forſcher wie er im Auſchluß an ſeine=
Schrift die Entwicklung des techniſchen Hochſchulweſens lis
Deutſchland ſeit etwa 1865 eingehend und überſichtlich ſchilderie=
denn
es gibt auf dieſem Gebiet noch mancherlei verwickelte Fll
gen zu löſen, und die Heranziehung aller Techniſchen Hochſchulen=
von
denen Stuttgart bei Schnabel überhaupt nicht erwähnt wild=
dürfte
für die Geſamtgeſchichte des techniſchen Hochſchulweſens-
in
der Zeit von etwa 1830 bis 1265 vielleicht nicht ganz belang=
los
ſein.
Prof. Dr. Paul Sſymank, Göttingen.

[ ][  ][ ]

Nummer 15

Samstag, den 15. Januar 1927

Seite 3

Mach dem Eingreifen Latimers
in Nicaragua.
Amerika rechtfertigt ſein Vorgehen mit der
holſchewiſiiſchen Gefahr. Amerikas Im=
merialismus
in Latein=Amerika im Vormarſch.
Der Konflikt der Vereinigten Staaten mit Mexiko, das Ein=
gz
eifen Nordameritas in Nicaragua und die Stellung=
wahme
der ſüdamerikaniſchen Staaten gegen
dien nordamerikaniſchen Wirtſchaftsimperia=
smus
haben auch in der deutſchen Oeffentlichkeit lebhafte
Eachtung gefunden, um ſo mehr, als Nachrichten aus New York
ſagar von der Möglichkeit ernſter kriegeriſcher Verwicklungen
ſtrrechen. Deutſchland iſt an dieſen Ereigniſſen nicht beteiligt.
Fi Berliner amtlichen Kreiſen befleißigt man ſich demgemäß
rurch einer peinlichen Zurückhaltung und glaubt im Intereſſe der
grten Beziehungen zwiſchen Deutſchland und den Vereinigten
Snaaten höchſtens inſofern aus der Reſerve heraustreten zu
näiſſen, als nan betont, daß der Eingriff der Vereinigten Staa=
am
in Nicaragua eigentlich nichts Neues bedeute. Das ſtimmt
alllerdings, denn bereits im Jahre 1912 iſt es den nordamerika=
nſfſchen
Dollars und Bajonetten gelungen, den Präſidenten Diaz
zu ſtützen. Schon damals hatten die Vereinigten Staaten in
Aſicaragua große wirtſchaftliche und finanzielle Intereſſen, die
ſich ſeitdem unter dem Schutz einer nordamerikaniſchen Marine=
ſoteilung
von hundert Mann, die ſtändig in der Hauptſtadt
Micaraguas, Managua, ſtationiert waren, erheblich verdichtet
haben. In Jahre 1925 wurden dieſe Truppen zurückgezogen,
uuid ſeitdem herrſcht tatſächlich in Nicaragua wieder ſtändige
Umruhe. Die Bevölkerung von Nicaragua ſelbſt hat ein Intereſſe
diaran, daß Ruhe und Ordnung im Lande herrſcht, iſt doch die
küälfte der Bevölkerung in dem Dienſt der uordamerikaniſchen
Riederlaſſungen. Darüber hinaus haben aber die Vereinig=
tien
Staaten an dieſem mittelamerikaniſchen Staat noch
aundere Intereſſen. Sie planen ſchon ſeit langem den
2au eines Kanals, der wie der Panamakanal
den Stillen mit dem Atlantiſchen Ozean ver=
hiindet
, und hier bietet ſich in Nicaragua ein ſehr günſtiges
Asrojekt. Man braucht nur das Stück zwiſchen dem Stillen
Liozean und dem Nicaragua=See zu durchbohren und für den
Weiterbau den Juan=Fluß zu benutzen, und die Vereinigten
Sstaaten hätten damit einen Waſſerweg, der ihrer unbedingten
Göouveränität unterſtünde. Sie haben zu dieſem Zweck alſo
auus ſtrategiſchen Gründen bereits ſeit Jahren zwei kleinere,
der Oſtküſte Nicaroguas vorgelagerte Inſeln aufgekauft. Jetzt
utt, nach dem Eingreifen des Generals Latimer,
Mie geſamte Oſtküſte von Nicaragua zur neu=
uralen
Zone erklärt worden.
Iſt das Wahrung berechtigter Intereſſen, oder iſt das Impe=
mialismus
? In den Vereinigten Staaten ſelbſt hat ſich eine
ſarke Oppoſition gegen die Politik des Präſidenten Coolidge
erhoben. Der Führer der Oppoſition iſt der bekannte
(Senator Borah, der aber diesmal mehr als in ſeinen ſon=
füigen
Kundgebungen zur Befriedung der Welt nach den Geboten
der Gerechtigkeit die öffentliche Meinung hinter ſich zu haben
ſtheint. Denn ſonſt hätten es Coolidge in ſeiner Botſchaft und
(Staatsſekretär Kellogg in ſeiner Staatsrede nicht nötig gehabt,
das Schreckensgeſpenſt an die Wand zu malen, das immer zieht
und das nach amerikaniſcher Einſtellung alles rechtfertigt: die
olſchewiſtiſche Gefahr. Daß dieſe Gefahr in Amerika
und gerade in den Vereinigten Staaten beſonders groß wäre,
wird man mit Recht nicht behaupten können. Auch die Ver=
hältniſſe
in Mexiko ſind ganz anders gelagert, als daß man auch
uur mit einem Schein von Recht von Bolſchewismus ſprechen
hnnte. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß der Reich=
num
der Vereinigten Staaten eine Macht iſt, und wenn dies
M2and ſeinerzeit gegen den Imperialismus der Zentralmächte
un Namen der Demokratie in den Weltkrieg eingetreten iſt, ſo
war dies erſtens ein riskantes, am Ende aber rentables Geſchäft,
urnd zweitens iſt es gleichgültig, ob das Machtinſtrument
ines Staates Militarismus oder Wirtſchafts=
umperialismus
heißt, im Effekt iſt es dasſelbe.
Merkwürdigerweiſe iſt es der Berliner Korreſpondent der
FUnitd Preß, der die Meinung unterrichteter Berliner Sowjet=
treiſe
zu dem letzten Vorſtoß des Staatsſekretärs Kellogg wider=
/-ibt und dieſem ſomit Gelegenheit gibt, nun wieder von ſich
nrus bolſchewiſtiſche Politik zu machen. Dies fällt den Bolſche=
wiſten
um ſo leichter, als tatſächlich Kellogg weit übers Ziel
ſiinausgeſchoſſen iſt. Danach lehnt die Sowietregie=
rung
jede Verantwortung für revolutionäre‟
Beſtrebungen in Latein=Amerika gegen die
Wereinigten Staaten ab. In den Reſolutionen der
Lommuniſtiſchen Internationale ſei lediglich die Feſtſtellung ent=

Amnellan Mereffenp! MMmtteramernn

Das Regierungsgebäude in Mexiko=City. Links Präſident Coolidge./Rechts Präſident Calles.

halten, daß der amerikaniſche Imperialismus in Latein=Amerika
im Vormarſch ſei, und die letzten Ereigniſſe, die Intervention
in Nicaragua und die Vorbereitung einer Indervention in
Mexiko beſtätigten nur die Richtigkeit der Prognoſe. Was die
Behauptung betreffe, daß bolſchewiſtiſche Einflüſſe in
Mexiko und Latein=Amerika gegen die Ver=
einigten
Staaten aufwühlend wirkten, ſo ſei nur richtig,
daß, während die Vereinigten Staaten die Wiederherſtellung
normaler Beziehungen hartnäckig ablehnten, zwei Staaten Latein=
Amerikas dieſe Beziehungen aufgenommen hätten.

Admiral Latimer

Flottenkommandant der Vereinigten Staaten, der im Konflikt
mit Mexiko eine ſehr wichtige Nolle ſpielt. Er erhielt von
Staatsſekretär Kellogg weitgehende Vollmachten gegenüber
Mexiko und ließ daraufhin Marinetrupren bei Las Perlas lan=
den
, um den Waffenſchmuggel nach Mexiko zu verhindern. Das
Vorgehen Latimers hat den Konflikt dermaßen zugeſpitzt, daß es,
falls Mexiko nicht nachgibt, jeden Tag zu ernſten Zuſammen=
ſtößen
kommen kann, die unweigerlich zum Krieg führen müſſen.
Die Lage iſt außerordentlich ernſt. In Anbetracht dieſer äußerſt
gefährlichen Situation beabſichtigen die drei größten Staaten
Latein=Amerikas, Argentinien, Braſilien und Chile, Mexiko und
den Vereinigten Staaten ihre Vermittlung im gegenwärtigen
amerikaniſch=mexikaniſchen Konflikt anzubieten.

Vor dem Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen.
In führenden politiſchen Kreiſen Mexikos ſoll man, wie die
aus Mexiko eingetroffenen letzten Nachrichten beſagen, ſtark mit
einem baldigen Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen Ameri=
kas
zu Mexiko rechnen. Man ſei der Auffaſſung, daß die
Kriſe in der kommenden Woche ihren Höhepunkt er=
reichen
werde, wenn das Landgeſetz in Kraft
treten ſoll. Die Urſache zuder Verſchärfung der
Situation ſieht man in der Tatſache, daß die
mexikaniſche Anregung, das Haager Schiedsgericht
anzurufen oder eine gemiſchte Kommiſſion einzuſetzen, in
Waſhington ungünſtig aufgenommen wurde.
Die World macht auf den außerordentlichen Ernſt der Lage
in einem Leitartikel aufmerkſam, in dem es heißt, daß Amerika
näher am Kriege mit Mexiko ſtehe, als jemals ſeit der Perſhing=
Landung oder der Veracruz=Landung. Wenn das amerikaniſche
Volk den Frieden wünſche, dürfe es keine Zeit verlieren, den
Präſidenten des Staatsdepartements und des Kongreſſes darauf
aufmerkſam zu machen. Kelloggs Rede ſei entweder äußerſt un=
verantwortlich
oder aber unüberlegt unfreundlich.
Amerika beſetzt ganz Nicaragua.
Die Waſhingtoner Regierung hat angeordnet, daß die ame=
rikaniſchen
Truppen jede einigermaßen bedeutende Ortſchaft, auch
im Innern Nicaraguas, beſetzen.
In Waſhingtoner diplomatiſchen Kreiſen wird erklärt, daß
Amerika nicht ohne weiteres den Vermittlungsvorſchlag Coſta=
ricas
, der allerdings offiziell noch nicht gemacht worden iſt, zu=
rückweiſen
werde, jedoch müſſe Amerika Eigentum und Leben
ſeiner Staatsbürger ſicherſtellen.
In ganz Mexiko finden zahlreiche Proteſt=
kundgebungen
gegen das Vorgehen der Ver=
einigten
Staaten ſtatt. Der vierte mexikaniſche Studen=
tenkongreß
erklärte in einer ſcharfen Reſolution, daß ganz
Lateinamerika der brutalen Gewalt der Wa=
ſhingtoner
imperialiſtiſchen Regierung gegen=
überſtehe
.
Die engliſch=portugieſiſche Schuldenregelung.
Heute wurde der Text des engliſch=portugieſiſchen Schulden=
abkommens
veröffentlicht. Es geht daraus hervor, daß Por=
tugal
ein Betrag von 3393 592 Pfund Sterling ſeiner
Schuld erlaſſen worden iſt in Anbetracht der Dienſte, die
Portugal während des Krieges England erwieſen hat, wie das
Abkomen ausdrücklich bemerkt. Der Reſtbetrag, der 20
Millionen Pfund überſchreitet, ſoll in 62 Jahren be=
zahlt
werden.

* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Freitag, den 14. Januar.
Der Troubadour.
Oper von G. Verdi.
In der Rolle der Leouore, die heute Johauna Buchheim
ang, gab die begabte Sängerin einen neuen Beweis ihrer Viel=
ſſeitigkeit
. Ihr heller, ſehr biegſamer, doch tragfähiger und voll=
Elingender Sopran, im Kunſtgeſang geübt, befähigt ſie zu Par=
Eien aus dem Koloraturfach benſo wie dem der Soubrette, und
Seute ſogar des dramatiſchen Faches. Die ſtimmliche wie geſang=
iche
Begabung erweiſt ſich bei jeder Darbietung immer wieder
als hochſtehend. Was zu fehlen ſcheint, mag zum Teil in Be=
ſFangenheit
oder allzu ſtarker Zurückhaltung begründet ſein, viel=
Leicht liegt es auch daran, daß zu wenig Proben zur Verfügung
iftehen, oder es an Einführung und Anleitung durch den Regiſſeur
ſiehlt, wie dies leider zurzeit bei vielen Aufführungen zweiter
Beſetzung fühlbar wird. Es wäre erwünſcht, wenn Hemmungen
wieſer oder anderer Art, die das Perſönliche ihrer künſtleriſchen
FPerſönlichkeit nicht zur Entwicklung kommen laſſen, beſeitigt
werden könnten. Denn das Material iſt wertvoll genug. Johanna
Buchheims heutige Leiſtung als Leonore fiel durch die Sicher=
ſheit
der Beherrſchung und jene Vornehmheit des Auftretens auf,
Die alle ihre Darbietungen auszeichnen. Sie wuchs von Szene
izu Szene zu einem ihrer größten Erfolge. Die Partie liegt hoch
ſrnd hat viel Ziergeſang im Original (das man heute gerreu zu
ſhören bekam), was der Sängerin ſehr zuſtatten kam. Für die
DDramatik waren gute Anſätze vorhanden, wenn auch die ſtarken
EAkzente fehlten. Dafür gewann die Figur an Zartheit und Fein=
ſheit
gewiß in Verdiſchem Geiſte. Auch Joſef Poerner
Aewies, daß er in vielen Sätteln gerecht iſt, in ſeinem Manrico.
Weider ſtörten, wie ſchon oft, äußere Urſachen die volle Entfal=
ttung
ſeiner Mittel. Trotzdem gelang es ihm, ſich einen künſt=
Aeriſchen und rauſchenden äußeren Erfolg zu erſingen. In der
PAzucena hat Martha Liebel eine glänzende Rolle, die ſie mit
Tder ganzen Fülle und Tonſchönheit ihrer prachtvoll behandelten
Stimme ausſtattete.
v A.
Hochſchulnachrichten.
Hk. Berufung. Univerſitätstrofeſſor Dr. Ed. Schwyzer
in Zürich hat den Ruf auf den Lehrſtuhl, der vergleichenden
Sprachwiſſenſchaft an der Univerſität Bonn als Nachfolger von
Ferd. Sommer angenommen.

Das Phantaſiegemälde eines Taubſiummen.

Das Sinnbild des Taubſtummen,
ein Phantaſiegemälde des taubſtummen Weſeler Malers Paul
Hoepel, der, ohne eine Malakademie beſucht zu haben, auto=
didaktiſch
zum Maler geworden iſt. Das Bild zeigt in inter=
eſſanter
Phantaſiemalerei eine markige männliche Geſtalt mit
geballter Fauſt, deren Geſichtszüge Ernſt und Verzweiflung aus=
drücken
. Die auf beiden Schultern ſitzenden Tauben verkörpern
die Tau heit, der auf der Bruſt gemalte Fiſch die Stummheit,
die ballte Fauſt, die hohe Stirn und der im Hinter=
B
Löwe die Kraft darſtellen, mit der die Taub=
ſtummen
ſich durchzurjngen bemühen.

*Klavier=Abend Guſtav Beck.
Leider war ich verhindert, das ganze Programm zu hören,
das der frühere Darmſtädter und jetzige Berliner Pianiſt geſtern
in der Turnhalle vor nicht gerade überfülltem Saale ſpielte. Ich
ſage leider, denn was ich noch hören konnte Sonate Eis=Moll
von Schumann und zwei Walzer, Nocturne von Chopin und
E=Dur=Polonaiſe von Liſzt (und eine Chopin=Zugabe) zeigten
einen Spieler, der in der kultivierten Schule ſeines Lehrers
James Kwaſt, des Gemahls der Hodapp, alle Vorzüge dieſes
vornehmen und feinnervigen Künſtlers ſich zu eigen gemacht und
nun ſelbſt ein beachtliches Maß von Können und Reife ſich er=
rungen
hat. Da ſcheint emſiger Fleiß und gediegener Ernſt in
Verbindung mit angeborenem Talent erfreulich zuſammen zu
wirken; auch die Abneigung gegen äußerliches Virtuoſentum hat
er bei Kwaſt gelernt, und ſeine Vortragsfolge Paſſacaglic
C=Moll von Bach in der Klavierbearbeitung d’Alberts und Beet=
hovens
Sonate op. 31 Nr. 3 weiſen auf künſtleriſches Empfin=
den
und Anſprüche an die eigene Perſon. Seine Technik iſt
perlend flüſſig und gehorcht ihm faſt lückenlos die Finger noch
mehr wie das Handgelenk und Poeſie geſangvollen Anſchlags
verhalf den lyriſchen Sätzen der Schumann=Sonate zu eindring=
lichſter
Wirkung; ganz beſonders aber ſchien Beck ſich bei Chopin
wohl zu fühlen; der Walzer in Ges op. 70 gelang ganz reizend
abgetönt. Was Beck noch nicht hat, iſt die Größe der Geſtal=
tung
, das Vollblut, das Großformatliche. Immerhin: James
Kwaſt hat das auch nicht und iſt trotzdem ein ganzer, höchſt
liebenswerter Künſtler geworden. Wir hoffen, daß es auch Beck
gelingt, eine Perſönlichkeit zu werden.
G.

C. K. Ein weißer Rabe. Ein Hausbeſitzer, der wirklich auf
den Namen eines weißen Raben begründeten Anſpruch erheben
darf iſt der New Yorker Max Dicks, der in ſeinem großen Haus
in Fordham Road nie ein leeres Plätzchen hat. Während andere
Hausbeſitzer die kinderloſen oder kinderarmen Mieter bevor=
zugen
, vermietet dieſer Kinderfreund mit Vorliebe an kopfreiche
Familien. Jeder Mieter, den er aufnimnt, wird von ihm dahin
unterrichtet, daß er ihm bei Familienzuwachs eine Prämie von
5 Dollar zahlt, und mit 50. Dollar beſchenkt er jeden, der in
ſeinem Haus Zwillinge bekommt. Derjenige ſe ner Mieter, der die
meiſten Kinder hat, wohnt bei ihm nicht nur umſonſt, ſondern
erhält auch noch alljährlich von ihm eine Summe, die dem Miet=
preis
entſpricht. Kein Wunder, daß das glückliche Haus von Max
Dicks erfüllt iſt von einem Gewimmel kleinen Volkes, daß hier
Lärmen, Geſang und luſtiges Spiel nie auſhört. Es iſt ein
kleines Paradies freilich nur für wirkliche Kinderſreunde.

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Seite 4

Samstag, den 15. Januar 1927.

Nummer 15

Gefahrenpunkte für die deutſche
Außenpolitik.
Der Kampf um das Kriegsgeräte=Geſetz. Die Be=
denken
der deutſchen Wirtſchaft. Anſturm gegen die
Ofifeſiungen. Um die Rheinland=Räumung.
* Berlin, 14. Januar. (Priv.=Tel.)
Die Verhandlungen der deutſchen Sachverſtändigen mit der
Interalliierten Militär=Kortrollkommiſſion in Berlin haben offi=
ziell
begonnen. Im Zuſammenhang damit und wohl um dem
deutſchen Verhandlungsführer von Clodius den Rücken zu ſtär=
ken
, haben ſich Führer der deutſchen Wirtſchaft heute
nachmittag zum Reichsaußenminiſter begeben, um
ihm erneut die ſchweren Bedenken vor Augen zu
führen, die die deutſche Wirtſchaft, beſonders die
Eiſen= und Stahlinduſtrie, ſowie die Metallinduſtrie, Hütten=
und Walzwerke, gegen das im Mittelpunkt der Ber=
liner
Verhandlungen ſtehende Geſetz über die
Ausfuhr von Kriegsgeräten vorzubringen hat.
Die Bedenken der deutſchen Wirtſchaft ſind natürlich auch ſchon
vorher in eingehenden Beſprechungen geltend gemacht und teil=
weiſe
auch berüdkſichtigt worden. So ſcheint es, daß die optiſche
Induſtrie und die Textilinduſtrie, deren Beſorgniſſe im Anfangs=
ſtadium
der Verhandlungen ja in aller Oeffentlichkeit beſprochen
wurden, heute weniger unzufrieden ſind als damals, obwohl
auch ihnen noch manches zu wünſchen übrig bleibt. Auf der
anderen Seite hat auch die Botſchafterkonferenz als
das hinter der Berliner Interalliierten Militär= Kontrollkommiſ=
ſion
ſtehende politiſche Organ in den Vorverhandlungen neue
Wünſche geäußert, die ſich zuletzt noch auf Fragen des
Schiffsbaues erſtreckten. Immerhin darf man annehmen, daß,
wenn die Verhandlungen oſfiziell aufgenommen wurden, eine
Diskuſſionsgrundlage gefunden worden iſt, die es nach Meinung
des Auswärtigen Amtes ermöglicht, in den Verhandlungen vor=
wärts
zu kommen. Dabei wird aber nicht zu überſehen ſein,
daß die Befürchtungen der in Frage kommenden deutſchen Indu=
ſtrien
nach wie vor ſehr ernſt ſind.
Das iſt der ſachliche Inhalt der Berliner Verhand=
lungen
, die anſcheinend für die franzöſiſche Preſſe das Signal
gegeben haben, nun Zeter und Mordio zu ſchreien und die Be=

hauptung von einer Verlegung der Verhandlungen von Paris
nach Berlin aufzuſtellen. Von einer Verlegung der Verhand=
lungen
kann überhaupt keine Rede ſein. Richtig aber iſt, daß
gleichzeitig in Paris und Berlin verhandelt wird, und zwar in
Berlin, wie ſchon geſagt, zwiſchen den deutſchen Sachverſtän=
digen
und der Interalliierten Militär=Kontrollkommiſſion und
deren Experten, in Paris zwiſchen General von Pawelſz und
Legationsrat Dr. Forſter und der Botſchafterkonferenz bzw. dem
Verſailler Militärkomitee. Dabei liegt es nun in der Natur
der Dinge, daß beide Reſtpunkte ihrer ſogenannten diploma=
tiſchen
Bedeutung nach in Paris, ihrer techniſchen Bedeutung
nach dagegen in Berlin verhandelt werden. Da aber die Frage
des Kriegsmaterials ſehr viel komplizierter iſt als die Frage der
Oſtfeſtungen und zumal noch des Erlaſſes eines Kriegsgeräte=
geſetzes
bedarf, iſt es verſtändlich, daß der Schwerpunkt
dieſer Verhandlungen eben in Berlin liegt, weil dort noch
die Experten der Interalliierten Militär=Kontrollkommiſſion bis
zum 31. Januar zur Verfügung ſtehen. Bei den Oſtfeſtungen
dagegen handelt es ſich um eine Frage der Auslegung, da
Deutſchland nicht anerkennen kann, daß das im Verſailler Ver=
trag
vorgeſehene Beſtehenbleiben der Feſtungen die Inſtand=
haltung
von Muſeumsſtücken aus der Kriegstechnik von 1918 zu
Studienzwecken für ſpätere Jahrhunderte bedeuten ſoll. In dieſer
Frage hat man von deutſcher Seite, wie wir glauben wollen,
unter vollſter Wahrung des bisherigen deutſchen Standpunktes
eine neue juriſtiſche Formulierung ausgearbeitet, die der deut=
ſchen
Delegation mit auf den Weg gegeben worden iſt.
Nachdem aber der Verſuch der Pariſer Preſſe, dieſe tech=
niſchen
Fragen und dieſe Auslegungsfrage im Verein mit der
polniſchen Preſſe und dem polniſchen Außenminiſter Zaleſki zu
diplomatiſchen und politiſchen Fragen erſten Ranges aufzu=
bauſchen
, durch amtliche und halbamtliche deutſche Erklärungen
auf ihren Kern zurückgeführt wurden, beginnt jetzt in der Pariſer
und leider ſcheinbar auch in der Londoner Preſſe ein neues
Manöver. Es begann mit der Behauptung, daß Deutſchland
die in Paris laufenden Verhandlungen nach Berlin hinüber=
ziehen
wolle eine Behauptung, die ſelbſt der Quai dOrſay
dementieren mußte, die aber trotzdem von der Pariſer Chau=
viniftenpreſſe
aufrecht erhalten wurde. Es folgten wüſte An=
griffe
gegen die deutſche Taktik und Schmähungen gegen Briand,
dem es zu verdanken ſei, daß Deutſchland das Druckmittel der
Aufhebung der Interalliierten Militär=Kontrollkommiſſion am
31. Januar und der von da ab beginnenden völligen Bedeutungs=
loſigkeit
der Botſchafterkonferenz in die Hand bekommen habe.
Der Zweck des Manövers iſt klar. Es wird vielleicht die ſach=

lichen Beſprechungen nicht einmal beeinträchtigen oder doch nur
in dem Sinne, daß Frankreich ſeine Zugeſtändniſſe an Deutſch=
land
bei der Löſung der Reſtpunkte ſo teuer wie möglich ver=
kaufen
ſoll. Wenn aber die Reſtpunkte erſt einmal geregelt ſind.
dann iſt ſowohl im Sinne von Locarno, Genf und Thoiry, wie
auch nach den klaren Worten des Verſailler Vertrages die Beſetzt=
haltung
des Rheinlandes durch Frankreich völlig ſinn= und
zwecklos, und dieſen Zeitpunkt fürchtet das andere Frankreich=
Vielleicht ſträuben ſich auch dieſe Kreiſe nicht einmal ſo ſehr
gegen die Zurücknohme der Beſetzung, was dann ein zweckloſer
Kampf wäre, aber man weiß, daß die Frage der berüchtigten
elements stables auf der letzten Ratstagung in Genf vertgat
worden iſt mit dem Hinweis, daß ſie im Zuſammenhang mit
der Räumung der Rheinlande geregelt werden müſſe. Hier liegt
allerdings einer der größten Gefahrenpunkte für die
deutſche Außenpolitik der nächſten Zeit, und man tut
gut, ihn im Auge zu behalten, wenn man die Pariſer Preſſe=
kampagne
der letzten Tage richtig würdigen will.
Franzöſiſche Soldaten als Eiſenbahnattentäter
Landau, 14. Januar.
Von Eiſenbahnern wurde kürzlich feſtgeſtellt, daß auf dem
Bahnkörper der Strecke Landau-Zweibrücken in allernächſter
Nähe der von der Beſatzung benutzten früheren 18er Kaſerne
fünf große Zementröhren lagen, die mit Prügeln herbeigeſchleppt
worden waren. Ein Prügel lag noch in einer der Zementröhren.
Ferner war ein großer Stein vor das dort befindliche Bahn=
wärterhäuschen
geworfen und dieſes beſchädigt worden. Das
Bahnwärterhäuschen iſt während einiger Stunden der Nacht
nicht beſetzt. In dieſer Zeit wurde die Tat verübt. Die ſofort
angeſtellten Ermittlungen ergaben, daß zahlreiche Fußſpuren, die
von genagelten Schuhen herrührten, zur Mauer der Franzoſen=
kaſerne
führten. Da auch ein auf die Spur geſetzter Polizeihund
die Fährte zu derſelben Stelle der Mauer verfolgte, ſteht es
außer jedem Zweifel, daß die Täter franzöſiſche Soldaten waren.
die nachts über die Kaſernenmauer geſtiegen ſind. Der fran=
zöſiſchen
Beſatzungsbehörde wurde Anzeige erſtattet. Die Strecke
Landau-Zweibrücken wird häufig von franzöſiſchen Militär=
zügen
befahren. Ein Anſchlag auf ſie hätte daher die unüberſeh=
barſten
politiſchen Folgen haben können.

Augden Antsverkändigungen des Kreisams
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Damenpelz. 1 Autobe=
reifungsmantel
. 1 Geldmäppchen mit
Wochenkirte der Elektr. Straßenbahn ( Ja=
kob
Fäth). 1 Portemonnate mit Inhalt.
1 Autonummer 12 1 ſülberner Ohrring
mit weißer Verle. 1 grauer Pelzfragen.
1 goldener Chrring mit weißer Verle. Ein
mittelgroßer Schlüſſel 1 Heiner Schlüſſel
an einer Holzgerte. 1 vergoldeter Zwicker
an einem Halter. 1 Paar ſchwarze Glacé=
handſchuhe
1 Hundehalsband mit Marke.
1 mittelgroßer Schlüſſel am Ring 1 mitt I=
großer
S lüſſel 1 ſchwarze Federboa
1. Brille in Futteral. 1 Bund (7 Stück)
Schlüſſel. 1 grauer Handſchuh. 1 brauner
Glacéhundſchuh. Zugelaufen: 1 Schäfer.
hund /Baſtard).
Sonntagsdienft und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
15 Jan bis einſchließlich 22. Jan den
Nachtdienſt die Merck’ſche Aipotheke,
Rheinſtraße 9, und Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.

4.

(Brennholz.)
Donnerstag, den 20. Jan. 1927,
vorm. 9 Uhr, werden im Fürſten=
ſaale
, Grafenſtr. 20, zu Darmſtadt aus
den Staatswalddiſtrikten Haſenruh,
Kohlberg, Kellerwieſenſchlag und Stock=
ſchlag
der Förſterei Beſſunger Forſthaus
verſteigert:
Scheiter, rm: Birke 2, Buche 351,
Eiche 61, Erle 3; Knüppel, rm: Aſpe
1, Birke 2, Buche 106, Eiche 37, Erle 1,
Hainbuche 1, Fichte 1: Reiſig, H. W.:
Birke 0,50, Buche 35,10, Eiche 7,20,
Erle 0,50, Kiefer 20,05; Stöcke, rm:
Buche 65, Eiche 9, Erle 1, Kiefer 12.
Nummernfolge 1477. Blau unter=
ſtrichene
Nummern kommen nicht zum
Ausgebot. Das Holz iſt vorher einzu=
ſehen
. Nähere Auskunft erteilt Herr
Förſter Kolb zu Beſſunger Forſthaus.
Fernruf 2666.
(1181
Darmſtadt, den 13. Jan. 1927.
Heſſ. Forſtamt Beſſungen.

0.

Freitag, den 21. Januar 1927
vorm. 9 Uhr, wird in Arheilgen
(Wirtſchaft Gg. Erzgräber IV.) aus Di=
ſtrikt
II, Birken 11, 13. 15, 16 und 19
nachſtehendes Holz verſteigert:
Stämme, im: Fichte 124 St. Vb 18,65;
Derbſtangen, tm: Fichte 726 St. I.
59,37, 265 St. II. 8,66;
Reisſtangen, tm: Fichte 137 St. I. 2,20;
Nutzſcheit, rw: Eiche 4,6 II. (geſpalt.),
46,1 II. (rund), 1 Hainbuche 11. (rund);
Scheiter, rw: 171 Buche, 97 Eiche, 1
Hainbuche;
Knüppel, rm: 138 Buche, 93 Eiche, 19
Hainbuche;
Reiſigwellen: 2940 Buche; Stöcke,
rm: 116 Buche, 147 Eiche, 37 Fichte.
Es wird gebeten, das Holz vor der
Verſteigerung einzuſehen. Blau unter=
ſtrichene
Nummern kommen nicht zum
Ausgebot. Auskunft durch Herrn Förſter
Klipſtein (Forſthaus Bayerseich).
Darmſtadt, den 14. Jan. 1927. (1190
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.

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Martinſtraße Nr. 66
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Unterricht.
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tätter
, konſerv aus=
geb
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Schulſtraße 15. 11
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bildung
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Theoxie. Nur Einzel=
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1 Pfd. M. 8.
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1 Pfd. M. 6.
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blüten
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Montag, 17. ds. Mts., von vor=
mittags
9 ab, werden in der Turn=
halle
am Woogsplatz hier, aus den
Diſtrikten Maitanne 27 u. 31, Texas
40 und unter der Wixhäuſer Haus=
ſchneiſe
23 der ſtädt. Förſterei Beſſ.
Tanne (einzige diesj. Verſteigerung
aus der Beſſ. Tanne) verſteigert:
Scheiter, rm: 14 Buche, 8 Eiche,
132 Kiefer;
Knüppel, rm: 7 Buche, 12 Eiche, 226
Kiefer;
(st1022
Stöcke, rm: 3 Buche, 87 Kiefer.
Darmſtadt, den 11. Jan. 1927.
Städt. Güterverwaltung.

Am Mittwoch, den 19. ds. Mts.,
vormittags 10 Uhr, wird im Faſelſtall
zu Groß=Umſtadt ein kaſtrierter, gut
jemäſteter Eber öffentlich an den Meiſt=
bietenden
verſteigert.
(1186
Groß=Umſtadt, den 13. Januar 1927.
Heſſiſche Bürgermeiſterei: Lampe.

Zwergpin ger
( Schnauzer geg gute
Bezahlung zu kaunfen
geſucht. Angeb unter
L. 38 Geſchſt. (1201I

bäuſer, Landhäuſer,/ Brennholzverſteigerung des
KondtoreienMetzger Beil. Forſtamts Mörfelden.
Ergebnis des Dürr=u. Bindfall=
holzes
in d. Förſterei Wieſental.
1. Montag, den 24. Januar 1927,
von vorm. 9 Uhr ab, zu Mörfelden
im Gaſthaus zum Saalbau. Georg Ave=
mary
, Bahnhofſt. 5, kommt zur Ver=
mit
oynung ſteigerung das Dürr= und Windfallholz
aus den Abteilungen 1 bis 16 der För=
ſterei
Wieſental Nr. 40533 und aus den
Abteilungen 7 8, 9, 11, Forſtort Sens=
felder
Tanne Nr. 139, und zwar:
1. Scheiter, rm: Buche 169, Hainbuche
34, Eſche 2, Eiche 123, Birke 28, Erle
9, Linde 6, Kiefer 12:
2. Knüppel, rm: Buche 87, Hainbnche
73, Eiche 80, Birke 65, Ulme 5, Erle
9, Linde 14, Kiefer 133;
3. Reiſig, 100 Wellen: 9,6 Buche, 12,2
Eiche, 2,6 Kiefer;
4. Stöcke, rm: Buche 9.
2. Dienstag, den 25. Jan. 1927,
von vorm. 9 Uhr ab, gleichfalls zu.
Mörfelden im Gaſthaus Saalbau ( Ape=
mary
) wird verſteigert das Dürr= und=
Windfallholz aus den Abteilungen 17
bis 38 der Förſterei Wieſental Nr. 534 874, und zwar:
1. Scheiter, rm: Buche 78, Hainbuche
6, Eſche 1, Eiche 109, Birke 8, Erle 8
Kiefer 11;
2. Knüppel, rm: Buche 62, Hainbuche=
38. Eſche 1, Eiche 79, Birke 4, Ulme3.
Erle 16, Kiefer 157;
3. Reiſig, 100 Wellen: Buche, 4,2, Eiche
6,1, Kiefer 4,5.
Bei der Verſteigerung am Montag
kommen beim Scheirholz folgende Rund=
hölzer
zum Verkauf Hainbuche 9, Eiche
10 und Kiefer 10 rm.
Bei der Verſteigerung am Dienstag
werden beim Scheitholz verkauft Rund=
hölzer
: Hainbuche 2, Eiche 10, Kiefer 8rm-
Blauunterſtrichene Nummern kommem
nicht zum Verkauf.
Auskunft erteilt Herr Förſter Sommer=
lad
zu Forſthaus Wieſental. (1182
Mörfelden, den 13 Jan. 1927.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.

[ ][  ][ ]

Nummer 15

Samstag, den 13. Januar 1927

Seite 5

Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Aus der Landeshauptſiadt.

Darmſtodt, 15. Januar.
Ernannt wurde: am 3. Januar 1927 der Schulamtsanwärter
Sakob Trautmann aus Klein=Bieberau, Kreis Dieburg, zum Leh=
mer
an der Volksſchule zu Nieder=Ramſtadt, Kreis Darmſtadt.
Heffiſches Landestheater. Der am 28. Dezember 1926 veranſtaltete
rſte Werbeabend des Vereins der Theaterfreunde hat den
Srwarteten Erfolg gehabt und den Kreis der Mitglieder nicht unweſent=
ich
erweitert. Der Vorſtand des Vereins war deshalb in der erfreu=
ſlichen
Lage, der Generaldirektion des Heſſiſch.n Landestheaters mitteilen
ſgu können, daß er abermals den Betrag von 3000 Mark für dekorative
Zwecke berei ſtellen wird, und daß begwindete Hoffnung b.ſteht, im
Saufe der Spielzeit noch eine weitere Summe zur Verfügung zu ſtellen.
Es iſt freudig und dankbar zu begrüßen, daß ſich die Ziele des Ver=
ins
einen immer größeren Kreis von Anhängern erwerben.
Hute, nachmittags 3 Uhr wird, zahlreichen Wünſchen des Publi=
aums
entſprechend Humperdincks Märchenoper Hänſel und Gretel
=nit dem Ballett Die Puppenfee wiederholt werden. Zu der
Worſtellung, die der Samstagsfremdenmiete zugeteilt wurde, ſtehen noch
ſgute Plätze aller Platzarten an der Tageskaſſe des Großen Hauſes für
Sen Verkauf zur Verfügung.
Die beiden Märchenfilme Ziſchlein deck dich ud Felix
m Märchenland die morgen Sonntag, nachmittags 3 uud 5 Uhr,
m Kleinen Haus zur Vorführung kommen, erregten überall, wo ſie bis
bretzt erſchienen, die helle Begeiſterung der zahlreichen großen und noch
wiel mehr kleinen Zuſchauer, da ſie alte und uns wohlbekannte Märchen=
Ttoffe behandeln und der Phantaſie der Kinder einen weiten Spielraum
Caſſen. Den Abſchluß der Filmvorführung wird ein luſtiger Film Die
Geiden Globetrotter bilden. Die Preiſe betragen 70 Pf.
rund 1 Mk., doch haben die Kinder unter 14 Jahren Vorzugspreiſe von
B5 und 50 Pf.
Vierte Morgenfeier im Kleinen Haus des Landestheaters. Außer
ſDen Schubert=Lied rn ſingt Guſtav Deharde im Rahmen der morgen,
wormittags 11½ Uhr, im Kleinen Haus ſtattſindenden Morgenveranſtal=
ung
fünf Lieder von Hugo Wolf, darunter die Fußreiſe und Der
FFreund und ſchließt mit einer Anzahl der ſchönſten Lieder von Richard
SStrauß, der noch immer auch einer unſerer gefeiertſten Liedkomponiſten
ſäſt. Begleitung am Flügel: Erich Riede. Karten zu 50 und 80 Pf.
oan der Tageskaſſe des Kleinen Hauſe3 ud bei der Muſikalienhandlung
SSchuitter. Eliſabethenſtraße.
6. Alademie=Konzert. Das 6. Akademie=Konzert findet als Lieder=
EAbend von Fräulein Poldi Heyl, Darmſtadt, am Montag, den 17. d3.
EMts., abends 8 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Iſtatt. Fräulein Poldi Heyl, die ſeit kurzer Zeit auch als Geſangs=
Ulehrerin an der Städtiſchen Akademie zur Unterſtützung von Prof.
Wein.8 tätig iſt, wird mit dieſem Konzert nach langer Pauſe zum erſten=
rmale
wieder in einem großen Programm hier zu Gehör kommen. An=
läßlich
einer Aufführung der Mathäus=Paſſion in Worms ſchreibt die
(dortige Preſſe: Von überäus großer Schönheit ſind die Altpartien des
EWerkes, die die Konzertſängerin Fräulein Poldi Hethl von Darmſtadt
fang. Sie beſitzt einen ungemein klangſchönen überaus anſprechenden,
warmen und beſeelten Alt, der die köſtlichen Arien dieſer Paſſion zur
Fherrlichen Wirkung brachte. Mit welcher Innigkeit und Tiefe der
Empfindung ſang ſie Du lieber Heiland Du, dann zu Beginn des
zweiten Teiles Ach, nun iſt mein Jeſus hin, und nun jener Sang
voll tiefem Weh. Ach Golgatha, unſeliges Golgatha, Solcher Sprache
voll tiefer Ergriffenheit vermag ſich kein Gemüt zu entziehen. Da das
Kl ine Haus faſt ausabonniert iſt, ſtehen nur wenige Karten zum Tages=
verkauf
zur Verfügung. Karten zu 1,50 bis 5 Mk. bei Konzert=Arnold,
Wilhelminenſtraße 9, Telephon 256d.
Familiengeſchichtliche Vereinigung. In der nächſten Monats=
Fitzung Dienstag, den 18. Januar, abends 8½ Uhr, im Heſſiſchen Hof
(Wilhelminenſtraße 1, I. Stock), findet die diesjährige Hauptverſamm=
lung
mit folgender Tagesordnung ſtatt: 1. Geſchäftsbericht, 2. Vor=
ſtandswahl
, 3. Aenderung der Geſchäftsordnung. Darnach hält Herr
Lehrer Hering von Griesheim einen Vortrag über Die Gries=
heimer
Schultheißenfamilie Keller.
Deutſcher Abend des Evangeliſchen Bundes. Es wird nochmals
dorauf hingewieſen, daß der Deutſche Abend des Evangeliſchen Bundes
am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche gehalten
werden ſoll. Nicht nur dem Vortrag des als Schriftſteller und Redner
weithin bekannten Generalſuperintendenten Dr. Schoettler, Magde=
burg
, ſondern auch den Darbietungen der Madrigalvereinigung, die
unter Leitung des Privatdozenten Dr. Noack 9 Chöre, darunter eine
achtſtimmige Motette von H. Schütz, vortragen wird, ſieht man mit
großem Intereſſe entgegen. Da der Feſtvortrag über Proteſtantismus
und Vaterland der Li be zu unſerem Vaterland Ausdruck geben wird,
ſind die Vertreter der Regierung und Behörden beſondors eingeloden
worden. Es wird darauf aufmerkſam gemacht, daß die reſervierten
Plätze, die zu 1 Mk. und zu 50 Pf. in der Buchhandlung von J. Waitz,
Eliſabethenſtraße, und in der Papierhandlung von W. Heckmann zu
beziehen ſind, ſich auf der Emporbühne gegenüber der Kanzel befinden.
Auch die zum Verſtändnis der Chöre notwendigen Programme ſind zu
20 Pf. an den genanten Stellen zu beziehen. (Siehe Anzeige.)
Jahreshauptverfammlung der Liebertafel. Die Liederkafel hielt
im Kaiſerſaal ihre Hauptverſammlung ab, die finanziell, den heutigen
wirtſchaftlichen Verhältniſſen entſprechend, ein befriedigendes Ergebnis
zeitigte. Mit dem künſtleriſchen Erfolg kann der Verein im verfloſſenen
Jahr zufrieden ſein. Der 1. Vorſitzende, Herr W. Mitze, deſſen Amts=
zeit
abgelaufen war, wurde einſtimmig wiedorgewählt; der Verein er=
füllte
damit eine Dankespflicht für die Verdienſte, die ſich Herr Mitze
um die Liedertafel erworben hat. Im übrigen vollzog ſich die Abwick=
lung
der Tagesordnung reibungslos. Herr J. Matheis wunde für lang=
jährige
Mitgliedſchaft und treue Mitarbeitung innerhalb des Vorſtandes
zum Ehrenmitglied mit Sitz und Stimme im Vorſtand ernannt. Die
Ernennung zu Ehrenmitgliedern der Herren A. Konzelmann und W.
Nagel für Verdienſte um den Verein wurde einſtimmig beſchloſſen. Der
ſonſtige ſeitherige Vorſtand wurde wiedergewählt, neu hinzugewählt
wurden die Herren H. Erb und H. Dreſte.
Bund der techniſchen Angeſtellten und Beamten. Am Freitag,
den 21. Januar, abends 8 Uhr, ſpricht in einem Lichtbildervortrag im
Hörſaal Nr. 326 der Techniſchen Hochſchule, Eingang Weſtportal. Herr
Ing. Gröttrup, Berlin, über das Thoma Menſch und Tech=
nik
. Gerade in der heutigen Z it, in welcher die Technik immer weiter
vorwärts ſchreitet, iſt es unbedingt notwendig, ſich einen derartigen
Vortrag über den Einfluß der Technik auf die Geſchichte, Wirtſchaft
und Kultur des Menſchen anzuſehen. Es ſind hierzu alle Kreiſe der
Bevölkerung herzlichſt eingeladen. (Siehe beſondere Anzeige.)
Martinsgemeinde. Die diesjährige Hauptverſammlung der ev.
Männerveneinigung mit der üblichem Tagesordnung findet nächſten
Montag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, im Geweindehaus Liebfrauen=
ſtraße
ſtatt. Beratung der umgearbeiteten Satzungen. Daran ſchließt
ſich die Hauptverſammlung der Nothilfe in Sterbefällen‟. (Siehe An=
zeige
in heutiger Nummer.)
NV. Ueber neue Wege zur Verhütung von Erkältungen haben zwei
Aerzte vom Hygieniſchen Inſtitut der Mediziniſchen Akademie Düſſel=
dorf
ſehr bemerkenswerte Verſuche angeſtellt. Sie berichten darüber in
der Kliniſchen Wochenſchrift folgendes: Als Vorbeugungsmittel
gegen Erkältungsgefahren ſtehen vor allem heiße und alkoholhaltige
Getränke in hohem Anſehen, weil ſie die Eigenſchaften haben, das ſuh=
jektive
Wärmeg fühl zu ſteigern. Uns intereſſiert hierbei beſonders die
Frage, ob nach dem G nuß derartiger Getränke auch eine Erwärmung
der Haut ſtattfindet, die den ganzen Körper betrifft. Wenn wir in dieſer
Hinſicht don Einfluß von 300 Kubikzentimer heißer Füüſſigkeit drei
Taſſen (Temperatur 60 Grad) mit der Wirkung von alkoholhaltigen
Gerränken (25 Kubikzentimeter reiner Alkohol) vergleichen, ſo ergibt
ſich ein auffallender Unterſchied: die Erwärmung der Haut iſt nämlich
nach Alkoholgenuß vicl weniger ausgedehnt als im erſten Fall. Wir
konnten z. B. nicht ſelten beobachten, daß nach dem Genuß heißer Ge=
tränke
im Verlauf einer Abkühlung die Hauttemperatur an weiten Ge=
bieten
der Körperoberfläche, z. B. auch der Bruſt, wi. der normal wurde.
Der Alkohol dagegen beeinflußt die Bruſttemperatur nicht, obwohl die
pſychiſche Einwirkung der getrunkenen Alkoholmenge bereits deutlich
zum Ausdruck kommt. Heißer Kaffee bzw. heißer Tee wirkt keines=
wegs
ſtärkr erwärmend auf die Haut als die gleichen Mengen heißen
Waſſers. Wie die Aerzte übereinſtimmend mitteilen ergibt ſich aus
den Verſuchen, daß der Genuß heißer alkoholfreier Getränke für die
Vermeidung von Abkühlungsfolgen zweifellos als zweckmäßiger be=

zeichmet werden muß als der von Alkohol.

Großes Haus.
Sonntag, 16. Januar. 5. Vorſtellung der Sonntagsfremdenmiete. funden, um ſich offiziell von dem verdienten Manne zu verabſchieden.
Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: Robert und Bertram,
Poſſe von Guſtav Raeder. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Montag, 17. Januar. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 18. Januar. A 10. Anfang 7½ Uhr, Ende geg. 10 Uhr:
10 Mk.
Mittwoch, 19. Januar. E 11. Anfang 6½ Uhr, Ende nach 10½
Uhr: In neuer Inſzenierung: Der Ring des Nibelungen
von Richard Wagner. Erſter Tag: Die Walküre,
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, 20. Januar. C 11. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
Manniſt Mann oder: Die Verwandlung des Packers
Galy Gay in den Baracken von Kilkoa, Luſtſpiel von Bert
Brecht. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, 21. Januar. ( 9 (Darmſtädter Volksbühne); Schüler=
miete
gelb 5. Anfang 7½ Uhr, Ende 101 Uhr: Fidelio,
Oper von Beethoven. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, 22. Januar. II 6 (Bühnenvolksbund). Anfang 7½Uhr,
Ende nach 9½ Uhr: Iphigenie, Schauſpiel von Goethe.
Preiſe 0.80 bis 8 Mk.
Sonntag, 23. Januar. D 11. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10 Uhr:
Die Zauberflöte, Oper von Mozart. Preiſe 1.20 bis
12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 16. Januar. Vormittags 11½ Uhr: Vierte Mor=
genfeier
: Liedermatinee Guſtav Deharde. Am Flügel:
Erich Riede. Preiſe 50 und 80 Pfg.
Nachmittags 3 und 5 Uhr: Kindervorſtellung: Drei
luſtige Märchenfilme (Tiſchlein deck dich, Felis
im Märchenland, Die kleinen Globetrotter). Preiſe 70 Pfg.
und 1 Mk., Kinder 35 und 50 Pfg.
Abends 8 Uhr, Ende 10 Uhr: Außer Miete: Egeplagter
Familievadder Lokalpoſſe von Georg Büchner. Dar=
geſtellt
durch die Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Preiſe 1,2.3 Mk.
Montag, 17. Januar. Abends 8 Uhr: Sechſtes Konzert der
Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. Liederabend
Poldi Heyl. Am Flügel: Profeſſor Karl Beines. Preiſe 1.50,
3.50 und 5 Mk.
Dienstag, 18. Januar. Keine Vorſtellung.
Mittwoch, 19. Januar. Zuſatzmiete II (9). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: Zum erſten Male wiederholt: Geld, Komödie von
Bernard Brentano. Preiſe 1 bis 6 Mk.
Donnerstag, 20. Januar. Abends 8 Uhr: Dritter Beet=
hoven
=Abend des Drumm=Quartetts. Preiſe
1, 2, 3 Mk.

engdi S cait Wahlf e de aeſchan e
Weihnachtszyklus. Anf. 7 Uhr Ende nach 10 Uhr: Figa=
ros
Hochzeit, Oper von Mozart. Preiſe 1 bis 6 Mk.
Sonntag, 23. Januar. Vormittags 11 Uhr nachmittags 2½ und
4½ Uhr: Märchenfilm: Peter Pan. Preiſe 70 Pfg.
und 1 Mk., Kinder 35 und 50 Pfg.
Abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Zuſatzmiete III (7): Der
Biberpelz, eine Diebskomädie von Gerhart Hauptmann.
Preiſe 1 bis 6 Mk.

Gründet jetzt ſchon Weihnachtsſparkaſſen
für Weihnachten 192Z 8trann
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt

Deutſchnationaler Handlungsgehilfenverband. Heute abend um
830 Uhr Vortrag des Koll. Paul Bröcker=Hamburg bei Chriſt,
Grafenſtraße 43.
Die Winterſportabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846
unternimmt am kommenden Sonntag, den 16. d. M. eine Tageswande=
rung
nach der Tromm, wobei gleichzeitig das vom Mittelrheinkreis
(D. T.) bei Zotzenbach zwecks Einrichtung als Jugendheim erworbene
Anweſen beſichtigt werden foll. Abfahrt iſt 701 Uhr ab Hauptbahnhof
mit Sonntagskarte bis Heppenheim. Marſchzeit beträgt 7 Stunden.
Zahlreiche Beteiligung erbeten.
Der Chriſtl. Verein junger Männer, Alexanderſtraße 22, ver=
anſtaltet
am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, einen zweiten, dies=
jährigen
Vortrag, und zwar über den im Januar 1924 heimgegangenen
großen Frankfurter Meiſter, den Vater Wilhelm Steinhäuſer
(Lichtbilder). Redner iſt Dr. Avemarie. Die Veranſtaltung iſt jeder=
mann
zugänglich.
Vereinigung ehem. 97er Darmſtadt ud Umgebung. In der Zu=
ſammenkunft
der neugegründeten Vereinigung konnten wieder Neuauf=
nahmen
vorgenommen werden. Doch noch viele ſind es in Darmſtadt und
beſonders der Umgebung, die dem grünen Regiment gerade während des
großen Krieges angehörten, und der Vereinigung noch fernſtehen. Immer
mehr und mehr verwiſchen ſich bei vielen im Gedächtnis die draußen im
Felde gemachten Erlebniſſe, die im ſchönen und ſchweren Stunden geeinte
Kameradſchaft. Was die ehem. Ner dort erlebt haben, ſchildert die
Regimentsgeſchichte. Es iſt Ehrenpflicht eines jeden, dieſe zu erwerben.
Zum ehrenden Gedächtnis der fürs Vaterland gefallenen Kameraden wird
demnächſt in der erſten Garniſonſtadt des Regiments i Hanau ein Ge=
fallenendenkmal
errichtet. Die kameradſchaftlichen Zuſammenkünfte der
hieſigen Vereinigung finden am 1. Dienstag eines jeden Monats in der
Wirtſchaft Zum deutſchen Hof, Waldſtraße, ſtatt.
Marcell Salzer kommt. Der rühmlichſt bekannte Vortragsmeiſter,
Profeſſor Marcell Salzer, gibt am kommenden Donnerstag, 20. Januar,
im Orpheum einen Heiteren Abend. Zur Darbietung gelangt ein Pro=
gramm
allerbeſter Ausleſe. Der Kartenverkauf beginnt heute bei de
Waal, Rheinſtraße 14, und Verkehrsbüro. Es gelten Eintrittspreiſe
von 1 bis 3 Mark.
Verein der Hundefreunde von Darmſtadt ud Umgegend.
Samstag, den 15. Januar abends 8 Uhr Hauptverſammlung in der
Brauerei Zur Krone‟, Schuſtergaſſe. Vollzähliges Erſcheinen der Mit=
glieder
erwünſcht.
Von der Hamburg=Amerika=Linie wird uns Nachſt=hendes wit=
geteilt
: In den deutſchen Tageszeitungen ſind in den letzten Tagen
vielfach Meldungen verbreitet worden, wonach in den Vereinigten
Staaten eine Abänderung des Einwanderergeſetzes vorgenommen worden
ſei. 35 000 Frauen und Kindern ſoll die Einwanderung in Nord=
amerika
außerhalb der Quote geſtattet werden, falls die Väter oder
Ehemänner dieſr Familien vor dem 1. Juli 1924 in Nordamerika ein=
gewandert
ſind und den Antrag auf Erteilung des amerikaniſchen
Bürgerrechts geſtellt haben. Die Meldung eilt in dieſer Form den Tat=
ſachen
voraus. Die in Rede ſtehende Abänderungsbeſtimmung des ameri=
kaniſchen
Einwanderungsgeſetzes, iſt bisher noch nicht endgültig an=
genommen
, ſondern liegt dem Einwanderungskomitee zur Beratung
vor. Wie die Entſcheidung ausfallen wird, ſteht noch nicht feſt. Um
jedoch im Falle einer endgültigen Annahme dieſer Beſtimmung=
Frage kommenden Perſonen die Ueberfahrt ſo ſchnell wie nu= au=
gängig
zu ermöglichen, nehmen die Hamburg=Amerika=Linie und deren
Vertretungen heute ſchon Vormerkungen der in Betracht kommenden
Perſonen entgegen, damit dieſe gegebenenfalls ſofort über die zu er=
ldigenden
Formalitäten benachrichtigt werden können.

Oberlandesgerichtspräſident Dr. Lang, der mit dem 1. Februar in=
folge
des Geſetzes über die Altersgrenze in den Ruheſtand tritt, hat
geſtern zum letzten Male vor ſeinem Ausſcheiden aus dem Dienſte in
einer öffentlichen Sitzung des Oberlandesgerichts amtiert. Aus dieſem
Anlaß hatten ſich zahlreiche Anwälte in dem Sitzungszimmer einge=
Der Vorſitzende der Heſſiſchen Anwaltskammer und dem Darmſtädter
Anwaltsvereins, Juſtizrat Dr. Bender, gab den Gefühlen der Hoch=
achtung
und des Dankes warmen Ausdruck, indem er die glänzenden
Eigenſchaften des Gefeierten, als vorbildlichen Vertreters des Richter=
Wihelm Tell, Schauſpiel von Schiller. Preiſe 1 bis ſtandes, hervorhob. Mit einem ſcharſen Verſtande begabt, habe es der
Scheidende verſtanden, durch ſeinen unermüdlichen Fleiß, durch eine
außerordentliche Gründlichkeit in Ausführung ſeiner Amtsgeſchäfte,
durch ſein unbeirrtes Streben nach Wahrheit und Gerechtigkeit, und
nicht zuletzt durch ſein immer gleiches Wohlwollen ſich die höchſte
Achtung bei ſeinen Kollegen, bei den Untergebenen und dem rechts=
ſuchenden
Publikum zu erwerben. Einen beſonderen Dank verſchulde
aber der Anwaltsſtand dem ſcheidenden Präſidenten für die Art, wie er
jeweils auch für die Wünſche und Nöte des Anwaltsſtandes ein offenes
Ohr gehabt und dieſem die bereitwilligſte Unterſtützung bei Ausübung
ihres Berufs habe angedeihen laſſen. Dr. Lang dankte ſichtlich
gerührt für die unerwartete Ovation und hob beſonders hervor, daß er
den Dank und das Lob ſeiner ſämtlichen Mitarbeiter, ſpeziell auch auf
den Anwaltsſtand übertragen müſſe, die ihm durch ihr jederzeitiges
Entgegenkommen und die bereitwillige Art, jeweils auf ſeine An=
regungen
und Vorſchläge einzugehen, die Ausführung ſeines verant=
wortungsvollen
Amtes erleichtert hätten. Er gab der Hoffnung Aus=
druck
, daß auch künſtighin durch verſtändnisvolles Zuſammenarbeiten
der Gerichte und der Anwälte die Ausübung der Rechtsſprechung und
die Rechtspraxis im Intereſſe der Allgemeinheit mehr und mehr geför=
dert
werden möchte. Nach Schluß der öffentlichen Sitzung verabſchie=
dete
ſich Präſident Lang auch von ſeinen Kollegen im Oberlandesgericht.
Ihm dankten für die Mitglieder des Oberlandesgerichts Senatspräſident
Schmidt und ſpeziell für die Mitglieder des eigenen Senats Ober=
landesgerichtsrat
Dr. Güngerich. Den Wünſchen und den Dankes=
gefühlen
, wie ſie von ſeinen Kollegen und den Anwälten dem Scheiden=
den
zum Ausdruck gebracht worden ſind, können ſich alle diejenigen an=
ſchließen
, die Herrn Dr. Lang im Leben näherſtanden. Es iſt gewiß der
Wunſch weiteſter Kreiſe, daß dem verdienſtvollen Manne noch lang=
Jahre ungetrübter Geſundheſt beſchieden ſein möchten.
Das Schloßmuſeum iſt außer Samstags täglich geöffnet; Füh=
rungen
finden nur vormittags um 11 und 11½ Uhr ſtatt.
Männervereinigung der Petrusgemeinde. Die letzte Monats=
verſammlung
der Männervereinigung hatte inſofern eine erhöhte Be=
deutung
, als ſie zugleich die ordentliche Hauptverſammlung war und
deshalb den Jahresberſicht über die Tätigkeit der Vereinigung im Jahre
1926 und die Neuwahl des Vorſtandes brachte. Erſterer wunde von
dem Erſten Schriftführer erſtattet, der ſeine Betrachtungen unter das
Licht der Fragen ſtellte: Wat tat ich?. Was zu tun unterließ ich? Was
iſt ferner meine Pflicht zu tun?. Die anweſenden Mitglieder wurden
hiendurch aufgefordert, nicht allein beſinnliche Rückſchau zu halten,
ſondern auch mit entſchloſſenem Geiſte an die Aufgaben der Zukunft
heranzutreten unter Beachtung des Jakobuswortes: So der Heur will
und wir leben, wollen wir dies und das tun. Die Wiederwahl des
erſten Schriftſührers und des Rechners erfolgte einſtimmig, ebenſo die
Wahl des Herrn Kirchenvorſtehers Geyer und des Herrn Oberpoſt=
ſekretärs
Schweitzer zu neuen Mitgliedern des Vorſtandes. Zum
lebhaften, allgemeinen Bedauern konnte ſich der ſeitherige erſte Vor=
ſitzende
, Herr Inſpektor Roth, nicht entſchließen, die einſtimmig er=
folgte
Wiederwahl anzuehmen, trotz witderholter dringender Bitten
durch mehrere Mitglieder in der Verſammlung. So ſah ſich die Haupt=
verſammlung
gezwungen, in einem neuen Wahlgange einen neuen
erſten Vorſitzenden zu wählen. Doch herrſchte dabet erfreulicherweiſe
die gleiche Einſtimmigkeit, indem alle Stimmen ſich Herrn Oberreal=
lehrer
Frank zuwandten. Dem ſeitherigen Vorſitzenden wurde dunch
den die Wahlhandlung leiderden erſten Schriftführer der herzliche Dank
ausgeſprochen für ſeinen Eifer, ſeine Hingabe und ſeine Treue, mit

Lersce e ehe
* Große Strafkammer. Ein in Egelsbach ſtattgehabter Zuſammen=
ſtoß
eines Autos mit eimem Motorrad, üüber das im erſten Rechtszuge
ausführlich berichtet wurde, wurde in dieſer Inſtanz nochmals unter
Beweisaufnahme aufgerollt. Der verurtoilte Kraſtwagenführer Kro=
neſter
in Egelsbach hatte gegen ſeine Verurteilung Berufung ver=
folgt
, indes mit dem Ergebnis, daß das Rechtsmittel verworfen wurde.
* Erinnerungen aus dem Gerichtsſaal. Der Name Domela iſt
auch in Darmſtadt nicht unbekannt. Der falſche Hohenzollernprinz hat
auch hier debutiert, kam aber, wie aus unſerer Nr. 83 vom 24. März
1925 hervorgeht, beim Bezirksſchöffengericht verhältnismäßig glimpflich
weg: 8 Wochen Gefängnis unter Anrechnung von 7 Wochen Unter=
ſuchugshaft
. Wir verweiſen im übrigen auf den angezogenen Bericht.
Polizeibericht. Ein Unbekannter macht ſeit einiger Zeit in den
Abendſtunden die äußeren Straßen des Nord=Weſtviertels der Stadt un=
ſicher
. Er folgt alleingehenden Frauen und Mädchen, packt ſie im gün=
ſtigen
Augenblick, wenn keine Paſſanten in der Nähe ſind, am Halſe
und den Beinen an und verſucht dieſelben auf den Boden zu werfen.
Nach den jetzt bis jetzt vorliegenden Fällen kann man mit Beſtimmtheit
annehmen, daß man es nicht mit einem Räuber, ſondern einer Sittlich=
keitsverbrecher
zu tun hat. Der Täter wird wie folgt beſchrieben: 23 bis
25 Jahre alt, mittelgroß, kräftig, breite G ſtalt und glattraſiert. Be=
kleidet
war er mit kurzer Hoſe, grauer Strickfacke, die mit zwei Reihen
Verlmuttknöpfen beſetzt iſt, ſchwarzen Ledergamaſchen und Sportmütze.
Perſonen, die ſachdienliche Angaben für die Täterermittelung machen
können, werden gebeten, bei der Krim=Abteilung, Bimmer 10 vorzu=
ſprechen
. In den Anlagen verübte eine Mannsperſon in den Mittags=
ſtrunden
, vorwiegend wenn Schulmädchen in ſeine Nähe kamen, durch
Entblößen ſeines Geſchlechtszeils öffentliches Aergernis. Er konnte
ermittelt werden. Eine 46jährige, ſchwer nervenleidende Fmau hat
ihrem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht.
Kunfinotizen.
Ueber Wertz, Künſſſer oder känftleriſche Deranſtaltungen, deren im Nachſtehenden drwchnung
geichteßt, behelt ſch die Redattion ihr Urtell voe.
Reſibdenz=Theater. Der Schuß im Pavillon‟. Dieſe
Handlung, die zeigt, wie ein unſchuldiger Mann durch die Verführungs=
künſte
eines ſchönen Weibes auf verbrecheriſche Bahnen gerät, bis die
reine Liebe ſeiner Tochter in Verbindung mit der fabelhaften Geſchick=
lichkeit
des Meiſterdetektivs ihn rettet, iſt ſo ſpannend wie nur je ein
Kriuninalſchmöher, den ich als Junge heimlich verſchlungen habe. Das
Tempo der Handlung wird wirkungsvoll noch geſteigert durch die Dar=
ſtellungskunſt
Ernſt Reichers. So oft man den Künſtler ſchon in ſeinem
Spezialmilieu ſah immer wieder feſſelt er durch die eindrucksvolle
Art ſeines Spiels und die treffliche Maske.
Palaſt=Lichtſpiele. Lya Mara in Die lachende Grille.
Lia Mara als Fadette, wie ſie das macht, wie ſie ganz queckſilbriger
Kobold und dann die um ihre Liebe leidende Frau iſt, das iſt herrlich!
(8=Uhr=Abendblatt Nr. 381.) Für Deutſchland iſt er heute der ſtärkſte
Artivpyſten, einer, der vor allem das deutſche Kino nie enttäuſcht
(Film=Kurier Nr. 282.) Das Deutſche Lichtſpiel=Syndikat darf auf
ſeinen neuen Film ſtolz ſein. (Nachtausgabe Nr. 280.)

Lokale Veranſtaltungen.

Orangeriegarten. Am morgigen Sonntag findet ein
Rheiniſcher Karnevalabend mit anſchließendem Ball ſtatt, wobei karne=
paliſtiſche
Vorträge ſowie gemeinſames Abſingen froher Lieder deu
Gäſten einige fidele Stunden bringen wird. Der Eintritt iſt frei. (Siehe
morgige Anzeige.)
m
Tageskalender für Samstag, den 15. Januar 1927.
Heff. Landestheater, Großes Haus, 4. Vorſt. d. Samstag=
Fremdenmiete, nachm 3 Uhr, Ende gegen 6 Uhr: Hänſel und Gretel;
hierauf: Die Puppenfee. Kleines Haus, Zuſatzmiete V (8), Anf.
7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Geld. Odenwaldllub abends 8 Uhr,
im Saalbau: Dekorierungsfeſt und Stiftungsfeſt. Kaufmänn.
Verein, abends 8 Uhr in der Vereinigten Geſellſchaft: Stiftungs=
feſt
. Konzerte: Schloßkaffe, Hotel Schmitz, Frankfurter Hof,
Heſſiſches Haus, Perkeo. Tanz: Café Rheingold, Weinhaus
Weißer Turm, Taunusburg. Kinovorſtellungen: Union=,
Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 15. Januar 1927

Nummer 13

Heſſiſche Landwirtſchaftliche Woche.

Schlußveranſialtungen. 30. Generalverſammlung des Landespferdezuchtvereins Heſſens.
Tagungen des Landesverbandes der Obſt= und Gartenbauvereine und des Landesverbands
heſſiſcher Geflügelzüchtervereine.

Mit der geſtrigen Vormittagsveranſtaltung im Fürſtenſaal erreichte
der Vortragskurſus der Landwirtſchaftlichen Wohe ſein Ende. Herr
Präſident Henſel dankte für das rege Intereſſe, das allen Vorträgen
entgegengebracht wurde und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der nächſte
Vortragskurſus der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer eine ebenſo große
Zahl von Landwirten zuſammenführen möge, wie in dieſem Jahre,
zum Segen und Wohle nicht uur jedes einzelnen Landwirts, ſondern
auch des ganzen Vaterlandes. Er hieß in herzlichen Worten die An=
geſenden
, insbeſondere die Vertreter des Land’spferdezuchtvereins, der
Regierung und der einzelnen Korporationen willkommen und erteilte
dann Herrn Rittergutspächter Dr. Haugen=Wanfried (Bezirk Kaſſel)
das Wort zu ſeinem Referat über die Fragen aus dem Gebiet
der Kaltblutzucht unter Berückſichtigung der bäuer=
lichen
Verhältniſſe‟ Der Vortragende wies zunächſt darauf hin,
daß ſein Vortrag beſonders für Züchter mit noch junger Erfahrung
beſtimmt ſein werde. Die Ausbildung der bäuerlichen Laudwirte in
fremden Wirtſchaften ſei von großem Wert, um zu einer großen Erfah=
rung
zu kommen. Redner vertritt in der Frage Waumblut= oder Kalt=
blutzucht
nicht die Anſicht, daß eine Art vorzuziehen iſt. Wenn die
Kaltblutzucht heute bevorzugt wird, ſo geſchieht das deshalb, weil Kalt=
blütler
mehr finanzielle Vorteile bringen. An namhaften Kaltblütler=
Raſſen kennen wir u. a. die belgiſche und die Pinzgauer Raſſe; aber
das Pferd belgiſcher Raſſe wird ſtets an erſter Stelle zur Zuchſt bleiben.
Redner behandelt dann den Typ der Kaltblutraſſe, die Aufzucht und
Fütterung. Körperbau, insbeſondere ein raumgreifender Schritt, feſte
Prpportionen bilden einen feſtſtehenden Typ der Kaltblütler. Die Maß=
verhältniſſe
ſind natürlich bei den einzelnen Raſſen verſchieden. Kalt=
blüter
ſind mit drei Jahren reif, während die Warmblüter zwei Jahre
länger brauchen. Von großer Bedeutung iſt die Knochenſtärke; Robuſt=
heit
und Typ drücken ſich in ihr aus. Kaltblüter können natürlich nur
da gezüchtet werden, wo Klima und Fütterung geeignet ſind. Sorgfäl=
tige
Unterſuchungen nach dieſer Nichtung der Akklimatiſation und For=
ſchungen
über. Die Zucht bodenſtändiger Tiere wurden von vielen
Forſchern angeſtellt. Der Kaltblütter verlor ſtets am Typ, wenn er
i eine ihm nicht günſtige Umwelt verſetzt wird. Die Grundlage einer
erfolgreichen Zucht bildet die geſunde Zuchtſtute‟. Wer alſo Erfolg
haben will, benutze gute, reintypiſche Stuten. Bei Auswahl guter
Stuten verlaſſe man ſich nicht auf den Stammbaum, denn der Stamm=
baum
gibt noch keine Gewähr, daß eine ſolche Stute gut vererbt. Man
ſtrebe, ſich die Kenntnis guter Stammbäume anzueignen; man ſehe
ſich nach Möglichkeit Vater, Mutteu und auch eventuell Geſchwiſter der
Stute bei Anſchaffung einer neuen Zuchtſtute an. Die tragende Stute
darf nicht fett ſein. Da die Stute Arbeitstier iſt, wird außer in den
letzten Wochen der Trächtigkeit keine Rückſicht auf dieſe zu nehmen ſein.
Gegen den Komplex der Erkrankungen, der Fohlen kann durch Impfen
vielleicht vorgegangen werden; auf jeden Fall darf man ſich durch Fehl=
ſchläge
nicht abſchrecken laſſen. Nicktige Fütterung und Weidegang der
Fohlen und der Mütter, hauptſächlich Bewegung und frühzeitige Huf=
pflege
ſind zu beachten. Die Fohlen werden in etwa vier Wochen ab=
geſetzt
; ſie werden mit Rotklee oder Luzermehäckſel gefüttert. Im vor=
geſchrittenen
Alter kommen die Fohlen bei jeder Witterung zur Weide.
Ueberwinterung der Fohlen im Freien wäre an ſich möglich, aber nicht
ſehr zu empfehlen. Nach dem Abfohlen der mit zwei Jahren gedecten
fungen Tiere kommen dieſe mit 3½ Jahren ins Geſchirr. Die Oeff=
nug
der Grenzen für die Einfuhr von Pferden im Jahre 1925 war den
Pferdezüchtern unbegreiflicherweiſe zunächſt nicht bekannt, während die
Händler das ſchon wußten. Die Pferdmezüchter wurden damals ſchwer
geſchädigt. Der Bedarf an Kaltblutpferden iſt immer noch geſtiegen in=
folge
des intenſiheren Ackerbaues und Weiterverbreitung der Benutzung
von Pferden in der Landwirtſchaft. Die Zahl der gebrauchten Pferde
iſt noch keineswegs im Schwinden. Zwar wurde die Verwendung von
Wagen= und Luxuspferden herabgemindert, aber in der Landwirtſchaft
werden Pferde ſtets, auch in Zukunft gebraucht. Die Propagauda =
das
Pferd muß von den vereinten Züchtern getrieben werden. Durch
Zugleiſtungsprüfungen, Staffettenfahrten muß die Leiſtungsfähigkeit der
Pferde bewieſen werden. Um das Intereſſe des Auslandes zu wecken,
müſſen Verkaufsveranſtaltungen in größerm Maße ſtattfinden.
Der lehrreiche Vortrag wurde dankbar aufgenommen. In der
folgenden Ausſprache wurde die Weiterverbreitung der Idee der guten
und ausreichenden Weiden dringend empfohlen. Herr Präſident
Henſel dankte in einem Schlußwort dem Herrn Referenten und gab
nochmals ſeiner beſonderen Freude über das lebhafte Juteveſſe für den
Vortragskurſus Ausdruck, der nunnehr ſein Ende erveicht hatte.
Nach einer kurzen Unterbrechung wurde die 50. ordentliche
Mitgliederverſammlung, die
Zubiläumsverſammlung des Landespferde=
zuchtvereins
für Heſſen
durch den erſten Vorſitzenden, Herin Oekonomierat Müller, eröffnet.
Als erſter Punkt der Tagesordnung war ein Vortrag des Herrn Oeko=
nomierat
Fritſch=Dilshofen über 50 Jahre Landespferde=
zuchtverein
vorgeſehen.
Der Vortragende gab einen eingehenden Rückblick über die Geſchichte
des Landespferdezuchtvereins ſeit ſeiner Gründung. Er unterſtrich dabei
die enormen wirtſchaftlichen Vorteile, der Pferdezuchtvereine für die
Länder, namentlich auch für Heſſen. Der Krieg brachte natürlich großen
Schaden, da die Tätigkeit des Vereins faſt völlig lahmgelegt wurde. Im
einzelnen eingehend auf beſonders wichtige Jahre in der Geſchichte des
heſſiſchen Pferdezuchtvereius, der am 13. Mai 1877 in einer Verſamm=
lung
von 287 Herren konſtituiert wurde, verfolgte der Vortragende das
Anwachſen nicht nur der Mitgliederzahl, ſondern auch der zu leiſtenden
und geleiſteten Arbeit. Im Jahre 1878 wurde ein Grundplan zur För=
derung
der Pferdezucht aufgeſtellt und den Vereinen beſtimmte Richt=
linien
gegeben, die ſich ſpäter gut bewährten. Als Anerkennung für ihre
Tätigkeit erhielt der Verein finanzielle Unterſtützung durch den Staat.
Nach 25 Jahren gehörten dem Landesverein bereits 1900 Mitglieder an.
Das Vertrauen der Regierung blieb dem Landespferdezuchtverein auch
erhalten, als das heſſiſche Landesgeſtüt ein ſelbſtändiges Inſtitut wurde.
Es wurden Pferdemärkte geſchaffen, ein Grundſtück au der Eſchollbrücker
Straße erworben und durch einen Darmſtädter Pferdemarkt, der bis
beute weiterbeſteht, die Zucht gefördert. In ſeinen weiteren Ausfüh=
rungen
kam der Redner auf die Zuchtrichtungen (den Arbeits= und Wa=
genſchlag
der Pferde) zu ſprechen, ferner auf die Weidegänge, Fütterung
und Aufzucht. In ehrenden Worten gedachte er der Förderer des Lan=
despferdezuchtvereins
, insbeſondere des Ehrenpräſidenten Exz, von
Veſterweller, deſſen Nachfolger, als Vorſitzender Oekonomierat
Müller=Neuhof (Oberheſſen) wurde. Er forderte zu einem ferneren
engen Zuſammenarbeiten mit der Laudwirtſchaftskammer auf, deren =
tigkeit
, Eutgegenkommen und Unkerſtützung man viel zu dauken habe,
und ſchloß ſeinen Vortrag mit dem Wunſche eines weiteren gedeihlichen
Wirtens des Landespferdezuchtvereins zu deſſen und unſeres Landes
Wohl und Segen.
Herr Oekonomierat Müller dankte dem Referentem für ſeine aus=
gezeichneten
Ausführungen und begrüßte in herzlichen Worten die Ver=
fammlung
, insbeſondere die erſchienenen Ehrengäſte.
Herr Präſident Henſel wünſchte im Namen der Landwiutſchafts=
kammer
dem Landespferdezuchtverein Glück zu ſeinem Jubiläum und
überreichte einigen Mitgliedern, u. g. Herrn Oekonomierat Müller, Oeko=
nomierat
Fritſch. Oberſtleutnant v. Neuville für ihre anerken=
nenswerte
, ſegensreiche Tätigkeit Ehrenurkunden oder Medaillen. Dem
Jubelverein ſprach er die Hoffnung auf ein weiteres Blühen und Ge=
deihen
aus.
Herr Prodinzialdirektor Kranzbühler, als Vertreter der
Staatsbehörden, brachte dem Jubelverein herzliche Glückwünſche für die
Zukunft dar.
Im weiteren Verlauf der Tagesordnung wurde der ſeitherige Vor=
ſtand
wiedergewählt, der Jahresbericht erſtattet und dem Rechner Ent=
laſtung
erteilt. Der Vorauſchlag für 1927 wurde genehmigt. In wei=
teren
Ausführungen in der Diskuſſion nahmen u. a. die Herren Oeko=
nomierat
Dettweiler, Oberlandſtallmeiſter Schörke und die Landwirte
Häuer und Wolf das Wort. Der Vorſitzende ſchloß die Verſammlung
mit dem Wunſche, daß alle gegebenen Auregungen weitgehenſt befolgt
wüirden. Folgende
Entſchließung
kam zuu Abſtimmung und wurde angenommen:
e auläßlich der Feier ſeines 50jährigen Beſtehens anweſenden
Mitglieder des Landespferdezuchtvereins ſowie die auwefenden Pferde=
züchter
aus allen Teilen Heſſens bedauern außerordentlich die vorge=
udmmente
Verminderung des Landgeſtüts. Sie halten den bereits er=
fglaten
Abbau des Landgeſtüts im Intereſſe der beſſiſchen Pferdezucht

für außerordentlich ſchädlich und eine weitere Verminderung der Zahl
der Hengſte für unmöglich. Eine weitere Verminderung der Zahl der
Heugſte wird auch eine weitere Verminderung der Dechſtationen mit ſich
bringen, und die zurückzulegenden Wege bis zur nächſten Deckſtation
wenden derart groß werden, daß die Pferdezucht in einigen Gebieten
Heſſens nicht mehr aufrecht zu erhalten iſt. Die heſſiſchen Pferdezüchter
ſind zumeiſt alle kleinere Landwirte, die nur in der Lage ſind, Pferde
zu züchten, wenn dies nickt mit großen Koſten verbunden iſt, wenn alſo
der Staat für geeignete naheliegende Deckſtationen ſorgt. Die Ver=
minderung
der Zahl der Deckſtationen, aus der man eventuell einen
Räickgang der heſſiſchen Pferdezucht entnehmen könnte, iſt nur eine
vorübergehende Erſcheinung. Die heſſiſche Landwirtſchaft hält es wirt=
ſchaftlich
für beſſer, wenn der Pferdebedarf im eigenen Lande gezogen
werden kann, als daß alljährlich für den Pferdeankauf große Summen
Geldes über die Grenz gehen.
Die heſſiſchen Pferdezüchteu haben weiter Kenntnis davon erhalten,
daß der jetzige bewährte Leiter des Landgeſtüts, Herr Landſtallmeiſter
Schörke, wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruheſtand ver=
ſetzt
werden ſoll. Die Pferdezüchter halten es gerade in der Zeit, in
der durch den Abbau des Landgeſtits eine Organiſationsänderung des=
ſelben
notwendig iſt, nicht für zweckmäßig, wenn ein Wechſel in der
Perſon des Leiters des Landgeſtüts eintritt. Sie glauben daher, daß
man den jetzigen Leiter des Landgeſtüts, welcher ſich bei der heſſiſchen
Landwirtſchaft wegen ſeiner großen Erfahrungen und Sachkenntnis in
der Pferdezucht allgemeiner Beliebtheit erfreut, noch einige Jahre an
ſeiner Stelle belaſſen ſoll.
Die Beſichtigung der Henaſte des Lanbgeſtüts
fand nachmittags unter zahlreicher Beteiligung ſtatt. Sechs Hengſte
wurden in der gedeckten Bahn vorgeritten; ein Heugſt, ein glänzender
Gänger im Wagen, vorgeführt, die übrigen Tiere in langſamem Gang
und Trab. Herr Oberlandesſtallmeiſter Schörke gab zu jedem ein=
zelnen
Tiere wertvolle Erläuterungen bezüglich der Abſtammung, der
Leiſtungsfähigkeit, des Alters und der Fütterumg.
Hauptverſammlung des Landesverbandes
der Obſt= und Gartenbauvereine Heſſens.
Heute vormittag um 10 Uhr begann im Rummelbräu die außer=
ordentliche
Hauptverſammlung des Landesverbandes der Obſt= und
Gartenbaubereine Heſſens, unter dem Vorſitz des Geheimen Regierungs=
rates
u. Hahn, der die zahlreich Erſchienenen insbeſondere auch
die Ehrengäſte begrüßte und auf die Bedeutſamkeit der Tagung hinwies.
Kreisobſtbauinſpektor Metternich=Büdingen ſprach über die
Einführung eines einheitlichen und zeitgemäßen Obſtabſatzes, unter be=
ſonderer
Verückſichtigung der Verpackung (mit Demonſtrationen). Der
Nedner leitete ſeine Ausführungen mit der Bemerkung ein, daß es ein
Ziel der deutſchen Landwirtſchaft ſein müſſe, ſich in der Ernährung vom
Ausland möglichſt unabhängig zu machen. Die letzten Jahre haben, ſo
fuhr er dann fort, den Obſtzüchtern großen Schaden gebracht; zunächſt
die Inflation, dann die Deflation, ferner die Einfuhr von Südfrüchten,
die Einrichtung von Umſchlagbahnhöfen für Obſt uſw. in München und
Frankfurt, die Einfuhr amerikaniſcher Aepfel, aber auch die Unkenntnis
der Wünſche der Verbraucher und die Unkenntnis der Marktlage bei
den Züchtern. Für die Preisbildung iſt das Ausſehen der Früchte von
Bedeutung. Wenn wir unſer deutſches Obſt genau ſo in der Aufmachung
verkaufen, wie das Ausland, werden wir auch dieſelben Preiſe erzielen.
Wir ſind in Deutſchland ſehr wohl in der Lage, dieſelbe Qualität von
Früchten zu bieten. Der Verkäufer muß jetzt auf die geſteigerten Wünſche
der Käufer eingehen. Der deutſche Erzeuger beſitzt immer noch eine
Gleichgültigkeit und Sorgloſigkeit, die er unbedingt ablegen muß. Wenn
die Bauern und Obſtzüchter nicht die Anweiſungen befolgen, die zur
Beſſerung ihrer Lage führen, ſo werden ſie untergehen. Zunächſt iſt
eine Werbung notwendig, damit der Verbrauch deutſchen Obſtes
wieder zunimmt; dann iſt aber auch erforderlich, daß an Bahnhöfen
und an anderen öffentlichen Orten Reklame in anſprechenden Bildern
und Plakaten für den deutſchen Obſtverbrauch gemacht wird. Ferner
muß eine Umſtellung in der Beſchickung des Marktes vorgenommen
werden, und zwar durch beſſere Sortierung und Verpackung. Der
Obſtzüchter darf nicht mehr Schauware bieten. Notwendig iſt die Schaf=
fung
von Zentralſtellen zur Obſtverwertung. Augenblicklich wird eine
Obſtverwertungszentrale ins Leben gerufen. Anſchließend an die Zen=
tralſtellen
ſollen noch Bezirksſtellen eingerichtet werden. Für eine rich=
tige
Sortierung empfahl der Redner, das Obſt nach der Ernte ſofort
in beſtimmte Lattenkiſten zu verpacken, und nicht erſt in Haufen aufzu=
ſchütten
. Als Verpackungsgefäß kommt nur die Einheitskiſte in Betracht.
Die Bezeichnung ſüddeutſche Einheitskiſte iſt abzulehnen, denn die Norm
der Kiſte gilt für ganz Deutſchland. Sie iſt in Ausmaß und Faſſungs=
vermögen
der amerikaniſchen Kiſte nachgebildet. Der Redner zeigte der
Verſammlung Muſter ſolcher Kiſten vor; auch wurden Packungen von
Aepfeln aus Amerika zur Schau geſtellt. Auch andere Kiſten und andere
Verpackungsarten waren zu ſehen und ihre Eigenart wurde erläutert.
Ein Verkauf von Obſt in Körben erbrachte nach einem Beiſpiel, das
der Vortragende mitteilte, rund B3 Mark im Durchſchnitt, aber 35 Mark
bei Verpackung in Kiſten. Für den Poſtverſandt wird eine flache Kiſte
verwandt. Sortierbretter und Preſſen zum Verpacken wurden vom
Nedner am Schluß ſeines Vortrags ebenfalls in ihrer Arbeitsweiſe be=
ſprochen
. Der Vortrag wurde ſehr beifällig aufgenommen.
Kreisobſtbauinſpektor Mazarin hielt hierauf einen Vortrag über:
Die Sortenbeſchränkung, ein Ziel zur Hebung des Obſtabſatzes. Der
Redner zählte eine Reihe von Nachteilen auf, vor allem die Ueberzahl
von Sorten, die dem Obſtbau geſchadet haben. Das Ausland hat ſich
demgegenüber auf wenige Sorten, namentlich ſolche mittlerer Größe
und gefälligen Ausſehens beſchränkt. Die Ausländer ſind ſehr rührig
und paſſen ſich den Wünſchen der Kunden anz wenn der Deutſche ebenſo
verfährt, die Sortenwahl beſchränkt und marktfähige Ware liefert, ſo
kann er ſich das ihm verloren gegangene Abſatzgebiet wiedererobern.
Der Redner beſchrieb im einzelnen, welche Forderungen an das Obſt
heutzutage geſtellt werden müſſen, die je nach der Art der Verwen=
dungszwecke
verſchieden ſind, ob es ſich um Tafelobſt, Obſt für Konſerven,
für Wein= und Moſtbereitung uſw. handelt. Er erörterte die Frage,
wann frühe oder ſpäte Sorten vorzuziehen ſind. Der Markt leidet im
allgemeinen darunter, daß im Herbſt zuviel Obſt angefahren wird.
Die Gemeinden und Gegenden, die bevorzugte Lagen und Abſatzmöglich=
keiten
haben, müſſen unter Führung der Landwirtſchaftskammer oder
der Ausſchüſſe gemarkungsveiſe Umpropfungen der Obſtbäume vor=
nehmen
wozu wenige, aber geeignete Sorten zu wählen ſind. Nur
ſolche Anlagen dürfen behördlich gefördert werden. Die Edelreiſer ſind
von gemeinſamer Stelle aus zu beziehen. Wichtig für die Entſcheidung,
ob Früh= oder Spätſorte, iſt das Zurateziehen einer phänologiſchen
Karte. Alles Schlechte muß ausgemerzt werden; der Redner nannte
eine Reihe von Sorten, die aus Heſſen zu verſchwinden hätten. Der
Kleinobſtbau iſt in den Großobſtbau einzugliedern. Bei der Erwähnung
der geeigneten und anbauwürdigen Obſtſorten bezog ſich der Vor=
tragende
im weſentlichen auf die von der Landwirtſchaftskammer feſtge=
ſtellte
Liſte und wies empfehlend auf beſondere Sorten hin. In ſeinen
Schlußworten betonte der Vortragende den Wert einer großzügigen
kaufmänniſchen Organiſation für die Obſtverwertung, wie ſie das Aus=
land
bereits hat. Auch dieſer Vortrag war von lebhaftem Beifall be=
gleitet
.
Die heutige Nachmittagsverſammlung des Landesverbaudes der Obſt=
und Gartenbauvereine wurde um 3 Uhr von dem Vorſitzenden Geheimen
Regierungsrat von Hahn, mit einer Begrüßungsanſprache eröffnet.
Ein früherer Vortrag wäre bereits ein Anlaß geweſen, daß viele Ge=
meinden
mit Erfolg die Schädlingsbekämpfung in die Hand genommen
hätten; aber mit Maßnahmen nur für ein Jahr wäre es nicht getan,
deun ſie müßten jahrelang fortgeſetzt werden. Der Landesverband habe
deshalb beſchloſſen, noch einmal einen Vortrag über Schädlingsbekämp=
fung
halten zu laſſen.
Landesobſtbauinſpektor Pfeiffer=Darmſtadt ſprach dann über
Nelzeitliche Schädlingsbekämpfung im Obſtbau‟. Der Redner ſtellte
den Gedanken voran, daß die Nützlinge, die Geguer der Schädlinge (die
Vögel) nicht ausreichen manche der Schädlinge wirkſam zu bekämpfen.
Wie erfolgreich aber Vögel in Amerika waren, zeigte der Redner an
mehreren Beiſpielen. Kaun der Landwirt allein die Schädlinge mit Er=
folg
bekämpfen oder iſt hierzu ein Zuſammenſchluß notzwvendig? Der Red=
ner
erkläcte hierzu: Die vorbereitenden Maßnahmen kamn der einzelne
Landwirt vornehmeit. z. B. das Ausputzn der Bäume, im weiteſten
Sinne. Bei Me=ictipflanzungen iſt möglichſt mit der Obſtart zu wechſeln
und auf die Bodenart, iſt dabei Rückſicht zu nehmen. Die eigentliche
Schädlingsbekämpfung muß darch Arkeitzkolonnen vorgenommen werden

anter Führung eines Obftbauvereins oder des Bürgermeiſters. Weil das
Heer der Schädlinge außerordentlich groß iſt, muß die Bekämpfung mög=
lichſt
wirtſchaftlich geſtaltet werden. Man muß mit einem Mittel mehrere
Arten zu treffen ſuchen. Die Maßnahmen im großen durchzuführen,
empfiehlr ſich deshalb, weil die Bekämpfungsmittel, im großen bezogen.
weit billiger ſind. Zu beachten iſt, daß viele der Mittel giftig ſind. Mon
kann zufrieden ſein, wenn man die Schädlinge bis zu etwa 70 Prozent,
wie im Weinbau, zurückdämmen kann. Der Vortragende gab hierauf
eine Reihe perſönlicher Erfahrungen zur Schädlingsbekämpfung bekannt.
Weiter erörterte der Redner die Art der Bekämpfung im Winter und
im Frühjahr. Die Obſtmade (Apfelblütenſtecher) iſt mit Arſen zu be=
kämpfen
; am wirkſamſten geſchieht es zur Zeit, wenn die Blüte abfällt.
Nach etwä 10 Tagen iſt das Spritzen zu wiederholen, unter Umſtänden
noch einmal.
Geheimrat von Hahn dankte dem Redner für ſeinen von der Ver=
ſammlung
mit lebhafter Zuſtimmung aufgenommenen Vortrag, der vie
les Neue gebracht habe. Der Vorſitzende erklärte ſodann: Wenn die
Maßnahmen, die heute von den Rednern beſprochen wurden, durchge=
führt
warden ſollen, wenn der Kampf um den Markt ſiegreich ſein ſoll,
ſo bedarf es der Führung. Die Obſtbauvereine müſſen gefördert wer=
den
; werben Sie deshalb für dieſe Vereine. Die Sachverſtändigen im
Obſtbau ſind die gegebenen Führer, es ſind die Obſtbaubeamten. Am
1. April gehen mu die Kreisſtraßen an die Provinzen über, damit auch
die Oſtbäume an den Kreisſtraßen. Es heißt, daß jedoch die Provinzen
nicht alle Obſtbaubeamten übernehmen wollten. Die maßgebenden Kreiſe
ſollten dafür wirken, daß dieſe Beamten uns erhalten werden. Es wäre
geradezu kataſtrophal, da wir nur wenige Obſtbaubeamte haben, wenn
nicht alle in ihren Wirkungskreiſen blieben. Man hatte eigentlich ge=
rade
das Gegenteil erwartet und gehofft, daß bei der Neuordnung alle
Kreiſe Obſtbaubeamte erhielten. Im Anſchluß an dieſe Darlegungen
nahm die Verſammlung die nachſtehende
Entſchließung,
die der Regierung, den Provinzialdirektionen und den Kreisämtern mit=
geteilt
werden ſoll, einſtimmig an:
Die Hauptverſammlung des Landesverbandes der Obſt= und Garten=
bauvereine
hält es für mbedingt erforderlich, daß die jetzt im Lande
tätigen Obſtbaubeamten auch künftig der obſtbautreibenden Bevölkerung
zur ſachverſtändigen Beratung zur Verfügung ſtehen, fa, daß der Ueber=
gang
der Kreisſtraßen auf die Provinzen ein Anlaß ſein ſollte, auch die=
fenigen
Landesteile, welche bisher keinen Obſtbaubeamten hatten, einen
ſolchen zu verſchaffen. Sie bittet daher alle Körperſchaften, welche mit=
zuſprechen
haben, in dieſem Sinne zu wirken.
Den übrigen Teil der Tagung bildete eine längere Ausſprache über
die Vorträge. Es wurden zahlreiche Anfragen an die Redner geſtellt,
die von dieſen beanwortet wurden.
Im Fürſtenſaal fand im Rahmen der Landwirtzſchaftlichen Woche die
Tagung des Landesverbandes beſſiſcher
Geflügelzuchtvereine.
ſtatt, die von dem ſtellvertretenden Vorſitzenden, Herrn Hauptlehrer i. R.
Brohm geleitet wurde. Nach herzlichen Begrüßungsworten erteilte
er dem Herrn Neferenten, Verbandsvorſitzenden Karl Veith das
Wort, der in einem ſehr intereſſanten Vortrag über die gemeinſame
Tätigkeit des Landesverbandes und der Landwirtſchaftskammer u. a.
folgendes ausführte:
In den 70er Jahren ſetzte die Tätigkeit der heſſiſchen Geflügelzüchter
ein. Die Entwiſckelung der Geflügelzuchtvereine ging mit der der land=
wirtſchaftlichen
Provinzialvereine Hand in Hand. 1904 fand ein enge=
rer
Zuſammenſchluß ſtatt, und ſeit Gründung der Heſſiſchen Landwirt=
ſchaftskammer
arbeiten die Geflügelzuchtvereine eng mit dieſer zuſam=
men
. Es wurden Grundpläne, für die Zucht des Geflügels für die drei
Provinzen geſondert bearbeitet, herausgegeben. Leiſtungszuchtſtationen
wurden eingerichtet. Beſonders die Nutzraſſen wurden gepflegt. Der
Landesverband der Geflügelzuchtvereine ſtand in ſteter, immer engerer
Fühlungnahme mit der Landwirtſchaftskammer. 1919 war zwar der
Tieſſtand der Hühnerzahl ſeit der erſten Zählung im Jahre 1900 in
den Folgejahren ſtieg die Zahl aber wieder bedeutend an. Die heſſiſche
Geflügelzucht ſteht dank der Unterſtützung der Geflügelzuchtvereine und
der ſtaatlich eingerichteten Stellen der Landwirtſchaftskammerausſchüſſe
mit an erſter Stelle in Deutſchland. In jeder Provinz ſind eine große
Anzahl Zuchtſtationen, die die Landwirtsſchaftskamerausſchüſſe einge
richtet haben. Einheitliche Zuchtziele ſind von den Geflügelzüchtern ge=
ſetzt
, und zwar Ziele, die Aufzucht der Nutzraſſen beſonders fordern.
Ueber die Taubenzucht, die erheblich angewachſen iſt, gab der Rednu=
intereſſante
Zahlen, wobei er den Nutzen der Taubenzucht beſonders
unterſtrich. Die geſetzlichen Beſtimmungen einer Zurückhaltung der Tau=
ben
zu beſtimmten Zeiten ſchaden den Züchtern deshalb, weil die Tiere
in den Ställen häuſig krank werden. Der Einwand, die Tauben ſind
für die Landwirtſchaft ſchädlich, iſt deshalb nicht ſtichhaltig, da ihr
Nutzen durch Vertilgung von Unkrautſagten bedeutend größer iſt. Von
den heſſiſchen Geflügelzüchtern ſind 83 Prozent Landwirte. Es wird
noch zu wenig reinraſſiges Geflügel gezüchtet. Man ſollte aus den Ge=
flügelſchauen
lernen und ſollte hochwertige Raſſen züchten. Auch die
Leiſtungszucht muß geſteigert werden. Man muß bedenken, daß
1113 644 000 Eier jährlich nach Deutſchland eingeführt werden. Lei=
ſtungszucht
auf Grund der Raſſezucht zum Nutzen der geſamten Ge=
flügelzucht
muß betrieben werden. Beſonders richtige Fütterung muß
beachtet werden. Leiſtungsprämierungen werden jetzt überall in Deutſch=
land
eingeführt. Zu den Leiſtungsprüfungen müſſen geeignete Ge=
flügelſtälle
mit Ausläufen geſchaffen werden. Die Geflügelzüchter
müſſen ſtets zuſammenarbeiten, und zwar in gutem und engem Einver=
nehmen
mit der Landwirtſchaftskammer, dann werden ſie große Fori=
ſchritte
zu verzeichnen haben. An den Vortrag ſchloß ſich eine ſehr an=
geregte
Ausſprache, an der ſich u. a. die Herren Präſident Henſel, Oeko=
nomierat
Breidenbach, Oekonomierat Ziegebein und Dr. Rotters be=
teiligten
. Maßnahmen zur Förderung der Geflügelzucht wurden nach
verſchiedenen Richtungen erwogen. Herr Hauptlehrer Brohm ſchloß die
Tagung mit warmen Dankesworten an alle Anweſenden, beſonders auch
an die Herren, die ſih an der Erörterung der Fragen beteiligt hatten,
und mahnte zur energiſchen Weiterarbeit auf dem Gebiete der Geflügel=
zucht
.

Saatgut.
Um den Landwirten die Möglichkeit zu geben, auf Grund von
Verkaufsmuſterproben ſich Saatgut bewährter ertragreicher Sorten von
Gerſte, Hafer, Sommerweizen und Kartoffeln zu beſchaffen, veraue
ſtaltet die Landwirtſchaftskammer am Mittwoch den 19. Januar,
von vormittags 10½ bis nachmittags 1 Uhr, in Reichels=
heim
i. O. im Gaſthaus Zum Schwanen und an Samstag, den
22. Januar, von vormittags 9½ bis nachmittags 1 Uhr
in Groß=Gerau im Reſtaurant Zum Adler einen Saatgutmarkt.
Hierbei werden Proben von anerkanntem Saatgetreide ſowie Saat=
kartoffeln
aus den Saatbauſtellen der Landwirtſchaftskammer aus=
geſtellt
, worauf Beſtellungen erfolgen können. Die Landwirte werden
auf dieſe günſtige Gelegenheit zur Beſchaffung anerkannten Saatgutes
beſonders aufnerkſam gemaht.

Geſchäftliches.

Verſchleimung laſſen ſich nicht unter alln Umſtänden dermeiden. Vo
kann man ſich vor ihnen in acht nehmen, indem man ſich vor d
Grundübel zu hüten ſucht: vor der Erkältung. Aber auch der Vorſi
tigſte kann dieſem Leiden zum Opfer fallen, ſo z. B. wenn er
während des Nachtſchlafes aufdeckt. Selbſtverſtändlich iſt es, daß u
kalte Luft zu meiden hat, wenn man heiß vom Lauf oder Tanz iſt. D
Hauptſache jedoch iſt, ſoſort das richtige Mittel anzuwenden, ſowie m
die erſten Anfänge der Erkältung, reſp. des Huſtens oder der Heiſert
wahrnimmt, noch ehe das Uebel Gelegenheit hat, ſich auszudehnen! A
vorzügliches Gegenmittel empfehlen die Aerzte hier Kaiſers Bru
Caramellen mit den 3 Tannen; dieſe, die in den Apotheken, Drogeri
und beſſeren Kolonialwarenhandlungen unter ihrer genauen Be
zeichnung gefordert werden müſſen, haben den großen Vorzug, nicht n.
nicht magenverſtimmend, ſondern ſogar appetitanregend zu wirk
Außerdem gelten Kaiſer’s Bruſt=Caramellen als blutbildendes
und Kräftigungsmittel. Die Fabrik von Fr Kaiſer in Waiblinger
Stuttgart beſitzt über die Güte ihrer Caramellen nicht weniger al
7000 Zeugniſſe!
A. H-n.

Wir verweiſſen auf das Inſerat der Firma H. L. Schlapp, Anti=
qugriat
, in heutiger Nummer und machen insbeſondere auf die darin
angekündigte Neuerſcheinung von: Meißners The=
ſaurus
aufmerkſam. Es iſt das Verdienſt zweier Darmſtädter For=
ſcher
, dieſes intereſſante Bilderwerk des 17. Jahrhunder’s in muſter=
gültiger
Form neu herausgebracht zu haben. Dadurch iſt jetzt jedem
Freund der hübſchen alten Meißnerſchen Städtebilder Gelegenheit ge=
geben
, ſich ein vollſtändiges Exemplar des wertvollen Buches zu er=
werben
, das ſeither nur in ganz wenigen vollſtändigen Exemplaren, die
ſich weiſt im Beſitz von Bihliotheken befanden, erreichbar war.

[ ][  ][ ]

Rummer 13

Samstag, den 15. Januar 1927

Seite 7

Aus Heſſen.

Arheilgen, 14. Jan. Kaum hat das neue Jahr ſeinen Anfang ge=
mnen
, ſo beginnen ſchon die verſchiedenen Jahrgänge mit den Vor=
c. tungen für gemeinſame Geburtstagsfeiern. Außer den Fünfzigjäh=
mn
ſind auch diesmal die Vierzigjährigen geſonnen, eine gemeinſame
ſtuurtstagsfeier zu veranſtalten. Die erſte Vorverſammlung findet
chten Sonntag ſtatt. Am 18. ds. Mts. findet die nächſte Beratur.
woe der Mutter= und Säuglingsfürſorge auf dem hieſigen Ratha.s
41. Von da ab werden dieſe Beratungstermine regelmäßig alle 14 Tage,
er=mal um 3 Uhr nachmittags, abgehalten. Die Mitgliederverſamm=
u
des hieſigen Turnvereins von 1876 hat beſchloſſen, den geleiſteten
merbeitrag zum Ausbau des Vereinshauſes zur Verfügung zu ſtellen.
ünrlieder, die denſelben auf den neuen Mitgliedsbeitrag angerechnet
a wollen, müſſen dies bis zum 16. ds. Mts. dem Rechner des Vereins
ntt ilen. Eine ſpätere Zurückerſtattung iſt nicht mehr zuläſſig.
. Eberſtadt, 13. Jan. Gemeinderatsſitzung. Die
derungen der Holzhauer abgelehnt. Der Gemeinde=
Sat in ſeiner Sitzung vom 23. November 1926 entſprechend den For=
ſugen
der Holzhauer beſchloſſen, einen Aufſchlag von 25 Prozent
den Holzhauer=Tariflöhnen ſür das Wirtſchaftsjahr 1925/26 zu zah=
Da das Forſtamt Eberſtadt die bewilligten Holzhauerlöhne nicht
E=Sannte, mußte auf Grund des § 4 der Dienſtanw iſung über das
ſſrmmenwirken der Forſtbehörden und Gemeindebehörden die Ent=
küeung
der Aufſichtsbehörde angerufen werden. Die Entſcheidung iſt
ras Verfügung des Kreisamts Darmſtadt vom 7. d3. Mts. getroffen
u en und iſt dem Gemeinderat in ſeiner geſtrigen Sitzung zur Kennt=
u
webracht worden. Hiernach iſt das Kreisamt im Einvernehmen mit
n Miniſterium der Finanzen, Abteilung Forſt= und Kameralverwal=
a
dem genannten Beſchluſſe ſowie dem Beſchluſſe des Gemeinderats
m. 28. Oktober 1926 betreffend Feſtſetzung höherer Löhne für Riol=
hrrten
, als den im Tarif feſtgeſetzten, die Genehmigung verſagt. Das
InBamt hat ſich lediglich damit einverſtanden erklärt, daß die im Vor=
gezahlten
, die Tariflöhne um 10 Prozent überſteigenden Löhne
ch in dieſem Jahre an die im Gemeindewald beſchäftigten Holzhauer
ᛋlt werden, jedoch nur unter der Bedingung, daß den Holzhauern
Im der Gemeinde keinerlei Sondervergünſtigungen gewährt werden.
t der Begründung der Entſcheidung iſt darauf hingewieſen worden,
Erin dieſem Wirtſchaftsjahr noch keine einzige heſſiſche Gemeinde außer
ſſtadt um Genehmigung zur Erhöhung der Holzhauerlöhne über
TTariflöhne hinaus nachgeſucht habe. Weiter iſt ausgeführt, daß die
isältniſſe im Eberſtädter Gemeindewald keineswegs ungünſtiger lägen
n den umliegenden Staats= und Gemeindewaldungen. Der Gemeinde=
* Fügte ſich der Entſcheidung, die eine endgültige iſt, da ihm einerſeits
. Lage der Sache nichts anders übrig blieb und andererſeits die
olshauerei ſchleunigſt begonnen werden muß. Für den Fall, daß ſich
eSHolzhauer weigern ſollten, die Arbeit aufzunehmen, iſt vom Kreis=
n
. beſtimmt wonden, aus den Erwerbsloſen die erforderliche Zahl ge=
zveter
Holzhauer auszuſuchen und dieſe zur Aufnahme der Arbeit
af ufordern. Folgen die Betreffenden der Aufforderung nicht, dann
IIi ihnen die Erwerbsloſenunterſtüitzung entzogen werden. Wie ſich die
olshauer zu der ablehnenden Entſcheidung ſtellen, muß abgewartet
eicbden. In der weiteren Sitzung wurden verſchiedene Bauſachen
r) Baugeſuche beraten und den Beſchlüſſen der Kommiſſionen ent=
röchend
genehmigt. Als 4. Nachtrag zum Ortsbauſtatut wird folgen=
9 beſchloſſen: In dem Waldvillenviertel zwiſchen Beſſunger Gemar=
igsgrenze
und dem Ausgange des Waldes (am Waldfriede) dürfen
u Einzelhäuſer erſtellt werden, die Villencharakter haben, zwei Stock
va ſind und eine Mindeſtfrontbreite von 10 Metern aufweiſen. Es
ſiuſd weiter beſchloſſen, durch die Gemeinde im Rechnungsjahr 1926
v0 ein Zweimal=Dreizimmerhaus am Lämmch=sweg erſtellen zu laſſen
das Gebäude auf dem Induſtriegelände der Hoch= und Tiefbau=
eill
Uſchaft, das wieder in Gemeindebeſitz übergegangen iſt, für Wohn=
vocke
auszubauen. Die Anlieferung von 50 Zentnern Dickwurz wind
u. d m Submiſſionswege an Gilbert=Eich vergeben. Das Baugeſuch
e!. Joſef Pleſer, betreffend Errichtung eines Melaſſebehälters, wird
ewehmigt. Hierauf geheime Sitzung.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 14. Jan. Verſammlung. Am
ſointag, den 16. ds. Mts., nachmittags 1 Uhr. findet im Weinreſtaurant
Zuar Bergſtraße in Weinheim eine dienſtliche Verſammlung ſämt=
cher
Laienfleiſchbeſchauer des Kreiſes Heppenheim, einſchließ=
G. des Bezirks Waldmichelbach, ſtatt. Die Bürgermeiſtereien werden
rſtacht, die betreffenden Fleiſchbeſchauer beſonders dazu einzuladen. Die
Faſammlung wird abgehalten unter der Leitung des Kreisveterinär=
rittes
Dr. Chriſt in Heppenheim

* Ober=Ramſtabt, 12. Januar. Am Donnerstag, den 7. Januar,
nachmittags, veranſtaltet der Obſt= und Gartenbauverband
für den Kreis Darmſtadt, gemeinſam mit dem Landwirtſchaftskammer=
ausſchuß
für die Provinz Starkenburg, durch Herrn Obſtbau=Inſpektor
Behne in Ober=Ramſtadt einen Gemarkungsrundgang. An dieſen
ſchließt ſich alsdann ein Vortrag über Obſtbaufragen im Gaſthaus Zum
Darmſtädter Hof, W. Simmermacher an. Die Zuſammenkunft der
Rundgangteilnehmer iſt am gleichen Lokal, nachmittags 2 Uhr. Im In=
tereſſe
des örtlichen Obſtbaues wäre eine ſehr rege Beteiligung der
Obſtbaumbeſitzer (einerlei ob Mitglied oder Nichtmitglied des Verbands.
dringend erwünſcht.
* Michelſtadt, 14. Jan. Unmögliche Zuſtände herrſchen in der Bahn=
hofſtraße
. Kurz bevor man zum Bahnhof Michelſtadt kommt, auf bahn=
eigenem
Gelände, iſt durch die ungünſtige Witterung ein ſolcher Schlamm
entſtanden, daß man, auf das unangenehmſte berührt. Vergleiche ziehen
muß zwiſchen dem Zuſtand des Bahngeländes und der ſauberen Beſchaf=
fenheit
der ſtädtiſchen Straßen und Fußwege. Der Reichsbahndirektion
wäre zu empfehlen, wenn ſie ſich ſchleunigſt für eine Beſeitigung dieſer
unhaltbaren Verhältniſſe intereſſieren würde. Verglichen. Ein
intereſſanter Prozeß hat durch Vergleich vor dem Landgericht Darmſtadt
ſeine Erledigung gefunden. Zwiſchen der Volksbank, e. G. m. b. H.,
Michelſtadt, der Familie Künzel und der Aktiengeſellſchaft Künzel be=
ſtanden
ſeit geraumer Zeit Differenzen, die teilweiſe recht unangenehme
Folgen angenommen hatten. Den Bemühungen des maßgebenden Rich=
ters
beim Landgericht Darmſtadt iſt es gelungen, den Prozeß aus der
Welt zu ſchaffen. Die Volksbank übernimmt das der Familie Künzel
gehörige Wohnhaus des Dr. Staedtler, die Familie Künzel erhält den
Fabrikbetrieb und die Aktionäre werden abgefunden. Hoffentlich kommt
nu der Betrieb auch bald wieder in Gang.
* Worms, 14. Jan. Unfälle. Ein hieſiger Ingenieur fuhr mit
ſeinem Motorrad von dem Köhlerplatz nach der Liebenauerſtraße, in
die er einbiegen wollte. In dieſem Augenblick machte das ſtädtiſche
Müllabfuhrauto, das dort hielt, einen Bogen, um Kehrt zu wenden,
ſo daß der Motorradfahrer mit dieſem zuſammenſtieß. Das Motorrad
wurde ſtark beſchädigt, der Fahrer erlitt einen Nervenſchock. Am 12.
Januar, mittags gegen 5 Uhr, geriet ein Radfahrer in der Stephans=
gaſſe
an der engen Ecke der Schloßgaſſe unter ein dort bergab fahrendes
Perſonenauto. Das Fahrrad wurde vollſtändig zertrummert, der
Radfahrer kam mit leichten Verletzungen davon. Es war ein Wunder,
daß ihm nichts paſſierte, man glaubte ihn ſchon tot unter dem Wagen
herausziehen zu müſſen. Ein frecher Einbruch wurde in der
Ludwigſtraße verübt. Der Dieb drang in eine Wohnung ein, raubte
dort aus dem Schreibtiſch eine größere Geldſumme, ſuchte dann das
nächſte Stockwerk auf, wo er einen wertvollen Pelzmantel mitgehen ließ,
und erbrach außerdem im Keller ſämtliche Räume, aus deren einem
eine Anzahl Wein ſowie Sekt und Likör verſchwunden iſt. Er konnte
dies alles vollkommen ungeſtört und unbeobachtet tun, trotzdem ſämtliche
Hausbewohner zu Hauſe waren. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede
Spur.
b. Friebbera, 14. Jan. Die Tätigkeit des ſtädtiſchen
Mieteinigungsamtes Friedberg im Kalenderjahr 1926. Vom
1. Januar 1926 bis zum 31. Dez. 1926 wurden von dem ſtädtiſchen
Mieteinigungsamt 112 Streitfälle verhandelt. Zur Erledigung derſelben
fanden ſtatt: Sitzungen 15, Termine 165, in den einzelnen Sachen Orts=
beſichtigungen
61. Von den eingegangenen Anträgen wurden erledigt:
a) durch Entſcheidungen 75, b) durch Vergleich 12. c) durch Verſtändigung
vor dem Termin 7. d) durch Zurücknahme 18, insgeſamt 112. In 11
Fällen wurde Rechtsbeſchwerde eingelegt und die Akten der Beſchwerde=
ſtelle
(O. L. G. Darmſtadt) zur Entſcheidung vorgelegt. Hiervon wurden
zurückgewieſen 8, ſtattgegeben 3, insgeſamt 11.
* Gießen, 14. Jan. Eine oberheſſiſche Dorfkirchen=
tagung
fand am 10. Januar in dem benachbarten Dutenhofen
unter Leitung des Pfarrers Mahr=Gießen ſtatt. Zahlreiche Geiſt=
liche
und Kirchenvorſteher aus dem nördlichen Oberheſſen und den an=
grenzenden
preußiſchen Gebieten des Kreiſes Wetzlar, Biedenkopf und
Maxburg hatten ſich eingefunden. Den Gottesdienſt hielt Generalſuper=
intendent
Dr. Klingemann aus Koblenz. Jugendpfarrer Lie, von der Au
aus Darmſtadt ſprach über das Thema: Das altheſſiſche Kirchenſeniorrat
in ſeiner Verwandtſchaft mit dem rheiniſchen Presbyteramt‟ Den
zweiten Vortrag hielt Pfarrer Müller aus Diersfordt über das Thema:
Das rheiniſche Presbyteramt nach ſeiner Entſtehung und Bedeutung
Daran ſchloß ſich eine rege Ausſprache über die Aufgaben des Dorf=
kirchenälteſten
Amtes in der heutigen Zeit. Als Vertreter der heſſiſchen
Kirchenbehörde nahm Superintendent Oberkirchenrat Wagner aus Gießen
teil. Auch die Dekanate Gießen und Wetzlar, ſowie die Kreisſynode
Braunfels waren anweſen.

Straßenbericht für Heſſen.
Für die Woche vom 16. bis 22. Januar 1927.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Starkenburg.
Kreisſtraße BabenhauſenAſchaffenburg. Wegen
Umbauarbeiten am Bahnhof Babenhauſen iſt ab Montag, den
8. November, die in Schienenhöhe liegende Straßenüberführung
im Zuge der Straße BabenhauſenAſchaffenburg geſperrt. Bis
zur Fertigſtellung der Straßenunterführung geht der Verkehr
über die ſüdliche Straßenüberführung im Zuge der Straße von
Babenhauſen nach Dieburg.
Wegen Straßenbauarbeiten wird ab 1. Januar 1927 die
Kreisſtraße zwiſchen Wimpfen am Berg und Wimpfen
im Tal vorausſichtlich bis 1. April d. Js. geſperrt. Umleitung
über Biberach.
Kreisſtraße Offenbacher Straße in Neu= Iſen=
burg
von der Sprendlinger Kreisſtraße bis zur Wieſenſtraße
wegen Kanaliſationsarbeiten vom 20. Dez. bis auf weiteres.
Dieburger Straße in Groß=Umſtadt im Zuge
der Kreisſtraße DieburgGroß=Umſtadt wegen Kanaliſations=
arbeiten
vom 16. Jan. bis auf weiteres Umleitung über Richen.
Kreisſtraße Lampertheim-Bürſtadt wegen Waſſer=
leitungsarbeiten
vom 12.18. Jan. Umleitung über die Kreis=
ſtraße
LampertheimWorms oder Lampertheim-Hüttenfeld.
In der Kaiſerſtraße zu Groß=Umſtadt, vom Bach=
tor
bis zum alten Schulhaus, in der Oberen und Unteren Markt=
ſtraße
dürfen gemäß Polizeiverordnung des Kreisamtes Dieburg
Kraftfahrzeuge bis 5,5 To. Geſamtgewicht eine Geſchwindigkeit
von 20 Klm., Kraftfahrzeuge mit höherer Tonnenzahl eine Ge=
ſchwindigkeit
von 12 Klm. in der Stunde nicht überſchreiten.
Rheinheſſen.
Weinheimer Landſtraße in Alzey vom Viadukt bis zur
Kreishaushaltungsſchule vom 1. 12. ab auf etwa ſieben Wochen.
Umweg in Richtung Weinheim über die Straße AlzeyErbes=
Büdesheim und HeimersheimWeinheim.
Rheinſtraße im Gebiet der Gemarkung Worms. Wegen
Tieferlegung wird dieſe Straße (Mainzer Straße) vom Lieb=
frauenring
bis zur Lützowſtraße, mit ſofortiger Wirkung auf die
Dauer von etwa acht Wochen, und von der Lützowſtraße bis zum
Rheingewannfriedhof vom 3. Januar ab auf die Dauer von etwa
12 Wochen geſperrt. Umweg für ſchweres Fuhrwerk und Kraft=
wagen
: Kreisſtraße Rhein=Dürkheimer FahrtHerrnsheim Neu=
hauſen
; für leichtes Fuhrwerk: die Straßen: Gerichtsſtraße (an
der Zuckerfabrik), langer Rheingewannweg, Hafenſtraße.
Oberheſſen.
Ortsdurchfahrt Ober=Eſchbach von Klm. 3,1 bis Klm.
4,15 und Straße Ober=Eſchbach-Ober=Erlenbach vom 10.
Dezember bis auf weiteres. Umleitung über Ober=Erlenbach
Nieder=Eſchbach.
Ortsdurchfahrt Daubringen, der Kreisſtraße Gießen
Mainzlar vom Ortseingang bis zur Waldſtraße und Abzwei=
gung
nach Altenbuſeck vom 9. Jan. wegen Kanaliſationsarbeiten
bis auf weiteres. Umleitung von Mainzlar oder Altenbuſeck
und umgekehrt über Lollar.
Nichtheſſiſche Anſchlußſtraßen: Staatsſtraße 148: Würzburg
AſchaffenburgHanau. Wegen Umbau wird die Hanauer
Straße in Aſchaffenburg von der Meßwerkzeugfabrik
Sautter u. Meßmer auf zirka 700 Meter Länge gegen Hanau
für den Durchgangsverkehr Aſchaffenburg-Hanau geſperrt.
Dauer ca. acht Wochen. Umleitung: AſchaffenburgStocklſtadt
Seligenſtadt (Heſſen)Hanau.

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[ ][  ][ ]

Nummer 1

44

DARMSTADTER TAGBLATT HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

15. Januar 1927

Technischer Rückblick
auf das Jahr 1926.
Im Gegenſatz zum Jahr 1925, das uns eine ganze Anzahl
ieentlicher Neuerungen von Bedeutung gebracht hat, zeitigte
’s vergangene Jahr eine ſtetige Entwicklung auf allen Gebieten
aniſcher Arbeit.
Die Einrichtung der drahtloſen Zugtelephonie, die auf ein
mähriges Beſtehen im Dezember zurückblicken konnte, hat ſo
f iedigende Ergebniſſe gebracht, daß man daran geht, ſie auch
ai anderen großen deutſchen Verkehrslinien einzuführen. Eben=
cat
die Elektrifizierung der Vollbahnen durch Einführung
ſſtiwer Motoren weſentliche Fortfchritte gemacht. Wenn auch der
rißze Plan der Einführung des elektriſchen Betriebes auf der
tvecke BaſelFrankfurt noch nicht in greifbare Nähe gerückt iſt,
Sann doch mit Genugtuung feſtgeſtellt werden, daß Ende des
agres etwa 1900 Kilometer Vollbahnen mit elektriſchem Betrieb
tjahren wurden.
In der Automobiltechnik hat ſich der Rohölmotor dank ſeiner
täßen Wirtſchaftlichkeit weiter Eingang verſchafft. Die fort=
hr
eitende Einführung der Ballonreifen ermöglicht es, immer
täfßere Laſtwagen gefahrlos für die Straßen in den Verkehr
u bringen, vorläufig allerdings kann die behördlich feſtgelegte
nenze noch nicht überſchritten werden. Daß der Straßenbau
er. Anforderungen des Verkehrs nicht mehr gewachſen iſt, wird
mner mehr allgemeine Erkenntnis und führte zu großen
tcaßenbauplänen in vielen deutſchen Staaten und zu Planun=
ganz
großen Ausmaßes, wie der beabſichtigten Automobil=
rſrße
HamburgFrankfurt-Baſel. Als ein Zeichen für das
mufhaltſame Vorwärtskommen des Automobilismus auch
ſei: Amerikanismus, der allerdings zu bremſen ſcheint ſei er=
böhnt
, daß Ford in dieſem Jahre das 14millionſte Automobil
ey geſtellt hat.
Die deutſche Flugzeuginduſtrie iſt durch das Freiwerden vom
diktat feindlicher Begriffsbeſtimmungen nun wieder in der
ogge, die Konkurrenz mit dem Ausland zu verſuchen. Neben
ſeunt ſteigenden Flugzeugverkehr heben die baulichen Leiſtungen
Ergebniſſen geführt, die zu ſtolzen Hoffnungen berechtigen.
e Dornier=Werft in Friedrichshafen hat beiſpielsweiſe in dem
Zuuperwal ein Flugzeug geſchaffen, das bei etwa 30 Meter
Eannweite und 21 Paſſagieren bis zu 210 Km./Std. Geſchwin=
ich
keit erreicht. Sportlich und techniſch von Bedeutung ſind zwei
illkorde des vergangenen Jahres: Der Segelflugwettbewerb in
Rhön brachte einen Streckenflug von 60 Kilometern Länge,
Frankreich wurde ein neuer Höhenweltrekord von 12 442
Mietern aufgeſtellt. Die ganze Welt verfolgte im Mai mit größter
Ehrannung den Flug des Luftſchiffes Norge zum Pol und zu=
ütk
. Soll man an dieſer Tat mehr den Führer oder den Erbauer
eis Fahrzeuges bewundern?
Die deutſche chemiſche Induſtrie hat ſich durch Zuſammen=
chuß
(J. G. Farben) zu einem Machtfaktor von großer Welt=
ſil
tung ausgebilbet. Schon werden durch dieſen Faktor und das
Engebnis deutſchen wiſſenſchaftlichen Fleißes der Verflüſſi=
urig
der Kohle einer anderen Weltmacht, dem Oel, Schranken
riichtet. Ob auch der Eiſenerzeugung neue Wege gewieſen wer=
ei
, ſteht noch dahin, man hat vorerſt nur zugegeben, daß Ver=
ſrühe
, Stahl auf chemiſchem Wege zu erzeugen, im Gange ſind;
as3 iſt immerhin von ſehr großer Bedeutung. Auch auf dem
biete chemiſcher Forſchung hat das Jahr 1926 Fortſchritte ge=
racht
. Zwar ſind die Elementumwandlungen Profeſſor Miethes
ſrnd ſeiner Kollegen in Japan und Holland noch immer ſehr ſtark
ſtynſtritten, aber ſchon werden neue Nachrichten über die Umwand=
uig
von Elementen Waſſerſtoff in Helium bekannt. Und
durh beſtehen in unſerer Kenntnis immer noch Lücken, die ſich
nitht ſchließen laſſen wollen. Von den 92 Elementen des perio=
diſ
chen Eyſtems fehlen immer noch zwei, nämlich die mit der
OEdnungszahl 85 und 87. Ein neues Element (im Jahr 1925
wirden zwei neue entdeckt) mit der Ordnungszahl 61 wurde von
dmn Amerikaner Profeſſor B. S. Hopkins entdeckt und Illi=
iaim
genannt.
Die deutſche Elektrizitätswirtſchaft hat durch die Inangriff=
drhme
von Leitungen, die mit 220 und 380 k. V. betrieben wer=
dan
ſollen, eine ſprunghafte Vorwärtsbewegung gezeigt, wenn
maan bedenkt, daß noch vor wenigen Jahren 100 k. V. als obere
hrenze des Möglichen angeſehen wurden. Noch kurz vor Jahres=
ürluß
iſt in Rummelsburg, dem großen Kraftwerk, das demnächſt
Herlin mit Strom verſorgen ſoll, der erſte Maſchinenſatz, eine
(N 000 k. V.=Turbire, in Betrieb gekommen. Hier wird zum erſten
M ale in Deutſchland in ganz großem Maßſtab mit Kohlenſtaub=
fejerung
und Hochdruckdampfanlagen Strom erzeugt, eine An=
ge
, die an Wirtſchaftlichkeit alles ſeitherige überflügeln wird.
Rückſchauend dürfte es nicht ohne Wert ſein, daran zu er=
imnern
, daß Berlin in dieſem Jahre ein 100jähriges Beſtehen der
Gmsbeleuchtung und die 50jährige Wiederkehr der Einführung der
Stadtrohrpoſt feiern konnte. Hier wie dort Anfänge einer tech=
nſtſchen
Entwicklung, deren Ende vorerſt nicht abzuſehen iſt.
Neben den Ausſtellungen, die alljährlich wiederkehren, hat
luns die Geſolei in Düſſeldorf eine Schau geboten, wie ſie an
Füille lehrreicher Ausſtellungsgegenſtände und ganz beſonders am
bäkundeten Intereſſe weiteſter Volkskreiſe ſeit der Hygiene= Aus=
ſil
lung in Dresden 1911 in deutſchen Landen wohl nicht wieder
gl boten wurde.
Die Geſundung der deutſchen Wirtſchaft hat ſich langſam,
gürnz langſam, aber auch ganz unverkennbar angebahnt. Hoffen
mär, daß ſie ſtandhält und die deutſche Technik im Jahre 1927
bf=fähigt, weitere Fortſchritte zu machen, führend in der Welt.

Vom Eisenbahnsignal-
Heseh.
Von
Regierungsbaumeister a. D, Ludwig Spamer, Darmstadt.
Die heute gültigen grundlegenden Vorſchriften für Ausbil=
duung
und Anwendung des deutſchen Signalſyſtems ſind die Eiſen=
hahnbau
= und Betriebsordnung, die Fahrdienſtvorſchriften ſowie
dre mit den zugehörigen Ausführungsbeſtimmungen zum Signal=
huuich
vereinigte Signalordnung (letztere gültig ab 1. Auguſt 1907)
muit ſpäteren Aenderungen. Für Haupt= und Nebenbahnen ſind
un Deutſchland im Weſentlichen die gleichen Signalbilder vorge=
ſachrieben
nur greifen für ihre Anwendung bei Nebenbahnen er=
lieichterte
Beſtimmungen Platz.
Man kann die Signale in zwei große Gruppen einteilen: die
akkuſtiſchen (hörbaren) Signale und die optiſchen (ſichtbaren) Sig=
male
; von den letzteren ſollen die beiden wichtigen Gruppen, die
ſoaupt= und Vorſignale, hier kurz behandelt werden. Beide

Sei nicht ein Wind= und Wetterhahn
Und fang’ nicht immer Neues an.
Was Du Dir wohl haſt vorgeſetzt,
Dabei beharre bis zuletzt
Rob. Reinick (1805 1852)

EEE
Gruppen dienen nur zur Signaliſierung regelrechter Zugfahrten,
im Gegenſatz zu Rangierfahrten, das ſind Bewegungen von Zug=
teilen
innerhalb von Bahnhöfen, die nach deutſchen Grundſätzen
nicht ſignaliſiert werden. Ein Hauptſignal ſoll dem Lokomotiv=
führer
anzeigen, ob der dahinterliegende Gleisabſchnitt von ſeinem
Zug befahren werden darf oder nicht. Zu dieſemZwecke wird es
in Deutſchland (mit Ausnahme mancher Signale in Bayern) in zwei

Bild 1. Vorsignal mit Fahrsperrenarm.
Stellungen benutzt: Halt wagrechter Flügel bei Tage, rotes
Licht bei Dunkelheit und ,Fahrt frei etwa 45) nach oben geneigter
Flügel bei Tag, bei Dunkelheit außerdem grünes Licht (Bild 5).
Die Hauptſignale können ſein: Einfahrſignale vor Bahnhöfen,
Ausfahrſignale in Bahnhöfen, Blockſignale und Deckungsſignale
vor beſonderen Gefahrpunkten der Strecken, (bewegliche Brücken,
Biockſignale begrenze.!
Abzweigung von Anſchlußgleiſen n.
einen Streckenabſchnitt, in dem ein Zug nicht einfahren darf, be=
vor
feſtgeſtellt iſt, daß der in gleicher Richtung vorausgefahrene
Zug ihn verlaſſen hat. Die Grundſtellung (Ruheſtellung), aller
Signale bei der Deutſchen Reichsbahn iſt die Haltſtellung, zur Ge=
ſtattung
einer Zugfahrt wird von Fall zu Fall die Fahrtſtellung
hergeſtellt und nach erfolgter Zugfahrt das Signal in die Haltlage

Bild 2. Vorsignal in Haltstellung.
zurückgebracht. Das Hauptſignal iſt bei Tage ein Form=
ſignal
, bei Dunkelheit erſcheint ein Farbſignal, d. h. er=
leuchtete
Laternen mit verſchiedenfarbigen Abblendungen. Die
Hauptſignale werden rechts von dem Gleiſe, für das ſie gelten
ſollen, in einer Entfernung von mindeſtens 2,25 Meter von Gleis=
mitte
aufgeſtellt. Bei Platzmangel bringt man ſie an beſonderen
Kragarmen oder auf Signalbrücken rechts bzw. über der Mitte
der zugehörigen Gleiſe etwa 50 Meter (nach preußiſch=heſſiſchen
Grundſätzen) vor den zu deckenden Gefahrpunkten an.
Wenn in dem hinter einem Signal beginnenden Gleisab=
ſchnitt
ſich die Fahrſtraße verzweigt, ſo wird unter dem vorn

erwähnten Signalflügel ein zweiter bzw. dritter Signalflügel (bei
Dunkelheit Signallaternen) hinzugefügt. Die Signaliſierung
abzweigender Fahrwege durch drei= oder zweiflügelige Signale
iſt deshalb eingeführt worden, um den Loromotipführer auf die
bei einer Ablenkung von der geraden Fahrt erforderliche Ge=
ſchwindigkeitsermäßigung
aufmerkſam zu machen. Zur Verein=
fachung
der Signalbilder wird neuerdings eine Beſeitigung des
dritten Signalflügels angeſtrebt. Es ſei hier noch betont, daß bei
Einrichtung aller Sicherungsanlagen folgender Grundſatz gilt:
die für die zugehörige Zugfahrt erforderlichen Weichen d. h. die

8 B
KK

Bild 3. Vorsignal-Ankündigungsbaken.
Fahrtſtraße muß vor der Stellung des Signales Fahrt frei
richtig eingeſtellt ſein, und es muß, wenn nach richtiger Ein=
ſtellung
der Fahrtſtraße das Signal auf Fahrt gezogen iſt, die
Fahrtſtraße feſtliegen, d. h. die im Wege des Zuges liegenden
Weichen dürfen nicht mehr umgeſtellt werden können. Die Be=
folgung
dieſes Grundfatzes iſt durch mechaniſche Einrichtung im
Stellwerk, von denen aus die Signale und Weichen bedient
werden, und an den Weichen und Signalen ſelbſt zwangsläufig
herbeigeführt.
Bahnhofseinfahrt=, Block=, Deckungsſignale und unter Um=
ſtänden
auch Ansfahrtsſignale werden in ihrer Stellung dem Lo=
komotivführer
durch die Vorſignale im Abſtand von 350700
Meter vom Hauptſignal angekündigt. Die Vorſignale haben
keine ſelbſtändige Bedeutung, ſie ſind nur Warnungsſignale.
Am Hauptſignal iſt die Stellung Halt zu erwarten wird
angezeigt durch eine ſtets rechts von der Fahrrichtung ſtehende
gelbe Scheibe (0,80 bis 1,20 Meter Durchmeſſer) mit ſchwarz=
weißem
Rande (Bild 2), bei Dunkelheit qußerdem durch zwei von
der Fahrrichtung geſehen nach rechts ſteigende gelbe Lichter; dem
Zuge entgegen die ſchmale umgeklappte Scheibe bzw. zwei nach
rechts ſteigende grüne Lichter bedeuten am Hauptſignal iſt die
Fahrt frei zu erwarten‟. Weil aber die Vorſignale bei Tag kein
deutliches Farbbild zeigen (ſchmale Seite der in die horizontale
Ebene umgeklappten Scheibe), werden bei der Gruppe Preußen=
Heſſen der Deutſchen Reichsbahn ſchwarz und weiß geſtrichene
bei Dunkelheit nicht beſonders zu beleuchtende Vorſignal=
tafeln
aufgeſtellt (Bild 2). Uim die Ankündigung der Vor=
ſignale
noch ſinnfälliger zu geſtalten, iſt bei der Reichsbahn beab=
ſichtigt
, künftig noch beſondere in der Regel nur drei 600 zur
Gleisachſe geneigte Ankündigungsbaken in Abſtänden von 75 bzw.
100 Meter vor den zur Einfahr=, Block= und Deckungsſignalen ge=
hörigen
Vorſignalen zunächſt auf Schnellzugsſtrecken aufzuſtellen.
(Bild 3.)
Neuerdings ſind Beſtrebungen im Gange, auch bei Tage
elektriſch beleuchtete Farblichtſignale einzuführen. (Bei Tag und
bei Dunkelheit zeigen dieſe Signale das gleiche Farbſignalbild).
Auch ſind verſchiedentlich ſchon Formlichtſignale vorgeſchlagen
Zug

SA
Frün Rih V. KLus B. F2
grün grün 4ug

grün

EEl
vot

(A
A
grün
Bild 4. Schema einer zweibegriftigen Tageslichtsignalanlage.

worden, bei denen bei Tage und bei Dunkelheit die in beſtimmter
Gruppierung angeordneten Signallampen das gleiche Signalbild
zeigen. Im folgenden ſoll nur von den Farblichtſignalen die
Rede ſein. Bei den Berliner und Hamburger Hoch= und Unter=
grundbahnen
, engliſchen und amerikaniſchen Schnellbahnen iſt ein
ſolches Signalfyſtem ſchon im Betrieb. Der ſehr dichte Zugverkehr
auf ſolchen Bahnen (bisweilen 90 Sekunden Zugabſtand bei den
Berliner Untergrundbahnen) hat zunächſt vor mehreren Jahren
zur Einführung der ſelbſtändigen Signalanlage für die freie
Strecke geführt. Die Blockſignale werden hier nicht von Stell=
werken
, ſondern von den Zügen ſelbſt elektriſch betätigt. Für die
Zweckmäßigkeit ſolcher Einrichtung iſt es ſehr wichtig, daß die
Signale in angemeſſener Entfernung deutlich erkennbar ſind.
Dieſe Forderung iſt bei Anwendung der Formſignale auf ſtädti=
ſchen
Schnellbahnen, die dichtbebaute Stadtviertel durchqueren,
infolge mangelhaften Hintergrundes für die Signale (grauer oder

Bild 5. Deutsches einflügliges Hauptsignal.
farbiger Ton der Häuſer) nicht immer hinreichend erfüllt. Das
Lichttagesſignal vermeidet ſolche Nachteile; ſeine einfachere
Ausbildung mit nur wenig beweglichen mechaniſchen Außenteilen
und ſeine um etwa 5 Sek. kürzere Umſtellzeit laſſen es für Bahnen
mit großer Geſchwindigkeit und dichter Zugfolge geeignet er=
ſcheinen
. Der Vorteil der Unempfindlichkeit gegen Witterungs=

[ ][  ][ ]

einflüſſe und der guten Sichtbarkeit hat auch die norwegiſche
Staatsbahnverwaltung (Strecke OsloDrammen), deren Strecken
vielfach Witterungsunbilden ausgeſetzt ſind, zur Einführung von
Tageslichtſignalen in großem Umfange veranlaßt.
Auch mit elektriſchen Tageslicht=Vorſignalen ſind ſchon ver=
ſchiedene
Verſuche gemacht worden.
In den Jahren 1924 und 1925 wurden verſchiedene Strecken
der Hoch= und Untergrundbahn m Berlin mit elektriſchen ſelbſt=
tätigen
Tageslichtſignalen der Bauart Siemens u. Halske aus=
gerüſtet
; die Beſtrebungen gehen dort allmählich dahin, alle Form=
ſignale
durch Tageslichtſignale zu erſetzen. Im Gegenſatz zu dem
bei der Deutſchen Reichsbahn gültigen Grundſatz befinden ſich die
Blockſignale in der Grundſtellung (Ruheſtellung) nicht in der

Stellung Halt, ſondern
Fahrt frei (grünes Licht).

Bild 6. Tageslichtsignal.
Bauart A. E. G.

Die Bahnhofsſignale zeigen
jedoch in der Grundſtellung
Halt (rotes Licht). Nach
Einfahrt in einen Strecken=
abſchnitt
deckt ſich der Zug
ſelbſttätig durch Verwand=
lung
des grünen Lichtes in
rotes und gibt nach Ver=
laſſen
des Streckenabſchnit=
tes
durch Einſchalten des
grünen Lichtes am rück=
liegenden
Signal dieſes für
einen nachfolgenden Zug
frei. (Bild 4.) Die Lampen
der Signale, bei denen aus
Sicherheitsgründen für
jede Signallichtfarbe zwei
Birnen hintereinander an=
gebracht
ſind, verbrauchen
bei 70 Volt Wechſelſttom=
ſpannung
etwa 40. Watt.
Eine Beſonderheit an den
Blockſignalen der Berliner
Hoch= und Untergrundbah=
nen
iſt der Fahrſperrarm
(k in Bild 1), der bei Über=
fahren
eines auf Halt
ſtehenden Signals durch
den Zug durch Anſchlag an
eine an den Fahrzeugen
angebrachte Anſchlagvor=
richtung
die Bremsvorrich=
tung
der Wagen auslöſt
und ſomit den Zug zum
Stehen bringt.
Bei den Tageslichtſig=
nalen
bei den norwegiſchen
Staatsbahnen (Bild 6),
die von der A. E. G., Ber=
lin
, ausgeführt wurden, iſt
das Einlampenſyſtem mit Doppellichtfaden und Doppellinſen

angewendet. Der Doppelfaden der Lampe bezweckt, daß bei Zer=
ſtörung
des einen Fadens das Signalbild durch Aufleuchten des
anderen immer noch erſcheint. Die innere Linſe iſt aus farbigem,
die äußere aus klarem Glas; dadurch iſt eine mutwillige Beſei=
tigung
der Signalfarbe wirkſam vermieden. Die Lichtquelle ver=
braucht
50 Watt bei 16 bis 18 Voltſpannung.
Schließlich ſei noch eine Tageslichtſignalanlage der engliſchen
Nord=Oſtbahn auf der Strecke MarylebonneWembley erwähnt,
bei der ſelbſttätige dreifarbige Tageslichtſignale verwendet
ſind. Die Grundftellung der Signale iſt hier ebenfalls Fahrt
(grünes Licht); die anders=farbigen Signalbilder werden durch
verfchiedenfarbige bewegliche Blenden vor nur einer Signallampe
hergeſtellt (Signakbauart Hall), während bei der Bauart Siemens
u. Halske und A.E.G. eine beſondere Lampe für jede Signal=
farbe
vorhanden iſt. Neben den Farben grün und rot findet ſich
hier auch noch gelb; ein Hauptſignal dient gleichzeitig als Vor=
ſignal
für ein in Halteſtellung befindliches folgendes Hauptſignal.
(Bild 7).
Die Deutſche Reichsbahn ſtellt etwa ſeit dem Jahre 1923 ein=
gehendere
Verſuche über die Duchbildung der Tageslichtſignale
an, und zwar insbeſondere auf den elektriſch betriebenen Strecken
Hirſchberg-Breslau, Leipzig-Halle und BerlinGroßlichter=

Log


grün K
grun
Zug H.
grun Win
Fwl r
gren .
Srunz
Lug
gun
gelt 5
rol
Hruns 7 B.
gelt
grün

Bild 7. Schema einer dreibegriffigen Tageslichtsignalanlage.

felde. Bei jenen Strecken iſt das Tageslichtſignal wegen ſeiner
einfacheren Form in dem durch Maſte und Leitungen an ſich un=
überſichtlichen
Wald dem Formſianal überlegen. Es ſind beſon=
ders
Verſuche mit Nitrallampen der Osram=Geſellſchaft angeſtellt
worden, bei denen ebenfalls für jede Signalfarbe zwei Licht=
quellen
hintereinander angeordnet werden; verſagt die erſte, dann
leuchtet die zweite um ſo ſtärker auf und zeigt dadurch dem
Fahrperſonal die Unregelmäß gkeit an. Im übrigen werden noch
viele Betriebserfahrungen geſammelt werden müſſen, bevor man
ſich in dieſer das geſamte bisher gültige Signalweſen grundſtür=
zenden
Frage zur Einführung entgültiger Formen und Aus=
führungen
entſcheidet.

Kohlenstaubfeuerungen

Von
Dr. Ing. Leister, Berlin.

Zur Wärmeerzeugung und Wärmeübertragung ſtehen der
Technik in der Neuzeit die verſchiedenſten Syſteme von Feue=
rungsanlagen
zur Verfügung. Dem Weſen nach unterſcheidet
man einmal Oefen ohne Roſt, Schachtöfen, z. B. Hochöfen, Kalk=
öfen
, und zweitens Oefen mit Roſt. Zu dieſen gehören Flamm=
öfen
aller Art, bei denen das zu erhitzende Material nur mit
den Feuergaſen in Berührung kommt, wie bei Ziegel=, Glas=
und Porzellanfabrikation, und die Gefäßöfen, deren wichtigſte
Dampfkeſſelfeuerungen ſind. Hier ſind im Verlauf der Jahre
die mannigfaltigſten Abänderungen und Vervollkommnungen
eingeführt worden; in bezug auf die Roſtanordnung: Planroſte
(Schüttelroſte, endloſe Kettenroſte, Wanderrofte), Schrägroſte,
Treppenroſte der verſchiedenſten ſinnreichen Konſtruktionen. Ziel
aller dieſer Anordnungen war die möglichſt vollſtändige Aus=
nutzung
des Heizwertes der Brennſtoffe. Hierzu in erſter Linie
erforderlich iſt die innige Berührung des Heizmaterials mit
der notwendigen Verbrennungsluft. Naturgemäß iſt dies bei
Verwendung feſter Brennſtoffe nur in beſchränktem Maße der
Fall, und zwar um ſo weniger, je grobſtückiger das Material
iſt. Um die vollſtändige Verbrennung der Kohlenſäure herbei=
zuführen
, iſt es notwendig, einen Ueberſchuß an Luft zu ver=
wenden
. Dieſer beträgt etwa das Doppelte der theoretiſch er=

forderlichen Luftmenge, und es iſt klar, daß dieſe in der Feue=
rungsanlage
erwärmte Luft beträchtliche Heizwerte nutzlos durch
den Schornſtein entführt. Faſt völlig befeitigt ſind dieſe Ver=
luſte
der mit grobſtückigen Heizſtoffen arbeitenden Feuerungs=
anlagen
bei denjenigen Oefen, die flüſſige und gasförmige
Brennſtoffe verwenden. Hier läßt ſich leicht eine innige Miſchung
der Brennſtoffe mit Luft erzielen, ſodaß nur ein ſehr geringer
Luftüberſchuß erforderlich iſt. Dazu treten noch mannigfache
andere Vorteile, die weiter unten beſprochen werden ſollen.
Angeſichts dieſer Verhäftniſſe bemühte man ſich, unſer wich=
tigſtes
Heizmaterial, Steinkohle und Braunkohle, nicht in Stück=
und Brikettform, ſondern in einer dem Gaszuſtand ſich nähern=
den
Staubform zu verfeuern. Die Vorzüge der Staubkohlen=
feuerung
, ſchnelle und faſt reſtloſe Verbrennung, geringer Luft=
überſchuß
, lagen auf der Hand; was die Schwierigkeiten ver
urſachte, war die Aufbereitung der Kohle und ihre Zerkleine=
rung
zu trockenem Staub. Dieſe Schwierigkeiten können als in
allerneuerſter Zeit überwunden angeſehen werden.
Die wichtigſte Vorbedingung für eine ſtörungsloſe Kohlen=
ſtaubfeuerungsanlage
iſt alſo in erſter Linie eine gute Aufberei=
tung
der Kohle, im weſentlichen Trocknung, Zerkleinerung und
Transport. Die Trocknung, für die man zweckmäßig Abdampf
oder Rauchgaſe benutzt, macht hauptſächlich bei Braunkohlen
Schwierigkeiten, deren Feuchtigkeitsgehalt unter 20 Prozent
gebracht werden muß. Ungenügende Trocknung verurſacht hohen
Kraftbedarf bei dem folgenden Zerkleinerungsvorgang. Zur
Zerkleinerung ſtehen Apparate der verſchiedenartigſten Konſtruk=
tionen
zur Verfügung, wie ſie auch bei zahlreichen Jnduſtrien
Verwendung finden. Am gebräuchlichſten für den vorliegenden
Zweck ſind Rohrmühte (Grießmühle), Kentmühle ( Rinawalz=
mühle
), Griffinmühle (Pendelmühle) und Schlagkreuzmühle,
Der Feinheitsgrad des Mahlproduktes ſoll gemäß den vorge=
ſchriebenen
Normen berart ſein, daß der geſämte Kohlenſtaub
durch ein Sieb mit 900 Maſchen vro Ouadratzentimeter und zu
80 Prozent durch ein Sieb mit 1900 Maſchen dro Quadratzenti=
meter
hindurchgeht. Anſtelle der Siebſichtung des Mahlgutes
kommt neuerdings die Windſichtung zur Anwendung. Dieſe
beſteht darin, daß ein emporſteigender Luftſtrom nur den feinen
Kohlenſtaub aus der Mühle mitführt, während gröbere Teilchen
wieder zurückfallen und einem erneuten Zerkleinerungsprozeß
unterliegen. Der Transport des Kohlenſtaubs von der Mühle
zur Feuerungsanlage erfolgt in geſchloſſenen Rohrleitungen.
Bei Anwendung komprimierter Luft läßt ſich der Staub mittels
geeigneter Pumpen ganz ähnlich wie Flüſſigkeiten fortleiten.
Der Kohlenſtaub tritt aus dem meiſt oberhalb des Verbren=
nungsraumes
angeordneten Brenner in dieſen ein. Durch dieſe
Anordnung wird erreicht, daß der Brenuweg der Staubteilchen
ein hinreichend langer iſt, um eine völlige Verbrennung zu er=
möglichen
. Das einzelne Teilchen fällt in den Feuerraum hin=
ab
, kehrt, wenn noch nicht ganz verbrannt, um und ſteigt wieder
in die Höhe. Das Ueberbleibſel der Kohle, die Schlacke, fällt
hinunter und paſſiert eine kalte Zone bewerkſtelligt durch
Kühlroſte, das ſind von Keſſelſpeiſewaſſer durchfloſſene Röhren.
Durch dieſe Anordnung wird eine ſandige Schlacke erzielt und
ein Zuſammenbacken vermieden.
Was die Konſtruktion des Feuerungsraumes angeht, ſo
fallen zunächſt die naturgemäß ſehr großen Dimenſionen ins
Auge. Das Baumaterial der Kammer bzw. die Innenverklei=
dung
muß hohen Beanſpruchungen durch Temperatur und
Standfeſtigkeit genügen. Die Temperaturbeanſpruchung des
Materials wird neuerdings bisweilen dadurch herabgeſetzt, daß
innerhalb des Feuerraumes Röhren angeordnet werden, die
mit dem Dampfkeſſel in Verbindung ſtehen. Dadurch wird gleich=
zeitig
eine Dampfüberhitzung bewirkt. Die Ofenwände ſind
innen mit Kanälen verſehen, durch die zum Zwecke der Kühlung
Luft geleitet wird. Dieſe ſo erwärmte Luft dient als Verbren=
nungsluft
, und das ſtellt, wie oben bei Berwendung gasförmiger
Brennſtoffe erwähnt, einen weſentlichen Vortei dar. Durch ein=
fache
Regulierung des Kohlenſtaub=Luftgemiſches kann oxidie=
rende
oder reduzierende Flamme erzielt werden, was für die
Anwendung der Kohlenſtaubfeuerung bei metallurgiſchen Zwek=
ken
bedeutſam iſt.
Bemerkenswerte Vorzüge der Kohlenſtaubfeuerung liegen in
der Möglichkeit, Brennſtoffe, die auf Roſten nicht ohne Schwie=
rigkeiten
verbrennbar ſind, leicht und reſtlos zu verwerten. Das
ſind z. B. Feinkohlen, Brikettabrieb, Grudekoks, Heizmaterialien,
die hier geradezu erwünſcht ſind, da die Zerkleinerungskoften
zum Teil wegfallen. Ferner iſt die Bedienung und Wartung
der Staubfeuerungsanlage ſauber, einfach und faſt gänzlich
maſchinell zu bewerkſtelligen. Schließlich ſind dieſe Anlagen in=
folge
ihrer ſchnellen Anbeizfähigkeit hervorragend geeignet zur
Ueberwindung von Spitzenleiſtungen, wie ſie beſonders bei
Elektrizitätswerken und Ueberlandzentralen an der Tagesord=
nung
ſind.

Zur Umwandleng
der Elemente.

Von
Dr. Ing. Fuchs, Wollmatingen,

Die aufſehenerregende Nachricht, daß es Prof. Miethe zu=
ſammen
mit ſeinem Aſſiſtenten Stammreich gelungen ſei, Queck=
ſilber
durch Einwirkung ſtarker elektriſcher Entladungen in Gold
zu verwandeln, dürfte, noch in aller Erinnerung ſein. Bald
darauf trat der japaniſche Gelehrte Naggoka mit ähnlichen Er=
gebniſſen
hervor, und ebenſo teilte Prof. Smits in Amſterdam
mit, daß er mit ähnlichen Mitteln aus Blei Queckſilber und
daneben Thallium erhalten habe. Bei der Nachprüfung der
Mietheſchen Verſuche von verſchiedenen Seiten, unter Mitwir=
kung
namhafter Chemiker, wie z. B. Haber, erſchienen ſeine Er=
gebniſſe
ſtark in Frage geſtellt. Doch weiſt Miethe in einer
ſoeben erſchienenen aufſchlußreichen Abhandlung überzeugend
nach, daß von den zahlreichen Verſuchsanordnungen mehrere.
auch in den Händen ſeiner wiſſenſchaftlichen Gegner überein=
ſtimmend
poſitive, zum mindeſten keine entſcheidend negativen
Ergebniſſe gezeitigt haben, ſo daß die Tatſache der Umwandlung
nach wvie vor wahrſcheinlich iſt. Die Ausſichten auf techniſche
Ausnutzung ſind bei den bisher unverändert höchſt minimalen
Ausbeuten, in den günſtigſten Fällen einige Tauſendſtel Milli=
gramm
, recht gering. Auch die namhafteren Ausbeuten von
Prof. Smits, nach neueſten Angaben etwa ein Zwanzigſtel Milli=
gramm
Queckſilber aus 30 Gramm eines völlig reinen Bleis,
das in beſonderer Verſuchsanordnung unter 160 000 Volt Span=
nung
zerſtäubt wurde, ſind vorläufig nicht ſehr ermutigend.
Doch hat die Nachricht, daß auf ganz anderem Gebiet
wiederum eine Elementumwandlung geglückt ift, erneut die all=
gemeine
Aufmerkſamkeit dieſer Frage zugewendet. Wie Prof
Paneth, Berlin, in den Berichten der Deutſchen Chemiſchen Ge
ſellſchaft mitteilt, iſt es ihm gelungen, die Umwandlung von
Waſſerſtoff in Helium an fein verteiltem Palladiummetall
(einem der ſog. Platinmetalle) nachzuweiſen. Zwar handelt es
ſich dabei vorläufig um noch viel geringere Mengen als bei den
oben beſprochenen Metallumwandlungen, nämlich Helium=
mengen
von höchſtens ein Millionſtel Kubikzentimeter entſpre=
chend
dem Gewicht des 6 000 000ſten Teils eines Milligramms;
aber andererſeits iſt der ſpektroſkopiſche Nachtveis Beobach=
tung
der charakteriſtiſchen Linien des Heliumſpektrums ſo
ſcharf und durch Paneth weiter verfeinert worden, daß die
erperimentelle Tatſache geſichert erſcheint. Bemerkenswert iſi,
daß entſprechend der katalutiſchen Eigenart des Vorgangs er
vollzieht ſich nur in Waſſerſtoff, der in Berührung mit Palla=
dium
ſteht bzw, an deſſen Oberfläche abſorbiert iſt verſchie=
dene
Palladiumpräpargte ganz verſchiedene Wirkſamkeit zeigen,

und daß die Unterſchiede zwiſchen dieſen einzeluen Präparaten
ſo eigenartig fein ſind, daß es auch bei ſonſt möglichſt ſorgſamer
Herſtellung vorläufig noch unbekannte Einflüſſe bewirken, ob
man ein mehr oder minder wirkſames Präparat erhält. In
dieſem Umſtand liegt andererfeits die Ausſicht begründet, daß
man bei weiterem Studium der Katalyſatorherſiellung vielleicht
noch weſentlich höhere Wirkſamkeit erzielen wird und damit
einen Vorgang beherrſchen könnte, der als Energiegelle von un
vergleichlicher Bedeutung iverden kann.
Nach dem heutigen Stand unſeres Wiſſens um den Bau der
Atome iſt es zieilich ſicher, daß das Heliumatom durch den Zu=
ſammentritt
von vier Waſſerſtoffatomen zuſtandekommt. Anderer=
ſeits
haben ſorgfältige Atomgewichtsbeſtimmungen ergeben, daß
Grammatome Waſſerſtoff (das ſind bei getvöhnlichem atmo=
ſphäriſchem
Druck und Zimmertemperatur gegen 50 Liter Gas)
4,03 Gramm wiegen, ein Granmatom Helium aber nur 4,00 Gr.,
ſodaß bei dem Umwandlungsprozeß 003 Gram an Maſſe ver=
ſchwinden
, d., h. in Strahlungs= oder Wärmeenergie übergehen
müſſen. Die 0,03 Gramm Maſſedefekt entſprechende Warme=
menge
beträgt nun aber über 600 030 000 Kilogrammkalorien
das iſt die Wärmemenge, die in 10 Eiſenbahnwagen Steinkohle
verfügbar iſt. Da man aus dieſer Kohlenmenge jedoch minde=
ſtens
100000 Kubikmeter Waſſerſtoff herſtellen könnte, kommt
man alſo auf ein an Inflationszeiten gemahnendes Zahlenver=
hältnis
zwiſchen den jetzt und dereinſt aus Steinkohle zu gewin=
nenden
Energiemengen. Freilich ſind einſtweilen die in Heliun
umgewandelten Waſſerſtoffmengen ſo beſcheiden, daß ſich die da=
bei
eintretende Erwärmung dem erperimentellen Nachweis noch
entzieht.

KURZE MITTEILUNGEN

* Das älteſte Verkehrsmuſeum iſt in der Stadt Nürnberg, wo auch
die erſte deutſche Eiſenbahn 1835 von Nürnberg nach Fürth erbaut
wurde. Den Grundſtock der Sammlungen brachte die Landesgewebe=
ausſtellung
in Nürnberg im Jahre 1882 zuſammen. Durch allmähliche
Anwachſen erreichte ſie im Jahre 1903 einen derartigen Umfang daß
ſie in einem beſonderen für ſie geſchaffenen Gebäude der Oeffentlichkeit
zugänglich gemacht werden konnte. Die dritte Landesgewerbeausſtellung
in Mürnberg im Jahre 1306 ergab weiteren Zuwachs, ſo daß im Jahm
1914 ein Neubau begonnen wurde, dr aber erſt 1925 eröffnet weiden
konnte. Auf 13 600 Quadratmeter Fläche ſind aus allen G bieten der
Verkehrsweſens, insbeſondere des Eiſenbahn= und Poſtweſens, ſehr reich=
haltige
und intereſſante Sammlungen zu ſehen. Ein gedruckter Führer
und ſachkundige P amte, die mündliche Erläuterungen geben, erleichtern
das Verſtändnis. Die Sammlung wird neben ihrer großen Schweſter,
dem Deutſchen Mufeum in München, weniger beachtet, was nur be=
dauert
werden kann, da der Beſuch außerordentlich lohnend iſt.
* Setzugſchinen ſind eine Einrichtung, ohne die der heutige Zeitungs.
betrieb nicht denkbar wäre. Trotzdem dürfte es nur einem geringen
Prozentſatz der Zeitungsleſer überhaupt b=kannt ſein, daß mit Maſchnen
geſetzt wird, die eine Taſtatur haben ähnlich wie eine Schreibmaſchine.

Die meiſtgebrauchte ſog. Linotype=Setzmaſchine feiert in dieſem Jahr=
ihren
vierzigjährigen Geburtstaa. Im Jahr= 1886 wurd= ſie in Amerika

von dem 1854 in Hachtel (Deutſchland) geborenen O. Mergenthalex nach
vielen vergeblichen Verſuchen fertiggeſtellt. Sechs Jahre nach ihrer Er=
findung
waren bereits 709 Stück in Gebrauch. Heute ſchätzt man, daß
in der Welt etwa 50 000 Stück in Betrieb ſind.

HEUE BÜCHZR UND ZEITSCHRIETEN

* Tage der Technfk 1927. Techniſch=hiſtoriſcher Abreißkalender von
Dr. Ing. h. e, F. M. Feldhaus. Verlag R. Oldenbourg, 365 Bl.,
365 Abbildungen. Preis 5 Mark.

Auch der ſechſte Jahrgang erſtaut den Beſchauer durch die Reich=
haktigkeit
der Bilder, die uns der Kalendermann aus ſeiner ſchier un=
erſchöpflichen
Sammlung zuſammeng ſtellt hat. Aus allen Epochen der
Menſchh itsgeſchichte und aus allen Teilen der Erde geben ſie uns Kund=
von
ſeltſamen und denkwürdigen, teils auch bon närriſchen Schöpfungen
des Menſchengeiſtes. Die Rärſel des vergangenen Jahres ſind glücklich
erſetzt durch wirkliche Aufgaben, die noch der Löfung harren, will=
kommene
Anvegung zum Deuten und Dnken für müßige Stunden.
Zweifellos hat ſich der Kalender ſchon eine Gemeinde geſchaffen die
ſein Erſcheinen mit Freude begrüßt, denn wer ihn ein Jahr lang über
ſeinem Arbeitsplatz hängen hatte, will ihn ſobald nicht wieder miſſen.
Wer ihn einmal hatte, den hat er.
* Unfallverhütungskalender für das Jahr 1927. Herausgegeben von der
Reichsarbeitsverwaltung und dem Verband der Deutſchen Berufs=
genoſſenſchaften
, Beuth Verlag, G. m. b. H., Berlin SW. 19. Preis
45 Pf.
Zu was ein Kalender nicht alles gut ſein muß, ſogar Unfälle ſoll er
verhuten, und er kann es wirklich. Wenn der beſchauende Arbeiter einen
ganzen Monat lang das warnende Bild vor Augen hat, dann wird exs
ſich im Augenblick der Gefahr zweifellos an die gute Lehre erinnem,
Die Ausſtattung iſt nicht nur auß rordentlich ſinnfällig, ſie iſt bei aller
Wirkung auch künſtlexiſch vorzüglich.
* Von Menſch und Motor, Farm und Wolkenkratzer (Reifefkizzen eines
deutſchen Ingenieurs) von Gepug Kühne. Vrlag der J. C. Hinrich=
ſchen
Buchhandlung, Leipzig. 1926. Preis broſchiert 7 Mk.. in Ganz
leinen gebunden 8,50 Mk.
Der Geſamteindruck, den der Techniker beim Leſen dieſes Buches vor=
Amerika empfängt, iſt der, daß wir trotz unſerer hohen Entwicklungs
ſtufe in der Techmik noch von Amerika lernen können, mehr aber noch=
als
Menſchen. Dr ſtändig im Kampf ums Daſein viel intenſiver al½=
bei
uns ringende Amerikaner hat ſich eine Lebensführung angeeignet,
die uns noch vielfach als unerreichtes Ideal vorſchwebt. Von den
Kleinigkeiten der täglichen Bedeirfniſſe möglichſt unb helligt zu bleiben,
um Zeit zu gewinnen iſt ſein erſtes Streben. Eb nſo wichtig /
ihm immer Gentleman zu ſein, vom bueiness abgeſehen, kann er
im Durchſchnitt genommen uns auch in dieſem Punkt Vorbild ſein.
Großzügig wi= das Land ſelbſt und ſeine Mittel iſt der Weg, auf der
uns der Verfaſſer im Fluge durch alle Stationen ſeiner Reiſe mitführt
Intereſſant ſind die vielen Einzelheiten, die uns der aufmerkſame Be= vermittelt, aus kleinen Steinchen ein großes Moſaik fügend
Wer reiſen will und daran g hindert iſt, wer ſich ſür Amerikg intereſe
ſiert, ehne hinkommen zu können, wer die Technik liebt und in ihr nur=
ein
kleines Rädchen bildet, der wird mit größtem Genuß das Buch mit=
erleben
.
* 25 Jahre Verbaud Deutſcher Dachpappenfab=ikanten e. V. Feſtſchriſt=
herausgegeben
im Auftrage des Varbandes vom Geſchäftsführer Dk=
Arthur Koetz. Verlag Wilhelm Knapp, Halle (Saale), 175 Seiten.
Grenzgebiet und Sonderzweige ſind meiſt in der Literatur ſtieſ=
mütterlich
behand lr und nur dem kraſſen Spezialiſten bekannt. Es war=
deswegen
ein guter Wurf, daß der Verband anläßlich ſeines 25jährigen
Beſtehens die Mittel und Mühe zu einer Feſtſchrift aufwandte, die ſich
wegen ihres Inhaltes vorteilhaft von den ſonſtigen Feſtſchriften ähnlicher
Organe abhebt. Aufſätze üüber die Geſchichte der Dachpappe, Normung=
teerfreie
Pappe uſw. geb.n dem Heft einen bleißenden Wert. Eine=
Bibliographie von einem Umfang, die auch den Fachmann in Erſtauneſl
ſetzt, ſei nicht unerwähnt gelaſſen.
* Die heſſifche allgemeine Bauordnung nebſt Ausführungsverordnungen
von Dr. Fey. Propinzialdixektor a. D. Neueſte Ausgabe 1926, Ver=
Verlag J. Diemer, Mainz. Preis geh. 6.40, geb. 6.80 Mark.
Von der ſeither einzigen Veröffentlichung in der amtlichen Handaus=
gabe
die aber ſchon ſeit Jahren vergriffen iſt unterſcheidet ſich.
die vorliegende Neubearbeitung durch einen Praktiker der heſſiſchen Ver=
waltung
ſehr wohltuend dadurch, daß Geſetz und Vero dnung zuſammen=
geſchmolzen
ſind zu einem einheitlichen Ganzen, wodurch die Benutzung
ſehr weſentlich erleichtert iſt. Wann wird man andere ſeit langem ver=
griffene
heſſiſche Geſetze wieder im Handel haben können? Und wanr
endlich wird man ſich dazu aufraffen, die längſt überalterten Geſetze der
80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch neue, unſerer Zeit m=
gepaßte
zu erſetzen? Die Neuorganiſation der Bauverwaltung und das
Kunſtſtraßengeſetz iſt endlich Tat ache geworden, man ſollte auch ſonſtige
techniſch=rechtliche Grundlagen unſeres Staatslebens neu bearbeiten.
Dem Verlag gebührt der Dank dafür, daß er das Wagnis eine
kleinen Auflage in ein ſo ſchönes Gewand gekleidet hat.

DERSONLICHES AUS DER TECHNIE

Geh. Rat Dr. Ing. e. h. Robert Garbe feierte ſeinen acht=
zigſten
Geburtstag. Er wurde beſonders durch ſeine Verdienſte um die
Einführung der Heißdampflokomotive bekannt.

Dr. phil., Dr. Ing. e. h. Wilhelm Beumer, ein Führer der
rheiniſch=weſtphäliſchen Wirtſchaft, iſt geſtorben.

[ ][  ][ ]

ZNiCkA

koblenz
Frakf

Nüroden

GünchEn

Nummer 15

Meich und Ausland.
Ein Naturſchutzpark im Speſſart.
wSN. Aſchaffenburg In der Stadtver=
ametenſitzung
teilte Oberbürgermeiſter Dr. Matt
u. daß die Stadtverwaltung, der Speſſartbund, die
*oeitsgemeinſchaft zur wirtſchaftlichen Hebung des
pfſſarts und der Maintalverkehrsbund an die bahe=
ichve
Staatsregierung und den Landtag eine gemein=
uae
Petition gerichtet haben, in der erſucht wird,
9Speſſart einen Naturſchutzpark von min=
zurns
30 Hektar Umfang zur Erhaltung der
ufigen noch oder faſt noch unberührten Reſtbe=
ärade
des aus Eichen und Rotbuchen be=
huenden
alten Speſſartwaldes aus der
aUmäßigen Forſtwirtſchaft auszuſcheiden. Es han=
I. ſich um die etwa 32 Hektar große Waldabteilung
Zuber, bei Rotenbuch. In der Ausſprache
ul de mitgeteit, daß ſich der Abg. Stang bei der
eiierung ſchon für die Erhaltung dieſes einzig
zimen Stückchens Erde eingeſetzt habe. Wenn etwas
m. Speſſart heben könne, ſo ſei es der Fremdenver=
h
., und dafür ſei ein Stück Urwald ein wichtiger
uukt. Gegen die Abſicht der Regierung, nur ein
ines Stück in Größe von etwa acht Hektar als
arurſchutzpark einzurichten, wurde energiſcher Pro=
ſt
erhoben. Es wurde betont, daß, wenn in den
derbayeriſchen Königsſchlöſſern Millionen von Mark
nizenützt liegen bleiben könnten, auch einige hundert=
Fend Mark für die arme Speſſartbevölkerung ein=
eſtetzt
werden könnten.
Schwere Autvunfälle.
WSN. Höchſt a M. Ein ſchwerer Auto=
af
fall hat ſich hier ereignet. Ein mit vier Per=
uinen
beſetzter Kraftwagen der Münchener Film=
ſev
ellſchaft Emelka überholte einen Perſonenkraft=
ſaigen
der Farbwerke. Hierbei verlor der Führer
Münchener Autos anſcheinend die Herrſchaft über
Wagen. Das Auto fuhr in den Straßengraben
we überſchlug ſich. Drei Inſaſſen wurden
ſtdrbei erheblich verletzt. Der Wagenlenker
ann mit leichteren Verletzungen davon. Die drei
Sahwerverletzten wurden in das hieſige Krankenhaus
en racht. Ein weiterer Autounfall, der glimpflicher
buief, ereignete ſich am Dienstag abend. Hierbei
ſurde im Stadtteil Sindlingen eine Frau von
iuem Omnibuserfaßt und zu Boden geſchleu=
ſeut
t. Die Frau erlitt hierbei einen Schlüſſel=
inbruch
. Den Lenker des Wagens ſoll kein
8rrrſchulden treffen.
Zuar Wahl des naſſauiſchen Landeshauptmanns.
* Wiesbaden. Die von dem auf den 19. Jan.
ſillberufenen 62 Naſſauiſchen Kommunallandtag vor=
umehmende
Wahl des Landeshauptmanns ſcheint auf
Echwierigkeiten zu ſtoßen, und zwar inſofern, als
nun jetzt in landwirtſchaftlichen Kreiſen neben den
risi Kandidaten der im Landeshaus vertretenen Par=
enen
(Arbeitsgemeinſchaft der Rechten, einſchl. Wirt=
chaftspartei
, Zentrum und Sozialdemokraten) als
4u mpromißkandidaten den Landrat des Kreiſes Wies=
ſaoen
=Land nennt. Auch von der Kandidatur eines
ſin ſigen Magiſtratsmitglieds wird geſprochen.
Ein franzöſiſcher Schwindler.
WSN. Trier. Ein Schwindler, der franzö=
eſſche
Staatsangehörige Friſeur Meyer, geboren
u! Montreux=Vieux, wurde von der Polizei in Witt=
ſia
verhaftet. Er hatte in Trier in zwei Gaſt=
hüfen
Zechprellereien begangen und bei einer
Fmmobilienagentur für mehrere hunderttauſend
haark Häuſer gekauft, verſchwand aber aus dem
Zunmer des Notars, ohne etwas zu bezah=
un
. Dann trieb er ſich 14 Tage im Regierungs=
beisirk
Trier herum, prellte Gaſthäuſer, kaufte Häuſer
5d Gutswirtſchaften, lebte auf Koſten der bisherigen
By ſitzer einige Tage und verſchwand dann, ohne die
Zarhe oder die Käufe zu bezahlen. Zuletzt verſuchte
ein Gaſthaus im Werte von 70 000 Mark zu
atafen, obwohl er nur 70 Centimes in der Taſche
hultte. Als dieſer Kauf abgeſchloſſen werden ſollte, er=
chäen
die Polizei und verhaftete ihn.
Sſtillſtand im Steigen des Rheines und ſeiner
Nebenftüſſe.
Koblenz. Da der Regen nachgelaſſen hat und
die Temperatur gefunken iſt, iſt in dem Steigen der
Füüſſe ein Stillſtand eingetreten. Der Rhein geht
lamgſam zurück. Auch für die Moſel wurde aus
Tirier ein Fallen des Waſſers gemeldet. Aehnlich
luuiten die Meldungen über die Lahn. Die Hoch=
waſſergefahr
iſt als beſeitigt anzuſehen.
Gin Ausflugsort von den Flammen vernichtet.
WSN. Göttingen. Das in aller Welt bekannt
gervordene Vergnügungslokal Mariaſpring bei
Göttingen iſt in der Nacht zum Donnerstag voll=
ſtiändig
niedergebrannt. Von der Wirt=
ſchaft
, die im Leben jedes Göttinger Studenten eine
gwoße Rolle ſpielt, iſt nur das Wohngebäude und ein
Tnril der zum Betrieb der Gaſtwirtſchaft errichteten
Baulichkeiten ſtehen geblieben, doch haben dieſe unter
dimm Waſſer erheblich gelitten. Große Erntevorräte
ſul=d bei dem Brande vernichtet, der in der
Erheune ausgebrochen iſt. Die Ermittlungen über die
Eitſtehungsurſache des Brandes haben ergeben, daß
ahier Wahrſcheinlichkeit nach Brandſtiftung vorliegen
muiß. Es wird bereits eine beſtimmte Spur verfolgt,
Die urſprüngliche Annahme, daß Kurzſchluß vorliegt,
Ußt ſich nach Lage der Sache nicht aufrecht erhalten.
Swweit ſich bis jetzt überſehen läßt, wird im kommen=
dan
Frühjahr der Wirtſchaftsbetrieb nicht aufgenom=
meen
werden können.
Brückeneinſturz im Ruhrgebiet.
C. Berlin. Am Donnerstag entgleiſten,
dar B. Z. zufolge, auf dem Bahnkörper der Guten=
Hwffnungs=Hütte in der Nähe der Zeche Oſterfeld
m ehrere Wagen eines Ortszuges. Ein Fünfzig=
Zonnenwagen ſprang auf einer Brücke aus den
EHeiſen und legte ſich auf die Seite. Pfeiler und
Prrückenbalken ſtürzten ab und die Eiſenerzmaſſen
fülelen auf die Straße. Die Lokomotive und die erſten
Msagen, die weiterfuhren, entgleiſten auf einer Ueber=
führung
über die Staatsbahn, wodurch die Brücke
ſioch verſchob und um 40 Zentimeter ſenkte.
Efin kurz darauf die Strecke paſſierender Güterleer=
zurg
wurde ſchwer beſchädigt. Der Lokomotive wurde
darr Schornſtein glatt abgeriſſen. Der Verkehr auf
der Hüttenbahn mußte vollſtändig eingeſtellt werden.
Die Zahl der Rundfunkteilnehmer.
Berlin. Im Monat Dezember 1926 haben ſich
99442 Rundfunkhörer neu gemeldet. Die Geſamt=
zrhl
aller Rundfunkteilnehmer im Deutſchen Reich
hsträgt nach dem Stande vom 1. Januar 1927
1E76 564.

Finiſh eines großen Flachrennens auf dem St. Moritzer See.
Von hohem ſportlichen und geſellſchaftlichen Intereſſe ſind die internationalen Pferderennen
in St. Moritz, dem berühmten Winterkurort und Sportplatz der Schweiz, die in den Winter=
monaten
auf dem St. Moritzer See veranſtaltet werden. Sie umfaſſen Flachrennen, Trab=
rennen
, Hürdenſpringen und Ski=Kjöring=Rennen.

Hochwaſſer an der Oder.
Frankfurt a. O. Die reichlichen Niederſchläge
der letzten Tage haben das Hochwaſſer der Oder er=
neut
zum Steigen gebracht. Das Bruch iſt meilen=
weit
von einer unüberſehbaren Waſſerfläche bedeckt.
Von überall her treffen alarmierende Nachrichten
ein. In Küſtrin iſt das Waſſer der Oder und
der Warthe bis an die Mauern der Stadt heran=
getreten
. Im Warthebruch ſteht das Waſſer zum
Teil über einen Meter hoch. Die Aecker ſind voll=
ſtändig
überſchwemmt.

Das Unglück auf einem Hochofenwerk in Velſen.
Ymuiden. Die eigentliche Urſache des geſtern
gemeldeten Unglücksfalles auf dem Hochofenwerk von
Velſen iſt noch nicht aufgeklärt Aus den Angaben
des einen geretteten Monteurs geht hervor, daß
plötzlich in den Wind=Erhitzer des neu erbauten
Hochofens, in dem vier Monteure arbeiteten, aus
der Gasleitung Gas hineinſtrömte, obwohl
die Verbindungsöffnung durch einen Asbeſtſchirm ab=
geſchloſſen
worden war. Die beiden um Leben ge=
kommenen
deutſchen Monteure ſtammen aus Ober=
hauſen
im Rheinland und ſind Familienväter.

Seite 13

Rieſenflugzeuge im Dienſie des
Lufiverfehrs. Flugzeuge mit
Segeln ausgerüſiet.

Oben:
Ein Rohrbach Waſſerflugzeug im Fluge.
Unten:
Mit Segeln ausgerüſtetes Rohrbach=Flugzeug.
Die großen, untereinander wetteifernden Werke ſtellen
immer neue, techniſch vollkommenere Flugzeug für die
Bezwingung der Luft in Dienſt. Ein Vergleich mit
den früheren Jahren läßt die gewaltigen Fortſchritte
erkennen, die auf dem Gebiete des Flugweſens in
verhältnismäßig kurzer Zeit gemacht wurden Bis
zu dem neuen Robbe=Typ der Nohrbach= Flugzeug=
werke
, der, mit zwei Motoren von ze 420 PS aus=
geſtattet
, Platz für zwei Führer und ſechs Paſſagiere
bietet, führt ein opfervoller, mühſam errungener Weg.
Rätſelhafter Selbſtmord dreier Mädchen.
Berlin. Donnerstag vormittag fand man am
Nordufer des Müggelſees Kleidungsſtücke von
drei weiblichen Perſonen, ohne daß die
Herkunft ermittelt werden konnte. Nunmehr iſt die
Leiche eines Mädchens aus dem Müggelſee ge=
ländet
worden, die als die achtzehnjährige Tochter
eines Kriminalbeamten feſtgeſtellt wurde, der auch
ſeine zweite, zwanzigjährige Tochter vermißt. Zu
gleicher Zeit wurde eine ebenfalls achtzehnjährige
Freundin der beiden, die mit ihnen im gleichen Ge=
ſchäft
angeſtellt war, vermißt, ſo daß anzunehmen
iſt, daß die drei Mädchen gemeinſam in den
Tod gegangen ſind. Der Beweggrund der Tat iſt
nicht bekannt.
Die Grippe in der Tſchechoflowakei.
b. In der Tſchechoſlowakei trägt die Grippe= Epi=
demie
bisher keinen ſchweren Charakter,
wenn auch einige Todesfälle zu verzeichnen ſind. In
das Krankenhaus in Hohenelbe wurden drei Skifahrer
in ernſtem Zuſtand gebracht; die Frau eines Prager
Kaufmanns iſt der Krankheit in der Anſtalt erlegen,
während, zwei Berliner Touriſten gerettet werden
konnten. In Tropau ſind einige Fälle tödlich ver=
laufen
, beſonders von Kopfgrippe. Schwere Grippe=
Erkrankungen ſind auch in Mähriſch=Oſtrau zu
verzeichnen. In Prag und in der deutſchböhmiſchen
Provinz nimmt die Epidemie einen leichteren Ver=
lauf
.
Zugzuſammenſtok.
Zella=Mehlis. Freitag früh, nach 7 Uhr,
fuhr ein Güterzug auf den von Meiningen
nach Zella=Mehlis verkehrenden Perſonenzug
auf. Einige Reiſende wurden leicht verletzt,
Von dem Güterzug entgleiſten einige Wagen.
Die Schiffahrt auf der Schelde.
Verſchiedene Blätter haben die Nachricht gebracht,
daß infolge der Strandung des Dampfers Andreas
die Schiffahrt auf der Schelde eingeſchränkt worden
und beſondere Maßnahmen zur Regelung des Ver=
kehrs
getroffen ſein ſollten. Die Gemeindeverwaltung
der Stadt Antwerpen proteſtiert gegen dieſe Gerüchte,
welche jeder Grundlage entbehren. Der Schiffsver=
kehr
auf der Schelde vollzieht ſich auf vollkommen
normale Weiſe, ſowohl bei Tag, als auch bei
Nacht, und können Schiffe jeden Tonnengehalts bzw.
Tiefganges vollſtändig ungehindert ein= und aus=
laufen
. Irgendwelche Maßregeln, welcher Art auch
immer, wurden nicht getroffen.
Ein Raubüberfall.
EP. Mailand. Im Zentrum der Stadt wurde
ein frecher Raubüberfall auf den Ausläufer der Bank
Crédit Commercial de France unternommen. Beim
Verlaſſen der Bank verſetzte ein junger Burſche
dem alten Ausläufer mit einem Hammer einen
Schlag auf den Kopf und entriß ihm die
Handtaſche, in der ſich 465000 Lire in bar und
280 000 Lire in Schecks befanden, die er, wie gewohnt.
auf die Bank von Italien bringen ſollte. Der An=
gegriffene
wurde jedoch nicht vollſtändig betäubt. Er
rief um Hilfe und verfolgte ſelbſt den Räuber. Es
jegann eine aufgeregte Jagd durch die belebten
Straßen der Stadt. Der Täter flüchtete in ein Haus,
das zwei Ausgänge hatte. Wie ſich herausſtellte, be=
findet
, ſich in dem Haus der Sitz des fasciſtiſchen
Provinzverbandes. Der Täter der ſelbſt dem
Fascio angehört, flüchtete ins Vereinslokal
und verließ es durch einen anderen Ausgang wieder.
Später ſtellte ſich der Täter ſelbſt der Polizei.
Es iſt ein 23jähriger Burſche aus guter Familie,
namens Rinaldo Marino. Er behauptet, die
Tat in einem Kokainrauſch begangen zu haben.
Unter dem Verdacht der Beihilfe wurden auch ein
Kaufmann und deſſen Frau verhaftet, mit denen der
Täter ein Geſchäft betrieb. Die Handtaſche mit dem
ganzen Inhalt hat der Räuber auf der Flucht fallen
laſſen. Die Bank erleidet keinen Schaden.

Samstag, der 15 Januar 1927
Deutſchlands Gasverſorgung aus den Kokereien.
Projekt gewaltiger Gasfernleitungen.

Karte der projektierten Gasfernleitungen.
Zur Verſorgung Deutſchlands mit billigem Gas ſtehen in den großen Kokereien des Ruhr=
gebietes
, von Mitteldeutſchland und Oberſchleſien gewaltige Gasmengen zur Verfügung, die
heute unausgenutzt verfliegen. Dieſem Zuſtand ſoll jetzt nach dem grandioſen Projekt der
Kohlenverwertungsgeſellſchaft durch den Bau von Fernleitungen abgeholfen werden, die,
ausgehend von den großen Zentren Hamm, Zwickau und Ratibor, das ganze Reich mit
Gas verſorgen ſollen. Der Bau von Rohrleitungen, deren in die Hunderte von Millionen
belaufende Koſten durch eine Anleihe gedeckt werden ſollen, würde großen Scharen von
Arbeitsloſen günſtige Arbeitsgelegenheit bieten.

Zum Berliner Sechstagerennen.

Ablöſung im Rennen.
(Originalzeichnung von unſ rem Spezialzeichner Dehlſchlägel.)
Mittwoch abend begann das 18. Berliner Sechstagerennen, das mit ſeiner hervorragenden
ausländiſchen Beſetzung an die deutſchen Teilnchmer große Anforderungen ſtellt.
Pferderennen auf dem zugefrorenen See.
Sportaitraktionen in St. Moritz.

proi Fernleitungen

V

[ ][  ][ ]

Seite 14

Samstag, den 15. Januar 1927

Nummer 15

Reinekes Brautfahrt.

Jagdplauderei von D. Feußner.
Draußen im winterlichen Forſt donnert und kracht es, als
würden Baumſtämme von Rieſenäxten geſpalten. Die Bäume
ſind es, denen die grimmige Kälte durch Mark und Bein dringt,
daß ſie bis in die innerſte Seele frieren und deshalb aufſchreien
vor wildem Weh. Zwiſchen dieſes Klagen des ſchneeverhangenen
Forſtes miſcht ſich aber noch ein anderer Ton, der gewöhnlich
in aufſteigender Tonleiter drei= oder viermal hintereinander
ausgeſtoßen wird: Kau! Kau! Kau! Kau! klingt es hart und
gellend durch den nächtlichen Winterwald. Viele wiſſen nicht,
wer der Urheber dieſer Laute iſt, und die einſamen Dorfbewohner,
die es wiſſen, ziehen falſche Schlüſſe. Sie ſagen nämlich: Es iſt
ſo kalt, daß die Füchſe bellen! Daß der Fuchs der nächtliche
Sänger iſt, ſtimmt wohl, die Annahme aber, es ſei die Kälte,
die ihn zu dieſem Lautgeben veranlaßt, iſt irrig. Reineke, in
ſeinem dichten roten und weißkrannigen Pelzmantel friert nicht;
ſein Rufen hat eine ganz andere Urfache: es iſt der Schrei
nach dem Weibe der Sehnſuchtslaut nach der roten Braut, und
bedeutet ins Menſchliche übertragen: Wo, wo biſt du? Nach=
dem
er ſeine Rollarie mehreremal heruntergekafft hat, wird ihm
aus weiter Ferne die Antwort. Sie klingt etwas höher und
dünner als die Frage und heißt: Hier, hier bin ich! Noch
einige gegenſeitige Strophen und Bräutigam und Braut haben
ſich gefunden. Er iſt ein. Herr von Mäuſebuhl mit grünlich
funkelnden Sehern, weißer Krawatte und prächtiger Standarte,
durch die ein nervöſes Zittern bis zur Plune läuft, und ſie eine
geborene von Felſeneck, rank und ſchlank, mit verführeriſch
duftender Viole. Beide haben im April vorigen Jahres das
Licht der Welt erblickt, was eigentlich nicht ganz ſtimmt; denn
nicht das Licht ſondern das Dunkel der Welt, die undurch=
dringliche
Fiuſternis der Erdkammer umfing ſie gleich in der
erſten Minute ihres Daſeins, und das eigentliche Licht des Tages,
die warme, wonnige Maiſonne, haben ſie erſt einige Wochen
ſpäter, als ſie mit Milch der böſen Denkungsart und feiſten
Mäuschen aufgepäppelt waren. Und nun ſollte ihr erſter Liebes=
frühling
beginnen. Die Begrüßung war gemeſſen und voll Adel.
Er erzählte dann von ſeinen Heldentaten zu Waſſer und zu Land.
Na, na, zu Waſfer? Sie erlauhte ſich Zweifel in die Wahrheit
des Geſagten zu ſetzen. Da erciferte er ſich aber in echt jüng=
linghafter
Ueberhebung und behauptete, ſchon einmal einen
Krebs gehaſcht, eine Forelle erſchnappt und ſogar einen zu=
ſammengerollten
Igel in das Waſſer gekugelt zu haben, der dann,
um nicht elendiglich zu erſaufen, ſeinen Stachelvorhang zurück=
klappen
mußte und von ihm nun erwürgt und gefreſſen werden
konnte. Die Jungſähe war baff über das Gehörte, und ihre Zu=
neigung
wuchs um ein Bedeutendes. Als der verliebte Be=
werber
ihr ewige Treue gelobte und ſchwur, ſie gegen jeden
Feind und auch gegen die älteren Semeſter ſeiner Sippe ver=
teidigen
zu wollen, da hatte ſie die Ueberzeugung, den Herr=
lichſten
von allen gefunden zu haben und gab ihm das Jawort:
die Hochzeit ſollte aber nicht übereilt werden".
Nun glaubte er gewonnenes Spiel zu haben und ging
um die rote Dame herum, als kenne ſeine Bewunderung keine
Grenzen. Beſonders gut ſchien ihm ihre herrliche, weißgeblumte
Schleppe zu gefallen, die er mit gierig funkelnden Sehern und
vibrierender Naſe unſchicklich lange betrachtete. Als er ſich aber
gar erfrechte, die auf= und abwip ende Lunte mit der ſpitzen Naſe
zu berühren, da flog die noch etwas ſchüchterne Braut blitzſchnell
herum, ging gegen den verliebten Bräutigam in Front, und
ſchnapp hatte er einen kräftigen Hieb im rechten Gehör, der
ihn vor Schmerz laut aufkläffen ließ. Hätte er nicht eine ſo
ausgezeichnete Kinderſtube genoſſen und gewußt, was man einer
Dame von altem Adel ſchuldig iſt, er wäre ihr recht unſanft in
das rote Mieder gefahren. So aber verbiß er den Schmerz,
brachte die ſchmale Zunge heraus und ſchleuderte ſie blitzſchnell
nach dem ſchweißenden Gehör, um dieſes zu belecken. Leider
erwies ſich der geſchmeidige Fleiſchlöffel aber als zu kurz und
verſchwand deshalb bald wieder in ſeinem dreieckigen Gehäuſe‟.
Nun ſchnürte die ſtreitluſtige Jungfrau davon und der
Herr von Mäuſebühl hinterher in dem äußerſt verlockenden Be=
wußtſein
: jetzt führt ſie mich nach ihrem Felſenſchloß, dort werde
ich der Liebe Luſt genießen. Als beide eine Waldblöße über=
querten
, kam ihnen von der anderen Seite ein eleganter Herr
entgegen. Sein Schnüren war allerdings nicht ganz ebenmäßig,
denn er machte mit dem linken Vorderlauf einen etwas kürzeren
Schritt als mit dem rechten. Dies kam daher, daß er vor
längerer Zeit in ein Eiſen geraten war und, um wenigſtens das
nadte Leben zu retten, ſich in grenzenloſem Heroismus heraus=
geſchnitten
hatte. Seit dieſer furchtbaren Stunde waren die
Vorderläufe nicht mehr gleich lang, was ein unregelmäßiges
Schnüren bedingte Seine feine Naſe funktionierte aber noch
tadellos, und er verfügte auf einem gewiſſen Gebiete über ſehr
reiche Erfahrungen. So war er denn auch ſofort im Bilde und
wußte, was ſich hier vorbereitete. Kurz entſchloſſen verlegte er
der roten Jungfrau deshalb den Weg. Dieſe ſtutzte und äugte
zurück nach ihrem Verlobten was etwa bedeutete: Duldeſt du
dieſe Pöpelei? Mit gefletſchtem Fang ſchoß der Jüngling an
der Fähe vorbei und pflanzte ſich ſo imponierend als möglich
vor den alten Räkel auf. Verächtlich zog dieſer die Lefzen in
die Höhe und überflog mit giftigen Blicken das junge Rüdchen,
um es im nächſten Augenblick zu überrollen, daß ihm Sehen,
Hören und Lieben für den Augenblick verging und es ſich knur=
rerd
ſeitwärts ſalvierte. Nun reckte der Sieger den Kopf ſo
hoch, als es gehen wollte, daß ſein weißes Vorhemdchen auf=
leuchtete
, um ſich gleich darauf artig zu verbeugen. Das iſt ein
vollendeter Kavalier, dachte die Fähe und ließ ihre grünen Seher
wohlgefällig über den neuen Bewerber hingleiten. Als dieſer
ſich aber nun ähnlich benahm wie der abgeſchlagene Jungrüde,
da bekamn er auch eine ähnliche Baalpfeife, wie ſie jener be=
kommen
hatte, und weiter ging die Brautfahrt der drei; denn
auch der Jüngling folgte, immer noch hoffnungsvoll, dem
Pärchen.
Als eine Waldwieſe überquert wurde, ſtoppte der hinterſte
Rüde; er hatte etwas vernommen. Zurückäugend, ſah er einen
weiteren Rivalen, der es ſehr eilig hatte. Dieſer war von un=
gefähr
auf die Spur der Fähe geſtoßen, und ſeine feine Naſe
verriet ihm ſoſort, was die Stunde geſchlagen. So ſchnell als
möglich folgte er der ſüßen Fährte, um die dreiköpfige Geſellſchaft
auf der Waldwieſe einzuholen. Als auch der lahme Rüde den
neuen Nebenbuhler entdeclte, machte er Kehrt und keckerte ihn
giftig an. Dieſer fackelte aber nicht lauge, ſondern ging ſofort
zum Angriff über. Und nun entſtand eine wilde Beißerei, die
mit dem Unterliegen des Lahmen endigte. Der Sieger hatte vor=
läufig
aber keinen weiteren Vorteil errungen, als daß er nach
der üblichen Abfuhr, die auch ihm erteilt wurde, als Erſter der
Fähe folgen durfte Oiwäh! Oiwäh! Oiwäh! klang jetzt
Lampes Klage duich die Winternacht. Einen Augenblick ſtutzte
ſchön Rotbraut, um ſich über die Richtung, aus der die Töne
kamen, zu orientieren. Ihr angehendes Liebesfeuer war er=
loſchen
; dagegen loderte die Flamme wilder Mordgier hoch in
ihr auf. Wie ein Pfeil vom Bogen geſchnellt, jagte ſie dahin,
dem Jammergeſchrei entgegen, die drei Rüden in der Reihen=
folge
ihres Hoffnungsrechtes hinter ihr her.
Unweit des Waldrandes befand ſich ein verſchneiter Kompoſt=
haufen
. Hier ſchien der Entſtehungsherd des Haſenklagens zu
liegen. Vorſichtia ſchnürte jetzt die Fähe, gefolgt von ihren
Galanen, um den Haufen herum, als dieſer unter heftiger Doppel=
detonation
zwei Flammenblitze ausſpie, die die beiden ſtärkſten
Rüden auf das weiße Bahrtuch warfen.
Entſetzt ſchwenkte die haſenlüſterne Fähe ihre Standarte und
verſchnand, geſolgt von dem Jungrüden, in dem nahen Wald.
dem Haufen los und
Nun löfte ſich

Sport, Spiel und Zurnen.

Handball.

PolizeiſportvereinSportverein 1898.
Nachdem der Proteſt des Sportvereins 1898 gegen
das am 19. 12. 26 auf dem Exerzierplatz ſtattgehabte Verbands=
ſpiel
zugunſten des ſüddeutſchen Meiſters entſchieden iſt, findet
am kommenden Sonntag, vorm. 11 Uhr, auf dem Exerzierplatze
das Wiederholungsſpiel ſtatt. Wenn das Spiel denſelben an=
ſprechenden
Verlauf nimmt, wie das am letzten Sonntag auf dem
Stadion durchgeführte, dann ſteht für die hieſige Handball=
gemeinde
erneut ein intereſſanter Kampf bevor.
Turngeſellſchaft GriesheimT. G. Beſſungen.
Zum fälligen Nückſpiel ſtehen ſich am kommenden Sonntag, den 16.
Januar, obige erſte Mannſchaften gegenüber. Die Hieſigen werden wohl
auch diesmal wieder das Treffen für ſich entſcheiden, weiſt doch ihre Elf
eine ſtete Formverbeſſerung in der letzten Zeit auf. Das Spiel verſpricht
alſo ſehr intereſſant zu werden, und dürfte daher der Beſuch einem jeden
Sportintereſſenten warm empfohlen werden. Der Spielbeginn iſt auf
11 Uhr vormittags feſtgeſetzt, anſchließend treffen ſich noch die Jugend=
mannſchaften
des Platzbeſitzers ſowie die von Eberſtadt.
Turngeſellſchaft 1875 Turnverein Bickenbach a. b. B.
Am kommenden Sonntag, nachmittags 2 Uhr, ſtehen ſich die beiden
erſten Mannſchaften beider Vereine zum Freundſchaftsſpiel gegenüber.
Anſchließend ſpielt die 2. Mannſchaft gegen die gleiche von Bickenbach.
Beide Spiele werden auf dem Exerzierplatz ausgetragen. Ein Beſuch
desſelben lohnt ſich.
* Fußball im Odenwaldkreis.
Vor der Entſcheidung in der Odenwaldkreisliga.
In der Odenwaldkreisliga geht es mit aller Macht auf die Meiſter=
ſchaftsentſcheidung
zu, die nun bereits der kommende Sonntag bringen
kann. Kann! Denn noch iſt der Favorit und auch ſeine Rivalen nicht
über den bewußten Berg. Die Lage iſt eine ganz eigenartige, wie die
Zuſammenſtellung der ſonntäglichen Gegner zeigt:
Olympia Lampertheim Sportvgg. 04 Arheilgen
Sportverein Muinſter Germania 03 Pfungſtadt
Union Darmſtadt VfR. Bürſtadt
Olympia Lorſch Fußballverein Biblis.
Das entſcheidenſte Treffen geht in Lampertheim vor ſich.
Gewinnt dort die Arheilger Mannſchaft, ſo hat ſie ſich bereits am Sonn=
tag
aus eigener Kraft die Meiſterſchaft geſichert. Aber das iſt nicht ſo
leicht, denn Lempertheim hat eine 0:3=Niederlage vom Vorſpiel wettzu=
machen
, und iſt dazu durchaus in der Lage, denn in Lampertheim iſt es
nicht ſo einfach, zu gewinnen. Anders wird dagegen die Lage, wenn
Arheilgen verliert oder auch nur einen Punkt abgibt, denn dann iſt die
Meiſterſchaftsfrage wieder völlig offen. GHelingt nämlich den Pfung=
ſtädtern
in Münſter ein Sieg (der wohl ſehr ſchwer, aber doch mög=
lich
iſt), ſo kann Pfungſtadt bei einem Unentſchieden Arheilgens in
Lampertheim im letzten Kampf mit Arheilgen punktgleich werden, bei
einer ſomtäglichen Arheilger Niederlage aber ſogar Arheilgen im Ent=
ſcheidungsſpiel
mit einem Punkt überflügeln. Kann! Denn das alles
ſind nur theoretiſche Betrachtungen, die aber nach Lage des Falles auch
praktiſch möglich ſein können. Aber auch Münſter hat noch Aus=
ſichten
, ſofern Arheilgen in Lampertheim und Pfungſtadt in Münſter
verlicrt und im Schlußſpiel Pfungſtadt noch Arheilgen ſchlägt; zumindeſt
wäre dann den Münſterern der zweite Platz ſicher. Man ſieht, die
Lage iſt intereſſant genug, um nicht nur Vereinsfanatiher in ihren
Bann zu ziehen. Man tur gut, abzuwarten, was der Sonntag bringt.
Es wird wohl harte Kämpfe geben, mit völlig ungewiſſem Ausgang.
Hoffentlich ſind den Spielen Unparteiiſche im beſten Sinne des Wortes
beſchert. In Darmſtadt tritt der VR. Bürſtadt gegen Union
Darmſtadt an. Für Union iſt es an der Zeit, Punkte zu ſammeln. Im
Vorſpiel erzwangen die Beſſunger ein 4:4; diesmal iſt ſogar ein Sieg
nicht unmöglich, wenn nicht die Darmſtädter von allen guten Geiſtern
verlaſſen ſind. Das Treffen in Lorſch ſollte die Einheimiſchen als
Sieger ſehen. Im übrigen wird in der nächſten Woche auf eine An=
gelegenheit
zurückzukommen ſein, welche die Gemüter im Odenwaldkreis
ſchon des längeren bewegt, doch ſoll erſt der Ausgang der ſonntäglichen
Spiele abgewartet werden.
In der 4=Klaſſe iſt in beiden Gauen nicht allzuviel los. Das
reguläre Rückſpielprogramm b ginnt erſt am 23. Januar; ſo beſchäftigt
man ſich eben mit Nachtragsſpielen. Angeſetzt ſind folgende Begeg=
nungen
:
Boruſſia Dornheim Fußballverein Michelſtadt
Starkenburgia Heppenheim Konkordia Gernsheim
Fußballverein Hemsbach Fußhallverein Hofheim.
In der B=Klaſſe ſieht das Bild ſchon etwas lebhafter aus, wenn
auch noch die Gruppe 2 im Gau Bergſtraße mit ihren Terminen fehlt.
Immerhin darf man mit dem Programm des Sonntags zufrieden ſein,
denn es ſpielen im
Gau Bergſtraße: Sportverein Lengfeld VfR. Erbach;
Sportverein König VfR. Beerfelden; Sportverein Höchſt FC.
Groß=Umſtadt; Germania Leeheim Sportperein Goddelau; Germania
Eſchollbuüicken Chattia Wolfskehlen.
Gau Ried: Vowwärts Bobſtadt FV. Hüttenfeld; Olympia
Lamp rtheim Reſ. Germania Auerbach; FV. Schönberg FC.
Zwingenberg; Olympia Biebesheim VfR. Bürſtadt Reſ.
Sportverein Darmſtadt 98 Phönix Ludwigshafen.
Kehraus in den Verbandsſpielen. Die Ligamannſchaft des Sport=
vereins
beendet dieſen Sonntag die Serie ihrer diesjährigen Verbands=
ſpiele
, die in der 1. Runde von großem Erfolg begleitet war, während
die Rückrunde, veranlaßt durch die verſchiedenartigſten Umſtände, einen
ſtarken Rückſchlag brachte. Trotzdem hat das gute Abſchneiden in den
Vorſpielen die Poſition der Darmſtädter derart geſichert, daß das Ver=
bleiben
in der Bezirksliga auf ein weiteres Jahr feſtſteht. Auch der zur=
zeit
von den Sportvereinlern in Anſpruch genommene 5. Tabellenplatz
kann kaum mehr gefährdet werden. Iſt ſonach das Spiel des nächſten
Sonntags auf dem Darmſtädter Stadion von keiner äußeren Bedeutung,
ſo verſpricht es doch intereſſant zu werden, da die Gegenpartei wohl alles
daran ſetzen wird, die Punkte für ſich zu gewinnen. Phönix Ludwigs=
hafen
hat zurzeit mit Neckarau und den Raſenſpielern die beſten Aus=
ſichten
auf Erringung der Meiſterſchaft bzw. des 2. Platzes. Sollten
allerdings die Pfälzer das Darmſtädter Spiel nicht ſiegreich beſtehen,
dann wär es mit höheren Ehren vorbei, da in dem fetzigen Stadium
der Endkämpfe jeder Punkteverluſt verhängnisvoll wird. Beſteht alſo für
Phönix der größte Anlaß, alles aus ſich herauszugeben, ſo werden die
Darmſtädter auf der anderen Seite keineswegs gewillt ſein, den Ludwigs=
hafenern
den Weg zur Meiſterſchaft zu ebnen. Die Darmſtädter werden
vielmehr in dieſem Spiele beweiſen, daß ihr Entſchuldigungsgrund für
die Niederlagen in den letzten Spielen zu Recht beſtand. Nachdem die
Schwäche der Hintermannſchaft im letzten Verbandsſpiel behoben werden
kann, indem Laumann wieder ſeinen alten Poſten einnehmen kann, wird
der Sportverein im der Aufſtellung
Wicklaus
Girmſcheid
Laumamn
Ruppel
Takafz Bärenz
Jakobi Müllmerſtadt Geher Wenner II. Daab
einen ſtarlen Gegner abgeben. So ſteht zu hoffen, daß die Darmſtädter
ihren ſenſationellen Sieg des Vorſpiels im Rückſpiel zur Wiederholung
bringen.
Germania PfungſtadtSp.V. Münſter.
Am morgigen Sonntag treffen ſich in Münſter die obigen Mann=
ſchaften
im Verbandsrückſpiel. Das Vorſpiel in Pfungſtadt wurde be=
kanntlich
beim Stand 1:1 vom Schiedsrichter abgebrochen. Ein Urteil
der Behörde über dieſen Spielabbruch iſt noch nicht erfolgt. Das mor=
gige
Treffen in Münſter iſt von entſcheidender Bedeutung für die Mei=
ſterſchaft
. Im Falle der wahrſcheinlichen Niederlage des Tabellenführers
Arheilgen in Lampertheim iſt Germania Pfungſtadt durch einen Sieg
in Münſter die Möglichkeit gegeben, im Rückſpiel gegen Arheilgen die
Meiſterſchaft zu ihren Guſten zu entſcheiden. Gewinnt jedoch Münſter,
ſo ſcheidet Pfungſtadt aus dem Wettbewerb um den 1. Tabellenplatz aus.
Trotz des ſehr guten Abſchneidens Pfungſtadts in den beiden letzten Spie=
len
iſt ein Punktgewinn in Münſter ungewiß.

trat freudig erregt an die koſtbaren Pelzträger heran. Es war
der Jäger in Schneemantel und =kappe, der mit Hilfe ſeiner
Haſenquäke die Roten berückt und zwei von ihnen zur Beute
kürte.
In derſelben Nacht aber feierte, die Jungfähe in ihrem
Schloß Felſeneck mit dem Jugendliebſten die Hochzeit ...

33. Mittelrheiniſches Kreisturnfeſt.
Darmſtadt 1927.
P.A. Das Kreisturnfeſt in dieſem Sommer iſt eine große Veraw=
ſtaltung
.
Sie iſt ein Feldzug gegen die Lauheit derer, die ſich noch nicht mit
vollem Herzen der Turnſache ergeben haben. Zum Kriegführen gehört
aber Geld, Geld und nochmals Geld.
Deshalb richtet der Finanzausſchuß die dringende Bitte an alle
Freunde und Gönner der edlen Turnſache, daß auch ſie ihr Scherflein
beitragen zur machtvollen Kundgebung des 33. Mittelrheiniſchen Kreis=
turnfeſtes

Die ſonſt ſo bewieſene Opferfreudigkeit der Turner wird gemde
bei dieſem Anlaß nicht verſagen; beſonders nicht dann, wenn es um
keine Vereinsſache, ſondern um die Belange der deutſchen Turnerſchaft
überhaupt geht.
Es müſſen nicht gleich Vermögen geſtiftet werden. Jede, auch noch
ſo kleine Ueberweiſung wird dankend entgegengenommen.
Turner, bedenkt, daß das Feſt zu einem großen Teil auch nach
ſeiner äußeren Geſtaltung beurteilt wird. Nicht prunkhafte Umzüge
wollen wir machen, aber wir wollen Maſſen nach Darmſtadt bringen
und dazu iſt Geld nötig.
In Euxe Hand, Turner, iſt die Größe und Ausgeſtaltung des
33. Mittelrheiniſchen Kreisturnfeſtes gelegt.
Zeigt Euch turneviſchen Geiſtes würdig.
Die nachſtehenden Inſtitute: Darmſtädter und Nationalbank, Filiale
Darmſtadt; Darmſtädter Volkshank, Darmſtadt: Deutſche Bank, Filiale
Darmſtadt: Deutſche Vereinsbank, Filiale Darmſtadt: Divektion der
Diskontogeſellſchaft, Darmſtadt; Heſſiſche Girozentrale Darmſtadt; Lan=
desgenoſſenſchaftsbank
, Darmſtadt; Nauheim u. Co., Bankgeſchäft,
Darmſtadt; Städtiſche Sparkaſſe, Darmſtadt, haben ſich in dankenswerter
Weiſe bereit erklärt, Spenden in beliebiger Höhe für dieſen Zweck an=
zunehmen
.
Amtlicher Winterſporibericht.
Taunus (Kleiner Feldberg): Schneedecke unterbrochen, kein=
Sportmöglichbeit.
Weſterwald (Hachenburg) und Speſſart (Rohrbrunn)
melden ebenfalls keine Spoxtmöglichkeiten.
Rhön: (Waſſerkuppe): Bewölkt, 12 Grad Kälte, 30 Zentimeter
Schnee, vereiſt, Ski und Rodel mäßig. Gersfeld: Kein Sport.
Vogelsberg (Hoherodskopf): Kein Sport.
Aus dem Thüringerwald und dem Harz werden mäßige,
aus dem Schwarzwald (Triberg) bei 40. Zentimeter Schnee gute
Ski= und Rodelmöglichkeiten gemeldet. Auch Obersdorf (Allgäu)
berichtet noch gute Sportverhältniſſe. Die Tempevaturen werden ſich
in den höheren Lagen in der nächſten Zeit unter dem Gefrierpunkt
halten. Auch iſt jetzt mit dem Auftreten leichter Schneefälle zu rechnen.
In den mittleren und unteren Lagen werden die Temperaturen tags=
über
den Gefrierpunkt überſteigen.

Radfahren.

Stand des 18. Berliner Sechstage=Rennens am Donnerstag
nachmittag.
Nach der 19. Runde, um 5 Uhr nachmittags, waren 513,110 Kilo=
meter
zurückgelegt. Der Stand war folgender: 1. Degraeve Thollem=
beck
, 60 Punkte; 2. GooſſensStockelynck, 23; 3. Mac NamaraTietz,
25; 4. Tonani-Lorenz, 23; 5. BuſchenhagenFrankenſtein, 20 Punkte.
Eine Runde zurück: 6. Van Kempen-Bauer, 54 Punkte;
7. Marcilla-Manthey, 22; 8. Koch-Rielens, 21; 9. Wambſt- Lac=
quehay
, 5: 10. SeifferthMühlbach, 3 Punkte. Zwei Runden
zurück: 11. JungePetri, 22: 12. Rauſch-Hürtgen, 10 Punkte.
Drei Runden zurück: 13. KrollmannSkupinſki, 18; 14. Gott=
fried
-Behrendt, 6 Punkte.

chte Sodener
O Paslillen gegen
Husken, Heiserkeit,Verschleumung

Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 15. Januar. 3.30: Stunde der Jugend. Aus dem
deutſchen Liederkranz. O 4.30, Aeltere Operetten. Bayer: Marſch
a. Rund um Wien. Strauß: Ouv. Fledermaus Millöder:
Aus Gaſparone‟ Zeller: Potp. Vogelhändler Dellinger:
Aus Don Ceſar.
Strauß: Potp. Tauſend und eine Nacht.
Zeller: Aus Oberſteiger. O 5.45: Leſeſtunde (für die reifere.
Jugend): Das Wirtshaus im Speſſart von W. Hauff. O 6.15:
Briefkaſten. O 6.45: Die Philoſophie der Gegenwart, erſter Vor=
trag
: Wilhelm Diltsey, von Dr. Heinemann. O 7.15: Regie als
Kunſt (Grundprobleme der modernen Regiekunſt) von Intendant
Dr. Hagemann. O 7.45: Bevölkerungsbewegung von Diplomkauf=
mann
Steyer. O 8.15: Rauſch‟ Drama von Strindberg. Anſchl.:
bis 12.30: Aus Kaffee Sacher: Tanzmuſik.
Siuttgart.
Samstag, 15. Jan. 3: sGretle von Strümpfelbach erzählt.
) 4: Zwölf Kompoſitionen von Johann Strauß. Leit.: Carl
Struve, Mitw.: Käte Mann, Gerda Hanſi, H. Hanus, Funkorch,
O 6.15: Dramaturgiſche Funkſtunde: Oper. O 6.45: Dr. Hirſchberg:
Das deutſche Volkslied. O 7.15: Oberregierungsrat Kümmerlen:
Schwäbiſche und alemanniſche Familiennamen (2). O 8: Kammer=
muſik
. Mitw.: Fritz Künſtner (Violine), Franz Kirchberger (Cello),
Hügel: Cello=Sonate. Violin=Sonate 4 A=moll. Flüge!: A. Haagen."
Anſchl.: Funkbrettl. Heinecke: Neues Leben, Marſch. Fall:
Mandoli, Mandola. Schonberger; Havanna (Gerda Hanſi).
Träume einer Nacht (Carl Struve), Niggerſong. Deinah.
Berger: Das Schönſte vom Schönen. Seits Leutlen, ſo wars
anno dreißia. Wienerlied (H. Hanus). Steffen: Orchidee (Gerda
Hanſi). Liebes Kinderl, net verzagen, Duett (Gerda Hanſi H.
Hanus). In Hietzing beim Domeyer ſpielt heut der Strauß (Kitty
Rolfen). Fall: In Niſhninowgorod (C. Struve). Oh Pm=
prinella
, Oneſtep. Niggerſong. Bel

Berlin.
Sonnabend, 15. Jan. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
O 4: Otto Friebel: Die deutſche Apotheke. O 4.30: E te=Kammer=
Orcheſter. O 7.05: Prof. Colſon: Jean Richepin (in franz. Sprache).
O 7.30: Artur Vanſelow: Erlebniſſe im braſilianiſchen Urwald.
O 7.55: Geh. Reg.=Rat Miethe: Aus den Tiefen des Weltraumes
(Die Fixſternwelt im Fernrohr). O 8.30: Im Warenhaus, heiteres
Hörſpiel von Richard Loth. U. Mitw, von: Maria Ney Lucie
Bredſchneider, Paut Graetz, Funkkapelle. O 10.30: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 15. Januar. 3.30: Poſtrat
Behrendt, Frl. Moelke: Eſperanto. O 4: Frl. von Röſſing: Das
kaufmänniſche Schulweſen. O 4.30: Das Neueſte aus der pädagogi=
ſchen
Zeitſchriftenliteratur. O. 5: Miniſter Dr. Külz: Beamten=
bildungsfragen
. O 5.30: Fr. Dreßler: Der Arbeiter und das Buch.
O 6: Baurat Lübbert: Neuzeitliche Maßnahmen der Bauwirtſchaft
zur Verbilligung des Wohnungsbaues. O 6.30: Stud.=Rat Friebel,
Lektor Mann: Engliſch f. Fortgeſchrittene. O. 7: Dr. Proskauer,
Breslau: Zahnbehandlung einſt und jetzt. O 7.30: Dr. Mahrholz:
Die deutſche Litera ur im 19. Jahrhundert.

Wetterbericht.
Wettervorherſage für Sonntag, den 16. Januar 1927.
(Nach der Wetterlage vom 14. Januar 1927.)
Weitere Fortdauer des unbeſtändigen, wechſelnd bewölkten, noch zu
Niederſchlägen neigenden Wetters, bei langſamem Temperaturrückgang=
Hauptichriftleitung . Rudolf Maupe
Verantwortlich für Pelltik und Wirtſchaft: Radelf Mauve; für Feullleton, Reich and
Ansland und Hefſiſche Nachrichten: Max Streeſe; fſür Sport: Dr. Engen Buhlmanei
für den Schlußdienſi. Andreas Bauer; für den Inſeratenteil: Willv Kuhlei
Druck und Verlag C C. Wittich ämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.

Die beutige Nummer bat 20 Seiten.

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Nummer 15

Seite 15

Samstag, den 15. Januar 1927

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Diese Freise sind nur bis zum 22. er. maßgebend, evt. stellen wir
gekaufte (aren zu diesen Freisen bei kleiner Anzahlung gern zurück.
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[ ][  ][ ]

Samstag, den 15. Januar

Mit der Diskontermäßigung der Reichsbank ſind die Tendenzen, die
wir in unſerer letzten Betrachtung der Börſenlage kennzeichnen konnten,
noch erheblich ſtärker in die Erſcheinung getreten. An den Termin=
märkten
gegen die Kurſe, wenn auch nicht gleichmäßig auf allen Ge=
bieten
bedeutend an. Das Publikum zeigte einen wahren Heißhunger
für gut rentierende Einheitsaktien und gab dabei auch Kauforders
großen Umfanges für ſolche Papiere zur Börſe, die als weniger qugli=
fiziert
und dementſprechend als kaum ſteigerungsfähig bezeichnet werden
müſſen. Wahrſcheinlich hängt das mit der Unkenntnis der Verhältniſſe
bei den einzelnen Geſellſchaften zuſammen. Die Tatſache, daß wahllos
die billigen Papiere aus dem Kurszettel herausgeſucht und gekauft
werden, trägt aber auf der anderen Seite die Gefahr einer Reaktion
in ſich, wenn die Auffaſſung binnen kurzem eine ruhigere geworden iſt.
Repartierungen und plötzliche Kursavancen ſind in dieſem Ausmaß
jedenfalls ſeit langem an der Berliner Börſe nicht mehr zu verzeichmen
geweſen. Rentabilitätserwägungen waren es auch, die dem Markt der
feſtverzinslichen Werte eine breite Käuferſchicht zuführten. Durch die
Herabſetzung des Reichsbankdiskontes iſt die Rendite bei dieſen Papieren
naturgemäß größer geworden. Die in den letzten Tagen erfolgten Kurs=
ſteigerungen
dürften aber nunmehr eine ausreichende Anpaſſung an den
niedrigeren Landeszinsſatz daſtellen. Die 7prozentigen Goldpfandbriefe
und Goldanleihen haben im allgemeinen den Pariſtand erreicht oder
überſchritten und die Beſtrebungen, zum ſechsprozentigen Pfandbrieftyp
als Norm überzugehen, dürften jetzt Ausſicht auf eine raſche Verwirk=
lichung
haben. Einen rein ſpekulativen Charakter trug demgegenüber
die Hauſſebewegung in der Kriegsanleihe und anderen Reichsanleihen,
ſowie den Paviermarkanleihen der Einzelſtaaten. Die Hoffnungen, daß
aus irgendeinem Grunde eine Günſtigerſtellung der Neubeſitzanleihen
über die Beſtimmungen des Aufwertungsgeſetzes hinaus möglich ſein
werde, ſind aber von offizieller Seite dementiert worden. Der Kriegs=
anleihekurs
, der ſcharf in die Höhe gegangen war, unterliegt damit im
Augenblick wieder ebenſo wie das Niveau der übrigen gleichartigen An=
leihen
einem empfindlichen Druck, weil die Käufer beſtrebt ſind, die neu=
erworbenen
Beſtände in dieſen Werten nun zu realiſieren. Die durch
die Ermäßigung der Reichsbankrate ausgelöſte Hauſſeſtimmung iſt
neuerdings zwar auf normalere Verhältniſſe zurückgeſchraubt, doch behält
das Kursniveau nach wie vor eine bemerkenswerte Feſtigkeit. Die Füh=
rung
hat bei dieſer Situation weniger die Börſenkuliſſe als das Privat=
publikum
, deſſen Anſchaffungen dem Markt immer wieder einen ſtabilen
Grundton geben und Baiſſeangriffe zum Scheitern bringen. Im einzel=
nen
iſt der Bankattienmarkt mehr in den Hintergrund getreten, nachdem
das vorausſichtliche Bezugsrecht der Commerzbank eine Enttäuſchung
darſtellte und der Kurs dieſes Inſtituts auf Glattſtellungen einen mehr=
prozentigen
Rückgang erfahren hat. Montanwerte ſind ebenfallz nach
zeitweiſer bedeutender Bevorzugung in den Hintergrund getreten. Teil=
weiſe
mögen Tauſchoverationen dieſer Papiere in die momentan im
Mittelpunkt ſtehenden Aktien ſtattgefunden haben. Zu den letzteren ge=
hören
vornehmlich Elektropapiere, Kaliaktien und eine beträchtliche An=
zahl
ſogenannter Nebenwerte. Auch Schiffahrtsaktien ſind unter gleich=
zeitiger
Betonung ihres Freigabecharakters wieder mehr beachtet. J.=G.
Farben, die zeitweiſe vernachläſſigt blieben, ſind in der Mitte der
laufenden Woche ebenfalls neu auf das Schild gehoben worden. Es
ſteht nunmehr die Medioprolongation bevor. Die Operationen, die ſich
durch die Vorbereitungen dieſes Abwicklungstermines ergeben, können
die Tendenz in den nächſten Tagen möglicherweiſe beeinfluſſen. Grund
zu ernſteren Beſorgniſſen ſcheint trotzdem nicht vorzuliegen, ſelbſt wenn
man das große Ausmaß der Kursſteigerungen berückſichtigt, da die
Neportgelder keine Einſchränkung erfahren werden und die Verzinſung
von Prolongationsgeldern mit 7 bis 7½ Prozent diesmal weſentlich
billiger iſt, als bei der Ultimo=Dezember=Liquidation.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 14. Januar.
Die Börſe bleibt feſt und zuverſichblich. Die Medioabwickelung
dürfte kaum noch Schwierigteiten bereiten, da Kapital genügend zur Ver=
fügung
ſteht und Reportgeld in überſchießendem Maße angeboten wird.
Das Hauptintereſſe konzentriert ſich auf die J. G. Farbeninduſtrie einer=
ſeits
und Rheinſtahl andererſeits. Die in letzter Zeit ſtattgefundenen
Verhandlungen zwiſchen der J. G. Farbeninduſtrie und der Rheinſtahl
A. G. follen zu dem Plan geführt haben, daß die J. G. Farbeninduſtrie
ihr Intereſſe bei Rheinſtahl in den zu ihr paſſenden Gebieten kräftigt,
wobei die Rheinſtahl A. G. ſelbſtändig bleiben würde. Dadurch werden
die Gerüchte, daß die J. G. Farbeninduſtrie bemüht ſei, den Arenberg=
ſchen
Beſitz in Rheinſtahl=Aktien aufzukaufen, dementiert. Es handelt
ſich hier alſo um eine Verſtändigung auf anderer Baſis, als das Abkom=
men
der J. G. Farbeninduſtrie mit Rieber Montan. J. G. Farben ge=
wannen
2 Prozent, Rheinſtahl 4 Prozent. Banken waren dagegen
durchweg etwas niedriger bei kleinem Geſchäft, nur Danatbank behaup=
tet
bzw. leicht befeſtigt. Auf dem Montanmarkt überwogen die Kurs=
beſſerungen
und Kaliaktien, beſſerten ſich um bis zu 2 Prozent. Feſt
waren Autowerte beſonders Adlerwerke, plus 3 Prozent. Die Einfüh=
rung
zum Terminhandel ſoll jetzt unmittelbar bevorſtehen. Zellſtoff=
aktien
unverändert. Elektrowerte weiter ſteigend um 1 bis 2 Prozent.
Der Kaſſamarkt wies dagegen nicht mehr die Lebhaftigkeit der letzten
Tage auf. Immerhin überwiegen noch ſtark die Kursgewinne. Auf
dem Rentenmarkt war das Geſchäft klein und wenig verändert. Im
weiteren Verlaufe wurde auf Gewinnſicherungen die Tendenz zunächſt
etwas ſchwächer, um ſich aber bald darauf, ausgehend von einer ſtarken
Nachfrage nach Rheinſtahlattien, erneut zu befeſtigen. Es entwickelte ſich
eine zeitweiſe ſtürmiſche Aufwärtsbewegung des Kurſes für Rheinſtahl,
ſo daß gegen 1 Uhr ein abermaliger Kursgewinn von 4 Prozent er=
reicht
war. Auch J. G. Farben zogen daraufhin weiter an, und die
übrigen Marktgebiete konnten ihre erſten Kurſe faſt wieder erreichen.
Der Schluß war zuverſichtlich und feſt. Tägliches Geld 4 Prozent.

82 Komm. Ldb. D.,
Goldſchuldver.
820 Heſſ. Ldb. Gold.
10% Nomm=Elektr.)

120 Mainz St.G.
826 Naſſ. Lbb. Gold.
8% Pfälzer H. B.

öſoEnh S.9
Goldpfandbr..
80 Rh.Hyp.=B. G.
711, 3oRh. St.W. 21
10% Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk., Goldpf.
820
32 Südß. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr. ..

Ohne Bins:
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 231 16
6 % beſl. Brk.=Rog.
B 7.8
5% Roggen ..231 9.1
5%o Pr. Kaliw. ./ .9
5% Pr. Roggenw.! 9
5 % Südd. Feſt=B. G/ 2.37
Borkriegs-dyp..3.
Pfanobriefe
Bay Vereinsb. 22.9
Bahr. Handelsb.
Bayr. Hyp.u. WBechſl 21.9
Berliner Hyp Bk.
Frrf. Hyp.=Br.
16.62
Frif Pfandbr.=B. 17.28
Hamb. Syp.=B. 14
Mecklb Hyp. u. Bb 10.4
Meining. Hnp.Bt. 13.85
Nordd Gr.=Fr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bt. . .. 17.7.
1
Preuß= Bob. Cr.=B
Pr. Gert.-B. -r.=B./ 14.3

Die Abendbörſe hatte möglichſt kleines Geſchäft. Die Kurſe
waren zum Teil niedriger, in der Mehrheit aber auf der Höhe des Kaſſa=
niveaus
von mittag gut gehalten. Am Montanmarkt blieben Rhein=
ſtahl
weiter im Vordergrund 207 (pl. 0,50) auf das Intereſſe des Far=
bentruſts
, der, wie verlautet, vielleicht ähnlich wie bei Riebeck Montan,
eine Intereſſengemeinſchaft mit der Rheinſtahl erſtrebt. J. G. Farben
328 ſowohl per Medio als auch Kaſſa, d. h. 2 Prozent gegenüber dem
höckſten Mittagskurs. Von Montanwerten ſind Kaliaktien uneinheitlich.
Weſteregeln wurden weiter geſucht: 179 (pl. 2,50), jadoch Aſchersleben
171,50 ( ¼). Ruhrwerte waren ſtill und zum Teil ſchwächer. Phönis
136,50 (unverändert), Mansfeld 146 ( 2,5), Gelſenkirchen trotz größe=
ver
Käufe 187 ( 0,25), Banken waren gut gehalten: Danatbank 269½
(pl. 0,50), Diskontogeſellſchaft 182½ ( ½), Commerzbank 219 ( 1).
Glektropapiere waren teils unverändert, teils ſchwächer. A.E.G. 171½
( 1½), Lahmeyer 161 ( 2½4), aber Felten u. Guilleaume 172,50 ( un=
verändert
), Licht und Kraft 143 (unv.). Von Schifahrtswerten waren
Nordd. Lloyd bei 161,50 um 19 Prozent ſchwächer. Am Chemiemarkt
ſtanden immer noch Verein Chem. Induſtrie Frankfurt=Mainz im Vor=
dergrund
; der amtliche Kurs war 115 (pl. 5).
Das Anleihegeſchäft war klein, die Tendenz aber fneundlicher,
Sproz. Kriegsanleihe 0,885.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 14. Jaruar.
Während die Börſenſpekulation nur zögernd neue Anſchaffungen
vornahm, ſetzten ſich die Käufe des Publikums in einem recht bedeuten=
den
Umfang fort. Die beliebteſten Märkte waren für die Bankenkundſchaft
Einheitswerte und feſtverzinsliche Papiere, deren Tendenz ſich damit
wiederum ſehr feſt geſtaltete. In Termin= und variablen Werten war
das Bild bei Eröffnung der Börſe zwar ebenfalls freundlich, doch be=
ſchränkte
ſich das Intereſſe auf einzelne beſondere Aktiengruppen. Elek=
trowerte
wurden ſtark beachtet und höher bezahlt. Kaliaktien hauſſierten.
Montanwerte lagen ruhiger, aber freundlich Bankaktien bröckelten
vereinzelt auf Gewinnmitnahmen ab, worunter auch andere bevorzugte
Papiere der letzten Zeit zu leiden hatten. (Feldmühle,=Papier, Deutſch=
Atlantiſche Telegraphen, Kautſchukwerte.) Eine günſtige Aufnahme fan=
den
die Beſchlüſſe der Banken bei der Modio=Prolongation keine Kür=
zung
der Reportgelder vorzunehmen und die zu fordernden Reportſätze
auf 77½ Prozent gegen 8 Prozent bei der Ultimo=Prolongation
herabzumindern. Der offene Geldmarkt ſtand unverändert im Zeichen
einer abnormen Geldflüſſigkeit. Tagesgeld wurde mit 24½ und lung ſoll die Zuwahl von Vertretern des Konſortiums vorgeſchlagen
Monatsgeld mit 5½7 Prozent genannt. Warenwechſel waren mit
4ſo, ebenſo wie Privatdiskonte mit 4/g rege geſucht, ohne daß nennens=
wertes
Material herauskam. Im Deviſenverkehu zog die Reichsbank in
Neaktion auf die kürzlichen Abſchwächungen etwas an. Kabel Berlin
Diskontrate vorläufig noch keine Veränderung erfahren hat, mit 4,8535
widerſtandsfähig. Mailand feſt 11095 gegen London.
Im weiteren Verlauf der Börſe unterlag die Kursbewvegung mehr=
fachen
Schwankungen. Die Haltung neigte gegen Schluß nach unten,
ausgenommen in Aktien der Rheiniſchen Stahlwverke, die bis 2,5 an=
zogen
, der Vereinigten Glanzſtoff und der J. P. Bemberg A.=G., die
38 bzw. 19 Prozent gewannen und Schultheiß Oſtwerke Aktien, die um
mehreve Prozent ſtiegen. Am Elektromarkt büßten Rheiniſch=Weſtfäliſche
Elektrizitätswerke 6 Prozent ein, dagegen notierten Rheiniſche Elektri=
zitätswerke
4 Prozent höher. Schleſiſche Elektrizität und Gas plus 3
Prozent. J.=G. Farbeninduſtrie 338,5. Privatdiskont kurze Sicht 41/e,
werte und Schiffahrtsaktien ruhig. Rheinſtahl ſtärker gefragt W. dazu dicnen, die Einſührung der Aktien an der Berliner Börſe zu er=
Elektrowerte gegenüber dem Schluß wenig verändert.
13. 1. 174. 1.
13. 1. 1 14 1.
Aſchaffb. Zellſtoff
181. 1182. Hemoor Bement. . 1247. 1240.5
f117s 1120
Augsb.=Nürnb. Maſch / 138. 1140. Hirſch Kupfer ...
Bamag=Meguin
1176.75 1176.
65.5 67.25 Höſch Eiſen...
Berl. E.W. Stam
178. 1177.5 bohenlohe Berke:
28.5 28 25
Berlin. Karlsruh=
115. 1116.25 Kahla Porzellan.
Braunkohl.=Briket
190. 1190. Lindes Eismaſch.
Bremer Vulkan
129. 130. Lingel Schuh.
95.
93.
Bremer Wolle.
191. 1191. Linke u. Hofmann
92. 93 25
Teutſch.=Atlant.
142. 1139.87512. Loewe u. Co..
294. (295.*
Teutſche Maſcht
122. 1122 875/C. Lorenz.
141.- 1141.875
Teutſch.=Nieb.
17.75 17.75 Ndl. Kohle..
197. 195.-
Teutſche Erdöl
179. 178. Nordd. Gummi.
86.
Deutſche Petrole
Erenſtein.
It. Kaiwerke.
134.5 137.37 Rathgeber Waggon :1 93.5
98.
Tonnersmarcht
138.75 140.25 MRombacher Hütten. 13.5 13.5
Tynamit Nobel.
160. 1161.5 Roſitzer Bucker.
113. 1110.
Reltr. L eferun
176. 77.5 MRitgerswerke:
137.625/138.875
G. 6. Farben
326. 1328.5 Sachſenwerk.
128.875/130.
2. Friſter:
116. 116. Sächſ. Gußſtahl:
Taggenau
60. 66. Siemens Glas.
178. 1178.
Selſenk.
15.875/ 16 5 VBer. Lauſitzer Gle
164. 1165.
5. f. elektr. Un
74.
218. ſ216. Bolkſtedter Porzell. ) 76.
alle Maſe
192. 1192. WWeſtf.E.Langendreerl 65.25 68.
Han. Maſch. Eg
144. 1144. WWittener Gußſtahl. / 64.75 64.5
Hanſa Tampfſd
204. 1208. WWanderer=Werke. . . . 227. 1226.

Deviſenmarkt.

14. I. 18 I. geld Brief gelb Brief Geld Brie Amſterdam=R. 168.34 168.7e A168. 13/168.55 Wien L.=Lſt.abg. 59.31 59.45/ Tuenos=Aires. 1.7391 1.74* 1e738 1.7421 Prag... 12.47 12.50 Brüſſel=Antw. 5s.57 5a.71 58.5 0 5s.64 Ludapeſt( Pengö 73.65ſ 73.83 E2lo 108-111o8.39 107.851100.11 Japan. 2.0se 5 2.060 Kopenhagen. . 1 112 29/12.57 112.16 112.49/ Rio de Janeiro. 0.491 0.383 Stedholm 12.51 1 12,79 112.35 112.831 Sofia.. 3.04 3.05 Kelſingſors.. 10.59 10.63 o.5o 10.62 Zugoflavien.. 7.42 7.44 Italien ....! 18.30 18.34 18.40 18.44 Konſtantinopel 2.117 2.127 London.... 120.436 20.49 120.41 160.463 Liſſabon 21.545/2 1.595 Nen=York. .. 4. 212 4.222 .207 4.217 Tanzig: 81.49 81.69 Poris. 116 735 16.775 16.72 16.76 Athen:. 3.31 5.33 Eckneiz je1. 17 81.3 et. 6gs ei. 25 Kanada. 4.203) 4.203 Eronien
F 67 52 67.60 6f.32 S7.ag Uruguan. d.25 4 26

14. f.
Geld Brie
59.305 59.445
12.458 12. 488
73.58 73.76
2.045 2.049
0. 492/ 9.494
3.04 3.05
7.41 7.43
2.117 2.127
ei 545 21.585

81. 37
5.31
4.20
4.25

8i.67
5.33
751
4.26

Die Einnahmen des Reiches im Dezember 1926.
Das Reichsfinanzminiſterium veröffentlicht eine Ueberſicht über die
Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben für die Zeit
vom 1. April bis 31. Dezember 1926. Danach betrug das Aufkommen

Neaungehn Se Berulſcae zu z n en ert.
kamen ein an Einkommenſteuer im Dezember 157 347 407 RM., vom
1. April bis 31. Dezember 1 711 277922 RM. (2100 Mill.), an einmali=
gen
Steuern im Dezember 2958 921 RM., vom 1. April bis 31. Dezem=
ber
41 183 819 RM. (30 Mill.), demnach kamen an Beſitz= und Verkehrs=
ſtenern
insgeſamt ein im Dezember 326 469 764 RM., vom 1 April bis
31. Dezember 3 499 288 700 RMk. (4506 Mill. RM.). Das Aufkommen
an Zöllen und Verbrauchsabgaben betrug im Dezember 240 803 207 RM.,
vom 1. April bis 31. Dezember 1 703 727 666 RM. (1 959 300 000 RM.),
insgeſamt nahm das Reich ein im Dezember 567 300 723 RM., vom
1. April bis 31. Dezember 5 293 240 094 RM. (6 685 138 798 RM.).
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Der Umlauf an Rentenbankſcheinen. Das Reichsbankdirektorzm
gibt bekannt: Auf Grund des 8 15 des Geſetzes über die Liquidierung
des Umlaufs an Rentenbankſcheinen vom 30. 8. 1924 (RGBl. 2, S. B9)
wird hiermit bekannt gemacht, daß bis 31. 12. 1926 der Betrag von
908 397 099 Rentenmark in Rentenbankſcheinen eingezogen wurde, ſo daß
1171 781 484 Rentenmark im Umlauf verblieben. Von dieſer Summe
befand ſich ein Teilbetrag von 7 732831 Rentenmark in den Kaſſen de=
Reichsbank.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt. Al=
tenſtadt
: Leopold Grünebaum in Staden, Schlußtermin 1. 2. Darm=
ſtadt
: Kfm. Adolf Schneider, in Fa. Ludwig Damm. KVerf. aufgehoben;
Cfm. Georg Müller, KVerf. aufgehoben.
MichelsbräuBrenner, A.=G., Babenhauſen. Die Majorität des
300 000 RM. betragenden Aktienkapitals iſt von einem Konſortium, be=
ſtehend
aus der Brauerei HennigerKempf-Stern=A.=G. und der
Schöfferhof-BindingBürgerbräu=A.=G. Frankfurt a. M., erworben
worden. Die Aktien bleiben für das Geſchäftsjahr 1925/26 dividenden=
los
. Die neuen Beſitzer beabſichtigen, den Betrieb zu reorganiſieren und
fortzuführen. Der am 18. März 1927 ſtattfindenden Generalverſamm=
werden
.
Schaffner u. Albert A.=G., Frankfurt a. M. Die Geſchäftsaufſicht
über dieſes Unternehmen der Baubranche iſt beendet. Der Vergleich iſt
auf der Baſis von 43 Prozent abgeſchloſſen worden, wovon die erſte Rate
wurde mit 4,2135 bi, 4,2140 genannt. Das engliſche Pfund lag, da die bereits bezahlt iſt. Die Geſellſchaft hat noch eine ganze Reihe von Hypo=
thekenaufwertungen
zu ihren Gunſten ausſtehen, ſo daß die Vollbefrie=
digung
der Gläubiger mit der Zeit wohl möglich ſein dürfte.
Frankfurter Sypothekenbank. Die o.G.=V. genehmigte einſtimmig
ſämtliche Punkte der Tagesordnung, darunter auch die Erhöhung des
Aktienkapitals von 5 285000 Rm. bis auf 10 005 000 Mark. Der Aus=
gabekurs
ſoll mindeſtens 125 Prozent betragen. Das geſetzliche Bezugs=
recht
der Aktionäre bleibt ausgeſchloſſen. Von den 4 720 000 RM. neuen
Aktien übernimmt ein Bankenkonſortium 3 720 000 RM. mit der Maß=
gabe
, ſie zum Uebernahmekurs den alten Aktionären dergeſtalt anzu=
bieten
, daß auf 5 alte Stammaktien über je 120 RM. zwei neue zu j4
200 Rm. bezogen werden können. Die reſtlichen 1 Million Mark neuer
lange Sicht 41g. An der Nachbörſe bröckelten Bankaktien ab. Montan= Aktien bleiben vorläufig zur Verfügung der Verwaltung und ſollen evtl.
möglichen.
Die Vereinbaruna Motorenwerke MannheimStadtgemeinde Mann=
heim
perfekt. Mit zur Sanierung der Motovenwerke Mannheim gehört
eine zwiſchen dieſer Geſellſchaft und der Stadwverwaltung Mannheim
getroffene, von der H.V. der Geſellſchaft am 21. Dezember 1926 gebilligte
128.75 126.25 Vereinbavung, wonach die 1,5 Mill. Rm. betragende Verpflichtung a
190 89. die Stadt Mannheim dadurch abgetragen werden ſoll, daß die Motoren=
werke
an die Stadt Mannhssen Induſtriegelände im Werte von 1.1 Mill.
Nm. übereignen und für die reſtlichen 400 000 Rm neue Aktien zum
Parikurſe aushändigen, die die Geſellſchaft innerhalb zwei Jahren zurück=
erwenben
könn. Dieſe Vereinbarung ᛋr aber, nur vorbehaltlich der
Zuſtimmung des Mannheimer Bürgerausſchuſſes getroffen worden. In
139.5 139.,875 geheimer Sitzung hat der Bürgerausſchuß dieſem Uebereinkommen zuge=
ſtimmt
, um das Unternehmen, das in Friedenshöhe hier weiterarbeiten
ſoll, der Stadt Mannheim zu erhalten.
Brauereigeſellſchaft Eichbaum, vorm. Hofmann in Mannheim. Der
Abſchluß für 1925/26 weiſt nach 450 000 (i. Vj. 257 880) Mk. Abſchreibun=
161 1170. gen einen Reingewinn von 475 013 (i. Vf. 325 022) Mk. auf. woraus
10 Prozeut Dividende wie im Vorjahre gezahlt, 100 000 Mk. wie im
Vorjahre für Erneuerung zurückgeſtellt, 50 000 (i. Vi. 35 000) Mk. dem
Beamten= und Arbeiterunterſtützungsfonds zugewieſen, 150 000 (0) als
Rücklage für zweifelhafte Forderungen verwendet und 55 013 (52 023)
Mark vorgstragen werden. Im laufenden Jahre ſei, außer mit der
Bierſteuererhöhung mit erhöhten Nohſtoffpreiſen zu rechnen, ſodaß die
Ausſichten nicht zu überſehen ſind. In der heutigen Generalverſamm=
lung
, in der 5373 Stimmen vertreten waren, wurden die Verwaltungs=
anträge
einſtimmig genehmigt.
Zollbegünſtigung für engl. Stahl und Zinn in Indien. Der Tarif
Loard (Nat für Zollfragen) in Delhi (Indien) empfiehlt in einem jetzt
veröffentlichten Bericht über die Lage der Stahlinduſtrie in Indien,
daß das jetzige Zollſyſtem bis zum März 1934 mindeſtens beibehalten
werden ſoll. Um die engliſche Stahlinduſtrie zu bevorzugen, wird auf
alle Stahlwaren ein Einheitszoll empfohlen, auf den für nicht engliſche
Waren ein Zuſchlagszoll erhoben werden ſoll. Ferner wird angeraten,
die Zinninduſtrie zunächſt für die Dauer von ſieben Jahren durch Zölle
weiter zu ſchützen. Die indiſche Regierung hat mitgeteilt, einen ent=
ſprechenden
Geſetzentwurf einzubringen, durch den die Empfehlungen
des Rates in die Tat umgeſetzt werden.

Staatspapiere
)Deutſche
6 ½BReichsp.=Sch.
b. 1. 10. 30
72 Baher, Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
,% H. B.: Sch.
p. 1. 4. 29
8,% Pr. St.=Sch,
p. 1. 3. 29
G,25 Pr. St.=Sch.
b. 1. 10. 30
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7 79 .."
72 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30
8I,26Württ. F. Sch.
p. 1. 1 29 ..

Dt. Ablöſungs=Ank.)
einſchließlich 356
Ausloſungsſcheinen!

99

4½%Oſt. Silberr., / 6.25
Goldr.
42 einh. R. (kon)
3 % Port./Spz.) Un
5% Num. am. R.03.
4½% Gold. 13. 221
4% am.konv. 9.75
42 am. 05... 10.6
425Türk. Adm.)08
4% Türk. Bagd. 1/ 25.5
4% (Bagb.)I1 210,
470 1911 8oll, 16g

4½% Ung. St. 1918/

Vorkriegsanleihen
5% D Reichsanl. 0.88
47 D. Reichsanl
4% D. Schutzgb. v.
0811 u. 13.... / 16.40
4%6 D. Schutzg. v. 14/ 16.40
4% Preuß. Koni.
4% Baden. ......!
4%Bayern ......!
48 Heſſen....."
48 Würtiemberger!
b) Ausländiſchel
5%Bvc. C.B 1914/
5%, L.Inv. 1914/
4 ½% 1898 ...
4% 1902 / 6.4
4% ....... g
5% Bulg. Tabalo2/ 34.5
*% Oſ. Staausr.
. 1B13. Kdb. 1918 4.95
4BLOh. Schch 14

4½,% St. 1914
42 Goldr..
4% St. 10
4% Kronr. ..
3% Eiſ. Tor.G.
Außereuro-
päiſche
.
5% Mex.am.inn. .
5% äuß 99 ..
4% Gold 04,ſtf.
3% T konſ. inn.
4½% Frrigat.
5% Tamaulivas I.

Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Binsberech=
nung

10% Berl. 6.=Bt. G./zu0

6% Berl. St.Gold. 96
88 Darmſt. St..G.
820 D. Hyp.=Bank!
Meining. Goldpf. /103
13%0 Frif.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr. /104
3 % Frlif. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.. . 1102.5
5% Frif. Pfbr.=Bk.)
Selbpfbbr. , .193.25

25.75
2..5
23.5
3.25

Breuß. Pfdbr.=Bl. 14.95 Rhein. Hyp.=B. 15 Rh.Wſti. B. Fr. 5 13.42 1C4.75 Südd. Bodenkr. Württ. Hyp.=Bk. 16.8 1o6.5 Staatl. garantiert. u0o Heſſ. 9.=Hyp=B. 13.* Landeskr. Caſſel .. 11.25 100.5 Naſſau. Obsb. 8.25 103 Obligattonen b. 1100.5 Transportanſt. 1145 42Dux. Bdb Em.91 93
2
42 Elil.=Bahn ſtfr.
47 Galiz= Carl= 7.2 Lud.=B.

103.5

abg.
425 Kaſchau=Oderb.
42
abg.
58 Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (2)./ 13.5
14
2,6% Alte
2,6%0 Neue,
14
5% Oſt.-Ung. 13/74 25.5
4½Oſt. Staatsb. 83 14.7:
3% Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. 9. E.
3%Oſt. . 1885
3% Oſt. Erg. Netz/ 20.5
8% Naab Oedbg. 83/ 32
320
911 27
3½
26
42 Ruv. Silber ../ 10.7:
4 Rud. Salzig.)
4½%Anat. S.1 30.5
4½% Anat., S. 11 29
(½0 Anat., S. III)
3% Salon.Monaſt.
65% Tehuantepec.
7k0
Hank=Aktien
Alg. D.=Kredi:: . . 176
Bad. Bk. ..... 179
Bk. f. Brauind.

Barmer Bankbo.
Bah. Hyp.=Wchſ..
Berl. Handelsgeſ.
Comm u. Privatb.
Darmſt. u. Nat =Bl. /
Deutſche Ban ...!!
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch).
Dresdener Bk.
Frankf. Bi.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frif. Pfdbr.=Bk. . .11
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank
!4
Metallbank.
Mitteld. Creditb. 11
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbl. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..!
Südb. Disc.=Geſ.
Oſterr. Creditauſt.
Wiener Banwerein
Zerowerkö=Aft.
Bochum.Vergb. ..
Buderus.. ......
Dt. Luxemburg . ..!
Eſchw. Bergw.. . ..
Gelientirch.Baw. /187.25
Harp. Bergb......
Jlſe Bergb. St..
Genußſchein.
Kali=Aſchersieb.
Pali. Salzdetfurt.
Kali. Beſterregln.
Klöcknerwerte.
Manuesm.=Röhr.
Mansfelder ..
Obverbedarf .
Otavi=Min.-Ant..
Bhönix-Vergb. . . /135.5
Nhein.,Braunk.
Rhein. Stahlu...
A. Niebeck Montan/;
Rombach, Hüte

2e1
22)
269
190.5
159
185
132
184
185
149.5
25:
178
13.7*
188.5
186
213
178.75
157.35
205
9.75
6.75

119.5
188
192
189
172.2.
173.5
169.5
213.9
2a8.
1122,5
45
203.5
183

alzwerk Heilbr.
Tellus Bgb. . .118.5
Ber. Laurahütte. . 875
Ber. Stahlwerke. 156.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Maunh.)
Henninger .
1182
Hereules, Heſſiſche 134.5
Löwenbr.=Münch. 1288
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind. 11305
Schwarz=Storchen 15.
Tucher, Nürnberg 175
Berger
170.5
Aktum. Berlin. 169
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Klehzer/123.5
6% E. A. G. Vzg. A. /100
5% A. E. G. Bzg. B., / 4
A. E. G. Stamm . . . /171.75
Anglo=Cont. Guano/1.30.5
Aſchaff. Zellſtoff
180
Zadenia (Weinh.
Bad. Maſch. D.
1.128
Bad. Uhren, Fu
35.8
Bamag=Ne
68
Baſt Nürnberg
Bahr. Spiegel
76.5
Beck & Henkel
103
Bergmann E..
Bing. Metall..
54
Brem.=Beſigh=
Bür tenfbr Er
93.5

14 75

Tement=Heidel
TCement, Narlſtadt (170
Cement, Lothr..
Ehem. Albert . . . . . /177
Chem. Brockh. . . . 1.6
Chein. Mitch ... . 101
2aimler=Benz A. G. 8=
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ...11
D. G.u. Silb. Scheid. 233
Dingles, Bweibrück.!

Mieit Keu
Dürrkopp.......
Dürr. Ratingen ..
Lnckerhoff EV.
Eiſenw. Kaiſersl..
El Licht= u. Kraft
Et. Lieferung ...
. Bad. Wolle.
Email. u rich ....
Enjinger Berke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift ...
Faber & Schleicher
Fahr, Birmaſens.
Farbenind. 3. G.
Felten E Guilleau. 172.5
Feinme h. (Jetter)
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Ge
Frankfurter 6o
Frkf.-M. Bok. u. W. 92.9
Fuch Waggon St
Beiling & Cie.....
Germanig Linol..
Gelient. Gußſt. . ..
Goldſchmidt, Th..
Gotha Waggon ..
Gritzner, Maſch...
Grün & Bilſinzer /u6?
Dufenmühle Frift.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa Lloy), Br.
Hartm. & Braun.
Heyligenſtgedt....
Hilpert, Armatur.
Sinorihö-An ferm./
Hirſch, Kupfer .!
Hoh=Tieſ Eſſen .
Holzmann
bozverk. Ind.. ...
Oadrou. Breslau".
Fnag ...
Fun z)an: St....
Kammg. Taiſersl.
garlsruher Mach.

1a1
112
328.25
1119
78
167
113
0.55
102.75
2.5
155,
147
138.5

5o.5

Karſtadt, R.
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun..
Krauß, Lokoin. ...
Lahmeher ..
Lech. Augsburg...
Lederw. Rothe ...!
Spi harz.
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſ cheib Metall
Lux, Induſtrie"
Rainkraft Höchſt
Marse 3. Nürnberg 1
Metallge). Frkf.
Miag. Mühlenb. 1
Moenus. Stamm
Motoren). Deutz ..
Motorenf. Oberurſ.
Nünh. Lichtipielk.
ſeckar). Fahrz. ..1
Neckarw. Eßlingen
Berers Union
Pfülz. Näh Kayhſ
Philipps..
Borzellan Weiſel
Frometh. Frkf. . .
Rein. Gebb. & Schalfy
Rhein. Eleftr.
Ryenanig, Nachen
Rürgerswverke
S heuiner ..
S hneio. E Hanau.
S hnelipr Frank 1
S hrumm Lackſ. 1
S.hrift, Stemp. 1
Schuckert, EEleftr. 17.0.)
Shuhf. Beiſel.
Schuhf. Herz
Shultz Grünlack".
Seilino. Walff
Siemens Glas".
Siemens & Halske
Südd. Immob.
Thüring. Lief.-Geſ./115

184.75
110
172
830
g1
162.5
135
44.75
35

136
143.5
18.7.5
159.75
85
14.5
124

138
177
78.75
134.5

111.75
115
143.5
86.5
83
64 75
95
173
207.25

UhrenFurtwängl.
Beithwerke
ſer. f. Chem. Ind.
Ber.d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Cauſe:,
Gummi. Bin.=Frkf.
Binſel=Nürnberg
Ultramarin ..
Zeliſtoff Berl. ..
Vogtl. Maſch. ..ſ.
Voig ! & Haeffner
Volthom Seil
Wanß. & Frey 1a
Bege lin Rußfbr.
Zeliſt. Waldhof ..."
Zucker). Waghäuſel
Zuckerſ, Frankenth.
Zuckerf Heilbronn
Zucker. Offſtei .
Zuckerf. Rheingau
Zuckeri. Stuttgar:

Transpori und
Berlicherungs-Akt.
A. Dt. Eiſenbahn .
Dr Eiſenb.=Geſ..
El. bochbuhn=Ber!.
Schuntung E.B. 15.5
Südo. Eiſenb.=Gei.
Hapag ....."
Norod Lloyd..

i.
96.5
100
107.74
122
177
142.76
10.,5
142.5
89
172
144
2. 3.26
14.-75
1:7.25
145
186.5
145.2E

113
132
176.55
163.25

Frrſt. Allg. Ver). 131
Franiono Rückv. 153

Darmſt. Werte
Bahnbedar;
Dampfk. Rodberg
pelvet ia Koni. ..
Sebr. Lutz ....."
Notor .Darmſt
Zebr. Roeder ....
Senuleth & Ellenb.

39.75
15
52.
75.5
140

[ ][  ][ ]

Nummer 15

Samstag, der 13. Januar 1927

Seite 17

Schramm u. Megerle, Farbenfahriken, A.=G., Offenbach a. M. Von
ffüändiger Seite erfahren wir, daß ein Ueberblick über die Dividende
nr. 1925/2 noch nicht möglich iſt. Vorausſichtlich wird eine Dividende
Verteilung kommen (von anderer Seite hören wir, daß, entgegen
mer Vorjahrsdividende von 6 Prozent, mit einer mäßigen Dividen=
mweduktion
zu rechnen ſei). Der Umſatz hat ſich in Anbetracht der
erordentlich ſchlechten Lage der Waggonbau=, der Automobilbau=
afie
der geſamten übrigen Induſtrie gegenüber dem Vorjahre ver=
hechtert
, wenn auch die Beſchäftigung nicht als ſchlecht zu bezeichnen
Allerdings ſeien die Preiſe größtenteils gedrückt geweſen.
Rheiniſche Graphit= und Tiegelwerke Obernzell=Untergriesbach A.=G.,
lmnnheim. Die Vereinigten Graphit= und Tiegelwerke Obernzell=
wergriesbach
A.=G. erſtatteten Anzeige nach § 240 des H. G.B. ( Ver=
der
Hälfte des A.=K.). Zum Ausgleich des Verluſtes ſoll der
Srpefonds verwandt werden und das Grundkapital in einem von
Generalverſammlung zu beſtimmenden Verhältnis zuſammengelegt
dann auf ſeinen bisherigen Stand wieder erhöht werden.
Produktenberichte.
2Mainzer Produktenbericht vom 14. Januar. Weizen 29,2523,50,
vngen 24,5025, Braugerſte 24,2527,50. Ausſtichware höher bewertet.
ihrergerſte 1921, Hafer 19,5020,50, Weizenmehl 4141,50, Roggen=
M 35,5036,75, Weizenkleie fein 12,75, Weizenkleie grob 13,7514,
ongenkleie 1314, Malzkeime 1617, Kleebeu 10,5011, Wieſenheu
9, Maſchinenſtroh 3,50, Drahtpreßſtroh 4,505, weiße Bohnen 24,
tferflochen 38,5039, Graupen, Baſis 6, 25.. Tendenz ſtill.
PFrankfurter Produktenbericht vom 14. Januar. Zum Wochenende
rEhrte der heutige Produktenmarkt in ſtetiger Haltung. Futterartikel
ten feſt infolge des geringen Angebots. Das Geſchäft bewegte ſich in
gan Grenzen. Die Preiſe ſtellten ſich wie folgt: Weizen 29,25, Roggen
225.25, Sommergerſte 25,5027, Hafer 2,2520,75, Mais 19, Wei=
nnnehl
40,5041, Roggenmehl 36,5037. Weizenkleie 12,5013,75,
dngenkleie 127513.
PBerliner Produktenbericht vom 14. Januar. Die geſtern überraſchend
grtzende Weizenhauſſe erreichte ſchon heute im Frühverkehr ihr Ende.
Gſorend man aber zu dieſer Stunde die unſicheven Auslandsmeldungen
d, nicht voll zur Auswirkung brachte und das Niveau immer noch
ſatt befeſtigt war, kam an der Mittagsbörſe ein Rückſchlag zum Durch=
ch
. Loko=Ware wurde bis 1 Mark, Termine bis 75 Pfg. ſchwächer.
z. Roggen hatte ſich infolge der letzten höheren Auslandsforderungen
8! Angebot gemehrt, doch übten die Käufer größte Zurückhaltung. Die
ricſe konnten anfangs behaupten, nur für Juli zeigte ſich ein größerer
bEhlag. Gerſte war weſentlich wuhiger, auch für Hafer bekundete der
oy ſum keine allzu große Frage. Kleieartikel wie auch Speiſenhülſen=
üute
verhältnismäßig gut gehalten, ſonſt vernachläſſigt. Auch im Mehl=
incel
ſind die Kaufintereſſenten gegenüber den hochgeſpannten Preiſen
ſtykiſcher geworden.

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 15. Jan. (Prlv.=Tel)
Weizen: Da niedrigere ausländiſche Notierugen vorlagen und die
Exportnachfrage ſich in engen Grenzen hielt, nahm der Markt einen
vorwiegend ſchwächeren Verlauf. Im Schlußverkehr trat eine B=feſtigung
ein, doch zeigen die Termine noch Rückgänge bis 3 C.
Mais: Der Markt nahm einen ziemlich feſten Verlauf, da die
Witterungsberichte ungünſtig lauteten, die gebeſſerte heimiſche Loko=
nachfrage
anregte und die kleine Farmbewegung ſtimulierte. Der Schluß
war abgeſchwächt.
Kafer: Der Markt nahm einen ſchwächeren Verlauf im Einklang
mit Weizen.
Baumwolle: Der heutige Markt nahm einen feſten Verlauf auf
Kaufluſt der ausländiſchen Spinner und Meldungen über ungünſtiges
Pflückwetter. Auch fanden Deckungskäufe ſtatt.
Kaffee: Erſt machte die Abſchwächung weitere Fortſchritte da
Europa als Verkäufer auftrat und die braſil. Deviſenrate zumickging.
Der Schluß war befeſtigt auf Deckungskäufe.
Zucker: Nach ſchwächerem Anfangsverkehr trat eine Befeſtigung ein,
da nunmehr das Kubaangebot zurückgehalten wurde und ungünſtiges
Erntewetter von dort gemeldet wurde.
Kakao: Nach ſchwächerem Eröffnungsverkehr auf vorliegende er=
mäßigte
ausländiſche Notierungen trat eine Befeſtigung ein, beſonders
für nahe Termine.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Wie wir erfahren, hat die J. G. Farbeninduſtrie bzw. ihr nahe=
ſtehende
Kreiſe Verhandlungen mit den Großaktionären bei Rheinſtahl
zwecks Erwerb dieſes Aktienpaketes wieder enſthaft aufgenowmen. Es
handelt ſich um den Beſitz der ſogenannten Arnberg=Gruppe.
Das Kölner Meſſeamt teilt mit: Vom 20. bis 31. Mai 1927 wird i
Köln eine Internationale Ausſtellung für Laſtkraftwagen und Spezial=
kraftfahrzeuge
ſtattfinden, die vom Reichsverband der Automobilindu=
ſtrie
und vom Deutſchen Automobilhändlerverband in Verbindung mit
dem Meſſe= und Ausſtellungsamt Köln veranſtaltet wird.
Die bekannte 40=Millionen=RM.=Anleihe der Landesbank der Pro=
vinz
Weſtfalen ſoll von der Landesbank nach ihrer in Kürze zu erwar=
tenden
Genehmigung durch das preußiſche Mmiſterium als Inlands=
anleihe
aufgelegt bzw. begeben werden.
Die Brauerei Henninger=Kempf=Stern A.G. i Frankfurt a. M.
und die Schöfferhof=Binding=Bürgerbräu A.G. in Frankfurt a. M.
haben zu gleichen Teilen die Mehrheit der Michelbrau=Bvenner A. G.
(A. K. 300 000 RM.) erworben.

Vorausſichtlich wird demnächſt infolge der Erhöhung der Rohmate=
malpreiſe
für Kakao, Zucker uſw. eine Erhöhung für Tafelſchokolade ein=
treten
, die pro Taſel 510 Pf. betragen wird.
Da der Waggonmangel in Oeſterreich ſtark nachgelaſſen hat, iſt für
die nächſte Zeit mit der Aufhebung des Kohlenausfuhrverbotes aus
Oeſterreich zu rechmen.
Die luxemburgiſche Indexziffer betrug am 1. Januar 746 gegen 734
am 1. Dezember 1926. Damit ſteigt der Durchſchnit der letzten drei Mo=
nate
auf 736. Es wird mit einer weiteren Steigerung des Index auf
800 als Folge der Frankenſtabiliſierung gerechnet.
Aus Brüſſel wird berichtet, daß die Errichtung einer belgiſchen
Geſellſchaft zur Verſicherung von Ausfuhrkrediten bevorſtehe. Die neue
Gefollſchaft wird im Einvernehmen mit dem Nationalen Komitee zur
Förderung des Außenhandels arbeiten.
Die Verwaltung der Venezuele Oil Konzeſſion Holding Co., Lon=
don
, hat beſchloſſen, ihr Kapital durch Ausgabe von 1 800 000 Aktien zu
ein Pfund zu erhöhen. Der Beſchluß bedarf noch der Zuſtimmung der
Aktionäre.
Wie aus London gemeldet wird, hat die Bank von England in ihrer
geſtrigen Direktionsſitzung eine Veränderung des Wechſeldiskontſatzes
nicht vorgenommen.
Der polniſche Tee=Boll iſt von 370 Bloty auf 500 Bloty pro 100 Kg.
erhöht worden.
Am 17. Januar findet in Moskau eine ruſſiſch=polniſche Konferenz
für den Tranſitverkehr zwiſchen Deutſchland und Rußland über Polen
ſtatt. Bei dieſer Konferenz ſollen auch Tariffragen beſprochen werden.
Einer Meldung aus New York zufolge iſt die Leroypreſen mit einem
Defizit von 600 00 Dollar inſolvent geworden. Die Aktien werden nur
auf 5000 Dollar geſchätzt. Zwei bedeutende Amſterdamer Dinmantenhäuſer
ſind durch die Schwierigkeiten der New Yorker Firma in Mitleidenſchaft
gezogen worden.
Die an der New Yorker Börſe aufgelegte 10=Millionen=Dollar= An=
leihe
der Unione Eſercizi electrici, Mailand, iſt nach italieniſchen Mel=
dungen
in wenigen Stunden zehnmal überzeichnet worden.
Die Einfuhr Japans bezifferte ſich im verfloſſenen Jahre auf
2 375 675 000 Yen gegenüber 2 571 804 000 Yen für 1925. Die Ausfuhr
erreichte entſprechend 2043 921000 Yen gegen 2305 095 000 Yen. Der
Einfuhrüberſchuß Japans hat ſich 1926 gegenüber 1925 alſo weſentlich
erhöht.
Wie aus Peking gemeldet wird, hat die chineſiſche Regierung Ver=
ordnungen
erlaſſen, durch die die Erhebung eines 2½proz. Aufſchlags=
zolles
auf gewöhnliche Waren und eines 7½proz. auf Luxuswaren an=
geordnet
wird, die aber 1. Februar 1927 in Kraft treten. Ferner iſt die
Tarifautonomie Chinas mit Wirkung vom 1. Januar 1929 erklärt
worden.

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[ ][  ][ ]

Seite 18

Gamstag, den 15 Januar 1927

Nummer 15

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 29. Dezember 1926: Bornemann, Anna Luiſe, geb.
Eigenbrodt, 78 J., Witwe des Kaufmauns, Ohlyſtr. 71. Egelſeer, Ka=
tharina
, geb. Kumpf, 46 J., Ehefrau des Bahnarb. Illigweg 22. Am
30. Dezember 1926: Körner, Gerhard, 2 Mon., Mathildenplatz 9. Am
31. Dezember 1926: Becker, Joſephine, geb. Lockinger, 86 J., Witwe
des Bierbrauereibeſitzers, Kiesſtr. 90. Am 30. Dezember 1926: Müller,
Margarete, geb. Gruber, 34 J., Ehefrau des Landwirts, Habitzheim
(hier Krankenhaus). Am 31. Dezember 1926: Schreiber, Martin, Loko=
motivführer
i. R. 64 J. Mollerſtr. 35. Am 1. Januar 1927: Geibel,
Valenlin, Schmied, 52 J., Pfungſtadt (hier Stadtkrankenhaus). Ame=
lung
, Theodor, Eiſenbahnoberſekretär, 85 J., Gervinusſtr. 48. Mahla,
Babette, geb. Meher, 54 J., Ehefrau des Kaufmanns, Babenhauſen (hier
Eliſabethenſtift). Buchinger, Karl, Bierbrauer, 57 J., Liebfrauenſtr.
104. Am 2. Januar: Wenner, Katharina, geb. Schloſſer, 77 J., Witwe
des Tapeziers, Wienerſtr. 70. Am 1. Januar: Muth, Eliſabethe ohne
Beruf, ledig, 81 J., Frankfurterſtr. 7. Am 2. Januar: Schmidt, Albert,
Kanzleiſekretär, 35 J., Mauerſtr. 32. Am 1 Januar: Flander, Mar=
garethe
, geb. Plößer, 77 J., Ehefrau des Privatiers, Arheilgerſtr. 33.
Am 2. Januar: Göllnitz, Friedrich Edmund, Kammerchorſänger i. R.,
69 J., Kaupſtr 5. Vey, Emma, 87 J., Witwe des Bildhauers, Rhein=
ſtraße
B. Am 4. Januar: Roſenthal, Helene, geb. Roſenthal, 73 J.,
Witwe des Graveurs, Pallaswieſenſtr. 25. Schopp, Margarete, geb.
Köth, 74 J., Witwe des Lehrers Emilſtr. 1. Am 3. Januar: Vogt,
Karoline, geb. Sitter, 75 J., Ehefrau des Kaufmanns, Emilſtraße 1.
Am 4. Januar: Eiſinger, Eliſabeth, ½ Stunde, Ernſthofen, (hier
Eſchollbrückerſtr. 12). Abelt, Anna Maria, geb. Weber, 56 J., Ehefrau
des Eiſenbahnoberſekretärs Fuhrmannsſtr. 18. Herwegh. Johanna,
Privatin, ledig, 88 J., Heinheimerſtr. 7. Wieſer, Karoline, geb. Rexroth,
79 J., Witwe des Schreinermeiſters, Liebfrauenſtr 70. Am 6. Januar:
Tillmann, Friedrich Franz Heinrich, Kaufmann, 21 J., ledig, Cliſa=
bethenſtr
. 21. Am 5. Januar: Lotz, Johannes 5 Gemeinderechner i. R.,
79 J., Erzhauſen (Stadtkrankenhaus). Kümmerlein, Elſe, 3 J., Win=
gertsbergſtr
. 2. Am 6. Januar: Heß, Friedrich Franz, Bierbrauerei=
beſitzer
55 J., Dieburger Straße 94. Am 5. Januar: Kumpf, Charlotte,
geb. Erbes, Witwe des Weißbinders, 74 J., Ludwigshöhſtr. 13. Am
6. Januar: Adler, Hermann, Hirſch, Kaufmann, 79 J., Viktoriaſtr. 64.
Schmidt, Karl, Oberrechnungsrat i. R., 59 J., Riedlingerſtr. 37 Schwab,
Philipp Jakob, Hausverwalter i. R., 79 J. Neue Niederſtr. 5. Am
7. Januar: Fritz, Georg Philipp Heinrich, Zimmerparlier, 62 J., Pan=
kratiusſtr
. 53 Kopp, Helene, geb. Lack, 33 J., Ehefrau des Friſeurs,
Langgaſſe 18. Sommerkorn, Anna Elevnore, geb. Erb, 20 J., Ehefrau
des Kaufmanns, Liebfrauenſtr. 53. Am 8. Januar: Büttner, Wilhelm,
Landwirt, 76 J. ledig, Schwanenſtr. 15. Am 7. Januar: Kern, Ka=
tharina
, geb. Schäfer, 81 J., Witwe des Zimmermanns, Helfmannſtr. 56.
Am 8 JJanuar: Blaß, Günther, 1 J., Villenkolonie, Eberſtadt b. Darm=
ſtadt
(hier Heinheimerſtr. 21). Am 9. Januar: Bächel, Elifabethe Mar=
garetha
, geb. Held, 63 J., Ehefrau des Fabrikarbeiters, Weinbergſtr 16.
Landzettel, Katharina, geb. Küſter, 48 J., Ehefrau des Glaſers, Lud=
wigshöhſtr
. 38. A. 8. Januar: Becker, Emmi Myrta Aline, ohne
Beruf, 18 J., ledig Schützenſtr. 20. Am 9. Januar: Wolf, Karl, Zeichen=
lehrling
, 17 J., Wittmannſtr. 30. Am 10 Januar: Seipel, Katharina,
geb. Fiſcher, 69 J., Witwe des Wagenmeiſters, Heidelbergerſtr. 117.
Eidenmüller, Emilie, 62 J., Ehefrau des Hausmeiſters, Rundeturm=
ſtraße
13. Becker, Erna Gertrud, 4 Mon., Griesheim, Kr. Darmſtadt
(Heinheimerſtr. 21). Fiſcher, Kurt, ohne Beruf, ledig, 20 J., Karlsſtr.
63½. Wendhauſen, Johanna, geb. Böhler, 70 J., Wienerſtr. 99. Am
11. Januar: Götz, Johann Peter, Taglöhner, 62 J., Hügelſtr. 41
Reichenbach, Ludwig, Rentner, 73 J., ledig, Ludwigsſtr. 15. Stvecker,
Amalie, ohne Beruf, ledig, 67 J., Frankfurterſtr. 66.

Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
2. Sonntag nach Ephiphanias (16. Dezember 1927).
Stabtkirche. Samstag, 15. Januar, abends 8½ Uhr: Andacht.
Sonntag, 16. Januar, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lautenſchläger. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Lautenſchläger. Abends 8 Uhr: Feier des Evangeliſchen Bundes:
Vortrag von Generalſuperintendant D. Schöttler aus Magdeburg über
Proteſtantismus und Vaterland unter Mitwirkung von Stadtarganiſt
Studienrat W. Vorngäſſer und der Madrigalvereinigung unter Leitung
von Privatdozent Dr. Noack. Eintritt (außer Südempore) frei. Kol=
lekte
.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 93 Uhr zu ſtiller Andacht ge=
öffnet
. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vormittags 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Wag=
ner
. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lein.
Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſi=
ſtent
Scriba. Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Zimmer=
mann
.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 16. Januar, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Montag, 17. Januar, nachmit=
tags
5 Uhr: Samariterverein: Jehresverſammlung. Abends 8 Uhr:
Vorſtandsſitzung des Männer= und Frauenvereins der Markusgemeinde.

Jugendbund der Markusgemeinde. Dienstag, 18. Januar, abends
8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche. Jugendbund der Lukasgemeinde.
Mittwoch, 19. Januar, abends 6 Uhr: Bibelſtunde: Miſſion und
Kirche, Pfarrer Heß. Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle
und Schloßkirche. Jugendbund der Markusgemeinde. Mädchen=
verſammlung
der Reformationsgemeinde. Donnerstag, 20. Januar,
abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde. Jugendvreinigung
der Stadtgemeinde Jugendbund der Lukasgemeinde: Singkreis
Freitag, 21. Januax, abends 8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde.
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtraße 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der Kleinkinder=
ſchule
der Martinsgemeinde).
Evangeliſcher Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprechſtunden vormittags von 812 Uhr. Fernſprecher B79.
Verband evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine in Heſſen. Frauen=
konferenz
im Rummelbräuſaal am Donnerstag, 2. Januar, nachmit=
tags
2½ Uhr: Vortrag von Gertrud Becker aus Berlin, Vorſitzende des
Reichsausſchuſſes der evangeliſch=kirchlichen Frauenverbände: Zu wel=
chen
praktiſchen Arb=iten haben die Verhandlungen und Forderungen
des 3. Eevangeliſchen Frauentages in Darmſtadt uns und unſere Ver=
eine
verpflichtet?"
Martinskirche. Vormititags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
D. Waitz. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſt=
bezirk
. Pfarrer Beringer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Beringer.
Mittwoch, 19. Januar: abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Bibelſtunde.
Moſes und ſein Volk. Pfarraſſiſtent Lein.
Johanneskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Mittwoch,
19. Januar, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer
Gocthe.
Die Johanneskinche iſt wochentags von 7½5 Uhr zu ſtiller Andakt
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. Vormittags
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Dienstag, 18. Januar, abends 8½ Uhr:
Bihelſtunde.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vormittags 10 Uhr: Haupt=
dottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Ljc. zur Nieden. Vormiittags 111/ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent lſc. zur Nieden. Abends 6 Uhr:
Abendgott’sdienſt. Pfarrvikar Schäfer. Abends 7½ Uhr: Abmarſch
der Jugendvereinigung am Gemeindehaus zur Teilnahme am Deut=
ſchen
Abend. Montag, 17. Januar, abends 8½ Uhr: Vereinsabend
der Mädchenvereinigung. Dienstag, 18. Januar, abends 8½ Uhr:
Kirchenchor. Mittwoch, 19. Januar, abends 8 Uhr 3. Bibelſtunde
(Bergpredigt). Pfarrvikar Schäfer. Donnerstag, 20. Januar, abends
8 Uhr: Mütterabend.
Pauluskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Rückert. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Nückert,
Abends 8 Uhr: Vereinsabend der Jugendvereinigung. Montag,
abends 8 Uhr: Vereinsabend des Jugendbundes Dienstag, abends
8½ Uhr: Kirchenchor. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelbeſprechung des
Jugendbundes. Donnerstag, abends 8 Uhr: Mütterabend. Frei=
tag
, abends 8 Uhr: Bibelbeſprechung der Jugendvereinigung. Sams=
tag
, abends 8 Uhr: Turnen.
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Beringer. Vormittags 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Evange=
liſcher
Sonntagsverein. Nachmittags 47 Uhr: Vereinsſtunden.
Donnerstag, 20. Januar, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Lutheriſchr Gottesdienſt. (Selbſtändige evang.=lutheriſche Kirche.)
Am 2. Sonntag nach Ephiphanias (16. Januar) im Feierabend, Stifts=
ſtraße
51: vormittgs 10 Uhr: Predigt und heiliges Abendmahl (Beichte
um 9½ Uhr). Pfarrwikar Lucius.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vormittags 9 Uhr: Ge=
betsſtunde
. 11½ Uhr: Kindergott=8dienſt. Nachmittags 3½ Uhr:
Biheiſtunde. Prediger Kleinſchmidt. Montag, nachmittags 4 Uhr:
Fruuenarbeitsſtunde. Dienstag, nachmittags 4 Uhr: Frauenbibel=
ſtunde
. Abends 8½ Uhr: Kriegendankbund. Mittwoch, nachmittags
4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen. Donnerstag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. Freitag, abends 8½ Uhr:
BlaukreuzBibelſtunde (Prediger S mmel) und Bibelſtunde in der
Stadtmädchenſchule Beſſungen (Prodiger Neuber). Samstag, abends
8 Uhr: Poſaunenchor,
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 16. Januar, vormittags
10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Paul, 111 Uhr: Kindergottesdienſt.
Nachmittags 5 Uhr: Bibelſtunde. Pfarraſſiſtent Wolf. Montag,
abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein. Mittwoch, abends 8 Uhr:
Frauenverein und Mädchenvereinigung. Donnerstag, abends 8 Uhr:
Wartburgverein.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, 16. Januar, vormittags
10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf.
Evangeliſche G=meinde Traiſa. Sonntag, 16. Januar, vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Montag: E. J. G. Mädchenabend. Mittwoch: Bibelſtunde. Don=
nerstag
: E. J. G. Jungenabend.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. 2. Sonntag nach Epiphanias
(16. Januar), vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. 11 Uhr: Chriſten=
lehre
. Montag abend: Frauenverein. Dienstag abend: Kirchen=
geſangverein
. Evangeliſcher Arbeiter und Handwerkerverein. Mitt=

woch abend: Jugendbund Wartburg. Donnerstag abend: Jungmäh=
chenverein
.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachmittagg
2½ Uhr: Bibſielbeſprechſtunde für Jünglinge; nachmittags 4¾ Uhr=
Bibelbeſprcchſſtunde für Jungfrauen. Dienstag, abends 8½ Uhrt
G. betsſtunde für Jungfrauen. Mittwoch, abends 8½ Uhr: Freundes.
kreis für Jünglinge. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde fün
Jringlinge. Freitag, abends 8½ Uhr: Mädchenkreis.
Chriftlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22, In=
fanterickaſerne
, Hof links). Sonntag, 16. Januar vormittags 9 Uhr:
Weißkreuzſtunde. Nachmittags 5 Uhr: Durcks Land der Fſorde und
Waſſerfälle, Lich=bildervortrag im Jung=C. Sekretär Gedat. Abends
8 Uhr: Wilhelm Steinhauſen, ein Meiſter deutſcher Kunſt Licht=
bildervortrag
im Jungmännerkr is. Dr. Av=marie. Montag, 17. Ja=
nuar
, abends 8½ Uhr: Jung=C. Bibelſtunde. Sekretär. Gedat.
Mittwoch, 19. Januar, nachmittags 2 Uhr: Jungſchar: Handfertigkeits=
arbeiten
; ½5 Uhr: Turnen und Spielen; abends 8½ Uhr: Jung=
männerkreis
. Bibelbeſprechſtunde (Phil. 4, 47). Dr. Avemane.
Donnerstag, W. Januar, abends 8 Uhr: Heimſtunden. Freitag
21. Januar, abends 8 Uhr: Turnen in der Turnhalle der Ludwigs=
Oberr alſchule. Samstag, 22. Januar, nachmittags 4 Uhr: Jung=
ſcharſtunden
.
Chriſtlicher Jugendverein, jetzt Alexandraweg 8 (Künſtlerkolonie).
Sonntag 16. Januar, vormittags 9 Uhr: Morgenwache. Abends
8 Uhr: Vortrag von A. Schnellbächer. Thema: Unſer Vereinswerk im
Jahre 1927 (Leitung: R. Wehrauch.) Montag, 17. Januar abends
8 Uhr: Turnen (Turnhalle Soderſtraße). Mütterabend. Diens ag,
18. Januar, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde. Mittwoch, 19. Januar,
nachmittags 5 Uhr: Jungſcharſtunden; abends 8 Uhr: Familienbibel=
ſtunde
. Donnerstag, 20. Januar, abends 8 Uhr: Jungbibelſtunde.
Freitag, 21. Jqnuar, abends 8 Uhr: Unterhaltungsabend. Poſaunen=
ſtunde
. Samstag, 22. Januar, abends 8 Uhr: Poſaunenſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 16. Januar, vormittags
10½ Uhr: Menſch nweihe=Handlung mit Predigt. Freitag, 21. Ja=
nuar
, abends 8½ Uhr: Oeffintlicher Vortrag: Das Lukas=Evangelium
als Schickſalsbuch. (Martha Heimeran Frankfurt a. M.) Die Veran=
ſtaltungen
ſind in der Städtiſchen Akodemie für Tonkunſt, Eliſabethen=
ſpraße
. Einführungsabend (Werdendes Prieſtertum im Menſchen
Montag. 17. Januar, abends 8½ Uhr. Näheres über dieſe Abende bei
den Vorträgen.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraß=). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags von 57 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
heiligen Beichte 7 Uhr: Frühmeſſe. Vor und in der heiligen Meſſe
Austeilung der heiligen Kommunion. Generalkommunion der Mariani=
ſchen
Jungfrauenkongregation 9½ Uhr: Hochamt und Predigt. Vor=
her
Austeilung d.r heiligen Kommunion. Nachmittags 2 Uhr: Chriſten=
lehre
. 2½ Uhr: Andacht. 3 Uhr: Verſammlung der Marianiſchen
Jungfrauenkongregation.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
heilige Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion. Während der
Schulzeit Dienstags und Freitags 11 Stunden vor Schlbeginn heilige
Meſſe mit Austeilung der heiligen Kommunion in der heiligen Meſſe.
Vorher Beichtgclegenheit.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44). Sonntag vormit=
tag
10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Sonntgesſchule. Abends 8 Uhr:
Gottesdienſt. Montag, abends 8½ Uhr: Jugendbund. Dienstag,
abends 81 Uhr: Singſtunde. Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibel=
ſtunde
. Prediger Sauer.
Methodiſtengemeinde (Alexandraweg 8), Künſtlerkolonie. Sonntag,
16. Januar, nachmittags 4 Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich will=
kommen
.
Chriſtliche Gemeinde Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, 16. Ja=
nuar
, vormittags ½10 Uhr: Andacht. Nackmittags ½4 Uhr: Jugend=
bund
. Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. Freitags, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlichſt eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 16. Januar, vormittags 10 Uhr: Prediger Conrad: Hiobs
Sünd= und Buße. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags 5 Uhr: Woher
das Leid auf Erden? Prediger Conrad. Abends 8 Uhr in Nieder= Ram=
ſtadt
: Chriſtliche Verſammlung. Donnerstag, 20. Januar, abends
8½ Uhr: Bibelerklärung. Epheſer Brief. Jedermann iſt herzlich will=
kommen
.
Heilsarmee. Sonntag, 16. Januar, vormittags 10 Uhr: Heiligung.
Abends 8½ Uhr= Willkommenverſammlung für Kapitänin Schönthaler.
Mittwoch und Freitag, abends 81 Uhr: öffentliche Verſammlungen.
Es ladet freundlich ein: Kapitänin Schönthaler.
Gebetszeiten in der Zynagoge der iſrgel. Religionsgeſellſ haft.
Samstag, den 15. Jan Morgens 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr.
Sabbatausgang 5 Uhr 45 Min.
9o hengottesdienſt: Morgens 7 Uhr 10 Min. Abends 4 Uhr
15 Min.
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[ ][  ][ ]

Nummer 15

Samstag, den 15 Januar 1927

Die tolle Herzogin.

Seite 19

Roman von E. Klein

(Nachdruck verboten.)

Seine Worte verfehlten die Wirkung nicht. Gloria begann
ru ſchwanken ihr Blick ſuchte Grace
Was ich tue begann ſie
Doch da machte Sir Walter etwas Unerwartetes. Eine Se=
wunde
lang horchte er dann ſprang er auf den Licht=
ſchalter
los. Drehte ihn ab
Stellen Sie ſich hinter mich, weine Damen! rief er mit
eiſer Stimmte.
In derſelben Minute ging unten im Hauſe ein Höllen=
ſpektakel
los. Ein dumpfer Krach Stimmen, wild, wütend
urcheinander ein Schuß Dann kam es ſchwer und
tolternd die Treppe herauf.
In Orduung, ſagte Sir Walter und ſchaltete das Licht
wieder an, öffnete die Türe und rief hinaus:
Habt ihr ihns
Jawohl, Sir Walter!
Herein mit dem Kerk!
Vier ſtämmige Kriminglbeamte ſchoben einen mageren,
Teinen Menſchen ins Zimmer. Der Mann war ganz anſtändig
jekleidet wenn ihn auch das Handgemenge mit den Hütern
les Geſetzes ein bißchen mitgenommen hatte. Doch unruhig hin=
tnd
herflackernde farbloſe Aeuglein, eine lange, ſchmale Naſe
UEvor auffallend zurückweichendem Kinn gaben dem Geſicht etwas
Sogelartiges, Unſympathiſches. Fortwährend wetzte die Zunge
t ber die dünnen Lippen hin und her ſo eine rechte Pflanze
us dem Sumpfboden der Londoner Verbrecherwelt.
Das iſt ja eine entzückende Beauty, begrüßte Sir Walter
den Gefangenen. Wie nennſt du dich denn, mein lieblicher
BBurſche?
Go to blazes! war die gemütolle Antwort.
Werde mich hüten! Kennt ihr den Kerls wandte ſich Sir
Walter an die Beamten.
Alte Freunde, Sir Walter, erwiderte der Aelteſte von
wnen. Inſpektor Gordon wird ſich über das Wiederſehen mit
Mim, dem Wieſeljimmi, freuen.
So? Na, dann erfreut den Inſpeltor ſo ſchnell wie möglich!
(Er ſoll ihn mal fragen, was er in dieſem Hauſe ſuchte, und wer
in auf den Beobachtungspoſten von Burnham Houſe geſtellt hat!
Der Geſell war bei dem Namen des in der Unterwelt Lon=
twns
gefürchteten Inſpektors zuſammengezuckt. Gordon hatte
ſeine eigene Art, Verhöre anzuſtellen, die dem härteſten Burſchen
auf die Nerven gingen, und Wieſeljimmy ſchien daher ſeinerſeits
gar nicht erfreut von dem bevorſtehenden Wiederſehen. Noch
ſtheuer, noch unruhiger zuckten ſeine kleinen, liſtigen Augen.
Roch nervöſer wetzte die Zunge. Er begann zu druckſen.
Sir Walter ſah’s und winkte den Beamten ab, die den Ge=
jangenen
bereits hinausführen ſollten.
Mir ſcheint, Jimmy wünſcht ſein ſchuldbeladenes Herz zu
egrleichtern. Wartet einen Moment! Na, wie iſts, meine Beauty,
baſt du mir etwas anzuvertrauen?
Gehängt will ich werden, Mylord, ſtotterte der Kerl in
toüſteſtem Slang los, wenn ich viel weiß. Kommt da vor ein
paar Tagen ein Gent zu uns
Zu wem zu uns? Wer ſind dieſe uns?"
Hm Mylord das habe ich vergeſſen. Ich habe
iummer an ſo einem ſchwachen Gedächtnis gelitten. Ein Erbübel.
Sehr bedauerlich, dann bin ich gezwungen, Inſpektor Gor=
twn
zu bitten, dieſer Gedächtnisſchwäche nachzuhelfen!

Conkomnd, Gordon ich ich will ſehen, daß ich
mich erinnere, Mylord. Ja ja, ganz recht Joe Schwanen=
hals
und Schiffer=Dan waren es. Wir waren gemütlich in
unſerem Salon zuſammen da kommt der frende Gent
herein
Einen Moment! Wie ſah er aus?
Hm wie er ausſah? Ein Gent hab ihn mir nicht
ſonderlich angeſehen.
Franzoſe?
Me44
Engländer?
Totſicher. Er brachte eine Empfehlung von einem gemein=
ſamen
Freunde mit
Würde mich intereſſieren den Namen dieſes gemeinſamen
Freundes lennen zu lernen.
Weiß ich wirklich nicht, Mylord. Gehängt will ich ſein,
wenn ich es weiß. War ein Freund vom Schiffer=Dan.
Und wo zum Beiſpiel iſt jetzt Schiffer=Dan?
Wieſeljimmy grinſte.
Der iſt überhaupt nicht mehr.
Was heißt dass
Was ich ſage, Mylord. Schiffer=Dan iſt alle. Dieſer ver=
dammte
Hund von einem Chauffeur
Er ſtockte. Biß die Lippen zuſammen. Er war zu weit ge=
rannt
in ſeiner Vertrauensſeligkeit
Doch Sir Walter ließ nicht mehr locker.
Halt, alter Knabe nicht plötzlich das Gedächtnis ver=
lieren
! Was iſt das für ein Chauffeur? Vielleicht der Chauffeur
vom Grafen Las Valdas? Heraus mit den Bonbons!
Druckſen, Fluchen, Stottern ſeitens des Ingutrierten.
Derſelbe, Mylord, entſchloß er ſich endlich zu antworten.
Die Peſt über ihn! Schiffer=Dan war juſt kein Honigpüppchen
ſtand ſeine ſechs Fuß in den Stiefeln abet wie ihm der
Perkins die Fauſt in ſein blühendes Angeſicht legte, fiel der arme
Dan um wie ein Stück Holz. Als wir ihn aufhoben, um ihn ins
Auto zu tragen, war nicht nur das Kinn, ſondern auch gleich der
ganze Schädel mit aus dem Leim gegangen. Ein Glück, daß der
Schwanenhals dem Kerl eins mit dem Sack gab ich kalkuliere,
der hätte uns ſonſt alle miteinander kalt gemacht.
Warum habt ihr den Chauffeur überfallen?
Mylord, wir ſollten was ſuchen bei ihm!
Was?
So’n Wiſch vonnem Vertrag. Lord Burnham oder ſonſt
irgend ein ſo großes Tier ſtand darunter unterſchrieben.
Habt ihr ihn gefunden?
Nee
Auch nicht in ſeiner Wohnung?
Auch nicht, Mylord.
Und warum habt ihr die Damen verfolgt?
Der Gent, der uns die Sache angedreht hat, wollte das ſo
haben. Er meinte, die Ladys ſeien auch hinter den Papieren her,
und wenn ſies finden täten, ſollten wir ſehen, daß wirs in die
Finger bekämen. Aber da hätten wir natürlich nicht mit dem
Sack gearbeitet , fügte er gleichſam als Beweis ſeines garoir
vime hinzu.
Sir Walter hatte gehört, was er hören wollte. Und was
vor allem die beiden Frauen hören ſollten. Er ließ den Mann
abführen.
Nun, Frau Herzogin, wandte er ſich zu Gloria, halten
Sie es nachdem Sie mit eigenen Ohren gehört haben, mit
welch verzweifelter Geſellſchaft wir es da zu tun haben nicht
für angebracht, mir zu vertrauen?
Gloria und Grace hatten gehört. Dieſe beiden vornehmen
Damen ſahen auf einmal Geſtalten einer Welt vor ſich aufſteigen,

die ſie bis jetzt mur vom Hörenſagen kannten. Schiffer=Dan
Wieſeljimmh ! Was für Namen! Was für Menſchen!
Selbſt Gloria konnte ſich des Schauders nicht erwehren! Rollte
der Schlamm dieſer Welt vielleicht bis an ihre eigenen Füße 8
Sie ameten beide auf, als ſich die Türe hinter den Beamten
und ihrem Gefangenen ſchloß. Freier fühlten ſie ſich
Grace wandte ſich mit, nicht mißzuverſtehender Bitte in den
Augen zu der älteren Schweſter.
Ich glaube, Sir Walter wird uns helfen, ſagte ſie.
Ich verlange nichts ſehnlicher, meine Damen. Wie ſie
ſelbſt gehört haben, beſteht hier eine ganze Verſchwörung, die
darauf ausgeht, den Vertrag, den nun kann ich ja ausſprechen,
was bis jetzt bloß Vermutung war Lord Burnham über die
ruſſiſchen Oelkonzeſſionen abgeſchloſſen hat, in die Hände zu be=
kommen
. Ich bin ſicher nicht weit von dem Zentrum dieſer Ver=
ſchwörung
entfernt, wenn ich mir einen gewiſſen Herrn im
Hotel Ritz näher anſehe
Wber wo iſt das Lokument? rief Gloria. Es iſt nur
eine Abſchrift nicht das Original. Wo iſt dieſe Abſchrifts
Dieſe Leute und ihre Hintermänner haben ſie nicht! Und
dann die
Ein Blick der Schweſter erinnerte ſie rechtzeitig. Sir Walter
fing dieſen Blick auf und erſtaunte darüber. Woher die
Angſt der Lady Neville? Las Valdas
Er fah, wie Gloria der andern zunickte. Er fing an, lang=
ſam
zu begreifen, warum die beiden Frauen ſo erbittert um
das Geheimnis kämpften
Sir Walter ſprach endlich Gloria, meine Schweſter und
ich ſehen ein, daß wir am beſten tun, an Ihre Hilfe zu appellie=
ren
. Doch bevor wir Ihneu alles auseinanderſetzen, möchte ich
Lord Neville ſprechen. Wäre das möglich?
Sobald Frau Herzogin wünſchen. Lord Neville iſt zwar
Unterſuchungsgefangener doch ich glaube, in Anbetracht der be=
deutſamen
Umſtände befürwerten zu können, daß eine Aus=
nahme
von der Regel gemacht werde. Würde es Ihnen paſſen
im Laufe des morgigen Vormittags, Frau Herzogin?. Ja?
Ausgezeichnet, dann werde ich mir die Freiheit nehmen, Sie
morgen um 11 Uhr von Burnham Houſe abzuholen.
Sir Walter ließ es ſich auch nicht nehmen, die Damen nach
Haufe zu begleiten. Dann raſte er zu ſeinem Onkel.
Ich habe den verfluchten Faden ich habe ihn! Aber
der Knäuel iſt viel größer, als ich angenommen habe.
Er war mit ſeinem Tagewerk überaus zufrieden. Tele=
phonterte
der reizenden Minnie Knox und führte ſie in Prince?
Reſtaurant, wo ſie das vor zehn Tagen unterbrochene Souper
fortſetzten und in fröhlichſter Stimmung beendigten.
(Fortſetzung folgt.)

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Seite 20

Samstag, den 15. Januar 1927

Nummer 15

Palast-Lichtspiele

Friedrich Zelnik, der geniale Regisseur des Films
An der schönen blauen Donau inszenierte mit
einem großen Ensemble erster deutscher
Darsteller und zusammen mit:

Residenz-Theater
(am Weißen Turm)

Das große Doppelprogramm

(Dle kleine Fadeite)
Ein Ausstattungsfilm nach dem bekannten Roman
von George SAND in 7 Akten
Begie: Friedrich ZELNIK
Personen-Verzeichnis:
.. Lya Mara
Die kleine Fadette ..
Die alte Fadette . . . . . . . . Trette Guilbert
.. Eugen Klöpfer
Barbeau
Harry Liestke
Landry
Ernst Verebes
Sylyaine . .. . .
Engen Burg
Baron Rothschild
Dagny Servaes
Geotge Sand
. . Alfred Abal
Chopin .
Rud. Klein-Rogge
Rossini ..
. . Max Grünberg
Heinrich Heine
.. . . . . Hanns Waschatko
Paganini
Herzog von Orleans . . . . . . . Ferd. v. Alten
Der Wirt
.Wilhelm Diegelmann
Ein alter Bauer . . . . . . . . Hermann Picha
Vorher: Lustsplel, 2 Altke.
Neueste Wechenschau, (1209
Jugendliche haben Zutrikt!

7

Ecke Grafen= und Waldſtraße, Teleph. 1826
Samstag, 15. u. Sonntag, 16. Jan.,
ab 4 Uhr

ausgeführt von der Kapelle Saarland‟

Es ladei ein

( 1161)

Friedrich Rummel

K5
8

Motto Zum Prinzen Karneval.
Zum Rathausglöckle‟
Inh. Johann Wienhuſen
Heute Samstag und Sountag,
abends um 8! Uhr (1173
Großer Kappen Abend
mit Ueberraſchungen
Drum werieKundſchaft irinkt aufs neu
das beliebte Bormfer Apoſtelbrän
Afd

Kammer-Lichtspiele
Bringen am Freitag, Samstag und
Sonntag ein ganz vorzügliches
Programm:
Die Welt will
belogen sein
Als Kulturfilm:
Vom Wassertrepfen bis
zur Turbine‟
Als Lustspiel:
Hochreit mit Hindernissen‟
Sowie die neueste
Emelka Wechenschau‟
Wer wirklich einige tröhl. Stunden
genießen will, der besu che die
Kammer-Lichtspiele
Antang 8‟½, Ubr. (*940
MArbeilgen P

Thegter=Gaal
(Perkeo)
Monat Januar
täglich abends 8 Uhr:
J. Lamers
Große humoriſtiſche
Singſpiel=Konzerte
(968a)

Aelt. Geſangverein
ſucht einen (*1125

Der Schuß im Pavillon
Ein neues Abenteuer in 6 Akten
Stuart Webbs Ernst Reicher
Der Mann im Feuer
Sittenroman in 5 Akten mit Olga Tsclechora
Dle lil. Charleston-Tanzstunde
Vorgeführt von dem eleganten Tänzerpaar
Vlette und Reberte (*1202
Ingendliche haben von 35 Uhr Zutritt.
Anfang 3½ Uhr. Letzte Abendvorstellung 8 Uhr.

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Hänſel und Gretel
Märchenſpiel in 3 Bild. v. Adelheid Wette
Muſtk von Enge bert Humperdinck
Muſikaliſher Leiter: Max Hüsgen
In Szene geſetzt von Oscar Fritz Schuh
Geſtaltung des Bühnenbildes:
Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Peter, Beſenbinder . . . Imre Aldori
Gertrud, ſein Weib . . . Martha Liebel
Hänſel,
Hedwig Werle
(retel, deren Kinder Marg Albrecht
Die Knuſperhexe.
Anna Jacobs
Sandmännchen
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Die vierzehn Engel. Kinder
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Die Puppenfee
Pantomimiſches Ballett in 1 Aufzug von
Joſeph Haßreiter und Franz Gaul
Muſik von Joſeph Bayer
Muſika i cher Leiter: Fritz Bohne
In Szene geſetzt von Oscar Fritz Schuh
Choreographiſche Leitung: Manda von Kreibig
Perſonen:
Lord Plumpſterſhire . . Adolf Klotz
Lady Plumpſterſhire . . Franziska Roeſe
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Sonntag, 16. Januar. Sonntags= Fremden=
miete
(5. Vorſt.) Robert und Bertram,
Anfang 7 Uhr. Preiſe 110 Mk.
Montag, 17. Januar. Keine Vorſtellung
Kleines Haus
Eamstag, den 15. Januar 1927
abends 7½ Uhr
Zuſatzmiete V, 8
Uraufführung
Geld
Komödie in 5 Aufzüyen (7 Bildern)
von Bernard v. Brentano
In Szene geſetzt von Edgar Klitſch
Bühnenbilo: Artur Pohl
Perſonen:
Hetmann, Chef eines großen
deutſchen Handelshauſes Hans J. urneiſter
Ulrich, Leiter einer Aus=
lands
=Abteilung
Rudolf Wittgen
Gertrud, ſeine Frau . . . Maria Fein
Lola, ihre Schweſter
Beſſte Hoffart
Jo, Muſiker .
JoachimBüttner
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Fohn Foreſter, Kaufmann Ernſt Legal
Keffner, Direltor der Firma.
unter Ulrich
. . Robert Klupp
Lorm, ein Grubenbeſitzer. Max Nemetz
Schmitt
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Ein Diener
Walter Bluhm
Ein Angeſtellter.
Werner Scharff
Eine Sekretärin . . . . . Hilde Schwara
Die Handlung ſpielt in einer großen Stadt
jenſeits der deutſchen Grenze
Spielwart: Adolf Schmidt
Preiſe der Plätze: 1 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſe nach dem 5. Bild
Anfang 7½ Uhr Ende gegen 10 Uhr

Sonntag, 16 Januar, vormittags 11½ Uhr.
4. Morgenfeier: Liedermat nee unſtav
Deharde. Am Flügel: Erich Riede Preiſe
050 und 0.80 Mr Nachmittags 3 und
5 Uhr. Rärchenfilme: Tichlein deckdich
Felig im Märchenland Preiſe 0.70 und
1 Mk. Kinder die Hälfte. Abends 7½ Uhr.
AußerMiete. Egeplagder Fam iljevadder
Preiſe 1, 2, 3 Mk
Montaa, 17. Januar. 6 Konzert der Städt:
Akademie für Tonkunſt. Anfang 8 Uhr.