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Nummer 14
Freitag, den 14. Januar 1927.
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Die Uebermittlung
der Zentrumsbedenken.
Krein Abbruch der Verhandlungen. — Neue
Rrückſprache mit den Deutſchnationalen. — Die
Entſcheidung immer noch beim Zentrum.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der dritte Tag der Bemühungen des
Reichswirtſchaftsmini=
ters Dr. Curtius um die Bildung eines Kabinetts ſtand im
Ziichen der Interpretationsverſuche des zweideutigen
Zentrums=
ziſchluſſes. Weiter iſt man im Laufe des Tages nicht gekommen,
a Herr Dr. Curtius die Vertreter des Zentrums erſt
nachmit=
ags ſprach. Er hatte mit ihnen in Gegenwart des
Reichsaußen=
mniſters eine mehrſtündige Unterredung, in deren Verlauf die
öarren vom Zentrum ihre Bedenken gegen eine
Beerbindung mit den Deutſchnationalen noch
ein=
mal darlegten. Die Volkspartei hatte urſprünglich die Abſicht,
Hurrrn Scholz als Fraktionsvorſitzenden heranzuziehen. Ob das
—n Widerſpruch des Zentrums geſcheitert iſt, läßt ſich nicht genau
ſertſtellen. Jedenfalls fiel es auf, daß auch auf Zentrumsſeite der
ufſprünglich als Verhandlungsführer genannte Arbeitsminiſter
2r. Brauns nicht anweſend war. Ueber das Ergebnis dieſer
Beſprechungen iſt ein nichtsſagendes Communigus
mausgegeben worden, offenbar auf Grund einer gegenſeitigen
Vereinbarung. Zentrum und Volkspartei wollen ſich in das
nächſte Stadium der Verhandlungen nicht von außen
hinein=
ſumken laſſen und haben ſich ein gegenſeitiges Schweigegebot
nf ferlegt. Immerhin wird man ſich die allgemeinen
Zuſammen=
hange rekonſtruieren können. Dabei iſt das wichtigſte, daß die
zmade aus dem Zentrum heraus zum Kommentar abgegebene
Iriterpretation des Fraktionsbeſchluſſes, wonach dieſer Beſchluß
eirie glatte Abſage an Dr. Curtius ſein ſollte, nicht zutreffend
gwweſen ſein kann. Es wurde ſogar angedeutet, daß, wenn Herr
2r. Curtius dieſen Weg nicht verſtehe, das Zentrum noch
weſent=
ſich deutlicher werden und mit aller Entſchiedenheit nein ſagen
nürde. Das kann nicht richtig ſein, da auf Grund der
mehr=
ſtändigen Beſprechungen Herr Dr. Curtius neue Verhandlungen
nät den Deutſchnationalen in Ausſicht genommen hat, über die
ei dann offenbar am Freitag den Zentrumsleuten berichten will,
dne ihrerſeits wieder am Freitag nachmittag ihrer Fraktion
da=
von Kenntnis geben und einen endgültigen Beſchluß ihrer
Frak=
tiwn herbeiführen ſollen. Es wäre dem Zentrum zweifellos
lieber geweſen, wenn es um eine klare Antwort auf die Frage,
oe es mit den Deutſchnationalen arbeiten will oder nicht,
herum=
g=kommen wäre. Den Gefallen hat aber Dr. Curtius dem
Zen=
tmm nicht getan. Er wird die Bedenken ſich angehört haben,
die von Zentrumsſeite vorgebracht worden ſind. Soweit ſie
auußenpolitiſcher Art waren, konnte der Reichsaußenminiſter mit
entſprechenden Gegengründen dienen. Soweit ſie innerpolitiſcher
Art waren, wird Herr Dr. Curtius ſich ſtark gemacht haben, von
den Deutſchnationalen Antwort beizubringen. Die
Fraktions=
ſttzung des Zentrums ſoll dann am Freitag entſcheiden, ob die
twon den Deutſchnationalen gegebenen Antworten ihrer Meinung
wach befriedigend ſind. Ob dann neue Rückfragen notwendig ſind,
.b eine Klärung nach der poſitiven oder negativen Seite bereits
beerbeigeführt iſt, läßt ſich im Augenblick noch nicht überſehen.
Pedenfalls iſt es immer noch zu früh, zu behaupten,
daß die Miſſion von Dr. Curtius geſcheitert ſei.
Die Ausſichten ſind nach wie vor gering, aber die
Mög=
lichkeit, daß es ihm gelingt, Deutſchnationale und Zentrum an
den Verhandlungstiſch zu bringen, iſt zweifellos vorhanden. Der
Frraktionsvorſtand des Zentrums trat in den Abendſtunden noch
zut einer mehrſtündigen Sitzung zuſammen.
Die amtliche Verlautbarung.
Ueber die Beſprechung im Reichswirtſchaftsminiſterium wird
ſolgeddes Communiqué veröffentlicht: „Heute nachmittag fand
die angekündigte Beſprechung zwiſchen den Beauftragten der
Bentrumsfraktion des Reichstages, den Abgeordneten v. Guérard
und Stegerwald, und Dr. Curtius, ſowie dem
Reichsaußenmini=
ſirer Dr. Streſemann im Reichswirtſchaftsminiſterium ſtatt. Die
Vertreter der Zentrumsfraktion trugen die ſchweren innen= und
außenpolitiſchen Bedenken vor, die die Zentrumsfraktion gegen
die Bildung der von Dr. Curtius in Ausſicht genommenen
Regie=
nung hat. Daran ſchloß ſich eine eingehende Ausſprache an. Herr
Dr. Curtius hat in Ausſicht genommen, am morgigen
Vor=
mittag über die Ergebniſſe dieſer Beſprechung mit den Vertretern
ber Deutſchnationalen Volkspartei zu verhandeln. Die
Ver=
treter der Zentrumsfraktion nehmen in Ausſicht, am morgigen
Machmittag eine endgültige Stellungnahme der
Zentrumsfrak=
ion herbeizuführen.
Die Induſirievertreter bei Curtius.
Berlin, 13. Januar.
Die Verhandlungen des Reichswirtſchaftsminiſters Dr.
Cur=
tius mit den Spitzenverbänden der Wirtſchaft haben heute
vor=
rnittag im Reichswirtſchaftsminiſterium begonnen. Bei dem
Empfang der Führer der Spitzenverbände von Induſtrie und
Bandel beim Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius waren für die
AArbeitgeberverbände der Präſident Brauſiler, Ernſt von Borſig
uind Dr. Erdmann erſchienen, für den Reichsverband der
Deut=
ſchen Induſtrie Direktor Cremer und Geheimrat Kaſtl, für den
Induſtrie= und Handelstag die Herren Mendelsſohn und
Mini=
fſter a. D. Hamm. Die Vertreter wiederholten zu den zur Debatte
ſtehenden Fragen ihren in der Oeffentlichkeit bereits bekannten
Standpunkt. Es wurde jedoch beſchloſſen, von einem Communique
abzuſehen.
Die Miniſterpräſidentenwahl in Sachſen.
Miniſterpräſident Heldt,
der im vierten Wahlgang des ſächſiſchen Landtages wiedergewählt
wurde. An der Abſtimmung beteiligten ſich 96 Abgeordnete.
Von ihnen gaben 49 für den bisherigen Miniſterpräſidenten Heldt
ihre Stimme ab, während Fleißner nur die 45 Stimnen der
Linksſozialiſten und Kommuniſten auf ſich vereinigen konnte.
Die Nationalſozialiſten hatten, wie ſie ſpäter ſelbſt bekundeten,
weiße Zettel abgegeben. Der deutſchnationalen Landtagsfraktion
in Sachſen ſind zwiſchen den beiden letzten Abſtimmungen über
die Wahl des Miniſterpräſidenten von den übrigen Parteien
ſehr weſentliche Zugeſtändniſſe gemacht worden. Die
Par=
teien haben ſich verpflichtet, daß das neue
Kabinett am 1. Juni zurückzutreten hat, wenn
nicht bis dahin ein Deutſchnationaler in das
Kabinett aufgenommenworden iſt. Weiterhin haben
ſich die Parteien verpflichtet, innerhalb eines halben Jahres die
Zahl der Miniſterſitze auf fünf herabzuſetzen.
Die deutſch=franzöſiſchen
Verhandlungen.
Berlin, 13. Januar.
Seit der Rückkehr des Generals v. Pawelſz und des
Geheim=
rats Forſter nach Paris wird die öffentliche Meinung in
Frank=
reich täglich mit Berichten überſchüttet, die offenbar von einer
Stelle inſpiriert werden, die alle Veranlaſſung hat, die Dinge
ſo darzuſtellen, als machten die eingeleiteten Verhandlungen
keine Fortſchritte. Während einerſeits behauptet wird, die
deut=
ſchen Delegierten hätten überhaupt keine neuen Vorſchläge
unter=
breitet, wird andererſeits wieder, und zwar in einer angeblich
aus London ſtammenden Havas=Meldung, die ſich auf
Infor=
mationen aus engliſcher Quelle in Paris ſtützt, erklärt,
deutſcher=
ſeits verſuche man, die Diskuſſion nach Berlin zu verlegen.
Dem=
gegenüber muß, um jede Zweideutigkeit zu vermeiden, feſtgeſtellt
werden, daß General v. Pawelſz überhaupt nur
über die Feſtungen an der deutſchen Oſtgrenze
verhandelt, während die Verhandlungen über
die Begriffsbeſtimmungen für das
Kriegs=
material nach wie vor in Berlin zwiſchen deutſchen
und alliierten Sachverſtändigen geführt werden. Der Quai
d’Orſay hat offenbar nach der alarmierenden Berichterſtattung
der franzöſiſchen Preſſe aus London die Ueberzeugung gewonnen,
daß Tendenzmeldungen entgegengetreten werden müſſe, denn der
„Temps”, der gewiß in der Frage der Entwaffnung nicht als
unparteiiſch bezeichnet werden kann, muß erklären, daß das
fran=
zöſiſche Außenminiſterium ausdrücklich feſtgeſtellt hat, daß die
Verhandlungen im Gegenſatz zu den peſſimiſtiſchen
Auf=
faſſungen, die geſtern und heute feſtzuſtellen waren, ſich in
einer eher günſtigeren Atmoſphäre vollziehen,
ſowohl in Berlin wie auch in Paris. — Der „Paris
Soir” kann ſogar der „Temps”=Meldung noch hinzufügen, daß
ſich in den letzten Tagen eine übereinſtimmende Auffaſſung über
das Gelingen der jetzt im Gange befindlichen Verhandlungen
zeige. Jedenfalls nehmen dieſe Verhandlungen einen normalen
Verlauf.
Die Berliner Verhandlungen
über die Kriegsgeräte=Begriffsbeſtimmungen.
Wie wir hören, haben heute in Berlin die Verhandlungen
mit der Interalliierten Militär=Kontrollkommiſſion über den
Ent=
wurf des Kriegsgerätegeſetzes begonnen. Von deutſcher Seite
werden ſie durch Dr. Clodius vom Auswärtigen Amt geführt.
Wie weiter verlautet, wird der Reichsaußenminiſter am morgigen
Freitag führende Vertreter der Induſtrie empfangen, die dem
Miniſter erneut ihre Bedenken gegen den vorliegenden, nunmehr
fünften Entwurf des Geſetzes über die Ausfuhr von Kriegsgerät
darlegen und auf die Gefahren hinweiſen werden, die die
An=
nahme dieſes Geſetzes für große Teile der Induſtrie, und zwar
ſowohl für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer, in ſich bergen
würde. Die Bedenken gegen den Entwurf werden beſonders in
Kreiſen der Eiſen= und Stahlinduſtrie und der Metallwalzwerk=
und Hütteninduſtrie geltend gemacht.
Zwiſchen Berlin und Prag.
Die wirtſchaftspolitiſche Annäherung zwiſchen der
Tſchecho=
flowakei und Deutſchland und die Zielloſigkeit der
ſudeten=
deutſchen Politik.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, im Januar.
Vor einiger Zeit hat der deutſthe Landwirtſchaftsminiſter
Profeſſor Spina dem Prager Vertreter eines franzöſiſchen
Blattes gegenüber in einem Interview von einer „Symbioſe‟
zwiſchen Deutſchen und Tſchechen geſprochen, deren Entwicklung
zwangsläufig zu einem Gefühl der Zuſammengehörigkeit
zwi=
ſchen den beiden Nationen führen würde. Er hat bei dieſer
Gelegenheit auf Bismarcks Auſichten über die Untrennbarkeit
der böhmiſchen Länder verwieſen (1866 hat Bismarck gegen den
Wunſch des Königs von Preußen eine Zerreißung Böhmens
ver=
hindert) und daraus gefolgert, daß den Deutſchen im tſchechiſchen
Staate die Aufgabe zufalle, die Brücke zwiſchen der
Tſchecho=
ſlowakei und Deutſchland zu bilden, ohne daß es deshalb zur
Abſplitterung einzelner deutſcher Teile der Tſchechoſlowakei
kom=
men müßte. Dieſer Anſicht trat in einem „offenen Brief” der
Vorſitzende der deutſchen Nationalpartei entgegen, welcher
aus=
führlich die Gründe ſchilderte, die Bismarck 1866 gegen eine
Gebietsabtrennung beſtimmten: ſtrategiſche Rückſichten, das
Be=
ſtreben auf Wiederanbahnung freundſchaftlicher Beziehungen zu
Oeſterreich und ſchließlich die Ueberzeugung, daß Neubildungen
in dieſem Gebiete dauernd revolutionär ſein müßten. Dieſe
Aus=
einanderſetzungen zwiſchen den deutſchen Aktiviſten und
Nega=
tiviſten weckten ſelbftverſtändlich auch auf tſchechiſcher Seite ein
lebhaftes Echo, um ſo mehr, als zur gleichen Zeit auch der
Führer der tſchechiſchen Nationaldemokraten, Dr. Kramarſch,
einer der heftigſten Gegner des Deutſchtums, plötzlich aus ſeiner
feindſeligen Haltung gegenüber dem Deutſchen Reich heraustrat
und zur großen Ueberraſchung der tſchechiſchen Oeffentlichkeit in
einem Aufſatz über die außenpolitiſche Situation feſtſtellte, daß
der Tſchechoflowakei nichts anderes übrig bleibe, als mit
Deutſch=
land in guter und freundſchaftlicher Nachbarſchaft zu leben;
ſo=
lange in Deutſchland der demokratifche Geiſt überwiegen werde,
ſei eine freundſchaftliche Politik zu Deutſchland das einzig
Mög=
liche und Natürliche. Dieſe nicht nur in Prag ſenſationell
wir=
kende Umſtellung des nationaldemokratiſchen Führers hat
zu=
gleich mit den Erklärungen der deutſchen Aktiviſten die Frage
des Verhältniſſes der Tſchechoſlowakei zu
Deutſchland wieder aktuell gemacht und zur ausführlichen
Erörterung über die Möglichkeit gutnachbarlicher Beziehungen
zwiſchen den beiden Staaten geführt, die um ſo begrüßenswerter
erſcheinen, als ſie auch im ſudetendeutſchen Lager — das die
Brücke zu Deutſchland bilden ſoll — Klarheit darüber ſchafft, wie
wichtig der wirtſchaftliche Beſitzſtand der deutſchen Bevölkerung
in der Tſchechoſlowakei für die Regelung der Beziehungen
zwi=
ſchen Prag und Berlin iſt; die wirtſchaftsgeographiſche
Zuge=
hörigkeit der Tſchechoſlowakei zu Deutſchland einerſeits und die
Tatſache andererſeits, daß die deutſchböhmiſche Induſtrie einer
der Hauptfaktoren der tſchechoſlowakiſchen Wirtſchaft iſt, hat
un=
zweideutig die Notwendigkeit eines Einlenkens auf tſchechiſcher
Seite gegenüber Deutſchland auf rein politiſchem Gebiet ergeben,
zugleich aber den Sudetendeutſchen die Rolle des Vermittlers
zwiſchen den beiden Staaten in die Hand geſpielt. Es ſind vor
allem durchaus praktiſche Momente, die Prag zu einer Abkehr
von der bisherigen Einſtellung gegenüber dem deutſchen
Nachbar=
lande mahnen, denn es iſt einmal nicht wegzuleugnen, daß ohne
die deutſchböhmiſche Induſtrie, die trotz aller
Enteignungs=
manöver immer noch zum größten Teil in deutſchem Beſitze ſich
befindet, die wirtſchaftspolitiſche Geltung des tſchechoſlowakiſchen
Staates eine ſehr ſtarke Einbuße erleiden müßte.
Wenn heute auf tſchechiſcher gemäßigter Seite die
Beſtrebun=
gen der deutſchen aktiviſtiſchen Parteien, eine Brücke zwiſchen
Prag und Berlin zu ſchlagen, ohne eine Veränderung der
Staatsgrenzen zugunften Deutſchlands anzuſtreben, begrüßt
wer=
den, ſo liegt dies wohl in der Entwicklung der letzten Zeit
über=
haupt, aber zugleich iſt bemerkenswert, wie ſich die Tonart
ge=
ändert hat, die bisher auf tſchechiſcher Seite angeſchlagen worden
iſt. Es dürfe nicht vergeſſen werden, daß ſich von tſchechiſcher
Seite Widerſtand erhoben hat, als die nationaliſtiſche Regierung
Frankreichs den deutſchen Außenhandel binden wollte. Es ſei
ein Verdienſt der tſchechiſchen Regierung, wenn der Verſuch
wirtſchaftlicher Sanktionen gegen Deutſchland ſcheiterte, weil
ohne die Tſchechoſlowakei der Deutſchland umſchließende Kreis
niemals hätte vollſtändig ſein können. Man weiſt auf die
tſche=
chiſche Politik im Völkerbund und auf die Kundgebungen des
Außenminiſters Beneſch über die Unvollkommenheit dieſer
Inſti=
tution, ſolange in ihr Deutſchland nicht vertreten ſein werde, hin
und auf die Aeußerungen des Präſidenten Maſaryk über die
Notwendigkeit eines freundſchaftlichen Verhältniſſes zu den
weſt=
lichen Nachbarn; es ſei möglich, daß einmal dokumentariſch der
Anteil der Tſchechoſlowakei an der Beſſerung der Beziehungen
zwiſchen Deutſchland und Frankreich feſtgeſtellt werden würde,
wozu freilich keine Sentimentalität, ſondern die nüchterne
poli=
tiſche Erwägung geführt habe, daß es in Europa keinen Frieden
geben werde, ſolange es zwiſchen ſeinen beiden größten politiſchen
Faktoren zu keiner Befriedung gekommen ſei. Wenn die
tſche=
chiſche Preſſe bei dieſen Feſtſtellungen hinſichtlich der tſchechiſchen
Politik gegenüber Deutſchland auch Behauptungen aufſtellt, die
nicht durchaus zutreffend ſind, ſo erſcheint dennoch das
Einge=
ſtändnis der Notwendigkeit, mit Deutſchland in ein erträgliches
Nachbarverhältnis zu kommen, als ein wichtiger Fortſchritt auf
dem Weg zur Erkenntnis, daß es beſſer iſt, praktiſchen
Erwägun=
gen zu folgen, als in jener faſt lächerlichen Poſe zu verharren,
die bisher in Prag ſehr beliebt war, weil man es des franzöſiſchen
Beifalls halber vorzog, dem deutſchen Nachbarn von Zeit zu
Zeit die „ſtarke Fauſt” des Verbündeten der Siegerſtaaten zu
zeigen, ſtatt ſich einzugeſtehen, daß die Entwicklung des jungen
Staatsgebildes in der Hauptſache zu einem großen Teil abhängt
von der Gewinnung des Nachbarreiches in den lebenswichtigſten
Fragen des Staates: in der Wirtſchaft.
Solange freilich nur die wirtſchaftlichen Momente bzw. der
aus den ökonomiſchen Beziehungen zu Deutſchland erwartete
Nutzen die Lenker des tſchechiſchen Staates gegen Deutſchland
Seite 2
Freitag, den 14. Januar 1927
Nummer 14
eine Art Freundſchaft hervorkehren läßt, wird abwartende
Vor=
ſicht angebracht ſein. Sie erſcheint nicht nur für Berlin angezeigt
— auch die ſudetendeutſchen Aktiviſten ſollten nicht von
grund=
ſätzlichen Forderungen ſo weit abrücken, daß ſie heute ſchon im
Zuſammenhang mit den Erörterungen der Bismarckſchen
An=
ſichten über die böhmiſchen Länder erklären: „Wir haben von
den Aufgaben der Deutſchen eine viel höhere Meinung als die
Deutſchnationalen, deren Ziel mit dem politiſchen Anſchluß
an Deutſchland, erſchöpft zu ſein ſcheint. Was könnte
Deutſchland durch den Anſchluß von 3,5 Millionen Deutſchen
noch gewinnen? Wir meinen, daß das Deutſchtum einen viel
größeren Gewinn davon hat, wenn es eine ſtarke Minderheit in
einem fremden Staat beſitzt, die in „Symbioſe” mit einem
frem=
den Volk deutſche Kultur vermittelt. Wenn Bismarck noch leben
würde, dürfte er nach der gegebenen Situation gewiß wieder
gegen einen Anſchluß der Deutſchen ſein, denn er müßte die
Sudetendeutſchen als Brücke nach dem Oſten betrachten.‟ Dieſe
Aeußerungen eines maßgeblichen deutſchen Aktiviſtenorgans ſind
taktiſch verfehlt, ſolange eine wirkliche Abkehr der Prager Politik
von dem bisher vorherrſchenden tſchechiſch=nationalen Syſtem
nicht erfolgt iſt, ſie ſtehen aber auch in einem ſo ſeltſamen
Gegen=
ſatz zu den früheren Beſtrebungen der Sudetendeutſchen nach
einſtiger Vereinigung der deutſchen Randgebiete mit dem Reich,
daß von einem klaren Ziel des politiſchen Kampfes der Deutſchen
in Böhmen, Mähren und Schleſien in Kürze bedauerlicherweiſe
wohl nicht mehr wird geſprochen werden können.
Zur (röffnung
der franzöſiſchen Kammer.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 13. Januar.
Die Wahl Fernand Bouiſſons zum Präſidenten der Kammer
beſchäftigt lebhaft die öffentliche Meinung. Das Kartell der
Linken hatte vier Kandidaten aufgeſtellt, und Bouiſſon war
aus=
geſprochen der Kandidat der Sozialiſten. Die Sozialiſten haben
alſo einen ausgeſprochenen und unableugbaren Sieg errungen,
nicht nur über die Nationaliſten, die rechte Hälfte der Kammer,
ſondern auch über die ſonſtigen Parteien des Linkskartells.
Bis zum letzten Augenblick war der Ausgang der
Präſi=
dentenwahl unentſchieden, erſt im dritten Gang wurde Bouiſſon,
der bisherige Vizepräſident der Kammer, mit einer großen
Mehr=
heit gewählt. In politiſchen Kreiſen mißt man dieſem Ereignis
eine große Bedeutung bei.
Man lobt ſehr die perſönlichen Qualitäten Bouiſſons, der
ſchon mehrere Beweiſe ſeines Taktes und ſeiner Energie gab.
Aber die Gerechtigkeit ſeiner Perſönlichkeit tritt doch hinter der
Tatſache zurück, daß ein Sozialiſt zum Kammerpräſidenten
ge=
wählt wurde. Man merkt die ähnliche Tendenz wie bei den
Senatswahlen. Auch in der Kammer haben jetzt die Sozialiſten
einen gewiſſen Vorſprung, aber nicht ſo ſehr auf Koſten der
Rechten, wie auf Koſten der gemäßigten Linksparteien. Die
rechtsſtehenden Blätter bemühen ſich, dieſen Umſtand möglichſt
hervorzuheben, und ſie ſehen einen heftigen Kampf innerhalb
des Kartells voraus. Es bleibt aber ſchließlich doch die Tatſache
beſtehen, daß das Linkskartell bei dem letzten Gang der
Präſi=
dentenwahl einig war.
Es iſt intereſſant, wieviel jetzt bei dem Auftakt der
Kammer=
ſeſſion von den Wahlen von 1928 die Rede iſt. Bis dahin iſt
noch mehr als ein Jahr, und dennoch ſind ſchon alle Parteien
voller Sorgen. Es iſt möglich, daß die bevorſtehende
Verhand=
lung der Wahlreform dazu beiträgt.
Der Kabinettsrat hat ſich, wie wir an dieſer Stelle ſchon
andeuteten, gegen die außenpolitiſche Debatte ausgeſprochen. So
feſt gegenwärtig die Lage des Kabinetts auch ſein mag, die Wahl
eines ſozialiſtiſchen Kammerpräſidenten iſt nicht unbedingt
gün=
ſtig für eine Koalitionsregierung, in der die Sozialiſten nicht
vertreten ſind. Eine Urſache mehr, überflüſſigen Kammerdebatten
aus dem Wege zu gehen.
Schaffung von Mobiliſierungszentren in Frankreich.
EP. Paris, 13. Januar.
Wie mitgeteilt wird, hat das Kriegsminiſterium Weiſung
ge=
geben, in Frankreich 20 ſogenannte Mobilmachungszentren zu
ſchaffen. Die erſten fünf ſollen in Metz ſowie in vier
Garniſon=
ſtädten der franzöſiſch=italieniſchen Grenze eingerichtet werden.
Der Kriegsminiſter hat bereits bei den Armeekorps Namen von
Oberleutnants oder Bataillonschefs angefordert, die geeignet
ſind, die Leitung von fünf dieſer Mobiliſierungszentren zu
über=
nehmen. Dieſe ſind vorgeſehen für Metz, Chambéry, Bruyere
und Antibes.
Vom Tage.
Der Rechtsausſ chuß des Reichstages lehnte mit allen
gegen die Stimmen der Rechten einen völkiſchen Antrag ab,
der die Aufhebung des Redeverbotes gegen Abolf
Hitler verlangte, weil das Verbot verfaſſungswidrig ſei.
Der neue deutſche Untergeneralſekretär des
Völkerbundes, Dufour=Feronce hat in Genf ſeinen Dienſt
ange=
treten und zunächſt die Leitung der Abteilung für geiſtige
Zuſammenarbeit übernommen.
In amerikaniſchen Geſchäftskreiſen iſt das
In=
tereſſe für die bevorſtehende Leipziger
Frühjahrs=
meſſe anßerordentlich groß.
Das jugoſlawiſche Innenminiſterium hat die Tätigkeit des
im Jahre 1924 polizeilich verbotenen
Dautſch=
ſchwäbiſchen Kulturbundes wieder geſtattet. Dem
Kulturbund wurde das ſeinerzeit konfiſzierte Vermögen zurückerſtattet.
In Athen hat eine Kommiſſion von Sachverſtändigen ein
Memo=
randum ausgearbeitet, in dem die Herabſetzung der Zahl der
Armeediviſionen von 15 auf 10 und die Auflöſung
ver=
ſchiedener Regimenter empfohlen wird.
Anläßlich des engliſchen Flottenbeſuches traf der engliſche
Finanz=
miniſter Churchill in Athen ein. Er hatte mit Finanzminiſter
Kaphandaris eine lange Unterredung. Man nimmt an daß der
Gegen=
ſtand dieſer Unterredung die engliſch=griechiſche Schuldenregelung war.
Die engliſche Regierung hat ſich geweigert
den vom Ausſchuß für die Kohlenverteilungskommiſſion vorgeſchlagenen
Sekretär Cook als Mitglied dieſer Kommiſſion anzuerkennen.
Die Föderation der britiſchen Induſtriellen hat die
In=
duſtriellen Frankreichs zu Beſprechungen über
Doppelbeſteue=
rung, Zollformalitäten, Löhne umd Verkaufsppeiſe nach London
einberufen.
Die durch die Senatswahlen verſtärkte franzöſiſche
ſozia=
liſtiſche Gruppe hat ſich konſtituiert.
Sacaſa hat, wie jetzt bekannt wind, dem Präſidenten von
Coſtarika mitgeteilt, daß er ſeine Vermittlung mit Dank
an=
nehme. Diaz hat zu dieſem Angebot noch nicht
end=
gültig Stellung genommen.
Das ſpaniſch=amerikaniſche Komitee für die engere Geſtaltung der
Beziehungen unter den Lateinamerikaniſchen Staaten hat
den Boykott der amerikaniſchen Waren in ganz
La=
teinamerika beſchloſſen.
Präſident Coolidge hat den amerikaniſchen Kongreß um die
Bewilligung eines Ergänzungskredits von 4 445 000 Dollur zum
Ankauf von Flugzeugen und Flugzeugausrüſtung
erſucht.
Im Verlaufe der Unruhen in Weſtſumatra ſind bis jetzt
insgeſamt 900 Perſonen verhaftet worden. Die Führer der
Auf=
ſtändigen ſind zum größten Teil getötet oder gefangen genommen
worden,
Dan man in Schanghai einen großen antifremden Streik in
Kürze erwartet, und auch eine Wiederholung der geſtrigen Arbeiter=
Ausſchreitungen befürchtet, ſind die Schulen geſchloſſen und die
Ein=
gänge zu den ausländiſchen Konzeſſionen
verbarri=
kadiert worden.
Kriegsminiſter v. Goßler †
Heinrich von Goßler,
General der Infanierie und ehemaliger preußiſcher
Kriegs=
miniſter, iſt im Alter von 86 Jahren verſtorben. General von
Goßler nahm an den Kriegen 1864 und 1870 teil und ſtand von
1896 bis 1903 an der Spitze des preußiſchen Kriegsminiſteriums.
Der amerikaniſch=mexikaniſche
Konflikt.
Kellogg verteidigt die Regierungspolitik im Senat.
* New York, 13. Jan. (Priv.=Tel.)
Die politiſche Lage in Mittelamerika ſcheint ſich weiter
ver=
ſchärft zu haben. Die Vereinigten Staaten
unter=
ſtützen weiter die Diazregierung mit Waffen
und Munition. Die Erklärung des Kriegsdepartements der
Vereinigten Staaten, daß 15 000 amerikaniſche Soldaten in Texas
und Arizona zuſammengezogen worden ſeien, hat bei allen
Staa=
ten Mittelamerikas größte Erregung hervorgerufen. Die
Ver=
einigten Staaten haben ferner zahlreiche Offiziere nach der
meri=
baniſchen Grenze geſchickt und auch ſonſtige
Vorberei=
tungen getroffen, die zweifellos als gegen Mexiko
ge=
richtet anzuſehen ſind, wenn es ſich dabei auch nur um
vorbe=
reitende Maßnahmen handelt. Die Ablehnung des mexikaniſchen
Schiedsgerichtsvorſchlags hat in den Vereinigten Staaten ſelbſt
ſtarke Kritik hervorgerufen, vor allem im demokratiſchen Lager,
aus dem ſehr ſcharfe Angrife gegen Coolidge und Kellogg
ge=
richtet werden. Die Ablehnung erſcheint um ſo unverſtändlicher.
als die Vereinigten Staaten doch ſonſt bei jeder Gelegenheit den
Schiedsgerichtsgedanken beſonders hervorheben.
Die Debatte im Auswärtigen Ausſchuß des
Senats der Vereinigten Staaten iſt bereits ein deutliches
Zeichen dafür, daß die Demokraten nicht mit der
Regierungs=
politik einverſtanden ſind. Die Verteidigungsrede
Kel=
loggs übte keine beſondere Wirkung aus, und auch der
an=
gebliche Nachweis, daß die Regierung im Beſitz von Dokumenten
ſei, aus denen der Beweis der mexikaniſchen Hilfe für Sacaſa
erbracht ſei, war nicht beſonders ſtichhaltig. Obwohl Kellogg,
drei Stunden redete, konnte er die Oppoſition nicht umſtimmen,
Etwa die Hälfte des Senatsausſchuſſes wird die
Regierungs=
politik nicht billigen.
Zweifellos ſtehen große amerikaniſche
Inter=
eſſen in Nicaragua und in den mittelamerikaniſchen Staaten
auf dem Spiel, was in den Ausführungen Kelloggs
deut=
lich zum Ausdruck kam. Auch haben die Vereinigten Staaten
durch Verträge ſich weitgehende Rechte in den kleinen
mittel=
amerikaniſchen Staaten einräumen laſſen, in deren Ausübung ſie
ſich durch ihnen feindlich geſinnte Staatspräſidenten nicht
hin=
dern laſſen wollen. Von dem Gegenkandidaten des Herrn Diaz
in Nicaragua, Sacaſa, hätten die Amerikaner wohl nichts Gutes
erwarten dürfen. Wenn ſie Diaz daher mit Waffen, Geld und
Munition und mit direkten Truppenlandungen unterſtützen, ſo
wiſſen ſie ſchon, warum ſie das tun. Daß zwiſchen der
merika=
niſchen Regierung und Sacaſa gewiſſe Beziehungen beſtehen, kann
natürlich nicht abgeſtritten werden. Ob aber Kellogg der
Nach=
weis der direkten amtlichen Unterſtützung Sacaſas durch die
mexikaniſche Regierung gelingt, erſcheint ſehr fraglich, denn
Calles wird dies nicht auf amtlichem Wege, ſondern durch private
Unternehmungen bewerkſtelligen laſſen. Er wird es peinlichſt
vermeiden, der Waſhingtoner Regierung einen Beweis dafür in
die Hände fallen zu laſſen. Wie der Streit zwiſchen Mexiko und
Waſhington geſchlichtet werden ſoll, wenn Waſhington es weiter
ablehnt, ein Schiedsgericht ſprechen zu laſſen, iſt noch gar nich
abzuſehen, denn auch die mexikaniſche Regierung iſt entſchloſſen,
nicht nachzugeben.
Die Oppoſition gegen Kellogg.
Die Rede Kelloggs über die ſteigende kommuniſtiſche Gefahr
hatte im Senat nicht die geringſte Wirkung. Von den Rednern
der Oppoſition wurde erklärt, daß die Ausführungen über den
Kommunismus dazu beſtimmt wären, die Oppoſition und die
Weltmeinung umzuſtimmen, als ob es ſich alſo um eine
Propa=
gandaaktion der Regierung hankle. Senator Borah betonte, daß
ſeine Oppoſition unvermindert anhalte. Senator Norris nannte
Kelloggs Worte eine äußerſt ſchwache Verteidigung
der Regierungspolitik. Senator Wheeler erklärte,
Kellogg habe bewieſen, daß lediglich einige amerikaniſche
Kom=
muniſten nach Mexiko abgeſchoben worden ſeien, Mexiko alſo
allen Grund habe, die Vereinigten Staaten dafür anzugreifen.
Kellogg verwechſle Kommunismus und
Libera=
lismus. Er wärme Dinge auf, die bereits Jahrzehnte
zurück=
liegen. Kellogg müßte eigentlich auch gegen den Senat
Kriegs=
ſchiffe in Bewegung ſetzen, ebenſo wie gegen Zentralamerika.”
4Franzöſiſche Bücher.
Während das Theater, das Drama von einer geiſtigen und
ſtofflichen Armut heimgeſucht, geradezu hinzuſiechen ſcheint, tritt
der Roman und die ganze belletriſtiſche Proſa in eine Aera der
Belebtheit und des Aufſchwunges. Im Zeitalter des
Taten=
dranges herrſcht eigentlich die Epik vor, die wieder oft an die
Welt der Reflexionen und einer Art literariſcher
Landſchafts=
malerei grenzt. „Es gibt nur noch hybride Werke”, ſo urteilen
die ſtrengen Kritiker der alten Schule. — Die jüngeren ſind
nach=
ſichtige Lebensbeſchreibungen, welche Romane ſind, Erinnerungen,
die eine regelrechte Selbſtbiographie dem Leſer bieten, und
Philo=
ſophie in der Form don in Buch gekleideten Feuilletons. Die
Lyrik nimmt eine faſt offizielle Prägung an. Sie will erheben
und veredeln, ſtatt brennen und aufbrauſen. Ihre höchſte
Be=
ſtrebung iſt die Harmonie. Man denke nur an die allgemein
ge=
ſchätzte akademiſche Größe, an Paul Valéry. Oder an die letzte
Periode des in dieſen Tagen verſtorbenen Jean Richepin. Dieſe
Dichtung iſt ein ſeeliſcher Adel und eine hohe Kultur nicht
abzu=
ſprechen. Man ſucht in der Lyrik aber doch auch etwas anderes.
Von Leidenſchaft gibt es keine Spur. Alles iſt Harmonie und
Formgefühl. Und eine trübe, echt poetiſche Vorahnung des
Ver=
ſchwindens eines Zeitalters und das Heranbrechen eines neuen,
deſſen Luft man kalt und rauh fühlt.
Die ältere franzöſiſche Dichterſchule wurzelt tief in dem
klaſſiſchen Altertum. Man denke nicht nur an die Romanciers.
Ein Band Gedichte, betitelt „Nombre”, von Gilbert Mauge diene
zum Beweis. Hinter dem Pſeudonym Gilbert Mauge verbirgt
ſich eine Dichterin, eine Anhängerin Pythagoras”, „eine
mathe=
matiſche Seele”. Ihre Gedichte ſind voll Rhythmus und Muſik.
Die Fäden, welche Gegenwart und Vergangenheit
zuſammen=
knüpfen, ſind in Frankreich ſehr ſtark. Und am ſtärkſten ſind ſie
in der franzöſiſchen Geſchichte. Hier fließen Vergangenheit und
Gegenwart zuſammen. Große Männer, Genies wurden noch nie
ſo andächtig geehrt. Ihr Ruhm wie ihr Leben werden in tauſend
und abertauſend Bänden heraufbeſchworen, und nur ein einziger
ernſter Vorwurf kann dieſe Werke treffen, nämlich, daß ſie nicht
genügend pietätvoll ſind. Die Biographen haben es gerne, ja es
iſt geradezu Leidenſchaft von ihnen, Romantiſches und
Roman=
haftes in ihre Werke hineinzuſchmuggeln oder gar offen und
überzeugt hineinzuführen. Die Kritik grollt dann gegen dieſe
„hybriden” Werke, die weder Lebensbeſchreibungen noch Romane
ſind. Neben den äußerſt ernſten „Leben der großen Männer”
(Vie des hommes illustres) finden wir „Nobles vies, grandes
veuvros” und „Romans des grands eristences‟. Die erſteren
er=
innern an Plutarchos, der wirklich die Muſter für ſie geliefert
hat, die letztere Kollektion gehört der viel geſcholtenen neuen lite=
rariſchen Gattung an. In den erſteren finden wir Descartes, nebſt
Victor Hugo, Lamartine und Talleyrand. Und andererſeits
be=
haupten ſich Balzac, Rimbaud und Beaudelaire ſehr gut als
Romanfiguren. Es ſcheint aber, daß die Kritiker auch recht haben.
Nicht nur, weil Roman und Biographie nicht zuſammengehören,
ſondern weil der Roman ſelbſt, von der Vergangenheit ſich
ab=
wendet, um in der Gegenwart Wurzel zu faſſen.
Die Romanliteratur iſt groß, ja, ſie iſt rieſig groß,
unüber=
brückbar und häufig ſehr ſchwer zu beurteilen. Es erſcheinen
jährlich tauſende von Romanen. Unter ihnen findet man alles,
Langweiliges und Zerſtreuendes Hiſtoriſches und
Abenteuer=
liches, Soziales und Sentimentales, und manchmal ſogar echte
Literatur.
Die zahlreichen literariſchen Preiſe geben eine kleine,
natür=
lich nur ganz kleine und nicht immer glückliche Auswahl. Freilich
die Auswahl einer gewiſſen Gattung, denn die preisgekrönten
Romane haben alle miteinander — es iſt ſeltſam, aber wahr —
eine gewiſſe Aehnlichkeit. Vor einigen Jahren begünſtigte man
die „Kolonialliteratur”, d. h. Romane, welche das Leben in den
Kolonien beſchrieben. Das Milieu iſt in ſolchen Werken immer
bunt, die Geſtalten originell, da ſie einer ganz fremartigen Welt
angehören. Und ſelbſt die unwahrſcheinlichſten Geſchichten
ſchei=
nen in den entlegenen, unbekannten Gebieten wahr zu ſein. Man
beſchrieb Marokko, Tunis, Indochina und die fernſten Teile
Afrikas. Man ſchuf den Typus des „entwurzelten”, d. h. des
ſtudierten, Europa bereiſten Exotikers. Zweifellos den
Gelun=
genſten unter allem und die echteſte Geſtalt, der man in Paris
auf Schritt und Tritt begegnet. Die Mode verändert ſich aber
leicht, man ſollte etwas neues lancieren. So ungefähr mag die
Goncourt=Academie gedacht haben, als ſie nach dielem
Nachden=
ken und Beratungen den diesjährigen Preis einem „analytiſch”
bezeichneten Roman zuſprach. Analytiſch, das klingt beinahe
alt=
modiſch, nichtsdeſtoweniger gibt es in Frankreich ein Publikum,
das gerne über ſeeliſche Konflikte lieſt. Der preisgekrönte Roman
Henri Deberlys „Le Supplice de Phedre” behandelt ein Thema,
das ſeit Racine den franzöſiſchen Dichtern geläufig iſt und auch
neulich in mehreren Romanen bearbeitet wurde. Eine
Stief=
mutter, die ſich in ihren Stiefſohn verliebt. Aber es handelt
hier von einer reinen Phaedra, der Roman endet gut. In einem
ſchönen Stil geſchrieben, feſſelt der Roman hauptſächlich durch
ſeine ſchönen Landſchaftsſchilderungen. Eine ebenfalls mythiſche
Heldin inmitten der modernen Welt iſt die Brunhilde in dem
„La blamme sur le Rempart” von Yvonne Schulz. Eine echte
Brunhilde und keine erkünſtelte Romangeſtalt, herrſchſüchtig und
ſtolz, regiert ſie in dem verlaſſenen, wie im Mittelalter
ſtecken=
gebliebenen Gebiet der Carcaſſonne. Eine ſeltſame Geſchichte in
einem ſeltſamen Milien, aber mit Phantaſie und dramatiſchem
Schwung geſtaltet.
Die literariſche Archäologie herrſcht noch immer vor, man
gräbt alles mögliche aus, was irgendwie intereſſant erſcheint.
Vor kurzem iſt der Briefwechſel Renans erſchienen und die
per=
ſönlichen Erinnerungen André Gides, einer bekannten
litera=
riſchen Perſönlichkeit. Es ſind in dieſem Werke zahlloſe kleine
und große Ereigniſſe des geiſtigen Lebens des 19. Jahrhunderts
verzeichnet. Man findet auch Intereſſantes und Unbekanntes
über Oscar Wilde.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Neuausgabe der Cranach=Bibel. Der
Volks=
verband der Bücherfreunde, Wegweiſer=Verlag G. m. b. H.,
Ber=
lin=Charlottenburg, Berliner Straße 42/43, bringt die
Luther=
bibel in reiner Geſtalt, in der urſprünglichen Lautform, und mit
originalgetreuen Reproduktionen nach den farbigen Holzſchnitten
Lucas Cranachs in zwei Bänden neu heraus. Die
wiſſenſchaft=
liche Verantwortung hat Profeſſor Hermann Degering
übernom=
men. Der erſte Band erſcheint bereits am 1. April 1927 und kann
von den Mitgliedern des V. d. B., in Ganz=Schweinsleder
ge=
bunden, zum Mitglieds=Vorzugspreis von 38 RM. bezogen
wer=
den. Das zur Einſicht vorgelegte Druckmaterial läßt eine
An=
ſchaffung dieſer hochwichtigen Neuerſcheinung beſtens
befürwor=
ten. Einen ſehr wirkungsvollen Sonderproſpekt „Die Cranach=
Bibel”, mit einem eingelegten Originalblatt des Werkes,
ver=
ſendet die oben angegebene Geſchäftsſtelle des V. d. B. koſtenlos.
Das Werk wird in Anbetracht ſeiner großen Bedeutung für das
evangeliſche Deutſchland auch an Nichtmitglieder zum Preiſe von
65 RM. abgegeben.
Hochſchulnachrichten.
Hk. Der Marburger phyſikaliſche Lehrſtuhl. Wie wir erfahren hat
der Berliner Univerſitätsprofeſſor Dr. Eduard Grüneiſen,
Direktor auf der Phyſikaliſch=techniſchen Reichsanſtalt, den Ruf auf den
Lehrſtuhl der Phyſik an der Umiverſität Marburg als Nachfolger
von Prof. C. Schäfer angenommen.
Hk. Abgelehnter Ruf. Wie wir hören, hat Prof. Dr. jur., Dr. vee.
publ. Guſtav Aubin an der Univerſität Halle den an ihn
ergange=
nen Ruf auf den neugegründeten Lehrſtuhl für Wirtſchaftswiſſenſchafteil
an der Univerſität Jena abgelehnt.
Hk. Berufung. Das durch das Ableben des Profeſſors Franz
Muncker an der Univerſität München erledigte Ordinariat für neuere
deutſche Literaturgeſchichte iſt dem ordentlichen Profeſſor Dr. Ernſt
Bertram an der Univerſität Köln angeboten worden. Dr.
Ber=
tram, ein geborener Elberfelder, früher Privatdozent in Bomn,
uber=
nahm die Kölner Profeſſur im Jahre 1922 als Nachfolger von Proſ.
Franz Schultz.
Nummer 14
Freitag, den 14. Januar 1927
Seite 3
Die deutſche Luftfahrt 1922.
20eutſchland im internationalen Luftverkehr an
führen=
tzer Stelle. — Die Aufgaben für 1927: Ausbau des
Beſiehenden. — Die Luftfahrt im beſetzten Gebiet.
Berlin, 12. Januar.
Das vergangene Jahr ſtand für die deutſche Luftfahrt noch zu einem
egentlichen Teile im Zeichen der ſog. „Begriffsbeſtimmungen” jener
zveren techniſchen, entwickelungsfeindlichen Beſchränkungen, welche
un=
gar zivilen Luftfahrt durch das Londener Ultimatum aufgezwungen
pt den waren. Anders im Jahre 1927: Die Begriffsbeſtimmungen
a). bis auf einzelne Beſtimmungen, welche in erſter Linie einer freien
mwickelung des Flugſports entgegenſtehen, durch die Pariſer
Luftfahrt=
neinbarungen im Mai 1926 gefallen. Trotz aller Bedrückungen von
agen und zahlreicher Schwierigkeiten im eigenen Hauſe iſt es
Deutſch=
ao gelungen, ſich eine gewiſſe Führerſtellung im
inten=
au ionalen Luftverkehr zu erwerben. In dieſer Richtung
eiker zu arbeiten, iſt das klare Ziel für 1927. Dabei wird es ſich in
ſ—r Linie um den Ausbau der internationalen Luftverkehrsſtrecken
„Tdeln. Beabſichtigt ſind Verbindungen zwiſchen Berlin und Madrid
der Baſel, Genf Marſeille, Barcelona, ferner die Linie München—
4i iland—-Rom, die von Deutſchland und Italien gemeinſam betrieben
ei den ſoll. Der zu erwartende Abſchluß der
Luftwerkehrsverhandlun=
mit der Teſchoſlowakei würde die Strecke Berlin-Prag—Wien
röglichen. Nach Rußland wird der Verkehr im bisherigen Umfange
unchgeführt, die Strecke Berlin-Moskau wird aber nicht mehr, wie
Ser, über Kowno, ſondern über Riga mit Anſchluß nach Helſingfors
eden. Ueber Moskau hinaus nach dem fernen Oſten werden die
Ver=
nve und Erkundigungen der Schnellverbindung Berlin—Peking
fort=
eietzt werden. Mit der fortſchreitenden Entwickelung des
internatio=
ngen Streckennetzes ſoll die weitere Verbeſſerung des
ugzeugparkes der „Deutſchen Lufthanſa” Hand in
ſund gehen.
Auch im innerdeutſchen Luftverkehr knüpft das projektierte
Strecken=
es an die reichen Erfahrungen der vergangenen Jahre an. Allerdings
aiß betont werden, daß aus finanziellen Gründen Rückſichtnahme auf
Läinſche von zahlreichen Städten genommen werden muß. Die
ſtärk=
ſem Aenderungen bringt naturgemäß die Einbeziehung der beſetzten und
ei äumten linksrheiniſchen Gebiete mit ſich. Dunch die Ordonnanz 309
unn Auguſt 1926 ſind bekanntlich zahlreiche frühere Ordonnanzen, die
aus Rheinland vom Luftverkehr abſchloſſen, außer Kraft geſetzt worden.
iſt mit Anſchlüſſen von Koblenz, Bonn, Aachen, Trier u. a. an das
fftverkehrsnetz zu re hnen. Ebenſo dürften Linien ins Saargebiet und
die Pfalz eingerichtet werden. Die Wünſche aus den
linksrheini=
ſaheen Gebieten ſind äußerſt zahlreich. Wie weit ſie ſich alle verwirklichen
aißen, ſteht dahin. Jedenfalls erſcheiut es fraglich, daß alle Städte, die
uren dahingehenden Wunſch ausgeſprochen haben, unmittelbar in die
noßen, durchgehenden internationalen Linien eingeſchaltet werden, ein
Zrbringerdienſt dürfte der wünſchenswerte Ausweg aus den
Schwierig=
ſeitten ſein.
Es liegt auf der Hand, daß die weitreichenden Pläne des
Lufwer=
eners nur durchgeführt werden können in enger Zuſammenarbeit mit den
peilitiſchen Stellen des Reiches, die durch Verträge und Vereinbarungen
mit allen am Luftverkehr beteiligten Staaten den Ausbau des
Luftver=
ſeners vorbereiten müſſen. Es iſt zu hoffen, daß — wie mit mehreren
Laudern bereits geſchehen — derartige Verträge mit allen noch fehlenden
So aaten zuſtande kommen. Doneben wird die Reichspolitik unbeirrt und
mt.t allem Nachdruck die Beſeitigung aller, einer freien und
gleichberech=
ürten Entwicklung noch entgegenſtehenden Beſchränkungen betreiben
mü iſſen. Wieder ſind es ganz beſonders diejenigen Beſchränkungen, die
no ch immer für das linksrheiniſche Gebiet trotz unzweifelhafter Beſſerung
dmr früheren Zuſtände beſtehen. Große flugſportliche Wettbewerbe für
das Jahr 1927 ſind bisher nicht vorgeſehen. Eine Ausnahme bildet ein
Mundflug, der durch Sachſen führen ſoll, aber nur kleinere
6 ugzeugtypen am Start ſehen wird.
Der Aufgaben ſind alſo für 1927 genug: weiterer
Aus=
hiau des Beſtehenden. Wir ſind der feſten Ueberzeugung, daß es
gillingt, dieſe Aufgaben zu löſen. Mehr als ſießen Jahre lang hat ſich
die deutſche Luftfahrt gegen tauſend Widrigkeiten durchſetzen können; ſie
merd auch jetzt, wo ſie ſich frei bewvegen kann, die in ihre Zähigkeit und
Sthaffensfreude geſetzten Erwartungen nicht euttäuſchen.
Das engliſche Parlamentsmitglied, Oberſtleutnant Allan Burgoyne,
mracht in einem an die engliſche Preſſe gerichteten Brief darauf
aufmerk=
ſmm, daß die Flugzeuge der Deutſchen Lufthanſa in den Monaten April
bs8 Auguſt 4 485 480 Meilen zurückgelegt und 37 968 Paſſagiere befördert
hrben, während die Zahlen der Britiſchen Imperial Airtoays für das
grnze Jahr 1926 nur 17 000 Paſſagiere und eine Geſamtſtrecke von
754 900 Meilen aufwvieſen. Der Schreiber ſagt, aus politiſchen und
kom=
werziellen Gründen könne Großbritannien hinter dieſen Zahlen nicht
z rrückbleiben.
Der Konflikt mit Litauen beigelegt.
* Berſin, 13. Januar. (Priv.=Tel.)
Die deutſchen Vorſtellungen in Kowno, nicht zuletzt die
2orohung, daß durch die Abberufung des deutſchen Geſandten
Aitauen auch nach Deutſchland hin iſoliert würde, haben die
ſttauiſche Regierung veranlaßt, den Rückzug anzutreten. In den
wächſten Tagen ſollen die Ausweiſungen der deutſchen Redakteure
aus dem Memelgebiet rückgängig gemacht werden.
Die Barmats auf der Anklagebank
Der Vorſitzende: Landgerichtsdirektor Dr. Hoffmann.
Julius und Henri Barmat, die Hauptangeklagten.
Julius Barmats Vernehmung.
Seine Vermögensverhältniſſe. — Seine Freunde.
Vor dem Schöffengeriht Berlin=Mitte hat am Dienstag vormittag
wie bereits von uns gemeldet — die Verhandlung gegen Barmat
und Genoſſen begonnen. Während am erſten Verhandlungstag die
An=
klageſchrift, die, nebenbei bemerkt, 650 Druckſeiten umfaßt, zur
Ver=
leſung kam, wurde am Donnerstag mit der Vernehmung des Julius
Barmat begonnen. Anweſend ſind nur die beiden Barmats, ſowie die
Angeklagten Klinſky, Dr. Hellwig und Verſicherungsdirektor Hahlow.
Das Gericht wird ſich über die Folgen des Ausbleibens der anderen
ſechs Angeklagten noch ſchlüſſig werden und beſchloß, die Verhandlung
in ihrer Abweſenheit fortzuſetzen. Der vom Vorſitzenden verleſene
Ge=
richtsbeſchluß erklärt das Ablehnungsgeſuch der Verteidigung gegen den
Sachverſtändigen, Regierungsrat Seltmann, für begründet. Seltmann
ſoll jedoch über das von ihm feſtgeſtellte Tatſachenmaterial als
Sach=
verſtändigenzeuge vernommen werden. Ueber die Hinzuziehung
wei=
terer Sachverſtändiger will ſich das Gericht ſpäter ſchlüſſig werden. Vor
Eintritt in die Verhandlung beantragt die Verteidigung. Barmat
Ge=
legenheit zu geben, ſich über ſeine Vermögensverhältniſſe noch einmal
zuſammenfaſſend zu äußern.
Angeklagter Julius Barmat verlieſt hierauf eine Reihe von Briefen
amerikaniſcher Bankfirmen, wonach er 1920 aus eigenen Mitteln ein
Akkreditiv von zwei Millionen Dollar geſtellt habe. Der Vorſitzende
unterſtellt als wahr, daß Barmat 1920 ein Vermögen von rd. 9
Millio=
nen Dollar gehabt habe. Der Angeklagte gibt eine Darſtellung ſeiner
Vermögensverhältniſſe und erklärt wiederholt erregt, er müſſe hier alles
vortragen, um der falſchn Behauptung der Rechtspreſſe
entgegenzu=
treten, daß er als „ein armer Schnorrer” nach Deutſchland gekommen
ſei, um hier Geld zu machen. Durch Verleſung weiterer Briefe ſucht
er nachzuweiſen, daß amtliche deutſche Stellen ihn wiederholt erſucht
hätten, nach Deutſchland zu kommen. Das Gericht unterſtellt als wahr,
daß Barmat auf Wunſch verſchiedener deutſcher Perſönlichkeiten und
amtlicher Stellen erſucht worden ſei, nach; Deutſchland zu kommen.
Bar=
mat ſchilderte dann
die Entwicklung feiner Geichäftsunternehmungen.
Erft im März 1924 ſei er an den Krediten der Staatsbank ſelbſt
betei=
ligt geweſen, die ihm anſtandslos bewilligt worden ſeien, nachdem Dr.
Rühe und Dr. Hellwig mit der Verwaltung der Staatsbank Fühlung
genommen hatten. Die Staatsbank ſei davon unterrichtet geweſen,
daß er nennensverte Beträge wieder weiter verlieh und daß die
Anexima in Berlin ein Finanzierungsinſtitut war. Beſonders günſtige
Bedingungen habe die Staatsbank ihm nicht bewilligt. Die Herren der
Staatsbank hätten ihm beſondere Vorteile nie angeboten
Finanzrat Hellwigs Beziehungen zu den Barmats.
Nach der Vernehmung Julius Barmat und des Geſchäftsführers der
Anexima, Klenske, welcher die Geſchäfte der Gebrüder Barmat mit der
Staatsbank deckte, wurde der Angeklagte, Finanzrat Dr. Hellwig,
über ſeine Beziehungen zu den Barmats vernommen. Der
Angeklagte wies darauf hin, daß er am 1. März 1921 ohne bankrechniſche
Vorbildung aus dem Juſtizminiſterium in die Preußiſche Staatsbank
ge=
kommen ſei und nach kurzer Anlernung bald ein ſelbſtändiges Referat
erhalten habe. Während eines Urlaubs des Dr. Rühe habe er die Ver=
handlungen mit den Barmats allein zu führen gehabt und, da er die
Barmatſchen Unternehmungen ſolide fundiert glaubte, ſei er zu Julius
Barmat in ein freundſchaftliches Verhältnis gekommen. Zu ſpät habe er
erkannt, daß Julius Barmat nicht nur ehrgeizig, ſondern vor allem em
unbegreiflicher Optimiſt ſei. Dr. Hellwig betonte, daß die Staatsbanb
eine der letzten Banken geweſen ſei, die ſelbſt in der Inflation noch
Kredite zu normalen Bedingungen gegeben habe. Dabei ſeien die
fälli=
gen Gelder der Bank ſo dahingeſchwunden, daß ſie im November 1923
der Anexima den Kredit nahezu gänzlich kündigen mußte. Dr. Hellwig
begründet ſein Vertrauen zu den Barmats damit, weil über ſie
Emp=
fehlungen vorlagen ſeitens des Reichskanzlers a. D. Bauer
und des Geſandten Gradnauer. Ueber die Goldmarkkredite
be=
fragt, erklärte Dr. Hellwig, daß für ſie die drei Aktienpakete als dauernde
Deckung gegeben worden ſeien. Bei ihrer Bewertung ſeien ihm
aller=
dings, heute unverſtändliche, Fehler unterlaufen. Dr. Hellwig gab
un=
umwunden zu, daß er, unter Barmats Einfluß, die Zukuftsausſichten
der Papiere maßlos überſchätzt habe, doch entſchuldige er ſich damit, daß
er ſelbſt noch unter dem Einfluß der Papiermarkſummen geſtanden habe.
Dr. Hellwig verwahrt ſich entſchieden dagegen, daß die Barmats, als die
Staatsbank anfangs 1924 viel flüſſiges Geld zu vergeben hatte, von ihm
bevorzugt worden ſeien. Weder die Lebensmittelpakete, zu deren
Be=
zahlung er ſtets bereit geweſen war, noch die Ausſichten auf eine
an=
genehmere Stellung in der Hypothekenbank, hätten ihn bewvogen, den
Barmats eine Vorzugsſtellung einzuräumen. Die Verhandlungen wurden
darauf auf Freitag mittag vertagt.
Die Freigabe deutſchen Eigentums in Jialien.
Rom, 13. Januar.
Die italieniſche Regierung hat, wie bereits gemeldet, die
Abſicht, die noch unerledigten Fälle von Beſchlagnahmungen
reichsdeutſchen Eigentums in den ehemals öſterreichiſchen
Pro=
vinzen Südtirol, Trieſt und Iſtrien nunmehr zur
vergleichs=
weiſen Erkedigung zu bringen. Bis auf wenige Fälle konnte
be=
reits durch Vergleich eine Regelung über den Grundbeſitz
er=
zielt werden. Ein königliches Dekret vom 12. Dezember 1926
beſtimmt nunmehr, daß der Wohnungshausrat völlig freizugeben
iſt. Nur etwaige effektive Ausgaben für Unterhaltung und
Lage=
rung ſind zu erſetzen. Bei allen anderen beweglichen Werten
wer=
den 80 Prozent des Kapitals und der aufgelaufenen Zinſen
freigegeben. Die reſtlichen 20 Prozent ſollen als „Vevgleichs=
Anerkenntnis” an den italieniſchen Staat fallen. In den wenigen
noch unerledigten Grundſtücksfällen zahlt der italieniſche Staat
den Eigentümern ſofort in bar eine Entſchädigung bis zu
85 Prozent des Reinwertes der Grundſtücke. In beſonderen
Fällen, bei Reichsdeutſchen, die inzwiſchen italieniſche
Staats=
angehörige geworden ſind, bei Vorliegen beſonderer Verdienſte,
z. B. auf dem Gebiet von Kunſt und Wiſſenſchaft, kann Rückgabe
in Natur, gegen Zahlung eines Vergleichsanerkenntniſſes in
Höhe von 20 Prozent des Wertes eintreten. Bereits liquidierte
Güter werden mit 85 Prozent des Reinerlöſes vergütet.
Ent=
ſprechende Geſuche der Eigner ſind ſofort an die zuſtändigen
italieniſchen Präfekturen zu richten, die bis zum 31. März zu
ent=
ſcheiden haben.
Wie entſteht ein neuer Erdteil?
Die geſtaltbildende Energie der Erde iſt noch am Werk. — Hebung
ues Meeresbodens bei Japan um mehrere tauſend Meter. —
Wulkaniſche oder Druckkräfte? — Die Gleichheit der Vorgänge
auf dem Meeresboden mit Gebirgsbildungen. — Seltſame
Vor=
gänge bei Hawai.
inf. Die geſtaltenbildende Kraft der Erde iſt durchaus noch
ſaicht, wie man eine Zeitlang meinte, zum Abſchluß gekommen.
Um Gegenteil, man hat in allerjüngſter Zeit feſtgeſtellt, daß
aruf mehreren Stellen der Erde — nicht zum geringſten in
Deutſch=
hand — langſam wirkende, aber ugeheure Gewalten tätig ſind,
ſie zur Umwandlung der Erde und ihres Antlitzes beitragen. Es
ſei hier nur daran erinnert, daß die gewaltigen Druckkräfte, die
in faltenbildender Geſtalt tätia ſind, eine Wanderung der Alpen
mach Norden bewirken. Aehnliche Kräfte ſind aber vor allen
Dingen in den Tiefen der Weltenmeere am Werke, wo die
Meſ=
ſungen aus jüngſter Zeit ſehr weſentliche Veränderungen der
Meeresbodenflächen feſtgeſtellt haben. An einer Stelle in der
Mähe von Japan hat ſich der Meeresboden um mehr als 1000
Meter gehoben, und man war verſucht, dieſe Umwälzung auf
wie umfangreiche vulkaniſche und Erdbebentätigkeit
zurückzufüh=
en, die gerade in den letzten Jahren an den Oſtküſten Aſiens
Seobachtet worden iſt. Den bedeutſamſten Charakter haben aber
Die Veränderungen, die durch die amerikaniſchen
Meſſungskom=
niſſionen im Inſelgebiet von Hawai auf dem Meeresboden durch
Wotungen feſtgeſtellt worden ſind. Man kann das geſamte Gebiet
Der Neugeſtaltung der Erdoberfläche einerſeits vom 158. Grad
wweſtlicher Länge bis zum 180. Grad weſtlicher Länge und anderer=
Geits vom 20. bis zum 30. Grad nördlicher Breite begrenzen.
Dieſer große Komplex erleidet dadurch eine Veränderung, daß
ſich der Meeresboden hier in ganz ungewöhnlichen, ſonſt
nir=
gends beobachteten Ausmaßen hebt und ſomit allmählich allem
SAnſcheine nach zur Bildung eines neuen Erdteils beiträgt. So
ſwurde z. B. bei der Nihoha=Inſel durch Lotungen feſtgeſtellt, daß
fſich der Meeresboden, der früher hier eine mittlere Tiefe von
rungefähr 3500 Metern hatte, bis auf 50 Meter Tiefe gehoben
lhat. An vielen Stellen ſind bereits Sandbänke erſchienen, und
„Inſeln, wie die Midway=Inſel, haben ſich beträchtlich dadurch
vergrößert, daß ſich die Inſeln aus dem Meeresboden
empor=
lhoben und der bis dahin im Meere liegende Teil in der
Um=
gebung der Inſeln aus dem Meere als Sand hervorragt.
Aehn=
liche Feſtſtellungen wie die amerikaniſchen Gelehrten haben auch
franzöſiſche Gelehrte gemacht, die in dem dortigen franzöſiſchen
Gebiet durch Lotungen feſtgeſtellt haben, daß ſich der
Meeres=
boden von einer Tiefe von 1875 und 1100 Faden bis auf eine
Tiefe von 68 Faden gehoben hat. Bemerkenswert an dieſen
Die Hauptdarſiellerin des „Metropolis=Films”
Brigitta Helm — ein neuer Film=Star.
Brigitta Helm,
die Hauptdarſtellerin des größten deutſchen Filmwerkes „
Metro=
polis”, deſſen Uraufführung ſoeben in Berlin ſtattfand. — Unſer
Bild zeigt die jugendliche Künſtlerin, deren Anmut und
ſchau=
ſpieleriſches Können Publikum und Kritik begeiſterten, in einer
Szene des neuen Films.
Feſtſtellungen iſt die Tatſache, daß es ſich hier nicht um einzelne
Gebietsveränderungen handelt, wie ſie ſchon häufig hier und da
feitgeſtellt worden ſind, ſondern um einen großen
zuſammen=
hängenden Komplex, der offenbar einem ungeheuren Druck
unter=
liegt und durch dieſen ſeitlichen Faltendruck emporgehoben wird.
Andererſeits iſt es auch möglich, daß die Pendelbewegung der
Erde, die nicht nur bei ganzen Erdteilen, ſondern auch bei
ein=
zelnen Küſtenſtrichen, wie z. B. bei der Nordküſte von Paläſtina,
feſtgeſtellt worden iſt und die im Zeitraum von Jahrtauſenden
bewirkt, daß ſich an dieſer Stelle der Erdboden hebt, während er
ſich an der entgegengeſetzten Stelle ſenkt (dieſe Beobachtung
wurde z. B. mit großer Klarheit bei den Küſten von Italien und
denjenigen Norddeutſchlands gemacht), bei dieſer Erhebung des
Meeresbodens in der Nähe der Hawai=Inſeln wirkſam iſt. Bei
der verhältnismäßigen Schnelligkeit, mit der dieſe Hebung des
Meeresbodens vor ſich gegangen iſt, kann man allerdings auch
an ungeheure innerirdiſche vulkaniſche Kräfte denken. Wenn
man dieſe Vorgänge erfährt, wird man an die Vernichtung des
ſagenhaften Erdteils Atlantis erinnert, der bekanntlich vor vielen
tauſend Jahren im Weltmeer verſchwunden ſein ſoll. Wie
da=
mals ein Erdteil vernichtet wurde, ſo ſcheint jetzt ein neuer
Erd=
teil in der Entſtehung begriffen zu ſein, denn die Hebung des
Meeresbodens iſt bereits ſoweit fortgeſchritten, daß in
abſeh=
barer Zeit bereits mit der Bildung großer Landflächen inmitten
des Ozeans gerechnet werden kann. Es handelt ſich hierbei um
wiſſenſchaftliche Feſtſtellungen, die nicht nur von geographiſchem.
ſondern auch von politiſchem Intereſſe ſind, da ein Zuwachs von
Land für unſere Erde von größter Bedeutung iſt.
2. Beethoven=Abend.
Das Drumm=Quartett brachte am zweiten Abend des
Quartett=Zyklus op. 18 Nr. 3, op. 59 Nr. 3 und op. 130. Ueber
die Werke ſelbſt, ihren thematiſchen Gehalt und Aufbau hat
Arnold Mendelsſehn ſchon Bedeutſames geſagt; wir freuen uns,
ſagen zu können, daß die Wiedergabe der drei Werke unſeren
hohen Erwartungen entſprochen hat, und daß uns die Art, wie
Drumm ſeines Quartettes Führer iſt, imponiert. Techniſch auf
der Höhe, kennt er Stil und Geiſt Beethovenſcher Kammermuſik,
und man erkennt gerade bei ſolchen tiefſchürfenden Aufgaben in
hm eine reife und reiche Muſikernatur. Ganz prachtvoll gelang
die kurze Introduzione aus op. 59; ſie iſt ſo ſchön, daß man
be=
dauert, ſie ſo ſchnell wieder verſchwinden zu ſehen; ausgezeichnet,
wie er im Allegro raolto die Führung an ſich riß, dem Satze
Rhythmus und Leben gebend, die notwendig ſind, zu voller
Wirkung. Seine Quartettgenoſſen, Scheidhauer,
Spren=
ger und Andreae, die oft Bewährten, über deren
Zuſammen=
ſpiel geſtern aber da und dort ein leichter Schleier der Ermüdung
zu liegen ſchien, folgten ihrem Führer, namentlich im op. 130,
dem langen und doch nie zu langen Quartett mit der
erdentrück=
ten Cavatine, willig und mit ſchärfſtem Erfolg; lauter Beifall
der zahlreichen Zuhörer dankte den Spielern für ihre künſtleriſche
Arbeit.
O.
Die Beerdigung findet Samstag, den 15. ds.
Mts., vormittags 11 Uhr, auf dem Wald=
Die Beerdigung finder Samstag,
den 15. Januar 1927, nachmittags
3 Uhr, auf dem Beſſunger
Frted=
hof ſtatt.
Freunden, Verwandten und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß unſer lieber
Vater,Großvater, Schwiegervater, Schwager
und Onkel
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger
Teilnahme beim Heimgange unſerer
lieben Entſchlafenen, für die
zahl=
reiche Begleitung und
Blumen=
ſpenden ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichen Dank. Beſonderen
DankHerrn Pfarraſſiſtent Dr. Wendel
für die troſtreichen Worte am Grabe
(1149
unſerer Unvergeßlichen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Hrch. Landzeitel.
Darmſtadt, den 12. Januar 1927.
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Allen Verwandten und Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß Donnerstag früh meine liebe
Frau, die treuſorgende Mutter ihres einzigen Kindes,
unſere liebe Tochter und Schweſter
geb. Weinkauf
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
ertrage=
nem Leiden, im kaum vollendetem 25. Lebensjahre
ſanft entſchlafen iſt.
Georg Hartmann und Sohn
Familie Georg Weinkauf.
Darmſtadt, den 14. Januar 1927.
Ploenniesſtraße 6.
Die Beerdigung findet Samstag, vormittags 11½ Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
(*1093
Schmerzlich iſt für uns Dein Scheiden,
bitter ja Dein früher Tod,
doch biſt Du befreit von allem Leiden
und von jeder Erdennot;
denn droben in den Lichtenhöhen
werden wir uns wiederſehen,
und die Erde ſei Dir leicht.
heute ſanft dem Herrn entſchlafen iſi.
Tengfeld i. O., den 13. Januar 1927.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Carl Blitz, Forfirat
Familie Emil Blitz
Familie Ludwig Eidmann
Familie Carl Knell euogs
Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Januar,nachm.
1½, Uhr ſtatt; von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
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Nachruf.
Am 11. Januar verſchied, unſer langjähriger
Vorſitzender
Seine Verdienſte um unſern Klub ſind mit der
Geſchichte des Klubs unauflöslich verknüpft und
ſichern ihm ein bleibendes, unauslöſchliches
Ge=
denken.
Darmſtädter Schachklub 1875.
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Nummer 14
Freitag, den 14. Januar 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 14. Januar.
— Verſetzung in den Ruheſtand. In den Ruheſtand tritt am 1. Febr.
9.927 der Förſter Hermamn Klipſtein, zu Forſthaus Böllenfalltor
auf Grund des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staatsbeam=
en vom 2. Juli/19. Dezember 1923 in Verbindung mit Artikel 2 des
Beſetzes über die Einſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen und zur
lelenderung des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925.
— Euangeliſch=kirchliche Dienſtnachrichten. Zur Wiederbe.
etzung werden ausgeſchrieben: die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Bei=
nheim, Dekanat Friedberg; (Beſetzung gemäß § 4b des
Kirchenge=
etzes vom 26. Februar 1925); die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Hopf=
mannsfeld. Dekanat Lauterbach. Sämtlichen Niedeſel Freiherren
u—u Eiſenbach ſteht das Präſentationsrecht zu. Durch das
Landeskirchen=
a-mt wurden ernannt: Pfarrverwalter Erich Ullmann zu Erbach
=uim Pfarrverwalter der II. evangel. Pfarrſtelle zu Erbach, Dekanat
Er=
räch, und Pfarrvikar Wilhelm Weimar zu Gonterskirchen zum
PPfaruverwalter zu Gonterskirchen, Dekanat Schotten.
Heſſiſches Landestheater. Generalmuſikdirektor Joſeph
Moſenſtock hat den ehrenvollen Antrag erhalten, die Nachfolge
Otto Klemperers am Staatstheater in Wiesbaden zu übernehmen
jnnd hat ſich infolgedeſſen mit der Bitte an die
Verwaltungs=
tommiſſion des Landestheaters gewendet, ſeinen bis zum Herbſt
928 laufenden Vertrag mit Ende dieſer Spielzeit eventuell zu
öſen. Die Verwaltungskommiſſion hat geglaubt, bei einer ſo
ſentſcheidenden Frage dem geſchätzten Künſtler keine Hinderniſſe
n den Weg legen zu ſollen und wird bereit ſein, der Löſung des
Wertrages zuzuſtimmen, falls die angeknüpften Verhandlungen
zu einem poſitiven Ergebnis führen.
Bernard von Brentanos erſtes Bühnenwerk, die fünfaktige Komödie
„Geld”, kommt morgen, Samstag, abends 7½ Uhr, im Kleinen Haus
Sur Uraufführung. Die weſentlichen Nollen ſind beſetzt mit den Damen:
VMarin Fein, Beſſie Hoffart, und den Herren: Rudolf Wittgen, Joachim
BBüttner, Robert Klupp, Ernſt Legal, Max Nemetz, Hans Baumeiſter
ind Otto Wenke. Die Aufführung iſt von Edgar Klitſch in Szene ge=
Jetzt; die Entwürfe der Büihnenbilder ſtammen von Arthur Pohl. Der
Dichu iſt bereits nach Darmſtadt gekommen und wird bei der
Auf=
ſihrung zugegen ſein.
Am Sonntag, den 16. Januau nachmittags 3 und 5 Uhr, laufen im
Kleinen Hau=s drei luſtige Märchenfilme „Felix im Märchenland”, „
Tiſch=
lein, deck dich” und „Die kleinen Globetrotter”, die Erwachſenen wie
Kindern gleich viel Anregung und Freude bereiten werden, und überall,
wo ſie bisher gezeigt wurden, einen großen Erfolg erzielten. Die
Ein=
ttüttspreiſe ſind ſehr niedrig angefetzt und betragen nur 70 Pf. und
1 Mk., Kinder unter 14 Jahren erhalten eine Ermäßigung auf dieſe
Preife um die Hälfte. Der Vorverkauf hat an der Tageskaſſe des
Kleinen Hauſes bereits begonnen.
Vieſete Morgenfeier im Kleinen Haus des Landestheaters. In der
nam kommenden Sonntag, den 16. Januar, vormittags 11½ Uhr, im
Kleinen Haus ſtattfindende 4. Morgenfeier ſingt Guſtav Deharde
zuerſt fünf der ſchönſten und immer wieder gern gehörten Schubert=
Lieder, u. a. den „Muſenſohn”, „Doppelgänger”. „An die Leyer”. Auf
dem Programm, deſſen Abfchluß Lieder von Richard Strauß bilden,
ftehen außerdem noch einige Liedkompoſitionen von Hugo Wolf. Die
Begleitung am Steinway=Flügel hat Erich Riede übernommen. Der
Vorverkauf hat an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes bereits begonnen.
Außerdem können zu dieſer wie in Zukunft zu allen
Morgenveranſtal=
tungen im Kleinen Haus Karten in der Muſikolienhandlung Georg
Thics, Nachf. L. Schutter, Elifabethenſtraße, gekauft worden. Preiſe
50 und 80 Pf.
Turngefellſchaft Darmſtadt 1875. Alljährlich, am Jahresſchluß
eines Vereinsjahres, ruft die Wander=Abteilung ihre getreuen
Wander=
innen und Wanderer zu dem Auszeichnungsfeſte in das Vereinshaus
zuſanmen. Auch in dieſem Jahre, hat es ſich der Wander=Ausſchuß
uſcht nehmen laſſen, wieder ſeiner Anhänger zu gedenken. Am
kommen=
den Sonntag, den 16. Januar, ahends, findet in dem mrit Tannengrün
reichlich geſchmückten Nebenſaale des Turnhaufes die Zuſammenkunft,
zu der alle Vereinsmitglieder eingeladen ſind, ſtatt. Verſchiedene
Mit=
glieder haben ſich in ſelbſtloſer Weiſe der Wanderabteilung zur
Ver=
fügung geſtellt und werden beſtrebt ſein, den Anweſenden einige
ver=
gnügte Stunden zu bereiten. Humoriſtiſche Vorträge und gemeinſame
Lieder umrahmten dieſe Darbietungen. Im Mittelpunkte dieſes Abends
freht die Auszeichung von 15 Wanderern, die ſichk, im verfloſſenen Jahre
immer an den Wanderungen der Abteilung beteiligt haben. Mehrere.
dieſer Getreuen erhalten zum dritten und vierten Male bereits, die
Wandernadel der D T., ein Beweis dafür, daß die Wanderſache in der
T.Geſ. D. einen guten Ruf genießt. Ferner wird zum erſten Male ein
Lichtbildervortrag, der ſich aus Aufnahmen, die mit dem Vereinsphoto
gemacht wurden, ſowie einigen ſchönen Landſchaftsaufnahmen
zuſammen=
ſetzt, eingefügt.
— Uebergaug von der Grundſchule in die höhere Schule. Die
nor=
male Dauer der Grundſchule beträgt 4 Jahre. Doch könnon Schüler
und Schülerinnen, deren geiſtige und körperliche Veranlagung und deren
Schukleiſtungen ervarten laſſen, daß ſie ohne Ueberſpannung ihrer
Kräfte im Unterrichte der Sexta mit guten Schülern, die den
vierjäh=
uigen Grundſchullehrgang durchlaufen haben, auf die Dauer Schritt
hal=
ten können, ſchon nach dem 3. Grundſchuljahr in die Sexta der höheren
Schulen aufgenommen werden. Eltern, die der Anſicht ſind, daß ihre
Finder dieſen Bedingungen entſprechen, und deshalb von der
Möglich=
keit der Abkürzung der Grundſchulzeit Gebrauch machen wollen, haben
einen entſprechenden Antrag ſchriftlich oder mündlih beim Rektor der
Grundſchule zu ſtellen. Es empfiehlt ſich dringend, dieſe Anträge ſchon
ſcheint) bis zum 1. Februar dem Kreis= oder Stadtſchulamt vorlegen
müiſſen. Das Kreis= oder Stadtſchulamt entſcheidet ſpäteſtens bis zum
1. März über die Anträge; gegen ſeine Entſcheidung ſteht dem
Er=
ziehungsberechtigten die Beſchwerde an das Landesamt für das
Bildungs=
wveſen zu. Die Schülev haben dann nach Oſtern zu Beginn des neuen
Schuljahres eine Aufnahmeprüfung an der höheren Schule zu beſtehen,
die ſich auf den Lehrgegenſtand des 3. Grundſchuljahres im Deutſchen
und Rechnen erſtreckt. Dem Vernehmen nach hat man bis jetzt in den
höheren Schulen mit Schülern, die nach dreijährigem Beſuch der
Grund=
ſchule eintraten, gute Erfahrungen gemacht.
— Konzert Guſtav Beck. Auf den heute, Freitag, den 14. Januar,
abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindenden
Klavier=
abend Guſtav Beck ſei hiermit nochmals hingewieſen. Karten bei
Konzert=Arnold, Wilhelminenſtraße 9 (Telephon 2560).
Der Verein deutſcher Ingenieure veranſtaltet für die in der
Vor=
tragsgemeinſchaft zuſammengeſchloſſenen techniſch=wiſſenſchaftlicher
Ver=
eine heute abend einen Vortrag über „Die Technik der Schweißflamme‟,
den der bekannte Phyſiker der Chem. Fabrik Griesheim=Elettron, Herr
Dr. Pothmann, halten wird. Gäſte ſind zu dieſem Vortrage herzlich
willkommen
— Fräulein Lina Goldmann, Heidelbergerſtraße 64, Tochter des
verſtorbenen Oberkonſiſtorialpräſidenten Exzellenz Goldmann, eines
verdienten alten heſſiſchen Beamten, feiert am Sonntag, den 16. Jan.,
ihren 70. Geburtstag.
Deutſche Sparkaffen. Nach einer neuerdings vom Deutſchen
Sparkaſſen= und Giroverband veranlaßten Feſtſtellung über die Anzahl
der dem Verband angeſchloſſenen Deutſchen Sparkaſſen ergibt ſich
fol=
gendes Bild: Die Geſamtzahl aller dem Deutſchen Sparkaſſen= und
Giro=
verband angehörenden Spaukaſſen im Dertſchen Reich beträgt 3236. Dieſe
Kaſſen unterhalten weitere 8313 Zweigſtellen, Annahmeſtellen uſw.,
ſo=
daß ſich die Geſamtzahl der im Deutſchen Sparkaſſen= und Giroverband
zuſammengeſchloſſenen Sparſtellen auf 11 549 beläuft. Seither wurde die
Zahl dieſer Sparſtellen nur auf rund 8000 geſchätzt. — In Heſſen
be=
ſtehen zurzeit 33 Sparkaſſen, die 5 Nebenſtellen und 77 Annahmeſtellen
unterhalten, ſodaß auf Heſſen im ganzen 115 Sparſtellen entfallen.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Die
4. Winterverſammlung unſerer Gewerbevereinigung, welche am
Mitt=
woch, den 12. Januar, im Fürſtenſaale des Reſtaurants Chriſt,
Grafen=
ſtraße, ſtattfand, wurde durch eine Filmvorführung über „Die
Ver=
wandung des Holzes in der Technik” ausgefüllt, wozu Herr Studienrat
Dr. Vetter den Begleitvortrag hielt und die erforderlichen
Erläute=
rungen übernahm. Vor Beginn des Vortrages gab der Vorſitzende des
Vortragsausſchuſſes, Prof. Dr. W. Sonne eine kurze Ueberſicht
der ſeitherigen Wintertätigkeit des Vereins auf dem Gebiete des
Vor=
tragsweſens, worauf der Redner des Abends einen Ueberblick über die
Verwendungsmöglichkeiten des Holzes brachte und auf den Inhalt des
Films hinwies. Der 1700 Meter lange Film umfaßte 5 Abteilungen,
in denen zunächſt die Holzbearbeitungsmaſchinen, die Kiſtenfabrikation
(„Vom Brett zur Kiſte”), die Faßfabrikation („Vom Eichbaum zum
Faß”), und die Einrichtung ſowie der Betrieb der größten deutſchen
Steinholzfabrik „Fama” in charakteriſtiſcher Weiſe gezeigt wurde.
Be=
ſonders erwähnenswert war von den Anlagen letzterer Fabrik die
Aus=
führung des „Heraklitſyſtems”, welches einen aus Holzwolle, Magneſit
und Kieſerit hergeſtellten Bauſtoff liefert, welcher ſich zum Bau von
Wohnhäuſern vorzüiglich eignet und infolge der großen Iſolierfähigkeit
des Heraklits weitgehendſten Schutz gegen Wärme und Kälte bietet.
Zur Herſtellung eines Achtfamilienwohnhauſes nach dieſem Syſtem iſt
eine Banzeit von 3 Wochen erforderlich; das Haus iſt nach
Fertig=
ſtellung ſofort beziehbar. Während die vier erſten Teile des Films
die hohe Entwicklung der deutſchen Maſchineninduftrie, namentlich im
Bau von Präziſionsmaſchinen, zeigten, führte die fünfte Abteilung die
Herſtellung der Geigen in Mittenwald, dem deutſchen Cremona, vor,
wobei ausſchließlich Handarbeit durch beſonders auf dieſem Gebiete
ge=
ſchulte Handwerker in Betracht kommt. Die gutbeſuchte Verſammlung
folgte der Vorführung mit großer Aufmerkſamkeit, und ſchloß ſich dem
am Schluſſe der etwa zweiſtündigen Ausführungen durch den
Vor=
ſitzenden ausgeſprochenen Danke an Herrn Studienrat Dr. A. Vetter
und ſeine Mitarbeiter durch lebhaften Beifall an. In der 5.
Winter=
verſammlung des Vereins am Donnerstag, den 27. Januar, wird Herr
Dr. H. Stellwag, Chemiker der Heſſiſchen Chemiſchen
Prüfungs=
ſtation für die Gewerbe, im Reſtaurant Sitte, Karlſtraße, über „
Kohlen=
veredelung und Brennſtoffausnutzung” ſprechen, worauf ſchon jetzt
hin=
gewieſen ſei.
— Deutſche Kolonialgeſellſchaft. Im Auftrage der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft ſprach im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums
Herr Hauptmann a. D. H. Kund über „Reiſe= und Jagderlebniſſe in
Kamerun‟. Der Redner bezeichnet Kamerun als eine der wertvollſtem
unter unſeren ehmaligen Kolonien. Das Gebiet iſt einundeinhalbmal
ſo groß wie Deutſchland. Ein Drittel des Landes iſt mit Urwald
be=
deckt; an der Küiſte zieht ſich ein 200 Kilometer breiter Urwaldſtreifen
entlang, der im Süden Anſchluß an das Waldland des Kongogebietes
hat. Die Hauptpr.dukte von Kamerun ſind Edelhölzer, ferner
Kaut=
ſchuk, Baumwolle, Tabak uſw. Deutſche Forſcher, wie Barth. Vogel
und Nachtigal haben viel zur Erſchließung des Landes beigetragen. Als
der Weltkrieg ausbrach, war Kamerun in der Entwicklung begriffen;
1904 war mit dem Bahnbau begonnen worden, 1920 ſollten die
Schienen=
wege der Nordbahn und der Oſtbahn ganz fertig ſein. Der Beweis für den
Wert der Kolonie bietet ſchon die Tatſache, daß man ſie uns genommen
hat, was nicht gefchehen wäre, wenn ſie ohne wirtſchaftliche
Möglich=
keiten geweſen wäre. Der Urwaldboden bietet günſtige Gelegenheiten
zur Anlage von Kakaoplantagen und Tabakfeldern. Mittelkamerun
iſt ein Grasland, aber mit Erhebungen bis zu 3000 Metern. Es iſt ein
Viehzuchtland, deſſen Viehbeſtände (Buckelrinder) nach Millionen
zählen. Das Nordgebiet iſt Steppenland; es hat ein wenig geſundes
Klima, aber iſt für den Ackerbau geeignet und ein zukunftsreiches
Baumpolland. Der Vortragende war viele Jahre als Stationsleiter
im Norden des Landes tätig. Den Hauptteil ſeines Vortrages
bildeten Schilderungen von Land und Leuten, ſowie feſſelnder
Jagd=
erlebniſſe; lehrreiche Lichtbilder illuſtrierten ſeine Ausführungen. Man
ſah u. a. Soldaten der Schutztruppe, Anſichten der Hafenſtadt Viktoria,
der Hauptſtadt Dualla, von Eingeborenenſiedlungen uſw. Seltſame
Urwald=
bäume, Hängebrücken, Steppenbilder uſw. wurden der Zuhörerſchaft
im Lichtbilde vorgeführt. Intereſſant waren namentlich die Jagdbilder;
Elefanten, Fh=ßpfende, Nashörner und verſchiedene Antilopenarten
bildeten u. a. die Jagdbeute. Der Vortragende fand in dem leider
nicht ſehr zahlreich erſchienenen Publikum eine ſehr dankbare
Zuhörer=
ſchaft. Herr Dr. Vix, der in Vertretung des Vorſitzenden den Abend
mit einer Anſprache eröffnet hatte, ſprach in ſeinem Schlußwort dem
Redner den Dank für ſeine Darlegungen aus und machte darauf
auf=
merkſam, wie viel lehrreicher derartige Lichtbildervorträge als die
Filmvorführungen über Afrika, namentlich auch für die Jugend, ſind.
— Das Problem der Führung in der Volkswirtſchaft wird der
Hauptinhalt eines Vortrages ſein, den Herr Schriftleiter Paul Bröcker=
Hamburg am Samstag, den 15. Januar, um 8½ Uhr abends, im
Grünen Zimmer des Reſtaurants Chriſt, Grafenſtraße 18, halten wird.
Der Redner wird verſuchen, in zugleich wiſſenſchaftlicher und
gemein=
verſtändlicher Weiſe die Notwendigkeit von Führung und Folgung
überall und in der Wirtſchaft pſychologiſch nachzuweiſen, die notwendigen
Eigenſchaften ſowohl den Führenden wie den Geführten klarzulegen; er
wird auf die kulturelle Bedeutung der Arbeitsteilung wie der
Mechani=
ſierung ausführlich eingehen und unterſuchen, durch welche
wirtſchaft=
lichen Maßnahmen revolutionärer Natur größere verantwortliche
Bin=
dung des Arbeitnehmers als Wirtſchaftsperſönlichkeit zu erreichen ſein
ſürde. — Der Vortrag findet in einer Ortsgruppenſitzung des
Deutſch=
nationalen Handlungsgehilfenverbandes (D.H.V.) ſtatt. Die Ortsgruppe
läßt an alle, die auf dieſe wichtigen Fragen eine objektive,
überpartei=
liche und auf dem Boden der Wirklichkeit bleibende Darſtellung hören
möchten, einerlei, wie ſie ſonſt zu den Gewerkſchaften überhaupt und
dem D.H.V. im beſonderen ſtehen, die Einladung zur Teilnahme an
der Verſammlung ergehen.
— Dekorierungsfeſt. Die Vorbereitungen zum Feſt ſind beendet.
Die Ausſchmückung des Saales wird wieder eine Sehenswürdigkeit ſein.
Hervorragende Mitglieder des Landestheaters haben ſich zur Verfügung
geſtellt. Ein um die Sache des Odenwaldklubs ſo verdienter Mann,
wie Herr Profeſſor Dr. Eugen Köſer, hat auch diesmal wieder großen
Anteil an dem Programm. Feſtredner iſt der erſte Vorſitzende der
hieſigen Ortsgruppe, Herr Bürgermeiſter Mueller. Die Leitung des
Abends liegt in den Händen des zweiten Vorſitzenden, Herrn
Ober=
ſtudiendirektor Kiſſinger. Die Geſangsabteilung, unter der bewährten
Führung ihres tüichtigen Dirigenten, des Herrn Oberreallehver Weide,
wird ihr beſtes geben. Das Feſt gilt ja auch ihr zu Ehren.
Muſik=
vorträge durch das Städtiſche Orcheſter und gemeinſame Lieder werden
die einzelnen Programmnummern umrahmen. Die Wanderauszeichnung
wird 121 Männern zuteil. Einem, dem Klübler Georg Böcher ſogar
zum 21. Male. Ab 11 Uhr kommt der Tanz zu ſeinem Recht. Die
Feſt=
teilnehmer werden ihre helle Freude haben. Allen, die Einlaß finden
tvollen, wird dringend empfohlen, mit dem Erwerb der Karten nicht bis
Samstag ahend zu warten. Herr Kaufmann Robert Bergmann.
Wil=
helminenſtraße 19, gibt ſie, ſolange der Vorrat reicht, auch heute und
morgen noch aus.
— Schloß=Café. Heute, abends 8½ Uhr findet wieder eines der
beliebten Sonderkonzerte ſtatt. Bei der Zuſammenſtellung des
Pro=
gramms iſt dem muſikaliſchen Geſchmack des Puhlikums in weiteſtem
Maße Rechnung getragen, und verſpricht der Beſuch des Konzertes
einige angenehme Stunden. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Sozialrentner=Unterſtützung. Die Auszahlung der
Zuſatz=
unterſtützung für Januar kann, da der 16. auf Sonntag fällt, erſt am
kommenden Montag, den 17. d. M., bei der Stadtkaſſe
ſtatt=
finden.
— Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche Sitzung
am Samstag, den 15. Januar, vormittags 10½ Uhr: Kreisamtliche
Beanſtandung der Gemeinderatswahl in Gau=Biſchofsheim.
Kaffee
tägiich Frisch gebrannt
anerkannt vorzüglicher Oualität
M. W. Prassel
Schulstr. 10 (362a) Telephon 71
Stadtverordnetenberſammlung.
Die Sitzung wird um 5 Uhr 2 Minuten vom Herrn
Oberbürger=
meiſter eröffnet.
1. Antrag der Fraktion der Deutſchnationalen Volkspartei auf Aufhebung
der Verzugszuſchläge bei verſpäteter Zahlung von Gas= und
Waffer=
geldern.
Die Zuſchläge (Mindeſtgebühr 50 Pf.) ſtellen lediglich eine
V=
gütung für den bei verſpäteter Zahlung entſtehenden Mehrauſw.n
dar. Betriebsausſchuß und Betriebsdeputation haben den eingeher
beratenen Antrag abgelehnt. Stadtv. Schneider hat um Verhan
lung im Plenum gebeten.
Stadtv. Krug erſtattet Bericht. Der Finanzausſchuß hat gegen d
Stimme des Stadtv. Schneider beſchloſſen, dem Antrag der Verwaltun
auf Ablehnung des Antrags zuzuſtimmen. Die Zuſchläge werden na
Auskunft der Betriebsverwaltung keineswegs rückſichtslos beigetrieben
Die Stadt habe als Druckmittel nur die Abſtellung von Gas und Waſſe
in der Hand. Stadtv. Schneider erklärt, es handele ſich um ein
Ueberbleibſel aus der Inflationszeit. Mainz erhebe keie
Verzug=
zuſchläge, für die kein Raum mehr ſei. Verzugs zinſen ſeien nue
aus § 288 B.G.B. zu rechtfertigen. Kein Geſchäftsmann erhebe ſolch
Zuſchläge. Die Betriebe als gemeinnützige Einrichtungen genöſſen f.
dieſe Lieferungen Steuerfreiheit. Betroffen würden Arbeiter und
kleine Haushaltungen. Der Antrag ſei auch bezüglich der Heag geſtellt.
die Verwaltung habe die Heag einfach aus dem Antrag
herausgeſtri=
chen. Die Oeffentlichkeit werde ſich ihr Urteil bilden. Der Antra=
Schneider wird gegen 9 Stimmen abgelehnt.
2. Voranſchlag der Städtiſchen Sparkaſſe für 1927.
Derſelbe ſchließt auf der Ausgabenſeite mit einer Summe vor
240000 Mark ab. Der Voranſchlag wird genehmigt.
3. Erweiterung des Licht=Luft=Bades am Woog.
Dieſelbe ſoll derart vorgenommen werden, daß die jetzige
Einfriedi=
gung und das Kaſſenhäuschen nach Süden zu vorgeſchoben werden.
Da=
durch wird weiter das Umſtellen der vorhandenen offenen Halle und
die Einrühtung einer neuen Auskleidehalle notwendig. Außerdem ſoll
der ſeitherige Garderoberaum erweitert und die Garderobe mit einer
endgültigen Einrichtung verſehen werden. Die Herſtellungskoſten
be=
tragen voranſchlagsmäßig rund 10 000 Mark, die aus vorhandenen
Er=
neuerungsmitteln zur Verfügung ſtehen.
Stadtv. Ziegs ſpricht für die Herſtellung des Beſſunger
Forellen=
teiches, ebenſo Stadtv. Kolb (Dtſch. Vpt.). Die Vorlage wird
ge=
nehmigt.
4. Herrichtung des Bodens des Licht=Luft=Bades am Woog.
Der Sandbelag iſt derart mit Lehm und ähnlichen Beſtandteilen
durchmiſcht, daß er von den Badegäſten als äußerſt läſtig empfunden
wird, da er ſich nicht nur in die Poren der Haut, ſondern
auch an die Kleidungsſtücke (Badehoſen, Badeanzüge, Badewäſche uſw.)
feſtſetzt und nur ſehr ſchwer zu entfernen iſt. Die
Be=
deckung der Inſel und des Licht=Luft=Bades mit einer Flußſandſchicht
ſoll in einer Stärke von 20 Zentimetern auf der Inſel und 10
Zenti=
metern auf den übrigen Flächen durchgeführt werden. Zur Verwendung
ſoll geſiebter Rheinſand kommen. Die Arbeiten ſollen als
Not=
ſtandsarbeiten im Februar ausgeführt werden. Die Mittel
für die Herſtellung können bis zu 10000 Mark aus vorhandenen
Er=
neuerungsmitteln gedeckt werden. Soweit der Koſtenaufwand dieſe 10000
Mark überſteigt und der Zuſchuß aus der produktiven
Erwerbsloſenfür=
ſorge nicht ausreicht, müſſen Anleihensmitel in Anſpruch genommen
werden. Auch dieſe Vorlage findet Annahme.
5. Ausbau der Dieburger Straße zwiſchen Hirſchköpfen und
Oberwaldhaus.
Die Schaffung geordneter Zuſtände in dieſem Straßenteil iſt
drin=
gend notwendig. Der Ausbau der Strecke bedingt einen Koſtenaufwand
von 44 000 Mauk.
Gleichzeitig iſt beabſichtigt, den angrenzenden
Walddiſtrikt Nachtweide parkartig auszugeſtalten
und die dadurch enrſtehenden Koſten von etwa 25 000
Mark auf 2 bis 3 Jahre zu verteilen.
Stadtv. Schneider macht darauf aufmerkſam, daß es ſich hier um
eine Kreisſtraße handele. Seine Fraktion lehne deshalb die
Be=
willigung der Mittel für Fahrbahn und Fußſteige ab, da die Waldwege
genügten. Bürgermeiſter Buxbaum ſtellt bezügliche Verhandlungen
mit dem Kreiſe in Ausſicht. Gegen Herſtellung der Fahrbahn und der
Fußwege ſtimmen die Deutſchnationalen. Die Vorlage wird
ange=
nommen.
5. Veranſtaltung einer Feier aus Anlaß der 100. Wiederkehr des
Todestages Peſtalozzis.
Der Darmſtädter Lehrerverein will eine Feier veranſtalten.
Ge=
plant iſt eine ſolche im Kleinen Hauſe des Landestheaters unter
Mit=
wirkung der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft und des Städtiſchen
Or=
cheſters. Die Koſten werden ſich auf ungefähr 1000 Mark belaufen. Der
Verein hat um Bewilligung dieſer Mittel gebeten. Die Verwaltung
beantragt die Bewilligung eines Zuſchuſſes bis zur Höhe dieſes
Be=
trages unter der Vorausſetzung, daß ein kleines Eintrittsgeld erhoben
und eine Abrechnung vorgelegt wird. Wegen Beſchaffung eines Buches
über Peſtalozzi, das ſowohl an die Schiiler der höheren Klaſſen
ven=
teilt, als auch den Schüilerbibliotheken zugeführt werden ſoll, kann
end=
gültiger Beſchluß noch nicht herbeigeführt werden. Dieſer ſoll der
Ver=
waltung überlaſſen werden.
Stadtv. Hütſch ſpricht für die Anſchaffung von Schulfahnen; ſein
bezüglicher Antrag vom Juli v. J. ſei noch nicht erledigt. Der Herr
Oberbürgermeiſter betont, es ſeien ſchon Schulfahnen beſchafft worden.
6. Mitteilungen.
Hierzu bringt Stadtv. Schneider eine Beſchwerde bezüglich
Ver=
gebung von Ständen vor. Einer Petentin ſei ein Italiener vorgezogen
worden. Die Bürgermeiſter Buxbaum und Delp, rechtfertigen
den Standpunkt der Verwaltung. Stadtv. Reibold wendet ſich gegen
eine Preſſenotiz über ſeinen Ausſchluß aus der Partei; er werde ſein
Mandat nicht niederlegen. Stadtv. Weſp rügt die ſchlechten Wege
in der Waldkolonie. — Schluß der öffentlichen Sitzung 6 Uhr 35 Min.
Bei Eintritt in die Tagesordnung hatte der Herr Oberbürger
meiſter bemerkt, daß er anläßlich der 25jährigen Zugehörigkeit de:
Stadtev. Dr. Kolb und Dr. Nöllner zur Verſammlung bereits am
2. ds. in der Wohnung beider Jubilare die Glüchwünſche der
Verwal=
tung ausgeſprochen habe; er verfehlt nicht, nochmals den wärmſten Dank.
der Verwaltung auszudrücken. Möchten beide Jubilare noch recht lang”
in der Stadtverwaltung tätig ſein! Stadtvv. Dr. Kolb und Dr
Nöllner danken mit bewegten Worten.
Stadtv. Aßmuth ſprach dann namens der ſozialdemokratiſchen
Fraktion anerkennende Worte, zugleich auch als einer der Senioren de=
Verſammlung, Stadtv. Heß namens der jüngeren Generation des
Gre=
miums aus ſeiner nun 8jährigen Tätigkeit in der Verſammlung
heraus. Ueber die Parteiſtellung hinaus gelte es auch hier immer
Brücken zu ſchlagen von Menſch zu Menſch. Schließlich erklärte Stadtd.
Geißner, auch die Zentrumspartei wolle unter den Gratulanten
nicht fehlen.
Nach Schluß der Sitzung fand die alljährlich im Januar übliche
ge=
ſellige Vereinigung der Stadtverordneten und Stadtverwaltung ſtatt,
mit der verbunden diesmal die 25jährige Zugehörigkeit der
vorgenann=
ten Jubilare zur Stadtverordnetenverſammlung gefeiert wurde.
Ein Antrag der Zentrumspartei, betr, die Ausgeſtaltung des
Schloßgartenplatzes.
Die Unterzeichneten beantragen, den Schloßgartenplatz, deſſen
Baumanlage vielfach Mißfallen erregt, zu einer Zieranlage auszuge
ſtalten, zumal dem nördlichen Stadtteil eine ſolche fehlt und der
Schloß=
gartenplatz nach Anlage des Friedrich=Ebert=Platzes als Spielplatz nichſt
mehr in Frage kommen ſollte. Sie wüinſchen vor die prachtvolle
Eliſa=
bethenkirche eine Anlage ähnlich derjenigen vor der Johanneskirche.
Geißner Weſp. Goy.
Geite 6
Freitag, den 14. Januar 4927
Nummer 14
Heſſiſche Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt.
Erſie Jahresſitzung am 11. Januar 1927.
Zu Beginn der erſten Jahresſitzung der Kammer brachte der
Vor=
ſitzende ſeine Freude über die Wiederwahl der am Ende des vorigen
Jahres ſtatutengemäß ausgeſchiedenen Mitglieder der Kammer zum
Aus=
druck. Im beſonderen begrüßte er das für den Kreis Bensheim
neuge=
wählte Mitglied der Kammer. Diplomingenieur Ernſt Arnold,
Fabrikdirektor der Firma Maſchinenpapierfabrik Euler A.=G., der darauf
durch Handſchlag als Kammermitglied verpflichtet wurde. Der Vorſitzende
ſppach den Anweſenden ſeine herzlichſten Glückwünſche zum neuen Jahre
aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Tätigkeit der Kammer auch
im neuen Jahre zugunſten der zur Kammer gehörigen Firmen, der
ge=
ſamten Volkswirtſchaft und unſeres deutſchen Vaterlandes von Segen
be=
gleitet ſein möge.
Mit Genugtunng könne eine allmähliche Beſſerung in unſerer
Wirt=
ſchaftslage in langſamer aufſteigender Linie feſtgeſtellt werden. Manchen
ginge es freilich micht ſchnell genug. Aber beſſer ſei eine langſame
Ent=
wicklung als eine zu ſchnelle. Er bat die Mitglieder der Kammer, an
dem weitewen Ausbau und der Entwicklung nicht nur unſerer heſſiſchen,
ſondern auch unſerer geſamten deutſchen Wirtſchaft mit allen Kräften im
neuen Jahre mitzuhelfen.
Sodann wurde zu dem von dem Vorſtand und der Geſchäftsführung
der Kammer vorgelegten Jahresbericht über das
Wirt=
ſchaftsjahr 1926 Stellung genommen. Beſchloſſen wurde, den
Be=
richt dieſes Jahres über den Kreis der früheren Empfänger hinaus
ſämt=
lichen der Kammer angeſchloſſenen Firmen zuzuſtellen.
Es wurde zur Vorſtandswahl geſchritten. Sämtliche Herren des
Vor=
ſtandes wurden wiedergewählt, und zwar Fabrikant E. Schenck zum
Vorſitzenden, die Mitglieder W. Kalbfuß und K. Kahlert zu
ſtell=
vertretenden Vorſitzenden der Kammer.
Die Neuregelung der Fernſprechgebühren, die die
Wiedereinführung von erheblichen Grundgebühren und damit eine
Ver=
tewerung des Fernſprechers für die „Wenigſprecher” vorſieht, wurde
ein=
gehend beſprochen. Die von der Kammer in dieſer Froge aufgeſtellte
Denkſchrift wurde gutgeheißen. Sie läuft darauf hinaus, durch eine
ge=
ringere Grundgebühr und eine andere Staffel der Geſprächsgebühren die
Auswirkungen der Neuregelung für die „Wenigſprecher” erträglicher zu
geſtalten. Als wünſchenswert wurde es weiterhin bezeichnet, wenn die
Entfernung nicht, wie bisher, nur 25 Km., ſondern etwa bis 100 Km.
nach der Luftlinie berechnet würde. Jedenfalls ſollte darauf Bedacht
ge=
nommen werden, daß nicht durch eine allzu ſtarke Erhöhung der
Fern=
ſprechgebühren eine erneute Maſſenflucht aus dem Fernſprechverkehr
her=
vorgerufen wird. Weiterhin wurde darauf hingewieſen, daß im Intereſſe
der Belebung des internationalen Handelsverkehrs auch eine Verbilligung
der Fernſprechgebühnen nach dem Ausland angeſtrebt werden müſſe.
Bei Beſprechung der Straßenbeleuchtung in dem
Ge=
ſchäftsviertel der innenen Stadt wurde es als bedauerlich
bezeich=
net, daß die Stadwerwaltung für eine geeignete Beleuchtung in den
Ge=
ſchäftsſtraßen nicht ſorgt, ſo daß die Anlieger gezwungen ſind, auf eigene
Koſten die Straßen zu beleuchten. Es wurde die Anſicht vertreten, daß
die Sorge für eine ordentliche, zeitgemäße Beleuchtung der
Geſchäfts=
ſtraßen, ſowie die Aufbringung der Beleuchtungskoſten Aufgabe der
Stadt iſt. Entſprechende Verhandlungen hierüber werden einzuleiten
ſein.
In dem Geſchäftsführungsbericht ſeit der letzten Sitzung wurde
ein=
gehend über die Teilnahme der Vertreter der Kammer an auswärtigen
Beſprechungen berichtet. So war auf einer Vertreterbeſprechung der
Heſſiſchen Induſtrie= ud Handelskammern die Neuherausgabe des
be=
kannten amtlichen Firmenhandbuches für das Rhein=
Maingebiet beſprochen worden. Es erſcheint erwünſcht, daß das
Buch aus allen Kreiſen der heſſiſchen Wirtſchaft auch weiterhin unterſtützt
wird. — Die Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammern ſprachen ſich
da=
für aus, daß als Sitz der Rheinwaſſerſtraßendirektion am
zweckmäßigſten die Stadt Mainz gewählt werden ſollte. — Stellung war
auch zu dem Geſetzentwurf über den endgültigen
Reichswirt=
ſchaftsrat genommen worden. Abzulehnen iſt die in dem Entwurf
angeſtrebte ſchematiſche Parität. Die Zahl der Vertreter von Handel
und Induſtrie, die unverhältnismäßig niedrig gehalten iſt, ſollte
ange=
meſſen erhöht werden. Im beſonderen müſſen die regionalen Intereſſen
Heſſens eine ſtärkere Berückſichtigung finden. — Der Fortbeſtand des
Hefſiſchen Landesauftragsamts in Berlin, das ſich
auch ſeither noch als eine durchaus zweckentſprechende Einrichtung
be=
währt hat, wurde gewünſcht. — Die Heſiſche Regierung wurde erſucht,
hinſichtlich des Beamtenhandels ein weitgehendes Verbot nach
dem Muſter der preußiſchen Anovdnungen zu erlaſſen.
In einer Beſppechung in Wiesbaden, iſt die Kammer für dem
Fort=
beſtand der Arbeitsgemeinſchaft der
Geſchäftsſteno=
graphen=Prüfungsämter, durch welche ſeither ſehr nützliche
Arbeit geleiſtet wurde, eingetveten. Ein weiterer Ausbau dieſer
Einrich=
tung dürfte zweckentſprechend fein. Zur gleichmäßigeren Ausgeſtaltung
des Aufbaues und der Prüfungsbeſtimmungen der Geſchäftsſtenographen=
Prüfungsämter wunde die Gründung eines entſprechenden Verbandes
be=
fürwortet.
Die Frage der Fortſetzung der Kraftpoſtlinie Mainz—
Koſtheim-Trebur-Nauheim bis Groß=Gerau war in
einer Beſprechung in Groß=Gerau erörtert worden. Die im Intereſſe
der Gewerbetreibenden des dortigen Bezirks wichtige Ausdehnung dieſer
Linie bis in die Kreishauptſtadt iſt ſeither leider an dem Einſpruch, den
die Reichsbahn aus Konkurrenzrüchſichten erhoben hat, geſcheitert. Auch
die Frage einer ſchnelleren Verbindung zwiſchen
Darm=
ſtadt einerſeits und dem mittleren Rheinheſſen —
Oppenheim und Nierſtein — andererſeits gelangte zur Beſprechung.
Die derzeitige Kraftpoſtlinie über Groß=Gerau, entſpricht nicht den zu
ſtellenden Anforderungen. Als wünſchenswert wurde die Schaffung einer
direkten Linie über Leeheim—Wolfskehlen—Griesheim bezeichnet.
Die geblanten Gebührenabſchläge der Poſt für
Groß=
verſender komten nicht empfohlen werden. Aus einer differenzierten
Behandlung der Poſtverſender ſind unbedingt Schwierigkeiten zu
er=
warten.
Im übrigen ſei noch erwähnt, daß die Ausgeſtaltung der
Verbindungen, zwiſchen Rheinland=Weſtfalen und
Süddeutſchland über Darmſtadt und die Bergſtraße energiſch
wei=
terberfolgt wird. Das gleiche geſchah bezüglich der bereits früher eingehend
gerügten Durchführung der Bewertung
zwangsbewirtſchaf=
teter Grundſtücke. Nicht nur für den Bezirk der Kammer,
ſon=
dern für ganz Süddeutſchland iſt dieſe Bewertungsfrage von allergrößter
Bedeutung.
— Lotterie. Wie bereits bekannt, ſoll eine Lotterie zum Beſten eines
zu errichtenden Krüppelheims in Gießen veranſtaltet werden, woſelbſt die
bedauernswerten Opfer der mit Recht ſo ſehr gefünhteten ſpinalen
Kinderlähwung ihrer Heilung enntgegengeführt werden ſollen.
Anſehn=
liche Gewinne: ein Einfamilienhaus im Werte von 30 000 Mark, mehrere
Zimmereinrichtungen, ſowie eine große Anzahl von praktiſchen und
nütz=
lichen Gegenſtänden verlocken zum Ankauf der Loſe. Um nu den
Käu=
fern der Lofe auch einen Kunſtgenuß zu bieten, verſammelten ſich auf
Eimladung des Herrn Divektors Haug die Vorſitzenden ſämtlicher hieſiger
Vereine, um die erforderlichen Vorbereitungen zu beſprechen. Die von
Herrn Direktor Haug gegebenen Anregungen fanden allgemeine
Zu=
ſtimmung. Es wurde ein Ausſchuß gewählt, der die weiteren
Verhand=
lungen führen ſoll. Ueber die gefaßten Beſchlüſſe werden wir ſpäter
berichten.
* Herabſetzung der Brotpreiſe. Die Stuttgarter
Bäckerin=
nung teilt mit: Infolge Rückgangs der Mehlpreiſe werden
die Brotpreiſe ab 12. Januar herabgeſetzt auf 34 Pfg. für 1 Kilo
Schwarzbrot, 40 Pf. für 1 Kilo Halbweißbrot, Roggenbrot und
Korn=
brot, 59 Pfg. für 1 Kilo Weißbrot.
Das Heſſiſche Dragoner=Denkmal.
An alle ehemaligen Dragoner, ob rot, ob weiß, ergeht der Ruf den
gefallenen Kameraden und den lieben alten Regimentern ein würdiges
Denkmal zu ſetzen.
Von ſeiten der Stadt Darmſtadt iſt uns entgegenkommenderweiſe
ein ſchöner Platz in der Anlage an der Waldſtraße, zwiſchen Landgraf=
Philipp=Anlage und Hindenburgſtraße, für unſer Denkmal zur
Ver=
fügung geſtellt worden.
Aus unterfränkiſchem Muſchelkalk hergeſtellt, wird das ganze durch
die ſchönen Verhältniſſe und durch die Größen=Abmeſſungen einen
impo=
ſanten Anblick gewähren, und ſo in wüdiger Weiſe unſere Gefallenen
ehren. Das Denkmal iſt entworfen von Dr. Ing. Blaß, Leutnant d. R.
a. D. des Leib=Dragoner=Regiments 24. Es beſteht aus einem Mittelſtück,
gewiſſermaßen einen Altar darſtellend, das auf ſeiner Vorderſeite die
Haupt=Inſchrift trägt:
„Den Gefallenen des Großh. Heſſ. Garde=Dragoner=Regiments Nr. B3
und des Großh. Heſſ. Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24 1914—1918‟
flankiert von zwei Säulen, geſchwückt mit je einer Reiterfigur den
beiden Regimentern gewidmet. Der Sockel des Denkmals iſt 10 Meter
lang, die Säulen ohne die Reiterfiguren ca 5,80 Meter hoch. Auf der
Mückſeite werden die von den Regimentern aufgeſtellten Formationen
ſowie die Gefechte, an denen die Regimenter teilgenommen haben,
auf=
geführt.
Alle Kameraden, die den beiden Regimentern und den von dieſen
aufgeſtellten Formaticnen angehört haben, werden gebeten, ihre
An=
ſchrift dem Vorſitzenden des unterzeichneten Denkmalausſchuſſes
mitzu=
teilen oder Geldſpenden für das Denkmal auf Poſtſcheckkonto: „
Denkmal=
fonds der ehemaligen Dragoner=Regimenter Nr. 23 und 24,
Poſtſcheck=
konto Frankfurt a. M. Nr. 25 085” aufzugeben.
Wenn die Mittel zuſammenkommen ſoll das Denkmal im Sommer
1927 enthüllt werden.
Nähere Auskunft erteilt auf Anfrage der Vorſitzende des
Denkmal=
ausſchuſſes Oberſt a. D. Frhr. v. Weſterweller Darmſtadt, Riedeſelſtr. 14.
Lokale Veranſtaltungen.
Die vierunter erſcheienden Roilzen ſind aneſchlleßlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie ale Beſprechung oder Kriſ.
— Bayreuther Bund der deutſchen Jugend. Am
heutigen Freitag, den 14. Januar, abends 8 Uhr, findet im Saale der
Muſikalienhandlung Chriſtian Arnold, Ernſt=Ludwigſtraße 5 (am
Weißen Turm), ein Brahms=Abend ſtatt, zu dem Frau Maria Maſer=
Schilling (Geſang) und Fräulein Lisbet Volz (Klavier)
liebenswürdiger=
weiſe ihre Mitwirkung zugeſagt haben.
— Hiſtoriſcher Verein. Der erſte Vortrag im neuen Jahr
wird ſich mit der Darmſtädter Stadtgeſchichte beſchäftigen. Privatdozent
Dr. Blaß wird am 17. d. M. (6 Uhr Realghmmaſium) ſprechen über
„Das Stadtbild von Darmſtadt in ſeiner Entwicklung‟. Der Vortrag
wird durch Lichtbilder veranſchaulicht weaden.
Kunſtnotizen.
(eber Werſe, Künſſier oder fünſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Grwähnung
geſchiebi, behält ſch die Redakion ihr Urteil vor.
— Union=Theater. „Der Bismarckfilm”. Was will
der hiſtoriſche Film?. Das Intereſſe an den großen Begebenheiten des
Welttheaters und an allen gewaltigen Aktionen aus vergangenen Tagen
wecken und Führer und Begebniſſe aus allen Zeiten in den Rahmen
eines Kulturgemäldes einſpannen. Vorausſetzung des hiſtoniſchen Films Gartenbauverein für den Kreis Darmſtadt veranſtaltet gemeinſam mit
bleibt die Spannungsmöglichkeit ſeiner Betrachter, ferner ganz genaue
Wiedergabe der jeweiligen Landſchaftskuliſſen, vor denen die Dramen
der Weltgeſchichte ſpielten. Sehr ſorgſam iſt in der Filmkompoſition
auch auf das Verhältnis zwiſchen Helden und Maſſe zu achten, die
Kon=
traſte zwiſchen Ginzelperſönlichkeit und Volk müſſen ſcharf
heraus=
gearbeitet werden. Die Gliederungen der Menſchenmengen darf nie
zu einem unüberſichtlichen Wirrwarr von Einzelheiten ausarten, die
Geſchloſſenheit von Gruppenwirkungen muß ebenſo angeſtrebt werden,
wie die ſcharfe Herausarbeitung der äuß=ren, ſeeliſchen und geiſtigen
Züge der Helden und Maſſenbeherrſcher. Der hiſtoriſche Film hat die
Aufgabe, etwas von dem ſogenannten Weltgeiſt zu übermitteln, das
heißt von den ſtädtiſchen Geſetzen etwas verſpüren zu laſſen, die Urſache
und Wirkung beſtimmen. Die Ausmaße des hiſtoriſchen Films miſſen
rieſenhafter Art ſein. Dennoch wäre es töricht, einen ganzen Abend amt zwecks unverzüglicher Zurückweiſung aller derartigen Verdächk
lang nur große Szenen mit rauſchender Prunkentfaltung zu zeigen,
denn allzuleicht würden unſere Sinne dadupch abgeſtumpft und
gleich=
gültig. Erſt der in beliebigen Zeitzwiſchenräumen ſtändige Wechſel von
intimen Szenen, gleichſam ſtummen Kammermuſikſpielen und von
öffentlichen großen Schauſtellungen unter klirrender Marſchmuſik, von, 37 und der Sterbefälle 32. — Laut Bekanntmachung der
Bürger=
ſagen wir einmal Feldherrenſitzungen, Beratungen am grünen Tiſch
und deren Auswirkungen in großartigen Schlachtenbildern wird den
Zuſchauer außerordentlich beeinfluſſen. Weit ſchwieriger iſt es
natür=
lich, das ſtille und gleichſam häusliche Wirken eines Helden im Film
darzuſtellen, denn die groben Ausdrucksmittel verſagen hier völlig, und
ein großer Nuancenreichtum ſeeliger und geiſtiger Zwiſchentöne und
Zwiſchenſpiele muß zur Verſinnlichung der von Minute zu Minute oft
wechſelvollen, anpaſſungsfähigen und trotz aller Brechungen dennoch in
ſeinen großen Zielen einheitlichen Perſönlichkoit aufgeboten werden.
So hat man verſucht, das Bild eines ſo vielſeitigen Mannes, wie es
Bismarck im Leben ſo wie im Reich der Diplomatie war, in einem Film
voll Entwicklungsfolgerichtigkeit, voll hiſtoriſcher Treue pſychologiſchen
Feinheiten und grundſätzlichen Verzicht auf grobſchlächtige Ausbeutung lichen Beſitzer ſind K. M. Buchholz IIIa=Babenhauſen, Sieger im
Sechs=
von Maſſeninſtimkten zu zeigen.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Die lachende Grille”, Paris
iſt das ſprühende Boheme=Milieu, in dem der dritte D. L.S.=Film ſpielt.
Es iſt die Zeit um 1830, als die erſte Eiſenbahn eröffnet wurde, und in
der von einem ſchöngeiſtigen Kreis von Literaten und Muſikern
heim=
geſuchten Lichtſtadt um George Sand Freundſchaften geſchloſſen wurden,
die ſich für die Weltliteratur und Menſchheitskultur befruchtend
aus=
gewirkt haben. Chopin, der Schwärmer, Paganini, der heißblütige
Geiger, Roſſini, der ruhmgeizige Komponiſt, Liſzt, der leidenſchaftliche
Rhapſode, Rothſchild, der geniale Geldmamn, Heinrich Heine, der deutſche
Dichter ſind die überragenden Köpfe einer illuſtren Künſtler=Kolonie:
dankbare Rollen für die Charakterſpieler des Films: Harry Liedtke,
Ernſt= Verebes. Ybette Gilbert, Dagny Servges. Alle überſtrahlt Lya
Mara in der Titelrolle „Die Grille‟.
Tageskalender für Freitag, den 14. Januar 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, L. 10, Anfang 7½ Uhr,
Ende 10 Uhr: „Der Troubadour”. — Kleines Haus: Keine
Vorſtel=
lung. — Städt. Akademie für Tonkunſt, abends 8 Uhr:
Konzert. — Geflügelzuchtverein, nachm. 2½ Uhr: Tagung
des Landesverbands heſſ. Geflügelzüchter, im Fürſtenſaal — Die
Chriſtengemeinſchaft, abds. 8½ Uhr, in der Städt. Akad.:
Vortrag Heimeran „Die heil. Bildkräfte d. Lukas=Evang.” —
Kla=
vierabend Beck, abds. 8 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz.
— Neugeiſt abends 8 Uhr, in der Loge, Sandſtr. 10: Vortrag
Dr. med. Günther. — Techn. Hochſchule, Hörſaal 326 abends
8 Uhr: Vortrag. — Konzerte: Schloßkaffee, Perkeo, Café
Rhein=
gold. Weinhaus Weißer Turm. — Tanz: Taunusburg, Weinhaus
Weißer Turm, Café Rheingold. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Samstag, den 15. Januar 1927.
Heſſ. Bürge rmeiſterei Ober=Ramſtadt, vorm. 11½ Uhr,
in der Faſelhofreite zu Ober=Ramſtadt: Verſteigerung eines Fafels
und 3 Ziegenböcke.
M Heeue
Hauptſynagoge (Friedri hſtraße).
Freitag, den 14. Jan. Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 00 Min.
Samstag, den 15. Jan. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min.
Schrift=
erklärung. — Sabbatausgang 5 Uhr 45 Min.
Gottesdienſt an den 4ochentagen: Morgens 7 Uhr 30 Min,
bends 6 Uhr 00 Min
Aus Heſſen.
* Arheilgen 13. Jan. Standesamtliches. Nach den
Ein=
tragungen im Standesamtsregiſter wurden im abgelaufenen Jahre hier
76 Eheſchließungen vorgenommen. Die Zahl der Geburten beträgt 133
und die der Todesfälle 44. Bemerkenswert iſt der verhältnismäßig ſtarke
Mückgang der Sterbefälle. Dieſelben betrugen im vorausgegangenen
Jahre 88, alſo gerade das Doppelte. — Sehr raſch hat ſich das ſtüädtiſch=
Orcheſter zu Darmſtadt unter Leitung ſeines Kapellmeiſters Herrn
Hugo Hauske dazu entſchloſſen, ſein 3. Konzert hier im Gaſthauſe „Zum
goldenen Löwen” zu veranſtalten. Dasſelbe findet nächſten Sonntag
ſtatt und wird als Opern= und Opevettenabend gedacht. Wagner,
Mas=
cagni, Lehär und Strauß werden das Programm beſtreiten.
Anſchlie=
ßend findet Ball ſtatt. — Auch hier vegt ſich wieder allenthalben der
Sparſinn. Dem Vernehmen nach wurden verſchiedentlich wieder die
„Weihnachtsſparvereine” ins Leben geruſen. — Der hieſige
Geſang=
verein „Eintracht” veranſtaltet am 22 Januar ſeinen diesjährigen
Ver=
einsball. Derjenige der Sportvereinigung 04 findet am 2. d3. Mts.
und deren Maskenball am 17. Februar d8. Js. ſtatt. Weitere
Veran=
ſtaltungen der „Eintracht” ſind ein Konzert am 13. März und eim
Liedertag am 3. April.
Ck. Wixhauſen, 12. Jan. Vereinsball. Am Samstag, den
15. Januar, hält der F. C. Union ſeinen diesjährigen Vereinsball im
Saale des Gaſthauſes „Zur Sonne” ab. Im ſelbigen Saale findet dann
am Sonntag um 2½ Uhr die Generalverſammlung ſtatt.
* Erzhauſen, 11. Jan. Am 13. ds. Mts. begeht die Bahnwärters=
Witwe Steckenreiter von hier in beſter Geſundheit ihren 83jährigen
Ge=
burtstag. Im Alter von 84 und 82 Jahren haben wir hier noch zwei
Frauen, welche ſich noch der beſten Geſundheit erfreuen und noch Feld=
und häusliche Arbeiten verrichten.
H. Eberſtadt, 11. Jan. Am Mittwoch, den 12. ds. Mts., findet im
Rathaus eine öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt. Auf der
Tagesord=
nung ſteht als einziger Punkt: Verfügung des Kreisamts Darmſtadt
betr. Holzhauerlöhne.
* Eberſtadt, 12. Jan. Radfahrertagung. Auf der hier
ſtatt=
gefundenen Sitzung des Bezirksvorſtandes und Bezirksausſchuſſes des
2. Bezirks im Arb.=Radfahrerbund, die unter der Leitung des
Bezirksvor=
ſitzenden Hindermeher=Eberſtadt, ſtand, wurde eine Neueinteilung des
Bezirkes in drei Unterbezirke beſchloſſen. Die Bezirkswanderfahrt wurde
auf den 8. Mai feſtgeſetzt. Am 31. Juli ſoll die Gauwanderfahrt, Ende
Mai ein Renuen im Straßenſport ſtattfinden. Die Austragung der
Be=
zirksmeiſterſchaft fällt in dieſem Jahre aus.
H. Eberſtadt, 12. Jan. Konzert. Der Muſikverein Eberſtadt
(1904) veranſtaltet am Samstag, den 15. Januar, im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zum Darmſtädter Hof” (Laun) einen Konzertabend. Neben
guter Orcheſtermuſik werden, auch Klavierſolis (Frl. Rodenbach) und
Violinſolis (Gerr Seeh) zum Vortrag kommen. Am Schluſſe des
Kon=
zerts findet Tanz ſtatt.
* Nieder=Ramſtadt, 13. Jan. Das Dekorierungsfeſt der Ortsgruppe
des Odenwaldklubs Nieder=Ramſtadt findet am Samstag, den 15. d2.
Mts., abends 8 Uhr beginnend, im Saale des Gaſthauſes „Zur Poſt”
ſtatt. Zur Verſchönerung der Feier wirken wiederum mit das
Klampf=
prcheſter des Wanderklubs „Falke” aus Darmſtadt, welches noch in guter
Erinnerung von den letztjährigen Dekorierungsfeiern her ſein dürfte. Es
wird ferner noch ein Theaterſtück, betitelt: „Der Verſchönerungsverein
oder die Erbſchaft mit Hinderniſſen” aufgeführt. Als Vertreter des
Hauptausſchuſſes wird aller Vorausſicht nach Herr Amtsgerichtsrat Becher
aus Dieburg der Feier beiwohnen. Die Einwohnerſchaft Nieder=
Nam=
ſtadts und Umgebung iſt zu dieſer Feier eingeladen. — Der Obſt= und
dem Landwirtſchaftskammerausſchuß für die Provinz Starkenburg am
Dienstag, den 18. d8. Mts., machmittags 2 Uhr, hier einen
Gemarkungs=
rundgang mit anſchließendem Vortrag. Der Rundgang ſteht unter
Lei=
tung des Herrn Obſtbauinſpektors Behne aus Darmſtadt. Hierzu ſind
alle Intereſſenten, insbeſondere die Mitglieder des Obſt= und
Gartenbau=
vereins, des Bauernvereis und die Fortbildungsſchüler eingeladen.
Zu=
ſammenkunft um 2 Uhr nachmittags am Nathaus.
* Roßdorf, 13. Jan. Am verfloſſenen Dienstag abend hatten
in=
folge der unerhörten öffentlichen Angriffe gegen unſeren Herrn Pfarrer
im Saale des Schweſternhauſes die hieſige Kirchengemeindevertretung
vollzählig ſowie alle Vorſtände der kirchlichen Vereine eine
Proteſtver=
ſammlung einberufen, um einmütig gegen die von einzelnen Perſonen
betriebene Hetze eine diesbezügliche Kundgebung an das
Landeskirchen=
tigungen ergehen zu laſſen.
* Noßdorf, 11. Jan. Im Jahre 1926 wurden beim hieſigen
Stan=
desamt 64 Geburten, 27 Eheſchließungen und 40 Sterbefälle beurkundet.
Im Jahre 1925 betrug die Zahl der Gebutten 74, der Eheſchließungen
meiſterei muß das 5. Ziel der Gemeindeſteuer bei Meidung der
Bei=
treibung bis 25. I. M. an die Gemeindekaſſe entrichtet werden.
r. Babenhauſen, 11. Jan. Reichsjugendwertkämpfe.
Geſtern wurden von dem Leiter der Höheren Bürgerſchule dahier die
Ehrenurtunden an die Sieger und Siegerinnen der Anſtalt verteilt. Die
Teilnahme an dem vorgeſchriebenen Fünf= und Sechskampf war im
letzten Herbſt recht ſtart. Schiedsrichter waren Beamte der hieſigen
Schutzpolizei. Als erfreuliches Zeichen für die gute körperliche
Aus=
bildung der Schüler kann feſtgeſtellt werden, daß 11 Knaben und vier
Mädchen der Anſtalt mit Ehrenurkunden bedacht wurden. Zwei
der=
ſelben waren mit dem Namen Hindenburg unterzeichnet und wurden
mit beſonders berechtigtem Stolze in Empfang genommen. Ihre
glück=
kampf mit 120 Punkten, und L. Rauſchenbach IIIb=Garreshauſen, Sieger
im Fünfkampf mit 101 Punkten. Daß die Mädchen nicht ſo großen
Erfolg hatten, lag wohl an ihrer ſehr ſchlechten Eignung zum Ballwurf.
* Groß=Umſtadt, 13. Jan. Aus dem Gemeinderat: In der
letzten Sitzung wurde beſchloſſen: Bezüglich des wiederholten Antrags
der Holzhauer um 10 Prozent Zuſchlag zu den Tariflöhnen beharrt der
Gemeinderat auf ſeinem ablehnenden Standpunkt; dagegen gewährt er
den Holzhauern ein Wegegeld, und zwar: für eine Wegſtrecke von 3—8
Klm.: 60 Pf. täglich, für eine Wegſtrecke von 8—10 Klm. täglich: 80 Pf.
täglich, und für eine Wegſtrecke von über 10 Klm.: 1 Mk. pro Tag.
— Die Frage über die Geſchäftsordnung des Gemeinderats iſt noch nicht
ſpruchreif und wird zurückgeſtellt. — Der Pachtpreis ſür die Wieſen in
der Taubenſemue wird um 25 Prozent ermäßigt. — Die vorgeſchlagene
Winterbeihilfe für Klein= und Sozialrentner, für Erwerbsloſe und für
Ortsarme wird genehmigt. — Die Unterhaltungsarbeiten an den
ſtädti=
ſchen Gebäuden werden, entſprechend dem Plane vom 4. Dez. 1926 den
betreffenden Handwerkern übertragen. Das Baugeſuch des Heinr. Vogel
wird genehmigt. — Für den Film „Don Quichote” wird die
Vergwi=
gungsſteuer erlaſſen. — Die Erweiterung der Waſſerleitung nach dem
Schwimmbad ſoll unterbleiben und dafür die Entwäſſerung der Wieſen
in der Taubenſemd ausgeführt werden. — Betreffs Errichtung einer
Straßentankſtelle bei Heinrich Eldracher u. Comp, hält der Gemeinderat
die Aufſtellung der Zapfſtelle unmittelbar an der Häuſerflucht für
ver=
kehrshinderlich und ſchlägt deshalb vor, die Zapfſtelle unmittelbar am
Nande des Fußſteigs zu errichten. — Zum Schluſſe genehmigte der
Ge=
meinderat die Ueberſchreitung des Voranſchlags bezüglich des
Zoll=
beamtenwohnhauſes, ſoweit ſie die Maurerarbeiten betrifft, dagegen
wird die Genehmigung zur Ueberſchreitung des Voranſchlags bezüglich
der Inſtallationsarbeiten abgelehnt.
— Wembach, 13. Jan. Am kommenden Sonntag, den 16. ds Mts,
hält der Turnverein Wembach=Hahn ſeinen Vereinsball bei Karl
Zimmer=
mann ab. — In letzter Zeit kam es öfters vor, daß Arbeiter unſerer
Gemeinde von Autos angehalten und verfolgt wurden. Endlich konnte
man jetzt eines dieſer gefährlichen Autos feſtſtellen, die für die
Fremden=
legion werben.
* Pfaffen=Beerfurth, 13. Jan. Der Geſangverein „Sängerluſt”
Pfaf=
fen=Beerfurth hält am Sonntag, den 16. Januar, ſeine
Abendunterhal=
jung im Saale von Ph. Haſchert gb. Wie ſeither, iſt der Verein auch
dieſes Jahr bemüht, nur Erſtklaſſiges zu bieten. Es gelangt zur
Auffüh=
rung: „Mag auch die Liebe weinen”, ein Schauſpiel in 5 Akten von Ernſt
Ritterfeldt; ferner „Die Verlobungshoſe”, ein luſtiger Schwank in 1 Akt
von Karl Siber; auch wird der Verein durch Vortrag einiger Chöre den
Abend umrahmen.
Nummer 14
* Höchſt i. D. 12. Jan. Verſetzung. Herr Oberamtsrichter
EVetzberger verließ heute, nach 15jähriger Tätigkeit als Vorſteher des
eieſigen Amtsgerichts, unſere Gemeinde, um ſeinen Wirkungskreis nach
Sensheim zu verlegen. Die Familie Vetzberger erfreute ſich hier
allge=
meiner Hochachtung.
* Mich=lſtadt, 13. Jan. Nentenauszahlung. Die
Auszah=
gung der Zuſatz=Klein= und Sozialrenten findet am Freitag, den 14.
Ja=
nruar, während der Dienſtſtunden auf der Stadtkaſſe ſtatt. —
Geſang=
ſoerein „Sängerkuſt‟. Der diesjährige Jahresball des
Geſang=
ereins „Sängerluſt” findet am Sonntag, den 16. Januar, im „Städt.
Saalbau” ſtatt. Dem Ball ſelbſt wird ein kleines Konzert vorangehen. —
Radfahrerverein 1902. In ſämtlichen, ſehr ſtimmungsvoll
her=
rerichteten Näumen des „Städtiſchen Saalbaus” wird am 29. Januar
er erſte Maskenball des Radfahrervereins 1902 nach dem Kriege
abge=
salten werden. Mit Rückſicht auf dieſes Feſt hat der Odenwaldklub ſeine
Dekorierungsfeier um 8 Tage verſchoben und wird ſie alſo am 5.
Fe=
ruar begehen. — Beendigung der Holzhauerei. In den
Waldungen der Stadt Michelſtadt iſt im Laufe der letzten Woche die
Holz=
ſsauerei zu Ende gegangen. Dadurch verlieren ungefähr 50 Mann ihre
Elubeit und fallen wieder der Erwerbsloſenfürſorge anheim.
* Erbach i. O., 12. Jan. Am Freitag, den 14. ds. Mts., abends 8½
Uhr, veranſtaltet die Odenwälder Vereinigung für Kunſt und Wiſſenſchaft
mm „Anker” zu Stockheim einen Lichtbildervortrag der Frau Dr.
Elbert=
srankfurt a. M. über: „Heiteres und Intereſſandes aus Niederländiſch=
Oſtindien‟. — Ebendaſelbſt wird dieſelbe Geſellſchaft am übernächſten
Samstag, den 22. Januar, abends 8½ Uhr, einen geſelligen Abend unter
Mitwirkung des Herrn Schauſpielers Eduard Göbel (Rezitationen) und
er Frau Manecke=Momber (Lieder zur Laute) veranſtalten. — In der
Timmungsvollen Hirſchgalerie des Schloſſes zu Erbach findet am nächſten
Sonntag, den 16. ds. Mts., nachm. 5 Uhr, ein Konzert der Geſellſchaft
er Muſikfreunde im Odenwald unter Mitwirkung der Herven Hermann
Seiß (Klavier) und Edmund Weyns (Violine) ſtatt. Die beiden Künſtler
End uns nicht ubekannt, haben ſie doch mit großem Erfolg vor zwei
Fahren im Saale des Schloſſes zu Fürſtenau eine Probe ihres
künſt=
eriſchen Könnens abgelegt. — Die Ortsgruppe Erbach des Odenwald=
Flubs unternimmt am Sonntag, den 16. d8. Mts. (Abmarſch 1 Uhr von
Der hieſigen Fachſchule), ihre erſte diesjährige Wanderung, die über Gün=
Eherfürſt—Haiſterbach-Pulvermühle nach Hetzbach führt.
* Aus dem Weſchnitztal, 11. Jm. Grippe. Auch in unſerem
Sale nimmt die Grippe immer mehr zu. Zum Glücke zeigt ſie aber
m allgemeinen keinen hartnächligen Charakter und das mit ihr
ge=
rvöhnlich verbundene Fieber läßt meiſtens nach zwei Tagen wieder nach.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 11. Jan. Maul= und
Klauen=
euche. Da in Albersbach die Maul= und Klauenſeuche erloſchen iſt.
ſind die angeordneten Sperrmaßnahmen aufgehoben worden.
Ropfgrippe. Wie überall, nimmt auch die Kopfgrippe in
Heppen=
cheim von Tag zu Tag in bedenklichem Maße zu, ſo daß die Aerzte mit
ſelrbeit überhäuft ſind. Todesfälle ſind bis jetzt noch keine zu verzeichnen.
* Heppenheim a. d. B., 13. Jan. Arbeitsmarktlage. Zu
Be=
inn des Monats waren im Kreiſe Heppenheim 617 Vollerwerbsloſe und
506 Notzſtandsarbeiter. Davon fallen allein auf die Stadt Heppenheim
ſG4 Vollerwerbsloſe und 307 Notſtandsarbeiter. Durch die
Witterungs=
rinflüſſe auf das Bauhandwerk und dem ſchlechten Geſchäftsgang in der
Steininduſtrie wird in dieſem Monat mit einer größeren Zunalme der
Arbeitsloſigkeit zu rechnen ſein. Erfreulich iſt es, daß eine größere An=
Fzahl von Arbeitern als Holzmacher Beſchäftigung gefuden hat. Zu
er=
ſavähnen iſt auch noch, daß das Tonwerk Heppenheim voll arbeitet, was
ſieit einigen Jahren ſchon nicht mehr der Fall war. Da auch die
Zigarven=
induſtrie reichlich mit Aufträgen verſehen iſt, ſind hier ſämtliche
Zigarren=
betriebe voll beſchäftigt, hauptſächlich arbeiten dieſe Betriebe mit
weib=
lichem Perſonal. — Sprengpulver=Diebſtahl. Bei einer
Heppenheimer Holzhauerrotte wurde in den letzten Tagen ſämtliches
Sprengpulver mit der Zündſchnur geſtohlen, welches zur Sprengung von
Stockholz Verwendung finden ſollte. Die Diebe, welche das Pulver aus
dem Verſteck der Rotte im Walde ſtahlen, konnten bis jetzt noch nicht
er=
mittelt werden.
— Hirſchhorn 13. Jan. Wafſerſtand des Neckars am
12. Januar 1,95 Meter, am 13. Januar 1,84 Meter.
Gernsheim, 13. Jan. Bei der am kommenden Sonntag
ſtattfin=
deiden Ausſtellung des Kleintierzuchtvereins Hofheim im Ried beteiligt
ſich der hieſige Kaninchen= und Geflügelzuchtverein. Der Gernsheimer
Verein wird durch 35 Nummern (Kaninchen. Tauben und Geflügel)
ver=
tveten ſein. Unſer Heimatverein iſt durch ſein gutes Zuchtmaterial
all=
gemein bekannt. — Einen kameradſchaftlichen Familienabend mit
Ver=
lofung und Ball veranſtaltet am nächſten Sonntag, abends 8 Uhr, im
Saalbau Haas der Krieger= und Militärverein. Neben Muſikvorträgen,
Begrüßung und Ehrung der longjährigen Mitglieder wird ſeitens eines
auswärtigen Redners ein Vortrag gehalten. — Die Ende dieſer Woche
ſtattfindende Verſammlung des Reichsbundes der Kriegsbeſchädigten und
Hintenbliebenen umfaßt im ſeiner Tagesordnung: 1. Bericht über die
Lage, 2. Wahl von Delegierten zur Kreiskonferenz, 3. Bauvorhaben für
1977 4. Verſchiedenes.
* Viernheim, 13. Jan. Todesfall. Nach längerem Siechtum
verſtanb hier am 10. d3. Mts. im Alter von 67 Jahren Herr Lehrer
i. R. Sebaſtian Fertig. Der Verſtorbene, ein geborener Bensheimer,
wirkte 35 Jahre lang (von 1880—1915) an der hieſigen Volksſchule und
erfreute ſich als tüchtiger Pädagoge allgemeiner Hochachtung und
Be=
liebtheit. — Evangeliſcher Verein. Zu einem ſchönen
Familienabend hatte ſich der Evangeliſche Verein im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zum Löwen” verſammelt. Mitglieder des Frauenchpres und
der Jugendvereine trugen zur angenehmen Unterhaltung durch
Auf=
führung eines Weihnachtsſpiels und Vortrag von Chorliedern, Solis
uſw. in dankbarer Weiſe bei. Zur beſonderen Verſchönerung des duktion und Typiſierung, wird die Landwirte einen großen Schritt im
Familienabends hatte ſich Herr Stadtvikar Pfefferle aus Worms zu
einem intereſſanten Vortrag eingefunden, dem von allen Anweſenden
mit Aufmerkſamkeit gelauſcht wurde.
* Mörfelden, 11. Jan. Geflügelausſtellung Eine
Ge=
flüigelausſtellung des Kreisverbandes, die zahlreich beſchickt war, fand die jedem Einzelnen einen tiefen Einblick in die heutige wirtſchaftliche
am Samstag und Sonntag im „Frankfurter Hof” ſtatt.
a. Groß=Gerau, 11. Jan. Anläßlich der Generalverſammlung des
Krieger= und Militärvereins teilte der Präſident mit, daß Altveteranen
und Veteranen bei Begräbniſſen wieder militäriſch geehrt werden
dür=
fen, doch darf das Salvenſchießen nicht mit Soldaten=, ſondern nur mit
Jagdgewehren geſchehen. — In dieſer Generalverſammlung wurde auch
beſchloſſen, daß der Fahnenträger des Vereins für ſeine Dienſtleiſtungen
von jetzt ab eine Vergütung erhält, und zwar bei Beerdigungen 1 Mark,
bei auswärtigen Veranſtaltungen 3 Mark ſowie Erſtattung der
Fahrt=
koſten, bei Vereinsfeſtlichkeiten 1—3 Mark.
* Sprendlingen, 12. Jan. Die drei Geflügelzuchtvereine halten
große Geflügelſchau. Sprendlingen gilt ſeit Jahren als Hochburg der
Geflügelzucht im Landkreis Offenbach. Wer die Sprendlinger Schauen
ſchon beſucht hat, fand ſtets volle Befriedigung.
— Offenbach, 12. Jan. Den künſtleriſchen Leitern der
Entwurfs=
klaſſen der unter Direktion des bekannten Architekten Hugo Eberhardt
ſtehenden Offenbacher Kunſtgewerbeſchule: Nudolf Koch,
Ludwig Enders, Richard Throll, Karl Huber, Franz Holz und Philipp
Häusler (bisher Wiener Werkſtätte) wurde durch Beſchluß des heſſiſchen Vortragende kam nun auf die ſinngemäße Anwendung dieſer vier Maß=
Geſamtminiſteriums die Amtsbezeichnung Profeſſor zuerkannt.
* Aus Oberheſſen, 13. Jan. Der Sängerbund Wettertal
beſchloß, ſein Bundesfeſt 1927 in Muſchenheim bei Lich abzuhalten. Der
dortige Ortsverein verbindet damit ſein 50jähriges Jubiläum. —
Grün=
berg. Eine neue Kirche will die Nachbargemeinde Weickartshain
worden iſt. — Homberg a. d. Ohm. Die Errichtung eines Gefal= allein Milchkuh, ſondern auch Arbeitstier iſt. Sind die Vorausſetzungen
lenen=Ehrenmals iſt ſoweit gediehen, daß um Oſtem mit der
Einweihung des Denkmals gerechnet werden kann. — Lehrbach. Unſer
neugewählter Bürgermeiſter wurde, durch Kreisdirektor Dr. Stammler
aus Alsfeld feierlich in ſein Amt eingeführt. — Schotten. Bei der migende Bewegung in friſcher Luft nicht vergeſſen werden darf. Der
erſten Holzverſteigerung im Forſtamt Schotten, waren die
Preiſe recht hoch. Buchenſcheitholz 12—13 Mk., Buchenknüppel 11—12
Mk. der Razmmeter, dagegen koſtete in Vorkriegszeit 1 Raummeter nur
etwa 5 Mk. — Friedberg. Ins hieſige Gefängnis wurde ein
Hand=
werksburſche eingeliefert, der in den Nachbarorten bettelte. Die Polizei verlangt wird, beruht letzten Endes der Erfolg der ganzen
Milchwirt=
machte einen guten Fang, denn es handelt ſich um einen ſteckbrieflich ge=
Obſthändler Johannes Weber, beging dieſer Tage ſeinen 80. Geburtstag.
den nördlichen Vogelsberg beſchäftigte ſich eine Verſammlung
der Gemeindevertreter der beteiligten Orte: Meiches, Vadenrod,
Helpers=
hain und Storndorf. Die Garantieſummen wurden bewilligt, die Auto= das Erhaltungs= und das Produktionsfutter. Beide
Fut=
halle ſoll in Meiches errichtet werden. Die neue Linie, welche den
nörd=
bruar eröffnet werden. — Bad=Nauheim. Nächſten Sonntag
ver=
anſtaltet hier der Süddeutſche Keglergau ſein Bundesfeſt. Der
Vor=
ſitzende, Ph. Hartmann aus Frankfurt a. M., wird einen Werbevortrag die Zuſührung der nötigen Nährſtoffe in dem Futter genügend
berück=
halten. — Ulrichſtein. Im hohen Alter von 81 Jahren ſtarb der
Gründer des hieſigen Kriegervereins, Altveteran Andreas Müller. Er
wurde im Kriege 1870/71 ſchwver verwundet. — Ober=Seemen. tations= und Trächtigkeitszeit. Eine Strohfütterung für Kühe iſt keines=
Goldene Hochzeit feierte hier der Feldzugsteilnehmer von 1870/71 falls embfehlenswvert. Die Futteraufnahmefähigkeit der Kühe würde bis
Johannes Hofmann 7. und ſeine Ehefrau. — Petterweil. Der zu 28 Pfund pro Tag berechnet, weiter hat man berechet, daß eine
Gutsdermalter Schneider verunglückte auf der Fahrt nach Frankfurt da= allerdings ausnahmsweife Höchſtmilchleiſtung von 50 Liter am Tage
durch, daß ihm die Pferde durchgingen. Man fand ihn bewußtlos und
blutüberſtrömt auf der Landſtraße liegen. Im Krankenhaus Friedberg
Rre er Bes
Freitag, den 14. Januar 1927
Seite 7
Sefſiſche Landwirtſchaftliche Woche.
Wirtſchaftspolitik und Lage der Landwirtſchaft. — Förderungsmaßnahmen der Rindviebzucht.
Tagung des Vereins zur Förderung der Grünlandwiriſchaft.
Der dritte Tag der Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen
Woche brachte einige weitere Vorträge von außevordentlicher
Bedeu=
tung für die deutſche Landwirtſchaft. Herr Präſident Henſel, der die
Verſammlung leitete, ſprach zunächſt ſeine Freude über die ſtarke
Be=
teiligung an der wichtigen Veranſtaltung der heſſiſchen Landwirtſchaft
aus; dies ſei ein Zoſichen, daß die Landwirte beſtrebt ſind, ihr Wiſſen
zu erweitern. Er hieß beſonders die Ehre/ ſte, unter denen ſich u. a.
Vertreter der Negierung, der Miniſterien, der Kreiſe und mehrere
Ab=
geordnete befanden, und erteilte ſodann Herrn Dr. Kurt Ritter,
Privatdozent an der Landwirtſchaftlichen Hochſchurle Berlin, das Wort
zu ſeinem Vortrag über die „Wirtſchaftspolitik und Lage
der Landwirtſchaft.”
Der Redner ſtellte im erſten Teile ſeiner Ausführungen wichtige
volksſvirtſchaftliche Betrachtungen an. Er wies auf die dringende
Not=
tendigkeit hin, die Zukunft der deutſchen Wirtſchaft genau zu
ergrün=
den. Heute ſei ja anſtelle des Peſſimismus der Optimismus getreten.
Die Waggongeſtellung bei der Eiſenbahn, das zeitweiſe Zurückgehen der
Arbeitsloſenziffer ſeien zweifellos Anzeichen einer Beſſerung in der
deutſchen Wirtſchaft. Die Grüunde für die Beſſerung der deutſchen
Wirt=
ſchaftslage ſei in einer Zunahme der deutſchen Ausfuhr zu ſuchen. Man
wiſſe aber nicht, wie lange dieſer Zuſtand anhalte, denn ohne Zwaifel
ſeien viele Beſſerungsmomente Zufallsgeſchenke des Auslandes. Man
denke hier nur an den engliſchen Bergarbeiterſtreik, der den
Kohlen=
markt und die Induſtrie belebt habe, während die engliſche Konkurrenz
gehemmt worden ſei. Dadurch war es Deutſchland möglich, manches
Abſatzgebiet im Auslande zu erringen. Nach Beilegung dieſes Streikes
iſt nun England — ſo führte der Redner weiter aus — wieder in den
Konkurrenzkampf eingetreten. Eine Verſtändigung in der Verteilung
der Märkte wurde von England abgelehnt, und Rückſchläge, die
infolge=
deſſen ſchon im März oder Mai eintreten können, ſind keineswegs ohne
weiteres ausgeſchloſſen. Nach Lage der Dinge wird das
Arbeitsloſen=
problem in den Vordergrund der öffentlichen Erörterungen geſtellt. Die
Arbeitsloſenziffer iſt nicht nur in Deutſchland ſehr hoch, auch England
leidet an Arbeitsloſigkeit, ebenſo droht dieſe in Frankreich ud Belgien.
Die Hochkonjunktur in Amerika kann als überwunden angeſehen
wer=
den; auch hier ſteht das Geſpenſt der Arbeitsloſigkeit für einen Kenner
der Verhältniſſe vor der Tür. Es iſt alſo unbedingt notwendig, daß
eine produktive Erwerbsloſenfürſorge, geſchaffen wird, und das gilt
nannentlich ſir Deutſchland, das es ſich nicht leiſten kann, Geld ohne
Arbeitsleiſtung auszugeben. Es ſteht feſt, daß ſehr viele, die arbeiten
wollen, vielen gegenüberſtehen, die mit ihrer Arbeitsloſenunterſtützung
ohne Arbeit zufriedener ſind. Es werden vom Reich aus Mittel für
Erwerbsloſe bewilligt, die in dem ſeitherigen Tempo nicht weiter
auf=
gebracht werden können, da ſie letzten Endes von den Steuerzahlern
getragen werden, die aber eine Mehrbeſteuerung ohne ſchwere
Schädi=
gung ihrer wirtſchaftlichen Lage nicht aushalten können. Im Anſchluß
hieran legte der Redner das Syſtem des deutſchen Haushaltsplanes dar
und unterzog einzelne Punkte dieſes Syſtems einer Kritik. Uebergehend
auf das Davesabkommen und die Reparationszahlungen, warnte der
Vortragende vor Aufnahme von allzu vielen Anleihen, da eines Tages
Auslandsanleihen nicht mehr zu erhalten, fondern die beſtehenden
zu=
rückzuzahlen ſeien. Die Landwirtſchaft müſſe ein ſcharfes Augenmerk
darauf haben, wie die Mittel verwandt werden, die durch ihre
Steuer=
zahlungen zuſammengebracht werden, und welche Wirtfchaftszweige mit
dieſen Mitteln unterſtützt werden. Die kleinen Kredite, die die
Land=
wirtſchaft aufgenommen habe, haben ihr mehr geſchadet, als genützt.
Ueberall, auch im Staatshaushalt, müſſe größte Sparſamkeit angewandt
werden. Auf einzelne Fragen der modernen Wirtſchaft eingehend, kam
der Redner bei der Frage, ob zum Beiſpiel die Kaualbauten für die
Landwirtſchaft vorteilhaft ſeien, zu einer Verneinung, da dieſe dazu
führen, daß ſie letzten Endes die Bahnfrachten verteuern wüßten. Unter
dieſer Verteuerung leidet die Landwirtſchaft natürlich am meiſten, denn
ſelbſt eine landwirtſchaftsfreundliche Handelspolitik mit künſtlichen Zöllen
vermöge nichts, wenn mit ihr nicht ein tragbores Maß in der
Frachtgut=
berechnung Hand in Hand ginge. Der Abſatz landwirtſchaftlicher
Pro=
dukte im Innern des Landes ſei deshalb ſo erſchwert, weil die
Fracht=
ſätze auf weite Entferungen die Waren zu ſehr verteuerten, ſodaß
aus=
ländiſche Produkte — man denke nur an ditniſche Butter — infolge
billigeren Durchfuhrtgrifs zu niedrigerem Preiſe abgeſetzt werden
könn=
ten. In ſeinen weiteuen Ausfihrungen kam der Redner auf die
Finanz=
politik zu ſprechen und betonte, daß ſeiner Anſicht nach die
Neparations=
zahlungen in dem heute beſtehenden Maße nicht bezahlt werden könen.
Die Reparationszahlungspflichten hätten eine ſo ungümſtige Wirkung
für die Landwirtſchaft, daß man deren Lage noch für Jahre in ſehr
tyübem Lichte ſehen müſſe. Nachdem der Redner nochmals eingehend
über die Zollpolitik geſprochen hatte, legte er die Gründe der enormen
Einfuhr fremder landwirtſchaftlicher Waren dar, die darin zu ſuchen
ſind, daß die Produktion und die Verpackug im Ausland einheitlich
iſt, die Qualität durchweg auf der gleichen Höhe gehalten wird, während
in Deutſchland dieſe Momente ſehr häufig außer acht gelaſſen werden.
Ein Zuſammenhalten der Landwirte, Qualitätsware, einheitliche Pro=
Erreichen ihrer Ziele: der Abſatzſteigerung und Rentabilitätsſteigerung
ihrer Wirtſchaft, weiterbringen.
Herr Oekonomierat Henſel dankte nach dem lebhaften Beifall der
Zuhörer ſeinerſeits dem Redner für ſeine hervorragenden Ausführungen,
Lage Deutſchlands gegeben haben. Er richtete an die intereſſierten
landwirtſchaftlichen Kreiſe die dringende Mahnung, die Konſequenzen
aus all den lehrreichen Vorträgen zum Segen der Landwirtſchaft zu
ziehen und das Gehörte möglichyt weiter zu verbreiten. Auch die
ge=
botenen Demonſtrationsvorträge auf dem Lande nüßten fleißiger beſucht
und intenſiver geiſtig verwertet werden, um aus ihnen zu lernen und
Vorteile ziehen zu können. Der Fortſchritt der Landwirtſchaft gehe
im Vergleich zu anderen Ländern viel zu langſam; jeder Landwirt miſſe.
von ſich aus dazu beitragen, daß der Bauernſtand gewinne und
auf=
ſteige. — Zum Schluſſe teilte er mit, daß Herr Prof. Dr. Zorn
in=
folge eines Unfalles leider verhindert ſei, ſeinen angeſagten Vortrag
am 15. und 16. Januar 1927 in der Turnhalle der Turngemeinde eine zu halten. An ſeiner Stelle übernahm, nachdem einige Anfragen
beant=
wortet wanen, Herr Generaldirektor Dr. Hamann an Hand des
über=
ſandten Materials das Referat und führte über „Die
Förderungs=
maßnahmen der Rindviehzucht unter Berückſichtigung der
wirtſchaftlichen Verhältniſſe” unter anderem folgendes aus: Die
Milch=
viehhaltung kann heute auf Grund der ſeitherigen Erfahrungen ſehr
lohnend geſtaltet werden. Die wichtigſten Maßnahmen liegen auf den
Gebieten der Züchtung, Aufzucht, Fütterung und Pflege. Der Herr
nahmen im einzelnen zu ſprechen. Zunächſt iſt bei der guten Züchtung
beſonders auf die normale Entwicklung des Tieres im ganzen (
Körper=
bau, Wuchs uſw.) und dann auf die richtige Ausbildung der Erbanlagen
zu achten. Alle Maßnahmen der Ziſchter wiſſen ſich in der Nichtung
bewegen, daß eine möglichſt gäinſtige Entwicklung der Anlagen erreicht
im nächſten Frühjahr erbauen, da das alte kleine Kirchlein baufällig ge= wird; dabei ſoll darauf Rückſiht genommen werden, daß eine Kuh nicht
einer zweckdienlichen Züchtung genau befolgt, dann erſt muß man die
Aufzucht ſinngemäß und richtig betreiben. Geſunde Stallanlagen ſind
Hauptbodingung für Geſunderhalten des Viehbeſtandes, wobei die
ge=
erſtrebenswerte Viehtyp muß ſeinem geſunden Körper entſprechend ſtarke
Glieder haben. Ein ſolcher geſunder Typ iſt uter Beachtung der
vorgeſchriebenen Grundregeln für eine richtige Aufzucht zweifellos zu
epreichen. Auf einer Aufzucht, wie ſie von jedem einſichtigen Viehhalter
ſchaft. Mit der Aufzucht Hand in Hand geht eine zweckeutſprechende
ſuchten Dieb. — Großen=Linden. Der Altveteran von 1870/71, Ritterung. Bei der Fütterung muß die Futteranforderung, alſo der
Futterbedarf für eine erreichte oder zu erreichende Müſchleiſtung genau
— Storndorf. Mit der neueſten Autopoſtlinie durch berechet werden. Die jeweiligen Futteranſprüche der Tiere ricnten ſich
nach der Raſſe und nach dem Nährgehalt des bodenſtändigen Futters,
ferner nach der individuellen Veranlagung der Tiere. Man unterſcheidet
terarten müiſſen richtig verteilt ſein. Die Milchbildungsverhältniſſe ſollte
lichen Vogelsberg mit Alsfeld verbindet, wird vorausſichtlich am 1. Fe= jeder Landwirt kennen, namentlich, daß die Hauptmilchbildung erſt beim
Melken entſteht.
Eine Kenntnis der Milchbildung iſt deshalb erforderlich, damit
ſichtigt werden kann. Jede Milchleiſtung erfordert Erſatz einer
ent=
ſprechenden Quantität von Mineralſalzen, beſonders während der
Lak=
erreicht werden kann, jedoch ohne Schädigung des Tieres eine
durch=
ſchittliche Tagesleiſtung von ea- 30 Liter pro Tag erreicht werden
wüßte. Die angeſtellten Erhebuugen baben ferner engeben, daß bei
täglich 16 Liter Milchleiſtung die Kuhhaltung mit der erforderlichen
Fütterung ſich lohnt, iſt der Milchertrag geringer, ſo ſetzt der
Vieh=
halter zu. Eine, wie oben ausgeführte vernünftige Fütterungstechnik
in Verbindung mit einer überlegten Milchteckhmik wird alſo den
Vieh=
ſtand und ſomit die Milcherzeugung heben. Der Redner ſigte dieſen
Ausführungen hinzu, daß in manchen ländlichen Betrieben zu viel
Kühe gehalten werden: Eher weniger Kühe, die ventabel ſind, als viele
unterernährte Tiere halten! Die Landwirtſchaftskammer iſt gerne
bereit, Richtlinien zu geben; die Landwirte hätten im eigenſten Intereſſe
die Pflicht, ſich nach dieſen Nichtlinien zu richten. Große Bedeutung
kommt natürlich auch dem Faſeltier zu, das zur Aufzucht verwandt
wird. Mit einem nochmaligen Hinweis auf die Wichtigkeit des
Werde=
ganges ſchloß der Redner ſeine intereſſanten Ausführungen, an die
ſich, nachdem ſich der Beifall gelegt hatte, eine lebhafte Ausſprache
an=
ſchloß. Gegen 1 Uhr ſchloß der ſtelltertretende Verſammlungsleiter,
Herr Oekonomierat Hahn=Heßloch, der zweite Präſident der
Landwirt=
ſchaftskammer, die Vormittagstagung.
Pünktlich um 2.15 Uhr begann geſtern nachmittag im Anſchluß an
eine geſchloſſene Generalverſammlung im Rummelbräu die
Tagung des Vereins zur Förderung der
Grün=
landwirtſchaft in Heſſen und Nachbargebieten.
In einer kurzen, herzlichen Begrüßungsanſprache hieß der 1.
Vor=
ſitzende, Herr Oberamtmann Güngerich= Hof Engelhart (Oberheſſen)
die Verſammlung und beſonders die Gäſte und Vertreter der Behörden
willkommen und dankte der Landwirtſchaftskammer, daß der
Grünland=
verein als Gaſt im Rahmen der Landwirtſchaftlichen Woche ſeine Tagung
abhalten könne. Dann wurde Herrn Adminiſtrator Siebold vom
Hof=
gut Altenberg das Wort erteilt zu ſeinen Ausführungen über „
Neuzeit=
lichen Wieſen= Weiden= und Ackerfutterbau‟. Die erſte Maßnahme zur
Erreichung einer rentablen Wieſe iſt die Entwäſſerung. Moos läßt ſich
manchmal von den Wieſen nicht leicht entfernen. Der Wieſenboden muß
durch Kalk entſäuert werden, ferner erfordert ein neuzeitlicher Wieſenbau
fachgemäße Kompoſtierung, die alle 3—4 Jahre wiederholt werden muß,
und zwar dann möglicht nach dem erſten Schnitt. Notwendig iſt
aus=
reichende Stickſtoffdüngung, da ſie hauptſächlich Eiweißbildung erwirkt.
Im Anſchluß hieran beſprach der Redner eingehend einzelne
Dümgungs=
fragen. Der erſte Wieſenſchmitt in Deutſchland kann durchſchmittlich
vier=
zehn Tage früher ſtattfinden. Die Idealweide, ſoll keinen, zu großen
Grundwaſſerſtand aufweiſen. Ziel des Weidewirtes iſt, ein möglichſt
gleichmäßiges Futter zu erhalten. Junges Futter erfordert ſchnelles
Wechſeln der Koppeln. Ein klar durchdachter Weideplan muß
ausgear=
beitet fein und die Düngung ſinngemäß gehandhabt werden. Mit
Sal=
peterdüngung ſoll man vorſichtig ſein, da Vergiftungserſcheinungen
auf=
tveten können. Zur Pflege der Weiden gehört das Verteilen der
Kuh=
flaten, eine wichtige Pflegemaßnahme iſt ferner das gleichmäßige
Ab=
mähen all der Kräuter, die die Tiere nach der Weide ſtehen gelaſſen hoben.
Beim Kompoſtieren im Sommer iſt Vorſicht zu üben. Es werden verſchiedene
Arten von Weiden je nach ihrer Nutzung unterſchieden. Die
Miſch=
oder Zuchtviehweide hat zunächſt die größte Bedeutung. Das
Kilo=
gramm Eiveiß koſtet z. B. auf der Weide 10 Pf., als Stallfutter aber
60 Pf. Die Weide muß erſt dem Milchwvieh angeboten werden, erſt
dann dem Jungvieh und den Fohlen. Der Redner ſtreifte dann kurz
die Umbruchfrage. Bei Neuanlage von Wieſen muß man die für den
betreffenden Boden geeignete Grasart wählen. Man wird bei Auswahl
der Art am beſten einen Fachmann zu Rate ziehen. Man ſollte Wert
darauf legen, daß bodenſtändige Erdgräſer zur Auswahl gewählt werden.
Die Schweineweiden erfordern beſondere Anpaſſung an das
Aufnahme=
bedürfnis der Tiere. Die Herſtellung einer vollwertigen Schweineweide
iſt vorerſt noch ein ungelöſtes Problem. — Die Entwickelung der
letz=
ten Jahrzehnte hat es mit ſich gebracht, daß heute vorherrſchend die
Be=
ſtellung der Wieſen mit Rotklee, erſt dann mit Luzerne und zuletzt mit
Feldgras betrieben wird. Da im Frühjahr die Preiſe für Rotkleeſaat
ſehr hoch ſein werden, muß man überlegen, ob ſich ein Anbau in dem
ſeitherigen Maße noch lohnt. — Vorausſetzung für Luzernebau iſt, daß
das Waſſer mindeſtens 1 Meter tief liegt. Luzerne braucht trockenen
Boden. Die Luzerne zeichnet ſich durch lange Lebensdauer aus, wemn
ſie aus einheimiſchem (niht franzöſiſchem oder italieniſchem) Boden
kommt. Ferner muß ſie mindeſtens einmal, und zwar möglichſt im
Am=
fang, zur reſtlofen Blüteentfaltung gelangt ſein und zur geeigneten
Zei=
gemäht werden. Ein Vorteil ſolcher Kleegrasſaaten iſt, daß ſie 4—5
Jahre Lebensdauer haben, alſo im Laufe der Jahre eine gewaltige
Erſparnis bedeuten. Intereſſante Forſchungsergebniſſe über den
Feld=
futterbau, die der Vortragende gab, müſſen den Intereſſenten Anlaß
geben, auf dieſem Gebiete die gewonnenen Erfahrungen auf ihrem
Be=
ſitze zu verwerten. Die Grünlandbewegung hat heute ſchon
Erſprieß=
liches geleiſtet, kann aber nur dann ihre Arbeit zum Wohle des
Wiefenbeſitzes erfüllen, wenn die Arbeit gemeinſam geleiſtet und
Erfah=
rungen geſammelt werden.
Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In
der folgenden Ausſprache gab der Herr Referent auf zahlreiche
An=
fragen eingehend noch lehrreiche Erklärungen und Aufklärungen. Er
Grunlander fche ei wefenticher gDrkeftur. ir Anderich Terper.
Oberamtmann Güngerich ſchloß die Tagung mit Worten der Mahnung
an die Wieſenbeſitzer, ſich das Gehörte zu gigen zu machen und danach
zu handeln.
Nach einer kurzen Pauſe wurde der
Deutſche Gränland=Film
vorgeführt, zu dem Dipl.=Landwirt Gräber wertvolle Erläuterungen
gab. Der Film, der „dem deutſchen Volke und ſeiner Landwirtſchaft zu
Nutz und Frommen” zuſammengeſtellt war, bot willkommene
Ergänzun=
gen zu dem vorausgegaugenen Vortrag. Das Manuſkript und die
wiſfenſchaftliche Aufnahmeleitung lag in Händen des Herrn
Univerſitäts=
profeſſors Dr. Zorn=Breslau unter Mitarbeit von bedeutenden
Fach=
leuten. In ſechs Teilen brachte er Bilder von volks= und
landwirtſchaft=
licher Bedeutung des Grünlandes, von geeigneren Maßnahmen zun
Verbeſſerung des Grünlandes, von der Berechtigung des Grünlandbaues
nur bei Höchſterträgen, ſerner gab er lehrreiche Anleitung zum
Kennen=
lernen und Beobachten von Futterpflanzen, Unkrautgräſern und
Un=
kräutern, deren Kenntnis die Grundlage für den Aufbau eines
neuzeit=
lichen Grümlandes bildet, gab Bilder von dem guten Grünland als
Fundament einer leiſtungsfähigen Tierzucht und brachte endlich
intereſ=
ſante Bilder aus den Frühjahrstagungen aus allen Teilen
Deutſch=
lands. Der Film, in dem alle techniſchen Möglichkeiten geſchickt
aus=
genutzt waren und durch geeignete Gegenüberſtellungen richtiger und
falſcher Bewirtſchaftung und Bearbeitung in der Landwirtſchaft
durch=
weg aus guten photographiſchen Aufnahmen und Skizzen beſtand, trug
fehr erheblich zur Belehrung und Anvogung der intereſſierten
Land=
wirte bei. — Anſchließend wurde der kürzlich fertiggeſtellte „
Reichs=
ſilofilm” gezeigt, der von der Zementberatungsſtelle Frankfurt am
Main zur Verſigung geſtellt wurde und in dem die Konfervierung der
Ernte und des Futters gezeigt wurden. Die Erläuterungen zu dieſer
Filmvorführung hatte Dipl.=Ing. Maurer von der
Zementberatungs=
ſtelle Frankfurt a. M. freundlichſt übernommen.
—
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffenilichungen unter dieſer Ueberſchrift Übernimmt die Redatkion keinerlel
Ver=
antwortung; für ſie bleißt auf Grund des S 24 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantworiliſch.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, jönnen nicht
zurücksefandt, die Ablehnung nicht begründei werden.
Zur beabſichtigten neuen Fernſprechordnung.
Im Darmſtädter Tagblatt vom 6. Janyar 1927 ſteht eine
Mittei=
lung von einer neuen Fernſprechondnung. Falls tatſächlich die in der
Mitteilung wiedergegebenen Sätze geplant ſind, fordern ſie den ſchärfſten
Widerſpruch aller Privat=Fernſprechteilnehmer heraus, die in der Regel
nur ungefähr, die Mindeſtgeſprächzahl führen. So beträgt z. B. in
Darm=
ſtadt ſeither die Mindeſtgebühr monatlich 6 Mk. für 40 Geſpräche, während
nach dem Entwurf der neuen Fernſprechordnung allein die Grundgebüihr
8 Mk. betragen würde, und bei 40 Geſprächen noch 4 Mk. Ortsgebühr
bezahlt werden müßten, zuſammen alſo 12 Mk., d. h. das Doppelte wie
ſeither. Es iſt dringend zu hoffen, daß eine derartige Vergewaltigung
der wehrloſen P=ivat=Fernſprechteilnehmer nicht erfolgt. Wenn die Poſt
gefchäftlichen Fanſprechverkehr heben will, ſo kann ſie das durch
Gebühr für die Geſpräche, die über eine gewiſſe
An=
olufe aber dafür die Privat=Fernſprechteilnehmer
und Ortsgebühren zu überlaſten.
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ſtehend aus Los II, IN und UI, getrennt
oder zuſammen vergeben werden.
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der Bahnhofsſtraße vergeben werden.
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auszuſchachten und einzuplanieren und
(Los VIII) 560 qm Geſtück herzuſtellen
und 60 cbm Kleinſchlag zu liefern.
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Bedin=
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und der Bürgermeiſterei Reichelsheim
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Angebots=
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11 Uhr, bei dem Unterzeichneten
ein=
zureichen, daſelbſt erfolgt die Oeffnung
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Nummer 14
Freitag, den 14. Januar 1927
Fünf Minuten vor dem Startſchuß.
Zum Beginn des 18. Berliner Sechstagerennens.
Eine Verkehrsbahn auf den Lichtenſkeir
Geheimer Oberbaurat Hertel,
ſoer jetzt ſein vierzigjähriges Dienſtjubiläum als
Baumeiſter des Kölner Domes begeht.
Frankfurter Chronik.
WSV. Auch Frankfurt hat ſein
ge=
ſ imnisvolles Auto. In der vergangenen
Arche haben ſich in Niederrad, nächſt der Röverſchen
FAbrik, zwei Ueberfälle durch Autoinſaſſen auf
weib=
iove Perſonen ereignet. In dem einen Falle wurde
r junges Mädchen, in dem anderen zwei Frauen
ſeiSelligt, doch ließen die Autoinſaſſen, von ihren
Oſofern ab, als dieſe durch Hilferufe Anwohner
heran=
v=ten. Die Fälle trugen ſich in der Weiſe zu, daß
ii weiblichen Paſſanten an den mit Lichtern
ver=
ſeivenen Autos vorbeigehen wollten, und daß in dem
Angenblick, in dem ſich die Frauen am Auto befanden,
plötzlich die Lichter erloſchen und aus dem
Wagen=
mriern ein oder zwei Männer ſprangen, die den
Pfuſſantinnen den Mund mit einem Taſchentuch
zu=
hullten und ſie in den Wagen transportieren wollten.
2ae Fälle haben der Lehrerſchaft in Niederrad
Ver=
aillaſſung gegeben, die Kinder in der Schule vor dem
mgſteriöſen Auto zu warnen, deſſen Inſaſſen
hof=
ſeintlich bald von der Polizei erwiſcht werden, damit
aifgeklärt werden kann, welche Bewandtnis die
Vor=
gunge haben. — Gefährlicher Verluſt.
Ab=
hunden gekommen iſt in der Nähe des Güterbahnhofs
an 8. Januar eine Kiſte Cyandoppelſalz mit einem
Grewicht von 118 Kilogramm, gezeichnet F. B. 2963.
Ei8 handelt ſich hierbei um ein außerordentlich
ge=
fäcrliches Gift. Bei Auffindung iſt größte Vorſicht
güboten und die nächſte Polizeidienſtſtelle zu
benach=
rihtigen. — Neue Frankfurter
Verkehrs=
wege als Ausſtrahlung des rhein—
mainiſchen Städtekranzes. Neben den
fungenannten Automobil=Durchgangsſtraßen, wie z. B.
die projektierte großzügige Nord=Süd=Linie Hamburg
Frankfurt a. M.—Baſel—Genua (Hafraba), welche
in Frankfurt a. M. in weſtöſtlicher Richtung von der
Auttoſtraße Mainz — Wiesbaden — Frankfurt a. M.—
Aſſchaffenburg—Nürnberg ſtrahlenmäßige Ergänzung
fuden ſoll, werden im Rahmen der großen
Stadt=
enweiterung neuzeitliche Verkehrswege von Stadt zu
Ettadt als ſogenannte Ausfallsſtraßen vorbereitet. Die
eifſte, im Zuge der verlängerten Bismarck=Allee (in
eier Breite von 60 Metern im Weichbild der Stadt),
iſ bereits als Notſtandsarbeit in Angriff genommen
und zieht über Soſſenheim in ihrer Verlängerung im
Zurge der alten Eliſabethenſtraße nach Mainz. Eine
zweite Gabelung, in der Nähe des Frankfurter
Zen=
tyal=Flughafens, führt über Rödelheim, Hauſen und
Rraunheim nach dem Taunus. Als Dreibahnſtraße
di ent ſie ſowohl dem Schnellverkehr auf der mittleren
Arahn, als auch dem Fahr= und Lokalverkehr auf den
heiden mittleren Bahnen. Parallel mit der
Eſchers=
heimer Landſtraße iſt eine weitere
Schnellverkehrs=
ſrraße nach Homburg vor der Höhe geplant; eine
oeitere zieht über Neu=Iſenburg nach
Darm=
adt, die hinter dem Hippodrom in neu
erſchloſ=
ſienem Baugelände abzweigt. Im Oſten iſt eine
Aus=
ſallſtraße über Hanau nach Aſchaffenburg in Ausſicht
genommen. So ſehen wir aus dem Geſamtbild dieſer
veuen Ausfallſtraßen die City Frankfurt a. M. als
Lusſtrahlungskern mit dem geſamten rhein=mainiſchen
SStädtekranz enger und enger zu einer einheitlichen,
weiträumigen Siedlung zuſammenwachſen.
Aus dem Gefängnis ausgebrochen.
WSN. Wiesbaden. Der vor drei Jahren von
mrem engliſchen Kriegsgericht in Köln wegen ſchweren
Einbruchs zu acht Jahren Gefängnis verurteilte Leo
Koenen aus Köln, der im September vorigen
Gahres zur Verbüßung ſeiner Strafe ins hieſige
Bandgerichtsgefängnis überführt worden war, iſt von
ſoort ausgebrochen. Er hatte in früher
Morgen=
ſtunde das Fenſtergitter ſeiner Zelle durchſägt und
ſäch an mehreren zuſammengeknüpften Hoſenträgern
ſSerabgelaſſen.
Der Revolverheld im Zirkuswagen.
Bad Ems. Die Bewohner des Dorfes Hor=
Sauſen (Weſterwald) wurden am Montag durch
Silferufe, Geſchrei und Gepolter in große Aufregung
werſetzt. Fahrende Zirkuslente hatten Streit
bekom=
men. in deſſen Verlauf ein Mann die übrigen
Wageninfaſſen mit einer Schußwaffe bedrohte. Der
ſſchnell herbeigerufene Landjäger konnte jedoch ein
Unheil verhüten, bevor es zu ſpät war.
Auszeichnung für Lebensrettung.
WSN. Bad Ems. Dem Kaufmann Walter
Roch von hier, der im vorigen Jahre im Oſtſeebad
Molberg einen Badegaſt vom Tode des Ertrinkens
ggerettet hatte, wurde die Rettungsmedaille verliehen.
Abenſo erhielt der Diezer Einwohner Karl Deng=
Uer für die Rettung eines Kindes aus dem
Hoch=
kwaſſer der Lahn, womit er ſeine vierte Rettungstat
vollbrachte, die Rettungsmedaille.
Wegen Zweikampfs verurteilt.
fm. Karlsruhe. Das hieſige Schöffengericht
berurteilte die beiden Studenten Erich Raumer
aus Freiburg und Rudolf Siegloch aus
Stutt=
gart wegen verbotenen Zweikampfes auf Grund von
S W5 des Reichsſtrafgeſetzbuches zu je drei
Mo=
naten Feſtung.
Die Unterſchlagungen beim Steueramt Baden=
Baden.
fm. Karlsruhe. Drei Steuerbeamte, namens
Gollum, Sommer und Droll, hatten ſich vor dem
hie=
ſigen Schöffengericht wegen Unterſchlagungen in Höhe
von 20000 RM. beim Steueramt Baden=Baden zu
verantworten. Um ihre Unterſchleife zu vertuſchen,
hatten ſie einen fingierten Einbruch im Steueramt
verübt und zwanzig Einnahmebücher verbrannt. Das
Urteil lautete auf 2 Jahre, 1½ Jahre und 8 Monate
Gefängnis.
Eine Falſchmünzerbande feſtgenommen.
fm. Karlsruhe. In Hörden bei Gernsbach
wurden mehrere Falſchmünzer verhaftet und in das
hieſige Unterſuchungsgefängnis eingeliefert. Es
han=
delt ſich um die drei Brüder Witzemann, den 21jähr.
Metzger Weiß, der zurzeit eine mehrmonatige
Ge=
fängnisſtrafe verbüßt, außerdem um zwei weitere
Burſchen, namens Karcher und Grötz. Bei einer
Hausſuchung in Hörden wurde ein ganzes
Hamſter=
lager von Wertgegenſtänden zutage gefördert, das
von früheren Einbruchsdiebſtählen eines der
Verhaf=
teten herrührt. Unter den Verhafteten befinden ſich
drei Söhne einer achtbaren, angeſehenen
Bürgers=
familie.
Beiſetzung des Opfers der Baden=Badener
Bluttat.
fm. Baden=Baden. In Anweſenheit eines
zahlreichen Trauergefolges wurde in Sinzheim der
vor einigen Tagen erſchoſſene Milchhändler Albert
Lauter beerdigt.
Vier Kavaliere melden ſich.
fm. Freiburg. Im hinteren Renchtal ſtellte
ſich bei einem Mädchen der Storch ein. Es wollte
aber keiner die Vaterſtelle übernehmen. Da wurde
plötzlich bekannt, daß das Mädchen in der Lotterie
etwa 10 000 Reichsmark gewonnen hatte. Sofort
mel=
deten ſich vier Väter.
Hochwaſſer der Mulde und Elbe.
Deſſau. Die Mulde iſt am Donnerstag
über ihre Ufer getreten und hat weite Strecken
überflutet. Vom Oberlauf der Mulde wurde ein
Fallen gemeldet. Der Hochwaſſerſchutz der
anhal=
tiſchen Waſſerbauverwaltung iſt inzwiſchen überall
wirkſam geworden, ſo daß die Gefahr für das Leben
der Bewohner der Mulde=Niederung beſeitigt iſt.
Beträchtliches Hochwaſſer meldet die anhaltiſche
Waſ=
ſerbauverwaltung vom Oberlauf der Elbe.
Bei einem Brande erſtickt.
Herrenalb. Die ſogenannte
Kloſter=
mühle, in der eine Schreinerei und Wohnungen
untergebracht ſind, iſt abgebrannt, wobei ei
dort wohnender Fuhrmann erſtickte.
Beiſetzung Houſton Stewart Chamberlains.
Koburg. Auf dem hieſigen Friedhof fand die
feierliche Beiſetzung der Leiche des in Bayreuth
ver=
ſtorbenen Schriftſtellers Houſton Stewart
Chamber=
lain unter zahlreicher Beteiligung hieſiger und
aus=
wärtiger Perſönlichkeiten ſtatt. Neben den
Ange=
hörigen des Hauſes nahm Siegfried Wagner an der
Feier teil; ferner der frühere König Ferdinand von
Bulgarien, Fürſt Ernſt zu Hohenlohe, der
Oberbür=
germeiſter der Stadt Bayreuth ſowie ein Vertreter
der Stadt Koburg, außerdem die
Nationalſoziali=
ſtiſchen Verbände Koburgs und Bayreuths mit Adolf
Hitler. Als Vertreter des früheren Kaiſers war
Prinz Auguſt Wilhelm von Hohenzollern erſchienen.
Fälſcher von Invalidenmarken.
Berlin. Die Spandauer Kriminalpolizei hat
eine fünfköpfige Fäſcherbande feſtgenommen, die ſeit
Oktober 1925 Marken für die Invaliden= und
Ange=
ſtelltenverſicherung herſtellte. Der Herſteller der
Fälſchungen, der 38 Jahre alte, aus Nürnberg
ge=
bürtige Graphiker Friedrich Gottlieb, aus der
Artil=
lerieſtraße in Spandau, und vier ſeiner Vertreiber
wurden hinter Schloß und Riegel gebracht.
Gott=
lieb, ein in ſeinem Fach beſonders geſchickter
Gra=
phiker, fertigte Invalidenmarken in allen Werten an,
die, mit Waſſerzeichen verſehen, kaum von echten zu
unterſcheiden waren. Die unechten Marken vertrieb
das Konſortium mit einem Rabatt von 15 Prozent.
Im ganzen wurden nach den Feſtſtellungen der
Polizei für 40 000 Mark gefälſchte Invalidenmarken
umgeſetzt.
Neuregelung des Spiritushandels in Norwegen.
* Oslo. Nach dem neuen Regierungsvorſchlag,
der den Spiritushandel in Norwegen regelt, foll
künftig jede Perſon, die Spiritus einkauft, mit einer
Einkaufskarte verſehen werden, die auf ein beſtimmtes
Geſchäft weiſt. Die Karten dürfen nur ſolchen
Per=
ſonen ausgeliefert werden, die wegen Uebertretens
des früheren Spiritusgeſetzes nicht vorbeſtraft ſind.
Die Einfuhr und der Einzelverkauf kann nur durch
beſondere Spiritusgeſellſchaften erfolgen. Das Recht
zum Verkauf von Spiritus wird ohne weiteres für
Städte genehmigt, die ſich bei der Herbſtabſtimmung
in einer Mehrheit für die Aufhebung des
Alkohol=
verbotes ausgeſprochen haben. Für die Gemeinden
bleibt das Ausſchankrecht vorläufig noch beſchränkt.
Erſt im Jahre 1932 ſoll eine endgültige Abſtimmung
in den Gemeinden ſtattfinden. Die Regierung hofft
auf eine jährliche Einnahme von über 25 Millionen
norwegiſchen Kronen.
Sechs Tote bei einer Feuersbrunſt.
EP. London. Durch eine Feuersbrunſt wurde
am Mittwoch ein Wohnhaus in Birmingham
ferſtört. Sechs Perſonen ſind in den Flammen
umgekommen; drei weitere wurden ſchwer
ver=
letzt.
Blick auf den Lichtenſtein mit der Burg.
Ein Münchener Ingenieur hat dem Gemeinderat von
Honau einen Plan für den Bau einer Verkehrsbahn
von Honau auf den Lichtenſtein unterbreitet. Der
Gemeinderat iſt bereit, das Projekt mit
unentgelt=
licher Ueberlaſſung des Geländes zu unterſtützen,
falls die für den Bau der Bahn erforderlichen Mittel.
von anderer Seite beſchafft werden können.
Mißglückte Flucht aus der Strafanſtalt.
Aus der Strafanſtalt Himmelmoor bei Glmshorn
verſuchten mehrere Gefangene, gewaltſam
auszu=
brechen. Nur zwei von ihnen vermochten das freie
Feld zu erreichen. Die ſie verfolgenden Beamten
machten von ihrer Waffe Gebrauch und ſchoſſen die
beiden Ausbrecher nieder. Beide wurden ſchwer
ver=
letzt.
Schwerer Unglücksfall in einem Hochofenbetrieb.
Ymuiden. Auf einem Hochofenbetriebe in
Velſen ereignete ſich ein folgenſchwerer Unglücksfall.
Vier deutſche Arbeiter hatten ſich an eine
undichte Gasleitung begeben, wo ſie infolge von
Gas=
vergiftung ohnemächtig zuſammenbrachen. Es gelang,
alle vier Verunglückten wieder ins Leben
zurückzu=
rufen, zwei ſtarben jedoch noch im Laufe des
Nachmittags.
Dokumentendiebſtahl.
EP. Paris. Gegenüber einer Preſſemeldung,
die die Liga für Menſchenrechte lanciert hatte und
worin behauptet wurde, daß der ungariſchen Sektion
der Liga für Menſchenrechte auf Anſtiftung eines
Mitglieds der ungariſchen Geſandtſchaft in Paris
Dokumente entwendet worden ſeien, erklärte die
ungariſche Geſandtſchaft, daß ſie mit derartigen
Dingen niemals etwas zu tun gehabt habe und ſie
formell dementiere. Die Geſandtſchaft habe jedoch
in ungariſchen Blättern unter dem Datum vom
W. Oktober 1926 feſtgeſtellt, daß eine Perſönlichkeit,
die angeblich der ungariſchen Sektion der Liga für
Menſchenrechte angehört, in Budapeſt in politiſchen
Kreiſen die Dokumente und Archive dieſer Sektion
habe verkaufen wollen.
Die Grippe in England.
EP. London. In der erſten Januarwoche ſind
in England 72 Perſonen an Grippe
geſtor=
ben, die meiſten im Alter von 55 bis 70 Jahren.
Notlandung eines deutſchen Flugzeuges.
London. Mittwoch nachmittag mußte wegen
Nebels das große deutſche Ganzmetall=Flugzeug
D 949 an der Grenze von Kent und Surrey
nieder=
gehen. Der Flugzeugführer und die beiden
Mit=
reiſenden erlitten keine Verletzungen. Auch das
Flug=
zeug blieb unbeſchädigt.
Banditenüberfall in Mexiko.
EP. London. Aus Mexiko wird gemeldet, daß
600 Banditen die Stadt Ameca im Staate
Jalisco angegriffen und das Rathaus eingeäſchert
haben. Es gelang dann den aus den benachbarten
Städten aufgebotenen Bundestruppen, die Banditen
zur Ruhe zu zwingen.
Erdbeben.
EP. London. Aus Konſtantinopel wird
gemel=
det, daß in der Bucht von Ismi ein heftiges
Erdbeben verſpürt morden iſt. In Gibiſi ſind
mehrere Häuſer eingeſtürzt.
Erdſtöße in Liſſabon.
EP. London. Einer Meldung aus Liſſabon
zufolge ſind dort mehrere heftige Erdſtöße
verſpürt worden, die geringen Materialſchaden
ver=
urſachten. Menſchenleben ſind nicht zu beklagen.
Die Spartacus=Höhle entdeckt?
EP. Mitglieder des italieniſchen Touring Clubs,
die vor einiger Zeit ſchon Entdeckungen in den
Grotten in der Umgegend von Trieſt gemacht haben,
ſind von einem Ausflug in der Gegend von Neapel
zurückgekehrt, wo ſie die Alburnia=Berge (in klaſſiſchen
Zeiten Lucania) durchſtreift haben. Bei Pertoſa haben
ſie eine Reihe von unterirdiſchen Gängen beſucht, die
man hofft, den Reiſenden zugängig zu machen. Bei
Controne haben ſie eine große Grotte entdeckt, in der
ſich ein hundert Fuß tiefes Loch vorfand. Man nimmt
an, daß es dieſe Grotte war, in die ſich Spartacus
nach dem unglücklichen Ausgang des Sklavenaufſtands
mit ſeinen letzten Getrenen im Jahre 71 v. Chr. vor
Craſſus rettete.
Begnadigungen in Texas.
San Antonio. Um der Flut der
Begna=
digungen, welche der weibliche Gouverneur von
Texas, Miß Ferguſon, erlaſſen hat, zu ſteuern, hat
man ſich entſchloſſen, bis zum nächſten Mittwoch alle
Kriminalprozeſſe zu vertagen, da an dieſem Tage die
Amtszeit Miß Ferguſons abläuft. Während ihrer
zweijährigen Amtsdauer hat ſie 3177 Begnadigungen
ausgeſprochen, am Dienstag allein 32.
Reich und Ausland.
40 jähriges Dienſijubiläum
des Kölner Dombaumeiſters.
(Von unſerem Spezialzeichner an Ort und Stelle gezeichnet.)
Das Treiben vor den Kojen. Trainer, Manager und Maſſeure bemühen ſich um die Helden der
ſechs Tage, es gilt, die Fahrer in beſte Kondition zu bringen. Der Kampf kann losgehen",
Die Hagia Sophia in Konſtantinopel.
Eines der älteſten Heiligtümer Konſtantinopels, die „Hagia Sophia”, die Kirche der hl. Sophia,
die von Konſtantin dem Großen vor 1600 Jahren errichtet wurde und ſeit der Eroberung der
Stadt durch die Türken als Moſchee dient, wird in einen Tanzpalaſt umgewandelt. Als
Grund wird angegeben, daß das Gebäude ſich für religiöſe Zwecke nicht mehr eigne. Eine
amerikaniſche Jazzband=Geſellſchaft hat bereits bei der türkiſchen Regierung um die
Auftritts=
genehmigung nachgeſucht.
Die Hagia Sophia als Tanzpalaſt.
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Freitag, den 14. Januar 1927
Nummer 14
Sport, Spiel und Turnen.
trotz ſeiner ſchlechten Tabellenſtellung auf ſeinem eigenen Platz ein höchſt
gefährlicher Gegner. Aber der KFV. iſt in ſeinen letzten Spielen ſo
Turnen.
Gau=Ausſchuß=Tagung, Main=Rhein=Turngau, D. T.
Im Hauſe der Turngemeinde 1846, Darmſtadt, tagte am Mittwoch
der Ausſchuß des Main=Rheingaues D. T., um in großen Zügen die
Arbeit, welche im Laufe des kommenden Jahres innerhalb des Gaues
zu leiſten iſt, durchzuberaten. Nach einigen geſchäftlichen Mitteilungen
wurde in die eigentlichen Verhandlungen eingetreten und zunächſt über
die Ausgeſtaltung des diesjährigen Gauturnens, welches am 24. Juli
in Darmſtadt als Vorfeier des Kreisturnfeſtes ſtattfinden ſoll, verhandelt.
Gauoberturnwart Hofferberth=Darmſtadt wird mit dem ihm
unterſtehen=
den Turnausſchuß demnächſt in Unterhandlung treten und Richtlinien
für die Durchführung des Feſtes feſtſetzen. Feſtſtehen dürfte ſchon, daß
an vorerwähntem Gauturnen die Turner und Turnerinnen des Gaues,
deren Zahl ſich auf über 1000 belaufen dürfte, zu
einem Wetturnen in verſchiedenen Klaſſen und Stufen
vereinigt werden. Die Gauſchwimm= und ſportlichen
Wettkämpfe (Volksturnen) ſollen, wie üblich, an
an=
deren Gauorten ausgetragen werden. Mit dem
Gau=
turnen für Männer und Frauen ſoll ein
Jugend=
turnen, wenn es keine techniſchen Schwierigkeiten
be=
reitet, durchgeführt werden und die geſamte
Gau=
jugend zuſammenführen. Die Vorarbeiten hierzu ſind
dem Kinderturnwart Lehrer Schneider=Eberſtadt
über=
tragen. Dieſer wird ſeine Anordnungen dem
Turn=
ausſchuß unterbreiten. Der Hauptgautag wird am
13. März in Seeheim abgehalten. Die Warte für
Jugendpflege, Wandern und Geſang — Müller=
Darm=
ſtadt, Hotz=Gernsheim — geben von einer Tagung
ihres Gebietes, die am 23. Januar in Darmſtadt
(Turngemeinde 1846) ſtattfindet, Kenntnis. Die
ein=
zelnen Termine für die Veranſtaltungen ſind bereits
feſtgelegt. Am 22. Mai (Sonntag vor Himmelfahrt)
findet Gauwanderung (Goetzwanderung), verbunden
mit Gaujugendtreffen ſtatt. Der Ort wird noch
be=
ſtimmt werden. Anläßlich des Kreisturnfeſtes in
Darmſtadt (28. Juli bis 3. Auguſt 1927) wird die
Kreis=Turnerjugend zu einer Feierſtunde
zuſammen=
geführt.
In Ausſicht genommen iſt eine
Zuſammen=
kunft ſämtlicher Geſangsabteilungen der Gauvereine
zu einem Liedertage. Einer Zuſammenfaſſung der
Trommler und Pfeiferabteilung unter einer Leitung
ſoll nähergetreten und angeſtrebt werden.
Dem Antrage des Gau=Wanderwarts Müller,
das Ehrenmal für die gefallenen
Tur=
ner des Gaues, welches auf dem Franken=
Gedächtnis=Wanderung am 4. September 1927 zu
weihen, ſoll tunlichſt entſprochen werden.
Die Ausführungen des Gauſchwimmwarts Troſt=Darmſtadt über
den Bäderbau innerhalb des Gaues, welcher gute Fortſchritte zu
ver=
zeichnen hat, wurden zur Kenntnis genommen und weiteſtgehende
Unterſtützung dem Gauſchwimm= ſowie =Bäder=Ausſchuß zugeſagt,
be=
ſonders den Bezirksoberturnwarten aufgetragen, in den Vereinen ihrer
Bezirke werbend für den Schwimmbadgedanken zu wirken. — Die
An=
regungen des Kinderturnwarts, der neue Richtlinien für das
Kinder=
turnen ausarbeiten wird, ſollen weiteſtgehende Unterſtützung erfahren
und ein beſonderer Kurſus zur Ausbildung von Kinderturnlehrern
eingeführt werden. Mit der Durchführung des Kinderturnens werden
zunächſt die Bezirksoberturnwarte und Frauenturnwarte betraut. Nach
der Verpflichtung des neugewählten 2. Gauvertreters Hering,
Darm=
ſtadt=Beſſungen und Gauſportwart Schönwald, Rüſſelsheim, ſchloß der
Gauvertreter Roth die Tagung mit dem Hinweis, daß die nunmehr
einzuſetzende turneriſche Arbeit innerhalb des Gaues eine ſegensreiche
und fruchtbringende werden möge.
Der Sport des Sonntags.
Fußball.
Das Programm der Meiſterſchaftsſpiele, die ſich in den
Unter=
organiſationen aller Landesverbände ihrem Abſchluß nähern, wird am
16. Januar durch zwei große Repräſentativkämpfe,
die Zwiſchenrundſpiele um den DFB.=Pokal
bereichert. Vier Landesverbände nehmen an dieſer Runde noch teil,
nachdem Süddeutſchland, Weſtdeutſchland und der Baltenverband
be=
reits bei den Vorrundenkämpfen im Oktober des vergangenen Jahres
ausgeſchieden waren. Süddeutſchland unterlag bekanntlich mit einer
zweiten Garnitur in Bveslau überraſchend gegen Süddeutſchland 0:2;
mit dem gleichen Ergebnis ſchlug Berlin in Stettin den Baltenverband,
während Weſtdeutſchland in Köln 1:2 gegen Norddeutſchland unterlag.
Das ſpielfrei gebliebenen Mitteldeutſchland und die ſiegreichen
Mann=
ſchaften ſind für die Bwiſchenrunde wie folgt gepaart:
In Hamburg: Nord= gegen Mitteldeutſchland;
in Berlin: Brandenburg gegen Südoſtdeutſchland.
Das Spiel in Hamburg wird von folgenden Mannſchaften
be=
ſtritten: Nordd.: Blunck; Beier, Müller; Nommenſen, Mahnke, Lang;
Sommer, Warnecke, Harder, Wolpers, Rave; Mitteld.: Kagemann;
Karls, Küühnel; Mantel, Köhler, Wittig; Teichgräber, Reißmann.
Ged=
lich, Hofmann, Hoffmann. — Die einheitlichere, in der Hauptſache aus
Leuten des Hamburger S.V. beſtehende Elf, iſt zweifelsohne die
nord=
deutſche. Sie erſcheint uns auch als die ſtärkere und dürfte den Kampf,
der unter der Leitung von Guyenz=Eſſen ſteht, als Sieger verlaſſen.
Ein Plus hat Norddeutſchland noch inſofern, als es den Kampf auf
eigenem Gelände austrägt.
Das Spiel in Berlin (auf dem neuen SCC.=Platz an der Avus)
ſieht folgende Mannſchaften als Gegner: Berlin; Philipp; Schönherr,
Brunke; Martwig, Schulz, Eſchenlohr; Schröder Sobeck, Zetſche, Kirſey,
Raue. Süddeutſchland: Ritzka; Krauſe, Wolff; Rösler, Lehmann,
Lang=
ner; Paluſchinfky, Pohl, Strzoda Blaſchke, Bergel. Hier iſt eine
Vor=
ausſage ſehr ſchwer zu treffen. Berlin hat zwar den Vorteil, auf
ver=
trautem Gelände und mit einer Mannſchaft zu kämpfen, deren
Ge=
rippe ſich aus einem Verein, der Tennis=Boruſſia bildet, aber die
ſüd=
oſtdeutſche Elf hat in all ihren letzten Kämpfen eine derartige
Schlag=
kraft bewieſen, daß ſie es auch mit den ſtärkſten Mannſchaften
auf=
nehmen kann. Ihr gelang es ja auch bereits einmal, Berlin zu
ſchlagen. Das Spiel ſteht unter der Leitung von Friedrich=Altona.
Unterdeſſen gehen in Süddeutſchland die
Verbands=
ſpiele weiter. Der Mainbezirk ſchließt ſogar mit der
Begeg=
nung Viktoria Aſchaffenburg gegen Viktoria 94 Hanau ſeine Kämpfe
ab. Das Spiel ſelbſt iſt ohne Bedeutung, da die beiden beteiligten
Mannſchaften bereits zum Abſtieg in die Kreisliga verurteilt ſind.
Umſo intereſſanter ſind die Spiele in den übrigen Bezirken. Der
Be=
zirk Bayern hat den großen Kampf 1. F.C. Nürnberg gegen
Sp.=Vg. Fürth auf dem Programm. Der Klub hat in dieſem Treffen
nichts mehr zu verlieren, denn die Bezirksmeiſterſchaft iſt ihm ohnehin
ſicher; aber ähnlich geht es auch den Fürthern, denn ſie nehmen ja als
ſüddeutſcher Pokalmeiſter ebenfalls an den ſüddeutſchen Endſpielen teil.
Das Treffen hat nur im Falle einer Niederlage Fürths inſofern eine
entſcheidende Bedeutung, als dann den Münchener Bayern der Weg
zur wichtigſten zweiten Tabellenſtelle frei iſt. Trotz dieſer Sachlage wird
es in Nürnberg einen harten Kampf geben, denn bei dieſem
traditions=
neichen Treffen ging es immer noch um die Hegemonie im Nürnberg=
Fürther Fußball, und dieſe Herrſchaft zu beſitzen, das iſt ſchon ein Ziel,
des „Schweißes der Edlen” wert. Der Anwärter auf die zweite
Tabellen=
ſtelle, FC. Bayern, ſpielt in Bahreuth, wo er wohl ſicher gewinnen
wird. ASV. Nürnberg reiſt zum SV. München 1860 und tritt dieſe
Reiſe kaum mit Siegeschancen an. Ob der Abſtiegskandidat FC. Fürth
ſich gegen Wacker München behaupten kann, erſcheint fraglich. Ein Sieg
der Münchener iſt höchſtwahrſcheinlich. Im Bezirk Württemberg=
Baden ſind die beiden Titelanwärter auf fremden Plätzen tätig. Der
mit zwei Punkten fihrende VfB. Stuttgart iſt Gaſt von Phönix
Karls=
ruhe. Phönix wird ſelbſt einem ſo angeſehenen Gaſt den Erfolg nicht
leicht machen. Für VfB. ſteht aber ſein Punktvorſprung auf dem Spiel,
und deshalb wird er wohl mit allen Kräften auf Sieg ſpielen und
ge=
winnen. Der Karlsruher FV. weilt beim Freibupger FC. Hier liegen
die Verhältniſſe ähnlich wie im vorgenannten Spiel. Der FFC. iſt
hart geworden, daß man ihm einen Sieg ſchon zutrauen darf. Die
Stuttgarter Kickers, denen der Weg zur bedeutſamen zweiten
Tabellen=
ſtelle noch nicht ganz verſchloſſen iſt, erwarten den Freiburger FC., den
ſie nach hartem Kampfe wohl ſchlagen werden. Das letzte Spiel führt
Union Böckingen mit dem Stuttgarter SC. zuſammen. Hier erſcheint
uns ein Unentſchieden als das wahrſcheinlichſte Ergehnis des Kampfes.
Im Rheinbezik wird VfL. Neckarau ſeinen Punktevorſprung
durch einen Sieg über FV. Speher auf eigenem Platze behaupten. Ein
entſchieden ſchweres Spiel hat Phönix Ludwigshafen vor ſich, denn es
muß in Darmſtadt gegen SV. 98 ſpielen. Phönix muß hier gewinnen,
um Anwärter auf die Meiſterſchaft zu bleiben. SV. Waldhof ſpielt in
Sandhofen mit den beſten Ausſichten auf einen Erfolg. Fraglich iſt der
Ausgang des Kampfes zwiſchen Phönix Mannheim und FC. Pirmaſens.
Im Bezirk Rheinheſſen=Saar ſpielen die drei
Meiſten=
ſchaftsanwärter auswärts. Die führende Wormatia Worms iſt Gaſt des
Die Meiſier des Eiskunſtlaufs.
SV Wiesbaden. Es wird für Wormatia ſehr ſchwer ſein, in dieſem
Spiele den Punktvorſprung zu behaupten. Aber die beiden anderen
Anwärter haben es auch nicht leichter. SV. Mainz 05 ſpielt in
Saar=
brücken gegen Saar G5 und FV. Saarbnücken in Neunkirchen gegen
Boruſſia. Für alle drei Tveffen iſt eine Vorausſage nur ſehr ſchwer zu
treffen. Das Spiel FC. Idar gegen Alemannia Worms hat geringere
Bedeutung; Idar muß einen Sieg landen, um in der Bezirksliga zu
bleiben. Der 16. Januar bringt auch eine Reihe von
Freund=
ſchaftsſpielen. Der Mainbezirkszweite, Eintracht=Frankfurt hat
VfR.=Mannheim eingeladen; hier iſt ſicher ein ſchönes Treffen zu
er=
warten. Die Offenbacher Kickers haben ſich eine der beſten Mannſchaften
aus dem Bezirk Heſſen=Hannover, Kurheſſen=Kaſſel, verſchrieben. FSV.
Frankfurt trägt in Griesheim gegen die Sp.=Vg. ein Spiel aus.
Eishockey.
In Füſſen (Allgäu) wird am 15. und 16. Januar die deutſche
Eishockeh=Meiſterſchaft ausgetragen. Titelverteidiger und
zugleich auch wieder ausſichtsreichſter Anwärter auf den Titel iſt der
Berliner Schlittſchuhklub, deſſen ſchärſſter Konkurrent der SC. Riſerſee
ſein dürfte. Vorher kommen die Endſpiele um die bayeriſche
Eis=
hockey=Meiſterſchaft zum Austrag. Hier muß erſt noch Füſſen
das Zwiſchenrundenſpiel gegen die Nürnberger H. Geſ. austragen, um
dann zum Endſpiel gegen den SC. Riſerſee anzutreten. — Thüringſche
Eishockey=Meiſterſchaften gibt es in Jena.
Winterſport.
Das bedeutſamſte winterſportliche Ereignis des Sonntags ſind die
deutſchen Eis=Schnell=Laufmeiſterſchaften, die in
Berlin zum Austrag kommen. Die Meiſterſchaften umfaſſen erſtmalig
vier Strecken: 500, 1500, 5000 und 10 000 Meter. Ausſichtsreichſte
Kan=
didaten für die Titel ſind: Mehke Berlin, Vollſtaedt=Altona, Grelle=
Ber=
lin und Schönbrad=Berlin. Alle vier haben noch beim Olympia=
Vorbe=
reitungskurſus in Hammar (Norwegen) eine bedeutende
Formverbeſſe=
rung gezeigt. Der beſte Mann war dabei Mehke, der auch die größten
Totalchangen hat. — Die mitteldeutſchen Ski=Meiſterſchaften im
Lang=
gelände und Sprunglauf werden bei Gersfeld in der Rhön ausgetragen.
Weiter Skiwettbewerbe von Belang gibt es in Oberbayern, im
Schwarz=
wald. Thüringen, Rieſengebirge und in der Schweiz. Gut beſetzt ſind
die Bobrennen in Kitzbühel.
Schwimmen.
Der Kreis V (Süddeutſchland) im Deutſchen Schwimmverband hält
am Samstag und Sonntag im Rathaus zu Saarbricken ſeinen
ordent=
lichen Kreistag ab.
Schwerathletik.
Die Bezirksmeiſter ASV. Kreuznach und Athl.=Cl. Frankfurt=
Sachſenhauſen tragen am Sonntag in Kreuznach den erſten Kampf um
die Kreismeiſterſchaft im Mannſchaftsringen aus.
Kraftſport.
Aus dem II. Kreis des D.A. S.V. 1891. — Ordentliche Kreistaoung am
16. Januar in Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag verſammeln ſich im Perkeo zu Darmſtadt
die Kraftſportvereine des II. Kreiſes (Mittelrhein), um über das weitere
Wohl des Kraftſportes zu beraten. Die Tagung beanſprucht in dieſem
Jahre erhöhtes Intereſſe, denn auch der Kraftſport iſt gleich den übrigen
Verbänden dazu übergegangen, ſein Hauptaugenmerk auf die kommende
Olympiade zu richten, ohne dabei die Kleinarbeit zu vergeſſen, welche
in erhöhtem Maße unſerer Jugend und der Verbreitung und Vertiefung
des Kraftſportes gewidmet iſt. Es iſt leider noch nicht in genügendem
Maße bekannt, daß die Spitzenleiſtungen des deutſchen Kraftſportes in
der Welt an erſter Stelle ſtehen und daß den Erfolgen unſerer Ringer
und Gewichtheber im Ausland erhöhte Bedeutung zukommt. Unter
dieſem Geſichtspunkte iſt auch die Tagung am kommenden Sonntag zu
bewerten. Leider läßt bei uns die Unterſtützung von Staat und
Län=
dern ſehr zu wünſchen übrig. Da ſich unſer Kreis über drei Länder,
nämlich Heſſen, Preußen und Bahern erſtreckt, wäre es wünſchenswert,
wenn die Unterſtützungsfrage eine einheitliche Regelung erführe. Kurſe
für Aktive ſowie Uebungsleiter ſind auch bei uns unbedingt nötig, wenn
der II Kreis und damit der Verband den Anforderungen gerecht werden
foll, die in erhöhtem Maße für 1928 an ihn geſtellt werden. Da jedoch
ſolche Kurſe Geld koſten un ddie Vereine ohnedies ſchon ſchwer unter
einer finanziellen Miſere zu leiden haben, kommt dieſer Frage erhöhte
Bedeutung zu. Auch der II. Kreis verfügt über ein vorzügliches
Menſchenmaterial und wir finden Kampfſpielmeiſter und
Kampfſpiel=
ſieger unter ihnen. Die Kreuznacher holten ſich die deutſche Meiſterſchaft
im Mannſchaftsringen und die Gewichtshebemannſchaft von Oberſtein
ſteht ihren großen Rivalen von Mannheim und München wenig nach.
Das verfloſſene Kreisfeſt ſowie der Kreisjugendtag legten beredtes
Zeug=
nis ab von dem großen Aufſchwung, den der Kraftſport iunerhalb des
II. Kreiſes genommen hat. Die Zahl der Vereine beträgt ungefähr 25
und die der Gaue 5. Da die Berichte ſämtlich im Druck vorliegen,
wer=
den dieſe die wenigſte Zeit in Anſpruch nehmen. Sportliche wie
Kampf=
richter=Fragen beanſpruchen weit mehr Intereſſe und auch die
eingelau=
fenen Anträge wollen durchberaten ſein. So wird der kommende
Kreis=
tag der rheiniſchen Kraftſportler Arbeit in Hülle und Fülle vorfinden
Möge dieſe in wahrhaft ſportnänniſchem Geiſte erledigt werden zum
Wohle des Kreiſes und ſeiner Vereine des deutſchen Kraftſportes und
nicht zuletzt zum Segen unſeres Vaterlandes.
Andree Joly und P. Brunet, Paris,
ſtein errichtet werden ſoll, gelegentlich der Schmuck= das jetzige Weltmeiſterpaar im Eiskunſtlauf. Die Kämpfe um die diesjährige
Weltmeiſterſchaft im Eiskunſtlauf werden Anfang Februar ſtattfinden.
Schwimmen.
Interne Schwimmwettkämpfe des V. f. L. Rot=Weiß 1922, verbunden mi
der Austragung der Vereinsmeiſterſchaften.
Schon immer war es in den alten Stammpereinen des V. f. L. Rot=
Weiß Sitte, zu Beginn eines jeden Jahres die beſten Schwimmer feſtzu=,
ſtellen, die für das laufende Jahr den ſtolzen Titel Vereinsmeiſter tragen
durften. Dieſe Tradition ſoll auch im neuen Verein beibehalten werden.
Der Verein hat deshalb ſeine ſämtlichen Schwimmer aufgerufen, zun
Austragung der Vereinsmeiſterſchaften, die am kommenden Donnerstag,
den 20. Januar 1927, abends ½8 Uhr, im Städt. Hallenbad ſtattfinden.
Als Beiprogramm werden noch andere Wettkämpfe ausgetragen, bei denen
ſämtliche Altersklaſſen, von den kleinſten Knaben und Mädchen bis zu
den alten Herren zu Worte kommen. Das Meldeergebnis iſt überraſchend
gut ausgefallen zu 31 Wettkämpfen wurden über 140 Meldungen
abge=
geben.
Die Vereinsmeiſterſchaften werden äußerſt ſpannende Momente
brin=
gen und oftmals nur mit Handſchlag gewonnen werden. Irgendeine
Vorausſage iſt dabei unmöglich, der Ausgang iſt vollkommen offen. Bei
dem Einlageprogramm haben die Rot=Weißen Gelegenheit, dem Publikum
ihr großes Schwvimmermaterial und ihren guten Nachwuchs zu zeigen,
Gerade in der Jugend liegt ihre Hauptſtärke und deshalb hegt auch der
Verein die größten Hoffnungen, denn wer die Jugend hat, hat die
Zu=
kunft. Zum Schluß werden zwei große Staffeln geſchvommen ſowie ein
Waſſerballſpiel zwiſchen zwei kombinierten, Herven= und
Jugendmann=
ſchaften vorgeführt, das als Werbeſpiel ſicher neue Freunde gewinnen
wird. Es iſt deshalb zu hoffen, daß ſich recht viele Zuſchauer, beſonders
aber die Eltern unſerer Jungens und Mädchen, einfinden werden. Die
Eintrittspreiſe ſind ſo volkstümlich gehalten, daß jeder unſer Feſt
be=
ſuchen kann.
Handball.
F. C. „Union” 1913.
Am kommenden Sonntag iſt auf dem Sportplatz (Heidelberger Str.)
Hochbetrieb. Von 9—4 Uhr ſtehen ununterbrochen Fußball= und
Hand=
ballmannſchaften auf dem Kampffeld. Als erſte Gegner treten ſich die
Handballmannſchaften von „Union” und Sportvereins 3. Mannſchaften
gegenüber. Beide Gegner ſind noch von den diesjährigen Verbandsſpie,
len her keine Unbekannten, und man dürfte einen ſpannenden Kampf
er=
warten. Spielbeginn 9 Uhr. Unſere Jgd. trägt auf dem Stadion das
fällige Rückſpiel gegen die vierte Jgd. vom Spv. 98 aus. Spielbeginn
10 Uhr.
Radfahren.
Der Start zum 18. Berliner Sechstagerennen. — 14 Paare am Ablauf.
Das 18. Berliner Sechstagerennen in den Hallen am Kaiſerdamm
be=
gann mit einigen ſchweren Regiefehlern. Zunächſt dauerten die
Einlei=
tungsrennen zu lang, ſo daß die Vorſtellung der Fahrer, das Fahren
der Ehrenrunden und die ſonſtigen Präliminarien viel zu haſtig
vorge=
nommen werden mußten und Paul Samſon Körner erſt um 10.05 Uhr
den Startſchuß abgeben konnte. Sodann wurden erſt im Verlauf der
erſten Stunde den Fahrern ihre Trikots übergeben; die erſte Zeit mußten
ſie in ihren alten Trikots bleiben. Die erſte Stunde wurde vor recht
gut, wenn auch nicht übermäßig beſetztem Hauſe abgewickelt. Das Tempo
war verhältnismäßig ruhig. Insgeſamt wurden 36,460 Km. zurückgelegt.
Zumeiſt führte der Breslauer Krollmann das Feld an. — Die
einleiten=
den Rennen hatten folgende Ergebniſſe: 100=Rundenfahren für
Berufs=
fahrer: 1. Oskar Rütt 23 Punkte, 29:11,3 Min.; 2. Kolles 16 Punkte.
Stundenfahren für Amateure: 1. Ehmer Kroſchel 34 Punkte.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 14. Januar. 12.30: Neue Schallplatten. O 3.30:
Stunde der Jugend. Führung ins Berufsleben durch das Städt.
Berufsamt: „Der Beruf der Weißzeugnäherin”, von Berufsberaterin
Klüſſendorf. (Für Kinder vom 12. Jahre ab.) 0 4.30:
Haus=
frauennachmittag. O. 5.45: Leſeſtunde. Aus den Briefen der
Karoline v. Schlegel”. Sprecherin: Marg. Wolf. O 6.45:
Steno=
graphie. Anfragen an A. Peterwitz, Heideſtr. 132f. O 7.15:
Süd=
weſtdeutſcher Radio=Club. O 7.45: Zwanzig Minuten Fortſchritte in
Wiſſenſchaft und Technik. Ing. Randewig. O 8.05: Film=Wochen
ſchau. S 8.15: Heiterer Abend.
Stuttgart.
Freitag, 14. Jan., 3.50: Aus dem Reiche der Frau (Frau
Eugenie Sauter). O 4.15: Konzert. O 6.15: Kuſtos Fiſcher: Die
Naturvölker, Südamerikas. O 6.45: Dr. Elwenſpoek: Von großen
Epen der Weltliteratur (mit Rez.). O 7.15: Ernſt Franzſeph:
Wes=
halb ich den Sternen nicht glaube. O 8: Funkorcheſter. Strauß:
Fledermaus=Quadrille. — Fetras: Goldſchmieds Töchterlein, Walzer,
— Lüdecke: Rate mal, Polka. — Fetras: Mondnacht auf der Alſter,
— Lüdecke: Herzensdieb. Rheinländer. — Lincke: Verſchmähte Liebe,
Walzer. — Lüdecke: Kommt a Vogerl geflogen. Mazurka. Sei
gegrüßt, Polka. — Jones: Geiſha=Quadrille. — Lehar: Gold und
Silber, Walzer. — Lüdecke: Arm in Arm, Rheinländer. — Häbel:
Auf Befehl. Galopp. — Anſchl.: Alte Hausmuſik. Mitw.: Alice
Nick Alt), A. Pfohl (Violine), A. Faiß (Guitarre), O. 10: Funkſtille
für Fernempfang.
Berlin.
Freitag, 14. Jan. 3.30: Ola Alſen: Die berufstätige Frau.
O 4: Sigmund Goldſchmidt: Die Geſchichte der Bank von England,
O 4.30: Funkkavelle. O 7.05: Sportſchau des Monats. O 7.30:
Dir Jannott: Das Verſicherungsweſen ein oft verkannter
Wirt=
ſchaftsfaktor. O 7.55: Dr. Fromer: Spinozas Leben und Lehre,
6 8.30: Mahlke=Trio. Dem Gedenken Beethovens. Klaviertrio
Es=dur. Klaviertrio D=dur, Geiſtertrio. O 9.30: Luſtige Weiſen,
O 10.30: Tanz=Muſik.
Königswuſterhauſen. Freitag, 14. Januar. 2.30: Frau
Hap=
pich: Die Mutter als dichtende Erzählerin. O 3: Dr. Joſeph:
Schädigungen durch Froſt. O 3.30: Prof. Dr. Amſel u.
Ober=
ſchull. Weſtermann: Einheitskurzſchrift für Fortgeſchrittene O 4:
Prof. Dr. Streicher: Deutſche Mutterſprache. O 4.30: Aus dem
Zentralinſtitut. O. 5: Prof. Dr. von Schulze=Gävernitz: Die
Vereinigten Staaten von Nordamerika. O. 5.30: Prof. Dr. Rawitz:
Die Abſtammungslehre des Menſchen. O 6: Prof. Dr. Großmann:
Grundlagen d. deutſchen chemiſchen Induſtrie. O 6.30: Stud.=Rat
Friebel, Lektor Mann: Engliſch für Anfänger. 8 7: Dr. Dalberg:
Auslandskredite und deutſche Wirtſchaft. O 7.30: Wiſſenſchaftl.
Vortrag für Aor=
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
2. Tag der 4. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung vom
12. Januar fielen: 4 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 80 788, 108 81;
2 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 104 031; 8 Gewinne zu 800 Mk. auf
Nr. 113 736, 127 904, 153 140, 203 826; 24 Gewinne zu 500 Mk. auf
Nr. 9021, 41578, 67 722, 104 490, 127 968, 165 993, 228 883, 249 791,
256 461, 257 769, 289 747, 335 928; ferner wurden gezogen: 100
Ge=
winne zu 400 Mark und 268 Gewinne zu 300 Mark. — In der
Nach=
mittags=Ziehung fielen: 4 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 107 458,
175 746; 2 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 119 460; 6 Gewinne zu
1000 Mk auf Nr. 45 423, 172991, 320 795; 12 Gewinne zu 800 Mk.
auf Nr. 78 768, 84 984, 91 669, 106 285, 253 492, 271 765; 24 Gewinne
zu 500 Mark auf Nr. B 371, 110 595, 160 831, 175 424, 202 825,
217 363, 229 054, 260 829, 223 461, 315 301, 315 751; ferner wurden
gezogen: 112 Gewinne zu 400 Mark und 242 Gewinne zu 300 Mark.
Die Ziehung der 5. Klaſſe findet vom 9. Februar bis 11. März ſtatt.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Samstag, den 15. Januar 1927.
(Nach der Wetterlage vom 13. Januar 1927.)
Schwache Bewölkungsabnahme und geringer Temperaturfall, noch
vereinzelt leichte Niederſchläge.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriſtteitung • Rudolf Maupe
Verantworich für Politi und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feutlleion, Reich und
Jusland und Heſche Nachrichten: Max Streeſe; ür Sport: Dr. Eugen Buhlmannt
für den Schiußdienſl. Andreas Bauer; für den Inſeratenteilt: Willv Kuhlei
Druck und Verlag. C. C. Witſch — jämtiſch in Darmſtadt.
Für unveriangte Mannſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 14
Freitag, den 14. Januär
zueſte Nachrichten
Deutſch=türkiſche Handels= und
Niederlaſſungsverträge.
Nach den Grundſätzen der Meiſibegünſtigung
und Gleichbehandlung.
Am 12. Januar wurden in Angora die Ende Oktober paraphierten
eutſch=türkiſchen Handelsniederlaſſungsverträge unterzeichmet. Der
„randelsvertrag, der auf den Grundſätzen der Meiſtbegünſtigung und
Sleichbehandlung mit den eigenen Staatsangehörigen aufgebaut iſt,
ent=
lilt neben den üblichen Vereinbarungen über Handel und Schiffahrt,
be=
fondere Beſtimmungen über Handlungsreiſende und die von ihnen
mit=
geführten Muſter. In zolltariflicher Hinſicht iſt gleichfalls gegenſeitige
Meiſtbegünſtigung vereinbart. Daneben erlangte Deutſchland einige
hrerabfetzungen türkiſcher Tarifſätze, insbeſondere für gewiſſe chemiſche
(Erzeugniſſe Spielzeug und Lederwaren. Die deutſchen Zugeſtändniſſe
un die Türkei erſtrecken ſich u. a. auf Teppiche (8 Mk.), Roſinen (8 Mk.),
Mandeln (4 Mk.), Feigen (4 Mk.), Haſelnüſſe (2 Mk.), Kanarienſaat
O Mk.). Der Niederlaſſungsvertrag geht von dem Grundſatz der
Gegen=
eitigkeit aus und behandelt im üblichen Rahmen Niederlaſſung,
Be=
narfsausübung, Erwerb von beweglichen und unbeweglichem Eigentum,
diie Anerkennung und Zulaſſung von Geſellſchaften. Er enthält ferner
beſondere Beſtimmungen über die Beſteuerung und den freien Zutvitt
wi Gerichten. Die Vertragsdauer beträgt zwei bzw. drei Jahre. Nach
1Ablauf dieſer Friſt gelten die Verträge auf unbeſtimmte Zeit weiter,
be können jedoch feder Zeit mit ſechsmonatiger Friſt gekündigt werden.
Die Verträge bedürfen noch der Zuſtimmung der geſetzgebenden Körper=
Ehaften und treten in Kraft einen Monat nach Austauſch der
Ratifi=
mtionsurkunden, der in Berlin ſtattfinden wird.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Bei der Süddeutſchen Eiſenbahugeſellſchaft in Darmſtadt, die auch in
Baden mehrere Privatbahnen betreibt, ſoll, wie verlautet, für das
ab=
relaufene Geſchäftsjahr eine Dividende von 10 Prozent zur Verteilung
vommen gegen 8 Prozent im Vorjahre. Eine endgültige Beſchlußfaſſung
iegt jedoch noch nicht vor.
Zulaſſungen zur Frankfurter Börſe. Zur Frankfurter Börſe
wur=
oen 55 Millionen RM. neue Stammaktien der Hamburg—Amerika=
Winie und 10 Millionen RM. achtprozentiger auf den Inhaber
lauten=
oer Goldhypothekenpfandbriefe, Serie 1 und 2, und 5 Millionen RM.
iebenproz. Goldhypothekenpfandbriefe Serie 3 der Heſſiſchen
Landes=
ank in Darmſtadt zur Notierung zugelaſſen.
Weilwerke A. G., Frankfurt a. M.=Rödelheim. In der H.V. wurde
Der Abſchluß für 1925/26 mit 8 Prozent (i. V. 10 Prozent) Dividende
ueinſtimmig genehmigt. Die 6000 Mark Vorzugsaktien werden aus dem
Bewvinnreſt von 27 736 Mark eingezogen, und zwar ſtellt ſie der
In=
aber des Bankhauſes Strauß u. Co. in Karlsruhe zum Nennwert der
Werlvaltung zur Verfügung, ſo daß ſich künftig das A.K. auf 1,6 Mill.
EReichsmark ermäßigt. Der dann noch verbleibende Betrag wird
vorge=
rragen. Im laufenden Jahre ſeit die Beſchäftigung in der Abteilung
Schreibmaſchinen beſſer als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Auch
eien die kleinen Torpedoſchreibmaſchinen günſtig eingeführt. Die
Ver=
uvaltung hofft, mit ihren neuen großen Schreibmaſchinen ebenfalls einen
guten Abſatz zu erzielen. Auch der Abſatz in Fahrrädern ſei günſtig.
DDie Anträge von Aktionären, die Aktien an der Börſe einzuführen, wer=
Sen vom A.R. erwögen werden. Die Firma wird künftig
folgender=
mnaßen firmieren: Torpedo=Schreibmaſchinen und Fahrräder Weilwerke
Hl. G., Frankfurt am Main=Rödelheim.
Die G.=V. der Brauereigeſellſchaft Eichbaum, vorm. Hofmann,
BMannheim, beſchloß, aus dem Reingewinn von 475 012 RM. (325 022
ERM.) eine Dividende von 10 Prozent zu verteilen und den Reſt von
*55 012 RM. vorzutragen. Die Bilanzſumme hat ſich von 2,8 Millionen
dauf 4,8 Millionen RM. erhöht, vor allem durch die Uebernahme der
HWirtſchaftsräume der Mannheimer Aktienbrauerei Löwenkeller (
Aktien=
kapital 1,2 Mill. RM.).
Die Dividende der Liebigs=Fleiſchextrakt=Geſellſchaft. Die Liebigs=
Fleiſchextrakt=Co. verteilt eine Schlußdividende von 9 Schilling pro
Aktie. Hierdurch ſtellt ſich die Geſamtdividende auf 18 Schilling pro
FAlktie (frei Einkommenſteuer).
Neue Fuſion. Die innerhalb der Firmen C. Berg A. G., C.
Heck=
mann A.G. und Selde A.G. betreffs Zuſammenſchluß der drei Firmen
gepflogenen Verhandlungen haben zu einem Uebereinkommen in allen
wveſentlichen Punkten geführt, ſo daß mit einer Fuſion gerechnet werden
kann. Die Aufſichtsratsſitzungen, in denen die entſprechend formulierten
Beſchlüſſe gefaßt werden ſollen, finden Anfang Februar ſtatt.
Arbeitseinſchränkungen in der italieniſchen Baumwollinduſtrie. Nach
Beratungen mit der Regierung hat der Verband der italieniſchen
Baum=
wollinduſtrie beſchloſſen, ſowohl in den Webereien als auch Spinnereien
ab 4. Januar 1927 bis auf weiteres mindeſtens einen Tag in der Woche
den Betrieb einzuſtellen.
Zum Steigen des Lirakurſes. Die Blätter beſprechen folgende
offi=
ziöſe Mitteilung des „Popolo d’Italia‟: Die unvorhergeſehene
Steige=
rung des Wechſelkurſes, welche den Lire von 106 bis 114 und 115 in drei
Tagen brachte, läßt die italieniſchen Finanzkreiſe vollſtändig kalt. Dieſe
Steigerung kommt nur aus dem Ausland. Das müſſe zuerſt feſtgeſtellt
werden. Der amerikaniſche Markt, welcher der Finanzmarkt der ganzen
Welt ſei, ſei i dieſen Tagen dem italieniſchen Kredit ganz beſonders
günſtig. Das erſehe man daraus, daß alle italieniſchen Staatsanleihen
dieſer Tage auf dem mexikaniſchen Markt in wenigen Minuten überzeichnet
wurden. Die ſogenannte Morgananleihe ſei ſogar um 25 Cents über
den normalen Emiſſionskurs geſtiegen, was als ein Erfolg erſten Ranges
anzuſehen ſei. Dieſe Steigerung der Wechſelkurſe habe rein innere
in=
dividuelle Beweggründe. Es gebe Leute, welche auf einmal angefangen
hätten, Pfunde Sterling und Dollar an ſich zu bringen, in der Hoffnung,
daß der Papierumlauf geſteigert würde. Das Blatt erklärt, daß eine
ſolche Hoffnung geradezu albern ſei. Der Papierumlauf ſei im Dezember
um 80 Millionen zurückgegangen und werde gemäß den Vorſchriften der
fasciſtiſchen Regierung immer mehr zurückgehen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 13. Januar.
Die Erklärungen des Reichsfinanzminiſteriums, daß es durchaus
nicht in ſeiner Abſicht liege, die Reichsanleihen in neue verzinsliche
An=
leihen umzuwandeln, hat zwar dem Geſchäft auf dem Anleihemarkt
ge=
ſchadet und die Umſatztätigkeit bedeutend eingeſchränkt, wenn auch die
Kurſe nicht ſonderlich viel einbüßten, der Effektenmarkt blieb aber davon
faſt vollkommen unberührt. Namentlich auf dem Kaſſamarkt hält die
Nachfrage unvermindert an, wobei ſich die Spekulation wahllos auf alle
Papiere ſtürzt, die den Parikurs noch nicht erreicht haben. Auf dem
variablen Markte iſt dagegen das Geſchäft lange nicht ſo ſtürmiſch,
immerhin aber weiter feſt. Hier dürfte die Nähe des Medios ſich einer
weiteren Ausdehnung des Geſchäftes in den Weg ſtellen. Die
Kurs=
beſſerungen ſind aber wieder üiberwiegend, beſonders die Chemiewerte
ſtanden im Vordergrund J.=G. Farben gewannen bei lebhaften
Um=
ſätzen 3½ Prozent und Scheideanſtalt die man jetzt immer häufiger mit
der Farbeninduſtrie in Verbindung bringt, 2½ Prozent (tatſächlich
ſollen die beiden Unternehmungen an der Verbeſſerung einer Erfindung
der Scheideanſtalt arbeiten). Leicht abgeſchwächt war dagegen der
Mon=
kanmartt und die Banken, während die Kaliaktien auch heute ihre
Kurs=
ſteigerung um durchweg 3 Prozent fortſetzen konnten. Lokale Käufe
in Adlerwerke hatten eine 2prozentige Kursbeſſerung zur Folge, auch
Neckarſulmer waren höher, während Daimler etwas nachgaben.
Elektro=
werte bei zeitweiſe ſtarker Nachfrage ſteigend. Ferner waren die
Bau=
unternehmungen gefragt, ebenſo die Zuckeraktien. Deutſche Anleihen
naturgemäß etwas ſchwächer. Auch die ausländiſchen Renten wurden
ungünſtig beeinflußt und etwas ſchwächer. In der zweiten Börſenſtunde
verſtärkte ſich die Nachfrage nach Chemiewerten weiter. J.=G. Farben
gewannen abermals 2 Prozent. Auch Elektrowerte wurden ſtark
bevor=
zugt und gewannen mehvere Prozent zu den bereits höheren
Anfangs=
notizen. Auch Banken und Montanwerte konnten ihre leichten
Kurs=
verluſte aufholen. Schiffahrtswerte ſtiegen noch um 2 Prozent, während
Adlerwerke im weiteren Verlaufe auf Gewinnmitnahmen ihren
Anfangs=
gewinn wieder einbüßten. Tägliches Geld 3 Prozent.
Die Abendbörſe hatte auf den Terminmärkten vergrößertes
Ge=
ſchaft. Im Durchſchnitt ſtellten ſich daher Kursſteigerungen von etwa
Prozent ein. Montanaktien waren beſonders bevorzugt, an der Spitze
Eelſenkirchen mit 188,5 (pl. 2,5), Stahltruſt 156¾ (pl. 0,5), Rheinl.
KreunFahla 25c (hr. 1) auf die Einbe iebung der Braunkehle in die Gas=
fernverſorgung. Am Chemiemarkt waren J. G. Farben gut gehalten,
32734 (per Kaſſe 327), Metallbank und Metallgeſellſchaft ſtellten ſich ein
Prozent niedriger. Scheideanſtalt 233. Bankaktien blieben unverändert.
Auch Elektropapiere waren wenig verändert, nur Lahmeyer ſehr feſt auf
den großen Beſitz an Untergeſellſchaften, deren Kurſe in der letzten Zeit
bedeutend ſtiegen, 163 (pl. 5½ Prozent), Siemens u. Halske 207¾ (pl.
1¾), dagegen A.E.G. 172 (—1). Auch Schiffahrtsaktien wurden lebhaft
gekauft, ohne bedeutende Kursveränderungen. Nordd. Lloyd 1622/, (pl.
*/s). Am variablen und Einheitsmarkt ſind Autowerte geſucht, beſonders
Adler=Kleyer 125 (pl. 3). Sonſt: Elektr. Lieferungs=Geſ. 17934 (pl. 134),
Verein chem. Induſtrie Mainz erſtmalig ſeit Jahresfriſt wieder auf
Pa=
ris: 100 (pl. 2,2), Waiß u. Frehtag 174 (pl. 1,5). Dagegen waren
nied=
riger Bing Metall 58 (—1) und Dyckerhoff u. Widmann 55½ (—1¾4).
Anleihen konnten ſich eher etwas erholen: 5proz. Kriegsanleihe 0,885. —
An der Nachbörſe ſetzten Terminpapiere mit weiteren Steigerungen und
lebhafter Nachfrage ein. Sehr feſt Rheinſtahl 202½ z. G., J. G. Farben
327,75, Stahltruſt 156,50, A.E.G. 172 G., Gelſenkirchen weiter geſucht
189,25 G., Nordd. Lloyd 162 G. Kriegsanleihe 0,887½ G., aber
Schutz=
gebietsanleihe 16,85
Im Abenddeviſenverkehr hörte man Auszahlung
Mai=
land wieder etwas ſchwächer, mit 113 Lire pro Pfund. Sonſt hörte man
für London gegen Kabelauszahlung New York 4,8525 Dollars, für
Lon=
don-Paris 122,1 Franes, für London—Madrid 30,30 Peſeten. Deviſen
gegen Mark waren angeboten, und zwar Dollars mit 4,2170 Pfunde mit
20,/46 RM.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 13. Januar.
Die Beſvegung des Markts der heimiſchen Staatsrenten hat
auf=
gehört, nachdem die Gerüchte über eine Beſſerſtellung der Neubeſitzer
offiziell dementiert ſind. Die Kriegsanleihe und die Einzelſtaatlichen
Anleihen wurden ſtärker realiſiert und lagen daher unter Druck. Die
Tendenz der Dividendenwerte des bariablen und Terminmarkts war
freundlich, allerdings mit Ausnahme der Bankaktien und Montanwerte,
in denen Realiſationsneigung herrſchte. Lebhafte Umſätze fanden nur
in beſonderen Einzelpapieren ſtatt. Außerordentlich bemerkenswert blieb
der für Kaſſawerte immer noch ſteigende Beſtand an Kaufaufträgen des
Publikums, das für gut rentierende Induſtrieaktien Anſchaffungen in
großem Umfange vornahm. Auch auf dieſem Gebiet wirkte die
Zins=
fußſenkung noch nach, zumal Goldhypothekenpfandbriefe in erheblichen
Beträgen nicht zu erhalten waren. In feſtverzinslichen Renten iſt eine
gewiſſe Knappheit eingetreten, die Tendenz der alten Pfandbriefe und
Obligationen ſowie der Goldwerte=Emiſſionen wiederum günſtig
be=
einfluſſend. Am Geldmarkt war die Lage ſehr flüſſig. Die Sätze hielten
ſich auf der geſtrigen Höhe. Privatdiskont ein Viertel Prozent
unter dem notierten Satz, ohne daß Abgeber vorhanden waren und der
Bedarf einigermaßen befriedigt werden konnte. Am Deviſenmarkt blieb
die Nachfrage nach Dollardeviſen beſtehen, ſo daß die Reichsmark mit
4,2175 bis 4,2185 weiter nach unten neigte. Der obere Goldpunkt dürfte
etwa um 4,22 liegen. Sehr feſte Haltung hatten die ſpaniſche Währung
mit 30,25 und die italieniſche Lira. London-New York 4,8527. An den
Terminmärkten waren bedeutende Steigerungen für Kaliwerte zu
ver=
zeichnen, in denen Intereſſenkäufe ſtattfinden ſollen. Kali Aſchersleben
plus 3½, Weſterregeln plus 2½. Chemiſche Werte belebt. J.=G. Farben
feſt 326, nach 324 bei der erſten Kursfeſtſtellung. Im Vordergrund
ſtan=
den ferner Elektroaktien de Tyrel plus 8, Licht und Kraft plus 3,
Hamburger Elektr.=Werke plus 3, Pöge plus 3½.
Reichsbahnvorzugs=
aktien wurden zu anziehenden Kurſen 116 gekauft, da man durch die
Aufnahme des Ultimohandels am 18. Januar eine ſtärkere Beachtu 4g
dieſes Papiers erwartet. Die Aktien haben bekanntlich eine 7proz.
Divi=
dendengarantie. Schiffahrtswerte wurden unter Hinweis auf ihren
Freigabecharakter bis 2 Proz, höher bewertet. Im übrigen zeichneten
ſich einige Spezialwerte durch feſte Kurſe aus.
Im weiteren Verlauf der Börſe konnten auch Montanwerte etwas
anziehen. Beſondere Aufmerkſamkeit lenkten nach wie vor verſchiedene
Nebenwerte auf ſich. Privatdiskont, kurze Sicht 41/, lange Sicht
4½½s Prozent. Die Nachbörſe brachte keine namhaften Bewegungen. An
den Terminmärkten überwog eine geringe Abgabenneigung, die
gegen=
über den amtlichen Schlußkurſen vereinzelt Kursſenkungen von ½—1
Prozent ergaben. Elektroaktien gingen allerdings mit weſentlichen
Tagesgewinn aus dem Verkehr. Auch ſonſt war die Grundſtimmung
durchaus widerſtandsfähig. J.=G. Farben hörte man gegen 2.30 Uhr mit
327, Nordd. Lloyd mit 162. Hapag mit 176, Harpener mit 191,5,
Rhein=
ſtahl mit 201, Vereinigte Stahlwerke mit 156, Phönix mit 137
Gelſen=
kirchen mit 188, Rheiniſch=Weſtfäliſche Elektrizitätswerke mit 218,75,
Lahmeyer mit 162,5, AEG. für 172,75 B., Siemens mit 205,5,
Adler=
werke mit 124 nach 119.75. Sehr feſt notierten Baheriſche Hypotheken=
und Wechſelbank mit 224 nach 220. Sonſtige Bankaktien ſtill.
Kom=
merzbank 222,5, Darmſtädter u. National 269,5, Mitteldeutſche erholt
190F)s. Kriegsanleihe nach Schwankungen 0.885.
12. 1. 1 13. 1.
12 1. 13. 1.
Aſchaffb. Zellſtoff.
24s. — 247.-
181.— 1181.— Semoor Zement.
1115
117.5
Augsb.=Nürnb. Maſch / 139.5 1138.— Hirſch Kupfer.
Bamag=Meguin
1175.5 176.75
64.5 65.5 Höſch Eiſen.
Berl. E.W. Stamm
28.3
28.5
177.25 1178.— 1Hohenlohe Werke
Berlin. KarlsruheInd / 111.25 1115.— 1Kahla Porzellan
131.-/ 128.75
Braunkohl.=Briketts. 187.— 1190.— Lindes Eismaſch
189.— 190 —
Bremer Vulkan
128.— 1129.— Lingel Schuh.
95.—
Bremer Wolle..
189.5 181.— „Linke u. Hofman
92.— 92.—
Teutſch.=Atlant. Tel. / 142.— 1142.— 12. Loewe u. C
289.— 294.—
Deutſche Maſchinen. / 120.— 122.—
143.— 141.—
C. Lorenz".
Deutſch.=Nied. Tel.. . 1 17.—
17.75 INdl. Kohle..
197.— 197.—
Teutſche Erdöl ....."
Deutſche Petroleum.
Zlt. Kaliwerke. . ..
Donnersmarckhüte . .
Tynamit Nobel. . . . .
Rektr. L eferung. . . .
G. G. Farben ......"
2. Friſter. . . . . . . . . ."
Taggenau Vorz.. . . .
Eelſenk. Gußſtahl. . .
G. f. elektr. Untern..
Halle Maſchinen. . . .
Han. Maſch. Egeſt.. . .
Hanſa Dampfſchf.. . .
Amſterdam= R.
Buenos=Aires.
Prüſſel=Antw
Cslo.
Kopenhagen
Stockholm „
Kelſingſors ..
Italien ..
London ..
Nen=York. .
Paris ..
Schneiz
Spanien . ..
168.— 116.— 116.— Sächſ. Gußſtahl 55.—
15.75 60.— Siemens Glas. 180.— 15.875 Ver. Lauſitzer Glas 208.— 218.— Volkſtedter Porzell. 77.— 192.— 192.— Weſtf. E. Langendree‟ 65.75 142.— 144.— Wittener Gußſtahl, 62.— 200.5 Af. Wanderer=Werke. . .. ſ. 225. —
Deviſenmarkt.
12. 1. 13. Geld Brief Geld Brief 168.5 168.93 168.3 168.7612 1.739 1.74: 1.739 1.7431 58.57 58.7 58.57 58.71 107.8 108.08 108.1 108.39 112.3 112.5‟ 112 2 112.5 Mi2.5 112.74 112.51 112.79/é 10.594 10.634 10.59 10.63 15 17.80 17.84 18.30 18.34/R 20.439 20.491 20.434 20.490 14. 2125 2225 4.212 1.222 7 16.73 16-7 16 73‟ 16.775/ s1.19 81.3‟ 81.11 81.37 66.69 66.85 67.52 67.6811 12. 1. 13. Geld Brie 59.3. 59.4 9.31 12.47 12.513 12.47 73.66 73.84 73.65 2.05 2.06 2.056 0.485 9.487 0.49 3.04 3.05 3.04 7-415 7.435 7.42 2.117 2.121 2.11 21. 545 21.595 1.545 81.5 81.71 81.49 5.31 5.33 5.31 4.203 4. 213 4.203 4.25 4.261 4.25 139.5
93.5
13.5
113.—
137.625
128.875
161 —
178.—
164. —
76.—
65.25
64.75
227.—
Geld /Brief
59.45
12.50
3.83
Aane
0.493
3.05
7.44
2.127
21.595
81.69
5.33
4.203
4.26
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 13. Jan. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt eröffnete in ſtetiger Haltung auf
Baiſſedeckun=
gen, dann trat eine Abſchwächung ein auf günſtige Berichte aus dem
Winterweizengürtel und die Exportnachfrage ſich in engen Grenzen
hielt.
Mais: Ungünſtige Witterungsberichte aus den Maisgebieten und
ſtärker hervortretende heimiſche Lokonachfrage hatten einen feſten
Ver=
lauf zur Folge. Der Schluß war abgeſchwächt.
Hafer: In Sympathie mit Weizen verkehrte der Markt in ſchwacher
Haltung.
Baumwolle: Der Markt nahm einen vorwiegend feſten Verlauf,
da die Kaufluſt der amerikaniſchen Spinner anhielt und das
Pflück=
wetter anhaltend ungünſtig iſt.
Kaffee: Kaufreſerve des hieſigen Handels und ſchleihter
amerikani=
ſcher Konſum bewirkten eine Abſchwächung, wozu noch braſil. Angebot
beitrug. Im Schlußverkehr trat eine Erholung ein auf höhere
aus=
ländiſche Notierungen.
Zucker: Der Markt nahm einen ziemlich ſchwachen Verlauf auf
größere Liefernotizen gegen Termin, niedrigere ausländiſche
Notierun=
gen und Kaufreſerve der Raffinerien.
Kakao: Der Markt nahm einen ſchwächeren Verlauf auf niedrigere
ausländiſche Notierungen, Kaufreſerve der Fabriken und einen
ſchwäche=
ren Verlauf der Lokemärtte.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 18. Januar. Weizen ink. B,75
bis 30, ausl. 30,75—32,75, Roggen inl. B.25—25,75, ausl. 26,50—26,75,
Hafer inl. 19,25—20,25, Braugerſte 27—30, Futtergerſte 21.50—22,50,
Mais 18,75—19, Weizenmehl 40,50—40,75, Weizenbrotmehl 28,50—30,75,
Roggenmehl 36—37, Weizenkleie 12. Naps 16.50—17.
Frankfurter Produktenbericht vom 13. Januar. Die Haltung au
hieſigen Markt konnte ſich heute weiter befeſtigen, da die höheren
Notierungen der ausländiſchen Börſen anregten. Weizen und Roggen
erfuhren eine Erhöhung um je 25 Pf. Ebenſo zog Roggenmehl 50 Pf.
an. Für Futtermittel blieb die Tendenz feſt und lebhaft. Weizen 29,B
bis 2,50, Roggen 25—25,25, Sommergerſte 25,50—27, Hafer inl. 20,25
bis 20,75, Mais 19, Weizenmehl 40,50—41, Roggenmehl 36,50—37,
Weizenkleie 12,25—12,50, Roggenkleie 12,50—12,75.
Verliner Produktenbericht vom 13. Januar. Die höheren
Auslands=
forderungen, dehnten die Kaufneigung im Berliner Produktenhandel
heute wieder auf Weizen aus. Auch die Tatſache, daß geringeres
Weizen=
mehl jetzt billiger als Roggenmehl zu hoben iſt und daher lebhaften
Abſatz findet, hat das Intereſſe für Weizen geſteigert und die Preiſe im
Lieferungshandel bis 4 Mark ſprunghaft anziehen laſſen. Die Angebote
aus der Provinz waren heute für Noggen etwas größer, die
For=
derungen aber erneut erhöht. In Uebereinſtimmung mit den auch vom
Ausland geſteigerten Schiffsforderungen zogen hier die Preiſe bis
2.50 Mark an, wobei vordere Monate den größten Gewinn
verzeich=
neten. Gerſte und Hafer bei einiger Zurückhaltung in den
Inlands=
angeboten behauptet. Hilfsfutterſtoffe, Oelſaaten uſw. rhig.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 13. Januar. Aufgetrieben waren 17
Ochſen, 4 Kühe, 117 Kälber, 3 Schafe. Der Preis betrug für Ochfen
und Kühe pro Pfund: 50—55 Pf., ſür Kälber 70—84 Pf., für Schafe
35—40 Pf. Marktverlauf: für Großvieh ſchleppend, Ueberſtand, für
Kälber und Schafe geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 13. Januar. Dem heutigen
Kleinufeh=
markt waren zugefahren 30 Schafe, 90 Kälber 118 Schweine und 911
Ferkel und Läufer. Bezahlt wurde für Kälber 82—84, 74—76. 64—70,
Schweine 74—75, 75—76, 74—75 72—73, 70—72 Mk. für je 50 Kilo
Lebendgewicht, für Ferkel und Läufer 17—44 Mk. pro Shick.
Maukt=
verlauf: Mit Kälbern lebhaft, geräumt; mit Schweinen ruhig, langſom
geräumt; mit Ferkeln und Läufern mittelmäßig.
Frankfurter Viehmarkt vom 13. Januar. Der Auftrieb des heutigen
Nebenmarktes beſtand aus 70 Rindern, 1143 Kälbern, 453 Schafen und
553 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der
vergangenen Woche waren 280 Kälber und 380 Schweine mehr
an=
getrieben, dagegen ſtanden 15 Schafe weniger zum Verkauf.
Bezahlt=
wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 76—82, c) 67—75, d) 60
bis 66. Schafe a) 40—46, b) 35—39, c) 30—34. Schweine von über drei
Zentner Lebendgewicht 68—70, von 240 bis 300 Pfund 68—71, von 20
bis 240 Pfund 68—71, von 160—200 Pfund 68—71, von 190—160 Pfund
66—68. Im Vergleich zu den Notierungen vom letzten Hauptmarkt
waren Kälber 3—4 Mark und Schweine 4 Mark billiger während ſich
Schafe behaupten konnten. Marktverlauf: Sperrmarkt. Kälber werden
bei ſchlependem, Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. Geſchäft in
Schweinen langſam und Ueberſtand. Die Fleiſchgroßhandelspreiſe
wurden wie folgt feſtgeſetzt: Ochſen= und Windfleiſch 1. Qual. 90—98,
2. Qual. 85—90, Brllenfleiſch 85—90, Kuhfleiſch 1. Qual. 60—70, 2. Qual.
50—60, 3. Qual. 40—50, Kalbfleiſch 2. Qual. 100—110, Hammelfleiſch 70
bis 85, Schweinefleiſch 88—92, Gefrierfleiſch, Rindfleiſch, Vorderviertel
52 und Hinterviertel 58.
Kleine Wirtſchaftsnachrichien.
Die Hirſch=Kupfer=Gruppe, Berlin, und die Firma R. W. Schmöle
in Menden haben von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht und
den Kupferrohrverband ber 31. März gekündigt.
Entſprechend dem Vorgehen der Reichsbank, hat auch die Badiſche
Bank mit Wirkung vom 12. Januar den Diskontſatz von 6 auf 5
Proz=
herabgeſetzt, bei Aufrechterhaltung des bisherigen Lombardzinsfußes von
7 Prozent.
Als Ergebnis der Verhandlungen zwiſchen Generaldirektor Roſtberg
und Geheimrat Klöckner iſt ein Vorvertrag zuſtande gekommen, der die
vom Wintershall=Konzern und den Klöckner=Werken projektierte
Miſch=
düngerfabrikation behandelt. Es ſei geplant, eine Verſuchsgeſellſchaft
zu gründen.
Nachdem ſeit Beendigung des engliſchen Bergarbeiterſtreiks ſowohl
im November, wie im Dezember lediglich Ruhrkohlenankünfte auf deur
Waſſerwege über den Lübecker Hafen zu verzeichnen waren, trafen
nun=
mehr in einer Woche insgeſamt 4400 Tonnen engliſche Steinkohle auf
dem Seewege im Lübecker Hafen ein.
Nach den Mitteilungen des Handelsinformationsbureaus ban der
Graaf u. Co. wurden in den Niederlanden im ganzen Jahre 1926
3793 Inſolvenzen bekanntgegeben gegen 4176 im Jahre 1925.
Der Pariſer Kalivertrag iſt abgeſchloſſen zwiſchen dem Deutſchen
Kaliſyndikat auf deutſcher Seite und der Société Commerciale de
Potaſſe d’Alſace in Mülheim und Paris, den Mines Dominiales de
Potaſſe d’Alſace und der Aktiengeſellſchaft Mine de Kali Ste. Theréſe
auf franzöſiſcher Seite.
Auf Grund der ſtatiſtiſchen Angaben über den Leinenſtandard in
Frankreich läßt ſich feſtſtellen, daß die Mehrzahl der franzöſiſchen Waren
den Durchſchnitt des Weltindex bereits überſchritten haben.
Nach einer Brüſſeler Meldung hat die Belgiſche Nationalbank
vorgeſtern den Diskont von 7 auf 6½ Prozent ermäßigt. Der Zinsſatz
für Darlehen und Vorſchüſſe in laufender Rechnung und öffentliche
An=
leihen wird mit 8 Prozent aufrecht erhalten.
Am 1. 1. iſt das polniſche Geſetz über die Zwangsliquidierung von
Banken, deren Kapital nicht die vorgeſchriebene Mindſtehöhe von einer
Million Zloty beträgt, in Kraft getreten. Von der Liquidierung
wer=
den 42 polniſche Kleinbanken betroffen, deren Liſte nunmehr
veröffent=
licht wird.
Nach der amtlichen „Lietuva” hat der Warentranſit durch Litauen
in den erſten neun Monaten im allgemeinen eine erhebliche Steigerung
gegenüber der gleichen Zeit 1925 erfahren. Im Jahre 1926 hat
ins=
beſondere der deutſche Tranſit durch Litauen eine bedeutende Zunahme
zu verzeichnen.
Die Firma Thyſſen, die mit der Anlage von drei Kohlengruben
im Donezbecken begonnen hat, hat 75 deutſche Meiſter und Techniker
zur Leitung der Arbeiten nach dem Donezbecken entſandt.
Die öſterreichiſch=tſchechiſchen Handelsvertragsverhandlungen machen
weiter raſche Fortſchritte. Die Ausſichten ſind gut.
Demnächſt wird in Bukareſt eine Konferenz der Vertreter der
öſter=
reichiſchen, ungariſchen, tſchechoſlowakiſchen, jugoſlawiſchen und
rumä=
niſchen Produktenbörſen ſtattfinden. Zweck der Bergtungen iſt die
wei=
tere Vereinheitlichung der Börſenuſancen.
Für den Monat Dezember 1926 weiſen die großen
Erdölgeſell=
ſchaften Rumäniens folgende Produktionen auf: Aſtra Romana 42 290
Tonnen Creditul Minier 52 000 Tonnen, Steaua Romana 35 000 To.,
J.R. D. P. 22000 To., Concordia 3500 To. uſw.
Die Nachricht von der Ermäßigung des deutſchen Diskontſatzes von
6 auf 5 Prozent hat an den ſchweizeriſchen Börſen eine ſtarke Belebung
hervorgerufen. Ueberall konnten Kursſteigerungen und eine lebhafte
Kauftätigkeir beobachtet werden,
Zur Durchführung der geplanten Selbſtändigkeit der
Petroleumlei=
tungen von Campina, Ploeſti, Feteſti nach den Hafenorten Baicoin,
Buzau, Conſtanza und Grurgiu, ſoll nach dem von einer
Spezialkom=
miſſion ausgearbeiteten Plan eine Aktiengeſellſchaft unter Beteiligung
des rumäniſchen Staates gegründet werden.
Der Wert der Goldproduktion der Vereinigten Staaten ſtellt ſich
für das Jahr 1926 auf 47,299 Mill. Dollar. Silber wurde im Werte
von 38,71 Mill. Dollar produziert.
Wie aus New York berichtet wird, ſind größere Abſchlüſſe an
ein=
geführtem Kali in der letzten Zeit kaum zuſtande gekommen. Die meiſten
amerikanifchen Verbraucher beobachteten eine ſtarke Zurückhaltung und
dürften noch zu niedrigeren Preiſen eingedeckt ſein.
Die amerikaniſche Stahlerzeugung erfuhr im Dezember einen
wei=
teren erheblichen Rückgang auf 3 472000 Tonnen gegen 3 722000 Ton
gen im November und 3 971 000 Tonnen im Dezember des Vorjahres.
Union Thester
Geite 14
Freitag, den 14. Januar 1927
Nummer 14
Darmſtädter 7. Nationglbank. Kommanditgeſelſchaft auf Aktien. Darmſtadt. Sranfurter aurscbericht von 2. Januar1281.
Staatspapiere
a) Deutſche
6 ½½Reichsp.=Sch.
b. 1. 10. 30.
72 Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟,%6 H. V.: Sch.
p. 1. 4. 29
S,7 Pr. St.=Sch.
b. 1. 3. 29
E,20 Pr. St.=Sch.
b. 1. 10. 30
7% Sächſ. Fr.=Sch.
b. 1. 7. 29.
220 Sächſ. Fr.=Sch.
„b. 1. 7. 30
611,2Württ. F. Sch.
b. 1. 3. 29.
Dt. Ablöſungs=Ank.
einſchließlich.
Ausloſungsſcheinen
Vorkriegsanleihen
52 D Reichsanl.
43 D. Reichsanl
4½ D. Schutzgb. v.
08—11 u. 13.1
425 2. Schutzg. v.14
4B Preuß. Konſ.
4% Baden. .....
45Bayern ...
42 beſſen.
42 Bürttemberger
b) Ausländiſche
52 Bos. C.B. 1914 4
55„ SInd. 1914
48% z 1898 —.=
4½% n 1902 ...
5% Bulg. Tabalos
4½% Oſt. Staarsr.
b. 1913, Kdb. 1918
½%Oſt. Schatz. 141
353.5
0.885
16.80
16.80
0.92
34.5
4½ %Oſt. Silberr./ 6.25
Goldr.
42 „einh. N. ſkon)
32 Port./Spz ) UI
52 Rum.am.R.03.
4½% Gold. 18. : 1 22.75
47 „ amkonv.. 9.5
422 am. 05. 10
42Türk. (Adm.)03 —
425 Türk. Bagd. 1 25.75
4%. (Bagb.)7k 210.
1911 Zoll. 16.85
42
4½% Ung. St. 1913/ 257
4½% „ St. 1914/ 257
28.5
425 „ Goldr.
425 St. 10 24.,6
48 Kronr. .
320 „ Eiſ. Tor.,6.
Außereuro.
päiſche
5%0 Merx=am.inn.
5% äuß 99 ...
425 . Gold 94,ſf.
3% z lonſ. inn.
4½% Frigat.
5STamaulivas 1.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. 6./1
8% „.
68 Berl. St.=Gold.
5% Darmſt. St.=G.
82 D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf.)=
18%0 Frif.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr. ..
8% Frkf. Pfbr=Bk.).
Goldpfdbr.
5% Frf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr..
33.1
110
102.5
95
103.5
104
102.5
92
782 Komm. 2bb. D,
Goldſchuldver.
82 Heſſ. Odb. Gold.
102 Komm=Elektr.
Mark Hag,) Gol.
825 Mannh. St.=c.
825 Mainz St.8.
825 Naſſ. Odb. Gold.
22 Pfälzer H. B.),
Goldpfandbr.
8%0 Pforzh. St.=G.
82Pr.C.=B.Cr.=B.
Goldpfandbr..
82 Rh. byp.=B. 6.
711,JRh. St.W. 25
10% Rh.=Weſtf.B.=!
Gr.=Bk. Goldpf.!
188
825Südd. B. Fr.=ß.
Goldpfandbr. . ..
Ohne Zins:
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
8 %Großkr. Mannh.)
Kohl. 23
8% beſſ. Brl.=Rog.
23
5% Roggen „23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Noggenw
5 % Südd.Feſt=B. 6
Borketegs-cyp.G.)
Pfandbriefe.
Bah== Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bayr. Hyp.u.Wechſ
Berliner Hyp. Bk.)
Frkſ.Hyp.=Bk. .
Frrf. Pfandbr.=Bi.
Hamb. Hyp.=B.
Mecklb. Hhp.=u. Bb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordb. Gr.=Cr.=Br.
Pfälz.Gyp.=Bk. . 1
Preuß.Bod.Fr.=B.
Pr.Cent.=B.Cr.=B.
1164.75
1o8‟
100
100
102.5
1935
3142
15.2
An
16.50
17.15
13.32
10.5‟
141,
17.7
14.85
Breuß. Bfdbr.=Bk. 14.30
Rhein, Hyp.=B. 15.02
Rh.=Wſtf. B.Cr.=B./ 13.72
Südd. Bodenkr.
Bürtt. Hyp.=Bl. 16.8
Staatl. od. prov.
garantiert
Seſſ. L.=6np.=B. 13.0*
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau,. Odsb. .. 8.12
Obltgationen v.
Transportanſt.
42Dux.Bdb. Em.91
„ 93/ 28
L2e
4% Gliſ.=Bahn ſtfr.) 7.3
425 Galiz. Carl.
Lub.=B.)
425
abg.
42 Kaſchau=Oderb.
„ abg.
479
529 Oſt. Nwſtb. 74
526 Oſt. Südb. 19.
2,6% Ate ..
2,62 Neue „.
5e8 Oſt.=Ung. 73/74 24
42Oſt. Staatsb. 83 12.5
3%Dſt. 1b.s.E. 21.3
3%Oſt. 9. E.
320Oſt. 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz 20.25
320 Naab Dedba. 83/ 39
g1l 25
3% „
13% „
97/ 26
42 Rud. Silber 11
4. Rud. Salzig.)
4½% Angt., S.l. 311,
4½% Anat., S. II.
4½% Anat. S. III
1225 Salon.Mongſt.)
5% Tehuantepee.
472
34.5
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit:.. 175.75
Bad. Bk. .
178
Bk. f. Brauind. . . 206
Barmer Bankb. 189
Bah. Hyp.=Wchſ. .ſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb.
Darmſt.u. Nat.=Bi. 388
Deutſche Ban!.
D. Eff.u. Bchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein. 164.5
D. Vereins=Bk.
Disl.=Geſelſch. ..:1
Dresdener Bk. ...1
Frankf. Bk. .....
Frkf. Hyp.=Bk. .
Friſ. Bidbr.=Bk. .. .
Gotha. Grundkr.Bk.
Lur. Intern. Banf
Metallbank. ....!.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. .
Reichsbank=Ant.
Nhein.Creditbk. . . 1
Rhein=Hyp.=Bk. ../5
Südd. Dise.=Geſ. 168
Hſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Bochum.Bergb. ..
Buderus......!1
Dt. Luxemburg... /1
Sſchw. Bergw. .
Gelſenkirch,Bgw. .I.
Harp Bergb...
Nſe Bergb. St..
„ Genußſchein. „ſ.
Kalt=Aſchersleb. .1
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln. .
Aldänerwerke. .
Mannesm.=Röhr. /21..
Mansfelder . ....:/149
Oberbedarf ....:/122
Otavi=Min.=Ant. .
Phönis=Bergb. ... /136.5
Rhein. Braunk. . . /9
Rhein. Stahllw. . ./.
A. Riebea Montan/:
Rombach. Hütte 1
220
255
222
192.5
155
134
185.75
188
172.5
199
179
13‟,
184.5
183
200
159
159
198.5
9.5
64
Salzwerk Heilbr. .I.
Telus Bgb. —.../116
Ver. Laurahütte „ /87.5
Ver. Stahlwerke. 156.25
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger....=
Hereules. Heſſiſche
Löwenbr.=Münch.
Mainz Aktienbr.
Schöfferhof Bind. )
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Verger
118.5
188
173
188
1268.5
1161.5
170
174.75
166.5
41.
255
253
184.5
13.25
Arrum. Berlin.
Adler & Oppenh
Adlerw. (p. Kleye
SSE.A.G.B3
5 2A E. 6.*
A. E. G. Stamn
Anglo=Cont. Guano
Aſchaff. Zellſtoff : ./u83
Badenig (Beinh.)
Bad. Maſch. Durl.,/124
Bad.Uühren. Furtw./ 38.9
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg .
Bahr. Spiegel ...179
Bec & Henkel ..../107.5
Vergmann Et.:
Bing. Metall. 59
Brem.=Beſigh=Ol. 92.5
Bürſtenfbr. Erlang. 94
Fement=beidelb. 114z
Cement, Karlſtadt 169
Cement. Lothr.. ..
Chem. Albert. . ../175
Chem. Brockh. „107
Chem. Milch ...../1a0
Daimler=Benz A. G. 83.4
Dt. Eiſenhandel. /105
Deutſche Erdöl .../180
D. G.u. Silb. Scheid, 234
Dingler, Zweibrück.!
1129
290
so2.5
153
176
188
54.
70
168
186
122
101
33
1721,
67
171.
7Dresd. Schnellpr.
Dürkopp...
Dürr. Ratingen 54.75
Oyckerhoff & B.
leiſenw. Kaſſersl. 70
„Gl. Licht u. Kraft 184
177.5
E. Lieferung.
Eli. Bad. Wolle
Email, uirich.
Enzinger Berke „/107
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn...
Faber Bleiſtift „./137
Faber & Schleicher 115.
Fahr, Pirmaſens. 38.75
Farbenind, J. G. 325
Felten & Guillegu. 170
Feinmech. (Fetter) 108
Feiſt, Sert. Erkf. 79
Frankfurter Gas „160
Frankfurter Hof 113.75
Frkf.=M. Bolzu. B. 91
Fuch. Waggon St. 6.ses
Beiling & Cie. .../101
Germania Linol., /232
Gelſenk. Gußſt. .. 15.7s
Goldſchmidt, Th. /4s0
Botha Waggon..
Gritzner, Maſch.. . /138.75
Grün & Bilſinger : /169
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen ....=
Hanfw. Füſſen „„/1as.25
banſa Lloyd, Br./ 75.25 1=
Hartm. & Braun. /131.
Geyligenſtaedt. .. 48
Hilpert, Armatur. 82
Hindrichs=Aufferm. 119.5
birſch Kupfer . —114
Hoch=Tief Eſſen 126
Holzmann ....... /182
Holzverk. Ind.::. 89.5
Hydrom, Breslau: 69
Fnag ..........
Funghan: St. ../117
Kammg. Raiſersl. 150.,5
Karlsruher Nach. 55.5
„Karſtadt R..—.
Klein Sch. & Becker 112
gnorr, Heilbronn /174.5
Konſerv. Braun ../85
grauß, Lokom.
Lahmeyer .
Lech. Augsburg. . 133.25
Lederw. Rothe.
„ Spicharz., 35
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle /69
Zudwigsh. Walzm. 140
Lüdenſcheid Metali”
Lux, Induſtrie .
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Mars=B. Nürnbergl148
Metallge), Frkf.
189
Miag. Mühlenb. ./160
Moenus, Stamm :/86.75
Motorenf. Deutz
Motorenſ. Oberurf.! 56
Münch. Lichtſpielk./120
Reckarſ. Fahrz.
121.5
Neckarw. Eßlingen
Beters Unton .„.../130
157.5
67.5
Pfälz. Näh. Kahſer/ 70
Philipps. .
Porzellan Weſſel /76
Prometh. Frkf..
Rein. Gebb. c Schallzas
Rhein.Elektr.
1174
Rgenanig, Nachen 38.us
Rütgerswerke.
139,73
Schleußner.
ne
Schneid. & Hanau. 84
Schnellpr. Frank. /111.ns
Schramm Lackf.
115
Schrift, Stemp. .148
Schuckert, Elektr. /169.75
Schuhzſ. Beſſel „../87.78
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81.
Schulz, Grünlack:
Seilind. Wolf ...19s
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Siemens & Halske a08
Süod. Immob. ..
Thürin ,. Lieſ.-Geſ./115
Ve
Ver f. Chem.Ind.
Ber.d. Olfbr.Man
Ver. Faßf. Caſſe
GummtBin=Frrl
Pinſel=Nürmnberg.
Utramarin .„
Zellſtoff Berl. ..
Bogtl. Maſch. ..
Boig: & Haefner /140
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Bayß. & Freh 1a
Bege lin Rußfbr.
Zellſt. Baldhof .
Zuckeri. Waghäufel
Zuckerſ. Frankenth.
Zuckerf. Heilbronr
Zucker Offſtein.
Zuckerf. Rheingau
Zuckerf. Stuttgart
Tranzport und
Berſicherungs=eikt.)
A. Dt. Eiſenbahn
Dt Eiſenb.=Geſ.
El. Hochbahn=Berl.
Schantung E.c. .
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag .......
Nordd. Lloyzd. ...
740—
81.5
85.8
98
103,5
102,5
123‟
176
1142
82.75
172,5
134.5
e14475
11.
Küis
188
1a6
143,75
Frkft. Allg. Berſ.
Frankona Rückb. .
Darmſt. Berte
Bahnbedarf ..."
Dampfk. Rodberg
belvert ua Kon....
Gebr. Lutz ...
Motor . Darmſt.
Gebr. Roeder .„
Benuketh sElenb.
1115
134
16.55
178
168
131
156
37.5
50
77.5
144.5
Oalast-Aſchtspiele
BelasELſchlspiele
er Film der ganz großen Besetzung!
Der große neue Welt-Schlager des D. L. S.
DleladlelTOellIe
Die Hauptrolle spielt:
PBua Mara
Außerdem wirken mit:
Liedtke, Abel, Klöpfer, Burg, Verebes, Klein-Rogge, Watschako, v. Twardowski, v. Alten, Diegelmann,
Guülder, Seriges, pieha, Grünbers, leuandouski, Plgten, Etuinger, Berber
(1109
Lustsplel, 2 Akte
Jugendliche haben Zutritt!
Neueste Wochenschau
Sauart Wahbs
Der Schuß im Pavillon
Detektiv-Roman in 6 Akten Stuart Webbs ErnstReicher
Turnhaue am Woogsplatz
Freitag, den 14. Januar 1927
abends 8 Uhr
Maver auckie
Gustau Beck
Werke von Bach, Beethoven, Wagen eil.
Rameau, Croft, Haydn, Schumann,
Chopin und Liszt.
Fbach=Konzertflägel von Heinrich Arnold.
Wilhelminenſtraße 9. 1143
Karten zu Mk.: 3.30, 2,20 u. 1.10 einſchl
Steuer b Konzert=Arnold, Wilhelminenſt. 9
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus
Freitag, den 14. Januar 1927
abends 7½ Uhr
L 10. Schülermiete weiß 4 und braun 5
Der Troubadour
Oper in 4 Akten von Giuſeppe Verdi
Muſikaliſcher Leiter: Paul Gerhard Scholz
In der Inſzenierung von Foſ. Schlembach
BühnenbildinderGeſtaltungvon T. C.Pilartz
Perſonen:
Graf Luna ..."
Leonore . . . . . . . . . Joh. Buchheim
Azucena, eineZigeunerin. Martha Liebel
Manrico
. . . . Joſef Poerner
Ferrando, Vertrauter des
Grafen
.. . . Alfred Karen
Inez FreundinLeonorens Annelies Roerig
Ruiz WaffenfreundManrieos Eugen Vogt!;
Ein Bote
.. . . Rudolf Strzeletz
Ein alter Zigeuner . . . Karl Ebert
Ritter und Knappen des Grafen Luna.
Gefährten Manricos. Nonnen. Diener
Zigeuner und Zigeunerinnen.
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſie
Pauſe nach dem 1. Akt
Anfang 7½ Uhr Ende 10 Uhr
Samstag, 15. Januar. Samstags=
Fremden=
miete (4. Vorſt.) Hänſel und Gretel. —
Die Puppenfee. Anfang 3 Uhr. Preiſe
1—10 Mk.
Sonntag, 16. Januar, Sonutags=Fremden
miete (5. Vorſt.) Robert und Bertram.
Anfang 7 Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Montag, 17. Januar. Keine Vorſtellung
Heimes Haus
Freitag, 14. Januar. Keine Vorſtellung.
Samstag, 15. Januar. Zuſatziniete V/ 8.
Uraufführung: Geld. Anfang 7½=
Preiſe 1—6 Mk.
Sonntag, 16. Lanuar, vormittags 11½
4. Morgenfeier: Liedermat nee 8
Deharde. Am Flügel: Erich Riede
0 50 und 0.80 Mk. — Nachmittags
5 Uhr. Märchenfilme: „Tichlein dee
Felis im Märchenland”. Preiſe 0.7
1 Mk. Kinder die Hälfte —Abends7
AußerMiete. EgeplagderFa niliet
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Montag, 17. Januar. 6. Konzert der
Akademie für Tonknnſt, Anfang
Residenz-Theater!
(am Weißen Turm)
Iar eiuige Tage der grole Sltantenn
Bearbeitet von Armin Petersen und Erich Waschneck
Anfang 3½ Uhr.
*5
Mur noch kurze Zeit:
PolItOtLtA
L8 H.
*
Teil
1898
BAAEaAAABAARAAA
Rhein-
str. 2
Schloß-Oafé
Rhein-
str. 2
„Schloß-Café-Ensemble‟‟
Leitung: Kapellmeister Curt Fischer
Freitag, 14. Januar 1927, abends 8½ Uhr
Großes Sonder-Konzert
Aus dem Prosgramm:
Tell-Ouvertüre . . Rossini Die verk Braut, Smetana
Der Freischltz . . Weber Samson u. Dalila Saint Sains
Eamont-Ouvertüre . . Beethoven
Sonntags von 11—1 Uhr Frühkonzert
Eigene Konditorei — Spiel- und Billardsaal I. St.
Ausschank von Fürstenberg-Bräu /Donzueschingen) !
und Tucher-Bräu (Nürubergs)
EuAHAEuAHagarnaggangnnannnnennannnnnn
7R7OIOIRSRSOSO I0:o7
Brauerei
Schul
Schloßgaſſe 25
Telephon 1816
Freitag und Samstag
Metzelſuppe
066
Im Ausſchank ff. Spezialbier
R243e:e:esesest:e:ete
6
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Seitenfabrik 1009mf
Groß-Zimmern bei Darmstadt.
Vortragsgemeinſchaft techniſch
wiſſenſchaftlicher Vereine.
Der Verein deutſcher Ingenieure,
Ortsgruppe Darmſtadt, geſtattet ſich,
die in der Vortragsgemeinſchaft
zu=
ſammengeſchloſſenen Vereine zu der
am Freitag, dea 14. d. M. abends
8 Uhr c. t., im Hörſaal 137 der Techn.
Hochſchnle ſtattfindenden
VERSAMMLUNG
ergebenſt einzuladen.
Tagesordnung:
1. Mitteilungen und geſchäftliche
Angelegenheiten.
2. Vortrag des Herrn Dr. Pothmann,
Phyſiker der Chem. Fabrik
Gries=
heim über: „Die Technik der
Schweißflamme.”
(1130
3. Verſchiedenes.
Der Vorſtand: J. A. Heidebroek.
Die III. Gharleston-
Tanzstunde
Vorgeführt von dem elegant.
Tänzerpaar Veike und
Roberto. (1111
De versis
Wochenschau.
Jugendliche haben Zutritt.
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr.
(*1109
ORM
gerdeldkle
Samstag, den
15. Januar,
abends 8 Uhr,
in den feſtlich
geſchmückten
Räumen des
Städt.
Saalbaues
Dekorierungsfeſt und
Siſtungsſeſ.
derGeſangsabteilung derOrtsgruppe
Darmſtadt des Odenwaldklubs.
Eintrittskarten mit Programmen für
Miglieder und ihre Angehörigen
1.20 Mk., für Nichtmitglieder 2.20 Mk.
) bei Robert Bergmann, Wilhelminen=—
ſraße 19 und abends an der Kaſſe. s
Wanderanzug erwünſcht.
Tanz ab 11 Uhr
Faggrggggg agfgfgg..5.
Antang 3½ Uhr. Letzte 4bendvorstellnng 8 Uhr.
Die neueste Wochenschau
Jugendliche haben Zutritt
K (ühnenvolksbd.)
Mittel=Loge, 3. Neihe
abzugeben. Angebote
unter K 234 an die
Geſchäftsſt. (ru0
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Vereinigten Geſellſchaft, Rheinſtraße 36
30jähriges Stiftungsfeſt
mit anschließendem Ball
Das ſehr reichhaltig geſtaltete Programm, unter
güt Mitwirkung erſter Kräfte vom Heſſ.
Landes=
iheater gewährleiſtet einen genußreichen Abend.
Wir bitten unſere verehrlichen Mitglieder um
zahlreichen Beſuch.
Der Vorſtand.
Mitglieder und geledene Gäſte haben freien Eintritt
V
Dieser Film ist eines der grolartigsten Geschichtsgenälce.
— das je in einem deutschen Theater gezeigt wurde. —
Nummer 14
Freitag, den 14. Januar 1927
rwiderte eine bekannte Stimme
Zorn. Grace, lieblicher zweifellos, verſchwand vollſtändig neben
ihr. Ein ſchönes Weib — und ein tapferes Weib! Dem
tüch=
tigſten Beamten in Seiner Majeſtät Geheimdienſt ſtieg das Herz
in die Bruſt herauf. Helfen mußte man ihr, nicht ſie bekämpfen!
Er ließ jede Ironie fallen. Spielte nicht mit ſeinem
Triumph.
„Frau Herzogin,” ſagte er, indem er etwas nähertrat, „Sie
vergeſſen, daß in dieſem Zimmer ein Mord — — ein Mann
er=
ſchoſſen wurde. Ganz gleich, ob mit rein menſchlichen Augen
be=
trachtet dieſer Mann den Tod verdient hat oder nicht — das
Geſetz verlangt, daß die Tat aufgeklärt werde. In unſerem
Unterſuchungsgefängnis ſitzt Lord Harald Neville, der ſich dieſer
Tat anklagt —
„Sie glauben ihm nicht?” fiel ihm Gloria ins Wort,
über=
raſcht, von ihrer Empfindung fortgeriſſen.
„Frau Herzogin — wir müſſen ihm glauben — — vorläufig.
Denn wir tappen vollſtändig im Dunkeln. Der Tod des
portu=
gieſiſchen Diplomaten Las Valdas iſt mehr als ein erime
passionel. Wir haben den ſtarken Verdacht, daß dieſer Mann in
irgend einer Verbindung mit den ruſſiſchen Plänen Ihres Herrn
Vaters ſtand.”
Das war ein kühner Schuß. Aber er ging ins Schwarze.
Beide Frauen zuckten zuſammen — — — Auch Gloria!
Scharf blickte Sir Walter ſie an. Sie war nicht viel größer
als er und doch kam er ſich ſo klein vor ihr vor! Verdammt —
war dieſes Weib ſchön!
„Was wiſſen Sie?” fragte ſie.
Er zuckte wehmütig die Achſeln.
„Nicht viel,” geſtand er freimütig. „Eben deshalb ſah ich
mich dazu gezwungen, dieſe kleine Komödie aufzuführen, Frau
Herzogin. Ich hoffe, Sie werden mich auf eine Spur bringen —‟
„Eine Frau ausſpionieren —
Ihm ſtieg unter ihrem Ton das Blut ins Geſicht.
„Frau Herzogin, muß ich das wiederholen, was ich vorhim
ſagte?” knirſchte er. „Ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich Harald
Reville ebenſo gerne aus dem Gefängnis befreien möchte
wie — — wie Sie ſelbſt. Warum alſo nicht mir vertrauen? Ich
wünſche doch nichts ſehnlicheres, als Ihnen zu helfen, Frau
Her=
zogin!“
(Fortſetzung folgt.)
Roman von E. Klein
(Nachdruck verboten.)
Ein Glück, daß ich nicht an Geſpenſter glaube! Aber wir
nüfäſſen anfangen — wenn wir die Papiere heute finden, iſt
di=rald morgen frei!“
Sie war endlich ruhig geworden. Der Gedanke an den Mann,
— für ihre Tat im Gefängnis ſaß, ihre Pflicht, ihn zu befreien,
ſac ihr all ihren Mut wieder. Sie ſtellte ſich mitten in das
Zummer und überſah es prüfend. Nun ſie ſich ihrer Aufgabe
lingeſicht zu Angeſicht fah, erkannte ſie, daß ſie doch viel
ſchwie=
irer war, als ſie ſich vorgeſtellt hatte. Jetzt hier, zur Nachtzeit
ntt der vor Angſt vergehenden Schweſter in dem Mordhauſe —
ntt dem grauenhaften Bilde vor den Augen. —
Nein — nein! Nicht nachgeben! Nicht vor ihren eigenen
ſerven davonlaufen! Haralds wegen
Des Vaters
v gen —
Wo nur um Himmels willen ſollte ſie anfangen?
Schreib=
i h? Schrank? Da war doch ſicher ſchon Ryce am Werke
ge=
vſen — —. Sie erinnerte ſich, einmal eine Novelle von Poé
(eſen zu haben, in der geſchildert wird, wie jemand ein ſehr
vrchtiges Dokument — einen Brief oder ſo etwas an eine Stelle
Ilter — — nicht? Oder war es in dem Kartenſtänder? Wer
„lte dort einen Brief ſuchen, der Sein oder Nichtſein bedeutete?
UTelleicht hatte auch Las Valdas —
Grace, die während der ganzen Zeit neben ihr geſtanden
hutte, fuhr plötzlich mit grellem Schrei zurück.
„Dort — dort — —!” ſtammelte ſie und wies mit
ausgeſtreck=
ern Zeigefinger auf den Kelim, der vor der Tür zum
Neben=
zrnmer hing.
„Es hat ſich etwas bewegt! Dort ſteht jemand!“
„Unſinn —
Aber der Vorhang bewegte ſich doch — —. Gloria riß den
Pevolver heraus.
„Kommen Sie hervor oder ich ſchieße!” ſagte ſie zwiſchen
en Zähnen durch.
Der Kelim wurde zur Seite geschlagen
Glorias Augen flammten.
„Sie hier!” rief ſie. „Sie haben uns nachſpioniert! Ich
dachte, Sie ſeien ein Gentleman!”
Ich meine, es Ihnen, Frau Herzogin, geſtern Vormittag
be=
wieſen zu haben, als ich trotz ihrer dringenden Aufforderung
nicht alles — auspackte, was ich wußte.”
Gloria zuckte hochwürtig die Achſeln. Sir Walter konnte nicht
umhin, feſtzuſtellen, daß ſie hinreißend ſchön ausſah in ihrem
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Freitag, den 14. Januar 1927
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