Darmstädter Tagblatt 1926


15. August 1926

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Einzelnummer 15 Pfennige

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Nummer 225
Sonntag, den 15. Auguſt 1926.
189. Jahrgang

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Konkurs oder gerichtlicher Beltrelbung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

Der Weg
In der Schwebe.
Das Reichskabinett hat in ſeiner letzten Sitzung, wie gegen=
über
Kommentaren ausländiſcher Blätter feſtgeſtellt ſei, zur
außenpolitiſchen Lage keinerlei Beſchlüſſe gefaßt. Es hat ſich
damit begnügt, die Darlegungen des Außenminiſters entgegen=
zunehmen
und ſeine Zuſtimmung zu der vom Auswärtigen Amt
verfolgten Linie auszuſprechen. Mehr war im Augenblick auch
gar nicht möglich, weil ſich nach keiner Seite hin überſehen läßt,
wie die Entwicklung gehen wird. In Genf rechnet man damit,
daß die Studienkommiſſion noch einmal am 24. Auguſt zuſammen=
tritt
. Das Ergebnis würde wenigſtens nach der formellen Seite
hin Klarheit ſchaffen, ob für Deutſchland überhaupt die Mög=
lichkeit
eines Eintrittes offenſteht, ebenſo wichtig aber iſt die
andere Frage, wie es mit der Herabſetzung der Beſatzungstruppen
wird. Die Franzoſen ſcheinen ſich darauf einzuſtellen, daß ſie
uns auch diesmal mit langen Verſprechungen hinhalten und die
Beſatzungsfrage dann im Sande verlaufen laſſen können, wenn
Deutſchland erſt einmal im Völkerbunde iſt. Darin täuſchen ſie
ſich ſehr. In der Kabinettsſitzung iſt erneut zum Ausdruck ge=
kommen
, daß wir uns eine weitere Verſchiebung der Entſcheidung
nicht gefallen laſſen können und völlige Klarheit haben müſſen,
bevor wir nach Genf gehen. Zu dem Zwecke wird Ende Auguſt
das Kabinett von neuem zuſammentreten und dann wohl die
erforderlichen Unterlagen haben, um ſeine Beſchlüſſe faſſen zu
können.
Reichstagsausſchuß und deutſch=franzöſiſches
Handelsproviſorium.
Berlin, 14. Auguſt.
Der handelspolitiſche Ausſchuß des Reichstags trat am
Samstag zu einer Sitzung zuſammen, in der zunächſt die Ver=
ordnung
der Reichsregierung über die vorläufige Anwendung
des vorläufigen deutſch=franzöſiſchen Handelsabkommens auf
der Tagesordnung ſtand. Miniſterialdirektor Poſſe vom Reichs=
wirtſchaftsminiſterium
begründete in vertraulichen Ausfüh=
rungen
die Vorlage, die bereits die einmütige Zuſtim=
mung
des Reichsrats gefunden hat. Es ſei danach
zu hoffen, daß wir in größerem Umfange auf den franzöſiſchen
Markt kommen, und daß auch dieſer Vertrag zur Beſſerung der
Lage der deutſchen Induſtrie beitragen werde. Zugeſtändniſſe
ſeien franzöſiſcherſeits faſt für alle deutſchen Induſtrien gemacht
worden, deutſcherſeits dagegen beſonders für Seiden und Auto=
mobile
. Für den kommenden Handelsvertrag mit Frankreich
ſeien namentlich noch die Textil= und Weinverhandlungen auf=
gehoben
worden. In der Ausſprache über die Vorlage meinte
Abg. Dr. Reichert (Dn.), man müſſe hinter den Wert dieſes
Proviſoriums ein Fragezeichen machen. Die Kolonialfrage er=
ſcheine
im erſten Augenblick günſtig, merkwürdig ſei aber, daß
in der Zuſatzerklärung hierbei ausdrücklich die Vorausſetzung
geſtellt werde, daß die Deutſchen die Geſetze über die öffentliche
Ordnung und Sicherheit beobachten, ferner fehle bei Togo und
Kamerun das Zugeſtändnis, daß eine Vorzugsſtellung und eine
Diskrimierung Deutſcher nicht ſtattfindet. Der Redner erklärte
ſich noch unbefriedigt mit den Zugeſtändniſſen für Aepfel und
Trauben und verweiſt auf die Wirkungen des franzöſiſchen In=
flationsdumpings
.
Abg. Wiſſel (Soz.) führte aus, es ſei unverſtändlich, wie
man ſich gegen das Proviſorium wenden könne, obwohl wegen
der Zollerhöhung Sicherheiten vorhanden ſeien.
Abg. Dr. Roſenberg (Kom.) bezeichnet den Gedanken
einer deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsannäherung an ſich für
gut, im vorliegenden Falle handele es ſich aber nur um Inter=
eſſenverhandlungen
.
Abg. Freih. v. Richthofen (Dem.) bezeichnete als be=
ſonders
erfreulich, daß die Diskrimierung der Deutſchen in Ma=
rokko
beſeitigt werde.
Der Ausſchuß ſtimmte darauf dem deutſch= fran=
zöſiſchen
vorläufigen Handelsabkommen gegen
einige Deutſchnationale und Kommuniſten und dem Saar=
abkommen
bei zwei Stimmenenthaltungen der Kommuniſten
einmütig zu. Nachdem noch die Mehlzollverordnungen, die
durch die Feſtlegung der ermäßigten Sätze im franzöſiſchen Han= rung die Verſicherung abgegeben, daß ſie über die gerechte Sühne
delsproviſorium hinfällig werden, ebenſo, wie vom Reichsrat
auch vom Reichstagsausſchuß für den 31. Dezember 1926 auf=
zuheben
beſchloſſen war, vertagte ſich der Ausſchuß.

Die vierzehn befreiten Oeutſchen.
Berlin, 14. Auguſt.
Auf Grund des deutſch=ruſſiſchen Amneſtieabkommens er=
halten
folgende in Moskau gefangen gehaltenen Deutſche die
Freiheit wieder: der Student Wolſcht und der mit dieſem
verurteilte Dr. Kindermann, der Konſularagent Schmitz,
Frau Schmitz, der Konſularagent Cornelſen, der Konzu=
laragent
Eck, die 75jährige Frau Aſch, die wegen einer bei
ihr vorgefundenen Notiz ſeit langem im Gefängnis ſaß, Herk
Logelei, Frau Vogelei, der Angeſtellte der Firma
Junkers Scholl, der Kaufmann Lorenz, der Kaufmann
Ludwig Bayer, der Kaufmann Arendt und der Kauf= während der langen Haft ausſprach. Sämtliche Beamte traten
mann Müller.

nach Genf.
* Der neue Reichsſchulgeſetzentwurf.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Reichsinnenminiſter Dr. Külz hat jetzt einen neuen Ent=
wurf
für das Reichsſchulgeſetz fertigſtellen laſſen. Man kann
darauf geſpannt ſein, ob er damit mehr Glück hat, wie ſein Vor=
gänger
, Herr Schiele, der bekanntlich mit ſeinem Entwurf auf
allgemeine Ablehnung ſtieß und ſogar bei verſchiedenen Inter=
eſſentenkreiſen
einen Entrüſtungsſturm entfeſſelte. Er wurde von
den meiſten Länderregierungen, von der deutſchen Lehrerſchaft
und von den liberalen Parteien ſowie von der Sozialdemokratie
entſchieden abgelehnt. Die Linksparteien behaupteten, daß durch
dieſes Geſetz die Schule wieder völlig der Kirche ausgeliefert
würde, da der Geſetzentwurf ausdrücklich beſtimmte, daß die ge=
ſamte
Unterrichts= und Erziehungsarbeit in den Bekenntnis=
ſchulen
von dem Geiſte des Bekenntniſſes, für welches ſie be=
ſtimmt
ſind, getragen werden müſſe, was natürlich ſich auch im
Lehrſtoff und den Lehrmitteln auswirken ſollte. Der alte Streit
beim Reichsſchulgeſetz ging um die Gemeinſchaftsſchule oder
Bekenntnisſchule.
Der neue Reichsſchulgeſetzentwurf ſteht auf dem Grundſatz
der Gemeinſchaftsſchule als Grundlage des geſamten deutſchen
Schulweſens, der nun dahingehend eingeſchränkt wird, daß auch
anders geartete Schulen errichtet werden können, wenn die El=
tern
der in Frage kommenden Kinder dieſes wünſchen. Die
Bekenntnisſchule hat nach dem Entwurf dann Gleichberechtigung
mit der Gemeinſchaftsſchule. Es würde demnach alſo Gemein=
ſchaftsſchule
, religionsloſe und konfeſſionelle Schule nebeneinan=
der
beſtehen. Die Regelung des Schulbetriebs im einzelnen
überläßt der neue Geſetzentwurf im allgemeinen der lokalen
Regelung in der Erkenntnis, daß die Verhältniſſe auf dem
Lande und in der Stadt ganz verſchiedenartig ſind und ſelbſt
eine landesgeſetzliche Regelung ſich nicht für die örtlich ſo ver=
ſchiedenen
Verhältniſſe eignet. Sehr wichtig in dem Enwurf
iſt auch, daß beſtehende Schulen in ihrem jetzigen Zuſtande fort=
geführt
werden ſollen. Das Reichsſchulgeſetz ſoll nur bei künf=
tigen
Neuerungen oder Aenderungen der Schulreform in Kraft
treten. Der Entwurf macht ſich auch ſonſt die ganze Sache ſehr
leicht, indem er alle die Beſtimmungen herausläßt, die bisher
zu den verſchiendenartigſten Streitigkeiten Anlaß gegeben haben.
Da er Gemeinſchaftsſchule, religionsloſe und konfeſſionelle Schule
gleichberechtigt, nebeneinander beſtehen läßt, verſucht er allen
Forderungen gerecht zu werden, was noch dadurch vervollſtän=
digt
wird, daß er den örtlichen Schuldenverwaltungen die wei=
teſtgehenden
Freiheiten einräumt.
Die Entſcheidung im Falle Graff.
Berlin, 14. Auguſt.
Bekanntlich iſt in Hamborn in der Nacht vom 22. zum 23.
September 1922, zwei Tage, nachdem ein deutſcher Polizeibeamter
von einem Agenten des belgiſchen Militärgerichtsdienſtes ge=
tötet
worden war, der belgiſche Leutnant Graff ermordet wor=
den
. Durch Urteil vom 27. Januar 1923 erkannte das Kriegs=
gericht
der Beſatzungsarmee gegen vier angebliche Täter, nämlich
Reinhart, Klein, Grabert und Riepke, auf Todesſtrafe und gegen
einige weitere Angeklagte auf Zwangsarbeit. Wie ferner erinner=
lich
, bezichtigten ſich im Juni 1923 die wirklichen Täter Engeler
und Kaws vor den deutſchen Behörden des Mordes. Das
Schwurgericht in Stettin verurteilte durch Spruch vom 8. Juni
1924 Kaws und Engeler zum Tode. Es ergab ſich alſo, daß
zwei von den Gerichten der beiden Staaten erlaſſene Urteile für
ein und dasſelbe Verbrechen verſchiedene Perſonen verurteilten.
Anderſeits war kein Rechtsmittel gegen die Entſcheidung des
belgiſchen Militärgerichts gegeben. Unter dieſen Umſtänden ent=
ſchloß
ſich die belgiſche Regierung, die Angelegenheit einer inter=
nationalen
Juriſtenkommiſſion zu unterbreiten, die im Novem=
ber
1925 im Einverſtändnis mit der deutſchen Regierung gebildet
wurde. Dieſe Kommiſſion hat nun ein Gutachten erſtattet, das
der deutſchen Regierung ſoeben zugegangen iſt. Das Gutachten
kommt zu dem Ergebnis, daß im Gegenſatz zu der von dem bel=
giſchen
Militärgericht getroffenen Entſcheidung das Verbrechen.
tatſächlich von Kaws und Engeler begangen worden iſt. Ange=
ſichts
dieſer Schlußfolgerung der internationalen Juriſtenkonfe=
renz
hat der belgiſche König nunmehr die in Aachen Verurteilten
begnadigt. Die deutſche Regierung hat der belgiſchen Regie=
des
Verbrechens wachen werde, deſſen Kaws und Engeler durch
das Stettiner Schwurgericht für ſchuldig erachtet worden ſind.
Ankunft der aus der belgiſchen Haft entlaſſenen
Polizeibeamten.
Düſſeldorf, 14. Auguſt.
Heute vormittag trafen mit dem Brüſſeler Schnellzug, von
einem Vertreter der deutſchen Geſandtſchaft in Brüſſel begleitet,
der Polizeioberleutnant Reinhardt, Polizeioberwachtmeiſter
Riebke und die Polizeiwachtmeiſter Klein, Grabbert
Doehmland und Termoehlen, auf dem Hauptbahnhof
ein. Sie wurden von ihren Familienangehörigen ſowie Vertre=
tern
der preußiſchen Regierung und der Schutzpolizei begrüßt.
In dem Regierungsgebäude richtete namens der preußiſchen Re=
gierung
Vizepräſident Goßmann an die Beamten eine Anſprache,
in welcher er ihnen in warmen Worten Dank und Anerkennung
des Vaterlandes für ihr würdiges und mannhaftes Verhalten
ſofort einen längeren Urlaub an.

Aegyptiſches Allerlei.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatten.
S. 8. Kairo, im Auguſt 1926.
Aegypten hat ein ſenſationelles Ereignis gehabt, das an
Aufregung mehr hervorgerufen hat, als alle anderen Dinge zu=
ſammen
: Ein richtiggehendes und, wie die Sachverſtändigen
verſichern, nicht ungefährliches Erdbeben. Ein paar Minuten
lang hat die Erde geſchwankt, mehrere Häuſer ſtürzten ein und
einige Menſchen ſind verrückt geworden, wenn auch hoffentlich
nur auf vorübergehende Zeit. An und für ſich alſo, da ſonſt
weiter kein Unglück paſſiert iſt, keine Urſache zu weiterer Beun=
ruhigung
, wenn nicht doch das unbehagliche Gefühl bliebe, daß
die Geſchichte noch einmal paſſieren kann und daß es dann ein
größeres Unglück gibt. Mahnen doch die heruntergefallenen
Vorderfronten einiger Häuſer ſelbſt in den Hauptſtraßen der
Stadt daran, wie baufällig viele, ja vielleicht die meiſten Woh=
nungen
in Aegypten und wie ſchlecht ſelbſt moderne Hotels in
dieſem geſegneten Lande des Fremdenverkehrs gebaut ſind. Aber
das hindert natürlich nicht, daß jetzt, nachdem die Gefahr vor=
über
iſt, mehr die komiſchen, denn die unangenehmen Seiten des
Bebens in Erinnerung geblieben ſind. So erzählt man ſich die
Geſchichte einer prüden und äußerſt ſittenſtrengen Engländerin,
die das Beben im Bade überraſchte und die infolgedeſſen im
ſplitternackten Zuſtande auf die Straße ſtürzte und ſich dort
wer lacht darüber? ganze zehn Minuten mit Männern in
ähnlicher Verfaſſung unterhielt, mit ſehr viel Behagen, und
ſchmunzelt über den törichten ägyptiſchen Beamten, der die Re=
gierung
allen Ernſtes aufforderte, das nächſte mal, wenn ſie ein
Beben zu veranſtalten gedächte, dies freundlichſt einige Stunden
vorher bekannt zu geben ..
Sonſt iſt aber nichts Beſonderes ſeit der Eröffnung des
Parlamentes paſſiert, da ſich die ägyptiſchen Nationaliſten, wie
zu erwarten, mit dem Kabinett Adly Paſcha zufrieden gegeben
haben. Die Lage iſt eine ſo ruhige und ſtabile, daß ſich Lord
Lloyd auf zwei Monate nach England in Urlaub hat begeben
können, ohne daß ſich diesmal die phantaſtiſchſten Gerüchte hieran
geknüpft hätten. Auch der Rücktritt des Generalgouverneurs
vom Sudan, Sir Geoffrey Archers, der in England offenbar
großes Aufſehen erregt hat, weil er ganz unerwartet kam, hat
hier keine beſondere Kommentierung gefunden. Man iſt darüber
zur Tagesordnung übergegangen, weil man ſich in ägyptiſchen
Kreiſen nicht zu Unrecht ſagte, daß man vorläufig ja doch nichts
ändern könne und daß es deshalb gleichgültig ſei, was für ein
Engländer im Sudan regiere. Allein die Reiſe, oder vielmehr
die Verſchiebung der Reiſe, des Khediven Fuad nach Europa
hat in den europäiſchen Kolonien, wie in der einheimiſchen
Preſſe lebhafte Beachtung gefunden. Ueberkluge wollten ſogar
aus der Abſage des Khediven bereits eine neue Regierungskriſe
konſtruieren. Aber das hat ſich nun als falſch herausgeſtellt,
Der König bleibt vielmehr nur im Lande, weil es nicht angängig
iſt, daß gleich zwei der Aufpaſſer im engliſchen Solde in einer
Zeit ſich außer Landes begeben, in der das Parlament unter
Zaghlul arbeitet.
Denn die Kammer in Aegypten tagt ſeit der Eröffnung des
Parlamentes faſt ununterbrochen. Trotz der für uns Europäer
faſt unerträglichen Hitze und trotzdem, mit Ausnahme des Bud=
gets
, keine wichtigen Aktionen zu erledigen ſind. Man muß eben
zeigen, daß das Parlament wieder exiſtiert und daß nach der faſt
anderthalbjährigen parlamentsloſen Zeit der Apparat der Volks=
vertretung
nicht eingeroſtet iſt. Das iſt des Schweißes der Edlen
wert, die durch die Gnade des Wafd in das neue Parlament ge=
wählt
worden ſind. Zaghlul waltet alſo als Kammerpräſident
ſeines Amtes und überwacht die Arbeiten des Parkamentes mit
einem Eifer, der angeſichts des hohen Alters des Mannes mit
Bewunderung erfüllen muß. Allerdings muß man hinzufügen,
daß die Methoden, die man im gegenwärtigen ägyptiſchen Par=
lament
zu beobachten hat, ſich weit von denen unſerer europäiſchen
Vorſtellungen vom Parlamentarismus entfernen. Zaghlul macht
nämlich eigentlich alles ſelbſt und mehr wie einmal wurde der
unbefangene Beobachter das Gefühl nicht los, daß er die Herren
Abgeordneten wie beſſere Schuljungen behandelte. Nur in einem
Punkte hat ſich das ägyptiſche Parlament dem europäiſchen als
gleichwertig erwieſen: in der Diätenfrage. Kaum war das Par=
lament
zuſamengetreten, ſo bewilligte es ſich mit großer Ge=
ſchwindigkeit
und ohne Widerſpruch der Miniaturoppoſition eine
Erhöhung der Diäten von 300 auf 600 ägyptiſche Pfunde pro
Abgeordneten! Was vorläufig die einzige politiſche Handlung
des Parlamentes geblieben iſt, da im übrigen alle wichtigen
Fragen noch von Kommiſſionen beraten werden, deren Arbeit ſich
noch einige Zeit hinausziehen dürfte.
Damit wäre die politiſche Chronik im weſentlichen erſchöpft,
wenn nicht noch zwei Geſchehniſſe hinzukämen, die ſich in das
Geſamtbild der heutigen Situation hierzulande paſſend ein=
fügten
die Frage der Penſion des Richters Kerſchaw und
die Affäre mit dem heiligen Teppich.
Richter Kerſchaw hat ſein Amt niedergelegt, weil der ge=
miſchte
Gerichtshof, dem er angehörte, ein Urteil gefällt hat, das
er mit ſeinem Gewiſſen nicht vereinbaren zu können glaubte:
Er ſprach aus politiſchen Gründen Angeklagte frei, die zweifellos
an der Ermordung Sir Lee Stacks, des ſeinerzeitigen Militär=
oberbefehlshabers
, mit ſchuldig waren, obgleich alle Indizien
zweifelsfrei dafür ſprachen, daß die Beſchuldigten tatſächlich
ſchuldig waren. Aber ſie waren eben Zaghluliſten, und da gerade
dieſe Partei wieder an das Ruder gelangt war, wagte kein
Aegypter, ſie zu verurteilen. Das Verhalten Kerſchaws, der
durch ſeine Amtsniederlegung gegen dieſe politiſche Beeinfluſſung
der Juſtiz proteſtieren wollte, war demnach nach europäiſchem
Rechtsempfinden ein durchaus korrektes. Nicht ſo aber für die
ägyptiſche Regierung. Sie erklärte, daß Kerſchaw nicht den
mindeſten Grund gehabt habe, ſein Amt niederzulegen, und daß
er daher ſeiner Penſion verluſtig erklärt werden müſſe. Hier=
gegen
Froteſtierte natürlich alles, was engliſch heißt. Denn wo
ſoll es mit den Penſionsrechten der Engländer in ägyptiſchen
Dienſten hinführen, wenn dieſe ihrer Rechte für verluſtig erklärt
werden, weil ſie der ägyptiſchen Regierung nicht gefallen?
Der von der ägyptiſchen Regierung nach Mekka geſandte
heilige Teppich das ſichtbarſte Zeichen der Verſöhnung zwi=

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Seite 2

Sonntag, den 15. Auguſt 1926

Nummer 225

ſchen Ibn Saud und der ägyptiſchen Geiſtlichkeit iſt nicht bis
an ſeinen Beſtimmungsort gelangt, weil Beduinen die ägyp=
tiſche
Begleitmannſchaft überfielen. Die ägyptiſche Regierung
hat deshalb die Rückkehr des Teppichs angeordnet, weil ſie es
nicht wagen könne, die Begleitmannſchaften ſo großen Gefahren
auszuſetzen, und damit den ſchönen engliſchen Plan auf Be=
teiligung
Aegyptens an der paniſlamitiſchen Konferenz in Mekka
durchkreuzt.
Zwei Zeichen, daß man ſich in Kairo, wenn auch ſehr lang=
ſam
, gegen England rührt, obgleich man, vorläufig wenigſtens,
nicht den Mut hat, allzu offen die Maske abzuwerfen!

Das Reichskabinett und die Arbeitsloſigkeit.
Berlin, 14. Auguſt.
Ueber die Beratungen des Reichskabinetts zum Arbeits=
beſchafſungsprogramm
erfahren wir nachträglich folgendes: Es
iſt gelungen, im Bereich der verſchiedenen Reſſorts, insbeſondere
des Reichspoſtminiſteriums und des Reichsverkehrsminiſteriums,
mit Einſchluß der Reichsbahn in erheblichem Maße Arbeitsgele=
genheit
bereitzuſtellen und auch ſonſt in mannigfacher Weiſe zur
Belebung der Wirtſchaft beizutragen. In der Kabinettsſitzung,
in welcher der Reichsarbeitsminiſter über die Tätigkeit der Mini=
ſterialkommiſſion
für die Arbeitsbeſchaffung berichtete, konnte
insbeſondere noch eine Einigung über wertvolle Ergänzungen
des Kanalbauprogramms erzielt werden. Beſonders erfreulich
iſt, daß nunmehr mit dem Bau des Staubeckens von Ottmachau
gerechnet werden kann, das für den ſchleſiſchen Arbeitsmarkt,
wie für die Regulierng der Waſſerverhältniſſe der Oder gleich
ſichtig iſt. Auch vorbereitende Arbeiten in der Frage der Ka=
nalverbindung
zwiſchen dem Wurmrevier und dem Rhein ſollen
ausgeführt werden. In der prsduktiven Erwerbsloſenfürſorge
wird der Erlaß des Reichsarbeitsminiſters, der gegenüber den
bisherigen Beſtimmungen noch weitergehende Erleichterungen
und Vereinfachungen bringt, in den nachſten Tagen veröffent=
licht
werden. In der Frage der ſogenannten Ausgeſteuerten,
d. h. derjenigen Perſonen, deren Erwerbsloſenunterſtützung
durch Ablauf der geſetzlichen Höchſtdauer von einem Jahr zu
Ende gegangen iſt, hat ſchon vor der Kabinettsſitzung eine Eini=
gung
der beteiligten Reichsreſſorts ſtattgefunden. Auch ohne
eine zeitraubende Geſetzänderung wird es möglich ſein, die Ge=
meinden
, die in nennenswertem Maße durch die Erwerbsloſig=
keit
belaſtet ſind inſtandzuſetzen, den Ausgeſteuerten eine der
Erwerbsloſenfürforge gleichwertige Unterſtützung zuzuwenden.
Ferner wird veranlaßt, daß durch ein Zuſammenwirken von Ar=
beitsnachweis
und Fürſorgeverband bedrohte Verſicherungsan=
wartſchaften
langfriſtiger Erwerbsloſer vor dem Verfall bewahrt
werden.
Die Affäre Gaida.
* Prag, 14. Aug. (Priv.=Tel.)
Die Welt iſt um eine Senſation reicher. Sie wurde diesmal von
der: Tſchechoſlowakei geliefert. Ein zwangsweiſe vom Militärarzt als
dienſtuntauglich bezeichneter Generalſtabschef eines Militärſtaates erſten
Ranges iſt an ſich eine Merkwürdigkeit. Noch merkwürdiger aber iſt es,
wenn der Arzt bei dieſer Gelegenheit feſtſtellt, daß an der Spitze der
Armee, zu der Offiziere und Soldaten in Vertrauen aufſehen ſollen, ein
geiſtig und körperlich völlig erſchöpfter Mann ſteht. Wenn man dazu
hält, daß dem Mann nicht nur Grauſamkeiten in Sibirien, Inſubordi=
nation
gegen die Heeresleitung wegen fasciſtiſcher Tätigkeit, ſondern
divekt Auslieferung franzöſiſcher militäriſcher Dokumente an Sowjet=
rußland
vorgeworfen wird, dann wird die Angelegenheit nur noch
myſteriöſer. Hat man von den Taten des Generals denn erſt jetzt
Kenntnis erhalten? Wie konnte man ihn ſo lange an führender Stelle
der Armee lafſen? Wie können die extremen tſchechiſchen und franzoſen=
freundlichen
Fasciſten jemandem zu ihrem Führer wählen, der gegen den
franzöſiſchen Bundesgenoſſen ſpioniert haben ſoll? Warum ſchließlich,
wenn er wirklich ſchuldig iſt, begnügt man ſich bei ſolchen Dingen, die
ſonſt überall als Verbrechen qualifiziert würden, mit einer Penſionierung
aus Geſundheitsrückſichten?
Aus der Umgebung des Generals Gaida werden ganz phantaſtiſche
Angaben über die Gründe gemacht, warum er mit einem Sowjetſpion
in Verbindung trat. Er ſoll die Abſicht gehabt haben, in die Rote
Armee einzutreten, um die Sowjetmacht von innen heraus zu unter=
wühlen
und zum Sturze zu bringen. Dazu hätte er aber, ſo heißt es,
zunächſt ihr Vertrauen gewinnen müſſen, und dies ſei eben der Grund
geweſen, warum er der Sowjetregierung franzöſiſche Militärdokumente
ausgeliefert habe.
Ganz unverſtändlich iſt es, daß die tſchechiſchen bürgerlichen Par=
beien
zu einem großen Teil trotz allem noch an dieſem offenbaven Aben=
teurer
feſthalten. Die parlamentariſche Lage in der Tſchechoſlowakei
wird dadurch gewiß nicht erleichtert, wenn die bisherigen Regierungs=
parteien
auch noch aus dieſem Grunde zu einer Gegnerſchaft gegem
die Regierung gelangen. Man glaubt, daß die Auflöſung des Parla=
ments
bevorſteht, wenn in dieſem Punkte nicht bald Klarheit geſchaffen
wird.

=Nationalverſammlung in Verſailles.
Vom Walter Haſenclever.
Paris, 10. Auguſt.
Heute iſt der Jahrestag der Erſtürmung der Tuilerien. Auf
der hiſtoriſchen Straße von St. Cloud nach Verſailles, über deren
holperiges Pflaſter einſt die Stafetten der franzöſiſchen Könige
jagten, brütet die Auguſtſonne. Am Horizont von Paris ſchwelt
der Rauch des 20. Jahrhunderts.
Wir fahren in den Hof des Schloſſes von Verſailles. In
den Kaſernen liegen Truppen alarmbereit. Schloß und Park ſind
geſperrt. Scharfe Kontrolle an den Toren. Soldaten, Wächter,
Geheimpoliziſten. Ein Flugzeug kontrolliert den Himmel. Ver=
ſailles
konnte zur Zeit Ludwigs des Vierzehnten nicht beſſer be=
wacht
ſein ..
Es herrſcht militäriſche Ordnung. Die Autos treten in Reih
und Glied an. Links die Miniſter, rechts die Senatoren, daneben
die Abgeordneten, dahinter die Preſſe. Ich reihe mich ein in den
vierten Stand.
Im großen Kongreßſaale des Schloſſes ſind Kammer und
Senat berſammelt. Ueber 900 Menſchen ſitzen da unten. Sämt=
liche
Politiker Frankreichs ſind zur Stelle. Die Tribünen über=
füllt
; man klebt an den Wänden. Ueber dem Platz des Präſi=
denten
hängt ein Bild, darſtellend die Verſammlung der Reichs=
ſtände
im Jahre 1789. Mit erhobenem Arm weiſt Necker, der
Finanzminiſter des letzten Ludwig, auf die zerrütteten Finanzen
des Landes. Unter den Deputierten des dritten Standes ragt
Mirabeaus gewaltiger Schädel empor.
9 Uhr 30. Der Senatspräſident de Selves Präſident
der Nationalverſammlung, eröffnet feierlich die Sitzung. Auf
der erſten Bank, in der Mitte des Halbkreiſes, ſitzt die Regierung.
Poincaré iſt eingerahmt von Briand und Barthou. Hinter ihm
Herriots maſſige Geſtalt. Seitlich der elegante Tardien.
Lautloſe Stille. Ein neues Geſetz ſoll verfaſſungsmäßig feſt=
gelegt
werden. Die Amortiſationskaſſe zur Tilgung der ſchweben=
den
Schuld wird ſichergeſtellt. Der Staat will das Vertrauen der
Bürger wiedergewinnen. Ein beſtimmter Steuerertrag, vor allem
die Tabakſteuer, iſt zur Deckung dieſer Schuld vorgeſehen. Es
handelt ſich darum, die Staatspapiere vor einer Panik zu be=
wahren
. Der erſte Verſuch zur Stabiliſierung.
Herr de Selves, in Frack und weißer Weſte, alt und vornehm
wie ein Graf im Luſtſpiel, will die Geſchäftsordnung der letzten
Nationalverſammlung der Debatte zugrunde legen. Die Kom=
muniſten
läuten Sturm. Sie verlangen Redefreiheit. La Parole!
rufen ſie und ſchlagen rhythmiſch dazu mit den Pultdeckeln
den Takt.
Die Linke wird unruhig. Sie weiß: der Kampf iſt ausſichts=
los
. Verſtärkt durch den reaktionären Senat, bat die Rechte die
Uebermacht. Der Präſident triumphiert.

Vom Tage.
Nach einer Mitteilung des Reichsbankdirektoriums iſt A. Callels=
Brüſſel an Stelle des wegen ſeiner Ernennung zum belgiſchen Finanz=
miniſter
erannten Francqui zum Mitglied des Generalrates
der Reichsbank ernannt worden.
Die Nachricht, daß im Zuſammenhang mit der Verminderung der
Zahl der Beſatzungstruppen das Oberkommando von Mainz
nach Metz verlegt wird, wird von der Havasagentur Mainz de=
mentiert
.
In Revaler politiſchen Kreiſen zirkuliert das Gerücht, daß die
nächſte Zuſammenkunft der baltiſchen Außenminiſter
in Genf vor Beginn der Völkerbundstagung ſtattfinden werde.
Das vorläufige franzöſiſch=ſpaniſche Handelsabkom=
men
läuft in der Sonntagnacht ab. Wenn nicht bis dahin noch von
Frankreich eine Löſung gefunden, wird der Zollkrieg mit Spanien
eintreten, da Spanien die Vertragsverlängerung verweigert.
Geſtern wurden bei den Dardanellen fünf franzöſiſche
Staatsangehörige, darunter zwei früher zum Generalſtab des
Generals Gouraud gehörige Offiziere, wegen Spionage verhaf=
tet
. Man habe wichtige Dokumente bei ihnen gefunden.
Die mexikaniſche Regierung hat die Verordnung über die neuen
Grubengeſetze veröffentlicht. Danach werden die Petroleum=
quellen
und alle Gruben, auch diejenigen für Edelmetalle, als
Nationaleigentum erklärt. Die Geſellſchaften beſitzen nur noch
eine Konzeſſion des Staates.
Zu Beginn der nächſten Woche findet eine Konferenz zwi=
ſchen
Coolidge, Kelogg und Hoover wegen der Schul=
denfrage
ſtatt. Eine Aenderung in der bisherigen Schuldenpolitik
iſt kaum zu erwarten.

Kolonien für Deutſchland.
Eine ſchwere Aufgabe für den Völkerbund.
EP. London, 14. Auguſt.
Philipp Snowden der Finanzminiſter im Kabinett Ramſay
Macdonald, ſchreibt in einem Aufſatz der Wochenſchrift The Na=
tion
: Gebt Deutſchland ſeine Kolonien folgendes: Wenn Deutſch=
land
in den Völkerbund eintritt, dann hat es Anrecht auf alle Rechte
einer Großmacht. Der Verſailler Vertrag hat Deutſchland alle ſeine
Ueberſee=Beſitzungen genommen. Das war eine der ſchwerſten und
folgenſchwerſten Ungerechtigkeiten des Vertrages. Es beſteht zwar wenig
Gefahr, daß auf Grund der Situation im weſtlichen Europa ein neuer
Krieg ausbricht; aber wenn die rechtlichen und wirtſchaftlichen Aſpira=
tionen
einer großen Handelsnation wie Deutſchland unterdrückt werden
und wenn man ſeinen Handelsrivalen erlaubt, die großen Gebiete zu
monopoliſieren, die Rohmaterialien liefern und Ueberbevölkerung auf=
nehmen
, dam wird ein wirtſchaftlicher Konflikt die Folge
ſein, der früher oder ſpäter unweigerlich zu einem neuen Kriege
führen wird. Dieſe Zwangslage muß vermieden werden. Der Geiſt
des Locarnovertrages, der dies Abkommen zuſtande brachte, muß ſeine
Vorkehrungsmaßnahmen erweitern und auf das ganze Feld internatio=
naler
Beziehungen ausdehnen.
Der Teil des Verſgiller Vertrages, der Deutſchland aller ſeiner
Kolonien beraubte, war nicht nur ein Bruch aller Verſprechen, die von
den Alliierten während des Krieges gegeben wurden, ſondern es war
ein offener Verſuch, die wirtſchaftliche Entwicklung Deutſchlands zu=
gunſten
ſeiner wirtſchaftlichen Rivalen zu hemmen. Für dieſes Vor=
gehen
fehlt jede Begründung. Es iſt wahr, daß in den frühen Tagen
deutſcher Koloniſation Zwiſchenfälle vorkamen, die ſich nicht entſchul=
digen
laſſen. Aber das kann von jeder koloniſierenden Macht geſagt
werden. Nachdem Deutſchland Erfahrungen geſammelt hatte,
iſt ſeine Kolonialverwaltung ein Muſterbeiſpiel für
Großbritannien geweſen. Snowden führt dann zum Beweiſe
dieſer Behauptung Beiſpiele aus Reden und Verordnungen Winſton
Churchills und des engliſchen Unterſtaatsſekretärs für die Kolonien an,
in denen auf die muſtergültige deutſche Verwaltung in den ehemals
deutſchen Kolonien Bezug genommen wird, und ſchreibt dann weiter:
Zwei weitere Tatſachen der deutſchen Kolonialpolitik ſind bemer=
kenswert
, die zu der franzöſiſchen Kolonialpolitik im ſchärfſten Gegenſatz
ſtehen. Deutſchland akzeptierte die Politik der offenen Tür im Han=
delsverkehr
mit anderen Ländern und drillte die Eingeborenen nicht
zum Militärdienſt. . . . Es iſt unmöglich, daß gute Beziehungen auf=
rechterhalten
werden können, wenn England, Frankreich, Belgien, Por=
tugak
und Italien großen Kolonialbeſitz haben und einer Nation wie
Deutſchland das Recht und die Möglichkeit auf ſolchen Baſitz nicht ge=
geben
wird. Friede kann nicht aufrechterhalten werden, wenm Deutſch=
land
als drittgrößte handelstreibende Nation in der Welt durch ſeine
Rivalen von der kolonialen Ausdehnung ausgeſchloſſen wird. Durch
den Verluſt ſeiner Ueberſee=Beſitzungen iſt Deutſchland der pro=
duktivſten
Teile ſeines Territoriums beraubt worden; im Augenblick
muß es ein Drittel ſeiner Nahrungsmittel und Noh=
materialien
vom Ausland importieren. Seine Bevölkerung
wächſt; mit dieſem Wachstum wächſt das Verlangen nach Ausdehnungs=
möglichkeiten
. . . . Wenn Deutſchland in den Völkerbund eintritt,
würde die ganze Frage der Kolonialmandate wieder akut ſein. Der
Weltfrieden, der das vitale Intereſſe jeder Nation iſt, fordert die ge=
rechte
Regelung dieſes Koloniſationsproblems.

Der Sozialiſt Renaudel verlangt eine Unterbrechung der
Sitzung von fünf Minuten, damit die Abgeordneten die Geſchäfts=
ordnung
ſtudieren können. Vergebens.
Von der äußerſten Linken ſtürzt der kommuniſtiſche Führer
und Rechtsanwalt Berthon auf die Tribüne. Er erklärt, ſeine
Partei werde einen Antrag einbringen zur Abänderung der gan=
zen
Verfaſſung. Jetzt iſt kein Halten mehr. Der Lärm nimmt die
Form eines Boxkampfes an.
Herr de Selves ſchwingt die Glocke wie ein beleidigter Bon=
vivant
. Ratlos ſetzt er ſeine goldene Brille auf und ab. Der
Radau will nicht verſtummen.
11 Uhr. Herr Morinaud von der Rechten hat einen Antrag
formuliert, daß jede Rede auf eine viertelſtündige Dauer be=
ſchränkt
und jeder Antrag nur von zwei Rednern diskutiert wer=
den
ſoll: einer ſoll dafür, der andere dagegen ſprechen. Das iſt
das Ende der parlamentariſchen Freiheit. Mörder! rufen die
Sozialiſten.
Abſtimmung im höchſten Tumult. Glatzköpfia und ſchwer=
fällig
ſteigen die uralten Senatoren aus ihren Bänken. Eine
weiße Dunſtwolke lagert im Saal. Es iſt drückend ſchwül. Die
Gewitterſtimmung der Natur hat ſich auf die Menſchen übertragen.
Der Antrag geht mit überwältigender Mehrheit durch. Ver=
gebens
ſchütten die Huiſſiers mit ſonorem Silence! Messieurs.
sil vous plait Oel auf die Wellen. Vergebens hat der Abge=
ordnete
Lafont ſeine ganze Beredſamkeit verſchwendet. Die hohe
Verſammlung geht zur Tagesordnung über. Das Wort hat der
Herr Miniſterpräſident!
Mit kurzen, ſchnellen Schritten eilt Poincaré auf die Tri=
büne
. Er ſteht da oben, klein, faſt zierlich im rieſigen Saal. Mit
heller, ſchneidender Stimme verlieſt er den Geſetzentwurf. Sein
Körper hat etwas ſtraff Militäriſches. Der kurzgeſchnittene weiße
Seitzbart umrahmt ein energiſches Geſicht. Keine unnütze Be=
wegung
. Alles an ihm ſcheint mathematiſch berechnet.
Zwiſchenrufe bei den Kommuniſten. Der Redner macht einen
Ruck nach links: Unterbrechen Sie mich, wenn ich rede, nicht
wenn ich leſe und Ihnen nicht antworten kann!
11 Uhr 30. Das Geſetz wird den Kommiſſionen überwieſen.
Das Reſultat iſt nicht zweifelhaft. Der Präſident erhebt ſich unter
den ironiſchen Zurufen der Linken. Die Sitzung wird unter=
brochen
. Frühſtuckspauſe.
In den Fenſtern des Schloſſes laſſen ſich die Miniſter photo=
graphieren
. Die Damen auf den Tribünen pudern die erhitzten
Geſichter. Wir entfliehen in den Park. In tiefer Ruhe liegt die
Front des Schloſſes in der Landſchaft. Weit ſchweift der Blick
über Blumenbeete und ſtille Teiche bis an die Grenze der Wäl=
der
. Dort hinten im Dunſt des Sommertags ſchimmert ein
blaues Stück Ferne ..
Nichts trübt dieſe erhabene Welt. Kein Lärm dringt herein.
Unberührt vom Wandel der Zeiten, von Krieg und Revolution,
blühen dieſe Blumen, atmen dieſe Teiche. Kein Schornſtein
raucht. Kein Funkſpruch ertönt. Niemand hält eine Rede.

Auftakt in Albanien.
Die Oelfunde. Der angeblich albaniſch=italieniſche
Geheimvertrag. Die jugoſlawiſche Eiferſucht.
Von unſerem Dr. L.=Korreſpondenten.
Lugano, 14. Auguſt.
Aus Durazzo erſcheint in der ausländiſchen Preſſe eine Mel=
dung
über Oelfunde in Albanien, deren Auftreten zu=
gleich
die italieniſch=albaniſche Spannung wieder mehr akut ge=
macht
habe. Von den italieniſchen Zeitungen kann man nicht
verlangen, daß ſie dieſe Nachricht in der Formulierung aus Du=
razzo
bringen. Denn Telegramme aus Durazzo, die für Italien
unbequem oder ungünſtig ſind, ſchmecken nach dem ſerbiſchen
Urtext. Ihr Urheber iſt mit ziemlicher Sicherheit in Belgrad
ganz gut bekannt. Wenn die Meldung über dasſelbe Thema un=
angenehm
für Jugoſlawien iſt, dann kann man wetten, daß der
Autor der Nachricht ſeinerſeits recht gut in Rom Beſcheid weiß.
Die oben genannte Mitteilung aus Durazzo zeigt nun etwas
zu deutlich den jugoſlawiſchen Stempel. Sie iſt zweifellos von
einer Stelle ausgegeben, die in und mit Albanien ſehr genau
Beſcheid weiß und infolgedeſſen vermutlich ſachlich richtig. Da=
nach
hat man endlich bei Tatos in Albanien eine gute Petro=
leumquelle
erbohrt, und zwar iſt dieſes Glück der engliſch= perſi=
ſchen
Geſellſchaft in den Schoß gefallen, während, wie der Bericht
mit größter Genugtuung meldet, ſechs Bohrungen der italie=
niſchen
Geſellſchaft erfolglos geblieben ſind. Weil man aber
weiß, daß dieſe Freude von kurzer Dauer ſein kann, wenn es
Muſſolini einfällt, in Albanien energiſch vorzugehen, ſo verſucht
man gleich die öffentliche Meinung gegen ein mögliches Ein=
ſchreiten
Italiens mobil zu machen. Wenn man aber aufwiegeln
will, dann muß man genau Beſcheid wiſſen und vor allem nicht
die Verhältniſſe verkehrt darſtellen. Daß die Durazzo=Meldung
zunächſt gegen die Herrſchaft der italieniſchen Banken in Albanien
Stellung nimmt, wird recht wirkungslos ſein, denn dieſer Bank=
einfluß
ſcheint geſichert, wenigſtens ſolange Chamberlains Ab=
kommen
mit Muſſolini betreffs des italieniſchen Einfluſſes in
Albanien in Kraft bleibt. Daß dieſe Nachricht aber verquickt
wird mit der Behauptung eines albaniſch=italieniſchen Geheim=
vertrages
, das iſt eine Ungeſchicklichkeit. Denn wer ſich mit den
albaniſchen Fragen genauer beſchäftigt hat, der weiß, daß Italien
ein formales Recht hat, in Albanien unter gewiſſen Umſtänden
einzugreifen. Nach zwei Verträgen, bzw. Abkommen, die inter=
alliierter
Natur ſind, hat Italien im Frühjahr wurde ge=
legentlich
eines angeblichen Einbruchs italieniſcher Banden be=
reits
auf dieſe Tatſache hingewieſen das Recht zugeſprochen
erhalten, in Albanien, wenn es nötig wird, die Polizeigewalt
auszuüben. Ferner liegt die Erklärung Frankreichs (!), Eng=
lands
und Japans vom November 1921 vor, wonach Italien
beauftragt wird, für den Fall von territorialen Verletzungen der
albaniſchen Grenzen für die Wiederherſtellung dieſer Grenzen zu
ſorgen.
Wenn alſo die Meldung aus Durazzo von einem Geheim=
vertrag
zwiſchen dem Albanier Achmed Zoglul und Muſfolini
für den Fall von revolutionären Unruhen in Albanien ſpricht,
ſo iſt das eine naive Hetze, denn es iſt allgemein längs, der Adria
bekannt, daß für derartige Fälle, die ja für Italien die erwünſchte
Rechtslage der Notwendigkeit des Eingreifens bieten würden,
ganz offizielle Abmachungen beſtehen, die zum Teil von den
früheren Alliierten gebilligt worden ſind, zum Teil einfach auf
Grund der Abmachungen gebilligt werden müſſen. Daran kann
auch die jugoſlawiſche Eiferſucht nichts ändern. In Albanien
befindet ſich Muſſolini in einer ziemlich ſicheren, unangreifbaren
rechtlich unangreifbaren Stellung. Er wird aus ihr nur
zu vertreiben ſein, wenn die italieniſchen Geldmittel nicht mehr
ausreichen oder England ſeine ſchützende Hand im Mittelmeer
abzieht. Wenn Jugoſlawien nicht einen Krieg gegen Italien
wagen will, ſo wird es wenig gegen den italieniſchen Einfluß
trotz aller Revolutionen in Albanien ausrichten können. An=
ders
liegen natürlich die Verhältniſſe in dem Augenblick, wenn
Italien an einer anderen Stelle des Mittelmeeres in Verwicke=
lungen
gezogen wird. Dann helfen wahrſcheinlich auch die
ſchweren Geſchütze auf der Inſel Saſeno nichts mehr, die heute
noch die Adria vor Albanien beherrſchen.
Verſtohlen hier und dort vor den ſteinernen Brunnenfigureg
ſtehen Gewehrpyramiden, und Soldaten ſchlafen im Gras. Der
Park iſt bewacht. Fürchtet man, daß die Damen der Halle noch
einmal nach Verſailles marſchieren? Keine Angſt. Nur die Ge=
müſepreiſe
ſteigen . . .
Richtig: da ſteht eine rote Feuerſpritze, um beim Aufruhr
rechtzeitig eingreifen zu können. Aber niemand denkt an Auf=
ruhr
. Alles iſt in ſchönſter Ordnung. Die Deputierten frühſtücken.
Videant Consules!
C. K. Der übertrumpfte Fakir. Der bekannte amerikaniſche
Entfeſſelungskünſtler Hondini, der auch den Spiritiſten ſchon
tapfer zu Leibe gegangen iſt, will an die Wunderkünſte der Fakire.
nicht glauben und hat erklärt, daß er alle die Wunder auch
vollbringen wird, die ſie vorführen. Der Fakir Rahman=Bey,
der ſich in New York befindet, nahm dieſe Herausforderung an.
Er ließ ſich in einen Sarg legen, der feſt verſchloſſen und dann
in dem Hudſon verſenkt wurde; ſo blieb er einige Minuten unter
Waſſer. Hondini aber lachte nur über dieſe Leiſtung und meinte,
das ſei noch gar nichts. Er ließ ſich in denſelben Sarg legen,
der durch Plomben feſt verſiegelt wurde und blieb mehr als
1½ Stunde in den Fluten des Hudſon. Als man ihn heraus=
holte
, hielt man ihn für tot. Aber er ſprang vergnügt aus dem
Sarg und ſagte: Sie brauchen ſich nicht zu wundern. Es iſt
ein Trick, nichts weiter! Verſchiedene Mitglieder der Geſell=
ſchaft
für Pſychiſche Forſchungen, die heiden Verſuchen beiwohn=
ten
, halten aber nach wie vor die Tat Houdinis ebenſo für eine
okkulte Leiſtung wie die des Fakirs.
C. K. Die vergiftete Pflanze. Der bekannte indiſche Pflan=
zenforſcher
Jagadis Chundra Boſe, der jetzt in Europa weilt und
in zahlreichen Vorträgen ſeine erſtaunlichen Forſchungen bekannt
gemacht hat, erlebte kürzlich bei einer Vorleſung in einer Lon=
doner
gelehrten Geſellſchaft eine merkwürdige Unterbrechung. Im
Hintergrund des Saales hatte er den Apparat aufgebaut, der
die feinſten Reaktionen des Pflanzenorganismus regiſtriert, und
zeigte dieſe zarten Regungen durch den Ausſchlag eines Licht=
ſtreifens
auf einer Leinwand. Er legte einen belaubten Zweig
in ein Gefäß. Der Lichtſtreifen ſtand ſtill; es war alſo kein
Leben in der Pflanze. Dann tat der Vortragende etwas Alkohol
in das Gefäß, und ſofort bewegte ſich das Licht nach links. Die
Pflanze gab, durch den Alkohol erregt, ein Lebenszeichen. Der
Saft begann aufzuſteigen, und die leiſe Bewegung des Lichtes
wurde immer ſchneller. Nun, ſagte Boſe, wollen wir die
Pflanze töten. Ich werde etwas Gift in das Gefäß tun. Da
aber begannen einige anweſende Damen entrüſtet zu proteſtieren
und riefen laut: Bitte, tun Sie das nicht. Laſſen Sie ſie
leben! Es entſtand eine allgemeine Unruhe über dieſen Zwi=
ſchenfall
, aber die Wiſſenſchaft ſiegte über das Mitleid, und der
Alkohol wurde durch Kobragift erſetzt. Sofort verinderte der
Lichtſtreifen ſeine Richtung, fuhr mit einem heftigen Schlag nach
links und ſtand dann ſtill: die Pflanze war tot.

[ ][  ][ ]

Nummer 225

Seite 3

Britiſche Hundstagsferien.
Von unſerem Korreſpondenten.
C. M. P. London, 14. Auguſt.
wie faſt noch weniger der Damen, und der zahlloſen Gewehr=
Gurken=Zeit oder, wie man hier ſagt, der Big Gooſe=Berry=
Time (der Zeit der großen Stachelbeeren), obſchon ſie für
beide herrlichen Fruchtarten vorüber ſind. Alles ſollte normal
in Erholung ſchwelgen. Diesmal iſt es aber anders gekommen.
dieſer unglücklichen, verfahrenen Angelegenheit eben weiter ge=
wurſtelt
.
In der äußeren Politik iſt es noch ſchlimmer. Die Kabinette
haben wohl ſelten eine ſo kurze Sommerpauſe gehabt, und für
die leitenden Staatsmänner waren ihre Sommerfriſchen doch faſt
durchweg nur eine Verlegung ihrer Arbeitsorte. Die Tele=
graphenverwaltungen
aller Länder könnten darüber merkwürdige Eine wichtige politiſche Tat‟. Die neue
Genfer Tagen überſchattet. Als man noch vier Monate
nungen voll. Als die Kommiſſion für die Reorganiſation des
Nates ihre Beratungen abſchloß, glaubte man ſich über den Berg.
Den Reſt würde die Zwiſchenzeit bis zum September bringen,
und alle Räder würden in Genf laufen wie friſch geölt. Jetzt,
da die denkwürdigen Tage der Septemberkonferenz vor der Tür
ſtehen, welche die unſelige des März der Vergeſſenheit übergeben
ſoll, findet man eine ganze Schar von Zweifeln und Beklemmun=
gen
. Das ſoll nicht bedeuten, daß man hier nicht Hoffnung und Umſtand, daß bei der jetzigen Stimmung die moraliſche Anteil=
ſich
auf eigene energiſche Tätigkeit gründende Zuverſicht hätte.
Aber wer würde ſich eines Prophezeiens vermeſſen?
Zu allen anderen Momenten, auf die wir im Einzelnen
zurückommen werden, iſt jetzt die neueſte Tat des Diktators
Italiens gekommen: der Vertrag von Madrid. Was
hat man nicht alles geredet und geſchrieben darüber, daß nun=
mihr
die Aera der offenen Diplomatie angebrochen, die alte der
geheimen Verhandlungen und Abmachungen auf immer ver=
ſchwunden
ſei. Und nun? Difficile est, satiram non seribere‟.
Boshafte konnten ſchon an die engliſch=italieniſchen Verhand=
lungen
ihre Gloſſen knüpfen. Aber der ſpaniſch=italieniſche Ver=
trag
iſt ein Muſterbeweis, daß die geheime Diplomatie zu neuem,
noch erfolgreicherem Leben erwacht iſt. Die offizielle Ankündi=
internationale
politiſche Welt geſchlagen, und höchſt charakte=
riſtiſcher
Weiſe war bisher von keinem noch ſo knappen Auszuge
des Textes über die einzelnen Vereinbarungen die Rede. Die
abſchließendes Urteil iſt natürlich erſt nach Vorlage des vollen
Textes möglich. Was das Ueberraſchungsmoment betrifft, ſo iſt
es allerdings richtig, wenn behauptet wird, daß die Idee eines
ſolchen Abkommens ſchon im Jahre 1923 aufgetaucht iſt. Aber
in der Folge hatte ſich Spanien auf die Seite Frankreichs geſtellt,
als dies ſich gegen die Anteilnahme Italiens an den Tanger=
Abmachungen ausſprach. Und das ließ die praktiſche Verfolgung
des Gedankens in ſich zuſammenfallen. Daß ſie jedoch wieder
aufleben mußte, daß die beiden großen raſſeverwandten Mächte
lungen im Mittelmeer, ihren gemeinſamen wirtſchaftlichen, kolo=
gewiſſermaßen
automatiſch zuſammentreiben mußten, konnte auf=
merkſamer
britiſcher Staatskunſt ſicher nicht entgehen, zumal durch
einen italieniſch=ſpaniſchen Zuſammenſchluß irgendwelcher Art
die britiſchen pitalen Intereſſen im Mittelmeer, dieſem Verbin=
dungsbecken
in der Kette der britiſchen Intereſſen= und Kolonial=
gebiete
, auf das engſte berührt werden müſſen. Iſt dieſer Ver= diſcher Hilfe wären.
trag von Madrid nun geeignet, das britiſche Kabinett irgendwie
zu beunruhigen? Es kommt freilich auf den genauen Text an.
Nach den Grundzügen aber ſicher nicht, zumal beide Vertrags=
bindungswegen
zu rühren. Anderſeits ergeben ſich allerlei gün=
ſtige
flottenſtrategiſche Momente. Die italieniſche Flotte domi=
nierte
im öſtlichen Mittelmeerbecken. Eine italieniſch=ſpaniſche,
auf die Balearen geſtützte Seeſtreitkraft wird erhebliche franzö=
afrika
zu ſichern. Welche Fülle von flottenſtrategiſchen Aufgaben
für die Ausbildung der Seeoffiziere der vier Mächte!

Sonntag, den 15. Auguſt 1926
Wie wird der Einfluß auf die Septemberkonferenz ſein?
Spanien hat mit Unterſtützung Italiens den
Schweizer Vorſitzenden der Völkerbundskommiſſion für die Reor=
Genf entgegen. Der Vertrag von Madrid. ganiſation des Rats, Herrn Motta, erſucht, die Kommiſſion ſchon
für den 24. Auguſt, alſo vierzehn Tage vor der Konferenz, ein=
zuberufen
. Es iſt ohne weiteres anzunehmen, daß die Dele=
gierten
beider Länder ſich in die Hand arbeiten werden. Wenn
Die Hühnerjagd iſt auf, und die Züge nach den Mooren nun Spanien an ſeinem Anſpruch auf einen permanenten Sitz
und Heiden konnten den Transport der Sportluſtigen, der Herren, feſthält, kann ſich Rom dafür einſetzen. An ſich iſt für die britiſche
Regierung das Hauptziel unverrückt dasſelbe: der ungehinderte
kiſten kaum bewältigen. Das iſt die Gipfelperiode der Sauren= und allen vorangehende Eintritt Deutſchlands in Bund und Rat.
Es dürfte alſo der Anſpruch Spaniens erſt dann im Nate behan=
delt
werden, wenn Deutſchlands Vertreter bereits im Rate ſitzt.
Sitzt Spanien auch im Rate, ſo könnten die Vertreter der beiden
Wer von den Politikern auf eine Erholung nach Beendung der neuen Vertragsmächte jede Entſcheidung gegen eine von ihnen
Kohlenkriſis gerechnet hatte, hat ſich verrechnet, und es wird in mit ihrem Veto belegen. Es iſt eben überhaupt eine eigene
Sache mit dieſen Sonderverträgen zwiſchen Ratsmitgliedern.
Franzöſiſche Streiflichter.
Statiſtiken veröffentlichen. Alles wird von den kommenden Frankenbaiſſe. Ewige Unſicherheit. Politik
oder drei vor ſich hatte, war man, vor allem hier, guter Hoff= des Abwariens. Man erwartet Tgten. der Freundſchaft, und man wußte recht gut, daß Rumänien trotz
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Die Sitzung der Nationalverſammlung iſt beendet; ſie iſt den
Erwartungen gemäß verlaufen. Alles war vorauszuſehen, bis
auf die Demonſtrationen der Kommuniſten, und bis auf den
nahme des Landes an dieſem parlamentariſchen Ereignis nicht
ſo ſtark war, wie es unter anderen Verhältniſſen der Fall ge=
die
Hineinfügung der Amortiſationskaſſe in die Verfaſſung eine
wichtige politiſche Tat iſt.
doch die ganze Welt der Auffaſſung, daß die Hauſſe bei der Bil=
dung
der Regierung der nationalen Einigung übertrieben war.
Poincaré hat darüber beruhigende Aeußerungen getan, und die
Baiſſe wird auch nicht ſehr tragiſch genommen. Die franzöſiſche
Induſtrie freut ſich geradezu, daß die Hauſſe nicht weiter an=
hält
. Es waren ſchon ſehr unangenehme Nachwirkungen zu
gung von Rom aus hat am Montag wie eine Bombe in die ſpüren. Was man ſtets als das größte Uebel bezeichnet hat, die gern mit Griechenland intimere Beziehungen anknüpfen. Eng=
Gefahren ſeitens des Parlaments, ſind jetzt zwei Monate lang
nicht aktuell.
italieniſchen Blätter geben zwar verhüllte Andeutungen, aber ein Dennoch beherrſcht eine gewiſſe Verſtimmung jetzt das poli= Lnoten geſchürzt hätte. Griechenland aber iſt und
tiſche Leben. Der Regierung wird bei voller Anerkennung
ihrer Verdienſte um die Wiederherſtellung des Vertrauens im
Innern des Landes eine innere Unſicherheit und ein Zögern
vorgeworfen. Gerade in den wichtigſten Punkten hat Poin= gleichgültig, ob ſie direkt oder durch Foreierung der Dardanellen
caré bis jetzt wirklich nur geſchwiegen. Man weiß nicht, ob der in den Balkanländern wirken will. Die andere Macht iſt Ita=
Regierung die Stabiliſierung auf Goldbaſis wirklich als ein in
der nahen Zukunft erreichbares Ziel vorſchwebt; man weiß auch und dem öſtlichen Mittelmeer. Wenn man dann noch die ſehr
nicht, ob die Schuldenabkommen der Kammer vorgelegt werden
mit ihren die aller anderen Länder übertreffenden Küſtenentwick= können, und endlich hat die Regierung ihrer Anſicht über die
Notwendigkeit oder Entbehrlichkeit der ausländiſchen Hilfe bei, ſo ſieht man, daß Frankreich trotz der Kleinen Entente nicht allzu
nialen, ſtrategiſchen und kulturellen Intereſſen ſchließlich doch, der Sanierung noch nicht deutlich genug Ausdruck verliehen. viel ſelbſt ausrichten kann.
Man behauptet, daß innerhalb der Regierung ſelbſt Un=
einigkeit
herrſche, und daß Briand und Bokanowſki im Ge=
genſatz
zu Herriot und Louis Marin für die Ratifizierung der
Schuldenabkommen und für eine Stabiliſierung mit auslän= mehr weſentlich ändern. Frankreich will dadurch nur noch das
Gewiß vereinigt die Regierung ſehr divergente politiſche
Richtungen in ſich, aber ihre Zurückhaltung iſt vielleicht auch Wie ſich unter dieſen Umſtänden Jugoſlawien trotz ſeiner
auf andere Gründe zurückzuführen, als auf die gewiß übertrie= wechſelnden offiziellen Gefühle für Italien zurechtfinden wird,
mächte gewillt ſind, nicht an des britiſchen Reiches freien Ver= bene innere Uneinigkeit im Kabinett. Denn die nationale iſt eines jener Rätſel, die noch ſchwer zu löſen ſind. Daß
Einigung bedeutet nicht die Verpflanzung der Gegenſätze aus die Gefühle des Volkes ſelbſt nicht für Italien ſprechen, das iſt
der Kammer in das Kabinett. Aber immerhin, die Lage iſt
heikel und die Regierung iſt in ſehr vielen Punkten gezwungen,
ſiſche Flottenteile an das Mittelmeer binden, beziehungsweiſe eine politiaue dattente eine Politik des Abwartens zu mänien und dem expanſioniſtiſchen Italien. Wenn jetzt noch
vom Kanal fortziehen, um Frankreichs Verbindung mit Nord= befolgen. Man iſt aber ſchon der ewigen Unſicherheit ſo müde, Herr Beneſch durch Ordensregen an italieniſche Größen gute
daß der Regierung dieſe Lage zum Vorwurf gemacht wird, und Miene zum böſen Spiel macht, ſo iſt Jugoſlawien nicht zu be=
immer
ſtärker auf grundlegende Taten drängt.

Die Bakfan=Amngruppierung.
Dasſogenanntefranzöſiſch=rumäniſche Bündnis./ Frank=
reichs
Einfluß im Schwinden der engliſch=italieniſche
im Vorwärtsdringen. / Das Räiſel Zugoflawien.
Von unſerem Korreſpondenten.
Dr. L. Rom, 13. Auguſt.
Iſt es nicht mehr wie eigenartig, daß gerade in dem Augen=
blick
, in dem man der Welt Mitteilung von dem Beſuch des Ru=
mänen
Averescu bei Muſſolini ankündigende Mitteilung macht,
die Franzoſen in ihrer Preſſe mit etwas vagen Angaben über
einen Freundſchafts= und Garantievertrag herauskommen? Es
läßt ſich ja zurzeit von hier aus bei der Spärlichkeit und Zweifel=
haftigkeit
der italieniſchen Preſſe noch nichts Endgültiges über
dieſen Vertrag ſagen, aber es iſt bezeichnend, daß nach den
zweifelloſen Erfolgen der muſſoliniſchen fas=
ciſtiſchen
Politik in Bukareſt Paris des Bedürfnis
fühlt, die Welt wiſſen zu laſſen, daß es noch nicht in Ru=
mänien
ausgeſchaltet iſt. Der Vertrag an ſich kollidiert
ia in keiner Weiſe mit den italieniſchen geheimen oder wenig=
ſtens
noch nicht genauer bekannten Abmachungen mit Rumänien.
Er iſt nichts weiter, wie eine ziemlich nichtsſagende Beteuerung
ſeines italieniſchen Kurſes ſich ſchwer hüten würde, um Muſſo=
linis
ſchöner Geſten willen, ſich öffentlich oder offiziell mit
Paris, 14. Auguſt. Frankreich zu verzürnen. Dazu ſind denn doch die finanziellen
und vor allem die kulturellen Bande zwiſchen Frankreich und
Rumänien durch lange Jahre hindurch zu feſt geknüpft. In
Bukareſt war alles franzöſiſche Weſen von jeher der Trumpf im
öffentlichen und bürgerlichen Leben. Bukareſt war in vieler
Beziehung ein verſuchter Abklatſch der Lichtſtadt Paris, bloß
daß der levantiniſche Charakter des Volkes und die Charakter=
loſigkeit
der herrſchenden Klaſſen weniger die wirkliche Kultur
weſen wäre. Das alles ändert aber nichts an dem Umſtand, daß von Paris wie die Laſter der Großſtadt=Kultur übernommen
hatten.
Wenn der franzöſiſch=rumäniſche Vertrag den Status auo,
Die Baiſſe des Franken kam auch nicht überraſchend, war alſo die beſtehenden Verhältniſſe, auf dem Balkan aufrecht erhal=
ten
will, ſo iſt das ein frommer Wunſch. Es ſieht jetzt aufdem
Balkan ſo aus, als wenn nur zwei Mächte, wenn man will
vielleicht drei Mächte, dort den ſtets beliebten Status aufrecht
erhalten könnten. Der Hauptfaktor iſt und bleibt Eng=
land
, deſſen Mittelmeergewalt nicht nur in ſeiner Flotte und
deren Stützpunkten liegt, ſondern auch in der vollkommenen
Beherrſchung von Griechenlands Streitkräften. Muſſolini darf
land erlaubt ihm dies mit der freundlichſten Miene, denn es
gibt nichts mehr zum Anknüpfen, wo nicht England ſchon den
bleibt der ſtrategiſche Ausgangspunkt zu allen
Balkanunternehmungen. Saloniki war nicht nur im
Weltkrieg letzten Endes der Anker, der auch im ſtärkſten Sturm
hielt. Keine Expedition kann um dieſen Hafen herumkommen,
lien als Herr in der Adria und engliſcher Mandatar in Albanien
gerühmten jugoſlawiſchen Streitkräfte als Faktor im Balkan
gelten laſſen will und ihrer Kraft ein Wort im Streite zubilligt,
Der franzöſiſche Einfluß im Balkan iſt ſeit
geraumer Zeit ſtark im Schwinden und der eng=
liſch
=italieniſche im Vorwärtsdringen. Dieſe
Umgruppierung läßt ſich auch durch Freundſchaftsverträge nicht
Geſicht wahren, während ſich dort im Balkan eine neue
Lage ohne oder gegen Frankreich entwickelt.
eine der wenigen Tatſachen, die allgemein bekannt ſind, und die
nicht mehr zu verbergen ſind. Aber Serbien ſteckt mitten zwi=
ſchen
dem fasciſtiſchen Ungarn, dem italieniſch=freundlichen Ru=
neiden
.

*Kleines Haus Sommertheater.
Samstag, den 14. Auguſt 1926.
Die Cſardasfürſtin
Operette in drei Akten von Leo Stein und Bela Jenbach,
Muſik von Emmerich Kalman.
Auch die temperamentvolle und etwas leichtſinnige Cſardas=
fürſtin
iſt eine alte Bekannte des Darmſtädter Theaterpublikums,
wenn auch ihr letzter Beſuch jahrelang zurückliegt. Es gibt wenig
Operetten, die ſo reich an Schlagern ſind, an ſo wirkſamen
Schlagern, daß ſie ſich jedem Bäcker= und Schuſterjungen auf der
Straße eingeprägt haben, als die Cſardasfürſtin. Man braucht
nur den entzückenden Walzer Tanzen möcht’ ich .. oder
Machen wir’s den Schwalben nach .", oder die leichtſinnige
Chanſon Die Mädels von Chantan u. v. a. zu hören, und
ſchon ſteht die temperamentvolle Cſardasfürſtin vor dem gei=
ſtigen
Auge. Die zahlreichen Beſucher des Kleinen Hauſes wer=
den
es Direktor Steffter Dank wiſſen, daß er die Cſardas=
fürſtin
in einer ſo ausgezeichneten Aufmachung und in einer
Aufführung herausbrachte, die ſehr wohl einen Vergleich mit
der des Landestheaters ſtandhalten könnte, wenn man an die
rein geſanglichen Leiſtungen den etwas herabgemilderten kri=
tiſchen
Maßſtab anlegt.
Ein beſonderes Lob möchten wir dem Orcheſter unter Kapell=
meiſter
H. O. Fenslein ausſprechen, der den Anforderungen
des temperamentvollen Ungarn Kalman in jeder Beziehung ge=
recht
wurde und ſowohl das, wenn auch etwas oberflächliche, ſo
doch feurig=blutvolle, wie das auf rein melodiös=gefühlvoll Ein=
geſtellte
dieſer Operettenmuſik glänzend erfaßt hatte und wieder=
gab
. Das Orcheſter wurde ſo zum ſicher führenden Leiter der
Aufführung und darf an dem durch das flotte Spiel in Ver=
bindung
mit den guten Geſangs= und Tanzleiſtungen der Solo=
künſtler
wie auch der Enſembles bedingten Erfolg ſtarken Anteil
für ſich buchen. Engelbert Hohl, der für die Bühnenbilder
verantwortlich zeichnete, hatte aus dem guten Beſtand des
Landestheaters der vielſeitigen Handlung wirkſamen Rahmen
verſchafft. Beſonders geſchickt und ſtimmungsvoll aufgemacht
war das Parieté im erſten Akt mit den Logen im Zuſchauerraum
und der kleinen Brettlbühne, auf der die Cſardasfürſtin Liſſy
Niemz brillant tanzte. Für dieſen Akt hatte übrigens Direktor
Steffter den Schluß ſehr wirkſam umgearbeitet durch den dra=
matiſchen
Abgang der Cſardasfürſtin gegenüber dem eigentlichen
Schluß, den Boni leichtſinnig=ſentimental gab.
Die Aufführung ſelbſt iſt von beſter Laune und friſchem
Temperament getragen. Paul H. Schüßler, der die Rollen
mit fremdländiſchem Akzent, beſonders dem ungariſchen, zu einer
Spezialität ausbaut, in der ihm ſo leicht keiner gleichkommt,
entwickelte wieder eine beneidenswerte Beweglichkeit und Ele=
ganz
im Tanz. Sein Graf Boni Käncſianu war eine Glanz=

Zum Beginn der Salzburger Feſtſpiele.

Max Reinhardt,
der Schöpfer der Salzburger Feſtſpiele.

Die von Max Reinhardt alljährlich ver=
anſtalteten
Salzburger Feſtſpiele ſind
mit der Aufführung des Jedermann
ſoeben in feierlicher Weiſe eröffget wor=
den
. Die Eröffnungsvorſtellung fand in=
folge
des fortgeſetzten ungünſtigen Wet=
ters
nicht auf dem Domplatz, ſondern in
der nunmehr endgültig fertiggeſtellten
ehemaligen Reitſchule ſtatt.

Alexander Moiff:
Szenenbild aus der Entführung aus dem Serail
in der Titelrolle des Jedermann, mit den Kammerſängern Tauber und Bender.

leiſtung. Liſſy Niemz’ Sylva Varascu überraſchte durch die
Gediegenheit ihrer Darſtellung und durch ausgezeichnete Ge=
ſangsleiſtung
, in der Hans Horſten als Edwin Ronald ihr
allerdings die Wage hielt. Das humoriſtiſche Element fand
wieder in Hans Ney und Walter Straſſer ausgezeichnete
Vertreter, zu denen als Dritte im Bund Sofie Calligaris
trat. Edith Steffter gab die Komteſſe Staſi in Spiel und
Geſang mit der erforderlichen friſchen Anmut und Natürlichkeit.
Auch Rud. Jelikoff als Eugen Rohrsdorff heiſcht beſonderer

Erwähnung. Das Enſemble der Varieté=Damen ſtand unter Ly
Schäfers temperamentvoller Führung. Die übrigen kleinen
Rollen waren gut beſetzt.
Das Publikum nahm auch dieſe Aufführung in dem außer=
ordentlich
reichhaltigen Spielplan. Direktor Steffters mit
herzlichem Beifall entgegen und ſpendete vielfach Beifall bei
offener Szene. Auch im Blumenſpenden iſt das Sommertheater=
publikum
entſchieden freiwilliger als das des Landestheaters.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 13. Auguſt 1926

Nummer 225

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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger
Teilnahme bei dem Heimgange unſe=
rer
teuren Entſchlafenen, ſowie für
die zahlreichen Blumenſpenden ſagen
wir Allen aufrichtigen Dank.
Im Namen der tieftrauernden
Hinterbliebenen:
Friedrich Noll
Magdalenenſtr. 13.
*21253)

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme an dem Tode unſerer lieben
Mutter, Schwiegermutter und Groß=
mutter

Fra=
Elifabeth Lang Wiw.
geb. Debus
ſagen wir hiermit unſeren herzl. Dank.
Ganz beſonderen Dank den Schweſtern
der Roſenthal’ſchen Klinik, für ihre
liebevolle Pflege, ſowie Herrn Pfarrer
Marx für ſeine troſtreichen Worte.
Die trauernden Hinterbliebenen.

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Umstadt: Adler-Drog.
(II. Dr. 8228

[ ][  ][ ]

Nummer 225

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 15. Auguſt.
Lutherſpiele in Darmſiadt.
Der vorläufige geſchäftsführende Ausſchuß ſür die Aufführung des
Lutherſpiels Der Prophet von Dr. Ludwig Graf in der
Zeit vom 31. Oktober bis 10. November I. Js. im Städtiſchen Saalbau
iſt eifrig bei der Arbeit. In ſeiner jüngſten Geſamtſitzung in der vori=
gen
Woche hat er nach eingehenden Erwägungen nunmehr endgültig
beſchloſſen, von dem bekanntlich eine Trilogie bildenden Stücke den
mittleren (Haupt=) Teil, der die Entwicklung des großen Reformators
und ſeines Werkes von Luthers Aufenthalt im Auguſtinerkloſter zu
Erfurt bis zu deſſen mutigem Bekenntnis vor Kaiſer und Reich auf dem
Reichstag zu Worms in wirkſamer und eindringlicher Weiſe vor Augen
führt, aufzuführen. Dieſer bedeutſamſte, in ſich abgeſchloſſene Teil des
Shückes, wird immerhin eine Aufführungszeit von etwa zweieinhalb
Stunden erfordern und ſomit einen Abend füllen, ohne durch allzu große
Länge zu ermüden. Der zum Leiter der hieſigen Lutherſpiele auserſehene
Herr Heinz Rückert war in der Sitzung anweſend und entwickelte
kurz die künſtleriſchen Geſichtspunkte, die ihm für die Einübung des
Stückes vorſchweben, und dieſe ſowohl, wie das beſtimmte ſympathiſche
Weſen des noch jugendlichen Spielleiters und ſeine opferwillige Hingabe
an die ihm geſtellte bedeutſame und ſchwierige Aufgabe erweckten allſeiti=
gen
Beifall und die beſten Hoffnungen für das gute Gelingen des Vor=
habens
. Zahlreiche Meldungen zur Mitwirkung ſind bereits eingegangen,
doch fehlen dabei noch die in größerer Zahl ſowohl für Einzelrollen wie
für die Mitwirkung in der Maſſe benötigten Männer, namentlich
mittleren und höheren Alters. An ſolche ergeht daher von dem Aus=
ſchuß
die dringende Bitte, ſich recht bald zur Verfügung zu ſtellen. Wir
erinnern bei dieſer Gelegenheit an die früher unter ſo großer Anteil=
nahme
hier ſtattgehabten wehrfachen Aufführungen der Devrientſchen
Feſtſpiele Luther und Guſtav Adolf, wobei alle Altersklaſſen und
alle Kreiſe der evangeliſchen Bevölkerung unſerer Stadt mit Begeiſterung
und in richtiger Wüirdigung des Endzweckes dieſer Spiele freudig das
Opfer an Zeit und Mühe auf ſich nahmen und zu ihrem Teil zu den
glänzenden Erfolgen beitrugen. Alſo nochmals, evangeliſche Männer,
meldet Euch zahlreich und bald zur Mitwirkung bei Euren zuſtändigen
Pfarrern oder bei dem Vorſitzenden des Feſtausſchuſſes, Herrn Prof.
Pfannmüller, Mathildenſtraße 10, oder zeichnet Euch in die in
der Buchhandlung von Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße 16, aufliegende
Liſte ein! Selbſtverſtändlich ſind auch noch weitere Meldungen von
Frauen hochwillkommen. Eine größeve Werbeverſammlung iſt für die
nächſte Zeit vorgeſehen, wobei gleichfalls noch Meldungen entgegengenom=
men
werden; doch ſind alsbaldige Meldungen noch vor dieſer Verſamm=
lung
ſowohl im Intereſſe der Mitwirkenden wie auch der Spielleitung
nur dringend zu empfehlen.
2.

Ausſtellung Der Mainzer Dom im Kupferſtichkabinett des
Darmſtädter Landesmuſeums. Im Kupferſtichkabinett des Darm=
ſtädter
Landesmuſeums hat das heſſiſche Denkmalarchiv
aus ſeinen Beſtänden eine Ausſtellung veranſtaltet, welche dem
Mainzer Dom gewidmet iſt. Das ehrwürdige Bauwerk mit
ſeinen reichen Schätzen und Bildwerken hat in der letzten Zeit,
da es gefährdet und dringend wiederherſtellungsbedürftig iſt,
öfter auch in der breiteſten Oeffentlichkeit von ſich reden gemacht,
ſo daß es das Denkmalarchiv für eine Ehrenpflicht anſehen
mußte, einmal zu zeigen, um was für einen Wert es ſich da
handelt. Das frühere Ausſehen, die Architektur, die Gräber und
Plaſtiken, die Ausſtattung des Domes wird in der Ausſtellung an
der Hand eines weiten Abbildungs= und Photographienmate=
rials
ſo gut wie vollſtändig vorgeführt. Durch Leihgaben haben
ſich außer dem Denkmalarchiv die Bauleitung des Domes, Herr
Kommerzienrat Ludwig Kronenberger in Mainz, das Kunſt=
antiquariat
Max Ziegert, Frankfurt a. M., und die ſtaatliche
Bildſtelle in Berlin beteiligt. Die Ausſtellung dauert vom
15. Auguſt bis Mitte September.
Heſſiſches Landestheater. Die Friſt für die Erneuerung der
Konzertmieten läuft am 31. Auguſt ab. Eine Verlängerung der
Friſt iſt nicht möglich, da das 1. Konzert bereits am 27. September d. J.
ſtattfindet (Soliſt: Heinrich Rehkemper). Die Mietabteilung nimmt Er=
neuerungen
und Neuanmeldungen in der Zeit von 7½ vormittags bis
3½ Uhr nachmittags entgegen.
Operettenſpielzeit Sommer 1926 im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landestheaters. Leitung Direktor Adalbert Steffter. Heute Sonntag
Landestheaters. Leitung Direktor Adalbert Steffter. Heute Sonntag,
nachmittags 3½ Uhr wird zum unwiderruflich letzten Male das Kinder=
märchen
Schneewittchen und die ſieben Zwerge zu ganz kleinen Preiſen
von 50 Pf. und 1 Mark gegeben; abends 7½ Uhr iſt eine Wiederholung
der Operette Die Cſardasfürſtin und als Nachtvorſtellung gelangt um
10½ Uhr zum letzten Male das Luſtſpiel Der fröhliche Weinberg zur
Wiedergabe; Preiſe der Plätze 1 bis 3 Mk. Morgen Montag (8. Abon=
nementsvorſtellung
für Montagsmieter) und täglich abends 8 Uhr finden
Aufführungen der Operette Die Cſardasfürſtin ſtatt.
Herngarten. Ab Sonntag, den 15. Auguſt, finden wieder
die Promenadenkonzerte des Städtiſchen Orche=
ſters
Sonntags vormittags 11 Uhr im Herrngarten ſtatt.
Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde
(Hotel Prinz Karl, Alt=Darmſtadt=Zimmer). Der Vortragsabend
am 12. Auguſt galt Philipp dem Großwütigen. In großen Zügen gab
Herr Hugo Stieſi ſen. einen Abriß aus dem Leben dieſes Fürſten,
der mit Recht den Namen der Großmütige verdient. Er führte ein in
die dunkle Zeit mit ihren Nöten, in die Philipp hineingeboren war, gab
ein Bild aus deſſen ſchwerer Jugendzeit, wie er als 13½jähriger junger
Menſch mündig geſprochen und ſchon die Regierung übernehmen mußte.
Ein intereſſanter Bericht über die Fehde mit Franz von Sickingen, die
viel Nöte über das Land gebracht hatte, zeigte die Art und Weiſe der
damaligen Kriegsführung. Aber auch den Fürſten in ſeiner ganzen
Ritterlichkeit und in ſeiner Tatkraft. Die Geſchichte des ſchmalkaldiſchen
Bundes, die Kämpfe mit dem Kaiſer und Philipps Fußfall, ſowie ſeine
Verhaftung und Gefangennahme gaben ein gutes Bild der damaligen
Politik und zeigten, wie deutſche Treue und ehrliches Vertrauen durch
welſche Tücke wohl ſchmählicher nicht getäuſcht konnte werden als wie an
dem Abend des 19. Juni 1547 in der Moritzburg zu Halle. Der Redner
ſchilderte weiter den Fürſten als Bekenner und Reformator in ſeinem
Lande, und vor allem als weiſen Fürſten und Regenten, der ſich in allen
Stüicken als ein Freund des Volkes, als Förderer von Kunſt und Wiſſen=
ſchaft
, und als Hüiter des Rechtes und der wahren Freiheit erwies. Auch
ſein Leben, das allerlei Menſchliches aufwies, das aber durch die Licht=
ſeiten
weit überragt wurde, verſtand der Redner im richtigen Lichte
zu zeichnen. Es war eine dankbare Aufgabe, dieſe evangeliſche Helden=
geſtalt
wieder einmal der Vergeſſenheit zu entreißen, und an dem Vor=
bild
zu zeigen, daß auch das nachfahrende Geſchlecht nicht in dem Kampf
erlahmen ſoll. Der Vortrag wurde mit dankbarem Beifall aufgenom=
men
. Der nächſte Vortragsabend iſt am 26. Auguſt, Herr Rudolf
Anton, ſpricht über Vermächtniſſe, Glocken und Orgeln der Darm=
ſtädter
Stadtkirche. Sonntag vormittag 8 Uhr Abfahrt (Oſtbahnhof)
zum Beſuch von Groß=Umſtadt und Beſichtigung des Ortes unter
ſachkundiger Führung.
Darmſtädter Bichele=Club 1383. Seine mit großen ſportlichen
Erfolgen aus Dresden zurückgekehrten Saalmannſchaften empfing der
D.B.C. 1883 bei ihrem Eintreffen abends 7.24 Uhr am Hauptbahnhof.
Zahlreiche Klubkameradinnnen, =Kameraden, Freunde und Gönner hat=
ten
ſich, teils Rad, mit einer Muſikkapelle eingefunden. In Ver=
tretung
des erſten Vorſitzenden begrüßte Wanderfahrwart H. Thümmel
die zurückgekehrten Mannſchaften aufs allerherzlichſte und gedachte der
großen Erfolge, welche für die Farben des Klubs in Dresden bei dem
großten Feſte des B.D.R. dem 43. Bundestage errungen wurden.
Aus Dankbarkeit wurde den beteiligten Mannſchaften ein dreifaches All
Heil ausgebracht. Nachdem die einzelnen Damen und Herren, einſchl.
Fahrwart, als äußeres Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit mit
Blumen und Eichenkränzen ausgezeichnet waren, ſetzte ſich der ſtattliche
Zug, voran die Muſikkapelle, folgend vier Autos mit den ſiegenden
Mannſchaften, und eine große Anzahl Mitglieder zu Rad, in Bewegung.
In der Rheinſtraße, Wilhelminenſtraße, Eliſabethenſtraße, Neckar= und
Rheinſtraße, zurück zum Ziel Rummelbräu bildete eine große Menge
Spalier, freudig die Mannſchaften begwßend. Im Rummelbräu fand
als Abſchluß eine kleine Siegesfeier ſtatt, bei der Fahrwart L. Hax ſich
im Auftrage der Mannſchaften für den herzlichen Empfang und die
beſonderen Aufmerkſamkeiten herzlichſt bedankte. Mit Reden verſchie=
dener
Art wurde dieſer Abend in echt kameradſchaftlichem Kreiſe verlebt.
Beſondere Aufmerkſamkeit erregte der Bericht über den Bundestag ſelbſt
und über die näheren ſportlichen Einzelheiten. Beides wurde mit leb=
haftem
Beifall aufgenommen. Mit einem ſportlichen dreifachen All Heil
auf das weitere Wachſen, Blühen und Gedeihen des Klubs fand die
interne Siegesfeier gegen 11 Uhr ihr Ende.
Alle Abiturienten des Realgymnaſiums von 19171926 werden zu
einer Beſprechung wegen der Hundertjahrfeier der Anſtalt auf
Dienstag, den 17. Auguſt, abends 8.30 Uhr, zu Sitte (gelber Saal), Karl=
fraße
15, eingeladen.

Soenteg, den 15. Auguſt 1926
Antrag auf Ermäßigung der Vorauszahlungen
zur Einkommenſteuer für 1926.
R.H. Die über die Härte der zu leiſtenden Steuerzahlungen ein=
gehenden
Berichte ſeiner Mitgliedskörperſchaften haben den Reichsver=
band
des deutſchen Handwerks veranlaßt, ſich mit einer beſonderen Ein=
gabe
an das Reichsfinanzminiſterium zu wenden. Hierin wird auf die
ſtarke Belaſtung durch die Vorauszahlungen für 1926 hingewieſen, die
darin begrindet iſt, daß die Vorauszahlungen nach dem Einkommen von
1925 feſtgeſetzt ſind, das weſentlich höher liegt als das entſprechende
Einkommen der bisherigen Monate dieſes Jahres. Angeſichts der drük=
kenden
Wirtſchaftslage wirken ſich die Vorauszahlungen in einer nicht
berechtigten Höhe als große Ungerechtigkeit aus. Zwar ſieht das Ein=
kommenſteuergeſetz
teilweiſe Stundung vor, wenn der Steuerpflichtige
glaubhaft macht, daß ſich ſein Einkommen für einen Steuerabſchnitt
gegenüber dem zuletzt feſtgeſtellten Einkommen vorausſichtlich um mehr
als den fünften Teil, mindeſtens aber um 1000 RM. niedriger ſtellen
wird. Dieſe Erleichterung kommt jedoch für einen großen Teil des
Handwerks und Kleingewerbes nicht in Frage. Der Reichsverband des
deutſchen Handwerks hat daher an das Reichsfinanzminiſterium den An=
trag
geſtellt, eine allgemein zinsloſe Stundung eines Teiles der Vor=
auszahlungen
anzuordnen. Als angemeſſen wird eine Herabſetzung
der zu entrichtenden Vorauszahlungen um 25 Prozent erachtet.

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Damenwelt zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich mein Ge=
ſchäftslokal
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Modenzeitungen für die Herbſt= und Winterſaiſon ſind jetzt
ſofort erhältlich. Vorlagen liegen zur EEinſichtnahme in
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welchem die erwünſchten Schnitte in Ruhe ausgeſucht
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Für das mir bisher entgegengebrachte Vertrauen danke
ich hiermit und bitte, dasſelbe mir auch weiterhin bewahren
zu wollen.
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Kabarett=Abende im Sommer ſind für Darmſtadt ziemlich neu. Da=
mit
iſt nicht geſagt, daß wir hier in Darmſtadt die Kabarettabende über=
haupt
noch nicht geſehen hätten, im Gegenteil, wir erinnern uns an
ſehr ſchöne dergleichen Abende und denken mit Freude an unſere geſchätz=
ten
Künſtler vom Landestheater, die uns ſchon manche heitere Stunden
an langen Winterabenden bereitet haben. Daß aber auch in heißer
Jahreszeit Kabarettabende Anklang finden können, beſonders wenn ſie
richtig geleitet ſind und ſo bedeutende Kräfte auftreten, wie die geſtern abend,
iſt durch den immerhin guten Beſuch des Orangeriehauſes bewieſen, wenn
auch noch mancher Platz zu beſetzen war. Aber das gibt ſich noch, wenn
anderen von dem Gebotenen erzählt wurde und dieſe erſt mal das Pro=
gramm
ausprobiert haben. Das geſtrige Abendprogramm war äußerſt
reichhaltig. Unter der geſchickten Conference des Herrn Hans Ausfelder
der ſelbſt einige ſtimmungsvolle Gedichte zu Gehör brachte, traten Künſt=
ler
auf, die ſofort den richtigen Kontakt mit dem Publikum hatten und
Stimmung in die Geſellſchaft brachten. Vor allem natürlich unſere all=
beliebte
, ewig=junge Künſtlerin, Käthe Gothe. Bei ihrem Auftreten ſtür=
miſcher
Applaus. Dann Begeiſterung beim Vortrag der ſchmiſſigen und
temperamentvollen Lieder, und dann wieder ſtürmiſcher Beifall und
herrliche Blumen! Ein Triumph ſür Käthe Gothe, wie immer! Lebhaft
da capo gefordert wurden die heiteren Lieder und Couplets des Herrn
Alois Reſni vom Operettentheater Frankfurt a. M., ebenſo wie die
luſtigen Lieder, die von Hedy Kunze vom Stadttheater Roſtock vorgetragen
wurden. Das dankbare Publikum war entzückt von der charmanten
jungen Sängerin, die noch einige Lieder zur Laute zugeben mußte. Das
jugendliche Tänzerpaar Hartmann mit ihren neueſten allerliebſten Tanz=
duetten
brachte angenehme und ſchöne Abwechſlung und erntete lang=
anhaltenden
Beifall. Kapellmeiſter Hans Simon hatte ganz muſterhaft
die Begleitung aller Darbietungen am Klavier übernommen. Die Mühe,
die ſich die Veranſtalter um das Zuſtandekommen des Kabarett=Abends
gegeben hatten, wurde durch die freundliche Aufnahme, die dieſer bei den
Beſuchern fand, reich belohnt.
Bund Alter Herren der Heſſiſchen Landesbauſchule Darmſtadt. Der
Bund Alter Herren der Heſſiſchen Landesbauſchule Darmſtadt E. V.,
Mitglied des Deutſchen Bauſchulbundes A. H., begeht am 20.22. Auguſt
ſeinen 6. Bundestag, verbunden mit der Hauptverſammlung des Bundes,
in Darmſtadt. Der Bund verfolgt gemäß ſeiner Satzung rein ideale
Ziele zur Förderung der wiſſenſchaftlichen Bildung ſeiner Mitglieder,
entſprechend dem Fortſchreiten der Technik und zum Wohle des Volks=
ganzen
und umfaßt alle Abſolventen der Landesbauſchule. Insbeſondere
vertritt er den einheitlichen Ausbau der Deutſchen Bauſchulen und den
an die Abſolventen geſtellten Forderungen. Die öffentliche Tagung findet
Samstag, den 21. Auguſt vormittags 10 Uhr, im Fürſtenſaal,
Grafenſtraße, zu Darmſtadt, ſtatt, wozu die einzelnen Fraktionen des
Landtages und die Behörden eingeladen ſind. Bei dieſer Tagung erfolgt
die Bekanntgabe der vom Deutſchen Bauſchulbund feſtgeſetzten Richtlinien
für den einheitlichen Ausbau der Deutſchen Bauſchulen, ſowie die Be=
kanntgabe
und die Stellungnahme des Bundes zu den von dem Heſſ.
Miniſterium herausgegebenen Beſtimmungen über die Zulaſſung von
Fachſchulabſolventen zum Studium an der Techniſchen Hochſchule Darm=
ſtadt
. Anſchließend hieran Lichtbildervortrag über mittelalterliche Bau=
kunſt
, insbefondere über das Kloſter Maulbronn. Der diesjährige Bundes=
tag
ſoll zugleich auch ein Vorbereitungstag ſein für die Feier des 50jähr.
Beſtehens, welches die Bauſchule Darmſtadt am 1. Dezember 1926 be=
gehen
wird, und ſoll nicht allein bei dem Bundestag, ſondern auch bei
dem Jubiläumstag bekanntgegeben werden, wieweit die Bauſchule ſich
ſeit Beſtehen (1. Dezember 1876) entwickelt hat.
Städtiſches Orcheſter. Im Herrngarten am Landestheater) findet
nach ſeiner Wiederherſtellung heute Sonntag das erſte Promenaden=
konzert
des Städtiſchen Orcheſters ſtatt. Das Programm enthält u. a.:
Altniederländiſches Dankgebet, Wagner: Ouvertüre zu Rienzi‟ Delibes:
Balletmuſik aus Coppelia, Strauß: Bei mir zu Haus, Walzer, Prinz
Eugen, nach der älteſten Aufzeichnung. Die Leitung hat Herr Obermuſik=
meiſter
a. D. Hauske.
Die Stenographen=Vereinigung Gabelsberger‟. Darmſtadt, macht
hiermit auf den am Dienstag, den 17. Auguſt, abends 8 Uhr, in ihren
Unterrichtsräumen in der Handwerkerſchule, Ecke Karls= und Nieder=
Ramſtädterſtraße beginnenden Anfängerkurs in Reichskurzſchrift beſonders
aufmerkſam. (Siehe heutige Anzeige.)

Tageskalender für Sonntag, den 15. Auguſt 1926.
Landestheater, Kleines Haus, nachm. 3½ Uhr: Schneewittchen und die
ſieben Zwerge, abends 7½ Uhr: Die Cſardasfürſtin, abends
10½ Uhr: Der fröhliche Weinberg. Schloß=Café: Konzert.
Café Rheingold: Konzert und Tanz. Schmitz, Rheinſtr.: Unterhal=
tungsmuſik
. Hotel Prinz Heinrich: Konzert. Meenzer Müller:
Konzert. Beſſunger Herrngarten (Orangeriegarten), nachm. 4 Uhr:
Kaffee=Konzert, abends 8 Uhr: Konzert. Herrngarten: Promena=
denkonzert
. Darmſtädter Kegler=Verband, abends ½9 Uhr: Sieger=
ehrung
und Vortrag über das Berliner Bundesfeſt. Turngemeinde
Beſſungen, nachm. 4 Uhr: Sommerfeſt; anſchl. ab 8 Uhr: Sommer=
nachtsball
. Kirchweihe in Seeheim: Hotel Hufnagel, nachm.
4 Uhr: Tanzmuſik. Hotel u. Reſt. Zum Löwen: Großer
Tanz. Kirchweihe in Zwingenberg: Hotel Zum Löwen
Tanzbeluſtigung. Nachkirchweihe in Eberſtadt: Gaſthaus Zum
Odenwald‟: Tanzbeluſtigung. Bergſträßer Hof
Tanzmuſik. Sektion Starkenburg des D. u. Oe. Alpenvereins=
Wanderung: Nieder=Kainsbach-Höchſt. V. H. C., Darmſtadt:
Wanderung: Knoden. Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.

Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen, vom 16. Auguſt an auf 14 Tage im
Leſeſaale zur Anſicht aufgeſtellt: Bergmann: Internationales
Ehe= und Kindſchaftsrecht, 1. 2. Berlin 1926; Germ. Biblio=
thek
I. Abt. 1. Reihe 14: Bauer, Moringer Mundart; 15: Jutz,
Mundart von Südvorarlberg; I. Abt. 4. Reihe 5: Holthauſe:;
Altfrieſiſches Wörterbuch; II. Abt. 20: Probleme der engliſche
Sprache, Feſtſchrift Joh. Hoops. Heidelberg 1925; Indogerma=
Bibliothek I. Abt. 13: Hofmann, Latein. Umgangsſprache
III. Abt. 8: Goldmann, Die Duenos=Inſchrift. Heidelberg 1926
Bibliothek, Philoſoph. 195: Brentano, Die vier Phaſen der
Philoſophie; 196: Berkeley, Philoſoph. Tagebuch; 197: Schelling
Das Weſen der menſchlichen Freiheit: 198: Plutarch, Moraliſche
Schriften. Leipzig 1926; Bumüller, Leitfaden der Vorgeſchichte
Europas 1. 2. Augsburg 1925: Gelbbuch, Das franzöſiſche
von 1914. Berlin 1926; Halban u. Seitz, Biologie und
Pathologie des Weibes VI, 2. Berlin 1925: Jagemann, Er=
innerungen
a. d. Goethezeit. Dresden 1926; Friedr. Manns
Pädagogiſches Magazin 10621070. Langenſalza 1925;
Orangebuch, Das ruſſiſche von 1914. Berlin 1926; Rau=
ſchenbuch
, Die religiöſen Grundlagen der ſozialen Botſchaft.
München=Leipzig: Strack u. Billerbeck, Kommentar z.
Neuen Teſtament aus Talmud und Midraſch 3. München
1926: Volksbücher, Velhagen u. Klaſings, 165: Paläſtina.
Bielefeld u. Leipzig 1926: Wohlwill, Galilei und ſein Kampf
für die Copernicaniſche Lehre 2. Leipzig 1926;
Zeitſchriften. Analecta Praemonſtratenſis 1. 1925 Ton=
gerloge
; Archiv f. d. Civiliſt. Praxis 123, 124. Tübingen 1925;
Archiv für kliniſche Chirurgie 140. Berlin 1926; Archiv für
Pſychiatrie 76. Berlin 1926; Bibliotheque univerſelle
et Revue de Geneve. 1925. II. Genéve: Denkmalpflege
und Heimatſchutz 2527. Berlin 192325: Geſchichtskalen=
der
, Deutſcher, Abt. A. Inland II. Juli Dez. 1924: Jahr=
buch
der Schopenhauer=Geſellſchaft 11. 12. Heidelberg 1922
1925; Kirchenblatt, Allgem. f. d. evangel. Deutſchland, 74.
Stuttgart 1925: Neu=Werk 7. 192526 Sclüchtern: Das
Recht 29. 1925 Berlin; Revue de Droit international
III. Serie 6. 1925 Bruxelles; Zeitſchrift des D. Paläſtina=
Vereins 48. Leipzig 1925; Zeitſchrift für die Geſchichte des
Oberrheins 77, 78. Karlsruhe 192325; Zeitſchrift für
wiſſ. Biologie C. Vergleichende Phyſiol. 3. Berlin 1926: Zeit=
ſchrift
für analyt. Chemie 67. München 1925; Zeitſchrift
für Geburtshilfe und Gynäkologie 89. Stuttgart 1926; Zeit=
ſchrift
für Miſſionskunde 192425; Zeitſchrift für ſyſtem.
Theologie 3. Gütersloh; Zeitſchrift, Hiſtoriſche, 132. Mün=
chen
1925; Hoppe=Seylers Zeitſchrift für phyſiol. Chemie
153, 154. Berlin=Leipzig 1926: Zeitſchrift für wiſſ. Bio=
logie
, A. Morphologie und Oekologie der Tiere, 5. Berlin 1926;
Zentralblatt, Pädagogiſches, 5. 1925 Langenſalza.
Vom 30. Auguſt an verleihbar. Vormerkungen werden
im Leſeſaale entgegengenommen.

Vom Finanzamt Darmſtadt=Stadt wird uns geſchrieben: Der Ein=
ſender
der in Nr. 221 vom 11. d. M. unter Stimmen aus dem Leſer=
kreiſe
gebrachten Auslaſſungen bemängelt, daß die Finanzkaſſe nicht wie
die Stadtkaſſe an jedem Werktage für den Zahlungsverkehr geöffnet ſei
in der Annahme, daß bei beiden Kaſſen die gleichen Arbeitsverhältniſſe
vorliegen würden. Er überſieht jedoch hierbei, daß die Finanzkaſſe der
Ablieferungspflicht unterliegt, was bei der Stadtkaſſe nicht der Fall iſt,
und daß dieſe Verpflichtung Arbeitsleiſtungen erfordert, die der Stadt=
kaſſe
erſpart bleiben. Außerdem iſt bei Unterſtellung gleicher Arbeits=
belaſtung
das Perſonal der Stadtkaſſe zahlreicher und der Prozentſatz an
geſchulten Kräften größer als bei der Finanzkaſſe.
Darmſtädter Wochenmarktpreiſe am 14. Auguſt (pro Pfund bzw.
Stück in Pfg.): Speiſekartoffeln 45, Salatkartoffeln 4, Buſchbohnen 8
bis 10, Stangenbohnen 1520, Gelbe Bohnen 2030, Blumenkohl 50
bis 120, Römiſchkohl 10, Wirſing 810, Weißkraut 810, Rotkraut 15
bis 20, Kohlrabi (oberirdiſche) 35, Spinat 30. Erbſen 30. Tomaten 25
bis 35, Zwiebeln 1213, Gelberüben 10 (Bündel) 5, Roterüben 10,
Kopfſalat 812. Endivien 812, Einmachgurken (100 Stück) 120300,
Salatgurken 3050, Radieschen (Bündel) 5, Rettiche 510, Meerrettich
80, Schwämme 1030; Eßäpfel 1525, Fall= und Kochäpfel 1015,
Eßbirnen 1225, Kochbirnen 15, Trauben 60, Mirabellen 3035, Pfix=
ſiche
3040, Pflaumen 15, Zwetſchen 1825, Preißelbeeren 60, Apfel=
ſinen
515, Zitronen 410; Schweinefleiſch 124140, Kalbfleiſch 110,
Rindfleiſch 80100, Hackfleiſch 80100, Hausmacherwurſt 80240, Ge=
flügel
120180; Süßrahmbutter 210, Landbutter 180200, Eier 12
bis 14, Handkäſe 515, Schmierkäſe 3035.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt im Monat Juli 1926. Vorgeſprochen haben
29 Perſonen, davon waren 2 von hier. Es erhielten: 17 Perſonen Fahr=
karten
nach Arbeitsſtellen oder nach dem Wohnort, 3 Perſonen Be=
kleidungsſtücke
, 4 Perſonen Verpflegung, 3 Perſonen Wanderbücher, eine
Perſon Plattfußeinlage, eine Perſon Schuhe, Wohlfahrtsſcheckhefte ſind
im Verkehrsbüro erhältlich.
Fahrplan ab 3. Oktober 1926. Der Fahrplanentwurf für den am
3. Oktober 1926 beginnenden Winterabſchnitt des Fahrplanjahres 1926/27
wird ab 16. Auguſt ds. Js. auf den Stationsbüiros zur allgemeinen Ein=
ſichtnahme
aufgelegt. In den Bahnhofsvorräumen weiſen rote Aushänge
darauf hin, wo der Entwurf im Bahnhof eingeſehen werden kann. Durch
den ſtändig anhaltenden Verkehrsrückgang infolge der allgemeinen Wirt=
ſchaftsnöte
iſt die Reichsbahn gezwungen, den Zugverkehr, insbeſondere
den Schnellzugsverkehr, in den Wintermonaten weſentlich einzuſchränken.
Auf den Schüler= Arbeiter= und Berufsverkehr iſt jedoch hierbei die
größtmögliche Rückſicht genommen worden. Die Züge, die hiernach ab
3. Oktober wegfallen, ſind im Fahrplanentwurf nicht mehr enthalten.
Schlägerei. Zwei junge Burſchen, die anſcheinend nicht ganz
müichtern waren, beläſtigten geſtern abend nach 7 Uhr ſchon in der Bleich=
ſtraße
mehrere Paſſanten und fingen mit einem Fuhrmann Streit an,
ſo daß es im Verfolg der wütenden Schimpfereien an der Ecke Bleich=
ſtraße
und Grafenſtraße zu einer regelrechten Schlägerei kam. Dabei
wurde der eine Burſche ſo übel zugerichtet, daß er ins Städtiſche Kranken=
haus
gebracht werden mußte.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke. Künffler und künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
geſchiebt, behält ſich die Redakiion ibr Urteil vor.

* Palaſt=Lichtſpiele: Surcouf, der König der
ſchwarzen Flagge‟. Um die Wende des 18. Jahrh underts tobte
auf allen Meeren der Korſaren=Krieg, den Frankreich gegen England
führte. Surcouf iſt ein berühmter Korſar, der ſchon ſo manches feindliche
Schiff beſiegt hat. Er iſt der Schüler von Marcof, der ihm einſt, als
er noch ein Knabe war, das Leben gerettet hat. Als Surcouf wieder
einmal aus fernen Meeren in ſeine Heimatſtadt zurückkehrt, hat Marcof
ſich aus Indien eine Frau mitgebracht, die er abgöttiſch verehrt. Ihn
verfolgt die Rache der Landsleute Madianas, die das Mädchen wieder
in die Heimat zurückholen wollen. Als Surcouf und Madiana ſich das
erſtemal ſehen, entflammen beide in Liebe zueinander. Surcouf, der
dem Freund keinen Kummer bereiten will, zieht wieder in die Ferne
Als er eines Tages ein engliſches Schiff kapert, kann er Madiana be
freien, denn Marcofs Schiff iſt von den Engländern erobert worden.
Marcof wird als tot gemeldet. So verloben ſich Surcouf und Madiana.
Da kommt plötzlich die Nachricht, daß Marcof ſich in engliſcher Gefangen=
ſchaft
befindet. Surcouf eilt, den Freund zu befreien; es gelingt ihm
trotz aller Intrigen der Inder. Als er heimkehrt, findet er Madiana
ſterbend vor. Da ſie die Freundſchaft der beiden Männer, die ſie lieben,
nicht zerſtören will, hat ſie ſich ſelbſt den Todesſtoß beigebracht. Ein wil=
des
Korſarenſchauſpiel mit Jean Angelo in der Titelrolle.
Refidenz=Theater. Wein, Weib, Geſang‟. Ein deutſcher
Film. Denn alles, was uns in dieſem Film vorgeführt wird, iſt kern=
deutſch
. Ein Kulturfilm, der dem Pubilkum ſicherlich gefallen wird, eben=
ſo
wie ſeinerzeit der Rheinfilm beim Publikum Anklang gefunden hat.
Die Verfaſſer, Ernſt Krieger und Willy Achſel, haben die ſechs Akte mit
Verſtändnis zuſammengebaut, ſo entſtand ein Film, der zugleich lehr=
reich
und unterhaltend iſt; er zeigt die Dörfer, Städtchen und Städte
des Weinbaues, zeigt die reichen, leuchtenden Landſchaften längs des
Rheins bringt uns das Leben und Tun der Winzer nahe, führt uns in
die tiefen Keller, in denen der edle Tropfen ſeiner Vollendung harrt.
Schlöſſer und Burgen der Sage, Rittertum und Kloſterleben ſind geſchickt
genutzt, um das Panorama zu runden. Die Erinnerung an Goethe,
Schiller, Scheffel, Baumbach wird lebendig gemacht, die alte Burſchen=
herrlichkeit
feiert eine Wiederauferſtehung, und der Vorhang wird au
gezogen vor einem Stück großer deutſcher Geſchichte. Der Film, ein Be=
kenntnis
zur deutſchen Heimat, wird den Zuſchauer feſſeln, wird auch)
iberall, wo Deutſche wohnen, das Heimatsgefühl ſtärken.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Mran 224

Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Griesheim, 14. Aug. Am Dienstag, 17., und Samstag, 21. Auguſt
vormittags von 511 Uhr und nachmittags von 36 Uhr, finden auf
dem hieſigen Truppenübungsplatz Scharfſchießübungen ſtatt.
Gemeinderat und einer Anzahl Zuhörer Herr Dipl.=Ing. Segelken von
den Franke=Werken in Bremen den angekündigten Vortrag über Waſ=
ſerverſorgung
der Gemeinde Griesheim. Im Eingang ſeines Vortrags
wies der Redner auf den hohen Wert einer zentralen Waſſerverſorgung
in ſozialer, hygieniſcher und wirtſchaftlicher Beziehung hin und teilte
dann einen Koſtenanſchlag mit, den ſeine Firma für eine zentrale Waſ=
ſerverſorgung
der Gemeinde Griesheim im Anſchluß an das Waſſerwerk
läuterte, mit den Anſchlußleitungen einen Koſtenaufwand von rund
305 00 Mark erfordern. Von dieſer Summe kämen in Abzug 35 000 dem freien Platz an der Hand am Fuße des Schloßbergs, Schnittpunkt
Bauſumme auf 270 000 Mark vermindert. 100 000 Mark würde das
Reich als Darlehen zu dem ermäßigten Zinsfuß von 4 Prozent ge=
währen
, die Reſtſumme von 170 000 Mark müßte die Gemeinde durch
Anleihe beſchaffen. Seine Firma wäre in der Lage, der Gemeinde dieſe
Anleihe zum gegenwärtigen Zinsfuß von 8 Prozent zu gewähren. Die
Kapitalzinſen würden ſich auf 19 700 Mark oder auf 6½ Prozent be=
laufen
, ein Zinsfuß, wie er der Gemeinde ſobald nicht wieder geboten
würde. Hierzu kämen dann noch die Betriebskoſten mit etwa 4500 Mart:
ſodaß beide zuſammen mit 24 000 Mark als jährliche Betriebsausgaben
in Rechnung zu ſtellen wären, die als Waſſergeld vereinnahmt werden
müßten, zuzüglich Waſſergeld an die Stadt Darmſtadt. Da die Ge=
meinde
als Großabnehmer in Betracht käme, würde der Preis ſicher
ein ganz mäßiger ſein. Die Rentabilität wäre gewährleiſtet, wenn ſich
in den erſten drei Jahren 75 Prozent der 1760 Haushaltungen, das
wären etwa 1300, und 75 Prozent der Gartenbeſitzer, die über eine
Gartenfläche von 45 Hektar verfügen, das wären alſo 34 Hektar, an=
ſchließen
würden. Da das Waſſer zum Begießen der Gärten billig ſein
müſſe, ſo habe er den Anteil der Gartenbeſitzer an den 94000 Mark
betragenden jährlichen Betriebskoſten mit 35 Prozent und den der Haus=
haltungen
, mit 65 Prozent in ſeiner Berechnung, in Anſatz gebracht.
Freilich ſei bei dem Waſſerverbrauch der Gartenbeſitzer mit großen
Schwankungen zu rechnen, da dieſer von der Witterung abhängig ſeiz
immerhin, aber könne man auf Grund von Erfahrungen hier mit einem
durchſchnittlichen Waſſerverbrauch von 182 000 Kubikmetern jährlich
rechnen. Je nachdem die Stadt Darmſtadt der Gemeinde das Waſſer
abgebe, könne man mit einem Preis von 1618 Pfg. pro Kubikmeter
für den Gartenverbrauch rechnen. Der Verbrauch in Haus und Hof=
reite
ſei mit 67 Kubikmeter jährlich einzuſchätzen. Hier ſei ein Pau=
ſchalpreis
von 14 Mark pro Haushaltung feſtzuſetzen, um die Waſſer=
meſſer
zu ſparen und zu verhüten, daß der Waſſerverbrauch zu ſehr
eingeſchränkt werde. Die aufgeſtellte Berechnung ſei auf Grund lang=
fähriger
Erfahrung ſeiner Firma auf dem Gebiete der Waſſerverſorgung
kleinerer Städte und in genauer Kenntnis der hieſigen Verhältniſſe auf=
geſtellt
, ſodaß die mitgeteilten Zahlen als durchaus zuverläſſig anzu=
ſehen
ſeien. Seine Firma werde der Gemeinde Griesheim jederzeit in
weitgehendſtem Maße entgegenkommen. Herr Bürgermeiſter Schüler
Hankte Herrn Segelken für ſeinen Vortrag und ſagte eingehende Prü=
fung
des Projekts zu. Zugleich wurde eine Kommiſſion gebildet, be=
ſtehend
aus den Herren Bürgermeiſter Schüler und den Gemeinderäten
Liederbach, Funk 2., Metzger und König, welche mit der Verwaltung der
Stadt Darmſtadt wegen der Waſſerabgabe ſich ins Benehmen ſetzen ſoll.
Der Kommiſſion wird Herr Dipl.=Ing. Segelken als fachmänniſcher
Berater ebenfalls angehören.
* Eberſtabt, 14. Aug. Wertungsſingen. Ein Wertungs=
ſingen
der Arbeitergeſangbereine wird hier am Sonntag, den 29. Auguſt,
im Schwamenſagl abgehalten.
H. Eberſtadt, 14. Aug. Am Montag, den 16. Auguſt, findet im
Rathausſaale eine Gemeinderatsſitzung ſtatt. Beginn 8 Uhr. Zur Be=
ratung
ſtehen die gleichen Gegenſtände wie bei der beſchlußunfähig ge=
erfolgte
mit dem Hinweis auf Art. 104 Abſ. 3 der L.G.O., d. h. der
Gemeinderat wird auch für den Fall der Beſchlußunfähigkeit beraten
und beſchließen. Die Nachkirchweihe in Eberſtadt findet am Sonn= linien an, und zwar ſollen für Inflationsgewinne in der Zeit vom
tag, den 15. Auguſt, ſtatt. Im 73. Lebensjahre iſt der Buchdrucker
Chriſtian Golzer 2. am 10. Auguſt verſtorben.
* Pfungſtadt, 14. Aug. Renovierung des Autobus. Der
auf der Strecke PfungſtadtEberſtadt. Darmſtadt verkehrende Autobus
Ev. Jugendfeſt. Das Jugendfeſt der evang. Jugendverbände iſt
auf den 5. September verlegt worden. Im Mittelpunkt der Tagung
ſtehen ein Feſtgottesdienſt und eine Waldfeier. Das Sommerfeſt
Hotel Strauß ſtatt. Geräteturnen, Frei= und Handgeräteübugen,
eimander ab.
wirtſchaftlich etwas beſſeren Verhältniſſe wieder ein , war es vor der
im September ſtattſindenden Kirchweihe Sitte, dem Inneren und dem
Aeußeren der Wohnhäufer ein beſſeres Kleid anzuziehen. Wie unſere
man denke nur an die lebhafteren Farben der fetzigen Kleidung , Urkunden an die ſiegreichen Stafetten vergeben werden.
ſo beginnt ſich auch in unſerem Stadtbild immer offener das Verlangen
nach reicherer Farbigkeit einzuſtellen. Wirkten hier früher die einfach
nehmen, daß die Hausbeſitzer bei ihrer Freude an Farbe ſich bis jetzt
immer von einem Bauſachverſtändigen oder einem Architekten Rat ein=
holten
und ſo die künſtleriſche Wirkung mit in Betracht zogen. Mehrere
Häuſer, neu gebaute und auch alte, wurden neuerdings mit friſchen,
haltbaren Farben, ſogen. Silinfarben, angelegt und verleihen dem Stadt=
bild
einen vornehmen, bunten Reiz. Auch die Oſtſeite unſeres alten
Schloſſes erhielt heuer ein ſchmuckes weißes Kleid, auf dem ſich das friſch
geſtrichene Holzfachwerk und die Fenſtergewände in ſattem Rot und
Braun und die neuen dunkelgrünen Läden recht vorteilhaft ausnehmen,
Iſt auch das Verlangen nach Farbe hier zu begrüßen, ſo iſt doch ratſam.
Vorſicht zu üben, damit der farbige Zuſammenhang mit dem übrigen harpen.
alten Ganzen harmoniſch gewahrt bleibt und die Farbbewegung nicht.
durch Auswüchſe zu bunter Art in falſche Bahnen kommt.
* König, 14. Aug. Der Gemeinderat ſtimmte den Satzungen
in der Bleichſtraße ſoll ein Baudarlehen in Höhe von 300 Mk. auf= Rippenbrüche und einen Bruch des Schlüſſelbeins davon.
genommen werden.
r. Beerfelden, 13. Aug. Die hieſige Ortsgruppe des Kreisobſtbau=
dem
der Vorſitzende, Herr Kreisbaumwart Dietrich, dieſelbe eröffnet 9
hatte, wurde als erſter Punkt der Tagesordnung die Frage erörtert, ob
die Ortsgruppe mit Unterſtützung der Landwirtſchaftskammer dieſen g
das ſtändige Regenwetter der Entwicklung des Obſtes nicht günſtig.
kundige Baumbeſitzer lernt für ihn neue und empfehlenswerte Sorten
ſchenken. Dieſe Ueberlegungen veranlaßten die Anweſenden, die Ab= bach ungleich ſtärker geſunken.

Sonntag, den 13. Auguſf 1926

haltung einer Ausſtellung zu beantragen. Es wurde dann noch vor=
geſehen
, vor der Ausſtellung einen Rundgang zu machen zwecks Feſt=
ſtellung
der Sorten, an dieſen Rundgang ſoll ſich ein Vortrag an=
ſchließen
. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf den gemein=
dahin
, daß das Mitglied Reinhardt als Obſtbaumzüchter die Bäume noch erinnerlich ſein dürſte, wurde damals die Haushältevin Sauerwein
liefern ſoll, und zwar zu demſelben Preis, wie es durch die Landwirt= des Monteurs Apfel in deſſen Wohnung tot aufgefunden. Apfel hatte
auswärts beſtellt werden. Ein Mitglied machte den Vorſchlag, zu
Griesheim, 13. Auguſt. In der letzten Gemeinderats= jedem Baum gleich einen Schutzdraht zu liefern, was als ſehr praktiſch Krankenhaus zu Worms, wohin man A. verbracht hatte, bekam er
befunden wurde, denn gewöhnlich fehlt der nötige Schutz gegen Haſen= Tobſuchtsanfälle, weshalb man ihn in die Alzehzer Irrenanſalt ein=
ſitzung
hielt im großen Nathausſaale vor dem verſammelten fraß. Auch dieſe Verſammlung brachte wieder Anregungen der der= lieferte. Dort iſt nun Apfel geſtern geſtorben. Die Kugel war ihm
ſchiedenſten Art.
13. Auguſt 0.98 Meter, am 14. Auguſt 1,17 Meter; fällt.
bis 1918 gefallenen und verſtorbenen Krieger Auer= Js. in dem gleichen Bruch ein ſchwerer Unfall ereignet, bei dem damals
der Stadt im Eichwäldchen aufgeſtellt hat. Nach dieſen Berechnungen bachs iſt endlich ſpruchreif geworden. Die in einer allgemeinen Bür= zwei Menſchenleben zu beklagen wavn. Der 45jährige Bruchmeiſter
wird das Hauptrohrnetz, das er im Ortsplan eingezeichnet näher er= gerverſammlung erfolgte Ausſprache führte zu dem Beſchluß, das
Ehrenmal nach dem Plane des Herrn Architekten Georg Meckel auf Arbeiters Jakob Klingelſchmitt aus Mörsdorf eine Sprengung vor=
Mark als Staatszuſchuß für die Ewwerbslofenfürſorge, ſodaß ſich die Martm= und Burgſtraße zur Aufſtellung zu bringen. Dieſem Beſchluſſe Ladung explodierte aus einer bis jetzt unbekannten Urſache) und die
zufolge hat, auf eine Eingabe des Denkmalsausſchuſſes hin, der Ge=
Verfügung geſtellt. Von der Firma Niedlinger war ſeinerzeit das bil=
ligſte
Lieferungsangehot eingegangen. Es wurde daher auch dieſer Firma
die Ausführung des Denkmals in Auftrag gegeben.
* Lampertheim, 14. Aug. Gemeinderatsbericht. Das
Mitglied der Zentrumspartei, Philipp Illius 3., hat ſein Mandat als den in ſchwer verletztem Zuſtande in das Alzeher Kranken=
Gemeinderatsmitglied niedergelegt und hätte dem Wahlvorſchlag nach
Philipp Hamm 5. an deſſen Stelle zu treten. Dieſer hat jedoch abge=
lehnt
und kommt deshalb Karl Oberfeld 2. zur Verpflichtung, durch Leben Gekommene hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder.
Handſchlag. Der wichtigſte Punkt der Tagesordnung iſt die Erſtel=
lung
einer Waſſerleitung. Ueber das gedachte Projekt referierte Herr mann Karl Chriſtian Emil Meyer aus Niederwalluff im
Dipl. Ing. Segelken von der Firma FranckWerke A.=G. Berlin. In
ſeinen Ausführungen erwähnte er, daß die große Gemeinde Lampert= dieſem Tage kam M. mit einem Zuge von Mainz hier an, iſt aber ſeit=
heim
faſt einzig mit ihren rückſtändigen Waſſerverhältniſſen daſtehe,
Gerade jetzt ſei noch der gegebene Augenblick, der Frage der Waſſer=
verſorgung
näherzutreten, da durch Erwerbsloſe ein großer Teil der
Arbeit geleiſtet werden könnte, und die Gemeinde ſeitens des Reichs
Zuſchüſſe für die Notſtandsarbeiten erhielte. Er wies darauf hin, wie
das Waſſer eine Hauptlebensbedingung der Menſchen iſt, wie durch das=
ſelbe
die induſtrielle Entwicklung eines Ortes fortſchreitet, welche Ar=
beitserſparnis
und damit eine Vereinſachung des Wirtſchafts= und Ge=
werbelebens
erzielt wird, welche Beheutung die mediziniſche Wiſſenſchaft
demſelben für Krankenhäuſer und Schulen beimißt und wie ſie bedacht
achtung eine Waſſerleitung bei einem Brandausbruch für Leben und
Eigentum des Menſchen verdient und daß in Ortſchaften mit einer
ſolchen die Brandverſicherungsbeiträge niederer ſind als in einer ohne
Waſſerleitung. An Hand einer aufgehänaten Karte zeigte er ſodann
das projektierte Rohrnetz, das bei einer Geſamtlänge von etwa 1934
Kilometern auf ungefähr 265 000 RM. zu ſtehen kommt. Obwohl der
Anſchluß an dasſelbe jedermann freiſteht, nimmt er aber an, daß ſich
doch der größte Teil der Einwohner beteiligen wird, und empfiehlt
für Minderbemittelte und Erwerbsloſe eine Kreditgewährung, um dies
bewerkſtelligen zu können. In Frage kämen 200 Haushaltungen mit
zirka 1700 Anſchlüſſen; er vechnet aber zunächſt mit 1300, und würden
ſich dieſe auf 87000 RM. ſtellen. Bezüglich eines eigenen Pumpwerkes gewiß, ob die Berechnung Tatſache werden wird.
hält er dieſes für rentahel, wenn ſich alle Einwohner anſchlöſſen und
pro Kopf und Tag eine Waſſerabnahme von 35 40 Liter erfolgte. Bei
einer ſöprozentigen Beteiligung wäre der Anſchluß an das am Ort vor=
beiführende
Rohrnetz der Stadt Worms empfehlenswerter. Für die Be=
zahlung
des Waſſers nach Waſſermeſſern kann er ſich nicht erwärmen
ſchlägt vielmehr eine Staffelung der Tarife und Ausarbeitung eines
Ortsſtatuts vor. Zum Schluß ſeiner Ausführumgen wies er nochmals
darauf hin, ſich nicht den Reichszuſchuß für Notſtandsarbeiten entgehen
zu laſſen und der Fyage baldigſt näherzutreten, da man im nächſten künſtler, die von der Sommertradition abweichen, daß ſie gerade in dieſen
Jahre wohl mit ſchwierigenen Verhältmniſſen zu rechnem habe. Bürger= Tagen ihre Kurpflichten ruhiger und angenehmer erfüllen können.
meiſter Keller dankte dem Referenten, für ſeine alle Einzelheiten be=
leuchtenden
Ausführungen und ſchlug die Bildung einer Kommiſſion gabe ab 1. September ermäßigt wird. Sie beträgt ab 1. September
wordenen Sitzung am letzten Donnerstag. Die Einberufung der Sitzung vor, die die Weiterarbeit leiten ſoll. Die Wahl derſelben wurde denn 30 Mk., ab 15. Septemher 20 Mk. und ab 1. Oktober 15 Mk. In
auch ſofort vorgenommen. Bezüglich Erhebung einer Wertzuwachs=
ſteuer
ſchließt man ſich den vom Miniſterium herausgegebenen Richt=
1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1924 bei Wertzuwachs bis zu 20 Pro=
zent
. 10 Prozent und über 30 Prozent Zuwachs 20 Prozent Steuer er= Nidder macht auf ihrem über 5 Kilometer langen Lauf durch die hieſige
hoben werden.
iſt neu hergerichtet und imnsbeſondere mit neuer Luftbereifung verſehen abend fand im Gaſthaus zum Deutſchen Haus eine Generalverſamm= der Ufer glaubt man ein Austreten des Flüßchens auch bei ſtärkſtem
worden, die eine ruhige und angenehme Fahrt gewährleiſtet. lung des FV. 1919 Biblis ſtatt, die ſich hauptſächlich auf das Sportfeſt Regenwetter verhüten ud die Wieſenbeſitzer vor Schaden ſchützen zu
eröffnete die Verſammlung und gab nach üblicher Begrüßung das Feſt=
programm
bekannt. Danach werden um 10 Uhr Stafettenläufe über
des Turnvereins e. V. findet am Sonntag abend im Garten des 2000 bzw. 1000 Meter ſtattfinden, um 141 Uhr beginnen die einzelnen Schleuſe einzubauen. Bei dem letzten Hochwaſſer drang das Waſſer der
Fußballwettkämpfe, und zwar ſpielen: um 11 Uhr die Sondermann= Nidder durch den tiefer liegenden Grenzgraben in die Wieſen der hieſigen
Geſangs= und Muſiwvorträge wechſeln in bunter Reihenſolge mit= ſchaft von Biblis gegen die Sondermannſchaft Lorſch, daran anſchlie= Gemarkung und richtete durch Verſchlammung beträchtlichen Schaden
ßend die 2. Manſchaft des feſtgebenden Vereins gegen Erſatzliga Ale=
r
Babenhauſen, 14. Aug. Rückkehr zur Farbe, Schon immer mannia Worms. Um 4 Uhr begimt das Haupttreffen: 1. Mannſchaft des entſtandenen Schadens bereit.
wenigſtens war es ſo vor dem Kriege, und es bürgert ſich infolge der von Biblis gegen V. f. R. Mannheim 1. Privatmannſchaft, auf deſſen
Ausgang alle Sportfreunde ſehr geſpannt ſein dürſten. Darauf ſpielt deſſen Hauptabnehmer die Stadt Frankfurt iſt, hat ſeinerzeit ein Ge=
die
1. Jugendmannſchaft gegen 1. Jugendmannſchaft Heppenheim. Wäh=
rend
der Spiele iſt Konzert auf dem Feſtplatze. Am Abend treffen ſich
Zeit unter dem Ausfluß des ſtärkeren Verlangens nach Farbigkeit ſteht die Fußballer im Vereinslokal zum Tanz, und werden hier auch die beſteht. Der Ueberſchuß der Betriebseinnahmen über die Ausgaben
Nauheim geht von Mainz=Koſtheim aus, berührt den Bahnhof elektriſchem Strom verbraucht das Werk rund 110 00 Mk.
grauen oder braunen Farbtine der Häuſer in den Straßen und Gaſſen Guſtavsburg, wo Anſchluß an die Staatsbahn nach Mainz, Frankfurt
recht lehlos, ſo kann man in unſerem Städtchen in ſüingſter Zeit die und Darmſtadt vorhanden iſt, ferner die Orte Ginsheim, Bauſchheim, Borsdorf, Dornaſſenheim und ferner die Vilbeler Höhe, Molkerei und
farbige Behandlung der Häuſer beobachten. Erfreulich iſt es wahrzus= Aſtheim und Trebur und endet am Bahnhof in Nauheim Kreis Groß= Neuherberge bei Nieder=Wöllſtadt und der Häuſerhof erhalten zuſammen
heim, wo ebenfalls Anſchluß an die Züge nach Mainz und Darmſtadt Kubikmeter für rund 800 000 Mark.
beſteht. Es bleibt abzuwarten, ob ſich die Verbindung einer guten
Benutzung erfreuen kann.
Gemeindergt hat trotz einer Mitteilung des Landesbildungsamts, daß ſchnittlich für das Pfund 20 Pfg. geben. Durch das Sammeln ver=
eine
Ermäßigung des Gemeindebeitrages zu der Realſchule GroßGerau dienen ſich manche Leute bei der gegenwärtigen Verdienſtknappheit ein
nicht erfolgen kann, beſchloſſen, auf ſeiner ablehnenden Haltung zu be= ſchönes Stick Geld.
ſtieß in Mainz mit einem Straßenbahnwagen zuſammen. Dabei wurde Beſuches. Nach altem Brauche zog die Marktwache mit den ſtädtiſchen
ſein Marktfuhrwerk völlig zertrümmert und ſeine 58 Jahre alte Frau Fahnen vor das Rathaus, wo Bürgermeiſter Mengel den Markt durch
zur Einſſihrung einer Wertzuwachsſteuer zu. Für die neuen Häuſer ſchwev verletzt. Die Bedauernswerte trug einen Schädelbruch, mehrere, eine Anſprache eröffnete. Der Auſtrieb zeigte 250 Pferde 430 Stück
* Neu=Fſenburg, 14. Aug. Elektriſche Straßenbahn? Wirtſchaften herrſchte lebhafter Verkehr. Auch der Krämermarkt wies
In der letzten Frankfurter Stadtverordnetenſitzung teilte auf eine An= einen guten Beſuch auf.
vereins hielt vorgeſtern abend im Hirſch eine Verſammlung ab. Nach= frage hin ein Stadtrat mit, daß mit dem Bau der Straßenbahn nach
Neu=Iſenburg vorausſichtlich in aller Kürze begonnen werde.
gegeben im Auftrage der Stadtverwaltung, fchreibt über das hieſige ſtellt, uns aber auch zeitig wieder verläßt. Dieſer ſeltſame Vogel hat
Herbſt eine Obſtausſtellung abhalten ſoll. Dieſe Frage iſt für Wirtſchaftsleben: Die Beobachtung der örtlichen Konjunkturſymptome noch Brutſtätten in Oberheſſen, z. B. in Seemental, bei Ulrichſtein,
heuer nicht ſo leicht zu entſcheiden. Die Obſtbäume haben durch die läßt einerſeitsz erkennen, daß auch das Offenbacher Wirtſchaftsleben in im ſumpfigen Wieſengelände zwiſchen Bannerod und Vaitshain im
Maifröſte ſtark gelitten, insbeſondere manche Apfelbäume, auch war den großen Rhythmus der allgemeinen Konjunktur eng verflochten iſt. Kreiſe Lauterbach und im oberen Wetter= und Niddatal. Es iſt die
Aber auf der anderen Seite ergeben ſich aus der beſonderen Struktur Hoffnung berechtigt, daß er dem Landſchaftsbilde Oberheſſens noch
Dieſe Geſichtspunkte ſprächen gegen Abhaltung der genannten Veran= des örtlichen Gewerbes Abweichugen von dem reichsdurchſchnittlichen längere Zeit erhalten bleibt, Vogel= und Naturfreunde müſſen ſich
ſtaltung. Nun aber bietet eine Obſtausſtellung der aneifernden Mo= Verlauf der Kunjunkturkurve. Ganz beſonderz lehrreich iſt es, daß das allerdings ſeiner annehmen. Er iſt als Vertilger zahlreicher Schädlinge
mente gar viele. Der Obſtzüchter kann die Früchte ſeiner Bemühungen. Offenbacher Wirtſchaftsleben von dem gegenwärtigen Depreſſionszuſtand wie Schnecken, Käfer, Inſektenlarven ein nützlicher Vogel und ein Ge=
der
Allgemeinheit zur An= und Nacheiferung darbieten, der weniger um ein Vielfaches ſchärfer getroffen wird als das Wirtſchaftsleben im hilfe des Landmanns. Seinem Ruf kie=witt verdankt er ſeinen Namen.
Reichsdurchſchmitt. Iſt doch die Zahl der unterſtützten Erwerbsloſen Durch ſeinen ſeltſamen Gaukelflug und ſeine ſpitze Federhaube källt er
kennen; das viele Schöne, was da geboten wird, veranlaßt manchen, in Offenbach mehr als dreimal ſo groß, als im Reichsdurchſchnitt und dem Wanderer ſofort auf. Er iſt wie alle Sumpfvögel durch die fort=
der
Obſtzucht und Obſtpflege überhaupt mehr Aufmerkſamkeit zu iſt doch auch der Elektrizitätsverbrauch für gewerbliche Zwecke in Offen= ſchreitende Entwäſſerung der Täler und Wieſengründe in ſeinen

Aus Bheinheſſen.
M. Monsheim (Rheinh.), 14. Aug. Unlängſt trug ſich hier eine
ſamen Bezug von Obſtbäumen für die Mitglieder. Man einigte ſich ſchwere Bluttat zu, über die wir ſeinerzeit berichtet hatten. Wie
ſchaftskammer geſchieht, etwa nicht vorhandene Sorten ſollen dann von ſich in ſelbſtmönderiſcher Abſicht eine Kugel m ben Kopf gejagt.
Apfel wurde zur Laſt gelegt, die Squerwein erſchoſſen zu haben. Im
noch nicht aus dem Kopfe entfernt.
Hirſchhorn 14. Aug. Wafſerſtand des Neckars am N. Wöllſtein (Rheinh.), 14. Aug. Schweres unglück in einem
Steinbruch. In dem Steinbruch der Firma Hartſteinwerke Pfalz=
B. Auerbach, 14. Aug. Die Frage der Errichtung eines Heſſen (Sitz Wöllſtein) hat ſich wiederum ein ſchweres Unglück zuge=
Ehrenmals hierſelbſt für die im Weltkriege 1914 tragen. Wie wohl noch erinnerlich ſein dürfte, hat ſich im Juni ds.
Franz Michels aus Fürfeld hatte mit Unterſtützung des Wjährigen
bereitet. Die Sprengladung ging vorzeitig los (die noch nicht fertige
durch die Sprengung gelöſten Felsſtücke trafen den 4tjährigen Stein=
meinderat
den betreffenden Platz für die Errichtung des Ehrenmals zur bruchsbeſitzer und Gemeinderatsmitglied Chriſtian Jungbecker aus Neu=
bambera
, der ſich zur Erledigung einer geſchäftlichen Angelegenheit mit
dem Mitinhaber des Bruches, Robert Boos, im Bruche auf=
hielt
. Jungbecker wurde ſo ſchwer verletzt, daß der Tod ſo=
fort
eintrat. Die beiden mit der Sprengung Beſchftigten wur=
haus
eingeliefert. Ihr Zuſtand iſt bedenklich. Der Mitinhaber Boos
von hier wurde nur leicht verletzt. Der auf ſo traurige Weiſe ums
M. Bingen a. Rh., 13. Aug. Verſchwunden. Der Privat=
Rheingau wird ſeit Donnerstag, den 29. Juli d8. Js., vermißt. An
dem verſchwunden; es fehlt von ihm jede Spur. Der Vermißte ſteht
im 69. Lebensjahre, iſt 1,68 Meter groß, hat blaue Augen, graue Haare
und war mit grau=grünem Sportanzug mit langer Hoſe, ſchwarzen
Schnürſchuhen und grauem Filzhut bekleidet.
Oberheſſen.
* Gießen, 13. Aug. Die elektriſche Straßenbahn for=
dert
von der Stadt im Rechnungsjahr 1926/2 einen Betriebszuſchuß
iſt, durch gutes Waſſer Seuchen zu verhüten. Weiterhin, welche Be= von 35 799 Mk. gegen 39 342 Mk. im Vorjahre, das macht auf den
Monat 3000 Mark. auf den Tag 100 Mark. Um das Defizit wirkſam
zu bekämpfen, ſollte man neue rentable Strecken angliedern und an
die Ausführung der Vorortbahn denken. Die Linie Gießen-Wieſeck
kann leider vorläufig nicht zur Ausführung kommen, da Wieſeck infolge
Zögerns der Stadtverwaltung eine Kraſtwagenverbindung anlegte. Es
bleibt noch die Linie nach dem Vorort Klein=Linden mit Anſchluß der
Kliniken. Außerdem befinden ſich hinter Klein=Linden die bedeutſamen
Orte Allendorf und Lützellinden, welche die Elektriſche gerne begrüßen
und von Klein=Linden aus benutzen würden. Die Stadtverwaltung er=
wartet
von der Elektriſchen eine Einnahme von 220 000 Mk., während
ſie 1925/26 nur 150 000 Mark einbrachte. Es iſt zum mindeſten un=
Bab=Nauheim, 14. Aug. Wenn nach der Ferienzeit der Beſuch
Bad=Nauheims noch nicht abflaut, ſo liegt der Grund hierfür bei einer
Vorliebe vieler Gäſte für die Spätſommer= und Herbſtkur=
zeit
. Dieſen Beſuchern bietet ſich hier, wo der Abſchied von Sommer
und Sonne ſich verhältnismäßig lange hinzieht, noch eine reiche Zahl
goldener Tage, die noch ihre ganze Schönheit über die Landſchaft aus=
gießen
. Außerdem wiſſen die erfahrenen Bäderbeſucher und Lebens=
Zu den geringen Mühen geſellen ſich geringere Koſten, da die Kurab=
dieſen
ſorgenbelaſteten Zeiten ſicherlich für viele eine recht fühlbare
Erleichterung für die Erfüllung ihren Wünſche, an den heilkräftigen
Quellen Bad=Nauheims Geneſung und Erholung zu ſuchen.
* Heldenbergen, 14. Aug. Regulierung der Nidder. Die
Gemarkung eine Anzahl Bogen. Zwecks Geradelegung ſind drei Durch=
* Biblis, 14. Aug. Generalverſammlung. Vorgeſtern ſtiche vorgeſehen. Durch Verbreiterung des Flußbettes und Erhöhung
am kommenden Sonntag bezog. Der 1. Vorſitzende, Herr Rudi Nock, können. Bei der Niddaregulierung im benachbarten Eichen hatte die
Waſſergenoſſenſchaft Oſtheim=Eichen einen Grenzgraben ausgehoben, da=
bei
hatten ſie aber den Uferrand der Nidder durchſtochen, ohne eine
an. Die Waſſergenoſſenſchaft Oſtheim=Eichen erklärte ſich zur Erſetzung
* Hungen, 14. Aug. Das große Provinzialwaſſerwerk Inheiden,
ſamtanlage=Kapital von rund 6 Millionen Mark erfordert, davon ſind
2 906 800 Mk. getilgt, während noch eine Reſtſchuld von 3098200 Mk.
in Höhe von B0 000 Mk. wird dem Tilgungsfonds zugeführt. Die
* Groß=Gerau, 13. Auguſt. Die neue Kraftpoſt Mainz Jahreseinnahmen ſind mit 809 500 Mk. veranſchlagt. An Kohlen und
Die Gemeinden Ober=Widdersheim, Unter=Widdersheim, Oberwöllſtadt,
Geran). Insgeſamt ſind täglich 12 Fahrten vorgeſehen. Darin einge= 90 000 Kubikmeter Waſſer für 11.35 Pfg. die Tonne. Frankfurt er=
ſchloſſen
iſt eine kleine Sonderverbindung zwiſchen Trebur und Nau= hält täglich 20000 Kubikmeter, das macht im Jahre rund 7300 000
* Ulrichſtein, 14. Aug. Ganze Scharen Kinder und ältere Leute
ziehen gegenwärtig in die Waldungen, um Himbeeren zu ſuchen.
* Groß Gerau, 14. Aug. Zuſchuß zur Realſchule. Der Mit vollen Eimern und Töpfen kehren ſie heim, wo die Händler durch=
* Schotten, 14. Aug. Der weit über die Grenzen des Vogelsbergs
* Ginsheim, 14. Aug. Unfall. Der hieſige Landwirt Buchholz bekannte Schottener Sommermarkt erfreute ſich eines ſtarken
Rindvieh und über 700 Ziegen und Schweine. In den Straßen und
* Aus dem Vogelsberg, 14. Aug. Ein ſelten gewordener
Vertreter der Vogelwelt findet ſich noch an einzelnen Stellen
* Offenbach, 14. Aug. Der ſtatiſtiſche Vierteljahresbericht, heraus= des Vogelsberges iſt es der Kiebitz, der ſich im zeitigen Frühjahr ein=
Lebensbedingungen bedroht.

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sichtige Ohenge Versil zu nehmen!

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Nummer 225

Sonntag, den 13. Auguſt 1926

Seite 7

*94 Stunden Gaſt der Hapag.
Die Preſſefahrt am 12. und 13. Auguft 1926.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
So iſt denn die bei der erſten Ausreiſe des Dampfers Ham=
burg
im Frühjahr dieſes Jahres geplante Fahrt bei der vierten
Ausreiſe zur Tatſache geworden. Etwa 180 Teilnehmer ſam=
melten
ſich an St.=Pauli=Landungsbrücken, um an Bord des
Tenders Kehrwieder zu gehen. Pünktlich nahm dieſer ſeinen
Weg zum HamburgAmerika=Kai, von der Hamburg ſchon
unter Dampf erwartet. An Bord des Tenders entwickelte ſich
ſchnell ein gegenſeitiges Begrüßen bekannter Zeitungsmänner,
Neulinge waren ſichtlich bemüht, den Anſchluß zu finden. Auch
einige Damen von der Feder waren zur Stelle, unſerer Meinung
nach leider zu wenige, da gerade Frauen berufen wären, ihren
Geſchlechtsgenoſſinnen zu erzählen, wie angenehm heute die
Einrichtungen eines Paſſagierſchiffes über die Unbilden einer
Seereiſe hinweghelfen.
Kaum hatten alle Teilnehmer die Hamburg betreten und
ſich die ſchweren, ſeefeſten Türen, wie die Stahltüren eines
Treſors geſchloſſen, als auch ſchon zwei kleine Schlepper ſich
mühten, ihren großen Bruder vom Kai loszuholen. Langſam,
ganz langſam ſetzte er ſich in Bewegung und lief, bald mit
eigener Kraft fahrend, elbabwärts, an dem endloſen Band herr=
licher
Villenvororte Hamburgs entlang. Die Fahrtteilnehmer
ſuchten ſich indes auf dem Schiff zurechtzufinden, was dank der
vielen Hinweiſe im Schiff ſelbſt und der liebenswürdigen Aus=
kunft
der Beſatzung bald gelang. An der Spitze ſtand Kapitän
Gragefs, der allen Eintretenden ein Willkommen an Bord zu=
rief
. Ein kleiner Imbiß wurde bald von dem Trompeter der
Bordkapelle angeblaſen. Man folgte gerne dem Ruf, da der
Hamburger Hafen, ſo leicht niemand ungewaſchen durchläßt.
Nach erfolgter Stärkung folgte der intereſſanteſte Teil der Fahrt:
Rundgang durch das Schiff. Wo ſoll der Berichterſtatter an=
fangen
, wo aufhören? Soll er ein derartiges Schiff mit
ſchwimmendem Palaſt oder als das Grandhotel auf dem
Meer bezeichnen? Nach dem Zertifikat der deutſchen Seebehörde
ſind 1583 Perſonen zugelaſſen, das zeigt wohl am treffendſten,
was hier alles nötig iſt und vorhanden ſein muß, um eine der=
artige
Menge Menſchen 10 Tage lang zu verſorgen. Die Paſſa=
giere
ſind in drei verſchiedenen Klaſſen untergebracht, jede für
ſich ausgeſtattet mit Kabinen, Speiſeſaal, Rauchzimmer, Damen=
zimmer
, Veranda, Promenadedeck uſw. Jede Klaſſe hat ihre
eigene Küche, dazu eine rituelle Küche, eigene Schlachterei,
Bäckerei, Konditorei, Baderäume, in allen Klaſſen, alles nach dem
unvermeidlichen Maßſtab des Geldes abgewandelt, nach Umfang
und Ausſtattung, vom Privatbad der 1. Klaſſe bis zum Brauſe=
bad
der dritten. Den ungewohnteſten Anblick gewährten die
Veranden. Grün und licht in Farben gehalten und ſehr reichlich
mit Blumen ausgeſtattet, bieten ſie bei gutem Wetter einen
angenehmen Aufenthalt in der freien Seeluft. Als neueſte Er=
rungenſchaft
, dem Zeitgeiſt angepaßt, hat die Hamburg außer
dem Turnſaal, der heute ſchon zum ſelbſtverſtändlichen Zubehör
eines Ueberſeedampfers gehört, ein beſonderes Sportdeck. Hier,
auf der höchſten Höhe der Deckaufbauten, können außer den üb=
lichen
Bordſpielen, Ballſpiele aller Art, Tennis, Krocket und
Kegel geſpielt werden. Nach der Führung fand man ſich im
Rauchſalon 1. Klaſſe zuſammen, wo Herr Direktor Sutor von
der HamburgAmerika=Linie einen feſſelnden Vortrag hielt
über die Entwicklung der Schiffe der Hapag vom kleinen Segler
Deutſchland, der vor 80 Jahren zum erſtenmal auslief, bis
zur Hamburg ſelbſt. Insbeſondere ging Redner darauf ein,
was für die Unterbringung und Verpflegung der Paſſagiere je=
weils
vorhanden war. Am Schluß des Vortrages gab er be=
kannt
, daß zum weiteren Ausbau der vielbenutzten und belieb=
ten
Touriſtenfahrten, im kommenden Jahre auch Touriſten drit=
ter
Klaſſe mitgenommen werden ſollen, um ſo weiteſten Kreiſen
die Benutzung dieſer Einrichtungen durch Ermäßigung der
Preiſe zu ermöglichen. Der Abend vereinte die Gäſte der Hapag
mit dem Direktorium, an der Spitze Geheimrat Dr. W. Cuno,
im Großen Speiſeſaal zu einem Diner. Der Oberkoch hatte
offenſichtlich Wert darauf gelegt, zu zeigen, daß man bei der
Hapag gut verpflegt iſt. Das iſt ihm reſtlos gelungen. Beim
Frühſtück des nächſten Tages wurden außer allerlei leckeren und
nahrhaften Frühſtücksgerichten, auch die Speiſekarten der kom=
menden
Tage für alle drei Klaſſen ſerviert, um zu zeigen, wie
reichhaltig und gut die Verpflegung auch außerhalb beſonderer
Feſteſſen an Bord iſt. Während des Diners am Abend ergriff
zuerſt Herr Geheimrat Dr. Cuno das Wort, um die Vertreter der
in= und ausländiſchen Preſſe zu begrüßen. Anknüpſend an ein
Verſprechen, das er vor zwei Jahren den Preſſevertretern ge=
geben
hatte, nämlich, daß die Schiffahrt alle Energie daranſetzen
werde, um wieder aufzubauen, wies er darauf hin, daß die
Hapag ſtatt zwei, nunmehr fünf Dampfer zwiſchen Hamburg
und New York laufen hat, und daß die Geſamttonnage von

433 000 auf 522 000 Tonnen gewachſen iſt. Erſt wieder am An=
fang
einer neuen Entwicklung ſtehend, ſei noch eine ſtarke Zuſam=
menfaſſung
der Arbeit und eine verſtändige Unterſtützung der deut=
ſchen
Preſſe notwendig, um der fremden Konkurrenz, die vielfach
ſtaatlich ſubventioniert iſt, den Kurs zu halten. Der Redner
richtete einen warmen Appell an die deutſche Preſſe, dafür zu
wirken, daß ſich das geſamte Intereſſe des Binnenlandes in
Perſonen= und Frachtfahrten der deutſchen Schiffahrt, einer=
lei
welcher Reederei, bewußt und ungeteilt zuwendet. Sein
Hoch galt der Einheitsfront zwiſchen Preſſe und Schiffahrt. Der
Vorſitzende des Vereins Deutſcher Zeitungsverleger, Herr Kom=
merzienrat
Dr. H. Krumbhaar, dankte für die Worte der Be=
grüßung
. Er feierte die Hapag als älteſte deutſche Schiffahrts=
geſellſchaft
und gedachte ihres geiſtigen Führers Albert Ballin,
der vor faſt genau 40 Jahren in den Dienſt der Hapag getreten
war. Sein Hoch galt der HamburgAmerika=Linie und den
Männern, die an der Spitze des Unternehmens ſtehen. Herr
Chefredakteur J. Landau=Berlin ſprach ſodann als alter Freund
der Hapag und ſchloß ſeine launigen Ausführungen mit einem
Hoch auf den Dampfer Hamburg und die HamburgAmerika=
Linie. Chefredakteur Erich Köhler=Berlin ſchloß die Reihe der
Redner mit einem Hoch auf Deutſchland. Im Anſchluß an das
Diner erging man ſich auf dem Promenadedeck, um das nächt=
liche
Kuxhaven zu beſehen, wo der Dampfer inzwiſchen angelangt
war, oder um ſich den neueſten Film der Hapag=Filmabteilung:
Der Schrecken des Meeres anzuſehen. Alle neuen Dampfer
ſind mit Bordkinos ausgeſtattet. In den Geſellſchaftsräumen
iſt die weiße Leinwand geſchickt in der Vertäfelung der Wand
eingebaut. Zur Unterhaltung der Paſſagiere werden hier täg=
lich
geeignete Filme vorgeführt. Jede Klaſſe hat ihre eigene
Vorführungsgelegenheit. Bald vereinigten ſich wieder die Gäſte
im Rauchzimmer mit ihren Gaſtgebern, um bei freigebigſter
Bewirtung und ſcherzhaften Vorträgen aus den Kreiſen der
Kollegen bis zur ſpäten Nachtſtunde zuſammen zu ſein. Das
Programm gebot um 1 Uhr: Ruhe im Schiff Nach den An=
ſtrengungen
der Reiſe und denen des Tages ſelbſt war man ſo
recht in Stimmung, die herrlichen Betten, nicht Kojen, der
1. Klaſſe auszuproben.
Das Frühſtück brachte am nächſten Morgen, außer einer
kräftigen Stärkung zu weiteren Taten, als kleines zeitungstech=
niſches
Meiſterſtück die Bordzeitung, die über Nacht funkentele=
graphiſch
aufgenommen und gedruckt wurde. Man konnte da
beiſpielsweiſe leſen, daß Rademacher nach England eingeladen
iſt und ähnliche Neuigkeiten. Außenbords hatte ſich inzwiſchen
reges Leben entwickelt. Die letzten Vorbereitungen zur Abreiſe
des Dampfers Hamburg von Cuxhaven nach dem fernen
New York wurden getroffen. Die Koſtprobe von dem Schiffs=
leben
, die man der Preſſe verabreicht hatte, wurde abgelöſt durch
die rauhe Wirklichkeit auswandernder Landeskinder. Einen
großen Bruchteil der an Bord Gehenden ſtellten außerdem die
Amerikaner, die teils zum Beſuch ihrer ehemaligen Heimat, teils
zum Aufſuchen von Vergnügungs= oder Heilſtätten nach Europa
herübergekommen waren. Ein überaus feſſelndes Bild bot dieſer
endloſe Zug von über 1000 Reiſenden. Menſchen aller Klaſſen
und Stände zogen an dem aufmerkſamen Beſchauer vorüber.
Vom engliſchen Lord bis zum polniſchen Arbeiter, vom welt=
erfahrenen
Yankee bis zum blutjungen deutſchen Kaufmanns=
lehrling
waren alle Schattierungen zu ſehen. Alle mußten ſie
den Laufſteg paſſieren, an deſſen Landſeite der Zahlmeiſter mit
ſeinen Getreuen genaue Wache hielt und jeden nach Fahrſchein
und Arztkarte fragte. Nach und nach füllten ſich die Decks immer
mehr mit tücherſchwenkenden Reiſenden und die Ufertreppe mit
Zuſchauern und Anverwandten, die noch auf einen letzten Zu=
ruf
oder Blick harrten. Planmäßig um 11.30 Uhr wird die letzte
Troſſe losgeworfen, und das Schiff läuft mit dem einſetzenden
Ebbeſtrom hinaus in die freie See. Auch die beobachtenden
Preſſevertreter wenden ſich und fahren mit einem Sonderzug
nach Hamburg zurück. Hier warteten ſechs große Geſellſchafts=
autos
und brachten alle Teilnehmer nach dem Ulenhorſter Fähr=
haus
, wo ein warmes Frühſtück die Gäſte zum letzten Male ver=
einte
. Mit einem freudigen Händedruck, der Dank und den
Wunſch des Wiederſehens in ſich ſchloß, ging man in Gruppen
und einzeln auseinander, nicht ohne vorher von dem Gaſtgeber
durch den Mund des Herrn Geheimrats Dr. Cuno gehört zu
haben, daß im Intereſſe der Förderung der Einheitsfront zwi=
ſchen
Preſſe und Schiffahrt, derartige Beſichtigungsfahrten zu
einer jährlich wiederkehrenden Einrichtung werden ſollen.
Es gehört zwar zum ausgeſprochenen Handwerk einer Ree=
derei
, daß ſie die Beförderung größerer Perſonengruppen leiten
kann, aber trotzdem kann ein kritiſcher und verwöhnter Fahrt=
teilnehmer
nicht ſeinen Bericht ſchließen, ohne hervorgehoben zu
haben, daß die Leitung der Preſſefahrt ganz vorzüglich gearbeitet
hatte. Das Verdienſt und der Dank der Preſſe gehört deswegen
in erſter Linie dem Leiter der Preſſeabteilung der Hapag, Herrn
Dr. Sattelmair. Unermüdlich war er bereit, Antwort zu geben
und Auskunft zu erteilen.

Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 15. Auguſt. 7: Uebertr. des Glöckengeläutes der
Frankf. Kirchen und der Poſaunenchöre anl. der Brückenweihe. O 8:
Morgenfeier, veranſtaltet von den Geſangschöern der 1. Methodiſten=
Gemeinde. O 11: Uebertr, vom Feſtplatz am Main. Die Ein=
weihungsfeierlichkeiten
der neuen Mainbrücke: Weiherede Oberbürger=
meiſter
Dr. Landmann. Chöre der Geſangvereine Arbeiter=Union
und Frankfurter Sängerbund. Konzert des Frankf. Harmonieorch.
O 2: Uebertr. Caſſel: Göttinger Zitherklub. Edelweiß Zither=
quartett
Streichzither und Glocke, ſowie Zitherſoliſt Fritz Körber.
O 3: Märchentante. Nordiſche Volksmärchen: König Lindwurm.
Knös (für Kinder vom 4. Jahre ab). O 4: Uebertr. vom Renn=
platz
in Niederrad. Rennen um den Preis der alten Brücke. Hin=
denburg
=Jagdrennen. O 7: Zur Einweihung der neuen Brücke:
Paläophron und Neoterpe (Die alte und die neue Zeit), Feſtſpiel
von Goethe. O 8.30: Die Söhne Bachs, dritter Abend. Johann
Chriſtoph Friedrich Bach (17321795). Sonate (Trio) in C=dur
für Pianoforte Flöte und Violine. Die Amerikanerin, ein
Kreis von fünf Liedern für eine Singſtimme und Streichorcheſter.
Sonate in C=dur für Klavier zu vier Händen. Septett fün
Oboe, zwei Hörner, Violine, Bratſche, Violonecll und Pianoforte.
Frau Elſe Liebhold (Sopran), Dr. R. Merten und Erich Kohlhöfer
(Flügel). O 9.30: Uebertr. Caſſel Klavierabend des Prof. O. V.
Maekel, Wiesbaden. Mozart: Sonate in A=dur, Themen mit Varia=
tionen
. Lully: Gavotte. Ph. E. Bach: Rondo H=moll.
Rameau: Die Henne. Haydn: Variationen F=Moll. Mendels=
ſohn
: Rondo cappriccioſo op. 14. Impromptu B=dur. Schu=
bert
=Liſzt: Ständchen; Erlkönig. O. Anſchl. bis 12: von Berlin=
Tanzmuſik.
Stutigart.
Sonntag, 15. Auguſt. 11.30: Muſikaliſche Morgenfeier. Mitw.3
Eliſabeth Schlotterbeck, Geſang; H. Weil, Cello. O 3: Rudolf Greiz'
(zum 60. Geburtstag). Vortr.: Heinz Neuberger. O 3.30: Funk=)
heinzelmann von der Funkſtunde Berlin. Anſchl.: Heiterer Sonn=
tagnachmittag
. Leitung: C. Struve. Mitw.: Gerda Hanſi, Käte
Mann F. Tachauer als Gaſt Funkorch. Browning: Hands upd
Gilbert: Walzer aus Die keuſche Suſanne‟. Boieldieu: Ouv=
Die weiße Dame‟. Heitere Lieder. Humperdink: Fant.
Hänſel und Gretel, Fritz Tachauer (mit eig. humoriſt. Reper=
tofr
). Popy: Ballett=Suite. O. 6.15: Heinz Neuberger: Frän=
kiſche
Literatur. O 6.45: Dr. Gottſchalk: Verlobung und Ehe=
ſchließung
in der deutſchen Rechtsgeſchichte. O 7.15: Dr. Olga.
Stieglitz: Nachſchaffen und Genießen der Tonkunſt. O 8: Bunter
Abend. Leitung: Max Heye. Mitw.: Eliſabeth Schlotterbeck=
Textor, Käte Mann, Gerda Hanſi, Hilde Binder, Adolf Harlachei)
Karl Rebſtock, Hans Hanus, Funkorch. 24 verſch. Darbietungen.
Berlin.
Sonntag, 15. Auguſt. 6.30: Frühkonzert des Muſikkörps De2
3. (Preuß., Nachr.=Abt. (Potsdam). Leit.: Obermuſikm. Harmenst
9: Morgenfeier. O 11.30: Kapelle Davydoff. Die Tage unſeres
Lebens, Marßh. Solo aus dem Ballett Fiametta‟. Dubi=
nuſchka
, Volkslied Andreeff: Valſe Faun. Zigeunerin
Maſcha. Maſſenet: Elegie Kasbek, kaukaſiſches Lied.
Zwei ruſſiſche Romanzen. Katſcher: Ich fahr auf 14 Tag; nach
Swinemünde. Vardner: Mutti, der Mann, der will was von
mir. Calſon: Gib mir dein Wort, Boſton. Rapee u. Heimann:
Ach du! Foxtrot=Lied. Bryan: Foxtrot. Davydoff: Tangos
Kalman: Comin home, Foxtrot. O 3: Diplom=Landwirt Bohne:
Die Bedeutung des Saatgutes für die Ernteſteigerung. O 3.30:
Funkheinzelmanns neue Märchen: Funkheinzelmann in den Bergen
Von Hans Bodenſtedt. O 5: Aus dem Biedermeier. Einl. Worte
Dr. Manz. Ein Geſpräch zwiſchen Tante und Nichte aus dem
Volksſtück mit Geſang Der Stralauer Fiſchzug, von Julius von
Voß (erſte Aufführung 1821 mn Berlin). Vier Lieder (Klara Brat,
Laute) und 16 weitere Darbietungen. O 7: Dr. Volz: Das ſchönd
Baden, O 7.25: Einf zu der Uebertragung aus der Staatsoper
am 16. Auguſt. O 7.55: Dr. Hirſchberg: Goethe und Beethoven
(2. Teil). O 8.30: Was Berlin ſingt und geſungen hat. Wie
ſchön war’s doch in früherer Zeit am grünen Strand der Spree.
Seemannslos, Lied (Alexander Fleßburg, Tenor, Trio Kauffman)
Langer: Großmütterchen, Ländler. (Charlotte Freyer, Sopran.)
Zwei Lieder (Alexander Fleßburg, Trio Kauffman). Ich habz
einen Gärtner für mich ganz allein (Charlotte Freyer, Alexander
Fleßburg, Trio Kauffman) und 15 weitere Darbietungen. O 10.303
Tanzmuſik (Kapelle Kermbach).
Stettin. 9: Morgenfeier. Präludium. Bibelrez. Paſtoc
Langkutſch. J. S. Bach: Andante (Dr. Ivers, Violine).
Cornelius: Heilige Liebe, flammend Herz (Heinrich Ludwig, Tenor)
Anſprache des Herrn Paſtor Laſtowsky. Bach: Largo (Dr.
Ivers). Mendelsſohn: Sei ſtille dem Herrn (Ludwig). Paſtorz
Langkutſch. Schlußchoral. Am Flügel und Harmonfum: Ober=
organiſt
Labes. O 8.30: Konzert. Beethoven: Trio B=dur. (Stett!
Trio.) Weber: Arie der Agathe aus Der Freiſchütz (Elfriede
Bautz=Gehrmam vom Stadtth. Stettin, Sopran). Mozart: Bei
Männern, welche Liebe fühlen, Duett a. Die Zauberflöte, Reich
mir die Hand, mein Leben. Duett aus Don Juan (Elfriede
Bautz=Gehrmann und H. W. Bachmann vom Stadtth. Stettin;
Bariton). Verdi: Credo aus Othello (Bachmann). Leon=
cavallo
: Bajazzo. Am Flügel H. Scheibenhofer.) Schubert:
Moment muſical. Brahms: Ungariſche Tänze. Joh. Strauß:
Du und Du Walzer. Noack: Schmetterlings=Interm. dElveſta:
Florida=Tango. Micheli: Valencia.

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VI. 10790

[ ][  ][ ]

Seite 8

Sonntag, den 15. Auguſf 1926

Nummer 225

Reich und Ausland.
Eröffnung der Deutſchen Photographiſchen Ausſtellung.
WSN. Frankfurt a. M. Am Freitag fand hier durch die Preſſe
eine Vorſchau der Deutſchen Photographiſchen Ausſtellung ſtatt. In
dem Haus der Moden ſind ſämtliche Räume von der Ausſtellung be=
ſetzt
, und die Fülle des Gebotenen iſt geradezu erdrüchend. Faſt alle
großen deutſchen Firmen der Optik ſind vertreten. Große Maſchinen
zeigen die verſchiedenen Druckſyſteme in Tiefdruck und dergleichen ein=
zelner
Illuſtrierter Zeitſchriften. Auch die neueſte Errungenſchaft, die
Bildübertragung, iſt vertreten. Aeußerſt intereſſant iſt die hiſtoriſche
Darſtellung der Photographie, die mit einer Zeitſchriftenſammlung ver=
bunden
iſt. Reproduktionstechnik iſt ebenfalls äußerſt zahlreich vertre=
ten
. Großes Intereſſe findet die Ausſtellung des Prof. Popp an der
hieſigen Univerſität. Hier zeigt ſich, was die Phtographie alles im
Kampf gegen das Verbrechertum leiſtet. Eine äußerſt ſchöne Samm=
lung
von Sternphotographien iſt ebenfalls geboten. Wohl einzig=
artig
iſt die Brieftaubenphotographie, die zeigt, wie durch eine mecha=
miſche
Vorrichtung der Apparat am Hals der Brieftaube vermag, Bil=
der
von der Luft aufzunehmen. Auch Aufnahmen vom Flugzeug und
Zeppelin ſind vertreten. Die Elite der Berufsphotographie iſt durch
38 photographiſche Abteilungen vertreten, die wohl Einzigartiges und
Schönes bietet. Ein Film, der das Werden und Vergehen der Pflanze
darſtellt und zu deſſen Herſtellung nicht weniger als vier Jahre er=
forderlich
waren, und der von der badiſchen Amilin= uned Sodafabrik
hergeſtellt worden iſt, ſchloß den Rundgang. Es ſei nochmals betont,
daß ſich hier das Beſte, was die deutſche photographiſche Induſtrie zu
bieten vermag, vereint. Am Samstag, den 14. Auguſt, vormittags
11 Uhr, begann die offizielle Eröffnung.
Verhafteter Mörder.
fm. Freiburg. Der an den Anſchlagſäulen ausgeſchriebene
Mörder Otto Klein, iſt in der württembergiſchen Oberamtsſtadt Waib=
lingen
verhaftet worden. Seine Geliebte, die aus der dortigen Gegend
ſſtammt, wurde ebenfalls feſtgenommen ud der Staatsanwaltſchaft in
Augsburg zugeführt. Klein hat, wie ſeinerzeit gemeldet, in Biſchofsried
am Ammerſee (Bayern) den Gutspächter Blau erſchoſſen und iſt dann
flüchtig gegangen. Wie feſtſteht, hielt er ſich während ſeiner Flucht in
Menzenſchwand im Feldberggebiet auf. Am 2. Auguſt wurde er auch
ſiu Freiburg geſehen.
Zu dem Baudarlehnsſchwindel in Lörrach.
fm. Vörrach. Zu dem von uns berichteten Baudarlehnsſchwindel
wird ſeitens der Stadtverwaltung noch folgendes mitgeteilt: Baudar=
lehen
wurde ſeinerzeit gewährt zur Erſtellung eines Dreifamilienwohn=
hauſes
. Die Auszahlung erfolgte in 21 Teilzahlungen, jeweils im
Werhältnis zum Baufortſchritt. Der Bau war bei der letzten Teilzah=
lung
im Rohbau fertig, auch waren die Gipſerarbeiten zu Dreiviertel
fertiggeſtellt. Die Arbeiten ohne das 11,35 Ar große Baugrundſtück
hatten nach genauer Berechnung einen weit höheren Wert, wie die aus=
bezahlten
Baudarlehen. Die Stadt hat 1. Hypothek und erleidet keinen
Aiusfall. Tatſache iſt, daß einer der beiden Eigentümer, Architekt Eble,
nach unbekanntem Orte verzogen iſt. Die Stadt hat ſich jedoch aus
deſſen Vermögen neben der eingetragenen Hypothek für den weiteren
Ausbau einen Barbetrag von 4000 RM. noch geſichert, ſo daß ein Scha=
den
für die Stadtverwaltung nicht eingetreten iſt.
Erkrankung infolge Kaugummigenuſſes.
Im. Landau. Ein zwei Jahre altes Kind war dieſer Tage bedenk=
lich
erkrankt, und zwar unter Krankheitserſcheinungen, welche dem be=
handelnden
Art rätſelhaft waren. Das Kind wurde in das hieſige
Winzenzſtift gebracht, wo eine Röntgendurchleuchtung vorgenommen
wurde. Die Unterſuchung ergab einen merkwürdigen Krankheitsbefund:
die Magenwände des Kindes waren teilweiſe zuſammengeklebt,
und zwar durch den übermäßigen Genuß von Kaugummi, welchen
das Kind nicht gekaut, ſondern wahrſcheinlich ganz hinuntergeſchluckt
hatte. Es mußte ein operativer Eingriff vorgenommen werden, nach
deſſen günſtigem Verlauf ſich das Kind jetzt wieder auf dem Wege der
Beſſerung befindet.
Tödlicher Verkehrsunfall.
fm. Kaiferslautern. Der 24jährige Bahnarbeiter Fritz
Heidemann fuhr von ſeiner Arbeitsſtelle auf dem Rad nach Eſelsfürth,
wo er wohnt. Auf der Kaiſerſtraße, in der Nähe des Bahnwärter=
häuschens
, begegnete ihm gegen 7 Uhr ein ſchwerbeladenes Holzfuhr=
werk
. Die Pferde des Fuhrwerks waren anſcheinend durch einen vor=
überfahrenden
Zug ſcheu geworden, wobei das Fuhrwerk quer über die
Straße zu ſtehen kam. Bei dem Verſuch, auszuweichen, kam Heidemann
anglücklicherweiſe unter den Wagen und wurde überfahren. Die Räder
gingen dem jungen Manne über die Bruſt. Der Bruſtkorb wurde ein=
gedrückt
, ſo daß der Tod auf der Stelle eintrat.
Ein weiteres Todesopfer der Eiſenbahnkataſtrophe
von Langenbach.
TU. München. Die Eiſenbahnkataſtrophe bei Langenbach hat ein
weiteres Todesopfer gefordert. In der Nacht zum Samstag iſt im
Freiſinger Krankenhaus die ſiebenjährige Johanna Buchner geſtorben,
ſo daß ſich die Zahl der Toten auf zwölf erhöht hat. Der ſchwerver=
letzte
Konrad Lehner aus Nürnberg ſchwebt in ſchwerer Lebensgefahr.
Am Freitag wurden noch einige Verletzte in die Krankenhäuſer von
Freiſing und Moßburg eingeliefert, darunter eine ſchwerverletzte Dame
namens Liſelotte Schacher, geb. v. Nordheim aus Erfurt, die eine
ſchwere Gehirnerſchütterung erlitten hat.
Zwei Todesurteile vollſtreckt.
TU. Stertin. Samstag früh ſind im Hofe der Strafanſtalt in
Stargard die Arbeiter Albert Spieß und H. Grundriß hinge=
richtet
worden. Beide waren am 30. Januar d. J. wegen gemein=
ſchaftlichen
Mordes, den ſie in Sallentin an dem Rechnungsführer Leo
Virchow und an dem Viehhändler Emil Kogge aus Pyritz begangen
hatten, zum Tode verurteilt worden.
Schwerer Unfall beim Rheinbrückenbau.
TU. Duisburg. Am Freitag ereignete ſich beim Bau der neuen
Eiſenbahnbrücke über den Rhein bei Hochfeld ein ſchwerer Unglücksfall.
Bei der Ausführung der Betonarbeiten brach ein Gerüſt, auf dem
ſich ſechs Arbeiter befanden. Sie ſtürzten vier Meter in die Tiefe.
Drei von ihnen wurden ſchwer verletzt ins Krankenhaus ein=
geliefert
. Einer von ihnen hat ſich einen Wirbelſäulenbruch zugezogen
und ſchwebt in Lebensgefahr.
Drei Bergleute tödlich verunglückt.
Berlin. Nach einer Blättermeldung aus Gladbeck wurden
auf der Zeche Graf Moltke IIIIV drei Bergleute durch niedergehende
Geſteinsmaſſen getötet. Alle drei ſind Familienväter.
Die Exploſionskataſtrophe auf der Donauinſel Cſepel.
Eine amtliche Erklärung der Budapeſter Regierung.
EU. Budapeſt. In einer Erklärung des ungariſchen Innen=
miniſters
zu der Exploſionskataſtrophe auf der Donquinſel Cſepel wird
mitgeteilt, daß die Exploſion durch Selbſtentzündung hervorgerufen
ſei. Die Vermutung, daß ein Anſchlag vorliege, habe ſich nicht be=
ſtätigt
. Der Zuſtand der Verwundeten gebe zu Beſorgniſſen keinen
Anlaß mehr. Gegenüber Gerüchten, wonach die Kontrollkommiſſion der
Entente infolge der Exploſionskataſtrophe in Budapeſt Schritte unter=
nehmen
wolle, wird an maßgebender Stelle erklärt, daß Ungarn die
Beſtimmungen des Friedensvertrages in jeder Beziehung erfüllt habe.
In der Fabrik ſei nur ſo viel Munition erzeugt und aufbewahrt wor=
den
, wie nach dem Friedensvertrag zuläſſig war. Die interalliierte
Kontrollkommiſſion ſei über die Fabrikation in den Cſepeler Anlagen
genau informiert.
100 neue Millionäre über Nacht.
TU. London. In New York ſchätzt man, daß durch die Ankün=
digung
eines fünfzigprozentigen Bonus auf die Aktien der General=
Motors=Corporation über Nacht etwa 100 neue Millionäre entſtanden
ſind. Der Bonus repräſentiert ein Geſchenk an die Aktienbeſitzer in
Höhe von 2 400 000 000 Mark. In London ſagt man, das ſei die größte
Melone, die jemals in der Geſchichte der amerikaniſchen Börſe geſchnit=
ten
worden ſei.
Ein ſchweres Unwetter über New York.
EP New York. Freitag nachmittag tobte über New York ein
äußerſt heftiger Sturm, der 70 Minuten anhielt. In dieſer Zeit
fielen 3,24 Zoll Waſſer, was man in New York noch nicht erlebt hat.
Alle Straßen waren förmlich überſchwemmt. Das Waſſer drang nicht
nur in die Keller, ſondern auch über die Treppen in die Untergrund=
bahn
. Während mehrerer Stunden war der Straßenverkehr vollſtändig
unterbrochen. Da das Gewitter, um 5 Uhr nachmittags ausbrach,
waren Tauſende von in New York Beſchäftigten verhindert, in ihre
Vorſtadtwohnungen zurückzukehren und gezwungen, in New York zu
übernachten. Zwei Perſonen wurden getötet und 50 verletzt.
Ein Mann wurde vom Blitz auf der Straße erſchlagen, ein anderer
fiel ans dem dritten Stock auf die Straße. Der Blitz hat in 32 Häuſer
eingeſchlagen und 12 Brände verurſacht. Der Schaden wird auf eine
Million Dollar geſchätzt.

Rätſelhafter Selbſimord einer Schauſpielerin.

Marietta Selma Wolf.
Die Berliner Schauſpielerin und Modekünſtlerin Marietta
Wolf iſt Mittwoch früh in ihrer Villa in Berlin=Dahlem tot
aufgefunden worden. Die eigenartigen Umſtände des Todesfalls
laſſen darauf ſchließen, daß die Schauſpielerin im Kokainrauſch
Selbſtmord begangen hat. Marietta Wolf führte ſeit Jahren
ein höchſt abſonderliches Leben. Die Villa, die ihr langjähriger
Freund im Frühjahr dieſes Jahres für ſie in Dahlem auf zehn
Jahre gepachtet hat, ließ ſie nach eigenen Plänen und mit rie=
ſigen
Koſten in eine regelrechte Feſtung umbauen. Die meiſten
Türen und Fenſter mußten vermauert werden, ſo daß faſt alle
Räumlichkeiten der Villg in tiefes Dunkel gehüllt waren.
Die Burgruine Schreckenſtein den
Touriſten übergeben.

Blick auf die Burgruine Schreckenſtein bei Auſſig.
Die vor einiger Zeit vom tſchechiſchen Staate in Beſitz ge=
nommene
berühmte Burgruine Schreckenſtein iſt jetzt an den
Tſchechiſchen Touriſtenklub auf 50 Jahre verpachtet worden. Der
Klub mußte ſich verpflichten, für die einwandfveie Inſtandhal=
tung
der durch das Bild Richters berühmten romantiſchen Stätte
zu ſorgen.

Geſchäftliches.

Die Kaliſalze ſind in verſchiedener Form und Zuſammen=
ſetzung
zu haben. Welche man nun z. B. zu Getreide anwendet, hängt
vor allem von den Bodenverhältniſſen ab. Auf leichten Böden wird
man 6 bis 12 Doppelzentner Kainit, auf mittleren Böden 6 bis 10 Dop=
pelzentner
Kainit oder 2 bis 4 Doppelzentner 40proz. Kalidüngeſalz
und auf den beſſeren Böden 2 bis 3 Doppelzentner 40proz. Kalidünge=
ſalz
je Hektar verwenden. Alle Kaliſalze ſind möglichſt frühzeitig aus=
zuſtreuen
. Die Kainitdüngung ſoll ſpäteſtens 3 Wochen, die Düngung
mit 40proz. Kalidüngeſalz ſpäteſtens 2 Wochen vor der Ausſaat er=
folgen
. Zur Frühjahrsbeſtellung können beide Salze mit beſtem Erfolg
ſchon im Herbſt oder im Laufe des Winters auf den Acker gebracht
werden.

Die Firma Karl Herzberger, Darmſtädter Buch= und
Zeitſchriftenvertrieb, Karlsſtraße 39, hat ihr Geſchäftslokal neuzeitlich
umgeſtaltet in eine ausgeſprochene Frauen=Buchhandlung, und daſelbſt
eine beſondere Abteilung für Schmittmuſter eingerichtet. In einem
eigens für dieſen Zweck geſchaffenen, abgetrennten Raum iſt der Damen=
velt
Gelegenheit geboten, ſich an Hand von Vorlagen die gewünſchten
Schnitte bequem und in Ruhe auszuwählen, und auch gleich zu erwer=
ben
, da ein vollſtändiges Lager unterhalten wird. Man wolle bitte
die diesbezügliche Anzeige in dieſer Nummer des Blattes beachten.

Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
Vierter Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung
vom 13. Auguſt fielen: 2 Gewinne zu 10000 Mk. auf Nr. 147 743;
4 Gewinne zu 5000 Mk. auf. Nr. 72877, 244262; 6 Gewinne zu
3000 Mk. auf Nr. 21 931, 91199, 185 724; 16 Gewinne zu 2000 Mk.
auf Nr. 35 132, 39 457, 66 285, 126 479, 160 221, 240 635, 254 936,
292 077; 40 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 50 327, 73 076, 77 997,
89 421, 120 527, 125 268, 136 046, 138 906, 164 216, 165 489, 166 809,
183 972, 193 334, 212315, 25 244, 221 382, 254 394, 258 332, 277 718,
295 734; ferner wurden gezogen: 92 Gewinne zu 500 Mark und
200 Gewinne zu 300 Mark. In der Nachmittags=Ziehung
fielen: 10 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 27 766, 40 954, 58 736, 172 745,
267 81: 20 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 36 376, 60 221, 69 984,
108 945, 148 930, 196 231, 210 920, 243 984, M1869, 299 017;
30 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 12563, 43 167, 44 250, 60 665,
85 238, 127 103, 134 179, 173 689, 196 868, 202264, 210 708, 27 826,
264 514, 273 266, 289 130; ferner wurden gezogen 58 Gewinne zu
500 Mark und 206 Gewinne zu 300 Mark. Im Gewinnrade
verblieben: 2 Prämien zu je 500 000, 2 Gewinne zu je 500 000,
2 zu je 300 000, 2 zu je 200 000, 2 zu je 100 000, 4 zu je 75 000, 4 zu je
50 000, 10 zu je 25 000, 52 zu je 10000, 92 zu je 5000, 290 zu je 3000,
464 zu je 2000, 1080 zu je 1000, 2840 zu je 500, 6764 zu je 300 Mark.

Wetterbericht.
Wettervorherſage für Montag, den 16. Auguſt 1926.
(Nach der Wetterlage vom 14. Auguſt 1926.)
Die Wetterlage zeigt noch keine Anzeichen für Beſtändigkeit. Star=
ker
Druckfall oſt= und ſüdwärts der britiſchen Inſeln kennzeichnet die
Zugrichtung eines mit ſeinem Kern im Nordmeer gelegenen Wirbels,
deſſen Regenzone ſchon den Kontinent erreicht hat.
Die Heſſ. Wetterdienſtſtelle.

Ein Jahr ökumeniſche Bewegung.
Eine Unterredung mit Erzbiſchof Soederblom.
Auf der Weltkonferenz der chriſtlichen Jugend in Helſingfors hatte
ein Vertveter des Evangeliſchen Preſſeverbandes für
Deutſchland Gelegenheit, mit Erzbiſchof D. Dr. Soeder=
blom
=Upſala zu ſprechen und ihn über die Entwicklung der ökumeniſch=
kirchlichen
Arbeit ſeit der Stockholmer Weltkonferenz zu befragen. Die
Aeußerungen Soederbloms, des bekannten Führers der mit Stockholm
verbundenen ökumeniſchen Bewegung, ſind um ſo bedeutſamer, als ſie auf
die unmittelbar bevorſtehende Tagung des Stockholmer Fortſetzungs=
ausſchuſſes
in Bern ein intereſſantes Bild werfen.
1. Auf die Frage, worin er hauptſächlich den Fortſchritt und
die Auswirkungen der ökumeniſchen Bewegung ſeit
Stockholm ſehe, führte der Erzbiſchof etwa folgendes aus:
Das Jahr nach der Stockholwer Weltkonferenz iſt hauptſächlich da=
durch
gekennzeichnet, daß die dort behandelten Probleme den Ausgangs=
punkt
für eine großzügige ausgedehnte, öffentliche
Diskuſſion bildeten. Ueberall in der Welt hat man ſich mit dieſen
Fragen beſchäftigt, durch die Stockholmer Tagung wurden ſie überhaupt
erſt in das Bewußtſein der breiten Oeffentlichkeit getragen. Ein be=
kannter
engliſcher Nationalökonom, den ich vor kurzem auf einer Reiſe
durch England traf, äußerte mir gegenüber, die Weltkonferenz von
Stockholm habe viele Fragen angeregt, ſie habe den geſamten Kirchen der
Erde ſo viel zu ſagen, daß man Jahre gebrauchen werde, um die dort
berührten Fragen durchzuarbeiten und in öffentlicher Diskuſſion zu
klären.
Als die Zentralfrage der geſamten Erörterungen bezeichnete der Erz=
biſchof
die Frage nach dem Reiche Gottes. Vor der Stockholmer
Konferenz ahnten nur wenige, daß ſich alle anderen Fragen in dieſem
Punkte konzentrieren würden. Stockholm hat die Wichtigkeit des Reich=
Gottes=Problems den Kirchen ins Gewiſſen geſchoben, ihre unabweisliche
Aufgabe iſt es, auch in der Oeffentlichkeit das Verſtändnis dafür zu
wecken und zu fördern.
Ich komme ſoeben von der Univerſität Dublin, an der ich Vorleſun=
gen
über Luther gehalten habe, ſie ſind zugleich eine Vorbereitung auf
ein Lutherbuch, das ich demnächſt in engliſcher Sprache veröffentlichen
werde. Der Sinn meiner Vorleſungen war der, die große und tiefe Er=
kenntnis
Luthers und der Reformation vom Reiche Gottes der angli=
kaniſchen
Welt nahe zu bringen. Und ich habe dort großes Verſtändnis
für die Werte der beutſchen Reformation gefunden. Soederblom verweiſt
dabei auf das bedeutſame Werk eines Engländers über die Stockholmer
Konferenz, in dem der Anteil der Lutheraner an den Verhandlungen ſehr
verſtändnisvoll gewürdigt und Luther als eine Art von Baß in der
Harmonie der Kirchen gewertet werde.
Zuſammenfaſſend bemerkte Söderblom, das Jahr nach Stock=
holm
ſei zwar nicht reich an äußeren, greifbaren Erfolgen, aber in
ſolchen Dingen dürfe man nicht mit gewöhnlichen Maßſtäben meſſen.
2. Was erwarten Sie von der Berner Tagung des
Stockholmer Fortſetzungsausſchuſſes?
Auf dieſe Frage ging Erzbiſchof Soederblom beſonders ausführlich
ein. Er verwies zunächſt auf die Arbeit der Kommiſſionen, an der er
ſelber leider nur ſehr wenig habe teilnehmen können.
Einer der Hauptverhandlungsgegenſtände wird in Bern das inter=
nationale
ſozial=ethiſche Forſchungsinſtitut ſein,
deſſen Gründung auf der Stockholmer Konferenz von Biſchof Billing
Schweden angeregt und von Prof. Ditius=Berlin, dem Vorſitzenden
der dann dafür eingeſetzten Kommiſſion, ſehr entſchieden unterſhützt
wurde. In der Frage der Ausgeſtaltung dieſes Inſtituts ſtehen ſich zwei
Anſichten gegenüber. Die einen möchten ein Informationsbüro für die
breite Oeffentlichkeit mit mehr propagandiſtiſcher Tendenz ſchaffen. Die
andere Auffaſſung und ihr ſcheint Soederblom zuzuneigen iſt die,
daß hier mit aller Gründlichkeit ein Werk geſchaffen werden ſoll, an dem
alle ernſthaft intereſſierten Perſönlichkeiten mitarbeiten können. Das
Inſtitut ſoll gewiſſermaßen ein Zentrum werden, in dem die theoreti=
ſchen
Grundlagen der ökumeniſch=kirchlichen Arbeit von Männern der
Wiſſenſchaft in gründlichem Studium erarbeitet werden. Es fehlt uns, ſo
meinte Soederblom, noch viel an der theoretiſchen Baſis unſerer Be=
wegung
; die Idee der ſozialen Wirkſamkeit der chriſtlichen Kirche müißte
z. B. noch viel gründlicher herausgeſtellt werden.
3. Wie beurteilen Sie die Ausfichten der Kriegs=
ſchuldfrage
?
Auch bei dieſer Frage, die bekanntlich gleichfalls den Stockholmer
Fortſetzungsausſchuß auf ſeiner Berner Tagung beſchäftigen wird, ver=
wies
Erzbiſchof Soederblom auf die gründliche Vorarbeit der Kom=
miſſionen
, u. a. des Sonderausſchuſſes, der unter dem Vorſitz des Eng=
länders
Garvie ſteht. Insbeſondere ſprach er ſeine Anerkennung aus
für die überaus feine und taktvolle Weiſe, mit der die deutſche Dele=
gation
, an ihrer Spitze Präſident Kapler=Berlin, dieſe heikle Frage
behandelt hätten. Zwar werde dieſe Frage gewiſſe Schwierigkeiten be=
reiten
, aber dieſe ſeien ſicherlich zu löſen, wenn man
auf allen Seiten völlig loyal ſei. Schließlich ſind wir, ſo
ſchloß Soederblom, eine kirchliche Organiſation und können eine politiſche
Frage nicht aus der Welt ſchaffen.
4. Zum Schluß äußerte ſich der Erzbiſchof eingehend über die mit der
ökumeniſchen Arbeit eng zuſammenhängende Frage der Stellung des
Chriſtentums im öffentlichen Leben.
Es iſt auffällig, mit welch feinem Verſtändnis die Frage nach der
tiefen Wirklichkeit des Chriſtentums gerade von ganz einfachen Menſchen
aufgenommen wird, von Bauern, Tagelöhnern, beſonders auch in der
Arbeiterwelt. Dieſe Menſchen haben oft ein feines Gefühl für das, was
Chriſtentum heißt.
Auf der anderen Seite aber ſind es die ihrer Verantwortung im
öffentlichen Leben bewußten Staatsmänner, die im Chriſtentum die
einzige Macht ſehen, die uns helfen kann. Soederblom erinnerte dabei an
Männer, wie den früheren deutſchen Reichskanzler Dr. Luther, an
den engliſchen Arbeiterführer Mac Donald, an den amerikaniſchen
Politiker Hoover. Alle dieſe Männer empfänden aufs tiefſte ihre
Verantwortung als Chriſten im öffentlichen Leben, Soederblom verwies
ferner auf die führenden Juriſten der großen Staaten: Reichsgerichts=
präſident
Dr. Simons, Lord Parmoor=England, Frhrr. Marks
von Württemberg und Hamarſkjöld in Schweden.
Für alle dieſe Männer, die im öffentlichen Leben eine einflußreiche
Stellung haben, die keine Geiſtlichen oder Prieſter ſind, liegt im Chriſten=
tum
die einzige Hoffnung. Es iſt dieſe Tatſache, ſo ſchloß Soederblom,
ines der verheißungsvollſten Zeichen für die Zukunft der ökumeniſchen
Bewegung. Wir brauchen nicht zu verzweifeln, wenn wir ein ſolches
Echo in der Oeffentlichkeit finden.

nicht mehr die Hölle.
sondern ein Fest,wenn
Sie
D. Thompsons
Seifenpulven
verwenden.
Es wäscht mükelos
-und ohne Reiben
NBurch ein viertelstür-
diges
kochen die
Mäsche schneeweiß u.
erspart viel keit und
Arbeit
I. K. 11019

Hauptſchriftleitung: l. V. Max Streeſe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: i. V. Andreas Bauer
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
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Truckh und Verlag: L. C. Wirtich ſämtlich in Darmſtadt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

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uest

Nummer 33

* Ausſpannung
Von Reinhold Braun.
Was du biſt, ſei ganz:
Arbeit oder Feierglanz!
Segnen dich des Glückes Kränze!
R. B. Fröhliche Lebenskunft.
Ausſpannung!
Seltſam: Bei dem Worte ſteigt mir eine Erinnerung aus unendlich ſchwer, die Dinge in nackter Blöße zu zeigen und zu
heim. Stundenlang konnte ich dort als Junge am Zaun der gegen Bewegungen, die zum Schlagwort des Tages geworden
Koppel ſtehen und den ſich tummelnden Pferden zuſchauen. Es ſind, die alle irgendwie einen geſunden Kern haben, in die ſich
waren zum Teil recht erholungsbedürftige Tiere, auf dem Pflaſter, aber abſichtliches oder ungewolltes Frreleiten einſchlich.
der Großſtadt abgetrieben. Manche trugen tiefe Wunden von
den harten Sielen; andere gingen lahm. Viele aber waren ſchon biet, Und hier wiederum ich weiß, daß das Widerſpruch her=
recht
alt. Es war für mich eine Freude, mich dem Inhaber des
ſeltſamen Heimes jugendlich=natürlich anzufreunden, und oft war geſetz, die göttliche Flamme, zu entfachen und zu hüten, bedarf
ich auch innerhalb der Koppel. Ach, die Tiere waren ja ſo zahm, neben ſeeliſcher und körperlicher Geſundheit kraftvoller Reife der
und ſie waren dankbar für jede Liebkoſung. Es war für mich Erkenntnis. Was zur ſchönſten Entfaltung edelſten Menſchen=
eine
Freude, zu beobachten, wie nach und nach die Tiere auf der
grünen Weide und in der köſtlichen Freiheit ſich erholten. Ich wird in das Gegenteil verkehrt, wenn die Flamme zur unrechten
konnte auch ſehen, wie manch ein abgetriebenes Tier ſich am
erſten Tage ſo gar nicht zurechtfand, als wenn es nicht verſtehen
konnte, daß es nun auf einmal ſo ohne Sielen ſein ſollte, auf
weichem, graſigem Boden. Oft ſtand es ſtundenlang auf einem Not iſt. Wiſſen, daß die ſeliſchen Kämpfe, die in den Jahren der
Fleck und ſtarrte vor ſich hin. Aber ſchon am nächſten Tage
konnte ich wahrnehmen, wie es immer munterer wurde. Manch ſind, die ſind, die richtung= und ausſchlaggebend bleiben für
einen alten Gaul ſah ich nachher umhertollen wie ein Fohlen, das ganze weitere Leben des Individuums. Wir wiſſen auch,
Das fühlte ich damals ſchon, daß es etwas Rührendes war um
ſolch ein fröhliches, freies, vorher ſo mitgenommenes Tier.
Ausſtannung!. Ja, das Wort klingt wirklich nach abgetrie=
benem
Pferd, nach harten Sielen und verſtaubtem Geſchirr, nach
Zwang und Peitſche, nach Trott und Unfreude. Es iſt ſo wenig
menſchlich. Das Wort iſt wie ein Schrei nach Erlöſung, nach lichkeit. Was zarteſtem Emporblühen vorbehalten bleiben muß,
Freiheit und grüner Weite. Einmal heraus aus der Ueber=
müdung
, der Arbeitsüberſchraubung! Fort einmal den alten
Karren!. Nichts ſehen und nichts hören!
Das Wort iſt eine Erſcheinung der überhand nehmenden
Ziviliſation. Es iſt aus dem Strudel heraus geboren, aus dem
Zuviel der Mühe und des Kämpfens. Und es wird immer mehr
gebraucht. Das aber iſt ein trübes Zeichen. Hinter dem Worte
ſtehen heimliche Tyrannen, ſei es der Menſch ſelbſt, die Zahl, die
Ware, das Eiſen, die Maſchine, der wirbelnde Alltag, der Lärm
und all die Jagd, das viele bitterharte Müſſen! Das Wort iſt
aus einter Art Kulturferne und auch Naturferne geboren worden.
Und doch wieder iſt’s ein Wort der großen Sehnſucht!. Ein Wort
des geſunden Gegendrucks! Ein Neuverlangen nach erhöhter
Spannkraft durch Ausſpannung zum Zwecke neuen, beſſeren Wir=
kens
! Denn es gibt Menſchen, die ſolch einen Gegendruck gar
nicht mehr aufbringen können. Es ſind die vollkommen Abge=
triebenen
, die nun alles gehen laſſen, wie es will!
Das Wort und der Begriff gehören einfach ins Wörterbuch
des Lebens und ſeiner Oekonomie! Es iſt ein beredtſames Wort
ber Lebenskunſt. Wir befreunden uns mit ihm immer mehr.
obwohl es ſo gar nicht nach Kultur und reiner Menſchenwürde‟
klingt. Aber wir können uns beides aus ihm wiedergewinnen!
Das Wort gehört nun einmal beinahe organiſch zum Menſchen
der Gegenwart, und es iſt gut, wenn es zu ihm gehört. Wir
müſſen lernen, es dem Rhythmus unſeres Daſeins einzuleben!
Leben iſt Spannung und Entſpannung. Kraftabgabe im
Sinne des echten Dienens und Kraftwiederkehr. Spannung und
Entſpannung, jede recht bemeſſen, jedes zu ſeiner Zeit!. Es darf
ſowohl mit der Arbeit wie mit der Ausſpannung nicht immer das nicht weiter auszuſpinnen.
die höchſte Zeit ſein.
Erheben wir das Wort zum Erlebnis, zum notwendigen, be=
glückenden
! Spannen wir wirklich einmal aus! Tummeln wir,
ja tollen wir, wenn’s noch mit den Gliedern geht! Ausſpannung:
ſie ſei Wohligkeit, Behaglichkeit, wahre Ruhe, Erquickung, wirk= zu erotiſchem Tun, meiſt zu geſchlechtlichen Orgien ſind. Wir
liche Gelöſtheit des Leibes und der Seele!
Stannung gewinnen! Das iſt der Sinn der Ausſpannung.
Darum wird man auch mit Ernſt an ſie herangehen! Das ſchafft
dann doppelte Freude!
Beweiſe deine Lebenskunſt und deinen perſönlichen Wert
durch die Art deiner Ausſpannung!. Am Schluſſe der ſegnenden Ueberheblichkeit der Jugend, die ſich gebärdet, als ſei ſie in der
Tage mußt du fröhlich ſprechen können: So, nun kanns weiter
gehen! Die Arme gereckt im Bewußtſein neuer Kraft, die Seele, habe nun ein Anrecht darauf, Knechtſchaftsfeſſeln zu ſprengen und
mutvoll gefühlt, geſtählt für den neuen Kampf!
Jugend in Not
Von L. Thyl.
bewußt. Auch wenn das Streben der Jugend, ihr Schickfal ſelbſt
in die Hand zu nehmen, noch mehr an Umfang gewinnen ſollte.
darf die Generation der Erwachſenen nicht länger mehr tatenlos. Jugend führen, die noch nicht gehorchen lernte und darum nicht
oder abwartend bei Seite ſtehen. Die Verantwortung vor der
Zukunft unſeres Geſchlechts wird nie der Jugend auferlegt wer=
und Vorbild ſein ſollen.
Kein mit noch ſo ſchönen Worten als berechtigt geprieſenes
Hand zu behalten. Kein Aufbäumen der Erziehungsbedürftigen. Die Nöte derer, die es ihnen nicht gleich tun, ſondern die den
kein Zetern Unüberlegter, die dieſe Freiheit der Jugend predi=
gen
, auch nicht die ſichere Ernte kraſſen Undaaks darf uns ab= Pubertät auf ſie einſtürzt, aufnehmen und den Verſuch wagen,
halten, wieder Führer und Leiter der heranwachſenden Gene= dieſen Kampf erſt und mit heiligem Empfinden zu beſtehen, ſind
ration zu werden.
Die Jugend leidet Not. Schwerſte ſeeliſche und ſchwere Darum dürfen wir nicht dieſe Jugend in Not ſich ſelbſt über=
materielle
Not. In erſchreckendem Maße mehren ſich Schüler= laſſen, müſſen ihnen helfen, auch gegen ihren Willen.
ſelbſtmorde, zu denen auch die weibliche Jugend einen erheb=
lichen
Prozentſatz ſtellt. In gleich erſchreckendem Maße wächſt
der Erwachſenen mehren ſich beſonders die irgendwie mit Erotik
zuſammenhängenden Gründe zum Selbſtmord.
Wollen wir dem Uebel ſteuern, wollen wir der Jugend hel=
die
in erſter Linie den Widerſpruch derer hervorrufen werden, beſchreiten wird, und mit welchem Erfolg, das müſſen wir ab=
denen
wir Hilfe bringen wollen. Es ſind Aufgaben, des warten.
Schweißes der Edlen wert. Es gehört heute vielleicht eine ſtarke
Loſis Mut dazu, die Dinge beim rechten Namen zu nennen.
Eine ganze Literatur iſt in den vergangenen Jahren erſtanden, Führen wir unſere Jugend, zur wahren inneren Geſundung.
die ſich mit der Erziehung der der Ertüchtigung der Jugend. Verſuchen wir, den Gleichheitsbeſtrebungen der Geſchlechter da

An Glück und Leid, an Ruhm und Anheil empfängt ſtets eine
Naton, was ſie verdient.
H. von Sybel.

Bleibſt du immer Herr der Grenze, befaßt. Will man aber aus dem Wuſt das herausſchälen, was nition Freiheit, und daß dieſe großen Geiſter am Schluß der
den Kern der Sache trifft, ſo ſteht man faſt vor dem Nichts. Viele
Zeit, die die perſönliche Freiheit des Individuums propagiert,
der Jugend auf: Vor dem Tore der Stadt gab es ein Pferde= zeichnen. Es heißt gegen ganze Bewegungen anzukämpfen, uns hier nicht beſchäftigen. Hier handelt es ſich einfach darum,
Die Not der Jugend liegt in erſter Linie auf ſeeliſchem Ge=
vorrufen
wird auf dem der Erotk. Das vornehmſte Natur=
tums
durch Natur= und Gottesgeſetz führen ſoll und führen kann,
Zeit oder vom unberufenen Faktor entfacht wird.
Unendlich ſchwer iſt die Löſung dieſer ewig neuen, ewig
ungelöſten Frage. Wir wiſſen nur, daß ſie die Schürerin der
Pubertät das junge Menſchenkind erſchüttern, die ſchwerſten
daß gerade in dieſen Jahren der junge Menſch hilflos ſich ſelbſt
überlaſſen iſt; wir können ihm nicht helfen, und er würde unſere
Hilfe auch nicht nehmen. Wir wiſſen aber alle aus eigener Er=
fahrung
, was und wie gerade in dieſen Jahren geſündigt wird
an der Jugend. Im Elternhaus, in der Schule, in der Oeffent=
zurückhaltendſter
Selbſtentwicklung, wird täglich und ſtündlich
durch tauſend. Dinge äußeren Lebens vorſchneller Entfaltung
entgegengepeitſcht. Wer es wagt. ein Wort zu ſagen, ſetzt ſich
dem Vorwurf der Prüderie, des Muckertums aus. Wer es wagt,
gegen Schamloſigkeiten der Mode zu ſprechen, iſt unmodern oder
ſteht den Bedürfniſſen der Zeit verſtändnislos gegenüber. Aber
ſeien wir doch einmal ehrlich und geben wir zu, daß gerade die
Mode eines der Hauptübel unſerer Zeit iſt. Schamlos werden
mehr ent= als verhüllt Dinge, die eine beſſere Zeit zu verhüllen
wußte bis zu dem Augenblick, da in hingebender Liebe zwei
Menſchen einander Erfüllung gaben. Mit den Freiheiten der
Mode geht Hand in Hand die Freiheit der Sitte, die Entwurze=
lung
der Moral. Es führt nun einmal nicht zur ſittlichen Feſti=
gung
, wenn in Bäder oder auf Sportplätzen oder in gymnaſti=
ſchen
Schulen oder auf Wanderungen die Jugend beiderlei Ge=
ſchlechts
, faſt bis zur Nacktheit entkleidet, ſich je nach Willkür
ſelbſt überlaſſen bleibt. Gewiß können reife, ſittlich gefeſtigte
Menſchen das tun, ohne ſich in Gefahren zu verlieren. Gewiß
auch können unreife jugendliche Menſchenkinder in Reinheit
nebeneinander aufleben. Einſt aber kommt die Stunde für
jeden, da ihm die Erkenntnis ſündhaften Begehrens aufgeht.
Und überdies: Hinter Hunderten und Tauſenden iſt immer ein
Verführer, ein Unreiner, der unendlichen Schaden anrichten
kann.
Zum anderen aber: Es iſt ja falſch, wenn die Propagandeure
der Nacktkulturbewegung ſich darauf berufen, daß es natürlich
ſei, in Nacktheit nebeneinander aufzuleben. Lernen wir doch in
dieſer Hinſicht von der Natur, von den Naturvölkern. Ich brauche
Wir beklagen uns über die zunehmende Sittenloſigkeit der
Jugend und dulden doch die Entgleiſungen der ganz auf Erotik
eingeſtellten Mode, dulden, daß unſere Jugend Tänze tanzt, die
überkommen ſind von Naturvölkern, denen ſie Vorbereitungen
klagen darüber, daß die Jugend zu früh ſelbſtändig wird oder
doch, daß die Jugend ihr Geſchick ſelbſt in die Hand nimmt, und
zwar, wie heute ſchon vielfach erwieſen, durchaus nicht zu ihrem lichen Geſchlechts bäumt ſich etwas dagegen auf, dem Manne
Vergangenheit im Zuchthaus geſeſſen, und zwar unſchuldig, und
ſchweigen doch zu all dem was ſie uns täglich und ſtündlich un=
verblimt
ins Geſicht ſchleudert.
Gewiß, es iſt gut und ſchön und edel, wenn die Jugend=
bewegung
ihre Anhänger aus der Dumpfheit und Stumpfheit
des Lages, aus der Intereſſeloſigkeit an den Dingen des öffent=
In keiner Zeit litt die Jugend ſo tiefe Not wie in unſerer, lichen Lebens herauszieht und ſie mit beruft, zu raten und zu
taten an allem, was ja auch für ihre Zukunft von Bedeutung iſt.
In keiner Zeit auch ward der Jugend ſelbſt ihr Leid ſo wenig Das alles aber darf nicht dazu führen, daß die Achtung vor dem, den letzten Jahren ſortſchritt, muß ſie mit Naturnotwendigkeit
was die Väter ſchufen, ſchwindet, darf nicht zur Herrſchaft der
befehlen, nicht leiten kann.
Gewiß ſetzen ſich Tauſende und Abertauſende über die pein=
den
, ſondern den mit ihr lebenden Erwachſenen, die ihr Führer vollen Nöte der Fugend hinweg dadurch, daß ſie früher Reife welcher Staatsform er unterworfen iſt.
zuſtreben und die Nöte des Gewiſſens ertöten im viel zu frühen
Nehmen und Genießen. Tiefes Mitleiden mit dieſer Jugend,
Zdeal freiheitlicher Selbſterziehung der Jugend enthindet uns die ſehr früh altern wird, erfaßt die Einſichtigen, Dieſe Tauſende
der Pflicht, die Erziehung der Jugendlichen in ſicher führender aber ſind, das darf wohl geſagt werden, nicht die Wertvollſten, zu lieben, Mütterlichkeit zu empfinden, wie es die Natur, wie es
Kampf mit und gegen ſich und mit all dem, was in der Zeit der erforderts
die Wertvolleren, ſind aber vielfach auch die Unterliegenden.
Wie können wir helfen? Kein vernünftiger Menſch wird
die Kriminalität der Jugendlichen. Prozentual höher wie die beſtreiten können, daß Helfen außerordentlich ſchwer iſt. Das ſammenſindet, Achtung empfinden. Dieſe Achtung aber wird für
Schwere der Aufgabe aber darf nicht abhalten, ihre Löſung zu
zuſammenhängenden Vergehen und Verbrechen und die damit verſuchen. Zum mindeſten müſſen wir, das iſt unſere heiligſte Jugend, wenn wir nicht das felſenfeſte Vertrauen haben könnten,
Pflicht, den Verſuch machen, Wege zu finden, Bahnen zu ſchaf=
fen
, die unſere Jugend wieder einem beſſeren Menſchentum zu=
fen
aus ſchwerer Pein, müſſen wir die Gründe zu erforſchen führen können. Die Wege, die ſie jetzt wandelt, führen nie und ten ihr dazu helfen. Wir dürfen nicht tatenlos bei Seite ſtehen,
ſuchen, müſſen auch den Mut haben, Dinge offen auszuſprechen, nimmer dazu. Ob die kommende Generation dieſe Bahn dann und ſie ihrem Schickſal überlaſſen. Die Jugend leidet Not. Dieſe
Im Grunde genommen liegt die Beantwortung der Frage,
was können wir tun, ſchon in dem Vorhergeſagten begründet.

15. Auguſi 1926

eine Grenze zu ziehen, wo dieſe Beſtrebung über das Maß des
Erträglichen hinausgeht. Es iſt ein Schönes um die Freiheit.
Aber es iſt ein unendlich Gefährliches um dieſe Treiheit, wenn
ſie, wenn ihre Begriffe falſch verſtanden werden. Wir haben er=
lebt
daß Graf Keyſerlings Schule der Weisheit die bedeutend=
ſten
geiſtigen Führer eine Woche lang beſchäftigte mit der Defi=
Tagung zu dem Reſultat gekommen ſind, daß es eine Freiheit
wiſſen, noch mehr ahnen des Uebels Gründe; aber es iſt in einer überhaupt nicht gibt;, daß der Wille, frei zu ſein, ſchon ein
Zwang, einen Befehl, ein unter Zwang ſtehendes Wollen in ſich
trägt. Dieſe philoſophiſchen Begriffe der Freiheit aber ſollen
daß Freiheit nach Normalbegriffen nicht weiter gehen darf, als
daß die einzelne Perſönlichkeit ſich Freiheit ſchafft, ſich frei
arbeitet in ehrlichem Ringen. Völlige Freiheit der Geſchlechter
der jüngſten Jugend mit auf den Weg zu geben, iſt ein Unding.
Der Menſch iſt ein Gemeinſchaftsweſen und kann allein nicht
exiſtieren. Jedes einzelnen Individualität iſt ein Weſen, ein an
ſich unbedeutendes Glied der Volksgemeinſchaft und hat ſich in
dieſe einzufügen. Nur wer Diſziplin hat, kann zu einer inneren
Freiheit gelangen. Wohlgemerkt: gelangen. Er kann nicht von
vornherein ſich Freiheit für all ſein Tun und Laſſen garantieren
laſſen. Freiheit kann immer nur eine innere Freiheit ſein, wenn
ſie nicht zur Verwilderung führen ſoll. Schule, Studium, Be=
rufsausbildung
, all das iſt Zwang und muß Zwang bleiben.
Zwang bleiben muß aber auch die Erziehung in moraliſch=
ſittlicher
Beziehung. Gewiß wird kein vernünftiger Menſch be=
ſtreiten
, daß ein geſunder Geiſt, eine natürlich geſunde Seele nur
gedeihen kann i einem geſunden Körper. Kein Menſch auch
wird beſtreiten, daß der zum Schlagwort des Tages gewordene
Sport ein außerordentlich wichtiges Mittel zur körperlichen Ge=
ſundung
iſt, zum mindeſten ſein kann. Sportliche Erziehung aber
darf nicht, wenn anders ſie nicht völlig zwecklos ſein ſoll, zur
Züchtung von Rekordleiſtungen führen. Sportliche Leiſtungen,
ſportliche Betätigung darf nicht der Deckmantel ſein zu mehr
oder weniger verſteckten erotiſchen Dingen. Es geht nicht an,
daß die Gleichheitsbeſtrebungen der Geſchlechter noch weiter dazu
führen, daß die Jugend oder gar die Jugend und das Alter
zuſammen beiderlei Geſchlechts faſt unbekleidet ungeniert neben=
einander
Sport treibt, ſpielt, liegt oder wandert. Es iſt auch
durchaus nicht notwendig, daß unzählige Zeitſchriften und
Tageszeitungen täglich Sportbilder, Tanzbilder, Badebilder uſw.
veröffentlichen, die von Tag zu Tag in der Darſtellung des gan=
zen
enthüllten Körpers weiter gehen.
Gewiß, kann das alles in Reinheit geſchehen, aber wer die
Dinge zu ſehen verſteht, ſieht mit ſchweren Bedenken, daß das
nicht iſt. Irgendwie und irgendwann führt die Auswirkung
all dieſer Dinge zu Prozeſſen, die nicht der Geſundung, ſondern
letzten Endes der Degeneration dienen.
Wer den Verſuch unternimmt, neun Zehnteln all dieſer
Dinge auf den Grund zu gehen, wird leicht zu dem Reſultat
kommen, daß im Anfang die Erwerbstätigkeit mehr oder weni=
ger
im Hintergrund bleibender Unternehmer liegt.
Es kann weder körperlich noch ſeeliſch zur Geſundung führen,
wenn unſere Mädchen und Frauen den mit dünnem Seiden=
ſtrumpf
bekleideten Fuß bis übers Knie Wind und Wetter und
den Blicken Lüſterner ausſetzen. Niemand wird beſtreiten
wollen, daß die heutige Mode von nichts anderem mehr diktiert
wird als von dem Wollen, auf das andere Geſchlecht aufreizend,
alſo erotiſch zu wirken. Das aber iſt durchaus natürlich, je
mehr die Enthüllung des weiblichen Körpers fortſchreitet, je
ſtärker muß ein Geſchlecht auf das andere zu reizen verſuchen;
warum, braucht hier nicht ausgeführt zu werden.
Eng mit all dieſen Dingen zuſammenhängend iſt die tägliche
Zunahme der erwerbstätigen Fpauen. Die materielle Not der
Zeit, dazu das von dielen unbewußt mitgemachte Streben des
weiblichen Geſchlechts, irgendwelche auch nur eingebildete Feſſeln
zu ſprengen, dem Manne gleich zu werden auf allen Gebieten,
auch auf denen, die grundſätzlich ſeiner robuſteren Kraſt vorbe=
halten
bleiben ſollten, hat es mit ſich gebracht, daß in Arbeits=
doch
glaubt, das Recht zur Selbſtändigkeit zu haben, und dulden räumen die Geſchlechter nebeneinander herleben. Auch das
bringt der Jugend Not. In der jungen Generation des weib=
und des Volkes Ganzem und Gutem. Wir leiden unter der untertan ſein zu müſſen. Dazu beſtimmt zu ſein, Kinder zu be=
kommen
, die Verpflichtung auf ſich zu nehmen, für das materielle
Wohl dieſer Kinder zu jorgen und damit auch für den, der dieſer
Kinder Vater iſt. Der Sinn für das Familienleben iſt der weib=
lichen
Jugend von heute abhanden gekommen. Sie will aus dem
Kreis der Familie hinaus auf den Kampfplatz des männlichen
Geſchlechts, will Teil haben an dem Kampf ums Daſein, will
mitſchaffen am Werk und am Volk. Durchaus gut. Nur eine
völl g: Verkennunz deſſen, was die Natur der Frau vorbehal=
ten
hat.
Wenn dieſe Entwicklung weitergeht ſo rapid, wie ſie in
zur Auflöfung jeder Voltsgemeinſchaft führen. Ehen, die mit
dieſer Einſtellung geſchloſſen werden, können wohl zu einem Ge=
meinſchaftsleben
zweier Individuen werden, ſie können niemals
ein feſtes Familienleben begründen, das aber die geſundeſte
Grundlage für ein Volt, für einen Staat bildet, ganz gleich,
Iſt nicht unſerer weiblichen Jugend der Sinn, das tiefſte
Verſtändnis für den Begriff Liebe überhaupt abhanden getom=
men
? Iſt unſere weibliche Jugend noch imſtande, ſo ſelbſtlos
die Sicherung des Fortbeſtehens des ganzen Menſchengeſchlechts
Hat unſere Jugend noch Ideale? Gewiß wird dieſe Jugend
antworten, wir haben Ideale. Sie werden ſicher autworten, wir
haben unendlich viel mehr und höhere Ideale, als vergangene
Generationen ſie hatten. Sind das aber wirklich die Ideale, die
unſerem Volke nottun, wenn es geſund werden ſoll?
Man kann, das ſei zugegeben, vor der heutigen Jugend, ſo
weit ſie in kraftvollem Drange zu freier Betätigung ſich zu=
den
, der die Dinge tiefer ſieht, zu einem Mitleiden für dieſe
daß wenigſtens die deutſche Jugend trotz allem im Kern ſo ge=
ſund
iſt, daß ſie wieder zu ſich zurückfinden wird. Wir aber ſoll=
Not aber drückte auch die Erwachſenen. Halten wir die Augen
auf und die Herzen!. Verſuchen wir, uns in die Pſhche der
Jugend einzulehen und dann mit d r reiferen Erfenntnis derjeni=
gen
, die das Leben zwangen ob gut oder ſchlecht zwangen
ihr zu helfen. Die Jugend ſelbſt, die ſich jetzt aufhäumt, wird
es uns danken.

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Domit is nadierlich noch lang net geſagt, daß mer ſich jetzt
unner alle ſiwwenunzwanzich Umſtend Sunndags dehaam hin=
ner
die Brißt=bieß ſetze un Driebſal blooſe ſoll: Behiet dich
Gott, es wär ſo ſcheen gewääſennn un ſo. Dann was däß
abelangt, ſo brauch mer ſich net grad jeden ſcheene Sunndag
im Johr dodemit zu verhunze. Den Kunſtgenuß kenne mer uns
aach an annern Dag leiſte. Zeit genug ham=mer dezu. Un die
richdich Stimmung aach, indem daß mer bekanntlich zum Drieb=
ſalblooſe
net äxdra beſunners in=ere gude Stimmung zu ſei
brauch. Sundern ganz im Gäächedaal, je ſchoofler die Stim=
mung
is, um deſto beſſer gehts.
Iwwrichens ſin mer im Driebſalblooſe die reinſte Vierdu=
woſe
, ſowohl im Solo, wie im Kwadätt un aach im Aaſſambel=
ſpiel
. Un es war däßwääche vum Diräckter Schmitt en verflucht
geſcheider Gedanke, daß er in ſeim Eifer an de Städtiſche Ton=
kunſtakademie
net aach e Maaſterklaß for Driebſalblooſerei ei=
gericht
hott. Dann die hett doch net broßberiert, indem weil uns
do kaaner mehr was lärne kann. In däre Kunſt ſin mer dorch,
Wann de Beweis verlangt wärd, bin ich im Stand un bloos mit
meine Zwangsmiedern uffm nechſte Akademiekunnzärt uff un=
ſeim
enge Kamm e Driebſalſoloduwädd, daß ſemtliche Lais in de
Nachberſchaft die ſtille Gichdern krieje, ohne Kubräx.
Alſo däßhalb maan ich, mit=em Driebſalblooſe ſollt mer ſich
net grad ausgerächent en ſcheene Sunndag verſchammeriern.
Sundern mer ſollt e bißche aus ſich eraus geh, Geläächenheit is
jo reichlich gebodde. So macht beiſpielsmeeßich die Eiſebah’=
diräcktzion
Geſellſchaftsfahrte, un reißt ſich ſemtliche Hinnerbaa
aus, un arrangſchiert Gewaltrutſche nooch alle fimf Himmels=
richdunge
. Un ſogar de Verkehrsverein macht zur Hewung vum
Fremdeverkehr in Darmſtadt Fahrte ins befreundete Ausland,
zum Beiſpiel ins Badiſche un ins Bayriſche. Däßhalb hab ich
mir geſagt: Krick die Krenk Offebach, was kann das ſchlächte
Läben nitzen auf nach Filladällfia! du machſt mit=em nechſt=
beſte
Dambfer an de Rhei, domit unſer beſetzte Landsleit ſähe,
daß mer ſe net vergeſſe hawwe, un daß mer net zu dene zehle,
die wo vor lauter Driebſalblooſe kaan Sinn mehr hawwe for e
fröhlich Stund un for=en ächte rheiniſche Drobbe.

Ganz abgeſähe devo, daß äwe ſo=e Rheiffahrt aach zum gude
Ton geheert. Indem daß äwe jeder Verein, jeder Klubb un jed
Schul, die wo noch e bißche was uff ſich halte, ſo e Fahrt an de
Rhei mache. Un mit Rächt. Nemlich die meiſte Menſche die wiſſe
jo gor net, was däß for=e ſchee Gäächend is un was unſer gal=
liſcher
Nachber domit im Aag hott, wann er ſich mit Hend un
Fieß degääche ſtraibt, in däre Gäächend die Blatt zu butze un
ſo bald als meeglich die Dabeed zu wäxele. Der ſeecht ſich nemlich,
mit de Zeit gewehne ſich die Rheinlender an den Zuſtand un an
ſei, wie er ſich eibild, holde Gäächenwadd, un dann hett=er
eines ſcheenen Dags gewunne Spiel. Er wärd ſich in de Hals
ſchneide, de Herr Galljer
Awwer domit ſe ſähe, unſer beſetzte Brieder am Rhei, daß
mer zu=en ſteh, do miſſe mer ſe, ſo oft mer kenne, beſuche. Un
dann miſſe mer ſo fidel ſei, als mer’s uns leiſte kenne, grad dene
Ooſefranzoſe zum Boſſe, domit ſe ſich orndlich driwwer mobſe.
Dann däß loß ich mer gor net neme: wie ſe ſeinerzeit gemärkt
hawwe, daß mer in Deitſchland net mehr gelacht hott, do
hawwe ſe ſich geſagt: alleweil ham=mer de Krieg gewunne!
Un ſo war’s dann aach. Unner alle Fehler, die wo domols fawri=
ziert
ſin worrn, war’s Driebſalblooſe mit aaner vun de greeßte.
Grad awwer vor unſere deitſche Brieder im Beſetzte hab ich=
nor
däßhalb ſo en Rieſereſchbäckt, weil ſe nixdeſtodrotz de Kobb
net henke loſſe, ſundern frohgemut in die Zukunft gucke. An dene
ſolle mer unse Muſter abnemme! Je beſſer unſer Laune is, um
ſo mehr dhun mer de Frankreicher ihr verſalze. Un die miſſe ſich
ſage: e Volk wie des deitſche, däß wo ſo Schweres hinner ſich
un dorchgemacht hott un drotzdemall noch ſo e Läwensluſt uff=
bringt
, bei dem is noch lang net Maddee am letzte, däß is noch zu
Heecherem berufe, un däß kenne mer mit all unſere ſchäwiche
Kujonierei net märb mache. Däßhalb ſag ich: Auf, ihr liewe
Leitcher, als bräßdruff an de Rhei! Driebſalblooſe kennt=er
dehaam genug, wo’s niemand ſieht.
Jetzt, was mich bedrifft, ſo muß ich zu meiner Schand ge=
ſteh
, daß es bei mir aach ſchun e klaa Ewichkeit her is, wo ich am
letztemol am Rhei war. Domols bin ich noch mit meim Schorſch
gange Sie wiſſe, der Schärrſchand un Kabbedendarm bei de
Fäddſtiwwel. Es ſin alſo gut es Johrers dreißich her, do war
der emol driwwe in Meenz uff Kummando. No, un an=eme

Sunndag, wo ich=en beſucht hab, do is halt allerhand Scheenes
baſſiert. Wann ich mich recht erinner, war aach e Rheilfahrt
debei. Uff Einzelheite kann ich mich allerdings heit net mehr
ſo recht beſinne
Un wann ich ehrlich ſei ſoll bei däre Rheifahrt, die wo
ich am Sunndag gemacht hab, geht mer’s merkwärdicherweis aach
widder ſo. Waaß der Deixel, an was däß liggt. Aanzelne große
Momende ſin jo bei mer haffte gebliwwe, beiſpielsmeeßich wie
die Muſick geſpielt hott: Ich weiß nicht, was ſoll es bedeuten
do hott alles for Riehrung geſchnibbſt; ich glaab, däß war, wie
mer am Elslein vun Kaub vabeigefohrn ſin. Awwer ſchee war’s
For dreißich Johr, wie ich mei erſt Rheiffahrt gemacht hab, konnts
net ſchenner gewäſe ſei, obgleich ich domols noch jung un knus=
berich
gewäſe bin. Däß muß dort an de Luft lieje, daß do die
Menſche ſo freehlich wärrn. Jedenfalls, ich hab aus heller Begeiſte=
rung
eraus ſo zimmlich mit de halwe Beſatzung Schmolles ge=
drunke
. Un es is mer aach ſo dunkel, als hett ich mich mit jemand
verlobt . . . Jeſſesnaa, wanns nor der zwaaſchröderich Schiffs=
kabbedeen
net is . . .! Ich ſteh ſchun die ganz Woch Dodesengſte
aus, daß ſchließlich der Undienerich uff aamol uff de Bildfläch
erſcheint un lecht los: Neabels Abgeſandter naht ſich dieſer
Stadt . . . un dhet mich als ſei Verlobte reklamiern, weil er
die paar unbaſſende Worte, die wo ich=em wääche ſeim blitz=
ſauwere
Schiffche geſagt hab, for=e Lieweserklärung a geguckt
hott un hott ſe als oller, ehrlicher Seemann for baar Minz uff=
gefaßt
Däß weer ſo aans, wann ich ſo als Klärche Gunder=
loch
uffm Rhei erumrittſche mißt. Un ich kann’s Schwankele
ſowieſo net verdrage, net daß ich ſeekrank dhet wärrn do bin
ich lengſt dro gewehnt, dann ich fahr net umſunſt als uff unſere
Elektriſch
Dohärngääche hab ich widder e nei Talent bei=mer endeckt,
nemlich ich kann e Orchäſter dirreſchiern un hab’s gor net ge=
wißt
. No, jetzt is de Legal fei eraus, wann jetzt aaner vun

unſere Theaterkabällmaaſter indißborniert is, dann mach ich’ s.
Er brauch ſich alſo vun wääche de Dirreſchendefrog kaa graue
Hoorn mehr waxe zu loſſe, de Legal, ganz abgeſähe, daß=em
graue Hoorn aach gornet ſtinde, do hott=er de Kobb net defor.
Annererſeits, de Wei’ is gut. Un aach billich im Verhältnis.
No, un nooch dem neie Befähl, der wo in Deitſchland rauskumme
is, un der wo korz un bindich laude dhut: Drinkt deutſche
Weine!, do kann mer nadierlich net annerſter, als wie ſei
Flicht gääche’s Vaderland zu erfille, indem mer äwe, ſoweit’s in
aam ſeine ſchwache Kräfte ſteht, deitſche Weine drinkt am deitſchen
Rheine. No, un wann mer an ſo=eme Dag den kaddegoriſche Im=
veradief
e klaa bißche behärzicht, do kann’s aam ſchun baſſiern,
daß, wann mer hier am Bahnhof ausſteicht, daß mer vor lauder
Ladärne maant, ſie brechte aam wääche ſeine Brifatverfaſſung
en Faggelzug ...

Wem däß allerdings baſſiert is, der wo die Ladärne for=en
Faggelzug a geguckt hott, däß verrot ich net, bloß forchtbar
ſchlecht geſchlofe hab ich. Dann nemlich, ſo ſchee wie’s war,
awwer mei Bett is nier vorkumme wie e Karreſäll, un wie ich
grad affange wollt zu ſinge Fiſcherin du kleine . do kreiſchts
mit Dunnerſtimm: Halts Maul, verruchtes Weibsbild! un vor=
mer
ſteht de Herr Unnerſuchungsrichter Kölling mit zwaa Hen=
kersknecht
un zärrn mich aus=em Bett."
Däß war nadierlich bloß im Traam, awwer ſo ausgeſchloſſe
is däß aach in Wärklichkeid net. Nemlich ſeitdem ich waaß, daß
in Deitſchland kaa Menſch vor Verleimdunge un=eme dickkebbiche
Unnerſuchungsrichter ſicher is wer garantiert mer defor, daß

net eines Dags ärchend e ſchlechter Kerl un ſtaatlich beglaubichter
Gauner, der wo was vun meine Rhei’dur erfahrn hott, hiegingt
un dhet mich denunziern un dhet ſage: Sounſo, un die Bimm=
bernellſen
hott am Sunndag, de achte Auguſt, haamlich uff=ere
Rhei’dur e Paar de Hals gebroche un hott ſe ins
Waſſer geworfe Alſo die Folche weern net aus=
zudenke
. Un ich bin bloß froh, daß ich am Sunndag wenichſtens
e paar achtbare un ehrliche Menſche um mich hat, die wo korz
vorm Hierichte bezeiche kenne, daß ſich’s bei dene, die wo de Hals
gebroche hawwe krickt, nor um zwaa odder drei Flaſche Wei ge=
dreht
hott. Däß haaßt, wann=en der dickkebbiche Unnerſuchungs=
richter
was glaabt, un ſich net liewer uff ärchend en hergeloffene
Stromer verleßt . ."
Alſo mir bricht de Angſtſchweiß aus. Un ich fiehr in Zukumft
e Dagebuch, wo ich genau eneiſchreib, wo ich gewäſe bin, vun
wääche’m Alibi. Un ich geh näichends mehr allaa hie, noch net
emol zu de Dante Meier, ſundern nemm iwwerall en Zeiche mit,
im Fall ich ärchendemol des Mords verdächticht dhet wärrn.
Dann wie geſagt was gilt heit noch in Deitſchland en ehr=
liche
Nome . .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. So, jetz ham=mer fimf im Gan=
zem
! Alſo, wann’s jetzt net geht, dann waaß ich net..
Allerdings, un däß därf mer aach widder net vergäſſe, nem=
lich
mir hawwe aach jetzt kaa Beigeordente mehr! Jetzt ſrog
ich mich bloß, wie wärd däß jetzt widder wärrn, un wer wärd
jetzt die Beigeordentearweide ſchaffe wolle, wo alles Borjemaaſter
is . . . ? Baß uff, wann’s färdich is, wärd hinnenooch dene ihr
Arweit aach noch an mir henke bleiwe. Alſo däß ſag ich
gleich, däß mach ich net mit, do geh ich jo noch druff
Awwer noochdem die Stadt nu’ glicklich Hodällje geworrn is
un hott ſich de Drauwe gekaaft, wos iwwrichens emol en aus=
nahmsweis
geſcheider Gedanke war, weil nemlich ſchun Verſchie=
dene
druff geſpitzt hatte un wollte ſich drinn ei niſte jawohl,
Dräckelche am Stäckelche! , alſo weil däß en verflucht geſcheider
Gedanke war, ausnahmsweis, daß die Drauwe in ſtädtiſche Beſitz
iwwergange is worrn, do maan ich, mißt ſich doch endlich for
mich aachwas Baſſendes finne. So als Weiszeichverwal=
tern
. . . Dann ich hab mer ſage loſſe, daß es in de feinſte Ho=
dälle
ſchun vorkumme weer, daß es Weiszeich ewäck kemt; an
Roſemondäg un bei Hochzeite un ſo
No, ich will emol ſähe, ob ſe an mich denke. Un ſie kenne
iwwerzeicht ſei, daß ich als Weiszeichverwaltern mein Mann
ſtelle dhet; mir kemt kaans ewäck. Iwwrichens hott mei
Zwangmiedern gemaant, jetzt weern mir fei eraus, wo mir ſälbſt
e Hodäll hedde, do kennte mir jo als emol drinn loſchiern, in
unſerm Hodäll, wann mir Beſuch kreechte. Die redd ſchun ganz
per mir un per unſer, weil ſe äwe kaa Ahnung hott vun=ere
Spur. Jawohl, däß dhet däre ſo baſſe, wann ſe do ſo drinn
ſchalde un walte kennt . ."
Alſo unſer Bemiehunge warn vun Erfolg gekreent, die Heſſe=
Vereinichung in Berlin ſitzt im Saddel, un daß ſe reite kann,
hott ſe am verwichene Diensdag bereits gezeicht. Dellegramme
un Zuſchrifte ham=mer bewieſe, daß mer uff de richdich Fährt
worn. Un ich ſtell mer vor, daß die monatliche Zuſammekimft in
Berlin alle Heſſekinner, ob Heſſe=Darmſtädter odder Kurheſſe
un all die uns ſprachlich verwandte Völkerſtemm, zum Beiſpiel
die Frankforter un ſo, daß alſo die ſich gärn un regelmeeßich ei=
finne
. Un ich hoff ganz beſtimmt, daß aach unſer Geſandter in
Verlin dere Vereinichung ſei wärmſt Indräſſe entgäächebringt.
Valleicht iwwernimmt er die hoche Brodäcktzion Dann was
die Pälzer, die Rheinlender, die Schwowe un wie ſe all haaße,
unſer Bundesbrieder, was die kenne, muß uns aach meechlich
ſei, nemlich in ſo=ere gottverlorene Wältſtadt ſich alle Monat
aamol zu=ere gude Stund zuſamme zu finne, ohne Aſähe vun
Rang un Stand, ohne Sonderbeſträwunge un Baddeigeſchwätz.
ſundern nur um den Heimatgedanke wachzuhalte. Dann: der
Heimat geheert unſer Härz un dem Vaderland unſer Kraft!
Weiteres wärrn mer demnechſt heern.
Jetzt kennt ich noch e groß Neiichkeit auspoſſaune (nemlich, ich
bin eme Gibsabdruck vum Niebergall ſeim Kobb uff de Spur),
awwer ich will vorerſt noch nix verrote, s brauch’s noch niemand
zu wiſſe. Dohärngääche ſin mer for ſei Denkmal widder aller=
hand
Gelder zugange un in Ausſicht geſtellt worrn. For heit:
vun=eme Ditzebacher Indianer 2 Mack, vum Abbedheker Hotz in
Jugenheim (Rodgau) 5 Mack, vun=eme Beſuch aus Wien 1 Mack,
un vun=eme alte Heſſekind aus Zürich (mit=eme ſcheene Gedicht;
10 Mack. Es lebbert ſich mit de Zeit doch zuſamme; aach em
Legal ſei Heſſiſch Spielgemeinſchaft hott ſchun en ſcheene Batze
uff de hoche Kand. Däßhalb, nor Geduld, es wärd ſchun wärrn
aach ohne die Bennelbächer un Konnſorde.
Alſo e paar, die wo ſunſt kaa annern Sorje hawwe, dene is
de Nome vun unſerm Herrngadde net mehr recht. Sie ſage,
jetzt, noochdem er vollſtendich nei rennofiert un rumgekremmbelt
weer, un wo mer vor altehrwirdiche Iwwerlieferunge kaan Halt
gemacht hott, jetzt dhet auch der Nome Herrngadde net mehr
baſſe. Volksgadde odder Stadtgadde wolle=ſen daafe. No,
de Herrngadde haaßt jo ſtreng genumme Schloßgadde‟. Awwer
däß wärd=en aach noch zu reackzionär klinge, däßhalb ſchlag ich
vor: wie weer’s mit Trotzki=Ailag? Ich ſtelle anheim.

Der zeitgemäße Haushalt
Einige Anweiſungen aus Großmutters Rezeptbuch für verſchie=
dene
Verwendungsmöglichkeiten der Pflaume (Zwetſche).
Eſſigpflaumen. In 1 Liler feinen Weineſſig gibt
man 1 Pfund Einmachzucker, fingerlang Zimt und 610 Nelken.
Wenn dieſe Miſchung eine Viertelſtunde lang gekocht hat, gibt
man ſoviel ausgeleſene, trocken abgeriebene tadelloſe Pflaumen
hinein, daß ſie gerade bedeckt ſind und läßt ſie, ohne ſie zu kochen,
bis zum Erkalten darin liegen. Dann hebt man ſie, gut abge=
tropft
, in Gläſer, kocht den Eſſig ohne Gewürz nochmals auf.
gießt ihn erhaltet wieder darüber und derbindet die Gläſer.
Pflaumen in Wein. 10 Pfund Pfund Pflaumen wer=
den
mit 10 Graumm Zitronen=, 10 Gramm Pomeranzenſchale,
3 Gramn Zimt und 3 Gramm Gewürznelken, ſowie ebenſodiel
Vanille in den Einkochtopf getan, mit halb Kochwein, halb
Waſſer knapp bedeckt, langſam zum Kochen gebracht, aber nicht
platzen gelaſſen. Nun derden ſie herausgeſchöpft, abgetropft in
Gläſer gefüllt, alle Lücken mit Einmachzucker ausgeſtreut, eine
Stange Zimt mit hineingeſteckt und der ohne Cewürz nochmals
tbgekochte Wein erkaltet darüber gegoſſen.
Feines Pflaumenkompott. Große, überbrühte,
abgezogene und entkernte Pflaumen kocht man mit reichlich
Zucker, feingeriebener Zitronenſchale und 1 Stück Zimt auf
ſchwachem Feuer langſam weich, ohne daß ſie zerfallen. Gibt ſie
in eine Schüſſel, beſtreut ſie wieder wit Zucker, oben auf mit ab=
gezogenem
, in Stifte geſchnittenen Mandeln, läßt die Oberfläche
mit glühendeme Plättbolzen bräunen und trägt ſie erkaltet mit
Eiswaffeln, Kekſen oder geröſteten Zwiebäcken auf.
Naſch bereiteter runder Pflaumenkuchen.
Von 1 Pfund Mehl, 12 Eiern, 200 Gramm Butter oder Mar=
garine
und ¼ Pfund Zucker, dem Abgeriebenen und Saft einer
Zitrone bereitet man einen guten Mürbteig, den man auf ein=
gefettetem
, bemehltem Springformhoden bleiſtiftſtark aus=

mangelt. Dieſe Teigplatte belegt man kreuzförmig recht dicht
mit halbierten, entkernten Pflaumen und läßt den Kuchen au
Steine erhöht geſtellt, /1 Stunde backen. Von 2 Eigelben und
½ Taſſe Milch, ſowie 2 Eßlöffel aufgelöſtem Süßſtoff bereitet
mnan einen Guß, den man die letzte halbe Stunde über die Pflau=
men
gegoſſen bräunen läßt.
Pflaumen=Charlotte Man legt eine Pudding=
oder
Auflaufform am Boden und an den Wänden dicht mit
friſchen Semmelſcheiben aus, die man in zerlaſſenes Fett, Mar=
garine
oder Oel tauchte. Nun füllt man 1 Pfund gebrühte, ent=
kernte
und geſchälte blaue Pflaumen hinein, die man mit eigroß
Butter, ¼ Pfund Zucker und 1 Teelöffel Zimt im eigenen Saft
geſchmort hat. Bedeckt dann die Pflaumen wieder mit einer
Schicht Semmelſcheiben und bäckt die Speiſe, mit 1 in einer Taſſe
Milch verquirltem Ei übergoſſen, ½1 Stunde bei Mittelhitze.
Noch warm in der Form aufgetragen, mit einer Vanille= oder
Mandelmilchſoße gereicht, als Mittagbrot oder kalt in Scheiben
E. II.
geſchnitten zum Haffee vorzüglich ſchmeckend.
Tomatenſalat mit Mayonnaiſe. Dazu wählt man
1 Pfund möglichſt kernloſe, großfrüchtige Tomaten, die man eni=
weder
in Scheiben oder Achtel ſchneidet und mit Salz, Pfeffer,
geriebener Zwiebel und Salatöl leicht angemengt ziehen läßt.
Inzwiſchen verrührt wan 2 Eigelb mit Oel, wenig Eſſig
und 3 Löffel Appels Mayonnaiſ= dickſahnig, verlängert noch
eventuell mit 1 Taſſe ſaurer Sahne und miſcht damit den
Tomttenſalat, den man, mit Peterſilie garniert, recht kalt auf=
I.
trägt.
Wie läßt ſich Speiſeeis ohne Eismaſchine
ſchnell bereiten? An heißen Sommertagen iſt Speiſeeis
mit leichten Waffeln in kleinen Portionen genoſſen, ein ſtets hoch=
willkommenes
Labſal. So manche Hausfrau würde wohl auch
für ihre großen und kleinen Schleckermäulchen dann und wann
eine Büchſe köſtlichen Fruchteiſes bereiten, wüßte ſie, daß dazu die

bekannte Eismaſchine durchaus nicht notwendig iſt. Wichtig iſt
allerdings, wenn ſie ſich zur Garantie ſicheren Gelingens eine
Wage zum Abwiegen des Gefrorenen beim Optiker kauft. Die
beſte Miſchung zu Gefrorenem jeder Art iſt 1 Liter Flüſſigkeit,
1 Pfund Zucker. Die Wage, ein Glasröhrchen mit Queckſilber
und Skala, muß bis zum 17. Grad mit der Oberfläche gleichſtehen.
Als Eisbehälter verwendet man einen hohen Eimer, lege zerklei=
nertes
Eis hinein, ſtreue Salz darauf, ſtelle die Büchſe, die das
Speiſeeis aufnehmen ſoll und ebenſowohl aus Zinn, wie aus
Blech ſein kann, in die Mitte und fülle nun den Eimer bis zum
Rand der eingeſtellten Büchſe mit recht kleingeſchlagenem Eis und
Salz (auf einen Eimer zwei Pfund Salz nehmend). Nun füllt
man in die nochmals ſauber ausgeputzte Büchſe die betreffende
Gefrievmaſſe und drehe ſie im Eis immer rund herum. Von Zeit
zu Zeit muß die am Rande angeſetzte Maſſe mit einem Holz=
ſpachtel
abgeſtoßen und unter die Flüſſigkeit gemengt werden.
Das Eis muß ſchön dick und glatt ſein.
E. I.
Dreifrüchte=Grütze. Entſteinte Sauerkirſchen, Him=
beeren
und rote Johannisbeeren zu gleichen Teilen, ſetzt man
mit knapp Waſſer bedeckt zum Kochen auf, rührt den Fruchtbrei
durch ein Haarſieb, verdickt den durchgelaufenen Saft mit Sago,
Hafergrütze, Reismehl uſw., ſüßt das ganze nach Belieben mit
Süßſtofflöſung und läßt die Maſſe in kleinen Foren erſtarren.
Geſtürzt reicht man die Grütze mit Mandelmilch, Vanilleſoße oder
A.
Schlagſahne.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Miſch=Kaltſchale. Rindszunge mit Madeira=
ſoße
. Weinereme. Montag: Pflaumen=Charlotte mit
Vanilleſoße. Dienstag: Gefüllte Kohlrabi mit Sahnen=
ſoße
. Mittwoch: Pfifferlinggemüſe mit Bratkartoffeln.
Donnerstag: Schweizer Leberli im Reisrand. Frei=
tag
: Fiſch=Hoppel=Poppel mit Tomatenſalat und Mayonaiſe.
Samstag: Eierkuchen mit geſchmorten Heidelbeeren.

[ ][  ][ ]

Nummer 225

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[ ][  ][ ]

Geite 12

Sonntag, den 15. Auguſt 1926

Nummer 223

Spotn Shier und Tarnen.

Deutſche Turnermeiſterſchaften.
Teilergebniſſe der Schwimm=Meiſterſchaften.
Die Turngeſellſchaft Darmſtadt errang bei den
geſtrigen Schwimm=Meiſterſchaften der Deutſchen Turnerſchaft
folgende Siege:
4X100 Meter Bruſtſtaffel: 1. Sieg (zum zwei=
tenmal
Meiſter).
400 Meter beliebig: Turner Weiß, 2. Sieger.
100 Meter Rücken: Turner Lohrer, 3. Sieger.
Turngemeinde Darmſtadt 1846. Bei den Mei=
ſterſchaftskämpfen
der Deutſchen Turnerſchaft im Schwimmen
konnte im 100==Meter=Bruſtſchwimmen für Turne=
rinnen
(18 Teilnehmer) Trude Gerhardt den 4. Sieg in
1. Min. 44 Sek. erringen. Die Kämpfe nehmen heute ihren
Fortgang, beſonderes Intereſſe hat für uns der Mehrkampf und
das Kunſtſpringen für Turner, zu welchem Adolf Jüngling,
der am vorletzten Sonntag Meiſter des Mittelrheinkreiſes ge=
worden
iſt, ſeine Meldung abgegeben hat. Die Geſamtergeb=
niſſe
hoffen wir heute abend im Turnhallen=Reſtaurant bekannt=
geben
zu können.
Mehrkampf der Altersturner: 1. Göbel=Stuttgart, 87½ Punkte;
2. Hoffmeiſter=Dülmen, 83¾ Punkte; 3. Röntgen=Buckau.
40=Meter=Strecken=Tauchen: 1. Göbel=Stuttgart; 2. Wolfmüller=
Hannover.
Springen für Frauen: 1. Kuhlmann=Eſſen und Gromme=Moers
je 40 Punkte; 2. Tietz=Charlottenburg, 39½ Punkte; 3. Verheul,
Eintracht=Frankfurt a. M., 37,5 Punkte.
40=Meter=Strecken=Tauchen für Frauen: 1. Neumann=Elbing,
50 Sek., 40 Meter; 2. Schwarz=Berlin; 3. Nelles=Bonn.
Leichtathletik=Ergebniſſe.
Kugelſtoßen, beidarmig: 1. Uebler=Fürth 60 B,90 Meter (neuer
D. T. Rekord); 2. Voigt=Berlin=Lichterfelde 23,68 Meter; 3. Lignau=
Dortmund 23,06 Meter.
Speerwerfen für Frauen: 1. Schumann=Eſſen 40,37 Meter (neuer
D. T. Rekord); 2. E. Hager=Dresden 33,78 Meter; 3. Goldbach=Hannover
32,94 Meter.
Kugelſchocken: 1. Lignau=Dortmund 21,07 Meter; 2. Wittig= Frey=
ſtadt
20,79 Meter; 3. Schwald=Kottern 20,08 Meter.
Dreiſprung: 1. Böhning=Brake 13,87 Meter; 2. Reuland=Düſſeldorf
13,77 Meter; 3. Frölich=Frieſenheim 13,46 Meter.
800 Meter: 1. Grelack=ATV. Berlin 2:07 Min.; 2. Neumann IV=
Berlin 2,07,3 Min.; 3. Vach=Barmen 2:07,8 Min.
Schlagball=Weitwerfen für Frauen: 1. Schumann=Eſſen 71.48 Meter;
2. Hager=Dresden 67,20 Meter; 3. Eden=Flensburg 66,85 Meter.
100 Meter: 1. Löſert=Ludwigshafen 10.9 Sek.; 2. Lammers= Olden=
burg
Handbreite zurück; 3. Gehrke=Braunſchweig 11 Sek.
10 000 Meter: 1. Graſſe=Herne 34,41 Min.; 2. Boß=Berlin 35:01,9
Min.; 3. Held=Göppingen 36:07,9 Min.
Sechskampf (100 Meter, 1500 Meter, Weitſprung, Hochſprung,
Steinſtoßen, Ballſchleudern): 1. Thymm=Leipzig 709 Punkte: 2. Welzel=
Tſchernitz 695 Punkte; 3. Dorſch=Neuß 663 Punkte.
Vierkampf für Turnerinnen (100 Meter, Weitſprung, Hochſprung,
Kugelſtoßen): 1. Müller=Tv. Mainz 473,5 Punkte; 2. Junkers=Kaſſel
468,5 Punkte; 3. Keim=Stuttgart 425,5 Punkte.
Speerwerfen, beidarmig: 1. Lächele=Gaisburg 84,50 Meter; 2.
Premme=Osnabrück 82,78 Meter; 3. Krüger=Scheffel 79,80 Meter.
Deutſche Tennis=Meiſierſchaften.
Ergebniffe vom Samstag.
Herren=Einzel: LaneGroos 5:7,7:5,6:0,8:6; Dr. Brandis- Tome=
lin
ohne Spiel; Moldenhauer-Zander 6:2, 6:2, 6:4; von Kehrling
gegen Prenn 6:2, 6:2, 6:2; Wetzel-Lüdtke 6:3, 6:2, 6:0; Dr. Buß gegen
Rahe 6:3, 2:6, 6:2, 7:5; Dr. DeſſartSchomburgk 6:4, 6:4, 6:1; Wetzel
gegen Mackenthum 6:2, 1:6, 6:0, 6:2.
Damen=Einzel: Hemp-Dubienſka 7:5, 6:4; Neppach-Hemp 6:2, 9:7;
WeihermannHofmann 4:6, 6:0, 6:3; LentGalvao 2:6, 9:7, 1:2 zu=
rückgezogen
; von Peterh=VaradaLent 6:0 zurckgezogen; Frau Fried=
leben
-Buß 6:1, 6:1, Friedleben-Kallmeyer 4:6, 6:0, 6:2; Friedleben
gegen Frl. Bruckmeher 6:1, 6:0; KallmeherAmende 6:1, 6:0; Neppach
gegen Weihermann 6:1, 6:3.
Gemiſchtes Doppel: Frl. Hoffmann=Dr. DeſſartFrau Jakobiny=
Frenz 7:5, 8:6; Frl. Weihermann=LüdtkeFrl. Bruckmeyer=Tümmel
7:5, 6:0.
Damen=Doppel: Neppach=AußemPfeiffer=Cornels 6:2, 6:1; Wurm=
ſtich
=BremmeRehſe=Münſter 6:3, Dubienſka=AmendeMünſter=Rick 6:3,
6:1; Galvao=Hofmannv. Lires=Fehrf 6:1, 6:1; Lent=VormannSiemer=
Krogmann 6:3, 6:0; Hemp=DelacroixWarmhold=Nölting 6:0, 9:7;
Münſter=MartinSchöning=Pick 6:1, 6:2; Goldſchmidt=Heyrod- Dulon=
von
Schmidt 6:4, 6:3; Stephanus=KallmeyerGoldſchmidt=Heyrod 6:2, 6:4
Herren=Doppel: Lane=Stephanus-Lorenz=Wetzel 7:5, 6:4, 6:4, Gottlieb=
Dr. DeſſartDr. Brandis=Rold 6:2, 3:0, zurückgezogen; Gottlieb=Dr.
Deſſart-Lane=Stephanus 6:4, 8:6, 6:2; Dr. Buß=SchomburgkTümmel=
Groos 17:15, 6:4, 6:3; Prenn=ZanderTaruella=Lüdtke 5:7, 6:4, 6:2,
6:2; Prenn=ZanderDr. Buß=H. Schomburgk 6:2, 6:3, 3:6, 6:3; von
Kehrling=NaheBräuer=Otto 6:2, 6:1, 6:2.

Fußball.

1. Entſcheidungsſpiel um die Gaujugendmeiſterſchaft.
Am heutigen Sonntag, um 10.30 Uhr, treten ſich auf dem Stadion
die beiden erſten Jugendmannſchaften des V. f. R. Darmſtadt und des
Sp.V. 98 Darmſtadt zum Entſcheidungsſpiel um die Gaujugend=
meiſterſchaft
gegenüber. Bei der anerkannt großen Spieltüchtigkeit bei=
der
Mannſchaften iſt ein intereſſanter Kampf zu erwarten. An wei=
teren
Spielen hat der Sp.V. 98 abgeſchloſſen: 1b=Jug.1. Jug. F.C. 07
Bensheim in Bensheim. 1a=Schüler1. Schüler Haſſia=Dieburg in
Dieburg. 1b=Schüler1. Schüler Germania=Eberſtadt, Stadion 11.30.

Der Sieger im Warnemünder Seeflug.

v. Gronau.
Das Preisgericht des Deutſchen Seeflug=Wettbewerbes 1926
hat in ſeiner letzten Sitzung endgültig die zur Verfügung ſtehen=
den
Geld= und Ehrenpreiſe verteilt. Den Hauptpreis von
172 000 Mark gewann v. Gronau auf dem Heinkel HE5 (450 PS
Rapier Lion) vor Langanke auf Junkers und Spieß auf Heinkel.
Das Preisgericht des 1. Deutſchen Seeflug= Wettbe=
werbs
hat jetzt ſein Urteil gefällt. Von den 250 000 Mark an Geld=
preiſen
, die für den Hauptwettbewerb zur Verfügung ſtanden, erhielt
v. Gronau auf Heinkel HE5, mit 450 PS. Napier=Lion=Motor,
172 125 Mark, Langanke auf Junkers W 33, mit 310 PS Junkers
L=5=Motor, 76 250 Mark und Spieß auf Heinkel HD 24, mit 230 PS
BMW=TV=Motor 1625 Mark. Der Heinkelflieger v. Gronau erhielt
weiterhin den Zuverläſſigkeitspreis in voller Höhe von 65 000 Mark und
den Preis des Reichspoſtminiſteriums in Höhe von 10000 Mark. Von
den 50 000 Mark die die Zuſatzausſchreibung für die beſten Wertungen
mit deutſchem Motor vorſah, entfielen 36 700 Mark auf Langanke, mit
ſeinem Junkers=Flugzeug, die reſtlichen 13.300 Mark wurden dem Hein=
kelflieger
Spies zugeſprochen.
Schwimmen.
Europameiſterſchaften.
Das Nennungsergebnis für die in der Zeit vom 18. bis 22. Auguſt
im Kaiſerbade zu Budapeſt ſtattfindenden Europameiſterſchaftem im
Schwimmen iſt ganz ausgezeichnet ausgefallen. Für das Waſſer=
ballſpiel
haben ſich fünf Nationen, und zwar Deutſchland, Schwe=
den
, Ungarn, Belgien und Rumänien, eingetragen, für die Einzel=
und Staffelwettbewerbe haben folgende 13 Nationen
ihre Meldung abgegeben: Deutſchland, Schweiz, Schweden, Ungarn,
Rumänien, Oeſterreich, Italien, Spanien, Tſchechoſlowakei, Griechenland,
Belgien, Polen und Frankreich. Nach Deutſchland und Schweden geben
jetzt auch Italien und Ungarn ihre Mannſchaften bekannt. Ueberaus
ſtark gerüſtet iſt der Ungariſche Verband; ſeine Mannſchaft
lautet: 100 Meter Freiſtil: Barany, Garboffy; 100 Meter Rücken:
Bartha, Bitskey II: 200 Meter Bruſt: Jung, Nitskey I: 400 Meter
Freiſtil: Wannic II, Feher II; 1500 Meter frei: Halaſſy, Pahok. Für
die 4X200=Meter=Staffel ſind Barany, Garboffy, Gebrüder Wannic,
Sigricz und Bitskey I in die engere Wahl gezogen worden. Italien
läßt ſich wie folgt vertreten: 100 Meter frei; Polli; 400 Meter frei:
Bacipagupo, Patrignant; 1500 Meter frei: Bacipagupo; Turmſpringen:
Cangiulo. Außerdem wird Italien die 4X200Meter=Staffel beſtreiten.
Der Oeſterreichiſche Schwimmvarband will Schäffer,
Friedberger, Staudinger, Dworzak, Arnold und Stadlmeyer nach Buda=
peſt
entſenden, die Schweiz wird lediglich durch den 100=Meter= Mei=
ſter
R. Wyß=Baſel vertreten ſein. Aus Belgien wird vor allem der
Rekordmann im Bruſtſchwimmen, van Parys, erwartet, deſſen Zuſam=
mentreffen
mit Erich Rademacher man mit Intereſſe entgegenſieht.
Der franzöſiſche Schwimmverband, der urſprünglich auf eine Be=
teiligung
vollkommen verzichten wollte, hat ſich aus Preſtigegründen
nun doch entſchloſſen, eine Expedition nach Budapeſt zu unternehmen.
In Anbetracht der ſchlechten finanziellen Verhältniſſe wird die franzö=
ſiſche
Vertretung aber nur gering ausfallen. Nur je ein Schwimmer
und ein Springer werden an den Start gehen. Schauplatz der Wett=
kämpfe
iſt, wie ſchon erwähnt, das neu hergerichtete Kaiſerbad in Buda=
peſt
, bei deſſen Wiedeveröffnung am Mittwoch ſich Barany in glänzender
Form zeigte. Er ſtellt mit 2:22,5 einen neuen ungariſchen Rekord im
200=Meter=Freiſtilſchwimmen auf. Anſchließend an die Europameiſter=
ſchaften
hält der Internationale Schwimmverband eine Vorſtands=
ſitzung
in Budapeſt ab, bei der deutſche Vorſchläge für die Wer=
tung
des Wafſerſpringens zur Beſprechung und evtl. Annahme kommen
ſollen. Ferner wird auch darüber verhandelt werden, ob die Europa=
meiſterſchaften
alljährlich oder nur in größeren Zwiſchenräumen abge=
halten
werden ſollen.

Motorſport.
Die ADAC.=Reichsfahrt 1926.
Das geſamte Kraftfahrweſen rüſtet ſich zur 6. ADAC.=Reichsfahrt,
die in dieſem Jahre am 31. Auguſt in Braunſchweig beginnt und am
4. September in Düſſeldorf bei der Geſolei abſchließt. Die Erfahrungen
der vorausgegangenen Reichsfahrten haben gezeigt, daß es im Intereſſe
der Sache liegt, die Reichsfahrt ausſchließlich für Sport= und Touren=
wagen
auszuſchreiben. Die geſamte Strecke, die in den Tagesetappen
vom 31. Auguſt bis 4. September zu durchfahren iſt, beträgt 2272,5
Kilometer. Für den erſten Fahrtag iſt die Strecke Braunſchweig
Heiligendamm mit insgeſamt 847,9 Kilometer vorgeſehen. Es werden,
um die wichtigſten Städte herauszugreifen, auf der erſten Etappe be=
rührt
werden: Hannover, Bückeburg, Bremen, Rotenburg, Hamburg,
Heide, Huſum, Flensburg, Kiel und Lübeck. Da die Teilnehuer am
1. Tag die enorme Strecke von 847,9 Kilometer zurückzulegen haben,
iſt der 2. Tag, alſo der 1. September, als Raſttag im Seebad Heiligen=
damm
beſtimmt, ſo daß die Konkurrenten die Möglichkeit haben, ſich in
dem weltbekannten Seebad für die weiteren Etappen mit aller Sorgfalt
und Ruhe vorzubereiten.
Am 2. September geht die Fahrt von Heiligendamm nach Anna=
berg
weiter, insgeſamt über 517 Kilometer. Auf dieſer Etappe werden
als wichtigſte Etappe berührt: Roſtock, Güſtrow, Kyritz, Nauen, Pots=
dam
, Jüterbog, Torgau und Freiberg. Die Fahrt geht alſo von der
Mecklenburger Bucht in faſt kerzengerader Linie durch Mecklenburg,
Brandenburg, Sachſen bis zur tſchechiſchen Grenze.
Der 3. Fahrtag ſieht 462,8 Kilometer vom Start in Annaberg
bis zum Ziel in Bad=Homburg v. d. H. vor, alſo ein Abbiegen nach dem
Weſten, ebenfalls in ziemlich geradem Kurs, wobei Greiz, Schleiz,
Saalfeld, Ilmenau, Mollrichſtadt, Brückenau und Altenſtadt durchfahren
werden.
Die 4. und letzte Etappe beginnt in Bad=Homburg, geht zunächſt
weiter ſüdweſtlich über Wiesbaden, Mainz, Bernkaſtel bis zum ſüdlichſten
Punkt der Fahrt, ſtreift Trier und geht dann nach Norden quer durch
die Eifel über Prüm, Gemünd, Aachen und Jülich nach Düſſeldorf. Die
Strecke beträgt 444,8 Kilometer.
Sämtliche Etappen bieten ihre beſonderen landſchaftlichen Reize,
ſo daß ſchon aus dieſem Grunde mit einer großen Teilnehmerzahl zu
rechnen iſt. Der erſte Nennungsſchluß iſt am 16. Auguſt. Anmeldungen
ſind an die Sportabteilung des ADAC. München, Münzſtraße 9, zu.
richten. Nenngeld wird nicht erhoben, lediglich eine Einſchreibegebühr
von 20 Mk., die aber am Start zurückbezahlt wird. Für die Nachnen=
nung
bis zum 23. Auguſt beträgt die Einſchreibegebühr 30 Mk., von
der am Start 20 Mk. zurückgegeben werden.
Kegeln.
Kegelſport= und Werbewoche auf den Bürgervereinsbahnen.
Die Umbauarbeiten ſind ſoweit vorgeſchritten, daß die neue Bundes=
Aſphalt=Bahn am 29. d3. Mts. ihrer Beſtimmung übergeben werden
kann. An die Einweihungsfeier des Bürgervereins ſchließt ſich direkt
eine Kegelſport= und Werbewoche des Kegelklubs Chattia an. Die
Vorbereitungen zu dieſer rein ſportlichen Veranſtaltung ſind in vollem
Gange. Neben der neuen vorſchriftsmäßigen Aſphaltbahn, die als
Ehrenbahn und als Induſtrie= und Werbebahn I läuft, iſt die als
Bundesbahn bis auf den ſpäter aufzutragenden Aſphaltbelag vorgerich=
tete
und ſonſt gründlich aufgearbeitete, dicht nebenan liegende Holzbahn
in den ſportlichen Betrieb mit einbezogen. Dieſe Bahn ſteht nach ihrer
Herrichtung einer Aſphaltbahn nicht viel nach. Sie läuft als Induſtrie=
und Werbebahn II und als Damenbahn, ſo daß auch den Damen reich=
lich
Gelegenheit geboten iſt, ſich kegleriſch zu betätigen. Die Ehrenbahn
iſt nur Verbands= und Bundesmitgliedern zugänglich, während alle
anderen Bahnen allen Keglern, ob Verbandsmitglieder oder nicht,
offen iſt. Außerdem werden während der Sportwoche äußerſt ſpan=
nende
Verbands=Klub=Riegenkämpfe (Fünfermannſchaften), zu welchen
fortwährend Meldungen eingehen, ausgefochten. Die Sport= und
Werbewoche dauert vom 29. Auguſt bis einſchließlich 5. September.
Kegelzeiten: Wochentäglich von 2 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abends.
Weitere Mitteilungen folgen an dieſer Stelle und im Anzeigenteil.
Kegelbwider und =Klubs, namentlich aus Darmſtadts Umgebung, welche
noch nicht dem Verband angehören, dieſem aber beizutreten beabſichtigen
und damit das Recht erwerben wollen, an allen Veranſtaltungen der
Sportwoche und an denen bald folgenden des Darmſtädter Kegler=
Verbandes teilzunehmen, wollen ihr Aufnahmegeſuch bis ſpäteſtens
Samstag, den 21. Auguſt, an den Schriftführer des Darmſtädter Kegler=
Verbandes, Kegelbruder Herm. Reichert, Gutenbergſtraße 39, Darmſtadt,
richten.
Pferdeſport.
Der Rennklub Frankfurt a. M.
hat den im Innern der Rennbahn gelegenen Stehplatz, der mit ſeiner
Drahtumzäunung weder ſchön noch für den Beſucher angenehm war,
außer Benutzung geſetzt und dafür den Preis des 3. Platzes auf 1 Ms
(den früheren Stehplatzpreis) ermäßigt. Die bisherigen Stehplatzbeſuchee,
werden dieſe Maßnahme freudigſt begrüßen, da der 3. Platz mit ſeineß.
geräumigen Tribüne nicht nur genügend Sitzgelegenheit, ſondern auch
Schutz gegen die Witterung bietet. Die Rennen des erſten Tages habetz
eine Umſtellung erfahren, um es den Ehrengäſten, die von der Brücken=
feier
die Jubiläumsveranſtaltung aufſuchen, zu ermöglichen, den drd
Hauptrennen beizuwohnen. Danach wird das Hindenburg=Jagdrennem
an zweiter Stelle gelaufen, ihm folgen das Jubiläums=Landgrafenrennem
und der Preis der Alten Brücke. Das Freiherr v. Biſſing=Jagdrenncs.
bildet die fünfte Nummer des Programms. Bereits in Niederrad ein
getroffen ſind aus dem Stalle des Herrn M. J. Oppenheimer die erfolg=
reichen
Zweijährigen Athanaſie, Formoſus, Libertas und Teutone. Der
Stall v. Weinberg ſchickt von Berlin, Maeſtoſo, Lampos, Favor, Oscula,
Perſephone, Blaue Blume, Grafenkrone, Ausbund, Optimat, ferner die
in Köln anweſenden Aurelius, Augenweide, Patriotin, Olympier und
Palamedes. Ferner haben von den großen Rennſtällen bis jetzt Boxem
beſtellt: das Hauptgeſtüt Altefeld 7, Baron Oppenheim 4, v. Opel 9,
Trainer Roſak 5. Von Trainer Müller iſt bereits die gute Zweijährige
Oſtrau, die im Rheiniſchen Zuchtrennen knapper Zweiter hinter Dom=
falke
, war hier eingetroffen. Ferner hat noch der Schweizer Leutnant
Guiſan 3 Pferde angemeldet. Des weiteren liegen zahlreiche Anmel=
dungen
der bekannten ſüddeutſchen Ställe vor.

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Geſchäftsſt. (*21166

[ ][  ][ ]

Nummer 223

datte

S n

Der deutſche Außenhandel im erſten
Halbjahrder Jahre 1913,1925u. 1926

Der deutsche Aussenhandel
4.Halbjahr 1913 1925u.1926
auf Grund der Gegenwartswerte.
in Rillierden RMk

4N2,3943 4925 1926
Einfuhr

RA198 1925 928
Ausfuhr

SolSicher.
GuS.-Münren A Fertige laren
Nohstoffeu.
AhaitfertWaren das. bensmittel
u. Genränke

Der deutſche Außenhandel weiſt im erſten Halbjahr 1926 im
reinen Warenverkehr einen Ausfuhrüberſchuß von 540
Millionen RM. auf. Dieſes Ergebnis bedeutet, gemeſſen am
Außenhandel der entſprechenden Zeitſpanne des Vorjahres, eine
weſentliche Verbeſſerung der Bilanz des Außenhandels, brachte
doch das erſte Halbjahr 1925 einen Einfuhrüberſchuß von
rund 22 Milliarden RM.! Dieſe Veränderung iſt hauptſächlich
auf die außerordentliche Einſchränkung der Einfuhr im erſten
Halbjahr 1926 zurückzuführen; im erſten Halbjahr 1926 ſind für
2091 Millionen RM. weniger Waren eingeführt worden als im
Vorjahre. Gleichzeitig iſt aber auch eine beträchtliche Ausfuhr=
ſteigerung
eingetreten; die Mehrausfuhr im erſten Halbjahr 1926
gegenüber dem erſten Halbjahr 1925 betrug rund 648 Millionen
RM. In dem beträchtlichen Sinken der Einfuhrziffer ſpiegelt ſich
die Tatſache wieder, daß das erſte Halbjahr 1926 zum Teil im
Zeichen der Kriſe, zum Teil im Zeichen der Depreſſion ſtand wo=
durch
beim Einkauf größte Beſchränkung ausgeübt wurde. Es iſt
daher anzunehmen, daß die Einfuhr des erſten Halbjahres 1926
unter dem normalen Stand ſteht.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 14. Auguſt.
Die Samstagsbörſe verkehrte in ſehr feſter Haltung. Nur für die
Montanwerte beſtand etwas Abgabeneigung, weil die Anſicht immer
mehr an Boden gewinnt, daß der engliſche Bergarbeiterſtreik bald zu=
ſammenbrechen
wird. Auch Banken waren etwas leichter, da der Aus=
gabekurs
der jungen Stammaktien der Deutſchen Bank als zu hoch
bezeichnet wird. Infolge der auf den übrigen Gebieten herrſchenden
lebhaften und feſten Tendenz hielten ſich aber auf beiden Märkten die
Kursrückgänge in beſcheidenen Grenzen und erreichten nicht 2 Prozent.
Sehr feſt und lebhaft war die Umſatztätigkeit auf dem Elektromarkt.
Es heißt, daß dieſe Lnduſtrie in den letzten Wochen wieder bedeutende
Aufträge für die ruſſiſche und die türkiſche Regierung erhalten habe und
an ſich ſchon außerordentlich gut beſchäftigt ſei. Auch die Verſionen von
einer bald bevorſtehenden Truſtbildung in der Elektroinduſtrie nehmen
wieder beſtimmtere Formen an. Im Vordergrund ſtanden Siemens und
Halske mit einer Kursſteigerung von 5 Prozent, auch Felten Guillaume
gewannen 3 Prozent und alle übrigen Elektrowerte 1 bis 2 Prozent.
Auf den übrigen Marktgebieten gab es faſt nur Kursbeſſerungen. Stark
geſteigert waren auch beſonders die Aktien der Bauunternehmungen, Heſſingfors.
von denen Wahß und Freytag abermals 3 Prozent gewannen und Ph.
Holzmann gar 4 Prozent. Beide Geſellſchaften haben in den letzten
Wochen bedeutende Aufträge, darunter auch zahlreiche ausländiſche, er=
halten
. Renten blieben weiter vernachläſſigt und unverändert. Im
Freiverkehr gab es ebenfalls keine Veränderungen. Benz 80, Brown
Boveri 120, Growag 60. Entrepriſe 7½ Ufa 40, Chem. Andrege 60
und Unterfranken 90½. Im weiteren Verlaufe wurde das Geſchäft ſehr
klein. Auch der J. G.=Markt brachte keine Belebung des Geſchäftes ſon= Dieburg: Martin Kraus in Groß=Zimmern, Geſch=Aufſ. angeordnet.
dern verkehrte fortgeſetzt in ruhiger Haltung. Der Kurs für J. G. Dieburg: Georg Peter Trautmann in Groß=Zimmern, Geſch=Aufſ. an=
blieb
aber entgegen der allgemeinen Annahme gut behauptet und be=
wegte
ſich während des ganzen Börſengeſchäftes um 297. Die Börſe ſchloß
ruhig gehalten. Am Deviſenmarkt blieb die Tendenz für den franzöſiſchen
Franken ebenfalls unverändert. Tägliches Geld wurde mit 5 Prozent
feſtgeſetzt.

Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 14. Auguſt.
Das Intereſſe der Börſe wurde heute vor allem vom Elektroaktien=
markt
und den Transaktionen der J. G. Farbeninduſtrie in Anſpruch
genommen. Die Kurſe der Elektrounternehwungen ſetzten ihre Be=
feſtigung
fort, wobei auf die ſehr günſtige Beſchäftigung und den großen
Auftragseingang aus dem In= und Ausland bei dieſen Unternehmungen
und auf die Elektrotruſtbeſtrebungen verwieſen wurde. Das Geſchäft
war an dieſem Markte ebenſo wie in Farbenaktien ungemein lebhaft.
Der erſte Farbenkurs lag mit 297), feſt, ging ſodann aber etwas zurück.
Beachtenswert war ferner die anhaltende Befeſtigung der Philipp= Holz=
mann
=Aktien, die bei Eröffnung weitere 5 Prozent gewannen. Vermut=
lich
werden die Käufe in dieſen Papieren durch die Belebung des Bau=
marktes
infolge der Reichsaufträge angeregt. Im übrigen herrſchte das
übliche ruhige Sonntagsgeſchäft. Das Kursniveau aller anderen Märkte
bröckelte um etwa 1 Prozent ab. Am Deviſenmarkt hielten ſich die Kurs=
veränderungen
in engen Grenzen. Etwas ſchwächer notierte der belgiſche
Frane mit 181 gegen London, während ſich Paris mit 177½ behauptete.
Das engliſche Pfund erholte ſich gegen Newv York auf 4,8599. Am Geld=
markt
blieben die Sätze unverändert. Tagesgeld 46 Prozent, Monats=
geld
5½ bis 6½ Prozent. Warenwechſel mit Großbankgiro ca. 5 Proz.
Im einzelnen eröffneten von Elektrowerten Bergmann mit 151 genau
10 Prozent über dem geſtrigen Kurs. Die anderen Elektroaktien notier=
ten
34 Prozent höher. Einen Anhaltspunkt für die Geſchäftstätigbeit
an dieſem Markt mag geben, daß allein in Bergmann bei der etwas ver=
zögerten
erſten Kursfeſtſetzung etwa 350 000 Reichsmark nominell amtlich
umgegangen ſein ſollen, und außerdem noch in der Kuliſſe große Beträge
ihren Beſitzer wechſelten. Montan=Aktien blieben auch weiterhin im
Hintergrund. Von Kaliwerten verloren Salz=Dettfurt 3 Prozent, die
Preiserhöhung kann nach unſeren Informationen als geſcheitert an=
geſehen
werden, da das Miniſterium demnächſt ſeinen Einſpruch ver=
öffentlichen
wird. Chemiſche Werte notierten etwas freundlicher. Im
übrigen war bei ruhigem Geſchäft die allgemeine Tendenz unſicher. Be=
merkenswert
war noch die feſte Haltung der Zellſtoff=Waldhoffaktien auf
aute Beſchäftigungsmeldungen, der deutſchen Kabelwerke, die größere
Reichspoſtaufträge zu erwarten haben (pl. 4 Proz) und der Bau= und
Maſchinenaktien. Schultheiß 5 Prozent ſchwächer. Unter Bankwerten
gewannen die Bankwerte elektriſcher Lieferung, bekanntlich eine Holding=
Geſellſchaft, in Zuſammenhang mit der Elektrohauſſe 7 Prozent. Schiff= Rohſtahlgemeinſchaft geeinigt und die Boſtimmungen über die
fahrtsaktien abbröckelnd, heimiſche Renten ebenfalls. Im weiteren Ver=
laufe
der Börſe machte die Hauſſe der Elektrowerte noch Fortſchritte.
Neue Befeſtigungen von 4 und 5 Prozent ſtellten keine Ausnahme dar.
Eine Spezialhauſſe entwickelte ſich in rheiniſchen Braunkohlenaktien, die ſtrievertreter iſt für die zweite Hälfte Segtember ins Auge
um 15 Prozent auf 191 anzogen. Gerüchtweiſe verlautete von Annähe=
rungstendenzen
an den Farbentruſt. Gute Meinung beſtand auch ſpäter Schwierigkeiten beſeitigt.
für Bauwerte und Schultheißwerke, die Kursgewinne einiger Prozent
verzeichneten. Die Geſamttendenz wurde, nachdem im Verlauf auch das
Publikum mit Käufen hervortrat, allgemein freundlicher. Eine Aus=
nahme
machten nur die Kriegsanleihe, die auf 0.477 zurückging. Privat=
diskont
kurze Sicht Pſo, lange Sicht 4½. Die Nachbörſe verlief ruhiger
und unter den höchſten Tageskurſen.

Aſchaffb. Zellſtoff
Augsb.=Mürnb.Maſch.
Bamag=Meguin
Berl E W. Vorzug.
Berlin,Karlsruhesnd
Braunkohlen=Briketts
Bremer Vulkan.
Bremer Bolle.
Deutſch.=Atlant,Tel
Deutſche Maſchinen 1113.
Deutſch.=Nied Tel.
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte.
Dynamit Nobel. . 1440.75
Glektr. Lieferung.
F. G. Farben
R. Friſter
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113. 8. 14.8. 113. 8. 1 14. 8. 1123.5 125. Hemoor Zement ... 189.2 96.25 95. Hirſch Kupfer .. 121: 126. 26. 45. böſch Eiſen. 138 Hohenlohe Werke 20.5 Hos.5 109.25 Kahla Porzellan 83. ts/139.8 140. Lindes Eismaſch. 4a8. 85.* 57. Lingel Schuh. 55. J1a1. 140.50 Linke u. Hofmann 8275 25. 74.50 2. Loewe u. Co.; 182,5 112.25 E. Lorenz 103,5 9.5 9.25 Nol. Kohle 138.5 145. 144.50 Nordd. Gummi. 80 83.50 Drenſtein. 1125. 124.5751 Rathgeber We 1188. 1 87.79 Rombacher Hütt 16. 143. Roſitzer=Zucker 63. 114775 150. Rütgerswerke /294.25 3 295. Sachſenwer 115. 154.25 54. Sächſ. Gußſtahl 46. a7.50 Siemens Glas 130. 1 25. 25. Ver Lauſitzer Gl 1115. 11 176 62- Volkſtedter Porzell. 41.75 142875 142.875 Beſtf.E. Langendreer 73. 71.* 71.875 Wittener Gußſtahl . u57.5 159. Wanderer=Werke. ... I1

191.
134.50
22.
83.75
145.
85.
83.
185.50
165.5
136.50
ro5.5 105.50
50.35
15.625
63.*
:10.s 1103.75
123.75
132.25
115.
41.75
72.50
1 61.5 66.50
152.75 1154.

Die Eiſenverbandlungen.
Die offizielle Havasmitteilung über den geſtrigen Abſchluß des
Eiſenpaktes in Paris läßt erkennen, daß über einen weſentlichen Punkt
eine Einigung noch nicht erzielt werden konnte: die Regelung der Quo=
tenfrage
, die die Mitteilung nicht erwähnt, dürfte noch ausſtehen. End=
gültiges
über das, was in Paris erreicht worden iſt, wird erſt geſagt
werden können, wenn die deutſchen Delegierten nach Eſſen zurückgekehrt
ſind. Nach den bisherigen Informationen über den Stand der Ver=
handlungen
war es jedoch ausgeſchloſſen, daß der Pakt, deſſen Abſchluß
bereits für den 12. Auguſt ins Auge gefaßt war, bereits zu dieſem Ter=
min
verfekt werden könnte. Wie erinnerlich, hatte man ſich in Düſſel=
dorf
erſt darauf geeinigt, für die Verteilung der Produktionsquoten
für die einzelnen Länder den Produktionsſtand des erſten Quartals
1925 zur Grundlage zu nehmen. Dieſe Grundlage wurde jedoch nach=
träglich
von der Gegenſeite beanſtandet und es wurde ein Gegenvor=
ſchlag
gemacht, wonach die Quotenverteilung auf dem Produktionsſtand
des 1. Quartals 1926 ſich aufbauen ſollte, alſo eines Zeitabſchmittes, in
dem die franzöſiſch=luxemburgiſche Produktion an dem niedrigen Va=
lutaſtand
unnormalerweiſe profitierte. Ein ſehr kunſtvolles Kompro=
miß
ſollte dann das 1. Quartal 1926 zur Grundlage für die Produk=
tionszuteilung
im 1. Quartal des Inkraftretens des Eiſenpaktes machen,
das 2. Quartal 1926 für das 2. Quartal nach dem Inkrafttreten des
Paktes und ſo weiter, ſodaß alſo in jedem Vierteljahr ein neuer Ver=
teilungsſchlüſſel
zugrundegelegt werden müßte. Ueber das Schickſal
dieſes Kompromiſſes hat man bisher noch nichts gehört. Vereinbarun=
gen
hierüber ſtoßen aber erfahrungsgemäß auf Schwierigkeiten, weil
auf der Gegenſeite die Organiſation noch immer ſehr lückenhaft iſt,
immer noch Intereſſengegenſätze zwiſchen den Produzenten
in Weſt= und Mittelfrankreich und Lothringen be=
ſtehen
und ihre Unterhändler infolgedeſſen nicht über genügende Voll=
machten
verſügen. Dennoch iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß über die
Quotenverteilung bereits eine Einigung getroffen iſt. Das wird ſich
aber erſt nach Rückehr der deutſchen Unterhändler herausſtellen.
Dagegen ſcheint man ſich über die Feſtſetzung der Einfuhr=
kontingente
einig geworden zu ſein. Von deutſcher Seite hatte
man für die Einfuhrmenge für lothringiſchluxemburgiſche Produktion
einen Prozentſatz von 6,5 Prozent der deutſchen Produk=
tion
vorgeſehen.
Weiter ſcheint man ſich über den Rahmen der Internationalen
Ausgleichskaſſe, über Kündigung, Bedingungen, Maßnahmen gegen
Ueberſchreitung der Kontingente uſw. feſtgeſetzt zu haben. Ein
Viederzuſammentritt der deutſchen und franzöſiſchen Indu=
gefaßt
. Hoffentlich ſind bis dahin die auf der Gegenſeite beſtehenden
Ueber die Verhandlungen zwiſchen den deutſchen und franzöſiſchen
Eiſeninduſtriellen wurde geſtern in Paris folgendes
Communigus
veröffentlicht: Die internationalen Eiſenverhandlungen zwiſchen Bel=
gien
Frankreich, Deutſchland und Luxemburg haben am 12. und
13. Auguſt in Paris ſtattgefunden. Man hat hierbei endgültig die Be=
dingungen
feſtgeſetzt, nach denen die luxemburgiſchen und lothringiſchen
Kontingente nach Deutſchland übernommen werden ſollen. Gbenſo hat
man ſich über die Ausführungsvorſchriften der internationalen Roh=
ſtahlgemeinſchaft
verſtändigt. Die endgültige Ratifikation unterliegt
noch der Zuſtimmung der Produzenten von zwei der beteiligten Länder.
Es iſt darauf hinzuweiſen, daß ſich innerhalb der deutſch=franzöſiſchen
Unterhändlerſchaft Gegenſätze bemerkbar gemacht haben. Die Vertretey
der ſüd= und mitteleuropäiſchen Eiſeninduſtrie ſtehen dem Abſchluß
eines Abkommens gegenwärtig noch ablehnend gegenüber, während die
lothringiſchen Eiſeninduſtriellen ſich vollkommen für das Zuſtandekom=
men
eines Abkommens einſetzten, das naturgemäß für ſie von größter
Bedeutung wäre. Gegenwärtig ſind Bemühungen der Vertreter der
elſaß=lothringiſchen Metallinduſtrie im Gange, die mittel= und ſüdfran=
zöſiſchen
Produzenten für das Abkommen zu gewinnen.

Deviſenmarkt.

Amſterdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Oslo ..
Kopenhagen.
Stocholm.
Ftalien...=
London. ...
New=York. .
Paris. .....
Schweiz ....
Spanien.

13. 8.

1355
11.26
6.35

14. 8.
Geld. Brief/ Geld Briel
165.39185.731169 3138 73 BienD.=Oſt. abg
0 1.589 1.653 1.69M Prag. ..
17.46 11.5 11 25 11 33Budapeſt. ....
9188 92.22 91 89 32 19Japan..
111.514771.73171.48MZRio de Faneiro
11a 23112,53112.=5üi2 59 Sofia.
15.55310.59 310.556 19 559 Zugoſlavien.
3 73.50 13.30 13.30 Konſtantinopel.
29. 3Mei. 72320. 373 20. 431Liſſabon .
4.795 7.7051 8. 13531 4.205/ Danzig ....
71.59 11.89 11 B3Athen .....
Si.69 81.2331 06591. 252 Kanada ......
Sk.G 83.32 64 06luruguah .....

13. 8.
Geld / Prie g
52.37559 755=
72 73312.159
5.67 5.59
2.053 2.0931
d559 1.645
3.035 3.05
7.705 7.725
2.31 2.31
2i.40 21.75
21.73 81.89
154. 179
4.138 4.200
4.i83 Li9sl

14. 8.

geld

5e9 3559 775

M4 2.631311
A5.355
2.653
9.613
3.035
7.455
2.755
ei 375/=
7763
1.74
T138

Brief

7749
3 5.585
2.5f3
6.645
305
7.45
3.305
3/91.425
31.55
175
rg03
1.185 4.795

Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
geordnet. Mainz: Kaufm.: Lieſcha Mendel Stein, GWV. u. Prſt. 27. 8
Af. u. OffA. 20. 8. Offenbach, Mam: Fa. Kaufhaus Hanſa, Kkverf.
aufgehoben. Ortenburg, Heſſen: Kaufm. Willi Stern, Vergls. 12. 8.
Darmſtadt: Kaufm. Adolf Schaffner, Geſch=Auff. angeordnet. Wöll=
ſtein
, Heſſen: Fa. Joſef Kaufmann, Prft. 10. 9.

km. Pforzheimer Edelmetallnotierungen. Edelmelalle notienten fol=
gende
Großhandelspreiſe: Barrengold, das Gramm 2,795 RM. (Geld),
2.812 RM. (Brief); Platin, handelsübliche Ware, das Gramm 13,50 RM.
(Geld), 14.40 RM. (Brieß): Feinſilber, das Kilogramm 85,50 RM.
(Geld), 86.4087,90 RM. (Briefl. Tendenz: Ruhig.
Freigabe des Verkehrs mit fremden Valuten in Polen. Nach einer
Meldung der Polomia hat Finanzminiſter Klaraner eine Verordnung
unterzeichnet, durch die die bisherigen Beſtimmungen über den Verkehr
mit Valuten im Inland von Grund auf geändert werden. Durch die
neue Verordnung iſt der vollkommen freie Verkehr mit fremden Valu=
ten
im Innern des Landes wiederhergeſtellt worden, mit Ausnahme
von Schecks und Zahlungen an das Ausland. Die Verordnung tritt
mit dem 15. Auguſt in Kraft.
Vom amerikaniſchen Metallmarkt. Das Engineering and Mining
Journal gibt in ſeiner letzten Ausgabe über die Lage auf den amerika=
niſchen
Metallmärkten folgende Darſtellung: Die Kupferverkäufe haben
in letzter Zeit einen namhaften Rückgang erfahren. Kleinere Kupfer=
agentunen
bewilligen Preiskonzeſſionen bis zu 1, Cent unter der offi=
ziellen
Notierung. Am Bleimarkt iſt eine reguläre Haltung eingetreten.
Die Notierungen konnten ſich indeſſen behaupten. Am Zinkmarkt be=
wirkte
der eingetreteng Preisabſchlag eine Stimulierung der Kaufluſt.
Schmirgelwerk Mainkur Akt.=Geſ. in Liguid. Mainkur b. Frank=
furt
a. M. Ueber das Vermögen der Firma (A.,8. 300 000 RM.) iſt
das Konkursverfahren eröffnet worden. Zum Konkursverwalter wurde
Rechtsanwalt Dr. Klein=Frankfurt a. M. beſtellt. Vor einigen Mo=
naten
war ein Zwangsvergleich mit 20 Prozent zuſtande gekommen,
wobei die alte Geſellſchaft aufgelöſt und der Betrieb von einer neu=
gegründeten
, dem Frankfurter Bankberein gehörenden G. m. b. H.
gleichen Namens (Schmirgelwerk Mainkur G. m. b. H.) fortgeführt
werden ſollte.

Darmſtädter u. Nationalbank. Kommanditgeſelſchaft auf Aktien. Darmſtadt. Frankurter Aursbericht vom 14. Auguſt 1986.

Staatspapiere
Deutſche
4Reichsanleihe.
6Reichsanleihe"
9½%
53
Dollar=Schatzanw.
A.=Schatzanw.28
K.=Schatzanw. 24
48 all und TR.=
Schatz.
4½%IV.eIK. .
45 D.Schutzgb.
Sparprämienanl.
47 Preuß. Konſ.
81% n
.
47 Baden, alt ...
314% ..
300 1896.
49Bahern ......
31z% ..
3% ..
8-16% Heſſtunt. 28
49 u. ..
3½% ......
3
"
42 Bürtt, alte ..
b) Sonſtige,
europäiſche
5% Bos. E. B. 19141
47 L.Inp. 19141
4½% n 1898 ...
4½% u 1902 ..
47 7.:

58 Bulg. Tabak /22
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913
½FOſ, Schatz, 141

42, Oſt. Goldr. .
41%,, Silberr.
145 einh. R.(kon)
0.44813% Port,(Spz.) II

5% Num.am. R.08.
4½% Gold, 13. 15.45
amkon.:
47 u am. 05.:.
42Türk. Adm.103
425 Türk. Bagd. I
47. (Bagd.)III
47 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 1913/ 175
41% n St. 1914 193
40 Goldr.. 29.25
48. St. 10 .
42 u Kronr. 2.5
3% Eiſ.Tor.,: 22.5
Außereuro=
päiſche
.
52 Mex aminn.
52 7 äuß. 89 ..:
42 Gold 04...
8%o z konſ. inn.
4½% Frigat.
5%Tamaulipas.
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech=
nung

6% Doll. Gold. 1932/ 99.5
6%o Gold. 1935/99
18% Frk.=Hyp=ch.=
Golbpfdbr. R.1., 89
182 FrkiHhp.=Bt.=
Reihe 21 98.5
Ff. Pfandbr.B
Gold Reihe 21 83
Em, 31 88.5

ges


3.5
0.41

5% Neck. AG. Gld 231
870 Pfälz.=Hyp.Bk.
24
8%6 Rh.=Hhv. 6b.24
5% Rhein=Main=
Donau. Gold 23/
Ohne Zins=
berechnung

82Bd.=Bd.=Kz: 231 1
52 Bdw Kohl 23 1
520 Fr. Pf.Bk. 6. I
83Großkr.Mannh.
Kohl. 23
6% Geid. Holzw. 23
8% Heſſ. Brk.=Rog.
23
5% Roggen 23
82 Mannh. Stadt=
Kohl 23
8%0 Offenb. Holz / 13.3
52 Pfälziſche=Hhp.
Bk. Gld. ...241
5% Pr. Kaliw.
85 Pr. Roggenw.
52 Rh. H.B. 6d. 24
520 Sächſ. Brk. 28
58 Noggenw 23
52 Süd. Feſt=B.6
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe.
Bayr. Bereinsb. 14.85
Bahyr. Handelsb. 16.5
Bayr. Hyp u.Bechſl !
Frkf.Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hhp.=Bk. 10.84
Meining. Hyp. Br. 9.87
Pfälz. Hhv.=Bk.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B. 10.14
Südd. Bodenkr.
1Württ, Hyp.=Bk.,. 41.,5

16.8
11.8

5.o5

6.5

14.62
11.70
12.1.
11.a40
11.5

Staatl. od. prov
garantiert.
beſ. 2.Gyp. B.,
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Odsb. ...
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eiſ.=Bahn .
48 Galiz. Carl=
Lud.=B.
15%0 Oſt. Südb. (9).
2.68 Ate .
12,62 Neue zu.
42 Oſt. Staatsb.88
3%Oſt. 1.b.8.E.
32Oſt. 9. E. .
3%0 Dſt. 1885
3%Oſt. Erg. Netz
42 Rud. Silber .
4 Rud. Salzkg.)
4½%Angt., S.I.
4½%Angt. S. III
4129 Angt. S. III
Salon Monaſt.
5% Tehuantepe.
418
Bank=Aktien
Alg. D.=Krebit:. 1
Bad. Br.
11.
Bk. f. Brauind. ..11
Barmer Bankb. .1
Bay. Hyp.=Wchſ.. 11
Berl.,Handelsgeſ 124
Comm u. Privatb. 7
Darmſt.u. Nat.=Bk. 1
Deutſche Rank . 1
1 9. Effu. Bchſ.=Br. 1
D. Hyp.=Bk. Mein.
2. Bereins=Bk. .!*
Disk.=Geſellſch. ..165.75
Dresdener Bk. ... 1
Frankf. Bk. .... .13

4.9
13.75
13.35
13.73
19.5
19

18.5

93
143
116.76

Frkf. Hhb.=Bk. ...
Frrf. Pfdbr.=Bk. .11
Gotha Grundk.Bk.! 3
Metallbank.. ..
Mitteld. Erebitb.
Dſter=Erebitanſt.
Pfälz. Hyp.=Bk. .
ReichsbankAnt. ...
Rhein Creditbk.
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südb. Disce.Geſ.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Alt.
Berzelius
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Gelſenkirch. Bgw. .11
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Tellus Bgb.
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Eichbaum(Mannh.)/1
Henninger ...!1
Löwenbr=Wünchenl263

1125
127.5
133.5
133,5
142
20
162
124
125
131
S.15

151.5
94.5
155.5
132
186

124
21
31.25
125.5
150
72
58

152
166

IMainz. Aktienbr.
Schöfferhoff Bind.

Akum. Berlin.
Adler & Oppenh.:
Adlerw. (b. Kleger)
A.E. G. Stamm.
KBE. A. G. Pg. A.
53A. E. G. Bzg.B..
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Rad. Maſch. Durl.
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Bahr. Spiegel ..
Beck & Henkel ...
Bergmann El....
Bing. Metall.
Brem.=Beſiah=Ol.
Cement=Heidelb. 1125
Cement, Karlſtadt 11
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1180
1943
188.5
138*
1143
181.5
159
82,5
53*
1126.5
19.
28.5
48.5
44.5
*1
153,5
130,5
72
128
76.25
188
824,
58
1146
161.5
122
37
152.5
48.5
0.2a11
44
82

Eßlinger. Maſch.
Etlinger Spinn.:
Faber Bleiſtiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind J. G.
Felten & Guillegu.
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Gritzner. Maſch..11
Grün & Bilſinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
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Hoch=Tiefbau .
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gnorr, Heilbronn /14
Konſerv. Braun.
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Bech. Augsburg. .11

169
1800
8
138
296. 75
158
75
98.5
168
75
5.s
69
179.9
25.25
114.75
53
48.5
100.*
115
113
82.
93,55
25.5
43.75
83
1123
80
109½g
59
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39
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88
61.
28
141.5
98
80
98.75
49
118
170
1410
82.75
94
83
107.5

153.75
93.5

[ ][  ][ ]

Seite 14

Sonntag, den 15. Auguſt 1926

Nummer 223

Auch ein Elektrotruſt?
Der Stahltruft ſcheint Schule zu machen. Merkwürdiger=
weiſe
kommen aus Holland Nachrichten, die von einem großen
Elektrotruſt berichten. Daran ſcheint auch etwas Wahres zu
ſein. Die deutſche Elektrizitätsinduſtrie richtet ſich darauf ein,
wenn auch in anderer Form, ſich zuſammenzuſchließen. Sie iſt
aber dabei über Vorarbeiten und Vorbeſprechungen noch nicht
hinaus, und es wird wohl noch ein weiter Weg ſein, bis auch
nur ein deutſcher Elektrotruſt zuſtande gekommen iſt. Soweit
darüber hinaus eine engere Annäherung an die amerikaniſche
Elektrizitätsinduſtrie geplant iſt, ſcheint es ſich nur um Möglich=
keiten
zu handeln, die auf ihre Durchführbarkeit hin überhaupt
noch nicht geprüft ſind.
Zur Erhöhung der amerikaniſchen Diskontrate. Ueber die Gründe,
die die New Yorker Bundesreſervebank dazu veranlaßt haben dürfte,
die Diskontrate um ½ Prozent auf 4 Prozent zu erhöhen, erfährt der
DHD. aus Finanzkreiſen, daß am New Yorker Geldmarkt ſchon ſeit
einiger Zeit eine Befeſtigung feſtzuſtellen iſt. Vermutlich wurden grö=
ßere
Beträge von der Hauſſe an den Aktienmärkten und der Erntefinan=
zierung
abſorbiert. Infolgedeſſen ſind in den letzten Tagen auch grö=
ßere
internationale Geldverſchiebungen zu verzeichnen geweſen, die ſich
vor allem auf ein Zurückſtrömen amerikaniſcher Gelder erſtreckten. Am
Londoner Geldmarkt hat ſich dieſe Erſcheinung bereits ſpürbar gemacht.
Es iſt dort ſeit dieſer Woche eine Geldverknappung zu bemerken, die
vermutlich auch an anderen internationalen Geldmärkten in die Er=
ſcheinng
treten dürfte. Der Dollar=Kurs hat in Erwartung der Dis=
konterhöhung
der New Yorker Bundesreſervebank am geſtrigen Don=
nerstag
eine ſtarke Befeſtigung erfahren. Das engliſche Pfund, das
gegen New York noch am 11. ds. Mts. 4,8618 notierte, ging am 12. ds.
Mts. auf 4,8606 zurück. Dieſe bedeutende Abſchwächung des Pfund=
Kurſes dürfte mit den erwähnten Transferierungen zuſammenhängen.
Der New Yorker Diskontſatz betrug ſeit dem 23. April 3½ Prozent und
entſpricht jetzt wieder der Höhe bei den übrigen Bundesreſervebanken.
In London hat ſich die Diskontrate ſeit dem 3. Dezember v. J. mit
5 Prozent nicht verändert.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 14. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Weizen. Der heutige Markt verlief in feſter Haltung auf höhere
Kabelmeldungen und Baiſſedeckungen, ſodaß die Termine 1½ C. an=
ziehen
konnten.
Mais. Nachdem der Markt in feſter Tendenz begann, trat alsdann
auf Verkäufe der Spekulation ein Umſchwung ein. Die heimiſche Loky=
nachfrage
war weiter gering, auch trafen günſtige Witterungsberichte
ein. Die Termine verloren ½ C.
Baumwolle. Erneute Klagen über Inſektenſchäden ließen den
Markt in feſter Haltung beginnen. Auch wurden übermäßige Nieder=
ſchläge
aus den atlantiſchen Staaten gemeldet. Später trat jedoch eine
Abſchwächung ein. Die Termine zeigen noch Gewinne bis 25 Pkt.

Som Taodeniſchen Piueanenmärt.
In den erſten Tagen der Berichtswoche war am hieſigen Markt noch
einige Geſchäftstätigkeit zu verzeichnen, die aber ſpäterhin abflaute als
der 4 la Baiſſe lautende günſtige Ackerbaubürobericht der Vereinigten
Staaten bekannt wurde. Ende der Woche iſt die Stimmung als willig zu
bezeichnen. In Weizen kamen Abſchlüſſe in Hartwinterweizen II, ſee=
ſchwimmend
, zu 14,65 Fl. per 100 Kilo eif Rotterdam zum Abſchluß. In
deutſchem Inlandsweizen kamen nur wenige Geſchäfte zuſtande. In Mann=
heim
diſponibler Inlandsweizen wird mit 28,2529 und Auslandsweizen
mit 31,50 bis 33 Mark per 100 Kilo waggonfrei Mannheim angeboten.
Roggen hatte auch vecht ruhigen Markt. Inlandsroggen iſt zu 20,50
bis 21 und ausländiſcher Roggen zu 23 bis 23,50 Mark per 100 Kilo
waggonfrei Mannheim offeriert. In Gerſte, und zwar in Braugerſte,
entwickelte ſich das Geſchäft bis jetzt recht ſchwerfällig. Die Muſter, die
gezeigt werden, ſind in den meiſten Fällen von gelber Farbe, doch liegen
auch vereinzelt Angebote in ſchöner, heller, pfälziſcher Ware vor. Für
prima Vorderpfälzer Braugerſte zahlte man 24 bis 25 und für badiſche
23 bis 24 Mark per 100 Kilo, Frachtparität Mannheim. Ausländiſche
Braugerſte iſt je nach Qualität zu 26,50 bis 28 Mk. per 100 Kilo waggon=
frei
Mannheim offeriert. Futtergerſte wird mit 19 bis 21 Mark Fracht=
parität
Mannheim bewertet. Die Lage am Malztmarkt iſt unverändert,
bei unveränderten Preiſen. In ausländiſchem Malz iſt das Geſchäft in=
folge
der Zollerhöhung unterbunden. Hafer hatte ruhigen Markt. In
Inlandsware liegen noch keine Angebote vor und für ausländiſchen
Hafer werden, je nach Beſchaffenheit, 19,5022,50 Mk. für die 100 Kilo
frei Waggon Mannheim verlangt. Für Mais war die Stimmung eben=
falls
wenig lebhaft. In Mannheim diſponibler gelber Mais iſt zu 18,75
Mk. per 100 Kilo Brutto für Netto einſchließlich Säcken käuflich. Am
Futtermitkelmarkte iſt die Lage völlig unverändert. Es beſteht nur wenig
Nachfrage für Weizenfuttermehl, Weizennachmehl und Kleie. Die Preiſe
haben eine Veränderung ſeit der letzten Woche nicht erfahren. Auch die
Lage am Hopfenmarkt liegt unverändert. Der Stand der Pflanzen hat
infolge der günſtigen Witterungsverhältniſſe gute Fortſchritte gemacht,
und man rechnet damit, daß in den Frühhopfengebieten ſchon in acht bis
10 Tagen mit der Ernte begonnen werden kann. In Hopfen letztjähriger
Ernte iſt das Geſchäft nicht mehr nennenswert.
Das Geſchäft in Mehl hielt ſich in den letzten acht Tagen in engeren
Grenzen wie vorher. Weizenmehl, Spezial 0, iſt zu 42,5043,50 Mk.,
Brotmehl zu 2933,50 Mk. und Roggenmehl zu 29,7532,50 Mk. per
100 Kilo waggonfrei Mühle offeriert.
Berliner Produktenbericht vom 14. Auguſt. Die Marktlage im Ber=
liner
Getreidegeſchäft war im ganzen ruhiger, die Kurſe aber trotz leich=
ter
Abſchwächungen im Ausland feſter. Das anhaltende glatte Angebot
aus dem Inland, das in den Forderungen unverändert hochgehalten
bleibt, hat die Käufer wohl vorſichtiger gemacht, veranlaßt aber doch
wegen des dringenden Bedarfs und prompter Abladung vereinzelt Auf=
gelder
. Im Lieferungshandel war der Weizen per September etwas
ſchwächer, ſonſt Roggen um eine Mark erhöht. In Gerſte kamen teil=
weiſe
beſſere Sorten an den Markt, doch gehen die Forderungen und
Gebote außerordentlich auseinander. Hafer ruhig. Das Mehlgeſchäft
bleibt bei kleinem Angebot in Lagerware ſtill.

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usgeſuchte Rinder über Notiz; bei Schafen, Schweinen ziemlich glatt.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Berliner Börſenvorſtand, Abteilung Produktenbörſe, hat be=
ſchloſſen
, an den Samstagen im Auguſt und September die Börſenzeit
zu verkürzen. Die Notierung der erſten Kurſe findet danach pünktlich
um 12 Uhr, die Notierung der Schlußkurſe um 12¾4 Uhr ſtatt. Schluß
der Börſe punkt 1 Uhr.
Die Handelsſchutz= und RabattſparvereineDeutſch=
lands
ſind in Kottbus zu einer Tagung zuſammengetreten, um für
den kaufmänniſchen und gewerblichen Mittelſtand wichtige Angelegen=
heiten
zu erörtern.
Die Arbeiten des Danziger Senates zur Vorbereitung der
Finanzreform nehmen einen lebhaften Fortgang, da die Vorlegung der
Beſchlüſſe über die Finanzreform die Vorausſetzung für die vom Lon=
doner
Finanzkomitee in Ausſicht geſtellte große Anleihe iſt. Anfang
September werden dem Völkerbundsrat die Maßnahmen unterbreitet
werden.
Der Stadt Baden=Baden iſt die Genehmigung zur Ausgabe
von zu 8 Prozent verzinslichen Schuldverſchreibungen auf
den Inhaber im Nennwert von zwei Millionen RM. erteilt worden.
Zwiſchen den belgiſchen und deutſchen Drahtfabrikanten iſt es bezüg=
lich
der jüngſt zwiſchen beiden Teilen zuſtande gekommenen Einigung
zu Meinungsverſchiedenheiten gekommen, die nicht ſo leicht behoben
verden dürften.
Wie aus Rheinſchiffahrtskreiſen verlautet, rechnen die niederlän=
diſchen
Exporteure auf Grund der ſeitens ihrer Abnehmer getroffenen
Dispoſitionen mit einer weiteren Dauer des engliſchen
Bergarbeiterſtreiks von mindeſtens drei bis vier Wochen.
Die ſpaniſche Regierung hat den Dammbau eines ſpaniſch=
portugieſiſchen
Syndikats am Douro genehmigt. Dieſer Bau wind der
Elektrizitätsverſorgung und Bewäſſerung großer Gebiete Spaniens und
Portugals zugute kommen.
Um den Holzexport Polens zu fördern und beſſere Preiſe für das
polniſche Material auf den Auslandsmärkten zu erzielen, iſt ein großer
Holzexportkonzern gebildet worden, dem faſt alle großen In=
duſtriellen
und Holzexporteure Polens beigetreten ſind.
Die griechiſche Regierung gewährt von jetzt ab zur Be=
lebung
des Zigarettenexportes den Tabakfabrikanten für jedes
Kilg exportierter Zigaretten eine Prämie von 10 Drachmen.

Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
der Firma Moenania, Aktiengeſellſchaft für chemiſche
und pharmazeutiſche Erzeugniſſe in Mannheim im
Grundbuch eingetragen war, foll
Dienstag, den 14. September 1926, nachm 3, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
219, verſteigert werden.
(10206a
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 9. April 1926 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auf=
forderung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
ſtandes
tritt.
Darmſtadt, den 2. Juli 1926.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk IV, Band X, Blatt 571
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm
Schätzung
1. IV 245 Hofreite Nr. 47 Bleichſtr. 923 25 000 RM.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
der Firma Moenania, Aktiengeſelkſchaft für chemiſche
und pharmazeutiſche Erzeugniſſe in Mannheim im
Grundbuch eingetragen waren, ſollen .
Dienstag, den 14. September 1926, nachm. 3 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 5. Mai 1926 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
derung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
ſtandes
tritt.
(10207a
Darmſtadt, den 2. Juli 1926.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk IV, Band IV, Blatt 243
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm
Schätzung
1. IV 253 Hofreite Nr. 36 Friedrich=
ſtraße

489 23000 R.M.
2. IV 236 Grabgarten daſelbſt 208 2000 R.M.

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In den für den Aushang der ſtädti=
ſchen
Bekanntiachungen beſtimmte Kaſten
ſind auf einige Tage die zur Verhütung
von Grunditücksüberſchwemmungen maß=
ilichen
Vorſchriften veröffentlicht.
Darmſtadt, den 10. Aug. 1926. (ct11750
Städt. Tiefbauamt.

[ ][  ][ ]

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MEUE DEUTSCHE
HANDARBEIT

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*

im venigen Minufen

Zuerlernen

Nummer 225

Sonntag, den 15. Auguſf 1926

Seite 15

Wildgraf Hubertus.
Roman von Peter Fides.
(Nachdruck verboten)
21)
Egede drückte auf einen in den Schreibtiſch eingelaſſenen
Klingelknopf.
Aha, da hat ſich der Schweinehund den Schnee und den
zunehmenden Mond zunutze gemacht, am die aufgebaumten
Faſanen herunterzuſchießen! Ließ ſich die Fährte ausgehen?
Nur bis zur Drehnaer Landſtraße, erklärte Blaha, dann
war es, bei dem regen Verkehr von Wagen und Fußgängern,
ausgeſchloſſen, noch weiter zu folgen.
Der Diener trat ein.
Zwei Flaſchen Chateau Laroſe und drei Gläſer halt,
bringen Sie gleich einen ordenalichen Teller voll belegter Bröt=
chen
mit! Hubertus holte ſeine Zigarrentaſche hervor.. Sie
werden durchfroren und hungrig ſein, da kann ein Glas Rotſpon
nicht ſchaden, aber erſt wollen wir uns mal nen Tobak anſtecken,
nachher begleite ich Sie, vielleicht nimmt mein Rino die Spur
auf.
Das Frühſtück kam, und die Revierförſter ließen ſich nicht
lange nötigen. Egede lehnte ſich zurück.
Ich hätte Sie ohnehin in dieſen Tagen zu einer Be=
ſprechung
gebeten, meine Herren, denn wie ich Ihnen ſchon
vorhin ſagte, ſind Voigt und Mertens zu Oberförſtern befördert
worden, da möchte ich nicht, daß Sie ſich zurückgeſetzt fühlen.
Aber Herr Graf
Na ja, Hubertus lächelte, ich weiß ſchon, Sie ſind nicht
futterneidiſch und ſchließlich, Voigt und Mertens haben volle
zehn Dienſtjahre mehr, trotzdem Sie ſollen außer der am 1.
Januar für alle Beamten eintretenden Gehaltserhöhung jeder
noch eine beſondere Gratifikation von tauſend Mark erhalten
und ſpäter können Sie natürlich auch avancieren.
Jendriezek, der gerade ein Brötchen zum Munde führen
wollte, hätte beinah den Schinkenſemmel fallen laſſen und Blaha
wurde dunkelrot.
Das das iſt
Nicht zuviel für Ihre treue Mitarbeiterſchaft und jetzt .
Egede ſtand auf, um allen weiteren Dankesbezeugungen zu ent=
gehen
. Wir werden uns wohl beeilen müſſen, wenn Sie das
Mittageſſen nicht verſäumen wollen, ja, Rino du kommſt
auch mit, mein alter Kerl!
Die drei ſchritten rüſtig aus durch den fußhohen, glitzernden
Schnee, der leiſe unter den ſchweren Tritten der grobgenagelten
Stiefel knirſchte.
Kopf und Kragen möchte ich verwetten, daß der Wilddieb
kein anderer iſt als Matowski,, meinte Jendriczek, und ſeit
ihn der Herr Graf damals abgefaßt haben, wie er die Ricke
von dem Kitze weggeknallt hatte, hat er noch eine beſondere Wut.
Hubertus zuckte die Achſeln.

Möglich, aber ohne Beweiſe hilft uns der Verdacht nichts,
eine nochmalige Hausſuchung hätte auch keinen Zweck.
Wir müſſen eben in der nächſten Zeit regelmäßige Nacht=
patrouillen
machen, ſchlug Blaha vor.
Hm einmal wird uns der Gauner ſchon in die Flinte
laufen, aber das Wetterglas fällt mächtig, ich denke, wir be=
kommen
heute noch Schnee, da warten wir beſſer bis zu den
hellen Nächten.

Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen.
Der Keſſelteich war erreicht, ein Gewirr von Schilf, Binſen,
vertrockneten Schachtelhalmen, dazwiſchen gefrorene Tümpel und
überall vereinzelt ſtehende, hochſtämmige Roterlen.
Hier liegen Schweiß und Federn!
Ja, weiß Gott! Egede beugte ſich nieder. Bequemer kann
es der Lump gar nicht haben, die Bäume ſtehen ſo weit aus=
einander
, daß er gegen den helleren Himmel immer ein gutes
Abkommen hat, und die Faſanen ſitzen ja wie angeleimt, wenn
ſie erſt einmal aufgebaumt ſind.
Rino ſteckte die Naſe in den Schnee.
Komm' mal her, mein Alter! Hubertus leinte den Rauh=
bart
an, und nun legte ſich der Hund mächtig in den Riemen,
doch auf der Landſtraße wurde er unſicher und ſing an zu
ſchwärmen.
Dann hilft das nichts, nicht mal die Patronenhülſen hat
der Kerl liegen laſſen, es muß ein ganz geriſſener Junge ſein!
Jendriczek nickte.

Im Gefängnis iſt noch keiner beſſer geworden, der Ma=
towski
wird vermutlich eine ganze Menge dazugelernt haben.
Fürchte ich auch. Egede zog die Uhr und gab den beiden
Beamten die Hand. Nun will ich Sie aber nicht länger auf=
halten
, ſonſt wird Ihr Mittageſſen kalt, morgen, meine
Herren! Dann ging er langſam nach Drehna zu zurück.
Durch die Stille des Wintertages kam ein leiſes Klingen,
Hubertus blieb ſtehen und ſah ſich um.
Im flotten Trab bog ein niedriger Schlitten um die Weg=
kreuzung
, kam näher, und nun ein heller Zuruf, dann hielt das
Gefährt, eine ſchlanke Geſtalt ſprang heraus
Gnädiges Fräulein! Ja, und wo kommen Sie denn
ſchon her?
Deliane lachte.
Grüß’ Gott, Herr Graf, ich war in Herzogswalde, habe die
beiden Edelmarder zur Poſt gebracht und noch Verſchiedenes
eingekauft, heute ſoll die Doppelverlobung erſt richtig gefeiert
werden!
Bildhübſch war ſie, wie ſie ſo daſtand in dem knappen eng=
anliegenden
moosgrünen Koſtüm mit den von der Schneeluft
geröteten Wangen und den blitzenden Augen.
Ohne es zu wiſſen, hielt Egede ihre Hand immer noch in der
ſeinen.
Und haben Sie den Schreckſchuß von geſtern abend über=
ſtanden
?
Ja, das Geſicht des jungen Mädchens wurde ernſt, aber
wie ich heute hörte, daß Sie allein nach Hauſe gegangen ſeien,
da ſie ſtockte und wandte ſich ab: wollten Sie nach
Drehna, Herr Graf?
Ich war auf dem Heimweg. In der Faſanerie, am Keſſel=
teich
, iſt wiederholt gewildert worden, Blaha, Jendriczek und
ich haben uns die Geſchichte angeſehen.
Nein! Aber das iſt ja unerhört! Und wenn Sie viel=
leicht
den Schlitten benutzen wollen?
Sehr liebenswürdig, ich nehme mit Dank an, iſt denn für
Rino auch noch ein Platz frei? Der alte Herr kann keine
par foree-Touren mehr wachen
Freilich! Sie ſchwang ſich auf das Trittbrett. Komm,
Rino! Huppla! So
Vorſorglich breitete Hubertus die weiche, warme Kamelhaor=
decke
über die Knie des jungen Mädchens.
Ueber kurz oder lang werde ich den Halunken ſchon mal
faſſen, und dann heißt es: er oder ich!
Sie zuckte unwillkürlich zuſammen.
Oh Gott!
Sie brauchen ſich keine Gedanken zu machen. Egede lächelte,
ich habe ſchon ein volles Dutzend von dieſem zweiläufigen
Raubzeug abgefaßt, wenn’s zum Klappen kommt habe ich die
Knarre doch einen Herzſchlag früher am Kopf als der andere.
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Seite 16

Sonntag, den 15. Auguſt 1926

Nummer 225

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(*21203
Koſfenloſe Voranſchläge.
Hochachtungsvoll
Georg Zitzmann, Weißbindermeiſter
Neue Niederſtraße 17.
Telephon 988.

Darmſtadt
Uin neuer Anfanger Karfag
in Keichsrärzſcheift

beginnt am
Dienstag, den 27. Auguſt, abends 8 Uhr
in unſeren Unterrichtsräumen in der Handwerkerſchule
Ecke Karl= und Nieder=Ramſtädterſtraße.
Honorar Mk. 6.
1179
Fortbildungs= Diktat= und Redeſchriftkurſe jederzeit

Elugpia

Heute, Sonntag, von 8 Uhr
früh bis 6 Uhr abends
Tontaubenschleßen

Konzert Eintritt frei
Täglicher Restaurationsbetrieb
*21184)
Hans Tod

Fremde
und Beſucher Darmſtadts
vergeßt nicht einen Ausflug an die allbe=
kannte
, herrliche Bergſtraße (Malchen,
Frankenſtein, Seeheim, Jugenheim, Meli=
bokus
) zu machen.
Autobusfahrten
ſom weißen Turm, vorm. 8.35, 12.00 Uhr,
jachm. 2.35, 3.05, 6.05, 7.15, 10.30 Uhr und
ebenſo bequeme Rückfahrten. Fahrzeit
30 Minuten. Fahrpreis 0.701.00. (11615a

Fernſprechanſchluß Nr. 591 (11760
Heute nachmittag 4 Uhr:

hot.

Leitung: Obermuſikmeiſter Weber,
Abonnementskarten haben Gültigkeit!
Für Nichtkonzertbeſucher beſond. Räume.

Wertheim a. M.
Herrliche Lage am Main und Tauber. Groß=
artige
Burgruinen, ſchattige Spaziergänge,
Angel=, Ruder=, Schwimmſport. Auskunft
Fremdenverkehr-Herein. 12497