Ginzelnummer 1.5 Pfennige
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
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Nummer 148
Sonntag, den 30. Mai 1926.
189. Jahrgang
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Anzeſgen=
zuſträge und Teiſt ung von Schadenerſatz. Bei
Kenkurs oder gerichtlicher Beſtreibung ſäſſt ſeder
Nabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbank.
Der Kampf um die Kandidatur
Neue Unruhen. / Das Regierungsprogramm.
* Warſchau, 29. Mai. (Priv.=Tel.)
Am Montag, den 31. Mai, ſoll nun endgültig die
National=
verſammlung zur Wahl des neuen Staatspräſidenten
zuſammen=
treten. Trotz der Kürze der Zeit zeichnen ſich auch jetzt noch keine
klaren Richtlinien für die Wahlen ab. Vor allem ſtehen die
Kan=
didaturen immer noch nicht feſt. Für den Fall, daß ſich die
Mittel= und Rechtsparteien gegen ſeine Wahl ausſprechen
ſchlagen und ſelbſt auf die Präſidentſchaft zu verzichten. Wie
verlautet, denkt Pilſudſki hierbei an den ihm naheſtehenden
Gene=
ral und früheren Kriegsminiſter Soſnkowſki, der auch in den
Kreiſen der Rechten einige Anhänger beſitzt. Vor der Rechten
und der Mitte werden andere Kandidaten auf den Schild erhoben, nanzfrage der Zuſtändigkeit des Parlaments
ſo u. a. Graf Zamoiſki, der frühere Geſandte in Paris und der
Führer der Nationaldemokraten Dmowſki, dazu noch mehrere
auf eine oder nur zwei Parolen zu vereinigen. Die Verärgerung Kredit zu beunruhigen und nachteilige Wirkungen hervorzurufen,
der Rechtspoſition hält zudem immer noch an, und es iſt unter in Linkskreiſen geradezu verſtimmt, und beſonders
dieſen Umſtänden nicht ausgeſchloſſen, daß ein Teil ihrer
Abge=
ordneten überhaupt nicht zur Nationalverſammlung in Warſchau die Radikalen empſinden dieſe Wendung nach ihrem geſtrigen
erſcheinen wird.
legaliſiert angeſehen werden kann. Pilſudſki iſt zwar eine
Kampf=
natur, aber der Diktatur abgeneigt und zu diktatoriſchen
Maß=
propagierten Kampf gegen die Korruption und unlauteren Ge= zur Gewinnung einer neuen Mehrheit und gaben
ſchäfte zu führen. So hat er auch gegen die der Korruption
ver=
dächtigen Generäle mit ſtarker Hand durchgegriffen. Seine Ideale
ſtoßen aber in dem Kampf um die Macht, um den es ſich ja doch finden werde.
im Augenblick handelt, auf Widerſtand, dem er nicht gewachſen
iſt und ſeine eigenen Anhänger drohen damit, daß, wenn die
Nationalverſammlung nicht Pilſudſki oder eine ihm gemäße
Per=
fönlichkeit zum Präſidenten wählen ſollte, ſie ihre Forderungen
mit Gewalt durchſetzen wollen. Die gegneriſche Preſſe
beant=
wortet dieſe Drohung gleichfalls mit einer Kampfanſage.
Ueber=
haupt iſt die Stimmung ſelbſt in Warſchau ſehr erregt und
durchaus nicht im Sinne einer gewöhnlichen Wahlpropaganda.
Wie ernſt die Lage beurteilt wird, beweiſt ein Hirtenbrief
des Kardinals Kakowſki, der die Gläubigen beſchwört, angeſichts
der Wahlen den Frieden und die Würde zu wahren. Von
Samstag bis zum Montag ſollen in allen Kirchen beſondere
Gottesdienſte ſtattfinden. Wenn die Wahlausſichten am Vor= Kursmarkt dargelegt und, wie das offizielle Kommunigué
aus=
abend des Zuſammentritts der Nationalverſammlung noch immer drückt, „die zur Verteidigung des Franken bzw. zur völligen
Wie=
ungeklärt ſind, ſo lag das auch nicht zuletzt daran, daß Pilſudſki
und die Regierung Bartels bisher noch kein feſt umriſſenes Pro= hat”, führte die Verſchlechterung des Frankenkurſes
gramm aufgeſtellt hatte. Immerhin ſcheint beſonders in Kreiſen, auf die ungewiſſe innerpolitiſche Lage zurück, die in der
Kammer=
unterſtützen, weil man von einem Linkskurs eine gemäßigte
Wirt=
ſchafts= und Finanzpolitik erhofft, nachdem der bisherige Kurs
zu ſchweren Erſchütterungen des Wirtſchaftslebens geführt hatte. Tabinettsrat iſt im Laufe des Tages zweimal
zuſammen=
heute nachmittag eine große Anzahl von Abgeordneten aller
Parteien zu einer Ausſprache zu laden, in der er ſein Programm ſtandigenausſchuſſes, deſſen Aufgabe es ſein ſoll, die Vorgänge
darlegte. Die Regierung Bartel hat bereits beſtimmte Vor= auf dem Markte zu verfolgen und den Franken zu verteidigen.
Vollmachten für die Reorganiſation der Verwaltung und beſon= Steuerlaſt ab, da er dies für unvereinbar mit
dere Vollmachten für den Finanzminiſter wie zur Zeit der Re= der unumgänglich notwendigen Spartätigkeit
gierung Grabski vorſieht. Das Programm der
Regie=
rung ſieht Budgetmaßnahmen und Aenderungen in der
Er=
hebung und Einziehung der Steuern, auch eine Anleihe bis zu Rom gegen eine franzöſiſch=belgiſch=italieniſche
600 Millionen Goldſloty vor. Pilſudſki erklärte in der
Beſpre=
chung mit den geladenen Parlamentariern, zu denen Vertreter
aller Parteien mit Ausnahme der Nationaldemokraten erſchienen
waren, daß er ſeine Kandidatur nicht formell aufſtelle, daß er bei
der Wahl dem Seim und Senat vollkommen freie Hand ließe und niſchen Währungskonferenz findet in den
zu=
keinen Druck auszuüben gedenke. Er werde die Wahl einer jeden ſtändigen Kreiſen Roms nur kühle Aufnahme.
Perſönlichkeit anerkennen, die der Würde des Staates entſpreche. Man ſagt, daß dieſe Abſicht nicht neu ſei und andererſeits das
Sollte aber ein Unwürdiger gewählt werden, ſo beabſichtige er Währungsproblem ohne Mitwirkung der angelſächſiſchen Länder
daß er dem Staatspräſidenten das Recht gebe, eine Regierung der ihre eigenen Währungen bisher auf Koſten der anderen
ge=
zu ernennen. Die Erklärung Pilſudſkis, beſonders die Wendung,
daß er dem Willen des Volkes nicht entgegentreten werde, hat in nicht zu.
Abgeordnetenkreiſen einen tiefen Eindruck gemacht.
Reorganiſation der Repko.
nere Organiſation ändern. Das bisherige Direktonskomitee wird, gegen die Frankentwertung ins Auge gefaßt werden.
aufgelöſt werden und die früheren Haupt= und Nebendelegierten
werden wieder verpflichtet ſein, in Paris zu wohnen, wo jeden
Monat eine Sitzung abgehalten wird. Zwiſchen dieſen
Monats=
ſitzungen wird es ihnen aber erlaubt ſein, nach ihren
Herkunfts=
ländern zu reiſen. Das Direktionskomitee hat heute ſeine letzte
Sitzung abgehalten.
Braſiliens Petoverzicht.
Nach einer Meldung des „Quotidien” hat der braſilianiſche Dieſe Erklärung ſollte den Zweck haben, den Amerikanern klar zu
Delegierte beim Völkerbund, Mello Franco, wie bereits gemeldet,
mitgeteilt, daß Braſilien auf der Herbſttagung in mit Frankreich nicht aufgenommen ſei, ſie Rückſicht nehmen müß=
Genf, ſein Veto gegen die Zuerkennung eines ten auf die Zahlungen, die Frankreich von Deutſchland aus dem
ſen werde. Dieſer Frontwechſel iſt tatſächlich darauf zurück= Unterſchriften dreier Amerikaner trage. Außerdem wolle Parker
im Namen Südamerikas zu ſprechen. Das gleiche Blatt verſichert Deutſchlands ſicherſtellen, ſo daß man alſo ſehen könne, daß der
tweiter, daß auch Spanien kein Veto gegen den
deut=
iſchen Ratsſitz einlegen werde. Beide Staaten würden Bérenger ſtellte übrigens auch die Behauptung auf, daß
Deutſch=
zwar ihre eigene Kandidatur aufrecht erhalten, ſich aber bei einem
eventuellen Mißerfolg beruhigen, ohne mit einem Austritt aus
dem Völkerbund zu drohen.
Finanzdiktatur in Frankreich?
Verſtimmung in den Linkskreiſen. — Briands
ſchwankende Mehrheit.
EP. Paris, 29. Mai.
Dem heute abend veröffentlichten Communiqué der
Re=
gierung über die heutigen beiden Kabinettratsſitzungen wird in
politiſchen Kreiſen außerordentliche Bedeutung beigemeſſen.
Während in den Wandelgängen der Kammer die
ſollten, beabſichtigt Pilſudſki, einen Kompromißkandidaten vorzu= darin enthaltene Mitteilung, daß die vom Finanzminiſter Péret
vorgeſchlagene Zuſammenſetzung des
Finanzſach=
verſtändigenausſchuſſes vom Kabinett gebilligt und
vielfach als ein Verſuch aufgefaßt wird, die
Fi=
zu entziehen, iſt man über die Erklärung der
Re=
gierung, die Finanzdebatte müſſe weiterhin
andere, ohne daß es der Oppoſition gelungen wäre, ihre Wähler vertagt werden, da ſie nur geeignet ſei, den öffentlichen
Beſchluß, ſpäteſtens in acht Tagen eine neue Finanzinterpellation
Die ungeklärten Verhältniſſe haben es trotz des ehrlichen einzubringen, als eine Kampfanſage der Regierung.
Willens Pilſudſkis bisher verhindert, daß der Putſch bereits als Ganz anders iſt naturgemäß die Beurteilung dieſer Schwenkung
Briands bei der Rechten. Meunier von der radikalen Linken
und Miſſoffe von der republikaniſch=demokratiſchen Union
er=
nahmen nur bereit, wenn ſie dazu dienen den von ihm ſtets klärten, es handle ſich um eine Operation großen Stils
der Anſicht Ausdruck, daß Briand bei einigem Takt dieſe auch
Weitere Verſchlechterung des Frankenkurſes.
Neue Stützungsmaßnahmen.
Auf dem Pariſer Deviſenmarkt waren am Samstag, trotzdem
eine amtliche Notierung nicht erfolgte, das Geſchäft ziemlich
leb=
haft. Die Kurſe zeigten zunächſt ſteigende Tendenz, gingen ſpäter
aber wieder leicht zurück. So ſetzten Pfund und Dollar
gegenüber dem franzöſiſchen Franken mit 151,50 bzw. 31,08 ein,
ſtiegen auf 152,75 bzw. 31, 3 3, um mit 151,70 bzw. 31,10
zu ſchließen.
Finanzminiſter Péret, der im Miniſterrat die Lage auf dem
deraufrichtung gegebenen Anweiſungen beſtimmt und verſtärkt
ider Wirtſchaft die Neigung zu wachſen, den Pilſudſkikurs zu debatte zutage getreten ſei. Dadurch werde die Regierung zu
neuen Stützungsmaßnahmen gezwungen. — Der
In letzter Stunde hatte ſich nun Pilſudſki entſchloſſen, für getreten, um ſich mit den Finanzfragen zu beſchäftigen. Er billigte
den Vorſchlag des Finanzminiſters zur Schaffung eines
Sachver=
ſchläge ausgearbeitet, die für eine Uebergangszeit diktatoriſche Ferner lehnte er jede weitere Erſchwerung der
hält.
Währungskonferenz.
Die von der franzöſiſchen Preſſe ausgegangenen
An=
regungen zu einer franzöſiſch=belgiſch=
italie=
nicht, Seim und Senat vor dem Willen des Volkes zu ſchützen, nicht gelöſt werden könne. Im übrigen wendet ſich die offiziöſe
Der Seim könne ſeine Sünden nur dadurch wieder gutmachen, Darſtellung gegen die franzöſiſche Behauptung, daß die drei
Län=
ſchützt hätten; dieſe Behauptung treffe jedenfalls für Italien
Wie die „Information” aus Brüſſel meldet, werden Franqui
und Hortard ſich dermächſt zu einer Konferenz mit dem
fran=
zöſiſchen Finanzmin /: Péret nach Paris begeben. Angeblich
Die Reparationskommiſſion wird vom 1. Juni an ihre in= ſoll auf dieſer Konferenz eine gemeinſame Verteidigungsaktion
Bérenger in Paris.
Miniſterpräſident Briand hat am Samstag
Spätnachmit=
tag den franzöſiſchen Botſchafter in Waſhington,
Bérenger, empfangen. Die Havasagentur verbreitet
üb=
rigens eine außerordentlich umfangreiche Erklärung Bérengers,
die dieſer vor ſeiner Abreiſe aus New York abgegeben habe.
machen, daß, obzwar die Schutzklauſel in das Schuldenabkommen
ſtändigen Ratsſitzes an Deutſchland fallen laſ= Dawesplan zu erhalten habe, da dieſes Dawesabkommen die
zuführen, daß Argentinien Braſilien das Recht abgeſprochen hat, Gilbert in Berlin die ſtrikte, Erfüllung der Verpflichtungen
Dawesplan unter dem Schutze der Vereinigten Staaten ſtehe.
land vom Waffenſtillſtand bis Inkrafttreten des Dawesplanes
keine Reparationen gezahlt und Frankreich ſo gezwungen habe,
aus eigenen Mitteln ſeine Ruinen wieder aufzubauen=
Die Woche.
Faſt genau ſieben Jahre iſt es jetzt her, daß die Völker der
„alliierten und aſſoziierten Mächte” den Verſuch von Verſailles,
vom grünen Tiſch aus eine Neugeſtaltung Europas zu dekretieren,
mit Jubelfanfaren begrüßten. Was bedeuten ſieben Jahre in
der Geſchichte der Völker? Und doch hat ſchon die Entwicklung
dieſer ſieben Jahre genügt, um den Wahnwitz jenes
Ver=
ſailler Verſuches aller Welt klar vor Augen zu führen. Die
„Früchte des Sieges” wollte man pflücken, glaubte man pflücken
zu können und verkannte dabei völlig, daß man im 20.
Jahr=
hundert eine Politik mit den Methoden des Großen Peter von
Rußland oder Napoleons I. nicht mehr durchführen kann. Das
deutſche Volk wurde entwaffnet, um es dauernd niederhalten zu
können, und aus geraubten Provinzen und ganzen Ländern ſchuf
man neue „Staaten”, von denen man für alle Zukunft treue
Vaſallendienſte erwartete. Im Zeichen des „
Selbſtbeſtimmungs=
rechts der Völker” zwang man Millionen deutſcher
Volksange=
höriger unter das Joch der Fremdherrſchaft. Achthunderttauſend
franzöſiſche Bajonette aber, unterſtützt von Vaſallenvölkern,
ſoll=
ten den „Frieden” dieſes neuen Europa garantieren. Selbſt in
Paris dürfte es heute nur noch wenige geben, die es verſtehen,
wie man damals jenen „Großen Vier”, den Schöpfern dieſes
Wahnſinns, zujubeln konnte. Die Völker Europas erſehnen den
Frieden, brauchen ihn bitter notwendig, um die furchtbaren
Wunden des Krieges zu heilen. Die Drachenſaat aber, die man
zu Verſailles ausſäte, läßt und läßt den gequälten Erdteil nicht
zur Ruhe kommen. Von einer Balkaniſierung Oſt= und
Südoſt=
europas ſprach man ſchon in jenen Verſailler Tagen, ohne daß
aber offenbar die verantwortlichen Lenker des europäiſchen
Ge=
ſchickes daran dachten, daß ſchon von jeher der Balkan der
Brand=
herd unſeres Erdteils geweſen.
Noch nicht ganz ſieben Jahre beſteht jetzt der neue polniſche
Staat, deſſen Weiterbeſtand heute ſchon eine blutige Revolution
in Frage ſtellt. Mit Waffengewalt hat Pilſudſki die bisherige
parlamenariſche Regierung zum Rücktritt gezwungen. Daß dieſe
ſich nicht den enormen Schwierigkeiten der Lage gewachſen
ge=
zeigt hat, wird auch von manchen ihrer Anhänger zugegeben. Ob
der neue Diktator aber die ungeheuren Schwierigkeiten, die in
der Geſamtlage des polniſchen Staates begründet ſind, wird,
meiſtern können, muß zum mindeſten erſt die Zukunft erweiſen,
Mit Waffengewalt allein iſt es nicht getan. Mit Waffengewalt
kann man keine Währung ſanieren, kann man der wirtſchaftlichen
Not nicht ſteuern, welche eine von Grund auf verfehlte
Außen=
politik heraufbeſchworen hat. Es iſt eine merkwürdige Tatſache,
daß gerade Poſen das Zentrum der gegen Pilſudſki gerichteten
Bewegung iſt, eine Tatſache, die niemand anders als Pilſudſki,
ſelbſt einem franzöſiſchen Journaliſten gegenüber treffend erklärt
hat, indem er auf eine diesbezügliche Frage traurig mit dem
Kopf ſchüttelnd antwortete: „Ja Poſen iſt eine Schwierigkeit
und wird ſie für alle Geſchlechter ſein. Poſen weiſt zwei große
Unterſchiede gegenüber dem übrigen Polen und beſonders
gegen=
über Ruſſiſch=Polen auf. Der erſte Unterſchied iſt, daß die
Po=
fener unter einer höheren Kultur und unter einer von
Deutſch=
land eingeführten Ordnung aufwuchſen. Deswegen haben ſie
eine Sinnesart, die ganz verſchieden von der Sinnesart derer iſt,
die unter ruſſiſcher Anarchie und öſterreichiſcher Noncholance
leb=
ten. Der zweite Unterſchied iſt der, daß ſie eine weitaus
über=
legene Lebenshaltung aufweiſen!” Man kann eigentlich nicht
mehr verlangen, als daß der Diktator Polens zugibt, daß jene
früher preußiſchen Gebietsteile, die deutſche Arbeit kulturell
emporgehoben hat, Fremdkörper im neuen polniſchen Staate ſind
und bleiben werden. Herr Pilſudſki hat ſcheinbar die Segnungen
des Verſailler Diktats wenigſtens zum Teil erkannt. Inwieweit
er aus dieſer Erkenntnis Folgerungen zu ziehen bereit iſt,
in=
wieweit er daraus Folgerungen ziehen kann — darüber
ſollte man ſich in Deutſchland jeinen Illuſionen hingeben.
Ge=
fährlich wäre es auch, wenn man etwa bei uns die polniſche
Revolution lediglich als eine innerpolitiſche Angelegenheit
un=
ſeres öſtlichen Nachbarlandes anſehen wollte. In ganz Oſt= und
Südoſteuropa ſchwelt die Flamme unter der Aſche. Ein
Wind=
ſtoß kann ſie zu neuem furchtbaren Brand entfachen.
Die Segnungen von Verſailles! Auch im Siegerſtaat
Eng=
land verſpürt man ſie, wenn auch in anderer Form. War doch
der Generalſtreik nichts anderes, als die gewaltſame Eruption
einer ſchon ſeit Jahren anhaltenden ſchweren wirtſchaftlichen und
ſozialen Kriſis. Daß die engliſche Regierung in verhältnismäßig
kurzer Friſt den Generalſtreik erſticken konnte, iſt lediglich ein
neuer Beweis für die Verwurzelung einer feſten Staatsgeſinnung
im ganzen engliſchen Volk, der aber natürlich nicht darüber
hin=
wegtäuſchen kann, daß die tiefere Urſache jenes Streikes, die
wirtſchaftliche und ſoziale Kriſis, damit noch keineswegs behoben
iſt. Schwer leidet man auch in England unter den furchtbaren
Wunden, die der Weltkrieg der Wirtſchaft und insbeſondere der
europäiſchen Wirtſchaft ſchlug. Schwerer noch leidet man unter
ſeinen Folgen in Frankreich, wo eine neuerliche Frankenkriſis für
einen Augenblick alle Berechnungen über den Haufen werfen zu
wollen ſchien. Schon oft genug ſind die Urſachen der franzöſiſchen
Währungskriſis erörtert worden, und auch die endliche
Nieder=
werfung Abd el Krims vermag die franzöſiſche Geſamtlage für
die Dauer nicht entſcheidend zu beeinfluſſen. Es iſt
ſelbſtver=
ſtändlich, daß dieſer Erfolg der franzöſiſchen Kolonialpolitik die
Stellung der franzöſiſchen Regierung im Augenblick erheblich
ge=
ſtärkt hat. Aber auch in Frankreich ſehen wir ähnlich wie bei,
uns eine Kriſis des Parlamentarismus, der ſich den gewaltigen
Aufgaben, welche die Gegenwart der politiſchen Leitung der
euro=
päiſchen Völker ſtellt, in keiner Weiſe gewachſen zeigt. Man
horchte auf, als vor einigen Monaten Briand von der
europä=
iſchen Sprache redete, welche die Völker unſeres Erdteils erlernen
müßten. Vorerſt aber ſind Fortſchritte auf dieſem Gebiete
wahr=
lich kaum zu verſpüren, und insbeſondere die klirrenden Reden
Muſſolinis ſprechen eine durchaus andere Sprache und zeigen,
daß es nicht nurim Oſten Europas Konfliktſtoff zur Genüge
gibt. Solange aber die Völker Europas nicht lernen, europäiſch
zu denken, werden auch Abrüſtungskonferenzen kaum einen Schritt
vorwärts führen.
Unerfreulich wie die europäiſche Außenpolitik iſt auch unſere
innerpolitiſche Lage. Der Sturz des Kabinetts Luther zeigt ein
Nummer 148
Geite 2
derartig reſtloſes Verſagen unſeres parlamentariſchen Syſtems,
daß man nur mit größter Sorge in die Zukunft ſehen kann, um
ſo mehr, als ja die gegenwärtige Verlegenheitslöſung nur von
ganz vorübergehender Dauer ſein dürfte. In der Tat, „der
Menſchheit ganzer Jammer” könnte einem anpacken, wenn man
die völlige Zielloſigkeit und Ideenarmut bei faſt allen Parteien
ſieht. Der Mehrheitsbeſchluß der Fraktion aber entſcheidet
dar=
über, was der einzelne Abgeordnete ſagen und wie er ſtimmen
darf. Anſtelle der Idee iſt die Agitation getreten. Einen
ſchauer=
lichen Beleg dafür bietet die Sozialdemokratiſche Partei.
Volks=
entſcheid über die Fürſtenenteignung, angebliche Putſchpläne
und ähnliches müſſen herhalten, um die Maſſen aufzupeitſchen,
denen man große Ziele nicht mehr zu zeigen vermag.
Die Engländer haben ſich ein parlamentariſches Syſtem
ge=
ſchaffen, das den Eigenheiten des engliſchen Volkes entſpricht,
und ſie haben in faſt drei Jahrhunderten bewieſen, daß ſie mit
dieſem Syſtem zu arbeiten verſtehen. Wir haben ohne Rückſicht
auf die Eigenart des deutſchen Volkes dieſes Syſtem nachgemacht,
doktrinär verſchärft — und in ſieben Jahren bewieſen, daß wir
mit dieſem Syſtem nicht zu arbeiten verſtehen! Im ganzen
deutſchen Volk wächſt von Tag zu Tag dieſe Erkenntnis. Sie
ſollte dazu führen, daß rechtzeitig die Schäden des Syſtems
nach Möglichkeit ausgeſchaltet werden, denn nur eine
orga=
niſche Entwicklung kann das Wohl eines Volkes gewährleiſten.
M.
Syſtem Severing.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Herr Severing und ſein treuer Gefolgsmann, der
ſozialdemo=
kratiſche Polizeipräſident von Berlin, haben mit der Verfolgung
der „Hochverräter” ſoviel zu tun, daß ſie keine Zeit mehr finden,
ſich um ihre eigentliche Aufgabe zu kümmern. Auch ihre
Beam=
ten ſind dadurch derartig in Anſpruch genommen, daß der
ge=
wöhnliche Staatsbürger nachgerade vogelfrei wird. Nur ſo iſt
ein Fall möglich, der ſich Ende der Woche in Berlin zugetragen
hatte, wo am frühen Morgen gegen 6 Uhr zwei Beamte der
Schutzpolizei einen heftig proteſtierenden, lediglich mit dem
Nacht=
hemd bekleideten Mann über die Straße zum nächſten
Polizei=
revier ſchleppten.
Weshalb? Weil er angeblich eine Polizeiſtrafe noch nicht
be=
zahlt hatte, über die er aber eine Quittung beſaß. Er hatte die
Strafe in Raten abgezahlt, die letzte Rate etwas verſpätet, ſo
daß inzwiſchen die Polizeiamtskaſſe das Polizeirevier davon
ver=
ſtändigt hatte, daß die letzte Rate nicht eingezahlt ſei, worauf er
dann morgens um ½5 Uhr aus dem Bett getrommelt wurde. Er
zeigte den Beamten ſeine Quittung, die darauf befriedigt
ab=
zogen, nachträglich aber im Revier feſtſtellten, daß eine Mitteilung
der Polizeiamtskaſſe immer noch nicht eingetroffen ſei. Anſtatt
bei der Polizeiamtskaſſe nachzufragen, wurden am nächſten
Mor=
gen, diesmal erſt um ½6 Uhr, wieder zwei Beamte mobil gemacht,
die der Delinquent ſehr ungnädig empfing. Er war offenbar der
Meinung, daß er nicht dazu da ſei, ſeinen Schlaf lediglich der
Polizei zu opfern. Er lehnte es ab, die Quittung noch einmal
vorzulegen. Wenn er ausgeſchlafen habe, wolle er aufs
Polizei=
revier kommen. Nachmittags gab ſeine Frau auf dem Revier
eine Beſchwerde über dieſe Behandlung zu Protokoll, die aber
auch nicht bis zum Reviervorſteher gelangte, der nunmehr
ſeiner=
ſeits beſchloß, dem renitenten Zahler noch einmal auf den Hals
zu ſchicken. Zum dritten Male erſchienen um ½6 Uhr morgens
die Beamten in der Wohnung. Das unglückliche Objekt ihrer
Fürſorge wurde nun aber wütend. Als die Beamten ihn
er=
ſuchten, ſich anzuziehen, weigerte er ſich, worauf ſie ihn mit
Ge=
walt die Treppe herunterſchleppten und im halben Adamskoſtüm
über die Straße nach der Polizeiwoche transportierten.
Soweit der auch von der Polizei zugegebene Tatbeſtand, nur
daß die Polizei von einer „Verkettung unglückſeliger Zuſtände‟
ſpricht, der ſie die Verantwortung dafür zuſchieben möchte. Der
einzelne Staatsbürger wird dafür kein Verſtändnis haben.
Es iſt erreicht.
Die Republik hat geſtern einen neuen großen Sieg errungen.
Das preußiſche Staatsminiſterium, der Berliner Polizeipräſident
und der Berliner Magiſtrat zuſammen mit der
Stadtverordneten=
verſammlung haben beſchloſſen, den Königsplatz in
Ber=
lin, der zwiſchen dem Reichstag und der ehemaligen Krollſchen
Oper liegt, künftighin in den Platz der Republik
umzu=
taufen. Jetzt kann uns alſo nichts mehr geſchehen. Nach der
Friedrich Ebertſtraße haben wir ja auch einen Platz der Republike
der nur leider den „Schönheitsfehler” hat, daß er mit der
Sie=
gesſäule geziert iſt. Eine grimmige Ironie, die eigentlich auch
den Erben des 9. November und den Unterzeichnern des
Frie=
densdiktates von Verſailles peinlich ſein ſollte. Vielleicht
be=
nutzen ſie aber die Gelegenheit, um auch dieſes Dokument eines
„imperialiſtiſchen Zeitalters” abzutransportieren und in einem
verborgenen Winkel neu aufzuſtellen.
Auf Goethes Spuren durch Frankfurt
am Main.
Von Ernſt Wagner.
Der Stätten, die an Goethe erinnern, gibt es in Frankfurt
am Main viele. Das iſt noch lange nicht genug bekannt. Und
doch lohnt es im beſten Sinne des Wortes, auf Spuren Goethes
die Stadt am Main zu durchſtreifen.
Da iſt im großen Hirſchgraben zunächſt des Dichters
Geburts=
haus. Es will geſucht ſein. Die Stadt des zwanzigſten
Jahr=
hunderts ſchiebt ſich in den Vordergrund, mit frohen, weiten
Straßen, mit Licht und Sonne. Das ehrwürdige Haus liegt
abſeits vom Verkehrsgetriebe an der ehemaligen Hirſchgaſſe. Was
es im Innern an Reichtum in ſich birgt, erfahre jeder an ſich
ſelber; nur dieſes Erleben gibt den Weg frei.
Wie oft mag er die Stufen herabgeſchritten ſein, die eben
unſer Fuß berührt! Noch einen Blick zurück! Sieh’, an der
Feuerwand nach Oſten zu ein kleines Guckfenſter, vom geſtrengen
Herrn Rat nachbarlichem Widerſtand zum Trotz angelegt!
Das iſt die alte Stadt, die ihres großen Sohnes Jugend
um=
gab; aus jenem Giebelzimmer ſah er tief hinein! Dort wurde der
Grund zu vielen ſeiner Werke gelegt; dort ſah der Fauſt das
Licht; und Götz, Werther, Clavigo fanden die Vollendung. Dort
entſtand in der Chriſttagsfrühe des Jahres 1772 jener
wunder=
bare Brief an Keſtner, der wie kaum ein anderes Dokument
be=
leuchtet, was dieſe alte Stadt dem empfänglichen Gemüt Goethes
zu geben hatte; und dort harrte er, in notgedrungener
Gefangen=
ſchaft emſig am Egmont ſchreibend, des Wagens, der ihn gen
Weimar führen ſollte.
Nicht weit iſt es nach dem großen Kornmarkt hin — das
Fenſter der Geliebten war durch das Dächer= und Giebelgewirr
zu erſpähen — zum vormals Schönemannſchen Haus, dem Ort,
aus dem ſo viel Luſt und Leid für nicht eines Jahres Spanne
dem unruhvollen Genius erwuchs. Kaum eine Veränderung
zei=
gen die dazwiſchen liegenden Gäßchen! Die Straße ſelber
aller=
dings bietet ſich gewandelt dar, doch treu hat dabei Pietät
ge=
waltet. Wohl lehnt ſich Lilis Elternhaus nicht mehr wie einſt
an die Trutzburg derer von Stalburg, eine der „Feſtungen in der
Feſtung”, wie Goethe ſchreibt. Aber die 1789, alſo noch zu
Leb=
zeiten Goethes und Lilis, errichtete Kirche der reformierten
Ge=
meinde mit ihrer feinen Louis XVl.=Faſſade iſt ein würdiger
Erſatz. Auch das neuere, den Proſpekt heute abſchließende
Rat=
haus macht der Vergangenheit weiteſte Konzeſſionen und fügt
ſich, ebenſo wie das angrenzende Palais Bethmann, ſtilvoll an
Sonntag, den 30. Mai 1926
Vom Tage.
Reichstagspräſident Loebe erkrankte an einer akuten
Ent=
zündung der Gallenblaſe. Loebe wird noch die nächſte Woche
vor=
ausſichtlich unter ſtändiger ärztlicher Beobachtung gehalten werden
müſſen.
Reichspräſident v. Hindenburg gab zu Ehren des ſcheidenden
Reichskanzlers Dr. Luther ein Abſchiedseſſen, an dem 16 Perſonen
teilnahmen. Der Reichspräſident ſprach Dr. Luther ſeine beſten Wünſche
für die Zukunft aus.
Die deutſchen Gutsbeſitzer in Eſtland haben an den
Völkerbundsrat eine Klage wegen der
Landenteig=
nungen durch die eſtniſche Regierung gerichtet.
Der deutſche Botſchafter von Hoeſch und der belgiſche
Botſchafter in Paris Gaiffier d:Heſtroy haben in Paris geſtern
das Abkommen zwiſchen dem Deutſchen Reich und
Bel=
gien über den Luftverkehr unterzeichnet.
Dr. Seipel verläßt am Montag Wien, um ſich zunächſt nach
Paris zu begeben, wo er einen Vortrag über die
Wirt=
ſchaftsverhältniſſe in Oeſterreich halten wird.
General Michael Zimienski, der ehemalige Adjutant
des Generals Joſef Haller und ſpätere ſtellvertretende Chef der
polni=
ſchen Militärverwaltung wurde wegen Mißbräuchen, die er ſich
angeblich in dieſer Stellung hat zuſchulden kommen laſſen, verhaftet.
Zur Unterfuchung des bulgariſch=griechiſchen
Zwi=
ſchenfalls hat ſich der vom Völkerbund entſandte Oberſt Sievert an
die bulgariſch=griechiſche Grenze begeben. Wie verlautet, ſoll es ſich nur
um einen Zuſammenſtoß zwiſchen Soldaten und Schmugglern handeln.
Die belgiſchen Finanzprojekte ſehen als
Sparmaß=
nahmen die vorläufige Einſtellung aller
öffent=
lichen Arbeiten und Einſparungen in allen
Verwal=
tungen vor.
In einer Nachwahl zum Parlament, die in dem Londoner
Stadtteil Hammerſmith ſtattfand, ſiegte der
Arbeiter=
kandidat mit rund 13000 Stimmen gegen etwa 9000 Stimmen der
Konſervativen und 2000 der Liberalen. Gegenüber den Wahlen im Jahre
1923 und 1924 hat ſich die Mehrheit ſür den Arbeiterkandidaten dauernd
erhöht.
E3 wird gemeldet, daß die engliſchen
Einwanderungs=
behörden dem amerikaniſchen Sozialiſten Ruſſell das
Einreiſeviſumverweigert haben. Ruſſell wollte nach Irland
gehen und dort Vorträge halten.
Muſſolini und der franzöſiſche Botſchafter haben einen
Er=
gänzungs=Handelsvertrag zwiſchen Italien und
Frankreich abgeſchloſſen.
Die Generäle Wupeifu und Tſchangtſolin treffen ſich
zu einer Konferenz in Paotingfu in der Nähe von Peking.
In diplomatiſchen Kreiſen erhofft man, daß ſie ſich bei dieſer
Gelegen=
heit über ihre Einflußſphären und über die Art der kommenden
Regierung in Peking einigen werden.
Nach einer Meldung aus Tokio hat die japaniſche
Regie=
rung die Abſicht, das Parlament um einen Kredit von 500 Millionen
Yen zu erſuchen, um damit ein neues großes
Flottenbaupro=
gramm zu verwirklichen, das ſich auf vier Jahre erſtrecken würde.
In der diplomatiſchen Vertretung Italiens wird der zum
Bot=
ſchafterin Santiago de Chile ernannte Geſandte in Bern
Garbaſſo durch Graf Pignatti Morano, Geſandter in Prag,
erſetzt. Der Botſchaftsrat in Paris Summonte wurde an die Stelle
des ins Auswärtige Amt berufenen Grafen Barbaro zum
General=
konſul in München ernannt.
Der Kampf um den Volksentſcheid
Bürger lehnt die Enteignung ab! — Geht am
20. Juni nicht zur Abſtimmung!
Die Abſtimmung vom 20. Juni wirft bereits ihre Schatten
voraus. Es iſt unverkennbar, daß Sozialdemokraten und
Kom=
muniſten allmählich auch das Tempo ihrer Agitation verſchärfen,
um auch den letzten Mann auf die Beine zu bringen. Die
bürger=
lichen Parteien und die Regierung haben beim erſten Wahlgang
dieſem Treiben untätig zugeſehen. Es ſcheint, daß ſie ſich
dies=
mal zu einer Gegenaktion aufraffen wollen, was ja auch
unbe=
dingt notwendig iſt. Der Entwurf der Reichsregierung iſt
in=
zwiſchen vom Reichsrat angenommen worden und dem Reichstag
zugegangen. Er wird in der einwöchentlichen Tagung, die der
Reichstag noch vor dem Volksentſcheid abhält, vermutlich an den
Ausſchuß gelangen, vor dem 20. Juni aber wohl kaum mehr
ver=
abſchiedet werden. Umſo notwendiger iſt es, daß die
Reichs=
regierung dieſe Gelegenheit noch einmal benutzt, um mit aller
Deutlichkeit die Parole auszugeben, mit der ſie den Kampf
führen will, daß ſie auf der einen Seite die Enteignung wie
ſie im Volksentſcheid verlangt wird, unbedingt ablehnt,
weil dadurch die Grundlage unſerer ſtaatlichen
Ordnung erſchüttert wird, daß ſie auf der anderen
Seite feſt entſchloſſen iſt, auch falls der Volksentſcheid abgelehnt
werden ſollte, eie parlamentariſche Erledigung im Sinne des
Kompromißentwurfs der bürgerlichen Parteien durchzuſetzen.
das Ganze. Ja, es beſitzt in der Bekrönung ſeiner beiden Türme
getreue Abbilder der einſtigen Brückentürme, von denen der auf
der rechten Mainſeite gelegene — in dem kleineren Rathausturm
kopiert — dem Knaben Goethe noch die Reſte eines der
unglück=
lichen Opfer der Fettmilch=Exekution wies. So hat die
Phan=
taſie des willig ſich Einfühlenden leichtes Spiel; und wer heute
im nebligen Morgengrauen eines Oktobertages den Kornmarkt
hinabſchreitet, mag mühelos des Dichters Scheidegedanken von
1775 nachempfinden: „Am Kornmarkt machte der Spenglersjunge
raſſelnd ſeinen Laden zurecht, begrüßte die Nachbarsmagd in
dem dämmerigen Regen; es war ſo was Ahnungsvolles auf den
künftigen Tag in dem Gruß . . . Lili, adieu, Lili, zum
zweiten=
mal!” Welche Großſtadt könnte ſich ſolcher Vereinigung von
Vergangenheit und Gegenwart rühmen?
Und dann das Haus der Schönemanns ſelber! Was
ver=
ſchlägt es, daß Erdgeſchoß und Inneres einem Umbau
unter=
zogen worden ſind! Hinter denſelben Mauern im Eckzimmer
ebener Erde, dem ſchmalen Gäßchen zugekehrt, lag das
Wohn=
zimmer mit dem Flügel, an dem Goethe zum erſten Male ſeiner
Lili begegnete. Hier haben die mancherlei geſellſchaftlichen
For=
malitäten ſich abgeſpielt, die ihm an ſich reichlich zuwider waren,
denen er aber trotzdem nicht mehr fernzubleiben vermochte und
in deren Erinnerung er ſpäter, tief im Thüringer Walde, noch
fang:
„Gehab dich wohl bei den hundert Lichtern,
Die dich umglänzen,
Und all den Geſichtern,
Die dich umſchwänzen,
Und umkredenzen,
Find’ſt doch nur wahre Freud’ und Ruh‟
Bei Seelen, grad und treu wie du."
Und hier war es ſchließlich, wo er nach vollzogener Trennung
abendlich vorbeiſchleichend und vergebens ſich mühend, durch die
dichten Vorhänge mehr als Schatten zu erſpähen, die vertraute
Stimme ſein Lied ſingen hörte:
„Warum ziehſt du mich unwiderſtehlich,
Ach, in jene Pracht?”
Der Rathaus=Neubau leitet zwanglos zum vorbildlich
erhal=
tenen beziv wieder ergänzten Römerberg, vielleicht dem
male=
riſchſten Platze deutſcher Vergangenheit, herüber. Dort erzählt
vor allem der Römer ſelber von dem jungen Goethe, der dieſen
„wie eine Maus den heimiſchen Kornboden” genau kannte. Kein
Naum und Winkel, den ſein Fuß nicht wie oft betreten hat; von
den mächtigen Hallen im Erdgeſchoß bis zum Sitzungszimmer
Deutſche Offbundtagung
in Königsberg.
Mächtiges Bekenntnis zum Deutſchtum.
Königsberg, 29. Mai.
Den Abſchluß der Königsberger Veranſtaltung des Deutſchen
Oſtbundes bildete am Freitag abend eine große Oſtmärker=
Kund=
gebung in der Stadthalle. Der große Feſtſaal war dicht gefüllt,
Innungen und andere Korporationen ſowie die Studentenſchaft
beteiligten ſich daran, ebenſo Ehrengäſte und Vertreter der
Be=
hörden. Die Feier wurde von Bundesdirektor Griſchel eröffnet,
der der Hoffnung Ausdruck gab, daß das Ziel der Tagung
ſein möge, vor aller Welt zu bekunden, daß das
Gebilde des polniſchen Korridors ein
Verbre=
chen ſei. Bundespräſident Tilly brachte zum Ausdruck, daß
Deutſchland bereits am Anfang eines Kampfes mit geiſtigen
Waf=
fen ſtehe, der der in Verſailles geſchaffenen Landkarte ein anderes
Ausſehen geben werde.
Nach der Weihefeier des neuen Banners der Ortsgruppe
Königsberg hielt Freiherr v. Gayl die großangelegte Feſtrede, in
der er u. a. ausführte:
Die Deutſchland entriſſenen Teile waren und bleiben
deut=
ſches Land trotz aller Verträge. Wir erheben laute Anklage gegen
die frevelhafte Ungerechtigkeit von Verſailles. Aber wir
verzich=
ten nicht, wir leben und ſterben in der Gewißheit, daß die
ver=
lorenen deutſchen Brüder einſt treulich zurückkehren werden. Der
Kampf geht heute um Leben und Sterben unſeres Volkes. Wir
wiſſen das Recht auf unſerer Seite. Noch ſchläft fern
von der Gefahr der deutſche Michel im Innern Deutſchlands. Für
ihn ſoll die heutige Kundgebung eine Fanfare ſein, endlich
aufzu=
wachen, denn es gilt, über unſere Zukunft zu wachen, um Kampf,
um Heimat und Volkstum bis ans Ende unſerer Tage.
Mit dem gemeinſamen Geſang des Deutſchlandliedes ſchloß
die Tagung des Deutſchen Oſtbundes.
Der Kampf um die Rückwirkungen.
* Koblenz, 29. Mai. (Priv.=Tel.)
Es ſieht wieder einmal ſo aus, als ſollten die noch immer
ausſtehenden Rückwirkungen aufs neue durch die innerpolitiſchen
Schwierigkeiten Briands in Mitleidenſchaft gezogen werden.
Jedenfalls iſt noch nichts darüber bekannt geworden, ob es Herm
von Hoeſch bei ſeinem kürzlichen Beſuch beim franzöſiſchen
Mini=
ſterpräſidenten gelungen iſt, irgendwelche Zuſagen über einen
baldigen Abbau der Befatzungstruppen auf die Normalſtärke zu
erhalten. Gegenwärtig ſtehen in der zweiten und
dritten Rheinlandzone etwa 80 000 Mann,
wäh=
rend im Frieden in der erſten Zone ſich Garniſonen mit
einer Geſamtſtärke von 13 420 Mann und in der zweiten von
36 940 Mann befanden, alſo zuſammen 50 360 Mann,
Es müßten alſo 30 000 Mann franzöſiſche
Trup=
pen zurückgezogen werden. Von franzöſiſcher Seite
wird zwar der Eindruck zu erwecken verſucht, als ſei mit dem
Abzug von drei Regimentern aus der zweiten Zone ſchon ein
weſentlicher Teil der Rückwirkungen ausgeführt worden. Das
ſtimmt nicht; denn dem Abzug von 9000 Mann ſteht ein Zuzug
aus der erſten Zone gegenüber, der auch dieſe geringe
Erleichte=
rung in eine Erſchwerung umwandelt. Es iſt aber anzunehmen,
daß Herr von Hoeſch in den nächſten Tagen ſeinen Beſuch
wieder=
holen und darauf dringen wird, daß endlich einmal in dieſer
ſchwebenden Angelegenheit etwas geſchieht, da auch mit ihr für
die Reichsregierung innerpolitiſche Rückwirkungen verbunden ſind,
Die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtſchaft.
Auf der heutigen Tagung des Landbundes in Weimar ſprach
Reichsinnenminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft Dr.
Has=
linde über die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtſchaft. Die
ein=
geleiteten Aktionen zum Zwecke der Kreditregelung, die zur
Wiederaufrichtung der Landwirtſchaft unbedingt notwendig ſeien,
würden mit allem Nachdruck fortgeſetzt werden. Es ſei dringend
erforderlich, daß die Kreditinſtitute im Reich mit größter
Schnel=
ligkeit und möglichſt großzügig arbeiteten. Es müſſe bald eine
weitere Ermäßigung des Zinsſatzes für die landwirtſchaftlichen
Real= und Perſonalkredite angeſtrebt werden. In Rückſicht auf
die Erfahrungen des vergangenen Jahres ſeien in Verbindung
mit der Reichsbank Maßnahmen in Vorbereitung, um zu
verhin=
dern, daß bei der kommenden Ernte unter dem Druck der fälligen
kurzfriſtigen Schuldverbindlichkeiten die Erntevorräte in einem
die Aufnahmefähigkeit des Marktes überſteigendem Umfange
ab=
geſtoßen wurden und daß ſich daraus verluſtbringende
Getreide=
preiſe entwickelten. Der Miniſter berührte dann die Zollfrage und
wies darauf hin, daß die ſchwerringende Landwirtſchaft gegen die
Ueberſchwemmung mit Agrarprodukten aus dem Auslande
ge=
chützt werden müßte.
mit dem alten Wandſpruch und den Bänken des Senates und
bis zum Kaiſerſaal, in dem der Großvater Textor, gelegentlich
der mit der Herbſtmeſſe verbundenen alten Zeremonie des
Pfei=
fergerichts, eine von den Enkeln mit Intereſſe beſtaunte,
beſon=
ders ehrenvolle Stellung einwahm und in dem die Bilder der
Kaiſer zur Erfragung ſo mancher Mär von ihren Taten anregten.
Selbſt als am 3. April 1764 die Majeſtäten perſönlich beim Mahle
ſaßen, fehlte, von befreundeter Seite hineingeſchmuggelt, der
auf=
geweckte Knabe nicht. Und draußen ſpielten indeſſen alle die
Feierlichkeiten ſich ab, wie er ſie ſpäter in Dichtung und Wahrheit
eingehend geſchildert hat. In der Tat hat dieſer Saal eine ſchier
geheimnisvolle Verbindung mit ſeinem Werden. Denn in ihm
ſtand bei einer anderen Kaiſerkrönung, der Karls VII., im Jahre
1742 die elfjährige Katharina Eliſabeth Textor und erfüllte aus
den traurigen Augen des unglücklichen Kaiſers ihr klopfendes
Herz mit jener märchenhaften Seligkeit, in der ſie ſieben Jahre
ſpäter dem Sohne das Leben ſchenkte.
Weiter nach dem Main zu liegt der von Goethe ob ſeines
Hineinreichens in karolingiſche Zeit ehrfürchtig beachtete
Saal=
hof ſowie — ein Denkmal des Verbundenſeins auch des alten
Goethe mit ſeiner Vaterſtadt — das Haus „Zum roten
Männ=
chen” die Stadtwohnung der Willemers! Von jener Gegend
am Fahrtor fuhr das Höchſter Marktſchiff ab, auf dem der Grund
gelegt wurde zu den peinlichen Enthüllungen, die den Abſchluß
des im Zuſammenhang mit den Krönungsfeierlichkeiten erzählten
rſten Liebesverhältniſſes des jungen Goethe im Gefolge hatten.
Nordwärts vom Rümerbeng, am „Braunfels” vorbei, ziehr
die „heitere und ergötzliche” Neue Kräme hin; ihre damals
feh=
lende Verlängerung zur Zeil, die Liebfrauenſtraße, trifft etwa
auf die Stelle, wo der bis 1730 der Großmutter Cornelia Goethe
gehörige Weidenhof ſtand. Gen Oſten öffnet ſich der maleriſche
Markt, die alte Verbindungsſtraße zwiſchen Römer und Dom,
deſſen einſt unreinliches Gewühl der Knabe lieber behaglich aus
den Fenſtern des an der Ecke zur Neugaſſe gelegenen Hauſes der
Tante Melber ſich anſchaute. Die Schirn, der Ort der „engen und
häßlichen Fleiſchbänke” beſteht noch unverändert.
Mächtig aber ragt über allem die Bartholomäus=Kirche empok,
mit dem im Chor aufgerichteten Grabſtein „jenes braven, von
Freund und Feinden geſchätzten Günther” und dem lange
ge=
heimnisvollen Eingang zur Wahlkapelle, der ſchließlich den
Ent=
täuſchten in einen Abſtellraum für Geräte aller Art führte. Heute
präſentiert ſich dieſe hiſtoriſche Stätte ſchmuck und ſauber, wie der
ganze einzigartige Dom. deſſen nach dem Brand von 1867 im
Sinne der früheren Meiſter erfolgter Ausbau ſicherlich die
Zu=
ſtimmung des glühenden Verehrers der Straßburger und Kölner
Gotik gefunden hätte. Damals hatte er ſeinem „Guſtgen” von
Nummer 148
Seite 3
Die engliſche Kohlenkriſe auf
dem toten Punkt.
Die Kohlenkarte. — Der drohende 1. Juni.
Zurückhaltung der Regierung.
* London, 29. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Verhandlungen über die Kohlenfrage
zwiſchen der Regierung einerſeits und den Grubenbeſitzern und
den Bergarbeitern andererſeits ſind erneut auf dem toten
Punkt angelangt. Seit dem erſten Mai, dem Tage des
In=
krafttretens des Ausſperrungsbeſchluſſes der Grubenbeſitzer und
der gleichzeitigen Proklamierung des Bergarbeiterſtreikes, iſt nun
beinahe ein Monat verfloſſen, ohne daß man bisher, im Grunde
genommen, auch nur um einen Schritt weiter gekommen wäre.
Die kurze Epiſode des engliſchen Generalſtreiks, der zur
Unter=
ſtützung der ſtreikenden Bergarbeiter verkündet worden war, hat
die öffentliche Aufmerkſamkeit eine Zeitlang von dem drohenden
Unheil abgelenkt, das die Bergbaukriſe, wenn nicht binnen
kur=
zem eine Einigung erfolgt, und die Betriebe wieder in Gang
ge=
bracht werden, unweigerlich heraufbeſchwören muß. Der
General=
ſtreik iſt zuſammengebrochen, und ſeitdem konzentriert ſich wieder
die ganze Aufmerkſamkeit auf die
Bergbauverhandlun=
gen, deren Erfolg oder Nichterfolg zu einer Frage von
aller=
erſter Wichtigkeit für die nationale Wirtſchaft
geworden iſt.
Rein äußerlich iſt der Beweis für die allmähliche
Ver=
knappung der Kohlenbeſtände, alſo für die Folgen
des Streikes auf die engliſche Wirtſchaft, mit der von der
Regie=
rung angeordneten Kohlenrationierung erbracht. In England iſt
heute wieder die Kohlenkarte eingeführt worden, wie man ſie nur
in Kriegszeiten kennen gelernt hat. War es damals aber eine
mehr vorbeugende Maßnahme, die ſich außerdem durch die
ge=
waltige Kriegserſchütterung rechtfertigen ließ, ſo iſt es heute ein.
Zeugnis für die große Gefahr, die die Bergbaukriſe in ſich birgt.
Nicht zu unterſchätzen iſt hierbei auch das pſychologiſche Moment,
das in der Auferlegung dieſer Einſchränkungen beruht. Dem
Engländer, der ſich ſo ſtark in ſeinem nationalen
Sicherheitsemp=
finden fühlt, dünkt ſchon das Fehlen der Rieſenlichtreklame, die
notdürftige nächtliche Beleuchtung und der rationierte Hausbrand
als Zeichen der heraufziehenden Gefahr. So macht ſich denn
in den letzten Tagen eine ſteigende Beunruhigungüber
die Entwicklung in der Kohlenkriſe bemerkbar, deren
äußere Auswirkung ſich immer unangenehmer im täglichen Leben
geſtaltet.
In den Verhandlungen ſelbſt wird als drohendes Menetekel
mit Bangen der 1. Juni erwartet. Auch hier iſt es genau wie
vor einem Monat. Nur äußerlich iſt ein Unterſchied inſofern
feſt=
zuſtellen, als damals die fieberhaften Verhandlungen bis zwölf
Uhr nachts zum erſten Mai vor dem Ausbruch des Streikes
an=
dauerten, während jetzt bis auf weiteres alle
Verhandlungsmög=
lichkeiten erſchöpft erſcheinen. Das Angebot der
Regie=
rung iſtvon beiden Parteien, ſowohl von den
Gruben=
beſitzern, wie auch von den Bergarbeitern ablehnend
beant=
wortet worden. Ihre Vorwürfe gegen die Haltung der
Regie=
rung hat dieſe energiſch zurückgewieſen und ſich nun ihrerſeits
in Reſerve begeben. Baldwin iſt früher als ſonſt zum Weekend
nach Chequers gefahren, und auch die ſtreitenden Parteien haben
noch kein Zeichen einer bevorſtehenden Aktivität gegeben, während
der 1. Juni, an dem das neue Subventionsangebot abläuft,
un=
erbittlich heranrückt. Ob die Bergarbeiterverbände bis dahin
irgendwelche neuen Vorſchläge machen werden, iſt noch nicht
be=
kannt. Es ſcheint, daß dieſe ſich noch auf eine längere Streikdauer
einrichten. Die Unterſtützungsſätze für die Streikenden ſind
her=
abgeſetzt worden, und auch von außerhalb laufen, wenn auch
ge=
ringe, ſo doch regelmäßige Unterſtützungen ein. Unter dieſen
Umſtänden iſt es begreiflich, daß die Oeffentlichkeit
all=
mählich anfängt, nervös zu werden, und ihrerſeits der
Re=
gierung Vorſchläge macht, die auf eine Regelung der Kohlenfrage
unabhängig von der Stellungnahme der beiden unmittelbar
be=
teiligten Parteien, hinausläuft. Die Kriſe ſpitzt ſich täglich zu,
und es iſt noch unerfindlich, was geſchieht, wenn die Zeit bis
zum 1. Juni, wie es allen Anſchein hat, ungenutzt verſtreicht.
Verlängerung des britiſchen Ausnahmezuſtandes.
Im Buckingham=Palaſt fand am Samstag unter dem Vorſitz
des Königs ein geheimer Kronrat ſtatt. Eine Stunde
ſpäter brachte die „London Gazette” ein Extrablatt mit einer
königlichen Proklamation heraus, in der die
Ver=
längerung des Ausnahmezuſtandes um einen
weiteren Monat angebündigt wird. Am Dienstag wird das
britiſche Kabinett zuſammentreten, um die vor dem Unterhaus
einzunehmende Haltung feſtzulegen. Man nimmt an, daß
Nei=
gung zur Annahme der bereits bekannten Vorſchläge Hodges
dem „ungeſchickten Turm” zu berichten gewußt. Wo heute
freund=
fliches Grün aus dem Domgarten in die alten Gaſſen grüßt,
drängte ſich ehemals Haus an Haus bis direkt an die Kirche
Niſchen und Zwinger bildend, in denen des Dichters geiſtiges
Auge Fauſts Gretchen vor der Mater dolorosa knien ſah.
Ueber=
haupt bietet der Stadtteil zwiſchen Römerberg, Dom und Main
ein faft unberührtes Bild der freien Reichsſtadt Frankfurt jener
TTage.
Der Domplatz, einſt als budenbedecktes „Pfarreiſen” ein Ziel
der Sehnſucht kauffreudiger Jugend, öffnet ſich jetzt infolge Licht
und Luft ſchaffenden Durchbruchs weit nach der Zeil hin und
eitet über die Stelle, da des frühgeliebten Gretchen Wohnung
twar, zum Peterskirchhof, der Ruheſtätte von Goethes Eltern.
Nahe dabei, in der Großen Friedberger Straße, etwa am Platze
des heutigen Hotels Drexel, ſtand einſt der Frau Rat
Geburts=
ſhaus und nach der Gegenſeite hin, inmitten modernſten
ggroßſtädtiſchen Verkehrs, an der Hauptwache (Roßmarkt Nr. 8),
ſdas Anweſen „Zum goldenen Brunnen” in dem ſie
bam 13. September 1808 die Augen ſchloß. Hier hatte ſie auch
Fihrem „Hätſchelhans” elf Jahre zuvor zum letzten Male geſehen.
Heute ziert ſein Denkmal die unweit gelegene ehemalige Stadt=
Allee; den Hintergrund bildete bis 1902 das von der Frau Rat
inſt ſo eifrig beſuchte Theater.
Die Feſtung Frankfurt a. M. iſt nicht mehr: aber die rings
die Innenſtadt umziehenden Anlagen — überdies durch des
ſbbejahrten Olympiers Fuß geweiht — haben den Verlauf des
ehe=
mnaligen Feſtungsgürtels in der originellſten Weiſe feſtgelegt, und
ſo läßt ſich inmitten Grünens und Blühens der Spaziergang
ver=
folgen, den der junge Goethe und ſeine Kameraden oft in dem
ſie ganze Mauer entlang ziehenden Wehrgang unternahmen und
wer Gelegenheit gab, in den angrenzenden Höfen, Gärten und
ſHhintergebäuden allerhand auszuſpähen. Das einzige, noch
erhal=
ſtene Feſtungster, der Eſchenheimer Turm, zeigt auf ſeiner
Stadt=
ſſeite ein wohlerhaltenes Stück jenes Wehrganges.
Der liebſte Spaziergang des Knaben aber, der ihm zugleich
ſoas einzigſchöne Bild ſeiner Vaterſtadt am treffendſten offen=
Sarte, war der über die große ſteinerne Mainbrücke. Die „Alte
Wrücke” hat der neuen Zeit weichen müſſen. Sie iſt indeſſen
wie=
ſoer erſtanden und wird im Sommer dem Verkehr übergeben
averden. Ueber Sachſenhauſen führte der Weg den jungen Genius
wor die Tore. In Würdigung ſeiner beſonderen Vorliebe für das
MMainbild war noch zu Lebzeiten Goethes und mit ſeinem Wiſſen
Doie Errichtung eines monumentalen Denkmals auf der
Main=
unſel geplant. Das ſchöne Projekt wurde jedoch nach dem Tode
eines eifrigſten Förderers, des hochverdienten Frankfurter
Ban=
ſSiers und Staatsrates Simon Moritz von Bethmann, leider
Sonntag, den 30. Mai 1926
beſteht. In faſt allen größeren Städten ſind heute
Induſtrie=
werke wegen Kohlenmangels geſchloſſen worden, wodurch ſich die
Zahl der Arbeitsloſen um etwa 50 000 erhöht hat.
Ein Vermittelungsvorſchlag Hodges.
Der Vermittlungsvorſchlag des gemäßigten
ArbeiterführersHodges, die Arbeitszeit in den
Kohlen=
gruben auf 7½ Stunden unter Beibehaltung der Löhne, wie
ſie im Jahre 1924 feſtgelegt wurden, für weitere fünf Jahre zu
erhöhen, wird als ein bedeutſamer Schritt auf dem
Wege zu einer Verſtändigung angeſehen und kommt
dem Wunſche zahlreicher Parlamentarier entgegen. Wenn auch
der Führer der Bergarbeiter, Cook, ſich ſofort gegen den
Vor=
ſchlag Hodges ausgeſprochen hat, ſo läßt ſich doch nicht leugnen,
daß innerhalb der Arbeiter ſelbſt die Erkenntnis
immer breiteren Raum gewinnt, daß die Annahme
gewiſ=
ſer Konzeſſionen immer noch beſſer iſt, als die
Ausdehnung der Ausſperrung ins
Ungemeſ=
ſene, was unvermeidlich iſt, wenn man der Hartnäckigkeit Cooks
zuviel Spielraum läßt.
Fasciſtiſche Probleme.
Rede Muſſolinis im Genat.
EP. Rom, 29. Mai.
Die Debatte über die auswärtige Politik im Senat wurde
geſtern abend noch durch eine Rede Muſſolinis
abge=
ſchloſſen. Sie gab in kurzen Zügen eine Ueberſicht über die
Probleme und die Aufgaben mit einer Aufzählung der
Fra=
gen, die die fasciſtiſche Regierung von ihren Vorgängern
über=
nommen hat und nach ſchwierigen Verhandlungen zu einem
glücklichen Ende geführt habe. Das Transjubaland, die
Oaſe Dſcharabub, der Dodekanes und Fiume. Dann
ſprach Muſſolini über Locarno und begründete Italiens
Beitritt mit der Pflicht, bei einer ſo wichtigen Kombination nicht
außerhalb zu bleiben. Daß Italien auf den Schutz der
Bren=
nergrenze verzichtet habe, erklärte Muſſolini wieder mit der
Fähigkeit Italiens, ſeine Grenzen allein zu
verteidigen.
Der Berliner Vertrag zwiſchen Deutſchland und
Ruß=
land, meinte er, habe den Glanz des Geiſtes von Locarno etwas
verblaſſen laſſen. Man dürfe die Bedeutung ſolcher Verträge nicht
übertreiben, aber ebenſo wenig den Kopf in den Sand ſtecken.
Der Vertrag ſei wirklich eine ernſte Sache, die mit aller
Aufmerk=
ſamkeit verfolgt ſein wolle. Indeſſen ſei es klar, daß bei
der nächſten Verſammlung des Völkerbundes
Deutſchland in den Völkerbundsrat eintreten
müſſe. Dies ſei eine alte Forderung Italiens, die er von
jeher verfochten habe. Es wäre gefährlich oder zum mindeſten
unzweckmäßig, dieſen Eintritt zu verzögern oder zu verhindern.
Am Schluß der Betrachtungen kam noch ein kurzer
Ueber=
blick über die Handelsverträge und
Schulden=
abkommen. Dann ging Muſſolini zu den Fragen über die
italieniſche Auswanderung und die Schulen im
Auslande über.
Er erklärte in dieſem Zuſammenhange noch einmal, was
Italiens Jmperialismus im Grunde genommen ſei. Die
Aus=
wanderung bedeute für Italien eine Verarmung. Die Völker,
die leben vollten, müßten immer einen gewiſſen Willen zur Macht
äußern, ſonſt fielen ſie einer ſtärkeren Macht zum Opfer. Der
italieniſche Imperialismus ſei ein Phänomen der Würde des
Volkes. Der neue Gaſt werde natürlich von den anderen
zu=
nächſt unliebenswürdig aufgenommen, aber Muſſolini will nun
einmal ausdrücklich der ganzen Welt verſichern, daß die Politik
der fasciſtiſchen Regierung eine Friedenspolitik ſei, die den
Frieden nicht ſtören will. Den Frieden wollen,
be=
deute aber nicht, entwaffnet zu ſein. Italien könne
nicht entwaffnet ſein, ſolange nicht auch die anderen entwaffnet
ſeien. Entwaffnung würde Selbſtmord bedeuten
und würde den Verluſt ſeiner Unabhängigkeit
und Freiheit mit ſich führen. Damit ſei die Haltung
des Generals de Marini in Genf durchaus erklärt.
Muſſolini hofft, daß das junge Italien ſich doch noch etwas
Raum in der Welt ſchaffen werde und daß dies rechtzeitig und in
guter Form geſchehen werde, daß nämlich die im Krieg
verbüm=
deten Mächte den berechtigten Forderungen Italiens
entgegen=
kommen. Auf alle Fälle ſolle es klar ſein, daß niemand etwas
erhalten dürfe, ehe nicht Italien zufriedengeſtellt ſei. In dieſen
Punkten ſei die fasciſtiſche Regierung unnachgiebig. Das betreffe
den Völkerbundsrat und die Einſtimmigkeit ſeiner
Entſchließun=
gen. Italien habe keine Gefolgſchaft anderer Nationen, ſondern
nur das Veto, und auf dieſes Veto wolle es in keiner Weiſe
ver=
zichten.
fallen gelaſſen. Welchen tiefen Eindruck die Vaterſtadt auf Goethe
auszuüben verſtand, erhellt nicht nur aus der Schilderung in
Dichtung und Wahrheit, ſondern auch aus der Spiegelung in
anderen Werken. In dieſer Beziehung iſt beſonders ſeine
Lebens=
aibeit, der Fauſt, zu nennen. In Frankfurts Gaſſen liegt das
Studierzimmer Fauſts, aus ſeinen Kirchen klang ihm das „Chriſt
iſt erſtanden!” und vor ſeinen Toren erging er ſich am
Nach=
mittag des Oſterfeſtes!
Schreiten wir mit jenem Goethe „im grauen Biberfrack mit
dem braunſeidenen Halstuch und Stiefeln, der in der
ſtreichen=
den Februarluft ſchon den Frühling ahndet”, und ſeinen
unſicht=
baren Begleitern Fauſt und Wagner aus dem über die
Main=
brücke erreichten Sachſenhauſen, entgegengeſetzt der heutigen
Weſt=
entwicklung, hinaus, ſo gelangen wir am Fuße des Mühlberges
bald an die Stelle, da die biederen Spaziergänger über den
gün=
ſtigſten Ausflugsort debattierten und der Bettler Gaben
ein=
heimſte. Zwiſchen all den Vorpoſten großſtädtiſcher Expanſion
liegen heute noch dort die (Gerber=),Mühle” und der „Waſſerhof”
nächſt dem Fluſſe auf der anderen Seite winken Wald und
„Jägerhaus”, und geradeaus geht es zum „Dorfe”, der heutigen
Vorſtadt Oberrad.
Der Mühlberg ſelber birgt noch mancherlei an Gärten und
an „Gartenhäuſern” jener Tage. Er iſt die Höhe, von der Fauſt
nach der Stadt zurückblickt, hinter welch letzterer die um Oſtern
noch „rauhen Berge” des Taunus ſich erheben. Dort, wo heute
die Hanauer Landſtraße zum Oſtbahnhof führt, und der
Altſtadt=
durchbruch Braubachſtraße-Battonnſtraße mündet, ſteht, noch
er=
kenntlich an den nach Schleifung der Feſtung errichteten ſpäteren
Vorgebäuden, das „hohle, finſtere (Allerheiligen=)Tor”, aus dem
die licht= und lufthungrigen Städter ins Freie ſtrömen und „durch
die Felder und Gärten” Bornheims und Seckbachs nach den
„fernen Pfaden” der Berger Höhe ſich ſchlagen oder die Kähne
des Maines bevölkern. Die Schlacht auf jener an den einzeln
ſtehenden Pappeln kenntlichen Berger Höhe war es bekanntlich,
die dem „fritziſch” geſinnten Herrn Rat Goethe auf indirekte
Weiſe um eines Haares Breite die Verhaftung durch den „
Königs=
lieutenant” Grafen Thoranc eingetragen hätte.
Waren bis hierher nur Spuren des jungen Feuergeiſtes zu
verfolgen, ſo miſchen ſich nun die des alten Herrn darein. Das
damals in Weinbergen gelegene, ſorgſam renovierte, turwartige
Gartenhäuschen am Hühnerweg, einſt Eigentum des Herrn von
Willemer, ſah den Olympier am erſten Jahrestag der Leipziger
Schlacht, dem 18. Oktober 1814, zuſammen mit Marianne, jener
Frau, die zu den ſchönſten Liedern ſeines Aters ihn begeiſtern
ſollte. Weiter hinaus, über die vom Verſchönerungsverein zu
Der Marokkofriede und ſeine
Wirkungen.
Die kommende Auseinanderſetzung der am
Mittelmeer intereſſierten Stagten.
Von unſerem Y=Korreſpondenten.
Paris, 29. Mai.
Man iſt noch im Unklaren darüber, in welchem Maße die
Kapitulation Abd el Krims die Beendigung des ganzen
Auf=
ſtandes im Rif bedeutet. Der Sieg über ihn iſt zwar vollkommen
und wird ſeine moraliſche Wirkung in ganz Nordafrika nicht
verfehlen, immerhin iſt es aber möglich, daß einige Stämme den
Kampf fortſetzen werden. Bis zu einem gewiſſen Maße hat man
damit auch gerechnet, denn es ſchien wie ausgeſchloſſen, daß alle
kleinen Stämme und Banden den Krieg einſtweilen einſtellen
werden. Abd el Krim ſelbſt hat nie über alle Stämme eine
voll=
ſtändige Autorität beſeſſen — in der letzten Zeit war ſogar von
andern ehrgeizigen Führern ſein Leben bedroht — ſeine
Kapi=
tulation bedeutet alſo nicht den Frieden im gewöhnlichen Sinne.
Aber ein kleiner Guerillakampf zwiſchen den Stämmen
unterein=
ander, oder gegen die Behörden war in Marokko ſtets an der
Tagesordnung. Die Situation iſt alſo jetzt ſoweit gediehen, daß
die Frage des Friedens in Marokko aktuell geworden iſt.
Die größte Bedeutung des ganzen Krieges in
Marokko beſtand darin, daß er eine franzöſiſch=
ſpa=
niſche Annäherung zuſtandebrachte. Für die Politik
am Mittelmeer war dies ſehr wichtig, vielleicht ſelbſt über
die eigentliche Bedeutung des Rifkrieges hinaus. Wird das
fran=
zöſiſch=ſpaniſche Einverſtändnis nach der Erreichung des
gemein=
ſamen Zwecks in irgend einer Form weiter fortbeſtehen? Von
franzöſiſcher offiziöſer Seite wird das gute Verhältnis zu
Spa=
nien beſonders betont. Anders die linksſtehende franzöſiſche
Preſſe! Die Kartellblätter laſſen keine Gelegenheit vorübergehen,
um die Gegenſätze zwiſchen den franzöſiſchen und ſpaniſchen
Plänen zu betonen. Ueber die Natur dieſer Gegenſätze fallen
allerdings nur Andeutungen, ſie ſollen nicht ſo ſehr auf dem
Gebiet der territorialen Wünſche, wie in dem verſchieden
ge=
arteten Geiſt der franzöſiſchen und ſpaniſchen Adminiſtration
beſtehen. „LOeuvre” gab zum Beiſpiel der Meinung Ausdruck,
daß die ſchlechte und ſehr ſtrenge ſpaniſche Adminiſtration bald
neue Aufſtände provozieren wird. Doch es iſt nicht ausgeſchloſſen,
daß dieſe Blätter hauptſächlich aus innenpolitiſchen Motiven das
Bündnis mit dem Spanien Primo de Riveras ablehnen.
Die zweite Frage bildet noch die Haltung der an dem
Kriege unbeteiligten Mittelmeermächte Englands
und Italiens. Von Chamberlain ſetzt man zwar im allgemeinen
für die franzöſiſche Kolonialpolitik Wohlwollen voraus, jedenfalls
in größerem Maße als von gewiſſen lokalen engliſchen Behörden.
Immerhin könnte England unter gewiſſen Umſtänden eine
Handhabe finden, um Frankreichs und Spaniens Lage zu
er=
ſchweren. Anders ſteht es aber mit Italien. Muſſolii hat bis
jetzt kaum eine Gelegenheit vorübergehen laſſen, um in das
diplo=
matiſche Spiel am Mittelmeer einzugreifen, und ſeine Politik
wird vielfach nicht nur von praktiſchen Zwecken, ſondern von
Preſtigerückſichten beeinflußt. Das Ergebnis der Wahlen in
Aegypten welches die Lage aller Kolonialmächte noch
er=
ſchweren kann, wird vielleicht dazu beitragen, daß man bemüht
ſein wird, die Auseinanderſetzung um Marokko ſo
glatt als es nur möglich abzuwickeln. Immerhin könnte aber der
Krieg gegen Abd el Krim noch ein intereſſantes diplomatiſches
Nachſpiel haben.
Amneſtie in Ungarn?
EP. Budapeft, 29. Mai.
Wie der Mogyar Orſzan von zuſtändiger Stelle erfahrem
haben will, plant die Regierung zu dem 29. Auguſt, dem 40.
Jahrestag der Schlacht bei Mohaſz, eine allgemeine Amneſtie zu
erlaſſen. Die Amneſtie ſoll ſich auf alle Verbrechen beziehen, die
zu Zuchthausſtrafen von nicht mehr als 5 Jahren verurteilt
ſind und die ihre Straftat nicht aus gemeiner Habgier begangen
haben. Sollte das Urteil gegen die Frankenfälſcher bis zum 29.
Auguſt alle Inſtanzen durchlaufen und Rechtskraft erlangt haben,
ſo iſt der Information des genannten Blattes zufolge es nicht
ausgeſchloſſen, daß Windiſchgrätz, Nadoſſy und Genoſſen am 29.
Auguſt, dem Gedenktog der Schlacht bei Mohaſz, amneſhiert
werden.
ſeinem Gedenken angelegte Goethe=Ruhe, geht es in den alten
Reichsbannforſt Dreieich, in dem der Jüngling wie oft wit den
Offenbacher Freunden der Jagdluſt gefrönt und dann an der
Pechhütte gelagert hatte und durch den wohl nicht ſelten die
Spazierritte mit ſeiner Lili ihn geführt haben mögen.
Und nun zur heute noch freien und anmutigen Mainſtraße
nach Offenbach! Dort liegt — in Privatbeſitztum, aber von außen
deutlich ſichtbar — an einer grabenähnlichen Vertiefung ein
eigen=
artiger Gartentempel im Empire=Stil. Er bildete den Teil eines",
im Jahre 1805 von dem damaligen Beſitzer, Geheimrat von
Metzler, angelegten Mainbades. Bis dahin ſpülte einſt der noch
nicht kanaliſierte Fluß, und dort hat der Dichter des weſt=öftlichem
Divan in den Jahren 1814 und 1815 mehrfach geſtanden, der
vielleicht ſchönſten Zeit ſeines Lebens, des Zuſammenſeins mit
Lili ſich erinnernd. Denn hier an dieſer Stelle befanden ſich
die Bernard und d’Orvilleſchen Terraſſengärten und Villen, ſtand
die kleine Hütte mit dem prächtigen Blick auf Fluß und Gebirge.
Von hier aus wurden die Bootfahrten zu zweien unternommen,
und von dieſer Stätte floh der Wankelmütige einſt nach der
Schweiz, um nach zehnwöchigem Fernbleiben dennoch wieder im
die Arme der Verlobten zurückzukehren.
Zwiſchen dieſem Offenbacher Geſtade und der nur um ein
weniges mainabwärts auftauchenden Gerbermühle liegen vierzig
Jahre in Goethes Leben, liegen Weimar und Rom. Manchen
Berg in deutſchen Landen und der Schweiz hatte der mit
Leiden=
ſchaft an der Natur hängende Dichter beſtiegen, viele Ströme und
Seen befahren Zum letzten Male hat Goethe in den
Herbſt=
tagen 1815 in ſeiner Vaterſtadt geweilt, zum letzten Male ihre
nteuerliche Entwicklung geſehen. Heute blicken zur „Gerbermühle‟,
Fabriken, Hafen, Brücken, eine neue tätige Welt, hinüber.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Frankfurter Muſikfeſt. Im Juni dieſes Jahres
findet in Frankfurt a. M. unter der Leitung von Hermann
Scherchen ein Muſikfeſt ſtatt, bei dem am 9. Juni neben ſelten
gehörten Werken von Reger und Bruckner die konzertmäßige
Aufführung der erſten Oper (Cavalieris „La rappreſentazione
di anima e di corpo” 1596), und am 11. Juni die erſte
Auf=
führung von Kaminskis „Magnificat” und Honeggers „König
David” erfolgt. Die vom Frankfurter Tonkünſtlerbund
veran=
ſtalteten Konzerte gehen zu Gunſten deſſen Hilfskaſſe ſowie des
hochbedeutſamen Hilfsbundes für deutſche Muſikpflege E. V.
Alle näheren Auskünfte erteilt die Geſchäftsſtelle Hermann Koch,
Frankfurt g. M., Eſchershemer Landſtraße 20.
Seite 4
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Nummer 148
Sonntag, den 30. Mai 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 30. Mai.
— Ernannt wurden: am 15. Mai der Kanzleiaſſiſtent bei dem
Land=
amtmann der Provinz Starkenburg Heinrich Merz, zum
Kanzleiaſſi=
ſtenten bei einem noch zu beſtimmenden Gericht; am 22. Mai der
Kanzlei=
gehilfe Peter Knieriem aus Höchſt i. O. zum Kanzleiaſſiſtenten bei
der Brandverſicherungskammer mit Wirkung vom 1. Juni.
— In den Ruheſtand verſetzt wird am 1. September 1926 der
Forſt=
wart der Kommunalforſtwartei Wimpfen Guſtav von Langen zu
Wimpfen auf ſein Nachſuchen bis zur Wiederherſtellung ſeiner
Ge=
ſundheit.
— Laut einer Verfügung des Heſſiſchen Landesamts für das
Bildungs=
weſen können zur Teilnahme an dem dritten Evangeliſchen Frauentage
Deutſchlands in Darmſtadt vom 29. Mai bis 1. Juni Lehrerinnen
beurlaubt werden, ſoweit dadurch der Unterricht nicht beeinträchtigt
wird.
— Kirchliche Dienſtnachricht. In den Ruheſtand verſetzt wurde der
evangeliſche Pfarrer Ludwig Krauß zu Schöllenbach mit
Wirkung vom 1. Juli d. J. unter Anerkennung ſeiner langjährigen
treuen Dienſte.
— Heſſiſches Landestheater. Die erſte Wiederholung der
Neuinſze=
nierungen von „Schiedsgericht” und „Die beiden
Verone=
ſer” findet Dienstag, den 1. Juni, ſtatt.
„ünter unbekannten Kannibalen”, iſt der Titel des
Films, der vom 1.—4. Juni, abends 8 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſ.
Landestheaters läuft. Dieſer Titel verſpricht, was er hält. Denn
tat=
ſächlich ſind die Völkerſchaften Neuguineas, die wir hier zum erſten Male
im Film kennen lernen, bis jetzt ſelbſt der Forſchung völlig unbekannt
geweſen, und der Expedition, die ſie zum erſten Male aufſuchte, wurde
auch in eindeutiger Weiſe bewieſen, daß dieſe Völkerſchaften noch dem
Kannibalismus huldigen. Auf ganz neuartige Weiſe hat der Kapitän
Frank Hurley, der Führer der Expedition, verſucht, in jene unbekannten
Gegenden einzudringen. Die Sumpfgebiete, die mit Booten und
Fahr=
zeugen nicht zu durchdringen ſind, wurden mit Waſſerflugzeugen
über=
wunden. Wir lernen die auf Pfählen weit in das Meer hinausgebauten
Dörfer kennen und ſehen die Einwohner bei ihrer Tätigkeit der Töpferei
tund Bootmacherei; wir lernen dieſe Menſchen, denen das Flugzeug noch
als eine göttliche Einrichtung erſchien, in ihrem ganzen Leben und Treiben
Ekennen.
— Heiterer Abend im Kleinen Haus. Der Kartenverkauf zu
Ddem Wohltätigkeitsabend der Bühnengenoſſenſchaft am Montag,
Tden 31. Mai, geſtaltet ſich ſo rege, daß mit einem guten Abſchluß
Fzugunſten der notleidenden Altpenſionäre zu rechnen iſt. Es
kwird dem Publikum Gelegenheit geboten, bei niedrig gehaltenen
NEintrittspreiſen eine große Zahl hervorragender und beliebter
Bühnenkünſtler, wie Paula Kapper, zuſammen mit Guſtav De=
Tharde, beide von ihrem gemeinſamen Operettenſchlager=Abend her
rrühmlichſt bekannt, weiter die allzu früh von Darmſtadt ſchei=
Odende Frau Callam, Frl. Müller=Wiſchin, Frl. von Kreibig,
ſo=
wie Frau Baumeiſter=Jacobs auf dem Konzertpodium im Dienſte
der Nächſtenliebe wirken zu ſehen. Da Herr Piſtor für dieſen
Sbend durch auswärtige Verpflichtung an der Mitwirkung ven=
Aindert iſt, hat ſich Herr Kammerſänger Jörn in
liebenswür=
wiger und dankenswerter Weiſe der wohltätigen Veranſtaltung
zur Verfügung geſtellt und wird einige ſelten gehörte heitere Lie=
Wder zum Vortrag bringen. Ein luſtiger Sketſch mit Frau Gothe
tund den Herren Klupp und Baumann als Mitwirkende iſt der
gerfolgſichere Beitrag des Schauſpielenſembles zu dieſem Abend.
— Eintrittskarten zum Preiſe von 1.—, 1.50, 2.— und 3.— Mk.
gan der Kaſſe des Kleinen Hauſes.
— Rezitationsabend Heinrich Heilinger. Am 10. Juni findet
im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters ein
Rezitations=
mbend von Heinrich Heilinger ſtatt, deſſen Programm
Balla=
wen der Liebe bilden werden. Herr Heinrich Heilinger,
ehe=
mnaliger Charakterheld, Liebhaber und leichter Held des Heſſiſchen
Wandestheaters, erlitt, wie die Freunde des Künſtlers ſich
er=
ſinnern werden, vor einiger Zeit eine Erſchöpfungs=Neuroſe. Der
Künſtler iſt, wie er uns mitteilt, wieder vollſtändig hergeſtellt,
konnte jedoch aus Etatsgründen einſtweilen noch nicht wieder
engagiert werden, ſodaß die Beſucher des Landestheaters in
ab=
ſſehbarer Zeit keine Gelegenheit haben werden, den geſchätzten
ünſtler auf der Bühne zu ſehen. Heinrich Heilinger rezitiert
mm Donnerstag, den 10. Juni, größtenteils frei aus dem
Ge=
ſGächtnis Liebesdichtungen der Weltliteratur. Er bringt u. a.
Boethe, Gott und die Bajndere, Hochzeitslied: Dante, Inferno
Tanto V; Fontane, Gorm Grimme, Barbara Allen, Buß Palma
Tauf vielſeitiges Verlangen das in der Vereinigten Geſellſchaft
mnit großem Beifall vorgetragene Gedicht), Die Glocken von
Foſenberg, Morgenſtern, Toller, Flu Flu, Bert Brecht, Wilde,
Wierbaum, Ringelnatz. Der Vorverkauf findet ſtatt bei Schutter,
Bigarrenhaus Guttmann, Klavierſalon Arnold (
Wilhelminen=
traße), Bücherſtube Bodenheimer, Blumenſalon Müller. (Näheres
Inſeratenteil.)
— In der Frühjahrsausſtellung der freien Vereinigung Darmſtädter
Rünſtler (Kunſthalle am Rheintor) wurden neben fünf privaten
Ankäu=
en vom Landesamt für das Bildungsweſen folgende Werke erworben:
Warl Fries: „Aus dem Lahntal”, Leo Kayſer: „Blick auf die Johannes=
Eirche”, Math. Stegmayer: „Blick auf den Ueberlinger See‟. Hans
Viel=
rnetter: „Kleinkind”. Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß mit
Ser Eintrittskarte zu 1 Mk. ein Los ausgegeben wird, welches den
Sewinn eines der ausgeſtellten Werke in Ausſicht ſtellt. Im ganzen
kom=
rnen 100 Werke zur Ausſpielung. Die Ausſtellung iſt heute von 10—4 Uhr
geöffnet.
— Veranſtaltung des Städtiſchen Orcheſters Darmſtadt am 6. Juni
im Orangeriegarten unter Mitwirkung der Turngeſellſchaft
Darmſtadt 1875, Darmſtädter Bieycle=Club 1883 und des Orthſchen
Män=
merquartetts Darmſtadt, gegründet 1907. Man ſchreibt uns: Am 6. Juni
— nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr — veranſtaltet das Städtiſche
Drcheſter unter Mitwirkung der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875, des
Warmſtädter Bichele=Clubs 1883 und des Orthſchen Männerquartetts
rweigroße Konzerte. In beiden Veranſtaltungen werden
turne=
riſche Aufführungen, Koſtüm= und Flaggenreigen ſowie Geſangsvorträge
oes 75 Mann zählenden Chors des Orthſchen Männerquartetts
ſtattfin=
wen. In der Abendveranſtaltung kommt u. a. ein Tanz der 6 Turnerinnen
wer Frauenabteilung der Tgſ. 1875 ſowie ſportgmynaſtiſche Uebungen
mnd Sportpyramiden der ſiegesgewohnten Sportabteilung der
ſobengenannten Geſellſchaft zur Vorführung. Obwohl das Nachmittags=
Wrogramm 15 Einzeldarbietungen enthält und das Abend=Programm
14 Einzeldarbietungen des Städtiſchen Orcheſters und der beteiligten
Ver=
ceine, wird ſich, dank der getroffenen Vorkehrungen, das Programm
je=
weils flott abwickeln. Insbeſondere iſt dafür Sorge getragen, daß der
Tanz im Orangeriehaus um halb 11 Uhr beginnen kann und hierdurch
ſoie Jugend noch voll und ganz zu ihrem Rechte kommt. Ein
Brillant=
ſFeuerwerk, ausgeführt von der Firma Otto Gümther=Darmſtadt, wird
gur Verſchönerung des Abends beitragen. Es ſei darauf hingewieſen,
huaß bei beiden Veranſtaltungen die Mannſchaften des Darmſtädter
WBiehele=Clubs 1883 auftreten, denen es gelungen iſt, am letzten Sonntag
relegentlich des Heimatbundesfeſtes Deutſcher Radfahrer in Seckbach bei
bchärfſter Konkurrenz drei erſte Preiſe an ſich zu reißen. Die muſikaliſche
Veitung liegt nachmittags in den Händen des Herrn Obermuſikmeiſters
MM. Weber, in der Abendveranſtaltung in denen des Herrn
Obermuſik=
rneiſters H. Hauske. Die turneriſchen Vorführungen werden geleitet durch
FFrauenturnwart Schwarz, Männerturnwart Friedr. Debus und 2. Riege=
Turnwart H. Selinger. Die Leitung der Sportabteilung liegt in
bewähr=
den Händen des unermüdlichen Sportleiters Otto Trautmann. Näheres
arfolgt durch Anzeigen in den Tageszeitungen.
— Verband evangeliſcher Männer=Vereinigungen Darmſtadt=
Beſſun=
pren e. V. Unſere diesjährige vierte Hauptverſammlung findet am
Don=
merstag, den 3. Juni, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus Kiesſtraße 17,
SSaal 2, unter Abwicklung der üblichen Tages=Ordnung ſtatt. — Alle
Mit=
lieder ſind freundlichſt eingeladen.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheater.
Großes Haus.
Sonntag, 30. Mai. Sonndagsfremdenmiete, 13. Vorſtellung.
An=
fang 6½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Die Zauberflöte‟, Oper
von Mozart. Preiſe: 1,20 bis 12 Mk.
Montag, 31. Mai. I. 22. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„Herakles”, drawatiſches Gedicht von Wedekind. Preiſe:
0,80 bis 8 Mk.
Dienstag, 1. Juni. A 23. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: Zum
erſten Male wiederholt: „Das Schiedsgericht”
Ko=
mödie von Menander; hierauf: „Die beiden
Vero=
neſer”, Luſtſpiel von Shakeſpeare. Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, 2. Juni. B 23. Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr: „Der
Roſenkavalier”, Oper von R. Strauß. Preiſe: 1,20
bis 12 Mk.
Donnerstag, 3. Juni. K 16 (Bühnenvolksbund). Anfang 7½ Uhr,
Ende gegen 10 Uhr: „Der Barbier von Bagdad”.
komiſche Oper von Cornelius. Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Freitag, 4. Juni. D 22. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: „Das
Schiedsgericht”, Komödie von Menander; hierauf:
„Die beiden Veroneſer”, Luſtſpiel von Shakeſpeare.
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Samstag, 5. Juni. E 23. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10 Uhr:
„Carmen” Oper von Bizet. Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Sonntag, 6. Juni, vormittags 11½ Uhr: Hauptprobe zum
Konzert des Muſikvereins; abends 7 Uhr, Ende
9½ Uhr, Sonntagsfremdenmiete, 14 Vorſtellung: „Der
Kreidekreis” nach dem Chineſiſchen von Klabund.
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Sonntag, 30. Mai. Zuſatzmiete II (12). Anfang 7½ Uhr, Ende
934 Uhr: „Die deutſchen Kleinſtädter”, Luftſpiel
von Kotzebue. Preiſe: 1,20 bis 7,20 Mk.
Montag, 31. Mai: Keine Vorſtellung.
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag, nur abends 8 Uhr:
Der Neu=Guinea=Film „Unter unbekannten
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balen”. Preiſe: 0,70, 1,00, 1,50, 2,00 Mk.
Samstag, 5. Juni. Zuſatzmiete IX (12). Anfang 7 Uhr, Ende
gegen 10 Uhr: Neu einſtudiert: „Die Geſchwiſter” von
Goethe; hierauf: „Die Mitſchuldigen” von Goethe.
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Sonntag, 6. Juni. Zuſatzmiete VII (12). Anfang 7 Uhr, Ende
10 Uhr: „Coſi fan tutte‟, Oper von Mozart. Preiſe:
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Buchhandl zum Preiſe von 60 Pfennig erhältlich, (sror
— G=iſtliche Abendmuſik in der Pauluskirche. Der Motettenchor
deutſcher Studenten, der ſich beſonders dem Studium von Chorwerken
von Heinrich Schütz widmet, ſingt eine kurze aber beſonders ſchöne
Mo=
tette dieſes alten deutſchen Meiſters, heute abend 8½ Uhr, in der
Paulus=
kirche. Ueber die junge Sängerſchar ſchreibt eine Zeitung in Chur (
Grau=
bünden): Es gibt in der proteſtantiſchen Kirche der Schweiz kaum einen
Kirchenchor, der mit dieſer hinreißenden Ausdruckskraft und Innigkeit
die alten und neueren Meiſter des deutſchen Kirchengeſanges zu
inter=
pretieren verſteht, wie dieſer Motettenchor.
— Geſellſchaft hefſiſcher Bücherfreunde. In der letzten
Vorſtands=
ſitzung iſt beſchloſſen worden, den Jahresbeitrag wieder auf ſeine alte
ſatzungsmäßige Höhe von 15 Mark feſtzulegen. Der Vorſtand fühlte ſich
zu dieſer einſchneidenden Maßnahme verpflichtet, da für den ſeitherigen,
von der Inflation bedingten Beitrag bibliophile Leiſtungen, wie ſie das
Programm der Geſellſchaft verlangt, nicht mehr denkbar ſind. Bisher
war es dem Vorſtand möglich geweſen, aus dem Ertrag von bibliophilen
Sonderdrucken beträchtliche Zuſchüſſe zu den Koſten der Jahresgabe
bei=
zutragen; das iſt zur Zeit nicht mehr möglich, da die wirtſchaftliche Lage
dem Abſatz von Sonderdrucken ungſinſtig geworden iſt. So mußte zu
einer Beitragserhöhung geſchritten werden. Jedenfalls wird es auf der
neuen Grundlage wieder möglich ſein, allen Anforderungen an wahrhaft
bibliophile Ausgeſtaltung gerecht zu werden. Bedeutſame Abmachungen
ſind in dieſer Hinſicht ſchon getroffen und werden ſich bei der neuen, zu
Weinachten erſcheinenden Jahresgabe angenehm bemerkbar machen. Auch
in geſellſchaftlicher Beziehung wird es nun wieder möglich ſein, den
Mit=
gliedern Vorteile verſchiedener Art zu bieten, wie in früheren Jahven.
Die Mitglieder, die auch unter den veränderten Umſtänden der
Geſell=
ſchaft treu zu bleiben beabſichtigen (eine perſönliche Mitteilung erfolgt
auch noch durch Poſtkarte), werden gebeten, den Jahresbeitrag bis
ſpäte=
ſtens 1. Juli d. Js. einzuſenden.
— Herrngarten. Vielfache Anfragen über den Herrngarten geben der
Stadtverwaltung Anlaß zu folgender Mitteilung: Der Herrngarten
mußte auf kurze Friſt geſperrt werden, wei es nicht möglich war, die
friſch eingeſäten Beete vor Betreten durch unbefugte Perſonen zu ſchützen
und weil überhaupt der Fortgang der Arbeiten auf den Wegen des
Gar=
tens durch den Verkehr behindert worden iſt. Die Stadtverwaltung hält
es auch für eine weitere kurze Friſt noch für nötig, den Garten
geſchloſ=
ſen zu halten, bis der Zuſtand der Hauptwege ſo iſt, daß ſie dem Verkehr
wieder übergeben werden können, und das wird gegen Ende des Monats
Juni möglich ſein.
X Ludwigshöhe. Das heutige Nachmittags=Konzert ſei
den Beſuchern im Hinblick auf die vorliegende Vortragsordnung
ange=
legentlichſt empfohlen. Aus ihr ſeien beſonders hervorgehoben: Auber:
Ouvertire zum „Feenſee”; Mozart: Fantaſie aus der Zauberflöte‟;
Puccini: Szenen aus der Oper. „Manon Lescaut” chier faſt noch
unbe=
kannt); Delibes: Feſttanz und Stundenwalzer aus dem Ballett „
Cop=
pelia”; Strauß: „Künſtlerleben” u. a. Die Leitung hat H. Hauske.
(Siehe auch Anzeige.)
Mae
Hunde-Ausstellung
Im Orangerlegarten. (8103
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen, vom 24. Mai 1926 an auf
vier=
zehn Tage im Leſeſaale zur Anſicht aufgeſtellt: Atlantis,
5.: Frobenius, Dichten und Denken im Sudan, Jena 1925;
Grube, Geſchichte der Meininger, Berlin und Leipzig 1926;
Frommans Klaſſiker der Philoſophie, 24: Stieler, N.
Male=
branche, 25: Wilhelm, Kung=Tſe, 26: Lao=Tſe und der
Taois=
mus, Stuttgart 1925; Koerner, Handbuch der Heroldskunſt, 2.,
Görlitz 1923—26; Kraus und Brugſch, Spezielle Pathologie und
Therapie innerer Krankheiten, IV, 1., 2.: Herzkrankheiten,
Ber=
lin—Wien 1925; Krieger, Scheffel als Student, Stuttgart 1926;
Sammlung Vieweg, 82: Eversheim, Wellenmeſſungen des Lichts
im ſichtbaren und unſichtbaren Spektralbereich, 83: Berger,
Schalltechnik, Braunſchweig 1926; Studien zur deutſchen
Kunſt=
geſchichte, 231—233, Straßburg 1925; Münchner,
Volkswirt=
ſchaftliche Studien, 146: Miller, Studien zur Geſchichte der
Geld=
lehre, Stuttgart u. Berlin 1925; Venturi, Storia dellArte
Ita=
liana, 9: La Pittura del Cinquecento, 1, Milano 1925; Zeppelin=
Denkmal für das deutſche Volk, Stuttgart. — Zeitſchriften:
Archiv für Erwachſenen=Bildung, 1., 2., Berlin 1924, 1925;
Bei=
träge zur Geſchichte der deutſchen Sprache und Literatur, 49,
Halle 1925: Berichte über d. geſ. Phyſiologie, 33, Berlin 1926;
Neue deutſche Chirurgie, 34, Stuttgart 1926; Connaiſſance des
temps pour lan 1927, Paris 1925; Kant=Studien, 30, Berlin
1925: Stimmen der Zeit 109, Freiburg i. B. 1925; Literariſche
Wochenſchrift, 1, 1925, Weimar; Zeitſchrift für deutſche Bildung,
1, Frankfurt 1925; Zeitſchrift für Buddhismus, 4., 5., n. F.,
1., 2., München=Neubiberg 1922—24; Zeitſchrift für Phyſik, 35,
Berlin 1926: Zeitſchrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie,
5, Berlin 1925; Mathematiſche Zeitſchrift 24, Berlin 1926;
Oſt=
aſiatiſche Zeitſchrift, n. F., 2., Berlin 1925.
Vom 7. Juni an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaale entgegengenommen.
— Volkshochſchule Darmſtadt. Wir machen nochmals darauf
auf=
merkſam, daß am Dienstag, den 1. Juni, abends 7.45 Uhr, pünktlich
der vierabendige öffentliche Kurſus von Dozent Pfr. Cl. Taesler=
Frankfurt a. M. über „Die Weltanſchauungsdramen
Hen=
rik Ibſens” in der Techniſchen Hochſchule beginnt. Anmeldungen
umgehend in der Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17.
— Orpheum. Heute Sonntag, 30. Mai, einmalige Wiederholung des
Schwankes „Familie Schimek” von Guſtav Kadelburg. Die
Rollen=
beſetzung iſt die gleiche wie beim Pfingſtgaſtſpiel. Sommerpreiſe, Eſtrade
80 Pfg., Saal 1,20 Mk., numerierte Plätze von 1,50 Mk. an.
Vorver=
kauf (heute): Verkehrsbureau von 9—12 Uhr, Kiosk am Schloß von 11.
bis 6 Uhr und Orpheumskaſſe ab 3 Uhr. Anfang 8.15 Uhr. Telephon.
Beſtellungen Nr. 389. (S Anz.)
* Der Reichsverband Deutſcher Orcheſter und Orcheſtermuſiker E. B.
hielt ſeine Vertreterverſammlung in Darmſtadt ab. Die
Tagung wurde mit einem Feſtkonzert im Großen Hauſe des
Landesthea=
ters eingeleitet, das von Generalmuſikdirektor Roſenſtock dirigiert
und das von dem bis an den Giebel gefüllten Hauſe mit Begeiſterung
aufgenommen wurde. Nach demſelben begrüßten Vertreter der Stadt
Darmſtadt, des Landestheaters, des Muſikvereins, des Reichsverbandes
Deutſcher Tonkünſtler und Muſiklehrer, der Sächſiſchen Orcheſterſchule
und des Deutſchen Beamtenbundes die Delegierten. Am nächſten
Mor=
gen wunde, nach einer ſtimmungsvollen Trauerfeier für den verſtorbenen
Kammermuſiker Albert Diedrich, die geſchäftliche Tagung mit einem
Tätigkeitsbericht des erſten Vorſitzenden, Kammermuſikers Leo Bechler
(Weimar), eröffnet, an den ſich der Kaſſenbericht und die Beratung
orga=
niſatoriſcher Fragen ſchloß. Der Bericht des Vorſtandes und der
Kaſſen=
bericht wurden einſtimmig genehmigt, der Vorſtand hierauf neu gewählt,
wobei die Wahl des erſten Vorſitzenden abermals auf Kammermuſiker
Leo Bechler fiel, während zum zweiten Vorſitzenden Kammermuſiker
Horbel=Weimar gewählt wurde. Die vom Vorſtand beantragten
Satzungsänderungen wurden genehmigt, die Gründung einer
Sterbe=
kaſſe, ſowie verſchiedene Maßnahmen zum Ausbau der Organiſation
und des Verbandsblattes „Das Orcheſter” beſchloſſen. Abends hielt der
neue Schriftleiter der Verbandszeitſchrift Robert Hernried im dicht
gefüllten Saale des Muſikvereins einen Vortrag über „Muſikprobleme
unſerer Zeit”, deſſen zweiter Teil, „Kunſt in Not”, in der Forderung
nach Schaffung eines Reichskunſtamtes ausklang. Der Vortrag
wurde umrahmt von der örtlichen Erſtaufführung eines Trioſatzes von
Steinmar, von Engliſchhorn=Stücken von Hans Kummer und
Liedern von Robert Hernried. Vortrag und muſikaliſche
Darbie=
tungen fanden ſtürmiſchen Beifall. — Am letzten Tage wurden die
Be=
ratungen zu erſprießlichem Ende geführt, wobei auch ſeitens der
an=
weſenden Vertreter des Deutſchen Beamtenbundes, des Reichsbundes der
Kommunalbeamten und des Reichsverbandes Deutſcher Tonhüinſtler und
Muſiklehrer die Ueberzeugung zum Ausdruck kam, daß der Reichsverband
Deutſcher Orcheſtermuſiker ſich in zielbewußtem Vorwärtsſchreiten befinde.
— „Unſer Landheim.” Unter dieſem Titel hat die Eleonorenſchule
Darmſtadt ein reizvolles, reich illuſtriertes Heft herausgegeben, das die
Schönheiten des Landheims der Eleonorenſchule in Niedernhauſen im
Odenwald überzeugend vor Augen führt. Darüber hinaus iſt dieſes Heft
jedoch eine Werbeſchrift im beſten Sinne des Wortes, das grundlegend
für ähnliche Beſtrebungen ſein darf, und das ſicher allen ehemaligen und
heutigen Schülerinnen gleichzeitig eine willkommene Erinnerungsſchrift
iſt. Aus dem reichen Inhalt des Heftes ſeien hervorgehoben: Beiträge
von Friedrich Ludwig Jahn, Börries von Münchhauſen, R. Braun, Fr.
Nietzſche und J. von Eichendorff. Von den ehemaligen Schülerinnen
und Lehrerinnen der Eleonorenſchule plaudert, Herma Bauch darüber,
wie das Landheim entſtend, Studienrat Ida Zimmermann darüber, wie
die Beſucher des Heims draußen wohnen, Studienaſſeſſor Heldmann
be=
handelt in einem Aufſatz die Verwaltung des Landheims, Hanna
Gold=
ſchmidt erzählt, wie wir draußen die Heimat, und Kati Ruppling, wie
wir draußen die Menſchen kennen lernten; über das Gäſtebuch ſchreibt
Ilſe Krämer, und Studienaſſeſſor Dr. Avemarie gibt eine Schilderung
des Aufenthalts der Frauenſchülerinnen im Landheim. Die Illuſtrationen
zeigen das ſchöne Heim in ſeiner idylliſchen Lage, Aufnahmen der
Innen=
räume und Gruppenbilder von Beſuchern des Heims, wie auch von
Schülerinnen auf fröhlicher Wanderfahrt.
ist der Stolz der Hausfrau. Schon seit
Jahren nimmt sie zur Wäsche nur
O. SKompsons Seitenpulpen
weil sie weiß wie sehr ein schdnes weißes Nischfuch zun
Wohlbchagen ihrer Gäste beiträgt.
Oonr Klilhans Hrauft zur aisaun
Docnren Caaasailne sit als Katik!
Im Bohnhof + Fernruf 248
Seite 6
Provinzialtag der Provinz
Starkenburg.
Darmſtadt, den 29. Mai.
Heute vormittag trat im Sitzungsſaale der Stadtverordneten im
Städtiſchen Saalbau der Provinzialtag der Provinz Starkenburg zu
einer Tagung zuſammen. Die Beratungen galten in erſter Linie der
Feſtſtellung des Voranſchlags der Provinz für das Jahc 1926.
Provinzialdirektor Dr. Kranzbühler eröffnet die Sitzung um
10.45 Uhr. Durch Namensaufruf wird feſtgeſtellt, daß die Verſammlung
beſchlußfähig iſt; von 50 Abgeordneten ſind 45 anweſend. Das neue
Mitglied Koſer wir ſodann auf ſein Amt verpflichtet.
Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Als erſter Punkt
ſteht darauf die Prüfung der Rechnung der Provinzialkaſſe und der
Pro=
vinzialpflegeanſtaltskaſſe für 1924. Mitglied Rech erläutert den der
Verſammlung gedruckt vorliegenden Bericht und gibt verſchiedene
Erklä=
rungen zu den Zahlenangaben. — Ein Mitglied wendet ſich gegen die
Bezeichnung Papiermark, ein anderes Mitglied vertritt die Auffaſſung,
daß für die Schulden der Provinz Zinſen gezahlt werden wüßten. Im
Anſchluß hieran ſtreift dieſer Redner die Aufwertungsfrage. —
Provin=
zialdirektor Dr Kranzbühler erklärt dazu, daß die Provinz in der
Regelung der Aufwertungsfrage nicht ſelbſtändig vorgehe; erſt müſſe
eine geſetzliche Entſcheidung vorliegen. — Von einem Mitglied wird die
hohe Summe im Etat der Pflegeanſtalt beanſtandet. Von der
Verwal=
tung wird dazu erklärt, daß wegen der damals noch nicht ſtabiliſierten
Währungsverhältniſſe der Anſatz ſo hoch vorgenommen werden mußte;
auch ſei wegen des damals milden Winters der Kohlenverbrauch gering
geſveſen.
Die Rechnung wird ſodann genehmigt.
Provinzialdirektor Dr. Kranzbühler, teilt hierauf einen Antrag
der Deutſchen Volkspartei, Heſſiſchen Landbund und Deutſchnationaler
Volkspartei (unterzeichnet von den Mitgliedern Dingeldey, Jakobs und
Porth) mit, der nachſtehenden Wortlaut hat:
„Wir beantragen, der Provinzialtag möge beſchließen:
1. Die ſeit Jahren in einem Projekt fertiggeſtellte Straße von
Kö=
nigſtädten nach Rüſſelsheim ſoll nunmehr alsbald unter dem
Geſichts=
punkt einer ſtarken Beſchäftigung von Erwerbsloſen in Anſpruchnahme
der dafür zur Verfſiigung ſtehenden Reichs= und Staatsmittel durchgeführt
werden. Der Provinzialausſchuß wird ermächtigt, die dazu notwendigen
Sihritte unverzüglich einzuleiten.
2. Der Provinzialausſchuß wird erſucht, alsbald Vorarbeiten über
die Erbauung einer feſten Straßenbrücke, bei Rüſſelsheim über den Main
mit Koſtenvoranſchlag und den erforderlichen Einzelausgaben durchführen
zu laſſen und dem Provinzialtag demnächſt Vorlage dariber zu machen.”
Weiter iſt dem Provinzialtag ein Antrag Ritzel zugegangen über
eine Beteiligung an den Koſten einer Mainbrücke bei Rüſſelsheim.
Fer=
ner liegen Anträge der Gemeinden Königſtädten und Rüſſelsheim über
die oben erwähnte Straße, ſowie eine Dentſchrift von Rüſſelsheim über
den Brückenbau vor und noch einige andere Anträge.
Nunmehr werden die Voranſchläge der Provinz und der
Provinzial=
pflegeanſtalt für das Reihnungsjahr 1926 beraten.
Provinziaidirektor Dr. Kranzbühler erklärt zum
Geſamtvor=
anſchlag, daß eine Balancierung unmöglich war wegen des günſtigen
Rechnungsabſchluſſes und weil die Provinz den Weg der Anleihe wieder
beſchreiten will. Es ſoll eine Anleihe von 100 00 Mark aufgenommen
werden. Der Voranſchlag bilanziert mit 1 563 714 Mk. Unter den
Zah=
lenangaben des Rechners iſt von allgemeinem Intereſſe, daß die
Kraft=
fahrzeugſteuer 385 000 Mk. Mehreinnahmen ergeben hat.
Im Anſchluß hieran teilt Provinzialdirektor Dr. Kranzbühler
noch ſechs kommuniſtiſche Anträge mit, die zum Teil politiſcher Natur
ſind und auch nicht zur Zuſtänd’gkeit des Provinzialtags gehören,
wor=
auf der Vorſitzende aufmerkſam macht.
Eine Generaldebatte über den Voranſchlag findet nicht ſtatt, ſondern
es wird ſogleich in die Spezialdebatte eingetreten.
Zunächſt wird der Voranſchiag der Provinzialpflegeanſtalt für 1926
beraten. Aus den Erläuterungen, die der Direktor der Anſtalt Dr.
Weifffenbach gibt, iſt bemerkenswert, daß er über die ſtarke
Beleg=
ſchaft der Anſtalt, namentlich der Frauenabteilung, klagte.. Ein größerer
Erweiterungsbau werde mit der Zeit notwendig.
Von kommuniſtiſcher Seite werden zahlreiche Klagen gegen die
An=
ſtalt und Wüinſche vorgebracht. Dieſe Erklärungen werden von der
Mehrheit der Verſammlung mit Heiterkeit aufgenommen. Direktor Dr.
Weiffenbach ſtellt daraufhin die kommuniſtiſchen Behauptungen richtig.
Der Voranſchlag, der mit 55 000 Mark balanciert, wird genehmigt.
Die kommuniſtiſchen Anträge hierzu werden abgelehnt.
Der Voranſchlag des Provinzial=Kinderheims „Einſiedel” bei
Linden=
fels trägt Regierungsrat Schäfer vor. Der Vornſchlag wird balanziert
mit 57 592,72 Mark. Ohne weſentliche Debatte wird zugeſtimmt.
Bei Beratung des Voranſchlags über den Bau und die Unterhaltung
der Kreisſtraßen werden auch die oben mitgeteilten Anträge mit zur
Beratung geſtellt. Miniſterialrat Prof. Knapp weiſt darauf hin, daß
in dieſem Jahre eine etwas höhere Summe als im vergangenen für den
Sonntag, den 30. Mai 1926
Straßenbau eingeſtellt werden konnte. Die Straßen in Heſſen könnten
den Vergleich mit den badiſchen aushalten; doch ſtehe Baden finanziell
beſſer da. Der Zuſtand der Straßen in Heſſen wäre allerdings nicht ſo,
wie man ihn wünſchen müßte, aber es fehlte an Geldmitteln, den
Zu=
ſtand durchgreifend zu verbeſſern. An Hand einer Tabelle zeigt der
Red=
ner, wie der Verkehr gewachſen iſt, jedoch wegen der Koſten die
Unter=
haltung und Erneuerung der Straßen nicht Schritt gehalten hat. Die
Hauptverkehrsſtrecke Frankfurt—Heidelberg iſt jetzt faſt ganz mit
Klein=
pflaſter verſehen, was eine große Errungenſchaft iſt. Es wird der
Aus=
bau der Straße Groß=Gerau-Mainz in derſelben Weiſe erfolgen; dann
können andere Straße an die Reihe kommen. Weiter beſpricht der
Red=
ner die Pläne für den Neubau von Brücken, ſowie größere Herſtellungen
in Ortsdurchfahrten und auf freier Strecke.
In der Debatte wird der Entwurf des Kunſtſtraßengeſetzes zur
Sprache gebracht, wonach das Straßenbauweſen auf die Provinzen
über=
geht. Es werden kritiſche Bedenken dagegen geäußert.
Mitglied Rietzel bedauert es im Namen der Sozialdemokratiſchen
Partei, daß der gemarkungs=ſelbſtändige Grundbeſitz nicht ſchärfer zu den
Steuern im Intereſſe der Provinz herangezogen werden kann. Weiter
behandelt der Redner in längeren Ausführungen Fragen des
Brücken=
baues und des Straßenweſens; er ſpricht für einen Uebergang der
Kreisſtraßen auf die Provinzialverwaltung.
Mitglied Jacobi befürwortet den oben mitgeteilten Antrag der
bürgerlichen Parteien über Straßenbau und äußert dazu Winſche der
Gemeinde Königſtädten.
Mitglied Porth ſpricht ſich gegen die Aufnahme einer Anleihe aus,
ſolange nicht eine Auseinanderſetzung mit den alten Gläubigern erfolgt
iſt. Auch wegen der hohen Zinſen ſei er gegen die geplante Anleihe.
Der Redner ſtellt dann den Antrag, daß die Gewerbeſteuer zur Hälfte
aus dem Betriebskapital und zur anderen Hälfte aus dem Anlagekapital
entnommen werden ſoll.
Miniſterialrat Knapp verlangt, daß die Anträge für
Straßen=
neubauten erſt den geſchäftsordnungsmäßigen Gang über die Kreiſe und
Ausſchüſſe nehmen müſſen.
In der weiteren Debatte ſpricht Kreisdirektor Merck ſich für eine
Beſchlußfaſſung im Sinne der Anträge zugunſten des Kreiſes Groß=
Gerau aus, ſchon um die vielen Arbeitsloſen zu beſchäftigen.
Es wird beſchloſſen, die Anträge Dingeldey und Genoſſen und Ritzel
und Genoſſen dem Provinzialausſchuß zu überweiſen. In ähnlichem
Sinne wird auch ein Antrag Granzien erledigt, der ſich dagegen wendet
daß die Koſten der Geländeſtellung bei Straßenneubauten der Provinz
aufgebürdet werden. — Ein kommuniſtiſcher Antrag, der ſich mit einer
Angelegenheit des neuen Kunſtſtraßengeſetzes beſchäftigt, wird abgelehnt,
Nach weiterer Debatte wird über die Anträge des Mitgliedes Porth über
die Anleihe und die Gewerbeſteuer abgeſtimmt. Der erſte Antrag wird
abgelehnt, der zweite über die Hälftelung der Gewerbeſteuer wird
an=
genommen.
Der geſamte Voranſchlag, des Provinzialtags wird
hier=
auf im ganzen angenommen.
Ein kommuniſtiſcher Antrag, der für die entſchädigungsloſe
Enteig=
nung der Fürſten eintritt, wird in der Weiſe erledigt, daß der
Provin=
zialtag einen Beſchluß annimmt, wonach er es überhaupt ablehnt, ſich
mit dieſer Frage zu befaſſen. Dasſelbe Schickſal hat der kommuniſtiſche
Antrag über die Aufhebung des Staates Heſſen. Ein kommuniſtiſcher
Antrag, 300 000 Mark für Notſtandsarbeiten bereitzuſtellen, wird
abge=
lehnt, da nicht geſagt iſt, wie die Mittel aufgebracht werden ſollen.
An=
genommen wird dagegen ein Antrag Schmetzer, durch den
Prbvin=
zialausſchuß die Frage prüfen zu laſſen, ob die Provinz aus dem Rhein=
Mainiſchen Bezirksarbeitgeberverband austreten ſoll.
Um 3 Uhr ſind die Verhandlungen beendet.
— Deutſcher Offizierbund. Ferienheim für Familien und Kinder
im Schloß zu König, zunächſt für Heſſen, Baden und Württemberg. Ihre
Durchlaucht die Erbprinzeſſin zu Erbach=Schönberg in König i. O. hat
einen großen Teil des fürſtlichen Schloſſes für ein Familien= und Kinder=
Erholungsheim eingerichtet, in welchem gleichzeitig 30 Kinder und zehn
Erwachſene im Laufe des ganzen Jahres untergebracht werden können.
Preiſe für Kinder bis zu 10 Jahren 2,50 Mk. pro Tag, von 10—14
Jah=
ren 3 Mk.; Erwachſne 3,50 Mk. Verpflegung reichliche gut bürgerliche
Koſt. Beginn 26. Juni. Aumeldung an Major Hennig, Frankfurt a. M.,
Hans Thomaſtraße 3, direkt.
— Unfälle. Geſtern morgen erlitt eine ältere Frau in der
Eliſabethen=
ſtraße einen Ohnmachtsanfall. Ecke der Neckar= und Rheinſtraße bekam
ebenfalls eine ältere Frau einen Ohnmachtsanfall. Beide erkrankten
Perſonen wurden von der Sanitätswache vom Roten Kreuz (Tel. 400)
nach ihren Wohnungen verbracht.
Nummer 148
— Großzirkus Geſchwiſter Birkeneder. Am Dienstag, den 1. Juni.
abends 8 Uhr, findst auf dem Meßplatz die große
Prunkeröffnungsvor=
ſtellung im Groß=Zirkus Birkeneder ſtatt. Wie aus auswärtigen Kritiken
hervorgeht, handelt es ſich hier um ein ganz außergewöhnlich
ſehens=
wertes Groß=Zirkusunternehmen. Die Spielfolge iſt ſo reichhaltig, daß
jeder, für welches Gebiet der zirzenſiſchen Künſte er ſich auch intereſſiert.
voll auf ſeine Rechnung kommt. Beſonders intereſſant für Jung und
Alt iſt der exotiſche Tierpark. In der Vorſtellung ſelbſt werden täglich
300 Attraktionen gezeigt. Trotz der enormen Reichhaltigkeit der
Darbietun=
gen ſtehen alle auf gleich künſtleriſcher Höhe. Beſonderes Aufſehen
er=
regen ſtets die 14 Rieſenberberlöwen und der gigantiſche Löwenringkampf.
Dompteur Berberida iſt der einzige Dompteur, der es bis jetzt
unter=
nommen hat, dem gefürchſteten Raubtier unbewaffnet gegenüberzutreten.
ja ſich ſogar in ein regelrechtes Handgemenge mit der Beſtie einzulaſſen.
Eine Augenweide für Laien und Kenner bildet das herrliche
Pferde=
material in den neuen Originaldreſſuren. Es iſt nicht annähernd möglich,
die reichhaltigen Attraktionen auch nur andeutungsweiſe im voraus zu.
beſprechen. Doch ſollen die 17 Clowns und Auguſte, die das Haus
all=
abendlich in wahre Lachſalven einhüllen, nicht unerwähnt bleiben. Nur
alte, traditionelle Zirkuskunſt in moderner, großartiger Aufmachung
wird gezeigt. In bunter Reihenfolge wechſeln Wild=Weſt=Bilder, Reiterei
und Sportattraktionen miteinander ab. Jeder Beſucher verläßt die
Vor=
ſtellung hochbefriedigt und mit der Gewißheit, eine ſolche Vorſtellung noch
nie geſehen zu haben. Das Gaſtſpiel iſt unwiderruflich nur auf einige
Tage feſtgeſetzt. Alles Nähere aus dem heutigen Inſerat erſichtlich.
— Tagesordnung zur Sitzung des Kreistags des Kreiſes Darmſtadt
am Mon ag, den 31. Mai, nachm. 4 Uhr, im
Stadtverordneten=
ſitzungsſaale hier (Städtiſcher Saalbau): 1. Prüfung des Verwaltungs=
und Rechenſchaftsberichts des Kreisausſchuſſes für 1924; 2. Prüfung
und Begutachtung der Kreiskaſſerechnung für das Jahr 1924; 3.
Feſt=
ſtellung des Kreisvoranſchlags für das Jahr 1926; 4. Wahl der
Steuer=
au’sſchüſſe; 5. Anträge und Mitteilungen.
— Nächſte Dampfer=Expeditionen des Norddentſchen Llohd Bremen,
1. Bremen—New York: D. „Columbus”, Kap. Johnſen ab Bremerhaven
30. Mai. D. „Preſident Rooſevelt” (United States Lines) ab
Bremer=
haven 2. Juni. D. „Sierra Tentana”, Kap. Gößling, ab Bremerhaven
3. Juni. D „Lützow” Kap. Winter, ab Bremerhaven 5. Juni. D. „
Stutt=
gart”, Kap. K. Grahn, ab Bremerhaven 10. Juni. D. „Bremen” Kap.
N. Wurpts ab Bremerhaven 13. Juni. 2. Bremen-Philadelphia-
Balti=
more-Norfolk: D. „Derfflinger”, Kap. Hashagen, ab Bremen 4. Juni,
3. Bremen—Cuba: D. „Raimund” ab Bremen 10. Juni. D. „
ab Bremen 27. Juni. 4. Bremen-Braſilien: D. „Bremerhaven” ab
Bremen 28. Mai. D. „Minden”, Kap. Filſinger, ab Bremen 19. Juni.
D. „Hornſund” ab Bremen 9. Juli. 5. Bremen—La Plata: D. Sierra
Cordoba”, Kap. D. Reimers, ab Bremerhaven 29. Mai. D. „Werra”,
Kap. Ballehr, ab Bremerhaven 5. Juni. D. „Sierra Morena”, Kap,
G. Nauer, ab Bremerhaven 26. Juni. 6. Bremen—Oſtaſien: D. „
Hele=
nus” ab Bremen 29. Mai. MS. „Münſterland” ab Bremen 5. Juni.
D. „Holſtein” Kap. F. Buhr, ab Bremen 10. Juni. D. „City of
Welling=
ton” ab Bremen 12. Juni. 7. Bremen-Auſtralien: D. „Gotha”, Kap.
Brünings, ab Bremen 29. Mai. D „Demodueus” ab Bremen 11. Juni.
Mitgeteilt vom Vertreter Anton Fiſcher, Darmſtadt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werte., Künffler und fünffleriſche Deranſtaltungen, deren im Nachſtebenden Krwchnung
geſchiebt, bebält ſich die Redaltien ibr Urteil vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. Das Filmkammerſpiel Karl
Zuck=
mahers „Qualen der Nacht” ſtand im Zeichen eines großen Erfolgs.
Es blitzt und flackert, es gibt Szenen von ſtärkſter Eindringlichkeit. Ein
Dichter hat ſich eines geringfügigen Stoffes bemächtigt, und ſiehe da, eine
alte Idee wird zu neuem Leben erweckt. Kurt Bernhardt führt mit
Ge=
ſchmack Regie, ſetzt Lichter auf, wo es nötig iſt, und gibt dem Spiel
be=
ſonders im zweiten Teil Blut und Leben. Alexander Granach bietet als
kuppleriſcher Wirt eine prachtvolle einheitliche Leiſtung, das Tippfraulein
iſt bei der ſchönen Claire Rommer vortrefflich aufgehoben. Wilhelm
Dieterle in ſeiner plumpen Tapſigkeit gut wie ſtets. Famos auch Fritz
Naſp als „Anbeter”, noch Ernſt Verebes und Margarethe Kupfer zu
loben.
Tageskalender für Sonntag, den 30. Mai 1926.
Landestheater Großes Haus. Anfang 6½ Uhr, Ende 10
Uhr, Sonntags=Fremdenmiete, 13. Vorſtellung: „Die Zauberflöte‟
Kleines Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 9¾ Uhr, Zuſatzmiete II
(12): „Die deutſchen Kleinſtädter” — Orpheum abends 8½ Uhr:
„Familie Schimek”. — Hotel Prinz Heinrich, abends 7 Uhr:
Großes Garten=Konzert. — Frankfurter Hof: Garten=Konzert,
— Motettenchor deutſcher Studenten, abends 8½ Uhr,
in der Pauluskirche: Geiſtl. Abendmuſik. — Gewerkſchaftshaus,
abends 8 Uhr: Großes Garten=Konzert. — Kriegerverein 1874,
vorm. 10½ Uhr, im Schloßhof: „Skagerrakfeier”. —
Orangerie=
garten vorm. 9 Uhr ab: Ausſtellung von Hunden aller Raſſen.
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenztheater, Palaſtlichtſpiele.
Klavierspielen
in 2—3 Monaten. Korrekt nach Noten,
jedoch fabelhaftt leichte Erlernung. Alles
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Guterh. Klappſportw.
m Verd., ſoivie 1 H.. D. Rad geg. bar z.
k gef. Ang. m Pr. u. C 82 Geſchſt. /*1422
Tauſende Anerkennungen beſtätigen,
daß unſere neue
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zu
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Nummer 148
Seite 7
Sonntag, den 30. Mai 1926
Aus Heſſen.
*62. Verbandstag des Verbands der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften.
Auch am Schluſſe der Tagung hielt das Intereſſe der auswärtigen
Beſucher unvermindert an. Nach der üblichen Begrüßung, die diesmal
dem Verbandspräſidenten Bill=Oſtheim oblag, erſtattete Direktor Berg
den Jahresbericht. Im hinter uns liegenden Jahre ſind, ſo führte
Red=
ner aus, die ſchweren Wunden der Inflationszeit erſt brennend geworden.
Die Kapitalnot der Wirtſchaft kam, zunächſt durch amerikaniſche Anleihen
noch verdeckt, bald voll zur Geltung, verſchärft durch die vom Reiche
be=
ttriebene Ueberſchußwirtſchaft, durch die auf dem Weg der Beſteuerung die
Betriebsmittel in erheblichem Umfang kaſſiert wurden. Ein Glück für
idie Landwirtſchaft iſt es, daß ihre unmittelbaren Gläubiger in der
Hauptſache ihre eigenen Genoſſenſchaften ſind. Solange das
llandwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen beſteht, hat es für die deutſche
„Landwirtſchaft noch keine Situation gegeben, die der gegenwärtigen
egleicht. Vorher aber waren die Gläubiger durchweg Händler, von denen
Ɨdie Verſchuldung der Bauern in überaus zahlreichen Fällen ſchwer miß=
Tbraucht wurde. Gerade wo die Unmöglichkeit der Rückzahlung gegeben
wwar, wurde von dieſen Gläubigern mit beſonderer Strenge vorgegangen,
Emit dem Ergebnis, daß viele Bauern von Haus und Hof ziehen mußten.
SHiervor bewahrt das landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen. Dieſe
un=
ſtſchätzbar wertvolle Selbſthilfeeinrichtung zu ſtärken, muß deshalb die
Auf=
ggabe jedes Freundes eines ſelbſtändigen Mittelſtandes ſein. Aus der
Fußeren Entwicklung des Verbandes erwähnen wir den Beitritt von 127
Wenoſſenſchaften in 1925 — neben beſtehenden 443 Spar= und Darlehns=
Taſſen, 397 Abſatz= und Bezugsgenoſſenſchaften, 31
Molkereigenoſſenſchaf=
ſten, 63 Dreſchgenoſſenſchaften, 29 Winzergenoſſenſchaften, 12 Baugenoſſen=
Nſchaften. Die Zahl der dem Verband angeſchloſſenen Spar= und Dar=
Tehenskaſſen iſt gegen 1924 um 6 geſtiegen. Die ungünſtige Wirtſchafts=
Tage ſämtlicher Erwerbsſtände, deren Angehörige in den Spar= und Dar=
Tehenskaſſen des Verbandes zuſammengeſchloſſen ſind, ſtellt dieſe vor die
Senkbar ſchwierigſten Aufgaben. Die Zahl der dem Verband
angeſchloſſe=
men Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften iſt gegenüber dem Vorjahr
rveiterhin um 8 zurückgegangen. Die Winzergenoſſenſchaften hatten
un=
er der Abſatzkriſis am ſchwerſten zu leiden. Inſfolge der verkehrten
Sandelsvertragspolitik beſtand keine Nachfrage nach inländiſchem Wein,
rmd die Preiſe gingen rapid zurück. Im Monat Oktober 1925 hat der
Importhandel nicht weniger als 409 723 Hektoliter ausländiſchen Wein
Singeführt, während den deutſchen Winzern die Keller volliegen Jede
Million, die wir unnötig nach dem Ausland abführen, ſchlägt unſerer
Wirtſchaft ſchwere Wunden; aber mit kaltem Blut ſchreitet der
Im=
worteur über dieſe Volksintereſſen hinweg, weil der Import größere
Ge=
winnchancen bietet. Die Mahnung und der Appell nur „deutſchen Wein
u trinken” iſt zuerſt von Schwaben jüngſt herübergedrungen, ihnen gab
nür Heſſen auch ein Redner am erſten Tage der genoſſenſchaftlichen
Tagung beredten Ausdruck. (Anm. d. Berichterſtatters.) Der Verband hat
ſich mit Erfolg bemüht, den Weinabſatz fördern zu helfen und durch
Mundſchreiben aufgefordert, für den Konſum deutſcher Weine zu
wer=
ben. Ueber die Unzulänglichkeit der Weinkontrolle wird wieder geklagt.
In Heſſen amtiert nur ein Kellerkontrolleur. Zur Aufwertungsfrage
arklärte Redner, daß die Genoſſenſchaften die Aufwertung nach praktiſcher
Möglichkeit durchführen; eine freiwillige Aufwertung könne nur
für ſie in Betracht kommen, hierfür ſeien die örtlichen Verhältniſſe
maß=
gebend. Im Uebrigen gelte es auch hier, vorwärts und nicht rückwärts
zu ſchauen. Die am Genoſſenſchaftsweſen geſchulten Landwirte,
Hand=
werker, Gewerbetreibenden und Arbeiter erkennen von ſelbſt immer
mehr, daß mit wirtſchaftlichen Maßnahmen allein die Wirtſchaftskriſe geheimer Sitzung werden noch Wohlfahrtsangelegenheiten erledigt. Ein
nicht überwunden werden kann, daß es vielmehr einer Umkehr des den beiden Gemeinderatsfraktionen über die ſtrittigen Punkte herbeizu=
Beiſtes bedarf: Gegenſeitige Unterſtützung und Hilfe und ſtrenge
Spar=
mmkeit! Die kulturelle Bedeutung des
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens wächſt mit
zu=
ehmender Wirtſchaftsverſchlechterung.
Genoſſenſchaft=
iche Selbſthilfe erſchöpft ſich nicht in Klagen über die ſchweven
Wider=
ſände, die ihrer Arbeit entgegenſtehen, ſondern ſie faßt ſie beherzt an, beigeführt würde, was auch der Bürgermeiſter in ſeinen Ausführungen
um ſie aus dem Weg zu räumen. Die Vermögensbilanz per 31.
Dezem=
her 1925 weiſt in Aktiven und Paſſiven 186 813 Mark aus.
Nach den mit lebhaſtem Beifall aufgenommenen Ausführungen des
FFerbandsdirektors fand der Anwalt des Reichsverbandes Gennes
atriotiſch=zündende Worte, mit denen er zur Betätigung des
genoſſen=
chaftlichen Gedankens, nach der erlittenen ſiebenjährigen
Zwangswirt=
ſüthaft zur Leiſtung von Qualitätsarbeit im genoſſenſchaftlichen
Zu=
immmenſchluſſe aufforderte, aber im Ausmaße unbedingter Gleichberech= Muſchelkalk, welche die Namen der 120 Gefallenen tragen und ein die
gung gegenüber der Induſtrie, wenn Staatshilfe gewährt wird. Vor
(lem Sparſamkeit in der öffentlichen Verwaltung, rief der Nedner
war=
gend und mahnend zugleich aus. Generalinventur in den genoſſenſchaft= ſtimmungsvoller Weiſe den ſtillen Ort, auf dem in den nächſten Wochen
lochen Betrieben, in ihrer Geſchäftsführung, gründliche Rationaliſierung
auch im Einzelbetriebe. Mit Krediten kommen wir aus der Miſere nicht
keraus, ſchaffen nur Erleichterung. Mit dem Sparpfennig müſſen wir
wom Verband der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften nach
em ſo leſenswerten Geſchäftsbericht geleiſtet worden iſt, iſt mehr wie
wuſtergültig. Wenn wir ſelbſt in genoſſenſchaftlichem Geiſte zuſammen= für uns ihr alles ihr junges Leben, dahingegeben haben, eine würdige
ſgehen, ſind wir ſtärker, als wir ſelbſt glauben. Ein Glückauf dem
Mutterlande des Genoſſenſchaftsweſens! (Lebhaſter Beifall.)
„Was können wir vom amerikaniſchen Genoſſenſchaftsweſen lernen”.
mar das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Brinkmann=Bonn nach 5 Reiſeeindrücken und =Erleben im vorigen Jahre. Man kennt
aich „drüben” Heſſen, ſein Genoſſenſchaftsweſen und deſſen Begründer
rſſen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Gebiete des Abſatzes. Die
be=
zäglichen Organiſationen verdienen unſer Intereſſe in hohem Maße, doch
is die Bewegung dort noch nicht abgeſchloſſen, nicht fertig. Der
ameri=
jurniſche Landwirt blickt heute noch nach Dänemark, die Bewegung iſt
nch im Fluſſe, aber dabei ein Abſatz im Werte von 10—11 Millionen
Mark! Ueberall wird genoſſenſchaftlicher Abſatz verſucht. Das führte
zur Mannigfaltigkeit der Genoſſenſchaftsformen. Eine Fülle der
Er=
ſit heinungen, die das Studium lehrreich macht. Auch wiſſenſchaftlich iſt
man dem Problem zu Leibe gegangen. Alle Stellen arbeiten einträchtig
zuſammen, dabei Organiſation im Aufklärungs= und Wirtſchafts= waltung gibt Fahrkarten aus für den am Sonntag, den 6. Juni, durch
beratungsdienſt, Austauſch der Erfahrungen. Von Intenſivierung der
Luandwirtſchaft hört man nicht allzu viel, Reform des Abſatzes der
land=
mirtſchaftlichen Erzeugniſſe iſt die Loſung. Die Genoſſen erwarten von
iur Hebung in der Lebenshaltung der Landwirte. An der Spitze
mar=
ſchieren die Getreideabſatzgenoſſenſchaften, dann folgen die
Genoſſen=
ſthaften zur Verwertung von Milch und Molkereierzeugniſſen, Vieh,
Abſt und Gemüſe. Uns intereſſiert die Nutzanwendung von dem, was ſichtigt der Geſangverein Liederkranz am Sonntag, den 13. Juni, zu
Rredner in Amerika geſehen. „Der Abſatz iſt keine religiöſe Idee, ſon= veranſtalten. Geſang= und Muſikvorträge, bei denen auch auswärtige
dern ein Geſchäft”, ſo ſagte dem Redner ein amerikaniſcher Genoſſen= befreundete Vereine mitwirken, ſowie ein das Feſt abſchließends
Brillant=
ſt hafter. Bei allen Neugründungen gründliche Erkundung der
Abſatz=
gebiete als Pionierarbeit, dabei wiſſenſchaftliche Unterſuchung der
Ab=
ſartzverhältniſſe, die für uns vorbildlich ſein ſollte. Die Methoden des
A.bſatzes ſind bei jedem Erzeugniſſe wieder andere, ſie ruhen auf der
Araſis des Einzelerzeugniſſes. Im Abſatz ſind Zwiſchenhandelsglieder im
Intereſſe der Arbeitsteilumg tätig, aber dieſe Glieder ſind
genoſſenſchaft=
lich organiſiert, eine Zuſammenfaſſung vieler Abſatzketten. Die
Beſtre=
bungen gehen auf Verringerung der Zwiſchenhandelskoſten. Daneben der
Zweck: Veredelung des Abſatzes, Aufſtellung einheitlicher Warenmarken,
Verkauf einer Qualität. Dieſe Forderung hat die amerikaniſche
Land=
wirtſchaft weitgehend verwirklicht. Der Staat hat in dieſe Bewegung
nachhaltig eingegriffen. (Syſtem der Inſpektoren, amtliche Unterſuchung
der Waren.) Wir müſſen bei den Amerikanern in die Lehre gehen, nicht
in dem Sinne, daß wir nun nach Nezepten arbeiten. Wir müſſen mit
den Rieſenentfernungen drüben rechnen. Aber viel können wir lernen,
wenn wir ohne Vorurteil an die amerikaniſchen Beſtrebungen und
Studien herangehen, wir können uns die dortigen Erfahrungen zu Nutze
machen (auch in der Frage der Stabiliſierung des Roggenpreiſes (
Leb=
haſter Beifall.)
Der Vorſitzende ſtellt feſt, daß 533 Genoſſenſchaften vertreten ſind,
ſohin die Generalverſammlung beſchlußfähig iſt. — Schluß der
Verſamm=
lung: 1 Uhr 15 Minuten.
* Eberſtadt, 2.). Mai. Von der Feuerwehr. Gegenwärtig
ſind hier Gerüchte verbreitet, wonach das 50jährige Jubiläumsfeſt der
hieſigen Freiwilligen Feuerwehr verlegt worden ſei. Dieſe Gerüchte
ent=
ſprechen nicht den Tatſachen, da ſich der Feſtausſchuß der Feuerwehr
überhaupt noch nicht mit dieſer Frage befaßt hat. Nach wie vor gilt alſo
als Termin für die Abhaltung des Feſtes der 20. Juni (der Tag der
Volksabſtimmung). Anläßlich des Jubiläums erſcheint eine vom
Preſſe=
ausſchuß herausgegebene Feſtſchrift, die unter anderem die Chronik der
Wehr, das Feuerlöſchweſen in Eberſtadt uſw. ausführlich behandelt und
für jeden Heimatfreund ſehr leſenswert iſt. Am kommenden Sonntag
vormittag findet in aller Frühe eine Uebung der Freiwilligen Feuerwehr
ſtatt, worauf die Einwohnerſchaft beſonders aufmerkſam gemacht ſei.
Die Alarmierung geſchieht auf die ortsübliche Weiſe.
Nieder=Ramſtadt, 28. Mai. Gemeinderatsbericht vom
R. d. Mts. Der von dem Forſtamt Ober=Ramſtadt ausgearbeitete
Waldwirtſchaftsplan für 1927 wird ohne Beanſtandungen genehmigt. —
Die Sätze der Gebührenordnung für den Friedhof werden in Goldmark
umgeſtellt dergeſtalt, daß die Sätze in der Faſſung der alten
Gebühren=
ordnung Gültigkeit haben follen, mit folgenden Ausnahmen: 1. für
Ueberlaſſen von Erbbegräbnisplätzen ſind in Zukunft zu zahlen pro
Quadratmeter an der Mauer 15 Mk., auf dem übrigen Teil des
Fried=
hofs 12 Mk.; 2. für Verleihen des Leichenwagens an Auswärtige werden
erhoben: bis zu 10 Km. Entfernung 10 Mk., für jeden angefangenen
weiteren Km. 1 Mk. mehr. — Der Pächter des Gaſthauſes „Zum
Schützenhof” Auguſt Siegloch ſucht um die Erteilung der
Wirtſchafts=
konzeſſion nach. Unter Bejahung der Bedürfnisfrage wird dieſe erteilt.
— Für den am 20. Juni I. J. ſtattfindenden Volksentſcheid wird die
Gemeinde wieder in 2 Stimmbezirke eingeteilt und zwar in der
ſeitheri=
gen Abarenzung. Der Abſtimmungsvorſtand wurde mit einigen
Aus=
nahmen in der bisherigen Zuſammenſetzung beibehalten. — Die Geſuche
des Vorſtandes der evangeliſchen Kleinkinderſchule um Gewährung eines
jährlichen Zuſchuſſes und des Spar= und Kohlenvereins um Gewährung
eines zinsloſen Darlehens werden, da noch nicht ſpruchreif, vertagt. —
Einem Anſinnen des Kreisamtes, einen Bejtrag zur Hochſchulgeſellſchaft
zu leiſten, wird nicht ſtattgegeben. — Der Pachtbetrag der Witwe Gruß
für ein von der Gemeinde gepachtetes Grundſtück wird in anbetracht des
verminderten Flächeninhaltes von 40 Mk. auf 20 Mk. jährlich
herabge=
ſetzt. — In anbetracht der anormalen Bodenverhältniſſe, die ſich bei den
Bebauungsarbeiten für den Waldweg am „Gickelsberg” ergeben haben,
wird dem Uebernehmer für die dadurch entſtandene Mehrarbeit ein
Mehrlohn von 50 Pfg. pro 1 Meter bewilligt. — Verſchiedene
Waſſer=
leitungs= und Elektrizitätswerkangelegenheiten werden erörtert und
zu=
nächſt der zuſtändigen Kommiſſion zur Vorberatung überwieſen. — In
von dem Bürgermeiſter unternommener Verſuch, eine Einigung unter
führen, ſcheiterte abermals, da keine der beiden Fraktionen zum
Nach=
geben bereit iſt. Im Intereſſe der Gemeindeangelegenheiten, die unter
den derzeitigen Zuſtänden ſtark leiden und ſehr vernachläſſigt werden,
wäre es zu wünſchen, daß baldigſt eine Löſung auf irgend eine Art
her=
ausdrücklich betonte.
* Groß=Umſtadt, 29. Mai. Ehrenmal für die Gefallenen. Die
Vorarbeiten für dieſes Denkmal auf dem Friedhofe, das nach Beſchluß
des Denkmalausſchuſſes zunächſt zur Ausführung kommen ſoll, ſind
nun=
mehr beendet. Der von der Stadt zur Verfügung geſtellte Raum auf
dem Friedhof, von einem mächtigen Kaſtanienbaum überſchattet iſt
ein=
geebnet, die Fundamente für die ſechs ſarkophagartigen Steine aus
Bedeutung der Gedenkſteine zuſammenfaſſendes Kreuz ſind hier bereits
fertiggeſtellt. Eine immergrüne Taxushecke umrahmt in würdiger und
die in kimſtleriſcher Weiſe ausgeführten Gedenkſteine ihre Aufſtellung
finden werden. Leider ſtehen die bis jetzt eingegangenen Gelder
durch=
aus in keinem Verhältnis zu den früher in beachtenswerter Höhe
ge=
ieder beginnen! Es gilt die Kräfte richtig zuſammenzufaſſen. Was zeichneten Beträge, vielleicht eine Folge der Geldknappheit, vielleicht iſt
auch Nachläſſigkeit die Urſache. Wie dem auch ſei, es iſt eine
Ehren=
pflicht der Bewohner unſerer Stadt, alles aufzubieten, um denen, die
Gedenkſtätte zu ſchaffen. Wer ſeine Helden ehrt, ehrt ſich ſelber.
Fränkiſch=Crumbach, 29. Mai. Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich
hier im Gemeindewald. Der Gaſtwirt Philipp Ripper von hier war mit
dem Verladen von Bauholz beſchäftigt, dabei kam ein Stamm ins
Rut=
ſchen und der bei Ripper beſchäftigte Heinrich Weber aus Niedern=Hauſen
kam ſo unglücklich unter den Stamm, daß er auf der Stelle tot war. —
Wilhelm Haas. Auch deutſche Arbeit bewerten die amerikaniſchen Ge= Das vierjährige Kind des Taglöhners Karl Schellhaas brachte die rechte
Hand in eine Häckſelmaſchine. Dem Kind wurde der rechte Zeigefinger
zur Hälfte abgeſchnitten.
Michelſtadt, 29. Mai. In der ſchon geraume Zeit am hieſigen
Amts=
gericht wegen Beleidigung anhängigen Privatklage des Herrn Rektor
Schäfer=Michelſtadt gegen Herrn Pfarrer Gombel=Gräfenhauſen, frühe:
in Michelſtadt, wurde am 26, d. M. das Urteil verkündet. Die Klage
wurde abgewieſen und der Privatkläger zur Tragung der Koſten
verur=
teilt. Wie aus der Urteilsbegründung entnommen werden konnte, ſteht
der Beklagte unter dem Schutze des 8 193. — Die hieſige
Bahnhofsver=
die Betriebsinſpektion Aſchaffenburg über Hanau nach Eiſenach und
zu=
rück verkehrenden Verwaltungsſonderzug und iſt zur Erteilung von
Aus=
kunft jeder Art gerne bereit. Der Fahrpreis beträgt von Hanau nach
Eiſenach und zurück Mark 8,40, wobei für Sitzplätze geſorgt wird. Für
den Verkehr aus und nach dem hinteren Odenwald werden günſtige
An=
ſchlüſſe hergeſtellt. — Ein größeres Sommerfeſt auf dem Waldhorn
beab=
feuerwerk werden für Unterhaltung der Mitglieder und Gäſte ſorgen.
Möge dem Verein das erforderliche Sommerwetter an dieſem Tage
be=
ſchieden ſein. — Anläßlich der am 2. und 6. Juni in Heidelberg
ſtatt=
findenden Schloßbleuchtungen läßt die Okva Sonderwagen laufen,
wo=
rüber noch näheres bekannt gegeben wird.
* Gernsheim, 29. Mai. Die Städtiſche Badeanſtalt wird
am kommenden Montag, für die Oeffentlichkeit in Betrieb genommen.
Nachdem die von dem ſtädtiſchen Kontrollbeamten und Oberſchutzmamm
Lichtel entworfenen Pläne ſeitens des Kreisbauamts Darmſtadt ihre
Ge=
nehmigung gefunden hatten, wurden die erforderlichen Vorarbeiten
ge=
troffen. Unter der Bauleitung des vorgenannten Gemeindebeamten
be=
gannen am 23. Oktober 1925 die erſten Arbeiten. Die Ausführung der
Grund=, Maurer= und Dachdeckerarbeiten erfolgten durch die Firma
Draut u. Schnatz, die Steinmetzarbeiten durch die Firma Jakob
Schnei=
der 8. Wwe., die Zimmerarbeit lag in den Händen des Zimmermeiſters
Michael Bikoni. Weiter wurden ausgeführt die Glaſerarbeiten von
Glaſecmeiſter Wilhelm Lang und Georg Müller, die Weißbinder=
ein=
ſchließlich Verputzarbeiten von den Weißbindermeiſtern Philipp
Schnei=
der 4. und Jakob Kiſſel 5., die Schreinerarbeiten durch die Firma Joham
Seb. Wunderle, die Schloſſerarbeiten von Schloſſermeiſter Anton
Kon=
rad Bicht, die Spenglerarbeiten von Spenglermeiſter Georg Röſcher und
Konſorten, ſämtlich in Gernsheim wohnhaft. Die elektriſchen
Inſtalla=
tionsarbeiten beſorgte das ſtädtiſche Elektrizitätswerk. Die
Terrazzo=
uned Wandbekleidungsarbeiten fertigte die Firma Kadel u. Thümmel im
Darmſtadt, während die Aufſtellung und Lieferung der eigentlichen
Bade=
einrichtungsgegenſtände in Händen der Firma J. Nohl, Darmſtadt, lag=
Nun iſt die Badeanſtalt fix und fertig und in betriebsſähigem Zuſtand.
Am Sonntag, den 30. Mai ds. Js., vormittags 11 Uhr, findet in
Gegen=
wart der Gemeindeverwaltung und =vertretung ſowie der offiziellen
Ver=
treter der Realſchule und der Vollsſchulen, ferner der hieſigen Aerzte,
der Geiſtlichkeit beider Konfeſſionen und Vertretern der Preſſe eine
Be=
ſichtigung der Badeanſtalt ſtatt. An die Bevölkerung ergeht die Bitte,
die Badeanſtalt eifrig zu beſuchen, damit die in einer wirklich ſchweren
Zeit im Intereſſe der Allgemeinheit und zur Förderung der
Volks=
geſundheit erbaute Anſtalt ſich als frequentiert zeigt. Es ſei auch
beſon=
ders darauf hingewieſen, daß nicht nur der Bevölkerung von
Gerns=
heim die Pforten der Badeanſtalt offenſtehen, ſondern auch die
Einwoh=
ner der umliegenden Gemeinden ein „Friſches Naß” in unſerer Anſtalt
nehmen können.
Gernsheim, 29. Mai. Waſſerſtand des Rheins. Am 23.
Mai: 0,58 Meter.
Hirſchhorn, 29. Mai. Waſſerſtand des Neckars. Am B.
Mai: 0,85 Meter; am 29. Mai: 0,82 Meter.
* Viernheim, 28. Mai. Dem Landwirt G. von hier gingen heute
morgen mitten im Dorf die Pferde mit Wagen im geſtreckten Galopp
durch. Wie von Furien gepeitſcht, ſauſten die prächtigen Braunen dahin:
alles flüchtete vor ihnen. An der Ecke Blauhutsſtraße und Repsgaſſe gab
es jedoch trotz aller Pferdeſtärken ein Halt. Der Wagen kam ins
Schleu=
dern, demolierte ein Hoftor, während die Pferde eine Gartenmauer
um=
rannten. In ſeiner Wucht ſauſte der Handgaul mit einem Satz noch über
die ſtürzende Mauer hinweg, ſodaß nach der Kataſtrophe zwiſchen beiden
Pferden, die erheblich verletzt waren, die Trümmer der Mauer lagen.
Selbſtverſtändlich war auch der Wagen ſchwer beſchädigt, während der
Fahrer zum Glück nur mit Verletzungen an Arm und Hand davonkam.
* Viernheim, 29. Mai. Am 15. Mai waren es 25 Jahre, daß ſich
die hieſigen Proteſtanten zu einer Gemeinde zuſammengeſchloſſen haben.
Aus dieſem Anlaß findet am kommenden Sonntag, vorm. ½9 Uhr, ein
Feſtgottesdienſt ſtatt, zu dem die ganze evangeliſche Gemeinde herzlich
eingeladen iſt. Die Kollekte iſt für die neuen Glocken beſtimmt. — Glück
im Unglück hatte hier ein junges Mädchen am Pfingſtmontag beim
Radfahren. Beim Ausbiegen aus der Kiesſtraße wurde dasſelbe von
einem von Mannheim kommenden Auto erfaßt und zur Seite
ge=
ſchleudert; kam jedoch mit leichteren Verletzungen davon. Das neue Rad
war ſchwer demoliert. — Umfangreiche ſportliche
Veranſtal=
tungen werden am kommenden Sonntag hier arrangiert. Bereits
vor=
mittags 9 Uhr beginnen die Gaujugendkämpfe in Leichtathletik. Um
1 Uhr findet ein Staffellauf rund um Viernheim ſtat. Nachmittags
veranſtaltet der Stemm= und Ringklub 1896 am Ochſenbrunnen ein
Wald=
feſt, bei dem u. a. ein großes Meiſterſchafts=Sacktragen ſtatfindet. Jede
Laſt beſteht aus 2 Zentnern. Erſter Preis ſind 2 Zemtner Weißmehl 00,
den derjenige erhält, der eine Zweizentnerlaſt am weiteſten trägt. Die
Veranſtaltung Leirfte wieder ein grandioſes Vollksfeſt werden, zumal die
Beſucherzahl des letzten Waldfeſtes mit etwa 2000 Perſonen nicht als
zu hoch bezeichnet iſt.
* Büttelborn, 28. Mai. Aus der letzten Gemeinderatsſitzung läßt ſich
folgendes berichten: Die Rodarbeiten der beiden Schuläcker auf dem
Griesheimer Felde ſollen den Erwerbsloſen zum Preiſe von 15 Pf. pro
Quadratmeter übertragen werden. — Die Anſchaffung einer
Schreib=
maſchine wurde abgelehnt. — Zu der am 30. Mai ſtattfindenden
Wieder=
wahl des Bürgermeiſters wurde Gemeinderat Petri als Wahlvorſteher,
Gemeinderat Friehl als Stellvertreter, Gemeinderat Barthel als
Pro=
tokollführer und als Beiſitzer die übrigen Gemeinderäte ernannt. Als
Wahllokal wird das Rathaus beſtimmt. — Die Grasſamenernte im
Walde wird dem Joh. Friedr. Jungheim zum Preiſe von 10 Mk. für
das Jahr 1926 zugeſprochen. — Dem Geſuch des Adam Reiß I. wird
dahin entſprochen, daß ihm die Einfriedigungsſtangen der Fohlenweide
leihweiſe abgegeben werden.
* Groß=Gerau, 28. Mai. Straßenſperre. Die
Kreisſtraßen=
ſtrecken Geinsheim—Trebur (Km. 15 bis 15,3) und Aſtheim-Bauſchheim
(Km. 17,8—18.1) ſind vom 29. Mai bis 5. bzw. 10. Juni, evtl. bis Mitte
Juni für den Durchgangsverkehr geſperrt.
* Trebur, 29. Mai. Turnfeſt. Am kommenden Sonntag findet
hier das diesjährige Jugendturnen des Main=Rodgaues ſtatt. An dem
Treffen werden ſich mehrere Hundert jugendliche Turner beteiligen. Mit
der Tagung iſt das 4jährige Jubiläumsfeſt des Turnvereins Trebur
verbunden.
* Vilbel, R. Mai. Die vor zwei Jahren gegründete Volkshaus=
Genoſſenſchaft hat dieſer Tage inmitten der Stadt gegenüber dem
Marktplatz 3400 gm Gelände zum Zwecke der Erbauung eines
Volks=
haufes angekauft.
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Seite 8
Sonntag, den 30. Mai 1926
Nummer 148
Reich und Ausſand.
Die 33. Tagung des Evangeliſch=Sozialen
Kongreſſes
wurde in Saarbrücken unter ſtarker Beteiligung aus allen Gegenden
Deutſchlands durch den Vorſitzenden des Kongreſſes,
Reichsgerichtspräſi=
dent Dr. Simons, Leipzig, eröffnet. Unter den Erſchienenen befand ſich
eine große Anzahl führender Hochſchulprofeſſoren der ſozial=
wiſſenſchaft=
lichen und theologiſchen Fakultäten. Dies und die herzlichen
Begrüßungs=
ſchreiben, welche zahlreiche ſtaatliche und ſtädtiſche Behörden des
unbeſetz=
ten Deutſchlands an den Kongreß gerichtet haben, zeigt, wie ſehr der
Kongreß in allen Kreiſen, die ſich mit der ſozialen Frage befaſſen, eine
achtunggebietende Stellung ſich erobert hat. Den erſten Vortrag hielt
ein Privatdozent Lic. Wünſch, Marburg, über das Thema „Die
Mög=
lichkeit der Beeinfluſſung wirtſchaftlicher Vorgänge aus ſittlichen
Grund=
ſätzen”.
Der Vortrag will der Klärung des vielerörterten Problems der
Gigengeſetzlichkeit der Wirtſchaft dienen. Man iſt darüber im
Proteſtan=
tismus noch nicht zur vollen Klarheit gelangt, teilweiſe wird es geleugnet,
teilweiſe behauptet, daß die Wirtſchaft ihre eigenen Entwicklungsgeſetze
habe, die von der Ethik nicht beeinflußbar ſeien. Tatſächlich hängt von
der Beantwortung dieſer Frage die Sinnhaftigkeit einer
Wirtſchafts=
ethik überhaupt ab; denn es wäre zwecklos, ſich mit Wirtſchaftsethik zu
beſchäftigen, wenn ihr ganzer Erfolg in der Feſtſtellung läge, daß die
Ethik in der Wirtſchaft nichts zu ſagen habe. Der Vortrag behandelt
nur ein Teilproblem des geſamten Problemkomplexes, er unterſucht, wo
die der menſchlichen Einwirkung geſetzten, obiektiven Grenzen in der
Wirtſchaft liegen. Die Unterſuchung erſtreckt ſich alſo nur auf den
Be=
reich der Wirtſchaft, ſie müßte weiter noch feſtſtellen, ob und wie weit
der wirtſchaftende Menſch ethiſch beeinflußbar iſt, ferner, ob ſich von der
chriſtlichen Ethit her überhaupt Beziehungen zur Wirtſchaft ergeben.
Die Begrenzung der Beeinfluſſung der Wirtſchaft durch den
Men=
ſchen ſieht der Redner 1. in der ſoziologiſchen Situation des Einzelnen.
Da die Wirtſchaft eine Tätigkeit iſt, an der viele Menſchen bei ſtarker
Verkettung der einzelnen Wirtſchaftszweige zuſammenwirken, vermag
der einzelne wie nur innerhalb ſehr enger Grenzen zu beeinfluſſen. Eine
Beeinfluſſung iſt daher nur möglich durch Bildung von Gruppen oder
durch Gewinnung ſchon beſtehender Gruppen, bzw. der in ihnen
einfluß=
reichen Individuen, 2. Objektive Grenzen der Beeinfluſſung ſind die
elementaren Naturbedingungen (Vorkommen von Rohſtoffen, Klima uſw.,
die Wirkſamkeit der für die Techniſierung der Wirtſchaft in Betracht
kom=
menden Naturgeſetze chemiſcher, phyſikaliſcher, mechaniſcher Art, die Art
und Höhe der wirtſchaftlichen Bedürfniſſe, von welchen aber nur die
elementaren, zum Lebensunterhalt unbedingt erforderlichen
Bedürfnis=
befriedigungen unumgänglich ſind. Alle Bedürfniſſe, die darüber
hinaus=
gehen: die kulturellen ſind wieder ethiſch beeinflußbar. 3. Die ſtärkſte
Grenze findet alle ethiſche Betätigung in der Wirtſchaft an der
Wirt=
ſchaftlichkeit der Wirtſchaft; denn ohne ſie würde die Wirtſchaft ihren
Sinn verlieren und ihre Aufgabe, die materielle Exiſtenz der Menſchheit
zu ſichern, verfehlen.
Nach der Feſtſtellung, daß Eigennutz und Wirtſchaftlichkeit nicht auf
dasſelbe Ziel hinauslaufen, erfolgt eine Erörterung der bisher bekannten
Wirtſchaftsgeſetze der theoretiſchen Nationalökonomie, denen der Redner
eine ſelbſtändige Bedeutung nicht zumißt, da ſie grundſätzlich durch
Gegenwirkung aufgehoben werden können.
Der kauſalgeſetzliche Zwang iſt überhaupt kein Hindernis, ſondern
eine Unterſtützung ethiſcher Beeinfluſſung der Wirtſchaft, da im
Ge=
horſam gegen die Kauſalgeſetze dieſe auf ein ſittliches Ziel hin in Freiheit
gemeiſtert werden können. Grundſätzlich iſt innerhalb der Grenzen der
ſoziologiſchen Lage des Einzelnen, der elementaren Naturbedingungen
und der Forderung der Wirtſchaftlicheit der Wirtſchaft das Feld für die
ethiſche Beeinfluſſung der Wirtſchaft frei; es iſt möglich, die Wirtſchaft
ethiſch zu beeinfluſſen. Die Theorie der Eigengeſetzlichkeit hat alſo ein
relatives Recht, vermag aber die ethiſche Behandlung der Wirtſchaft nicht
zu behindern; ja, im Gegenteil iſt feſtzuſtellen, daß ethiſche
Grundein=
ſtellungen das Entſcheidende im Wirtſchaftshandeln ſind. Damit iſt das
Eintreten für wirtſchaftsethiſche Ziele durchaus ſinnhaft, auch für die
chriſtliche Kirche als einer mächtigen Gruppe, aber nur, wenn ſie
ſach=
verſtändig die objektiven Grenzen ihrer Einwirkungsmöglichkeit kennt.
In der Ausſprache beleuchtete Profeſſor Dr. von Wieſe, Köln, die
Fragen von Seiten des Soziologen und Nationalökonomen, während
Profeſſor D. Titius=Berlin, als Vertreter, ethiſcher Wiſſenſchaft
zu dem Thema bemerkenswerte Ausführungen machte. Bergaſſeſſor
Deß=
mar, Saarbrücken, nahm als Praktiker zu dem Vortrag Stellung und
betonte, daß das Drängen der Arbeiterſchaft nach Mitbeſtimmung in den
Wirtſchaftsbetrieben oft nichts anderes bedeute als die Sehnſucht nach
Mitverantwortung. Nur dort, wo wirklich die Kräfte von Pflicht und
Ehre, von Liebe zum gemeinſamen Werk und gemeinſchaftlichem Geiſt,
vorhanden ſind, könne man mit einer blühenden Wirtſchaft rechnen.
Mit=
beſtimmenwollen ohne Mitverantwortung muß zur Auflöſung in der
Wirtſchaft führen. Sind aber dieſe Triebkräfte zur Miwverantwortung in
der Arbeiterſchaft vorhanden, dann iſt es vornehmſte Aufgabe des
Unter=
nehmertums, dieſe Kräfte von den Schlacken des Mißtrauens freizumachen.
Profeſſor D. Rade, Marburg und eine Reihe anderer Redner
hoben hervor, daß es die weſentlichſte Aufgabe ſein muß, bei aller
Eigen=
geſetzlichkeit wirtſchaftlichen Geſchehens den ſittlichen Kräften die Bahn
freizumachen und die Grundlage eines Vertrauens zu ſchaffen, auf dem
ſich allein ein gemeinſames Arbeiten von Unternehmertum und
Arbeiter=
ſchaft in der Zukunft erhoffen laſſe.
Ein Motorrad im Main gefunden.
Frankfurt a. M. Am Donnerstag wurde in der Niederräder
Schleuſe von einem Schiffer beim Hochziehen eines Ankers ein
Wanderer=
motorrad mit hochgezogen. Der Eigentümer hat ſich bis jetzt noch nicht
gemeldet.
Eine furchtbare Familientragödie.
Wiesbaden. Zwiſchen Biebrich und Schierſtein hat ſich, dem
„Wiesbadener Tagblatt” zufolge, am Rheinufer eine furchtbare Tragödie
abgeſpielt. Gegen 6 Uhr morgens ſah man am Eingang des
Schier=
ſteiner Hafens ein ſchweres Bündel im Waſſer treiben. Bei näherer
In=
augenſcheinnahme ſtellte ſich heraus, daß es ſich um die
zuſammenge=
ſchnürten Leichen einer Frau und zweier Kinder, ein Knabe und ein
Mädchen, handelte. Die Feſtſtellungen ergaben, daß eine
Selbſtmord=
tragödie, deren Urſache noch unbekannt iſt, vorliegt. Nach den
vor=
gefundenen Ausweispapieren handelt es ſich um die 37 Jahre alte
Witwe Frau Dr. Marie Wolfsleben aus Vohwinkel bei Elberfeld, deren
11ljährige Tochter und neunjährigen Sohn. Sie ſcheinen anſcheinend erſt
hier zugereiſt zu ſein. Nachmittags hatten ſie das Strandbad in Biebrich
beſucht und in den ſpäten Abendſtunden wurden ſie noch am Rheinufer,
eng umſchlungen auf einer Bank ſitzend, geſehen. Die Kinder ſcheinen
ſich gegen das Vorhaben der verzweifelten Mutter, wie aus der Art der
Umſchnürung der Leichen hervorgeht, bis zum letzten Augenblick
ge=
ſträubt zu haben.
Die Heidelberger Sommerfeſtſpiele.
Heidelberg. Für die Sommerfeſtſpiele in Heidelberg unter
Leitung von Guſtav Hartung, die nunmehr auf die Zeit vom 1. bis
20. Auguſt feſtgelegt wurden, ſind vorgeſehen: „Ein
Sommernachts=
traum” von Shakeſpeare mit großem Ballett im Schloßhof, Goethes
Urfauſt” im Bandhausſaal des Schloſſes (einem großen Saal mit
rie=
ſigem Mauergewölbe) und die Aufführung eines Werkes eines
zeitge=
nöſſiſchen Dichters, über das noch Mitteilung ergehen wird. Jedes
dieſer drei Werke ſoll fünf= oder ſechsmal geſpielt werden, ſodaß beinahe
an jedem Tage eine Aufführung ſtattfindet. Bei ungünſtiger Witterung
wird der Sommernachtstraum im Stadttheater aufgeführt werden.
Der Tod auf der Lokomotive.
fm. Neuſtadt a. d. H. Der 37jährige Reſervelotomotiwführer
Jakob Nauch von hier, war auf der Fahrt von München nach Kempten
auf dem Kohlenhaufen des Tenders beſchäftigt und ſtieß dabei mit dem
Kopf gegen einen Brückenbogen, den der Zug durchfuhr. Der Schädel
wurde ihm zertrümmert, ſo daß der Tod ſofort eintrat.
Die Frau als Pfand.
München. Vor einigen Tagen ſiedelte ſich in einer hieſigen
Pen=
ſion ein Liebespaar aus Augsburg an. Am nächſten Morgen, als die
„Frau” noch ſchlief, erklärte der Mann dem Penſionsinhaber, daß er
augenblicklich keine Mittel zum Zahlen habe und einſtweilen ſeine Frau
als Pfand dalaſſen wolle. Der Inhaber nahm jedoch dieſes eigenartige
Pfand nicht an und verſtändigte die Polizei, die ſowohl Pfand als
Pfandgeber feſtnahm.
Schweres Exploſionsunglück in einer Dampfmühle.
DD. Glogau. Bei einem ſchweren Exploſionsunglück in der
Dampfmühle zu Kutlau wurden einem 19 Jahre alten Lehrling beide
Beine abgeriſſen, während ein zweiter Lehrling ſchwere Brandwunden
und innere Verletzungen davontrug. Drei weitere Angeſtallte kamen
mit leichten Verletzungen davon.
Vertretertag des V. C.
Am N. Mai begann der Vertretertag des V. C., des Verbandes der
Turnerſchaften auf deutſchen Hochſchulen, in ſeinem neuen Tagungsort
Bad Blankenburg im Thüringerwald ſeine Beratungen. Neu
aufge=
nommen wurden folgende Turnerſchaften: Chattia=Berlin,
Deutſch=
ritter=Danzig, Alt=Württemberg=Stuttgart, Gottinga=Göttingen und
Hanſea=Hannover, wobei beſonders wichtig erſcheint, daß es dem V. C.
gelungen iſt, mit der Aufnahme der Turnerſchaft „Deutſchpitter‟=Danzig
eine dritte Turnerſchaft an der bedrohten deutſchen techniſchen Hochſchule
des Freiſtaates Danzig zu gewinnen. Nunmehr beträgt die Zahl der
dem Verband angeſchloſſenen Turnerſchaften 82 mit insgeſamt 14000
Mitgliedern. Das mit dem diesjährigen Vertretertag verbundene Sport,
und Turnfeſt der Turnerſchaften auf deutſchen Hochſchulen auf dem in
Bad Blankenburg erbauten Sportplatz, zu dem zahlreiche Meldungen
vorlagen, begann am Freitag, den 28. Mai.
Moderne Ausbrecherei.
Diez a. d. Lahn. Aus dem Diezer Zuchthaus ſind in der vorigen
Woche bekanntlich zwei aus Frankfurt ſtammende Schwerverbreechr
aus=
gebrochen. Die inzwiſchen eingeleitete Unterſuchung hat ergeben, daß
die Flucht der beiden von langer Hand vorbereitet war. Sie wurden
auf der Landſtraße am anderen Ufer der Lahn beim Dorfe Aull von
einem Auto erwartet, das für die beiden Flüchtlinge, die in
Zuchthaus=
kleidung entwichen waren, Zivilkleider mitbrachte, und ſie in raſendem
Tempo entführte.
Familientragödie in Hohenſchönhauſen.
Berlin. In Hohenſchönhauſen hat der Kaufmann Rittershauſen
ſeine Frau zu töten verſucht, ſeinen fünfjährigen Sohn erſchoſſen und
ſich dann ſelbſt das Leben genommen. Rittershauſen hatte einen
Re=
volver gezogen, ſeine Frau durch mehrer Schüſſe verletzt und war dann
nach dem Schlafzimmer gegangen, wo er dem dort ſchlafenden
fünf=
jährigen Sohne eine Kugel durch den Kopf ſchoß. Er ſelbſt brachte
ſich dann eine Schußwunde in die rechte Schläfe bei und ſank leblos
zuſammen. Die Schwägerin rief um Hilfe. Man holte die Polizei und
einen Arzt, der aber bei Rittershauſen und ſeinem Sohne nur noch den
Tod feſtſtellen konnte. Frau Rittershauſen iſt ſchwer verletzt, ihr
Zu=
ſtand iſt faſt hoffnungslos.
Deutſcher Erfolg auf der Landwirtſchaftlichen Ausſtellung
in Madrid.
DD. Madrid. Seit dem 14. Mai findet in Madrid eine
viel=
beſuchte Landwirtſchaftliche Ausſtellung ſtatt, auf der auch deutſche Aus.
ſteller vertreten ſind. Die von deutſchen Geſtüten ausgeſtellten Pferde
haben das beſondere Intereſſe erregt und die höchſten Prämien erzielt.
König Alfons ließ ſich bei einem Beſuch der Ausſtellung die deutſchen
Pferde vorführen und ſprach den Ausſtellern ſeine beſondere Anerkennung
aus. Der größte Teil der deutſchen Pferde wurde vom Staat und auch
von Privatleuten zu hohen Preiſen angefordert.
Dynamitattentat auf eine Hochzeitsgeſellſchaft.
* New York. In Muskegon (Miſſouri) iſt ein grauenhafter
An=
ſchlag auf eine Hochzeitsgeſellſchaft verübt worden. In dem Hotel, in
dem die Hochzeitsfeier ſtattfand, wurde ein Paket abgegeben, in dem
man ein Hochzeitsgeſchenk vermutete. Als das Paket geöffnet wurde,
explodierte eine darin enthaltene Dynamitladung. Die Wirkung wär
furchtbar. Ein großer Teil des Hauſes ſtürzte zuſammen und begrub
den Eigentümer, das Brautpaar und mehrere Hochzeitsgäſte. Der
Eigen=
tümer und ſein Schwiegerſohn wurden getötet, die Braut und mehrere
Hochzeitsgäſte ſchewr verletzt. Man vermutet, daß die Tat von einem
eiferſüchtigen Bewerber des jungen Mädchens begangen worden iſt.
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Sonntag, den 30. Mai 1926
Himmelfahrt 1916. Eine ſchwache Briſe ſtreicht über die leicht
gekräuſelte See. Von Zeit zu Zeit durchbricht ein Sonnenſtrahl
das regungslos am Himmel haftende Gewölk und verbreitet ſich
glitzernd auf der weiten Fläche des weſtlichen Skagerrak. Tiefer
Friede liegt auf den ſonſt vom Sturm durchwühlten Gewäſſern.
Es iſt, als hätten ſich an dieſem 21. Mai ſelbſt die Naturgewalten
vor der hohen Bedeutung des Feſttages gebeugt.
Und dennoch! Zu ſeltſam iſt dieſe bleierne Stille, allzu
trü=
geriſch das Flimmern, das wie die Prophezeiung eines nahen
Unwetters zu Zeiten faſt unmerklich die Luft erzittern macht.
Gleich Vorboten eines unheilvoll drohenden Geſchehens erheben
ſich wallende Dunſtſchwaden aus dem Meere und verwiſchen die
ſcharfe Linie, die Himmel und Erde von einander trennt.
Langſam verrinnen die Stunden. Die Sonne hat ihren
höchſten Punkt überſchritten. Es iſt drei Uhr nachmittags
ge=
worden.
Da plötzlich brichts aus dem Dunſt hervor! Wie der Adler
auf ſeine wehrloſe Beute, ſo ſtoßen aus Oſt und Weſt zwei
Gruppen ſchlanker Kriegsfahrzeuge wie die Windsbraut gegen
einen kleinen däniſchen Dampfer vor. Doch noch ehe dieſer aus
ſeiner erſten Beſtürzung erwacht, laſſen beide Gruppen auch
ſchon jählings wieder von ihm ab. Unter rollendem Donner
blitzt es grell auf. Wild bäumt ſich die See unter den
unbarm=
ſcherzigen Schlägen der berſtenden Granaten. Tod und
Vernich=
tung herrſcht, wo eben noch, ein Bild des Friedens, die Möwe
ſorglos ihre Kreiſe zog.
Der kleine Dampfer aber iſt zum äußeren Anlaß eines
Er=
eigniſſes geworden, das in ſeiner elementaren Wucht alles was
ſich bisher an Tragik wie an menſchlicher Größe auf dem Meere
vabgeſpielt, weit übertreffen ſollte.
Eine gewaltige Kriegsmacht durchfurcht mit hoher Fahrt die
eglatte See. In endloſer Reihe zieht die geſamte deutſche
Schlachtflotte nordwärts zum Vorſtoß gegen den Feind. Weit
voraus, in einem Abſtand von 60 Seemeilen, ſteht Admiral
„Hipper mit ſeinen fünf Schlachtkreuzern. Kampferprobte Geſellen
VizeadmirallHipper
Befehlshaber der Aufklärungsstreifkräffe
Teile derſelben vor die Klinge zu bekommen. Nachdem mangels
ausreichender Luftaufklärung infolge ungünſtiger Witterung ein
beabſichtigter Vorſtoß gegen die britiſche Oſtküſte aufgegeben
werden mußte, hat ſich der Flottenchef zu dieſer Unternehmung
gegen das Skagerrak entſchloſſen, um die dortigen ſtrategiſch
wie handelspolitiſch gleich wichtigen Gewäſſer wirkſam zu
be=
drohen und den Gegner aus ſeiner bisherigen Reſerve
heraus=
zulocken.
Wizeadriral Scheer,
der siegreiche Befehlshaber der
deufschen Flotte in der Schlacht.
Wie oft ſchon haben ähnliche Vorſtöße ſtattgefunden! Und
jedesmal war man zurückgekehrt, ohne mit der ſo heiß erſehnten
britiſchen Flotte die Waſfen gekreuzt zu haben.
Ein ſchwerer Druck laſtet auf den Tauſenden
kampfbegei=
ſterter Männer. Wird es heute anders ſein? Faſt hat man jede
Hoffnung aufgegeben. —
Da — übermittelt bald nach 3 Uhr nachmittags der elektriſche
Funke die Kunde von dem Zuſammentreffen unſerer Vorhut mit
feindlichen leichten Streitkräften. Ein Jauchzen geht durch die
fſind’s, dem Feinde durch ihren verwegenen Angriffsgeiſt
wohl=
lbekannt.
Noch vor Tagesanbruch hat Admiral Scheer die deutſche
„Nordſeeküſte verlaſſen, um nach vielen Monaten, während derer
Tder Feind ſich wider Erwarten nicht in den Bereich unſerer
Ge=
fſchütze wagte, bewußt die Schlacht mit dem übermächtigen Geg=
ier zu ſuchen und, wenn nicht ſeine ganze Streitmacht, ſo doch
Zerct
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zereen
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DER OBERAEFEHLSHABER D. ENGLISHEN
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Reihen der Beſatzungen, und wie ein Alp fällt es jählings von
ihrer Bruſt, als bald darauf offenbar wird, daß hinter den
ge=
meldeten Kreuzern auch Großkampfickiffe im Anmarſch ſind!
Alarmiecende Nachrichten von einer int nſiveren Tätigkeit
unſerer Seeſtreikkräfte haben auch die engliſche Schlachtflotte be=
IIA-Gr. (k.Adm Boedicker)
Elbirg. Pilleu. Franklurt, Vorn Vorstass zurück.
STAND DER KAMPFENDEN FLOTTEN UM RUHR 3OMIN. NACHM. AM 3 1. MA1 196
[ ← ][ ][ → ]Geite 12
Sonntag, den 30. Mai 1926
Nummer 148
wogen, die hohe See aufzuſuchen. Aber weit davon entfernt, dem
Geiſte des großen Nelſon folgend den Feind in ſeinen eigenen
Gewäſſern aufzuſuchen und zur Vernichtungsſchlacht zu ſtellen,
hat ſie, wie ſtets, unweit der ſkandinaviſchen Küſte eine
abwar=
tende Stellung eingenommen, während. Admiral Beatty mit
ſechs Schlachtkreuzern und einem aus vier modernen
Linienſchif=
fen zuſammengeſetzten Schlachtgeſchwader weiter ſüdlich das
Skagerrak anſteuert, um ſich am ſpäten Nachmittag mit der von
Admiral Jellicoe geführten „Großen Flotte” zu vereinigen.
Kaum hat er ſich jedoch um 3 Uhr zu dieſem Zweck nach Norden
gewandt, als das Ereignis eintritt, das bei folgerichtiger
Ent=
wicklung der Dinge unabwendbar geworden war. Mit ehernem
Schritt nimmt das Schickſal ſeinen Verlauf, als bald nach dem
erſter Kreuzerzuſammenſtoß auch die beiderſeitigen
Schlachtkreu=
zergeſchwader auf dem Plan erſcheinen. Und während Trommel
und Horn ſchmetternd die Beſatzungen auf die Gefechtsſtationen
rufen, entwickeln ſich hüben wie drüben die Linien zum Gefecht
in ſüdlicher Richtung.
Der britiſche Admiral ahnt nicht, was dieſe Wendung ihn
koſten ſoll. Und er ahnt nicht, daß ſein Kurs ihn geradewegs der
deutſchen Hauptmacht in die Arme führt, die er — nach den
vor=
liegenden Meldungen — zu Anker auf der Jade wähnt. Mit
zehn Großkampfſchiffen ſteht er fünf deutſchen gegenüber. Wie
kann da der Ausgang zweifelhaft ſein?
Wohl niemand, der auf den Schlachtkreuzern, den
macht=
vollſten und ſchnellſten Großkampfchiffen beider Flotten, die
Schlacht miterleben durfte, wird jene Minuten vergeſſen, die in
majeſtätiſcher Ruhe, nicht minder aber in ungeheurer Spannung
vergingen, ehe die Geſchütze ihre donnernde Sprache ertönen
ließen.
Dann aber beginnt, von deutſcher Seite eröffnet, die Schlacht.
Aus zahlreichen Geſchützen ſchwerſten Kalibers blitzt es
hundert=
fältig auf, den verſchwommenen Horizont in ein rötliches
Feuer=
meer verwandelnd. Die unbarmherzig gezüchtigte See bäumt ſich
unter den wuchtigen Schlägen der Granaten und ſpeit turmhohe
Fontänen weißſchäumenden Giſchts auf die in jagender Fahrt
ſüdwärts ſtrebenden Titanen. Als ob die Spannung, die ſeit
Kriegsbeginn die kämpfenden Flotten umfangen hält, mit einem
Schlage gewaltſam zur Entladung kommt, geht über dem
Skagerrak ein toſendes Schlachtgewitter nieder und läßt mit
dumpfem Grollen ſelbſt die Bewohner der fernen ſkandinaviſchen
Küſte aus ihrer Ruhe emporfahren.
„Lützow”, „Derfflinger”, „Seydlitz”, „Moltke”, „von der
Tann‟! Die ruhmreiche Vergangenheit langer Jahrhunderte iſt
von neuem in dieſen Schlachtkreuzern auferſtanden. Und wie
bereits vor einem Jahre auf der Doggerbank, ſo werden auch
heute ihre Namen aufs neue mit ehernem Griffel in die Annalen
der Geſchichte eingegraben.
Kaum ſind die erſten Salven verhallt, als auch ſchon die
Ueberlegenheit der deutſchen Artillerie furchtbar zutage tritt.
Während in dieſem Gefechtsabſchnitt die Schiffe des Admirals
Hipper nur wenig in Mitleidenſchaft gezogen werden, machen
ihre Geſchütze drüben ganze Arbeit. Treffer auf Treffer ſauſt
auf die Briten hernieder. Sie ſchädigen das Flaggſchiff „Lion”
und die Schlachtkreuzer „Tiger” und „Princeß Royal” ſchwer und
ſetzen einen Teil ihrer Geſchütztürme außer Gefecht. Bereits nach
einer Viertelſtunde aber ereignet ſich drüben eine gewaltige
Kata=
ſtrophe. Unter Zuckungen bäumt ſich der mächtige Rumpf der
„Indefatigable” empor. Mit hellodernder Stichflamme erhebt ſich
bis zur doppelten Maſthöhe eine ſchwärzliche Wolke. Dann iſt alles
voruber. Nur fünf Schlachtkreuzer folgen noch ihrem Führer. „
In=
defatigable”, aber iſt mit ihrer tauſendköpfigen Beſatzung
zer=
ſchmettert in die Fluten gegangen.
Weiter tobt der Kampf. Er entwickelt ſich für die Engländer
in zunehmendem Maße zu einer Vernichtungsſchlacht. Noch iſt
keine weitgre Viertelſtunde vergangen, als unter dem donnernden
Jubel der deutſchen Geſchützbedienungen eine zweite Detonation
die Luft durchbebt. In Stücke zerriſſen folgt „Queen Mary”
ihrem Gefährten in das naſſe Grab, kaum daß dem Hintermann
die Zeit verbleibt, der Trümmerſtätte auszuweichen.
Mit Sorge beobachtet Admiral Beatty den kataſtrophalen
Verlauf der Dinge. Kaum iſt er für kurze Zeit durch ſein mit
friſchen Kräften herangerücktes Linienſchiffgeſchwader etwas
ent=
laſtet, als, völlig überraſchend für ihn, eine neue Wendung
ein=
tritt, die alle ſeine Hoffnungen mit einem Schlage zunichte macht.
Die jubelnde Begeiſterung der deutſchen Beſatzungen aber erreicht
ihren Höhepunkt, als gegen 5.45 Uhr durch die Sprachrohre die
Nachricht an die Gefechtsſtationen gegeben wird: „Eigenes Gros
in Sicht!‟ Die deutſche Schlachtflotte, nach der engliſchen die
ge=
waltigſte, die je die Welt geſehen, iſt mit 22 Linienſchiffen und
zahlreichen Kreuzern und Zerſtörerflottillen auf dem Kampfplatz
erſchienen! —
Schon donnert es ihm von Südoſt aus Hunderten ſchwerſter
Geſchütze entgegen, ſchon ſieht er ſich aufs neue und in
verſtärk=
tem Maße rings von ſchäumenden Waſſerſäulen umgeben, als
Admiral Beatty, ſeine hoffnungsloſe Lage erkennend, mit
ſeinem Geſchwader nach Norden ſchwenkt, um der Hölle dieſes
Feuerorkans zu entfliehen und — Anſchluß an ſeine eigene
Hauptmacht zu ſuchen, die mit erdrückender Uebermacht aus
ſeiner neuen Kursrichtung herannaht. Admiral Hipper jedoch
iſt nicht geſonnen, den Gegner ſo leichten Kaufes ziehen zu laſſen.
Sich in weitem Abſtand vor die Flotte ſetzend, ſchwenkt auch er
nach Norden, und weiter tobt die Schlacht, Tod und Verderben
verbreitend hüben wie drüben. Denn auch die deutſchen
Schlacht=
kreuzer leiden, jetzt ſchwer, wenngleich ihre Gefechtskraft nicht
weſentlich beeinträchtigt wird.
Zwei Stunden ſpäter. Auf öſtlichem Kurſe ſteht die deutſche
Flotte in ſchwerem Kampfe gegen eine erdrückende Uebermacht.
Die Sonne hat blutrot ihre Bahn vollendet. Ihr letzter
Wider=
ſchein hüllt den weſtlichen Himmel in eine feurige Lohe. Aber
auch im Norden und Oſten ſcheint der Horizont in ein loderndes
Flammenmeer verwandelt. Aus tauſend Schlünden donnert und
blitzt es unſeren Schiffen entgegen, ohne daß dieſe indeſſen das
Feuer wirkſam erwidern können. Denn undurchdringliche
Rauch=
ſchwaden, Nebel und Dunſt entziehen die engliſche Linie
zeit=
weiſe völlig der Sicht unſerer Geſchützführer.
Eine halbe Stunde ſchon währt dieſer Kampf, in welchem
der Feind unſtreitig die taktiſch günſtigere Poſition inne hat. Ein
geſchicktes Manöver der Schlachtkreuzer des Admirals Beatty
ſowie das unerwartete, wenn auch von britiſcher Seite
unbeab=
ſichtigte und nur durch einen Fehler in der
Schiffsortsbeſtim=
mung verurſachte Auftreten dreier neuer Schlachtkreuzer in
öſt=
licher Richtung haben, in Unkenntnis des wirklichen Standorts
des feindlichen Gros, die deutſche Gefechtslinie vorzeitig von ihrer
urſprünglichen Stoßrichtung abgebogen und ſo die noch in der
Entwicklung begriffene engliſche „Große Flotte” vor einem
Schick=
ſal bewahrt, wie es vielleicht in der Geſchichte kein Gegenſtück
ge=
funden hätte.
In weitem Bogen von Nord bis Oſt hält Admiral
Jel=
licoe ſeinen deutſchen Gegner in einer eiſernen Umklammerung,
aus der es nach ſeinem Dafürhalten kein Entrinnen mehr gibt.
Inmitten beider Linien treibt der kleine Kreuzer „
Wies=
baden” bewegungslos auf den Wellen. Doch tapfer weiß das
unglückliche Schiff alle Angriffe der feindlichen Kreuzer und
Zer=
ſtörer von ſich abzuwehren. Unweit hat der engliſche
Panzer=
kreuzer „Defence” ſein Grab gefunden. Ein weiterer
Panzer=
kreuzer „Warrior” ſtrebt zuſammengeſchoſſen der engliſchen Küſte
zu. Auch er hat die Heimat nicht wiedergeſehen. Das
Schlacht=
ſchiff „Warſpite” treibt ſchwer beſchädigt irgendwo weit hinter
ſeinen Gefährten. Hie und da liegt als hilfloſes Wrack ein
ſin=
kender Zerſtörer.
Doch auch auf der deutſchen Linie macht ſich in ſteigendem
Maße der Druck der feindlichen Feuerkonzentration bemerkbar.
Da wirft Admiral Scheer, um ſich der eiſernen Umfaſſung zu
entwinden, ſeine Flotte durch eine Gefechtskehrtwendung, d. h.
durch gleichzeitige Wendung aller Schiffe, angeſichts des
ſtaunen=
den Feindes und inmitten ſeines ſchweren Feuers auf den ent=
gegengeſetzten Kurs! Es iſt ein kühnes Unterfangen. Daß es
aber mit Leichtigkeit gelingt, bleibt für alle Zeiten ein
Ruhmes=
blatt für die hervorragende ſeemänniſche Geſchicklichkeit der
Führer und Kommandanten. Es iſt das Ergebnis der
lang=
jährigen, ebenſo gründlichen wie harten Schule, zu welcher
Groß=
admiral v. Koeſter, der Exerziermeiſter unſerer Flotte, den
Grundſtock gelegt hatte!
Noch während ſo unter gleichzeitiger Entlaſtung durch
feind=
wärts getragene Zerſtörerangriffe unſere Flotte den übermächtig
auf ihr laſtenden Druck abſchüttelt, wird den deutſchen Waffen
abermals ein überwältigender Erfolg zuteil. Von den
Granaten des „Lützow” zerfleiſcht, geht in zwei Teile zeriſſen der
Schlachtkreuzer „Invincible” in die Fluten. Es iſt die
Vergel=
tung für Falkland, wo dieſer Kreuzer die Flagge des britiſchen
Geſchwaderchefs führte. — Aber auch „Lützow” kann ſchwer
be=
ſchädigt ſeinen Platz nicht mehr behaupten. Durch Zerſtörer
ge=
ſichert, entzieht er ſich dem Bereich der kämpfenden Flotten,
wäh=
rend Admiral Hipper ſich mit ſeinem Stabe im weiteren
Ver=
lauf der Ereigniſſe durch ein Torpedoboot auf „Moltke” bringen
läßt.
Das für die Engländer völlig unerwartete Herumwerfen der
deutſchen Linie hat ſeine Wirkung nicht verfehlt. Das britiſche
Feuer verſtummt. Beide Gegner ſind im Dunſt außer Fühlung
geraten.
Doch weit davon entfernt, ſich wit dem bisherigen Ergebnis
zu begnügen oder gar einen Rückzug anzutreten, iſt Admrial
Scheer entſchloſſen, dem ihm in überraſchender Weiſe nicht
fol=
genden Gegner noch vor Anbruch der Nacht einen zweiten Schlag
zu verſetzen. Und noch iſt keine halbe Stunde verſtrichen, als er
nach einer abermaligen Gefechtskehrtwendung ſeinen Plan zur
Ausführung bringt. Ein Plan iſt’s, an Tollkühnheit grenzend,
aber eben deshalb für einen zielbewußten Führer durchaus
er=
folgverſprechend.
Kurz nach acht Uhr abends ſtößt die deutſche Flotte auf’s
neue gegen die Mitte des engliſchen Geſchwaders vor. Abermals
entbrennt auf mittlere Entfernung eine Titanenſchlacht, die an
unerhörter Wucht alles Bisherige in den Schatten ſtellt. Die
rötlichen Blitze der ſchweren Artillerie vermiſchen ſich mit den
Stichflammen der detonierenden Geſchoſſe, Kohlen= und Oelqualm
mit dem ſchwebenden Rauch der allerorten emporlodernden
Feuer=
herde. Dann, ehe noch das konzentrierte Feuer der im Dunſt nur
ſchlecht zu erkennenden engliſchen Linie ſich wiederum
verhängnis=
voll gegen unſere am hellen weſtlichen Horizont ſcharf
gekenn=
zeichneten Schiffe auswirkt, wirft der Flottenchef ſeine 22
Linien=
ſchiffe durch eine dritte glänzend ausgeführte
Gefechtskehrtwen=
dung abermals auf Gegenkurs, während auf dem
Flottenflagg=
ſchiff „Friedrich der Große” das hiſtoriſch gewordene Signal
emporſteigt:
„Schlachtkreuzer ran an den Feind!”
Mit raſender Fahrt, weißſchäumenden Giſcht vor dem Bug,
jagen die kamtferprobten Schiffe bis auf 70 Hektometer an den
Feind heran und decken, während der Tod reiche Ernte hält, im
Höhepunkt der Schlacht die Bewegungen der deutſchen
Gefechs=
linie.
Faſt zur ſelben Zeit aber brechen drei unſerer beſten
Torpedo=
bootsflottillen aus tiefhängenden Rauchſchwaden gegen die britiſche
Flotte vor. Was tut’s, daß der eine oder andere Zerſtörer zu
Tode getroffen auf der Walſtatt bleibt! Des raſenden Feuers
ungeachtet, das ſchließlich ſelbſt aus ſchwerſten Geſchützen auf ſie
hereinbricht, führen ſie mit dem der „ſchwarzen Waffe” ſtets zu
eigen geweſenen Schneid ihren Angriff durch und bringen die
vor ihren anſtürmenden Torpedos abwendende mächtige engliſche
Armada vollends in Verwirrung, ohne daß die ſich ihnen
gleich=
falls entgegenwerfenden feindlichen Zerſtörermaſſen ſie daran
hindern können. Schemenhaft, wie ſie gekommen, entſchwinden
ſie in der Dämmerung.
Mit ſchweren Verluſten für die Briten, denen auf deutſcher
Seite nur der Verluſt eines kleinen, im übrigen noch
ſchwimmen=
den Kreuzers und einiger Torpedoboote gegenüberſteht, hat die
Schlacht der Großkampfſchiffe ihr Ende gefunden. Es iſt Nacht
geworden.
Der Einbruch der Dunkelheit ſchloß nach verlorengegangener
Fühlung vor Tagesanbruch eine erneute Schlacht aus. — In der
zutreffenden Vorausſicht, daß dem britiſchen Flottenchef alles
daran gelegen ſein müßte, unſere Schiffe von ihren Heimatshäfen
abzuſchneiden und mit Morgengrauen erneut zur Schlacht zu
ſtellen, hatte ſich Admiral Scheer entſchloſſen, auch ſeinerſeits auf
dem ſchnellſten Wege nach Süden zu ſtoßen und am folgenden
Morgen bei Horns Riff den Kampf fortzuſetzen. So kam es, daß
beide Flotten zeitweilig auf nächſte Entfernung nebeneinander
herliefen, ohne ſich jedoch in Sicht zu bekommen. Während aber
der deutſche Führer von vornherein von dem feſten Willen beſeelt
war, ſich um jeden Preis, und ſei es vermittels einer
Nacht=
ſchlacht, gegen den Kern der feindlichen Schlachvgeſchwader, ſeinen
Weg zu der ihm ſtrategiſch günſtig erſcheinenden Stellung zu
bahnen, ließ Admiral Jellicoe ſich in ſeinen Maßnahmen auch
weiterhin von ſeiner bereits bei Tage ſtark in Erſcheinung
ge=
tretenen Furcht vor deutſchen Torpedoangriffen leiten. Nicht
einem Mangel an Schneid ſeitens der engliſchen Unterführer und
Beſatzungen, die den unſerigen an Tapferkeit und zäher
Ent=
ſchloſſenheit kaum nachſtanden, ſondern dem bereits vor Abbruch
der Tagesſchlacht beim engliſchen Höchſtkommandierenden nicht
mehr vorhandenen Willen, unter vollem Einſatz ſeiner Uebermacht
den Kampf bis zur Vernichtung des Gegners fortzuführen, war
es zuzuſchreiben, daß die Fühlung endgültig verloren ging, und
daß der Durchbruch der deutſchen Flotte nach Horns Riff
plan=
mäßig, dabei in unmittelbarer Nähe der engliſchen Geſchwader,
gelingen konnte. So war der britiſchen Flotte, die zum erſten
Male ſeit Nelſons Tagen bereits bei Coronel eine vernichtende
Niederlage erlitten hatte, auch diesmal der Ruhm genommen, als
Sieger heimzukehren.
Wenngleich mit Einbruch der Dunkelheit die Mehrzahl der
Geſchütze verſtummt war, ſo ſtellte doch die anſchließende Nacht
nicht minder die höchſten Anforderungen an Führer und
Be=
ſatzungen. In unaufhörlicher Folge wiederholten ſich kleinere
Teilkämpfe ſowie die Angriffe den Weg unſerer Flotte kreuzenden
Zerſtörer. Daß letzteren hierbei kein beſſerer Erfolg beſchieden
war, daß im Gegenteil faſt regelmäßig einzelne oder Gruppen
zuſammengeſchoſſener Zerſtörer den in langer Kiellinie
vorüber=
ziehenden deutſchen Geſchwadern als ſchaurige Brandfackeln den
Weg wieſen, iſt ſchwer zu faſſen und kann wohl nur mit einem
unzureichenden Grad ihrer Ausbildung erklärt werden.
Als weißglühende Maſſe zerſchellt der Panzerkreuzer „Black
Prince” unter betäubendem Krachen in Atome. Ohne einen
Schuß abzugeben, iſt er auf wenige hundert Meter Abſtand in den
verderblichen Bereich unſerer Schlachtſchiffe geraten, die er wohl
für eigene gehalten haben mag.
Doch auch auf der deutſchen Seite treten während der Nacht
ernſte Verluſte ein. Von einem Torpedo getroffen, muß der kleine
Kreuzer „Roſtock” von ſeiner Beſatzung verlaſſen und geſprengt
werden. Das gleiche Schickſal ereilt „Elbing”, die während eines
feindlichen Angriffs das Unglück hatte, von der nachfolgenden
Poſen” gerammt zu werden. Im Morgengrauen wird das alte
Linienſchiff „Pommern” das Opfer eines Torpedobootsangriffs.
Den empfindlichſten Verluſt aber bildet der Untergang des
„Lützow”, der als Flaggſchiff des Admirals Hipper bei Tage
ſo ganze Arbeit getan, ſpäter aber an vorderſter Stelle die ganze
Wucht der feindlichen Gegenwirkung zu tragen hatte. Stetig
tiefer ſinkend, iſt er nicht länger zu halten. Während die
Be=
ſatzung von Torpedobooten geborgen wird, bereitet ein von
eigener Hand gezielter Torpedo ſeinem Leiden ein Ende. Faſt
zur ſelben Stunde vollzieht ſich auch das Schickſal der auf dem
Schlachtfelde zurückgelaſſenen „Wiesbaden‟. Nur ein einziger
Mann wurde ſpäter von einem des Wegs kommenden hollän=
diſchen Dampfer aufgeſiſcht. Die Uebrigen ſind geblieben, unter
ihnen Gorch Fock, der Sänger, der wie kein anderer die Leier zu
ſchlagen verſtand für ſein über alles geliebtes deutſches Meer. —
Mit Jubel begrüßt, erreichten am 1. Juni unſere mit
ehren=
vollen Wunden bedeckten Schiffe die Heimat. Ein glänzender
Sieg war erfochten. Was Admiral Scheer erreicht hatte, war
ſelbſt nach engliſchem Urteil „Ruhmes genug, ihn den großen
Flottenführern aller Zeiten ebenbürtig zur Seite zu ſtellen.”
Die Engländer verloren in der Schlacht an Toten und
Ver=
wundeten 6768, an Gefangenen 177 Mann. Dem gegenüber
be=
trugen die deutſchen Verluſte 3058 Mann, keine Gefangenen. Den
britiſchen Schiffsverluſten von 115 025 Gewichtstonnen ſtanden
61 180 auf deutſcher Seite gegenüber.
Von dieſen inhaltsſchweren Zahlen abgeſehen, hatte ſich auch
die deutſche Führung als weit überlegen erwieſen. Sie war es,
die dem Gegner das Geſetz vorſchrieb, die zweimal mit aller Wucht
mitten in die feindlichen Geſchwadermaſſen hineinſtieß und, der
tödlichen Umklammerung durch eine überlegene Taktik geſchickt
entgehend, ſich den Weg zu der ſtrategiſch wichtigſten Stellung
er=
zwang mit dem ausgeſprochenen Willen, dem zahlenmäßig weit
ſtärkeren Gegner auch weiterhin an der Klinge zu bleiben.
Im ſtarken Gegenſatz dazu konnte man auf feindlicher Seite
nur hinhaltendes Zögern erkennen. Es war nicht mehr der Geiſt
des großen Nelſon, der die Flottenleitung erfüllte, als ſie am
Morgen des 1. Juni, trotz inzwiſchen erlangter genauer Kenntnis
des Standörtes, der deutſchen Flotte, nicht mehr wagte, die
Schlacht erneut zu ſuchen und damit womöglich mit einem Schlage
ſchon 1916 den Krieg zu Englands Gunſten zu wenden. So trat
die „Große Flotte” am traditionellen „glorious Eirst of June‟
niedergeſchlagen und mit dem ausgeſprochenen Gefühl einer
ver=
lorenen Schlacht den Rückzug in die heimiſchen Häfen an. —
Ein Jahrzehnt iſt ſeit jenem Tage vergangen. Mit Stolz
gedenken wir der Männer aller deutſchen Gaue, die uns ein
„Sſagerrak” ſchufen. Und ſtumm gedenken wir derer, denen es
vergönnt war, im Hochgefühl des Sieges ihr Leben zu laſſen,
„Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt;
Was gibt uns die weite, unendliche Welt
Für des Vaterlands heiligen Boden?
Frei woll’n wir das Vaterland wiederſeh’n,
Oder frei zu den glücklichen Vätern geh’n,
Ja, glücklich und frei ſind die Toten.”
Kapitänleutnant Joachim Lietzmann.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag,, 30. Mai. 8: Morgenfeier. O 11: Vortragsſtunde
Klabund. Kleine Geſchichten und Legenden. — Neue Balladen.
Vortragende: Carola Neher und Klabund. O 12: Muſikverein
Nie=
derrad. Laban: Frei weg, Marſch. — Lortzing: Feſt=Ouv. — Nehl:
Paraphraſe über „Grüße an die Heimat”. — Weber: Fant. „
Obe=
ron” — Zikoff: Romaneska. — V.llinger: Ila (Marſch). O 3:
Märchentante erzählt: Von den achtzehn Soldaten. — Von dem
glücklichen Schuſter. — Die ſchwarzen Männlein. — Der Schneider
und der Schatz. (Für Kinder vom 4. Jahre ab.) O 4: Hausorch,
Thomas: „Mignon” Ouv. — R. Strauß: „Salome” Fant. —
Heuberger: „Der Opernball”, Ouv. — Mozart: „Don Juan”, Fant.
— Leoncavallo: „Baiazzo” Interm. — Mascagni: „Cavalleria
Ruſticana”, Jnterm. O 6: Rhein=Main. Verband für Volksbildung.
O 8.30: Vortrags=Abend Ludwig Wüllner. Zueignung. — Die
Braut von Corinth. — Erlkönig, Goethe. — Das Lied von der
Glocke, Schiller. — Hektors Beſtattung, nach der Voß’ſchen „Odyſſee‟,
Mitw.: Hausorch. — Anſchl.: Uebertr. von Berlin: Tanzmuſik.
Siuttgart.
Sonntag, 30. Mai. 11.30: Morgenfeier. Leitung: Stadtpfarrer
Kopp. Mitw.: Kirchenchor Degerloch. Paul Gerhardt=
Gedächtnis=
feier zum 250. Todestag. Die ſchönſten Lieder, dazwiſchen: Aus dem
Leben des Meiſters. O 2: Schallplattenkonzert. O 3: Aus Werken
Hermann Stegemann. O 3.30: Uebertr. der Märchenſtunde
Funk=
heinzelmann” von Berlin. Anſchl.: Heiterer Nachmittag. Mitw.:
Hilde Binder, Gerda Hanſi, H. Werder, C. Struve, Funkorch,
Pohl: Achtung Welle 446. — Waldteufel: Ganz allerliebſt, Walzer.
— Offenbach: Ouv. „Orpheus” — Sonne, liebe Sonne. — Sioly:
Das hat ka Goethe g’ſchrieb’n. — Lehar: Vilja=Lied. — Duett. —
Hanley: Wenn ich komm übers Jahr. — Zeller: Potp. „
Vogel=
händler”. — Toſelli: Serenade. — Rhode: Die Mühle im Tale.
— Kollo: Frühlingsträume. — Lehar: Das is a einfache Rechnung.
— Tenne: Neun kleine Schneiderlein. — Henderſon: Schöne Frau,
wo wohnſt Du? — Waldteufel: Goldregen. — Fleck: Das iſt der
Erſte, Shimmy. O 6.15: Prof. Verweyen: Die ſoziale Bedeutung
der Menſchenkunde. O 6.45: Prof. Lachenmaier: Der Minneſänger
Walter von der Vogelweide: Altersdichtung. O 7.15: Max Schilling:
Aus meiner Wandermappe. O 8: „Bunter Maienſtrauß”. Mitw.:
Lieſel Olmesdahl, Gerda Hanſi, Hilde Binder, Anton Sieber, H.
Werder, G. Ott, Funkorch. Das Progr, umfaßt 30 Darbietungen=
Berlin.
Sonntag, 30. Mai. 6.30: Muſikkorps des 1. Batl. 9. (Preuß.)
Inf.=Reg. Potsdam. Choral: „Lobe den Herrn”. — Armeemarſch
Nr. 7. — Spialek: Ouv. Wolgazigeuner” — Eulenburg: Drei
Roſenlieder: Monatsroſe; Wilde Roſe; Rankende Roſe. Flügelhorn:
Herr Peters. — Fucik: Traumideale, Walzer. — Nesvadba: Lorelen=
Paraphraſe. — Zeller: Potp. „Der Oberſteiger”. — Kling:
Wald=
teufeleien. — Ruſt: Zweierlei Tuch, Marſch. — Villinger: Jla=
Marſch. O 9: Morgenfeier. Poſaunenchor des Oſtd.
Jünglings=
bundes; Ilſe Fiſcher=Ramin, Rez. — Eliſabeth von Nießen, Sopran;
Alfred Lehmann, Orgel. Anſprache Ober=Konſ.=Rat Stoltenhoff.
O 11.30: Marimba=Kapelle „La Joya de Guatemale‟. 12
Dar=
bietungen. O 2.20: Herbert Roſen: 1. Teil: Die deutſchen
Brief=
marken von 1872 bis 1900. Anſchl.: Neuheiten=Meldungen‟ O 3:
Prof. Dr. Ludwigs: „Bodenpflege, die Grundlage geſunder Kulturen
(2. T.)” O 3.30: „Funkheinzelmann bei Rübezahl” (Hans Bodenſtedt).
O 4.20: Major a. D. Schnarke: „Die Uranfänge des Verkehrs”.
O 5: Funk=Kapelle. Cherubini: Ouv. „Anacreon” — Tſchaikowsky:
Chanſon triſte. — Saint=Saens: Der Schwan. — Pierne: Serenade
Urack, Cello). — Bizet: Kinderſpiele (Berliner Funk=Kapelle). —
Schumann: Widmung. Ich kanns nicht faſſen. — Marſchalk:
Wald=
nacht. — Grieg: Zur Johannisnacht (Hilde Krüger=Hummel, Sopran).
— Mendelsſohn: Frühlingslied. — Feiſt: Schlaflied. — Marſchalk:
Herzensteſtament. — Frommer: Dornröschen. — Schmalſtich: Weißt
dus noch. — Hummel: Zweifel (Krüger=H.). — Boccherini: Menuett.
— Elgar: Liebesgruß. — Kreisler: Wiener Volkslied. — Popper:
Mazurka d=moll (Urack). — Brahms: Ung. Tanz. Am Bechſtein=
Flügel: Arthur Andrae. O 7.10: Siebert von Heiſter: „Die große
Berliner Kunſtausſtellung 1926‟ O 7.35: Blum: „Die kulturelle
Weiterentwicklung des Films (2. Teil)”. O 8: H. Krehan: Wie
reiſt man im Orient? O 8.30: Senff=Georgi=Abend. Nicholls:
Marzipan=Soldat, Marſch. — Suppe: Ouv. „Die ſchöne Galathee‟
— Senff=Georgi ſpricht. — Lehar: Potp. Graf von Luxemburg”,
— Senff=Georgi ſpricht. — Robrecht: Das fidele Alt=Berlin, Foxtrot=
Potp. O 10.30: Tanz=Muſik (Kapelle Kermbach).
Stettin. 8.30: Juon: Sonate D=dur für Bratſche (Alfred
Leßle vom Städt. Orch.). — Rezitat. (Max Schliebener vom
Stadtth.) — Franz: Im Herbſt; Für Muſik; Willkommen, mein
Wald (Anni Straube, Stettin, Alt). — Rezitat. (Max Schliebener),
— Brahms: Der Tod, das iſt die kühle Nacht. — Die Mainacht. —
Feldeinſamkeit (Anni Straube). — Populäre Lieder und Duette
(Tina Seyboldt vom Stadtth., Sopran und Franz Baumann, Berlin,
Tenor. Am Flügel: H. Scheibenhofer.
Wetterbericht.
Wettervorausſage für Montag, den 31. Mai 1926
nach der Wetterlage vom 29. Mai 1926.
Unbeſtändig und weitere Regenfälle, mäßig warm, ſüdliche bis
weſtliche Winde.
Die Heſſ. Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
derantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: 2. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.
[ ← ][ ][ → ] * Von der ſchönen Ordnung
Von Reinhold Braun.
Seelenpflege in vollem Umfange des
Begriffes iſt nichts anderes, als Ordnung
in Daſein und Weſen zu tragen.
Emanuele Meyer.
Wer ſein Leben zu einem Kunſtwerk geſtalten will, kann der
Ordnung feicht entbehren. Zur Lebensmeiſterung gehört vor
allem die innere Ordnung und das unbedingte Verlangen nach
ihr; denn in einem Chaos von Trümmern und Unwertigkeiten
läßt ſich kein Edelgarten anlegen. Erſt muß der Grund das
Zeichen der Ordnung tragen.
Der echte Lebensmeiſter iſt eingegangen in das große,
macht=
volle Helfertum der Ordnung, vor allem der inneren. Die
äußere iſt ja nur ihr Abglanz, ihre Profizierung nach außen, ihr
Spiegelbild. Wer Lebensmeiſter ſein will, der weiß, daß der
engſte Ring ſeines Lebens, wenn er ſchöpferiſches Leben bergen
ſoll, wohlige Reinlichkeit und Ordentlichkeit ſtrahlen muß. Die
Urſache ſo manchen Unmuts ja mancher Liebloſigkeit iſt in der
Unordnung im engſten Ringe zu ſuchen. Manch ein Mißerfolg
läßt ſich bis dorthin zurückführen. Viele werden ſich deſſen
garnicht bewußt.
Ja, Ordnung und Erziehung zu ihr ſchenkt Liebe, Ehrfurcht,
Treue, Sinnigkeit, läßt zur Echtheit reifen. Denn dem Menſchen
der Ordnung iſt das Durch=und durch=gediegen! zur
Lebensnot=
wendigkeit geworden. Denn er bekommt auch den feinen
Spür=
ſinn für das Talmiweſen der Menſchen, wie ſehr ſie es auch
ver=
bergen. Er lernt das In=die=Tiefe=ſchauen, allem auf den Grund
zu gehen. Solch ein Menſch weiß auch, was wahre Schönheit iſt,
weiß, wo ihre Quellen liegen, weiß, daß „Einfachheit immer noch
die Höhe aller Kunſt” und alles Schönen iſt.
Er weiß ferner, daß alles wahre Leben ohne Ordnung nicht
gedeihen kann. Kataſtrophen im Leben des einzelnen und eines
ganzen Volkes ſind nicht zuletzt auf ein Nachlaſſen der inneren,
der geiſtigen und ſeeliſchen ſowie der äußeren Ordnung
zurück=
zuführen. Die langſame Verſchlammung und Verſchlampung der
Lebensgründe ſind der Anfang vom Niedergang. Die Geſchichte
lehrt es genugſam und die Ereigniſſe im Einzelleben beweiſen es
ebenfalls.
Ich hörte von einem Kaufmanne, der ſich willenlos einer
Ge=
dankenrichtung hingab, die in Deutſchland viel von ſich reden
macht. Er ließ ohne Ordnung den Gedankenſturm in ſich hinein;
ges war wie eine Brandung über ihn gekommen. Er geriet
inner=
lich in eine verhängnisvolle Unordnung, ſo daß er gänzlich
aus=
einanderfiel. Alles in ihm war Bröckeleung und Brockenhaftigkeit.
/Er vergaß die Wirklichkeit, vergaß ſeine Pflicht, verlor den
Zu=
fſammenhang innerlich und äußerlich mit den notwendigen Dingen
ſeines Lebens. Die Folge war nicht nur der geſchäftliche, ſondern
hauch der ſeeliſche und geiſtige Zuſammenbruch. Dieſes Beiſpiel
zeigt uns, daß Ordnung tatſächlich eine Macht iſt, die die
Wirk=
lichkeit ſo uns ſchauen lehrt, wie ſie iſt, die uns zur Pflicht führt,
uns innerlich zuſammenhält und uns im Zuſammenhange mit
des Daſeins Nowwendigkeiten bleiben läßt, die zur geiſtigen und
ſeeliſchen, zur ſittlichen Geſundheit notwendig iſt.
Wir hätten mehr innerlich ſchöne, vornehme Menſchen, wenn
die Menſchen die Ordnung in ihrer ganzen weitſpannenden und
tiefgehenden Bedeutung erfaßten!
Wer geiſtig, ſeeliſch, ſittlich, wer im Kampf des Lebens
vor=
wärts kommen und aufſteigen will, kann es niemals ohne den
SSinn für Ordnung. Wer die reine, tiefe Freude des Herzens er=
Ueben will, weiß, daß kein Freude=Erlebnis im Vollſinne des
Kortes möglich iſt, ohne daß die ſchöne Ordnung leiſe, feine
Hel=
fferin iſt.
Und wer beglückende Feierſtunden erleben will, weiß erſt recht,
ſaß zu ſolcher Art der Seelenpflege die Ordnung gehört, er weiß,
ſcaß ſein Glücksempfinden ſich vertieft, wenn er voll Liebe anderen
ſn den Sinn für Ordnung emporhilft.
Aus meinen Erfahrungen im
Improviſations=Unterricht
Von Anna Epping.
Meine erſten Improviſationsklaſſen beſtanden aus
Ewwach=
ſenen, die mehr oder weniger Schulung ihrer muſikaliſchen
Fähig=
eiten durch mich erwarteten und mit denen ich eine Art praktiſche
armonielehre trieb.
Erſt als ich mit Kindern arbeitete, bam mir die Erbenntnis,
ſoaß es ſich zunächſt um ewas anderes handeln müſſe, als um
Anerziehung oder Ausbildung gewiſſer techniſcher und formaler
fFFertigkeiten; ja, ich ſah ſogar an einigen der Kinder, die
improvi=
atoriſch veranlagt waren, daß ſie Gefahr liefen, durch die Leicht=
Flüſſigkeit ihrer Erfindungsgabe im Schewatismus zu erſtarren.
EEs trat die Aufgabe an mich heran, dieſe Kinder aus ihrer
Er=
tarrung zu löſen und die anderen dahin zu bringen, ſich frei zu
ſäußern, ſei es ſingend oder am Inſtrument.
Erleichtert wurde mir die Aufgabe durch die Vorbildung,
Aiber welche die Mehrzahl der Kinder verfügte; ihr Klangſinn war
Gereits geweckt und damit die Fähigkeit zu bewußter
Tonvor=
ſttellung; in den vorangegangenen Rhythmikſtunden war der
Whantaſie in reichem Maße Gelegenheit zur Betätigung in
rhyth=
mniſch=klanglicher Hinſicht gegeben worden; auch war ihr Körper
geſchult, innerlich Vorgeſtelltes durch Geſtenſprache zum Ausdruck
zru bringen.
Allerdings gab es auch einige darunter, die zwar eine große
Liebe zur Muſik, Verſtändnis für das Muſikaliſch=Schöne und
EEmpfänglichkeit für Linie und Dynamik mitbrachten, denen man
ſaber eine muſikaliſche Begabung im akademiſchen Sinne
ab=
ſtPrechen mußte.
Aber gerade das war gut, denn es zwang mich, mit meiner
Mufgabenſtellung ſozuſagen auf den Grund der Dinge zu gehen
uand nichts vorauszuſetzen. Primitivität zu erzwingen lag mir
wpern; aber da kamen mir die Kinder ſelbſt zur Hilfe; ihre
Phan=
maſie, einmal angeregt, eröffnete mir die ſchönſten Perſpektiven.
So erzählte mir ein Elfjähriger, was er ſich vorſtellt, wenn er zu
HHauſe am Klavier erfindet: Elfentanz mit Mondauf= und
Unter=
rang; Trompeter, der einen Schuß bekommt, ſich beim Sieg
auf=
wafft, ein letztes Mal trompetet und vom Pferde ſtürzt:
Tagesan=
veruch mit Hahnenſchrei; Abend mit Uhrticken — kühne Aufgaben,
wwie ich ſie von ſelbſt nie zu ſtellen gewagt hätte.
Bei anderen Kindern äußerte ſich die Phantaſie mehr in der
Uumittelbarkeit und Fülle der geſungenen Erfindung. Angeſichts
*) Aus „Rhythmik, Theorie und Praxis der
kör=
verlich=muſikaliſchen Erziehung.” Herausgegeben von
(lfriede Feudel, Delphin=Verlag, München.
Ich bin ein Deutſcher und bin ſiolz darauf, es zu
ſein; doch immer erröte ich deſſen, wenn ich höre, daß
Deutſche ſelbſt ihr Vaterland verachten.
Ludw. Börne.
* Familienſinn
„Ich darf es nicht um meiner Familie willen.” Wie oft iſt
dieſes Wort geſprochen worden! Wie viele hat es abgehalten
von leichtſinnigem Vorhaben, und wie viele haben ſeinetwegen
ſchwere Kämpfe mit eigenen Wünſchen durchgefochten! Wie oft
haben ſich um dieſes Wortes willen hilfreiche Hände ausgeſtreckt,
um arme Verwandte zu ſtützen, Verlorenen wieder aufzuhelfen,
Witwen und Waiſen in ihrer Not beizuſtehen! Unſere heutige
Jugend, die nach dem Kriege erſt zu eigenem Denken erwacht
iſt, kennt dieſes Wort nicht. Sie möchte die Familie mit ihren
Einflüſſen, ihren Ratſchlägen und Anſprüchen am liebſten ganz
ausſchalten. Wir Eltern haben nun nicht das Rechſt, nur immer
über die Jugend zu jamern und zu klagen, wenn wir ihr
ſelbſt=
herrliches Denken auch verurteilen müſſen und ihren ganz
ande=
ren Entwicklungsgang nicht ganz verſtehen können. Es hat wohl
nie eine Generation gegeben, die durch ſo heftige ſeeliſche
Er=
ſchütterungen gegangen iſt, wie unſere Jugend. Sie hat geſehen,
wie ein Sturmwind das Althergebrachte über den Haufen warf,
ſie ſieht noch täglich Not und Leid und Sorge. Von welch einem
Sehnen nach Glück iſt gerade die Jugend erfüllt! Und nun all
das Dunkle um ſie her! Wie ſieht es heute in der Familie aus?
Der Vater muß mehr denn je die Kräfte anſpannen. Da bleibt
nicht mehr allzu viel für die Familie übrig. Die vielbeſchäftigte
Muter geht meiſt in den kleinlichen Mühen und Sorgen des
All=
tags unter, und zu bald haben beide Eltern vergeſſen, wie ihnen
ſelbſt mit 18 Jahren zumute war. Da iſt es denn oft ganz
ver=
ſtändlich, daß die Jungen in ihrem Bedürfnis nach Sonne der
Familie kurz entſchloſſen den Rücken kehren und ihre Freuden
anderswo ſuchen zum Schaden ihrer ganzen Entwickelung. Wir
brauchen heute mehr denn je tüchtige Menſchen, die den Platz,
auf dem ſie ſtehen, auch richtig ausfüllen. Wer ſoll aber in einem
Kinde die richtigen Anlagen und Fähigkeiten erkennen, wenn
nicht die Familie, die mit Liebe und Sorgfalt all ſeine Gaben
weckt und fördert?
Wenn die Jugend heute ſich ſo oft von der Familie
abwen=
det, ſo müſſen wir leider feſtſtellen, daß die Aelteven daran nicht
ganz ſchuldlos ſind. Denn wie oft iſt die Familie eine Hemmng
geweſen und hat durch Feſthalten an Althergebrachtem dem
Andersgearteten die Bewegungsfreiheit genomen, ſtatt ihn nach
Kräften zu fördern. Gerade die Hochbegabten hatten darunder
zu leiden. Man denke z. B. an Kleiſt und Schopenhauer. Und
wieviel kühne Träume mußten ſchon begraben werden, weil
Eltern, Onkel oder Tanten dazwiſchen vedeten, ihr Alter, ihre
Erfahrung dem Himelſtürmer entgegenſetzten und ihm zuletzt
das Wichtigſte verſagten — den Geldbeutel. Heute gehen die
Indereſſen der Jungen und der Alten viel weiter auseinander
als früher. Und da iſt die Aufgabe der Frau und Mutter, den
Zuſammengehörigkeitsſinn, der Familie beſonders und bewußt
zu pflegen. Sie muß der Jugend helfen, und nicht die
Schwierig=
keiten größer machen. Und dazu gehört vor allem, daß ſie nicht
immerfort tadelt und alles falſch findet. Alle Einflüſſe, welche die
weitere Familie etwa durch Dreinreden geltend machen will, muß
ſie von vornherein ausſchalten. Sie denke an das Geſetz, das
großen früheren Mißſtänden ein Ende machte, indem es der
Mutter das Recht gibt, ſelbſt Vormund ihrer Kinder zu ſein,
und ſo Dritten jede Einmſchung verwehrt. Die Familie, das
ſind Eltern und Kinder, umd in dieſer Gemeinſchaft gibt es ſchon
dieſes Ideen= und Klangreichtums konnte in mir nur der Wunſch
lebendig ſein, den Kindern die Unbefangenheit der Aeußerung zu
erhalten.
Um das zu erreichen, mußte eins geſchehen: der Begriff
„Fehler” mußte aus unſerer Mitte verbannt werden. Das
konnte mir nicht ſchwer fallen; denn wenn ich es mir recht
über=
legte, ſo dokumentierte ich zwar mit dem Aufdecken von Fehlern
meine Ueberlegenheit als Lehrerperſönlichkeit, aber dem wahren
Fortſchritt des Schülers war damit wenig gedient. Was ich bei
ihm an größerer Richtigkeit erreichte, wurde andererſeits nur zu
häufig an Unmittelbarkeit und Tatkraft eingebüßt. So lernte
ich, das Vorhandenſein von wirklichen Fehlern (die übrigens
ſel=
ten vorkamen) als Anlaß zu neuer Aufgabenſtellung zu nehmen,
durch deren Löſung die Schüler ganz von ſelbſt auf ein höheres
Niveau gehoben wurden.
Daß ſich die Kinder in der Tat frei von jedem Zwange
fühlen, zeigen die Antworten auf folgende Frage, die ich eines
Tages an ſie richtete: „Wozu brauchen wir uns eigentlich unſere
eigene Muſik zu erfinden; es gibt ſoviel Noten, aus denen man
Hübſches ſpielen kann?”
Ein Junge von zehn Jahren: „Weil es ſo Spaß macht!”
Ein gleichaltriges Mädchen: „Es iſt nötig, daß man ſich
etwas ausdenkt, weil man das verändern kann, wenn es einem
nicht gefällt, gedruckte Noten aber nicht!“
Ein zwölfjähriger Junge: „Weil man beſchreiben kann, was
einem in der Natur gefällt, den Mondſchein zum Beiſpiel!”
Ein gleichaltriges Mädchen: „Die Muſik aus den Noten
paßt manchmal nicht zu dem, was man gevade ausdrücken
möchte, da muß man ſchon etas Eigenes erfinden!“
Daß ſich die Klangſchätze, die in der Phantaſie jedes
muſi=
kaliſchen Menſchen verborgen ſind (muſikaliſch hier im weiteſten
Sinne genommen), am beſten dadurch heben laſſen, daß man
un=
ter Wahrung der Unbefangenheit ſeine Phantaſietätigkeit anregt,
war mir aus allem klar geworden. Ein Verſuch, den ich unter
anderem machte, beſtand darin, daß ich die Kinder aufforderte,
durch ihr Spiel etwas, was ſie ſich vorgeſtellt hatten, raten zu
laſſen, ein Experiment, das Jaques=Dalcroze mitunter in ſeinen
Improviſationsſtunden vornahm. Was ich das erſtemal nicht zu
hoffen gewagt hatte, trat ein; eine Zehnjährige ging ungeſäumt
ans Klavier und verſuchte darzuſtellen, wie ſie nachher zur
Er=
läuterung ihres etwas unklaren Spiels hinzufügen mußte: wie
es Nacht ſei und alles ſchläft; wie es allmählich heller wird,
alles aufwacht und ſich freut, weil die Sonne ſcheint. Aus der
ſofort einſetzenden Kritik durch die anderen Kinder erwuchs eine
zweite Improviſation über denſelben Vorwurf durch ein etwas
älteres Mädchen, das die Aufgabe erheblich beſſer löſte. Ein
anderes Mal ſollten „Pferde” geraten werden; wie wir aber
Konflikte genug. Da iſt der Vater, deſſen Augen enwartungsvoll.
auf dem Sohne ruhen. Viel von ſeinen Plänen und
Hoffnun=
gen mußte er begraben, und nun wünſcht er, daß der Sohn das
ereicht, was ihm verſagt geblieben iſt. Aber der kritiſche Blick
des Vaters erkennt, daß der Sohn anders geartet iſt, und die
Enttäuſchung wirkt auf das Verhältnis beider zueinander, Oder
da iſt eine ehrgeizige Mutter, bei der es von vornherein
ſeſt=
ſteht, daß ihre Kinder Klaſſenerſte ſein und ſich in jeder
Be=
ziehung vor anderen auszeichnen müiſſen. Nun muß ſie erfahren,
daß ihre Kinder nicht über das Mittelmaß hinausragen, und eine
große Verſtimmung ſtellt ſich ein. Noch ſchlimmer aber geht es den
Kindern, die anders geartet ſind, als es in der Familie ſonſt
üblich iſt, und die deshalb oft zu einer Quelle des Aergerniſſes
werden. Statt zu verſuchen, ſie in die altgewohnten Formem
zu preſſen, die ihrem Weſen nicht entſprechen und oft die
Ab=
kehr von der Familie zur Folge haben, ſoll man ihnen beſondere
Beachtung ſchenken. Denn die Erfahrung lehrt, daß gerade die
Kinder, die der Familie oft unbequem waren, ihrem Namem
unerwartet Ehre eingetragen haben, wohingegen die Braven,
Folgſamen das Mittelmmaß meiſt nicht überragen. Nun wäre es
ja gefährlich, wollte man jedem Jugendlichen, der ſich ſelbſt für
etwas Beſonderes hält, eine Sonderſtellung einräumen. Was
in ihm ſteckt, kann er erſt in der Zukunft beweiſen. Aber daß ſie
durch feines Erfühlen des innerſten Weſens ihrer Kinder dieſe
in der Familie fördert und feſthält, das iſt die ſehr ſchwere, aber
lohnende Aufgabe der Mutter. Vor allem machen die
Heran=
wachſenden heute immer wieder den Anſpruch geltend: Wir wollen
uns ausleben! Das hat die Jugend zu keiner Zeit gedurft, und
ſie hat auch heute nicht das Recht, es zu verlangen. Es gab zu
allen Zeiten für die Jugend aller Stände ernſte Pflichten, oft
ſchmerzliches Entſagen; trotzdem durfte ſie freudig und jung
ſein. Und bei der Erörderung ſolcher Fragen wird es ſich von
ſellbſt ergeben, daß man auf das Leben und die Schickſale der
Väter und Großväter zurückſieht, ihre Arbeit und ihr Streben
betrachtet. Und die junge Generation wird aufhorchen, manchmal.
leiſe aufklingen hören, was in ihrem Innern mitſchwingt, und
Intereſſe bekommen an der Familie und forſchen wollen wach
Leben und Tun weiterer Vorfahren. Dann wird die Achtung
vor der Familie wachſen, und eine gewiſſe Verantwortung, dem
Namen Ehre zu machen. Aunch manche Sitte, die gerade in ihrer
Familie gepflegt wird, werden die Kinder verſtehen und lieben
lernen, und Dinge, die ſie im Hauſe als unmodern belächelten,
werden ſie mit Ehrfurcht betrachten. Und können ſie an eim
Elternhaus zurückdenken, in dem ſie liebevoll gefördert wurden
und in dem vor allem die Eltern in all ihrem Tun ihnen ein
gutes Vorbild waren, io wird auch vor ihnen auf irgend einem
dunklen Weg, den ſie betreten wollen, plötzlich das Wort ſtehen:
„Ich darf es wicht um weiner Familie willen.”
Cläre Wirſig.
Gloſſen über die Liebe und Ehe
Von Alexander Schettler.
Glaubt’9 ihr Frauen: Das Salz der Ehe liegt im Kochtopf.
Die Ließe der Männer geht durch die Augen, das Glück der
Ehe durch den Magen.
Die Brautzeit pflegt auf der Haben=, die Ehe auf der
Soll=
ſeite im Hauptbuch des Lebens zu ſtehen.
Lernt Euch leiden, ohne zu klagen!
Zur glücklichen Liebe gehört wenig Talent, zur glücklichen
Ehe viel Takt.
Auch die Ehe beginmt als Eroberungskrieg, um günſtigenfalls
in einen Verzichtfrieden auszulaufen.
hinterher feſtſtellen mußten, war es mehr das Getrappel kleiner
Ponys.
Gerade als mir Bedenken kamen angeſichts dieſer Häufung
von „Programm=Muſik”, meldete ſich eine Elfjährige, ihr ſei
etwas eingefallen, aber das ſei eigentlich nicht zum Raten. Das
ergab mir die gewünſchte Veranlaſſung, mich mit den Kindern
darüber zu unterhalten, ob denn die Muſik nur die Aufgabe des
Illuſtrierens habe. Das wurde entſchieden verneint; welche
Aufgabe die Muſik aber wohl habe, darüber konnten wir nicht
ins reine kommen. Seitdem erfinden einige Kinder zu Hauſe
öfters „Stücke ohne Titel‟. Dieſe häusliche Erfindung mit
Notation der Einfälle hat ſich ganz von ſelbſt herausgebildet;
einige erfinden zunächſt am Klavier und ſchreiben dann erſt auf;
anderen dagegen iſt etwas „morgens im Bett” oder „beim
Mit=
tageſſen” eingefallen. Ich hüte mich, Vorſchriften zu machen,
oder das eine beſſer als das andere hinzuſtellen, da ich keinen
Zwang ausüben und der Entwicklung nicht vorgreifen möchte.
Zudem iſt mir klar, daß es ſich hier zwar um die Wurzel zur
Kunſt, aber noch nicht um Kunſt im eigentlichen Sinne handelt.
Als ſolche kann kindliche Improviſation nur in den ſeltenſten
Fällen gewertet werden. Unſere Zeit leidet ja bereits unter
einer Ueberproduktion an „Kunſt”; was uns not tut, iſt eine
Generation ,die wieder unterſcheiden gelernt hat zwiſchen „Auch=
Kunſt” und echter Kunſt. Ich glaube, daß im oben beſchriebenen
Sinne vorbereitete Kinder dieſe Fähigkeit beſitzen werden, weil
ſie nicht nur paſſiv oder beſtenfalls rezeptw dem künſtleriſchen
Schaffen gegenüberſtehen.
Noch ein Wort über die Ausbildung werdender Lehrer der
Dalcroze=Methode. Dieſe Erziehung ſollte immer im Auge
be=
halten, daß auch die Improviſation zu den Rhythmikſtunden
vor=
wiegend die Phantaſietätigkeit der Kinder anregen ſoll. Das
Spiel muß charakteriſieren können die Mäuſe, die Elefanten, die
Vögel, Schneewittchen und die Zwerge und viele andere Dinge.
Es liegt auf der Hand, daß hier mit dem ſchematiſchen Einüben
von Kadenzen, wie es früher vielfach gehandhabt wurde, nicht
viel zu erreichen iſt. Wohl ſollen die Akkorde dem Schüler ſo
bekannt ſein, daß er ſie zur Stütze ſeiner melodiſchen Erfindung
jederzeit zur Verfügung hat. Aber das ſollte angeſtrebt werden,
weniger durch Schulung der Finger, als durch Bildung des
Ge=
hörs, wie ein Kind einmal treffend äußerte: „Es muß vom Kopf
in die Finger rutſchen!” Und nicht von den Fingern in den
Kopf! Das Ohr, angeregt durch die Phantaſietätigkeit, ruft den
Akkord herbei, den es zum Ausdruck ſeiner Wünſche nötig hat.
Ein weiteres Ziel des Ausbildungsunterrichts ſollte darin
beſtehen, den zukünftigen Lehrer zu befähigen, die Bewegungen
des menſchlichen Körpers in ſeinem Spiel ſozuſagen
widerzu=
ſpiegeln und ſich durch ſie zu neuen Klang=Kombinationen inſpi=
s war die Woch morjens. Ich hab am Kaffeediſch geſotze un
hab mer nichtsahnend es dritte Kobbche voll geſchidd, do kimmt
mei Zwangswiedern in ihrm Biddſchama aus ihre Stubb, Schritt
vor Schritt, wie e Mondſichdicher, macht e Geſicht, ganz
iwwer=
nadierlich un vergaaſtert, grad als wann ſe aus de vierte
Demmiſ=
ſion kemt, ſetzt ſich graffedhediſch mir wiſſawie un guckt mich ganz
ſta’ a. — Lang. s is mer in de Hoorn angſt worrn, dann ich
hab net annerſter gedenkt, als wie, die is iwwer Nacht
iwwer=
geſchnabbt. — Mir is de Biſſe in de Kehl ſtecke gebliewwe, un in
meine Angſt hab ich zu=er geſagt: „Gäll ſie ſin gepickt!"
„Dieſes wenicher”, hott ſe mit=ere Stimm geſagt wie die
Kaſſandra, un hott ſich dodebei ganz weltabgewend ihr Taß voll.
geſchidd, hott ſich en halwe Milchweck eneigebröckelt un hott
age=
fange zu leffele.
No däß hott mich einichermaße beruhicht. Awwer ich hab ſe
doch kaan Moment aus de Aage geloſſe un war ſtets druff gefaßt,
daß ſe uff aamol uffſpringt, un bohrt mer hinnerricks de
Kaffee=
leffel ins Härz. — Awwer ſie hott ruhich weider gemuffelt, Weck
um Weck, Taß um Taß, un hott kaan Mummbel gereddt. Ich hab
im Stille gedenkt, no was is dann däre widder in die Kron
ge=
fahrn. Dann däß, daß ich ſe neilich aus Verſähe zu de „klabberiche
Druhhäärcher” gezehlt hab, däß kanns net ſei, indem ich den
Ausdruck ſofort zurickgenumme un s Gäächedaal behaubt hab,
nemlich ſie weer e goldich Oos mit Locke un kreecht uff jedere
Scheenheitskonkurrenz de erſte Breis ..
Uff aamol macht ſe e paar Aage, wie e geſtoche Kalb, guckt
ganz fiſſionär an die Stuwwedeck un ſeecht mit=ere Stimm wie
e Geiſterſäher, leis, awwer beſtimt: „Darmſtadt iſt die
Stadt, die woman geſähen haben muß!”
Aha, hob ich gedenkt, die is in de Zeiträchnung noch um e
Johr zurück. Un um ſe einichermaße widder in die rauhe
Wärk=
lichkeit zurickzurufe, hab ich ſo ganz vorſichdich gefrogt, ob ſe
valleicht ihrn Kärcheſteierzettel krickt hett, un ob ſe däßwääche ſo
konnſtärniert weer, un hab ſe gedreeſt un hab geſagt, dodriwwer
braicht mer doch net mehr zu erſchrecke, däß weer alles halb ſo
wild, un in däre Beziehung weern mer doch ſchun an allerhand
gewehnd, un die Kärch wollt doch aach läwe, un s Wort Gottes
kennt mer halt aach net billicher liwwern wäächem „
Zwiſche=
hannel” un ſo, un wo doch alles im Breis geſtieche weer, un mer
mißt de Kärch gäwwe, was der Kärch is, wo mer doch aach dem
Staat gebt, was des Staates is, bloß bei de Stadt, do därft mer
e Ausnahm mache un därft räſſeniern, was zwar aach kaan Wert
hett, dann bezahle mißt mer doch.
„Wer ſpricht hier vun Steiern?” ſeecht ſe, „hier handelt ſich’s
um Heecheres!” — „So.” hab ich geſagt, „gibt’s aach nochwas
Heecheres wie die Steiern?. Do bin ich doch emol geſpannt!” hab
ich geſagt, un hab geſagt, ſie ſollt jetzt net lenger mit de Stang
im Näwwel erum fuſchele, un mit abgedroſchene Schlagwärder
um ſich wärfe, wie: „Darmſtadt, die Stadt, die man geſähen
haben muß”, do dhet kaan Schtvanz mehr druff enei falle, un
domit hett mer uns vorichs Johr immbordiern kenne, awwer diß
Johr weer’s maischesſtill devo, ’s dhet ſich niemand muckſe,
jeden=
falls hett mer doch e Hoor drin gefunne, wann net en ganze
Buwiekobb
Eine Schwalwe macht noch kaan Summer, ſeecht ſe, un e
Darmſtädter Schwalb ſchun gor net. Awwer ſie hetts erfaßt, wie
mer Darmſtadt uff die Strimb helfe kennt, ſeecht ſe, ſie hett ſich’s
die Nacht iwwerleecht, wie mer die deitſche Wertſchaft redde
kennt, un ſie hedd en grandioſe Blan un e glenzend Idee, wie
mer Darmſtadt zu=ere „indernatzionale Welt=Fremde=Verkehrs=
Kunſt= und Ausſtellungs=Stadt” mache kennt. —
Jetzt hab ich nadierlich kann Momend mehr dro gezweifelt,
daß mei Zwangsmiedern ebbes an de Erbs hott. Awwer weil
mer Verrickte de Wille dhu ſoll, un weil mich in punkto „Bleen”
in Darmſtadt nix mehr verbliffe kann, do hab ich ſo gedho, als
wann mich die Sach koleſſal indräſſiern dhet un hab geſagt, wann
ſe mich vor wirdich halte dhet, dann ſollt ſe mer doch bitte mol
ihr Idee auseinanner poſſamendiern, obgleich ich maane dhet,
Darmſtadt als „indernatzionale Welt=Fremde=Verkehrs=
Kunſt=
un Ausſtellungs=Stadt”, deß weer nooch meiner Aſicht e bische
viel uff aamol, mir wollt däß net ganz in Kobb.
Dodruff hottſe die Nas gerunzelt un hott geſagt, däß weer
bun mir kaa Menſch annerſter gewehnt, ich weer jo immer
die=
jeniche welche, die wo unſere großziechiche Stadtverwaldung wie
Bleiklumbe an de Fieß henke dhet, awwer ſie dhet ſich vun mir net
in die Subb ſpucke loſſe, un ſie hett ſchun Leit an de Hand, die
rieren zu laſſen, ein Ergebnis, das allerdings in den ſeltenſten
Fällen innerhals der Ausbildungszeit, wohl aber von befähigten
Vertretern der Methode im Verlauf ihrer Unterrichtstätigkeit
erreicht wird. Jaques=Dalcroze ſelbſt iſt dafür ein glänzendes
Beiſpiel.
Uebrigens ſind ſogar die Kinder mit ihren einfachen Mitteln
imſtande, körperliche Darſtellungen von Bewegungsfolgen durch
ihre Improviſation in treffender Weiſe muſikaliſch zum
Aus=
druck zu bringen, ſei es melodiſch oder harmoniſch.
Im großen und ganzen gilt bei Erwachſenen wei bei
Kin=
dern: es kommt zunächſt weniger auf den Reichtum an Mitteln
oder auf die Neuheit und Eigenart derſelben, als darauf an, wie
das zur Verfügung ſtehende Klangmaterial, ſei es noch ſo
ge=
ring, in den Dienſt des Ausdrucks geſtellt wird.
Die Anreicherung der Mittel ſollte einem ſpäteren Zeitpunkt
vorbehalten bleiben. Schwierige Aufgabe des Lehrers iſt
es, das ſo vorſichtig geſchehen zu laſſen, daß die Eigenart des
Schülers, die bis zu einem gewiſſen Grade immer vorhanden iſt,
nicht nur nicht angetaſtet, ſondern in ihren Bahnen weiter
ent=
wickelt wird.
Praktiſche Winke
Die ſachgemäße Reinigung von Schlipſen
und Krawatten. An ſonnigen Tagen treten die Schäden
an der Zierde der Männerbruſt, den Schlitſen und Krawatten,
beſonders in Erſcheinung, als da ſind fettige Streifen und
Schmutzſtellen. Sofern nun eine chemiſche Reinigung durch
Ab=
reiben mit Benzin, Salmiakwaſſer und Spiritus nicht genügt,
muß eine Naßwäſche der Schlipſe erfolgen.
Wird dieſe ſachgemäß ausgeführt, ſo iſt ein Auslaufen der
meiſt zarten mehrfarbigen Schlipſe und Krawatten nicht zu
be=
fürchten. Als Reinigungswaſſer bereitet man ſich ein
leichtes, handwarmes Seifenwaſſer, zu dem man auf 1 Liter
wo ihr dankbar weern, wannſen de Wähk zeiche dhet, wie mer
aus unſere khroniſche Miſſeer erauskumme kennte. — No ich
hab=
er uff Ehr un Seelichkeit verſproche, daß ich diß mol mitgeh dhet
bis dort enaus, ſie ſollt nor endlich emol Fabb bekenne.
Un do hott ſe dann losgeleecht un hott mer ihr „Idee”
end=
wiggelt. — Alſo erſtens, ſeecht ſe, brauch unſer deitſche
Groß=
irduſtrie en geeignete Meſſeort. Es gibt kaa Stadt uff de Wält,
die wo zentraler gelääche is wie Darmſtadt, indem daß mer
hier die „glenzendſte” Bahnverbindunge hawwe; dann vunn hier
aus kann mer iwwerall hie kumme, alſo muß mer ſelbſtredend
aach vun iwwerall hierher kumme kenne. Im iwwriche hott
de Verkehrsverein defor zu ſorje, daß ſämtliche indernatzionale
Luftverbindunge „umgehend” iwwer Darmſtadt geleid wärrn. —
Darmſtadt liggt zwar am Woog, awwer net am Waſſer. Es is
alſo der ſchun ſeit anno Duwack geblante Rhein=Darm=Kanal mit
de Riedentwäſſerung in Wgriff zu nemme; fall’s de
Schimm=
boraſſo uffm Grieſemer, un die „Schanz” uff em Exert im Wähk
ſin, wärrn ſe abgedrage un de Schillerplatz mit uffgefillt.
Schließ=
lich kann mer aach an en Stich=Kanal Fleehbach—Aſchaffenborch
denke. Darmſtadt is dann uff die Art ſo zimmlich mit ganz
Middel=Eiroba zu Waſſer, zu Luft un zu Land verbunne un de
gegäwenſte Blatz for=e „Dauer=Weltausſtellung”. —
No, ich muß ſaage, es is hier an großziechiche Bleen ſchun
allerhand ausgeheckt worrn, awwer was do mei Zwangsmiedern
ſo aus em Handgelenk eraus endwiggelt hott, däß hott wer doch
im erſte Moment e bische de Adam genumme un ich hab ſe ganz
verdaddert gefrogt, wie ſe die Sach inszeniern wollt. — Ach,
ſeecht ſe, nix leichter wie däß. Vor alle Dinge muß unſer Ower
e geeignet Perſeenlichkeit ausfinnich mache, die wo mit de
Induſtrie un em Ausland Fiehlung hott un mit unſere
Stadt=
verwaldung un de Stadrät Hand in Hand arweide dhut, ſeecht ſe,
un ſie dhet do in erſter Linnje an de Herr Dr. Hans Luther denke,
odder aach an de Borjemaaſter i. R. Ludwig Daub; jedenfalls
mißt’s e dichdich Fianzſchenie ſei. Un ſälbſtredend mißt mer
zur Finanzierung en zimfdiche Auslandskredit uffnehme bei de
reiche auslendiſche Induſtrielle, damit die aach Indräſſe an dem
Unnernemme hette, dann bei unſere weer jo in däre
Bezie=
hung net viel zu wolle, die weern ſo zeh wie Juchtelädder.
Ferner ſeecht ſe, muß aach de ſunſtige Bedärfniſſe vun=ere
Weltſtadt Rächnung gedrage wärrn. Der geplante „Zologiſche
Gadde” uff im Owwerwaldhaus is nor en ganz beſcheidene
Wfang. Die Idee muß kräfdich gefördert wärrn. Dann muß
ſofort der Blan vun=ere große Stadthall in Agriff genumme
wärrn mit ganz große, mittelgroße un klaane Konzärtſääl,
äwe=
ſolche Danzſääl, Spiel= un Läſeſääl, ſowie Dagungsſääl in alle
Greeße, vun zehe bis dauſend Sitzplätz; de Härrngadde wärd
zu=
eme große Konzertgadde, mit Alſterpaffillion umgemodelt, un de
Oranggeriegadde is ſo wie ſo de geborene „Lunapack”, do fehlt
bloß noch die Reeberbahn. De große Woog kann zu=eme „
Luxus=
ſtrandbad” erweidert wärrn, effenduäll miteme klaane Zuſatz vun
kölniſch Waſſer, odder ſunſt=eme Paffiem. Aach es Schwimmbad
wärd erweidert, außer „Dauer=Familiebäder” kumme noch „
Ein=
zelſchwimmbäder” for Dame un Herrn enei. — Un dann, ſeecht
ſe, mei Zwangsmiedern, brauche mer aach noch e paar Theater,
for die „junge”, die „jingſte” un die „allerjingſte Bühne”, die
letztere kennt mer vielleicht zweckentſprechend an’s Seiglingsheim
albaue, damit die „allerjingſte‟ Dichterſeigling gleich ihrn Semf
abringe kennte, dann ſowas dhet zu=ere Großſtadt geheern.
Nadierlich muß aach Darmſtadt der „geiſtiche Nabel”, der
Welt ſei, hott mei Zwangsmiedern gemaant, un es därft net
vorkumme, daß de Graf Kaiſerling in die Welt erum fehrt un
helt Schulſtunde ab, ſundern die Welt muß hierher kumme,
wann ſe was lerne will. Im Notfall kennt mer jo unſerm
Kaiſer=
ling en „Buddatempel” baue, wo er ſich drinn vernemme loſſe
Waſſer ½ Eßlöffel voll verquirltes Dixin nimmt. In dieſem
werden nun die Schlipſe Stück für Stück unter möglichſter
Scho=
nung herausgerieben (nur mit dem Handballen) und beſonders
ſchmutzige Stellen von der lincken Seite auf ein Brett gelegt, mit
der Handbürſte ſtrichweiſe gebürſtet. Dann ſpült man die
Schlipſe ſofort in warmem Eſſigwaſſer, um das nachträgliche
Auslaufen der Farben zu verhüten. Wickelt ſie dann in ſaubere
Tücher und plättet ſie dann noch halbfeucht unter Dehnung der
Nähte, ohne jedoch die Form zu verziehen, mit heißem Eiſen.
Krawatten wüſſen vor der Naßwäſche aus ihrer
Schlei=
fenform getrennt und die einzelnen Teile dann wieder
zuſammen=
geſetzt werden.
L.
Der zeitgemäße Haushalt
Gebackene Mayonnaiſe=Eier. (Pikantes
Abend=
gericht.) Für jede Perſon rechnet man 2 Eier, die man,
hart=
gekocht, ſchält, dann mit ſcharfem Meſſer halbiert und das Gelbe
mit einem Löffel herausnimmt. Dieſes verrührt man nun mit
1 Eßlöffel Appels Tafelöl, 1 Teelöffel Kapern, 1 Meſſerſpitze
Senf, Salz und Pfeffer nach Geſchmack, 1 Teelöffel geriebenen
Schweizer= oder Parmeſankäſe und gibt die geſchmeidige
Eigelb=
maſſe wieder in die ausgehöhlten Eier, die man,
aufeinanderge=
klappt, in eine flache Auflaufform oder feuerfeſte Porzellanſchüſſel
ſtellt, die man zuvor mit zerlaſſener Butter etwa ½ Zentimeter
hoch ausgoß. Auf Stein erhöht geſtellt, übexbäckt man die Eier
im heißen Ofen etwa 5—7 Minuten, übergießt ſie vor dem
Auf=
tragen mit ſteifer Mayonnaiſe, die man mit gehackten Kräutern
wie Dill, Schnittlauch, Peterſilie uſw. abſchmeckte. Mit grünem
Salat (Herzen) garniert, reicht man zu dieſem pikanten Gericht
Bratkartoffeln.
Spargel einige Tage friſch zu erhalten. Wenn
die Hausfrau durch beſonders „billiges” Spargelangebot ſich
kennt. — No, hab ich zu=er geſagt, ſie ſoll’s net gleich ſo aſch
mache, vielleicht weer de Kaiſerling aach mit=eme „
Margarine=
tempel” zufridde —. Awwer ſie hott ſich net ärr mache loſſe un
hott geſagt, die Hauptſach weern dann noch e paar. Dutzend
Wältſtadthodälle mit allem Komfort un Schikaane, große
Bierohaiſer, wodie Wältfirme ihr Verdräder drin ſitze hedde,
un jed Kinſtlergribbſche, wo mehr als drei Mitglieder hett, mißt
e beſunner Ausſtellungshaus gebaut krieje. Ferner dhet
hier noch deß große „Volks=Radion” fehle, wo die große
indernatzionale Wettſpiele und Stierkembf drinn ſtattfinne kenne,
un . . .
„No, un?” — hab ich ſe ganz pärrbläx gefrogt. — „Un”,
ſeecht ſe, „wann dann die „Große, ſtändiche indernatzionale Dauer=
Wält=Ausſtellung” in Darmſtadt ereffent is, dann wärd aach
Deitſchland widder leichter uffademe kenne, die geſamde deitſche
Induſtrie wärd widder Beſchäfdichung hawwe, die Wärtſchaft
wärd gehowwe, die Kunſt wärd bliehe, wachſe un gedeihe, un
des ganze deitſche Volk wärd widder wie früher arweide un läwe
kenne —
Wie mer ſieht, mei Zwangsmiedern hott de Finger uff de
richdiche Effnung, un ich zweifel kann Momend dro, daß ſe in
Darmſtadt gleichgeſinnte Seele find, die wo Feier un Flamme
ſind for ihr Idee.
Aans is mer bloß ſchleierees, nemlich wie die bletzlich dodruff
kumme is. Soll die valleicht in de letzte Stadtratsſitzung infiziert
worrn ſei — — — 2
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Iwwrichens muß ich ſage, die zwaadäglich
Spezialberatung vun unſerm ſtädtiſche Haushaldungsblan war
vun ere bemärkungswärde „Sachlichkeit” un vun ere wohltuende
Ruhe gedrage. Dann wie leicht kanns bei ſo Beradunge als
baſſiern, daß mer vom Hunnerdſte ins Dauſendſte kimmt, un
dreibt uff aamol Wältbolledick, was jo bekanntlich unſere
Stadt=
vädder ihr Spezialfach is. Awwer ſie hawwe dißmol ihr Talent
einigermaße bezehmt, ſo daß unſer Ower bereits am erſte Dag
konnſtadiern konnt, daß die hoche Stadtverwaldung un unſer ſehr
verehrliche Stadtväder jeglichen Geſchlächts, eidrägtlich
zu=
ſamme arweide, zum beſte vun de große Allgemeinheit un däre
boxbaaniche Bärjerſchaft, däre hinnerwäldleriſche. — Allerdings,
am zweide Dag ſin ſe ſo gääche Schluß ſchand= und ehrenhalwer
e bische in die Woll kumme un hawwe ſich e paar Grobheide an
die Kebb gefeiert, um damit, daß ihr Wehler doch aach ſähe, daß
ſe net vergäwens gewehlt ſin worrn. — So wollte ſe ſpaßhalwer
dem „klaane Heinrich” an de Krage un wollte in um ſein „Schärch”
(kimmt vun Charge) bringe. Aach die Maddrialverwaldung is
verſchiedene en Dorn im Aag, un beim Fuhrpack ſteert ſe die
„ſchwere Bällchjer”, un ſie hawwe gemaant, die braicht mer net.
dann ſo e Kärrnche voll Dräck kennt e Kuh am Schwanz
enaus=
ziche; aach hott ſich de „ſambfte Willäm” emol nooch em
Rodhaus=
umbau erkundicht, s is em zu haaß drowwe im Saalbau —
(no, ſie kennte ſich jo im Summer in de Gorde ſetze!); e annerer
hott die mangelhafte Verhältniſſe im „Damebad” bemengſelt (
wo=
her weißt du?); eme annere is uffgefalle, daß die Uhr an de
kadho=
liſch Kärch „ſteht” (ausgerechent aach noch grad uff zwelf, ſo
daß mer noch net emol waaß, was gemaant is, zwelf Uhr mittags
odder zwelf Uhr nachts), un an die Uhrn wo „geh”, wolle ſe
Schilder abringe loſſe „Ohne Gewähr!”. — Dann wolle ſe
elek=
triſche Kehrbäſem a’ſchaffe, weil mir die aanzich Stadt in de
Um=
gäächend weern, wo net ſauwer weer; ach iwwer die „Schule‟
hott mer ſich e bische unnerhalte, dodebei hott ſich de „Kunrad”
widdermol ’s Maul verbrennt, wääche de Mädcher=
Fortbildungs=
ſchul (er is aach i kaa gange, un hotts doch zu was gebracht);
dann hammer verrode krickt, daß de Härrngadde zugeſchloſſe weer,
damit s Gras beſſer wext (demnooch ſtimmt däß alſo doch net,
was ’s die zeither gehaaße hott, ’s weer zugeſchloſſe worrn, weil
ſich die Arweider beſchweert hatte, ſie kreechte dauernd mit
zu=
geguckt, beim Friehſticke. — No, un ſo weiter, un ſo fort. — Wie 8
ſe’s endlich mied warn, hawwe ſe ganz abbrubbt den ganze
Klummbatſch vun Haushaldungsvora’ſchlag ſang= und klanglos
agenumme. Uin was den ungedeckte Fehlbedraag vun annerhalb
Million Mack un ſounſoviel Fennich bedrifft, do hofft mer uff die
Zukunft. — „Kimmt Zeit, kimmt Rat!” — Unſer Stadträt, warn
ſchun immer groß im Hoffe ...!
Ich aach! — Un ſo hoff ich, daß am Mondag bei dem
Wohl=
tätigkeitsawend for unſer alte Kinſtler un ſo, im „Klaane
Haus” kaan Appel uff die Erd falle kann. „Dem Miemen pflicht
die Nachwält keine Grenze”, hott emol ärchend e bedeidender
Mann geſagt; awwer die Mitwält kann ſich do emol dankbar
erweiſe for ſo manch ſchee Stund in dem drauriche Daſein. Ganz
abgeſähe devo, daß aam ſo en „Heitere Awend” aach nir
ſchadde kann; er is needicher wie je. — Un wann alle Streng
reiße, ſin valleicht die Geſchwiſter Birkeneder ſo
liewens=
wärdich un gäwwe mit ihrm ſcheene Zärrguß e
Sonderwohl=
tädichkeitsvorſtellung. Dann die Geſchwiſter Birkeneder ſin
be=
kanntlich die Liebling vum ganze Kreis Darmſtadt, ſie hawwe
ſchun emol em „Rote Kreiz” unner die Aerm gegriffe. No, wie
haaßt der Addiſtewahlſpruch: „Treu wie Jold!” —
Hoffent=
lich is en aach die Darmſtädter Ahenglichkeit drei gebliwwe.
Am Dienstag awend werd ſich’s weiſe! —
Fors Niewergall=Denkmal: Vun de UI: aus em
Realgym=
naſium: 8 Mack; Härzlichen Dank, mei liewe klaane Freunde, —
Ihr erläbts valleicht noch, daß däß Denkmal wärklich zuſtand
kimmt . . . . .
mehrere Pfund dieſes köſtlichen Gemüſes für mehrere Mahlzeiten
aufbewahren will, ſo ſollte ſie den Spargel entweder in
ungeſchäl=
tem Zuſtande in mehrfach übereinander gelegte, in kaltem
Waſ=
ſer ausgewundene Tücher wickeln und dieſes Spargelbündel in
verdeckter tiefer Schüſſel kühlgeſtellt, aufbewahren. Oder aber
den Spargel ebenfalls ungeſchält in einer Kiſte mit naſſem
Sand vergraben. Auf dieſe Weiſe kann man Spargel 3—4 Tage
unverändert friſch im Geſchmack erhalten, und die Spargelſtangen
bleiben tadellos vollfaftig und laſſen ſich auch gut ſchälen. V.
Reisſpeiſe mit Aepfeln. Recht ſteifes, mit
Zitro=
nenſchale und Zimt bereitetes durchgeſtrichenes Apfelmus miſcht
man mit Roſinen (auf 1 Pfund Maſſe 1 reichlichen Eßlöffel
davon), inzwiſchen ließ man ½ Pfund Reis in ½ Liter
leicht=
geſalzener Milch dick ausquellen. Dann wird er mit 200 Gramm
friſcher Butter, 3 Eigelb, 2 geriebenen bitteren Mandeln, dem
Saft und Schale einer Zitrone, 2 Eßlöffeln kräftiger
Süßſtofſ=
löſung und dem ſteifen Schnee der 3 Eiweiße gut gemiſcht. Davon
gibt man nun abwechſelnd in eine Puddingform mit Apfelmus
ſchichtweiſe, mit Reis beginnend und aufhörend. Die oberſte
Reisſchicht wird mit Butterflöckchen belegt und mit Zucker
be=
ſtreut langſam gebacken. Mit Vanille= oder Mandelſoße eine
ſättigende Mahlzeit oder Nachtiſch ergebend.
Speiſezettel.
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe. Topfhuhn mit Spargel.
Kaffeeereme.
Montag: Rhabarberſuppe. Gefüllte Fleiſch=Eierluchen mit
grünem Salat.
Dienstag: Sternchenſuppe. Rindsherz mit Madeiraſoße.
Mittwoch: Stachelbeerkaltſchale. Pichelſteiner.
Donnerstag: Gebackene Mayonnaiſen=Eier mit
Bratkartoſ=
feln. Kopfſalat.
Freitag: Einbrennſuppe. Gefochzier, Tchelifiſch mit Kapernſoße.
Samstag: Gebacene Denſin 2 mit Ziaelbeerlompott.
Nummer 148
Sonntag, den 30. Mai 1926
Seite 15
Spoth Shier und Tanen.
Turnen.
Die Amerikafahri der deutſchen Turnriege.
Die Amerikafahrt der deutſchen Turner zu dem vom 15.—20. Juni
in Louisville ſtattfindenden Bundesturnfeſt des Nordamerikaniſchen
Turnbundes wird die Zeit vom 30. Mai bis 15. Juli beanſpruchen. Die
Hinreiſe geht von Bremen über New York nach Louisville, die
Heim=
reiſe über Chikago und New York nach Bremerhaven. Während ihres
Aufenthaltes in Amerika werden die deutſchen Turner eine Anzahl
nord=
amerikaniſcher Städte mit deutſchem Einſchlag beſuchen. Die Koſten
für die Amerikafahrt ſind durch Stiftungen aufgebracht worden. Die
Kaſſe der D. T. wie) alſo dadurch nicht belaſtet. Die deutſchen Turner
werden ſich an den Wettkämpfen beim Nordamerikaniſchen
Bundesturn=
feſt beteiligen. Außerdem haben ſie zu turnen die allgemeinen
Frei=
übungen, das Kürturnen am Reck, Barren und Pferd und
Kürfreiübun=
gen. Von den aus den 18 deutſchen Turnkreiſen vorgeſchlagenen 78
Turnern ſind vom Turnausſchuß der D. T. durch ein
Ausſcheidungs=
turnen in Leipzig 9 Teilnehmer zur Amerikafahrt beſtimmt worden.
Ausſchlaggebend für die Wahl der Teilnehmer war natürlich in erſter
Linie deren turneriſche Befähigung. Daneben ſpielte auch die Größe
und ganze Erſcheinung des betreffenden Turners eine Rolle. Als
Führer der Niege iſt der Vorſitzende der D.T., Dr. Berger=Berlin,
beſtimmt worden. Der turneriſche Leiter iſt Stadtturnrat Mühlner=
Breslau. Am 25. Mai treffen ſich ſämtliche Teilnehmer an der
Amerikafahrt in Bromen, wo auch eine Vorprobe über die zu turnenden
Uebungen abgehalten werden wird. Hier werden die Turner ihren
letzten Schliff bekommen. Am 28. Mai wird ein großes Schauturnen
in Bremen die turneriſchen Vorbereitungen in der Heimat beſchließen.
Am 30. Mai tritt dann die Riege von Bremerhaven aus die Ausreiſe
an mit dem Dampfer „Columbus” vom Norddeutſchen Lloyd. Die
Rück=
reiſe wird am 1. Juli mit dem Dampfer „Berlin” von New York nach
Bremen angetreten. Mögen alle Teilnehmer an der großen Fahrt
wieder geſund in ihre Heimat zurückkehren mit dem Bewußtſein im
Herzen, ihrem Volk und Vaterland durch ihre Teilnahme an der Fahrt
einen Dienſt erwieſen zu haben!
Berliner Turner in Mainz.
Zu den Reichswettkämpfen des Mainzer Turnbereins von 1817
am 30. Mai entſendet die Berliner Turnerſchaft eine zehnköpfige
Mann=
ſchaft, die die im Vorjahre errungenen Wanderpreiſe zu verteidigen hat.
Neben verſchiedenen Staffeln, wie 10 mal 100 Meter, 4 mal 100 Meter,
Schweden= und Olympiſche Staffel, werden die Berliner auch die
be=
kannte „Rheinſtaffel” der Turner beſtreiten, die ſie vor einem Jahre an
ſich bringen konnten. Der Mannſchaft gehören u. a. an Kantorowitz,
Konietzny, Franz Preſſelmeier, Oeſtreich, Stolpe, Baranowski und F.
Weiß.
Leichtathletik.
Athletikabteilung Sp. V. D. 98.
Die Abteilung führt heute zum Staffellauf Rund um Frankfurt,
der zum 13. mal ausgetragen wird. Die Staffel iſt nur für Vereine
Groß=Frankfurts und Offenbachs ausgeſchrieben. Die Verbandsleitung
hat die Darmſtädter durch beſondere Einladung zur Teilnahme
aufge=
fordert, der die hieſigen Athleten gerne Folge geleiſtet haben. Die
Darmſtädter Mannſchaft trifft in der Hauptſache auf ſieben Gegner,
darunter die alljährlichen Vereine wie Eintracht, Sportklub 80,
Bo=
ruſſia uſw. Die Mannſchaft in der Hauptklaſſe iſt 30 Mann ſtark (3 für
1000 Meter, 7 für 500 Meter, 20 für 200 Meter). Die Streche führt
durch das Hauptſtadtgebiet vom Hippodrom nach der Feſthalle. Außer
der Hauptklaſſe wird von der Abteilung noch mit zwei
Knabenmann=
ſchaften je 15 Mann in dieſer Klaſſe gelaufen. Durch die Ferienwoche
war es möglich, den Teilnehmern der Knabenmannſchaften eine
gründ=
liche Ausbildung zuteil werden zu laſſen, ſodaß die Knaben ſicher mit
der gleichen Begeiſterung in den Kampf gehen werden wie ihre großen
Sportkameraden. Der Wert der Großſtaffelläufe liegt außer in der
rein äußerlichen Wirkung in der Gemeinſchaftsarbeit der großen
Mann=
ſchaft, dern Teilnehmer alle auf ein gemeinſames Ziel eingeſtellt ſein
müſſen. Daß den Darmſtädtern in bezug auf Organiſation und
Klein=
arbeit größere Aufgaben geſtellt ſind, als den einheimiſchen
Frank=
furtern, iſt klar. Es bleibt aber immer eine anerkennenswerte Tat, daß
die Abteilung 60 Mann zur Stelle gebracht hat.
Fußball.
Union Wixhauſen—Union Darmſtadt.
Darmſtadt kommt bekanntlich mit größter Wahrſcheinlichkeit zum
Mainbezirk. Unions Leitung hat alſo gut getan, wenn ſie ihrer Liggelf
ſchon jetzt Gelegenheit gibt, ſich mit der Spielſtärke derjenigen Vereine
vertraut zu machen, gegen die ſie in den kommenden Verbandsſpielen
wird kämpfen müſſen. Den Fußballanhängern ſteht ein ſchönes Spiel
in Ausſicht, das der Rennbahn ſicher guten Beſuch bringen wird. Das
Spiel beginnt um 3,30 Uhr. Vorher ſpielen die alten Herren gegen
Sp. V. Weiterſtadt und die 2. Jugend gegen Wixhauſen 1. Jugend.
Rudern.
Die 40. Mainzer Ruder=Regatta.
Die Meldungen zur 40. Mainzer Ruder=Regatta, die am 12. und 13.
Juni zur Durchführung kommt, ſind zwar nicht zahlenmäßig, jedoch
qualitativ befriedigend ausgefallen. An den großen Rennen beteiligen
ſich wieder Mannſchaften von Ruf aus Köln, Mainz, Mannheim,
Offen=
bach, Worms, Kaſtel, Frankfurt am Main und Gießen. Insgeſamt
mel=
deten 32 Vereine 147 Boote mit 832 Ruderern. Die wichtigſten Rennen
ſind wie folgt beſetzt: Rhein=Vierer (Herausforderungspreis): Gießener
RG., Kölner Cl.f.W., RG. Trier; Erſter Vierer ohne Steuermann (
Wan=
derpreis): Undine Offenbach, RV. Mainz, Kölner RG. 1891, Amicitia
Mannheim, Kölner Cl.f.W.; Doppelzweier ohne Steuermann: Kölner
RV. 1877, RG. Worms, RG. Frankfurt=Oberrad; Gaſtvierer. Preis der
Stadt Mainz (Wanderpreis): Kölner RG. 91, Undine Offenbach,
Amici=
tia Mannheim, Kaſteler RG., Gießener RG. 77: Erſter Achter (
Wander=
preis): RV. Mainz, Amicitia Mannheim, Kaſteler RV., Undine
Offen=
bach, Kölner Cl.f.W.; Zweier ohne Steuermann (
Herausforderungs=
preis): RV. Mainz, RV. Worms, RR. Eſſen, Franken Schweinfurt;
Hochſchul=Vierer (Kaiſerpreis): RC. Heidelberg, RC. Mannheim, RG.
Gießen; Zweiter Vierer ohne Steuermann (Herausforderungspreis):
RG. Trier, RC. Mannheim, Amicitia Mannheim, RV. Mainz, Undine
Offenbach, Kölner Cl.f.W.; Großherzogs=Vierer. Erſter Vierer (
Wander=
preis): Kaſteler RG., Amicitia Mannheim, RG. Köln 91, Kölner Cl.f.
W., Undine Offenbach, RV. Mainz; Erſter Einer (Rheinpokal,
Wander=
preis): RG. Worms, RG. Frankfurt=Oberrad; Erſter Achter (
Heraus=
forderungspreis): Kölne Cl.f.W., Undine Offenbach, RV. Mainz,
Amiei=
tia Mannheim, Kaſteler RG.
Pferdeſport.
Das Turnier in Bad Nauheim am 5. und 6. Juni 1926.
Nauheim tritt zum erſten Mal ein dieſem Jahre als Turnierplatz
hervor. Der Anfang iſt ſehr vielverſprechend. Es ſind gegen 400
Nen=
nungen in den einzelnen Konkurrenzen abgegeben und die beſten Pferde
und bekannten Turnierreiter werden ſich in Nauheim ein Stelldichein
ſeben. Die Materialprüfung für Reitpferde hat 28
Nen=
nungen erhalten, darunter ſo gute Pferde wie Wotan, Hera, Komet,
Heinitz. Die Eignungsprüfung für Reitpferde iſt mit
41 Nennungen ſehr ſtark beſetzt. Der Stall Opel iſt mit Ariſtokrat
ver=
treten, Major Bürkner hat Caracalla und Altklug genannt; von den
Verliner Ställen ſchickt Frau Franke Melona II und der Stall Weſten
Cherubin; Frhr. v. Langen wird wit Heinitz, Hartherz und Volt
er=
ſcheinen. Die Reitprüfungen Klaſſe l und M haben 16
Nennungen erhalten. Hier wird die Konkurrenz beſonders ſchwer
wer=
den, denn die Ställe des Frhrn. v. Langen, Major Bürkner, Frl. v. Opel
und Marwede werden ihr Material in das Treffen führen. Die
Reit=
prüfung für Damenreitpferde iſt mit 9 Nennungen gut
beſetzt, darunter Pferde wie Admiral Scheer, Ariſtokrat, Melona II,
Cherubin und die Pferde des Herrn Oppenheimer Amy und
Schwaben=
mädel. Die Jagdſpringen weiſen eine ausgezeichnete Beſetzung
auf. Im Jagdſpringen leichter Klaſſe ſind 48 Nennungen
abgegeben, darunter die Springpferde des Frhrn. v. Lüdinghauſen, Dr.
Sprenger, Frhrn. v. Langen und Herrn v. Knobelsdorff. Im
Jagd=
ſpringen mittlerer Klaſſe wird ein Rieſenfeld von 8
Teil=
nehmern, darunter unſere beſten Springpferde, wie die des Grafen
Hohenau, Oberleutnant Lungershauſen, Dr. Sprenger, ferner bekannte
Pferde wie Spanier, Prellſtein, der Stall Oppenheimer und die
Springpferde des Frhrn. v. Lüdinghauſen und Frhrn. v. Langen
ver=
einen. Für das Amazonen=Jagdſpringen haben 22
Teil=
nehmer genannt, darunter ſind die Pferde Ariſtokrat, Waldtraut und die
bekannten Ställe des Frhrn. v. Lüdinghauſen, Oppenheimer und Frl.
Sauermann.
Süddeutſchlandſlug.
Endgültige Streckenfeftſetzung für die Streckenflüge
am 5. und 6. Juni 1926.
Angenommene Durchſchnittsgeſchwindigkeit für alle Typen za. 110 Klm.
Zeitangaben der eintreffenden Flugzeuge annähernd. — Aufenthalt m
Zwangslandungshäfen za. 30 Minuten.
1. Tag 5. Juni1926. Ausgangshafen Mannheim.
1. Teilſtrecke: Mannheim—Mergentheim — 210 Klm. Start 5 Uhr vorm.
Landung 7 Uhr. 1. Wendemarke Darmſtadt 5.25 Uhr, 2.
Wende=
marke Frankfurt 5.35 Uhr, 3. Wendemarke Würzburg 6.45 Uhr.
2. Teilſtrecke: Mergentheim-Karlsruhe — 167 Klm. Start 7.30 Uhr,
Landung 9 Uhr. Wendemarke Mannheim 8.30 Uhr.
3. Teilſtrecke: Karlsruhe—Stuttgart=Böbligen — 58 Klm. Start 9.30
Uhr, Landung 10.10 Uhr.
4. Teilſtrecke: Stuttgart=Böblingen—München — 294 Klm. Start 10.40
Uhr, Landung 12.30 Uhr. Wendemarke Ulm 11.30 Uhr.
5. Teilſtrecke: Mäinchen—Friedrichshafen — 180 Klm. Start 1 Uhr,
Lan=
dung 2,30 Uhr. Wendemarke Lindau 2.20 Uhr.
6. Teilſtrecke: Friedrichshafen—Freiburg — 139 Klm. Start 3 Uhr,
Lan=
dung 4 Uhr. 1. Wendemarke Konſtanz 3.10 Uhr, 2. Wendemarke
Villingen 3.50 Uhr.
7. Teilſtrecke: Freiburg-Baden=Baden — 93 Klm. Start 4.30 Uhv,
Landung 5.20 Uhr.
8. Teilſtrecke: Baden=Baden—Mannheim — 80 Klm. Start 5.50 Uhr,
Landung 6.30 Uhr.
Endhafen Mannheim. Geſamtſtrecke 1131 Kilometer.
2. Tag. 6. Juni. Ausgangshafen Mannheim.
1. Teilſtrecke: Mannheim-Villingen — 220 Klm. Start 5 Uhr vorm.,
Landung 7 Uhr. 1. Wendemarke Karlsruhe 5.30 Uhr, 2.
Wende=
marke Freiburg 6.45 Uhr.
2. Teilſtrecke: Villingen-Konſtanz — 71 Klm. Start 7.30 Uhr, Landung
8.20 Uhr.
3. Teilſtrecke: Konſtanz—München — 23 Klm. Start 8.50 Uhr, Landung
10.40 Uhr. 1. Wendemarke Friedrichshafen 9.10 Uhr, 2.
Wende=
marke Lindau 9.20 Uhr.
4. Teilſtrecke: München—Stuttgart — 204 Klm. Start 11.10 Uhr,
Lan=
dung 1 Uhr. Wendemarke Ulm 12.10 Uhr.
5. Teilſtrecke: Stuttgart=Böblingen—Mergentheim — 105 Klm. Start
1.30 Uhr, Landung 2.20 Uhr.
6. Teilſtrecke: Mergentheim-Nürnberg — 85 Klm. Start 2.50 Uhr,
Landung 3.40 Uhr.
7. Teilſtrecke: Nürnberg—Schweinfurt — 88 Klm. Start 4.10 Uhr,
Lan=
dung 5 Uhr.
8. Teilſtvecke: Schweinfurt—Darmſtadt — 140 Klm. Start 5.30 Uhr,
Landung 6.40 Uhr. Wendemarke Frankfurt 6.30 Uhr.
9. Teilſtrecke: Darmſtadt—Mannheim — 45 Kilometer. Start 7.10 Uhr,
Landung 7.30 Uhr.
Endhafen Mannheim. Geſamtſtrecke 1161 Kilometer.
In den 17 vom Süddeutſchlandflug berührten Städten zeigt ſich
überall emſiges Schaffen, um die letzten Vorbereitungen für den Empfang
der an dieſem großen Wettbewerbe teilnehmenden Flugzeuge zu treffen.
— Die techniſchen Leiſtungsprüfungen, die den beiden großen
Strecken=
flügen am 5. und 6. Juni vorangehen, nehmen am Montag, den 3k. Mai,
in Mannheim ihren Anfang. Die techniſche Leitung liegt in den Händen
des Bad. Pfälz. Luftfahrt=Vereins Mannheim e. V., wo der zentrale
Arbeitsausſchuß ſeinen Sitz hat. Das Intereſſe, das dem
Süddeutſchland=
fluge von Seiten der Flugzeuginduſtrie und den Kreiſen des Luftſports
entgegengebracht wird, iſt außerordentlich lebhaft und zeigt aufs
deut=
lichſte die große Bedeutung, die dieſem Zuverläſſigkeitswettbewerbe als
Impuls für die Entwicklung des Sportfluges beigemeſſen wird. Trotz
der zum Teil recht ſchwierigen Wettbewerbsbedingungen, die die
Aus=
ſchreibung enthält, haben ſich nicht weniger als 31 Flugzeuge zur
Teil=
nahme gemeldet. Da von ſeiten der Veranſtalter Wert darauf gelegt
wird, daß die Preisſumme von RM. 65 000 den Wettbewerbmaſchinen
möglichſt gute Gewinnausſicht bietet, iſt die Teilnehmerzahl auf 25
be=
ſchränkt worden, ſodaß 6 Flugzeuge zurückgewieſn werden mußten.
Tennis.
Tennisabteilung der T. G .D. 1846—Tennis=Club Michelſtadt
in Michelſtadt i. O. am 29. und 30. Mai 1926.
Nachdem die Ausſcheidungsſpiele an den Pfingſttagen ausgetragen
wurden, tritt unſere Turniermannſchaft (8 Herren und 4 Damen) zu
dem vorgenannten Turnier an.
Größere Schönheitz
Erhöhte Leistung
Niedrigerer Preis.
Nicht eine von diesen Qualitäten,
sondern alle drei sind in diesem
herr=
lichen Orpswoßtrx vereinigt.
Elegante Fisher=Karosserie mit
farben=
prächtiger Duco=Lackierung. Starker
6=Zylinder, abnehmbarer L=Kopf=Typ=
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Zün=
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rheinisch-
westfälischen Industriegebiet, zugleich
vor den Toren eines neu erschlossenen
ausgiebigen Kohlenzentrums, ist er ein
unentbehrlicher
Mittler
zwischen Erzeuger und Verbraucher
Wirksamstes Anzeigenblait
am ganzen unteren
Niederrhein
Nummer 148
Sonntag, 30. Ma
latte
Reueft
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Getreide=Kreditbank A.=G., Mainz. Die G.=V. genehmigte den
Ab=
ſchluß für 1925, wonach RM. 7000 (3175) Reingewinn zu den Reſerven
geſchrieben werden. Den RM. 382 000 (149 912) Debitoren und RM.
168 000 (63 750) Bankguthaben ſtehen RM. 460 000 Reſerven und fremde
Guthaben gegenüber. Neben ſeiner eigentlichen Tätigkeit hat das
Inſti=
tut u. a. auch das Effettengeſchäft gepflegt, die Hauptbetätigung beſtand
aber nach wie vor im Kontokorrentgeſchäft in Verbindung mit einem
umfangreichen Wechſeldiskontgeſchäft, ſowie Inkaſſoverkehr.
Deviſenver=
mittlung und Warenlombardierung.
Freie Notierung von Deviſen und Noten an der Frankfurter Börſe.
Die Deviſenkommiſſion des Frantfurter Börſenvorſtandes teilt mit: Nach
Aufhebung der Devifen=Einheitskursverordnung werden vom Dienstag,
1. Juni 1926 ab, Deviſen und Noten an der hieſigen Börſe wieder frei
notiert. Aufträge zur amtlichen Notiz ſind Werktags außer Samstag bis
12½ Uhr den Matlern aufzugeben; für Samstag werden noch beſondere
Beſtimmungen getroffen.
Chemiſche Werke Broockhues A. G. in Niederwalluf. Wie die „F. 3.”
von unterrichteter Seite erfährt, wird die Geſellſchaft für das
ab=
gelaufene Geſchäftsjahr vorausſichtlich keine Dividende verteilen (im
Voraihre wurde ſtatt einer Bardividende auf je 10 Zinsſcheine eine Aktie
gewährt). Das Geſchäft ſei wohl gut geweſen und habe Verdienſt
ge=
laſſen, man halte es aber für richtig, den Gewinn vorzutragen. Die
Aufſiehtsratsſitzung wird Anfang Juni abgehalten. In den erſten vier
Monaten des laufenden Jahres ſei die Beſchäftignug ebenfalls gut
ge=
weſen. Es liegen große Auslandsaufträge vor, ſodaß die Ausſichten als
günſtig bezeichnet werden dürften.
Nürnberger Lebensverſicherungs=Bank. Im Geſchäftsjahr 1925
be=
trugen die Geſamteinnahmen 8 24 065,25 Rmk., die Geſamtausgaben
7 672 831,64 Rmk., ſodaß ein Ueberſchuß von 561 233 61 Rmk. verblieb.
Der Aufſichtsrat hat beſchloſſen, der am 18. Juni ſtattfindenden
General=
verſammlung vorzuſchlagen, für das verfloſſene Geſchäftsjahr 10 Prozent
Dividende zu verteilen und der Gewinnreſerve der Verſicherten 410 227,63
Reichsmark, das ſind mehr als 95 Prozent des in der
Lebensverſiche=
vungsabteilung erzielten Geſvinns, zuzuführen. Die Geſchäftsentwicklung
im Jahre 1926 iſt ebenfalls als günſtig zu bezeichnen.
Vereinigte Pinſelfabriken, Rürnberg. Das Geſchäftsjahr 1925 der
Vereinigten Pinſelfabriken Nürnbergs ſchließt nach Abzug der
Abſchrei=
bungen mit einem Reingewinn von 394 00 Mk. ab, während im Vorjahr
377 000 Mk. erzielt wurden. Der am 25. Juni ſtattfindenden
Geueral=
verſammlung wird die Verteilung einer 5prozentigen Dividende
vorge=
ſchlagen. Im vorigen Jahre konnten 7 Prozent Dividende ausgeſchüttet
werden.
Der Württembergiſche Gläubiger=Schutzverband E. V., mit dem Sitze
in Stuttgart, deſſen Tätigkeitsbezirk ſich auf Württemberg, Baden,
Bayeriſche Pfalz, Heſſen, Heſſen=Naſſau und Hohenzollern erſtreckt,
hielt am 18. Mai in Stuttgart ſeine 16. Generalverſammlung
ab. Nach dem Bericht hat der Verband im Geſchäftsjahr 1924 rund 557
Konkurſe, außergerichtliche Vergleiche und ferner gerichtliche
Zwangsver=
gleiche im Anſchluß des Geſchäftsaufſichtsverfahrens für ſeine
Mitglieds=
firmen bearbeitet, dieſe Zahl hat ſich jedoch im Kalendergeſchäftsjahr 1925
auf 1593 Fälle geſteigert. Die Steigerung iſt hauptſächlich in der Zeit
von Anfang Ottober 1925 eingetreten. Die Mitgliederzahl hat ſich im
Jahre 1925 um 200 Firmen innerhalb des Tätigkeitsbezirks erhöht. Dir.
Lages brachte verſchiedene markante, vom Verband bearbeitete Konkurſe
und Liquidationen zum Vortrag, bei denen ſich gerade die in der
Zwi=
ſchenzeit eingetretene Verſchärfung der Wirtſchaftslage außerordentlich
bemerkbar gemacht haben. Das Weſen der gerichtlichen
Geſchäftsauf=
ſichten geht ſeinem Ende entgegen; es wird in Kürze durch das ordentliche
Geſetz des außerkonkurslichen Zwangsvergleichs abgelöſt. Nach dem
Ent=
wurf des neuen Geſetzes muß der vom Schuldner beantragte
Zwangs=
vergleich außerhalb des Konkurſes innerhalb ganz kurzer, von den
Amts=
gerichſten zu bewilligenden Friſt, und zwar längſtens bis zu einem
Mo=
nat, zum Abſchluß kommen. Bei Nichtzuſtandekommen des
Zwangsver=
gleichs erfolgt ohne jede weitere Antragſtellung ſeitens des Schuldners
oder eines Gläubigers von Amts wegen die Eröffnung des Konkursver= Berlin,Karlsruhe7
fahrens. Die Mindeſtquote, die eine ſchuldneriſche Firma im Wege des
außerkonkurslichen Zwangsvergleichs bieten darf, bewegt ſich nach dem Bremer Volle.
Entwurf zwiſchen 40 und 50 Prozent; jedenfalls iſt ein Zwangsvergleich
außerhalb des Konkursverfahrens unter einer Quote von 40 Prozent
unmöglich. Dem Vorſtand und der Geſchäftsführung wurde nach den
vorgetragenen Kaſſenberichten Entlaſtung erteilt.
Die neuen Preiſe des Stickſtoff=Syndikats. Das Stickſtoff=Syndikat,
welches ungefähr 99 Prozent der deutſchen Stickſtofferzeugung umfaßt,
gibt für das am 1. Januar beginnende Düngejahr 1926/27 ſeine neuen
Preiſe bekannt. Sie ſind gegenüber dem laufenden Düngejahr
wieder=
um erheblich ermäßigt. Die Preiſe ſind wie bisher monatlich geſtaffelt
und zeigen ihren niedrigſten Stand in den Sommermonaten, ſodaß bei= Gaggenau Vorz.
ſpielsweiſe der Landwirt, der ſchon im Juni ſchwefelſauren Ammoniak be= Gelſenk. Gußſtahl
zieht, das Kilo Stickſtoff 20 Pfg. billiger erhält, als Ende des
abgelau=
fenen Düngejahres 1925/26. Mit Leuna=Phosphat wird der
Landwirt=
ſchaft ein neues Düngemittel zur Verfügung geſtellt, das mindeſtens 20
Prozent Stickſtoff und mindeſtens 14 Prozent waſſerlösliche (daneben auch
zirka 1 Prozent zitratlösliche) Phosphorſäure enthält. Dieſe Vereinigung
von Stickſtoff und Phosphorſäure in einem dem Bedürfnis der
Land=
wirtſchaft angepaßten Verhältnis ermöglicht beſonders auch für die
klei=
neren landwirtſchaftlichen Betriebe eine Vereinfachung der Düngung.
Der Leuna=Phosphat wird bis auf weiteres zu einem feſten Preis von Buenos=Aires,
25,71 Rmk. für 100 Kilo verkauft. Der Preis für 1 Kilo Stickſtoff im
ſchwefelſauren Ammoniak, ſalzſauren Ammoniak, Leung=Salpeter, Kali= Kovenhagen,
Ammon=Salpeter und Harnſtoff beträgt im Juni 90 Pfg. und erreicht Stockholm..
am 1. Februar 1927 ſeinen höchſten Stand mit 1 Rmk. Der Preis für Helſingfors..
das Kilo Stickſtoff und Kalt=Stickſtoff bewegt ſich zwiſchen 82 und 92 Pfg.
Im Natron=Salpeter koſtet das Kilo Stickſtoff bis auf weiteres 1,25 Rmk. London.. . ..
und im Kalk=Salpeter 1,15 Rmk. Die frachtfreie Lieferung wird in die= Paris=
zuurgg=
ſem Düngejahr nicht nur beibehalten, ſondern auch auf ſämtliche deut= Schweiz ... ſchmalſpurigen Eiſenbahnlinien ausgedehnt. Die Zahlungsbeding= Spanien..
ungen bleiben im weſentlichen die gleichen wie bisher. Für zwei Drittel
des Rechnungsbetrages können Dreimolatswechſel gegeben toerden. Das
Prolongationsabkommen mit dem Bankenkonſortium endet bekanntlich
am 31. Mai d. Js. Zur Anr=gung des Sommerbezugs werden in den
Monaten Juni—Juli und Auguſt auf eine, anſtelle der Wechſel geleiſtete
Barzahlung 4½ Prozent vergütet, für die folgenden Monate 3 Prozent.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 29. Mai.
Trotz Wochenſchluß und Ultimo hat die außerordentliche Feſtigkeit
der Börje „üte joch eine ſzeitere Steigerung erfahren. Es macht ſich
mehr deuſe je das B.ſtreien bemertbar, die Ultimoengagements, auf
Leieit guße Giewinne rühen, zu prolongieren, und da auch heute wieder
z0311 ia fäufitäge vorjagen, ſtellte ſich hin und wieder auch
Stück=
mang=l ein. Beſonders der Kölmer Platz und Holland waren heute mit
g:oßſen Ra/jaufträgen am Mmkte, erſterer wie allgemein behauptet wird,
für franzöſche Rechnung. Verſchiedene hieſige Großbanken haben übri=
„ſens auh größere Kaufaufträge direkt aus Paris erhalten, die wohl auf
die neue Abſchwächung des franzöſiſchen Franken zurückzuführen ſind.
Ferner lagen Schweizer Käufe für Elektrowerte vor, beſonders für
Lah=
meher. Das Geſchäft war wieder außerordentlich lebhaft, zeitweiſe ſogar
recht ſtürmiſch. J.G. der Farbeninduſtrie gewannen 3 Prozent, die
Elek=
trowerte 1 bis 2 Prozent, vereinzelt auch noch darüber hinaus. Auch
der Montanmarkt lag ſehr feſt mit neuerlichen Kursbeſſerungen von
ebenfalls 1 bis 2 Prozent, für die Kaliwerte ergaben ſich ſogar
Kursge=
winne von 4 bis 5 Prozent, nachdem dieſe in den letzten Tagen der
all=
gemeinen Aufwärtsbewegung nur beſcheiden nachgefolgt waren. Ferner
waren ſehr feſt die verſchiedenen Petroleumwerte, wie Rütgerswerke
plus 5 Prozent und Deutſche Erdöl plus 2 Prozent; die Banken folgten
dagegen heute der weiteren Hebung des allgemeinen Kursniveaus kaum.
Deutſche Anleihen ebenfalls feſter bei ruhigem Geſchäft. Ausländiſche
Nenten ſtill, nur in Mexikanern bei weiterer leichter Kursbeſſerung
etwas Geſchäft. Der Freiverkehr blieb dagegen luſtlos. Die Börſe
ſchloß unverändert feſt. Tägliches Geld 5,5 Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Im heutigen Verkehr zeigte ſich verſtärkte Unternehmungsluſt. Am
Montanaktienmarkte regte die beſſere Abſatzmöglichkeit für die deutſche
Steinkohle und die Nachricht über die Beteiligung des dem
Gelſenkirch=
ner Bergwerk verbleibenden Grubenbeſitzes an dem Kohlenſyndikat zu
höher ein, noch mehr gewannen Braunkohlenwerte. So Ilſe 4,75,
Rhei=
niſche Braunkohlen 6,5 Prozent. Rheinſtahl ſtieg über 2 Prozent.
Far=
beninduſtrie kamen auf 188,25. Goldſchmidt hatte einen Gewinn von
4,25 Prozent. Kaliaktien gingen ebenfalls weiter um 2 bis 3 Prozent
in die Höhe. Elektrizitätsaktien wurden faſt alle infolge Meinungskäufe
um 2 bis 3 Prozent teurer bezahlt. Von Maſchinenfabrikaktien nahmen
nur einzelne Werte an der Aufwärtsbewegung teil. Nationale Auto
erholten ſich etwas. Deutſche Erdöl gewannen weitere 3 Prozent, Zell= (Vorwoche 18—1925 Rm.).
ſtoff=Waldhof 8 Prozent auf angeblich günſtigen Geſchäftsgang. Von
den Werten des Spritkonzerns zogen Kahlbaum um 2 Prozent, Schult= rumäniſche Ladungen unterwegs ſind, weshalb man ſich bei Befriedigung
heiß um 3 Prozent an. Von Schiffahrtsaktien beſſerten ſich Paketfahrt
um 2 Prozent, Hanſa um 1,5, Nordd. Lloyd um 1,75 Prozent. Der
Bankaktienmarkt änderte ſich im Kursſtande nicht weſentlich, nur
Baye=
riſche Hypotheken= und Wechſelbank ſetzten um 5', höher ein und Baur
gewannen Mansfeld=Bergbau=Aktien 7,5 Prozent. Die großen Steige= 9,30 fl. eif Rotterdam.
rungen gaben der Spekulation Anlaß zu Gewinnſicherungen. Die kleinen
hierdurch bedingten Kursabſchwächungen brachten jedoch der algemeinen nehmen. Nahe Sichten lagen eher etwas ſchwächer; über die Maispflanze
feſten Stimmung keinen Eintrag. Deutſche Anleihen wenig geändert.
Aſchaffb. Zellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſc
Bamag=Meguin
Berl. E. W. Vorzu
Braunkohlen=Brikett
Bremer Bulkan.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl ..
Deutſche Petroleut
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte.
Dynamit Nobel.
J. G. Farben
Elektr. Lieferung.
R. Friſter
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen
Han.Maſch. Egeſt.
Hanſa Dampfſch.
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Brüſſel=Antw.
Oslo ......"
Italien ......
New=York. . .
28. 5.
Geld Brief
H88.57153.89
1879 1.553
12.83 12.32
91 23/ 9.55
1ö.23 110.39
12.25 112.54
Hö.55 i0.59
15 62 15.66
20 1G320.185
13.75
Bi.77
E3.92
4.195 4.205
13.19
9i.31
G.53
2. 5.
Geld Brief!
1.680 1. 6B4/Prag ...
12 98 13 00 Budapeſt.
5i.
112.25 112, 50 Bulgarien.
10.535 10,595/Belgrad .
15.78 15.32/Konſtantinor
20 403 20.455/Liſſabon
13.455
.22
168.63 169.05/WienD..Oſt. abg
31 48 Fapan
119 33 170.59 Rio de Faneir
4.205/Danzig ...
795lAthen
5 lKanade
63.52 83 69Uruguah . ...
28. 5.
59.27 59 21
17.721 12.1511
55 565l
1.928 1.972
6.535 0 638
3.045/ 3.055
f.i0 7.772
2.331 2.347
2i. 715 21.765le7 745/21.735
80.92/ 81. 1218
5f9 55l
1.335 (.3i5
Geld Briefl Geld /Brief
f.197 T.257 4. 157 4.307
B. 5.
59 21 59 19
12.32:h2.762
5.855/ 5.085
1.370 1.974
0.633 E. 650
3.048/ 3.055
7. 402/ 7.722
2.32 2.3
80 91 31.71
5.71 5.76
12931 1.305
Von den ſüddeutſchen Waren=
und Produktenmärkten.
Die Stimmung an den ſüddeutſchen Getreidemärkten hat ſich in der
abgelaufenen Woche, in der das Börſeugeſchäft am hieſigen Platze auf
einen Tag zuſammengedrängt war, befeſtigt. Es hatte ſich über die
Feiertage hinweg einiges Dekuvert herausgebildet, das Deckung
ſuchte. Es zeigte ſich auch, daß weder beim Handel noch bei den
Müh=
len nennenswerte größere Beſtände vorhanden ſind, und das Intereſſe
hat ſich ſowohl in Deutſchland als in Belgien, hauptſächlich auf nahe
Poſitionen erſtreckt. Angeregt wurde die Stimmung auch durch den
weniger günſtigen deutſchen Saatenſtandsbericht, beſonders aus
Oſtpreu=
ßen. Im allgemeinen zeigt der Saatenſtand jedoch in den wärmeren
Breitengraden der nördlichen Erdhälfte eine vielverſprechende Blüte.
Die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten über die bald beginnende
Winterweizenernte lauten günſtig und man glaubt, daß die nächſte
Schätzung der Erntezahlen höher als zu Beginn dieſes Monats lauten
werde. Auch Auſtralien und Rumänien haben über günſtige
Witterungs=
verhältniſſe berichtet, ſo daß die Ernten im dieſen für die
Weltpreis=
geſtaltung wichtigen Ländern günſtige Ausſichten bieten. Wenn die
amerikaniſchen Märkte den Mai=Termin für Weizen im Wochenverkauf
um 10 Cents, den Juli=Termin um 6 Cents und den September=Termin
um 4 Cents pro Buſhel hinaufgeſetzt haben, ſo erklärt ſich dies zum Teil
aus der Tatſache, daß der ferne Oſten laufend für amerikaniſches
Ge=
treide als Käufer, im Markte war. Bei uns hat man ſich von den
ſthwankenden amerikaniſchen Meldungen ziemlich frei gemacht und im
Kauf greifbaren oder günſtig ſchwimmenden Weizen bevorzugt.
Ver=
langt wurde zuletzt für die 100 Kg. Manitoba 1 33,50 Rm., II 33,00 Rm.,
III 32,50 Rm. waggonfrei Mannheim; erſte Hälfte Juni=Abladung
16,80 fl., II 16,45 fl., III 16,00 fl. eif Rotterdam. Von Plata=Weizen
nannte man Baruſſo, 76 Kg., mit 30,75 Rm., Roſa F, 76 Kg., 31,50
Rm. eif Mannheim, Baril, 76 Kg. fällig, 15,B fl., desgl. 75 Kg. 15,0f.
eif Mannheim; Baruſſo, eingetroffen, 76 Kg. 15,10 fl. transpordé
Ant=
werpen. Auſtral=Weizen wurde waggonfrei Mannheim mit 33,50 Rm.,
ſeeſchwimmend mit 17.10 fl., transborde Antwerpen, gehandelt. Für
Berlin, 29. Mai. Azima verlangte man, waggonfrei Mannheim, 31,50—32,50 Rm.,
für=
ſonſtigen Ruß=Weizen, je nach Qualität und Gewicht, 16—16,75 fl. eif
Mannheim.
In Roggen blieb die Umſatztätigkeit klein, es iſt genügend
An=
gebot vorhanden, ſo daß Preiserhöhungen kaum durchzuſetzen find. Für
lebhaftem Umſatz. Kohlenaktien ſetzten durchweg um 2 bis 3 Prozent inländiſche Ware wurden im Waggongeſchäft 2075—21,00 Nm.
Vor=
woche 20,50—20,75 Rm.) verlangt, für ausländiſche Ware 22,50 Rm. bzw.
für Weſtern=Roggen, eif Rotterdam, 10,60 fl. — Das
Gerſten=
geſchäft lag unverändert ruhig. Fränkiſche und Tauber=Gerſte ſtellte
ſich, waggonfrei Mannheim, auf 21,50—22,00 Rm., däniſche Gerſte auf
25,50— 27,00 Nm. Auſtral=Gerſte auf 26,50—27000 Rm. und Plata=Gerſte,
68/69 Kg., auf 20—21 Rm., inländiſche Futtergerſte 18,25—19,B Rm.
Hafer lag feſter, die Käufer blieben aber doch zurückhaltend, weil
des Bedarfs möglichſt auf lagernde Beſtände beſchränkt. Inländiſche
Her=
kunft koſtete 20,50—2150 Rm. (unverändert), ausländiſche 19,3—33,00
Rm. (19,25—24,00), waggonfrei Mannheim bzw. Kanada II 11 fl.,
Ka=
nada III 10,30 fl., beides Juni=Abladung eif Rotterdam. Weſtern II
für Elektr. Werte ſtellten ſich um etwa 4 Prozent höher. Im Verlaufe 10,75 fl. eif Rotterdam, Kanada Feed 1 9,30 fl., II 9,40 fl., white elipped
Das Geſchäft in Mais vermochte keinen größeren Umfang
anzu=
lauten die Berichte aus den Produktionsländern recht günſtig. Alter
Plata=Mais, disponibel Antwerpen—Rotterdam, koſtete 8 fl. bzw.
wag=
gonfrei Mannheim 17,50—17,75 Rm. (Vorwoche 17,75 Rm.) mit Sack.
Am Mehlmarkt war die Stimmung feſt, aber bei kleinem
Ge=
ſchäft doch zurückhaltend, nachdem in den erſten zwei Wochentagen
ziem=
liche Umſätze ſtattgefunden hatten, die ſich bei 41,50—42,00 Rm. für die
100 Kg. Weizenmehl Spezial 0. vollzogen, während heute die Forderung
auf 42,50—42,75 Rm. geht. Roggenmehl wird wenig ausgemahlen.
Süd=
deutſches Roggenmehl, 70proz. Ausmahlung, bedingt 29—29,50 Rm.,
6oproz. Ausmahlung 31 Rm., Auszugsmehl 33 Rm. Für norddeutſches
Roggenmehl. 65proz. Ausmahlung, wurden 28—38,50 Rm. angelegt,
heute B,50—28,75 Rm. verlangt. Norddeutſches Roggenauszugsmehl
ging mit 32—32,25 Rm. um und bedang heute 32,75 Rm.
In Futtermitteln iſt das Geſchäft etwas beſſer geworden,
namentlich zeigt das Ausland feſtere Haltung für Kraftfuttermittel, aber
auch bei uns kann man ſich mit Rückſicht auf die Aufzucht nicht vollſtändig
auf die Grünfütterung beſchränken.
Der ſüddeutſche Tabakhandel iſt jetzt in den Magazinen mit
dem Verpachen der Sandblätter beſchäftigt, auch das Sortieren der
Schneidetabake hat begonnen. Schneidetabak=Fabrikanten kauften
grö=
ßere Partien 1924er und 1925er Tabake in der Preislage von 58—65 Rm.
Die Preiſe für überſeeiſche Rippen haben etwas angezogen. Das warme
Wetter begünſtigt das Wachſen der jungen Tabakpflanzen; es haben
ſchon vereinzelte Anpflanzungen ſtattgefunden, im allgemeinen wird aber
erſt in acht bis zehn Tagen damit begonnen werden.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 29. Mai. Vom Auslande lagen
keine beſonderen Anregungen vor. Gleichwohl zogen die Weizenpreiſe bei
ſehr ruhigem Geſchäft etwas an. Die Käufer waren vorſichtig. Auf
Roggen drückten weitere ſehr erhebliche Ma=Andienungen. Der Preis
des laufenden Monats ſchwächte ſich daher etwas ab, für ſpätere
Sich=
ten fehlte es an Unternehmungsluſt. Inlandsgerſte wurde wenig
ge=
handelt. Auch Hafer war ruhig, für beſſere Ware wurden hohe Preiſe
gefordert.
zr. Fandfdtrer Karboericht vond He. Mul 1040.
Staatspapiere
Deutſche
6% Reichsanleihe .
42 Reichsanleihe
8½%
830
Dollar=Schatzanw.
K.,Schatzanw. 23
R.=Schatzanw. 24
4½%IPundV R.=
4½%UI.-IX. . .
17 D. Schutzgb. . .
Sparprämienanl.
42 Preuß. Konſ..
3½½„ „ .
89 „
8½%
885 „ 1896
49Bahern ......"
8½% ...
......
875
8-16% Heſſ. unt. 28
42 „
8½% „..!
.
8%
4% Württ. alte
b) Sonſtige,
europäiſche
3% Bos. E.B 1914
4% „L.Inv. 1914
4½% 1898 ..
4½% 1902 .
47.......
52 Bulg. Tabal
4½% Oſt. Staatsr.
0.35
0.35 4½% Ung. St. 1913 4½%0 St. 1914
47 „ Goldr. 17.6 42 Baden alt ...! — 4½ „ St. 10. Kronr. 38 Eiſ.Tor, Außereuro: päiſche 5%0 Mex am. inn. 25.5 17 äuß. 99 0.37 47 „ Gold. 04 321. konſ inn. / 16.5 4½% Frigat.:
% Tamaulipas .. 0.35 Sachwert=Schuld= verſchreibungen 35.5 Mit Zinsberech= nung 3.90 6% Doll. Gold. 1932 98 3.25 Gold. 1935
62
8% Frk.=Hyp.=B.= 3199 198 Goldp 18%0 Frff.Hhp.=Bl= Reihe 2 99 5% Frf. Pfandbr. B.) 17.4 Gold Reihe 2 78.5 Em. 31 99
5% Neck. A 6. Gld23/
83 Pfälz.=Ghyp.=Br.
24
8% Rh.=Hyp. 6b. 24
5% Rhein=Main=
Donau. . Gold 23
Ohne
Zins=
berechnung
6% Bd.=Bd..Hz. 23
5% Bdiv. Kohl. 23
5% Fr. Pf.Bk. G. 1
62 Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heid. Holzw. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
2
Roggan 23
2 Mannh. Stadt=
Kohl ...... .23
6% Offenb. Holz..
5% Pfälziſche=Hpp.
Bk. Gld. . . 24
5% Pr. Kaliw...
5% Pr. Roggenw.
5% Rh. H.B. 6b. 24
15% Sächſ. Brr. 23.
5% „Roggenw.23
5% Südd. Feſt:B.6
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfaudbriefe
Bahr. Vereinsb.. ..
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp.u. Wechil
Frkf.Hyp.=Bk.
Frkfi. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Meining. Hyp.=Bk.
Pfälz.=Hyp.=Bk.
Preuß. Pf.br.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Südd. Bodenkr. ..
Bürtt, Kyp.=B....
97.5
97.5
17.5
11.95
2.05
4.65
13.45
18
E.5
2.5
6.20
2
14.5
8.22
12.55
9.35
18.85
9.35
10.02
10.75
10.39
Staatl. od. prov.
garantiert.
Heſſ. L.=Hhp.=B...
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Odsb. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ...
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
5% Oſt. Südb. (2.)
2,6% Alte ..
2.,620 Neue ..
42 Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. 9. E.
3%Oſt. 1885...
3%Oſt. Erg.Netz
420 Rud. Silber.
4% Rud. Salzkg.)
4½.% Anat., S.1
4½%Angt., S. II
4½%0 Anat., S.III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Credit.
Bad. Bk.
Br.f.Brauind.
Barmer Banw.
Bah. Hyp.=.Wch
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank ./1
D. Eff.u. Bchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.) 1
D. Vereins=Bk..
Disk.=Geſelſch. .
Dresdener Bk.....
Frankf. Bk. ....."
65
6.25
13.25
13.25
17
17.4
435
20.55
27.5
96.25
93
111
156
107.5
135.2-
131.
vo
110
85
125.4
114
80
Hyp.=Bk. ..
Frlf. Pfdbr.=Bk.
Gotha Grundkr. Bk.
Metallbank. . .
Mitteld. Ereditb. 1
Oſterr. Creditanſt.
Pfälz. Hyp.=Bk...
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Creditbk.
Rhein=Hyp.=Bk. .
Südd. Disc.=Geſ.
Wiener Bankerein
Bergwerk8=Akt.
Berzelius
Bochum. Bergb.
Buderus..
Dt. Luxemburg.. .
Eſchw. Bergw... . . /134.5
Gelſenkirch.Bow..
Harp. Bergb..
Iſe Bergb.
„ Genußſchein. . 80
Kali=Aſchersleb. . . 1125.5
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln :1130.25
Klöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr. 1104
Mansfelder
Oberbedarf.
Obſchleſ. Eiſ. (Caro)
Otavi=Ant.
Phönir=Bergb.
Nhein Braunk. ./198
Rhein. Stahlw.. .
Rombach. Hütte.
A. Riebeck Montan 1
Tellus Bgb....
Ver. Laurahütte ..
Induſtrie=Akt.
Eichbaum(Mannh. / 65
benninger ... . 124
Löwenbr.=Müncen!200
94.5
106
98
109.25
6.65
148
161
108.25
101
5.4
36.75
104.5
66
110.25
112
123.5
114.5
—
25
93
50
51
29.75
8a”,
117
215,
116.75
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof (Bind.
Schwarz=Storchen
Verger ........."
Akkum. Berlin..
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher)
A. E. G. Stamm...
6%A. E. G. Bzg.4..
SSA.E. G. Bzg. B.
Amme Gieſecke..
Aſchaff. Zellſtoff
Badenia (Weinh.)
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin ..
Bahr. Spiegel ...
Beck e Henkel ....
Bergmann Gl...
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Eement Heidelb. 1101
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. . .
Chem Abert. ..
Chem. Brockh..
Chem. Milch ..... 56
Daimler Motoren.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ..
2. G.u. Silb. Scheid.
Dingler Maſch.
Dresd. Schnellpr.
Dürrkopp.
Dürr. Ratingen ..
Dyckerhoff S V..
Eiſenw. Kaiſersl...
Eiſenw. 2. Meher.
El. Lieferung..... 1
El. Licht= u. Kraft 1135
Elſ. Bad. Wolle...
Emag. ...."
Email. Ulrich
Enzinger Berke.
192
102.5
112
62
123
79.75
68eI,
91
91
39.5
5o
123.75
a8
113.25
58
100.5
a7.S
65.5
47.5
101.5
123
6.7
95.5
45
43
27.75
126.5
0.25
34
74
Eßlinger Maſch:.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtiſt ..
Faber & Schleicher
Fahr, Birmaſens.
Farbenind. F. 6.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Fetter)
Feiſt, Sekt. . .. ..
Frankfurter Gas .. / 87
Frankfurter Hof..
Frrf.=M. Pok u. B.
Beiling & Cie....
Germania Linol..
Gelſenk. Gußſt. . ..
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon..
Greffenius ......
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkf.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ../65
Hartm & Braun.
Hehligenſtaedt. . . . 26
Hilpert, Armatur. 28.25
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ....
Hoch=Tiefbau ..."
Holzmann ......"
Holzverk. Ind....
Hydrom. Breslau
Fnag ........."
Funghans .......
Kammg. Kaiſersl. 88
Karlsruher Maſch. / 34.5
Karſtadt R.
Klein. Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Bruun ..
Krauß. Lokom. ...
Lahmeher ..
Aech, Augsburg. . . 33
44
1188
7e
63
198
70
65.25
39
141.25
29.25
76
50.75
92
109
72
81
90
Gr.5
26
0.68
84
150
90.23
33
47.73
105.75
Lederw Rothe /30.5
Sbicharz
Löhnberg. Mühle 40
Ludwigsh. Walzm. 66
35.25 Lüdenſcheid Metall 49
Luther, Mühlenb.
Lux Induſtrie ... 29
Mainkraft Höchſt 951g
Metallgeſ. Frkf. .. /111
Meher, Dr. Paul. .
Miag. Mühlenb.. /117
Moenus Stamm. . 31.6
Motorenf. Deutz ..
Motorenf. Oberurſ.
Neckarſ. Fahrz. . 86.5
Neckarw. Eßlingen. 102
Beters union ...1 70
Pfälz. Näh. Kahſer 941,
Philipps. . . . . . . . 29
Porzellan Weſſel".
Prometh. Frkf. ...
Nein Gebb. ESchall
Rhein. Elektr. . . 104
Rhein. Metall=Vz.=
Rückforth ........"
Rütgerswerke ...!! 81
Schleußner ......
Schneid. & Hanau. 58
Schnellpr. Frank./ 58
Schramm. Lackf. 65
Schrift. Stempel 72
Schucker Elektr.. 1113
Schuhf. Weſſel... 39.75
32.1.
Schuhf. Herz
Schult Grünlack. / 40
44
Seilind Wolf.
3.3
Sichel & Co..
Siemens Glas. .
Siemens & Halske. 159
(3
Südd Immob.
Thür elektr. Lief. 83.3
113 Uhren Furtwängl. 33
Beithwerke ...../ 71
Ver. f. Chem. Ind.. .
Ver.d. Olfbr. Mann.
Ver Faßf. Caſſel
Gummi Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg:
Utramarin ......
Zellſtoff Berl. ....
Vogtl. Maſch. . ...
Voigt & Haeffner
Volthom. Seil ...
Bahß & Freytag.
Wegelin Rußfbr..
Zellſt. Waldhof ...
Zuckerf. Waghäuſel
Zuckerf. Frankenth.
Buckerf. Heilbronn.
Zuckerf. Offſtein..
Zuckerf. Rheingau.
Zuckerf. Stuttgart.
Transport= und
Beeſicherungs=Akt.
A. Dt. Ei enbahn. . .
Dt. Eiſenb.=Geſ...
El. Hochbahn =Berl.
Schantung E.B...
Südd. Eiſenb. Geſ.
Hapag ..........
Nordd. Llotzd. . ...
67.25
2.5
25.5
6e
91.75
33
106
56.25
47.5
57.25
70
S6.5
56.75
82
Frkf. Allg. Verſ.
Frankona Rückv.
Darmſt. Berte
Bahnbedarf
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ....
Gebr. Lutz...."
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder .
4-Auteth & Ellenv.
24.25
[ ← ][ ][ → ]Nummer 148
* Vom ſüddeutſchen Hozmarkt.
Was bisher nur mehr mit unbedingter Eindeutigkeit auf dem
Laub=
wammholzmarkte erkennbar war, eine offenſichtliche Preisabſchwächung
mnd Baiſſeſtimmung, das äußert ſich jetzt mit zweifelsfreier Gewißheit
auch auf dem Nadelſtammholzmaukt. Am Rundholzmarkt
uƗ große Stille eingetreten und für größere Poſten bekundet ſich
über=
haaupt kein Kaufintereſſe mehr. Die Verſteigerungen bringen ſchon lange
nicht mehr den völligen Abſatz des ausgebotenen Holzes, ſodaß große
4rückſtände entweder freihändig verkauft oder nochmals zu ſpäteren
Bserſteigerungen aufgeworfen werden müſſen. Eine bezeichnende
Illu=
ſirration für den ſcharfen Preisrückgang auf der ganzen Linie bietet die
nior Tagen veröffentlichte Verkaufſtatiſtik der bayeriſchen
Staatsforſtver=
m=altung für den Monat April. Allerdings muß zugegeben werden,
ſaaß die Verkaufsmenge gegenüber dem Monat März bei nahezu
110000 Fm., ſich um faſt 40. Prozent erhöht hat. Für Fichten und
Dannen betrug im Vormonat der Rückgang im Geſamtdurchſchnitt über
Prozent, ſodaß der April den Tiefſtand aller bisherigen Monate
der Verkaufskampagne erreichte und auch noch hinter dem des Monats
3gebruar zurückblieb. In noch ſtärkerem Maße ergibt ſich eine
Preis=
riinderung für Föhren und Lärchen, und zwar um über 6 Prozent, in
dier Rheinprovinz ſogar bis zu 10 Prozent. Auch für den ablaufenden
2Konat Mai zeigt ſich dieſelbe rückläufige Tendenz, ſodaß diesmal leider
viieder einmal die Frühjahrspeſſimiſten Recht behalten haben, die vor
üSertriebenen Hoffnungen auf das Baugeſchäft warnten, das — und
drüber ſind ſich die Leute vom Fach ſchon längft einig — ſo lange
ncht wieder recht in Fluß kommen wird, ſolange noch die
Zwangswirt=
ſchaft beſteht.
Auch das Schnittwarengeſchäft blieb matt, gerade infolge
da r oben gekennzeichneten Lage des Baumarktes als des
Hauptlebens=
mervs der Holzwirtſchaft und der allgewein ſchlechten Wirtſchaftslage,
dse Aufträge der Induſtrie an den Holzmarkt ziemlich ausſchloß.
Wäh=
rund früher um dieſe Zeit die Sägewerke von den Einkäufen aufgeſucht
murden, ſind ſie heute heilfroh, wenn eine ihrer Offerten auf
einiger=
maßen Gegenliebe ſtößt. Die Anſicht i Fachkreiſen neigt allgemein
dlrhin, daß die künſtliche Hochhaltung der Preiſe nicht mehr lange
vor=
hlrlten kann, zudem durchweg ein Abbröckeln feſtzuſtellen iſt. 16', 12,
5—1B unſortierter ſägefallender Bretter, faul= und bruchfrei, wurden in
dum oberbayeriſchen Produktionsgebieten ſchon zu 40, in der Regel
zwi=
ſoven 42 und 46 Mark je Kubikmeter offeriert, während ab Schwarzwald
dse Forderungen ſich auf etwa 50 Mark und höher ſtellten. Infolge der
garingen Vorräte an hobelfähiger Ware konnten ſich die Preiſe noch
eyigermaßen halten. Zöllige Bretter ſtellten ſich je nach Breiten auf
5——60 Mark je Kubikmeter franko bayeriſcher Verladeſtation und gleiche
Möare bahnfrei Karlsruhe=Mannheim auf etwa 65 Mark je Kubikmeter.
Im ſortierten ſüddeutſchen Brettern kam weder auf dem ſüddeutſchen
Ab=
ſattzmarkte noch im rheiniſch=weſtfäliſchen Abſatzgebiet annehmbarer
Um=
ſatz zuſtande. Wenn für 16, 17, 5—12” ſortierte Bretter, frei
Mittel=
rbein, für Ausſchußware etwa 60 Mark, X=Ware etwa 50 Mark, „gute‟
Ware etwa 78 Mark und reine und halbreine Ware etwa 100—103 Mk.
fe Kubikmeter genannt wurden, ſo handelte es ſich hier um die regulären
Aweisideen des ſüddeutſchen Großhandels, die aber kaum erreicht
wur=
dm. Mit üblicher Waldbante geſchnittene Tannen= und Fichtenbauhölzer
kanten ab Schwarzwaldwerken zu etwa 59 Mk., vollkantige Hölzer zu
5. Mk. und ſcharfkantige Hölzer von 57—60 Mk. je Kubikmeter gekauft
merden. Reger war die Nachfrage nach Spalierlatten, die ſich auf etwa
7—90 Pfg. je Gebund ſtellten, während bahnfrei Karlsruhe=Mannheim
fürr 12/2” „gute” Latten 8,5 Pfg. und für Ablatten 7 Pfg. je Ifd. Meter
gifordert wurden.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 29. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen. Im Anfangsverkehr machte die Aufwärtsbewegung weitere
ſſortſchritte, da die Baiſſe im Maitermin Deckungskäufe vornahm und
dee übrigen Termine dadurch ebenfalls hauſſegünſtig beeinflußt wurden.
Swäter trat indeſſen eine Abſchwächung ein, da jetzt Liquidationen in
güößerem Umfang vorgenommen wurden und aus dem weſtlichen
Winter=
weizengürtel wohltuende Niederſchläge gemeldet wurden.
Mais. Der Markt verlief in ſchwacher Haltung auf Liguihationen
w.d auf günſtige Witterungsberichte und auf eine nur kleine heimiſche
Aekonachfrage.
Hafer. Bei ruhigem Geſchäft zeigten dis Notierungen nur geringe
Veränderungen.
Sonntag, den 30. Mai 1926
Wirtſchaft des Auslandes.
Geite 17
Um die Rückgabe des deutſchen Eigentums in Amerika. In Kreiſen,
die die Rückgabe des deutſchen Eigentums befürworten, wird gegen den
neuen Vorſchlag von Green ppponiert mit der Begründung, daß der
Vorſchlag die prinzipielle Frage umgehe. Der Vorſchlag ſtelle eine
Halb=
heit dar und würde daher, wenn er zur Durchführung gelangte, eine
ſpätere durchgreifende Löſung des Problems erſchweren, wenn nicht ganz
verhindern. Er ſei deshalb abzulehnen.
Entſchädigung für die Quaſi=Liquidation der in deutſchem Beſitz
b=
findlichen rumäniſchen Werwapiere. Nach einer ſoeben veröffentlichten
Bekanntmachung des Reichsentſchädigungsamts für Kriegsſchäden können
die in deutſchem Eigentum befindlichen Aktien und Schuldverſchreibungen
der Steaua Romana A.=G. in Bukareſt ſowie die von anderen
rumäni=
ſchen Geſellſchaften ausgegebenen Aktien und Schuldverſchreibungen, die
durch Maßnahmen der rumäniſchen Regierung aufgeboten und für
kraftlos erklärt worden ſind (ſogenannte Quaſi=Liquidation), mit
Ermäch=
tigung des Reichsminiſters der Finanzen auf Antrag des Eigentümers
gegen Hinterlegung im Verwaltungswege entſchädigt werden. — Die
Entſchädigung wird entſprechend den Vorſchriften des
Liquidationsſchä=
dengeſetzes vom 4. Juni 1923 in der Faſſung der Bekanntmachung vom
20. November 1923 und der Nachentſchädigungsrichtlinien vom 25. März
feſtgeſetzt werden. — Der Antrag iſt unter Beifügung des Wertpapiers
nebſt den dazu gehörigen Zinsſcheinen in der Zeit bis 15. Auguſt 1926
beim Reichsentſchädigungsamt für Kriegsſchäden, Abteilung für
Wert=
papiere, Berlin SW. 68, Oranienſtr. 95, einzureichen. In dem Antrag
ſind Name, Vorname, Beruf und Wohnort (Straße und Hausnummer)
des Eigentümers anzugeben ſowie Staatsangehörigkeit und der
Zeit=
punkt des Erwerbs der Wertpapiere glaubhaft zu machen. Für
Wert=
papiere, die erſt nach dem 1. Januar 1926 erworben worden ſind, wird
eine Entſchädigung nicht gewährt. Nach dem 15. Auguſt 1926 beim
Reichsentſchädigungsamt eingehende Anträge werden nicht berückſichtigt.
Die Lage des amerikaniſchen Eiſen= und Stahlmarktes: Die
Ein=
fuhr an Eiſen und Stahl betrug im April 125000 Tonnen, darunter
55 000 Tonnen Roheiſen, wovon 15 000 Tonnen auf England und 13 000
Tonnen auf Deutſchland entfallen. Die Ausfuhr erreichte 194 000
Ton=
nen. Das Handelsminiſterium verfügte für Einfuhren an Eiſen und
Stahl aus Deutſchland auf Grund des Truſtgeſetzes einen Zollzuſchlag
entſprechend der Rückvergütung durch den Stahlwerksverband. Der
Markt bietet kein einheitliches Bild; geſteigerter Nachfrage auf der einen
Seite ſteht verminderter Abſatz im anderen Produkten entgegen. Die
Produktion geht langſam zurück. Oeſtliches Neheiſen fiel um ½ bis
1 Dollar. Japan tätigte mit dem Truſt einen Abſchluß auf 6000 Tonnen
Eiſenbahnſchienen. Im Pittsburger Bezirk beträgt die Erzeugung 60
Prozent, im Chikagoer Bezirk 90 Prozent der Leiſtungsfähigkeit. Einige
Hochöfen wurden ausgeblaſen. Der Markt in Schiffs= und
Behälter=
blechen iſt ziemlich lebhaft, der Feinblech= und Weißblechmarkt dagegen
ruhiger. In Gußröhren wurden erhebliche Abſchlüſſe getätigt.
Deutſche Teilhaberſchaften in Amerika. Zur Löſung internationaler
Finanzprobleme, die infolge der Nachkriegsentwertung der deutſchen
Mark entſtanden ſind, erläßt das Oberbundesgericht weitere Richtlinien.
In drei Boſtoner Fällen entſchied das Oberbundesgericht, daß bei der
Abwicklung deutſcher Teilhaberſchaften, bei denen Amerikaner und
Deut=
ſche als Teilhaber vorhanden waren, und deren Firmenbeſitz von der
amerikaniſchen Regierung während des Krieges beſchlagnahmt wurde,
die Abrechnung nach dem Kurs der deutſchen Mark zu erfolgen habe, den
dieſe am Tage der Wiederaufnahme der Beziehungen zwiſchen beiden
Ländern hatte. Dieſe Wiederaufnahwe der Beziehungen erfolgte, wie das
Oberbundesgericht entſchieden hat, an dem Tage, den die
Kriegshandels=
behörde feſtſetzte, nicht aber an dem Tage, an dem der Kongreß das
Kriegsende erklärte.
Das Privatkapital in der ruſſiſchen Textil=Induſtrie. Nach Angaben
der ſtatiſtiſchen Zentralverwaltung beträgt die Produktion der privaten
Textil=Induſtrie 6,9 Prozent der geſemten Textil=Produktion. Von 134
Unternehmungen der Wollinduſtrie gehören 22 Privatleuten. Die
Baum=
wvollinduſtrie hat 36 Privat=Unternehmungen. Die Produktion der
Woll=
induſtrie erreichte im Vorjahre einen Wert von 288 Mill. Rubel, davon
entfielen 5,7 Mill. Rubel auf die Privatunternehmer. Die heimiſche
Baumwollindnſtrie umfaßt etwa 200 000 Heimarbeiter. Sterk entwickelt
iſt die Hausinduſtrie für Wollerzeugniſſe im Nordkaukaſus, in den
weſt=
lichen Bezirken der Sowjetunion und in der Ukraine. In der letzten Zeit
beobachtet man allgemein eine erhöhte Regſamkeit des Privatkapitals.
So hat eine Reihe von privaten Großhandelsfirmen für Wollwaren
Fabriken gepachtet, um auch die Produktion in die Hand zu bekommen.
Unggriſche Handelsbilanz bez erſten Vierteljahres 1928. Die
Han=
delsbilanz des erſten Vierteljahres 1926 weiſt eine weitere Beſſerung auf.
Die Einfuhr Rziſferi= ſich auf 188,6 Millionen, die Ausfuhr auf 152,9
Millionen Goidkronen. Tie Ausfuhr ſteigerte ſich gegenüber der
glei=
chen Periode des Vorjahres um 20,1 Prozent, die Einfuhrh um 3,1
Pro=
zent. Die Einfuhr von Baumwollſtoffen iſt ſtark zurückgegangen,
da=
gegen ſtieg die Einfuhr von Kohle und Petroleum. Die Ausfuhr von
Lebendvieh iſt ſtark geſtiegen, die Mehlausfuhr iſt zurückgegangen,
wäh=
rend die Ausfuhr von Weizen und Mais einen Aufſtieg zeigt. Die
Zuk=
kerausfuhr weiſt gleichfalls eine Steigerung auf.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In der in Mannheim ſtattgefundenen Generalverſayrmlung der
Badiſch=pfälziſcheſ. Luftverkehrs=AG., Mannheim,
wurde einſtimmig die Verſchmelzung dieſer Beſellſchaft mit der
Badiſchen Luftverkehrsgeſellſchaft Karlsruhe G. m.
b. H. beſchloſſen. Beide Unternehmungen vereinigen ſich zu der
Badiſch=
pfälziſchen Luft=Hanſa A. G. in Mannheim.
Von der 2 Millionen=Anleihe der Stadt Hanau bei
der Girozentrale ſind bereits RM. 650 000 Hafenhauſchuld durch die
Sammelanleihe der Girozentrale gedeckt. Die neue Anleihe ſoll
ledig=
lich die Reſtſchuld des Hafenbaues finanzieren.
Für die am 17. Juni ſtattfindende 1. Süddeutſche
Woll=
auktion werden etwa 600 Loſe mit ca. 4000 Zentnern Rückenwäſche
und ca. 2000 Zentnern Schweißwolle ausgeboten.
Der Eſchweiler Bergwerksverein in Eſchweiler=Aue iſt
heute der Bandeiſenvereinigung als Mitglied
beige=
treten.
Der Reichsminiſter der Finanzen macht darauf aufmerkſam, daß die
zweite Rate der Vorauszahlungen nach dem
Auf=
bringungsgeſetz am 1. 6. fällig wird und innerhalb einer
Woche nach Fägigkeit, d. h. bis zum 8. 6. 1926 einſchließlich, an die
Finanzämter (Finanzkaſſen) zu zahlen iſt.
Die Stummſchen Werke, die vorläufig für Rechnung
der Vereinigten Stahlwerke gekauft ſind, werden, ſoweit
ſie nicht endgültig bei dieſen bleiben, als Austauſch gegen
andere Verbandsbeteiligungen an verſchiedene
weſt=
deutſche Konzerne gehen, die für das Arbeitsgebiet dieſer Werke
beſon=
ders intereſſiert ſind.
Die Geſellſchaften des Sprengſtoff= und
Pulver=
konzerns=Dynamit=Aktien=Geſellſchaft vorm. Nobel u. Co.
Hamburg, Köln=Rattweiler Bergwerks=Aktien=Geſellſchaft, Berlin und
Rheiniſch=Weſtfäliſche Sprengſtoff=Aktien=Geſellſchaft. Köln haben ihre
Vorbilanzen aufgeſtellt und feſtgeſtellt, daß für 1925 eine
Ausſchüt=
tung von Dividende für keine der dem Konzern
an=
gehörenden Geſellſchaften vorgeſchlagen werden.
Die Verfüigung des Schatzamtes über die Erhebung von
Zu=
ſchlagszöllen auf deutſche Walzwerkserzeugniſſe
rief unter den New Yorker Importeurkreiſen große
Beſtürzung hervor. Wie von intereſſierter Seite erklärt wird, dürfte
jede Einfuhrmöglichkeit unterbunden ſein, ſolange dieſe Verfügung
be=
ſtehen bleibt.
Die Lage am be’ſchen Zuckermarkt. Die Witterung der verfloſſenen
Woche hat ſich als durchweg günſtig für die Rübenfelder erwieſen. Die
Stimmung arr Lier”=uchszuckermarkt war ruhig. Ein ſtetiger Unterton
iſt nicht zu verken gen. Der Verkehr konnte aber, ſchon in Anbetracht der
dazwiſchen liegenden Feiertage, einen größeren Umfang nicht annehmen.
Die Preiſe hielten ſich auf ungefähr der vorwöchentlichen Höhe. Es
notieren für Lieferung zrpmpt innerhalb 10 Tagen 28,50 Rmk. Jumi
28,75 Rmk., Juli 29 Zurk. Auguſt 29,25 Rmk., Juli=Auguſt 29,25 Rmk.
Tendenz ruhig. Von Nolzuücker, alter Ernte ſind nur noch vereinzelte
Partien in erſter Hand, die von einzelnen Raffinerien für
Spezialver=
wendung verhältnismäsi, hoch bezahlt ſind. Die Preiſe ſind etwa 15—20
Pfg. höher als in der Vorwrche. Von Rohzucker neuer Ernte war ganz
vereinzelt Angebot am Markte zu Preiſen, die verhältnismäßig niedriger
waren als die Werte für alte Ernte. Melaſſe liegt ziemlich ſchwach, die
Preife eher eine Wenigkeit urter den vorwöchigen. Von den
Auslands=
märkten wurden in New York und London die höchſten Kurſe der letzten
Zeit wieder erreicht. Java berichtet ebenfalls qute Nachfrage. Nach der
engliſchen Statiſtik hetrug der Verbrauch in England im April 165 516
Tonnen (Rohzuckerwert) gegen 225 518 To. im Vorjahre.
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Gegen Gicht. Stein- und Stoffwechselleiden! — Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung.
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(TV. 4195
Nachſtehende Verordnung bringe ich auftragsgemäß zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 28. Mai 1926.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verordnung zur Durchführung eines
Volks=
entſcheids wird hiermit bekannt gemacht.
Darmſtadt, den 19. Mai 1926.
Heſſiſches Geſamtminiſterum:
Berlin, den 17. Mai 1926.
Ulrich, von Brentano, Henrich, Raab.
(St. 8129
Verordnung zur Durchführung eines Volksentſcheids.
Auf Grund des § 4 des Geſetzes über den Volksentſcheid vom
27. Juni 1921 (RG.Bl. S. 790) und des § 18 der
Reichsſtimm=
ordnung vom 14. März 1924 (RG.Bl. T 1924 S. 173) wird auf
Beſchluß der Reichsregierung hiermit verordnet:
8 1.
Nachdem der Reichstag in ſeiner Sitzung vom 6. Mai 1926
den im Volksbegehren verlangten, aus der Anlage erſichtlichen
Entwurf eines Geſetzes über Enteignung der Fürſtenvermögen
abgelehnt hat, wird dieſer Geſetzentwurf zum Volksentſcheid
geſtellt.
Gegenſtand des Volksentſcheids iſt die Frage, ob der im
Volksbegehren verlangte, vom Reichstag abgelehnte Entwurf eines
Geſetzes über Enteignung der Fürſtenvermögen Geſetz werden
ſoll.
5 2.
Die Abftimmung findet am Sonntag, den 20. Juni 1926,
ſtatt.
8 3.
Der Stimmzettel erhält folgenden Aufdruck:
Soll der im Bolksbegehren verlangte Entwurf eines Geſetzes
über Enteignung der Fürſtenvermögen Geſetz werden?
Die Stimmabgabe erfolgt in der Weiſe, daß der
Stimm=
berechtigte, der die zur Abſtimmung geſtellte Frage bejahen will,
das mit „Ja”, der Stimmberechtigte, der ſie verneinen will, das
mit „Nein” bezeichnete Viereck durchkreuzt.
§ 4.
Die Stimmliſten und Stimmkarteien ſind vom 6. Juni 1926
bis einſchließlich 13. Juni 1926 auszulegen. Die Gemeindebehörde
kann die Auslegung ſchon früher beginnen laſſen.
Der Reichsminiſter des Innern.
Dr. Külz.
Anlage.
Entwurf
eines Geſetzes über Enteigung der Fürſtenvermögen.
Das deutſche Volk hat auf Volksbegehren im Volksentſcheid
das folgende Geſetz beſchloſſen, das hiermit verkündet wird.
Auf Grund des Artikels 153 der Reichsverfaſſung wird
be=
ſtimmt:
Artikel I.
Das geſamte Vermögen der Fürſten, die bis zur
Staatsum=
wälzung im Jahre 1918 in einem der deutſchen Länder regiert
haben, ſowie das geſamte Vermögen der Fürſtenhäuſer, ihrer
Familien und Familienangehörigen werden zum Wohle der
All=
gemeinheit ohne Entſchädigung enteignet.
Das enteignete Vermögen wird Eigentum des Landes, in
dem das betreffende Fürſtenhaus bis zu ſeiner Abſetzung oder
Abdankung regiert hat.
Artikel II.
Das enteignete Vermögen wird verwendet zugunſten
a) der Erwerbsloſen,
b) der Kriegsbeſchädigten und Kriegshinterbliebenen,
c) der Sozial= und Kleinrentner,
d) der bedürftigen Opfer der Inflation,
e) der Landarbeiter, Kleinpächter und Kleinbauern durch
Schaffung von Siedlungsland auf dem enteigneten
Landbeſitz.
Die Schlöſſer, Wohnhäuſer und ſonſtigen Gebäude werden
für allgemeine Wohlfahrts=, Kultur= und Erziehungszwecke,
ins=
beſondere zur Errichtung von Geneſungs= und
Verſorgungs=
heimen für Kriegsbeſchädigte, Kriegshinterbliebene, Sozial= und
Kleinrentner, ſowie von Kinderheimen und Erziehungsanſtalten
verwendet.
Artikel III.
Alle Verfügungen — einſchließlich der hypothekariſchen
Be=
laſtungen und Eintragungen —, die mit Bezug auf die nach
die=
ſem Geſetz enteigneten Vermögen oder ihre Beſtandteile nach dem
1. November 1918 durch Urteil, Vergleich, Vertrag oder auf
ſon=
ſtige Weiſe getroffen wurden, ſind nichtig.
Artikel IV.
Die Ausführungsbeſtimmungen zu dieſem Geſetz werden
durch ein Reichsgeſetz feſtgelegt, das innerhalb drei Monaten nach
amtlicher Feſtſtellung des Abſtimmungsergebniſſes zu erlaſſen iſt.
Dieſes Reichsgeſetz hat insbeſondere die näheren Beſtimmungen
zur Ausführung des Artikels II dieſes Geſetzes über die
Ver=
wendung der enteigneten Fürſtenvermögen durch die Länder zu
treffen.
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Darmſtadt, den 29. Mai 1926.
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Darmſtadt, den 30. Mai 1926.
Baab
Amtsgerichtstaxator.
einpf. Secker Nachf.
Büffel-u. Loba=Beize eudwigshöhſtrabei
GB.4364)
Ich habe den Artikel
and
Seldlu
iZ
wieder in großem Maße aufgenommen und werde ihm, wie in
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Ich führe nur erprobte, beſte Qualitäten
Anfertigungen werden mit großer Sorgfalt ausgeführt
für Erwachſene und Kinder
Metallbettſtellen
beſies deutſches Fabrikat —
Bettbarchente
Matratzendrelle
in Seegras, Kapok
Anfertigung von Matratzen und Roßhaar
Bettfedern und Daunen
in ausgeſuchi beſier, doppelt gereinigter Ware
Fertige Kopfkiſſen und Deckbetten
Bettwäſche Kiſſenbezüge Steppdecken Koltern
UOATr TALRIASS
Rathaus
Bitte auf die Firma zu achten
Seite 18
39)
(Nachdruck verboten)
12.
Die von Kerpen einberufene außerordentliche
Zuſammen=
kunft der aktiven Deutſchmeiſter verlief äußerſt ſtürmiſch.
Kerpens Ausführungen weckten einen Sturm der
Ent=
rüftung. Einſtimmig wurde eine Reſolution angenommen, die
den Rücktritt des Vorſitzenden, Profeſſor Dr. Schwabe, forderte.
Hanna hatte der Sitzung nicht beigewohnt. Als aber vom
Geſamtvorſtand für den darauffolgenden Dienstag eine
außer=
ordentliche Vollſitzung einberufen wurde, ging ſie.
Profeſſor Schwabe eröffnete die Verſammlung um ſieben
Uhr. Er war ſehr erregt, ſchien ſich aber ſicher zu fühlen.
Kerpen zuckte mit keiner Wimper, als es Vorwürfe für ihn
regnete. Als der Redner aber bemerkte, man müſſe ihm dankbar
ſein, daß er von jeher das Beſtreben hatte, alle Elemente dem
Verein fernzuhalten, die geeignet ſind, das Anſehen des Vereins
herabzuſetzen, da ballten ſich ſeine Fäuſte und die Zornesader
ſchwoll.
„Die Brüder Michael ſind unbedingt ſportlich von hoher
Leiſtungsfähigkeit. Aber der Deutſchmeiſter=Sportklub kann von
ſeiner Hauptforderung, nur untadelige Menſchen in ſeinen Reihen
zu haben, nicht abgehen,” verkündete Schwabe und fuhr mit
er=
hobener Stimme fort:
„Die Brüder Michael ſind nicht wert, als Deutſchmeiſter m
unſeren Reihen zu ſtehen.”
„Sie ſind ein erbärmlicher Ehrabſchneider!” ſchrie Kerpen
durch den Saal, daß Schwabe zuſammenzuckte.
„Das Wort kommt Ihnen teuer zu ſtehen, denn ich belege
meine Worte mit dem Beweis.‟ Seine vor Wut bebende Stimme
ſchrillte im Diskant. „Deutſchmeiſter! Die Brüder Michael haben
gemeinſam unſer Mitglied Erich Michael, den Sohn des
allver=
ehrten Kommerzienrats Michael, ermordet! Man wird ſie noch
heute verhaften.”
Das Wort ließ alle im Saale verſtummen. Schreckensſtarr
ſahen ſie ſich an. Hanna hielt ſich an der Säule feſt. Totenbleich
ſuchten ihre Augen Kerpen, der, nicht minder blaß, mit ſich
kämpfte.
„Nein!” rief er ihr zu. „Nie und nimmer!“
Die Worte, die aus ehrlichem Herzen und innerſter
Ueber=
zeugung kamen, riſſen ſie aus dem Zuſtand der Schwäche.
„Nein, nie und nimmer!“
Da hob Kerpen die Hand zum Zeichen, daß er ſprechen wolle,
und als er begann, war Totenſtille im Saale.
„Deutſchmeiſter! Herr Profeſſor Schwabe teilt uns ſoeben
mit, daß man die Brüder Michael des Mordes an Erich Michael
bezichtigt. Ich kann zu dieſer wahnwitzigen Beſchuldigung nichts
ſagen, denn ich weiß nichts, genau ſo wie Herr Schwabe. Aber
eins iſt gewiß. Der Mann dort oben, den Sie die Ehre wert
hielten, dem Deutſchmeiſter als Vorſitzender vorzuſtehen, iſt in
meinen Augen ein Verleumder, ſolange die Schuld der Brüder
nicht klar und unwiderlegbar bewieſen iſt. Denn er hat es ge=
Sonntag, den 30. Mat 1926
wagt, zwei unbeſcholtene Männer, die man verdächtigt, als
über=
führt hinzuſtellen. Wir Deutſchmeiſter ſollen einander in der
Not beiſtehen, das verlangt der echte Sportgeiſt, nicht ein
Un=
glück als Schande hinzuſtellen. Ein Hundsfott, der unter dieſes
Mannes Leitung noch eine Stunde Deutſchmeiſter ſein will!”
Die Erregung unter den Teilnehmern wuchs. Kerpens Worte
hatten die Ungeheuerlichkeit der Handlungsweiſe des Vorſitzenden
klar enthüllt und Sympathie für die Brüder Michael entfacht.
Schwabe fühlte es und verſuchte das Letzte. Die Klingel
zerriß den Lärm.
„Deutſchmeiſter!” rief der Vorſitzende. Auf Grund der
ein=
getretenen Ereigniſſe, die eine neue Beratung des
Geſamtvor=
ſtandes nötig machen, hat der Geſamtvorſtand beſchloſſen, die
Verſammlung auf den 10. Juni zu vertagen.”
Da brach der Lärm los. Die Studenten pfiffen und
trampel=
ten wütend mit den Füßen.
„Abſtimmung!” ſchallte es durch den Saal.
Der Geſamtvorſtand befand ſich in einer peinlichen Lage.
Er wollte einerſeits ſeinen Vorſitzenden nicht fallen laſſen,
ande=
rerſeits aber konnte er das Verlangen, das ſchon in einem
ſchrift=
lichen Antrage begründet war, nicht zurückweiſen.
So trat denn Abſtimmung ein.
Faſt einſtimmig verlangten die anweſenden Deutſchmeiſter
den Rücktritt und Ausſchluß des Profeſſors aus dem
Deutſch=
meiſter=Sportklub.
Profeſſor Schwabe bebte vor Zorn. Er war erledigt. Daß
er ſeine Niederlage durch ſeine unbegreifliche Borniertheit und
ſeine erbärmliche Geſinnung ſelbſt verſchuldet hatte, begriff er
nicht.
„Ich werde Ihren Ausſchluß von der Univerſität
beantra=
gen!” ſchrie er Kerpen an.
Kerpen warf ihm einen geringſchätzigen Blick zu. Der
Mann war ihm ſo unendlich widerwärtig, daß es ihm faſt ſchwer
ſiel, ihn einer Andwort für wert zu erachten.
„Tun Sie, was Sie wollen! Ich habe mit Ihnen nichts
mehr zu ſchaffen.”
Er trat zu Hanna, die von ihren Bekannten umingt war.
Alle redeten ihr zu, das Gerücht nicht zu glauben.
„Niemals kann das Wahrheit ſein!” ſagte der ſchlanke Hetzer
ervegt.
„Nein, Fräulein Hanna, nie! Für die beiden Michaels
lege ich meine Hand ins Feuer!” rief ihr Kerpen zu.
Hanva atmete auf und war dankbar, daß ſie ihr Mut
zu=
ſprachen.
„Es kann doch nie ſein. Meine Freunde ſind keines Mordes
fähig,” ſagte ſie dann feſt.
„Wollen Sie mich nach Hauſe geleiten?” bat ſie dann.
Kerpen erfüllte ihre Bitte gern.
Frau Eſchler=Hochheim erſchrak, als Hanna zu ihr ins
Wohn=
zimmer trat. Sie legte ſchnell die Stickerei beiſeite und erhob ſich.
„Kind, Hanna, was iſt dir?"
Die gütigen Worte taten dem Mädchen unendlich wohl.
„Ach, Tante —!‟ Da kamen ihr auch ſchon die Tränen.
„Um Himmels willen, Hanna, Mädchen!” Sie zog das junge
Menſchenkind an ſich und ſtreichelte ihr über das Haar.
„Nun erzähle, Kind.”
Nummer 148
Stockend begann Hanna: „Denke, Tante — man hat Klaus
verhaftet — und Werner auch.”
Die alte Frau erſchrak, faßte ſich aber ſchnell. „Und —?‟
„Er ſoll — Erich Michgel ermordet haben.”
Frau Eſchler=Hochheim ſchüttelte den Kopf, dann ſagte ſie
feſt: „Das werde ich nie glauben.”
Da atmete Hanna tief auf und ſah mit glänzenden Augen.
in denen noch die letzten Tränen ſaßen, auf die gütige, alte Frau.
„Nein, Tante, Klaus iſt kein Mörder. Die anderen ſagen
es auch. Keiner glaubt es. Ich kann den Wahnſinn überhaupt
noch nicht faſſen.”
Dann erzählte ſie alles, was ſie wußte. Frau Eſchler=
Hoch=
heim hörte ihre Nichte an, ohne ſie zu unterbrechen.
Als dieſe geendet hatte, nahm ſie das vor Erregung
glü=
hende Geſicht des ſchönen Mädchens zwiſchen ihre beiden Hände.
„Und nun, mein Kind, wollen wir abwarten — und zu ihm
halten."
„Ja, Tante. Nichts trennt mich von ihm. Um Himmel und
Hölle mag’s gehen. Ich halt' zu ihm. Klaus hat beſtimmt nichts
Unrechtes getan.”
„Das glaube ich auch feſt, Kind.”
Als Herr Eſchler=Hochheim am Morgen die Zeitung las,
ſtutzte er plötzlich. Er warf ſeiner Frau einen Blick zu, ſo daß
ſie ihre Stickerei gleich ſinken ließ.
„Was haſt du, Ernſt?”
„Denke dir nur, die beiden Michaels hat man wegen
Mord=
verdachts verhaftet. Du weißt ſchon, unſere beiden
Kurzſtrecken=
läufer. Schade!”
Frau Eſchler=Hochheim antwortete nicht gleich. Dann ſagte
ſie langſam und eindringlich: „Ernſt, ich bitte dich, ſprich in
Hannas Gegenwart darüber möglichſt nicht.”
„Warum nicht, Liebe?”
„Um Hannas willen.”
„Nanu, was hat denn Hanna mit den beiden zu tun?”
„Sehr, ſehr viel, Ernſt. Es ſind Hannas Kameraden, ihre
beſten Freunde, und der eine der Brüder — Klaus — bedeutet
für Hanna — nun das, was du mir warſt und noch biſt, Ernſt.”
Kopfſchüttelnd legte er die Zeitung beiſeite.
„Unglaublich! — Man ſollte es nicht für möglich halten.
Ausgerechnet in den Fall muß Hanna verwickelt ſein. Arme
Hanna, es tut mir leid um ſie.”
„Warum? — O, nicht ſo vorſchnell, mein Lieber, und
ver=
ſuche bitte nicht, Hanna zu einem ſtillſchweigenden Zurückziehen
zu veranlaſſen, du würdeſt eine recht unangenehme Abfuhr
er=
leben.”
„Ja, aber Hanna wird ſich doch keinem Eklat ausſetzen!“
„Hanna wird nur das tun, was deine Frau vor dreißig
Jahren auch getan hätte und auch noch tun würde: Zu dem
Mann der Liebe halten.”
In des Mannes Augen trat ein Leuchten. Er trat zu ſeiner
Frau und küßte ihr die Hand.
„Wir Männer wiſſen gar nicht, was wir an euch Frauen
haben."
Die alte Frau errötete, und in ihrem Herzen war ein ſtolzes
Freuen darüber, daß das Band der Liebe, geknüpft vor mehr
als dreißig Jahren, noch genau ſo ihre Herzen vereinte.,
Es iſt das köſtlichſte Gefühl im Alter.
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Nummer 143
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Der Unterzeichnete vorläuf. Ausſchuß bittet alle Freunde
und ehemalige Schüler des Realgymnaſiums, einerlei
wie lange ſie dieſer Schule angehört haben, zu der am
Dienstag, den 1. Juni, abends 8½/, Uhr
im Feſtſaal des Realgymnaſiums ſtattfindenden
Ver=
ſammlung ſich einzuſinden.
Tagesordnung:
1. Wahl des endgültigen Arbeitsausſchuſſes.
2. Ausſprache über die Beteiligung an der (14r2z
Jahrhundertfeier.
Wer am Erſcheinen verhindert iſt, wird dringend
gebeten, ſeine Zuſtimmung mit dem Vorhaben der
Verſammlung brieſlich an den Endesunterzeichneten
gelangen zu laſſen.
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Zuſatzmiete II, 12
Die deutſchen
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Anf. 7½, Ende 9¾ Uhr.
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E
(Ohne Gewähr)
„Die Zauberflöte‟
Perſonen:
.. Walter Hagner
Saraſtro
Tamino.
W. Schumacher
Sprecher
Imre Aldori
Jacob Sattler
Erſter Prieſter.
Albert Meiſe
Zweiter Prieſter
Gertrud Callam
Königin der Nacht
Bamina, ihre Tochter . Margar,Albrecht
Erſte. ) Dame in Dien= Gertrud Gercke
Bweite ſten der Königin. Martha Liebel
Dritte ) der Nacht Anna Facobs
Sitta Müller=Wiſchin
Erſter Knabe .
Annelies Roerig
Bweiter Knabe
Käthe Welzel
Britter gnabe.
Ril Re
Papageno,
Paula Kapper
Papagena.
Monoſtatos, ein Mohr. Eugen Vogt
Erſter Wächter an der Feuer=
und Waſſerpforte" .
Rudolf Strzelet
Bweiter Wächter an der Feuer=
und Waſſerpforte . . . Georg Mundt
Prieſter, Knaben, Sklaven, Gefolge, Volk
„Die deutſchen Kleinſtädter”
Herr Nikolaus Staar, Bürgermeiſter; auch
Sberälteſterzugrähwinkel. HansBaumeiſter
Frau Unter=Steuer=Einnehmerin
Staar, ſeine Mutter . „ Margar. Carlſen
Sabine, ſeine Tochter . . Jeſſie Vihrog
HerrVize=Kirchen=VorſteherStaar ſeinBrue
der, ein Gewürzkrämer , K. Weſtermann
Frau Ober=Floß= und Fiſch=Meiſterin.
Brendel, Muhme .. . Käthe Gothe
Frau Stadt=Acciſe=Kaſſa=Schreiberin
Morgenroth, Muhme Käthe Meißner
Herr Bau=, Berg= und Weginſpektorse.
Subſtitut Sperling . . Robert Klupp
Hans Baumann
Olmers .. . ..
Ein Nachtwächter . . . . Richard Jürgas
Klaus, der Ratsdiener. . Paul Maletzki
Ein Bauer ... .. . . Hugo Keßler
Martha John
Eine Magd
Alte und neue Madrigale
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Sonderfenſier der
Buchhandlg. Ludwig Saeng
SuUNIOA TIe onel Allchännieh Kalllieclel
vom 1.—4, Juni, nirr abends 8 Uhr, im Kleinen Haus des Landestheaters. Preise: 0.70, 1.-, 1.50, 2.- Mark.
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