Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 118
Donnerstag, den 29. April 1926. 189. Jahrgang
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Gewalt wie Teieg, Aufruhr Siseil uſw. erliſche
ſede Verpſichtung anf Erfüillung der
Anzeigen=
zuſträge und Teiſt ung von Schadenerſatz. Bei
Kenturs oder gerichtlicher Beitrelbung fällt ſeder
Rabatt weg. Banſkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbank.
D Aatherdder Demſaiaieg Tmſcafisſtant!
Deutſchlands Anteil am Welthandel. — Friedlicher Wiederaufbau im Rahmen der Weltwirtſchaft. — Die Weltkohlenkriſe.
DerNaf nach Anterſtitzung der kondwiriſchaſt. Belebung des imneren Marktes, Steigerung der Produktion Vermehrung
des Warenaustauſches. — Rationaliſierung die Vorbedingung zu neuen Arbeitsmöglichkeiten.
Deutſcher Induſtrie= und Handelstag.
Berlin, 28. April.
Im Plenarſitzungsſaale des Vorläufigen
Reichswirtſchafts=
rates begann heute vormittag in Gegenwart der Vertreter der
Reichs= und Staatsbehörden der Länder, Parlamente und
wirt=
ſchaftlichen Korporationen ſowie der Stadt Berlin die 46. Voll=
Serſammlung des Induſtrie= und Handelstages, v.
Mendels=
ohn kounte, in ſeiner Eröffnungsanſprache Reichskanzler Dr.
Luther, die Reichsminiſter Dr. Curtius und Reinhold, den preu=
Siſchen Handelsminiſter Schreiber und den Reichsbankpräſidenten
Dr. Schacht u. a. m. begrüßen. Dann erteilte er dem Reichs=
Canzler das Wort. Dr. Luther führte aus:
Wenn wir den allgemeinen Zuſtand von heute in
Politik und Wirtſchaft mit den Verhältniſſen einerſeits
Sei Beendigung des Weltkrieges, andererſeits beim Ende des
Ruhrkampfes vergleichen, ſo ſehen wir, daß in einer
weltgeſchicht=
ich nicht langen Zeit die Lage Deutſchlands erheblich
werbeſſert worden iſt. Dieſer Feſtſtellung ſteht indeſſen
ebenſo ſicher eine andere gegenüber, die ſich beſonders deutlich
aus den gegenwärtigen Notſtänden der deutſchen Wirtſchaft
er=
mibt, daß wir nämlich von einerwirklichen Beſſerung
tinſerer Lage noch weit entfernt ſind. Die Zahl
wer Arbeitsloſen und Kurzarbeiter ſpricht eine
erſchreckende Sprache, und die Eingliederung unſerer
Wirtſchaft in das Welthandelsgetriebe iſt noch weit von dem
not=
wendigen Zuſtand entfernt. Wir brauchen, um die uns
auf=
erlegten Laſten dem Ausland gegenüber abzudecken und die
Zinſenberpflichtungen zu erfüllen, die ſich aus der
unvermeid=
ſichen Verſchuldung der letzten Jahre ergab, auf die Dauer
„ine aktive Handelsbilanz. Nun iſt eine gewiſſe
Ver=
ſchiebung unſerer Handelsbilanzverhältniſſe unverkennbar, und
„war eine Verſchiebung, die nicht nur auf verringerter Einfuhr
weruht. Schon ſeit Ende 1925 iſt
Die Ausfuhr Deutſchlands im Steigen begriffen.
Dabei bleibt aber die Tatſache beſtehen, daß am Welthandel
Deutſchlands Anteil, der 1913 ein Achtel umfaßte, bei
deer Ausfuhr 1925 nur noch ein Vierzehntel beträgt.
Was nun die Ziffer der Erwerbsloſen und Kurzarbeiter betrifft,
no hat ſie eine Höhe erreicht, die der Zahl am Ende des
Ruhr=
dampfes und der unter den tiefſten Nachwirkungen der Inflation
ſricht viel nachgibt. In anderen Jahren war in dieſer Jahreszeit
nuie Beſſerung des Arbeitsmarktes ſchon fühlbarer als jetzt.
Den=
noch wäre es das Allerverkehrteſte, wollte man
garum mutlos werden. Gerade angeſichts der
ungeheue=
nen Erwerbsloſenzahl iſt es Pflicht jedes
Verantwort=
ichen, nicht in kleinlichem Eigennutz zurückzuſtehen bei der
Mitwirkung am Neuaufbau der Wirtſchaft, ſondern unter
Einſatz aller Kräfte daran mitzuarbeiten. Es iſt
ruch nicht richtig, daß irgend eine neu hinzugekommene zerſtörende
Urſache dieſe Kriſis hervorgerufen hätte. Nur die Schleier ſind
grefallen, die durch die Inflationserſcheinungen verſchiedener Art
iuber den wahren Tatbeſtand gelegt waren. Wir gehen jetzt mit
ſem Bewußtſein an die Arbeit heran, daß wir nicht mehr
rufSand bauen.
Notwendig iſt eine Hebung der Spartätigkeit, auf
der unſer Geld= und Kreditweſen aufgebaut iſt. Die Höhe der
Spareinlagen iſt Ende 1925 auf 2½ Milliarden geſtiegen und hat
ſich damit in einem Jahre mehr als verdoppelt. Auch die
Bank=
mnd Depoſiteneinlagen haben zugenommen, an Pfandbriefen und
ſrnderen Depoſiten ſind vom Kapitalmarkt 450 Millionen im Jahre
1925 aufgenommen worden. Auf dieſem Weg weiter vorwärts
ju gehen, muß unſer Beſtreben ſein. Von der
fortſchreitenden Geſundung der geſamten
Kreditmarktlage
lgegt auch der ſinkende Unkoſtenſatz für Geld= und Kapital
Zeug=
ris ab. Es war vielleicht nicht unnatürlich, daß bei der
ob=
waltenden Kapitalentleerung zunächſt ein hoher
Zins=
ſraß auf der deutſchen Wirtſchaft laſten mußte, und es lag wohl
auch im Intereſſe der Geſamtwirtſchaft, daß die Banken einen
ganz beſonderen Wert zunächſt einmal auf ihren Wiederaufbau
legen mußten. Heute ſcheint mir aber der Zeitpunkt
ge=
ommen, wo von der Wirtſchaft jede nicht
unbe=
dingt erforderliche Belaſtung genommen
wer=
d en muß. Ich begrüße jede Senkung des Zins= und
Provi=
tonsſtandes und hoffe, daß auch auf dieſem Wege weiter kräftig
noran geſchritten wird. (Beifall.) Die Gefahr, die von den
neu entfalteten Aufwertungsbeſtrebungen
ausgeht — Wünſche, die ja ſo menſchlich erſchütternd, die aber
hänzlich unerfüllbau ſind (Sehr richtig!) —, hat die
Reichs=
wegierung durch den Ihnen bekannten Geſetzentwurf zu
vermei=
den geſucht. Die Vorlage will ſicherſtellen, daß der in der
Ver=
ſaſſung zum Ausdruck gekommene Grundgedanke, daß nicht ein
Teil der Volksgeſamtheit die Initiative ergreifen ſolle, um zu
Ungunſten des anderen Teiles über die Verteilung
wirtſchaft=
lcher Laſten Beſtimmungen zu treffen, auch gerade auf die
in=
ſolge der Geldentwertung ergangenen Geſetze Anwendung findet.
Sehr richtig!) Ziel der geſamten
Regierungs=
rbeit iſt, in der Innen= und Außenpolitik
be=
uhigte Verhältniſſe zu ſchaffen, damit nicht nur
das inländifche, ſondern auch das ausländiſche Kapital ſich lang=
friſtig und zu tragbaren Bedingungen bereit findet, am
Wieder=
aufbau der deutſchen Volkswirtſchaft mitzuwirken. Die
Her=
beiführung einer allgemeinen Beruhigung in
der Politik iſt das Erheblichſte, was die
Reichs=
regierung überhaupt zum Viederaufbau der
Wirtſchaft tun kann. Ich darf bei dieſer Gelegenheit, ſo
umſtritten einzelne Schritte in unſerer Außenpolitik ſein mögen,
feſtſtellen, daß das verfloſſene Jahr ſichtbare
Fortſchritte für die Befriedung der Welt
gebracht hat. Als ich im vergangenen Jahre die Ehre hatte, hier
zu ſprechen, waren der größte Teil des Ruhrgebietes, die
ſo=
genannten Sanktionsſtädte und die erſte Rheinlandzone ohne das
Vorhandenſein entſprechender Beſtimmungen beſetzt. Heute iſt
die Bevölkerungszahl der von der Beſetzung betroffenen
deut=
ſchen Gebietsteile von 12 Millionen auf 4½ Millionen
vermin=
dert. Selbſtverſtändlich iſt das Ziel der Befriedung
erſt erreicht, wenn auch die zweite und dritte
Rheinlandzone geräumt iſt. Durch die Abmachungen
von Locarno wurde eine Verringerung der Beſatzungstruppen
erreicht, die freilich noch erheblich hinter unſeren berechtigten
Wünſchen zurückbleibt und auch die Angaben der Note der
Bot=
ſchafterkonferenz vom November v. J. noch nicht verwirklicht hat.
Die Vorgänge in Genf, wie man auch über den Ausgang
der Verhandlungen denken möge, haben grundſätzlich die
poli=
tiſche Entwicklung des friedlichen Wiederaufbaues, nicht
abge=
brochen. Der Lage gerade Deutſchlands iſt die allgemeine
Stel=
lungnahme des Völkerbundes zugute gekommen, in der die
Tat=
ſache ihren Niederſchlag fand, daß Deutſchlands Verfahren in
keiner Weiſe zu beanſtanden iſt.
Der neue Vertrag mit Rußland iſt ein lebendiger
Fortſchritt zur allgemeinen politiſchen Beruhigung.
Er hat in Ergänzung zu den Locarnoer Abmachungen eine neue
friedliche Grundlage für die Zuſammenarbeit
Deutſchlands mit dem größten öſtlichen Reich
geſchaffen. Dabei iſt für die deutſche Regierung die Ueberzeugung
maßgebend, daß auf dieſem Wege allgemeiner Friedensfeſtigung
dem wirtſchaftlichen Wiederaufbau Deutſchlands am
wirkungs=
vollſten gedient iſt. Hier liegt der Hauptbeitrag des Staates,
da=
mit auf der anderen Seite die Wirtſchaft ihre Aufgabe,
den Staat zu tragen, erfüllen kann. Die
Wirkſam=
keit des Staates zugunſten der Wirtſchaft darf
ſich indeſſen bei den heutigen Verhältniſſen in der Erfüllung
die=
ſer Grundaufgabe der Herebiführung ruhiger politiſcher
Verhält=
niſſe nicht erſchöpfen. Zwar dürfen wir auf keinen Fall in den
großen Irrtum der Nachkriegszeit zurückfallen, daß der Staat
durch Aufträge die Wirtſchaft im Leben halten, alſo von ſich aus
die Wirtſchaft tragen könne. Dagegen kann der Staat dahin
wir=
ken, daß bei Zuteilung großer öffentlicher Aufträge die
Konjunk=
turverhältniſſe berückſichtigt werden. Alle Maßnahmen, die
in=
flatoriſchen Charakter tragen, ſcheiden ſelbſtverſtändlich und
end=
gültig aus. Wenn andereſeits der Staat alles tun muß, um die
Kräfte der Wirtſchaft zu beleben, ſo ſteht dieſe Aufgabe unter
dem beſonderen Zeichen, das ihr durch die politiſche
Ent=
wicklung ſeit dem Weltkrieg gegeben iſt, denn der
ge=
ſamte Wirtſchaftszuſtand der Welt und
beſon=
ders Deutſchlands beruht ja nicht auf einem
natürlichen wirtſchaftlichen Werden ſondern,
vom Wirtſchaftsſtandpunkte aus geſehen, auf
einer künſtlichen, rein politiſchen Geſtaltung.
Vor dem Kriege hatten wir eine blühende Weltwirtſchaft, an der
alle Völker teilnahmen und die durch einen organiſchen
Werde=
gang erreicht war. Im Gegenſatz dazu beſteht jetzt ein Zuſtand,
der durch Vermehrung und durch Verſchiebung der
Staatsgren=
zen die wirtſchaftlichen Zuſammenhänge
zerriſ=
ſen und die Gebiete ungehemmten inneren
Wa=
renaustauſches verkleinert hat. Die
Verlänge=
rung der Zollgrenzen und die politiſche
Neu=
geſtaltung beläuft ſich in Europa auf 7000
Kilo=
meter. Dieſe politiſche Neugeſtaltung hat die
Aufgabe geſchaffen, die Binnenwirtſchaft nach
Möglichkeit zur Belebung des inneren Marktes
anzuhalten. Zu dieſem Zwecke ſind hohe Zollmauern
auf=
gerichtet. Auch Deutſchland hat ſich in der Zollgeſetzgebung des
vorigen Sommers das Werkzeug geſchaffen, um
Handelsvertrags=
verhandlungen führen zu können. Ganz ſelbſtverſtändlich iſt
da=
bei, daß gerade Deutſchland, dem landwirtſchaftlicher Boden und
Nohſtoffe in großem Umfange weggenommen worden ſind, von
ſich aus alles tut, um die Ernährung des eigenen Volkes aus
eigenem Boden ſicherzuſtellen. Wir müſſen dieſem Ziel um ſo
mehr nachſtreben, als die uns auferlegten
Reparationsverpflich=
tungen ſowieſo nur auf dem Wege der Ausfuhr gedeckt werden
können, und als die politiſchen Schwierigkeiten, zum Abſchluß
von Handelsverträgen zu kommen, für uns unvergleichlich größer
ſind als für die Siegerſtaaten des Weltkrieges. Es iſt auch eine
logiſche Folge, daß die deutſche Politik nach einer
Stärkung des inneren Marktes
drängt. Gerade hier, im Deutſchen Induſtrie= und Handelstag,
möchte ich mit Befriedigung feſtſtellen, daß das vorige Jahr uns
eine Ernte gebracht hat, die ganz deutlich macht, welche ſtarken
Möglichkeiten in der deutſchen Landwirtſchaft ſtecken. Jeder
Ju=
duſtrielle weiß ja auch, daß eine geſunde und leiſtungsfähige
Landwirtſchaſt den beſten Abſatzmarkt darſtellt, und daß die alt:
Volksweisheit wirklich richtig iſt: Hat der Bauer Geld, hat’s die
ganze Welt! Es wird deshalb auch gerade in den Kreiſen des
Induſtrie= und Handelstages auf größtes Verſtändnis ſtoßen,
wenn ich die Auſicht der Reichsregierung, der Landwirtſchaft in
ihrer Bedrängnis nach Möglichkeit zu helfen, nochmals
unter=
ſtreiche. Alle ſolche Maßnahmen können aber nicht dahin führen,
daß wir uns von der Einfuhr von Lebensmitteln freimachen.
Wir müſſen gleichzeitig alles tun, um uns in den
weltwirtſchaftlichen Warenaustauſch ſo ſtark
wie irgend möglich wieder einzufügen. Hierzu
gibt es drei Wege; das ſind die Handelsverträge,
die allgemeinen Beſtrebungen auf internationale
Ver=
ſtändigung und beſonders private
Verſtändigungs=
maßnahmen, die auf dem Gebiete des Kali und der
Glüh=
lampen bereits zu einer Verſtändigung geführt haben und ſich
auf den anderen Gebieten im Zuſtande ernſthafter
Verhandlun=
gen befinden. Auf allen Wegen muß tatkräftig vorangeſchritten
werden. Den Arbeiten der Weltwirtſchaftskonferenz
iſt vom deutſchen Standpunkt aus beſter Erfolg zu wünſchen. Was
die privaten Zuſammenſchlußbewegungen
betrifft, ſo kann es nicht dem deutſchen Intereſſe entſprechen, ſie
irgendwie zu verhindern, wenn ſie auch ſelbſtverſtändlich im
engſten Zuſammenhang mit dem deutſchen Volke geführt
wer=
den müſſen, damit ſie in das Geſamtbild der internationalen
Be=
ziehungen eingegliedert werden können. Das mag an dem
Bei=
ſpiel der Kohle erläutert werden. Es iſt eine Erſcheinung der
Kriegs= und Nachkriegszeit, daß die
Geſamterzeugungsmöglich=
keit der Erde über den Abſatzbedarf hinaus geſteigert iſt. Im
Steinkohlenbergbau hat in den erſten Monaten 1925 bei
vorſich=
tiger Schätzung auf das Jahr umgerechnet die
Förderungsmög=
lichkeit den Verbrauch um rund 240 Millionen Tonnen
über=
ſtiegen. Auch die Braunkohlenförderung der Welt hat ihre
Fördermöglichkeit geſteigert. Wenn auch eine Belebung des
Kohlenverbrauchs eintritt, ſo iſt es doch ausgeſchloſſen,
daß die Spanne zwiſchen dem Weltkohlenbedarf
und der Fördermöglichkeit des Kohlenbergbaus
durch Hebung des Verbrauchs in den nächſten Jahren
ausgeglichen werden kann. Großbritannien hat unter
dem Druck innenpolitiſcher Schwierigkeiten den britiſchen
Kohlen=
bergbau ſtaatlich unterſtützt. Die Unterſtützung hat ſich in den
Preiſen ausgewirkt. Naturgemäß muß Deutſchland den britiſchen
Preiſen folgen. Beide Länder haben in den letzten Monaten
durch zu billige Kohlenpreiſe nicht nur eigenes
Volksvermögen verſchwendet, ſondern auch die
Wettbewerbsfähigkeit dritter Länder erhöht.
Ich begrüße es deshalb, daß die Weitergewährung der
ſtaatlichen britiſchen unterſtützung abgelehnt
wird. Die Folge der britiſchen Unterſtützungspolitik für den
deutſchen Bergbau zeigte ſich darin, daß die Kohlenausfuhr des
Ruhrbezirks von 16 Millionen Tonnen im Juli 1925 auf 1,35
Millionen im März 1926 zurückgegangen iſt. Die Arbeiterzahl
des Ruhrbezirks iſt infolge dieſer britiſchen Unterſtützungspolitik
von 423 000 Mann im Juli vorigen Jahres auf 377 000 Mann
im März 1926 geſunken. Es müſſen immer noch Feierſchichten
in großem Ausmaße eingelegt werden. Es zeigt ſich, wie gerade
die Lebensmöglichkeit der Arbeiterſchaft durch die britiſche
Unter=
ſtützungspolitik berührt worden iſt.
Auch in anderen Wirtſchaftszweigen gibt es ſolche
Verhält=
niſſe. Somit ſteht im Mittelpunkt der
Regierungs=
arbeit das Bemühen um Abſchluß von
Handels=
verträgen und um den Warenaustauſch.
Deutſch=
land hat alles getan, um den Grundſatz der
Meiſtbe=
günſtigung wieder zur Geltung zu bringen, damit jedes
Land zu der Weltwirtſchaft Werte beiträgt, für
die es beſonders günſtige
Erzeugungsbedin=
gungen hat. Leider ſtoßen wir immer wieder auf den
Gegen=
ſatz der Förderung der Ausfuhr und der Förderung des inneren
Marktes. Wir haben den Ausgleich zu ſinden, der die
Aus=
fuhrinduſtrie nicht lähmt und doch die Fähigkeit Deutſchlands,
das Volk aus eigener Scholle zu ernähren, ſteigert. Das iſt eine
der größten Aufgaben der deutſchen Politik. Die berechtigten
Wünſche der Wirtſchaftskreiſe müſſen oft in einer Weiſe
zurück=
gedrängt werden, daß die Ergebniſſe nur dann tragbar ſind, wenn
dadurch das Bewußtſein des deutſchen Volkes von der
Schickſals=
gemeinſchaft, in der es verbunden iſt, ſich vertieft. Deshalb richte
ich die dringende Bitte an die Vertreter von Induſtrie und
Handel, den Sorgen der deutſchen Landwirtſchaft
injeder Weiſe Rechnung zutragen. Das
Geſamt=
ziel kann nur ſein, durch Erhöhung des
Waren=
tauſches das Wirtſchaftsleben der Welt
über=
haupt und dadurch auch unſere Wirtſchaft zu
ſtärken. Der Wiederaufbau der Weltwirtſchaft vollzieht ſich
langſam. Auf dem Gebiete des eigentlichen Wirtſchaftslebens
handelt es ſich nicht darum, nur den früheren Zuſtand wieder
herzuſtellen, denn auch die Wirtſchaftsaufgaben Deutſchlands
haben ſich nicht unweſentlich verändert. Dabei bleibt für
Deutſch=
land im Vordergrunde die
Pflege der Qualitätsarbeit
als beſte Grundlage für eine Sicherung des
Aus=
landsgeſchäfts. Die Steigerung der
Produktionsmöglich=
keit aller Länder, ja die Ueberſteigerung im Verhältnis zur
Ab=
ſatzmöglichkeit wirkt im Zuſammenhang mit den Fortſchritten der
wirtſchaftlichen und techniſchen Zibiliſation ſich dahin aus, daß
immer mehr Länder ihren Bedarf ſelbſt zu decken unternehmen=
Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 2
Dabei ſpielt der Mangel an kolonialem Land für
Deutſchland eine große Rolle. Alle Länder müſſen ihre
Ausfuhr=
induſtrie umſtellen, wenn ſie lebensfähig erhalten werden ſoll.
Das hat in verſchiedenen Ländern verſchiedene Maßnahmen
her=
vorgerufen, aber alle dieſe Maßnahmen dürfen für ſich Dauer
nicht in Anſpruch nehmen, da ſie außerhalb der natürlichen
Ent=
wicklung ſtehen. Gleichwohl waren angeſichts der beſonderen
Verhältniſſe ſolche Maßnahmen unvermeidlich.
Unter den Schritten der deutſchen Regierung ſteht die
Be=
mühung voran, in dem benachbarten Rußland eine
ind ſtrielle Ausrüſtung herbeizuführen und dadurch neue
Ab=
ſatzmärkte für deutſche Erzeugniſſe zu ſchaffen.
Die Reichsregierung hat eine Ausfallbürgſchaft übernommen, um
die Bereitwilligkeit der Länder, bei Lieferungsgeſchäften für
Rußland ebenſo vorzugehen, zu veranlaſſen. Die Verhandlungen
über die Finanzierung ſind noch nicht abgeſchloſſen, können aber
hoffentlich bald abgeſchloſſen werden, ſo daß der Zuſtand der
(inzelfinanzierung überwunden werden wird. Viel
bedeutungs=
voller noch als die Beteiligung des Reiches iſt die Aufgabe
des deutſchen Exporteurs. Es kommen zwei
verſchie=
dene Formen für Deutſchland in Betracht einmal die Form
wo=
nach der ausländiſche Importeur der Begutachtung unterliegt,
daneben wird noch der Hamburger Plan erwogen. Es iſt
mög=
lich, daß beide Pläne nebeneinander zur Ausführung kommen;
das kann aber eine dauernde Grundlage für internationale
Ge=
ſchäfte nicht bieten. Die Reichsregierung geht dem Ziele nach,
die deutſche Ausfuhr nach aller Möglichkeit zu ſteigern. Dies iſt
ſelbſtverſtändlich, weil nur eine Wirtſchaft beſtehen kann, die nicht
mehr ausgibt, als ſie vereinnahmt. Ebenſo
ſelbſtverſtänd=
lich iſt, daß die Ausfuhrmöglichkeit nicht durch
Hochhaltung der inländiſchen Preiſe gewonnen
werden darf. Hier liegen beſonders ſchwierige Aufgaben vor
für das Zuſammenarbeiten der öffentlichen Gewalten mit den
Wirtſchaftskreiſen. Die Aufgaben, die der Volkswirtſchaft auch
ſchon vor dem Weltkriege geſtellt waren, haben ſo lange ihr
be=
ſonderes Geſicht, als mit künſtlich geſenkten Auslandspreiſen
ge=
rechnet werden muß, wie es durch die Kohlenunterſtützungspolitik
Englands und durch die Inflation anderer Länder gegeben iſt.
Darum hat ſich die Reichsregierung zu Steuerſenkungen
ent=
ſchloſſen, die bis an die Grenze der Möglichkeit gehen. Es wäre
beſſer geweſen die Realſteuern zu ſenken. Da aber dieſe zur
Zu=
ſtändigkeit der Länder und Gemeinden gehören und dem Reiche
keine Handhabe gegeben iſt zur Aenderung dieſes Zuſtandes, ſo
mußte das Reich die Steuern ſenken, die es in eigener Gewalt
hat. Werden dieſe Mittel der Wirtſchaft belaſſen, ſo würde ſich
nach dem Gutachten des Reichswirtſchaftsminiſteriums der
Be=
trag ergeben, daß im Laufe des Jahres 250 000 Arbeiter wieder
eingeſtellt werden können. In ſtärkſtem Maße ſehnen wir uns
nach einer
Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung in Reich,
Ländern und Gemeinden.
Alle öffentlichen Stellen werden mit doppelter Aufmerkſamkeit zu
prüfen haben, welche Vereinfachungen in ihrer Verwaltung
mög=
lich ſind. Auch die Verminderung der Verwaltungsausgaben
muß mit aller Kraft erſtrebt werden, beſonders in dem Sinne,
daß die Kapitalien, die aus dem Inland und Ausland der
Wirt=
ſchaft neu zufließen, in weiteſtgehendem Maße nur für
wirt=
ſchaftliche Zwecke verwendet werden. Jedes Kapital, das zu
an=
deren Zwecken verwendet wird, beeinträchtigt den wirtſchaftlichen
Wiederaufbau. Aber auch in der Privatwirtſchaft ſelbſt
müſſen in ſteigendem Maße die großen volkswirtſchaftlichen und
darüber hinaus die großen ſtaatspolitiſchen Geſichtspunkte zur
Geltung kommen. Der Umſtand, daß wir noch immer eine
un=
geheure Zahl von Erwerbsloſen haben, zwingt darauf hin, das
privatwirtſchaftliche Geſchehen im Rahmen der großen
ſtaats=
politiſchen Zuſammenhänge zu ſtellen. Die
Rationali=
ſierung iſt Vorbedingung zu neuen
Arbeits=
möglichkeiten. Dieſe Verhältniſſe aber machen es doppelt
notwendig, daß man weder auf Arbeitgeber= noch auf
Arbeit=
nehmerſeite müde wird, den großen volkswirtſchaftlichen
Zu=
ſammenhängen gemeinſam nachzugehen. Das deutſche Volk, das
zu aller ſeiner körperlichen und ſeeliſchen Not nun auch die große
Erwerbsloſigkeit zu tragen hat, muß wiſſen, daß das eigentliche
Ziel aller Verantwortlichen iſt, möglichſt bald wieder alle
Volks=
genoſſen an die Arbeit zu bringen. Bei ſolcher Betrachtungsart
wird es ſicherlich möglich ſein, den weitaus größten Teil der
Streitpunkte in unſerem Wirtſchaftsleben durch gegenſeitige
Ver=
ſtändigung zu löſen. Parteipolitik iſt ein weniger
geeignetes Werkzeug für ſolche Verſtändigung.
Es würde ein Segen für unſer Volk ſein, wenn neben der
Partei=
politik und darüber hinaus gerade im Wirtſchaftsleben
Verbin=
dungen wirkſam würden, die volkswirtſchaftlich und allgemein
*Maskenball im Wüſtenbotel.
Von Fritz Löwe, Kairo.
Zehn Minuten Autofahrt von Kairo entfernt liegt das wie
der Phönix aus der Aſche neu erſtandene Heliopolis, das die
alten Aegypter der Sonne geweiht hatten. Unſer Auto
durch=
fährt die breite Hauptavenue dieſes Neu=Kairo. Auf beiden
Seiten des Weges erheben ſich ſtolze Villen in mauriſchem Stil,
verträumte Chalets, umgeben von herrlichen Gärten, und
präch=
tige arabiſche Paläſte.
Plötzlich ſteigt am Rande der Wüſte, inmitten lachender
Oaſengärten das Heliopolis=Palace=Hotel auf. Wie ein
Feen=
palaſt wirkt dieſer in rein arabiſchem Stil errichtete, einer Moſchee
gleichende Prachtbau. Die ganze Front ſchwimmt in einem
Meer von Licht. Um Erker und Balkons ziehen ſich feurige
Guirlanden. Wir ſind zur richtigen Zeit angelangt. Die
vor=
nehme Geſellſchaft Kairos feiert heute hier das jährliche
Masken=
feſt. Motto: „Märchen aus Tauſend und einer Nacht.”
Die Fenſter meines Zimmers blicken auf herrliche Roſen=
und Palmengärten. Dieſe Flucht von Prachträumen, dieſer
Luxus und Komfort. Nicht zu vergeſſen dieſe muſtergültige
Be=
dienung. Hoch gewachſene Araber und ſchlanke Nubier in
far=
bigen Trachten, ſafranroten Schuhen und weißen Turbanen leſen
mir jeden Wunſch vom Auge ab. Ein erquickendes Bad ſpült
alle Strapazen der Wüſtenreiſe fort. Mit der feſtlichen Kleidung
hat man auch einen neuen, fröhlichen Menſchen angezogen.
Ich ſitze auf der in Blumen prangenden Hotelterraſſe. Roſen
und Glyeinen ſchlingen ſich um die Geländer. Palmen neigen
ihre rauſchende Schönheit über Myrthenſträucher und
wuchern=
den Lorbeer, weiße und roſenrote Blütenſchleier umwallen die
breite, mit auserleſenen Teppichen belegte Freitreppe. Aus
lich=
tem Grün leuchten Orangen. Die Natur ſelbſt hat ſich in ihr
ſchönſtes Feſtgewand gehüllt.
Der weite Platz vor dem Hotel iſt durch hohe Kandelaber
tageshell erleuchtet. Aegyptiſche Gendarmen in kleidſamen
Uni=
formen galoppieren auf tänzelnden arabiſchen Rappen ordnend
hin und her. In Erwartung der Gäſte hat eine Schar von
Dienern in roten und blauen Burnuſſen und ſcharlachfarbenen
Turbanen auf der Freitreppe Aufſtellung genommen. Zu
Tau=
ſenden kommen die Gäſte aus Kairo und den umliegenden
Vil=
lenkolonien Heliopolis und Helouan. Auto auf Auto fährt vor.
Jugend und Schönheit, gehüllt in duftiges Spitzengerieſel,
ent=
ſteigt ihnen. Ueber einen Teppich, gewebt aus herabrieſelnden
Vom Tage.
Nach Mitteiluugen aus Regierungskreiſen iſt anzunehmen, daß der
Volksentſcheid über die Enteignung der Fürſten am
Sonntag, den 13. Juni, anberanmt wird.
Der Kanzler hat die Abſicht, zur Eröffnung der „Geſolei” ſelbſt
nach Düſſeldorf zu fahren und von dort aus eine Reiſedurch
die frühere erſte Zone zu machen, wobei er vornehmlich
die=
jenigen Städte aufſuchen will, die bei früheren Reiſen nicht bewührt
wur=
den. Am 12. Mai wird er dann in Köln ſein.
Ueber das Verhältnis des deutſch=ruſſiſchen
Ver=
trags zum Locar nopakt iſt bereits zwiſchen den Weſtmächten ein
Meinungsaustauſch im Gange.
Auf Beſchluß des franzöſiſchen Miniſterrats iſt der Verkauf und
die Verbreitung der in Berlin erſcheinenden „
Arbei=
ter=Illuſtrierten” auf franzöſiſchem Gebiet formell
unterſagt worden.
Im thüringiſchen Landtag kam es geſtern gelegentlich der
Begründung einer ſozialdemokratiſchen Anfrage über das von den
Völ=
kiſchen herbeigeführte Verbot einer öffentlichen Kundgebung der
inter=
nationalen Frauenliga in Weimar im Herbſt vorigen Jahres zu
ſtür=
miſchen Auftritten.
Anläßlich des Abſchluſſes des deutſch=ruſſiſchen Vertrags gab
Reichs=
außenminiſter Dr. Streſemann ein Eſſen, an dem der Botſchafter
Kreſtinski mit den Herren der Botſchaft ſowie der Leiter der
Handels=
vertretung der Sowjetunion teilnahmen.
Finnland hat eine Note an Rußland gerichtet, in der der Abbruch
der Verhandlungen über den finniſch=ruſſiſchen
Siche=
rungsvertrag angekündigt wird. Finnland ſtellt feſt, daß es die
Verhandlungen erſt zu einem ſpäteren Zeitpunkt, „wenn die Lage der
baltiſchen Staaten ſich geändert habe”, wieder aufnehmen könne,
Der ehemalige Vorſitzende der früheren transkaſpiſchen Regierung
Funtikoff, der während der engliſchen Okkupation im
Einverneh=
men mit den engliſchen Behörden 26 Sowfetkommiſſare aus Baku und
zahlreiche Führer der transkaukaſiſchen Arbeiterbewegung erſchießen
ließ, wurde vom Militärkollegfum des Oberſten Gerichtshofes in Baku
zum Tode verurteilt.
In einer ſchaufen Note meldet Perſien beim
Sekre=
tariat des Völkerbundes die Forderung eines ſtändigen
Ratsſitzes an, „wenn Deutſchland einen Ratsfitz erhalten ſollte,
wogegen Perſien nichts einzuwenden habe‟. Begründet wird die
For=
derung damit, daß Perſien das einzige Land ſei, das die Interefſen der
400 Millionen Mohammedaner im Völkerbund wahrnehme,
ſtaatspolitiſch eingeſtellt ſind. Als altes Mitglied des
Reichswirt=
ſchaftsrats halte ich noch immer an der Hoffnung feſt, daß der
Reichswirtſchaftsrat eine geeignete Stelle iſt, von der aus zum
Nutzen des ganzen Volkes allgemein Wirtſchaftspolitik getrieben
werden kann. Der Kanzler kam dann auf
die Preisſenkungsaktion der Reichsregierung
zu ſprechen, die nicht den ungeteilten Beifall aller
Wirtſchafts=
kreiſe gefunden habe. Es ſei gewiß richtig, daß Preisſteigerungen
auf verſchiedenen Gebieten eingetreten ſeien. Das dürfe aber
nicht darüber hinwegtäuſchen, daß die Aktion im allgemeinen gute
Wirkungen gezeitigt habe. Daß ſie erfolglos geweſen ſei, könne
nur behaupten, wer der Regierung politiſch entgegentreten wolle.
Der Kanzler nannte zum Beweiſe den geſunkenen
Lebenshal=
tungsindex und beſonders die erhebliche Senkung der
Preis=
ſpanne zwiſchen Viehpreiſen und Fleiſchpreiſen. Auf die
Ver=
minderung ſolcher Spannen komme der Erfolg der
Preisſenkungs=
bewegung heraus. Bei aller Anerkennung des Grundſatzes, daß
ſich in der Preisgeſtaltung die Wirtſchaftsgeſetze auswirken,
han=
dele es ſich doch darum, dieſes freie Spiel nicht durch Uebernahme
von Sonderbindungen in unnatürlicher Weiſe hemmen zu laſſen.
Daneben ſei es nur ein Teil der vertrauensvollen
Zuſammen=
arbeit zwiſchen Regierung und Wirtſchaft, wenn die Regierung
auch ihrerſeits den Wirtſchaftskreiſen zurufe jeden Aufwand
auf ſeine wirtſchaftliche Notwendigkeit
nachzu=
prüfen. Die Regierung begrüße die Arbeiten des
Reichs=
kuratoriums für Wirtſchaftlichkeit. Sie wolle nach aller
Möglich=
keit unter gemeinſchaftlicher ſtaatspolitiſcher Würdigung des
Möglichen im Einvernehmen mit den Wirtſchaftskreiſen handeln.
Die Bemühungen der Reichsregierung ſeien nicht nur darauf
ge=
richtet, alles zum Wiederaufbau zu tun, ſondern ſie wolle auch die
Ueberzeugung in den Wirtſchaftskreiſen ſtärken, daß es wirklich
aufwärts gehe. Solche Ueberzeugung ſei notwendig, damit nicht
durch unberechtigte Zurückhaltung objektive Möglichkeiten
ver=
paßt würden. Sie ſei auch begründet, weil trotz aller Not der
Gegenwart die Anzeichen für ein Voranſchreiten deutlich
erkenn=
bar ſeien, allerdings nur langſam und ſchrittweiſe, aber nachdem
alle Inflationserſcheinungen beendet ſeien und nachdem die
weltpolitiſche Beruhigung zunehme, auf nunmehr
hoffnungs=
volleren Bahnen. (Lebhafter Beifall.)
Die Ausführungen des Kanzlers wurden mit ſtarkem und
lang anhaltendem Beifall aufgenommen. Präſident von
Mendels=
ſohn dankte dem Reichskanzler für ſeine Ausführungen und gab
ſeiner beſonderen Befriedigung darüber Ausdruck, daß die
Reichs=
regierung die auf der deutſchen Wirtſchaft ruhenden ſchweren
Laſten verringern wolle. Die Grüße der preußiſchen Staats=
Nummer 148
regierung überbrachte der preußiſche Handelsminiſter Dr.
Schreiber.
Schreiber führte aus: Das Ziel all unſerer Bemühungen muß
die Verbilligung unferer Produktion ſein. Wenn dieſe Bemühungen
vollen Erfolg haben ſollen, ſo müſſen wir darauf bedacht ſein, auch
die öffentlichen Laſten noch weiter zu ſenken. Das wird nur möglich
ſein, wenn der behördliche Verwaltungsapparat weſentlich einfacher
ge=
ſtaltet wird. Unſere Verwaltung iſt im Weſentlichen ſtehen
geblieben in einer Zeit, in der es noch kein modernes
Ver=
kehrs= und Nachrichtenmittelweſen gab. Die
Verwal=
tungsform wird daher damit beginnen müſſen, zu kleine und
un=
wirtſchaftliche Verwaltungsbezirke den neuzeitlichen Verhältniſſen
anzu=
paſſen. Daneben werden die Zuſtändigkeiten eine Neuregelung zu
er=
fahren haben. Es iſt nicht notwendig, daß eine Zentralinſtanz über jede
Kleinigkeit ſelbſt eine letzte Entſcheidung fällt. Wir müſſen der
Selbſt=
verwaltung wieder einen weiten Spielraum gewähren. Die
Kom=
munalbezirke erfordern es, daß die Führer der Wirtſchaft
ihre ſachkundige Mitarbeit trotz aller ſonſtiger
Inanſpruch=
nahme in möglichſt hohem Maße zur Verfügung ſtellen. Wir
haben in Preußen eine großzügige
Eingemeindungspoli=
tik und im Ruhrgebiet den Anfang gewichtiger organiſatoriſcher
Aen=
derungen gemacht, aber ſchon dabei geſehen, wie außerordentlich ſchwierig
das iſt. Wir Deutſche ſind gar zu leicht zu Partikularismus und
Eigen=
brödelei geneigt.
Dr. C. F. v. Siemens führte dann über die
Rationaliſierung und ihre wirtſchaftliche Form
etwa folgendes aus: Die Nationaliſierung oder Anwendung von Mitteln
zur Erhöhung des wirtſchaftlichen Nutzeffekts ſei keine neue Erfindung,
ſondern ſeit jeher die Grundlage der deutſchen Wirtſchaft. Deutſchland
könne auf ſeine techniſchen und wirtſchaftlichen Erfolge ſtolz ſein. Die
Elektrotechnik habe erreicht, daß man heute gegenüber 1900 für die
Er=
zeugung einer Lichteinheit nur ein Achtel an Kohle und für den
Ver=
brauch nur ein Drittel an Geld aufzuwenden habe. Für eine reine
Stahlerzeugung benötigte man 1900 Pro Tonne Stahl noch 6600
Kilo=
gramm Koks, heute infolge des Zuſammenarbeitens der Zechen und
Hütten nur noch 10 Kilogramm. Auf derartigen Fortſchritten beruhe
letzten Endes die Steigerung der Lebenshaltung. Aber aus dem reichen
Deutſchland ſei ein kapitalarmes Land geworden, deſſen
Produktions=
leiſtung pro Kopf bei gleichzeitiger Erhöhung der Unkoſten vermindert
ſei. Durch die Umwandlung in einen fordiſierten Betrieb unter der
Bedingung genügender Auftrage gleicher Art könnten
die Arbeitsvorgänge unmittelbar hintereinander geſchaltet werden, ſo
daß das Arbeitsſtück ohne Aufenthalt in Zwiſchenlägern unmittelbar von
einer Maſchine zur anderen wandere. So wäre es möglich, Zeit und
Material, d. h. Unkoſten an Kapital, zu ſparen. Bei Ford brauche ein
Gußſtück vom Hochofen ab gerechnet bis es in die Maſchine ausgebaut iſt,
etwa acht Tage, in einer deutſchen Maſchinenfabrik etwa zwölf Monate.
Wir müßten den in den amerikaniſchen Verhältniſſen liegenden Kern
fruchtbringend für uns geſtalten, von unten anfangen und zunächſt die
Elemente vereinfachen, welche die Bauſteine für jedes Endprodukt bilden.
Im Reichskuratorium für Wirtſchaftlichkeit würden
dieſe Beſtrebungen mit Unterſtützung der Regierung und des
Reichs=
tages zuſammengefaßt. Die Fertiginduſtrie ſei bereits eifvig bemüht,
den erſten Anſatz zur fließenden Fertigung zu machen. Nur bei
über=
ſehbaren und gleichbleibenden Verhältniſſen könne die ſehr konzentrierte
und ſcheinbar kleinliche Einzelarbeit geleiſtet werden, welche aber letzten
Endes den Erfolg bringe. Die Kartelle und
Intereſſenge=
meinſchaften ſeien nur beſchränkt geeignet, auf dieſem
Gebiet Foxtſchrittsarbeit zu leiſten, da in ihnen immer das
Einzelleben der Partnev vorhanden ſei. Die notwendige völlige Einheit
gäbe nur eine Fuſion, in welcher nicht nur die Fabrikation, ſondern
auch Konſtruktions= und Forſchungsarbeiten, Vertrieb und allgemeine
Verwaltung zuſammengefaßt werden könnten. Ford ſtelle gleichzeitig ein
horizontales Gebilde und größte vertikale Orgawiſation dar, denn der
Erfolg der fließenden Organiſation hinge von der Zuverläſſigkeit des
Nachſchubes der Vorfabrikation und ihrer Güte ab. Bei der Art der
Zuſammenſetzung unſerer Wirtſchaft könne ein Haupterfolg durch
Rationaliſierung nur durch Kleinarbeit aller erreicht werden.
Dr. Schacht führte u a. aus: An die Prüfung der Frage, ob eine
neue Diskontermäßigung möglich ſei, müſſe mit großer
Zurückhaltung herangegangen werden. Infolge der Geldflüſſigkeit
beſtehe an der Börſe die Neigung, für langfriſtige Anlagen kurzfriſtiges
Geld aufzunehmen. Demgegenüber beſtehe nun die Möglichkeit, daß
dieſe langfriſtig beſchäftigten kurzfriſtigen Gelder zu einer Zeit
ab=
berufen werden, wo ſie von den langfriſtigen Kreditnehmern nicht
ent=
behrt werden können. Man müſſe deshalb die weitere Entwicklung ſcharf
beobachten. Wenn die Reichsmark eine Diskontermäßigung nach
Maß=
gabe der Geſamtverhältniſſe für möglich hält, wird ſie nicht zögern, ſie
vorzunehmen.
Die Neuregelung der Erwerbsloſenfürſorge.
Unterſtützung nach Lohnklaſſen.
Amtlich wird mitgeteilt: Wie bereits angekündigt, hat ſich
das Reichskabinett in dieſen Tagen mit der Frage der
Erwerbs=
loſenfürſorge befaßt und hat in Uebereinſtimmung mit der
Auf=
faſſung des Reichswirtſchaftsrates und der meiſten Länder
be=
ſchloſſen, ſobald als möglich den Uebergang von dem bisherigen
Unterſtützungsſyſtem zu einer Unterſtützung nach
Lohn=
klaſſen herbeizuführen. Das Reichsarbeitsminiſterium iſt mit
der Ausarbeitung einer entſprechenden Vorlage beſchäftigt. Um
die nötige Zeit für die Vorbereitung und Einführung des neuen
Unterſtützungsſyſtems zu ſchaffen, ſollen die gegenwärtigen
Unter=
ſtützungsſätze, die an ſich am 1. Mai außer Kraft geſetzt würden,
noch bis zum 22. Mai in Geltung bleiben. Gleichzeitig
beabſich=
tigt das Reichsarbeitsminiſterium entſprechend einem Beſchluß
des Kabinetts und den Wünſchen der meiſten Länder, die
gel=
tenden Anordnungen über die Kurzarbeiterfürſorge noch für zwei
Monate zu verlängern.
roten Blüten trippeln entzückende kleine Füßchen. Unter
bunt=
farbigen Abendmänteln, auserwählten Pelzen leuchten
Früh=
lingsgedichte von Toiletten. Hinter ſchwarzen, roten und weißen
Masken funkeln erwartungsvoll Frauenaugen.
Die rieſige Empfangshalle iſt in Licht gebadet. Am Eingang
derſelben ſind zwei Reihen Cavaſſen in farbigen Burnuſſen als
Ehrenwache aufgeſtellt. Ueber den purpurroten Teppich ſtrömt ein
Karnevalszug, in den von orientaliſchen Lampen magiſch
er=
leuchteten Ballſaal. Die wundervolle, mit hohen, marmornen
Säulen geſchmückte Halle iſt von einer 55 Meter hohen Kuppel
überwölbt. Bis in ſchwindelnde Höhen recken ſich Pfeiler
trä=
gende Galerien, überſät mit glitzernden Roſetten und Arabesken.
Sie ſcheinen von Zauberhänden gehalten in der Luft zu
ſchwe=
ben. Bis zur Spitze der Kuppel hinauf erglüht der weite Raum
von Tauſenden buntfarbiger Lichter. Guirlanden von roten und
grünen Lämpchen umkränzen den Saal. In buntem
Edelſtein=
glanz leuchten die hohen, farbigen Fenſter.
Auf der Mittelgalerie entwickelt ſich faſzinierendes,
orien=
taliſches Leben. Dort haben die Damen der Harems der
vorneh=
men Welt Kairos ihr Hauptquartier aufgeſchlagen. Die langen,
weißen und ſchwarzen durchſichtigen Schleier verbergen ſie nicht
ganz. Man ſieht bildhübſche Erſcheinungen mit feingeſchnittenen
Profilen und blitzenden, feurigen Augen. Mit großem Intereſſe
betrachten ſie die ſich unter ihnen abrollenden bunten Bilder.
Ein tolles Maskentreiben hat eingeſetzt. Ueber die mit
ſchwellenden Teppichen und bunten Bronzelampen geſchmückten
Treppen flutet ein nicht endenwollender Karnevalszug. Die
Nebenſäle erſtrahlen in rotem und grünem Licht. Beim Klange
wilder Zigeunerlieder drehen ſich anmutige ruſſiſche Tänzerinnen
in leidenſchaftlichem Tanz. Trommeln, Pauken und Keſſel
wir=
beln. Arabiſche Tänzerinnen winden ſich wie die Schlangen.
Bauchtanz iſt Triumph! Alte und junge, dünne und dicke
Baja=
deren zeigen ihre verführeriſchen Künſte. Schrilles
Pfeifen=
gekreiſch und tolles Händeklatſchen treibt ſie zu immer wilderen
Körperverenkungen an.
Ein ſchmetterndes Hornſignal. Im großen Kuppelſaal treten
Tauſende von Paaren zum Tanzſpiel an. Auf dem Parkett ſind
Zahlen eingezeichnet. Die auf einem Rieſenrade angezeigte
Nummer wird laut ausgerufen. Das Paar, das gerade auf der
betreffenden Zahl ſteht, hat einen der prächtigen Preiſe gewonnen.
Sie verſtehen ſich zu kleiden, die Damen von Kairo. Man
ſieht die wunderbarſten Modeſchöpfungen, zarte Gebilde aus
Fe=
dern und Spitzen. Aus tiefen Decolletagen farbenfreudiger
Ko=
ſtüme funkeln reizvolle Büſten, edelgeformte Rücken. Aus leuch=
tenden, durchſichtig erſcheinenden Gewändern heben ſich
weiß=
ſchimmernde Arme zarter Odalisken. Alle wollen ſie vom
Blüten=
ſtaub des Feſtes naſchen.
In den Sälen, auf Treppen und Galerien, wogt in den
male=
riſchen Trachten des Orients eine froh erregte Menge. Eilfertig
drängen ſich hochgewachſene Krieger, ernſt dreinſchauende Prieſter
und ſchmalfeſſelige Aegypterinnen. Stolz tragen raſſige Brünetten
die Schönheit ihrer ſchlanken Glieder. Reizende Blondinen
ſchwe=
ben in fliederfarbenen und karmoiſinroten Koſtümen,
Traumgebil=
den von Krepp und Spitzen vorbei; die kleine, bizarre Schleppe
haben ſie kokett über den Arm geſchlungen. Internationale
An=
mut und Eleganz haben ſich mit der vornehmen Geſellſchaft
Kai=
ros auf dieſem Feſt des Frohſinns und Genuſſes eine
Rendez=
vous gegeben.
m
In ſchimmernder, goldüberladener Pracht geht der Märchen=
Kalif Harun al Raſchid auf Abenteuer aus. In übermütiger
Stimmung teilt er an die ihn umringenden Odalisken, farbige
Smaragde, Rubine und Saphire (importiert aus Böhmen) aus.
Vergeblich verſuchen der ihn begleitende Großvezir und das
Ge=
folge ihn aus dem Ringe der ſtümmiſch herandrängenden Schönen
zu befreien.
Sindbad, der Seefahrer, ſcheint ſich auf ſeiner Suche nach
der „verlaſſenen Inſel” recht wohl zu befinden. Aber er ſucht
nicht, wie im Märchen das Ei des Vogels Roch, ſondern iſt eifrig
bemüht, daß Herz einer ſüßen Fatime zu gewinnen. Mit ſeiner
Zauberlampe naht Aladin. Gleich bunten Schmetterlingen
flat=
tern blütenſchlanke Odalisken mit feinraſſigen Feſſeln in ſilbern
und goldig ſchimmernden, eng anſchmiegenden Gewändern durch
den Saal. Eine Schar von Tſcherkeſſinnen ſtürmt heran. Wie
durchleuchtete Glut ſchimmern ihre roten Koſakenmäntel. An
Silbergürteln klirren funkelnde Waffen. Immer aufpeitſchender
die Muſik, immer wilder der Tanz. Immer ausgelaſſener= die
Stimmung. Wie verſtehen alle die verführeriſchen Aegypterinnen
und Damen der europäiſchen Geſellſchaft Kairos zu tanzen!
Wel=
cher Rhythmus der Glieder, welche Schönheit in der Bewegung.
Der Walzer: ein ſüßes Dahinſchweben, auf Sonnenſtrahlen
ge=
tanzte Sehnſucht; im Rauſch des Tanzes ein abwechſelndes
Suchen und Fliehen.
Das tolle Maskentreiben hat ſeinen Höhepunkt erreicht. Aus
der Ferne klingt ſchmetternde Janitſcharenmuſik. In feierlichem
Zuge naht, geleitet von ihren Hofdamen, Prinzeſſin Bedrulbudur.
Und nun beginnt der Clou des Abends, die große Polonaiſe.
Ueber teppichgeſchmückte Treppen, durch ſtrahlende Hallen und
Nummer 118
Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 3
Geſcheiterte Kompromißarbeit.
Ja bangue=Spiel der Flügelparteien. — Weiterberatung
zwecklos. — Vertagung des Rechtsausſchuſſes.
Berlin, 28. April.
Der Rechtsausſchuß des Reichstags war heute zuſammengetreten,
um ſeine Beratungen über die vermögensrechtliche Auseinanderſetzung
mit den ehemals regierenden Fürſtenhäuſern fortzuſetzen. Vor Eintritt
in die Tagesordnung erklärte jedoch Abgeordneter Schulte=Breslau (3
namens der Zentrumspartei, daß er bei der Stellungnahme der
Deutſch=
nationalen und der Sozialdemokraten eine Weiterberatung für
zweck=
los halte, ſolange dieſe Flügelparteien nicht endgültig und klar ſagen,
ob ſie überhaupt bereit ſind, einer Löſung auf mittlerer Linie
zuzuſtim=
men. Die Flügelparteien ſpielten ein va banque-Spiel, denn keiner wiſſe,
ob der Volksentſcheid angenommen werden würde oder nicht. Ein
Miß=
erfolg des Kompromißentwurfes könne alſo zu unüberſehbaren Kriſen
führen, die vielleicht die ganze Struktur unſeres Staatsweſens in
Mit=
leidenſchaft zieht. Abg. Roſenfeld (Soz.) erklärte, daß auch er eine
Weiterberatung gegenwärtig für zwecklos halte. Abg. Dr. Barth (Dn.):
Die Mittelpartcien mögen den Grund für das Scheitern ihrer Verſuche
darin ſuchen, wo er liegt, nämlich in der Illohalität der Demokratiſchen
Partei, die auch heute wieder ohne Rückſicht auf die Kompromiß=Parteien
mit einem ſelbſtändigen Antrag zu dem Volksbegehren ihre eigenen
Wege gehe. Abg. Dr. Haas (Dem.) wies mit Entſchiedenheit den
Vox=
wurf der Illohalität für ſeine Fraktion zurück. Seine Fraktion habe
erkannt, daß die Verhandlungen im Rechtsausſchuß zu keinem Reſultate
führen würden, und das ſei heute auch die Meinung aller Parteien. Um
nun unüberſehbare Schäden infolge des Scheiterns des Kompromiſſes
zu vermeiden, ſei ein neuer Vorſchlag von ſeiner Fraktion in Erwägung
gezogen worden. Dieſer Vorſchlag habe ſich aber zu einer beſtimmten
Formulierung noch gar nuht derdichtet. Schließlich gab der Vorſitzende,
Abgeordneter Dr. Kahl (D.V.P.), in Zuſammenfaſſung der
voraus=
gegangenen Erörterungen eine Erklärung folgenden Inhalts ab: Man
dürfe den Wert der Kompromiß=Arbeit in 36 Sitzungen doch in keiner
Weiſe unterſchätzen. Wie ſich die Dinge in allernächſter Zeit entwickeln
würden, könne niemand vorausſagen. Er für ſeine Perſon glaube, daß
der Zeitpunkt kommen werde, in dem der Reichstag wieder auf die
un=
entbehrliche Arbeit der Kompromiß=Parteien angewieſen ſein werde,
In der Spanuung des gegewpärtigen Augenblicks, ſa es allerdings
richtig, dem Antrag des Abg. Schulte=Breslau (Z.) auf vorläufige
Ver=
tagung und Unterbrehung der Verhandlungen auf unbeſtimmte Zeit
zuzuſtimmen. Darauf wurde der Vertagungs=Antrag angenommen
*Der Scherbenhaufen.
An dem Tage, wo der Reichstag mit der Beratung
der Fürſtenenteignung beginnt, iſt der Rechtsaus=
„ſchuß, der den Kompromißvorſchlag behandeln ſollte, in die
Luft geflogen. In dieſer Gegenüberſtellung iſt eigentlich
ſchon die ganze innere Unmöglichkeit der Lage gekennzeichnet.
Ueber die Schuldfrage zu ſprechen, hat im Augenblick keinen Sinn,
Zveil dadurch nichts beſſer wird. Viel wichtiger iſt es zu ſehen,
lob es überhaupt noch einen Ausweg gibt. Das Plenum ſelbſt
chat ſich die Sache etwas leicht gemacht. Die Debatte ergab ſogut
nvie nichts neues. Sozialdemokraten und Kommuniſten brachten
mioch einmal alle Scheinargumente, die ſie ſchon bei der
Propa=
ganda für das Volksbegehren zu Tode gehetzt haben, erneut vor.
Sie ſprachen von der unerhörten Habgier der Fürſten, die das
Deutſche Volk in den Krieg gehetzt hätten, von der bürgerlichen
Diebedienerei, ließen auch die Tribüne mitſpielen, ſodaß ein be=
Konders heftiger Zwiſchenrufer entfernt werden mußte. Von der
Begenſeite fand Graf Weſtarp die ſchärfſten Worte gegen dieſes
„Begehren des Unrechtes und des Raubes”, das die
Rechtsgrund=
ſjätze des Staates untergraben wolle. Weſentlich vorſichtiger, aber
n der Zielrichtung mit demſelben Ergebnis lehnten die anderen
Sürgerlichen Parteien einſchließlich der Demokraten die
Enteig=
mung ab, nachdem der Innenminiſter Dr. Külz noch einmal der
Foffnung Ausdruck gegeben hatte, daß es doch noch auf
parlamen=
tariſchem Wege gelingen werde, eine Löſung zu finden. Man
ſt mit der erſten Leſung nicht zu Ende gekommen, ſondern hat
ſich früh auf Donnerstag vertagt, um den Fraktionen noch einmal
elegenheit zur Beratung zu geben.
* Fürſtenkompromiß und Regierungsſchickſal.
Vorläufig iſt es gelungen, den Zuſammenhalt
inner=
calb der Regierungsparteien aufrecht zu erhalten.
Die Demokraten halten zwar daran feſt, daß ſie den Antrag
einbringen wollen, der die Möglichkeit einer Entſchädigung der
Fürſten gibt, ſind ſich aber ſelbſt nicht im Zweifel darüber, daß
Dieſer Antrag abgelehnt wird, wollen dann jedoch die Parole
gegen die Enteignung ausgeben. Das Zentrum macht
moch einen neuen Verſuch. Es hat einen Ausſchuß von ſechs
Mit=
gliedern eingeſetzt, der einen ganz anderen Entwurf
musarbeiten ſoll. In ihm ſollen kurz und präzis die
Grund=
gedanken des Kompromißantrages neu verarbeitet werden. Die
Fraktion will am Donnerstag mittag zuſammentreten und dann
dieſen Entwurf vielleicht noch zur 2. Leſung des
Enteignungs=
antrages zur Beratung ſtellen, vielleicht auch mit ihm
Gelegen=
heit finden, den Rechtsausſchuß wieder anzukurbeln. Denn
darüber ſind ſich eigentlich alle Parteien klar, daß es politiſch
unbequem iſt, einfach abzuwarten, wie der Volksentſcheid
aus=
fällt. Sie arbeiten zum Teil darauf hin, daß die Regierung ſich
bereit erkläre, unmittelbar nach der Ablehnung des
Volksent=
ſcheides vor den Reichstag mit einer Vorlage zu treten, die ſich
auf dem Kompromißantrag aufbaut, die aber als
Regierungs=
vorlage gedacht iſt, und mit ihrem Schickſal auch das
Schickſal der Regierung verknüpft. Die Parteien
ſind ſich aber zweifellos klar darüber, daß ſie damit eine Art
Va=Banque=Spiel treiben. Wenn es den
Sozialdemo=
kraten und Kommuniſten beim Volksentſcheid gelingt, die
Mehr=
heit auf ihre Seite zu bringen, dann iſt nicht allein eie
Prä=
ſident ſchaftskriſe ſondern auch eine
Regierungs=
kriſe und wegen der ablehnenden Haltung Bayerns
auch eine Verfaſſungskriſe unvermeidlich. Deshalb wäre
es gut geweſen, rechtzeitig einzugreifen, um die Möglichkeit einer
ſolchen Zuſpitzung zu verhindern. Aber dazu iſt es wohl jetzt
ſchon zu ſpät.
Nach dem Abbruch der Kompromißverhandlungen.
In einer Beſprechung, die zwiſchen den Vertretern der
Regierungsparteien im Reichstag am Mitvwoch nachmittag
ſtatt=
fand, wurde die durch den Abbruch der Verhandlungen im
Rechtsausſchuß neu geſchaffene Lage eingehend
behan=
delt. Dabei wurde vom Zentrum betont, daß es keinen Zweck
habe, die Verhandlungen über die Kompromißvorlage
fortzu=
ſetzen. Der Vertreter der Deutſchen Volkspartei erklärte, daß
man jetzt erſt einmal die Erledigung des Volksentſcheids
abwar=
ten müſſe. Die Demokraten legten ihren geplanten
Abände=
rungsantrag zu dem ſozialdemokratiſch=kommuniſtiſchen
Enteig=
nungsgeſetz im Wortlaut vor. Die Vertreter des Zentrums und
der Deutſchen Volkspartei lehnten es ab, dieſen demokratiſchen
Antrag zu unterſchreiben. Die interfraktionelle Beratung wurde
dann abgebrochen; ſie ſoll aber heute abend fortgeſetzt werden.
Ablehnung des Gemeindebeſtimmungsrechtes.
Im Haushaltsausſchuß des Reichstages wurde am Mittwoch
die Alkoholfrage und das Gemeindebeſtimmungsrecht behandelt.
Nach umfangreicher Debatte über die Frage des
Gemeinde=
beſtimmungsrechts wurde zur Abſtimmung geſchritten. Ein
An=
trag verſchiedener Abgeordneter, der das
Gemeindebeſtimmungs=
recht im Entwurf des Schankſtättengeſetzes ausgenommen wiſſen
will, wurde mit 15 gegen 14 Stimmen angenommen. Damit iſt
das Gemeindebeſtimmungsrecht abgelehnt.
Wei=
ter wurde angenommen eine Entſchließung des Zentrums, die
dahin geht, die Reichsregierung zu erſuchen, baldigſt in eine
Prü=
fung einzutreten über: 1. die derzeitigen Mißſtände im
Schank=
ſtättenweſen unter dem Geſichtspunkt der Volksgeſundheit, des
Familienlebens und des Jugendſchutzes, 2. die Mißſtände bei
Verleihung von Konzeſſionen und 3. ob zur Bekämpfung dieſer
Mißſtände eine ſtärkere Heranziehung von Gemeindeangehörigen
dienlich iſt.
Landtagsauflöſung in Heſſen.
Die Einleitung des Volksbegehrens.
Die Parteivorſitzenden und die Landtagsfraktionen des
Heſſiſchen Landbundes, der Deutſchen
Volks=
partei und der Deutſchnativnalen Volkspartei
haben auf Grund entſprechender Entſchließungen ihrer
Landes=
ausſchüſſe einmütig beſchloſſen, unverzüglich das
Volks=
begehren auf Landtagsauflöſung in Heſſen
durchzuführen.
Für die beteiligten Parteien und wirtſchaftlichen
Organi=
ſativnen wird der „Heſſiſche Wirtſchafts= und Ord
nungsblock” die organiſatvriſche Durchführung des
Volks=
begehrens und der Volksabſtimmung übernehmen. Der „Heſſiſche
Wirtſchafts= und Ordnungsblock” verfolgt das alleinige Ziel, eine
Aenderung des verhängnisvollen Regierungsſyſtems in Heſſen
mit ſeinen ruinöſen finanziellen Folgen zu erzwingen.
Die beteiligten Parteien ſind übereingekommen, bei der
Neuwahl des Landtags einen gemeinſchaftlichen
Wahl=
vorſchlag aufzuſtellen. Sämtliche Beſchlüſſe der drei
Par=
teien wurden einſtimmig gefaßt.
Das Enteignungsgeſetz im eichstag.
* Berlin, 28. April. (Eig. Bericht.)
Im Reichstag wird heute der Geſetzentwurf über die Beſtrafung
des Zweikampfes dem Rechtsausſchuß überwieſen. Zur Verhandlung
ſteht dann der durch das Volksbegehren zur Vorlegung an den Reichstag
gelangte ſozialdemokratiſch=kommuniſtiſche Geſetzentwurf zur
Enteig=
nung der Fürſtenvermögen. Auf Antrag der Völkiſchem
wird mit der Debatte ein Geſetzentwurf „Zur Enteignung des
Ver=
mögens der Bank= und Börſenfürſten und anderer Volksparaſiten”
ver=
bunden.
Abg. Dr. Roſenfeld (Soz.) kritiſiert die Vorgänge im
Rechts=
ausſchuß. Alle anderen Mittel verſagten, es bliebe nur der
Volksent=
ſcheid und die entſchädigungsloſe Enteignung der Fürſten. Das deutſche
Volk klopfe an die Türe des Parlaments. Die unerhörte Habgier der
Fürſten, die durch die Juſtiz noch unterſtützt würde (große Unruhe
rechts), habe dem Volksbegehren viele Stimmen aus allen Parteien
zu=
geführt. Die unerſättliche Gier nach Reichtum ſei das Kennzeichen der
deutſchen Fürſten. Die Fürſten haben das deutſche Volk in den Krieg
geſtürzt. (Große Unruhe rechts und Zurufe: Geſchichtslüge.)
Abg. Graf Weſtarp (Dnatl.) lehnt den
Enteignungs=
geſetzentwurf ab. Eine Begründung dieſer Ablehnung erübrige
ſich. Sie ſei ſelbſtverſtändlich. Dieſes erſte Volksbegehren ſei ein
Be=
gehren des Unrechts und des Raubes. (Lärm links.) Die Linke berufe
ſich auf die 12,5 Millionen Stimmen, aber 27,5 Millionen
Wahlberech=
tigter haben dieſes Treiben abgelehnt. Die 12,5 Millionen Stimmen ſind
gewonnen worden durch eine Fülle von Unwahrhaftigkeiten. (Unruhe
links.) Unwahr iſt, daß den Fürſten aus allgemeinem Vermögen Mittel
zugewandt werden ſollen. Es handelt ſich um Rückgabe widerrechtlich
entzogenen Beſitzes. Unwahr iſt, daß dem Volk dadurch neue Laſten
auferlegt werden ſollen. Es gehe um die Rechtsgrundlage des Staates,
um die Eigentumsordnung, deren Umſturz Bolſchewismus bedeute. Dem
Beſitz der Fürſten ſoll dann das Vermögen der Kirchen und ſchließlich
alles Eigentum folgen. Ziel und Ende ſei das wirtſchaftliche Chaos.
Gepeitſcht von ihrem ſchlechten Gewiſſen wegen des
Revolutionsverbre=
chens wollen die Urheber der Agitation den monarchiſtiſchen Gedanken
totſchlagen. (Lebhafter Beifall rechts. Lärm links.) Darum gießt man
immer wieder gegen die Fürſten Kübel voll Schmutz aus. Dieſes ganze
Treiben der Lüge und Verleumdung muß uns mit tiefſter Verachtung
und mit unſäglichem Ekel erfüllen. Die Deutſchnationale Partei wevde
den Kampf gegen Lüge und Verleumdung aufnehmen.
Abg. Dr. Wunderlich (D.Vp.) lehnt den
Geſetzent=
wurf ab, weil er eine bittere Entrechtung einer Gruppe von
Staats=
bürgern bedeute. Dieſer Geſetzentwurf widerſpreche ſowohl dem
Wort=
laut als auch dem Geiſte der Verfaſſung.
Abg. Neubauer (Komm.) wirft den bürgerlichen Parteien
Liebe=
dienerei gegenüber den Fürſten vor. (Die Abgeordneten der
Deutſch=
nationalen Partei und der Deutſchen Volkspartei verlaſſen den Saal.)
Abg. Frhr. v. Richthofen (Dem.) bedauert den Zwieſpalt des
Reichstages in dieſer wichtigen Frage. Die Nationalverſammlung in
Weimar habe nicht vorausgeſehen, daß im Reichstag einſt große
Par=
teien für die Verdienſte der Fürſtenhäuſer eintreten würden. Die
Für=
ſtenfamilien können nicht von der deutſchen Schickſalsgemeinſchaft
aus=
genommen werden. Der Redner lehnt das Enteignungsgeſetz ab, weil
es große Ungerechtigkeiten enthalte. Leider ſei das Kompromiß an dem
Widerſtand der großen Flügelparteien geſcheitert. Der Redner kündigt
einen Aenderungsantrag an, wonach die Länder den
ent=
eigneten Fürſtenfamilien durch Landesgeſetz eine Abfindung zu
gewäh=
ren haben, die ihnen eine angemeſſene Lebenshaltung gewährleiſten ſoll.
Reichsinnenminiſter Dr. Külz erklärt, daß die Reichsregierung
keinen Zweifel darüber gelaſſen habe, daß ſie mit dem
Enteignungs=
geſetz nicht einverſtanden ſei. Auch die ſozialdemokratiſchen Regierungen
nach der Revolution haben ſich immer gegen entſchädigungsloſe
Enteig=
nung ausgeſprochen. Die Revolution habe verſäumt, das
Revolutions=
problem der Auseinanderſetzung mit den Fürſten zu löſen. Die zu
weit gehenden Anſprüche der Fürſtenvertreter haben fetzt das Problem
neu aufgerollt. Unter dem parlamentariſchen Regime wäre es
er=
wünſcht, wenn die Löſung auf parlamentariſchem Wege erfolgt. Die
Reichsregierung gibt die Hoffnung nicht auf, daß die Parteien des
Reichstages ſich noch zu einer gedeihlichen Löſung des Problems
zu=
ſammenfinden werden.
Abg. Schulte (Z.) verlieſt eine Erklärung der Zentrumsfraktion
gegen das Enteignungsgeſetz. Dieſes Geſetz wäre nicht nur
ein ſchwerer Eingriff in das formale Recht, ſondern auch eine
Durch=
brechung des chriſtlichen Grundſatzes vom Schutz des Eigentums. Die
in der Vorlage enthaltenen Beſtimmungen über die Verwendung des
enteigneten Fürſtenvermögens für die Kriegs= und Inflationsopfer ſind
geeignet, die Begehrlichkeit der breiten Maſſe durch trügeriſche
Hoffnun=
gen zu ſteigern. (Lärm links und Rufe von der Publikumstribüne.)
Dieſe Hoffnungen würden irrig ſein, denn die aus der Enteignung
ſtammenden Mittel würden niemals zur Linderung der Not dieſer
Volkskreiſe ausreichen. Das Zentrum erſtrebt eine Löſung, die den
Grundſätzen des Rechtes, aber auch den veränderten ſtaatlichen
Verhält=
niſſen und der Verarmung des Volkes Rechnung trägt.
Die Abgg. Hampe (W. Verg.) und Dr. Pfleger (B.Vp.)
ver=
leſen Erklärungen ihrer Fraktionen, die gleichfalls die Ablehnung
des Enteignungsgeſetzes fordern. Abg. Dr. Frick (völk.)
wendet ſich gleichfalls gegen die Enteignungsvorlage
und bezeichnet das Volksbegehren in dieſem Falle als verfaſſungswidrig.
Dagegen ſei der Volksentſcheid über die Aufwertungsfrage nach der
Verfaſſung zuläſſig. Der Redner fordert Enteignung der Börſenfürſten.
Darauf werden die Beratungen abgebrochen. — Das Haus vertagt
ſich. — Donnerstag, 2 Uhr: Duellgeſetz, Fürſtenabfindung. — Schluß
6½ Uhr.
Feſtſäle, über Galerien und Terraſſen windet ſich die bunte,
ſchil=
ernde Schlange dieſer Tauſende von übermütigen Masken. Eine
Farbenſymphonie duftiger Märchengeſtalten in leuchtenden
Koſtümen.
Auf der nach der Wüſte herausgehenden Terraſſe iſt es ſtll
lind lauſchig. Ich ſitze, ein einſamer Zecher, hinter einer Säule
verborgen. UIm mich herum ſingt und klingt es. Schäumende
Werlen ſteigen aus kriſtallenen Pokalen. Berauſchender Duft
trömt aus den Roſen= und Fliederbüſchen. Einſam und
ver=
chwiegen liegt die Wüſte.
Manch’ artig Märchen aus Tauſend und einer Nacht ſpielt ſich
wor meinen erſtaunten Blicken ab. Durch die Büſche ſchimmern
goldgeſtickte Kleider. Hinter Palmen erzählen entzückende
Schehe=
azaden zu ihren Füßen lauſchenden Sultanen ſüße Märchen. Sie
rnüſſen wohl intereſſant ſein, denn die turbangeſchmückten Kava=
Liere werden des Zuhörens nicht müde. Ali Baba und ſeine Räu=
Her ſind fleißig an der Arbeit, den Odalisken den Kopf zu ver=
Drehen; ſie machen reiche Beute. Codada und ſeine Brüder flirten
rnit den „Prinzeſſinnen von den Inſeln Wack=Wack‟. Der argliſtige
Wezir, Haſſan der Seiler, König Scherman von Perſien, ſitzen mit
ver Prinzeſſin Gülnar vom Meere und „den zwei neidiſchen
Schweſtern” beim ſchäumenden Sekt. Aus der nahen Wüſte klingt
ver heiſere Schrei eines einſamen Nachtvogels. Wie Schatten
Huſchen hinter den Spitzenvorhängen der erleuchteten Fenſter
Tänzer und Tänzerinnen vorüber. Aus zerflatternden
Nebel=
chleiern lugt neugierig der Mond. Auf Roſenbüſche und blühende
Oleander läßt er ſein Zaube=licht ſickern.
Liebevoll hüllt er die ſchweigende Wüſte in ſeinen ſilbrigen
Mantel. Bis in unendliche Fernen dehnt ſich das gelbrote
Sand=
meer. In geſpenſtiſcher Regungsloſigkeit leuchten fahlſchimmernde
Dünenketten. In blauem Dämmerlicht tauchen wie Geſpenſter
nus dem Schoße der Wüſte berittene Patrouillen ägyptiſcher
Wüſtenpolizei auf. Lautlos verſinken die Hufe der Pferde im
Seichentuch des ſtäubenden Sandes. In der Ferne glitzern die
Tichter von Kairo. Von der Höhe der Zitadelle blinkt, überragt
Son ſchlanken Minarets die Alabaſtermoſchee. Mit magiſchem
Zauberglanz übergießt der Mond die Felſenhänge des Mokattan.
Der Ball hat ſein Ende erreicht. Ein Gewimmel von Pelzen
nd ſeidenen Mänteln, auf der Freitreppe. Pfeilſchnell fliegen
Die hellerleuchteten Wagen davon. Wie eine lange Reihe von
Irrlichtern kann ich die Autoſchlange noch lange auf der von
Seliopolis nach Kairo führenden Straße verfolgen.
*Stegreiftheater.
Zum Gaſtſpiel der Reinhardtbühnen mit
Gol=
donis „Diener zweier Herren”.
Die Stegreifkomödie: Gewächs aus lebensfroheſter Zeit;
Höhepunkt des Theatraliſchen „an ſich”; Inkarnation
venezia=
niſcher Grazie, d. i. des Zierlichſten und Anmutigſten, was dieſe
Welt geſchaffen hat; Sammelſtelle des unmittelbar, aus dem
Volke aufquellenden Humors und Witzes; Laune, Ausgelaſſenheit
und Tollheit. Ihr Urſprung geht auf die Straße zurück, wo
koſtümierte Typen burleske und abgekartete Händel begannen,
ihre oft derben Späße zur eigenen Luſt und Beluſtigung einem
erheiterten und intereſſierten Zuhörerkreis vorſetzten. Was ſie
ſprachen, Traditionelles mit Aktuellem gemiſcht, iſt in
Schrift=
zeichen nicht aufbewahrt und daher der Nachwelt ewig verloren
gegangen. Später erſtiegen dieſe Scherze und Szenen das Gerüſt
der Bühne, wurden breiter, bunter und abwechſlungsreicher, die
nun ſchon entwickelte Handlung wurde in ihren Umriſſen fixiert,
welche allerdings noch eine Menge Platz für eine Fülle des
Spon=
tanen und Improviſierten ließen. Die dritte und letzte Phaſe der
Comedia dell arte, die man im Deutſchen Stegreifkomödie nenut,
iſt unlösbar mit der Erſcheinung des Venezianers Carlo
Gol=
doni verknüpft. Er, der noch die alten und überlieferten Figuren
des Pantalone und des Dottore, des Brighella und des
Truffal=
dino beibehielt, gab dem Ganzen doch ſchon einen literariſchen
Umriß, variierte die Schickſale und Erlebniſſe ſeiner Helden,
unterlegte ihnen einen deutlicheren Sinn und formte ſie unter
dem Geſichtspunkte eines höheren Geſetzes. Unnötig zu ſagen,
daß er dem Theater dabei ſeine breiteſten Rechte ließ: das
thea=
traliſch Bewegte der Handlung, die Komik der Situationen und
den Raum zum Improviſieren.
Wer alſo heute daran geht, dieſe Stücke einer
überſchießen=
den Laune von neuem und lebendig auf die Bühne zu ſtellen,
darf ſich, will er ihr Beſtes erhalten, nicht an den Buchſtaben
kehren. Sie ſind aus den Bedürfniſſen des Theaters heraus
ent=
ſtanden und dürfen — jedenfalls vom Bühnenmann — nicht mit
den Augen des Literarhiſtorikers angeſehen werden, was
natür=
lich keineswegs heißt, daß man ihren feinen und beſonderen
Stil nicht ſpüren, ſondern nur, daß man ſie nicht trocken und
engherzig nachſpielen, hingegen mit allem Leben und Saft
heuti=
gen Theaters und ſtarker lebendiger
Schauſpielerperſönlichiei=
fühlen möge. Nur die Improviſation kanz heute auf einer ſo
anders gearteten Bühne und mit dem Stegreifſpiel entnöhnten
Darſtellern nicht mehr voll dem Augenblick überlaſſen bleiben;
ſie iſt gleichſam in die Vorarbeit zu verlegen, wo ſie ſich aus dem
Zuſammenwirken des Bearbeiters, des Regiſſeurs und des
Schauſpielers zwanglos ergibt. Das äußere Bild des
improviſier=
ten Theaters mit ſeiner ungenierten und naiven Technik kann
dabei gewiß als eine bewußte Steigerung des beſonderen Stils
beibehalten und verwendet werden.
So ungefähr hat jedenfalls Max Reinhardt ſeine Aufgabe
angefaßt, als er es unternahm, das luſtigſte Werk des
leicht=
lebigen Venezianers Goldoni auf ſeine Bühne zu bringen. In
den Mittelpunkt ſtellte er den Schauſpieler, ſteckte ihn in das alte
und reizvolle Koſtüm und umgab ihn mit den völlig
unnatura=
liſtiſchen und naipen Dekorationen, wie ſie etwa eine
Wander=
truppe damaliger Darſteller mit ſich zu führen pflegte. Das Ganze
läßt er, eben wie ein Gaſtſpiel ſolcher Wanderkomödianten, in
einem Schloßſaal ſich abſpielen, mit dem ſichtbaren Umſtellen der
Dekorationen, den ſich unterhaltenden, lernenden, ſich
ſchminken=
den, helfenden und wartenden Schauſpielern in den
Zwiſchen=
akten und dem ganzen Getümmel, das eine ſolche Aktion zu
be=
gleiten pflegt. Das Stück ſelber, heute nur als ein ſchmales
Bänd=
chen überliefert, brachte er auf ſeinen mutmaßlich urſprünglichen
Umfang zurück; durch dem Schauſpieleriſchen dienende
Text=
erweiterung, durch Lieder, die in ihren Hauptteilen dem
berühm=
ten und genialen Wiener Wurſtel= und Stegreifſpieler Kurz=
Bernadorn entſtammen, und durch Mozartſche Muſik, welcher, wie
bekannt, längere Zeit mit der Abſicht, aus dem „Diener zweier
Herren” eine Oper zu machen, umgegangen iſt.
Alles dies zuſammen aber ſoll ein Bild damaligen Theaters
ergeben, freilich nicht kopiert und mühſam wiederhergeſtellt,
ſon=
dern durch die Spiegelung unſerer heutigen Bühne geſehen, mit
ihrem Blut genährt, von ihrem Temperament erfüllt, aus
ihrem Stilwillen geſchaffen, von ihren Schauſpielern
ge=
tragen, zügleich alt und neu, überliefert und lebendig. Denn das
Theater iſt ewig und ewig jung.
C.K. Die jährliche Diamanten=Erzeugung. Nach einer
Schätzung des „Muning and Induſtrial Magazine” nimmt die
Welt jährlich Diamanten im Wert von 240 Millionen Mark auf.
Der allergrößte Teil dieſer Neuproduktion ſtamt aus Süd= und
Südweſtafrika, die etwa für 170 Millionen Mark jährlich
erzeu=
gen. Die Kaſai=Felder im Kongo=Freiſtaat und die
Diamant=
felder von Angola liefern jährlich Edelſteine für 40 Millionen
Mark, Briziſch=Guyana für 20 Millionen Mark. Diamanten im
Werte von 10 Millionen Mark kommen aus Braſilien, aus
Vene=
zueſa, von der Goldküfte und aus Borneg.
Nummer 118
Seite 4
Donnerstag, den 29. April 1926
Frankreiſchund die
Wirtſchafts=
konferenz.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 28. April.
Die Wirtſchaftskonferenz in Genf wird in den franzöſiſchen
Induſtriekreiſen mit großen Hoffnungen verfolgt und man
fin=
det in den ſonſt recht nüchternen Blättern dieſer Kreiſe manche
beinahe utopiſtiſche Aeußerungen. Wird in der Tat die Konferenz
in Genf die wirtſchaftlichen Grundlagen der
Ver=
einigten Staaten von Europa ſchaffen? Es gibt viele,
die ihre Erwartungen gar nicht ſo hoch ſchrauben und ſchon mit
geringeren Reſultaten glücklich wären. Wenn aber nur ein
Bruch=
teil von dem äußerſt reichhaltigen Programm der Konferenz —
dieſe Reichhaltigkeit kann noch eine Gefahr für die ganze Sache
werden — verwirklicht wird, ſo wäre ſchon ſehr viel erreicht.
Man lobt das Einverſtändnis der deutſchen, franzöſiſchen,
pol=
niſchen und tſchechiſchen Induſtrien; dieſes Einverſtändnis ſoll
ſogar ſo ſtark ſein, daß man auch die Beilegung gewiſſer
politi=
ſcher Fragen davon erwarten könnte. In den politiſchen Kreiſen
hegt man allerdings nicht dieſelben Hoffnungen der Genfer
Kon=
ferenz gegenüber.
Das Programm der Konferenz umfaßt neben den Fragen
der Produktionsverteilung, Einwanderungsregelung, Zollpolitik
auch die Bildung von internationalen Induſtriekartellen und die
Währungsprobleme. In dieſen letzten Punkten, die ja das
Haupt=
programm der Beratungen bilden, ſollen die Ausſichten beſon=
Frage der Stabiliſierung des Franken als eine internationale
Angelegenheit. Die glatte Annahme des Budgets hat nicht die
erwartete Wirkung auf den Stand der franzöſiſchen Währung
ansgeübt. Vielmehr ſetzte eine anhaltende Baiſſe der franzöſiſchen
Währung ein. Nun erwartet man die Stabiliſierung von der
dem günſtigen Ausgang der Wirtſchaftskonferenz. In
Finanz=
kreiſen wird aber immer nachhaltiger der Meinung Ausdruck
ge=
wärtiger Manipulationen auf die Größe der ſchwebenden Schuld
zurückzuführen iſt. Die Amortiſationskaſſe ſoll wohl Hilfe brin=
Mittel für die Auftreibung der dazu nötigen Summen.
Außer=
wählt hat.
Soll die franzöſiſche Finanz= und Wirtſchaftspolitik
ſchließ=
lich in der Aufnahme einer amerikaniſchen Anleihe münden?
Seit langem hat man das erſtrebt, aber der Mißerfolg, den
andere Staaten auf dieſem Gebiet erlitten, mahnt hier zur
Vorſicht.
Die Bedeutung des deutſch=rufſiſchen Vertrags.
Der deutſche Botſchafter Graf Brockdorff=Rantzau hat ſich
über den deutſch=rufſiſchen Vertrag insbeſondere
da=
höhung der Kraft Deutſchlands auf dem Gebiete internationaler
Politik und der Welwirtſchaft bedeutet. Deutſchland kann in
ſeiner jetzigen Lage nur erſtarken und ſich den ihm gebührenden
Platz in friedlicher Arbeit ſichern, wenn es allen Völkern den
Be=
weis liefert, daß es entſchloſſen iſt, ſeine neuen Kräfte aus
fried=
licher Entwicklung zu ziehen. Deutſchland will aber nicht nur
phiſche Lage im Zentrum Europas dazu benutzen, eine vermit=
telnde Brücke zwiſchen den Völkern des Kontinents zu bilden.
Der Vertrag, den Deutſchland jetzt mit der Sowjetunion ge= Die vorbereitende
Pirtſchafts=
ſchloſſen hat, ſoll nach beiden Seiten den Weg ebnen. Das jüngſte
uebereinkommen iſt daher nicht nur ein Freundſchaftsvertrag
mit der Sowjetunion, ſondern auch ein Freundſchaftsvertrag mit
Europa.
Chamberlain über den deutſch=ruſſiſchen Vertrag.
w. London, 28. April.
Im Unterhaus fragte Oberſt Wedgewood (
Arbeiter=
partei), ob die engliſche Regierung ſich irgendwie der Auffaſſung tenden Wirtſchaftskomitees trat erſt nach 12 Uhr zuſammen und
Beneſchs anſchließe, daß die Locarno=Mächte bewechtigt ſind, endete kurz vor 1 Uhr. Es ergab ſich, daß die Unterkomitees
tralitätsverpflichtungen gegenüber Rußland eingeht, mit Landwirtſchafts=, Währungs= und Finanzfragen ſowie
bundsſatzung in Widerſpruch ſtehen könnte. Chamberlain des Komitees iſt Belloni=Italien. Von den deutſchen
Mit=
erwiderte: Die engliſche Regierung handelte bei der Er= gliedern dürſte ihm der Gewerkſchaftsführer Eggert angehören.
hebung von Vorſtellungen gegenüber Deutſchland Das erſte Komitee hat zwei Unterausſchüſſe eingeſetzt von denen
ſtellte, ſeien von der deutſchen Regierung Zuſicherungen gemacht ſitz des Braſilianers Andrade ſich mit den Finanzfragen
be=
worden, daß der deutſch=ruſſiſche Vertrag mit der Völkex= ſchäftigen wird. Da Andrade bereits im dieſen Tagen Genf
ver=
bundsſatzung nicht unvereinbar ſein werde. Er be= laſſen muß, wird er von dem Präſidenten des Schweizeriſchen
auftragte den Botſchafter in Berlin, die deutſche Regierung von Bankvereins, Dubois, erſetzt werden. Das zweite Komite
dieſem Punkt nowendigerweiſe beimeſſe. — Auf die weitere Programm ſtehen u. a. eine allgemeine Unterſuchung der in=
Frage Wedgewoods, ob Chamberlain dem Hauſe ſagen könne, duſtriellen Weltwirtſchaft, die Frage der Rationaliſierung der
aus welchen Gründen ſich die engliſche Regierung der Auffaſſung Produktion, die Frage induſtrieller Abkommen betr. die
Pro=
ders gut ſein. Schon lange betrachtet man in Frankreich die Text des Vertrages und des Notenwechſels liegt jetzt vor, aber Fuggen der Pripatmonopole, ſowie ſchließlich die Fragen
diums meine Meinung darüber äußern. Andererſeits habe ich mit, dieſes Komite eintreten. Das drite Komite hat ſch mit den
Rückſicht auf die von der deutſchen Regierung gemachten Zuſiche= Fragen des Handels und der Warenmärkte zu
beſchäf=
rungen es nicht für notwendig gehalten, außer den hier er= tigen. Ihm wurden überwieſen ſämtliche Tariffragen, alle Fra=
Regelung der auswärtigen Schulden und zum Teil auch von wähnten weitere Vorſtellungen zu machen. Ich wurde auch von gen, die Die Ausfuhr und Einfuhr angehen, ſowie die Methoden
andere Seite nicht dazu aufgefordert.
Weiter erklärte Chamberlain, daß das Hauptziel des engliſchen
geben, daß die Schwäche des Franken, trotz verſchiedener aus= Vertreters beim Wiederzuſammentritt der Studienkommiſſion das ſein gegenſtehen, ſowie die Unterſtützung des nationalen Handels
gen, aber die freiwillige Beſteuerung iſt ein ſehr langſames werde ſich ganz allgemein durch die im Mai Lord Ceeil und ihm ſelbſt lung, z. B. der Rohſtoffe, ſowie die Frage der
Zwiſchenhandels=
erteilten Inſtruktionen zu leiten laſſen haben. Angeſichts der neuen koſten.
dem iſt es noch fraglich, ob man den richtigen pſychologiſchen Lage aber, die in der Märzſitzung geſchaffen worden ſei, habe die
engliſche Regierung angekündigt, daß Großbritannien an die
Moment, in dem die Oeffentlichkeit dieſes Opfer begreift, ge= Konferenz unter Befreiung von allen Verpflichtungen
gegenüber etwaigen Forderungen anderer Mächte herantreten
werde.
Erklärungen Vanderveldes.
w. Brüfſel, 28. April.
Angelegenheiten im Senat erklärte Vandervelde unter anderem dererſeits aber auch erdrückend, weil ſie das geſamte
Wirt=
zum Abſchluß des deutſch=ruſſiſchen Vertrags: Man muß ſchaftsleben der modernen Welt umfaſſe. Daß der
anerkennen, daß, ſofern der Vertrag keine anderen als die bekannten Krieg kein Mittel ſe, die Wohlfahrt der Völker ſicher=
Moskau, 28. April. Beſtimmungen enthält, ſich nichts darin befindet, was gegen zuſtellen, habe man ausreichend erfahren, und der heutige
von Loearno verſtößt. Deutſchlands Antrag auf Zulaſſung zu im modernen Wirtſchaftsleben gäbe, miſſe alſo auf anderem Weg
dem Völkerbund bleibt beſtehen. Die belgiſche Regierung iſt mit der beſeitigt werden. Die Kommüſion habe niemals vergeſſen dürſen, daß
hin geäußert: Ich bin der Anſicht, daß dieſer Vertrag eine Er= Prüfung der Frage der Zuſammenſetzung des Völkerbundsrats beſchäf= ſie nur vorbereitende Arbeit zu leiſten habe, und ſie müſſe ſchon ſehr
zu=
tigt. Sie läßt ſich dabei von dem Wunſche leiten, das Inkraftreten der frieden ſein, daß es ihr nach 48 Stunden immerhin bereits gelungen ſei,
Abmachungen von Locarno dadurch möglich zu machen, daß alle Hinder= das Terrain etwas zu ſäubern. Das ſei immerhin keine geringe Leiſtung,
niſſe für den Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund unter den im wenn man die Größe der Aufgabe und die Tatſache bedenke, daß hier
Jahre 19B5 vorgeſehenen Bedingungen aus dem Wege geräumt werden, 35 Männer des Wirtſchaftslebens aus allen Teilen der Welt, Vertreter
um die Organiſation des Völkerbundes zu feſtigen und ſeine Entwicklung der verſchiedenſten Intereſſen, Leute aus den verſchiedenartigſten Milieus
zu fördern. Vandervelde will den Völkerbundsrat nicht zu einem ſtändigen zuſammengekommen ſind, die ſich zum großen Teile bisher nicht gekannt
Organ gewiſſer Regierungen, ſondern zu einer nach gewiſſen demokra= haben. Wenn dieſe Seſſion der Kommiſſionsſitzungen ſo weit komme
ſelbſt als Friedensfaktor erſcheinen, es will auch ſeine geogra= tiſchen Grundſätzen beſtellten Vertretung der Völkerbundsmitglieder ge= das vorbereitende Material zuſammenzubringen, ſo werde ein gutes Stück
ſtaltet wiſſen.
konferenz.
Einſetzung dreier Unterkomitees.
EP. Genf, 28. April.
Die für heute vormittag anberaumte Sitzung des
Vorberei=
von der deutſchen Regierung zu verlangen, daß ſie keine Neu=deingeſetzt worden ſind. Das erſte Komitee iſt dasjenige, das ſich
die mit ihren künftigen Verpflichtungen aus Artikel 16 der Völker= mit Bevölkerungsproblemen befaſſen ſoll. Vorſitzender
wegen bes deutſch=rufſiſchen Vertrages nicht im das erſte unter dem Vorſitz des Amerikaners Gilbert, Präſi=
Benehmen mit anderen Regierungen. Wie er be= denten des Internationalen Landwirtſchaftsinſtituts in Rom, ſich
reits in ſeiner Beantwortung der Anfrage vom 21. April feſt= mit der Frage der Landwirtſchaſt, und das zweite unter dem
Vor=
der großen Bedeutung in Kenntnis zu ſetzen, welche England iſt das für Fragen der induſtriellen Produktion. Auf deſſen
Beneſchs nicht anſchließe, erwiderte Chamberlain: Nein. Der drltion, Preiſe, die Beziehungen zu den Tariffragen ſowie die
ich hatte noch nicht Zeit, die Schriftſtücke mit der erforderlichen der Arbeitsbedingungen uſw. Vorſitzender iſt Hodac=Tſchecho=
Sorgfalt zu prüfen. Ich möchte erſt auf Grund eingehenden Stu= ſlowakei. Von den deutſchen Mitgliedern dürſte Lammers in
der Unterhandlungen bei Handelsverträgen. Ferner
ſämtliche Kinderniſſe, die der internationalen Handelsfreiheit
ent=
werde, die Zulaſſung Deutſchlands in den Völkerbund unter Gewäh= durch Subbentionen, das ſog. Dumping, ferner die Frage des
rung eines ſtändigen Natsſites herbeizuführen. Der engliſche Vertreter ſtaatlichen Handels, die Transportfragen, die Frage der Vertei=
Die ſchwere Aufgabe der Wirtſchaftsſachverſtändigen.
Zum Abſchluß des erſten Abſchnittes der Beratungen der
Wirtſchafts=
kommiſſion gab Präſibent Theunis geſtern nachmittag in einer
öffent=
lichen Sitzung eine kurze Zuſammenfaſſung der bisherigen
Er=
gebniſſe der zweiemnhalbtägigen Verhandlungen. Er führte aus, die
Aufgabe, die man der Kommiſſion übertragen habe, ſei ſeinerſeits
Bei der Beratung des Budgets des Miniſteriums für auswärtige ſchmeichelhaft, weil ſie der Kommiſſion vollkommene Freiheit laſſe,
an=
den Wortlaut oder auch gegen den Geiſt der Abmachungen unbeholfene Zuſtand, der allen das Gefühl einer ſtarken Unbeſtändigkeit
Arbeit geleiſtet ſein.
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(6520
[ ← ][ ][ → ]Nummer 118
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 29. April.
Zugentgleiſung im Hauptbahnhof.
Am Mittwoch abend gegen 10 Uhr ereignete ſich im
Darm=
ſtädter Hauptbahnhof ein bedauerlicher Zugunfall. Der von
Worms kommende Perſonenzug kam an einer Weiche
unter=
halb der Dornheimer Brücke aus bisher noch nicht aufgeklärten
Gründen zur Entgleiſung. Dabei ſtürzte ein Wagen
4. Klaſſe um. Die Inſaſſen konnten jedoch durch die eine
Seitentüre ohne große Beſchwerden den Wagen verlaſſen. Da
der Zug bereits mit abgebremſter Geſchwindigkeit fuhr, wurden
nur ſechs Perſonen leichter verletzt. Sie wurden
ſofort im Telephonzimmer des Bahnhofs verbunden. Die ſogleich
herbeigerufene Sanitäts= und ſtädtiſche Rettungswache brauchte
jedoch nicht mehr in Tätigkeit, zu treten. Die
Aufräumungs=
arbeiten am Bahnkörper wurden ſofort aufgenommen.
— Der Deutſche Landwirtſchaftsrat, die Spitzenvertretung der
deut=
ſchen landwirtſchaftlichen Berufsvertretung, tagt in der kommenden Woche
in Darmſtadt. Die Tagung wird aus allen Teilen des Reichs
außer=
ordentlich ſtark beſucht werden, auch Vertreter der Reichsbehörden werden
in großer Zahl anweſend ſein. Es iſt das erſtemal, daß eine ſolche
Tagung in Heſſen ſtattfindet. Mit Rückſicht auf die große Zahl der zu
erwartenden Gäſte iſt dringend notwendig, daß Privatquartiere für dieſe
bereitgeſtellt werden. Unter Bezugnahme auf die Anzeige in der
geſtri=
gen und heutigen Nummer wverden die Bewohner Darmſtadts gebeten,
Privatquartiere umgehend beim Verkehrsbureau anmelden zu wollen.
— Heſſiſches Künſtlertheater. Wie bereits berichtet, bringt das nächſte
Gaſtſpiel unſerer Bühne, des Frankfurter (Heſſiſchen) Künſtlertheaters,
am 5. Mai um halb 9 Uhr im Kleinen Haus des Landestheaters 2 Werke:
„Der fliegende Händler” (Crainquebille), Schauſpiel in drei
Bildern von Anatole France, und die Komödie „Er iſt an allem
ſchuld” von Tolſtoi. „Der fliegende Händler” geſtaltet den Konflikt
zwiſchen perſönlichem Recht und der Pflicht gegen den Staat, zwiſchen
der Unſchuld des Schwachen und der Gewalt des Ueberlegenen. Vor
unſeren Augen entwickelt ſich das Getriebe der Straße. Ein Händler
preiſt ſeine Waren an, Hausfrauen holen ein, Nichtstuer ſchlendern durch
die Gaſſen, alles geht ſeinen geſchäftigen und geordneten Gang, bis der
Gemüſehändler Cranquebille dem Befehl eines Schutzmanns,
weiterzu=
fahren und die Straße freizumachen, nicht Folge leiſtet und mit ihm in
Streit gerät. Der alte Mann kann nicht einſehen, daß er nicht das Recht
hat, auf die Bezahlung ſeiner Ware zu warten. Beunruhigt durch den
Auflauf der Menge, verliert der Schutzmann die Ruhe und hört im
Wortwechſel ein beleidigendes Schimpfwort, das nicht gefallen iſt. Dies
Mißverſtändnis beſtimmt das Schickſal Crainquebilles: Verhaftung,
Ge=
richtsverhandlung, Verurteilung. Untergang. Der ohnmächtige ſchwache
Menſch unterliegt im Kampf mit dem Geſetz. — Die beiden Bilder des
Tolſtoiſchen Stückes atmen das Milieu des ruſſiſchen Bauern. Menſchliche
Untugenden und ihre Folgen, Diebſtahl, Müßiggang werden mit ſicheren,
feſten Strichen vor uns hingeſtellt, in Szenen voll beredten, ſaftigen
Humors, und eine heitere Löſung gefunden, welche die Liebe des Dichters
zu ſeinen Geſtalten ehrlich genug verrät. — So ſteht einer der
inter=
eſſanteſten Abende der Spielzeit zu erwarten, der den Beſuchern die ſchon
lange erwünſchte Gelegenheit gibt, mit bedeutenden, bisher
vorenthal=
tenen Werken der Weltliteratur bekannt zu werden. Vorverkauf an der
Tageskaſſe des Kleinen Hauſes. Preiſe der Plätze 50 Pfg. bis 3,50 Mk.
* Fräulein Mirjam Lehmann=Haupt ſcheidet mit Ende der Spielzeit
aus dem Verbande des Heſſiſchen Landestheaters aus und wird einem
Rufe an die Städtiſche Bühne in Leipzig Folge leiſten.
— Epangeliſche Martinskirche. Einen geiſtlichen Arien= und
Liederabend gibt Donnerstag, den 6. Mai, abends 8 Uhr, Herr
Konzertſänger Peter Schäfer unter Mitwirkung von Fräuſein
E. Dieffenbach (Violine) und Herrn Dr. F. Noack (Orgel). Won
intereſſanten Werken kommen zum Vortrag zwei geiſtliche Konzerte von
Heinrich Schütz, von denen das eine für zwei Baßſtimmen eigens zu
die=
ſem Zweck für den modernen Gebrauch eingerichtet wurde. Von zwei
Arien von Händel dürfte das herrliche Paſtorale aus dem Oratorium
„Joſebh” in Darmſtadt ſo gut wie unbekannt ſein. Die beiden Arien
von Bach ſind von obligater Violine begleitet. Außer ihnen ſpielt Frl.
Dieffenbach noch Werke von Joh. Jac. Walther (1688) und Max Reger.
Von neueren Geſängen komnen außer zwei Liedern von Hugo Wolf ein
umfangreicher Geſang nach Worten aus Hiob von F. Noack und ein Lied
von dem bekannte: Heidelberger Koyponiſten H. Neal zu Gehör, das erſt
vor wenigen Wochen im Druck erſchien. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Orpheum: Revuegaſtſpiel. „Für Alle‟. Was iſt eine Revue? —
Eine Nevue iſt im alten Sinne, wie das Wort ſagt, eine Rückſchau; im
neueſten Sinne eine zeitgenöſſiſche, parodiſtiſche, groteske Komödie. — Die
Revue bietet mit den vereinten Kräften des Theaters, Kabaretts und
Varietés ſtatt der Wortkunſt die Werkkunſt. In der Bühnendichtung
herrſcht das Wort als Träger des Gedanbens, im Revuearrangement
dominiert das Werk als Ausdruck von Körper, Licht und Farbe. Auch
tel, Menſchen und Masken. Wo der Eindruck des bildlich Schönen nicht
genügt, dahin ſetzt die Revue den Trick, die Ueberraſchung der Sinne,
und andernteils den Widerſpruch und die Verzerrung des Sinnlichen —
die Parodie. Die Vermiſchung all dieſer Elemente ergibt den Reiz der
Revue; ſie iſt zum Geſchautwerden geboren, und ihre Deviſe heißt:
Augen auf! — Dies iſt ja wohl auch die Deviſe unſever Zeit.
* Woogsplatz=Turngemeinde. Wiv machen unſere Mitglieder auch
ſan dieſer Stelle auf unſere am Samstag, den 1. Mai, ſtattfindende
Mo=
natsperſammlung aufmerkſam. Hierbei werden wichtige
Mit=
teilungen gemacht über die Beſchlüſſe des Kreisturntages bezüglich des
Kreisturnfeſtes 1927, das bekanntlich der Darmſtädter Turnerſchaft
über=
tragen wurde. Einen beſonderen Genuß bietet uns die
Monatsverſamm=
lung durch den Film „Die Maggiwerke‟. (Siehe heutige Anzeige.)
zahlung der Penſionen (nicht Kriegsbeſchädigtenrenten) am
Freitag, den 30. April, von 10.15—12 Uhr vormittags und von 3—5
Uhr nachmittags ſtatt. Die am Samstag, den 1. Mai, nicht abgeholten
Penſionen werden am Montag, den 3. Mai, koſtenpflichtig zugeſandt.
Es wird hierbei darauf aufmerkfam gemacht, daß mit der Mai=Penſion
auch gleichzeitig die Wohnungsgeldzuſchußerhöhung für Monat April zur
(Auszahlung kommt.
— Aufbauſchule für Mädchen. Nachdem die erſte Klaſſe des
Semi=
nars für Volksſchullehrerinnen zu Oſtern d. Js. entlaſſen worden iſt,
wurde die Anſtalt vom Schuljahr 1926 ab in eine Aufbauſchule für
MMädchen umgewandelt, die als höhere Lehranſtalt ihre Schülerinnen
mit dem Zeugnis der Reife und der Berechtigung zum
Univerſitätsſtu=
dium entläßt. Die Aufbauſchule iſt nach dem Lehrplan der Deutſchen
Oberſchule eingerichtet, umfaßt aber nur die Klaſſen von Untertertia bis
Oberprima, d. h.. die Schülerinnen werden erſt nach mindeſtens
ſieben=
jjährigem Beſuch der Volksſchule aufgenommen, und zwar in Untertertia, folgendes: Er ließ ſich aus dem Publikum ſieben ſiebenſtellige Zahlen
fum in erſter Linie den hochbegabten Kindern vom Lande die Möglichkeit nennen, die ein anderer Herr auf eine Tafel untereinander ſchrieb. Die
des Aufſtiegs zu geben. Deshalb iſt mit der Anſtalt ſeit Beginn des
Schuljahres ein Schülerinnenheim verbunden, das im Schulhaus
Lager=
wausſtraße 7 untergebracht iſt.
EBilliger Sonderzug nach Würzburg. Niemanden wird es gereuen, 49 Biffern in jeder beliebigen Folge, vorwärts, rückwärts, ſenkrecht,
dia=
iden am Sonntag, den 2. Mai, nach Würzburg verkehrenden Sonderzug
Szu benutzen. Die Koſten ſtehen in keinem Verhältnis zu dem, was für
Weiſt und Körper geboten wird. Wenn auch der Kartenverkauf erſt am
. Mai nachmittags geſchloſſen wird, empfiehlt es ſich doch, ſowohl die
Fahrkarten zu dieſem Sonderzug, als auch die weſentlich ermäßigten
ſEintrittskarten zur Beſichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt und
Umgebung ſchon jetzt bei den Fahrkartenausgaben, den Mitteleuropäiſchen
MReiſebureaus, oder bei dem Verkehrsverein zu löſen. Soweit der
Vor=
wat reicht, werden beim Löſen der Fahrkarten kleine Führer von Würz=
Burg unentgeltlich verabfolgt.
— Leihamt. Die nächſte Verſteigerung der verfallenen Pfän=
Der findet Donnerstag und Freitag, den 6. und 7. Mai, von vormittags
alb 9 Uhr ab ſtatt. Näheres ſiehe Bekanntmachung im Anzeigenteil
Dieſes Blattes.
— Taubſtummengottesdienſt. Sonntag, den 2. Mai, findet in
Darm=
ſſtadt im Gemeindehaus der Kiesſtraße nachmittags halb 3 Uhr
Taub=
ſſtummengottesdienſt ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende man ſich an Pfr.
Heß, Mühlſtraße 64½.
— Schloßbeleuchtungen in Heidelberg. Das Städtiſche Verkehrsamt
tteilt mit, daß noch zwei weitere Schloßbeleuchtungen feſtgelegt worden
ſſind und zwar am 20. Juni und 4. Juli. Schloßbeleuchtungen mit
Wrückenbeleuchtung finden nun an folgenden Daten ſtatt: 2., 6. und 20.
Juni, 1. und 4. Juli, 11. Auguſt.
Durchgegangenes Pferd. In der Ernſt=Ludwigſtraße ging Mittwoch
wormittag ein Pferd mit Wagen, auf dem Spiritus geladen war, durch
mnd rannte nach der Rheinſtraße. In der belebten Straße wäre bei dem
ſſtarken Auto= und Straßenbahnverkehr ein Unglück unvermeidlich
ge=
wweſen, wenn nicht die Kriminalwachtmeiſter Gladel und Stumpf dem
Wferd in die Zügel gefallen wären und es ſo zum Stehen gebracht hätten.
Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 5
Zur Fürſtenabfindung.
— In dem Organ der heſſiſchen Regierung, der Darmſtädter Ztg.,
Nr. 92 vom 21. April 1826, befindet ſich unter der Ueberſchrift „Der
Kampf um das Abfindungskompromiß” ein aus der Täglichen
Rund=
ſchau übernommener Artikel, worin u. a. ſteht: „Weite, und nicht die
ſchlechteſten Kreiſe gerade des nationalen Bürgertums, haben es auch
ver=
mißt, daß ſchon während des Krieges von dem großen Schloß=, Haus=
und landwirtſchaftlichem Beſitz der Fürſtenhäuſer Gebrauch gemacht
wor=
den iſt, um ſie beiſpielsweiſe für diejenigen, die für das Vaterland
ge=
blutet haben, zur Verfügung zu ſtellen.”
Inwieweit dieſe Verallgemeinerung zutrifft, muß der Artikelſchreiber
ſelbſt verantworten. Sicher iſt, daß hinſichtlich des bisher Großherzoglich
Heſſiſchen Fürſtenhauſes ein gründlicher Irrtum vorliegt. Zunächſt hatte
der damalige Großherzog kurz nach Kriegsbeginn 1914 das für
Er=
holungszwecke beſonders geeignete, ihm gehörige „Fürſtenlager” bei
Auer=
bach für ein bis zur Revolution benutztes Kriegslazarett zur Verfügung
geſtellt. Außerdem hat, er ſeine drei auf dem Land ſchön gelegenen
Schlöſſer Seeheim, Mönchbruch und Romrod für unentgeltlichen
Sommer=
aufenthalt erholungsbedürftiger Heſſenkinder minderbemittelter Eltern,
zumeiſt von Kriegsteilnehmern ab 1916 bis Herbſt 1918 zur Verfügung
geſtellt. Alle mit Reiſe Verpflegung, Wartung der Kinder verbundenen
Koſten wurden, unter Beteiligung der Frauenhilfe, von Abſchußverkäufen
in den damaligen Großherzoglichen Hoffagden und aus freiwilligen
Spenden der Abſchußnehmer beſtritten. Die Frau Großherzogin, welche
von Kriegsbeginn an rege mitarbeitend, wie noch heute an der Spitze
mehrerer Wohltätigkeitsanſtalten und Fürſorgeverbände ſtand, nahm ſich,
mit wenigen, dafür aber vortrefflichen Helferinnen, dieſer Kinderpflege
mit beſonderer Liebe an die rund 1000 Stadtkindern aus Darmſtadt,
Mainz Offenbach und Gießen zugute kam. Daß dieſe ſtillwirkende Arbeit
guten Erfolg hatte bewieſen die Kinder mit einer Gewichtszunahme von
durchſchnittlich fünf Pfund ſchon in 3½—4 Wochen. Die 1914 und 1915
gelöſten Abſchußgelder fanden vorher nützliche Verwendung zur
Ein=
richtung von Feldlazaretten und Verwundetentransport in der Heſſiſchen
Diviſion. Es iſt Ehrenpflicht, gegenüber dem eingangs erwähnten Artikel
dieſes in Dankbarkeit feſtzuſtellen.
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* „Aus dem Reich der Zahlen” nannte der Mathematiker Dr. Rückle
aus Frankfurt a. M. das Thema eines Vortrags, den er am Dienstag
abend in der Aula der Landesbaugewerkſchule vor einem Kreis
inter=
eſſierter Zuhörev hielt. Der Redwer verfügt über eine einzigartige
mathe=
matiſche Begabung und über rechneriſche Fähigkeiten, die von keinem
zweiten Lebenden auch nur annähernd erreicht werden dürften. Dr.
Nückle wandte ſich zunächſt gegen die Lehre der Mnemotechniker, Zahlen
durch unterlegte Wörter und Sätze zu behalten, weil Zahlen angeblich
geiſtig ſchwer verknüpfbar ſeien. Die Zahlen hätten im Gegenteil jede
ihre beſonderen Eigenſchaften, die man nur erkennen müſſe, um ſie dann
leicht zu behalten, und um vor allem leicht mit ihnen rechnen zu können,
Gerade das letztere werde aber durch den Umweg der ſogenannten
Ge=
dächtniskünſtler erſchwert, und deren Bravourleiſtungen auf dieſem
Ge=
biet hätten meiſt mit Rechnen herzlich wenig zu tun. Der Redner wies
als Beiſpiel nach, wie leicht das Ziehen hochpotenziger Wurzeln, die
auf=
der Geiſt der Revue iſt leicht zu faſſen; ſein Geſetz iſt Vielheit der Mit= gehen, ohne jede Rechenarbeit ſei, und wie man das Reſultat aus der
Stellenanzahl und der Schlußziffer des Radikanden raten kann.
Verhält=
nismäßig ſchwieriger ſei ſchon das Ausziehen, aufgehender
Quadratwur=
zeln, da hier die Endzahlen jedesmal vierdeutig ſind. Die Eigenſchaften
der Zahlen beſtehen in erſter Linie aus ihrer Zuſammenſetzung von
Fak=
toren, unter denen die Primzahlen eine beſondere Bedeutung haben. Die
Verteilung der Primzahlen in der allgemeinen Zahlenreihe iſt ein
un=
geklärtes Problem, trotz zahlloſer Verſuche zur Löſung dieſer Frage, und
obwohl die größten Mathematiker aller Zeiten mit den komplizierteſten
Methoden ihr zu Leibe gerückt ſind. Dr. Rückle ging dann auf
verſchie=
dene Theorien ein, von denen z. B. die von Fermat ſich als falſch
er=
wieſen hat. Der große Fermatſche Satz, daß
IP yp —zb
für ganzzahlige Grundzahlen und beliebige Exponenten außer 2 unmöglich
Beim Verſorgungsamt Eſchollbrücker Straße 27 findet die Aus= ſei, auf deſſen Beweis Wolfskehl einſt 100 000 M. Prämie ſetzte, iſt in
die=
ſer allgemeinen Form wohl unbeweisbar. Für die dritte Potenz wurde
er bereits von Euler vor nahezu 200 Jahren bewieſen, und in neuerer
Zeit ſür alle Potenzen unter 100. Zum Schluß gab der Vortragende
Proben ſeiner erſtaunlichen Rechenkunſt. Er ſtellte ſich die Aufgabe
nach=
zuweiſen, ob eine beliebige Zahl durch 7. 11, 13, 37 uſw. teilbar ſei. Zu
dieſem Zwecke erbat er ſich durch Zuruf aus dem Zuhörerkreis eine
be=
liebige dreiſtellige Zahl, z. B. 869. Dieſe vervielfältigte er im Kopf
mit 13, und erhob das Produkt im Kopf ins Quadrat, d. h.
verviel=
fachte es mit ſich ſelbſt, Ergebnis 177 62228. Der Zeitaufwand
für dieſe Rechnung betrug etwa 5 Sekunden. Auf dieſe Weiſe erhielt er
eine Zahl, die beſtimmt durch 13 teilbar war, und an der er dieſe
Tat=
ſache durch intereſſante Methoden demonſtrierte. Auf gleiche Weiſe
ver=
fuhr er mit anderen zugerufenen dreiſtelligen Zahlen, um ihre
Teilbar=
keit durch andere Primzahlen zu erweiſen. Wie groß die ganz
unerklär=
liche Gedächtniskraft dieſes phänomenalen Rechners iſt, bewies er durch
Tafel war den Zuhörern ſichtbar, aber nicht dem dahinterſtehenden
Vor=
tragenden. Dieſer hörte die Zahlen alſo nur einmal, ohne ſie geſehen
zu haben. Deſſenungeachtet las Dr. Rückle den erſtaunten Zuhörern dieſe
gonal in der Spirale ſo raſch aus dem Gedächtnis vor, daß der Herr an
der Tafel Mühe hatte, mit dem Stock zu folgen. Wohl keiner der
Zu=
hörer konnte ſich der Wirkung dieſer hochintereſſanten Ausführungen und
Darbietungen entziehen, und reicher Beifall lohnte den Redner. D.
Donnerstag, Freitag und Samstag
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* Bezirksſchöffengericht.
Verbrechen gegen die Konkursordnung und Betrug (letzterer in einer
größeren Anzahl von Fällen) werden dem Elfenbeinſchnitzer Friedr.
Ganſter zu Michelſtadt und dem Kaufmann Guſtav Ganſter
in Mannheim zur Laſt gelegt. Eine größere Anzahl von Zeugen
ſind und als Sachverſtändiger iſt Bücherrebiſor Oto Sutter in
Mann=
heim geladen.
Es ſind angeklagt: Fr. und Guſtav Ganſter gemeinſchaftlich der
be=
trügeriſchen Schädigung der Bieler Volksbank um ungefähr 125 000 Fr.,
die auf die verſchiedenſten Arten bewirkt ſein ſoll, durch Ausſtellung bzw.
Akzeptation wertloſer und ungedeckter Wechſel, Uebergabe derſelben an
die Bank zur Gutſchrift, teilweiſe nach Vorzeigen erſchlichener gut
lauten=
der Auskünfte, Akzepte anderer Perſonen, deren Solvenz als gut
geſchil=
dert wurde, durch Uebergabe nicht gedeckter Schecks, Verpfändung nicht
vorhandener oder bereits getfändeter Waren. F. Ganſter allein iſt der
Schädigung beſchuldigt: 1. der Landwirtſchafts= und Gewerbebank
Michel=
ſtadt um mehrere 1000 Mk.: 2. der Gebrüider Zick=Erbach, die er
veran=
laßte, ihm drei Blankowechſel auszuſtellen, in die G. dann die Summe
von 4865 Fr., 7575 Fr. und 28 250 Fr. einſetzte; 3. des Kaufmanns Michel
in Michelſtadt um den Betrag von 22 450 Fr. (Wechſelausſtellung durch
Michel gegen die Zuſage, in Höhe der Wechſelſumme Ware zu liefern,
während der Angeklagte den nach Abrede nicht zu begebenden Wechſel
zur Deckung einer Schuld bei der Bieler Volksbank verwenden wollte;
um den Betrag von 3000 Fr. durch betwigeriſche Vorſpiegelung; um den
Betrag von 2700 engl. Schilling durch Vorſpiegelung ſeiner Solvenz und
unter Verſchweigung ſeiner ſchlechten Vermögensverhältniſſe: 4. des
Sattlers und Tapezierers Franz Arzt in Michelſtadt um 500 Mk. durch
die Vorſpiegelung, er habe noch viele Ausſtände, er könne und werde
be=
zahlen; 5. der Kommunalen Landesbank in Darmſtadt dadurch, daß er
bei Verpfändung von Rohmaterialien für eine bei der Landesbank
be=
ſtehende Schuld die unwahre Tatſache vorſpiegelte, daß er zu dem Raum,
in dem ſich das Material befand, keinen zweiten Schlüſſel, wie überhaupt
keine Zutrittsmöglichkeit habe, während er ſich je nach Bedarf von dem
verpfändeten Material heimlich, ohne Leiſtung eines Gegenwerts, holen
wollte, ſodaß die Bank das Material als Pfand für das beſtehende Debet
annahm und weitere Schritte unterließ. Weiter iſt F. Ganſter angeklagt,
als Schuldner, der ſeine Zahlungen eingeſtellt hat, in der Abſicht, ſeine
Gläubiger zu benachteiligen, Vermögensſtücke beiſeite geſchafft, die
wan=
delsbücher vernichtet oder unordentlich geführt zu haben, daß ſie keine
Ueberſicht des Vermögensſtandes gewährten, auch Gläubiger durch
Siche=
rung oder Befriedigung begünſtigt haben und ſchließlich die Ziehung der
Vermögensbilanz in der vorgeſchriebenen Zeit unterlaſſen zu haben.
Friedrich Ganſter beginnt mit Schilderung ſeines Lebenslaufs; ſeine
geſchäftliche Tätigkeit ſetzte zunächſt mit Heimarbeit, dann mit eigener
Werkſtatt ein. Er unterhielt Lager in der Schweiz, wo er in Biel einen
Vertreter Buchholz hatte, und in der Nähe von Luzern, wo die Firma
Gg. Werner u. Cie, in Ebikon=Waldheim mit der Vertretung beauftragt
war. 1923 wurde geſchäftlich mit ſchweizer Franken geabeitet, eine Bilanz
per Ende 1933 wurde nicht gezogen. Ganſter ſchätzte zu dieſer Zeit ſeine
Ausſtände auf etwa 20 000—30 000 Rentenmark. Die Beziehungen zur
Bieler Volksbank begannen im November 1923; das Debetkonto bei ihr
ſchwoll ziemlich raſch an, indem F. Ganſter den ihm gewährten Kredit
überſchritt.
Bürgermeiſter Ritzel in Michelſtadt, namens der Bürgermeiſterei, gab
am 22. November 19B über F. Ganſter der Bieler Volksbank Auskunft
und äußerte, die Verhältniſſe ſeien geordnet. Eine weitere Zuſchrift
— datiert vom 1. Juni 1924 — ſchildert die Kapitalnot der Firma
Gan=
ſter und bittet um Einräumung einer 14tägigen Friſt für ſie bei der
Bank; bis dahin werde wohl der für die Firma erſtrebte
Golddiskont=
bankkredit zuſtande kommen. Am 16. Juni 1924 hatte die Bank an
Gar=
ſter eine Rentenmarkforderung von 40 400 Mk.. Sie forderte Ordwung
der Sache noch im Laufe dieſer Woche.
Die Kommunale Landesbank, vertreten durch Bürgermeiſter Ritzel
als Vorſtandsmitglied, hatte F. Ganſter eine am 30. Juli 1324
nickzahl=
bares Darlehen von 10 000 Mark zum Zinsſatze von 3 Prozent gewährt,
und der Schuldner hatte Waren dafür im Werte von 25 000 Gmk. durch
Vertrag (Sicherungsübereignung) übertragen. Schuldner gibt an die
Bank habe noch etwa 6000 Mark zu fordern: dieſe Forderung ſcheine
aber, zudem durch Uebereignung eines Grundſtücks, gedeckt.
1934 ergibt Paſſiven von zuſammem 144000 Mk.
Am geſtrigen Nachmittag begann die Beweisaufnahme, nachdem die
Vernehmung der beiden Angeklagten den Vormittag in Anſpruch
genom=
men hatte.
Bürgermeiſter Ritzel hat auf Wunſch des F. Ganſter über dieſen der
Bieler Volksbank Auskunft erteilt, nachdem er hier den verſtorbenen
erſten Beigeordneten Keitel gehört hatte. Derartige Auskünfte erteilte
die Bürgermeiſterei Michelſtadt damals öfter; hier handelte es ſich
aller=
dings um einen Auslandskredit. Ein Kredit bei der Golddiskontband
war nur über den Weg der Handelskammer (Mitglied Arzt=Michelſtadt)
möglich. F. Ganſter gab dieſem Mitglied der Handelskammer und dem
Zeugen Unterlagen für ſeine Kreditwürdigkeit. Auch mit der Deutſchen
Bank wurde Fühlung genommen. Dann ſollte die Kommunale
Landes=
bank Kredit geben, nachdem ein Verſuch, bei den D=Banken anzukommen,
fehlgeſchlagen war. Dieſer Kredit war zunächſt nur als Zwiſchenkredit
gedacht. Als die Bieler Volksbank den Kredit mit kürzeſter Friſt kündigte,
äußerte ſich Bürgermeiſter Ritzel auf Wunſch des F. Ganſter zum zweiten
Male über die Verhältniſſe. Zeuge riet dem Ganſter beſſere
Buchfüh=
rung an und ließ durch einen Beamten der Bürgermeiſterei ſeine Bücher
einſehen. Zeuge ſchrieb dann noch einen dritten Brief nach Biel am
19. Juni 1924. Die Sicherheiten für die Landesbank bearbeitete
Ober=
ſtadtſekretär Wöber. Nur ein geringer Teil der Sicherheiten wurde
ver=
äußert. Zeuge hofft, daß die Kommunale Landesbank ohne Schaden
aus dem Vertragsverhältnis herauskommen werde. Zeuge hörte, daß
ſich Ganſter inzwiſchen neue Bücher angelegt habe; er gibt dem
Angeklag=
ten F. Ganſter das Zeugnis geſchäftlicher Tüchtigkeit. G. ſorgte gut für
die Arbeiter und zahlte anſtändige Löhne.
Später geſtand G. daß er Waren, die der Kommunalen Landesbank
übereignet waren, mit einem Nachſchlüſſel entnommen habe, er erſetzte
aber den Abgang durch Fertigfabrikate. Den zweiten Schlüſſel lieferte
er damals dem Oberſtadtſekretär Wöber ab. Letzterer der früher
Kauf=
mann war, ſah auf Wunſch des Bürgermeiſters G.s Bücher ein; ſie
er=
gaben Außenſtände in Höhe von 160 000—180 000 Fr. Zeuge Kaufmann
Karl Geitz arbeitete ſelbſtändig im Geſchäft, aber die Buchführung war
nicht in Ordnung, worauf dieſer Zeuge den Prinzipal auch hinwies.
In=
folge ſchlechten Geſchäftsgangs wurde Zeuge ſpäter entlaſſen. Bilanzen
wurden, ſolange Zeuge im Geſchäft tätig war, nicht gezogen; eine
Er=
öffnungsbilanz wurde über Bauſch und Bogen gemacht. Dieſelbe wurde
auf Verlangen der Steuerbehörde aufgeſtellt. Vom Juli 1994 ab bekam
Geitz keinen Gehalt mehr, die Arbeiter wurden noch ausgelohnt.
Nach Ausſage des Zeugen Aug. Zick=Erbach waren die ausgeſtellten
drei Blankowechſel Gefälligkeit; von Wechſeln verſtand Zeuge nichts.
Ganſter ſagte, er brauche Rohmaterial, die Wechſelſumme müſſe er erſt
noch ausrechnen. Aus den drei Blankowechſeln wurde Zick ſpäter
haft=
bar gemacht. Bei der Volksbank in Biel bekam Zeuge ein Konto
eröff=
met, und wurde ihm von der Bank Geld offeriert. Zeuge macht ſehr
un=
beſtimmte Angaben. Ganſter wußte, wie Zick bekundet, daß Zick nichts
hatte und nur ein einfacher Arbeiter war.
Ueber die Geſchäfte mit der Bieler Volksbank macht Zeuge Prokuriſt
Th. Remfer Angaben: Ganſter kam mit einem Empfehlungsſchreiben des
Bürgermeiſters Ritzel nach Biel und ſuchte um Kreditgewährung mter
Ueberweiſung von Ausſtänden in der Schweiz nach. Im Februar 1924
kam Ganſter wieder nach Biel. Die Bank bekam Wechſel von Zirk und
Guſtav Ganſter. Die Brüder Zick wurden verklagt, aber ſie hatten nichts
Garſter wies bei Hingabe der Wechſel auf eine Auskunft hin, die über
Zick bei der Erbacher Spar= und Darlehenskaſſe einzuholen ſei; dieſe
lehnte eine Auskunft abz von einer Auskunſtei wurde eine Auskunſt
er=
teilt, die aber namentlich die Frage der Kreditwürdigkeit nicht eingehend
erläuterte.
Ganſter verſprach auch, der Bieler Bank eine Forderung an Jahreis
in Porto Allegre im Betrage von 30 000 Milreis zu zedieren. Die
Büchereinſicht ergab aber dem Zeugen Remfer bei Anweſenheit in
Michel=
ſtadt im Auguſt 1924, daß Ganſter an Jahreis nur 230 Milreis zu
for=
dern hatte. Von Jahreis hat die Bank nichts beſehen.
Zeuge beziffert den Schaden der Bank auf 125 000 Fr., der ſich aber
durch teilweiſe Deckung aus der Buchholzſchen Konkursmaſſe auf 100000
Franken ermäßige. Die Bank will den Bürgermeiſter Ritzel aus der
geſchehenen Empfehlung des G. zivilrechtlich belangen und hat ihrem
Anwalt bezüglichen Auftrag erteilt. Ueber den Erfolg dieſer Schritte
weiß Zeuge nichts auszuſagen.
Ueber die Beziehungen Ganſters zur Landwirtſchafts= und
Gewerbe=
bank Michelſtadt berichtet Zeuge Bantvorſteher Jockel: Bei Durchſicht der
Konti fiel ihm beim Amtsantritt ſofort das Konto Ganſter auf. Ein
Beſuch bei G. und die Einſicht in deſſen Bücher ergab dem Zeugen, daß
die Bücher ganz unvollſtändig und unordentlich geſührt waren. Ein
La=
gerbuch über die Fertigfabrikate fehlte vollſtändig, das Hauptbuch enthielt
Bleiſtiftnotizen das Steuerbuch (Umſatzſteuer) war nicht ordnungsmäßig
geführt. Die Michelſtidter Bank rechnet mit einem Geſamwerluſt von
mehrere tauſend Mark bei Ganſter. — Die Verhandlung wird um 7 Uhr
abends abgebrochen und heute um 9 Uhr vormittags fortgeſetzt.
Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 6
Nummer 118
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Schichtls Marionetten=Theater iſt.
Mie Wt e
jung auf der diesjährigen Frühjahrsmeſſe wieder eingetroffen. Alle
Vorſtellungen ſind von Groß und Klein ſtark beſucht, und die Freude an
dem Gebotenen, die ſich durch lauten Beifall äußert, zieht immer wieder
neue Beſucher heran. Selbſtverſtändlich iſt wieder ein ganz neues
Pro=
gramm dieſes Jahr zuſammengeſtellt, die niedlichen Marionetten, die für
die Kinder als lebendige Puppen ein wahres Rätſel bedeuten produzieren
ſchickten Hotelboy. Eine Gruppe tadellos dreſſierter Hunde führen ein Ueberhandnahme des Spatzenvolkes iſt.
eigenes Bild mit allerlei humporvollen Zwiſchenfällen vor. Das
Haupt=
die „Zauberbrille” ſieht. Schattenmänner kommen in den Zuſchauer=
Schichtls Marionetten=Theater erzählen.
Kunſfnofizen.
deber Werke, Künſſer und fünſtieriſche Veranſtallungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung Sorge zu tragen, daß der Leitungsdraht von Kindern oder ſonſt
Unbe=
geſchſeht, behält ſich dies Nedakion ibr Urteil vor.
Palaſt=Lichtfpiele: „Die Liebe der Bajadere‟
Indiſche Abenteuer. Abenteuer mit indiſchen Tigern und Panthern, mit beſeitigt iſt.
Krokodilen und Elefanten, Abenteuer mit dem ſchrecklichſten Feinde, der
blutgierigen Sekte der Thugs, zeigt der Zentralfilm der Ufa, der in
Teiches mit gierigem Nachen erfaßt, bis der wie durch ein himmliſches wandert.
Wunder von einem Elefanten gerettet wird. — wie auf der Fluchn vor
Spannung, in atemloſen Erſchauern.
Saiſon ſchon zum zweiten Male im Reſidenz=Theater wegen ſeiner
Be=
nen Europäerin und eines indiſchen Maharadſcha. Die Titelrollen ſind
Schauſpieler brauchen wir nichts mehr zu erwähnen. Ihre Kunſt und
ſtohen ſich die Klaſſen der Beſitzenden und der Arbeiter im Kampf um
das tägliche Brot gegenüber, und ſelten gelingt es mal einem
Mittel=
eindringlich in ſechs Akten.
Lokale Veranſialtungen.
m leinem Falle irgendwie ale Beſrechung oder Krick.
Unterhaltung getroffen ſind. Hin= und Rückfahrt mit Extrawagen.
zu haben.
—Der Bund der Kaufmannsjugend im D.H. V.
ver=
ſtehen, ſind herzlichſt eingeladen.
Aus den Parteien.
Frühjahrstagung der heſſiſchen Arbeiter=
Zentrumswähler.
Eine bedeutſame Entſchließung.
Zahlreich und aus allen Teilen Heſſens hatten ſich die Delegierten und erlitten erhebliche Verletzungen.
der Arbeiten Zentrumswähler am letzten Sonntag zur Frühjahrstagung
in Mainz zuſammengefunden, um Stellung zu nehmen zu den politiſchen
wähler keine Partei in der Zentrumspartei ſei, ſondern nur eine
Zu=
an der Stärkukna der Partei mitzuarbeiten, aber auch beſſer die Wünſche
zu bringen.
hatte Herr Abgeordneter Heinſtadt und für das Neich Herr Neichs= B. Juli 1986.
tagsabgeordneter Knoll übernommen. Beide Neferenten fanden mit
ihren Ausführungen ſtarken Beifall. In der Ausſprache die eine ſehr April: 0,89 Meter; am 30. April: 0,86 Meter.
rege und auf der Höhe ſtand, führte Stadtv, Weſp u. a. folgendes aus:
ſchiedenheit einem Abbau der ſozialen Miniſterien, im Reich und in ſtürzte ab und wurde lebensgefährlich verketzt.
Heſſen. Eine wirkliche Demokratiſierung, wie ſie in Preußen durchgeführt Der Sohn des Kohlenhändlers Dattge von Weinheim wurde auf ſeinem
ſterium iſt bis heute noch kein Arbeitervertreter in leitender Stellung Haufen Schotterſteine geſchleudert und lebensgefährlich verletzt.
tätig. Gegenüber der von verſchiedenſter Seite geäußerten Anſicht, die
Erwerbsloſenverſorgung ſei zu hoch, ſei nur an die Millionen erinnert, Kirſchen, Zwetſchen und Pflaumen, ebenſo die Birnen haben nun
voll=
die an penſionierte Offiziere und abgebaute Beamte gezahlt werden ſtändig abgeblüht und zeigen einen reichen Fruchtbehang, beſonders gilt
müßten. Unſere Arbeitsloſen ſind zu 99 Prozent arbeitswillig und dies von den Birnen, welche dieſes Jahr eine Rekordernte liefern dürften.
teilweiſe beſtehende Spannung zwiſchen Landwirten und Arbeitern müſſe eine reiche Blüte entwickelt. — Guter Kleeſtand. Durch die
gün=
ſind der Verhetzung von rechts wie von links ausgeſetzt. Wir müſſen beginnen.
uns deshalb wieder beſſer verſtehen lernen. Die Zentrumsarbeiterſchaft
Landes noch zuzuſtimmen.
der ſich über die traurige Lage der Arbeiter im Offenbacher Wirtſchafts= nicht den Tatſachen, daß die heſſiſche Girozentrale den Kredit gibt
ſon=
daß Wirth zuu Frattion wieder zurückkehren möchte uſtp. Einſtimmig Mühe ſcheute, der Geſchäftsaufſicht im Intereſſe der
Sanierungsbeſtre=
wurde die geblante Aufführung des Fröhlichen Weinberg” am Landes= bungen wertvolle Dienſte zu leiſten. Mit dieſer Feſtſtellung iſt zugleich
getragen hätte, die Zentrums=Arbeiterſchaft werde auch ferner für die
Partei kämpfen unter der Parole: „Mit Gott für Wahrheit, Freiheit getan habe.
und Recht”.
Tageslalender für Donnerslag, den 20 April 198.
Landestheater, Großes Haus, Anfaug 7½. Ende 10 Uhr:
„Der Kreidekreis” (C 19). — Kleines Haus, Anfang 8. Ende
gegen 10 Uhr: Neuntes Konzert der Städt. Akademie. — Fu. Lit.
Künſtler Geſellſchaft; „III. Vereinsabend, abends 71 Uhr
im Mathildenhöhſaal. — Muſikvereinsſaal, Steiuſtr. 24,
abends 8 Uhr: Vortragsabend der Klavierklaſſe Willi Beuner.
Kinovorſtellungen: Unſon= Reſidenzthegter, Pglaſtlichtſpiele.
ſich in einem abgeſchloſſenen Variet”=Programm als Schiell=Kunſtmaler geſims ſeines Wohnhauſes, eine Spatzenkolonie von 22 Eiern und drei der Mädchenfortbildungsſchule wurde auch hier durch Beſchluß des Ge=
und Akrobaten und vollführen Kunſtſtückchen, wie ſie ſicher von leben= Jungen vernichtet. Wie hätte ſich allein dieſe Brut im Laufe des Jahres, meinderates und des Schulvorſtandes abgelehnt.
digen Kollegen dieſer Branche nicht übertroffen werden können. Aber noch vermehrt, und welchen Schaden hätten ſie anrichten können, wenn
auch ein wirklicher „großer” Jongleurkünſtler zeigt ſich dem ſtaunenden ſie nicht rechtzeitig vernichtet worden wäre. Dieſer ein Fall, der ſicher holzverſteigerung aus dem Gemeindewald wurden nachſtehende
Publikum in allerhand Balanee=Akten, unterſtützt von einem ebenſo ge= nicht vereinzelt daſteht beweiſt wie notwendig der Kampf gegen die Durchſchnittsdreiſe erzielt: 2)Nutzholz für 1 Peſtmeter: Kiefern=
Derb=
gaudi für die Zuſchauer bildet der Schluß, die Bilder, die man durch trieb genommen worden iſt, macht die Bürgermeiſterei, um Unglücks= 2. Kl. 35/3 Nm. Kiefern=Reisſtangen 15 Nm. Fichten=Reisſtangen 51.80
raum geſtürmt. Schattenbälle fliegen in allen möglichen Größen den Zu= fällen vorzubeugen, nunmehr die hieſige Einwohnerſchaft darauf aufmerk= Rm. Buchen=Nutzſcheit 12,30 Rm. b) Brennholz für 1 Raummeter:
ſchauern an den Kodf, und noch mehr derartige unheimliche Dinge daf= ſam, daß, wo ſie bei irgend welchen vorkommenden Dacharbeiten, Auf= Buchen=Scheit 14,40 Rm., Kiefern=Scheit 13,87 Nm., Fichten=Scheit 8,40
ſieren — glücklicherweiſe nur auf der Leinwand, ſo daß in dem Theater und Umbauten, oder ſonſtwie mit dem Ortsnetz in Berührung kommen Rm. Buchen=Knüppel 10,09 Nm. Eiche=Knüppel 6,65 Rm.,
Kiefern=
wahre Lachſalden erſchallen, und die glänzenden Geſichter der auf den können, dies vor Beginn der vorkommenden Arbeiten bei der Bürger= Knüppel 10 Rm., Fichten=Knüppel 7.20 Rm.. Buchen=Stöcke 4.10 Rm.,
Meßplatz zunüickſtrömenden Menge mehr als Worte von der Freude iu meiſterei (Zimmer 9) zu melden haben. Die Berührung der Leitung Eiche=Stöcke 3,50 Nm., Fichten=Stöcke 1,97 Rm. Wellen in Hundert:
wirkt ſofort tödlich. Sobald ein Draht der Ortsleitung reißt und in Buche 6,46 Rm., Eiche 3,33 Rm., Kiefern 5,75 Rm.
zu erſtatten, damit in beiden Fällen Ausſchaltung des Stromes erfolgen April, vormittags 6 Uhr: —6 Zeutimeter.
kann. Die Hauseigentümer oder Paſſanten der Straße haben dafür
den Palaſt= Lichtſpielen zur Aufführung gelangt, in atemraubenden „Waiſenſchutz” hielt hier eine Oberfechterei=Sitzung ab, die ſich im weſent= zum Ausdruck. Dornberg wird nunmehr ſeine beſonderen Wünſche
Szenen. Wie eine Handvoll Europäer in enger Höhle mit blutgierigen lichen mit internen Angelegenheiten, insbeſondere mit den Vorbereitun= Groß=Gerau ſchriftlich überreichen.
Tigern eingeſchloſſen, nur mit dem Revolver in der Hand, ſich ihres gen für die in Kürze in Dornheim ſtattfindende Landesverſammlung
Lebens erwehrt, wie ein gefräßiges Krokodil den Jäger am Rande eines befaßte. — Dieſer Tage iſt hier ein junger Mann nach Amerika ausge ſitzung. Der Bericht über die Verſammlung der Kom.=Landesbank
den Thugs die Verfolgten auf einem Boote den Strom hingbrudern in „Eintracht” veranſtalteten Operettenaufführungen brachten dem Verein genommen. Zur Bildung der Grundwertungs=Ausſchliſſe beim
Finanz=
den die heimtückiſchen Inder eine brennende, mit raſender Schmnelligkeit einen vollen Saal. Beide Stücke, ſowohl „Der wilde Horſt”, als auch ant wurden als Vertreter der Gemeinde herr Bürgermeiſter Juug und
ſich ausbreitende Flüſſigkeit hineingießen, — das ſind einige der Aben= „Frühling am Rhein” wurden unter der muſikaliſchen Leitung des Joh. Ludwig Melk beſtimmt. Die Ausgabe der Baugelder wurde nach
teuer, die die Teilnehmer einer eurobäiſchen Jagderpedition erleben. Der Herrn I. Thöt hier mit anerkannter Munterkeit und Friſche geſbielt, dem Bericht der Kommiſſion auf 12 Bauintereſſenten verteilt und ge=
Film hält den Zuſchauer vom erſten bis zum letzten Moment in höchſter Frau Maurer aus Darmſtadt ſorgte, für ein heiteres Spiel auf der nehmigt, es ſoll jeder 666 Mk. erhalten. Zur Ernennung eines proviſo=
—Reſidenz=Theater: „Die Lieblingsfrau des ſeſche Tänzerin entpuppte. Die übrigen Mitwirkenden, Mitglieder des vertretern verwandt, mußten daher ausſcheiden, und der Gemeinderat
Maharadſcha”, der Jubiläumsfilm der Nordiſt wird in dieſer aktiben Chors des Vereins, gaben ihr Beſtes her. Sie wurden von dem war in dieſem Punkt beſchlußunfähig. Der Beitrag zum
Heilſtätten=
liebtheit gebracht. Der Film behandelt den Lieblingsroman einer moder= wuar ein abſolut guter zu nennen. Das Publikum war von dem Charme erhöht. Die Regelung der Bekanntmachung von Privaten wurde
be=
beſetzt durch Gunnar Tolnges und Karin Bell” Ueber dieſe beiden 44 eapo gegeben werden mußte. Die Auführung hat derart gut gefallen, wurde Herrn Gg. Pfaff 5. für 10 M. pro Fuhre übertragen. Die
Gr=
ihr vornehmes Spiel ſind zur Genüge bekannt. Als Einlage bringt das wiederholen. Den übrigen Teil des Programms füllten Frl. Elvira Benz betrages über Nuhegehalt wurde bis zur nächſten Sitzung zurückgeſtellt.
R.=T. den Film „Die vom anderen ufer”. Der Noman einer aus Darmſtadt mit ihren gut gelungenen, beifällig aufgenommenen Ge=
Liebe zwiſchen Arm und Reich. „Die vom andern Ufer”, das iſt nicht ſangsvorträgen und Herr F. Thöt mit ſeinen von anerkannter Künſtler= waldklubs hatte auf den vergangenen Sonntag ihre Mitglieder und
nur wörtlich zu nehmen. Getrennt durch unüberbwickbare Gegenſätze, hand geſpielten Klaviervorträgen aus. Auch die von dem aktiven Chor Freunde in den Saalbau „Zum Lämmchen” zu ihrem 6.
Wanderer=
vorgetragenen Chöre wurden recht hübſch geſungen.
loſen, zum anderen Ufer zu kommen. Dieſes Thema behandelt der Film Kommandant, der Fteitvilligen Feuerwehr Ober=Ramſtadt, konnte in der Vorſitzende der Ortsgruppe, Herr Erich Huber, die Klubgenoſſen
Die blemmter aſchelnepben Notzen And auschleßich eie Hinweſſe anf Ungdlgem zu harachs, ſteht, gewiß ein ſeltenes Zuſammentreffen. Aus dieſem Anlaß ging ihm Dr. Götz. Letzterer erwiderte dankend, überbrachte die Grüße des Ge=
ReichsbundderKriegsbeſchädigten und Hinter= Feuerwehren, Friedberg, zu, die mit vollem Recht das große Verdienſt danken des einigenden Prinzips des Odenwaldklubs ausführend, mit
bliebenen Ortsgruppe Darmſtadt. Der Reichsbund ver= des Jubilars an der ſteten Hilfsbereitſchaft und Schlagfertigkeit der einem Hoch auf das Vaterland. Für die Gäſte ſprach Herr Lehrer
anſtaltet am Sonntag, den 2. Mai, gemeinſchaftlich mit der Ortsgruppe, hieſigen Wehr hervorhebt und wünſcht, daß es dem Jubilar noch lange Salomon von Darmſtadt den Dank an die feſtgebende Ortsgruppe aus
Zwingenberg ein kameradſchaftliches Zuſammenſein. Auf Einladung der vergönnt ſein möge, zum Segen der Gemeinde und zur Förderung des mit einem „Friſch auf” auf den Odenwaldklub ſchließend. Für die
Lrtsgruppe Darmſtadt werden ſich aus dem beſetzten Gebiete die Kreiſe. Feuerlöſchlveſens in ganz Heſſen der Feuerwehr anzugehören. — Die am Unterhaltung ſorgten Vorträge der Muſikkapelle und eines Männerchors
Mainz und Worms beteiligen. Die Meldungen von dort ſind ſehr zahl= letzten Sonntag ſtattgefundene erſte diesjährige Uebung der hieſigen von Langen. 28 eifrige Wanderer, Herren und Damen, konnten mit
reich. Auch aus den Kreiſen Darmſtadt und Bensheim iſt eine rege Teil= Feuerwehr nahm die freiwillige Mannſchaft zum Anlaß, ihrem lang= dem Goldenen Ehrenzeichen bedacht werden, das im Namen des
Haupt=
nahme zu erwarten. Die Abfahrt von Darmſtadt erfolgt um 1.20 Uhr jährigen Kameraden und 1. Kommandanten zu ſeinem Jubiläum herz= ausſchuſſes Herr Amtsgerichtsrat Becker, mit einer Anſprache über den
ab Hauptbahnhof. Sonntagskarte Zwingenberg. Preis 80 Pfg. Die lichſt zu gratulieren. Als Zeichen der Anerkennung ließ ſie durch ihren Sinn und Wert des Wanderns überreichte. Dann ging ein dramatiſches
Zwingenberger laſſen es ſich nicht nehmen, unſeren Kameraden den ſchön= 2. Kommandanten, Herrn Ph. Neubert, dem Jubilar, der nun im Gedicht in drei Aufzügen, „Das Erkennen”, von Marzellus, mit
Geſän=
ſten Empfang zu bereiten. Bei der Ankunft geht es mit klingendem 71. Lebensjahre ſteht, einen ſchönen Ruheſeſſel überreichen. Herr Mink gen und melodramatiſcher Begleitung über die Bühne. Zul Schluß
Spiele nach dem Hotel zum Löwen, woſelbſt alle Vorbereitungen zur dankte in bewegten Worten für die ihm dargebrachte Chrung und ver= wurde das Odenwaldluſtſpiel in zwei Akten „Das Lieschen” von Hans
Wegen zu ſtarkem Andrang empfiehlt es ſich, Sonntagskarten ſchon am Zeppelin=Eckener=Spende hier vorgenommene Sammlung kungsreichen Wiedergabe, an der alle Darſteller ihr beſtes Können ſetzten,
Samstag mittag zu holen. Auch am Verkehrsbureau ſind Fahrkarten von Schule und Gemeinde hatte ein Ergebnis von 98,60 Mk. Außerdem
hat die Gemeinde kürzlich ſelbſt einen Beitrag bewilligt.
— Roßdorf, 28 April. Am Sonntag fand im Saale des Gaſthauſes
anſtaltet heute Donnerstag, den 20. April, im Fürſtenſaal (Grafenſtraße) „Zur Sonne” die Gründungsfeier der Ortsgruppe ehemaliger 11öer ſtatt, wurde die Offenbacher ſtädtiſche Rettungswache nach Dietzenhach zu dem
einen Eltern= und Jugendabend. Beginn 8.15 Uhr. Geſauas= Muſik= Zu der überaus nutbeſuchten Veranſtaltung hatten ſich auch die Darm= 45jährigen Dreber Jakob Heberer gerufen. Ein durch einen Elektromotor
und Gedichtvorträge werden den Abend verſchönern. Beſonders dürfte ſtädter und die Ober=Ramſtädter Regimentskameraden eingefunden. Die angetriebener Schleifſtein war beim Schleifen von landwirtſchaftlichen
aber die Eltern der Kaufmannsjugend der im Mittelpunkt ſtehende Vor= Muſikkapelle, die aus ehemaligen Militärmuſikern des Leibgarderegiuents Geräten zerſprungen und hatte hierbei dem Manne den Kopf
zerſchmet=
trag des Herrn M. Methfeſſel=Darmſtadt über das Thema: „Hat unſere beſtand, riß durch ihre flottgeſchvielten Regimentsmärſche, die ſie neben tert. Dr. Heumann und Mitglieder der Arbeiter=Sanitätskolonne in
Kaufmannsugend eine Zukunft im Beruf?” intereſſieren. Alle Eltern, Konzertſtücken zu Gehör brachte, alles mit ſich. Herr Generalmajor Frhr. Dietzenbach leiſteten die erſte Hilfe. Der Verletzte wurde mit dem
und Erzieher der Kaufmannsjugend, die auf chriſtlich=nationalem Boden von Preuſchen hielt eine von Herzen zu Herzen gehende Rede, in der Krankenauto nach dem Städtiſchen Krankenhaus gebracht, wo er
in=
er das frühere Soldatenleben vor Augen führte. Ganz Hervorragendes, zwiſchen ſeinen Verletzungen erlegen iſt.
leiſtete auch der Geſangvewein Sängerluſt mit ſeinem verehrten
Diri=
genten, Herrn Rektor Heß.
* Dieburg, 98. April. Unfall. An der bekannten Straßenkurve
auf der Groß=Zimmerner Chauſſe fuhr ein aus Groß=Zimmern
kom=
mendes Motorrad, das einen Beiwagen beſaß, gegen eine
Telegraphen=
ſtange. Die beiden Fahrer und ein Knabe wurden weit weggeſchleudert am Sonntag im Singſaale der Volksſchule die letzten Vorträge ſtat, die
Fragen im Reich und in Heſſen. In ſeiner Begrüßungsanſprache ſtellte Die Stadtverwaltung Erbach hat zum Beſten des Eulbacher Marktes,
der Vorſitzende der Vereinigung, Herr Stadtverordneter Weſp=Darm= ſowie des am 19. Juli 1926 in Erbach i. D. veranſtalteten Trab=
Galopp=
ſtadt, feſt, daß die Arbeitsgemeinſchaft der heſſiſchen Arbeiterzentrums= und Hindernisſtennens mit Reit= und Fahrturnier gelegentlich des am zu 2½9 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Veuhandlungen vor dem
18., 19., und 25. Juli 1926 ſtattfindenden Eulbacher Marktes eine
Geld=
ſammenfaſſung der Arbeiter=Zentrumswähler in Heſſen, um ſo beſſer lotterie mit behördlicher Genehmigung veranſtaltet. Cs werden im
gan=
zen 20 000 Loſe zu je 1 RM. ausgegeben. Es ſind 333 Geldgewinne im
der Arbeiter=Zentrumswähler der Geſamtpartei gegenüber zum Ausdruck Seſamtbetrage von 6667 RM. ausgeſetzt. Der Hauptgewinn beträgt 2000 Mitleid zahlte er den vollſtändig mittelloſen Jünglingen Eſſen und Bier=
NM. Der Vertrieb der Loſe iſt dem ſtaatlichen Lotterie=Ginnehmer Dabei ſahen ſie, daß er noch ginige Mark in der Taſche hatte. Am ande=
Das Referat, über, die Tätigkeit der Zentrumsfraktion in Heſſen Willenbücher in Berfelden übertragen. Die Ziehung erfolgt am ren Morgen folgten ſie ihm und zwiſchen Ober= und Nieder=Eſchbach
* Von der Bergſtraße, B. April. Unglücksfälle. Herr Das entmenſchte Paar kam tnapp am Zuchthaus vorbei.
Die heſſiſchen Arbeiter=Zentrumswähler widerſetzten ſich mit aller Ent= Cair von Schriesheim, der geſtern das Motorradrennen mitmachte,
ſei, fehle noch in Heſſen. Abgeſehen vom Arbeits= und Wirtſchaftsmini= Nade bei Heddesheim von einem Auto von hinten angefahren, auf einen, gerade im Begriff, das Schießloch zu verklieben, als er plötzlich laut auf=
* Aus dem Weſchnitztal, 28. April. Obſtblüte. Unſer Steinobſt, durchbohrt. Die Sache hätte noch ſchlimmer ausgehen können.
wären froh, wenn ihre Hände wieder zupacken könnten. Die leider noch Auch die Apfelbäume ſind am Abblühen, leider haben nur wenige Bäume Nuheſtand.
beſeitigt werden. Die kleinen Landwirte und die Arbeiter, die ſich ge= ſtige Witterung wurde der Kleewuchs ſehr gefördert, ſo daß mancher Gewerbevereins wurde Hch. Schmidt II. zum 1. Vorſitzenden
ge=
meinſam zur Zentrumspartei bekennen, müſſen zuſammenhalten, beide Landwirt in der angenehmen Lage iſt, mit der Grünßütterung zu wählt. Der ſeitherige Vorſitzende Leonhard, der 19 Jahre Vorſitzender war
hätte es lieber geſehen, wenn an der Volksſchule nicht geſpart worden der Maſchinenfabrik Badenia” vorm. Wm. Platz Söhne A.=G. teilt. Die Vereinigung wünſcht, daß ſich der Bezirksverband in Cießen mehr
wäre. In unſerem Heſſenlande müſſe eine Zentraliſierung der Verwal=, die Geſchäftsaufſicht folgendes mit: Weder der heſſiſche noch der badiſche betätige und daß die Handwerkskammer Nebenſtelle in Gießen zu erſuchen
tung ſcharf ins Auge gefaßt werden. Anſtelle des überhandnehmenden Staat waren in der Lage, der „Badenia” zu Hilfe zu kommen, da die ſei, daß ſie, wie bei anderen Gewerbevereinen außerhalb Gießens, auch
Ausſtellungsweſens in den Städten ſolle energiſch der Wohnungsbau ge= Regierungen durch Geſetz gebunden ſind und einem einzelnen Privat= einen Gewerbetag von Zeit zu Zeit in Grünbergab halte, damit den
Mit=
fördert werden. Das Landestheater dürfe keine Stücke zur Aufführung unternehmen nicht helfen können. Wenn es nunmehr doch gelungen iſt, gliedern die Reiſe nach Gießen erſpart bleibe. Außerdem wird Wert
bringen, die die Gefühl= der chriſtlich denkenden Kreiſe verletze, anderll= zu einem für die „Badenia” und die Gläubiger außerordentlich günſtigen darauf gelegt, daß eine andere Gruppierung der Gewerbevereine
ſtatt=
falls man es uicht mehr verantworten könne, den hohen Zuſchüſſen des Vergleich zu kommen; ſo verdankt dieſes die „Badenia” in erſter Linie finde, damit ſich die ländlichen Gewerbevereine näher treten können, denn
der tatkräſtigen Unterſtützung und dem weitſchauenden Blick des Wein= bekanntlich ſind die ſtädtiſchen Intereſſen des Handwerks ganz anders
Ergänzt wurden dieſe Ausführungen von Herrn Zang=Offeubach, heimer Oberbürgermeiſteramtes ſowie ſeines Stadtrates. Es entſpricht geartet wie die des ländlichen Handwerks.
gebiet äußert. Herr Noppelt=Worms wendet ſich ſchauf gegen eine dern es iſt vorgeſehen, daß die heſſiſche Girozentrale im Verein mit der verſteigerung am 21. April waren folgende: 1 Naummeter Eichenſcheit,
momentane Aufhebung der Wohnungszwangswirtſchaft. Ferner wünſcht badiſchen Girozentrale unter Garantie der Stadt Weinheim, der „Ba= 3 Weter lang nach Qualität 15—20 Mk. Fichtennutzholzreiſig in ganzer
er eine beſſere Zuſammenarbeit der Fraktion mit den Wählern. Herr denia” einen Kredit einräumt, welcher letztere als rein bankgeſchäftlicher Länge 3—4 Mk. Fichtennutzknüppelreiſig in ganzer Länge 5—6 Mk.
Henſert=Urberach ſpricht ſich gegen die Sonderſteuer aus, die für Kredit zu betrachten iſt, ohne irgendwelche Intereſſenahme des Staates. Feſtmeter Eichenſchnittholz 2. Kl. 100 Mk. 3. Kl. 35 Mk., 4. Kl. 75 Mk.,
die Arbeiter, die ein kleines Häuschen haben, untragbar ſei. Es ſprechen Gern ſtellt die Geſchäftsaufſicht feſt, daß Miniſterialrat Dr. Bernheim Kiefernſchnittholz 3. Kl. 55 Mk. Kiefernbauholz 2. Kl. 45 Mk. 3.
noch u. g. die Delegierten Knapp=Viernheim, Schmitt=Mühlheim in Darmſtadt in muſtergültiger Weiſe ſich von Anfang an für die Ar= 40 Mk. 4. Kl. 25 Mk. Außer Grünberger waren auch zahlreiche
aus=
am Main, Grundel=Heuſenſtamm, der beſonders den Wunſch äußert, beiterfrage und den Fortbeſtand der „Badenia” intereſſierte und keine wärtige Käufer erſchienen. Die Angebote gingen flott.
theater verurteilt. Nach einſtimmiger Annahme der untenſtehenden die in einigen Blätern aufgetauchte ſeinerzeitige Meldung ſchlagend, ihren 96. Geburtstag, ſie dürfte die älteſte Frau des Vogelsberges
Entſchließung, ſtellte der Vorſitzende am Schluſſe der Tagung feſt, daß widerlegt, als ob der Staat gar nichts in der Angelegeuheit der Sanie= ſein. — In Lauterbach trafen 50 Ferienkinder aus dem
In=
die Neferate und Ausſprache zur Belebung des Zentrumsgedankens bei= rung der „Badenia”, die doch auch viele heſſiſche Arbeiter beſchäftigte, duſtriegebiet Weſtfalens ein. Sie wurden auf die Landorte verteilt,
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, B. April. Vertilgung des
dringende Aufforderung, die ſtellenweiſe in großen Mengen auftretenden Ausgabe mit rund 240 000 Mark, in der Vermögensrechnung 81 300 Mk.,
kämpfung ſehr erſchwert. — Straßenſperre. Wegen Ausführuig mit 94 369 Mark genehmigt. Die Kraftſtrompreiſe wurden um 3 Pfg.
Juhöhe—Mörlenbach und zuar innerhalb der Ortsdurchfahrt Erbach Betrag dem Heimſtättenverein bereitgeſtellt. Ferner ſind die Beſchaffung
14 Tage geſperrt
Mlent. 1 Amre Velie 2ad. fte, Zriche.
großen Arbeitsloſigkeit wachſen die neuen Ladengeſchäfte wie Pilze aus
der Erde. In den letzten zwei Jahren haben ſich dieſe um mindeſtens
14 Geſchäfte vermehrt, darunter eine Bäckerei und zwei Metzgereien,
eine Rind= und Schweinemetzgerei, die übrigen ſind meiſtens
Spezerei=
handlungen. Dazu kommen noch ½ Dutzend Hauſierer. — Mädchen=
Griesheiu, 98. April. Ein hieſiger Landwirt hat unter dem Dach= fortbildungsſchule. Die Errichtung des dritten Jahrgangs
* Lampertheim, 77. April. Bei der heutigen Nutz= und
Brenn=
ſtangen 1. Kl. (Legner) 63,96 Nm.. Kiefern=Derbſtangen 1. Kl. (lang)
* Griesheim, 28. April. Nachdem das elektriſche Ortsnetz in Be= 62,32 Rm. Fichten=Derbſtangen 1. Kl. 36.70 Rm., Kiefern=Derbſtangen
Hofreiten oder Straßen zu liegen kommt, iſt gleichfalls ſofort Meldung Gernsheim, 28. April. Waſſerſtand des Rheins. Am 2.
* Groß=Gerau 29. April. Die Eingemeindung
Dorn=
rufenen angefaßt oder zu beſeitigen verſucht wird. Die Straße und Hof= bergs. Dieſer Tage fand eine gemeinſame Sitzung der
Gemeinde=
reite iſt ſolange vom Verkehr abzuſperren, bis der Draht von Fachleuten vertreter Dornbergs und des Finanzausſchuſſes des Groß=Gerauer
Ge=
meinderates über die Frage der Eingemeindung Dornbergs nach Groß=
Gerau ſtatt. In längerer Ausſprache wurde das Für und Widen der
* Eberſtadt, B. April, Waiſenſchutz. Der heſſiſche Fechtverein Angelegenheit erörtert. Dabei kamen beiderſeits mehrfache Bedenken
CK. Wirhaufen, N. April. Oeffentliche Gemeinderats=
* Nieber=Mamſtudt, 38. April.. Die von Seiten des Geſangvereins und Bezirksſparkaſſe Langen, hier Aenderung der Satzungen, wurde an=
Bühne, wpobei ſie ſich nicht nur als gute Sängerin, ſondern auch als eine riſchen Hilfsfeldſchützen waren von 12 Bewerbern 5 mit den
Gemeinde=
ausgezeichneten Spiel der Frau Maurer direkt mitgeriſſen. Der Erfolg verein wurde auf Anſinnen desſelben für dieſes Jahr von 30 auf 60 Mk.
der Muſik offenſichtlich begeiſtert und applaudierte lebhaft, ſodaß vieles ſchloſſen. Bewerber können ſich melden. Das Fahren des Leichenwagens
daß an den Verein das Anſinnen geſtellt wurde, die Aufführung zu höhung des Wartegeldes der Hebammen und Feſtſetzung des Höchſt=
—2. Langen, 25. April. Die hieſige Ortsgruppe des Oden=
Ghrungsfeſt eingeladen. Der reich mit Maien und Tannengrün ge=
* Ober=Ramſtadt. B. April. Jubiläum. Herr Franz Mink 2, ſchmückte Saal füllte ſich mit Gäſten. Zu Beginn des Abends begrüßte
dieſen Tagen auf eine 40jährige Dienſtzeit als freivilliger Feuerwehr= und Gäſte, insbeſondere die Vertreter der Ortsgruppen Darmſtadt,
mann zurückblicken. Gleichzeitig ſind es aber auch 25 Jahre, daß Herr Ober=Roden, Ober=Ramſtadt u. a., ſowie den Vertreter des Hauptaus=
Mink der Freiwilligen Feierwehr Ober=Ramſtadt als Kommandant vor= ſchuſſes des Odenwaldklubs, Herrn Amtsgerichtsrat Becker und Aſſeſſor
eine herzliche Gratulation des Landesausſchuſſes Heſſiſcher freiwilliger ſamtvorſtandes zu dem Ehrentag der Ortsgruppe und ſchloß, den
Ge=
ſprach, auch weiter der Feuerwehr, treu zu bleiben. — Die für die Otto Becker, geſpielt, das dank der überaus temperamentvollen und
wir=
viel Heiterkeit erweckte und Beifall fand. Ziemlich ſpät kam dann auch
der Tanz zu ſeinem Recht.
WSN. Dietzenbach, 27. April. Tötlicher Unfall. Am Moutag
Oberbeſſen.
* Vilbel, 27. April. Anläßlich der Reichsgeſundheitswoche fanden
gut beſucht waren. Herr Dr. Szametz ſprach über „Die Erreger der
Volks=
krankheiten” und zeigte ſie erläuternd an Lichtbildern. Herr Dr. Kraft
Erbach, B. April. Odenwälder Reiterfeſt=Lotterie, ſprach über „Ernährung und Medizin.!” Beide Vorträge waren ſehr
intereſſant und lehrreich.
* Gießen, 28. April. Zweijugendliche Straßenräuber
Schöffengericht zeigten ein Bild größter Rohheit und menſchlicher
Ver=
worfenheit. Die jungen Leute waren im Obdachloſenaſyl zu Bad=
Hom=
burg mit einem Greis von 70 Jahren zuſammen untergekommen. Aus
fielen ſie plötzlich über den ſchwachen Greis her: der eine hielt ihn feſt,
Hirſchhorn, 28. April. Waſſerſtand des Neckars. Am 27. der andere nahm ihm die Brieftaſche, Geldbeutel und Uhr ab. Dann
ließen ſie den ohnmächtig gewordenen Mann liegen und liefen davon.
* Butzbach, 28. April. Ein gefährlicher Unglücksfall trug
ſich beim Scheibenſchießen mit Kleinkaliber im nahen Ebersgöns zu. Ein
jüngeres Mitglied der Geſellſchaft verrichtete Scheibenarbeit und war
ſchrie. Die Kugel des etwas eiligen nächſten Schützen hatte ihm die Hand=
* Mücke, 27. April. Faſt 40 Jahre Pfarrer in dem gleichen
Ort, iſt Pfarrer Weinberger zu Lardenbach; er trat dieſer Tage in den
* Grünberg, 27 April. Bei der Hauptverſammlung des hieſigen
wurde infolge ſeiner Verdienſte zum Ehrenvorſitzenden ernannt. Unter
Von der Bergſtraße, 38. April. Zu den Sanierungsbeſtebuugen, den beſchloſſenen Vereinsangelegenheiten iſt beſonders hervorzuheben:
* Grünberg, 27. April. Die Preiſe bei der ſtädtiſchen Nutzholz=
* Lauterbach, 27. April. Frau Friedericke Mertz zu Schlitz feie,
wo ſie mehrere Wochen zur Erholung bleiben.
* Lauterbach, 28 April. Der Voranſchlag der Stadt Lauter=
Ringelſpinners. Das Kreisamt richtet an alle Obſtzüchter die bach für 1926 ſchließt ab in der Betriebsrechnung in Einnahme und
Naupen des Ringelſpinners, Gabelraupen genannt, ganz energiſch zu zuſammen alſo mit 320 770 Mark. Die Sonderſteuer vom bebauten
vertilgen und ihnen nicht Gelegenheit zu geben, ſich zu verpupyen. Haben Grundbeſitz wurde von 45 Pfg. auf 25 Pfg. für 100 Mark ermäßigt. Der
ſich erſt die Schmetterlinge aus den Raupen entwickelt, ſo wird die Be= Voranſchlag des Elektrizitätswerks wurde in Einnahme und Ausgabe
von Waſſerleitungsarbeiten auf der Kreisſtraße HebbenheimErhach— dro Kilowattſtunde herabgeſetzt. Zur Hebung der Bautätigkeit wird ein
iſt dieſe Straße für den Auto= und Motorradverkehr vom 3. Mai ab zuf eiuer Feuerſirene, Herrichtung eines Sportplatzes und Neupflaſterung der
Ortsſtraßen im Voranſchlag angenommen.
Nummer 118
Donnerstag, den 29. April 1926
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1 Essenträger, Alumininm mit Deckel..
1 Casserole, Alumininm, 12 cm, mit Stiel.
1 Nudelpfanne, Alumininm, 12 cm . . . .
1 Milchtopf mit Ausguß, Alnmininm, 10 cm
1 Omelettenfanne, 16 cm, Alumininm, mit Stiel.
1 Eierpfanne, 16 cm, mit Henkel, Aluminium
1 Durchschlag, 12 cm, mit Stiel, Aluminium
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Seite 8
Donnerstag, den 29. April 1926
Nummer 118
Uech
Bie Barmstädter Frühiahrs-Verkaufsmesse
h
TV.6359
vom 24. April bls 4. Mal
Die Verkaufsmesse iſi diesmal reichlich mit allen Waren beſchickt. Wir bitten daher die Bevölkerung von Darmſiadt und Umgebung, wie bisher, in der ſchweren
Wirtſchaftslage unſer zu gedenken. Wir bieten in heutiger ſchwerer Zeit unſere Qualitätswaren zu ganz beſonders günſigen Preiſen an, ſodaß ſich ein Beſuch für jedermann lohnt
Die Messeverkäufer, die ſeit vielen Jahren die Meſſe beziehen.
lch praktiziere ab 4. Mai 1926
in Bad-Nauheim, Kurstraße 19
Dr. med. DanielEnoch
Statt Karten.
Schmerzerfüllten Herzens geben wir die
trau=
rige Kunde von dem Heimgang meines lieben,
guten unvergeßlichen Mannes, unſeres
treuſorgen=
den Vaters, Schwiegervaters, Großvaters,
Schwa=
gers und Onkels
Herrn
Adolf Geiger
betrauert von den Seinigen
in deren Namen:
Mathilde Geiger.
Darmſtadt, den 28. April 1926.
(*11402
Die Einſegnung findet Samstag, den 1. Mai um 11 Uhr
im Trauerhauſe, Wilhelmſtr. 21, ſtatt und daran
an=
ſchließend die Beiſetzung auf dem Beſſunger Friedhof.
Für die uns anläßlich unſeres
Geſchäfts=
jubiläums in ſo reichem Maße zu Teil
gewordenen Glückwünſche und Geſchenke
danken wir Allen herzlichſi.
Willy Armbruſt, Juwelier und Frau.
GLi
Jeden Alters u.
Herren leden Standes
mussen bei vorzeitiger Alterserscheinung,
sexueller Schwäche, Impotenr,
Zerstreut=
heit, Angstgefühl, Unlust zur tägl. Arbeit,
Herzbeklemmung u sR. das jahrelans
be=
währte „Testokoll” kennen lernen, Pordern
Sie daher sofort unsere intereseante und
belehrende Broschüre gegen 20 Pfg
Rück-
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Berlin 14, Rathenowerstr. 73. (WV 3250
Familiennachrichten
Eliſabeth Benz
Carl Beyer
Uhrmacher
Verlobte
Kranichſteinerſtr. 5
29. 4. 26
Kiesſtr. 8
(6445
Maſtat.
Für die vielen mir zu meinem 84.
Geburtstage erwieſenen
Aufmerk=
ſamkeiten meinen herzlichſten Dank
Jonas B. Maher. eu1zsg
Gelegentlich meines 70. Geburtstages ſind mir von
allen Seiten ſo zahlreiche, herzliche Glückwünſche und
Blumenſpenden zugegangen, daß ich nicht in der Lage bin,
einzeln zu danken. Ich ſpreche daher aut dieſem Wege
meinen innigſten Dank aus.
Gg. Chrift ſen. und Frau.
Darmſtadt, 27. April 1926.
(*11449
Todes=Anzeige.
Am 27. April, nachmittags,
ver=
ſchied plötzlich und unerwartet mein
lieber Mann, unſer guter Vater,
Bruder und Schwager
Herr Eiſenbahn=Betr.=Afſiſtent
Adam März
im Alter von 32 Jahren, (6523
In tiefer Trauer:
Marg. März, geb. Eiſinger
und Kinder
Konr. Eiſinger u. Angehörige
Frau Margarete März,
geb. Danm
und Angehörige.
Seeheim, den 28. April 1926,
Die Beerdigung findet am Freitag
nachmittag um 4 Uhr ſtatt.
Statt beſonderer Nachricht.
Für alle Teilnahme, die uns bei dem
Heimgang unſeres lieben Vaters und
Groß=
vaters
Herrn Geheime Oberſinanzrat
Dr. Franz Knell
erwieſen worden iſi, ſagen wir herzlichen
Dank.
Pfarrer Kraus und Frau
Eliſabeth, geb. Knell
Adolf Stoeckicht und Frau
Emma, geb. Knell
Gertrud Kraus
Lieſel Kraus.
Raunheim, Rüſſelsheim, April 1926.
(6471
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Ludwigshöhſfr. 4; Drogerie Zachmann, Bleichſr. 46. C. Us. 8488
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Allen lieben Bekannten die
trau=
rige Nachricht, daß unſere
herzens=
gute Tochter und Schweſter.
im 24. Lebensjahr ſanft in Gott
entſchlafen iſt.
In tiefer Trauer:
Familie Mag. Meißner.
Darmſtadt, den 27. April 1926.
Heinheimerſtr. 18.
* Die Beerdigung findet am
Don=
nerstag, den 29. April 1928,
nach=
mittags 2½ Uhr, auf dem Wald=
1138s
friedhof ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Unſere liebe, herzensgute
Mutter, Tochter,
Schwieger=
mutter und Großmutter.
Frau
Eliſe Kaul
geb. Albeck
iſt heute nacht nach ſchwerem
Leiden ſanfi entſchlafen.
In tiefer Trauer:
Otto Kanl. Elektr. Ing.
Eliſabet Jetſchin, geb. Kaul
Katarine Albeck Btw.
Dipl. mere. Hans Zetſchin,
Hauptmann a. 2.
Hans=Joachim Jetſchin.
Darmſtadt, den 28. April 1926.
Die Feuerbeſtattung ſindet Freitag
nachmittag 3½ Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſiat.
Wir bitten, von Beileidsbeſuchen
Abſfand zu nehmen. 211399
Nachruf.
Tief erſchüttert erhielten wir heute worgen die
Nachricht von dem plötzlichen Hinſcheiden unſeres
allverehrten Chefs
Herrn Adolf Geiger
Wir verlieren in ihm einen geliebten und
ge=
achteten Prinzipal von hervorragenden
Charakter=
eigenſchaften und reichen beruflichen Fähigkeiten.
Er war uns immer ein leuchtendes Vorbild und
werden wir ihm ein treues und dankbares
An=
denken bewahren.
Das Perſonal
der Firma Adolf Geiger.
Darmſtadt, 28. April 1926.
(*11416
Todes=Anzeige.
Von ihrem langjährigen, ſchweren Leiden erlöſte
Gott meine liebe Frau, unſere gute, treuſorgende
Mutter, Tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Lieschen Beling, geb. Dechert
durch einen ſanften Tod im Alter von 40 Jahren.
Weiterſtadt, 26. April 1926.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbllebenen
Familie Heinrich Belling
Lehrer
Die Beerdigung ſindet in Nieder=Saulheim am
30. April, nachmittags 1½ Uhr, ſtatt. eutgso
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 25. April verſchied nach
kurzer Krankgeit.
Dr. med.
Heinrich Rapp
Oberarzt am Samariterhaus
in Heidelberg
In tiefer Trauer:
Frau Marie Rapp. Bitwe des
Sanitätsrats Dr. Heiurich Aapp
Apothekenbeſitzer Hermann Rapp
und Frau, Windecken
Dr. med. Ludwig Rapp und Frau
Amtsarzt in Worms.
Auf beſonderen Wunſch des Ver= E
ſtorbenen erfolgte die Einäſcherung
in der Stille. (6466
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Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 9
Nummer 118
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können bis zu dieſem Termin bei der
Bürgermeiſterei eingereicht werden,
wo=
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(6502
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unterlagen liegen auf unſerem Amte,
Frankfurterſtr. 69, Zimmer 22, in den
üblichen Dienſtſtunden offen. Die
Ange=
bote ſind bis Samstag, den 8. Mai,
vormittags 10 Uhr, hierher
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reichen. An auswärtige Firmen werden
Angebote nicht abgegeben. (st6512
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Farben . . . . . . . . ..
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werden nachm. 11 Uhr im Gaſthaus
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Reichenberg, Forſtorte: Rüttersgrund 9,
10, 11, 12; Reichenbergerhang 3, 4, 5, 6,
11, 12: Schenkenholz 3, 4, 9, 12;
Mor=
wald 3, 4, 6; Stutz 13; Spätſtraßenberg
2, 6, 7: Koſchbach 2, 8, 9. 10, 13;
Hirſch=
hang 8, 11: Rohrbachetberg 2;
Kirchen=
grund 5, 7: Teufelsfeld 1, 2, 3, 5, 8;
Streitbach 3, Krottenloch O. M. G. 2a;
Dickhecke 3, 4. 5: Roterkandelsberg 1,
öffentlich meiſtbietend verſteigert:
ca. 15 fm Eichen=Stammholz II.— VI. Kl.
24 „ Buchen=
III.—.
43 „ Kiefern=
II.—V.
18 „ Fichten=
III.—vI.
18 „ Lärchen=
III.—vI.
Weißtannen=St.
I.—
Weymouthski.=St. III.—TI. „
Fichten=Derbſtangen
Lärchen=
12 . Fichten=Reisſtangen
750 Stück Bohnenſtangen
„ 13 rm Birken=Röller.
Nähere Auskunft durch Revierförſter
Köhler, Reichenbergerforſthaus und
Förſter Dick=Rotenkandel.
Im Anſchluß an die
Nutzholzverſtei=
gerung kommen noch 40 Loſe Streu aus
Morwald 6 und Teufelsfeld 1 zum
Aus=
gebot.
(6465ds
Erbach, den 27. April 1926.
Gräfl. Forſtamt Erbach.
Am Freitag, den 30. April 1926,
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Pfandlokale Bleichſtraße 40 gepfändete
Gegenſtände aller Art zwangsweiſe
ge=
gen Barzahlung verſteigert werden, ins=
(6521
beſondere:
1 Eisſchrank, 1 Tiſch mit Marmorpl.,
Schreibmaſchinen, 20 Flaſchen Likör,
1 Pelzmantel, 1 Korbgarnitur, 2 große
Warenſchränke, Kaſſenſchränke,
Schreib=
tiſche, Schreibmaſchinen, 1 Ladentheke,
2 Teetiſche, 2 Marmorſchalen mit Fig.,
4 Figuren (Volksſtädt), 6
Marmor=
ſchreibzeuge, 1 Partie Eiſenwaren, 80
Kloſettſchüſſeln und Anderes mehr, ein
Eiswagen, 1 Partie Pinſel, Oel= und
Lackfarben (beſtimmt), 1. Akten=
Roll=
ſchrank, 1 kleine Dezimalwage, 1
Kon=
ſolſchrank, 1 Petroleumofen, 1 Säule
mit Figur, 1 polierter Sekretär, ein
großes Bild, 1 Salon in Mahagoni,
1 Küchenbüfett, 1 Vertiko, 1 Büfett,
1 Kredenz, 6 Stühle, 1 Ausziehtiſch,
1 Sofa, 1. Damenrad, 4 Hobelbänke
ſowie Möbel aller Art, eine Partie
Zigarren.
Darmſtadt, den 29. April 1926.
Bender
Stellvertr. des Gerichtsvollziehers
Jungermann in Darmſtadt.
Verſteigerung
im ſtädt. Leihamt, Kirchſtr. 9
Donnerstag und Freitag, den
6. und 7. Mai ds. Js., von
vormittags /9—1 Uhr
Verſteige=
rung der bis Ende April ds.
Js. verfallenen Pfänder, und
zwar:
Brillanten, Gold= und
Silber=
waren, Taſchenuhren, Anzüge,
Frauenkleider, Wäſche, Stiefel,
Operngläſer, Photoapparate,
Nähmaſchinen, Fahrräder,
Muſikinſtrumente uſw.
Am Mittwoch, den 5. Mai
ds. Js., bleibt das Amt wegen
Vorbereitung zur Verſteigerung
geſchloſſen.
(st6481
Darmſtadt, den 28. April 1926.
Städtiſches Leihamt.
Dument g.Betttleahe
werden auf mod. Formen umfaſſoniert.
Die neuen Strohhut=Muſfer liegen auf.
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Nummer 118
Donnerstag, den 29. Aprül 1926
Seſte 40
Nummer 118
Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 17.
Pom belgiſchen Wiederaufbau
Reich und Ausianu
Von Alfred Richard Meyer.
Belgien, April 1926.
Schon vor Löwen ſieht man in der mehr oder weniger
hügeligen Landſchaft große Ziegeldepots, die ſich im früheren
Frontgebiet noch erheblich verfielfältigen. So ſehr das Land
augenblicklich unter ſeiner Franken=Inflation ſtöhnt, die
Ziegelei=
beſitzer Belgiens ſchmunzeln ſeit zwei Jahren und klappern
„Sonntags im ſchnicken Ford=Auto die ach, wie ſo ſchön
dichtbei=
reinander gelegenen Stätten des Wiederaufbaues und des Baues
überhaupt ab, um der zahlreichen Konkurrenz mit dem Angebot
*Zuvorzukommen und einem „Personel attaché à la
reconstruc-
tion” oder einem „Membre de 1a Coopérative des dommages
De guerre” ein fneundliches Briefchen zu ſchreiben. Der ſeit dem
„Kriege zugenommenen Autoluſt des Belgiers entſpricht durchaus
Ddie Bauluſt. Vielleicht iſt es mit der allſeits erſehnten Stabili=
Hierung des Franken plötzlich damit vorüber.
I. Dixmude.
Von Oſtende iſt eine Fahrt von anderthalb Stunden über
Deke, Keyem, Beerſt mit einer der vielen neugebauten Chemins
Se fer vicinaux, die mit unheimlich lautem Pfiff faſt durch jedes
Dorf ſauſen und aus ganz Flandern den gemütlichſten
Vorort=
werkehr machen. Seit faſt drei Jahren iſt dieſes vollſtändig
ver=
michtete Dixmude, ſo ziemlich am öſtlichſten und genau in der
Mitte des ehemaligen Yſer=Ueberſchwemmungsgebietes gelegen,
wieder aufgebaut — im ſogenannten hiſtoriſchen Stil, ähnlich
werkitſcht wie das neue Ypern, aber nicht ganz ſo ſchlimm. Stolz
krägt ein Haus hinter der Place dieſe Inſchrift: „Eerste woning
herbouwd na de vernieling 1919. De Bouwmeester Hik. Le=
Boudre‟
Seltſam neu und unheimlich mutet dieſes neue Städtchen
an, das eimnal 4000 Eimwohner zählte und wegen ſeiner beſon=
Hers guten Butter berühmt war. Wie denn überhaupt auch im
rieuen Dixmude anſcheinend auf beſte Verpflegung Wert gelegt
wird. Im Caſino=Hotel reſervierte man mir für 1,50 Mk. (eine
laſche Eau de Spa einbegriffen): Tomatenſuppe, ein
rieſen=
großes Stück Ochſenlende, dem ein noch größeres Schweinekotelett
rolgte, und ſchließlich ein Tortenſtück. Ein franzöſiſcher
Gour=
muand mag vielleicht mit dieſer Menü=Zuſammenſtellung nicht
ganz einverſtanden ſein, ſatt wird aber auch er gewiß davon
werden. Gemütlich jedoch iſt es weder in dieſem Hotel, noch in
der ganzen Stadt. Dieſe neuen Häuſer, ſo pittoresk ſie ſich
an=
inander buſcheln mögen, wirten ſo kalt, ſo nüchtern, ſo
unwohn=
ich. Es iſt eben noch alles viel zu neu hier und entbehrt noch
der Alterspatina. Darüber kann auch nicht die Feſtſtellung
hin=
wegtäuſchen, daß in einem Schaufenſter verlockend neben einer
Mundharmonika ein Liebesbriefſteller liegt. Ich fürchte, er wird
obald hier keine Käufer finden. Selbſt das neue Gefängnis,
das ganz maſſiv gebaut iſt, macht einen durchaus unwohnlichen
Eindruck. Die neue Kirche, die an die Stelle von Sant=Nicolas
geſetzt wurde, wirkt peinlich nüchtern. Das Hotel de ville iſt
niodern ausgebaut und entbehrt nicht ganz des Impoſanten. Der
Bahnhof, ärmlich, iſt ein proviſoriſches Gebäude. Er vermittelt
ie Verbindung nach Ypern und nach Nieuport, zwei ſtille
Strecken. Die Béguinage aus dem 14. Jahrhundert iſt
vollſtän=
dig vernichtet. Die Poeſie dieſes kleinen Städtchens gehört der
Vergangenheit an und führt nur noch auf alten Poſtkarten ein
Scheinleben. Trotz des Frühlingsſonnenſcheins fröſtelt der
Be=
hauer und erſchrickt gar, wenn er die paar hundert Schritte
ußerhalb der Grande digue und des Quais mecht: hier iſt noch
daſt alles vom leidenſchaftlichen Frontkampf zurückgeblieben, nur
wenig mitleidig gemildert von der Natur. Ueberall erheben ſich
wie große Totenköpfe die Betonklötze der Unterſtände und
Ar=
üllerieſtellungen aus Wieſe und Feld, liegt Drah verhau
ver=
noſtet herum, auch wohl am Bahndarmm noch der Blindgänger
finer Granate. Schutthaufen deuten an, daß hier eine Mauer,
ort ein Haus geſtanden hat. Es iſt noch heute wie damals das
Land des Nicmandeslandes und wird es vermutlich noch lange
leiben.
II. Caeskerke, Peroyſe, Ramscapelle.
Das iſt die furchtbarſte Bahnfahrt, die ich je erlebte: die
Strecke von Dixmude nach Nieuport. Das geht immer am Rande
dier früheren belgiſchen Stellung entlang. Rechts das
Ueber=
hwvemmungsgebiet der Yſer und dahinter die deutſchen
Stel=
laingen, von Eſſen über Beerſt, Tervgete, Schoore,
Mannekens=
ere, die Farm Koude Schuur bis Lombartzyde, ſo ziemlich
wie=
er in Felder eingeebnet und vom Sumpfe befreit. Links gleich
inter dem beſcheidenen Aufbau von Caeskerke der berüchtigte
Tbovau de la mort” engliſch „death’s bowel” der Zentralpunkt
unſerer Artillerie. Ein weiterer Buckel, der zwiſchen Tervaete
nd Schoorbakke: eine Totenhyperbel unſerer Verteidigung. Was
Sill es beſagen, daß die Dörfer Pervyſe und Ramscapelle mit
cin paar Dutzend Häuſern Wiederaufbqu vorgaukeln! Am
gan=
gen Bahndam entlang hocken noch die geſprengten Ueberreſte
der belgiſchen Stellung. Es muß ſchon allein eine harte Arbeit
weweſen ſein, dieſen einen kleinen Bahndamm auf dem Nichts
wiederzuſchaffen. .
III. Nieuport.
Wenn der Zug in Nieuport in dem primitiven Bahnhof hält,
Flaubt man; überhaupt noch nicht „da” zu ſein. Und in dieſer
Einbildung bleibt man, wenn man durch die grauen Gevierte
roviſoriſcher Holzhäuſer und kümmerlicher Laubenkolonien=
Gär=
ren bis zur Langeſtraat geht, zu den erſten, recht nüchtern
auf=
gebauten Steinhäuſern, die ſich rechts und links als ſogenannte
Lokſtraat, Hoogſtraat, Valkeſtraat nur wenige Meter lang
ab=
bveigen, um dahinter ſchon wieder troſtloſe Gegend zu ſein.
An=
ders aber wird der Eindruck, wenn man ſchließlich rechts in die
Martſtraat abbiegt und bis zur „Grand” Place” kommt, die
eigentlich ſehr klein iſt und immer war. Da ſteht man vor den
ganz heil gebliebenen Tuchhallen aus dem 14. Jahrhundert,
nieint man, und muß ſich erſt durch eine alte Anſichtspoſtkarte
aus dem Jahre 1919 belehren laſſen, daß auch dieſer Bau bis auf
die Außenmauen des erſten Stockwerks völlſtändig zerſtört war.
n dem heutigen Wiederaufbau kann man kaum unterſcheiden,
Das alt und was neu iſt. Der Turm einzig hat etvas von
ſei=
mer früheren Plumpheit verloren und hat ſich oben auf der
Platt=
form von vier kleinen eleganten Türmchen flankieren laſſen
müſſen. In dem hochabfallenden Dach des Gebäudes fehlen dazu
die zwei Reihen von je drei hervorſpringenden Giebelfenſterchen.
Dort, wo ſich früher zwiſchen Halle und der Notre=Dame=Kirche
häer kleine einſtöckige Eſtaminets eng aneinanderpreßten, hat man
las neue Hotel de ville hingeſetzt, ein ſtilechter Neubau, der der
Blace entſchieden eine größere Geſchloſſenheit gibt. Was hier
möglich war, hätte auch dem viel zu ſchnell und zu modern
groß=
artig emporgeſchoſſenen Ypern den Charakter wiedergeben
kön=
nen. Was aber auch hier in Neuport noch vollſtändig fehlt, ſind
* Frankfurter Chronik.
WSN. Die Brandſtiftungsaffäre in der Fahrgaſſe
(Zweiter Tag.) Am zweiten Tage des Prozeſſes Eller wurden die
Zeugenvernehmungen fortgeſetzt. Sie ergaben im weſentlichen nicht viel
Neues. Eine Anzahl Zeugen beſtätigte, daß ſie am Brandabend längere
Zeit hindurch, zum Teil bis 10 Uhr abends, in den Arbeitsräumen
der Firma Adler geſehen habe. Mehrere Angeſtellte der Firma beſtätigen,
daß ein ſtrenges Rauchverbot beſtand, daß aber mitunter im Kloſet
ge=
raucht, und daß auch einmal ein Zigarrenſtummel in den Arbeitsräumen
gefunden wurde. Ein Polizeikommiſſar gab zu, daß die Angeklagte bis
jetzt kein Geſtändnis abgelegt habe. Der Verteidiger Dr. Rhode
be=
antragte im Verlaufe der Verhandlung die Vorlegung der bei der
Staatsanwaltſchaft befindlichen Akten wegen Verſicherungsbetrugs der
Firma Adler. Als der Staatsanwalt erklärte, daß ihm nichts davon
be=
kannt ſei, erwiderte der Verteidiger, daß er in Erfahrung gebracht habe,
daß doch ſolche Akten vorhanden ſeien. Sodann wurden verſchiedene bei
den Löſcharbeiten tätig geweſene Feuerwehrleute vernommen.
Brand=
direktor Schänker ſprach ſich eingehend über ſeine Beobachtungen aus und
ſtellte feſt, daß er noch einen zweiten Brandherd, und zwar auf einem
Schreibtiſch im Packraum gefunden habe. Die Verhandlung wird am
Mittwoch fortgeſetzt. — FallDresde. Der „F. P.” zufolge entſpricht
die Behauptung des kürzlich wegen Unterſchlagung von 70 000 Mark
Mündelgeldern zu mehrjähriger Zuchthausſtrafe verurteilten
Stadt=
ſekretärs Dresde, daß er den größten Tei lder veruntreuten Gelder im
Spiele verloren habe, nicht den Tatſachen. Dieſe Behauptung werde in
Spielerkreiſen, die mit ihm allabendlich ſpielten, energiſch beſtritten. Im
Gegenteil habe Dresde bedeutende Gewinne eingeheimſt, ſodaß ſich oft
einzelne Spieler geweigert hätten, mit ihm an einem Tiſch zu ſitzen.
Man ſei der Anſicht, daß Dresde einen Teil ſeiner Gewinne und die aus
den Unterſchlagungen ſtammenden Gelder in Sicherheit gebracht habe,
um nach Verbüßung der Strafe ſofort über größere Barmittel verfügen
zu können. — Aus dem Frankfurter Polizeibericht. In
letzter Zeit ſind auf dem Lagerplatz von Schaffner u. Albert in der
Eckenheimerlandſtraße 201 wiederholt Diebſtähle ausgeführt worden.
U. a. haben die Täter ungefäähr 200 Meter Dachkandel geſtohlen. Vor
Ankauf wird gewarnt. — Montag gegen 4 Uhr vormittags ſtürzte ſich
im Städtiſchen Krankenhaus eine ältere Frau von einer Veranda im
zweiten Stock in den Hof und war ſofort tot. Der Grund war ein
un=
heilbares Leiden. — Montag vormittag ſtürzte ſich im Weſthafen in
ſelbſtmörderiſcher Abſicht eine 30jährige weibliche Perſon in den Main.
Von einem dort beſchäftigten Kranenführer wurde ſie gerettet und durch
die Rettungswache nach einer Heilanſtalt verbracht. — Montag
nach=
mittag verſuchte in einem Hauſe am Kleinen Kornmarkt ein Mädchen
ſich mit Leuchtgas zu vergiften. In bewußtloſem Zuſtande wurde es
nach einem Krankenhaus verbracht. Lebensgefahr beſteht nicht. —
Ober=
halb der Obermainbrücke wurde Montag eine unbekannte männliche
Leiche aus dem Main geländet. Der Tote dürfte etwa 30—40 Jahre alt
ſein. Er hat ungefähr 10 Tage im Waſſer gelegen.
Der Tod auf den Schienen.
Hanau. Am 27. April gegen Mitternacht wurde auf dem
Bahn=
körper zwiſchen Wilhelmsbad und Hanau=Weſt die Leiche eines
Dienſt=
mannes aus Hanau von einem Bahnwärter aufgefunden. Vermutlich
liegt Selbſtmord vor.
Die Mexikaner beſuchen Süddeutſchland.
fm. Heidelberg. Die Mexikaniſche Studienkommiſſion, die ſich
bekanntlich auf einer Studienreiſe durch Europa befindet, traf Dienstag
vormittag von Köln und Frankfurt a. M. kommend hier ein. Sie wird
einen Tag hier verweilen. Für Mittwoch abend iſt eine Begüßung
vor=
geſehen. Donnerstag vormittag erfolgt die Weiterfahrt nach Nürnberg,
München und Wien.
Liebesdrama?
Heilbronn. In Gaildorf im Jagſtkreis wurden Montag die
Leichen eines 19jährigen jungen Mannes aus Weſtheim und einer
16jährigen Wirtstochter erſchoſſen aufgefunden. Der junge Mann
hatte noch den Revolver in der Hand. Offenbar liegt Mord und
Selbſt=
mord vor. Die Beweggründe ſind noch unbekannt, dürften aber in
Liebeskummer zu ſuchen ſein.
Todesſturz einer Reiterin.
Landau. Dienstag vormittag iſt eine bekannte Reiterin, die
Frau des hieſigen Trainers und Rennſtallbeſitzers Birkhahn=Beſt, als
ſie in Begleitung mehrerer Damen von einem Spazierritt zurückkehrte,
tödlich verunglückt. Am Weſtbahnhof ſcheute plötzlich ihr Pferd und
rannte die Kirchſtraße hinunter. Die Reiterin ſtürzte ſchließlich kopfüber
auf das Pflaſter und trug einen ſchweren Schädelbruch davon. In
hoff=
nungsloſem Zuſtande wurde ſie in das Krankenhaus eingeliefert, wo
ſie am Nachmittag nach einer vorgenommenen Operation verſtarb.
überall die ſchönen alten Bäume, die all dieſen flandriſchen
Städtchen früher den eigentlichen Zauber verliehen. Das alles
kann erſt nach Jahrzehnten wieder werden. Natur muß
allmäh=
lich aus ſich ſelbſt wieder erſtehen. Ein Gang auf dem Boulevard
exterieux zum Templer=Turm empfiehlt ſich heute noch nicht.
Allzunah an dem Gemäuer hocken noch die Schreckniſſe
jahre=
langer Zerſtörung.
Nieuport als Kriegsbegriff für uns — das waren ſeine
Schleuſen, vom Kanal von Furnes, vom Kanal d’évacuation,
vom Yſer=Kanal, von der Crique de Nieuwendamme, vom
Plasſchendgele=Kanal bis nach Brügge, vom Kanal d’Svacuation
Vladsloo—Ambreacht. Am 16. Okt. 1914 begann hier die Yſer=
Schlacht: die Oeffnung und Sprengung der Schleuſen durch die
Engländer ſchuf dann ein Ueberſchwemmungsgebiet von 12,5
Meilen Länge, von 6,25 Meilen Tiefe; vom 1. November 1915
bis 28. Septenober 1918 ſtand ſich hier Verteidigung gegen
Ver=
teidigung, Angriff gegen Angriff gegenüber. Vor meiner
Ab=
reiſe hatte ich mir noch einmal eine Fliegeraufnahme der
Schleu=
ſen vom Sommer 1915 angeſehen; das wildeſte Trichterfeld größter
und kleinerer Kaliber, eine troſtloſe Wüſte. Der erſte
Koſten=
anſchlag des Ingenieurs Humblet für die Wiederherſtellung der
Schleuſen lautete: fünf Jahre Arbeit für 1500 Mann gleich
20 Millionen Goldfranken. Man hat es billiger und etwas
ſchnel=
ler machen können. Die Schleuſen ſtehen heute vollſtändig
in=
takt wieder da; und hinter ihnen das weite Ackerland iſt der
frü=
heren Fruchtbarkeit wiedergewonnen — ein gewaltiges,
achtung=
einflößendes Werk. Nur links der Straße nach Lombartzyde zu
hat man als Kriegs=Muſeum „Grand ſedan” erhalten, die
„Oorlogszickt” die „groote Verſterking” den ſogenannten
Caout=
chouc=Unterſtand, die Betonſäcke des alten Grabens, in deſſen
Wänden noch kleine Blindgänger ſtecken, die ſchmale „Paſſerelle‟
zur Stadt zurück, das verroſtete Drahtverhau. Es muß kein
gemütlicher Aufenthalt hier geweſen ſein, und dennoch — er hielt
uns auf, vier lange, furchtbare Jahre im Schlamm und im
Granatenfeuer.
Der Weg nach Lombartzyde liegt offen vor mir. Die Tram
vicinal von La Panne—Coxyde—Furnes pfeift heran auf
Weſt=
ende zu. Meine Hand liegt auf einem Granitblock, der
ſogenann=
ten „borne au casdue belge” und ich leſe in drei Sprachen die
Inſchrift: „Hier wurde der Eindringling zum Stehen gebracht.”
Es iſt eine Stiftung der Banque Nationale de Belgique, die jetzt
eine ganz andere Sorge haben muß: den belgiſchen Franken zum
Stehen zu bringen und den Eindringling der Inflation aus dem
Lande zu jagen. . Wo wird einſt dieſes Denhmal errichtet
werden. .
Der Oppauer Betrugsverſuch vor dem Frankenthaler Amtsgericht.
Frankenthal. Vor dem Frankenihaler Amtsgericht hatte ſich
am Dienstag der 32 Jahre alte Transportarbeiter Joſef Schmidt aus
Oggersheim wegen Betrugs zu verantworten. Der Angeklagte hatte,
wie noch in friſcher Erinnerung ſein dürfte, am Oſterſamstag, den
3. April d. J., in Oppau dem Dr. Franz Süß, dem Sohn des zur Zeit
in Frankenthal in Unterſuchungshaft befindlichen Bürgermeiſters Süß,
vorgeſchwindelt, er ſei Gefängnisbeamter in Frankenthal und könne
ge=
meinſchaftlich mit einem weiteren Gerichtsbeamten auf Grund eines
ver=
ſehentlich auf den Namen Süß ausgeſtellten Haftentlaſſungsbefehls die
Befreiung des Bürgermeiſters Süß von Oppau bewirken. Er benötige
dazu aber eine Summe von 300 Mark für den Gerichtsbeamten. Der
Angeklagte beſtellte auch Süß an den beſtimmten Platz in Frankenthal,
wo er die 300 Mark in Empfang nehmen wollte, ſie jedoch nicht erhielt,
da Süß ſchon vorher den Schwindel gemerkt hatte. Als dem Täter von
dem Süß auf den Kopf zugeſagt wurde, daß alles plumper Schwindel
ſei und die Sache zur Anzeige gelange, machte der Angeklagte auf
wiederholtes Drängen Süß die überraſchende Mitteilung, daß er von
dem Fabrikanten Willerſinn=Oppau, der bekanntlich dem Bürgermeiſter
Süß feindlich gegenüberſteht, zu der Tat angeſtiftet worden ſei. Damit
hat die ganze Geſchichte einen etwas ſenſationellen Anſtrich erhalten.
Willerſinn ſeinerſeits erklärte demgegenüber, daß er den Mann, den er
gar nicht kenne, zu der Tat nicht angeſtiftet habe. In der Verhandlung
wurde dann auch einwandfrei feſtgeſtellt, daß Willerſinn tatſächlich dem
Mann keinen ſolchen Auftrag erteilt hatte. Willerſinn hat erſt ſpäter
bei der Vernehmung bei der Staatsanwaltſchaft zum erſten Male von
dem Angeklagten gehört. Auch der Angeklagte ſelbſt, der übrigens die
Tat eingeſtand, erklärte ,daß die Idee von ihm ſelbſt ausgegangen ſei.
Er habe ſich zufällig an den Namen Willerſinn aus der Zeitung erinnert
und dieſen dann bei der Aufdeckung der Geſchichte genannt. Aus
wel=
chen Motiven heraus der Angeklagte den plumpen Schwindel
unter=
nahm, konnte auch heute nicht beſtimmt feſtgeſtellt werden. Auf die
Vernehmung mehrerer Zeugen wurde verzichtet. Der Staatsanwalt
be=
antragte eine Gefängnisſtrafe von 3 Monaten. Das Urteil lautete
wegen Vergehens eines Betrugsverſuchs auf eine Gefängnisſtrafe von
6 Wochen. Mit Rückſicht darauf, daß der Angeklagte ſchon einmal wegen
Betrugs vorbeſtraft iſt und den gänzlich unbeteiligten Willerſinn in der
Offentlichkeit bloßſtellte, mußte eine Strafe in der obigen Höhe eintreten.
Der Angeklagte, der eine kranke Frau und zwei kleine Kinder beſitzt,
nahm die Strafe an.
Der Adler und die Krähen.
Augsburg. Bei Bludenz (Voralberg) hatte der Jagdaufſeher
Walſer ein nicht alltägliches Erlebnis. Am ſogenannten Gaſünderberg
vernahm er um 6 Uhr früh ein heftiges Krähengeſchrei, und bald
be=
merkte er eine aufgeregte Schar von etwa 20 Krähen, die oberhalb eines
Felskopfes kreiſten und in ihrer Mitte einen großen Vogel hatten, auf
den ſie fortwährend herabſtießen. Der Jäger erkannte bald, daß es ſich
um einen Steinadler handeln müſſe, der da im Kampf gegen eine große
Uebermacht war. Der Adler hatte Arbeit, ſich ſeiner Feinde zu
er=
wehren, und das Schauſpiel in den Lüften wurde dadurch umſo
intereſ=
ſauter. Walſer trachtete nun, möglichſt nahe an den kreiſchenden
Schwarm heranzukommen, der aber plötzlich hinter einer Terrainwelle
verſchwand. Als der Jäger wieder Sicht hatte, beobachtete er gerade
noch, wie der Adler zu Boden kam, und, ſich mehrmals überſchlagend
und von den Krähen weiter verfolgt, über eine Felsböſchung
hinab=
kollerte. Als der Jäger näher kam, hatte der Adler in ſeinen Fängen
eine Krähe, die ſich verzweifelt wehrte und ſchließlich auch noch loskam.
Der Steinadler war nämlich am Verenden und blieb auch alsdann tot
am Platze. Später konnte ſich der Jäger überzeugen, daß der Adler an
Kopf, Hals und Bruſt über und über mit tiefen Wunden bedeckt war
die ihm von den Krähen beigebracht worden waren. Am Kopf und
Hals war der Adler faſt nackt und ohne Federn. Bei näherer
Unter=
ſuchung zeigte ſich, daß der Steinadler furchtbar mager war und einen
vollkommen leeren Kropf hatte, woraus der Jäger ſchließen konnte, daß
es ſich nur um ein krankes Tier handeln könne, das infolge allgemeiner
Entkräftung dem Kampfe gegen die Krähen nicht mehr gewachſen war
und ſo gegen die Uebermacht unterlag. Das Tier zeigte eine
Flügel=
ſpannweite von 208 Zentimetern.
Großfeuer.
Biedenkopf. Im Wirtſchaftsgebäude des Landwirts Aßmann
in Günterod (Kreis Biedenkopf) brach Dienstag ein Feuer aus, das
ſofort auf das Wohnhaus und auf ein weiteres Wirtſchaftsgebäude
über=
griff. Alle drei Gebäude brannten vollſtändig nieder. Das Vieh konnte
mit Ausnahme einiger Hühner, die in den Flammen umkamen, gerettet
werden. Es wird Brandſtiftung vermutet.
Hoch klingt das Lied vom braven Mann.
DD. Düſſeldorf. Der 25 Jahre alte Matroſe Walter Heiße
aus Bremen beobachtete Dienstag von ſeinem Dampfer aus, wie eine
Frau auf dem Berger Ufer ihre etwa elfjährige Tochter in den Rhein
zu ſtoßen verſuchte. Der Matroſe eilte ans Ufer, konnte aber die Tat
nicht mehr verhindern. Die Frau ſprang ſofort dem Kinde nach.
Schnell entſchloſſen ſprang auch der Matroſe ins Waſſer und es gelang
ihm unter Einſatz des eigenen Lebens, erſt die Mutter und ſchließlich
auch das Kind zu retten.
Die Urſachen der beiden Grubenunglücke im Januar und März=
Dortmund. Das Oberbergamt in Dortmund teilt mit: Die
Unterſuchung über die Urſachen der Exploſion auf der Schachtanlage
Graf Bismarck II/IV am 30. Januar und des Seilfahrtunfalles auf der
Schachtanlage Oberhauſen I/II am 25. März d. J. führte zu dem
Er=
gebnis, daß die Exploſion, bei der drei Bergleute ſchwer und ſechs leicht
verletzt worden ſind, eine reine Schlagwetterexploſion geweſen iſt, die
dadurch verurſacht wurde, daß einer der dort arbeitenden Leute
ver=
ſucht hat, ſeine erloſchene Benzinlampe in dem Schlagwettergemiſch
wieder zu entzünden, und daß der Seilfahrtunfall, bei dem 13
Berg=
leute getötet, 9 ſchwer und 31 leicht verletzt worden ſind, durch ein
Uebertreiben der Förderkörbe veranlaßt wurde.
Der Abſchluß der Berliner Hygiene=Ausſtellung.
Berlin. Die innerhalb der Reichsgeſundheitswoche veranſtaltete
allgemeine deutſche Hygienemeſſe und Ausſtellung Berlin 1926 hat
Montag ihre Pforten geſchloſſen. Sie hat einſchließlich der beiden
Volkstage am Montag und Dienstag einen Geſamtbeſuch von 115 000
Perſonen zu verzeichnen. In der Hygienemeſſe ſind Verkäufe nach dem
In= und Ausland in befriedigender Zahl getätigt worden. Der Erfolg
ſcheint eine Wiederholung der Meſſe für das nächſte und für die
folgen=
den Jahre bereits geſichert zu haben.
Ein japaniſcher Dampfer geſtrandet.
Berlin. Die Abendblätter melden aus Tokio: Nach einer
Mel=
dung aus Hakodate iſt der 1540 Tonnen=Dampfer „Chichihumaru”
Dienstag während eines Sturmes bei Horomuſhiro in den Kourilen=
Inſeln geſtrandet. 230 Perſonen werden vermißt.
Schweres Bootsunglück auf der Oſtſee.
DD. Köslin. Montag vormittag ſchlug ein mit vier Perſonen
be=
ſetztes Fiſcherboot um, das trotz des ſchweren Sturmes zum Hereinholen
der Netze auf das Meer hinausgefahren war. Drei der Inſaſſen konnten
an Land gebracht werden, der Vierte, Hotelbeſitzer Ruth, wurde
fort=
geriſſen und ertrank. Die Wiederbelebungsverſuche hatten nur bei
zwei der Bootsinſaſſen Erfolg, während ſie bei dem Sohne des
er=
trunkenen Hotelbeſitzers, Fritz Ruth, erfolglos blieben.
Nach ſechs Jahren geſühnter Mord.
Stettin. Das Schwurgericht zu Stargard verurteilte den
Dach=
decker Franz Jahns aus Stargard und den Arbeiter Friedrich Wolter
aus Pyritz zu je 15 Jahren Zuchthaus, ſowie den Milchhändler
Hack=
barth aus Stettin zu 3 Jahren Zuchthaus. Die drei Verurteilten
ge=
hörten zu einer fünfköpfigen Bande, die am 4. Oktober 1919 den
Bauern=
hofbeſitzer Gehrke in Cunow bei einem Einbruchsverſuch tödlich verletzten.
ſindcllanoli-Kigaretten
9
SekehfkreeublfUrrSltetrrrere
Seite 1D.
Donnerstag, den 29. Aprit 1926
Nummer 118
Polniſche Skandalchronik.
EP. Warſchau. In der Unterſuchung gegen den Mörder des
ehemaligen Finanzminiſters Linde wurden bisher 20 Zeugen
vernom=
men. Der Mörder, Trzmielewski, verwickelte ſich in Widerſprüche. Die
Pplizei glaubt nach den bisherigen Ergebniſſen der Unterſuchung zur
Annahme berechtigt zu ſein, daß der Mörder, ein Sergeant der Armee,
von dritten Perſonen gedungen wurde, welche ein Intereſſe an der
Be=
ſeitigung Lindes hatten. Bei der Anſtiftung zum Mord ſoll eine
ent=
laſſene Beamtin namens Orszakowna eine dunkle Rolle geſpielt haben.
Die „Gazeta Warszawska” ſpricht von einer Verſchwörung ähnlicher
Art, wie ſie im Vorjahre der Ermordung der beiden zur Auslieferung
nach Rußland beſtimmten bolſchewiſtiſchen Offiziere, Baginski und
Wierszorkiewicz, durch den monarchiſtiſchen Unteroffizier Muraszko
zu=
grunde lag. Die Blätter erinnern an die letzten Worte Lindes vor dem
Schwurgericht. „Wären dem hohen Tribunal die damaligen
Verhält=
niſſe bekannt, welche hinter den Kuliſſen herrſchten, ſo würde es ſicher
von der ganzen Angelegenheit ein anderes Bild gewinnen.
Miniſter=
präſident Grabski war zwar eine ehrbare Perſönlichkeit, aber über die
anderen muß ich mir es verſagen zu ſprechen. Was ſoll man auch
bar=
über ſprechen, da wir alle doch in einer ganz anderen Welt leben.”
Linde hat in den letzten Tagen ſeiner Ermordung gegenüber ſeiner
Fa=
milie geäußert, daß er auch nach ſeiner Verurteilung, der er mit Ruhe
entgegenfah, ſeine Memoiren veröffentlichen wollte, die dem Volke die
Augen über die wahren Zuſtände in der polniſchen Verwaltung
ge=
öffnet hätten.
Dem Militärdiſziplinargericht wurden zwei Fälle der hohen
pol=
niſchen Generabität unterbreitet, in welchen zwei Generäle notoriſch
in=
duſtrielle und kaufmänniſche Nebengeſchäfte betrieben, die ſich mit der
Würde eines Generals nicht vereien ließen. Das Gericht hat ſein
Urteil gefällt. General Rozwatowski muß aus dem Heere entlaſſen
werden und General Joſef Haller wird auf diſziplinariſchem Wege
beſtraft.
Aus Lemberg wird gemeldet: Das Kriegsgericht in Zloczow
ver=
urteilte in einem Korruptionsprozeß gegen polniſche Offiziere, welche
in der Intendanz große Unterſchlagungen begingen, einen Major und
zwei Subalternoffiziere zu je einem Jahr ſchweren Kerker und
Aus=
ſtoßung aus dem Verband der Armee.
Sturmverheerungen in Italien.
Rom. Die letzten Stürme in Italien haben noch größeren Schaden
angerichtet als anfänglich bekannt geworden war. Bei San Martino
die Caſtrozza wurden vom Sturm ungefähr 50 000 Quadratmeter Wald
niedergeworfen und eine Straße auf 5 Kilometer unterbrochen. Der
Schaden in Trento wird auf ungefähr fünf Millionen Lire geſchätzt.
Bei Viareggio hat ſich ein in den Nothafen geflüchteter Küſtendampfer
losgeriſſen und wurde zertrümmert. In der Umgebung von Rom
litten am meiſten die Küſtenorte. Die Bäderanlagen von Nettuno und
Anzio wurden vielfach vernichtet. In der Provinz Cunco ſind ſtarke
Schneefälle eingetreten. Bei Novara hat der Sturm einige
Eiſenbahn=
wagen abgedeckt.
Der Religionskampf in Indien.
Lonbon. Nach einer Meldung aus Kalkutta an den „Exchange
Telegraph” blieb am Sonntag die Ruhe ziemlich ungeſtört, da
die Behörden in den Straßen Panzerautos patronillieren ließen, die
An=
ſammlungen zerſtreuten. Außerdem kreuzten über der Stadt beſtändig
Flugzeuge. Es kam nur zu einigen Meſſerſtechereien. Die Läden bleiben
weiterhin geſchloſſen. Ein großer Teil der Bewohner hat die Stadt
ver=
laſſen; die Lebensmittel beginnen knapp zu werden. In den letzten drei
Tagen zählte man 30 Tote und etwa 200 Verletzte.
Bergung geſunkener Gold= und Silberſchätze.
DD. London. Am elften Mai werden die Arbeiten zur Bergung
der vor vier Jahren mit dem engliſchen Dampfer „Egyptian” geſunkenen
Gold= und Silberladung beginnen. Für die Bergungsarbeiten ſind fünf
deutſche Taucher verpflichtet worden. Der Dampfer führte für 839000
Pfund Geld und für 21000 Pfund Silber an Bord.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 29. April. 4.30: Hausorch. Franz Lehar (geb.
30. April 1870). Süße Lieblingsmelodie. — „Ballſikenen=Walzer”
a. „Die luſtige Witwe‟
Potp. a. „Graf von Luxemburg‟ —
Walzer a. „Zigeunerliebe‟. — Ich hab ein blaues Himmelbett‟ —
Potp. a. „Eva‟.
„Ich bin zum letzten Mal verliebt” a. „Die
blaue Mazur”, Mitw.: R. Näſtelberger=Wien, Tenor. O 5.40: Aus
den „Briefen aus der franzöſiſchen Revolution” von Retif de la
Bretonne. O 6: Uebertr. von Caſſel: Caſſeler Stadtgeſundheitsamt
anl. der Reichsgeſundheitswoche. O 6.15: Uebertragung von Caſſel.
O 6.45: Märchenabend für Erwachſene. Anſprache: „Jugendarbeit
im Jugendheim”. — Herm. Heſſe: „Der ſchwere Weg”. — Brüder
Grimm: „Jorinde und Joringel” Volksmärchen. — Brüder Grimm:
„Die kluge Elſe” Volksmärchen” O 7.15: Stenographie. O 8.15:
Eröffnung des Mannheimer Beſprechungsraumes: Orcheſterkonzert.
(„Mannheimer Schule‟). Richter: Streichquartett in C=dur (choriſch
beſetzt) op. 5 Nr. 1. — Holzbauer: A. d. Op. „Günther von
Schwarzburg”; Ouvertüre; Arie der Pfalzgräfin: „Ihr
Roſenſtun=
den” — Stamitz: Sinfonie in Es=dur op. 13 Nr. 1. Ausf.: Mityl.
des Frankf. Opernhausorch. Mitw.: Frl. Eliſabeth Friedrich, Sopran.
O 9.15: Heiterer bayriſcher Abend. Unterhaltung eines alten
bayri=
ſchen Bauernpaares vor dem Schlafengehen über die neue Zeit
(verbunden mit alten Weiſen). — Ludwig Thoma: „Im Kino‟
Gedichte von Stieler und Ludwig Thoma. — Lieder und Stanzeln
zur Laute. Ausf.: Frau Lieſel Simon, Rezitat.; Herm. Kner,
Rezitat, und Geſang zur Laute. Anſchl. bis 12: Uebertragung von
Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Donnerstag, 29. April. 4.15: Rundfunkorch. Doſtal:
Flieger=
marſch. — Waldteufel: Goldregen, Walzer. — Herold: Ouv.
Zam=
pa‟. — Bach=Gounod: Ave Maria. — Gounod: Fant. „
Marga=
rethe‟ — Grünfeld: Romanze. — Eilenberg: Berſaglieri=Marſch.
O. 6.15: Kunſtbeſprechung: Landenberger=Ausſtellung bei Schaller
(Ref.: Paul Enderling). O 6.30: Dramaturg. Funkſtunde:
Schau=
ſpiel. O 6.45: Vortrag: Der Heuſchnupfen und ſeine Behandlung.
O 7.15: Schach. O 8: Frühlingsfahrt durch deutſche Gaue, von
Carl Struve: „Hier hab’ ich ſo manches liebe Mal mit meiner
Laute geſeſſen” (Georg Ott, Carl Struve, Hans Werder und
andere). Anſchl.: Ruſſiſche Muſik und Dichtung. Mitw.: Elſe
Dom=
berger (Pforzheim); Deutſch=Ruſſiſcher Chor, Artur Haagen, Flügel,
Rundfunkorch. Das Programm bringt u. a. Kompoſitionen von
Tſchaikowsky, Rubinſtein, Muſſorgsky, Volkslieder, Kirchengeſänge etc.
Berlin.
Donuerstag, 29. April. 3.45: Dr. Wegner: Ueber Erdbeben”.
O 4.30: Funkkapelle. Blon: Hand in Hand. — Auber: Ouv. Die
Stumme von Portici”. — Paepke: Wagneriana, Fant. — Joh.
Strauß: Groß=Wien. — Gounod: Entr’act aus „Die Taube‟. —
Translateur: Was ich längſt erträumte. — Schlippe: Ein Streifzug
durch Deutſchlands Gaue. — Petyrek: Arizona, Foxtrot. O 6.35:
Prof. Ing. J. Brix: Die Landſtraße und ihre Technik”. O 7:
Oekonomierat Lembke: Ländliche Siedlungen. O 7.25: G. Hochſtetter:
Wenns Mailüfterl weht. O 8:-„Die Kataſtrophe” von Gramatzki,
O 8.30: Kammermuſik von Haydn bis Schönberg. 15. Ab. Mahlke=
Trio: Rud. Schmidt, Flügel; Hans Mahlke, Violine; Ad. Steine,
Cello. Schumann: Klaviertrio D=moll op. 63. — Frühling und
Auf=
erſtehung (Elſe Legband, Rez.). — Mendelsſohn: Klaviertrio D=moll
op. 43. O 10.30: Tanz=Muſik (Kapelle Kermbach),
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 29. April. 3: Prof. Dr.
Amſek und Oberſchullehrer Weſtermann: Einheitskurzſchrift. O 3.30:
Stadtrat Dr. Mutheſius: Schutzaufſicht für gefährdete Kinder.
O 4: Oberſchulrat Hilker: Formen der Gymnaſtik. Menſendieck,
Bode, Loheland, Gindler, Hermann, Laban. O 5: Fr. Dr. Drewitz:
Garderobe der einfachen Frau.
Briefkaſſen.
E. in G. Der Schuldner hat das Geld zu einem beſtimmten Zweck
darlehensweiſe erhalten. Deshalb dürfte auf Ihrer Seite keine
Ver=
ntögensanlage vorliegen. Der Schuldner erſcheint hier nach allgemeinen
Grundſätzen zu einer prozentual nicht beſchränkten Aufwertung
ver=
pflichtet. Hier hat das ordentliche Gericht über die Höhe der
Aufwer=
tung zu entſcheiden. Wenden Sie ſich an einen Anwalt.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Dir die Bersſſentliäengen unter dieſer kleberſchrift Übernimmt die Redaltlon felnerlel
Ber=
zwentmng; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſfegeſetzes in vollem Umfang
der Cknder verantwortlich.) — (inſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückgeſandt. die Ablehnung nicht bearündet werden.
— Mit lebhafter Freude habe ich von den endlich zur Ausführung
kommenden Herſtellungen im „Herrngarten” den neuen Anlagen,
neuen Wegführungen und der Neueinrichtung des Herrngartenteiches
Ein=
ſicht genommen; der Garten verſpricht, ein Darmſtadt würdiger
Er=
holungsplatz zu werden!
Umſomehr bedauere ich, daß nach Beſchluß der
Stadtverordnetender=
ſammlung der „Herrngartenberg” abgetragen werden ſoll! Und
warum? — — Mit Genugtuung begrüße ich deshalb die vortrefflichen,
ſachverſtändigen Ausführungen des Herren Profeſfor Walbe im
Tag=
blatt, denen ich in allen Punkten zuſtimme! — Unterſtreichen möchte ich,
ſuas Herr Prof. Walbe gerade über den Vorteil und Wert einer
Ueber=
ſicht vom erhöhten Punkte aus auf die ſchöne Anlage ſagt und mir
ge=
ſtatten, u. a. auf den Beſſunger Herrngarten hinzuweiſen,
wo der Blick von dem erhöhten Muſiktempel aus über die ſchönen
Garten=
anlagen hinweg eine prächtige Ausſicht bietet, was ſich beſonders bei den
Beleuchtungen des Gartens bei der „Ausſtellung” gezeigt hat.
In einer vor einigen Wochen im Martinsviertelverein ſtattgehabten
Verſammlung haben mir die Anweſenden lebhaft zugeſtimmt, als ich u. a.
auf die Erhaltung des Herrngartenbergelchens” hingewieſen
habe, wie üiberhaupt meiner Erfahrung nach in den Bezirksvereinen
der=
artige „badenſtändige Gefühlswerte”, mehr Beachtung
fin=
den, als in parteipolitiſchen Verſammlungen. — Im Luftbad des
Natur=
heilvereins wurde auch eine kleine Anhöhe errichtet, die allerdings wegen
Platzmangel ſpäter abgetragen werden mußte.
Als alter Darmſtädter, der nicht nur in
Jugenderinnerun=
gen ſchwärmt, der Altes nicht ohne Not aufgegeben wiſſen und für die
Zukunft mitſorgen möchte, hoffe ich, daß man, wie Herr Prof. Walbe
ſehr richtig ausführte, nicht um kleinlicher finanzieller Vorteile halber
eine Anlage zerſtört, die mit verhältnismäßig geringen Mitteln
her=
geſtellt, vielen und beſonders den im Garten ſpielenden Kindern Freude
bereiton kann.
L. Sg.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Geſamtauflage (ohne Oberheſſen und Rheinheſſen)
liegt eine Beilage der Firma „Darmſtädter Kaufhaus‟. Darmſtadt,
Ludwigſtraße 12, bei.
(6448
Der heutigen Geſamtausgabe unſeres Blattes (ohne Oberheſſen und
Rheinheſſen) liegt eine Beilage der Firma Hermann Roſenthal
Darmſtadt, Ludwigsplatz, bei.
(6447
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſ=
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Ser
Malt
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9
Die in unſeren neuen hier erſichtlichen
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 118
Seite 13
Mit D 540 nach Gießen.
Fliegt vielleicht jemand von Ihnen übermorgen nach Gießen?
Wie wär’s, wenn Sie ſich den ſchönen Flugplatz einmal anſehen
würden?” fragte ich halb im Scherz. Wenn ich auch wußte, daß
der ebenſo liebenswürdige wie energiſche Führer und Fluglehrer
der Akademiſchen Fliegergruppe Fuchs gern jede Gelegenheit
wahrnimmt, um die Lufttüchtigkeit der Gruppe zu beweiſen, ſo
war ich doch freudig überraſcht, wie ſchnell ich eine Zuſage von
ihr erhielt. Um 3 Uhr? Das iſt ja famos! Ich habe bis gegen
2 Uhr in Darmſtadt zu tun und ſoll um 4 Uhr nachmittags in
Gießen ſein, verliere alſo keine Minute. Pünktlich finde ich mich
mit der Reiſehandtaſche auf dem Flugplatz ein. Da herrſcht ſchon
lebhafter Betrieb, die Junkers=Maſchine Darmſtadt—München iſt
ſtartbereit, ſie iſt ja faſt immer voll beſetzt, heute ſind es zufällig
nur drei Fluggäſte, darunter unſer tüchtiger und rühriger
Ver=
kehrsförderer St. mit ſeinem Jagdhund, der einmal München
kennen lernen ſoll. Der kleine „Mohamed”, von Fuchs wieder
unvergleichlich elegant geſteuert, iſt ſchon in ſeinem Element. Er
ſehnt ſich nach einem Brüderchen, das bereits im Werden iſt, aber
noch nicht Luft ſchnappen kann, weil der Atem für die
Finanzie=
rung des Motors fehlt. Die Heinkel=Schulmaſchine D 540 tankt.
Die Darmſtädter Jugend, die wie überall mit der Zukunft geht,
iſt reichlich vertreten. Sie hat eine ſcharfe Witterung dafür, ob
etwas auf dem Flugplatz los iſt, und läßt ſich kein Schauſpiel
entgehen. Schön iſt es, daß auch die Schule Intereſſe dafür zeigt.
Gerade kommt eine kleine Heinerklaſſe in tadellos guter Ordnung
mit ihrem Klaſſenlehrer an. Wie wäre es mit der Stiftung von
Prämien für beſondere Leiſtungen in Geſtalt von Freiflügen für
Schüler? Uebrigens ſollte auch jeder Phyſiklehrer die Geſetze der
Statik und Aerodynamik aus eigener Anſchauung kennen lernen
können. — Jetzt heißt es fertig machen. Sachkundige Hände
prü=
fen noch einmal hier und dort. Alt= und Jungflieger der Gruppe
ſind helfend zur Hand, der tüchtige und bewährte Ritz ſoll mich
verfrachten. Das Köferchen und die langen Beine werden
ver=
ſtaut, die Windſchutzkappe feſt um die Ohren gezogen, der Motor
wird noch einmal kurz abgebremſt. Angeſchnallt rückt man ſich in
ſeiner Feſſelung bequem zurecht, und ſchon rollen wir. Ein
letz=
tes Glückabwinken, und Punkt 3 Uhr löſen wir uns von dem
Raſen. Nach einer kurzen Runde über die Wipfel am
Schnampel=
aveg und das Tintenviertel erſcheint ſchon tief unter uns wie ein
Cyklopenauge im Geſicht Darmſtadts der Große Woog. Am
Heiligen Kreuz kriechen einige verfrühte Kaffeeſchweſtern wie
Ameiſen aus der Elektriſchen. Man glaubt in ein Schaufenſter
am Faixe=Eck zu ſehen. Nun fällt der Blick in raſcher Folge auf
Oberwaldhaus und Steinbrückerteich, Kranichſteinerteich und
Arheilger Mühlchen. Güterbahnhof und Merckſche Fabrik
ver=
ſchwinden. Ueber Langen begegnen wir dem Züricher Flugzeug,
an das die Darmſtädter Maſchine bekanntlich in Mannheim
An=
ſchluß hat. Einige hundert Meter unter uns flitzt es in
ſchnur=
geradem Flug an uns vorbei. Vom Sichten bis zum
Verſchwin=
den iſt nur ein Augenblick. Wir überholen Autos, die auf freier
Kleinpflaſterſtrecke auch nicht bummeln. Jetzt hebt ſich aus den
regelmäßigen Feldern und Waldſtücken Dreieichenhain mit ſeiner
maleriſchen Burg heraus. Von links vorwärts ſchieben ſich die
Taunusberge immer näher heran. Ein herrliches Gefühl, dies
freie Schweben. Freilich iſt es etwas luftiger auf dem offenen
Sitz wie in den bequemen Verkehrsmaſchinen, die keine
beſon=
dere Kleidung erfordern. Der Propellerwind iſt kein Mailüfterl.
und wenn man den Kopf zur Seite heraushebt, hat man ein
Gefühl, als ob die Naſenſpitze wegflattern wollte. Der Motor
imacht einen Höllenradau. Die Unterhaltung mit dem Piloten,
Donnerstag, den 29. April 1926
mit dem ich dann und wann einen Blick durch den Rückſpiegel
tauſche, beſchränkt ſich auf eine Zeichenſprache, die etwas
Aehn=
lichkeit mit dem Knobelſpiel „Papier=Schere=Stein” hat, wenn ich
von Zeit zu Zeit mit fünf, ſechs, ſieben, acht Fingern die Zahl
der hundert Meter angebe, die das Höhenbarometer vor mir
an=
zeigt. Wir kreuzen eine breite Schneiſe, die für eine
Hoch=
ſpannungsleitung neu geſchlagen iſt, große rote Maſte leuchten
herauf. Bald iſt die Mainlinie erreicht. Zur Rechten fällt der
Blick auf Offenbach und Mühlheim, zur Linken auf das graue
Meer von Frankfurt. Unter uns zieht der Hauptbahnhof mit
dem putzig kleinen Bahnhofsplatz vorbei, gleich darauf die
Main=
zer Landſtraße und das Opernhaus. Schon liegt das
farben=
arme Häuſergewirre hinter uns. Grün und Ackerfarbe beherrſchen
wieder das Landſchaftsbild. Zum erſten Male kommt mir
rück=
wärtsſchauend zum Bewußtſein, viel beſſer wie je auf einer
Landkarte, wie viele Krümmungen der Main oberhalb
Frank=
furts macht. Auch die Bahnlinie nach Friedberg und weiter iſt
keineswegs eine gerade Linie. Sie zieht in vielen Windungen
durch die Wetterau. Hier und dort in die Landſchaft verſtreut
leuchten die roten Ziegeldächer kleiner Dörfer. Bald kommen
der Waſſerturm und Bahnhof von Friedberg in Sicht. Das
Kreisamt (im Schloß) und die bekannten ſchönen alten Türme
werfen ihren Grundriß herauf. Ich zähle bis 60, da ſind wir
ſchon über Bad=Nauheims ſchönen Sprudelanlagen. Rote Dächer,
grüne Raſen mit runden braunen Kleckſen darin, den
Sprudel=
brunnen, Tennisplätze, das Reſtaurant am Weiher mit ſeinen
beiden Inſeln. Seitenwind drückt uns ein wenig vom Kurs ab.
Wie leicht iſt es doch, vom geraden Weg abzukommen. Da iſt
auch ſchon die Zellenſtrafanſtalt Butzbach da. Gießen wird
ge=
ſichtet. Mit einer Kurve neigen wir uns nach rechts und links,
grüßen die Kliniken, den Seltersweg, die Univerſität, das neue
Volkshaus am Trieb, kreuzen die ſchnurgerade Straße nach Lich
und blicken auf weite grüne Flächen hinunter. Da blitzt ſchon
eine Leuchtkugel und fällt rauchend nieder, die Windrichtung
anzeigend. In einer eleganten Kurve geht’s hinunter in ſtillem
ſteilem Gleitflug. Ein wunderbares Gefühl. Prachtvoll ſetzt Ritz
die Maſchine dicht bei dem Landekreuz auf und fährt ſchnurgerade
auf die kleine ſchmucke Flughafenſtation zu, wo wir genau
45 Minuten nach Abflug eintreffen. Hier empfangen uns einige
akademiſche Flieger, darunter auch der von den Krim=
Segel=
flügen rühmlichſt bekannte „Bubi” und der Vorſtand der
Luft=
verkehrsgeſellſchaft Oberheſſen=Lahngau. Ein dampfender Kaffee
wartet in dem gemütlichen Empfangszimmer, das zwei Stunden
zuvor die Gäſte des planmäßigen Flugzeugs aus Kaſſel
auf=
genommen hat. Ein feſter Händedruck und herzlicher Dank dem
Piloten, und man löſt ſich aus Gurtbändern und Vermummung.
Vielleicht wird ſolches Reiſen bald ſchon Gewohnheit. Heute iſt
es noch Erlebnis und Hochgefühl, wie es ähnlich wohl nur der
Hochtouriſt und Skiläufer kennt. Jedem, der die Luft noch für
ein gefährlicheres Verkehrsmedium als das Waſſer, die
Bahn=
ſchienen oder das Autoſtraßenpflaſter hält, möchte man ſolches
Erleben wünſchen, aber auch denen, die noch nicht wiſſen und
dankbar anerkennen, wieviel kühnes, wagemutiges Erproben und
Schaffen am Werke iſt, um im ſteten zielbewußten Weiterarbeiten
dieſes Mittel der Allgemeinheit zu erſchließen. Wenn das
Flug=
zeug in Wirtſchaft und Verkehr, wie auf zahlreichen Gebieten der
Wiſſenſchaft bald ſchon eine Bedeutung gewinnen wird, die heute
noch gar nicht abzuſehen iſt, ſo wird es unter anderem denen zu
danken ſein, die heute wie die Flugbetriebs= und
Luftverkehrs=
geſellſchaften den Sinn für die Luftfahrt wecken und den Weg
bereiten. Vor allem aber jenen, die mutig und tatkräftig in
glück=
lichſter Vereinigung von Wiſſenſchaft und Praxis dem Ziele einer
ſicheren Beherrſchung der Luft dienen, wie die Akademiſche
Flieger=
gruppe Darmſtadt.
D. Kr.
Von der Atlandiſchen
Forſchungs=
expedition.
Wie kürzlich berichtet, iſt die deutſche Atlantik=Expedition
nach beendeter Erſchließung ihres ſüdlichſten Forſchungsgebietes
am 10. März an Bord des „Meteor” wohlbehalten in Kapſtadt
eingetroffen. Die in planmäßiger Folge und ohne Störung
durch=
geführten Arbeiten haben, wie das Ergebnis zeigt, auch während
der Monate Januar und Februar einen vollen Erfolg gebracht.
Abgeſehen von weiteren wertvollen topographiſchen
Grundbeſtim=
mungen und atmoſphäriſchen Unterſuchungen konnten die
Be=
obachtungen von nicht weniger als 49 neuen ozeanographiſchen
Stationen der Wiſſenſchaft nutzbar gemacht werden. Und nur
vor Einbruch des antarktiſchen Winters gelang es, die ſorgſam
vorbereiteten Vorſtöße in die ſüdliche Eiswelt bis zum 70.
Brei=
tengrad zur Ausführung zu bringen.
Der Geſundheitszuſtand der Befatzung iſt gut. Während des
vierwöchigen Aufenthaltes in der Kapkolonie, welcher der
all=
jährlich für unſere Kriegsſchiffe vorgeſehenen Hauptinſtandſetzung
und der Ergänzung der Kohlen= und Proviantvorräte diente,
wurde ihr nach nahezu einjähriger raſtloſer Tätigkeit die ebenſo
wohlverdiente wie notwendige Erholung zuteil.
Am 7. April aufs neue ausgelaufen, befindet ſich der „Meteor”
zurzeit auf der Fahrt nach ſeinem künftigen Arbeitsgebiet, dem
mittleren Teile des Südatlantik. Die Verlegung der
an=
fänglich in Buenos Aires beabſichtigten Werftliegezeit nach
Kap=
ſtadt bedingte in geringem Umfange eine Aenderung des
Reiſe=
programms. Der neue Plan ſieht als erſtes Ziel die unſerer
alten Kolonie Deutſch=Südweſtafrika vorgelagerte Walfiſchbucht
vor. Von hier aus ſoll am 16. April mit der weiteren
planmäßi=
gen Befahrung der Querſchnitte (Profile) über den Ozean
be=
gonnen werden. Ueber das hiſtoriſche Eiland St. Helena geht
die Reiſe weſtwärts, zum vierten Male ſeit dem Verlaſſen der
Heimat dem ſüdamerikaniſchen Feſtlande entgegen, das
voraus=
ſichtlich Ende Mai bei Itajahy in der Nähe der Abrolhos=Bänke
erreicht wird.
Als Stützpunkt für die folgenden Unternehmungen iſt die
braſilianiſche Hauptſtadt Rio de Janeiro in Ausſicht genommen.
Am 9. Juni beginnend, ſollen nacheinander zwei weitere Profile
abgefahren werden und das diesjährige Sommerprogramm
be=
ſchließen. Ihr Kurs führt, zunächſt etwa dem Wendekreis des
Steinbocks folgend, die Expedition abermals zur
deutſchſüdweſt=
afrikaniſchen Küſte hinüber und läuft anſchließend über Sao
Paulo de Loanda (Portugieſiſch Angola) nach Braſilien zurück.
Als vorläufiger Zeitpunkt für die Ankunft in Bahia iſt der 30.
Auguſt vorgeſehen.
Unter ſtetiger Verfolgung der bekannten vielſeitigen
Fon=
ſchungsziele, die in der faſt ſtündlichen ſyſtematiſchen
Unten=
ſuchung der Naturkräfte in, auf und unter dem Meere gipfeln,
hat der „Meteor” auf jeder dieſer Ozeanüberquerungen eine
Dampfſtrecke von etwa 9630 Kilometer zurückzulegen. Angeſichts
dieſer Umſtände mag man erneut ein ungefähres Bild von der
Bedeutung und dem Umfange der Expedition, aber auch von der
Härte des Dienſtes gewinnen, welche in dieſen Regionen den
ſoeben erfolgreich gemeiſterten Entbehrungen in der
Nachbar=
ſchaft der antarktiſchen Mitternachtsſonne kaum nachſteht.
Die Erledigung des dritten und letzten Teiles der
Unter=
nehmung, die wiſſenſchaftliche Erſchließung der äquatorialen
Zone, bleibt dem kommenden Winterhalbjahr vorbehalten.
Kapitänleutnant Joachim Lietzmann.
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am Donnerstag, den 29. April 1926,
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Vortrag über das Thema:
„Hat unſere Kaufmannsjugend
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(6498
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Donnerstag, den 29. April 1926
Seife 14
Nummer 118
Bemerkungen und Anträge
zum Voranſchlag der Stadt Darmſtadt für das Jahr 1926.
(Berichterſtatter: Stadtverordneter Aßmuth.)
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe der Stadt, die naturgemäß im
Voran=
ſchlag ihren Ausdruck finden müſſen, erweiſt es ſich als notwendig
aus=
nahmsweiſe einen beſonderen Bericht dem Finanzausſchuſſe, auf Grund (Rubrik 8) „Wieſe Nachtweide” geringer bewertet um 250 000 Mk.
der Durcharbeitung ſeitens des Berichterſtatters, vorzulegen. Er ſoll dazu
und zugleich die Durchſicht des Voranſchlages den Mitgliedern der
Stadt=
verordneten=Verſammlung zu erleichtern.
die Wirtſchaftskriſe über Deutſchland hereinbrach und den ſchwergeprüften 13900 Mk. im Voranſchlag 1925 ab.
Gemeindeverwaltungen neue Sorgen und Opfer auferlegte, ſtand für
jeden in der gemeindlichen Mitarbeit Stehenden feſt, daß die
bevor=
je ſich geſtalten würde. Dazu kam die auf völliger Verkennung der
wirk=
lichen Finanzverhältniſſe der Städte beruhende Maßnahme des fyüheren
Neichsfinanzminiſters, wonach den Gemeinden die erhoffte Beſſerung
durch einen geeigneten Finanzausgleich nicht nur vorenthalten, ſondern
ſogar eine Verminderung der ſeither überwieſenen, höhter Taglöhne, Fuhrlöhne. Waſſerverbrauch und Staubbindemittel.
Steueranteile zuteil wurde. Während es in der Vortriegszeit
mög=
lich war, die Geſamtausgaben des Voranſchlages durch eigene
Steuer=
bis zum Jahre 1919, als letztem Jahre der ſelbſtändigen
Steuerein=
nahmen, nahezu gleichblieb, zeigte ſich bereits im Jahre 1921 ein
lang=
ſamer Rückgang, ſo daß nun leider für den vorliegenden Voranſchlag nur
noch mit einer Deckung von eg. 33 Prozent aller Ausgaben durch die
geſamten eingehenden Steuerſummen zu rechnen iſt. Der Ausfall des
beträgt allein 405 000 Mk. Dazu kommt an Mehrausgaben gegen das
Vorjahr der erhöhte Betrag für das Landestheater mit 100000 Mk.,
ferner die Anforderung des Staates von 610 000 Mk., für Zuſchüſſe zu
den Polizeikoſten für 1925 und 1926 und die dringend erforderlichen
Mehrkoſten des Wohlfahrtsamtes für ſoziale Fürſorge von 300 000 Mk.
Außerdem bringt die Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz dem
Ver=
waltungsteil des Voranſchlages rund 500 000 Mk. weniger ein, als im
Vorjahre.
Nach Zuſammenſtellung der Geſamt=Ausgaben von 19 165 800 Mk.
und dem Abzug der Steuern und Verwaltungseinnahmen von 17 619 800
Mk. kommt die Verwaltung auf einen Fehlbetrag von 1536 000 Mk. Die
im Vorwort zum Voranſchlag ſeitens des Oberbürgermeiſters gemachten
Deckungsvorſchläge Nr. 1: „Ingnſpruchnahme eines Teiles der
an=
geſammelten Betriebsmittel der Stadtkaſſe” im Betrage von 497 000 Mk.
ſowie Nr. 2: Zurücknahme eines Darlehens aus 1994 für Bauzwecke‟
von 500 000 Mk. und Nr. 4: „Erhöhung von Schulgeld für auswärtige
Schüler als Zuſchuß zu den ſachlichen Koſten” mit 114 000 Mk. kann ohne
weiteres zugeſtimmt werden. Dagegen dürfte ſich nicht empfehlen, einen
„Zuſchlag zum Waſſerpreis von 5 Pf. pro Kubikmeter” zu erheben, um
125 000 Mk. als Deckungsmittel zu Wohlfahrtszwecken verbuchen zu
können. Bei der tiefgehenden Verarmung weiter Kreiſe unſerer
Be=
völkerung, bei dem großen Umfange der Erwerbsloſen= und
Kranken=
zifſern und der gedrückten Lage der geſamten Wirtſchaft, kann eine ſolche
bis in die unterſten Schichten der Bevölkerung wirkende Belaſtung nicht
vertreten werden. Es muß daher verſucht werden, ohne jede Erhöhung
von Umlagen für dieſes Jahr auszukommen. Der Betrag Nr. 3 wäre
alſo zu ſtreichen und hierfür auf andere Weiſe Deckung zu ſuchen. Ebenſo
follte ſich für Deckung Nr. 5 „Der leihweiſen Hergabe von
Betriebs=
erneuerungsmitteln” im Betrag von 300 000 Mk. aus den ſtädtiſchen
Be=
trieben eine feſtere Regelung finden und zwar, wie dies auch in anderen
Städten geſchieht, durch ausnahmsweiſe Kürzung aller Rücklagen für
ſtädtiſchen Finanzen als ſehr reichlich angeſehen werden. um eine feſte
Deckung der Beträge von 300 000 Mk. (Nr. 5) und 125 000 Mk. (Nr. 3)
herbeizuführen, wird nachſtehend folgender Vorſchlag der Fondsminderung
vorgeſchlagen:
Verwaltungs=Rubriken 19. 20. 21. B4, 23B, 24, 24 2, 29; Ver= betriebs, entſprechend erhöht.
mögens=Rubriken 62, 64, 63, 66. 66, 67. 672, 82: I Erneuerungsmittel
(Anſätze im Voranſchlag) 323 500 Mk. II Werkerhaltungsfonds (Anſätze im
Voranſchlag) 398 300 Mk. zuſ. 721 800 Mk., neue Anſätze 296 800 Mk.
bleiben verfügbar 425 000 Mk.; Abänderungsvorſchläge zu 1 142800 Mk.
zu II 154000 Mk., zuſ. 296 800 Mk. Voranſchlag 1913:
Erneuerungs=
mittel 144 909 Mk., Werkerhaltungsfonds —.
Eine Anfrage bei anderen Sädten, die ausnahmslos unter den
gleichen Abſchlußſchwierigkeiten leiden, kann dringend empfohlen werden.
Sollte ſich während des Jahres 1926 erweiſen, daß die angeſetzten
Be=
träge für Werkerhaltung und Erneuerung nicht ausreichen, ſo können
ohne Bedenken für dauernde Werkanlagen Anlehensmitteln herangezogen
deshalb zu bevorzugen, um die gegenwärtigen Steuerzahler, die ohnedies höfe nicht zu Schaden kommt.
durch die Kriegsfolgen übermäßig belaſtet ſind, zu ſchonen und die
nachkommende Generation mit einem gebührenden Teil der Deckung zu
125 000 Mk., zur Deckung der Koſten des Wohlfahrtsamtes den gleichen
Betrag aus den für 1925 und 1326 fälligen Polizeikoſten zu überweiſen.
Für die Teilung der Koſten von 610 000 Mk. (Seite 15 des Voranſchlages) fang ihres Weiterhetriebs.
in die Zahlung von 308 000 Mk. für 1925 und 182 000 Mk. als Abſchlags=
Reſtbetrag bis gegen Mitte des nächſten Jahres von der Stadtkaſſe ſicher Ausgabe andere dringlichene Aufgaben zu erſüllen.
überwieſen werden kann.
Wenn die im Vorwort des Oberbürgermeiſters in Ausſicht ſtehenden
(Ausfall der Getränkeſteuer und Verminderung der Umſatzſteuer mit
zu=
nahme eines entſprechenden Darlehens aus Vermögensmitteln, unter
Feſtlegung der Rückzahlung in 4—5 Jahresraten, ſeine Zuſtimmung nicht die Bemerkung zu Rubrik 7 bezüglich einer Nachprüfung der zu hoch
er=
verſagen.
In den einzelnen Rubriken hat die Verwaltung faſt zu peinliche
Erwartungen ſich erfüllen können. In allen Fällen, in denen ſich die 37000 Mk.
Ziffern auf die wirklichen Einnahmen des vorhergegangenen Geſchäfts=
Zweifel aufkommen.
rungen nicht zu verzeichnen. In Rubrik 6. „Sonſtige polizeiliche Maß= richtungen in Betracht kommen.
nahmen” erſcheint, wie das Mädchen aus der Fremde, die Anforderung
des heſſiſchen Staates auf einen Zuſchuß von 610 000 Mk. zu den Koſten
der Ortspolizei für 1925 (303 000 Mk.) und 1926 307 000 Mk.) Laut
Ge=
tragen hatte. Leider nahm der Staat keine Veralaſſung, der Stadt die geſehen, wozu die Stadt auf Grund neuer Verhandlungen 40 Prozent
Möglichkeit einer Deckung anzubieten.
einnahme beträgt 57 700 Mk. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß die Miet= hoch wären, als bei deſſen Fortführung.
eingänge aus den in der Nachkriegszeit errichkteten Gebäuden
heraus=
laufenden Ausgaben für Unterhaltung der Gebäude 18000 Mk. und für
eingeſtellt. Da die gleiche Maßnahme bei ſämtlichen Schulgebäuden durch= um 7000 Mk. geſtiegen.
geführt wurde und ſogar die Beträge noch unter den Anſätzen des Jahres
wurde. Jedenfalls müßte der Finanzausſchuß erſt dann ſeine Zuſtimmung
erforderlichen Herſtellungen im Jahre 1925 erledigt wurden. Sollte dies Beteiligung an einer für Darmſtadt günſtigen Flugverkehrslinie erreicht
Vermögensmitteln bereitgeſtellt werden, damit die baulichen Schäden
alshald behoben und zugleich dem darniederliegenden Baugewerbe die
einwirken.
daß die Werte der ſtädtiſchen Gebäude und Grundſtücke neu abgeſchätzt Mehr von 300 000 Mk, gegen das Vorjahr, eine Summe, die, wenn ſie
ſchätzung aufweiſen. U. A.:
um 140 000 Mk., Seite 18. Flur 13. Gelände „Am alten Arheilger Weg” 1
bahnhof” geringer bewertet um 80 000 Mk. Seite 24, Nr. 37 Beväude
Mit Rückſicht auf die außerordentlich kritiſche Lage der Finanzen und / 200 000 Mk., Seite 22, Nr. 23, Gebäude „Hügelſtraße 31/33” (Polizeiamt) ebenſo ſind für das Altersheim, Verſorgungshaus und Aſyl ſür
Obdach=
dienen, in Verbindung mit dem Vorwort des Oberbürgermeiſters, eine Schulgebäuden, gleichwie in den Jahren 1924 und 19B5, die Ausgaben allein 23000 Mk. weniger in Ausgabe eingeſtellt. Demgegenüber ſind
möglichſt einheitliche Beſchlußfaſſung in der Vorberatung herbeizuführen, für Zins= und Tilgung weggelaſſen ſind, mit Rückſicht auf die noch aus= auch die Einnahmen aus Holzverkauf uſw. von 49000 auf 10000 Mk.
ſtehende Goldmark=Bewertung.
Als Ende des Jahres 1925 und Anfang 1926 wie ein Sturmwind, ſchließt das Stadtgut Gehaborn mit einem Ueberſchuß von 9800 gegen nunmehr dem Ende entgegengeht, und eine Auffüllung ſich nicht mehr
ſtehende Zuſammenſtellung des Jahres=Voranſchlages ſchwieriger denn 109 000 Mk. weniger Zuſchuß als im Vorjahre, infolge Minderausgabe Wöchnerinnen im Krankenhaus ſind 5300 Mk. mehr eingeſtellt. Die
Straßen und Plätze.
In Rubrik 15—17 ſind Aenderungen nicht zu verzeichnen.
In Rubrik 18, „Unterhaltung der öffentlichen Anlagen”, iſt neu
auf=
feſtſetzungen mit 50—55 Prozent zu decken und dieſes günſtige Verhältnis genommen der Schloßgarten (Herungarten) und Organgeriegarten. Die in den Vordergrund. Als Mehr=Einnahmen ſind 114 000 Mk. für
Ver=
tum des heſſiſchen Staates.
Anteils der vom Reich überwieſenen Einkommen= und Körperſchaftsneuer und zu bewirtſchaften. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auch auf alle Ge= Geſamtzuſchuß zum Stadtkrankenhaus iſt von 335 000 Mk. im Vorjahre
bäude. Einfriedigungen, Denkmäler. Bänke, Tore und auf die Erhaltung auf 322000 Mk. in dieſem Jahre zurückgegangen.
des Herrngartenteichs. Die veranſchlagten Beträge ſind nur
ſchätzungs=
weſentlich höheren Nachtragskredit für Herſtellung der Wege und Anlagen erſetzt werden, was für dieſen Betrieb nur als recht und billig angeſehen
und für den Orangeriegarten 26800 Mk. Ueber Verpachtung der Ge= werden kann.
häude und Gärtnerei=Anlagen im Orangeriegarten ſind die
Verhand=
lungen noch nicht abgeſchloſſen.
In Rubrik 19. „Gaswerk”, fällt die Wenigereinnahme aus
Gas=
abgabe mit rund 200 000 Mk. auf verurſacht durch die Ermäßigung des maſchinen.
Gaspreiſes, ſowie durch die ſtete Ausdehnung der Elektrizität als Leucht=
Grundgebühren und Gasverbrauchsgegenſtänden gleicht den Ausfall aus, den Anleiheſchulden, ſowie der von 1919 bis 1923, in der Nachkriegszeit
ſodaß bei gleicher Rückſtellung für Erneuerungsmittel und zum
Werk=
erhaltungsfonds und ſtarker Auffillung der Materialbeſtände, der gleiche Kapitalaufnahme nebſt Beifügung des Betrages der Ablöſungsanleihe
Ueberſchuß wie in 1925 von 380 000 Mk. für die Stadtkaſſe erzielt werden
konnte.
ſtadt, Arheilgen und Wishauſen 48000 Mk. Mehreinnahme als im
Vor=
jahre. Außer dieſem Plus iſt ein Zuſchlag von 5 Pf. pro Kubikmeter
des Mehraufwandes für Wohlfahrtszwecke verwendet werden ſoll. Ob die
Erhebung dieſes Zuſchlages eine Mehrheit findet, wird die noch
aus=
ſtehende Verhandlung im Finanzausſchuß ergeben. Der Ueberſchuß der
Waſſerwerke wird bei Nicſtberückſichtigung der Extraerhebung 267 00 Mk. und Körperſchaftsſteuer beträgt 405 000 Mk., derjenige aus der
Sonder=
gegen 253000 Mk. im Jahre 1325 betragen.
Rubrik 21. „Wirtſchaftsbetriebe” umfaßt die Abſchlüſſe des
Oher=
verminderten Einnahmen gleicht ſich der Abſchluß aus, gegen einen
Zu=
ſchuß von 7000 Mk. im Vorjahre.
Rubrik 22, „Braunkohlenbergwerk‟. Der Betrieb iſt eingeſtellt.
Werkerhaltung und Erneuerungen. Die Geſamtſumme beträgt im Vor= hof”, die früher beide als Schmerzenslinder der Stadtverwaltung galten,
anſchlag 722 000 Mk. und muß angeſichts der verzweifelten Lage der und hohe Zuſchüſſe erforderten, ſind nun in die Reihe der ſich ſelbſt mäßiat, eine Tatſache die in Anſehung der fortgeſetzt wachſenden ſozialen
tragenden Betriebe eingereiht. An erhöhten Einnahmen für Abgabe von Verpflichtungen der Stadtkaſſe als recht bedenklich angeſehen werden muß.
Bädern im Hallenſchwimmbad ſind 45 000 Mk. vorgeſehen.
Demgegen=
längere dienſtliche Inanſpruchnahme, ſowie Einführung des Sonntags= 497500 Mk. zum Ausgleich des Fehlbetrages des Voranſchlages heran=
Der Betrieb der „Kreisabdeckerei”, Rubrik 24a, gleicht ſich ebenfalls aus.
Die Rubrik 25. „Meſſen und Märkte‟, Rubrik 26, Lagerhaus” und
Rubrik 27. Deffentliche Wagen”, waren von jeher Ueberſchußbetriebe und
bringen zuſammen an Ueberſchüſſen 67000 Mk. ein.
Rubrik 28. „Oeffentliche Uhren” erfordert an Zuſchuß 3000 Mark,
Rubrik 29, „Feuerlöſchweſen und Rettungswache”, einen ſolchen von
125 000 Mark. An Einnahmen kommen hier nur in Betracht der
Zu=
ſchuß der Heſſiſchen Brandverſicherungskaſſe mit 15 000 Mark und die durch ausgleichen, daß ſie von der GartenArbeitsſchule (Seite 98/99) für
Einnahmen für Krankentransporte von 18000 Mark.
erhöht, dagegen die Ausgaben um 15 000 Mk. beſchnitten. Es darf wohl lichen Ausgaben 3850 Mk. erhält. Das aufgewertete Stiftungskapital iſt
und dieſe langfriſtig verzinſt und getilgt werden. Dieſe Praris iſt ſchon erwartet werden, daß damit die Pflege und würdige Erhaltung der Fried= erſtmalig wieder als Vermögensteil eingeſetzt mit 11900 Mk. Von der
Rubrik 31, „Fuhrpark” und Rubrik 32, „Materialverwaltung”, nebſt
Buchdruckerei und Buchbinderei, finden ihren Ausgleich. Die Betriebs= der „Städtiſchen Sparkaſſe” für 1926 (1. 1—31. 12 1926). Die
Schluß=
belaſten Findet wider Erwarten die endgültige Abſetzung der 425000 Mk. unkoſtenſteigerung des „Fuhrparks” von 33000 Mk. fanden durch
Erhöh=
keine Mehrheit, ſo wäre zu empfehlen, als Erſatz der zu ſtreichenden, ung der Einnahmen aus Fuhrleiſtungen für ſtädtiſche Verwaltungen und Verwaltungskoſten ſind um 800 Mk. geringer geworden. Nach dem
Betriebe und Erlös für Dünger entſprechende Deckung. Die „Material=
Für allmähliche Umſtellung des „Fuhrparks” vom Pferde= und
Mo=
zahlung für 1326, ſowie Uebertragung der reſtlichen 125 000 Mk. in den torbetrieb, ſind in der neuen Rubrik 59b Vermögen) 118500 Mk. für
Voranſchlag 1927, dürſte auch der heſſiſche Staat ein Verſtändnis haben, Motorfahrzeuge für die Straßenreimigung und Müllabfuhr vorgeſehen, ſtand noch 29 Perſonen. Um den Mitgliedern der
Stadtverordneten=
da ihm ſelbſt das Gefühl der Finanzſorgen nicht fremd iſt und ihm der Auch hier bietet ſich die Möglichkeit, durch nochmalige Zurückſtellung der Verſammlung die Möglichkeit zu geben, nicht nur bei Ausgabe des Vor=
Mk. erzielt infolge der Miet=Erhöhungen und Einſtellung von Beiträgen, neuen Jahres im Laufenden zu bleiben dürſte ſich empfehlen, jeweils mit
weiteren Verſchlechterungen des Voranſchlages ſich verwirklichen ſollten auswärtiger Schulkinder zu den ſachlichen Koſten (3000 Mk.), uud eine dem Voranſchlaa eine vorläufige Ueberſicht über den Stand der Sparkaſſe
ſammen 350 000 Mk.), ſo wird der Finanzausſchuß ohne Zweifel der Ent= meinen durchgeführten Herabſetzung der beſonderen Bedürfniſſe der Schule Finanz= und Wirtſchaftslage beſteht, wird dieſe laufende Unternichtung
und durch geringere Anſätze für die Gebäudegunterhaltung. Hier ſei auf eine beſondere Bedeutung beſitzen.
ſcheinenden Abſtriche hingewieſen
Ausleſe gehalten. Soweit Einnahme=Erhöhungen in Frage kommen, auswärtiger Schüler zu den ſachlichen Koſten eine Mehr=Einnahme von nahme und Ausgabe mit 93 932 Mk. ab, gegen 85 212 Mk. in 1925. Ein
wird es von der weiteren wirtſchaftlichen Entwicklung abhängen, ob die rund 110000 Mk. erreicht worden, ſowie eine Ausgabe=Verminderung von ſtädtiſcher Zuſchuß wird für das Rechnungsjahr 1996 nicht benötigt. Da=
In Rubrik 35, „Fortbildungs= und Fachſchulen”, zeigt ſich das gleiche dringend erforderliche bauliche Reparaturen Verwendung finden ſoll.
jahres beziehen, dürſten bei der Unſicherheit der Verhältniſſe berechtigte, Bild. Hier iſt insgeſamt ein Weniger Zuſchuß von 61000 Mk. zu ver= Außerdem ſind etwa 5000 Mk. neue Ausgaben erforderlich für
Betriebs=
zeichnen dabei iſt zu berückſichtigen, daß die Haushaltungsſchule, Ergänzungen und Zinſendienſt. Die Gehalte des Hilfsperſonals, die ſehr
In Rubrik 1. „Stadtverwaltung” ſind an Zuſchuß der Stadtkaſſe die Maſchinenbau= und Gewerbeſchule die jährige Handelsſchule und die beſcheiden waren, wurden erhöht. Zugleich wurden auch die Anſätze für
96 000 Mk. weniger erforderlich. In Rubrik 2—5 ſind beſondere Aende= höhere Handelsſchule, letztere zum erſten Male, als rein ſtädtiſche Ein= Sachbezüge dem derzeitigen Preisſtande der Lebensmittel angepaßt. Die
Aenderungen nicht eingetreten.
ſetz vom 24. Auauſt 1925 kann der Staat von den Gemeinden einen jähr= höht. Das Große und Kleine Haus bildet zuſammen ein einheitliches einnahmt. Alle ſonſtigen Erzeugniſſe dienten der Selbſtverſorgung des
lichen Beitrag zu den Koſten erheben, die er ſeit 1. Oktober 1921 allein ge= Unternehmen. Für 1926 iſt ein Geſamtfehlbetrag von 930 000 Mk. vor= Heims.
In Rubrik 7, „Verpachtete Grundſtücke und Gebäude”, ſind die Miet= umſtritten iſt, würde die Aufrechterhaltung des Betriebes ſehr in Frage beſondere Beſprechung erührigt ſich deshalb. Die Zahl der Arbeiter iſt
ſätze durchweg dem heutigen Stande angepaßt worden. Die Mehr= ſtehen, wenn die Unkoſten nach Schließung des Betriebes nicht faſt ebenſo nahezu die gleiche wie im Vorjahr. Die Zahl der
lohnzuſchlagsbrrechnig=
genommen und nach Rubrik 73 „Behebung der Wohnungsnot übertragen Orcheſter, iſt der Zuſchuß von 81000 Mk. im Vorjahre auf 38 000 Mk. die Steigerung an Perſonalkoſten auf. Dieſe beträgt 1 432000 Mk. mehr
wurden. Die Geſamtſumme beträat 122000 Mk. und ſoll mit zur Lin= für 1926 herabgeſetzt. Hieran nimmt die „Akademie” mit 23 000 Mk. das gegen das Vorjahr. Rechnet man die neuen Anforderungen für
Polizei=
derung der Wohnungsnot Verwendung finden. Außerdem ſind an den „Orcheſter” mit 15 000 Mk. Anteil. Im Falle der Zuſchuß des letzteren koſten mit 610 000 Mk., ſowie die von den Betrieben ſelbſt getragenen
ſich waoſentlich erhöhen ſollte, iſt deſſen Aufhebung in Ausſicht genommen. Mehraufwendungen von 300 00 Mk. ab, ſo bleiben noch 592 000 Mk.
außerordentliche Herſtellungen 197 000 Mk. weniger als im Vorjahre. Das Schulgeld der Akademie iſt um 5000 Mk., die Mieten der drei Häuſer übrig, die zu Laſten der übrigen Verwaltungszweige gehen. Der Mehr=
1934 bleiben, ſo entſteht die Frage, ob hier nicht des Guten zu viel getan dung. Kuuſt und Wiſſenſchaft”, erſcheinen 20000 Mk. mehr als Zuſchuß. Mit Ausnahme der Mehrausgaben in der Rubrik „Wohlfahrtszwecke‟
auf Grund der Unterſtützungserhöhung an die Heſſiſche Flugbetriebs= und in der Rubrik „Steuern, Mieten, Verſicherungen und Pachtſätze”,
erteilen, wenn durch eine Nachprüfung feſtgeſtellt wird, daß alle dringend Geſellſchaft Darmſtadt von 10 000 Mk. auf 30 000 Mk. Hierdurch iſt die ſind in allen übrigen Rubriken die Aufwendungen erheblich vermindert.
nicht der Fall ſein, ſo kann nachträglich ein entſprechender Kredit aus worden. Außerdem ſind 1000 Mk. für den Süddeutſchlandflug des Bad= anſchläge der Hauptverwaltung, ſowie die Sondervoranſchläge ſind in der
Pfälziſchen Luſtfahrtvereins (Mannheim) eingeſtellt.
Möglichkeit gegeben wird, ſich über Waſſer zu halten. Ebenſo wohltätig beſteht aus drei Hauptabteilungen: 1. Allgemeine Abteilung, 2. Fürſorge= hierbei Aenderungen ergaben, haben ſie in dem Reindruck Berückſichtigung
wird die Beſchaffung von Arbeit auf das große Heer der Erwerbsloſen abteilung und 3. Abteilung für Jugend ohlfahrt. Die Geſamt=Einnahme gefunden. Nach eingehender Nachprüfung der geſamten Voranſchlags=
Du Rubrik 7 iſt weiter als beſonders bemerkenswert feſtzuſtellen, ein Zuſchuß der Skadtkaſſe von 2599 300 Mk. entſteht, und zwar ein bei einzelnen Rubriken vermerkten Wünſche, nicht zu ſtellen.
wurden und zum Teil erhebliche Unterſchiede gegen die fnühere Ab= als ausreichend betrachtet wird, im Vergleich zur allgemeinen Not und neten=Verſammlung wolle beſchließen, „die reſtliche Deckung des Fehl=
Seite 18 Flun 8, Gelände „Hinter dem Friedhof” geringer bewertet, iſt der Geſantzuſchuß hm 2,5 Millionen Mk. gegen denjenigen im Jahre und 125 000 Mk. Waſſergelderhöhung) durch Kürzung der Werkrücklagen
1913 hon 994 000 Mk. dewurt bedrückend daß uns die ganze furchtbare Härte, und Erneuerungsmittel in der einnangs meines Berichtes vorgeſchlagenen
geringer bewertet um 55 000 Mk. Seite 20. Flur 19. Gelände „Am Süd= und Schwere der Kriegsſolgen; Krankheit Armut und Elend wie ein Weiſe vorzunehmen und den Betriebsverwaltungen anheim zu geben, ſich
„Landgraf Philipps=Anlage 6‟ (Gewerbeſchule) geringer bewertet um „Verwaltung konnten um 46000 Mk. gegen das Vorjahr geſenkt werden, helfen”.
iline am Mo.
die Zuſchüſſe für Sozialrentner um 135 000 Mk. und diejenigen für
Klein=
rentner um 84 000 Mk. Für Letzere zußten 1500 Fälle auf Grund der
Beſtimmungen des Anleiheablöſungsgeſetzes bearbeitet werden, wodurch
50 000 Mk. an Unterſtützungen geſpart wurden. Neu eingeſtellt ſind die
Miet=Unterſtützungen für wirtſchaftlich Schwache laut Reichsgeſetz:
Zu=
ſchuß vom Staat 374 000 Mk. und Zuſchuß der Stadt 193 000 Mk. Für
geſundheitliche Fürſorge ſind die Aufwendungen füir ärztliche Hilfe und
Arzneien, hauptſächlich infolge Einführung der freien Arztwahl,
wieder=
um geſtiegen um 8000 Mk.. und zwar von 55 000 Mk. auf 63 000 Mk.
Für Unterbringung in Anſtalten ſind weniger vorgeſehen 30 000 Mart,
= geringer bewertet um 46 000 Mk. Seite 26. Nr. 87. „Wohnhäuſer der loſe geringere Ausgaben als im Vorjahr nötig. Die Gemeinnützige
Heimſtättengeſellſchaft” neu bewertet mit 537 000 Mk., Seite 30. Flur 8 Schuhwerkſtätte wurde mit dem 1. April 1926 aufgehoben. Im
Städti=
ſchen Holzhof ſind die Ausgaben von 61 000 Mk. im Vorjahre auf 14000
Schließlich ſei noch bemerkt, daß bei ſämtlichen Verwaltungs= und Mark für 1926 erniedrigt. Durch Verminderung der Holzvorräte ſind
ermäßigt. Daraus geht hervor, daß ein weſentlicher Abbau des Holzhofs
In Rubrik 8, „Grundſtücke und Güter in Selbſtbewirtſchaftung” ſtattfindet, deſſen aus der Inflationsperiode ſtammender Maſſenvorrat
empfiehlt. In der Abteilung „Jugendwohlfahrt” ſind die Ausgaben ge=
In Nubrik 9—12 ſind bemerkenswerte Aenderungen nicht eingetreten, ſtiegen für Familienpflege um 17000 Mk., für Anſtaltspflege um 26000
In Rubrik 13 „Straßenbauunterhaltung” erfordert der Abſchluß Mk., für Geſundheitsfürſorge um 64 00 Mk. Für Verpflegung von
von 70 000 Mk. ſür Unterhaltung der Fußſteige und 50 000 Me. für Walderholungsſtätte wurde erweitert. Die Koſten betragen 13000 Mk.
Hierbei wäre noch anzufigen, daß nach Auftellung des Voranſchlags mit
In Rubrik 14, „Straßenreinigung” iſt eine unabwendbare Erhöhung der Stadtverwaltung Verhandlungen gepflogen wurden wegen Ausbau
des Zuſchuſſes von 376 00 Mk. auf 437 000 Mk. eingetreten infolge er= des Jugendheims und beſſerer Einrichtung einer Wandererherberge.
Beide ſind als dringliche ſoziale Notwendigkeiten bereits in der
Ausfüh=
rung begriffen.
In Rubrik 41 „Geſundheitspflege”, tritt das „Stadtkrankenhaus”
beiden Gärten nebſt den darauf befindlichen Gebänden ſtehen im Eigen= pflegung von Kranken auf eigene Rechnung und auf Rechnung der
Kran=
kenkaſſen eingeſtellt. Als Mehr=Ausgaben ſind allein für Lebensmittel
Durch Vertrag vom 11. 12. 1925 iſt der Stadt mit Wirkung vom 100 000 Mk. vorgeſehen. Die Geſamtkoſten hierfür betragen 350 000 Mk.,
1. 7. 1925 auf die Dauer von 99 Jahren das Nießbrauchrecht eingeräumt von denen 90000 Mk. auf die Verpflegung des Perſonals fallen, die
je=
worden. Die Gärten ſind dauernd als öffentliche Anlagen zu unterhalten, doch zum größten Teil mit den Gehalten uſw. verrechnet werden. Der
In Rubrik 42, „Leihamt”, iſt ein Ausgleich dadurch geſchaffen, daß
weiſe eingeſtellt und zwar für den Herrngarten 18 600 Mk. nebſt einem die Aufwendungen für Penſionen und Witwengelder von der Stadtkaſſe
In Rubrik 43, „Stadtkaſſe”, konnte der Abſchluß verbeſſert werden.
durch Herabminderung der „Perſönlichen Ausgaben” um 14000 Mk. und
trotz Einſtellung von 20 000 Mk. für Erſatzbeſchaffung zweier Buchungs=
In Rubrik 44 „Schuldendienſt”, iſt auf der Ausgabeſeite eine Dar=
und Wärmefaktor. Erhöhung der Einnahmen aus Nebenprodukten, aus ſtellung der von 1879 bis 1914 aufgenommenen und in Kündigung
ſtehen=
betätigten Zugänge, im Goldmarkwert des Reſtbetrages am Tage der
(2½ Prozent vom Goldmarkwert gegeben.
In Rubrik 45, „Vertragsgemeinſchaft mit der Heſſ. Eiſenbahn=Aktien=
In Rubrik 2), „Waſſerwerke” ergibt der Waſſerverbrauch in Darm= Geſellſchaft” ſind die Einnahmen um 92000 Mf. infolge Verbeſſerung
der Dividenden erhöht. Die Ausgaben ſind ſich gleich geblieben.
In Rubrik 46. „Verbrauchsabgabe”, zeigt ſich eine Einnahme=
Er=
vorgeſehen, deſſen Ertrag mit 125000 Mk. geſchätzt iſt und zu Deckung höhung von 45 000 Mk. und eine Ausgabe=Verminderung von 11 400 Mk.,
ſodaß ein Mehr=Ueberſchuß von 56 400 Mk. entſteht.
In Rubrik 47. „Gemeindeſteuern”, ſpiegelt ſich die ganze
Verworren=
heit unſerer Steuergeſetzgebung wieder. Der Ausfall an
Reichseinkommen=
ſteuer rund 540 000 Mk. Die Umſatzſteus und die Grunderwerbsſteuer
ſollen zuſammen 215 000 Mk. mehr als im Vorjahre einbringen. Für die
waldhauſes und Saalbaues nebſt dem Weinkeller. Trotz der um 9000 Mk. Grund= und Geverbeſteuer ſind vorläufig die gleichen Einnahmen
ein=
geſtellt. Für Ausfälle an der Sonderſteuer ſind 341 000 Mk. und für die
Grund= und Gewerbeſteuer 300 000 Mk. vorgeſehen. Hier erſcheint auch
der aus der Sonderſteuer an das Wohlfahrtsamt abzuführende Betrag
Die Rubrik 23, „Badeanſtalten” und Rubrik 24, „Schlacht= und Vieh= für Mietunterſtützungen an hilfsbedürftige Perſonen von 193000 Mk.
Die Steuereingänge haben ſich im Geſamtabſchluß um 415 000 Mk. er=
In Rubrik 48, „Kaſſenreſte und Betriebsmittel”, ſind die
angeſam=
über haben ſich auch die Ausgaben für Steuern, Lohnaufbeſſerungen, melten Betriebsmittel mit 1 Million Mk. aufgeführt, von denen leider
gezogen werden miſſen.
Zu den Rubriken 49, 50 51 ergeben ſich keine beſonderen Bemerkungen.
Damit ſchließt der eigentliche Voranſchlag der „Allgemeinen
Ver=
waltung‟. Die anſchließenden Vermögensübertragungen bedürfen keiner
beſonderen Beſprechung.
Aus den Sondervoranſchlägen der „Knaben=Arbeitsanſtalt”, der
„Städtiſchen Sparkaſſe” und des „Olyſtifts” iſt folgendes von Intereſſe:
Seite 192/93 konnte die „Knaben=Arbeitsanſtalt” ihren Abſchluß da=
Vermietungen von Gebäuden und Gartenland rund 4000 Mk., und von
In Ruhrik 30, „Friedhöfe”, wurden die Einnahmen um 10 0000 Mr. der Stadtkaſſe für dieſelbe Schule als Erſatz der perſönlichen und ſach=
Einſetzung eines Zinsbetrages wurde diesmal abgeſehen.
Seite 195/99 zeigt die Zuſammenſtellung der Verwaltungsausgaben
ziffern haben ſich von 173 000 auf 176 000 Mk. erhöht. Die perſönlichen
kürzlich erſchienenen Geſchäftsbericht für 1924 mußte das Perſonal unter
verwaltung” unterliegt zur Zeit einer Nachprüfung über Art und Um= dem verheerenden Einfluß des Währungszerfalls von 50 Perſonen auf
31 herabgeſetzt werden. Es ſchieden aus: durch Ruheſtandsverſetzung 3.
Verſetzung in andere ſtädtiſche Betriebe 9.= Kündigung 5.
Wartegeld=
verſetzung 3 und durch Tod 1. Am 1. Januar 1926 betrug der
Perſonal=
anſchlags von den erforderlichen Verwaltungsausgaben unterrichtet zu
In Ruhrik 33, „Volksſchulen”, iſt eine Mehr=Einnahme von 10000 ſein, ſondern auch über den geſamten Geſchäftsumgang bei Beginn des
Ausgabe=Erſparnis von 182 000 Mk. eingetreten auf Grund der allge= am 31. Dezember herausgeben. So lange die unſichere allgemeine
Seite 200/7 ſchließt der Voranſchlag des „Erziehungsheims
Ohly=
ſtiſt”, das als Stiftungsanſtalt unter der Kontrolle der Stadtverwaltung
In Rubrik 34. „Höhere Schulen”, iſt durch Einſtellung der Beiträge ſteht und durch ein beſonderes Kuratorium mitverwaltet wird, in
Ein=
gegen hat die Stadtkaſſe ein Darlehen von 50 000 Mk. gewährt, das für
Einnahmen an Pflegegeldern ſind von 46000 Mk. auf 56 000 Mk. ge=
In Nubrik 36, „Stadtbücherei”, und Rubrik 37, „Stadtmuſeum”, ſind ſtiegen. Zurzeit ſind etwa 90 Zöglinge in der Anſtalt bei einem
Ver=
pflegungsſatz von täglich 180 Mk. für Knaben und 1,60 Mk. für Mädchen,
In Rubrik 38, „Landestheater”, iſt der Zuſchuß um 100 000 Mk. er= Aus Verkauf von Vieh, Feldfrüchten. Milch uſw. wurden 2500 Mk. ver=
Der am Schluß des Voranſchlags beigeſchloſſenen „Ueberſicht über die
zuſchießen ſoll. Da das Theaterbudget im Heſſiſchen Landtag ſtets ſehr. Zahl der Beamten und Bedienſteten” iſt eine Exläuterung angefügt. Eine
ten Kinder iſt von 689 auf 707 geſtiegen. Bei der Ueberſicht über die
In Rubrik 382. „Sädtiſche Akademie für Tonkunſt”, mit Städtiſchem Geſamtausgaben der Verwaltung, verteilt nach Verwendungszwecken fällt
aufwand beruht vorzugsweiſe auf den zwangsläufigen Steigerungsſätzen
In Nubrik 39. ,Beiträge an Vereine uſu. zur Pflege der Vollsbil= der Reicksbeſoldungsordnung und den Lohnerhöhungen der Arbeiter.
Damit ſchließt der Inhalt des Voranſchlages. Die einzelnen Vor=
Verwaltungskonferenz genau vorgeprüft und von den betr. Ausſchüſſen
Rubrik 40, „Wohlfahrtspflege” (Wohlfahrtsamt und Jugendamt), und Devutationen durchberaten und gutgeheißen worden. Soweit ſich
beträgt 1 554 700 Mk. Die Geſamt=Ausaabe beträgt 4 154 000 Mk., ſodaß ziffern, habe ich Anträge auf weitere Abänderungen, mit Ausnahme der
Dagegen begntrage ich, der Finanzausſchuß und die
Stadtverord=
der ungeheueren Wirchſchaftstriſe als mäßia zu bezeichnen iſt. Allerdings betrages von 425000 Mk. (300 000 Mk. Darlehen aus Betriebsrücklagen
Alpdrücken zum Dewufſein kommt. Die Ausgaben der allgemeinen ausnahmsweiſe für das Jahr 1926, nötigenfalls mit Anlehensmitteln zu
Nummer 118
Donnerstag, den 29. April 1926
Seite 15
Shorh Oplet une Tarnen,
Sommerarbeit im deutſchen Turnen.
Die Eigenart der Deutſchen Turnerſchaft als der größten
Ver=
einigung für Leibesübungen iſt die Vielſeitigkeit der Betriebsformen.
Es ſind leider noch viele falſche Meinungen über den Begriff und
Um=
fang des Turnens vorhanden. Viele ſind der Anſicht, daß Turnen nicht
viel mehr ſei als Betätigung in der Turnhalle und am Gerät. Dem iſt
aber nicht ſo. Hunderttauſende deutſcher Turner und Turnerinnen
be=
tätigen ſich im Turnſpiel in freier Luft, im Volksturnen, im Schwimmen,
im Rudern, im Wandern und im Fechten. Allabendlich und z. T.
Sonn=
tags hindurch tummeln ſich die Angehörigen der über 12000 Vereine der
Deutſchen Turnerſchaft im Freien, um für ihre Berufstätigkeit Kraft und
Friſche und Geſundheit zu erwerben. Der Drang ins Freie, die Freude
an Licht, Luft und Sonne ſind auch im Rahmen des Turnens ein
wich=
tiger Anſtoß ſür den Ausbau der Betriebsformen geworden.
Allen Altersſtufen iſt dabei Rechnung getragen. Beide Geſchlechter
können ſich entſprechend ihrer körperlichen Veranlagung ohne Gefahr einer
Schädigung tummeln. Der Anfänger wie der Vorgeſchrittene und der
Wettkämpfer: Sie alle finden Anleitung und Fortbildung und
Betäti=
gungsmöglichkeit. Auch dem Geſchmack des einzelnen wird durch die
Viel=
ſeitigkeit des Betriebes weiteſtgehend Rechnung getragen. Heutigentags
kann man in den Vereinen der Turnerſchaft neben Turnübungen an den
Geräten und in der Halle ſeine helle Freude haben an dem
Volks=
turnen, das das weite Uebungsgebiet des Laufes, Sprungs und Wurfs
umfaßt. Ferner wird das Turnſpiel in allergrößtem Umfange betrieben;
ſo Handball, Fußhall, die mehr als Winterſpiele geeignet ſind ferner
Schlagball, Fauſtball, Barlauf, Schleuderball, Trommelball, Völkerball.
uſw. Auch das Schwvimmen hat einen ungeahnten Aufſchwung genommen,
der ſich in der Gründung zahlreicher Schwimmriegen und Abteilungen
in den Turnvereinen kundtut und in den ſtändig ſich ſteigenden
ſchwimme=
riſchen Leiſtungen zum Ausdruck kommt. — Nicht zu vergeſſen ſei, daß
auch das Wandern in den Plan des Uebungsbetriebes aufgenommen iſt.
Es gibt wohl keinen Turnverein, der nicht monatlich einmal mit jeder
ſeiner Abteilungen wanderte und ſomit ſeinen Mitgliedern die
Seg=
nungen des Wanderns zuteil werden ließe. — So offenbart ſich der
turne=
riſche Sommerbetrieb als beſonders vielſeitig und naturgemäß. Er iſt
nicht etwa ein reiner Hallenturnbetrieb, ſondern vielſeitig und gibt feder
Geſchmacksrichtung und jeder Veranlagung und jedem Alter hinreichende
Gelegenheit, ſich zu ertüchtigen und zu erfriſchen. Möchte kein Deutſcher
verſäumen, den turneriſchen Betrieb kennen zu lernen! Er wird ſicher
vieles finden, was ihm zuſagt und ihm dienlich iſt.
Die deutſchen Meiſterſchwimmer beim Reichspräfidenten
Die Meiſterſchwimmer Rademacher und Frölich wurden am
Mitt=
woch vormittag mit ihren Begleitern vom Reichspräſidenten
empfan=
gen. Vor dem Reichspräſidentenpalais hatte ſich eine ſehr große
Men=
ſchenmenge, vor allem Berliner Sportfreunde, eingefunden, die die
bei=
den Meiſterſchwimmer mit lauten Heilrufen begrüßten. Der
Reichs=
präſident von Hindenburg begrüßte Rademacher und Frölich in äußerſt
herzlicher Weiſe. Er ließ ſich über ihre verſchiedenen Wettkämpfe in
Amerika ausführlich Bericht erſtatten. Dann unterhielt er ſich mit
ihnen längere Zeit über ihre Heimatſtadt Magdeburg, die ihm von
ſeiner Militärzeit als kommandierender General des 4. Armeekorps
per=
ſönlich gut bekannt ſei.
Der zweite Vorſitzende des Deutſchen Schwimmverbandes, Georg
Hax, erſtattete dem Reichspräſidenten dann einen zuſammenfaſſenden
Bericht über die Erfolge deutſcher Schwimmer im Auslande.
Hinden=
burg äußerte ſich wiederholt äußerſt befriedigt darüber, daß ſich der
deutſche Sport auch im Auslande immer mehr Geltung verſchaffe. Er
beglückwünſchte ſchließlich Rademacher zu ſeinen großartigen Erfolgen
in Amerika und überreichte ihm ſowohl als auch Frölich das prächtige
Werk „Deutſcher Sport” mit eigenhändiger Widmung.
Flugſport.
Süddeutſchlandflug 1926.
Reichlich knapp, ungefähr ſechs Wochen vor Beginn des Fluges,
werden die Ausſchreibungen für den Süddeutſchlandflug bekannt. Die
Gründe dafür ſind wohl in dem Beſtreben zu erblicken, den Flug mit den
vorhandenen Maſchinen durchzuführen und keinen neuen, beſonders für
dieſen Wettbewerb gebauten Maſchinen den Start zu ermöglichen.
Hauptwert wird auf Zuverläſſigkeit und ſchnelle Startbereitſchaft gelegt.
Süddeutſchland hat mit dieſem Flug zum erſtenmale ihm ſpezifiſch
eige=
nes Ereignis, denn auch der Rundflug mit ſeinen zwei Tagesetappen
wird die Mainlinie nördlich nicht überſchreiten. Die Strecke des erſten
Tages geht von Mannheim über Darmſtadt—Frankfurt—Würzburg—
Mergentheim—Mannheim-Karlsruhe—Pforzheim — Stuttgart (
Böblin=
gen)—Ulm—München—Lindau—Friedrichshafen-Konſtanz — Villingen —
Freiburg—Baden=Oos nach Mannheim und beträgt zirka 1130 Kilometer.
Die Flugſtrecke des zweiten Tages führt umgekehrt, jedoch mit der
Ab=
weichung von Mergentheim nach Nürnberg—Schweinfurt, um in
Frank=
furt wieder Anſchluß an die Strecke des erſten Tages zu erhalten. Dieſe
Strecke iſt um zirka 20 Kilometer länger,
R.Hai bis Luni Technlsche Leistungsprüfung in Mannnem
Dieſen rein flugſportlichen Leiſtungen geht eine techniſche
Leiſtungs=
prüfung voraus, die auf dem Mannheimer Flugplatz abgehalten wird
und die auf den neueſten wiſſenſchaftlichen Forſchungen beruht. Sie wird
nach Art der Ausſchreibung eine äußerſt ſchwierige ſein. Sie erſtreckt
ich auf: 1. das Leergewicht des Flugzeuges; 2. die Zuladung, die bei
allen Maſchinen die gleiche iſt; 3. die Zahl der Fluggäfte; 4. dem darüber
hinaus zur Unterbringung von Fluggäſten geeigneten Raum, 5. die
Ver=
brauchslaſt, die beim Zurücklege: von 300 Km. bei mäßigem Winde mit
beliebiger (eſchwindigkei benötigt wird; 6. die Startlänge, die benötigt
wird, um 23 Meter Höhe zu erreichen; 7. die Start= und Flugzeit, die
zum Zurücklegen von 5) Km. bei Windſtille und ruhendem Start und
fliegendem Ziel gebraucht wird. Man ſieht, die Zahl und Art der
Be=
dingungen ſind nicht klein und leicht.
Aus den Punkten 3 und 4 kann man entnehmen, daß auch
Verkehrs=
flugzeuge zum Wettbewerb zugelaſſen ſind. Es wäre aber ungerecht,
von einem Verkehrsflugzeug dieſelbe Geſchwindigkeit und Steigfähigkeit,
die durch Punkt 6 errechnet werden ſoll, zu verlangen, die das
Sport=
flugzeug erreichen kann. Deshalb ſind einerſeits hier gewiſſe Abzüge
von Leergewicht und andererſeits Zuſchläge zur Zuladung vorgeſehen
worden, die einen annähernden Ausgleich garantieren.
Sehr großen Wert legt man bei dem Süddeutſchlandflug auf die
Startbereitſchaft. Um dieſe zu werten, iſt erſtmals der Begriff des
ruhenden Starts eingeführt worden. Dies bedeutet, daß die Zeit
ge=
wertet wird, die vergeht von dem Augenblick, in dem die Flugbeſatzung
Anweiſung zum Start erhält, bis zum erfolgten Abflug, wobei für
In=
betriebſetzung des Motors keine fremde Hilfe in Anſpruch genommen
werden darf. Man kann in dieſer Vorſchrift nur ein ganz unnötig
er=
ſchwerendes Moment erblicken, das ſehr wohl geeignet ſein kann, unſeren
Piloten im Augenblick des Startes größere Schwierigkeiten zu bereiten,
als unbedingt notwendig iſt. Weiterhin iſt das Flugperſonal techniſch
ſo gut geſchult daß ihm durch dieſe Beſtimmung nichts neues geboten
werden kann und unſere Maſchinen ſind zuverläſſig genug, um nicht noch
mit dieſen Beſtimmungen extra geprüft zu werden.
Noch einige Ausführungsbeſtimmungen, die auch den Laien
intereſ=
ſieren werden: Die Wendemarken, die auf den nicht als
Zwangslande=
plätzen beſtimmten Flughäfen umflogen werden müſſen, ſind in einem
geſchloſſenen Kreis (Linksvolte) zu nehmen. Die Zeitmeſſung erfolgt
derart, daß als Flugzeit die Zeiten gerechnet werden, die von der
Frei=
gabe des Startes in einem Hafen oder Zwangslandeplatz bis zum
end=
gültigen Stillſtand des Motors nach Hineinrollen in ein beſtimmtes
Rechteck im nächſten Flughafen oder Zwangslandeplatz vergehen. Es iſt
alſo eine regelrechte Ziellandung. Unverſchuldeter Zeitverluſt wird
nicht gerechnet. Nachzügler ſollen Gelegenheit haben, am nächſten Tage
aufzuholen. Vor Beginn der Startbereitſchaft im Ausgangshafen
Mann=
heim wird das Flugzeug verſiegelt, ſo daß nachträgliche Arbeiten und
Auswechſelungen nicht vorgenommen werden können.
Auto=Geſchicklichkeitsweitbewerb.
Köln, 27. April.
Aprilwetter, als der erſte der Dauergebirgsprüfungsfahrer auf
dem Kölner Tennisplatz des Klubs Schwarz=Weiß zum
Geſchicklichkeits=
wettbewerb ſtarten ſollte. Es goß in Strömen, und zwiſchendurch zuckten
Blitze am Himmel. Eine Stunde lang tobte das Wetter, dann lugte
wieder die Sonne hervor und freute ſich, wie geſchickt ſich die Autler auf
dem Tournierplatz benahmen. Die Aufgaben, die der Kölner AC. den
Bewerbern geſtellt hatte, waren ebenſo ſchwierig wie originell. Es gab
viel bisher noch nicht Verlangtes zu löſen, ſo u. a. eine markierte Strecke
im 30 Km. Tempo abzufahren, — Uhr und Tachometer waren beklebt.
Sieger des Turniers und Gewinner des Jubiläums=Wanderpreiſes des
Kölner AC. wurde Willi Walb (Mannheim) auf ſeinem 15/50 PS.
Benz (Vierſitzer). Kappler, der Favorit für Geſchicklichkeitsprüfungen,
wurde auf ſeinem Simſon=Supra Zweiter der Induſtriefahrer. Von den
Privatfahrern erreichte die höchſte Gutpunktziffer, (ſogar noch einen
hal=
ben Punkt über Kappler) Thelen (Köln) auf Mercedes vor Odendahl
(Köln) auf Bugatti, Niewerth jun. (München) auf Benz und Buſch
(Köln) auf Benz. Das Geſchicklichkeitsergebnis lautet ſomit:
Induſtriefahrer: 1. Willy Walb auf Benz, 358,5 Gutpunkte;
2. Karl Kappler auf Simſen=Supra, 298 Punkte; 3. Butenuth auf
Hano=
mag, 253 Punkte; 4. Moll auf Delage, 259 Punkte.
Privatfahrer: 1. P. J. Thelen auf Mercedes, 298,5
Gut=
punkte; 2. Odendail auf Bugatti, 280,5; 3. E. Niewerth jun. auf Benz,
279; 4. Buſch auf Venz, 266,5; 5. Gerbrecht auf Bugatti, 257,5.
sind mit bestem Fleischextrakt und
feinsten Gemüseauszügen auf das sorgfältigste
hergestellt. — Man achte beim Einkauf auf den
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[ ← ][ ][ → ] Abgewieſene Klage von Reichsbankgläubigern.
Vor der 26. Zivilkammer des Landgerichts Berlin fand am
Mitt=
woch vormittag die Urteilsverkündung in der Klage der beiden
vorge=
ſchobenen Reichsbankgläubiger gegen die Reichsbank auf Aufwertung der
alten Neichsbanknoten ſtatt. Die Klage wurde in beiden Fällen
abge=
wieſen. In der Begründung ſagt das Gericht, daß das neue
Reichs=
bankgeſetz erlaſſeu worden ſei, um die Einlöſung der alten
Neichsbank=
noten zu verhindern. Der Paragraph 2 des Geſetzes weiche nicht von
der Verfaſſung ab, ſondern halte ſich in deren Rahmen. Das Geſetz
ſei nicht verfaſſungsändernd. Deshalb ſei ſeine Annahme mit
ein=
facher Mehrheit ausreichend. Auch die Frage, ob das Geſetz zum Wohl
der Allgemeinheit erlaſſen worden ſei, hat das Gericht bejaht mit der
Begründung, daß, wenn jetzt die noch nicht in die Reichsbankkaſſe
zurück=
gelangten hundert Millionen Banknoten eingelöſt werden müßten, ſofort
eine neue Inflation entſtehen würde, die zu verhindern der Zweck des
Geſetzes war.
Generalverſammlung der Aquila A.=G.
Bei der am 24. April 1926 ſtattgefundenen Generalverſammlung für
das Geſchäftsjahr 1924/25 der Aquila Aktiengeſellſchaft für Handels=
und Induſtrie=Unternehmungen, Frankfurt a. M., die als
Univerſalver=
ſammlung abgehalten wurde (das geſamte Aktienkapital war vertreten),
wurde beſchloſſen, nach Abſchreibungen und Nückſtellungen den alsdann
noch verbleibenden Reingewvinn von RM. 28 939,84 auf neue Rechnung
vorzutragen. Ueber die Ergebniſſe der den Aquila=Adler=Konzern
an=
geſchloſſenen Firmen hemerkt der Bericht, daß das Eiſenhüttenwerk
Thale A=G. und die Sächſiſchen Gußſtahlwerke Döhlen A.=G., Dresden,
unter ſchwierigen Verhältniſſen zu leiden hatten, und das Ergebnis
die=
ſer Werke jeweils noch durch die außerordentlich hohen Steuern, Löhne,
Unkoſten und ſozialen Abgaben belaſtet wuar. Von einer
Dividenden=
zahlung haben dieſe Werke Abſtand genommen, doch erwartet man auf
Grund der gebeſſerten Verhältniſſe für das laufende Geſchäftsjahr ein
günſtigeres Ergebnis. Die afrikaniſchen Intereſſen an Blei= und
Kupfer=
gruben wurden in eine neugegründete Geſellſchaft, die Société
dExploi=
tation de Mines Coloniales, Paris, eingebracht. Die Berichte über
Aufſchlüſſe berechtigen zu guten Hoffnungen. Es ſind außerdem noch
Aufſchließungen an Erzgruben in ſüd=öſtlichen Ländern erfolgt, über
deren Entwicklung zurzeit ein maßgebendes Urteil noch nicht gebildet
werden kann. Die Forias de Aleala hat laufend beſſere
Betriebsergeb=
niſſe gebracht und iſt ausreichend beſchäftigt. Die ſtatutengemäß
aus=
ſcheidenden fünf Mitglieder des Aufſichtsrates wurden wieder gewählt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 28. April.
Tendenz: feſter und lebhafter. Die Börſe war heute auf allen
Ge=
bieten merklich erholt und verkehrte auch wieder in bedeutend lebhafterer
Geſchäftstätigkeit. Man rechmet in Börſenkreiſen jetzt ſtark damit, daß
die Neichsbank demnächſt doch ihren Diskont herabſetzen wird, um ſo 3
mehr als jetzt bekannt geworden iſt, daß auch die Bank von England
ihren Diskont auf 4,5 Prozent herabzuſetzen bereit iſt, wenn der
Kon=
flikt im engliſchen Berabau beſeitigt ſei. Namentlich Schiffahrts= und
Glektrowerte ſtanden wieder in ſtarker Nachfrage, letztere in Erwartung
der Bildung eines Elektrotruſtes. In dieſem Zuſammenhang wird
dar=
auf hingewieſen, daß die an der Rhein=Elbe=Union intereſſierten
Elek=
trizitätsgeſellſchaften (Schuckert) beſtrebt ſind, aus dieſem Konzern
aus=
zuſcheiden. Die Schiffahrtswerte gewannen gegen die geſtrigen letzten
Kurſe rund 3 Prozeut. Auf dem Elektrizitätsmaukt ſtanden wieder
Siemens und Halske ſtark im Vordergrund mit einer Kursſteigerung
von faſt 4 Prozent Schuckert und AEC. waren ebenfalls ſtark geſucht
und 2 Prozent höher. Montan= und Chemiewerte waren ruhiger, aber
ebenfalls etwas feſter, jedoch gingen auf dieſen Gebieten die
Kursſteige=
rungen nicht über 1 bis 1.5 Prozent hinaus. Allerdings waren zu
Be=
ginn des Verkehrs ſpeziell auch Chemielverte immer noch in Erwar= Berliner Anfangsnotierungen waren die Abgeber mit etwas größerem
tung einer höheren Dividende ſtark geſucht. Banken waren unverändert
und ſehr ruhig. Auf dem Kaſſamarkt war ebenfalls die Umſatztätigkeit wieder größtenteils zurückgezogen wurde, ſo daß namentlich gegen
noch gering. Deutſche Anleihen konnten ſich entſprechend der Tendenz Schluß nur zu den geſtrigen Notierungen anzukommen war. Weizen
kräftiger erholen, in mäßigerem Maße auch die ausländiſchen Nenten.
Der Freiverkehr war dagegen ſtill. Becker Kohle 53. Benz (5,5, Brown
Boveri 76. Entrepriſe 10. Growag 56, Raſtatter Waggon 23, Ufa 59 kleie 10: Noggenkleie 11—11,5.
und Unterfranken 75,25. Im weiteren Verlaufe erhielt ſich die feſte
liches Geld ſtieg auf 5,5 Prozent, da die Nachfrage etwas größer war. von Abſchlüſſen zu hören, da der Abzug von Weizenmehl zu wünſchen
Wenn auch die Abendbörſe die hohen Nachbörſenkurſe nicht erreichen
konnte, ſo blieb die Tendenz doch weiterhin feſt, und die amtlichen in effektiver Ware vorhanden. Im Lieferungsmakkte beſtand für Mai
Elektrowverte waren aus den bekannten Gründen weiter verlangt. Auch binz angeboten und daher ſchwächer veranlagt. Noggen war in effek=
Montan= und Chemiewerten war das Geſchäft ſehr klein, das übrigens von den Mühlen begehrt, da dieſelben zur Aufrechterhaltung ihrer
Be=
auch für die anderen Werte kein großes Ausmaß annahm. Die
Neben=
märkte blieben ſtill.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 28. April.
Der Börſenverkehr erfuhr heute eine weſentliche Belebung durch
die angekündigte Freigabe des Deviſenhandels, die bevorſtehende
Er=
mäßigung der Börſenumſatzſteuer und die Hoffnung auf eine baldige
Diskontermäßigung ſowie vor allem durch die glatte Abwicklung des
Ultimos. Kaufaufträge von auswärts ſteigerten die Umſätze. Die an Viehmarktes beſtand aus 1711 Rindern, darunter 44 Bullen, 380 Ochſen
ſerungen von etwa 4 Prozent ein. Am Montanaktienmarkte gingen die 11 742 Schweinen, 25 Ziegen und 467 Schweinen aus dem Ausland. Be=
Beſſerungen nur vereinzelt über 1 Prozent hinaus, umfangreicher waren zahlt wurde der Zentner Lebendgewicht: Ochſen Klaſſe 2) 50—53; b)
ſie für chemiſche Werte und Elektvizitätsaktien. Auch Waggonaktien 45—48: 6) 41—44; 4) 38—40; Bullen 2) 48—50; b) 44—46; C) 40—423
waken durchweg gebeſſert. Von Maſchinenfabrikaktien ſtiegen Nationale Küha und Färſen 2) 48—53; b) 38—44: 0) B— 35: 4) 9
Auto um mehr als 4 Prozent in Erwartung eines günſtigen Jahres= Freſſer 33—38; Kälber b) 70—80: e) 58—68: 0) 45—55; e) 35—42;
abſchluſſes, Orenſtein und Koppel um 6,75 Prozent. Von Metallwerten Stallmaſtſchafe a2) 52—58; b) 40—48; () B—35: Schweine b) 71—72;
waren Telefon=Berliner um 4,5 Prozent gebeſſert. Von Textilwerten a) 70—72: 4) 67—69: e) 65—66; Säue 63—66; Ziegen 2—25 Mark. —
gewannen Stöhraktien über 2 Prozent. Kahlbaum ſtiegen um über 6 Marktverlauf: In allen Gattungen ruhig. — Vom 11. bis 13. Mai
Prozent. Schultheiß=Patzenhofer gaben um 3 Prozent nach, Oſtwerke, Schlachtviehausſtellung; am 12. Mai wie gewöhnlich Viehmarkt.
blieben ziemlich unverändert. Feſt waren deutſche Anleihen, dagegen
waren ſonſtige wertbeſtändige Anleihen zwar gut behauptet, aber nicht
all zu lebhaft. Vorkriegs=Hypothekenpfandbriefe ſtiegen um
durchſchmitt=
lich 20—30 Pfg. Bankaktien ungleichmäßig. Die zuverſichtliche
Stim=
mung erhielt ſich während des ganzen Börſenverkaufes. Tagesgeld 4—6
Prozeut. Monatsgeld 5,5—5,5 Prozent.
Privatdiskont beide Sichten 4,75 Prozent. Die Aktien der
Farben=
induſtrie ſtreiften ſchließlich den Kurs von 150 Prozent und ſchloſſen das beſonders auch in der letzten Zeit Gegenſtand des allgemeinen
In=
bei angeregtem Geſchäft bis 149,5. Es verlautete, daß in Ludwigshafen tereſſes geweſen iſt, nämlich an dem Kapitel Stilleguagen‟. Es
ver=
eine Sitzung der Internationalen Farbeninduſtrie ſtattgefunden habe
ſoll. Siemens Aktien wurden weiter von guter Seite gekauft und
ſtell=
ſtige Meinung für dieſe Werte ging von der Loslöſung der Siemens=
Grubge von den Montangeſellſchaften aus. Im übrigen beſtand für
Maſchinenaktien Nachfrage, da man mit einem Abſchluß der
deutſch=
franzüſiſchen Handelsvertragsverhandlungen im Mai rechmet, und
Frank=
reich die ſofortige Inkraftſetzung des Minimaltariſs zugeſagt haben ſoll.
N.A.G. ſchloſſen nach 75 mit 81 auf 6—8 Prozent
Dividendenſchätzun=
gen. Die Nachbörſe zeigte ausgehend von dieſen Sonderbewegungen
ein freundlicheres Bild. Man nannte u. a. Phönix mit 79,5, Rheinſtahl
93. Hapag 1361½z, Kahlbaum 10825 nach 111, Oſtwerke=Aktien ſehr feſt
mit 156. Kriegsanleihe mit 0,412,5.
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Elektr. Lieferung. ..1= 82.5
105.— 108.5 83.5 Roſitzer Zucker
Rütgerswerke .. 59.25 60.5‟ 61.s
79.— Farben=Ind. A=G.: 1 146 6eslt 143.— Sachſenwerl . 63.5 85. C. Friſter 51.25 52.5 Sächſ. Gußſtahl.... 69.:— 67.5 Caggenau Vorz. .. 46.5 25.— Siemin Glas ..... 124.— 126.— Gelſenk. Eußſtahl. 28.5 26.125 Ber Lauſitzer Glas. 108.— 103.— H. f. elettr. Untern. 11. 142.— I 141.5 Bolkſtedter Vorzell. 31.25 35.5 Halle Maſchinen 138,5 1 141.— Beſti.E. Langendreer 45.5 45.— Han.Maſch. Egeſt. 8i.— 61.— Bittener Gußſtahl . 44.35 42.— Eanſa Dampſſch.. . 1 130.— 136.5 Banderer=Werke. ..I. 1120.5 126.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=N.
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Oslo ....
Kopenhagen.
Stockholm.
Helſingfors.
Italien.
London.
New=York.
Paris.
Schweiz ..
Spanien ....
27.7.
168.56 168.23
1635 1.553
5.3145 15.785
308 37.53
55 73 170.08
i0.53 10.59
15 55 16.285
1ä0 383 20. 750
7.795 1.75
13385 14.525
3.655 51.265
60. 1260.58
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 28. April 1926. Auf niedrigere
Angebot am Markte, das aber ſpäter auf höhere Auslandsforderungen
30—30 5; Roggen 20; Somergerſte 22,75—24,75; Hafer inl. 23.25—24;
Mais 18,5—19; Weizenmehl 42,25— 42,75; Noggenmehl 29—29,5; Weizen=
Berliner Produktenbericht vom 28. April. Die Auslandsforderungen
Stimmung zwar, aber die Umſatztätigkeit wurde wieder geringer, Täg= für Weizen waren um etwa 2 Mark ermäßigt. Trotzdem war wenig
übrig läßt. Am Inlande war wieder ſo gut wie gar kein Angebot
Mittagskurſe wurden auf allen Gebieten überſchritten. Beſonders einige Deckungsfrage. Juni und Septemberweizen waren von der Pro=
Schiffahrtswerte überſchritten die Mittagskurſe um 15 Prozent. Bei tiber Ware ſpärlich angeboten und trotz des ſchlechten Mehlgeſchäftes
triebe Material benötigen. Die Preiſe ſtellten ſich etwa eine Mark
niedriger. Roggen auf Lieferung ſchwächte ſich ſtärker ab, beſonders
hatte vordere Ware unter Realiſationsdruck ſeitens der Provinz zu
leiden. Mehl hatte trotz Preisermäßigung von etwa 25 Pfg. wenig
Abſatz. Gerſte hatte unveränderte Markt= und Preislage, während
Hafer ſich um etwa 2 Mark befeſtigten konnte.
Viehmärkte.
Berliner Viehmarkt vom 28. April 1926. Der Auftrieb des heutigen
der Freigabe in Amerika intereſſierten Schiffahrtsaktien ſetzten mit Beſ= und 887 Färſen und Kühe, ferner aus 3415 Kälbern, 4345 Schafen,
6; e) 18—20:
Aus der Kali=Indufrie.
Von Otto Ullrich, Berlin.
Weun man über die Zukunftsausſichten der deutſchen Kaliinduſtrie
urteilen will, ſo kann man dabei an einem Kapitel nicht vorübergehen,
lohnt ſich, die Lage der Dinge einmal näher in Augenſchein zu nehmen.
die ſich mit einer Preisverſtändigung und Patentfragen beſchäftigt haben. Es dürfte bekannt ſein, daß am 31. Dezember drigen Jahres die Friſt
abgelaufen war, bis zu der auf Grund des ſog. Kaliwirtſchaftsgeſetzes —
ten ſich nach 130,25 auf 129,75. Schuckert ſchloſſen mit 93,5. Die gün= das ſchon lange einen Gegenſtand der heftigſten Anfeindung beſonders
des Wintershall=Konzerns bildet — Erklärungen über die freiwillige
Stillegung von Kaliſchächten bis Ende 1933 abgegeben werden konnten,
mit dem ſehr weſentlichen Recht hieraus — alſo aus dieſer Erklärung —
bis dahin für die ſtillgelegten Schächte die beſtenhenden Quoten am
Kali=
ſyndikat unverändert in Anſpruch nehmen zu können, woobei Werke, die
nur über ſog, vorläufige Beteiligungsziffern verfügten, obendrein noch
den Vorteil hatten, daß ſie höhere endgültige Abfindungsquoten erhielten.
Soviel ſich bis jetzt überſehen läßt, ſind von insgeſamt 224 Schächten
heute mur noch 74 in Betrieb; nicht weniger als 118 Schächte alſo,
dar=
unter 17 Abteufſchächte, mit zuſammen 441 Tauſendſteln Beteiligung am
Syndikat, ſind definitiv bis 31. Dezember 1931 ſtillgelegt. Außerdem
wurden 35 Schächte vonübergehend geſchloſſen. Dieſe letzteren bleiben alſo
als ſog. Reſervewerke in Bereitſchaft, indeſſen die wirklich ſtillgelegten
Werke, bis auf die Schachtröhren, in der Regel zum völligen Abbruch
gelangen, vorausgeſetzt natürlich, daß ſich keine anderen
Verwendungs=
möglichkeiten ergeben. Kommt es doch gerade heute öfter vor, daß bei
ſolchen Werken Weiterbenutzung durch Erdölbergbau oder durch
Steinſalz=
produkion in Ausſicht genommen iſt. Unterſtellt man als richnig, daß die
in der Kalinduſtrie indeſtierten Kapitalien mindeſtens 1 Milliarde
Gold=
mark betragen, ſo kann man, in Berückſichtigung der außerordentlich
umfangreichen Stillegungen, nicht umhin, von einer Ueberkapitaliſierung,
und von einer fehlerhaften dazu, zu ſprechen, zumal dieſe Inveſtionen vor
dem Kriege erfolgt ſind. Ein Glück, daß ſpäter durch das ſog.
Abteuf=
verbot, das ganz kürzlich erſt auf 3 Jahre verlängert worden iſt, eine
weitere Verſchleuderung von Kapitalien zur Aufſchließung von
Kali=
lägern verhindert wurde. Vekanntlich ſind aber gerade in füngſter Zeit
die meiſten Produktionsſtätten moderniſiert und ſehr beträchtlich
aus=
gebaut, alſo erneut ganz außerordentliche Mittel in die Kalinduſtrie
hineinverbaut worden. Ohne Frage gab die Rekordahſatzentwicklung
des letzten Jahres dem Verlangen nach Erweiterung und Moderniſierung
recht; ob aber hier nicht nieder etwas zuviel des Guten getan worden
iſt, erſcheint zurzeit, nämlich angeſichts des nicht unerheblich rückgängigen
Abſatzes, eher wahrſcheinlich als das Gegenteil. Kann man doch gut mit
einer Verdreifachung der Produktionsfähigkeit durch die vorgenannten
Moderniſierungs= und Neubauten rechnen, ſodaß, auch wenn die
Neu=
aufwendungen zum guten Teil der Weiterverarbeitung von Salzen und
vor allem der Nebenproduktengewinnung und verwertung zugute
kom=
men. man beinahe befürchten muß, daß der Optimismus hier der
tat=
ſächlichen Entwicklung wieder einmal etwas vorausgeeilt iſt. Kommt
hin=
zu, daß durch die Aufnahme der großen Auslandsanleihe faſt ſämtlichen
Werken, jedenfalls allen großen, bedeutende Summen zugef oſſen ſind,
die zwar zum Teil der Abdeckung kurzfriſtiger Schulden dienten, im
übrigen aber auch wieder ſehr leicht, ja wahrſcheinlich zur Feſtlegung in
Bauten und ähnlichen Immobilien gelangen könnten. Allerdings ſind
auch Anzeigen für eine Beſſerung der Abſatzentwicklung vorhanden, wie
man gerechterweiſe zugeben muß. So ſind insbeſondere die Verhandlungen
über die Erneuerung und Vertiefung des deutſch=elſäſſiſchen Abkommens
zu einem erfolgreichen Abſchluß gelangt, ferner ſteht die Begebung der
zweiten Tranche der großen Auslandsanleihe bevor, und endlich iſt die
Hilfsaktion der Goldiskontßank für die Landwirtſchaft zuſtande gekommen,
ſo daß auch von dieſer Seite aus nunmehr wieder mit normalen
Be=
ſtellungen gerechnet werden kann. Die Tatſache aber, daß, um wieder auf
den Ausgangspunkt dieſer Betrachtung zurückzukommen, auf Koſten der
rentablen Werke die alten durch die freiwillige Stillegungserklärung
auf 30 Jahre in ihren Anſpwüchen legitimierten Quoten mit
durch=
geſchleppt werden müſſen, ſollte zur Vorſicht in weiterer Expandierung
dringlich mahnen, zumal, wie wir geſehen haben, auch der Abſatz
keines=
wegs eine Größe iſt, mit der man konſtant, und zwar in anſteigender
Linie rechnen kann.
Es liegt in dieſem Zuſammenhange nahe, auf die
betriebswirtſchaft=
lichen Vorteile und Nachteile der Nationaliſierungsaktion in der
Kali=
induſtrie kurz hinzuweiſen. Zuerſt die Vorteile. Vor der Rationaliſierung
beſchäftigte die Kaliinduſtrie ingeſamt ea. 45—50 000 Arbeiter und
An=
geſtellte: nach dem letzen Wintershallbericht ſind heute nur noch knapp
30 060 tätig, wovon auf Wintershall allein rund 3500 (früher 22000)
und auf die anderen Konzerne zuſammen rund 2.000 früher B000)
entfallen. Der Durchſchnittsgehalt der Geſamtförderung beſſerte ſich bei
Wintershall von 10,5 Prozent Reinkali im Jahre 1919/30 auf 13,5 Proz.
bis 14 Proz, heute, der Effekt pro Mann und Schicht, berechnet auf die
Geſamterzeugung und die Geſamtarbeiterzahl, von früher 1
Doppel=
zentner auf heute 2,5 Doppelzentner. An geldlichen Einnahmen erzielte
früher ein mittleres Konzernwerk mit Fabrik etwa 750 000—800 000 Mk.
während heute der Erzeugungswert eines mittleren Werrawerkes 7—8
Millionen Mark beträgt. Leider fehlt es auch nicht an großen Nachteilen.
So kann die Kalinduſtrie heute mindeſtens 25—30 Millionen
Doppel=
zentner Reinkali herſtellen; der tatſächliche Abſatz dagegen hat kaum ein
Drittel dieſer enormen Herſtellungskapazität überſchritten. Es ergibt
ſich alſo auch hier die ſchon vorhin aufgeworfene Fragen, ob nicht
be=
reits wieder etwas zuviel des Guten getan worden iſt. Außerdem hat
die Tatſache, daß etwa 20 000 Arbeiter und Angeſtellte brotlos und den
Gemeinden zur Laſt gefallen ſind, auch nicht gerade volkswirtſchaftlich
günſtig gewirkt. zumal die Umſiedlungspolitik leider noch immer nicht in
dem Grade entwickelt iſt, daß es gelänge, dieſe Maſſen reihungslos und
umgehend anderweit unterzubringen. Sind doch durch die bisherigen
Ge=
ſamtſtillegungen der Volkswirtſchaft an inveſtierten Kapitalien rund 600
bis 700 Millionen Mark verloren gegaugen, ein Vorgang, der ſich unter
gar keinen Umſtänden wiederholen darf. Die Kalinduſtrie wird alſo in
Zukunft noch weit mehr den volkswirtſchaftlichen Grundſatz beherzigen
und beachten müſſen, daß jede Intenſivierung nur dann Zweck und Ziel
Darmſtädter u. Nationalbank. Kommanditgeſelſchaft auf Aktien, Darmſtadt. Sranfurter Aursbericht vom 28. April 1926
Staatspapiere
1Deutſche
5% Reichsanleihe .
42 Reichsanleihe „
3½% „
Be
Dollar=Schatzanw.
K.=Schatzanw.23
L.Schatzanw.24
41=%INundV R.
Schatz
41s%U.-IK.
425 D. Schutzgb.. .
Sparprämienanl.
42 Preuß. Konſ.
3½% „.
3% „ „ „
42 Baden alt ...!
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305
47 Bürtt. alte .
b) Sonſtige,
europäiſche
6% Bo8. E.B 1914
505 „2.Inp. 1914
412% 1898
413% — 1902
47
425 Bulg. Takal
4½% Oſt. Staatsr.
v. 19131
Donau. Gold 25 5% Rum. am. R.03 0.18 412% Gold. 13.
47
am konp.
42 — am.05 1.6
2.75
Al= Ohne Zins=
berechnung 625 Bd.=Bd.=Gz. 23 42 Türk. (Adm.)03 5% Bdw. Kohl. 23 2aus 48 — Bagb.) 1 auso 5%0 Fr. Pf.Bk. G. I T 266 429 — Bagd./1 6% Großkr. Mannh. 13.40 42 „ 1911 Zoll) Kohl. 23 0.257 6% Heid. Holzw. 23 41=20 Ung. St. 1913 16.5 183o Heſſ. Brk.eſſog. 0.39 4127 St. 1914 1775 B 47 Goldr. 18.12 Roggan. 23
82 Mannh. Stadt= 855 — 42 „ St. 10 12.75 0.a46 42 „ Kronr. 1.52 Eiſ. Tor. 14.10 Nenao Außereuro= 22 Pfälziſche=Hpp. 0.39:
19
0.41 päiſche
235 Mex am. inn. 22 Br. Gld. .. 24
500 Pr. Kaliw.
%0 Pr. Roggenw. 6.5 äuß 99
Gold. 04 128.25 52 Nh. H.B.6d. 241
520 Sächſ. Brk. 23. 2.47 0.44 konſinn
0o n Frigat.
ſa Tamaulivas 13.5
33,75 Roggenw.23
zSüdd Feſt=B 8 19 Sachwert=Schuld= Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe. 27.60 verſchreibungen
Mit Zinsberech= Bahr. Vereinsb.
Baur Handelsb. 15.60 26 nung Bahr. Hhp.u. Wechſ 195. 6% Doll. Gold. 1932/ 95.75 Friſ.byp.=Br.
Frkf. Pfandbr.=Bk. 11.25 2. 8=
Gold 1925 394.24 13.10 d Frk.=byp.=B.= Hamb. Hyp.=Bk. 9.60 Goldpfdbr.R.1./ * 99.5 Meining. Hyp.=Bl., 9.35 12 8%0 Frkf.Hyp.=Bl. Pfälz. Gyp.=Bk. 12.65 Reihe 2 100 Preuß. Pfbr.=Bk. 9.5 LoFf. Pfandbr.B. 28.5 Rhein. byp.=B. 10.525l Gold Reihe 2 278.5 Südd Bodenkr. 11.78 Em 3. /100 Bürt. Hyp.=B. 12.80
Staatl. od. prov.)
garantiert.
Heſt. 2.=Ghp.=B.,
Landesk. Caſſel.
Naſſau. Ldsb. .
Obligationen v.
Transportanſt.
425 Gliſ.=Bahn.
42 Galiz. Carl=
Lub.=B.
5% Oſt. Südb. (9.)
2,6%0 Alte .."
2.60 Neue .
42 Oſt. Staatsb. 83
33Hſt. I.b.S. E.
320 Oſt. 9. E.
3%Oſt. 1885 .
3%Oſt. Erg.Netz
422 Rud. Silber.
425 Ruh. Salzka.)
413%Angt. SIl.
41=%Angt., S.I
412%Angt. SIkl
32% Salon. Monaſt.
530 Tehuantepee.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Credit.
Bad, Bk.
Brf.Brauind. ..
Barmer Bankv. ./83.5
Bah. Hyp.=Wchſ.
Berl.Handelsgeſ.
Commu. Privatb. 15c
Darmſt. u. Nat.=Bk. 126.5
Deutſche Bank.
D. Eff.u. Vchſ=Bk.
9. Hhyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.. .
Disk.=Geſellſch. . .. /9
Dresdener Bk... 1
Frankf. Bk. ..... 89
7.90
12s.
3.10
2.20
5.10
17.4
17.5
3.5
2.5
13.55
11.5
23.25
94.5
41.
49
125
93
195
87
121
116
Frkf. Hyp.=Bk. .... 7
Frkf. Pfdbr.=Br. 11
Gotha Grundk.Br.!
Metallbank. ....
Mitteld. Erebütb.
Oſterr. Crebitanſt.
Pfälz. Hyp.=Bk..
Reichsbank=Ant. . . 1
Rhein. Creditbk. . .
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.=Geſ.
Viener Banwerein!
Berswerks=Akt.
Berzelius ......!"
Bochum. Bergb.
Buderus. . .......
Dt. Luxemburg.: .: 194
Eſchw. Beraw...: /140
Gelſenkirch. Bgw.. .
Harp Bergb.:...:/108,5
Iſe Bergb. ....
„ Genußſchein. 90
Kali=Aſchersleb. ../131
Kali. Salzdetfurt. 1162
Kali, Beſterregln
Klöcknerwerke. .
Mannesm.=Röhr.
Mansſelder ...
Oberbedarf. ....
Sbſchleſ Eiſ.Caro)
Otavi=Ant.
Phönis=Bergb. ... 79
Rhein Braunk. ..
Rhein, Stahlw. . / 93.5
Rombach. Hütte.
A. Riebecl Montan
Tellus Bgb.
Ber. Laurahütte .
M.25 1
100
92
104
85
140
95
88.35
97.5
6
37
60.5
109.5
131.5
87
50.5
5‟
134
36
931,
60.5
Juduſtrie=Akt.
Eichbaum(Mannh.) 64
Henninger .... 11.
Löwenbr.=Wünchen1199
Mainz Aktienbr. 144
Schöfferhof (Bind.)/ 188.5
Schwarz=Storchen 133.25
Berger —
Arum. Berlin. ...
Adler & Oppenh.
Adlerw. G.Kleyer)
A. E. G. Stamm —/105-75
SSA. E.G.Pzg.4.
5%A. E. G. Bzg.B.
Amme Gieſecke.
Aſchaff. Zelſtoff.
Badenia (Weinh.)
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin .
Bahr. Spiegel ...
Beck & Henkel ....
Bergmann Gl.:..
Bing Metall. ...
Brem.=Beſigh=Ol.
Eement beidelb.
Cement Karlſtadt
Fement Lothr. ..
Chem Abert. ....
Ehem Broch.:..
Chem. Milch .....
Daimler Motoren.
Dt Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl.
O. G.u. Silb. Scheid. /1
Dingler Maſch.
Dresd. Schnellpr.
Dürrkopp. .
Dürr Ratingen
Dyckerhoff EW.
Eiſenw. Kaiſersl..
Eiſenw L. Meyer.
El. Lieferung.
El. Licht= u. Kraft 1110.5
Elſ. Bad Bolle..
Emag. ..
Email. Urich ....
Enzinger Berke. .
57.5
26.75
6?
80
91.75
18
95
35.5
56
29.5
44*
154
96.75
106.5
194
52
45.5
65‟
53
1o8.75
77
97.5
5o
50.5
30
15
107
0.29*
38.25
93"
Eßlinger Maſch:..
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Virmaſens.
Farbenind. F.G.
Felten & Guilleau.,
Feinmech. (Fetter)
Feiſt. Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof.
Frkf.M. Vok u. V.
Fuchs Waggon.
Ganz, Ludw.
Geiling E Cie.
Germania Linol.
Geſſenk. Gußſt.
Goldſchmidt,. Th.
Gotha Waggon.
Greffenius.
Gritzner. Maſch.. ..!9
Grün & Bilſinger.
Hafenmühle Frkf.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
Hartm & Brgun.
Heyligenſtaedt. ...
Hilpert. Armatur. 28
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ..
Hoch=Tiefbau ..
Holzmann.....
Holzverk. Ind. — 65
Hydrom. Breslau
Inag.
Junghans
Kammg Kaiſersl. 85
Karlsruher Maſch.
Karſtadt R.
Klein. Sch. &Becker a8
Knorr, Heilbronn 79.5*
Konſerv. Braun.
Krauß Lokom. ...
Lahmeyer ...: 94.
Lech, Augsburg... 941,
746.20
200
88
48,5
1485g
71
81.5
69
40.75
0.59=
45
148.5
30
45
82.75
102
G
62
29
86
33.25
0.67
83
46.5
10 „5
40.2:
56
Lederw Rothe „/38
Spicharz 3
Lingel Schuhw. 33
Löhnberg. Mühle 35.25
Ludwigsh. Walzm 81
Lüdenſcheid Metall 83.25
Luther Mühlenb.
Lux Induſtrie .../33
Mainkraft Höchſt 198.10
Metallgeſ. Frki. 107.9
Meger Dr. Pzul.
Miag Mühlenb. 105
Moenus Stamm., / 31
Motorenf. Deutz
Motorenf. Oberurſ. 47.5
Neckarſ. Fahrz.
80
Neckarw. Eßlingen. 105
86
Beters Union
Pfälz. Näh. Kahſer 48
34
Philipps.
Porzellan Weſſel /3
94
Prometh. Frf.
25.25
Rein Gebb.ESchall 67.25
194.5
Rhein. Eletr.
Rhein. Metall=Vz., 2..75
Rückforth.
Sichel E Co
371g
Siemens Glas.
Siemens & Halske. 1295,
Südd Immob. 65
Thür elektr. Sief. 75
uhren Furtwängl.
Rütgerswerke ... 79.75
Schleußner ../23
Schneid. & Hanau: 539
Schnellpr Frank.: 65
Schramm Lackf. 65.25
Schrift Stempel 83
Schucke: Elektr.: 93.5
Schuhf, Beſſel. /a0.25
Schuhf Herz ../ 36.80
Schuh. Leander 4s
Schultz Grünlac. 45
Seilind Wolff .. 42.2-
Veithwerke
Ver f.Chem. Ind.
Ver.d. Olfbr. Mann.
Ber Faßf. Caſſel
Gummi Bm.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.:
Ultramarin. .
Zelſtoff Berl. ..
Vogtl. Maſch. ...
Voigt s bgefner
Bolthom. Seil. ...
Wahß & Frentag. 11
Begelin Rußfbr... 1
Zellſt Waldhof
Zuckerſ. Waghäuſell
Zuckerf. Frankenth.
Zuckerf Heilbronn.
Zuckerf. Offſtein.
Zuckerf. Pheingau.
Zuckerf. Stuttgart.
Transport= und
Berſicherung”=Akt.)
A. 2t Ei enbahn.
Dt. Eiſenb.=Geſ.
El. Hochbahn Berl.!
Schantung E.B.
Südd. Eiſenb. Gef. 1
Hapag
Nordd, Llohzd. . . . 131.25
Frrf. Alg. Berſ.
Frankona Rückv.
Darmſt. Werte
Bahnbedarf
Dampft Nodberg
Helvetia Konſ.
Gebr. Luß
Motorf Darmſt.
Gebr. Roeder.
Benuleth & Ellenb.
„
Käas
o6.5
64—
89
31.5
10225
116,5
58.5
52
28.5
75.5
58
80
u1s
135
94.75
67.10
28.35
18.5
Nummer 118
haben kann, wenn ein Bedürfnis dafür vorliegt und dieſes ſogar
ſteiger=
unfähig iſt.
Leider hat das Deutſche Kaliſyndikat ſich noch immer nichr veranlaßt
geſehen, über das deutſch=franzöſiſche Kaliabkommen ſich ſeinerſeits bündig
zu äußern. Dieſes Verhalten iſt nicht nur als höchſt rückſichtslos, ſondern
ſogar unter Umſtänden als gefährlich zu bezeichnen. Hat doch z. B. erſt
vor wenigen Tagen die „Journeée Induſtrielle” angedeutet, daß der
franzöſiſche Abſatzanteil die Tendenz des Anſtiegs auf Gleichheit mit dem
deutſchen Exportanteil zeige. Das iſt natürlich eine ganz durchſichtige
und unzutreffende Darſtellung. Denn nach Lage der Dinge bleibt das
Quotenverhältnis von 70 zu 30 Prozent zugunſten Deutſchlands dauernd
unverändert, ſo lange, bis einmal — und bis dahin kann noch lange
Zeit vergehen — ein Abſatz von 840000 Tonnen jährlich (zurzeit werden
noch nicht einmal 600 000 Tonnen abgeſetzt) überſchritten ſein wird; und
ſelbſt dann bleibt an dieſem Eventualabſatz von 840000 Tonnen
Deutſch=
land mit 70 Prozent beteiligt, und erſt an einem Ueberſchuß über 840 000
Tonnen tritt Halbierung des Anteils ein. Immerhin könnte dieſe
Be=
ſtimmung praktiſch bei einer plötzlichen Steigerung des Abſatzes eine
erhöhte Bedeutung für Fronkreich in einem für uns ungünſtigen Sinne
gewinnen; daher aber muß als unerläßlich bezeichnet werden, daß das
Kaliſyndikat endlich ſich über das Abkommen erſchöpfend äußert und
ins=
beſondere derartige, wie man ſieht, dunkle Punkte klar ſtellt.
Die Dividendenerklärungen des Salzdetfurth-—Weſteregeln—
Aſchers=
leben=Konzerns von 12 bzw. 10 Prozent entſprachen nicht ganz den
Er=
wartungen, was auch kursmäßig zum Ausdruck kam. Die Kursanſchläge,
die jedoch über 8 Prozent nicht hinausgingen, wurden zum Wochenſchluß
größtenteils wieder eingeholt. Gute Meinung erhielt ſich namentlich für
Salzdetfurth, wobei beſonders darauf verwieſen wurde, daß die
anſehn=
lichen Dividenden=Einnahmen aus den umfangreichen Beteiligungen an
Aſchersleben und Weſteregeln (je 40 Prozent des Aktienkapitals) erſt dem
laufenden Jahr zugute kommen werden. Die jüngſt wieder
veröffentlich=
ten Dividendenſchätzungen für Kaliinduſtrie (15 Prozent) und Deutſche
Kaliwerbe=Aktien (12 Prozent) haben noch keine Beſtätigung erfahren.
Domerskag, den 29. April 1926
Seite 17
Immerhin gaben dieſe Veröffentlichungen zu ſtärkeren Käufen
Ver=
anlaſſung, die zu einer mehrprozentigen Kursſteigerung führten. Im Zu=
ſammenhang hiermit ſtellten ſich auch die Werte des Winterhall=Konzerns,
deren Ertrag bekanntlich auf die Dividende von Kaliinduſtrie=Aktien
ab=
geſtellt iſt, zum Schluß wieder höher. Eine Ausnahme machten nur
Kaiſerroda, die unter dieſer Parität im Angebot blieben. Gute Nachfrage,
wenn auch zu leicht ermäßigten Preiſen, beſtand für die Werte des
Bur=
bach=Konzerns, namentlich für Krügershall=, Wittekind=, Niederſachſen=
Sauer=Konzerns waren dagegen verhältnismäßig behauptet. Sonſt ſind
noch Einigkeit zu erwähnen, die unter dem Druck der ausgeſchriebenen
Zubuße ca. 100 Rm. im Kurſe verloren. Zeitweilig reger gefragt waren
Ronnenberg=Aktien, deren Kurs ſich etwa 3 Prozent abſchwächte.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, B8. April.
Weizen: Im Anfangsverkehr verurſachten ſchwächere Liverpooler
Notierungen und größere Ankünfte eine ſchwächere Haltung. Später
trafen jedoch ungünſtigere Witterungsberichte aus dem mittleren
Winterweizengebiet ein, ſo daß die Termine mit kleinen Avancen
ſchließen.
Mais: Anfangs verurſachten Liquidationen eine Abſchwächung.
Später wurde indeß die Haltung wieder feſt im Einklang mit der
Weizentendenz und auf ungünſtige Witterungsberichte. Die Termine
ſchließen mit kleinen Aufbeſſerungen.
Hafer: Angeregt durch die Feſtigkeit von Weizen und Mais
ver=
kehrte auch dieſes Marktgebiet in ſtetiger Haltung.
Baumwolle: Zunächſt machte die Erholung weitere Fortſchritte,
veranlaßt durch den wöchentlichen Witterungsbericht, ferner durch
gün=
ſtige Berichte aus den europäiſchen Spinnerzentren und in Erwartung
kleinerer Tender. Dann aber trat eine Abſchwächung ein auf günſtigere
Temperaturberichte aus dem ſüdlichen und mittleren Weſten.
Entfern=
tere Termine gaben etwas nach.
Kaffee: Der Markt verkehrte in ſchwächerer Haltung auf ſpekulative
Glattſtellungen und dringender braſilianiſchen Offerten. Die Termine
gaben 10—15 Punkte nach.
Zucker: Umfangreiche ſpekulative Verkäufe und niedrige kubaniſche
Offerten bewirkten eine ſchwächere Haltung und Kursverluſte von
eini=
gen Punkten.
Kakao: Der Lokomarkt verkehrte in ziemlich feſter Haltung. Der
Terminmarkt lag durchweg etwas ſchwächer und ſchloß mit leichten
Ein=
bußen.
Wirtſchaft des Auslandes.
Um den Verkauf der White=Star=Linie.
Die Londoner Vertreter der International Mercantile Marine Co.
veröffentlichten geſtern eine Erklärung über den augenblicklichen Stand
der Verhandlungen wegen des Kaufes der White=Star=Linie. Die
Ver=
handlungen werden von der Firma Morgan, Grenfeld u. Co., die die
engliſche Käufergruppe vertritt, geführt. Ein proviſoriſches Abkommen
iſt bereits zuſtandegekommen. Indeſſen harren noch zahlreiche
Einzel=
heiten ihrer Erledigung. Falls die Verhandlungen erfolgreich zu Ende
geführt werden, wird die Aktienmajorität in den Beſitz der
Firma Furneß, Whity u. Co. Ltd. übergehen. Hiernach
entſpre=
chen die Gerüchte von einem „Verkauf der White=Star=Linie an die
Cunard=Linie nicht den Tatſachen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Frankfurter Handelsbank A.=G. vorm. Frankfurter
Viehmarkts=
bank beabſichtigt der auf den 11. Mai einberufenen
Generalverſamm=
lung die Verteilung des Gewinnes von 18 595 Mark dergeſtalt zu
ver=
teilen, daß 7 Prozent Dividende zur Ausſchüttung gelangen und 1295
Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Die heſſiſche Herkules=Bierbrauerei=A.=G., Kaſſel, gibt eine
acht=
prozentige hypothekariſch ſichergeſtellte bis 1931 unkündbare Anleihe im
Betrage von 1 200 000 Reichsmark (Eine Reichsmark iſt gleich 1/2790
Kilo Feingold) aus. Die Anleihe wird zu 92 Prozent zum Ankauf
aus=
gelegt. Zahlung zu 102 Prozent.
Da ſich die Meißener Porzellanmanufaktur in
Abſatz=
ſchwierigkeiten befindet, hat die ſächſiſche Regierung den Landtag um
Einſtellung eines Betriebsvorſchuſſes von 2,21 Millionen Mark in den
Staatshaushalt gebeten. Dieſer Vorſchuß ſoll mit 6 v. H. verzinſt und
zunächſt bis Ende 1930 gewährt werden.
Die ruſſiſche Regierung hat beſchloſſen, ſofort die
Ein=
käufe in Amerika einzuſtellen, bis die Verhandlungen
über den deutſchen 300 Millionenkredit abgeſchloſſen ſind.
Dieſer Beſchluß hat in amerikaniſchen Finanzkreiſen große
Unzufrieden=
heit ausgelöſt.
ORPHEUM
ORPHEUM
ORPHEUM
Samstag Gastspiel: Gastspiel: Samstas Dielustige
MAer Berliver 1 De Au Mai 60 Mitwirkende. — Bisher über 300 Aufführungen. Mal ſal
ORPHEUM
ORPHEUA
Palast-Lichtspiele
Ein deutsches Meisterwerk!
Deutsche Filmkunst!
Me ude der Bafadele
Ein Sensations-Abenteuer-Film aus dem
dunkelsten Indien in 7 Akten.
Dle Tragödle einer Indischen Tänzerin
In der
Hanptrolle ELLEHKÜRTI
Der Film ist in seiuer Wirkung und Spannnng
und überreich an Sensationen der stärkste seit
langer Zeit. — Die halsbrecherischen
Flungzeng-
sensationen wurden von dem berühmten
Kampfflieger Udel ausgeführt.
Der Gettstreit der Reporter
WResidenz-Theaterd
Heute letzter Tag!
Ganar Tolnaes
Karina Bell
in dem indischen Prunk-Großfilm: (6499
Die Lieblingsfrau
des Maharadscha
Der Liebesroman einer modernen Europäerin
und eines indischen Maharadscha in 2 Akten.
Von 7 bis 8½ Uhr bringen wir als Einlage:
Die vom anderen Ufer
Der Roman einer Liebe zwisch. Arm u. Reich in 6Akten
—Die vom anderen Uter, das ist nicht nur —
wörtlich zu nehmen. Getrennt durch
undber-
brückbare Gegensätze stehen sich die Klassen
der Besitzenden und der Arbeiter im Kampf ums
tägliche Brot gegenüber und selten gelingt es
mal einem Mittellosen, z. anderen Ufer zu kommen
ORPHEUM
Union-Theater
Heute letzter Tag!
Luxusweibchen
Ein Zeitbild aus Berlin W. in 6 Akten
Hauptdarsteller:
Lee Parry, Hanz Alberz, Olaf Flord,
Juilus Falkenstein, Hans Junkermann.
Der Aufstieg der
kleinen Lilian
Sitten-Roman in 6 Akten.
In den Hanptrollen: Maria Zelenka, Margarete
Kupfer, Fritz Kampers, Bruno Kastner.
Der Fuchs und die Krähe
Groteske.
(11424
Anfang 31/, Uhr. — Letzte Abendvorstellung 7/,8 Uhr
Neueste Wochenschau. —
— Modenschau.
Turngemeinde Darmſtadt 1846.
Samstag, den 1. Mai 1926, abends
8½ Uhr, im kleinen Saal
Monats Berſammlung
Hierbei wird der äußerſt intereſſ. Film:
„Die Maggi=Werke‟
in Singen, am Hohentwiel
gezeigt. Zu dem Beſuch des Films mit ſeinen prächtigen Bildern
und ſeinem umfaſſenden Einblick in eines der größten deutſchen
Nahrungsmittelwerke laden wir unſere Mitglieder und Freunde
hiermit ein. Gratis=Koſtproben,
(6470
Der Redewart.
Ebang. Martins=Kirche
Donnerstag, den 6. Mai, abds. 8 Uhr
Arien=und Liederabend K
Peter Schäfer K
Mitwirkende:
Frl. Eliſabeth Dieffenbach (Violine) 1
Herr Dr. Friedrich Noack (Orgel) 7
Karten zu ℳ 1.— (num.) und ℳ 050
unnum bei Chr Arnold,am weißen
Turm, und an der Abendkaſſe. (6476
—
Raſen=,Schwimm=, Hallenſport
Bekleidung, Ausrüſtung
Sporthaus L. Adelmann
Pinſelaller Art
Rheinſtraße 12½. (5558a
G Krauty, Eſchollbrück.
(4311a
Straße 3.
Städtiſche
Alademie für
Jonkunſt.
O. Akademie-
Konzert
Donnerstag, 29. April
1926, abends 8 Uhr,
im Kleinen Haus des
Heſſiſchen
Landes=
theaters
Lieder=Abend
Robert Butz
Opernſänger am
Landestheater
Karlsruhe.
Lieder v. Schumann
Beines u. R. Strauß
Karten 2—5 Mk. bei
Konzert=Arnold,
Wilhelminenſtraße 9
Tel. 2560, (6472
Fr. Lit.=Künſtl.
Geſellſchaft
VII. Vereinsabend
Heute
Donnerstag, 29.April
7½ Uhr
im Mathildenhöhſaal.
Karl Zuckmayer
ieſt eigeneDichtungen
Karten zu 1, 2 u. 3 ℳ
bei Buchhandlung
Bergſträßer,
Rhein=
ſtraße 6, und
Abend=
kaſſe, (6519
Miet-
Pianos
frei. (3504a
Arnold & Sohn
Eliſabethenſtr. 28
Anfang 8½ Uhr. — Letzte Abendvorstellung 8½ Uhr
Ab morgen:
Bie Wiskottens
nach dem Roman von Rudoll Herzog-
Vater=
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die Geſchſt. (6480
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Theaterzettel für Donnerstag, 29. April
(Ohne Gewähr)
„Der Kreidekreis”
Perſonen:
Tſchang=Haitang . . . . . Jeſſie Vihrog
Frau Tſchang, ihre Mutter Käthe Meißner
Tſchang=Ling, ihr Bruder. Hans Schultze
Tong, ein Kuppler . . . . HansBaumeiſter
Pao, ein Prinz . . . . Joachim Büttner
Ma, ein Mandarin Max Nemetz
Yü=Pei, ſeineGattin erſten
Ranges
... Beſſie Hoffart
Tſchao, Sekretär beim Gericht. Hans Schalla
Tſchu=Tſchu, Oberrichter . K. Weſtermann
Eine Hebamme . . . . . Margar Carlſen
Willy Krichbaum
Ein Kurier . . . .
Erſter Kuli. ...
Hugo Keßler
.. Walter Bluhm
Zweiter Kuli ..
Hans Ausfelder
Erſter Soldat
Eduard. Göbel
Zweiter Soldat
Dritter Soldat
Jacob Sattler
Vierter Soldat
Friedrich Kinzler
Hans Ausfelder
Ein Poliziſt.
Ein Wirt
Hugv Keßler
W. Mahenknecht
Ein Dichter . .."
Ein Zeremonienmeiſter Frdr. Jachtmann
Ein Blumenmädchen . . Annelies Roerig
Gerichtsperſonen, ein Kind.
enfübel
A
Beſſungerſt. 2. 64c
[ ← ][ ][ → ]Seite 18
Donnerstag, den 29. April 1926
Nummer 118
OM
HEENT
DRheseR-REctusschufs Outch VERLAS OSKAß HEISTER WeRDA0
12)
(Nachdruck verboten)
„Ich habe Sie überhaupt ſchon einmal geſehen. Wenn ich
nicht irre, im Deutſchmeiſter=Sportklub.”
„Ich war einmal dort zu Gaſt. Sie gewannen das
Vorgabe=
laufen mit Ihrem Bruder zuſawmen,” antwortete ſie glücklich.
„Richtig. An dem Tage war’s. Treiben Sie auch Sport,
Fräulein Michgel?”
„Nein! Ich bin nicht viel wert.”
Er umfaßte ihre langaufgeſchoſſene Geſtalt, die eckig und hart
war, mit prüfenden Blicken.
„Sie müſſen Sport treiben. Das macht Sie geſund wie ein
Fiſch im Waſſer.”
Sie erſchrack bei ſeinen Worten und fühlte ſich ſo froh.
un=
bewußt wies ihr Werner den Weg.
Dakbar ſah ſie ihn an. „Ich werde Ihrem Beiſpiel folgen.
Warum haben Sie unſere letzte Einladung ausgeſchlagen?”
Sie ſchloß die Augen vor dem wilden Trotz, der ihm da aus
den Augen brach.
„Erlaſſen Sie mir die Antwort. Sie wollte ich nicht kränken,
das können Sie mir glauben. Aber zwiſchen Ihrem Vater und
uns zwei Brüdern gibt es kein Band der Gemeinſchaft mehr.”
„Iſch glaube, mein Vater trägt Ihnen, nichts mehr nach”
ſagte ſie zaghaft.
„Das könnte wohl ſein!” kam es ſcharf aus ſeinem Munde,
daß ſie unwillkürlich zuſamenzuckte. „Aber wir können nicht
vergeſſen, wir dürfen es nicht. Verzeihen Sie.”
Mit wehen Augen ſah ihn das Mädchen an, dann ſenkte ſie
den Blick und ſchwieg.
„Haben Sie ſich gezankt?” rief Frau Maya ſcherzend herüber
und trat zu den beiden.
„Durchaus nicht, gnädige Frau.”
Nehmen Sie ſich vor Ihrem jungen Onkel in acht,
Fräu=
lein Annette. Der verdreht aller Welt den Kopf.
„Gnädige Frau ſind heute in Spötterlaune.”
„O durchaus nicht. An allen Ecken und Kanten fragt man
mich nach den Brüdern Michael, beklagt ſich, daß keine Einladung
fruchtet, bittet mich, ein gutes Wort einzulegen. Ja, es iſt ſo,
mein lieber Freund, und wenn ich Sie damit eitel mache, es
iſt ſo.”
„Gnädige Frau miſſen mich armen Teufel nicht ſo quälen.”
„Tue ich Ihnen wirklich weh damit?. Ich glaubte, Ihnen
damit eine Freude zu machen.”
Er ſah ſie mit ſeinen ſtpahlenden Jungenaugen heiß an und
flüſterte ihr zu: „Froh werde ich erſt ſein, wenn ich die
Gewiß=
heit habe, daß ſie mir gut ſind.”
„Oho, wein Herr Ritter. Sie werden kühn.”
„Ich haſſe Verſteckſpielen, Frau Maha. Das hat ein Michael
nicht nötig,” ſagte Werner ſtolz. Und da geſchah das Unerhörte
die Weltdame Frau Maya von Syrtingshall mußte den Blick
ſenken.
„Was ſoll das, Herr Michgel?” Unſicher klang es.
Er ſchritt an ihrer Seite dem Kamin zu und ließ ſich ihr
gegenüber in einen Lederſeſſel nieder.
„Was das ſoll, gnädige Frau? — Oder darf ich imer Frau
Maha ſagen? — Klarheit möchte ich haben.”
„Lieber, junger Freund, ich weiß nicht recht, was Sie damit
ſogen wollen.”
„Ich habe Sie lieb, Frau Maya.”
„Das haben mir ſo viele ſchon geſagt.”
„Nicht geſagt, ſondern gelogen.”
Verwundert ſah ſie ihn an, dann ſtieß ſie ernegt hewvor=
„Trauen Sie ſich mehr Ehrlichſeit darin zu?”
„Frau Maha, weichen Sie mir nicht aus. Geben Sie mir
eine Antwort.”
Die ſchöne Frau ſah ihm lächelnd in das von innerer
Er=
regung errötete Geſicht.
„Vielleicht habe ich Sie lieb. Doch davon ein andermal,
lieber Freund.”
Warum ein andermal?”
Da hob ſie langſam die Lieder, und ein Blinken aus ihren
dunklen Augen verriet die Anteilnahme, die ſie an den Worten
Werners nahm.
„Warum? — Weil ich Ihnen — allein die Antort darauf
geben möchte. Kommen Sie morgen abend zu einer Taſſe Tee
zu mir. Sie finden mich allein.”
Da ſenkte Werner die Augen, alles Blut ſtrömte wilder in
ihm.
Heiß küßte er die Hand der ſchönen, geliebten Frau.
„Morgen abend — ich bin bei Ihnen, Frau Maya.”
Als die Brüder nachts mit dem letzten Vorortzuge nach Hauſe
fuhren, waren beide ſchweigſam.
Als ſie in Lichterfelde ausſtiegen, waren die Straßen ſtill
und menſchenleer. Der Wind bewegte die Bäume, die die
Stra=
ßen rechts und links ſäumten, ganz ſacht, als wollte er die Ruhe
der Nacht nicht ſtören. Irgendwo aus der Ferme klangen die
melancholiſchen Töne einer Harmonika.
Nachtfrieden in der Großſtadt.
„Ich möchte bald einmal mach Hauſe, Weruer.”
Der überhörte des Bruders Frage.
„Hörſt du, Werner. Nach Hauſe möcht’ ich bald einmal.”
„Warte noch einige Tage.”
„Du haſt heute mit Frau Maya geſprochen?”
Rae
„Und? — Sprich dich aus, Werner. Wir wollen die Alten
bleiben. Verſtehſt du mich? Wir wüſſen es bleiben. Ich bin
wahrlich nicht an deimner Seite, um dir das Leben, ſchwer zu
machen und dir mit Bedenken und Sorgen deine Freuden zu
trü=
ben. Aber offen mußt du mir bleiben.”
Werner faßte dankbar die Hand des Bruders.
„Habe Dank. Ich wills wie du. Aber heute laß mich. In
mir würgt alles. Ich bin glücklich, unbeſchreiblich ſelig und doch
nicht ſo zufrieden, wie ich’s erſehne. Ich kann dir es heute nicht
ſagen.”
„Du wirſt morgen zu Frau Maya gehen?”
„Jal Sie hat mich gebeten.”
In dieſer Nacht fand Werner keinen Schlaf. Seine Gedanken
umkreiſten ſtändig die geliebte Frau. Und ſeinem Bruder Klaus
war weh um die Seele.
Er fühlte inſtinktiv, daß Werner einen Irrweg ging, und er
konnte ihn doch nicht zurückhalten.
Am anderen Ahend fand ſich Werner püuktlich bei Frau
Maza ein. Die Zofe emipfing ihn mit feinem Lächeln, jenem
wiſſenden Lächelu, das Dienſtörten, die in einem perſönlicheren
Verhältnis zu ihrer Herrſchaft ſtehen, immer haben.
Werner wurde flammend rot, als ſie ihn prüfend anſah.
„Bitte, legen Sie ab, Herr Michgel. Frau von Syrtinghall
wird gleich erſcheinen.”
Schweigend entledigte er ſich ſeines Ulſters und ließ ſich in
den breiten Klubſeſſel fallen.
Und das Warten wurde ihm zur Qual, obwohl es nur
wenige Minuten währte, bis Frau Maya eintrat.
Er ſah ſie auf ſich zukommen und ſtarrte ſie an, ſich nicht
rührend.
Wie eine Wolke von Schönheit kam ſie auf ihn zu.
Frau Maya ſtrahlte ihr ſchönſtes Lächeln, und das
hauch=
dünne Seidenkleid, im leuchtenden Weinrot ſchillernd,
ſchmiegt=
ſich eng an ihren prächtigen Körper, deſſen Formen diskret
au=
deutend.
„Nun, mein Freund, wollen Sie mir nicht guten Tag ſagen?”
„Frau Maya —?” bat er flehend, ſtand mit einem Ruck auf
und faßte ihre Hände. Das Wundern floh aus ſeinen Augen
und machte einem Strahlen Platz. Alle Liebe ſeiner reinen
Jugend, alle Innigkeit und Hingabe ſprach aus dem Blick, ſo
daß Frau Maha verwirrt die Augen ſenkte.
Sie nahmen einander gegenüber Platz. Die Zofe ſervierte
raſch und geräuſchlos den Tee.
„Wir bedienen uns ſelbſt, Thea,” ſagte Fraut Maya
freund=
lich. „Wenn Sie abräumen ſollen. klingle ich.”
„Gewiß, gnädige Frau.” Und dabei ſtreiften ihre Augen mit
ſeltſamem Blick den jungen Werner.
Als ſich die Tür hinter ihr geſchloſſen hatte, nahmen ſie
ſchweigend den Tee ein.
„Warum heute ſo ſchweigſam, mein Freund?”
„Warum heute? Frau Maya, ſoll ich Ihuen irgend ewas
ſagen, irgend etwas Banales, Altägliches — wie den anderen.
Soll ich das? Erwarten Sie das heute von mir?”
„Nein, das ſollen Sie nicht. Und doch, wir wollten plaudern,
ein wenig plauſchen über Welt und Menſchen. Iſts nicht ſo?”
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