Bezugspreis:
Bei wöchentlick. 7 malligem Erſcheinen vom 1. November
bis 30 November 2,18 Reichsmarl und 22 Pfennig
Abe agegebüht, abgeholt 2,25 Reichsmari, durch die
Agenturen 2.40 Reichemarl frei Haus. Poſibezugspreis
zmNovember ohne Beſtellgeld monatl. 2 25 Reichsmark,
Veranwoclichtelt für Aufmahme von Anzeigen an
beſimmten Tagen wird gicht übernommen.
Nicht=
erſa einen einzelner Nummern intolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zuu Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf obue Verbindlichtelt für uns. Poſiſchecklonto
Franffurt a M. 1304
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit x verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 304
Dienstag, den 2. November 1926.
189. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Reſlamezelle (92 mm
breit 2 Reichsmart. Anzeigen von auswärte 40 Reichpfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg., 92 mm breite
Relſame=
zeile 300 Reſchemack. Alle Preiſe in Reichsmark
ſ4 Dollar — 420 Marſl. — Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Sfreil uſw erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beltrelbung fällt ſeder
Rabatt weg. Banklonto: Deutſche Banl und
Darm=
ſädter und Nationalbant.
Gnzelnummer 10 Pfennige
Das nege Anentat
Der Piſiolenſchuß
in Bologua.
Muſſolini gerettet.
Die fasciſtiſche Jahresfeier in Rom.
EP. Bologna, 1. Nov.
Das neue Attentat auf
Muſſo=
lini hat ſich am Sonntag
nach=
mittag 5.40 Uhr ereignet.
Muſſo=
lini hatte während ſeines
zwei=
tägigen Aufenthaltes in
Bo=
logna das größte italieniſche
Stadion Littoriale eröffnet, in
dem er eine Anſprache an die
verſammelten Truppenkräfte der
Miliz hielt, und dann noch
einen wiſſenſchaftlichen Kongreß
im Gymnaſium. Um 5.30 Uhr
ſetzte ſich der Umzug mit
Muſſo=
lini an der Spitze nach dem
Bahnhof in Bewegung.
Muſſo=
lini hatte an der Seite des
Bür=
germeifters in einem Auto Platz
genommen, das von dem
Fas=
ciſtenführer von Bologna, dem
Abg. Arpinati, geſteuert wurde.
Längs der Straße bildeten
Mi=
liz und Truppen Spalier,
hin=
ter denen eine jubelnde
Men=
ſchenmenge dicht gedrängt ſtand.
Tem Auto Muſſolinis folgte
Unterſtaatsſekretär des Krieges,
unmittelbar das Auto mit dem
riati mit den
Unterſtaatsſekre=
tären Grandi, Balbo und Te= Zur Feier des vierten Jahrestages des fasciſtiſchen Marſches auf Rom trafen etwa 30 000
pendenza eingebogen,
als ein Revolverſchuß
bald Muſſolini den Schuß gehört hatte, wandte er ſich nach der Vater Antemo Zambonis hatte ſeinem Sohn das Ausgehen nur
Richtung des Attentäters, als wollte er vom Wagen ſteigen. Das bis 5 Uhr abends erlaubt; das lange Ausbleiben des Knaben be=
Gedränge der Menge zwang das Auto jedoch zum Weiterfahren, unruhigte die Familienangehörigen, die ihn am Sonntag abend
Die Kunde von dem Attentat verbreitete ſich im Nu in der Stadt bei ſeinen Freunden und an Orten, wo er ſich gewöhnlich
aufzu=
ſtürzen wollte. Der Attentäter war zuerſt von einem Leiche ſeines Sohnes erkannte.
Karabinieri=Wachtmeiſter ergriffen worden;
die Schwarzhemden entriſſen ihn jedoch ſeinen
Händen und töteten ihn mit Dolchſtichen. Eine
Gruppe Fasciſten wollten die Leiche an einer Straßenlaterne
aufhängen, aber General Balbo verhinderte dies mit dem Ruf:
Fasciſten hängen keinen Toten.
der Attentäter allem Anſcheine nach ein Student der Medizin. Er neuem hervor, daß es Italien gelungen iſt, die frühere
Stel=
gewartet. Der Schuß hat Muſſolini wie durch ein Wunder nicht
getroffen, jedoch den Bürgermeiſter Puppini geſtreift, indem die
Kugel dieſem den Aermel des Schwarzhemdes durchlöcherte, ohne
die Haut zu berühren.
Die Unterſuchung des Attentats.
verbracht. Sie weiſt fünf Dolchſtiche und einen Schuß ins Herz
Stelle die Unterſuchung ein und verhörten in der Polizeidirektion dert von der Regierung von Angora, daß ſie aufs aufmerkſamſte
Burſche von etwa 20 Jahren. Er trug ein ſchwarzes Hemd, das ſprochenen Land” zu reden. — Die türkiſchen Zeitungen fürchten
bronzene Tapferkeitsmedaille. Man nimmt an, daß er das niſchen Abſichten auf Tunis und Syrien zu beſchwichtigen und
Schwarzhemd mißbräuchlich angezogen hat, um ſich, ohne Ver= abzulenken, Muſſolini anrege, ſich an türkiſchem
dacht zu erwecken hinter dem Publikum aufſtellen zu können. Die Gebiet ſchadlos zu halten.
für das Attentat gewählte Stelle an einer der wichtigſten
Straßen=
kreuzungen der Stadt beweiſt den Vorbedacht, mit dem das
Atten=
tat ausgeführt wurde. Das Automobil mußte hier die Fahrt
ver=
langſamen und die von den Truppen kaum zurückgehaltene
Men=
ſchenmeng; gelangte hier am nächſten an das Auto heran. Augen= zu 10 Pfennig in den Verkehr gekommen, die den radikalen
Repu=
zeugen berichten, der Attentäter habe das Ziel verfehlt, weil ein blitanern ſchon ſeit langem größtes Kopfzerbrechen gemacht hat.
Carabinieriwachtmeiſter aus Trieſt rechtzeitig die Abſicht erkannte, Alle Verſuche, noch im letzten Augenblick die Abſichten der
Reichs=
als der Burſche zielen wollte, und durch einen Schlag auf den er= poſtverwaltung zu durchkreuzen, ſind geſcheitert. Die „Welt am
hobenen Arm den Schuß abgelenkt habe. Als der Schuß krachte, Montag” veröffentlicht jetzt einen flammenden Aufruf, welcher
hielt das Auto an. Muſſolini ſchnellte auf und rief, gegen die
aufgeregte Menge gewandt: „Ruhe, Ruhe, ſie haben mich nicht
erwiſcht!“
Der Attentäter.
Name und Herkunft des Attentäters von Bologna konnten Aik immer gewiſſe Republikaner haben. Alle „Monarchiſten”
eines bekannten Typographen von Bologna. Nach den amtlichen fährdet, der Boykott wird deshalb auch wohl keine allzu großen
Erhebungen weiſt die Leiche des Attentäters zwölf tiefe Dolch= Erfolge zu verzeichnen haben.
Cavallero, dem Miniſter Giu= „Muſſolini begibt ſich in Begleitung der Fasciſtenführer und der Spitzen der Militär= und
Zivil=
behörden zur Feier in das Koloſſeum.
ruzzi. Der Wagen Muſſo= Mitglieder der fasciſtiſchen Jugendverbände in der Stadt ein und nahmen im Koloſſeum
Auf=
linis war kaun um die ſtellung. Unter ſtürmiſcher Beifallskundgebung begrüßte Muſſolini die neue Generation der
Ecke in die Via Indi= Fasciſten, denen, wie er ausführte, die große Aufgabe der Erhaltung des fasciſtiſchen Werkes
zufällt.
fiel. Die hier dicht gedrängte Menge fuhr erſchreckt ſtiche und Spuren der Erdroſſelung auf. Die raſche
Identifi=
zuſammen und es entſtand eine ungeheure Verwirrung. So= zierung des Attentäters iſt einem Zufall zu verdanken. Der
und rief eine ungeheure Erregung hervor. Die Miliz hatte die halten pflegte, zu ſuchen begannen. Da alle Nachforſchungen
um=
größte Mühe, die Menge aufzuhalten, die ſich nach dem Tatort, ſonſt waren, begab ſich der Vater auf die Polizei, wo er die
Italiens Ausdehnungsabſichten im Orient.
EP. Konſtantinopel, 1. November.
Die türkiſche Preſſe fährt fort, ſich mit der politiſchen
Haltung Italiens in den Balkanländern zu be=
Wie der „Secolo” über das Attentat in Bologna meldet, iſt faſſen, die ihr ſehr verdächtig erſcheint. Die Zeitungen heben von
hatte an jener Ecke geraume Zeit auf die Durchfahrt Muſſolinis lung Frankreichs in den Balkanländern einzunehmen. Man
fürchtet, daß die Abmachungen, die zwiſchen Italien
und den Balkanſtaaten getroffen, worden ſind, eine
Spitze gegen die Türkei enthalten. Es wird beſonders
hervorgehoben, daß der griechiſche Miniſterpräſident General
Kon=
dylis ſich die italienfreundliche Neigung ſeines Vorgängers Pan=
EP. Mailand, 1. November. galos zu eigen gemacht habe, und daß trotz aller Dementis das
Die Leiche des Attentäters wurde ins Stadthaus von Bologna / Vorhandenſein eines geheimen
italieniſch=
griechiſchen Abkommens gegen die Türkei ſich
auf Polizei und Unterſuchungsrichter leiteten ſofort an Ort und als wahr erweiſe. — Die türkiſche Zeitung Jeni Sis
for=
alle Perſonen, die über die Einzelheiten des Attentats Aufſchluß die kriegeriſche Stimmung in Italien beobachte, wo
geben konnten. Der Attentäter iſt ein ſchmächtiger, rothaariger Muſſolini nicht aufhöre, in unbeſtimmter Weiſe von dem „ver=
Abzeichen eines aufgelöſten Fußballklubs und im Knopfloch eine ferner, daß die franzöſiſche Regierung, um die italie=
Eine fürchterliche Drohung.
* Berlin, 1. Nov. (Priv.=Tel.)
Am 1. November iſt die neue Fridericus=Marke
zum Boykott dieſer Marke auffordert, die von keinem
Republi=
kaner benutzt werden dürfe. „Statt der deutſchnationalen
Königs=
marke immer zwei Schillermarken zu je 5 Pfennig aufgeklebt!“
Das ſeien die Republikaner ſich und der Achtung vor der
Repu=
blik ſchuldig. Merkwürdig, daß die größten Aengſte um die
Repu=
am heutigen Vormittag von der Polizei feſtgeſtellt werden. Es werden felſenfeſt überzeugt ſein, daß die Briefmarke mit dem
handelt ſich um den 15jährigen Antemo Zamboni, Sohn / Bilde Friedrichs des Großen die Republik in keiner Weiſe ge=
* Die Finanzlage Heſſens.
Von
Rechtsanwalt Eduard Dingeldey, M. d. L.
In Anbetracht des kommenden Volksentſcheids in
Heſſen dürften die nachſtehenden Ausführungen des
Führers der Deutſchen Volkspartei von ganz
beſon=
derem Intereſſe ſein.
Die Schriftleitung.
Der heſſiſche Finanzminiſter hat der Oeffentlichkeit eine Art
Wahlbroſchüre übergeben, in der er den Verſuch macht, ſeine
Finanzpolitik zu rechtfertigen und die Angriffe der Oppoſition
zurückzuweiſen. Daß er bei dieſem Verſuch die tatſächliche Lage
der heſſiſchen Staatsfinanzen in einem ſtark gefärbten und
über=
dies verſchleierten Bild erſcheinen läßt und daß er bei ſeiner
Polemik gegen die Oppoſition vor objektiv unrichtigen
Darſtellun=
gen nicht zurückſchreckt, iſt nur ein neuer Beweis für die lediglich
parteipolitiſche und unſachliche Behandlung
der=
artiger Fragen durch die derzeitige heſſiſche Regierung. Es mag
im Folgenden verſucht werden, über die finanzpolitiſche Situation
und die daran zu knüpfenden Folgerungen ein klares Bild zu
geben. Denn es iſt richtig, daß der Kampf des heſſiſchen Volkes
um die Auflöſung des Landtags in Wahrheit in erſter Linie ein
Kampf um die künftige Finanzpolitik in Heſſen iſt.
I.
Der Finanzminiſter geht von der Behauptung aus, daß bis
zum Jahre 1925 einſchließlich die heſſiſchen Finanzen durchaus
geſund geweſen ſeien. Erſt im Jahre 1926 mache ſich „faſt
un=
vermittelt” die Auswirkung der Erwerbsloſigkeit und der
Steuerausfälle in einem Umfang geltend, wie ſie in gleicher Art
und im gleichen Ausmaße in den übrigen Ländern nicht zu
be=
achten ſeien.
Die „geſunde Entwicklung” der heſſiſchen Staatsfinanzen bis
1925 beruht auf einem Raubbau, den man mit der
Wirtſchafts= und Steuerkraft des heſſiſchen
Volkes getrieben hat. Es iſt ja auch nicht etwa allein
der Fehlbetrag des Jahres 1926 geweſen, der im Frühjahr dieſes
Jahres zu der gewaltigen Steuerproteſtbewegung
brei=
teſter Volkskreiſe in Heſſen Veranlaſſung gab, ſondern es iſt die
Unerträglichkeit der Steuerlaſt geweſen, die man dem heſſiſchen
Volke aufgebürdet hat, gegen die ſich das Volk mit größter
Er=
bitterung nunmehr wendet. Daß die angebliche Geſundheit der
hefſiſchen Staatsfinanzen in den Jahren vor 1926 nur auf einen
Raubbau mit der Steuerkraft zurückzuführen iſt, iſt eine
Ueber=
zeugung, die die Deutſche Volkspartei nicht erſt heute und nicht
erſt ſeit Entfeſſelung des letzten Kampfes in Heſſen ausſpricht.
Ich erinnere daran, daß die Deutſche Volkspartei ſchon in den
Vorjahren 1922, 1923 und 1924 immer wieder die hohen und
drückenden heſſiſchen Landesſteuern abgelehnt hat mit der
Begründung, daß weder die Notwendigkeit derartiger
Steuer=
ſätze gegeben ſei, noch auch die Wirtſchaftskraft des heſſiſchen
Volkes ſolche Steuern tragen könne. Die Fraktion der Deutſchen
Volkspartei hat durch den Mund meines verſtorbenen Freundes
Dr. Oſann und ſpäter durch Herrn Abg. Dr. Niepoth immer
wieder ihre Auffaſſung von der Lage in zwei Sätze
zuſammen=
gefaßt:
a) Die damaligen Voranſchlagsziffern unterſchätzen die
tat=
ſächlichen Einnahmen aus den Reichsſteuern, ſo daß
Landes=
ſteuern in der vorgeſchlagenen Höhe garnicht notwendig ſind.
b) Die durch Krieg, Revolution und Inflation erſchöpften
wirtſchaftlichen Kräfte vertragen nicht eine
Zuſammen=
ballung der Reichsſteuern und Landesſteuern in der von
dem heſſiſchen Finanzminiſter verlangten Höhe.
Der heſſiſche Finanzminiſter hat damals dieſe Behauptungen
beſtritten. Er beſtand auf der Erhebung jener Steuern in der
vollen von ihm geforderten Höhe. Die Regierungskoalition
er=
teilte ihm dann auch die gewünſchte Genehmigung, gegen den
Widerſpruch der Rechten. Die tatſächliche Entwicklung aber gab
in vollem Umfange den Vorausſagen und Auffaſſungen der
Deutſchen Volkspartei Recht. Jetzt muß der Finanzminiſter ſelbſt
in ſeiner Denkſchrift feftſtellen, daß die Jahre 1923 und 1924
Ueberſchüſſe aus Steuern im Betrage von zuſammen 10,5
Mil=
lionen erbracht haben. Dieſe 10,5 Millionen ſind
gegen den Widerſpruch der Deutſchen
Volks=
partei zuviel erhoben worden in einer Zeit, in
der die heſſiſche Wirtſchaft bereits durch den
Krieg und den Zuſammenbruch, durch die
Be=
ſetzung und den Ruhrkampf, auf das ſchwerſte
geſchwächt und gefährdet war. Auf dieſen zuviel
er=
hobenen Steuerbeträgen beruht die angebliche Geſundheit der
Staatsfinanzen bis zum Jahre 1925. Daß eine derartige
Finanz=
politik kurzſichtig und ganz umwirtſchaftlich gedacht iſt, hätte der
Finanzminiſter damals ſchon erkennen müſſen. Wenn man aus
einer geſchwächten Wirtſchaft mit verminderter Steuerkraft
ver=
mehrte, über den Bedarf hinausgehende Steuern herauszieht, ſo
muß die naturnotwendige Folge eine Gefährdung der Wirtſchaft,
damit eine Verminderung der Steuerkraft und eine
Abwärts=
bewegung der finanziellen Leiſtungsfähigkeit des heſſiſchen Volkes
ſein. Man kann heute feſtſtellen, daß dieſe kurzſichtige, rein
fiskaliſche Steuerpolitik die durch Erwerbsloſigkeit und
Reichs=
ſteuergeſetzgebung eingetretene gefährliche Entwicklung verſtärkt
hat. Statt deſſen wäre es vom finanziellen, wie auch vom
wirt=
ſchaftspolitiſchen Standpunkt aus notwendig geweſen, einer
ſol=
chen Entwicklung rechtzeitig durch Maßnahmen des Landes
vor=
zubeugen.
Denn es iſt tatſächlich doch nicht ſo, daß „ganz unvermittelt”
von Ende 1925 ab die Erſcheinungen der Erwerbsloſigkeit und
der Steuerausfälle ſich auswirkten. Wer mit der
wirtſchafts=
politiſchen Literatur einigermaßen vertraut iſt, weiß, daß alle
maßgebenden Kenner des Wirtſchaftslebens in Deutſchland dieſe
Entwicklung im Jahre 1923 und erſt recht im Jahre 1924 auf
das beſtimmteſte vorausgeſehen haben. Daß ſich
die ungeheuerlichen Vermögensverluſte der deutſchen Wirtſchaft
durch Inflation und Stabiliſierung in Verbindung mit dem
Rhein= und Ruhrkampf in einer Wirtſchaftskriſe ſchärfſter Natur
mit Arbeitsloſigkeit, Steuerrückgängen und allen
Begleiterſchei=
nungen derartiger Wirtſchaftsprozeſſe auswirken müßten, war
jedem Einſichtigen klar und mußte ſelbſtverſtändlich erſt recht
den heſſiſchen Finanzminiſter zur äußerſten Vorſicht und
Seite 2
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
ſchärfſten Sparſamkeit und energiſchſten Abdroſſelung
der heſſiſchen Staatsausgaben veranlaſſen. Die
Verantwortung für derartige Maßnahmen und für den mutigen
Entſchluß, aus einer richtigen Erkenntnis rechtzeitig
einſchnei=
dende Folgerungen zu ziehen, kann dem Finanzminiſter
nie=
mand abnehmen, er trägt ſie kraft ſeines Amtes
und vermag ſich ſelbſtverſtändlich am allerwenigſten hinter
Angriffen auf die Oppoſition vor dieſer Verantwortung zu
ver=
ſchanzen. Heute kann man feftſtellen, daß bis zum Voranſchlag
des Jahres 1926 von dem heſſiſchen Finanzminiſter zu einer
weſentlichen Abdroſſelung der verhängnisvollen Entwicklung der
heſſiſchen Staatsfinanzen auf der Ausgabenſeite ſo gut wie nichts
geſchehen iſt. Man hat auf dieſer Seite die Dinge einfach treiben
laſſen, die Staatsfinanzen wurden ſo zum Objekt der
partei=
politiſchen und populären Wünſche der verſchiedenen Parteien.
Dagegen hat man ſich lediglich darauf beſchränkt, auf der
Ein=
nahmer ſeite die Steuern in einem Maße anzuſpannen, das nach
der eigenen Erkenntnis weit die Steuerkraft und die
Erträglich=
keit für die heſſiſche Wirtſchaft überſteigt. Die Folgen einer
der=
artigen Politik mußten kommen.
II.
Wenn man die Erklärungen des heſſiſchen Finanzminiſters
über ſeine bisherige Politik lieſt, ſo will es faſt ſcheinen, als ob
der Finanzminiſter im Ernſt die Oeffentlichkeit davon überzeugen
wollte, daß eine ungerechtfertigte Vermehrung von
Staatsaus=
gaben nicht eingetreten ſei, daß die Leitung der heſſiſchen
Staats=
finanzen vollkommen unſchuldig und wehrlos der kataſtrophalen
Entwicklung der Staatsfinanzen habe zuſehen müſſen. Bis zu
welchem kataſtrophalen Ausmaße ſich die Staatsfinanzen in
Heſſen abwärts entwickelt haben, wird im Folgenden weiter noch
unterſucht werden. Zunächſt wollen wir zeigen, in welchem Maße
tatſächlich eine Vermehrung der Ausgaben und der
Belaſtungen des heſſiſchen Staates und des
heſſi=
ſchen Volkes eingetreten ſind. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß als
Vergleichsmaßſtab die Verhältniſſe des letzten
Friedens=
jahres heranzuziehen ſind. Damals rechneten wir mit einer
ſtabilen Währung und allerdings auf der anderen Seite mit
einer blühenden, kräftigen und ſtrebenden Wirtſchaft. Daß wir
heute immer noch in Zeiten einer, wenn auch vielleicht da und
dort langſam abklingenden, Wirtſchaftskriſe unſere Kraft
ein=
ſetzen müſſen, um zu den Ziffern der Friedensjahre
zurückzu=
kehren, ſollte eigentlich jedem Verſtändigen ein unbeſtrittenes
Ziel ſein. Gelingt es im Reich und in den Ländern
nicht, in abſehbarer Zeit ihren Apparat den
tat=
ſächlichen wirtſchaftlichen Kräften des Volkes,
die heute kleiner ſind wie vor dem Kriege,
an=
zupaſſen ſowerden wir aus der latenten
Wirt=
ſchaftskriſe in Deutſchland, ganz abgeſehen von
den Reparationsleiſtungen, ſchon aus Gründen
der inneren Verſchuldung und Mißwirtſchaft
niemalsherauskommen Es iſt das unbeſtreitbare
Ver=
dienſt des Reichsfinanzminiſters Dr. Reinhold, daß er in
ſeinen amtlichen Auslaſſungen dieſe Geſichtspunkte ſchärfer und
energiſcher betont, als das früher der Fall war. Er hat die
durch=
aus richtige Erkenntnis ſich zu eigen gemacht, daß der
Finanz=
miniſter nicht bloß der Hüter des Staatsſäckels, ſondern auch
der Schützer der Wirtſchaft ſein muß, wenn er nicht jenem Toren
gleichen will, der die Henne ſchlachtete, die ihm die goldenen
Eier legen ſoll. In Heſſen iſt von einer ſolchen Erkenntnis
bei der Leitung der Staatsfinanzen nichts zu ſpüren.
Unver=
geſſen bleibt der Satz, den der heſſiſche Finanzminiſter noch im
Frühjahr dieſes Jahres ausſprechen konnte, daß er von der
Ausgabenſeite des Staatsvoranſchlages
weni=
ger bedrückt werde, als von der Sorge um die Einnahmen.
Welches auch immer das Motiv eines ſolchen Satzes geweſen ſein
mag, er kennzeichnet die Geſamteinſtellung des Finanzminiſters
zu den ihm anvertrauten Problemen. Es kann danach nicht
weiter Wunder nehmen, daß aus ſolcher Einſtellung heraus die
Energie und die politiſche Tatkraft zur Durchſetzung einer
wirk=
ſamen Vereinfachung des Staatsverwaltungsapparates
unmög=
lich erwachſen kann. Der Finanzminiſter möchte jetzt den
Ver=
gleich des Jahres 1926 mit dem letzten Friedensjahre 1914 nicht
mehr gezogen wiſſen. Er wehrt ſich gegen einen ſolchen Vergleich
als angeblich der inneren Wahrheit der Ziffern widerſprecheno.
Er möchte ſtatt deſſen den Vergleich mit dem Jahre 1918 oder
noch lieber 1919 ziehen, aus ſehr durchſichtigen Gründen! Nicht
nur, daß die Ziffern des Jahres 1919 ſelbſtverſtändlich durch das
immerhin nicht unerhebliche Ereignis des fünfjährigen
Welt=
krieges ſtark verändert waren, geben jene Ziffern auch ſchon
den Beginn der Inflationsentwicklung wieder. Wir wollen uns
doch daran erinnern, daß im Jahre 1919 die innere Kaufkraft
der Mark auf ein Siebtel ihres Friedenswertes geſunken
war. Daraus ergibt ſich ohne weiteres, wie irreführend
ein Vergleich der ſtabiliſierten Mark des Jahres 1926 mit jener
des Jahres 1919 ſein muß, Früher übrigens hat der
Finanz=
miniſter ſehr wohl ſelbſt den Vergleich mit 1914 immer wieder
Aus Paris.
Der Autoſalon.
Die Salons im alten Sinne haben aufgehört, dafür gibt es
aber umſomehr Ausſtellungen mit dem ſchönen Namen „Salons”.
Der erſte in dieſer Saiſon war der Autoſalon. Vor der
Eröff=
nung des Autoſalons war Paris noch ſommerlich, die elegante
Welt war noch in Biarritz oder auf dem Lande.
Die Saiſon, kalendariſch ſtimmt ſie ja lange nicht mehr mit
den alten Traditonen überein, ſetzt ſich in Paris von dem einen
Tage auf den anderen ein. Für den Autoſalon hat jeder die
Somerfriſche verlaſſen. Jeder mußte ſie ſehen, ob er ein
Fach=
mann war, ein Auto beſaß, oder zu der letzten Klaſſe der
Menſch=
heit, zu den Autoloſen gehörte. Es gab dort glückliche Liebhaber
und platoniſche Anbeter, ſie drängten ſich alle um die Ständer
der zwölfhundert Ausſteller, für das das Grand Palais nicht
groß genug war, und auch noch die umliegnden Straßen mit
ihren tauſenden von Modellen verrammelten. Von den Autos
kann ich eigentlich wenig ſagen. Sie waren wie es eben Autos
bei ſolcher Gelegenheit zu ſein pflegen in aller Größe, Farbe
und Preislage vertreten. Von den billigen, ſchon für 20 000 Fr..
bis zu dem fabelhaften Rolls Royce für deſſen Preis man ſich
gewiß ein Geſpann aus Elefanten leiſten kann. Was mir als
Laien auffiel, war, daß die Maſchinen diesmal vorne alle flach
ausgebildet waren, und auch diesmal von den Fachleuten mit
untrüglicher Miene erklärt wurde, daß alle Modelle vom Vorjahr
längſt überholt ſind von dem raſenden Fortſchritt der Technik.
Man ſoll alſo nur das neueſte und teuerſte kaufen. Man ſoll!
Aber wie?
Scherz beiſeite, es war ſehr ſchön und für die Induſtrie ein
Nieſenerfolg. Und auch für die Autos ſelbſt. Es hat ſich
heraus=
geſtellt, daß das Publikum und nicht nur die Snobs, ſondern
die breiteſte Schichten nur noch für das Auto Begeiſterung
auf=
bringen kann. An allen anderen Ausſtellungen merkt man die
heimliche Langweile, hier ſah ich Begeiſterung. Man war für
das Schöne an und für ſich begeiſtert, ohne jedes nationale
Vorurteil bewunderte man fremde Schöpfungen und entdeckte
Schönheiten. Man ſprach von Linien, Soupleſſ= und
Tempe=
rament wvo es ſo etwas ger nicht gab. Man fand ſchwarze
Gummireifen raſſig und einen in kaltem Nickel glänzenden
Motor feurig. Mit einem Wort, man war entzückt und es iſt
fraglich ob Paris in der ganzen Saiſon für Literatur, Kunſt und
Theater zuſammen ſoviel Intereſſe und Begeiſterung axſbringen
wird, als für die Automobile.
Der Ausländer, wie ihn der Pariſer ſieht.
Der „Ausländer” iſt für Paris der Angloſachſe. Seitdem
es keine ruſſiſche Großherzoge gibt — ſie fehlen Paris eben
als richtig befunden. Das geſchah, ſolange er glaubte, einen
ſolchen Vergleich zur Rechtfertigung ſeiner Politik verwenden zu
können. Es iſt nicht einzuſehen, weshalb nunmehr das, was im
Jahre 1924 und 1925 richtig erſchien, im Jahre 1926 auf einmal
ſeinen Sinn verloren haben ſollte. Wir ſtellen alſo auch jetzt,
um ein Bild von der Entwicklung der Ausgaben des heſſiſchen
Staates zu bekommen, die Zahlen von 1914 denen von 1926
gegenüber. Wir erhalten folgendes Bild:
im Jahre 1914 Geſamtausgaben des heſſiſchen Staates
76 Millionen,
im Jahre 1926 Geſamtausgaben des heſſiſchen Staates
129 Millionen,
im Jahre 1914 Geſamtſteuerbelaſtung des heſſiſchen
Volkes 26 Millionen,
im Jahre 1926 Geſamtſteuerbelaſtung: 78 Millionen.
Die Gegenüberſtellung dieſer Ziffern zeigt erſchreckend deutlich,
in welch gewaltigem Ausmaße die Ausgaben des heſſiſchen
Staa=
tes für Verwaltungszwecke ſich entwickelt haben und wie
dem=
zufolge auch die ſteuerliche Belaſtung der heſſiſchen Wirtſchaft
gegenüber der Friedenszeit ſich rechnungsmäßig faſt verdreifacht
hat. Es iſt richtig, daß in dieſen Ziffern teilweiſe
Durchgangs=
poſten ſtehen, ſo daß das Bild in Einzelheiten ſich um eine
Klei=
nigkeit zugunſten des Jahres 1926 verſchiebt. Es iſt auch richtig,
daß die Belaſtung des heſſiſchen Staates mit Aufgaben zum
großen Teil eine zwangslänfige Folge der Reichsgeſetzgebung iſt.
Die Ziffern beſagen aber trotz dieſer
Ein=
ſchränkung in eindrucksvoller Sprache, in
wel=
chem Mißverhältnis zur wirtſchaftlichen
Lei=
ſtungsfähigkeit des Landes ſeine Ausgaben für
die Verwaltungszwecke ſich entwickelt haben.
Dieſe Tatſache kann weiter illuſtriert werden durch eine
Betrach=
tung der Ziffern für die Miniſterien Heſſens. Die
Zentralverwaltungen zeigen ſehr viel deutlicher als die Ziffern
von Lokalverwaltungen draußen im Land, in welch
ungeheuer=
lichem Ausmaße dieſe Inflation von Behörden in Heſſen vor
ſich gegangen iſt. Dabei kommt es nicht ſo ſehr darauf an, zu
betonen, welchen wirtſchaftlichen Wert die Mehrausgaben für die
Miniſterien heute darſtellen. Vielmehr iſt wichtig die Erkenntnis,
daß bei einer unverhältnismäßig hohen Steigerung der
Aus=
gaben für die Miniſterien mit naturnotwendiger Folge ſich in
dem gleichen unverhältnismäßigen Satze auch die
Geſamtaus=
gaben des Staates vermehren müſſen. Im Jahre 1914 hatten
wir das Staatsminiſterium, das Miniſterium des Innern, das
Miniſterium der Finanzen und das Miniſterium der Juſtiz.
Heute iſt die Schulabteilung aus dem Miniſterium des Innern
herausgenommen und in das ſelbſtändige Landesamt für das
Bildungsweſen verwandelt. Ferner hat man die Abteilung für
Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe aus dem Miniſterium des
Innern herausgenommen und bekanntlich in das Miniſterium
für Arbeit und Wirtſchaft umgewandelt. Bei einem Vergleich
der Miniſterien von 1914 und 1926 müſſen demzufolge dem
Mini=
ſterium des Innern von damals heute das eigentliche Miniſterium
des Innern, das Landesamt für das Bildungsweſen und das
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft gegenübergeſtellt werden.
Ferner iſt zu beachten, daß ausdem Finanzminiſterium
die geſamte Finanzverwaltung, die heute durch
Reichsbeamte (Finanzämter, Landesfinanzamt uſw.) ausgeführt
wird, und ferner die Eiſenbahnverwaltung, die an
die Reichseiſenbahn=Geſellſchaft gefallen iſt, ausgeſchieden
ſind. Dann ergibt ſich folgendes Bild:
Miniſteriums * Perſönl
Koſten
ℳ *5 Perſönl
Koſten
„ℳ Perſönk.
Koſten
— Staatsminiſterium 48 884 18 108476 11 59 592 Min. des Innern 69 297 624 68 387 591 Landesamt für
dasBildungsweſen 61 307 283 Min. für Arbeit
und Wirtſchaft 69 374329 198 1069 203 129 771579 Min, der Juſtiz. 11 54 224 35 204719 24 150 495 4 Min. d. Finanzen 138 579 277 124* 9036 (.141 230 090 Geſamtzahl und Koſten 225 980 009 375 2191765 150 1211756
*) Uebernahme der Eiſenbahn= und Steuerverwaltung durch
das Reich.
genug — iſt alles auf den Angloſachſen eingeſtellt. Er iſt
rich=
tunggebend in Sprache, Brauch und leider auch Geſchmack. Aber
auch in ihm gibt es Abſtufungen. Ob er aus England, aus
Amerika, oder ob er anderswoher kommt. Die ſchlimmſte wäre
die letzte Sorte, aber ſie iſt nicht genug bekannt, darum ſchiebt
man auch ihre Fehler den Amerikanern zu. Politik und
Eifer=
ſucht haben wohl dazu beigetragen, daß der Amerikaner der
Ziel=
punkt aller Karrikaturen wurde. Aber, daß er auch dazu geeignet
iſt, wird niemand leugnen, der ihn einmal ſah. Man kann einen
Spanier mit einem Schweden, einen Ruſſen mit einem Schotten
verwechſeln, niemals aber einen richtiggehenden Yankee mit
etwas anderem. Wie er die Eindrücke auf ſich niederſauſen läßt —
Europa in fünf Tagen wäre ſein Reiſeideal — und wie er alles
prompt erledigt, iſt einzigartig. Wenn er gebildet iſt, dann
ſpa=
ziert er in Europa herum, wie wir etwa in Aegypten oder
Griechenland, auf der Suche nach Spuren der alten
Zivili=
ſation. Was es da ſonſt noch gibt, das iſt eine Art vom
inter=
eſſanten Balkan. Es wäre ſchlecht, wenn er auf alles ſchimpfen
würde. Er anerkennt aber alles, und das iſt noch ſchlimmer.
Der ſchlimmſte iſt der Durchſchnittsamerikaner. Er iſt ungefähr
der Meinung, daß er mit ſeinem Reiſebillett alles gekauft hat
Die Schiffskarte iſt ihm eine Eintrittskarte im Panoptikum
Europa. Und mit einer aller Beſchreibung ſpottenden Naivität
fordert er Senſationen. Er muß einen König oder wenigſtens
einen leibhaftigen Lord ſehen. Mit dem letzteren kann Paris
noch ſehr preiswert dienen. Aber er fordert nicht nur, er fragt
Er fragt, wieviel der Louvre gekoſtet hat, wieviel Napoleon
jähr=
lich verdiente und zu welchem Preis man eine Auszeichnung
be=
kommen könnte. Er trinkt am Grabe des unbekannten Soldaten
Sekt und übergibt den renitenten Taxichauffeur einem
vorbei=
gehenden Offizier, den er für einen Poliziſten hält. Die
Uni=
formen ſind ſo „damned” leicht zu verwechſeln. Alle
Unmöglich=
keiten, die er macht, ſind auf ſeine Naivität zurückzuführen,
trotz=
dem ſind ſie unverzeihlich. Denn man kann ihn nicht auslachen,
letzten Endes hat er immer Recht; er hat das Gefühl einer
unbe=
zwingbaren politiſchen Macht, er hat das Geld hinter ſich, und
Paris, das er für eine Art von Tingeltangel hält, iſt gezwungen,
zähneknirſchend ihn zu unterhalten.
Der Raub der Roſadiamanten.
Schließlich muß Paris, damit alles ordnungsgemäß verläuft,
in jeder Saiſon eine romantiſche Raubgeſchichte haben. Diesmal
iſt ſie aber traurig. Der weltberühmte und einzigartige
Roſa=
diamant des Condé iſt aus dem Muſeum von Chantilly
ver=
ſchwunden. Von den myſteriöſen Räubern — ſie ſollen mit
Flug=
zeug gearbeitet haben — iſt keine Spur. Der Diamant war
ſchlecht bewacht, das Muſeum hat nur verdienſtvolle greiſe
Wäch=
ter. Frankreich hat kein Geld, um ſeine Schätze bewachen zu laſſen,
und die Muſeen, da auch die Art der Bewachung hiſtoriſch iſt.
Damit genug der Darſtellung, in welcher ungeheuerlichen
Ausdehnung ſich die Staatsfinanzen Heſſens und die ſteuerliche
Belaſtung ſeit 1914 bis heute entwickelt haben. Es iſt
ſelbſtver=
ſtändlich, daß es nicht in der Macht des Finanzminiſters liegen
kann, eine ſolche Entwicklung, die wir in geringerem Ausmaße
in allen Ländern beobachten können, überhaupt und vollſtändig
zu verhindern. Das verbietet, wie oben ſchon erwähnt, die
Reichsgeſetzgebung, die auf dem Gebiete der ſozialen Fürſorge
und zahlreicher anderer wirtſchaftlicher Aufgaben die Länder
be=
laſtet hat. Wohl aber hat der Finanzminiſter es
in der Hand, das Maß einer ſolchen Entwicklung
bis zu einem gewiſſen Grade zu beſtimmen,
rechtzeitig ihre Tendenz zu fühlen und im
Rah=
men der den Ländern überlaſſenen
Selbſtändig=
keit für eine Geſundung zu wirken. Der
Finanz=
miniſter Heſſens hat von einer ſolchen Auffaſſung ſeines Amtes
nichts merken laſſen.
Er begründet heute die Entwicklung dieſer Ziffern beſonders
mit der Uebernahme neuer Staatsaufgaben durch den heſſiſchen
Staat, die früher den Gemeinden oblagen. Dabei iſt insbeſon=”
dere gedacht an die Schulverwaltung, an die Forſtverwaltung
und an die ſtaatliche Ortspolizei. Ganz gewiß iſt richtig, daß
die Uebernahme dieſer Verwaltungen den heſſiſchen Staat
außer=
ordentlich belaſten muß. Gerade um deswillen aber war
es die beſondere Aufgabe des Finanzminiſters, vom erſten.
Tage der Uebernahme jener Aufgabe ab, auf das ſchärfſte
dar=
über zu wachen, daß dieſe neuen Staatsbehörden und
Verwal=
tungen ſich nicht in einem ſtärkeren Ausmaße entwickelten, alse
es ſachlich unbedingt geboten war. Die heſſiſche
Oeffent=
lichkeit erinnert ſich ja noch aus den Kämpfen des Frühjahrs
1926 ſehr genau daran, daß wir gerade bei der Schule genau das
Umgekehrte erlebt haben: Obtvohl die Zahl der Schüler ſtändig
ſank, blieb die Zahl der Lehrer in Heſſen gleich, während ſich ihre
Beſoldung in Verbindung mit der allgemeinen
Beamtenbeſol=
dung automatiſch erhöhte. Mit dem Ergebnis, daß im Jahre
1926, obwohl die Zahl der Schüler um rund 75 000.
ſich vermindert hatte, die Koſten der Volks=,
ſchule ſich gegenüber, dem Friedensjahre
ein=
ſchließlich derjenigen Koſten, die damals die
Gemeinden zu tragen hatten, mehr als
ver=
doppelten! Das Bedenkliche war dabei, daß dieſe
Entwick=
lung entweder dem heſſiſchen Finanzminiſter verborgen blieb,
bis ſie im Herbſt 1925 durch Ausſchußberatungen von der
Oppo=
ſition an das Licht der Oeffentlichkeit gebracht wurden, oder
aber, was noch ſchlimmer iſt, daß der heſſiſche Finanzminiſter
zwar dieſe Entwicklung mit anfah, aber nichts unternahm, um
ihr wirkſam und energiſch in den Arm zu fallen!
Die angeführten Zahlen geben nur Illuſtrationen und kleine
Ausſchnitte zu dem Geſamtbild der Entwicklung der heſſiſchen
Staatsausgaben. Sie zeigen aber den Leſern, wie man die
Dinge in Heſſen hat laufen laſſen und wie man wahrhaftig nicht
davon reden kann, daß die Staatsfinanzen bis zum Jahre 1926
geſund geweſen ſeien. Sie waren krank, ſchwer krank, und zwar
deshalb, weil man ſich unterfangen hatte, den ſchwach und
kraft=
los gewordenen heſſiſchen Wirtſchaftskörper mit Staatsausgaben
und Aufgaben zu belaſten, unter denen er auf die Dauer
zu=
ſammenbrechen mußte.
Schon in der Sitzung des Landtages vom 7. April 1925 hat
der Abgeordnete Dr. Niepoth im Auftrage der Fraktion der
Deutſchen Volkspartei auf Grund einer Denkſchrift des
Finanz=
miniſters ſelbſt folgende Feſtſtellungen gemacht:
Die perfönlichen Koſten der
Staatsberwal=
tung ſind von 1914 bis 1925 geſtiegen von 25,6 auf 72,7
Mil=
lionen. Setzt man von der letzteren Ziffer die Koſten für die
vom Staat gegenüber 1914 neu übernommenen Aufgaben ab,
ſo ergibt ſich eine Steigerung auf 49,4 Millionen, d. h. eine
Steigerung von 94 Prozent. Die ſachlichen Koſten
ſind damals geſtiegen von 22,2 auf 31,5 Millionen, alſo um
rund 42 Prozent. Die perſönlichen und ſachlichen Koſten
zu=
ſammen — wohlgemerkt, ohne die neuen Aufgaben — von 47,8
auf 80,7 Millionen, d. h. um rund 70 Prozent. Nach der
da=
mals vom Reichsfinanzminiſterium herausgegebenen Statiſtik
betrug der Durchſchnittsbedarf der Länder
gegen=
über 1914 im Jahre 1925 45 Prozent, in Heſſen alſo 70
Prozent, im Durchſchnitt der übrigen Länder
45 Prozent.
Daß eine derartige Aufblähung des
Staatsverwaltungs=
apparates in einem wirtſchaftlich ſchwer darniederliegenden Land
wie Heſſen weder wirtſchaftlich noch ſachlich gerechtfertigt werden
kann, iſt ſo einleuchtend, daß heute ſelbſt der Finanzminiſter nicht
mehr den Verſuch macht, dieſen Apparat als abſolut notwendig
zu verteidigen.
können den modernen Einbrechern keinen Trotz bieten. Schon
vor drei Jahren wurde das Muſeum in St. Germain=en=Laye
unter ähnlichen Umſtänden ausgeraubt — die Diebe laufen noch
immer —, aber das war leichter zu verſchmerzen. Der Diebſtahl
des einzigartigen Roſadiamanten hat Paris außerordentlich
er=
regt. Die Zeitungen bringen Feuilletons darüber, und die
Volks=
phantaſie hat den Fall aufgegriffen. Man erzählt bereits
Legen=
den über den geheimnisvollen Diamanten und über die noch
geheimnisvolleren Räuber. Die Polizei quält ſich ergebnislos
und man reißt über ſie noch ſchlechte Witze dazu. Der einzige
Troſt für die Pariſer, die ſich ſo gerne auf Koſten ihrer ſonſt
muſterhaften Polizei amüſieren.
Reiſegeſpräch des Königs Friedrich II. von Preußen im
Jahre 1779. Mit einem Vorwort von F. v. Goetz und
Schwanenfließ. Verlag Georg Stilke, Berlin NW. 7.
Der Titel dieſes Buches ſagt alles. Wir ſehen den großen König
vor uns als Greis, gebückt unter der Laſt der Jahre, die ſeinem
Lande ſchwere Gefahren und dauernde Kämpfe gebracht hatten.
Siegreich hat er eine Welt von Feinden überwunden. Jetzt im
Alter bleibt ihm die Zeit, ſein Land zu beſuchen, dem die
Seg=
nungen des Friedens zuteil geworden ſind. Er verläßt ſich nicht
auf ſchriftliche Eingaben und auf die Berichte ſeiner Beamten —
er überzeugt ſich ſelbſt. Sein durchdringendes Auge ſieht den
Er=
folg der Verbeſſerungen — ſieht auch, was noch fehlt und was.
noch geſchaffen werden kann. Kurz und beſtimmt ſind ſeine
An=
ordnungen, ſeine Fragen treffen den Kernpunkt. Dazwiſchen
köſtlicher Humor. — Wohlwollen und Fürſorge, beſonders für
ſeine alten Krieger. Die ſchlanke nervige Herrſcherhand hält ſtatt
des Degens den Krückſtock, auf den ſich der gebeugte Körper ſtützen
muß. Aber in leuchtender Klarheit beherrſcht ſein Geiſt die
Auf=
gabe, die er ſich geſtellt hat. Friedrichs des Großen Bild leuchtet
heute mehr denn je einem Jedem, der von echter Vaterlandsliebe
beſeelt iſt.
Im Verlage von R. Oldenbourg in München erſchien die dritte
neu=
bearbeitete Auflage des Buches „Unſerer Ruth Lehrjahre” von
Oberſtudiendirektor Dr. Gruber. (Preis in Leinen gebd. 6 Mark.) Der
Verfaſſer dieſes trefflichen Buches begleitet ſeinen Schützling auf ſeinem
Wege vom erſten Lebensjahre bis zum Eintritt in die Geſellſchaft. Das
Elternhaus, die Schule, der erſte Unterricht, Schularbeiten, Ferien,
Um=
gang, Lektüre, höhere Lehranſtalten, gemeinſame Erziehung, religiöſe,
ſoziale und vaterländiſche Erziehung, Abgang von der Schule, Penſionat,
Berufswahl und Eintritt in die Geſellſchaft werden in 19 Kapiteln in
lebendiger und feſſelnder, liebevolles Verſtändnis und ein
warmfühlen=
des Herz für die weibliche Jugend bekundende Darſtellung behandelt.
Eine dankenswerte, zugleich praktiſch verwendbare B=reicherung erhält
das Buch durch die neun Seiten umfaſſende Aufzählung
empfehlens=
werter Lektüre für Mädchen von 9—16 Jahren und durch die beiden
Kapitel über die Berufswahl. Eltern und Lehrern ſei das Buch warm
empfohlen.
W.
Nummer 304
Seite 3
Der Auftakt zu den
franzöſiſchen Senatswahlen.
Der Generalrat der Sozialiſtiſchen Pariei.
Die Beziehungen der Sozialiſien zu den
Radikalen. — Kritik an Poincaré.
EP. Paris, 1. November.
in Paris und beſtätigte zunächſt den Abgeordneten Paul Faure als
Generalſckretär für ein weiteres Jahr. Darauf beſchloß er, vom 1. Ja= Anleihe von 10 Millionen Dollar, die für die
ungar=
nuar 1927 an wieder eine große politiſche Tageszeitung herauszugeben,
deren Chefredakteur der Abgeordnete Loon Blum ſein wird. Nachher in 10 Jahren rückzahlbar und mit 9 Prozent Zinſen zu verzinſen ſein.
kam die Frage der Stellungnahme der Sozialiſten bei den
Senats=
erneuerungswahlen im Januar 19N7 zur Sprache.
Léon Blum hielt eine Rede, worin er die Beſchlüſſe des
Radikalen Kongreſſes von Bordeaux mißbilligte,
der Herriot und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts Poincaré Recht
gegeben hatte. Er erklärte, man habe oft den Sozialiſten ihre
Nichtbeteiligung an der Regierung vorgeworfen. Er ſei
aber überzeugt, daß man dieſe, aufrichtig geſprochen, nicht gewünſcht
habe. Auf alle Fälle habe man ihnen einen dahingehenden Antrag nie
die Radikalen ins Kabinett Poincaré eingetreten ſeien und nachdem
die=
ſes neue Steuern im Betrage von 11 Milliarden Franken und im großen
und ganzen eine weitere Belaſtung der arbeitenden Klaſſe durchgeſetzt
habe, ſei es verſtändlich, wenn in den Beziehungen zwiſchen den
Sozia=
ziehungen mit den Radikalen ſeien heute nicht mehr
möglich, was aber nicht bedeute, daß die Sozialiſten deshalb den
Na=
dikalen den Krieg erklären. Wenn die Radikalenwieder zur
Regierung kämen und ein radikales Programm
durchführen würden, ſo würden die Sozialiſten ſie
weiterhin unterſtützen, aber nur unter dieſer Bedingung.
Léon Blum nahm auch zur Finanzfrage Stellung. Er ſieht voraus,
daß die Politik Poinearés entweder zu einer neuen
In=
flation oder zu einer Beſchränkung des Verbrauchs führen werde. Die
Beſchränkung des Verbrauchs werde aber eine wirtſchaftliche
Kriſe und Arbeitsloſigkeit zur Folge haben. Er ſage zwar
nicht, daß das Land ein ſolche Kriſe nicht überſtehen könnte, man müſſe
aber den Mut haben, zu ſagen, daß dieſe Kriſis hätte vermieden werden
können, wenn das ſozialiſtiſche Programm, nämlich die
Vermögens=
abgabe, durchgeführt worden wäre.
Darauf ergriffen noch mehrere Delegierte das Wort, und es wurden
zwei Entſchließungen eingebracht, von denen die erſte, von Léon Blum,
fordert, daß im erſten Wahlgang der Senatswahlen die Sozialiſten rein
ſozialiſtiſche Liſten aufſtellen ſollen, während im zweiten Wahlgang
der=
fenige Kandidat zu unterſtützen wäre, der am meiſten demokratiſche
Ga=
rantien böte. — Die zweite Entſchließung, von Renaudel, will dagegen
den einzelnen Departementsverbänden der Partei es überlaſſen, welche
Wahltaktik ſie im einzelnen Falle bevorzugen wollen.
Der Generalrat will heute, Montag, vormittag, über dieſe beiden
Entſchließungen abſtimmen.
Frankreichs zum engliſchen Bergarbeiterſtreik.
Der Generalrat der Sozialiſtiſchen Partei hat ſeine geſtern
eröffnete Sitzung heute fortgeſetzt. Die geſtern ernannte
Kom=
miſſion, die eine einheitliche Entſchließung über die Wahltaktik
ausarbeiten ſollte, konnte ſich nicht einigen, ſo daß die beiden
eingereichten Anträge dem Generalrat zur Abſtimmung
unter=
breitet wurden. — Der Antrag Léon Blum, der im erſten
Wahl=
gang rein ſozialiſtiſche Liſten, vorſchlägt, dagegen im zweiten
Wahlgang das Zuſammengehen mit den anderen Linksparteien,
erhielt 2045 Stimmen, der Antrag Renaudel, der den
Departe=
mentsverbänden der Partei anheimſtellen will, welche Taktik ſie
wählen ſollen, 960 Stimmen.
Zu Beginn der Nachmittagsſitzung des Nationalrats der
Sozialiſtiſchen Partei hat dieſer einſtimmig eine Tagesordnung
zugunſten der engliſchen Bergarbeiter angenommen, in der von
den Feſtſtellungen, ausgegangen wird, daß der Mißerfolg des
engliſchen Proletariats ein Mißerfolg für das Weltproledariat führern in eindeutigſter Weiſe klar gemacht, daß keine Aisſicht auf
Bei=
ſei würde, und daß folglich zu fordern ſein werde: 1. daß in
Frankreich eine energiſche Aktion unternommen werde, um die
kämpfenden engliſchen Arbeiter mit Geld zu unterſtützen, und
2. daß die franzöſiſche Sektion vor der geſamten Internationale
dern und intenſiver zu geſtalten und jede weitere Maßnahme zu
ergreifen, und ſie zu unterſtützen. Alsdann hat der Nationalrat
die Beſprechung des Falles Paul Boncour begonnen, d. h. die
Frage zu prüfen, ob ein Sozialiſt eine bürgerlich=franzöſiſche
Regierung im Völkerbund vertreten könne oder nicht.
Dienstag, den 2. November 1926
Vom Tage.
Heute treten in Berlin die Finanzminiſter zu
Beratun=
gen über einen Referentenentwurf zum Finanzausgleich zuſammen.
Ebenſo tritt der Auswärtige Ausſchuß zuſammen. Ferner wird
ſich eine Kabinettsſitzung erneut mit der Erwerbsloſenfrage beſchiftigen.
Der deutſche Botſchafter in Rom, Freiherr von Neurath,
hat Muſſolini die Glückwünſche der deutſchen
Regie=
rung zu dem Fehlſchlag des Attentates zur Kenntnis gebracht.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand hat an
Muſ=
ſolini anläßlich des Mißlingens des gegen ihn gerichteten Attentates
ein Glückwunſchtelegramm gerichtet.
Wie verlautet, verhandelt der ungariſche Finanzminiſter mit einem
Der Generalrat der Sozialiſtiſchen Partei verſammelte ſich geſtern amerikaniſchen Bankenkonſortium über die Gewährung einer
iſche Landwirtſchaft beſtimmt ſein ſollen. Die Anleihe würde
Baldwin hat ſich nach ſeiner Rückkehr nach London mit mehreren
Kollegen im Außenminiſterium über den Grubenkonflikt
be=
ſprochen.
Nach dem amtlichen amerikaniſchen Funkdienſt hat der nach Paris
zumickgekehrte amerikaniſche Botſchafter Herrick von Coolidge den
Auf=
trag erhalten, Poinearé mitzuteilen, daß Frankreich das amerikaniſche
Schuldenabkommen unterzeichmen müſſe.
Die türkiſche Nationalverſammlung nimmt ihre
Arbeiten am 1. November wieder auf und wird u. a. die Pläne
be=
unter Bedingungen gemacht, die annehmbar geweſen wären. Nachdem handeln, gewiſſe Aenderungen in der republikaniſchen türkiſchen
Ver=
faſſung zu beſchließen,
Der perſiſche Botſchafter in Konſtantinopel dementiert offiziell
den Abſchluß eines Sicherheits= und Hilfs=
Bündniſ=
liſten und Radikalen ſich etwas geändert habe. Die früheren Be= ſes zwiſchen Perſien, Rußland, der Türkei und
Afghaniſtan.
Die amerikaniſche Regierung hat beſchloſſen, in
Abeſ=
ſinien einen Geſandſchaftspoſten zu errichten.
In den Vereinigten Staaten nimmt die Wahlkampagne
für die am Dienstag ſtattfindenden Kongreßwahlen die
ge=
ſamte Aufmerkſamkeit der Preſſe in Anſpruch. Zur Diskuſſion ſtehen
nur innerpolitiſche Fragen. Die Außenpolitik wird kaum geſtreift.
Die neue Lage
im engliſchen Bergarbeiterſtreif
Unhaltbare Stellung der Arbeiterſchaft.— Vor
dem Ende des größten Induſtriekampfes?
EP. London, 1. November.
Die 26. Woche des Kohlemſtreiks beginnt unter Anzeichen, die
dar=
auf hinweiſen, daß der größte Induſtriekampf, den
Groß=
britannien je erlebt het, in Kürze mit einer völli en
Nieder=
lage der Arbeiter zu Ende gehen wird. Heute werden voraus=
Der Generalrat der Sozialiſten=Partei ſichtlich die Informatoriſchen Beſprechungen zwiſchen dem Kongreß der
Trade Unions und der Regierung weitergehen. Morgen wird der
Voll=
zugsausſchuß der Bergarbeiterförderation zu einer Disuſſion der in den
verſchiedenen Kohlendisdrikten beſtehenden Tendenzen zuſammentreten.
EF: Paris, 1. Nobember. Gleichzeitig haben die zwölf Transport= und Eiſenbahnerverbände ſich
für oder gegen ein Kohlenbeförderugsverbot zu entſcheiden, worauf
dann Mittwoch die Vollzugsausſchüſſe von 22 dem Kongreß der Trade
Unions angeſchloſſenen Verbänden in dieſer Frage ſowie über eine
all=
gemeine Abgabe zu Gunſten der Bergarbeiter Beſchluß faſſen werden.
Es iſt ziemlich ſicher mit einer glatten Ablehnung in beiden Punkten
zu rechnen. In der morgigen Sitzung des Vollzugsausſchuſſes wird auch
das Datum für die nationale Konferenz der Bergarbeitevdelegierten
feſtgelegt werden, die über die Annahme von Bezirksabkommen beraten
ſoll. Man erwartet die Einberufung für Donnerstag oder F:4ag.
Die Preſſe nimmt allgemein an, daß dieſe Beſprechungen den
Bergarbeiterführer nach dem Fehlſchlag der Bemühungen des
Kriegs=
rates, die wieder arbeitenden Bergleute, zur Rückkehr in den Streik zu
veranlaſſen, den Rückzug aus ihrer unhaltbaren
Stel=
lung ermöglichen ſollen. Die „Morning Poſt” erklärt, vor Ablauf der
Woche würden die Bergarbeiter wiſſen, daß ſie ſich ergeben müßten,
entweder den Grubenbeſitzern oder dem Generalrat der Trade Unions.
— Die „Daily Mail” behauptet, der Generalrat habe den
Bergarbeiter=
legung des Streik=s beſtehe, falls ſie nicht jeden Gedankeki an ein
natio=
nales Abkommen under Beibehaltung der früheren Arbeitszeit aufgeben.
Das Blatt erklärt rund heraus, daß die Beſtrebungen, die Regierung
für einen Vorſchlag zu gewinnen, wonach die Bezirksabkommen eine
den Antrag ſtelle, die in Frankreich begonnene Bewegung zu för= Reihe von nationalen Beſtimmungen enthalten ſollen und die
Regie=
rung einen nationalen Kontrollausſchuß einſetzen ſoll, nur dazu
be=
ſtimmt ſeien, die Bergarbeiterförderation zu retten, und daß daher die
Grubenbeſitzer es ablehnen würden, darüber zu verhandeln.
Am Samstag wurde bekanntgegeben, daß die engliſchen Bahnen
bis zur Sicherſtellung einer genügenden Brennſtoffverſorgung hundert
Züge ausfallen laſſen werden.
Zum Reichstagsbeginn.
Eine Fülle von Aufgaben. / Die Kräfte zwiſchen
Rechts und Links. / Die Möglichkeiten einer
Erweiterung der Regierungsbaſis.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Nach den ſehr ausgedehnten Sommerferien nimmt der
Reichs=
tag am Mittwoch ſeine Beratungen wieder auf. Es wird, wenn
er nur halbwegs ſeine Aufgaben erfüllen will, ein arbeitsreicher
Winter werden. Wir ſind ja bisher ſchon ein ſehr raſches Tempo
der Geſetzgebungsmaſchine gewöhnt, der aber noch das Organiſche
fehlte. Immer noch ſteht auf den meiſten Gebieten die
Ein=
fühlung des Rechtes an die neuen Verhältniſſe aus. Um nur einen
kurzen Auszug zu geben, ſo wäre das Reichsſchulgeſetz, das
Dil=
taturgeſetz, das Arbeitsſchutzgeſetz, das Geſetz über die Arbeitszeit
und die Erwerbsloſenfürſorge, das neue Strafgeſetzbuch, der
Zoll=
tarif, das Geſetz über den Finanzausgleich und den endgültigen
Reichswirtſchaftsrat, ein Programm, das die Zeit eines
arbeits=
fähigen Reichstags für länger als ein Jahr feſtlegen müßte. Aber
die Vorausſetzung iſt dabei immer der arbeitsfähige
Reichstag, ein Parlament, das nicht nur
Partei=
politik, ſondern auch Staatspolitik machen will und
dazu auch die Verantwortung für unpopuläre Maßnahmen
aufſichnimmt. Daran fehlt es aber bei uns in hohem Maße,
und das wird ſich auch im kommenden Winter, wie zu befürchten
iſt, zeigen. Die einzige Hoffnung auf eine verhältnismäßig ruhige
Entwicklung liegt ſchließlich darin, daß die Kräfte zwiſchen
Rechts und Links gerade hinreichend balanciert ſind um
einem Minderheitskabinett der Mitte Gelegenheit zu einer Politik
der kleinen Fortſchritte zu geben. Solange bleibt Zeit, hinter den
Kuliſſen einen Verſuch zur Erweiterung der
Regie=
rungsbaſis zu machen.
Was der Reichskanzler darüber in Erfurt geſagt hat, mag
vom Zentrumsſtandpunkt aus ſehr richtig ſein, beurteilt aber doch
Sonne und Wind nicht gleichmäßig. Das Zentrum hat den
Ehr=
geiz, aus einer inneren Kriſe herauszukommen. Es war
ohne=
hin ſchon gezwungen, die Scheidewand nach links durch die
Vor=
bereitung ſeines Austritts aus dem Reichsbanner ſchärfer
her=
auszuarbeiten. Wahrſcheinlich hat ſich aber gerade deshalb der
Kanzler gehütet, die Möglichkeit einer Verbreiterung der
Regie=
rung nach rechts hin anzudeuten. Und darin ſteckt das Falſche
ſeiner Rechnung. Wie die Dinge liegen, ſind das Zentrum
und die Demokraten für eine Zuſammenarbeit
mit den Deutſchnationalen nicht zu haben. Sie haben
nur Sehnſucht nach den Sozialdemokraten, und die Deutſche
Volkspartei hat keine Veranlaſſung, da ein prinzipielles Nein zu
ſagen. Sie verlangt nur, daß, wenn ſolche Verhandlungen
ge=
führt werden ſollen, ſie von der Aufſtellung eines
Arbeitspro=
gramms ausgehen, das der neuen Regierung wenigſtens für ein
halbes Jahr Sicherheit bietet. Bei den Sozialdemokraten kämpfen
die Geiſter miteinander. Der rechte Flügel möchte in die
Regie=
rung hinein, der linke möchte nicht, weil er aus parteitaktiſchen
Gründen die Veranwwortung für ſozialpolitiſche Maßnahmen, die
im kommenden Winter vielleicht unvermeidlich werden, nicht auf
ſich nehmen will. Auch der „Vorwärts” benutzt jede Gelegenheit,
um von der Regierung abzurücken und der Sozialdemokratie die
Stellung einer Partei zu ſichern, die nicht in der Regierung ſitzt,
aber alle Vorteile einer Regierungspartei durch den Einfluß ihrer
Mandate erzwingt. Wenn alſo nicht ein ſtarker Umſchwung
in=
nerhalb der Sozialdemokratie hier plötzlich einſetzt, iſt damit zu
rechnen, daß die Sozialdemokraten die Verhandlungen über einen
Eintritt in die Regierung ablehnen. Die Folge davon wird
ſein, daß dann eine Verſtändigung über ein Arbeitsprogramm
un=
möglich iſt, weil die Gegenſätze ſozialpolitiſcher und
finanzpoli=
tiſcher Art zu groß ſind. Trifft das aber zu, dann verlangt die
Deutſche Volkspartei das Recht, daß nun aber auch mit den
Deutſchnationalen, verhandelt wird, die keinen Zweifel
darüber gelaſſen haben, daß ſie zur Uebernahme der
Verantwortlichkeit bereit ſind. Mag ſein, daß auch
hier ein Regierungsprogramm nicht aufzuſtellen iſt. Jedenfalls
müßte es aber verſucht werden, wenn das Zentrum und die
De=
mokraten ſich nicht nachſagen laſſen wollen, daß der
Parlamenta=
rismus für ſie nur in dem Zuſammengehen mit Parteien beſteht,
die ihnen aus beſonderen Gründen ſympathiſch ſind. Denn die
Arbeit mit wechſelnden Minderheiten läßt ſich doch für eine
Min=
derheitsregierung nur eine beſtimmte Zeit fortſetzen, bis eine der
Flügelparteien die Gelegenheit zur Kriſis und zum
nachfolgen=
den Wahlkampf für günſtig hält. Das tun die Sozialdemokraten
gerade nach dem Wahlergebnis von Sachſen heute noch nicht. Die
Deutſchnationalen haben vermutlich auch kein Intereſſe daran,
Winterwahlen zu machen. Bis in das Frühjahr hinein könnten
alſo Seiltänzerkunſtſtückchen die Regierung halten, länger aber
nicht.
* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Montag, den 1. November 1926.
2. Sinfonie=Konzert.
F. N. Ein klaſſiſch=romantiſcher Abend für Antimoderniſten.
Roſenſtock, früher uns ſaſt nur als Dirigent und Interpret
neueſter Kunſt entgegentretend, nun als abgeklärter Führer auf
dem Siegeszug durch die älteren Konzertwerke. Und er führt gut
und mit einer ſolch überlegenen Beherrſchung des klaſſiſchen
Stils — an den Mozartſchen Opern und dem „Fidelio” erfuhren
wir es ja längſt —, daß man faſt glaubte, einen Dirigenten der
alten Schule vor ſich zu haben. Echte Muſizierfreudigkeit,
liebe=
volle Hingebung auch an ſcheinbar geringfügige Kleinigkeiten
geben ihm ſo das rechte Verhältnis zu Mozart und Haydn. Oder
iſt es vielleicht auch die Wendung zu einem neuen Objektivismus,
der durch die neueſte Kunſt geht, die Abkehr von dem allzu ſehr
von Gedanken und Empfindungen Belaſteten von geſtern, die
Wiederentdeckung des Muſikantiſchen, was uns ebenſo vorwärts
wie rückwärts zu Händel und Mozart treibt?
Noch vor wenigen Jahren traf man Serenaden und
Diverti=
menti von Mozart faſt nie auf den Programmen von
Sinfonie=
konzerten, ſie ſchienen zu unbedeutend, zu anſpruchslos, zu wenig
pathetiſch. Heute freuen wir uns von Herzen an der
Voraus=
ſetzungsloſigkeit einer ſolchen Suite von Mozart, in der noch
einmal der Geiſt des 18. Jahrhunderts, die Luſt am Tanz= und
Charakterſatz, die Freude am konzertierenden Gegenſpiel
ver=
ſchiedener Gruppen im Gegenſatz zum Ganzen ſich auslebt. Wir
geſtehen freilich, daß gerade für ein derartiges Werk das Kleine
Haus einen noch beſſeren Rahmen abgibt und wären dankbar,
wenn dort zuweilen Kammerorcheſter=Konzerte ſtattfinden würden.
Die Ausführung des Divertimento entſprach ganz ſeinem
Geiſt. Grazie und feiner Konverſationsgeiſt, Herz und doch
leich=
tes Blut beherrſchen ihn. Weit fortſchrittlicher im Sinn der
Ent=
wicklung nach dem klaſſiſchen Stil hin iſt das D=Dur=
Violoncell=
konzert von Haydn. Im Gegenſatz zu der ſehr flüſſigen
Tempo=
nahme bei Mozart wurde es ſehr gemeſſen und faſt würdevoll
geſpielt und wirkte durch die Schönheit der Gedanken wie durch
den überaus klaten Aufbau. Vom Orcheſter ſehr rückſichtsvoll
begleitet, wirkte als Soliſt Hans Münch=Holland aus
Leip=
zig, der als Könner und als Künſtler ſich wärmſte Sympathien
erwarb. Geſtattet ihm ſein Inſtrument auch keinen beſonders
großen Ton, ſo iſt die Klarheit und techniſche Sauberkeit ſeines
Spiels, verbunden mit der feinen dynamiſchen Abftufung
beſon=
ders nach den verſchiedenen Nüancen des piano hin, ganz
hei=
vorragend, ebenſo die Natürlichkeit und ungekünſtelte Wahrheit
des Vortrags. Ganz beſonders ſchön war der Mittelſatz, in dem
die Wärme der Empfindung am ſtärkſten hervortrat,
Faſt noch bedeutſamer erſchien uns der Vortrag der
Cello=
ſuite in D=Moll von Max Reger, eines der ſpäten und ganz
be=
ſonders abgeklärten Werke des Meiſters, das von wahrhaſt
klaſſi=
ſcher Vollendung iſt. Reger, der trotz ſeines ganz modernen
Empfindens am weiteſten Zurückblickende unter den
Spätroman=
tikern, formt in den vier Sätzen derart meiſterhaft, fühlt ſich in
den Sinn der alten Suite derart genial ein, daß er der erſte
Komponiſt iſt, deſſen Namen man in dieſen Formen neben den
Bachs ſtellen kann. Und von der gleichen Vollendung und
Ab=
klärung wie die Kompoſition war auch ihre Wiedergabe, durch
die ſich der noch junge Künſtler in die Reihe der beſten und
an=
erkannteſten Meiſter ſeines Inſtrumentes ſtellte. Möge er die
Echtheit und Wahrheit ſeiner Empfindungskraft nie vertauſchen
mit der Effekthaſcherei des muſikaliſchen Amerikanismus, gegen
den deutſche Muſikalität energiſch den Kampf aufnehmen muß.
Zuletzt erklang die vierte Sinfonie von Johannes Brahms,
der für Reger in ſeinem Zurückſchauen auf alte Formen eines
der ſtärkſten Vorbilder war. Hat doch kein Romantiker ſich ſo
eng wie Brahms an die thematiſche und motiviſche
Durchfüh=
rungs= und Steigerungstechnik Beethovens angelehnt wie er
(erſter Satz), fühlen wenige ſo ſtark den Geiſt des Scherzos nach
(dritter Satz), ja, die Anklänge an die alten Kirchentonarten
(zweiter Satz) und die ſtrenge Nachahmung der alten
Variations=
form der Paſſacaglia im letzten Satz, der aus lauter
Verände=
rungen über einem nur acht Takte langen Baßthema beſteht,
führen ihn noch weiter zurück. Und doch nirgends hiſtoriſche
Nachahmung, ſondern überall innere Notwendigkeit, die den
ſchwerblütigen Frieſen zu dieſen Ausdrucksmitteln führt. Die
Aufführung gab wieder Veranlaſſung, den ſicheren Willen und
die fabelhafte Einfühlungskunſt unſeres Roſenſtock zu bewundern.
Einzig und allein das Hauptthema des erſten Satzes ſchien uns
für Brahms etwas zu flüſſig aufgefaßt, wenigſtens ſind wir
durch die Tradition eines Steinbach gewöhnt, ſchon bei Beginn
im ptrotz aller Unruhe etwas von der Schwere zu ahnen, die ſich
ſpäter in der kanoniſchen Führung von Bäſſen und Violinen
entlädt. Ganz herrlich kam der zweite Satz zur Geltung, in
äußerſter Klarheit erſtanden die zahlreichen Gegenſtimmen. Auch
der eigenwillige Humor des Allegro gioeoso und die elementare
Wucht des Schlußſatzes kamen zu ſtärkſter Wirkung. Der ſtarke
Beifall, der ebenſo wie dem Soliſten auch Roſenſtock zuteil wurde,
möge dieſem zeigen, wie dankbar man es empfindet, daß er die
Kunſt bei uns auf einer Höhe hält, die einen Dilettantismus, wie
er in mittleren Städten ſo leicht zur Herrſchaft gelangen kann,
unmöglich macht. Der überaus ſtarke Widerhall. den die von
ihm geleiteten Aufführungen während der Reichsſchulmuſikwoche
überall in Deutſchland in der Preſſe fanden, bewies dies aufs
deutlichſte.
4Herbſikonzert im Feſiſaal der Turngemeinde.
Wir haben in Darmſtadt verſchiedene leiſtungsfähige
Männer=
geſangvereine, welche ihren Rang dem vorzüglichen
Stimm=
material und dem Führertalent ihrer Dirigenten verdanken. Zu
dieſen Vereinen gehört der „Liederzweig”, und zu dieſen
Dirigenten gehört der Chormeiſter Wilhelm Etzold. Man
kommt zu den Konzerten des „Liederzweig” ſtets mit nicht
ge=
ringen Erwartungen und freut ſich immer wieder, daß dieſe
Er=
wartungen voll und ganz erfüllt werden. So war es auch
dies=
mal. Die ausgezeichnet klingenden Stimmen der Sänger ſind
von Herrn Etzold zu einem eindrucksvollen Ganzen
zuſammen=
geſchweißt. Und neben der Fülle des Tons beſticht immer wieder
die muſtergiltige Ausſprache und die Plaſtik des Vortrags. Die
Darbietungen der Sänger beſtanden in zwei Männerchören von
Fr. Abt, „Sonntags= und Waldandacht”, „Morgenlied” von Ritz,
„Die Hütte” von Kaun und dem in prächtiger Klangfülle das
Konzert beſchließenden „Es maß doch Frühling werden” von
Brambach, einem harmoniſch nicht einfachen, durch die ewigen
Textwiederholungen (dem Schmerzenskind der
Männerchorlite=
ratur) in ſeiner Geſamtwirkung beeinträchtigten, aber zum Schluß
glänzend geſteigerten Werke, welcher — wie alle Darbietungen —
lauten und wohlverdienten Beifall des den Saal ganz füllenden
Publikums fanden. Herr Etzold verſteht gute Programme zu
machen, ſie ſind alle auf einen einheitlichen Ton geſtimmt und
wecken bei der Zuhörern nach Auswahl und Durchführung
Ver=
ſtändnis und Behagen. Umrahmt waren dieſe Chordarbietungen
von dem immer ſympathiſchen Schnurrbuſch=Quartett.
den Herren: Schnurrbuſch, Jäger, Horn und
Klam=
mer, welche in ihrer liebenswürdigen und unaufdringlichen Art
ein Streichquartett von Haydn und zwei für Streichquartett
arrangierte Stücke von Grieg und Raff brachten, dem Publikum
ſo zu Dank, daß eine kleine „Schubert=Zulage”, folgen mußte.
Der junge Darmſtädter Sänger J. Hermann, früher Schüler
der Geſangspädagogin Fräulein Weber und jetzt in der
neu=
gegründeten Opernſchule der Städtiſchen Akademie (Geſangsklaſſe
Profeſſor Beines) war als Soliſt tätig. Er zeigte in zwei
Bal=
laden des in Darmſtädter muſikaliſchen Kreiſen wohlbekannten,
jüngſt verſtorbenen Geheimrat Steinfeld, ebenſo wie in Liedern
ſeines Meiſters Beines, deſſen zum Teil ganz reizende Lieder in
der letzten Zeit zu unſerer Freude öſter gehört werden, daß er
auf dem beſten Wege iſt, die Hoffnungen, die ſeine Lehrer an
ſeine Ausbildung knürfen, zu erfüllen. Stimme und Vortrag
entwickeln ſich prächtig. Dieſer Meinung waren geſtern auch alle
Leute, denn ſie dankten dem jungen Baritoniſten und ſeinem
vorzüglichen Begleiter, Herrn Profeſſor Beines, durch rau=
ſchenden Beifall.
O.
[ ← ][ ][ → ]Seite 4
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Berliner Thoirh=Verhandlungen.
Eine deutſche „Befreiungsanleihe.
* Berlin, 1. Nov. (Priv.=Tel.)
Heute nachmittag trat in Berlin der interminiſterielle
Aus=
ſchuß, beſtehend aus dem Außen=, Finanz= und
Wirtſchaftsmini=
ſter zuſammen, um die Unterſuchungen von den verſchiedenen
Reſſorts über die Durchführung des Thoiry=Planes
gegeneinander abzuwägen und zu verwerten. Führend in dieſem
Ausſchuß iſt der Reichsaußenminiſter, der von ſeiner Krankheit
wieder geneſen iſt und der auch morgen im Auswärtigen
Aus=
ſchuß des Reichstags über den Stand der Dinge berichten wird.
Vermutlich ſind alle dieſe Verhandlungen, vor allem die
Bera=
tungen des Thoiry=Ausſchuſſes geheim. An dem
offiziellen Standpunkt der Regierung, wie er immer wieder von
den zuſtändigen Stellen unterſtrichen wird, hat ſich nichts
ge=
ändert.
Es handelt ſich, um es noch einmal kurz zu ſagen, um die
Grundfrage, wie man für Frankreich eine für ſeine
Währungs=
ſtabiliſierung erforderliche Summe flüſſig macht, um von
Frank=
reich, von dem ein gleiches Entgegenkommen im Intereſſe der
Be=
friedung Europas erwartet wird, die Zurückziehung der
Be=
ſatzungstruppen aus dem Rheinland zu erhalten. Das einzig
Poſitive, das über die Technik des Planes bisher bekannt iſt, iſt
die Mobiliſierung eines Teiles der Dawesobligationen. Wie das
geſchehen ſoll und welche Konſequenzen finanzpolitiſcher Natur
eine ſolche Mobilmachung nach ſich zieht, iſt das Problem, das die
Reſſorts beſchäftigt. Leider iſt, wie ſchon ſo oft, auch jetzt wieder
Paris der Teil, der die Oeffentlichkeit informiert, und zwar
beſſer als die deutſchen Amtsſtellen. Es iſt wiederholt darauf
hingewieſen worden, wie leicht derartige Pariſer Informationen
geeignet ſind, auch die Oeffentlichkeit irrezuführen, ohne daß eine
erfolgreiche Gegenwirkung von deutſcher Seite aus gleich zur
Hand wäre.
So weiß heute wieder der Berliner Korreſpondent des
„Perit Pariſien” über drei Projekte zu berichten, die die
deutſchen Finanzſachverſtändigen ausgearbeitet hätten, von denen
das erſte den Verkauf von
Eiſenbahnobliga=
tionen, das zweite eine deutſch=franzöſiſche
Anleihe unter Verpfändung der
Eiſenbahn=
obligationen und das dritte eine ſogenannte
deutſche Befreiungsanleihe zur Grundlage hat. Der
Korreſpondent bringt dabei Zahlen von recht phantaſtiſcher Höhe.
Er errechnet einen Finanzbedarf Frankreichs von zwei
Mil=
liarden und dafür eine Veräußerung von ſechs Milliarden
Obli=
gationen, bei einem Ausgabekurs von 72 Prozent, was bei einem
Zinsſatz von 5 Prozent und unter Annahme von hohen
Bank=
proviſionen vielleicht richtig gerechnet wäre — wenn die
Voraus=
ſetzungen ſtimmten. Aber bei den Einzelheiten braucht man ſich
nicht aufzuhalten. Intereſſanter ſcheint, daß der Verbauf der
Obligationen, um den Finanzbedarf Frankreichs, von übrigens
nur einer Milliarde Franken, zu decken, als ſolcher nicht mehr
ſehr ausſichtsreich iſt, zumal Frankreichs Anteil darum nur
52 Prozent beträgt.
Auch der zweite Vorſchlag einer gemeinſamen deutſch=
fran=
zöſiſchen Anleihe iſt bereits früher als unannehmbar bezeichnet
worden. Auch hier iſt vor allem zu berückſichtigen, daß eine
ſofortige Finanzhilfe für Frankreich nur im
Nahmen des Dawes=Programms, bzw. der darin
niedergelegten Belaſtungen des Reiches gewährleiſtet
wer=
den kann, zumal da eine Endſumme für die Reparationen
über=
haupt noch nicht feſtſteht, und es eine ſehr komplizierte Frage
wäre, wie die Anſprüche der übrigen Reparationsgläubiger unter
dieſen Umſtänden befriedigt werden ſollen. Ganz abgeſehen von
der Frage der Garantierung einer ſolchen Anleihe, die doch von”
beiden Parteien übernommen werden müßte.
Demgegenüber ſcheint eine Löſung noch verhältnismäßig
ein=
fach, die der Berliner Korreſpondent als deutſche „
Be=
freiungsanleihe” bezeichnet, die aber keineswegs ſo
auf=
gefaßt werden kann, als ob eta Deutſchland nun allein und auf
einen Schlag den Finanzbedarf Frankreichs aus ſeinem Etat
her=
auswirtſchaften könnte. Das genannte Blatt ſpricht bereits
da=
von, daß ſich bei dieſem Plan eine ſtarke
Auslandsbetei=
ligung als notwendig erweiſen würde. Aber auch auf
dieſes Projert kommen die Grundſätze zur Anwendung, die zum
Teil für eine deutſch=franzöſiſche Anleihe gelten, daß nämlich die
flüſſig zu machende, durch eine deutſche Anleihe zu garantierende
Zahlung ſich im Rahmen, der deutſchen Geſamtverpflichtungen
hält und die Höhe dieſer Geſamtverpflichtung erſt einmal
feſtge=
ſetzt werden müßte. Die Zahlung würde ſich alſo als eine Art
Vorſchuß auf die an Frankreich im Laufe der Jahre zu zahlende
Reparationsleiſtung darſtellen, und wenn ſich Deutſchland alle
Mühe gibt, Frankreich früher als im Dawesplan vorgeſehen in
den Genuß eines Teiles der Reparationszahlungen zu ſetzen,
dann kann das natürlich nicht geſchehen, ohne daß Frankreich vor
Ablauf der Räumungsfriſten die Rheinlande räumt, was es
ebenſo nach dem Verſailer Vertrag erſt nach Erfüllung der
deut=
ſchen Verpflichtungen tun kann und was es eigentlich tun müßte,
wenn das Garantieabkommen von Locarno überhaupt einen
Sinn haben ſoll.
Es iſt zweifellos, daß derartige Projekte in den Vorarbeiten
der Reſſorts eine Rolle ſpielen, obgleich betont werden muß, daß
es ſich hier nur um Erwägungen handelt, die vielleicht aber wur
den Charakter eines „Referentenentwurfes” tragen. Vor allem
ſind ja auch noch viele Vorfragen zu klären, und alles in allem
iſt die Zuſtimmung des Reparationsagenten, der
Reparations=
gläubiger und des internationalen Großkapitals erforderlich,
während Frankreich in jedem Falle das Waſhingtoner
Schuulden=
abkommen wird ratifizieren müſſen. Daneben ſind aber politiſche
Konzeſſionen Deutſchlands ganz ausgeſchloſſen. Und ſo erfreulich
es iſt, wenn Herr Sauerwein im „Matin” von der Notwendigkeit
der Rheinlandsräumung ſpricht und feſtſtellt, daß eine
deutſch=
franzöſiſche Zuſammenarbeit die Mitarbeit Italiens bei dieſer
Friedenspolitik abſolut nicht ausſchließt, ſo ſehr wird man ſich
dagegen wehren müſſen, daß dieſer Briand=Offizioſus mit der
Idee der Locarniſierung ganz Europas, doch wieder politiſche
Zugeſtändniſſe Deutſchlands hineinſchmuggeln möchte,
Konzeſſio=
nen, die Deutſchland auf gar keinen Fall wird machen können.
Eine Boiſchaft der Generals Kondylis.
Aus Athen wird gemeldet, daß der General Kondylis eine
Botſchaft an das griechiſche Volk im Hinblick auf die
Parlaments=
wahlen am nächſten Sonntag erlaſſen hat. Er erklärt darin, daß
ſeine Regierung nur ausnahmsweiſe verfaſſungswidrige
Maß=
nahmen ergriffen habe. Sie wollte dadurch in erſter Linie die
Freiheit des Volkes in der Zukunft ſicherſtellen und diejenigen,
die dieſe Freiheit verletzten, beſtrafen. Das Ziel der Regierung
beſtehe darin, das normale parlamentariſche Leben
wiederherzu=
ſtellen, und dieſes Ziel würde durch die Wahlen erreicht werden.
Nachklänge zum Landsberger
Fememordprozeß.
Severing und Geßler.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die große Polemik, die ſich an die Landsberger
Fememord=
prozeſſe anſchließt, geht ihren Weg weiter. Herr Severing, der
ehemalige ſozialdemokratiſche Innenminiſter Preußens,
veröffent=
licht im „Montag Morgen” eine ewas gewundene Erklärung,
worin er um die Dinge herumredet, aber doch jede Kenntnis der
Arbeitskommandos leugnet, während der Reichswehrminiſter im
„Berl. Tageblatt” das Gegenteil behauptet. Er weiſt darauf hin,
daß die Arbeitskommandos ja durchaus legal waren, und daß die
preußiſche Regierung von der Errichtung und der Tätigkeit der
Arbeitskommandos Kenntnis hatte. Im übrigen wird
wahr=
ſcheinlich das Gericht noch Gelegenheit haben, ſich mit der Sache
zu beſchäftigen. Der „Montag Morgen” bringt ein ſehr großes
Bild, worin er unter den Angeklagten von Landsberg auch den
Schatten des Reichswehrminiſters aufführt und außerdem
hinzu=
fügt: „Unter den Angeklagten fällt beſonders die Abweſenheit
des Reichswehrminiſters auf”. Auch uns ſcheint, als wenn mit
dieſem „Witz” die Vorausſetzungen des Republikſchutzgeſetzes
ge=
geben ſind, und man um ein amtliches Eingreifen wohl nicht
herumkommt.
Der neue Preſſechef.
* Berlin, 1. Nov. (Priv.=Tel.)
Die offizielle Ernennung des neuen Untergeneralſekretärs
beim Völkerbund, Dufour wird vermutlich noch bis Anfang
Dezember dauern. In amtlichen Kreiſen überlegt man zurzeit,
ob es nicht zwechmäßig iſt, Herrn Dufour, da die Ernennung doch
nur eine Formſache iſt, zu beurlauben, weil ſein Platz, der mit
ſeinem Weggang nach Genf frei wird, für den jetzigen
Reichs=
preſſechef gebraucht werden ſoll und es nicht wünſchenswert iſt,
die Neubeſetzung des Poſtens des Reichspreſſechefs mitten in
der parlamentariſchen Höchſtſaiſon vorzunehmen. Herr Dr. Kiep
wird alſo vermutlich in kurzer Zeit aus ſeiner Stellung
ausſchei=
den und nach London gehen.
Ueber ſeine Nachfolgeſchaft war ein ſtarker Wettkampf
zwi=
ſchen Zentrum und Sozialdemokvaten ausgebrochen. Man
be=
hauptet neuerdings, daß das Zentrum ſeine vermeintlichen
An=
ſprüche auf dieſen Poften aufgeben und ſich damit abfinden will,
wenn der bisherige Miniſterialdirigent Dr. Zechlin, der ſich
den Sozialdemokraten zuzählt, die Leitung der Preſſeabteilung
der Reichsregierung übernimmt, unter der Vorausſetzung, daß
dann die Stelle des Dirigenten der Abteilung, die einen
ausge=
ſprochenen Beamtencharakter darſtellt, für das Zentrum reſerviert
bleibt. Hier ſoll Herr v. Brentano, der bei der Botſchaft in
Rom ſitzt und auch ſchon für Genf genannt war, die meiſten
Ausſichten haben.
Die
BeroftMeahenen
ſind eingetroffen!
Fabrikate ſind und bleiben unerreicht!
Beſſchtigen Sſe ohne ſede Kaufverpflichtung
die Rieſen=Auswahl aller Blegle=Artikel
Knaben=Sweater und Sweater=Anzüge
Mädchen=Sweater und Sweater=Kleider
Knaben=Weſien + Einzelne Hoſen + Einzelne Röcke
Immer wieder beliebt, weil unverwüſflich
Blegle’s Knaben=Anzug
für Haus und Schule, in ſchönen, neuen Farben und Formen
Herren= und Damen=Weſien
Neu! — Pullover — Neu!
entzückende Neuheiten
Schlupfhoſen
in reicher Auswahl
Preisliſte bereitwilligſt
Bitte Schaufenſter beachten
Alleinverkauf für Darmſiadt
15971
Theodor Kalbfuß
Markiplatz
am Rathaus
Wohnungstausch
Geboten:
(*28945) Eite7
desuchk:
7 Zimmer-Wohnung 5 Zimmer-Wohnung
im Tintenvierte
Zimmer-Wohnung
Zentrum
2X5 Zimm.-Wohn.
am Bahnhof jeder
Komfort
Zimmer-Wohnung
Mühlstraße sehr groß,
billige Friedensmiete
in gieicher Lage
3—4 Zimm.-Wohn.
gleiche Lage
1X6 Zimm.-Wohn.
gute Wohnlage
1X5 Zimm.-Wohn.
im Johannieviertel
4 Zimmer-Wohnung
im Johanniveiertel
Ferner suchen wir sofort für nur sehrl
za lungefähige Mieter beschlagnahmefreie
Wohnungen jed. Größe. Anmeld jed. Tag
Eberbardt, Tausch-Abt.
Karlstraße 3/ Tel. 685 / Forstmeisterstraße 14
Möbl
Wohnung
3 Zimmer u. Küche
ungeſt., abgeſchloſſ.
in guter Lage, ſofort
zu vermieten. Angb
34 Gſchſt. (*2889;
Lagerräume
Autogarage
große u kleine, auchk
f. Geſchäfts= u.
Lager=
räume geeignet, zu
verm.
Heidelberger=
ſtraße 25, pt (*2895
Riesſtr. 55, II, gut
möbl Zim m. elektr.
Licht, evtl. Penſion,
zut vermiet. (*28880
Vornehm möbl.
Zimmer
ſofort beziehb.
Hügel-
ſtr. 15, Lad. (12543a
Hügelſtr. 2, II.: gut
Wohn= und Schlafz.
ofort zu vermieten.
*28578eim)
Dieburgerſtr. 158, b
Alken, 2 ſch. niöbl Z
z vm., el. L.u Zentr.
Heiz,Villa /228813gid
Ahaſtraße 24, I. r.
möbliertes Zimmer
zu verm. (28753
H=inrichſtr. 19.
Erd=
geſchoß, 2 hübſche
möbl. Zimmer mit
Zentralheiz zuſamm.
an einzelnen Herrn
oder Dame zu
ver=
mieten. ( 28365di
beidelbergerſtr. 43,
1 Stock. großes, gut
möbl. Wohn. u. Schlaf
zim. m elektr. Licht,
Kachelofen, Telephon
im Hauſe, ſofort zu
vermieten. (*2e888
zu vermiet (* 8*25) Schwauenſtr 32, I
rankfurterſtr. 32,p, ſchönes, ſep. Zimmer
möbl. Zim z. v. (*28887 zu vermieten, (*28997
großes möbl. Zimm.
im Zentrum d. Stadt
zu vermiet. ( 2878 Heinrichſtr. 48, part.,
Herren= u. Schlafzim
evtl Einzelz m.elektr
Licht, ſep Eing., auch
Küch enben., ſofort z1
vermieten (228483 Cliſabethenſtr. 49 Ht.
2. St. k. Arbeiter Koſt
u. Wohg. erh. (*28946 Wienerſtr. 79. Geriſch,
klein möbl. Zim. mit
el L. z. verm. /*28917 Am Crlenberg 11
gut möbl. Wohu= u
Schlafzim. per ſofert,
(* 8922ids) Schleſermacherſt. 18,
III., bei Freymann,
möbl Bim. z v. / 2391( Farl r.80, I, einfah
möbl. Zimn an jg Kfm.
ſof. zu verm. (*28886 Grafenſtr. 31, 2. St.,
1—2 gut möbl. Zim.
m. el, Licht zu vm
(*28983) Lauteſchlägeritr. 12,
möbl. Zimmer zu ver=
mieten. (*98949 Nranichſteinerſt. 57, I.
unweit d Hochſchule,
ſchön., gemütl. Zim.
zu verm. 28958 Wilhelminenſtr 35, I.
gut möbl. Zim. z vm.,
Bad, elektr. L., Zele=
phon vorh. ( 28953 Grafenſtr. 37, 1. St.,
möbl. Zim. m. el. L. u.
Manſaroe zu verm.
(*28961) Heinrichſtr. 40, II.,/ Beſſ. möbl. Schlaf=
2 gut möbl. Zimmerlu. Wohnzim. an be=
Wohn= u Schlafz.) rufstät Derren auf
mit el Licht, Schreib= 24 unſch mit Penſion,
tiſch u. Bücherſchrank ſofort zu verm. Gefl.
an ruhig. ſolid Herrn/ Angeb. u. B S6an die
oder berufst. Dame Geſchäftsſt. 289691
Originalgrosse
ein Tackchen WKIGLETK.-Kau-
Bonbons — man kann sie bequen in
in der Westentasche tragen.
Diese aus den besten Kohmatenalien
her-
gestellten einzigartigen Kau-Bonbons
reinigen Mund und Zähne; sie verleihen
dem Atem dauernd angenehmes Aroma,
wirken appetitanregend und fördem die
Verdauung.
Von vielen Aerzten und
Zahnärzten empfohlen!
Päckchen — 4 Stück — 10 Pf. Ueberall erhältlich!
MTIIOAA
WRIGLEY AKTIEN-GESELLSCHAFT. FRANKFURT A.M
Kaſinoſtr. 10, II.
zentr. Lage, gr. möbl
Zim m. el. Licht u.
gut heizb Ofen z. vm
( 29001)
Roßdörferſtr. 4, pt.
1 ſchön u öbl Zimm
ſep. Eing, Halieſtelle
der El. Bahn, ſofor
zu verm. ( 29714
Wittmannſtr. 25, II .
3 möbl. Zimmer
m. Küchenben. z. vm
(228927)
Jacobiſtr. 39, nächſt
der Pallaswieſenſtr,
gut mübl. Zim mnit
elekir Licht ſofort zu
vermieten. (*29000
Nummer 304
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 2. November.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde: am 25. Oktober 1926: die
Lehrerin an der Volksſchule zu Finthen, Kreis Mainz, Anna
Hillen=
brand auf ihr Nachſuchen wegen geſchwächter Geſundheit vom 1. Nov.
1926 ab.
— Heſſiſches Landestheater. Die nächſte Wiederholung von Bertolt
Brechts lebhaft umſtrittenem und beſprochenem Luſtſpiel „Mann iſt
Mann” mit Generalintendant Ernſt Legal als Galy Gay iſt für
morgen, Mittwoch, abends 7½ Uhr, im Großen Haus angeſetzt. Wie
bereits mitgeteilt iſt, an das Landestheater die Einladung ergangen, mit
dem Werk im Frankfurter Schauſpielhaus zu gaſtieren. Die Aufführung
wird als erſtes der angehindigten Austauſchgaſtſpiele mit den
Frank=
furter Städtiſchen Bühnen am Mittwoch, den 24. November, ſtattfinden,
während an dieſem Abend das Frankfurter Schauſpielhaus Paul
Korn=
felds neueſtes Werk „Kilian” im Landestheater zur Aufführung
bringen wird.
Am Samstag, den 6. November bringt das Landestheater im
Kleinen Haus drei intereſſante Erſtaufführungen: zu Beginn, das
„Perſiſche Ballett” von Egon Welleſz, einem der eigenartigſten
unter den modernen Tondichtern, der — ein Schüler Arnold Schönbergs
und in deſſen Bahnen ſich bewegend — weſentlich durch ſeine an vielen
Bühnen aufgeführte Oper „Alkeſtis” ſich einen Namen geſchaffen hat,
und mit dem oben erwähnten Ballett überhaupt zum erſten Male in
Darmſtadt zur Aufführung kommt; hierauf folgt die einaktige Oper
„Apollo und Hyazinth”, eine lateiniſche Komödie, die der
zwölfjährige Mozart komponiert hat und die bisher nur wenig gegeben
wurde. Den Schluß des Abends bildet ein Ballett nach Pergoleſe „
Pul=
einella” von Igor Strawinsky. Die muſikaliſche Leitung des
Abends liegt bei Kapellmeiſter Paul Gerhard Scholz, der auch die
Bühneneinrichtung der Mozartoper geſchaffen hat, die Bühnenleitung
hat Oscar Fritz Schuh, die choreographiſche Ausgeſtaltung beſorgt
Manda von Kreibig.
Es wird noch einmal beſonders darauf hingewieſen, daß die
Auf=
führung „Der Raub der Sabinerinnen” am Donnerstag, den
4. November, im Kleinen Haus ausnahmsweiſe denjenigen Mietern der
Miete C zugeteilt iſt, die keine Zuſatzmiete haben. Ihnen wird
die Eintrittskarte zu dieſer Vorſtellung durch die Poſt überſandt. Die
übrigen C=Mieter, denen das Werk bereits am 17. Oktober zugeteilt war,
erhalten für die ihnen entgehende Vorſtellung am Donnerstag
dem=
nächſt eine Erſatzvorſtellung.
— Goethes nationale Sendung. Die Volkshochſchule veranſtaltet in
dieſem Winter eine Vorleſung zur Einführung in Goethes
Weſt=
öſtlichen Divan. Mit wundervoller Unterordnung unter dieſen
Stoff verſtand es die Dozentin, Fräulein Eva Meyer, in der erſten
Doppelſtunde aus Tagebüchern, Geſprächen und Briefen Goethes
leiden=
vollen Anteil an dem Deutſchtum der napoleoniſchen Zeit und der
Frei=
heitskriege den Zuhörern gegenwärtig zu machen; der durch die
Erleb=
niſſe unſerer eigenen Zeit erſt voll verſtändlich wird. Die erſte
Vor=
leſung ſchloß mit dem Feſtſpiel „Des Epimenides Erwachen”, der
dichte=
riſchen Tat, durch die ſich Goethe den Weg fvei machte zu dem neuen
Hoffen, das in den Gedichten des Weſtöſtlichen Divans ſeinen Ausdruck
fand. Der Kurſus, deſſen Beſuch auf angelegentlichſte empfohlen werden
kann, findet an jedem Mittwoch, abends 8½4—10 Uhr im Hörſaal 258
der Techniſchen Hochſchule ſtatt.
PA. Lutherfeſtſpiele. Die erſte Wiederholung des Grafſchen
Luther=
ſpiels „Der Prophet” fand am Sonntag abend vor nahezu vollbeſetztem
Hauſe ſtatt. Für Montag abend iſt eine Sondervorſtellung eingeſchoben
worden, die nur für die hieſigen Volksſchulen beſtimmt iſt. Die nächſte
Aufführung findet alsdann Dienstag, den 2. November abends
7½ Uhr, ſtatt. Bemerkt ſei bereits an dieſer Stelle, daß der Beginn der
Feſtvorſtellung am nächſten Sonntag nunmehr mit Rückſicht auf die
Auswärtigen bereits auf ½7 Uhr feſtgeſetzt worden iſt. Da dieſe
Vor=
ſtellung jedoch in der Hauptſache für die zahlreich angemeldeten
Teil=
nehmer an der Landesverſammlung des Evang. Bundes beſtimmt iſt,
werden die hieſigen Beſucher des Feſtſpiels wiederholt gebeten, ſich
vor=
zugsweiſe mit Eintrittskarten für die Vorſtellungen am Dienstag und
Donnerstag dieſer Woche zu verſehen.
— Ortsgewerbeverein und Handwerker=Vereinigung Darmſtabt.
In der 2. Winterverſammlung unſerer Gewerbevereinigung, welche am
nächſten Freitag, den 5. November, im „Gelben Saale” des Reſtaurants
Sitte, Karlſtraße, ſtattfindet, wird Herr Profeſſor Dr. Haupt,
Darm=
ſtadt, über: „Die Bedeutung des Gewerbemuſeums und der
Gewerbe=
bücheref für Gewerbe und Handwerk” ſprechen. Die Gewerbebücherei,
die vor etwa 90 Jahren durch den Landesgewerbeverein begründet
wurde, bietet dem Gewerbe, dem Handwerk und der Induſtrie eine
Fülle von Hilfsmitteln, die in erſter Linie den Mitgliedern des
Orts=
gewerbevereins zu Gute kommen. Ueber die Einrichtung und die
Be=
deutung der Bücherei beſtehen vielfach Unklarheiten, zu deren
Beſeiti=
gung der Vortrag beſtimmt iſt. Die gewerblichen und kunſtgewerblichen
Schätze, welche das Gewerbemuſeum enthält, ſind ebenfalls noch zu
wenig bekannt und verdienen allſeitige Beachtung aus den Kreiſen
unſerer Mitglieder. Der Vortragende wird beſonders bemüht ſein,
die Beziehungen zwiſchen den praktiſchtechniſchen und den künſtleriſchen
Aufgaben von Muſeum und Bibliothek darzulegen. In der
anſchließen=
den Beſprechung ſoll Gelegenheit gegeben werden, beſondere Wünſche
und Anregungen der Beſucher zum Ausdruck zu bringen. Auf
zahl=
reichen Beſuch der Verſammlung wird mit Sicherheit gerechnet. Auf die
Anzeige in der heutigen Nummer wird verwieſen.
— Freie Vereinigung der Spenglermeiſter und Inſtallateure
Darm=
ſtadt. Am Samstag nachmittag fand im Lokal der Geſellſchaft Eintracht,
Eliſabethenſtraße, die feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe für die
beſtandenen Junggeſellen im Spengler= und Inſtallationshandwerk
ſtatt. Eingeleitet wurde die beſcheidene Feier durch einige Muſikſtücke,
ſodann begrüßte der Vorſitzende des Geſellenprüfungsausſchuſſes. Herr
Spenglermeiſter Adolf Kling mit kernigen Worten die Prüflinge
und die erſchienenen Eltern und Anverwandte. Er gab einen kurzen
Rückblick über die vergangene Lehrzeit und die ſchwere Prüfungszeit,
wo jeder Prüfling ein Probeſtück ſeines Könnens ablegen durfte, und
ermahnte ſie zum treuen Feſthalten am Handwerk und die
handwerk=
lichen Gepflogenheiten. Herr Malermeiſter Kraus als Vorſitzender
des Geſellenprüfungsausſchuſſes für die Provinz Starkenburg
beglück=
wünſchte die Junggeſellen zur beſtandenen Prüfung, ermahnte ſie zur
weiteren Ausbildung in ihrem Fache und erwähnte beſonders lobend
einige aufgelegten Zeichnungen. Er gedachte der Gewerbeſchule die
nunmehr in enger Fühlungnahme mit dem Handwerk arbeitet. Es ſei
beſonders erfreulich, daß einige Prüflinge mit der Note „Sehr gut” die
Prüfung beſtehen konnten. — Herr Obermeiſter Pohl begüickwünſchte
die Junggeſellen im Auftrage der Vereinigung der Spenglermeiſter
und Inſtallateure, und erwähnte, daß die Junggeſellen nunmehr aus
der Lehre und aus der Schule treten, und fordert ſie auf, weiter praktiſch
und theoretiſch an ihrer Ausbildung zu arbeiten, und erinnert ſie, daß
vielleicht mancher unter ihnen vor die Meiſterprüfungskommiſſion treten
würde, um ſich den Meiſtertitel zu erwerben, und dann in eine
Po=
ſition als Werkmeiſter oder ſelbſtändiger Handwerker zu treten. Hierzu
iſt erforderlich, daß außer der praktiſchen Ausbildung die theoretiſche
weiter ſchreitet und die Vorbereitungskurſe für die Meiſterprüfung
beſucht werden. Er erwähnt beſonders die gute Ausbildung in der
Fachklaſſe in der Gewerbeſchule, die von Herrn Architekt Karl Heim
ge=
leitet wird, und ſpricht ihm für ſeine Tätigkeit den wärmſten Dank aus.
Eine Beſichtigung der ausgeſtellten Geſellenſtücke beſchloß die Feier.
Dienstag,den 2. November 1926
* Die Vortragsgemeinſchaft techniſch=wiſſenſchaftlicher Vereine, der
der Mittelrheiniſche Architekten= und Ingenieur=Verein, der Verein
Deutſcher Ingenieure, die Heſſ. Elektr. Geſellſchaft und der Verband
Deutſcher Diplom=Ingenieure angehören, nahm am Freitag mit einem
Vortragsabend in der Techniſchen Hochſchule ihre Wintertätigkeit wieder
auf. Der Vorſitzende der Ortsgruppe Darmſtadt des Vereins deutſcher
Ingenieure, Herr Prof. Dr. Heidebroek, begrüßte die in großer
Zahl erſchienenen Mitglieder des Vereins und die Vertreter der
befreun=
deten Vereine. Er ſtellte den Redner, Herrn Dr.=Ing. Lorenz, von
der Firma Krupp in Eſſen, vor, den er als den „Vater” der Hochdruck=
Turbo=Lokomotive bezeichnete, die nicht allein ein wärmetechniſches
Pro=
blem darſtelle, ſondern auch bedeutſam für das Eiſenbahnweſen ſei. Herr
Dr.=Ing. Lorenz ſprach dann über „Die Entwicklung der Hochdruck=
Turbo=Lokomotive‟. Der Redner führte aus, daß es ſchwvierig ſei, vor
Ingenieuren aller Gattungen über ein Spezialgebiet zu ſprechen, das
eigene Gedankengänge vorausſetze. Es habe leicht den Anſchein, als gehe
der Lokomotipbau eigene Wege, ganz ohne Verührung mit anderen
Zweigen der Technik. Die techniſche Entwicklung im Lokomotiobau
voll=
ziehe ſich wohl langſam, aber die Stetigkeit des Entwicklungsganges
werde von Zeit zu Zeit unterbrochen durch die Herübernahme von
Er=
rungenſchaften aus anderen techniſchen Gebieten. Das bringe etwas
Sprrnghaftes, und in einem ſolchen Zuſtand einer ſprunghaften
Ent=
wicklung befinde ſich der Lokomotivbau gegenwärtig. Der Impuls dazu
ſei von dem Kohlenmangel und der =Teurerung nach dem Kriege
aus=
gegangen, beeinflußt ſei ſie durch die Erfolge der Hochdruck=Dampfkeſſel,
der Hochdruck=Maſchinen und der Hochdruck= Turbinen. Fortſchritte im
Lokomotivbau wären in Zukunft in erſter Linie nur zu erzielen durch die
Erhöhung der Temperatur des Dampfes, des Dampfdrucks und der
Kon=
denſation. Der erſte Weg biete allerding snur noch geringe Ausſicht, am
bedeutſamſten ſei jedoch die Erhöhung des Dampfdrucks. An
Diagram=
mei zeigte der Redner, wie ſich Wärmeaufwand und thermiſcher
Wir=
kungsgrad zueinander verhalten. Eingehend verbreitete ſich der
Vor=
tragende dann über Maßnahmen zur Verhinderung der
Keſſelſteinbil=
dung; ganz vermeiden laſſe ſich ein Auftreten nicht, aber im Hochdruck=
Lokomotivhau ſuche man das Abſetzen des Keſſelſteins, ſo weit es gehe,
unmöglich zu machen. Darauf gründeten ſich im weſentlichen die
ver=
ſchiedenen Syſteme der Rohrdruckkeſſel und ihrer Anordnung, von denen
die Thpen Henſchel=Schmidt, Löffler und Krupp ausführlich an Hand
von ſchematiſchen Darſtellungen im Lichtbilde vorgeführt wurden.
Be=
ſonders eingehend wurde hierauf in den weiteren Ausführungen des
Reone: 3 die Hochdruck=Turbo=Lokomotive des Syſtems Krupp behandelt.
In ſeinen Schlußberatungen wies Herr Dr.=Ing. Lorenz u. a. auf
die Kohlenerſparniſſe dieſer Art Lokomotive hin und deutete an, wo
weitere Erſparnismöglichkeiten bei dieſem Syſtem etwa noch zu finden
wären. Wegen der hohen Oelpreiſe komme heute noch nicht eine
Kon=
kurrenz der Oelturbinen=Lokomotiven in Frage. Die Hörerſchaft dankte
lebhaft für die außerordentlich lehrreichen Darlegungen; auch Prof.
Heidebroek ſprach den Dank der Verſammlung hierfür aus. An den
Vortrag ſchloß ſich noch eine längere, anregende Ausſprache.
— Steuerdruck durch falſche Bewertung. Es kann kein Zweifel
dar=
über beſtehen, daß die Finanzlage des Reiches noch auf längere Zeit
hinaus eine ſcharfe Anſpannung der Steuerkraft zur gebieteriſchen
Notwendigkeit machen wird. Wenn auch daran nach Lage der Dinge
nichts zu ändern iſt, ſo dürfen die Steuerpflichtigen doch andererſeits
erwarten, daß der Steuerdruck nicht noch über den Rahmen der
geſetz=
lichen Vorſchriften hinaus eine Verſchärfung erfährt. Das kann aber
leicht geſchehen, durch wirtſchaftlich nicht gerechtfertigte Bewertungen
der Bilanzaktiven und durch unzuläſſige Einſchränkung der
Verluſt=
buchungen (Abſchreibungen), die der Kaufmann vornehmen muß. Da,
wie Dr. Max Lion in ſeinem grundlegenden Werk „Das
Bilanzſteuer=
recht” zu Anfang des Kapitels „Abſchreibungen” beſonders darauf
hin=
weiſt, daß in keinem Punkte des Bilanzweſens eine größere
Begriffs=
verwirrung herrſcht, als gerade in dieſem, hat es Herr Dipl.=Ing. Adolf
von Lippmann unternommen, in einem bei Carl Heymann in Berlin
erſchienenen Buche über „Steurliche Abſchreibungen” die Bedeutung der
kaufmänniſchen Abſchreibungen in der Betriebswirtſchaft, im
Handels=
recht und im Steuerrecht eingehend zu beleuchten und auf Grund der
vorliegenden prektiſchen Erfahrungen eine Tabelle über die
gemein=
gewöhnliche Nutzungsdauer der Gegenſtände des Anlagekapitals der
verſchiedenen Gewerbebetriebe aufzuſtellen. Herr Dipl=Ing. von
Lipp=
mann wird am 3. November über das gleiche Thema im hieſigen „
Kauf=
männiſchen Verein” im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, ſprechen. Näheres
ſiehe Anzeige.
— Lukasgemeinde. Der Frauenverein und die Jugendvereinigung
der Lukasgemeinde laden am 3., 4. und 5. November zur Beſichtigung
einer Ausſtellung von handbedruckden Indanthrenſtoffen, Decken,
Beider=
wandſtoffen verſchiedener Handwebereien, Eigenkleidern, Künſtlerſchürzen
und kunſtgewerblichen Handarbeiten aus der Werkſtätte von Frl. Kläre
Niedecken Ober=Ingelheim a. Rh., ein. Da die Beſtrebungen für
deutſche Frauenkleidung eine wichtige Kulturaufgabe ſind, iſt der Beſuch
der Ausſtellung ſehr zu empfehlen. Sie findet im Gemeindehaus
Kies=
ſtraße 17 ſtatt und iſt geöffnet am 3. November von 9—7 Uhr am
4 und 5. November von 9—9 Uhr. (Vertreterin für Darmſtadt Frau
A. Neſſel. Nieder=Ramſtädterſtraße 55.)
Scnn kain.
v Mrhta,
wenn ußter Mundgeuch
damif srlbundin s3k.
der oekes feisuskke-
und Lnfsackende
der, Aubselen Gisdeelaing,
2ae Muhle machz.
Lme Kralfige Mandemslang
4
Mit
TUT
verbunge wich-duftenden MTem.k
* Die Oktoberſitzung des Hiſtoriſchen Vereins.
Vortrag von Prälat D. Dr. Diehl über Evangeliſche Bewegung und
Reformation.
In der Einführung wies der Vorſitzende darauf hin, daß der
Hiſtoriſche Verein ein paritätiſcher Verein ſei, d. h., daß er wie die
ernſte Geſchichtswiſſenſchaft ſtreng ſachlich die Gleichberechtigung der
beiden Konfeſſionen anerkenne. Im vorigen Jahre beging er die
Elf=
hundertjahrfeier von Seligenſtadt mit, in dieſem Jahre
begeht er und ganz Heſſen die Erinnerungsfeier an Philipp den
Groß=
mütigen und die Einführung der Reformation in Heſſen
vor 400 Jahren. Er erteile deshalb das Wort an Prälat D. Dr
Diehl, den bedeutendſten Erforſcher heſſiſcher Geſchichte und genaueſten
Kenner der heſſiſchen Reformation. Er führte etwa folgendes aus:
Es müſſen zwei Tatſachen ſtreng geſchieden werden, die
evange=
liſche Bewegung und die von der Obrigkeit ausgehende
Refor=
mation. Die Reformation von 1517 war eine religiöſe B.wegung,
die von dem mittleren Bürgerſtand ausging und ſich nach unten im
Volk verbreitete, während die Reformation, die Umgeſtaltung des
vor=
handenen Kirchenweſens auf rechtlicher Grundlage iſt. „Reformation”
in dieſem Sinne konnte erſt von dem Reichstage zu Speyer
1526 an beginnen, da Kaiſer Karl V. den Reichsſtänden hatte verkünden
laſſen, es ſolle jeder in Sachen des Glaubens „ſo leben und vegieren,
wie er ſolches gegen Gott und kaiſerlicher Majeſtät zu verantworten
hoffe und vertraue‟. Erſt mit dieſer Eröffnung war den Fürſten und
Städten, die ſich Luthers Lehre zuneigten, die Möglichkeit zum Beginn
des Reformationswerkes gegeben. Die Bedeutung dieſes ſteherer
Neichstags wurde früher nicht erkannt, während im 16. Jahrhundert
dieſer Reichstag als ein Ereignis allererſten Ranges angeſehen
wurde, dem an Wertſchätzung ſelbſt der Wormſer Reichstag von 1520,
ja ſelbſt Luthers Theſenanſchlag von 1517 nicht gleich kam. Philipp
ließ nun von einem Anhänger Luthers, den geiſtvollen, feurigen
Lam=
bert von Avignon Sätze in lateiniſcher Sprache aufſtellen und
vorher öffentlich anſchlagen und von ſeinem Hofprediger Adam
Krafft in deutſcher Sprache erläutern. Er berief nun auf den 21.
Oktober 1526 eine Verſammlung von Prälaten, Grafen, Rittern und
Abgeordneten von Städten zu einer Synode nach Homberg a. d. Efze und
legte ihnen die neue Kirchenordnung vor, die von der Verſammlung
angenommen wurde. Von da an beginnt die Reformation der einzelnen
Orte und Teile Heſſens in auf= und abſteigender Linie bis 1581. Wir
können hier nicht näher darauf eingehen.
Ungleich reizvoller und für das geſchichtliche Verſtändnis wichtiger
iſt die Geſchichte der evangeliſchen Bewegungen in
einzelnen Teilen und Orten Heſſens. Die aber nicht alle bis zu einer
Reformation führten. So vor allem nicht in Mainz; worüber ein
treffliches Werk von Archiprat D. Dr Herrmann vorhanden iſt. Zu
nennen ſind der Lehrer der Theologie an der Mainzer Univerſität
Johannes Eberbach, Adam Weiß, ſowie Melchior Ambach der
Pfarrer von St. Jgnatz Dietrich Sartorius, der 1520 zum
Dom=
prediger beſſtellte Fabricius Capito und ſein Nachfolger Kaſpau
Hedio. Sie alle predigten evangeliſch. Beſonders Capito hatte vom
1520—25 beherſchenden Einfluß auf den Erzbiſchof Albrecht. Er ließ
ſogar 1518 eine Sammlung von Lutherſchriften herausgeben. Der
päpſt=
liche Nuntius Aleander wurde bei der endlich befohlenen Verbvennung
der Schriften Luthers verhöhnt, an ſeiner Wohnung wurden
Spott=
bilder angeſchlagen, und wenig hätte gefehlt, ſo wäre er in den Kot
gezert und geſteinigt worden. Die evangeliſche Bewegung in Mainz,
die 1525 erſtarb, übte auch auf andere Oute des Mainzer
Kurfürſten=
tums ihre Wirkungen aus. In Worms dieſelbe Erſcheinung.
Aleander berichtet 1520 allerlei über Luther in Worms, 1521 „täglich
regnet es lutheriſche Schriften‟. Gehen wir nach Norden. In Alsfeld
war der geiſtige Führer Tilemam Schnabel, i Butzbach der
damalige Pfarrer von Rockeberg Kaſpar Göbel oder, wie er ſich
auch nennt, K. Wenix predigte ſeit 1525 auch in Butzbach evangeliſch.
In Bad=Nauheim war unter den Salzſödern 1545 eine ſtarke
evangeliſche Bewegung, ſie verklagen den Pfarrer Mepehard „wehl.
er ſolicher Pfarre mit Auslegung des Worts Gottes ungeſchickt und
nit verſeen köme‟. Wie in Ilbenſtadt kam es auch in dem
benach=
barten Aſſenheim „um des Evangelii willen” ſchon in den 3e=
Jahren zu einer wüſten Auseinanderſetzung zwiſchen Oberkeit und
Kloſter. Selbſt in der Grafſchaft Solms=Lich, die in der
Refor=
mationszeit einem der erbitterſten Feinde der neuen Lehre, dem
hochbe=
gabten Grafen Reinhard II., uterſtand, der erſt kurz vor ſeinem
Tode die Gegnerſchaft gegen das Luthertum aufgab, ſind für die 30er
und 40er Jahre evangeliſche Bewegungen nachweisbar. In den
Ge=
bieten des heutigen Starkenburg ſind in der erſten Hälfte des 16.
Jahr=
hundert evangeliſche Bewegungen in den Neckarſtädten
Neckar=
ſteinach (Junker Hans Bandſched von Steinach 1522, 1594 Jakob
Ottherr, Prediger) Hirſchhorn und Wimpfen 15B, 15B
Pfarrer Erhard Scherpf nachweisbar.
Die durch das Einziehen der katholiſchen Gütter freiwerdenden
Gelder verwandte Philipp der Großmütige zu großen ſozialen
An=
ſtalten, ſo dem Hofheimer Hoſpital, das urſprünglich nicht blos
Irre ſondern auch Blinde, alte erwerbsunfähige Leute aufnahm, und
ſür die geiſtige Kultur die große Marburger
Stipendiaten=
anſtalt, die jedem geiſtig hervorragenden Heſſen zu ſeiner weiteren
Ausbildung pffen ſtand; ſie war das Vorbild für das berühmte
Tübinger Stift. Was dieſe Männer, voran Philwpp der
Groß=
mütige und ſein Hofprediger Adam Krafft, im kurzer Zeit geleiſtet
haben iſt bewundernswert. Es waren eben ganze Männer!, Reiche=
Beifall lohnte den Redner. Wer durch den Vortrag angeregt ſich weiter
darüber unterrichten will, der ſei auf zwei Werke Diehls verwieſen:
„Das große Reformationsbuch des Großherzogtum
Heſſen” (Heſſ. Volksbücher Nr. 31—36) 2. Aufl. 1917 und das kleing
„Evangeliſche Bewegung ud Reformation im Gebiet
Pfarrer Erhard Scherpf nachweisbar
Schließlich dankte ihm der 1. Vorſitzende, Archivdirektor Dr. Dietrich,
der neben ſeinem umfangreichen Amt als Führer des evangeliſchen
Heſſens es doch ermöglicht habe, an dieſer Stelle öffentlich zu ſprechen.
K. Noack.
Ausgleichszulage für Verſorgungsberechtigte. Wie der Verband
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen der Krieger=
Kamerad=
ſchaft Haſſia (angeſchloſſen dem D. R. K.=Bund Kyffhäuſer) mitteilt, hat
der Reichsarbeitsminiſter neuerdings verfügt, daß bei nachträglicher
Be=
willigung der Ausgleichszulage die Gewährung rückwirkend, früheſtens
vom 1. Dezember 192 an, erfolgen kann. Wenn jedoch der
Verſor=
gungsberechtigte die Verſorgungsbehörde über die Art ſeiner
Beſchäfti=
gung nicht genügend aufgeklärt hatte und ihm deshalb die
Ausgleichs=
zulage nicht gewährt worden war, ſo ſoll die Nachzahlung im allgemeinen
mit dem Monat der nachträglichen Antragsſtellung beginnen. Die
Aus=
gleichszulage gemäß Reichsverſorg.=Geſ. 8 28 beträgt bekanntlich 35 Proz,
der normalen Gebührniſſe bei Berufen, die erhebliche Kenntniſſe und
Fertigkeiten erfordern, 70 Prozent, wenn der Beruf außerdem ein
be=
ſonderes Maß von Leiſtung und Verantwortung erfordert. Weitere
Auskunft und Bearbeitung erfolgt unentgeltlich durch die Krieger=
Kameradſchaft Haſſia, Darmſtadt, Ahaſtraße 5.
— Klein= und Sozialrentner und Reichsbund der Kriegsbeſchädigten.
Für die am Donnerstag, den 4. November, nachmittags 5½ Uhr und
8 Uhr abends, im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
ſtatt=
findenden Akademie=Konzerte erhalten obengenannte Organiſationen
Kartem zu 50 Pf. im Sekretariat der Städt. Akademie, Eliſabethenſtr. 36.
—Leſeabende in der Stadtbücherei. Mittwoch, den 3. November,
8 Uhr: „Aus dem Leben des modernen Japan: Ellen Foreſt,
Yuki San. Erinnerungen aus dem japaniſchen Mädchenleben”.
Frei=
tag, den 5. November, 8 Uhr: Mittelalter=Kreis.
Dr. U.
Schmerzende Fdsse
und Fußleiden aller Arf vergällen häufig jede Lebenstreude. Schuld daran ist stets minderwertiges.
unpassendes Schuhwerk. Von einem guten Gesundheitsstiefel verlangen Sie mit Recht, daß er
Ihre Füße gesund erhält Ihnen Wohlbehagen verschatft und Nervenkrätte sparen hilft, ferner daß
er kranken Füßen ihre Gesundheit allmählich wiedergiebt. Dieses Verlangen erfüllen restlos
G8
TAdftnſäocrstidtel Und Eschuné
Sie Verhindern Senk- und Platt-Fuß, verringern starke Transpiration, sind automatisch genau
gebaut und machen trisch und elastisch. Sie sind dabei ebenso elegant wie unsere „Herz-Schuhe‟.
Der Sohlenstempel „Herz-ldeal” verbürgt Ihnen einen hygienisch hohen Wert.
Alleinverkauf für Darmstadt:
(TV. 12505
Schuhhads Friedrich Soedef, Ludwigstraße12
Seite 6
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Beamtenhochſchulkurſe Darmſtadt.
Auf Einladung des Landeskartells Heſſen des Deutſchen
Beamten=
bundes ſprach am Dienstag, N. Okt., Reichsminiſter a. D. Dr.
Schif=
fer im vollbeſetzten Saale des „Perkeo” zu Darmſtadt über
„Weſen, Aufgaben und Ziele der
Beamtenhochſchul=
bewegung”.
In glänzend aufgebautem Vortrag legte der Redner dar, wie die
Beamtenhochſchulbewegung in der Zeit nach dem Kriege aus der Not
der aus dem Kriege heimkehrenden Beamtenſchaft, aus der Not des
Vaterlandes als Notwendigkeit herausgewachſen ſei, um die
Beamten=
ſchaft in den Stand zu ſetzen, wieder einen Ueberblick über die ungeheuer
angewachſene und ſtändig ſich erweiternde Geſetzesmaterie zu gewinnen,
ſie zeitgemäß herauszuführen, aus dem budgetmäßigen zum
wirtſchaft=
lichen Denken. Da der Staat, der an ſich als Nutznießer der Bewegung
verpflichtet geweſen wäre, ihr Geſtaltung zu verleihen, dazu nicht in
der Lage geweſen ſei, habe die B=amtenſchaft ſelbſt die Anſtalten ins
Leben gerufen, die dieſen Zweck zu erfüllen geeignet waren. So ſei
heute ein Netz von Beamtenhochſchulen über das Deutſche Reich geſpannt,
Anſtalten, die nicht der Spielerei, nicht der Politik, ſondern ernſteſter
Arbeit nach angeſtrengter Pflichterfüllung dienen. In voller
Anerken=
nung der Bedeutung der Beamtenhochſchulen für den Staat haben Reich,
Länder und Gemeinden finanziell und in anderer Weiſe ihmen
wirk=
ſamſte Unterſtützung zuteil werden laſſen.
Die Gründe, die zum Aufbau der Beamtenhochſchule geführt
hät=
ten, ſeien auch jetzt noch in gleichem Maße vorhanden. Denn einmal
ſetze die Forderung „Freie Bahn dem Tüchtigen” die Forderung „Freie
Bahn der Ertüchtigung” voraus, und dann werde bei der notwendigen
Verwaltungsreform nur der Leiſtungsfähige ſich durchſetzen.
Ertüchti=
gung der Beamtenſchaft, Entfaltung der Leiſtungsfähigkeit aber ſeien
die immer vorhandenen Ziele der Beamtenhochſchule. Nur durch die
Steigerung der Verantwortlichkeit geſchulten Perſonals könne die
Ver=
waltungspeform zu vollem Erfolg geführt werden.
Das Zeugnis der Beamtenhochſchule gäbe keine Anwartſchaft auf
beſtimmte Poſten. Für die Beſetzung von Stellen wird nach wie vor
die Leiſtung maßgebend ſein. Deshalb dürfe für die Teilnahme an den
Kurſen nicht das Materielle als Beweggrund in den Vordergrund
ge=
ſtellt werden, ſondern das Ideelle. Der Beſuch und das Aufblühen
der Beamtenhochſchulen zeigten, daß der Wunſch, einen tieferen
Ein=
blick in das Geiſtesleben der Nation zu gewinnen, tief im deutſchen
Be=
amtentum ſtecke. Das Sich=finden im Geiſtigen, das hinausführe aus dem
Alltag und dem politiſchen Parteigezänk, ſei es, was die Beamtenſchaft
ſtark machen werde, zum Segen des Berufsbeamtentums und zum Segen
des Vaterlandes.
Starker Beifall lohnte dem hervorragenden Kämpfer der
Beamten=
hochſchulbewegung für ſeine packenden Ausführungen und zeigte, wie
ſtark das Verſtändnis für die tiefen Gedanken dieſer Bewegung auch bei
der Darmſtädter Beamtenſchaft iſt.
Die Leitung der vom Landeskartell Heſſen des Deutſchen
Beamten=
bundes eingerichteten Beamtenhochſchulkurſe, die aus den Herren Dipl.=
Ing. Studienrat Liebmann=Frankfurt, a. o. Profeſſor an der
Tech=
niſchen Hochſchule zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Hollatz und
Mini=
ſterialreviſor Werner=Darmſtadt beſteht, bittet uns, an dieſer Stelle
darauf hinzuweiſen, daß die Vorleſungen außer Beamten und
Angeſtell=
ten jedem ſtaats= und volkswirtſchaftlich Intereſſierten zugänglich ſeien.
Die von Hochſchullehrern gehaltenen Vorleſungen bieten zweifellos eine
ſoltene Möglichkeit, in knapper, aber durchaus gründlicher und
wiſſen=
ſchaftlicher Weiſe in die einzelnen Materien eingeführt zu werden. Das
erſte Semeſter der Kurſe, das am Dienstag, den 16.
Novem=
ber d. Js, beginnt und am Dienstag, den 22. Februar 1927, endigt,
ſieht folgende Vorleſungen vor:
A. Rechtswiſſenſchaftliche Vorleſungen: 1
Ein=
führung in die Rechtswiſſenſchaft. 10 Stunden. Profeſſor Dr. Hollatz.
(6 RM.) 2. Grundzüge des allgemeinen Staatsrechts. 8 Stunden.
Profeſſor Dr. Gieſe=Frankfurt a. M. (4 RM.) 3. Das Staatsrecht des
Deutſchen Reiches 1. Teil, 6 Stunden. Profeſſor Dr. Hollatz (4 RM.)
4. Der Heſſiſche Staat und ſeine Beamten. 10 Stunden. Profeſſor Dr.
Gmelin=Gießen. (6 RM.) — B. Sozial= und
wirtſchafts=
wifſenſchaftliche Vorleſungen: 1. Menſch und Technik.
1. Teil, 6 Stunden. Profeſſor Dr. Goldſtein, (4 RM.). 2. Einführung
in die Volkswirtſchaftslehre. 4 Stunden. Profeſſor Dr. Muß. (3 RM.)
— C. Allgemeine Vorleſungen: 1. Probleme der
Ge=
ſchichtsphiloſophie. 1. Teil, 6 Stunden. Prof. Dr. Goldſtein. (4 RM.)
Die Vorleſungen finden jeweils Dienstags und Freitags, abends
von 8 Uhr bis 9.35 Uhr, in der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt,
Seiteneingang in der Hochſchulſtraße, gegewüber dem Theatergarten,
nach folgendem Stundenplan ſtatt:
Dienstag, 16. November, Hollatz: „Einführung in die
Rechtswiſſen=
ſſchaft” Freitag, 19. November, Gmelin: „Der heſſiſche Staat‟.
Diens=
tag, 23. November Goldſtein: „Menſch und Technik”. I. Freitag,
2. November, Gmelin: „Der Heſſiſche Staat‟. Dienstag, 30. November,
Goldſtein: „Menſch und Technik”, I. Freitag, 3. Dezember, Hollatz:
„Einführung in die Rechtswiſſenſchaft‟ Dienstag, 7. Dezember, Gieſe:
„Allgemeines Staatsrecht”, Freitag, 10. Dezember, Hollatz: „
Einfüh=
rung in die Rechtswiſſenſchaft‟. Dienstag, 14. Dezember, Gieſe: „
Allge=
meines Staatsrecht‟. Dienstag, 4. Januar, Goldſtein: „Menſch und
Technik”. I. Freitag, 7. Januar, Hollatz: „Einführung in die
Rechts=
wiſſenſchaft‟. Dienstag, 11. Januar, Gieſe: „Allgemeines Staatsrecht”.
Freitag, 14. Januar Gmelin: „Der Heſſiſche Staat‟ Dienstag, 18.
Ja=
nuar Muß: „Volkswirtſchaftslehre” Freitag, 21. Januar, Hollatz:
„Ginführung in die Rechtswiſſenſchaft‟. Dienstag, 25. Januar, Gmelin:
„Der Heſſiſche Staat”. Freitag, B. Januar, Hollatz: „
Reichsſtaats=
recht”. I. Dienstag, 1. Februar, Muß: „Volkswirtſchaftslehre‟
Frei=
tag, den 4. Februar Gmelin: „Der Heſſiſche Staat‟. Dienstaag 8.
Fe=
bruar, Goldſtein: „Geſchichtsphiloſophie”, I. Freitag, 11. Februar,
Hollatz: „Neichsſtaatsrecht. I. Dienstag, 15. Februar, Goldſtein: „
Ge=
ſchichtsphiloſophie. I. Freitag, 18. Februar, Hollatz: „
Reichsſtaats=
recht” I. Dienstag, 22. Februar Goldſtein: „Geſchichtsphiloſophie”, I.
Die Gebühr, die für die Teilnahme am geſamten Semeſterkurſus
auf 25 Mark, für die Teilnahme an einzelnen Vorleſungen auf den
hinter jeder Vorleſung angegebenen Betrag feſtgeſetzt iſt, iſt bei der
Beamtenbank Darmſtadt, Ecke Rhein= und Georgenſtraße, mit der
aus=
drücklichen Bezeichnung: „Für Beamtenhochſchulkurſe” am
Schalter oder durch Poſtſcheck einzuzahlen. (Poſtſcheckkonto:
Frank=
furt a. M. Nr. 65 850). Die Anmeldungen ſind ſodann under Vorlage der
Quittung mit der Angabe der belegten Vorleſungen an den
Geſchäfts=
führer der Kurſe, Miniſterialreviſor Werner, Darmſtadt,
Kaup=
ſtraße 43, parterre, zu richten.
Der geſamte Lehrgang wird ſich über 8 Semeſter erſtrecken. Es wäre
im ſtaatsbürgerlichen Intereſſe zu wünſchen, daß von dieſer Einrichtung,
die in ihrem beſonderen Aufbau weder der Univerſität, noch der
Volks=
hochſchule Abtrag tun kann und ſoll, in weiteſtgehendem Maße Gebrauch
gemacht wird.
— Schneeſchuhlaufen. Infolge des lebhaften Intereſſes, welches dem
Winterſport und insbeſondere dem Schneeſchuhlaufen von allen Seiten
entgegengebracht wird, beabſichtigt die Turngemeinde
Darm=
ſtadt 1846 Woogsplatz) auch in dieſem Jahre wieder Trockenſkikurſe
abzuhalten. Der Zweck dieſer Kurſe iſt, den Neuling in die Geheimniſſe
der „langen Bretter” einzuweihen, damit er ſich dann bei dem
an=
ſchließenden Ueben im Gelände ſchon einigermaßen auf dem Schnee zu
benehmen weiß. Auf gemeinſamen Fahrden, in unſerem gerade im
Winterkleid einzig ſchönen Odenwald finden dieſe Trockenſkikurſe ſpäter
ihre praktiſche Fortſetzung. Es ergeht deshalb an alle diejenigen, die
beabſichtigen, an einem Trockenſkikurſus teilzunehmen, der Ruf, ſich imn
die bei dem Hausmeiſter in der Turnhalle am Woogsplatz aufliegende
Liſte einzuzeichnen bzw. bei der Winterſportabteilung der Turngemeinde
1846 ſchuiftlich anzumelden, damit die Einteilung der Kurſe
vorgenom=
men werden kann. Die Uebungsſtunden ſind mit Rückſicht auf die
be=
rufstätigen Intereſſenten auf Montag und Freitag, abends von 8½—jo
uhr feſtgeſetzt worden; die Jugend übt an den gleichen Abenden von
7—8½ Uhr. Damen und Herren, welche der Turngemeinde bisher nicht
als Mitglieder angehört haben, können zu den gleichen Bedingungen
wie dieſe, d. h. ohne Entrichtung eines beſonderen Kurſusbeitrages,
an den Kurſen teilnehmen. Die Teilgehmer erhalten nach Einteilung
ſchriftliche Mitteilung über den Beginn der Kurſe.
— Heute Eröffnung im Rieſenzirkus Gleich in Darmſtabt. In der
Nacht und am fnihen Morgen trafen die drei Sonderzüge des Rieſen=
Unternehmens Gleich im hieſigen Güterbahnhof ein. Es waren wohl
an die 120 ſchwer beladene Waggons, außer den vielen Raubtierwagen,
die die Züge mit ſich brachten. Buntes Leben entwickelte ſich ſofort bei
Ankunft. Kolonnen Raupenſchlepper, Laſtautos, Lokomobilen,
Arbeits=
elefanten und ſchwere Zirkuspferde traten in Tätigkeit, zahlreiches
Arbeitsperſonal entfaltete ſich und kaum waren die einzelnen Waggons
an die Rampe rangiert, begann auch ſchon die Ausladung. Rieſige
Mengen Zuſchauer hatten ſich eingefunden und begleiteten den
Ab=
transport nach dem Meßplatz. Die Zuſchauer konnten ſich bereits einen
Begriff von der äußeren und inneren Bedeutung des Zirkus machen,
der zu den größten Schauſtellungen Europas gehört. Heute nachmittag
gegen 3 Uhr erfolgt die Ausladung des reichhaltigen Tiermaterials Herr Pfarraſſiſtent Wißmüller aus Anlaß des Reformationsſeſtes über
über 600 an der Zahl. Ein Schauſpiel, das ſicher viele Neugierige in die die vor 400 Jahren eingeführte Reformation und wurde die Feier durch
Straßen, die der Zug paſſiert, locken wird. In dem umfangreichen
Tier=
park des Rieſenzirkus Gleich findet man Elefantenherden, Tiger= und
Löwengruppen, Eis= und Braunbären, Nilpferd, Seelöwen, Kamele,
Dromedare, indiſche Rinder, Hhänen, Affen aller Stämme und vieles,
vieles mehr. Der Marſtall verfügt über 150 edelſte Raſſepferde,
dar=
unter der berühmte 24er Zug aus dem Freiherrlich von Lang’ſchen
Geſtuüt Burg Zieverich. Man muß ehrlich ſtaunen, wie in
verhältnis=
mäßig kurzer Zeit die gewaltigen Zeltanlagen hergerichtet worden ſind.
Bereits im Laufe des Mittags wird das Rieſenzuſchauerzelt, welches
Sitzplätze für ca. 10 000 Perſonen hat und die vielen anderen
umfang=
reichen Zeltanlagen, aufgebaut ſein. Das Vorſtellungszelt kann man durch
ſeine neuartige Konſtruklion (das Zeltdach iſt auf einem engwaſchigen
Gerippe ſtarker Stricke vernäht) als vollkommen ſturmſicher anſprechen.
Heute abend 7.30 Uhr iſt Premiere. Täglich abends 7.30 Uhr, ſowie
morgen Mittwoch, und Sonntag, auch nachmittags 3 Uhr finden
Rieſen=
vorſtellungen ſtatt. Auch nachmittags volles ungekürztes Abendprogramm.
Die Abwicklung des Rieſenprogramms von über 100 Attrattionen erfolgt
in 3 Manegen, 1 Rennbahn und in der Luft zugleich. Dem
Rieſen=
zirkus Gleich iſt es nicht möglich, alle Darbietungen in einer Manege
zu zeigen, ſondern Gleich nuß drei Manegen benutzen, um alle
Maſſen=
aufführungen dem Publikum zeigen zu können. Sogar dieſe 3 Manegen
genügen nicht, und werden dieſelben, während die grandioſen
Luft=
ſchauſpiele ſtattfinden, in eine Rieſenvennbahn verwandelt. Der
Rieſen=
zoo mit den ſeltenſten Exemplaren aller Tiergattungen iſt täglich ab
9 Uhr vormittags und zu allen Vorſtellungspauſen geöffmet.
Außer=
dem finden täglich vormittags hochintereſſante Dveſſurproben mit
an=
ſchließender Raubtierfütterung ſtatt. Die Eintrittspreiſe ſind der
Wirt=
ſchaftslage entſprechend niedrig von 1—3 Mk. (Nur Sitzplätze) gehalten,
ſo daß ſich ein jeder einen Beſuch der Vorſtellungen leiſten kann. Dieſe
niedrigen Preiſe ſind nur durch de Rekordfaſſungsraum von aa.
10000 Perſonen möglich. Erwerbsloſe zahlen zu der heutigen
Eröff=
nungsvorſtellung gegen Ausweis an den Zirkuskaſſen und beim iEnlaß,
ſowie Kinder und Militär trotz der ſchon ohnehin niedrigen Sätze, nur
halbe Preiſe. Zu der morgigen Nachmittagsvorſtellung haben
Waiſen=
kinder, Kyüppel und Altersheimler unter Führung einer Aufſichtsperſon
freien Eintritt. Nach Schluß jeder Abendvorſtellung verkehren
Zirkus=
extrazüge, Straßenbahn, Poſtkraftwagen und Autoomnibuſſe nach allen
Nichtungen. Die Direktion bittet uns, darauf hinzuweiſen, möglichſt die
erſten Tage zum Beſuch zu benutzen. Erfahrugsgemäß bekommen
Tauſende in den letzten Tagen wegen Ueberfüllung keinen Einlaß mehr,
zumal das Gaſtſpiel nur für ganz kurze Zeit feſtgeſetzt iſt.
— Turngeſellſchaft 1875. Auf die am Mittwoch, den 3. November
1926, abends 8½ Uhr, im großen Saale der Turngemeinde 1846 (
Woogs=
platz) ſtattfindende Zuſammenkunft aller bei Durchführung des
Kreis=
turnfeſtes 1926 in Darmſtadt beteiligten Kreiſe machen wir unſere
Mit=
glieder beſonders aufmerkſam. Es iſt unbedingte Notwendigkeit, daß
alle Mitglieder erſcheinen. Beſonders dewjenigen, welche einzelnen
Fachausſchüſſen angehören, wird Erſcheinen zur Pflicht gemacht.
* Der übermäßigen Verzugszinſen. Im
württember=
giſchen Landtag wurde folgende Anfrage eingebracht: Die
Verzugszinſen werden bei den Landesfinanzämtern immer
noch mit 18 Prozent berechnet, es bedeutet dies eine
Härte, nachdem der Reichsbankdiskont erheblich herabgeſetzt iſt.
Iſt das Staatsminiſterium bereit, bei dem
Reichsfinanz=
miniſterium dahin zu wirken, daß der Zinsſatz entſprechend
herabgeſetzt wird?"
Kunſinotizen.
— Union=Theater. „Eine Minute vor Zwölf”.
Luciano Albertini, der anerkannt beſte Senſationsdarſteller praſentiert
ſich in dieſem neuen Senſationsfilm, der ganz und gar ihm auf den
Leib geſchrieben, von ſeiner beſten Seite. Luciano Albertini iſt
dies=
mal „nur” Journaliſt in einer etwas arg verrutſchten Redaktion. Aber
es kommt nicht darauf an, auch nicht darauf, wie er — der zufällige
Gewinner eines Haupttreffers der Dombaulotterie — das angeblich
verlovene Los eine Minute vor Zwölf vor der Ungültigkeitserklärung Morgen. — Die Poſſe „Penſion Schöller” wurde am Sonntag
des Gewinnes — nicht findet, weil es inzwiſchen wohl verborgen in
ſeinem Portefeuille lag, ganz allein auf ihn ſpitzt ſich alles zu. Schon ſpielt. Alle Mitwirbenden entledigten ſich mit gutem Gelingen ihrer
dank=
im erſten Entree, wo er auf verbogenem Dächerſims zum Schrecken der
Untenſtehenden mit Harold Lloyd, dem Wolkenkratzer, mit
nachtwand=
leriſcher Sicherheit konkurriert, gibt es gemug Hallo und Herzalbdrücken,
bis die zur ſtürmiſchſten Parforceiagd geſteigerte Pace über Stock, Stein,
Tiſche Dächer, häuſertiefe Abgründe höchſtens vom ſtürmiſchen Applaus
der Zuſchauer übertroffen wird.
— Palaſt=Lichtſpiele. Der Poſtmeiſter”, So urteilt
die Preſſe: Lichtbildbühne” (16. Februar 1926): Ein wirklich geniales
Kunſtwerk. Dieſer Film, deſſen wundervoll echtes Milieu des Rußland
bedingt feſſeln werden, deſſen tiefe Tragik und deſſen gemütvoller Humor
zu jedermanns Herzen ſprechen, intereſſiert vor allem auch den
Film=
fachmann. Er beweiſt uns, daß das heutige Rußland in ſeinem
Menſchen=
material Darſteller beſitzt, wie qualitativ kaum ein anderes Land
welch grandioſes Kunſtwerk! Es ſteckt in dieſen Ruſſen eine
Gemüts=
tiefe und eine edle Menſchlichkeit, die ihnen kein Volk nachgeſtalten
Partnerin und Tochter im Film W. Malinowskaja. Die tiefe Rührung
des Publiums löſte ſich erſt mehrere Minuten nach dem Schlußtitel in
ehrlichem ſtarken Beifall. Es iſt ein Film, den man geſehen haben muß
und den man im deutſchen Programm nicht mehr miſſen möchte. —
„Berliner Lokalanzeiger (17. Februar 1926): Ungeheueres, was dieſer
primitive Menſch erleidet, ſetzt Moskwin in einen grandioſen Ausdruck
um . .. dann packt dieſer Schauſpieler doppelt, dann reißt er mit fort,
Daß der Film gefiel, bewies der ſtarke Beifall des Publikums.
Aus den Parieien.
— Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt. Im
Mittelpunkt des deutſchen Intereſſes ſteht heute die Außenpolitik.
Hierüber, namentlich über außerpolitiſche Darlegungen Streſemanns auf
dem Kölner Parteitag der D.V.P., wird in einer
Mitglieder=
im Gelben Saal bei „Sitte” (Karlſtraße) unſer Landtagsabgeordneter,
Oberſtudiendirektor Dr. Keller ſprechen. In dieſer
Mitglieder=
verſammlung werden auch die ſtimmberechtigten Vertreter der
Orts=
gruppe zum heſſiſchen Landesparteitag der D.V.P. in Worms (am V.
und 28. November) gewählt werden. Wir bitten die Parteifreunde um
recht regen Beſuch; Teilnahme nur für Mitglieder. Siehe auch Anzeige
in dieſer Nummer dieſes Blattes.
Tageskalender für Dienstag, den 2. November 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr,
A 5: „Gaſparone‟. — Kleines Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr,
Zuſatzmiete V (4). — Städtiſcher Saalbau, abends 7½
Uhr: Aufführung des Lutherfeſtſpieles „Der Prophet”, von
Afred Graf. — Orpheum, abends 8 Uhr: „Das Champagner=
Girl.” — Schloß=Café: Konzert. — Café Rheingold:
Konzert und Tanz, Winzerfeſt. — Weinhaus Weißer Turm:
Konzert und Tanz. — Hotel Schmitz: Unterhaltungsmuſik.
Spaniſche Bodega: Künſtler=Konzert. — Café und
Wein=
ſtube Taunusburg: Tanz. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arheilgen, 1. Nov. Die Herren O. Heib und E. Schweitzer,
Mit=
glieder der hieſigen Schützengeſellſchaft „Weidmannsheil”, wurden mit
der höchſten Ehrenauszeichnung von ſeiten der oberſten Sportbehörde des
deurſchen Kartells für Jagd= und Sportſchießen ausgezeichnet. — Die
Zeit der Hausſchlachtungen hat begonnen und wird bei dieſer
Gelegen=
heit Schweinefleiſch zum Preiſe von 1.15 Mk. für das Pfund „
ausge=
hauen”. — In dem geſtern hier ſtattgefundenen Feſtgottesdienſt ſprach
Geſänge des Kirchengeſangvereins verherrlicht. Derſelbe ſang den „100.
Pſalm” von Felix Mendelsſohn Bartholdy und „Erhalt uns Herr bei
deinem Wort”, Wittenberg 1543, Satz von Zahn. Die am Abend im
Gemeindehauſe aus dem gleichen Anlaſſe veranſtaltete „Feſtfeier” war
derart ſtark beſucht, daß eine Wiederholung derſelben für Mittwoch
abend vorgeſehen iſt. Feſtanſprache, Vorträge des Poſaunenchors und
Kirchengeſangvereins ſowie das Feſtſpiel trugen ſehr zur Hebung der
religiöſen Feier bei, und waren alle Beſucher voll tiefſter Andacht.
nk. Büttelborn, 29. Okt. Aus der geſtrigen
Gemeinderats=
ſitzung läßt ſich folgendes berichten: 1. Der für die Chauſſierung des
Griesheimer Wegs aufzunehmende Kredit bis zur Höhe von 35000 RM.
wird genehmigt. Der Kreditvertrag wird mit der Bezirksſparkaſſe
Groß=Gerau abgeſchloſſen. Die Darlehensaufnahme der für die
Chauſ=
ſierung erforderlichen Notſtandsarbeiten von 26 813 RM. beim heſſiſchen
Staat wird gleichfalls genehmigt. 2. Die Karlſtraße wird aufgemacht
und die erforderlichen Arbeiten einſchließlich derjenigen zur Herſtellung
eines gangbaren Fußpfades zu beiden Seiten der Karlſtraße werden
der Baukommiſſion zur weiteren Erledigung übertragen. 3. In der
Wohnung Seel wird ein Ausgang nach dem Hofe dadurch geſchaffen,
daß eine Tür von der hinteren Kammer nach dem Stall durchgebrochen
wird. Der Hof längs der Karlſtraße wird mit einer Betonmauer
ver=
ſehen und auch das Hoftor dorthin verſetzt. 4. Der Pmkt über
Be=
ſchaffung eines Feſtplatzes wird vertagt. 5. Auf das Geſuch des
Gg. Sch. 4. wird entſchieden, demſelben zu bedeuten, ſich das
erforder=
liche Geld für Uebernahme ſeines Elternhauſes durch die
Bezirksſpar=
kaſſe durch Errichtung einer Hypothek zu beſcheffen. 6. Ad. G. wird
auf ſein Geſuch um Belaſſung des Kleingartens hinterm Friedhof
an=
heimgegeben, ſein Geſuch zu gegebener Zeit im Frühjahr zu
wieder=
holen. 7. Es wird beſchloſſen, die Wohnung Pet. Aink 6. in der Schule
zu beſichtigen und renovieren zu laſſen. 8. Auf das Geſuch des
Spengler=
meiſters Ph. Raiß 11. wird beſchloſſen, den Graben durch die
Feld=
geſchworenen beſichtigen und erforderlichenfalls den Waſſerlauf
herrich=
ten zu laſſen. 9. Das G=ſuch des Kriegervereins, das Kriegerdenkmal
von 1870/71 zum 14. November 1926, dem 50jährigen Jahrestage der
Eiweihung, reinigen zu laſſen, wird genehmigt.
* Griesheim, 1. Nov. Das altbekannte Gaſthaus „Zum Riedhof”
iſt durch Kauf in den Beſitz der Eheleute Arthur Buck, ſeither in Bad=
Ems, übergegangen. — Die Maul= und Klauenſeuche iſt in hieſiger
Ge=
meinde erloſchen. Die Sperrmaßnahmen ſind deshalb wieder aufgehoben
worden. — Dieſe Woche finden auf dem hieſigen Truppenübungsplatz nur
am Donnerstag, den 4. November, vorm. von 7—11 Uhr und nachm.
von 1—5 Uhr Scharfſchießübungen ſtatt. — Die vom Gemeinderat
be=
ſchloſſene Ortsſatzung über die Erhebung einer Wertzuwachsſteuer liegt
in der Zeit vom 2. bis einſchließlich 8. November ds. J3. auf der
Bür=
germeiſterei zur Einſicht offen.
* Eberſtadt, 1. Nov. Jugendherbergs=Werbetag. Das
Programm für den am 13. und 14. November hier ſtattfindenden
Werbe=
tag im Sachen einer Jugendherberge nimmt immer greifbarere
Ge=
ſtalt an. Samstag abend findet ein Fackelzug mit einer anſchließenden
Feier im Schwanenſaale ſtatt. Sonntags iſt ein Feſtgottesdienſt und
eine Löns=Feier vorgeſehen. — Wohnungsbau. In der Alten
Darmſtädter Straße (Nähe Waldfrieden) iſt von privater Seite mit dem
Bau zweier neuer Wohnhäuſer begonnen worden.
— Pfungſtadt, 1. Nov. Herr JuſtusHildebrand, der
lang=
jährige Leiter der gleichnamigen Exportbvauerei in Pfungſtadt, vollendete
ſein 60. Lebensjahr. Neben anderen Ehvenämtern bekleidet er ſeit
nahe=
zu 20 Jahren das Amt eines Handelsrichters. Faſt ebenſo lange gehört
er dem Aufſichtsrat der Bezirksſparkaſſe Zwingenberg—Bensheim an,
zurzeit als deſſen Vorſitzender.
r. Babenhaufen, 1. Nov. Der Unterhaltungsabend den
der Geſangverein „Harmonie” am Samstag im Gaſthauſe zum Löwem
veranſtaltete, nahm bei gutem Beſuche einen ſchönen Verlauf. Die
ge=
ſanglichen Darbietungen des Chors unter Leitung des Herrn Wolfarth=
Dieburg zeugten von trefflicher Schulung. Das Luſtſpiel „Die
Muſter=
ehe” und ein Duett trugen weſentlich zur Hebung der frohen Stimmung
bei. Dem Tanze huldigte eine ſtattliche Anzahl Paare bis zum frühen
abend vom Sportverein „Germania” im Soalbau „Deutſcher Hof”
ge=
baren Aufgabe, das zahlreich erſchienene Publikum einige Stunden
vor=
trefflich zu unterhalten.
* Michelſtadt, 30. Okt. Hausverkauf. Das Anweſen im
Fried=
hofsweg, welches früher Herrn Graveur Müller gehörte, ging für 8000
Mank in den Beſitz des Herrn Kaufmann Marquard über. —
Eigen=
artiger Automobilunfall. Dieſer Tage kam ein Laſtauto
auf dem Wege von Steinbach durch die Bahnhofsſtraße. Vor dieſem
fuhr ein mit Steinen beladener Wagen. Jedenfalls fielen von letzterem
Steine auf die Straße, welche von dem Auto erfaßt wurden und einer
um 1820 und deſſen noch weit echtere Menſchen jeden Kinobeſucher un= davon in die Erkerſcheibe, ein anderer in die Fenſterſcheibe des
Kauf=
manns Wilhelm Ihrig geſchleudert wurden. Schaufenſter und Fenſter
wurden zertrümmert.
* Erbach i. D., 1. Nov. Geſtern hielt in der hieſigen Stadtkirche
Herr Stadtpfarrer Karl Sell ſeine Abſchiedspredigt. Die große
Er=
bacher Stadtkirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Trotz des
Re=
gens und der durchweichten Wege waren die Pfarrkinder aus den
Filial=
kann. Dieſer Moskwin iſt ein Genie ſchlechthin. Ein Genie ebenſo ſeine dörfern herbeigeeilt, um den beliebten Seelſorger zum letzten Male zu
hören. 25 Jahre lang, ein ganzes Vierteljahrhundert, war Herr Sell
in Erbach als Geiſtlicher tätig. Am 4. Advent (22. 12.) 1901 hatte er
hier in der Stadtkirche zu Erbach als Pfarrverwalter der zweiten Pfarrei
ſeine Antrittspredigt gehalten. Nicht ganz ein Jah darauf, am 18.
Ok=
tober 1902, wurde er als zweiter Pfarrer hier defivitiv angeſtellt. Nach
des Dekans und Stadtpfarrers Seribas Weggang wurde er von dem
Kirchenpatron, dem Grafen Erbach=Erbach, als erſter Pfarrer präſentiert
und bekam auch dieſeStelle übertragen. Unermüdlich verſah in den langen
Jahren Herr Stadtpfarrer Sell ſeinen Dienſt, kannte nur ſeine Kirche,
ſein Amt und ſeine Pfarrkinder und ging in ſeinem Berufe voll und
ganz auf. In vorbildlicher Treue und Gewiſſenhaſtigkeit teilte er Freud
und Leid mit der Gemeinde und jedem Einzelnen. Längere Zeit hat er
auch die Geſchäfte des Dekan.=Erziehungsvereins geführt. Im Kriege
hat er ſich dann aufgeopfert. Während dieſer Zeit der vermehrten
Ar=
beit verſah er allein die beiden Pfarrſtellen. Unendlich viele Geſuche hat
er erledigt, getröſtet und geholfen, wo es nur ging und menſchenmöglich
verſammlung am Donnerstag, den 4. November, abends 8 Uhr, war. In dieſer Zeit der ſchlechten Ernährung hat er ſich aufgerieben.
Seit fünf Jahren wurde er mehr und mehr leidend. Obgleich erſt 52
Jahre alt, er iſt 1874 geboren, kam er um ſeine Penſionierung ein. Am
1. Oktober d3. Js. wurde er in Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte in den Ruheſtand verſetzt. In ſeiner geſtrigen Abſchiedspredigt
(Apoſtelgeſch. 4, 12) wies er noch einmal, wie ſein ganzes Wirken hier,
darauf hin, daß unſer Aller einzigſtes Heil Jeſus Chriſtus iſt. Noch
ein=
mal hörte die Gemeinde den treuen Prediger. Der
Geſamtkirchenvor=
ſtand ging mit ihm zum Abendmahl. So beſchloß Herr 1. Stadtpfarrer
Sell ſeine ſegensreiche Tätigkeit in unſerer Gemeinde. Wir werden aber
den treuen Seelſorger und feinen Menſchen nie vergeſſen, deſſen Stärke
ſeine vorbildliche Seelſorge war. Er war ein treuer Hüter des
luthe=
riſchen Bekenntniſſes und der alten Erbacher Ordnungen. Er
beabſich=
tigt, in Darmſtadt eine neue Heimat zu finden. Unſere treueſten Wünſche
für ſeine fernere Zukunft begleiten ihn.
* Waldmichelbach, 1. Nov. Feuerviſitator. Herr Valentin
Hering von hier wurde zum Feuerwiſitator für den Bezirk
Wald=
michelbach ernannt und verpflichtet.
— Hirſchhorn, 1. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
31. Oktober 2.80 Meter, am 1. November 2,11 Meter. Die
Kettenſchlepp=
ſchiffahrt iſt ſeit heute wieder in Betrieb.
Für uladme, für alfe die geistig anl
Und kar jeden,
det einet Nafigung bedahf:
Suin /namstilck
ISt 12871
120 —140 Liter
on Lanldber
Jaut=
geben.
(16002im
Angebote u. B 75
an die Geſchäftsſt.
Pfd. 6—8 H, zu verk
Martiusmühle,
Frankfurterſtraße 105.
Nummer 304
Dienstag, den 2. November 1926
Seite 7
Eine Vorſiellung des Landesverbandes Heſſen des
Hypothekengläubiger= und Sparerſchutzverbandes für
das Deutſche Reich.
Der Landesverband Heſſen des Hypothekengläubiger= und
Sparer=
ſchutzverbandes für das Deutſche Reich hat eine Vorſtellung, betr. die
Ablöſung der Gemeindeanleihen an die ſtädtiſchen Verwaltungen Heſſens
und die Provinzialverwaltungen von Starkenburg und Oberheſſen
ge=
richtet. In dieſer Vorſtellung heißt es u. a.:
„Durch die Geſetze vom 16. Juli 1925 hat der Reichstag die
Ab=
löfung der öffentlichen Anleihen in einer Weiſe geregelt, welche die
be=
rechtigten Erwartungen der Gläubiger auf eine gerechte Löſung des
Pro=
blems aufs bitterſte enttäuſcht hat. Unbeſchadet unſerer grundſätzlichen
Stellungnahme zu den Reichsgeſetzen wenden wir uns an die
Verwal=
tungen der ſchuldneriſchen Städte und Gemeindeverbände mit der
drin=
genden Bitte, von der reichsgeſetzlich gegebenen
Möglich=
keit einer Verbeſſerung der Lage der Gläubiger einen möglichſt
ausgedehnten Gebrauch zu machen.”
Nach eingehender Begründung wird beantragt, „bei Regelung
der Schuldverbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände aus
der Anleiheablöſung zu beſtimmen:
1. Die ausgeloſten Teilbeträge von Ablöſungsanleihen ſind durch
Bar=
zahlung des Zehnfachen ihres Nennbetragswertes einzulöſen.
2. Die Tilgungsdauer wird auf 20—25 Jahre hevabgeſetzt.
3. Die nach Ziffer 1 ſich engebenden Einlöſungsbeträge ſind ab 1.
Ja=
nuar 1926 mit 3 v. H. zu verzinſen. Die Zinſen werden in
Halb=
fahresraten am 1. Januar und 1. Juli fällig. Bei Fälligkeit des
Einlöſungsbetrags ſind die weiteren 2 v. H. Zinſen gemäß § 43
Abſ. 1 des Ablöſungsgeſetzes zu entrichten.
4. Anleihe=Altbeſitzern, die nachweislich nach dem 14. Juni 1922
in=
folge Kündigung des Schuldners heimbezahlte Anleihebeträge ohne
ausdrücklichen Vorbehalt angenommen haben, ſteht der gleiche
An=
ſpruch nach § 40 Abſ. 3 des Anleihe=Ablöſungsgeſetzes zu, wie jenen,
die ſich ihre Rechte vorbehalten haben.
5. Die Barablöſung für die Spitzenbeträge ſind in angemeſſener Weiſe
zu erhöhen”.
m. Beerfelden, 1. Nov. Ganz beſondere Bedeutung hat das
dies=
jährige Reformationsfeſt auch für die hieſige Gemeinde, da ſie eine der
erſten war, die zum lutheriſchen Glauben übertrat. Nach dem günſtigen
Verlauf des Speyerer Reichstags im Jahre 1526 vollzog die Gemeinde
anter Führung ihres damaligen Pfarrers Michael Balneator den
Glau=
benswechſel. Die von der Kirchenbehörde beantragte und vom
Landes=
amt für das Bildungsweſen für das ganze Land genehmigte Schulfeier
vollzog ſich darum auch in einer Form, die für die hieſige Gemeinde
ent=
ſprechend war. Die Schulkinder, unter Führung der Lehrer, ſammelten
ſich in der Kirche, wo, von Lutherliedern eingerahmt, die eindrucksvolle
Feſtrede des Herrn Oberpfarrers Colin ihren Eindruck auf die
jugend=
lichen Gemüter nicht verfehlte.
* Aus dem Weſchnitztal, 1. Nov. Preisabbau? Die
Bäcker=
vereinigung Weſchnitztal=Ueberwald ſetzte den Preis des Vierpfünder=
Brotes von 75 Pfg. auf 80 Pfg. hinauf. Der Preisaufſchlag für Mehl
wird nicht lange auf ſich warten laſſen. Iſt das der Erfolg des von
der Regierung ſo energiſch betriebenen Preisabbaues? —
Lichtſpiel=
berein Weſchnitztal=Ueberwald hat nun ſeine Tätigkeit
für dieſen Winter wieder aufgenommen. In etwa 15 der größeren
Gemeinden des Spielbezirks kommt in den nächſten 14 Tagen der
Kultur=Großfilm „Urwelt und Uvwald” zur Aufführung. Wer ſich
alſo einmal mit den Geheimniſſen des Urwaldes und ſeiner Urwelt
ver=
tpaut machen möchte, verſäume nicht, den höchſt intereſſanten
Vor=
führungen beizuwohnen.
* Unter=Schönmattenwag, 1. Nov. Bürgermeiſterwahl. Herr
Candwirt Joh. Georg Guſtav Sauer wurde als Bürgermeiſter der
hieſigen Gemeinde wiedergewählt.
* Auerbach, 1. Nov. Todesfall. Wohl der älteſte Mann des
Ortes, Landwirt Chriſtian Weigold, der „alte Weil”, wie er viel
ge=
nannt wurde, iſt geſtern im Alter von 89 Jahren geſtorben. Der
Ver=
ſtorbene war ein ſehr freundlicher Mann und allſeits hochgeſchätzt und
geehrt. Die Arbeit war ihm ein Bedürfnis, und ſchon des Morgens
früh, ob es Sommer oder Winter war, begann er freudig ſein
Tage=
werk, vielen ein Vorbild des Fleißes abgebend.” Möge er ſanft ruhen! —
Kirchweih. Nächſt Sonntag und Montag findet des hieſige
Kirch=
weihfeſt ſtatt, das alljährlich von der weiteren Umgegend viel beſucht
wird, beſonders bei gutem Wetter.
* Auerbach, 1. Nov. Feuersbrunſt. In der Nacht von Freitag
auf Samstag um 1 Uhr brach in der Scheune mit Stallungen des
Bei=
geordneten Friedrich Elgert, gegenüber der „Krone‟, Feuer aus und
legte dieſelbe bis auf die Grundmauern in Aſche. Das Vieh, Pferde und
Rindvieh, konnte noch rechtzeitig gerettet werden. Die Feuerwehr war
alsbald zur Stelle und verhinderte mit vielem Geſchick das weitere
Um=
ſichgreifen des Feuers. Viel Futten= und Strohvorräte und
landwirt=
ſchaftliches Geräte ſind verbramnt. Ueber die Entſtehungsurſache iſt nichts
bekannt, jedoch vermutet man vielfach Brandſtiftung.
* Heppenheim a. d. B., 1. Nov. Herr Kreisarzt Medizinalrak Dr.
Heid iſt vom 1. November bis einſchließlich 4. Dezember beurlaubt. Die
Dienſtgeſchäfte des Kreisgeſundheitsamtes werden während dieſer Zeit
von Herrn Amtsarzt Medizinalrat Dr. Werner in Heppenheim,
Lud=
wigsſtraße 49, Fernſprecher Nr. 13 erledigt. Amtstage ſind am Mittwoch
vormittag. — Verſteigerung. Am Dienstag, den 2. November,
nachmittags 2 Uhr, werden im Saalbau Karchner verſchiedene
ab=
gängige Obſtbäume und das Weidenerträgnis der ſtädtiſchen
Grund=
ſtücke meiſtbietend verſteigert. — Auch hat die Stadt etwa 100
drei=
jährige Schwarz= und Silberpappeln zum Preiſe von 0,80 Mark das
Stück abzugeben. Liebhaber mögen ſich bei Herrn, Güterverwalter
Eber=
hard, hier, melden. — Vergebung von Kanalarbeiten
durch die Stadt. Die Herſtellung von Straßenkanälen in der
Hambacher=, Jakob Maier= und Georgenſtraße ſollen vergeben werden.
Die Angebote ſind auf Zimmer 6 des Rathauſes bis am Donnerstag, den
4. November einzureichen. Daſelbſt ſind auch die näheren Bedingungen
zu erfahren.
A. Von der Bergſtraße, 1. Nov. Auf dem von einem Roſenhain
umgebenen Heldenfriedhofe in Weinheim fand eine
Kriegergedächtnis=
feier ſtatt, bei der Stadtpfarrer Joeſt die Gedenknede auf die Gefallenen
hielt. Die Weinheier Stadtverwaltung legte auf jedem mit
Stahl=
helm überdeckten Kriegergrabe einen Lorbeerkranz nieder,
Felddiviſions=
pfarrer a. D. Alfred Kaufmann widmete den Gefallenen namens der
Kriegsgräberfürſorge mit Gedenkworten einen Waldkranz mit Schleife,
— Bei einem Theaterabend der Gemeindebürgerjugend Weinheim im
Weinheimer Eintrachtſaale fand geſtern abend die Uraufführung eines
neuen Theaterſtückes des Schriftſetzers Karl Zöller ſtatt, des Autors der
Dialektſtücke „Alt=Weinheim” und „s ſin halt Hinnergäſſer‟. Das neue
Stück betitelt ſich „Am Schalter eines Kommunalverbandes” und bringt
draſtiſche Szenen aus der deutſchen Zwangswirtſchaft unter Gloſſierung
der unterſchiedlichen Behandlung zwiſchen Hoch und Nieder. Die
Auf=
führung erzielte einen großen Heiterkeitserfolg.
I BIn 13893
* Viernheim, 30. Okt. Gemeinderatsbericht. Bei der
Ver=
gebung der Juxplätze für die diesjährige Kirchweihe wurden folgende
Höchſtgebote erzielt: Karuſſell 750 Mk., Schiffſchaukel 650 Mk. und
Schießbude 130 Mk. Der Zuſchlag wurde erteilt. — Ferngasverſorgung.
Ein heftiger Zwiſt war um die Ferngasverſorgung Viermheims in den
letzten Tagen noch entbrannt, da die vorgeſetzten Behörden dem
Liefe=
rungsvertrag mit Mannheim ihre Genehmigung verſagten und mit allen
Mitteln verſuchten, die Gemeinde dazu zu bewegen, das Gas von
Darm=
ſtadt zu beziehen. Unter Berückſichtigung der Tatſache, daß die
Fern=
gasverſorgung Viernheims bereits heute in Tätigkeit getreten iſt,
be=
ſchloß der Gemeinderat einſtimmig, alle weiteren Verhandlungen
hier=
wegen abzulehnen. — Zur Behebung der Wohnungsnot wurden 1000
Mark für den Ankauf von 4 ausvangierten Eiſenbahnwagen genehmigt.
— Die Erbauung eines neuen Spritzenhauſes iſt zur dringenden
Not=
wendigkeit geworden. Mit der Prüfung der Frage und Projektierung
wurde die Baukommiſſion beauftragt. — Ein Geſuch der Landwirte um
Einbau eines Hydranten in das Waſſerleitungshauptrohr im Felde wurde
abgelehnt.
* Groß=Gerau, 1. Nov. Ankaufdes Krankenhauſes. Das
Kreiskrankenhaus iſt nunmehr endgültig in den Beſitz der Stadt Groß=
Gerau übergegangen. Der Gemeinderat hat in ſeiner letzten Sitzung den
Kaufvertrag zu den von der Kreisſparkaſſe geſtellten Bedingungen
ge=
nehmigt. Der Kaufpreis beträgt 100 000 Mark.
r. Rüffelsheim, 1. Nov. Vom heſſiſchen Miniſterium für Arbeit und
Wirtſchaft wurde die Kanaliſierung, die Rohrlegungsarbeiten für die
Gas= und Waſſerleitung ſowie die Waldentwäſſerung als
Notſtands=
arbeiten anerkannt. Die Gemeinde erhält hierfür ein Darlehen in
Höhe von 126 500 Mk. aus der produktiven Erwerbsloſenfürſorge zu
4 Prozent auf 12 Jahre überwieſen unter der Vorausſetzung, daß die
Gemeinde ab 1. November d. Js. bis 1. Februar 1927 mindeſtens 50
Erwerbsloſe mit Notſtandsarbeiten beſchäftigt.
Oberheſſen.
b. Friedberg, 1. Nov. Zur Feier des 400jährigen Gedenktages der
Einführung der Reformation in Heſſen durch Philipp den
Groß=
mütigen fand am 30. Oktober in der Liebfrauenkirche für die
evange=
liſchen Schüler ſämtlicher hieſigen Schulanſtalten eine Gedenkfeier ſtatt.
Pfarrer lie. Gerſtenmayer hielt eine der Bedeutung des Tages
ange=
paßte geſchichtliche Anſprache, Schülerchöre der verſchiedenen Schulen
eröffneten und ſchloſſen die Feier. Das geräumige Gotteshaus war bis
zum letzten Platz gefüllt.
WSN. Bad=Nauheim, 1. Nov. Keine Zuſammenlegung der
Amtsgerichte Bad=Nauheim und Friedberg. Der
Pro=
teſtſturm gegen den beabſichtigten Abbau eines der beiden Amtsgerichte
in Friedberg und Bad=Nauheim ſcheint bei der heſſiſchen Regierung
er=
heblichen Eindruck gemacht zu haben. Wie die „Bad Nauheimer Ztg.”
von zuſtändiger Stelle erfährt, ſind die zuſtändigen Stellen in
Darm=
ſtadt zu der Ueberzeugung gelangt, daß eine Zuſammenlegung der beiden
Amtsgerichte untunlich ſei. Sie werden demnach in ihrer jetzigen Form
erhalten bleiben.
WSN. Gießen, 1. Nov. Schwerer Unfall eines
Poſt=
autos. Ein mit 15 Perſonen beſetzter Kraftwagen der Privatautolinie
Gießen—Grüningen—Holzheim kam am Samstag gegen abend am
Schif=
fenberger Wald bei Gießen auf der Landſtraße nach Steinberg beim
Aus=
weichen vor einem anderen Fuhrwerk infolge der naſſen Straße und zu
raſchen Fahrens ins Rutſchen und ſchlug um. Dabei erlitten zwei
In=
ſaſſen, der 21 Jahre alte Karl Schmidt aus Steinbera und der 18 Jahre
alte Robert Römig aus Steinberg Gehirnerſchütterungen und ſchwere
Verletzungen, während einige andere Paſſagiere mehr oder weniger
er=
hebliche Schnittwunden durch die zertrümmerten Fenſterſcheiben
davon=
trugen. Die beiden Schwerverletzten wurden von der Gießener
Frei=
willigen Sanitätskolonne in bewußtloſem Zuſtande, in die chirurgiſche
Klinik nach Gießen verbracht, wo ſie heute früh das Bewußtſein
wieder=
erlangten. Ihr Befinden iſt den Umſtänden nach zufriedenſtellend. Der
Autobetrieb mußte bis geſtern nachmittag unterbrochen werden.
Gönnen Sie ſich
öfters die Wohltat einer Helipon=Kopfwäſche, dann erſcheinen Sie
immer mit einem reinen, duftigen Seidenhaar. — „Kein anderes
Mittel iſt wie das milde Helipon!” — Jedes einſchlägige Geſchäft,
welches das ſeit 1908 ſo beliebte Helipon zu ſchätzen verſteht, führt und
empfiehlt es. Preis 305 — zwei Waſchungen.
(I St.15878
* Erſte Verordnung zur Durchführung der
Aufwertung von Sparguthaben.
Ausſchneiden!
Aufbeben!
Wichtig!
Am 29. Oktober d. J. iſt die ſchon lange erwartete Verordnung in
Kraft getreten. Wir geben das Weſentliche daraus für die Leſer
wieder. Die Aufwertung der Sparguthaben erfolgt bei den
öffent=
lichen Sparkaſſen Heſſens ohne Bildung einer
Teilungs=
maſſe und ohne Beſtellung eines Treuhänders zu
einem Aufwertungsſatze von 12,5 Prozent des Goldmarkbetrags der
Sparguthaben. § 2 beſtimmt: „Tilgt nach 29. Oktober 1926 eine
Ge=
meinde (Gemeindeverband), die die Haftung für die Verbindlichkeiten
einer Sparkaſſe übernommen haben, eine dem Ablöſungsgeſetz
unter=
liegende eigene Anleihe oder eine zur Ablöſung einer ſolchen
Mark=
anleihe ausgegebene Anleihe in der Weiſe, daß hierbei ein
Einlöſungs=
betrag von mehr als 12,5 Prozent des Goldwertes erreicht wird, ſo iſt
dieſer höhere Satz auch für die Aufwertung der Sparguthaben der
Spar=
kaſſe, für die dieſe Gemeinde (Gemeindeverband) haften, als
Aufwer=
tungsſatz maßgebend.” (Abſ. 1)
Die Vorſchrift des Abſ. 1 findet keine Anwendung, ſoweit ſich ein
Einlöſungsbetrag von mehr als 12,5 Prozent des Goldwertes nach § 11
des Ablöſungsgeſetzes ergibt. Wir ſetzen § 11 zum Verſtändnis hierher:
„Markanleihen, die nicht gemäß §§ 9 und 10 Altbeſitzanleihen ſind,
gelten, wenn ſie der Gläubiger vor 1. Juli 1923 auf Grund geſetzlichen
Zwanges zur mündelſicheren Anlage erworben hat und ſie ihm von
die=
ſem Erwerbe bis zur Anmeldung ununterbrochen gehört haben, als
Alt=
beſitzanleihen in Höhe des doppelten Goldmarkbetrages ihres
Erwerbs=
preiſes, ſoweit dieſer Betrag durch 500 teilbar iſt.‟ Der
Goldmark=
betrag wird nach der Tabelle des Aufwertungsgefetzes umgerechnet.
Bei einer ausfchließlich gemeinnützigen, mildtätigen, ethiſchen oder
religiöſen Zwecken dienenden inländiſchen Anſtalt, Stiftung, Körperſchaft
oder ſonſtigen Perſonenvereinigung oder Vermögensmaſſe ſteht dem
geſetzlichen Zwange der Zwang durch die Vorſchriften der Satzung oder
der ſonſtigen Verfaſſung gleich.
Im Streitfall entſcheidet der Innenminiſter endgültig. Derſelbe
kann für Aufwertung von Sparguthaben bei Bezirksſparkaſſen
Aus=
nahmen von Abſ. 1 zulaſſen.
8 3. „Ergibt ſich bei einer Sparkaſſe aus dem Verhältnis des
auf=
gewerteten Sparkaſſenvermögens zu den aufgewerteten Sparguthaben
ein höherer Satz als 12,5 Prozent, ſo kann der Innenminiſter für dieſe
Sparkaſſe anordnen, daß die nach 14. Juni 1922 ausgezahlten Guthaben
— auch ohne Vorbehalt der Rechte durch den Gläubiger — aufgewertet
werden. Auszahlungen ſind dann in der Höhe des Goldmarkbetrages
anzurechnen. (Abſ. 1.)
Unter den in Abſ. 1 bezeichneten Vorausſetzungen kann
Innen=
miniſter ferner anordnen, daß die Sparbaſſe ihre Guthaben zu einem
von ihm zu beſtimmenden höheren Satz als 12,5 Prozent aufwertet.
(Abſ. 2.) Derſelbe beſtimmt auch den Zeitpunkt, zu dem die Sparkaſſen
ihm eine Aufſtellung über das aufzuwertende Sparkaſſenvermögen und
die aufzuwertenden Sparguthaben vorzulegen haben.
§ 4. Werden nach § 3 Abſ. 2 bei einer Sparkaſſe Sparguthaben
zu einem höheren Satze als 12,5 Prozent des Goldmarkbetrages
aufge=
wertet, ſo iſt aus dem Betrag, der zur Durchführung dieſer höheren
Aufwertung erforderlich iſt, ein Beitrag bis zu 40 Prozent dieſes Betrags
an einen Ausgleichsſtock abzuführen, aus dem leiſtungsſchwache
Spar=
kaſſen bei der Aufbringung des 12,5prozentigen Satzes zu unterſtützen
ſind. Die Verpflichtung zur Leiſtung ſolchen Beitrages ſowie deſſen
Höhe ſtellt Innenminiſter endgültig feſt. Verwaltung und Verwendung
des Sparkaſſenausgleichsſtocks regelt der Innenminiſter.
§ z. Aufwertung der Sparguthaben erfolgt ohne Antrag
des Gläubigers. Wird aber von einem Sparkaſſengläubiger die
Auf=
wertung bereits ausgezahlter Guthaben auf Grund Vorbehalts verlangt
oder wird im Falle der Ueberweiſung des Guthabens von einer anderen
Sparkaſſe Berückſichtigung mit dem Goldmarkbetrag zurzeit des Erwerbs
der Forderung gegen die erſte Sparkaſſe beantragt, ſo iſt der Anſpruch
binnen einer am 31. Januar 1927 ablaufenden Ausſchlußfriſt bei der
Sparkaſſe anzumelden, bei der das Guthaben geführt wird oder zuletzt
geführt wurde. Ueber die erfolgte Anmeldung hat die Sparkaſſe auf
Verlangen eine Beſcheinigung auszuſtellen. Guthaben, deren
Aufwer=
tungsbetrag weniger als 1 Goldmark ausmachen würde, werden nicht
berlickſichtigt. Zur Ablöſung ſolcher Guthaben ſind die Kaſſen nicht
ver=
pflichtet. Bei der Aufwertung ſich ergebende Pfennigbeträge von 1—5
Pfg. bleiben außer Anſatz, ſolche von 6—9 Pfg. werden auf volle
10 Pfg. nach oben abgerundet.
§ 7. Die aufgewerteten Guthaben ſind für die Gläubiger bis 1.
Januar 1932 unkündbar. Vom 1. Januar 1932 an hann die Hälfte, vom
1. Januar 1940 an der Reſt des Guthabens nach Maßgabe der
Spar=
kaſſenſatzung gekündigt werden. (Abſ. 1.) Erfolgt die Auszahlung vor
1. Januar 1932 dann kann die Sparbaſſe einen Abzug für Zwiſchenzins
machen, der jedoch nicht über die für vorzeitige Rückzahlung von
Auf=
wertungshypotheken jeweils geltenden Sätze hinausgehen darf.
Die Sparkaſſen werden, ohne hierzu verpflichtet zu ſein, bedürftigen
Perſonen auf Antrag den Aufwertungsbetrag ohne Abzug von
Zwiſchen=
zinſen ganz oder teilweiſe baldmöglichſt auszahlen; gleiches gilt für über
5 Jahre alte Sparkaſſengläubiger und ſolche, die infolge des
körper=
lichen Zuſtandes aller Vorausſicht nach bei Einhaltung des Termins vom
1. Januar 1932 nicht in den Genuß der Auszahlung ihres Guthabens
kommen, unter der Vorausſetzung, daß dieſe Sparkaſſengläubiger nicht
zur Vermögensſteuer herangezogen ſind.
Der Innenminiſter kann anordnen, daß bei einer Sparbaſſe
be=
ſtimmte Arten von Spargläubigern oder alle Spargläubiger den
Auf=
wertungsbetrag der Sparguthaben früher als in Abſatz 1 oben beſtimmt,
kündigen können.
8 8. Die aufgewerteten Sparguthaben ſind vom 1. Januar 1927
ab mit jährlich 3 Prozent, vom 1. Januar 1932 ab zu den für die übrigen
Spareinlagen geltenden Sätzen zu verzinſen. Die Gläubiger können die
Auszahlung der Zinſen der unkündbaren Teile ihrer Guthaben auf
Ende eines jeden Kalenderjahres verlangen.
* Aus Oberheſſen. Großen=Linden. Auf ihr 40jähriges
Be=
ſtehen blickt unſere Bahnſtation, eine der bedeutendſten an der
Main=Weſer=Bahn, zurück. Damals war es der weitſichtige
Bürger=
meiſter und Landtagsabg. Leun, welcher die Station ins Leben rief. —
Gießen. Das Winterhalbjahr an der Univerſität hat ſeinen Anfang
genommen, und in der Stadt herrſcht wieder das drei Monate vermißte
ſtudentiſche Treiben. Die Verbindungshäuſer ſind belebt, und die
Se=
neſter=Eröffnungsfeiern ſind im Gang. Es fand die erſte feierliche
Immatrikulation der Studierenden im Univerſitätsgebäude ſtatt. —
Nieder=Ofleiden. Ein ſchwerer Unfall ſtieß dem
Stein=
brucharbeiter Fiſcher aus Elpenrod zu, der in dem hieſigen
Baſalt=
ſteinbruch beſchäftigt war. Es löſte ſich ein Felsblock, der den Arbeiter ſo
ſchwer verletzte, daß er nach Hauſe getragen werden mußte. —
Seite 8
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Todes=Anzeige.
Samstag, den 30. Oktober iſi unſer
lieber Bruder und Onkel
Suelft Hutl oon Juul
nach kurzem Leiden im Alter von 82 Jahren
in Marienbad ſanft entſchlafen.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Franziska Balſer
geb. Baur. 28879
Am 21. Oktober entſchlief nach langem
ſchweren Leiden mein lieber Mann, unſer
guter Vater, Großvater und
Schwieger=
vater
Georg Merck
(*28921
im Alter von 59 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Rikel Merck, geb. Schenck.
Llwellyn=Park, Orange, New=Jerſey, L. S. A.
Für die uns erwieſene herzliche
Teil=
nahme ſagen wir aufrichtigſten Dank.
Dorothee Genton, geb. Schneider
Theodor Schneider
Karl Schneider, Apotheker
Eliſabeth Schneider
Elſe Schneider, geb. Hugenſchütz
Aenne Schneider, geb. Bierwerth
und 3 Enkelkinder.
Darmſiadt, Hanau a. M., 1. November 1926
(15953)
Dankſagung.
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme beim Hinſcheiden unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen, ſage ich hiermit, auch im Namen
aller übrigen Angehörigen, herzlichen Dank.
Frau Helene Reuter
geb. Engels.
Darmſiadt, den 2. November 1926. (15934
Unſer braver kleiner
Heimbert
iſt Samstag abend ½11 Uhr im Alter
von 5 Monaten ſanft entſchlaten.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Kurt Böhm und Frau
228926) Heidelbergerſtr. 111.
Die Beerdigung findet in aller Stille ſiatt.
Für die vielen Beweiſe
auf=
richtiger Teilnahme beim Tode
unſres lieben Vaters ſagen wir
herzlichen Dank. 15970
Im Namen aller Geſchwiſter:
Wally Valdecker.
Eine faſt neue
Gas=
zuglampe zu verkauf.
Beſſungerſtr. Nr. 9‟.
3. Stock (28885
Backenſeſſel
Klubſeſſel
von 100 Mk. an
Klubſofa
Diwan
von 80 Mk. an
Chaiſelongue
von 60 Mk. an
Schreibſeſſel
Matratzen
Bettfedern
Daunen
Barchente
kaufen Sie gut u
Abillig bei (15697a
Roih
Tapeziermeiſter
Magdalenenſt. 11.
O
Am 3. November begehen die
Ehe=
leute Georg Berth und Frau
Margarete, geb. Finge,
Klappacher=
ſtraße 17, das Feſt der
(*28907
Silbernen Hochzeit.
Etagen=
Geſchäft
in Weißwaren und
Wäſche wird
einge=
richtet. Etwas
Kapi=
tal erforderl. Bedg.
verheiratet u. g. Ruf.
Garant. ſich. Exiſtz.
Ausführl. Angeb u.
B 33, Gſchſt. C3ceau
z. Ueb geſ.
Klavier Std 30 Pf.
Nähe Saalbau.
Angeb unter B 71
Geſchäftsſt (22987
Fh
Eberstädterstraße 75
PAUL BROMMER
Dentist, Pfungstadt.
Sprechstunden: /.7—1, 2—1,8
Sonntag: /,9—1 ( 86l6sso
Anzüge
Mäntel, Koſtüme
erhalten Sie für nur
2 Mk.
gereinigt, auf Neu
gebügelt,
alleschneider=
arbeit billigſt ( 28988
Riedeſelſtraße 39
Velze
werden neu u
mo=
dern umgearb
Um=
arbeiten u. Neufütt
v Pelzmänteln billigſt
Langgaſſe 18 CLaden),
früh. Mühlſtr. ( 2898
Das Fenster i drau
Haben Sie es schon gesehen?
Bitte ..... Wilhelminenstraße 11
trumpfhaus Elite
Vervielfältigungen Ueber=
Abschriften lnehme Abſchriſten
v Werken, Zeu niſſen
uſtv, auch Vervielfält.
S. Guttmann Raſche Bedienung
Wilhelminenstr 8 Angeb unter K 67
(11346a
Geſchäftsſt. ( 2499Eim
Herde
und Oefen
werden billig
repa=
riert, ausgeputzt und
ausgemauert (22897
W. Zimmer,
Schwanenſtr. Nr. 15.
ünterichtk
Erteile gründl.
fran=
zöſiſchen Unterricht,
Theorie, Konverſat
Challand,
Roßdörfer=
ſtraße 74. (28980
Trotteur, mit Crép-Gummisohlen
immer trocken
Russen-Stiefel
für Damen
Die neueste Mode
Unsere großen Schaufenster geben Kenntnis von der
Auswahl und Preiswürdigkeit.
15972
Tatoz
Moderner Herrenschuh, imit,
Krokodil-Einsatz
s Schuhwarenhaus lnh P. Mildeu
Darmstadt, Ludwigstr. 16
86
iſat
Gchafkafell erstel Baufttden
2 Herde (rechts), 1gr.
u. 1 kl., zu verkauf.
W Zimmer,
Schwanen=
ſtraße 15. ( 28977
Vebr.
Motorräder
v. 130 Mk. an. Wagner,
Kiesſtraße 34 (28963
Ab1 Novemberiſt meine Sprechſtunde
Rheinstr. 33, I.
Dr. Karl Andres
Facharzt für innere Krankheiten.
Sprechſtunde: 11½-12½ u. 3-5 Uhr.
Mittwochnachm. keine Sprechſtunde,
Telephon 3016.
( 28568im
Kff5 65 5757635
„Ich lit ſeit 3 Jahren au gelblichen Ausſchlag
mit furchtchanem
Renn
Flsru5 2sſ 0 50 ſ Sſolck 2u
25 Big) und Mk. 1.50 (35 B ig, Ktäriſte Form).
Dazu „Rnckach=Ciemes 1 40. 6 u. 90 Bfg. In
allen Apothelen, Argerier I. Parfünerier erhälle.
Henm Sie unsere Verkaufsräume betreten, 80 Werden Ihnen die
ge-
waltigen Mengen von Schuhen und Stiefeln auffallen die unsere
Läger enthalten. Neue Formen und Ausführungen für den Winter.
Herren Stiefel
mit Doppelsohlen
Rahmenarbeit
Herren-Gesellschaftsschuh
Lackleder, ohne Kappen
35
neue Modelle
Abend-Schuhe
für Damen
Reptllien-Schuhe aller Art
60
verschiedene Sorten
Winter-Schuhe
und Pantoffeln
schr warm
Schwarz Lack mit Wildleder
tür jedes Kostüm zu tragen
Mode-Eidechs mit Chevreau-
Garnitur
Straßen-Schuhe
mit Crép-Gummisohlen
Bester Schutz
gegen Feuchtlgkeit und Kälte
Solider Herren-Straßenschuh
mit Doppelsohlen
Solide
Herren-Schuhe
und -Stlefel
Rahmenarbeit
Nummer 304
Dienstag, den 2. November 1926
Seite 9
Lafalenielt
mit Blaustitt
gezeichneten
OHSeT
Artikeln
ge-
währen wir
in diesen
Ta-
gen einen
Ex-
trarabatt von
TOltLieTaA
Nur fehlerfreie Waren!
Auffallend billige Preise!
mit 2
Herren-Oberhemden Kragen
Herren-Einsatzhenden
Hosenträger
Herr.-Futter-Unterhosen
Perkal u. Zephir, bes. gute Onalität,
wollgemischt und schwere Winter-
. . 450, 3.50, M00 gute, warme Gnalität . . 3,60, 2.90, B.00 Prima dnmmi und Lederpatten oder
B.Ou
in Weite 34, 35, 40, 41, 42, 43, 44.
ware ..
Eroatzteilen .. . . 125, 0.95, 085, 0.00
Leib- und Seelnosen
Herren-Oberhemden
Weisse Herr, Stoffkragen
mit 2 Kragen, gute Oualität, nur mod.
Selbstbinder
Ia wollgem. und gefüttert 2.25, 1.75, 1.00
65o, 550, 4.00 Hins, gute Augfährung . . . .045, 0.60
Muster . .
nene moderne Muster 1.25, 0.95, 0.75, 0.00
Herren Steh- und
Knaben-Kniehosen
Zephir-Oberhemden
Steh-Umlege-Kragen
Ia Oualitst, modk. Vormen 075, 080, V.40) schäne Winternare . . . 19, 175, 1.00 Diplomates und Regates
mit 2 Kragen, Ia Onalität, gestreift
schwarz, weiß und viele moderne
und kariert .
.. . 950, 8.50,
Tarben und Unster .. . 095, 0.75, 0.40
Herren Nachthemden
Herren-Hormal Jacken
gute Oualität, mit Kragen und
hals-
wollgem., gute Onal. . . 225, 1.90, 1.00
Uni-Oberhemden
frei.
.. 6.50, 4.50,
mit 2 Krag., mod. Parb., rohseiden-
Herren-Kragenschoner
farb, lachs, beige uon, 6.50, 5,85, 4.00
viele Farb., breit u. schmal 2.25, 1.75.
Herren-Normal-Hemden
9.85
Herr, Sport-Flauellhemd.
wollgem., gute Onalitit . 2.75, 2.50, 1.00
in Schillerform u. mitKragen4. 90, 4,25, 0.00
Weisse Oberhemden
Pullover u. Sportwesten
mit Umschlag u. festen Manschetten
schöne Farben, moderne Ausmuste-
Sport-Stutzen
Herr.-Vorm.-Unterhosen
F.Gu
8,50, 7.50, 6.50,
mit und ohne Faß 3.80, 2.90, 225, 1:G0 rung . . . . . . . . 1250, 250, .60
wollgem., gute Onal. 2.95, 2.20, 1.95,
1.70
Weisse Einsatzhemden
Kavaliertücher
Herren-Regenschirme
Herren-Plüsch-Hosen
mit hübschen Einsätzen
bedruckt und in Crépe de chine
mit hübschen Griffen, in gut. Onalit.
225, 1.95, 1.70 gnte Onal, schwere Winternare 4.90, X.00
150, 0.95, 0.10
5.25, 3.90, 350, B.00
Beaohten Sie bitte unser Herren-Spezial-Sohaufenster besonders!
O
UoTader digere Dermbradt
Telephon 2553
Telephon 2553
Lucevigstrasse 9-11
15938
Geſchäfts=
und
Etagenhäuſer
Villen= u. Einfam.=
Häuſer, Bauplätze,
allerbeſte Objekte, hat
ſtets anzubiet (12532a
A. Brück
Schützenſtraße 8, 1.
Telephon 1778.
Einfamilienhaus
(67 Zimmer),
mög=
lichſt in freier Lage,
Angebole unt. B 76/8
Geſchäftsſt. (16000
o Induſtriebiertel.
Anweſen 3300 Qm.,
a. Induſtriegleis
ge=
legen, m. Bürogebd.,
Hallen uſw. b. günſt.
Zahlungsbeding. zu
verk. Anfr. B 27 an
d. Geſchäftsſt. (*28870
2. Fam.=Haus
im Tintenviertel od
Grüner Weg,
Hoff=
mann=, Moſer= oder
Martinſtr. zu kaufen
geſ. Anz. 10.20 000 ℳ.
Ang. u. B 73 Gſchſt.
4 84
Zimmer=
haus,
Johannesviertel, mit
freiwerdender
Woh=
nung, b. 8—10 000 ℳ
Anz. billig zu verk.
Näh. dch. N. P.
Huf=
uagel, Wilhelmſtr. 69.
Griesheimer
Billen=
viertel
Gelände vorteilhaft Anzahlung.
abzugeben. Angeb.
unt. B 46 an d.
Ge=
chäftsſt. erbet. (15949
Fahrradgeſchäft iſt,
da Inh. eine en gros=
Niederlage auswärts
übern., zu vk.
Fach=
od. Kaufleute m. 500b
Mk. belieben anzufr
B 53 Gſt. (38944id
Zigarrengeſchäft
od. dergl. zu kaufen
Geſchäftsſtelle, (15992
I
Gtobordüttel
ſucht für tüchtige
Wirtsleute Anweſen
mit flottem. Wir= zu kauf.,
evtl. zu pachten.
Eilangebote u. B74
Geſchäftsſt. (1600sim
Geſchenkt billie
Haus in guter Lage, part., Laden, Büro,
Werkſtatt, 5 Zimmer und Küche. I. Stock
15 Zimmer mit Bad. II. Stock 5 Zimmer
m. Bad u. Bügelzimmer, u. je 2 Manſarden,
außerdem 4 Zimmer und Küche u. 3 Bimmer
und Küche. Seitenbau388 Zimmer und
Küche. Steuerwert ℳ 72000.—, für nur
K 29 000— zu verkaufen.
(röggt
Der Allein=Beauftragte
Mar Emanuel. Bismarckſtraße 68
HUS
zu kaufen geſucht, mit 4X3 Zimmerwohnungen, Küche und
Manſarde, in gutem Zuſtand, Vor= und
Hintergarten, iſt an ſchnell entſchloſſenen/;
Käuferum den billigen Preis von 410000 —
abzugeben. Anzahl. ℳ 4000 —, Steuerwert
ℳ 37000.— Mieteinnahme K 1520.— (15986
Mar Emanuel. Bismarckſtraße 68
DZA
in allerbeſter Lage, v. 9Zimmer, 4Manſarden,
dder 23002 Zentralheizung, Warmwaſſerbereitung und
herrſchaftl. laufendes Waſſer in vielen Zimmern. Frei=
Etagenhaus ſtehend, bald beziehbar. Preis ℳ 65000—
(15987
Näheres
Max Emanuel, Bismarckſtraße 68
Einfamilienhäuſer
Friedrich Dingeldein & Co.
Eliſabethenſtraße 3, Telephon 3365 (15993
Diuu u. u. Belgitruße
ſofort beziehbar, Sonderſteuer= und
Teleph. 2134. 728993 beſchlagnahmefrei, 5 Zimmer, reichlich
Zubehör, Zentralheizung, Bad, Garten,
ſtaubfrei, für 21 Mille verkäuflich. Gas,
(Neues, Schießhaus)/Waſſerleitung, elektriſches Licht. Kleine
(15999im
R. Fiege, Heeheim a. d. B.
W Bauplätze!
Friedrich Dingeldein & Co.
Eliſabethenſtraße 5, Telephon 3365 (15995
Villa in Auerbach
Villenviertel, 12 Zimmer, Küche, Bad, alles
Parkett, elektr. Licht, hoch modern
einge=
geſucht. Ang. u. B 66 richtet, 4200 qm Obſt=, Zier= u.
Gemüſe=
garten. Preis Mk 45000. Anzahlung Mk.
(15977
15000.
Max Emanuel
Bismarckſtraße 68.
W Villen
Friedrich Dingeldein & Co.
Eliſabethenſtraße d, Telephon 9365 /15994
et
Immobilien-Hermittiang seene
Dodoe Friedr. Bingeldein & CO.lmieten geſucht. Zu
Eliſabethenſtraße 5, Telephon 3365.
in prima Lage, Eckhaus
Hofraum, Magazin. Preis
zahlung 15—20000 ℳ.
Max Emanuel, Bis haus
Geſchäftshaus
mit 2 Läden, 7 in der Schuſtergaſſe habe ich zu dem
Wohnungen, Kontor, Stallung u. Garten, billigen Preiſe von 18000.— Mk. bei
8 50000 ℳ. An=leiner Anzahlung von 5000.— Mk. zu
(15980
verkaufen.
(15985
zmarckſtr. 68 Max Emanuel, Bismarckſtr. 68. Duns iun M
mit 40 h1 Bierververbrauch pro Monat,
zu dem billigen Preiſe von
einer Anzahlg von 8000 M
evtl, auch zu vermieten. 9
Max Emanuel, Bis=
Maraf
Haus
n 18000 Mk. bei in guter Lage, 2X5 Zimmer, ausgebaute
Nk. zu verkaufen Manſarde, Vor=und Hintergarten, elektr.
Näheres (15981 Licht. Preis 28000— Mk. Anzahlung
10— 15000.— Mk. (15983
zmarckſtr. 68 Hau in auf
6 Zimmer Küche, Bad, E=
1500 am Obſte u. Gemüſege
ziehbar, für 25 000 ℳ zu
zahlung 10 000 ℳ.
Max Emanuel, Bismarckſtr. 68 Max Emanuel, Bismarckſir. 68 etbach
Erker=Vorbau, ca,
garten, ſofort be=
verkaufen. Anel Buud (nallsftraße)
u5ong mit 3 Läden iſt zu dem billigen Preis
glvon 45000.— Mk. bei 8— 10000.— Mk.
Anzahlung verkäuflich. (15984 Mmmner
in der Friedrichſtraße, eine
ſofort frei, iſt zu dem billt
22 000 Mk. bei 6000 Mk.
Max Emanuel, Bis Max Emanuel, Bismarckſir. 68. Haus
2I
Wohnung wird
igen Preis von
Anzahlung zu Geſchafishaag
verkaufen. Der Allein=Beauftragte (5918 in guter Lage, geeignet für Metzgerei,
zmarckſtr. 68 Parterre Laden mit Wohnung, 1. u. 2 Etage
lje6 Zimmer u. Küche, 3. Ctage 4 Zimmer Haus mit B
an großem, lebhaftem
Nähe Darmſtadts, habe
zu verkaufen
Der Allein=Beau
Max Emanuel, Bi= u. Küche. Preis 23000 Mk. Anzahlung
6—8000 Mk.
Zackerei
Max Emanuel
Platze in der
Bismarckſtr. 68,
(15988
ſehr preiswert
n. (15o82 ſtragte:
smarkſtr. 68.
Herrſchaftshaus Villa Hau
2½ſtöck., Parterre 3 Zimn
ſarden=Wohnung mit je 2 Zin
große Toreinfahrt. Preis
Anzahlung mindeſtens
Max Emar
Bsmarckſtr. 6 in beſter Lage Darmſtadts (Südoſtviertel),
komfortabel ausgeſtattet, 10 Zimmer, Bad,
Balkone, ſonnige, freie Lage, für 1 und 2
S
Familien, ſofort zu beziehen, beſchlagnahme=,
mer und Küche, Sonderſteuer= und Wertzuwachsſteuerfrei,
1. Stock5 Zimmer und Küche, 2. Stock Man= zum Preiſe von Mk. 55 000.—, bei einer
immer und Küche, Anzahlung von Mk. 15—20 000.— zu ver=
s Mk 12000.— kaufen. Angebote unter 4 112 an die Ge=
Mk. 7000.— ſchäftsſtelle dieſes Blattes.
(15639a
m nuel
68
(15989
AGeldverkehre Einfmaännen
5 Zimmer und Küche, 840 gm Garten,
Stallung, bei Verkauf frei
7500 Mk., bei einer Anz. v. 5‟
Max Ema=
Bismarckſtr. I. Hypotheken
haug
in der Villenkolonie Griesheim ea. 100%0 Auszahlung, 8—90 Lins
erledigt innerhalb 10 Tagen (15956
i, z. Preiſe von
Georg Ebert
5000 Mk., zuverk.
Darmstadt, Hügelstraße 75
nuel
Telelon 1117.
68. (15990
Hnferengeicd
Nähe Schuſtergaſſe z.
erfragen in der Ge=
86
ſchäftsſtelle.
t zu miet.
Werkſtatt geſ Ang.
u. B.58 Geſchſt 228962
Kinderl. Ehep. ſucht
beſchlagnfr. 2—8=B.=
Wohnung. Ang. u.
B. 22 Gſcht.
Lagerraum
Gegend untere
Moos=
berg —
Heidelberger=
ſtraße, auch Keller,
ea. 6—8 am groß, für
Lederlager geſucht.
Angeb. u. B 49 an
d. Geſchäftsſt. (1 5945
Beſchlagnahmefreie
3—4Zim.=Wohn.
ſunmöbl.) m. Zubeh.
zu mieten geſ. Ang.
mit Preisang, unter
B68 Geſchſt. ( 28957
Jgs Ehepaar (ol=
Wachtm.) ſucht zwei
Zimmer und Rüche
Geſchlagnfr.) o. drei
leere Näume. Evtl.
Verpfl., k. m.
über=
nommen w. Ang. u.
B 29 Gſchſt. (38872
Nerking & Wilhelm
Luiſenſtraße s, Ik.
Tel. 3927,
Einz. v Forder, jegl. Art, Hypoth., Verſicher.,
ſowie j. Art Vermittlungen bei billigſter
153784
Berechnung.
Gebildete Dame ſucht teilw. möbl.
Zimmer (Sonnenſeite), evtl. noch
kleine Küche in gutem Hauſe.
Angebote unt. B 44 an die Geſchſt. (r28901
Diskret geſucht!
pro Febr. 1927, Wohnung 4—6 Zimmer etc.
gegen Abfindung oder Umzugsvergütung,
beſchlagnahmefrei oder möbliert, (*28912
Angebote unt. B 40 an die Geſchäftsſtelle.
Student
ſucht zuöbl. Zimmer
zum 2. Nov. Elektr.
Licht Bedingung.
Angeb. u. B 47 an
die Geſchäftsſtelle ds.
Blattes erbet. (15944
Beſchlagnahmefreie
4 Zim. Wohng, zu
mieten geſ, w. mögl.
Villenvietel. Ang. u.
B 72 Geſchſt. (7 28930
Heizbares möbliert.
Manſarde=) Zimmer
zu mieten geſ. Ang u.
A 132 Geſchſt. (*28425
Kleineres Zimmer
geſucht, ohne
Früh=
ſtück. Wäſche wird
geſtellt. Der betreff.
Herr iſt tagsüber im
Geſchäft. Angeb. m.
Preisang, unt. B 55
Geſchäftsſt. (228964
Täglich 2 Ausgaben. Zahlreiche Beilagen
und Sonderteile. Das C. T. iſt zugleich ein
glänzend erprobtes
Anzeigenblatt
durch die ſtarke Verbreitung in den
kaufträſtigſten Schichten ſeit 73 Jahren!
Seite 10
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Sorl Spiet und Tarnen.
Handball.
Deutſche Turnerſchaft: Main—Rhein=Gau.
Pfungſtadt—Griesheim 0:1. Langen—Sprendlingen 7:0.
Nauheim—Eberſtadt 1:1.
Wer geglaubt hatte, daß das Treffen Pfungſtadt—Griesheim ebenſo
torreich, wie kürzlich in Groß=Gerqu enden würde, hat eine
Enttäu=
ſchung erlebt. Es wurde nur ein einwandfreies und ſchönes Tor
ge=
ſchoſſen, das Griesheim die zwei Punkte brachte und zu einem — man
kann ruhig fagen — glücklichen Siege verhalf, und außerdem zu einer
kaum mehr zu nehmenden Meiſterſchaftsausſicht. Pfungſtadts rechter
Läufer deckte ſchlecht ab, infolgedeſſen griff der Verteidiger an und gab
Nothnagel frei, der prompt den Ball erhielt und ſicher einſchoß. Es
gibt Torwächter, die dieſen Ball gehalten hätten. Aufgefallen iſt die
ſichere Verteidigung auf beiden Seiten, wo bei Pf. Nickel, der für
Schaff=
ner ſpielte, dieſem nicht nachſtand. Griesheims Läuferreihe beſſer als die
der Pfungſtädter, doch ſie leiſtete alles, was in ihren Kräften ſtand, und
es iſt ihr tatſächlich gelungen, mit Hilfe der Verteidigung den
gefürch=
teten Griesheimer Sturm ſo zu halten, daß dieſer, ohne obigen Fall,
nur ein paar ungenaue Torſchüſſe anbringen konnte. Dem Pfungſtädter
Sturm erging es ebenſo. Hätte er die körperliche Stärke ſeiner
gegne=
riſchen Verteidigung gehabt, war Griesheim geſchlagen. Fey führte den
Sturm aus der vorjährigen Jugend, und man kann nicht ſagen, es hätte
nicht geklappt, wenn man bedenkt, daß z. B. der kleine Rühl dem
Gries=
heimer Friedmann gegenüberſtand. Wir ſind ſogar gegenteiliger
Mei=
nung und ſagen, daß der Pfungſtädter Sturm ſehr gut war und
Gries=
heim ſich ſeiner nur durch das regelwidrige Halten uſw. erwehren
konnte. Pfungſtadt hatte deshalb ſechs 16,50 Meter und verwandelte
nicht einen davon, deshalb ging das Spiel verloren! Hierzu muß ein
Mangel gerügt werden, nämlich beim 16,50 Meter haben ſich alle
Spie=
ler ſechs Meter vom Ball zu halten, bis er die Hand des Werfers
ver=
laſſen hat, und hierin liegt der Grund, warum kein 16,50 Meter
ver=
wandelt werden konnte. Ebenſo unangenehm fiel die gegen Schluß
ein=
tretende Dunkelheit auf. 4 Uhr Spielbeginn iſt zu ſpät. — Langen
erzielte einen unerwartet hohen Sieg mit 7:0 gegen Sprendlingen und
hat ſich damit eine ſehr günſtige Poſition geſchaffen, bei 5 Spielen ein
Verluſtpunkt. Während Sprendlingen kaum mehr vom Tabellenende
wegkommen wird. Bis Halbzeit wurde das Spiel 0:0 gehalten, und es
iſt nicht gut denkbar, wie ſich Sprendlingen dann mit 7 Toren überfahren
ließ. — Eberſtadt holte ſich in Nauheim einen Punkt mit 1:1. Das will
etwas bedeuten. Eberſtadt ſtrengte ſich ſehr an und führte ein ruhiges
Spiel vor, das tatſächlich ſein beſtes bis jetzt war, und enttäuſchte ſehr
das ſiegesgewiſſe Nauheim, welches dann noch den Fehler beging, recht
maſſiv zu ſpielen und ſich hierdurch viel vergab. — A=Klaſſe:
Egelsbach in Front! Beſſungen wurde 5:2 geſchlagen, obwohl es
mehr=
vom Spiel hatte. Eine gute Leiſtung bot Tgſ. Griesheim, indem ſie ſich
mit 0:4 gegen Wolfskehlen hielt. Tgd. Darmſtadt verlor knapp 2:1
gegen Worfelden und zeigte wenig Sportsgeiſt. Langen 2. iſt überhaupt
richt nach Neu=Iſenburg gefahren und wird ſich eine empfindliche Strafe
gefallen laſſen müſſen. Ob es an der Leitung liegt, daß es in letzter
Zeit bei Langen öfters nicht klappte? — B=Klaſſe: Wolfskehlen—
Sgd. Griesheim 3:10! Erfelden—Tgſ. Darmſtadt 2:2. Walldorf—
Gerns=
heim 2:21 — C=Klaſſe: Erfelden-Büttelborn 2:6. Tgſ.
Darm=
ſtadt—Tgſ. Ober=Ramſtadt 0:3! Roßdorf—Pfungſtadt 0:9! — Jugend:
Tgſ. Darmſtadt — Tv. Ober=Ramſtadt 1:0. Tgſ. Griesheim —
Worfel=
den 1:9.
Fechten.
Mannſchaftskampf Offenbach-Darmſtadt. Turngemeinde 1846
in beiden Waffen ſiegreich.
Die Fechterſchaft der Turngemeinde Darmſtadt 1846 feierte ihr 66
jäh=
riges Beſtehen durch einen Mannſchaftskampf mit dem als fechtſtark
be=
kannten Turnverein Offenbach a. M. Die Florettgefechte eröffneten den
Reigen, und ſchon die erſten Gänge bewieſen, daß ſich die Gegner
ziem=
lich ebenbürtig waren. Doch Darmſtadt hatte mehr vom Kampf. Es
holte ſich zu Beginn einen Vorſprung und hielt ihn bis zum Schluſſe bei.
Offewbach konnte zwar einen Ueberſchuß an Treffern buchen, mußte aber
dem eifrig aufholenden Darmſtadt den Sieg abtreten. Bei den
Offen=
bachern gefielen am beſten die Fechter Hermann und Schmidt, die ſichere
Klingenführung und gute Haltung beſitzen. Darmſtadts Stärke lag in
Rolf Haun, deſſen vorzügliches Können ſich immer mehr befeſtigt. Auch
Fechter Seip, der ſonſt vom Pech verfolgte, bewies diesmal, daß er ſein
eifriges Ueben nicht umſonſt betreibt.
Das Ergebnis:
Offenbach: Schmidt 2 Siege, 10 Treffer; Hermann 3 Siege,
11 Treffer; Weſtphal 1 Sieg, 8 Treffer; Pfeiffer 1 Sieg, 9 Treffer,
zu=
ſammen 7 Siege, 38 Treffer.
Darmſtadt: Seip 3 Siege, 10 Treffer; Haun 3 Siege, 11
Tref=
fer: Getroſt 1 Sieg, 8 Treffer; Brauns 2 Siege, 8 Treffer, zuſammen
9 Siege, 37 Treffer.
Darmſtadt mit 2 Siegen Vorſprung Sieger.
Nach kurzer Pauſe begannen die Säbelkämpfe. Durch das Fehlen
eines Offenbachers verloren die Gefechte etwas von ihrer Eigenart als
Mannſchaftskampf, deſſen Zweck es iſt, eine möglichſt große Anzahl gleich
guter Fechter heranzuziehen. Die einzelnen Gänge waren ſpannend; das
beſte Gefecht lieferten ſich Schäfer=Offenbach und Haun=Darmſtadt, das
5 zu 3 für Letzteren endigte.
Das Ergebnis:
Offenbach: Schmidt 1 Sieg, 12 Treffer; Schaupmeier 0 Siege,
9 Treffer; Schäfer 2 Siege, 13 Treffer, zuſammen 3 Siege, 34 Treffer.
Darmſtadt: Kaiſer 2 Siege, 12 Treffer; Haun 2 Siege, 13
Tref=
fer; Brauns 2 Siege, 12 Treffer, zuſammen 6 Siege, 37 Treffer.
Darmſtadt mit 3 Siegen Vorſprung Sieger.
Dieſes Freundſchaftsfechten hat die alte Verbindung zwiſchen den
Fechterſchaften aufs neue gefeſtigt und gibt frohen Ansblick auf einen
guten Verlauf des Rückkampfes in Offenbach.
Zahlreiche Zuſchauer bekundeten ihr Intereſſe für dieſen edlen Zweig
des deutſchen Turnens.
Fußball.
F.=V. 1911, Hofheim — F.=V. Hemsbach 4:3 (2:3).
Mit vorſtehendem Ergebnis konnten die Riedleute gegen den
Neu=
ling Hemsbach, trotz überlegenem Spiel mit vielen Torgelegenheiten,
nur knapp die Oberhand behalten. Zwar entpuppten ſich die Gäſte als
äußerſt ſpielſtark, doch hatten ſie ihre Erfolge gewiſſen Umſtänden
zuzu=
ſchreiben. Schon nach neun Minuten Spieldauer lagen die Riedleute mit
zwei Toren in Führung. Man glaubte an eine hohe Niederlage der
Gäſte, aber es kam anders. Eine Flanke des linken Flügels der Gäſte
verſucht Hofheims linker Verteidiger wegzuföpfen, jedoch das tückiſche
Leder ſpringt zurück ins Netz. Eigentor! Durch dieſes Mißgeſchick
waren die Hofheimer etwas deprimiert. Dieſe Schwächeperiode nutzten
die Gäſte geſchickt aus, und ehe ſich die verdutzt dreinſchauenden
Ried=
leute verſahen, hatten die flinken Gäſte den Ausgleich hergeſtellt.
Hof=
heims rechter Verteidiger muß verletzt ausſcheiden und kann ſpäter nur
noch als Statiſt mitwirken. In dieſer Zeit gelingt den Gäſten aus
klarer Abſeitsſtellung der Führungstreffer. Mit 3:2 für Hemsbach
wer=
den die Seiten gewechſelt. Sofort nach Wiederbeginn gingen die
Hof=
heimer zu gefährlichen Angriffen über, die aber, außer einigen
erfolg=
loſen Ecken nichts einbrachten. Durch einen hart an der
Strafraum=
grenze verhängten Strafſtoß erzielten die Riedleute den längſt verdienten
Ausgleich und etwas ſpäter das Siegestor. Bis zum Schluß änderte
ſich an dem Ergebnis nichts mehr. Ein 4:1 für Hofheim hätte dem
Spielverlauf eher entſprochen. — Die Gäſte ſtellten eine ausgeglichene
flinke Mannſchaft, die noch manchem Spitzenkandidaten die Punkte
nehmen wird. Einigen Herren der Gäſte wäre zu empfehlen, ihr
Mund=
werk etwas mehr im Zaum zu halten. Beim Sieger klappte es, trotz der
Mißgeſchicke und des Erſatztorhüters, recht gut, doch müſſen einige Leute
mehr Eifer zeigen. — Herr Feigk, Spv. Darmſtadt, leitete das Spiel —
von der Entſcheidung des Abſeitstores abgeſehen — recht gut. —
Hem=
bachs 2. war nicht angetreten.
Kraftſport.
Drei neue Schwerathletik=Rekorde in Wien.
Der franzöſiſche Weltrekordmann Rigolout weilte am
Sonn=
tag in Wien, wo er im rechtsarmigen Reißen ſeinen eigenen
Weltrekord auf 110 Kilo verbeſſern konnte. Der alte Rekord
ſtand auf 105,5 Kilo. Der öſterreichiſche Amateur Haas ſtellte
im rechtsarmigen Reißen mit 80 Kilo und im linksarmigen
Stoßen mit 107,8 Kilo zwei neue Weltrekorde auf.
Radfahren.
Großer Opel=Preis von Bielefeld.
Der Weſtfäliſche Radfahrer=Bund hatte die Durchführung
des „Großen Opel=Preiſes von Bielefeld” dem neugegründeten
R.=V. „Opel”=Bielefeld übertragen. Das Rennen kam auf der
164,4 Kilometer langen Strecke Bielefeld—Münſter i. W.—
Biele=
feld zur Durchführung. Die Fahrer hatten unter Schneegeſtöber,
Regen und ſtarkem Wind außerordentlich zu leiden. Sieger blieb
Hagedorn=Bielefeld in 7:30 Stunden, vor Schaſtlei=Bielefeld und
Eſp=Bocholt.
Schach.
Zweites Internationales Schachmeiſterturnier in Meran.
In der Zeit vom 3. bis 21. Dezember 1926 veranſtaltet der Kur= und
Verkehrsverein Meran, unterſtützt von der Kurvorſtehung und der
Meraner Hotelerie, das 2. Große internationale Schachmeiſter=Turnier.
Der Weltmeiſterſchaftskandidat Bogoljubow und verſchiedene andere
Großmeiſter haben ihre Teilnahme bereits zugeſichert, ſo daß das
Tur=
nier zu einem Schachereignis erſten Ranges zu werden verſpricht.
Ein=
ladungen ergingen an 14 Großmeiſter. Die Verloſung findet am 3. Dez.,
abends 6 Uhr, im Alten Kurhaus ſtatt, in deſſen Räumen auch das
Turnier ausgetragen wird.
Das „Goldene Band”
an Dr. Peltzer, Vierkötter und O. Schmidt.
Als der Vorſtand des Vereins Deutſcher Sportpreſſe die Schaffung
des „Goldenen Bandes” beſchloß, zwecks Verleihung an deutſche
Sport=
leute, die für beſonders große Taten auf den verſchiedenen Gebieten des
Sports erfolgen ſoll, war er ſich klar darüber, daß er gerade in dieſem
Jahre vor einer recht ſchweren Wahl ſtehen würde. Denn noch in keiner
Saiſon ſind ſo hervorragende Leiſtungen durch deutſche Sportleute
er=
zielt worden. Groß war die Zahl der verdienten Pioniere des deutſchen
Sports, klein nur die Zahl der Auszeichnungen, die verliehen werden
ſollten. In ſeiner letzten Vorſtandsſitzung hat der Verein Deutſcher
Sportpreſſe einſtimmig beſchloſſen, das „Goldene Band‟ Dr. O. Peltzer,
Vierkötter und O. Schmidt zu verleihen.
Sportliteratur.
Das Meiſterſchafts=Album 1926 iſt ſoeben im Verlage der DSB.
erſchienen. Es enthält in vorbildlicher techniſcher Ausführung (
Kupfer=
druck) etwa 60 Aufnahmen von den Deutſchen Leichtathletik=
Meiſterſchaf=
ten der Männer und Frauen und wird in wirkungsvollſter Weiſe
er=
gänzt durch 20 Bilder von der Teilnahme unſerer beſten Aktiven an den
ausländiſchen Veranſtaltungen — Deutſchland=Schweiz=Frankreich, Engl.
Meiſterſchaften — und den Rekordlauf Peltzer=Wide=Nurmi. Da
grund=
ſätzlich nur packende, intereſſante Momente im Bild verwertet wurden,
ſo iſt dieſes Album ein ebenſo lebendiges wie wechſelndes Spiegelbild
des augenblicklichen Standes unſerer Leichtathletik und für alle Aktiven,
für alle Vereine und Verbände ein unentbehrlicher Beſtandteil ihrer
Bibliothek. Da das Album in einer Auflage von nur 2000 gedruckt
worden iſt, ſo dürfte es bald vergriffen ſein und empfiehlt ſich die
ſo=
fortige Beſtellung. Zu beziehen durch die Deutſche Sportbehörde für
Leichtathletik, München, Romanſtraße Nr. 67 zum Preiſe von Mk. 3.
Die heutige Nummer hat 18 Geiten.
Feine Maßschneiderei
M. Wiesenfeld
jetzt
Grafenstraße 2d4
früher Arheilgerstraße 53 (28970
O
O
Gelegenheitskauf.
Perserteppiche
Brücken
ſowie
2 prachtvolle Kelim
8929
billig abzugeben
Pädagogstrasse 2.
Gelegenheitskauf
Ia primt Arbeit,
billig zu verk (15267a
Möbelhaus
L. Menger
Bleichſtraße 17.
Zahl ungserleichterung
4 Zyl.Motorrad
ſpottb. abzug. (*2892
Kiesſtr. 34, part.
Ein jugendfrisches
strahlendes Gesicht
Es ist geradezu sprichwörtlich geworden, daß Kruschen-Salz der vornehmste
Diener in der täglichen Gesundheitspüege der Dame ist. Im allgemeinen hüten
Damen das Gebeimnis streng für sich über die angewendeten Mittel, die zu ihres
slanzenden Erscheinung, und ihrem strahlend freundlichen Gesichtsausdruck führten.
Um deretwillen sie von vielen Freundianen beneidet werden. Dringen Sie einmal
energiuck i diese vort anlichen Gebeimnisse. In 99 von 100 Fällen lantt die Antwast?
Kruschen-Salz macht es!
In Apotheken und Drogerien H. 3.— pro Glas, für 3 Monate ausreichend.
BEUTHIEN & SCHULTZ G. J. B. H.,
39. PANKSTRASSR 13—14
Fabriklager Eduard Lange, Darmstadt, Elisabethenstr. 4, Fernruf 3453
Neuerſcheinungen der Platienliteratur.
Unter den neueſten „Electrola”=Aufnahmen verdient die erſte und
bisher einzige Aufnahme beſonders erwähnt zu werden, die während
einer öffentlichen Opernvorſtellung aufgenommen worden iſt. Ein
Markſtein in der Geſchichte der Schallplattenproduktion!
Verheißungs=
volle Ausſichten für die Zukunft! Die Aufnahme ſelbſt beweiſt auf’s
Neue, daß der Schall in dem großen Raum ſich frei ausbreitet, wodurch
ein ganz beſtimmter, durch nichts zu erſetzender Klangcharakter erzeugt
wird. Wenn auch die Oper — Borto’s Mefiſtofele — leider bei uns
wenig bekannt iſt, ſo gewinnt die „Electrola”=Platte durch Meiſter
Schaljapin’s imponierende Mitwirkung, der den Mefiſtofele zu ſeinen
Glanzrollen zählt. Orcheſter und Chor wirken ſo gewaltig, daß man
vergißt, daß nur ein Apparat dieſes Erlebnis vermittelt. Das
Vor=
ſpiel aus Wagner’s „Triſtan und Jſolde” wird mit allen Feinheiten
der Kompoſition wiedergegeben. Der Zuhörer muß rückhaltlos
aner=
kennen, daß er einen muſikaliſch hohen Kunſtgenuß dieſer „Electrola”=
Muſikplatte verdankt. Die Meiſterin dieſes Liedes, Elena Gerhardt,
erfreut ihre große Gemeinde mit Liedern von Brahms und Schubert.
Eine neue Gigli=Platte iſt eine willkommene Bexeicherung für jede
Platten=Bibliothek, während zwei Schlager von Meiſter Lehar von
keinem Geringeren als Fritz Kreisler dargeboten werden. Schade, daß
der große Geigerkönig uns keine klaſſiſchen Beweiſe ſeiner großen Kunſt
bietet.
Die Senſation bleibt aber auch diesmal eine neue Choraufnahme
aus „Der Meſſias” —, ebenfalls während eines Konzertes in der Albert
Hall aufgenommen. Der gewaltigen Wirkung dieſer Platte kann ſich
niemand entziehen, der ſie hört. Die erſten in Deutſchland gemachten
„Electrola”=Aufnahmen beweiſen, daß die Leiſtung des Berliner Studio
der „Electrola”=Geſellſchaft hinter den engliſchen und amerikaniſchen
Leiſtungen nicht zurückbleibt. Schlichte deutſche Volkslieder, meiſterhaft
geſungen, von einem unter Meiſter Rüdel’s Leitung ſtehenden
Doppel=
quartett, wirken durch die klare Wiedergabe jeder einzelnen Stimme,
während Joſef Wolfsthal — der Berliner Geiger — durch den
beſon=
ders warmen Ton ſeines Inſtrumentes und den tief empfundenen
Vor=
trag fasciniert. Eine große Serie Tanzplatten vollenden die diesmalige
„Electrola”=Serie, die mit einem glänzend geſpielten Militärmarſch
„Unſer Hindenburg” eingeleitet und dem Schlager der Schlager „
Va=
lencia”, geſungen vom Negerquintett „The Revellers” beſchloſſen wird.
Der Mangel an Raum verbietet es, dieſe letzte Aufnahme einer ſo
ein=
gehenden Beſprechung zu würdigen, wie ſie es verdient.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 2. Nov. 3.30: Stunde der Jugend: Aus Sage
und Leben der Griechen und Römer, von Studiendir. Dr. Majer=
Leonhard: „Vom jungen Helden Theſeus” (für Kinder vom 10.
Jahre ab). O 4.30: Hausorch. Felix Mendelsſohn (geſt. 4. Nov.
1847). Ouv. Athalia”, — Rondo capriccioſo in E=Dur. —
Adagio a. d. Sinfonie in A=Moll. — Lieder. — Ouv. Die Heim=;
kehr aus der Fremde‟. — Lieder. — Intermezo a. d.
Streich=
quartett op. 13. — A. d. Muſik zum „Sommernachtstraum”, Mitw.:
Elly Schäfer, Mezzoſopran. O 5.45: Leſeſtunde: Aus dem Roman
„Die Buddenbrooks” von Thomas Mann. O 6.15: von Caſſel. Dir.
Herberg: „Rationelle Geflügelfütterung”. O. 6.45: „Beethovens
einzige Oper” Vortrag Werner Göttig. O. 7: aus dem Frankf.
Opernhaus: „Fidelio”. Oper von Beethoven. Perſ: Don Fernando,
Miniſter: „Don Pizarro, Gouverneur eines Staatsgefängniſſes;
Floreſtan, ein Gefangener: Leonore, ſeine Gemahlin, unter dem
Ramen Fidelio; Rocco, Kerkermeiſter; Marzelline, ſeine Tochter;
Jaguino, Pförtner u. a. Ort: Ein ſpaniſches Staatsgefängnis in
der Nähe von Sevilla. Anſchl.: Neue Schallplatten,
Stuttgart.
Dienstag, 2. Nov. 3.50: Bücherfunk. O 4.15: Rundfunkorch.
Schenk: Ratibona=Marſch. — Zeller: Walzer a. Vogelhändler. —
Suppe: Ouv. z. Paragraph 3. — Schäffer: Poſt im Walde. —
Köpping: Heinzelmännchens Hochzeit. — Einlagen: Franziska
Hai=
mayer. — Smetana: Fant. Der Kuß. — Menichetti: Gebet. —
Gabriel=Marie: Suite Gaie. O. 6.15: Heleue Kirſchke: Deutſche
Kulturpioniere in den Urwäldern Nordargentiniens und Paraguays.
O. 6.45: Morſe=Kurs. O 7.15: Pfarrer Griſebach: Hexamer.;
Lebensbild eines Deutſch=Amerikaners. O 8: „Der Kuß” Volksoper)
von Smetana. Perſ.: Der Vater Fedor Zarkow: H. Conzelmann;
Marinka, ſeine Tochter: Maria Fiechtl; Hanno, ein junger Witwer:
H. Moſtert; Januſch, Hannos Schwager: Hans Hofele; Brigitte,
Marinkas alte Verwandte: Maria Ther. Deimann; Clara,
Dienſt=
mädchen bei Zarkow: Gerda Hanſi; Steffan, Führer der Schmugaler=
C. Hermann. — Anſchl.: Wunſchabend.
Berlin.
prachen der Abgeordneten: Prof. Schücking. Geheimrat
Prof. Kahl, Prälat Kags, Reichsminiſter Wiſſell, Wilhelm Heile.
O 9: Populäres Konzert. Sol.: Agnes von Bonkowska, Sopran,
Roſſini: Ouv. „Wilhelm Tell” — Maſſenet: Scenes napolitaines.
— Bizet: „Draußen am Wald”, a. „Carmen”. — Puccini: „Eines
Tages ſehen wir”, a. „Butterfly”. — Tſchaikowsky: Francesca da
Rimini. — Puccini: „Nur der Schönheit weiht’ ich”, a. „Tosca‟.
— Pirani: Im Heidelberger Schloſſe. Funkorch.
Stettin. 7: Direktor Löffler: „Die Vervollkommnung des
Alltags durch Elektrizität”
Königswuſterhauſen. Dienstag, 2. Nov. 3: C. M. Alfieri G.
von Eyſeren: Spaniſch. O 3.30: Prof. Dr. Niebergall:
Wert=
pſychologiſche Erziehungslehre. Unbewußte Einflüſſe
): Aus der pädagogiſchen Welt. O 5: Emanuel Lasker:
Die moderne Schachpartie. O 6: Eröffnung des Juriſtenfunks.
Geh.=Rat Volkmar: Anſprache. Geh. Prof. Dr. Kahl: Weſen und
Bedeutung des Rechts. O 6.30: Dr. Neuburger: Lyriker der
Ro=
mantik. O 7: Reg.=Rat Dr. Krammer: Deutſche Kulturgeſchichte
des 19. Jahrhunderts. O 7.30: Dr. Paul Fechter: Fraenger.
Deutſcher Humor. O 8.30: Uebertragung aus Hamburg.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve. für Feuilleton
Reich und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: Dr. Eugen
Buhlmann, für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den Inſeratenteil=
Willy Kuhle. Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Das dankbdre Seifenpulver
Srößte Srgiebigkeit and
hervorragende Vaschwire
bung! Dixin ist für jedes
Waschverfahren geeignet.
Gesonders vorteilhaft auch
für Maschinenwäsche zu
verwenden!
Ohne Chlor.-
Nummer 304
Dienstag, den 2. November 1926
Seite 4
Eigen
Au
*
Harnann 4.
Adtt
ine Leistung beiRehfeld
Berücksichtigen Sie bittte die guten Qualitäten, die Sie für diese niedrigen Preise bekommen.
Wenn Sie sich davon überzeugt haben, werden Sie gut daran tun, bei mir zu kaufen!
Heder einzelne Einkauf eine Ersparnis
Daher denkbar günstigste Einkaufsgelegenheit zur Deckung des Weihnachts - Bedarfs.
Bettuch-Haustuche 150 cm breit
schöne weiche Qualität, für alle Wäschezwecke Meter 0.00
in nur wirklich guten Qualitäten . . Meter 1.75, 1.50, 1.35, 0.96
Kretonne
Renforce
für feinste Wäscheswecke, ganz weiche, feine Ware Meter 0.00
Renforce
ganz teine Austeler-Ware, erstkl. Stdd, Fabrikat. Meter 0.00
Macco-Batist
imit. hochteine Oualität ..
ueter 0.68
..
Rein Macco, für allerleinste Aussteuer
sanz besondere Qualitäten .. . . . . . . . . Meter 125, 0.90
Kretonne für Leib- und Bettwäsche
meine bekannte Spezial-Marke.
..... lleter 0.95
Renforce
allererstes Fabrikat, blendend weide Ware. ... leter 0.96
Extra-Rabatt
auf diese hier angelührten billigen Preise
Bettuch-Halbleinen 150 cm breit
nur gute Aussteuer-Qualität . . . . . . Meter 2,50, 1.95,
Bettuch-Biber 150 cm breit
ganz schwere Ware, besonders billig.
.. Meter
Bettdamaste 130 cm breit
in nur guten Aussteuer-Qualitäten. Meter 2.45, 1.95, 1.65,
Bettdamaste 160 cm breit
in nur guten Aussteuer-Qualitäten . . Meter 2.95, 2.50, 1.95,
Grole Posten Gerstenkorn-Drell-Handtücher
gesäumt und geb.
.. . . Stuck 088, 055, 0.38,
Grode Posten Damast-Handtücher
besonders gute Qualitäten
. . Stück 0.95,
1.48
1.25
1.10
1.75
0.29
0.75
Außergewöhnlich billige Damen-Wäsche, Kopfkissen und Ueberschlagtücher
Damen-Hemden
Trägerform, aus gutem Stoft".
Damen-Hemden
schön verarbeitet, aus gntem Renforce 1.00
Damen-Hemden
aus prima Stotf, mit schöner Stickerei 1.40
Damen-Groise-Hemden
schön verarbeitet.
Damen-Groise-Hemden
mit ½ Aermel, aus gutem Croisé..
Damen-Hemden
hochfeine Sachen, aus la Stoffen .
0.65
165
1.95
4.90
Damen-Nachtiacken
aus gutem Stoff, mit Garnierung .
Damen-Nachtjacken
aus gutem Croisé, schön gearbeitet.
Damen-Nachtiacken
aus besten Stoften, mit Stickerei
Damen-Nachthemden
aus gutem Renforce, mit Garnierung .
Damen-Nachthemden
2.95
aus besten Stoffen, mit Stickerei".
Damen-Nachthemden
hocheleg, Sachen. . . Stück 5.90, 4.90, 9.00 aus gutem Batist, hochelegant . .
195
245
2.95
195
Damen-Hemdhogen
aus gut. Hemdentuch, schön verarbeitet 1.40
Damen-Hemdhosen
eleg. verarbeitet, schön gestickt . . .
Damen-Hemdhosen
2.95
aus la Batist, in weiß u. farbig . .
Damen-Prinzeßröcke
1.9
mit Hohlsaum, aus gutem Stott."
Damen-PrinzeBröcke
2.95
mit hocheleg. Stickerei ...
Damen-Prinzeßröcke
2.45
Kopfkissen
80,80 groß, aus gutemHemdentuch, Stck.
Kopfklssen
mit Hohlsaum, aus schwerem Stoff, Stck.
Kopfkissen
aus best, Stoff., gest. u. m. Stickerei, 2.45,
Ueberschlag-Tücher
Gr. 160 250, aus gut, Stofk., m. primaBogen
Ueberschlag-Tücher
Gr. 160/250, aus la Stofk, schön gest, 7.5
Grober
Sosten Frottier-Handtücher
1.45
1.75
Große
Posten
Groder Posten Weiße Biber-Bettücher
Ein
Fosten Einzelne Lischtücher, Serwietten, Handtücher, Tatel-Fücher
9.30 Er.80, schwereQual, des bilig, 1.50, 1.30, 0.09
Croise-Kinder-dasche sehön verarbeitet Stuek 1.90, 1.30, 1.10, 1.00, 1.40, I.e0, 1.19, 0.90, 0.80, O.7S
Groder Posten Jacquard-Bettkoltern
Großer Posten Wollene Bettkoltern
3.95, 2.95, 1,00 schwere Qualitäten, voll groß „Stück 8.,50, 6.90, 4.50, 9.00 erstklassige Fabrikate.
2250, 18.50, 12,50, 9.(0
in nur guten Qualitäten,
allerbestes Fabrikat Deutschlands
nur einzelne Dutzend u. Einzelstlcke
unter
BBl3t00 preis
Geschäfts-
Naus
Darmstadt
Ludwigstr.
(15970
rniNacht 8-l4 Tase hsltb.
Dauerwellen f. Bubikopf
u. langes Haar durch meine
vielt bewährt. Dauerwellen-
Tinktur m. weich Wellenleg.
Ohne Brennschere! Fetttrei! (e
Unschädlicn! Gr. Ersparn. an
Zeit u. Geld. Kompl t. ea ½
Jahr./43. Probesend. f. 2 Mon.
(IIHaN5946
4 150 u. Nochn=Porto
L.Gapell Nachl, Hannover 128, Sedanst. 36, Gegr. 1902
(1443721
Bohner=Wachs
Beſte Qualität
Gelb u. Weiß
¼ kg 45 3, ½ k8 85 3, kg 1.60 Mk.
Parfümerie Tillmann
Eliſabethenſtraße 21 (11400a
Ke
kauf!
Gold. Herren=Uhr
mit Schlagwerk
u. Chronographen
235—
Brillantanhänger
ℳ 185.—
S Brilantring
S mit einem Stein
150.—
Pädagogſtr. 2.
ünterricht*
Grdl. Klavierunterr.
(Einzelunterricht!
für Anf. u. vorgeſchr.
Schüler G. mäßigem
Hon erteilt. 11109e
8. Indorf. Darmſt.
Schwanenſtr. 72. III.
Akadem. ert gewiſſenh.
Unterr in neu sprach
Maih., Naturw. einz u.
in Grupp an Schäl.
u. Erwachſ. Preis n
Uebereink. Angeb u
B 52 Geſchſt. ( 289381
Wälziſche Preſſe
109. Jahrgang Zeitung für Südweſtdeutſchland 109. Jahrgang
Kaiſerslautern
Verlag: Thieme’ſche Druckereien G. m. b. H.
Erſcheint käglich 1 mal (anch Sonntags)
Die angeſehene politiſche Tageszeitung der Pfalz von anerkannt
führender Bedeutung. Famillenblakt der beſſeren Bürger= und
Beamkenkreiſe. Ein ſtändig gehaltenes Informakionsorgan
zahl=
reicher Handel= und Gewerbekreibender ſowie der Induſtrie= und
der Finanzkreiſe der Pfalz.
Anerkannt hervorragendes. Inſertionsorgan.
ölluſtrierte Wochenbeilagp: Zeitbilder,
die einzige in der Pfalz erſchemende Zeitſchrift, deren
Druck im Selbſtverlag erfolgt und deren inkereſſanke
Bilder aus der ganzen Pfalz ſe bſt aufgenommen und im
eigenen Akelier her jeſtellt werden.
Dorzügliche Inſertlonsgelegenheit!
Dienstag u. Donners=
tag trifft auf dem
Schillerpl., gegenüber
Herrn Philipp Heß,
Mittwoch u. Freitag
g. d. Riegerplatz e
Sendung lebendfriſch.
Cabliau und
Brat=
ſchellfiſche ein (B8931
Betfedern=
Reinigung.
mit elektr Vetrieb
Barchente, Trelle,
Federn,
Anfarbeiten und
Neuanfertigung
laller Matratzen u.
Polſterarbeiten,
Patentmatratzen
aller Größen.
K. Roth
Tapeziermeiſter
Magdalenenſtr. 11.
Teleph. 1034.
NB. Fedem
Auf=
traggeber iſt
er=
laubt, der
Reini=
gung perſönlich
bei=
zuwohnen (12523a
Schuhnacherei
Heint. Hübner
Rheinſtraße 47
Fernſprechanſchluß
BB2S
Naf
Neparatur. aufWunſchinnerhalb 24Std.
Wer ſich totlacht, lebt am längſten!
Die fidelſten u. ſpaßigſten Bücher heißen:
Witzbomben” „ „Barbierſtubenwitze” u.
Mi=
koſch” „Bunte Sammlg, ſpaßigſter Witze,
amüſanter Scherzfragen, urſideler Kalauer
u. zwerchfellerſchütternder Aneldoten. Dazu
Der famoſe Coupletſänger”, 30 neueſte
Couplets. Wollen Sie einmal recht herzlich
lachen und der Spaßvogel der Geſellſchaft
werdenſobe jehenSiedieſetluſtigenBücher
für zuſammen 2,30 Mk. portofrei von W. A.
Schwarzes Verlag, Dresden=R 9l3sr. (I. Dr.18831
Jeder Stärkekragen
nur 10 pfennige
Dampf-
waschanstalt Reingold
uBolg
Marktpaſſage
Eliſabethenſtr. 28 Kranichſteinerſtr. 28.
ma6 Sng Aict sainigt
s
Pon Im Oschark di6 zum OAireé
V
Fleck-Fips — Seiden-Fips — Flps-Seife in Tuben
Hersteller: Drawin-Gesellschaft m. b. H., Stuttgart. Zu haben in allen einschlägigen Gesel
Die nicht feuergefährliche Flecken-Reinigung im Hause.
Vertreter und Lager: Gustav Mechelke, Mainz, Mitternachtsreul 11
Amerika=Tagung des Bundes der Deutſchen
Metallwaren=Induſirie e. V.
Der Reichsverband der Deutſchen Metallwaren=Induſtrie
veranſtal=
tete am Samstag in Berlin eine Amerika=Tagung. Wie gewaltig das
Intereſſe auch in der verarbeitenden Induſtrie Deutſchlands an dem
Problem europäiſcher Umſtellung nach amerikaniſchem Muſter iſt,
be=
wies die überaus große Anzahl der anweſenden Induſtriellen; auch
Be=
hörden, Handelskammern, Induſtrieverbände und Gewerkſchaften hatten
ihre Vertveter entſandt.
Der Vorſitzende, Generaldirektor von der Nahmer, Remſcheid
hob in ſeiner Begrüßungsrede hervor, daß die Verhandlungen der
Wirt=
ſchaftsverbände häufig in den Fehler verfallen, das negativ Kritiſche
zu ſtark in den Vordergrund zu ſtellen, und das poſitiv Aufbauende zu
wenig zu betonen. Die Amerika=Tagung der Deutſchen Metallwaren=
Induſtrie ſoll ſich deswegen dem praktiſchen Aufbau widmen, ſoll noch
einmal unterſuchen, ob und wieweit amerikaniſche Wirtſchaftsmethoden
für Deutſchland anwendbar ſind. Dr. Rudolf Görnandt, Berlin,
ſprach über die „kulturellen und wirtſchaftlichen Grundlagen der
Ver=
einigten Staaten”, um eine Einführung in das Geſamtproblem und
eine Ueberſicht darüber zu geben. Zwei Grundfaktoren amerikaniſcher
Wirtſchaft ſind ins Auge zu faſſen: Das Land mit ſeinem Reichtum
und die Menſchen mit ihrem Charakter. Staatsſekretär z. D. Profeſſor
Dr. Julius Hirſch ſprach über „Die europäiſche Wirtſchaftsumſtellung
und das amerikaniſche Beiſpiel”. Redner ging von dem glänzenden
Aufſtieg Amerikas aus und ſtellte den europäiſchen Stillſtand und
teil=
weiſen Rückſchritt dem gegenüber, Alsdann ſprach Prof. Dr. Ing. W.
Müller über „Arbeitgeber und Arbeitnehmer als gemeinſame Träger
des ſozialökonomiſchen Prinzips”, Schließlich gab Herr F.
Baum=
gärtner einen Ueberblick über „Die Entwicklung der amerikaniſchen
In=
duſtrie nach dem Weltkriege‟.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. November.
Zu Beginn des heutigen Börſenverkehrs entwickelte ſich ein
außer=
ordentlich lebhaftes Geſchäft. Von ſeiten der Spekulation und der
Kund=
ſchaft lagen wieder ausgedehnte, nicht limitierte Kaufaufträge für faſt
alle Marktgebiete vor, beſonders aber für Elektrowerte machte ſich ein
geſteigertes Intereſſe kund. Große franzöſiſche Kauforders in dieſen
Werten ſollen den Anſtoß gegeben haben, andererſeits ließ man ſich
bei dem Intereſſe für die Elektrowerte heute ganz beſonders davon
lei=
ten, daß die Elektrowerte ſtark vernachläſſigt worden waren. A.E.G.,
Bergmann, Licht u. Kraft, Schuckert und Siemens u. Halske gewannen
zum erſten Kurs 8 bis 10 Prozent. Bei der außerordentlichen Nachfrage
verzögerte ſich die Kursfeſtſetzung etwas. Schiffahrtswerte zogen
eben=
falls 3 bis 4 Prozent an, J. G. Werte gewannen 4½ Prozent und die
Montanwerte 3 bis 5 Prozent. Sehr groß war auch die Kursſteigerung
für die Bauunternehmungen, von denen Wahß u. Freytag 6 Prozent
und Dyckerhoff u. Widmann 7 Prozent gewannen, letztere auf einen
großen Auftrag für die J. G. Farbeninduſtrie in Merſeburg.
Holz=
mann ſpäter 6 Prozent höher. Autowerte gewannen 4 Prozent. Auf
dem Bankenmarkt allein blieb die Umſatztätigkeit gering, nur für
Bar=
mer Bankverein trat etwas Nachfrage, verbunden mit einem
mehr=
prozentigen Kursgewinn, in Erſcheinung. Von Spezialwerten waren
ferner Hirſch Kupfer und die Vereimigung ihrer Intereſſen mit der
MMansfelder A.G. ſtark hauſſiert.
Das lebhafte G=ſchäft erhielt ſich auch im weiteren Verlaufe und
die hohen Kurſe konnten größtenteils gut behauptet werden. Nur J. G.
Farben gaben eine Kleinigkeit nach, dagegen waren die Montanwerte.
insbeſondere Harpener, ſpäter noch etwas höher. Täglich=s Geld
6½ Prozent, London=Paris 152½
Die Abendbörſe eröffnete weiter feſt. Sehr lebhaft war dus
Ge=
ſchäft für Elektrowerte mit Kursbeſſerungen von 1½—2 Prozent. Auch
aber ſtill und unverändert. Schiffahrtswerte gewannen 1 Prozent und
Banken bis zu 2 Prozent. J. G. Farben gehalten.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 1. November.
Die Börſe trat in die neue Woche in einer Hauſſeſtimmung ein,
die lebhafte Kursſteigerungen herbeiführte. Es war dabei
bemerkens=
wert, daß nicht nur kein= größere Anzahl bisher im Hintergrund
ge=
bliebener Werte ſtarke Befeſtigungen erzielte, ſondern auch die bisheri= 1,25 RM., im Kalkſalpeter BASF. 1,15 RM., während Leunaphos
gen Favoriten nach wie vor in anſchaulichen Beträgen zu Kurſen ge= BASF. bis auf weiteres zu einem feſton Preiſe von 25,70 RM. für die
kauft wurden, die die höchſten Notierungen der letzten Zeit noch
über=
ſchritten. J. G. Farben zogen auf über 340 und Danatbank auf mehr
als 262 Prozent an. Der heutige Montag war ſomit ein Tag der Re= dendennachzahlung für das Jahr 1925 hatten an der Börſe eine ſtarke
kordkurſe. Das Ausbleiben der rheiniſchen Käufe infolge des
Feier=
tages (die rheiniſchen Banken haben heute zum größten Teil geſchloſſen) eine zwiſchenzeitliche Divende nicht in Betracht, jedoch hat die
Verwal=
gen kaum ſpürbar. Neue wirtſchaftliche Motive, die auf die Börſene der Feſtſetzung der Dividende für 1996 zu entſchädigen.
tendenz von Einfluß ſein konnten, lagen dabei nicht ver. Die
ausge=
dehnte Beteiligung des Privatpublikums an den Börſenumſätzen dürfte
zurückzuführen zu ſein, daß auch nach der bereits erfolgten Erhöhung
des Geſamtkursniveaus noch Gewinnausſichten vorhanden ſeien, zumal
man neue Anregungen aus den angeblich noch im Gange befindlichen
großen Transaktionen in wichtigen Induſtriezweigen erwartet. Einige
Terminpapiere, wie Hapag und Hanſa, bröckelten zwar leicht ab, jedoch
nur aus dem Umſtande, daß die Erneuerung der Limiten, die mit dem: Am 3. November 1926 feiert der Verband Deutſcher
Dachpappenfabri=
heute Elektrowerte, die vereinzelt bis um 15 Prozent ſtiegen.
Montan=
zwiſchen der vorliegenden Nachfra
notiert werden konnten, ferner Bankaktien, chem. Werte,
Maſchinen=
fabriken und verſchiedene Spezialpapiere. Am Geldmarkt wurden für
Tagesgeld zwar 6 bis 7 Prozent verlangt, doch war zu dieſem Satz ein
ausreichendes Geldangebot vorhanden. Monatsgeld, das nur in
klei=
neren Beträgen abgeſchloſſen wurde, ſtellte ſich ebenfalls auf 6 bis 7
Prozent. Befürchtungen über eine baldige Verknappung des
Geld=
marktes ſcheinen an der Börſe nicht zu beſtehen. Am Deviſenmarkt
wurden die fremden Valuten etwa auf der Baſis der Samstagskurſe
umgeſetzt.
Im weiteren Verlaufe der Börſe holten die zunächſt ſchwächeren
Werte ihre Verluſte wieder ein. Die in aufſteigender Richtung
befind=
lichen Aktien der Terminnärkte ſetzten ihre Aufwärtserhöhungen fort.
Mannesmann und Harpener erreichten ſchließlich in der zweiten Stunde
Notierungen von über 20 Prozent. Schultheiß erzielten eine
Geſamt=
befeſtigung von 12 Prozent, Oſtwerke von 7 Prozent. Auch Metallwerte,
die zum größten Teil nur variabel gehandelt werden, wurden um
meh=
rere Prozent heraufgeſetzt. Gegen Schluß der Börſe konnten ſich die
höchſten Tageskurſe zum Teil nicht ganz behaupten, da die Spekulation
zu Gewinnmitnahmen ſchritt. Doch ſchloß der Verkehr dennoch feſt
gegenüber dem Wochenende. Privatdiskont kurze Sicht 49 Prozent,
lange Sicht 42ſs Prozent. Die Nachbörſe nahm einen ruhigeren
Ver=
lauf als der amtliche Großverkehr. Nach einigen Schwankungen kam
aber immer wieder eine feſte Grundſtimmung zum Durchbruch. An der
Spitze lagen nachbörslich Harpener, die auf 204½ anzogen. Berlin=
Karlsruher hatten mit 123 nach 115 und Mitteldeutſche Kreditbank 164
nach 157 einen größeren Markt.
30. 10.) 1. 11
39. 10. f1. 11.
Aſchaiſb. Bellfioft
149.— 11 1.75 emoor Zement
202.—
Augsb.=Nürnb. Maſch/ 117.— 1121.— (Girſch Kupfer ..... /129.75 1131.75
Bamag=Meguin .. / 67.25 61.— 6öſch Eiſen ......./181.373/166.—
Berl &. W. Vorzug.
Hohenlohe Berke ... 1 29.4 29.—
Berlin. Karlsruheond / 113.50 116.25 Kahla Porzellan
105.— 1116.—
Braunlohlen=Brikettsl 185-25 175.— lLindes Eismaſch. . . /159.50 158.5
Bremer Vulkan.
92.— 90.— Lingel Schuh ....
88.3751 83.25
Bremer Wolle".
83.—
154.75 1155.5 Linke u. Hofmann . ./ 80.—
Teutſch.=Atlant. Tel. 191.62,5
2 Loewe u. Co..... . / 210.75 216.—
Teutſche Maſchinen 124.— 1128.5 . Lorenz ........./118.— 1123.5
—
—
Teutſch.=Nied. Tel. / 15.—
Rbl. Kohle .... . .. . . / 174.—
—
Teutſche Erdöl .... /189.75 193.— Nordd. Gummi. ... / 12.—
Teutſche Petroleum / 101.— 1102.-
73.125 /131.—
Orenſtein . . . .. ....
Tt. Kalirerke.
129.— 1129.875 Rathgeber Waggon / 17.— 68.—
Tonnersmarckhütte. 130.— 122.
80.125 17.5
Rombacher Hütten
Tynamit Nobel..
159.— 1. 60.875 /Roſitzer Bucker ...../139.7½ 79.25
Clektr. Lieferung.
152.75 154.— Rütgerswerke ...... / 119.8751142.—
J. G. Farben.
127.5
333.75 1336.: Sachſenwerk .......
R. Friſter
74.— 74.75 Sächſ. Gußſtahl. . . . /135.50 1201.—
—
Eaggenau Borz..
135.—
46.87. 47.125l Siemens Glas ...
—
Celſenl. Gußſtahl ../ 29.— 38.— Ver. Lauſiter Glas.: / 58.73
C. f. elektr. Untern. /174.50 183.— Bolkſtedter Porzell. / 61.50 58.—
Salle Maſchinen .
165.— 1186.— Beſtf. E. Langendreer 71.— 63.5
Kan. Maſch.Cgeſt.
90.25 95.— Bittener Gußſtahl . / 199.875/ 77.5
Hanſa Lampſchf. .
249.— Banderer=Werke. ..
— 1198.625
Deviſenmarkt.
1. 11.
Geld Brief
A1sf. 94 133.33
1.708 1.774
53.74 58.58
hof. 6i 154.51
1i.s3t1.
Mis.i6 112.4
15.-553 11.551
18.70 15.19 1
.35 3.505
7.15 7.73
13.375 13.7151
89.85 Bl.16
6.54 67.53
WienD.,Oſt. abg
Prag ..
Buoapeſt. ..
Japar ........
Rio de Janeiro
Sofia ......
Jugoſlavien. . .
Konſtantinopel:
Liſſabon ......!
Danzig .......
Athen ........)
Kauada „ssa
Uruguav ....
31 13.
Geld Grief
53.23 53.43
12-1331 2.4721
5.8k5 5.335
7 259 2.937
6.515 0.57
3.3B 3.333 3.137 3.51
1.70 7.45
2.131 7.173
21. 7kzzi. 5232
81.75 31.83
5. 181
k2210
4fän Ltz
1. 11.
Geld / Briei
53.31 53.45
12.73212.172
5.3
2.5
7.571 ä
7.71
Der Stickſtoffmarkt im Monat Oktober 1926. Im Inlande entſprach
Montanwerte zogen noch en, Harpener plus 3 Prozent, Stahlverein die Nachfrage nach Stickſtoffdünger auch im Monat Oktober der
Jahres=
zeit. Die Erzeugung und der Verſand vorliefen ohne Störung. Der
Preis für ein Kilogramm Stichſtoff im ſchwefelſauren Ammoniak,
ſalz=
ſauren Ammoniak, Leumaſalpeter BASF., Kaliammonſalpeter BASF.
und Harnſtoff BASF. betrug im Oktober 0,94 RM., im Kalkſtickſtoff
0,86 RM.: Für November ſind die Preiſe für ein Kilogramm Stickſtoff
im ſchwefelſauren Ammoniak 0.96 RM., ſalzſauren Ammnigk 0,96 RM.,
Leunaſalpeter BASF. 096 RM. Kaliammonſalpeter BASF. und
Harnſtoff BASF. 0.96 MM. Im Natronſalpeter BASF. koſtet das
Kilo=
gramm Stickſtoff ſeit Beginn des neuen Düngejahres bis auf weiteres
100 Kilogramm verkauft wird. Im Ausland war der Abſatz befriedigend.
Philipp Holzmann A. G., Frankfurt a. M. Gerüchte von einer Divi=
Steigerung der Aktien zur Folge. Aus geſetzlichen Gründen kommt aber
war wegen der von anderen zur Ausführung gelangten Neuanſchaffun= tung die Abſicht, die Aktionäre für den Dividendenausfall für 1925 bei
Hafenmühle in Frankfurt a. M. A.G. Der A.R. beſchloß, der am
vielmehr nach wie vor auf die in der Provinz verbreitete Meinung 25. November ſtattfindenden H.V. die Verteilung eimer Dividende von
8 (5) Prozent vorzuſchlagen. Gleichzeitig iſt beabſichtigt, das A.K. um
600 000 auf 2040 000 RM. zu erhöhen, und zwar ſoll den alten
Aktio=
nären ein Bezugsrecht im Verhältnis von 12:5 zum Kurſe von 107
Pro=
zent angeboten wverden.
Jubiläum des Verbandes Deutſcher Dachpappenfabrikanten E. V.
Monatsſchluß am Samstag erfolgte, noch nicht allgemein in der erſten kanten E. V. in Berlin, Hotel „Der Kaiſerhof”, das Jubiläum ſeines
Stunde durchgeführt war. Im Vordergrund der Bewegung ſtanden Bjährigen Beſtehens. Der Verband vertritt die allgemeinen
wirtſchaft=
lichen und techniſchen Intereſſen der deutſchen Dachpappeninduſtrie. Die
aktien, von denen Oberbedarf wegen eines zu großen Mißverhältniſſes Feſtſitzung findet vormittags 11½ Uhr ſtatt; abends 8 Uhr treffen ſich
d dem kleinen Angebot gar nicht die Mitglieder in den gleichen Räumen zu einem Abendfeſt.
Vom Holzmarkt.
In den letzten Tagen iſt es am Holzmarkt ruhiger geworden. Die
Herbſttage haben eine Verringerung der Aufträge, vom Baumarkt
ge=
bracht, die Beſtellungen von Balken und Kanthölzern gehen auf den
Werken ſpärlicher ein. Trotzdem iſt eine Preisbefeſtigung am
Bauholz=
markt erkennbar, die aber nur auf die eigenartigen Verhältniſſe am
Rohholzmarkt zurückzuführen iſt. Eins ſteht feſt: Die Nachfrage nach
Rohholz iſt groß und die Sägewerke ſcheinen ſich auf einen etwas
ſtür=
miſchen Verlauf der großen ſtaatlichen Verkaufstermine gefaßt zu machen.
Es braucht nicht beſonders betont zu werden, daß die überaus
optimi=
ſtiſche Beurteilung der Zukunft, die in manchen Kreiſen Platz gegrifſen
hat, nicht gerechtfertigt iſt. Vorausſichtlich wird weder das Frühjahr
1927 eine nennenswerte weitere Belebung der Bautätigkeit bringen, noch
auch die Möbeltiſchlerei ſo beſchäftigt ſein, daß Holzuot oder auch nur
Holzknappheit entſtehen kann. Man darf auch nicht vergeſſen, daß die
internationalen Holzläger gut angefüllt ſind und auch die nordiſchen
Produktionen groß zu werden verſprechen. Sehr ſchwierig iſt die Lage
für die in Deutſchland anſäſſigen Schwellenherſtellungsbetriebe, da das
Eiſenbahnzentralamt wohl Schwellen kaufen will, aber nur zu ſehr
ge=
ringen Preiſen, zumal im Vergleich zu den jetzigen und zu erwartenden
Holzpreiſen. Der Bedarf für das Etatsjahr beträgt 3½ Millionen Stück,
und es liegen zu dieſem Bedarf, wie es heißt, etwa doppelt ſoviel
An=
gebote vor. Fraglich iſt nur, ob die Firmen, die jetzt übergroße Mengen
in der Erwartung anbieten, daß man ihnen ſchließlich die Hälfte
zu=
teilen würde, auch in der Lage ſind, zur gegebenen Zeit wirklich zu
lie=
fern. Am Grubenholzmarkt iſt es etwas lebhafter geworden. Schnitterle
war geſucht. Schälware wurde an Memeler Sperrplattenfabriken
ver=
kauft.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Kalkinduſtrie im Oktober. Pflegt ſonſt im Herbſt die
Bautätig=
keit und damit der Abruf an Baukalken ſich gegenüber den Vormonaten
ſtärker zu geſtalten, da die Bauunternehmer beſtrebt ſind, die
begonne=
nen Bauten noch vor Eintreten des Froſtes unter Dach zu bringen,
ſo enttäuſcht das diesjährige Baukalkgeſchäft in den meiſten Gebieten.
Nur von ſeiten der Großſtädte hält die ſeit September herrſchende
leb=
hafte Nachfrage an. Entſprechend iſt auch der Bedarf der
Schwemm=
ſtein= und Kalkſandſteinfabriken in ländlichen Gegenden zurückgegangen
und hat bei der Kalkſandſteininduſtrie teilweiſe ſogar infolge der Ernte
ganz aufgehört. War der Abſatz an die Landwirtſchaft im
Monats=
anfang recht lebhaft, ſo geriet er ſeit Mitte Oktober faſt völlig ins
Stocken, da die Landwirtſchaft mit der Kartoffel= und Rühenernte
be=
ſchäftigt war, zudem die ungünſtige Witterung die Kalkung erſchwerte.
Der Abruf der Hochöfen und Stahlwerke wies gegenüber dem
Vor=
monat keine merkliche Veränderung auf; die Belieferung wurde jedoch
durch ungenügende Wagengeſtellung mehrach empfindlich gehemmt.
Weiterhin belebt zeigte ſich der Abſatz an Rohkalkſteinen und
Kalkſtein=
mehl für den Straßenbau wie auch an die Zuckerinduſtrie. Leider
ent=
ſprach die Belieferung mit Brennſtoffen ſowohl hinſichtlich der Menge
wie der Güte vielfach nicht den Wünſchen der Kalkuerke; auch dürften
Kohlenpreiserhöhungen, wie ſie in Oberſchleſien vorgenommen wurden,
kaum ohne Wirkung auf die bisher noch unveränderten Preiſe der
Kall=
erzeugniſſe bleiben.
Deutſche Vereinsbank. In der außerordentlichen
Generalverſamm=
lung der Deutſchen Vereinsbank wurde zunächſt mitgeteilt, daß die
Herron Kommerzienrat Robert de Neufbille, Max von Grunelius,
Al=
bert von Metzler ihre Aufſichtsratsmandate niedergelegt haben, daß
dieſe Niederlegung jedoch nur eine Foymalität ſei, die mit der
Umſtel=
lung der Deutſchen Vereinsbank auf die neue Rechtsform einer
Kom=
manditgeſellſchaft auf Aktien zuſammenhängt, und daß die genannten
Herren dem Aufſichtsrat der Deutſchen Vereinsbank, Kommanditgeſells
ſchaft auf Aktien, wieder angehören werden. Alsdann wurde die
Kapital=
erhöhung um 2900 000 RM. auf 8900 000 RM. einſtimmig genehmigt.
Ferner wurde zwecks Umſtellung der jetzigen Deutſchen Vereinsbank auf
die Form einer Kommanditgeſellſchaft auf Aktien der Fuſionsvertrag mit
der Frankfurter Vereinsbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien,
ge=
nehmigt. Der Vorſitzende teilte alsdann mit, daß wmmehr die
laufen=
den Geſchäfte des Bankhauſes L. u. E. Wertheimber, das bekanntlich
ſeinerzeit die Majorität der Aktien der Deutſchen Vereinsbank
erwor=
ben hatte, auf die Deutſche Vereinsbank, Kommanditgeſellſchaft auf
Aktien, übertragen werden ſollen; die Inhaber des genannten Hauſes
treten in die Verwaltung der Deutſchen Vereinsbank,
Kommanditgeſell=
ſchaft auf Aktien, ein. Obgleich dieſe Uebernahme nicht Gegenſtand der
außerordentlichen Generalverſammlung der Deutſchen Vereinsbank ſein
könne, wolle er jedoch den Aktionären die wichtigſten Angaben über
dieſe Uebernahme machen und teilte die Hauptpoſten der
Uebernahme=
bilanz mit. Das ſich ergebende Kapitalſaldo von 3 000 000 RM. würde
durch Uebernahme von nom. 3 000 000 RM. Anteile der Deutſchen
Ver=
einsbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, zu pari beglichen werden.
Im Anſchluß daran fand die Univerſalverſammlung der Frankfurter
Vereinsbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, ſtatt, in der der
Fuſions=
vertrag mit der Deutſchen Vereinsbank, die Umnennung in Deutſche
Vereinsbank. Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, deren Kapital nunmehr
9000 000 RM. beträgt, und der Uebernahmevertrag mit dem
Bank=
haus L. u. E. Wertheimber genehmigt wurden. Durch die alsdann
vor=
genommenen Neuwahlen zum Aufſichtsrat beſteht nunmehr der
Auf=
ſichtsrat der Deutſchen Vereinsbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien,
aus den Herren: Exzellenz Dr. J. Becker, Reichsminiſter a. D.,
Darm=
ſtadt: Max von Grunelius, Bankier, Frankfurt a. M.; Alexander
von Marx, Bankier, Amſterdam; Albert von Metzler, Bankier,
Frank=
furt a. M.; Exzellenz Dr. Ernſt Müller, Staatsminiſter a. D.,
Mün=
chen; Kommerzienrat Robert de Neufville, Bankier, Frankfurt a. M.;
Eduard Oppenheim, Bankdirektor, Frankfurt a. M.; Dr. Paul Stern,
Bankier, Frankfurt a. M.; Julus Wertheimber, Bankier,
Frank=
furt a. M.
v. Grantfarter Karsoericht voif L.Aboratder 1940
Staatspapiere
Deutſche
6‟.%Reichsp.=Sch.
p. 1. 10. 30 ...
72 Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 20
8I,% H. V.= Sch.
p. 1. 4. 29
6(.20 Pr. St.=Sch.
1.1. 5. g9‟
81,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 80
720 Sächſ. Fr.=Sch.
1. 7. 29
72 Sächſ. Fr.=Sch.
1. 7. 30 .
Gr. 3Würt. F. Sch.
p. 1. 3. 29
Vorkriegsanleihen
6% D Reichsanl. .
47 D. Reichsan!
4% D. Schutzgb. v.
08—11 u. 13....
420 D. Schutzg. v. 14
4% Preuß. Konſ.
4% Baden.
42Bayern ..
48 beſſen
42 Württemberger
b) Ausländiſche
5% Bo8. E. B. 1914
5%, L.Inv. 1914
4½ 1898 ...!
4½X „ 1902 ...
4F .....
5% Bulg. Tabal02
4½% Oſ. Staarst.
v. 1918. Kdb. 1918
½FON. Schet. 14
½ BON. Silberr.
2 Goldr. ..!
98
98
96.5
0.7937
17.6
17.6
0.n
u.7
38.75
"
—
8.5
24.5
74% „einh. R.ikon) 3% Port,/Spz.) UI 52 Rum. am. R.03. 4½%Gold, 18. 4% „ am.konv.. 42 „ am. 05... 425 Türk. (Adm.103 157, 4%5 Türk. Bagd. I 4% „ (Bagb.)II 24.25 4% „ 1911 Zoll. 18.70 4½% Ung. St. 1918 4½% St. 1914 23.1 4% „ Goldr. 23.5 47 „ St. 10 122 429 „ Kronr. 3.05 3%0„ Eiſ. Tor.G. 27.25 Außereuro= päiſche
5% Mex.am.inn.
5% „ äuß 99
425 Gold 04,ſtf.
3% „ konſt. inn. . .
4½% Irigat.
5% Tamaulipas I.
Bachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Binsberech=
nung
102 Berl. 0.-Btk. G. 1
3%0 „
„ „ 1
6% Berl. St.-Gold.
8% Darmſt. St.:G.
18% D. Hyp.=Bankl
Meining., Goldpf. /100
8% Frif.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr. 1
8% Frlf. Pfbr.=Bk.
Goldpidbr. „!
5% Frlf. Pfbr.=Bk.
Golbpbbr......
17 Komm. 2db. 3.
Goldſchuldver. . .
23.2
28.5
38
23
106
160
100.5
109
% Heſſ. LOdb. Gold.
102 Komm=Elektr.
Mark (Hag.) Gold
88 Mannh. St.=G.
82 Mainz St.=G.
825 Naſſ. Ldb. Gold.”
820 Pfälzer H.: B.
Goldpfandbr.
8%0 Pforzh. St.=G.
88 Pr.C.=B. Gr.=B.
Godpfandbr..
80 Rh. Hyp.=B. 6.
71/,%oRh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk., Goldpf.!
825
62Südd. B. Cr.=B.
Golbpfandbr. . . /
Oyne
Bins=
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6%Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% beſſ. Brl.=Rog.
5% „Roggen . . 23
5% Pr. Kaliv.
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bay. Vereinsd.
Bahr. Handeisb..
Bayr. Gyp. u. Wecht
Berliner Hyp. Bk.
Frif. Hyp.=Bi.
Frkf. Pfandbr.=B..
Hamb. Hyp.=B.,
Meckb. Hyp.=u. Bb.
Meining. öyp.Bi.
Nordd. Or.Cr.=Bk.
Pfälf. Gyp.=Bt.
Preuß.Bob.=Cr.=B
Pr.Cent.=B. PCr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
1102.5
102.5
102
100.5
93.75
101
100.5
129
100
12.7
8.25
5.55
8.5
17
Mien Hiee
Rh.=Wſtf. B. Cr. B.
Südd. Bodenkr.
Bürtt. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Ldsb. ...
Obligationen v.
Transportanſt.)
4½Dux. Bdb Em.31
„ 93
42 Eliſ.=Bahn ſtfr=.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
4½6
abg.
425 Kaſchau=Oderb.
42
abg.
75% Oſt. Nwſtb. 74
15% Oſt. Süob. (2).
2.6% Alte .
2,6% Neue 1
5% Oſt.=Ung. 13/74
4%0 Oſt. Staatsb. 83
8% Oſt. „ 1.b.8.E.
3%Oſt. „ 9. E.
8%Oſt. „ 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3%6 Raab Oedbg. 83
213
97
42 Rud. Sülber
4 Rud. Salzig.)
4½%Angt., S.4
4½% Anat., S. III
13.92 141,% Angt. S. 1II
15.175,,2, Salon. Monaſt.
2:
5%7 Tehuantepec.
7.9 4½%
11
15
11.4
11.2
Sank=Aktien
Allg. D.=Kredit:
Bad. Bk. ......
Bk. f. Brauind. .
12.3
17.35
13.8
13.85
10.325
9.2
7.6
as
s
1425
14.35
19.5
32
26.5
25
9.3
7.25
321,
3s
32
147
151
Barmer Banw. .
Bah. Hyp.=Bchſ..
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Brivatb.
Darmſt.u. Nat.=Bk.
Deutſche Ban:
D. Eff.u. Bchſ.=Bk. /141
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. ..ſt
Dist.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Franff. Bl.
Frkf. Hyp.=Bk.
Friſ. Pfdbr.=Bk. ..
Gotha. Grundrr. Bk.
Lux. Intern. Ban
Metallbank. ..
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=Ant. . . 164.5
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. /131
Südd. Disc.Geſ. 1150
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Banwerein
Vergwerks=Akt.
Bochum .Bergb. . . 181.5
Buderus.........
Dt. Luxemburg...
Echw. Bergw....
Gelienkirch. Bgw. 1
Harp. Bergb..
Flie Bergb. St....
Genußſchein. „165
Kali=Aſchersleb. .1160
Kali. Salzdetfurt...
Kalt. Weſterregln. 1
Alöcknerwerle
Mannelm.=Röhr.
Mansfelder
Oberbedarf ......
Obſchleſ. Eiſ. Caro)
Stavi=Min.=Ant.. 38.25
Phönir=Bergb. .. 11:2
Rhein. Braunk. . . . 254
Rhein. Stahlw... . 11
A. Riebeck Montanl265.5
149.9
125g.5
173
260.5
191:
105
180
169.75
127.5
139.2.
144
—
14.5
169
16)
1a6.5
140
*
5.75
117.5
18 2.5
183
1.5.75
205.7.
234
174.*
152.75
1.05
148.5
102
181
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr..
Tellus Bgb. ...
Ber. Laurahültte.
Ver. Stahlwerke.
Induſtrie=Akt.
Brauereien".
Eichbaum(Mannh.)
Henninger ......
Hereules, Heſſiſche
Lowenbr.=Münch..
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Berger
Rikum. Berlin.
Ndler & Oppenh..
Adlerw. iv. Kleher)/109
6S E. A. G. Bzg.A. / 83.5
5% A. E. G. Vzg. B..
A. E. G. Stamm . ../177.5
Anglo=Cont.Guano
Aſchaff. Zelſtoff 1151.5
Badenia (Beinh.)
Bad. Maſch. Durl./119
Bad. Uhren, Furtw. 31
Bamag=Reguin 163
Baſt Nürnberg .../131.5
Bahr. Spiegel ...167
Beck & Henkel ...
Bergmann Gl.....!
Bing. Metall.. . . . . / 670
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Eement=Heivelb. 137.25
Cement. Parlſtadt 1344.5
Cement Lothr.. .
Ehem. Albert. . . . . 180
Chem. Brockh.
Chem. Milch ...
Daimler Motoren 199.8
Dt. Eiſenhandel. 88.5
Deutſche Erdöl ...!;
D. G.u. Silb. Scheit. /184.70
Dingler, Bweibric.!
17
129.5
105
86.5
59
160
265
154
164
28.5
8.9
85
175
77.5
76
84.5
191
Dresd. Schnellpr.
Dürrkopp......
Dürr. Ratingen ..
Onckerhoff EB..
Eiſenw. Kaiſersl. 55
El Licht= u. Kraft
El. Lieferung ..../164.5
Sü. Bad. Wolle „58.5
Email. Ulrich ....153
Enzüuger Werke...
Eßlinger. Maſch. .
Ettlinger Spinn...
Faber Bleiſtiſt ...!"
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens.
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Zetter)
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Gas .1117
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Bok.u. W. 85
Fuch Waggon St.
Geiling E Cie.
Germania Linol.. /209
Gelſenk. Gußſt. . ..
Golbſchmidt, Th.. /1.3.5
Botha Waggon ../26
Brizner. Maſch...
Grün & Bilfinger.
Halenmühle Frift.
Hammerſen .. ... 129
Hanfw. Füſſen.
Hanfa Llohd, Br./ 70
Hartm. & Braun..
Hehligenſtgedt...."
Hilpert, Armatur. 68
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ..!1
Hoch=Tiel Eſſen
Holzmann
..11
Holzverk. Ind.. . . . 52
Hydrom. Breslau
Fnag ...........
Funghan) St.... .
Kammg. Raiſergl. 113.3
Karlsruher Rach..)
227
8
185
102
207
10
88
40
337
90.75
63
8
Zn
123
14.
33
100
133
135
71.5
109.75
41.5
1175.5
Karſtadt, R.
Elein Sch. &. Becker 99
gnorr, Heilbronn 138
gonſerv. Braun „/53
Krauß, Lokon. ...
Lahmeher
Lech. Augsburg. .. 113
Lederw Rothe .../ 35.5
Spichtrz.
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle /54
Ludwigsh. Walzm. 110
Lüdenſcheid Metal!
Lur Induſtrie 36
Rainkraft Höchſt 110
Mars=W. Nürnberg 129.5
Metallgel. Frif. 1174.25
Miag. Mühlenb.
130
Moenus, Stamm , 55.5
Motorent. Deuitz
Motoreni. Oberurf. 65
Münch. Lichtſpielk. 80.5
Reckar). Fahrz. ../118
Neckarwv. Eßlingen
Oleqwerke, Frankf.! —
Beters Union
118.75
Pfälz. Näh Kayſer/ 4.75
Philipps..
44
Porzellan Weſſel
Prometh. Frlf.
nein. Gebb. &Schall
Rhein=Elektr.
158
Rhenanig, Aachen
Rütgerswverke
(441.5
Sheuöner
..
Scneid. E Hanau=
Schnellpr Frank. 82.5
Schramm Lackf. 84
Schrift, Stemp. 1122
Schucker:, Gektr. 1162
Schuhf. Weſſel
7.5
Schuhl Herz .../70
Schulz Grünlack /53
Seilind. Wolff 67
Siemens Glas
Siemens & Halste 237.75
Südd. Immob.
Thürimg. Lief.-Geſ./82
jühren Furtwängl. /24,25
Beithwerke.
Ver. f. Chem. Ind. 4
Ver.d. Olfbr. Mann 78.25
Ver. Faßf. Caſſel.
Gummi.Bin.=Frkf.
Vinſel=Nürnberg.. / 90.5
Ultramarin .. . . . . 142
Zeliſtoff Berl. .... 124
Vogtl. Maſch. . . . . 90.25
Voig: & Haefiner /124
Volthom Seil .../65.5
Bahß, & Frenta (. 1143.5
Begelin Rußfbr. 1142.5
Zellſt. Waldhof .../20-
Zuckerf. Waghäuſel/113.5
Zuckerſ. Frankenth. 92:),
Zuckerf. Heilbronn 111=
Zucker . Offſtein 143.75
Zuckerf. Rheingau:11:1
Zuckerf. Stuttgart.
Transport und
Zerſicherungs=R:t.
A. Dt. Eiſenbahn 86:5
Dt Eiſenb.=Geſ 107.5
El. Hochbahn=Berl.
Schantung E.B. .. 12
Südd. Eiſenb.=Geſ. /140
Hapag ....."
Nordd Lloyd. . . . . /177.75
Friſt. Allg. Beri.
Franlona Rückv
Darmſt. Berte
Bahnbedarf.
Dampft Rooberc
Helvetia Kon)...
Gebr. Lutz
Motor .Darmſt
Gebr. Roeder .
Benulety & Ellenb.
119.75
42.5
35
56.6
[ ← ][ ][ → ]Nummer 304
Dienstag, den 2. November 1926
Seite 13
Steigende Textilien=Ausfuhr nach Holland.
Während im Jahre 1913 die deutſche Textilienausfuhr nach Holland
316 057 Doppelzentner betrug, erreichte ſie bereits im Jahre 1925
336 854 Doppelzentner und in den erſten neun Monaten 1926 230 347
Doppelzentner. Bei einem Monatsdurchſchnitt von 32 260 Doppelzentner
in den erſten neun Monaten 1926 dürfte alſo vorausſichtlich die deutſche
Textilausfuhr im ganzen Jahre 1926 ziemlich nahe an die 400 000
Dop=
pelzentner herankommen, diejenige von 1913 demnach erheblich
über=
ſchreiten.
Das bemerkenswerteſte iſt der mehr als verzehnfachte Export an
Leinen, Flachs und Jute, auf deſſen Konto letzten Endes die
Export=
ſteigerung in Textilien nach Holland zu verbuchen iſt. Das bedeutet eine
Steigerung des Geſamtexportes, aber nur eine ſolche an qualitativ
minderwertigen Waren. Wenn auch die deutſche Textilienausfuhr an
höherwertigen Waren diefenige vom 1913 erreicht, zum Teil ſogar
üüberſchtitten hat, wie es bei Seide bereits der Fall iſt, und bei Woll=
und Baumwollartikeln im Jahre 1926 wohl der Fall ſein wird, ſo
ändert das nichts an der Tatſache, daß die Exportſteigerung ſich in erſter
Linie auf billigere Ware erſtreckt (rohe Juteſtücke uſw.), abgeſehen von
der deutſchen Hutinduſtrie, die es vermochte, ihren Export nach Holland
beinahe zu verdoppeln.
Während der deutſche Export nach Holland an billigen Waren
ſtark zunahm, zeigt es ſich, daß die holländiſche Einfuhr nach
Deutſch=
land ſich qualitativ ſtark verbeſſerte. Im Jahre 1913 nämlich b.trug
die holländiſche Einfuhr nach Deutſchland 181 900 Doppelzentner, davon
174 72 Doppelzentner Abfallware gegen 140 689 Doppelzenmer im
Jahre 1925, davon 118 629 Doppelzentner Abfallware gegen 69 317 bzw.
57 693 Doppelzentner in den erſten 9 Monaten 1926. Das bedeutet mit
anderen Worten, daß der holländiſche Export an geringwertigen Waren
um rund 25 Prozent zurückgegangen iſt, während der Export an
hoch=
wertigen Fertigfabrikaten, alſo der für die Rohſtoff verarbeitende
In=
duſtrie wertvollſten Artikel, gegenüber 1913 im Jahre 1925 um rund
das Dreifache geſtiegen iſt, und im ganzen Jahre 1926 nicht viel weniger
erreichen wird. Um ſo weniger verſtändlich iſt die in den letzten
Mona=
tem in Holland ſtark propagierte Idee der Textil=Schutzzölle, die ſich in
erſter Linie gegen Deutſchland richten würden. Wenngleich die
hollän=
diſche Textilinduſtrie ſich im Aufſchwung befindet, ſo ſollte ſie nicht
ver=
geſſen, daß ſie keineswegs in der Lage iſt, auch nur den Inlandsbedarf
zu decken, geſchweige denn für den Export zu arbeiten. Bei Einführung
von Textil=Schutzzöllen müßte ſich die aufſtrebende holländiſche Induſtrie
auf Repreſſalien von uns gefaßt machen, was eine nicht gering zu
achtende Schlappe für die holländiſche Induſtrie bedeuten würde.
Konkurſe im Oktober 1926. Die ſtändige Abnahme, die die Zahl
der Konkurseröffnungen ſeit März d. J. allmonatlich erfahren hat, iſt
im Oktober zum erſten Male von einer kleinen Zunahme abgelöſt
wor=
den. Es wurden nach einer Zuſammenſtellung der Fiuanzzeitſchrift „Die
Bank” im Oktober 498 Konkurſe eröffnet gegen 473 im September und
503 im Auguſt. Die Zunahme wird indes beinahe ausgeglichen durch
den Rückgang, den ſowohl die neu verhängten Geſchäftsaufſichten, als
auch die mangels Maſſe zurückgewieſenen Konkurſe erfahren haben. Die
erſteren haben ſich von 150 auf 144, die letzteren von 154 auf 150
er=
mäßigt.
Die neue deutſch=franzöſiſch=amerikaniſche Elektrizitäts=Kombination.
Zu den Gewinn=Poolungsplänen der deutſchen, franzöſiſchen und
ame=
rikaniſchen Elektrizitätsinduſtrie verlautet in Amſterdamer
Börſenkrei=
ſen, daß die Verhandlungen zwiſchen den verſchiedenen
Intereſſenten=
gruppen bereits im Gange ſind. Es handele ſich aber nicht nur um eine
Transaktion für die Durchführung der franzöſiſchen Eiſenbahn=
Elektri=
fizierungsprojekte und der Reorganiſationspläne für das franzöſiſche
Telophon= und Telegraphenweſen, ſondern vor allem um die
Ausfüh=
rung ſehr großzügiger Starkſtrom= und Schwachſtromprojekte in
Ruß=
land und in außereuropäiſchen Gebieten, deren Finanzierung mir
ame=
rikaniſchem Kapital erfolgen ſoll. Schon fetzt könne man ſagen, daß es
ſich bei dieſen Plänen um eine der größten Transaktionen der
Nach=
kriegszeit handele.
Produktenberichte.
Frankfurter Notierungen für Speiſekartoffeln vom 1. Nobember.
Bei weiter feſter Tendenz notierte man für: Induſtrie hieſiger Gegend
5,30—5,50, weißfleiſchige hieſiger Gegend 4,50 RM. für je 50 Kg.
Frankfurter Produktenbericht vom 1. November. Am hieſigen
Pro=
duktenmarkt war die Tendenz heute gedrückt und ſchwächer auf niedrigere
Notierungen der ausländiſchen Getreidebörſen. Während ſich Roggen
gut behaupten konnte, mußte Weizen bis 50 Pfennig im Preiſe
nach=
geben. Ebenſo wurde Sommergerſte bis 1,50 Mark billiger. Auf dem
Mehlmarkt gingen die Notierungen für Weizenmehl um 50 und für
Rog=
genmehl um 25 Pfennig zurück. Feſt und lebhaft war dagegen die
Stim=
mung für Futtermittel. Auf Eindeckungen der Landwirte konnte Kleie
abermals um 25 Pfennig anziehen. Man notierte: Weizen 29,75—30,
Roggen 24.25—24,50, Sommergerſte 24,50—27,50, Hafer inl. 2—20,75,
Mais 20—20,25, Weizenmehl 42,25—43,25, Roggenmehl 35,25—36,
Wei=
zenkleie 11—11,25, Roggenkleie 11—11.25, Erbſen 45—70, Linſen 50—80,
Heu 7,50—9, Weizen= und Roggenſtroh, drahtgepreßt 4,25—5, gebündelt
3,50—4, Treber 17.
Mannheimer Produktenbericht vom 1. November. Trotz ſchwächerer
Auslandsmeldungen nahm der hieſige Markt heute einen ſtetigen
Ver=
lauf. Man nannte gegen 12½ Uhr: Weizen inl. 30,50—30,75, ausl.
32—34, Roggen inl. 24.75—25, Hafer inl. 19,75—20,75, ausl. 20—24,
Braugerſte 24—29,75, Futtergerſte 21—21,25, Mais 20,50, Weizenmehl
43,50—43,75, Roggenmehl 35—36,75. Weizenkleie 10,75—11, Biertreber
16.50—16,75.
Berliner Produktenbericht vom 1. November. Der Mittagsverkehr
im Berliner Getreidehandel ſtand allgemein im Zeichen ſchwächerer
Preisnotierungen. Die Börſe vermochte ſich dem Einfluß der in
Ueber=
einſtimmung mit den niedrigeren Winnipeger und nordamerikaniſchen
Getreidekurſen ermäßigten ausländiſchen Forderungen niht ganz zu
entziehen. Das Inlandsangebot war für Weizen und Roggen
denk=
bar klein, da die Angebote weit hinter den Forderungen ſtehen. Im
Lieferungshandel machte die Ausſicht auf baldig vermehrte Ablieferung
die Kaufluſt vorſichtiger und veranlaßte Rückgänge für Weizen bis 2 Mk.
Viehmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 1. November. Der Auftrieb des heutigen
Hauptmarktes beſtand aus 494 Ochſen, 72 Bullen, 716 Kühen, 471
Fär=
ſen, 494 Kälbern, 351 Schafen und 4554 Schweinen. Verglichen mit dem
Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche ſtanden 168 Ochſen,
15 Bullen, 50 Kühe und 125 Färſen mehr zum Verkauf. Ferner waren
105 Schafe und 853 Schweine mehr angetrieben, während der Auftrieb
von Kälbern nahezu unverändert var. Bezahlt wurde pro Zentner
Le=
bendgewicht: Ochſen a1) 56—60 a2) 53—57, b1) und b2) 47—52, c) 42
bis 46; Bullen a) 48—53, b) 43—47, c) 39—42: Kühe a) 47—52, b) 40
bis 46, c) 30—39. d) 20—28; Färſen a) 55—59, b) 48—54, c) 38—47:
Kälber b) 75—81 c) 68—74, d) 56—67: Schafe a) 40—45, b) 34—39, c)28
bis 33; Schweine von über 3 Zentner Lebendgewicht 77—79, von 240 bis
300 Pfund 77—79, von 200 bis 240 Pfund 75—79, von 160 bis 200 Pfund
75—79. von 120 bis 160 Pfund 72—77; Sauen 60—70. Marktverlauf:
Geſchäft in Rindern langſam und etwas Ueberſtand, in Schweinen
ſchleppend und großer Ueberſtand. Kälber werden bei ſchleppendem und
Schafe bei regem Handel ausverkauft. Die Fleiſchgroßhandelspreiſe
wurden wie fet feſtgeſetzt: Ochſen= und Rindfleiſch 1 90—95, II 85—90,
Bullenfleiſch S—88, Kuhfleiſch I 60—70, II 50—60, III 35—45,
Kalb=
fleiſch 1 100—120, Hammelfleiſch 70—80, Schweinefleiſch 86—96.
Gefrier=
fleiſch, Rindfleiſch, Vorderviertel 52 und Hinterviertel 58.
Frankfurter Pferdemarkt vom 1. November. Der heutige
Frank=
furter Pferdemarkt, der zeitlich mit etwa 4 bis 5 Märkten in der
Pro=
viz und Nachbarſtädten zuſammenfiel, wies mit einem Auftrieb von
350 Stück nur etwa die Hälfte der üblichen Zufuhren auf. Infolge des
anhaltenden Regenwetters war auch der Beſuch mäßig, und der
Han=
del entwickelte ſich in den Vormittagsſtunden nur langſam. Trotzdem
dürfte ungefähr die Hälfte des Auftriebes den Beſitzer gewechſelt haben.
Preiſe wurden diesmal nicht notiert.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 1. Nov. (Priv.=Tel.)
Weizen: Auch der heutige Markt zeigte wieder eine ſchwächere
Ten=
denz auf günſtige Ernteberichte aus Argentinien und Auſtralien und
eine größere Farmbewegung. Die Termine verloren bis ¼ C.
Mais: Der Markt verkehrte heute ebenfalls in ſehr ſchwacher
Hal=
tung auf geringe heimiſche Lokonachfrage und günſtige Wetterberichte.
Die Termine gaben bis 1½ C. nach.
Hafer: Auch dieſes Marktgebiet verkehrte in ſehr ſchwacher Haltung
bei Kursrückgängen bis ½ C.
Baumwolle: Baiſſedeckungen und die Feſtigkeit des Lokomarktes
hatten anfangs einen ſtetigen Verlauf zur Folge. Später zeigten ſich
indes die Pflanzer verkaufslüſtig, ſo daß eine Abſchwächung eintrat,
doch zeigen die Termine keine weſentlichen Veränderungen.
Kaffee: Nach der letzttägigen Aufwärtsbewegung zeigte der Markt
eine ſtetige Haltung auf Deckungskäufe der Spekulation. Der Schluß
war abgeſchwächt, doch zeigen die Termine noch Gewinne bis zu 8 Pkt.
Zucker: Der Markt verlief in feſter Haltung auf ungünſtige
euro=
päiſche Erntetaxen und zurückhaltendes kubaniſches Angebot. Die
Ter=
mine konnten 2—3 Pkt. anziehen.
Kakao: Der Markt verlief in ſtetiger Haltung auf Deckungskäufe
des Auslandes und des lokalen Handels.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Verein Deutſcher Zellſtoff=Fabriken hat beſchloſſen, die Preiſe
unverändert zu laſſen und ſeinen Mitgliedern Abſchlüſſe bis zum 30. 6.
n. J. zu den jetzt gültigen Preiſen freizugeben.
Nach der Umſatzſtatiſtik des Zentralverbandes deutſcher
Konſum=
vereine zeigte der wöchentliche Durchſchnittsumſatz im Monat
September=
im Verhältnis zum Vormonat einen kleinen Aufſtieg, und zwar von
5,05 auf 5.19 Rm.
Zu der Frage der Frachtſtundungsgebühr für eine halbmonatliche
Frachtſtundung erfahren wir, daß in allernächſter Zeit eine Herabſetzung
des Wochenzinsſatzes von 2 auf 1½’o wohl zu erwarten iſt. Es würde
dies einem Jahreszinsſatz von etwa 6 Prozent entſprechen.
Der Ausweis der belgiſchen Nationalbank vom 28. Oktober zeigt
eine Verminderung des Notenumlaufes um 639 Mill. Franken. Der
Deviſenvorrat hat eine Zunahme um 496 Mill. Franken erfahren.
Wie das engliſche Bergbauamt bekanntgibt, iſt gleichzeitig mit der
Erhöhung der Rationen für Hausbrandkohle eine Rationierung für
Koks, der bisher nicht unter die Kontrollbeſtimmungen fiel, eingeführt
worden.
Im Monar September 1926 betrug die Einfuhr nach Dänemark
142 Mill. Kronen, gegenüher ſteht eine Ausfuhr von 126 Mill. Kronen;
die däniſche Außeuhandelsbilanz war ſomit in dem genannten Monatz
mit rund 16 Mill. Kronen paſſiv.
Aus Stockholm wird gekabelt, daß die Internationale
Zündholz=
geſellſchaft die Ausgabe von 22½ Mill. Dollar Vorzugsaktien in New
York beabſichtigt.
Wie die rumäniſchen Blätter melden, wird das neue Zollgeſetz
be=
ſondere Beſtimmungen enthalten, die die rumäniſche Erzeugung gegen
eine Unterbietung durch das Ausland ſchüitzen.
Die Paſſiven der ſchweizeriſchen Volksbank in Bürich die vor
mehre=
ren Wochen Konkurs angemeldet hatte, betragen dem DHD. zufolge, nach
den bisherigen Feſtſtellungen etwa 6½ Mill. Franken, denen Aktiven
von nur ca. 25000 Franken gegenüberſtehen.
Um die Verpflichtungen der argentiniſchen Staatseiſenbahnen gegenüber
der Baldwin Locomotive Works abzudecken, hat die argentiniſche
Regie=
rung ein Angebot der National City Bank New York und des
Bank=
hauſes J. P. Morgan u. Co. angenommen, 20 Mill. Dollar
Schatz=
wechſel zu diskontieren.
Weiblich
Saub , anſt
Mädchen
Tüchtige
Einlegerin
ſucht. Beſchäft. At
B 39 Gſchſt. (*289.
Kontoriſtin, 17 J
Solides
a. Geſchſt.
Junge,
ſaubere
Stb., Bauer
Fleiß,, ehrl. (*
Mädche
ſof. Stellg
Karlſtr 25.
Veſſ. Mädchen,
Lande, ſucht Ste
aut Hauſe. Ange
B60Gſchſt. (*
Beſſ. Fräul. n
Geſch iftsſt.
Ehrl., ſol. Mädchenſ Kaufmann,Stellg. tagsüber oder
ganz. Riedeſelſtr 39
Manſarde ( 2R989 18 Jahre in Amerika
u. England zuſam.,
ſucht Stelle als eng=
liſcher Aushilfe= Kor=
reſponbent. Ang. u.
B 81 Gſchſt. (*28874 Sol d; ſaub. Mädchen
mit langi Beugninen
ſ. Stelle als Servier=
fräulein in Kaffee oder Reſtaur. Ang. u. B65Geſchſt ( 28998 Akademiker
(freier Beruf)
ſucht nebenberufliche
4 Arbeitsperdienſtmög=
lichk. Ausführl. In=
formationen dch. die
Geſchäftsſt. u. B 41.
(*28906) Annand. Mädchen
in jeder Hausarbeit
erfahr., ſucht in ruhig
Haush Stellg. Ang. unt
BblGeſch 2896
Solides Mädchen von auswärts, mit
allen Arbeiten des
Haushalts veitraut,
ſucht für ſofort oder
ſpäter Stellg in ruh
paushalt. Angeb. u.
B 64 Geſchſt /28974
Modiſtin nimmt noch Kunden, auch auß. d. Hauſe, an. Ang. u.
B 30 Gfchſt. (*28873
Stell. ſuch.: Kochin., 3
Hausmädch. Stützen,
Haushält, Kinderfrl., Haustöchter, Allein=
mädch., die koch. u. n.
koch, könn., Zimmer=,
Haus=u Küchenmädch Hausarbeit über=
nimmt, für Schweine= metzgerei ſofort geſ.
Näh. Geſchſt. (15952 Büfett= u. Servierfrl.
Minng Dingeldein In gewervsmäß. Stellenbüro
Eliſabethenſtraße 5
Tel. 3365. (* 28985
Man
Abgebauetr älterer
Mann ſ. Vertrauens=
ſtellg., war 24 J. in
e. Geſch. Ang. u. B6
a. Geſchſt. (*28794gi
Ich ſuche für möglich
meine Köchin die 6 und jetzt heiratet,
Mäd
das ſelbſtändig koche
Hausarbeit übernimmt. handen.
Villa Se
Hobrechtſtr
Wir ſuchen zum bal.
Lehrmä
aus gut. Familie. Per in Begleitung eines
lage des letzten Ed ſelbſtgeſchriebener L.
Reſi, Ernſt=L
TV 14981
Sie werden mit keinem
anderen Wagen zufrieden sein!
2wei Monate sind vergangen, seitdem der neue
Buicx angekündigt wurde. In dieser kurzen Zeit
hat er eine derartige Beliebtheit erreicht wie
bis=
her kein anderer Wagen.
Diese Beliebtheit von Buicx ist kein
Augenblicks=
erfolg, keine Uberraschung für diejenigen, welche
die Tatsachen kennen.
Neben der altbekannten Zuverlässigkeit hat Buick
dem Autofahren eine ganz neue Note verliehen, so
eindrucksvoll, daß niemand, der mit den Dingen
vertraut ist, mit Geringerem zufrieden sein wird.
Burcx bietet jedem Automobilist ein Modell, das ihm
zusagt. Auch Ihr Modell steht fertig zur Verfügung.
ssttttssttts
Mehrere tüchtige
Falzerinnen.
zum ſofortigen Eintritt
ſucht die
L. C. Wittich’ſche
Hofbuchdruckerei
Darmſtadt Rheinſtr. 23
(16908)
Ststtsttttterttt.
Ich ſuche eine unbedingt zuverläſſige, nu
ſehr gute und ſehr gewandte Hemdentuche zu Fa=
Stenotypiſtin und
Maſchinenſchreiberin
tunlichſt eine ſolche, die mit beſten
Em=
pfehlungen vom Anwaltsbüro
ausge=
wieſen iſt.
Meldungen unter Beifügung von
Zeug=
niſſen an Rechtsanwalt Schwörer,
Mathildenplatz 1, II. (158-gid
BUICK.PREISE
Wßſ 3. 5.3.,. 3.0,0.500
18e0 P. 5. ..Ma STEh=
10185.— 40 — 5 Pass. Coach
11720.—
20 — 5 Paos. Coach
24 — 4
Roadster
47 —5
(2 Mote.). . 9345.— 48 —4
9630.— 49 — 7
Touring ..
10050.— 60 — 7
Kace!
Sedan.
10880.— S50L— 7
Coupe ..
10270.—. S1 —5
10235.— 54 —4
Touring. .
55 —5
12246.—
Sedan .."
12270.—
Coupe ..
12455.—
Touring.
14896.—
Sedan
Limousine . . . . 151 10.—
Brougham .. . . 14270.—
Sport Roadet.. 11356.—
11878.—
Touring ...
ab Lager Hamburg bei fünffacher Ballonberaifung einschl. Zoll.
Autorisierter Vertreter:
Autopark Süd, W. Zelder, Darmstadt
Heidelbergerstraße 126 — Fernsprecher 2515
GENERAL MOTORS G. m. b. H.
Zuverläſſig”, beſſeres
Kinderfräulein
(Fröblerin)
für einige Std
tags=
über zu 2½i Bübchen
geſucht.
Heidelberger=
ſtr. 124, pt. (*28*9
perfekt in
Schreib=
naſch., Stenograph.
u. Buchhaltung, ſof.
geſ. Vorzuſt.
Fried=
richſtr. 40, II., vorm.
½9—10 Uhr. (16904
Aeltere Dame ſucht
Laufmädchen
für morgens früh z.
Feuer anmachen uſw.
tägl. Nähe Beding.
Kiesſtr. 101, II. 28986
Ehrl. Mädchen
nicht unter 17 Jahren
geſucht Reitz,
Soder=
ſtraße 101. (28971
Mädchen bis nach dem
Spülen geſ. Vorzuſt.
zwiſch. 2—4 Uhr nachm.
Viktoriaſtr 64,11 28976
Ein allein teh. älterer
Herr auf dem Lande
in der Nähe v. Alzet
(Rheinh.) ſucht zur
Führung ſeines
Haus=
haltes eine beſſ.
evan=
geliſche Frau od
Fräu=
lein, nicht unt 40J.,
ohne Anhang, welche
Gartenarbeiten verſt.
und ſich derſelb
unter=
teht, bis 1. Dezemb.
Angeb. unt. B 70 an
die Geſchſt. (16 04
Tüchtiges, gewandtes
Alleinmädchen
f. beſſ Haushalt f 15.
Nov geſucht (228894
Aliceſtraße 21, 1. St.
Einf. Stütze, geſ.
Alt., w. gut kocht,
gewandt u. zuverl.,
m. g. Z., ſ. St. Ang.
B 26 Gſchſt. (*28809
Männlia
Händler
Hauſierer
für Weißwaren, ſpen
brikpreiſen ſof. geſ.
Höhe
Verdienſtmög=
lichkeit. Angeb. unt.
B 36 Gſchſt. (*28890
Lehrling.
Guterzogener Junge,
der die
Kaufmann=
ſchaft erlernen will,
ſofort geſ. Zu erfr.
in d. Geſchäftsſtelle.
(*28877)
Bäckerlehrling
aus achtbarer Fam.
geſucht. Näh. in der
Geſchäftsſt. (28999ms
Bücher. Noten,
Zeitſchriften
werden gut u.
preis=
wert gebunden
Horn,
Alexander=
ſtraße 4, I 11406a
Neußer
Salatöl
Backöl
Erſtklaſſige
Vertreter=Firmen
welche mit nachweisbarem Erfolg die Groß=
und Kleindetailliſten=Kundſchaft bearbeitet,
(15613
geſucht.
Angebote unt. B 54 an die Geſchäfts d. Bl.
Für den Verkauf unſerer patentierten
Artikel für die Lichtreklame ſuchen wir
tücht. Herren als Vertreter
gegen hohe Proviſion.
Königſteiner Holz= u. Papierwaren=Fabrilk.
Königſtein/Elbe. (15943
Die Quaker Schutzmarke
bürgt für die echten
dakerHafs
Achten Sie hierauf, wenn Sie auf wirklich
feinen Geschmack Wert legen. Ueber 50 Jahre
sind zur Vervollkommnung von QuakerOafs
ver=
wendet worden.
Kein anderes Präparat bietet Ihnen
die gleiche Gewähr.
Seite 14
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Dienstag, 9. ds. Mts., nachm.
von 3/, Uhr an, wird in der
Turn=
halle am Woogsplatz hier das Laub
von den Wegen und Schneiſen der ſtädt.
Förſtereien Beſſunger Laubwa d
und Heiligkreuz verſteigert. (st15976
Darmſtadt, den 1. Nov. 1926.
Städt. Güterverwaltung.
Doir Wälfeeieitängsärbeiten.
Die Arbeiten und Lieferungen für den
Umbau der Waſſerleitung Lichtenberg i.
Odw. (Kreis Dieburg) ſollen vergeben
werden.
(15997
Los I: Herſtellung der
Quellfaſſungs=
arbeiten und Errichtung einer
Sammelkammer.
Los II: Herſtellung eines Hochbehäl
ters von 100 cbm Nutzinhalt
Los III: Herſtellung der Rohrgräben
mit Rohrverlegung ſowie Nohr=
und Armaturenlieferungen.
Die Angebote ſind bis Montag,
den 15. November ds. Js., vorm.
10‟, Uhr, auf der Bürgermeiſterei
Lich=
tenberg i. Odw. (Kreis Dieburg) — Poſt=
und Bahnſtation Groß=Bieberau — mit
entſprechender Aufſchrift verſehen,
ver=
ſchloſſen einzureichen, wo auch die Er
öffnung ſtattfindet.
Pläne und Bedingungen ſind bei un=
und bei der Bürgermeiſterei Lichtenberg
i. Odw. einzuſehen. Angebote für Los
bis III ſind nur bei der
unterzeich=
neten Behörde, und zwar gegen
Bar=
einſendung von je 2 RM. für jedes Los
zu erhalten. Freie Auswahl bleibt
vor=
behalten, ebenſo auch die Vergebung der
Arbeiten mit oder ohne Rohr= und
Ar=
maturenlieferungen.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Darmſtadt, den 27. Okt. 1926.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Bauarveiten=Vergebung.
Die Arbeiten für den Neubau eines
Doppelwohnhauſes in der neuen
Seekatz=
ſtraße ſollen vergeben werden
Angebotsunterlagen ſind gegen
Erſtat=
tung der Selbſtkoſten auf meinem Büro
vormittags 8—10 Uhr erhältlich. Daſelbſt
liegen auch die Zeichnungen offen.
Ein=
reichungstermin Donnerstag, den 4.
No=
vember 1926, vorm. 9 Uhr, auf meinem
Büro. An der Zuteilung können nur
Mit=
glied r der Deutſchen Bau= und
Siedlungs=
gemeinſchaft berückſichtigt werden. /15917gi
Georg Kugel, Architeft, Wittmannſtr. 4.
Am Mittwoch, den 3. November
1926, vormittags 9, Uhr, verſteigere
ich im Hofe des Finanzamts
Darm=
ſtadt=Stadt, Lindenhofſtraße:
4 Benzin=Tanks zu je etwa 3 cbm
Inhalt.
Ferner vormittags 101 Uhr im
Zimmer Nr. 8 der früheren Infanterie=
Kaſerne, Alexanderſtr. 22, part.:
1 bodenſtändigen Motor (auch zum
Einbauen in Auto geeignet), 3
Auto=
reifen, 3 Fahrräder, 1 Motorrad, ein
Teppich, 1 Wolfshund, 1½, Jahr alt
1 Grammophon, 1 Radioapparat
zwangsweiſe meiſtbietend gegen
Bar=
zahlung.
(15887g
Ziegler, Steuerſekretär.
in meinem Möbel=Auktionshaus
Nr. 1 Bleichſtraße Nr. 1
leils faſt neu ſowie nur guteraltene
Ia Möbel zu niederen Preiſen
mod, in eich., mit
Schlafzimmer, 3tür Spiegelſchrank,
2,00 u. 1,80 Meter lang
eich., mod., gedieg.
Speiſezimmer, Ausführung
mod, eichen, mit
Herrenzimmer, Bücherſchränken,
10 groß
1,
Mahagoni, Ia Aus=
Wohnzimmer, führung
modern, prachtvolle
Küchen, Formen
(15961
Glasvitrinen, Diplomatſchreibtiſche,
Vertikos, Auszug=, — u. O,
Herren=
zimmer=, runde, Rauch=, Küchen=
Servier= u. einfache Tiſche, Stühle,
Kleiderſchrank, 2tür., Wand= und
Go dſpiegel, Pfeilerſ hran: m Spieg",
Komnmode, Waſchkommode, lackierte,
tveiße Metall= und vollſt.
Meſſing=
betten. Diwan, Chaiſelongue,
Klub=
diivan mit Seſſel, Kinderſchre bpult,
Stehleiter, Rollwand, Weinſchrane,
Bildee, Wand= und Stind=Uhren,
elektr u. Gaslüſter, Wollmatratzen,
Aufſtellſachen, ältere Nähmaſchine,
1 mittelgr. Kaſſenſchrank,
Grude=
herd ſowie Möbel aller Art, durch
Auktionator
Johannes Krummea, und Tarator.
NB. In meinem neu herge ichteten
Berſtei gerungslokale finden
wie=
der monatlich 2 erſteigerungen
ſtatt. — Verſteigerungsgut wird
tägli h angenoininen Abre chnung
ſofort nach der Verſteigerung.
Täglich ununterbroch. geöffnet.
Speiſezimmer
ho helegant, erſtklaſſ.
Verarb itung,
kon=
kurrerzloſer Preis, zu
verkaufen
Zahlungs=
erleichterung (15272a
Möbelhaus
L. Menger
Bleichſtraße 17
Büro=Schränke
Schreibtiſche 180/90
Kafſenſchrank, zwei
Schreibmaſchinen
ſind verkäuflich Zu
erfragen in der
Ge=
ſchä t=ſtelle. (15935
Herrenzimmer, neu,
preiswert abzugeben.
Anfrag. u. B 28 an
d. Geſchſt. (*28871
1 Ladeneinrichtung
für Lebensmittel=
Ge-
ſchäft, ſow 1
Flaſchen=
zug, 1500 kg
Trag=
kraft, billig zu verk.
Arheilgen, Magda=
(enenſtr 16. (*28889
Echt Eiche (*28954
Speirstcant
Büfett m
Vitrinen=
aufſatz, Kredenz, ein
Auszugtiſch, 6 echte
Lederſtühle Schönes
Modelle, erſtkl. Arbeit
Nur Mk. 650
Ludwig Müuer
Karlſtraße 47—49.
Damenſchreibtiſch
Büfett, Trumeau,
Waſchkommoden mit
Spiegel,
Flurgarde=
robe, Chaiſelongue,
8 gl. nußb. Stühle,
2 Seſſel, Singer=
Näh=
maſchine, Salonſpieg
Gold), Kleiderſchrke.,
Paneelbretter,?
Aus=
ziehtiſch, Bücherſchrk.,
Backenſeſiel.
Bieder=
meier=Nähtiſch, rund.,
zu verk. P Kraft,
Karlſtr, Ecke
Stein=
ackerſtraße. (15935
Aus=Herrſchaſishäuſern
gut erhalt. Möbel:
Schlafzimmer mit
Marmor,
Spiegel=
ſchran:, nußb.
Wäſche=
u. Bücherſchrk,
Klei=
der=, Pfeilerſchränke,
Kommoden aller Art,
Tiſche, Kinderbetten,
vollſt Betten, Seſſel,
Mahag=Silberſchrk.,
dazu paſſende Stühle,
moderneKüchenſchrk ,
Küchenſtühle, kleine
Theke, alles ſehr
bil=
lig zuver”.
Georgen=
ſtr. 1½, 1 Stock, bei
Deinss Wtw. (728991
Gut erh.
Handnäh=
maſchine für 50 Mr.
zu verk. Wienerſtr
Nr 77 pt 28992
Damenrad
gut erhalt, billig zu
verk Beſſungerſtr. 70,
Seitenb., pt. (228 75
2 graue Winterkoſtüme,
gut erhalten, 1 br.
Damen=Mantel und
Verſch. bill. zu verk
Vorzuſprechen
nach=
mittags bis 4 Uhr.
Saalbauſtraße Nr 13,
1. St., rechts (*28809
Erſtklaſſige
Radloantage
4 Röhren, Gerät von
beſtem Material, mnit
Amplionlautſprecher,
komplett, weit unter
Preis, wegen Umzug
zu verkaufen bei
Karl Groh,
Gries=
heim bei Darmſtadt,
Sandgaſſe 36 (=8368
Telephon 89.
Odoma=
Schreibmaſchine
fabriknen, m.
Garan=
tie, weit unter
Fa=
brikreis abzug. Näh.
B 45 Gſchſt. C28898
Groß, bl. Kinderwag.
(guterhalt.) billig ab=
(*28909
zugeben
Heinrichſtraße 123. I
Futterkartoffeln zu
verkaufen (.8915
Pankratiusſtr 49, II
Elettromotor
Gleich=
ſtrom, ½PS ,110 Volt,
1230 Umdrehungen. z.
verkauf. Näh. Heinrich
Heppenheimer, Nieder=
Namſtadt. (*23937
Elektriſche
Motor=
radbeleuchtung
Sckeinwerfer,
Stadt=
lampe, Rücklicht), faſt
neu, zu verk. (*28996
Seifenhaus
an s hillerplatz.
Entlaufenß
Schwarzer Spaniel
entlaufen.
Abzugeben gegen
Be=
lohnung bei (*28942
Dr. Schuchardt,
Dieburgerſtraße 144.
Hemdenbiber
gestreitt u. kariert, gut gerauhte Qual., 0.88, 0.65.
Rock bibier
in großer Musterauswahl, sol. Oual., 1.28, 0.98,
Kleider-Velour
neue Dessins, mollige Ware
Oroise Finette
schw. gerauhte Ware, vollweiß gebleicht, 0.98,0.68,
Bettuchbiber
ca. 150 cm br., solide Oualität . . . . 1.95, 1.18,
Cretonniezem
nur sol. Oual., für alle Art Wasche, 0.68, 0.48,
N e s s e em
besonders preiswert
0.85,
Bettkattun
wasserechte, neue Muster, gute Qual., 0.98, 0.
Schurzenzeud zaoem
gute Oualität, neue Streifenmuster . . 1.28, 0.98,
MOLLSTZ
im
SGuggerheim 8 Marz Drstadt Markt 7
Baumwoll-
und Heißwaren
R
Wer dort?
Hier V. Schatz
komme ſof u kaufe
getrag. Herren=
Kleider, Federbetten,
Schuhe, Wäſche uſw
V. Schatz
Darmſtadt ( 28340dor
Tel 1924 Schloßg. 23
Gebr. Klavier bi lig
zu kaufen oo mieten
gei Till Brauer,
Schieß=
hausſtr 26 (* 8882
„Flottweg”=Motorrad
(ſteuerfrei) geg. Kaſſa
zu kaufen geſ. Angb.
mit Preis unt. B 37
a. d. Gſchſt. (EB8920
Prima Pferdemiſt z.
verk. Ztr. 50 Pf., w.
umſonſt gef. Näher.
Geſchäftsſt. (V8933
Gute
Briefmarken=
ſammlung zu kaufen
eſucht. Ang u. B 51
Geſchäftsſt. (*2893
Kaufe
getragene Kleider
ſowie Boden=und
Kellerkram
A. BLUR
Lauteſchlägerſtr. 12.
Poſtkarte gen (*28940
Kaufe
jetragene Kleider.
Schuhe, Wäſche.
ſowie Boden= und
Kellerkram.
M. Speier
kleine Ochſengaſſe 4
Loſtkarte gen. / 24939
8ung
Kaufe getragene
Kleider
Federbetten
Wäſche, Schuhe
Wilhelm Hanſel
Darmſtadt, Brandgaſſe 6
Poſtkarte gen. 28943
Beiwagen (rechts)
ut echalten, für D.-
Rad paſſend, bilit zu
kaufen geſ. Angeb. u
B55 Geſchſt. (*2897
(28948
Theke
3 m lang, ſucht
Maſch. Strick. Braunwarth
Schulzengaſſe 3, im
Hauſe d. Heilsarmee
Penſionen
Mittag= und
Abendtiſch
von 50—95 Pfg.
vegetariſche u. Fleiſch
(11405
Reform=Reſtaurant
Alexanderſtr. 4. 1
Aelt. Herr findet ein
gemütl. Heim
mit od. o. Verpfleg
bei jung. Fam. (Be
imter). Ang. u. B 48
Geſchäftsſt. ( *28930
Siermarkt
2 Einlegeſchweine
zu verkaufen (*28952
Heinrichſtraße 47
Reiuheim.
Raſſerein., 1½jähr.,
wachſamer, ſchöner
Schnauzer geſucht.
Angebote an Roeder,
Ballonpl. 11, 1. St
Tel. 1558. (*28760gi
Diesjähr.
junge Hühner
zu verkauf. Wetzſtein,
Kolonfe Neus Schleßhaus
Kellerweg 5 (
Halte=
ſtelle Linie 9). (*28911
Jg,, ſchöner Jagd
hund in liebevolle
Hände billig abzug.
Kraft, Müllerſtr 37,
Seitenbau ( 2880
15 St.
Reiſebrief=
tauben billig zu verk
H. Günther, Wix=
(*28916
hauſen
I. Hypotheken. o
Betriebskapital, Geld
Kraftfahrzeug= u
Möbelankauf. Dar
lehen a.
Möbelſicher=
zeit d. Georg Ebert,
Darmſtadt,
Hüigel=
ſtraße 75. Tel. 1117
Beſte Referenzen!
*28932in
gejen aute Sicherheit
20% Binſen u 200ℳ
monatl. Rückzahlung
geſucht Angebote
unter B 63 an die
Geſ häftst. (*289
Ohnneftt..
Dienstag, den 9. November, abends 7 Uhr
beginnt der neue Kurſus für Anfänger
Damen) in der Turnhalle der Viktoria=
(15995
ſchule, Hochſtraße.
Leiterin:
dipl. Lehrerin Marg. Fricke=Dähn.
Voranmeldungen heute Tie Staa, den
2. November, abends 8 Uhr, dortſelbſt
erbeten. 10 Stunden regelmäßig.
Gebühr 5.— Mr.
Naturheilverein e.g. Darmſtadt.
Erstklassige
289 4
PIANOS
herrliche Tonfülle, konkurrenzlos billige
Preise, langjährige Garantie.
Bequeme Teilzahlung.
Fr. Weyradch
Pianolager
Schuchardstr. 4
Einträge in das Handelsregiſter:
Ab=
teilung A: Am 26. Oktober 1926
hin=
ſichtlich der Firmen: 1. Paul Utſch,
Darmſtadt: Richard Böhme, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt zum Prokuriſten
be=
ſtellt. 2. H. Brunner, Darmſtadt: Die
Firma iſt geändert in: Iſelin & Munk
H. Brunner Nachf. Offene
Handels=
geſellſchaft. Geſchäf ſamt Firma ſind auf
Spengler= und Inſtallationsmeiſter
Fried=
rich Iſelin und Gürtler= und
Elektro=
meiſter Johann Munk, beide in
Darm=
ſtadt, als perſönlich haftende
Geſell=
ſchafter übergegangen. Die Geſellſchaft
hat am 1. Juni 1925 begonnen.
Neu=
eintrag: Am 23. Oktober 1926: Firma:
Friedrich Warnecke, Darmſtadt.
In=
haber: Friedrich Warnecke, Kaufmann in
Darmſtadt. Friedrich Warnecke Ehefrau,
Margarethe, geborene Wendel in
Darm=
ſtadt, iſt zur Prokuriſtin beſtellt.
Ange=
gebener Geſchäftszweig: Handel mit
Tex=
tilwaren. Die Geſchäftsräume befinden
ſich Luiſenplatz 1, II. — Abteilung B:
Am 25 Oktober 1926 hinſichtlich der
Firma: Radio=Werk Tonfrequenz,
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt: Durch Beſckluß der
Geſellſchafter vom 19. Oktober 1926 iſt
die Geſellſchaft aufgelöſt. Der ſeitherige
Geſchäftsführer Carl Wilhelm Neumann,
Rentner in Darmſtadt, iſt zum
Liqui=
dator beſtellt. Am 26. Oktober 1926
hin=
ſichtlich der Firmen: 1. Max Roesler,
Feinſteingutfabrik . .
Aktiengeſell=
ſchaft, Abteilung Darmſtadt,
Haupt=
niederlaſſung Rodach (Coburg),
Zweig=
niederlaſſung Darmſtadt: Kaufmann
Emil Müller in Darmſtadt iſt zum
Ge=
ſamtprokuriſten beftellt derart, daß er
mit einem anderen Prokuriſten oder
Be=
pollmächtigten zur Zeichnung der Firma
berechtigt iſt, jedoch mit der
Beſchrän=
kung auf den Betrieb der
Zweignieder=
laſſung. 2. Direction der Disconto=
Gefellſchaft, FilialeDarmſtadt,
Haupt=
niederlaſſung Berlin, Zweigniederlaſſung
Darmſtadt: Durch den bereits
durchge=
führten Beſchluß der
Generalverſamm=
lung vom 8. September 1926 iſt der
Ge=
ſellſchaftsvertrag geändert und das
Grund=
kapital um 35 000 000 Reichsmark erhöht
worden. Es beträgt jetzt: 135000000
Reichsmark. Es werden ausgegeben zum
Kurſe von 125
18 000 Stück über je 1000 Reichsmark
30000
400
und 50000
„ 100
auf den Inhaber lautende, ab 1. Januar
1926 voll gewinnberechtigte
Kommandit=
anteile unter Ausſchluß des geſetzlichen
Bezugsrechtes der Kommanditiſten.
Darmſtadt, den 29. Okt. 1926.
Amtsgericht I. (15939
Bekanntmachung.
Laut dem Geſetz über die allgemeine
Wehrpflicht, Art. 22 und 23, haben die
polniſchen Staatsbürger, welche in
dieſem Jahre das 20. Lebensjahr
voll=
enden (Jahrgang 1906) und die ſtändig
oder vorübergehend im hieſigen
Konſu=
latsdiſtrikt ihren Wohnſitz haben, ſich
vom 1. November bis 31. Dezember 1926
im Generalkonſulgt der Republik Polen
in München, von der Tannſtraße 26, III.,
zwecks Regiſtrierung perſönlich zu melden.
Die in den Jahren 1876 bis 1905
ge=
borenen polniſchen Staatsbürger (21 bis
50 Jahre), welche bis jetzt noch in keinem
geregelten Verhältnis zum Dienſte im
polniſchen Heere ſtehen, müſſen ſich im
Generalkonſulat der Republik Polen in
den Tagen vom 1. November bis 31.
De=
zember 1926 zwecks Regelung ihrer
Mili=
tärdienſtpflicht perſönlich melden.
Hierzu ſind Dokumente mitzubringen,
durch die die Identität, der betreffenden
Perſonen feſtgeſtellt wird, ſowie andere
Perſonalausweiſe. Die Nichterfüllung
dieſer Pflicht zieht die im Geſetz über
die allgemeine Wehrpflicht, Art. 87, P. I,
vorgeſehenen Folgen, d. h. eine
Geld=
ſtrafe bis 500 Zloty oder Haft bis ſechs
Wochen, bezw. beide Strafen gemeinſam
nach ſich.
In begründeten Fällen kann die
Mel=
dung ſ=riftlich in einem Einſchreibebrief
erfolgen, wobei die Unmöglichkeit der
perſönlichen Erſcheinung durch
entſpre=
chende Unterlagen bewieſen ſein muß.
Das Generalkonſulat der Republik
Polen in München iſt zuſtändig für
Bayern, Württemberg, Baden und Heſſen=
Darmſtadt.
(15936
München, den 13. Oktober 1926.
Das Generalkonſulat der Republik
Polen in München.
Nummer 304
Dienstag, den 2. November 1926
Geite 15
Beutfce Tulombonausſienang.
Das neue Rumpler=Chaſſis, bei welchem jedes Rad extra geſondert gefedert iſt.
Benz=Tropfen=Rennwagen, ein Typ, mit dem viele Siege errungen worden ſind.
Die Wagen über 10000 Mark.
Welch ein Unterſchied zwiſchen einſt und jetzt! Da ſtehen an der
Weſtſeite der Autohalle jene altehrwürdigen Automobile, die die erſten
ihrer Art waren. Dieſe Automobile eines neuen, ungeahnt groß
ge=
wordenen Verkehrs zeigen ſo recht wie anſpruchslos man damals war,
und was für Sport= und Unternehmungsgeiſt dazu gehörte, ſolch
Kraft=
fahrzeug zu ſteuern. Die Ehrenpreiſe und Ehrenſchilder im
benachbar=
ten Teil der Ausſtellungshalle beweiſen wiederum, welche bedeutfamen
Erfolge deutſche Automobil= und Motorrad=Fabriken im Laufe der Jahre
errungen haben, und ſie laſſen ein Lied davon klingen, daß der Sport
techniſcher Entwicklung doch dienlich war, allen Unkenrufen zum Trotz.
Der alte Benz von 1891: der neue Mercedes=Benz von 1927 es iſt
ein Stück Weltgeſchichte, was zwiſchen dieſer Entwicklung liegt. Die
Hartgummiauflagen vor der Jahrhundertwende — der moderne
Ballon=
reifen son heute, die Scheinwerferanlagen elektriſcher Feinkuitur —
die Funzeln der 90er Jahre . , das ſind Unterſchiede, die ehrfürchtiges
Staunen erregen, welche Höhen die Technik der letzten Jahrhunderte
erreicht hat. Jener ſiegreiche Audi, mit dem die letzte Alpenfahrr der
Verkriegszeit gewonnen wurde — mit ſeinen Karbid=Lämpchen, ohne
Selbſtanlaſſer, ohne Boſchhorn, weckt er Erinnerungen an die Zeit
automobiliſtiſchen Werdens. Der Mercedes=Kompreſſor, auf dem
Chri=
ſtian Werner die Targa Florio 1924 gewann, fehlt nicht, der Mercedes
Grand Prix=Sieger von 1914 iſt zu ſehen und manch anderes
ſport=
hiſtoriſches Fahrzeug.
Und dann, ein paar Schritte weiter, „das Neueſte von Neuem”
und das Beſte vom Beſten. Unmittelbar gegenüber der hiſtoriſchen
Autoſchau präſentiert ſich der Hanſa=Lloyd Achtzylinder, der nach langen,
gründlichen Verſuchen jetzt verkaufsfertig iſt, und der ein vorbildlich
kultiviertes Fahrzeug für den automobiliſtiſchen Kenner darſtellt, der
genügend Mittel zum Kauf hat. Der Hanſa=Lloyd mit ſeinem 100
PS Motor iſt auch einer der geräuſchlofeſten deutſchen Kraftwagen.
Mit ſeinem nur 1400 Kg.=Gewicht iſt der Hanſa=Lloyd=Achtzylinder der
leichteſte ſtarke Wagen, den es gibt.
Eine Attraktion der Deutſchen Automobilausſtellung iſt der neue
„Horch 8” mit Achtzylinder=Drei=Liter=Motor. Die acht Zylinder ſind,
in einem Block vereinigt, reihenweiſe angeordnet. Der Wagen hat
Linksſteuerung; neben der Handbremſe iſt zum erſten Male in
Deutſch=
land eine Saugluftvierradbremſe verwandt. Daß dieſer „Horch 8” nur
Mk. 12 500 koſtet, iſt ein beſonderer Vorzug, der ihn zu einem der
be=
gehrteſten Qualitätswagen machen wird.
Eine Klaſſe für ſich, unübertroffen in techniſcher Durcharbeitung
und in der Auswahl des Materials, in der Ausführung der Karoſſerie,
in der Anordnung aller Einzelheiten, iſt der Maybach. Der neue ſieben
Liter (27/100 PS) Maybach=Motor iſt das Modernſte, was bisher auf
dem Automobilmotorengebiet geſchaffen wurde. Die Ventilanordnung
und Steuerung vereinigt die Vorteile des oben und ſeitlich geſteuerten
Motors ohne die Nachteile mit in Kauf zu nehmen. Große
Betriebs=
ſicherheit, lange Lebensdauer und unerreichte Elaſtizität ſind Kennzeichen
von Maybach. Der getriebeloſe Maybach iſt weit vervollkommnet, daß
er faſt alle auf europäiſchen Straßen in Betracht kommende Steigungen
ohne Benutzung der Unterſetzung nimmt. Daß die Auswahl der
Karoſ=
ſerien in entſprechendem Verhältnis zur Qualität des Fabrikats ſteht,
iſt nur ſelbſtverſtändlich. Jeder der ausgeſtellten Maybach=Wagen iſt
eine Tat techniſcher Kultur.
Einen ganz ausgezeichneten Eindruck machen auch die Elite Wagen.
Die Elite=Sechszylinder 12/50 PS und 18/70 PS verraten beide beſte
Werkmannsarbeit. Außer einigen neuzeitlichen Verbeſſerungen gab es
bei den Elite=Typen nichts zu ändern — weil ſie ſich bewährt haben.
Der Simſon=Supra=Sechszylinder präſentierte ſich bereits 1925 den
Ausſtellungsbeſuchern; diesmal iſt er erſtmalig zum Verkauf geſtellt.
Die tiefe Lage des Wagens und die günſtige Gewichtsverteilung
ermög=
lichen auch auf ſchlechten Straßen einen erſchütterungsfreien Lauf und
ſichere Kurvenlage. In der Wahl und im Bau der Karoſſerien waren
die Waffenfabriken Simſon u. Co. in Suhl ſtets vorbildlich geſchickt,
ſo daß auch diesmal ſowohl der 80/40 PS Simſon=Supra=Vierzylinder
als auch die neuen 12/60 PS Simſon=Supra=Sechszylinder ebenſo
reprä=
ſentativ wirken, wie Simſon=Supra qualitativ große Klaſſe iſt.
Dixi überraſchte die Ausſtellungsbeſucher mit einem 14/60 PS
Sechs=
zylinder, der als Chaſſis und als offener Wagen ausgeſtellt iſt. Der
neue Dixi=Sechszulinder wird auch vom Frühjahr ab lieferbar ſein und
ſich im Preis den deutſchen Sechszylindern großer Qualität anpaſſen.
Der bekannte 6/25 PS Dixi mit Vierradbremſe gilt nach wie vor als
einer der beſten Kleinwagen; ſeine Karoſſeriegeſtaltung trägt den guten
Rufe des Dixi Rechnung.
Auf dem Rumpler Stand finden wir eine neue Rumpler=
Konſtruk=
tion: den Wagen mit Vorderradantrieb. Man muß es Herrn Numpler
laſſen: er hat Mut. Sein Wagen hat Schwingachſen und iſt in ſeiner
ganzen Geſtaltung ein Unikum. Die Ausbildung der Vorderachſe als
Schwingachſe entlaſtet die Federung und gibt dem Wagen feſte Lage
auf der Straße. Ob ſich der Wagen, der konſtruktiv fraglos ſehr
intereſ=
ſant iſt, in der Praxis bewähren wird, wird ſich im Laufe des
kommen=
den Jahres erweiſen.
Die N. A.G. zeigt ihren 12 Steuer PS Sechszylinder=Perſonenwagen
nur als Fahrgeſtell, jedoch präſentieren ſich auf dem N.A G.=Stand
meh=
rere formſchön karoſſierte Vierzylinder fener Type. D. 4, die im täglichen
Gebrauch ſchon in mehreren tauſend Exemplaren ihre Hochwertigkeit
bewieſen hat.
Als, einer der ſtabilſten und leiſtungsfähigſten Vierzylinder
mitt=
lerer Stärke gilt mit Recht der Protos=Wagen. Durch ſeinen Preis von
10 000 Mark für den ſechsſitzigen Vierzylinder iſt der Protos keiner der
billigen; an der Protos=Type iſt nichts geändert worden, weil ſie ſich be=
währt hat. Die Protos=Wagen in ihrer gediegenen Durcharbeitung und
geſchmackvollen Karoſſeriegeſtaltung werden trotz des Zuges der Zeit
zum Sechszylinder geſuchte Qualitätswagen bleiben.
In dieſer Beſchreibung mögen nur noch einzelne Wagen derer „über
10 000 Mark” erwähnt ſein. Zunächſt Audi. Der Audi iſt kein Auto
für jedermann, ſondern das Kraftfahrzeug des Anſpruchsvollen. Die
Audi Werke haben nichts unverſucht gelaſſen, auch während der
ſchwie=
rigen Zeit ihrer Geſchäftsaufſicht an weitgehender Vervollkommnung zu
arbeiten und haben ihr Ziel gut erreicht. Der Audi=Sechszylinder
18/70 PS iſt als Qualitätswagen genügend bekannt, ſo daß ein Aufzählen
von Einzelheiten ſich erübrigt.
Ein ſchmucker Sechszylinder iſt der Dürkopp 12/60 PS, der ſeine
bis=
herige Ausarbeitung und Geſtalt behalten hat. Auch die Adler=Typen
1/50 PS und 18/60 PS Sechszylinder ſind ſchon von der
Vorjahrsaus=
ſtellung bekannt, ſo daß nur ihr Wiedererſcheinen in den Hallen am
Kaiſerdamm regiſtriert ſein mag. Mercedes=Benz liefert mit ſeinen
bei=
den Typen, dem 15/70/100 PS Mercedes=Benz=Kompreſſor und dem
24/100/140 PS Mercedes=Benz=Kompreſſor zweiGebrauchswagen von Raſſe
und Klaſſe, die ſich allen Anfeindungen zum Trotz erfolgreich behauptet
haben. Die Vorurteile gegen den Kompreſſor haben dieſe Mercedes=
Wagen überwinden helfen. Der Sechs=Liter Mercedes iſt zurzeit der
ſchnellſte deutſche Tourenwagen, deſſen Leiſtungsfähigkeit und
Schnellig=
keit auch von keinem Auslandsfabrikat übertroffen werden dürfte. Es
verdient beſonders bemerkt zu werden, daß die Daimler=Benz A.=G. es
verſtanden hat, dieſe beiden hochleiſtungsfähigen Typen ſo preiswert
her=
zuſtellen, daß die Mercedes=Benz=Preiſe unter dem annähernd
gleich=
wertiger Auslandsfabrikate liegen.
Die Phänomen=Werke (Gebrüder Hiller, Zittau) haben zwar eine
kleine aber feine Produktion. Dem allgemeinen Preisabbau iſt auch
Phänomen gefolgt, und Phänomen=Wagen ſind auf der Autoausſtellung
zu ſo reduzierten Preiſen zu haben, daß der Laie ſtaunt und der
Fach=
mann erfreut iſt über ſo erfolgbringende Betriebsumſtellung.
Aus Oeſterreich iſt außer Stehr auf die Ausſtellung, vertreten durch
die Sechszylinder 6 PS und durch die Sechszylinder 12 PS. auch Auſtro=
Daimler gekommen. Gezeigt werden die bereits bekannten und
beſt=
bewährten Auſtro Daimler Serientypen 10/45 PS, 17/60 PS und der
11/100 PS Drei=Liter=Sportwagen.
Ueber einzelne Neuerſcheinungen und einige bereits bekannten Typen
wird noch kurz berichtet werden. Trotz Verringerung der
Ausſteller=
zahl iſt auch diesmal auf der Berliner Automobilausſtellung ſoviel zu
fehen, daß es mehrerer Tage bedarf, wenn man alle Stände einmal
beſuchen, und das Ausgeſtellte muſtern will. Zu den Automobilfabriken,
die auf ihren Ständen hochwertige und vorbildlich ſchön karoſſierte
Qualitätswagen ſtehen haben, kommen noch hinzu die Stände deutſcher
Karoſſeriefabrikanten, die nicht minder reichhaltig und mit faſt noch
ſchöneren Wagen aller deutſchen Fabrikate beſchickt ſind.
Siegfried Doerſchlag.
Merkug
Auskunftei u. Inkasso-Institnt
Karl Bauer
Eingang Neckarstr. Rheinstraße 34 Telephon Nr. 376
Auskünfte auf afle Plätze
Einziehung von Forderungen (14325a
Größtes Institut Süddeutschlands
EIZ
a 1VerHrt
Teilzahlung auf Wunsch
Kiesstr 34 I. :: Ecke Hochstn
Repar. u. Umänd. schnellst. (14789a
„Eberhard’s
Welt-Detekriu-Institut
klärt alles.
Spezialarbeiten in Ehe= und Strafſachen,
Beobachtungen, Ermittlungen, Geheim=
Auskünfte.
Darmstadt, Rheinstrasse 43.
la Referenzen von Perſonen aller Stände,
(1V. 15260
ſowie Behörder
Trottoir=Reinigungs=Inſtitut
Tel Elotz
Telephon 461 Eliſabethenſtr. 31
empfiehlt ſich zur prompten
Reinigung der Bürgerſteige
von Schnee und Eis ſowie
Beſtreuen bei Glatteis im
Abonnement einſchl. Haftpflicht=
Verſicherung.
(15144a
Geizen Schrotkrot/
für Magen- und Darmkranke
Wilhelm Mitze
Brot- und Wiener Feinbäckerei
Darmstadt Hügelstr. 19
11371a
Fahrräder v. 65.— ℳ
Kindernähmaſch 2.90.,4
Elektr. Lampen 2.50ℳ
Karbidlampen 2.90ℳ
Taſcheulampen 0.80ℳX
Batterien .
Fahrraddechken 2.80ℳℳ
ſowie alle übr. Teile
u. Reparatur äußerſt
(15570a
billig.
Fr. Gütting
Schu hardſtraße 10
0.40.4
Bütten.
Fleiſchfäſſers
Weinfäſſer 2
neue u. gebrauchte,
empfiehlt billigſt
Max Fabian,
Darm=
ſtadt, Aliceſtraße 16
Aadug iie
für magendarmtrante Säuglioge
Mr Lche.
rüir die Käuglingsernähning
seit Jahrzehnten bewährt
In allen Apotheben u. Drogerien erhältlich.
Dachdeckerarbeiten
werden von mir ſelbſt gewiſſenhaft und be
billigſter Berechnung ausgeführt. (*28956
Max Boglar
Lindenhofſtraße 1
Ratn 94
Alte u
möchte i
Häuslich=
Dame zu
Geſellſch.
ter aufge
zahlen.
B 43 (
FunkFreunde!
1000 Vorteile
den Mitgliedern
des
Darmſiadt, Ludwigſtraße 131
Telephon 1582
Werdet Mitglieder!
Werbt Mitglieder!
Goldene Damenarmbanduhren
Nur noch heute nnd morgen zu
außergewöhnlich billigen Preiſen
Uhren=Wurz
Frankfurterſtraße, Ecke Landwehrſtraße
Dieburgerſtr. 8 (15 6½) Zeief. 2944
DeieeZ
Wunſch (14885a
Teilzahlung
Kiesſtraße 34, I. Ecke Hochſtraße.
Geite 16
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Untergang eines britiſchen Schlachtſchiffes.
Das Kriegsſchiff „Valerian”.
Der britiſche Schlachtkreuzer „Valerian” iſt 18 Meilen ſüdlich von den Bermuda=Inſeln ein
Opfer des furchtbaren Wirbelſturmes geworden, der in den jüngſten Tagen über dem Atlantik
wütete. An Bord des Schiffes hatten ſich über 100 Mann befunden, von denen bloß 20
Matroſen gerettet werden konnten.
Der größte Traktor der Welt.
Unſer Bild zeigt den von der Pacific Car & Co., Waſhington, für eine amerikaniſche
Holz=
ſirma erbauten Rieſentraktor, der zur Beförderung von gewaltigen Holzblöcken dient. Der
Traktor iſt ſo hoch, daß ein Ford=Wagen bequem unter ihm durchfahren kann. Er wiegt 10 to,
hat eine Radgrundlage von 18 Fuß und verrichtet die Arbeit von mehreren Pferdegeſpannen.
Die Räder haben einen Durchmeſſer von 10 Fuß.
Reich und Ausland.
* Frankfurter Chronik.
WSN. Stengraphiſche Prüfung bei der
Handels=
kammer. Die Stenographiſche Prüfung der Induſtrie= und
Handels=
kammer findet am Sonntag, den 7. November, in den Räumen der
Städt. Handelslehranſtalt II, Junghofſtraße 18, vormittags 9 Uhr ſtatt.
Letzter Meldetermin: Freitag, den 5. November, Induſtrie= und
Han=
delskammer, Neue Börſe, Zimmer 35. — Von der Univerſität
Frankfurt. Der Privatdozent für Betriebswirtſchaftslehre an unſerer
Univerſität, Dr. Alfred Iſaac, iſt als hauptamtlicher Dozent für
Betriebswirtſchaftslehre an die Handelshochſchule Nürnberg berufen
worden und hat den Ruf angenommen. Dr. Iſagc tritt ſein Amt mit
Beginn des Winterſemeſters an; die von ihm an unſerer Univerſität
angekündigten Vorleſungen werden durch andere Lehrkräfte abgehalten.
Einweihung eines Denkmals für Schlageter.
Schönau (Wieſenthal). Am Sonntag wurde hier das für den
während der Ruhrbeſetzung von den Franzoſen ſtandrechtlich erſchoſſenen
Albert Leo Schlageter errichtete Denkmal auf dem Lötzberg, in Form
eines 12 Meter hohen Obelisken, eingeweiht. Zur Feier hatten ſich
u. a. auch Großadmiral v. Tirpitz, General der Artillerie a. D. von
Gallwitz eingefunden, ferner Vertreter des deutſchen Offiziersbundes,
Abordnungen zahlreicher vaterländiſcher Verbände und verſchiedene
Stu=
dentenverbindungen der Freiburger Hochſchule uſw. Die
Stadtverwal=
tung Schönau übernahm das Denkmal in ihre Obhut.
Zwei Kinder bei einem Brande umgekommen.
FU. Köln. Hier entſtand in einer der letzten Nächte aus
unbe=
kannter Urſache ein Zimmerbrand, bei dem zwei Kinder im Alter von
drei und vier Jahren erſtickten.
Hochwaſſer des Rheines.
Köln. Durch den anhaltenden Regen und plötzlich eingetretenen
Schneefall ſteigen der Rhein bei Koblenz um 3 Zentimeter, die
Moſel bei Trier um 8 Zentimeter ſtündlich. Vom Oberrhein und dem
Neckar wird Fallen des Waſſers gemeldet.
Zum Eiſenbahnattentat bei Leiferde.
Hannover. Von zuſtändiger Stelle wird dem W. T.B.
mitge=
teilt: Die Reichsbahndirektion Hannover und der Regierungspräſident
in Lüneburg haben die für die Ergreifung der Täter des
Eiſenbahn=
verbrechens bei Leiferde ausgeſetzte Belohnung von 25 000 und 2000
Reichsmark je zur Hälfte den beiden Anzeigern Schröder und
Win=
mann aus Schöttmar zugewieſen. Den an der Ergreifung der Täter
Beteiligten ſind insbeſondere Belohnungen erteilt worden.
Automobilunglück.
Naumburg a. Queiß. Am Samstag nachmittag verunglückte
in=
folge Platzens eines Reifens auf der Fahrt von Naumburg nach Sagan
das Auto eines Naumburger Arztes, der mit zwei anderen Inſaſſen
unverletzt blieb, während ein mitfahrender Zivilingenieur aus Naumburg
ſo ſchwer verletzt wurde, daß er eine halbe Stunde nach Einlieferung
in das Krankenhaus verſtarb.
Schweres Autvunglück.
Magdeburg. Der „Magdeburgiſchen Zeitung” zufolge geriet
ein mit drei Magdeburger Inſaſſen beſetztes Auto in der Letzlinger
Heide in einer ſehr gefürchteten Kurve ins Schleudern und
über=
ſchlug ſich. Erſt am Sonntag früh, mehrere Stunden nach dem Unfall,
wurde dieſer entdeckt. Alle drei Perſonen wurden mit Genickbrüchen
tot aufgefunden.
Dampferzuſammenſtoß auf der Elbe.
Hamburg. Der Hamburger Dampfer Wiedau” mit
Stück=
gütern nach Briſtol unterwegs, iſt in der Nähe von Altenbruch mit
dem im Ballaſt von England aufkommenden engliſchen Dampfer
„Fleetwing” zuſammengeſtoßen. Die „Wiedau” iſt ſtark
beſchä=
digt zurückgekehrt. Der engliſche Dampfer iſt ebenfalls ſchwer
be=
ſchädigt zur Werft von Blohm u. Voß geſchleppt worden.
Eine geheime Brennerei in einer Villa bei Berlin aufgehoben.
TU. Berlin. Das Zollgrenzkommiſſariat iſt geſtern auf die Spur
eines neuen Spiritusſchwindels gekommen. Es handelt ſich um eine
Geheimbrennerei, die von den Beamten in dem Berliner Vorort
Nollen=
dorf ausgehoben wurde. Der Eigentümer der Brennerei, ein
Villen=
beſitzer Karl Schabol, wurde mit ſeiner Frau feſtgenommen. Er hat
in ſeiner Brennerei ungefähr 15 000 Liter Sprit erzeugt und dem Reiche
einen Schaden von etwa 70 000 Mark verurſacht.
Ueberfälle auf offener Straße in Charlottenburg.
Berlin. Der „B. Z. am Mittag” zufolge wurde nachts in
Char=
lottenburg auf offener Straße ein junger Mann überfallen und durch
Meſſerſtiche ſo ſchwer verletzt, daß er nach ſeiner Einlieferung
ins Krankenhaus alsbald ſtarb. Er hatte fünf Meſſerſtiche in den
Unterleib erhalten. — In derſelben Nacht wurde am Friedrich=Karl=
Platz in Charlottenburg der Kaufmann Weiß überfallen, durch
Meſſer=
ſtiche verletzt und ſeiner Brieftaſche beraubt. Die Polizei nahm
kurz darauf den Schneider Dummer feſt, deſſen Kleidung Blutſpuren
aufwies, ohne daß Dummer Verletzungen hatte. Er wurde unter dem
dringenden Verdacht, beide Ueberfälle verübt zu haben, verhaftet,
Enthüllung zweier Kriegsgefangenen=Denkmäler in Trelleborg.
Hochwaſſer im Vorharzgebiet.
Braunſchweig. Wie der „Braunſchweiger Allgemeine
An=
zeiger” meldet, haben eingetretenes Tauwetter und ununterbrochene
Regenfälle abermals Hochwaſſergefahr für den Harz und Umgegend
herbeigeführt. Bei Börſſum ſteht das Gelände weſtlich der Oker unter
Waſſer. Die Iſe iſt über die Ufer getreten. Die niedrig gelegenen
Gegenden gleichen einem See. Die Bahnhöfe Heiningen, Burgdorf und
Gittelde ſind nur durch Fuhrwerk zu erreichen. Ueber dem Auerhahn
iſt am Sonntag ein ſchweres Unwetter niedergegangen. Im Laufe der
Nacht ſind Schneefälle über dem Harz eingetreten.
Deutſchlands Dank an Schweden.
Trelleborg. In Trelleborg fand am Sonntag die feierliche
Enthüllung zweier Denkmäler ſtatt, von denen das eine auf dem
Fried=
hof errichtet worden iſt, wo eine große Zahl invalider Kriegsgefangener,
darunter 93 Oeſterreicher und ſechs Deutſche, ihre letzte Ruhe gefunden
haben. Das andere Denkmal hat ſeinen Platz im Hafen von Trelleborg
gefunden und iſt ein Dank= und Gedenkſtein, den das Deutſche Rote
Kreuz im Namen des deutſchen Volkes dem Schwediſchen Roten Kreuz
überreichte. Beide Denkmäler ſind ſchlichte Granitſteine. Der im Hafen
von Trelleborg errichtete Stein trägt das von einem Strahlenkranz
umgebene Zeichen des Roten Kreuzes und die Inſchrift: „Dem
ſchwe=
diſchen Volk für Taten der Menſchenliebe. Das deutſche Volk.‟ Der
Eröffnungsfeierlichkeit wohnten u. a. bei: der deutſche Geſandte von
Roſenberg, der öſterreichiſche Geſchäftsträger Buchberger und der
Prä=
ſident des Deutſchen Roten Kreuzes von Winterfeld. Gouverneur
Schonen nahm die feierliche Enthüllung vor. In ſeiner Anſprache pries
er die Vaterlandsliebe in ergreifenden Worten und mahnte zur
Völker=
verſöhnung. Anläßlich der Enthüllung des zweiten Denkmals im Hafen
brachte Generaloberarzt Bauer in beredten Worten den Dank Schwedens
für die durch die Denkmalserrichtung dem ſchwediſchen Volk erwieſene
Ehre zum Ausdruck.
Goldfieber in Nord=Schweden.
Hoffnungen auf ein europäiſches Klondyke.
Karte von Nord=Schweden.
In der Nähe des kleinen Städtchens Skelleftea in der
nor=
diſchen Provinz Väſterbotten ſind Gold= und Kupfererzfunde
ge=
macht worden, von denen man auf reiche Erzadern ſchließt. Die
Erklärung der Grubenleitung, daß ſie jährlich eine Tonne Gold
und 6000 Tonnen Kupfer zu fördern hofft, ließ in der
Bevölke=
rung ein wahres Goldfieber entſtehen. Der Zuſtrom der
Aben=
eurer nach Skelleftea wächſt von Tag zu Tag, es werden für ſie
neue Hotels errichtet, denn die bisherigen Unterkunftsſtätten
reichen gar nicht mehr aus. Das größte Aufſehen erregte die
Feſtſtellung, daß die Stadt ſelbſt auf Gold führenden Erzlagern
zu ſtehen ſcheint. Die Funde innerhalb der Stadtgrenzen haben
zur Folge gehabt, daß faſt auf jedem Grundſtück gebohrt und
ge=
ſprengt wird und jeder Eigentümer von den Reichtümern träumt,
die unter ſeinem Haus verborgen ſind.
Der Faſſadenkletterer Frank zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Stralſund. Vor dem hieſigen Schöffengericht hatte ſich am
Samstag der Einbrecher und Faſſadenkletterer Frank wegen mehrerer
im Sommer dieſes Jahres in Badeorten auf Rügen begangener
Ein=
brüche zu verantworten. Frank ſtand ſeinerzeit im Verdacht, auch den
Binzer Juwelendiebſtahl ausgeführt zu haben. Mitangeklagt waren
wegen Begünſtigung und Hehlerei der Artiſt Schur und Frau Kuhlmann
aus Stettin. Das Gericht verurteilte Frank, der geſtändig war, nach
kurzer Verhandlung zu drei Jahren Zuchthaus. Der Mitangeklagte
kam mit einer geringen Gefängnisſtrafe davon, während Frau
Kuhl=
mann freigeſprochen wurde.
Ein Anſchlag auf den D=Zug Paris-Berlin.
Paris. Wie Havas aus Brüſſel berichtet, iſt am Samstag früh
gegen 3,40 Uhr ein Anſchlag gegen den D=Zug Paris-Berlin entdeckt
worden, der um dieſe Zeit, ohne anzuhalten, den Bahnhof Flemalle=
Haute paſſiert. Der ſtellvertretende Bahnhofsvorſtand entdeckte, als
er die Weiche prüfte, etwa 150 Meter vom Bahnhof entfernt einen Mann
in gebückter Stellung, der damit beſchäfrigt war, die Schienen locker zu
ſchrauben. Der Draht, der von der Weiche zum Weichenſtellerhauſe
führte, war ſchon durchſchnitten, und unweit davon bemerkte der
ſtell=
vertretende Bahnhofsvorſtand noch einen zweiten Mann, ebenfalls in
gebückter Stellung. Es kam zu einem Handgemenge, in deſſen
Ver=
lauf die beiden die Flucht ergriffen, ohne daß es gelang, einen von
ihnen zu erwiſchen. Man nimmt an, daß ſie beabſichtigten, den Zug
zum Entgleiſen zu bringen, um irgend einen der Mitreiſenden, von
deſſen Anweſenheit ſie unterrichtet waren, zu berauben.
Großfeuer.
EP. London. In Southampton brannte ein ſechsſtöckiges
Lagerhaus der Britiſch=Amerikaniſchen Tabak=Geſellſchafte nieder.
Dem Brand fielen 100 000 Pfund Tabak ſowie wertvolle Maſchinen zum
Opfer. Der Geſamtſchaden beträgt rund 150 000 Pfund Sterling.
DASA rURMNNER.
Neue Kraft duroh des hochwettige Sexual-Kräftigungsmittel „0KAS4‟ nich
Geheimrat Dr. med. Lahusen. Hervorrag, vegutachtet ist die prompte und
nach-
haltige Wirkunz. Original- Packung 8.50 M. Das echte Präparat erhalten Sie nur
durch Radlauers Kronen kpotheke, Berlin W. 18 Friedrichstr. 160. Kleine Probe-
Packung u. bochinteressante Broschüre umsonst diskr. verschlossen geg. 20 Pf. Porto.
Geſchäftliches.
Unter den Kopfwaſchpulvern, welche dem Haare
Rein=
heit, Fülle und Glanz verleihen und dazu den Haarboden wirklich
ſtär=
ken, findet man kaum ein Mittel, das in einem Päckchen für 30 Pfennige
ſtets zwei abgeteilte Vollwaſchungen hat, ſo wie das milde, altbewährte
Helipon. — Reine Wahrheit iſt es deshalb, daß kein anderes Mittel
in gleicher Art ſolche großen Vorteile vereint, welche den Helipon=
Ver=
brauchern zugute kommen.
ISt./15878
Die Sunlicht=Geſellſchaft, die durch ihre Lux=
Sei=
fenflocken, ſowie durch die altbekannte Sunlicht=Seife in
Konſumentenkreiſen großes Anſehen genießt, hat unter dem Namen
Suma ein neues Fabrikat herausgebracht. Es handelt ſich um eine
ſehr intereſſante und wertvolle Errungenſchaft auf dem Gebiete der
modernen Waſchmittel=Erzeugung, und langjährige Forſchungen und
Verſuche gingen derſelben voraus. Das neue Produkt Suma iſt eine
ſodafreie Haushaltſeife in der ſparſamen Pulverform, die ſich bei einem
ganz außerordentlich hohen, 6öprozentigen Reinſeifengehalt und völligem
Fehlen kunſtlicher Bleichmittel als ein ungewöhnlich wirkſames, die Faſer
und die Farbe nicht angreifendes Mittel erwieſen hat. Dasſelbe wird
ſicherlich als Ergänzung der Lux=Seifenflocken für die große
Haushaltwäſche der Hausfrau große Dienſte erweiſen und ihr erhebliche
Erſparniſſe ermöglichen.
1/12579
Die Perle der deutſchen Reifen=Induſtrie. Unter
dieſer Stichmarke ſtellt die bekannte Gummiwarenfabrik Peters
Union, A.=G., Frankfurt a. M., auf Stand Nr. 120 in der Alten
Halle ihre in der ganzen Welt bekannten Erzeugniſſe aus. Sie hat es
ſich auch dieſes Mal zur Aufgabe gemacht, ihre Erzeugniſſe in möglichſt
einfacher, aber doch augenfälliger Weiſe zur Schau zu bringen. Die
obengenannte Stichmarke, „die Perle der deutſchen Reifeninduſtrie, iſt
in recht glücklicher Weiſe durch die im Mittelpunkt des Standes liegende
rieſengroße Muſchel, die im Innern, gleich einer Perle, den Peters=
Union=Rotſiegel=Cordreifen zeigt, verkörpert. Die übrige Dekoration
des Standes iſt in moderner, aber einfacher, und trotzdem geſchmackvoller
Ausführung ausgeführt. Mit dunklem Samt beſpannte Stufen führen
an den Wänden hoch zu einigen dort aufgeſtellten Reifen. Die Wände
ſelbſt ſind mit rotem Stoff, der große dunkelrote Keile trägt, beſpannt.
Die eigenartige Wirkung des Standes wird noch erhöht durch die
im Hintergrund befindliche Firmenbezeichnung aus leuchtenden Konturen
und die Transparent=Schutzmarke, das Rotſiegel, welches in ganz
ge=
dämpftem Lichte erſcheint.
Bei Korpulenz oder Veranlagung
raten wir allen Leſern, die korpulent oder zum Starkwerden veranlagt
ſind, 30 Gramm Toluba=Kerne zu kaufen, die bei völliger
Un=
ſchädlichkeit fettzerſetzend und anſatzverhindernd wirken. Die echten
Toluba=Kerne erhalten Sie mit Gutachten, genauen Angaben
über Gebrauch und Zuſammenſetzung in den Apotheken. TV/14049
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Mittwoch, den 3. November 1926.
Nach der Wetterlage vom 1. November 1926.
Die nach den ſtarken Regenfällen der letzten Tage eingetretene
Auf=
beſſerung des Wetters hat noch keine Ausſicht auf längeren Beſtand. Die
Temperaturen fallen zwar zunächſt bis zu leichtem Nachtfroſt, beſonders
in höheren Lagen; bei Irland liegt jedoch ſchon ein neues
Störungs=
gebiet, das auf ſeinem Weg nach Oſten auch für unſer Gebiet erneute
Verſchlechterung in Ausſicht ſtellt.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Außergewöhnlich
günstige, Einkaufsgelegenheiten!
Besdenz
TllädderA
StegOLA
JDeioelearz
(15 74
[ ← ][ ][ → ]Nummer 304
Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
7)
„Ich verſteh ja das alles nicht. Ich grübele und kombiniere
und zermartere mir den Kopf und finde keinen Zuſammenhang
und tein Motiv, das wir den Schlüſſel in die Hände gibt.
Da=
bei hab’ ich nicht eiwa geträumt. Unſinn! Alles war
Wirklich=
keit und doch eine Kette von lauter Unmöglichkeiten. Das werdet
ihr mir zugeben, wenn ich euch jetzt erzähle.
Nämlich ich hatte heut” ſpielfrei. Den Fürſten konnte ich
nicht erreichen. Er iſt für vierzehn Tage auf ſeine Güter nach
Oſtpreußen gefahren. Sonſt irgendeine Einladung beſaß ich
ebenſowenig wie es mich reizte, etwa ſchon um neun Uhr mich
hinzulegen oder hierher zu kommen, wo ja doch noch keine
Men=
ſchenſeele war.
Da hatte ich plötzlich die Idee, in den Lunapark zu fahren.
Einmal im Jahre muß ich immer hin. Dann hab’ ich meinen
Spaß an dieſem Toben und Treiben und der ganzen naiv
an=
ſpruchsloſen Ausgelaſſenheit. So gewiſſermaßen als primitive
erfriſchende Reaktion gegen unſere ſonſtige Sphäre von Literatur
und Kunſt und Ueberkultiviertheit.
Alſo ich zog mich an, ſetzte mich ins Auto und fuhr los. Es
war bereits ziemlich dunkel. Die Laternen brannten ſchon.
Als ſich der Wagen in der Kette anderer Autos langſam über
die Halenſeer Brücke ſchob, warf ich zufällig einen Blick zur Seite
und ſah am Geländer einen Mann ſtehen. Das Licht des
Kande=
labers traf voll ſein Geſicht. Ich erbannte ihn ſofort: es war der
Legationsrat von Reeg, einer meiner vielen guten Bekannten.
Irgendwo hatte ich ihn mal kennen gelernt; ich glaube, auf der
Grunewald=Rennbahn oder beim Derby auf dem Horner Moor.
Seitdem begegneten wir uns hin und wieder. Ein diſtinguierter,
ungewöhnlich kluger Menſch. Ariſtokrat jener Gattung, die
all=
mählich leider auszuſterben beginnt. Dazu ſehr angeſehener
poli=
tiſcher Schriftſteller. Der Fürſt, der ihn gut kennt und häufiger
mit ihm zuſammentrifft und mit dem ich gelegentlich über den
Legationsrat ſprach, prophezeit ihm eine ganz große Zukunft;
ſo zurückhaltend er ſonſt in ſeinem Urteil iſt. Mag ſein. Davon
verſtehe ich nichts
Jedenfalls ließ ich meinen Wagen in einer Seitenſtraße
hal=
ten, ſtieg aus, ſchickte ihn fort und kehrte zur Halenſeer Brücke
zurück. Da ſtand Herr von Reeg noch immer, hatte ſich jetzt weit
über die Brüſtung des Geländers gebeugt und ſtarrte auf die
Stadtbahnzüge hinab, die das Schienengewirr paſſierten.
Erſt jetzt, als ich zu ihm trat, bemerkte ich, wie fahl er war.
Und Tannennadeln hatte er am Anzug. Und Erdbrocken an den
Schuhen. Und ſeine Krawatte ſaß nicht ganz korrekt. Und am
Kinn war ein friſcher blutiger Riß, wie von einem Dornenzweig.
„Guten Abend, Herr von Reeg”, ſagte ich und berührte
flüch=
tig ſeinen Arm.
Er zuckte zuſammen, ſtarrte mich verſtändnislos an, ſchien
ſich nicht zurechtzufinden, blinzelte ſonderbar und erkannte mich
ſchließlich.
Dienstag, den 2. November 1926
„Guten — Abend, Gnädigſtel” .. antwortete er heiſer, nahm
zögernd meine Hand, die ich ihm hingeſtreckt hatte, und küßte ſie
mechaniſch.
Natürlich gab ich mir den Anſchein, als bemerke ich ſeinen
haltloſen Zuſtand gar nicht. Ich ſtrahlte ihn an und verſetzte
lachend:
„Iſt das nicht nety, daß wir uns ſo unvermutet treffen?
Außerdem kommen Sie mir heute wie gerufen. Tatſächlich: wie
gerufen! Wir kennen uns doch ſchon jahrelang; und ich habe noch
nie eine Bitte an Sie gehabt. Heute zum erſten Male. Und wie
ich Sie einſchätze, laſſen Sie eher die ganze Welt untergehem ehe
Sie mir meinen Wunſch abſchlagen.”
Er gab keine Antwort.
„Nämlich Sie müſſen mir jetzt mindeſtens zwei Stunden Zeit
widmen und im Lunapark mit mir zu Abend eſſen.”
Dieſe düſter drohenden Augen und dies faſſungsloſe
Schwei=
gen nahmen mir beinahe alle Sicherheit. Wer weiß, welch
unge=
heuerliche Zumutung ich ihm da ſtellte. Aber jetzt konnte ich nicht
mehr zurück und wollte auch gar nicht. Mein Theaterinſtinkt
witterte irgendwie dramatiſche Konflikte und wüſte ſeeliſche
Kon=
traſte zwiſchen meiner Forderung und dem Zuſtand dieſes
Men=
ſchen da vor mir. Das reizte mich unſäglich.
Ich motivierte mit einem Auflachen, das ſicherlich
einiger=
maßen hyſteriſch klang:
„Eine unmögliche Faſtnachtsidee, werden Sie denken. Und
beſtimmt ein ſchwerer Verſtoß gegen Ihre charakteriſtiſche kühle
Reſerviertheit. Aber machen Sie heute mal ſchon eine Ausnahme.
Steigen Sie zum Volke herab. Miſchen Sie ſich unter Ihre
Menſchenbrüder. Verwiſchen Sie die ſozialen Gegenſätze. Mir
zuliebe. Weil ich dieſen Abend ſpielfrei und dazu geſtimmt bin,
ihn im Lunapark zu verbringen. Oben auf der Weinterraſſe kennt
uns niemand. Da können wir behaglich plaudern. Und dies
Tohuwabohu unten . ich ſagte das abſichtlich . . . „entſpannt
die Nerven und lenkt ab von allem, was einen ſonſt vielleicht
quält.”
An ſich hatte ich ihn in Verdacht, daß er überhaupt nicht
be=
griff, was ich eigentlich von ihm wollte. Doch bei meinen letzten
Worten hob er plötzlich den Kopf und murmelte:
„Lenkt ab — von allem, was . . ."
Endlich hatte ich ihn!
„Schließlich ſehen Sie nämlich ſehr blaß aus, Herr von Reeg.
Vielleicht haben Sie irgendwelche Mißhelligkeiten gehabt. Alſo
verbinden wir das Nützliche mit dem Angenehmen . . . Und nun
komen Sie endlich. Ein Menſch Ihrer Qualitäten läßt eine
Dame überhaupt nicht ſo lange bitten.”
Keine Ahnung hab ich mehr, was ich ſonſt noch alles ſprach.
Jedenfalls bekam ich ihn tatſächlich von der Halenſeer Brücke
fort und in den Lunapark hinein. Auf der Weinterraſſe fanden
wir an der Brüſtung einen netten Tiſch.
Die Speiſen ließ er völlig unberührt. Trank nur ein Glas
nach dem andern. Rauchte unſinig. Sah über mich hinweg.
Beachtete gar nicht mein verzweifeltes Plaudern. Blieb aſchfahl,
wie im Starrkrampf eines vernichtenden Geſchehniſſes und
ver=
ſunken in einer Welt, die mit derjenigen aller übrigen Menſchen
nichts gemein hatte.
Seite 12
Alſo eine in jeder Hinſicht unhaltbare Sitation: grotesk,
lächerlich, und — wäre ich ein zimperlicher kleiner Backfiſch
ge=
weſen — tödlich beleidigend für mich. Ich gebe auch offen zu,
daß mir dieſer verſteinerte Menſch, der die geſellſchaftlichen
For=
men ſonſt mit ſo ſelbſtverſtändlicher Ueberlegenheit beherrſchte,
von Minute zu Minute unheimlicher wurde. Irgendwo lauerte
eine Gefahr. Das fühlte ich. Nur beſaß ich nicht mal den Schatten
einer Vermutung, welcher Art ſie war.
Doch gerade dies hypnotiſierte mich. Vielleicht eine ſeeliſche
Perverſität, gegen die ich dann eben nicht ankommen konnte.
Je weiter der Abend fortſchritt, deſto tiefer verfing ich mich
in der ſuggeſtiven Lockung: zu ergründen, was den
Legations=
rat von Reeg eigentlich ſo bis ins innerſte Mark getroffen hatte.
Daß es ein geradezu elementares Ereignis ſein mußte, ſtand für
mich außer Zweifel. Schließlich verliert ja jeder Menſch mal in
irgend einem Moment die Kraft, ſeine Maske noch länger
glaub=
würdig zu tragen. Der Mann mir gegenüber hatte dieſe Kraft
all die Jahre unſerer Bekanntſchaft beſeſſen. Heute verließ ſie
auch ihn. Zum erſten Male ſah ich hinter dem korrekten Kavalier
den zerquälten, gramverhetzten Menſchen, der angſtvoll ſuchend
die Hände ins Dunkel ſtreckte, woher ihm ja doch keine Hilfe
kommen konnte.
Ich mußte in Erfahrung bringen, was eigentlich geſchehen
war. Fragen durfte ich ſelbſtverſtändlich nicht. Doch für eine
Frau gibt es in ſolchen Fällen mancherlei heimliche Schleichwege.
Ich verſuchte ſie alle — und nicht einer führte mich zum Ziel.
Undurchdringlich ſchien dies Nätſel.
Bis mir ganz unerwartet doch noch die Löſung wurde. Eine
Löſung aber, die nimmermehr Wahrheit ſein kann.
Was ſie iſt, weiß ich nicht.
Entweder ſinnlos trunkenes Geſtammel — er hatte allein faſt
drei Flaſchen Sekt getrunken — oder . . . ja . . oder das erſte
Anzeichen ausbrechenden Irrſinns!”
Hedda Yellin verſtummte unvermittelt. Sekundenlang ſchwieg
ſie. Mutloſe Traurigkeit überſchattete ihr zartes Geſicht.
Ein=
mal hob ſie die Schultern, als rieſele ihr kalter Schauer über
den Nacken.
Dann raffte ſie ſich gewaltſam auf und begann abermals:
„Ja — das war der Abend, von dem ich mir ſoviel
aus=
gelaſſene, urwüchſige Luſtigkeit verſprochen hatte.
Längſt verzichtete ich darauf, noch weiterhin allein die Koſten
der Unterhaltung zu tragen. Innerlich loderte ich vor Zorn und
Empörung über ſoviel rückſichtsloſe Nichtachtung, wie man ſie
mir hier zu bieten wagte. Schwieg verſtockt und gereizt und
war=
tete nur noch auf den geeigneten Moment, um aufzuſtehen und
der ganzen Sache ein Ende zu machen.
Und faſt war ich ſchon entſchloſſen, dieſen Moment mit
Ge=
walt herbeizuführen — da kam die Löſung des Rätſels.
(Fortſetzung folgt.)
Bettfedern-
Reinigang
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Sinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Betten und Polſtermöbe!
Jakob Heymann Teleph. 270
Tapeziermeiſter, Beſſungerſtr. 55. (B.5201
* Drog. Secker Nachf.,
la Oelfarben, ſtreichl. Ludwigshöhtraße!
(B 14246)
Einen geſunden Schlaf
und damit eine Kräftigung des ganzen
Nervenſyſtems erzielen Sie durch den
echten „Baldravin
Patentamtl. geſch. unt. Nr 342681. Er
enthält ſämtliche Extraktioſtoffe der
Baldrianwurzel in kräftigem Südwein
gelöſt. Alle Nachahmungen, die als
ebenſogut angeboten werden, weiſe
man entſchieden zurück. — Zu haben in
Engel=Apotheke
(I.L.. 14751
Central=Drogerie
Drogerie Thr. Schwinn
Med.=Drogerie Fr. Bechenhaub
Fahrräder
fahrfertig, 55.—
Decken 2 95 Mr
Carbidlampen
aus Meſſing 3.95
Alle übr Erſatzteil.
u. Reparat billigſt
B. Drio Karlſtr. 14
(12158a)
Dam.-Jumperschürzen
hübsche Muster, in gut. Ausführ. 1.35, 0.85, 0.78, D.4
Weisse Servierschürzen
aus guten Stoffen, mit Garnier. 1.95, 1.45, glatt
Haus-Schürzen
aus gutem Schürzendruck, verschied. Muster 1.35
Dam.-Jumperschürzen
gestreift, aus gutem Baumwollzeng, mit hübscher
„
Garnierung . .
Haus-Schürzen
aus gestreittem Baumwollzeng, waschecht 1.95,
Dam.-Jumperschürzen
Satin, hübsch, bunt gemnstert 2.40, 1.90, 1.65,
Weisse Zierschürzen
Batist, mit Stickerei, gute Ausführung . . 2.10,
Dam.-Jumperschürzen
aus gut. Siamosen, i. d. neuen Streifen 3.40, 3.10,
Knaben-Schürzen
aus guten gestreift, waschecht. Stoffen 0.75, 0.60
Kinder-Hängeschürzen
hübsch gemust. Stoffe, gute Onal. 1.20, 1.05, 0.90
Kinder-Hängeschürzen
gestreift, mit buntem Besatz . . 1.35, 1.20, 1.00
Arbeiter-Schürzen
160, 1.40
aus gutem Blautuch
00os-Hatten
000s-Länfer
000g-Teppiche
Anfertigung nach
Maß in jeder Art
und Größe
000SHeberei
Korbmöbelhaus
Emil Steger
Grafenstraße 25
(15851git)
Schreib=
Maſchinen
Rechen=
Mäſchinen
repariert, reinigt
auch im Abonnement
Spez.=Büro=Maſch.=
Werrſtätte (11393a
Carl Winkel
Darmſtadt
Rheinſtr 28 Tel. 1435
Main;
Große Bleiche 23.
Paßbilder
in einer Stunde 1447
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. 0. Tel. 1912.
S
Halbſtück= (12135a
Bässen
ca. 650 Liter, aus
Kaſtanienholz, friſch
entleert, faſt neu.
Rote u. weiße
Aus=
ſchank=u. Süß=Weine
in reicher Auswahl
Verlangen Sie
Preisliſte.
Juan Prim
Darmſtadt
Wein= Import
Mathildenplatz Nr.
Teleph. 3281.
15962a
Seite 18
Dienstag, den 2. November 1926
Nummer 304
Palast-Lichtspiele
Heute zum ersten Male:
Iwan Moskwin, der geniele Menschendarsteller
in dem überragenden Filmwerk:
Der Postmeister
(Tragödie des Vaters)
6 Akte nach der Norelle von Alexander Puschkin.
Kaufmänniſcher Verein.
Am Mittwoch, den 3. November 1926,
abends 8 Uhr, im Vereinslokal, weißer Saal,
Grafenſtraße 18
Vortrag
des Herrn Dipl.=Ing. von Luppmann:
Steuerliche Abſchreibungen.
(Die Bedeutung der kaufmänniſchen
Ab=
ſchrelbungen in der Betrlebswirtſchaft.
im Handelsrecht und im Steuerrecht)
Der Vorſtand.
15998im
Moskwin, der große Polikuschka spielt die Hanptrollen . . . Er gehört zu den
Mimen allerböchsten Ranges, ist nur an Jannings und etwa noch an Lon Chaney
zu messen. Neben ihm die Mallnowskele in Gesicht von ganz verschlossenen,
kargen Reizen: Eine Meisterin des stummen Nicht-aus-sich berausgehens, eine Madonna.
Was sagt dle Presse zu
„B. Z. am Mittag‟ (16. Februar 1926):
Der Postmeister Iwan Moskwin, ein ganz
großer Virtuose. Durchaus überragendes
Format. Von ungewöhnlicher, dabei
reichst ausziselierter Plastik . in jedem
Augenblick überzeugend und mitreißend:
„8-Uhr-Abendblatt‟ (17. Februar 1926):
Da ist Jwan Moskwin, der den
Alten spielt .. Er spielt ihn nicht, er ist
es .. Und dieses Aufleuchten.
Ganz-
nah-uns-berührende macht diesen Film zu
einem stillen, seltsam ergreifenden
Erlebnis.
Buster Keaton auf der
dlesem Kunstwerk?
„Das 12-Uhr-Blatt” (16. Februar 1926):
Nun sicht man den großen
Menschendar-
steller in der Rolle des Postmeisters Wyrin
wieder, stets auf neu erschüttert und
bewundert vor seiner reißend bezwingenden
Kunst.
„Lichtbildbühne‟ (16. Februar 1926)
. . Ein grandioses Kunstwerk!
Dieser Moskwin ist ein Genie schlechthin.
Ein Genie ebenso seine Partnerin W.
Malinowskaja. Es ist ein Film, den man
gesehen haben muß
Börse, 2 lustige Akte. (15957
Konzert=Saal „Perkeo‟
Telephon 1409
Alexanderſtr. 12 und 14
Die ſeit
herigen humoriſt. Konzerte
mit Muſik, Geſangs= und Tanz=Einlagen
finden auch im November noch ſtatt.
Vor=
zugskarten haben Gültigkeit ( 28902ide
Es ladet ergebenſt ein I Schnauber
Lunzſchate Suahe siehr
Fernruf 3200 — Viktoriaſtr. 67
An 2 geſchloſſenen Herrenzirkeln (Kurſus für
moderne Tänze ſowie für Anfänger) können
ſich noch einige Damen beteiligen. (28892
Union-Theater
Unwiderrutlich letzter Tag:
LUcIANO ALBERTINI
der weltberühmte Sensationsdarsteller
in seinem neuesten Film:
Lifemkäterorzken
2 Akte von abemberaubendem Tempo und
nnerhörten Sensationen
Liebeszauber
Lustspiel in 2 Akten
Jugendliche haben Zukritt!
Als Einlage von 6—8 Uhr
Die Unehelichen
( 28981
Tragödie in 7 Akten
Anfang 31. Uhr. Letzte Abendvorstell. 8 Uhr.
we
Vo
Deutſche
OLOTN
Heute
und folgende Tage, abends 8 Uhr
W Der große Gastspiel-Erfolg
des HamburgerOperett.-Theaters!
Das
Champaaner-Grr
Große Ausstattungs-Revue-Operette
in 3 Aufzügen und 14 Bildern von
L. Bernier.
Hauptmitwirkende:
Residenz-Theater
Ab heute das abwechslungsreiche Doppelprogramm:
Maria Jacobini
in dem überwältigenden
Sittentilm:
Derkastard
6 Akte nach dem Roman
„Transatlantic” von Urville
Hauptdarsteller:
Maria Jacobini. Erich Kaiser-
Titz, Mary Kid, Rolla Normann,
Hedwig v. Winterstein, Albert
Paul, Heinrich Peer
Der deutsche Lustspielfilm:
Weun die Liebe
nicht wär
6 Akte nach dem Roman „Das
Abenteuer” von Emil Scholl.
Mitwirkende:
Imogen Robertson, Harry Halm,
ſenny Jugo, Else Wagner, Carl
Platen, Hans Adalbert Schlettow
Fritz Alberti
Neueste Ufa-Wochenschau.
(*28982
Anfang 3, Uhr
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr
Grete Gallus
Lilli Schreiber
Friedl Ray
Gret’l Pirko
Ludw. Bendiner
Heins R0 genkamp
Oarlo Klee
9 Geifen
ſind die Beſten.
Herſteller
Vernhard May
Söhne,
Groß=Zimmern. (13911a
1. Gaszuglampe,
erſch. Gaspendel m.
Zubeh. billig
abzu=
geben.
(*28941
Soderſtraße 2 I. St.
Hans Wilhelm
Ferner die reizenden
Liliputaner und
Die Valeneia-Girls
Verstärktes 1azz-Orchester.
Kleine Preise!
Karten: de Waal, Rheinstraße 14
und Verkehrsbüro. (160
heselt Gn das aielek
Messplatz
Darmstadt
Messplatz
Luther=Festspiele 1926
III. Hufführung
Dienstag, den 2. November, abends 71, Uhr s
Der Festausschuß. 15942
Ortsgewverbeberein
Darmſtadt
I. Dilteroermitattang
am Freitag, den 5. November 1926
abends 8 Uhr im „Gelben Saale” des
Meſtaurauts Sitte, Karlſtraße.
Vortrag
des Herrn Prof. Dr. Haupt, Darmſtadt, über
„Die Bedeutung des
Gewerbe=
muſeums und der Gewerbebücherei
für Gewerbe und Handwerk”.
Unſere Mitglieder nebſt Familienange
hörigen ſind zu dieſer Verſammlun;
freund=
lichſt eingeladen. Eingeführte Gäſte ſind
(16001if
willkommen.
Der Vortragsausſchuß
Königin=Luiſe=
Aund
Mittwoch,abds. 8 Uhr,
b. Sitte, Karlſtraße,
Verſammlung.
Gäſte willkommen
D. O. B.
Donnerstag, 4 Nov.,
8 Uhr abds., im Kaſino
des Leibgarde=
Regi=
ments, Herrenabend
u. Vortrag des Herrn
General Fehr: Wer
var Schuld am
Welt=
u6005
krieg.”
Wegen Trauerfall
Theater=Pl.,
Sperr=
ſitz-Loge II, Pl. 1 D
links u. Zuſatzm 4,
Sperrſitz=L. II, Pl. 1
rechts, abzug. Näh
Mathtldenſtr. Nr. 46
Teleph 2420. 28924
Guter Flügel(Schied:
miateri zu vermieten.
Ehr. Arnold Ernſt=
Ludwigſtr. 9,/ 28838id
Dienstag, 2. Movember
HEUIB
abends 7.30 Uhr
Gleich bringt in jeder Vorstellung ein Sensationsprogramm von über
100 ATTRAKTIONEN. Unübertroffen ist Gleichs Riesen-Ballett
— Ein Massenaufgebot „Schöner Frauen‟ — Fabelhafte Ausstattung —
Wundervoll magische Lichtreflexte — Historisch feenhafte Kostüme
zn den Militär- und Cireus-Revuen — Leuchtende Fontänen im
Strand-Idyll-
GLEICH kann die Fülle seiner Darbietungen unmöglich in EINER
Manege zeigen,
GLEICH muß DREI Manegen benutzen, um alle Massen-
Au führungen dem Publikun zeigen zu können.
SELBST DREI Manegen genügen nicht und werden dieselben,
während die grandiosen Luftschauspiele statttinden, in
eine RIESENRENNBAHN verwandelt
Mitglieder=Verſammlung
am Donnerstag, den 4. November, abends 8 Uhr
bei „Sitte”, gelber Saal (Karlſtraße)
Tagesordnung: 1. Vortrag von Abg.
Pr. Kelken
über
„Streſemanns Außenpolitik”
(Rückblick auf den Kölner Partellag)
2. Wahl der Ortsgruppen=Vertreter zum heſſ. Landes=
Parteitag der D. V. P. in Worms (27. — 28. Novbr.).
Teilnahme nur für Mitglieder! Ortsgruppe Darmſtadt.
16007
Der Vorſtand.
Elektriſche
Piands
(15567a)
zu erleichterten
Zahlungs=
bedingungen bei
Heinrich
Arnold
Wilhelminenſtr. 9
Klavierſtimmer
Emil Schultze
Kammermuſiker i. R
Schießhausſtr. 29
Auskunft auch be
Thies Nachfolger
Eliſabethenſtr. 12
T28765gid)
MITTWOCH u. SONNTAG
AUCH nachmittags 3 Uhr
vollwertiges Abendprogramm. VORVERKAUF:
Zigarrenhaus Hugo De Wall,
Rheinstr. 14 — Telephon 656
und en den Cireuskassen ab
9 Uhr morgens ununterbrochen ERWERBSLOSE
zahlen zu der heutigen Er-
öffnungsvorstellung gegen Aus-
weis an den Kassen und beim
Einlaß HALBE PREISE. RIESENZ00
geöffnet zu allen Vorstellungs-
pausen und den genzen Tag
ab 9 Uhr vormittags.
Grammophon=
Platten
elektriſche
Aufnah=
men in großer Aus.
wahl. Apparate geg.
bequemeTeilzahlung.
Reparaturen prompt
und billig. (156 67a
Muſikhaus Bund
nür Schuchardſtr. 9
Sauetel
Artikel: Spring=
Auflauf=, Pudding=,
Kranz formen, Tüllen
Spritzſäcke,
Garnier=
ſpritzen, Kaffeefilter
Tortenriuge empf. in
gr. Ausw. ſehr billie
Ernst Crämer
Ludwigſtr. 7. (15559g
EINTRITTSPREISE
der Wirtschaftslage entsprechend außergewöhnlich niedrig und nur
durch den ungeheuer großen Fassungsraum von ca. 10000 Personen
möglich Kinder und Militär zahlen trotzdem zu allen Vorstellungen
nur balbe Preise.
(V.15940
CIRKUSEXTRAZUGE: (ab Hauptbahnhol)
Richtung Heidelberg . . . 11.18 Uhr Mannheim .. 11.18 Uhr nachts
Frankfurt. . . . 10.55 „ Worms. . . . . 11.20
Aschaffenburg 11.45 „ Mainz . . . . . . 10.50 „
Wiesbaden. . . 10.50 „ Wiebelsbach 10.46 „
„ Gr.-Zimmern. 10.46
Straßenbahn — Postkraftwagen — Aufoomnlbusse
nach Schluß jeder Abendvorstellung und nach allen Richtungen
ab Cireusplatz bzw Haltestelle.
Morgen Mirrwoch
nachm, 31u abends 750 Uhr ZWEl VORSTELLUNGER
Damen haarſchnitt
ausgeführt
Salon
Peter-Orth
Damenhaar=,
Geſichts= und Hand=
Pflege
Martinſtraße 78
(11551a)
Heſſiſches Landestheater.
A5 Großes Haus A 5
Dienstag, den 2. November 1926
abends 7½ Uhr
In derNeueinſtudierung u. Neuinſzenierung
Gasparone
Operette in 3 Akten von F. Zell und
R. Genée. — Muſik von C. Miltöcker
Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander
In Szene geſetzt von Heinrich Kuhn
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Carlotta, verwitwete Gräfin
von Santa Croce . . Paula Kapper
Baboleno Naſoni, Podeſta
von Shrakus . . . . . Heinrich Kuhn
Sindulfo, ſein Sohn . . . Hans Epskomp
Conte Erminio . . . . . Guſtav Deharde
Luigi, deſſen Freund . . Karl Ebert
Benozzo, Wirt .
Eugen Vogt
Sora, ſein Weib . . Sitta Müller=Wiſchin
Benobia, Duenna der Gräfin . KätheGothe
Marietta, Kammerzofe „ AnneliesNoerig
Maſſaccio, Schmuggler,
Benozzos Onkel . . . Hans Ney
Ruperto Corticelli, Oberſt Adolf Klotz
Herren und Damen von Syrakus,
Karabinieri, Zollwächter, Schmuggler,
Schiffer, Bauern und Bäuerinnen
Die Handlung ſpielt in und nächſt
Shrakus auf Sizilien im Jahre 1820
Tänze, einſtudiert von Manda von Kreibig
Preiſe der Plätze 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
tur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Nach dem 1. und 2. Akte findet
je eine längere Pauſe ſtatt
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10 Uhr
Kleines Haus
Dienstag, den 2. November 1926
abends 7½ Uhr
Zuſatzmiete V, 4
In der Neueinſtudierung u. Neuinſzenierung
Der Biberpelz
Eine Diebeskomödie in 4 Akten
von Gerhart Hauptmann
In Szene geſetzt von Edgar Klitſch
Perſonen:
von Wehrhahn, Amtsvorſteher , Rob. Klupp
Krüger, Rentier.
.. HansBaumeiſter
Doktor Fleiſcher.
JoachimBüttner
Deſſen Junge ..
Emil Geis
Motes . ..
Ernſt Rottluff
Frau Motes."
Ilſe Lahn
Frau Wolff, Waſchfrau . Käthe Meißner
Juluus Wolff, ihr Mann. Max Nemetz
Leontine,
Martha John
Adelheid, / ihre Töchter
Alice Treff
Wulkow, Schiffer . . . . Richard Jürgas
Glaſenapp, Amteſchreiber. Walter Bluhm
Mitteldorf, Amtsdiener . Paul Maletzki
Ort des Geſchehens: irgendwo um Berlin
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 1 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Nach dem 2. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt
Anfang 7½ Uhr Ende gegen 10 Uhr
Herrenkleider werd.
geändert, ausgebeſſ
ereinigt u. gebügelt
Adam eißert,
Schnei=
dermeiſter. „
Arheilger=
ſtr 27a, I. (*28913id
Parkettböden
werd. gehobelt,
abge=
zogen, gereinigt u.
gebohnert. N.
Eliſa=
bethenſtr. 49 Ht. II.
(*28947)