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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit z verſebenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 272
189. Jahrgang
Freitag, den 1. Oktober 1926.
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfs.
Finanz=Anzeigen 40 Relchepfg., Rellamezeilte (92 mm
breit 2. Reſchsmarf. Anzeigen von auswärt 40 Reichpfg
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Rellame=
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Dollar — 420 Marſl. — Im Falle böherer
Gewalt, wie Krieg. Aufrubr. Sfreil uſw., erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konfurs oder gerſchtlicher Beitreſbung fäflt jiedes
Rabatt weg, Bankkonto: Deutſche Banl und Darm
ſädtei und Nationalbant.
Die Bildung des Stahlkartells.
Der Abſchluß der Verhandlungen.
Belgien ſetzt ſeinen Standpunkt durch.
w. Brüſſel, 30. September.
Die Verhandlungen der Vertreter der vier an dem Abſchluß
des Stahl=Kartells intereſſierten Länder Deutſchland, Frankreich,
Belgien und Luxemburg galten ausſchließlich der Erörterung der
belgiſchen Forderungen. Die belgiſchen Induſtriellen
bean=
ſpruchten bekanntlich 295 000 Tonnen von der monatlichen
Er=
zeugung anſtatt der vorgeſchlagenen 265 000. In der heutigen
Sitzung ſetzte Belgien ſeinen Standpunkt durch. Die allgemeine
Erzeugung des Kartells wird ſich jährlich auf 27 500 000 Tonnen
belaufen und kann bis 30 000 000 Tonnen geſteigert werden. An
einer ſolchen Steigerung würde Belgien mit 2,85 Prozent
be=
teiligt ſein. Wenn die Erzeugung unter 27½ Millionen Tonnen
herabgehen ſollte, würde ſich der belgiſche Anteil entſprechend
verringern. — Der endgültige Vertrag über ein
Eiſenkartell zwiſchen Deutſchland, Frankreich,
Belgien und Luxemburgiſt abgeſchloſſen worden.
Nach ſehr langwierigen Verhandlungen, bei denen die
Ge=
fahr eines Abbruches oft genug auf des Meſſers Schneide ſtand,
iſt nunmehr doch endlich das heiß umſtrittene Eiſenkartell zwiſchen
Deutſchland, Frankreich, Belgien und Luxemburg in Brüſſel
glücklich unter Dach und Fach gebracht worden. Bereits ſeit dem
1. Oktober wird dieſe gerade unter dem Geſichtswinkel der
ange=
bahnten politiſchen Verſtändigung zwiſchen Deutſchland und
Frankreich im gegenwärtigen Augenblick äußerſt bedeutſame
Ver=
einbarung wirtſchaftlicher Natur in Kraft geſetzt. Die Parallele
mit Locarno und Thoiry liegt jedenfalls ſehr nahe und man kann
vielleicht mit Recht das Brüſſeler Abkommen als ein
wirtſchaft=
liches Locarno bezeichnen und zwar umſo berechtigter, als mit
dieſem Pakt keinerlei Spitze gegen die Eiſeninduſtrie Englands
verbunden iſt, im Gegenteil für das engliſche Inſelreich alle
Türen offen bleiben, die einen ſpäteren Beitritt Englands
er=
möglichen. In der entſcheidenden Sitzung der Delegierten der
an der Bildung des Stahlkartells beteiligten Länder hat Belgien
ſeinen Standpunkt durchgeſetzt. Für das Saargebiet wurde dem
Vernehmen nach ein Sonderkontingent feſtgeſtellt. Für
Deutſch=
land bleiben gewiſſe Bedenken dadurch beſtehen, daß Frankreich
in dem Pakt noch mit ſeiner Eiſenerzeugung aus der
Inflations=
zeit eintritt und daß daher der franzöſiſche Anteil höher iſt als
dies den wirtſchaftlichen Produktionsverhältniſſen entſpricht,
während Deutſchland nur mit 70 Prozent ſeiner
Erzeugungs=
möglichkeit beteiligt wurde.
Die außerordentliche Tragweite des Brüſſeler Abkommens
erhellt jedoch allein aus der Tatſache, daß nunmehr die
Erzeu=
gung der Haupteiſenländer Europas in ganz beſtimmte
Kontin=
gentierungsgrenzen gelenkt wurde und ſomit die
weltwirtſchaft=
liche Rationaliſierung eines der grundlegendſten Rohſtoffe als
geſichert betrachtet werden kann. Es kann nunmehr der Anfang
mit dem Neuaufbau des europäiſchen Eiſenmarktes gemacht
wer=
den, der durch die inflationiſtiſchen Erſcheinungen in
Deutſch=
land, Frankreich und Belgien aus allen Fugen geraten war. Die
Erzeugung an Eiſen kann künftig in das richtige
Prozentver=
hältnis zum Verbrauch gebracht werden. Infolge der
Franken=
inflation hat Frankreich jahrelang eine Ueberproduktion von
4 bis 5 Millionen Tonnen gehabt, die auf dem Weltmarkt zu
niedrigen Preiſen angeboten wurden. Das hatte zur Folge, daß
die Unkoſten der Eiſenerzeugung in Ländern mit feſter Währung
i Konkurrenz zu den franzöſiſchen Preiſen nicht mehr
aufzu=
bringen waren. Durch die internationale Nohſtahlgemeinſchaft
kann jetzt ein feſter Preis gebildet und das Preisniveau den
Un=
koſten der Erzeugung angepaßt werden.
Vom deutſchen Standpunkt darf man hoffen, daß trotz der
vorläufig nicht voll auszunutzenden Produktionsmöglichkeiten
jetzt wenigſtens durch die feſte Preisbildung die Sicherheiten für
unſere anteilige Eiſenerzeugung gegeben ſind, daß der
Arbeits=
markt feſte Formen annimmt und auch die verarbeitende
In=
duſtrie ſich feſten Preiſen für Eiſen gegenüberſieht.
Die Eiſenbalnobligationen.
Die Beſprechungen in Thoiry zwiſchen Dr.
Streſe=
mann und Briand haben ſich naturgemäß in allgemeinen
Richt=
linien bewegt, ſie haben lediglich die Möglichkeit einer
Verſtän=
digung berührt, ohne ſich in Einzelheiten zu verlieren. Wenn
man nun weiterkommen ſoll, iſt die nächſte Vorausſetzung, daß
auf beiden Seiten die wirtſchaftlichen, finanziellen und juriſtiſchen
Unterlagen eines ſolchen Abkommens geprüft werden. Daran
wird jetzt gearbeitet. Wie wir hören, haben in Berlin die
Be=
ſerechungen zwiſchen den in Frage kommenden Reſſorts, alſo
dem Miniſterium des Aeußern, dem Finanzminiſterium und dem
Wirtſchaftsminiſterium, bereits begonnen. Die verſchiedenen
Refe=
renten ſind damit beſchäftigt, das Material zuſammenzufaſſen und
die verſchiedenen möglichen Kombinationen nach ihrer Wirkung
durchzugehen. Wir glauben auch zu wiſſen, daß Herr Briand in
Paris die Weiſung gegeben hat, ähnlich zu verfahren. Man kann
damit rechnen, daß etwa in 14 Tagen dieſe Vorarbeiten in
Ber=
lin und Paris abgeſchloſſen ſind, ſo daß dann auf dem üblichen
diplomatiſchen Weg die Unterhaltungen ſoweit geführt werden
können, bis eine neue Beſprechung der Miniſter zweclmäßig und
notwendig iſt, die dann ihren Abſchluß in einer Konferenz der am
Dawes=Abkommen beteiligten Staaten finden würde. Auch be
günſtiaſtem Verlauf der Beſpreihungen wird mindeſtens ein Vie
teljahr dergehen, bis alle dieſe Stadien durchlaufen ſind.
Die Bluttat von Germersheim.
Abtransport des 311. Artillerie=Regiments.
Der Abtransport des 311. Art.=Regt. iſt vollendet. Heute
morgen verließen die letzten Mannſchaften dieſes Truppenteils
Germersheim zu Fuß. Die Erregung in der Bevölkerung hat
ſich durch dieſe Tatſache nunmehr ein klein wenig gelegt, iſt aber
immerhin noch ſehr ſtark. Zu Zwiſchenfällen iſt es nicht mehr
ge=
kommen. Das Befinden des ſchwerverletzten Matthes hat ſich
leicht gebeſſert. Doch beſteht immer noch Lebensgefahr. Wie
noch nachträglich feſtgeſtellt wurde, führte der Unterleutnant
Rouzier ein ziemlich lockeres Leben.
Der Notruf der Stadt Germergheim.
Das Bürgermeiſteramt Germersheim hat, wie wir bereits
geftern berichteten, an den Völkerbund, an die
Reichs=
regierung und an die bayeriſche Regierung einen
Notruf telegraphiſch gerichtet. Dieſer Notruf hat folgenden
Wortlaut:
„Seit acht Jahren ſchmachtet die Pfalz unter dem Joch der
franzöſiſchen Beſatzung. Was die Bevölkerung in dieſer langen
Zeit gelitten hat, iſt mit Worten nicht zu ſchildern. Trotz aller
Friedens= und Verſöhnungsreden, trotz Locarno und Genf iſt das
franzöſiſche Beſatzungsregime zu einer wahrhaften Geißel der
Bevölkerung geworden. Die Stadt Germersheim namentlich iſt
der Willkür der franzöſiſchen Truppen ſeit langem machtlos
preis=
gegeben. Die Bürger ſind ihres Lebens nicht mehr ſicher. Neben
anderen wiederholten ſchweren Verfehlungen von Angehörigen
der Beſatzung ſind jetzt in der Nacht vom 26. zum 27. September
drei brave, wehrloſe Bürgerſöhne der ruchloſen und kalt
berech=
ninden Mörderhand eines franzöſiſchen Offiziers völlig ſchuldlos
zum Opfer gefallen. Die aufs höchſte erregte Bevölkerung der
Stadt Germersheim erhebt ror aller Welt flammenden Proteſt
gegen die einer Kulturnation unwürdigen Mißhandlungen ſeitens
einer fremden Macht. Sie macht den Völkerbund verantwortlich
für alle gegenwärtigen und ſonſtigen Opfer! Die geſamte
Ein=
wohnerſchaft fordert einmütig unbedingte Sühne für das
ſcheuß=
liche Verbrechen an dreien ihrer Söhne und fordert die ſofortige
Einſetzung eines unxarteiiſchen Schiedsgerichts zur Unterſuchung
der Bluttat. Sie fordert ſchnellſte Entfernung aller franzöſiſchen
Truppen aus den Mauern ihrer Stadt.
Die ſchwer bedrängte Einwohnerſchaft von
Germersheim.”
Beſprechungen der zuſtändigen Stellen.
Berlin, 30. September.
Wie wir vernehmen, wird der Reichsminiſter für die beſetzten
Gebiete Dr. Bell ſtändig über den Fortſchritt der
Unter=
ſuchung des Germersheimer Falles durch die
baye=
riſche Geſandtſchaft auf dem Laufenden gehalten. Es haben
in=
zwiſchen mehrfache Beſprechungen unter den beteiligten Berliner
Stellen (Reichsminiſterium für die beſetzten Gebiete,
Auswär=
tiges Amt, bayeriſche Geſandtſchaft) ſtattgefunden, an denen in
den letzten Tagen auch der von Coblenz herübergekommene
Reichskommiſſar Botſchafter Freiherr Langwerth von Simmern
teilnahm. Auch in Coblenz haben bereits vorläufige
Beſprechun=
gen zwiſchen Vertretern des Reichskommiſſariats und der
Inter=
alliierten Rheinlandkommiſſion ſtattgefunden.
Ein weiterer Beſatzungszwiſchenfall in Trier.
Trier, 30. September.
Vor einigen Tagen ereignete ſich auf der Bitburger Straße
eine ſchwere Bluttat. Vier Radfahrer waren in eine
Spa=
ziergängergruppe hineingefahren, und bei dem darauffolgenden
Wortwechſel wurde einer der Spoziergänger namens Holſtein aus
Trier von einem der Radfahrer kurzerhand
niedergeſchoſ=
ſen. Die Vernehmung der vier jungen Leute, die geſtern
ermit=
telt und vorgeführt wurden, ergab als Täter einen
Angehö=
rigen der franzöſiſchen Beſatzung, der am gleichen
Tage abends auf Veranlaſſung der hieſigen Kriminalpolizei durch
die franzöſiſche Gendarmerie in Haft genommen wurde. Er hat
bereits eingeſtanden, die Schüſſe abgegeben zu haben und die
bei der Tat benutzte Waffe, eine Selbſtladepiſtole, vor ſeiner
Feſt=
nahme verborgen zu haben.
Ein Zwiſchenfall in Koblenz.
Koblenz, 30. September.
Am Dienstag abend gegen 11 Uhr eilte ein Studienaſſeſſor
auf die Hilferufe einer Frau herbei und wurde von mehreren
franzöſiſchen Militärperſonen und einem belgiſchen
Beſatzungs=
angehörigen verprügelt und mit Steinen beworfen. Vorher
hatte er mit einem Peitſchenſtiel Schläge über den Kopf
er=
halten. Mit ſchweren Kopfverletzungen mußte er ſich nach Hauſe
begeben. Die Frau konnte noch nicht ermittelt werden. Die
Unterſuchung iſt noch im Gange.
Der Oberbefehlshaber der Rheinarmee hat mit Rückſicht auf den
Germersheimer Zwiſchenfall allen Beſatzungsangehörigen im beſetzten
Gebiet das Tragen von Zivilkleidung verboten und gleichze
ordnet, daß in den von Beſatzungst upben bel gten Orten des
den ört
bis auf weiteres ein reger Patrouillengang in Verbindung
lichen deutſchen Polizeibehörden eingerichſtet werden ſoll, der ſich b. ſon
ders auf die Wirtſchaften beziehen wird,
Sudetendeutſcher Zerſetzungsprozeß”
Von unſerem Prager Korreſpondenten.
B. Prag, Ende September.
Die Politik der Deutſchen in der Tſchechoſlowakei, ſchon von
jeher unter einem ungünſtigen Stern ſtehend, geht neuerdings
Wege, die ſchwere Bedenken hervorrufen müſſen. Die vom Volke
ſehnlichſt herbeigewünſchte ſogenannte deutſche Einheitsfront iſt
ſchon zur Zeit der letzten Wahl ins Prager Parlament nach
einigen Verſuchen, die Gegenſätze zwiſchen den einzelnen
deut=
ſchen Parteien wenigſtens vorübergehend zu überbrücken, wieder
ins Nichts zerfloſſen, und ſeit damals gleicht das ſudetendeutſche
Lager dem Tummelplatz zahlreicher einander feindſelig
gegen=
überſtehender Gruppen und Grüppchen. Es konnte nicht
aus=
bleiben, daß durch dieſe aus parteiegoiftiſchen Motiven
entſtan=
dene Zerſplitterung die Verteidigungsſtellung des deutſchen
Vol=
kes gegenüber den tſchechiſchen Angriffen eine nicht wieder
gut=
zumachende Schwächung erfahren mußte, und es iſt bedauerlich,
feſtſtellen zu müſſen, daß trotz der augenſcheinlichen Stärkung
der Gegenſeite gerade infolge der Zerfahrenheit im deutſchen
Lager keine Wege geſucht worden ſind, die in der Hitze des
Wahl=
kampfes hervorgerufene gegenſeitige Verſtimmung aus der Welt
zu ſchaffen und über die damals aufgeriſſenen Abgründe hinweg
zu jener Volksgemeinſchaft zu gelangen, welche der deutſchen
Politik im tſchechiſchen Staate den nötigen Rückhalt zu geben
im=
ſtande wäre. Statt deſſen tobt ſich zur unverholenen Freude der
Tſchechen der Bruderkampf im deutſchen Lager weiterhin in den
groteskeſten Formen aus. Auf der einen Seite haben ſich die
ge=
mäßigten Parteien — die Aktiv ſten — vereinigt, die, ohne bisher
allerdings greifbare Erfolge aufweiſen zu können, zur Mitarbeit
an den Staatsgeſchäften gegen gewiſſe Zugeſtändniſſe bereit ſind;
es ſind dies die Chriſtlichſozialen, der Bund der Landwirte und
die Gewerbeparteiler. Auf der anderen Seite ſtehen die
Deutſch=
nationalen und die Nationalſozialiſten, welch letztere allerdings
einem Kompromiß mit dem Aktivismus nicht abgeneigt ſcheinen;
ſie ſind nur hinſichtlich der Kompenſationsforderung gegenüber
der Prager Regierung vorſichtiger als die Chriftlichſozialen,
Bauernbündler und Gewerbeparteiler, die, wie bekannt, das jetzt
amtierende Beamtenkabinett durch ihre Stimmenabgabe bei der
Durchſetzung der Zollerhöhungsvorlagen vor dem Sturze
be=
wahrt und dadurch eine Neuwahl überflüſſig gemacht haben, die
wahrſcheinlich das Ende der alltſchechiſchen Koalition bedeutet
hätte. Die deutſchen Sozialdemokraten haben ein
Zuſammen=
gehen mit den deutſchbürgeclichen Parteien auch bei Wahlen
ab=
gelehnt; ſie ſuchen Verbindung mit den tſchechiſchen Genoſſen,
ohne daß freilich bisher die in dieſer Richtung ofrmals
unter=
nommenen Verſuche ein greifbares Ergebnis gezeitigt hätten, da
die tſchechiſchen Sozialdemokraten im entſcheidenden Augenblick
immer wieder umfielen, d. h. ſich für eine tſchechiſche
Eingliede=
rung unter Hintanſetzung des ſozialiſtiſchen Gedankens
entſchloſ=
ſen. Die deutſchdemokratiſche Partei, die vor den letzten Wahlen
mit Ausdauer den Gedanken der deutſchen Einheitsfront verfocht,
iſt gegenwärtig ohne parlamentariſche Vertretung, ebenſo die
mehr auf das Egerland beſchränkte alldeutſche Partei und die
deutſchſoziale Partei, die eine Sondergruppe der deutſchen
Natio=
nalſozialiſten darſtellt.
Aus dem Geſagten geht hervor, daß der Gruppe der Aktiviſten
— Bauernbündler, Chriſtlichſoziale und Gewerbetreibende — die
Deutſchnationalen, Nationalſozialiſten, Deutſchſozialen und
All=
deutſchen gegenüberſtehen. Die deutſchen Sozialdemokraten
neh=
men eine Sonderſtellung ein: ſie bekämpfen die aktiviſtiſchen
deutſchen Parteien als Gruppen der Bourgeoiſie, lehnen aber
auch ein ſtändiges oder fallweiſes Vorgehen mit den
National=
ſozialiſten ab; die Deutſchnationalen kommen für ſie überhaupt
nicht in Frage. Die Gruppe der Deutſchdemokraten iſt wohl
akti=
viſtiſch geſinnt, tritt aber nach wie vor für die Bildung einer
gemeinſamen deutſchen Front ein. Die Verwirrung innerhalb
der deutſchen Parteien droht jedoch noch weiter auszuarten. Der
Bund der Landwirte befindet ſcch in einem offenſichtlichen
Zer=
ſetzungsprozeß. Bei einem dieſer Tage ausgetragenen
Gerichts=
prozeß zwiſchen dem ehemaligen Führer der Deutſchnationalen
Dr. Lodgman und dem Führer des deutſchen Bundes der
Land=
wirte Senator Krepek haben die Zeugenausſagen intereſſante
Dinge enthüllt, die hinter den Kuliſſen des Landwirtebundes vor
ſich gehen. Der Prozeß war von Krepek gegen Lodgman
ange=
ſtrengt worden, weil Lodgman während der letzten Wahl ins
Parlament Krepek der Fälſchung eines Sparkaſſenbuches
bezich=
tigt hatte. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung
Lodg=
mans, der das Opfer einer Zuträgerei geworden war. Aber das
Prozeßmoment trat völlig in den Hintergrund in dem
Augen=
blick, als ſich ergab, daß zwiſchen der deutſchnationalen Partei
und einem Flügel des Bundes der Landwirte unter Führung
des Egerländiſchen Abgeordneten Mayer Abmachungen getroffen
worden waren, nach welchen der Landwirtebund mit der
deut=
ſchen Nationalpartei hätte vereinigt werden ſollen. Die Anhänger
des aktiviſtiſchen Krepek verlangen dieſer Verhandlung wegen
den Ausſchluß des negativiſtiſchen Abgeordneten Mayer aus der
Partei. Dieſer Ausſchluß käme jedoch einer Spaltung des
Land=
wirtebundes in eine ſtaatsbejahende und in eine
ſtaatsvernei=
nende Gruppe gleich, denn hinter dem Abgeordneten Mayer ſteht
eine ſehr erhebliche Anzahl von Anhängern insbeſondere des
Egerlandes, deſſen Bauern den Aktivismus ablehnen.
Es muß wohl damit gerechnet werden, daß damit die
Zer=
ſetzungserſcheinungen im ſudetendeutſchen Lager noch nicht zum
Abſchluſſe kommen werden. Auch die deutſche Gewerbepartei
macht eine ſchwere Kriſe durch, die ſie kaum überſtehen dürfte.
Die Kleingewerbetreibenden ſind ihr untreu geworden, weil ſie
ſich durch die Einſ;hrung höherer Zölle, für welche die Partei
mit den beiden übrigfen ar diſtiſchen Fraſtionen geſtimmt hat,
geſchädigt ſehen. Es iſt unehmen, daß bei den näcl ſten
Wah=
len die Gewerb=Partei kein Abgeordnetenmandat mehr erhalten
Seite 2
Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
wird, denn ſchon bei den letzten Wahlen war ſie nur durch die
Hilfe des Landwirtebundes, der ſie ins Schlepptau genommen
hatte, ins Parlament gekommen.
So iſt heute das ſudetendeutſche Volk zerſplittert und ratlos
einem Schickſal ausgeliefert, das ihm bisher ſo übel mitgeſpielt
hat, daß der Ruf rach Einigkeit und nach Beſeitigung der
wider=
lichen Parteikämpfe im eigenen Lager begreiflich iſt. Der
Zer=
ſetzungsprozeß hat ſo erſchreckende Formen angenommen, daß es
hoch an der Zeit wäre, ihm Einhalt zu tun. Es iſt betrüblich,
zu=
gleich feſtſtellen zu müſſen, daß das kulturell gewiß hochſtehende
Volk der Sudetengebiete nicht den Führer aufzuweiſen hat, der
ihm in den Tagen nationaler, kultureller und wirtſchaftlicher Not
und Bedrängnis den Weg aus den Tiefen weiſen könnte!
Ein engliſches Urteil über die
angeb=
liche Tanger=Oemonſtration und den
polniſch=rumäniſchen Vertrag.
Von unſerem Korreſpondenten.
C.M. P. London, 29. September.
Eine mit maßgebenden Kreiſen inenger
Füh=
lung ſtehende Perſönlichkeit äußerte ſich über beide
Senſationsmeldungen wie folgt:
„Der Bericht des Tanger=Korreſpondenten des „Daily
Chronicle” über eine angebliche vereinigte ſpaniſch=italieniſche
Flottendemonſtration vor Tanger darf nur wit größter Vorſicht
aufgenommen werden. Gegen wen ſoll ſich denn dieſe aus
einem ſpaniſchen und zwei italieniſchen Kriegsſchiffen zu
vereini=
gende Armada zu einer Demonſtration vereinigen? Der
Be=
richt ſagt, ſie ſolle auf die Eingeborenen wie auf England und
Frankreich Eindruck machen in der Richtung, daß dieſe erkennen
ſollen, Primo de Rivera habe nicht nur leere Worte geſprochen,
als er erklärt habe, Spanien müſſe Tanger erhalten.
Ein Ankern von ganzen drei Schiffen beider Mächte mag ja
das Intereſſe der Bevölkerung von Tanger erregen, aber es iſt
fraglich, ob es ſelbſt bei ihnen einen ſtarken Eindruck machen
würde. Ja, wenn britiſche und franzöſiſche Panzer ebenfalls
oder allein beteiligt wären.
England oder Frankreich gegenüber wäre eine ſolche
Demon=
ſtration einfach Nonſens. Flottendemonſtrationen Großmächten
gegenüber ſind ohne vor der Tür ſtehende Konflikte — und ſelbſt
dann — ein abſoluter Unſinn. Es haben ja noch nicht einmal
formelle internationale Verhandlungen, ſondern nur ganz
infor=
male Meinungsaustauſche ſtatvgefunden. Der urſprüngliche Plan
Spaniens, Tanger ſeiner Zone einzuverleiben, war für uns,
hauptſächlich auch aus ſtrategiſchen Erwägungen, ganz
unan=
nehmbar. Dann handelte es ſich um Erteilung eines
Verwal=
tungsmandats. Neuerdings, vor einigen Wochen, regte
Frank=
reich die Abhaltung einer internationalen Konferenz an.
Hier iſt man der Anſicht, daß es bei allen ſolchen Fragen am
beſten iſt, wenn ſich erſt einmal die Hauptintereſſenten miteinander
in Einklang zu bringen ſuchen. Dann erſcheint auch eine
Kon=
ferenz von Experten möglich, wie ſie ſich noch jüngſten
Erfah=
rungen ſo vortrefflich bewährt haben. Später könnte ja dann auf
der Baſis dieſer Verſtändigungen unter Teilnahme von
Groß=
britannien und Italien eine formelle Beſprechung ſtattfinden.
Ob hinterher noch eine Konferenz der Signatarmächte der
Alge=
ciras=Konferenz ſtattfinden könnte, muß die Entwicklung ergeben.
Auf alle Fälle iſt die ganze Angelegenheit keine brennende Frage
und Sir Auſten dürfte bei ſeiner Heimkehr andere vorfinden, die
wirkliche Wichtigkeit für den ihm in allererſter Linie am Herzen
liegenden Ausbau von Locarno—Genf—Thoiry beſitzen.
Sie fragen mich, was ich von dem Bericht der Hearſt=Preſſe
über das militäriſche Abkommen zwiſchen Polen und Rumänien
denke. Bevor man zu einem Urteil kommen kann, müßte doch
erſt eine ausführliche Wiedergabe des Inhalts vorliegen. Aber
auch wenn ſich der Bericht beſtätigen ſollte, wäre er Genf und
ſeinen Folge=Entwickelungen meiner Anſicht nach nur von
hiſtoriſch=diplomatiſchem Intereſſe. Nach dem Bericht ſollte
Frankreich hinter dem Ganzen ſtehen.
Frankreich hat jedoch, ſelbſt unter Poincarg, eie ſo
der=
änderte Richtung in ſeiner Politik eingeſchlagen, daß die
behaup=
teten Abmachungen, auch wenn ſie ſich beſtätigen ſollten, für die
franzöſiſche Politik ihren aktuellen Wert eingebüßt haben, ſoweit
nicht ſeine ſpezielle Balkan=Politik in Frage kommt.
Ob Sarvat Paſcha überhaupt nach London kommt, iſt noch
ſehr die Frage. Jedenfalls erwarten wir nicht, daß er
grund=
legende Fragen bezüglich unſerer Beziehungen zu Aegypten
anſchneiden wird.”
Ferdinand Büchler als Schrifiſteller.
Von Friedrich Noack.
Die Muſikwiſſenſchaft iſt noch ein ſehr junger Zweig der
Wiſſenſchaften, und das Intereſſe für muſitwiſſenſchaftliche
For=
ſchung iſt bei uns in Heſſen noch nicht alt. Dadurch iſt es zu
ver=
ſtehen, daß bei der reichen muſikaliſchen Vergangenheit gerade
unſerer Stadt in manche Zeiten noch wenig Licht gebracht wurde,
und daß von den vielen bedeutenden Perſönlichkeiten, die in
Darmſtadt als Komponiſten gewirkt haben, nur den wenigſten
die verdiente Beachtung von der hiſtoriſchen Wiſſenſchaft
ge=
ſchenkt wurde. Ja, im weſentlichen ſind es erſt Abt Vogler und
Chriſtoph Graupner, deren Schaffen eingehender gewürdigt
wurde, während, um nur einige der bedeutendſten Namen zu
nennen, Carl Wolfgang Briegel, der in ganz Deutſchland
be=
rühmte Meiſter des 17. Jahrhunderts, Joh. Samuel Endler, der
Komponiſt des Landgrafen Ludwig VIII., der Landgraf Ernſt
Ludwig ſelber, der zahlreiche muſikaliſche Werke hinterlaſſen hat,
im 19. Jahrhundert endlich Joh. Chriſtian Heinrich Rinck,
Wil=
helm Mangold und Carl Amand Mangold, der bedeutſame
Darm=
ſtädter Romantiker, Robert Emmerich, der hier fruchtbar wirkte,
u. a. m. noch nicht in gebührender Weiſe behandelt worden ſind.
Bei einem Teil dieſer Meiſter iſt die Schwierigkeit einer
Wür=
digung darum groß, weil die Nachkommen noch im Beſitz des
Nachlaſſes ſind, und es darum weniger leicht iſt, die Werke und
perſönlichen Erinnerungen zu ſichten. Wir dürfen darum aufs
Neue daran erinnern, wie wichtig es iſt, daß man derart
wert=
volles Material für die Geſchichte der Kunſt in Heſſen nicht der
Allgemeinheit vorenthalten, ſondern es der Landesbibliothek
über=
weiſen ſoll, wo es nutzbar gemacht werden kann, wie dies zum
Beiſpiel die Nachkommen der Komponiſten Mangold in
dankens=
werteſter Weiſe getan haben. Vor nicht langer Zeit ging durch
Schenkung von zwei Seiten der Nachlaß eines anderen, durchaus
nicht bedeutungsloſen Komponiſten in den Beſitz der
Landes=
bibliothek über, die Sammlung der Kompoſitionen und
ſchrift=
ſtilleriſchen Arbeiten von Ferdinand Büchler (1817—1891), dem
Freunde Carl Amand Mangolds, der als Celliſt jahrzehntelang
eine Zierde des hieſigen Orcheſters war, dem der Titel
Konzert=
meiſter verliehen worden war, und der ſich nicht nur als Muſiker,
ſondern auch als wertvolle Perſönlichkeit hohen Anſehens erfreute.
Viele werden ſich noch des alten Herrn erinnern, die in einem
der zurückliegenden Häuschen in der Karlſtraße zwiſchen Kies=
und Heinrichſtraße wohnte, viele ältere Männerchormitglieder
haben noch ſeine Kompoſitionen, die ſich in großer Anzahl in den
Vom Tage.
Der Miniſter für die beſetzten Gebiete Dr. Bell wird, wie von
maßgebender Seite verlautet, am 8. Oktober — wie dies beveits ſeit
langem geplant war — in das beſetzte Gebiet reiſen.
Das franzöſiſche Militärpolizeigericht hat infolge
des Koblenzer Abkommens ſämtliche bis 17. September eingeleiteten
Strafverfahren gegen Deutſche eingeſtellt. Es waren 13
Fälle, die zur Verhandlung kommen ſollten darunter mehrere wegen
„beleidigender Haltung gegenüber Mitgliedern der franzöſiſchen
Be=
ſatzungsarmee” und wegen verbotenen Waffentragens.
„Paris Soir” hält es für möglich, daß die Cinberufung des
Parlaments bis Anfang November hinausgeſchoben
wer=
den könne, da die Regierung die Erlaſſe über die Juſtiz= und
Verwal=
tungsreform vollſtändig durchführen möchte, bevor die zweifellos zu
er=
wartende Debatte im Parlament beginnt.
Nach der „Ere Nouvelle hat Herriot der Radikalen Partei
mit=
geteilt, er werde die Präſidentſchaft der Partei ablehnen,
wenn ſie ihm erneut angeboden werde. Als Kandidaten für die
Präſi=
dentſchaft werden Malvy, Renault, Daladier und Chautemps betrachtet.
Das franzöſiſche Torpedoboot Nr. 349 iſt an der Kütſte
von Korſika gekentert. Zwei Mann der Beſatzung ertranken.
Der belgiſche Schatzminiſter Franequi und der neue
Gouverneur der Banque National Franck reiſen heute nach London,
um mit den dortigen Finanzleuten Fühlung zu nehmen. Die
Verhand=
lungen bezwecken die Erlangung einer Anleihe zwedls Stabiliſierung des
belgiſchen Franken.
Die Konferenz der Bergarbeiter=Delegierten beſchloß,
die Regierungsvorſchläge zur Beſchlußfaſſung an die einzelnen Bezirke
weiterzuleiten. Der Bericht wird in der auf Donnerstag verſchobenen
Konferenz erſtattet werden.
„New York Herald” meldet aus London, daß dort das Gerücht von
der bevorſtehenden Abdankung des Königs Ferdinand von
Rumänien umgebe. Die Abdankung werde erfolgen, ſobald die
Königin Maria in Amerika angekommen ſein werde.
Der griechiſche Staatspräſident hat die Demiſſion des
Kabi=
netts nicht angenommen ſodaß nur die Miniſter ausſcheiden,
die ſich an dem Wahlkampf beteiligen wollen. Die Neuwahlen wurden
um zwei Wochen auf den 7. November verſchoben.
Wie aus Waſhington verlautet, hat die amerikaniſche
Re=
gierung ſich entſchloſſen, dem Internationalen
Schieds=
gerichtshof nicht beizutreten. In welcher Form dieſer Rückzug
erfolgen wird, ſteht noch nicht genau feſt.
Neuer ſpaniſcher Geſchäftsträger in Berlin.
wurde ſoeben zum ſpaniſchen Geſchäftsträger in Berlin ernannt.
Der langjährige Geſandte Spaniens in Berlin, Soler y
Guar=
deola, der ſich in das Privatleben zurückzieht, wird demnächſt dem
Reichsträſidenten ſein Abberufungsſchreiben überreichen.
Archiven der älteren Darmſtädter Vereine erhalten haben,
mit=
geſungen. Wenig bekannt iſt es, daß ſich Büchler auch
ſchriftſtelle=
riſch betätigt hat, und doch iſt gerade dieſer Zweig ſeines
Schaf=
fens für die Allgemeinheit beſonders intereſſant, da er ein
inter=
eſſantes Streiflicht auf die romantiſche Zeit wirft, und weil wir
hier Büchler als Mitkämpfer Schumanns für deutſche Art und
deutſche Kunſt kennen lernen, weil wir ihm außerdem gerade
hierdurch perſönlich näher kommen. Sein Urteil war ſcharf und
überlegt. Mangold führte dem Freund gern ſeine neueſten Werke
vor, der meiſtens zahlreiche Bedenken ausſprach, dann aber, wenn
er ſich mit dem neuen Werk näher vertraut gemacht hatte, mit
glühender Begeiſterung für dasſelbe eintrat. Dieſelbe Vorſicht im
Urteil findet ſich auch in den Schriften, die hauptſächlich aus den
40er und 50er Jahren ſtammen.
Den Anfang macht ein Tagebuch aus der Münchener
Stu=
dienzeit, den Jahren 1838—1839, aus dem wir entnehmen können,
mit welchen Perſönlichkeiten der junge Künſtler zuſammentraf
und welche Kunſt dort beſonders auf ihn einwirkte. Er verkehrt
bei Franz Lachner und Menter, ſeinem Cello=Lehrer, berichtet
über Aufführungen der Hugenotten, des Freiſchütz, der Gluckſchen
Iphigenie, des Don Juan, Robert le Diable, erzählt von
Aus=
flügen, von Kammermuſik in befreundetem Kreiſe, kurz, er
ent=
wickelt ein klares Bild von dem Münchener Muſikleben, wie es
ſich in den Augen eines jungen Künftlers damals ſpiegelt. Hier
und da wird auch ein Vergleich mit dem Darmſtädter Theater
ar gedeutet.
In den übrigen Werken ſpiegeln ſich in der Hauptſache ſtets
zwei Gedanken wieder, der eine die Entrüſtung über die
Bevor=
zugung fremdländiſcher Werke an den deutſchen Opern, der andere
das rege Intereſſe für die damalige Politik, wobei ſich Büchler
leidenſchaftlich für die Volksrechte einſetzt und immer wieder in
Ernſt und Satire die Reaktion bekämpft.
Für die erſteren Gedanken iſt beſonders charakteriſtiſch ein
dramatiſcher Verſuch aus dem Jahre 1841, „Drei Tage aus dem
Leben eines deutſchen Componiſten.‟ Die erſte Szene ſpielt im
Zimmer des Theaterdirektors, der an der Hand der
Theater=
rechnungen den Italienern Mercadante, Donizetti und Bellini
ein enthuſiaſtiſches Loblied ſingt, die ihm zu den größten
Ein=
nahmen verhelfen. „Ja, ja! Da ſtehen ſie, die toten Zahlen —
da ſtehen ſie! — aber ſie reden mir lebendiger als tauſend
hoch=
trabende Worte dieſer Rezenſenten, welche das ganze Jahr das
Wort „klaſſiſch” wiederkäuen und mir ewig den Vorwurf machen,
als begünſtige ich nur ausländiſche Kunſtprodukte. So hinter
dem warmen Ofen zu ſitzen, in einer Mozartſchen Partitur
ſchwelgend, und nun ein Pereat über alles zu ſchreien, was nicht
aus derſelben Quelle geſchöpft iſt, das iſt ganz hübſch; wer aber
DieBewegung in der deutſchen
Beamtenſchaft.
Seit längerer Zeit ſchon ſind Beſtrebungen im Gange, die
verſchiedenen großen Organiſationen der deutſchen Beamten zu
einem einheitlichen Verbande zu verſchmelzen. Der nach der
ſozialdemokrauiſchen Seite orientierte Allgemeine deutſche
Be=
amtenbund hat ſich nach längeren Verhandlungen zurückgezogen.
Zwiſchen dem neutral=unpolitiſchen Deutſchen Beamtenbund und
den Chriſtlich=Sozialen Deutſchen Beamtengewerkſchaften aber
ſind die Bemühungen weitergegangen und ſcheinen jetzt zu einer
Verſtändigung zu führen. Ob es freilich zu einer Verſchmelzung
kommt, iſt noch nicht ganz gewiß. Eine Kartellierung der beiden
Verbände iſt aber geſichert. Der Beamtenbund umfaßt reichlich
900 000 Mitglieder, die Chriſtlich=Nationalen Gewerkſchaften
haben etwa ¼ Million. Eine Darſtellung, die vom Deutſchen
Beamtenbund ausgeht, daß die Chriſtlichen ſich von den
Ge=
werkſchaften, mit denen ſie bisher eng zuſammenarbeiteten,
voll=
kommen löſen wollen, wird von der Gegenſeite beſtritten. Die
Einzelheiten ſcheinen alſo noch flüſſig zu ſein. Man rechnet indes
damit, daß ſchon am Freitag die letzte Entſcheidung darüber
fällt, auf welcher Grundlage die beiden Organiſationen künftig
zuſammenarbeiten wollen.
* Zentrum und Reichsbanner.
Das Zentrum verzichtet in dieſem Jahre aus begreiflichen
Gründen auf die Einberufung eines eigenen Parteitages. Es
hat ſich damit begnügt, den Parteiausſchuß für die letzten
Ok=
tobertage nach Erfurt zu laden und in der Parteipreſſe wird
vereits vorſichtig angedeutet, daß es ſich um die Löſung „
organi=
ſatoriſcher Fragen” handeln würde. Was darunter zu verſtehen
iſt, darüber haben wir bereits vor einigen Wochen aufmerkſam
gemacht: dem Zentrum iſt die enge Verbrüderung mit der
So=
zialdemokratie im Reichsbanner unbehaglich, zumal da die
Chriſtlich=Soziale Partei in Oeſterreich, Aergernis daran
genom=
men hat, daß das Reichsbanner zu ſozialdemokratiſchen
Veran=
ſtaltungen in Wien, die ſich unmittelbar gegen die Chriſtlich=
Sozialen richteten, Delegationen entſandt hatte. Noch viel
be=
denklicher aber iſt vom Zentrumsſtandpunkt aus, daß der ganze
linke Flügel durch die Bindung mit dem Reichsbanner immer
weiter radikaliſiert wird und die Gefahr entſteht, daß er eines
Tages zur Sozialdemokratie abwandert. Nun iſt es ſchwer zu
ſtoppen, nachdem maßgebende Führer der Partei, darunter auch
der Reichskanzler Dr. Marx, Ehrenſtellen im Reichsbanner
an=
genommen haben. Freilich Ehrenſtellen, in denen ſie nichts zu
ſagen haben. Die Parteipreſſe des Zentrums in ganz
Deutſch=
land arbeitet denn auch zielbewußt darauf hin, wenigſtens ein
Abrücken des Zentrums vom Reichsbanner vorzubereiten und
auf die Vorzüge einer eigenen Parteiorganiſation hinzuweiſen.
Da das Zentrum gegenwärtig noch zu ſehr im Reichsbanner
ver=
ſtrickt iſt, um den Knoten zu durchhauen, wird es vermutlich den
Ausweg einer Entſchließung wählen, die eine langſame
Tren=
nung vorbereitet und inzwiſchen die Windhorſtbünde ſo
aus=
bauen, daß ſie in kürzerer oder längerer Friſt ein eigenes
Reichs=
banner des Zentrums bilden können. Verſtändlich genug, daß die
Sozialdemokraten einer ſolchen Entwicklung mit größtem
Miß=
trauen entgegenſehen und alle Minen ſpringen laſſen, um auf
dem Umweg über die Zentrumsmitglieder, die dem Reichsbanner
noch angehören, einen Bruch zu vermeiden.
*Der Fall Dorpmüller.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der vom Verwaltungsausſchuß gewählte neue Präſident der
Reichsbahn, Dorpmüller, iſt vom Reichspräſidenten immer noch
nicht beſtätigt worden, weil das Neichskabinett beſtimmte
Zu=
ſagen verlangt, um eine Ueberrumpelung bei den nächſten Wahlen
zu verhindern. Auf der anderen Seite iſt es aber natürlich
un=
möglich, den Konflikt in die Länge zu ziehen, ſchon weil die
Politik des Reichsaußenminiſters auf einer Verwertung der
Eiſenbahnobligationen aufgebaut iſt und dazu eine
geſchäfts=
mäßige Verwaltung der Reichsbahn die Vorausſetzung iſt.
* Die Fürſtenabfindung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Verhandlungen zwiſchen dem Vertreter des
Hohenzol=
lernhauſes und der preußiſchen Staatsregierung über einen
neuen Vergleich ſind jetzt zu einem Abſchluß gekommen, der
— wie es ſcheint — die ganze Frage der Fürſtenenteignung der
öffentlichen Ausſprache zu entzichen geeignet iſt. Die
Staats=
regierung ſelbſt hat ſich ihre Entſcheidung noch vorbehalten, hat
aber die Fraktionen der Regierungskoalition um eine
Fühlung=
nahme gebeten, die zu dieſem Zweck zu Sonderſitzungen in der
erſten Oktoberwoche zuſammenberufen ſind.
wie ein Theaterdirektor ſeine Erfahrungen aus dem Leben
ſchöpft, das ihn umgibt, der lernt anders denken, der lernt, was
es heißt, ein Publikum, und dazu noch ein deutſches, zu
befriedi=
gen. — Gedeihen etwa fremde Kunſtwerke bei uns nicht? O, ich
glaube, daß Deutſchland das einzige Land iſt, in deſſen
Kunſt=
klima jedes fremde Kunſtwerk gute Früchte trägt. Denn das
Publikum iſt das gefräßigſte Ungeheuer; Alles, was man ihm
gibt, verſchlingt es mit Haſt und begehrt immer neue Reize für
ſeinen lüſternen Gaumen. Wer es verſteht, ſeinen Neigungen zu
huldigen, in deſſen Hand iſt es wie ein Kind, das er nach Willkür
leiten kann. Aber die deutſche Kunſt iſt eine viel zu herbe Koſt,
als daß ſie einem Publikum lange munden könnte.”
Dieſem Theaterdirektor bringt ein weltfremd und idealtſtiſch
gezeichneter Komponiſt eine deutſche Oper. Nach langen
Be=
mühungen gelingt es ihm, den Direltor wenigſtens dazu zu
ver=
anlaſſen, das neue Werk einer Durchſicht zu unterziehen. Der
zweite Teil ſpielt im Zimmeer eines Freundes des Komponiſten.
Wir hören, daß die Oper zur Aufführung angenommen wurde.
Der Freund: „O Vaterland! Du wälzt eine ſchwere Schuld
auf dich: deine eigenen Kräfte läßt du in ſich zuſanmenfallen
und duldeſt, daß die fremde Kunſt deine eigene werde! O
könn=
den Gluck Mozart und alle Heroen der Vorzeit, könnten ſie aus
ihren Gräbern ſteigen, dann würden ſie ſehen, wie ſie vergeſſen
ſind wegen eines Haufens Kunſtgeſindel, das die Welt mit einer
wahren Sintflut ſeichten Klingllangs überſchavemmt, der einen
Daannm bildet, über den nichts Gutes paſſieren kann.” Wir
er=
fahren, daß der Direktor im Voraus 300 Thaler verlangt hatte
für den Fall, daß die Oper mißſiele, der Freund hat die Summe
hinterlegt. Und nun hören wir von den Schwierigkeiten, die
dem Komponiſten durch die Eitelkeit der Sänger enzſtehen. Er
klagt: „Mir iſt ſchon bang vor dieſen Mitgliedern der Oper, die
nichts gelernt haben, als eine abgeſchmackte italieniſche Arie
hinunterzugurgeln; was werden ſie aus meiner Oper machen!
Da wird bald der erſten Sängerin eine Arie zu emfach ſein; dem
Baſſiſten geht ſeine nicht tief genug; der andere legt eine Kadenz
ein, die einem die Ohren zerreißt: Der Freund mahnt zur
Nachgiebigkeit, und der Komponiſt ſucht nun die verſchiedenen
Künſtler auf, um ſie für ſein Werk zu intereſſieren. Inzwiſchen
erleben wir, wie ſich im Zimmer der erſten Sängerin die
Intri=
quen gegen die Oper endickeln, da die Sänger glauben, nicht
ge=
nügend in den Nollen mit ihrer Kunſtfertigkeit und Koloratur
glänzen zu können. Am Abenb in der erſten Geſamtprobe ſcheint
ſich alles gegen den Komponiſten zu verſchvören, mit den
nich=
tigſten Einwänden verſuchen Sänger und Inſtrumentiſten die
Aufführung zu ſtören und zu unterbrechen.
(Schluß folgt.)
Nummer 272
Freitag, den 1. Oktober 1926
Seite 3
Das Budgetproviſorium mit großer
Mehrheit abgelehnt.
TU. Warſchau, 30. September.
Das Budgetproviſorium der polniſchen Regierung, das
er=
neut dem Seim zugegangen war, iſt von dieſem bei der mit
größ=
ter Spannung erwarteten Abſtimmung mit 206:94 Stimmen
ab=
gelehnt worden. Die Ueberraſchung über dieſes Ergebnis war
ſo groß, daß weder Pilſudſki noch Barthels das Wort ergriffen.
Die Regierung zog ſich ſofort zur Beratung zurück.
Um 9 Uhr abends trat der Seim, wie angekündigt, erneut
zuſammen und nahm eine kurze Erklärung des
Miniſterpräſiden=
ten Barthels entgegen, in der es heißt, die Regierung trete
zu=
rück, weil in der ſoeben abgehaltenen Kabinettsſitzung ſich vier
Miniſter, einſtweilen unter Vorbehalt, gegen Auflöſung des Seim
ausgeſprochen hätten. Die Seimſitzung wurde ſofort wieder
ge=
ſchloſſen. Barthels begab ſich im Auto zum Staatspräſidenten
und überreichte die Demiſſion, die ſofort angenommen wurde.
Ueber die heutigen Vorgänge erfahren wir noch: In der
Nachmittagsſitzung, die um 4 Uhr begann, erledigte der Seim die
rumäniſch=polniſche Konvention, die mit allen Stimmen gegen
die ukrainiſchen Juden und Kommuniſten ratifiziert wurde.
Dann berichtete der Vorſitzende der Budgetkommiſſion und
emp=
fahl am Ende ſeiner Ausführungen Annahme des
Budgetpro=
viſoriums in der Senatsfaſſung. Die Regierung erklärte
dem=
gegenüber, ſie müſſe dies als Ablehnung ihres eigenen Budgets
anſehen und daraus die Konſequenzen ziehen. Trotzdem lehnte
der Seim die Senatsfaſſung mit der gemeldeten Mehrheit ab.
In parlamentariſchen Kreiſen wird der Hinweis in der
Re=
gierungserklärung, daß ſich vier Miniſter noch gegen die
Seim=
auflöſung ausgeſprochen haben, als richtungweiſend für die
wei=
teren Abſichten der geſtürzten Regierung erachtet. Man ſpricht in
beſtimmteſter Form davon, daß Pilſudſki mit Barthels in der
Nacht noch ein neues Kabinett bilden werde, in dem nur die
vier Miniſter erſetzt würden, die der Seimauflöſung nicht
zu=
ſtimmten. Mit einem ſolchen Miniſterium würde dann die
Ein=
ſtimmigkeit für die Sefmauflöſung erreicht, die dann ebenfalls
noch im Laufe der Nacht erfolgen würde.
WarſchauinAufregungüberden
Sertrag von Moskau.
Einheitsfront gegen Rußland.
* Warſchau, 30. September. (Priv.=Tel.)
Obwohl die Entſcheidung über das Weiterbeſtehen des
Par=
lamentes auf des Meſſers Schneide ſteht und unmittelbar die
offene Diktatur Pilſudſkis die Folge ſein kann, widmen die
hie=
ſigen Blätter ihre Leitartikel ausſchließlich dem Abſchluß des
litauiſch=ruſſiſchen Vertrages. Die ſelbſt für
pol=
niſche Verhältniſſe ungewöhnlich heftige Sprache der Preſſe zeigt
die ungeheuere Erregung, die der Vertrag in allen
politiſchen Kreiſen Polens hervorgerufen hat. Uebereinſtimmend
wird erklärt, daß der Vertrag eine Provokation Polens
darftelle. Die Pilſudſki naheſtehenden Blätter erklären, daß man
einen ſolchen Vertrag bisher für nicht ganz unwahrſcheinlich
ge=
halten habe. Er widerſpreche dem polniſch=ruſſiſchen Vertrag von
Riga vom Jahre 1921 und ſtimme auch mit den
Völkerbunds=
ſtatuten nicht überein. Der Rigaer Vertrag, ſo erklärt „Glos
Prawdi”, ſchließt ausdrücklich die Möglichkeit aus, die der neue
Moskauer Vertrag aufrolle. Gleichzeitig aber ſcheine der neue
Vertrag die Rigaer Abmachungen wertlos zu machen. Der „
Kur=
jer Porannij” erklärt, es ſei die Pflicht der polniſchen Regierung,
mit aller Energie die Tatſache feſtzunggeln, daß derartige
Doku=
mente, wie ſie Tſchitſcherin und Sleſevicius verfertigt hätten,
nicht einmal das Papier wert ſeien, auf dem ſie geſchrieben
ſeien, weil ſie zu der Gattung der diplomatiſchen Pornographie
gehörten. Die Sowjetregierung ſtehe außerhalb der Staaten, in
denen die Sitten der ziviliſierten Welt Geltung hätten. Litauen
habe ſich damit der Stoßtruppe Rußlands gegen Polen zugeſellt.
Der ebenfalls Pilſudſki naheſtehende „Expreß Porannij” weiß,
daß, obwohl der genaue Text des Vertrages noch nicht vorliege,
die Regierung die Lage auf Grund der bisherigen Meldungen
als ſehr ernſt anſehe.
Auch die Rechtspreſſe, voran die „Rzeczpospolita”, ſpricht von
einer Vergewaltigung des Vertrages von Riga, die für Europa
eine ſehr gefährliche Lage ſchaffe. — Die Blätter ſind ſich alſo
völlig einig. Man hat die polniſchen Parteien noch nie ſo
ein=
mütig gefunden, wenn auch in der Rechtspreſſe der Hinweis nicht
fehlt, der Vertrag ſei eine Folge der Mai=Ereigniſſe, mit anderen
Worten: der Regierung Pilſudſki. Man bedauert in dieſen
Krei=
ſen, daß der polniſche Geſandte in Moskau ausgerechnet jetzt in
Urlaub und der polniſche Außenminiſter nicht in Warſchau ſei.
Dieſe Einmütigkeit kann ſehr wohl dahin führen, daß ſich die
gegenwärtige innenpolitiſche Spannung in Polen nach der
außen=
politiſchen Seite entlädt und im Sinne einer Einheitsfront auch
nach innen hin die Entwicklung beeinflußt. „Wenn es um Wilna
geht”, ſo ruft der „Kurjer Polſki” aus, „iſt die Meinung der
ganzen polniſchen Nation einig, dann kann von keinem
Zuge=
ſtändnis und von keinen Befürchtungen die Rede ſein.”
Ob es der ruſſiſchen Politik gelingen wird, die Wogen der
Erregung in Warſchau zu glätten, muß bezweifelt werden.
Natür=
lich wird nach dem Vorliegen des genauen Textes eine ruhigere
und ſcchlichere Diskuſſion einſetzen. Man befürchtet jedoch in
poli=
tiſchen Kreiſen Warſchaus, daß der Wortlaut des Moskauer
Ver=
trages ſo abgefaßt iſt, daß er auch Polen gegenüber das Geſicht
wahrt. Dies würde für den Fall zutreffen, daß ſich Rußland, wie
es nach einer glaubwürdigen Verſion heißt, tatſächlich dahin
aus=
gedrückt hat, daß die Sowjetunion „an ihrer bisherigen
Auf=
faſſung in der Wilnafrage feſthält‟. Dieſe Feſtſtellung Rußlands
könnte ſich ebenſo auf den litauiſch=ruſſiſchen Friedensvertrag
vom Jahre 1920 beziehen, in dem Rußland Wilna als litauiſches
Gebiet anerkennt, wie auf den polniſch=ruſſiſchen Vertrag vom
Jahre 1921, in dem Rußland erklärt hat, daß die Wilnafrage eine
Angelegenheit der beiden Staaten Polen und Litauen ſei.
Die Memelfrage wird natürlich von der Warſchauer Preſſe
noch gar nicht diskutiert.
Ein überraſchendesruſſiſches Angebot anPolen.
Desintereſſement an Wilna gegen ein
Sonder=
abkommen.
Der ſowjetruſſiſche Geſandte in Warſcheu, Wojkow, hat
heute plötzlich im polniſchen Außenminiſterium vorgeſprochen, wo
er dem Staatsſekretär Knoll, der zurzeit die Vertretung Zaleſkis
hat, folgenden offiziellen Vorſchlag der Sowjetregierung
unter=
breitet hat:
„Die Sowjetregierung ift jetzt noch bereit, ihr
Desintereſſe=
ment an Wilna zu erklären, wenn Polen bereit iſt, mit der
Sowjetregierung ein Sonderabkommen über die gegenſeitige
Neu=
tralität abzuſchließen. Die Sowjetregierung betont aber die
Notwendigkeit eines Sonderabkommens.”
Dieſer Vorſchlag der Sowjetregierung hat in den Kreiſen
der Regierung Senſation hervorgerufen.
Regierungswechſel in Oeſierreich.
Prälat Dr. Seipel,
die prominenteſte Perſönlichkeit der Chriftlichſozialen Partei
Oeſterreichs, der im Zuſammenhang mit dem bevorſtehenden
Rücktritt ſeines Fraktionskollegen Bundeskanzler Dr. Ramek als
ausſichtsreichſter Anwärter auf den Kanzlerpoſten genannt wird.
Die Zuſammenkunft
Muſſolini—Chamberlain.
TU. Rom, 30. September.
Die Zuſamenkunft Muſſolinis mit Chamberlain hat
uner=
warteterweiſe ſchon heute vormittag auf der Höhe von Livorno
an Bord der italieniſchen Jacht „Giuliana” ſtattgefunden.
Cham=
berlain war im Laufe der Nacht an Bord ſeiner Jacht „Delphina”
vor Livorno angelaufen, wo die „Giuliana” bereits lag.
Muſſo=
lini war geſtern abend im ſtrengſten Incognito im Sonderzug
von Rom abgereiſt und hatte in Vaza, an der Strecke Rom-Piſa,
übernachtet. In ſeiner Begleitung befanden ſich ſein
Privat=
ſekretär Marcheſe Paulucci, Unterſtaatsſekretär im Auswärtigen
Amt, Dino Grandi, Kabinettschef Mameli und Preſſechef Graf
Torre. Im Hafen von Livoro ſind die ſchärfſten Maßnahmen
getroffen worden, damit ſich niemand ohne beſondere Erlaubnis
im Hafen oder auf der Reede aufhält; nicht einmal die
Preſſe=
vertreter ſind zugelaſſen worden.
Die Unterredung Muſſolinis mit Chamberlain an Bord der
engliſchen Jacht „Delphine” hat etwa 1½ Stunden gedauert.
Gegen 1 Uhr lud Muſſolini den britiſchen Miniſter des Aeußern
und ſeine Familie zu einem Frühſtück auf die italieniſche
Kö=
nigsjacht „Guiliana” ein, die ebenfalls im Hafen von Livorno
vor Anker lag.
In der über die Beſprechungen von Livorno veröffentlichten
amtlichen Mitteilung wird betont, die Unterredung zwiſchen den
beiden Staatsmännern, die durch gegenſeitige und perſönliche
Freundſchaft verbunden ſeien, habe ſich in ſehr herzlicher Form
abgewickelt. Die beiden Miniſter hätten nach dem Frühſtück die
wichtigſten internationalen Fragen des Augenblicks geprüft und
hatten die Genugtuung, die Vertrautheit der engliſch=italieniſchen
Beziehungen und die Uebereinſtimmung der von beiden
Regie=
rungen für die Löſung der wichtigſten europäiſchen Fragen
ver=
folgten Richtlinien zu beſtätigen.
Am ſpäten Nachmittage hat Muſſolini auf der Jacht „
Giu=
liana” die Behörden und Parteiführer von Livorno empfangen
und iſt am Abend mit ſeinem Sonderzug nach Rom
zuruckgefah=
ren. Chamberlain und ſeine Familie haben ſich nach der
Unter=
redung wieder an Bord der engliſchen Jacht begeben.
Italieniſche Preſſeſiimmen.
Ueber die Tragweite der heutigen Beſprechung Muſſolinis
mit Chamberlain ſchreibt der „Corriere della Sera”, das
aktuellſte zu behandelnde Problem bikdet das politiſche Vorgehen
Deutſchlands nach ſeinem Eintritt in den Völkerbund. Wenn
Frankreich und Deutſchland ihre neuen politiſchen Beziehungem
durch finanzielle und wirtſchaftliche Abkommen zu ergänzen
ſuch=
ten, könne das in Rom oder London weder mißfallen noch
beun=
ruhigen, ſondern einen offenſichtlichen Erfolg der
Verſöhnungs=
politik beider Länder bilden. Wenn jedoch von Grund auf neue
Abkommen zwiſchen Deutſchland und Frankreich getroffen
wer=
den ſollen, die Intereſſen Dritter berühren, müſſen die heiklen
Fragen geprüft werden, die durchaus nicht beunruhigend ſeien,
ſondern viel günftige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung
der neuen Verſöhnungspolitik enthalten. Ein einträchtiges
Vor=
gehen der Garantiemächte ſei aber erforderlich, die nicht indirekt
durch die mögliche Entwicklung erſchwert werden ſolle und
dar=
über wache, daß kein überſtürztes Vorgehen einer ſo gut
begon=
nenen Bewegung Abbruch tun könne.
7. Reichsparteitag der Oeutſchen Volkspartei.
Köln, 30 September.
Die große Reichsparteitagung der Deutſchen Volkspartei, die eine
Konferenz der Landesvertreter, eine Sitzung des Zentralvorſtandes der
Partei und die des eigentlichen Parteitags umfaßt und ſich über vier
Tage erſtreckt, hat heute ihren Anfang genommen. Der Parteitag iſt
diesmal außerordentlich ſtark beſchickt. Mehr als 1200 Delegierte der
deutſchvolksparteilichen Organiſationen werden erwartet. Dazu kommen
die Teilnehmer aus der näheren Umgebung, ſodaß mit einer Geſamtzahl
von etwa 4000 Perſonen gerechnet werden kann. Die Eintrittskarten zu
der großen Streſemann=Verſammlung am Samstag, die in der rieſigen
Meſſehalle ſtattfindet, ſind bereits ſeit einigen Tagen vergriffen. Dr.
Streſemann wird am Freitag in Köln erwartet.
Den Auftakt der Tagung bildete heute eine ſehr ſtark beſuchte
Kom=
ferenz aller deutſchen Landtagsfraktionen und der preußiſchen
Staatd=
ratsmitglieder der Deutſchen Volkspartei. Die preußiſche
Landtagsfrak=
tion iſt vollzählig erſchienen. Ferner bemerkte man zahlreiche
Abgeord=
nete der Landtagsfraktionen. Abg. v. Campe eröffnete die Sitzung mit
Worten der Begrüßung. Zu Leitern der Tagung wurden die Abgg.
v. Campe, Leidig, Burger, Dingeldey, Leuthäuſer und Dr. Jarres
berufen.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Donnerstag, den 30. September.
Oberon.
Romantiſche Oper von Planché, Muſik von C. M. v. Weber.
Die Bedenken, ob die Lebeuskraft des letzten,
unvollkomme=
nen Weberſchen Werkes genügt, werden jedesmal beſiegt, wenn
ſeine wundervolle, ſelbſt für Weber einzigartige, der Nachwelt ſo
bedeutungsvoll Richtung gebende Muſik erklingt. Dieſe in einer
Form erhalten zu wiſſen, die über die Lücken und Mängel
hin=
wegführt, in dem uns das Werk hinterlaſſen wurde, iſt ein
Ge=
danke, der jeden Muſikliebenden beſchäftigen muß. Denn die
Mahlerſche Bearbeitung, in der uns die Oper als der ſeither
brauchbarſten geboten wird, kann nicht das letzte Wort ſein. Wer
in ihre Dramaturgie eindringt, ſieht bald die Schwächen, ja
Feh=
ler, wenn nicht gar Flüchtigkeit dieſer Arbeit, für die ein großer
Name keine genügende Deckung gibt. Es ſcheint nicht allzu ſchwer
— und vielleicht iſt ein kunſtbegeiſterter neuer Bearbeiter ſchon
dazu am Werk —, aus dem günſtigen Stoff und dem reizvollen,
nur viel zu langatmigen, vielperſonigen Text (deutſche
Ueber=
ſetzung von Theodor Hell 1826) eine brauchbarere Geſtaltung zu
gewinnen, die ein ſinnvolles, geſchloſſen wirkendes Ganzes von
ſingſpielartigem Charakter entſtehen ließe, in dem die
unange=
taſtete und unergänzte Muſik Webers ihren feſten Platz ſinden
könnte.
Die heutige Vorſtellung, in der Regie Herrn Mutzenbechers
und Inſzenierung Schenck von Trapps von voriger Spielzeit
be=
kannt, brachte verſchiedene Neubeſetzungen.
In der Titelrolle trat Rudolf Strzeletz zum erſten Male
auf. mit gutem Gelingen, eine ſtimmlich befriedigenden und
ſiche=
ren Leiſtung. Die Oberonrolle ſoll etwas Elfenhaftes, Zartes
Ueberirdiſches haben. Das iſt dem Künſtler nicht eigen.
Als Puck ſtellte ſich Grete Penſe vor, gleich als wie eine
fertige Künſtlerin, und hat doch noch nie auf der Bühne
geſtan=
den! Die Sicherheit ihrer durchdachten Darſtellung, die
Ausdrucks=
fähigkeit und Beweglichkeit ihres gutgewachſenen Körpers, die
Intelligenz ihrer Auffaſſung der heiklen Rolle nahm ſofort für
ſie ein. Dazu eine große dunkle Stimme, die zwar noch etwas
hinten ſitzt, aber ſchon Klang hat, und eine Deklamation von
ſchon muſtergültiger Schulung. Hier ſcheint eine ſehr
ausſichts=
volle Künſtlerin im Werden!
In den äußerſt ſchwierig zu ſingenden Hauptrollen, Rezia
und Hüon, bewährten ſich in bemerkenswerter Weiſe wieder
Ger=
trud Gercke und Joſeph Poerner. Frau Gerckes Stimm=
material ſcheint nun zu größter Fülle herangewachſen. Das gibt
im Verein mit ihrer ſchönen bildhaften Erſcheinung ihrer Rezia
das richtige Format. Alle mehr lyriſchen, paſſiven Partien liegen
der Künſtlerin ausgezeichnet, die heute ſo gut war, wie noch ſelten.
Joſeph Poerner, deſſen Stimme offenbar unter den
Ein=
wirkungen der Akklimatiſation zu leiden hat, ſchien heute freier
und faſt wieder im Vollbeſitz ſeiner ſchönen Mittel, die er mit
geſchultem Kunſtverſtand verwendete.
Paula Kapperiſt eine nette, gute Fatime. Leo
Barczin=
ſkys Natur liegt der Scherasmin etwas fern. Doch war ſeine
durchdachte Darſtellung ſehr friſch und geſanglich fein. In
Neben=
rollen fügten ſich die Damen Werle, Ilſe Lahn, Sitta
Müller, ſowie die Herren Kuhn Ebert Ney gut ein. Die
mancherlei gar nicht, einfachen Chöre (Berthold Sander)
waren vorzüglich; die Tänze zweckentſprechend und anmutig.
Die muſikaliſche Leitung hatte zum erſtenmal Max Hüsgen
und bewies von neuem ſeine außerordentliche Gewandtheit. Als
zu Beginn ſein Pultlicht verſagte, dirigierte er kurz entſchloſſen
die Ouvertüre auswendig. Bravol
Die letzte Szene hat eine durchgreifende Aenderung erfahren:
ſie iſt mir völlig unverſtändlich geblieben.
v. H.
Muſikfeſtin Mainz vom 3. bis 9. Oktober 1926
Zum 50jährigen Beſtehen des Städtiſchen Orcheſters
iſt es der Mainzer ſtädtiſchen Verwaltung gelungen, eine wirklich
künſt=
leriſche Muſikfeſtwoche unter Leitung des Generalmuſikdirektors Paul
Breiſach ins Leben zu rufen. Das bereits im Anzeigenteil
ange=
kündigte Feſtprogramm verſpricht, einen großen künſtleriſchen Genuß
zu bieten. Im Sinfonie=Konzert am Dienstag, den 5. Oktober, wird
neben klaſſiſcher Muſik auch die moderne ertönen, und insbeſondere
wird durch die uneigennützige Mitwirkung des berühmten kerndeutſchen
Geigers Profeſſor Guſtav Havemann=Berlin dieſes Sinfoniekonzert eine
beſondere Anziehungskraft ſein. „Der Noſenkavalier” am Mittwoch, den
6. Oktober, obwohl in dieſem Herbſt ſchon einige Male in muſtergültiger
Weiſe geſpielt, orhält eine beſondere Bedeutung dadurch, daß die beiden
Berühmtheiten Barbara Kemp=Berlin und v. Manowarda=Wien ihre
Mitwirkung feſt zugeſagt haben. Zuletzt das Feſtkonzert in der
Stadt=
halle, an dem zirka 200 Künſtler teilnehmen, wird am Samstag, den
9. Oktober, den beſten Abſchluß der Muſikfeſtwoche darſtellen. Im
Rah=
men der Muſikfeſtwoche findet im Dezember die reichsdeutſche
Urauffüh=
rung von Bittners „Großer Meſſe mit Tedeum” ſtatt. Dieſe ganzen
hiinſtleriſchen Veranſtaltungen ſind für jeden dadurch zugänglich gemacht,
daß die Preiſe niedrig gehalten ſind, insbeſondere wer an allen
Veran=
ſtaltungen teilnimmt, erhält noch einen Nabatt von 25 Prozent. Da die
Nachfrage ſehr groß ſein ſoll, können wir nur raten, die Karten im
Vor=
verkauf, wie aus den Anzeigen und den Plakaten hervorgeht, zu löſen.
*Liſzis letztes öffentliches Spiel.
Im Jahre 1886 weilte Liſzt vorübergehend auf dem in der
Nähe der Stadt gelegenen Schloß Kolpach im Luxemburgiſchen
bei ſeinem Freund, dem ungariſchen Maler Punkacſy, der mit
einer Luxemburgerin vermählt war.
Mein Vater, Oberſtabsarzt a. D. Dr. S., wohnte damals in
der Stadt Luxemburg. Zur Zeit veranſtaltete in Luxemburg
ein Dilettanten=Orcheſter ein öffentliches Konzert, dem mein
Vater beiwohnte. Der Abend brachte eine große Ueberraſchung.
Die Muſiker hatten eine Deputation nach Kolpach zu Liſzt
ge=
ſchickt und ſich erlaubt, um ſein Erſcheinen zu ihrem Konzert
und um ſein Urteil zu bitten. — Liſzt nahm in
liebenswür=
diger Weiſe an und wurde bei ſeinem Erſcheinen im
Konzert=
raum gleich begeiſtert begrüßt. Nach Beendigung des Konzerts
richtete er dann Worte des Dankes und der Anerkennung an die
Muſiker. — Während ſeiner Unterhaltung mit den Herren
wurde wortlos ein Flügel hineingerollt. Liſzt verſtand dieſe
ſtumme Bitte ſeiner Verehrer und begab ſich auf’s Podium. —
Bald erklang ſein hinreißendes Spiel vor der begeiſterten
Zu=
hörerſchaft, und nach Beendigung desſelben durchſtrömte den
Saal ein nicht endenwollender Beifallsſturm.
Wohl niemand ahnte die tiefe Bedeutung dieſes Abends.
War es doch das letzte Mal, daß Liſzt öffentlich eine größere
Menge durch ſein meiſterhaftes Spiel berauſchte! — Auf der
Reiſe zu den Bayreuther Feſtſpielen, welche er bald darauf
an=
trat, erkältete er ſich und erlag der folgenden Krankheit ſchon
bald nach der Ankunft in Bayreuth. — Er hatte inzwiſchen nicht
W.
mehr öffentlich geſpielt.
C. K. Hochzeit mit Rundfunk=Muſik. Ein Brautpaar in dem
te Werkington, 500 Kilometer von London entfernt, hatte den
inlichen Wunſch, daß bei ſeiner Trauung der Hochzeitsmarſch
n Mendelsſohn geſpielt werde. Aber in dem Oertchen war
n Muſiker aufzutreiben, der das Stück mit der nötigen
Feier=
chkeit hätte ſpielen können. Die beiden, eifrige Hörer des
Lon=
ner Rundfunks, wandten ſich an das Rundfunkbureau mit
rBitte, man möchte zu einer beſtimmten Zeit den
Mendels=
hnſchen Hochzeitsmarſch ſpielen laſſen. Ihr Wunſch wurde
währt, und ſo ertönte denn bei ihrer Trauung durch den
Laut=
recher der ſchöne Marſch. Es war dies die erſte engliſche
Hoch=
t, bei der der Rundfunk die Muſik übernahm. Wenn dieſer
18weg Nachahmung finden ſollte, ſo dürfte die Londoner
unkkapelle freilich bald zu viel zu tun bekommen.
Seite 4
Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
Politiker aus den Reihen der Sozialiſten oder Demokraten, nicht Krieg führen. Zur Ertüchtigung der Nation, und weil man in
wagen, den Mund aufzutun, wenn ſie nicht ſicher ſind, daß auch Feindesland den Knüttel noch viel beſſer, wie in der Heimat
Mtcce
nicht einmal die Wände Ohren haben, haben dieſe Männer aus
ſchwingen kann. Dieſe Leute denken nicht viel — denn ſie ſind
Betrachtungen zur italieniſchen Innenpolitik.
Von unſerem römiſchen Korreſpondenten.
Dr. R. T. Rom, Ende September.
Auch wenn man zu den Leuten gehört, die am Sonntag noch
nicht ihr Auto im Topf haben, ſo hat man doch gehört, daß
ventilloſe Automobile faſt geräuſchlos laufen ſollen. Nur wenn
irgendwo eine Fehlzündung eintritt, dann gibts einen Knack,
Krach, Schuß. Irgendetwas iſt dann nicht in Ordnung. Die
italieniſche Innenpolitik wirkt heute nach außen wie ein
ventil=
loſer Wagen. Faſt geräuſchlos. Man hat alle Teile des
Mecha=
nismus derart eingekapſelt, von der Außenwelt abgeſchloſſen,
daß der ſimple Wanderer auf den internationalen Straßen das
italieniſche Auto kaum hört. Nur ab und zu kracht irgendwo eine
Fehlzündung. Aber wie der Automobillaie (es gibt allerdings
nur noch weuige) nicht weiß, warum es gekracht hat, ſo weiß der
internationale Wanderer meiſt auch nicht (und unter dieſen
Wan=
derern gibt es viel mehr Laien wie bei den Autos), warum es
trotz der glückhaften Ruhe im Stiefel Italiens quitſcht und knackt.
Es iſt nicht leicht, über dieſe Nebengeräuſche, die bald das
Hauptgeräuſch in Italien ſein können, Auskunft zu geben. Nicht
weil man nichts darüber ſagen könnte. Beileibe nicht. Reichlich
Stoff wäre vorhanden. Aber die Frage iſt die: wie ſage ichs
meinem Kinde. Wenn man zu offen iſt, kann man die ſchönſten
Unannehmlichkeiten im fasciſtiſchen Italien haben. Aber das
wäre ſchließlich eine Tatſache, die der Journaliſt im heutigen
Italien eben in den Kauf nehmen muß. Die Schwierigkeit beſteht
darin, daß man ſeine Mitteilungen ſo ſchlecht machen kann, ohne
andere Leute zu gefährden. Alſo die Sache liegt doch zum
Bei=
ſpiel ſo (ausdrücklich ſei für den italieniſchen Zenſor geſagt, daß
es nur ein Beiſpiel iſt; der tatſächliche Verlauf war natürlich
ganz anders!), alſo zum Beiſpiel: Man reiſt von Mailand nach
Rom, mit dem üblichen Nachtzug über Sarzana. Man ſitzt mit
einem Abgeordneten oder wenigſtens mit einem Manne
zuſam=
men, der bisher Abgeordneter war. Man kennt ihn flüchtig. E:
weiß, daß man Ausländer iſt und nicht im Dienſte des
Faseis=
mus ſteht. Der Mann hat ſeine Verdienſte im Krieg gehabt, iſt
ein eifriger Nationaliſt geweſen und hat mit an der Wiege des
Faseismus geſtanden. Als die ſogenannten Kriegervereinler ſich
zum Teil vom Faseismus abwandten, hat auch er unter ſeine
kritikloſe Anbetung des Fascismus einen Strich gemacht und
be=
gonnen, an den faseiſtiſchen Führern, ſogar an Muſſolini Kritik
zu üben. Während die Leute der früheren Oppoſition, alſo die
der Draufgeherzeit des Nationalismus und Anfangsfaseismus
immer noch ſo viel Mut, trotz aller brachialen Gefahren ihre
Meinung — wenigſtens von Zeit zu Zeit und bei Fremden —
zu ſagen, und da hört man denn doch allerlei, was das Knacken
im Maſchinengehäuſe erklärt.
Der Hauptfehler der Muſſoliniſchen Innenpolitik iſt die
voll=
kommene Unterdrückung der Optoſition. Der Wagen iſt
ventil=
los. Nirgends findet ſich ein Loch, durch das gefährlicher Druck
ausſtrömen kann. Die Oppoſition außerhalb des Faseismus iſt
tot. Was der „Mondo” als letztes typiſches Zeichen einer
ehe=
mals demokratiſchen Zeitung ſchreiben darf, iſt Limonade die
neben den kräftigen Champagnertönen der echt fasciſtiſchen Preſſe
derart ſeicht iſt, daß kein Menſch auf ſie mehr achtet. Nur wer
zwiſchen den Zeilen zu leſen und die Hauptkunſt für das heutige
Zeitungsleſen in Italien verſteht, nämlich das zu leſen, was
nicht in den italieniſchen Zeitungen ſteht, wird erkennen, was
hinter den Kuliſſen ſich entwickelt. Dieſer Mangel an Verpuffen
überflüſſiger oder ſchädlicher Gaſe, die ſich überall in dem
Miſt=
haufen Politik entwickeln, bläht den politiſch angeblich
homo=
genen Körper Italiens verdächtig auf. Aber nicht mehr die
Un=
zufriedenen der ehemaligen Oppoſition ſind es, die „umtriebe‟
machen, ſondern die heterogenen Elemente innerhalb des
Fas=
eismus ſind in Gärung geraten. Die jungen Draufgänger, die
das Heil des Landes nur in der ſogenannten. Tat” ſehen,
füh=
len ſich durch die arrivierten Elemente zurückgedrängt, denen es
bereits gelungen iſt, innerhalb der Partei oder an der
Staats=
krippe ein auskömmliches Plänchen zu finden. Das Rowdietum
der Leute, die nicht ohne Manganello, ohne Nilpferdpeitſche oder
Gummiknüttel auf die Straße gehen, jener Leute, die einſtmals
rote Kommuniſtenſchlipſe trugen, ehe ſie ſich zum ſchwarzen
Hemd bekehrten, will durch das Prinzip der Muſſoliniſchen
Tak=
tik, den Bürgern vor allem die notwendige innere Ruhe
wieder=
zugeben, nicht brotlos, nicht „tatlos” werden. Sie brauchen den
Krach und die Unſicherheit der Straße, um ihre
Exiſtenzberechti=
gung beweiſen zu können. Dieſe Nichtstuer, die vor allem in der
Miliz und in den Bureaus der fasciſtiſchen Provinzleitungen
noch eine erhebliche Rolle ſpielen, ſehen in Farinacci ihr Idol.
Sie erkennen zwar Muſſolini immer noch als ihren Duce, ihren
Führer an, aber ſie wollen weder von dem nationaliſtiſchen
Feder=
zoni, der ihnen viel zu „bourgeois” iſt und außerdem als
Roya=
liſt höchſt verdächtig erſcheint, etwas wiſſen, noch von der
Rück=
ſichtnahme auf außenpolitiſche Erforderniſſe. Dieſe Kreiſe
wol=
len innenpolitiſch über Heer und Polizei herrſchen und gegen das
Ausland, das augenblicklich Frankreich heißt, einen ſiegreichen
gänzlich verantwortungslos —, dieſe Draufgänger wollen nur
Beſchäftigung ohne Arbeit, und ſie wollen verdienen durch
„Eroberungen”.
Man kann, wie geſagt, auf Einzelheiten nicht eingehen, keine
Beweiſe hier beibringen, ohne ſeine Gewährsmänner zu
kom=
promittieren. Denn wenn man auch nur ſagen würde, auf einer
Neiſe von Mailand nach Rom hat ein Abgeordneter uſw. (io wie
es oben als Beiſpiel angeführt war, ohne natürlich den Tatſachen
zu entſprechen), ſo würde trotz der allgemeinen Angabe die
fas=
eiſtiſche Polizei in der Lage ſein feſtzuſtellen, wer der
Gewährs=
mann war. Denn es iſt ihr natürlich ganz genau bekannt, wenn
ein ausländiſcher Journaliſt von Mailand nach Nom fährt, und
mit wem er auf dieſer Reiſe zuſammengetroffen iſt, mit wem er
längere Zeit geſprochen hat. Dann iſt ſelbſtverſtändlich der
Ge=
währsmann bald in die peinlichſten Geſchichten verwickelt und
der Journaliſt vielleicht auch. Alſo nur keine „Indiskretionen”.
Aber gewiſſe Ereigniſſe, die auch im Auslande bekannt geworden
ſind (in Italien allerdings nicht), wie der Kampf zwiſchen
Poli=
zei und ſaseiſtiſcher Miliz in Trieſt wobei es Tote und
Verwun=
dete gab, oder die merkwürdige Meldung über die Verhaftung
des Matteottimörders Dumini wegen Beleidigung Muſſolinis
werfen doch ſtarke Schlaglichter auf die innerpolitiſche Lage.
Schade, daß man aus Rückſicht auf andere darüber nichts
Nähe=
res angeben kann. Vielleicht erfährt man im Auslande davon
mehr wie in Italien. Aber dieſe Dinge zeigen, wie überheizt der
Keſſel iſt, und jedermann weiß, daß man bei einer zu großen
Dampſſpannung mit einer Exploſion rechnen muß, wenn kein
Ventil zur rechten Zeit ſich öffnen kann.
Verfaſſungsänderung in Eſtland beantragt.
TU. Reval, 30. September.
Der Bauernbund hat einen Entwurf zu einer neuen eſtländiſchen
Verfaſſung ausgearbeitet, der folgende Aenderungen vorſieht:
Herab=
ſetzung der Zahl der Abgeordneten von 100 auf 75, Heraufſetzung des
Wahlrechtsalters von 2 auf 23 Jahre, dem Militär ſoll das Wahlrecht
entzogen werden. Es ſoll der Poſten eines Staatspräſidenten geſchaffen
werden, der in direkter Vollsabſtimmung auf fünf Jahre gewählt wird.
Die Tätigkeitsdauer des Parlaments ſoll von drei auf vier Jahre
ver=
längert werden. Es ſoll ein Staatskontrollhof gegründet werden. Es
iſt zu erwarten, daß die Linksparteien dem Projekt ſcharfen Widerſtand
entgegenbringen werden.
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Nummer 272
Freitag, den 1. Oktober 1926
Seite 5
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Geite 6
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 1. Oktober.
— Beiſſiſches Bandesiheater. Der vom Landestheater in Verbindung
mit der Freien Litemriſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft veranſtaltete
Tanz=
abend von Eliſabeth Grube md Harald Kreutzberg bringt ein
ſehr eigenartiges Programm, aus dem als Hauptſticke folgende
Tanz=
ſzenen hervorgehoben ſeien: „Geiſtliche Viſion” „Höfiſcher Tanz”, „
Trom=
znelſpuk”, Aufruhr”, Walzergroteske‟, „Ballett um 1880” und „
Schlen=
drian”. Ueber die beiden Künſtler, die als ibeales Tanzpaar bezeichnet
werden, ſchreibt die B.8. am Mittag: „Ueber den Tänzer ſind die Akten
geſchloffen, er iſt heutzutage einfach dors coneourz. Seine ſchon beinahe
umnerklärliche Leichtigkeit, ſeine blendende Technik ſem Humor, ſeine
über=
raſchenden Einfälle, die Umiverſalität ſeines Könnens ſind einfach
be=
zaubernd. — Eliſabeth Grube, in allen Sätteln gerecht, iſt erſtalich
vielſeitig geworden. In Exaktheit, Temperament ud Technik ſind dieſe
Tanzſzenen mnübertwefflich.‟ Der allgemeine Vorverkauf zu dieſem
Tanz=
abend beginnt heute.
Morgen Samstag ward im Grozen Haus Schillers „Tell” in der
Inſzenierung von Edgar Klitſch gegeben, während im Kleinen Haus
die erſte Wiederholung der „Weißen Dame” in der Inſzenierung
Odear Fritz Schuhg und uter muſikaliſcher Leitug von Max Hüsgen
ſtattfindet.
Am heuttgen 1. Doder ſud es 40 Jahre, daß Herr Fritz Kang
dem Chor des Landestheaters als 1. Tenor angehört. Er hat i
vor=
bildlicher Weiſe während dieſer langen Zeit dem Inſtitut ſeine ganze
Kraft gewidmet und iſt auch öfters ſoliſtiſch an den Aufführugen
be=
teiligt geweſen. Der Jubilar wird am Sonntag, den 3. Ottober, wie
ſchon in früheren Aufführungen der „Meiſterſinger von Nürnberg”, den
Vogelgeſang ſingen. — Außer chm und Herrn Adolf Klotz, der bereits
vor einigen Jahren ſeine 40jährige Bugehörigkeit zum Chor des
Landeß=
theaters feiern konnte, gehört auch Herr Chriſtoph Speer 40 Jahre
lang dem Herrenchor des Landestheaters in treuer Pflichterfüllung an,
wofür ihm anläßlich ſeiner Verſetzung in den Nuheſtand der
wohlver=
diente Dank der Generaldirektion zum Ausdruck gebracht wurde.
— Städt. Akademie für Tonkmnſt. Wie aus dem Inſeratentell en.
ſichtlich, beginnt das Winterſemeſter an der Opernſchule am 4., bei den
übrigen Fächern am 11. Oktober. Für die Opernſchule macht ſich ein
reges Intereſſe geltend, ſo daß alle Fächer mit Kurſen beginnen können.
Ab 11. Oktober werden auch in allen anderen Fächern neue Kurſe
ein=
gerichtet. In die Dilettantenklaſſen werden Kinder vom 8. Lebensjahr
an und Erwachſene aufgenommen. Dieſe Abteilung dient zur gediegenen
mnſikaliſchen Erziehung von Kunſtfreunden vom erſten Anfang bis zur
höchſtmöglichen Ausbildung, als ein Teil der allgemeinen Bildung und
zur Förderung einer geſunden häuslichen Muſtkpflege. Gegen Ende des
Winterſemeſters wird die Städt. Akademie auch Prüfungsabende der
Dilettantenklaſſen veranſtalten, an denen die Gltern der Schüler und
Freunde der Anſtalt teilnehmen können. Dieſe Abende ſollen den Eltern
die Möglichkeit einer Kontrolle über die Fortſchritte ihrer Kinder geben.
Anmeldungen jederzeit im Sekretariat der Städt. Akademie,
Eliſabethen=
ſtraße 36. Proſpekte werden ebenda koſtenlos abgegeben.
— Der Bayern=Verein, Darmſtadt, beging im Konkordiaſaal ſeine
Herbſtfeier. Der in baheriſchen Farben feſtlich geſchmückte Saal war
dicht beſetzt. Eingeleitet durch eine Begrüßungsanſprache durch den
Ehrenvorſitzenden Herrn Ritter, in der er die landsmannſchaftlichen
Grüße dem anweſenden Bruderverein G. T.V. Almrauſch entbot und mit
treffenden Worten ein Bild des Bahernlandes mit ſeinen Natur= und
Kunſtſchätzen im Geiſte vorüberziehen ließ, ſchloß ſich der Eröffnungs=
Chor, O, Heimatland, wie ſchön biſt du” an, der unter der Leitung des
Chordirektors und Ehrenmitglieds Herrn Hippauf vom Bayern=Chor
zum Vortrag kam. Nun folgte ein von Frau Leni Eckle verfaßter und
von Frl. Frieda Vonderſchmidt vorgetragener Prolog. Die von der
Schuhplattlerabteilung des Vereins zur Vorführung gebrachten Plattler
„Achtertanz”, „Roſenheimer”, Dreiſteierer” und „Bandltanz” wirkten
bei der mannigfachen bengaliſchen Beleuchtung entzückend. Auch der
gemeinſame Plattler mit dem G. T. V. Almrauſch wunde unter Beifall mit
größtem Intereſſe verfolgt. Der Sängerchor brachte die Lieder „Im
Wald” von Kücken, „Das alte Heim” amerikaniſche Volksweiſe von
Koſchat, ſowie das friſche Lied „Der Kärtner Bua” mit ſeinem
mun=
teren Jodler zum Vortrag. Die Leiſtungen des Choves ſind
anzuer=
kennen und machen dem Chordirektor, Herrn Hippauf, alle Ehre. Große
Heiterkeit brachte die Bauernkomödie „D Prozeßhoſ’n”, von Max Dürr,
in die Zuſchauer. Oft brach lautes Lachen unter den Buſchauern aus
und zum Schluß ernteten die Darſteller einen nicht endenwollenden
Beifall. Eine durch die Mitglieder reich geſtiftete Tombola brachte ſchöne
Gewinne den Teilnehmern. So war das Bayernfeſt wieder von
Heimat=
liebe und echt landsmannſchaftlichem Geiſte getragen, und die
Teil=
nehmer erlebten recht vergnügte und mnterhaltende Stunden.
Neuerungen bei der Giſenbahn. Um den vielen Wünſchen der
Geſchäftstreibenden auf ſchnellere Auszahlung der Nachnahmebeträge zu
entſprechen hat die Eiſenbahnverwaltung auf die Beſchlüſſe der
ſtän=
digen Tarifkommiſſion folgendes angeordnet: Ab 1. Oktober 1926 ſind
allen Frachtbriefen, auf denen Nachnahmebeträge von 20 Mark und mehr
eingeſtellt wurden Nachnahmebegleitſcheine vom Abſender ausgefüllt.
beizugeben. Die Vordrucke können bei der Güterabfertigung zum Preiſe
von 2 Pfg. das Stück oder bei Abnahme von mindeſtens 100 Stück zu
1,50 Mark käuflich erworben werden. Nachnahmebeträge unter 20 Mark
werden als ſogenannte Barvorſchüſſe behandelt, d. h. dieſe Beträge
wer=
den anf Wunſch ſofort bei der Auflieferung des Gutes ausgezahlt,
ſo=
fern der Wert des Gutes dieſen Betrag zweifelloz deckt. Nähere
Aus=
kunft erteilt die Güterabfertigung.
— Die Arbeitszeit im Friſeurgewerde. Das Polizeiamt teilt mit:
„In letzter Zeit häufig vorgekommene Ueberſchreitugen der
Arbeits=
zeit= und der Sonntagsruhebeſtimmungen, im
Friſeur=
gewerbe machen es notwendig, nochmals darauf hinzuweiſen, daß dieſes
an Werktagen nur bis 7 Uhr abends und an Sonntagen überhaupt nicht
ausggübt werden darf. Selbſtverſtändlich gilt dies auch für Arbeiten
außerhalb der Betriebsſtätte, wie z. B. für das Aufſuchen von
Kun=
den inihren Wohnnngen. Ebenſo macht es keinen Unterſchied,
ob der Gewerbetreibende Perſonal beſchäftigt oder nicht, da das Verbot
auch für den Geſchäftsinhaber ſelbſt zu gelten hat. Anf Friſeuſen
finden dieſe Beſtimmungen ebenfalls Anwendung. Die Polizeiorgane
ſind angewieſen, bei der geringſten Zuwiderhandlung Strafanzeige
zu erheben.”
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getag,den 1. Mober 1926
Rummer 272
Aufnach München vom 2. bis 4. Oktober 1926!
Schwere Automobilunfälle.
Die blauweißen Plakate auf den Bahwhöfen des Direktionsbezirks
ereigneten ſich geſtern nacht und geſtern mittag in Darmſtadt.
Ueber den erſten Unfall meldet der Polizeibericht folgendes:
Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich letzte Nacht gegen
2 Uhr in der Wilhelminenſtraße. Der Kraftwagenführer Roth
kam mit einem Fahrrad durch die Annaſtraße und bog in die
Wilhelminenſtraße ein, um in nördlicher Richtung,
vorſchrifts=
mäßig die rechte Seite einhaltend, weiterzufahren. Von der
Katholiſchen Kirche kam der Kraftwagenführer Karl Brendel
mit einer Taxameterdroſchke auf der linken Seite dahengefahren.
Als der Radfahrer merkte, daß der Kraftwagenführer mit ſeinem
Wagen auf der falſchen Seite weiterfuhr und keine Anſtalten
zum Ausweichen machte, bog dieſer nach links aus, um den
Kraftwagen zu kreuzen. Im letzten Augenblick aber ſteuerte der
Kraftwagenführer auch noch rechts, und ein Zuſammenſtoß war
unvermeidlich. Der Radfahrer wurde überfahren, einige Meter
weit geſchleift und blieb an der weſtlichen Straßenrinne ſchwer
verletzt liegen. Der Kraftwagenführer überließ den
Verunglück=
ten in dieſem ſchwerverletzten Zuſtande ſich ſelbſt und fuhr nach
Hauſe. Straßenpaſſanten wurden durch Stöhnen auf den
Ver=
unglückten aufmerkſam, die ihre Wahrnehmung ſofort der
Krimi=
nalabteilung mitteilten. Der Verletzte, der über den Täter keine
beſtimmte Angaben machen konnte, wies, aber auf den
Kraft=
wagenführer Brendel hin, der dem eingeſchlagenen Wege nach
für die Tat in Frage kommen könnte. Die ſofortigen
Ermittelun=
gen ergaben auch, daß Brendel den verletzten Roth überfahren
hatte. Brendel will wohl angehalten, aber aus Angſt und
Er=
regung, als ihm Roth keine Antwort gab, weitergefahren ſein.
Roth wurde ſchwerverletzt in das Stadtkrankenhaus eingeliefert.
Der zweite Unfall, ein Doppelunfall, ereignete ſich am
geſtri=
gen Nachmittag 4 Uhr in der Sandſtraße an der Kreuzung der
Saalbauſtraße. Eine Benz=Limouſine mit der Nummer VS 3401
fuhr die Sandſtraße herauf und karambolierte mit einem die
Saalbauſtraße nach der Rheinſtraße zu paſſierenden Hanomag,
der ziemlich ſtark demoliert wurde. Die Mitfahrerin Frau
Ber=
benich wurde aus dem Wagen geſchleudert und erlitt nicht
un=
erhebliche Hautabſchürfungen. Unmittelbar nach dieſem
Zuſam=
menſtoß kollidierte die gkeiche Limouſine mit einem von
Metzger=
meiſter Horn gefahrenen Motorrad, das die Sandſtraße
herunter=
fuhr. Der Soziusfahrer wurde ebenfalls durch den Anprall auf
die Straße geſchleudert und dermaßen verletzt, daß er ins
Kran=
kenhaus gebracht werden mußte. Ueber dieſen Unfall meldet der
Polizeibericht das folgende:
ſich geſtern nachmittag ein Zuſammenſtoß zwiſchen zwei
Per=
ſonenkraftwagen und einem Motorrad. Ein leichter Hanomag=
Wagen fuhr in nördlicher Richtung durch die Saalbauſtraße,
wurde aber auf der Kreuzung von dem größeren, geſchloſſenen
Wagen, der in öſtlicher Richtung die Sandſtraße durchfuhr, er= Alſo, was das Herz begehrt, der Geldbeutel erlaubt, bietet dieſe billige
faßt und zur Seite geſchleudert. Der geſchloſſene Perſonenwagen Fahrt nach München.
kam an der ſüdlichen Fußſteigkante zum Stehen, ſtieß aber noch
vorher mit dem Motorrad, das, von der Katholiſchen Kirche
her=
kommend, die Sandſtraße durchfuhr, zuſammen. Der auf dem
Motorrad ſitzende Soziusfahrer trug durch den Zuſammenſtoß
einen Beinbruch davon und wurde in das Stadtkrankenhaus
ein=
geliefert. Die Unterſuchung über die Schuldfrage iſt eingeleitet.
MEN
HERBST-VERKAUF
mit estra billigen Preisen beginnt heute
Spezial-Geschäft für Wäsche
L—IMFIer BHULR OerN.
Ludwigsplatz 1
14145
— Orpheum. Heute, Freitag, Volksvorſtellnng zu
beſon=
ders ermäßigten Eintrittspreiſen von 60 Pfg. bis
2.— Mk. Zur Darbietung gelangt der dreiaktige Operettenſchwank
„Die Königin der Nacht”, der bei ſeiner Gaſtſpielaufführung
am Kurtheater zu Bad Nauheim am B. September bei ausverkauftem
Hauſe einen bemerkenswerten Erfolg zu verzeichnen hatte. (S. Anzeige.)
— Das Stadtmuſeum (Schloßgraben 9) iſt ab 1. Oktober wie jeden
Winter Samstags nachmittags 2—4 Uhr Sonntags 11—1, 2—4 Uhr
ge=
öffnet. Der Eintritt iſt frei. Bei kalter Witterung ſind de Räume
geheizt.
— Berwaltmasgerichtshof. Tagesordnung der öffentlichen Sitzung
am Samstag, den 2. Oktober: 1. Klage des Stadtſekretärs J. Noll
gegen einen Beſchluß der Stadtverordnetenverſammlung der Stadt
Darmſtadt; 2. Einwendungen gegen die Geweinderatswahl in Ober=
Saulheim.
Schuhhaus Hch. Schönberger
Nieder-Ramstädterstraße 22.
(14114a
Mainz, das einladende Münchener Kindl vor den hochragenden
Frauen=
türmen, in deren Hintergrund die Umriſſe der ſchneebedeckten
Alpen=
ketten grüßen, löſen in allen Reiſeluſtigen Befriedigung aus. Was iſt
München? — Die Stadt des Oktoberfeſtes, wo ſich gerade am 3. die
Wogen der Feſtfreude auf der Thereſienwieſe am höchſten auftürmen, wo
der bekamte gutmütig=grobe Ton des Münchener und Oberbayern ſeine
Triumphe feiert, wo Volkshumor am reinſten zur Geltung kommt, wo
in den großen Bierzelten beim Klang der Kapellen das gute Münchener
Bier, die ,Backhändl”, die „Brat= und Weißwürſcht” um ſo beſſer
mun=
den. Volksleben, wie es Thoma ſo meiſterhaft geſchildert, für das wir
Mittelrheiner ein ganz beſonderes Verſtändnis haben. Grund genug
ſchon für viele, die billige Gelegenheit zu benutzen, einmal ledig aller
Sorgen, Urwüchſigkeit im Grunde freundlicher Menſchen auf ſich wirken
zu laſſen.
Doch München iſt mehr, viel mehr, als eine Oktoberfeſtſtadt. Alles
was an Kulturſchaffen, Kunſt, Wiſſenſchaft, Literatur auf deutſchem
Bo=
den entſproß, in München fand es Pflege und Förderung. Aeußeres
Zeichen dafür, iſt eine prächtige Stadtanlage, in der Muſeum an
Mu=
ſeum, Kunſtwerk an Kunſtwerk ſich reiht. Im Bayeriſchen
Na=
tionalmuſeum ſind mehr als tauſend Jahre ſüddeutſchen
Kunſt=
ſchaffens in überſichtlicher, nicht ermüdender Art aufgeſtellt. Das große
Reſidenzmuſeum birgt die reichſten Porzellanſchätze aller
Erd=
teile und die Prachträume des wiedererwachten Rokoko und der
Renaiſ=
ſance. Wen, die Gegenwart und ihre techniſche Entwicklung als
Kultur=
macht anzieht, der wird gerne in den Räumen des neuerbauten,
mu=
ſeumstechniſch raffinierten Deutſchen Muſeums ſich einige
Stun=
den aufhalten. Malerei kommt zu Wort in der Alten und Neuen
Pingkothek; Plaſtik in der Glyptothek. Nicht zu vergeſſen
das Alpine, das Heeres= und Marſtallmuſeum, die
ein=
zigartig ſind. Wer ſich nicht gern in den geſchloſſenen Räumen bewegt,
dem bieten die weiten Straßen Münchens, vom Lenbachplatz,
Maximi=
lianſtraße, Max Joſefplatz, Marienplatz mit Rathaus mit den
monu=
mentalen Abſchlußfronten, ein Spaziergang an den blauen Alpenwaſſern
der rauſchenden Iſar Ausſpannung und Erholung.
Aber auch die Majeſtät des Hochgebirgs iſt ohne große
Mühe und Koſten erreichbar. Der Starnbergerſee bietet
under=
geßlichen Blick auf die hochragenden bayeriſchen Alpen mit der
Zun=
ſpitze. Wer weiter hinauf will, fährt bis Prien, um das
Märchen=
ſchloß Ludwigs II., Hervenchiemſee, zu beſichtigen, um bei der
Frauen=
inſel Gebirgseinſamkeir zu empfinden. Etwas teurer aber
unvergleich=
lich genußreich iſt eine Fahrt zur Höhe des Wendelſteins, wohin ab
Brannenburg die elektriſche Zahnradbahn mühelos auf 1800 Meter führt.
Mittenhinein in die Hochalpen dringt der Blick. Tief unten im Nebel
liegen die Dörfer und Weiler. Hell glänzt die Sonne über dem Schnee.
Allgemein dürfte, es wertvoll ſein, zu wiſſen, daß an Sonntagen um
12 Uhr in der kleinen Kapelle auf der Höhe Gottesdienſt mit Predigt
durch Kapuziner abgehalten wird. Ein Sonntagmittag auf dem
Wen=
delſtein iſt für Geiſt und görper, ein unbedingt wertvolles Erlebnis.
An der Straßenkreuzung Sand= und Saalbauſtraße ereignete Wer gar noch höher will, kann von München nach Garmiſch und von da
zur Zugſpitzbahn fahren. Aber jeder, der zur Höhe will, vergeſſe nicht,
daß Geſtalten ohne warme Ueberhleider, gar noch in Stöckelſchuhen und
kniefreiem Nock leicht zum Geſpött werden für den „richtigen Tourißten”
ganz abgeſehen von den üblen Folgen, die eine Erkältung mit ſich bringt.
Das jedem Teilnehmer eingehändigte gedruckte Programm gibt über
alles Notwendige Auskunft und macht Vorſchläge zu vernünftiger
Zeit=
einteilung. Jeder wird ſich wohl geborgen fühlen unter der Obhut der
Reichsbahn, jeder wird, dafür bürgen die Vorbereitungen, genußreiche
Tage verleben. Wer möchte da zurückbleiben! Drum auf nach München!
Die ganze Sonderzugsgemeinde vom Sommer, möge ſich zu dieſer
Ab=
ſchlußfahrt einfinden.
— Deutſcher Funkbund e. V., Sitz Darmſtabt. Vor einiger Zeit
wurde, wie uns ſoeben mitgeteilt wird, in Darmſtadt der Deutſche
Funk=
bund e, V. gegründet. Als Intereſſengemeinſchaft aller am Rudfunk
intereſſierten Kreiſe gibt er ſeinen Mitgliedern die Möglichkeit, beſte
radiotochniſche Materialien zu ſehr erniedrigten Preiſen zu beziehen.
Er berät ſeine Mitglieder koſtenlos in allen fuktechmiſchen
Angelegen=
heiten und will ihnen, wie wir hören, durch eine Reihe von
Einrichtun=
gen wirtſchaftlicher Art weitgehende Vorteile bieten. Ein Beſuch auf
der Geſchäftsſtelle, Ludwigſtraße 13, wird gewiß für alle
Rundfunkteil=
nehmer von Intereſſe ſein.
— Als Eröffnung der neuen Tennizanlage bei dem Oberwaldhaus
findet am Samstag, den 2. Oktober, ein Propagandaſpiel der beſten
Spielerinnen und Spieler des Tennis= und Eisklub Darmſtadt auf den
neuen Plätzen ſtatt. Beginn 2½ Uhr nachm.
* Bezirksſchöffengericht. Der 1907 i Koburg gebovene Throdor
Wedel, der ſich in Zwangserziehung in der Anſtalt Aumühle
be=
fand, war wegen verſchiedener Diebſtähle zu einer Geſamtſtrafe von
acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dieſe Strafe hatte er
gegen Ende Juli 1926 in Butzbach verbüßt und wurde wieder zur
Aumühle zurückgebracht. Am Tage der Rücklieferung dorthin rückte
er aus der Anſtalt wieder aus, weil er nicht mehr in der
Zwangs=
erziehung bleiben wollte. Seine Abſicht war, durch Diebſtähle
Geld=
mittel zu weiterem Fortkommen in die Hände zu bekommen und dieſe
Diebſtähle nach Brandlegung ms Werk zu ſetzen. Wedel iſt geſtändig,
am 27. und B. Juli 1926 zu Arheilgen eine Scheuer des Juſtus
Gärtner 2., die mit Erntevorräten angefüllt war und einen Holzſtall
vorſätzlich in Brand geſteckt zu haben. Da er früher in
Ar=
heilgen in Arbeit ſtand, war er mit den örtlichen Verhältniſſen
ver=
traut. So lag es nahe, daß er einen Diebſtahl mittels Einſteigens
bei Landwirt Benz 8, ſeinem früheren Dienſtherrn, beging, nachdem
er in diebiſcher Abſicht ſich vorher in der Scheuer verſtect hatte. Der
frühere Dienſtherr erwiſchte ihn beim Diebſtahl. Der Amtsarzt ſtellt
beim Angeklagten eine ſtarke Abneigung gegen die Aumühle feſt,
Wedel trägt Gleichgültigkeit gegenüber ſeinen Taten zur Schau, er
ſteht auf niedrigem Nibeau, zweifellos hat er die Einſicht in die
Strafbarkeit ſeiner Handlungen, feſtzuſtellen iſt bei ihm Auflehnung
gegen jede Autorität, was Brandſtiſtung und Diebſtähle bei ihm
er=
leichtert haben mag. 8 51 StGB. kann nicht Anwendung finden,
mangelnde Intelligenz iſt nicht nachzuweiſen. Zum moraliſchen Defekt
geſellt ſich offenbar auch eine gewiſſe Gemütskälte. Es handelt ſich
hier um eine noch nicht genügend abgeſchloſſene Charakterbildung.
In=
wieweit noch Beſſerung möglich, iſt in dieſer Lage ſehr ſtrittig. Der
Staatsanwalt erachtet, Beſſerung könne nur durch eine längere
Frei=
heitsſtraſe erreicht werden. Mit Rückſicht auf die Jugendlichkeit will
er mildernde Umſtände bewilligen. Der Antrag geht auf 1 Jahr
10 Monate Gefängnis. Das Urteil erkennt auf 1 Jahr
3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei
Monaten erlittener unterſuchungshaft. Der
Ange=
klagte iſt ein Opfer mangelhafter Erziehung. Strafſchärfend erſchien
die Gemeingefährlichkeit der Tat. Mildernde Umſtände wurden
zuge=
billigt. Das Urteil wurde anerkannt und iſt rechtdrräftig.
Nummer 272
Freitag, den 1. Oktober 1926
Seite 7
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen,
vom 4. Oktober 1926 an auf 14 Tage im Leſeſaale zur Anſicht
au geſtellt: Hamburgiſche Univerſität. Abhandlungen aus
dem Gebiet der Auslandstunde. 19—21. Hamburg 1926; v. d.
Au, Zur Geſchichte des Seniorats in der Kirche Heſſen=
Darm=
ſtadts. Darmſtadt 1925; Bauer, Die zuſammengeſetzten
Zeit=
wörter der deutſchen Sprache. Heidelberg 1925; Bibliothek,
Germaniſche. I1. Abt. 21: Maurer, Deu ſche Verbſtellung.
Heidel=
berg 1926; Feldhaus, Ruhmesblätter der Technit. 2.
Leip=
zig 1926; Galerie des 19. Jahrhunderts im oberen
Belver=
dere. Wien 1924; Handbuch der Experimentalphyſit,
heraus=
gegeben von Wien und Harms. 1, 2. Leitzig 1926; Handbuch
der Phyſik, herausgegeben von Geiger und Scheel. 9. Berlin
1926; Handbuch der Zahnheilkunde. 2, 3. München 1926;
Herbert, Das Meer und die Menſchen. Berlin 1926;
Hoens=
broech, Der Jeſuitenorden. 1. Bern=Leipzig 1926;
Klaſ=
ſiker der Medizin. 31. Obermeier, Entdeaung von
fadenför=
migen Gebilden im Blut von Rückfallfiebertrantheiten. Leipzig
1926; Klaſſiker der Erd= und Völkerkunde (3): Cabeca de
Vaca, Schiffbrüche. Stuttgart 1925; Klaſſiker des
Alter=
tums, 2. Reihe. 23: Sternbach, Epigramme Martials. Berlin;
Kunſtſtätten, Berühmte. 75. Breslau=Leipzig 1926;
Mül=
ler, Von Bibliotheten und Archiven. Leipzig 1925; Aus
Natur und Geiſteswelt. 354: Richter, Wie wir ſprechen. 2.
Auf=
lage. 1001: Gaupp, Pſychologie des Kindes. 5. Auflage. Leipzig=
Berlin 1926; Preuß, Die deutſche Frömmigkeit im Spiegel
der bildenden Kunſt. Berlin 1926; Quellen zur Schweizer
Geſchichte. N. F. III. Briefe und Denkwürdigkeiten. 6. Baſel
1925; Scheer, Vom Segelſchiff zum U=Boot. Leipzig 1925;
Schriften des Vereins für Sozialpolitik. 171, 3, 1. 2.
Mün=
chen=Leipzig 1926; Stadtbilder, Hiſtoriſche. 6: Danzig,
7: Goslar, 8: Wien Stuttgart 1925; Suchomlinow
Groß=
fürſt Nikolai Nikolajewitſch. Berlin 1925; Weege, Der Tanz
in der Antike. Halle 1926; Wiſſenſchaft und Bildung. 227:
Wreſchner, Angewandte Pſychologie, 228: Wiegand, Die Jeſuiten.
Leipzig 1926.
Zeitſchriften: Archiv für experiment. Pathologie. 113,
114. Leipzig 1926; Pflüger’s Archiv für die geſamte
Phyſio=
logie, 213. Berlin 1926; Beiträge zur Naturdenkmalpflege.
10. Berlin 1926; Berichte über die geſamte Phyſiologie. 35.
Berlin 1926; Jahrbuch der Jüdiſch=Literariſchen Geſellſchaft.
17. Frankfurt a. M. 1926; Jahrbuch des Zentralinſtituts
für Erziehung und Unterricht. 4, 5. Berlin 1923/26;
Jahres=
bericht für Agrikultur=Chemie. 4. F. 6. 1923. Berl. 1926;
Jah=
resbericht über die Leiſtungen der chemiſchen Technologie
1925. 71, 2. Leipzig 1926; Magazin der Wirtſchaft. 2. 1926.
1 Berlin; Wirtſchaftsdienſt. 11. 1926. 1 Hamburg;
Wochenſchrift, Kliniſche. 5. 1926. 1 Berlin; Hoppe=
Sey=
lers Zeitſchrift für phyſiologiſche Chemie. 155, 156. Berlin=
Leipzig 1926; Zeitſchrift für Hals=, Naſen= und
Ohren=
heiltunde. 14. München=Berlin 1926; Zeitſchrift für
Phyſik. 37. Berlin 1926; Zeitſchrift Deutſche, für Chirurgie.
197. Leipzig 1926: Zeitſchrift für die geſamte Anatomie. I,
Abteilung 80. München=Berlin 1926; Zeitſchrift für die
ge=
ſamte Neurologie und Pſychiatrie. 102. Berlin 1926;
Zen=
tralblatt für Gynäkologie. 49, II. Leipzig 1925.
(Vom 18. Oktober an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaale entgegengenommen.)
Sonderzug nach Baden=Baden. Am Sonntag, den 3. Oktober,
läßt die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. einen Sonderzug nach
Baden=Baden verkehren. Dieſer Zug bietet auch den Bewohnern von
Darmſtadt Gelegenheit, ſchnell, gut und billig nach Baden=Baden zu
kommen. Die Abfahrt des Zuges, der nur 4. Wagenklaſſe führt, erfolgt
um 7.53 vormittags, die Ankunft abends in Darmſtadt um 10.50 Uhr.
Der Fahrpreis beträgt 7,30 Rm. Die Reichsbahndirektion hat Vorſorge
getroffen, daß die in Darmſtadt zuſteigenden Teilnehmer gute Sitzplätze
bekommen. Damit die Sitzplätze reſerviert werden können, iſt es jedoch
erforderlich, daß die Fahrkarten im Vorverkauf, der bereits begonnen
hat, gelöſt werden. Neben der Ermäßigung des Fahrpreiſes um ein
Drittel bietet die Teilnahme an dieſer Sonderfahrt noch beſondere
Vor=
teile in Baden=Baden. Gegen Vorzeigung der Sonderzugkarte können
die Kurkonzerte, die Prachtſäle des Kurhauſes, die römiſchen Baderuinen
ohne Zahlung einer beſonderen Gebühr beſucht werden. Die Straßen=
und Bergbahn gewährt eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent auf
der Fahrt zum Merkur. Da Baden Baden beſonders im Herbſt für einen
Beſuch zu empfehlen iſt, ſteht zu erwarten, daß der Sonderzug gut
beſetzt wird. Es iſt deshalb zu empfehlen, ſich baldigſt eine Fahrkarte
zu ſichern.
* Amerikaniſcher Beſuch in Heſſen 1927. Nach einer uns von einem
Leſer zur Verfügung geſtellten Feſtzeitſchrift über ein Wohltätigkeitsfeſt
des Heſſen=Darmſtädter Volksfeſtvereins in New York beabſichtigt dieſer
Verein, im Juni nächſten Jahres mit dem Dampfer „Cleveland”
wie=
derum eine Reiſe nach der heſſiſchen Heimat zu unternehmen. Als
Ein=
leitung zu der Feſtſchrift bringt der Präſident des Vereins einen
Auf=
ſatz, betitelt „Wallfahrt zum Heſſenland”, in dem er zu zahlreicher
Be=
teiligung auffordert.
Jubiläen.
Dienſtjubiläkum. Herr Polizeiwachtmeiſter Friedrich Buſold iſt
am 1. Oktober 1901 bei der hieſigen Schutzmannſchaft eingetreten und
blickt ſonach heute auf eine 2 jährige Dienſtzeit bei der Polizei zurück.
Herr Buſold, der im 54. Lebensjahre ſteht, wurde nach Ableiſtung
einer 7 jährigen Militärdienſtzeit am 1. Oktober 1901 zur
Dienſt=
leiſtung bei dem 6. Polizeibezirk eingeſtellt. Er wurde in verſchiedenen
Bezirken verwendet und gehört zurzeit zur Amtswache des
Polizei=
amts. Herr Buſold, ein pflichttreuer und gegen jedermann
zuvor=
kommender Beamter, genießt ſowohl unter dem Publikum als auch
bei ſeinen Vorgeſetzten und Kameraden große Achtung, die ihm zum
Jubiläum gratulieven und ihm ferneres Wohlergehen wünſchen.
Dienſtjubiläum. Herr Polizei=Inſpektor Johannes Neff iſt am
1. Oktober 1901 bei der hieſigen Schutzmannſchaft eingetreten und hat
ſonach heute eine 25 jährige Dienſtzeit bei der Polizei zurückgelegt.
Herr Neff, der am 30. September 1926 ſein 53. Lebensjahr vollendete,
wurde nach Ableiſtung einer 7 jährigen Militärdienſtzeit am 1. Oktober
1901 bei dem Polizeiamt Darmſtadt eingeſtellt. Er hat auf
verſchie=
denen Gebieten polizeilicher Tätigkeit, wie als Wachtmeiſter,
Kriminal=
wachtmeiſter, Polizeioberwachtmeiſter und Polizeikommiſſar
Polizei=
dienſt getan und dieſen Dienſt jederzeit ſowohl zur Zufriedenheit des
Publikums wie auch ſeiner vorgeſetzten Behörde im Intereſſe des
Staa=
tes verſehen. — Mit dem Tage ſeines 25jährigen Dienſtjubiläums
wurde Herr Neff zum Polizei=Inſpektor ernannt. Seit
1. Januar 1919 iſt er mit der Leitung des 4. Polizeibezirks betraut.
Wir gratulieren zum Jubiläum und wünſchen ihm ferneres
Wohl=
ergehen.
— Jubiläum. Am 1. Oktober jährt ſich zum 25. Male der Tag, an
dem Herr Karl Hoffmann, hier, als Techniker bei der damaligen
Waſſerwerksverwaltung der Stadt Darmſtadt in Dienſt trat. Während
ſeiner 25jährigen treuen Dienſtzeit hat es Herr Hoffmann, der nunmehr
als Oberbauinſpektor die Leitung des techniſchen Bureaus für
Waſſer=
angelegenheiten bei den ſtädtiſchen Betrieben verſieht, verſtanden, ſich
nicht nur die uneingeſchränkte Zufriedenheit ſeiner Vorgeſetzten, ſondern
auch in hohem Maße das Herz ſeiner Mitarbeiter und Kollegen zu
er=
werben. Sein immer hilfsbereites Weſen, das auch in ſchweren Tagen
durch gleichmäßige Ruhe und Freundlichkeit ſich bewährte, hat ihm im
Herzen aller Vorgeſetzten und Mitarbeiter eine wahrhaft bleibende Stätte
der Zuneigung und Verehrung geſchaffen.
— Geſchäftsjubiläum. Heute Freitag begeht das bekannte
Zigarren=
ſpezialhaus Weißmüller, Ecke Rhein= und Georgenſtraße, ſein 40jähriges
Geſchäftsjubiläum. Am 1. Oktober 1886 wurde das Geſchäft von dem im
Jahre 1905 verſtorbenen Senior Herrn Valt. Weißmüller in der
Eliſa=
bethenſtraße 26 eröffnet. Im Jahre 1896 wurde das noch heute
be=
ſtehende Geſchäftslokal Ecke Georgen= und Rheinſtraße zuſammengelegt.
Die Witwe des Gründers iſt heute noch im Geſchäft tätig, während der
Sohn, Herr Adolf Weißmüller, die Leitung hat. Das Haus genießt
bekanntlich als Spezialgeſchaft beſten Nuf.
— Jubiläen. Heute am 1. Oktober kann Herr Wilhelm Seipp
auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Lebensmittelgroßhandlung Rudolf
Schnauber hier, Mühlſtraße 48, zurückblicken. — Herr
Eiſenbahnober=
ſekretär Hch. Momm hier feiert am 1. Oktober ds. Js. ſein 25jähriges
Jubiläum im Dienſte der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft.
Die
WINTER-AUSGABE
des
DARMSTADTER
FAHRPLAM
Soek!
ist erschienen
Zu haben in
der deschäftsstelle Rheinstrasse 23,
Bahn-
hofsbuchhandlung, Verkehrsbüro, Kiosken
und allen bekannten Buchhandlungen.
Das Einſperren der Tauben zur Saatzeit. Auf Grund des
Ar=
tikels 39, Ziffer 2 des Feldſtrafgeſetzes wird hiermit beſtimmt, daß
alle Tauben von jetzt ab bis 15. November ds. Js.
ein=
geſperrt gehalten werden müſſen. Zuwiderhandlungen
werden mit Geldſtrafe bis zu 30 Rm. oder mit Haft bis zu einer Woche
beſtraft.
AK. Biener internationale Meſſe. Der Velauf der 11. Wiener
internationalen Meſſe hat bewieſen, daß ſie in d.n fünf Jahren ihres
Beſtehens einen gewaltigen Aufſchwung erfahren hat. Obwohl die
all=
gemeine Wirtſchaftslage Europas noch immer gedrückt iſt, war die Zahl
der Ausſteller auf der 11. Wiener internationalen Meſſe im Vergleich
zu den letzten Meſſen etwas geſtiegen. Die Zahl der ausländiſchen
Aus=
ſteller war außerordentlich hoch. Die hauptſächlichſten Ausſteller
gehör=
ten (alphabetiſch geordnet) folgenden Staaten an: Bulgarien, Dänemark,
Deutſchland. England, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien,
Po=
len, Numänien, Rußland, Schweden, Schweiz, Tſchechoſlowakei, Ungarn,
Vereinigte Staaten von Nordamerika. Auch die Zahl der Einkäufer war
arßerordentlich hoch; ſie verteilten ſich auf 64 Staaten der Welt. Sehr
guten Abſatz fanden beſonders Maſchinen aller Art, Motoren,
Radio=
artikel, Braunkohl nöfen, Feuerlöſchgeräte, Motorräder, Textilbehelfe,
landwirtſchaftliche Bedarfsartikel, Leder=, Galanterie= und Spielwaren,
Raucherartikel, Burequmaſchinen, Pelz= Strumpf=, Strikwaren und
Kühlanlagen. Die Wiener internationale Meſſe muß bezüglich des
Ein=
käuferbeſuchs wie hinſichtich des Geſchäftsergebniſſes als ein großer
Er=
folg bezeichnet werden. Sie hat wiederum bewieſen, daß ſie eines der
wichtigſten Mittel zur Wiederbelebung von Handel und Produktion iſt.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika Linie. Nach New
York: D. Weſtphalia ab Hamburg am 29. 9., D. Reſolute ab Hamburg
am 4. 10., ab Cuxhaven am 5. 10., D. Albert Ballin ab Hamburg am
7. 10. ab Cuxhaven am 8. 10., D. Thuringia ab Hamburg am 13. 10.,
D. Reliance ab Hamburg am 18. 10., ab Cuxhaven am 19. 10., D.
Deutſchland ab Hamburg am 21. 10., ab Cuxhaven am 22. 10., D.
Cleve=
land ab Hamburg am 28. 10., ab Cuxhaven am 29. 10., D. Hamburg
ab Hamburg am 4. 11., ab Cuxhaven am 5. 11. Nach Boſton: D.
Weſt=
phalia ab Hamburg am 29. 9., D. Thuringia ab Hamburg am 13. 10.
Nach Philadelphia, Baltimore, Norfolk: Ein Dampfer am 1. 10. Nach
der Weſtküſte Nordamerika: MS. Iſis am 13. 10., D. Montpelier am
30. 10., D. Kermit am 13. 11. Nach der Oſtküſte Südamerika: D.
Würt=
temberg am 9. 10., D. Niederwald am 16. 10., D. Frankenwald am
20. 10., D. Baden am 13. 11., D. Liguria am 13. 11. Nach der
Weſt=
küſte Südamerika: D. Emden am 29. 9., D. Sachſenwald am 8. 10., D.
Ansgir am 9. 10. Nach Mexiko: D. Rio Panuco am 30. 9., D. Amaſſia
am 9. 10., D. Holſatia am 19. 10., D. Rio Bravo am 30. 10., D. Nord=
Schleswig am 10. 11. Nach Cuba: D. Antiochia am 15. 10., D. Nauplia
am 15. 11. Nach Weſtindien: D. Adalia am 6. 10., D. Weſterwald am
16. 10., D. Rugia am 27. 10., D. Sebara am 6. 11., D. Kyphiſſia am
17. 11. Nach Jamaica, Haiti, Domingo und Pto. Rico: D. Grunewald
am 9. 10.; D. Anatolia am 30. 10., D. Troja am 20 11. Nach Oſtaſien:
D. Sachſen am 29. 9., D. Preußen am 2. 10., D. City of Glasgow am
9. 10., D. Pfalz am 13. 10., D. York am 16. 10., ein Dampfer am 23. 10.
Nach Afrika: D. Tanganjika am 9. 10. Hamburg=Rhein=Linie:
Wöchent=
lich ein Dampfer. Mitgeteilt durch den Vertreter Adolph Rady,
Zimmer=
ſtraße Nr. 1.
Kunſinotizen.
Ueber Werie, Künfdler und knſſleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtebenden Gre dbnun
geſchlebt, bebält ſich die Redaktion ibr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater: „Wenn Du eine Tante haſt”.
.. . Unter der ausgezeichneten Regie von Carl Boeſe iſt ein Film von
überwältigender Komik entſtanden. Im Mittelpunkt der Handlung ſteht
der reiche aber ſchmutzig geizige Rentier Kaltenbach, der von Hermann
Picha mit hervoragender mimiſcher Virtuoſität dargeſtellt wird, und die
reiche Tante aus Amerika, von Margarethe Kupfer blendend geſpielt.
Picha leiſtet in dieſer großen Rolle ſo Vorzügliches, daß es den goldenen
Lorbeerkranz für deutſche Filmkomik verdient hätte. Was er in dieſem
Film im wahren Sinne des Wortes verbricht, iſt unbeſchreiblich. Ein
Kabinettſtück der Komik bietet auch Maly Delſchaft als ſtotternde
ver=
nachläſſigte Tochter dieſes ſauberen Herrn Rentiers . . . Sein Sohn
Hermann ſpielt Eugen Rex, Wilhelm Diegelmann iſt „Reiſender, früher
was Beſſeres”, Helga Molander ſpielt deſſen Tochter . . . Die Terra
hat einen Film herausgebracht, über den das Publikum ſich köſtlich
amüiſiert und der flottes Tempo hat. — Als weiterer Film läuft: „Maria
Thereſia und der Panduren=Oberſt Baron Trenk‟. Der Film ſchildert
ein Drama, welches ſich am öſterreichiſchen Kaiſerhof abgeſpielt hat.
— Union=Theater: Hanſeaten. Was an dieſem Film,
dem der bekannte und vielverſchlungene Rudolf Herzog=Roman zugrunde
liegt, beſticht, das iſt die Herausarbeitung des Milieus, des
Armoſphä=
riſchen. Dieſe ſtrenge Kühle, dieſe ſcheinbare Temperamentloſigkeit, dieſe
Diſtanziertheit der „königlichen Kaufleute”, — das wird Gerhard
Lamp=
recht, der ſeit dem Zille=Erfolg in aller Munde iſt, nur ſchwer jemand
mit der gleichen Sauberkeit, mit der gleichen Ruhe und künſtleriſchen
Gemoſſenheit nachmachen. Eine ſtarke Leiſtung: Fritz Alberti, der Mann
der Arbeit. Ein prägnanter Geſtalter. Werner Pittſchau als ſein Sohn
iſt hier gelöſter als ſonſt, während Renate Brauſewetter über ein
monotones Lächeln kaum hinauskommt. Hermine Sterler hat
Augen=
blicke von herber Verhaltenheit, die reſtlos für ſie einnehmen. Tamara
Karſavina, die Tänzerin, ſucht ihre Rolle vom Tänzeriſchen her zu
beleben. Mimiſch war ſie wenig aufſchlußreich. Alles in allem ein
Film, der Lamprechts große Begabung als Milieumaler wieder erweiſt.
* Palaſt=Lichtſpiele. Der erſte Film — der erſte Trumpf.
Iſt die Aufführung des erſten D.L.S.=Films „An der ſchönen
blauen Donau” an und für ſich ſchon ein filmgeſchichtliches
Ereig=
nis, ſo iſt der Film ſelbſt eine filmkünſtleriſche Tat. Das D.L.S., das
wirtſchaftliche und kulturelle Forderungen verwirklichen will, hatte keinen
ſchlechten Griff getan, als es Friedrich Zelnik mit der Regie des erſten
Films betraute. Und wenn Zelnik ſelbſt von dieſem ſeinem neueſten
Werke geſagt hat es ſei auch ſein beſtes, ſo muß man dem unbedingt
zuſtimmen. Friſche, Liebenswürdigkeit, ein goldener Humor — das
ſind die drei Haupteigenſchaften dieſes neuen Großfilms. Das
Deut=
ſche Lichtſpiel=Syndikat konnte keinen Würdigeren als Frd.
Zelnik zum Mitarbeiter und Produktionsleiter wählen. Hier hat er
einen Stoff verwendet, der dem Publikum gefallen muß: eine herzige
Geſchichte aus Wien, die Schickſale eines kleinen Mädels vom Theater,
das am Ende ſeinen Grafen kriegt. Was hat Zelnik aus dieſer an ſich
belangloſen Fabel gemacht: ein Bilderbuch, ſprühend von Witz und
froher Laune, eine Serie ſtimmungsvollſter Szenen, die einen jeden
mit=
gehen laſſen müſſen. Man ſieht Wien, Wiener Frauen und man ſieht
Lya Mara ſo gut wie noch nie zuvor. Ihr Temperament reißt die
übri=
gen Mitwirkenden mit. Mag es nun Haury Liedtke oder Frieda Richard
ſein, ſie alle ſind in beſter Form.
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Seite 8
Nummer 272
Freitag, den 1. Oktober 1926
Siadiverordnetenverſammlung.
Darmſtadt, den 30. September 1926.
Die Sitzung wird um 5 Uhr 10 Min, von Herrn Oberbürgermeiſter
eröffnet.
Anſchaffung eines Röntgen=Diagnoſtik=Apparates für die Fütcſorge=
und Beratungsſtelle für Lungenkranke.
Der benutzte Apparat iſt veraltet. Eine Moderniſierung der
Appa=
ratur wird ausſchließlich der baulichen Veränderungen und der
Lei=
tungsverlegungen etwa 3600 Mark Koſten erfordern, wobei eine
abſo=
lute Garantie für ſtörungsfreies Funktionieren nicht gegeben iſt. Es
empfiehlt ſich Neubeſchaffung eines modernen Gerätes, das ſowohl für
Durchleuchtungen wie Fernaufnahmen eingerichtet iſt Für Beſchaffung
und Montage iſt ein Kredit von rund 9000 Mark erforderlich, der
be=
willigt wird.
Beſchaffung von Mobiliar für das Jugendheim in der Landgraf=
Philipp=Anlage.
Das Heim (Nr. 7) wird vorausſichtlich bis 1. Oktober Fertiggeſtellt
ſein. Die Inneneinrichtung muß alsbald beſchafft werden. Abgeſtellt
auf 2 Uebernachtungsgelegenheiten, erfordert die Beſchaffung einen
Kredit von 5000 Mk., die bewilligt werden.
Bewilligung von Winterbeihilfen ſür die in Fürſorge befindlichen
Perſonen und die Erwerbsloſen.
Auch für die kommenden Wintermonate (von November 1926 bis
einſchließlich April 1927) ſoll eine laufende Beihilfe gewährt werden, die
in monatlichen Raten in Naturalien geleiſtet wird. Es gelangen zur
Ausgabe Brennmaterialien (Holz und Briketts), ſowie an Alleinſtehende
— ohne eigene oder ſelbſtändige Haushaltsführung — Gutſcheine füir
Mittag= und Abendeſſen in der Volksküche, Herberge zur Heimat oder
der Mittelſtandsküche. Zur Durchführung der Maßnahme werden
100 000 Mark benötigt.
Stadtu. Aßmuth erſtattet den Bericht. In Betracht kommen
4050 Haushaltungen, die in drei Gruppen eingeteilt ſind. Die
Briketts werden waggonweiſe durch die Händler bezogen. Zur
Vertei=
lung kommt Holz aus vorjähriger Fällung guter Qualität. — Stadtv.
Veuſchner erörtert, daß das Reich ſtärker hier einzutreten habe, als
dies ſeither der Fall iſt, da die Gemeinde nicht allein helfen kann. Ein
ſozialdemokratiſcher Antrag verlangt: ein
Erwerbsloſenver=
ſicherungsgeſetz, erhöhte Unterſtützung, für die Dauer der
Er=
werbsloſigkeit; eine Prüfung der Bedürftigkeit müſſe, weil unhaltbar
entfallen. Hier müſſe das Reich eintreten. Die Erwerbsloſigkeit
im allgemeinen habe nicht nachgelaſſen. Die
Ratio=
naliſierung ſetze große Mengen auf die Straße. Es ſei ungeheuer ſchwer,
die Wirtſchaft anzukurbeln. Die Wirtſchaft ſei ein Problem des ganzen
Volkes. Die Reichsregierng müſſe eheſtens ein
Arbeitsbeſchaffungspro=
gramm herausbringen, das alle Städte berückſichtige. Heute gäbe
es Erwerbsloſe, die zwei und drei Jahre erwerbslos ſind. Produktive
Werte ſeien zu ſchaffen. (Wohnungsbau!) Mit recht gemiſchten Gefühlen
ſehe ſeine Partei dem Winter entgegen. Reichs= und Landesregierung
müſſe das Gewiſſen geſchärft werden. Auch die Zuſtände der
allein=
ſtehenden Erwerbsloſen ſeien unhaltbar. Die
Kurzarbeiterunter=
ſtützung ſei in großem Maße neu zu regeln. Redner gedenkt auch der
Sozial= und Kleinrentner; eine Vevelendung miſſe hintangehalten
wer=
den. Mit vereinten Kräften ſei die ſchwere Not zu mildern.
Herr Oberbürgermeiſter betont, daß das
Erwerbsloſenpro=
blem ein Dauerproblem iſt und verweiſt auf die Haltung des Deutſchen
Städtetags in dieſer Frage. Eine Eingabe an Reichstag und
Reichs=
regierung möge beſchloſſen werden. — Stadtv Karcher verlangt
Be=
ſchaffung ausreichender Arbeitsgelegenheit. Große Notſtandsarbeiten
(Kulturarbeiten, Riedentwäſſerung) ſeien in Heſſen nicht viele vorhanden.
Schwierig ſei die Verpflanzung der Erwerbsloſen von den
Arbeitsloſen=
zentren (Offenbach, Mainz) auf das Land. Auch in Darmſtadt fhle es
an großen Notſtandsarbeiten, die als werbende Anlagen im Sinne
des Reichsarbeitsprogramms erſchienen. Die Städte könnten einen Teil
der Erwerbsloſen in den eigenen Betrieben beſchäftigen. — Stadtv.
Reibold pflichtet den Stadtvv. Leuſchner und Karcher hinſichtlich der
beſtehenden Notlage bei, er hält aber die Bewilligung der Mittel für
nicht weitgehend genug. Stadtv Leuſchmer zeige keinen Weg, wie der
Notlage geſteuert werden ſolle. Man wiſſe, wie langſam die Parlamente
arbeiten. Die Naturalien (Heizmaterialien) müßten ſchon ab 1. Oktober
verausgabt werden, wie dies die Erwerbsloſenkommiſſion gefordert habe,
die trotz gegenteiliger Annahme der Stadtverwaltung beſtehe. Es
könn=
ten von der Stadt noch mehr Erwerbsloſe bei Notſtandsarbeiten
beſchäf=
tigt werden. Herr Oberbürgermeiſter entſchuldigt die Nichtanweſenheit
des Bürgermeiſters Delp, der auf einer Tagung außerhalb Darmſtadts
weile. Weitere Zuſchüſſe zu gewähren, ſei nach Reichsrecht den Städten
verwehrt. — Stadtv. Dr. Nöllner ſpricht für Annahme des Antrags
der Verwaltung. Weitergehende Wünſche müßten in den Fraktionen
vor=
beraten werden.
Auch Stadtv. Goſenheimer will die Fragen nicht vom
Partei=
ſtandpunkte aus behandelt ſehen. Ueber die geſetzlichen Beſtimmungen
könnten die Gemeinden nicht hinausgehen. Die Demokratiſche Partei
ſei für den Antrag der Verwaltung, ſtimme aber auch den
ſozial=
demokratiſchen Anträgen zu. — Stadtv. Süß rügt, daß der
Sozial=
politiſche Ausſchuß nicht gehört worden ſei; im übrigen ſtimme ſeine
Partei den Anträgen zu.
Zu Verwaltungsbericht 1922/23 entſteht keine Debatte. Die Anträge
werden einſtimmig angenommen.
Waldwirtſchaftsplan für 1927.
Für das am 1. Oktober 1926 beginnende Wirtſchaftsjahr hat das
Forſtamt einen Plan für die ſtädtiſchen Waldungen vorgelegt, der
ge=
nehmigt wird.
Errichtung eines Depots für Vogelſchutzgeräte.
Zur Förderung der Beſtrebungen bei der Einwohnerſchaft iſt die
Errichtung eines kleinen Lagers der gebräuchlichſten Niſthöhlen und der
ſonſtigen Vogelſchutzapparate geplant. — Dies wird genehmigt.
Aufſtockung des Seitengebäudes der Stadtkaſſe.
Bevor mit Einrichtung der Läden im Stadthauſe begonnen wird,
muß das im Erdgeſchoß befindliche Sebretariat für Steuerweſen nach
Waldſtraße 6 verlegt werden. Dies iſt aber nur möglich, wenn das
Sei=
tengebäude der Stadtkaſſe aufgeſtockt wird, damit in den neugeſchaffenen
Räumen die zur Zeit in Waldſtraße 6 befindlichen Geſchäftszimmer der
Stadtkaſſe Unterkunft finden. Die Aufſtockung erfordert 10000 Mark,
die bewilligt werden.
Erweiterung des Krebits für den Wafſerverbrauch zum Reinigen unb
Beſprengen der Straßen.
Der für 1926 vorgeſehene Kredit von 13800 Mark reicht nicht aus,
er wird vorausſichtlich um rund 4500 Mk. überſchritten werden. Dies
wird genehmigt.
Bauliche Herſtellungen im Nealgymnaſium; hier: Inſtandſetzung der
Dreppen und Podeſte.
Die Trexpe im Hauptgebäude iſt völlig ausgetreten und bildet eine
ſtändige Gefahr für die Schüler. Die Erneuerung iſt nicht länger
auf=
zuſchieben. Sie verurſacht einen Koſtenaufwand von 13000 Mk., die
bewilligt werden.
Errichtung eines Wohngebäudes Ecke Vandgraf Georg=Straße und
Wingertsbergſtraße.
Ein Wohngebäude mit ſechs Dreizimmerwohnungen ſoll errichtet und
in einer derſelben das Amt ſür Leibesübungen untergebracht werden.
Der erforderliche Kredit von 100 000 Mark wird aus Anlehensmitteln
zur Verfügung geſtellt.
Erlaß einer neuen Ortsbaufatzung und einer neuen Baupolizciordnung
für die Stadt Darmſtadt.
Das Innenminiſterium hat eine Reihe redaktioneller Aenderungen
an den am B3. Oktober 1924 genehmigten Entwürfen gewünſcht. Die
Aenderungen werden gutgeheißen.
Mitteilungen:
Am Oberwaldhaus iſt eine Tennisanlage errichtet worden. Ein
Muſterwettſpiel ſoll am 2. Oktober, nachmittags halb 3 Uhr ſtattfinden.
Ueber die Frage der Anſchließung der Griesheimer Waſſerleitung
an Darmſtadt interpelliert Stadtv. Karcher und will wiſſen, ob die
Verhandlungen ſich zerſchlagen haben. — Bürgermeiſter Ritzert
er=
widert, daß die Verhandlungen noch ſchweben, doch ſolle Griesheim
den=
ſelben Waſſerpreis bezahlen wie der Großkonſument Reichsbahn. Stadtv.
Karcher wünſcht, daß die Stadtverordneten über den Gang der
Ver=
handlungen informiert werden. Bürgermeiſter Ritzert betont, die
Gemeinde Griesheim ſolle nur die Bedingungen bezüglich des
Waſſer=
preiſes akzeptieren. — Stadtv, Leuſchner, weiſt darauf hin, daß
dieſe Angelegenheit von politiſcher Bedeutung ſei; die Betriebsdeputation
wolle nicht vor vollendete Tatſachen geſtellt werden. — Der Herr
Ober=
bürgermeiſter beſtreitet, daß das letztere von der Verwaltung
be=
abſichtigt ſei. Eingemeindungsfragen wüßten entgegenkommend
behan=
delt werden.
Auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung ſteht die
Feſt=
hausfrage. Einer Anregung von ſozialdemokratiſcher Seite, die
Sache in öffentlicher Sitzung zu behandeln, wird aus beſtimmten
Grün=
den nicht Folge gegeben.
Schluß der öffentlichen Sitzung 7 Uhr 50 Minuden.
Polizeibericht. Eine hieſige Handwerkersehefrau führte
geſtern früh in verſchiedenen Lebensmittelgeſchäften kleinere
Dieb=
ſtähle aus. Sie entwendete Fleiſch, Käſe und Zigaretten. Durch die
Aufmerkſamkeit einer Verkäuferin wurde ſie bei der Wegnahme eines
ganzen Limburger Käſes ertappt. — Der Kaufmann Joſef
Natter=
mann, geboren am 7. Juli 1901 zu Frankfurt a. M., wurde auf
Grund eines Funkſpruchs der Kriminalpolizei Frankfurt wegen ſchwerer
Urkundenfälſchung, der Knecht Willy Stutzmann, geboren am 11. 9.
1906 zu Mannheim, auf Grund eines Ausſchreibens der
Amtsanwalt=
ſchaft Mannheim wegen Diebſtahls, und der Landwirtſchaftspraktikant
Otto Weißgerber geboren am 20. April 1902 zu Groß=Salze, auf
Grund eines Ausſchreibens des Oberſtaatsanwalts Hechingen wegen
Be=
trugs feſtgenommen. — Am B8. Juli 1926, nachmittags zwiſchen 5
und 6 Uhr, wurde nächſt Rohrbrunn im Speſſart an der Staatsſtraße
Aſchaffenburg=Würzburg an einer Kindergärtnerin ein
Notzuchtsver=
brechen verübt. Täter iſt ein Handwerksburſche, der vor der Tatz
in Rohrbrunn bettelte und mit Mottenkugeln hauſierte. Beſchreibung:
etwa 20—22 Jahre alt, 1,65—1,70 Meter groß, ſchlank, langes blondes
Haar, kurzes blondes Schnurrbärtchen, rotes Geſicht, verwildertes
Aus=
ſehen. Auf dem linken Handrücken nächſt der Daumenwurzel vier 1is
fünf je etwa 1 Zentimeter lange Narben. Der vermutliche Täter wurde
am gleichen Tage auf der Straße Aſchaffenburg — Haibach vormittags
von einem Gendarmen kontrolliert. Auf ſeinen Namen kann ſich jedoch
der Beamte nicht mehr erinnern, nur ſoll der Burſche den Vornamen
„Johann” gehabt haben. Er zeigte auch dem Beamten eine
Geburts=
urkunde eines heſſiſchen Bürgermeiſteramtes vor (Name des Ortes iſt
nicht bekannt), laut welcher der Burſche unehelicher Geburt iſt. Die
Geburt ſoll von einer Hebamme mit Namen (vermutlich) Haas
ange=
meldet worden ſein. Kurz vor der Tat unterhielt ſich der Burſche mit
Straßenarbeitern, welchen er angab, er ſei in der Gegend von Mainz
zu Hauſe. Mitteilungen, die ſiir die Feſtſtellung der Perſon und zur
Ermittelung derſelben von Bedeutung ſein können, werden von der
eriminalabteilung Darmſtadt entgegengenommen.
Tageskalender für Freitag, den 1.
Oktober 1926.
Landestheater Großes Haust Keine Vorſtellung.
Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum, abends
8½ Uhr: „Die Königin der Nachrt”. — Schloß=Café: Konzert.
— Café Rheingold: Konzert und Tanz. — Kunſthalle
am Rheintor: Theſing=Ausſtellung, geöffnet von 11—4 Uhr. —
Ludwigshalle, Obergaſſe 12: Stimmungsmuſik. —
King=
vorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
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Nummer 272
Freitag, den 1. Oktober 1926
Kaufmann, Reklame und Publikum.
Von Wilhelm Heibelberg, Berlin.
Wir ſtehen alle, bewußt oder unbewußt, unter dem Einfluß der
Reklame. Wer da glaubt, auf ihn treffe das nicht zu, der braucht ſich
nur zu fragen, wieſo er ſeine Lebensmittel gerade in jenem Geſchäft
kaufe, oder warum er gerade das und das Buch zu leſen wünſcht. oder
warum er die und die Theatervorſtellung beſuchen oder ſeine Ferien
in dem und dem Ort verbringen will. Was wir auch zu unſerem
Lebensunterhalt oder zur Lebenshaltung benötigen mögen, wir müſſen
es dunch Geldhingabe oder Arbeitsleiſtung erwerben. Dazu müſſen wir
wiſſen, wer denn überhaupt bereit und in der Lage ſſt. uns gegen
Geldhingabe oder Arbeitsleiſtung die von uns gewünſchten Güter zu
liefern.
Dieſe Notwendigkeit, zu wiſſen, wo und bei wem die zum
Lebens=
unterhalt und zur Lebenshaltung benötigten Güter zu haben ſind, wird
dringlicher, wenn dieſe Güter knapp an Mengen ſind. Bei Ueberfluß an
Gütern fällt die Nachfrage und ſtatt deſſen haben wir ſteigendes Angebot.
Klima, Boden, Naturereigniſſe, Bevölkerungsbewegung,
Beförderungs=
bedingungen u. ä. ſind die Grundfaktoren, denen es zuzuſchreiben iſt, daß
in den Ländern je nachdem von manchen Gütern Ueberfluß vorhanden iſt,
während andere fehlen. Das auszugleichen übernimmt der Welthandel.
Und hier ſetzt ſchon in weit ſtärkerem Maße als bei dem urſprituglichen
Verhältnis von Angebot und Nachfrage das ein, was uſerer ganzen
heutigen Lebensweiſe die Grundlage gibt: „Die Erweckung der
Nachfrage für beſtimmte Güter, die man abzugeben hat. Dieſe
Hin=
leitung auf das, was man abgeben will, iſt in dem Begriff „Neklame‟
zuſammengefaßt.
In welchem Umfange die Erweckung der Nachfrage ſeit
Jahr=
hunderten erfolgt iſt und unausgeſetzt weiter ausgeübt werden wird und
ausgeübt werden muß, deſſen ſind wir uns oft ſehr wenig bewußt.
Gerade Dinge, die man täglich vor Augen hat, ſcheinen uns oft
unver=
änderlich, während der Wechſel der Zeit bei ihnen in allererſter Linie
ſich offenbart. Unſere Nahrungsmittel, unſere Genußmittel, unſere
Kleidung, unſere Wohnungseinrichtungen — welchen ſteten Wandel
haben wir Menſchen da in wenigen Jahrhunderten, ja oft in ein paar
Jahrzehnten oder ſogar in zwei, drei Jahren erlebt. Hinterher
er=
ſcheint alles ſelbſtverſtändlich. Dieſer Wandel beruht auf
Umſtel=
lung des Bedarfs und dieſe Umſtellung iſt Folge der Empfehlung
der Lieferanten der neuen Güter und Weiterempfehlung durch die erſten
und die weiter hinzukommenden Abnehmer und Verbraucher. Ein paar
Beiſpiele: Seit wann eſſen wir Kartoffeln? Erſt einige Jahrzehnte
nach der Entdechmg Amerikas kamen die erſten Kartoffeln nach Europa.
Kein Menſch wollte ſie haben, niemand ſie eſſen. Erſt auf Betreiben
einflußreicher Machthaber kam die Kartoffel zum Anbau bei uns. Aber
noch lange Zeit dauerte der Widerſtand an. Bis einer dem anderen ſie
„empfahl” als lohnend für den Anbauer und bekömmlich für den Eſſer.
Seit wann rauchen wir Tabake Seit wann trinken wir Kaffe oder Tee
oder Kakao?. Sait wann tragen wir baumwollene Kleider?. Oder auf
anderen Gebieten: Seit wann telegraphieren und telephonieren wir mit
und ohne Draht?. Seit wann haben wir Dampfſchiffe und Eiſenbahnen?
Und ſo m tauſend anderen Dingen kann man immer wieder fragen:
Seit wanns.
Nur ein Schüler wird ſtolz uns die genaue Jahreszahl entgegen
rufen wollen. In Wirklichkeit iſt die Jahreszahl ja ganz belanglos
und nebenſächlich. Denn alle dieſe Dinge und unzählige andere, ja alles,
was us umgibt, wurde erſt in dem Augenblick zu etwas, in dem die
ümformung des Geſchmacks und die Erweckung des
Be=
darfs den Gebrauch dieſer Dinge zu einer Selbſtverſtändlichkeit gemacht
GRt.3
äaden it chuf Daif Setce Fäf ud AnS f eif
Wirkung hat es aber erſt, wenn die einzelne beſchließt, es mitzumachen.
Ihr perſönlich iſt es nur die Befriedigung eines Wunſches, mit der Zeit
mitzugehon. Im Haushalt haben wir den gleichen Wandel. Wo kannte
man früher in einfacheren Häuſern Gas und elektriſches Licht?.
Waſſer=
leitung und Kanaliſation ſind uns heute ſo ſelbſtverſtändlich, daß wir
Gegenden, wo es das noch nicht gibt, mit Verwunderung und Bedauern
betrachten. Welche Hausfrau iſt heute nicht gllicklich, einen Staubſauger
als neueſte Erwerbung ihrer Freundin vorführen zu können. Vielleicht
wird man Staubſauger in wenigen Jahren als ebenſo ſelbſwerſtändlich
betrachten, wie heute Waſſerleitung. Gas und Elektrizität.
Alle dieſe Wandlungen haben ſich aus Bedarfzweckung und
Bedarfg=
umformung ergeben. Alle ſind auf „Reklame” zurückzuführen,
auf wiederholte und eindringliche Empfehlung. Iſt erſt der Wunſch
erweckt, etwas zu beſitzen, dann ſtellt ſich auch die Erwägung ein, wie
der Wunſch verwirklicht werden könnte. Auf dieſem Wege begegnen ſich
Kaufmann und Publikum und hierin liegt die Macht der Reklame. Wer
unter den Kaufleuten — habe er Waren oder Dienſte und Leiſtungen
anzubieten — die Reklame in der geſchickteſten Form zu handhaben weiß,
wird den ſtärkſten Einfluß auf Erweckung des Bedarfs ausüben.
Aller=
erſte Vorausſetzung iſt aber, daß die angebotene Ware oder
Dienſtlei=
ſtung auch wirklich in Qualität und Geſchmacksrichtung den Wünſchen
der Nachfrage entſpricht. Wohlverſtanden: eine Geſchmacksrichtung kann
auch geſchaffen werden, aber dann muß ſie mit ſolcher Kraft durchgeſetzt
werden, daß ſie beſtimmend nun ihrerſeits auf die Entwicklung des
An=
gebots zurückwirkt und umwälzend werden kann. Darum wird es immer
zu den Ausnahmen gehören, daß eine Reklame ſofort in größerem
Maße wirkt. Sie muß ſtetig und unermüdlich ſei, kräftig und
umfaſſend, um ſich durchzuſetzen. Alle Erfahrung lehrt, daß
Augenblicks=
erfolge nicht vorhalten. Wer heute von der Konjunkturwelle
hochge=
tragen wird, iſt morgen vielleicht ſchon von einer neuen Welle beiſeite
geworfen. Darum kann es für den Kaufmann nie eine Zeit geben, wo
er keine Reklame mehr nötig zu haben glaubt. Nur der Umfang und
die Art ſeiner Reklame können ſich ändern. Mag in früheren Zeiten
weniger ſcharfen Wettbewerbs die bloße Auslage von Waren im
Schau=
fenſter oder — noch weiter zurück — in halbdunklen Kellergewölben
oder auf freiem Markt für Waren aller Art ausreichend geweſen ſein,
ſo hat ſich die Geſchmacksrichtung der Käufer inzwiſchen ſehr
gewan=
delt. Die Ware ſoll nicht nur da ſein, ſondern ſoll in höchſt anregender
Form angeboten werden. Daher die eleganten Läden, großartigen
Schaufenſter, prächtige Herrichtung des Ganzen und das geſchulte
Ver=
kaufsverſonal unſerer modernen Spezialgeſchäfte und Warenhäuſer,
Wie ſtark wirkt das auf ſelbſt die lleinſten Geſchäfte auch der
alltäglich=
ſten Dinge zurück. Die gefälligene Aufmachung des Ganzen führt bei
gleicher Qualität zu beſſerem Abſatz. Zur gefälligeven Aufmachung gehört
auch die ganze äußere Reklame durch Anzeigen in den Zeitungen.
Hierin gipfelt die Bedeutung der Reklame für den Kaufmann.
Zu=
gleich aber auch für das kaufende Publikum. Denn „ohnehin” würde
niemand zum Kaufen bereit ſein, wenn nicht ſchon der Wunſch in ihm
ſchlummerte, dieſe Ware zu haben. Dieſer Wunſch hat ſeine tiefere
Ur=
ſache in dem Verlangen, im Leben vorwärts zu kommen, alle
Verbeſſe=
rungen in der Lebensführung ſich zu eigen zu machen, beſſer zu leben
als früher, und nicht zuletzt in dem Hang nach Neuem und
Unerprob=
tem. Die uns ſtändig vor Augen kommende Reklame hat dieſes Wollen
in den letzten Jahren ſo verſtärkt, daß wir heute mnerhalb weniger
Jahre ſchnellere Umwälzungen haben, als früher m Jahrzehnten. Dieſe
ſchnellere Einführung bietet erſt den Induſtrien und Verkäufern die
Möglichkeit zu gewaltiger Umſatzſteigerung. Und das iſt das
Vemer=
kenswerteſte an der heutigen Reklame, daß ſie infolge der ſtarken
Wir=
kung auf Geſchmacksrichtungen und Bedarf zu einem viel
ſchnelle=
ren Umſchlag des in die Ware hineingeſteckten
Ka=
pitals führt. Bei gleichem Kapital werden ſoviel mehr Waren im
Jahre umgeſetzt, daß der Kaufmann den Gewinn an der einzelnen Ware
auf das niedrigſte herabſetzen und dabei doch am Jahresende einen
höheren Geſamtgewinn aus ſeinem Geſchäft haben kann. Die
Aufwen=
dungen für Reklame haben erſt den ſchnelleren Umſatz bewirkt, und das
iſt das Wichtigſte nicht nur für den Kaufmann, ſondern auch für das
kaufende Publikum, daß die Aufwendung für Reklame, die
Ware nicht verteuert, ſondern infolge des häufigeven Umſatzes
des Kapitals zu einer Verbilligung der Waren geführt haben. Wäre
das nicht der Fall — wie mancher Reklamefeind leichthin behauptet —,
ſo müßte ja der Kaufmann, der keinerlei Reklame macht und ſeine
Waren in der beſcheidenſten Aufmachung und im einfachſten Laden
aus=
bietet, am Jahresſchluß den größten Gewinn aufzuweiſen haben. Er
Dichte. e Moa fohfen. 7
Gegenſatz dazu ſehen wir alle Tage, daß jeder Kaufmann, ſowie er nur
das Geld dazu aufbringt, ſeinen Laden verſchönert und ausbaut,
ſeine Waren in immer gefälligerer Weiſe zur Schau ſtellt und ſie öſter
in der Zeitung ankündigt, um mehr Zuſpruch und ſchnelleren Umſatz
zu haben.
Ja — ſo mag nun iemand vielleicht fragen —, hat denn nun die
Allgemeinheit ein Intereſſe daran, daß irgendein Kaufmann ſeine Ware
ſchneller los wird und ſomit Geld ſchneller und leichter verdiente
Ge=
wiß! ſo muß die Anwwort hierauf lauten. Ginmal, wie oben geſagt,
wird jede Ware, die ſchnell umgeſetzt wird, nicht nur billiger durch
ge=
ringeren Verkaufsſpeſenanteil und geringeren Zinsverluſt, ſondern der
ſchnellere Umſatz führt auch zur ſchnelleren Bezahlung des
Lie=
feranten, zur Verminderung der Fabrikations= und Herſtellungskoſten,
da nicht nur der Ladenkaufmann, ſondern auch der Großhändler und
Fabrikant der Ware weniger Verkaufsſpeſen und weniger Zinslaſt bei
ſchnellerem Umſatz hat. Dann können auch die Nohſtofflieferanten des
Fabrikanten billiger liefern. So wirkt eine erfolgreiche Neklame bis
zu den Produzenten zurück. So können Geſchäfte es ermöglichen, zur
Beſchleunigung des Umſatzes die an ſich ſchon ſcharf kalkulierten
Ver=
kaufspreiſe noch mehr herabzuſetzen, wenn Saiſonende es empfiehlt,
oder auch nur der Wunſch, die Lager für die ſchon beſtellten und bald
wieder hereinkommenden neuen Waren freizumachen. Ein durch
aus=
giebige Neklame in Schwung gebrachter Ausberkauf zu
nied=
rigen Preiſen iſt kaufmänniſch durchaus richtig. Denn wenn ſelbſt
der Verkaufspreis bis knapp über den Einkaufspreis oder bis zu dieſem
herabgeſetzt und die Ware dann verkauft wird, ſo hat der Kaufmann
endfe Feie ian euneEeifen Fellänfe. di ſe icht zur
preisverbilligend, ſondern auch geſchmacksbeſtimmend
wirkt. So kann ſie einen großen Markt und Abſatz für eine Ware
ſchaf=
fen, die vordem ganz unbekannt war.
Erſt dadurch ſind alle unſere modernen Einrichtungen und unſere
verbeſſerte Lebenshaltung und die Zufuhr bis dahin unbekannter Waren
möglich geworden. Die beſte techniſche Erfindung gewinnt erſt Leben,
wenn ſie zu Preiſen verkauſt werden kann, die der Allgemeinheit
erſchwinglich ſind. Die Neklame, die ein Kaufmann macht, zwingt jeden
Wettbewerber zur Ueberlegung, wie er ſeine Waren nun in gleicher
Qualität, aber billiger abſetzen könne, um ſich nicht von dem anderen
von ſeiner Exiſtenzbaſis verdrängen zu laſſen. Wenn ganze
Geſchäfts=
zweige gemeinſam daran gehen, mit Hilſe ausgedehnter Reklame einen
Artikel neu einzuführen, ſo kommt es zu Wettbewerben großen
Aus=
maßes die unbedingt zu einer Verbilligung und Verbeſſerung des
betreffenden und aller ähnlichen Artikel führen müſſen.
Das Wunſchfeld des Käufers wird begrenzt von ſeinem
Ein=
kommen. Innerhalb der Höhe ſeines Lohnes oder Gehaltes hat er
vollkommen Freiheit, ſich aus den tauſend Reklameangeboten das
aus=
zuſuchen, was ſein Herz begehrt. Wir Menſchen ſind ja alle ſo
ver=
ſchieden in unſeren Wünſchen und doch einig in dem Wunſche, glücklich
und zufrieden zu ſein. Der eine verzichtet gern auf Dinge, die dem
anderen unentbehrlich erſcheinen. Mancher weiß bei weit geringerem
Einkommen mehr für Erfüllung ſeiner Wünſche aufzubringen, als der
andere mit höherem Ginkommen. Was dem einen noch Luxus dünkt, iſt
dem anderen alltägliches Bedürfnis. Alledem hat die Reklame des
Kaufmannes Rechnung zu tragen. Sie wendet ſich tagaus, tagein, in
den mannigfaltigſten Formen an das Heer der Käufer, und dieſe
Käu=
fer finden dank dieſer ausgedehnten Reklame — ein ungeheures Feld
zur Befriedigung ihrer Wünſche.
Nicht nur der moderne Kaufmann, ſondern auch der moderne
Käu=
fer muß ſich immer wieder daran erinnern, daß erſt die Reklame
dem Wettbewerb die Grundlage gegeben hat, trotz der rieſenhaft
ange=
ſchwollenen Bewvöllerungsziffern die Lebenshaltung der
All=
gemeinheit zu verbeſſern. Technik, Verkehr, Welthandel,
Weltproduktion Gütterverteilung — alles bedurſte erſt der
Bereitwil=
ligkeit der Menſchen zur Annahme und Ingebrauchnahme der neuen
Dinge. Dieſe innere Einſtellung iſt erſt durch Reklame geſchaffen
wor=
den. Und da die Dinge ſtändig im Fluß ſind, können auch alle weiteren
Fortſchritte nur mit Hilfe der Reklame erreicht werden. Weder
Kauf=
mann noch Publikum kann heute ohne Reklame fertig werden. Sie iſt
zum Antrieb unſeres geſamten Lebens geworden, und mag ſie
gelegent=
lich auch Auswüchſe aufweiſen, ihre preisverbilligende und
auglitätshebende Wirkung ſollte ſich jader vor Augen halten.
Reklame kann ſich aber nur da bezahlt machen, wo gute Waren oder
Dienſtleiſtungen zu angemeſſenen Preiſen geboten werden. Die Neklame
hilft nicht nur dem Kaufmann, ſie hilft auch dem Publikum.
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Nmmmer 222
Freitag, den 1. Oktober 1926
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Griesheim, 29. Sept. Gemeinderatsbericht. Der
Vor=
ſitzende, Herr Bürgermeiſter Schüiler, erſtattete über den am 24.
Sep=
tember ds. Js. mit Herrn Direktor Seeger von der
Landvirtſchafts=
kammer und Herrn Regierungsbaumeiſter Berg vom Arbeits=
und Wirtſchaftsminiſterium ſowie Vertretern der hieſigen Landwirtſchaft,
ſtattgefundenen Beſichtigung des für die Feldbereinigung und
Riedent=
wäſſerung in Frage kommenden Geländes eingehend Bericht. Da bei der
Beſichtigung feſtgeſtellt wurde, daß durch die beabſichtigte Entwäſſerung
eine weſentliche Beſſerung des Geländes nicht erzielt werden kann, nimmt
der Gemeinderat ſeinen Beſchluß vom 22. Juli ds. Js., der der
Feld=
bereinigung und Riendentwäſſerung bezüglich des gemeindeeigenen
Ge=
ländes zuſtimmte, wieder zurück. Herr Bürgermeiſter Scküler wurde
be=
auftragt, bei der etwa ſtattfindenden Abſtimmung über die
Feldbereini=
gung für die Gemeinde mit „nein” zu ſtimmen. Weiter wurde beſchloſſen,
daß die Bau=, Feld= und Wieſen=Kommiſſion alsbald eine Beſichtigung
des geſamten Griesheimer Grabennetzes vornimmt, und die hierbei
feſt=
geſtellten Mängel durch die Gemeinde alsbald beſeitigt werden. Es iſt
hierbei zu veranlaſſen, daß die entſtehenden Koſten auf die produktive
Erwerbsloſenſürſorge übernommen werden. Ferner ſoll durch die Feld=
Wieſen= und Bau=Kommiſſion in Gemeinſchaft mit dem Kulturbauamt
Darmſtadt eine Beſichtigung des Landgrabens vorgenommen werden,
wobei feſtzuſtellen iſt, ob nicht ein beſſerer Abfluß des Landgrabenwaſſers
herbeigeführt werden kann. — Die Angelegenheit bezüglich
Gelände=
erwerb für die elektriſche Straßenbahn wurde an die Bau= und
Finanz=
kommiſſion zurückverwieſen. Ueber die Anlegung eines
Verbindungs=
weges neben dem Bahnkörper zwiſchen der Haus= und Wieſenſchneiſe
ſollen durch die Bau=, Feld= und Wieſen=Kommiſſion nach vorheriger
Be=
ſichtigung des Geländes Vorſchläge gemacht werden. — Bezüiglich
Er=
wverb von Straßengelände in der Frankfurter Straße ſoll mit der Firma
L. C. Nungeſſer und der Peter Engel VIII. Witwe in Unterhandlungen
eingetreten werden. — Für die Erbauung eines neuen Wohnhauſes
für den Friedhofswärter wurde der Gemeinde Befreiung von der
Be=
ſtimmung des § 1. des Nachtrags zur Ortsbauſatzung vom 2. 9. 1924
erteilt.
* Eberſtadt, 29. Sept. Abturnen. Die Turngeſellſchaft E. V.
hielt am Sonntag vormittag auf ihrem Turnplatze in der Schloßſtraße
ihr diesjähriges Abturnen für ihre Schüler= und Schülerinnenabteilung
ab. Den 1. Preis der Schüler im Drei= und Fünfkampf errang
Fried=
rich Kern, den 2. Preis Karl Kgiſer und den 3. Preis Jakob Krichbaum.
Den 1. Preis der Schülerinnen im Fünfkampf errang Wilhelmine
Daß=
ler, während Minna Pfeiffer im Dreikampf 1. Siegerin wurde. —
Auch die Freie Turnerſchaft hielt am vergangenen Sonntag ihr
dies=
jähriges Herbſtturnen ab.
* Pfungſtadt, 30. Sept. Polizeihundeprüfung. Am
Sams=
tag und Sonntag fand hier die Landesverbandsprüfung für Polizei=
und Schutzhunde ſtatt. Die Prüfungen begannen bereits am Freitag.
Am Samstag abend wurde zu Ehren des Landesverbandesvorſtandes
ein feierlicher Kommers abgehalten, bei dem die zwei hieſigen
Turn=
vereine und die Geſangvereine „Männerquartet,, „Liederkranz” und
„Sängervereinigung” und ein Orcheſter mitwirkten. Der Vorſitzende des
hieſigen Vereins der Hundefreunde, Herr Bürgermeiſter Schwinn,
be=
grißte alle Anweſenden. Die Preisverteilung fand am Sonntag abend
ſtatt. Daraus war erſichtlich, daß bei der Kriminalhundeprüfung der
Schäferhund „Ceres vom Hain” den 1. und Heſſiſchen Staatspreis
er=
hielt (Beſitzer Herr Lauer, Darmſtadt). Am Samstag hatte die
Naſen=
arbeit für Polizei= und Schutzhunde ſtattgefunden, während am Sonntag
Gehorſamsübungen und Mannarbeit zu leiſten waren. Für
Schäfer=
hunde errang „Benedix von der Raumühle” (Beſitzer Robert Herber,
Darmſtadt) den 1. und Staatspreis. Georg Brüickmann aus Eberſtadt
erhielt mit ſeiner „Giſa v. Gefrohorſt” den Landesverbandspreis und die
Note „Sehr gut”, „Karli v. Haag‟ (Deutſche Boxer=Rüde, Beſitzer Gg.
Achen, Darmſtadt) den 3. Preis und die Note „Sehr gut” Bolo von
der Frankenruhe” (Schäferhund=Rüde), Beſitzer Gg. Fink, Pfungſtadt,
den 4. Preis und die Note „Sehr gut” „Erwo von der Hislache‟
(Schäferhund=Rüde), Beſitzer Gg. Wenz, Darmſtadt, den 5. Preis und
die Note „Gut” „Anne vom kleinen Born” (Schäferhund=Hündin),
Be=
ſitzer Chriſtian Spieß, Pfungſtadt, den 6. Preis und die Note „Gut”
„Grifo v. Gefrohorſt” (Schäferhund=Rüde), Beſitzer Jakob Schmitt,
Eber=
ſtadt, den 7. Preis und die Note „Gut”. Schutzhunde erhielten folgende
Bewertung: „Cäſar von Schnellertsberg” (Schäferhund=Ride), Beſitzer
Herbert, Eſchollbrücken, den 1. Preis und die Note „Sehr gut”, „Dietrich
von Hinterborn” (Dobermann=Rüde), Beſitzer Friedrich Wenz,
Pfung=
ſtadt, den 2. Preis und die Note „Gut”, „Hilde von der Engehardt=
Schmiede” (Schäferhund=Hündin), Beſitzer Paul Stöcker, Pfungſtadt,
den 3. Preis und die Note „Befriedigend”, „Fortſchritt vom Zinsgut”
(Dobermann=Rüde), Beſitzer Reinhard Reimund, Pfungſtadt, den 4. Preis
und die Note „Befriedigend”
* Nieder=Beerbach, 28. Sept. Die Kirchweihe in unſerem kleinen
Dörfchen iſt beſtens verlaufen. Infolge des günſtigen Wetters und der
reichen Verkehrsmöglichkeiten war auch der Beſuch ſehr gut. Die
Anto=
verbindung mit Darmſtadt und Eberſtadt erfreute ſich einer überaus
reichlichen Benutzung. Auch der neue große 30 Sitzplätze aufweiſende
Autobus reichte nicht immer aus, um alle Kirchweihbeſucher aufnehmen
zu können.
— Spachbrücken, 30. Sept. Nächſten Sonntag, nachmittags 1 Uhr,
findet die Enthüllung des Gedenkſteins für die im
Welt=
kriege Gefallenen der Gemeinde Spachbrücken ſtatt. Nachdem eine aus
freiwilligen Gaben der Einwohner zuſammengebrachte Summe durch die
Inflation verloren ging, hat der Ortsvorſtand das Denkmal auf Koſten
der Gemeinde durch den Bildhauer Geora Wilhelm Dietrich zu Groß=
Zimmern errichten laſſen.
* Wembach, 30. Sept. Am Sonntag, den 3. Oktober, findet ein
ge=
meinſchaftliches Preisturnen der Turnvereine Wembach und
Rohr=
bach in der Turnhalle zu Wembach ſtatt. Beginn vormittags 9 Uhr.
Nachmittags von 2 Uhr ab großes Schauturnen. Anſchließend
Tanzbe=
luſtigung.
g. Groß=Bieberau, 29. Sept. Die ehemaligen 118er im vorderen
Odenwald werden nochmals an die kameradſchaftliche Zuſammenkunft
am nächſten Sonntag bei Schellhaas, Groß=Bieberau, erinnert mit dem
Hinweis, daß auch alle Kameraden derfenigen Formationen eingeladen
ſind, die im Kriege aus den 118ern hervorgegangen ſind. Die
Darm=
ſtädter Vereinigung erſcheint mit Familien.
r. Babenhauſen, 30. Sept. Am 1. Oktober d3. Js. tritt unſer
lang=
jähriger Polizeidiener Johann Adam Fiſcher auf ſeinen Wunſch in
den wohlverdienten Ruheſtand. Geboren am 7. November 1856 hier in
Babenhauſen, war F., bevor er den Dienſt als Gemeindebeamter antrat,
19 Jahre bei der Eiſenbahn tätig, davon 5 Jahre als Schrankenwärter.
27 lange Jahre hat er danach der Gemeinde als Polizeidiener gedient,
und in dieſer langen Spanne Zeit in vorbildlicher, treueſter
Pflicht=
erfüllung ſeinen Dienſt verſehen. Deshalb erfreute er ſich auch großer
Beliebtheit bei allen Kreiſen der Bevölkerung. Nur ungern ſieht man
den leutſeligen, zuvorkommenden Beamten aus ſeinem Dienſte ſcheiden.
Da ſein Kollege zurzeit erkankt iſt, wird Fiſcher deſſen Amtsgeſchäfte /
bis zur Geneſung noch mitverſehen. Herzliche Segenswünſche begleiten
ihn in den Ruheſtand.
m. Ober=Sensbach, 30. Sept. In den letzten Tagen ſchoß unſer
Jagdpächter, Herr Reinhart van Gülpen=Worms, den zweiten und
dritten Zehnender; der erſte kam vor einigen Wochen zur Strecke.
Winterfahrplan der Strecke Aſchaffenburg—Höchft i. O.
Der Verkehrsverein Neuſtadt ſchreibt uns: Da der neue Fahrplan
bereits am 3. Oktober in Kraft treten ſoll, halten wir es für unſere
Pflicht, Wünſche und Bedenken dieſer oder jener Art zu äußern.
Ange=
ſichts der wirtſchaftlichen Not können wir für den abgelaufenen
Sommer=
fahrplan feſtſtellen, daß er im großen und ganzen verſucht hat, den
Wünſchen der Allgemeinheit Rechnung zu tragen. Daß der Fahrplan
natürlich den Stand der Vorkriegszeit noch nicht erreicht hat, ſei an
dieſer Stelle ausdrücklich auch erwähnt. Doch davon ſpäter einmal. Wie
uns bekannt geworden iſt, plant man für den Winter 1926/27 eine
Ver=
ſchlechterung der Verkehrsverhältniſſe. Dagegen wird ganz entſchieden
Verwahrung eingelegt. Einen Zugsausfall um die Mittagszeit (ab
Neuſtadt 12,09 Uhr) in der Richtung nach Höchſt i. O. können wir unter
keinen Umſtänden billigen. Warum? Er bildet nach wie vor einen
unſerer Hauptzüge. Gerade um dieſe Zeit haben wir eine unſerer
beſten Anſchlußmöglichkeiten in Höchſt i. O. in der Richtung nach
Eber=
bach, Darmſtadt, Hanau=Frankfurt. Es wäre doch im Zeitalter des
Verkehrs eine betrübende Tatſache, wenn man den Leuten unſeres
Wirt=
ſchaftsgebietes zumuten müßte, im Herbſt und im Winter Wege bis
2½ Stunden zu machen, wenn der Schienenſtrang durch das Tal führt.
Die Erledigumg amtlicher und wirtſchaftlicher Aufgaben erfordert gerade
im Winter eine Verkürzung der Reiſezeit, mithin eine Verbilligung.
Außerdem müßten es die Bewohner des heſſiſchen Gebietes als eine
Zurückſetzung ihrer Intereſſen betrachten. Die natürliche Folge davon
wäre dann Erbitterung. In unſerer arbeitsloſen Zeit ſollte man doch
darauf achten, daß man auch auf dieſem Gebiete zur Ausſöhnung erzieht.
Die ſtaatspolitiſche Aufgabe, Ueberbrückung der einzelſtaatlichen
poli=
tiſchen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe, gehört ja zu den vornehmſten
Aufgaben der Gegenvart. Wenn etwa Erſparniſſe erzielt werden ſollen,
muß man am richtigen Platz anfangen. Es gibt verſchiedene Gegenden
unſeres Vaterlandes wo ausgezeichnete Verkehrsverhältniſſe beſtehen,
was ja an und für ſich recht erfreulich iſt. Wer am Tage dutzende Mal
Gelegenheit hat, alle möglichen Zuggrade benützen zu können, wird es
ſicher nicht ſo hart empfinden, wenn für den Winter der eine oder andere
Zug (eventuell D=Zug) einmal ausfällt. Für unſere Gegend jedoch
be=
deutet der Ausfall eines Hauptzuges, des Mittagszuges, einen großen
Verluſt. Es werden daher die amtlichen Stellen dringend gebeten, für
die Aufrechterhaltung des Eiſenbahnverkehrs in ſeitherigem Umfange zu
ſorgen. Dafür wird ihnen der Dank der geſamten Bewohner unſeres
Wirtſchaftsgebietes ſicher ſein.
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* Ober Klingen, 30. Sept. Unſer maleriſch am Bergeshang gelegene
Kirchlein mit ſeinem Zwiebeltürmchen und ſeiner windſchiefen
Wetter=
fahne war bisher eine Simultankirche. Die katholiſche Kirche hatte aus
pfälziſchen Zeiten her das Recht, in ihm ebenfalls Gottesdienſte
abzu=
halten. Von dieſem Recht machte die katholiſche Kirche auch im Jahre
einmal, und zwar auf unſerem Kirchweihfeſt, Gebrauch. Dieſen
Gottes=
dienſt hielt der katholiſche Geiſtliche vom Otzberg ab. Seine Gemeinde
bildeten dann mitgekommene Katholiken aus Hering, die hieſigen
Katho=
liken, drei Frauen an der Zahl, und auch neugierige Mitglieder der
evangeliſchen Gemeinde. Am verfloſſenen Sonntag wurde hier wieder
das Kirchweihfeſt gefeiert. Diesmal fiel der katholiſche Gottesdienſt aus,
ebenſo ſchon im vergangenen Jahre. Damit iſt das Mitbenutzungsrecht
der Katholiken erloſchen, da ſie dieſes Recht nur ſo lange beſaßen, als
ſie es jedes Jahr mindeſtens einmal in Anſpruch nahmen. Die nächſte
Simultankirche in der Umgebung befindet ſich in Lengfeld.
j. Gammelsbach i. O., 30. Sept. Zwei hieſige Einwohner wurden
in den letzten Tagen von Unglücksfällen betroffen. J. Walz
kam in der Holzſchneiderei Zimmer=Eberbach der Transmiſſion zu
nahe, wurde von dieſer erfaßt und erlitt einen mehrfachen Armbruch.
— Im Steinwerk Gütſchow in Eberbach war G. Rug von hier mit
dem Abladen von Teerfäſſern beſchäftigt. Dabei brach eine Diele, der
Genannte kam zu Fall und zog ſich ſtarke Kopfverletzungen zu, ſo daß
ſeine Ueberführung ins Krankenhaus nötig wurde. — Auf der
gräf=
lichen Jagd in hieſiger Gemarkung erlegte dieſer Tage S. E. Graf
Elias zu Erbach=Fürſtenau einen ſtarken Acht= und ein Jagdgaſt einen
ſtarken Zehnender. Die Jagdergebniſſe der letzten Zeit zeigen, daß
die hieſige Gegend gegenwärtig ſtarkes Hirſchwild hegt.
— Unter=Mofſau i. Odw., 30. Sept. Am 16. Juli d. J. wurde hier
ein Turnverein, der der Deutſchen Turnerſchaft angeſchloſſen iſt,
gegrün=
det. Dies iſt am ſo wünſchenswerter, da ja gerade in der heutigen Zeit
die Turn= und Leibesübungen immer mehr in Erſcheinung treten.
Erinnern wir uns nur einmal an die großen Kölner Kampfſpiele, die
erſt vor kurzem ſtattfanden! — Die Turnſache hat gar manches für ſich.
Nicht nur die äußere Geſtalt des Turners wird dadurch beeinflußt,
ſon=
dern auch, was mindeſtens von gleichem Nutzen iſt, Seele und Geiſt
fin=
den im Turnen eine kräftige Unterſtützung. In der
Gründungsver=
ſammlung am 16. Juli d. I. wurde Herr Lehrer Aßmus zum 1.
Vor=
ſitzenden und Herr Gutsverwalter Siefert zum 2. Vorſitzenden gewählt.
Herr Willi Neff wurde Rechner und Herr Willi Allmann Schriftführer.
Dem 1. Turnwart, Herrn Mohr, wude Herr Lehrer Gegel als 2.
Turn=
wart beigegeben. Da dieſe Aemter von durchaus tüchtigen und
pflicht=
getreuen Mitgliedern beſetzt ſind, ſo kann mit Beſtimmtheit mit einem
Aufblühen des jungen Vereins gerechnet werden. Es iſt jedoch
unmög=
lich für dieſe Herren allein, dem Verein ein Anſehen zu erwerben,
Jedes Mitglied, vom füngſten bis zum älteſten, muß es daher für ſeine
Pflicht halten, der Turnſache in jeder Hinſicht zu dienen und ſein
In=
tereſſe auf irgendeine Weiſe offen darzutun. Erſt dann wird ein
wei=
teres Wachſen ermöglicht. Die Mitglieder ſeien hingewieſen auf das
Sprichwort: Einigkeit macht ſtark!
* Michelſtadt, 30. Sept. Am Sonntag, den 3., und Montag, den
4. Oktober findet, wie bereits im Anzeigenteil angezeigt, die viel
be=
liebte Michelſtädter Kirchweihe ſtatt. Tanz iſt mit
erſtklaſſi=
gen Maſikkapellen in Schmerkers Garten, Städt. Saalbau, Altdeutſcher
Hof ung in den 3 Haſen. Gute Zugverbindungen nach allen Richtungen
ſind vorhanden. Letzte Abfahrt nach Darmſtadt 3.50 Uhr nachts.
Sonn=
tagsfahrkarte Darmſtadt=Oſt—Michelſtadt 2.— Mk., Hin= und Rückfahrt;
alſo billige Fahrgelegenheit faſt wie in der nächſten Umgebung jeder
Großſtadt. Hiſtoriſche Sehenswürdigkeiten, verbunden mit den
land=
ſchaftlichen Schönheiten des hinteren Odenwaldes, verſprechen genußreiche
Stunden. Darum auf zur Michelſtädter Kirchweihe!
Lagergetreide.
Leider mußte man dieſes Jahr faſt in allen Teilen Deutſchlands
beobachten, daß ſich das Getreide unter der ungünſtigen Witterung
häu=
fig noch vor der Blüte legte. Abgeſehen von der Arbeitserſchwernis bei
der Ernte bedeutet ein zeitiges Legen regelmäßig eine ſchlechte
Korn=
bildung. Die Blüte und damit die Befruchtung kann bei liegendem
Getreide nur unvollſtändig erfolgen. Außerdem wird häufig die
Nähr=
ſtoffzufuhr, wenn auch nicht ganz unterbunden, ſo doch gehemmt. Die
Folgen davon ſind ganze oder teilweiſe taube Aehren, faſt regelmäßig
aber ein nicht vollkommen ausgebildetes Korn. Dieſe unangenehmen
Erfahrungen macht der Landwirt auch dieſen Herbſt beim Dreſchen;
allenthalben ſagt man ja, daß das Korn ſchlecht ſchüittet, häufig heißt es:
„Wir ſind froh, wenn wir den Dreſchlohn erdreſchen.”
Gibt es nun kein Mittel, dieſer Lagergefahr des Getreides
vorzu=
beugen? Gewiß haben wir ſolche Mittel in der Hand ſie ſind auch faſt
jedem Landwirt bekannt, doch werden ſie häufig nicht genügend
be=
achtet. Zu allererſt ſpielt die Sorte eine große Rolle, und in Gegenden
und auf Böden, die gerne zur Lagerfrucht neigen, muß man
wider=
ſtandsfähige Sorten gegen das Lagern auswählen und anbauen. Zum
anderen iſt die Saat reſp. Saatdichte von ausſchlaggebender Bedeutung.
Wenn die Saat zu dicht ſteht, fehlt den Pflanzen das Licht, welches
not=
wendig iſt, daß die Gewebe zur Halmfeſtigung ſich richtig ausbilden.
Zum dritten iſt jedem Landwirt bekannt, daß kräftige
Stickſtoffdüngun=
gen die Lagergefahr fördern. Ein Maßhalten in dieſer Hinſicht iſt
immer empfehlenswert, und es iſt richtiger, die Stickſtoffabgabe im
Früh=
jahr öfters, aber in kleineren Mengen zu verabfolgen und zwar je
nach Bedarf, als die ganze, dem Acker zugedachte Stickſtoffmenge auf
einmal auszuſtreuen.
Alle dieſe oben angegebenen Maßnahmen ſind aber uwirkſam,
wenn ein Nährſtoff fehlt, und zwar das Kali. Gerade das Kali iſt
her=
vorragend geeignet, das Stroh zu kräftigen. Von den vielen Verſuchen,
die in dieſer Hinſicht bereits durchgeführt wurden, möchten hier nur
zwei Erwähnung finden. Die Landwirtſchaftskammer in Kaſſel hat
bei verſchiedenen Winterweizenſorten gefunden, daß durch eine
Kali=
düngung von 60 Kilo bezw 120 Kilo je Hektar der Halmquerſchnitt
ſämt=
licher in Prüfung befindlicher Sorten weſentlich vergrößert wurde.
Neben der Vergrößerung des Halmquerſchnitts findet aber auch eine
Vermehrung derjenigen Zellen ſtatt, welche die Feſtigkeit des Halmes
bedingen,
Die Ergebniſſe der Unterſuchung, welche Herr Dr. Stuch=Weilburg
bezüglich des Einfluſſes der Düngung auf die Halmfeſtigkeit der
Ge=
treideart anſtellte, lauten in Hinſicht auf die Kalidümgung wie folgt:
„Die Kalidüngung verſtärkt gleichfalls die mechaniſchen Elemente in
den Halmen, wie deutlich aus allen Verſuchen ſowohl bei der
anatomi=
ſchen Unterſuchung, als auch bei der mechaniſchen Biegungsprüfung
her=
vorgeht. Auch bei der Kartoffelpflanze iſt die günſtige Wirkung des
Kalis auf die mechaniſche Verfeſtigung des Stengels deutlich
hervor=
getreten. Zu dieſer Feſtigkeit fördernden Wirkung des Kalis kommt als
beſonders wichtig hinzu, daß ſtarke Kalidündung den Mehltaubefall
ein=
zuſchränken in der Lage iſt, wie die Ergebniſſe einwandfrei dargetan
haben. Eine ſtarke Kalidüngung iſt alſo ſowohl zur Bekämpfung der
Lagergefahr als auch des ſtarken Mehltaubefalls angebracht.”
Dieſe Verſuchsergebniſſe aus neueſter Zeit und die Beobachtungen,
welche jeder Landwirt in dieſem Jahre in ſeinen Gemarkungen in dieſer
Hinſicht machen konnte, ſollten zu denken geben und die Landwirte
ver=
anlaſſen bei ihrem Getreide einer Lagergefahr vorzubeugen, und zwar
nicht zuletzt durch eine ausreichende, insbeſondere zur Stickſtoffdüngung
im richtigen Verhältnis ſtehende Kalidüngung.
Erbacb 30. Sept. Am letzten Sonntag hielt die Bezirksgruppe
Erbach=Michelſtadat der Kriegsbeſchädigten und
Kriegs=
hinterbliebenen der Krieger=Kameradſchaft Haſſia (
Kyffhäuſer=
bund) eine ſehr zahlreich beſuchte Tagung in Erbach ab. Das Referat
hielt Kamerad Ritter=Darmſtadt. Er ſprach über Verſorgung und
Für=
ſorge der Kriegsopfer, insbeſondere wie dieſe zu ihrem Recht kommen.
Dabei verurteilte er das Verhalten des Haupt=Verſorgungsamtes Kaſſel.
An der lebhaften Ausſprache beteiligten ſich viele Kameraden, die
auch in anerkennender Weiſe die Arbeit der Geſchäftsſtelle Darmſtadt
beleuchteten. Der Vertreter des Kreisamts Erbach, Herr
Verwaltungs=
inſpektor Schick, gab manchen praktiſchen Wink und erwähnte, daß
gerade die Ortsgruppen der Krieger=Kameradſchaft Haſſia des
Kyfſhäuſer=
bundes ihre Anträge in ſehr ſachlicher Weiſe einreichen und auch
ver=
fechten würden. Die Landesgruppe Heſſen der Kriegsbeſchädigten und
Kriegshinterbliebenen hatte ihren 1. Vorſitzenden, Kamerad Ihrig,
Darmſtadt, entſandt, der die Bezirks= und Ortsgruppen ermahnte, die
Bezirksfüvſorgeſtelle des Kreisamts Erbach zu unterſtützen, und in ihren
Mitgliedern das Vertrauen zu ihrer Bezirksfürſorgeſtelle zu ſtärken. Nur
durch Zuſammenarbeiten mit dem Kreisamt ſei der Sache der
Kriegs=
opfer und der Sozialrentner am beſten gedient, und er hoffe auch, daß
das Kreisamt den Hilfsbedürftigen ſtets entgegenkommen werde. Zum
Schluß forderte er, daß das Reich die Fürſorgemittel für die Kriegsopfer
wieder zu leiſten habe und nicht Länder und Kreiſe, und daß die
Heil=
behandlung der Kriegshinterbliebenen eine Mußleiſtung des Reichs ſein
müſſe, was der Kyffhäuſerbund bereits mehrmals bei den zuſtändigen
Behörden und Volksvertretungen gefordert habe. Freudigſt begrüßt
wurde, daß Herr Bezirksvorſteher Roſewick mit ſeinen
Vorſtandsmitglie=
dern erſchienen war und betonte, daß der Bezirk es als eine ſeiner erſten
Pflichten halte, die Rechte der Kriegsopfer zu unterſtützen und zu
ver=
treten. Allſeits wurde anerkannt, daß der Obmann des Bezirks, Kamerad
Wilhelm Holſchuh, Kailbach, durch ſeine raſtloſe Arbeit die
Bezirks=
gruppe ein gut Stück vorwärts gebracht hat. Der Vertreter der Haſſia
im Beirat der Bezirksfürſorgeſtelle Erbach und im Beſchwerdeausſchuß
im Kreisamt Erbach mit Sitz und Stimme iſt Kamerad Weißmantel,
Erbach, Stellvertreter Kamerad Jakob Vay, Schöllenbach.
r. Vom ſüdlichen Odenwald, 28. Sept. Mit Montag begannen die
meiſten Schulen der hieſigen Gegend ihre Herbſtferien, dieſe
dauern je nachdem 2—3 Wochen. Dieſer Beginn wurde beeinflußt durch
die in der abgelaufenen Woche eingetretene Abkühlung; bei der vorher
herrſchenden Hitze zögerten nämlich manche, mit der Kartoff=lernte zu
beginnen, da man in den nicht gekühlten Kellern Fäulnis befürchtete,
nunmehr ſind dieſe Bedenken geſchwunden, und ſo wird mit der Ernte
allgemein begonnen werden.
— Hirſchhorn, 29. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
28. September 0,63 Meter, am 29. September 0,55 Meter.
* Heppenheim a. d. B., 30. Sept. Die Starkenburg. Der
Bau der Starkenburg ſchreitet rüſtig weiter. Der Turm erhebt ſich
ſchon etwa vier Meter über den Boden. Die Türen und Fenſter im
unteren Stockwerk ſind ſchon eingebaut und letztere ſind ſogar ſchon
mit Gittern verſehen. Geht man in den Burghof herein, ſo erblickt
man links in drei Meter Höhe am neuen Turm das alte Wappenſchild
vom Jahre 1680. Die Arbeiten auf der Burg werden jetzt ſchneller
fortſchreiten, da nach oben die Mauerſtärke abnimmt und vieles
Material zum Bauen ſchon auf dem Burghof liegt. Auch beſchäftigt
man zurzeit mehr Arbeiter als früher. — Nachdem in Unterflockenbach
(Kreis Heppenheim) der Ausbruch der Maul= und
Klauen=
ſeuche amtlich feſtgeſtellt wonden iſt, wurde der Ort Unterflockenbach
zum Sperrbezirk und die Gemarkung Unterflockenbach zum
Beobach=
tungsgebiet erklärt. — Der Kath. Jünglingsverein konnte
am Sonntag ſein 20jähriges Stiftungsfeſt begehen. Aus dieſem Grund
fand morgens ein Feſtgottesdienſt ſtatt, an welchen ſich ein gemeinſawer
Kaffee im Vereinshauſe anſchloß. Der Familienabend am ſelben Tage
fand ebenfalls im Vereinshauſe ſtatt und war ſehr gut beſucht. Zum
erſten Male trat an dieſem Tage die Muſikabteilung der Vereins auf
und erntete großen Beifall. Die Feſtrede hielt Hochwürden Herr
Prä=
lat Miſchler. Auch die Aufführung des Theaterſtückes muß man mit
gut bezeichnen.
de. Aelalatleltg
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zu naßen
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Freitag, den 1. Oktoder 1926
Geite 11
WSN. Reinheim, 30. Sept. Eiſenbahnunfall. Heute
früh entgleiſte bei der Einfahrt in den Bahnhof Reinheim
in=
folge ſchiefer Weichenſtellung ein Güterzug der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſellſchaft der Strecke Reinheim—Reichelsheim kurz
vor einer Weiche. Zwei Güterwagen ſtürzten um,
wo=
von der eine in der Mitte auseinanderbrach. Der
Material=
ſchaden iſt beträchtlich. Menſchenleben ſind nicht zu beklagen.
Turch den Unfall wurden zwei Geleiſe geſperrt, der Betrieb
wurde jedoch durch Umleitung aufrecht erhalten.
8. Bensheim, 2. Sept. In der letzten Sitzung der
Stadt=
verordneten=Verſammlung wurde nach eingehender Debatte
der infolge der auch hier herrſchenden Wohnungsnot bedeutſame
Be=
ſchluß gefaßt, weitere 20 mehrzimmerige Wohnungen in 4 zu erſtellenden
Baracken, noch vor Weihnachten beziehbar, herzurichten. Die
Verſamm=
lung war ſich darüber einig, daß Maſſivbauten der Vorzug zu geben ſei,
die Finanzlage der Stadt und die Dringlichkeit der Fertigſtellung machen
es aber notwendig, vorerſt nur weitere Barachen zu erſtellen. Der
Spre=
cher der Wirtſchaftlichen Vereinigung Oberſtudiendirektor und
Stadtver=
ordneter Krämer wollte in der Debatte den Antrag der
Stadwerwal=
tung inſofern erweitern, als er für die Erbauung von 40
Barackenwoh=
nungen eintrat. Die Arbeitsgemeinſchaft der Sozialdemokraten und
Kommuniſten beantragte ſogar die Erſtellung von Maſſivhäuſern mit
60 Wohnungen bei einer Kreditbereitſtellung von 300 000 Mark, ein
An=
trag, der jedoch bei der Abſtimmung Ablehnung erfuhr, während der
Antrag Krämer hinſichtlich der Erweiterung des Bauprofektes dem Bau=
und dem Finanzausſchuß überwieſen wurde. — Anſtelle des durch
Weg=
zug zurückgetretenen Stadtverordneten Wolff wurde der Mützenmacher
Schön als Mitglied der ſozialdemokratiſchen Fraktion in ſein Amt als
Stadtverordneter eingeführt und Stadwverordneter Keller in den
Finanz=
ausſchuß gewählt. — Im früher Jägerſchen Baumſchulviertel werden
zu=
folge Beſchluß einige Straßen an das ſtädtiſche Kanalnetz angeſchloſſen. —
In der Gewerbeſchule und in denfenigen Klaſſenzimmern des neuen
(katholiſchen) Schulhauſes, die dem Fortbildungsunterricht dienen, wird
elektriſche Beleuchtung eingerichtet. — Die Verſammlung beſchloß die
Erhebung einer Wertzuwachsſteuer auf Inflationskäufe von
Grund=
ſtüchen, die in der Zeit vom 1. April 1919 bis 1. Januar 1924 in anderen
Beſitz übergingen. — Die Satzungen der Vergnügungsſteuer werden in
Verfolg reichsratlich erlaſſener Mantelbeſtimmungen einer kleinen
Aen=
derung unterworfen, die bis zum 1. Oktober zu veröffentlichen ſind. —
Der neuerlich entworfene und geänderte Entwurf eines Stadtwappens
und =Siegels durch das Miniſterium wird genehmigt. — Der
Freiwilli=
gen Sanitätskolonne Bensheim=Auerbach wird zu den Koſten des füngſt
hier ſtattgehabten Verbandstages eine einmalige Zuwendung von 200
Mark bewilligt. — Stadtverordneter Oberſtudiendirektor Krämer wird
in den Hoſpitalvorſtand gewählt. — In das Kuratorium des Lyzeums
(Höhere Mädchenſchule) werden anſtelle des früheren Stadtverordneten
Wolff Stadtverordneter Roß und aus der von der Schulleitung
einge=
gangenen Vorſchlagsliſte Frau Dr. Stock gewählt — Verſchiedene
Mit=
teilungen bilden den Schluß der öFfentlichen Sitzung.
k: Büttelborn, 30. Sept. Während dem Dreſchen in der Scheune
des Landwirts Georg Kreim in der Mainzer Straße verunglückte der
Arbeiter Philipp Kreim aus Groß=Gerau ud trug einen leichten
Rippenbruch davon.
* Offenbach, 27. Sept. Unſere Stadt beſitzt neben der Freiwilligen
Feuerwehr, die ſchon über 80 Jahre beſteht, eine Berufsfeuerwehr von
32 Mann. Damit die Berufsfeuerwehr im Bedarfsfalle ſofort mit
zwei Fahrzeugen zur Löſch= und Rettungsarbeit ausrücken kann, ſollte ſie
um 7 Mann verſtärkt werden. Die Freiwillige Feuerwehr fürchtete,
durch die neue Regelung der Feuerbekämpfung zu ſehr in den
Hin=
tergrund gedrückt zu werden und erklärte ſich damit nicht einverſtanden.
Von den 7 Leuten wären auch 5 ſofort wieder für die Führung des
Kraftwagens der Verwaltung und die Beſetzung des zweiten ſtädtiſchen
Krankenwagens beanſprucht worden. Es ſoll deshalb verſucht werden,
ohne die Vermehrung der Mannſchaft der Berufsfeuerwehr auszukom
men. Der Betrieb des Verwaltungskraftwagens und des
Kranken=
wagens wird von der Feuerwehr losgelöſt, ſo daß dieſe faſt ohne
Ver=
mehrung ihres Mannſchaftsbeſtandes auskommt.
WSN. Offenbach a. M., 30. Sept. Liebesdrama. Geſtern
vor=
mittag ½11 Uhr hat der 26 Jahre alte Lagerarbeiter Valentin Werner
aus Fechenheim ſeine 20jährige Braut, die Verkäuferin Lina Schmidt
aus Fechenheim, auf ihrer Arbeitsſtätte in der Frankfurter Straße in
Offenbach zu erſchießen verſucht. Er verletzte ſie durch Revolverſchüſſe
ſo ſchwer am Kopfe, daß Lebensgefahr beſteht. Er ſelbſt ſchoß ſich dann
eine Kugel in den Kopf und war ſofort tot. Der Grund zur Tat iſt
allen Anſchein nach darin zu ſuchen, daß die Ling Schmidt ihr
Verlobungs=
verhältnis gelöſt hat oder löſen wollte.
Rheinheſſen.
m. Alzeh, 29. Sept. Meſſerhelden. Auf dem Heimwege von
der Kirchwveihe zu Weinheim fingen zwei hieſige, aus der
Separatiſten=
zeit rühmlichſt bekannte und ſchon mehrmals vorbeſtrafte Burſchen mit
einem Schloſſer aus Alzey Streit an. Im Verlauf der Streitigkeiten
verſetzte einer der Raufbolde dem Schloſſer mit einem Meſſer mehrere
Stiche, wobei auch die Lunge verletzt wurde. Ein anderer Paſſant
er=
hielt von den Strolchen Stiche in die Hand. Die beiden Verletzten
wurden mittelſt Auto in das hieſige Kreiskrankenhaus eingeliefert. An
dem Aufkommen des Schloſſers wird gezweifelt. Die beiden Täter
wur=
den noch in der Nacht von der Polizei verhaftet und in das
Amts=
gerichtsgefängnis eingeliefert. Hoffentlich erhalten ſie diesmal eme
ge=
bührende Strafe.
m. Gau=Algesheim (Rheinheſſen), 29. Sept. Portugieſer=
Herbſt. In der hieſigen Gemarkung ſind die Portugieſertrauben in
der Reife ſoweit vorangekommen, daß aller Wahrſcheinlichkeit nach mit
dem Herbſt noch dieſe Woche begonnen wird. Der Behang iſt in
den Sandlagen noch verhiltnismäßig gut zu nennen. Die Lagen
da=
gegen, die durch die Frühjahrsfröſte viel gelitten haben, zeigen ein
weniger erfreuliches Bild. — Das heſſ. Landwirtſchaftsamt Gau=
Alges=
heim hat beſchloſſen, eine gewannenweiſe Bekämpfung der Mäuſe
vor=
zunehmen und fordert die intereſſierten Grundſtückseigentümer auf, ſich
bei den betreffenden Bürgermeiſtereien anzumelden.
M. Bingen, 30. Sept. In den letzten Nächten hatte ein 27 Jahre
alter Bäckergeſelle aus Bingen ſich auf Schiffen, die in Mainz vor Anker
lagen, ein Nachtlager geſucht. Vorgeſtern machte er auch wieder den
Verſuch, auf einem Schiff unterzukommen, wurde dabei aber ertappt und
feſtgenommen. Er ſoll wegen Diebſtahl geſucht werden.
Oberheſſen.
* Vilbel, 29. Sept. Die ſeit etwa zwei Jahren in Angriff
genom=
mene Regulierung der Nidder macht immer mehr Fortſchritte.
Die Waſſergenoſſenſchaften Oſtheim und Eichen, die im Oktober 1924 ihre
Arbeiten begannen, werden in dieſem Herbſt die Regulierung des
Flüß=
chens innerhalb ihrer Gemartungen beenden. Beſonders bedroht iſt noch
das Mündungsgebiet der Nidder und Nidda zwiſchen den Dörfern,
Ren=
del, Gronau und Nieder Dorfelden, wo ſich im Herbſt und Frühjahr die
Waſſermaſſen ſtauen ud einen einzigen See bilden. Hier wäre die
Regulierung dringend notwendig. In Vilbel hat man die Nidda durch
Profilerweiterung und Vertiefung des Bettes reguliert, ferner wurde
der tiefliegende Stadtteil gegen die Hochwaſſergefahr durch einen
1½ Meter hohen Damm geſchützt. Auch in der Nachbargemeinde
Maſſen=
heim ſchreitet man an die Regulierung des Fluſſes. Hier muß das
Flußbett erweitert werden. Die Arbeit umfaßt etwa 2500 Kubikmeter
Erdbewegung und 2000 Quadratmeter Raſenarbeit. Die Arbeiten
wur=
den größtenteils als Notſtandsmbeiten von Erwerbsloſen ausgeführt.
Die Leitung der Arbeiten in Maſſenheim hat das Kulturbauamt
Fried=
berg.
* Friedberg, 30. Sept. Durch Feuer zerſtört wurde im nahen
Stammheim die Scheune des Landwirts Hähner. Die Feuerwehren
aus Stammheim und Staden verhüteten dunch ihr ſofortiges Eingreifen
ein größeres Brandunglück. Die Scheuer mit den Strohvorräten wurde
vollſtändig vernichtet. Die Körnerfrucht, die bereits ausgedroſchen war,
konnte in Sicherheit gebracht werden.
* Gießen, 30 Sept. Die zweitägige Schwurgerichtsperiode
iſt zu Ende; es wurden zwei Fälle verhandelt: 1. gegen den Landwirt
Wilhelm Faßbender in Oberſeemen wegen Todſchlagverſuchs und
Wild=
dieberei, 2. Landwirt und Metzger Heftrich=Obereſchbach wegen
Mord=
verſuchs. Die Verhandlungen gegen Faßbender zeigten die Tatſache,
daß in dem Dorfe Oberſeemen die Wilddieberei an der Tagesordnung
iſt und bei manchen Leuten zu einer Leidenſchaft geworden iſt.
Faß=
bender iſt bereits zweimal wegen Wilderns vorbeſtraft Im letzten
Sommer wurde Faßbender im Walde von dem Hilfsförſter Luſt auf
friſcher Tat ertappt. Faßbender ſchoß ſofort auf den Förſter, der noch
ſchnell hinter einen Baum ſpringen konnte, ſein Gewehr war nicht
ge=
laden. Der Wilderer ſuchte zu entkommen, doch der Förſter heftete ſich
an ſeine Frrſe. Noch zweimal ſchoß er auf den Förſter, und die
Schrot=
körner wurden in Kopfhöhe im Baum gefunden. Inzwiſchen war es
Luft gelungen, ſein Gewehr zu laden, und als Faßbender zum bierten
Male anlegte, kam ihm der Förſter zuvor und drüickte ab. Faßbender
ſtürzte mit einem Schrei zu Boden, die Schrotladung war dem Wilddieb
in den Hals gedrungen. Wäre der Wilderer dem alten Förſter begegnet,
ſo hätte er den weniger flinken Mann ſicher ſchon mit der erſten
Schrot=
ladung niedergeſtreckt. Mit Recht weiſt der Staatsanwalt auf den vor
wenigen Jahren erfolgten Mord an dem Förſter Maul von
Wenings, ein Kriegsv teran von 1870/71, hin, der im Walde zwiſchen
Merkenfritz und Oberſeemen von einem Wilderer niedergeknallt wurde.
Das Dunkel über dieſe Tat iſt noch nicht gelüftet, es wird die
Ver=
mutung ausgeſprochen, ob nicht Faßbender als Täter in Frage käme.
Ehe Förſter Maul damals zum Schuß kam, ſaß ihm die Schrotladung im
Herzen, und am nächſten Tage fand man die Leiche. Das Urteil
gegen Faßbender lautete wegen Totſchlagverſuchs 3 Jahre
Zucht=
haus, wegen Wilderei ein Jahr Gefängnis, die Strafe wurde auf
drei=
einhalb Jahr Zuchthaus zuſammengefaßt. Nur mit Rückſicht
auf ſeine bedürftigen Familienverhältniſſe ſah das Gericht von einer
höheren Strafe ab, Faßbe:der hat ſechs kleine Kinder und das ſiebente
iſt auf dem Wege. — Der wegen Mordverſuchs gegen ſeine
Ehe=
frau angeklagte Landnirt und Metzger Heftrich aus Ober=Gſchbach im
Kreiſe Friedberg wurde zu 2½ Jahre Gefängnis verurteilt.
Heftrich betrieb in Ober=Eſchbach Landwirtſchaft und Metzgerei ſein
Gut umfaßte etwa 25 Morgen beſten Ackerlandes. Er ergab ſich immer
mehr dem Trunk, ſchließlich kam es zu heftigen Zerwürfniſſen mit ſeiner
Ehefrau, die er der Untreue bezichtigte; die V.amögensverhältniſſe
wurden immer ſchlechter. Die Frau ging dann nach Friedberg in eine
Wirtſchaft als Schankfräulein in Stellung. Da hier Studenten des
Polytechnikums Fricdberg verkehrten, ſteigerte ſich die Eiferſucht des
Ehemannes. In angetrunkenem Zuſtand kam er nach Friedberg, um
ſeine Frau zur Rede zu ſtellen. Plötzlich zog er den Revolver, um ſie
nieder zu ſchießen. Der Revolver verſagte. Studierende wurden über
Beziehungen zu Frau Heftrich vernommen. Sie verweigerten die
Aus=
ſage. Mit Rückſicht auf die zerrütteten Eheverhältniſſe und die erbliche
Belaſtung des Angeklagten ſah das Gericht von einer Zuchthausſtrafe
ab. Sein Vater war ebenfalls dem Trunk ergeben und ein Bruder
hat ſich erſchoſſen.
* Homberg a. b. Ohm, 30. Sept. Im nahen Wahlen brach in der
Hofreite des Landwitts Meß Feuer aus. Die Stallungen und die
Scheune wurden ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte gerettet
werden. Aus Kirtorf, Bernsburg, Gleimenhain und Arnsheim waren
die Wehren zu Hilfe geeilt.
* Laubach, 30. Sept. Ein großes Feſt bildete im hieſigen Gräflichen
Schloſſe die Taufe des Zwillingspaares; zahlreiche Gäſte hatten ſich
ein=
gefunden, darunter auch Großherzog Ernſt Ludwig und ſein älteſter
Sohn Georg,, ſowie die fürſtliche Familie aus Lich, da die glückliche
Mutter der Zwillinge eine Schweſter des Fürſten zu Lich iſt. Die Taufe
wurde von dem ſeit 31 Jahve hier wirkenden erſten Stadtpfarrer Nebel
vorgenommen. Der Eybprinz wurde nach ſeinem hieſigen Großvater
Otto, das Brüderchen noch dem Licher Großvater Karl genannt. Die
Einwohnerſchaft nahm lebhaften Anteil an dem Feſte der
Standes=
herrſchaft.
* Freienfeen, 30. Sex. Eine Schwindlerin, die ſich die
hieſige Brandkataſtrophe zu nutz machte, wurde in dem Nachbarorte
Rainhardtshain angetroffen. Sie ging von Haus zu Haus und bettelte
für die in Not getragenen Adgebrannten. Dabei kam ſie in ein Haus,
deſſen Beſitzerin in unſerem Borfe Verwandte hat. Sie konnte bald
feſtſtellen, daß die Sammlerin eine Schwindlerin war. Auf Vorhalten
gab, ſie das von der Frau erhaltene Geld wieder zurück und
ver=
ſchwand.
* Grünberg, 28. Sept. In dem nahen Reinhardshain hat eine Frau,
namens Müller, angeblich aus Fryienſeen, für die Abgebrannten in
Freienſeen ſammeln wollen und traf dabei einen Mann, der in
Freien=
ſeen bekannt iſt und ſich nach dieſen und jenen Leuten erkundigte. Da die
Frau keinen Beſcheid geben konnte, zweifelte dieſer Mann an ihrer
ehrlichen Abſicht. Die Frau in die Enge getrieben, gab ihre erhaltene
Mark zurück und verließ mit ihrem bereits eingeſammelten Betrage
ſchleunigſt das Dorf.
* Schlitz, 30. Sept. Verbrechen oder Unfall? Eine
weibliche Leiche wurde aus der Fulda bei dem nahen Queck geländet.
Es handelt ſich um e ie 30jährige ledige Perſon aus Sandlofs, die
ſeit etwa zwei Wochen vermißt wird. Die gerichtliche Unterſuchung
wird die Urſache des jähen Todes feſtſtellen.
WSN. Weinheim, 30. Sept. Großfeuer, Geſtern vormittag
gegen 6 Uhr entſtand im Schloßbruch des ſtaatlichen Porphyrwerkes im
benachbarten Doſſeucheim a. d. Bergſtraße ein gewaltiger Brand,
wo=
durch das ziemlich große Schotterwerk dieſes Steiwbruches vollſtändig
eingeäſchert wurde. Der Brand ſoll durch Kurzſchluß entſtanden ſein.
Da das Gebäude viele Holzteile enthielt und ſich große
Schmiermaterial=
vorräte darin befanden, war an eine Rettung nicht zu denken. Der
Schaden wird auf 100 000—150 000 Mark geſchätzt. Das Gebäude liegt
unterhalb der bekannten Ruine Schauenburg und dürfte daher vielen
Beſuchern der Bergſtraße bekannt ſein.
Soeben wunden die amtlichen
FEienBun
W Littern bekannt,die den
deut-
schen Ligaretten-Verbrauch für das
I.Quartal 1926 ausweisen Es geht
da-
raus hervor, dass während dieser
Zeit in Deutschland insgesamt 75/4
Millionen Zigaretten geraucht wurden,
davon entfielen auf die IRg:Preislage
2754 Millionen, das sind im
Monats-
durchschnitt 918 Millionen Stück.
Urverſenden monatlich über 300 Millionen Overſtolz-Ligaretten.
Mithin beträgt derAnteil dieserMarke SPg-Zigaretten etwa ein Drittel;
am Gesamtumsatz aller deutschen das heisst mit anderen Worten:
garette rauch OHERSTOLI=
Jeder dritte Raucher einer SPf
G
3
Weser überragende Anteil unserer -nämlich die Vereinfachung des
Marke am deutschen Gesamtver- Cdrbeitsganges zu Gunsten der
brauch ist ein Beweis dafür, dass Qualitaet - auch in Deutschland
der„Grundsatz der Typisierung” seine Probe bestanden hat.
Seite 12
Freitag, den 1. Oftober 1926
Nummer 272
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 272
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Geite 17
Eine wertvolle Sammlung von Nachlaßgegenſtänden, Briefen Manuſkripten uſw.
des berühmten Geſchichtsſchreibers Leopold von Nanke iſt jetzt in die Obhut der
Stadt=
verwaltung ſeiner Geburtsſtadt übergegangen und im Rathaus untergebracht worden.
Dieſes Bild, das eine von der furchtbaren Wirbelſturmkataſtrophe in Florida eingeſtürzte
Vil=
lengruppe zeigt, iſt auf bildtelegraphiſchem Wege von Amerika nach London übermittelt worden.
Reich und Ausland.
Das Urteil im Dinar=Notenfälſcherprozeß.
Bielefeld. Dienstag mittag erfolgte im Dinar=
Notenfälſcher=
prozeß die Verkündung des Urteils. Wegen Dinarnotenfälſchung,
Stem=
pelmarkenfälſchung und ſchwerer Urkundenfälſchung in zwei Fällen
wurde der Ladeninhaber Peter Javor aus Duisburg zu einer
Geſamt=
ſtrafe von 4½ Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverluſt und
Stel=
lung unter Polizeiaufſicht, unter Anrechnung von acht Monaten
Unter=
ſuchungshaft verurteilt. Der Kaufmann Kopleck aus Duisburg wurde
wegen der gleichen Straftaten zu derſelben Strafe unter Anrechnung
von zwei Monaten Unterſuchungshaft verurteilt. Der Arbeiter Peter
Par aus Duisburg erhielt eine Geſamtſtrafe von fünf Jahren
Zucht=
haus, zehn Jahren Ehrverluſt und Stellung unter Polizeiaufſicht. Der
Vertreter Joſef Mail aus Bünde wurde wegen Beihilfe zur
Noten=
fälſchung und Stempelmarkenfälſchung zu einer Geſamtſtrafe von drei
Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluſt unter Anrechnung von
einem Monat Unterſuchungshaft verurteilt. Der Steindruckereibeſitzer
Nördel aus Sieker bei Bielefeld erhielt wegen Beihilfe für
Dinarnoten=
fälſchung acht Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat
Unterſuchungshaft. Der Vertreter Sudal aus Hamburg wurde wegen
Beihilfe zur Stempelmarkenfälſchung zu vier Monaten Gefängnis unter
Anrechnung von zehn Tagen Unterſuchungshaft verurteilt. Der
Fa=
brikant Albert Buchholz aus Südlengern erhielt wegen Beihilfe zur
Stempelmarkenfälſchung acht Monate Gefängnis, unter Anrechnung von
einem Monat Unterſuchungshaft. Mail und Kopleck wurden, wegen
Fluchtverdachtes ſofort in Haft genommen. Der Litograph Altmann=
Littinghauſen und der Betriebsleiter Hohenſtraeter=Bielefeld wurden
freigeſprochen. Die Begründung des Urteils nahm 2½ Stunden in
Anſpruch. Der Vorſitzende verwies dabei auf die Intenſität der
ver=
brecheriſchen Handlungen und führte aus, daß Deutſchland ein
In=
tereſſe daran habe, daß in ſeinem Gebiet keine fremden Geldwerte
ge=
fälſcht und dadurch in einem anderen Staat Verwirrung angerichtet
würde.
Ein Eiſenbahnunglück bei Durmersheim. — 2 Frauen getötet.
TU. Karlsruhe. Bei der Station Durmersheim wurde ein
landwirtſchaftliches Fuhrwerk beim Ueberfahren der Bahnlinie von einer
rangierenden Maſchine erfaßt. Zwei auf dem Fuhrwerk ſitzende Frauen
waren auf der Stelle tot. Ein junger Mann wurde ſchwer verletzt. Die
Gleisſchranken waren nicht geſchloſſen.
Eiſenbahnfrevel.
Weimar. Mittwoch nacht wurde von Unbekannten auf das
Ge=
leiſe der Berkaer Bahn ein 1 Zentner ſchwerer Stein gewälzt, der auf
der Staatsſtraße Weimar—Erfurt gelegen hatte. Die Lokomotive des
Vormittagszuges vermochte den Stein auf die Seite zu ſchieben, ſo daß
ein Unglücksfall verhütet wurde. Auf die Ergreifung der Täter wurde
behördlicherſeits eine Belohnung ausgeſetzt.
Autounglück.
Koburg. In der Nähe von Roſenau fuhr ein mit 5 Perſonen
beſetztes Auto in raſcher Fahrt gegen einen Baum, wobei die Inſaſſen
herausgeſchleudert wurden. Der Bierverleger Noſenthal aus Leheſten
wurde getötet, ein gewiſſer Greiner aus Leheſten lebensgefährlich
ver=
letzt. Die anderen Inſaſſen trugen leichte Verletzungen davon.
Zuchthaus für einen Eiſenbahnattentäter.
TU. Deſſau. Das Deſſauer Schöffengericht verurteilte den 19
Jahre alten Geſellen Erich Schön, der gemeinſam mit einigen noch vom
Jugendgericht abzuurteilenden Lehrlingen einen verüberfahrenden
elek=
triſchen Güterzug mit Schotterſteinen bewarf und dadurch das
Zug=
perſonal gefährdet hatte, zu einem Jahr Zuchthaus. Das Gericht war
der Anſicht, daß die vielen Anſchläge der letzten Zeit eine rückſichtsloſe
Anwendung des Geſetzes notwendig erſcheinen laſſen.
53 000 Mark im Auto vergeſſen.
Berlin. Zwei Amtsgehilfen der Legationskaſſe des Auswärtigen
Amtes, die Dienstag vormittag aus der Reichshauptkaſſe in der
Schützenſtraße 3 einen Betrag von 350 000 Mark abzuholen hatten und
ſich zum Geldtransport einer Autodroſchke bedienten, haben
verſehent=
lich in der Droſchke eine Aktenmappe mit 53 000 Mark liegen gelaſſen.
Der Chauffeur der Autodroſchke hat ſich bisher noch nicht gemeldet. Die
Nummer des Autos iſt bereits feſtgeſtellt.
Salzſäure ſtatt Kochſalzlöſung.
Berlin. Wie verlautet, wurde in das ſtädtiſche Krankenhaus in
Spandau ein acht Jahre altes Mädchen eingeliefert, das bei einem Feuer
ſchwere Brandwunden erlitten hatte. Da das Kind ſehr ſchwach war
und bei ihm die Herztätigkeit auszuſetzen drohte, ſollte es eine
Ein=
ſpritzung von Kochſalzlöſung erhalten. Durch ein unerklärliches
Ver=
ſehen erhielt die Kleine jedoch eine Salzſäureinjektion. An den Folgen
dieſer Einſpritzung iſt das Mädchen geſtorben.
Aufruhr in der Strafanſtalt in Wartenburg.
Allenſtein. Wie der Allenſteiner Zeitung” berichtet wird iſt
es am Dienstag in der Strafanſtalt Wartenburg zu einem ſchweren
Auf=
ruhr gekommen, der ſich über mehrere Arbeitsſäle verbreitete. Die
Gefangenen richteten ſchwere Beſchädigungen an. Fenſter, Schemel,
Tiſche und Oefen wurden zertrümmert. Auch wertvolle Maſchinen
wurden unbrauchbar gemacht. Da die geſamte Beamtenſchaft des
Auf=
ruhrs nicht Herr werden konnte, wurde von Allenſtein ein
Schutzpolizei=
kommando herbeigerufen, das die Ruhe wiederherſtellte. Am Mittwoch
nachmittag drohte in einem anderen Saale ein neuer Aufſtand
auszu=
brechen. Die Aufrührer wurden gegen die Schutzpolizeibeamten tätlich
und mußten mit Gummiknüppeln niedergerungen werden. Der von
den Aufrührern angerichtete Schaden wird auf 20 000 Mk. geſchätzt. Eine
ſtrenge Unterſuchung iſt eingeleitet worden.
Fünf deutſche Weltrekorde.
Der Darmſtädter Werner Landmann.
der Chefpilot der Kopenhagener Schweſtergeſellſchaft der
Rohr=
bach Metall=Flugzeugbau G. m. b. H., ſtellte fünf neue
Welt=
rekorde, die bereits anerkannt worden ſind, auf einem Metall=
Flugboot Type Ro VII „Rothe” auf. Ausfürliche Einzelheiten
brachten wir in unſerer geſtrigen Nummer.
Der Typhus in Hannober /1724 Erkrankte, 150 Tote
TU. Hannover. Seit Mittwoch ſind weitere 30 Typhuserkrankte
eingeliefert worden. Zur Entlaſſung kamen 12 Perſonen. Mithin
be=
trägt jetzt die Zahl der Erkrankten 1724. Geſtorben ſind im Laufe des
Mittwoch 7, ſodaß die Zahl der Toten 150 beträgt.
Zum Paneuropa=Kongreß in Wien.
Graf Coudenhove=Kalergi,
einer der Verkünder des Paneuropa=Gedankens, der auf dem am
3. Oktober in Wien beginnenden erſten Paneuropa=Kongreß den
Vorſitz führen wird.
Die Berhaftung des Juwvelenräubers.
Spruch von einem früheren Mitgefangenen verraten.
* Berlin, 29. Sept. (Priv.=Tel.)
Den vereinten Bemühungen der Berliner und der Breslauer
Kri=
minalpolizei iſt es mit anerkennenswerter Schnelligkeit gelungen, den
ſenſationellen Juwelenraub in der Tauentzienſtraße in Berlin
aufzuklä=
ven. Die Verhaftung des 29jährigen, ſtellungsloſen Kaufmanns Hans
Spruch in Breslau hat allgemeines Aufſehen erregt. Spruch, der ſeine
Tat eingeſtanden hat, gibt bekanntlich an, daß ſein Komplize ſeine
Ge=
liebte iſt, eine Tänzerin, die ſich als Mann verkleidet hatte. Dieſe ſoll
mit dem größeren Teil der Beute nach Warſchau unterwegs ſein. Die
Grenzpolizeiſtellen ſind angewieſen, ſtrengſtens alle durchfahrenden
Frauen zu kontrollieren. Es iſt anzunehmen, daß die Polizei ſich
außer=
dem bereits mit polniſchen Polizeiſtellen in Verbindung geſetzt hat, ſo
daß mit der Verhaftung auch der Geliebten des Spruchs gerechnet
wer=
den kann.
Intereſſant iſt die Tatſache, wie die Berliner Kriminalpolizei auf
die Spur des Spruch gelenkt worden iſt. Unter den unzähligen
Anzei=
gen, mit der die Polizei in den letzten Tagen aus dem
Publikumtüber=
häuft worden iſt befand ſich auch die Nachricht von einem
Strafgefan=
genen, der Angaben über einen ehemaligen Mitgefangenen machte, in
dem er den Näuber der Juwelen vermutete. Er teilte mit, daß er
zu=
ſammen mit Spruch in einem Berliner Gefängnis ſeine Strafe
ver=
büßte. Dieſer hätte ihm im Gefängnis verſchiedene Andeutungen über
einen geblanten derwegenen Anſchlag auf ein Juwelengeſchäft im
Ber=
liner Weſten gemacht. Spruch habe hierbei mitgeteilt, daß man bei
ſol=
chen Geſchäften viel verdienen könne.
Spruch ſagte noch aus, daß er, nachdem er aus dem Gefängnis
ent=
laſſen worden war, verſucht hätte, zur Ausführung ſeines Planes
Hel=
fershelfer zu gewinnen. Sein Ziel beſtand darin ſich leicht in den Beſitz
von 100 000 Mark zu ſetzen. Seine Freunde hätten jedoch Bedenken
er=
hoben, dieſe habe er aber dadurch zerſtreut, indem er auf ähnliche
Ver=
brechen im Auslande hinwies. Da aber keiner ſeiner Bekannten
mit=
machen wollte, ſei er auf ſeine Freundin verfallen, die erſt kürzlich aus
Warſchau nach Berlin gekommen war, um hier Stellung zu ſuchen. Das
Geſchäft in der Tauentzienſtraße hätten ſich die beiden vorher genau
an=
geſehen. Spruch ſei auch mehrere Male im Geſchäft geweſen und habe
ſich die wertvolſten Stücke zeigen laſſen. Die Tat ſei ausgerechnet am
Tage der Eröffnung der Polizeiagsſtellung in Szene geſetzt worden, weil
Spruch annahm, daß an dieſem Tage die Verliner Polizei damit ſo ſehr
in Anſpruch genommen ſein werde, daß ſie die Verfolgung nicht ſo ſchnell
in die Wege leiten können. Spruich gah weiter an, daß er bereits
einige Tage vor der Ausführung ſeines Planes wiederholt für den
toll=
kichnen Naubüberfall geprobt hat. Einmal lief er mit ſeiner Geliebten
fluchtartig über die Straße zum Kaufhaus des Weſtens, als ob ſie
ver=
folgt würden, um feſtzuſtellen, ob ſie ſich ihrer Verfolger entziehen
könn=
ten. Nach der Darſtellung Spruchs habe er ſich am fraglichen Tage mit
der Polin um zwei Uhr nachmitags getroffen. Nachdem ſie feſtgeſtellt
hatten, daß niemand außer den Verkäufern im Geſchäft ſei, ſeien ſie in
den Laden gedrungen. Die Polin hätte die Verkäufer mit dem Revolver
in Schach gehalten, während Spruch die mitgeführten Feuerwerkskörper
abbrannte und die Schaufenſterauslagen raubte. Er hätte jedoch
feſtge=
ſtellt, daß er von zwei Mädchen von der Straße aus beobachtet wurde
und hätte deshalb flüchten müſſen. Nachdem es ihm gelungen war, ins
Wavenhaus zu gelangen und dieſes durch eine Hintertrebhe zu verlaſſen,
habe er an einer vergbredeten Stelle im Tiergarten die Teilung der
ge=
raubten Juwelen mit ſeiner Freundin vorgenommen.
Abſturz eines Flugzeuges.
TU. Weilheim. Bei Vorführung von Kunſtflügen bei Schloß
Hirſchberg ſtürzte der bekannte Flieger Alexander von Bismarck
infolge Ausſetzens des Motors ab. Das Flugzeug verfing ſich in einem
Baumgipfel, überſchlug ſich und wurde beim Abſturz vollkommen
zer=
trümmert. Der Pilot wurde unter dem Flugzeug begraben und konnte
erſt nach einſtündigem Bemühen geborgen werden. Er wurde mit
dop=
peltem Kiefer= und Oberſchenkelbruch und einer ſchweren
Rückenver=
letzung ins Krankenhaus gebracht. Bismarck hatte die Geiſtesgegenwart,
im Sturz die Benzinleitung abzuſtellen, ſo daß ein Brand vermieden
wurde.
Oelquellen im Speſſart.
WSN. Aſchaffenburg. Die Planierungsarbeiten zur
Er=
ſchließung der in Groß=Wallſtadt aufgedeckten Oelquellen haben ſoeben
begonnen. An der Schürfungsſtelle erhebt ſich eine kleine Kolonie, die
Wohnungen, Materialſchuppenn und Bohrräume umfaßt. Facharbeiter
ſind an Ort und Stelle bereits eingetroffen und der Abbauverſuch
ver=
ſpricht einen guten Erfolg.
Der Schäferhund als Lebensretter.
WSN. Koblenz. Bei Benrath fiel am Sonntag ein drei Jahre
altes Kind beim Spielen in den Rhein. Es wäre ſicher ertrunken.
wenn nicht ein zufällig vorüberkommender Paſſant ſeinen Schäferhund
nachgeſchickt hätte, der dann auch das Kind glücklich herausholte.
Mord und Selbſtmord.
Bad Liebenwerda. In der Nacht vom Mittwoch auf
Don=
nerstag hat ſich in dem benachbarten Dorf Domsdorf eine ſchwere
Blut=
tat ereignet. In der Familie des Arbeiters Gentſch beſtanden ſeit
längerer Zeit eheliche Zwiſtigkeiten. In der Nacht vom Mittwoch zum
Donnerstag iſt es nach der Heimkehr des Arbeiters wieder zu
Ausein=
anderſetzungen gekommen. Dabei hat die Frau ihrem Mann ſo ſchwere
Vorwürfe gemacht, daß dieſer auf das äußerſte gereizt zum Revolver
griff. Gentſch gab auf ſeine Frau zwei Schüſſe ab, die ſofort tödlich
wirkten. Dann hat er ſich durch einen weiteren Schuß in den Kopf
ſelbſt getötet.
„... Gestatten Sie, daß ich Ihnen unaufgefordert ein Dankschreiben über Ihre
Zahnpaste Chlorodont sende, lch habe schon fast alle Zahnpasten probiert
und bin zu dem Resultat gekommen, daß man Ihrer Zahnpaste vor allen anderen
Valtlsell elbern den Vorzug geben sollte. Der uunderbar erfrischende Pfefferminzgeschmack,
(wie sblchs tägiich unaufgefordert bei uns eingehen)
das Verschwinden jedes schlechten Mundgeruchs, die Tötung der Fäulniserreger.
und die Beseitigung des milifarbenen Zahnbelages (vom Rauchen usw.) macien mir die Benutzung Ihrer pharmazeutisch vollkommenen Zahnpastes
zur täglichen Freude ..
Heinz Dornheim, Berlin?
Chlorodont-Zahnpaste in ½ und ½a Tuben, Chlorodont-Mundwasser, Chlorodont-Zahnbürsten, / In allen einschlägigen Geschäften erhältlich!/ Leo-Werke A.-G. Dresden
Funkbild von der Verwüſſung in Florida.
Das Ranke=Muſeum in Wiehe, der Geburtsſtadt
des großen Hiſctoiſkers.
Seite 18
Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
Heſſen auf der Berliner
Polizeiausſtellung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Heſſiſche Beſucher der großen Berliner Polizeiausſtellung
dürften etwas enttäuſcht ſein, Heſſen ſelbſt nur recht ſchwach auf
der Ausſtellung vertreten zu ſehen. Das kommt nicht daher, weil
ſich etwa andere Ausſteller auf Koſten Heſſens zu breit gemacht
haben könnten. Der Grund iſt wohl darin zu ſuchen, daß Heſſen
es vorgezogen hat, nur mit dem beſten Material auf der
Aus=
ſtellung hervorzutreten und unnötigen Ballaſt zurückzulaſſen.
Seinen eigenen Raum hat es natürlich, ebenſo wie alle übrigen
Ausſteller, der recht freundlich iſt und dem Beſucher einen feinen
Ueberblick über die Lage Heſſens und den Aufbau ſeiner Polizei
gibt, auch einige Modelle alter Uniformen zeigt. Das übrige
Material iſt der großen Ausſtellung einverleibt. Viel beachtet
aber wird ein Modell des Verkehrs auf dem Darmſtädter
Luiſen=
platz, der eine geradezu vorbildliche Regelung des ſtarken
nord=
ſüdlichen und weſt öſtlichen Verkehrs zeigt und vor allem die
Aufmerkſamkeit des mit Verkehrsſchwierigkeiten geſegneten
Groß=
ſtädters auf ſich lenkt. Verſchiedene heſſiſche Firmen, die die
Polizei mit allen möglichen Ausrüſtungsgegenſtänden verſorgen,
haben es ſich nicht nehmen laſſen, ebenfalls auf der Ausſtellung
zu erſcheinen. Wenn Heſſen auf der Polizeiausftellung nicht in
vorderſter Reihe ſteht, ſo braucht dadurch keine Unzufriedenheit
zu entſtehen. Liegt doch eben gerade darin ein Beweis für das
gute Funktionieren ſeiner Polizei, deren Wachſamkeit manches
Kapitalverbrechen vereitelt hat, was immerhin beſſer iſt, als
wenn auch die heſſiſche Polizei mit Unterlagen ſchwerer
Kriminal=
fälle aufwarten könnte.
Wieder Hetzfilme gegen Oeutſchland in Uew York.
Erklärungen der Metro=Goldwyn und Ufa.
Wie die „Voſſiſche Zeitung” aus New York meldet, benutzt die
Direktion der Metro=Goldwyn=Film=Geſellſchaft den Tod des beliebten
Filmſchauſpielers Valentino, um den ſchlimmſten aller deutſchen
Hetz=
filme, die „Apokalyptiſchen Reiter” dem amerikaniſchen Publikum in
hunderten von Kinos vorzuführen. Der Film iſt nach dem berüchtigten
antideutſchen Roman des Spaniers Blanco Ibanez gedreht, der während
des Krieges als wirkſame Stimmungsmache gegen die Deutſchen benutzt
wurde. Der Film iſt womöglich noch gehäſſiger. Jeder Deutſche iſt
darin ein Ausbund von Grauſamkeiten Gemeinheiten und Dünkel. Die
deutſchen Amtsſtellen, ſo bemerkt das Blatt, haben allen Grund, dieſer
Angelegenheit ihre Aufmerkſamkeit zu ſchenken.
* Berlin, 29. September. (Priv.=Tel.)
Als Antwort auf den von der „Voſſ.” in der Abendausgabe vom
Mittwoch veröffentlichten Artikel „Wieder Apokalyptiſche”, den der
Berliner Vertreter des „International New Service” auszugsweiſe
ſeinen amerikaniſchen Blättern gekabelt hatte, traf folgende Erklärung
des Leiters der Auslandsabteilung der Metro=Goldwyn=Film, Arthur
Loew, ein:
„Wir brachten den Film „Die apokalyptiſchen Reiter” nicht aus
irgendwie feindſeliger Geſinnung, ſondern wegen der ungeheuren
Nach=
frage nach Valentino=Filmen. Die Filmtheater verlangten, daß gerade
dieſer Film gezeigt werde, weil er Valentinos größter ſei. Das konnten
wir nicht verweigern. Wir ſind nicht der Anſicht, daß der Film
deutſch=
feindlich iſt, ſondern glauben eher, daß er ſich gegen den Krieg in jeder
Form richtet. Wir ſehen nicht ein daß man dagegen Bedenken haben
kann. Wir erkennen es an, daß Deutſchland danach ſtrebt, den Krieg
zu vergeſſen, aber wir halten es für unfair, dabei an dieſem Film
An=
ſtoß zu nehmen, der ſich nicht gegen Deutſchland richten ſoll.
Von der Direktion der „Ufa” wird das Blatt gebeten, darauf
hin=
zuweiſen, daß der Film „Die apokalyptiſchen Reiter”, der gegenwärtig
in Amerika mit Ruckſicht auf den Tod des beliebten Filmſchauſpielers
Valentino erneut durch die Metro=Goldwyn Geſellſchaft zur Aufführung
gelangt, eine völlige Umarbeitung erfahren hat. Aus dem Film ſeien
die Stellen, die eine feindliche Einſtellung gegen Deutſchland erkennen
laſſen konnten, verſchwunden.
Zu dieſen Erklärungen ſagt das Blatt: Zwei Erklärungen und
keine Aufklärung! Die Metro=Goldwyn glaubt wahrſcheinlich ſelber
nicht recht an die Stichhaltigkeit deſſen, was ſie als Antwort auf unſere
berechtigte Kritik kabelt. Was ſeinerzeit ein Hetzfilm allerübelſter Art
war, wird dadurch, daß der Hauptdarſteller inzwiſchen geſtorben iſt,
nicht beſſer. Aber wenn man die moraliſierenden Belehrungen des
Herrn Loew am Schluſſe ſeiner „Erklärung” als das nimmt, was ſie
ſind, als eine im Ton durchaus angebrachte Kritik berechtigter deutſcher
Empfindungen, ſo bleibt nichts weiter als die dürre und eindeutige
Be=
ſtätigung deſſen, was wir betonten: Geſchäft iſt alles! Unverſtändlich iſt
auch die Erklärung der Ufa, die die ganze Angelegenheit dadurch aus
der Welt zu ſchaffen glaubt, daß ſie von Aenderungen des Films ſpricht,
durch die die Deutſchfeindlichkeit „herausgeſchnitten” ſein ſoll. Davon
weiß jedoch die amerikaniſche Erklärung nicht zu berichten, ſo daß man
zumindeſt bezweifeln darf, ob die Ufa von ihren amerikaniſchen
Ge=
ſchäftsfreunden wahrhaft unterrichtet worden iſt. Die Erregung der
Deutſch=Amerikaner iſt uns jedenfalls vorläufig ein zuverläſſigerer
Grad=
meſſer für die Deutſchfeindlichkeit des Films als die bisherigen
Er=
klärungen der beiden Filmgeſellſchaften.
Die Opfer der Kataſtrophe in Encarnacion.
Berlin. Einer telegraphiſchen Mitteilung der deutſchen
Geſandt=
ſchaft in Aſuncion zufolge fanden bei der Wirbelſturm=Kataſtrophe in
Encarnacion in Paraguay folgende acht Deutſche den Tod: Doktor
Rhode, Frau Memmel=Muttel, Carl Reverchon, Alfons Mayerhofer,
Zedler Sohn, Bernhard Gehre, Carl Narnleitner, Frau Baldum Cloß.
Von deutſchen Verwundeten mußten in Ermangelung einer
Unterbrin=
gungsmöglichkeit in Encarnacion die folgenden nach den Krankenhäufern
in Poſadas in Argentinien übergeführt werden: Joſeph Mayerhofer,
Sebaldus Eicke und Frau, Georg Kirchherr Johann Faltit, Frau
Frida Gal und vier Kinder, Arwed Stahl, Schröder und Frau, Carl
Werner. Der Sachſchaden, den die deutſchen Firmen in Encarnacion
erlitten haben, iſt ſehr erheblich. Anträge auf Nachforſchungen nach dem
Schickſal von in Encarnacion lebenden Verwandten ſind
zweckmäßiger=
weiſe an die Reichsſtelle für Nachläſſe und Nachforſchungen im Ausland,
Berlin, Wilhelmſtr. 61a, oder an die deutſche Geſandtſchaft in Afuncion
zu richten.
Zum Berliner Juwelenmub.
Breslan. Wie von der Breslauer Krimmalpolizei mitgeteilt
wird, entſpricht die Meldung, daß es ſich bei der Helfershelferin des
Juwelenraubers Spruch, die bisher noch nicht ermittelt werden konnte,
um eine erfundene Perſon handelt, durch die Spruch ſeine beiden
Kom=
plizen decken wollte, nicht den Tatſachen. Jene Helfershelferin ſoll
tat=
ſächlich in Männerkleidung an dem Raub beteiligt geweſen ſein.
Kataſtrophe der ſyriſchen Fremdenſaiſon.
EP. Beirut. Die ungeheuren Verluſte, die die ſyriſche Wirtſchaft
durch die Kataſtrophe der diesjährigen Fremdenſaiſon im Libanon
er=
litten hat, laſſen ſich aus folgenden Zahlen erkennen. Während ſich für
gewöhnlich im Sommer allein 15—20 000 ägyptiſche Sommerfriſchler im
Libanon aufgehalten haben, war ihre Zahl bereits im vorigen Jahre
auf 7000 geſunken. Die politiſchen und militäriſchen Ereigniſſe der
gegenwärtigen Sciſon, insbeſondere die Furcht vor dem blutigen
Guerilla=Krieg im Chuf haben die Zahl der ausländiſchen Sommergäſte
nach der offiziellen Statiſtik in dieſem Jahre von Juni bis September
auf lediglich 700 reduziert, die im übrigen nicht einmal nur aus
Aegyp=
ten, ſondern auch aus Paläſtina, dem Irak und anderen Grenzländern
ſtammten.
Zum erſten Mal Ueberquerung der Alpen
im Leichtflugzeug.
Pilot Eberhard von Conta in ſeinem Flugzeug.
Der bekannte Flieger Eberhard von Conta hat mit dem
Inge=
nieur Dr. von Langsdorff in einem Meſſerſchmidt=Leichtflugzeug
trotz Schneefälle, Nebel, Kälte und ſtarker Böen die Alpen in
Höhe von 4500 Metern überflogen. Es iſt dies die erſte
Ueber=
querung der geſamten Alpen durch ein Leichtflugzeug, auch iſt die
erreichte Höhe bisher von ſchwachmotorigen Leichtzweiſitzern noch
nicht erreicht worden. Der Flug hat 7 Stunden 50 Minuten
ge=
dauert, die Landung erfolgte nach Zurücklegung von 1100
Kilo=
metern ſüdlich der Dolomiten.
Ausbreitung der Schlafkrankheit in Franzöſiſch=Kongo.
EP. Khartum. Die Auswanderung der Eingeborenen aus den
durch die Schlafkrankheit gefährdeten Gebieten von Franzöſiſch=Kongo
nach dem anglo=ägyptiſchen Sudan beginnt derart überhand zu nehmen,
daß die Verwaltung der Grenzdiſtrikte eine Verſchärfung des
Grenz=
kordons eingerichtet hat, um eine Uebertragung durch heimliche
Ueber=
tritte zu verhindern. Es werden täglich größere Trupps von
Einge=
borenen zwangsweiſe auf franzöſiſches Territorium zurückgeführt. Nach
den Angaben dieſer Eingeborenen erfordert die Krankheit im
Augen=
blick wieder ungewöhnlich große Opfer. Gewiſſe Bezirke ſind derart
verſeucht, daß die lokalen Behörden trotz größter Anſtrengung nicht
im=
ſtande ſind, ihrer rapiden Ausbreitung Einhalt zu tun.
Ein neues Zwergenvolk in Neu=Guinea entdeckt.
* Amſterdam. Im Frühling dieſes Jahres hatte ſich eine
amerikaniſch=holländiſche Expedition unter Führung von Profeſſor
Stir=
ling nach Neu=Guinea begeben, um das Innere dieſer zum großen Teil
noch unerforſchten Inſel mit Hilfe von Flugzeugen zu erforſchen.
So=
eben ſind die erſten Nachrichten von dieſer Expedition, die auf
ſchwie=
rigen Umwegen durch Boten nach dem Hauptlager und von dort mit
Kanu und Motorboot nach Batavia gelangten, eingetroffen. Nach
vier Monaten iſt es der Expedition gelungen, über die Van Rees=
Gebirge und über den Ruffar=Fluß in das felſige Innere des Landes
vorzudringen. Am dritten September wurden große Anſiedlungen eines
bis zur Zeit völlig unbekannten Zwergenvolkes entdeckt. Die Zwerge
ſind vollkommen verſchieden von den Papugs und ein ſehr ruhiges,
gaſtfreundliches Volk, das den Fremden außerordentlich freundlich
ent=
gegenkam. Sie machten ihnen gleich Geſchenke, beſtehend aus Pfeilen,
Bogen ſowie einem Schwein. Es ſcheint ſich bei dem neuen Volke um
Negritos zu handeln. Sie beſchäftigen ſich mit dem Anbau von Tabak
und Bananen und der Schweinezucht.
Der Filmkongreß gegen internationale Hetzfilme,
TU. Paris. Mittwoch nachmittag nahm die Vollſitzung des
Film=
kongreſſes einen Antrag an, der den Filmproduzenten die
Verpflich=
tung auferlegt, Filme zu vermeiden, die den Völkerhaß mehren könnten
Eine „Schweine‟=Panama.
EP. Paris. Die Polizei hat den Verwaltungsrat der „
Fran=
zöfiſchen Schweinezüchtereien” Lizeray verhaftet. Es hat ſich
heraus=
geſtellt, daß dieſes Unternehmen ein groß angelegtes Schwindelmanöver
betrieb, durch das eine große Reihe von Perſonen um insgeſamt etwa
8 Millionen Franken geſchädigt worden iſt. Gegen eine Anzahlung
und monatliche Raten konnte man ſich angeblich bei dem Unternehmen
mitbeteiligen, das nach ſeinen Angaben mehr als 30000 Schweine
be=
ſitzen ſollte. In Wirklichkeit waren es jedoch nur etwa 200. Die
ein=
gezahlten Gelder ſind wohl alle verloren.
Verbrecherjagd in Rjaſan.
TU. Moskau. Wie aus Rjaſan gemeldet wird, hat dort eine
große Verbrecherjagd ſeitens der Miliz ſtattgefunden, bei der drei
Milizbeamte und vier Privatperſonen getötet wurden. Als die Miliz
in einem öffentlichen Lokal zu der Verhaftung von drei Verbrechern
ſchreiten wollte, eröffneten dieſe eine Schießerei auf die Miliz und
flüchteten darauf. Miliz und Publikum jagten den Verbrechern nach
und es kam auf der Straße zu einem ſtarken Feuergefecht. Von den
Verbrechern iſt keiner verletzt oder gefangen genommen worden.
Eine Negeruniverſität in Afrika.
AD. Am 1. Januar ſoll in Achimota in der engliſchen Kolonie
Gold=
küſte dei erſte Negeruniverſität des afrikaniſchen Kontinents eröffnet
werden. Damit wird wie die „African World” ſchreibt, ein
lang=
gehegter Traum der Neger verwirklicht, eine Univerſität zu beſitzen, an
der Vertreter der ſchwarzen Raſſe ihr eigenes Volk in ihrer eigenen
Kultur unterrichten. — Die Gründung der Univerſität iſt der
Schluß=
ſtein in einer umfaſſenden Entwicklung, die darauf hinauszielte, das
ganze Land mit einem Netz von Collidges, Zweigſchulen,
Elementar=
ſchulen und Kindergärten zu überziehen. Die nächſte praktiſche Aufgabe
der neuen Univerſität iſt die Ausbildung von Lehrkräften und
Führer=
perſönlichkeiten für die Höherentwicklung der afrikaniſchen Raſſe. Das
Lehrerkollegium beſteht aus 25 Profeſſoren, deren Arbeitsprogramm
außer dem eigentlichen Unterricht das Studium der
Eingeborenen=
ſprachen, der Sitten und Gebräuche, der Geſchichte und der Pſychologie
der afrikaniſchen Raſſe iſt. Im beſonderen iſt eine Normaliſierung der
Sprache und die erſtmalige Herausgabe von Büchern und Schriften in
der Sprache der Eingeborenen beabſichtigt. Wemn auch die
Neger=
univerſität ſich die Vorteile der europäiſchen Zivilifation und die
Me=
thoden ihrer Forſchung zunutze macht, ſo iſt der Endzweck der Univerſität,
wie verſichert wird, nicht die Europäiſierung des Afrikaners, ſondern die
Entwicklung der in ihm ſchlummernden Kräfte und Anlagen.
Briefkaſien.
X 21. Zu 1: Für leeren Raum eines einfach möblierten Zimmers,
Möbel und die im gewöhnlichen Zurechthalten des Zimmers
be=
ſtehende Bedienung ſind monatlich 27 Mark zu rechnen. — Licht iſt nach
dem Verbrauch zu rechnen, denn es kommt darauf an, in welchem
Um=
fang der Mieter das Licht benutzt. Als gemeſſener Anhalt kann dienen,
daß eine Kilowattſtunde (4 50 Pfg.) — 40 Brennſtunden einer 25er
Birne iſt. Eine Brennſtunde koſtet deshalb etwa 1½ Pfg. bei Ber
Birne. — Heizungsmaterial richtet ſich ebenſo wie das Licht nach dem
Verbrauch. Am beſten beſchafft ſich der Mieter das Heizungsmaterial
ſelbſt. Die Arbeit des täglichen Anheizens mit dem Material des
Mieters iſt mit 15 Pfg. (monatlich alſo 4,50 Mark) zu berechnen. Zu 2:
Frühſtück mit ſüßem Bohnenkaffee, 2 Brödchen und Gelee täglich
50 Pfg. (monatlich alſo 15 Mark). 2 Doppelſchnitte Schwarzbrot mit
Belag, Wurſt uſw., täglich 40 Pfg., monatlich alſo 12 Mark. Zu 3:
Mittagstiſch für Samstag und Sonntag, an beiden Tagen Fleiſch oder
Braten mit Gemüſe, Kartoffeln oder Kompot, Pudding, täglich etwa
1,25 Mark, monatlich alſo rund 11 Mark. Zu 4: Abendeſſen je 3mal
warm und kalt, mindeſtens 3mal Fleiſch. Täglich im Durchſchnitt
1 Mark, monatlich 30 Mark. Zu 5: Täglich nachmittags Bohnenkaffee
mit 2 Brödchen und Gelee, wie Frühſtück täglich 50 Pfg, monatlich alſo
und bügeln von 2 Hemden, 4 Kragen, 3 Taſchentücher, 6 Paar Strümpfe,
15 Mark. Zu 6: Bettwäſche monatlich 3 Mark. Wöchentlich waſchen
2 Paar Unterbeinkleider: Preis in einer Wäſcherei zu erfragen.
G. F. Die Verhandlungen zwiſchen dem Aufſichtsamt für
Privat=
verſicherungen und den einzelnen Unternehmungen ſind noch nicht
ab=
geſchloſſen, ſo daß Lebensverſicherungsanſprüche noch nicht anzumelden
ſind.
Geſchäftliches.
Die Firma J. Carl Schmidt, Kirchſtraße, Ecke Schuſtergaſſe,
Spezialhaus für Strumpf=, Wollwaren, Trikotagen und Wollgarne zeigt
in einem ihrer vier Schaufenſter eine ſehr originelle Wiedergabe des
bekannten Reklamebildes der „Sternwolle‟. Das Bild ſtellt bekanntlich
einen ſtrickenden Schäfer mit ſeinen Schafen dar, die den Blick auf
einen roten Sternwollknäuel gerichtet haben. Der in Wort und Bild
geſetzlich geſchützte Stern” iſt das Zeichen für beſte Qualität in Strick=,
Sport= und Häkel=Wolle, von den billigſten bis zur feinſten Sorte.
Unſerer heutigen Geſamtauflage liegt ein Werbeblatt der Firma
Philipp Heß, G. m. b. H., Darmſtadt bei, auf das wir unſere
Leſer beſonders aufmerkſam machen.
Wie unſere Leſer aus der heutigen Anzeige erſehen, iſt das
Geſund=
heitstafelwaſſer Kronthal wieder überall zu haben. Auch in
Darm=
ſtadt befindet ſich eine Hauptniederlage, wie aus der Anzeige
er=
ſichtlich iſt.
* „Klavierſpiel ohne Noten.” Wir weiſen darauf hin, daß am
6. Oktober der Unterricht im Klavierſpiel ohne Noten
Heidelberger=
ſtraße 106 I beginnt. Allen Muſikfreunden, die noch zu den Feſttagen
Weihnachtslieder uſw ſpielen möchten, bringen wir an dieſer Stelle den
Weihnachtskurſus in Erinnerung. Es verlautet nur das allerbeſte über
die Kurſe, und jeder Muſikliebhaber wird über die ſchnelle und leichte Art
des Erlernens erſtaunt ſein und dauernd daran Freude haben, wie uns
von verſchiedenen Seiten aus dem Publikum mitgeteilt wird. (Siehe
Inſerate.)
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag 1. Oktober. 3.30: Stunde der Jugend. Ernſtes und
Heiteres aus Beruf und Leben. Führung ins Berufsleben durch
Mitgl. des Städt. Berufsamtes: „Die Wahl des rechten Berufs,
eine Lebensfrage.” Vortrag Direktor Menne (für Kinder vom
11. Jahre ab). O 4.30: Hausfrauen=Nachmittag. „Allerlei für die
Frau, kulturgeſchichtliche Plaudereien über das Taſchentuch, den
Ohrring, den Fingerhut, das Haushaltungsbuch und das Parfüm
der Frau”. Vortrag A. Kruhm. O 5.45: Leſeſtunde. „Aus den
Briefen der Liſelotte von der Pfalz.” O 6.15: „Kreuz und quer
durch Dalmatien.” Vortrag Dr. Schmal= O 6.45: Zwanzig
Minuten Umſchau über die Fortſchritte in Wiſſenſchaft und Technik.
O 7.05: Film=Wochenſchau. O 7.30: Uebertr. a. d. Frankf.
Opern=
haus: Margarete” Oper in fünf Akten von Gounod. Perſ.: Fauſt;
Mephiſtopheles; Valentin; Margarete; Siebel; Marte.
Stuttigart.
Freitag, 1. Oktober. 4.15: Konzert. O 6.15: Hauswirtſchäftl.
Frauenſtunde von Hilde Zimmermann. O 6.45: Bücherbeſprechung.
O 7.15: Dr. Elwenſpoek: Tiergeſchichten. O 8: Das Violinkonzert
des 18. und 19. Jahrh. (3. Abend.) Soliſt: Max Menge, Hamburg.
Begleitung: Philharm. Orcheſter, Stuttgart. Spohr: Konzert A=
Moll. — Paganini: Konzert D=Dur. — Mendelsſohn: Konzert
E=Moll. Anſchl.: Hermann Kurz=Abend. Mitw.: Karl Köſtlin,
Ernſt Stockinger, Rundfunkorcheſter.
Berlin.
Freitag, 1. Oktober. 4: Frauenfragen und Frauenſorgen (Marg.
Caemmerer: „Anmut und Würde‟). O 4.30: Georg Froeſchel lieſt
aus eigenen Werken. O. 5: Funkkapelle. Stransky: Bella roſa,
ſpan. — Strauß: Bei uns z Haus. — Thomas: Fant. „Mignon”.
— Rhode: Dornröschens Brautfahrt. — Frederikſen: Skandin.
Suite. — Joyce: Salomes Viſion. — Hirſch: Das iſt die
Reiſe=
welt, Marſchlied aus „Yvonne‟ O 6.30: Reichsbahnrat Auſt:
„Sicherung des Eiſenbahnbetriebes”. O. 7: Direktor Rehmer: „
Groß=
kraftwerk Rummelsburg.” O 7.25: Dr. Singer: „Das muſikaliſche
Erleben (Das Rätſel des Schaffens)”. O 7.55: Miniſterialdirektor
Dr. Poſſe: „Die deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen im
Rahmen der deutſchen Handelspolitik.” O 8.30: Alexander Moiſſi
ſpricht Goethe, Heine, Anderſen, Verhaeren, Meyrink u. a. O 9.30:
Sonaten. Beethoven: Sonate für Viokine und Klavier A=moll,
op. 23. — Mozart: Sonate für Violine und Klavier A=dur. Joſef
Wolfsthal (Violine), Georg Szell (Klavier). O 10.30: Tanz=Muſik
(Kapelle Kermbach).
Königswuſterhauſen. Freitag, 1. Oktober. 12: Karl Graef:
Sprechtechnik f. Schüler. O 3: C. M. Alfieri u. von Eyſeren:
Spaniſch. O 3.30: Karl Graef: Der Sprechapparat des Menſchen.
Bau und Wirkungsweiſe. O 4: Dr. Kaethe Gaebel: Die
Berufs=
beratung im Wirtſchaftsleben. O 4.30: Prof. Dunkmann:
Streif=
züge in das Gebiet der Pädagogik von einem Soziologen. O. 5:
Manfred von Ardenne: Niederfrequenzverſtärker. Praktiſche Winke
für Rundfunkhörer. O 6: Miniſterialdir. RNichter: Strömungen der
modernen deutſchen Literaturgeſchichte. O 6.30: Dr. Dix:
Rohſtoff=
verſorgung und Kolonialbeſitz. O 7: Dr. Margit Rieß: Die Kunſt
Frankreichs im Zeichen des Sozialismus. O 7.30: Prof. Dr. Richter:
Ueber Entfettungskuren. O 7.55: Prof. Salzer: Wahre und falſche
Augendiagnoſe.
Wetterbericht.
Wettervorausſage für Samstag, den 2. Oktober 1926,
nach der Wetterlage vom 80. September 1926.
Noch vielfach heiter, tagsüber ziemlich milde und trocken.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton und
Heſſiſche Nachrichten: Mar Stree=; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann; für den
ochlußdienſt: (. V. Dr. Eugen Buhlmann; für den Inſeratenteil: Willy Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 36 Geiten.
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Darmſtadt, den 30. Sept. 1926.
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vergeben werden. Die Bedingungen liegen
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vorm. 11½ Uhr, daſelbſt einzureichen. (14150
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bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 30. Sept 1926.
Tiefbauamt. (at14164
Am Montag, den 27. September
1928, nachmittags 3 Uhr, werden auf
dem Rathaus zu Zwingenberg die
nachſtehenden Grundſtücke, im Auftrag
des Heſſ. Amtsgerichts Zwingenberg,
durch das unterzeichnete Ortsgericht
öffentlich freiwillig verſteigert: (13619tm
a) Grundbuch für Zwingenberg,
Band 4, Blatt 374:
1. Flur 1, Nr. 430, Bauplatz links des
Viehwegs, 272 qm; der darauf
er=
richtete Neubau kommt mit zur
Ver=
ſteigerung;
b) Grundbuch für Zwingenberg,
Band 7, Blatt 561:
2. Flur 1, Nr. 99, Hofreite am
Markt=
platz, 288 am,
3. Flur 1, Nr. 608, Acker die ſpitzen
Hardtäcker, 1631 qm,
4. Flur 1, Nr. 607, Acker daſ., 1725 gm,
5. Flur 1, Nr. 429, Grabgarten links
des Viehwegs, 267 qm.
c) Grundbuch für Auerbach, Blatt
125:
6. Flur 5, Nr. 219,5, Acker im Brunnert,
769 gm.
Zwingenberg, den 20. Sept. 1926.
Heſſ. Ortsgericht Zwingenberg.
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1926, ſollen im Wege des öffentlichen
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materialien u. Iſolierungen.
Bezüglich der Bedingungen für die
Bewerbung um vorſtehende Lieferungen
und Arbeiten wird auf den
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erlaß vom 16. Juni 1893 verwieſen.
Die Angebotsformulare werden auf
dem techn. Betriebsbüro zum
Selbkoſten=
preis abgegeben, ſolange Vorrat reicht.
Daſelbſt müſſen, auch die
Lieferungsbe=
dingungen und Muſter eingeſehen
wer=
den. Die Angebote ſind verſchloſſen,
poſtfrei und mit der Aufſchrift: „
Ange=
bot auf Los .. des Ausſchreibens vom
1. Oktober 1926‟ bis zum
Eröffnungs=
termin, Mittwoch, den 20. Oktober
1926, vormittags 10 Uhr, an das
techn. Betriebsbüro daſelbſt einzureichen.
Goddelau, den 1. Okt. 1926.
Direktion der Landes=Heil= und
Pflegeanſtalt „Philippshoſpital”
bei Goddelau.
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Seite 24
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as Sie von einem Auto überhaupt erwarten
wiederum verstürkt worden. Neue Erändungen schützen
können, ist selbstverständlich im neuen Buick:
alle Teile, die der Abnützung ausgesetzt sind.
Zuverlässigkeit, lange Lebensdauer,
störungs=
freier Lauf. Alles Vorzüge, die Besitzer eines Buick=
Wagens stets zu schätzen wußten.
Buick bietet neuerdings etwas, das kein anderes Auto
in gleichem oder Ahnlichem Maße aufzuweisen hat.
Wenn Sie diesen neuen Buick noch nicht gesehen haben
oder in ihm gefahren sind, haben Sie doch sicher
Dann ist Ihnen auch bekanntgeworden, welche
er=
staunlichen Fortschritte dieser neue Buick aufweist.
Geräusche, Vibrationen und alles, was das Vergnügen
am Autofahren beeinträchtigen könnte, sind beseitigt.
Alle Teile, von denen Fahrsicherheit abhängt, sind
PREIBE
fr den neuen Buick mit dem dreifach gesicherten Chassis
und wichtigen Neuerungen, wie Stoßausgleicher,
Schwug=
zuggleichkurbelwelle wit Gegengewicht, thermostatische
Wasserkontrolle md Motor in Gummi-Aufhängung
Buick hatte sich das Ziel gesetzt, einen Wagen zu
bauen, wie er bis jetzt noch nicht zu haben war.
Buick hat dieses scheinbar Unerreichte geschaffen.
Kommen Sie bitte in unsere Ausstellungsräume und
überzeugen Sie sich selbst von den erreichten
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Vergleichen Sie ihn mit jedem anderen Wagen, den
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Die „Deutſche Hanſa”
In der Sprache des germaniſchen Volksſtammes der Goten
bedeutet das Wort „Hanſa” ſo viel wie Schar oder Genoſſenſchaft;
auch in alten engliſchen Urkunden des 12. und 13. Jahrhunderts
findet ſich neben dem Wort „Gilde” der Ausdruck „Hanſa”; man
verſtand unter dem Namen „Hanſa” berechtigte
Handelsgeſell=
ſchaften.
Die deutſchen Städte des Mittelalters ſtrebten danach, Staat
zu ſein, wie es die Städte im Atertum waren.
Die Städte waren die Sammelplätze des kirchlichen und des
ſtaatlichen Lebens. Sie erkannten, daß ein mächtiger Kaiſer
beſſer für ſie war als die kleineren Machthaber, und gerade dort,
wo ſich die Biſchöfe dem deutſchen König widerſetzten, wie der
Biſchof Anno von Köln und der Biſchof Adalbert von Sachſen
in Worms, ergriffen die Städte die Partei des Königs. Die
Kai=
ſer gaben den Städten bedeutende Privilegien; es ſei hier an
das von Friedrich Barbaroſſa im Jahre 1156 für Worms
ge=
währte Privilegium erinnert, welches die Stadträte — Räte und
Richter aus der Stadt — bewilligte. Hierzu kamen allmählich das
Recht der Ausübung der Polizei, der Verwaltung der
Gemeinde=
güter, der Gerichtsbarkeit, der Regalien, d. h. Zölle und Münzen,
ſowie der vogteilichen und allgemeinen Rechte, endlich auch das
Recht des Stapels, welches beſagte, daß die Städte alle Waren,
die ihr Gebiet berührten, anhalten durften; dieſes ſo beſonders
wichtige Necht des Stapels bewirkte, daß aller Handel und alles
Gewerbe in die Städte gebannt wurde.
So entwickelten ſich alſo die ſtädtiſchen Gemeinden unter dem
Schutze des Kaiſertums zu emporblühenden Städten, die große
Freiheit und Selbſtändigkeit beſaßen.
In den deutſchen Städten des Mittelalters war die
Ver=
faſſung ariſtokratiſch. In den Städten gab es auch einen Stand
der Ritter; als aber die Entwicklung der Städte immer mehr in
Gegenſatz zu den Biſchöfen und kleinen Landesherren kam und
auch die ſtädtiſchen Anordnungen, denen ſich die Ritter nicht fügen
wollten, immer umfangreicher wurden, zogen ſich die Ritter aufs
Land zurück. In den Städten blieben aber, den Rittern nahe
verwandt, die Patrizier oder Geſchlechter; ſie verbanden
bürger=
liches Gewerbe mit Landbeſitz. Im Gegenſatz zu den Patriziern
beſaßen die Beiſaſſen kein Erbgut; aus dieſen Beiſaſſen, welche
die Gemeinen bildeten, entſtanden nach ihren Beſchäftigungen
die Zünfte, z. B. die Zimmerleute, Sattler, Schiffer, Fiſcher uſw.
In den Stadtregierungen traten die Vertreter der Patrizier als
„Ratsherren”, die Vertreter der Zünfte als „Meiſter” auf, die
nicht volle Gleichberechtigung mit den Ratsherren hatten.
Im 13. Jahrhundert ſuchten die deutſchen Städte durch
Bündniſſe untereinander ihre Macht zu ſtärken. Die Bildung
dieſer Bündniſſe als Selbſtſchutz wurde durch das Interregnum,
welches von 1254 bis 1273 währte, begünſtigt, da nun die
kaiſer=
liche Macht fehlte, welche die Städte gegen Willkürakte der
kleine=
ren Machthaber beſchützte. So entſtand unter anderem der „
Rhei=
niſche Bund”, 1254 von Walpot von Mainz gegründet, in dem
Worms das Haupt der oberrheiniſchen, Mainz das Haupt der
unterrheiniſchen Städte wurde. Von anderen Städtebündniſſen
ſeien erwähnt die Bündniſſe zwiſchen Köln und Bremen,
zwi=
ſchen Braunſchweig und Stade und zwiſchen Hamburg und
Lübeck. Dieſer Bund zwiſchen Hamburg und Lübeck, welcher
be=
zweckte, den Weg zwiſchen dieſen beiden Städten und das
benach=
barte Meer freizuhalten, war von beſonderer Bedeutung, wird
er doch als „die Grundlage der deutſchen Hanſa” angeſehen, und
dieſer Bund Lübeck=Hamburg iſt auch — im Jahre 1241
geſchloſ=
ſen — der älteſte urkundlich erwieſene Städtebund.
Die „Deutſche Hanſa” entſtand nicht in einem beſtimmten
Jahre, ſondern ſie entwickelte ſich allmählich aus dem Bedürfnis
des Zuſammenſchluſſes der handeltreibenden Küſtenſtädte.
Dem Bunde Lübeck=Hamburg ſchloß ſich ſehr bald ein
Bünd=
nis Lübeck=Soeſt an, welches eine Verbindung Lübecks mit den
weſtfälifchen Städten, ſowie mit Bremen und Stade nach ſich zog.
Das deutſche Lübeck hatte Wisby auf der Inſel Gotland,
mit dem es ſchon im 12. Jahrhundert in Handelsbeziehungen
ſtand, bald überflügelt.
Dem Bunde Lübeck=Hamburg ſchloſſen ſich ſerner zahlreiche
Seeſtädte an der Nord= und Oftſeeküſte — von Brewen bis
Reval — an, desgleichen viele deutſche Binnenſtädte, ſo unter
anderem Breslau, Thorn, Kulm, Frankfurt a. d. Oder,
Magde=
burg, Stendal, Salzwedel, Stargard, Brandenburg, Göttingen,
Halle, Halberſtadt, Hannover, Lüneburg, Dortmund, Münſter,
Minden, Braunſchweig, Osnabrück und Köln.
Köln hatte ſich zu einem gewiſſen Seehandel erhoben: die
Kölner fuhren rheinabwärts in die Waal und benutzten
haupt=
ſächlich den Hafen von Dordrecht; aber auch im Hafen von
Ant=
werpen finden wir die Kölner, deren Handel ſich vom großen
Markt zu Brügge nach London ausbreitete, wo ſie eine
Nieder=
lage in der Oberthemſeſtraße, unmittelbar an der Themſe, den
„Stahlhof”, abgeleitet von Stapelhof, befaßen. Eine noch
vor=
handene Urkunde vom Jahre 1267 beftätigt den Kölner
Kauf=
leuten ihre alten Rechte; die Kölner führten den Namen „Hanſa”.
Durch die Verſchmelzung des Lübecker Städtebundes, der ſich
gleichfalls „Hanſa” nannte, mit der Kölner „Hanſa” entſtand die
„Deutſche Hanſa”, auch „Hanſa der Deutſchen” genannt, um das
Jahr 1282.
Die Namen ber Hanſeſtädte ſind zuerſt in einer Urkunde vom
Jahre 1330 erwähnt, und vom Jahr 1358 exiſtiert ein förmlicher
Beſchluß, in dem es ausdrücklich heißt „Städte der deutſchen
Hanſa”, und der von dem großen Unrecht ſpricht, welches dem
gemeinen Kaufmann von Alemannien zugefügt worden ſei.
Die „Deutſche Hanſa” erhielt eine gemeinſchaftliche
Verfaſ=
ſung im Jahre 1364 durch die „Kölniſche Konföderation”, welche
als Zweck der „Deutſchen Hanſa” bezeichnete: die
gemeinſchaft=
liche Pflege der erworbenen Privilegien, inſonderheit die
Frei=
heit der Ein= und Ausfuhr gegen geringe Zollfätze, Sicherung
der Straßen zu Waſſer und zu Lande, hierzu nötigenfalls
kriege=
riſches Geleit zu ſicherer Warenbeförderung, ſchiedsrichterliche
Vermittlung in allen Streitigkeiten zwiſchen einzelnen
Bundes=
ſtädten, ferner Einheitlichkeit der eigenen Gerichtsbarkeit, der
eigenen Münze, des eigenen Gewichts und des Strand= und
Stapelrechts.
An die Spitze der „Deutſchen Hanſa” trat Lübeck. Die
Hanſetage wurden meiſt zu Lübeck abgehalten; viele Städte
hat=
ten einen Hanſegrafen.
Das Handelsgebiet der „Deutſchen Hanſa” erſtreckte ſich von
Nowgorod bis Liſſabon; die Rigger Kaufleute gelangten zu
Schlitten nach Smolenſk und ins Innere Rußlands; in
Nor=
wegen bildeten die Kaufleute der Hanſa einen Staat im Staate;
die nordiſchen Erzeugniſſe: die Produkte der Waldungen wie
Holz, Pottaſche, Pech und Harz, ferner Pelzwerk, geräuchertes
Fleiſch und Getreide, wurden gegen die weſtlichen Erzeugniſſe:
hauptſächlich Wein aus Bordeaux und Spanien und Südfrüchte
ausgetauſcht.
Die „Deutſche Hanſa” benutzte ein großes Netz von
Handels=
wegen auch im inneren Deutſchland, welches ſie auch mit
den=
jenigen Städten verband, die ſich nicht direkt der Hanſa
ange=
ſchloſſen, ſondern, in ſüddeutſchen Städtebündniſſen vereinigt,
der Hanſa freundlich geſtimmt waren. So führte ein
Handels=
weg von Danzig über Thorn—Gneſen nach Breslau, von wo
wiederum die Oder abwärts der Handelsweg über Frankfurt
a. d. Oder und Landsberg nach Stettin führte. Ueber den
Jablunka=Paß konnte Ungarn erreicht werden. Auch die
Elb=
ſtraße war von großer Wichtigkeit, desgleichen der Rhein. Von
Elbe und Rhein führten die Handelsſtraßen auch nach dem
ſüd=
lichen Deutſchland bis Regensburg und Wien; von dieſen beiden
eng vereinigten Städten führten große Handelsſtraßen nach dem
Balkan. Ferner führte eine Handelsſtraße über Bozen nach
Italien, die noch von den Römern herrührte.
Von Nürnberg führte eine Handelsſtraße nach Süden, nach
Aquileja und Venedig, nach Weſten nach Metz und Verdun, und
nach Norweſten über Frankfurt a. M. an den Rhein.
Von Frankfurt a. M., Straßburg, Baſel, Ulm und
Regeng=
burg führten direkte Wege nach Hamburg und Lübeck.
Der deutſche Süden lieferte der „Deutſchen Hanſa” Metalle,
Produkte des Augsburger und Nürnberger Kunſtfleißes, ferner
Silber= und Goldarbeit.
Neben der Pflege des Handels haben die Städte der „Deut=
ſchen Hanſa” aber auch in kultureller Beziehung ſehr viel ge
leiſtet: die Baukunſt und die Malerei, Meiſtergeſang und
Volks=
dichtung wurden gepflegt und gelangten zu höchſter Blüte,
Stadt=
ſchulen und Univerſitäten wurden gegründet, der nationaldeutſche
Gedanke ausgebildet. Die Wiege der Buchdruckerkunſt ſtand in
der deutſchen Stadt Mainz. Das Schießpulver finden wir ſchon
1360 in Lübeck, 1365 in Einbeck, 1372 in Braunſchweig, 1378 in
Gent; in Nürnberg wird 1435 eine Pulvermühle erwähnt.
War der Hanſa=Bund zuerſt in drei Drittel eingeteilt, ſo hatte
er ſpäter vier Quartiere mit den Vororten Lübeck, Köln,
Braun=
ſchweig und Danzig.
Es war nur zu natürlich, daß die mermeßlich audgebaute
„Deutſche Hanſa” ſchon frühzeitig Feinde hatte, zu deren Abwehr
ſie Kriege zu führen gezwungen wurde. Ihre beſonderen Gegner
hatte die „Deutſche Hanſa” in den däniſchen Königen.
Schon im Jahre 1227 hatte ſich Lübeck in der Schlacht bei
Bornhöved ſiegreich gegen den Dänenkönig behauptet und die
däniſche Flotte im Jahre 1234 vollſtändig geſchlagen.
Während im erſten Kriege der „Deutſchen Hanſa” gegen
Wal=
demar IV. von Dänemark 1361 bis 1362 die Kriegsflotte der
Hanſa — die Orlogſchiffe — unter Führung des Lübecker
Bürger=
meiſters Wittenborg vor Helſingborg geſchlagen und Wittenborg
enthauptet wurde, mußte im zweiten Kriege der „Deutſchen
Hanſa” gegen Dänemark 1367 bis 1370 Waldemar IV. aus ſeinem
Reiche fliehen; eine mächtige hanſeatiſche Flotte beſetzte
Kopen=
hagen und viele andere Städte und plünderte die Küſte
Kor=
wegens. Im Frieden von Stralſund wurde die Küſte von
Schonen auf 15 Jahre der „Deutſchen Hanſa” abgetreten und der
däniſche Reichsrat verſprach, den Nachfolger Waldemars IV. nur
mit Zuſtin mung der Hanſa zu wählen. Die Handelsherrſchaft
der „Deutſchen Hanſa” über Skandinavien, Rußland und
Eng=
land wuch8 nun ins Ungeheuere.
Bwei hauptſächliche Gründe waren es, die zum Untergang
der „Deutſchen Hanſa” führten: der alte deutſche Erbfehler der
Uneinigkeit, der zu häuſigen Zwſtigkeiten der Hanſeſtädte
unter=
einander führte, und die ſich ändernden Weltverhältniſſe, von
denen hier als hauptſächlichſte die Auswirkung der Entdeckung
Amerikas und die Reformation mit ihrer Folgeerſcheinuna, demt
Dreißigjährigen Kriege, genannt ſeien.
Das verderblichſte Ereignis für die Hanſen war, daß ſich im
Jahre 1427 die Niederländer von ihnen trennten. Mit dieſem
Abfall war die Blütezeit der „Deutſchen Hanſa” vorbei, und
wenn ſie auch noch weiterhin eine Macht darſtellte, ſo nahm dieſt
durch den allmählichen Abfall einer großen Anzahl Städte und
durch die Verſchiebung der Machtverhältniſſe ſowohl in
Deutſch=
land als auch in den ſkandinaviſchen Ländern und durch die
neuen nach Amerika führenden Seewege immer mehr ab. Am
Anfange des 17. Jahrhunderts nur noch aus 14 Städten
be=
ſtehend, wurde das Bündnis der „Deutſchen Hanſa”,
inſonder=
heit Lübecks, immer noch geſucht, beſonders, wenn ſich die Mächte
über die Herrſchaft in der Oſtſee ſtritten, ſo im Jahre 1612 von
Schweden und den Niederlanden gegen Spanien und Dänemark,
auch ſpäter von Frankreich. Als es aber nach dem den
Dreitig=
jährigen Krieg beendenden Weſtfäliſchen Frieden nicht mehr
ge=
lang, einen Hanſetag in alter Weiſe zu verſammeln, fielen auch
die letzten Städte ab, aber Lübeck, Hamburg und Bremen
behaup=
teten ihre Rechte bis auf den heutigen Tag. Lübeck, Hamburg
und Bremen ſind ſouveräne Staaten im Deutſchen Reiche und
nennen ſich „Freie und Hanſeſtädte‟.
Sind auch Lübeck und Hamburg, die oft mit Venedig und
Genua verglichen worden ſind, nicht ſo reich wie dieſe Städte
geworden, ſo war doch die Stellung Lübecks und Hamburgs, vor
allem aber die Macht der in der „Deutſchen Hanſa” vereinigten
Städte eine ungeheuere. Und während die Städte ſüdlich der
Alpen, wie Venedig, Genua, Piſa u. a., ſich unaufhörlich in
grim=
migem Haß und Neid miteinander ſtritten, haben es die
nord=
deutſchen Städte verſtanden, ihren Vorteil im engen Anſchluß
aneinander, vereinigt in der „Deutſchen Hanſa” und befreundet
mit den ſüddeutſchen Städtebünden, zu finden.
Möge der alte Hanſeatengeift wieder erwachen und mit dazu
helfen, daß nach den Zeiten des Niederganges das Morgenrot
einer neuen deutſchen Zukunft aufſteigt!
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Freitag, den 1. Oktober 1926
Die Deutſche Atlandiſche Expedition.
Die Marine im Dienſte der Wiſſenſchaft.
Von Kapitänleutnant Joachim Lietzmann
Dank der ſorgſamen Vorbereitungen, die ſeinerzeit von der
Marineleitung im Einvernehmen mit Prof. Dr. Merz, dem auf
der Höhe ſeiner Schaffenskraft nur allzufrüh dahingeſchiedenen
wiſſenſchaftlichen Leiter getroffen morden waren, kann unſere
ozeaniſche Forſchungsexpedition heute nach mehr als einjähriger
Fahrt auf eine überaus erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. In
ſtiller, unermüdlicher Arbeit gelang es, den geſamten Südatlantik
von den Eisfeldern der Antarktis bis zum zehnten Grad
ſüd=
licher Breite wiſſenſchaftlich zu erfaſſen; ein Ergebnis, an dem
Ozeanographen, Meteorologen, Biologen, Chemiker und
Geo=
logen, nicht zum mindeſten aber auch der raſtloſen Hingabe der
Beſatzung ein bleibendes Verdienſt beizumeſſen iſt.
Die Grundlage für die Bearbeitung der mannigfachen
Spezialgebiete bildete und bildet die genaue topographiſche
Auf=
nahme des Meerbodenprofils auf den zahlreichen
Ueber=
querungen, die das Schiff zwiſchen beiden Erdteilen in nahen
Abſtänden zu befahren hat. Ein Blick auf die Karte läßt uns
Wunder nehmen, daß innerhalb der gegebenen Zeit ein ſo
aus=
gedehnter Seeraum wie der ſüdliche Atlantiſche Ozean
ver=
meſſen werden konnte. Wie iſt es möglich, von der Oberfläche aus
in die Geheimniſſe des Meeresbodens mit allen ſeinen
Einzel=
heiten einzudringen? Wie konnten der Expedition neben ihren
ſonſtigen Aufgaben neue wichtige Entdeckungen gelingen wie die
der ſüdweſtlich des Kaps der Guten Hoffnung aus der bis
dahin vermuteten unterſeeiſchen Tiefebene ſteil emporragenden
„Meteorbank” ?
Seit alter Zeit war es üblich, die Waſſertiefe mittels einer
mit Senkblei und in gewiſſen Abſtänden eingeflochteten bunten
Läppchen verſehenen Lotleine zu beſtimmen.
Das Verfahren wird auch heute noch angewandt, iſt aber
naturgemäß auf verhältnismäßig geringe Tiefen begrenzt.
Bei größeren Tiefen bediente man ſich ſpäter der
Lot=
maſchinen, welche die aus Draht geflochtene Lotleine von
einer Trommelwinde ablaufen laſſen. Die jeweils gelotete Tiefe
errechnet man ſich aus der abgelaufenen Umdrehungszahl der
Tiommel.
Auch der „Meteor” war mit einer ſolchen Lotmaſchine
aus=
gerüſtet. Von der Wilhelmshavener Marinewerft techniſch auf
das Beſte vervollkommnet, ſind ſie überdies imſtande, ſelbſt aus
beträchtlicher Tiefe durch ſogenannte am Lotkörper angebrachte
„Schlammröhren” Proben des Meeresgrundes an das
Tageslicht zu befördern. Da dieſe Lotart jedoch, um bei größeren
Tiefen noch Anſpruch auf Genauigkeit haben zu können, bei ihrer
Anwendung ein ſtilliegendes Schiff erfordert, und da ferner mit
ihrer Bedienung und dem jedesmal notwendigen Einholen der
Lotleine ein beträchtlicher Zeitaufwand verbunden iſt, würden
Monate vergehen, ehe auch nur ein Bruchteil des bisher vom
„Meteor” vermeſſenen Seegebiets topographiſch erfaßt wäre.
Man mußte daher bei der Ausrüſtung des „Meteor” als
Forſchungsſchiff auf Lotmethoden bedacht ſein, die ohne
Zeitver=
luſt dennoch eine genaue Vermeſſung ermöglichen. Die vor
wenigen Jahren von Alexander Behm angeſtellten
Ver=
ſuche, die Waſſertiefe auf akuſtiſchem Wege zu ermitteln, boten
hierbei ein treffendes Hilfsmittel. Als erſtes deutſches Schiff
wurde der „Meteor” mit einer Reihe akuſtiſcher, alſo
draht=
loſer Lotſyſteme ausgerüſtet, die es ihm ermöglichen, vom
fahrenden Schiff aus bei jedem Wetter und zu jeder Zeit beliebig
viele Tiefenbeſtimmungen vorzunehmen, welche überdies die
alten Lotarten an Genauigkeit weit übertreffen.
Zur Vornahme von Flachſeelotungen bis zu 200 Meter Tiefe
dient in erſter Linie das Freilot der Signalgeſellſchaft in Kiel.
In der Einfachheit ſeiner Bedienung gibt es dem
See=
mann ein vorzügliches Hilfsmittel in die Hand. Ein kleiner
torpedoförmiger Blechkörper wird vom Deck aus mit der Hand
über Bord geworfen und gleitet mit einer durch eine
Sonder=
vorrichtung konſtant gemachten Sinkgeſchwindigkeit von zwei
Metern in der Sekunde in die Tiefe. Beim Auftreffen auf dem
Grund detoniert ein in der Blechhülle befindlicher Sprengkörper
mit ſcharfem Knall, der dem Ohr des Beobachters bzw. bei
See=
gang oder ungünſtigem Wetter mittels Horchapparates deutlich
vernehmbar iſt.
Da die Schallgeſchwindigkeit bis zur Oberfläche die
Sinkge=
ſchwindigkeit des Lots um etwa das 700 fache übertrifft, kann
bei der erwähnten beſchränkten Tiefe dieſe Zeit praktiſch außer
Betracht gelaſſen werden. Die vom Beobachter mit der Stoppuhr
feſtgehaltene Sekundenzahl vom Eintritt des Lots in das Waſſer
bis zur Detonation ergibt ſomit, mit zwei multipliziert, die
ge=
lotete Tiefe in Metern.
Die übrigen Lotmittel reichen tiefer und beruhen auf dem
Echoprinzip; d. h. ein am Schiff unmittelbar erzeugter Schall
wird in die Tiefe geſandt und nach einer entſprechenden Zeit
als Echo vom Meeresgrunde wieder aufgenommen.
Zunächſt ſei hier das
Behm=
lot der Behmecholotgeſellſchaft in
Kiel genannt. Seine Schallquelle SKizze:A.
beſteht aus einer außerhalb der
Bordwand und unter der
Waſſer=
linie angebrachten Pulverpatrone.
Ein beim Abſchuß im Schiffsinnern
in Gang geſetztes Uhrwerk wird nach
der der jeweiligen Tiefe
entſprechen=
den Zeit durch das von einem
Emp=
fangsapparat aufgenommene Echo
wieder zum Stillſtand gebracht. Der
bis zu dieſem Augenblick erreichte
Ausſchlag eines Uhrwerkszeigers
gibt an einer Skala die gelotete
Tiefe an.
Das Behmlot erwies ſich bisher
bis zu Tiefen von 700 bis 800
Me=
tern als zuverläſſig.
Für reine Diefſeelotun=
9E.
gen finden das Atlaslot der
Atlaswerke in Bremen und das Aiefe erAibt sich aus cr
Signallot der Kieler Signal= Teiksanne zuischen
geſellſchaft Verwendung. Sie ähneln 1Schalls endung (a) und
einander in ihrer Wirkungsweiſe IEcgewelang (6).
und beſitzen in Anbetracht der
unge=
heuren zu durchdringenden Waſſerräume als Schallquellen
elektro=
magnetiſche Membranſender. Das zurücklaufende Echo wird
ebenfalls in beſonderen Empfangsapparaten aufgenommen und
läßt die gelotete Tiefe an ihnen vermöge einer ſinnreich
konſtru=
ierten Vorrichtung optiſch ablesbar erſcheinen.
Mit beiden Loten iſt es möglich, die größten
Meeres=
tiefen auf10 Meter genau zuverläſſig zu beſtimmen.
Be=
achtenswert iſt auch ihre ſonſtige Leiſtungsfähigkeit. Mit Hilfe
des Signallots kann alle 14 Sekunden eine Lotung ausgeführt
werden. Das Atlaslot geſtatte ſogar eine Folge von 4
Lotungen in der Sekunde!—
Nur vermöge der vorzüglichen Ausrüſtung des „Meteor”
mit allen Hilfsmitteln der modernen Technik iſt es ſomit möglich,
innerhalb der gegebenen Zeit die geſtellten Vermeſſungsaufgaben
zu löſen und dadurch gleichzeitig die Vorausſetzungen für die
Bearbeitung der übrigen Forſchungszweige zu erfüllen. Denn
auf der genauen Kenntnis des Meerbodenprofils gründet ſich
in der Hauptſache die Löſung nicht nur des Zirkulationsproblems
der Meeresſtrömungen, ſondern auch faſt des geſamten
Aufgaben=
kreiſes der Expedition.
Die einzelnen Lotungen werden normalerweiſe während der
Fahrt in regelmäßigen Abſtänden von drei Seemeilen
vorge=
nommen, die bei auftretenden Unebenheiten des Grundes nach
Bedarf verringert werden. Die gleichzeitige Anwendung mehrerer
Methoden ermöglicht eine gegenſeitige Kontrolle und ſchließt
Fehler an den Meſſungen von vornherein aus.
Darüber hinaus wird die intenſive Ausnutzung der akuſtiſchen
Lotmethoden wertvolle Erfahrungen ergeben. Als eines
der wichtigſten Gebiete in der Seemannſchaft und Navigation
wird ihre weitere Entwicklung reichen Gewinn bringen.
Mit der in dieſen Tagen erwarteten Ankunft des „Meteor” in
Bahia (Braſilien) iſt nach achtmaliger Ueberquerung des
ſüd=
lichen Atlantik die größere Hälfte der Unternehmung beendet.
Die Erforſchung der äquatorialen Zone, die das Schiff
u. a. auch nach unſerer ehemaligen Kolonie Kamerun führen
wird, iſt für den kommenden Winter in Ausſicht genommen.
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T * U * U N U D T 6
Nummer 3
Darmſtädter Tagblatt /Heſſiſche Neueſie Nachrichten
1. Okfober 1926
Ausſicht vom Rieſendom des Chimborazo
Von Geheimrat Profeſſor Hans Meyer.
Aus: Hans Meyer, „Hochtouren im tropiſchen Amerika”,
Bd. 32 der Sammlung „Reiſen und Abenteuer” (Brockhaus, Leipzig.
In Ganzleinen gebd. 3,50 Mk.).
Vom Unterland war aus unſerer großen Höhe von faſt 6000 Meter
nichts zu ſehen; es war verdeckt durch ein unabſehbares weißwelliges
Wolkenmer, das langſam aus Weſten nach Oſten hinwallte und nur
ſel=
ten den rötlichen Bergfuß durchſchimmern ließ. In unſerer Region aber
wehte aus entgegengeſetzter Richtung der übliche Oſtpaſſat der Höhe, und
zwar oben mit noch ſtark zunehmender Heſtigkeit; denn über den Gipfel
weg fluteten die Nebel in geſchloſſener runder Maſſe, einem ungeheuren
weißen Waſſerfall gleich, auf die Weſtſeite zu uns herab, wo ſie ſich nahe
über uns in ſcheinbares Nichts auflöſten. Das ganze Phänomen iſt von
föhnartigem Charakter und ſehr ähnlich dem ſogenannten Tafeltuch auf
dem Tafelberg bei Kapſtadt, wo ich es vor Jahren tagelang in ſchönſter
Entfaltung beobachten konnte.
Nach Weſten gab es für uns wegen des Spaltenlabyrinths kein
Wei=
terkommen. Alſo ſchwenkten wir direkt auf den ſteilen Gipfelhang ein,
der hier über 40 Grad Neigung hat. Dank unſeren Steigeiſen brauchten
wir nur wenig Stufen zu ſchlagen. Trotzdem begann infolge des
ab=
nehmenden Sauerſtoffgehalts und Luftdrucks in der 6006Meter=Höhe
das Steigen uns beiden ſehr ſchwer zu werden. Wir mußten alle zehn
Schritte einige Sekunden pauſieren, um die Lungen wieder aufz ifüllen
und den übermäßigen Herzſchlag zu beruhigen. Unſeres Willens aber
bemächtigte ſich, ohne daß wir uns körperlich ermüdet fühlten, eine
eigen=
tümliche Erſchlaffung, deren Ueberwindung die höchſten Anforderungen
an den Intellekt ſtellte. Nur in ſo großen Höhen von 5000 bis 6000
Meter habe ich an mir und anderen dieſe nervöſe Energielähmung erlebt,
die zweifellos mit der Sauerſtoffverminderung zuſammenhängt. Wie
früher auf dem Kilimandſcharo, ſo wiederholte ſich dieſe Erfahrung ſpäter
auf dem Cotopaxi.
Langſam ging es ſo bis zu etwa 6050 Meter hinauf. Da tat ſich vor
uns eine breite Eiskluft auf, die die ganze Weſtſeite des Gipfels
um=
ſpannte und, wo wir auch den Verſuch machten, keine haltbare
Ueber=
brückung bot. Hier ging es mit menſchlichen Kräften nicht weiter. Zum
Suchen einer neuen Anſtiegsroute von der Eisgrenze aus reichte aber die
Zeit nicht mehr hinz es war 2 Uhr voniber, und die Nebel wurden
im=
mer dichter. Schweren Herzens mußten wir deshalb, 200 Meter unter
dem Gipfel, den Entſchluß zur Umkehr faſſen. Wir brachten noch eine
halbe Stunde mit Unterſuchen der Firn= und Eisſtruktur in dieſer Höhe,
mit Meſſen, Skizzieren und Photographieren nützlich hin und traten
dann den Rückzug an. Der Abſtieg ging, wie immer auf gutem Firn,
ſehr raſch. Eine Stunde ſpäter ſchnallten wir bei den Felswänden an
der Eisgrenze unſere Steigeiſen ab und rutſchten im loſen praſſelnden
Schutt auf der Nordweſtloma zu unſeren Zelten hinunter.
Bald nach unſerer Nückunft ins Lager ſteckte der obere Berg wieder
ganz in einem wildbewegten Wolkenchaos, und die Nacht beſcherte uns
einen teuen kräftigen Schneefall, der, bis zum Morgen andauernd, alle
weiteren Unternehmungen in den oberen Regionen für die nächſten Tage
vereitelte. Und da die Peones, die am Vormittag, wie verabredet,
her=
aufkamen, um uns eventuell abzuholen, einmütig erklärten, ſie würden
bei ſo ſchlechtem Wetter nicht noch einmal heraufteigen, ließ ich das
Lager in der Hoffnung abbrechen, daß wir es ein paar Wochen ſpäter
mit Wind und Wolken beſſer treffen würden. Was wir diesmal von
Wind und Schnee und Eis, von Geſteinen und Pflanzen und anderen
intereſſanten Dingen hier oben geſehen, unterſucht und geſammelt hatten,
lohnte ja auch ſchon die Mühe.
Eine Entſchädigung für die total umnebelte Ausſicht nach oben
ge=
währte uns aber vor unſerem Aufbruch das unvergleichliche
Pano=
rama, das ſich unter uns in der abgeſchneiten kriſtalklaren
Atmo=
ſphäre nach Oſten und Norden hin öffnete. Vom Cayambe im Norden
bis zum Cerro Altar im Oſten ſtanden ſie alle, die Schnee= und Eisrieſen
Hocheeuadors im milden Glanz der Morgenſonne in langen Reihen vor
uns, lauter Viereinhalb= und Fünf= bis Sechstauſender. Ich nenne das
Panorama unvergleichlich, nicht um damit einen Superlativ des
Ein=
druckz auszuſprechen, ſondern weil dieſe hochandine Vulkanlandſchaft
Geuadors ſo eigenartig iſt, daß keine andere, auch nicht im übrigen
Süd=
amerika, mit ihr verglichen werden kann. Im Gegenſatz zu einer
euro=
päiſchen oder aſiatiſchen Alpenlandſchaft mit ihren zuſammenhängenden
Gebirgsketten und langen, von ewigem Schnee bedeckten Firnen und
Kämmen, ſehen wir hier lauter große, meiſt kegel= oder
pyramidenför=
mige Einzelberge, die durch Intervalle von viel größeren Dimenſionen, als
ſie die Berge ſelbſt haben, voneinander getrennt ſind und nur von ſehr
günſtigen Standpunkten aus die rieſigen Reihen erkennen laſſen, zu
denen ſie angeordnet ſind. Dem großen Bld mangelt nicht bloß die
Mannigfaltigkeit der Formen und die reiche Bewegtheit der Linien, die
ein Faltengebirge wie die Alpen oder den Kaukaſus ſo reizvoll machen,
ſondern auch der belebende Wechſel von ſchneeigem und felſigem
Hoch=
gebirge mit dunklen Wäldern, grünen Weidetriften und freundlicher
Kulturſtaffage, die wir nur ſelten in einer Alpenlandſchaft vermiſſen.
Dieſe eeuadorianiſche Andenlandſchaft iſt von erhabener Schönheit
durch die große Einfachheit ihrer Geſtalten, durch die klaſſiſche Ruhe ihrer
Linien durch die ungeheuere Weite ihrer Ansdehnung, durch den tiefen
Ernſt ihrer gleichmäßigen, meiſt düſteren Farbenſtimmung und ihrer
unendlichen Einſamkeit. Wie die Steppe oder die Wiſte iſt ſie aber als
Ganzes durchaus unmaleriſch und kann deshalb auch als Ganzes vom
Maler nicht in ihrer Erhabenheit wiedergegeben werden. Um die Größe
der Natur zu bewältigen, muß die Kunſt auch in dieſem Falle
zuſammen=
faſſen, verallgemeinern; ſonſt muß ſie ſich mit Ausſchnitten, mit Teilen
begnügen. Und ſolche Teile ſahen wir auch dort von unſerer alles
über=
ragenden hohen Warte im berückenden Zauber maleriſcher Beleuchtungen
und Wolkeneffekte. Wenn ich aber das Ganze überſchaute, wie da die
violettbraunen, weißgibfeligen Pyramiden und Kegel kis in unabſehbare
Ferne emporragten über das flache hellgraue Wolkenmeer, das
allmäh=
lich alle dazwiſchenliegenden Ebenen und niederen Bergaruppen verdeckte,
ſo hatte ich den Eindruck einer großen volaren Inſellandſchaft und dachte
an die eisbeladene Vulkaninſel Jan Mahen und an Bilder aus dem
Kurilen=Archipel.
Das berrliche Schauſpiel dauerte kaum eine Viertelſtunde, dann
zogen die Oſtnebel, von den Firnhörnern des nahen, mit Neuſchnee völlig
überzuckerten Carihuairazo herüberwogend, den Vorhang wieder zu und
wir eilten unſeren Leuten nach, die inzwiſchen mit den Zeltballen.
Blech=
koffern und Kaſten bergab gerannt waren, wo an dem fnüheren
Wechſel=
platz (4920 Meter) die Arrieros mit den Maultieren uns erwarteten.
Durch das Entgegenkommen des Verlags Brockhaus ſind wir in der
Lage, unſeren Leſern eine Probe aus dem neuen Band (32) der
treff=
lichen Brockhaus=Sammlung „Reiſen und Abenteuer” zu bieten. Der
bekannte Kolonialgeograph Geheimrat Profeſſor Hans Meher berichtet
in dem Werke „Hochtouren im tropiſchen Amerika” über
ſeine Beſteigungen von vier der wichtigſten Bulkanrieſen im troviſchen
Amerika. Es iſt eine Freude zu ſehen, wie der dentſche Gelehrte ſich im
Dienſte der Wiſſenſchaft auch als ſchneidiger Bergſteiger zeigte.
Politik, Wirtſchaft, Soziologie,
Werken und Wirken. Erinnerungen aus Induſtrie und Staatsdienſt.
Von Karl Bittmann. Band 2: Im badiſchen Staatsdienſt.
Broſchiert 9 Rm., Halbleinen 10 Rm. Verlag C. F. Müller,
Karls=
ruhe i. B.
Karl Bittmans große Verdienſte auf ſozialpolitiſchem Gebiete ſind
auch über die Grenzen des Reiches hinaus bekannt. Seine
Lebens=
erinnerungen, von denen der erſte und dritte Band im Laufe des letzten
Jahres herauskamen, ſind in der Preſſe und in den Fachzeitſchriften
bei=
fällig aufgenommen worden. Mit dem ſoeben erſchienenen zweiten Band
findet das Werk ſeinen Abſchluß. Aus der norddeutſchen Großinduſtrie
und dem preußiſchen Staatsbetrieb führt uns Bittmann hier in ſeine
badiſche Heimat, in die Zeit, wo er als Leiter der Fabrikinſpektion, des
heutigen Gewerbeaufſichtsamts, das große Erbe Woerishoffers
über=
nahm und bis vor wenigen Jahren erfolgreich verwaltete. In
ſchwie=
riger Stellung und anfänglich nicht ohne ſchwere Kämpfe, vor allem
mit dem Miniſter Schenkel, der in ihm nicht den geſchmeidigen Mann
fand, der ſich ſeinem autokratiſchen Willen fügte, auch nicht ohne
Rei=
bungen mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die, wie das Kapitel über
den Rheinfeldener Streik zeigt, gelegentlich zu einem heftigen Konflikt
mit den Chriſtlichen Gewerkſchaften führten, aber mehr und mehr doch
getragen von dem wachſenden Vertrauen der Arbeiterſchaft und geſtitzt
auch durch die Wertſchätzung ſeines Landesherrn, deſſen Perſönlichkeit
wie die ſeiner Gemahlin, der Großherzogin Luiſe, in einem weiteren
Ab=
ſchnitt gewürdigt werden. Von dem eigenen Lebenswerk geben die höchſt
feſſelnden und wertvollen Ausführungen über den Streik bei der Mann=
heimer Firma Lanz, die wiederholt veranſtalteten Arbeiterreiſen, die
Gründung des Badiſchen Tuberkuloſemuſeums, die Hausinduſtrie und
Heimarbeit, die Kinderarbeit, den geſetzlichen Arbeiterſchutz und die
Ar=
beitsloſenverſicherung anſhaulich Rechenſchaft.
Die Entſtehung des polniſchen Staates. Eine völkervechtlich=politiſche
Unterſuchung von Dr. Paul Roth. 1926. Verlag Otto Liebmann,
Verlag der Deutſchen Juriſten=Zeitung und des Deutſchen Wohnungs=
Archivs. Berlin W 57. Preis 5 Mk.
Die Rothſche Schrift ſetzt ſich eine doppelte Aufgabe: Einmal will
ſie die verwickelten völkerrechtlichen Vorgänge, die der Entſtehung des
polniſchen Staates vorangingen, wiſſenſchaftlich erfaſſen, um Klarheit
über das Grundproblem zu gewinnen, wann und wodurch der neue
pol=
niſche Staat entſtanden iſt. Außerdem aber war es nötig, auf die
poli=
tiſchen Zuſammenhänge einzugehen, ſodaß dieſe Schrift über die rein
völkerrechtlichen Tatbeſtände hinaus ein Bild der politiſchen Kräfte und
Motive gibt, die einen Ausſchnitt aus der politiſchen Geſchichte des
Welt=
krieges und ſeiner Folgen widerſpiegeln. Die Nothſche Schrift, in der
Reihe der öffentlich=rechtlichen Abhandlungen, herausgegeben von den
Profeſſoren Triepel und Smend, Berlin, Erich Kaufmann, Bonn,
er=
ſchienen, enthält zugleich das geſamte urkundliche Material aus der
Kriegszeit und der Verſailler Konferenz, ſowie alle ſpäteren wichtigen
Dokumente nach authentiſchen Quellen. Die Rothſche Schrift iſt daher
nicht nur für Deutſchland und Polen, ſondern auch für den geſamten
Oſten und die Weſtmächte von maßgebender Bedeutung. Sie bringt
nicht nur dem Juriſten, ſondern auch dem Hiſtoriker, Politiker und
Laien wertvolle Aufſchlüſſe.
Die Verfaſſung des Deutſchen Reiches vom 11. Auguſt 1919. Ein
Kom=
mentar für Wiſſenſchaft und Praxis von Dr. Gerhard Anſchütz,
Geh. Juſtizrat, ordentlicher Profeſſor des öffentlichen Nechts an der
Univerſität Heidelberg. 3. und 4., völlig umgearbeitete Auflage (14.
bis 17. Tauſend). 43 Seiten, in Ganzleinen gebunden 10 Rm.
Ver=
lag Georg Stilke, Berlin NW. 7.
Dieſe meiſterhafte Darſtellung des bekannten und bedeutenden
Rechtslehrers Deutſchlands iſt nicht nur ein gelegentlicher Ratgeber in
Zweifelsfällen, ſondern auch ein Lehrbuch für ſolche, die ſich über das
Ganze unſeres neuen Staatsrechts zu unterrichten wünſchen. Im
Gegen=
ſatz zur zweiten gibt dieſe Doppelauflage nach völliger Umarbeitung ein
in vielen Partien ganz neues Buch. Die Erweiterung bezieht ſich auf
die „Einleitung”, auf die teils ergänzenden, teils umgeſtaltenden
Zu=
ſätze zu der Kommentierung der Artikel 4, 15, 17, 18, 19, 25, 34, 48, 49,
89 ff. 109. 131, 137. 153 u. a., ferner auf die den einzelnen Abſchnitten
und Artikeln des Verfaſſungstextes beigefügten Literaturüberſichten und
auf die ſorgfältigſte Berückhſichtigung der Rechtſprechung des
Reichs=
gerichts, des Staatsgerichtshofs für das Deutſche Reich und anderer hoher
Gerichtshöfe, beſonders des preußiſchen Oberlandesgerichts.
es
lst eine Originalradierung oder ein
Reichsdruck
Pirtſchaftsliteratur.
Georgs Handels=Lexikon, eine Ausgabe in einem Bande
iſt im Weltbund=Verlag, Hamburg, erſchienen. Die Rationaliſierung iſt
heute in Deutſchland die Forderung des Tages. Um ſie zu erfüllen, iſt es
auch notwendig, gute Nachſchlagewerke zu beſitzen, die ſchnelle,
zuver=
läſſige, erſchöpfende und klare Auskunft über alle im Geſchäftsleben
vor=
kommenden Fragen geben. Ein alphabetiſch geordnetes kaufmänniſches
Nachſchlagewerk dieſer Art fehlte bisher. Das Erſcheinen ves
vorliegen=
den Werkes bedeutet daher eine willkommene Ergänzung, deren Wert
nicht hoch genug veranſchlagt werden kann, zumal der aus angeſehenen
Männern der Wiſſenſchaft und Praxis zuſammengeſetzte Mitarbeiterſtab
Zuverläſſigkeit und Brauchbarkeit gewährleiſtet. Die Behandlung des
Stoffes — es ſind rund 15 000 Artikel und Stichwörter — iſt nicht etwa
nur vom wirtſchaftlichen Standpunkt aus vorgenommen, ſondern alle
damit verwandten Gebiete ſind dabei berückſichtigt worden, ſo
Finanz=
wiſſenſchaft, Statiſtik, Betriebswiſſenſchaft, Bilanzkunde, Neklame,
Wirt=
ſchaftsgeographie Technik, das Recht, kaufmänniſches und gewerbliches
Bildungsweſen, Sozialpolitik, Zeitungsweſen uſw. Das Handels=Lexikon
wird daher nicht nur Kaufleuten. Induſtriellen und Gewervetreibenden,
ſondern auch Rechtsanwälten, Rebiſoren, Shndizi, Ingenieuren,
Tech=
nikern, Lehrern, Schriftleitern und Beamten wertvolle Dienſte leiſten,
da die Fäden des Wirtſchaftslebens heute mehr denn je durch alle
Be=
rufszweige laufen. Die Anſchaulichkeit des Werkes wird durch zahlreiche
Beiſpiele Muſter, Ueberſichten, Statiſtiken, Tabellen uſw. erhöht.
Aeußerlich ſtellt ſich der 80 Seiten ſtarke Band in einem geſchmackvollem
Halblederband dar, der Druck iſt klar und überſichtlich. Der Preis von
25 Nm. iſt bei der Beſchaffenheit, dem Umfang und der Ausſtattung als
mäßig zu bezeichnen, was im Intereſſe weiteſter Verbreitung zu be=
Das Handbuch für den Außenhandel. Herausgegeben von Generalkonſul
Dr. Wilh. Mäiller und Dr. Walther Becker, für den handels= und
zoll=
politiſchen Teil: Hofrat Max Findeklee. Erſcheint bei J. J. Arnd,
Verlag der „Ueberſeepoſt”, Leipzig. Subſkriptionspreis 8 Mk.,
Um=
fang 800 Seiten.
Das Ende April erſcheinende, auf Grund amtlichen und privaten
Materials bearbeitete Buch dient dem täglichen Gebrauch aller am
Außen=
handel beteiligten Kreiſe (Fabrikanten Ex= und Importeure, Kaufleute.
Spediteure, Geſchäftsreiſende uſw.) Zum erſten Male iſt hier auf faſt
800 Seiten, nach Ländern geordnet, eine Fülle von Erfahrungen,
Aus=
künften, Ratſchlägen und Adreſſenangaben zuſammengefaßt, die für die
Anknüpfung und Durchführung von Geſchäftsbeziehungen mit dieſen
Ländern von grundlegender Bedeutung ſind. Jedes Land enthält z. B.
die folgenden Abſchnitte: Anbahnung von Geſchäftsb=ziehungenen,
ge=
eeignete Banken, Einholung von Kreditauskünften, Geſchäftsſprachen,
Aufmachung von Katalogen, Druckſachen uſw. Preisſtellung und
Zah=
lungsbedingungen, Reklame=, Poſt= und Verkehrsweſen, Handelsvertrag
und Zolltarif, Ein= und Ausfuhrbeſchränkungen, Vorſchriften für
Ge=
ſchäftsreiſende und ihre Muſter, Einreiſebeſtimmungen Eintreibungen
von Forderungen, Nechtsweg, Gerichtskoſten, Wechſel= und
Konkursbeſtim=
mungen, geeignete Rechtsanwälte, Patent=, Zeich n= und Muſterſchutz,
deutſche Konſulate uſw. Die Benutzung des Buches wird dem Exporteur
manchen Verluſt und manche zeitraubende Anfrage im Auslande erſparen.
Radlerungen von 3.—, Reichsdrucke schon
von 75 Pfg. an in reicher Auswahl vorrätig
(786a
bel
Romane, Nobellen, Erzählungen
Heinrich Schroth, vorm. Karl Buchner
Hofbuchhandlung
Rheinstrasse 15
Zweites Heft des zweiten Jahrganges Der europäiſchen Revue.
Ferreros Leitartikel rollt das Problem der modernen Staaten auf.
Ihm ſchließt ſich ein Aufſatz von Emilio Bodrero, Profeſſor in Padua,
über die Politik des Faseismus an. Willy Hellpach fordert in ſeinem
Artikel „Prophylaxe der Irredenta” die deutſche Regierung zu größerer
Aktivität zum Schutze des Deutſchtums in Europa auf. — Der literariſche
Teil bringt eine ſehr ſchöne Erzählung Gorkis und einen Aufſatz des
Münchener Kunſtkritikers Hauſenſtein über Corinth. Mit einer
Be=
ſprechung Novinis über die italieniſche Preſſe und einer Gloſſe des
Wiener Philoſophen Hans Prager über Solowjew und aktuellen
Buch=
beſprechungen ſchließt dieſes in ſeltenem Maße europaiſch repräſentative
Heft der „Europäiſchen Revue‟.
Die Fälſchungen des ruſſiſchen Orang=buches über den Kriegsausbruch
mit der Türkei.
Friedrich Stieve, bekannt durch die Herausgabe des „
Diplo=
matiſchen Schriftwechſels Jswolſkis”, behandelt in einem im Verlage
für Kulturpolitik in Berlin erſchienenen Buche: „Das ruſſiſche
Orangebuchüber den Kriegsausbruch mitder Türkei.
Seine Fälſchungen über das Garantieangebot der
Ententemächte an die ottomaniſche Regierung.‟ Es
enthält eine Nichtigſtellung des ſogenannten zweiten ruſſiſchen
Orange=
buches außer den in der offiziellen Faſſung wiedergegebenen Urkunden 33,
die darin fehlen, 4, bei denen wichtige Teile ausgelaſſen wurden. Gerade
ſie beweiſen aber, daß es ſich bei dem ganzen Garantieangebot um einen
groß angelegten Täuſchungsverſuch handelte. Mit dieſer
Vervolſtändigung hat das offizielle ruſſiſche Orangebuch die bisherige
Auffaſſung über die ruſſiſche Meerengenpolitik nicht nur widerlegt,
ſondern gerodezu erhärtet.
Naturwiſſenſchaft, Technik
Lehrbuch de= Botanik für höhere Lehranſtalten und die Hand des
Leh=
rers ſowie für alle Freunde der Natur. Von Prof, Dr. D. Schmeil.
46. verbeſſerte Auflage. 490 Seiten mit 34 farbigen und 46 ſchwarzen
Tafeln ſowie mit zahlreichen Textbildern. Preis in Leinenband 14 M.
Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig=
Schmeils Lehrbücher ſind ſo bekannt und beliebt, daß jede
Empfeh=
lung eigentlich überflüſſig iſt. Wenn von einem ſo umfangreichen
Lehr=
buch die 46. Auflage erſcheint, ſo ſpricht das ſchon für ſich genug. Schon
bei flüchtiger Durchſicht merkt man überall die unermüdlich beſſernde
Hand des Verfaſſers. Wer tiefer eindringt, ſtellt feſt, daß den
Fortſchrit=
ten der Wiſſenſchaft weitgehendſt Rechnung getragen worden iſt. Zum
Teil ſind ganz neue Abſchnitte aufgenommen. Wirtſchaftliche und
kultu=
relle Fragen hat Verfaſſer ſtärker als bisher berückſichtigt. Die
landwirt=
ſchaftliche Seite, die Behandlung der Nutzpflanzen Deutſchlands, die
Aus=
nutzung des Bodens, die Hebung ſeiner Erträge, wird ſtets verfolgt und
Winke für die Praxis werden gegeben. Auf dieſe Weiſe ſchafft das Buch
immer mehr Verſtändnis ſür die grundlegende Bedeutung der
Pflanzen=
welt und regt ſo zu ſelbſtändiger Betätigung an. Der Verlag hat
wie=
derum keine Mühe und Koſten geſcheut, die Ausſtattung des Buches, die
ſchon immer muſtergültig war, noch vollendeter zu geſtalten. Weit mehr
als 100 neue Zeichnungen von Kunſtmaler Bruns ſind eingefügt, die zum
größten Teile wieder aus mehreren Einzelfiguren beſtehen. Welche
Be=
reicherung ſie für das Buch bedeuten, läßt ſich auf den erſten Blick an
dem Abſchnitt über die Krypotgamen erkennen. Aber auch an anderer
Stelle haben ſie ſehr weſentliche Fortſchritte gebracht. Dazu kommt noch
eine große Anzahl künſtleriſch vollendeter neuer Naturaufnahmen, die
nicht weniger als 12 Tafeln füllen. Es iſt erſtaunlich, was hier wieder
bei einem verhältnismäßig niedrigen Preiſe geboten iſt, denn die
ge=
ſamte Ausſtattung des Buches iſt vollkommen auf Vorkriegshöhe. Die
34 farbigen Tafeln ſind allein eine Sammlung naturwiſſenſchaftlicher
Kunſtwerke. Wir begwüßen mit großer Freude dieſe N=uauflage. Nicht
allein als Lehrbuch, ſondern auch als Hausbuch wünſchen wir ihm immer
weitere Verbreitung.
Unſer Garten. Von Gartenbaudirektor F. Zahn. (Wiſſenſchaft und
Bildung Nr. 93.). Zweite verbeſſerte und ergänzte Auflage. Mit 25
Abbildungen. 149 Seiten. Preis gebd. 1,80 Mk.
Dies hübſche Büchlein eines erfahrenen Praktikers gibt allen
Gar=
tenbeſitzern und ſolchen, die es werden wollen, gerade das, was ſie über
die Anlage. Unterhaltung und Pflege des Gartens wiſſen müſſen, um
ſich ein behagliches Eigenheim zu ſchaffen. Da finden wir je nach der
Größe und Lage des betreffenden Grundſtücks Anleitung zur praktiſchen
Geſtaltung der Wege Umzäunungen. Lauben, Möbel, Brunnen und
Baſſins. Ganz beſondere Aufmerkſamkeit iſt der Bpflanzung geſchenkt,
den Naſenanlagen Bäumen Sträuchern und Blumen. Eine
Zuſammen=
ſtellung der letzteren nach Monaten und Blütezeit mit den zu gleicher
Zeit blihenden Sträuchern gibt wertvollſte Winke für eine zweckmäſige
Pflanzenauswahl. Zahlreiche Abbildungen geben treffliche
Muſter=
beiſpiele,
Emanuel Stickelberger: Zwingli. Roman. Ganzleinen etwa 10 Mk.,
— 12,50 Fr. (Grethlein u. Co., Leipzig und Bürich.)
Huldreich Zwingli iſt einer der wenigen großen Staatsmäaner, die
ein Staatsweſen auf ſittlicher Grundlage verſuchten. In packenden
Bil=
dern hat Stickelberger Werden und Wirken des weitblickenden
Staats=
mannes, des bedeutendſten Eidgenoſſen aller Zeiten, geſtaltet. Wir
er=
leben die Eindrücke ſeiner Jugendzeit in Toggenburg und ſeiner
Stu=
dentenjahre in Wien, wo er für ſeine Heimat eifert. Irrwege und ſeeliſche
reif, ſein aufopferungsvolles Wirken um die Einheit der Eidgenoſſen
Erſchütterungen, ihr ehrliches, mannhaftes Ueberwinden machen ihn
laſſen ihn zum Führer und Helden ſeiner Heimat und ſeiner Zeit werden.
Kojgs Wanderjahre, die Vorgeſchichte zum „Haus der Sehnſucht” 1 Teik
von Dr. A. Th. Sonnleitner mit Bildern von Prof. Fritz Jäger.
Stuttgart Kosmos, Geſellſchaft der Naturfpeunde, Geſchäftsſtelle:
Franckh’ſche Verlagshandlung. Geb. 5,60 Nm.
Zwei lebenswarme Jugendſchriften, geſchrieben von einem, der viel
Freude an Menſchen und Tieren hat. Der Verfaſſer erzählt in ſeiner
lebendigen Art die wechſelvollen Schickſale einer ſich mühſam
durchkämpfen=
den Familie. Trotz manchem trüben Geſchehen bleibt dem Leſer keine
Zeit zum Kopfhängen, er wird durch die beiden friſchen Geſchwiſter und
ihre Kameraden viel Freude haben.
Die feine Ingeborg/Jabuſch. Zwei Erzählungen von Franz Herwig.
6—8. Tauſend. 82, 119 Seiten. Preis geheftet 2 Mk. Ganzleinen
3,50 Mk. Verlag Joſef Köſel u. Friedrich Puſtet K.=G., München.
In der „feinen Ingeborg” wird das Leben eines ſchlichten
Weimarer Bürgermädchens aus der Windiſchengaſſe erzählt, das infolge
falſcher Erziehung den Halt verliert und die raſch aufgeblühte Ehe durch
eigene Schuld ebenſo raſch entblättert. „Fabuſch” eine Berliner
Vor=
ſtadtgeſchichte, ſpiegelt in der Geſtalt eines genügſamen originellen
Malers, dazu in einer Menge kleiner und meiſterlicher Szenen das
Ber=
liner Volksleben farbig wieder. Herwigs oft gerühmte Kunſt, Menſchen
mit all ihrem Reichtum, ihren Eckigkeiten und Eigenarten, in der
Ver=
rachſenheit mit ihrer örtlichen Umgebung ſcharf umriſſen darzuſtellen,
feſſelt auch in dieſen Erzählungen den Leſer.
Land Irgendwo. Novellen von Roland Betſch. 82 196 Seiten. Preis
geheftet 2 Mk., Ganzleinen 3,50 Mk. Verlag Joſef Köſel u. Friedrich
Puſtet 9.8., München.
Roland Betſch, der raſch durchgedrungene und geſchätzte Erzähler
kam vom Ingenieurberuf zur Dichtung. Das verleiht ſeinem Stil die
er=
friſchende Unmittelbarkeit, ſeinen Stoffen die hinreißende Spannung.
Sein neues Werk „Land Irgendwo” zeigt dieſe Eigenſchaften in hoher
Potenz.
Der erſte Teil mit den vier Novellen „Die Pantomime‟ „Peter
Palms Nobelle‟ Meiſter Scolatis Tochter‟. Der Weg ins Licht”
ver=
körpert die menſchliche Sehnſucht nach Landſchaften und Weſenheiten,
die über den bloßen Zweckalltag und erſtarrtes Spießertum hinausragen.
Der zweite Teil „Käuze” bringt ſpaßhafte Heilige, ernſthafte Narren, die
wie Maſchinen mit federhafter Steuerung laufen und nicht in die
gut=
büirgerliche und normal herkömmliche Geſellſchaft eingereiht werden
können. Die klare, flüſſige und bildertiefe Sprache iſt ein großer
Vor=
zug des neuen Werkes.
Neue Abentener von der Feuerburg. Illuſtriert von Alex v. Rieſen.
Format 15:20,5 Zentimeter. Jugendverlag G. m. b. H.,
Charlotten=
burg.
Sagenumwoben liegt die Feuerburg vor unſeren Blicken. Hoch in
die Luſt ragen ihre verwitterten Türme und Mauern, drohend und
diſter dem Beſchauer entgegenblickend, als hätte ſie ſo manches Geheimnis
aus alter Zeit zu verbergen. Alleinbewohner dieſer noch ſtolzen Burg
iſt der alte Burawart nebſt ſeinem aufgeweckten Töchterchen. Die Helden
unſerer Geſchichte, zwei Knaben aus der Großſtadt, verbringen hier ihre
Ferien und erleben luſtige Abenteuer, wie ſich dieſelben kühner und
an=
regender kein deutſcher Junge wünſchen kann.
R. Sendke: „Aus verlorenem Sonnenland”. Verlag der Fuldaer
Aktien=
druckerei in Fulda. UIIl und 240 Seiten. Preis gebd. 3,80 Mark.
Selbſterlebtes erzählt R. Sendke in ſeinem Buche. Die Erzählungen
ſind kleine Ausſchnitte aus dem Leben eines Deutſchen, der lange Jahre
in Deutſchoſtafrika zugebracht hat und offenen Auges die Dinge und
Er=
ſcheinungen der Umwelt auf ſich hat wirken laſſen. Im Mittelvunkt der
Erzählungen ſteht die Tierwelt unſerer ehemaligen oſtafrikaniſchen
Kolonie. Ihre Lebensweiſe und die Jagd auf ſie werden dem Leſer in
ſpannender Weiſe vor Augen geführt. Damit verwoben ſind Einblicke,
die der Verfaſſer den Leſer in Land und Leute tun läßt. Anſchauliche
Schilderungen zeigen den Jäger auf ſeinen Pürſchgängen im Kampf mit
Löwen, Leoparden Geparden, Hhänen, Elefanten, Flußpferden Büffeln
Krokodilen und Schlangen. Auch Freund Löffelmann, der Haſe, der
dort vertreten iſt, kommt nicht zu kurz.
Von Curt Corrinth erſcheint ſoeben im Werk=Verlag zu Berlin ein
neues Buch: „Grauen. Ein Pariſer Roman‟. Er ſchlägt in dieſem
Werke ganz andere Töne an, als wir ſonſt von ihm gewöhnt ſind. Ein
Abiturient, der nur mit Mühe dem Einfluß einer Bardame entzogen
worden kann, wird von ſeinen Eltern nach Paris geſchickt. Dort erreicht
zu ſein Sclickfal. Er wird in ein Ehedrama verwickelt und geht elendig
de. Wark Verlag, Berlin W. 57, Potsdamerſtraße 96.
UO A
Saison 50
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Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
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Schießſport.
* Das Bezirksſchießen des Bezirks 1 des Badiſch=Südheſſiſchen
Sportver=
bandes für Kleinkaliberſchießen in Lampertheim.
Von ſchönſtem Herbſtwetter begünſtigt, konnte das Bezirksſchießen
durchgeſüihrt werden. Schon zu früher Stunde trafen Schützen aus den
verſchiedenen Gauen ein, und bald begann der Wettkampf. Alle Züge
brachten weitere Scharen zur Halteſtelle Heide, ſodaß ſich bald einige
Hundert zuſammengefunden hatten. Es entwickelte ſich denn auch ganz
beſonders nachmittags ein fröhliches Treiben, denn außer den Schützen
hatte ſich noch ein zahlreiches Publikum aus Lampertheim, Mannheim,
Worms uſw. eingefunden. Für die Unterhaltung ſorgte das Städtiſche
Orcheſter Darmſtadt unter Leitung des Obermuſikmeiſters Weber. Den
ganz vorzüglichen Leiſtungen der Kapelle wurde ſeitens der Beſucher
rauſchender Beifall gezollt. Dazwiſchen knallten bis 5 Uhr nachmittags
unaufhörlich die Gewehre. Mit Einbruch der Dunkelheit ging es zur
Halteſtelle Heide und von hier nach Lampertheim. Vom Bahnhof
mar=
ſchierte dann der Zug der Sckützen mit klingendem Spiel bis zum
Fried=
rich=Ebertplatz, woſelbſt die Muſik das am Mittag ausgefallene Konzert
nachholte. Dicht gedrängt ſtand hier und in den anſchließenden Straßen
die Menſchenmenge. Abends 8 Uhr verſammelte man ſich dann zur
Bekanntgabe der Sieger und Siegermannſchaften im „Darmſtädter Hof”
an die ſich Konzert und Tanz anſchloß. Die aus dem Wettkampf um
die Bezirksmeiſterſchaften hervorgegangenen Sieger nehmen nun am
10. Oktober am Landesſchießen in Karlsruhe teil. Ueber der ganzen
Veranſtaltung ſchwebte der Geiſt guter Kameradſchaft und das
Bewußt=
ſein des ſportlichen Zweckes. Kein Standes= oder ſonſtiger Unterſchied
herrſchte hier; alle waren gleich und Freunde, die ſich in friedlichem
Wettſtreit bekämpften. Kein Verdacht in irgend einer Weiſe wäre nur
im entfernteſten begründet, daß ſich hier Männer zuſammengefunden
hätten, denen man „Böſes” nachſagt. Wer dies jetzt noch tut, der mag
es in böswilliger Abſicht tun, einen Grund hat er nicht dazu, und die
Schützen kann es in ihrem ſportlichen Streben nicht beirren. Hoffentlich
iſt nun auch das Landesſchießen in Karlsruhe von ſchönſtem Wetter
begünſtigt und bringt man auch dort der Sache das nötige ſportliche
Intereſſe entgegen. Aber auch hier ſoll es heißen, kommt und ſehet,
wes Geiſtes Kinder wir ſind, damit endlich einmal die Hetze gegen die
Kleinkaliberſchützenvereine aufhört.
Nachſtehend die Liſte der ſiegenden Mannſchaften und Schüttzen:
Bezirksmeiſter=Mannſchaft Klaſſe A.
Schützenverein Unter=Moſſau, Gau Mümling=Süd.
1. Adam Heckmann 59 Ringe, 2. Johannes Müller 45 Ringe, 3. Auguſt
Schott 66 Ringe, 4. Peter Zörgiebel 55 Ringe, 5. Jakob Müller 53 R.,
zuſammen 2 7 8 Ringe.
Bezirksmeiſter=Mannſchaft Klaſſe B.
Schützenverein Unter=Moſſau, Gau Mümling=Süd.
1. Gottlieb Schmucker 69 Ringe, 2. Friedrich Schmucker 59 R., 3. Heinr.
Heckmann 62 R., 4. Georg Arras 58 R., 5. Georg Neff 56 R., zuſammen
304 Ringe.
Bezirksmeiſter=Mannſchaft, Klaſſe B.
Schützenverein Jgelsbach bei Eberbach a. N., Gau
Itter=
tal: 1. Rudolf Backfiſch 67 Ringe, 2. Johann Edelmann 67 R., 3. Jakob
Olbert 57 R., 4. Adam Müller 51 R., 5. Karl Müller 58 R., zuſammen
300 Ringe.
Bezirksmeiſter= Jungſchützen.
1. Friedrich Schlappner aus Lampertheim, Gau Bergſtraße=Süd, 63 R.,
2. Martin Steiger aus Fränkiſch=Crumbach, Gau Ober=Gerſprenz, 63 R.,
64 R.,
3. Adam Mahr aus Altheim, Gau Unter=Gerſprenz.
4. Peter Dingeldein aus Klein=Gumpen, Gau Neunkircher Höhe, 61 R.,
5. Georg Dingeldein aus Bockenrod, Gau Ober=Gerſprenz,
58 R.,
zuſammen: 309 R.
Bezirksmeiſter in Klaſſe 4:
Willy Weber aus Weinheim, Gau Bergſtraße=Süd,
65 Ringe.
Bezirksmeiſter in Klaſſe B:
Adam Kredel aus Klein=Gumpen, Gau Neunkircher Höhe, 70 Ringe.
Bezirksmeiſter in Klaſſe C:
Johannes Schmidt aus Darmſtadt, Gau Darmſtadt,
66 Ringe.
Wanderpreis des Bezirks für Mannſchaften zu 5 Mann,
je zwei Schuß liegend freihändig, knieend und ſtehend freihändig:
1. Kredel 48 Ringe, 2. Hofmann 37 Ringe, 3. von Stein 35 Ringe,
4. Dingeldein 45 Ringe, 5. Götz 43 Ringe, zuſammen 208 Ringe
(Schützenverein Klein Gumpen).
Ehrenpreisſchießen. Von 80 Ehrenpreiſen erhielten bei
drei Schuß die erſten: 1. Preis Jungſchütze Friedrich Schlappner=
Lam=
pertheim mit 29 Ringen 2. Preis Schütze Jakob Schmidt=Winterkaſten
mit 28 R., 3. Preis Philipp Pfeifer=Laudenau mit 27 R., 4. Preis
Peter Riebel=Rohrbach i. Odw. mit 27 R., 5 Preis Georg Weimar=
Laudenau mit 27 R., 6. Preis Peter Bitſch=Klein=Gumpen mit 27 R.,
7. Preis Ludwig Freund=Groß=Umſtadt mit 27 R., 8. Preis W. Becher=
Bensheim mit 27 R., 9. Preis Joh. Dalchau=Lampertheim mit 26 R.,
10. Preis Ludwig Keller=Groß=Umſtadt mit 26 R., 11. Preis Bitzel=
Groß=Sachſen mit 26 R., 12. Preis Beck=Lorſch mit 26 R., 13. Preis
Wilhelm Bitſch=Klein=Gumpen mit 25 R., 14. Preis Jakob Vock=
Hand=
ſchuhsheim mit 25 R., 15. Preis Ludwig Maus=Lampertheim mit 25 R.
Fußball.
Jugendfragen im D. F. B.
Der Jugendausſchuß des Deutſchen Fußball=Bundes hielt in
Bremen ſeine zweite diesjährige Arbeitsſitzung unter dem Vorſitz von Dr.
Wagner=Danzig ab. Sehr intereſſant war das vom Geſchäftsführer G.
P. Blaſchke=Kiel, gehaltene Referat über „Sport und Schule in
England‟. Danach gibt es bei den engliſchen Sportvereinen keinen
Jugendbetrieb, vielmehr hat die Schule bis zum 14. Lebensjahre das
Futzballſpiel zu pflegen. In England beſtehen nahezu 300 Schulverbände,
und daran kann man ermeſſen, welch große Zahl von Knaben dort das
Fußballſpiel in den Schulen betreibt. Durch dieſes Syſtem wird den
Vereinen eine rieſige Arbeit abgenommen, große Geldausgaben für den
Jugendbetrieb bleiben erſpart. Intereſſant war auch die Feſtſtellung,
daß die Schulfugend in England auf verkleinerten Spielfeldern und mit
verkleinerten Toren ſpielt. Das Thema „DFB. und Schule” wurde
eingehend behandelt. Ueber Reiſebeſchränkungen der
Jugend=
lichen referierte Amtmann Schindel=Worms. In die auszuarbeitenden
Jugendſatzungen ſoll eine gewiſſe Einheitlichkeit innerhalb des geſamten
Gebietes des DFB. gebracht werden. Große Aufmerkſamkeit will der
DFB der ärztlichen Unterſuchung der Jugendlichen auch
weiterhin zuwenden. Aus den Berichten geht hervor, daß hiermit ſchon
recht gute Erfahrungen gemacht worden ſind. Beſchloſſen wurde die
Einführung eines alljährlichen Jugendſporttages. Im
geſam=
ten Gebiet des DFB. wurde der letzte Sonntag im Juni 1927 (26. Juni)
als allgemeiner Jugendſporttag feſtgeſetzt. An dieſem Tag beſteht
Spiel=
verbot für die Erwachſenen, Spielpflicht für ſämtliche
Jugendmannſchaf=
ten. Auf die Landesverbände ſoll dahin eingewirkt werden, für die
Jugendlichen im Sommer eine möglichſt zweimonatliche Fußballpauſe
einzuführen.
Handball.
Sportverein 1898.
Der kommende Sonntag iſt für den ſüddeutſchen Meiſter ein
Ruhe=
tag; er kann ihn zur Wiederherſtellung ſeiner Spieler, die in Kaſtel
alle mehr oder weniger ſtark mitgenommen wurden, wohl gebrauchen.
Die zweite Mannſchaft hat in ihrer Verbandsrunde einen ſchweren
Kampf auf dem Stadion gegen den deutſchen Meiſter im Allgemeinen
Deutſchen Turnerbund, den hieſigen ſpielſtarken V.f.L. „Rot=Weiß”
Einzelheiten folgen — Die dritte aktive und die drei
Jugendmannſchaf=
ten betätigen ſich in der am 3. Oktober beginnenden Pokalrunde, des
Frankfurter Verbandes.
Pferdeſport.
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Balfur (H. Kukulies), 2. Leſe, 3. Kili. Ferner liefen: Schirmherr,
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felche, Jofo, Pikſieben, Automedon. Tot. 17, Pl. 15 31, 24:10. 1—7 Lg.
Maſter Willie=Jagdrennen; Herrewreiten, 4200 Mk., 4000 Meter:
1 Ch. v. Arnims Niederwald (Herr v. Herder), 2. Harma, 3. Fechterin.
Ferner: Mellaroſa, Mundſchenk, Patagon. Tot. 19, Pl. 11, 13:10.
1—3 Lg.
Poſtillon=Hürdenrennen; für Dreijährige, 3000 Mk. 3000 Meter:
1. W. Lindenſtädts Quilon (B. Klotz), 2 Halca, 3. Mirabelle. Ferner:
Trianon, Kariſſima, Venezianerin, Verſchwiegenheit, Normanne,
Volks=
rache, Heideprinzeſſin, Argonaut, Leierfrau, Skandal. Tot. 25, Pl. 14,
35, 19:10. 5—4 Lg.
Preußen Preis: Ehrenpreis und 7000 Mk., 4400 Meter: 1. J. Kühns
Immelmann (M. Oertel), 2. Raubritter, 3. Sturm. Ferner: Le
Chal=
lenge, Stummer Teufel, Hanswurſt, Irkutsk. Tot. 19. Pl. 10, 10, 12:10.
Hals—5 Lg.
Herbſt=Preis; Hürdenrennen; für Dreijährige, 4200 Mk., 3000
Me=
ter: 1. Graf E. Henckels Proſpero (G. Moritz), 2. Amaryllis, 3.
Pe=
tronius. Ferner: Mohn, Ardoritin, Silve. Tot. 17, Pl. 14, 16:10.
1—2½ Lg.
Jungfern=Rennen; für Dreijährige, 3000 Mk., 3000 Meter: 1. A.
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Ratibor, Mars, Turba, Rabenſteinerin, Erin, Irrlehre, Sieglinde 2,
Lebensfreude, Sedan. Tot. 37, Pl. 21. 16, 26:10. 1 Lg.—Kopf.
Haſe=Flachrennen; Herrenreiten; Ehrenpreis und 3000 Mk., 1400
Meter: 1. W. v. Bleichröders Fünfuhr (Oblt. v. Metzſch), 2.
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darine, 3. Enkel. Ferner: Veleda, Weſel, Felſenquelle, Doktor,
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meiſter, Tor di Quinto, Miſſa, Begonia, Roſemarie, Sanktion, Valid,
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Hamburg=Horn.
Preis von Willinghuſen; für Zweijährige, 3000 Mk., 1000 Meter:
1. Stall Halmas Alida (E. Haynes), 2. Schneeball, 3. Helgoländer.
Ferner liefen: Isländer, Marinka, Deluſion, Fenja, Der Nacker,
Pra=
gedis, Lotte, Raguſa. Tot. 77, Pl. 15, 19, 89:10. 2—2 Lg.
Barsbütteler Rennen; 3000 Mk., 1200 Meter: 1. Frhr. S. A. von
Oppenheims Sonnenwende (H. Zehmiſch), 2. Orlandus, 3. Nordlicht.
Ferner: Eigilbert, Ingo, Roskildo, Dau. Tot. N, Pl. 12, 12, 12:10.
Hals —2 Lg.
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und N. Samſons Tornado (W. Hauſer), 2. Blau und Weiß, 3.
Ball=
dame. Ferner: Rasvidr, Mumpitz, Lucvezia. Tot. 24, Pl. 16, 88:10,
5—2 Lg.
Pergoleſe Rennen; 5000 Mk., 2400 Meter: 1. Graf Seidlitz=
San=
dretzkis Patrizier (A. Bleuler), 2. Romea, 3. Sonnengott. Ferner:
Loblied, Verdacht. Tot. 18, Pl. 15, B:10. Hals—3 Lg.
Flieger=Preis; 11500 Mk., 1400 Meter: 1. A. und C v.
Wei=
bergs Blaue Blume (O. Schmidt), 2. Geiſenheim, 3. Maifahrt.
Fer=
ner: Saturn, Diktator, Fürſt Emmo Memnon, Impreſſioniſt Engadin,
Blümlisalp, Parſifal, Symphonie, Tante Lotte. Tot, 38, Pl. 18, 38,
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Herbſt=Preis; 5000 Mk., 1600 Meter: 1. O. Blumenfeld und R.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 272
Freitag, 1. Oktober
Zum Schluß der Frankfurter Herbſtmeſſe.
Wie erwartet, war das Intereſſe am dritten und letzten Meſſetag
und ſomit auch die Beſucherzahl ſehr gering. Das Haus der Moden=
Textilausſtellung ſtand am Schlußtage bereits im Zeichen des
allge=
meinen Abbruchs. Während zahlreiche Ausſteller bereits in den frühen
Mittagsſtunden ihre Stände zu räumen begannen, wurden in der
Damen=
konfektion noch recht gute Abſchlüſſe getätigt. Auch für Pelzartikel
beſtand noch einige Kaufluſt und die Ausſteller äußerten ſich, zahlreiche
neue Kunden gewonnen zu haben. Aeußerſt zufriedenſtellend war der
Umſatz in ungariſcher Hausinduſtrie (ſeidene Decken, Kiſſen und dergl.).
Die Pariſer Ausſteller von Damenkonfektion verkauften bis zur letzten
Minute. Sie waren mit dem Ergebnis ſehr zufrieden und erklärten,
die nächſte Meſſe mit einem größeren Aufwand wieder beſchicken zu
wollen. In der techniſchen Meſſe war das Geſchäft ſchleppend. Weiter
blieb auch das Geſchäft in der Möbelhalle ſtill, wo nur noch kleinere
Beſtellungen von Küchen= und Wohnmöbeln zu verzeichnen waren. Für
Haushaltungsartikel war das Intereſſe immer noch rege und ſind dort
bis zum Schluß noch Käufe vorgenommen worden. In Bijouterie= und
Galanteriewaren waren die Abſchlüſſe auch am dritten Tage noch
zu=
friedenſtellend; auch Spielwaren blieben weiter gefragt, während
Chriſt=
baumſchmuck kaum noch verlangt wurde. Einige Kaufabſchlüſſe, und
zwar teilweiſe bedeutende, wurden in Koffern getätigt, wobei
Frank=
furter Firmen gut abſchloſſen. Stiller lag auch die Tabakausſtellung,
wo man jedoch recht zufrieden iſt. In der italieniſchen Ausſtellung waren
Lebensmittel erheblich vernachläſſigt.
Im allgemeinen iſt zu ſagen, daß die Herbſtmeſſe gegenüber der
Frühjahrsmeſſe bedeutend beſſer abgeſchnitten hat. Die Stimmung in
den Ausſtellerkreiſen war durchſchnittlich eine gute und allgemein wurde
geäußert, daß das Ergebnis entgegen den Erwartungen durchweg
zu=
friedenſtellend geweſen ſei.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. September.
Trotz des wahrſcheinlich nicht mehr abwendbaren Streikes der
Ham=
burger Hafenarbeiter verkehrte auch heute wieder die Börſe in recht
feſter Haltung. Auch heute ſtanden J. G. Farbeninduſtrie im
Mittel=
punkt des Intereſſes, doch nimmt man in Börſenkreiſen allgemein an,
baß dieſe Befeſtigung mehr börſentechniſch zu erklären iſt, da einerſeits
Publikumsaufträge nach wie vor weiter fehlen und andererſeits viele
Stellage= und Prämiengeſchäfte in J. G. Farbeninduſtrie vor Ultimo zu
Hecken waren. Der erſte Kurs für Farben war mit 288¾ 4 Prozent
höher als der Kurs an der geſtrigen Abendbörſe. Auf dem
Montan=
markt bewegten ſich aber die Kursbeſſerungen in ſehr beſcheidenen
Gren=
zen; nur die mit der J. G. Farbeninduſtrie in Verbindung gebrachten
Rheinſtahl und Riebeck zogen 1 bzw. 1½ Prozent an. Auch Deutſche
Erdöl gewanneen 2½ Prozent. Elktrowerte waren ſogar überwiegend
nachgebend und auch die Autoaktien konnten ihre letzttägigen
Kurs=
beſſerungen nicht ganz behaupten. Weiter feſt waren dagegen die
Banben, von denen Danatbank und Deutſche Bank je 1½ Prozent
ge=
wannen. Das in den letzten Tagen wieder lebhabt gewordene Geſchäft
für Zuckeraktien hält an. Zucker Heilbronn, Rheingau, Waghäuſel und
Stuttgart konnten mit 2= bis 3prozentigen Kursbeſſerungen die Parität
überſchreiten. Auf dem Markt für ausländiſche Renten konnten
Ana=
tolier ihre Steigerung fortſetzen, jedoch in beſcheideneren Grenzen als
geſtern. Alle anderen Türken traten dafür ſtärker hervor. Zolltürken
ſprangen auf 17. Bagdad I auf 31½/, II auf 247/s, auch Goldrumänen
und Ungar Gold waren gefragt und höher. Goldrumänen 287/ bis
29½. Deutſche Anleihen wieder vernachläſſigt. Im weiteren Verlaufe
konnten ſich die erſten Kurſe behaupten. Das Geſchäft war ſpäter aber
ſehr klein. igliches Geld wurde wieder mit 6 Prozent feſtgeſetzt.
London=Paris war etwas erholt 171.
An der Abendbörſe war das Geſchäft beſonders für alle Werte des
erweiterten J. G.=Konzerns außerordentlich lebhaft und feſt. Gegen die
Nachbörſe eröffneten J. G. ſelbſt 3¾ Prozent höher. Man führt jetzt
die Befeſtigung der J. G.=Werte auch auf die Ausführungen in der
G.V. der A.G. für Induſtrie und Technik über die Gewinnausſichten
einer unabhängigen Kraftſtoffverſorgung Deutſchlands zurück. Ferner
gewannen Rheinſtahl 3 Prozent. Riebeck 2 Prozent und Deutſche Erdöl
2 Prozent. Außerdem zogen Rütgerswerke 3 Prozent und Th.
Gold=
ſchmidt 2½ Prozent an. Auch die übrigen Montanwerte konnten ſich
etwas befeſtigen, namentlich Mannesmann und Gelſenkirchen waren
ver=
langt. Gut erbolt waren ferner Schiffahrtswerte, während
Elektrizitäts=
aktien vernachläſſigt blieben. Von Banken waren Danatbank ſehr feſt
und plus 2½ Prozent. Große Nachfrage beſtand außerdem für Türken,
von denen alle Kategorien prozentweiſe hinaufgeſetzt wurden. Geſucht
waren alle Zuckeraktien.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. September.
Die heutige Berliner Börſe eröffnete uneinheitlich. Montanaktien
konnten zunächſt ihre letzten Kurſe teilweiſe nicht behaupten, da aus den
Prämienerklärungen etwas Angebot an den Markt kam, das bis zu
2½ Prozent Kursrückgänge führte. Der Geſchäftsumfang war anfangs
geringer als bisher. Hemmend wirkte vor allem der heutige
Liquida=
tionstag, an dem die öffentlichen Terminkurſe noch per Ultimo
Sep=
tember lauten, der inoffizielle Handel aber bereits per Medio Oktober
ſtattfand. Während der erſten Börſenſtunde hielt die Befeſtigung einiger
Spezialwerte, wie Farbenaktien, Bankaktien und ausländiſche Renten an.
Unter Auslandsrenten hatten Anatolier, Türken und Ungarn die
Füh=
rung. Die anfänglichen Kursabſchläge konnten faſt allgemein wieder
ein=
geholt und darüber hinaus noch weitere Gewinne verbucht werden.
J. G.=Farben zogen gegen den geſtrigen Schluß um etwa 4 Prozent an.
Am Geldmarkt trat heute ſtärkerer Bedarf hervor, der aber glatt be=
friedigt werden konnte. Tägliches Geld notierte 6½ Prozent und
darüber, Monatsgeld wurde zu dem gleichen Satz umgeſetzt.
Prolon=
gationsgeld 7½ Am Deviſenmarkt hörte man faſt durchweg bisherige
Kurſe. Das Geſchäft verlief ſowohl in lateiniſchen wie auch in den
uſancenmäßigen Valuten ſehr ruhig. London-Paris zirka 171,
Lon=
don-Mailand zirka 129, London New York 0,8520, London-Paris
0.1990.
Im einzelnen fanden am Montanaktienmarkt die verſchiedenen Pläne
des Ruhrbergbaus, die fetzt endlich bevorſtehende Bildung des
weſteuro=
päiſchen Eiſenpaktes und die umlaufenden Dividendenſchätzungen wieder
lebhafte Beachtung. Bei der ſpäter eingetretenen Befeſtigung konnten
daher Montanwerte in erſter Linie das Intereſſe der Spekulation auf
ſich ziehen.
Im weiteren Verlauf der Börſe wurde die Tendenz vorübergehend
unſicher, da die Spekulation Austauſchoperationen von Montanwerten
in Auslandsventen vornahm und die Kurſe der Montanaktien daher
zu=
rückgingen. Gegen Schluß der Börſe kam es jedoch zu einer allgemeinen
neuerlichen Befeſtigung, die von Bankaktien chemiſchen Werten und
ausländiſchen Renten ihren Ausgang nahm. Am Bankaktienmarkt
nah=
men die Umſätze zeitweilig einen außerordentlich lebhaften Charakter
an; Danat Bank erreichten dabei einen Rekordkurs von 232 per Medio
Oktober. Die Börſe ſchloß freundlich aber ruhig.
Privatdiskont beide Sichten 5”), Prozent. An der Nachbörſe ſchritt
die Spekulation nach Bekanntwerden der heute erfolgten Unterzeich
nung der Internationalen Rohſtahlgemeinſchaft zu Rückkäufen in
Mon=
tanaktien, ſo daß die amtlichen Schlußkurſe dieſer Werte allgemein
über=
ſchritten wurden.
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Au gsb.=Nürnb. Maſch.)
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Berl E. W. Vorzug.
Berlin Karlsruhe Ind
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Deutſch.=Atlant. Tel
Teutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke
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Grie
59.34
12.456
5.89
2.042
0.625
3.07.
1.437
e.156
et. 475
81.6e
4 96
4.208
4.226
Generalverſammlung der A.=G. für Induſtrie und Technik. In der
in Berlin ſtattgefundenen Generalverſammlung der A.=G. für
In=
duſtrie und Technik führte Generalkonſul Brückmann zu der Uebernahme
der Aktienmajorität der Erdöl= und Kohlenverwertungs A.=G. durch
die J. G. Farbeninduſtrie u. a. aus: Für die Uebernahme der Evag=
Aktien in Deutſchland kam, nachdem von Anfang 1923 bis Anfang 1925
rund 12 Millionen Mark für das Forſchungsgebiet der Evag
aufge=
wandt worden waren, und davon allein 10 Millionen Mark für das
Bergin=Verfahren, nur der Konzern der J. G. Farbeninduſtrie bei der
bekannten zielbewußten Tendenz ſeiner Leitung in Frage. Die
Ver=
handlungen, welche im März 1925 einſetzten waren in Kürze mit Erfolg
beendet. Es beſteht ſomit die Ausſicht, daß Deutſchland ſeinen eigenen
Bedarf an Kraftſtoff, ohne dem Ausland hörig zu ſein, ſelbſt zu decken
in die Lage kommen wird und darüber hinaus höchſtwahrſcheinlich noch
Kraftſtoff exportieren kann. Innerhalb Deutſchlands dürfte die J. G.
Farbeninduſtrie in den nächſten Jahren die Führung der den heimiſchen
Kraftſtoff herſtellenden Induſtrie übernehmen, da die J. G. über ein
eigenes bereits erprobtes Kohlenhydrierverfahren verfügt und jetzt
durch den Hinzuerwerb der deutſchen Evag=Bergin=Patente keinerlei
patentrechtliche Hemmungen mehr zu erwarten hat. Andererſeits ſind
die Kompenſationen, die die J. G. dem internationalen Oelmarkte auf
den anderen chemiſch=techniſchen Gebieten zu bieten hat, ſo bedeutende,
daß der Konzern ſich auf dem internationalen Oelmarkt ſich betätigen
kann, wie kein anderer deutſcher Oelkonzern im Auslande. Die
An=
wendung des Verflüſſigungsverfahrens in Deutſchland nach den
Er=
fahrungen der J. G. Farbeninduſtrie zuſätzlich des Bergin=Verfahrens
dürfte bereits für die allernächſten Jahre durch den Bau von Groß=
Anlagen in Ausſicht ſtehen. Hier dürfte es ſich zunächſt um die
Ver=
arbeitung von Braunkohle und weiter um die Verarbeitung von
Stein=
kohle handeln. Die Rentabilität derartiger Anlagen dürfte den höchſten
Anſprüchen entſprechen.
Franzöſiſcher Wirtſchaftsbrief.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 29. September.
Die deutſch=franzöſiſche Annäherung beſchäftigt ſehr lebhaft die
Wirt=
ſchaftskreiſe. Die Bedeutung der Verhandlungen wird verſchieden
ein=
geſchätzt. Daß eine gewiſſe Neuorientierung erfolgt, darüber ſind keine
Zweifel vorhanden, doch beſürchtet man davon keine Erſchütterungen,
zumal da vieles ſehr ſorgfältig vorbereitet wurde. Der Kalitruſt und
das metallurgiſche Kartell genügen dafür als Beiſpiele. Man hofft, daß
die wirtſchaftliche Zuſammenarbeit während dieſes Jahres auch noch auf
anderen Gebieten gute Fortſchritte erzielen wird. Die Verſtändigung
mit Deutſchland wird nach einer allgemein vertretenen Anſicht auch darin
ihre Wirkung zeigen, daß der angloſächſiſche Einfluß an Bedeutung
ver=
lieren wird. Beſonders der vielbeſprochenen und von den
Unternehmun=
gen zu neuen Aktienemiſſionen ausgenützten Ueberfremdungsgefahr hofft
man durch Deutſchland begegnen zu können. Es hängt aber natürlich
in erſter Reihe alles davon ab, wann und auf welche Weiſe die
Stabili=
ſierung des Franken erfolgen wird.
Es iſt bemerkenswert, daß der Gedanke hier immer wieder auftaucht,
die fehlenden Rohſtoffe möglichſt aus Deutſchland zu beziehen.
Dieſer Gedanke iſt um ſo intereſſanter, als dieſe ja auch in Deutſchland
fehlen. Die in Deutſchland geplante Herſtellung von Petroleum aus
dem bituminöſen Lignit wurde in Paris in den ernſten Fachkreiſen viel
erörtert; man hat hier dieſen Plan als ſehr real dargeſtellt. Auch ſpricht
man viel über die, angeblich durch die deutſche Farbeninduſtrie geplante
ſynthetiſche Herſtellung des Kautſchuks. In dieſem Punkte iſt man
aber etwas ſkeptiſch, denn, wenn es auch gelingt, den ſythetiſchen
Kaut=
ſchuk herzuſtellen, ſo beſteht noch immer die Frage, ob der künſtliche
Kaut=
ſchuk den natürlichen am Qualität erreichen kann.
Gerade Petroleum und Kautſchuk verurſachen der
franzö=
ſiſchen Induſtrie viel Sorge, zumal die Preiſe durch die
Kursſchwankun=
gen des Franken unſicher und zu hoch ſind. Beſonders die Autoinduſtrie,
die ſich am rapidſten entwickelt und unter allen die gewinnbringendſte
iſt, benötigt am meiſten dieſe wichtigen Rohſtoffe. Was Kautſchuk
an=
betrifft, ſo können ja die Preiſe, da infolge eines Stevenſonplans große
Vorräte vorhanden ſind, durch Spekulation und durch gewiſſe
Einſchrän=
kungen des Verbrauchs gedrückt werden, um ſo mehr, da die amerikaniſche
Induſtrie und die New Yorker Börſe in dieſem Sinne arbeiten. Bei
Petroleum wächſt aber der Verbrauch ſchnell. Der Preis des polniſchen
Petroleums wurde kürzlich erhöht Andererſeits hat man in Polen
ebenſo wie in Rumänien mit Exportbeſchränkungen und anderen
Schwvie=
rigkeiten zu tun. Die Petroleumproduktion in den Vereinigten Staaten
iſt in den letzten Monaten ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben.
Die peſſimiſtiſchen Vorausfagungen, daß die Quellen in ſieben, höchſtens
aber in zehn Jahren erſchöpft werden, nimmt man nicht allzu ernſt.
Auf dem Effektenmarkte waren die Petroleumwerte feſt, die
Kautſchuk=
werte dagegen ſehr ruhig, aller Wahrſcheinlichkeit nach werden ſie aber
bald eine Tendenz nach Hauſſe zeigen.
Die Pottaſche iſt nach wie vor ſehr geſucht. Pottaſche
enthal=
tender Kunſtdünger wurde in der letzten Zeit maſſenweiſe exportiert,
ſo daß der innere Markt daran Mangel litt. Die Regierung hat daher
den Export durch ein Dekret verboten. Die Lage der franzöſiſchen
Kali=
induſtrie iſt glänzend; demgemäß halten ſich die Kalipapiere.
Die franzöſiſche Kohlenproduktion, iſt im Laufe dieſes
Jah=
res ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben. Auch im Vergleich mit
dem Vorjahre iſt die Produktion verhältnismäßig wenig gewachſen. Die
Produktion ſämtlicher innerhalb der alten Grenzen liegender Bergwerke
iſt 10 Prozent höher als vor dem Kriege. Der Fortſchritt des
franzö=
ſiſchen Kohlenbergbaus iſt alſo mäßig. Der Ertrag der Unternehmungen
ſoll verhältnismäßig gering ſein, die Kohlenwerte ſind darum an der
Börſe wenig geſucht.
Das metallurgiſche Kartell wird aller Wahrſcheinlichkeit
nach ſchon am 1. Oktober in Kraft treten. Die belgiſchen Induſtriellen
haben ihre Zuſtimmung unter der Bedingung gegeben, daß ihr Quantum
minimum 295 000 Tonnen betragen ſoll Alles läßt drauf ſchließen, daß
mit ihnen endlich ein Kompromiß zuſtande kommen wird. Auch in
Mit=
tel= und Oſteuropa ſind bereits Abkommen von großer Bedeutung
zu=
ſtande gekommen: nämlich zwiſchen den Produzenten von Polen,
Oeſter=
reich, Ungarn und der Tſchechoſlowakei. Der Plan des europäiſchen
Eiſenkartells nähert ſich auch dadurch ſeine Verwirklichung.
Die Produktion in Gußeiſen hat ſich im Laufe von 1926 ſtark
erhöht. Der Export iſt aber etwas (ungefähr um 2 Prozent)
zurückge=
gangen wegen Ausfalls an belgiſchen Käufen. Dagegen hat ſich der
Ex=
port von Stahl erhöht, da allein nach England während 1926 100 000
Tonnen Stahl exportiert wurden. Auf dem Effektenmarkte haben die
Werte der ſchweren Metallurgie eine Hauſſe erfahren. Die Lage der
Unternehmungen ſoll günſtig, bei einzelnen Stahlwerken ſogar
glän=
zend ſein.
Der Verbrauch an Kupfer und Blei iſt in Frankreich ſehr hoch
und noch weiter im Steigen begriffen. Da dieſe Metalle von dem
Auslande bezogen werden, beklagt man ſich nicht ohne Grund, daß das
franzöſiſche Gold, in Kupfer und Blei umgewechſelt wird. Obwohl
Kupfer und Blei keine Preiserhöhungen erfuhren, iſt ihr Preis wegen
der ausländiſchen Deviſen für Frankreich ſehr hoch. Der Preis für
Zinn iſt am wenigſten ſtabil, was darauf zurückzuführen iſt, daß die
Weltvorräte verhältnismäßig gering ſind. Der Verbrauch wächſt
ſtän=
dig, während die Produktion die gleiche bleibt.
Man erinnert ſich noch, daß im vorigen Monat die Pariſer Börſe
alles unternahm um den Preis des Silbers und des Goldes
ſyſtematiſch zu drücken, was ihr auch teilweiſe gelang. Der Zweck
die=
ſer Operation war genau derſelbe wie bei der Herabdrückung der
aus=
ländiſchen Deviſenkurſe. Damals hat die Banque de France große
De=
viſenmengen zuſammengekauft; jetzt beginnt ſie ihre Goldkäufe im
gro=
ßen Maße auszuführen. Alle dieſe Operationen ſind Vorſpiele der
Sta=
biliſation.
Durmſtadt. Bransfarter Karvorkicht obur eu. Orpt. Lekd.
Staatspapiere
) Deutſche
B:I.PReichsp.=Sch.
p. 1. 10. 30 ..
7% Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟/.% H. V.=Sch.
p. 1. 4. 29
8‟I.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6½/,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
72 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 29
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7 30
8‟/.%Württ. F. Sch.
p. 1 3. 29
Vorkriegsanleihen
6% D. Reichsanl
4% D. Reichsanl
4% D. Schutzgb v.
08 —11 u. 13
4% D. Schutzg. v. 14
4½ Preuß. Konſ.
4% Baden. .... ..
4%Bayern .. ....
4% Heſſen
49 Württemberger
b) Ausländiſche
5% Bos. C.B 1914
50 „ L.Inv. 1914
4½% 1898
4½% 1908 ...
4%
5% Bulg. Tabal0
½% Oſt. Staatsr.
4v. 1913, Kdb 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4½%Oſt. Silberr.
4½ „ Goldr. ...
96.5
95.75
0.507:
7.4
7.4
0.49
8.75
7.3
31
6.15
23.2
8.2-
3% Port. (Spz.) III
26 Rum.am. R.03.
4½%„Gold. 13.
am. konv.
4% „ am. 05.
4¾Türk. (Adm.)03
4% Türk. Bagb. I
4½ (Bagd.) II
4% „ 1911 Boll.
4½% Ung. St. 1913
4½% St. 1914
4½ „ Goldr.
4% „ St. 10
4½ Kronr.
Eiſ. Tor. G.
Außereuro=
päiſche
5% Mex.am. inn
5% äuß 99
4% Gold 04,ſtf.
3% konſ. inn.
4½2
Irrigat.
5% Tamaulipas I
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
3%0
„„
6% Berl. St.=Gold
8% Darmſt. St. G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf.
8% Frif.=Hyp.=B.-
Goldpfdbr.
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
GolSpfdbr.
5% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.
8% Komm. Ltb. D.
Goldſchuldver. ..
14.2*
28.25
9.
24.75
167,
22.8
23eſ.
21
4.7
29
46‟
30.5
06.5
100
82.5
100
100
99.*
81
88 Heſſ Ldb. Gold.
10% Komm• Elektr.
Mark (Hag.) Gold.
8% Mannh St. G
8% Mainz St.=G.
8% Naſſ. Ldb. Gold.
8% Pfälzer H. B.
Goldpfandbr
8% Pforzh.
R.
8% Pr. C..=B.,
B.
Goldpfand
8% Rh. Hyp
G.
71/.%Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.,
Cr.=Bk.. Goldpf.
8%
8%Südb. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr.
Ohne
Bins=
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
23
5% Roggen 23
5% Pr. Kaliw. . .
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bay. Vereinsb.
Bahr Handelsb..
Bayr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp. Bk.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frrf. Pfandbr.=B
Hamb Hyp.=BI.
Mecklb Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp.B1
Nordo Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bt.
Preuß. Bod.=Cr.=B
Pr. Cent.=B. Cr.=B
Preuß. Pfdbr.=Bk.
103.5
94.5
100.1
100
100
100
110.25
100
12.5
7.1
5.62
7.6
2.09
15.35
12.97
14.5
1.7
10.8
11.4
12.9
10.4
11.0
Rhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp=B.
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½Dux. Bdb Em.91
93
48
% Eliſ.=Bahn ſtfr.
4½ Galiz. Carl=
Lud.=B.
4%0
abg.
4½ Kaſchau=Oderb.
4%
abg.
5%0 Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (L).
2,6% Alte
2,6% Neue,
5% Oſt.=Ung. 73/74
4% Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E
3½Oſt. . 9. E.
3% Oſt. 1886
3% Oſt. „ Erg.Ne
3% Raab Oedbg. 83
91
97
48 Rud. Silber
4 Rud. Salzig.)
4½% Anat. S.I
4½% Anat., S. II
4½% Anat., S. 1II
30‟ Salon. Monaſt.
5% Tehuantepee. .
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit:
Bad. Bk. ... . ..
Bk. f. Brauind. . . .
11.4
10.87
Kaf
9.81
7.37*
8ei.
9.5
9.3
9.25
14.25
14.2
16.25
19.35
19.3
24
122,
8.6
31.
282l,
27
30.7
129.5
100
Barmer Banko.
Bay. Hyp.=Wchſ.
12.35 Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Ban:
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk. ...
Frankf. Br.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frif. Pfdbr.,
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. intern Bank
Metallbank
Mitteld. Crebitb
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Creditbr. . .
Rhein=Hyp.=Bk. „
Südd. Disc.=Geſ. .
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerkö=Akt.
Bochum Bergb.
Buderus..
Dt. Luxemburg ..
Eſchw. Bergw.... .
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb..
Ilſe Bergb. St....
Genußſchein.
Kali=Aſchersleb.
Kalt. Salzdetfurt.
Kali Weſterregln
Klöcknerwerke ..
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
Oberbedarf ......"
Obſchlef. Eif. (Caro)
Otavi=Min. Ant.. .
Phönir=Bergb. . ./1
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw.. . .
A. Riebeck Montan/!
131
218
139.5
232
168.6
122
121.5
97.5
160
141.5
112
114.7.
132
10
143
137
124
3.75
127
130
139.
8.75
5.95
952),
153
158.
170
68.2
168‟
124
123.7.
144‟.
11..7.
70
33.45
16.3
158.
55
Mann Mie
Salzwerk Heilbr.
Tellus Bgb.. . ..
Ver. Laurahütte . .
Ver. Stahlwerke. .
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger ..
Hereules, geſſiſche
Löwenbr.=Münch.
Mainz. Aktienbr. .
Schöfferhof(Bind.)/
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v Kleyer)
6%E. A. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B..
A. E. G. Stam
Anglo=Cont. Guano
Aſchaff. Zellſtoff..
Badenia (Weinh.)
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Neguin
Baſt Nürnberg
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El.
Bing Metall..
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Tement=Heidelb."
Cement Karlſtadt
Sement, Lothr.
Ehem. Albert... . .!
Chem. Brockh.
Shem. Milch
Daimler Motoren
Dt. Eiſenhandel
Deutſche Erdöl ..
D. G. u. Silb. S heid.
Dingler, Zweibrück.
127
68.
57.25
58
255
165
245
123
164
128
83.5
77
159,
128‟
8
119
30
43.2
61.7.
52
1.7.
63.9
33
131.25
144.,
42
68.
78 2
86
26
157
164.9
Meit Ke
Dürrkopp
Dürr. Ratingen
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl...
El Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle
Email. Ulrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn. . .
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau
Feinme h. (Fetter)
Feiſt. Sett. Frkf.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.-M. Pok.u. W.
Fuh Waggon St.
Beiling & Cie.
Germania Linol..
Gelſenk. Gußſt.
Goldſchmidt, Th. .
Gotha Waggon
Gritzner, Maſch..
Grün & Bilfinger
Hifenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen
Hanſa Bloyd, Br.
Hartm. & Braun
Heyligenſtaedt..
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tieſ Eſſen .
Holzmann
Holzverk. Ind....
Hydrom. Breslau
Fnag".
Fun ghan: St.
kammg. Taiſersl.
Karlsruher Mach.
123.3
5.
42.25
145
49
45.7*
93
60.2
20
68
33
277.7-
163
96
85:
82.5
0.5
71
84
23
120
20
111.7.
118
57
95
27.-
76
11
83
130
20
44.
59
130
45‟
Karſtadt, R.
Klein Sch. & Becker
genorr, Heilbronn
Konſerv. Braun
Krauß, Lokom. . ..
Lahmeyer
Lech Augsburg
Lederw Rothe
Spicharz.
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metall
Lux. Induſtrie
Mainkraft Höchſt
Nars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frkf.
Miag. Mühlenb.
Noenus. Stamm
Motorent. Deutz
Notorenf. Oberurſ.
Nünch. Lichtſpielk.
Neckar). Fahrz
Neckarw. Eßlingen
Olenwerke Frankf.
Beters Union
Pfälz. Näh Kayſer
Philipps.
Porzellan Weſſel
Prometh Frkf.
Rein. Gebb.& Schal
Rhein. Elektr.
Rhenania, Aachen
Rütgerswerke
S hleußner
S hneid & Hanau.
S hnellpr, Frank
Schramm Lackf.
Schrift. Stemp.
Schuckert, Elektr.
Schuhf Weſſel
Schuhf. Herz
Schultz Grünlack
Seilind. Wolff
Siemens Glas
Siemens & Halske
Südd Immob.
Thüring. Lief.=Geſ.
130
*
38.3
5o.7.
143.7
118.5
35
27.25
53
85
23
107.7
154.*
11:.7
42.75
57
98
95.5
52
23
70
83.5
134.5
120
65.7.
74.5
—
117
33
63.7
57
51
54.
198.
63.75
90
Wieeee
Beithwerke
Ver. f. Chem.Ind.
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin
Zellſtoff Berl.
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner.
Volthom Seil
Wayß, & Freytag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Waldhof
Zuckeri. Waghäuſel
Zuckerf, Frankenth.
Zuckerf. Heilbronn
Zucker! Offſtein
Zuckerf Rheingau
Zuckerf. Stuttgart
Transport= und
Verſicherungs=A1t.
A. Dt. Eiſenbahn
Dt. Eiſenb.=Geſ
El Hochbahn=Berl.
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag
Nordd Bloyzd..
Frrft. Allg. Ber)
Frankona Rückv.
Darmſt. Berte
Bahnbedarf
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ..
Gebr. Lutz....
Notor . Darmſt
Hebr. Noeder
Venuleth & Ellenb.
76.5
19
70
70.1
65
103
60
107.5
52.75
23.25
106.5
180.5
102.5
8
102
128
700
02.5
98.5
6.9
61
118.25
116
70
29.75
1.25
55
03.5
Nummer 272
Freitag, der 1. Oktober 1926
Geite 29
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten im September
1926. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten iſt nach den
Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamtes für den Durchſchnitt des
Monats September mit 142,0 gegenüber dem Vormonat (142,5) um
0,4 v. H. zurückgegangen.
Gebrüder Lutz A.=G., Maſchinenfabrik und Keſſelſchmiede, Darmſtadt.
In der o. H.V. wurden die Regularien einſtimmig genehmigt. Der
Ab=
ſchluß weiſt einen Verluſt von rund 630 Nm. aus, der auf neue
Rech=
nung vorgetragen wird.
Hammerſtein u. Hofius A.G., Frankfurt a. M. Die ordentliche
Generalverſammlung der Hammerſtein u. Hofius A. G., Frankfurt a. M.,
genehmigte einſtimmig Bilanz und Gewinn= und Verluſtrechnung, die
einen Verluſtſaldo von 256 314 RM. aufweiſt bei einem Aktienkapital
von 360 000 NM. Dieſer Verluſt ſei in der Hauptſache auf den Ausfall
eines ausländiſchen Debitors zurückzuführen, doch hoffe die Verwaltung,
dank der einſichtigen Haltung der Gläubiger eine Liquidation der Firma
vermeiden und die Fabrikation in abſehbarer Zeit wieder aufnehmen
zu können. Beim Punkt Entlaſtung des alten und neuen Vorſtandes
ſtimmte der neue Vorſtand, Direktor v. Laer, gegen die Entlaſtung des
alten Vorſtandes, Direktor Ernſt Hofus, und umgekehrt dieſer und
einige Aktionäre gegen die Entlaſtung des Direktors v. Laer, wobei
jedoch in beiden Fällen mit Stimmenmehrheit die Entlaſtung genehmigt
wurde. Der geſamte Aufſichtsrat ſchied ſtatutengemäß aus. Neu
ge=
wählt wurden Chr. Hofius, Th. Wohlfahrt, H. Schudt und Jean
Burck=
hart.
Günſtiger Halbjahresabſchluß beim Barmer Bankverein. Der
Halb=
jahresabſchluß des Barmer Bankvereins Hinsberg. Fiſcher u. Co. weiſt
für alle Geſchäftszweige ſteigende Zahlen auf. Vornehmlich zeigen auch
die Kreditoren und Kundeneinnahmen einen erheblichen Zuwachs. Die
Verwaltung rechnet deshalb bei entſprechender Weiterentwicklung unter
dem üblichen Vorbehalt mit einem nicht ungünſtigen Jahresergebnis.
Eine Erhöhung des Kapitals iſt zurzeit nicht beabſichtigt.
Auflöſung des Deutſchen Automobil=Konzerns DAK. G. m. b. H.
Die im Deutſchen Automobilkonzern DAK. G. m. b. H. Leipzig
ver=
einigten Verkaufsorganiſationen der Firmen: Dur Automobil=Werke
Leipzig=Wahren. C. D. Magirus A. G. Ulm a. d. Donau. Preſtowerke
A. G. Chemnitz, Vogtländiſche Maſchinenfabrik A. G. Plauen i. V.
werden gemäß Beſchluß der Geſellſchafter zu den einzelnen Werken
zurückverlegt, ſo daß demgemäß die Auflöſung des Deutſchen
Automobil=
konzerns DAK. G. m. b. H. erfolgen wird. Die Gründe zu dem
Beſchluſſe liegen im der Veränderung der wirtſchaftlichen und
fabrika=
toriſchen Lage, durch welche ein gemeinſamer Verkauf gegenſtandlslos wird.
Der Proſpekt der Siemens =Anleihe. In dem Proſpekt über die
deutſche Tranche der Anleihe des Siemens Konzernz wird mitgeteilt,
daß die Siemens u. Halske A.G. voll und die Siemens=Schu kertwerke
G.mb. H. mit 75 Prozent beſchäftigt ſeien. Die Dividenden werden gegen
das Vorjahr eine Erhöhung erfahren. Für die Anleihe wird keine
Sicherheit bſtellt. Die Geſellſchaften haben ſich jedoch verpflichtet, bis
zur Einlöſung der Teilſchuldverſchreibungen ihren Grundbeſitz zur
Sicherheit für andere Verpflichtungen, insbeſondere neu auszugebende
Teilſchuldverſchreibungen, nicht weiter zu belaſten, es ſei denn daß die
B.laſtung auch zugunſten der Gläubiger aus den vorliegenden
Teilſchuld=
verſchreibungen zu gleichen Rechten erfolgt. Die Siemens u. Halste
A.G. und die Siemens=Schuckert=Werke G.m.b. H. haften für die Anleihe
als Geſamt. und Selbſtſchuldner. Die Einführung der Anleihe an den
Börſen in Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg und München iſt
beab=
ſichtigt. Der Zinsſatz von 6½ Prozent erhöht ſich, falls das in beiden
G ſellſchaften inveſtierte Kapital (Siemens u. Halske A.G. zur Zeit
gu Mill. Rmk., Siemens=Schuckertwerke G.mb. H. 90 Mill. Rmk.
Geſell=
ſchaftskapital und 30 Mill. Rmk. unhindbares Geſellſchaftsdarlehen) im
Jahresdurchſchmitt mit mehr als 7 Prozent pro Jahr verzinſt wird,
innerhalb der erſten zehn Jahre ſeit Ausgabe der Anleihe um ein
Drit=
tel des Prozentſatzes, um den die Durchſchnittsverzinſung des
Geſamt=
kapitals beider Geſellſchaften 7 Prozent überſteigt. Die Verwaltungen
rechnen damit, daß die Durchſchnittsdividende für das am 30. Sept. d. J.
endende Geſchäftsjahr 7 Prozent überſteigen wird. Für den Fall einer
Kapitalerhöhung ſind beſtimmte Klauſeln vorgeſehen. Die
Teilſchuld=
verſchreibungen ſind ſpäteſtens am 1. November 1951 rückzahlbar. Von
1926 ab ſind jährlich 3 Prozent der urſprünglich in Deutſchland
aus=
gegebenen Anleihe zu tilgen. Mückzahlungskurs bis zum 31. Okt 1936
110 Prozent, von dieſem Zeitpunkt an bis zum 1. Nov. 1951 108 Proz.,
und am 1. Nov. 1951 100 Prozent.
Berfch Duer den Sitlilngl. im Dana, Sentender Ut.—
September entſprach die Nachfrage nach Stickſtoffdunger im Inlande
der Jahreszeit. Die Erzeugung war programmäßig. Der Preis für
ein Kilogramm Sticſtoff im ſchwefelſauren Ammoniak, ſalzſauren
Am=
moniak, Leunaſalpeter B48F, Kaliammonſalpeter B48F und Harnſtoff
B48P betrug im September 0,93 Mk., im Kalkſtickſtoff 0,85 Mk. Für
Oktober ſind die Preiſe für ein Kilogramm Stickſtoff im
ſchwefel=
ſauren Ammoniak, ſalzſauren Ammoniak. Leunaſalpeter B4SP.
Kali=
ammonſalpeter B48K und Harnſtoff B48k je 0.94 Mk., im Kalkſtickſtoff
086 Mk. Im Natronſalpeter B48b koſtet das Kilogramm Stickſtoff ſeit
Beginn des neuen Düngejahres bis auf weiteres 1.25 Mk., im
Kalk=
ſalpeter B48P 1.15 Mk., während Leunaphos BASP bis auf weiteres
zu einem feſten Preiſe von 25,70 für die 100 Kilogramm verkauft wird.
Im Auslande war der Abſatz befriedigend.
Die deutſche Einfuhr elektrotechniſcher Erzeugniſſe nach Spanien.
Nach einer amtlichen ſpaniſchen Veröffentlichung ſind im letzten Jahre
zirka 53 Millionen Kilo in Dynamos, Motoren und Transformatoren
eingeführt worden. Von dieſen kamen zirka 15 Mill. Kilo aus
Deutſch=
land. An zweiter Stelle rangieren die Vereinigten Staaten, die an
Spanien zirka 10 Mill. Kilo lieferten. Der Bedarf an Generatoren
wurde mit ungefähr 40 Prozent in Deutſchland gedeckt. In elektriſchen
Meßinſtrumenten kamen von 1,9 Mill. Kilo 12 Kilo auf Deutſchland
und 380 000 Kilo auf die Schweiz. England bleibt, ſowohl bei den
Transformatoren wie auch bei anderen elektrotechniſchen Erzeugniſſen
in der Einfuhr nach Spanien erheblich hinter den anderen Ländern
zu=
rück. Nur bei Drähten und Kabeln überſteigt die Einfuhe aus
Eng=
land um 650 000 Kilo diejenige aus Deutſchland. Dieſe betrug 4 Mill.
Kilo. In Trockenbatterien und Akkumulatoren ſteht Deutſchland an
zweiter Stelle. Die Einfuhr von elektriſchen Glühlampen wird vor
allem von Holland. England und Frankreich beſtritten, wiewohl
dahin=
geſtellt bleiben muß, inwiewit die holländiſchen Lieferungen ihren
Ur=
ſprung in Deutſchland haben.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. September. Die Tendenz am
hieſigen Markt war heute weiter feſt auf höhere ausländiſche
No=
tierungen. Weizen und im Einklang damit Weizenmehl konnten etwas
im Preiſe anziehen. Man notierte: Weizen 28,75—28,85, Noggen B
bis BB. Sommergerſte 23—B6, Hafer inl. 17,75—18,50. Mais 18.30
bis 18,75, Weizenmehl 41.50—42, Roggenmehl 33,50—34, Weizenkleie
9,25—9,50, Roggenkleie 10,95.
Mannheimer Produktenbericht vom 30. September. Infolge der
hohen Auslandskurſe herrſchte an der heutigen Börſe eine feſte
Stim=
mung, zumal auch die Landzufuhren klein blieben. Man nannte gegen
12½ Uhr: Weizen inl. 29—29,50, ausl. 31,35—31,50, Noggen inl. B
bis B,25, ausl. nicht notiert, Hafer inl. 17,75—19, ausl. 18,75—22,
Braugerſte 24—R,75, Futtergerſte 19,50—20,50, Mais 19, Weizenmehl
41,75—42, Brotmehl 31,75—32, Roggenmehl 33,25—34,50, Weizenkleie
9—9.B, Biertreber 15.
Berliner Produktenbericht vom 80. September. Im Gegenſatz zum
imnoffiziellen Frühverkehr eröffnete die Mittagsbörſe für Weizen
unein=
heitlich, für Roggen leicht abgeſchwächt. Die Auslandsdepeſchen übten
keinen Einfluß mehr, da das inländiſche Weizenangebot in geringen
Sorten recht groß bleibt, ohne aber Intereſſenten zu finden,
anderer=
ſeits aber auch im Lieferungshandel für laufenden Monat noch ziemlich
umfangreiche Andienungen herauskamen. Immerhin konnte ſich die
geſtern ſtark gedrückte Preislage um etwa 15 Mark erholen. Für die
anderen Monate war das Geſchäft ſehr klein, die Preiſe wenig unter
geſtern. Auch Roggen wurde bei vermehrten Offerten aus dem Inland
ſchwächer. Schon der ſehr ſchwere Mehlabſatz, der trotz
entgegenkom=
menden Forderungen ſeitens der Verkäufer nicht in Fluß kommen will,
iſt der Grund der allzu kleinen Unternehmungsluſt. Für Gerſte hat ſich
die Lage wenig verändert. Hafer bleibt in geringen Sorten angeboten.
aber nur in beſten Sorten gefragt.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 80. September. Dem heutigen
Klein=
viehmarkt waren zugefahren 65 Kälber, 31 Schafe. B Schweine (alter
Beſtand 100) und 737 Ferkel und Läufer. Der Erlös ſtellte ſich für
Kälber 52—82, Schafe 35—46, Schweine 79.—83 Mark pro 50 Kg.
Le=
bendgewicht,. für Ferkel und Läufer 12—50 Mark pro Stück.
Markwver=
lauf: Mit Schweinen langſam, ausverkauft, mit Kälbern langſam,
aus=
verkauft, mit Ferkeln und Läufern langſam.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 30. Sept. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt begann in feſter Haltung auf gebeſſerte
Export=
nachfrage und ungünſtige Witterungsmeldungen aus dem Nordweſten.
Dann aber trat eine Abſchwächung ein, da jetzt Liquidationen erfolgten.
Die Termine gaben für September=Termine ½ C. nach, während die
übrigen Termine nahezu unverändert blieben.
Mais: Der Markt begann in feſter Haltung auf Baiſſedeckungen.
Später wurde der Markt ſchwach auf eine größere Farmbewegung. Die
Termine zeigen Rückgänge bis zu ½ C.
Hafer: Der Markt verlief in leicht abgeſchwächter Haltung ohne
be=
ſondere Kaufluſt
Baumwolle: In Uebereinſtimmung mit niedrigeren Liverpooler
Meldungen auf weitere Abgaben der Pflanzer zeigte der Markt eine
ſchwache Haltung. Der Schluß war dagegen erholt auf ungünſtige
Wit=
terungsmeldungen aus dem Südweſten und gebeſſerte Kaufluſt der
ameri=
kaniſchen Spinner. Die Termine zeigen noch Rückgänge bis zu 30 Pkt.
Kaffee: Niedrigere Kabel, höhere braſil. Erntetaxen und
Kauf=
reſerve des hieſigen Handels bei Liquidationen, führten Abſchwächung
herbei. Später aber trat eine kräftige Erholung ein, ſo daß die Termine
bis zu 25 Pkt. anziehen konnten.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Zur Frage der Beratungen innerhalb der Berliner Bedingungs=
Gemeinſchaft über die Abſchaffung der Medio=Liquidation iſt die
Ent=
ſcheidung zunächſt vertagt worden. Es ſteht aber feſt, daß für den Reſt
des Jahres 1926 die Abſchaffung der Medioliquidation nicht mehr in
Frage kommt.
Während der Herbſttagung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft
tagten in Kaſſel die beim Deutſchen Landwirtſchaftsrat gebildeten
Aus=
ſchüſſe für Steuer= und Buchführungsweſen.
Das Geſchäft an dem Leipziger Rauchwarenmarkt hat an Stetigkeit
zugenommen. Es ſind zwar keine überwältigenden Einkäufe
eingetre=
ten, und die Spekulation iſt verſchwunden, doch hat ſich erfreulicherweiſe
eine Zuverläſſigkeit im Leipziger Rauchwarenhandel gezeigt, die auf
eine weitere ſolide Entwicklung des Geſchäfts ſchließen läßt.
Der Schlichtungsausſchuß für die Lohnregelung in der
mittel=
deutſchen Metallinduſtrie fäüllte einen Schiedsſpruch, wonach die zur Zeit
beſtehenden Lohnabkommen ab 2. Oktober 1926 auf unbeſtimmte Zeit
weiter beſtehen bleiben.
Nach einer Prager Meldung wird die Freihandelstendenz, ſoweit
ſie den tſchechoſlowakiſchen Import und Export betrifft, gegenwärtig
durch die Verhandlungen über Zolltarifverträge mit ausländiſchen
Staa=
ten begrenzt. Bei der Einfuhr wurden 88 Prozent der Poſten des
Zoll=
tarifs (hiervon 7 Prozent teilweiſe) freigegeben. Im Export erreicht
die Ziffer 96 Prozent, ſo daß die Ausfuhr nahezu als ganz frei
bezeich=
net werden kann.
Die Londoner Tranche von 2 Millionen Pfund der 6prozentigen
Hamburger Anleihe zu einem Ausgabekurs von 93½ Prozent wurde
innerhalb einer Viertelſtunde ſtark überzeichnet.
Wie aus London gemeldet wird, hat die Auflegung der 5prozentigen
4 Millionen=Pfund=Anleihe für Neu=Süd=Wales, deren Zeichnungsliſten
heute geſchloſſen wurden, mit einom Fiasko geendet, ſodaß das
Kon=
ſortium, das die Anleihe auflegte, 85 Prozent übernehmen muß.
Als Anwort auf die 10prozentige Erhöhung der Kohlenpreiſe durch
die Zechen wird das polniſche Finanzminiſterium die Erhöhung der
Kohlenſteuer von 11 Bloty per Tonne vom B. d8. Mts, rüchvirkend
auf 3 Zloty gnordnen.
Die Preiſe für Kupfererzeugniſſe ſind mit Wirkung vom B.
Septem=
ber weiter herabgeſetzt worden. Für Kupferdrähte und =Stangen ſtellt
ſich der Grundpreis nunmehr auf 170 Nm. Gisher 171 Rm.) für 100
Kilogramm.
Wie in New York verlautet, ſteht eine Fuſion der Texas Co. mit der
Union Oil Co, of California bevor.
Aus New York wird gemeldet, daß die Magnolia Company den
Preis für Rohpetroleum herabgeſetzt hat.
Die Mexiean Panu Co, erhielt in Guatemala Delkonzeſſionen auf
ein Gebiet von 45000 Aeres. Die Mexican Seaboard Dil Co. erhielt
in Venezuela Oelkonzeſſionen auf ein Gebiet von 75 000 Acres.
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Algem. Dt. Eiſenb.
Baltimore
Canada. .....
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El. Hochbahn. .
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Stahl Truſt ........
Bei den in unſerem letzten Bericht erwähnten
Kohlen=
werten haben erwartungsgemäß in den letzten Monaten
grö=
ßere Kursſteigerungen ſtattgefunden. Außerdem waren
beſon=
ders ſtark ausländiſche Renten geſteigert. u. E. muß
man damit rechnen, daß nach der lang anhaltenden Feſtigkeit des
Aktienmarktes ruh gere Börſen eintreten werden, zumal ein Teil
des Publikums dazu übergehen wird, die Gewinne ſicher zu
ſtellen.
Nach den bisher gemachten Beobachtungen dürfte ſich
als=
dann das Intereſſe wieder mehr dem Markte der heimiſchen
Renten zuwenden.
Zu Spezialauskünften über in= und ausländiſche Werte ſind
wir jederzeit koſtenlos bereit. Die führenden Börſen= und
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Okt.
5½
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6½
74
1.
22½
2
1½
We
1½
Dez.
23
74
8½
10½
10I.
1o1.
102).
11½
1orſ.
11½
12
11
11
10-.
101.
1014
11
141.
102I.
Re
gl.
3‟
31
zi
gI.
1*
10.
(½9
(14106
Ausländiſche Renten
Maeice
4½0 Argent. v. 69
530 Arg. Golda v.o7
59 B.=Aires Pflſter
Anleihe, alte ..
59 B.=Aires Pflaſter
Anleihe, neue .
6% B.=Aires Th.=G.
3½ Prov.=A 08
4½.% Prv.=A. 10
68 Entre=Rio Pr.=A.
50 Entre=Rio Pr.=A.
6% Santa=Fo=Anl.
72 Arg.=N.=Hhp.=B.
Cedulas Ser. H.
62 A. Nat.=Hyp.=B.
Cedulas Ser L.
59 A. Nat.=Hyp.=B.
Cedulas Ser. 2...
Bulgarien:
6% B. Tab.=A.b. 02
41% B. St.A.v. 69
413% B. St.=A.b:07
53 B. Anleihe v. 94
4½,% B. N.=Pfbr. 09
Dib, verl. Bulg.=Anl.
520 Sofia=Stadta. 08
58 Sofia=Stadta. 08
(Lewa=Stücke). .
Braſilien:
4½% Braſ. St.=A.88
4½2 Braſ. St.=A.88
425 Braſ. St.A. v.89
525 Braſ. St.A. b.03
425 Braſ. St.=A. v.10
48 Braſ. St.=A. v.11
50 Rio de Janeiro.
Goldanl. b. 1909
5% Pernamb. Stadt
6% Para=Belem.
Stadtanleihe v. 06
69 Sao Paulo
Eiſt=
bahn=Anl. v. 04.
5% Rahia St.=A 04
5% Bahia St.A. 13
chle:
6% Chil. Hyp.=Pfbb.
Hypo.=Pfdb.
Hyp.=Pfdbr.
g „ Cal=Drigin.. 295
Cai. Origin.,
Annut. 8. A l=.
Annutt. S. B le,
Annuit. S. C ſe
Staatsa. 98.
4½ %n Staatza. 08,
58 „ Staatsa. 11:
Ehina:
4½% Chin. v. 98 ...
58 Chin. v 96 .
56 Chin. Reorg.=A.
52 Tientſ B.A 08
52 Tientſ. B.=A. 10
Eanpten:
426 unf. Ag. Anleihe
3½% Cg. Anl v. 30 69
8½% Eg. Keneh Aſſ.
Griechenland:
425 Griech. Conſ. 89
505 Gr.=A v 81—-84
505 Gr.=A. b. 90
5% Gr. Fund.=A.98.
Javan:
420 Jav Anl. b. 05
428 Jap. A. v. 39
425 Jap. Anl. v. 10
5% Fav. St.=A. —. 07
Mexiko:
6% Mer Internat.
Hyp.=Bkl.=Pfandb.
g2,5
39"
83
92,
3
*
74
94,5
z1
21,5
ſerb. Off.
R8
12,5
68,5
63,5
575
79
58
54
84
64
40
48,5
22,5
z0
30,5
30
erb. Off.
erb. Of.
erb. Off.
ge
8s
78
90,5
61.5
34
32,5
81
84,5
46
55
54
55,5
90
62,5
6s
215
e Der
Jwdpas=
ſchaftl. O.=Bk.=Bfb.
5% Buebla=Stadta.3
520 Durango=St.=A.
5% Chih. Stadtanl.
Mer. Skripſ. A. u B.
Deſterreich:
Div. O. F.=Obligat.
Oſterr. Kriegsanl.
Wien, Stadta b. 09
Div. Vorkr.B. Stadta.
Wien, Stadta, v. 17.
Wien. Stadta v. 18
Donau=Reg.=A. v. 99
Oſt. Südb. Mark Pr.
Ser. E....
3% verl. Oſt. Staato=
Prior, v. 95 ..
42 verl. Oſt. Staatsb.
Prior, v. 83
Vorkr. verl. Böhm.
Nordbahn Prior.
42 Kronprinz=Rudb.
Prior, verloſt ...
42 Vorarlberg. Pr.vt.
39 verl. Oſt. Lokal=
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4½2 Bur Stadt. 88
4% Buk. Stadtanl.
b. 95 (verloſt) .
4½% Buk. Stadtanl
b. 33 ſverloſt).
42 Buk. Stadtanl. 06
do, ſperloſt) v.08
4½% Buf. Stadtanl.
b. 89 ſverloſt)
Rußland:
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Pr. v. 1909, 1911
42. Moskau Kiew
Woroneſch Pr. 95.
42. Moskau Kiew
Woro. Pr. 09, 10
49 Moskau Windau
Ryinsk Pr. 97, 98.
2s
as
i*
15
0175
18.
175
075
050
ſerb. Off.
1,8
z,75
2,5
4,75
5,5
5,78
6,5
3,45
0,9
2,25
9"
2,96
j.
18
18
196
175
31,6
33,5
5
115
0,35
1,75
1,5.
0,80
0,80
4,5
2,45
4,3
4,3
4,3
4,3
4,3
Miche
Pr. v. 1897, 1898
42 Rybinsk v. 1895
4% Süd oſtbahn Pr.
v. 1897, 1898, 1901
4%0 Wladikawkas
b. 1895, 1897, 1898
4½% Wladikawkas.
b. 1909, 1912, 1913
420 Kursk giew Pr 87
4% Rjäſ. Kozl. Pr. 86
47 Mosk. Kursr Br.88
42 Kozlow Woron.
Pr b. 1889 .. ..
42 Kursk Charkow
Azow Pr. v. 1889
45 Drel Grilaſi Pr.
v. 1889 ..
42 Mogk. Faroslaw
Pr v. 1985 .
427 Sdwbahn Pr. 85
49% Jwangorod.
Dombr. 82 reſp. 87
Naphtha Nobel=Akt.
Naphtha Nob.=Obl.
Warſch.=Wien. Obl.
Ruſſ. A. E. G.=Aktien;
Bet F. Hdlsb. Akt. ..
Ruſſenb. f. auswärt.
Handel=Aktien. .
42o Ruſſ. St A.=02
4½% Ruſſ. S.t=g.05
439 Ruſſ. St.A. v.80
42 R. Staatsa. 94.
3½% . Staatsa 94
3elun % R. Konv.=A.
Serbien:
45 Serb. v. 95 ..
4½2 Serb. v. 09.
5% Serb. Mon. v. 02
Serben=Coupons ... ſe
ungarn:
425 Bud. Stadta. 97
42 Rud. Stadta. 03
6% Bud. Stadta. 16
417Bd. Stadta.1s,
41,%Bd. Stadta.20
5!z% U. Kr.=A. ſn.)
6% U. Kr.=A. (noſt.).
5½,% U. Kriegsanl.
(nicht noſtr.) ..
62 U. Kriegsanleihe
(nicht noſtr.) .
ung. Kaſſenſcheine .
3%0 U. Eiſ.=Thor=A.
3% U. E. Th.=A. b.21
3% u. E. Th.=A.n.21
420 u. 5%o verl. ung.
Lokalb. Mar Pr.
42. u. 4½2 verl. un=
Lokalb. Kronen Pr.
unverl, ungar. Lor. Kronen Pr.
Verl. 4 ½% Budap.
Fünftirchen ..
42 u. 4½% Budap.
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Borkr. Ungartſche
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(Verloſt.
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Ung.Agra = u. Rentb.
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Ver. Bud. Hauptſtädt.
Peſter 1 Vaterl. Spk.
Centr.=Hyp. ungar.
Sparkaſſen ...
ungar, Kleingrundb.
Ungar, Alg, Spark.
4,25
4,8
4,3
4,8
4,3
31
1,75
2,3
1,826
4"
1
4,85
15
z
4,5
4,25
3"
3,5
276
erb. Off.
erb. Off.
25
20,6
ſerb. Off.
erb. Of.
4,86
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g"
1,a5
0.8
98
07
01
0,12
0,65
28
erb. N‟
erb. Off.
8,85
9,76
erb. Off.
7,6
2,25
2,25
—
3,25
395
2,5
3.125
2,25
225
23
Seite 30
Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
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Seite 32
Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
HAUSSMANN
RCKLAME
owm 1.—10. OM4ucnn
[ ← ][ ][ → ] Aus den Reichsgerichtsbriefen.
(Nachdruck verboten.)
Das Halten auf „kürzeſte Entfernung”
Eine beachtenswerte Reichsgerichtsentſcheidung zum Kraftwagenverkehr.
geführt, daß nach 8 18 Abſ. 2 der Verordnung über den
Kraftfahrzeug=
verkehr vom 5. Dezember 1925 die Fahrgeſchwindigkeit ſo einzurichten kreuzende Straßenbahngleiſe zu fahren hat und wenn der Kraftwagen
iſt, daß, wenn der Ueberblick über die Fahrbahn behindert iſt, der
Führer des Kraftwagens ſo langſam fahren muß, daß er das Fahrzeug
„auf kürzeſte Entfernung” zum Stehen bringen kann. Der Angeklagte
des vorliegenden Falles, der in Tilſit einen gewiſſen T. tödlich
über=
fahren hat, war am Ueberblick der ſtark verengten Fahrbahn erheblich
behindert, weil auf der linken Straßenſeite der zweiſpännige
Kaſten=
wagen des Getöteten hielt, während auf der andern Straßenſeite
etwas rückwärts ſich ein zweites ländliches Fuhrwerk befand. Bei
die=
ſer Sachlage war es Pflicht des Angeklagten, ſeinen Kraftwagen auf
„kürzeſte‟ Entfernung zum Stehen zu bringen. Dieſer Verpflichtung
iſt er nicht nachgekommen, da ſein Wagen bei der eingeſchlagenen
Ge=
ſchwindigkeit von 25 Km. in der Stunde erſt nach etwa 7 Metern zum
Halten zu bringen und deshalb mindeſtens eine bedeutende
Ver=
langſamung des Tempos geboten war. Welche
Stundengeſchwindig=
keit als zuläſſig anzuſehen war, falls der Angeklagte ſich nicht durch
gänzliches Abſtoppen, in den Stand ſetzen wollte, die Lage
ſicher zu überblicken, brauchte vom Urteil der Vorinſtanz nicht angegeben
zu werden. Zur Feſtſtellung des rechtswidrigen Verhaltens des
Ange=
klagten genügt es, daß nach der Sachlage ein bedeutend langſameres
Fahren geboten war. Dadurch wäre ein ſofortiges Anhalten ermöglicht
und außerdem das die hinter beiden Fuhrwerken befindlichen Fußgänger
gefährdende überraſchende Auftauchen des Kraftwagens vermieden
worden. Die Behauptung der Reviſion, daß der Kraftwagen auch bei
langſamerer Fahrt „fahrtechniſch” überhaupt nicht auf kürzere
Entfer=
nung als 7 Meter zum Stehen gebracht werden konnte, iſt
offen=
kundig falſch.
Flieger=Verſicherung.
Haftet die Luftfahrzeuggeſellſchaft den Hinterbliebenen des
Verunglückten?
Am 6. Dez. 1922 verunglückte der Flugmeiſter W. tödlich,
als er im Dienſte der beklagten Luftfahrzeuggeſellſchaft in Stralſund
einen Tagesflug ausführte. W. war ſeit dem 13. Mai 1919 bei der
Be=
klagten angeſtellt. Auf Grund der Anſtellungsbedingungen hatte ſich
die Beklagte verpflichtet, ihn gegen Unglücksfälle zu verſichern, für den
Todesfall in Höhe von 10 000 Mark. Die ſpäter eingegangene
Tages=
verſicherung betrug, je nach Höhe der Prämie, 10 000 oder 20 000 Mark.
Die Erben des W. behauxten, als Verſicherungsſumme nur 50
Gold=
mark erhalten zu haben und verlangen von der beklagten Geſellſchaft
Erſatz des Betrages, den 10 000 Mark bei Abſchluß des Vertrages in
Goldmark wert geweſen ſind. Sie berechnen den Betrag auf 2162
Gold=
mark; das Verſchulden der Beklagten leiten ſie daraus her, daß dioſe
keine wertbeſtändige Verſicherung eingegangen iſt. — Das Landgericht
erkannte auf Abweiſung der Klage, das Oberlandesgericht Stettin
verurteilte die Beklagte nach dem Klageantrag. Auf die Reviſion der
Beklagten hat das Reichsgericht das Urteil des Oberlandesgerichts
aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und
Entſcheidung an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts
zurück=
verwieſen. Aus den reichsgerichtlichen
Entſcheidungs=
gründen intereſſiert hierzu folgendes: Das Oberlandesgericht irrt,
wenn es annimmt, daß der Flugzeughalter damals ohne ſein
Verſchul=
den den verunglückten Perſonen haftbar war. Vielmehr hat das
Reichsgericht die Ausdehnung der Gefährdungshaftung auf den
Flug=
betrieb abgelehnt. (RGZ. Band 97, S. N7.) Vor Erlaß des
Luftver=
kehrsgeſetzes hafteten die Flugzeughalter alſo für die durch den
Flug=
verkehr verurſachten Beſchädigungen des Lebens und der Geſundheit
Dritter lediglich nur im Falle eines Verſchuldens. Ihren Angeſtellten
ud deren Hinterbliebenen gegenüber war dieſe Verſchuldenshaftung
weiter beſchränkt durch 8 898 RVO., da ihr Betrieb der
Unfallverſiche=
rung unterlag. Das Oberlandesgericht hat demnach die Rechtslage
falſch beurteilt. In der erneuten Verhandlung wird das
Oberlandes=
gericht zu prüfen haben, ob die Beklagte verpflichtet war, die vertraglich
beſtimmte Verſicherungsſumme zu erhöhen oder eine wertbeſtändige
Verſicherung zu nehmen und wie weit ſie dazu verpflichtet war.
Gefahren der Rönigenbehandlung.
Iſt der behandelnde Arzt für Stromſchwankungen verantwortlich?
Die Ehefrau des Klägers erlitt im März 1920 durch
Rötgenbeſtrah=
lungen des Aſſiſtenzarztes K. des Sanitätsrates Dr. med. H. in
Glei=
witz erhebliche Verletzungen, die große Schmerzen verurſachten und
eine längere ärztliche Behandlung notwendig machten. Landgeriht
Gleiwitz und Oberlandesgericht Breslau erkannten auf
Ab=
weiſung der gegen beide Aerzte erhobenen Schadenserſatzklage. Das
Oberlandesgericht geht im weſentlichen davon aus, daß wohl eine
Wahr=
ſcheinlichkeit für die Annahme beſtehe, daß kein oder ein zu ſchwacher
Filter benutzt und daß dadurch dieſe Verbrennung der Patientin
herbei=
geführt worden ſei. Doch liege auch eine — wenn auch geringe —
Wahrſcheinlichkeit dafür vor, daß die Verbrennung durch
Stromſchwan=
kungen im primären Stromnetz verurſacht ſei. Somit fehle die
Gewiß=
heit für die Verurſachung des Schadens — Das Reichsgericht hat
dieſes Urteil aufgehoben und die Sache zur anderweiten
Verhand=
lung und Entſcheidung an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts
zurückverwieſen. In den reichsgerichtlichen
Entſchei=
dungsgründen hierzu heißt es: Der erkennende Senat des
Reichsgerichts hat allerdings wiederholt ausgeſprochen, daß die
Un=
möglichkeit, die Urſache der Verletzung eines Patienten
feſtzu=
ſtellen, nicht zu Laſten des behandelnden Arztes gehen
dürfe. Dieſer Grundſatz muß jedoch mit Vorſicht gehandhabt werden.
Immer iſt zu prüfen, ob ein ſchuldhaftes Verhalten des Arztes
vor=
liege, das nach dem gewöhnlichen Verlaufe der Dinge
geeig=
net iſt, die Verletzung des Kranken hervorzurufen, und weiter iſt zu
prüfen, ob dieſer Anhalt für das ſchuldhafte Verhalten des Arztes etwa
ſo ſtark iſt, daß von dem Vorliegen einer „unmöglichkeit”, der
Feſtſtellung des urſächlichen Zuſammenhangs nicht mehr geſprochen
werden kann. Das Oberlandesgericht ſcheint ſich deſſen nicht bewußt
geweſen zu ſein. Soweit die Möglichkeit einer ungünſtigen
Beeinfluſ=
ſung durch Stromſchwankungen in Betracht kommt, iſt die
Feſtſtellung geboten, ob die Beklagten von dem unheilvollen Einfluß
der Stromſchwankungen bereits wußten und über die Notwendigkeit
ihrer Bekämpfung bereits unterrichtet waren.
Nicht zu nahe heranfahren beim Ueberholen!
Die nachſtehend mitgeteilte Reichsgerichtsentſcheidung
reicht ſowohl Nadfahrern wie Automobiliſten zur Warnung. Am
1. 5. 1922 fuhr der Kaufmann K. in Wilhelmshaven auf ſeinem
Fahrrad durch die Göckerſtraße (Richtung Roouſtraße). Er hatte einen
chweren Ruckſack auf dem Rücken und Gepäck auf der Lenkſtange des
fahrrades. K. fuhr zwiſchen den Gleiſen der Straßenbahn und wollte
inks in die Königſtcaße einbiegen, als hinter ihm ein Kraftwagen ſeine
Hupe ertönen ließ. Scheinbar blieb er an einer Schiene der
Straßen=
ahn hängen, denn er ließ ſich plötzlich vom Nade, mit dem linken Fuß
zinen Halt ſuchend, ohne ſich umzuſehen. Der Kraftwagen des
Indu=
triewerkes N. in Nüſtringen, der den K. überholen wollte, fuhr
jieſem über den Fuß und verletzte ihn ſo ſchwer, daß K. ſchließlich im
rankenhauſe ſeinen Verletzungen erlag. Die Witwe und die beiden
minderjährigen Kinder des K. verlangen Verurteilung der beklagten
igentümerin des Kraftwagens zur Zahlung von 3000 Goldmart
ſchadenserſatz und einer monatlichen Nente von 125 Goldmark auf die
Dauer von 20 Jahren. Das Landgericht Oldenburg erkannte auf
einere Beträge, das Oberlandesgericht Oldenburg ſah den Anſpruch
er Kläger zur Hälfte dem Grunde nach als gerechtfertigt an, zur
ſälfte wurde auf Abweiſung der Klage erkannt, weil der Verunglickte
ie Linkswendung gemacht hat, ohne ſich nach dem hinter ihm fahrenden
raftwagen umzuſehen. Das Reichsgericht hat dieſes Urtoil des
berlandesgerichts beſtätigt und zur Begründung ſeiner
Entſchei=
ung noch ausgeführt: Das Oberlandesgericht iſt der Anſicht, daß der
infall nicht eingetreten wäre, wenn der Kraftwagenführer ſchon dann,
als er des vor ihm fahrenden bepackten Radfahrers anſichtig wurde,
ſich weiter links gehalten hätte und nicht unnötig ganz nahe an den
Radfahrer herangefahren wäre. In dieſem Verhalten des
Wagenfüh=
rers erblickt das Oberlandesgericht zum mindeſten eine Außerachtlaſſung
der dem Wagenführer nach 8 7 Abſ. KFG. obliegenden beſonderen
Sorgfalt. Dieſe Auffaſſung begegnet keinem rechtlichen Bedenken. Die
Reviſion der Beklagten meint zwar, der Wagenführer habe damit
rech=
nen dürfen, daß der Radfahrer das Hupenſignal beachten und nicht nach
links ausbiegen werde. Einer ſolchen Auffaſſung kann jedoch dann
In einer neuen Reichsgerichtsentſcheidung wird aus= nicht beigetreten werden, wenn der Wagenführer grade an der
Einmün=
dung eine Seitenſtraße vorfahren will, wenn der Radfahrer über ſich
ebenſogut weiter links, als dicht neben dem Fahrrad, vorbeifahren
kann.
*Wer begeht Leiſiungswucher? — Aus den
Strafſenaten des Reichsgerichts.
In einer bemerkenswerten Reichsgerichtsentſcheidung wird
ausge=
führt, daß Leiſtungswucher noch nicht durch das Fordern einer
über=
mäßigen Vergütung, ſondern erſt durch das Erlangen von
übermäßi=
gem Gewinn begangen wird. Verſtändlich wird dieſe Entſcheidung,
wenn man ſich klar macht, daß eine übermäßig erſcheinende Vergütung
dann gefordert werden muß, wenn die Geſtehungskoſten ſo hoch ſind,
daß ſie die gewöhnliche Vergütung überſchreiten. In den
reichsgericht=
lichen Entſcheidungsgründen zu dieſer Entſcheidung wird unter anderem
folgendes ausgeführt: Leiſtungswucher begeht nach 8 4 Preistr. V.O.
nicht, wer für eine Leiſtung zur Befriedigung eines täglichen Bedarfs
eine übermäßige Vergütung fordert, ſondern, wer für eine ſolche
Leiſt=
ung eine Vergütung verlangt, die (unter Berückſichtigung der geſamten
Verhältniſſe), für ihn einen übermäßigen Gewinn enthält. Fordert
je=
mand zwar eine übermäßige Vergütung, die jedoch infolge der beſonderen
Umſtände des Falles gar keinen oder doch nur einen angemeſſenen
Ge=
winn für ihn mit ſich bringt, ſo iſt der Tatbeſtand des 8 4 Preistr. V.O.
nicht erfüllt. Dabei iſt „Gewinn” durchaus im Sinne des täglichen
Lebens zu verſtehen, alſo nur anzunehmen, wenn und ſoweit die von
dem Täter geforderte Vergütung eine Vermehrung ſeines Vermögens
in ſich ſchließt. Wenn und ſoweit es dagegen an einer ſolchen fehlt,
weil die verlangte Vergütung die eigenen Geſtehungskoſten des Täters
nicht überſteigt, liegt ein „Gewinn” nicht vor. Dagegen kommt es
dar=
auf nicht an, worin die Höhe der von dem Täter aufgewendeten
Ge=
ſtehungskoſten ihren Grund hat und ob die letzteren vom Standpunkt der
Gemeinwirtſchaft aus in allen ihren Teilen gerechtfertigt erſcheinen. Die
Nechtsauffaſſung, daß bei dem Anſatz der Geſtehungskoſten nur
diejeni=
gen Beachtung finden dürften, die gemeinwirtſchaftlich betrachtet
ange=
meſſen ſeien, findet in dem Geſetz keine Stütze und läßt ſich mit der
Er=
wägung, daß die Vorſchriften der Preistr.V.O. den Bedürfniſſen der
Gemeinſchaft dienen ſollten, nicht begründen.
* Der vorbehaltloſe Umtauſch von
Schuld=
verſchreibungen. /Verzicht auf die Aufwertung.
Eine grundſätzliche Reichsgerichtsentſcheidung vom 3. Mai 1926.
Die beklagte „Herne” G. m. b. H. kündigte im Sommer 1923 ihre
ſämtlichen Schuldverſchreibungen für den 2. Januar 1924. Neben der
Einlöſung erklärte ſie ſich bis zum 31. Auguſt 1923 bereit, gegen je
2000 Mark dieſer Papiere den Inhabern Preußiſche Schatzanweiſungen,
ſogenannte Hibernia=Schatzanweiſungen über je 1000 Mark einzutauſchen.
Der Kaufmann R. in Berlin hat von dieſem Angebot Gebrauch gemacht
und gegen 150 000 Mark Schuldverſchreibungen für 75 000 Mark
Hi=
bernia=Schatzanweiſungen erhalten. Er verlangt jetzt Aufwertung nach
dem Aufwertungsgeſetz, da die Beklagte ihn gemaß 8 67 Aufw.=Geſ.
genau ſo zu behandeln habe, wie die Altbeſitzer der nicht eingelöſten
Schuldverſchreibungen. Seine Klage iſt vom Landgericht 1 in Berlin
und nach Einlegung der Sprungreviſion, auch vom Reichsgericht
abge=
wieſen worden. Aus den reichsgerichtlichen Entſcheidungsgründen hierzu
entnehmen wir die folgenden grundſätzlichen Ausführungen: Das
Auf=
wertungsgeſetz ordnet in den 88 33 ff. die Aufwertung von
Induſtrie=
obligationen und verwandten Schuldverſchreibungen an, macht ſie aber
davon abhängig, daß der Gläubiger ſich noch in unmittelbarem oder
durch eine Bank vermittelten Beſitz der Papiere befindet, oder daß er ſich
bei Annahme der Leiſtung ſeine Rechte vorbehalten hat. Keine dieſer
Vorausſetzungen wird vom Kläger behauptet. Er macht geltend, daß
durch den Umtauſch der Papiere gegen Hibernia=Schatzanweiſungen ein
Vergleich im Sinne des 8 67 Abſ. 1 Aufw.=Geſ. zu erblicken ſei der die des Goldmarkbetrages. Die Aufwertungsſtelle hat den Tag des
Aufwertung gemäß Abſ. 2 des Geſetzes rechtfertige. Für den Vergleich Kaufabſchluſſes als den Tag der Begründung der
For=
gleichs würde der Kläger keine Rechte herleiten können, die ihm nicht
ſchon nach den allgemeinen Vorſchriften der 88 33 ff. des
Aufwertungs=
geſetzes zuſtehen. Das ergibt ſich ſchon aus der Faſſung des 8 67 des
Aufwertungsgeſetzes. In einem Erlaß des Reichsfinanzminiſters vom
22. Auguſt 1925 iſt allerdings geſagt, daß das Aufwertungsgeſetz den
Anſpruch auf Aufwertung neu” gewähre. Abgeſehen davon, daß dieſe
Meinung des Miniſters für den Rechtsſtreit nicht entſcheidend iſt iſt ben geleitet, für Fälle der gegebenen Art das Ergebnis zu
ver=
bereits in einem Erlaß des gleichen Miniſters vom 3. April 1926 geſagt,
daß mit dem früheren Erlaß etwas anderes als in 8 67 Aufw.=Geſ. ent=
Der Meinung von Lehmann=Böſebeck (A. 3 Abf. 2 zu 8 35 Aufw.=Geſ.),
Entgegennahme der Leiſtungen aus gekündigten Obligationen anzu= ten und den hypothekariſch geſicherten Forderungen
über=
nehmen ſei, kann nicht beigepflichtet werden.
Die verſchwiegene Nikotinvergiftung.
Ungültigkeit der Lebensverſicherung.
Wer beim Abſchluß von Verſicherungen den Fragebogen nicht ganz
wahrheitsgemäß ausfüllt, begibt ſich ſtets in die Gefahr, daß ſein
Ver=
ſicherungsbertrag die Rechtsgültigkeit einbüßt. Lehrreich hierzu iſt
fol=
gender Fall: Der Ehemann der Klägerin, der Dentiſt E. in Hameln,
ſchloß im Oktober 1921 mit der beklagten Verſicherungsgeſellſchaft einen
Lebensverſicherungsvertrag zugunſten der Klägerin ab. In dem am
24. Januar 1924 beantragten Nachverſicherungsvertrag, der auf 5000
Goldmark abgeſtellt iſt, beantwortete er die Frage, ob er ſeit Abſchluß dinglichen Recht, ſo kann eine ungezwungene Auslegung unter
des Vorverſicherungsvertrages krank geweſen, oder ärztlich
be=
raten worden ſei, mit nein”, ſowie die Frage, ob er ſich gegenwärtig
vollkommen geſund fühle, mit „ia”. Tatſächlich befand der
Verſiche=
vergiftung und wegen Beſchwerden im linken Bein. Nachdem der
Ver=
ſicherte am 8. Februar 1924 geſtorben war und die Klägerin die
Aus=
geſellſchaft 500 Goldmark, lehnte jedoch jede weitere Zahlung wegen
Verletzung der Anzeigepflicht gemäß 8 7 ihrer Allgemeinen
Verſicherungsbedingungen ab.
Das Landgericht Hannover erkonnte auf Abweiſung der auf
Zahlung der übrigen 4500 Goldmark gerichteten Klage wegen wahr= Balkon eine alte Türe als Schutzwand befeſtigt. Die in der alten
heitswidriger Fragenbeantwortung. Im Gegenſatz hierzu entſchied das
Oberlandesgericht Celle zwar zugunſten der Klägerin, indem es
an=
nahm, daß den Verſicherten an der unrichtigen Beantwortung der
Fragen kein Verſchulden treffe, weil der Verſicherungsnehmer nicht hätte
beſtand ſeines Lebens bedrohten. — Das Reichsgericht iſt mit
dieſer Auslegung nicht einverſtanden. Vielmehr hat der erkennende
6. Zivilſenat der Reviſion der Verſicherungsgeſellſchaft
ſtatt=
gegeben, das oberlandesgerichtliche Urteil aufgehoben und das die
Klage abweiſende Urteil des Landgerichts Hannover wieder=
Feſtſtellungen des Oberlandesgerichts der Verſicherte die Fragen
unrich=
tig beantwortet habe. Die Auffaſſung, daß der Verſicherungsnehmer die
beautworten habe, wenn er ſich im Fortbeſtand ſeines Lebens bedroht beſitzer unter Umſtänden von ſeiner Haflung befreien kann. Das
fühle, ſei viel zu eng. Auf jeden Fall habe der
Verſicherungsneh=
mer, der damals ärztlich behandelt wurde und dies verſchwieg, entweder
halb das Recht zum Rücktritt von dem Verſicherungsvertrage nach Vermieter bei gehöriger Sorgfalt der Mangel, nicht unbekannt
8 7 Nc. 1 Verſ.=Bed. (88 16 Ahſ. 2 Satz 1, 17. Ahſ. 1 VVG.).
Kann der Hausbeſitzer vom Gericht zu
Aus=
beſſerungsarbeiten gezwungen werden?
Dem Beklagten B. in Halle war von der Polizeiverwaltung
auf=
gegeben worden, den nach Abbruch des Nachbarhauſes freiſtehenden
Giebel ſeines Hauſes dauernd zu ſichern und zu verputzen. Auf die
Be=
ſchwerde des Veklagten erhob der Regierungspräſident Bedeuken gegen
dieſe Verfügung und legte nahe, dem Beklagten im Hinblick auf die
hohen Koſten den Abbruch des baufälligen Hauſes zu genehmigen,
even=
tuell zur Erhaltung des Wohnraumes helfend einzugreifen. Das
Woh=
nungsamt in Halle forderte nunmehr den Beklagten unter Bezugnahme
auf 8 8 RMG. auf, „große Inſtandſetzungsarbeiten” binnen acht Tagen
vorzunehmen, da es ſonſt die Arbeiten auf Koſten des
Beklag=
ten ſelbſt vornehmen werde. Da der Beklagte ſich nicht bewegen ließ
und die polizeiliche Verfügung wieder aufgehoben wurde beauftragte
das Wohnungsamt den Architekten S. mit den nötigen Arbeiten, die
für 1662 Nm. ausgeführt wurden. 66 Rm. wurden aus Mitteln der
Erwerbsloſenfürſorge gedeckt, einen Betrag von 1596 Rm. verlangt die
Stadt Halle nunmehr vom Beklagten. Ihre Klage iſt in allen Inſtanzen
— Landgericht Halle, Oberlandesgericht Naumburg,
Reichs=
gericht — wegen Unzuläſſigkeit des Rechtsweges abgewieſen worden.
Aus den reichsgerichtlichen Entſcheidungsgründen:
Allerdings wird der bürgerlich=rechtliche Chauakter der auf die 88 679, 683
BGB. geſtützten Klage nicht ſchon dadurch in Frage geſtellt, daß die
Klä=
gerin eine Perſon des öffentlichen Rechts iſt. Entſcheidend iſt, daß nach
den Beſtimmungen des Reichsmietengeſetzes für Erſtattungsanſprüche
der hier fraglichen Art der Rechtsweg als ausgeſchloſſen angeſehen
wer=
den muß. Durch die Mieterſchutz= und Bohnungsmangelgeſetzgebung
ſind weite Teile des Mietrechts dem bürgerlichen Recht entzogen und
dem öffentlichen Recht unterſtellt worden. Insbeſondere in den Fällen
der 88 6 und 8 MMG. handelt die Behörde kraft Hoheitsrechts nicht nur,
ſoweit ſie den Vermieter zur Durchführung der Inſtandſetzungsarbeiten
anhält, ſondern auch ſofern ſie Arbeiten ſelbſt ausführen läßt.
Der Einzelrichter als Schiedsrichter.
Nach § 349 Abſ. 3 der Verordnung über das Verfahren in
bürgerlichen Rechtsſtreitigkeiten vom 13. Februar 1924 kann im
Einverſtändnis beider Parteien bei Streitigkeiten über
ver=
mögensrechtliche Anſprüche der Einzelrichter anſtelle des
Prozeß=
gerichts entſcheiden. Die Parteien hätten ſich damit
einverſtan=
den erklärt, daß der Rechtsſtreit durch den Richter, der die Sache
bearbeitet hatte, unter Zuziehung eines Sachverſtändigen erledigt
werde. Der Richter erließ das Schiedsurteil, das der verurteilte
Kläger nun anficht: 1. weil der Richter nicht allein befugt geweſen
ſei, das Schiedsurteil zu erlaſſen, ſondern die Kammer hatte
ent=
ſcheiden müſſen. Außerdem hätte ihm, Kläger, Gelegenheit
gege=
ben werden müſſen, ſich zu dem Gutachten des Sachverſtändigen
zu äußern. Die Klage iſt in drei Inſtanzen abgewieſen.
Reichs=
gericht ſagt: „Reviſion meint, die genannte Geſetzesſtelle (§ 349
Abſ. 3) finde auf den Erlaß von Schiedsurteilen keine
Anwen=
dung, weil dort vom „Prozeßgericht” die Rede iſt. Dem kann
jedoch nicht beigetreten werden. Der zweite Anfechtungsgrund
(Unterlaſſung der Mitteilung des Sachverſtändigengutachtens)
wird mit der Erwägung zurückgewieſen, daß die
Mitteilungs=
pflicht nur dann beſtand, wenn das Gutachten etwas Neues
ent=
hielt, zu dem die Parteien noch nicht Anlaß gehabt hatten, ſich
zu äußern, das ſei hier aber nicht der Fall geweſen.”
*Die Aufwertung der Reſtkaufgeldforderung.
Maßgebend für die Höhe der Aufwertung iſt die Entſtehung
der perſönlichen Forderung, nicht ihre hypothekariſche Sicherung.
Aus dem Grundſtückskaufvertrag vom 15. November 1921
ſteht dem Verkäufer eine Reſtkaufgeldforderung von 500 000 Mk.
zu. Dieſe Forderung iſt erſt ſeit 5. Januar 1922 hypothekariſch
eingetragen. Kläger betrachtet den Tag der Eintragung als
„Begründung” der Forderung im Sinne des § 10, Abſ. 3
Aufw.=G. und beanſprucht eine Aufwertung über 100 Prozent
fehlt einmal die genügende Tatſachenunterlage. Es kommt aber auch derung angeſehen und dem Kläger nur eine Aufwertung auf
auf die Entſcheidung der Frage nicht an; denn auch im Falle des Ver= 100 Prozent zugeſprochen. Dieſe Auffaſſung, die auch das
Kam=
mergericht vertritt, hat das Reichsgericht gebilligt (gegen die
Entſcheidungen der Oberlandesgerichte Karlsruhe und
Stutt=
gart).
„Nur die Auffaſſung des Kammergerichts iſt mit der Faſ=
Gläubigern von Induſtrieobligationen im Falle des Vergleichs einen ſung des Geſetzes ohne Zwang zu vereinigen. Die abweichenden
Entſcheidungen (Karlsruhe und Stuttgart) ſind vom
Beſtre=
meiden, daß die ſtärkere Sicherung der Forderung zur
Verklei=
halten iſt, nicht geſagt werden ſollte. Ein Vorbehalt iſt nicht gemacht, nerung ihres Umfanges führt. Aber das iſt eine Folge der
Unterſcheidung, die das Geſetz bezüglich des Maßes der
Auf=
daß für jene Zeit ganz allgemein ein ſtillſchweigender Vorbehalt bei der wertung zwiſchen den rein perſönlichen, dinglich nicht
geſicher=
haupt macht. Unter „Begründung der Forderung” kann nach
dem gewöhnlichen Sprachgebrauch nur der Zeitpunkt
verſtan=
den werden, zu dem ihre rechtliche Grundlage geſchaffen
iſt. Das iſt bei Kaufgeldforderungen mit dem Abſchluſſe des
Kaufvertrages der Fall. Hätte das Geſetz die Begründung der
Forderung in ihrer beſonderen Eigenſchaft als hypothekariſch
geſicherten maßgebend, ſein laſſen wollen, ſo hätte dies zum
Ausdruck gebracht werden müſſen, wie das durch Hinzufügung
der Worte „als hypothetariſch geſicherte” oder durch Abſtellung
auf den Tag der Eintragung im Grundbuch ohne
Schwierig=
keit hätte geſchehen können. Handelt es ſich aber im § 10 um
die Aufwertung der perſönlichen Forderung im Gegenſatz zum
den Worten „Begründung der Forderung” nur die
Begrün=
dung der perſönlichen Forderung als ſolcher verſtehen.
rungsnehmer ſich damals in ärztlicher Behandlung wegen einer Nikotin= (Aus den „Reichsgerichtsbriefen”, Karl Mißlack, Leipzig,
Kochſtraße 76.)
zahlung der Verſicherungsſumme verlangte, zahlte die Verſicherungs= Der Einſiurz von Gebäuden und die Haftung
des Hausbeſitzers nach 8 836 B. G.B.
In dem Hauſe der Beklagten in Berlin hatte man auf dem
Türe befindliche Scheibe hatte ſich gelockert und fiel auf
die Straße, wo ſie unglücklicherweiſe den Kaufmann P. auf
den Kopf traf, der eine ſchwere Verletzung erlitt. Aus dem
annehmen können, daß ſeine damaligen Krankheitsbeſchwerden den Fort= Unfall vom 18. Dezember 1921 verlangte er Schadenserſatz von
der Hauseigentümerin. Unter Billigung des Reichégerichts ſind
die Anſprüche für gerechtfertigt erklärt. „Die Schutzwand hat
einen Teil des Balkons gebildet und damit des Gebäudes, die
Beklagte muß ſomit (nach § 836) für den Schaden aufkommen,
hergeſtellt. In den reichsgerichtlichen Entſchei= weil die Loslöſung der Scheibe die Folge
mangel=
dungsgründen hierzu wird ausgeführt, daß nach den tatſächlichen hafter Unterhaltung war. Auch nach dem
Reichs=
mietengeſetz — das damals noch nicht in Geltung war —
würde Vermieter zur Inſtandſetzung verbunden geweſen ſein.
Fragen nach der ärztlichen Behandlung erſt dann wahrheitsgemäß zu Richtig iſt zwar, daß die Nichtanzeige des Mieters den
Haus=
trifft aber nicht zu, wenn der Vermieter den Mangel hätte kennen
vorſätzlich oder fahrläſſig gehandelt. Die Beklagte hatte des= müſſen. Im gegenwärtigen Falle wird angenommen, daß dem
bleiben konnte.”
Seite 34
Freitag, den 1. Oktober 1926
Nummer 272
Palast-Lichtspiele
Heute Eröffnung der Spielzeit 1926/27
Frledrich Zeinik, der große dentsche Regisseur, inszenierte den neuen großen
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Gräfin Zirsky
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Graf Casimir .
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Josef Stingl . . . Arthur Kraussneck
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Mizzi, seine Tochter „T K. Platen
Mara
Das hat ka Goethe g’schrieben,
Das hat ka Schiller dicht‟
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Ein Riesenerfolg, der die größten
Fülmsiege des Jahres 1926 hinter sich ließ. der einstigen Kaiserstadt einen Welter-
Fast hatte dieseUraufführung denCharakter
folg schöpfen.‟
einer Demonstration für den deutschen
Film
Berliner Lokal-Anzeiger (Nr. 31):
Es ist ein Film herausgekonmen,
der weit über dem Durchschnitt steht, der
vielleieht das Beste ist, was die deutsche
Produktion in der letzten Zeit
heraus-
gebracht hat . . ."
Vorher: „An der schönen blauen Donau‟, Walzer von Johann Stranß
Dieses Werk wird aus dem Milieu
Deutsche Zeitung (Nr 246):
Man kann nur jedem raten, sich den
Film anzusehen, um vonHerzen froh zu sein‟
8 Uhr Abendblatt (Nr. 189):
„Ein Wiener Walzer-Film . . . . Das
Wiener Mädel — wer könnte es anders
sein als Lya Mara‟.
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Nummer 272
Der Flurſchütz.
Roman von Alfred Bock.
12)
(Nachdruck verboten)
Mittlerweile hatten ſie das Dorf erreicht. Der Sägmüller
blieb bei der Krone ſtehen und ſagte, er habe einen
mordsmäßi=
gen Durſt, auch gebe er ein Dippchen zum beſten. Der Flurſchitz
lehnte ab, er durfe die Zeit jetzt nicht verpaſſen, denn der
Bür=
germeiſter habe ihn beſtellt. Mit einem „Mach’s gut!” gingen
ſie auseinander. —
Der Bettelkaſpar ſchnopperte um des Flurſchützen Gehöft
herum. Sobald er ausſpioniert hatte, daß der Hausherr
ab=
weſend war und die Chriſtine in der Küche ſchaffte, machte er
ſich an das Mädchen heran.
„Chriſtine, mein Schätzchen, willſt du für einen armen
Hungerleider was tun?”
Chriſtine mochte den Strunzer nicht abweiſen und gab ihm
Speck und Brot. Kaſpar ſetzte ſofort ſeine Kauwerkzeuge in
Ve=
wegung und quatſchte dabei mit vollen Backen:
„Kein beſſer Leben iſt
Auf dieſer Welt zu denken,
Als wenn man ißt und trinkt
und läßt ſich gar nichts kränken.
Den Muffel hinunterſchluckend, bat er um ein Gläschen
Aepfelwein.
Chriſtine lachte.
„Heut wird nis verzapft.”
„Schad,” ſagte der Kaſpar, ſich auf einem Küchenſchemel
niederlaſſend, „hätt gern was zum Reden eingenommen.”
„Zum Reden?. Du Schelm!. Du brauchſt dein Mundſtick
nicht zu ſchmieren!“
„3 könnt” doch der Fall ſein, wo ich als Freiersmann
komm.”
„Als Freiersmann?”
Akrat zu dir.”
Sie dachte: der will ſich ein Späßchen machen, und ſetzte ſich
lächelnd in Poſitur.
Er nahm die Mütze ab und ſprach:
„Geſchrieben ſteht: es iſt nicht gut, daß der Menſch allein
ſei. Dadrüber hab ich die Tag” mit dem Katzenhannes
geſpro=
chen. Der hat ſeine, achtzehn Morgen Land, könnt Mädchen
haben, ſo viel er wollt. Letzt iſt ihm eine angetragen worden
aus Klingenrod — mit zehn Stück Vieh. Wann einer was hat,
ſpielt die Aelt keine Roll. Nu iſt der Hannes ein putziger
Menſch. Der ſitzt bei ſeinen Kätzerchen und denkt: kommt Zeit,
kommt Rat. Etz bin ich aber doch einmal hinter ihn gegangen
und hab ihn geherigd ausgehorcht. Ja, ſpricht er, wann dann
geheirat’ werden ſoll, die Chriſtine beim Flurſchütz, die wär mir
recht. No, ſprech ich, ſo viel ich das Mädchen kenn, die ſchlägt
eine gute Verſorgung nicht aus. Wann dir’s recht iſt, gehn ich
als Freiersmann. He ſagt ja. Etz bin ich da und ſprech: Der
Johannes Schäfer hält um dich an und ſteht dir bei in Kreuz
und Leid. Biſt du’s zufrieden, gilt der Verſpruch!”
Freitag, den 1. Oktober 1926
Seite 35
Selbſtgefällig ſetzte er ſeine Mütze wieder auf und vermeinte,
die Chriſtine ſpringe deckenhoch. Doch hatte er ſich ſtark
ver=
rechnet.
„Kaſpar,” ſagte ſie völlig gelaſſen, „du haſt gered’t ſo ſchön
wie einer, und der Katzenhannes hats gut im Sinn, aber es
batt’ nix, dann ich nehm ihn nicht.”
Der Kaſpar ſprang auf wie von der Tarantel geſtochen.
„Feuerjol. Biſt du bei Troſt?. Du in deiner Aermlichkeit
und dadegegen der wohlhäbige Mann?”
„Ich nehm ihn nicht,” beharrte ſie.
Nun ließ er alle Minen ſpringen wie ein echter
Freiers=
mann, es nützte nichts, das Mädchen blieb feſt.
Daß Bauer und Magd in die Ehe traten, hatte er etliche
Male in der Dorfſchaft erlebt. Dem Dienſtvolk galt das als
großes Glück. Daß der Bauer von der Magd einen Abweis
er=
hielt, ſprach allem ländlichen Herkommen Hohn.
Und der Kaſpar ſchwätzte ſich in die Wut, ohne auf das
Mädchen Eindruck zu machen. Wie er mitten im Randalieren
war, kam juſtement der Flurſchütz herein und ſagte verdutzt:
„Was geht dann hier vor?”
Chriſtine ſchwieg, der Freiersmann aber ſprach
zungen=
fertig:
„Ich bring der Chriſtine ein Malter Glück. Der
Katzen=
hannes hält um ſie an. Etz red ich mir die Lung aus dem Leib,
das Mädchen iſt köppiſch und will ihn nicht.”
„Wie iſt das, Chriſtine?” fragte der Flurſchütz=
Sie ſah mit vollem Blick zu ihm auf.
„Ich nehm den Katzenhannes nicht. Mir geht ja in meinem
Dienſt nis ab. Wann Ihr mich nicht fortſchickt, bleib ich bei
Euch.”
Der Flurſchütz wandte ſich an den Kaſpar
No weißt du’s und kannſt dein Gepappel ſparen.”
Der Freiersmann ſchlug eine Lache auf.
„Etz geht mir ein Licht auf. Daniel, hab acht. Die Chriſtine
iſt geckig, die ſpitzt ſich auf dich!”
Kaum, daß dem Hämiſchen das Wort entſchlüpft, ſo faßte
ihn der Flurſchütz unſanft beim Kragen und ſetzte ihn vor die
Tür.
Chriſtine nahm ihre Arbeit wieder auf, ſie zitterte wie
Eſpenlaub. Ihr war’s, als müſſe die Laſt herunter, die ihr ſo
ſchwver auf dem Herzen lag. Ein paar winzige Wörtchen, und
es war heraus. Herrgott nur einmal frei atmen können. Wie
wohl wär einem da, wie leicht! Es hämmerte in ihren Schläfen.
Nur ein paar Wörtchen, und es war heraus. Ja war’s denn
wirklich ſchon an der Zeit?. Der Jakob trieb ſich draußen herun,
niemand wußte, wo er verblieben war. Ob er wiederkam, das
ſtand dahin. und wenn ſie dem Flurſchütz jetzt alles geſtand?
Gewiß, er war ein grundguter Mann, aber der Jähzorn ſteckte
in ſeinem Geblüt. Ja, wenn man ſo durch einen durchgucken
könnte. Er hatte ſo viel verſchlucken müſſen. Würde er auch
den neuen Schlag verwinden? Vielleicht, daß er perſöhnlich
war. Vielleicht, daß er ſie von ſich ſtieß. Nur ein paar
Wört=
chen, und alles war hin.
Jetzt trat der Flurſchütz auf ſie zu.
„Was der Kaſpar, der Faxenmacher, dir anhängen will, das
braucht dich gottseben nicht zu ſchenieren. Bis dahin ſein ich
gut mit dir auskommen. Dernachert mag trätſchen, wer trätſchen
will!”
Sie hantierte emſig weiter — und ſchwieg.
Zehn, ihr Leut!” rief mit ſchnarrender Stimme der lange
Schorſch, der Nachtwächter zu Eſchenrod. Darauf tutete er
zehn=
mal in ſein Horn. Ein fernes Echo gab die langgezogenen Töne
zurück. Alles lag in tiefſtem Schlaf, nach harter Arbeit brauchte
der Körper Ruhe.
Zur ſelbigen Stund verließ der Flurſchütz ſeine Behauſung
und trat ſeinen nächtlichen Rundgang an. Während der guten
Jahreszeit hatte er mindeſtens einmal in der Woche ſein Revier
zu begehn, und er befolgte genau ſeine Inſtruktion.
Unweit der Kirche kam ihm der lange Schorſch entgegen.
„Daniel, weißt ſchon?”
„Was?”
„Der Hobach iſt aus dem Käſtchen kommen.”
„Sind dann dem ſeine drei Monat ſchon um?
„Freilich.”
„Die Zeit vergeht, man weiß nicht wie."
„He ſieht gottserbärmlich aus.”
„Ja, das macht die Stockhausluft.”
Der Wächter trat nah an den Flurſchüitz heran.
„Was ich ſagen wollt, Daniel, nehm dich in acht. Der Juſtus
hats auf dich gepackt.
Der Flurſchütz faßte den Knotenſtock feſter und ſprach
ge=
laſſen:
Ich fürcht mich nicht.”
Er bot dem langen Schorſch die Zeit und ſchritt der freien
Feldmark zu.
Ueber dem Geiersberg ſtieg der Mond empor und ſtreute
ſein Silber auf das Gelände. Rings Blütenſchnee und
Wohl=
geruch. Da atmete man noch einmal ſo tief und fühlte innerſt
die Kräftigkeit, die aus Millionen Keimen drang.
Wenn man jung war, ſah man nur obenhin, wie ſchön unſer
Herrgott die Welt gemacht, und dachte, das bleibt dir ewig lang.
Ja, fehlgeſchoſſen, lieber Kumtan! Jahr um Jahr flog
pfeil=
ſchnell dahin, und guckte man rechts und links ſich um, war ſchon
die halbe Kameradſchaft fort, und was noch am Leben, war
mahrenteils mürb. Kurios!. Man hatte doch auch was auf dem
Buckel und merkte noch nichts von Hinfälligkeit.
Er reckte ſich unwillkürlich empor. Er kam halt von einer
ge=
funden Art. Die trotzte ſtämmig Prall und Stoß.
Was konnte am Ende das Quengeln helfen? Man tat ſein
Mannwerk ohne Scheu und war zufrieden mit ſeinem Brot.
Er hatte ſich auch über nichts zu beſchweren, ſeit ihm die
Chriſtine die Wirtſchaft führte. Die war eine Schanzern, nicht
zu beſchreiben. In aller Herrgottsfrühe auf den Beinen,
ſchur=
gelte ſie bis in die Nacht. 8 war eine Freude, ihr zuzugucken.
Nur blickte ſie manchmal ſo trübetroſtig drein. Ja, ja, das Kind!
Sie hatte eben auch ihr Herzgeſpan. Das war unter den
Mäder=
chen ganz verſchieden, die eine nahm ſo was auf die leichte Achſel,
die andre kam nicht darüber hinweg.
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 36
Nummer 272
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