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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 266
Samstag, den 25. September 1926. 189. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchticher Beltreibung ſällt ſeder
Rabatt weg. Banklonto‟ Deutſche Bani und Darm
ſtädte: und Natioralbank.
Das Ergebnis des Miniſterrates.
(Einſtimmige und grundſätzliche
Billigung der Verhandlungen
Dr. Streſemanns.
Die Fortſetzung der deutſch=franzöſiſchen
Aus=
ſprache gegeben.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Das Reichskabinett, das am Freitag vormittag zur Beratung
über den Bericht des Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann
zu=
ſammengetreten war, iſt verhältnismäßig raſch zu einem
Ergeb=
nis gekommen. Es brauchte und konnte keine andere Entſcheidung
treffen, ſondern mußte ſich darauf beſchränken, die Möglichkeiten
zum Weiterſpinnen der Fäden zu geben. Es hat grundſätzlich
ſeine Zuſtimmung zu den Zielen ausgeſprochen, die der
Reichs=
außenminiſter in der Beſprechung mit Herrn Briand entwickelt
hat. Für die weitere Vorbereitung der diplomatiſchen
Aus=
ſprache iſt ein Ausſchuß eingeſetzt worden, dem die Miniſter der
Finanzen, der Wirtſchaft und des Aeußeren angehören. Er wird
nun alle Fragen wirtſchaftlicher, finanzieller und politiſcher
Na=
tur mit ſeinen Referenten genau durcharbeiten, die in den
bevor=
ſtehenden deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen erörtert werden
müſſen. Herr Dr. Streſemann hat noch am Freitag dem
fran=
zöſiſchen Geſchäftsträger in Berlin von dem Ausgang der
Kabi=
nettsberatung Kenntnis gegeben mit dem Hinzufügen, daß jetzt
die Vorausſetzung für die Fortſetzung der Ausſprache gegeben
ſei. Vermutlich wird alſo auch Briand in den nächſten Tagen
nach Paris zurückkehren und das weitere veranlaſſen.
Dr. Streſemann hat im Kabinettsrat darauf hingewieſen,
daß jeder voreilige Optimismus nur ſchaden könne. Je nüchterner
und ſachlicher auf beiden Seiten die Probleme aufgefaßt würden,
deſto raſcher wäre vielleicht ein Ergebnis möglich. Er hat
aller=
dings keinen Zweifel darüber gelaſſen, daß er perſönlich trotz
mancher Rückſchläge, die hätten bedenklich ſtimmen können, in
die ehrlichen Abſichten Briands volles Vertrauen ſetze. Das Ziel
ſeiner Politik hat er dahin formuliert, auf einen Akkord
hinzu=
arbeiten, der die Locarnoverträge durch den Willen zum
natio=
nalen Frieden am Rhein ergänzt und der eine Zuſammenarbeit
zwiſchen Deutſchland und Frankreich vorbereitet. Iſt einmal der
deutſch=franzöſiſche Gegenſatz aus der Welt geſchaffen, was wohl
noch Monate dauern kann, dann wäre auch der Weg zur
Ver=
ſtändigung nach anderen Richtungen frei. Gegenüber den gerade
jetzt aus England und Frankreich kommenden Behauptungen, daß
als Ergebnis eines ſolchen Ausgleiches neue finanzielle
Belaſtun=
gen Deutſchlands zu erwarten ſeien, die in den Angaben zwiſchen
zwei und acht Milliarden ſchwanken, brauchte er eigentlich kaum
feſtzuſtellen, daß es ſich um keinerlei Neubelaſtung Deutſchlands
handelt, ſondern nur darum, durch Lockerung der Schutzklauſel
Möglichkeiten auszubauen, die jetzt ſchon im Dawesplan gegeben
ſind. Wie weit wir auf deutſcher Seite ohne Verletzung
irgend=
welcher lebenswichtiger Intereſſen gehen können, dazu iſt eben
jetzt der kleine miniſterielle Ausſchuß eingeſetzt, der die möglichen
Zugeſtändniſſe auf Grund unſerer Wirtſchafts= und Finanzlage
überprüfen ſoll. Da auch ſchon aus den Sicherungen des
Dawes=
planes heraus die Verhandlungen nicht allein zwiſchen
Deutſch=
land und Frankreich abgeſchloſſen werden können, ſondern die
Zuſtimmung der anderen Garantiemächte erforderlich iſt, ergibt
ſich auch aus dieſem Geſichtspunkte, daß die Dauer der
Einzel=
beratung nach Monaten zu bemeſſen ſein wird.
Sehr ausführlich war auch der Bericht des Außenminiſters
im Kabinett über
die Stellung Deutſchlands im Völkerbund.
Er hat es bedauert, daß er nicht bis zum Schluß der Tagung
in Genf bleiben konnte. Er habe ſich aber für verpflichtet
ge=
halten, nachdem der franzöſiſche Kabinettsbeſchluß vorlag, keine
Zeit mehr zu verlieren. Die Eindrücke, die der Miniſter aus
Genf mitgebracht hat, unterſcheiden ſich doch in manchen
Einzel=
heiten von dem Bild, das früher bei uns im allgemeinen über
die Beratung des Völkerbundes beſtand. Es hat ſich gezeigt, daß
die Vorherrſchaft der Mächtekonzerne innerhalb der
Völkerbunds=
verſammlung keineswegs unbeſtritten iſt. Es hat ſich aber auch
gezeigt, daß neben dem Völkerbund Möglichkeiten zu Ausſprachen
auch über Fragen gegeben ſind, die nicht zu der Kompetenz des
Bundes gehören. Sehr befriedigt iſt der Miniſter von den
Er=
fahrungen, die er bei der Mitarbeit der Parlamentarier gemacht
hat. Er hat dem Kabinett den Vorſchlag gemacht, dieſe Politik
fortzuſetzen und auszudehnen, ſo daß auch künftig
Parlamen=
tärier aller Parteien den Delegationen beigegeben werden. Sie
haben größere Bewegungsfreiheit gehabt, als die Delegierten
ſelbſt, ſo daß je nach ihrer parteipolitiſchen Einſtellung zu den
katholiſchen oder ſozialiſtiſchen Kreiſen die Brücke geſchlagen
wer=
den konnte, und wenn auch in den Vorberatungen der Delegation
beſtimmte Meinungsverſchiedenheiten zu überwinden waren, ſo
hat es doch nie einen Mißklang gegeben. Jeder Beſchluß iſt
ein=
ſtimmig gefaßt worden. Auch der Beſchluß, der die deutſche
Stimme für den polniſchen Ratsſitz feſtlegte, wobei freilich gerade
hier die Einſchränkung gemacht werden kann, daß doch vielleicht
auch die Parlamentarier eben wegen ihrer Beziehungen zu
be=
ſtimmten Kreiſen der Stimmungsmache in Genf, ſehr leicht er=
Liegen..
Das amtliche Communigué.
Berlin, 24. September.
In der heutigen unter dem Vorſitz des Reichskanzlers
Dr. Marx abgehaltenen Sitzung des Reichskabinetts erſtattete
der Reichsminiſter des Auswärtigen Dr. Streſemann
Be=
richt über die Tätigkeit der deutſchen Delegation in der
Völker=
bundsverſammlung in Genf. Das Kabinett ſtimmte der
Haltung der deutſchen Vertretung zu und ſprach
dem Reichsminiſter Dr. Streſemann; ſowie,den
übrigen Mitgliedern der Delegation für die
geleiſtete Arbeit ſeinen Dank aus. — Anſchließend
berichtete Dr. Streſemann über den Inhalt ſeiner
Verhand=
lungen mit dem franzöſiſchen Miniſter des Auswärtigen, Briand,
zur Frage des deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs.
Das Kabinett billigte einſtimmig und
grund=
ſätzlich dieſe Verhandlungen, zu deren Weiterführung ein aus
den in Betracht kommenden Reſſortminiſtern beſtehender
Aus=
ſchuß gebildet wurde, der dem Kabinett demnächſt Bericht
erſtatten ſoll.
Der miniſierielle Ausſchuß.
Der in der heutigen Sitzung des Miniſterrats eingeſetzte
miniſterielle Ausſchuß beſteht, wie man hört, aus dem
Reichs=
außenminiſter, dem Reichswirtſchaftsminiſter und dem
Reichs=
finanzminiſter. Dieſer Ausſchuß wird die Fragen vorzuberaten
haben, die für die Fortſetzung der in Thoiry begonnenen und in
Ausſicht genommenen Verhandlungen beſonders in Betracht
kommen. Von der einmütigen Zuſtimmung des Reichskabinetts
zur Fortſetzung dieſer Verhandlungen iſt dem franzöſiſchen
Ge=
ſchäftsträger Mitteilung gemacht worden, und die Angelegenheit
iſt damit in die Bahn politiſcher Erledigung geleitet. Die
Ein=
berufung des Auswärtigen Ausſchuſſes des Reichstages erfolgt
erſt, wenn die Delegation vollzählig aus Genf zurückgekehrt iſt.
* Der Fall Dorpmüller.
Die Beſtätigung des Generaldirektors der Deutſchen
Reichs=
bahngeſellſchaft harrk nun ſchon ſeit Wochen ihrer Erledigung.
Nach den letzten Beſprechungen zwiſchen dem Reichskanzler und
Herrn von Siemens vom Verwaltungsrat war die ganze
Ange=
legenheit vorläufig einmal für die Sommermonate zu den Akten
gelegt worden. Jetzt hat ſich die Reichsregierung wieder mit der
Frage der Beſtätigung beſchäftigt. Am Freitag fanden zwiſchen
dem Reichskanzler und den zuſtändigen Reſſorts Beſprechungen
ſtatt, die aber vorläufig noch zu keinem Ergebnis geführt haben.
Es iſt lediglich noch einmal der ganze Fragenkomplex
durchge=
ſprochen worden, der mit der Beſtätigung Dorpmüllers
zuſam=
menhängt. Vermutlich wird nun ſchon in den nächſten Tagen
irgend etwas Poſitives nach der einen oder anderen Richtung
hin in dieſer Sache geſchehen.
Empfang Reinholds bei Jangugs.
EP. San Sebaſtian, 24. Sept.
Der deutſche Finanzminiſter Dr. Reinhold ſtattete geſtern in
Begleitung des deutſchen Botſchafters dem ſpaniſchen
Außen=
miniſter Yanguas einen Beſuch ab. In einer Mitteilung an die
Vertreter der Preſſe erklärte Yanguas, Dr. Reinhold habe ihm
das Bedauern ausgedrückt, das der Rückzug Spaniens aus dem
Völkerbund in Deutſchland ausgelöſt habe. Heute morgen war
der deutſche Finanzminiſter von Yanguas zu einem Frühſtück
geladen. Dr. Reinhold wird ſich an den Königlichen Hof
bege=
ben und dort bis zum 3. oder 4. Oktober bleiben.
Aufhebung des ruſſiſchen
Außenhandelsmonopols.
Erleichterung des Rußland=Geſchäftes.
Nach einer Information des Oſt=Aſien=Dienſtes hat die
Mos=
kauer Regierung das ruſſiſche Außenhandelsmonopol einer
durch=
greifenden Umgeſtaltung unterzogen, die namentlich für die
deutſche, mit Rußland Handel treibende Wirtſchaft von ganz
außerordentlicher Bedeutung iſt. In Zukunft können ſämtliche
bedeutende ruſſiſche Genoſſenſchaften direkt mit dem Ausland
Handelsverbindungen aufnehmen, ſind alſo nicht mehr von der
Berliner Handelsvertretung und auch nicht von der Moskauer
Regierung abhängig. Dadurch wird es in Zukunft wohl leichter
werden, mit Rußland ins Geſchäft zu kommen. Vor allem hat
der direkte Handel unter Ausſchaltung der Handelsvertretung
den Vorteil, daß die Genoſſenſchaften nur das kaufen und
ver=
kaufen können, was ſie für nötig erachten, während es bisher ſo
war, daß die Handelsvertretungen, bzw. die ruſſiſche Zentralſtelle
ſich jedesmal ſtörend einſchaltete und den Warenaustauſch nicht
nur erſchwerte, ſondern ſogar vielfach unmöglich machte. Ob
dieſe Maßnahme als Schritt zur allmählichen Freigabe des
ſelbſtändigen ruſſiſchen Handels anzuſehen iſt, bleibt abzuwarten.
Ihre Bedeutung iſt jedenfalls nicht zu unterſchätzen.
Wie der „Aſien=Oſteuropa=Dienſt” aus Berliner Sowjetkreiſen hört,
iſt das ruſſiſche Handelskommiſſariat mit ſeinem Leiter Nikojan ſoeben
dem höchſten volkswirtſchaftlichen Rat der Sowjetunion unterſtellt
wor=
den. Es iſt damit Hilfsapparat, der höchſten Wirtſchaftsbehörde der
Sowjets geworden, an deren Spitze Kuibyſchew ſteht. Von ihm wird in
Zukunft der Arbeitsplan des Handelskommiſſariats feſtgelegt und
kon=
trolliert. Damit iſt der alte Plan Dſerſhinſkis, den er noch kurz vor
ſeinem Tode der Parteikonferenz ſo dringend empfahl, nunmehr
ver=
wirklicht worden. Gleichzeitig erhielten folgende ruſſiſche
Handelsorga=
niſationen das Recht, ohne Vermittelung der Handelsvertretungen ihre
Erzeugniſſe ins Ausland zu exportieren und im Ausland Waren
anzu=
kaufen: Der allukrainiſche Genoſſenſchaftsverband, der allruſſiſche
Ge=
noſſenſchaftsverband, der Genoſſenſchaftsverhand des fernen Oſtens, der
allruſſiſche landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsverband, die zentrale
Flächenhandelsſtelle. In Verbindung damit nehmen die
Handelsvertre=
tungen in Paris und London eine Verminderung ihres
Perſonal=
beſtandes vor.
Die deutſch=franzöſiſche
Aus=
einanderſetzung.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 22. September.
Die ganze Zeitſpanne ſeit dem Eintritt Deutſchlands in den
Völkerbund iſt durch die Zuſammenkunft in Thoiry beherrſcht.
Sie iſt geradezu zum Prüfſtein der geſamten franzöſiſchen Innen=
und Außenpolitik geworden. Trotzdem oder auch gerade
des=
wegen wurde aber die Neugierde Europas — es handelte ſich
allerdings dabei auch um mehr als bloße Neugierde — auf eine
harte Probe geſtellt. In Paris war die Stimmung beſonders
unſicher. Gerüchte jagten einander, an denen oft zu merken war,
daß ſie für die Börſe beſtimmt waren. Sie haben auch ihre
un=
angenehme Wirkung dort nicht verfehlt. In den Hainen der
Innenpolitik ließ ſich eine peinliche Stimmung feſtſtellen. Auf
der einen Seite war man — wie vom erſten Augenblick an —
um die Poſition Briands beſorgt, andererſeits wieder verurteilt
die Rechte aufs entſchiedenſte die Ergebniſſe der Verhandlungen
von Thoiry, bevor ihr davon noch das geringſte bekannt war.
Der von der ganzen Welt mit ſo viel Applaus unterſtützten und
angeblich herbeigeſehnten deutſch=franzöſiſchen Verſtändigung
wurde übrigens nach Thoiry nicht nur in den franzöſiſchen
Rechts=
kreiſen dieſer Empfang zuteil. In New York, in London, in
Rom und gewiß auch noch an anderen Punkten hat die Nachricht
von einem deutſch=franzöſiſchen Annäherungsverſuch von
unbe=
ſtimmten Ausmaßen eher Verſtimmung und Unruhe als Freude
ausgelöſt. Dies verdient zunächſt feſtgehalten zu werden. „L’Echo
de Paris” und andere franzöſiſche Blätter haben ihren Leſern
einen hübſchen Strauß aus dieſen ungünſtigen oder bitterſüßen
internationalen Kommentaren vorgelegt, und Briand wurde mit
einer ſolchen Heftigkeit bekämpft, wie man es bisher nicht
ge=
wohnt war.
Von welcher Seite man auch die Sache betrachtet, die
Zu=
ſammenkunft in Thoiry hat eine ſenſationelle Wirkung
aus=
geübt. Vergebens waren die berechtigten Mahnungen zur
Nüch=
ternheit, man erwartete vom erſten Augenblick an ſo etwas wie
eine dynamiſche Entladung.
Es gibt tatſächlich ſehr viele Fragen zu löſen, die
Konſe=
quenzen einer engeren Zuſammenarbeit zwiſchen Deutſchland
und Frankreich ſind ſchier unüberſehbar, aber bis wirklich
irgend=
wie weitergehende Vereinbarungen gutgeheißen und verwirklicht
werden, pflegt es gewöhnlich reichlich lange zu dauern. Es
er=
geben ſich auch ſtets neue praktiſche Schwierigkeiten, ſchon deshalb,
weil nichts auf der Welt reſtlos durchdacht und durchberaten
werden kann. Die wirtſchaftlichen, finanziellen und politiſchen
Probleme reifen langſam ihrer Wirkung entgegen, die Frage iſt
nur, inwieweit Briand in ſeiner Arbeit gehemmt wird.
Die ſchlimmſte Oppoſition im Kabinettsrat hat man von
Louis Marin erwartet. In ihm erblickt man neuerdings
den prädeſtinierten Führer der Rechten, und angeblich ſoll er
auch bei den nächſten Wahlen außerordentlich gute Ausſichten
haben. Jedenfalls ſitzt er in der Kammer und noch mehr im
Parteileben ſehr feſt und ſoll angeblich in gewiſſen Punkten dem
ganzen Kabinett Trotz bieten. Man ſprach auch neuerdings von
ſeinem eventuellen Austritt aus dem Kabinett bei dem
Zu=
ſammentritt der Kammer und bei dieſer Gelegenheit auch von
einer teilweiſen Umgeſtaltung des Kabinetts. Gewiſſe
Gegen=
ſätze werden nämlich ſchon ofſen zugegeben. Immerhin iſt dieſe
Einſtellung zu den Dingen etwas einſeitig, ſowohl was Louis
Marin, als auch was die zukünftige Kriſe betrifft. Denn in der
gleichen Zeit kolportiert man das Gerücht, daß die Kammer erſt
im November zuſammentreten würde. Und das ſoll nicht nur
mit Rückſicht auf die Meinungsverſchiedenheiten im Kabinett
ge=
ſchehen, ſondern auch wegen der interalliierten
Schul=
den. Die amerikaniſchen Wahlen werden bekanntlich auch im
November ſtattfinden, und im weſentlichen ſoll ſich die Agitation
ſchon jetzt um die Stellungnahme den interalliierten Schulden
gegenüber drehen. Es handelte ſich alſo für Frankreich darum,
bei der Ratifizierung der Schuldenabkommen Zeit zu gewinnen.
Deshalb wurde auch das Gerücht lanciert, daß die Abkommen
erſt nach der Vollziehung der deutſch=
franzö=
ſiſchen Verſtändigung — darin iſt eine Anſpielung auf
die Mobiliſierung der Eiſenbahnobligationen
enthalten — ratifiziert würden. Jedenfalls, wann auch die
Kammer zufammentreten wird, die Reihe kommt zuerſt an die
Wahlreform, einen Gegenſtand, welcher wahrſcheinlich ſehr
eindringlich beſprochen werden wird. Poincaré hält da etliche
Trümpfe in der Hand. Die Wahlreform würde eine Erhöhung
der Zahl der Sitze in der Kammer bedeuten, und bei dieſer
Ge=
legenheit läßt ſich dem Kartell eine ſehr unangenehme Oppoſition
machen. Um ſo mehr, da Poincaré ſelbſt in dieſen Fragen keinen
prinzipiellen Standpunkt verficht und vollkommene
Bewegungs=
freiheit beſitzt. Jede innenpolitiſche Auseinanderſetzung läßt
ſich alſo auf dieſem Gebiet ſehr bequem austragen.
In Punkto Außenpolitik — bei der Art der Durchführung
der Beſprechungen von Thoiry ſtellt man ſich als das ſchwierigſte
eine eventuelle Löſung der Frage Eupen=Malmedy vor — ſoll
ſich der Streit mehr um das Tempo und um Einzelheiten der
deutſch=franzöſiſchen Annäherung als um die prinzipielle Frage
drehen. Das gibt aber noch keineswegs Anlaß zu einem
unbe=
dingten Optimismus, ebenſowenig wie das ziemlich wenig
be=
ſagende Communiqué über die letzte Sitzung des Miniſterrates.
Damit, daß dieſer Miniſterrat ſchon ſenſationelle Ergebniſſe
zei=
tigen würde, hatte man in hieſigen politiſchen Kreiſen nicht
gerechnet. Trotzdem atmen jetzt viele erleichtert auf, da die
An=
näherung an Deutſchland ja unſtreitig das wichtigſte
außenpoli=
tiſche Problem darſtellt. Dabei iſt aber noch keineswegs
voraus=
zuſehen, welche Schwierigkeiten ſich noch ergeben können. In
dieſem Zuſammenhang iſt es wichtig, feſtzuſtellen, daß es ſich ja
im Augenblick durchaus nicht um die Frage handelt, ob die
zwiſchen Deutſchland und Frankreich ſchwebenden Fragen
berei=
nigt werden ſollen oder nicht, d. h. ob eine Annäherung der
bei=
den Länder in der grundſätzlichen Linie der franzöſiſchen Politik
liegt, ſondern für die franzöſiſche Politik und für den
fran=
zöſiſchen Miniſterrat handelt es ſich um die Ausmaße und
das Tempo, in welchem eine Annäherung an Deutſchland
Seite 2
Gamstag, den 2.5. Geptember 1926
Nummer 266
durchgeführt werden ſoll. Die bloße Tatſache, daß der
Miniſter=
rat die von Briand unternommenen Schritte billigte, iſt daher
noch keineswegs von entſcheidender Bedeutung, ſie war vielmehr
— wenn man von der eigenartigen Zuſammenſetzung des
Kabi=
netts abſieht — eine Selbſtverſtändlichkeit. Bedeutſam aber iſt
es, daß all die Kreiſe, welche Briands Politik gutheißen,
voll=
kommen befriedigt ſind. Ueberall werden die Perſpektiven und
Möglichkeiten einer deutſch=franzöſiſchen Zuſammenarbeit
er=
wogen, aber keineswegs überall im günſtigen Sinne. Es gehört
zur Eigenart der Franzoſen, die Dinge ſtets auf die Spitze zu
treiben und formell bis zu den letzten Folgerungen zu gehen.
Objektivität iſt eine Eigenſchaft, durch die ſich der Franzoſe
be=
ſonders wenig auszeichnet. Das muß man wiſſen, um die jetzige
Stimmung in Paris verſtehen zu können.
Die franzöſiſche Oeffentlichkeit — und dies berührt ebenfalls
Briands Poſition — beunruhigt ſich ſehr wegen der Spannung
mit Italien. Das Intereſſe iſt zwar augenblicklich nach dem
Rhein und nicht nach dem Mittelmeer gewendet, aber es iſt nicht
ausgeſchloſſen, daß die jetzige Verſtimmung mit Italien
tiefgehender iſt, als allgemeine Verſtimmungen, welche periodiſch
zwiſchen Italien und ſeinen Nachbarn ſeit den Anfängen des
Fascismus zu entſtehen pflegen. Es kam zu ſehr unangenehmen
Zwiſchenfällen, und es wurde die — übrigens prompt
demen=
tierte — Nachricht verbreitet, daß Frankreich den militäriſchen Schutz
der Grenzen verſtärke. Das charakteriſiert vollſtändig die Lage.
Und da man franzöſiſcherſeits ſehr viele kleine Beſchwerden gegen
das fasciſtiſche Italien hat — ſo zum Beiſpiel wird Korſika
auf einigen italieniſchen Landkarten und nicht nur dort als
Italien gehörend bezeichnet —, ſo läßt ſich die
Mißſtim=
mung nicht leicht überwinden. Briand aber iſt es, den man
für die Außenpolitik des Landes verantwortlich macht!
Die Lage in China.
Vor Unruhen in Schanghai. — Anſtatt
Bogkott hohe Einfuhrzölle.
* London, 24. September. (Priv.=Tel.)
Wie aus Hongkong gemeldet wird, hat die
Kanton=
regierung den Boykott engliſcher Waren tatſächlich
aufgehoben, dafür aber für fremde Waren hohe
Ein=
fuhrzölle feſtgeſetzt, ſo daß der Handel zwiſchen Hongkong
und Kanton von neuem bedroht iſt.
Die Geſamtlage in China ſpitzt ſich immer mehr zu. Die
engliſchen Drohungen mit einer großen Flottendemonſtration in
den chineſiſchen Gewäſſern, die auf die Kantonarmee
einſchüch=
ternd wirken ſollten, haben ganz das Gegenteil erreicht. Hinter
dem Rücken der Sunchuanfang=Truppen haben ſich kommuniſtiſche
Freiſcharen gebildet, die den Rückzugslinien des Generals nach
Schanghai äußerſt gefährlich werden. In Schanghai ſelbſt iſt
die fremdenfeindliche Stimmung der Arbeiter und Studenten bis
zur Siedehitze geſtiegen. Man hat die blutigen Maiereigniſſe des
Vorjahres nicht vergeſſen, und jede Nachricht vom Vorrücken der
Kantontruppen wird in der Stadt begeiſtert begrüßt. Das
inter=
nationale Freiwilligenkorps in Schanghai ſteht in höchſter
Alarm=
bereitſchaft, da beim weiteren Vorrücken der Kantonarmee ein
Arbeiter= und Studentenaufſtand befürchtet wird. Von Wupeifu
hört man ſo wenig wie von Tſchangtſolin, der ſich auf die
Ver=
teidigung Pekings einzurichten ſcheint. Feſt ſteht jedoch, daß
nach dem Verluſt der ganzen Provinz Honan und dem
flucht=
artigen Rückzug der Truppen Wupeifus von einer Armee
Wu=
peifu nicht mehr die Rede ſein kann. Die wenigen Regimenter,
die dem Marſchall treu geblieben ſind, haben ſich nach Peking
durchzuſchlagen verſucht, um unter Tſchangtſolins Fahnen
weiter=
zukämpfen.
Die engliſche Bergbaukriſe.
EP. London, 24. September.
Ueber die heutige Sitzung des engliſchen Kabinetts, die ſich mit der
Lage im engliſchen Bergarbeiterſtreik und mit der zu Beginn kommender
Woche im Ober= und Unterhaus abzugebenden Regierungserklärung
befaßt, wurde von des Downing Straat eine Mitteilung noch nicht
aus=
gegeben. Man glaubt jedoch zu wiſſen, daß die Miniſter einſtimmig die
Anſicht vertraten, die letzten Vorſchläge der Bergarbeiter könnten eine
ſolide Verhandlungsgundlage nicht bilden und es beſtehe daher wenig
Ausſicht für Baldwin, die Drei=Parteien=Konferenz zuſtande zu bringen.
Mehvere Grubenbeſitzer erklärten heute, ſie würden lieber ihre
Gruben auf unbeſtimmte Zeit ſchließen, als ein nationales Abkommen
unterzeichnen. Man hofft in Kreiſen der Arbeitgeber, daß am Montag
mehr Arbeiter als bisher zur Wiederaufnahme der Arbeit erſcheinen
werden. Gegenwärtig wird die Zahl derfenigen Bergarbeiter, die die
Arbeit wieder aufgenommen haben, mit über 100 000 angegeben. Unter
allen Umſtänden rechnet man allgemein mit ſtürmiſchen Debatten in der
Montag= und Dienstagſitzung des Unterhauſes. Es kann aber kein
Zweifel darüber beſtehen, daß, ſelbſt wenn Macdonald und Lloyd George
die Regierung angreifen, der Ausnahmezuſtand zum fünften Male
ver=
längert werden wird,
Eine Vogelſtudie.
Von Waldvogel.
II.
Viel ſeltener als der Buſſard ſind Hühnerhabicht und
Sper=
ber zu beobachten, zumal der Jäger dieſe beiden nicht gerne
allzu häufig in ſeinem Revier ſieht, beſonders dann nicht, wenn
dasſelbe mit Hühnern und Faſanen bevölkert iſt. Denn gerade
dieſem Flugwilde fügt beſonders der Hühnerhabicht oft großen
Schaden zu, und dies deſto mehr, je weniger Deckung dieſes
Wild in den von Buſch und Geſtrüpp entblößten Feldern und
Wieſen findet. Darum iſt es ſehr bedauerlich, daß auf unſeren
Fluren Hecken und Dorngeſtrüpp faſt nicht mehr zu ſehen ſind
und unſere Felder nackt und kahl daliegen. Abgeſehen davon,
daß dadurch das geſamte Landſchaftsbild an Schönheit und
Harmonie verliert, hat man auch die natürlichen Schutzſtätten
unſeren befiederten Freunden genommen und ſie ihren Feinden
viel mehr preisgegeben wie früher. Gerade die mit
Dorn=
geſtrüpp bewachſenen Raine, Weg= und Bachränder bieten
unſe=
ren Vögeln natürlichen Schutz und geeignete Niſigelegenheit.
Ich möchte hier gerade die Landwirtſchaft treibende Bevölkerung
bitten, den Vögeln durch Stehenlaſſen von Hecken und
derglei=
chen an wenig ertragreichen Stellen ihres Grundbeſitzes
Niſt=
ſtätten und Schutz zu ſchaffen, da der Nutzen unſerer Vogelwelt
durch Vertilgen vieler ſchädlicher Inſekten hinreichend bekannt
ſein dürfte. Auch das Rebhuhn lebt hauptſächlich von
Unkraut=
ſamen. Vielleicht iſt durch Aufklärung und perſönliche
Einwir=
kung bei vielen Landwirten bezüglich des Schadens durch die
reſtloſe Entſernung jeglichen Buſchwerks mehr zu erreichen als
durch manch antliche Verfügung, die zwar in den Gemeinden
bekannt gegeben, aber nicht befolgt wird.
Während wir, wie ſchon eingangs bemerkt, den kreiſenden
Buſſard ziemlich häufig ſehen können, gelingt uns dies bei dem
verſchlagenen Hühnerhabicht ſeltener. Der oben aſchgrau, an der
Unterſeite weiß mit ſchwärzlichen Querwellen gezeichnete Vogel
— das Weibchen iſt an der Oberſeite mehr braun, an der
Unter=
ſeite rotgelb gefärbt — hat einen ziemlich langen Stoß
(Schwanz) mit 5 Querbinden und weißlicher Spitze. Die kurzen
ſpitzen Flügel reichen nur bis zur Schwanzmitte, befähigen
jedoch den Vogel zu äußerſt raſchem und gewandtem Fluge,
Einſt war ich an einem herrlichen Spätſommerabend
hinaus=
gepilgert, um nach einem Geſperre (Kette) Faſanen zu ſehen,
das allabendlich auf einen noch nicht umgepflügten Stoppelacker
lief und die ausgefallenen Körner auflas, was auch am
frag=
lichen Abend der Fall war. Lange Schatten warfen die Büſche
der Dickung, und die rote Sonne verſank hinter den Wäldern.
Emſig ſuchten die Faſanen, unter denen ſich bereits geſchilderte
Hähne befanden, auf dem Acker hin und her
Vom Tage.
Der Reichsrat genehmigte geſtern die Verordnung der
Reichs=
regierung über vorläufige Anwendung des vorläufigen
Handelsaokom=
mens mit Finnland und damit zugleich den Vertrag mit Finnland.
Bayern enthielt ſich der Stimme.
Der Reichspräſident nahm geſtern vormittag den Vortrag
des Reichskanzlers entgegen und empfing ſpäter den Botſchafter
beim Quirmal, Freiherrn v. Neurath.
Der belgiſche Miniſterrat hat die Erhöhung der
Eiſen=
bahngütertarife bis zu 25 Prozent genehmigt. Die Erhöhung
wird am 1. Oktober in Kraft treten.
Der franzöſiſche Franc hat einen Teil der vortägigen
Kursſteigerung wieder eingebüßt. Das Pfund Sterling
ſetzte mit 175,50 ein, der Dollar mit 36,15.
Der König der Hedſchas, Ibn Saud, iſt geſtern in Begleitung
ſeines Sohnes in London angekommen.
Das engliſche Grubenminiſterium teilt mit, daß bis geſtern 81 173
Grubenarbeiter die Arbeit wieder aufgenommen
haben, d. h. ungefähr 10 000 mehr als in der letzten Woche.
Zwiſchen Oeſterreich und der Tſchechoſlowakei ſind
tiefgehende Differenzen entſtanden. Die tſchechiſche
Regie=
rung hat wiederholt neue Handelsvertragsverhandlungen mit Oeſterreich
hinausgeſchoben, um möglichſt lange den gegenwärtigen Vertragszuſtand
feſtzuhalten. Von öſterreichiſcher Seite beſteht nun die Abſicht, den
öſterreichiſch=tſchechoſlowakiſchen Handelsvertrag zu kündigen.
Wie aus Wilna gemeldet wird, iſt dort eine große, zugunſten
Rußlands arbeitende Spionageorganiſation, die in den
weſtlichen Gebieten, nicht nur beim Militär, ſondern auch bei der
Eiſen=
bahn, der Poſt und der politiſchen Verwaltung gearbeitet hat,
auf=
gedeckt worden. Bis jetzt wurden dreißig Perſonen verhaftet.
Wie in diplomatiſchen Kreiſen Moskaus verlautet, ſoll der
franzö=
ſiſche Botſchafter Herbette abberufen werden. Als ſein
Nach=
folger wird de Monzie und Noulens genannt. Noulens iſt
der Kandidat Poincarés, de Monzie der Briands.
Reuter meldet, daß die Meldung über die Freigabe der auf
dem Yangtſe beſchlagnahmten engliſchen
Handels=
ſchiffe noch nicht beſtätigt werden könne.
Der Admiral Sir Reginald Tyrwhitt iſt zum Chef der engliſchen
Seeſtreitkräfte in China ernannt worden. Der bisherige dortige
Befehlshaber, Admiral Sinclair, wird nach England zurückkehren.
Schiele über den Kartoffel=Konſum.
Berlin, 24. September.
Im Landwirtſchaftlichen Unterſuchungsausſchuß des großen
Enqusteausſchuſſes referierte geſtern Reichsminiſter a. D. Schiele
über die landwirtſchaftlich=techniſchen Nebengewerbe. Die
Kar=
toffelernte habe im vorigen Jahre mit 41 Millionen faſt
die=
jenige von 1913 erreicht. Das gleiche gelte von der
Anbau=
fläche mit 2 800 000 Hektar. Verbraucht wurden von der Ernte
je ein Drittel für Speiſezwecke und Futterzwecke, 20 Prozent für
Saat, 4—6 Prozent für Gewerbe. In den Jahren 1909 bis
1313 hätten die Brennereien 2,4 Millionen Tonnen, die
Trock=
vereien 0,60 Millionen, die Stärkefabriken 1,4 Millionen
Ton=
nen verbraucht. Im Jahre 1924 ſeien dieſe Zahlen gefallen auf
1,09, 0,20 und 0,40 Millionen Tonnen. Die Ausfuhr habe nur
einen verhältnismäßig kleinen Umfang. Der Speiſekonſum ſei
deringer geworden als vor dem Kriege. Der Abſatz ſtocke alſo
bei allen drei Nebengewerben, insbeſondere bei der
Spiritus=
bereitung. Nach einer Beſprechung im
Landwirtſchaftsmini=
ſterium ſei jedoch ein Gemiſch von Spiritus mit anderen
Brenn=
ſtoffen, z. B. Benzol, ausſichtsreich für Automobilzwecke. Alle
drei techniſchen Nebengewerbe hätten alſo Schwzerigkeiten,
be=
ſonders da unſere Kartoffeln auf dem Weltmarkt nicht
konkur=
rieren könnem. Zur Steigerung des Abſatzes müßten vor allem
die Hemmungen der Geſetzgebung fallen.
Geſetzeniwurf über die Reichswohnungszählung.
Berlin, 24. September.
Der Ausſchuß für Siedlungs= und Wohnungsweſen des
Vorläufigen Reichswirtſchaftsrates behandelte den Entwurf eines
Geſetzes über die Reichswohnungszählung im Jahre 1927 und
die Feſtſtellung der Zahl der Wohnungſuchenden. Der
Geſetz=
entwurf ſieht für das Jahr 1927 die Vornahme einer
Wohnungs=
zählung in allen denjenigen Gemeinden des Deutſchen Reiches,
mit Ausnahme des Saargebietes, vor, deren Bevölkerung am
16. Juni 1925 2000 oder mehr Einwohner betrug. Ferner ſieht der
Entwurf eine Ermächtigung des Reichsarbeitsminiſters vor über
die Anlage und Führung von Verzeichniſſen der
Wohnung=
ſuchenden in den Gemeindebehörden. Der Ausſchuß ſtimmte
dem Grundgedanken des Geſetzes, ſoweit er die
Wohnungs=
zählung behandelt, einmütig zu. Er beſchloß, die
einſchränken=
den Zuſätze zu ſtreichen. Für die Beratung des Fragebogens,
der der Zählung zugrunde gelegt werden ſoll, wurde ein
Arbeits=
ausſchuß eingeſetzt.
lang hoppelte ein Haſe, und Kaninchen ſaßen überall auf dem
grünen Randweg. Eine Ricke war mit ihren Kitzchen aus der
Dickung getreten und äſte begierig den jungen, zarten Klee,
wäh=
rend die beiden Kitze ſie ſpielend umtollten. Da plötzlich ſauſt
ein dunkles Etwas an dem Waldrand heran, wirft ſich in
raſchem Ruck empor und — der Habicht iſt über den Faſanen.
Wie vom Sturmwind weggeblaſen ſind alle die bunten und
grauen Vögel; ſie haben ſich ganz dicht an die Erde gedrückt
Allein der Habicht hat ſein Opfer erſpäht, und wenn auch der
erſte Stoß auf den ſich an die Erdſchollen drückenden, bunt
ſchil=
lernden Hahn nur Federn umherſtieben ließ, ſo drehte der
Räu=
ber in ſteilſteigender Kurve bei, ſtürzte ſich ſchräg ab und ſchlug
ſeine ſpitzen Fänge tief in das Leben ſeines Opſers. Schlagende
Flügel drehten ſich auf dem Acker, Federn ſtoben umher, bis die
Bewegungen langſamer wurden. Dann hob ſich der Räuber
ſchwerfällig empor und trug ſeine Beute in den ſtarken
Fän=
gen ins nahe Holz. Dabei kam er mir in Schußnähe und mußte
ſeine freche Tat mit dem Leben büßen. Heuie hängt der gur
ausgebalgte Räuber neben vielen Jagdtrophäen in meinem
Zimmer und erinnert mit bei ſeinem Beſchauen an jenen
ſtillen Spätſommerabend und manch andere ſchöne Stunde im
lieben Revier. Tempi passati!
Habicht und Sperber ſind buſchierende Räuber. Der
Hühnerhabicht ſtreicht gerne die Waldwege entlang, um Hecken
und Feldhölzer, ſchlägt die Hühner auf dem Bauernhofe und
die Rebhühner im Felde. Er trägt den Junghaſen zum Hyrſte
und verſchmäht ebenſo wenig die Krähe wie den ſchlauen
Eichel=
häher. Habicht und Sperber ſtoßen oft mit ſolcher Gewalt, daß
ſie dabei ſelbſt Schaden leiden. Auch verfolgen ſie ihre Beute
mitnnter bis in die menſchlichen Wohnungen. So brachte mir
einſt unſer Mädchen, das morgens die Hühner fütterte, einen
lebenden Sperber, der Sperlingen nachjagte und dabei durch
die offen ſtehende Tür in die Hühner=Voliere geraten war. Was
vom Hühnerhabicht geſagt iſt, gilt auch für den Sperber, nur
daß er ſeine Beute ſeiner Körpergröße anpaßt. Er iſt der
Schrecken der Kleinvögel.
Der größte Brückeneinſturz der Welt.
inf. Das Brückenunglück bei Gartz a. d. Oder ruft die
Er=
innerung an das gewaltigſte Unglück wach, das ſich vor ungefähr
50 Jahren in Schottland ereignete und für Theodor Fontane der
Anlaß zu ſeinem berühmten Gedicht „Die Brücke am Tay” war.
Die Taybrücke hatte die Aufgabe, den Firth of Tay zu
über=
brücken. Der Baumeiſter Buſch dem der Bau der Brücke
über=
tragen worden war, hatte ſeine Aufgabe ziemlich leichtfertig
er=
ers Gußeiſen, das bekanntlich leicht brüchig wird,
Oas Philippinen=Problem.
Die möglichen Löſungen.
EP. Waſhington, 24. Septembe
Die Anweſenheit eines perſönlichen Vertreters des amer
niſchen Präſidenten in den Philippinen führt das Dilemma
Augen, dem ſich die Regierung der Vereinigten Staaten hin;
lich jener Inſelgruppe gegenüberſieht. In politiſchen Kreiſer
die Frage akut: Soll Amerika die Philippinen behalten
dem Verſprechen, ihnen ihre Unabhängigkeit zu garantieren
oder ſoll man die Inſelgruppe ihrem Schickſal überlaſſen, o.
Rückſicht auf das amerikaniſche Preſtige im Fernen Oſten
angeſichts der Tatſache, daß die Philippinen ſelbſt offenbar v
in der Lage ſind, ihre politiſche Selbſtverwaltung durchzuführ
So verſchieden die Meinungen der amerikaniſchen Preſſe
ſichtlich dieſes politiſchen Problems ſind — ſo einig ſind ſie
in dem Punkte, daß binnen kurzem eine Entſcheidung getro
werden muß.
„Chicago Tribune” drückt die Schvierigkeiten, denen ſich die Re
rung gegenüberſieht in den Worten aus: „Es iſt wahrhaftig keine le
Entſcheidung, ſeit die Komplikationen der Inſelgruppe den Umf
ihrer Quadratmeilen angenommen haben.
„Los Angeles Times” erklärt, die Regierung der Vereinie
Staaten ſei hinſichtlich der philippiniſchen Frage ſo „deſpotiſch
irgend eine Regierung des alten Rom”, tadelt aber auch gleichzeitig
Philippinen ſelbſt, die in ihrer Kindlichkeit nach Unabhängigkeit ſchre
„New York World” erinnert daran, daß am Tage des Eintref
des Oberſten Thompſon in Manila eine einſtimmige Reſolution 1
philippiniſchen Senat und Abgeordnetenhaus gefaßt wurde, die von
Vereinigten Staaten die Unabhängigkeitserklärung der Inſeln verlan
ein Verlangen, das dem Wunſche des philippiniſchen Volkes in ſei
Geſamtheit entſpreche.
„Waſhingtoner Poſt” bemerkt, daß das Problem der Philippi
in ſeiner Ungelöſtheit ſeit einem Vierteljahrhundert ein
Agitati=
mittel ſowohl in Amerika als auch auf der Inſelgruppe darſtelle.
Intereſſant ſind die Stimmen, die von den Philippinen ſe
kommen. Manuel Quezon, der philippiniſche Unabhängigke
führer, hat der „New York Herald Tribune” ein Interview
geben, in dem er erklärte: Es würde beſſer für die Philippit
ſein, von Philippinen regiert zu werden; ſelbſt wenn dieſe
gierung ſchlecht wäre, würde ſie beſſer ſein, als die beſte amer
niſche Verwaltung. Einen weſentlich anderen Standpunkt nin
der Manila=Korreſpondent der „New York Times” ſeinem B.
gegenüber ein, wenn er ſchreibt: „Die Philippinen wollen ke
vollſtändige Trennung von den Vereinigten Staaten, wie ein
Amerikaner glauben; ſie würden den Status Kanadas o
Auſtraliens vorziehen mit einem philippiniſchen Gener
Gouverneur."
Zuſammenfaſſend ſei die folgende Aufſtellung von eventuel
Löſungen gegeben, die bei den kommenden Diskuſſionen in
wägung gezogen werden dürften:
1. Die offizielle Stellungnahme der Philippinen: Vollſtänd
Unabhängigkeit.
2. Die offizielle Stellungnahme der Vereinigten Staat=
Garantie der Unabhängigkeit, wenn die Philippinen
Selbſtverwaltung fähig ſind.
3. Ein Schutzgebiet=Verhältnis, das von vielen Amerikane
und Philippinen befürwortet wird.
4. Dauernde Einverleibung der Inſeln durch die Vereinig
Staaten und gleichzeitige Trennung der Inſelgruppen, a
bei Amerika die ſüdlichen Inſeln einſchließlich Moros u.
die Gummi produzierende Sektion zufallen würde.
Sieg der polniſchen Regierung im Seim.
TU. Warſchau, 24. September.
Die heutige Seim=Sitzung dauerte von vormittags 10 u.
bis abends 9 Uhr. Die Diskuſſion war nicht weniger lebha
als die geſtrige. Man konnte aber doch bemerken, daß die ge
rigen Ausführungen des Miniſterpräſidenten Barthels, er wer
gegebenenfalls den Seim auflöſen, ihre Wirkung nicht verfel
haben. Kurz vor 9 Uhr fanden die Abſtimmungen ſtatt. In d
zweiten Leſung erhielt dann der Regierungsvorſchlag übe
raſchenderweiſe eine geringe Mehrheit. Für die 3. Leſung wur
auf 9.30 Uhr eine zweite Sitzung anberaumt, in der ohne weite
Ausſprache die endgültige Annahme des Budgetproviſoriur
erfolgte. — In der alsdann anberaumten Nachtſitzung ſoll n!
das rumäniſch=polniſche Abkommen beraten und verabſchiel
werden. Man ſchreibt die überraſchende Wendung bei der A
ſtimmung zu einem nicht geringen Teil der Tatſache zu, daß
Laufe der Nachmittagsſitzung von Regierungsſeite verlautete, d.
Pilſudſki morgen in Warſchau eintreffen werde. Die Oppoſiti.
hat ſich alſo nicht ſtark genug gefühlt, den Kampf gegen die M.
gierung zu Ende zu führen. Die parlamentariſche Beunruhigu!
iſt damit natürlich nicht behoben.
an Stelle von Schmiedeeiſen zur Herſtellung der Brückenpfei!
und Brückenbogen verwendet. Dieſes Gußeiſen iſt ein ſprod
Stoff, der bei Belaſtung mit großen Gewichten dem Zug nie
nachgibt, ſondern auseinanderreißt. Am 28. Dezember 1879, nc
dem die Brücke bereits einige Zeit in Gebrauch war, erfolgte n!
das furchtbare Unglück, das Sachverſtändige bereits vorgn
geſehen hatten. Die Brücke brach nämlich, als ein Eiſenbahnz!
darüber fuhr, zuſammen, da ſie auf die Dauer der großen 2.
anſpruchung durch die ſchweren Eiſenbahnlaſten nicht gewachſ
war. Zuerſt ſtürzte der große Mittelbogen unter furchthare
Getöſe zuſammen, der einen großen Teil der Brücke mit ſich I!
Verderben riß. Zugleich mit der Brücke ſtürzte der ganze Eiſe
bahnzug in die Tiefe und ſo kam es, daß dieſer Vorfall die groß
Eiſenbahnkataſtrophe der Welt wurde. Es kamen dabei nie
weniger als 200 Menſchen ums Leben. Die Schuld an dieſe
ungeheueren Unglück und an den vielen Menſchenopfern tral
mals allein den Baumeiſter Buſch, der ſich viele Konſtruktion.
fehler hatte zuſchulden kommen laſſen. Wie groß die Fehler 2i
ſes Mannes waren, geht daraus hervor, daß ein bedeutend
Sachverſtändiger, der Ingenieur Vowler, der die Brücke ian.
und in der Nähe wohnte, ſeinen Familienmitgliedern verhote
hatte, die Brücke zu betreten, weil er ſtets behauptete, daß m"
den Augenblick nicht vorher beurteilen könne, an dem die Brue
einmal zuſammenſtürzen müſſe. Aber an der Tatſache ſelbſt,. "
die Brücke unmöglich dem Anſpruch gewachſen ſei, zweiſelle
niemals. Die furchtbare Unglücksnacht vom 28. Dezember zei4
wie recht dieſer Mann bei der Beurteilung der Brucke halle,4
wohl die damaligen maßgebenden Perſönlichkeiten und Bechſt”
ſeine Warnungen in den Wind geſchlagen hatten. Erſt als L
Unglück geſchehen war, ſah man ein, wie recht Vowler mit I."
Prophezeiung gehabt hatte, und man beauftragte ihn damie
Firth of Forth=Brücke zu bauen, deren Bau anfangs auch Li
Baumeiſter Buſch zugedacht war. Vowler führte auch dieſes""
geheuere Werk aus, denn die Brücke hat eine Länge von *"
Metern. Es geſchah zur vollen Zufriedenheit der Bevolteln.”
denn hier waren alle die Fehler vermieden, die zum Zuſclu
bruch der Firth of Tay=Brücke geführt haben. Die Sicheryelt*
maßnahmen für die Firth of Forth=Brücke mußten ſchon durtt
ganz außerordentlich große ſein, weil die Brücke eine ungew.
iche Höhe hat und die Schienen, auf denen die Eiſenbahn Ia4
auf der Brücke ungefähr 50 Meter über dem Waſſerſpiegel leb”
Kunfi, Wiſſenſchaft und Leben.
* Herr Hans Könner, aus der Geſangſchule von N.*
thilde Weber hervorgegangen, iſt, wie wir hören, an das Sil”.
theater in Luxemburg verpflichtet worden.
Nummer 266
Samstag, den 25. September 1926
Geite 3
Ein Zwiſchenfall.
Der chineſiſche Delegierte proteſtiert gegen das
Vorgehen engliſcher Schiffe.
* Genf, 24. Sept. (Priv.=Tel.)
Zu Beginn der heutigen Nachmittagsſitzung der
Völker=
bundsverſammlung, die um 5½ Uhr begann, weil die
Kommiſ=
ſionen noch den ganzen Freitag zu ihren Arbeiten brauchten,
ckam es zu einem bezeichnenden Zwiſchenfall, den der chineſiſche
Delegierte hervorrief. Er betrat als erſter die Rednertribüne
ain, wie man vermutete, zur Abrüſtungsdebatte zu ſprechen, die
heute zu Ende gebracht werden ſoll. Statt deſſen verlas er eine
formulierte Erklärung, in der die chineſiſche Regierung gegen
Zwiſchenfälle proteſtiert, die ſich angeblich am 8. Juni, am 2. und
am 29. Auguſt auf dem Yangtſekiang abgeſpielt haben ſollen.
Dort hätten engliſche Handelsſchiffe eine große Reihe von kleinen
Booten der chineſiſchen Eingeborenen in voller Fahrt überrannt
und zum Sinken gebracht, ſo daß die Beſatzung der chineſiſchen
Boote größtenteils ertrunken ſei. Als die chineſiſchen Lokal=
Behörden eine Unterſuchung anſtellen wollten, ſeien ſie von einem
engliſchen Kreuzer bedroht worden. Am 5. September hätte ſich
ein ſchwerer Zwiſchenfall ereignet, indem ein engliſcher Kreuzer
Feuer auf chineſiſche Soldaten eröffnet habe; dabei ſeien nach
Mitteilung des chineſiſchen Delegierten mehrere tauſend
Men=
ſchen umgekommen. Die chineſiſche Regierung, ſo ſchloß der
Delegierte ſeine Erklärung, habe die Lokalbehörden angewieſen,
den Zwiſchenfall möglichſt auf friedlichem Wege beizulegen
Lord Robert Cecil, der als nächſter Redner das Wort
er=
griff, ſprach zunächſt ſeine große Ueberraſchung über dieſe
Er=
klärung aus. Er bedauerte, daß eine ſolche Erllärung hier auf
der Tribüne der Völkerbundsverſammlung abgegeben werden
konnte, bedauerte aber auch den Zwiſchenfall, den die engliſche
Regierung auf keinen Fall billige, wenn er ſich wirklich ſo
ab=
geſpielt haben ſollte. Cecil ſprach die Hoffnung a s, daß es zu
einer gütlichen Beilegung des Zwiſchenfalles kommen möchte,
betonte aber, daß die chineſiſche Erklärung wenig dazu genützt
haben dürfte.
Lord Robert Cecil zur Abrüſiungsfrage.
Dann fuhr Cecil in ſeiner Rede fort und ſprach über den
auf der Tagesordnung ſtehenden Gegenſtand, die Reſolution der
3. Kommiſſion zur Einberufung der Abrüſtungskonferenz.
Cecil erklärte, daß die Fortſchritte in der Abrüſtungsfrage
mehr noch von den Fortſchritten in der allgemeinen Politik
ab=
hängen als von Erwägungen militäriſcher oder ſogar ſozialer
oder wirtſchaftlicher Art. Er erklärte, daß über die
Notwendig=
keit der Abrüſtung ſich grundſätzlich alle einig ſeien, und daß
die Schwierigkeiten eben in den Modalitäten lägen, mit denen
ſich die Unterkomitees der Abrüſtungskommiſſion zu befaſſen
hätten. Dabei richtete der engliſche Delegierte ſehr ſcharſe
An=
griffe gegen die Preſſe aller Länder, die er zum Teil in
ironi=
ſcher, zum Teil aber auch in ſehr ſcharfer Form vorbrachte. Er
erklärte, daß die Preſſe es für intereſſant finde, Geſchichten und
Intrigen zu verbreiten und über allerlei Uebeltaten zu berichten,
anſtatt über die ernſten Verhandlungen, mit denen ſich der
Völ=
kerbund und insbeſondere ſeine Abrüſtungskommiſſion
beſchäf=
tigen. Mit den von der Preſſe verbreiteten, meiſt noch auf
Kom=
binationen beruhenden Geſchichten und Intrigen fördere man
aber alles andere eher als den friedlichen Geiſt der
Völkerver=
ſtändigung. Mit einem warmen Appell an die Völker, ſie
möchten die Schwierigkeiten überwinden, die ihnen ihre
Vor=
urteile, ihre Erziehung und ihre Ueberlieferungen hinterlaſſen,
ſchloß Cecil ſeine Rede.
Nach ihm nahm der deutſche Delegierte,
Staatsſekretär v. Schubert
das Wort zu einer Erklärung. Er führte u. a. aus, daß man
kaum von ihm erwarte, daß er hier am Ende der
Abrüſtungs=
debatte noch einmal das ganze Problem aufrollen wolle.
Deutſch=
land halte die Abrüſtungsfrage für eine der größten Aufgaben
des Völkerbundes und der Menſchheit, und es habe deshalb auch
ſchon vor ſeinem Eintritt in den Völkerbund in den
Kommiſ=
ſionen und Unterkommiſſionen mitgearbeitet, die zur Feſtſetzung
der Abrüſtungskonferenz eingeſetzt worden ſeien. „Sie alle kennen
die Verſchiedenheit der Auffaſſungen in der Kommiſſion ſowie
die Schwierigkeiten, die ſich beim Aufſuchen einer
Einigungs=
formel in verſchiedenen Fragen boten. Die deutſchen Delegier=
Der plaſtiſche Film erfunden?
Wir haben den Siegeslauf zweier Techniken der jüngſten
Epoche miterlebt, die raſend ſchnell — immer wieder alles
Geſtrige überholend — ihrer Vollkommenheit zueilten. Ich
meine die Karriere des Automobils und die des Films. Beide
Erfindungen, faſt in derſelben Stunde geboren, wuchſen
gera=
dezu vor unſeren Augen ihrer höchſten Vollkommenheit entgegen
und im Tempo der Moderne entwickelten ſie ſich zu Weltmachten.
Trotzdem blieben, beſonders in der Kinematographie letzte
Fra=
gen offen, und ſeit ihrer Erfindung zerbricht man ſich den Kopf
über zwei Probleme:
1. Kann man unverbrennbare und unzerreißbare Filme
her=
ſtellen?
2. Gibt es eine Möglichkeit, einen „plaſtiſchen Film” zu
ſchaffen?
Der „plaſtiſche Film” iſt das lange erſtrebte Ideal der
Film=
bildprofektion. Dabei handelt es ſich darum, ein Aufnahme=
und Wiedergabeverfahren zu erfinden, welches in der Art des
Stereoſkops, das man bei Photos benützt, eine körperhafte
Projektion auf die Leinwand ermöglicht. Die Figuren und
Gegenſtände ſollen nicht nur Fläche ſein, ſondern plaſtiſch,
ge=
wiſſermaßen ſtereoſkopiſch hervortreten; alſo ſtatt
Flächenbil=
dern ſollen Raumbilder geſchaffen werden. Solche
Raumwir=
kungen verſuchte man in letzter Zeit in ſzeniſch=dekorativer
Hin=
ſicht auf Sprechbühnen mit Hilfe der Filmprojektion auf den
Hintergrund hervorzurufen, ein Verfahren, das ſich in der
Praxis wenig bewährt hat; denn das bewegliche Filmbild auf
dem Hintergrund genügt nicht, um plaſtiſche Wirkung
hervorzu=
rufen, ſolange dieſes Filmbild ſelbſt nicht plaſtiſch iſt.
Dieſes Problem ſcheint jetzt gelöft zu ſein. — Wenn man
das Verfahren der Stereoſkopie betrachtet, ſieht man, daß
hier=
bei durch Aufnahme ein und derſelben Landſchaft mittels eines
Abparates mit zwei Objektiven nebeneinanderſtehende Bilder
aus zwei Geſichtswinkeln entſtehen: eines aus dem Winkel des
rechten und eines aus dem des linken Auges. Wenn nun dieſe
zwei Bilder, die jedes für ſich aus den natürlichen Augenwinkeln
aufgenommen wurden, mit Hilfe des bekannten ſtereoſkopiſchen
Sehapparates zuſammen betrachtet werden, wiederholt ſich der
bhyſiſche Vorgang des Aufnahmeverfahren: wir ſehen dann
genau ſo plaſtiſch, wie unſer natürlicher Augenapparat. Von
dieſen Tatſachen ausgehend, hat eine deutſche Erfindergruppe
auf kinotechniſchem Gebiet erfreuliche Reſultate erzielt. Sie hat
es verſtanden, die praktiſchen Ergebniſſe der Stereoſkopie für
Filmaufnahme und =Wiedergabe auszunützen. Mit Hilfe
neu=
artiger Aufnahmeapparate mit zwei Objektiben werden die
ein=
zelnen Bildmomente aus den natürlichen Winkeln des
menſch=
lichen Geſichts aufgenommen und durch ein Prisma geſammelt,
ten jedenfalls ſind immer davon ausgegangen, daß die
Abrü=
ſtung die wichtigſte Aufgabe des Völkerbundes iſt, und daß der
Völkerbund nicht nur in ſeinem eigenen Intereſſe, ſondern auch
im Intereſſe der geſamten Menſchheit arbeitet. Was hier an
dieſer Arbeit wichtig iſt, ſind auch nicht die Umſtände, unter
denen ſie ſich vollzieht, ſondern das große Ziel. Der franzöſiſche
Delegierte Paul=Boncour hat geſtern hier ſehr klar die
Grund=
ſätze aufgezeichnet, auf denen ſich die Abrüſtung aufbauen muß,
als er von Art. 8 des Völkerbundspaktes ſprach und erwähnte,
daß man eine Bezugnahme darauf auch in der Präambel zum
Teil V des Verſailler Vertrages finde. Die beſonderen
Be=
ſchränkungen, ſagte Paul=Boncour, die dort gewiſſen Nationen
auferlegt ſind, ſollen nur den Anfang einer allgemeinen
Herab=
ſetzung der Rüſtungen bedeuten, die ihnen folgen muß. Was
nun das Ziel anlangt, auf das unſere Bemühungen gerichtet
ſind, ſind wir ſicherlich alle einig: Wir wollen der Unſicherheit,
die nicht nur aus dem Rüſtungswettlauf, ſondern auch aus der
Ungleichheit der Rüſtungen herrührt, ſo wie ſie heute beſteht, ein
Ende machen. Man hat nun geſagt, um künftige Enttäuſchungen
zu vermeiden, daß eine internationale Konvention über die
Her=
abſetzung der Rüſtungen bereits ein beträchtlicher Fortſchritt
wäre, felbſt wenn ſie nichts wäre, als die Fixierung und
Bekräf=
tigung des gegenwärtigen Zuſtandes. Wir glauben auch, daß
es unvermeidlich iſt, in Etappen zu einem Endziel zu gelangen,
aber wir glauben, daß man in der Fixierung des augenblicklich
vorherrſchenden Zuſtandes keine wirklichen Fortſchritte ſehen
kann, ſondern daß man ſchon jetzt die Vorbereitungsarbeiten auf
das Ziel richten muß, das darin beſteht, die zu große
Ungleich=
heit, die zwiſchen den Rüſtungen der Völkerbundsmitglieder
be=
ſteht, zu beſeitigen und dadurch den Völkerbund geeigneter zu
machen, ſeine Aufgabe zu erfüllen. Niemand kann ſich die großen
Schwierigkeiten verhehlen, die noch der Durchführung eines
all=
gemeinen Planes zur Herabſetzung der Rüſtungen engegenſtehen,
und niemand kann die Augen vor den Schwierigkeiten politiſcher
und techniſcher Art verſchließen, die noch überwunden werden
müſſen. Die deutſche Delegation verkennt keineswegs die
Wich=
tigkeit, der auf einem ſo heiklen Gebiet, wie demjenigen, das die
Verſammlung in dieſem Augenblick beſchäftigt, beſondere
Rech=
nung getragen werden muß. Wir wiſſen, daß nur die
vollkom=
mene Loyalität und der Wunſch nach einer gegenſetigen
Verſtän=
digung den Weg freimachen kann, der uns zu dem Ideal führt,
das wir alle gemeinſam verfolgen.
Nach der Rede Schuberts wurde die Reſolution für
die Einberufung der Internationalen
Abrü=
ſtungskonferenz einſtimmig angenommen.
Beſchleunigte Annahme einer Reihe von Berichten.
Die Verſammlung erledigte nach der Annahme der
Abrüſtungs=
reſolution, in der die Einberufung der Abrüſtungskonferenz vor
der nächſten Tagung der Völkerbundsverſammlung gefordert
wird, in aller Eile die übrigen ihr vorliegenden Berichte; zunächſt
den Bericht der zweiten Kommiſſion über die Arbeiten der
Kom=
miſſion für internationale geiſtige
Zuſammen=
arbeit. In der angenommenen Reſolution erklärt die
Ver=
ſammlung, daß ſie die Tätigkeit der genannten Kommiſſion,
ſo=
weit ſie jetzt organiſiert iſt, billige, da ſie der Anſicht iſt, daß die
Organiſation für geiſtige Zuſammenarbeit einen geeigneten
Mechanismus darſtellt, um die geiſtigen Bande zwiſchen den
Völkern enger zu knüpfen und die Verhältniſſe der geiſtigen
Zu=
ſammenarbeit der Welt verbeſſere. Weiter ſpricht die
Verſamm=
lung eine Reihe von Spezialwünſchen für die Arbeiten dieſer
Kommiſſion aus. Der Bericht über den Abſchluß der
Finanzſanierung in Ungarn und Oeſterreich
wurde darauf ohne Debatte endgültig angenommen,
ebenſo auch der Bericht über die Niederlaſſung der
bulgariſchen Flüchtlinge, wobei der bulgariſche
Dele=
gierte ſeinen Dank für die Arbeit des Völkerbundes ausſprach.
Schließlich wurden noch die Berichte über die Arbeiten
des Finanzkomitees des Wirtſchaftskomitees,
der Hygiene=Organiſation und über den Schutz
der Kindheit ohne Debatte angenommen und die
Verſammlung auf morgen vormittag 10 Uhr vertagt.
Der Verſammlung ſoll, wenn irgend möglich, morgen abend
zu Ende gehen. Die folgende Natsſitzungwird am
Sonn=
tag oder Montag ſtattfinden, womit dann die diesmalige
Völkerbundstagung ihr Ende erreicht haben wird.
Am Montag tritt dann noch die vorbereitende Kommiſſion
für die Abrüſtungskonferenz zuſammen, um über den
amerika=
niſchen Antrag zu beraten, der eine Annullierung der bisherigen
Arbeiten des Militärkomitees bedeuten würde.
Das Verhältnis zwiſchen
Arbeitszeit und Arbeitsleiſtung.
Eine deutſche Enquete.
w. Montreux, 24. September.
In der erſten Delegiertenverſammlung der Internationalen
Vereinigung für Sozialen Fortſchritt erſtattete Profeſſor
Heyde, M. d. R.W.R., einen Bericht darüber, was infolge
des auf der vorjährigen Gründungsverſammlung der
Inter=
nationalen Vereinigung geſtellten Antrags von Prof. Lujo
Bren=
tano, in allen Staaten ſollten Erhebungen über das Verhältnis
zwiſchen Arbeitszeit und Arbeitsleiſtung veranſtaltet werden, in
Deutſchland geſchehen ſei. Er verwies darauf, daß der gemäß
dem Geſetz vom 15. April d. J. einberufene Enquete=Ausſchuß
einen Unterausſchuß für Arbeitsleiſtung errichtet hat, deſſen
Vor=
ſitzender Proſ. Heyde iſt, und in dem einige deutſche Gelehrte,
Reichstagsabgeordnete, Induſtrielle und Arbeitervertreter
Unter=
ſuchungen über die Wirkungen von Arbeitszeitverkürzungen und
verlängerungen auf die Produktion anſtellen. Prof. Heyde legte
das Hauptgewicht ſeiner Ausführungen darauf, daß nach allen
bisherigen Erfahrungen die Arbeitszeit ſelten
als alleiniger Beſtimmungsfaktor der
Arbeits=
leiſtung auftritt und daß zahlreiche Urſachen
zu=
ſammenwirken um Leiſtungsſteigerungen oder =
verringe=
rungen herbeizuführen, insbeſondere
Lohnveränderun=
gen, techniſche und organiſatoriſche
Neuerun=
gen, Wandlungen im Altersaufbau der
Belegſchaf=
ten, ganz abgeſehen von den Folgen drohender Arbeitsloſigkeit.
Die urſächliche Zurechnung der
Leiſtungsſchwan=
kungen an die einzelnen Beſtimmungsfaktoren
ſei mitunter ganz unmöglich und meiſtens äußerſt
ſchwierig. Der deutſche Enquete=Ausſchuß verſuche aber, die
Zuſammenhänge in wiſſenſchaftlich einwandfreier Weiſe zu klären
und werde wohl in langwieriger Arbeit zu einer Reihe von
Teil=
ergebniſſen von internationalem Intereſſe gelangen. Die
Prü=
fung der Methode könne im Arbeitsleiſtungsausſchuß jetzt als
ab=
geſchloſſen gelten. Der Unterausſchuß werde noch im Oktober mit
Einzelunterſuchungen in der deutſchen Montaninduſtrie beginnen.
Die Auswahl der Betriebe erfolge im Benehmen mit führenden
Perſönlichkeiten aus dem Arbeitgeber= und Arbeitnehmerlager
unter dem Geſichtspunkte der wiſſenſchaftlichen und praktiſchen
Ergiebigkeit des erreichbaren Unterſuchungsmaterials. Die meiſt
gut durchgeführte innerbetriebliche Statiſtik über zahlreiche
Fra=
gen, die das Arbeitsgebiet des Unterausſchuſſes angehen,
erleich=
tere zweifellos die Durchführung der deutſchen Enquete
außer=
ordentlich. Doch müſſe man ſich hüten, ſchnelle Ergebniſſe zu
erwarten. Profeſſor Heyde regte an, dem vorjährigen Antrag
Brentano, der damals mit großer Mehrheit angenommen wurde,
durch energiſche Bemühungen bei den Regierungen der Staaten,
aus denen in Montreux Delegierte verſammelt ſeien, zur
Durch=
führung zu verhelfen, da auf eine internationale Beobachtung
der Zuſammenhänge zwiſchen Arbeitszeit und Arbeitsleiſtung
mit Rückſicht auf die zunehmende Internationaliſierung des
ge=
ſamten Arbeiterſchutzes großes Gewicht gelegt werden müſſe.
Nach den Ausführungen von Profeſſor Heyde ſetzte das Büro
einen Unterausſchuß zum internationalen Studium von
Metho=
den zur Unterſuchung der Zuſammenhänge zwiſchen Arbeitszeit
und Arbeitsleiſtung ein. Dem Unterausſchuß gehören an: Prof.
Heyde, Miniſterial=Direktor Fontaine=Paris, Prof.
Flo=
rence=Großbritannien, Generaldirektor Toubler=Bern, Dr.
Heindl, Miniſterialdirektor Stern=Prag.
Die Türkei und der Völkerbund
EP. Konſtantinopel, 24. September.
Dem beabſichtigten Eintritt der Türkei in den Völkerbund wird von
rufſſiſcher Seite größte Aufmerkſamkeit gezollt. Der ruſſiſche Botſchafter
in Angora bemüht ſich, den Anſchluß der Türkei an den Völkerbund zu
verhindern und hat in einer Note an die türkiſche Regierung zum
Aus=
druck gebracht, daß deren Eintritt in den Völkerbund dem ruſſiſch=
türki=
ſchen Freundſchaftsvortrag zuwiderlaufe. Der Botſchafter iſt dabei
be=
dacht, die zwiſchen den leitenden Männern in Angora beſtehenden
Mei=
nungsverſchiedenheiten über den eventuellen Eintritt auszunutzen.
Ruß=
land ſoll dabei der Türkei die von ihr benötigten Kredite angeboten
haben. Irgendwelche endgültige Beſchlüſſe ſind bis jetzt in Angora
nicht gefaßt worden. Es kann das vielleicht erſt dann der Fall ſein, wenn
eine Einladung zum Beitritt zum Völkerbund erfolgt iſt.
das ſich bei jeder Umdrehung der Kurbel mitdreht. Da das
Auge zur Erfaſſung eines plaſtiſchen Filmbildes vier
Bild=
momente braucht, machen wir nicht mehr wie früher nur ein
Bild von jeder Bewegungsphaſe, ſondern vier aus verſchiedenen
Geſichtswinkeln, zwei aus dem rechten und zwei aus dem linken.
Dieſe vier Bilder ſammelt das Prisma diagonal und ordnet
ſie untereinander auf das Filmband; denn obgleich wir
bei dem Aufnahmeapparat zwei Objektive haben, brauchen wir
nur ein Filmband. Das Untereinanderordnen der Bilder
be=
ſorgt unſer Prisma, welches ähnlich konſtruiert iſt, wie das bei
den Apparaten für Phantomaufnahmen. Man braucht deshalb
auch keine neuen Vorführungsapparate zu bauen, da der
pla=
ſtiſche Film ja ebenſo wie der alte nur ein Projektionsobjektiv
benötigt.
Aber auch das Problem des „unzerſtörbaren Films” der
weder verbrennen noch zerreißen kann, iſt von denſelben
Erfin=
dern gelöſt worden. Sie bedienen ſich eines dünnen
Kupfer=
bandes, das mit einer Silberlegierung bedeckt iſt. Auf dieſen
Filmſtreifen, der gleich dem alten Zelloidſilm perforiert wird,
kann man nun auf verſchiedene Weiſe kopieren. Die Erfinder
haben ein Geheimverfahren, welches dem alten Kopierverfahren
nicht unähnlich iſt, aber doch einige ganz weſentliche
Verſchieden=
heiten davon aufweiſt. Ueber dieſes Verfahren ſoll vorläufig
noch nicht geſprochen werden. Aber es gibt auch noch einen
anderen Weg, den neuen Metallfilm zu bebildern, und zwar
mit Hilfe eines einfachen Druckverfahrens, z. B. mittels
Stein=
drucks. Die Druckſchicht wird in dieſem Falle mit Alaun
be=
handelt, ſo daß das klare Schwarzweißbild übrig bleibt. Man
kann auch Dreifarbendruck anwenden, erzielt auf dieſe Weiſe
prächtige Bildwirkungen und kann die ſchönſten kolorierten
Filme herſtellen. Die Herſtellungskoſten des neuen Metallfilms
ſind nicht höher, als die des alten Zelloidfilms. Auch bedient
man ſich des Metallfilms nur zur Wiedergabe, alſo zur
Vorfüh=
rung des Films; die Aufnahmen geſchehen nach wie vor
mit=
tels Zelloidbandes. Die Einführung des unverbrennbaren
und unzerreißbaren Films in den Filmtheatern wird natürlich
den Kinobeſitzern verſchiedene wirtſchaftliche Vorteile bringen.
Abgeſehen davon, daß die Polizei das Rauchverbot aufheben
wird, ſpart der Theaterbeſitzer manchen Betrag, den er für
Sicherheitsanlagen, Bewachung uſw. bisher anlegen mußte.
Den Erfindern, Chriſtian Semenitz und Siegfried
Löwen=
thal, ſind aber noch zwei andere bahnbrechende Erfindungen
auf dem Gebiete der Kinematographie gelungen, und zwar: die
„zwangsweiſe Steuerung des Filmbandes im Objektiv” und der
„automatiſche Umſchalter‟. Die zwangsweiſe Steuerung
regu=
liert ſelbſttätig den Lauf des Filmbandes und ſeine
Bewe=
gungen im Objektiv. Der automatiſche Umſchalter bewirkt, daß
der Film ſofort nachdem er abgelaufen iſt, automatiſch auf die
Abſpulrolle zurückgewickelt wird, von wo er aufs neue zu laufen
beginnt, ohne daß jemand auch nur eine Handbewegung zu
machen braucht; man braucht nur den Strom einzuſchalten,
dann läuft der Film ununterbrochen, ohne bedient zu werden.
Das ergibt ungeheure Möglichkeiten für die Filmbranche ſowohl,
wie für verſchiedene Zweige der Reklame.
Es kann z. B. ein Reklamefilm in irgend eine Litfaßſäule
eingebaut werden und dann Tag und Nacht ununterbrochen
auf eine zu dieſem Zweck ebenfalls eingebaute Mattglaswand
geſpielt werden.
Das Weſentlichſte an dieſen Erfindungen aber iſt die
Tat=
ſache, daß ſie alle zuſammen an einem Apparat vereinigt
werden können, ſo daß wir vielleicht ſchon bald den
unzerreiß=
baren, unverbrennbaren, plaſtiſchen Film ohne Bedienung
un=
unterbrochen laufen laſſen können.
*„Komödie um Roſa.”
Ort der Szene: das Neue Theater in Frankfurt.
Verfaſſer: Fred Antoine Angérmayer (Akzent auf dem
erſten „e‟!), geboren in Linz, wohnhaft in Berlin am
Kaiſer=
damm, Generalſekretär der „Clarté” für Tſchechoſlowakei,
Drama=
turg am Deutſchen Theater in Brünn, Verfaſſer von Dramen
und Komödien, Ueberſetzer neuer franzöſiſcher Literatur.
Die Heldin: „Roſa” geſtorben vor Beginn des Stückes,
Frau des Fabrikarbeiters Mittag, das Gelegenheits=Liebchen der
Honoratioren der Provinzſtadt.
Die Handlung: Vorſtoß gegen kleinbürgerliche Heuchelei.
Bürgermeiſter, Arzt, Fabrikdirektor und Apotheker geſtehen ſich
gegenſeitig ihre Fehltritte bei Roſa und die Verſuche der
Be=
ſeitigung der befürchteten Folgen, die zum Tode führten.
Schließ=
lich entpuppt ſich der eheliche Mann als der Täter im Sinne des
§ 218 des Strafgeſetzbuches.
Der Stil: Sternheim=Nachklang. Dünnſte dramatiſche
Luft, in der Menſchen kaum atmen können; verdorben durch den
üblen Geruch, der aus dem Aufwühlen eines ſexuellen
Miſt=
beetes aufſteigt.
Die Darſtellung: Miſchung von ſtiliſierter Groteske
nach „Bürger Schippel” und gemäßigtem Realismus nach
Gang=
hofer; in der erſteren Linie Kneer, Großmann, Lengbach, Gaugl,
in der letzteren Hube und Dora Debike. Nette Bühnenbilder von
Friedrich Kalbfuß aus Darmſtadt.
Kataſtrophale Folgen: nach Mitteilung des
Theater=
zettels ſoll das vorſtehende Werk im Winter „als erſtes Stück der
jungen deutſchen Dramatik” am Theater des Champs=Elyſées
in Paris aufgeführt werden. Armes Deutſchland!
Seite 4
Samstag, den 23. September 1926
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Samstag, den 25. September 1926
Geite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 25. September.
— Ernannt wurden: am 24. Auguſt der Lehrer Georg Jacobi
* Münzenberg, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksſchule zu
Filbel, Kreis Friedberg; am 3. September: die Lehrerinnen an der
olksſchule zu Mainz: Magdalene Ferber, Cornelia Herrmann
rrd die Schulamtsanwärterin Maria Pirmann aus Frankfurt a. M.
om Tage des Dienſtantritts ab zu hauptamtlichen Fortbildungsſchul=
„hrerinnen an der Fortbildungsſchule zu Mainz.
— Erledigt ſind: eine Schulſtelle für eine evang. Lehrerin an der
olksſchule in Michelſtadt Kreis Erbach. (Dienſtwohnung iſt nicht
orhanden); eine Lehrerſtelle für einen evang. Lehrer an der
Volks=
hule in Bobenhauſen I, Kr. Büdingen. (Dienſtwohnung iſt
vor=
anden und ſofort beziehbar); eine Lehrerſtelle für einen evang. Lehrer
er der Volksſchule in Burgbracht, Kreis Büdingen. (
Dienſtwoh=
ung iſt vorhanden und ſofort beziehbar); eine Lehrerſtelle für einen
bang. Lehrer an der Volksſchule in Rohrbach, Kreis Büdingen.
Dienſtwohnung iſt vorhanden und ſofort beziebhau”; eine Lehr ſtelle
är einen evang. Lehrer an der Volksſchule in Biſſes, Kreis
Büdin=
en. (Dienſtwohnung iſt vorhanden und ſofort beziehbar); eine
Schul=
telle für eine kathol. Lehrerin an der Volksſchule in Unter=
Ham=
ach, Kreis Heppenheim. (Dienſtwohnung iſt vorhanden.)
— Epangeliſche Kirchliche Nachrichten. Uebertragen wurde dem
Tfarrverwalter Hans Heuſel zu Kirch=Brombach die evangeliſche
Tfarrſtelle zu Kirch=Brombach, Dekanat Reinheim. In den Ruheſtand
ſerſetzt wurde der evangeliſche Pfarrer Theodor Nebel zu Laubach
uuf ſein Nachſuchen und unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte mit Wirkung vom 4. Oktober ds. Js.
— Heſſiſches Landestheater. Die Uraufführung von Bert Brechts
Mann iſt Mann” beginnt um 7½ Uhr. Zahlreiche auswärtige
Be=
uicher und Preſſevertreter haben ſich angemeldet; der Dichter wird
eben=
alls der Aufführung beiwohnen. — Im Kleinen Haus findet eine
Wiederholung der aus der vorigen Spielzeit bekannten Einakter „Abu
Haſſan” und „Nürnberger Puppe” ſtatt, und zwar mit folgenden
Neu=
geſetzungen: „Abu Haſſan”: Omar: Alfred Karen; Meſrur: Rudolf
Strzeletz; „Nürnberger Puppe”; Berta: Johanna Buchheim. Den
Ab=
chluß des Abends bilden als Neuheit für Darmſtadt zehn Tanzbilder
von Milhaud, deſſen Muſik z. B. an der Wiener Staatsoper und anderen
Bühnen großen Beifall fand und als erfolgreicher Verſuch, die
Ballett=
nuſik aus erſtarrter Konvention durch Belebung mit neuartigen Rhyth=
„ien herauszuführen, ſehr begrüßt wurde. Beſchäftigt ſind alle Damen
des Balletts. Bühnenleitung: Hans Esdras Mutzenbecher; Choreographie:
Manda von Kreibig; muſikaliſche Leitung: Paul Gerhard Scholz.
In der am Sonntag ſtattfindenden Aufführung von Mozarts „Don
Biovanni” in der Heinrich Rehkemper in der Titelpartie gaſtiert,
ingt Frau Gercke zum erſten Male die Partie der Donna Anna.
UTeber den Künſtler Rehkemper ſchrieb jüngſt die „Deutſche Allgemeine
Zeitung” in Berlin: „Heinrich Rehkemper, der eine der ſchönſten,
tech=
riſch vollendetſten Stimmen beſitzt, die augenblicklich auf der Welt vor=
Handen ſind . . .".
Das Programm des erſten diesjährigen Sinfoniekonzertes
am Montag, den 2. September, beginnt mit Joh. Seb. Bachs Konzert
für Klavier, Violine, Flöte und Streichorcheſter Nr. 18, D=Dur; am
Klavier: Generalmuſikdirektor Joſeph Roſenſtock; Violine:
Konzert=
rneiſter Otto Drumm; Flöte: Kammermuſiker Martin Geißler. Darauf
Folgen, wie bereits mitgeteilt, die von Heinrich Rehkemper geſungenen
vier Geſänge von Mozart und Guſtav Mahler. Den Abſchluß des
Kon=
zertes bildet Beethovens Sinfonie Nr. 5 C=Moll.
Das Marionettentheater Grimm’ſcher Märchen
gibt am Sonntag, den 26. September, nachmittags 4 Uhr, im Kleinen
Haus und am Montag, den 2. September, nachmittags 4 Uhr, im
Großen Haus zwei Kindervorſtellungen. In beiden Aufführungen wird
als erſtes Stück. Die Bremer Stadtmuſikanten”, als zweites ein luſtiger
Einakter „Die böſen Buben” gegeben. Das Marionettentheater hat in
Faſt allen großen Städten Deutſchlands mit beſtem Erfolg gaſtiert und
ausverkaufte Häuſer erzielt. Eintrittskarten zu Preiſen von 30 Pf. bis
1,50 Mk. ſind im Vorverkauf an den Tageskaſſen beider Häuſer zu haben.
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen vormittags 11 Uhr
umd 11½ Uhr, nachmittags 3½ und 4 Uhr, Sonntag nur 11 und 11½
Uhr ſtatt. Samstag geſchloſſen.
— Kunſtausſtellung. Das Bundesbanner des Heſſiſchen
Sänger=
bundes, das am vergangenen Sonntag in Mainz geweiht wurde und im
Städtiſchen Muſeum in Mainz aufbewahrt wird, iſt für kurze Zeit auf
vielſeitigem Wunſch bei der Firma Alter, Eliſabethenſtraße, ausgeſtellt.
Das Banner iſt in ſeiner ganzen Ausführung das Werk des
Bundes=
ſchatzmeiſters des Heſſiſchen Sängerbundes, Herrn Wilhelm Bitter,
Darmſtadt.
— Die Ev. Jugendbünde der Petrusgemeinde führen am morgigen
am Jugendſonntag miterleben durfte, wird wohl im Innerſten davon
ergriffen geweſen ſein. Das Spiel wird zum Symbolſpiel. So wie der
von Gott geſandte Ritter Georg die vom Drachen bedrohte Stadt
be=
freit und die Königstochter von dem ſicheren Tode erlöſt, ſo erringt auch
der Chriſtus den Sieg über die Macht des Teufels für jeden, der ſeine
Hilfe annimmt. — Die Wiederholung findet morgen, abends 8½ Uhr,
im Gemeindehaus. Eichwieſenſtraße 8, ſtatt. Eintritt 50 Pf. Scküler, füllten Orangeriehaus herrſchte, wird es mit Freuden begrüßen, daß das
Konfirmanden und Mitglieder anderer Jugendbünde erhalten Karten
zu 30 Pf. Die Karten ſind zu haben bei Herrn Kropp, Eichwieſenſtr. 8,
der Papierhandlung K. F. Bender, Beſſungerſtraße 47, den Mitgliedern
der Jugendbünde und an der Abendkaſſe.
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Hotel Prinz Karl. Alt=Darmſtadt=Zimmer. Der 20. Vortragsabend im
abgelaufenen Vereinsjahr geſtaltete ſich wieder zu einem richtigen Alt=
Darmſtadt=Abend. An Hand von Bildermaterial hielt Herr Ph. Weber
einen Vortrag über namhafte alte Darmſtädter Häuſer. Manches wurde
wieder einmal aus der Vergeſſenheit hervorgeholt und durch die
Ge=
ſchichte belebt. Der alte Schultheißenbau in der Langegaſſe, der bereits
ſchon vor 300 Jahren zu den älteſten Häuſern zählte, und ehedem dem
Sitz der ſtädtiſchen Verwaltung gedient hat, dann etwa um 1600 ein
Schulhaus und 1667—1750 Waiſenhaus war wurde zuerſt beſucht. Dann
das althiſtoriſche Pädagog mit ſeiner reichen Geſchichte und der alte
Frankenſteiner Hof (heutige Stadtbücherei) das Wallbrunn’ſche Haus
in der Kirchſtraße, der alte Schwanen, der Engel, die Boxhaut, die alte
Hof=Apotheke am Markt, das Hertinghaus’ſche Haus, heute Firma Schwab am 23. Ott., „Madrid” am 6. Nov. — Nach Nordbraſilien ab
am weißen Turm, das Kametzkyiſche Haus, ehemals Gräf, jetzt Mainzer
Warenhaus, das ehemalige alte Palais am Markt, (die früheren Häuſer
Homberger und Gaydoul) mit ihrer reichen Geſchichte zogen an den ab Bremen: „Aegina, am 30. Sept. — Nach Oſtaſien ab Bremen:
Hörern vorüber. Die alte Traube, ehemaliger Scheuerhof, der ſchon bis „Preußen” am 25. Sept., „City of Glasgow” am 2. Okt., „Pfalz” am
um 1670 zurückreicht, wurde eingehend gewürdigt. Das Waiſenhaus vor 6. Okt., „Yorp” am 9. Okt., „ 2” am 16. Okt. — Nach Auſtralien
dem Beſſunger Tor, mit ſeiner Vergangenheit, der alte Ochſen in der
Ochſengaſſe und das bekannte Haus des Erbauers des ehemaligen Zeug= Südamerika Weſtküſte, ab Bremen; durch den Panamakanal:
hauſes in der Ochſengaſſe, das Schuknechthaus, bekamen einen Beſuch
abgeſtattet. Ebenſo die verſchiedenen ehemaligen Sattelhöfe, wie z. B.
das grüne Laub, der Anker, der Löwe, der ehemalige wilde Mann, heute
Möbelhaus Kunkel in der großen Ochſengaſſe, und verſchiedene andere,
es waren ehedem 45, wurden in ihrer Eigenart gewüürdigt. Die
ehe=
maligen Frankenſteiner Häuſer in der Hinkel= und Kaplaneigaſſe, ſowie
Kaplaneigaſſe wurden aufgeſucht. Es ging Gaß aus, Gaß ein, über den
alten Nittſtein, durch die Schloßgaſſe über den Geiſtberg, am
Schloß=
graben vorüber, wo ehedem die Merckſche Apotheke ihren Sitz hatte,
durch alle die alten wohlbekannten Winkel und Straßen, und überall
war es die Geſchichte und das alte traute Weſen der Vergangenheit Anton Fiſcher, Darmſtadt.
unſerer Vaterſtadt. Immer wieder wurden Erinnerungen wachgerufen
und längſt Vergeſſens hervorgeholt, und man konnte den Altmeiſter
Käf un i ene ie und in de erndnfei eie
heute Pflicht ſei, ſo weit als möglich das gute Alte zu pflegen und zu
erhalten, und die vielen alten namhaften Häuſer, die wir noch beſitzen,
durch Schildbezeichnungen und Angaben geſchichtlicher Daten kenntlich zu
machen und damit dem kommenden Geſchlecht Heima ſinn und
Heimat=
liebe zu wecken und zu pflegen. Der Vortrag wurde mit dankbarem
Beifall aufgenommen. Im Anſchluß an den Vortrag gedachte der
Red=
ner des bekannten Heimatdichters Heinrich Müthlein, der am 26. Sept.
ſeinen 40. Geburtstag begeht und wünſchte ihm eine weitere frohe
Weg=
fahrt. Es wurde noch auf das neueſte Heft von „Volk und Scholle”
ver=
wieſen, welches bis jetzt ungekannte Bildniſſe von E. E. Niebergall
ent=
hält und weiteſte Verbreitung verdient. Nächſter Vortragsabend am
7. Oktober. Es ſpricht Herr Robert Schneider über „Heimat= und
Mund=
artdichtung”.
— Orpheum. Heute Samstag Erſtaufführung der dreiaktigen
Schwankoperette „Die Königin der Nacht” von Franz Arnold und Ernſt
Bach, Muſik von Walter Kollo. (Siehe Anzeige.)
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Pflaſterarbeiten wird die
Riedlingerſtraße zwiſchen Soder= und Nieder=Ramſtädterſtraße während
der Zeit vom 23. September bis 15. Oktober 1926 für den Fuhrwerks,
Auto= und Radfahrverkehr geſperrt.
Willkumme, Realgymnaſiaſte!
Willkumme, Realgymnaſiaſte,
Willkumme zum feſtliche Dag!
Heit gilt’s, mol e Weilche zu raſte,
Vun all dem Gehetz un Gejag’,
Heit gilt’s mol, vereint zu gedente
Der Johrn voller Freid un aach Leid,
Wo kaans uns je widder kann ſchenke:
Der golderne Schulbuwezeit.
Erinner dich mol, liewer Spezel,
Mit Würd’ jetz un Schmerbauch geſchmickt,
Wie wenig (3 wor freilich kaa Rätſel),
Die Wiſſenſchaft einſt uns gedrickt,
Un wie unſer weiſe Magiſter,
Verſicherte ſtets uns ſo gern,
Mit Aage ſo grimmig un diſter:
„Aus dir duht ſei Lebdag nis werrn!“
Un waaßte noch, wie mer mit Zage,
Gor manchmol zur Schul ſin ſpaziert,
„Heit kumm ich dra?!” wor unſer Klage,
Un hatte doch nis präpariert.
Dorch „Strelve” un „Ochſe” zu glänze,
Des lag uns ſo himmelweit fern,
Doch Balge un Haage un Schwänze,
Gell, Olter, des hatte mer gern!
Latein un Franzöſiſch un Engliſch,
Die ham=mer gehaßt bis uffs Blut,
De „Tormbau von Bawel”, oft bänglich
Verflucht in verbiſſener Wut,
Und Mathemadik un ſo weiter,
Wie wor’s do dem Bub oft ſo ſchwul!
Des Schlimmſt” an de Schul, des wor leider
Doch allemol immer — die Schul.
Indeierlich ham=mer herngeje
Die „Ferje” ebei ſtets geſehnt,
Un „hitzfrei” un „eisfrei” — v Seie,
Wo tröſtend des Daſei” verſchönt!
Un herrlich aach worn un erſprießlich
(For Kenner un net for de Plebs!)
Dem „Hönig” ſei” Wortſchweck un ſchließlich
De „Probſten” ihr haamliche Schmäps.
Un waaßt=de noch, owends da „Bummel”
Gaßuff und gaßab? — Wor des ſchee!!
Un erſt, wann ſich gor bei dem Rummel
Die „Flamm”, die verehrt, mol ließ ſeh!
Ach, die mir mit bambelnde Zöppcher
Puſſiert” einſt ſo ſchichtern und ſtumm,
Die laafe mit Buwiköppcher
Als Fraue un Mütter längſt rum.
Heit ſei alles Leid wwerhibbelt,
Deun wunnerſchee war doch die Zeit;
Die Bande, wo damols geknippelt
In Freindſchaft, die halte noch heit.
Drum ihr, wo zum fröhliche Raſte",
Hierher eich des Juwelfeſt zog:
Willkumme, Realgymnaſiaſte,
Willkumme, willkumme am Woog!
H. E.
— Bahern=Verein Darmſtadt. Am Sonntag, den 26. September,
nachmittags 3½ Uhr, begeht der Bayern=Verein Darmſtadt im
Kon=
kordiaſaale ſeine Herbſtfeier. Ein reichhaltiges Programm mit
bahe=
riſchen Chorgeſängen, Original=Schuhplattler=Aufführungen und einem
urbaheriſchen heiteren Dialektſtück wird den Beſuchern einige genußreiche
Stunden bereiten. Der Verein, der landsmannſchaftliche Geſelligkeit
und die heimatlichen Sitten und Gebräuche pflegt, iſt mit ſeinen
geſchul=
ten Kräften ſtets bemüht, das Beſte zu bieten. So werden ſich auch
bei dem bayeriſchen Herbſtfeſt die willkommenen Gäſte und Landsleute
einfinden, um mal wieder einige urbaheriſche Stunden zu verleben.
(Siehe Anzeige.)
— Orangeriegarten. Heute abend, um 8 Uhr, findet im Orangerie=
Haus großes Hirſcheſſen mit Konzert ſtatt. Gleichzeitig wird der
Zauber=
künſtler Backes durch Vorführung ſeiner auf den verſchiedenſten
Ge=
bieten liegenden, verblüffenden Künſte zur Unterhaltung des Publikums
beitragen. Die Darmſtädter Bevölkerung iſt freundlichſt hierzu
ein=
geladen, zumal die Veranſtaltung bei freiem Eintritt erfolgt. Für morgen
Sonntag noch einmal „Das Spiel vom St Georg” auf. Wer das Spiel Sonntag, nachmittags 4 Uhr, iſt ein Kinderfeſt arrangiert. Neben
Eier=
laufen, Sackhüpfen, Kletterbaum uſw. ſoll wieder das bei unſeren
Kleinen lo beliebte Eſelfahren und =Reiten ſtattfinden, und zwar werden
wegen des letzthin zu großen Andrangs diesmal zwei Eſelgeſpanne
be=
nutzt. — Ein Erlebnis wird der Sonntagabend werden. Wer letzten
Sonntag Gelegenheit hatte, die Begeiſterung zu ſehen, die gelegentlich
des Abſchiedsabends des Schweizer Garde=Orcheſters dOswald im über=
Orcheſter, das morgen nachmittag in Mannheim konzertiert, nochmals
nach dem ihm ſo liebgewordenen Darmſtadt kommt, um uns, leider nun
zum letzten Male, mit einem Konzert zu erfreuen. Auch diesmal wird
es ohne das unvermeidliche Tänzchen nicht abgehen.
— Dampfer=Expeditionen des Norddeutfchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: „Stuttgart” am 28. September,
„Preſident Harding” (USL.) am 6. Oktober, Berlin” au 7. Okt., „
Sehd=
litz” am 10. Okt. „Litzow” am 12. Okt., „George Waſhington” (USL.)
am 13. Okt., „Columbus” am 14. Okt. — Nach New York ab
South=
ampton: „Republic” (USL.) am 25. Sept., „Stuttgart” am 29. Sept.,
„Preſident Harding” (USL.) am 7. Okt., Berlin” am 8. Okt., „
Levia=
than” (USL.) am 12. Okt., „George Waſhington” (USL.) am 14. Okt.
„Columbus” am 15. Okt. — Nach Kanada (Halifax) ab Bremen=
Bremerhaven: „Sehdlitz” 10 Okt. — Nach Philadelphia,
Balti=
more, Norfolk ab Bremen=Bremerhaven: „Alrich” am 9. Okt. —
Nach Braſilien=Argentinien ab Bremen=Bremerhaven:
„Sierra Morena” am 25. Sept., „Köln” am 9. Okt., „Sierra Ventana”
Bremen: „Bremerhaven” am 18. Okt. — Nach Mittelbraſilien
ab Bremen: „Minden” am 16. Ott. — NachKuba, New Orleans
ab Bremen: „Elpenor” am 2. Okt., „Deſſau” am 12. Okt. — Nach
„Braſilia” am 2. Okt., „Ansgir” am 12. Okt.; durch die Magellanſtraße:
„Alrik” am 2. Sept., „ x Cua 1. Okt. „Wiegand” am B. Okt. —
Nach Zentral=Amerika und Mexiko ab Hambura: D. Adalia 6. Oktober.
— Nach Nord=Amerika Weſtküſte ab Hamburg: MS. Seekonk 25. Sept. —
Fruchtfahrt Canariſche Inſeln nach Bremen=Hamburg: wöchentlicher
Dienſt. — Nach der Levante ab Bremen: 14tägige Abfahrten. — Nach
das altehrwürdige 1. Darmſtädter Rathaus, das Haus Wenzel in der Finnland ab Bremen: 14tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. — Nach
Reval ab Bremen: Abfahrten alle 10 Tage.. — Nach Leningrad ab
Bremen: Abfahrten alle 8 bis 14 Tage. — Nach England ab Bremen:
2 bzw. 4 Abfahrten in der Woche. — Nach Afrika ab Hamburg: D.
Urundi 25. Sept. D. Immo B. Sept. Mitgeteilt durch den Vertreter
Tageskalender für Samstag, den 25. September 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10 Uhr, I. 2, Uraufführung: „Mann iſt Mann.” — Kleines Haus,
Anfang 7½ Uhr, Ende 10. Uhr G 1 (Darmſtädter Volksbühne):
Abu Haſſan”, „Die Nürnberger Puppe” Uraufführung: Zehn
Tanzbilder. — Orpheum, abends 8 Uhr: „Die Königin der Nacht.”
— Kunſthalle am Rheintor: Theſing=Ausſtellung;
geöff=
net von 11—4 Uhr. — Schloß=Café: Konzert. — Café
Rheingold: Konzert und Tanz. — Turngemeinde 1846:
Große Werbewoche. — Bund angeſt. Akademiker, e. V.:
Beſichtigung der Auerbacher Marmovwerke. —
Kinovorſtel=
lungen: Union= Reſidenz=Thegter, Palaſt=Lichtſpiele.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, 26. Sept. D 2. Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr: Erſtes
Gaſtſpiel Heinr. Rehkemper. München: „Don Giovanni”.
Oper von W. A. Mozart. Preiſe: 1.50 bis 15 Mk.
Montag, 27. Sept. Nachm. 4 Uhr: Marionettentheater
Grimmſcher Märchen: „Die Bremer Stadtmuſikanten”
und „Die böſen Buben”. Preiſe: 0.30 bis 1.50 Mk. — Abends
7½ Uhr, Ende 9½ Uhr: Zweites Gaſtſpiel Heinrich
Reh=
kemper: Erſtes Sinfoniekonzert des
Landes=
theaterorcheſters. (Werke von Bach und Beethoven,
Arien von Mozart, Lieder von Guſtav Mahler.) Preiſe:
1 bis 7 Mk. (Sperrſitz 5 Mk.)
Dienstag, 28. Sept. A 2. Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr:
Zum erſten Male wiederholt: „Mann iſt Mann” oder:
„Die Verwandlung des Packers Galy Gay in den Baracken
von Kilkoa”, Luſtſpiel von Bert Brecht. Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, 29. Sept. Keine Vorſtellung.
Donnerstag, 30. Sept. E 2. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr:
„Oberon” Oper von C. M. v. Weber. Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Freitag, 1. Okt. Keine Vorſtellung.
Samstag, 2. Okt. I. 3. Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr:
„Wilhelm Tell”. Schauſpiel von Schiller. Preiſe:
1.bis 10 Mk.
Sonntag, 3. Okt. B 2. Anfang 5 Uhr, Ende 10 Uhr: „Die
Meiſterſinger von Nürnberg”. Oper von Rich.
Wagner. Preiſe: 1.20 bis 12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 26. Sept. Vorm. 11 Uhr, Ende 12½ Uhr:
Elek=
trola=Konzert, veranſtaltet vom Muſikhaus K. Jäger,
Georgenſtr. 11. Eintritt frei. — Nachm. 4 Uhr:
Mario=
nettentheater Grimmſcher Märchen: „Die
Bre=
mer Stadtmufikanten” und „Die böſen Buben” Preiſe:
0.30 bis 1.50 Mk. — Abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
Zuſatz=
miete III (1): „Das Grabmal des unbekannten
Soldaten” Tragödie von P. Raynal. Preiſe: 1 bis 6 Mk.
Montag, 27., und Dienstag, 28. Sept. Keine Vorſtellungen.
Mittwoch, 29. Sept. Zuſatzmiete II (1). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: „Die Geſchwiſter‟. Die Mitſchuldigen”.
Zwei Schauſpiele von Goethe. Preiſe: 1 bis 6 Mk.
Donnerstag, 30. Sept., und Freitag, 1. Okt. Keine
Vor=
ſtellungen.
Samstag, 2. Okt. F 1 (Darmſtädter Volksbühne). Anfang 7½
Uhr, Ende 10 Uhr: „Die weiße Dame‟. Oper von
Boieldieu. Preiſe: 1 bis 6 Mk.
Sonntag, 3. Okt. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Der tolle
Hund”, Lokalpoſſe von Niebergall. Dargeſtellt durch die
Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Preiſe: 1 bis 6 Mk.
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* Kleine Strafkammer. Adam Bohland von
Walderlen=
bach hat am 20. Juli 1926 vom Amtsgericht I wegen Betrugs 1 Woche
Gefängnis erhalten. Der Betrug wurde gegenüber dem jüngſt
verſtorbe=
nen Wirt Heiſt hier verübt. Der Schaden von 20 Mark iſt erſetzt.
An=
geklagter und der Staatsanwalt haben Berufung verfolgt. Erſterer iſt
trotz gehöriger Ladung nicht erſchienen. Seine Berufung wird
ver=
worfen. Der Staatsanwalt nahm ſeinerſeits die Berufung zurück.
* Mord oder Selbſtmord? Geſtern früh durchſchwirrten
Ge=
rüchte von einem Mord in der Nieder=Ramſtädter Straße die
Stadt. Der Dachdecker Philipp Krämer, Nieder=Ramſtädter
Straße, hatte auf dem Polizeirevier die Meldung erſtattet, ſeine
Frau habe Selbſtmord begangen. Da K. einen nicht
ein=
wandfreien Eindruck machte, wurde er in Haft genommen
und der Staatsanwaltſchaft Anzeige erſtattet. Die ſofort
einge=
leitete Unterſuchung ergab, daß die 36 Jahre alte Frau mit
durch=
ſchnittener Kehle tot im Bett lag. Das Raſiermeſſer lag in der
Nähe. Die Staatsanwaltſchaft zog ſofort den bekannten
Gerichts=
chemiker hinzu, doch konnte noch nicht feſtgeſtellt werden, ob Mord
oder tatſächlich Selbſtmord vorliegt. — Der amtliche
Polizei=
bericht meldet: Heute früh wurde eine junge 36jährige Frau
mit durchſchnittener Kehle tot in ihrem Bette liegend
aufgefun=
den. Das zur Tat benutzte Raſiermeſſer lag neben der Leiche auf
dem Kopfkiſſen. Nach den bisherigen Ermittlungen konnte nicht
einwandfrei feſtgeſtellt werden, ob ein Verbrechen oder
Selbſt=
mord vorliegt.
Polizeibericht. Von einem Grundſtück in der Nähe des
Kranich=
ſteiner Schloſſes wurden etwa 100 Pfund Tafeläpfel
ent=
wendet. Die Täter wurden ermittelt, die entwendeten Aepfel
konn=
ten reſtlos beſchlagnahmt und dem Eigentümer ausgehändigt werden. —
Aus einem derſchloſſenen Manſardenzimmer wurden die Erſparniſſe
eines Dienſtmädchens in Höhe von 45 Mark von unbekanntem Täter
geſtohlen. — Aus dem Hofe einer Wirtſchaft wurde ein älteres
Herrenfahrrad, Marke und Nummer unbekannt, entwendet.
Das Rad hat ſchwarzen Rahmenbau und Felgen, gerade Lenkſtange mit
roten Gummigriffen, wovon der linke defekt iſt. — Ein hieſiger junger
Mann wurde wegen Fahrraddiebſtahls und Unterſchlagung
feſtgenommen und in Unterſuchungshaft verbracht. — Der
Handlungs=
gehilfe Heinrich Vogt, geb. am 19. 1. 85 zu Krefeld wurde auf Grund
eines Ausſchreibens des Amtsanwalts Mainz wegen Betrugs, und der
Kellner Alfred Guntermann, geb am 14. 6. 1805 zu Bochum auf
Grund eines Ausſchreibens des Amtsgerichts Bochum wegen
Straf=
verbüßung feſtgenommen. Beide befanden ſich auf der Durchreiſe.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Alerunter erſchelnenden Nolizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu betrachttn.
im keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritil.
— Volkshochſchule. Von der Leitung des Bühnenvolksbundes
wird am 7. Oktober in der Stadtkirche ein Motetten=Abend vom
Thomanerchor aus Leipzig veranſtaltet.
Kunſinofizen.
Ueber Werte. Künſer und künſflertſche Veranftaltungen, deren im Nachſſehenden Eru
geſchlebt, bebält ſich die Redakion ibr Urtell vor
— Reſidenz=Theater. „Die Perle des Regiments”, dieſer
neue Schünzel=Film läuft im Rahmen einer Luſtſpielwoche noch bis
ein=
ſchließlich Sonntag im R. T. Wir haben Reinhold Schünzel auf der
Leinewand ſchon in allen möglichen Rollen geſehen — aber noch nie im
„bunten Rock”. In dem neuen Domo=Film der Strauß=Film=Geſellſchaft
zeigt er ſich nun als friſch gebackener Nekrut — nachdem er ſchon
vor=
her in ſeiner „Ziviliſtenlaufbahn” auf einem großen Ball dem Militär
allerhand Aufgaben geſtellt hat. Mit ausgelaſſenem Humor geſtaltet er
ſeine Rolle, die, von jeder Tendenz frei, nur auf menſchliche Komik
ge=
ſtellt iſt. Das Regiment, deſſen fragwürdige Perle er iſt, zeigt ein
En=
ſemble von hervorragenden komiſchen Schauſpielern, wie Paul Morgan,
Siegfried Arno, Paul Weſtermeher, Viktor Plagge, Curt Veſpermann.
und die „Ziviliſten” ſind ebenfalls erſtklaſſig beſetzt. Wir nennen nur
Namen wie Elga Brink. Camilla Spira, Lydia Potechina und Olga Engl.
—Union=Theater. „Der Geiger von Florenz” iſt ein
Ge=
mälde, das ein junger bekannter Maler geſchaffen hat, zu dem ein
kleiner Muſikant, der ihm auf der Landſtraße durch ſeinen träumeriſchen
Ausdruck und ſein zartes Spiel auffiel. Modell geſtanden hat. Der Maler
wußte nicht, daß dieſer kleine Muſikant, den er liebgewonnen hatte, ein
Mädchen war, das aus der Penſion geflohen war, weil es den Aerger,
von ihrem über alles geliebten Vater getrennt zu ſein, nicht ertragen
zu können glaubte. — Der Vater gelangt in den Beſitz einer Wiedergabe
dieſes preisgekrönten Gemäldes und erkennt in dem Geiger ſeine ſo
lange geſuchte Tochter, — ſo konnte er ſie beim Künſtler wiederfinden
und das Geheimnis des Modells entſchleiern. Wohl iſt ſeine Tochter
ent=
zückt, den Vater wiederzuſehen — ihr Herz gehört jedoch nun dem
Maler, dem ſie vom Vater als Frau zugeführt wird. Eliſabeth Bergner
ſpielt die Hauptrolle der Tochter Renée, und liefert im „Geiger von
Florenz” den Beweis, daß ſie nicht nur auf der Bühne, ſondern auch
im Film ganz Großes zu leiſten vermag.
Aus den Parteien.
— Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei. Die
Mitglieder treffen ſich am Sonntag, morgens ½9 Uhr, zu einem
Morgen=
ſpaziergang an der Odenwaldbrücke Dieburgerſtraße.
Seite 6
Gamstag, den 23. September 1926
Nummer 26
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arheilgen, 24. Sept. Von den zwei Gruppen der hieſigen
Schützengeſellſchaft „Weidmannsheil”, die ſich an dem Schützenwettſtreit
des Schützenvereins Bichenbach beteiligten, konnte die eine den erſten
Preis erringen und die Mannſchaftsehrenſcheibe wurde durch Juſtus
Stork gewonnen. — Nach den am Samstag beginnenden Herbſtferien
wird in der Nähſchule des evangeliſchen Frauenvereins ein neuer
Kurſus im Kleidermachen und Weißzeugnähen beginnen. Der
Unter=
richt findet im Gemeindehauſe ſtatt und werden jetzt ſchon daſelbſt oder
im Pfarrhauſe Anmeldungen entgegengenommen. — Der
Familien=
abend des Geſangvereins „Liederzweig” findet am 2. Oktober ſtatt. Die
Vorbereitungen ſind in vollem Gange und verſprechen manche
Ueber=
raſchung. Im übrigen wird das Programm ſich in der ſeitherigen Weiſe
abwickeln. Erwähnt ſei einſweilen, daß das entzückende Singſpiel in
1 Akt „Frühling am Rhein” ſicherlich allſeits Gefallen finden wird.
H. Eberſtadt, 24. Sept. Gemeinderatsſitzung. Bei der
geſtrigen Gemeinderatsſitzung waren 17 Gemeinderatsmitglieder anwer
ſend. Der Bürgermeiſter leitete die Sitzung, die nur eine kleine
Tages=
ordnung aufzuweiſen hatte und ausnahmsweiſe um 10½ Uhr geſchloſſen
werden konnte. Eine längere Debatte entſpann ſich lediglich über eine
Mitteilung des Kreisamtes des Inhalts, daß das Miniſterium den
Be=
ſchluß des Gemeinderats, wonach dieſer an der Höhe der vor zwei
Jah=
ren beſchloſſenen Gebühr von 20 Mk. für jedes an die Provinzial=
Pflegeanſtalt abgegebene Grab für verſtorbene Inſaſſen feſtgehalten
hat, die Genehmigung verſagt habe. Der Bauausſchuß hatte
vorge=
ſchlagen, die Gebühr auf 15 Mk. zu ermäßigen. Im Gemeinderat
konnte eine Einigung über dieſen Punkt nicht erzielt werden, ſodaß die
Sache an den Ausſchuß zurückverwieſen wurde. Die Verwaltung wurde
beauftragt, Berechnungsgrundlagen zu beſchaffen und dem Ausſchuſſe
vorzulegen. Bezüglich der Jugendherberge wird beſchloſſen,
dieſe im Rathaushofe aufzuſtellen und wegen der 2500 Mark
betragen=
den Baukoſten mit dem Kreisamt in Verhandlungen einzutreten. Der
vorgelegte Plan des Bauamts wird gutgeheißen. Das Geſuch des
Regierungs=Baurats Rothert um Uebernahme einer Bürgſchaft für ein
ſtaatliches Baudarlehen wird abſchlägig beſchieden, die Beſchlußfaſſung
über die Abtretung eines Bauplatzes an den Genannten vorläufig
aus=
geſetzt. Ebenſo wurde dem Geſuch des Georg Klinger keine Folge
ge=
geben, durch das beantragt iſt, daß die Gemeinde mit ihrer 1. Hypothek
zugunſten dr Bau= und Siedlungsgenvſſenſchaft an zweite Stelle
zu=
rücktreten oder für ein Baudarlehen von 1500 Mark Bürgſchaft
über=
nehmen ſolle. Folgende Arbeiten und Lieferungen wurden entſprechend
den Beſchlüſſen des Bauausſchuſſes auf dem Submiſſionswege vergeben:
1. Für die Umverlegung der Waſſerleitung in der Alten
Darmſtädter=
ſtraße (2. Etappe): die Lieferung der erforderlichen Rohre an Wilhelm
Bauer und Fritz Hofmann gemäß ihren Angeboten; 2. für das
Ge=
meinde=Waſſerwerk: die Lieferung von 100 Dielen (ie 4,50 Meter lang
und 30 Zentimeter breit) an Baumaterialienhandlung Ludwig Krug zu
4,40 Mk. pro Stück, die Lieferung von 2 Preßkolben dem Metallwerk
Foell und Leber in Landau; 3. für die Herſtellung von Notwohnungen
in der angekauften Griesheimer Baracke: die Maurerarbeiten an
Phi=
lipp Zickler (Heinrich Zickler 3.), die Zimmerarbeiten an Peter Schäfer 6.,
die Weißbinderarbeiten an Georg Knieß 4., die Schloſſerarbeiten an
Fritz Hofmann, ſämtlich zu den Angebotspreiſen; 4. für die Einführung
der elektriſchen Lichtleitung in der Schweſternſtation und der Wohnung
des Lehrers Wolf: die Inſtallationsarbeiten an Karl Wolf laut
An=
gebot; 5. für den Ortsausſchuß für Volksbildung und Jugendpflege:
die Lieferung von 35 Stühlen aus der Hand zu 5 Mk. pro Stück an die
Firma Alter=Darmſtadt; 6. für die Herſtellung der Floßrinne und des
Bürgerſteigs in der Schirmſchneiſe: die Lieferung von Pflaſterſteinen
der Gemeinde Dietesheim, die Lieferung von Zement Randſteinen dem
Joh. Dieter 3. zu 4,05 Mk. pro lfd. Meter, die Lieferung und der
Ein=
bau von Sinkkaſten an Franz Simon, die Ausführung der
Pflaſter=
arbeiten dem Georg Wiemer 2., beide laut Angebot; 7. für das Oelen
der Schulſäle: die Lieferung von 300 Kilogramm Fußbodenöl an
Philipp Eyſenbach zu 33 Mk. pro 100 Kilogramm. Der Gemeinderat
beſchloß weiter die Renovierung der Dienſtwohnungen des
Oberſchutz=
mannes Meidinger und des Lehrers Göllner, ſowie die Inſtallation
die=
ſer Wohnungen und der Dienſtwohnung des Lehrers Böſand mit
elekt=
riſchem Licht. Die Arbeiten hierfür ſollen alsbald ausgeſchrieben
wer=
den. Der Darlehensvertrag der Kommunalen Landesbank, der die
Um=
wandlung eines kurzfriſtigen Darlehens von 25 000 Mark in ein Drei=
Jahres=Darlehen vorſieht, findet Genehmigung. In geheimer Sitzung:
Grundſtücksankäufe, Wohnungsangelegenheiten und Stundungsgeſuche.
* Pfungſtadt, 94. Sept. Gasverſorgung. Auf eine
An=
frage des Gaswerks Darmſtadt, ob die Stadt Pfungſtadt noch an der
Verſorgung mit Gas intereſſiert ſei, entſpann ſich im Gemeinderat eine
eingehende Ausſprache, bei der ſich herausſtellte, daß der Gemeinderat
in ſeiner Geſamtheit dem großzügigen Projekt wohlwollend
gegenüber=
ſteht. Die Arbeiten ſind als Notſtandsarbeiten gedacht. — Die
Ein=
führung einer Wertzuwachsſteuer iſt nach der vorgelegten
Muſterſatzung nunmehr auch für die Gemeinde Pfungſtadt genehmigt 28. und 30. September findet eine Bachſchau am Oberlauf der Gerſppenz
worden. — Reichsjugendwettkämpfe. Auch hier nahmen die
Reichsjugendwettkämpfe einen ſchönen Verlauf. Daran beteiligt waren
ungefähr zweihundert Schülerinnen und Schüler der Oberklaſſen. — Die Bachſchau endet am gleichen Tage mit der Beſichtigung des
Die Zahl der Erwerbsloſen beträgt hier rund 400, darunter Gerſprenzlaufes in der Gemarkung Reinheim. Am Donnerstag, den 30.
annähernd 100 Frauen. — Hohes Alter. Ludwig Feh 2., Mittel= September wird die Bachſchau fortgeſetzt von der Gemarkung Habitzheim
gaſſe, beging am Dienstag ſeinen 80. Geburtstag. — Die Bürger= bis Gemarkung Münſter einſchließlich. Der Unterlauf der Gerſprenz
meiſterei macht bekannt, daß von der Torfgrube noch einige Morgen in den Gemarkungen Hergershauſen, Sickenhofen, Babenhauſen und
Grummetgras von planierten Stüchen zum Taxationspreis abgegeben Harreshaufen bis zur Landesgrenze findet in der folgenden Woche ſtatt,
werden.
— Nieder=Beerbach, 24. Sept. Wer einmal die Nieder=Beerbacher zur Geltendmachung von Wünſchen und Beſchwerden an der Bachſchau
Kirchweihe beſucht hat, wird immer wieder zu ihren Gäſten zählen, teilnehmen.
Daß alle Befucher bezüglich der Speiſen und Getränke zufnedengeſtellt
werden, dafür wollen wir unſere Gaſthäuſer ſorgen laſſen, aber daß Wie aus zuverläſſiger Quelle verlautet, iſt durch den Staat die
Errich=
alle bequem und billig nach Nieder=Beerbach und zurück gebracht wer= tung von 3 Beamten=Wohnhäuſern im Kreiſe Erbach beabſichtigt. Die
den, dafür ſorgt der blaue Omnibus, der gerade zum Samstag, alſo Stadt Michelſtadt, welche in beſonderem Maße durch die Wohnungsnot
noch rechtzeitig, Hilfe bekommt durch einen zweiten Blauen in größerer belaſtet iſt, wird hierbei Berückſichtigung finden
und ſchönerer Aufmachung. Am Sonntag fährt dieſer auch ab
Darm=
ſtadt, Opernplatz. (Näheres ſiehe geſtrige Anzeige.) — Das Chaſſis iſt ſammlung der Zwangsiunung für das Schumachergewerbe hat beſchloſſen,
durch die Firma Zelder, Darmſtadt geliefert worden, und zwar ein den Antrag auf Schließung der Innung beim Heſſ. Kreisamt
Hanſa=Lloydchaſſis=Tiefrahmen mit allen modernen Neuerungen, wie Erbach einzubringen. Letzteres gibt bekannt, daß ab 1. Oktober die
Vierradbremſe, Zentraldruckſchmierung uſw. während der Aufbau in Innung geſchloſſen iſt. — Der Arbeitsbeginn in den Bäckereien
Darmſtadt von der Firma Autenrieth hergeſtellt wurde.
fünfjährigen Beſtehens. Die Vorbereitungen hierzu ſind in vollſtem jeder Art dürfen vor morgens 7 Uhr weder ausgetragen noch abge=
Gange und wird der Verein keine Koſten und Mühe ſcheuen, um auch geben werden. Die Arbeitsräume ſind während des Betriebs jederzeit
in dieſem Jahre wieder mit einem auserwählten Programm vor die für die zuſtändigen Aufſichtsbeamten freizuhalten.
Oeffentlichkeit zu treten. Am Sonntag vor dem Feſt (3. Oktober) ſindet
für die Mitglieder des Vereins ein Wettſchreiben ſtatt.
* Roßdorf, 23. Sept. Gemeinderatsbericht. Den Vorſitz
führt an Stelle des beurlaubten Bürgermeiſters der Beigeordnete toffelernte iſt im Gange und fällt im allgemeinen gut aus. Da aber
Nicolay. 1. Zuſchlagserteilung zu der Arbeitsvergebung betr. Einebnung der Boden ſehr hart iſt, iſt das Ausmachen eine recht mühſelige Arbeit
des Baugeländes bei den Neubauten in der Wingertſtraße und Hofbe= mit der Hacke. Pferde und Pflug werden ſehr viel zur Hilfe genommen
feſtigung bei beiden Neukauten in der Wingert= und Erbacher Straße, und die Kartoffeln ausgeackert. Die Knollen ſind geſund und kommen
Zum Submiſſionstermin waren fünf Angebote eingelaufen; Mindeſtfor= trocken nach Hauſe, was für den Käufer beſonders von Vorteil iſt. Ein
dernder war Heinrich Fleckenſtein II. mit 525,19 Mark, dem der Zuſchlag Preis iſt noch nicht feſtgeſetzt, dürſte aber fünf Mark für den Zentner
erteilt wurde, 2. Beanſtandung der Arbeiten in der Holzgaſſe. Die beſte Eßkartoffeln nicht überſchreiten. Ein durchfeuchtender Regen
Baukommiſſion hat durch eine Beſichtigung feſtgeſtellt, daß die Beanſtan= wäre für alle Hackfrüchte ſehr nötig.
dungen wohl richtig ſind, ſich jedoch, da die Arbeit vollſtändig
fertig=
geſtellt iſt, nicht mehr ohne großen Koſtenaufwand abändern laſſen; die gegenwärtig ſehr niederen Waſſerſtand iſt unweit der Stelle, wo gegen=
Angelegenheit ſoll daher ruhen bleiben. 3. Die Dachkandeln an den wärtig die Stromverbeſſerungsarbeiten vorgenommen werden, vorgeſtern
Gemeindehäuſern in der Müllerſtraße ſollen dahin geändert werden, ein ſchwer beladener Kahn auf den Sand gelaufen und konnte nur mit
daß das Regenwaſſer ſeinen Abfluß in die Müllerſtraße hat. 4 Be= Hilfe zweier Dampfer wieder flott gemacht werden. Sollte das
Rhein=
ſchlagnahme von Wohnungen durch das Kreisamt. In vorletzter Sitzung waſſer weiter ſinken, ſo ſind noch mehr Schiffsunfälle im Nackenheimer
wurde nach deu Ergebnis der vom Kreisamt im Dezember 1925 vor= Loch zu befürchten, da die Baggerarbeiten nur zum kleinſten Teil
genommenen Wohnungs=B=ſichtigungen angefragt. Der Beigeordnete vollendet ſind, viel Zeit und Material erfordern. In den roten
Ton=
gibt bekannt, daß die Bürgermeiſterei trotz ſchriftlicher Anfrage beim ſchiefer eingebettet, ſtoßen nämlich die Baggereimer auf der linken
Kreisamt am 11. Febr. und 18. März und auch mündlicher Erinnerung Stromſeite mitunter auf baſaltartiges Geſtein von ungeheurem Umfang,
bis heute ohne Nachricht geblieben ſei, was dem Gemeinderat ſehr merk= das nur durch eine Stoßmaſchine oder Sprengung zerkleinert werden
würdig erſchien. Die Sache ſoll im Auge behalten werden.
g. Groß=Bieberau, 24. Sept. Im Odenwald regen ſich die ehe= unmöglich iſt.
maligen 118er. Um Erinnerungen aus früherer Zeit wachzurufen
und engere Kameradſchaft mit den Odenwälder Kameraden zu pflegen, meinderatsſitzung beſprech man die Schaffung einer Waſſerleitung für
veranſtaltet die Darmſtädter Vereinigung ehemaliger 118er gelegentlich Crumſtadt. Als das günſtigſte Projekt ſieht man den Anſchluß an die
eines Familienausfluges nach Groß Bieberau am 3. Oktober im Gaſt= Brunnen des Philipps=Hoſpitals Goddelau=Erfelden an.
haus Schellhaas eine gemütliche Zuſammenkunft, wozu alle ehemaligen
„Kanarienvögel” mit ihren Angehörigen eingeladen ſind.
Eigenheime.
Immer lauter und lauter drängt der Schrei nach Eigenheimen aus
der großen Maſſe unſeres Volkes und immer notwendiger iſt es, daß
ſich nicht nur die Ohren derer, die zu helfen berufen ſind, auftun,
ſondern, auch Kopf, Herz und Hand angeſpannt werden, praktiſch die
Woh=
nungsfrage zu löſen. Natürlich gehört dazu zuerſt, daß beide Teile,
die Notſchreienden und die Helfenden, nicht den Blick verlieren für die
harten Wirklichkeiten dieſes Lebens, vor allen Dingen nicht die
Tat=
ſache aus dem Auge verlieren, daß beide Teile alle Kräfte anſpannen
müſſen, um den Weg zu finden aus der greßzen Not der Gegenwart
herauszukommen. Einen u. E. richtigen und gangbaren Weg zeigt heute
die Deutſche Evangel. Heimſtättengeſellſchaft. Sie geht
aus vom Zentral=Ausſchuß für Innere Miſſion der Deutſchen
evangeliſchen Kirche, dem ſich noch andere gleichgerichtete Organiſationen
angeſchloſſen haben. Das wirtſchaftliche Fundament dieſer
Heimſtätten=
geſellſchaft iſt aufs beſte geprüft, eng angelehnt an die Hilfskaſſe
ge=
meinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen Deutſchlands G.m.b.H., welche
eine bankmäßige ſichere Anlage der eingezahlten Sparbeträge
gewähr=
leiſtet.
Alſo um Sparbeträge derer, die bauen wollen, handelt es ſich.
Zu=
nächſt iſt feſtzuſtellen, daß im Zeichen der Zwangsmiete und der
Woh=
nungsämter der Staat weſentlich an der Finanzierung der
Neubautätig=
keit beteiligt iſt. So ſtehen dem Einzelnen ſtaatliche Baugelder (
Haus=
zinsſteuer=Hypotheken, Arbeitgeberzuſchüſſe, Wohnungsfürſorgeverbände
uſw.) beim Bau eines Eigenheims zur Verfügung. Das was fehlt, ſind
die ſogenannten Reſtbaugelder, die flüſſigen Mitteln für die
Bauenden. Dieſe muß der Bauende ſelbſt aufbringen und damit er es
kann, ſparen; ein zweckmäßiges Sparen und möglichſtes baldiges Bauen
können will die Bauſparkaſſe der Deutſchen Evangel.
Heimſtättenge=
ſellſchaft vermitteln.
Sie arbeitet mit geſchloſſener Gruppe. Die Sparer werden
zu einzelnen Gruppen zuſammengefaßt, welche nicht erweitert werden
können. Alle Gelder, die eine ſolche Gruppe aufbringt, kommen mit
den entſprechenden Zinsgewinnen nur dieſer Gruppe zugut. Praktiſch
geſehen iſt der Weg folgender:
Jeder, der zu einem Eigenheim kommen will, ſchließt mit der
Deutſchen Evangeliſchen Heimſtättengeſellſchaft einen Bauſparvertrag in
der von ihm gewünſchten Höhe ab. Etwa 80 bis 100 Bauſparer bilden
eine Gruppe, die geſchloſſen in ſich bleibt. Durch das Los wird
ent=
ſchieden, wer zuerſt bauen kann. Der einzelne Bauſpaver zahlt nach
Abſchluß des Vertrages jährlich 5 Prozent in monatlichen,
viertel=
jährlichen oder halbjährlichen Raten ein. Für dieſe Einzahlung vergütet
die Geſellſchaft nach dem 1. Jahre 3 Prozent Zinſen. Bekommt en
ſein Darlehen, was ſchon nach einem halben Jahr möglich iſt, ſo hat
er dieſes mit 7 Prozent jährlich zu verzinſen, von denen 5 Prozent als
Verzinſung der jeweiligen Schuld, der Reſt als Tilgung gelten. Aus
jeder Gruppe erhalten anfangs jährlich 6—8 Prozent, ſpäter 10—12 Gießen, 23. Sept. Mit einer außerordentlich wichtigen Te
Prozent ihr Darlehen. Der letzte einer Gruppe erhält ſein Darlehen
nach 15½ Jahren, d. h. zu dem Zeitpunkt, wo durch ſeine eigene
Spar=
hält hat eine größere Schuld zu verzinſen und zu tilgen; für den, der faßt. Der wichtigſte Punkt war unſtreitig die Frage der Schulh
ſpäter ſein Darlehen erhält, erniedrigt ſich dieſe Schuld. Es darf hier
beſonders hervorgehoben werden, in welcher B=ziehung ſich die
Bauſpar=
kaſſe der Deutſchen Evangel. Heimſtättengeſellſchaft von anderen ähn= härten, nächſt der Wolfſtraße, errichtet werden. Die Pläne ſind be
lichen Unternehmungen unterſcheidet:
1. Sie arbeitet mit geſchloſſener Gruppe; das bedeutet Ausſchaltung
des Klante=Syſtems genaue Ueberſicht über die Verpflichtungen ſtraße, erbaut werden. Das Zuſatz=Wohnungsbauprogramm für
ud Verſprechungen der Geſellſchaft.
2. Alle Eingänge und Einnahwen kommen reſtlos nach Maßgabe zur Verfügung geſtellt: 1. Zwölf Wohnungen auf der Weißerde 144
des Finanzierungsplanes der einzelnen Gruppe den Bauſparern
zugute. Zur Deckung der Verwaltungsunkoſten der Geſellſchaft
wird ein geringerer Beitrag zugleich mit den Einzahlungen
er=
hoben.
3. Die eingezahlten Gelder werden bankmäßig verwaltet.
4. Die Bauſparer können jederzeit in ihre Gruppenaufſtellumgen Gin= wird von 10 Pfg. auf 8 Pfg. für die Rilowattſtunde herabgeſetzt
ſicht nehmen und vierteljährlich den Bauſparvertuag ohne Schaden Ferner wurde der Umbau der Zehntſcheuer zum Polizeiamtsgebe
kündigen.
5. Die Bauſparkaſſe der Deutſchen Evangeliſchen Heimſtättengeſell= nungsloſe an der Margaretenhütte. — Für Aufgabe einer Stadtrekl
ſchaft, Berlin N. 24, Oranienburgſtraße 13/14 iſt nicht von der
Zahl der Mitglieder abhängig, oder von der Menge der jeweils Röhren der Gas= und Waſſerleitungen wurde, ein Kredit von 2
neu hinzutretenden Bauſparer, wie das bei anderen Unterneh= Mark zur Verfügung geſtellt. — Für die notwendige Grweiterung
mungen der Fall iſt. Hierdurch iſt die abſolute Gewähr dafür elektriſchen Licht= und Kraftanlage für die Frühjahrs= und Herbſtmä
gegeben, daß die Geſellſchaft imſtande iſt, ihre Verſprechungen zu auf Oswaldsgarten wird ein Kredit bewilligt. — Dem Alice=Schulve
halten, ganz abgeſehen davon, daß ſchon die Namen der Geſell, wird zur Deckung des Fehlbetrags für 1945 ein weiterer Zuſchuß
ſchafter der Deutſchen Evangeliſchen Heimſtättengeſelſchaft für einen 1635 Mk. bewilligt. — Die Erhebung der Vergnügungsſteuer wird
dementſprechenden imeren Aufbau des Unternehmens bürgen.
Die Geſchäftsſtelle des Heſſiſchen Landesvereins für
Innere Miſſion, Darmſtadt, BismarchStraße 58, hat eine Aus= tritt am 1. Oktober 1926 in Kraft. — Ferner wurden folgende Yu
kunſtsſtelle der Deutſchen Evangeliſchen Heimſtättengeſellſchaft errichtet ſchaffung eines Automobil Sppengwagens zum Preiſe von 2404 9
und bittet alle intereſſierten Perſonen und Organiſationen, ſich hier
mit Rat dienen zu laſſen.
— Dieburg, B. Sept. Bachſchau im Gerſprenztal. Am
durch das Kreisamt und das Kulturbauamt ſtatt. Die Bachſchau beginnt
am B. September vormittags 9½ Uhr in der Gemarkung Fr.=Crumbach.
vorausſichtlich am 5. Oktober. Anlieger und andeve Intereſſenten können
* Michelſtadt, 94. Sept. Behebung der Wohnungsnot.
m. Aus dem Kreiſe Grbach, 24. Sept. Die letzte
Innungsver=
des Kreiſes iſt für die Zeit bis 31. März 1927 neu feſtgeſtzt worden.
— Bickenbach, 17. Sept. Der hieſige Stenographenverein „Gabels= Die 8ſtündige Betriebsruhe in den Bäckereien und Konditoreien liegt
berger” feiert am Samstag, den 9. Oktober ds. Js. das Feſt ſeines in der Zeit zwiſchen 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Bachwaren
— Hirſchhorn, 24. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
B. September 0,60 Meter, am 24. September 0.,58 Meter.
* Von der Bergſtraße, 24. Sept. Kartoffelernte. Die Kar=
A. Hohehnau bei Trebur, 24. Sept. Schiffsunfall. Bei dem
kann und deſſen Entfernung dunch Bagger allein wegen ſeiner Härte
* Crumſtadt, 23. Sept. Waſſerleitung. In der letzten Ge=
* Groß=Gerau, 24. Sept. Straßenherſtellung. Die
Kreis=
ſtraße nach Biſchofsheim wird gegenwärtig inſtand geſetzt.
Rheinheſſen.
M. Oppenheim a. Rh., 24. Sept. Die Städteordnung iſt nu
für Oppenheim vollſtändig in Kraft getreten. Die erſte Stadtp
netenſitzung nach dieſem Ereignis ſtand denn auch unter dieſem
deren Zeichen. Der Bürgermeiſter Dr. Rhumbler begrüßte die
vevordneten und ſprach ſich dahin aus, daß hoffentlich eine frug
Zuſammenarbeit der Stadtvertretungen für die Entwicklung der
von Bedeutung ſein möge. — Als Protokollführer wurde wieder
Bingenheimer beſtimmt. Als ſein Vertreter wurde Herr
Scher=
wählt. — Die Bedingungen der Oberpoſtdirektion hinſichtlich der
poſtlinie Oppenheim—Wörrſtadt wurdem genehmigt. — Als
ordnete wurden die Herren Rektor Leo Selbſt und Weingutsb.
Karl Sittmann gewählt.
M. Bodenheim a. Rh., 24. Sept. Als hier ein Landwirt
Mommenheim mit dem Beladen ſeines Wagens mit Dichwurz beſch
war, wurden die Kühe plötzlich ſcheu und gingen durch. Dabei
der Landwirt überfahren. Durch gebrochene Rippen wurde ihy
Lunge verletzt. Der Verunglückte wurde ins Kranlenhaus nach 9
verbracht.
* Worms, 24. Sept. Wormſer Heimatſpiele. Das
längere Zeit imn Vorbereitung befindliche große Heimatſpiel",
Wormſer” von Georg Richard Roeß geht am Sonntag, den 9
der Feſtſpielhausbühne als Uraufführung in Szene. Der Ver
wird derſelben beiwohnen.
M. Ingelheim, 23. Sept. Autounfall. Beim Ueberfahren
Ueberganges der Selztalbahn wurde das Laſtauto einer Ingelhe
Firma vom Zuge erfaßt und auseinander geriſſen. Der untere Tei
Wagens blieb liegen, während der obere Teil von dem Zuge mitgeſ
wurde. Der Führer des Laſtwagens wurde leicht verletzt.
M. Bingen, 24. Sept. Infolge des niedrigen Waſſerſtandes h
die durch das Gebirge bergwärts fahrenden Schiffe in der letzten
mehrfach Schwierigkeiten. Sofern die Kähne zu tief abgeladen w.
war Gefahr vorhanden, daß ſie über den Boden ſchleppten und daß
Leckage entſtehen konnte. Infolgedeſſen waren in der letzten Zeit
verſchiedentlich Leichterungen erforderlich. Im Binger Loch aber
mehrfach vorgekommen, daß die Schleppdampfer von Schleppzügen
dauernde Sirenenrufe Hilfe herbeiſigngliſieren mußten. Auf der
zu Tal iſt ein Fendelkahn mit Ladung beim Aufdrehen infolge N
in Gefahr geraten. Der Kahn hat ein Leck bekommen. Er liegt
Lorch, wo er geleichtert werden muß. — Im Rheingau hat der
„Ana Franziska” durch Feſtfahren ein Leck erhalten. Gegenw
wird die Ladung dieſes Kahnes in den längsſeits liegenden Sch
kahn „Lahntal” ſoweit übernommen bis der beſchädigte Kahn
wird.
ordnung beſchäftigte ſich die letzte Stadtverordnetenv
tätigkeit ſeine Sparſumme erreicht iſt. Wer früher ſein Darlehen er= ſammlung; die Beſchlüſſe wurden mit ſeltener Einmütigkeit
neubauten. Einſtimmig wurden folgende Beſchlüſſe gefaßt: 1.
Neubau für die Volksſchule ſoll auf dem ſtädtiſchen Gelände in den
fertiggeſtellt. 2. Der Neubau für die Fortbildungsſchule und die 7
ſchulen ſoll auf dem ſtädtiſchen Gelände, Ecke Klinikſtraße und Ered
wird nach dem Antrag des Finanzausſchuſſes genehmigt und der er
derliche Kredit aus Anleihemitteln in Höhe von insgeſamt 624000
Mark, 2. acht Wohnungen an der neuen Treppe Licherſtraße 12
Mark, 3. 30 Wohnungen durch die Baugenoſſenſchaft 1894 360 000
— Strompreiſe im Stadtgebiet. Mit Beginn des Oktober 1926
der Strompreis für Licht auf 45 Pfg. herabgeſetzt. Der Preis für
während der Nachtzeit bezogenen Strom für Beheizung, Backöfen
einſtimmig genehmigt, ebenſo die Errichtung von Wohnungen für V
auf Flugpoſtkarten wurde ein Kredit bewilligt. — Für Verlegung
dem Entwurf der Stadtverwaltung feſtgeſetzt, die neue Steuerordn,
genehmigt: Beſchaffung von Elektrokarren zur Straßenreinigung,
Neubefeſtigung der Bahnhofsſtraße, Errichtung von zwei weiteren 2
Nl. nisplätzen. Der Antrag auf Errichtung eines Dienſtwohngebäudes
den Direktor des Elektrizitätswerks wird an den Bauausſchuß zur
verwieſen. Es wurden zum Schluſſe mehrere Baugeſuche und B
Darlehensgeſuche genehmigt.
* Lauterbach, 24. Sept. An der Einrichtung der Kreistie
ſchau wurden die letzten Arbeiten verrichtet. Sämtliche Räume
Spießturnhalle haben die Ackerbau= und Obſtbauausſtellung aufgen
men. Außerhalb der Turnhalle ſind große Zelte erbaut, in welch
zum Teil die ausgeſtellten Tiere, Geflügel und landwirtſchaftliche 9
ſchinen und Geräte untergebracht werden. Die Produkte des Ae
baues, des Obſtbaues und der Binnenzucht haben bereits in der Tu
halle in großer Zahl Aufnahme gefunden und bieten dem Beſue
einen ſchönen Anblick. Allein 10 Betriebe treten mit Sammel=Ausſ
lung in Wettbewerb, dazu kommen 230 Einzelnummern, ein Zeic
dafür, welch reges Intereſſe die Bauern des Vogelsbergs an der A
ſtellung haben. Die Saatbauſtellen der Landwirtſchaftskammer
zei=
den Beſuchern die bewährteſten Getreide= und Kartoffelſorten. 2
Landwirtſchaftsamt Lauterbach hat die Ergebniſſe ſeiner zahlreie
Verſuche aufgebaut. Die weltbekannte Verſuchsſtation in Darmſt
hat eine kleine Ausſtellung eingerichtet, in der ſie zugleich eine zw
mäßige Düngung vor Augen führt. Außerdem wird ſie ihre Täng
in einem beſonderen Film zeigen. Sehr reichhaltig iſt die Obſta
ſtellung, 100 Bewerber werden mit etwa 400 Nummern in Wettbew
treten. Dazu kommen Obſt= und Beerenweine. Obſtbäume und Stre
cher. Die Geflügelſchau zeigt 255 Einzeltiere. Sämtliches Klauenb
iſt wegen der Seuchengefahr von der Ausſtellung ausgeſchloſſen. 2
Stadt Lauterbach hat mit der Ausſtellung zahlreiche Veranſtaltme
verbunden, ſo u. a. ein Reiterfeſt.
— Grünberg, 23. Sept. Der im Juli d. J. gegründete „Län
liche Reit= und Fahrverein Grünberg u. Umgebun
wird an dem am Mittwoch, den 13., und Donnerstag, den 14. Oltob
ſtattfindenden Gallusmarkt, der in dieſem Jahre bekanntlich in beſonde
großem Umfange abgehalten wird (Pferdemarkt, Tierſchau u. a.), 31
erſten Male mit einer Reitveranſtaltung an die Oeffentlichkeit tret
Die Ausbildung der Reiter, meiſt junge Landwirte, liegt in den bewäl
ten Händen alter Kavalleriſten, ſodaß für eine gründliche Durchbildn
größte Gewähr geboten iſt. In der Kürze der Zeit — von Juli
Oktober — iſt es natürlich verſtändlich, daß keine formvollendeten Abt
lungen vorgeführt werden können. Doch der Reiterverein Grünbe
will zeigen, daß er tätig war, und was in dieſer Zeit möglich war,
leiſten. Der junge Verein zählt ſchon über 100 Mitglieder mit et
50 bis 60 aktiven Reitern und Reiterinnen. Es wird an Sonntagen
vier Abteilungen zu je 15 Reitern geritten; davon üben 2 in Grünbe:
1 in Mücke und 1 in Nieder=Ohmen. Die Benutzung des eigenen Pf.
des beim Reiten und Fahren und auch beim Wettbewerb wird dem 14
gen Landwirt eiſt den vollen Wert ſeines Pferdes vor Augen führe
Die Liebe zu ſeinem treuen Kameraden bei Arbeit und Sport wird
ihm geweckt werden. Da unſerer ländlichen Jugend meiſt die Gelege
heit fehlt, ſich ſportlich zu betätigen, will der Reiterverein ihr d.
ſchönſten Sport von allen, den Pferdeſport, erſchließen. Hier ſind Selb
zucht, Tatkraft und Mannesmut die ſeeliſchen Eigenſchaften, die name:
lich der Pferdeſport erfordert. Dieſe Charaktereigenſchaften in unſer
ländlichen Jugend zu wecken und zu fördern, ſoll heilige Pflicht unſer
Vereins ſein. Beſchreiten wir dieſe Wege und halten uns ſtets die
hohen Ziele vor Augen, ſo werden wir zum nächſtjährigen Galuzma:
eine größere Veranſtaltung bieten können.
* Alsfeld, 22. Sept. Bubenhände haben zum zweitenma!
dieſem Jahre das Waldhaus des Grafen Eberhard von Beruſte
bei Angenrod erbrochen und in ſchändlicher Weiſe beſchädigt u.
verunreinigt. Alles, was ſie brauchen konnten, nahmen die Diebe mi
Nummer 266
Samstag, den 25. September 1926
Seite 7
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
17. Sonntag nach Trinitatis, den 26. September 1926,
Stadtkirche: Samstag, den 25. Sept., abends 8½ Uhr: Andacht,
— Sonntag, den 26. Sept., vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (
Jahres=
feſt der Stadtmiſſion!. Stadtpfarrer Stählin aus Dinkelsbühl. (Kol=
„ekte für die Stadtmiſſivn.) — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 6 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß. —
Um 10 Uhr: Hauptyottesdienſt. Pfarrer Heß. — Um 11½ Uhr:
Reindergottesdienſt mit Entlaſſung der Konfirmanden. Pfarrer Kle=
Herger — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Dr. Avemarie.
Schloßkirche: Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte.
Worm 10 Uhr: Hauptgotkesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Landesverband evang. kirchl. Frauenvereine: Donnerstag, den
30 Sept., nachm. 3½ Uhr, im Rummelbräuſaal: Herbſtkonferenz
Vor=
rrag von Schweſter Karoline Börner aus Bielefeld: „
Schweſtern=
rmangel — Schweſternüberfluß? Wie gewinnen wir Schweſtern für
eanſere Gemeinden und Anſtalten?”
Amtshandlungen an Auswärtigen bis 30. September:
Pfarrer Beringer; vom 1. Oktober an: Pfarrer Marx
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtr. 9,
SFernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Martinskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Weinberger. (Kollefte für den Evang. Bund.) — Um 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk. Pfarrer Beringer
Altersheim: Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfr. Beringer.
Fohanneskirche: Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie): Vorm.
20 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgt.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
Dienſt. Pfarrvikar Schäfer. (Kollekte für den Evangeliſchen Bund.)
— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrvikar Schäfer. — Abends
B½ Uhr: Aufführung des Spiels vom St. Georg durch die evangeliſchen
Sugendbünde im Gemeindehaus, Eichwieſenſtr. 8. Karten zu 50 Pfg.
bei den Mitgliedern, ſowie Herrn Kirchendiener Kropp. — Montag,
Den 27. Sept., abends 8 Uhr: Vereinsabend der Mädchenvereinigung.
Pauluskirche: Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für beide Gruppen.
(Schluß.) Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Um 10 Uhr: Hauptgottes=
Dienſt (Jahresfeſt der Kirchenweihe). Pfarraſſiſtent Dr. Wendel.
Kol=
lekte für den Evang. Bund.) — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Wfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Sonntag, abends 8 Uhr:
Vereins=
abend der Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr:
Vereins=
abend des Jugendbundes und Nähabend, für Frauen und Mädchen.
— Dienstag, abends 8½ Uhr: Kirchenchor — Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelbeſprechung für Aeltere aus beiden Jugendvereinen. — Samstag,
abends 8 Uhr: Turnen der Jugendvereinigung
Die Pauluskirche iſt tagsüber zu ſtiller Andacht geöffnet.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.
— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Donnerstag, den 30. Sept.,
abends 8 Uhr: Betſtunde. — Evang. Sonntagsverein:
Sonn=
tag: Vereinsſtunden von 4—7 Uhr.
Kranichſtein (Schloßkapelle): Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarr=
aſſiſtent Wißmüller.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt: Sonntag, den 26 Sept., vorm
8¾ Uhr: Chriſtenlehre der Knaben. — Um 9½ Uhr: Gottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Wolf. — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag,
den 27. Sept, abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein. — Mittwoch, den
29. Sept., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung. — Donnerstag, den
30. Sept., abends 8½ Uhr: Wariburgverein (religiöſer Abend),
In der Provinzial=Pflegeanſtalt: Sonntag, den 26. Sept, nachm.
2 Uhr: Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf
Evang. Gemeinde Traiſa: Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
— Nachm. ½11 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen. — Um ½1 Uhr:
Kindergottesdienſt der Kleinen. — Um ½2 Uhr: Zuſammenkunft am
Rathaus zum Ausflug des Frauenvereins. — Die Abende der E. J. G.
fallen aus.
Kirche zu Nieder=Ramſtadt: Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Im Anſchluß an den Gottesdienſt: Beichte und Feier des heil.
Abend=
mahls. — Dienstag: Kirchenchor und Jugendvereinigung. —
Mitt=
woch: Jungmädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf: Vorm. ½10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. — Um ½11 Uhr: Kindergottesdienſt Kollekte für den Evang.
Bund. — Abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Evang. Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag: Jahresfeſt der
Stadtmiſſion und des Jugendbundes für E. C. — Vorm. 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Um 10 Uhr: Feſtgottesdienſt in der Stadtkirche. Herr
Stadtpfarrer Stählin=Dinkelsbühl. — Nachm. 3 Uhr: Feſtfeier im
Stadtmiſſionsſaal (Herren Pfarrer Stählin, Miſſionar Grohmann).
— Abends 8½ Uhr: Abendverſammlung. — Dienstag, nachm 4 Uhr:
Frauenbibelſtunde — Abends 8½ Uhr: Kriegerdankbund. — Mittwoch,
nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen. — Donnerstag,
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Prediger Semmel). — Freitag, abends
8½ Uhr: Jungmädchenkreis, Blaukreuzbibelſtunde (Prediger Semmel)
und Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule Beſſungen (Pred. Neuber).
— Sam3tag, abends 8½ Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. E. (Mühlſtr. 24). Sonntag: Jugendbund=
Jahresfeſt. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Jugendverſammlung: „Der
junge Mann und das junge Mädchen”. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Freundeskreis für Jünglinge. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebets=
ſtunde für Jünglinge
Ehriſtlicher Verein Funger Männer Darmſtadt, e. V.,
Alexander=
ſtraße 22 (Infanterie=Kaf., Hof links): Sonntag, den 26. September,
vorm 9 Uhr: Weißkreuzſtunde. — Abends 81 Uhr: Beſuch der
Jugend=
bünde der Petrusgemeinde. Aufführung: „Das Spiel vom St. Georg”
im Gemeindehaus, Eichwieſenſtraße 8. Treffpunkt /48 Uhr im Heim.
Für Nichtteilnehmer: Um 6 Uhr Abendgortesdienſt in der
Stadt=
kapelle (Herr Dr. Avemarie). — Dienstag, den 28. September,
abends 8½ Uhr: Männerbibelbeſprechſtunde (Herr Dr. Avemarie). —
Mittwoch, den 29 Sept., abends 8½ Uhr: Heimſtunden der
Jugend=
abteilung. — Donnerstag, den 30. Sept, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde
(Lehrer Spamer). — Freitag, den 1. Okt., abends 8 Uhr: Turnen
in der Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag, den 2. Okt,
nachm. 3 Uhr: Jungſcharſtunden.
Möttlinger Freunde=Kreis: Montag, abends 8½ Uhr, im
Feier=
abendſaal, Stiftſtr 51: Bibelſtunde,
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtraße 26, I.):
Sonntag, den 26. Sept., vorm. 9 Uhr: Morgenwache. — Abends 8½ Uhr:
2. Vortrag von Herrn W. Schmidt über die Tagung in Helſingforz.
— Montag, den 27. Sept., abends 8 Uhr: Turnen in der Turnhalle
(Soderſtraße); Mütterabend. — Dienstag, den 28. Sept., abends
8½ Uhr: Gebetsſtunde. — Mittwoch, den 29. Sept., abends 8½ Uhr:
Familien=Bibelſtunde. — Donnerstag, den 30. Sept., abends 8½ Uhr:
Jugendbibelſtunde. — Freitag, den 1. Okt., abends 8½ Uhr:
Turn=
ſtunde. — Samstag, den 2 Okt., abends 8 Uhr: Poſaunenchor, —
Jeden Mittwoch von 5—7 Uhr: Jungſcharſtunden. Singen, Spielen,
Vorleſen, Andacht.
Die Ehriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 28. September, fällt die
Menſchen=WZeihe=Handlung aus. — Montag, den 27. Sept, findet ein
Michaels=Abend mit Gäſten ſtatt. Nähere Auskunft hierüber Montag,
vorm. von 10—12 Uhr Heidelbergerſtr. 9½, III.
Katholiſcher Gottesdienſt.
Sonntag, den 26. September 1926.
Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen;
nachm. von 5—7 Uhr und abends 8—8½ Uhr: Beichtgelegenheit,
An Sonn= und Feiertagen, vorm. ½7 Uhr an: Beichte. — Um
7 Uhr: Frühmeſſe mit Austeilung der heil. Kommunion vor und in
der heil. Meſſe. — Um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt. Vorher
Aus=
teilung der heil. Kommunion. — Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um
2½ Uhr: Andacht. — Werktags heil. Meſſe 7, Stunden vor
Schul=
beginn.
St. Martinskapelle (Herdweg): An Sonn= und Feiertagen, vorm.
8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt und Austeilung der heil. Kommunion,
¼ Stunde vorher Beichtgelegenheit. — Dienstags und Freitags heil,
Meſſe 7/, Stunden vor Schulbeginn. ¼ Stunde vorher Beichte.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Bexſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 26. Sept.,
vorm. 111 Uhr: Sonntagsſchule. — Nachm. 4½ Uhr: Verkündigung
des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 29. Sept., abends 8½ Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Freitag, den 1. Okt., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Ehriſtl. Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag,
vorm. ½10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Nachm. ½4 Uhr: Jugendbund,
— Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Dienstag, abends ½9 Uhr:
Bibelſtunde.
Eoangeliſche Bemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
26. Sept, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. — Um 11 Uhr:
Sonntags=
ſchule. — Abends 8 Uhr: Gottesdienſt. — Montag, den 27. Sept., abends
8½ Uhr: Jugendbund. — Donnerstag, den 30, Sept., abends 8½ Uhrz
Bibelſtunde. Prediger Sauer
Kirche Feſn Ehriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtabt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 26. Sept., vorm. 10½ Uhr:
Sonntagsſchule, — Abends 7½ Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch, den
29. Sept., abends 7½ Uhr: Fortbildungsverein. Jedermann
will=
kommen.
Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 174
Sonntag, den 26. Sept., vorm. 10 Uhr: Abendmahlsfeier. — Um
11 Uhr: Sonntagsſchule. — Abends kein Gottedienſt. — Donnerstag,
den 30. Sept., abends 8½ Uhr: Vortrag „Die Auferſtehung der Toten”,
Prediger Conrad. Jeder iſt willkommen,
Methodiſtengemeinde: Sonntag, den 26. Sept., nachmittags 4 Uhr
Gottesdienſt. (Eliſabethenſtraße 25½,)
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Heili=
gungsſtunde. — Um 11½ und 3 Uhr: Kindergottesdienſt. — Um
4 Uhr: Lob= und Dankverſammlung. — Abends 7½ Uhr:
Freiver=
ſammlung. — Um 8½ Uhr: Oeffentliche Heilsverſammlung. —
Mitt=
woch, abends 8½ Uhr: Große Extra=Verſammlung, geleitet von
Stabs=
kapitän Jetter aus Heidelberg. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Heili=
gungsverſammlung Es ladet freundlich ein Kapitän Engel.
Die Heilsarmee Pfungſtadt, Pfarrgaſſe 19: Sonntag, morgens
10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Abends 8½ Uhr: Oeffentl.,
Heilsver=
ſammlung. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Oeffentl. Heilsverſammlung
— Freitag, abends 8½ Uhr: Heiligungsverſ. Adjutantin Land
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Seite 8
Samstag, den 25. Geptember 1926
Nummer 260
Zur Düſſeldorfer Tagung der Geſellſchaft deutſcher Naturforſcher und Aerzt=
Profeſſor Dr. Fitting, Bonn,
ſtellvertretender Vorſitzender.
Profeſſor Dr. Raſſow, Leipzig,
geſchäftsführender Sekretär.
Die Geſellſchaft deutſcher Naturforſcher und Aerzte hält in Düſſeldorf ihren diesjährigen Kongreß ab, bei dem eine Reihe aufſeh
erregender Vorträge von den bedeutſamen Ergebniſſen deutſcher Forſcherarbeit Rechnung ablegt.
Reich und Ausland.
Eiſenbahnfrevel.
Halle (Saale). Wie die Preſſeſtelle der Reichsbahndirektion
Halle mitteilt, fand Donnerstag nacht gegen 11 Uhr ein
Oberwacht=
meiſter auf der Strecke Halle—Erfurt, bei Merſeburg, kurz vor der
Durchfahrt des D=Zuges 70 einen Hemmſchuh auf einer Schiene.
Der Hemmſchuh konnte durch den Polizeibeamten noch rechtzeitig
ent=
fernt werden. Zwei verdächtige Perſonen wurden in
unmittel=
barere Nähe auf dem Bahndamme geſehen, auf die der
Oberwacht=
meiſter zweimal ſchoß. Die Täter ſind jedoch entkommen.
Der Attentäter von Ammendorf ein Eiſenbahner?
TU. Halle (Saale). Unter dem Verdacht, den Anſchlag auf die
Eiſenbahnſtrecke Halle—Erfurt bei Ammendorf verübt zu haben, wurde
am Freitag morgen im Bahnhof Merſeburg ein Eiſenbahner
feſtgenommen, der ohne Mütze war und im Geſicht ſtark
blutete. Er gab an, daß er unterwegs gefallen ſei und dabei ſeine
Mütze verloren habe. Er wurde ſofort in Haft genommen. Ob er mit
dem Attentat in Verbindung ſteht, wird die Unterſuchung ergeben. Die
Reichsbahndirektion hat auf die Ergreifung des Täters eine Belohnung
von 5000 Mark ausgeſetzt.
Der Fall Mayr.
WSN. Mannheim. Das Kuratorium der Handelshochſchule
Mannheim nimmt jetzt zu der Kündigung des Vertrages mit Prof. Dr.
Mayr in längeren Ausführungen Stellung. In der Erklärung heißt
es: Prof. Dr. Mahr, der vom Badiſchen Miniſterium als
nebenamt=
licher Dozent angeſtellt war, hatte in einem Prozeß gegen eine Bank
als Sachverſtändiger auszuſagen. Dies tat er in ſehr leidenſchaftlicher
Art und gebrauchte in dem Gutachten Ausdrücke wie Verbrecher,
Räu=
ber uſw. Die Kammer für Handelsſachen des Landgerichts Düſſeldorf
lehnte das Gutachten in dieſer Form ab, mit der Begründung, daß es
die ruhige Sachlichkeit völlig vermiſſen laſſe. Die Hochſchule ließ das
Gutachten durch einen Gutachter prüfen. Bei ſeiner Prüfung des
Falles ging der Senat nicht auf den Inhalt des Gutachtens ein,
ſon=
dern nahm lediglich an der Form Anſtoß; ebenſo das Kuratorium. Die
überwiegende Mehrheit war der Anſicht, daß die Art des Auftretens des
Prof. Mahr den Anforderungen nicht entſpreche die man an einen
Hochſchulprofeſſor ſtelle, und daß damit eine Gefährdung des
An=
ſehens der Hochſchulen zu erblicken ſei. Das Kuratorium kam daher zu
der Anſicht, daß es das Beſte ſei, wenn der Vertrag mit Prof. Dr. Mahr
gelöſt würde.
Abflauen der Typhusepidemie in Hannover.
Bisher 111 Tote.
TU. Hannover, 24. Sept. Die Typhusepidemie in Hannover
iſt nach amtlichen Mitteilungen im Abflauen begriffen. Am
heu=
tigen Vormittag beläuft ſich die Zahl der in den Krankenhäuſern
be=
findlichen Typhuskranken auf 1725, die Zahl der Toten
hat ſich um zweivermehrt und beträgt 111. Seit geſtern abend
ſind 12 Neuerkrankte in den Krankenhäuſern eingeliefert worden.
Keine Typhusgefahr für Berlin.
TU. Berlin. Zu der Meldung eines Spätabendblattes, daß in
Berlin gegenwärtig 61 Typhusfälle aufgetreten ſeien, erfahren wir von
zuſtändiger ſtädtiſcher Seite folgende Einzelheiten: Die Meldungen,
daß gegenwärtig in Berlin 61 Typhusfälle vorgekommen ſind,
ent=
ſprechen nach keiner Richtung hin den Tatſachen. Es iſt richtig, daß
im Bezirk Straußberg 41 und im Bezirk Mitte 20 Tyohusfälle amtlich
feſtgeſtellt und gezählt worden ſind. Aber dieſe 61 Fälle verteilen ſich
auf die Monate Juni, Juli, Auguſt und September. Richtig iſt
fer=
ner, daß die Zahl der Tyohuserkrankungen in Berlin im Gegenſatz zu
den Vorjahren etwas höher iſt, doch iſt die Differenz nur verſchwindend.
Insgeſamt hat Berlin in dieſem Jahre etwa 130 bis 140
Typhus=
erkrankungen gehabt, eine Zahl, die zu der Bevölkerungsziffer der
Viermillionenſtadt in einem Verhältnis ſteht, das man wirklich nicht
als ungünſtig bezeichnen kann. Die Gerüchte, die behaupten wollen,
daß auch das Berliner Trinkwaſſer verſeucht ſei, ſind erfunden.
Zuſammenfaſſend ſei jedoch noch einmal betont, daß eine
Seuchen=
gefahr oder eine Weiterverbreitung des Typhus für Berlin
über=
haupt nicht in Frage kommt.
Rückkehr des Fiſchereiſchutzbovtes „Ziethen.”
Berlin. Das Fiſchereiſchutzboot der Reichsmarine „Ziethen”
iſt am Donnerstag von einer zweimonatlichen Forſchungsreiſe in die
Seegebiete nördlich Norwegens und ſpäter an die Murman=Küſte nach
Wilhelmshaven zurückgekehrt. Die Fahrt des Schiffes diente im
Intereſſe der deutſchen Fiſcherei der Erforſchung der biologiſchen
Ver=
hältniſſe in den nördlichen Gewäſſern. In Ausführung des
deutſch=
ruſſiſchen Wirtſchaftsabkommens, welches den deutſchen Fiſchern
gün=
ſtige Bedingungen einräumt, iſt geplant, Richtlinien für die
Fiſcherei herauszugeben, die darauf hinzielen, den Fiſchbeſtand
in den nördlichen Gewäſſern im bisherigen Reichtum zu erhalten.
Der Kampf im Schornſtein.
c. Berlin. Nach einer Blättermeldung wurden in einer
Zement=
fabrik bei Brünn fünf Arbeiter, die mit der Reinigung eines
Fabrikſchornſteins beſchäftigt waren, von glühender Aſche und
von Ruß überſchüttet. Sie drängten alle einem ſchmalen
Aus=
gang zu, wo es zu einem verzweifelten Kampf kam. Zwei
Ar=
beiter ſind tot, die übrigen ringen mit dem Tode.
Das Ende einer Schwarzfahrt.
c. Berlin. Der Chauffeur eines Erfurter Apothekers unternahm
mit zwei jungen Mädchen eine Schwarzfahrt. Auf der Straße nach
Arnſtadt fuhr der Wagen gegen einen Baum, wobei er völlig
in Trümmer ging. Eines der beiden Mädchen wurde getötet, das
andere erlitt ſchwere Verletzungen. Der nur leicht verletzte
Chauf=
feur wurde verhaftet.
Notlandung eines franzöſiſchen Flugzeuges auf deutſchem Gebiet.
Emmendingen. Donnerstag vormittag landete hier ein
franzöſiſches Militärflugzeug aus Straßburg, deſſen Führer ſich im
Nebel verirrt hatte. Eine Motorſtörung hatte ihn zu einer
Notlan=
dung gezwungen.
Die Siedler=Revolte in Oeſterreich.
* Wien. Im Parlament wurde am Donnerstag der „Sie
putſch” von Oberau zum Gegenſtand einer Debatte gemacht. Beka
lich waren vor einigen Tagen zirka 700 Siedler nach Oberau
ſchiert, hatten dort von einem Gebiet, das dem Staate gel
Beſitz ergriffen, in den Wäldern Rodearbeiten ausgeführt
mit dem Bau von Baracken begonnen. Den bodenhungrigen Sied
ließ die Regierung mitteilen, daß ſie nach Wien zurückkehren ſol
Dieſe aber antworteten, daß ſie ſich lieber zerſtückeln laſſen wollten,
daß ſie den „eroberten” Boden aufgeben würden. Im Parlament
Bundeskanzler Dr. Ramek im Namen der Regierung die Erklärung
man denke zwar nicht daran, mit Gewalt gegen dieſe bodenhungr
Siedler vorzugehen, aber der „Putſch von Oberau” höre auf, ein e
zu ſein und müſſe in den nächſten Tagen beendet werden.
Das Flugzeugunglück auf dem Flugplatz Gbel.
Prag. Ueber das geſtrige Flugzeugunglück in Gbel wird
mitgeteilt: Die am Mittwoch in Prag eingetroffenen fünf jug
wiſchen Flugzeuge wollten heute früh ihren Rundflug nach Krakau
ſetzen. Beim Start bemerkte der Pilot des führenden jugoſlawif
Flugzeuges wahrſcheinlich nicht, daß vor ihm in einer Entfernung
etwa 100 Metern das tſchechoſlowakiſche Begleitflugzeug zum Start
reitſtand, ſo daß er beim erſten Startzeichen, von dem er glaubte
es ihm gelte, in das tſchechoflowakiſche Flugzeug von rückwärts hin
fuhr. Der Führer des jugoſlawiſchen Geſchwaders und ein St
kapitän wurden getötet. Ein ſchwer verwundeter Oberleut:
iſt ſeinen Verletzungen erlegen.
Die Sturmkataſtrophe in Florida.
Naſſau (Bahama). Crooked Island, Long Island. And
Island und die Biminis wurden durch den Sturm vom 17. Septen
ſchwer heimgeſucht. Etwa 30 Perſonen ſind ertrunken.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 266
Samstag, den 25. September 1926
Seite 9
*Heiteres zur Berliner Polizei.
Plauderei von Dr. Siegfried Mauermann.
„Haſt du ſchon einmal einen Schutzmann mit fliederfarbenen
Handſchuh’n geſehen?” fvagte man mit einer der um 1900
üb=
lichen Scherzwendungen in Berlin, und ebenſo formelhaft
„ſchnoddrig” antwortete man ganz ſeelenrhig: „Jibt’s ja
ja=
ruich!” — „Jibt’s doch,” wurde wan nun übertrumpft; „es jibt
ja voch weißen Flieder‟. Die Wirkung war da, man lachte. Der
Berliner hatte wieder einmal einen ſeiner ſprichwörtlich gewor=
Denen „Witze” gemacht. Ebenſo gutartig harmlos erlangte er
ſcheinbar eine genque wiſſenſchaftliche Begriffsbeſtimmng, wenn
er fragte: „Wat is in een Schutzmann?” Langes Nachdenken,
Hewrmſtottern, und ſchließlich wurde man belehrt: „En
Schutz=
ann is een blau injewickeltes Abfiehrungsmittel”. Kein Menſch
Xomte ſo etwas übel deuten, und für die Gemüttlichkeit der Ber=
Tiner Bevölkerung legen ſolche Scherze Zeugnis ab. Die Ber=
Tiner, die „allens mit de Ruhe” machen, die im Polizeiftil be=
Banntlich „die erſte Bürgerpflicht iſt”, ſtehen von je gut mit ihrer
Polizei; und jetzt, wo man in Berlin, eine große Polizei=
Ausſtellung vorbereitet, ſoll man ſich deſſen gern entſinnen;
twird doch eine Abteilung dieſer bedeutungsvollen Ausſtellung
cuch vom „polizeilichen Humor” handeln.
Den Ernſt, den nun einmal die Polizei darſtellen wuß,
über=
zuckert ſich eben der Berliner, wie er ſich ſo manches im Leben
Gurch ſeinen Mutterwitz ſchon von je zur Freude machte. Ein
Eißchen Karikatur auf der einen Seite, die nicht verletzt, und
aus=
geſuchte dienſtliche Höflichkeit auf der anderen Seite, das ſind
etwa die Vorbedingungen. Ein Maler, deſſen Zeichnungen in
Berliner Blättern ganz beſonders beliebt ſimd, hat in ſeinem
Atelier ein kleines Puuppenmodell von einem Schutzmann. Jedes
Fältchen am Rock, jedes Abzeichen, ſoll in ſeinen Zeichnungen
gencht ſein; will er aber den Verkehrspoliziſten humoriſtiſch
dar=
ſtellen, ſo verſchiebt er die Größenverhältniſſe zwiſchen der als
Haltezeichen wirtenden behandſchuhten Hand, und dem übrigen
Körper des Wachthabenden. Die Hand erſcheint ſo groß wie ein
Vierdel des ganzen Schutzmannes. Die erheiternde Wirkung iſt
Da. Und Kulturſchilderer unſerer Tage, die die ſichere Höflichkeit
Des Londoner Policewan rühmen, werden ſie auch bei
un=
ſeren Poliziſten finden, die nicht ſelten bei ſchwierigen
Straßen=
äübepgängen älteren Damen den Arm bieten. „Die Polizei, die
vegelt den Verkehr,” ſcherzt ein Geſangsſchlager.
„Polizeilicher Humor wird in Berlin ſchon immer vorhanden
geweſen ſein; man braucht nur in der Ravitätenkamer der Ber=
Tiner Anekdoten zu kramen, um mancherlei Hübſches zu finden;
zvie ſich geſchichtlich aus Büngerwehr und ähnlichen
Einrichtun=
gen die Berliner Polizei entwickelt hat, etwa in den Jahren
1742, 1809 und 1848, das mögen ernſthafte Forſchungen feſtſtellen.
Umterhaltend und burzweilig ſind einige Scherze, die hier geboten
ſein mögen. — Schon Leſſing läßt in ſeiner „Minna von
Barn=
helm” die „Exaktheit” der Berliner Polizei Anlaß zu allerhand
Späßen ſein. Franziska beſteht ſcherzend darauf, daß das
Ein=
twohner=Meldeamt erfahre, ſie ſei keine Kammerfrau, ſondern
eine Kammerjungfer; ihren ganzen 21 Jahre alten Lebensweg
ſchildert ſie faſt ſpöttelnd, damit die Polizei ja nur alles erfahre.
Die Polizei will eben alles wiſſen, auch die „Geheimniſſe eines
Frauenzimmers”. Leſſing, der längere Zeit in Berlin lebte, hat
Die Berliner Polizei ſicherlich ſehr gut gekannt, und die erwähnte
Luſtſpielſzene bedeutete ein Lob für die Berliner Polizei. Auf
Der Ausſtellung wird man nach Schillerſchen Entwürfen ein
Luſtſpiel „Die beſte Polizei” geben. Schiller hat da als
Haupt=
rnotiv den humoriſtiſchen Gegenſatz angegeben zwiſchen der Suche
nach einem großen Verbrechen und dem Aufdecken einer harm=
Coſen Belangloſigkeit. Unwillkürlich werden wir da an Kleiſts
„Zerbrochenen Krug” und an Hauptmanns „Biberpelz” erinnert.
Bis in die Poſſe und das Singſziel hinein dringt der durch die
Polizei veranlaßte Humor. Wenn man die Polizeiſtunde in
heiterer Geſelligkeit durchaus überſchreiten will, geht man eben
hübſch in ſein eigenes Heim und ſingt „Schatz, beſuch mich mal
bei mir zu Hauſe!” denn da gebietet die Polizei heiterem
Schlemmen keinen Einhalt.
Paßt das alles ab und zu auch einmal auf eine andere
Polizei als lediglich auf die Berliner, ſo finden wir in alten
Silbergroſchen=Drucken mit Berliner Mundart recht nette nur
für die Reichshauptſtadt zutreffende Polizeihumoriſtika.
„Uffin Molkenmarcht
Js eener injeſchnarcht,
Ach, der arme, arme müde Mann.
Kommt een Konſtableer,
Piekt ihm mit in Speer,
Dett er nich mehr, nich mehr ſchnarchen kann”,
ſang man mit den Tönen von „Webers letztem Gedanken‟. Der
Molkenmarkt, die eigentliche Heimat der Berliner Polizei, muß
natürlich die Szenerie hergeben. Und wenn dann ſo ein „
Aufge=
wiekter” zur Wache gebracht wurde, gab es die drolligſten
Ver=
riehmmugen. Wir kennen den Eckenſteher Nante Strump im Ver=
Hör, dem der Schauſpieler Beckmann in Berlin die klaſſiſche
Ge=
ſtalt verlieh. Wir leſen ferner manche drollige Antwort, die den
Serhörenden Berliner Polizeibeamten gegeben wird. Brennecke
ſoll „unjehalten” geweſen ſein über die Abſicht des Schutzmannes,
ihn zur Wache zu bringen. „Sie hatten mir bei n
Kragen”, wendet der Berliner ein, „und det nennen Sie
un=
fehalten‟. Derſelbe Wortwitz findet ſich noch einmal, wo einem
Lärmbruder befohlen wird, den Mund zu halten. „Wat wolln
Se?” meint er, „mein Mund is doch bloß detſelbe, wat Sie ſind,
nämlich unjehalten.” Auf der Polizeiwache begegnen wir dem
ſchönen Geſchlecht in mancherlei Geſtalten; beſonders ſchlagfertig
iſt die „Milchpanſcherin”, die ſich zu folgenden kühnen Worten
Sor dem Herrn Polizeirat aufſchwingt: „Is det Fälſchung, wenn
ick for die Berliner ihre Jeſundheit ſorge und Waſſer zwiſchen
be Milch plumpe? Waſſer is det jeſündeſte Jetränk”. Die
Feuer=
awehr, die der Wache ſehr nahe ſteht, wird — namentlich i
An=
betracht ihres jetzigen 75jährigen Beſtehens in Berlin — auch
auf der Polizeiausſtellung zu finden ſein. In ſo manchem Scherz
hat auch ſie ihre heitere Seite gezeigt. In einem Schlafzimmer
erwacht ein Mann aus ſeinem Schlummer. „Herr Gott, was iſt
Denn los?” fragt er. „Schlafen Sie ruhig weiter, Herr
Stadt=
rat”, erwidert ein Feuerwehrmann aus dem Jahre 1852. „Ihr
Bett hat man bloß jebrannt, aber es iſt ſchon alles vorbei.”
Dieſe beneidenswerte Ruhe bei allen eigentlich zu Beſorgnis
Anlaß gebenden Ereigniſfen iſt ganz nach dem Geſchmack des
Berliners; ſo hat ihm auch das bereits angedeutete Wort aus der
Franzoſenzeit gefallen: „Ruhe iſt die erſte Bürgerpflicht”. Man
könnte ſolche ſuggeſtiv wirkende Worte von Berliner Stadt= oder
2Polizeikommandanten ſammeln und feſtſtellen, wie ſie mit einer
Umbiegung ins Komiſche gewirkt haben. Wie oft hat man z. B.
Das Polizeiwort: „Ich warne Neugierige” im ulkigen Sinne
angewendet, etwa wenn man nach dem Alter einer Dame fragte.
DDer Polizeipräſident, der dieſes Wort geprägt hat, trägt einen
Namen, auf den ſich ſchlecht ein Reim finden läßt; aber Herr von
Borries machte es in dieſer Hinſicht den Berliner Droſchken=
Xutſchern leichter. Sie hatten mit ihm wegen verſchiedener
Vor=
ſchriften zu tun; da ließ ſich das Verslein hören: „Wir ſind ein
Volk, ein knorriges, Herr von Borries!” Man ſieht, einen Na=
Inenswitz, der ſich durchaus in angemeſſenen Grenzen hält; einen
anderen billigt auch kein rückſichtsvoller Menſch. Der Polizeirat
Duncker galt als ein Mann, der alles „rauskrichte”, es gibt eine
Anekdotenſammlung über ihn, die ihm Temme gewidmet hat.
Auch ſein Name iſt in einem Verſe verewigt, „Duncker hat es
jleich erraten, daß er wollte attentaten” heißt es nämlich in einem fache Wünſche. Die neue Salem=Miſchung enthält etwas Aeußerſtes!
1844 anſpielt. Hier iſt zum erſten Male von Attentat das Wort
Attentäter abgeleitet, das ſprachlich mit Täter nichts zu tun hat.
Urſprünglich wirkt es alſo ganz wie die Bildung „attentaten”
humoriſtiſch.
Die Verbrecherwelt, die mit der Polizei zu tun hat, prägt in
ihrer Umgangsſprache auch manches, wenn auch derbe, ſo doch
witzige Wort. Das alte Arbeitshaus in der Belle=Alliance=
Straße hatte der Schlächterinnung gehört, und nach ſeinem
Ab=
zeichen nannte man es und auch das ſpätere am Alexanderplatz,
den „Ochſenkopp”. Wenn die „Polenze” eine Razzia abgehalten
hatte, ſeufzten mit einem Anflug von Humor die
Kaſchemmen=
weiber: „Nun machen uns die Blauen wieder zu Strohwitwen”
— Feinerer, aber doch auch humorvoller Bezeichnungen bediente
ſich die Studentenwelt, die bei manchem Ulk natürlich auch mit
der Polizei zuſammenſtieß. „Das Auge des Geſetzes” nennen
die Schillerkundigen den Schutzmann oder den Wächter. Ja ſogar
den Schwager des Kaiſers von China nennen ſie ihn. Wie das?
Nun, der Kaiſer von China iſt der „Sohn des Himmels”; die
Ordnung iſt nach Schiller die „Himmelstochter”, und da der
Schutzmann der „Mann der Ordnung” iſt, muß er auch der
Schwager des Kaiſers von China genannt werden.
So haben ſich, bald urwüchſig, bald zurechtgemacht, Scherze
um die Berliner Polizei gewoben; und ſo wird es fortgehen;
es braucht nur eine neue Polizeieinrichtung zu kommen, das
Anekdotiſche und Scherzhafte ſtellt ſich dann ganz von ſelbſt ein
wie bei dem noch nicht alten Verkehrsturm am Potsdamer Platz
zu Berlin, der ſich bekanntlich „grün und gelb” ärgert, weil er
alle Augenblicke „erröten” muß.
„Große Polizei=Ausſtellung Berlin 1926.”
Ausftellungsarchitekt
Hans Alfred Richter.
Ausftellungskommmifſar
Regierungsrat von Treskow.
Ausſtellungsleiter
Miniſterialdirektor Dr. Abegg.
(Originalzeichnungen von Friedmann.)
Die große Berliner Polizei=Schau, an der ſich ſämtliche deutſche Länder und zahlreiche ausländiſche Regierungen beteiligen, wird
heute eröffnet. Die Ausſtellung dient vor allem der Aufklärung des Publikums über die Arbeit der Polizei.
Bund deutſcher Aerztinnen.
In Düſſeldorf hielt der Bund der deutſchen Aerztinnen ſeine
Mit=
gliederverſammlung ab. Sie wurde durch einen Begrüßungsabend
ein=
geleitet, zu dem die Stadt Düſſeldorf in die Rheinteraſſe der Geſolei
geladen hatte. Hier wurden die Teilnehmerinnen durch die
Beigeord=
nete Frau Dr. Torhorſt im Namen der Stadt, durch
Oberregie=
rungsrat Berger im Auftrag des Regierungspräſidenten und durch
Frl. Claſon als Vertreterin des Stadtverbandes der Frauenvereine
begrüßt, wofür die 1. Vorſitzende des Bundes, Frau Dr. Heuſler=
Edenhuizen, mit warmen Worten dankte. Die Verhandlungen
begannen mit einer Anſprache der 1. Vorſitzenden; es folgte der
Jah=
resbericht, der eine erfreuliche Entwicklung des Bundes zeigte.
Nach=
dem der Rektor der Mediziniſchen Akademie freundliche Worte der
Be=
grüßung an die Aerztinnen gerichtet, hatte, hielten Frl. Jäger=
Schwerin und Dr. de Lemos=Hamburg Vorträge über
Gefährdeten=
fürſorge die reiche Anregungen brachten und zu einer lebhaften
Dis=
kuſſion Anlaß gaben. Der Nachmittag war einem Ausflug nach
Lever=
kuſen gewidmet, zu dem die Farbſtoff=Fabriken Bayer den Bund
deut=
ſcher Aerztinnen gemeinſam mit der Geſellſchaft für Kinderheilkunde
eingeladen hatten. — Der zweite Tag brachte Berichte von Frau Dr.
Meher=Wedell, Hamburg, über die Internationale
Aerztinnen=
vereinigung und die Arbeitsgemeinſchaft mit dem Bund deutſcher
Frauen=
vereine; Frau Dr. Szagunn=Berlin ſprach über den Bund
deut=
ſcher Akademikerinnen. Daran ſchloſſen ſich Vorträge von Frau Dr.
Höber Kiel über Ausbildungs= und Prüfungsreform und Dr.
Durand=Wever, München, über die Berufslage der Aerztin.
Abends fand ein öffentlicher Vortrag von Frau Dr. Adler=
Stutt=
gart über Berufshygiene der Frau ſtatt, dazwiſchen eine Führung durch
die Geſolei. — Am letzten Tage mußten geſchäftliche Angelegenheiten
geregelt werden, ſo z. B. die Vorſtandswahl, die zu einſtimmiger
Wie=
derwahl der 1. Vorſitzenden führte. Es wurden dann zwei Reſolutionen
gefaßt, die erſte fordert eine baldige Schaffung von Pflegeämtern,
un=
abhängig von den Polizeibehörden überall dort, wo ſie bisher noch nicht
beſtehen, die zweite verlangt eine beſſere Ausbildungsmöglichkeit der
Aerztinnen durch Zuteilung einer ihrer wachſenden Zahl
entſprechen=
den Menge von Aſſiſtentinnenſtellen. Den Beſchluß der Tagung
bil=
deten Referate von Frau Dr. Rieth=Eſſer, Düſſeldorf, über
kaſ=
ſenärztliche Fragen, und Durand=Wever und Michaelſon,
Altona, über Sport und Leibesübungen der Frau. Da bei der
Reich=
haltigkeit der Tagesordnung die Sitzungen den weitaus größten Teil
des Tages in Anſpruch nahmen, kam der Beſuch der Ausſtellung etwas
zu kurz.
Radiophon — Radiobau ohne Hörer.
Der Radio=Ingenieur Dr. Guſtav Eichhorn in Zürich hat eine
merkwürdige Entdeckung gemacht. Indem unter Benutzung eines
Radio=Empfangsapparates der Aufnehmende ſich ſelbſt vermittelſt einer
einfachen Vorrichtung in den Telephonkreis einſchaltet, iſt es möglich,
die Radipſtationen, ohne die jetzt üblichen Kopfhörer wahrzunehmen.
Bisherige Unterſuchungen für die Erklärung des Phänomens haben
ergeben, daß es ſich nicht um eine rein akuſtiſche Uebertragung handelt,
wen auch abuſtiſche Reſonanz durch die Schalldoſe eine Rolle ſpielt,
ſondern daß wir wahrſcheinlich erſtmalig den Fall einer direkten
phyſio=
logiſchen Einwirkung auf die Gehörorgane haben, veranlaßt durch
dialektriſch übertragene Wirkungen eines Radio Empfangsapparates.
Eine Schmuggleraffäre.
Aus Brünn in Mähren wird uns berichtet: Der geweſene
Parteiſekretär der tſchechiſchen Fasciſten in Brünn, Nemecek, wurde
wegen Kokain=, Opium= und Morphium=Schmuggels verhaftet.
Er hatte ſeine Ware von Paſchern aus Deutſchland bezogen und ſie
in den verſchiedenen Drogerien und Apotheken zum Kaufe angeboten.
Die Sturmkataſtrophe in Paraguay.
Buenos Aires. In Encarnacion (Paraguay) ſind durch den
Sturm 84 Ziegelhäuſer und Hunderte von Holzhäuſern zerſtört und
Laſtkraftwagen ins Waſſer geſtürzt worden. Bisher ſind 126 Tote
geborgen worden. Die Zahl der Verletzten geht in die Hunderte.
Eiſenbahnkataſtrophe in Japan.
EP. Tokio. Der Schnellzug Tokio—Schimonoſeki iſt zwiſchen
den beiden Städten infolge einer durch ſtarke Regengüfſe
verur=
ſachten Gleisbeſchädigung verunglückt. Bisher wurden 26 Tote und
50 Verletzte geborgen.
Liede, das auf das Attentat des Bürgermeiſters Tſchech im Jahre Vergeßt nicht, ſie zu prüfen!
Mchech
Langatmige Anpreiſungen hat die Salem=
Zigarette nicht nötig!
Die „Salem”=Zigarette iſt von ſeltener Beſchaffenheit und
wird es bleiben. Durch 30 Jahre hindurch hat ſie bewieſen, daß ihre
Herſtellung diſzipliniertem Können, ihre Wirkung individuellem
Ein=
fühlen entſpringt. Auch die jetzt auf den Markt gebrachte neue Salem=
Miſchung verrät, daß ſie aus einem Betrieb kommt, der Hingabe an
ein Ganzes kennt unbedingte und weiteſtgehende Anpaſſung an viel=
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Somstag, 25. Sept. 3.30: Stunde der Jugend. Aus dem
deutſchen Liederkranze. Liedervorträge Frankf. Schulen; Schülerorch.
des ſtaatl. Kaiſer=Friedrich=Gymnaſiums. 6 4.30: Die Walzer=
Sträuße. Joh. Strauß Vater: Radetzky=Marſch. — Joh. Strauß
Vater: Donaulieder=Walzer. — Joh. Strauß Vater: Martha=
Qua=
drille. — Joſef Strauß: „Mein Lebenslauf iſt Lieb und Luſt” —
Joſef Strauß: „Frauenherz‟. — Ed. Strauß: „Feſche Geiſter”. —
Joh. Strauß: „Wiener Blut”. — Joh. Strauß: Fledermaus=
Qua=
drille. — Joh. Strauß: „Freut euch des Lebens”. O 5.45:
Leſe=
ſtunde (für die reifere Jugend): Aus den „Lederſtrumpferzählungen”
von Cooper. O 6.15: „Unterricht und Erziehung in den Vereinigten
Staaten”, Vortrag von Geh.=Rat Dr. Walter (nachgeholt). O 6.45:
Briefkaſten. O 7.15: „Gewerkſchaftliche Bildungsarbeit”, Vortrag
Georg Röhre. O 7.45: „Zuchterfolge und Zuchtpläne des
Zoologi=
ſchen Gartens”, Vortrag Direktor Dr. Priemel. O 8.15: Heiterer
Abend. Mitw.: Alois Reſni, Tenor, Alfred Auerbach Rez. Zum
Schluß: Wiederholung: „Der Radioprofeſſor‟ Ein Rundfunkſketſch
vom Jahre 1975 von Alfred Auerbach. O 9.15: Uebertr. Caſſel.
Anſchl.: bis 12.30: von Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Samstag, 25. Sept. 2: Schallplattenkonzert. O 3: sGretle
von Strümpfelbach erzählt. O 4: Konzert. Mitw.: Gerda Hanſi,
Hans Hanus Carl Struve. Milius: Signalhornmarſch. — Strauß:
O, ſchöner Mai Walzer. — Nicolai: Ouv. „Die luſtigen Weiber”.
— Künnecke: Ich bin nur ein armer Wandergeſell aus „Vetter aus
Dingsda‟. — Strauß: Auftrittslied der Barinkay aus „
Zi=
geunerbaron”. — Offenbach: Fant. „Hoffmanns Erzählungen”. —
dAlbert: Zur Droſſel ſprach der Fink. — Stange: Die Lerche.
— Kalman: Potp. „Faſchingsfee‟ — Humoreske. — Teike: Alte
Kameraden. O 6.15: Dramaturgiſche Funkſtunde (Oper). O 6.45:
Morſekurs. O 7.15: Vortrag Dr. Müller: Paris 1926. O 8:
Kammermuſik. Kammermuſikvereinigung des Philh. Orch. Stuttgart.
Mitw.: A. Indig (Violine), Frau B. Indig (Violine), K. Heß
(Bratſche). Schumann: Märchenbilde:. — Corelli: Sonate op. 4.
— M. Haydn: Duett. — Anſchl.: Funkbrettl. Mitw: Gerda Hanſi,
Thea Struve=Jöhnſſen. H. Hanus, F. Höger, M. Marx, L.
Puſchacher, E. Stockinger C. Struve. Boſe: Pierrot=Marſch. —
Der Marzipan=Soldat (Gerda Hanſi). — Kalman: Das iſt die
Liebe, a. Czardasfürſtin. — O. Strauß: Das iſt der letzte Walzer.
— Fetras: D‟: Königsmaid. — Luſtige Lautenlieder. — Die Puppe.
— Schnurriges. — Valentine. — Artock: Roſen=Serenade. — Erſter
Klaſſe” Bauernſchwank von Thoma. — Boulanger: Radio=Marſch.
— Anſchließend bis 1 Uhr: Tanzkapelle Ette (von Berlin).
Berlin.
Sonnabend, 25. Sept. 12: Die Viertelſtunde für den
Land=
wird. O 4.30: Funkkapelle. O 6.30: Staatsanwaltſchaftsrat Grau:
„Das Recht im Straßenverkehr”. O 7: Dr. Georg: „Die Wunder
des amerikaniſchen Alltags”. O Erich Schontek: „Takt und
Har=
zensbildung”. S 7.55: Dr. Everling: „Die Nothilfe für betagte
Geiſtesarbeiter”. O 8.30: Bunter Abend. Gerlach: Triumph=
Marſch (Kornett=Quartett Höhne). — Drei Lieder (Fritz Berger,
Tenor). — Rezitationen (Paul Graetz). — Drei Lieder (Elia Felis).
— Fiſcher: Die Welt iſt ſo ſchön. — Reinhold: Kleinruſſiſche Klänge.
— Otto: Das treue deutſche Herz. (Quart, Höhne). — Drei
Chan=
ſons (Fritz Berger). — Rezitationen (Graetz). — Drei Darbietungen
Elia Felis). — Södermann: Hochzeitsmarſch. Am Flügel: F. S.
Bruinier. O. 10.30: Tanz=Orch. Ette.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 25. Sept. Prof. Amſel u.
Weſtermann: Einheitskurzſchrift. O 3.30: Hedwig Stieve: Der
Beruf der Wohlfahrtspflegerin. O 4: Werkſchuldirektor Reich: Der
Beruf des Farmers. 6 4.30: Das Neueſte aus der vädagogiſchen
Zeitſchriftenliteratur. O 5.30: Prof. Dr. Mackowsky: Die klaſſiſchen
Bauten von Berlin und Potsdam. O 6: Oberbaurat Füchſel:
Schweißtechnik. O 6.30: Wiſenſchaftliche Vorträge für Tierärzte,
O 7: Dr. Mersmann: Die deutſche Oper von Mozart bis Schrecker.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Sonntag, den 26. September 1926.
(Nach der Wetterlage vom 24. September 1926.)
Wechſelnd bewölkt, durchweg kühl, ohne Niederſchläge von Bedeutung.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton und
Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeie; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann; für den
Schlußdienſt: 1. V. Dr. Eugen Buhlmann; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Samstag, den 23. September 1926
Nummer 266
Dempſegs Niederlage.
Gene Tunnetz, der neue
Schwergewichtsweltmeiſter.
Hoher Punktſieg über Dempſetz.
TU. Philadelphia, 24. September.
Einhundertfünfunddreißigtauſend Menſchen waren in der
Rieſen=
arena der Weltausſtellung zu Philadelphia verſammelt, um dem, wie
die amerikaniſche Preſſe ſchrieb, „dritten Kampf des Jahrhunderts”
um die Box=Weltmeiſterſchaft im Schwergewicht zwiſchen dem
Titelhal=
ter Jack Dempſey und dem um drei Jahre jüngeren New Yorker Gene
Tunney beizuwohnen. Inmitten dieſer gewaltigen Menſchenmaſſen
nahm ſich der im grellen Licht der Scheinwerfer liegende Ring wie ein
Fünkchen in weiter Ebene aus.
Treffer aus allen Richtungen und findet nur ſchlechte Deckung. Dempſeys
linkes Auge iſt geſchloſſen. Nunde überlegen für Tunneh.
Neunte Runde: Weniger, aber ungeheuer harte und gutſitzende
Treffer Tunneys. Schwächer und ſchwächer werdende Deckung Dempſeys.
Dempſehs rechtes Auge iſt ebenfalls angeſchlagen. Er blutet ſtark.
Runde für Tunneh.
Zehnte Runde: Dempſeyz verſucht ſeine letzten Kräfte. Wenig
ſchöner Anblick. Tunney fightet wilder als zuvor. Allen Angriffen
Dempſeys, der mit ungeheurer Energie mehrfach vorgeht, entgeht
Tun=
neh in ausgezeichneter Bodentechnik. Die Menge iſt ſchon während der
letzten Runden und Pauſen in immer wilderer Begeiſterung und läßt
den Ringrichter lange Zeit nicht zu Worte kommen. Einige Heißſporne
müſſen von der Polizei aus dem Ring geholt werden.
Das Urteil: Beide Punktrichter ſind in völliger Uebereinſtimmung
und geben hoch überlegenen Punktſieg Tunneys, der unter ganz
unbe=
ſchreiblichen Begeiſterungstumulten als Sieger vorgeſtellt wird.
Punkt 7 Uhr (1 Uhr nachts in
Deutſchland) betraten die erſten
Kämpfer der Rahmenkämpfe den
Ring, vom Publikum in verhaltener
Erregung mit kurzem Beifall
be=
grüßt. Die Rahmenkämpfe boten
guten Sport. Die Kämpfer waren
aber ſichtlich angeſteckt von der
Spannung und Erregung im
Pu=
blikum. Der Sprecher am
Mikro=
phon, der auf 32 Rundfunkſendern
den Kampfbericht in allen Phaſen
für die Millionen amerikaniſcher
Rundfunkhörer gab, ward faſt
er=
drückt von dem Toſen der
flüſtern=
den Menſchenmaſſen.
Punkt 8.30 Uhr (2.30 Uhr in
Deutſchland) betraten Dempſetz und
Tunneh den Ring. Unter
unge=
heurer Spannung gingen die
üb=
lichen Formalitäten, vor ſich. Um
8.38 Uhr ertönte der erſte
Gong=
ſchlag.
Erſte Runde: Wilder
Schlag=
wechſel mit gegenſeitigem Treiben
Dempſeyz ſcheint etwas im Vorteil,
als Tunney, Sekunden vor
Nunden=
ſchluß, einen harten Rechten auf
Demſehs Kinn landet, der den
Titel=
halter faſt Knock out in die Ecke
wirft. Gong! Dempſeh wankt zu
ſeinem Stuhl, und der Sieg
Tun=
nehs rückte ſchon in greifbare Nähe
Zweite Runde: Dempſeyz hat
ſich noch nicht erholt und nimmt
drei weitere Geſichtstreffer und läßt
ſich mehrere Male in die Ecke
trei=
ben, wo er in wenig überzeugender
Deckung die Runde überſteht.
Tun=
neh iſt klar überlegen.
Dritte Runde: Tunney bleibt
im Vorteil und durchſchlägt
mehr=
fach mit ſichtlicher Wirkung
Demp=
ſeys Deckung. Dabei bleibt ſeine eigene Deckung ſtets wirkungsvoll.
aber durch Tunneys vorzügliche Abwehr nicht hindurch. Runde wieder, dem Ring geleitet. Das Publikum feiert immer aufs neue Tunney mit
wenn auch knapper, für Tunney.
Fünfte Nunde: Das Tempo beider Kämpfer fällt leicht ab. Keiner
hier im Vorteil. Es beginnt zu regnen.
ſich ebenfalls und hält auch dieſe Runde unentſchieden.
Reſerve heraus und beginnt einen überzeugenden Endſpurt. Er landet man heute auch nicht im Entfernteſten.
Jack Dempſey in ſeiner charakteriſtiſchen Kampfſtellung. Rechts oben: Gene Tunney.
Der Regen iſt immer ſtärker geworden. Aber kein Menſch denkt
Vierte Runde: Dempſey kommt leicht auf und ſchlägt gut, kommt daran. Dempſey, ſchwer mitgenommen und ſtark blutend, wird aus
wahren Beifallsorkanen.
Dempſetz war bereits nach der erſten Runde verloren. Man hat
ſtrengt ſich ſonderlich an. Tunnety bleibt durch genaueres Arbeiten auch recht gehabt, als man meinte, er könne unmöglich nach der langen
Pauſe von drei Jahren noch genügend ring=fit ſein um der friſchen
Sechſte Runde: Dempſeh bringt ſeine erſten wirkungsvollen Treffer Kraft Tunnehs zu widerſtehen. Tunney hat ſeinen Weltmeiſtertitel in
an. Aber Tunney iſt hart im Nehmen und erreicht ein Unentſchieden, überaus überzeugender Weiſe erkämpft. Aber es kann natürlich nicht
Siebente Runde: Dempſey läßt ſichtlich nach. Aber Tunney ſchont außer acht gelaſſen werden, daß eben Dempſey nicht mehr der Kämpfer
von 1923 und 1921 war. Die Schläge, die man damals von ihm ſah
Achte Runde: Der Regen wird ſtärker. Tunneh geht aus ſeiner und die Carpentier und Firpo in wenigen Runden zerſchmetterten, ſah
Tennis.
Klubturnier des Tennis= und Eisklubs Darmſtadt.
Die beiden erſten Tage des Klubturniers des hieſigen Tennis= und
Eisllubs brachten bei ſchönem Wetter recht guten Sport. Im Herren=
Einzel, Klaſſe A, mußte gleich in der erſten Runde Altmeiſter Schüler
recht hart kämpfen, um den ſehr ſicher und hart ſpielenden Beeck knapp
6:4, 6:4 zu ſchlagen, während Blecher auf der anderen Seite es leichter
hatte, Deutler mit 6:2, 63 abzufertigen. Etwas überraſchend kam der
glatte Sieg von Hannsk über Hofmann. In der zweiten Runde ſtieß
Schüler auf Kleinlogel 6:2, 6:1 und Blecher auf den Amerikaner Sledge,
der durch einen äußerſt wuchtigen Aufſchlag und geſchnittenes Spiel dem
Klubmeiſter hart zuſetzte. Sledge verlor den 1. Satz 6:3, während der
2. beim Stande von 4:3 zu ſeinen Gunſten wegen einbrechender
Dunkel=
heit abgebrochen wurde. Im ſchönen Dreiſatzkampf ſchlug Landmann den
Junioren Claß. — Im Damen=Einzel, Klaſſe4, trugen bis jetzt die
Favoritinnen Frl. Nöllner, Frl. Ulenberg und Frl. Fiſcher glatte Siege
davon. Erwähnenswert iſt der Sieg Frl. Kleinſchmidts über Frl. Wiſſel
und der von Frl. Kleinlogel über Frl. Michel. — Das Herren=Doppel
o. V. brachte bis jetzt die ſpannendſten und härteſten Spiele. Heß 1.—
Balanyi ließen nach anfänglich ſehr ſchönem Spiel im 1. Satz gegen
8 Hanns”—Claß ſehr nach und ſiegten nur knapp im dritten Satz. In
der nächſten Runde ſtießen ſie auf Werner-Kleinlogel, gewannen durch
ſicheres Angriffsſpiel den 1. Satz mit 9:7, mußten ſich dann aber doch
den beſſer eingeſpielten Gegnern beugen. Ergebnis: 7:9, 6:4, 6:2 für
Werner—Kleinlogel. — Der Spätnachmittag brachte dann noch ein
aus=
gezeichnetes Doppelſpiel zwiſchen Beeck-Deutler und Hofmann—Blecher.
Durch gut geſetzte Lobs Deutlers und wuchtige Schmetterbälle Beecks
konnte dieſes Paar den 1. Satz mit 11:9 unter großer Spannung der
Zuſchauer an ſich reißen. Infolge Dunkelheit wird das Match morgen
fortgeſetzt. — Das gemiſchte Doppel o. V. hätte beinahe eine große
Ueberraſchung gebracht. Frl. Kleinſchmidt—Werner führten gegen das
beſte Paar der einen Hälfte, Frl. Fiſcher—Blecher, im 3. Satz bereits mit
5:2, konnten aber 5 Matchbälle nicht für ſich buchen und verloren
ſchließ=
lich noch 8:6. Die übrigen Spiele brachten die erwarteten Ergebniſſe.
— Die B=Klaſſen und die Vorgabeſpiele ſtecken noch in den Anfängen,
werden aber ſicher auch manch intereſſanten Kampf bringen.
Turnen.
Turngemeinde 1846. — 6. Tag der Werbe=Woche.
Auch das geſtrige Riegenturnen der Turner= und Zöglingsabtei
hatte ein überfülltes Haus aufzuweiſen. Ueber 120 Turner
14jährigen Zögling bis zum 70jährigen Rüſtigen — nahmen hieran
Turnwart Bauſcher leitete den Riegenabend und wurde von ſeinen
turnern kräftig unterſtützt. Nach verſchiedenen Ordnungsübungen
der Stelle und im Marſch folgten exakt ausgeführte Freiübungen.
ein ſehr ſchönes Bild boten. Das darauf folgende Riegenturnen mit
maligem Riegenwechſel zeigte deutlich, daß die Vorturner in der
wahl ihrer Uebungen äußerſt vorſichtig ſind, um den körperlichen F.
keiten der Riegenmitglieder gerecht zu werden, was auch aus den Wo
des Turnwarts Bauſcher zu entnehmen war. Auch das Turnſpiel
zu ſeinem Recht, das auch das Zwerchfell der Zuſchauer in
Bewe=
verſetzte. Einen beſonderen Genuß bot eine Reckvorführung
1. Turnerriege, die toſenden Beifall auslöſte. Die Zuſchauer kon
jedenfalls von dem geſtrigen Abend die Ueberzeugung gewinnen,
durch die Auswahl der Uebungen jeder Anfänger ſich ſofort an
Turnen beteiligen kann. Heute, Samstag, 4 Uhr nachmittags, finde
Werbe=Uebungsſtunde der Knaben=Abteilung ſtatt. Abends 8½
(Saalöffnung 8 Uhr) läuft im großen Turnſaal der Film „Kampf
Spiel‟ (Deutſche Kampfſpiele in Köln und Meiſterſchaften der D. 3
Düfſeldorf). Der Film läuft zum erſten Male hier in Darmſtadt
hat bis jetzt ſchon berechtigtes Intereſſe geweckt, zumal auch Darmſtä
Turner und Sportler in dieſem Film feſtgehalten ſind. Als Beifilm!
das im Film feſtgehaltene Leichenbegängnis des Kreisvertreters, Schu
Schmuck. Der Eintrittspreis des Filmabends (50 Pfg.) iſt ſo niedrig
halten, daß der Tgde, auch an dieſem Abend — wie an den vor
gehenden Abenden — ein vollbeſetztes Haus beſchieden ſein, möge,
* Fußball im Odenwaldkreis.
Das Meiſterſchaftsprogramm des 26. September.
Sportverein Münſter — VfR. Bürſtadt
Olympia Lampertheim — Union Darmſtadt
Germania 03 Pfungſtadt — Viktoria Griesheim
Sportvgg. 04 Arheilgen — Fußballverein Biblis.
Wie obige Zuſammenſtellung zeigt, liegt das Schwergewicht
Kreisligameiſterſchaftskämpfe am Sonntag in der Gegend um Da
ſtadt herum. Die wichtigſte Begegnung geht wohl in Münſter
ſich, wo die beiden Spitzenreiter zuſammenſtoßen. Die Einheimiſe
die ſich bisher ſo ausgezeichnet geſchlagen haben, haben auch diesmal
Gelegenheit, ſich weitere zwei Punkte zu ſichern, denn der Gegner
Bürſtadt iſt auch für Münſter beſiegbar. Ob das gelingt, hängt
allerdings auch an den Gäſten, für die viel auf dem Spiel ſteht.
ſollte ein hartes Ringen mit ungewiſſem Ausgang geben. Das nä
wichtigſte Spiel findet in Lampertheim ſtatt, wo die Darmſtä
Union antritt. Gewinnen die Darmſtädter, ſo läuft Lamperth
Gefahr, ſeinen 3. Platz zu verlieren. Alſo werden die Anſtrengungen
Riedleute auch entſprechende ſein, und ein knapper Sieg ſollte ih
winken. In Pfungſtadt erwarten die Germanen die Viktoria Gr.
heim. Das Spiel, das urſprünglich in Griesheim ſtattfinden ſolte, dü
eine ſichere Sache für die langſam wieder in Schwung kommen
Pfungſtädter ſein. — Das letzte Treffen wird am ArheilgerMü
chen ausgetragen. Der Fußballverein Biblis, der hier gegen die Sp
vereinigung Arheilgen antritt, wird wohl auch an dieſem Sonntag 1
keine Punkte erben können; ein Sieg der Arheilger iſt anzunehn
Alles in allem wird es aber am Sonntag in der Tabelle keine gro
Verſchiebungen geben.
Auch in der A= und B=Klaſſe gehen nach der Unterbrechung durch
Verbandspokal am Sonntag die Meiſterſchaftskämpfe weiter. Leider I
vom Niedgau eine neue Terminliſte der A=Klaſſe noch nicht vor;
ſpielt dort ſcheinbar wie im Vorjahre teilweiſe unter Ausſchluß
Oeffentlichkeit. Den Schaden ſolcher Methoden tragen dann die 3
eine. Die für den 26. September angeſetzten Meiſterſchaftsſpiele ſeher
ſoweit bekannt — in den beiden Gauen bzw. deren Gruppen folge
Gegner im Kampf.
Gau Bergſtraße:
A=Klaſſe: Sportverein Groß=Gerau — Polizeiſportver
Darmſtadt, Germania Eberſtadt — Eintracht Darmſtadt, VfR. Da
ſtadt — Spielvgg. Pfungſtadt, FV. Michlſtadt — Haſſia Dieburg.
Treffen VfR. Darmſtadt — Spielvgg. Pfungſtadt findet mit Rück
auf den Großkampf am Böllenfalltor bereits vormittags 10,30 Uhr ſt
B=Klaſſe: VfR. Erbach — Sportverein Lengfeld, VR. B
felden — Sportverein König. FC. Groß=Umſtadt — Sportverein Höe
Germania Dieburg — FV. Eppertshauſen, Sportverein Meſſel — V
Ober=Ramſtadt, Sportverein Roßdorf — FSV. Groß=Zimmern,
mania Eſchollbrücken — Sportverein Goddelau, Germania Leeh
gegen SV. Weiterſtadt, Sportverein Geinsheim — Chattia Wolfskehl
Gau Ried:
B=Klaſſe; FV. Schönberg — Germania Auerbach, Olyn
Lorſch — FV. Biblis Reſerven, Olympia Lampertheim Reſ.
Hüttenfeld, FV. Bobſtadt — Olympia Biebesheim.
Schießſport.
Schieß=Sportklub „Windmühle 1924‟.
Samstag, den 25. September, findet die Einweihung des neu
bauten Schießhauſes ſtatt. Hiermit verknüpft iſt der bereits ausgeſch
hene Schützen=Wettſtreit vom 25. Sept. bis 3. Okt. Die Konkurrenz iſte
erſtklaſſige und es ſind ſpannende Kämpfe zu erwarten. Die Veranſ
tung iſt eine rein ſportliche, zu der jeder Schütze herzlichſt eingela
iſt. Der Eintritt iſt frei. Es kann jedermann der Veranſtaltung
wohnen.
Aus den Amtsverkändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Pollizeiamts Darmſtadt.
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uhr. 1 blaue Sportweſte. 1 Damenhand
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Nummer 266
Der Ultimo, diesmal gleichzeitig Quartalswechſel, rückt langſam
ſeran und prägt dem Börſengeſchäft damit ſeinen Stempel auf. Wenn
ruch nicht die Befürchtung beſteht, daß mit Ueberraſchungen bei der
(rolongation zu rechnen iſt, ſo wird doch angenommen, daß die
Geld=
ätze an dieſem Herbſttermin eine erhebliche Verſteifung erfahren und
die Beteilung des Publikums am Geſchäft vorübergehend im
Zuſam=
rienhang mit der Abwicklung von Verpflichtungen aus anderen
Geſchäf=
en geringer wird. Dieſe Erwägungen veranlaßten die Spekulation
hazu, von neuen Engagements per Ultimo September abzuſehen. Die
Beſchäftstätigkeit in der Burgſtraße wurde daher in den letzten Tagen
anmer ruhiger und wird wohl auch in der kommenden Woche von der
gleichen Luſtloſigkeit beherrſcht werden. Der kleine Geſchäftsumfang
— ſogar führende Terminaktien können zum Teil nur auf Grund der
Mindeſtumſätze von zirka 6000 Rm. nominell notiert werden — hat
raturgemäß ein Abbröckeln der Kurſe zur Folge, da ſchon
unbedeu=
ende Verkäufe auf die Tendenz drücken. Die während der letzten Tage
an den Markt gekommenen Abgaben dürften, ſoweit ſie aus
Publikums=
reiſen ſtammen, zu Geldbeſchaffungszwechen zum Ultimo getätigt
wor=
den ſein, während andererſeits, für eine notleidend gewordene
Bank=
firma Glattſtellungen ſtattfanden. Trotz der rückläufigen Tendenz kann
Haher, wie dieſe Motive zeigen, nicht von einem Stimmungsumſchwung
geſprochen werden. Sowohl die Spekulation als auch die auswärtigen
Wertpapierbeſitzer halten in Erwartung günſtigerer Notierungen an
ihrem Beſitz feſt. Die Ausführungen der Großbanken in ihren Wochen=
und Monatsberichten erſcheinen geeignet, dieſe Auffaſſung zu
unter=
ſtützen. Die Deutſche Bank ſtellte kürzlich wieder feſt, daß ſich die
Freundlichere Perſpektive der Wirtſchaft nicht irgendwie getrübt hätte
urnd der Stillſtand der Aufwärtsbewegung als „Verdauungspauſe”
auf=
zufaſſen ſei. Die Diskonto=Geſellſchaft äußerte ſich nicht anders. Beide
Inſtitute machten im Gegenteil auf die Ausſichten beſtimmter
Spezial=
tverte aufmerkſam. Die Deutſche Bank ließ ſich des Näheren über den
Markt der Auslandsrenten aus, der inzwiſchen unter Führung von
rumäniſchen, türkiſchen, ungariſchen, ſerbiſchen und bulgariſchen Werten
Bei belebtem Verkehr namhafte Kursſteigerungen zu verzeichnen hatte.
Die in unſere Berichtszeit fallende zeitweiſe Aufwärtsbewegung der
Bankaktien, die damit Höchſtkurſe erreichten, mag dem Charakter dieſer
Wapiere als Rentenwerte zuzuſchreiben ſein, da die Aktionäre gerade
Don den Bankaktien eine gleichmäßige und gute, möglicherweiſe wohl
auch ſteigende Verzinſung erwarten können. Dieſen Charakter der
Bankaktien hat die Diskonto=Geſellſchaft nicht mit Unrecht hervorge=
Hoben. Bei Beurteilung der Bankenhauſſe darf aber ferner nicht
ver=
geſſen werden, daß gegenwärtig die Bezugsrechte auf die jungen Aktien
Der Dresdner Bank und der Diskonto=Geſellſchaft notiert werden und
Die Banken ein Intereſſe daran haben, einer evtl. Verflauung entgegen=
Zutreten. Was das neueſte Ereignis des Börſenlebens, die
Kriegs=
nleihe=Hauſſe, betrifft, ſo ſei darauf hingewieſen, daß dieſes Papier
auch ſchon früher ein beliebtes Spekulationsobfekt war, wenn am Markt
Der Dividendenwerte eine zeitweilige Flaute oder Geſchäftsſtille eintrat.
Diesmal verhält es ſich kaum anders. Die Börſe glaubte, mit ihrer
Phantaſie an den Stellen einſetzen zu können, die auf eine irgendwie
geartete Beſſerſtellung der Kriegsanleiheneubeſitzer oder die
Einräu=
mung beſtimmter Rechte bei der kommenden Reichsanleihe hindeuten.
Poſitive Anhaltspunkte hierfür ſind vorläufig nicht vorhanden. Es
muß auch bezweifelt werden, daß an den Beſtimmungen des
Aufwer=
tungsgeſetzes noch irgendetwas geändert wird, da ſich die Wirtſchaft nun
endlich auf dieſes Geſetz eingeſtellt hat. — Am Geldmarkt herrſcht zur=
Zeit ein ſtarkes Angebot an Tagesgeld, das im weſentlichen aus der
um=
faſſenden Vorbereitung für den Ultimo herrühren dürfte. Die großen,
Gemnächſt zur Auflegung gelangenden Auslandsanleihen werden dazu
beitragen, dieſe Tendenz zu erhalten. Die Billigkeit der Geldſätze wird
aber in den nächſten Tagen eine Aenderung erfahren. Monatsgeld
bleibt im Gegenſatz zu dem kaum unterzubringenden Tagesgeld
leb=
hafter gefragt. Der Satz von 5¾ bis 7 Prozent galt auch für erſte
Adreſſen. Soweit ſich bisher überſehen läßt, wird die
Effektenprolon=
gation wahrſcheinlich in dem gleichen Umfang vorgenommen werden,
wie dies am Mediotermin der Fall war. Der Zins zeigt gegenüber der
letzten Liquidation jedoch eine Anſpannung, auch gegenüber dem Auguſt=
Ultimo. Prolongationsgeld ſtellt ſich auf etwa 7,50 Prozent, wozu
aber noch einige Unkoſten kommen. Am Wechſelmarkt halten ſich die
Umſätze in engen Erenzen. Am Prwatdiskontmarkt ſoll man in dieſer
Woche eine Ermäßigung der Notiz für lange Sicht um , Prozent in
Ausſicht genommen, hiervon aber zunächſt abgeſehen haben.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M. 24. September.
Die Stimmung der Börſe war heute weiter erholt. Die Spekulation
nahm weitere Deckungen vor, während von privater Seite aus weiter
allgemein Zurückhhaltung geübt wird. Die Deckungen ſind in erſter Linie
wohl darauf zurückzuführen, daß die verſchiedenen im Laufe der Woche
aufgetauchten Gerüchte von finanziellen Schwierigkeiten in Berlin ſich
nicht beſtätigt haben. Gegenüber den bereits gut erholten Kurſen der
geſtrigen Abendbörſe ergaben ſich heute neuerliche Kursſteigerungen bis
zu 2 Prozent. Die J. G. Farbeninduſtrie eröffneten 279. Sehr feſt waren
Norddeutſcher Lloyd mit plus 2½ Prozent. Auch auf dem Rentenmarkt
war das Geſchäft ſehr lebhaft und feſt. Anatolier und Bagdad, ferner
Ruſſen und Ungarn waren weiter anziehend, während Serben ſich gut
behaupteten und Rumänen etwas nachgaben. Auch die Coupons der
verſchiedenen ausländiſchen Renten traten heute ſtark in den
Vorder=
grund. Es notierten die Coupons der Anatolier 7, von Bagdad II 5¾4
der Zolltürken 5½, der Goldrumänen 3½ und der anderen
rumäni=
ſchen Anleihen 1½. Deutſche Anleihen waren weiter befeſtigt,
beſon=
ders die Vorkriegsanleihen der Länder, während Kriegsanleihen und
Schutzgebietsanleihen etwas nachgaben. Der Freiverkehr blieb dagegen
Samstag, 25. September
ganz unverändert bei kleinſten Umſätzen. Auch im weiteren Verlauf
er=
hielt ſich die feſte Tendenz der Börſe. Verſchiedene Montan= und
Bank=
werte konnten die erſten Kurſe ſogar noch überſteigen. Beſonders
Rhei=
niſche Braunkohlen waren ſpäter ſtark verlangt und gegen geſtern abend
ſchließlich 6 Prozent feſter. Die Börſe ſchloß aber wieder etwas leichter.
Täglich Geld 4 Prozent, London=Paris 175½.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 24. September.
Die Inſolvenzgerüchte der letzten Tage, die an der Börſe eine
Be=
unruhigung und Abgabeneigung hervorgerufen hatten, ſtellten ſich
durch=
weg als unrichtig heraus. Die Verkäufe haben heute erheblich
nach=
gelaſſen, ſo daß der Druck von den Aktienmärkten gewichen iſt. Die
Spekulation nahm daher leichte Rückkäufe vor, die eine Befeſtigung
der Aktienkurſe um 1—2 Prozent herbeiführten. Nach Feſtſetzung der
erſten Kurſe ſchritt auch die Baiſſepartoi zu Deckungen, ſo daß die
un=
ſichere und vorwiegend ſchwächere Haltung der letzten Börſe einer
freundlicheren Stimmung und Tendenz gewichen iſt. Die Beſorgniſſe
wegen des Ultimo ſind inzwiſchen ebenfalls geringer geworden, da die
Geldverſorgung anſcheinend ſehr reichlich iſt und die Börſe ſchon ſeit
Wochen auf eine Verkleinerung ihrer Engagements zur Vermeidung
von Ueberraſchungen bei der Ultimoabwickelung hinarbeitete. Die
börſentechniſche Lage begünſtigte alſo die Befeſtigung der Tendenz, die
vom Markt der Bankaktien, Montanwerte, Schiffahrtsaktien und
Elektro=
aktien ihren Ausgang nahm. Im ganzen hielt ſich die Umſatztätigkeit
allerdings noch in einem beſchränkten Rahmen. Lebhaft ging es
wie=
der am Markte der ausländiſchen Nenten zu. Die Steigerung der
Tür=
ken, Anatolier, Rumänen, Ruſſen und ſonſtigen fremden Staatsanleihen
ſetzte ſich bei regem Kaufintereſſe fort. Das Geſchäft in Kriegsanleihen
war dagegen ruhiger und der Kurs mit 0,518¾ ſchwächer. Am
Deviſen=
markt neigten die Frankenvaluten leicht nach unten. London zog gegen
Paris auf 175¾, gegen Brüſſel auf 183 und gegen Mailand auf 132½
an. Die übrigen fremden Valuten verharrten auf ihrem bisherigen
Stande. Die Sterlingwährung notierte gegen Kabel 4,8540, die Mark
gegen Kabel 4,1980. Die Geldſätze zeigten im einzelnen noch keine
An=
ſpannung, insbeſondere blieb Tagesgeld mit 3½—5 und vereinzelt
darunter in ſtärkerem Maße angeboten. Monatsgeld zirka 5½—7.
Pro=
longationsgeld wird mit etwa 7,5 Prozent genannt. Im einzelnen
ſtan=
den von Montanaktien Harpener im Vordergrund 163 (plus 1),
Rhei=
niſche Braunkohlen auf Deckungskäufe 5 Prozent höher 223, Riebeck
Montan plus 2½ (151½). Auch ſpäter wurden von der Spekulation
reine Kohlenaktien bevorzugt. Köln-Neueſſen plus 2. Die anderen
Montanaktien notierten bis 1 Prozent feſter. Von den chemiſchen
Wei=
ten zogen J. G. Farben um 2 Prozent auf 227½ an, während ſonſt
die letzten Kurſe um ½—1 Prozent überſchritten wurden. Elektrowerte
belebt und urchweg 1—2 Prozent höher. Anregend wirkte die erwartete
raſche Ueberzeichnung der Siemens=Anleihe bei der heutigen Auflegung
in New York, nachdem die Voranmeldungen ſchon ſeit Beginn der
Woche lebhaft eingingen. Von Waggonfabriken büßten Görlitzer
Wag=
gon, über deren Sanierung der Aufſichtsrat heute beſchließen wird,
15/s Prozent ein. Schiffahrtswerte feſt.
Im weiteren Verlauf der Börſe wurde das Geſchäft wieder ruhiger
die zweite Hand fehlte nach wie vor und die Spekulation hielt ſich nach
Erledigung der Deckungskäufe zurück. In der Kursbewegung trat
in=
folge der während der zweiten Stunde einſetzenden Luſtloſigkeit eine
Stagnation ein. Gegenüber den höchſten Tageskurſen waren kleine
Ab=
ſchläge zu verzeichnen, ohne daß die an ſich freundliche Grundſtimmung
dadurch beeinträchtigt wurde. Privatdiskont kurze Sicht 5 Prozent,
lange Sicht 434 Prozent. An der Nachbörſe fanden nur in Bankaktien
und am Markte der Staatsrenten nonnenswerte Abſchlüſſe ſtatt.
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112.08 112.36
19.547 10.54
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171
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13.75
114.—
109.75
151.75
62.25
57.—
163.—
21. 9.
Seld / Brie
59.18/ 59.32
12.61712.4.7
5.674 5.392
2.941 2.044
9.633 u.635
3.943 3.955
7.415 7.735
133 2.203
21.5:5121.47321.523
81.36 81.56
5.90 I. 9e
4.133 4.203
( 205/ 4.25
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 22. September 1926. Die
auf den Stichtag des 22. September berechnete Großhandelsindexziffer
des Statiſtiſchen Reichsamts iſt gegenüber dem 15. September von 127,4
auf 126,7 um 0,5 v. H. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die
Indexziffer der Agrarerzeugniſſe um 0,6 v. H. auf 128,0 und die
In=
dexziffer der Induſtrieſtoffe um 0,2 v. H. auf 124,5 nachgegeben.
Die Konjunktur am ſüddeutſchen Kohlenmarkt. Die Auswirkungen
des engliſchen Kohlenſtreiks machen ſich nunmehr auch am ſüddeutſchen
Kohlenmarkt bemerkbar. Das Kohlenkontor hat eine Rationgliſierung
der Bezugsmengen vorgenommen, und zwar bekommen die
Kohlenhänd=
ler fortab nur die Kohlenmengen geliefert, die ſie in den
Sommer=
monaten bezogen haben. Immerhin iſt, von einigen Spezialſorten
ab=
geſehen, eine Kohlenknappheit zunächſt nicht zu befürchten, um ſo mehr,
als im Bedarfsfalle auch oberſchleſiſche Kohle herangezogen werden
kann, die auf der Frachtbaſis von Frankfurt/Main etwa genau ſo teuer
iſt wie die Ruhrkohle. In Koks ſind die Haldenbeſtände noch derart,
daß Rationierungsmaßnahmen" für die nächſte Zeit kaum notwendig
werden, obwohl Deutſchland auch jetzt deutſchen Koks bezieht.
Deutſch= Raiffeifenbank A.=G., Verlin. Wie wir erfahren, hat die
Deutſche Raiffeiſenbank das Berliner Hotel „Ruſſiſcher Hof” am
Friedrichsbahnhof bei der geſtrigen Zwangsverſteigerung mit einem
Höchſtgebot von 2,4 Mill. Rm. erſteigert. Die Forderungen der
Raiff=
eiſenbank an die zum A. W. Riebe=Konzern gehörende „Hotel
Ruſſiſcher Hof (Grand Hötel de Ruſſie) A. G., Berlin” betragen 4,2
Mill. Rm. Wie wir aus Verwaltungskreiſen der Deutſchen
Raiffeiſen=
bank erfahren, ſoll der Hotelbetrieb zunächſt weitergeführt werden. Was
ſpäter mit ihm geſchehen ſoll, darüber ſind noch keine beſtimmten
Ent=
ſcheidungen getroffen. Jedenfalls ſind in Berliner Hotelkreiſen
zahl=
reiche Intereſſenten für das Objekt vorhanden.
Die Differenzen mit den Belgiern beim Internationalen
Rohſtahl=
kartell. Es beſtätigt ſich, daß man in Paris den Belgiern
vorgeſchla=
gen hat, unter Beibehaltung ihrer monatlichen Beteiligungsquote am
Rohſtahlkartell (265 000 To.) die belgiſche Eiſeninduſtrie bei der
Ver=
teilung der einlaufenden Aufträge an erſter Stelle zu berückſichtigen.
Die Belgier wollen indeſſen auf den Vorteil der Beſtellungspriorität
verzichten und beharren nach wie vor auf ihrer urſprünglichen
For=
derung (230 000 To.). Man nimmt an, daß die belgiſchen Werke
tat=
ſächlich auf ihren Forderungen beſtehen bleiben und rechnet, da man
noch weitere interne Verhandlungen und Gegenvorſchläge erwartet,
vor dem 1. Oktober keinesfalls mit einem Zuſtandekommen des
Eiſen=
paktes.
Drei= bis vierfache Ueberzeichnung der Siemens=Anleihe. Die geſtern
aufgelegte Anleihe des Siemenskonzerns wurde dreifach bis vierfach
überzeichnet. Die Bücher wurden unmittelbar nach Eröffnung
geſchlof=
ſen. Zahlreiche Zeichnungsaufträge aus allen Teilen der Vereinigten
Staaten ſowie aus Kanada und Europa lagen vor
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Darmſtadt: Wilhelm Georg Roßmann in Eberſtadt b. D., Af. 2. 10.,
GlV. u. Prft. 9. 10. Seligenſtadt: Nikolaus Bauer in Klein=Auheim,
Kkverf. aufgehoben. Mainz: Vereinigte Konſervenfabriken Georg u.
Joſef Seidel in Finthen, Geſch Aufſ. angeordnet.
Frankfurter Baden=A.=G, Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft, deren
Aktienmajorität vor einiger Zeit angeblich aus den Händen der Firma
Bernſtein an die Gewobag (Gemeinnützige Wohnungsbau=A.=G., Heſſen=
Naſſau) in Frankfurt a. M., ſowie an einen anderen Intereſſenten
übergegangen ſein ſoll, und deren Vorſtandsmitglied A. Bernſtein im
Juni ds. Js. wegen Verletzung der Intereſſen der Geſellſchaft friſtlos
aus dem Vorſtand entlaſſen worden iſt, hat in den beiden
Geſchäfts=
jahren 1924 und 1925 größere Verluſte erlitten. Zwecks Beſeitigung der
Unterbilanz ſoll nunmehr eine Zuſammenlegung des A.=K., das im
April ds. Js. nach ſehr vielen Vorſchlägen und Verhandlungen endlich
im Verhältnis von 6‟/z:1 auf 600 000 Rm. umgeſtellt wurde, im
Verhält=
nis von 2:1 auf 300000 Rm. vorgenommen werden. Ob die zum 16.
Ok=
tober 1926 anberaumte o. H.=V. die Entlaſtung des früheren Vorſtands
und Aufſichtsrats für 1924 und 1925 ausſprechen wird, muß im
Hin=
blick auf die bekannten Vorgänge als ſehr fraglich erſcheinen.
Zur Betriebsgemeinſchaft der Rhein= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft
mit der Rheiniſchen Schiffahrts=A.=G., vorm. Fendel. Die Rhein= und
Schiffahrtsgeſellſchaft in Köln hat mit der Rheinſchiffahrts=A.=G., vorm.
Fendel, in Mannheim, eine Vereinbarung getroffen, wonach in den
Eüterdampfern beider Geſellſchaften in einer Art von
Betriebsgemein=
ſchaft (aber nur dieſe allein) der Stückgutverkehr jeweils auf das
zweck=
mäßigſte erledigt wird. Die Geſellſchaften bleiben dabei völlig ſelbſtändig.
In dem Abkommen ſind alle übrigen Abteilungen: Spedition,
Schlepp=
ſchiffahrt, Kohlenfahrt und Beförderung anderer Maſſengüter
mitein=
begriffen. Es handelt ſich um den „Badenia= und Induſtrie=Dienſt”
zwiſchen Antwerpen bzw. Rotterdam und Mannheim.
Einfuhrvergünſtigungen für neue Stahl= und Eiſenwerke in
Bra=
filien. Nach einer Mitteilung der britiſchen Handelskammer für Sao
Paulo und Südbraſilien werden neu errichteten, bis zum 31. Dezember
ds. Js., mit dem Betrieb beginnenden braſilianiſchen Fabriken der Stahl=
und Eiſeninduſtrie durch ein Dekret der Regierung bedeutende Einfuhr=
und Steuererleichterungen gewährt. Dieſe Erleichterungen erſtrecken
ſich auf die Einfuhr von Maſchinen, Material, Werkſtättenbedarf,
hydro=
elektriſche Inſtallationen, Gleiſe, Kabel und anderes. Die braſilianiſche
Regierung gewährt auch Dariehen ſür die Errichtung ſolcher Fabriken,
ſowie Frachtermäßigungen auf den ſtaatlichen Eiſenbahn= und
Dampf=
ſchifflinien, ſo daß mit entſprechend geſteigerten Beſtellungen
braſilia=
niſcher Unternehmer und Induſtrieller im Auslande zu rechnen iſt.
Nach einem braſilianiſchen Bericht rechnet man nach Uebernahme der
Präſidentenſchuft kurch Waſhington Luiz mit einer mit Hochdruck
be=
triebenen Erſchließung des Landes. Vor allem werden große
Straßen=
anlagen erwartet. Man rechnet demzufolge mit einem hohen und ſchnell.
ſteigenden Bedarf an Schaufeln, Handkarren, Erdſcharren für
Tier=
antrieb, Lufthämmer zum Sprengen der Felſen, Dampfwalzen,
Stein=
breiher, Schottermiſchmaſchinen, Trockenbagger uſw.
Staatspapiere
a) Deutſche
6‟/.%Reichsp.=Sch.
p. 1. 10. 30
7%0 Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
3/% H. V.=Sch.
p. 1. 4. 29
6‟/=%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟/,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
72 Sächſ. Fr.=Sch.
p 1. 7. 29
72 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30
6‟=%Württ. F. Sch.
p. 1. 3. 29
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsanl.
4% D. Reichsanl
4% D. Schutzgb. v
08 —11 u. 13.
4%0 D. Schutzg. v.1
4% Preuß. Konſ.
40 Baden.
4½Bayern
4½ Heſſen
4% Württemberg
b) Ausländiſche
50 Bos. E.B 1914/
5% L.Inv. 1914
4½% „ 1898
4½% „ 1902
4%
5% Bulg. Tabal0
96.5
5.n5
ASR
NK
7.-5
0.48
0.51
43.75
31.5
%o „einh. R(kon)/ 3.75
½% Oſt. Staatsr
4v. 1913, Kdb. 1918 6.9
4½%Oſt. Schatz. 14/ 22
4½%Oſt. Silberr., 7.2
4½ „Goldr. . . .!
32 Port, (Spz.) II
5% Num.am. R.03.
4½%„Gold. 13..
am. konv.
4% „ am. 05...
4%Türk. (Adm.)03
4% Türk. Bagd. I
Bagd.) II
4% „ 1911 Boll
4½% Ung. St. 1913
½%0 „St. 1914
„ Goldr.
St. 10
Kronr.
3% „ Eiſ. Tor. G
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. inn.
5% „äuß 99
40 Gold 04,ſtf.
0 „ konſ. inn.
4½%o „ Irrigat.
5% Tamaulipas I
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
6% Berl. St.=Gold.
8% Darmſt St.=G.
8% D. Hyp.=Ban
Meining., Goldpf
8% Frif.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr.
8% Frkf. Pfbr.=B!
Goldpfdbr..
20 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. . . . . .
8 Komm. Ldb. D.
Goldſchuldver. . .
13.4:
16.70
20.8
22
19.75
4.15
29.7.
24.4
24.5
106.
100
82
80/ Heſſ. Ldb. Gold.
10% Komm=Elektr.
Mark (Hag.) Gold
8% Mannh. St. C
8% Mainz St.=G.
0 Naſſ. Ldb. Gold.
8%0 Pfälzer H.=B.
Goldpfandbr. . . .
8½ Pforzh. St.=G.
8% Pr. C.=B.=Cr. B.
Goldpfandbr.. .
8% Rh.Hyp.=B. G.
71/,%Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk., Goldpf.
8%Südd. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr. .
Ohne
Bins=
berechnung
50 Bdw. Kohl. 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.)
23
5%.Roggen . 23
50 Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B.G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bay-. Vereinsb.
Bahr. Handelsb. ..
Bayr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp. Bk
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bl.
Hamb. Hyp.=Bl.
Mecklb Hyp.=u. Wb
Meining. Hyp.B!
Nordd. Gr.=Cr.=Bf.
Pfälz. Hyp.=Br. ...
Preuß. Bod.=Cr.=2
Pr. Cent.=B.=Cr.=*
Preuß. Pfdbr.=Bk.
9.1
100
100
108.7-
4½ Kaſchau=Oderb.
abg.
11.92 5% Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (L).
2,6% Alte „
2,60 Neue„
5% Oſt.-Ung. 73/74
7.1 4%Oſt. Staatsb. 81
5.62 3%Oſt. „ 1.b.8.E.
3%Oſt. „ 9. E.
2.05 3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
30
9
Rud Silber ..
18
Rud. Salzfg.)
12.5 (4½% Anat. S.I
Anat., S. II
12.925 g
Anat., S. III
14.7.
%a Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
7.85 11½%0
11
12.9
10.3
11.2
10.90
Zank=Aktien
Allg. D.=Kredit:
Bad. Bk. ... ..
Bk. f. Brauind. . .
23
16.25
19.30
19.2
26
150
145.5
Barmer Bankb.
Bay. Hyp.=Wch
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb..
Darmſt. u. Nat.=Bk
Deutſche Bant ...
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. .
Dist.=Geſellſch. ..
Dresdener Bk. ...
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk... ..
Frrf. Pfdbr.=Bk. ..
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank
Metallbank.
.
Mitteld. Crebitb.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südd. Disc.=Geſ. .
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Bochum.Bergb.
Buderus.
Dt. Luxemburg . . .
Eſchw. Bergw... . .
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb.
Jlſe Bergb. St.
Genußſchein.
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke
Mannesm.=Röhr
Mansfelder
Oberbedarf
Obſchleſ. Eiſ. Caro)
Ltavi=Min.=Ant.
Phönir=Bergb
Rhein. Braunk. ...
Rhein. Stahlw.. . . 131.5
A. Riebeck Montan
131.5
218.2
140.2
226.5
68.25
131
86.5
161.7.
113
124.5
1232,
11.75
137
136
120.2
93
1a8.5
139
142.5
11a.
139
112
29.-
117.25
221
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr..
Tellus Bgb.. ...
Ver. Laurahütte ..
Ver. Stahlwerke.
Induſtrie=Akt.
120.7: Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
154 Henninger.
Hereules, Heſſiſche
Löwenbr.=Münch..
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh...
Ablerw. (v. Kleher!
LE. A. G. Vzg. A. .
5% A. E. G. Vzg. B
A. E. G. Stamm.
Anglo=Cont. Guano
Aſchaff. Zellſtoff
Badenia (Weinh
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtn
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg".
Bayr. Spiegel ...!
Beck & Henkel ..."
Bergmann El. . ...
Bing. Metall.. . . . .
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement=Heidelb. ..
Cement, Karlſtadt
Cement, Lothr.. .
Chem. Albert... . .
Chem. Brocky.
Chem. Milch
Daimler Motoren
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ...!"
D. G. u. Silb. Scheid.
Dingler, Bweibrück.
13.5 Dresd. Schnellpr.
126.25 1 Dürrkopp .. . ..
Dürr. Ratingen
52.5 Dhckerhoff & W. . .
Eiſenw. Kaiſersl.. .
El. Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle.
Email. Ulrich . . . ."
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch. . .
254 Ettlinger Spinn. . .
Faber Bleiſtift
237.75 Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens. .
Farbenind. F. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Fetter)
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Gas
Frankfurter Ho
83 2 Frkf.=M. Pok.n. W.
Fuch? Waggon St.
157.75 Geiling & Cie.
Germania Linol.. .
128.5 Gelſenk. Gußſt. . ..
.9 Goldſchmidt, Th..
8.5 Gotha Waggon ...
2
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger.
Dafenmühle Frlft.
1.5
Hammerſen
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun.
Heyligenſtaedt.
Hilpert. Armatur.
123
Hindrichs=Anfferm.
148
Hirſch. Kupfer
Hoch=Tief Eſſen.
Holzmann
Holzverk. Ind.
. 75 Hydrom. Breslau
5 Fnag".
) Jun )an: St.
7. Kammg. Naiſersl.
Barlsruher Mach. .
123
130
118
34
78
K
81
76.25
33.5
143.75
49.1
45.5
87
a8.5
200
90
70.9
36.5
277.7.
14
79
28
110.5
114
80
55.5
Karſtadt, R.
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Braun .
Krauß, Lokom. .
Lahmeher ......." .
Lech Augsburg ...
Lederw Rothe ...
Spicharz..
Lingel Schuhw.. .
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metal
Lux. Induſtrie
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnber=
Metallgeſ. Frkf.
Miag. Mühlenb. ..
Moenus, Stamm
Motorenf. Deutz".
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Neckari. Fahrz.
Neckarw. Eßlingen
Oleawerke Frankf
Beters Union
Pfälz. Näh Kahſer
Philipps.
Porzellan Weſſel
Prometh. Frkf.
ſiein. Gebb. & Schal
Rhein Elektr.
Rhenania. Aachen
Rütgerzwerke ...
Shleußner
Schneid. & Hanau
Schnellpr Frank.
Schramm Lacki.
Schrift, Stemp.
Schuckert. Eleftr.
Schuhf. Weſſel
Schuhf. Herz
Schultz. Grünlack
Seilino. Wolff
Siemens (las
Siemens & Halske
Südd. Immob.
Thüring. Liet.-Geſ.
Ae
113.7
34.5
27
6.
S2
108.5
80
103.5
104.25
198
12
35
52.72
24.9
67
Uhren Furtwängl. 30 Beithwerke n8 Ber. f. Chem. Ind. 49.25 Ver. b. Olfbr. Mann Ver. Faßf. Caſſel. 70.25 Gummi. Bln.=Frif 63.75 Pinſel=Nürnberg 82.25 Ultramarin .. . . .. 140 Zellſtoff Berl. .... 99.5 Vogtl. Maſch.Voigt & Haeffner. 52.1 102 Volthom Seil... 52.5 Bayß. & Freytag.
Wegelin Rußfbr. 119.25 108 Zellſt. Waldhof .." 84.5 Zuckerf. Waghäuſe 91:/, Zuckerf. Franfentl 72.5 Zuckerf. Heilbronn 91 Zuckerf. Offſtein 11a.9 Zuckerf Rheingau Zuckerf. Stuttgar 91 Transport= und
Berſicherungs=Alt. A. Dt. Eiſenbahn Dt. Eiſenb.=Geſ.. 97.75 El. Hochbahn=Berl. Schantung E.B. 5.7 Südd. Eiſenb.=Geſ. Havag
. 153.25 Nordd Lloyzd.. . .. 150.5 Frkft. Allg. 104.25 Frankona Rüdko 59.25 Darmſt. Werte Bahnbedauf 23.5 Dampff Rodverg 12.5 belvetin Kon! Hebr. Lutz Motor . Darm Bebr. Rueder 102 Venuleth & Ellenb., [ ← ][ ][ → ]
Seite 12
Samstag, den 25. September 1926
Die Erntevorſchätzung für Getreide. Das ſtatiſtiſche Reichsamt
ver=
öffentlicht die Erntevorſchätzung für Getreide. Danach ſtellen ſich von
Anfang Auguſt 1926 die Geſamterträge, für das Deutſche Reich ohne
Saargebiet in Doppelzentnern wie folgt (in Klammern ſind die Ve= für Novemberermittlung 1925, Novemberermittlung 1924
und Novemberermittlung Durchſchnitt 1911—1913 für das jetzige
Reichs=
gebiet ohne Saargebiet beigefugt): Winterweizen 27 788324 (1925:
29 761 080, 1924: 20 910 420, 1911—13: 33 200 802). Sommerweizen
2 745 757 (2 411 580, 3 365 830, 4 449 648). Winterſpelz 1 503 555 (1 545 130,
1164 570, 4154 070). Winterroggen 73 984 917 (79650 300, 55 839 300,
94 534 386). Sommerroggen 972 945 (978520, 1 459 380, 1 315 900).
Wintergerſte 3 232 026 (3 171 600, 2 125 390, —). Sommergerſte 22 911 325
(22819 160, 21 873 710, 28 701323). Hafer 65 695 682 (55 845 450,
56 540 030, 76 803 484).
Zum neuen belgiſchen Frankenrückgang. Während von amtlicher
Seite behauptet wurde, die belgiſche Regierung beabſichtige in nächſter
Zukunft, den Goldfranken einzuführen, verlautet von anderer Stelle,
dieſe Nachricht ſei ſtark verfrüht, und man werde den Goldfranken nicht
ein=
führen. bis die Frankenſtabiliſierung geſichert ſei, damit die mit einer
Währungsſanierung verbundenen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten auf
ein Minimum reduziert werden können. Offiziöſe Auslaſſungen im
letz=
teren Sinne ſcheinen zu beſtätigen, daß die Regierung vorerſt mit den
auswärtigen Verpflichtungen Klarheit ſchaffen wolle (ſei es nun durch
Konſolidierung, ſei es durch Rückzahlung der auswärtigen Schuld), ehe
ſie an das ſchwierige Werk der Einführung des Goldfranken herantrete.
Die ganze Finanzpolitik des Kabinetts Jaſpar=Francqui läuft auf die
Herſtellung dieſer Vorbedingungen hin.
Engliſche Intereſſennahme an deutſchen Papierfabriken. Die
In=
vereſt Paper Company (Dachgeſellſchaft des Harriſon=Konzerns), die
bekanntlich ſeinerzeit die Koholyt A.=G. aus dem Beſitz der Stinnes=
Gruppe erworben hat, hat zu günſtigen Bedingungen zwei weitere
deutſche Papierfabriken übernommen. Es handelt ſich um die
Nieder=
lahnſteiner Pergamentpapierfabrik, vorm. Löbbeke, die unter
Geſchäfts=
aufſicht ſtand, und die Zellſtoffwerke Regensburg, A.=G., i. Liquid., in
Regensburg, die mit einem Aktienkapital von 3,2 Mill. Rm. ausgerüſtet
iſt. Ueber den Kaufpreis iſt nichts in Erfahrung zu bringen.
Die deutſche Induſtrie auf dem ruſſiſchen Markt. Auf einer Sitzung
des Vereins zur Wahrung der gemeinſamen wirtſchaftlichen Intereſſen
in Rheinland und Weſtfalen, die unter reger Beteiligung der am
Ruß=
landgeſchäft intereſſierten Mitglieder des Vereins ſtattfand, ſprach der
erſte Syndikus der Induſtrie= und Handelskammer Eſſen, Dr. Rechlin,
über das Thema: „Die deutſche Induſtrie auf dem ruſſiſchen Markt”
unter beſonderer Berückſichtigung der Verhältniſſe des Donugol=Truſtes.
Der Vortragende berichtete über die Erfahrungen und Eindrücke ſeiner
Reiſe, die er kürzlich auf Veranlaſſung des Donugol=Truſtes mit
ver=
ſchiedenen Ingenieuren und Sachverſtändigen unternommen hatte.
Nach eingehender Schilderung der gegenwärtigen wirtſchaftlichen und
politiſchen Verhältniſſe Rußlands beſprach er ausführlich die Ausſichten
des deutſch=ruſſiſchen Geſchäfts. Generaldirektor Dr. Springorum dankte
Dr. Rechlin für ſeine intereſſanten Ausführungen, die den Firmen
wert=
volle Anregungen und Informationen übermittelt hätten. Dem
Vor=
trag ſchloß ſich eine Ausſprache an, die das große Intereſſe der deutſchen
Firmen am ruſſiſchen Markt erkennen ließ.
Nummer
Produktenberichte.
Mainzer Produktenbericht vom 24. September. Weizen 29—29,25,
Roggen 22—23, Hafer inl. 18, Braugerſte 23—26,50, Weizenmehl 42,50
bis 42,75, Roggenmehl 35,50, Weizenkleie fein 9,50, grob 10—10,50,
Roggenkleie 10,50, Biertreber 15, weiße Bohnen 24,50, Haferflocken 38,50,
Graupen 31—31,50. Tendenz: befeſtigt.
Frankfurter Produktenbericht vom 21. September. Zum
Wochen=
ſchluß blieb die Tendenz am hieſigen Produktenmarkt weiter feſt auf
höhere ausländiſche Notierungen. Roggen und Roggenmehl konnten
bei knappem Angebot um je 50 Pf. im Preiſe anziehen. Weizen 28,75
bis 28,90, Roggen 23—23,50, Sommergerſte 23—26, Hafer inl. 17,75 bis
18,25, Mais 18,50—18,75, Weizenmehl 41,50—42, Roggenmehl 33,50 bis
34,50, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 10,50.
Berliner Produktenbericht vom 24. September. Die
Preisbefeſti=
gungen an den amerikaniſchen und beſonders an den engliſchen
Ge=
treidebörſen fanden ihre Auswirkung in einer zum Teil reiht kräftigen
Erhöhung der Schlußforderungen. Die Frage an der Berliner
Mittags=
börſe hatte ſich für Weizen für ſchwere Ware zu Andienungszwecken
ge=
mehrt, konnte aber kur zu hohen Preiſen gedeckt werden. Im
Liefe=
rungshandel trieb neue Deckungsfrage ſeitens der hieſigen Mühlen den
Septemberkurs 1, Mark in die Höhe, während die übrigen Termine
mehr vernachläſſigt waren. Roggen war weniger als geſtern offeriert
und ging in ſeinen Gewinnen noch über die für Weizen hinaus. So
profitierten beſonders Frühjahrsmonate, für die Aufgelder bis 2 Mark
erzielt wurden. Gerſte wie auch Hafer nur in beſten Sorten gefragt,
ſonſt ſchwer verkäuflich. Mehl und auch Futterſtoffe ruhig.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 24. Sept. (Priv.=Tel.)
Weizen: Angeſichts der ſchleppenden Exportnachfrage begann der
Markt in ſchwacher Haltung. Meldungen von einer größeren
Ernte=
bewegung im Frühjahrsweizengebiet übten ſchließlich einen Druck aus,
ſo daß die Termine 1—1½ C. unter geſtern ſchließen.
Mais: Froſtmeldungen hatten im Anfangsverkehr eine feſte Haltung
zur Folge. Angeſichts der Tendenz am Weizenmarkt wurden Abgaben
vorgenommen. Die Termine gaben 1—1½ C. nach.
Hafer: Der Markt verlief für nahe Termine feſt, für entferntere
ſchwächer.
Baumwolle: Da ſich heute gebeſſerte Kaufluſt der amerikaniſchen
Spinner bemerkbar machte und auch ausländiſche Spinner als Käufer
auftraten, konnte ſich der Markt anfangs befeſtigen. Späterhin zeigten
ſich trotz des ermäßigten Niveaus die Pflanzer verkaufsluſtig und die
Spekulation nahm Abgaben vor. Die Termine konnten jedoch 10—15
Punkte von ihrem geſtrigen Einbruch zurückgewinnen.
Kaffee: Die Abſchwächung ſetzte ſich heute fort auf kleinen
amerika=
niſchen Konſum, ermäßigte braſilianiſche Forderungen und
Zurückhal=
tung der Röſtereien. Die Termine verloren bis 10 Punkte.
Zucker: Der Markt verlief in abgeſchwächter Haltung auf große
Liefernotizen gegen Terminkontrakt, Liquidationen und ermäßigte
aus=
ländiſche Kabelnotierungen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Schätzungen zufolge iſt der Auftragsbeſtand des Stahlty
Ende des Monats um weitere 200 000 Tonnen zurückgegangen
zur gleichen Zeit des Vorjahres der Auftragsbeſtand im
ebenſoviel zunahm.
Die Stadt Köln hat eine Anleihe von 5 Millionen Rm
längere Reihe von Jahren beim Gerlingkonzern aufgenommer
Wie aus London gemeldet wird, hat die Regierung von
mit Wirkung vom 1. 1. 1927 die Geſamthöhe der jährlichen 3.
erhöht.
Das Angebot des achten Verſteigerungstages (23. Septen
Verlaufe der augenblicklichen Londoner Kolonialwollauktionen
laut Londoner Drahtbericht, auf 10 600 Ballen.
Die Vereinigung der Kolonialwollhändler in London ſetzte
öffnungsdaten für die Kolonialwollauktionen des nächſten Jal
Erſte Serie: 18. Januar, zweite Serie: 15. März, dritte Serie:
vierte Serie: 5. Juli, fünfte Serie: 13. September, ſechſte Serie
vember.
Während der letzten zehn Tage iſt die engliſche Kohler
etwa 25 Prozent zurückgegangen. Zurzeit werden wöchentl=
750 000 Tonnen gegenüber 1 Mill. Tonnen vor einigen To
geführt.
Die Unterzeichnung eines Abkommens zwiſchen der
Handelsvertretung in Reval und den Vertretern der eſtniſchen
induſtrie betr. Lieferung eines größeren Poſtens Papier iſt z
Tagen zu erwarten.
Der Oberſte Volkswirtſchaftsrat der Sowjetunion hat im
ſtändnis mit dem Finanzkommiſſariat beſchloſſen, dem ruſſiſchen
truſt „Jugoſtal” zu geſtatten, im Auslande neue Maſchinenanle
Betrage von 4 Millionen Goldrubel anzukaufen.
Wie aus Warſchau gemeldet wird, iſt in den nächſten Tagen
Herabſetzung des Diskontſatzes auf 9 Prozent zu rechnen.
Für das Wirtſchaftsjahr 1926/27 werden in der USSR.
Paar Gummiſchuhe benötigt (91 Proz. des Vorkriegsabſatzes)
iſt die Nachfrage gegenüber dem Wirtſchaftsjahr 1923/24 um das
geſtiegen.
Zwiſchen der Tſchechoſlowakei und Polen iſt eine Verei
zuſtande gekommen, welche beide Staaten verpflichtet, auf den
Territorien in keiner Weiſe in wirtſchaftlichen Konkurrenzkam
einander zu treten. Die Abmachung iſt vorläufig auf ſechs Mon
w=
geſchloſſen worden.
Wie aus Budapeſt gemeldet wird, hat ſich der geſchäftsführend
tor des Bundes der Ungariſchen Induſtriellen, Dr Fenyö, nach
begeben, wo er mit den Vertretern einer ausländiſchen Finan
über die Emiſſion der ungariſchen Induſtrieobligationen Beſprer
führt.
Die Fireſtone Tire Co. in New York ermäßigte die Reife
für Automobilfabriken um weitere 7½ bis 10 Prozent.
V
Palast-Lichtspiele
Täglich der große Schlager:
Wir sind vom k. u. k.
Wiener Operetten-Gastspiele
Heute Samstag, 25. September
Erstaufführung
Jeu
Infanterie-Regiment ..
Die KönginderNacht
Ein Militärschwank in 7 übermütigen Akten mit den
großen Lieblingen des Kinopublikums:
MART KID, Colette Brettl, Lydia Potechina, Grit Haid.
Camilla Spira, Mira Hildebrand. Hans Brausewetter.
Fritz Bendow, Fritz Spira, Panl Morgan, Hans Albers,
Paul Heidemann, Fritz Kampers.
Hungerkünstler Jolly, Morgenstern und andere
be-
kannte Komiker als Reservisten. (13761
Wie werde lch dick und rund. 2 Akte.
Neueste Wochenschau
Antang 3‟, Uhr. Letzte Abendtvorstellnng 8 Uhr
Kaffee-Restaurant Fender
bel Griesheim, Neue Darmstädterstr. 257
Sonntag, den 26. September
Familien-Konzert
TANZ —
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Spezialit ät: Apfel- u. Zwetschenkuchen
mit gar. reiner Schlagsahne 50 Pfg.
Eintritt frei!
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Herbſtfeier
Sonntag, 26. d8 Mts nachm.
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Waldſtraße 33. — Urwüchſig
bayriſches Programm mit Orig
Schuhplattler baheriſch.
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geſängen, Theater
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Eintritt frei
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Abends 8 Uhr
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des Reoiments
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vieler bekannter Filmkünstler
Heſſiſches Landestheater.
L. 2 Großes Haus L. 2
Samstag, den 25. September 1926
abends 7½ Uhr
Uraufführung
Mann iſt Mann
(Die Verwandlung des Packers Galy Gay
in den Militärbaracken von Kilkog)
Ein Luſtſpiel in 8 Bildern von Bertolt Brecht
In Szene geſetzt von Jakob Geis
Bühnenbilder: Caspar Neher a. G.
Perſonen:
Uria Shelly /4 Soldaten einer Robert Klupp
JeſſeMahoney/Maſch.=Gewehr= Joach Büttner
Wolly Baker abteilung der
ſbritiſchen Armee Walter Bluhm
Ferajah Jip / in Indien HansEpskamp
Charles Fairchild, genannt
Blody Five, Sergeant. Max Nemetz
Galy ay, einiriſch. Packer Ernſt Legal
Galy Gays Frau . . . . Käthe Gothe
Herr Wang, Bonze einer
tibetaniſchen Pagode . . HansBaumeiſter
Mah Sing, ſein Mesmer. Richard Jürgas
Leokadja Begbick,
Kan=
tinenbeſitzerin . . . . . Beſſie Hoffart
Alice Treff
Hiobia,
Beſſy, ihre Töchter . . Ly Schäfer
Lilly Brennecke
Maggy;)
Soldaten . .
Alkes für die Kunst
Fox-Groteske in 2 Akten
Anfang 3½ U.
Die neueste
(*25007
Ufa-Wochenschau
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr.
W. Mayenknecht
Ernſt Rottluff
Hans Ausfelder
Otto Wenke
Walter Scharff
Frdr. Jachtmann
Kurt Schüppel
Jacob Schambach
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſe nach dem 6. Bild
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10 Uhr
Kleines Haus
G 1 (Darmſtädter Volksbühne)
Samstag, den 25. September 1926
abends 7½ Uhr
Abu Haſſan
Komiſche Operin einem ukt von F. C. Hiemer
Muſik von Carl Maria von Weber
Der Aufführung liegt die Neuausgabe der
Partiturvon Willy Werner Göttig zu Grunde
Muſikaliſcher Leiter: Fritz Bohne
Spie leiter: Fritz Oscar Schuh
Bühnenbild; Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Der Kalif Harun al Raſchid Karl Eber
Zobeide, ſeine Gemahlin. Annelies /
Abu Haſſan, Liebling des
Kalifen . . . . . Eugen Ve
Fatime, ſeineGemahlin . S. Müller=A
Mesrur, Vertrauter des
Kalifen
.. Rudolf S.
Zemrud, Bobeidens
Vertraute .
. . Marg Cau
OmarWechsler Gläubiger
des Abu Haſſan) . . . Alfred Ka=
Die Handlung ſpielt in Bagdal
Chöre: Berthold Sander
Die Nürnberger Pupx
Lomiſche Oper in einem Akt von L
und A. v. Beauplan. Deutſch von
Pasqué. — Muſik von A. Adat
Muſikaliſcher Leiter: Fritz Bohne
In der Inſzenierung von Charles ?
Bühnenbild: Lothar Schenck von 2
Perſonen:
Cornelius, Mechaniker und
Spielwarenhändler . . Heinrich K
Benjamin, ſein Sohn . . Eugen Vo)
Hei rich, ſein Neffe und
Gehilfe . . . . . . . . Leo Barcz
Bertha . . . . . . . . . Joh. Buch
Die Handlung geht vor in Nürnbe
bei Cornelius
Zumerſten Male:
Zehn Tanzbilder
(Saudades do Brazll)
Eine Folge von 10 Tänzen von D.Mi
Muſikaliſcher Leiter: Paul Gerhard C
Bühnenleitung: Hans=Esdras Mutzen!
Choreographie: Manda von Kreil
Koſümentwürfe: Arthur Pohl.
Muſikaliſches Vorſpiel
1. Tauz in der Frühe (Lene Berdolt,
Böhm, Irene Scheinpflug und
Damen des Balletts)
2. Exotiſches Mädchen (Manda v. Kr
3. a)Kollegium LeneBerdolt, DoraZ
Annette Reiß, Milly Reiß, DoraS
wein, Marta Schulz)
b)Oh! (Dora Böhm, Irene Scheint
4. Schelm (Manda von Kreibig)
5. Trauernde (Lene Berdolt, Dora B
Vera Korſchan Eliſabeth Lindner,
nette Reiß, Erika Seibert
6. Irene und die Anderen (Frene SC
pflug, Reha Eckſtein, Grete Ku
Milly Reiß, Dora Sauerwein, W
Schulz, Eliſabeth Bogel)
— Pauſe—
Muſikaliſches Zwiſchenſpiel
7. Kirchliche Kerzen (Dora Böhm, 2
Scheinpflug)
8. Jahrmarkt (Lene Berdolt, Dora B!
Ir ne Scheinpflug und alle Da
des Balletts)
9. EmpfindſamerTanz /Manda v. ſite
10. Gemeinſchaft im Licht (alle Dame‟
Solo und alle Damen des Balletts
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.20 bis 7.209
Anfang 7½ Uhr Ende 104 1
Nummer 266
Samstag, den 25. September 1926
Seite 13
Der Flurſchütz.
Roman von Alfred Bock.
(Nachdruck verboten)
Seitdem ſie der Jakob im Stich gelaſſen, hatte ſie einen
ahren Zorn auf den Herrgott gehabt, weil er ihr das angetan.
ffenbar ſah er die Sache jetzt mit andern Augen an, denn er
itte ihr in ihrer Herzensnot die Schmappersgritt geſchickt. Das
ar gar tröſtlich. Da wurde es einem leicht, wieder fromm zu
erden. Und dankerfüllt faltete ſie die Hände um ihr
Geſang=
ich und ſprach wie betend vor ſich hin:
„Lieber. Vater im Himmel, ich ſein dir ganz verzwerbelt
ge=
ft, dieweil du dich gar nicht mehr um mich gekümmert haſt. Du
ußt, ſcheint’s, gedacht haben: was die Chriſtine ſich eingebrockt
rt, ſoll ſie auch auseſſen. Mein! ich ſein zu dem Kind
gekom=
en und weiß nicht wie. Sonſt haſt du mir doch gar nis
vor=
erfen können. Und ich hab als gelurt und gelurt, du ſollt’ſt
mimal dreinſchlagen und dem Jakob den Kopf zurechtſetzen. An
as ſoll man dann glauben, wann einer einem armen Mädchen
mitſpielen darf und dernachert nix mehr von ſich hören läßt.
a und deſſentwegen ſein ich in keine Kirch mehr gangen. Et
hin ich aber doch, daß der Lehrer zu Velda recht behält. Der
at als geſagt: Gott grüßt manchen, der ihm nicht dankt. Das
Itt ich mir nicht träumen laſſen, daß ich noch einmal als Magd
im Jakob ſeinem Vater kommen tät. Lieber Gott, das haſt
a ſo eingericht’. No, ich werde dir keine Schand machen. Und
rbeiten will ich, wann’s ſein muß, für zwei. Etz möcht ich nur
ir mein Leben gern wiſſen, wie du dir das alles ausgeklugt
aſt, wo der Flurſchütz doch kein Arg von nis hat, und ich nicht
(s Heimduckſerin daſtehn will. Stät, ſtät! ſprichſt du, wer fällt
ann gleich mit der Tür ins Haus? Ich denk' akrat, wie du,
eber Gott. Ich mein’ ſo: ich tin ebenſt meine Arbeit und
ein murreſtill. Der Jakob ſtrunzt nicht ewig herum. Auf
ein=
val kommt er wieder heim und macht Augen ſo groß wie zwei
„eller. Etz hol ich flink das Bubchen ebei Und wie das
Babbe, Babbe!” ruft, da geht’s dem Schlechtkopp doch an die
kieren. Nu hört ſein Vater, wie’s zugegangen iſt. Ja ſo ver=
Bmäht kann he nicht ſein, daß er gegen dein’ heiligen Willen
k. Wann er auch erſt ein wink unſchier tut, dernachert gibt er
ein’ Segen und richt’ die Hochzit. Gelle, lieber Gott, ſo haſt
uu’s vor? Etz merk’ ich erſt, wie gut du biſt. Nu bringt mich
uch nix von der Kirch mehr ab, und die ander: Woch’ nehm ich
as Abendmahl. Amen!“
An der Einfahrt zur „Krone” in Eſchemrod lungerte der
Bettelkaſpar mit knurrendem Magen und ſpionierte, ob er
jemand abfangen könne, der einen Biſſen Wurſt und ein paar
Glas Bier für ihn bezahle. Juſt kam der Hausmetzger Kreiling
die Straße herauf. Der hatte den Meſſergurt umgeſchnallt, trug
das Schlachtzeug auf dem Arm, und ſeine blutbeſpritzte Schürze
ließ darauf ſchließen, daß er eben ſein Handwerk ausgeübt hatte.
Der Bettelkaſpar ging an ihn heran.
„Heinrich, Chriſtenmenſch, willſt du für einen armen
Hun=
gerleider was tun?”
Der Metzger, der ein Pfennigfuchſer war, ſagte, ohne ſich auf
die Anzapfung einzulaſſen:
„Alleweil hab ich beim Flurſchütz geſchlacht’, ſput dich, da
gibt’s Metzelſupp'.”
Der Bettelkaſpar ſchnobberte mit aufgeblähten
Naſen=
flügeln in der Luft herum, als ſuche er die Witterung, dann lief
er mit einem „Juch!” wie beſeſſen davon. Zwei Minuten ſpäter
ſtand er atemlos in des Flurſchützen Stube, wo die
Freund=
ſchaft ſchon beiſammen war: der Ortsdiener und der Sägwüller
mit ihren Frauen, der Vetter Röckel und der Katzenhannes.
Der Flurſchütz hieß ſeine Gäſte ſich niederſetzen. Alsbald
ſtellte Chriſtine, die neue Magd, die Suppenſchüſſel auf den
Tiſch. Die war im Handumdrehen geleert und wurde nicht
weniger als dreimal gefüllt. Was eine richtige Metzelſuppe
war, die gab einem Menſchen Saft und Kraft, da mußte man
ſich etwas zugute tun. Für die unergründliche Tiefe dieſer
aus=
gepichten Bauernmägen bedeuteten drei Teller voll nicht viel.
Das bewies die unverminderte Eßluſt, die ſich beim zweiten
Gang bemerkbar machte. Da gab es Wellfleiſch wit Sauerkraut,
zuguterletzt noch friſche Wurſt. Ein Fäßchen Lagerbier lag zum
Anſtich bereit, zuvor machte ein Glas Branntwein Quartier.
Nun kam erſt die Unterhaltung in Fluß.
Der Ortsdiener meinte, man müſſe betlagen, daß die
Schweinezucht zu Eſchenrod ſo heruntergekommen ſei. Da zähle
man knapp zwei Dutzend Züchter, man verlaſſe ſich auf die
Schweinemärkte und — was noch ſchlimmer ſei — auf die
Schweinetreiber. Ihm ſei eine Liſte durch die Hand gegangen,
in den fünfziger Jahren niedergeſchrieben. Dazumal habe
Eſchenrod hundertzehn Häuſer mit ſiebenhundert Inſaſſen
ge=
habt. Und doch habe man an die achtzig Zuchtſquen gehalten,
die im Jahre ihre achthundert Ferbel warfen. Jetzt machten die
Eſchenröder ſich wichtig, daß ſie’s auf zweitquſend Seelen
ge=
bracht, aber dreihundert Ferkel im Jahr bei dreimal größerer
Einwohnerſchaft ſeien gewiß ſchon hoch gegriffen. Der
Rück=
gang rühre einzig daher, daß den Bauer die Gewinnſucht plage,
daß die Schweinezucht nicht ſo profitlich ſei.
„Ich kann ſo ein Trawatſchen gar nicht hören”, ſagte der
Balthaſar Röckel ärgerlich. „Dadrüber ſchwätzt du nix, daß das
letzte Jahr hier fufzig Säu an der Rotſucht gefallen ſind. Als
wann einem da nicht die Luſt zur Selbſtzucht verging‟
„Ei guck doch nur einmal in dein” naßmiſtigen Stall”,
rückte der Ortsdiener dem Balthaſar auf den Leib, „du gönnſt
ja deinen Säu nicht das bißchen Stroh. Kein Wunder, wann
ſie da krepieren.”
Der Balthaſar wurde fuchsteufelswild.
„Du biſt mir zu ſchlecht, daß ich mich mit dir disputier.”
„Halt” Ruh, ihr Leut” halt” Ruh”, beſänftigte der Flurſchütz
die Aufgeregten.
„Ich ſein auch gegen die großpratſchige Schweinezucht” rief
der Katzenhannes. „Dadurch zieht ſich nur das Ungeziefer ins
Ort.”
„Mußt du auch dein: Senf dazu geben?” ſaste der
Säg=
müller von oben herab.
„Du Holzkopp, haſt keine Ahnung von den Sachen” fertigte
ihn der Katzenhannes ab, „das Ungeziefer verſchleppt die Peſt.
Alleweil iſt ſie ſchon im Portugieſiſchen.”
Das hatte der Flurſchütz auch geleſen. So eine Seuche fliege
ſchnell wie der Wind. Eh’ man ſich umgucke, ſei ſie im Land.
Die Weibsleut ſpürten ein Fröſteln im Rücken und riefen
erſchrocken:
„Gott ſei bei uns!“
„Dernachert geht’s euch an den Kragen”, ängſtigte ſie, der
Bettelkaſpar. „Und weil wir gerad von der Peſt etz ſchwätzen,
will ich euch einmal eine Geſchicht verzählen.”
(Fortſetzung folgt.)
Farot obne Kochen-
miß
Erhälkilch in Drogenhandlüngen u. Ansikeken
Fasgrrntst
DHHLOTS
Auf zur Reichskrone!
Beim Moritz gibt’s Stimmung!
Der größte Schlager
Noch nie dageweſen
Erſtkl. baher Trachten=Kapelle
Sowie großes Schlachlfest
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