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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſirierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit z verſehenen Original=Auflätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 332
Dienstag, den 30. November 1926.
189. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg. Aufrubr. Streit uſw erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüſlung der
Anzelgen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beſtrelbung fällt jeder
Rabatt weg. Bankonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Eine Hetze und ihre Folgen.
Die Abbau=Verhandlungen über die Militärkontrolle
ſehr erſchwert. — Geßlers Stellung erſchüttert?
Von unſerer Berliner Redaktion.
* Die ſcharfen Angriffe, die von den Sozialdemokraten und
Demokraten gegen die Reichswehr wegen ihrer Beziehungen zu
den vaterländiſchen Verbänden geführt werden, haben die
unausbleibliche Folge gehabt, daß dadurch die Pariſer
Verhandlungen über den Abbau der
Militär=
kontrolle ſehr erſchwert werden. Wir haben auf dieſe
Gefahr von Anfang an hingewieſen und ſehen jetzt unſere
ſchlimmſten Befürchtungen beſtätigt. Auch an amtlicher Stelle
liegen jetzt Nachrichten vor, worin auf die verheerenden Folgen
dieſer Agitation in der franzöſiſchen Preſſe auſmerkſam gemacht
wird. Selbſt wenn man einmal zugibt, daß alles, was in den
Jahren 1920—1923 über die Tätigkeit der Reichswehr hinter den
Kuliſſen geſagt wird, richtig ſei — was noch keineswegs
nachge=
wieſen iſt — ſo liegen dieſe Dinge doch ſoweit zurück, daß nicht
recht einzuſehen iſt, weshalb ſie nicht noch zwei Monate länger
auf Eis gelegt werden konnten, bis wenigſtens die Pariſer
Ver=
handlungen zum Abſchluß gekommen waren. Statt deſſen haben
die Demokraten auf der Tagung des Parteiausſchuſſes erneut
die Sturmglocken geläutet. Der Vorwärts” berichtet ſogar,
daß Herr Bernhard von der „Voſſiſchen Zeitung” mit ſeinem
Austritt aus der Demokratiſchen Partei gedroht habe, falls nicht
etwas gegen die Reichswehr geſchehe. Die eigenartige
Geiſtes=
einſtellung, die aus der ganzen Tagung der Demokraten
heraus=
leuchtet, ſcheint darauf hinzudeuten, daß tatſächlich die
Stel=
lung des Reichswehrminiſters erneut ſtark
un=
terhöhlt iſt, obwohl er ſelbſt bereit zu ſein ſcheint, durch einen
Perſonalwechſel in dem leitenden Poſten der Reichswehr die
angeblichen Sünden der Vergangenheit gutzumachen. Aber das
ſind doch keine dringenden Sachen — ob das im Dezember oder
Januar geſchieht, iſt ſchließlich gleichgültig. Nicht gleichgültig iſt
aber, ob wir die Militärkontrolle in abſehbarer Zeit überhaupt
loswerden, und das wird durch die Tätigkeit der linksſtehenden
Parteien verhindert. Es iſt nur unbegreiflich, daß der
Reichs=
außenminiſter nicht eingreift und darauf aufmerkſam macht, daß
er unter dieſen Umſtänden außenpolitiſche Erfolge nicht erzielen
kann.
Der Generalſekretär des Völkerbunds, Sir Erie
Drum=
mond, hat Berlin am Montag abend verlaſſen. Seine
Aus=
ſprache mit Dr. Streſemann galt hauptſächlich techniſchen
Fragen, darunter wohl auch der Frage des deutſchen Vorſitzes
im Rat.
Chamberlains Mindeſſprogramm. — Frankreichs
Mißtrauen. — Deutſchland foll gegenleiſten.
Die „Times” befaſſen ſich eingehend mit den Erörterungen
über die Militärkontrollfrage. In der nächſten Woche würden
die Außenminiſter in Genf das Problem weiter erörtern um
eine endgültige Regelung zu erreichen. Die Genfer Beſprechung
werde eine Fortſetzung der Erörterung ſein, die in Locarno
ſtattfand. Die Initiative für die neuen Beſprechungen ſei von
britiſcher Seite ausgegangen. Chamberlain habe eine von
britiſchen militäriſchen Sachverſtändigen vorbereitete
Denk=
ſchrift verfaßt, die das Mindeſtprogramm enthalte,
deſſen Erfüllung man von Deutſchland als
Gegenleiſtung für, die Zurückziehung der
in=
teralliierten Militärkontrollkommiſſion von
Berlin fordern werde. Die Punkte des
Mindeſtpro=
gramms ſeien:
1. Unterordnung der Befehlshaber der Reichswehr unter die
Autorität des Reichswehrminiſteriums;
2. Regelung der Frage der Nekrutierung und der
militä=
riſchen Vereinigungen;
3. Kontrolle über die Ausfuhr von Waffen und Munition;
4. Zerſtörung neuer Befeſtigungen an der deutſchen Oſtgrenze.
Das Blatt bemerkt dazu, man ſei in engliſchen militäriſchen
Kreiſen der Auffaſſung, daß Deutſchland bereits viel zu einer
befriedigenden Regelung der beiden erſten Punkte getan habe,
und daß die zunehmende Unterſtützung der
Poli=
tik Streſemanns durch die engliſche
Regie=
rung (2) den Reſt tun werde. Den 3. Punkt betrachte man als
den wichtigſten, als den Prüfſtein für Deutſchlands
Bereitwil=
ligkeit, den Geiſt der Locarnoverträge zur Anwendung zu
bringen. Der 4. Punkt betreffe die Frage der genauen
Aus=
legung der betreffenden Klauſel des Verſailler Vertrages. Die
in London vertretene Auffaſſung ſei, daß ſie am beſten dem
Urteil des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag
überlaſſen bleiben würde.
Frankreich und Belgien legten der Frage
der militäriſchen Organiſationen in
Deutſch=
land größte Bedeutung bei und Briand habe die
Denk=
ſchrift den franzöſiſchen Sachverſtändigen zur Berichterſtattung
vorgelegt, habe jedoch, ohne das Gutachten abzuwarten,
Cham=
berlain in dem Sinne geantwortet, daß die verſöhnlichſte
Hal=
tung gegenüber Deutſchland der leitende Grundſatz ſeiner
aus=
wärtigen Politik bleibe. Briand habe hinzugefügt, es ſolle
nichts getan werden, um eine freundſchaftliche und endgültige
Regelung des Abrüſtungsproblems zu verzögern. Briand habe
indeſſen dargelegt, daß die Räumung der Kölner Zone den
Herren Luther und Streſemann in der Hoffnung zugeſtanden
worden ſei, daß genau die Punkte durch Deutſchland eine ſchnelle
Erledigung fänden, die in der britiſchen Dentſchrift erwähnt
werden. Briand glaube nicht, daß es auf die
Dauer zweckmäßig ſein würde, wenn alle
Zu=
geſtändniſſe von einer Seite kämen. Die belgiſche
und italieniſche Haltung gegenüber der britiſchen Denkſchrift ſei
günſtig. Das Kernproblem ſei nicht die Umwandlung
der militäriſchen Kontrolle — dieſer Punkt könne als angenom=
men gelten —, ſondern die Machtbefugniſſe, die den
Ueberwachungsorganen des Völkerbundes
ge=
geben werden ſollen. Während Frankreich eine ſtändige
Kommiſſion mit dem Recht der jederzeitigen Beaufſichtigung,
namentlich der entmilitariſierten Rheinlandzone, wünſche, gehe
die britiſche Auffaſſung dahin, daß dieſe Forderung über die
Beſtimmungen des Verſailler Vertrags hinausgehe, und daß
nur in Beſchwerdefällen die Kommiſſion in Tätigkeit treten ſolle.
Schikanöſe Auslegung der deutſchen Entwaffnung.
Die Veröffentlichung des Communiqués über die zwiſchen
der deutſchen Regierung und der Botſchafterkonferenz geführten
Verhandlungen und die Stellungnahme hierzu werden in allen
franzöſiſchen politiſchen Kreiſen eifrig erörtert. Ueber die Fragen
ſelbſt, die zur Distuſſion ſtehen, veröffentlicht das „Echo de
Pa=
ris”, offenbar beeinflußt von einer intereſſierten Seite, folgende
Einzelheiten: Die Enzwaffnung Deutſchlands ſei beendet mit
Ausnahme von ſechs Punkten, über die man gegenwärtig
dis=
kutiere:
1. Die betonierten Unterſtände der Feſtungen von
Königsberg, Küſtrin und Glogau,
2. die Verwendung der ehemaligen Kaſernen.
Es handele ſich um 240 Gebäude, für die nach Anſicht der
Reichs=
regierung keine Käufer gefunden werden können.
3. Die Frage der Schutzpolizei. Von 150 000
Sicher=
heitspoliziſten ſtünden 198000 im Solde der Reichsregierung und
42000 im Solde der kommunalen Behörden. Die Alliierten
for=
derten, daß die erſte Ziffer um 8000 erhöht und die zweite Ziffer
um 8000 Mann herabgeſetzt werde.
4. Die Botſchafterkonferenz fordere, daß die Soldaten
der Reichswehr keine durch den Friedensvertrag verbotene
Ausbildung mit Tanks, Gas uſw. erhielten.
5. Der Export von halbfertigen Fabrikaten,
die im Auslande in Kriegsmaterial umgewandelt werden können,
ſoll verboten werden.
6. Endlich die Frage der vaterländiſchen
Ver=
bände, die keine militäriſche Ausbildung erhalten dürften.
Frankreichs Antwort auf Chamberlains Denkſchrift.
In bezug auf den zurzeit ſtattfindenden Meinungsaustauſch
zwiſchen den europäiſchen Hauptſtädten über die Frage der
Ab=
rüſtung Deutſchlands erfährt Reuter, daß die britiſche
Regierung nunmehr eine Antwort auf die auf dieſe Frage
be=
zügliche Denkſchrift der britiſchen Regierung erhalten habe. Wie
verlautet, ſollen die britiſchen Vorſchläge von den franzöſiſchen
militäriſchen Sachverſtändigen geprüft werden, die alsdann
dar=
über berichten werden.
Vor dem Beſuch Chamberlains in Paris.
Sir Auſten Chamberlain wird ſich, wenn nicht noch in
letzter Stunde eine Aenderung eintritt, am Donnerstag
auf die Fahrt nach Genf begeben. In Paris wird er ſeine
Reiſe unterbrechen und dort vorausſichtlich bis Samsta als
Gaſt des britiſchen Botſchafters Lord Creme weilen.
Chamber=
lain wird mit Briand mehrere Beſprechungen haben, vor allem
in der Militärkontroll= und Inveſtigationsfrage, ebenſo
natür=
lich auch über die anderen auf der Tagesordnung ſtehenden
Punkte der Ratskonferenz, ſo z. B. die Zurückziehung der
reſt=
lichen franzöſiſchen Truppen aus dem Saargebiet. In London
glaubt man nicht, daß Chamberlain auf ein möglichſt raſches
Zuſammenkommen von Briand und Muſſolini drängen wird, falls
nicht Briand die Initiative dazu ſelbſt ergreift. Auch mit
Poincaré wird Chamberlain
zuſammentref=
fen, der zu Ehren des engliſchen Staatsmannes ein Eſſen geben
wird. Wie der „Daily Telegraph” meldet, wird Chamberlain
die Gelegenheit benutzen, dem franzöſiſchen Premierminiſter
gegenüber offen darauf zu dringen, daß Locarno und Thoiry
recht bald ihre vollen Früchte tragen möchten in der Geſtalt
einer echten Annäherung zwiſchen allen weſteuropäiſchen
Staa=
ten und Deutſchland. Man hält es in Londoner Kreiſen jedoch
für zweifelhaft, ob die Unterredung Briand—Chamberlain auch
auf andere Angelegenheiten hinausgehen wird, um ſo mehr,
als Chamberlain nicht geneigt ſei, ſeinen Miniſterkollegen bei
der Behandlung ihrer reſſortmäßigen Angelegenheiten
vorzu=
greifen, wie z. B. dem Schatzkanzler in der Frage der alliierten
Schulden. „Daily Telegraph” kommt dann auf die letzte Sitzung
der Botſchafterkonferenz zu ſprechen und ſagt, es ſei noch kein
Anzeichen für eine baldige Zurückziehung der
Interalliierten Militärkontrolle vorhanden.
Die Vier=Mächte=Konferenz.
Genf, 29. November.
Die zweite Konferenz von Locarno, von der beſonders in
der engliſchen und italieniſchen Preſſe in dieſen Tagen ſo viel die
Rede iſt, beſchäftigt in ſteigendem Maße auch die hieſigen
poli=
tiſchen Kreiſe. Man iſt hier der Meinung, daß eine Konferenz
der Außenminiſter von England, Frankreich, Italien und
Deutſch=
land deshalb notwendig ſei, weil die Fragen der Abrüſtung, der
Aufhebung der Interalliierten Militärkontrollkommiſſion in
Deutſchland des Kontrollplanes des Völkerbundes nach Art. 213
des Verſailler Vertrages, der Rheinlandbeſetzung und der Frage
des Art. 16 des Völkerbundspaktes — der in der am Mittwoch
beginnenden Tagung des Ratskomitees behandelt wird — ſo
heillos miteinander verflochten ſind, daß ohne eine genaue und
gründliche Ausſprache der vier Außenminiſter keine einzige dieſer
Fragen eine wirkliche Löſung finden kann. — In italieniſchen
Regierungskreiſen zeigt man ſich dieſem Vorſchlag von
vorn=
herein nicht abgeneigt. Die römiſchen Blätter betonen, eine
ſolche Zuſammenkunft halte ſich im Rahmen der italieniſchen
Politik, die den Frieden anſtrebe und alle Abkommen begünſtige,
zu deren Behandlung ſie zugezogen werden und die ihren
be=
rechtigten Intereſſen Rechnung tragen.
Herrſcher Petroleum.
Eine weltpolitiſche Betrachtung
Von
Dr. Heinrich Wenz.
III.
Im Weltkrieg.
Wenige Tage nach dem Waffenſtillſtand, am 21. November
1918, ſprach Lord Curzon bei einem Feſteſſen des
Petroleun=
ausſchuſſes der Verbündeten die denkwürdigen Worte: „Auf
einer Woge von Petroleum waren die Verbündeten zum Siege
getragen worden.‟ Er hatte recht. Der Weltkrieg hat in der
Tat allen Völkern eine erſchreckend deutliche Lehre über den Wert
des Erdöls gegeben. Wenn man bedenkt, daß der Luftkrieg
ganz von der Benzinverſorgung der Motoren abhängig iſt, daß
der Tank nur mit dem Schweröl möglich iſt, daß die Heizung der
Kriegsſchiffe mit Oel deren Aktionsradius bedeutend erhöht und
rauchloſes Fahren ermöglicht, daß die U=Boot=Waffe ohne Oel
undenkbar iſt, daß Laſtautos den Transport der Truppen, der
Munition und Kriegsgeräte außerordentlich erleichtern, dann
kann man begreifen, weshalb die Oelinduſtrie in der Gegenwart
den Charakter einer Rüſtungsinduſtrie erhalten hat, weshalb
heute nicht nur die Wirtſchaftsmagnaten, ſondern auch
Staats=
männer, ganze Völkergruppen um den Beſitz dieſer koſtbaren
Kraftquelle kämpfen.
Das Oel hat mehr als einmal eine entſcheidende Rolle im
Weltkrieg geſpielt; es hat auch den Weltkrieg entſchieden. Wir
waren arm an Oel; wir mußten überall und immer ſparen,
unſere Gegner aber waren reich an dieſem Rohſtoff. Wir waren
in allem gehemmt, unſere Gegner hingegen außerordentlich
be=
weglich. Auf Laſtautos wurden bei unſeren Gegnern die
abge=
kämpften Truppen aus der Kampfzone herausgezogen, wurden
raſch friſche Truppen und Kriegsmaterial an bedrohte Punkte
gebracht, maſſenhaft Fliegergeſchwader zur Aufklärung und als
Kampftruppe vermendet. Und bei uns? Laſſen wir Zahlen
ſprechen! 1916 und 1917 war nach Krüger=Poſchardt, „Die
Erdölwirtſchaft”, der Verbrauch der Alliierten an Oel 7 und
9 Millionen Tonnen (1 Million Tonnen Benzin und 8 Millionen
Tonnen ſchwere Oele für die Flotte), während den Mittelmächten
nur etwa 2 bis 2½ Millionen Tonnen zur Verfügung ſtanden.
In dieſem Mangel an Erdöl liegt letzten Endes der unglückliche
Ausgang des Weltkrieges begründet!
Deutlich hat den Mangel an Erdöl auch Frankreich fühlen
müſſen. Es hatte vor dem Krieg eine eigentliche Erdölpolitik
nicht betrieben, und es trat alsbald Mangel an dem koſtbaren
Heizſtoff ein. Wären nicht Koninklyke Shell und Standard Oil
beigeſprungen, ſo wäre es, wie der erſte Leiter der
amt=
lichen franzöſiſchen Oelpolitik, Henry
Béren=
ger, ſagte, dazu gekommen, daß Frankreich im
fünften Kriegsmonat aus Mangel an
Erdöl=
produkten die Feindſeligkeiten hätte
einſtel=
len müſſen. Aber dieſe Hilfe wurde nur zögernd gewährt.
Im Dezember 1917 war die Lage Frankreichs in dieſer Hinſicht
ſehr kritiſch; es bedurfte damals erſt eines verzweifelten Appells
Clémenceaus an Wilſon, um dieſen zu einem gewiſſen Druck
auf die Standard Oil zu veranlaſſen, beſonders große Mengen
nach Frankreich zu dirigieren. Der franzöfiſche Miniſterpräſident
ſchloß ſeine denkwürdige Note an den amerikaniſchen
Verbün=
deten mit den Worten: Die Sicherheit der verbündeten Armeen
ſteht auf dem Spiel, wenn nicht dafür Sorge getragen wird, daß
Frankreich im Augenblick der deutſchen Offenſive mit Benzin
verſorgt wird. Benzin wird in den kommenden
Schlachten ebenſo notwendig ſein wie der
An=
griffsmut.‟ Das war im Dezember 1917, einer Zeit, wo
nach einem bekannten zyniſchen Worte „ein Tropfen
Petro=
leum ſoviel wert war wie ein Tropfen Blut”.
Frankreich hat aus dieſen Erfahrungen ſeine Lehre gezogen!
Recht intereſſant iſt auch Englands Oelpolitik während des
Krieges. Um es gleich vorwegzunehmen, ſie war ſehr
erfolg=
reich; England hat nach amerikaniſcher Behauptung ſeine
kapi=
taliſtiſche Beteiligung an den bekannten Rohöllagerſtätten von
2 Prozent auf über 60 Prozent erhöht.
Sowohl ſeine kriegeriſchen Maßnahmen wie auch ſeine Politik
waren ſtark vom Petroleum diktiert. Davon nur einige Beiſpiele!
Am 12. November 1914 erfolgte die offizielle Kriegserklärung
zwiſchen der Türkei und England; ſchon in den nächſten Tagen
landeten engliſch=indiſche Trurpen im Perſiſchen Golf. Grund:
Schaffung einer Baſis für die Erwerbung Meſopotamiens,
außer=
dem Sicherung der ſüdperſiſchen Oelgebiete, mit deren
Ausbeu=
tung engliſcher Unternehmungsgeiſt in großem Maßſtabe gerade
begonnen hatte. Dieſe durften deutſchen U=Booten nicht in die
Hände fallen. Wir wiſſen, wie erbittert ſpäterhin in
Meſopo=
tamien gerungen wurde und wie England ſchließlich durch den
Zuſammenbruch der Mittelmächte Sieger wurde. Allein damit
war es noch nicht alleiniger Beſitzer der Oelfelder geworden. Der
militäriſche Kampf mit Deutſchland war beendet, nun aber
be=
ginnt der politiſche Kampf mit den Verbündeten. Er dauert
Jahre hindurch, über Verſailles hinaus!, Auf allen
Nachkriegs=
konferenzen ſteht Erdöl im Vordergrund, allerdings nur dem
Eingeweihten erkennbar; die Beteiligten verraten ſich nur durch
eine gelegentliche Bemerkung, denn allen iſt die Verhüllung ihrer
Intereſſen oberſtes Geſetz.
Im Mai 1916 wurde zwiſchen Frankreich und England der
Geheimvertrag Spkes=Picot geſchloſſen; er regelte die engliſch=
*) Vgl. Nr. 328/329.
[ ← ][ ][ → ]Dienstag, den 30. November 1926
Nummer 332
Seite 2
franzöſiſchen Beziehungen in Vorderaſien. Deſſen Inhalt
über=
traf Frankreichs kühnſte Träume. Nämlich England verzichtete
darin zugunſten Frankreichs auf das wertvolle Petroleumgebiet
Moſſul. Das war ein großes Opfer; England war eben in Not.
Uebrigens hatte ſich England darin doch das Moſſulöl geſichert,
denn vor Ratifikation des Vertrages hatte es „Anerkennung
aller zweifelsfrei erteilten Konzeſſionen” gefordert und
zuge=
ſichert erhalten. Tardieu hatte ſchon recht, wenn er ſpäter ſagte,
der Vertrag gebe Frankreich wohl Moſſul, aber nicht Moſſuls
Oel; Briand dagegen meinte, es komme auf beides an, im Krieg
müſſe man das Oel und die Herrſchaft über das Gebiet beſitzen.
Befriedigung war bei keinem der beiden Vertragsſchließenden.
Immerhin, England hat mit dieſem Vertrag den Verbündeten
feſt an ſich gekettet, alles übrige überließ man einſtweilen der
Zukunft. England hat ſich dann auch in der Folge nicht getäuſcht.
Mit dem Zuſammenbruch Rußlands beginnt eine neue
Phaſe in dem Kampf um Vorderaſien. Es gilt zu handeln. Ein
überlegenes Intrigenſpiel beginnt, England zeigt darin ſeine
ganze politiſche Meiſterſchaft, geſchickt gibt es bald da eine
Poſi=
tion auf, um dort eine andere, beſſere, zu gewinnen. Es nimmt
den Kampf gegen drei Gegner auf: Frankreich, Amerika und die
Türkei. Im Mittelpunkt dieſes Kampfes um Vorderaſien ſteht
das Erdöl. Auch wir Deutſchen ſind dabei beteiligt, allerdings
nur paſſiv: wir ſind das Tauſchobjekt. Denn jahrelang iſt
in dieſem weltpolitiſchen Ringen die
vorder=
aſiatiſche mit der deutſchen Frage verquickt.
Wie kurzſichtig iſt doch auch die franzöſiſche Politik!
Frank=
reich will jetzt eine Oelmacht, will unabhängig werden. Und doch
endet ſeine Politik mit einem Fiasko, und zwar durch eigene
Schuld. Während der Franzoſe unentegt nach dem Rhein
ſtarrt, läßt der kühle Brite ſeine Blicke weiter ſchweifen. Er hat
nur Vorderaſien, Meſopotamien, Moſſul im Auge! Zur
Er=
reichung dieſes Zieles iſt ihm jedes Mittel recht!
Drei Tage nach dem Abſchluß des Waffenſtillſtandes von
Mudros beſetzen engliſche Truppen Moſſul (3. 11. 1918), obwohl
das doch franzöſiſche Einflußſphäre iſt. Ein eigenmächtiger
Schritt! Immerhin, er hat ein Fait accompli geſchaffen. Jetzt
kommt es nur noch darauf an, ein nachträgliches Einverſtändnis
Frankreichs zu erlangen. Auch das gelingt!
In jenen dunklen Dezembertagen 1918, wo Frankreich in
Rachegefühlen ſchwelgte (bis hinauf zu den politiſchen Führern!)
und jeder politiſchen ruhigen Ueberlegung bar war, benutzte der
in allen Waſſern gewaſchene Walliſer Advokat Lloyd George
einen günſtigen Augenblick: ſeiner Geriſſenheit gelingt es, die
ignorance géographique des leidenſchaftlichen Greiſes
Clemen=
ceau dahingehend auszunützen, daß dieſer bei einer Unterredung
unter vier Augen gegen britiſche Zugeſtändniſſe am Rhein das
Moſſulgebiet an England verſchachert. Clémenceau übernahm es
dabei ausdrücklich, dieſe wichtige Abmachung beim
Auswär=
tigen Amt durchzuſetzen. Indeſſen, der damalige franzöſiſche
Außenminiſter erfuhr von dieſer Abmachung erſt drei Monate
ſpäter, und zwar nur durch eine gelegentliche Bemerkung Lloyd
Georges. In einer Sitzung des Oberſten Rates vom 21. Mai
1919 beſtätigte Clsmenceau nach dem Inhalt des Protokolls über
die Verhandlungen der Großen „Vier von Verſailles” ſeine
Zu=
ſage. Es kommt auch zu einem Vertrag Bérenger—Long, der
ſtäter die Grundlage des Abkommens von San Remo wurde,
welches das geſamte franko=britiſche Verhältnis auf dem Gebiete
der internationalen Oelpolitik zu regeln beſtimmt war.
Unmittel=
bar danach bietet die Shellgruppe Frankreich ihre Mitarbeit bei
der Auswertung ſeiner Petroleumintereſſen an, die Frankreich
infolge des Friedensvertrages eihalten würde. Frankreich
er=
hält durch das Diktat von Verſailles unter anderem die
wert=
vollen Erdölgruben von Pechelbronn im Elſaß; es rückt in
Ge=
biete ein (Rumänien, Meſopotamien, Galizien), aus denen
Deutſchland verdrängt worden iſt. Allein die Petroleumfrage iſt
damit noch nicht gelöſt. Mit dem Ende der Aera Bérenger, die
gekennzeichnet iſt durch enge Anlehnung an die Shellgruppe,
be=
ginnt die zweite Phaſe der Oelpolitik Frankreichs, die „
natio=
nale” Oelpolitik. In ihr ſpielen nicht nur hervorragende
Sach=
verſtändige wie der tüchtige Intendant Pineau eine Rolle,
ſon=
dern auch Politiker wie Herriot, Poincaré, Loucheur und
Ray=
naldy. (Dies iſt Beweis dafür, welche Bedeutung man in
Frank=
reich dem Erdölproblem in weltpolitiſcher Hinſicht beimißt!) Die
Schauplätze der neuen Erdölkämpfe, in denen Frankreich nicht
mehr auſ ſeiten Englands ſteht, ſind die Nachkriegskonferenzen,
und zwar vor allem San Remo 1920, Genua 1922, Lauſanne 1923.
An dieſen Kämpfen iſt auch Amerika in hervorragendem Maße
beteiligt; während es ſich ſonſt für „Europa und Umgebung”
wenig intereſſiert, ſtellt es hier einen ſeiner beſten Männer
her=
aus: Schatzſekretär Mellon, der obendrein beſonders gute
Be=
ziehungen zum Rockefeller=Truſt unterhielt. Eine Rolle für ſich
ſpielt die Djambifrage.
(Fortſetzung folgt.)
Vom Tage.
Wie aus Mainz gemeldet wird, wird am 5. Dezember beim
fran=
zöſiſchen Oberkommando in Mainz eine Beſprechung
ſämt=
licher militäriſcher Befehlshaber des beſetzten
Ge=
bietes mit ihren Generalſtäben ſtattfinden.
Die Konferenz zwiſchen den Vertretern des Verbandes britiſcher
Induſtriellen und des Reichsverbandes der Deutſchen
Induſtrie wird, wie jetzt endgültig feſtſteht, am kommenden
Freitag und Samstag abgehalten. Die deutſchen Vertreter werden
am Mittwoch in England erwartet.
Die Verhandlungen zwiſchen Sowjetrußland und
Lettland über den Abſchluß eines Handelsvertrages ſind plötzlich
abgebrochen worden.
Wie der Corriere della Sera” meldet, iſt in Puka, 10 Kilometer
ſüdlich von Skutari, ein neuer Aufſtand ausgebrochen, der
die Verbindung mit Tirana bedroht.
Den Bukareſter Zeitungen wurde geſtern verboten,
Mel=
dungen über den Geſundheitszuſtand des rumäniſchen Königs und Artikel
über die Thronfolgefrage zu bringen. Zuwiderhandlung ziehe Beſchlag=
name nach ſich.
Nach Meldungen aus Athen hat ſich das griechiſche
Parla=
ment bis zum 6. Dezember vertagt.
Der neue ruſſiſche Botſchafter in Rom, Kamenew
wird hier gegen Mitte Dezember erwartet.
Infolge einiger über die Stadtverwaltung ausgebrochener
Mei=
nungsverſchiedenheiten hat Senator Cremoneſi dem
Regierungs=
chef ſeine Demiſſion als Gouverneur von Nom
über=
reicht, da er nach vierjähriger unermüdlicher Tätigkeit auch puhe=
bedürftig iſt.
Die Unterkommiſſion B der vorbereitenden Kommiſſion
für die Abrüſtungskonferenz iſt im Völkerbundshaus zu ihrer
vierten Tagung unter Vorſitz des tſchechoſlowakiſchen Geſandten Veverka
zuſammengetreten.
Der Generalgouverneur von Marokko iſt nach Madrid
abgereiſt, um mit der ſpaniſchen Regierung über das Tangerproblem
zu verhandeln.
Der Chef des afghaniſchen Generalſtabes, Mehmed
Demer=Khan, der in Angora eingetroffen iſt, hatte vorher in
Mog=
kau Beſprechungen mit Tſchitſcherin.
Wie nach den in den letzten Tagen aufgetretenen Schwierigkeiten
nicht anders zu erwarten war, hat die chineſiſche Regierung
ihre Demiſſion erklärt.
Der engliſche Gelehrte Prof. Gilbert Murray vertrat in einer in
New York gehaltenen Rede den Standpunkt, daß durch den
Bei=
tritt der Vereinigten Staaten und Rußlands der
Völkerbund erſtin ein Inſtrument zur Erhaltung des
Welt=
friedens und zur Förderung der Ziviliſation verwandelt würde.
Wie aus Tokio berichtet wird, haben gemäßigte Elemente des
All=
gemeinen Arbeiterbundes und Vertreter der Intelligenz ſich zu einer
Sozialdemokratiſchen Partei Japans zuſammengeſchloſſen.
Vom Heſſiſchen Wirtſchafts= und Ordnungsblock wird uns
geſchrieben:
Ziffern aus dem Voranſchlag.
Es ſind voranſchlagsmäßig vorgeſehen in Millionen Mark:
Preußen Württemberg Heſſen
Ueberweiſungen an Reichsſteuern 644
55,6
Einnahmen aus Landesſteuern . 550
37,2
28,3
Das heißt,
esentfallen auf 4100 Teile Reichsſteuerüberweiſungen
Preußen Württemberg. Heſſen
an Landesſteuern .. . . 85 %
67 %
101 X
Heſſen an der Spitze!
Steuerzahler, ſchafft Wandel!
Stimmt am 5. Dezember mit „Ja” und
„Schickt den Landtag heim!“
Der Arbeitsplan des Reichstages.
Berlin, 29. November.
Der Aelteſtenrat beſchloß heute, daß von Dienstag ab der
Nachtragsetat weiter beraten werden ſoll, und zwar der
Spezial=
etat für das Reichsverkehrsminiſterium, mit Ausnahme der
Waſſerſtraßenangelegenheit, ferner der Etat ſür das Miniſterium
der beſetzten Gebiete, für das Ernährungsminiſterium und das
Reichsinnenminiſterium. Sodann ſollen im November das
Jugendſchutzgeſetz in dritter Leſung und noch eine Vorlage über
die Arbeitsloſenfürſorge beraten werden. Der Samstag und
die erſten Tage der nächſten Woche ſollen bis 8. Dezember von
Plenarſitzungen frei bleiben.
Die verſtümmelte Lex Külz.
Bahern gegen die Reichsprüfſiellen. — Der
Konflikt mit Preußen noch nicht beigelegt. — Ein
Kompromiß im Entſiehen?
Von unſerer Berliner Redaktion.
Das Geſetz gegen Schund und Schmutz wird in ſeiner
parla=
mentariſchen Bebandlung geradezu ein Schulbeiſpiel dafür, wie
die Dinge nicht gemacht werden ſollen. Herr Dr. Külz iſt zwar
vorſichtig genug geweſen, zu Beginn der zweiten Leſung die
Vaterſchaft für das Geſetz abzulehnen und ſich ſo eine Hintertür
zu ſichern. Er wird aber, nachdem er ſich ſo für die Vorlage
feſtgebiſſen hat, doch ſeine ganze Autorität einſetzen müſſen, um
zu einem poſitiven Ergebnis zu kommen. In der zweiten Leſung
hat er damit keinen Erfolg gehabt. Sie iſt am Montag zu Ende
geführt worden. Intereſſant war eigentlich nur noch die
Er=
klärung der bayeriſchen Regierung, die ſich für
Länderprüfſtellen einſetzt und Reichsprüfſtellen
ab=
lehnt, ſowie die Andeutung von Zentrumsſeite, daß der
Konflikt mit der preußiſchen Regierung noch
nicht beigelegt ſei.
Dann begann die Abſtimmung, die ſich bei der Fülle der
Abänderungsanträge außerordentlich kompliziert geſtaltete,
zu=
mal, da auch die Parteien in ſich ſelbſt nicht einig waren. Beim
§ 1 ging es noch verhältnismäßig einfach. Hier wurde ein
An=
trag der Deutſchen Volkspartei, daß nicht nur die politiſchen
Tageszeitungen, ſondern auch die politiſchen Wochenſchriften aus
dem Geltungsbereich des Geſetzes herausgenommen werden
ſollen, mit großer Mehrheit angenommen; zwei andere Anträge
dagegen im Hammelſprung mit ganz knapper Mehrheit
abge=
lehnt. Immerhin wurde der § 1 in der Geſamtabſtimmung
noch angenommen. Beim § 2 dagegen, der die Bildung der
Prü=
fungsſtellen verlangt, ging alles durcheinander. Der demokratiſche
Antrag, ſtatt Landesprüſſtellen Reichsprüfſtellen einzurichten,
wurde mit 191:181 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen
abge=
lehnt. Ein ſozialdemokratiſcher Antrag, der eine öffentliche
Ver=
handlung vor dem Prüfungsgericht verlangt, wurde mit 10
Stim=
men Mehrheit angenommen, der geſcnte Paragraph aber
ſchließ=
lich mit den Stimmen der Linken, der Demokraten und einem
Teil der Deutſchen Volkspartei abgelehnt. Genau ſo ging es beim
§ 3, der die Zuſammenſetzung der Prüfungsſtellen feſtlegt. Auch
hier verfielen ſämtliche Anträge der einzelnen Parteien der
Ab=
lehnung, und im Geſamtergebnis wurde der § 3 im
Hammel=
ſprung mit 190:178 Stimmen abgelehnt. Der Reſt der Vorlage
blieb im weſentlichen unverändert, er iſt auch nebenſächlich. Die
entſcheidenden Paragraphen ſind eben §§ 2 und 3, die beide in
der zweiten Leſung gefallen ſind.
Das Geſetz iſt alſo, ſo wie es jetzt ausſieht, ein Meſſer ohne
Schneide, und es wird Aufgabe der Regierung ſein, bis zur
dritten Leſung, die am Donnerstag erfolgen ſoll, einen Ausgleich
zu ſchaffen. Das Zentrum und die Bayeriſche
Volks=
partei halten nach wie vor daran feſt, daß ſie für
Reichs=
prüfſtellen nicht zu haben ſind. Die Deutſche
Volkspartei erklärt wieder in ihrer großen Mehrheit, daß
ſie ohne Reichsprüfſtellen das Geſetz nicht
an=
nehmen werde. Gelingt hier nicht eine Verſtändigung auf
mittlerer Linie, ſo wird das Abſtimmungsergebnis in der dritten
Leſung genau dasſelbe ſein, und das Geſetz wird fallen. Es
ſcheint aber, als wenn bereits ein Kompromiß im
Ent=
ſtehen wäre in der Art, die Landesprüſſtellen als erſte Inſtanz
und die Reichsprüſſtelle als zweite Inſtanz zu ſchaffen und damit
alle Beteiligten zufrieden zu ſtellen. Aber auch dann bleibt noch
fraglich, wie der Reichsrat ſich dazu ſtellt, weil die von Preußen
und Bayern abgegebenen Erklärungen ſich direkt gegenüberſtehen.
Herr Dr. Külz wird alſo noch rechte Arbeit haben, bis er dieſes
Geſetz unter Dach bringt.
Drummonds Berliner Miſſion.
Berlin, 29. November,
Wie bon zuſtändiger Seite beſtätigt wird, iſt der
General=
ſekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, geſtern
pro=
grammäig in Berlin eingetroſfen. Er hatte heute vormittag eine
kurze Beſprechung mit dem Außenminiſter Dr. Streſemann und
dann ſehr ausgedehnte Beratungen mit dem Staatsſelretär des
Auswärtigen Amtes, von Schubert, über die geſamten techniſchen
Punkte der bevorſtehenden Genfer Ratstagung. Heute mittag
war Generalſekretär Drummond Gaſt des Staatsſekretärs von
Schubert bei einem Eſſen in kleinem Kreis, an dem auch
Reichs=
kanzler Dr. Marx und Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
teil=
nahmen. Heute abend hat er die Rückreiſe nach Genf angetreten.
*Liedertafel Darmſtadt.
Erſtes Konzert.
F. N. Wieder treffen die Konzerte von der „Liedertafel” und
dem Mozart=Verein ſo zuſammen, daß man zum Vergleichen
zwi=
ſchen dieſen beiden in bezug auf künſtleriſche Leiſtungen und
inhaltreiche Vortragsfolgen um den Vorrang friedlich
kämpfen=
den Vereinen geradezu gezwungen wird. Die „Liedertafel”
glänzte auch heute wieder im Großen Haus des Landestheaters,
das ja bekanntlich arg viel Klang verſchluckt, durch ihr friſches
und natürlich klingendes Stimmenmaterial, das in Karl Grims
Hand darum ſo beſonders gut geborgen iſt, da ihm künſtleriſch
gerade die Gabe ſchlichter und ſelbſtverſtändlicher Darſtellung
ge=
geben iſt, die ſtets den Nagel auf den Kopf trifft.
Carl Maria von Weber und Robert Schumann war der erſte
Teil des Abends gewidmet, zeitgenöſſiſchen Komponiſten der
zweite. „Wanderers Nachtgebet” eine der ganz ſeltenen
Kompo=
ſitionen, in denen Weber zu einem Text von Goethe gegriffen
hat, und „Lützows wilde, verwegene Jagd” die originaltreu,
ohne Wiederholung am Schluß geſungen wurde, machten den
Anfang. Von Schumann hörte man die große, ſelten geſungene
Chorballade „Das Glück von Edenhall” eines der letzten Werke
des Meiſters vor ſeiner geiſtigen Umnachtung, das ſchon etwas
das Nachlaſſen ſeiner künſtleriſchen Kräfte zeigt. Denn der in
der Fülle ſeiner Kraft und im Vollbeſitz ſeiner literariſchen
Ur=
teilskraft ſtehende Schumann hätte ſich wohl kaum an den durch
L. Haſenclever verwäſſerten Text von Uhland verloren, deſſen
Schwächen muſikaliſch trotz ſchöner Einzelheiten nicht zu
über=
brücken waren. Stellemeiſe aber ermangelt auch die Mufik der
rechten Inſpiration. Der Chor, dem die Hauptaufgabe zufällt,
löſte bis auf einen unbedeutenden kleinen Unfall am Anfang
vorzüglich und mit Begeiſterung ſeine Aufgabe. Ganz beſonders
aber ſtand er im zweiten Teil auf der Höhe mit dem äußerſt
klar geſungenen „Glockenlied” von Erwin Lendvai und dem
vor=
züglich gelungenen „Schlafwandel” von Friedrich Hegar.
Beſon=
ders die ſchwierige raſche dramatiſche Stelle verblüffte bei ſolcher
Durchſichtigkeit der Ausführung. Als am Schluß des langen
Konzertes die beiden ſchwierigen Goethe=Chöre von Arnold
Mendelsſohn kamen, da machte ſich allerdings eine gewiſſe
Er=
müdung bei den Sängern geltend, ſo daß die ſchwierigen
Modu=
lationen nicht immer ganz rein blieben. Dadurch kam der
geiſt=
volle Humor von „Die Jahre, die Jahre ſind allerliebſte Leut!!
nicht völlig zur Geltung, wogegen wiederum „Unüberwindlich”
ganz unmittelbar wirkte und beſonders durch den fein pointierten
Schluß ſtärkſten Beifall auslöſte.
Der Gaſt des Abends, Kammerſänger John Gläſer aus
Frankfurt, erfüllte ſtimmlich die hohen Erwartungen, die man
hegte, vollkommen. Beſonders die Opern= und Bravourgeſänge,
in denen ſich der Glanz ſeiner Tenorſtimme und die metalliſche
kraftvolle Höhe ganz entfalten konnte, löſten ſtarke Begeiſterung
aus. War dies ſchon bei der „Freiſchütz”=Arie der Fall, ſo noch
mehr bei den bekannten Liedern von Richard Strauß „Ich trage
meine Minne” „Zueignung” und „Ständchen” am allermeiſten
aber in den Zugaben, wie wir vermuten, einer Arie aus
Meyer=
beers „Afrikanerin” und einem Lied von Leoncavallo. Das war
raffinierteſte Geſangskunſt, des großen Publikumserfolgs
be=
wußt. Dagegen ließen die drei Schumannſchen Lieder völlig kalt,
da der Sänger zu ihnen nicht das geringſte innere Verhältnis
zu haben ſchien und ſtatt Gefühlswärme verſtandesmäßig
zurecht=
gedachten Ausdruck gab. Wie oft verſagen doch Opernſänger
beim Lied! Auch im „Glück von Edenhall” wuchs die Leiſtung
des Gaſtes nicht über ein gutes Mittelmaß hinaus. Hier ſang
Heinrich Kuhn mit würdigem Ausdruck den Schenken und Emil
Matheis mit gutem Gelingen die kleine Partie des feindlichen
Anführers.
Als Inſtrumentalſoliſten hörten wir Martin Geisler,
unſeren hervorragenden Flötiſten, deſſen ausdrucksvoller Ton
ebenſo zu rühmen iſt wie ſein virtuoſes Können. Er ſpielte drei
niedliche, wenig bekannte Tänze von C. M. v. Weber, eine Sonate
vor Günter Raßhael, deren drei Sätze inhaltsreiche, melodiöſe,
angenehme Muſik ſind, frei von aller gewollten Modernität, ein
ſtarkes Verſprechen für die Zukunft. Alles fließt natürlich, und
ein reiches Können bildet die geſunde Grundlage für ein
unge=
künſteltes Ausdrucksſchaffen. Ein reizvolles Klangſtück von
De=
buſſy, „en bateau” ſchloß ſich an und als Zugabe ein von
Schwierigkeiten ſtrotzendes Variationenwerk.
Sämtliche Klavierbegleitungen ſpielte Kapellmeiſter Erich
Riede, der ſich als Meiſter in der Technik und Beherrſcher der
verſchiedenſten Stilarten bewährte und weſentlich zu dem
Ge=
lingen des Konzertes beitrug.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Das Heſſiſche Künſtlertheater hat im Lau
dieſer Spielzeit in zwölf heſſiſchen Städten bereits über 25 A
führungen veranſtaltet. Die Bühne wird ihre Tätigkeit in Heſſ
in dieſem Spieljahr weiterhin ausdehnen. Eine Reihe v.
neuen Städten iſt in den Spielkreis des Theaters
aufgenomm=
worden. So wird u. a. auch in Bad=Nauheim in dieſem
Win=
das Theater ſeine Arbeit durchführen.
Der Kleine Touſſaint=Langenſcheidt zur
Er=
lernung fremder Sprachen durch Selbſtunterricht. Engliſch
in 10 Briefen (20 Lektionen) und 2 Beilagen (Lautlehre,
Sachregiſter) von Karl Blattner. In Karton und Decke 12 M.
— Langenſcheidtſche Verlagsbuchhandlung (Prof. G.
Langen=
ſcheidt), G. m. b. H., Berlin=Schöneberg. — Ueber die Methode
Tonſſaint=Langenſcheidt, die auf ein mehr als 70jähriges
Be=
ſtehen zurückblickt und Weltruf genießt, Neues zu ſagen, iſt
kaum möglich, ebenſowenig bedarf ſie noch ein Wort der
Empfeh=
lung. Zu der vorliegenden kleinen Ausgabe iſt zu bemerken,
daß ſie dem Bedürfnis nach einer kürzer gefaßten, als die 36
Briefe umfaſſende, weitere Ziele ſteckende Ausgabe entſpricht.
Dieſe kleine iſt aber nicht eine gekürzte Ausgabe, der großen,
ſondern ein vollſtändig neuer Lehrgang, der nach den bewährten
Grundſätzen der Methode Touſſaint=Langenſcheidt bearbeitet iſt,
wobei die praktiſchen Erfahrungen auf dem Gebiete des
Sprach=
unterrichts verwertet ſind. Er vermittelt ungefähr das Wiſſen,
das auf unſeren höheren Schulen gelehrt wird, lehrt eine
voll=
kommene korrekte Ausſprache des Engliſchen und belaſtet das
Studium nicht mit überflüſſigem Lernſtoff, gibt aus der
Gram=
matik nur das Notwendige und erteilt einen lebendigen
Unter=
richt auf Grund kurzer Texte aus dem Leben, Handel, Wirtſchaft
uſw., denn er geht nicht von der Grammatik, ſondern von der
lebendigen Sprache aus. Vorkenntniſſe, höhere Schulbildung
oder beſondere Befähigung ſind nicht erforderlich. Jeder kann
darnach lernen. Auch zur Auffriſchung vorhandener Kenntniſſe
iſt der Lehrgang zu empfehlen. Die Ausſtattung des Werkes iſt
muſtergültig.
—ld.
Lehren aus dem Entwicklungsgange Fried ichs des Großen und
Napo=
lons I. für die beutige Zeit. Von Dr. W. Abega, Min=Dir. im Preuß.
Miniſterium d. J. (Schriften der Freien Vereinigung für Polizei= und
Kriminalwiſſenſchaft V.P.K. Heft I) Preis 1 Mk. Verlag Gersbach u.
Sohn, G. m. b. H., Berlin W 35.
Einen höchſt wertvollen Beitrag zum Verſtändnis der Vergangenheit,
einen Wegweiſer zum rechten Handeln für den neuen Volksſtaat gibt der
durch die völlig neuartige Organiſation und die erfolgreiche Leitung der
preußiſchen Polizei über die Grenzen Deutſchlands hinaus bekannte
Miniſterialdir=ktor Dr. Abegg durch ſeine Broſchüre: „Lehren aus dem
Entwicklungsgange Friedrichs des Großen und Napoleon I. für die
heutige Zeit‟. Dieſe bedeutet in ihrem klaren Aufbau, beſonders in ihren
zwingenden Folgerungen aus f ſtſtehenden Tatſachen eine ſcharfe Waffe
gegen die Feinde der neueſten Entwicklung. Kein Politker, kein Beamter,
kein Gebildeter, kein Strebender unſerer heranwachſenden Jugend, dem
die Verſtändigung und der Zuſammenſchluß der auseinanderſtrebenden
Teile unſeres Volkes am Herzen liegt, ſollte verſäumen, dieſes wertvolle,
von heißer Liebe zu Volk und Vaterland erfüllte Heft zu leſen.
Rummer 333
Diensfag, den 30. November 1926
Seite 3
Die Tagung in Worms.
Die Deutſche Volkspartei in Rheinheſſen begrüßte es herzlich, als
ber Beſchluß gefaßt wurde, den diesjährigen Parteitag in den Mauern
der Stadt Worms abzuhalten, ſind doch mit dem Namen dieſer Stadt
veiche parteipolitiſche Erinnerungen verknüpft, ſo daß es jetzt mur gilk,
Elte Freundſchaftsbeziehungen wieder neu aufzunehmen. Die Wormſer
Ortsgruppe hatte alles aufs Beſte gerüſtet, die Stadt Worms ſelbſt hat
drurch reichen Flaggenſchmuck an froiſtehenden Fahnenmaſten längs der
Kaiſer=Wilhelm=Straße auch ihrerſeits für einen freudigen Willkomm
weigetragen. Unmittelbar am Bahnhof, quer über die Straße geſpannt,
rüßen die ankommenden Gäſte die Worte: „Willkommen in der
Nibe=
mungenſtadt!"
Ausſchuß=Sitzungen.
Der diesjährige Parteitag der Deutſchen Volkspartei Heſſens wurde
am Freitag abend durch einen Begrüßungsabend eingeleitet. Am
Sams=
nag vormittag tagten dir Landesfachausſchüſſe. Im Ausſchuß für
Sandel und Induſtrie teilte der Vorſitzende,
Landtagsabgeord=
meter Rechtsanwalt Dingeldey, mit, daß durch den Ausſchuß ein Ju=
Ttrument geſchaffen werden ſolle, mit dem man die Beſruchtung der
arteiarbeit aus den Wirtſchafts= und Sachverſtändigenkreiſen der Partei
wewerkſtelligen wolle. Der Ausſchuß ſolle mit den Vertretern von
Wirt=
echaft und Induſtrie innerhalb der Partei regelmäßig zuſammentreten,
tmm Lebensfragen ihres Berufes zu regeln. Reichstagsabg. Klingſpor=
Siegen ſprach dann über wirtſchaftspolitiſche Fragen, wobei er
insbeſon=
were die Erwerbsloſenfürſorge mit Bezug auf die Wirtſchaft eingehend
Seleuchtete. Im Anſchluß ſprach Landtagsabg. Scholz=Mainz über
all=
gomeine Wirtſchafts= und Steuerfragen. Als Vorſitzender dieſes
neu=
gegründeten Facheusſchuſſes wurde Reg.=Rat Heyne, als Beiſitzer Dr.
Baum=Mainz. Fabrikant Dyckerhoff=Mainz, Dr. Karl Merck und Kalb=
Fuß=Darmſtadt gewählt.
Nachmittags 3 Uhr traten im Hauſe des Handwerks, die
Ver=
reter des Handwerks und des Gewerbes zuſammen.
Wandtagsabg. Haury ſchilderte eingehend die Lage des Handwerks und
Ses Gowerbes, das heute außerordentlich hart, beſonders in ſteuerlicher
Sinſicht, zu leiden habe. Der Redner machte dann noch längere Aus=
Führungen über das Submiſſionsweſen, die Gewerbeſteuer, die
Grund=
ind Sondergebäudeſteuer uſw. Einſtimmig wurde eine Entſchließung
gangenommen, in der verlangt wird, daß die Reichsverdingungsordnung
uch in Heſſen eingeführt wird. In der Errichtung der Beamtenwaren=
Bäuſer wird eine ſchwere Schädigung des Handels und des Handwerks
erblickt, ebenſo im Ueberhandnehmen des Regieweſens. Schließlich
wwird eine Neuregelung der Gewerbeſteuer und der Sondergebäudeſteuer
mach neuen Geſichtspunkten verlangt.
Bei der Tagung des kommunalpolitiſchen
Ausſchuſ=
ſes betonte der Vorſitzende, Landtagsabg. Dr. Niepoth, die
Notwen=
digkeit des Wiederauflebens des Ausſchuſſes im Intereſſe der
Geſamt=
tartei. In einer großen Rede behandelte er alsdann die verſchiedenen
Srobleme, die gegenwärtig im Mittelpunkt der Kommunalpolitik ſtehen.
Im Ausſchuß für Landwirtſchaft hielt Reichstagsabg.
WVandwirt Cramm=Timmerloh ein längeres Referat über die Lage der
Sdeutſchen Landwirtſchaft unter beſonderer Berückſichtigung der Lage in
Heſſen. Als zweiter Redner ging Landtagsabg. Bürgermeiſter Schott=
FUffhofen auf die Sorgen der heſſiſchen Bauernſchaft ein. Beſonders
Abrennende Forderungen ſeien für die Landwirtſchaft: Aufhebung der
Fortbildungsſchule im Sommer und Verlegung des Unterrichts in die
Sintermonate.
Im Landesfrauenausſchuß ſprach, Frau Landtagsabg.
RBirnbaum=Gießen über Aufgaben und Ziele volksparteilicher
Frauen=
arbeit, beſonders die Heranbildung des Nachwuchſes.
Der Landesjugendausſchuß hörte ein Refcrat des Herrn
4Oberſtudiendirektors Dr. Keller=Büdingen über Ziele
deutſchvolkspartei=
licher Jugend, an das ſich eine rege Ausſprache anſchloß.
Der Landesbeamtenausſchuß befaßte ſich mit den das
Berufsbeamtentum intereſſierenden Fragen. Herr Behres=Frankfurt
hatte das Referat übernommen und brachte in längeren Ausführungen
viel wertvolles Material vor. Eine Entſchließung faßte das Ergebnis
der Ausſprache zuſammen.
Als letzteu tagte der Landesſhulausſchuß, in dem
Ober=
ſtudiendirektor Dr. Keller=Büdingen alle Schulfragen erörterte. Zwei
Entſchließungen ſchloſſen nach 1½ſtündiger Beratung die Verhandlungen.
Am Abend fand dann eine große
Partei=Verſammlung
im „Karpfen” ſtatt, die Landtagsabg Frhr. v. Hehl mit
Begrüßungs=
worten eröffnete. Dann ergriff Reichstagsabg. Frhr. v. Kardouff
das Wort, der in zweiſtiindiger, geiſtvoller Nede u. a. folgendes
aus=
führte: Die Opfer der deutſchen Außenpolitik waren nicht vergebens.
Durch die Räumung der erſten Befatzungszone iſt vor allem die
Poin=
caréſche Theſe, daß die Räumungsfriſten noch nicht begonnen hätten
zu laufen, erledigt. Die deutſche Politik darf auf die Verewigung der
Militarkontrolle nikt eingehen. Die endgültige Verſtändigung mit
Frankreich ſteht noch aus, und dabei muß unſer Hauptziel die Freiheit
der zweiten und dritten Zone ſein. Er ſprach weiter über den
Flaggen=
ſkandal in Waſhington, ſtreifte dann das Minderheitenproblem und den
Finanzausgleich. Die Popularitätshaſcherei des Reichstags wurde
ver=
urteilt und Vermechrung der Befugniſſe des Reuhspräſidenten verlangt.
Die Reichswehr fand eine gerechte Beurteilung und nicht nur die
Ent=
waffnung Deutſchlands, ſondern allgemeine Abrüſtung wird verlangt. Der
Kampf um die Fürſtenabfindung, das Verhältnis zu den übrigen
Par=
teien, beſonders zur Deuiſchnationalen Volkspartei und zur
Sozial=
demokratie, waren die nächſten Punkte ſeiner Ausführungen, dann wen=
*Großes Haus Staatstheater Wiesbaden.
Cardillac.
Oper von Hindemith.
Nach der Dresdener Uraufführung brachte Wiesbaden die
ſüddeutſche Erſtaufführung von „Cardillac”, der
außergewöhn=
liches Intereſſe entgegengebracht wurde. In dem vollbeſetzten,
glanzvollen Haus waren viele Perſönlichkeiten aus dem Reiche
der Ton= und anderen Künſte zu bemerken.
Im Vorſpiel hat man ſofort die von Akt zu Akt ſich ſteigernde
Empfindung des Großartigen. Es iſt in frei fugierter Form
an=
egelegt und leitet unmittelbar in die erſte Maſſenſzene des Chors,
rmit dem der 1. Akt prachtvoll beginnt. Dann jedoch zerfällt er
dramatiſch und muſikaliſch in allzuviel Nebeneinander. Das
Text=
lbuch Ferdinand Lions iſt nach der E. T. A. Hoffmannſchen
No=
velle „Das Fräulein von Scuderi” mit gutem dramatiſchen
In=
ſtinkt, aber in ſelten ſchlechtem und häßlichem Deutſch geſchrieben.
Es ſcheint jedoch der Geſchmack der Komponiſten zu ſein,
merk=
würdigerweiſe. Dieſer ganze 1. Akt iſt ein Hinweis auf Cardillac.
Die Spannung ſteigt. Man möchte endlich dieſen ſeltſamen
Men=
fſchen erleben. — Für erotiſchen Ausdruck fehlt Hindemith die
Farbe. Bezeichnend dafür iſt, daß die Liebesſzene zwiſchen dem
„Kavalier” und der „Dame” eine Pantomime iſt, die im
unter=
malenden Orcheſter nur ſehr ſchüchtern und verhalten
aus=
gedeutet wird. Vornehmlich von zwei führenden Flötenſtimmen,
bderen zartes, tändelndes Spiel der Situation kaum entſprechen.
Die Muſik iſt leiſe und herb und flammt erſt wieder auf mit dem
Erſcheinen des dämoniſchen Goldſchmiedes. Das Unheimliche
und dabei Grandioſe und Faſzinierende wird Klang, Rhythmus,
Geſchehen. Der eiſte Akt, der außer dem eindrucksvollen erſten
Chor und dem Schluß kühl läßt und allzu gekünſtelt, kunſtfertig
mit Verſtand aufgebaut erſcheint, endet in weitausgreifender
Steigerung. Sie wächſt, ungeheuerlich, über Raum und Zeit
hin=
aus in dem von Cardillae beherrſchten zweiten Akt. Für dieſe
unterirdiſche Leidenſchaft findet Hindemith überwältigenden,
ſuggeſtiven Ausdruck. Daß er im ernſten Orcheſter ſeltſame
Jazz=
inſtrumente wie Saxophon uſſ. mitſpielen läßt, iſt inſofern
nicht ausſchlaggebend, als ihre Anwendung niemals zu
aufdring=
lichen Effekten führt. Hier wird das Neue ſeiner Art zu einem
genialen Erfühlen des Wefentlichen, zu einer Einheit von Muſik
und Dramatik von pſychologiſcher Vertiefung und Ausdruck, die
nur mit genial zu bezeichnen ſind. Das Schickſalhafte zieht ſeinen
Kreis. Die Muſik wächſt mit dem Geſchehen ins Große im dritten
Akt, in dem vom rein tonalen Standpunkt aus ein Quartett von
dete er ſich der Wirtſchaftspolitik zu und ſprach über die ſog, kalte
So=
zialiſierung, Eingriffe des Staates in die Privatwirtſchaft.
Anſchlie=
ßend erörterte er in vornehm ſachlicher Weiſe die Sorgen der
Landwirt=
ſchaft, um ſchließlich zum Thema „Pan=Europa” überzugehen.
Er ſchloß ſeine oft von toſendem Beifall unterbrohenen Worte mit
dem Zitgte Geibels:
Wenn dir auch bangt und graut,
Als ſei die Höll auf Erden,
Nur unverzagt und Gott vertraut,
Es muß doch Frühling werden!
Brauſender Jubel der Zuhörer dankte ihm für ſeine meiſterhaften
Ausführungen.
Frhr. v. Heyl ſprach dann über ſeine politiſchen Eindrücke auf
ſeiner jüngſten Auslandsreiſe, insbeſondere in den Vereinigten
Staa=
ten, wo man anfängt, Deutſchland über ſeine Tatkraft zu bewundern.
Nach kurzer Pauſe ſchloß ſich ein
„Rheiniſcher Abend”
an, bei dem Muſikvorträge, gemeinſam geſungene Lieder,
Tauzdarbie=
tungen der Jugendgruppe, ſowie ernſte und humoriſtiſche Darbietungen
einheimiſcher Dfehter abwechelten.
Eine Anſprache über die Frauen folgte, und als zum Schluß „Ich
hab mich ergeben” erklang, da hatte die Begeiſterung der Anweſenden
ihren Höhepunkt erreicht.
Die große Partei=Verſammlung
tagte in dem Konzerthaus „Zum Karpfen” das bis auf den letzten
Platz beſetzt war. Parteiangehörige aus allen Teilen Heſſens waren
in großer Zahl erſchienen, mehr noch als am Tage vorher.
Um 11 Uhr eröffnete Rechtsanwalt Dingeldey die
Verſamm=
lung, den erſten Parteitag der Deutſchen Volkspartei in der Stadt
Worms, mit warmen Begrüßungsworten, in denen er der Geſchichte der
Stadt gedachte, die mit der Geſchichte Deutſchlands ſeit Jahrhunderten
eng verknüpft iſt. Das Vermächtnis der alten National=liberalen
Par=
tei ſei in Worms als heilige Tradition gepflegt worden. (Lebhafter
Beifall.) Er gedachte dann mit ehrenden Worten des jüngſt
verſtor=
benen Führers der Wormſer Volkspartei, des Herrn Prof. Becker, zu
deſſen Gedächtnis die Anweſenden ſich erhoben. — Es folgte die
Be=
grüßung der Gäſte: Reichstagsabgeordneten Frhr. v. Kardorff.
Gene=
ralſekretär Wittich=Berlin, Herin Behres=Frankfurt, als Vertreter
des Wahlkreiſes Heſſen=Naſſau, Herrn Amtsgerichtsrats Dr. Koch, als
Vertreter des Wahlkreiſes Baden. — Der Vorſchlag des Vorſitzenden,
Grüße an die Parteifreunde Wünzer und Schian zu ſenden, wurde mit
Beifall aufgenommen.
Darauf ergriff Herr Oberbürgermeiſter Rahn=Worms das Wort,
um zu danken für die Verlegung des Parteitages nach Worms. Seine
Anſprache klang aus in einem Dank für Dr. Streſemann, nicht dem
Parteifreund, ſondern dem Außenminiſter, für ſeine Erfolge zur
Be=
freiung der beſetzten Gebiete. — Generalſekretär Wittich überbrachte
die Grüße der deutſchen Parteileitung, Berlin. — Herr Behres=
Frankfurt a. M. grüßte die Tagung ſeitens der Parteileitung für
Heſſen=Naſſau, die in unmittelbarer Nähe des beſetzten Gebietes die
Nöte dieſes Bezirks am beſten beobachten und beurteilen könne.
Herr Dr. Koch=Heidelberg brachte Grüße der badiſchen Partei in
trefflichen, knappen Worten. — Freiherr Ludwig v. Heyl (im
Auftrage des erkrankten 1. Vorſitzenden der Deutſchen Volkspartei,
Worms) hieß die Erſchienenen ebenfalls willkommen. Er wies darauf
hin, wie wichtig das gegenſeitige Verſtehen innerhalb der Gemarkungen
des Deutſchen Reiches iſt. Er bezeichnete dabei den Ruhrkampf als
den Wendepunkt in der Geſchichte des Reiches, da dieſer erſt die
Auf=
merkſamkeit des Auslandes auf die deutſche Lebenskraft lenkte. Der
Sieg werde nicht durch den Kampf, ſondern durch den Frieden erkämpft.
Er wünſchte der Tagung einen guten Verlauf im Namen des ſtets
nationalen und ſtets liberalen Wahlkreiſes Worms.
Rechtsanwalt Dingeldey ſchloß die Begrüßungsanſprachen und
wünſchte, daß das Wort „Freie deutſche Reichsſtadt Worms” bald
wie=
der zur Tatſache werde.
Als Vorſitzende des Parteitags wurden dann gewählt:
Herr Freiherr von Heyl (Worms) für Rheinheſſen, Frau Bierau=
Darmſtadt für Starkenburg, Herr Kaufmann Müller (Bad=Nauheim)
für Oberheſſen. — Frhr. v. Heyl begrüßte dann noch Herrn
Oekono=
mierat Hahn=Heßloch, der es ſich nicht hat nehmen laſſen, zu erſcheinen.
Reichsminiſter a. O. Dr. Becker
berichtete dann über die Reichspolitik der Deutſchen Volkspaukei. Die
Einſtellung der Deutſchen Volkspartei wird beſtimmt durch die Rückſicht
auf das Wohlergehen des Staates. Wir ſtützen Streſemann, aber der
Mantel iſt uns nicht das Weſentliche, ſondern der Inhalt, und
Oppo=
ſiition gegen die Anſicht der Regierung werde getrieben, wo ſie
berech=
tigt ſei. Die Deutſche Volkspartei habe ſich ſtets zur Verfügung
ge=
ſtellr, wenn es nötig war, und trage gern die Verantwortung. — Sie
wolle keinesfalls die Staatsform ändern, aber an der Verfaſſung
än=
dern und verbeſſern, ſoweit es als nötig und richtig erkannt werde.
Die Briefmarkenfrage wurde geſtreift — es gebe allerdings
dabei keine Marken mit den Köpfen der heutigen großen Männer
(große Heiterkeit) — und mit treffenden ſarkaſtiſchen Worten abgetan.
— Die Abänderung des Wahlrechts, vor allem die
Hinauf=
ſetzung des wahlfähigen Alters, die Einteilung der Wahlkreiſe die
fehlende Fühlungnahme der Abgeordneten mit ihren Wählern als Folge
davon, die Wahlmüdigkeit als weitere Folge, bildeten den weiteren
Inhalt der Ausführungen. — Er lehnte jede wirtſchaftspolitiſche
Be=
tätigung öffentlich=rechtlicher Verbände unbedingt ab, ebenſo aber auch
außerordentlicher Schönheit iſt. Der ausklingende Schlußchor
mit dem führenden Duett der „Tochter” und des „Offiziers” iſt
etwas allzu breit, faſt moraliſierend und ſchwächt die Wirkung
ab. Wie im „Golem” deſſen Text ja ebenfalls Lion ſchrieb und
deſſen Einfluß dabei vielleicht wirkſam war. Merkwürdig — da
es Hindemith doch gelang, zwei Aktſchlüſſe von ſtarker Intenſität
und dramatiſcher Hochſpannung zu erfinden. Der Wille, einen
verſöhnlichen, verklingenden Ausklang zu ſchaffen, iſt deutlich,
doch zum Nachteil des Dramatiſchen, in dem der Wert dieſer
Muſik verankert liegt. Muſikaliſch iſt dieſer Schlußchor dynamiſch
und harmoniſch ſehr fein und hat in ſeinem Klanggefüge, wie
viele Orcheſterſtellen etwas von Kammermuſik.
Die Partitur dieſer Oper iſt von zwingendem,
überzeugen=
dem Ernſt. Das Orcheſtrale ſtellenweiſe von großer Schönheit
und Klarheit, ſowohl in kontrapunktiſcher Beziehung als guch
in der fortlaufenden Linie. Die häufige Anwendung von
Kolo=
raturen für Männerſtimmen iſt ein bewußtes Zurückgreifen auf
klaſſiſche Muſik, das beſſer unterbliebe. Von grundlegender
Be=
deutung aber iſt: Hindemith iſt kein bloß Suchender,
Experimen=
tierender und mit dem Verſtand Konſtruierender, ſondern ein
ganz ſtarkes, eigenes Talent. Die Lyrik liegt ihm fern. Daher
geht er nicht zu Herzen und ſeine ungewohnte Art der Rhythmen
und des Melos dem ungeübten Ohr nicht unmittelbar ein. Ob
andere ſeinen Weg gehen werden, ob er ihn ſelber weiter
ver=
folgen wird, ſind Dinge der Zukunft. Daß ihm hier aber ein
großes und intereſſantes Werk gelungen, iſt eine Tatſache der
Gegenwart und der Zukunft. Wie ſich auch die Muſik entwickeln
wird: „Cardillac” bleibt ein Merkſtein in ihrer Geſchichte. Hier
hat ein Eigener ſeinen Weg zu einem bedeutenden muſikaliſchen
Drama geſucht und geſchaffen, gebändigt und gezwungen.
Otto Klemperers genialer Führerwille ſetzte ſich voll und
ganz für die Oper ein. Dieſer faſzinierende und zwingende
Wille ſtand hinter allem, lebte in Allen und Allem. Fritz Krenn
als Cardillac war von ſeltener Vollendung: Erſcheinung, Spiel
und die wundervolle Stimme einten ſich zu einer künſtleriſchen
Leiſtung von ſolchem Ausmaß, daß kein Wort des Lobes zu viel.
Er geſtaltete wahrhaft dieſen beſeſſenen Menſchen und genialen
Goldſchmied, den von grauenhafter Dämonie zu ſtärkſter Leiſtung
und verruchteſtem Tun Getriebenen. In ihm war jene
über=
ragende Größe, die das Gräßliche ſchickſalhaft verkettet erſcheinen
läßt und mit jenem Schimmer von Genialität verklärt, der jenes
Mitleid weckt, das das klaſſiſche Altertum für den tragiſchen
Helden forderte. Frl. Müller=Rudolph bot eine muſikaliſch ſehr
achtunggebietende Leiſtung, ebenſo die Herren Laholm, Kup=
polizeiliche Eingriffe des Staates in das Wirtſchaftsleben. (
Zwangs=
wirtſchaft auf allen möglichen Gebieten.) Aufhebung der
Wohnungs=
zwangswirtſchaft ſei nötig, trotz der unvermeidlichen, ſchweren Folgen
der Mietpreiserhöhung und des Verlangens der Gehalts= und
Lohn=
erhöhungen Erhöhung der Unterſtützungsſätze. Dieſen Dingen muß
offen ins Auge geblickt werden. Wenn das eine als wirtſchaftlich nötig
anerkannt werde, dürfe das andere nicht abgelehnt werden. —
Be=
dauerlich ſei die Not und die Abwärtsbewegung in der deutſchen
Landwirtſchaft. Deshalb trete die Deutſche Volkspartei dafür ein,
daß beim Abſchluß von neuen Handelsverträgen die Intereſſen der
Induſtrie und der Landwirtſchaft berückſichtigt werden. Dieſer
Aus=
gleich ſei erſtmalig in den neuen Verträgen mit Italien, Spanien
und in dem vorläufigen Abkommen mit Frankreich erfolgt. — Dr. Becker
ſprach weiter kurz über Sozialpolitik und wies auf die
Ver=
dienſte von Exz. v. Heyl hin, der darin bahnbrechend wirkte. — Die
Erwerbsloſenunterſtützung dürfe nicht mehr über die
Ge=
hälter der vier unteren Beamtenklaſſen hinausgehen! Er warnte vor
Schematiſierung in dieſer Frage. — Er forderte weiter Sparſamkeit
des Staates und gerechte Verteilung der Steuereinnahmen und wies
auf die Erfolge bei der Vermögensſteuer hin, forderte Ermäßigung der
Hauszinsſteuer. — Ausführliche Bemerkungen zur Koalitionspollitik
ſchloſſen die intereſſante Rede, der langanhaltender Beifall dankte.
Frhr. v. Heyl dankte ihm und nannte ihn den „Mann der großen
Sachlichkeit”, die unbedingtes Vertrauen erwecke.
Dann ergriff
Landtagsabgeordneter Dingelden
zu ſeinem Referat über heſſiſche Landespolitik das Wort. Die
Volks=
partei habe bisher vollkommen ungebunden an irgend welche Koalition
ihre Politik geführt. Jetzt habe ſie erſtmalig ein Bündnis abgeſchloſſen.
Er erinnerte an die allein geführten, ſcharfen Kämpfe nach der
Revo=
lution, gedachte der verſtorbenen Führer Dr. Oſann und Köhler und
betonte, daß die Deutſche Volkspartei nicht nur Wahrer der nationalen
Traditionen, ſondern vor allem auch Hüter der Freiheit war. Das
heute aufgebaute heſſiſche Staatsgebilde ſei ein Koloß auf tönernen
Füßen, und Mangel an Vorausſicht ſowie Energie ſei der größte
Vor=
wurf, den man der Regierung machen könne. Hätte der Finanzminiſter
die notwendigen Folgerungen gezogen, dann wäre ihm die Gefolgſchaft
einer großen Mehrheit ſicher geweſen. So aber mußte ſich die
Volks=
partei ſagen: „Eine außergewöhnliche Lage erfordert außergewöhnliche
Maßnahmen!‟ Es ſei ein Kampf um die Lebensintereſſen des
heſſi=
ſchen Staates, deshalb habe ſich die Volkspartei zuſammengefunden
mit denen, die gleicher Anſicht ſeien. Die heſſiſche Wirtſchaft vermöge
nicht mehr die Laſten zu tragen, die ihr von der Regierung
aufgebür=
det wurden. Das kraſſe Mißverhältnis zwiſchen Leiſtungsfähigkeit und
Belaſtung erfordere energiſche Maßnahmen. Es ſei Gefahr
vorhan=
den, daß alle wirtſchaftlichen Kreiſe in ſtaatsfeindliche Politik
hinein=
getrieben werden. (Großer Beifall.) Finanzminiſter Senrich pflege
nicht nur mit ſachlichen Waffen zu kämpfen, ſondern werfe dem einen
Ehrgeiz, dem andern Dummheit vor. Wenn das heſſiſche Volk
er=
kenne, daß die Deutſche Volkspartei mitverandwvortlich ſein wolle für
das Geſchick des heſſiſchen Staates, dann müſſe es auch begreifen, daß
dabei zunächſt keine Lorbeeren zu pflücken ſind. Arbeit, große Arbeit
ſtehe bevor, nachdem der Weg friedlicher Verſtändigung ſich nicht mehr
als gangbar erwieſen habe.
Die Deutſche Volkspartei ſetze ſich ein für:
1. Die Geſundung der heſſiſchen Staatsfinanzen,
damit der Wirtſchaft nicht mehr Aufgaben aufgebürdet werden, als
ſie leiſten kann;
2. daß nicht parteipolitiſche Perſonalwirtſchaft, ſondern
Anerken=
nung der Leiſtungen oberſtes Prinzip werde;
3. daß innerhalb des Staatsbeamtentums Freiheit
der Geſinnung Tatſache werde.
Redner erinnerte an die letzte Feier des Reichsbanners Schwarz=Rot=
Gold in Worms, wo der heſſiſche Staatspräſident ſagte: „er
ſei dafür da, die Nepublik zu einer ſozialiſtiſchen
Nepublik zu machen!‟ Ebenſo habe er geäußert: er ſei
nicht nur der Staatspräſident, ſondern er ſei der
ſozialiſtiſche Staatspräſident!“
Die Deutſche Volkspartei ſei ſtolz darauf, nicht nur
Wirtſchafts=
partei zu ſein, ſondern eine Partei zur Pflege freiheitlichen, religiöſen
und deutſchen Geiſtes in unſerem Volke. Die Volkspartei kämpfe für
die Schulpolitik und Pflege der Geiſteserziehung. Liberal, bedeute
innere Freiheit ,die zugleich ſittliche Zucht in ſich ſchließe. Denn unter
der Maske der Freiheit ſei eine Herrſchaft des Zwanges aufgerichtet
worden! Auf wirtſchaftlichem Gebiete verfolge er die Handhabung des
Fürſorgeweſens im heſſiſchen Staate mit großer Sorge. Die ſeeliſche
Empfindung der Fürſorgempfänger müſſe berückſichtigt werden, da dieſe
Schicht nicht nur materiell leide. Die Verproletariſierung dieſer Schicht
müſſe verhindert werden. Der Schutz dieſer ſei eine hehre Aufgabe der
Deutſchen Volkspartei.
Die Intereſſen ſowohl der Hausbeſitzer, als auch der Mieter
wür=
den von der Volkspartel nicht einſeitig vertreten, aber man müſſe den
Mut haben, das, was man als richtig erkannt habe, auszuſprechen und
durchzuführen. Härten bei der Aufhebung der
Wohnungszwangswirt=
ſchaft müßten vom Staate abgegolten werden. Durch
Uebergangsbe=
ſtimmungen müſſe der Schutz der Mieter gewahrt bleiben. Eine Folge
der Zwangswirtſchaft ſei auch ein wilder Kriegszuſtand innerhalb der
Häuſer geweſen, der beſeitigt werden müſſe. Württemberg ſei ein
Vorbild dafür, wie der Abbau erfolgen könne. Die württembergiſche
Regierung habe ſehr richtig geſagt: „Man kann die Zwangswirtſchaft
lockern, man kann die Lockerungen aber auch wieder aufheben.”
Unter dem Dache der Volkspartei ſei Raum genug für alle
Berufs=
kreiſe. Sowohl das Berufsbeamtentum, als auch Handel und
Ge=
werbe fänden ihren ehrlichen Schutz, nicht nur Verſprechungen. Auch
die Not der Altpenſionäre wurde vom Redner gewürdigt und hier
Ab=
hilfe zu ſchaffen, als ſittliche Verpflichtung bezeichnet.
Die Frage des Einheitsſtaates
gab Anlaß zu längeren Ausführungen, die darin gipfelten, daß die
Erhaltung der alten Kulturzentren eine Notendigkeit
pinger, Köther und Hoffmann. Frl. Bihoy wußte die kleine
Rolle der „Dame” mit ſehr viel Charme zu bringen. Die
Bühnen=
bilder von Buchholz waren groß in der Linie und von
male=
riſchem Reiz. Beſonders die Werkſtatt in ihren ſeltſamen,
ge=
heimnisvollen Goldtönen. Die Aufführung ſtand auf ganz
ſel=
tener Höhe.
J. D. u.
Vom Teufel geholt.
Von Knut Hamſun.
Ein ſehr intereſſantes, wenn auch nicht neues Theaterſtück,
und trotz des nicht gerade originellen Themas: die Tragödie der
ſchönen, noch immer ſchönen, alternden Frau, die ſich nicht damit
abfinden will, die die Triumphe ihrer Jugend nicht vergeſſen
kann, deren Sinne nicht zur Nuhe kommen. Aber ein Dichter
hat dieſes dramatiſche Geſchehen beſeelt und geſtaltet. Er
be=
leuchtet nicht nur ſeine Menſchen, er durchleuchtet ſie bis in die
letzten Seelenfalten, und trotzdem iſt über allen und allem ein
Schimmer flimmernder Verhaltenheit. Das heißt: Frau Gihle,
die Heldin, kennt keine Verhaltenheit: ſie iſt zügellos,
unbe=
herrſcht. Aber Vollblut. Von Eros gepeitſcht. Sie ſinkt
inner=
lich von Stufe zu Stufe. Alle, die ſie liebt, verlaſſen ſie. Ihr
bleibt nichts, als der alte, reiche, ſenile Gatte. Sie muß ſich
erniedrigen, um ſich das zu erſchleichen, was ihr das Leben
früher überreich in den Schoß ſchüttete, nun aber verſagt, das,
was ihr das Leben lebenswert macht, an das ſie ſich gierig
anklammert, aber trotzdem nicht halten kann. Sie fühlt es ſelbſt,
berzweiflungsvoll und bitter, aber ſie kann nicht verzichten. Thila
Hummel war eine prachtvolle Verkörperung dieſes Frauentypus,
eine erſchütternde Darſtellerin dieſes bitteren Frauenerlebens.
Elegant, raſſig, fFrühend von Temperament und Elan, ſogar
rührend in Momenten demütigender, weicher Zärtlichkeit. Sie
war nicht nur als Nolle Mittelpunkt des Stückes, ſondern als
menſchliche Perſönlichkeit ſeeliſcher, durchgeiſtigter Mittelpunkt
des Geſchehens im wahrſten Sinn. Wagner in der Rolle des
Blumenſchön hatte dieſe gut angelegt, doch überſpannt im Ton.
Kleinert als verkommener Muſikant war ein Stück ergreifenden
menſchlichen Elends: eine bedeutende Leiſtung. Momber als
„Nabob” ausgezeichnet und frei von Uebertreibung: ein Menſch.
Als Ganzes war die Aufführung von geſchloſſener Einheit, das
Tempo anregend, die Atmoſphäre erfüllt von tragiſchem,
unter=
irdiſchem Vibrieren und jener flimmernden, unfaßbaren
Ver=
haltenheit, die die Dichtung Hamſuns ſo reizvoll macht und die
Spannung erhält. Herr von Gordon hatte das Stück infzeniert.
J. D. u.
Ein intereſſanter Theaterabend.
Seite 4
ſei, während Zentraliſierung ein Fehler ſei. Die Herbeiführung des
Einheitsſtaates durch finanzielle Verkümmerung der Einzelſtagten ſei
ein Unding. Das Programm der Deutſchen Volkspartei fordere den
Einheitsſtaat. Es könne aber nicht Aufgabe des kleinen Heſſenlandes
ſein, auf dieſem Wege voranzugehen, ſondern dieſe Aufgabe müſſe den
großen Staaten, wie Preußen und Bayern, überlaſſen bleiben. Der
geſſiſche Finanzminiſter ſollte nicht deutſche,
ſondern heſſiſche Geſchichte machen! (Großer Beifall.) Die
Begründung der
Finanzlage
durch die Beſetzung ſei nicht ſtichhaltig, denn nur die Schäden, die als
unmittelbare Auswirkung angeſprochen werden könnten, könnten vom
Reiche erſetzt werden. Der wahre Grund werde dunch die bekannte
Kom=
miſſion wohl bald feſtgeſtellt werden.
Das Ergebnis eines Schrittes des Finanzminiſters Heurich bei
Finanzminiſter Dr. Reinhold habe wohl imn der Feſtſtellung gegipfelt,
daß eine diktatoriſche Vollmacht der Kommiſſion nicht beſteht. Aber von
dem Ergebnis dieſer Prüfung werde es abhängen, ob Heſſen die
geforderten Zuſchiſſe erhalte. Herr Rechtsanwalt Dingeldey verlas den
fraglichen Brief des Herrn Finanzminiſters Henrich. Danach ſei ein
Kommentar eigentlich überflüſig, da dadurch ſeine (Dingeldeys)
Aus=
führungen beſtätigt würden. Die Blamage ſei demnach nicht auf Seiten
der Deutſchen Volkspartei. (Lebhaſter Beifall.) Die Vollspartei werde
nicht lediglich aus finanziellen Nöten heraus die ſtaatliche
Selbſtändig=
keit aufgeben, ſondern das Aufgehen des Heſſenlandes im deutſchen
Ein=
heitsſtaat nur dann unterſtützen, wenn ſie die Gewißheit habe, daß alle
deutſchen Länder den gleichen Schritt tun. Solange wolle ſie ihr. Haus
ſauber halten. (Lauter Beifall.)
Frau Bierau, die nach ihm das Wort ergriff, dankte dem
Red=
uer für ſeine Ausführungen. Der Dank der Partei gebühre aber auch
gleichzeitig der ganzen Landtagsfraktion, mit deren Vorgehen alle einig
ſeien. Rednerin ſprach die Hoffnung aus, daß die Deutſche Volkspartei
bald in der Lage ſein werde, an verantwortungsvoller Stelle
mitzu=
wirken.
Generalſekretär Kollbach erſtattete dann einen ausführlichen
Ge=
ſchäftsbericht.
In der nun folgenden Ausſprache ſchlug Landtagsabg. Dr. Keller
vor, Dr. Streſemann folgende Drahtung zu ſenden:
„Dem verehrten Parteiführer, dem verantwortlichen Leiter der
Außenpolitik des Reiches ſendet aus der alten deutſchen Kaiſerſtadt
Worms der glanzvoll verlaufene Heſſiſche Landesparteitag der
Deut=
ſchen Volkspartei treue Grüße in feſtem Vertrauen, daß ſeiner zähen
vaterländiſchen Arbeit die endgültige Befreiung des deutſchen Landes
beſchieden ſein möge.”
Die Abſendung wurde einſtimmig beſchloſſen.
Oekonomierat Fritſch=Dilshofen gedacht= der deutſchen Sparer,
die heute Almoſenempfänger des Staates geworden ſeien, und denen
unbedingt geholfen werden müſſe.
Landtagsaba. Scholz=Mainz dankte in einem Schlußwort für
die freundliche Aufnahme der Parteifreunde in Worms, die er hoffe, im
nächſten Jahre in Mainz begrüßen zu dürfen.
Frhr. v. Heyl ſprah dann noch über die Zuſammenarbeit in der
Landtagsfraktion und ſprach dem Fraktionsvorſitzenden nochmals volle
Anerkennung aus. Darauf ſchloß er mit einem Hoch auf die
Volks=
partei den Parteitag.
Vor der Ratstagung in Genf.
EP. Genf, 29. November.
Das am 1. Dezember zuſammentretende Komitee des
Völker=
bundsrats, in dem ſämtliche 14 Mitglieder des Rates vertreten
ſind, wird eine Denkſchrift des Generalſekretärs
des Völkerbundes, ſowie einen Bericht, des belgiſchen
Delegierten de Brouckere zu prüfen haben. Die Denkſchrift des
Generalſekretärs, die im Auftrag des Völkerbundsrates
herge=
ſtellt wurde, behandelt die Schwierigkeiten, die ſich bisher bei der
Einberufung des Rates im Falle von internationalen Kriſen
er=
geben haben, ſowie die Anſichten des Generalſekretärs über die
mögliche „Verbeſſerung des Einberufungsverfahrens, ſowie der
Verbindungen der Hauptſtädte mit Genf und um die
Einbe=
rufung der Rates ſowie ſonſtige Maßnahmen des Rates zu
be=
ſchleunigen.
Dienstag, den 30. November 1926
Das Arbeitsſchutzgeſetz.
Die Regelung der Arbeitszeit.
Das Reichskabinett hat vor einigen Tagen, wie wir
mitteil=
ten, die Arbeitsſchutzvorlage verabſchiedet und jetzt der
Oeffent=
lichkeit übergeben. Damit iſt zunächſt allen intereſſierten Kreiſen,
und zu denen gehören nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber,
ſondern das deutſche Volk in ſeiner Geſamtheit, Gelegenheit
ge=
geben, ſich an Hand des Wortlautes des Entwurfes zu
verge=
wiſſern, was die Vorlage bringt, wo ihre Mängel und Fehler
ſitzen und ob ſie in ihrer jetzigen Form überhaupt tragbar ſein
wird. Soweit der reine Arbeitsſchutz in Frage kommt, dürfte es
wohl nur geringfügige Meinungsverſchiedenheiten geben, da die
Vorlage hier eine ganze Reihe von geltenden Geſetzen in einem
Sammelwerk vereinigt. Anders liegen die Dinge dagegen mit
der Arbeitszeit. Hier werden die Meinungen recht heftig
auf=
einanderplatzen, weil auf der einen Seite — was mit
Beſtimmt=
heit anzunehmen iſt — die Gewerkſchaften ſich mit den Zuſagen,
die die Vorlage enthält, nicht einverſtanden erklären werden,
während auf der anderen Seite die Ausnahmen von dem
ſchema=
tiſchen Achtſtundentag nicht weit genug gehen, um der Vorlage
den Charatter, eines allerſchwerſten Eingriffes im unſer
Wirt=
ſchaftsleben zu nehmen.
Die Regierung hat nun verſucht, auf einem Mittelweg allen
Anſprüchen einigermaßen gerecht zu werden. Das iſt ihr aber
nicht gelungen, da ſie ſich bei der Ausarbeitung der Vorlage in
der wenig angenehmen Situation befand, keine ſichere
parlamen=
tariſche Mehrheit hinter ſich zu haben, und dazu noch in den
Reihen der eigenen Koalition Strömungen zu wiſſen, die auf
wirtſchaftlich unfreundliche gewerkſchaftliche Theſen,
eingeſchwo=
ren ſind. Man kann wohl ſagen, daß dieſer Mittelweg einen
merklichen Lintkurs auſweiſt. Die Vorlage iſt — und das läßt
ſich durch keinerlei Auslegungskünſte verdrehen — etwas anderes
als unſerer Wirtſchaft dienlich. Bedauerlich iſt es, daß
Angele=
genheiten, die lediglich die Wirtſchaft als Baſis für die Exiſtenz
eines 60 Millionen=Volkes anbetreffen, in den Rahmen der
Par=
teipolitik zum Schaden unſerer nationalen Produktion und der
mit ihr verbundenen Vollsſchichten angeſpannt werden. Das
Arbeitszeitproblem, das jetzt zur Debatte geſtellt wird,
dürfte unſeren wirtſchaftlichen und politiſchen
Frieden nicht im mindeſten fördern. Am Mittwoch
wird die Reichsregierung den Wortlaut des Arbeitsgeſetzes
ver=
öffentlichen.
Aus dem Inhalt der Vorlage iſt aber inzwiſchen einiges
be=
kannt geworden. Der Entwurf iſt nach langer Arbeit im
Reichs=
arbeitsminiſterium und nach langen Verhanolungen mit den
Ar=
beitsminiſtern Englands, Frankreichs und Belgiens fertiggeſtellt
worden. Er wird dem Waſhingtoner Arbeitszeitabkommen
ent=
ſprechen, das im Herbſt 1919 zuſtande kam, jedoch bis jetzt,
ab=
geſehen von einigen aſiatiſchen Staaten, noch ningends ratifiziert
worden iſt. Von dem Geſetz werden faſt alle Arbeiter betroffen.
Ausgenommen ſind lediglich Land= und Forſtwirtſchaft,
Tier=
zucht, Fiſcherei, See= und Binnenſchiffahrt, Flößerei und
ſchließ=
lich noch das hauswirtſchaftliche Perſonal. Der wichtigſte Teil
des Arbeitsſchutzgeſetzes regelt die Arbeitszeit, Grundſätzlich
wird der Achrſtundentag angenommen. Ausnahmen ſind nur in
beſchränktem Maße zuläſſig. Von dem ſchematiſchen
Achtſtunden=
tag hofft man dadurch abzukommen, daß man
Maximalarbeits=
zeiten feſtſetzt. Die Höchſtgrenze ſoll die 56=Stundenwoche
brin=
gen. Ueber ſie hinaus iſt keine freiwillige Mehrarbeit zuläfſig.
Jede Mehrarbeit über den Achtſtundentag ſoll pro Stunde mit
25 Prozent Lohnzuſchlag abgegolten werden. Ausnahmen ſind
für die Vorbereitungs= und Ergänzungsarbeiten, z. B. bei der
Maſchinenanheizung, zugelaſſen. Für die Arbeitsbereitſchaft,
z. B. bei Kellnern, Chauffeuren, Wächtern uſw., iſt ein Zehn=
Nummer 332
ſtundentag zuläſſig. Ueber 60 Stunden ſoll aber die Woche auch
hier nicht gehen. Zuläſſig iſt eine Mehrarbeit von 60 Stunden
im Jahre. Eine Mehrarbeit von weiteren 240 Stunden im
Jahre, alſo insgeſamt 300 Arbeitsſtunden, iſt nur mit
behörd=
licher Genehmigung möglich. Ausnahmen von den
Arbeitszeit=
beſtimmungen dürfen nur Anwendung finden, wenn eine
ge=
wiſſe Notwendigkeit vorliegt. Aber auch hier hat der
Reichsaus=
ſchuß für Arbeitsſchutz, der dem Reichsarbeitsminiſter zur Seite
ſteht, ſich gutachtlich zu äußern. Neu ſind die Reformen der
Schutzbeſtimmungen gegen Betriebsgefahren. So ſoll der
Ma=
ſchinenſchutz bereits bei der Fabrikation einſetzen. Der Einbau
von Schutzvorrichtungen kann jedoch fallen gelaſſen werden, wenn
es ſich dabei um Exportware handelt. Für Tag= und Nachtarbeit
iſt ein erhöhter Schutz der weiblichen und jugendlichen Arbeiter,
ebenſo ein erhöhter Mutter= und Kinderſchutz vorgeſehen. Das
Schutzalter für Jugendliche iſt von 16 auf 18 Jahre heraufgeſetzt.
Aufrechterhalten bleibt das Nachtbachverbot.
Frankreich vor Genf.
Paris ſchaut nach Berlin.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Die Auffaſſung über die erwartete Zuſammenkunft der
Staatsmänner in Genf kriſtalliſiert ſich immer klarer heraus,
Noch weiß man nicht genau, wie ſich dieſe Zuſammenkunft
ge=
ſtalten wird. Noch iſt man, was gewiſſe wichtige Einzelheiten
betrifft, in Zweifel, aber die Bedeutung der Genfer Tagung
be=
ginnt ſich ſchon klar abzuzeichnen.
Wird Muſſolini nach Genf oder in die nähere Umgebung
von Genf kommen?. Dieſe Frage ſcheint nicht von
ausſchlag=
gebender Bedeutung zu ſein. Wenigſtens für die ernſteſten
poli=
tiſchen Kreiſe in Paris nicht, wenn auch die Preſſe vom
Rätſel=
raten widerhallt. Aber trotzdem man die Haltung Muſſolinis
nicht als die wichtigſte Frage betrachtet, laſſen wenigſtens die
Preſſeſtimmen durchfühlen, daß von franzöſiſcher Seite die
An=
weſenheit des Duce nicht beſonders ſtark erwünſcht wird.
Die Rechte regt ſich in Anbetracht der neuen Zuſammenkunft
Briand—Streſemann wieder auf. Man befürchtet, daß Briand
diesmal eine beſonders ſchwere Lage vor ſich finden wird.
Deg=
halb möchte man eine Zuſammenkunft zu Vieren, aber auch zu
Dreien möglichſt vermeiden. Weder von Chamberlain, noch von
Muſſolini erwartet, man eine Unterſtützung der franzöſiſchen
Sache. Und, das erübrigt ſich zu ſagen, die franzöſiſche Sache iſt
die Zuſammenkunft Briand—Streſemann. Darin
erblickt man den Schwerpunkt aller Verhandlungen.
Soweit ſcheint die Einſtellung der franzöſiſchen Nationaliſten
gerechtfertigt, daß in Genf über nichts anderes, als
über franzöſiſche Zugeſtändniſſe die Rede ſein
kann. Ihre Srunde ſcheint gekommen zu ſein, wenn aus der
Politik von Thoiry die Konſequenzen gezogen werden ſollen,
In den offiziöſen Milieus ſieht man auch deshalb ſehr ernſte
Diskuſſionen über die Einzelprobleme vor. Wogegen in der
Beurteilung der prinzipiellen Frage kein Peſſimismus
vor=
handen iſt.
Die deutſch=italieniſchen Verhandlungen in Berlin haben
allerdings die franzöſiſche Preſſe bis zu einem gewiſſen Grade
beunruhigt. Man wirft Italien vor, daß es zu der Politik des
Dreibundes zurückkehrt. „Italien kann nichts geben und
ver=
langt alles”, ſagt man aber immer, wenn über italieniſch=
fran=
zöſiſche Annäherung die Rede iſt. Und deshalb beunruhigt die
Politiker in Paris auch nicht im mindeſten, wie man in Rom
die deutſch=italieniſchen Verhandlungen beurteilt. Nur die deutſche
Einſtellung dazu iſt für Frankreich von Intereſſe. Denn mo
ſchaut augenblicklich nach Berlin und nicht nach Rom.
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Nummer 332
Dienstag, den 30. Novemiber 1926
Geite 5
Aus der Landeshaupiſiadt.
Darmſtadt, 30. November.
— Ernannt wurden: am 3. November die Schulamtsanwärterin
Eliſabeth Bürner aus Darmſtadt zur Lehr rin an der
Volks=
ſchule zu Hainſtadt (Kreis Offenbach); am 4. November der
Schulamts=
anwärter Ernſt Rettig aus Schönberg (Kreis Bensheim) zum
Lehver an der Volksſchule zu Rohrbach (Kreis Erbach i. Odw.), der
Schulamtsanwärter Rudolf Seibert aus Niederolm (Kreis
Mainz) zum Lehrer an der Volksſchule zu Sörgenloch (Kreis Mainz),
— Verſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des §1 d’s Geſetzes
über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 bzw. 19.
De=
zember 1923, in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (
Regie=
rungsblatt S. 249) tritt am 1. Dezember 1926 in den dauernden
Ruhe=
ſtand: Lehrer im einſtweiligen Ruheſtand Georg Kraft zu
Orten=
berg (Kreis Büdingen).
— Heſſiſches Landestheater. Die erſte Wiederholung von Franz
Schrekers „Gezeichneten”, die bei der Premiere am Samstag einen
ſelten tiefen und ſich in ſpontanem Beifall äußernden Eindruck machten,
iſt in der Inſzenierung Hans Esdras Mutzenbechers und der Beſetzung
der Erſtaufführung für morgen, Mittwoch, angeſetzt. Muſikaliſche
Lei=
tung: Generalmuſikdirektor Joſeph Roſenſtock. — Einen großen Anteil
an der Geſamtwirkung hatten die von Lothar Schenck von Trapp
ent=
worfenen Bühnenbilder. Die Möglichkeit, ſie auszuführen, iſt der
Mit=
hilfe des Vereins der Theaterfreunde zu danben, die in
gleichem Maße der für Mitte Dezember geplanten Erſtaufführung von
Hölderlins Tragödie „Der Tod des Empedokles” zugute kommen wird.
Das für Montag, den 6 Dezember, vorgeſehene dritte
Sin=
foniekonzert des Landestheaters gewinnt dadurch beſonderes
In=
tereſſe, daß einer der allerbedeutendſten Pianiſten der Gegenwart,
Pro=
feſſor Arthur Schuabel, ſeine ſoliſtiſche Mitwirkung zugeſagt hat.
Der Künſtler wird das Klavierkonzert B=Dur von Brahms ſpielen.
Das Bühnenbild zu der erſten Aufführung von Hölderlins „Tod
des Empedokles”, der in der Bearbeitung Wilhelm Michels unter
der Regie von Generalintendant Ernſt Legal gegenwärtig im
Landes=
theater vorbereitet wird, entwirft der Darmſtädter Maler Paul
The=
ſing, deſſen Ausſtattung zu Beethovens „Fidelio” im vorigen Jahr
ſehr weſentlich zu dem ſtarken Erfolg dieſer Aufführung beigetragen hat.
Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft bringt als erſte
Neu=
heit dieſes Winters am Sonntag, den 5. Dezember, im Kleinen Haus,
die Lodalpoſſe „Der geplagte Familienvater” von Dr. Georg
Büchner unter der Spielleitung von Eduard Göbel zur Darſtellung.
Die Aufführung findet außer Miete ſtatt, doch haben die Mieter des
Landestheaters Gelegenheit, ſich am Mittwoch, den 1., und Donnerstag,
den 2. Dezember, Karten zu Vorzugspreiſen zu ſichern. Der allgemeine
Tagesverkauf beginnt am Freitag, den 3. Dezember.
Kapitän Karl Herbert, Hamburg, hält am Mittwoch,
den 1., und Donnerstag, den 2. Dezember, im Kleinen Haus des
Landes=
theaters, abends 6 und 8 Uhr, einen Filmportrag „Norwegen”.
Die hieſige Preſſe brachte bei ſeinem letzten Vortrag „Mit dem
Aus=
wandererſchiff nach Südamerika”, der vor überfülltem Hauſe ſtattfand,
glänzende Kritiken. Diesmal ſpricht Herbert über Norwegen, das Land
der wunderbaren Nächte des hellen Nordens, die ſo zauberhaft ſchön
ſind, daß unſere ſtrablendſten Mondnächte verblaſſen gegen die
leuch=
tende Pracht des Nordlichts. Unberührt von dem Zuſammenbruch einer
Welt, liegen die norwegiſchen Gletſcher, Fiorde und Wälder. Beim
An=
blick der ſtarken, ſchönen, blonden Bewohner des Nordlandes erwächſt
eine Edda vor unſeren Augen. Mit Kapitän Herbert werden wir das
herrliche Land im Norwegen Film dunchwandern.
Wir weiſen erneut darauf hin, daß die Ausſtellung Lotte
Reiniger bis kommenden Sonntag, den 5. Dezember, geöffuet
bleibt, vormittags von 10—1 Uhr, nachmittags von 4-16 Uhr=
* Führungen im Landesmuſeum. Die nächſte Führung findet am
Mittwoch, dem 1. Dezember, nachmittags pünktlich 3 Uhr, ſtatt.
Direktor. Dr. Feigel wird im Lochner= und Chiavennazimmer
ſprechen.
— Reinhold=Ewald=Ausſtellung im Landeswuſeum. In den Räumen
des Kupferſtichkabinetts iſt die bereits angekündigte Ausſtellung der
Ge=
mälde und Zeichmungen des auch in Darmuſtadt durch eine Reihe früherer
Ausſtellungen bekannten Hanauer Malers Reinhold Ewald
eröff=
net worden. Sie enthält Arbeiten auz allen Entwicklungsphaſen des
infolge klauſter Problemſtellungen ſo intereſſanten Künſtlers,
vornehm=
lich aber ſolche, welche in den letzten beiden Jahren entſtanden und noch
unbekannt ſind. Im Ganzen ſind es 40 teils ſehr umfängliche Bilder
und 106=Zeichnungen, unter welchen die lebensgroßen, Figurenkartons
in Kohle beſonders auffallen. — Die Grundlagen und letzten Antriebe
der Kunſt Ewalds, welcher übrigens Mitglied der Berliner und
Darm=
ſtädter Sez=ſſion und des „Jungen Rheinland” iſt, wird an einem der
nächſten Mittwoch=Nachmittage Kuſtos Dr. Freund zu erläutern
verſuchen.
— Od=nſaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Die Wanderunn, am
Sonntag von Darmſtadt nach Alsbach bildete einen würdigen Abſchluß
des Wanderjahres 1926. Kräftig ſchneite es am Vormittag, ſo daß ſehr
bald der Wald im winterlichen Kleide prangte und Weihnachtszauber
ſchuf. War auch durch das Schneetreiben und durch Nebel von den
Bergeshöhen die Sicht genommen, ſo wurden die Wanderer durch die
prächtigen Waldbilder entſchädigt. Gewiß iſt der Wald in ſeinem vollen
gräinen Laubſchmuck ſchön, und reizend iſt es, die Sonnenſtrahlen durch
das Laubdach huſchen und mit den Waldblumen ſpielen zu ſehen. Wie
wundervoll iſt auch der Wald in ſeinem herrlichen, bunten Herbſtſchmuck.
Und doch packt den Wanderer der Wald mit ſeinen verſchneiten Tannen
und Fichten, den glitzernden Wegen und Wieſen am meiſten und
tief=
ſten. Die Kindheit mit ihrem Glauben an die gehörten Wintermärchen
ſteht dann wieder auf und wird lebendig. Mit friſchen Blicken und
blanken Augen, umwirbelt von den Schneeflocken, marſchierten die
Oden=
waldklubiſten nach Nieder=Beerbach, und nach kurzer Frühſtücksraſt bei
Gaſtwirt Simmermacher, weiter nach Alsbach. Sie genoſſen in vollen
Zügen die beginnende Winterpracht. Die Endraſt war im Gaſthaus zur
Krone (8. Hechler), woſelbſt auch das Mittageſſen eingenommen wurde.
Später fanden ſich noch die Mitglieder der Ortsgruppe Alsbach ein,
und gar bald herrſchte eine fröhliche Stimmung. Daß ſie aufkam, dazu
trug in erſter Linie das Haus Hechler bei, das in vorzüiglicher Weiſe
für die Wanderer beſorgt war. Dankbare Zuhöver fanden die
Geſangs=
abteilung des Klubs unter der Leitung des Herrn Oberreallehrers
Weide, Herr Heini Schäfer mit ſeinen Dialektdichtungen, die unter der
Leitung von Frl. Hahn ſrehende Jung=Mädchengruppe mit ihren Reigen,
und Frl. Hechler. Nicht vergeſſen werden dürfen aber die Führer der
Wanderung, die Herren Berntheiſel und Flohn, denen herzlicher Dank
zu ſagen iſt für ihre vortreffliche Führung und für all das, was damit
zuſammenhängt. Herr Oberreallehrer Weide ſprach ihnen im Namen der
Sch.
Wanderer dieſen Dank auch bereits in Alsbach aus.
— Männervereinigung der Petrusgemeinde. Die nächſte
Monats=
verſammlung findet am Mittwoch, 1. Dezember, abends 8.15 Uhr,
pünktlich, im Gemeindehauſe in der Eichwieſenſtraße ſtatt. Herr Prof.
Dr. Karl Krämer wird dabei einen Vortrag halten, zu dem Gäſte,
auch Damen, herzlich willkommen ſind. Der Redner wird ſprechen von
der Aufgabe des Chriſtentums in der Gegenwart gegenüber den
Be=
ſtrebungen anderer Religionen, die Weltſeele zu gewinnen, eine
Ange=
legenheit, die des ernſten Sinnens aller, die Vorgänge unſerer gärenden
Zeit mit religiös geſchärftem Blick beobachtender Menſchen wahrlich
wert iſt.
Ergebnis des Flugzeugmodell=Weitbewerbes
am 28. November auf dem Flugplatz in Darmſtadt.
Klaſſe IGruppenmodelle: 1. Preis Gruppe Hahndorf,
Wittmer und Heinbücher mit 142 Punkten; 2. Preis Gruppe K.
Kirch=
ner, F. Kirchner und Haupt mit 32 Punkten.
Klaſſe II Jungflieger=Wettbewerb: 1. Preis
Witt=
mer mit 51 Punkten; 1. Preis Neumann mit 51 Punkten; 3. Preis
F. Kirchner mit 46 Punkten; 4. Preis F. Kircmer mit B8 Punkten.
Klaſſe III Allgemeiner Wettbewerb: 1. Preis
Burg=
hardt mit 104 Punkten; 2. Preis Burghardt mit 82 Punkten; 3. Preis
F. Kirchner mit 65 Punkten; 4. Preis Neumann mit 55 Punkten; 5.
und 6. Ppeis Wittmer und Burghardt mit je 52 Punkten.
Durch die Ungunſt der Witterung hatten die Modelle ſehr gelitten,
ſo daß die Ergebniſſe hinter den Erwartungen zurückblieben. Während
bei den Uebungsflügen bis zu 300 Punkten erzielt wurden, war die
höckſte Punktzahl des Wettbewerbes 142 Punkte. Der Abend vereinigte
die Wettbewerbsteilnehmer mit Angehörigen zuu Preisverteilung im
Fürſtenſaal. Der Heſſen=Flieger=Verein für Luftfahrt überreichte den
Siegern ſchöne Ehrenprciſe und Auszeichmnugen mit dem Wunſche, daß
dieſer erſte Wettbewerb ein Anſporn ſein möge, für einen großen
Wett=
bewerb im kommenden Jahr. Im Januar wird der Vexein neue Kurſe
im Modellbau und in Motorenkunde eröffnen, deren Beſuch beſtens
empfohlen werden kann.
— Hiſtoriſcher Verein. Wir machen unſere Mitglieder aufmerkſam
auf den am Donnerstag, den 2. Dezember, abends 8 Uhr, im Hörſaal
Nr. 326 der Techniſchen Hochſchule ſtattfiundenden Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Regierungsbaurats Schneider aus Gießen über „
Krieger=
ehrungen und Heimatſchutz”, zu dem der Mittelrheiniſche Architekten=
und Ingenieur=Verein unſeren Verein eingeladen hat.
— Elternabend. Das Inſtitut St. Mariä (katholiſches
Ly=
zeum) veranſtaltete einen Elternabend, der ausſchließlich in den
Er=
ziehungsabend eingeſtellt war. Nach einer imt reſſanten Einführung in
das Leben und die künſtleriſche Entwicklung Matthäus Schieſtls gab
Studienrat Dr. Jmgram an Hand einer größeren Anzahl von
Licht=
bildern eine tiefguündige Deutung und Wertung der Motive ſeiner
Schöpfungen. Im Mittelpunkt eines zweiten Vortrags, den Oberſtudien=
und Geiſtlicher Rat Laufer über das Thema „Elternhaus und
Schule” hielt, ſtand das Kind als Gegenſtand der Sorge, des Glücks und
der Verantwortung der Eltern. Die geiſtreichen, mit feinem Humor
gewürzten Ausführungen verfehlten ihres Eindrucks um ſo weniger,
als dem Redner nicht bloß die Kraft den Ueberzeugung, ſondern auch
ein reiches Erfahrungsmaterial zu Gebote ſtanden. Durch eine
muſika=
liſche Darbietung von Fräulein Büchner und den Herren Blumöhr
und Stamm, die eine künſtl=riſche Leiſtung bedeutete, war auch der
Unterhaltung Rechnung getragen. — Die Verauſtaltung löſte bei allen
Teilnehmern volle Befriedignug aus.
— Mozart=Verein. Neben entſprechenden Chorſätzen aus
verſchie=
denen Jahrhunderten eine der erſten Sängerinnen Deutſchlands zu
hören, gibt dem Konzert am 1. Dezember ſeinen beſonderen Rei= Wie
in allen Weltſtädten wird ſich auch in Darmſtadt die Kammerſängerin
Maria Olſzewſka von der Wiener Staatsoper durch ihren
„ſammetweichen” Alt und beſeelten Vortrag die Anerkennung der
Darm=
ſtädter Muſitverſtändigen ertingen. — Karten für Nichtmitglieder
bei Konzert=Arnold und Schutter, ſüir Mitglieder bei O. Titze,
Eliſa=
bethenſtraße 4.
— Deutſcher Rentnerbund, Ortsgruppe Darmſtadt. Zum
Reichs=
rentnertag, 1. Dezember, wurde nachſtehende Entſchließung
ein=
ſtimmig angenommen: „Die durch das Mittel der Inflation ſchuldlos
und vechtlos enteigweten, trotz aller Regierungserlaſſen von der Gnade
der Gemeinde abhängigen, meiſt ſeit Jahven hungernden, alten
und wehrloſen Kapitalrentner verlangen energiſch geſetzliche Sicherung
einer Lebensmöglichkeit unter tunlichſter Berückſichtigung ihrer früheren
Lebensſtellung. Sie fordern au Stelle der unerträglichen Form der
Frirſorge, welcher außer ihnen im allgemeinen nur die Ortsarmen
unterliegen, ihr Recht wie jeder andere Staatsbürger.”
— Elektro=Oekonom. Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich iſt,
finden im Stromverſorgungsgebiet der Heſſiſchen Eiſenbahn=A. G. zurzeit
wieder Vorträge über den Elektro=Oekonom, die praktiſche elektriſche
Sparküche für jedermann, ſtatt. In Groß=Umſtadt ſpricht die
Schriftſtellerin Frau Ellen Leiber über dieſes neuartige elektriſche
Koch=
gerät im Gaſthaus „Zur Krone” (Markt 10) am 1. Dezember, abends
8 Uhr. In Altheim findet der gleiche Vortrag am 2. Dezember im
„Darmſtädter Hof” ſtatt. Bei dem großen Intereſſe, das ſich der Elektro=
Oekonom in der kurzen Zeit ſeim=s Bekanntfeins erworben hat, ſteht zu
erwarten, daß eine ſtattliche Anzahl Beſucher ſich über die
Wirkungs=
weiſe unterrichten laſſen will. Insbeſondere iſt der Vortrag allen
Haus=
frauen aufs angelegentlichſte zu empfehlen.
— Hohes Alter. Fran Karol. Weber Wtw., Darmſtadt,
Taunus=
ſtraße 12, feiert am 1. Dezember ds. Js. mit beſter Geſundheit und
geiſtiger Friſche ihren 84. Geburtstag.
* Berzugszuſchläge für Reichsſteuern. Wie bereits gemeldet, fallen
ab 1. Dezember d. Js. dieſe Zuſchläge. In Zukunſt werden für
alle Reichsſteuern Verzugszinſen uach dem
Jahres=
ſatze von 10 v. H. zur Anwendung gelangen. Eine Schonfriſt
gibt es nicht mehr. Wer alſo Verzugszinſen entgehen will, hat
z. B. die nächſte fällige Einkommenſteuervorauszahlung bis zum 10. Jan.
1927 (nicht mehr 17. Jan.) zu leiſten. — Bleibt die Frage zu ſtellen,
wann Heſſen bezüglich der Landesſteuern hier nachfolgt?
V14875)
das ideale Abfuhrmiltel
macht zarfen reinen Teint. Denn gufe
Verdauung ſchafff zarten reinen Teink
Also nehmen Sie regelmäßig ein
LAXIN-KONFEKT
— Zum Volksentſcheid. Geſtern abend ſprach in einer von
der Demokratiſchen Partei einberufenen öffentlichen
Verſamm=
lung im Saalbau der heſſiſche Finanzminiſter Henrich,
nach=
dem zuvor Dr. Fiſcher, Köln, das Thema „Wirtſchaft, Steuern,
Staat” behandelt hatte. Wir kommen auf die Ausführungen des
heſſiſchen Finanzminiſters noch zurück.
— Das Orpheum iſt ab heute, Dienstag, bis Ende dieſer Woche
ge=
ſchloſſen.
* Unfälle. Am Sonntag, um die Mittagszeit, ſtürzte ein
Motor=
radfahrer am Viadukt Weiterſtädter Straße infolge Gab=lbruches und
verletzte ſich am Kopfe erheblich. — Auf einem auswärtigen Spielplatz
zog ſich ein Fußballſpieler beim Wettſpiel einen Unterſchenkelbruch zu.
Beide Verunglückte wurden von der Sanitätswache, Saalbauſtraße,
Tele=
phon 400, nach dem Stadt=Krankenhaus bzm. Herz=Jeſu=Hoſpital
verbracht.
* Von Barkhaus=Wieſenhüttenſches Familienfideikommiß. Das
ge=
nannte Fideikommiß iſt mit ſofortiger Wirkung in der Hand des
Fidei=
kommißinhabers für aufgelöſt erklärt worden.
— Quittung über eingegangene Spenden ſüir das ehem. Großh.=H=ſſ.
Garde=Dragoner=Regt., Leib=Dragoner=Regt,, ihre Formationen und die
Freunde der alten Heſſen=Dragoner=Brigade in der Geſchäftsſtelle des
„Darmſtädter Tagblatt”; von St. 10 Mk., Noack, Stadtbibliothekan
5 Mk. Freifrau von Bellersheim 20 Mk., Frau von Iſſendorff 10 Mk.,
Gg. Schwörer, Oppenheim. Kreisamt 5 Mk., Frau Wetz Wtw. 2 Mk.,
Johann Spatz, Metzgermeiſter 10 Mk., zuſamunen 62 Mk.
Lokale Veranſtaltungen.
Die biernnter erſcheinenden Notlzen ſind ansſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſt.
* Deutſcher Offiziersbund. Donnerstag, den 2. Dez.,
findet Hervenabend und Vortrag des Herrn Major Appuhn im Kaſino
des Leibgarde=Regiments ſtatt. Thema: „Ueber das Nachrichtenweſen
des Deutſchen Ordens im Mittelalter‟. Daraufhin Mitteilungen des
Vorſitzenden über den D.O.B.=Bundestag in Berlin. — Auf das
Bun=
deshlatt des D.D B. Nr. 32, Seite 1394, werden die Mitglieder,
inſonder=
heit die Witwen und Waiſen, aufmerkſam gemacht. Es iſt wirklich
dringend nötig, daß ſämtliche Mitglieder dieſes Blatt ſich halten und
die Weiſungen, für Verſorgung und Fürſorge leſen. Näheres zu
er=
fahren durch die Frauengruppe, Herdweg 92 part., jeden Donnerstag,
nachmittags von 4—6 Uhr.
Eciteahigof ict Rämupf.
(ideg 17562)
Kunſfnotizen.
Ueber Werke, Künſtler oder künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähuung
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Union=Theater. Zur heutigen Erſtaufführung des
nordi=
ſchen Großfilms: „Dertanzende Tor”. Ein Zirkusclown, der die
Tochter ſeines Direktors liebt, wird durch die Bekanntſchaft mit dem
Inhaber eines Pariſer Modehauſes plötzlich ein Star am Pariſer
Parietehimmel. Er heiratet und lebt glücklich mit ſeiner Frau und
deren Eltern in Paris. Seine Hauptattraktion iſt das Lied vom
tanzenden Tor. Dieſes Lied wird an ihm zur bitteren Wahrheit. Der
Modekönig verführt ſeine Frau und zerbricht ſein Glück. In ſeinem
Kummer trinkt der Clovn und ſinkt wieder hinab zum Wanderzirkus.
Sein Weib wird von dem anderen verlaſſen und nimmt ſich in der
Ver=
zweiflung das Leben. Aber auch der andere wird ein Opfer ſeiner Lüſte
und ſinkt. So treffen ſich die beiden wieder in einem Zirkus.
Mord=
gedanken erfüllen den Clown, aber als er den anderen erſchießen will,
da trifft dieſen im ſeiner Todesangſt der Herzſchlag. Man findet bei ihm
cinen Brief, aus dem hervorgeht, daß in einem Krankenhaus eim Kind
des Clowns liegt, von dem dieſer nichts wußte. Das Kind gibt dem
haltlos gewordenen Mann ein neues Lebensziel, iſt es doch das
Ver=
mächtnis der Frau, die er trotz allem über alles geliebt hat. Der Film
enthält entzückende Revueſzenen, verbunden mit den neueſten
Mode=
ſchöpfungen des Pariſer Konfektionshauſes Marcel.
— Reſidenz=Theater. Dieſer Film von Béla Baläzs iſt alſo
ein Abenteurerfilm. Und der Abeuteurer iſt der Zehnmarkſchein K 13 513.
Aus einer Nummer, einem vegelvecht bedruckten Papier, einer von vielen
Noten, wie ſie im Bündeln in die Welt hinausgehen, wird im Verlauf
der Begebenheiten ein Individuum. Dem Leichtſinn flattert es in die
offenen Hände. Ein Knabe verliert es und geht daran zugrunde. Ein
viver Burſche erhält es als unverhofften Profit und gründet eine
Esi=
ſtenz darauf. Eigentlich ſind alle dieſe Schickſale ſchon vorgezeichnet,
aber der Geldſchein löſt ſie aus. Er bringt Pech und Glück und leiter die
Schwäche der Menſchen; er ſelbſt verbraucht ſich in dieſem Kreislauf.
Zerknittert, mit dem Staub der Straße vermengt, vom Reger
fortgeſpilt, zerriſſen, geflickt, am Ende vergeſſen und vernichtet: dieſe
auswirkende wückwirkende Magie war es, die dem Autor vorgeſchwebt
hat. Der Film iſt in den Hauptrollen von den erſten deutſchen
Schau=
ſpielern beſetzt, darunter der beliebte Künſtler Werner Fütterer.
Aus den Parteien.
Vom Heſſiſchen Wirtſchafts= und
Ordnungs=
block, Ortsgruppe Darmſtadt, wird uns geſchrieben:
Wir machen jetzt ſchon darauf aufmerkſam, daß am Wahltag
(Sonntag, den 5. Dezember) Kranke und Nicht=Wegfähige von
uns mittelſt Auto zu den Wahllokalen gefahren, werden können.
Wir bitten um möglichſt baldige Anmeldungen an die
Geſchäfts=
ſtelle der Deutſchen Volkspartei, Rheinſtr. 22, Fernruf 1304, und
zwar vor dem Wahltage.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Die Frauen der
D. V. P. werden noch einmal darauf aufmerkſam gemacht, daß am
Mittwoch, den 1. Dezember, die Frauen=Mitgliederverſammlung
ſtatt=
findet, zu der alle unſere Frauen herzlichſt eingeladen ſind.
Tageskalender für Dienstag, den 30. November 1926.
Heſſiſches, Landestheater, Großes Haus, H 4 (
Bühnen=
volksbund), Aafang 7½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr: „Tiefland‟.
Kleines Haus, Zuſatzmiete 1 (5), Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„Ein undankbarer Menſch.” — Zentral=Hotel: Konzert.
Café Rheingold: Konzert. — Theaterſaal Perkev:
Konzert. — Hotel Schmitz: Unterhaltungsmuſik. —
Wein=
haus Weißer Turm: Konzert. — Spaniſche Bodega:
Konzert. — Konkordiaſaal, abends 8 Uhr: Vortrag über
den „Elektro=Oekonom. — Kinovorſtellungen: Union=,
Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele. — Frankfurt a. M. (Feſthalle),
abends 7.30 Uhr: Sarraſani, Zirkus=Feſtſpiele.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 1. Dezember 1926.
Möbelverſteigerung, vormittags 9 Uhr, im Städt.
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Nummer 332
Zur praris der Feſſelung
der Einheitswerte.
Von Dipl.=Ing. Adolf von Lippmann.
Die Bedeutung, die die erſte Feſtſtellung der Einheitswerte nach dem
Reichsbewertungsgeſetz für die einzelnen Steuerpflichtigen hat, iſt, wie
in der Tagespreſſe wiederholt betont worden ſt, bereits im Hinblick auf
die überſehbaren Auswirkungen eine ſehr erhebliche. Ihre Erheblichkeit
wird noch geſteigert durch den Umſtand, daß ſich an dieſe Feſtſtellungen
auch noch zur Zeit unüberſehbare Auswirkungen kwüpfen können. Denn,
welche ſtenerlichen Belaſtungen auf der Grundlage der einmal
feſtgeſtell=
ten Einheitswerte möglicherweiſe noch aufgebaut werden können und
ſollen — das vermögen heute ſelbſt die maßgebenden Stellen der
Finanz=
verwaltung noch nicht zu überſehen.
Im Sinne des Geſetzes und der bekannten, zu dieſem gegebenen
Verordnungen iſt es Aufgabe der Landesfinanzämter geweſen, im
Rah=
men der ihnen erteilten Ermächtigungen den richtigen Wert zu
ermit=
teln und den Geſichtspunkt der gleichmäßigen Beſteuerung durchzuſetzen.
Wenn nun jetzt, wo die Zuſtellung der Einheitswerte ſowie das
Veran=
lagungsverfahren im vollen Gange ſind, ſich herausſtellt, daß
Landes=
finanzämter für die Bewertung der zwangsbewirtſchafteten Grundſtücke
Normen feſtgeſetzt haben, die mit dem Grundſatz gleichmäßiger
Beſteue=
rung der Steuerpflichtigen nicht mehr vereinbar ſind, ſo iſt es nicht
verwunderlich, wenn die Tagespreſſe der Praxis der Feſtſtellung der
Einheitswerte erhöhte Aufmerkſamkeit zuwendet.
Wenn nun in der Tagespreſſe verſchiedenfach gerade die Richtlinien
bes Land=sfinanzamtes Berlin hervorgehoben werden, ſo iſt es ſicher
nicht dem zuzuſchreiben, weil man der Meinung iſt, Berlin könnte, da
es an der Quelle ſitzt, gewiſſermaßen beſſere Gelegenheit haben, den
Willen des Steuergeſetzgebers zu erforſchen. Wie aus der auswärtigen
Tagespreſſe hervorgeht, ſtllt man gerade Berlin deshalb in den
Vor=
dergrund, weil mit den Richtlinien des Finanzamtes Berlin die vieler
anderer wirtſchaftlich wichtiger Landesfinanzämter übereinſtimmen, ſo
daß ein großer und ausſchlaggebender Teil der deutſchen Wirtſchaft nach troſt beim hieſigen Kreisamt über den Gemeinderechner Ph. Haller 2
dieſen Nichtlinien veranlagt wird.
Nun wird in der auswärtigen Tagespreſſe beſonders für Frankfurt
feſtgeſtellt, daß ſich aus dem Vergleich der für Frankfurt gegebenen
Richtlinien eine ganz entſchiedene Schlechterſtellung
der Steuerpflichtigen des Frankfurter Induſtriebezirkes
gegenüber Berlin und anderen großen Wirtſchafts=
Dienstag, den 30. November 1926
gebieten ergibt. nud zwar für alle Arten von Grundſtücken. Auf
die in der auswärtigen Preſſe für dieſe Behauptung gegebenen
eklatan=
ten Beiſpiele, die z. B. für ein Frankfurter Geſchäftshaus gegenüber
Berlin eine um rund 50 v. H. höhere Beſteuerung errechnen, näher
einzugehen, würde hier zu weit führen. Hier intereſſiert in erſter Linie,
daß das, was für Frankfurt gilt, auch für Darmſtadt
zutrifft. Denn die für die Darmſtädter Bewertung gegebenen Normen
zeigen die gleichen Abweichungen von den Berliner Normen wie die für
Frankfurt gegebenen Richſtlinien.
Wenn die auswärtige Tagespreſſe nun meint, eine Erörterung
dar=
über, wie dieſen „offenbaren Unbilligkeiten und ſteuerlichen
Sinnwidrig=
keiten” im Rahmen der beſtehenden Geſetze und Verſigungen im
Einzel=
falle durch Rechtsmittel einigermaßen abgeholfen werden könnte zunächſt
zurüchſtellen zu müſſen, und dafür die Frage aufwirft, ob nicht
zweck=
mäßig durch entſprechende Verwaltungsmaßnahmen
den beſtehenden unbilligkeiten abgeholßen
wer=
den könne, ſo kann man dem nur zuſtimmen. Richtig iſt auch
zwei=
fellos die in der auswärtigen Preſſe kundgegebene Auffaſſnug, daß die
Schuld an dem ſteuerlich unhaltbaren Zuſtand in erſter Linie der
Zen=
tralbehörde und nicht den beteiligten Landesfinanzämtern beizulegen iſt.
Die Zentralbehörde hat zwar gewiſſe Rahmenſätze aufgeſtellt, es aber
offenbar unterlaſſen, im Wege entſprechender
Durchführungsheſtimmun=
gen oder Richtlinien die gleichmäßige Feſtſtellung des richtigen
Wertes imerhalb des gegebenen Nahmens zu ſichern.
Auch der in der auswärtigen Preſſe kundgegebenen Meinung iſt
zu=
zuſtimmen, daß die Einteilnug der Grundſtückg in beſtimmte Lagen, wie
ſie ja auch für die Bewertung der landwirtſchaftlichen Grundſtücke gilt,
grundſätzlich das Richtige trift. Auf alle Fälle iſt auch dem
zuzuſtim=
men, daß es ſowohl im Intereſſe der Steuerpflichtigen wie auch der
Steuerbehörden gelegen iſt, wenn das hier Verſäumte auf dem
Ver=
waltungswege alsbald nachgeholt würde.
Große Strafkammer. Als einzige Sache wird die Berufung des
Ph. Roth in Hahn bei Pfungſtadt verhandelt. Roth ſteht unter der
Anklage, Ende April 1926 gegenüber dem Verwaltungsinſpektor
Ge=
zu Hahn geäußert zu haben, er (Roth) habe dem Rechner 100 Mark
quittiert, den Betrag aber niemals erhalten. Es handelte ſich um ein
Baudarlehen, das durch die Gemeinde zur Auszahlung gelangte. Der
Angeklagte gibt die Aeußerung zu, erklärt aber dazu, er habe nicht
be=
leidigen wollen, vielmehr in Wahrung berechtigter Intereſſen gehandelt.
Vor dem Bezirksſchöffengericht wurde die Sache am 18. Oktober 1926
verhandelt. Die Staatsanwaltſchaft beantragte damals unter Hinweis
auf 8 187 StGB. drei Wochen Gefängnis, das Gericht erſter Inſtanz
hielt den vom Angeklagten angetretenen Wahrheitsbeweis für
mißlun=
gen und erkannte auf eine Geldſtrafe von 50 Mark. Angeklagter wie die
Staatsanwalt haben Berufung verfolgt. — Ph. Haller 2. iſt ſeit 1908
Gemeinderechner in Hahn. Das Urteil ſpricht unter Aufhebung des
angefochtenen Urteils den Angeklagten frei. Angeklagter habe nur in
Wahrung berechtigter Intereſſen gehandelt. Das Schimpfwort „
Spitz=
bube” ſei gelegentlich der Wahrung berechtigter Intereſſen gefallen und
ſei im der Anklageſchrift nicht enthalten.
— Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: D. Colrmbus 1. Dez. D.
Preſi=
dent Harding (USL.) 1. Dez. D. George Waſhington (uSL.) 8. Dez.,
D. Berlin 11. Dez., D. Preſident Rooſevelt (nSL.) 14. Dez, D. Bremen
19. Dez., D. Republie (USL.) 27. Dez. — Nach Newu York ab
Sout=
hampton: D. Republie (USL.) R. Nov., D. Columbus 2. Dez., D.
Preſident Harding (USL.) 2. Dez D. George Waſhington (USL.)
9 De= D. Berlin 12. Dez. D. Leviathan (uSL.) 14. Dez., D.
Preſi=
dent Noſebelt (US8) 15. Dez. — Nach Canada (Halifar) ab Bremen=
Bremerhaven: D. Brewen 19. Dez. — Nach Philadelphia, Baltimore,
Norfolk ab Bwemen=Bremerhaven: D. Holſtein 11. Dezember. D. Ulm
31. Dez. — Nach Braſilien, Argentinien ab Bremen=Bremerhaven: D.
Werra 4. Dez. D. Sierra Morena 18. Dez. — Nach Nordbraſilien ab
Bremen: D. Attika 30. Nov. — Nach Mittelbraſilien ab Bremen: D.
Nienburg 8. Dez. D. Porta 8. Januar. — Nach Cuba. New Orleans
ab Bremen: D. Alda 1. Dez. — Nach Oſtaſien ab Bremen: MS.
Königsberg 1. Dez, D. Derfflinger 4. Dez., D. Mentor 11. Dez, D.
Firſt Bülow 15. Dez., D. Oldenburg 18. Dez. — Nach Auſtralien ab
Bremen: D. Helenus 4. Dez., D Gotha 14. Dez. — Nach Süd=Amerika
Weſtküſte ab Bremen: a) durch den Panamakanal: D. Gera, 4. Dez,
D. Napot 14. Dez.; d) durch die Magellan=Straße: D. Holger 6. Dez=
Nach Zentral=Amerika und Megiko ab Hamburg: D. Atto 8. Dez. —
Nach Nord=Amerika Weſtküſte ab Bremen: D. Witram 6. Dez. D. Witell
2. Dez. — Fruchtfahrt Canariſche Inſeln nach Bremen=Hamburg:
wöchentlicher Dienſt. — Nach der Levante ab Bremen: 14tägige
Ab=
fahrten. — Nach Finnland ab Bremen: 14tägiger Dienſt nach allen
Haupthäfen. — Nach Reval ab Bremen: Abfahrten alle 10 Tage. —
Nach Leningrad ab Bremen: Abfahrten alle 8 bis 14 Tage. — Nach
England ab Bvemen: 2 bzw. 4 Abfahrten in der Woche. — Nach Afrika
ab Hamburg: a) Weſt=Afrika: D. Friderun B. Nob., D. Wahehe 3. Dez.,
D. Joo 10. Dez. 0) Süd= und Oſt=Afrika: D. Waganda 4. Dez., D.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 332
Dienstag, den 30. November 1926
Seite 7
Familiennachrichten
Uhre Verlobung beehren sich anzuzeigen:
Paula Sommer
Heinrich Wechsler.
Biblis
November 1926
Arheilgen
(e31327)
Die Geburt eines kräftigen
Sonntags-
jungen zeigen in dankbarer Freude an
Willy Hering und Frau
Aliee, geb. Lengfelder
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tarre, 1
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Näh. Geſchſt. (*31367
Der Vorſitzende unſeres Aufſichtsrats
Herr
Dr. /Ur.
In dankbarer Freude zeigen wir !
die Geburt unſerer Tochter
Helga an.
Heinrich Müller, Dachdeckermeiſter
1
und Frau Wilhelmine, geb. Schorn.
Darmſtadt, am 21. Nov. 1926.
(231345)
Für die anläßlich unſerer Vermählung
überſandten Glückwünſche und Geſchenke
ſagen beſten Dank
Rudolf Daab und Frau
31933) Anna, geb. Köbel.
)
dankenaustauſch über
ſchäftsſtelle. (* 31331
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Direktor der Deutſchen Bank, Filiale Frankfurt
iſt am 27. November nach mehrwöchigem ſchweren
Leiden verſchieden,
Der Entſchlafene war ſeit 1922 Mitglied und
ſeit Frühjahr 1926 Vorſitzender unſeres Aufſichtsrats.
Wir beklagen den Verluſi dieſes tatkräftigen,
erfahrenen Kollegen und bewährten Beraters. In
Dankbarkeit und Treue werden wir allezeit ſeiner
gedenken.
Aufſichtsrat und Vorſtand
der
Gebrüder Roeder, A.=G.
Darmſtadt, den 29. November 1926. 17549
Für die herzliche Anteilnahme und
vielen Blumenſpenden beim
Hinſchei=
den meiner lieben Frau, unſerer guten
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Magdalene Heil
geb. Ruhl
ſagen wir Allen unſeren herzlichen
Dank. Insbeſondere danken wir dem
Herrn Kaplan fürd eerhebende
Grab=
rede, Herrn Dr. Müller und Schweſter
Berta für die liebevolle Pflege und
allen denienigen, die ihr das letzte
Geleit gaben.
(*31307
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Hermann Heil und Kinder.
Nieder=Ramſtadt, den 29. Nov. 1926.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben Gatten, unſeren guten, treubeſorgten Vater
Herrn Hermann Emich
Stadtſekretär
plötzlich und unerwartet im 47. Lebensjahre zu ſich zu
Tuien. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Frau B. Emich und Kinder.
Darmſtadt, den 29. November 1926.
(17542
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. Dezember,
nachmittags 3 Uhr, auf dem Wald riedhof ſtatt.
Ihrem Kegelbruder u. Kegelſchweſter
Franz Hummer
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geb. Pfannmüller
im Alter von 53 Jahren von langjährigem
ſchweren Leiden durch den Tod erlöſit.
Die Beiſetzung fand in der Stille ſiatt.
Oberamtsrichter Georg Pullmann
Dr. med. Walter Pullmann.
Dieburg, 30. November 1926. (17518
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Für die zahlreichen Beweiſe
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richtiger Teilnahme an dem uns ſo
ſchwer betroffenen Berluſte unſeres
lieben Entſchlafenen ſagen wir
hier=
mit unſeren herzlichſten Dank.
Ins=
beſondere danken wir für die
liebe=
volle Pflege im Städtiſchen
Kranken=
haus, ſowie Herrn Pfarrer Beringer
für ſeine troſtreichen Worte am
zrabe der Städt Berufsfeuerwehr
und der Freiwilligen Feuerwehr für
ihr treues, kameradſchaftliches
Ge=
leite und allen denen, die ihm die
letzte Ehre erwieſen haben. (31318
Die trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Weiße Wwe.
geb. Rebenich
und Sohn Georg.
Darmſtadt, den 28. November 1926.
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Dienstag, den 30. November 1926
Nummer 332
Im „Landwiriſchaftsfunk”
der regelmäßig Montags und Donnerstags in der Zeit von 6 bis 6.30
Uhr über den Deutſchlandſender in Königswuſterhauſen (Welle 1300)
belehrende Vorträge für den Landwirt bringt, wird am 6. Dezember
Herr Rittergutsbeſitzer Reinhardt über: „Landwirtſchaftliche
Ver=
ſuchsringe” ſprechen. Am 9. Dezember wird Prof. Lichtenberger
vom Inſtitut für Milchunterſuchung in Kiel über: „Die Organiſation der
ſtädtiſchen Milchverſorgung in den Vereinigten Staaten” berichten. Am
13. Dezember behandelt Prof. Dr. Franz Lehmann, Göttingen, das
Thema: „Kartoffeln und ihr Erſatz in der diesjährigen Schweinemaſt”
und am 16. Dezember Geh. Reg. Nat Prof. Dr. Appel: „Die
Schäd=
lingsbekämpfung in Land= und Forſtwirtſchaft und die Organiſation
des deutſchen Pflanzenſchutzdienſtes”. Reichsminiſter a. D. Schiele hat
für den 20. Dezember in Ausſicht genommen „Die Aufgabe des
landwirt=
ſchaftlichen Enquete=Ausſchſſes” zu behandeln. Am 23. Dezember iſt ein
Vortrag über: „Schädigung von Menſchen und Tieren im Verkehr mit
Hunden” von Prof. Dr. Nöller, von der Tierärztlichen Hochſchule
Berlin, und am 27. Dezember Reichslandwirtſchaftsminiſter Dr.
Has=
linde über: „Landwirtſchaft und Volksernährung zur Jahreswende‟
zu hören. Den Schluß des Dezemberprogramms bilden die Ausführungen
von Dr. Sagawe, Deutſche Landwirtſchafts=Geſellſchaft, über: „
Be=
triebsmittelaufwand und Reinertrag”.
* Arheilgen, 29. Nov. Auf der zu unſerem Orte zählenden
Er=
ziehungsanſtalt „Aumühle” iſt die Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen.
Die Anſtalt wurde zum Sperrgebiet erklärt. — Die beiden
Geflügel=
zuchtvereine Wixhauſen und Arheilgen veranſtalten am 4. und 5.
De=
zember hier im Gaſthauſe „Zur Sonne” gemeinſam eine Werbe=
Ge=
flügelſchau. — Laut Bekanntgabe der hieſigen Bürgermeiſterei ſind auf
Anordnung der Beſatzungsbehörde alljährlich bis zum 1. Dezember
An=
gaben über vorhandene Brieftaubenſchläge vorzulegen, da unverhoffte
Kontrollen in Ausſicht geſtellt ſind. Die nötigen Angaben über Lage der
Schläge und Stammrolle der Tauben ſind alsbald an die Bürgermeiſterei
zu machen. — Nächſten Donnerstag wird Herr Landtagsabgeordneter
Glaſer im Auftrage des Wirtſchafts= und Ordnungsblocks über die Frage
„Warum ſoll der Landtag aufgelöſt werden?” ſprechen. — Hier haben
einige Freunde des Zitherſpiels, Damen und Herren, einen Zitherverein
gegründet. Eine im Zitherſpiel geübte Perſönlichkeit aus Darmſtadt
wurde zum Erlernen und zur weiteren Ausbildung gewonnen. Ueber
den Beginn des Unterrichts ſind noch Unterhandlungen im Gange. Das
Honorar wird vorausſichtlich ein ſehr geringes ſein.
* Eberſtadt, 29. Nov. Schon wieder ein Aukounfall.
Am Samstag vormittag vor 7 Uhr ſtieß das Seeheimer Verkehrsauto
am nördlichen Ortsausgang Eberſtadts mit einem Fuhrwerk aus
Balk=
hauſen zuſammen. Glücklicherweiſe kamen Menſchenleben nicht zu
Scha=
den. Dagegen wurde das Fuhrwert ſtark demoliert. Die Frau des
Be=
ſitzers war kurz vorher vom Wagen geſtiegen, um mit der Straßenbahn
weiterzufahren. — Theaterabend. Der Geſangverein „Germania”
hält am kommenden Sonntag einen Theaterabend ab, bei dem der
be=
kannte Schwank „Der keuſche Lebemann” zur Aufführung gelangt. Auch
das Beipppgramm iſt ſehr abwechſelungsreich. — Straßenſperre.
Wegen Wiederherſtellungsarbeiten iſt die Weinſtraße von der Alten
Darmſtädter Straße bis zum Mühlweg vom Beginn dieſer Woche ab
für den öffentlichen Fuhrwerksverkehr geſperrt. — Säuberung der
Wieſen. Die Bürgermeiſterei weiſt auf die Wieſenpolizeiverordnung
hin, nach der das Ausheben und Ausräumen der Be= und
Entwäſſe=
rungsanlagen und der Grenzgräben, aller Wieſengrundſtücke bis zum
10. Dezember vorgenommen ſein muß.
* Pfungſtadt, 29. Nov. Preisverteilung. In dieſen
Tagen wurde die Verteilung der Diplome von den
Reichsjugendwett=
kämpfen vorgenommen. Insgeſamt kamen 75 Urkunden zur Verteilung.
Die Namen der mit Hindenburg=Diplomen bedachten Schüler und
Schülerinnen ſind Georg Frey, Wilhelm Haſſenzahl, Georg Thomas,
Hermann Jungblut, Gretel Schmidt, Gretel Schaffner, Lina Kramer und
Eliſabeth Weber. Bei der Verteilung der Urkunden waren die drei
oberſten Schulklaſſen im Hofe der Knabenſchule verſammelt und Rektor
Neff beglückwünſchte die kleinen Sieger in herzlichen Worten. —
Kon=
zert. Das Städtiſche Orcheſter aus Darmſtadt hält, wie bereits
mit=
geteilt, am kommenden Mittwoch abend im Saalbau Vögler ſein erſtes
Konzert ab. Hofſentlick, weiſt es einen guten Beſuch auf. — Die
Stadtkaſſe macht darauf aufmerrſam, daß die Beträge für
elektri=
ſchen Strom und Zählermiete vom November bis ſpäteſtens 8. Dezember
zu entrichten ſind.
* Ober=Rauſtadt, 29. Nov. Am Mittwoch, den 1. Dezember d. J.,
findet, wie alljährlich, eine Viehzählung ſtatt. Gezählt werden Pferde,
Rindvieh, Schafe, Schlveine, Ziegen und Federvieh. Ober=Ramſtadt iſt
wie bei früheren Zählungen in 8 Zählbezirke eingoteilt. Die
Viehhal=
ter werden erſucht, den Zählern durch raſche und vollſtändige Angaben
das Zählgeſchäft erleichtern zu helfen.
* Roßdorf, 29. Nov. In der Nacht vom 26. auf 27. d. M. wurde
iun der Kleiderfabvik H. und F. Adler hier ein Einbruch
verübt. Die Diebe verſchafften ſich zunächſt Eingang in den nahe ge
legenen Geräteſchuppen der Bahn und holten dort Stemmeiſen und
dergleichen. Mit dieſen Werkzeugen wurden gewaltſam die ſtarken
Eiſenſtäbe an einenn Fenſter herausgebrochen und das Fenſter
zertrüm=
mert. Das ganze Fabriklager und die Bureauräume ſuchten die Diebe
ab. Die Spuren waren deutlich ſichtbar. An barem Gelde fielen den
Dieben aus der Schublade eines Schreibtiſches 110 Mk. und 8,70 Mk.
aus dem erbrochenen Keſſenſchrank in die Hände. Vermutlich wurden
noch einige Kleidungsſtücke mitgenommen. Die Diebe hatten es
ſicher=
lich auf das Geld für die Arbeiterlöhne abgeſehen, die Samstags
vor=
mittags zur Auszahlung gelangen. Dieſes war jedoch in guten Hünden.
Gendarmeriewachtmeiſter Steinmann mit ſeinem Polizeihund „Bodo von
Oberberken” war am Morgen ſofort zur Stelle, und „Bodo” nahm
ſo=
fort die Spur in der Richtung Darmſtadt nach dem Ludwigsteich auf.
Da im Ludwigsteich ſeinerzeit auch die Kaſſette von dem Einbruch bei
der hieſigen Kirchenkaſſe gefunden wurde, nimut man an, daß es ſich
um dieſelben Täter handelt. Es wäre eine Beruhigung für die
Ein=
wohnerſchaft, wenn dieſe geführlichen Einbrecher bald feſtgenommen
würden. In der gleichen Nacht wurden im Gaſthaus „Zum Löwen” ein
Grammophon und zwei Kiſten Zigarren geſtohlen. Hier handelt es ſich
jedoch anſcheinend um andere Diebe, als bei dem erſten Diebſtahl.
* Roßdorf, 29. Nov. Die Liſten über die vom Grundwertausſchuß
feſtgeſtellten Einheitswerte liegen zurzeit einen Monat lang in den
Dienſträumen der hieſigen Untererhebſtelle zur Einſichtnahme offen.
* Groß=Umſtadt, 29. Nov. Das erſte Winterkonzert des
Geſangvereins „Liederkranz” überraſchte die zahlreichen
Zuhörer durch eine eigenartige und wohdurchdachte Vortragsfolge. Der
Dirigent Herr Bernd Zeh, zeigte ſich bei dieſem ſeinem erſtmaligen
Auf=
treten, einleitend durch einen programmatiſchen kurzen Vortrag üüber das
deutſche Volkslied, als ein Mann von ſtarker künſtleriſcher Empfindung
und ernſtem Streben. Er nuterlegte dem Konzert die ebenſo ſchöne wie
anzegende Idee, das deutſche Volkslied ſeiner zeitlichen Entſtehung wie
auch ſeinem Inhalt nach in Vortragsgruppen zu Gehör zu bringen, um
es vor der Vergeſſenheit und vielleicht vor dem Untergang zu bewahren.
Die erſte Gruppe umfaßte die Volkslieder früheſter Zeit, noch angelehnt
an die Kirchenmuſik, dann folgten Liebeslieder vom 15. bis 19.
Jahr=
hundert und als dritte Gruppe Lieder mit witzigem Inhalt über Dinge
des Alltages, den Schluß bildeten ältere Soldatenlieder. Da der Raum
für dieſen Bericht beſchränkt iſt, können wir auf Einzelheiten leider
nicht eingehen. Wenn es zunächſt ſcheinen wollte, daß 23 Lieder,
nach=
einander geſungen, die Zuhörer ermüden müßten, ſo belehrte uns der
Verlauf des Abends von dem Gegenteil. Der gemiſchte Chor trug
ſämtliche Lieder mit ſo warmer Empfindung und mit ſo guter techniſcher
Schulung vor, daß wan ſeine Freude daran haben konnte. Sehr viel
zu dem guten Erfolg des Konzertes trug ohne allen Zweifel die Soliſtin,
Frau Studienrat Hilsdorf, bi. Auch ſie ſang Volkslieder älterer und
neuerer Zeit und befand ſich damit auf einem Gebiet, das wir als ihr
ureigenſtes bezeichnen möchten. Ihr modulationsfähiger Mezzoſopran
erwärmte alle Herzen und ihre dem Volkslied beſonders zuſagende
un=
gehinſtelte Mimik, die geunde deshalb wahrhaft und künſtleriſch wirkte,
bezauberte die Hörer, die ſo recht mitfühlen konnten und ſich durch
reich=
ſten Beifall dankbar erwieſen. Die überreichten Blumen waren ſehr
wohlverdient.
* Das „Schneckehalsl”
in Lindenfels im Odenwald.
In Lindenfels i. O. wurde eine neue Jugendherberge
eingeweiht, das erſte Eigenheim des Zweigausſchuſſes Südheſſen
im Verband für deutſche Jugendherbergen. In der Nähe der
Bade=
anſtalt, am waldigen Berghang und in der Sonne, mit dem Blick auf
ein wunderſchönes Tal und die alte Burg und die runden Kuppen des
Odenwaldes gelegen, iſt das „Schneckehajsl” eine Zierde des
herr=
lichen Kurortes. Der Erbauer, Architekt K. Heinrich Hartmann,
Lindenfels i. O., kann mit Stolz auf ſein Werk zurückblicken, und des
Dankes der wandernden Jugend, in deren Weſen er ſich ſo fein
hinein=
gefühlt hat, kann er gewiß ſein. Kennt ihr die Raſtſtätten, die
Wander=
neſter der Jugend noch nicht, ſo ſchaut euch dies „Schneckehaisl” an! Es
wird euch gewinnen für die jugendlichen Wandersleute. Und ſeid ihr
Wanderer, ſo ſeht ihr eine Muſterherberge. Und ihr Eltern
wanderfreudiger Buben und Mädel, ihr könnt beruhigt ſein: in dieſem
Schneckenhaus iſt euer junges Volk in guter Hut. — Wie ſchön iſt den
Platz gewählt. Wie gut muß es ſich vor dem Hänſel ſitzen im
Abend=
ſonnenſchein. Und wie wird die Jugend auf der Wieſe tanzen und
ſpielen und ſingen.
Schon Tage vorher kamen viele Jung=Wanderer von auswärts und
fiedelten und ſangen ſich in die Herzen der Lindenfelſer hinein. Sie
verſäumten auch nicht, am Vorabend der Feier dem ſcheidenden
Bürger=
meiſter Schenck und dem neugewählten Bürgermeiſter
Schnell=
bächer ſinnige Ständchen zu bringen.
Sonntags beſuchten die Wanderer die Gottesdienſte. Auch die
Pfarrer begrüßten das Streben der Jugend und prieſen die Schönheit
der Schöpfung. Dann wurde im Rathauſe unter großer Beteiligung
die Ortsgruppe Lindenfels im Jugendherbergs=Verband
gegründet. Lehrer i. R. Hofmann (Odenwaldklub) übernahm den
1. Vorſitz, Bürgermeiſter Schnellbächer wurde 2. Vorſitzender, und
Architakt Hartmann Geſchäftsführer.
Inzwiſchen kamen von nah und fern die Gäſte. Da ſah man die
Alten im ſchlohweißen Hear, aber mit jugendlich ſchlagendem Herzen,
und unter dem Jungvolk kleine Knirpſe bis zu 7 Jahren: Schüler aus
dem ſüdlichen Odenwald, die mit ihrem Lehrer ſeit Tagen unterwegs
waren. Neben den Wanderbünden der Jugendbewegung waren viele
Vereine, ferner die Pfadfinder, der Jungdeutſche Orden und
Jugend=
gruppen des Odenwaldklubs vertreten. Trotz ſtrömenden Regens waren
ſie herbeigeeilt, zu Fuß und im Laſtwagen, alle wollten ſie das
„Schneckehaisl” ſehen und bei ſeiner Weihe zugegen ſein. Sie
wurden für ihre Mühen reichlich entſchädigt. Frau Wirtin
Stroh=
menger, die nimmermüde Herbergsmutter i. R., und ihre Lieſel
bewirteten die Gäſte mit gutem Eſſen: Kakao und Brötchen. —
Nach=
mittags verſammelten ſich die Einwohner und Gäſte vor dem neuen
Heim. Bürgermeiſter Hans Schenck, der eigentliche
Schöpfer der Jugend=Herberge, ſprach herzliche Worte der
Begrüßung und übergab das Heim dem Geſchäftsführer des
Zweigaus=
ſchuſſes Südheſſen, Betriebsinſpektor Brambach. Dieſer gab ſeiner
Freude über das herrliche Häuschen Ausdruck und dankte im Namen
des Verbandes für deutſche Jugendherbergen allen Mitſchaffern und
Gäſten, vor allem aber der Gemeinde Lindenfels, die mit dem Bau des
Eigenheims ſo großes Verſtändnis für die Jugend bewieſen hat. Er
übergab ſodann die Schlüſſel dem Herbergsvater, Herrn
Hein=
rich Bauer.
Nun hielt der erſte Vorſitzende des Zweigausſchuſſes, Schulrat
Haſſinger, dem „Schneckehalsl” die Weiherede. Hier war
der Leiter der Zentralſtelle für Volksbildung und Jugendpflege in Heſſen
in ſeinem eigenſten Element. Hier ſprach ein Mann, der die Nöte der
Jugend kennt, der nicht nur redet, ſondern auch nach Kräften hilft. Die
Jugend braucht Hilfe; ſie braucht auch Führer, aber ſolche, die trotz der
grauen Quecken im Haar jung im Herzen bleiben und ihr Weſen, ihre
Entwicklung, ihre Eigenart verſtehen. Nicht dürfen wir Aelteren der
Jugend unſere Meinung aufzwingen und von ihr gleiche Gefühle und
gleiche Anſichtern fordern; frei ſoll ſich ihre Perſönlichteit entfalten,
ſelbſtändig ſoll ſie ſich ihr Urteil bilden, und früh und freudig die
Ver=
antwortung übernehmen, für ihr Tun und Laſſen. Herrliche Worte
ſprach Herr Haſſinger zu den Verſammelten, aber nicht nur vom Recht,
ſondern vor allem von der Pflicht. Gerade dieſe Generation müſſe ſich
ſtählen im L=benskampf, damit ſie vorbereitet ſei, das deutſche Volk
wieder herauszuführen aus dem Dunkel zum Platz an der Sonne. Nicht
nur reden, ſondern die Tat, die werktätige Liebe üben von Menſch zu
Menſch, ohne Rückſicht auf Stand und Rang und ohne Frage nach
poli=
tiſcher und religiöſer Einſtellung. Gerade im Jugendherbergswerk
ſind die Vorausſetzungen gegeben für die Uebung wahrhaft ſozialer
Ge=
ſinnung und wahrhafter Vaterlandsliebe. Und darum fort mit dem
parteipolitiſchen Hader, heraus aus den Stätten ſeichter Vergnügungen,
und hirtzus in die Natur. Von Dir, Deutſche Jugend,
hängt die Zukunft unſeres Volkesab! Erfülle Deine
hohe Sendug, zeige Dich Deiner Meiſterwanderer
Seume, Riehl, Arndt und Jahn würdig und bringe
den deutſchen Menſchen wieder zu Ehren! — Nach einem
gemeinſamen Geſang wurde dann die Jugendherberge zur Beſichtigung
freigegeben. Und teie erſtaunten da die Gäſte! So groß ſahen näm= parteilichen Stadtverordnetenfraktion, Herr Prof. Dr. Fritz Becker,
Stu=
lich die Innenräume von außen gar nicht aus! Und wie traulich uns
alles anmutet! Wohl für 50 Wanderer iſt Platz vorhanden. Derbe Tiſche
und Bänke, von Meiſter Hofmann gefertigt, laden zum
gemüt=
lichen Sitzen ein. Schöne Heimatbilder nud Wanderſprüche ſchwücken die
Wände. Es iſt ſo ſchön wie daheim! Sogar bunt bemalte Eßnäpfe und
Kaffeetaſſen, Erbacher Töpferkunſt, wurden geſtiftet. Anſchließend ſehen
wir links die getumnten Waſchräume und rechts wohnt Herr Bauer,
der Herbergsvater. Denn zu jeder Jugendherberge gehört ein müdlich tätig. Noch vor wenigen Tagen plauderte der rüſtige und
guter Herbergsvater oder eine freundliche Herbergsmutter, die mit der
Jugend fühlen und ihr helfen, aber auch auf Zucht und Ordnung halten.
Im oberen Stock liegen die luftigen Schlafräume, links für Mädchen und
rechts für Buben und in der Mitte das Führerzimmer. In 22 ſauberen
Betten können die Wanderer ausruhen von ihver Tagesfahrt. Außerdem
laſſen ſich wohl noch 30 beſondere Lager herrichten. Und in den Betten gehaltenen Treibiagd ſtattfand, entlud ſich wegen zweier Hunde, die ſich
läßt es ſich vorzüglich ſchlafen! Der Berichterſtatter hat es nämlich
ſchon mit ſeiner Wandergruppe ausprobiert. Und die ſchönen bunten
Vorhänge an den Fenſtern, ſie wären bald vergeſſen worden! Wenn ſie
erzählen könnten . . . . Sie ſind ſo recht paſſend ſür das „Schnecke= jagd neben zahlreichen Haſen beſonders viel Faſanen zur Strecke,
haisl”! Gütige Frauenhände haben ſie gefertigt und haben noch viel
Anderes ſo traulich geſtaltet und auch die Blumen nicht vergeſſen. Denn
die Blumen gehören nun einmal zur Jugend! — Alle Gäſte waren hoch
befriedigt von dem Werk und die Lindenfelſer ſind beſonders ſtolz
im Odenwald ein Häuslein ſchenkten zum Ausruhen von ihren Es handelt ſich um die Klägen der Firmen: 1. Ihring=Melchior, Brauerei
ein Gleiches zu tun! Welſche Gemeinde unſeres ſchönen Heſſenlandes
unentgeltlich ſtellen und das Goldene Buch des Verbandes hat auch noch
viele leere Seiten! — Nach der Beſichtigung ging es mit Geſang und
Spiel zum Hotel „Zum Odenwald”, wo Aufführungen und Tänze den
Feiertag beſchloſſen. Und die Jugend und die Gäſte zogen dankerfüllt
heim mit einem neuen großen Glück im Herzen.
B.
Kaf 4
Die für jedermann zugänglichen und
unentgeltlichen Säuglings= und
Kleinkinder=
beratungsſiunden
finden im Monat Dezember wie folgt ſtatt: In Beerfelden am 1. und 3.
Dienstag im Monat, mittags 2 Uhr, im Rathaus; in Lützel=Wiebelsbach
am 1. Donnerstag im Monat, mittags 2 Uhr, in der Schule; in
Michel=
ſtadt am 1. und 3. Montag, mittags 3—4 Uhr, in der alten Schule; in
Erbach am 2. und 4. Dienstag, mittags von ½3—½4 Uhr, im
Kreis=
krankenhaus; in Reichelsheim am 1. Freitag, mittags 1—2 Uhr, im
Nat=
hausſaal; in Sandbach am 1. Dienstag, nachmittags 2—3 Uhr, im
Rat=
hausſaal.
r. Babenhauſen, 29. Nov. Der Liedertag, den die
Gefangs=
abteilung der Freien Sportvereinigung am Sonntag
nach=
mittag im Saalbau „Deutſcher Hof” veranſtaltete, erfreute ſich eines
recht guten Beſuches. Außer fünf Arbeitergeſangvereinen beteiligten
ſich — das ſei in unſerer politiſch gärenden Zeit mit Recht
hervorge=
hoben — auch die beiden hieſigen Männergeſangvereine „Eintracht” und
„Sängerbund” in vorbildlicher Harmonie. Die allzu reichhaltige
Vor=
tragsfolge, die allein 30 Chöre aufwies, verlor durch die lange Dauer
von 3 Stunden leider an künſtleriſchem Wert. Anzuerkennen iſt, daß
nur gute Chorliteratur geboten wurde. Einzelne Chöre wie „Rätſel”
„Hab’ es lieb” „Wiegenlied” und „Das ſtille Tal” waren dank ihres
ſchlichten Volksliedcharakters Muſterleiſtungen vom Chor und
Dirigen=
ten. Eine willkommene Abwechſlung in dem Reigen der vielen
Män=
nerchöre boten die zwei Lieder, die der in ſichtbarem guten Fortſchritt
ſich befindende gemiſchte Chor der Freien Sportvereinigung vortrug.
Im allgemeinen hinterließ der Liedertag einen ſehr guten Eindruck, und
man kann den veranſtaltenden Verein und ſeinen muſikaliſch ſehr
begab=
ten Chormeiſter, Herrn Herfurth=Darmſtadt, zu dem ſchönen
Er=
folge nur beglückwünſchen. — Kampflos konnte am Sonntag der hieſige
Polizeiſportverein zwei Punkte auf ſein Konto buchen, da ſein Gegner,
Polizeiſportverin Darmſtadt, zum Handballkampf nicht angetreten war.
— Sportverein „Germania” verlor nach Kampf zwei Spiele gegem
ſeinen Verbandsgegner, den Fußballklub Leider.
* Michelſtadt, 29. Nov. Vortrag. Der Deutſchnationale
Hand=
lungsgehilfenverband. Ortsgruope Michelſtadt—Erbach, hatte zu einem
Vortrag des Gauvorſtehers Auerbach=Frankfurt a. M. am Samstag im
Gaſthaus „Zum Anker” in Stockheim eingeladen. In nahezu 1
½ſtün=
diger Rede behandelte Herr Auerbach das Thema „Rationaliſierung und
Kaufmannsgehilfen” und wurde den wiſſenswerten und lehrreſchen
Aus=
führungen des Redners durch die anweſenden Mitglieder das größte
Intereſſe entgegengebracht. Eine anſchließende Ausſprache gab den
Mitgliedern Gelegenheit, ſich über alle Fragen aufklären zu laſſen,
düirfte doch hierzu in beſonderem Maße Herr Auerbach als Leiter des
Gaues Maim—Weſer berufen ſein.
* Hirſchhorn. 29. Nov. Waſſerſtand des Neckars. Am 28.
November 0,79 Meter, am 29. November 0,72 Meter.
* Heppenheim, 29. Nov. Volkstrauertag. Geſtern fand hier
nach dem Hauptgottesdienſt an der ſtädtiſchen Turnhalle eine
Gedächtnis=
feier für die Opfer des Weltkrieges ſtatt, zu welcher die
Geſamtbevölke=
rung Heppenheims eingeladen war. Neben drei Muſikſtücken und der
Feſtrede wurden auch zwei Maſſenchöre von ſämtlichen Geſangvereinen
Heppenheims vorgetragen. An einem nachgeahmten Grabe fand eine
Kranzniederlegung ſtatt. — Weihnachtskonzert. Am
kommen=
den Sonntag veranſtaltet der Muſikverein Heppenheim a. d. B. im
„Hotel Halber Mond” ein Weihnachtskonzert. Das Konzert wird als
13. Kammermuſikabend des Vereins Arien von Haydn und Händel
bie=
ten, Weihnachtslieder von Peter Cornelius, Lieder von Max Reger,
Karl Reinecke, ſowie aus den „Kinderſzenen” von Robert Schumam
zehn Stücke auf dem Flügel. Mitwirkende ſind u. a. Fräulein
Wal=
burg Emma Schick=Mannheim (Sopran), Frau Profeſſor Dr.
Wei=
mer=Heppenheim (Violine), ſowie Herr Pianiſt Hermann Heiß=
Darm=
ſtadt (Flügel).
* Von der Bergſtraße, 29. Nov. Das Finanzamt Zwingenberg hält
am Dienstag, den 30. November, auf dem Rathaus m Reichenbach einen
Steuerſprechtag ab.
— Gernshei, 29. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
B. November 1926, vormittags 6 Uhr, 38 Zentimeter.
* Groß=Gerau, 29. Nov. Zur Bürgermeiſterwahl verlautet,
daß der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beſchloſſen hat, von
den Bewerbern um den Vürgermeiſterpoſten drei Herren in engere Wahl
zu ziehen. Es ſind dies Dr. Lüdecke, Frantfurt, Dr. Koch, Jena, und
Dr. Schäfer, Weimar. Vorausſichtlich wird ſchon in den nachſten Tagm
einer der Genannten im einer öffentlichen Gemeinderatsſitzung ſeine
kommrunalen Pläne entwickeln. — Altertumsfund. Zu dem
Skelettfund in der Frankfurter Straße wird ergänzend gemeldet, daß
Bruchſtücke von drei vorgeſchichtlichen Gefäßen, Bruchſtücke eines
Men=
ſchenſchädels, ein rundes Gefäß, ein Tiergerippe und die Scherben von
mehreren handgearbeiteten Topfbechern, ſowie acht Menſchenſkelete
ge=
funden wurden. Nach dem erſten Befund glaubt man annehmen zu
können, daß man es mit den Reſten eines alten Friedhofes zu tun hat.
* Worms, 29. Nov. Todesfall. Der Führer der
deutſchvolks=
dienrat im Ruheſtande, iſt nach kurzer ſchwerer Krankheit geſtorben,
Herr Prof. Becker war am 21. Mai 1854 in Düdelsheim (Kreis
Bü=
dingen) geboren und wirkte von 1879 bis 1921 am Wormſer Gymnaſium.
Als Alt= und Neuphilologe unterrichtete er zwei Schülergenerationen in
42jähriger Tätigkeit, bei denen er unvergeſſen bleiben wird.
Achtund=
zwanzig Jahre lang bekleidete er das Amt eines Stadtverordneten
un=
unterbrochen und war daneben in den wichtigſten Kommiſſionen
uner=
tatenfrohe Mann von neuen Projekten, und ſein plötzliches Hinſcheiden
wird überall aufrichtig bedauert. An ſeine Stelle in der
Stadtverord=
netenverſammlung tritt Herr Bauunternehmer Adolf Zucker.
a. Abenheim, 29. Nov. Bei einem Nachtreiben, das anläßlich der
ab=
verbiſſen hatten, die Flinte eines Jägers, wobei die Schrotladung durch
den Mützenrand ging und die Stirn ſtreifte. Zum Glück kam er mit
dem Schrecken davon. — Im benachbarten Eich kamen bei einer Treib=
* Gießen, 29. Nov. Der Provinzialausſchuß für die
Provinz Oberheſſen hielt in dem Sitzungsſaale des
Regierungs=
gebäudes eine öffentliche Verſammlung ab. Zur Verhandlung ſtand ein
Gegenſtand, der weit über die Grenzen des Heſſenlandos von Intereſſe
darauf, daß ſie die erſten waren, die der wandernden Jugend iſt und ganz beſonders das Gaſtwirt= und Brauerei=Gewerbe angeht.
Fahrten. Möge das ſchöne Beiſpiel recht viele Gemeinden anſpornen, in Lich, und 2. Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. u. W.
Den=
ninghoff in Gießen gegen die Stadt Gießen wegen Erhebung der
Ge=
will die nächſte ſein?. Den Baumeiſter wird der Zweigausſchuß gern träukeſteuer. Die Stadt Gießen war vertreten durch Rechtsanwalt
Mendelſohn, die beiden Brquereien durch Rechtsanwalt Engiſch aus
Gießen. Nach faſt dreiſtündiger Verhandlung erklärte ſich der
Provin=
zialausſchuß für nicht zuſtändig und derwies die Sache an das
Ober=
verwaltungsgericht in Darmſtadt. Die Streitſache hat bereits eine
Vor=
inſtanz beſchäftigt und hierbei wurde die Stadt Gießen zur Mückzahlung
der Getränkeſteuer in Höhe von weit über 100 000 Mark an die beiden
Brauereien verurteilt. Mit großer Spannung ſehen deshalb ſowohl
Brauereien und Gaſtwirte, als auch die Kommunen dem Ausgang des
Rechtsſtreites entgegen. Die beiden Brauereien wurden in die Tragung
der Koſten verurteilt, da der Provinzialausſchuß das
Verwaltungsſtreit=
verfahren als nicht zuſtändig ablehnt. — Die Sitzung beſchäftigte ſich
ferner mit der Klage des Wilh. Bruderle 2. in Ober=Eſchbach gegen das
Kreisamt Friedberg auf Aufhebung des Polizeibefehls vom 27. Auguſt
1926. Bruderle hatte einen Bau begonnen, ohne auf die behördliche
Genehmigung zu warten. Seine Klage wurde koſtenpflichtig abgewieſen.
WSN. Mosbach, 29. Nov. Großfeuer im ſüdlichen
Oden=
wald. In der Nacht zum Samstag brach in Sindolsheim (Amt Buchen)
ein gewaltiges Großfeuer aus, das mit unheimlicher Schnelligkeit um
ſich griff und zwei Wohnhäuſer und acht Scheunen in kurzer Zeit
voll=
ſtändig in Aſche legte. Die Feuerwehren der ganzen Umgegend waren
zu den Löſcharbeiten herbeigeeilt, und ihren vereinten Kräften gelang
es ſchließlich nach einigen Stunden, das Feuer einzudämmen. Mehrere
Schweine und zahlreiches Geflügel ſind in den Flammen umgekommen.
Das Großvieh konnte noch gerettet werden. Das Großfeuer wütete bis
in die Morgenſtunden hinein. Die Urſache iſt unbekannt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 332
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in der MNinute jedesmal 180—200 ccm Blut durch
die Aderkanäle des Körpers. Fast 14000 ccm Blut
werden vom Herzen bewältigt oder das Vierzigfache
seines Sigengewichts in der MMinute. Das Durchs
schnittsherz beim Ianne hat die Größe einer
geballten Faust. In der Stunde pumpt es 840 Kilo
Blut durch das Hdersystem des menschlichen Körpers
1 Meter hoch oder hebt einen 60 Kilo schweren
jungen Mann 13 Meter hoch; in 8stündiger
Arbeits-
zeit denselben jungen Mann 100 Meter hoch oder
bis auf die äußerste Turmspitze einer großen Kirche.
Und in vierundzwanzig Stunden,
im Zahre — während des kebens:
Bei Berücksichtigung dieser Tatsachen wird einem
blar, welche Riesenleistung, trotz seiner Kleinkeit,
dieser Muskel jahrein, jahraus unermädlich
ver-
richtet. Nun wird es auch verständlich, daß dieses
Gerz geschützt werden muß vor schädlichen oder
nachteiligen Einflüssen.
Zu den schädlichen Einflüssen gehört das Eoffein,
das die keistungen des Herzens beeinträchtigt.
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Dienstag, den 30. November 1926
Nummer 332
Sport, Spiel und Zurnen.
In Norddeutſchland.
Turn= und Sporiwerbeabend im Landestheater
An dem am Samstag, den 4. Dezember, abends 8 Uhr, im Großen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſtattfindenden Turn= und
Sport=
werbeabend ſind die beiden hieſigen Nadfahrervereine, der Darmſtäter
Bieycleklub 1883 und der Velocipedklub, in hervorragender
Weiſe beteiligt. Ihre weit über die Grenzen des Heſſenlandes hinaus
bekannten Damen= und Herren=Mannſchaften werden Reigen zur
Vor=
führung bringen, mit denen ſie ſich auswärts ſtets ſiegreich behaupten
konnten. Welches Radlerherz außerhalb beneidet nicht unſere
vorzüg=
lichen Saal= und Kunſtfahrer? Ihre Darbietungen werden ſicher mit dazu
beitragen, daß die ganze Veranſtaltung auf hoher ſportlicher Stufe ſteht.
Der Biehcleklub zeigt mit ſeiner 1. Saalmannſchaft einen Achter=, Stab=
und Schmuckreigen, während ſeine Damen einen Koſtüm= und
Schmuck=
reigen zur Vorführung bringen. Einen Achter=Jugendreigen fährt die
bekannte 1. Jugendmannſchaft des Velocipedklubs und einen Kunſtreigen
die Saalkunſtfahrer desſelben Vereins. — Die Nachfrage nach Karten
zum Abend iſt eine äußerſt rege. Dieſe ſind im Vorverkauf in der
Par=
fümerie Müller, Rheinſtr. 6. und bei Kurtz u Wulf, Pädagogſtraße, zu
haben.
Im Odenwaldkreis.
Die Kreisliga am 28. November.
ſortügg. 04, Arheilgen — Union=Darmſtadt 1:1
ſermania 03, Pfungſtadt — Olympia=Lorſch 3:0 (0:0)
iktoria=Griesheim — Sportverein Münſter 1:2 (1:1).
Olympia=Lampertheim — V. f. R. Bürſtadt 4:1.
Die dier Treffen der Odenwaldkreisliga evbrachten am Sonntag bis
auf das etwas reichlich hoch erſcheinende Ergebnis der Olympia=
Lam=
pertheim gegen den V. f. R. Bürſtadt, die im Grunde genommen
angenommenen Reſultate. In Arheilgen gab es das erwartete
hartnäckige Ringen zwifchen den beiden benachbarten Rivalen, wobei die
Unioniſten erneut ihre Spielſtärke dokumentierten. Zweifellos wird
die Umon in der Rückrunde „die” Klippe für faſt alle Vereine werden
und ſich ſelbſt einen endgültigen Platz in der Spitzengruppe ſichern. —
In Pfungſtadt revanchierten die Einheimiſchen ſich
erwartungs=
gemäß an ihren, Lorſcher Gäſten" für die knappe Vorſpielniederlage.
Daß Lorſch das Treffen bis zur Pauſe mit 0:0 halten konnte, zeugt
davon, daß die Riedleute abſolut nicht ſo ſchlecht ſind, als man
anzu=
nehmen verſucht iſt. — Die Ueberraſchung brachte Lampertheim,
wobei aber nur die Höhe des Reſultats ſtaunen macht. Wenn man
Meldungen aus Bürſtadt trauen darf, ſo iſt anzunehmen, daß die
Bür=
ſtädter nicht in ſtärkſter Beſetzung antraten, da gewiſſe Differenzen
zwiſchen beiden Orten hier hemmend im Wege ſtanden. Auch ſo etwas
kommt vor im Fußball! — In Griesheim vermochte die Viktoria
wiederum nicht, ſich durchzuſetzen; mit 2:1 mußten die Zwiebelſtädter
in der zweiten Halbzeit den Gäſten Sieg und Punkte überlaſſen.
Der hier wiedergegebene Tabellenſtand ſollte bald eine Aenderung
erfahren, da z. B. Pfungſtadt mit ziemlicher Gewißheit ſeine zwei
Punkte vom Spiel gegen Münſter erhalten dürfte und ſich ſonach an die
Spitze der Tabelle ſetzen wünde. Auch Arheilgen iſt mit einem Spiel
weniger (die Entſcheidung über das abgebrochene Spiel gegen
Gries=
heim ſteht noch aus) ziemlich ſicher mit der gleichen Punktzahl
anzu=
nehmen, doch tur man gut, in beiden Fällen die Tabelle erſt nach der
amtlichen Verlautbarung zu ändern. Im übrigen dürfte die Tabelle in
den nächſten Wochen ſehr intereſſante Wandlungen erfahren.
H.=S.=V., Meiſter von Hamburg.
Große Anziehungskraft üben in Hamburg immer die Spiele
Viktoria — H.=S.=V. aus. Letzten Sonntag waren es über 20000
Zu=
ſchauer, die einen prächtigen Kampf fahen. In den letzten beiden
Jahren verlor der H.=S.=V. ſtets 2 Punkte auf dem Viktoriaplatz,
dies=
mal ſiegte Harder u. Cie. 6:3. Die ſtolze Viktoria, die man im Auguſt
dieſes Jahres als führende Mannſchaft anfah, in der Leute
internatio=
nalen Rufes, wie Müller, Eickhoff, Krauſe, Günther, Hartmann uſw.,
ſpielen, verlor 6:3. Wolpers, die neue H.=S.=V.=Kanone, ſchoß, genau
wie gegen Berlin, allein 4 Tore. Harder wurde ſtark bewacht und
konnte ſich nicht durchſetzen, dagegen war ſein rechter Nebenmann, Horn,
der erſtmalig für den H.=S.=V. mitwirkte, in ausgezeichneter Form.
Der beſte Mam auf dem Platze war Afſy Halvorſen, der ein ganz
großes Spiel lieferte. Viktoria hat ſeinen beſten Mann in dem
Mit=
telſtürmer Brandes, auch Henry Müller und Eickhoff waren gut. —
Nächſten Sonntag gibt es wieder einen Großkampf: H.=S.=V. gegen
den norddeutſchen Meiſter Holſtein=Kiel, um den norddeurſchen Pokal.
Beiderſeits wird mit ſchwerem Geſchütz aufgefahren.
H.=S.=V. ſtellt:
Blunk,
Beher,
Riſſe,
La
Halvorſen,
Carbſon,
Wolders,”
Ravel.
Wiesbröcker, Horn, Harder,
Nach der Papierform müßte H.=S.=V. gewinnen, denn die Rothoſen
holten vor ſechs Wochen, ohne Berger, Harder, Carlſon und Wolpers,
auf dem Holſtein=Platz ein 2:2 heraus.
Handball.
Deutſche Turnerſchaft; Main=Rheingau.
Langen—Nauheint 4:0: Aſchaffenburg—Pfungſtadt 0:2;
Sprend=
lingen—Eberſtadt 3:2!
A=Klaſſe: Langen lieferte ſein beſtes Spiel in dieſer Nunde und
ſeine Ueberlegenheit wird noch zum Ausdruck gebracht durch vier weitere
Tore, die, als klaue Chancen herausgearbeitet, doch wegen Uebertretens
nicht gegeben werden konnten. Gleich zum Beginn erhält Nauheim
16,50 Meter Sünner wirft und Irion hält. Derſelbe Fall in der
zwei=
ten Spielhälfte. Im Feldſpiel zeigte der Nauheimer Sturm wahre
Kom=
binationsſtückchen, bis er an Langens Verteidigung kam. Hier klärten
Doll und Werner faſt alles, und die paar gefährlichen Schüſſe hielt
Jrion. Nauheims Verteidigung war ſehr leichtſinnig. Oder ſah dies
nur ſo aus, weil der Langener Sturm ſeine guten Außen durch
Steil=
vorlagen zahlreich bediente und ſo ſeine Angriffe vortrug, daß
Nau=
heims Hintermannſchaft nicht ſtandhalten konnte? Erckmann als
Mittel=
ſtürmer unermüdlich und gefährlich. Vieles wurde noch verſchoſſen. In
der Läuferreihe war Brenner der Beſte; er hatte Ackermann zu halten
und füllte ſeinen Poſten aus. Das ganze Spiel wurde auſtändig und
ruhig durchgeführt und war offen — ein Dauerlauf des Schiedsrichteus.
Man darf auf die Begegnung Langen—Griesheim geſpannt ſein.
Pfung=
ſtadt holte ſich als beſſere Elf in Aſchaffenburg 2 Punkte. In der erſten
Hälfte war das Spiel verteilt, dann ließ Aſchaffenburg ſehr nach und
verlegte ſich auf die Verteidigung. Auch hier konnten drei Tore nicht
gegehen werden, weil jedesmal ein Außenſtürmer abſeits ſtand. Das
Spiel war hart, doch blieb es im Erlaubten. Sprendlingen—
Eber=
ſtadt 3:2. E. hat die Niederlage keinesfalls verdient, wenn man dem
Spielverlauf nach urteilt. Spr. wollte auf alle Fälle halten, G. erhielt
zahlreiche 16.50=Meter, die zum Siege führen mußten. Spr.s Tore
rürhren von jenen vereinzelten Durchbrüchen her, die ſtets ſo gefährlich
waren. Und Tore entſcheiden.
A=Klaſſe: Neu=Iſenburg—Bickenbach 2:3, ein ſchönes und
ſpannen=
des Spiel, das Bickenbach durch ſeinen Eifer und die beſſere
Ballbehand=
lung verdient gewann. Langen—Egelsbach 3:2! Ausgeglichenes Spiel,
im Feld war Eg. überlegen, konnte aber L.s Verteidigung nicht
über=
winden, und ſo gaben die Ueberraſchungstore den Ausſchlag. Beſſungen—
Seeheim 3:0, überlegen und verdient gewonnen. Walldorf—Tgf. Gries=
heim 5:0, ſehr ſcharfes Spiel, W. dauernd überlegen, Gr. nur 10 Mann.
ſein Torwächter blendend. Groß Gerau—Worfelden 3:1, Gr.=G. gut;
W. muß auch eine Niederlage ertragen lernen.
B Klaſſe: Ober=Ramſtadt—Arheilgen 0:1, A. ſchoß am Anfang das
ſiegbringende Tor; gegen Schluß einige Freiwürfe für O.=R., die A.s
Torwächter alle hielt und die Bewunderung der Zuſchauer verdiente.
Erfelden—Gernsheim 2:1. Walldorf-Wolfskehlen 4:1, ruhiges Spiel,
Walldorf überlegen, Leht=Wolfskehlen überragte. Bensheim—Eberſtadt
9:0, B. ſtark überlegen und muſtergültige Ordnung. E. gleichgültig.
Tgſ. Darmſtadt—Tgd. Griesheim 1:3, ſchönes Spiel, Gr. techniſch beſſer.
C=Klaſſe: Alsbach-Heppenheim 0:0, ſcharfes und doch ſchönes Spiel,
beide Hüter in Form, daher 0:0. Tgd. Darmſtadt—Tgſ. Ober=Ramſtadt
0:5, Sieg verdient, ruhiger Spielverlauf. Pfungſtadt—Ober=Namſtadt
1:2, eine Wiederholung des unſchönen Vorſpiels. Jugenheim-
Bens=
heim 0:1, Jgh. macht ſich, B.3 Hüter glänzte. Walldorf—Egelsbach 4:1.
Groß=Gerau—Gernsheim 6:2, echt turneriſcher Verlauf, Gr.=G. beſſer.
Roßdorf-Langen 0:2 und gerecht
Jugend: Tgſ. Darmſtadt—Tgd. Sprendlingen 0:4, verdient.
Büittel=
born-Worfelden 6:2! Nauheim—Groß=Gerau 6:1.
Kraftſpoxt.
Der Kraftſportverein Darmſtadt 1910
bittet uns, die am 26. November uter Kraftſport erſchienene Mitteilung
dahin richtigzuſtellen, daß es bei den unter den beginnenden Kämpfen
der B=Klaſſe aufgeführten Mannſchaften richtig heißen muß: „II.
Maun=
ſchaft des Kraftſportvereins 1910” da die 1. Mannſchaft in der A=Klaſſe
ringt, in welcher ſie voriges Jahr Meiſter wurde. Während der
dies=
fährigen Kämpfe ſteht die Mannſchaft ſchon wieder an der Spitze und
hat in den Vorkämpfen das ſeltene Siegpunktverhältnis 54: 2 erreicht,
nicht eingerechnet den wegen Nichtantretens des Sportvereins Werſau
zugeſprochenen Sieg. In der B=Klaſſe habe ſeine Mannſchaft noch nie
gerungen. Der Verein habe allerdings die Abſicht gehabt, in dieſer
Klaſſe im Intereſſe des Kraftſports eine zweite Mannſchaft ſtarten zu
laſſen er ſei jedoch durch die Vorgänge auf dem Gautag und deſſen
Begleiterſcheinungen veranlaßt worden, davon abzuſehen. Dies ſei auch
bereits der Gauleitung mitgeteilt worden. Intereſſenten iſt Gelegenheit
geboten, die in der A=Klaſſe ringende Mannſchaft am 11. Dezember im
Chaufſeehaus (Heidelberger Straße), wo der Rickkampf gegen die Liga=
Erſatzmannſchaft der Turngemeinde Dieburg und gegen die an 2. Stelle
ſtehende Kraftſportabteilung des Turnvereins Nieder=Namſtadt
ſtatt=
findet, im Kampfe zu ſehen. An dieſem Tage wird höchſtwahrſcheinlich
die Entſcheidung über die Meiſterſchaft des Odenwaldgaues im
Mann=
ſchaftsringen fallen.
Vorrunde um die Gaumeiſterfchaft im Ringen der 4=Klaſſe des Rhein=
Neckar=Gaues des Athleten=Sportverbandes 1891. — Stemu= und
Ning=
klub Lampertheim gegen Stemm= und Ninaklub Ludwigshafen.
Nachdem Stemm= und Ringklub Lampertheim am 12. November im
Rückkampf gegen Sportvereinigung Mannheim 1884 Sieger geblieben,
traf ſich am Sonntag derſelbe mit Stemm= und Ringklub Ludwigshafen
in der Wittelsbachſchule in Ludwigshafen zum Austrag der Vorrunde.
Die Kämpfe wurden durchweg ſcharf geführt und dauerten bei den
mei=
ſten Gängen die ganze Ringzeit (20 Minuten), ſo daß nur Punktſiege
herauskamen. Lampertheim trat infolge Verhinderung des
Schwer=
gewichtlers nur mit 6 Mann an, konnte aber doch den Sieg an ſich
reißen, und iſt das Refultar 8:6 Punkte für Lampertheim. Der
Rück=
kampf findet am 4. Dzember in Lampertheim ſtatt.
Einweihung und Abnahme der neuen Bundesbahn in Darmſtadt.
Die Abnahme und Emweihung der nach den Vorſchriften des
Deut=
ſchen Keglerbundes im Reſtaurant Sitte, Karlſtraße, umgebauten
Kegel=
bahn findet am Samstag, den 4. Dezember 1926, nachmittags, duuch die
Organe des Deutſchen Kegleubundes ſtatt. An die Abnahme der neuen
Bundesbahn ſchließt ſich ein Werbe= und Preiskegeln bis zum Sonntag,
den 12. Dezember 1926, an. Mit dieſem Werbe= und Preiskegeln
ver=
bindet der Darmſtädter Keglerklub Batzer ſein 25jähriges Beſtehen, der
zu dieſem Kegeln wertvolle Ehrenpreife geſtiftet hat. Das Preiskegeln
iſt offen für federmann.
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Nummer 332
Dienstag, 30. November
Die Geſamtlage der deutſchen Konjunktur.
In ſeinem ſoeben erſchienenen dritten Vierteljahrsheft gelangt das
Inſtitut für Konjunkturforſchung zu folgendem Ergebnis: Die deutſche
Wirtſchaft befindet ſich zurzeit (Mitte November 1926) im Beginn des
Aufſchwunges. Nicht nur der Effektenmarkt iſt in voller Hauſſe
be=
griffen, auch die Warenpreiſe ſind deutlich aufwärts gerichtet. Auch die
noch anhaltende, in der Hauptſache aber nicht weiter zunehmende
Flüfſig=
keit des Geldmarktes fügt ſich in das Bild des beginnenden Aufſchwunges
ein. Der Geldmarkt befindet ſich jedoch gleichſam in einem Zuſtand
er=
höhter Gefechtsbereitſchaft, denn ſeine Mittel ſind über den
Kapital=
markt hinweg zu einer Verſtärkung der Kaſſenhaltung und liquider
Re=
ſerven der Erwerbswirtſchaften vorgerückt. Beſonders deutlich wird der
Uebertritt in die Phaſe des Aufſchwunges bei Betrachtung der
Güter=
erzeugung und Güterbewegung, wo überall eine Wendung
wahrzuneh=
men iſt. Der Verkehr bei der Eiſenbahn, der Poſt und im Handel hat
zugenommen, die Produktion wichtiger Grundſtoffe iſt geſtiegen, die
Ar=
beitsloſigkeit hat ſich beträchtlich vermindert, dies auch noch in den letzten
Wochen, obwohl hier ſaiſonmäßig eine Zunahme zu erwarten geweſen
wäre. Die Einfuhr iſt weſentlich gewachſen. Die Ausfuhr hat unter
Schwankungen eine leicht ſteigende Tendenz. Ueber die Dauer des
Kon=
funkturaufſchwungs läßt ſich nichts Beſtimmtes ſagen. Er iſt zwar durch
äußere Momente, wie den engliſchen Kohlenſtreik, ausgelöſt worden,
aber auch durch innerwirtſchaftliche Triebkräfte bedingt und dürfte
da=
her bei Wegfall der äußeren Momente nicht ohne weiteres zum Stehen
kommen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Friſtablauf für Länder= und Gemeindeanleihen. Wir weiſen
nochmals darauf hin, daß mit dem 30. ds. Mis. die Friſt zum
Umtauſch der Markanleihen alten Beſitzes der Länder
Gemein=
den, Gemeindeverbände und anderer öffentlich=rechtlicher
Körper=
ſchaften abläuft. Eine Ausnahme findet, ſtatt bei denjenigen
Markanleihen, die auf Grund der Friedensverträge von einer
alliierten Macht beſchlagnahmt ſind. In dieſem Falle können die
Anleihen zum Umtguſch in Ablöſungsanleihe noch innerhalb
zweier Monate, nachdem die Anleihen freigegeben bzw. dem
Gläubiger ausgehändigt worden ſind, bei einer
Vermittelungs=
ſtelle (Bank oder Sparkaſſe) angemeldet werden. Außerdem iſt
eine Nachanmeldung zugelaſſen, wenn Markanleihen abhanden
gekommen ſind und das Aufgebotsverfahren eingeleitet werden
mußte. In letzterem Falle kann die Gewährung von
Ablöſungs=
anleihe und Ausloſungsrechten auch nach dem Ablauf der
Aus=
ſchlußfriſt innerhalb 3 Monaten nach Rechtskraft des
Ausſchluß=
urteils verlangt wevden.
* Bahnbedarf A.=G. Darmſtadt. Geſtern fand die angekündigte
außerordentliche Generalverſammlung ds Unternehmens ſtatt. Punkt 1
der Tagesordnung: Beſchlußfaſſung über Einziehung von 8200 RM.
Vorzugsaktien und entſprechende Aenderung des § 4 des
Geſellſchafts=
vertrages. Eine Entſchädigung wird den Beſitzern der Vorzausaktien
nicht gewährt. Punkt 1 wird ohne Debatte ang nommen. Punrt 2:
Abſchluß des Fuſionsvertrages mit der Aquila=A.=G. in Frankfurt a. M.
mit Wirkung ab 1. 4. 1925. Die Aktionäre des Bahnbedarfs ſollen auf
je 800 RM. Nominal=Stammaktien 200 RM. ſolche Nominal der
Aquila erhalten; der Vorſtond ſoll ermächtigt werden, die weiteren
Modalitäten der Fuſion feſtzuſetzen. Der Vorſitzende verweiſt auf das
der Preſſe mitgeteilte Communique vom 6. 8. 1926. Der Bahnbedarf
wird als Beſtandtteil der Aquila geführt werden. Ein Darmſtädter
Aktionär erbittet Aufklärung über den Umtauſch, die Aquilaaktien ſeien
nicht an der Börſe eingeführt. Der Umtaſuch im Verhältnis 4:1 ſei
für die Aktionäre des Bahnbedarfs zu ungünſtig. Herr Max Rothſchild=
Frankfurt a. M. als Vertreter der Aquila erläutert dahin, Aquila habe
früher ein Barangebot gemacht, ſie ſei auch jetzt noch bereit, ein ſolches
im Umtauſch (Börſennotiz 35 Prozent) zu machen. Uebrigens ſolle ja
der Vorſtand die weiteren Modalitäten der Fuſion feſtſetzen. Der
vor=
genannte Aktionär erbittet wiederholt Aufklärung, die Aquila ſei eine
Dachgeſellſchaft. Der Vertreter der Aquila betont: Die Aquila
ver=
öffentlicht jedes Jahr einen ausführlichen Geſchäftsbericht, richtig ſei, daß
ſie eine Dachgeſellſchaft ſei. Das Barangebot von 35 Prozent werde
wärmſtens empfohlen. Das A.=K, der Aquila ſi uverſehrt 6 Mill.
Mk., die Ausſichten ſeien nicht ungünſtig. Der Akrionär wünſcht auf
Grund des Aktienrechts ausfüührliche Aufklärung. Herr Rothſchild weiſt
auf direkte Fühlungnahme mit der Direktion des Bahnbedarfs, worauf
der Aktionär einwirft, dieſe Direktion ſei ſchwer zu erreichen. Herr
Rothſchild ſagt zu, daß denen, die bar verkaufen wollten,
entgegen=
gekommen werden ſolle. Der Aktionär betont, die Immobilien des
Bahnbedarfs ſtellten einen ganz bedeutenden Aktivpoſten dar. Angeſichts
des Wertes des Geländes ſei das Angebot von 35 Prozent unzureichend.
Herr Max Rothſchild erwidert, das Gelände ſei belaſtet und nur für
gewerbliche Zwecke verwendbar. Die Fuſion wird in getrennter
Abſtim=
mung der Stamm= und Vorzugsaktionäre beſchloſſen. Vertreten waren
1 234 620 Stammaktien mit 61 731 und 8000 Vorzugsaktien mit 40000
Stimmen.
Die 7proz. Anleihe der Stadt Frankfurt. Die 15 Mill. RM.
be=
tragende Anleihe der Stadt Frankfurt a. M., welche durch die beiden
unter Führung der Preußiſchen Staatsbank bzw. des Bankhauſes
Mendelsſohn u. Co. ſtehenden Konſortien übernommen und von geſtern
ab zum freihändigen Verkauf geſtellt worden iſt, iſt, wie der W. T. B.=
Handelsdienſt erfährt, bereits vollſtändig ausverkauft.
Schwierigkeiten bei den Kartellverhandlungen der deutſchen
Zement=
induſtrie. Die in Berlin zur Unterzeichmung des Kartellvertrages
zwi=
ſchen dem Hüittenzement=Verband, Düſſeldorf, und den anderen drei
deutſchen Zementverbänden geführten Verhandlungen haben plötzlich
zu großen Schwvierigkeiten geführt und ſollen in der erſten Hälfte des
Monats Dezember in Berlin fortgeführt werden. Die beſtehenden
Ver=
einbarungen, der einzelnen Induſtrien bleiben vorläufig in Kraft.
Eine Auswirkung des Internationalen Schienenkartells. Auf Grund
des bereits abgeſchloſſenen Internationalen Schienenkartells, das von
den deutſchen Vertretern am 10. Dezember in Paris unterzeichnet
wer=
den ſoll, iſt eine Submiſſion belgiſcher Eiſenbahnen für 32000 To.
Schie=
nen unter Verſtändigung der belgiſchen und luxemburgiſchen Werke
untereinander aufgeteilt. Der Preis beträgt 1225 belgiſche Franken
pro Tonne franko Frachtbaſis Kinkempois oder Bascoup.
Die eſtländiſche Handelsbilanz. Nach den nunmehr vorliegenden
ſtatiſtiſchen Daten betrug die eſtländiſche Ausfuhr im Oktober rd. 804
Mill. Eeſtimark, während die Einfuhr einen Wert von 929 Mill.
er=
reichte. Somit ergibt ſich, wie bereits kurz gemeldet, ein Paſſivſaldo im
Betrage von 125 Mill. Eeſtimark. Ungeachtet des ungünſtigen
Oktober=
abſchluſſes iſt die Geſamtbilanz der erſten 10 Monate des Jahres immer
noch aktiv, und zwar belief ſich der Wert der Ausfuhr auf 8047 Mill.
Eeſtimark und der der Ausfuhr auf 7816 Mill. Eeſtimark.
Einigung der tſchechiſchen Eiſeninduſtrie über den Beitritt zum
Stallpakt. Wie aus Prag gemeldet wird, iſt im Verlaufe der
Ver=
handlungen der tſchechoflowakiſchen Eiſenwerke in der Frage der
Quoten=
aufteilung für den Beitritt zur Internationalen Rohſtahlgemeinſchaft
ein vollſtändiges Einvernehmen erzielt worden. Die tſchechoſlowakiſche
Eiſeninduſtrie geht in vollſtändiger Einigkeit in die internationalen
Ver=
handlungen, an denen außer den bisherigen Mitgliedern der
Rohſtahl=
gemeinſchaft auch die engliſchen, öſterreichiſchen, ungariſchen und
pol=
niſchen Werke teilnehmen ſollen. Als Verhandlungsbaſis iſt vereinbart
worden, daß die auf die Tſchechoſlowakei entfallende Quote von zirka
1½ Mill. Tonnen zu der urſprünglichen Geſamtproduktionsziffer von
27½ Mill. Tonnen hinzugerechnet und dann nach dem neuen Schlüſſel
auf die einzelnen Staaten aufgeteilt werden ſoll. Die
Geſamterzeugungs=
baſis iſt bekanntlich im Hinblick auf den größeren Geſamtabſatz auf
29,2 Mill. Tonnen erhöht worden. Die Pariſer Verhandlungen, zu
denen der leitende Verwaltmgsrat der Berg= und Hüttenwerke. Dr.
Günther Generaldirektor Sonnenſchein von den Wittkowitzer
Eiſen=
verken, Generaldirektor Horowſki von der Prager Eifeninduſtrie=
Geſell=
ſchaft und Direktor Brenner von der Verkaufsſtelle der
tſchechoſlowa=
kiſchen Eiſenwerke entſandt werden, dürften 3—4 Tage dauern.
Mexikaniſcher Anleiheverdienſt. Einer Kabelmeldung aus Mexiko
zufolge kündigt das amerikaniſche Schatzamt an, daß die
November=
rate für den Zinſendienſt der mexikaniſchen Anleihe
bereitge=
ſtellt und in den nächſten Tagen dem internationalen Bankenkomitee
überwieſen werde. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß die für das nächſte
Jahr erforderlichen 22 Mill. Peſos ebenfalls für den Zinſendienſt in das
Budget eingeſtellt worden ſeien, und daß das getroffene
Finanzabkom=
men unter allen Umſtänden, ohne Rückſicht auf die Geſtaltung der
poli=
tiſchen Lage, aufrecht erhalten würde. Ebenſo würde die mexikaniſche
Nationalbank in den Stand geſetzt, den vollen Zinſendienſt wieder
auf=
minehmen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Nov.
Obwohl behauptet wird, daß die Ultimoengagements nicht mehr
erheblich ſeien, hat der morgige Prämienerklärungstag doch wieder
größere Verkäufe zur Folge gehabt, von denen alle Aktienmärkte
be=
trächtlich in Mitleidenſchaft gezogen wurden. Die Lage bei den
Krupp=
ſchen Werken hat in der Provinz recht verſtimmt. Man ſagt ſich mit
Recht, daß an der vielgerühmten allgemeinen Beſſerung der
wirtſchaft=
lichen Lage nicht viel Wahres ſein könne, wenn eine Firma wie Krupp,
die man noch gerne mit ihrem Vorkriegsnimbus umgibt, nicht beſtehen
könne. Es zeigt ſich jetzt, daß es von den führenden Leuten bei Krupp
ein ſchwerer Fehler war, ſich abſeits der Intereſſengemeinſchaft der
Stahlinduſtrie zu ſtellen. J.=G. Farben zeigten auch heute wieder wenig
Widerſtandsfähigkeit und gaben gegen den amtlichen Samstagskurs
10 Prozent nach. Montanwerte hatten ebenfalls ſchwere Verluſte zu
ver=
zeichnen, die 3 bis 7 Prozent betrugen. Die Aktien des
Metallbank=
konzerns verloren durchweg 5 Prozent, die Schiffahrtswerte 4 bis 5
Prozent, die Elektrowerte bis zu 5 Prozent, während ſich die Banken
allgemein bis auf Darmſtädter und Nationalbank beſſer b haupten
konnten. Dieſe verloren 9 Prozent, die übrigen Banken, nur 1 bis 2
Prozent. Feſter waren nur die Zuckerwerte, die bis 3 Prozent gewannen.
Beſſer war die Tendenz auf dem deutſchen Anleihemarkt infolge der
Nachricht, daß die Reichsfinanzverwaltung ſich mit dem Gedanken trage,
die Ablöſungsanleihe gegen eine 4½proz. Reichsanleihe umzutauſchen,
wodurch die Beſitzer von Ablöſungsanleihen nicht bis zur Verloſung zu
warden brauchten. Ablöſungsanlcihe ſtieg daraufhin auf 350, auch
Kriegsanleihen gebeſſert und die Vorkriegsanleihen der Länder.
Aus=
ländiſche Renten unverändert, aber vernachläſſigt.
Im weiteren Verlaufe ging das Kursniveau noch wehr zurück.
Gegen 4 Uhr waren J.=G. auf 310 gefallen, Rheinſtahl bis auf 189.
Auch Renten gaben ſchließlich wieder nach. Erſt dann fanden einige
Rückkäufe der Tagesſpekulation ſtatt, wodurch weitere Verluſte verhindert
wurden. Tägliches Geld 6 Prozent. London=Paris 1323.
Die Abendbörſe hatte ſehr kleines Geſchäft, beſonders Montan=
und Elektrowerte wurden faſt gar nicht umgeſetzt. Die Berliner
Nach=
börſenkurſe wurden nicht erreicht. Die Stimmung war aber wieder
freundlicher, doch kam dies nur wenig in Kursbeſſerungen zum
Aus=
druck. Anleihen waren dagegen weiter feſt, beſonders deutſche Anleihen.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 29. November.
Die Tendenz der Effektenmärkte ſtellte für die Spekulation eine
Ent=
täuſchung dar. Die am Stickſtoffmarkt beginnenden Kämpfe führten zu
einem bedeutenden Angebot der Farbeninduſtrie, die einen Rückgang zu
verzeichnen hatten. Aus der Pacentklage des Farbentruſtes gegen die
Klöcknerzeche Mont Cenis will man entnehmen, die die Bedeutung
der neuen Konkurrenz doch erheblich größer ſei, als man zugeben möchte.
Ein weiteres Baiſſemotiv lag in der endgültigen Verſtändigung im
eng=
liſchen Kohlenkonflikt. Der Montanmarkt eröffnete auf umfangreiche
Poſitionslöſungen in ausgeſprochen flauer Haltung. Die Kursrüickgänge
der Kohlenaktien betrugen 5—8 Prozent und der Eiſenaktien 3—5 Proz.
Von der matten Tendenz des Farben= und Montanmarktes wurde die
Geſamtrichtung der Kurſe beſtimmt. Die Terminmärkte folgten der
Ab=
wärtsbewegung. Die Hauptſpekulationspapiere der letzten Zeit, einzelne
Textilaktien, Spritwerte, Deutſche Erdöl, Elektroaktien und v.rſchiedene
Schiffahrtsaktien verloren infolge der ſtarken Blankoverkäufe 3½—5
Prozent, während ſich ſonſt die Einbußen im allgemeinen auf höchſtens
2—3 Prozent beſchränkten. Mehrere Nebenwerte, wie Berger Tiefbau,
Hirſch=Kupfer, Hugo Schneider, Bank für Brauinduſtrie, Baltimor ſetzten
ſogar freundlicher ein, waren aber für die allgemeine Tendenz ebenſo
belanglos wie für die Sonderbewegung am Markt der heimiſchen
Staatsrenten. Die Kriegsanleihe und damit die Mehrzahl der alten
bundesſtaatlichen Anleihen wurden bei Beginn auf
Konvertierungs=
gewichte lebhaft gekauft. Die Kriegsanleihe ſtellte ſich in der erſten
Stunde auf 0,780 nach 0,760 am Samstag und einem Höchſtkurs von
etwa 8,709 im Frühverkehr. Die Ablöſungsſchuld einſchließlich
Aus=
loſungsrecht auf die ſich die angeführten Verſion m gleichfalls erſtreckten,
wurde heute wegen der Verloſung nicht notiert, war aber im Freiverkehr
mit 330 nach 318 gefragt. Am Geldmarkt trat ein ſtärkerer Bedarf an
Tagesgeld hervor das die Geldgeber zu einer weſentlichen
Herauf=
ſetzung der Zinsſätze veralaßte. G lder bis morgen ſtellten ſich auf
5½ bis 7 und Gelder für einige Tage über den Ultimo auf 6—6½,
Monatsgeld wurde dagegen unverändert mit 6—7 Prozent genannt.
Trotz der Verſteifung war eine Verknappung am Geldmarkt nicht
feſt=
zuſtellen. Im Deviſenverkehr zeigten die lateiniſche Valuten befeſtigte
Kurſe. London=Paris 132¾, London=Mailand 113½, Oslo notierte mit
19,15 etwas ſchwächer.
Im weiteren Verlaufe der Börſe hielten die Verkäufe in
Farben=
aktien noch an, ſo daß ſchließlich ein Kurs von 308—309 für das Papier
genannt wurde. Auch ſonſt blieb die Stimmung gedrückt. Gegemüber den
erſten Kurſen ſtellten ſich vorwiegend noch Kursrückgänge von 1—2 Proz.
ein. Die Umſatztätigkeit kam faſt völlig zum Erliegen, ſo daß ſpäter
ſchon geringes Angebot genügte, um das Kursniveau zu ſenken.
Privat=
diskont kurze Sicht 42/z, lange Sicht 4½ Prozent. Die Abwärtsbewegung
kam erſt gegen Ende der zweiten Börſenſtude zum Stillſtand, als die
Baiſſeſpekulation Deckungen vornahm. Die Schlußkurſe zeigten daher
allgemein leichte Erholungen. Zum Teil konnten die erſten Notierungen
wieder eingeholt, zum Teil leicht überſchritten werden. Trotzdem ſchloß
die Börſe mit namhaften Tagesverluſten. Kriegsanleihe wurde
nach=
börslich mit 0.810 genannt. Farbeninduſtrie ſtellten ſich nacbbörslich auf
314½ bis 315, Rheiniſche Braunkohlen auf 23134, Ilſe Bergbau auf
251, Klöcknerwerke 148½, Ludwig Löwe auf 220, AEG. auf 156½,
Siemens auf 193. Hapag 165 Norddeutſcher Lloyd 158½, Hanſa 246,
Rheinſtahl 193, Harpener 184, Gelſenkirchen 171, Phönix auf 127½.
27. 11. 29 11.
27 11 129.11.
Hemvor Zement. . . . / 198. — 1198
Aſchaffb. Zellſtoff.
145.—
Augsb.=Nürnb. Maſch / 128.5 1125.5 Hirſch Kupfer .. . . . . 1109 5 111.25
6.25 53.5 Söſch Eiſen ... . ... . 160.5 1158.—
Bamag=Mequin".
24.—
Berl. E. W. Stamm. 1 149.125/149.25 Jbohenlohe Werke . .. . 24 1
Berlin. KarksruheInd/ 1 3.5 1101.875/Kahla Porzellan ... / 99.8731 97.—
Braunkohl.=Briketts. / 160.— 161.75 MLindes Eismaſch. . . . /157. — 1157.—
80.— 80.—
Bremer Pulkan .. . . / 104.— (104. Lingel Schuh. . . .
152.5 (151.75 (Linke u. Hofmann .. / 80.— 80.—
Breier Wolle..
Deutſch.=Atlant. Tel. ) 88. 85. ſ2. Loewe u. Co..... /220. 1218.—
115.25 113.875
Deutſche Maſchinen. 1117.5 1112.5 ſC. Lorenz ..
171.— 1171.—
Teutſch.=Nieb. Tel.. . 12.
Ndl. Kohle...
11.
Deutſche Erdöl ....."
Deutſche Petroleum.
Tt. Ka iwerke. ..
Donnersmarckhüte . .
Dynamit Robel. ..
Elektr. Lieferung. . .
J. G. Farben ..."
R. Friſter. . .
Caggenau Vorz..
Eelſenk. Gußſtahl. .
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen. . .
Han. Maſch. Ejeſt.. . .
Hanſa Tampfſchf.. .
128.75
72.
14.125
83.75
132.—
109.5
165.5
119.—
52. —
677;
6 ½.25
183. 125
Deviſenmarkt.
29. 11.
Ie.uite.487 12.44112.187
5.83/ 5.9111 5.831/ 6.-911
2.053 2.0571 2-963 2.067
3.035 3.035i 3.032/ 3.042
81.58 81-70 81.60 81.80
1.21 1.22
Eine neue Reichsanleihe? Im Reichsfinanzminiſterium wird zurzeit
ein Plan erwogen, die Ablöſungsſchuld für Vorkriegs= und
Kriegs=
anleihem in eine neue Reichsanleihe zu konvertieren. Der Umtauſch
der neuen Anleihe, die zahlbar vom 1. Januar 1927 mit 4½ Prozent
ausgeſtattet ſein ſoll, wird den Anleihebeſitzern freigeſtellt werden. Um
einen größeren Anreiz zu bieten, ſind beim Erwerb der neuen Amleihe
Steuererleichterungen vorgeſehen. Der Plan befindet ſich, wie wir
hören, noch im Stadium der Vorarbeit, ſoll aber möglichſt noch vor
Weihnachten in Form einer Geſetzesvorlage dem Reichsrat zugeleitet
werden.
Lsio
Stockholm
Paris ..
Schtreiz
7. 11.
Geld Drief Geld Brief
Buenos-Aires. / 1.70s 1.712/ 1 711/ 1.-715 Prag..
Bruſſel=Antw. 153.495 59.603153.46 53.69 (Budapeſt.
New=York. . . /4.2035 1.R35/.203;4. 2135 /Danzig ...
iaz.97 107.33/10s.25 106.81 Japan..
12.1M2-3Mt2.19 112.47 ISofia
15.175 15-R5 15 39 15.43 Athen ..
131.075 31.273/41. 123 81.325 Kanada. . ..
Spanien .. ./ 63.61 63,63 63 62 B3.18 Uruguah. . . . . . /f.175 1 163 4 1751 4.135
Amſterbam=R. /763.57 168.43/163.09 168.51 Wien D.=Oſt.abg. 63.32 53.78 53.32 59.36
Kopenhagen /71.s5 112-23/111 98112 2: Rio de Janeiro./ 0.519 0.521/ 0.520/ 0.522
Helſingfors . 110.575 19.61510.572 13.612 fJugoflavien... ./ 7.412 7.432 (.315/ 7.735
Italien ... . 1 17.82/ 17 86 17.98 17.98 1K inſtantinopel /2. 12 2.120 2.157 2.117
London .. . . /W.363/20.733/85.393 20. 441 /Liſſabon. .. . . . . /21.525 21.5751 21.539 21.545
27. 11.
Gelo / Briefl Geld Brief
5.25 5.20 5.25 5.*
4.2
Produkienberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 29. November. Weizen inl.
30,25, ausl. 32—33,50, Roggen inl. 25,25, Hafer inl. 19—20, ausl. 2
bis 24, Braugerſte 26,25—29, Futtergerſte 21—22, Mais 19,75—2),
Wieſenheu 8,90—9,20, Klscheu 9,80—11, Preßſtroh 4,40—4,80, gebünd.
Stroh 3,80—4,40, Weizenmehl 41,25—41,50, Brotmhl 31,25 — 31.50,
Roggenmehl 35—37, Weizenkleie 11,25. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Produktenbericht vom 29. 11. Der hieſige
Produkten=
markt eröffnete die neue Woche in etwas abgeſchwächter Haltung, da
auch von den ausländiſchen Getreidebörſen ſchwächere Kurſe gem ldet
wurden. Die Geſchäftstätigkeit hielt ſich in äußerſt engen Grenzen. In
Weizen und Roggen iſt das Angebot etwas größer geworden, ſo daß
hier die Forderungen um je 25 Pfennig herabgeſetzt werden mußten.
Inländiſcher Hafer gab ehenfalls um 25 Pf. nach, während auf dem
Mehlmarkt Weizenmehl zur Schwäche neigte. Kleie blieb unverändert.
Es notierten: Weizen 29.50—29,75, Roggen 24,50—24,75, Sommergerſte
24—26,50, Hafer inl. 19,25—19,75, Mais 19,25—19,50, Weizenmehl 41,25
bis 41,75, Roggenmehl 35—35,75, Weizenkleie 11,50, Roggenkleie 12,
Erbſen 40—70, Linſen 50—90 Heu 8,75—10, Weizen= und Roggenſtroh
drahtgepreßt 4,50—5 Mk., gebündelt 4—4,25, Treber 17.25.
Berliner Produktenbericht vom 29. November. Das Angebot von
Brotgetreide, ſpeziell von Roggen, aus dem Inlande hat ſich vermehrt,
und da auch das Ausland ſchwächere Berichte geſandt hatte, war hier
die Tendenz matt zu nennen. Die Cifforderungen waren von
Nord=
amerika um 15—25, von Argentinien um 10—15 Guldencents ermäßigt.
Prompter Weizen und Roggen ſtellten ſich um etwa 2 Mark billiger,
und auch die Lieferugspreiſe erfuhren eine Abſchwächung
Weizen=
mehl iſt um 25 Pf. im Preiſe ermäßigt, aber trotzdem nur ſchwer
ver=
käuflich. Für Roggenmehl lauten die Offerten, die nicht allzu veichlich
vorhanden ſind, gleichfalls 25 Pf. niedriger. Dieſes Produkt findet
willigere Aufnahme. Hafer konnte ſein Preisniveau behaupten, während
Gerſte weiter ſchwach veranlagt war.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 29, November. Dem heutigen
Vieh=
markt waren zugefahren 153 Ochſen, 121 Bullen, 586 Kühe und Rinder,
533 Kälber, 148 Schafe und 2496 Schweine. Preiſe: Ochſen a) 59—80,
b) 45—48, c) 37—41, d) 32—34, e) 26—29, f) 24—27. Kühe a) 42—50,
b) 34—38, c) 24—3, d) 13—20. Freſſer a) 59—61, b) 36—47. Bullen
a) 47—49, b) 40—44, c) 32—34, d) 28—32. Kälber b) 76—78, c) 70—74,
d) 60—66, e) 44—54. Schafe b) 32—45. Schweine a) 78—79, b) 78—79,
c) 77—78 d) 75—76, e) 75—76, ) 74—75, g) Sauen 62—70.
Markt=
verlauf: Mit Großvieh mittelmäßig, geräumt; mit Kälber lebhaft,
ausverkauft; mit Schweinen ruhig, Ueberſtand.
Frankfurter Viehmarkt vom 29. November. Der Auftrieb des
heuti=
gen Hauptmarktes beſtand aus 309 Ochſen, 41 Bullen, 552 Kühen, 323
Färſen, 366 Kälbern, 305 Schafen und 4366 Schweinen. Verglichen mit
dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren 37
Ochſen und 25 Färſen mehr, dagegen 5 Bullen und 193 Kühe weniger
angetrieben Ferner ſtanden 90 Kälber und 50 Schafe weniger zum
Verkauf, während Schweine einen Mehrantrieb von 380 Sſück
aufzu=
weiſen hatten. Bezahlt wurde fro Zentner Lebendgewicht: Ochſen
a1) 58—62. a2) 55—59, b1) und b2) 48—54, c) 44—47. Bullen a) 50—55,
b) 44—49. Kühe a) 50—54, b) 43—49, c) 32—42, d) 2—31. Färſen
a) 56—61, b) 50—55. c) 36—49. Kälber b) 73—77, c) 62—72, d) 54—61.
Schafe a) 38—43, b) 32—37. Schweine von über 3 Zentner Lebendgewicht
75—77, von 240—300 Pfund 75—78, von 220 bis 240 Pfund 76—78,
von 160—200 Pfund 75—77, von 120—160 Pfund 72—75, Sauen 65—70.
Marktverlauf: Rinder werden bei regem, Kälber und Schafe bei
lang=
ſamem Handel ausberkauft. In Schweinen ruhiges Geſchäft und
Ueber=
ſtand. Die Fleiſchgroßhandelspreiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Ochſen=
und Rindfleiſch 1. Qual. 90—100, 2. Qual. 80—90. Bullenfleiſch 85—90,
Kuhfleiſch 1. Qualität 60—70, 2. Qualität 45—55, 3. Qualität 35—45.
Kalbfleiſch 2. Qual. 90—100, Hammelfleiſch 60—70, Schweinefleiſh 90
bis 100. Gefrierfleiſch, Rindfleiſch. Vorderviertel 52 und Hinterviertel.
58. In den Wochen vor und nach Weihnachten wrden die auf
Donners=
tag, den 23. und 30. Dezember fallenden Märkte auf Mittwoch, den
22. bzw. 29. Dezember verlegt. Die Montagsmärkte werden unverändert
abgehalten.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Nrw York, 29. Nov. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Markt begann in ſchwacher Haltung auf
er=
mäßigte Notierungen des Auslandes und ſchleppende Exportnachfrage,
Später trat eine Erholung ein. Die Termine ſchließen mit
unweſent=
lichen Veränderungen.
Mais: Der Markt begann in ſchwacher Haltung auf günſtige
Witte=
rungsb=richte und mangelhafte Nachfrage für Export. Später trat eine
Deckung ein auf Deckungskäufe. Die Termine ſchließen noch 1 C. unter
der letzten Notierung.
Hafer: Der Markt verkehrte in abgeſchwächter Haltung bei leichten
Abſchwächungen.
Baumwolle: Weitere Verkäufe der Pflanzer und günſtige
Witte=
rungsverbältniſſe hatten einen ſchleppenden Verlauf zur Folge. Erſt
gegen Schluß trat eine Erholung ein auf die velative Feſtigkeit des
Kaſſamarktes.
Kaffee: Nach abgeſchwächtem Beginn trat eine Erholung ein auf
eutropäiſche Kaufovders und zurückhaltendes Angebot der braſil. Eigner.
Zucker: Im Anfangsverkehr lag der Markt ſchwächer, beſonders in
nahen Terminen. Später wurde der Markt feſt auf höhere ausländiſche
Notierungen.
Kakao: Verkäufe der Lokofirmen führten einen abgeſchwächten
An=
fangsverkehr herbei. Dann trat eine Erholung ein auf erhöhte
aus=
ländiſche Notierungen und Kaufluſt der Fabriken.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der freihändige Verkauf der 7prozentigen Deutſchen Kommunal=
Goldanleihe von 1926 des Deutſchen Sparkaſſen= und Giroverbandes im
Geſamtbetrage von 50 Mill. RM. iſt geſchloſſen worden.
Es wird beſtätigt, daß ein Kreditgeſuch der Friedr. Krupp A.=G. bei
der Neichsvegierung vorliegt. Die Reichsregierung hat jedoch noch keine
Stellung dazu genommen. Eine Entſcheidung iſt in den nächſten Tagen
auch noch nicht zu erwarten.
Die Verhandlungen über einen Zuſammenſchluß in der rheiniſchen
Keſſelinduſtrie, die bekanntlich ſeit längever Zeit laufen und in denen
ſich gewiſſe Schwierigkeiten ergeben hatten, ſollen nunmehr, wie
ver=
lautet, im Dezember zum Abſchluß kommen.
Der Verein Deutſcher Zuchergroßhändler, dem annähernd 600
Mit=
glieder in allen Teilen des Deutſchen Reiches angeſchloſſen ſind, konnte
im Herbſt ds. Js auf ein 25jähriges Jubiläum zurückblicken. Aus dieſem
Anlaß fand am Samstag in Magdeburg, dem Sitz des Vereins, eine
be=
ſondere Feſtveranſtaltung ſtatt.
Der öſterreichiſche Großhandelsindex hat ſich im November um drei
Punkte von 125 auf 128 erhöht (1914 — 100).
In Kopenhagen finden gegenwärtig Verhandlungen ſtatt, die den
Zuſammenſchluß aller däniſchen Tuchfabriken zum Gegenſtand haben.
Der Urheber dieſes Projektes ſoll der däniſche Miniſterpräſident
Stau=
ning ſein. Zur Ausarbeitung eines Arbeitsplanes iſt ein
Sonder=
komitee beſtellt worden.
Die Beratungen des polniſchen Finanzminiſters mit den Vertretern
der Banken in der Frage der Verlängerung des Moratoriums für die
polniſchen Vorkriegsſchulden haben zu dem Ergebnis geführt, daß das
Moratorium nur um ſechs Monate verlängert werden wird.
Für das Budgetjahr 1925/26 hat die ruſſiſche Regiernug zur
Durch=
führung geologiſcher Unterſuchungen 3,4 Mill. Rubel bereitgeftellt, wovon
604 600 Rubel für die Petroleum=Forſchungen beſtimmt ſind.
Der Leiter der Ruſſiſchen Staatsbank, Scheinmann, iſt in Berlin
eingetroffen. Scheinmann wird einige Zeit in Berlin verweilen, um
Verhandlungen in Angelegenheiten der Ruſſiſchen Staatsbank zu führen.
Welcher Art dieſe Verhandlungen ſind, iſt unbekannt
Aus Prag wird gemeldet, daß die Zentrale de Handelskammern
der Tſchechoflowa’ei ſich auf Anregung der Reichenberger Kammer an
das Juſtizminiſterium mit dem Erſuchen wenden wird, gleichzeitig mit
der Reviſion des bürgerlichen Geſetzbuches auch das Handelsgeſetzbuch
einer Reviſion zu unterziehen.
Wie aus Sofia gemeldet wird, ſteht der Abſchluß der bulgariſchen
Anleihe für die nächſten Tage bevor. Die Anleihe ſoll mit 7 Prozent
verzinslich ſein und zu einem Kurſe von 91 Prozent begeben wevden,
ſie wird von fünf Staaten unterzeichnet.
Seite 12
Dienstag, den 30. November 1926
Nummer 332
vr. Brantfätter Karoveriche voif do. Mobdt. Lead.
96.5
Ru
96.25
Staatspapiere
a) Deutſche
GI.%Reichsp.=Sch.
p. 1. 10. 30 ...
7% Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
.% H. V.=Sch.
v. 1. 4. 29
U1,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
720 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7 29
726 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30
GI.,%Württ. F. Sch.
p. 1 3. 29
Dt. Ablöſungs=Anl.
einfchließlich
Ausloſungsſcheinen
Borkriegsanleihen
6% D Reichsanl. .
4% D. Reichsanl
4% D. Schutzgb. v.
08 —11 u. 13..
4% D. Schutzg. v. 14
4% Preuß. Konſ.
4½ Baden. ... ..
4%Bayern ......
4% Heſſen..."
4½ Bürttemberger
b) Ausländiſche
6% Bos. E. B 1914/
5%, 2.Inv. 1914
4½½ 1898 ...
4½% „1902 ..
4% „....
67 Bulg. Tabal02l
4½% Oſ. Staaror.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 141
97.25 3% Port./ Spz. un
5% Rum am. R.03. 13
4½%Gold. 13. 23‟
4% „ am.konv.. 9
4½ „ am. 05. 10.7
4%0Türk. (Adm./03/
4½% Türk. Bagb. I
4% (Bagd.)II/ 23‟,
4% „ 1911 Zoll. 17
054
0.73
4 ½%Oſt. Silberr.
42
Goldr
12 „einh. R. (kon)
26.75
2.425
4½% Ung. St. 1913
4½% St. 1914
4% „ Goldr.
42
„ St. 10 .
„ Kronr. . .
3½% „ Eiſ. Tor.G.
Außereuro=
päiſche
5% Mex.am. inn.
5% äuß 99 ..
4% „ Gold 04,ſtf.
3% „ konſ. inn..
½% „ Irrigat.
5% Tamaulipas I.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.-Bk. G.1106.5
320 „
100
6% Berl. St.=Gold. 88
8% Darmſt. St.=G./ 97.5
8% D. Hyp.=Banf
Meining., Goldpf. 101
8% Frif.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr.
99.5
3%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr..
101
5%0 Frif. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. . . . . . 87
24.5
23.5
3. 25
29.5
Ra
8% Komm. 2db. D.
Goldſchuldver
88 Heſſ. Ldb. Gold
10% Komm• Elektr.
Mark (Hag.) Gold.
8½ Mannh. St.=G
8% Mainz St.=G.
8% Naſſ. Ldb. Gold.
8% Pfälzer H. B.
Goldpfandbr..
8% Pforzh. St.=G.
8% Pr. C.=B. -Cr.=B
Goldpfandbr..
8% Rh.Hyp.=B. G.
1,%Nh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.,
Cr.=Bk., Goldpf.
8%6
3% Südd. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr. . ..
Ohne
Bins=
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
23
5% „Roggen 23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bay. Vereinsb. .
Bayr. Handelsb. ..
Bayr. Hyp. u. Wech
Berliner Hyp. =Bk.
Frrf. Hyp.=Bt. .. .
Frkf. Pfandbr.=B).
Hamb. Hyp.=B..
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bl. ...
Preuß. Bod. Cr.=B
Pr. Cent.=B. Cr.=B.
1035.
98.25
101.75
99.5
97.25
101.75
101
133.5
17.7
14.65
15.325
15.2
11.65
Breuß. Bfdbr.=Bk.
Rhein. Hhp.=B.. .. 12.85
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B. / 12
Südd. Bodenkr. / 14.8
Württ. Hhp.=Bf. 14.35
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſi. L.=Hyp=B. 11.5
Landeskr. Caſſel ./10.75
7.5
Naſſau. Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½Dux. Bdb Em.91/ 20.75
„ 93/ 9.25
4½
4% Eliſ.=Bahn ſtfr. 7
42 Galiz. Carl=
Lud.=B./ 11.4
abg. 9
42
4½ Kaſchau=Oderb.
abg. —
4%
5% Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (L).
2,6% Alte
2,6% Neue.
5% Oſt.=Ung. 13/74
4%Oſt. Staatsb. 83 15.25
3%Oſt. . 1.b.8.E.
3%Oſt. „ 9. E.
—
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz! —
3% Raab Oebbg. 83/ 34.5
91/ 30.5
26 „
97/ 26.5
13% „
4% Rud. Silber ../ 12.4
4 Rud. Salztg.
4½% Anat., S.1 36
14½% Anat., S. II
4½% Anat., S. III/ 313
3% Salon. Monaſt. 26.75
5% Tehuantepec. .
4½½
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit:. /160
Bab. Bk. . . . . . . . . 168
Bk. f. Brauind. . . . 141.75
Barmer Buitt
Bay. Hyp.=Wchſ..
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 185
Darmſt. u. Nat.=Bk. /2. 1.5
Deutſche Ban..."
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein. 138
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch. . . 1169
Dresdener Bk. . . . 1 8.5
Frankf. B1. .
Frkf. Hyp.=Bk.. . . . 151.
Frtf. Pfdbr.=Bk. ..
Gotha. Grundtr. Bk. 160.25
Lux. Intern. Ban
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. .
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südd. Disc.=Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Bochum. Bergb. . . /166
Buderus. . . . .
Dt. Luxemburg . . . 167
Eſchw. Bergw.. . . . 175
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb....."
Ilſe Bergb. St.. . . 1248
Genußſchein.
Kali=Aſchersleb. .. 140.5
Kali. Salzdetfurt.. 1179
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke ..
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder .....
Oberbedarf ... . . . /111
Otavi=Min.=Ant.. .
Phönix=Bergb. ..
Rhein. Braunk. ...
Rhein. Stahlw.. . .
A. Riebeck Montan
Rombach. Hütte.
1.6
132.5
123
151
13.,
172.25
148
155.5
108.5
170.25
143.5
152
183.25
129.5
39.5
127.9
Salzwerk Heilbr. /139
Tellus Bgb.. . . . . . / 98.5
Ver. Laurahütte..
Ver. Stahlwerke. 1140.5
Induſtrie-Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
157
Henninger ..
Hercules, Heſſiſchel109
Löwenbr.=Münch. /266
Mainz. Aktienbr. . . 1180
Schöfferhof(Bind. //280
Schwarz=Storchen 1140
Tucher, Nürnberg
Werger
139
Aktum. Berlin.
Adler & Oppenh...
Adlerw. (v. Kleyer)
6%E. A. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm . . .
Anglo=Cont. Guano
Aſchaff. Zellſtoff ..
Badenia (Weinh.)
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg..
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel.
Bergmann El. .
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Eement=Heidelb. ..
Cement, Karlſtadt
Cement, Lothr.. .
Chem. Albert . . . . .
Chem. Brockh.
Chem. Milch ..
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel. .
Deutſche Erdöl .."
D. G. u. Silb. Scheid.
Dingler, Zweibrück.
108
89.25
88
156
143
6.5
121
33
54.25
135
60
80
1.3.75
48.5
70
69
124.75
140
104.5
173.5
173.5
Dresd. Schnellpr.
Dürrkopp .. . . .
Dürr. Ratingen .
Lyckerhoff & B. ..
Eiſenw. Kaiſersl..
El Licht= u. Kraft
El. Lieferung ....
Elſ. Bad. Wolle
Email. Ulrich .."
Enzinger Werke.
Eßlinger. Maſch. .
Ettlinger Spinn. . . 205
Faber Bleiſtift..
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok. u. B.
Fuch Waggon St.
Geiling E Cie. .."
Gelſenk. Gußſt. ..
Goldſchmidt, Th. . .
Gotha Waggon .."
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen . . . . ."
Hanfw. Füſſen .."
Hanſa, Lloyo, Br.
Hartm. & Braun.
Heyligenſtaedt. ..
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ..
Hoch=Tief Eſſen ..
Holzmann .. . . . . ."
Holzverk. Ind.....
Hydrom. Breslau".
Inag ........"
Junghan3 St.....
Kammg. Kaiſersl.
152
124.75 1 Karſtadt, R..
182
Klein Sch. & Becker 98
44.5 Knorr, Heilbronn 1151.5
74.75 Konſerv. Braun / 54
57.25 Krauß, Lokom.
Lahmeyer .....
132
Lech. Augsburg... /113
55/ Lederw. Rothe ... 43
Spicharz.
Lingel Schuhw.. . .
88
Löhnberg. Mühle ./51
67
Ludwigsh. Walzm. /107
Lüdenſcheid Metall!
1103
Lux, Induſtrie . ./ 38
95
42
Mainkraft Höchſt 107
Farbenind. J. G. 1310.75 Mars=W. Nürnberg/131
Metallgeſ. Frkf. 1173
84.75 Miag. Mühlenb..
Moenus, Stamm . / 51
Frankfurter Gas /116.5 Motorenf. Deutz..
Motorenf. Oberurſ. 64.5
76 Münch. Lichtſpielk.
0.45 Neckarſ. Fahrz. . . 1104.5
86 Neckarw. Eßlingen 1117.5
Germania Linol.. . 1186 Beters Union .. . . 1119
Pfälz. Näh Kayſerl 62.5
138.1 Philipps.
45
Porzellan Weſſel
70
116 Prometh. Frrf. ..
127.5 Rein. Gebb.& Schal/108.5
Rhein. Elektr.
141.5
— Rhenania, Aachen 74
102 Rütgerswerke ... . 132
Schleußner .. . . . .."
119
Schneid. & Hanau. / 63
40
Schnellpr. Frank. / 79
66
Schramm Lackf. 79.5
Schrift, Stemp.. . . 120
Schuckert, Eleftr. 1153
103.5 Schuhf. Weſſel .../ 69
154 Schuhf. Herz ... . 64.5
61:, Schultz, Grünlack ./ 52.5
Seilind. Wolff ... 67.5
Siemens Glas ...
67.1
102.,5 Siemens & Halste 1190.45
Südd. Immob. . . 74.5
140‟
Karlsruher Mach. 46 Thürinn. Lief.-Geſ. 85.75
Keee
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel. 69.75
Gummi. Bln.=Frkf. / 76.25
Pinſel=Nürnberg. . / 94
Ultramarin .. . . . . 160
Zellſtoff Berl. .. . . 1118
Bogtl. Maſch. . . . . 89
Voig:& Haeffner .1118.5
Volthom Seil ..
Wayß. & Frenta / 134.5
Wege lin Rußfbr. 1106.5
Zellſt. Waldhof ...
Zucker). Waghäuſel/123.5
Zuckerf. Frankenth. / 97.5
Zuckerf. Heilbronn 421
Zucker Offſtein 11 3.25
Zuckerf. Rheingau 122
Zuckerf. Stuttgart 121.5
Transport= und
Berſicherungs-Akt.
A. Dt. Eiſenbahn ..
Dt Eiſenb.=Geſ..
103.5
El. Hochbahn=Ber!
Schantung E. B. . 16.55
Südd. Eiſenb.=Geſ
133.75
Hapag ........"
Nordd Lloyzd. . . . . 159.75
Frkſt. Allg. Ver).
Frankona Rückv.
Darmſt. Berte
Bahnbedarf ...."
Dampft. Rodberg
Helvet ia Kon).....
Gebr. Lutz ......
Motor /. Darmſt.
Gebr. Roeder ....
Venuletn & Ellenb.
112
33
39.5
120
Mobiliarverſteigerung
Zuiet Prauoe.
Am Donnerstag, den 2.
Dezem=
ber, nachmittags 2 Uhr, werden im
Hotel Traube eine Anzahl Polſtermöbel
(Sofas, Seſſel, Stühle) ſowie Betten,
Spiegel uſw. meiſtbietend gegen
Bar=
zahlung verſteigert. Beſichtigung am
Donnerstag, vormittags von 9—12 Uhr.
Darmſtadt, den 30. Nov. 1926. (st17533
Der Oberbürgermeiſter.
Einträge in das Handelsregiſter:
Ab=
teilung B: Am 19. November 1926
hin=
ſichtlich der Firma: Darmſtädter
Ge=
werkſchaftshaus, Geſellſchaſt mit
beſchränkter Haftung, Darmſtadt:
Der Geſchäftsführer Wilhelm Leuſchner
iſt ausgeſchieden. Karl Grötzner,
Gewerk=
ſchaftsſeiretär in Darmſtadt, iſt zum
Ge=
ſchäftsführer beſtellt. Am 25. November
1926 hinſichtlich der Firma:
Darm=
ſtädter und Nationalbank,
Kom=
manditgeſellſchaft aufAktien,
Zweig=
niederlaſſung in Darmſtadt,
Hauptnieder=
laſſung in Berlin: Die Prokuren des
Hermann Grothe, Max Aaron und
Rechts=
anwalts Joachim Heintze, ſind erloſchen.
Am 26. November 1926 hinſichtlich der
Firmen: 1. Heſſiſche Drahtſtiftfabrik,
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt: Durch Beſchluß der
Geſellſchafter vom 18. November 1926
iſt die Geſellſchaft aufgelöſt. Johann
Groß, Kaufmann in Darmſtadt, iſt zum
Liquidator beſtellt. 2. Deutſche
Ver=
einsbank, Filiale Darmſtadt,
Darm=
ſtadt: Durch Beſchluß der
Generalver=
ſammlung vom 1. November 1926 iſt
der Geſellſchaftsvertrag geändert und die
Erhöhung des Grundkapitals um den
Betrag von 2900000 Reichsmark
be=
ſchloſſen. Die Kapitalerhöhung iſt
durch=
geführt. Das Grundkapital beträgt jetzt
8900 000 Reichsmark. Durch gleichen
Be=
ſchluß iſt das Vermögen der Geſellſchaft
als Ganzes unter Ausſchluß der
Liqui=
dation auf die Frankfurter
Vereins=
bank, Kommanditgeſellſchaft auf
Aktien in Frankfurt a. M.,
überge=
gangen. Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Die Firma wird gelöſcht. 3.
Neu=
eintrag: Firma: Heinrich
Lön=
holdt & Co., Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haſtung,
Hauptnieder=
laſſung Frankfurt a. M.,
Zweignieder=
laſſung Darmſtadt. Gegenſtand des
Unternehmens: Die Uebernahme und der
Fortbetrieb des von der
Kommanditge=
ſellſchaft in Firma Heinrich Lönholdt & Co.
betriebenen Straßenbaugeſchäfts.
Stamm=
kapital: 120 000 Reichsmark.
Geſchäfts=
führer: Ingenieur Georg Lönholdt, Maria
Ruppel, geborene Lönholdt, und
Fabri=
kant Dr. Adolf Schaefer, alle in
Frank=
furt a. M. Der Geſellſchaftsvertrag iſt
am 10. März 1913 feſtgeſtellt und am
10. März 1923, 26. September 1924,
16. April 1925, 14. Mai 1925 und 16.
No=
vember 1925 geändert. Sind mehrere
Geſchäftsführer beſtellt, ſo ſind zur
Zeich=
nung der Firma nur zwei Geſchäfts.
führer gemeinſchaftlich oder ein
Geſchäfts=
führer in Gemeinſchaft mit einem
Pro=
kuriſten berechtigt. Alle
Bekanntmachun=
gen der Geſellſchaft erfolgen durch den
Deutſchen Reichsanzeiger.
Darmſtadt, den 26. Nov. 1926.
Amtsgericht I.
(17511
Pekauntmachting.
Bei dem unterzeichneten Amte
wer=
den Dienstag, den 7. De ember 1926
öffentlich gegen Barzahung verſteigert.
Darmſtadt, den 26. Nov. 1926.
Kauptzollamt (Ahaſtr. 7). (17466
Heitkaroktause Hauvorkäuf
Klink 6 Rettberg
Ludwigsplatz 8/.
Eingang Schulstraße
Beleuchtungskorper
aller Art
Der Konkursverwalter:
Raab
17092a)
Amtsgerichtstaxator.
Rheiniſche Hypothekenbank,
Mannheim
Unter Bezugnahme auf unſere
Be=
kanntmachung vom September ds. Js.
teilen wir mit, daß die auf 1. Januar 1927
zu bewirkende erſte Teilausſchuttung
in 4½, ſoigen Goldpfandbriefen 10‟, des
Goldmarkbetrages der
aufwertungs=
berechtigten Pfandbriefe betragen wird.
Die Goldpfandbriefe ſind zugleich mit
Anteilſcheinen für die künftigen
Ausſchüttungen verſehen. Für die
Einreichung der aufwertungsberechtigten
Pfandbriefe dürfen nur unſere
For=
mulare verwendet werden; dieſe, ſowie
Merkblätter über das einzuhaltende
Verfahren werden von uns koſtenlos
vorabfolgt.
(I.17525
Mannheim, im November 1926.
Rheiniſche Hypothekenbank.
Kleine Anzeigen An und Verkäufe uſw.)
finden durch das Darmſtädter Tagblatt
die weiteſte Verbreitung
Am Mittwoch, den 1. Dezember
1926, nachmittags 2 Uhr, verſteigere
ich in meinem Verſteigerungslokale
Luiſenſtraße 32, zwangsweiſe meiſt=
(17546
bietend gegen Barzahlung:
einen großen Poſten Figuren
und Gruppen(Volkſtedt,
Schwarz=
burg, Nympfenburg u. Meißen),
außerdem 8 verſchiedene
Ton=
nengarnituren für Küchen und
2 Urnen (Hutſchenreuter).
Darmſtadt, den 29. Nov. 1926.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Verſteigerung
Samstag, den 4.
De=
zember d8. Js.,
vor=
den am
Hauptzoll=
amt hier, Ahaſtr. 7,
1 Poſten Wein und
Likör,
1 Kiſte Nudeln
1 Kiſte Seife u. einige
kleine Stoffreſte
öffentlich gegen
Bar=
zahlung verſteigert.
Darmſtadt, den 27.
Nov. 1926. (17539
Der Bollziehungs=
Beamte: Richter.
Am Mittwoch, den 1. Dezember
1926, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
ich Bleichſtraße 22 nachſtehende
Gegen=
ſtände öffentlich zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung:
(17561
1 alter Diplomatſchreibtiſch, 1 Brief
waage, 1 Rauchſervice, 1
Papierkörb=
chen, eine Anzahl Schreibutenſilien,
1 elektr. Fußwärmer mit Zuleitung
6 kleine elektr. Lampen, 1 elektr. Lampe
ohne Batterie für Fahrrad, 2 Tiſche
eine Anzahl Fahrradutenſilien und
Werkzeuge, 3 Rohrſtühle, 1 alter
Wei=
denſeſſel, 1 alte Theke, 2 Regale, 1 kl.
Schränkchen, 1 improviſierter
Ver=
ſchlag, 1 kl. Kaſſette, 1 Kavallerieſäbel,
verſchiedene Studentenmützen,
Alt=
papier uſw.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 30. Nov. 1926.
Portner
Gerichtsvollzieher.
bei 4000 Mk Anzahl
zu kaufen geſ. Ange
unter F 62
Geſchäfts=
ſtelle.
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vormittags 10 Uhr, verſteigere ich in
mittags 10 Uhr, wer= meinem Dienſtzimmer
Mathilden=
platz 15, öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
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Rauch=
tiſchchen und 1 Stehlampe aus
Kupfer und Bronze.
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Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
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Die Nürnberger Bürger=Zeitung iſt Offizielles
Organ der Wirtſchaftspartei des deutſchen
Mittel=
ſtandes, Landesverband Bayern und des Grund=
und Hausbeſitzervereins Nürnberg.
Mitteilungsblatt des Landesverbandes Bayeriſcher
Lebensmittelhändler E. V., Ortsgruppe Nürnberg.
Das bewährte Anzeigenblatt von hervorragender Berbekraft.
Probenummern koſtenlos durh den
Verlag: Nürnberg, Kühnertsgaſſe 3.
Nummer 332
Oienstag, den 30. November 1926
Seite 13
Die tolle Herzogin.
Roman von E. Klein
(Nachdruck verboten.)
Jetzt war er wirklich ruhig. Nicht nur ruhig. Kalt.
Lächelnd nahm er den letzten Ship heraus, und drehte ihn
zwi=
ſchen den Fingern. Zéro — —! Null! das war’s — —! Die
richtige Nummer für ihn! Die Null mußte ihn vor dem Nichts
retten —
Er ſtand in der zweiten Reihe hinter einem queckſilbrigen
Italiener, der unaufhörlich auf ſeinem Platze hin= und
her=
fuhr —
„Exeusez, monsieur!” ſagte James Wood und beugte ſich
über ſeinen Vordermann hinüber, um ſeinen Satz zu machen.
Im ſelben Moment zuckte der Mann auf. Stieß an Woods
Hand — — der Ship fiel herunter, auf den Tiſch — und von da
auf den Boden —
„Rien ne va plus!“
Mit wildem Fluche bückte ſich James Wood. Den Ship
mußte er wieder haben! Seinen letzten Ship! So ließ er ſich
nicht vom Schickſal betrügen. Rückſichtslos, unbekümmert um
die Proteſte der ſitzenden und ſtehenden Spieler tauchte er unter.
Kroch faſt unter den Tiſch — —
Lange dauerte es, bis er ſich wieder erhob. Dann ſtellte er
ſich dem Croupier gegenüber und beobachtete das Spiel. Aber
er ſetzte nicht. Seinen Ship hatte er nicht wiedergefunden.
Er war ein anderer. Er lächelte nicht. Er lachte. Steckte
den Browning in die Hoſentaſche zurück. Strich ſich die Haare
glatt, zog ſeine Hoſenfalte zurecht — und lachte.
Gemächlich ſchlenderte er auf einen der Diener zu und ſagte
zu ihm:
„Ich möchte den Herrn Direktor ſprechen.”
III.
Der Fellah ſperrte, ganz benommen von ſolcher Kühnheit,
Mund und Augen auf.
„Mußjeh, Directeur nix da,” ſtotterte er.
„Oh, er wird ſchon da ſein, wenn du Hallunke ihn nur
finden willſt.”
„Excuses, monsieur!
Und James Wood lächelte liebenswürdig, unwiderſtehlich.
Aber in ſeiner Stimme, in ſeinem Blick war etwas, was den
Diener mit einem Mal überzeugte.
„Will Mußjeh einen Moment warten?”
„Einen Moment ja, aber nicht länger.”
Gleich darauf ſtand ein dicker, älterer Mann vor ihm.
Un=
verfälſchter Levantiner. Smoking, zwei haſelnußgroße Brillanten
in der Hemdbruſt, eine ſchwarze Zigarre zwiſchen den wulſtigen
Lippen. Negerblut, trotz aller Eleganz in ihm — das bezeugte
das Gelbliche des Augapfels — — —. Geſamteindruck: Schurke
vom allerfeinſten Mittelmeerwaſſer!
„Der Diener meldet mir,” begann der Mann, „der Herr
wünſche mich zu ſprechen.”
„Sind Sie der Direktor dieſes entzückenden Lokales?”
„Ich habe die Ehre, mein Herr!”
„So?. Nun, dann führen Sie mich in irgend einen Raum,
in dem wir ungeſtört unter vier Augen miteinander ſprechen
können."
Der Herr Direktor rührte ſich nicht. Schob nur ſeine dicke
Importe aus dem linken in den rechten Mundwinkel.
„Ich bedaure, dem Herrn mitteilen zu müſſen, daß es nicht
zu den Prinzipien des Hauſes gehört, verlorenes Geld
zurückzu=
geben. Wir ſind nicht die Bank von Monte Carlo.”
„Ach — wirklich nicht?”
James Wood ſteckte die Hände in die Hoſentaſchen und lachte
den Levantier herausfordernd an.
„Ich bitte um Verzeihung,” ſagte der, „ich bin preſſiert —.”
„Dann beeilen Sie ſich und führen Sie mich in ein Zimmer,
wo wir ungeſtört miteinander ſprechen können."
„Ich muß lebhaft bedauern —
James Wood lachte abermals. Dem Levantiner ward
un=
behaglich zu Mute. Er blickte zu James Wood, der einen vollen
Kopf größer war, auf und nahm die Zigarre aus dem Munde.
„Wenn der Herr darauf beſteht,” murmelte er. „Ich bitte
mir zu folgen!“
Er ging durch das Café und trat in den Gang der Chambres
séparées. Mehrere von ihnen waren beſetzt. Lachen hörte man
hinter den Türen, Gläſerklirren. In einem der letzten Zimmer
keifte eine biſſige, ordinäre Frauenſtimme —
In das letzte der Kabinette trat der Direktor ein, drehte das
Licht an und lud ſeinen ungebetenen Gaſt ein auf der weichen
Chaiſelongue Platz zu nehmen. Prächtig der Raum, ganz
orientaliſch, mit Kiſſen, Teppichen, Decken überladen — lauſchig,
verführeriſch
James Wood ſah ſich um und nickte dem Andern mit
herab=
laſſendem Wohlwollen zu.
„Ich gratuliere, Sie verſtehen Ihr Geſchäft, mein Lieber!”
Doch der Herr Direktor war nicht in der Laune, ſich für ſo
ehrliche Komplimente empfänglich zu zeigen. (Fortſetzung folgt.)
Tadlätu
AtltLtotOlIA
Pulloverstotte
solide Qualität, moderne Dessins. . 1.25, 0.95,
Pulloverstofte
Ia Qualität, in den neuesten Stellungen . 1.85,
Papillon-Schotten
reine Wolle, in modernen Farbstellungen . 2.60,
Waschsamt
in allen modernen Farben
2.25,
Pan am a
ca. 120 cm br., für Schürzen, in schwarz, 2.95, 2.60,
Pulloverstoft
reine Wolle, in versch. hübschen Farb.
0.70
4.10
1.00
L.00
B.40
Kleiderserge
r. Wolle, doppelbr, gute Oual., i. groß. Farbsort.
Gabardine
140 br., r. Wolle, in schwarz, marine u. viel. Fb.
Schotten
reine Wolle, dbreit, i. hübsch. apart. Stellg, 5.50,
Popeline
100 cm breit, reine Wolle. la Qual., in schwarz,
marine und vielen Farben
9.40
9.10
Kleiderrips
130 cm breit, reine Wolle, in schwarz, marine
und vielen modernen Farben . . . . . 5.95,
Mantelflausch
150 cm br., solide Qual., in gut. gangbar, Farben B.00
Velour de laine
130 cm br., solide Qual., in vielen Farben .6.50 G.00
Velour de Laine
140 cm br., in hübsch. hell. Farb., t. Kindermäntel 0.00
Velour-Mouliné
130 cm, besonders gute schwere Ware,
1.0
Velour-Ottomane
140 cm breit, reine Wolle, Ia Qualität, in
19.00
marine, schwarz und allen Modetarben .
a C onne
Strickstotf
100 cm breit, reine Wolle, gute Qualität, in
vielen Farben, hübsche Muster .
.. 6.95,
tür Mantel, Kleider und Pallover, in hübschen
modernen Farbstellungen
TOOTT
DlMITAe
DALIOTA
Damen-Mäntel
aus guten, molligen Stoffen, tadellose
Verarbei-
tung, in hübschen Farben . . . . 12.75, 10.75,
Damen-Mäntel
aus gutem Velour de laine, in vielen modernen
Farben . .
19.75, 16.75,
Damen-Mäntel
aus gutem Velour de laine, mit vollem
Pelz-
kragen, in großer Farbenauswahl, 24.00, 19.75,
Damen-Mäntel
aus reinwoll. Velour-Ottomane, aparte
For-
men, mit schönen Ansteck-Blumen . . 28.00,
Damen-Mäntel
aus reinwoll. Velour-Ottomane, mit vollem
42.00, 34.00,
Pelzkragen . .
Damen-Hüte moderne Formen,
in Filz, Samt und Plüsch, hübsche
Band-
garnierungen . . . 7.95, 5.95, 4.95, 3.95,
1.00
10.10
10.10
Damen-Mäntel
aus reinwotlen. Velour de laine, mit vollem
Pelzkragen und Stulpen . . . . . .
Damen-Mäntel
a. reinwoll. Velour.Ottomane, ganz auf Seide
gefüttert.
54.00,
Seal-Plüsch-Mäntel
gute, solide Qual., mod. Form., 69.00, 5400,
Plüsch-Tacken
ganz getüttert, mod. Formen . 42.00, 36.00,
Pelz-Tacken
in versch. Farb., solide Qual., 120.00, 98.00,
Krimmer-Jacken
fesche Formen, in grau, 32.00, 29.00,
49.00
40.00
Pullover
in entzückenden Farbstellungen, 12.75, 7.95, 6.90
Moderne Kleider
in nur guten Qual. u. feschen Formen, 12.50, 7.50 0.00
Samt-Kleider
schwarz und farbig, entzückende neue
Mach-
arten
28.—, 19.75, 14.75 d.10
Strick-Kleider
ganz aparte Dessins, gute reinwollene
Qua-
litäten
26.—, 22.—, 19.,75 41,00
Elegante Kleider
aus gutem Rips, in aparten Farben, neueste
Formen
.. . . 29.—, 2‟
Tanz- u. Gesellschafts-Kleider
in schwarz u. aparten Seidenstoften, neue
Farbtöne
. . . 29.—, 19.75. 15.75
10.10
[ ← ][ ][ → ] Großeg
Mitullgg
TaN
guter Qualitäten + zu billigsten Preisen
Kinder-Mäntel
Ia Flausch, imitiert. Pel kragen".
Damen-Mäntel
aus soliden Stoffen . . . . . 12.00, 9.75,
Damen-Mäntel
Velour de laine m. Bibr. Pelzkr., 29.50,
Horgenröcke
9.75
Lammtellstoffe . . . . . . .
Kinder-Kleider
aus soliden Stoflen.
1.95, 1.45,
Wasehsamt-Kleider
„. 5.50, 4.95,
in vielen Farben
Damen-Kleider
reiz. Machart, reinwoll. Popeline, 12.50,
Matines
aus Lammtellstoffen
TRIKoraden
Handtücher Gerstenkorn,
gesäumt und gebändert . . ."
Kinder-Taschentücher
mit Bildern . . . . . 0.15, 0.12
Taschentücher, Batist, mit
Hohlsaum
... 0.20, 0.12
Herren-Taschentücher
weiß und mit Streifen . 0.25
Damen-Hemden,
Träger-
torm, solide Stofte . 1.75, 1.25
Damen-Hemden,
Achsel-
schluß, Croisé.
Damen-Beinkleid
Croise..
Kissen-Bezüge
1.65, 1.35
volle Größe.
Herren-Einsatz-Hemden
mit Ia Ripseinsatz
Herren-Einsatz-Hemden
wollgemischte Qualität
Normal-Hemdenm.
Doppel-
brust, wollgem. .
Herren-Normalhosen
wollgemischte Ware . . . 2.25
Herren-Unter-Jacken
Normal, wollgemischt
Kinder-Leib-u. Seelhosen
von
Normal, Ia Qualität
Damen-Schlupf-Hosen
. 1.95
mit Wolltutter .
Damen-Reform-Hosen,
schwere Qualität.
Sportwesten tür Damen und
Herren,mod. Dess., 12.75,9.50,6.95
Pullover, reizende Neuheiten,
für Damen u Herren, 10.50, 9.50
Kinder-Sportwesten, mit
und ohne Kragen, . 3.95, 2.75
Kinder-Pullover, moderne
5.25
Dessins
Hinder-Sweaters, haltbare
von
Qualität.
Kineler-Sweater-Anzüge,
mod. Dessins.
von
Woll-Schals
moderne Farben".
1.25
Garnituren
2.50
Schal und Mütze
Handarbeiken
Strümpfe / Socken
Sofa-Hi sen, schwarz Rips,
vorgezeichnet
Nachttisch-Deekchen, aut
Leinen gezeichnet
Wandschoner, mit Spruch
und Borde.
Ueber-Handtücher, zum
Sticken, mit Spruch
1.45
Tisch-Läufer
moderne Zeichnungen
Damen-Strämpfe,
Doppel-
spitze und Ferse . . . Paar
Damen-Strümpfe, Seiden-
Hor, Doppelsohle, Hochferse.
Damen-Strümpfe,
wollge-
webt
2.95
Damen-Strümpfe,
Wasch-
seide, Doppelsohle, Hochterse
Herren-Socken, haltbare
Qualität
.. .0.85, 0.68
Jumper-Schürzen
Siamosen.
Jumper-Schürzen
Satinartige Stoffe.
Jumper-Schürzen
mod. Muster, volle Größe, 1.65
Haus-Schürzen
Siamosen . . .
Kinder-Schürzen, moderne
Macharten in allen Größen, von
Brotkasten C
H. lackiert ...
Küchenwagen mit
Regul.-Schraube, 3.75.
Wand-Kaffeemühlen
mit Steingutbehälter
Likör-Service
8tlg.
Alumininmtöpie
mit Deckel . 3 Stück
Fleischhackmaschinen
Alexanderwerk
Lncieigstr. 14
Darrnstadt
Lndwigstr. 14
Seite 14
Dienstag, den 30. November 1926
Nummer 352
[ ← ][ ][ → ]Nummer 332
Dienstag, den 30. November 1926
Geite 15
Deutſche Flugweltrekorde.
Orkan=Kataſtrophe in Oberbagern.
Eine vom Sturm umgelegte Schifferhütte am Kochelſee.
In der Mitte der Weltrekordinhaber Flugzeugführer v. Gronau,
rechts Dr. Ing. h. e. Ernſt Heinkel, der Konſtrukteur der Weltrekordmaſchine.
Reich und Ausland.
Die Jahrhundertfeier der Univerſität
München.
München. Die Jahrhundertfeier der Univerſität München
lei=
teten Feſtgottesdienſte ein. Um 11½ Uhr vormittags begann im
Natio=
naltheater der Feſtakt zum Gedenken der Verlegung der Univerſität
vor 100 Jahren von Landshut nach München. Die Begrüßungsanſprache
hielt der Rektor, Prof. Dr. Voßler. Der Hiſtoriker der Univerſität
München, Prof. Dr. Doeberl, zeichnete in knappen Strichen ein Bild
der Geſchichte der Univerſität. Miniſterpräſident Dr. Held wies in
einer Rede auf die Bedeutung der Univerſität München hin. Die
Teil=
nahme ſo zahlreicher illuſtrer Gäſte aus dem ganzen deutſchen
Kultur=
kreis an der Feier ſei ein glänzendes Zeugnis der hohen Wertſchätzung
der Münchener Univerſität. Die Gäſte möchten der Alma mater
monacensis zugetan bleiben, auf daß ſich die geiſtige Verbundenheit
aller Deutſchen zur Mehrung des Einfluſſes auf das Kulturleben der
Völker weiter feſtige. Der Miniſterpräſident zeichnete dann ein Bild
der beſonderen Stellung der Univerſität München im Kranz der
reichs=
deutſchen Univerſitäten, wobei er erklärte, aus dem geiſtigen
Aus=
tauſch zwiſchen den Univerſitäten des Nordens und des Südens bilde
ſich die Harmonie des deutſchen Kulturlebens in ſeiner Mannigfaltigkeit.
Die Univerſität München habe dem deutſchen Volke, der deutſchen
Kul=
tur und dem Staate Bayern mit hohem Erfolg gedient. Zum Schluß
ſeiner Nede machte der Miniſterpräſident Mitteilung von einer
Stif=
tung von 700 000 RM., die die Staatsregierung und Gönner der
Uni=
verſität zum Gedenken an die Jubelfeier gemacht haben. Die Nenten
des Kapitals ſollen zur Förderung von Univerſitätsinſtituten,
For=
ſchungsarbeiten und zur Unterſtützung von Univerſitätsdozenten und
ihrer Hinterbliebenen dienen. Namens der Landeshauptſtadt teilte der
erſte Bürgermeiſter, Schamnagel, wit, daß der Stadtrat aus Anlaß der
Feier die Prägung einer Gedenkmünze und eine Stiftung im Betrage
von 50 000 RM. zur Förderung der wiſſenſchaftlichen Ausbildung
be=
ſchloſſen habe. Eine Reihe von Straßen und Plätzen Münchens würden
nach hervorragenden Perſönlichkeiten der Univerſität München benannt
werden. — Nach der Rede des erſten Bürgermeiſters Scharnagel
folgten Anſprachen der Vertreter der Univerſitäten, Hochſchulen und
Akademien deutſcher Sprache inner= und außerhalb der Reichsgrenzen,
in denen der kulturelle Zuſammenhang der Ludwig=Maximilians=
Univerſität mit ihren Schweſterinſtituten eindrucksvoll hervorgehoben
wurde. In ſeinem Schlußwort betonte der Rektor der Univerſität, daß er
mit Worten den Dank nicht abſtatten könne für das, was der
Univer=
ſität an guten Wünſchen und Gaben entgegengeſtrömt ſei. Der Feſtakt
wurde durch die „Deutſche Stunde in Bayern” in ſeiner Geſamtheit
auch im Rundfunk verbreitet.
Dem Feſtakt im Nationaltheater folgte ein Feſtbankett im
großen Saale des Hofbräuhauſes, zu dem die Staatsregierung und
die Stadtverwaltung Einladungen ergehen ließen. Kultusminiſter
Goldenberger wies in ſeiner Anſprache darauf hin, daß der Feſtakt im
Nationaltheater in ſeinem überaus eindrucksvollen Verlauf ein lautes
Zeugnis für das Anſehen geworden ſei, das die Ludwig=Maximilians=
Univerſität ſich in Bayern, in Deutſchland und weit über deſſen Grenzen
hinaus errungen und ſtets erhalten habe. Allen Gäſten entbot der
Miniſter Willkommen und Dank. Mit der bayeriſchen
Unterrichtsver=
waltung vereint ſich in dem Dank und Glückwunſch der Stadtrat der
bayeriſchen Landeshauptſtadt. Die Univerſität München könne in
ihrer Geſchichte auf eine ſtolze Entwicklung und auf reiche Erfolge auf
allen wiſſenſchaftlichen Gebieten zurückblicken. Alle Wünſche, beſonders
in finanzieller Hinſicht, zu erfüllen, war leider nicht immer möglich,
nicht in den noch normalen Zeiten vor dem Kriege, ganz beſonders nicht
in der Zeit ſeit dem Kriege, ſeit dem in der Nachkriegszeit
eingetre=
tenen wirtſchaftlichen Zuſammenbruch. Allein gerade für dieſe
ſchwie=
rigſte Zeit müſſe auch in dankbarer Anerkennung die einſichtsvolle
Hal=
tung der Univerſität, ihres Verwaltungsausſchuſſes und der
Inſtituts=
vorſtände angeführt werden. Ueber die gegenwärtige Notzeit
hinweg=
helfen werde nur die feſte Treue und Liebe zur Wiſſenſchaft, Opferſinn
und vertrauensvolle Arbeit zwiſchen dem Miniſter und der Univerſität
und die Hoffnung auf den Wiederaufſtieg unſeres engeren und
wei=
teren Vaterlandes. Der Miniſter ſchloß: Den Mut zum Durchhalten
und die Hoffnung auf den nicht allzu fernen Wiederaufſtieg unſeres
Vaterlandes dürfen wir nicht ſinken laſſen. In dieſer Hoffnung und
in dieſem Vertrauen wollen wir der Univerſität München am heutigen
Tage Glück wünſchen und dieſem Wunſche Ausdruck geben in dem Rufe:
Die Univerſität München: hoch! hoch! hoch! Namens der
Stadtver=
waltung ſprach Bürgermeiſter Dr. Küfner der Univerſität Glück und
Anerkennung und den Gäſten, namentlich von jenſeits der deutſchen
Reichsgrenze, herzlichen Willkomm aus. Er glaube ſagen zu dürfen,
daß die Jubelfeier für die geſamte deutſche Wiſſenſchaft von hoher
Bedeutung ſei, und daß München und Bahyern heute noch ebenſo wie
in der Vergangenheit ihre hohe Geltung für die deutſche Wiſſenſchaft
und die deutſche Kultur beanſpruchen dürften.
Ein ruſſiſches Dorf durch Feuersbrunſt zerſtört.
c. Berlin. Nach einer Meldung des „Montag”, iſt das im
Gouvernement Minſk gelegene Dorf Shaliſcha durch eine
Feuers=
brunſt völlig zerſtört worden. 188 Häuſer ſind vollſtändig
abge=
brannt. Der größte Teil des Viehbeſtandes ſowie alle Kornvorräte ſind
vernichtet worden.
Das Großfeuer in der Wallſtraße in Berlin.
Berlin. Das Großfeuer, das am Sonntag die oberen Stockwerke
eines großen Geſchäftshauſes in der Wallſtraße vernichtete, hat die
Feuerwehr über 24 Stunden beſchäftigt. Die ganze Nacht hindurch
wur=
den die Aufräumungsarbeiten fortgeſetzt. Der „B. Z.” zufolge wird
der Schaden auf 1½ Millionen Mark geſchätzt.
* Frankfurter Chronik.
WSN. 1 200 000 Mark für Erwerbsloſe in einem
Monat. Nach einer Mitteilung des Arbeitsamts iſt im vergangenen
Monat zwar eine leichte Beſſerung auf dem Arbeitsmarkt eingetreten,
doch wurde dieſe zum Teil wieder durch das Einſetzen der
Winter=
ſaiſon in verſchiedenen Berufen, wie dem Nahrungsmittelgewerbe, der
Landwirtſchaft, dem Gaſtwirtsgewerbe und dem Baugewerbe,
ausge=
glichen. Die Beſſerung hat ſich hauptſächlich im Metallgewerbe, dem
Schneidergewerbe und in geringerem Maße im Schuhmachergewerbe
bemerkbar gemacht, während im Handels= und Verkehrsgewerbe die
Lage unverändert blieb. Von den am Monatsende vorhandenen
23 663 Arbeitſuchenden wurden etwa 1000 Mann mit Notſtandsarbeiten
beſchäftigt, etwa 600 waren ausgeſteuert und etwa 6000 Perſonen hatten
kein Anrecht auf Unterſtützung, weil die nötigen Vorbedingungen
fehl=
ten. Der Reſt von etwa 16 000 bezog Erwerbsloſenunterſtützung für
ſich und die Familienangehörigen, wofür die ſtattliche Summe von
1 198 814 Maark aufgewandt wurde. — Verlegung der
Haupt=
wache? Wie die „Frankfurter Zeitung” erfährt, befaßt man ſich
gegenwärtig ernſtlich mit dem Gedanken, die Hauptwache, die
bekannt=
lich den Brennpunkt des Verkehrs in Frankfurt bilder, um einige Meter
nach dem Schillerdenkmal hin zu verſchieben oder gar zu verlegen. Eine
Entſcheidung iſt noch nicht getroffen, immerhin iſt die Frage in das
Stadium akuter Erörterung getreten. Da die Hauptwache jedoch unter
Denkmalsſchutz ſteht, kann die in Frage kommende Behörde das
Pro=
blem nicht allein entſcheiden. — Cröffnung der Frankfurter
Polizeiſchau. Die Frankfurter Polizeiſchau wurde im
Sitzungs=
ſaale des Polizeipräſidiums in Gegenwart von Vertretern der Reichs=,
Staats= und Kommunalbehörden, der Spitzen der Geſellſchaft,
Vertre=
tern der Preſſe uſw. durch eine kurze akademiſche Feier ihrer
Beſtim=
mung übergeben. Polizeipräſident Zimmermann wies in einer
An=
ſprache darauf hin, daß die Frankfurter Ausſtellung nicht nur eine
Kopie des in Berlin Geſehenen ſein ſolle, ſondern weſentlich ergänzt
und bereichert ſei. Er wies auf die ſchweren Aufgaben, die der Polizei
und ihren Organen obliegen, hin und betonte in eindringlichen Worten
die Notwendigkeit eines Zuſammenwirkens zwiſchen Polizei, Preſſe
und Publikum. Er ſchloß mit den Worten, daß die Ausſtellung
ſicher=
lich dazu beitragen werde, weiteſten Volkskreiſen Verſtändnis für die
Arbeit der Polizei beizubringen. Nachdem der Polizeipräſident dann
die Ausſtellung für eröffnet erklärt hatte, wurde der übliche Rundgang
angetreten. Die Ausſtellung iſt in den eigenen Räumen des
Polizei=
präſidiums untergebracht und jedermann gegen ein ſehr mäßiges
Ein=
trittsgeld zugänglich.
Raubmord.
Hamburg. Montag früh wurde der Kaufmann Haemacher auf
dem Fußboden liegend tot aufgefunden. Er iſt durch Schläge auf den
Kopf betäubt und mit Kiſſen erſtickt worden. Wertvolle Ringe des
Ermordeten ſind verſchwunden. Der Mörder ließ einzelne
Bekleidungs=
ſtücke am Tatort zurück.
Kircheneinſturz.
Paris. Wie dem „Matin” aus Toulouſe gemeldet wird, iſt die
vor etwa vierzig Jahren erbaute Bartholomäuskirche in
Marmande am Sonntag plötzlich eingeſtürzt.
Exploſionsunglück.
Quebec. Bei einer Keſſelexploſion in Doucets wurden fünf
Perſonen getötet.
Der Bergrutſch bei Nizza.
Ein von den herabgeſtürzten Felsmaſſen ſchwer beſchädigtes
Haus in Roquebilliere.
Brand eines Dampfers.
Colombo. An Bord des engliſchen Dampfers „Ayrſhire” brach
ein Brand aus. Auf ſeine Hilferufe eilte ein Dampfer herbei und
ver=
ſuchte vergebens den Brand zu löſchen. Paſſagiere und Mannſchaft
wurden unverſehrt von dem Dampfer und darauf von einer engliſchen
Korvette übernommen. Die „Ayrſhire” iſt geſunken.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Geſamtauflage liegt ein Proſpekt des
Wirt=
ſchafts= und Ordnungsblocks bei.
2227
Der Charleſton=Tanz wird neurdings vielfach verboten,
ſveil er unäſthetiſch wirkt. Dieſes Verbot erſcheint überflüſſig, da
nie=
mand zum Zuſchauen gezwungen iſt. Leider gibt es nicht minder
unſchöne Eindrücke auf anderem Gebiet, denen wir uns nicht ſo leicht
entziehen können, wie z. B. häßliche, ungepflegte Zähne und ein übler
Mundgeruch. Von ihnen können wir nur endgültig befreit werden,
wenn alle dem Gebot guter Lebensart folgen und durch regelmäßige
Mundpflege mit Odol ſich einen reinen ſympathiſchen Mundhauch
verſchaffen.
Nodelbahn in der Ludwigsſtraße. Die Firma Gebrüder
Unger, Ludwigsſtraße 9—11, hat in einem der fünf Schaufenſter eine
reizende Weihnachtsdekoration ausgeſtellt, welche bei groß und klein
Bewunderung und Freude erregt. In der Auslage befindet ſich eine
Auswahl zu Winterſport und Geſchenken willkommene Gegenſtände,
während eine frohe Nodlerſchar am Fuße der in Winterpracht
glänzen=
den Harzlandſchaft dem Rodelſport huldigt.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 30. Nov. 3.30: Stunde der Jugend. Aus Sage und
Leben der Griechen und Römer, von Studiendir. Dr. Majer=
Leon=
hard: „Sagen Trojas” (für Kinder vom 10. Jahre ab). O 4.30:
Hausorch. G. Donizetti (geb. 29. November 1797). Ouv. „
Favo=
ritin” — Fant a. „Liebestrank” — Ouv. „Regimentstochter”
— Fant. a. „Lucrezia Borgia”. — Kavatine a. „Die Kreuzritter”,
— 6. Fant. a. „Lucia von Lammermoor” O. 5.45: Leſeſtunde:
Aus dem Roman Die Buddenbrooks” von Thomas Mann.
O 6.15: Uebertr. Caſſel. O 6.45: Geſundheitspflege im Herbſt”,
von Prof. Dr. Hanauer. S 7.15: „Altdeutſche Tafelmalerei”, von
Dr. Götz. O 7.45: Beamtenfortbildungskurſus: „Gründe des
deut=
deutſchen Strafrechts”, von Dr. Aſchaffenburg. O 8.15: „Robert
und Bertram”, Poſſe von G. Raeder. Anſchl.: „Jazz=Tanz=Konzert”,
Stuttgart.
Dienstag, 30. Nov. 3.50: Bücher. O 4.15: Konzert. O 6.15:
W. Steinhilber: Technik und Weſen des Holzſchnitts. O 6.45:
Morſekurs. O 7.15: Von deutſcher Arbeit in Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft in Olmütz. O 7.45: Nachrichten des
Oberdeutſchen Funkverb. O 8: „Schlaft wohl, Herr Nachbar”
komiſche Oper in einem Akt von Ferdinand Poiſe. Perſ.: Paul
Meiſter, junger Kunſttiſchler: H. Hofele; Charlotte, eine junge
Modiſtin: Maria Fiechtl. Zeit: Biedermeier. Ort: Eine große
Stadt. — „Heimkehr aus der Fremde‟. Liederſpiel in einem
Akt. Muſit von Mendelsſohn=Bartholdy. Perſ.: Der Schulz:
H. Hofele; ſeine Frau: Alice Nick; Liſaeth: Maria Fiechtl;
Hermann: H. Moſtert; Kauz, ein Krämer: H. Conzelmann;
Martin, der Nachtwächter: G. Ott. Der Schauplaßz iſt ein Dorf,
vorne zur Seite des Schulzen Haus. — Anſchl.: Dichter und
Denker. „Firduſi” (940—1020). Mitw.: Karl Köſtlin, E. Stockinger,
Hildegard v. Zedwitz Einf. von P. Enderling. „Firduſi” von
Heinrich Heine. Aus Firduſis „Schah=nameh‟.
Berlin.
Dienstag, 30. Nov. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
O 4: Stunde mit Büchern. O 4.30: Kapelle Gebr. Steiner.
Wagner: Einzug der Gäſte aus „Tannhäuſer” — Lortzing:
Ouv. „Wildſchütz” — Carena: Die Geheimniſſe der Etſch.
Tauber: Ilona=Potp. — Dvorak: Humoreske. — Freire: Eilala.
— Leoncavallo: Intermezzo aus „Bajazzo”. — Liſzt: Rhapſodie
Nr. 2. — Grieg: Norwegiſcher Brautzug. — Strauß:
Flatter=
geiſter. — Schertzinger: Marcheta. — Strauß: Ouv. „
Zigeuner=
baron.” — Moſzkowski: Serenade. — Soendſen: Prelude. —
Grieg: An den Frühling. — Macbeth: Vergißmeinnicht. — Luna:
Andaluſia. O 7.05: Dr. Mahrholz: Strömungen der modernen
Literatur. O 7.25: Dr. Erhardt: Zeitgeiſt und Oper (1. T.).
O 7.55: Dr. Luther: Wertungen des ſittlichen Erlebniſſes. O 8.30:
200 Jahre Orcheſtermuſik. „Mozart”. Soliſtin: Lotte Schöne von
der Städt. Oper (Sopran)
Stettin. 7.05: Ed. Balke: Abbau der Hausfrauenarbeit, das
beſte Weihnachtsgeſchenk. O 7.30: Dr. Asmus: Wahl und Weſen
der verſchiedenen Empfangsapparate.
Königswuſterhauſen. Dienstag, 30. Nov. 3: C. M. Alfieri,
G. v. Ey eren: Spaniſch. O 3.30: Dr. Strohmeyer: Methodik des
franz. Unterrichts auf Grund d. Richtlinien: Querverbindungen z. d.
übrigen Unterrichtsfächern. Arbeitsunterricht. O 4.30: Aus der
pädagog. Welt. O 5: Dr. Emanuel Lasker: Die moderne
Schach=
partie. O 6: Oher=Reg.=Rat Goldſchmidt: Das Recht des
Tarif=
vertrages und der Betriebsvereinbarung. O. 6.30: Dr. Ritſcher:
Lyriker der Romantik. im Liede. O 7: Reg.=Rat Dr. Krammer:
Deutſche Kulturgeſchichte des 19. Jahrhunderts. O 7.30: Dr. Fiſcher:
Bücherſtunde: Deutſche Landſchaft.
Der zerſtörende Einfluß
auf die Geſundheit, die Stimmung, die Verdauung, den Schlaf ſowie das Ausſehen
des Menſchen iſt groß Vorzeitige Alterserſcheinungen ſind die Folge, müde Haltung,
ſchlechte Laune, große Reizbarkeit und ein ſchlechtes Ausſehen.
Große und nachhaltige Erfolge haben Nervöſe mit einer
Biomalz=Nerven=Nähr= und
Auf=
friſchungsmethode mit Lecithin
erzielt. Unſer Lecithin iſt patentiert. Es hat in langen Stoffwechſelverſuchen in der
chemiſchen Abteilung des Rudolf=Virchow=Krankenhauſes ſeine Feuerprobe beſtanden.
nervöſer Beſchwerden
Es iſt wiſſenſchaftlich unanfechtbar. Es iſt reſtlos verdaulich,
wohl=
ſchmeckend und daher eine Nerven=Nahrung von denkbar größter Vollkommenheit.
Wen alſo nervöſe Beſchwerden quälen u d wer etwas Energiſches tun will, der nehme
Biomalz mit Lecithin. Man fühlt ſich verjüngt, und ein
friſcheres blühenderes Ausſehen
legt Zeugnis davon ab, in wie tiefgreifender Weiſe dieſe Nährmethode auf das Wohl=
(TV. 2718
befinden des ganzen Menſchen einwirkt
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Seite 16
Um Friderieus.
Von Prof. Dr. phil. h. c. Karl Berger.
In den erſten Oktoberwochen dieſes Jahres tagte zu Wien
der Paneuropäiſche Kongreß. In dem Verſammlungsſaal dieſer
auf Verſöhnung und Vereinigung feindſeliger Elemente
gerich=
teten Geiſter hingen die Bildniſſe von Männern, die den
pan=
europäiſchen Gedanken ſinnbildlich darſtellen ſollten; ſo neben
Kant, dem philoſophiſchen Befürworter eines Bundes freier
Völ=
ker in „ewigem Frieden”, Napoleon I., der waffengewaltige
Er=
ſtreber eines Univerſalſtagtes in ewigen Kriegen. Während
deutſche Paneuropäer, wie der Reichskanzler a. D. Wirth
und der Reichstagspräſident Loebe, unter dem Bilde dieſes
eigentümlichen Schutzpatrons ihrer Ideen ſchwungvolle
Verſöh=
nungsreden hielten, begann daheim, im lieben deutſchen
Vater=
lande, eine ſyſtematiſche Hetze gegen den angeblichen Fridericus=
Rex=Kultus. Die „Menſchheit” des berüchtigten Friedrich
Wilhelm Förſter, jenes unter franzöſiſchem Schutz (nach
Wiesbaden) geflüchtete Organ zur Zerſetzung und Schwächung
des Deutſchen Reiches, präludierte, und bald ſtimmten
Geſin=
nungsgenoſſen der Wirth und Loebe in den Haßgeſang ein.
An=
laß bot letzteren jener herrliche, nicht nur Briefmarkenſammler
erfreuende Gedenke des Reichspoſtamtes, (llerlei gangbare
Poſt=
wertzeichen mit Bildniſſen gri ßer deutſcher Männer zu verſehen:
die Zehnpfennigsmarke mit dem Bilde Friedrichs des Großen
ſollte unterdrückt, in Verruf erklärt werden. Die Preßhetze
gip=
felte ſchließlich in dem Verſuch, die ſchon in den Verkehr. gebrachte
Friderieus=Marke kraft eines Beſchluſſes des Reichspoſtrates
zurückzuziehen. Der Verſuch ſcheiterte an dem geſunden Sinn
der Mehrheit dieſer Körperſchaft, aber eine ewige Schmach wird
es bleiben, daß eine Minderheit von 5 Abgeordneten, beſtehend
aus Kommuniſten, Sozialdemokraten und Mitgliedern der
Demokratiſchen Partei, ſich zu der ehrfurchtsloſen
Herab=
ſetzung deutſcher Größe hergab. Wie dieſes abderitenhafte Beginnen
auf das Ausland wirkte, mögen ein paar Zeilen aus dem Briefe
eines Schweizers an mich bezeugen: „Deutſchland in der Welt
voran!” ſo höhnt der Briefſchreiber. „Wahrhaftig, auch ein
Rekord, wenn fünf Vertreter des deutſchen Volkes aus ſchäbigen
Parteigründen ſich zuſammenfinden, um einen der wenigen
deut=
ſchen Namen, die Weltruhm genießen, vor der Welt verächtlich
zu machen! Warum? Wozu?. Angeblich, um die Republik zu
ſchützen, um der monarchiſtiſchen Propaganda zu wehren! Andere
Völker ehren ihre großen Männer auf jegliche Weiſe; franzöſiſchen
Republikanern z. B. iſt es niemals in den Sinn gekommen, die
Form ihres Staats könne gefährdet werden, wenn ſie
Lud=
wig XIV. oder Napoleon lieben und loben. Im Gegenteil, ihr
Nationalſtolz findet durch ſolche Ehrung ſtets neue Nahrung,
und ihr Anſehen vor der Welt wächſt. Denn man ſchätzt ein Volt
nicht zuletzt nach dem Maße, wie es ſich ſelber in ſeinen großen
Männern achtet.”
Vergebens habe ich dieſen deutſchfreundlich geſinnten
Schweizer, alſo guch einen Republikaner und Demokraten, mit
Gründen aus unſerer Geſchichte zu belehren verſucht: ich wies
hin auf das Schickſal unſerer Vergangenheit, die Zerſpaltung
und Gegenſätzlichkeit des deutſchen Lebens, eine unſelige
Ent=
wicklung, die es mit ſich gebracht habe, daß unſere Geſchichte nur
wenige große Männer kenne, die man ſchlechthin deutſche
Helden nennen dürfe. Faſt alle ſeien in das Gewirr der
Gegen=
ſätze, in denen ſich unſer ſtaatliches Leben abgeſpielt habe,
der=
maßen verflochten geweſen, daß ſie meiſt nur als Vorkämpfer
eines Stammes, eines Bekenntniſſes gälten. Wenn ſich zwei
Drittel des deutſchen Volkes anſchickten, Luthers Tat zu feiern,
Dienstag, den 30. November 1926
ſo ſtünde das letzte Drittel grollend und mißtrauiſch beiſeite. In
Friedrich dem Großen erblickten nicht wenige Deutſche auch heute
noch in erſter Linie den Preußenkönig.
In der Tat, dieſe Deutſchen haben recht: Friedrich II. war,
der politiſchen Zeitlage entſprechend, ganz und gar
Preußen=
könig. Aber als ſolcher gehört er durch ſein Weſen und Wirken
trotzdem dem ganzen deutſchen Volke an, ſteht er in der Reihe
der größten Genien aller Zeiten und Völker. Doch auch unter
ſeinen Pairs iſt er eine ganz einzigartige Erſcheinung, iſt
Friedrich der Große auch Friedrich der Einzige. Die Größe
dieſes einzigartigen Heldenlebens beſteht darin, daß es unter
Verzicht auf alle Behaglichkeiten der Welt und auf den
Selbſt=
genuß einer zu geiſtigen Freuden angelegten Natur ganz
auf=
ging in einer großen Idee, in der ſelbſtloſen Opferfreudigkeit für
das größere Ganze, für ſeinen Staat und für ſein Volk. Die
Anfänge dieſes Lebens zeigen uns einen zarten, weichen Knaben,
einen zur Schöngeiſterei und Schwärmerei geneigten Jüngling.
Auf die Jahre einer harten, ja grauſamen Erziehung folgt das
ſorgenloſe Rheinsberger Idyll, neben der Erfüllung militäriſcher
und politiſcher Obliegenheiten der Pflege der Freundſchaft, des
Naturgenuſſes, aller ſchönen Kürſte, aber auch der Schulung in
unermüdlicher Geiſtesarbeit gewidmet. Zugleich legt da der
Kronprinz in ſelbſtverfaßten politiſchen Schriften die
Grund=
lagen zu ſeiner Staatslehre, die ſchließlich auf den berühmten
Satz hinausläuft: „Ein Fürſt iſt der erſte Diener ſeines Staates.”
Nur eine Fürſtenweisheit gibt es: „Sein Beſtes zu tun und
im Staat möglichſt der Vollkommenſte zu ſein.‟ Die Mitwelt
erwartet, einen Dichterkönig und Friedensfürſten auf den Thron
ſteigen zu ſehen, aber der Philoſophenjünger und Muſenfreund
macht, am 31. Mai 1740 zur Regierung berufen, mit einem Zuge
einen entſchloſſenen Strich unter die Idylle: der Träumer zeigt
ſich als Tatmenſch. Der junge König gelobt ſich, von nun an
keine anderen Götter mehr zu haben als ſein Volk und ſeine
Pflicht. Zwei große Kriege ſtehen am Anfang dieſer
Regie=
rungszeit, in ihrer Mitte der furchtbare Siebenjährige Krieg,
ein Kampf um Sein oder Nichtſein gegen eine Welt von Feinden;
dazwiſchen und danach unermüdliche Fürſorge für den Ausbau
und Wiederaufbau des hart mitgenommenen Staatsweſens, für
die Hebung des Volkes auf allen Gebieten. Friedrich hatte nicht
wur gegen eine Feindesübermacht zu kämpfen, die im Verhältnis
ebenſo beängſtigend ſtark war wie der im Weltkrieg gegen
Deutſchland aufmarſchierte Vielverband, er mußte ſich auch wie
wir gegen Greuelhetze, Lügenpropaganda und gellende
Schmäh=
ſchriften wehren: dank ſeiner Beharrlichkeit und Elaſtizität, ſeiner
kühnen Entſchlußkraft und Standhaftigkeit errang er den Sieg
ſowohl über die Feindesſcharen wie über die im Maſſenwahn
tobende öffentliche Meinung. Im Unglück größer als im Glück,
mit den Gefahren an Stärke wachſend, gewann er ſelbſt die
Sym=
pathie ſeiner Feinde. Mit Recht erklärte Napoleon I. ſpäter,
nicht das Heer habe ſieben Jahre hindurch Preußen gegen die
drei größten Mächte Europas verteidigt, ſondern Friedrich der
Große. Hatte ſich die Welt ſchon vor 1756 mit dem Preußenkönig
in Haß und Liebe, in Beifall und Mißgunſt am meiſten
beſchäf=
tigt, nun ward er, der Vielbekämpfte, oft Beſiegte, nie
Ueber=
wundene, der Mann des Jahrhunderts, von dem das Zeitalter
den Namen empfing. Im Sturm und Drang der Kriegsnöte
war der Werdende fertig geworden, der einſt ſonnige Held, das
glücklichſte aller Glückskinder, wie der junge König lachenden
Mundes ſich ſelber genannt, zum Greiſe, zum „alten Fritz”
ge=
wandelt, zum Mann im ſchlechten, knappen Rock mit den ſpitzen,
ſtrengen Zügen und den unbeirrbaren, durchdringenden Augen.
„Es iſt nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht
tue und für das Vaterland kämpfe” — dieſem Leitmotiv ſeines
Handelns während des Krieges blieb er auch im Frieden treu.
„Viyre et mourir en roi!” Harte Arbeit, Tag für Tag, lange
Nummer 332
Jahre hindurch in Krieg und Frieden, in Diplomatie,
Landes=
verwaltung und Staatswirtſchaft, im Kabinett und auf dem
Exerzierplatz, iſt von dieſem Einzigen geleiſtet worden, alles
unter perſönlicher Entſagung, nur mit Rückſicht auf den Vorteil
des Staates und das Wohl des Volkes, beſonders der niederen
Klaſſen. Aber damit war ſeiner Schaffenskraft nicht genug getan;
ſeine beſte Erholung fand Friedrich in andersgearteter
ſchrift=
ſtelleriſcher und dichteriſcher Arbeit: dreißig Bände zeugen von
dem Geiſt und dem Herzen des königlichen Schriftſtellers, über
3000 Briefe von dem Bedürfnis des Einſamen, ſein Inneres im
freundſchaftlichem Geiſtesaustauſch zu entlaſten. Zugleich ſind
alle dieſe Kundgebungen, ſei es in Vers oder Proſa, Zeugniſſe
ſeines unbedingten Wahrheitsdranges, ſeiner ſtolzen
Lebens=
anſchauung, ſeiner ſittlichen Selbſterziehung und ſeines Dranges,
auch andere zu ſtraffer Männlichkeit zu erziehen.
Gewiß, die Bildung des Königs war, dem Zuge der Zeit
entſprechend, franzöſiſch, aber ſein Weſen, wie es ſich beſonders
in ſeiner ſtreng ſittlichen Weltanſchauung ausſpricht, war
kern=
deutſch. Dem deutſchen Bereiche entquellen ſchließlich auch ſeine
in einem „tüdeslen” Franzöſiſch geſchriebenen, Schriften;
ur=
deutſch und urſprünglich, aber ſind vor allem ſeine zahlloſen
Randgloſſen und Ausſprüche, ſo daß man mit Recht geſagt hat,
es gebe keinen einzigen Deutſchen der Zeit, der ihm in der
Aus=
druckskraft ſeiner kurzen Worte mit ihrem ungeheuren Ethos, mit
ihrem Blitz des Durchdringens und ihrer Schlagkraft an die
Seite geſtellt werden könne.
Doch es kann mir hier nur auf ein paar Hinweiſe, nicht auf
eine erſchöpfende Charakteriſtik dieſer ausgeprägten Perſönlichkeit
ankommen. Sie wird noch alle kommenden Geſchlechter feſſeln,
ſo lange der Sinn für unſeren Adel und echte Größe nicht
er=
ſtorben äſt. Wir können nicht ſein wie er, aber wir können uns
bemühen — das gilt auch für Republikaner und Demokralen —
reſtlos arbeitend und ſorgend für das Ganze zu wirken. Und
dann ſollen wir nicht vergeſſen: das Einzige, was allen Deutſchen
gemeinſam geblieben iſt nach dem Zuſammenbruch, iſt das Reich,
der Grund auf dem wir ſtehen. Schon Goethe hat erklärt, daß
durch Friedrich und ſeine Taten der erſte wahre, und höhere
eigentliche Lebensgehalt in die deutſche Poeſie gekommen iſt.
Da=
durch hat der große König auch belebend auf das deutſche
Natio=
nalgefühl wie auf das Entſtehen eines preußiſchen
Selbſtbewußt=
ſeins eingewirkt. „La gloire de Frédérie II.”, ſagt der Franzoſe
Bourgeois über den Sieger von Roßbach, „fut le ferment de 1a
nationalité allemande." „Der Kriegsruhm Friedrichs II. hat
die deutſche Nationalität zuſammengeſchweißt.” Wie aber aus
der von Friedrich dem Großen vollendeten preußiſchen Großmacht
in Verbindung mit dem durch die Freiheitskriege neu belebten
Nationalgefühl allmählich der deutſche Nationalſtaat geworden
iſt, braucht hier nur angedeutet zu werden. Wenn alſo
jene fünf Herren vom Reichspoſtrat keine Luſt verſpüren
ſollten zu der „Himmelfahrt” die nach dem Amerikaner
Emerſon in der liebenden Hinwendung zu großen
Men=
ſchen beſchloſſen liegt, ſo ſollten ſie doch bedenken, daß einem
Volke in Not der Aufblick zu den großen Männern der
Vergan=
genheit ſo notwendig iſt wie das tägliche Brot, denn ſie ſind,
wieder nach Emerſon, „unſere Erlöſer von den Irrtümern der
Gemeinſchaft ſie beſchützen uns gegen unſere Zeitgenoſſen, ſie
ſind die Ausnahmen, deren wir bedürfen, in dieſer Zeit der
Gleichmacherei”.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrſchten: Mar Streeſe; ſür Sport: Dr. Eugen Buhimann;
ſür den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für den Jnſeratenteil: Willy Kuhlei
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Nummer 332
Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck rerboten)
„Wundervoll” erklärte Sylvaine Brénard hingeriſſen
mnind neſtelte ſich ſchmeichleriſch wieder an die Schulter ihres
Ge=
ſiebten „Wie herrlich du es im Leben immer fertig bringſt,
ſoie Menſchen deinem Willen gefügig zu machen! Und welch
ge=
wagten Bluff du hier wieder einmal aufziehſt! Oh James —
es iſt ſo wahnſinnig nervenpeitſchend, deine großen Coups mit
ſoir zuſammen zu arbeiten! Vier Jahre bin ich nun ſchon deine
Wertraute; und jedesmal erregt es mich von neuem. Das iſt
iganz großer Sport, mit dem ſich kein anderer vergleichen läßt.
Oft draußen auf dem Marsfelde, wenn ich die Fallſchirmſpringer
ehe oder die Flieger, wie ſie in der Luft ihre halsbrecheriſchen
Saltos ſchlagen — oft dann muß ich an uns beide denken.”
Er lächelte ihr blaſiert in die fiebernden Augen hinein.
„Du haſt recht — ſo ähnlich iſt es ſchon mit unſerem Leben.
Trotzdem wird es allmählich Zeit, daß wir zur Ruhe kommen.
Denn auch unſere Nerven könnten einmal
Unvermittelt brach er ab; grübelte; ließ die ſchweren
Augen=
ider zuſammenſinken.
„Vorhin ſagteſt du: der Termin eurer Hochzeit ſei in drei
Wochen. Das wäre alſo der zehnte Juli. Infam kurze Zeit,
won der ich keine Stunde mehr verlieren darf . . . Hm . . .
DDemnach muß ich bis zum fünften Juli in Berlin meinen großen
Finanziellen Schlag getan haben. Am ſiebenten Juli liefere ich
wieſem Eſel von Jacquault hier in Paris ſeine ſehnſüchtig
er=
rovarteten geſamten Dokumente ab und löſe vierundzwanzig
Stunden ſpäter ſeinen Scheck über die ausbedungene Million
FFranes ein. Wenn er dann am neunten in der Kammer die
Schriftſtücke auf der Rednertribüne ausbreitet und mit ſeinen
ſſſenſationellen politiſchen Enthüllungen die grande nation retten
ſhvill — wird er einen Heiterkeitserfolg erzielen, der in der
Ge=
ſchichte des Palais Bourbon einzig daſteht. Und er hat ſich
Avon dieſem Kummer über Nacht etwas erholt und will dich am
rnächſten Tage zur Trauung in die „Trinité” abholen — dann
ſitzen wir auf unſerm Ozeanſteamer gerade beim Frühſtück und
twerden meiner Schätzung nach etwa auf der Höhe von
Ma=
deira ſein.”
Jetzt aber litt es die grande demimondaine des „Abbaye‟
nicht länger in dem kleinen Sofa. Sie ſprang auf und reckte
ihren prachtvoll gewachſenen Körper, daß ſich die kniſternde
Seide über der blühenden Briſt zum Zerreißen ſpannte.
„Oh James” . . . lachte ſie enthuſiasmiert, ausgelaſſen,
zit=
ternd vor Lebensluſt . . ." „was biſt du unvergleichlich! Pah —
und welche Strohköpfe ſind all die anderen Männer, daß ſie ſich
Dienstag, den 30. November 1926
im Finiſh von dir immer mit ungezählten Längen ſchlagen laſſen!
Kann eine Frau es überhaupt fertig bekommen, dich nicht zu
lieben?“
„Es ſoll ſchon einige geben, die es wirklich fertig bekommen”
ſogte er mit ſelbſtsefälliger Beſcheidenheit, während er ſich
gleichfalls erhob . . ." „aber du gehörſt beſtimmt nicht dazu. Du
biſt mit mir immer durch dick und dünn gegangen. Jetzt wirſt
du deinen Lohn dafür erhalten. Denn das Geld, was wir
dies=
mal von Europa mitnehmen, genügt auf Jahre hinaus, um
ir=
gendwo in der Welt ruhig und ungeſtört zu leben.”
Er ſpähte zum Tanzſaal hinüber und zog ſeine Uhr, deren
Deckel er aufſpringen ließ.
„Es geht auf zwölf. In einer Viertelſtunde ſetzt der Strom
der Theaterbeſucher ein; dann ſindet man hier keinen freien
Tiſch mehr. Alſo wollen wir ihn uns jetzt ſichern und vernünftig
zu Nacht eſſen. Es iſt ſowieſo der einzige Abend, den ich dir
diesmal zur Verfügung ſtellen kann. Morgen mit dem
Nacht=
expreß muß ich nach Berlin zurück. Erſtens iſt die Sitation
dort jetzt nicht danach angetan, ſie ſich ſelbſt zu überlaſſen.
Außer=
dem aber muß ich der Gefahr vorbeugen, noch im letzten
Mo=
ment das Opfer unglücklicher Zufälle zu werden, die ſchließlich
immer eintreten können, wenn man nicht jederzeit
gewapp=
net iſt.”
Und als ſie Minuten ſpäter in einer koſigen kleinen Loge
ſaßen und die Sektkelche mit dem leis perlenden Irroy
gegen=
einander hoben, ergänzte er in plötzlicher Eingebung:
„Uebrigens — wenn dich der Jacquault morgen vormittag
wieder in deiner Wohnung anruft, um ſich nach deinem
verehr=
ten Befinden zu erkundigen — dann unterrichte ihn bitte davon,
daß ich für einen Tag in Paris eingetroffen ſei und ihn gegen
mittag in der Deputiertenkammer aufſuchen werde. Dieſe
per=
ſönliche Begegnung dürfte ſeinen politiſchen Optimismus gleich
wieder zu ſchwindelhaften Dimenſionen ſteigern. Was um ſo
angebrachter wäre, als es ja nun nachgerade Zeit wird, daß er
die Million Franes flüſſig macht.”
Seine Prophezeiung erfüllte ſich reſtlos.
Denn als der Abgeordnete Pierre Jacquault am Nachmittag
des nächſten Tages weben Sylvaine Brénard über den Boulevard
Seite 72
des Capucines ſchlenderte, da befand er ſich in derart freudig
gehobener Stimmung, daß er entgegen aller ſonſtigen
Gepflogen=
heit den langen ſchwarzen Ueberrock, den er ungeachtet der
ſom=
merlichen Witterung unbeirrbar trug, weit offen ſtehen ließ und
ſein ſchmalkrempiges Filzhütchen keck aus der kahlen Stirn ſchob.
„Ihr Vetter” ... dozierte er mit erhobenem Zeigefinger
der unbehandſchuhten Rechten . . . „Ihr Vetter, teuerſte
Eyl=
vaine, hat mir heute in den Couloirs des Palais Bourbon eine
wahrhaft erhebende Stunde vertraulichſter ſtaatsmänniſcher
In=
ſtruktionen geſchenkt. Tief beklagenswert, daß der politiſche und
diplomatiſche Dienſt ihn ſo gar nicht zu locken vermag! Denn er
wäre für jede Regierung und jedes Kabinett ein ungemein
wertvoller Vertrauensmann. Bei ſeiner geradezu verblüffenden
Kenntnis der internſten Verhältniſſe unſerer deutſchen Nachbarn;
bei ſeiner eminent ſtrengen Rechtlichkeit und ſeinen mehr als
ſpartaniſchen Ehrbegriffen. Ein imponierend kluger, klarer und
ſachlicher Kopf! Und dabei auch in ſeinem Privatleben ein
Menſch von hohen moraliſchen Qualitäten, dem ſogar Sie, gerade
Sie ſelbſt, ſoviel Dank ſchulden, daß Sie ihn nur ſchwer werden
abtragen können.”
„Ich?” ſragte ſie mit großen Augen.
„Jawohl!” . . . beſtätigte er und muſterte mit dem
wohl=
wollenden Gönnerblick des baldigen Beſitzers das raſſige
Ge=
ſchöpf an ſeiner Seite . . „Ihr Vetter erzählte mir nämlich:
daß Sie ſchon als halbes Kind verwaiſt ſeien; daß Sie auf
ſeine Verwendung hin im Kloſter der „Schweſtern vom Heiligen
Herzen” erzogen wurden, aus dem Sie erſt vor wenigen Monaten
— kurz, bevor ich das Glück hatte, Sie beide kennen zu lernen
— in die große Welt zurückkehrten; und daß er auch ſeitdem
jeden Ihrer Schritt behütet habe. Wahrhaft alſo wie ein Vatir
hat er an Ihnen gehandelt.”
Sylvaine Brénard nahm dieſe Fülle überwältigender
Neuig=
keiten mit ſchweigender Verblüffung hin, die der Abgeordnete
Jacquault für mädchenhaft ſcheue Ergriffenheit hielt.
Demgemäß trat er denn auch hochbefriedigt zu einer der
„Blumenverkäuferinnen, die unabläſſig ihr eintönig ſchrilles
„Eleurissez-vous, mes dames!” ſchrien; erſtand hier eine
Hand=
voll Roſen; überreichte ſie ſeiner Verlobten mit gemeſſenem
Ernſt und wiederholte eindringlich:
„Ja — Sie ſchulden Herrn Doktor Trawonn unendlich viel
Dank. Aber ich meine: die größte Genugtuung für den edlen
Eifer, den er an Ihre Erziehung und Charakterentwicklung
wandte, wird er darin finden, daß Sie eben das wurden,
was Sie heute ſind: ſeiner und meiner würdig! Und ich bin
auch in dieſer Hinſicht Patriot genug, um aus tiefſter
Ueber=
zeugung zu behaupten: Nur Frankreich, einzig und allein nur
die grande nation vermag es, Frauen hervorzubringen von dem
moraliſchen und ethiſchen Niveau einer Sylvaine Brénard!!“
(Fortſetzung folgt.)
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Nr. 3
NOVEMBER
1926
Warum
muß der gegenwärtige Landtag
ſchon jetzt verſchwinden
Es wird dem Heſſiſchen Wirtſchafts= und
Ord=
nungsblock, der die Auflöſung des gegenwärtigen
und die Wahl eines neuen Landtages betreibt, der
Vorwurf gemacht, daß die vorzeitige Wahl eines
neuen Landtages praktiſch keinerlei Bedeutung habe.
Ob der neue Landtag im Januar 1927
oder im November 1927, bis zu welcher Zeit der
gegenwärtige Landtag eines natürlichen Todes
ſterbe, gewählt werde, ſei politiſch gleichgültig. Auf
zehn Monate früher oder ſpäter komme es hier
wahrhaftig nicht an. Wenn die Rechtsparteien eine
frühere Wahl erzwingen wollten, ſo fließe dieſes
Beſtreben aus ihrem Agitationsbedürfnis und ihrer
Rechthaberei.
Dieſe Gedankengänge ſind ſelbſtredend
voll=
von einer kindlichen Einfalt. Ebenſo verhält es ſich
mit der Behauptung, der im Januar gewählte
Land=
tag werde im November 1927 zu Ende gehen,
während er nach der heſſiſchen Verfaſſung
ſelbſt=
redend
auf drei Jahre gewählt
iſt. Angeſichts der weiten Verbreitung dieſer ver=
Lage in Heſſen ſcheint es uns notwendig zu ſein, kurz beſtimmter Richtung aus, zumal er den
zahlen=
die Gründe darzulegen, die für eine
ſofortige Neuwahl
des heſſiſchen Landtages ſprechen und dabei zu nanzpolitik. Von dem Leiter der heſſiſchen
Finanz=
zeigen, welche Bedeutung gerade jenen zehn politik eine Senkung der Ausgaben oder nur ihre
Monaten zukommen kann, um die die Neuwahl des
Landtages vorgerückt werden ſoll.
Beratung und
Verabſchie dung
des Staatsvoranſchlages.
Der Staatsvoranſchlag wird für die Zeit vom1. April den ſollen.
jedes Jahres bis zum 31. März des folgenden Jahres
(Rechnungsjahr) aufgeſtellt. Indem der Landtag trachtung über die
dieſenVoranſchlag verabſchiedet, ſetzt er nicht nur die
Ausgaben für das nächſte Rechnungsjahr, ſondern
Feſtſtellung läßt ſich die
ungeheure Bedeutung
eines früheren oder ſpäteren Wahltermins für die
Neuwahl des heſſiſchen Landtages ableſen.
den Staatsvoranſchlag für das Jahr 1927/28, oder
mit anderen Worten: beſtimmt der alte oder der
neue Landtag die Ausgaben des heſſiſchen Staates
und
die Höhe der Beſteuerung
des heſſiſchen Volkes für das nächſte
Rechnungs=
jahr? Unter dem Geſichtspunkt dieſer Frageſtellung fordert gebieteriſch, daß möglichſt raſch neugewählt
dürfte jedem klarzumachen ſein, daß die Vor= oder
Rückverlegung des Wahltermins von
ausſchlag=
gebender Wirkung auf die Geſtaltung der
finan=
ziellen und politiſchen Verhältniſſe in Heſſen iſt,
zu=
mal wenn man bedenkt, daß ſich Heſſen zur Zeit trotz aller Redſeligkeit der letzten Tage in letzter
und bei der Verabſchiedung des kommenden
Staats=
voranſchlages in einer höchſt kritiſchen Lage befindet,
in der ſich ſein Schickſal nach der einen oder nach der
anderen Seite hin wenden kann, je nachdem die „Beſchäftsaufſicht” des Reiches
Landtagsmehrheit und damit die Regierung zuſam= über unſer Heſſenland, Aufgabe unſerer
national=
mengeſetzt iſt.
Was zunächſt
die Ausgaben
des heſſiſchen Staates betrifft, ſo iſt von dieſem
Landtag und von dieſer Regierung eine weſentliche
Verminderung nicht zu erwarten. So wird auch
der nächſtjährige Staatsvoranſchlag,
wenn ihn der Herr Finanzminiſter Henrich vorlegt,
unter keinen Umſtänden eine
Ausgabenverminde=
rung aufweiſen, ſchon deshalb nicht, weil von dieſer
Seite ncht mit einer die Dinge einmal von einem
höheren Standpunkt betrachtenden und einer in die
Tiefe greifenden Behandlung finanzieller Fragen
die Rede ſein kann. Im Gegenteil, nach den
Er=
fahrungen der Vorjahre und nach dem inneren
ſtändig unzutreffend, ja ſie ſind praktiſch geradezu trotz der gegenteiligen Verſicherungen des Herrn Dingen im weſentlichen die Steuereingänge aus
Finanzminiſters unter ſeiner Führung mit einer
weſentlichen Steigerung
der Staatsausgaben in Heſſen zu rechnen.
Der Herr Finanzminiſter kann nicht aus ſeiner
Haut und ein einmal angelegter Staatsvoranſchlag
wirkt ſich geſetzmäßig wie ein organiſches Gebilde
kehrten Beurteilung der politiſchen und finanziellen in gleicher, in ſeinen Fundamenten angelegter und ſcheidend bleibt aber in der ganzen Frage der
Auf=
mäßigen Ausdruck des tatſächlichen Aufbaues unſerer Höhe des Defizits auch bei den Erwägungen des
Staatseinrichtungen der Nachkriegszeit darſtellt. Herrn Finanzminiſters die Reichshilfe‟. Er ſieht
„Wunder” geſchehen nicht auf dem Gebiete der Fi= mit „geminderter Sorge” der Aufſtellung desStaats=
Stabiliſierung zu verlangen, wäre nach den
Erfah=
rungen der letzten Jahre und den Bindungen, denen
Die vornehmſte und zugleich auch die wichtigſte der Herr Finanzminiſter nun einmal unterliegt, das
Aufgabe des heſſiſchen Landtages beſteht in der Ergebnis eines ſtarken Wunderglaubens. Der Land= auch für Heſſen ſehr günſtig iſt, die feſte Uberzeugung,
tag muß alſo aufgelöſt werden, wenn der
Staatsbedarf und die Staatsausgaben im nächſten
Rechnungsjahr auf ihrer derzeitigen Höhe gehal= Fehlbetrag von 25 bis 30 Millionen
Möglichkeit einer Steuerſenkung
auch die Einnahmen des Staates, d. h. die Höhe der in Heſſen. Unter dem Regime des derzeitigen Einnahme ſtellt. Ob wir dieſen Betrag aber
wirk=
von den Steuerzahlern in dieſem Jahre zu entrich= Finanzminiſters iſt im nächſten Rechnungsjahre lich vom Reich erhalten, iſt vollſtändig unſicher.
tenden Landesſteuern feſt. Aus dieſer einfachen nicht mit einer Verminderung der drückenden Man ſieht alſo, auf welch ſchwachen Füßen die
Landesſteuern und der ſonſtigen Gefälle und Ab= ganze Finanzpolitik des Herrn Finanzminiſters
gaben an den Staat in Heſſen zu rechnen. Auch ſteht und wie bedeutungsvoll gerade die Geſtaltung
hier iſt eher eine Steigerung als eine Feſthaltung des Voranſchlages für 1927 für das Heſſenland iſt.
auf der derzeitigen Linie zu erwarten. Wer die
Staatsausgaben nicht zu ſenken vermag, kann auch
Es handelt ſich dabei kurz um die Frage;Verab= die Staatseinnahmen, d.h. im weſentlichen die
ſchiedet der gegenwartige oder ein neuer Landtag Steuern nicht vermindern. Eine Senkung der wie ſie kein deutſches Land kennt. Die Kriſe führt
Landesſtenern iſt aber
unbedingt notwendig,
wenn die heſſiſche Wirtſchaft nicht
zuſammen=
brechen ſoll.
Auch die Finanzlage des heſſiſchen Staates
wird. Bleibt dieſer Landtag noch ſolange am Leben, am 3. Dezember Heimgeſchickt werden.
daß er den kommenden Staatsvoranſchlag
verab=
ſchiedet, ſo werden die Dinge in Heſſen ſich ſehr
finſter geſtalten. Der Herr Finanzminiſter weiß
Linie nur ein Rettungsmittel: Reichshilfe, d. h.
wie er die Angelegenheit aufgezogen hat,
heſſiſchen Unabhängigkeit, Verluſt weſentlicher
ein=
zelſtaatlicher Rechte Heſſens gegenüber Berlin.
Wer in dem Augenblick, wo er als Finanz= und
Staatsmann
am Ende ſeines Lateins
ſteht und nicht mehr weiter kann, den ihm
anver=
trauten Staat aufgeben oder nur i ſeiner
Unab=
hängigkeit ſchmälern will, hat wirklich ausgeſpielt.
Die Frage, wie hoch ſich unſer Defizit im
kom=
menden Jahre geſtaltet, ſteht ebenfalls entſcheidend
zur Debatte, wenn der Wahltermin zur Neuwahl
erörtert wird. Zwar hat ſich die Angſt und die Sorge
des Herrn Finanzminiſters um die Geſtaltung des
heſſiſchen Voranſchlages in den letzten Wochen etwas
gelegt, nachdem das Reich ſich bereit erklärt hat,
vom 1. April 1927 ab die Ausgaben für die Erwerbs=
Aufbau des heſſiſchen Staatsvoranſchlages iſt loſenunterſtützung zu übernehmen und vor allen
Reichsſteuerüberweiſungen für das Jahr 1927 in der
Höhe des diesjährigen Betrages zu garantieren.
Aber mit dieſer Hilfe wird keineswegs die
Finanz=
lage Heſſens dauernd gebeſſert. Sie geſtattet
höch=
ſtens das beliebte
„Fortwurſteln”
auf ein Jahr, bis dann das dicke Ende kommt.
Ent=
ſtellung des nächſtjährigen Voranſchlages und der
voranſchlages entgegen, weil er jedes Defizit, und
wenn es noch ſo hoch iſt, mit einem Zuſchuß des
Reichs denkt ausgleichen zu können.
Wir haben trotz der Neuregelung der
Finanz=
ausgleichsfrage mit dem Reich, die bekanntlich
daß wir nach wie vor in Heſſen mit einem
ten, erſt recht aber, wenn ſie herabgedrückt wer= im nächſten Voranſchlag zu rechnen haben, und daß
der Herr Finanzminiſter, wenn er davon ſpricht,
Zu dem nämlichen Ergebnis führt uns die Be= einen Voranſchlag mit keinem oder nur einem
ge=
ringen Fehlbetrag für 1927 vorzulegen, dieſe
Ver=
ſprechung nur dann halten kann, wenn er den
Fehl=
betrag als Reichshilfe ganz oder größtenteils in
Wir ſtehen in Heſſen inmitten einer
Finanzkriſe
1927 zu einer Wendung. Gelingt es nicht, den
heſſiſchen Landtag im Januar neuzuwählen, ſo
haben wir wahrſcheinlich bis zum November 1927
endgültig verſpielt.
Darum muß der Landtag
Geite 2
Der Heſſenfreund
Nr. 3/1926
Eine mißglückte Berichtigung.
Zu unſeren wichtigen Ausführungen über die
Grund= und Gewerbeſteuern nimmt der
Finanzminiſter im Regierungsorgan Stellung
und bezeichnet ſie als „Haltloſe Konſtruktionen ohne
jegliche Begründung”. Anſtatt aber zu ſagen: „Ich
denke nicht daran, den Gemeinden die Nealſteuern
zu nehmen” ſchreibt er ſchüchtern: „daß im
Voran=
ſchlag 1927 nicht das Geringſte enthalten ſein wird,
was dieſe Behauptung rechtfertigt. Es bleibt noch
alles beim Alten.” Wir überlaſſen dem unbefangenen
Leſer, das Urteil, was von einem derartigen
„Dementi” zu halten iſt.
Wir hatten behauptet, in der unveröffentlichten
Denhſchrift des Finanzminiſters
zur Verwaltungsreform werde propagiert: Die
Aufhebung der Kreiſe als unterer
Selbſtver=
waltungskörper. Unterer
Selbſtverwaltungs=
körper ſollte die Provinz werden, an ihre
Spitze ein gewählter Vorſitzender —alias ein
politiſcher — treten; die Kreiſe ſollten ihrer
Zahl nach erheblich vermindert, reine
Be=
hörden der Staatsverwaltung werden.
Was ſagt der Finanzminiſter dazu?
Er will — wir zitieren wörtlich —: „
Umgeſtal=
tung der Provinzen zu reinen
Selbſtvertvaltungs=
körpern; die Kreisämter bleiben die einzigen
Lokalbehörden der Staatsverwaltung. Scheiden die
größeren Städte aus dem Kreisverband aus, dann
kann die Zahl derletzteren vermindert werden.”
Der Finanzminiſter gibt alſo zu erſtens daß
die Kreiſe Lokalverwaltungen der Staatsverwaltung
werden, als Selbſtverwaltungskörper alſonicht mehr
weiter beſtehen ſollen.
Zweit ens, daß die Zahlder Kreiſe vermindert
werden kann.
Drittens, daß die Provinz — und da die Kreiſe
als Selbſtverwaltungskörper ausſcheiden ſollen —
kleiner und auch unterſter Selbſtverwaltungskörper
werden ſollen.
Der Finanzminiſter beſtreitet nicht,
daß an die Spitze des Selbſtverwaltungskörpers
„Provinz” ein Politikus treten ſoll. Das iſt des
Pudels Kern. Wie der Finanzminiſter bei dieſem
klaren Tatbeſtandnochden Verſuch einer Berichtigung
unternehmen kann, das bleibt ſein Geheimnis.
Das heſſiſche Bolk hat ein Recht darauf.
zu verlangen, daß der Schleier, der über dem
geheimnisvollen Programm
ſchwebt, gelüftet wird. Der Finanzminiſter ſcheut
ſich, das Volk zu unterrichten, denn
man fürchtet
die Abſtimmung am 5. Dezember.
Deshalb verſteckt man ſich noch hinter den
fadenſcheinigen Vorwand, die Geſamtregierung
hätte noch keine Zeit zur Stellungnahme gehabt!!
Nun, wenn man wollte, hätte man in 12 Monaten
reichlich Zeit
dazu finden können, aber man wollte nicht.
Die Antwort auf ein derartiges
Ver=
halten kann nur lauten:
Hinweg mit dieſem Landtag!
Minanzmintſter in Not”
Der Finanzminiſter greift in ſeiner
Verlegen=
heit bereits zum bedauerlichen Mittel, ſeine Gegner
zu beſchimpfen. „Unwahrheiten” Entſtellungen”,
„bewußte Unwahrheiten” uſw. das iſt eine
Blütenleſe von Ausdrücken
aus der letzten Erwiderung des Finanzminiſters.
Was bringt der Finanzminiſter an neuen
Tat=
ſachen?
Antwort: Nichts.
Er wiederholt willkürliche Zuſammenſtellungen
von Zahlen, die das Bild verdunkeln und nichts
aufklären.
1. Daß die Ziffern der Staatsausgaben von
76 Millionen im Jahre 1914 auf 126 Millionen im
Jahre 1926 geſtiegen ſind, macht dem Finanzminiſter
keine Sorge.
die Kaſſen leer
und ausgekratzt, die Steuerzahler bis zur
Un=
möglichkeit herangezogen ſind und der Staat
alſo, wenn er nicht zuſammenbrechen will,
ſeinen Apparat vereinfachen muß.
Wer allerdings
Parteiwirtſchaft
undparteipolitiſche Perſonalpolitik für wichtiger hält,
als dieſe Aufgabe, hat ſich als unfähig zur Führung
einer wahrhaft ſtaatsmänniſchen Finanzpolitik
erwieſen.
Und dies iſt das Urteil, welches das Volk am
5. Dezember über die Finanzpolitik der
Links=
parteien fällen wird.
3. Wegen der Beſoldungstarife der Beamten
iſtvom Wirtſchafts= und Ordnungsblock bis jetzt
kein Wort
Er findet das ganz in der Ordnung. Er findet es
wohl auch in der Ordnung, daß man aus einem
reichen, glücklichen, blühenden Lande im Jahre 1914
rund 26 Millionen Steuern und aus einem
ver=
armten, niedergebrochenen Volke im Jahre 1926
rund 80 Millionen Steuern
für Reich und Staat herausholt. Auch das macht dem
Finanzminiſter keine Sorge. Er findet das ganz
in der Ordnung.
Die Weisheit dieſer Finanzpolitik erſchöpft ſich
alſo in zwei Sätzen: Das verarmte Volk braucht
einen Staatsapparat, der
doppelt ſo viel koſtei,
wie der des früher reichen Volkes.
Das verarmte Volk ſoll dreimal ſoviel Steuern
zahlen wie das früher reiche Volk.
Jeder Kommentar iſt dazu überflüſſig.
2. Daß im Jahre 1927 ein Fehlbetrag von über
30 Millionen Mark zu decken ſein werde, hat
der Finanzminiſter ſelbſt
in ſeiner Denkſchrift vom 22. Oktober 1926
behaup=
tet. Dieſe Behauptung war ihm damals bequem,
weil er mit ihr beweiſen wollte, daß alle Sparpolitik
ja doch Unſinn ſei und ein ſolches Defizit nicht
decken könne.
Der Wirtſchafts= und Ordnungsblock hat nun
mit dieſer Behauptung des Finanzminiſters vom
22. Oktober 1926 ernſt gemacht, aber das wurde
dem Finanzminiſter nun wieder
unbequem
Infolgedeſſen ſoll jetzt auf einmal nur noch ein
kleines Defizit übrig bleiben, weil alles übrige vom
Reich geſchenkt wird.
Wir wollens abwarten und dann ſehen, ob
der Finanzminiſter vom Oktober oder der
Finanz=
miniſter vom November Recht behält.
Wie es aber auch kommen möge, das ändert
nichts daran, daß
gegen den Finanzminiſter gerichtet worden. Die
Verdächtigungen gegen den Wirtſchafts= und
Ord=
nungsblock ſind lediglich dazu beſtimmt, die
Staats=
beamten gegen den Block aufzuhetzen. Wir
wieder=
holen:
Nicht der Block,
ſondern die Linksparieien
wollen den Beamten ihre Rechte nehmen und das
Beamtenverhältnis in ein kündbares
Angeſtellten=
verhältnis umwandeln. (Siehe Abgeordneter Kaul
namens der Sozialdemokratie im Landtag.)
Nicht der Block, ſondern
ein Sozialdemokrat
hat die Kürzung derBeamtengehälter für die Deckung
es Defizits in Erwägung gezogen.
4. Warum erzählt uns der Finanzminiſter
allev=
hand Einzelziffern, die nicht nachprüfbar ſind über
die Geſamtſteuerbelaſtung durch Reichs= und
Landes=
ſteuer? 2 Weil er nicht bei der Frage der
Landes=
ſteuern bleiben will, für die
er allein
die Verantwortung trägt.
Seine eigne Denkſchrift hat aber dem heſſiſchen
Volke bewieſen, daß die Landesſteuern
in Heſſen 28 Mark,
in Preußen 18 Mark, in Bayern 19 Mark uſw. pro
Kopfder Bevölkerung betragen. An dieſen Tatſachen
läßt ſich nichts hinwegdisputieren.
Alles Gerede wird die Steuerzahler nicht irre
führen können. Jeder von ihnen erfährt es heute
am eignen Leibe
wie es mit der Steuergeſetzgebung in Heſſen ſteht.
Wer das geändert haben will,
der ſtimmt am 3. Oezember mit „„Ja‟‟
und ſchickt den Landtag heim!
Wer mit ſeinen Steuerzetteln aber zufrieden iſt,
der mag am 5. Dezember zu Hauſe bleiben oder mit
„Nein” ſtimmen!
Die zwaa Rheinheſſe in Darmſtadt
Kowes: Waaß Gott, Bawettche, ich kenn: mich in de
Reſe=
denz nemmehl aus. De lang Ludwig is jo noch do;
awwer die Heiſer drum erum kann ich net bedabbele;
unne ſein ſe’s noch wie vor zehe Johr, awwer owwe
ſein ſe’s nemmehl.
Vawettche: Im alde Palläh muß doch noch des Vetterche
Schnäker wohne; den kann mer jo emol froge, wie un
wann.
(Sie ſchieben zum Hausverwalter im alten Palais.)
Kowes: Ra, gu’n Dag, Schnäker! Biſchde immer noch
Diener hieſig? Ald biſchde worre, unberufe; werd Der’s
dann mit Deilm gebrechliche Kerber net Angſcht, immer
ſo mutterſeele alla’n in dem Mordskaſchte vun Haus?
Schnäker (ſehr gönnerhaft): Eijeijei! Was kummen do for
Gäſcht’! Leit aus Biffelgum! Steht dann unſer Neſcht
noch? Was awwer Dei' Geredd’ is, ſo gehſchte err.
Erſchtens ſein ich kaan Diener mehl, in eme Freiſtaat
werd net gedient, ich ſchreib mich
Hausvewaldungs=
rad. Un dann bin ich aach net meh’ allan’ im Haus:
iwwer mer hocken jetzert e ganz Schock Beamde, lauter
hoche Diere, immer aaner heecher wie de anner. Hun
Ehr dann net gemerkt, daß do jetz aach e himmellang
un =hoch Stockwerk uffgeſetzt worre is?
Kowes: Aha, Bawettche, desweje hun ich des Palläh
ze=
erſcht nemmeh’ gekennt.
Bawettche (zu Schnäker): Was hoſcht Du e ſcheen grell
Montur an! Dein Schillee is jo ſchwarz=rot=gehl! Mer
maant, Du wärſcht Großherzog worre.
Schnäker: Bſcht! Ums Himmels wille! Ehr bringen mich
um Amd un Wirde! Den Name Großherzog derf mer
net ins Maul nemme. Die neie Herrn ſein aarig ſtrief.
Hun ich do neilich meim Owwergeheime Rad
Brief=
marke hole miſſe. Wie ich em die Boge Zehnder
ab=
liwwer, ſchlälter ſe mer um die Nas — er ſchreibte gut
Handſchrift, er war frieher Grobſchmied — un brillt
mich an: „Sie Eſel” — na, er hot weniſchdens Sie zu
mer geſa’t — un ſeggt: „Wiſſen Se net, daß mer im
Amd kaa Marke mit dem Großherzog Fritz ſeilm Bild
veklewen? nor lauter Fimfer?”
Lowes: Un fimf Duzzend ſo forſche Vorgeſetzte hoſchte, wo
doch frieher kaa drei Veamte indem Palläh warn!Was
treiwen die egnn? Nachen die all Rewoluzzion?
tirre
heut
Nr. 3,1926
Der Oeſſenfrrund
Der Finanzminiſter hat vor ein paar Wochen
Bahlen mitgeteilt, die unweigerlich auf ein Defizit
oon vielen Millionen für das Rechnungsjahr 1927
ſchließen ließen. Jüngſt aber hat er, offenbar
er=
ſceitert durch die Atmoſphäre des bevorſtehenden
Wolksentſcheides, erklärt: er gedenke für 1927 einen
Staatsvoranſchlag mit null Mark Fellbetrag vor=
Bulegen. Dieſe Jonglierkunſt eines Staatsmannes
Hat den Verfaſſer derart begeiſtert, daß ihm die
nach=
ſſtehenden Huldigungsverſe ſpontan entſtrömt ſind=
Auch unſer Zeichner, der dieſer Tage einer
Baubervorſtellung beigewohnt hat, konnte es ſich
micht verſagen, angeregt durch das Motiv des
NGedichtes, die Zeichnungen dafür zu liefern.
KAnmerkung der Schriftleitung.)
Ich bin es, Ich, Henricus Bellachini,
Bellacho’s Sohn; dem Publikum nur dien i.
Sie ſehen: hier iſt ein Zylinderhut,
Wie jeder Gentleman ihn tragen tut.
Darin wird nun von mir ein Ding gedreht,
Daß Ihnen der Verſtand bald ſtille ſteht!
Herrſchaften, treten Sie mal in zwei Gruppen
Nach rechts und links! Dann werden — wie die
Puppen
Der Kölner Kaſper an dem Draht regiert —
Sie alle gründlich von mir angeſchmiert.
Was halt’ ich hier in meiner ſchlanken Hand,
Mein Fräulein? Bitte! „Ein Bukett!” Scharmant!
Ich ſenke es in des Zylinders Tiefen.
Nun tun Sie, Herrn von rechts, als ob Sie ſchliefen!
Herrſchaften linls: ich wende mich zu Ihnen!
Wer ſähe nicht aus Ihren ernſten Mienen,
Daß Sie die Dinge innerlich ergründen
Und nicht zu täuſchen ſind durch matte Finten!
Doch — mögen Sie von Spree und Havel kommen,
Finanzgenies: Sie werden hochgenommen!
Ich tauche — achten Sie auf meine Hand,
Auf meinen Fuß: ich ſtehe frei auf Sand!—
Die Finger in den Hut, der nur den Strauß
Von Roſen birgt. Doch was hol’ ich heraus?
Hier einen Wechſel, der bald fällig iſt,
Hier einen Schuldſchein, der nur Zinſen frißt,
Hier ein Akzept, es iſt von mir giriert,
Hier eine Bürgſchaft, die mich auch geniert.
Zieht eure Börſen, Herren aus Berlin,
Ihr mußt mir helfen, ſonſt bin ich dahin!
Aha, die Gruppe rechts nimmt dies für Ernſt?
Nun paſſe auf, damit Du etwas lernſt!
Was ich jetzt zeigte, war ja nur ein Spiel,
Verwandlungskunſt, in der ich mir gefiel!
Ich lege nun den Wechſel und den Schein
Akzept und Bürgſchaft in den Hut hinein
Und blaſe drüber. Kommen Sie herbei,
Herrſchaften rechts: ich bin von Schulden frei:
Dem Hut entquillt von neuem das Bukett
(Miniſter nennen’s Budget, deutſch Budſchett!)
Schnäker: Du hoſcht kaan Veſtehtermich. Die Rewoluzzion
is gemacht. Awwer es werd jetzert mehl an aalm Dag
regiert wie frieher in eme Monat. Es werd als fort
regiert.
Bawettche: Ach gell, die ſchreiwen die viele ferchterliche
Steierzettel aus, die wu unſeraa’m heitzedag ins Haus
hagelen?
Schnäker: Des grad net, des werd wiſawi vun dene
Finan=
zer gemacht. Ehr wiſſen kaan Beſcheid; ich wer Eich
emol e bisje erumfiehre. (Die drei biegen in der
Richtung aufdas Landesbildungsamt ein, in deſſen
Tor=
gang langſamen Schrittes acht reputabel ausſehende
Herren mit Zylinder treten.)
Kowes: Was ſein dann des for Podendade?
Schnäker: s is halwer Elfe, do fangt’s an ze regiere. Des
ſein unſer Owerſchulrät: Se hun ſich in ehrn beſchte
Staat geworfe, weil de bwwerſcht Scheff heit” vier
neie Kollege for ſe ernennt, daß ſe danne Duzzend ſin.
Es werd vum heſſiſche Staat viel for die Bülding
gedahn!
Bawettche: Jetzert kannſchte uns emol nooch dem
Finanz=
miniſchder fiehre, mer hun dort ze duhn.
Schnäker: Gell, Ehr wollen Eich iwwer die hoche Steiern
beſchwere?
Bawettche: Richtig gerote! Un a’gucke wollten mer uns
aach ebbes dort.
Schnäker: Was ſoll dann des hernoochert ſein? Mit dem
Miniſchter redde kennen Ehr ſchunn; heit’ werd jeder
Trambel bis zum Staatsbreſedend vorgeloſſe. Die
ewige Beſuch’ treten aa’m die ſcheene Läufer ab, daß
mer ſe nemmeh’ in die Reih’ kriet. Awwer — was
wollen Ehr Eich begucke?
Kowes: Ei, die heſſiſch Steierkuh! Uns” Borjemanſchter hot
mer geſalt, die deht ſeit de Rewoluzzion vor dem
Finanzminiſchter ſeim Haus ſtehe. Er ſeggt: vun
Rheinheſſe frißt ſe, Owwerheſſe kriet aach nor ehrn
Miſcht, awwer de Henrich duht ſe in ſein löcherige
Aamer melke.
Schnäker: Ja, ja, awwer heit’ kennen Ehr ſe net ſehe. Wie
velaut’t, hot ſich en reicher Käufer gefunne, un do werd
ſe for die Beſichtigung im Stall e bische uffgepumpt.
Seite 4
Oer Oeſſenfreund
Nr. 3/1926
eit dem Midenäne.
Steuerliche Belaſtung der
Konſumvereine.
Wir betrachten den gewerblichen Mittelſtand
als eine Hauptſtütze eines jeden Staates
Konſumpereine ſind für uns deshalb kein Ideal,
trotzdem kann grundſätzlich gegen einen
Zuſammen=
ſchluß von Konſumenten zum gemeinſamen
Waren=
bezug nichts eingewandt werden. Was wir aber
bekämpfen, das iſt die
ſiteuerliche Bevorzugung
der Konſumpereine. Da die Konſumpereine im
Jahre 1924 körperſchaftsſteuerfrei waren, ſo
waren ſie in Heſſen auch frei von ſtaatlicher und
gemeindlicher Gewerbeſteuer.
Wenn man bedenkt, daß die Körperſchaftsſteuern
nicht nach dem Ertrag, ſondern nach dem Umſatz
erhoben wurden, bis zu 2 Prozent des Umſatzes ohne
Gehälter, dazu je 1,6 Prozent Gewerbeſteuerzuſchlag
des Staates und der Gemeinde, ſo ergibt ſich, daß
die Konſumpereine um 5,2 Prozent ihres
Um=
ſatzes nach Abzug der Gehälter
ſieuerlich beſſer geſtellt
waren, als der Einzelkaufmann.
Ein ſolches Unrecht darf nicht verewigt
werden, wie es die Sozialdemokratie gern
möchte.
Ein neues Lied
nach einer alten Weie.
Es hatten drei Parteien
Ein fein Kollegium;
Es kreiſte ſo fröhlich der Becherk
In dem kleinen Kreiſe herum.
Sie knobelten um die Stellen
— Das kommt wohl im Volksſtaat vor —
Und hieben ſich gegenſeitig
Auch manchmal über das Ohr.
Und wurden ſie mal nicht einig,
Das bracht ſie nicht aus der Ruh,
Man ſchuf zu den alten Amtern
Dann eben neue hinzu. —
Da hub ſich im törichten Volke
Allmählich Genörgel und Neid;
Es konnt nicht die Weisheit begreifen
Der ſelbſtloſen Obrigkeit.
Es murrte von Vettern und Baſen,
Von parteilicher Korruption,
Ja, von einer Luderwirtſchaft
Im Schoße der Koalition. —
Noch kreiſte der Knobelbecher,
Die Kaſſe aber war leer,
Da hatten die treuen Geſellen
Den alten Spaß nicht mehr.
Es keimte der Katzenjammer
Im feinen Kollegium auf,
Die Koſten der neuen Pfründen,
Die wuchſen mit einmal zu Hauf. —
Da huben ſie an zu knobeln,
Wer all von dem neuen Ballaſt
Am raſcheſten wieder verſchwände
Als überflüſſiger Gaſt.
Am Ende löſten ſie ſelber
Das fröhliche, traute Kolleg,
Der Steuerzahler, der gab ihm
Den Segen mit auf den Weg.
Natürlich „Knobelbecher”!
(Ein interenanter
Bergeich.
Es ſind voranſchlagmäßig
vorgeſehen in Millionen Mark
Das heißt, es entfallen
auf 100 Teile Reichsfieuerüberweiſungen
Preußen Württemberg Heſſen
an Landesſteuern 85% 670 1010
Wir in Heſſen haben deshalb den Ruhm,
auch bei dieſem Vergleich an der Spitze
zu marſchieren!
Sienerjählek!
Wähler und Wählerinnen
Schafft Wandel!
Stimmt mit „Ja‟
macht Schluß
Verlag: Heſſ. Wirtſchafts= und Ordnungsblock, Hauptgeſchäftsſtelle
Darmſtadt.
Druck: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt.
mit der
Aanddstestetstttet