Einzelnummer 10 Pfennige
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Hefſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landesbauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 84
Donnerstag, den 25. März 1926.
189. Jahrgang
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Konſuns oder gerichtiſcher Beſtreſbung fällt ſeder
Nabat weg. Bankonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nalionalbank.
Die Ratsnote Braſiliens.
Was Chamberlain und Mello Franco verſchwiegen.
Berlin, 24. März.
Chamberlain hat am Dienstag im Unterhaus ſeine
Vertei=
digungsrede gebalten und ſeine Haltung damit zu rechtfertigen
geſucht, daß er ſich auf das Veto Braſiliens ſtützte. In Berliner
unterrichteten diplomatiſchen Kreiſen begegnet die
Chamber=
lainſche Behauptung allgemeinem Kopfſchütteln, daß die
braſi=
lianiſche Antwort, die Deutſchland unter dem 1. Dezember 1924
hinſichtlich der
Stellung Braſiliens zu der Frage eines
ſtändigen deutſchen Ratsſitzes
erteilt wurde, Deutſchland hätte veranlaſſen müſſen, „auf ſeiner
Hut” zu ſein. Von zuſtändiger deutſcher Seite liegt uns jetzt
der Wortlaut der Ueberſetzung der Note vom 1. Dezember 1924
vor, mit der die braſilianiſche Regierung ſeinerzeit auf das
deutſche Memorandum vom September 1994 über den Eintrit
Deutſchlands in den Völkerbund geautwortet hat. In dieſer
Er=
klärung, der braſilianiſchen Regierung wird in bilderreicher
Sprache vorerſt der brennende Wunſch Braſiliens betont, im
Rahmen des Völlerbundes
„im höheren Sinne an der Verwirklichung der edlen Ideale
der Menſcheit mitzuwirken”.
Weiter heißt es dann wörtlich:
Wir würden ſogar unſerer Angehörigkeit zum Völkerbund keine
Ehre antun, wenn wir den ſelbſtſüchtigen Gedanken hätten, einzig
und allein unſere Intereſſen als ſouprräner Staat und als
Mit=
gled der amerikaniſchen Familie wahrzunehmen.”
Nachdem dieſer Geiſt, von dem ſich Braſilien leiten zu laſſen
berſpricht, mit pathetiſchem Schwunge noch präziſer erläutert
wind, fährt die braſilianiſche Note fort:
Die braſilianiſche Regierung iſt jedoch der Anſicht, daß die
Fragen, welche in dem von D. utſchland ausgeſprochenen Wunſche
zu Regierung verhand lt werden ſollen, ſondern vorzugsweiſe
von den Mitgliedern des Völkerbundes und in ihrem Schoße
aus=
einandergeſetzt und im Ganzen erärtert werden müſſen, damit
die verſchiedenen Seiten der genannten Fragen und die
Ge=
ſichtspunkte der anderen Aſſoziierten beſſer erkannt werden
können. Die deutſche Regierung kann jedenfalls die Gewißheit
haben, daß wir unparteiſch und in verſöhnlichem Geiſte ihre
B ſtrebungen, welche in der Denkſchrift vom 29. September 1924
enthalten ſind, mit der feſten Abſicht prüfen werden, angemeſſene
Löſungen für alle gerechten Fragen und Reklamationen zu
finden, unbeſchadet der Verpflichtungen, die durch Braſilien
unternommen ſind, und der guten Lehre des internationalen
Rechtes je nach der Natur des einzelnen Falles. Dies
vor=
ausgeſchickt hat Braſilien an ſich keinerlei Einwendungen gegen
den Beitritt Deutſchlands als Mitglied des Völkerbundes zu
er=
h.ben. Im Gegenteil, es wüinſcht, daß dieſer Beitritt ſich
voll=
ziehe. Auch iſt Braflien im Prinzip nicht dagegen, daß das neue
Mitglied einen ſtändigen Sitz im Rate erhält. Dieſe Frage und die
anderen, auf die ſich das Memorandum der deutſchen Regierung
bezieht, werden von Braſilien in unvoreingenommenem Geiſte
und in gerechter Abwägung ins Auge gefaßt werden, ſobald wir
gerufen werden, die Angelegenheit bei ihrer Erörterung in der
Völkerbundsverſammlung zu behandeln.
In unterrichteten Berliner Kreiſen wird es als
beſon=
ders auffällig vermerkt, daß Herr Chamberlain ſich im
Unterhauſe nur auf den einen Abſatz der braſilianiſchen Note
be=
zieht, den auch Herr Mello Franco in Genf in der Schlußſitzung
der Bundesverſammlung allein wiedergegeben hat, den Abſatz
nämlich, in dem von der Notwendigkeit geſprochen wird, die in
dem deutſchen Memorandum aufgeworfenen Fragen im Schoße
des Völkerbundes ſelbſt zu erörtern.
Verſchwiegen werden in beiden Fällen gerade die
entſchei=
denden Sätze, wonach Braſilien den Beitritt Deutſchlands
wünſche und im Prinzip nicht dagegen ſei, daß das neue
Mitglied einen ſtändigen Sitz im Rat erhalte. Dieſe
ent=
ſcheidenden Sätze enthalten keinerlei Vorbehalte Braſiliens,
wie insbeſondere auch in der braſilianiſchen Note ſich nicht die tigen Fabrikanten, deren Leute länger als acht Stunden und oft
geringſte Andeutung findet, daß die braſilianiſche Regierung den
ſtändigen Ratsſitz für Deutſchland von der gleichzeitigen
Ein=
räumung eines ſtändigen Ratsſitzes an Braſilien abhängig
machen werde. Die deutſche Regierung konnte und mußte daher
annehmen, daß Braſilien ebenſo wie die anderen Ratsmächte der
deutſchen Forderung vorbehaltlos zuſtimmen. Es ſei deshalb
nicht verſtändlich, daß Chamberlain meint, die braſilianiſche
Antwort hätte Deutſchland veranlaſſen müſſen, auf der Hut zu
ſein. Davon, daß Braſilien damals, wie Chamberlain annimmt,
den Deutſchen eine Warnung übermittelt hätte, es werde ein dürfte. Bei uns iſt es üblich, Abkommen dieſer Art ſtrenge
aus=
eigenes Erſuchen um einen ſtändigen Ratsſitz gleichzeitig mit dem
deutſchen Antrag zur Erörterung ſtellen, könne gleichfalls nicht eine Arbeitszeit von mehr als acht Stunden nicht die Ausnahme,
im entfernteſten die Rede ſein.
Warum Deutſchlandnicht die Bedingungſtellte,
allein in den Rat aufgenommen zu werden. die alten Befürchtungen vor der längeren kontinentalen Arbeits=
Von deutſcher Seite verweiſt man beſonders auf die deutſche Note
vom 12. Dezember 1924 an den Generalſekretär des Völkerbundes, in
der die Reichsregierung feſtſtellte, ſie entnehme aus den Antworten der
Natsmächte, daß ihren Wünſchen wegen der Beteiligung Deutſchlands neuen ſtatiſtiſchen Abteilung vorgelegt hat, aus denen
hervor=
am Nat durch die damals im Nat vertretenen Regierungen entſprochen
würde. Gegen dieſe Feſtſtellung iſt in der Antwort des Nates vom geht, daß von 12 Millionen Arbeitern nur 119 Millionen über
13. März 1925, an deren Faſſung ſowohl die braſilianiſche wie die eng
liſche Regierung als Ratsmächte beteiliat waren, kein Widerſpruch
er=
hoben worden, vielmehr wurde erklärt, daß der Nat nicht in der Lage ſei,
eine Erklärung abzugeben, die mit den vorhergegebenen Antworten der
Natsmächte in Widerſpruch ſtände. Außerdem gab aber der Nat im
Schlußſatz ſeiner Antwort ganz unzweideutig dem Wunſche Ausdruck,
Deutſchland an den Ratsarbeiten beteiligt zu ſehen. Was beſonders die
Haltung von England angebt, ſo wird beſonders darauf hingewieſen, daß im Laufe der Konferenz von deutſcher Seite erhalten hat. Dies
England mit den übrigen Vertragspartnern von Locarno die Verbindung
des Sicherheitspaktes mit dem Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund
ſefordert hat. Die ganzen Verhandlungen von Locarno ſind aber auf
ber Grundlage geführt worden, daß Deutſchland Mitglied des Bundes
und zugleich ſtändiges Mitglied des Rates ſein wird. Keine Seite habe
die Tatſache der Anberaumung einev Sondertagung für die Aufnahme
Verlauf der Märztagung rechmeten. Wären ſie in dieſer Beziehung
Sache geweſen, dieſe Schwierigkeiten rechtzeitig aus dem Wege zu räumen.
Weiterhin iſt es aber auch nach der gauzen politiſchen Entwicklung vor.
land niemals ausdrücklich die Bedingung geſtellt habe, allein in den Nat nur im Einzelfalle bis zu 90 Prozent am Volksbegehren
betei=
aufgenommen zu werden. In Berliner unterrichteten Kreiſen betont
ausdrückliche Vorausſetzung doch nur dann zum Ausdruck hätte gebracht
werden nüſſen, wenn die deutſchen Unterhändler etwa hätten annehmen
können, daß ihre Partner gleichzeitig mit dem deutſchen Eintritt eine
Rates planten. Für die Annahme aber, daß ein ſolcher Plan bei einer
der Locarno=Mächte beſtehe oder auch von einer anderen Negierung
er=
wogen werden könnten, lag nicht der geringſte Anlaß vor.
* Die vereinbarten Beſtimmungen
über den Achtſtundentag.
Von unſerem Korreſpondenten.
C.II. D. London, 24. März.
Die Konferenz über den Achtſtundentag hat zu einer
Ver=
einbarung geführt, welche in ihrer ſchriftlichen Niederlegung
handelt, ihre abſolut freien Entſchließungen zu faſſen.
zuſammengefaßt ſind, zu denen gehören, die nicht von Reſierung rückhaltloſen Anerkennung der Arbeiten dieſer Konferenz, die nür nen mag, ſo wird man doch nicht verkennen dürfen, was es
vier Tage gebraucht habe, dieſe ſchwierige Materie zu erledigen.
„Man kann ihr Arbeiten direkt als ein muſtergültiges bezeichnen”,
ſägte ein prominenter City=Mann, der ſelber infolge ſeiner
um=
ſchon in zahlreiche Konſerenzen entſendet worden iſt. „Es war
ein glücklicher Gedanke, daß die beteiligten Regierungen ihre
Mi=
miſter ſelber, unterſtützt von einer geringen Zahl von Delegierten
und Beratern entſenden ſollten. Es war ein nicht minder
glück=
wurden. So war das Gelingen von vornherein ſichergeſtellt,
zu=
mal ein drittes, wichtigſtes Moment mitwirkte, daß politiſche
Erwägungen und Sonderintereſſen gänzlich draußen blieben.
Man muß alle Hochachtung vor dieſer Verſammlung von
fleißi=
gen, energiſchen Arbeitern haben, die vom erſten Tage ab in
zwei langen Sitzungen gearbeitet haben, und am letzten Tage
Abſchluß des Werkes zu kommen. In der Tat, ein würdiger
Abſchluß, dieſer Rekord=Ueberſtunden=Arbeitstag.”
Ein bemerkenswertes Urteil über das Ergebnis fällte der
Direktor der Nationalen Union der Fabrikanten, Sir John
Cor=
coran, der früher Direktor der Abteilung für Armeekontrakte
ge=
weſen iſt. Er äußerte ſich in einer Unterredung dahin, daß es
ſchwierig ſei, einige der größten britiſchen Unternehmungen in
er=
folgreichem Betrieb zu halten, wenn ſie durch eine Beſtimmung
ſtrikt daran gehindert würden, ihre Leute unter allen Umſtänden
länger wie die geſetzmäßigen acht Stunden arbeiten zu laſſen. Er
denke z. B. an die Bahnen, das Druckerei=, das Baugewerbe und
einige der Regierungsbetriebe. Im Druckereigewerbe käme nicht
ſelten eine Arbeitsfülle wie eine Lawine, und dann ſei es
not=
wendig, Ueberſtunden arbeiten zu laſſen. Man könne nicht eine
Arbeiterreſerve für ſolche Fälle ausnahmsweiſen Drucks müßig
herumſtehen laſſen. „Unſere britiſchen Fabrikanten ſind gewiß
beſtrebt, ihren Arbeitern alle möglichen Vorteile zuzuwenden,
aber ſie ſind zur Zeit ſchwer belaſtet im Vergleich zu
auswär=
für geringeren Lohn arbeiten, und die noch dazu den Vorteil
eines geſicherten Heimmarktes beſitzen. Die Ziffern der britiſchen
ſind, weitere Laſten zu tragen. Wenn wir zu einem
Achtſtunden=
tag verpflichtet werden ſollen, ſo muß es abſolut klar geſtellt
wer=
den, daß unſere Verpflichtungen unter keinen größeren
Bela=
ſtungen ſtattfinden, wie die unſerer Wettbewerber auf dem
Welt=
markt ſind. Wir können unmöglich ein Syſtem der Ausnahmen
akzeptieren, die jedes andere Land in ſeiner Weiſe interpretieren
zulegen. Aber ich befürchte, daß in anderen Ländern, in denen
kungen aufzuheben, noch dieſelbe Gründlichkeit, an einmal
be=
ſchloſſenen Beſtimmungen feſtzuhalten.”
Wir bemerken alſo auch bei dieſem Sachverſtändigen wieder
Argwohn feſtzuhalten ſcheint, obſchon der Herr Arbeitsminiſter
längere Arbeitszeit einlaufen, und man kann nur hoffen, daß daß die erwähnten Anträge auf der Parteitagung von der
ſozia=
das britiſche Arbeitsdepartement baldmöglichſt dem britiſche.
Handelsamt Mitteilung von der Neuorientierung macht, die es
würde ſich auch namentlich auf die Grubeninduſtrie beziehen,
deren Arbeitszeit von der der deutſchen nachweislich ig nur um
zehn Minuten übertroffen wird.
OasVolksbegehrenin Sachſen
Von unſerem ſtändigen Mitarbeiter.
Dr. G. Dresden, Ende März.
Die purpurfarbene Linke in der roten Hochburg des deutſchen
dabei auch nur entfernt in Betracht gezogen, daß der Eintritt Deutſch= Sozialismus und Kommunismus, in Sachſen, reibt ſich im
lands in den Nat irgendwie auf Schwierigkeiten ſtoßen könne. Auch Ueberſchwang ihrer Freudengefühle die Hände. Die Spalten
ihrer durchweg radikalen Blätter ſind beſät mit Erfolgsmeldun=
Deutſchlands ließ erkennen, daß die Vertragspartner von Loearno die gen über den Ausgang des Volksbegehrens zur Fürſtenenteig=
Aufnahme Deutſchlands zur Inkraftſetzung der Locarno=Verträge ſo ſehr nung. Es wird da addiert und dividiert, in Ziffern verglichen
als möglich beſchleunigen wollten, und daß ſie mit einem böllig glatten und in Prozenten vorausgeſchätzt, daß dieſer mathematiſche
Hoch=
anderer Anſicht geweſen, oder hätten ſie auch nur entfernt an die Mög= eiſer, wenn er einer beſſeren Sache diente, wenn er beiſpielsweiſe
lichkeit von Schwierigkeiten von dritter Seite gedacht, ſo wäre es ihre der Verminderung der ſächſiſchen Staatsausgaben gewidmet
wär, nur mit Vergnügen beobachtet werden könnte. Selbſtredend
ſtehen die Zählergebniſſe aus Dörfern und Dörfchen in den
indu=
in und nach Locarno nicht angängig, ſich darauf zu berufen, daß Deutſch= ſtriereichſten Gegenden Sachſens, deren Wahlberechtigte ſich nicht
man erneut, daß die Aufnahme Deutſchlands vor grundlegenden Aende= ligten, im Vordergrund der demagogiſch anſchaulichen
Schilde=
jungen des Nates eine Selbſtverſtändlichkeit war, die deutſcherſeits als rungen der ſächſiſchen Linkspreſſe. Selbſtredend wird den
natio=
nalen Zeitungen, die in Sachſen allerdings dünn geſät ſind,
ſo=
bald ſie dieſe Tatſachen mit der notwendigen Kritik ihrer
Leſer=
ſchaft unterbreiten, angedichtet, daß ſie vor innerer Wut über den
andergeitige grundlegende Aenderung in der Zuſammenſetzung des ungeheueren Erfolg des Volksbegehrens ſchäumten, und es fehlt
auch nicht an der prophetiſch ſein wollenden Tirade, daß der
Monarchismus im Herzen des deutſchen Volkes ein für allemal
erledigt ſei, nachdem ſo viele Millionen deutſcher Wähler ſchon
im erſten Treffen gegen das Fürſtentum ſich erhoben hätten.
Leider macht es ſich notwendig, den blumigen Freudenwein der
parlamentariſierten Jakobiner Sachſens mit etwas
Wahrheits=
waſſer ſeiner gefährlich umnebelnden Wirkung zu berauben und
nach der vorſchnellen agitatoriſchen Auswertung der
Einſchrei=
bungsergebhiſſe die poſitiven Tatſachen ſprechen zu laſſen, denen
deshalb eine beſondere Bedeutung zukommt, weil ſie kraft ihres
ſächſiſchen Urſprungs für das Reich am ſicherſten erkennen laſſen
dürften, mit welchem Höchſtmaß an Zulauf die geſamte
Anti=
fürſtenaktion zu rechnen haben wird. In Sachſen haben ſich nach
einen klaren Blick gewährt, wie man über das zu ratifizierende den bisherigen Feſtſtellungen, die kaum noch weſentliche Ver=
Abkommen von Waſhington denkt. Die Niederlegung bietet alſo änderungen erfahren werden, von den 3261 725
Stimmberech=
eine Grundlage für die Regierungen, wenn es ſich für ſie darum tigten des zweiten Wahlgangs zur Reichspräſidentenwahl
1 542 359 in die Liſten des Volksbegehrens eingezeichnet. Das
ſind im ganzen 473 Prozent. Wenn dieſes Reſultat auch fürs
Alle bis jetzt zu regiſtrierenden Auslaſſungen gipfeln in einler, eiſte im Sinne der Stimmungsmacher beſtechend günſtig
erſchei=
eigentlich repräſentiert. Zunächſt wird man dabei im Auge
be=
halten müſſen, daß es fich eben um Sachſen handelt, den
dich=
faſſenden Erfahrung in Geſchäften wie in indüſtziellen Fragen teſt beſiedelten deutſchen Gliebſtaat, der durch ſeine ſtarke
Zu=
ſammendrängung der Bevölkerung und deren überwiegend
indu=
frrielle Betätigung von jeher im ſozialiſtiſchen Anhang das ſtärkſte
Kontingent ſtellte. Auf das Reich läßt ſich das ſächſiſche Ergebnis
ohne weiteres keineswegs übertragen. Eine ganze Anzahl
land=
licher Gedanke, daß nur die fünf größten Handelsmächte beteiligt wirtſchaftlicher Wahlkreiſe im Reiche wird jedenfalls der Menge
der abgegebenen Stimmen nach weit hinter ihm zurückbleiben.
Und ſelbſt wenn man das ſächſiſche Reſultat als Reichsreſultat
betrachten wollte oder dürfte, ſo würde dieſe Vorwegnahme doch
unabweisbar zu dem Schluß nötigen, daß in Anbetracht aller
Wahlberechtigten eine 47= oder 48prozentige Beteiligung für eine
Aktion, die im entſcheidenden Gauge mindeſtens 50 Prozent der
bis in die Morgenſtunden, weil der einmütige Wille vorlag, zum Wählermaſſen auf die Beine bringen muß, ein Fehlſchlag iſt und
bleiben wird. Weder in Sachſen noch im Reiche werden ſich beim
Volksentſcheid, der nunmehr unabwendbar erſcheint, alle die
Ein=
zeichner des Volksbegehrens mobiliſieren laſſen, die zum
Erſt=
erfolg der Sozialiſten und Kommuniſten beigetragen haben. Das
dürfte ſchon deshalb nicht möglich ſein, weil der Abwicklung des
Volksbegehrens ganze vierzehn Tage zur Verfügung ſtanden,
während der Volksentſcheid ſich wahlmäßig an einem beſtimmten
Tage abzuſpielen hat. In 10 bis 12 Stunden bringt man die
Maſſen nicht an die Urne, die man in 100 Stunden, in Kutſchen
und Laſtautos und unter mühſamſten Verdrehungen und
Be=
ſchwörungen in die Einzeichnungslokale ſchleppte, auch in Sachſen
nicht. Wenn aber mit dieſen Ausſichten für den Volksentſcheid,
von dem ja nun einmal jeder praktiſche Erfolg des Feldzuges
gegen die Fürſten für die Linke abhängig bleibt, gerechnet
wer=
den muß, ſo kann der exaltierte Jubel der Sozialiſten und
Kom=
muniſten nicht anders wirken, wie die Freude eines
Faſſaden=
kletterers, der die Fenſter, in die er einſteigen wollte, plötzlich
verſchloſſen findet. In Sachſen muß er aus dem Grunde noch
beſonders abgeſchmackt erſcheinen, weil Sachſen ja bekanntlich
ſeit über Jahresfriſt mit dem Königshauſe Wettin einen den
Staat und die Mitglieder der ehedem regierenden Familie durch=
Ausfuhr zeigen ausdrücklich, daß wir abſolut nicht in der Lage aus zufriedenſtellenden Vertrag abgeſchloſſen hat, der
ausgerech=
net von ſozialiſtiſchen ſächſiſchen Miniſtern gutgeheißen wurde
und noch gutgeheißen wird. Aber es geht ja den ſächſiſchen
Sozialdemokraten ebenſowenig wie ihren Geſinnungsgenoſſen
im Reiche gar nicht eigentlich um die Fürſtenenteignung. Es
handelt ſich für ſie um eine Kraft= und Machtprobe zur
Feſt=
ſtellung des Fortſchrittes, den der ſozialiſtiſche
Enteig=
nungsgedanke unter den Maſſen ſeit der Revolution
ſchlechthin erreicht hat, und es handelt ſich ſchließlich auch darum,
ſondern die Regel iſt, nicht derſelbe Wunſch beſteht, Beſchrän= den Wochen und Monate währenden Antifürſtenrummel
jeder=
zeit als ſchützendes Bollwerk zur Hand zu haben, hinter dem
Produkte der politiſch=parlamentariſchen Unfähigkeit der Linken
geſchickt verſtaut werden können. Gerade dieſes Moment hat für
die ſächſiſche Sozialdemokratie eine ganz einſchneidende
Bedeu=
zeit. und wenn ſchon ein ſolcher Mann noch immer den alten tung. Die nicht ohne ſauren Schweiß auf dem letzten
ſozialdemo=
kratiſchen Parteitage in Heidelberg zuſtande gekommene Einigung
Brauns die Ziffern der ſo vorzüglich wie gründlich arbeitenden der radikalen und der gemäßigten Genoſſen, die noch auf dem
ſächſiſchen Landesparteitag Ende Januar durch den
gemein=
ſamen Entſchluß beider Teile, recht koſtſpielige Unterſtützungs=
48 Stunden arbeiten, ſo muß man auch beſorgen, daß bei dem anträge für Erwerbsloſe und in Not Geratene im Parlament
Handelsamt immer neue Anträge auf Gewährung eines Schutz= einzubringen, glorreich beſiegelt wurde, iſt nämlich abermals
zolls in Anbetracht des „unfairen” fremden Wettbewerbs durch zerbrochen. Die Radikalen, die ungeheuren Wert darauf legten,
liſtiſchen Geſamtfraktion gutgeheißen worden waren und die
ſo=
gar behaupteten, daß ihre 23 gemäßigten Mitgenoſſen ihr
Ehren=
wort für die Durchbringung der Anträge im Landtage
ver=
pfändet hätten, müſſen heute beobachten, daß ſie ſich ſchwer
ge=
täuſcht haben. Die Anträge ſind mit den Stimmen der
Rechts=
gelehnt worden, und es beſteht
ſozialiſten im Rechtsausſchut
Seite 2
Donnerstag, den 25. März 1926
keinerlei Ausſich:, daß ſie im Plenum eine andere Behandlung
erfahren werben. Auch einem linksſozialiſtiſchen
Auflöſungs=
antrag, den die in ihren ſchönſten Hoffnungen betrogenen
Min=
derheitsgenoſſen geſtellt haben, wird unzweifelhaft dasſelbe
Schickſal der Ablehnung beſchieden ſein. Damit iſt es in Sachſen
parlamentariſch wieder ſo weit wie vor reichlich zwei Jahren,
als um ähnlicher abgelehnter Auflöſungsanträge willen die
Ge=
burtsſtunde der innerſozialiſtiſchen Feindſchaft ſchlug.
Zweifel=
los wird die radikale Linke, die diesmal unbeſtreitbar mit Recht
behauptet, in Einklang mit den Beſchlüſſen und Weiſungen des
ſozialiſtiſchen Landesparteitages und der Reichsparteileitung
ge=
handelt zu haben, kein Mittel unverſucht laſſen, die abtrünnigen
Genöſſen mit einem dauerhaften Denkzettel zu verſehen. Eine
ſtarke Untergruppe der Bezirksorganiſation Groß=Dresden hat in
dieſen Tagen bereits den Antrag auf Ausſchluß von 12
gemäßig=
ten ſozialiſtiſchen Landtagsmitgliedern aus der Partei beſchloſſen
und zahlreiche andere Anträge dieſer Art ſtehen zu erwarten.
Daß dieſer erneute Ausbruch des Kampfzuſtandes zwiſchen den
eben erſt verſöhniten feindlichen Brüdern allen daran Beteiligten
und nicht zuletzt der ſozialiſtiſchen Reichsparteileitung
außer=
ordentlich peinlich iſt, kann keine Frage ſein. Einſtweilen
ver=
ſuchen ſie zwar noch, den üblen Eindruck des neuen
Zerwürf=
niſſes auf ihre Mitgenoſſen abzuſchwächen, indem ſie die brillante
Gelegenheit, die ihnen die Reſultate des Volksbegehrens dazu
bieten, bis zum letzten ausſchlachten. Aber es wird eine Zeit
kommen, in der der Freudennebel über dem Ziffernmeer der
ſächſiſchen Fürſtenfeinde verweht und der Volksentſcheid negativ
ausgefallen ſein wird. Dann wird vielleicht auch für ſie das
Trümmerfeld der mittlerweile unheilbar zerbrochenen Partei
und ihrer Organiſationen ſichtbar werden, und mit ſchwer
katzen=
jämmerlichen Gefühlen werden ſie ſich bei der noch in dieſem
Jahre zu erwartenden Neuwahl zum ſächſiſchen Landtag ſagen.
müſſen, daß es ein übel Ding iſt, gewonnene Vorgefechte im
Ringen der politiſchen Weltanſchaungen für die gewonnene
Schlacht zu halten.
Neue Kolonialpolitik.
Vorſchläge Dr. Schachts.
Berlin, 24. März.
In der Abteilung Berlin=Charlottenburg der Deutſchen
Kolonial=
geſellſchaft hielt Reichsbankpräſident Dr. Schacht heute abend einen
Vortrag über „neue Kolonialpolitik” In den Mittelpunkt der
Erör=
terungen ſtellte er den Gedanken, daß Deutſchland zur Erfüllung der
Daweszahlungen immer gezwungen ſein werde, ſeine überſchießende
Pro=
duktion auf den Weltmarkt zu werfen. Dieſe Produktion könne im
weſentlichen nur aus induſtriellen Fertigprodukten beſtehen. Gerade
hierin ſei aber Deutſchland Konkurrent der empfangsberechtigten
Staa=
ten. Es ſei deshalb heute ſchon leicht erkennbar, daß Deutſchland ſeine
Schulden auf dieſe Weiſe nicht bezahlen werde. Auch die andere Art
des Transfers, nämlich daß private Ausländer auf Jahrzehnte hinaus
größere Kapitalbeträge in der deutſchen Volkswirtſchaft inveſtieren, ſei
unwahrſcheinlich. Die Uebertragung der Daweszahlungen ſei deshalb nur
möglich, wenn die anerkannt vortrefflichen Produktionsmittel und
Ar=
beitskräfte Deutſchlands auf die Gewinnung von Agrarmitteln und
Roh=
ſtoffen hingelenkt werde, die ſchon heute ein begehrtes Konſumgut aller
Induſtrieländer ſind und immer mehr ſein werden. Dieſe Hinlenkung
der deutſchen Produktion auf die Rohſtoffgewinnung ſei aber nur
mög=
lich in Kolonialländern.
Die Frage erhebe ſich ſofort, ob Deutſchland eigene
Kolo=
nien brauche. Eine einfache Ueberlegung führe zur bejahenden
Antwort. Die ganze ökonomiſche Sinnloſigkeit des Verſailler Vertrages
wverde beſonders dadurch klar, daß die Zahlungen, die von Deutſchland
in Verſailles verlangt worden ſind, bei gleichzeitig ungeheuer
einge=
ſchränktem Währungsgebiet geleiſtet werden ſollen. Daraus ergebe ſich
die Bedeutung, die der Ausdehnung des Aktionsradius der deutſchen
Währung auf kolonialem Gebiet für die Reparationszahlungen
beizu=
meſſen ſei. Aber ein ein pſychologiſches Moment ſpreche für den Beſitz
eigener Kolonien: dem ſtark bevölkerten Deutſchland
bleibe nur die Auswanderung. Eine ökonomiſch
erfolg=
reiche Auswanderung, die auch politiſche Schwierigkeiten vermeidet, ſei
daher nur noch möglich nach ſolchen Ländern, die noch keinen geſchloſſenen
Nationalſtaat darſtellen. Für die heutige Betrachtung ſei die Frage, ob
koloniale Souveränität oder Kolonialmandat in
Be=
tracht komme, beiſeite gelaſſen. Für ihn handle es ſich in erſter Linie
darum, Deutſchland Wiederaufnahme kolonialwirtſchaftlicher Betätigung
in kürzeſter Zeit wieder zu ermöglichen, ohne ſie mit undermeidlichen
und zeitraubenden politiſchen Auseinanderſetzungen zu beſchweren. Dieſe
Möglichkeit ſieht Dr. Schacht in dem Syſtem der ſogenannten
Char=
tered=Compagnie, d. h. in den großen privilegierten
priva=
ten Unternehmungen, und zwar trotz aller Bedenken gegen
dieſes Syſtem werde es möglich ſein, eine große Chartered=Cie, ins
Leben zu rufen, der ein geeignetes
Kolonialterrito=
rium überlaſſen werden müſſe, zu dem ausge
ſprochenen Zweck der hochentwickelten deutſchen
Induſtrie und Technik die Möglichkeit kolonialer
Betätigung zu geben. Dafür brauchten die Geſellſchaften:
1. entſprechendes Kolonialgebiet, 2. die für den erſten
Anfang in Betracht kommenden Siedler und 3. die für die
Ingang=
ſetzung des Unternehmens erforderlichen Kapitalien.
Vom Tage.
Nach ben vorläufigen amtlichen Ermittelungen beträgt die
Geſamt=
zahl aus der Abſtimmung für das Volksbegehren 12 412 140.
Der Verband Berliner Metallinduſtrieller hat den
Lohnvertrag zum Zwecke eines 10prozentigen Abbaues der
Ge=
hälter gekündigt.
Die deutſch=polniſchen
Handelsvertragsver=
handlungen, die am 20. März aufgenommen werden ſollten, ſind
abermals bis Ende April vertagt worden,
Zwiſchen der öſterreichiſchen und, ſchwediſchen
Re=
gierung ſchweben Verhandlungen über den Abſchluß eines
Schiedsgerichtsvertrages.
Zur Prüfung der Frage der Erweiterung des
öſterrei=
chiſchen Wirtſchaftsgebiets betraute die Handelskammer den
früheren öſterreichiſchen Geſandten in Berlin, Riedl, mit der Aufgabe,
mit den Wirtſchaftskreiſen der in Betracht kommenden Staaten Fühlung
zu nehmen.
Die Frankenfälſcherdebatte in der ungariſchen
National=
verſammlung iſt mit der Annahme eines
Vertrauens=
votums für Graf Bethlen abgeſchloſſen worden.
Miniſter Nintſchitſch wird ſich im April nach London begeben, um
verſchiedene Mißverſtändniſſe, die über ſeine in Rom geführten
Ver=
handlungen und über die jugoſlawiſche Politik entſtanden ſind, zu klären.
Nach einem in Paris vorliegenden Bericht über die
franzöſiſch=
jugoſlawiſchen Paktverhandlungen beſteht zwiſchen
Briand und Nintſchitſch Uebereinſtimmung über das ungariſche Problem,
ſowie über die Anſchlußfrage.
Das polniſch=rumäniſche Bündnis iſt verlängert
worden und ſoll äußerlich dem neuen Syſtem der Garantieverträge
an=
gepaßt und die ruſſiſche Klauſel revidiert werden.
Der polniſche Geſandte in Moskau überreichte der
Sowjetregie=
rung eine Proteſtnote gegen die Unterſtützung der
weißruſſiſchen Bewegung im Wilnger Gebiet.
Der chriſtliche General Feng, welcher von den Truppen der
Mar=
ſchälle Tſchan=Tſo=Lin und Wu=Pei=Fu geſchlagen wurde, iſt auf ſeiner
Flucht aus China in Urga, der Hauptſtadt der Mongolei,
eingetroffen.
Die Sowjetregierung iſt auf den Vorſchlag des
Flotten=
kommiſſars eingegangen, ein Geſchwader zum Beſuch
balti=
ſcher und anderer europäiſcher Häfen abzuſenden. Die
Reiſe wird Ende Mai beginnen. Unter anderem ſollen auch Kiel,
Mar=
ſeille und ein italieniſcher Hafen aufgeſucht werden.
Im Mai wird in Moskau nach der „Jsweſtija” die Ankunft
es amerikaniſchen Senators Borah und mehrerer
an=
derer amerikaniſcher Senatoren erwartet, welche Anhänger einer
An=
näherung der Vereinigten Staaten an Rußland ſind.
Der franzöſiſche Finanzminiſter Peret will verſuchen,
durch ein Kompromiß eine Mehrheit für ſeine
Finanz=
projekte zu erhalten.
Der Auswärtige Ausſchuß der belgiſchen Kammer
bil=
ligte einſtimmig die Haltung der belgiſchen
Dele=
gation in Genf.
Das kanadiſche Parlament hat folgenden Beſchluß angenommen:
Kanada lehnt jede Verantwortlichkeit an Komplikationen, die durch die
Außenpolitik Großbritanniens verurſacht werben, ab.
Regierungsantritt der neuen
iſchechiſchen Regierung.
Schärfſie Oppoſition der Deutſchen.
EP. Prag, 24. März.
Das Kabſinett Cerny hat ſich heute den beiden Kammern
er Nationalverſammlung vorgeſtellt. Der Akt vollzog ſich in
voller Ruhe. Die Regierungserklärung umfaßte nur ſechs kurze
Sätze, deren Verleſung kaum eine Minute dauerte. Die
Regie=
iung ſagt darin, daß ſie ihre Aufgabe darin erblicke, das
Pro=
gramm des Kabinetts Schſwehla fortzuſetzen. Der Antrag der
Oppoſition auf Eröffnung der Debatte nach der
Regierungs=
erklärung wurde von der alten Mehrheit abgelehnt. — Unter
Hinweis auf dieſe Verhinderung der Debatte veröffentlicht der
Deutſche Verband folgende Erklärung:
„Der Verband ſtellt mit Genugtuung feſt, daß die
Koalitions=
regierung ſich ſelbſt geſtürzt und damit die innere Schwäche und
Unhaltbarkeit ihres Syſtems aufgedeckt hat. Die neue Regierung
hat erklärt, daß ſie das Programm der Koalition fortführen
werde. Einer ſolchen Regierung gegenüber, die ſich nur als
Treuhänderin der Koalition und als Inſtrument des alten
Koa=
litionesſyſtems betrachtet, nimmt der Deutſche Verband die
gleiche Stellung ſchärfſter Oppoſition ein, wie gegenüber der alten
Regierung.”
Nebei
Von Prof. Dr. C. Kaßner.
In den Fremdenbüchern der Gaſthäuſer auf hohen Bergen
lieſt man faſt auf jeder Seite Klagen über Nebel, der ſie einhüllte
und die Ausſicht verbarg; ſelten nur ſchreibt ein Wanderer, daß
er in den Wolken geſteckt. In der Tat iſt es ſchwierig, zu
ent=
ſcheiden, ob es Nebel oder Wolke war; denn ein hauptſächliches
äußeres Merkmal, daß nämlich der Nebel dem Boden aufliegen
ſoll, iſt auch bei der dem Berge aufgeſetzten Wolkenkappe
vor=
handen. UInd doch befinden ſich die wenigen im Recht, die in
dieſem Fall von Wolken und nicht von Nebel ſprechen; um das
zu begründen, muß deſſen Entſtehung erörtert werden.
Durch Ausſtrahlung entſteht Bodennebel. Wenn nun die
Ausſtrahlung lange Zeit andauert, ſo kann der Nebel bedeutende
Mächtigkeit erreichen, beſonders wenn noch dazu die Erdoberfläche
eine feuchte Wieſe, ein Moor, Teich uſw. iſt, die viel Waſſerdampf
der darüber lagernden Luft zuführt. Dieſe Art Nebel nennt man
Strahlungsnebel; ſie treten beſonders bei klarem
Him=
mel, großer Feuchtigkeit und niedriger Temperatur auf, nämlich
abends, nachts und morgens, im Spätſommer und Herbſt. Sie
ſind auch den Gebirgstälern eigentümlich, in denen eine
Be=
dingung: ruhige Luft, meiſt erfüllt iſt; in der Schweiz hat man
bei ſolchen Gelegenheiten bis zu 400 Meter dicke Nebelſchichten
beobachtet. Eine zweite, räumlich beſchränkte Nebelart könnte
man Verdampfungsnebel nennen, denn ſie verdankt ihre
Entſtehung dem Verdampfen eben gefallenen kurzen Regens,
wenn die Sonne gleich danach ſcheinen kann; beſonders zeigt ſich
ſolcher Nebel in und über den Wäldern, die bereits vor dem Regen
durch Sonnenſchein ſtark erwärmt waren.
Durch die Miſchung kalter und warmer, trockener und feuchter
Luft können Nebel und Wolken entſtehen, und zwar Wolken, wenn
die Luftmiſchung in der Höhe, Nebel, wenn ſie in der Nähe des
Erdbodens ſtattfindet. Streicht ein wärmerer, feuchter Wind über
eine durch Ausſtrahlung ſtark erkaltete erdnahe Luftſchicht hin, ſo
miſchen ſich beide und bilden Nebel (Miſchungsnebel).
Aehnlich entſtehen im Winter an der Grenze zwiſchen dem
trocke=
nen, kalten Oſteuropa und dem feuchtwarmen Weſteuropa oft lang
andauernde Nebelzeiten, bei denen der Wind lebhaft bläſt und
bis auf die Erde reichende Nebelwolken dahintreibt.
Iſt das Waſſer eines Fluſſes oder Sees, zumal im Herbſt,
wärmer als die Luft, ſo bilden ſich durch reichliches Verdampfen
Nebel, die da, wo ſich das Waſſer nur ſehr langſam abkühlt,
*) Wir entnehmen dieſe anregende Schilderung dem ſoeben in 2.
Auf=
lage erſchienenen Werkchen „Wolken und Niederſchläge” (Wiſſenſchaft und
Bildung 68). Der bekannte Berliner Meteorologe derſteht es darin,
ſchwierige Fragen leichtfaßlich zu behandeln. Verlag von Quelle &
Meyer in Leipzig. Gebunden Mk. 1,80.
wochenlang lagern können; ſolche Fluß= und Seenebel
werden dann ſehr läſtig. Sie verſchwinden erſt, wenn der
Wärme=
unterſchied zwiſchen Land und Waſſer gering geworden iſt oder
wenn eine Eisdecke ſich über das Waſſer gelegt hat; wo dieſe aber
geſprungen iſt oder wo Löcher hineingehauen ſind, da dampft es.
Namentlich aus Sibirien und Nordamerika wird von ſolchen oft
rieſigen Dampfſäulen berichtet, die dann als Eisnebel oder
Froſtrauch aufſteigen und deren Waſſerdampf bei ſtrenger
Kälte zu feinen, bei den Strahlen der Winterſonne in der Luft
flimmernden Eisnadeln (Diamantſtaub oder
Diamant=
ſchnee) erſtarrt, aber auch Bäume und Sträucher mit Eisfiedern
bedeckt. Auch warme Quellen ſind im Winter ſchon von weitem
durch Dampfwolken kenntlich, die allerdings nur einen örtlich ſehr
beſchränkten Nebel darſtellen.
Entſprechend entſteht Meernebel, wenn nämlich kalte
Luft über das wärmere Meer hinſtreicht; iſt der Wind dann
nicht allzu ſchwach und etwas unregelmäßig, ſo treibt der Nebel
in großen, weißen Dampfwirbeln vorüber und wirkt verwirrend
auf den Steuermann, da der Schall der Signale anderer
vorüber=
fahrender Schiffe ſich bei ſolchem Nebel nicht immer geradeaus
fortpflanzt, ſondern vielfach gebrochen und abgelenkt wird. Der
Meernebel kann aber auch andere Urſachen haben. Weht an einer
Küſte der wärmeren Gegenden der Wind vom Lande zum Meere,
ſp treibt er das warme Oberflächenwaſſer fort und läßt kälteres
Waſſer aus der Tiefe aufſteigen, beſonders an der Küſte von
Süd=
weſtafrika und auch von Peru und Kalifornien; das gibt dann
Gelegenheiten zur verkehrsfeindlichen Nebelbildung längs der
Küſte. Ebenſo ſind Eisberge, die bis weit in die gemäßigte Zone
vordringen, von einer Nebelhülle umgeben, weil ſich in ihrer Nähe
der Waſſerdampf der wärmeren Luft verdichtet; ſolche Nebel ſind
daher eine große Gefahr für die Schiffahrt (Titania). Berüchtigt
ſind in dieſer Hinſicht die Eisberge bei Neufundland, weil ſie den
Hauptſchiffahrtsweg zwiſchen Europa und Amerika bedrohen. In
dieſer Gegend vergrößert ſich die Gefahr noch dadurch bedeutend,
daß hier der kalte Labradorſtrom dem warmen Golfſtrom in die
Seite fällt; ſolche Begegnungsſtellen verſchieden warmer
Meeres=
ſtrömungen ſind gleichfalls ſtarke Nebelerzeuger. Da ſich hierbei
die kalte Jahreszeit anders verhält als die warme, ſo ſind von
den Schiffahrtsgeſellſchaften verſchiedene Wege vereinbart, und
zwar in der erſten Jahreshälfte weit ſüdlicher als in der zweiten.
Alle dieſe Nebelarten haben gemeinſam, daß ſie näſſen, ebenſo
der noch zu erwähnende Bergnebel, kaum aber der Stadtnebel.
Der Strahlungsnebel auf dem Lande bedarf, wie gezeigt war, zu
ſeiner Bildung irgendwie gearteter Teilchen, an denen ſich der
verdichtete Waſſerdampf anſetzt; gleiches gilt auch vom weißen
Stadtnebel. Außerdem gibt es aber noch einen dunklen Nebel in
Städten, der viel Tageslicht verſchluckt und dadurch für den
Ver=
kehr und die Arbeit in der Stadt ſehr ſtörend wird. Bei dieſer
Nebelart iſt die Entſtehung wahrſcheinlich anders als bei den
Fag 0a
Londoner Streiflichter.
Von unſerem Korreſpondenten.
C.N. P. London, 24. März.
Daß die freimütigen Auslaſſungen des Botſchafters
Hough=
ton in Paris großen Aerger hervorgerufen haben, nimmt hier
weiter nicht Wunder. Daß er von der britiſchen Diplomatie
in=
folge ihrer Nachgiebigkeit gegenüber kontinentalen, insbeſondere
franzöſiſchen Beeinfluſſungen keine zu hohe Meinung hat, hat
hier kaum verſtimmt. Trifft doch ſein Urteil mit dem der
über=
wiegenden Mehrheit des Landes zuſammen. Zudem fühit zran
ſich auf der anderen Seite durch ſeine anerkennenden Aeußerungen
über die britiſche Nation ſtark geſchmeichelt. „Alles in allem, eine
höchſt bemerkenswerte Auslaſſung”, ſagt der „Daily Telegraph”.
Es iſt intereſſant, wie manche aus dem Kommentar des
Botſchafters neue Veranlaſſung zu ſcharfen Ausfällen gegen den
Freund jenſeits des Kanals genommen haben. Augenſcheinlich
erſcheint die anglo=franzöſiſche Freundſchaft kaum anders als
im Lichte eines politiſch notwendigen Uebels. Von Wärme iſt
verzweifelt wenig übrig geblieben. Es nagt doch tief im
Her=
zen des ſelbſtbewußten Engländers, daß ſich der Vertreter der
Nation von ſeinem Freunde jenſeits das Kanals die Initiative
aus der Hand winden ließ, daß ihm nicht der einſtimmig erklärte
Wille des Volkes oberſtes Geſetz blieb.
Die Debatte im Unterhaus ſchloß die Konten von
Chamber=
lain wie Baldwin nicht ab. Für Baldwin iſt der „Genfer
Skan=
dal” nicht der einzige Poſten auf der falſchen Kontoſeite. Es
ſtehen zwei faſt noch dickere gleich hinter ihm: Safeguarding=
Zölle und Kohlen=Kriſis. Es iſt immerhin ein eigenes Anzeichen
der Stimmung, wenn die ruhige, nüchterne „Weſtminſter Gazette‟
davon ſpricht, daß die Zeit gekommen ſein könnte, „die Handſchuhe
auszuziehen” Von den oben erwähnten ſcharfen Auslaſſungen
iſt die des „Daily Expreß” die deutlichſte. „Wir haben nur
Freundſchaftsempfindungen für das franzöſiſche Volk”, heißt es
da. „Wir haben Mitgefühl mit ſeinen Schwierigkeiten,
insbeſon=
dere mit dem Zuſammenbruch ſeines parlamentariſchen Syſtems.
Wir ſind jedoch der Anſicht, daß ſie, durch politiſche
Hyſterie toll geworden, das Problem ihrer
Si=
cherheit zu einem Geſchwür haben wachſen
laſ=
ſen, das durch ſeine aufeinanderfolgenden Entzündungsſtadien
zu einer Marter für ganz Europa geworden iſt.
Wir fühlen uns zu der Bemerkung verpflichtet, daß ihr
Aufrecht=
erhalten einer ungeheuren Armee und ihre Schöpfung einer
gigantiſchen Luftſtreitkraft, bei der Verſchiebung aller
Rückzah=
lungen ihrer ſchweren Kriegsſchulden, unſerem Lande finanzielle
Laſten auferlegt haben, zu deren Tragung wir nicht aufgefordert
werden ſollten. Wir halten außerdem die neue, zum großen
Teil der franzöſiſchen Politik zuzuſchreibende Richtung der
inter=
nationalen Angelegenheiten für eine ganz und gar
be=
dauerliche. Weil wir ernſtlich bemüht waren, die Bedingungen
für einen dauerhaften Frieden und eine Wiederbelebung des
Welthandels zu ſchaffen, haben wir die Ausſicht auf eine
Mit=
arbeit Deutſchlands im Völkerbund mit einer ſo allgemeinen
Zu=
ſtimmung aufgenommen. Es würde kein Beweis der
Freund=
ſchaft Frankreich gegenüber ſein, wenn wir vorſchützen wollten,
daß unſer Volk die Intriguen und geheimen
Han=
delsgeſchäfte in Genf anders als mit dem
aller=
tiefſten Widerwillen betrachtet hat, und wir würden
vergeblich leugnen, daß bei uns der Glaube weit verbreitet iſt,
daß das Reſultat ein verſchiedenes geweſen ſein würde, wenn
Frankreichs Politik eine offene und nicht intereſſierte geweſenwäre.”
Es werden jjetzt weitere Meinungsäußerungen von
wohlbe=
kannten Vertretern der Geſchäftswelt über die Ereign ſſe der
in=
ternationalen Konferenz über den Achtſtundentag bekannt, und
es iſt feſtzuſtellen, daß ſie doch auseinandergehen. Der Vorſitzende
der weltbekannten Firma Cammell, Laird & Co., Mr. W. L.
Hichens erklärte: „Ich halte das Uebereinkommen entſchieden
für einen Schritt in der richtigen Richtung. Wenn es dem Geiſte,
wie dem Buchſtaben nach durchgeführt wird, ſo wird es beſtimmt
auf die Verbeſſerung der Arbeitsverhältniſſe in ganz Europa
hinwirken.‟ Der Vorſitzende des großen, erſtklaſſigen
Waren=
hauſes von Harrod, Sir Woodman Burbidge, ſagte, er
glaube nicht an eine Beſchränkung der Arbeitsſtunden. Er meine,
ein Abkommen für einen Achtſtundentag werde die Induſtrie
und die Entwicklung der nationalen Wohlfahrt hindern. Er
glaube an lange Arbeitsſtunden, ſolange dieſe möglich ſeien. Wir
geben noch die Anſicht von zwei Eiſenbahnmagnaten wieder: Der
Generaldirektor der Great Weſtern, Sir Felix Pole, erklärte:
„Ein ſtarrer Achtſtundentag iſt für Eiſenbahnen unmöglich und
würde nur zu einer Erhöhung der Arbeitskoſten führen. Wenn
Sie die Biegſamkeit einer Maſchine beeinträchtigen, wird eine
ungeheure Vermehrung der Ausgaben des Konzerns folgen. Ein
ſtarrer Achtſtundentag könnte zur Disorganiſation führen. Der
Krieg zerſtörte unſeren aufgeſpeicherten Reichtum. Wir ſollten
daher nicht weniger als vor 1914, ſondern härter arbeiten.”
bisher geſchilderten. R. von Helmholtz und Aitken fanden
näm=
lich, daß zwiſchen den Teilchen der Dämpfe von Salmiak, Schwefel
uſw., die in den Verbrennungsgaſen mit Kohlenteilchen durch die
Heizungen in die Luft gelangen, und den Waſſerteilchen chemiſche
Anziehungskräfte wirkſam ſind, ſo daß erſtere den Waſſerdampf
an ſich binden und ihn nicht leicht verdampfen laſſen, ſelbſt wenn
die Luft noch nicht mit Waſſerdampf geſättigt iſt. Außerdem
be=
decken ſich die Tröpfchen in der rauchigen Stadtluft mit ölhaltigen
Kohlenwaſſerſtoffverbindungen, wodurch ſie ebenfalls geſchützt und
dem verdunſtenden Einfluß der Sonnenſtrahlen entzogen werden.
Dadurch ſperren die Nebel das Sonnenlicht verkehrshindernd ab
und ſcheinen ſelbſt trocken zu ſein.
Wenn die Sonne auf den weißen Landnebel ſcheint, ſo kann
je nach der Wetterlage ein Steigen oder Fallen des
Nebels eintreten. Es iſt durch Thermometer feſtgeſtellt, daß
die Sonne auch dicken Nebel mit ihren Wärmeſtrahlen zu
durch=
dringen vermag und dabei deſſen Unterlage, d. h. den Erdboden,
ertvärmt; manchmal genügt das, um auch die unterſte Luftſchi t
ſo weit zu erwärmen, daß ſie unter den Sättigungspunkt
herab=
geht und ſich der Nebel von untenher wieder auflöſt, wodurch
der Eindruck ſcheinbaren Steigens hervorgerufen wird. Oben
bleibt dann in der Regel der Nebel beſtehen, und es bedarf nun
nur geringer Abkühlung, um wieder allgemeine Nebelbildung und
oft auch Regen zu veranlaſſen. Manchmal genügt aber auch die
Erwärmung durch die Sonne, um den ganzen Nebel aufzulöſen,
und zwar in der ganzen Schicht ziemlich gleichzeitig; da man, je
dünner dann allmählich der Nebel wird, um ſo beſſer die Sonne.
neicht ſo raſch aber Gegenſtände um ſich herum erkennt, und da
z. T. auch, namentlich morgens, die Luft unten noch kalt, alſo für
das Beſtehen des Nebels günſtig iſt, ſo empfängt man den
Ein=
druck, als ob der Nebel falle. In beiden Fällen ſpielt auch die
Wetterlage eine gewiſſe Rolle, indem ſteigender Nebel oft bei
aufſteigender, fallender bei herabſinkender Luft auftritt; jene
bringt weitere Verdichtung und Regen, dieſe aber Trockenheit.
Aufſteigende Luft bringt Verdichtung. Das ſichtbare Ergebnis
iſt Nebel und Wolke. Wenn nun ſtrömende Luft, alſo Wind, auf
ein Gebirge trifft, ſo wird ſie zum Aufſteigen und zur Verdichtung
eines Teils ihres Waſſerdampfgehalts gezwungen; es wird ſich
eine Art Wolke um das Gebirge legen, die freilich dem Ber eiger
als Nebel erſcheint und deshalb Bergnebel genannt wird.
Sehr hohe Berge auf kleinen Inſeln erſcheinen dann von einem
Wolkenring umgeben, aus dem ihre Spitze herausragt.
Man ſieht, daß teilweiſe keine ſcharfe Grenze zwiſchen Nebel
und Wolke vorhanden iſt, und doch beſteht ſie im allgemeinen,
denn bei Nebel wird das Abkühlen und Verdichten durch
Aus=
ſtrahlung oder Miſchung in meiſt ruhender oder nur ſchwach
be=
wegter Luft hervorgerufen, bei der Wolke aber faſt ausſchließlich
durch Ausdehnung eines aufſteigenden Luftſtromes.
ter arbeiten.
Mäch
iſchen chemiſt
Waſſerdan
ſen, ſelbſt weil
Außerdem
tit ölhaltig
donen michk
dnrshndernt
ſeint, ſt
111eN
Nummer 84
Donnerstag, den 25. März 1926
Seite 3
Mammiden
Agrat=Prograuaa ian Reichstag.
Beſchränkung der ausländiſchen Nahrungseinfuhr. — Verſtärkter Zollſchutz für Butter und
Käſe. — Betriebs= und Inienſivierungskredite. — Aufhebung der Weinſieuer.
Die Debatte im Reichstag.
* Berlin, 24. März. (Eig. Bericht.)
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 11,20 Uhr.
Auf der Tagesordnung ſteht die zweite Leſung des
Haus=
haltes des Reichsminiſteriums füir Ernährung und
Landwirt=
ſchaft. Verbunden damit wird ein Geſetzentwurf über die
Ge=
währtng von Darlehen zur Hebung der landwirtſchaftlichen
Er=
zeugung und eine Vorlage zur Autfhebung der Verordnung über
Kartoffeln, ferner 22 Anträge aller Parteien.
Abg. Dietrich=Baden (Dem.) berichter über die
Verhand=
lungen des Ausſchuſſes, der u. a. zur Behebungder
Kre=
ditnot eine Ermäßigung des Zinsfußes von
7½ auf 5½ Prozent fordert und empfiehlt, den Gütermarkt
aufmerkſam zu verfolgen. Bei Zwangsverkäufen namentlich
grö=
ßerer Güter ſoll die Möglichkeit des Ankaufes durch das Reich
erwogen werden. Weiter wird verlangt die Förderung der
ge=
werblichen Verwertung des Spiritus, die Anlage von
Verſuchs=
anſtalten und Lehngütern zur Hebung der landwirtſchaftlichen
Produktion. Angeregt wird, den Bau von Fiſchdampfern mit
Gefriereinrichtungen zu fördern.
Miniſter für Ernährung und Landwirtſchaft
Dr. Haslinde
weiſt darauf hin, daß die Landwirtſchäft ſchwere Jahre habe
durchmachen müſſen. Trotzdem habe ſie auts dem verhungerten
Boden das Letzte herausgeholt und damit eine Hungersnot
ver=
hindert und uns dem Ziele näher geführt: der Ernährung des
Volkes aus eigener Scholle. Durch die Kräftigung unſerer
Wäh=
rung haben wir eine neute ſolide Grundlage zum Weiterbau
er=
halten. Der Miniſter beſpricht dann die gegenwärtige
ſchwie=
rige Lage der Landwirtſchaft, beſonders die
Kre=
ditnot.
Der Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft ſagt
Hilfsmaßnahmen fürdie Landwirtſchaft zu. Durch
die weitere Beſchränkung der Einfuhr
ausländi=
ſcher Nahrungsmittel müſſe die deutſche Handelsbilanz
aktiviſiert werden. Während früher Induſtrie und
Landwirt=
ſchaft im friſchen Wettkampf ſtanden, geht es jetzt um die
Exi=
ſtenz unſerer Landwirtſchaft. Bei der letzten Zollvorlage habe
die Landwirtſchaft nur einen ungenügenden Zollſchutz erhalten,
der ihr bei den ernſten Verhältniſſen keinen Nutzen bringen kann.
Beim Abſchluß der Handelsverträge ſei die Landwirtſchaft weiter
geſchädigt worden. Der Miniſter erklärte, er werde ſich perſönlich
dafür einſetzen, daß die Landwirtſchaft bei künftigen
Handels=
verträgen die notwendige Berückſichtigung ihrer Notlage findet
und ihr der erforderliche Zollſchutz nicht verſagt wird.
(Beifall rechts.) Die Landwirtſchaft habe unter der
gegenwär=
tigen Wirtſchaftskriſe am meiſten gelitten. Die Hilfe müſſe
von der Kreditſeite komnmen. Angeſichts der gegenüber
der Vorkriegszeit unerträglich geſtiegenen
Ver=
ſchuldung der Landwirtſchaft, ſeien die bisherigen
Kredite zur Ablöſung der Steuern, kurzfriſtige durch langfriſtige
Realkredite, nicht ausreichend. Mit allem Nachdruck ſei das
Mi=
niſterium an der Arbeit, die Hilfe auf dieſem Gebiet zu
ver=
ſtärken. (Beifall.) Für einen Teil der überſchuldeten Betriebe
werde bis zur nächſten Ernte die Hilfe kaum noch möglich ſein.
Aber man werde wenigſtens das Gros der Landwirtſchaft über
die ſchlimmſte Zeit hinwegbringen. Eine ausreichende
Finanzierung der Düngermaterialbeſtellung
werde vorausſichtlich möglich ſein. Sehr wichtig ſei für die
Landwirtſchaft in erſter Linie die Belebung der
Kauf=
kraft des inneren Marktes und die Schließung der jetzt
abnorm auseinandergehenden Preisſphäre zwiſchen induſtriellen
und landwirtſcaftlichen Produkten. Die notwendige
Steige=
rung der Preiſe der landwirtſchaftlichen
Pro=
dukte brauche nicht zu einer Belaſtung der Verbraucher zu
führen. Denn gerade hier iſt die Spanne zwiſchen Erzeuger= und
Verbraucherkreiſen ſehr vermindert worden. Den Maßnahmen
der Steigerung des deutſchen Getreideumſatzes, vor allem
des Roggenverbrauchs, werde die Regierung jede
Unter=
ſtützung gewähren. Es müſſe erreicht werden, daß
die Bäckereien der Bevölkerung wieder ein
kräftiges, ſchmackhaftes Roggenbrot liefern.
Die Wiedereinrichtung einer Zwangswirtſchaft halte die Regie=
rung für bedenklich. Die Pferdezucht ſei nicht zurückgegangen,
aber die Einfuhr habe ſich ſtark vermindert. Der
Fleiſchver=
brauch habe ſich ſchon wieder auf 88,4 Prozent der
Vorkriegs=
zeit gehoben. Die Verſorgung mit Gefrierfleiſch
ſei ausreichend. Mit Rückſicht auf die geſunkenen deutſchen
Vieh=
preiſe würde eine Erhöhung des Kontingents der kauffreien
Ge=
frierfleiſcheinfuhr ſtärkſte Bedenken hervorrufen müſſen. An eine
ſolche Erhöhung werde auch nicht gedacht. Beunruhigend ſei die
außerordentlich geſtiegene Einfuhr von Milch und
Molkerei=
produkten. Der Einfuhrüberſchuß an Milch betrug im Jahre
1925 538 702 000 gegen 188 000 000 im Jahre 1913. (Hört, hört!)
Ein ausreichender Zollſchutz für Butter und Käſe
werde zur Steigerung des heimiſchen Milchabſatzes unvermeidlich
ſein. (Beifall rechts.) Daneben müſſe die Bevölkerung mehr
als bisher über den hohen Wert der Milch als Nahrungsmittel
aufgeklärt werden. Der Miniſter betont, daß ſich zu dieſem Zweck
ein Reichsausſchuß unter ſeinem Vorſitz gebildet habe. Der
Spiritusverbrauch könne durch vermehrte Anwendung als
Be=
triebsſtoff vergrößert werden. Der Miniſter verweiſt dann auf
die Schäden, die Obſt= und Gemüſe= und Gartenbau durch die
Handelsverträge erlitten haben. Es müſſe alles getan werden,
um hier Abhilfe zu ſchaffen. Geradezu verzweifelt ſei
die Lage des deutſchen Weinbaues. Die
Regie=
rung ſei weiter beſtrebt, zu helfen. Sie habe ſich trotz ſchwerer
Bedenken mit der Aufhebung der Weinſteuer
ein=
verſtanden erklärt. Auch die Schwierigkeiten des Flachsbaues
und des Zuckerrübenanbaues würden von der Regierung
auf=
merkſam verfolgt.
Der Miniſter betont die Notwvendigkeit weiterer
Intenſivie=
rung der Landwirtſchaft. Der beſte Weg hierzu iſt die
Wirt=
ſchaftsberatung, die ausgebaut werden ſoll. Es ſolle
nach Möglichkeit neben den Betriebskrediten noch
In=
tenſivierungskredite flüſſig gemacht werden. Dieſe
Ge=
legenheit biete ſich jetzt bei der Liquidierung der
Reichsgetreideſtelle, die erhebliche Ueberſchüſſe
an die Reichskaſſe werde abführen können. Für die
Bodenkultur ſollen weitere 35 Millionen ausgeliehen
wer=
den. Es iſt zu hoffen, daß damit mindeſtens weitere 200000
Hek=
tar in ertragreiches Kulturland verwandelt werden können. 15
Millionen ſollen der Förderung der landwirtſchaftlichen
Sied=
lung, namentlich im Oſten, und zur Anſäſſigmachung von
Land=
arbeitern dienen.
Der Miniſter weiſt auf den Zuſammenhangder
deut=
ſchen Landwirtſchaft mit der Weltwirtſchaft hin
und auf die Bedeutung der Technik, in der
Land=
wirtſchaft. Notwendig ſei die Mehrung der
Landbe=
völkerung durch tatkräftige Siedlungen. Ein
arbeitsfreudiger Landarbeiterſtand müſſe herangezogen werden.
Seine kulturelle Lage müſſe gehoben werden. Der Miniſter ſtellt
feſt, daß die Ernte des Jahres 1925 im allgememen gut war,
be=
ſonders für Brotgetreide. Er betont die Bedeutung der
Selbſt=
hilfe. Die entſcheidende Tat müſfe ſchließlich der Landmann in
eigener Wirtſchaftsführung leiſten. Gelingt es, der heimiſchen
Scholle höchſte Erträge abzuringen, dann wird auch die
Volks=
ernährung ſelbſt in Kriſenzeiten geſichert ſein. (Beifall.)
Abg. Schmidt=Berlin (Soz.) ſieht in der Agrarkriſe eine
Nach=
wirkung aus der Inflationszeit. Die Landwirtſchaft habe, wie viele wirtſchaftlichen Gründen ablehnte. So war Graf Weſtarp der
andere Berufszweige, ihr Betriebskapital größtenteils verloren, ſie habe
ſich aber in der Inflation ihrer Schulden entledigt. Es ſei eine
Ueber=
treibung, von einem Zuſammenbruch zu reden, vielmehr habe die Ar= der Fraktion abzugeben, da die Partei entſchloſſen iſt, den
Par=
beiterſchaft einen wirtſchaftlichen Zuſammenbruch zu beklagen. (
Zu=
mern und Oſtpreußen, wo der Großgrundbeſitz vorherrſche, die Leute
der ſchwarzen Reichswehr Unterkunft fänden, die zu ehrlicher Arbeit
nicht zu gebrauchen ſeien, ſondern nur zu Radaupolitik. Die Klagen
der Großgrundbeſitzer ſcheinen wenig berechtigt, wenn zu ſolchen Dingen / Wahl darf wohl als Ausdruck des Willens der Deutſch=
Geld da ſei.
Abg. Stubbendorf (Dntl.) ſtellt feſt, daß der neue Miniſter
einen Trümmerhaufen vorgefunden habe. Allgemein werde die Not lichen Oppoſition zu dem Kabinett Luther—
der Landwirtſchaft anerkannt, aber Parteiſtreit und Mißgunſt
verhin=
derten durchgreifende Maßnahmen. Die deutſche Nindviehzucht ſei am
Zerbrechen, die Pferdezucht vielfach erſchöpft, die Kleintierzucht hier und
dort bereits aufgegeben, der Getreidebau höchſt unrentabel. Die
Zucker=
fabriken, Stärkefabriken und Brennereien kämpften ſchwer um ihr Da= dürfte ſich alle Mühe geben, zu verhindern, daß die
Mittelpar=
ſtand dem Verfaulen preisgegeben. Der Obſt=, Gemüſe= und macht jetzt eine Neuwahl des Fraktionsvorſitzenden nowwendig.
Weinbau habe ſich im letzten Jahre wegen der niedrigen Preiſe nicht
gelohnt.
deutſchen Induſtrie nicht gelingen werde, wenn man vorher die deutſche mehr nach der Mitte eingeſtellt hat.
Landwirtſchaft nicht wieder rentabel mache. Sie ſei bei pfleglicher
Be=
handlung durchaus imſtande, das deutſche Volk aus eigener Scholle zu
ernähren. Es ſei erſtaunlich, wie die Landwirtſchaft trotz ſchlechter
Be=
handlung durch Reichsregierung und Reichstag ſich ſeit 1919 techniſch
fortentwickelt habe, weit mehr als Handwerk und Gewerbe. Die
tech=
niſche Fortentwickelung der Landwirtſchaft ſei nicht ein Verdienſt der
Regierung, ſondern iſt durch die unermüdliche, zähe Arbeit der
Land=
wirte ſelbſt erreicht worden. Das ſei auch eine Urſache der
gegenwär=
tigen Verſchuldung der Landwirtſchaft, die viel ſchlimmer ſei als die der
Vorkriegszeit. Ohne ausreichenden Zollſchutz ſei der Landwirtſchaft nicht
zu helfen.
Abg. Hamkens (Dtſch. Vp.) bedauert die Steigerung der
Lebens=
mitteleinfuhr. Die Landwirtſchaft müſſe endlich wieder rentabel gemacht
werden. Das Mißverhältnis in den Kreiſen der landwirtſchaftlichen
und der induſtriellen Produkte iſt in Wirklichkeit weit größer, als aus
den Indexziffern hervorgeht.
Ein Zwiſchenfall. — Zeitweilige Ausſchließung
der Oeffentlichkeit.
Die Ausführungen des Redners werden durch einen Zwiſchenfall
unterbrochen. Von der Mitteltribüne läßt plötzlich eine Frau ein großes
Plakat an einer langen Schnur in den Sitzungsſaal hinunter. Die
Ab=
geordneten werden nach und nach auf dieſen Vorgang aufmerkſam und
erheben Proteſtrufe. Schließlich wird auch Vizepräſident Dr. Bell auf
den Vorgang hingewieſen und ordnet die ſofortige Hinausführung der
Frau an. Dieſe hat inzwiſchen das Plakat in den Saal geworfen und
weigert ſich zunächſt, die Tribüne zu verlaſſen. Es entſteht daher im
Sitzungsſaal große Erregung. Die Abgeordneten ſpringen entrüſtet
von ihren Plätzen auf. Abg. Laverenz (Dntl.) ruſt energiſch: „Raus!”
Andere Abgeordnete ſtimmen ihm zu. Die Kommuniſten antworten
mit lebhaften Gegenrufen. Ein Kommuniſt erhält wegen eines
beſchimp=
fenden Zurufes einen Ordnungsruf. Die Frau iſt inzwiſchen von der
Tribüne entfernt worden. Da ſich aber nicht feſtſtellen läßt, ob noch
andere Tribünenbeſucher an der Tat mitſchuldig ſind und die Unruhe
anhält, ordnet Vizepräſident Dr. Bell die Räumung dieſer
Publikums=
tribüne an. Während der Näumug wird die Sitzung unterbrochen.
Es wird feſtgeſtellt, daß es ſich um die Wohnungsbeſchwerde eines
Damenſchneiders aus Leobſchütz handelt. Nach Wiedereröffnung der
Sitzung kommt es zu heftigen Auseinanderſetzungen mit den
Kommu=
niſten, die verlangen, daß die geräumte Tribüne wieder geöffnet wird.
Vizepräſident Dr. Bell lehnt dies ab.
Der Abg. Hamkens (Dtſch. Vp.) ſetzt darauf ſeine Rede fort.
Der Redner fordert energiſche Seuchenbekämpfung.
Vizepräſident Dr. Bell teilt dann mit, daß die Tribünen wieder
geöffnet ſeien.
Abg. Koenen (Kom.) erhebt ſchärfſten Widerſpruch gegen das
Verhalten des Vizepräſidenten. Der Reichstag habe ſich wegen des
zeit=
weiligen Ausſchluſſes der Oeffentlichkeit in verfaſſungswidrigem
Zu=
ſtande befunden.
Vizepräſident Dr. Bell ſtellt feſt, daß er ſich durchaus an die
Ge=
ſchäftsordnung gehalten habe. Er werde immer in der gleichen Weiſe
vorgehen. (Lebhafte Pfuirufe der Kommuniſten.) Als der Vizepräſident
dieſe Pfuirufe als ungehörig zurüchweiſt, werden ſie in verſtärktem Maße
von den Kommuniſten wiederholt.
Abg. Hörnle (Kom.) weiſt auf die Notlage der Maſſen und der
Erwerbsloſen hin; demgegenüber ſtehe die Landwirtſchaft noch ſehr
gut da.
* Die Neuwahl der Deutſchnationalen.
Graf Weſiarp, Parteivorſitzender.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Parteivertretung der Deutſchnationalen iſt am Mittwoch
programmäßig zur Neuwahl des Vorſitzenden zuſamengetretem.
Man hat einſtimmig den Grafen Weſtarp gewählt. Das iſt an
ſich ein Ausgang, der einigermaßen überraſcht, aber trotzdem
nicht unerwartet kommt. Die Reichstagsfraktion hatte
urſprüng=
lich den früheren Innenminiſter Schiele kandidiert, der aber aus
Nächſte dazu. Es fragte ſich nur, ob er bereit war, die Führung
teivorſitzenden von dem Vorſitz der Fraktion zu trennen. Alle
ſtimmung links.) Es ſei auffällig, daß gerade in Mecklenburg, Pom= anderen Kandidaten ſtießen auf Widerſpruch, teils, weil ſie zu
jung, teils, weil ſie zu ſehr den einzelnen Flügeln naheſtandem.
So hat man ſich denn ſchließlich auf Weſtarp geeinigt. Seine
nationalen aufgefaßt werden, nicht in einer grundſätz=
Streſemann zu ſtehen. Es iſt ja bekannt, daß Weſtarp
urſprünglich anders dachte und nur durch die Landesvorſitzenden
überrannt wurde. Er iſt kein Vertreter der ſchäferen Tonart und
ſein. 60 Millionen Zentner Kartoffeln ſeien als Ueber= teien nicht noch weiter nach links gedrückt werden. Seine Wahl
Hier iſt die Situation noch ganz offen. Vielleicht kommt Herr
Abg. Feilmayr (Ztr.) gibt zu bedenken, daß die Ankurbelung der Schiele wieden, oder auch Herr Hergt, der ſich von rechts wieder
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Mittwoch, den 24. März.
1. Drei Goldoniſche Komödien
Von F. Malipiero.
Das Kaffeehaus. — Herr Todero Brontvlon. — Die zänkiſchen
Weiber. Von Chioggia.
2. Das venezianiſche Kloſter
Ballett von Vaudoyer, Muſik von A. Caſella.
Der Abend, der uns die Uraufführungen von kleinen neuen
Werken zweier moderner italieniſcher Muſiker brachte, hat die
Hoffnungen, die mancher daran knüpfen mochte, nur zum kleinen
Teil erfüllt. Für den, der Vorbildliches für die moderne Geſtalt
der Oper erwartet hatte, war er doch wohl eine Enttäuſchung.
Man konnte ſich überzeugen, daß auch das Land, das die Oper
geboren, Italien, wo gute Ueberlieferung nie zu wirken
auf=
hörte, in der Kriſis, die heute die Oper durchmacht, eine klare
Führung zu übernehmen nicht fähig iſt. Wenigſtens nicht mit
Malipiero, der m. E. einen Schritt zurück macht; eher mit Caſella,
bei dem Anſätze bemerkbar werden, die die von uns gewünſchte
Erneuerung der Oper ahnen laſſen. Sie ſtellen ſich ſomit zurzeit
weniger als Führer, wie als mitſuchende Weggenoſſen dar. Dazu
kommt ihr ausgeſprochen italieniſcher Charakter, der unſerem
nordiſchen Geiſte weſensfremd iſt und in dieſer Faſſung immer
bleiben wird.
Eins aber tritt bei beiden mit voller Deutlichkeit zutage, was
immerhin als ein Vorſchreiten zur Bildung eines neuen
Be=
griffes der Oper anzuſehen iſt. Es iſt die Vorherrſchaft der
Muſik, die der Feſſel des Dramas ſich energiſch entledigt.
In allen vier Stücken tritt die Muſik als die herrſchende
Geſtalterin der Bühnenvorgänge auf, und die Handlungen,
flüch=
tige Skizzen allgemein menſchlicher Geſchehniſſe, entweder typiſch
geſehen oder ins Phantaſtiſche geſtaltet, ſind nur Anläſſe zu deren
Entfaltung. Im Ballett Caſellas geht dies ſo weit, daß der
Ge=
ſang ſogar der Worte entraten zu können glaubt, um ſich lediglich
am Gefühlsinhalt der Töne zu genügen.
Als Unterlagen für die drei Einakter wurden mit
pro=
grammatiſcher Abſichtlichkeit Texte von Goldoniſchen Luſtſpielen
gewählt, die dem ſelbſtändigen „unkonventionellen” Typus der
über ſie ſich erhebenden Muſik nur mehr ein Gerippe geben.
Dieſe drei kräftig aus dem Leben herausgeholten Stücke wollen
nach Malipieros Bekenntnis als Einheit aufgefaßt werden, „die
Reiſe eines venezianiſchen Muſikers durch die Straßen, Plätze,
Paläſte, Lagunen darſtellen, der, um ſich führen zu laſſen, ſeine
Hand in die Goldonis gelegt hat.‟ Der Komponiſt hat dabei
den Text der Komödien vielfach verändert. „Nur die erſte blieb
wortgetreu ſtehen, in der zweiten iſt faſt nichts vom Original
geblieben, in der letzten alle Verſe von Goldoni, jedoch aus
an=
deren Werken zuſammengetragen”. So vertraut, ja recht aus
ihrer Seele heraus geſchaffen dem Italiener Goldoniſche Stoffe
und Perſonen ſind, ſo fremd muten ſie uns an. Ohne genque
Kenntnis der Textbücher bleiben dieſe Perſonen, deren
Charak=
tere nur in Stichworten gezeichnet werden, kaum verſtändlich.
Auch die ſtark illuſtrierende Muſik Malipieros iſt nicht genügend
imſtande, ſie zu erklären. Sie läßt ſich keine Zeit dazu. Dieſe
Muſik, die in ihrem kraſſen Naturalismus mit dem Rüſtzeug
aller tonalen, rhyrhmiſchen, melodiſchen Möglichkeiten der
Mo=
derne und Erotik zum Rokoko Alt=Venedigs übrigens wenig paßt,
iſt ein Rückfall zum Verismo. Auf dem breit aufgetragenen
Untergrund eines farbig flackernden und rhythmiſch packenden
Orcheſters ſitzen die Singſtimmen meiſt atonal, derb realiſtiſch,
beißend ſatyriſch. Häufig ſchrumpfen ſie zur Deklamation oder
bloßen Mimik ein. Es entſteht eine Miſchung von Sprechgeſang,
Pantomime, Melodrama — keine Oper. Es iſt das Werk einer
heftig kämpfenden Uebergangszeit. Freilich iſt das auch Theater,
aber doch nur etwa in die Linie des Landsmannes Pirandello
einzureihen.
Anders die Kunſt Caſellas. Das Ballett „Das venezianiſche
Kloſter” hat in der Haupthandlung einen phantaſtiſchen
Masken=
ball zum Stoff, wie wir ſolche Laienkloſterbälle der Rokokozeit
aus den Memoiren Caſanovas kennen, in der Nebenhandlung
die Liebesgeſchichte Lelios und Mariolas. Stoff und Handlung
ſind flach und dürftig, muten etwas altbacken, vielfach verbraucht
an und dehnen ſich viel zu lange aus.
Die Muſik Caſellas, einen richtigen Weg verfolgend, tritt,
dem Weſen des Balletts entſprechend, natürlich noch herrſchender
hervor, als die Malipieros. Doch gibt ſich ihr Charakter nach
den überſchäumenden Komödien gemeſſener, bei aller
Lebens=
freude verhaltener, durchaus vornehm, weil hier durch die
ge=
bundenen Formen des Tanzes jede Aeußerung des
Tempera=
ments ihr künſtleriſch begrenztes Geſetz erhält. Während im
erſten Akt kleine Formen gewählt werden, die in ſeiner Klarheit
und Geſchloſſenheit durchgeführt ſind, weiten ſich die friſcheren
und lebendigeren Formen im zweiten Akt und werden oft zu
ſinfoniſchen Impreſſionen von ſchwelgeriſcher Pracht.
Die Aufführung aller vier Stücke, die ſehr flott in kaum drei
Stunden ablief, war nach offenbar ſorgſamſter Vorbereitung im
Ganzen vortrefflich und machte als intereſſante Uraufführung
unſerer Bühne Ehre. Ernſt Legal hatte ſich perſönlich der
Regie mit bekanntem Geſchmack und Geſchick angenommen. Die
Inſzenierung und Koſtümiemng wurde völlig aus dem
vorhun=
denen Fundus geleiſtet; leider eine Notwendigkeit, durch die das
Ballett etwas zu kurz kam. Die trefflichen Bühnenbilder —
aus=
genommen im Ballett — zeigten wohl Italien, aber kein Venedig.
Den ſehr intereſſanten Partituren war Joſeph Roſenſtock mit
unſerem brillant ſpielenden Orcheſter ein genial einfühliger und
auswirkender Geſtalter. Für die zahlreichen, höchſt verſchiedenen
Enſembles, Gruppen, Einzeltänze und Pantomimen bewährte ſich
Manda v. Kreibig, zum erſten Male vor einer großen, wenn
auch undankbaren, weil zu weitſchweifigen Aufgabe ſtehend, als
eine vielſeitig durchgebildete künſtleriſche Leiterin, die die Muſik
in jedem Takt tänzeriſch überzeugend auszudeuten verſtand.
Die Beſetzung der zahlreichen ſingenden, ſprechenden,
mimen=
den Perſonen war durchweg geeignet, ja meiſt vorzüglich, und es
wurde glänzend geſpielt. In der erſten Komödie zeichneten ſich
aus die Damen Ruth Hoffmann, Annelies Roerig, Klſe
Lahn als elegante Vittoria, verführeriſche Placida, kokette
Li=
ſaura, die Herren Kuhn, Deharde, Barczinski
Hölz=
lin, Vogt, Ney als hämiſcher Don Marzio, leichtlebiger
Eu=
genio, falſcher Graf Leander, betrügeriſcher Pandolfo, witziger
Ridolfo und geſtrenger Hauptmann der Häſcher, in der zweiten
hauptſächlich Sitta Müller=Wiſchin als niedlich Cecilia,
Paula Kapper als reſolute Marcolina, Johannes Biſchoff
als gruſeliger Geizhals, Werner Schumacher als verliebter
Nicoletto, in der letzten ſchließlich die die raufenden Fiſchweiber
ſehr launig darſtellenden Damen Callam, Liebel, Kapper,
Albrecht, Stephanowa und die Herren Hölzlin,
Vogt, Schumacher als derbe Fiſcher und Ney als
Obrig=
keit — neben vielen anderen lobenswerten.
Vom Ballett ſeien an erſter Stelle genannt Manda v.
Krei=
big als großzügige, vollendet geſtaltende Terpſichore, die
Ma=
riola der bilthübſch ausſehenden, mit weicher Anmut tanzenden
Irene Scheinpflug und der ſchöne Lelio Lene Berdolts.
Die ſich als Gaſt in dieſer anſpruchsvollen Männerrolle
vor=
ſtellende Künſtlerin mit ſchlankem, ſchmiegſamem Körper zeigte
offenbare mimiſche Begabung und große Muſikalität. Aber auch
das Ballettkorps, das ſtändige wie der Nachwuchs, und das
Hilfs=
korps bewies treffliche Schulung und Ordnung, wenn auch die
Mehrzahl der Tänze ermüden mußten, weil die ungebührlich
langen muſikaliſchen Sätze eben kaum ausfüllbar ſind. Moderne
Tanzkunſt war mit Recht, um den Stil des Ganzen nicht zu
ſtören, nur in die Pantomimen und Einzelvorführungen gelegt
und fand dort viele feſſelnde Löſungen. Die ſchier Zahlloſen in
Nebeurollen Tätigen wollen ſich mit einem Geſamtlob
be=
gnügen.
Das Publikum nahm die Komödien teils lau, teils heiter auf
v. H.
und ſchenkte dem Ballett warmen Beifall.
tegt jede Hausfrau auf
spar-
samstes Wirtschaften. Deshalb
verivendet sie Blauband, weil
diese der Butter vollkommen
gleichwertig ist. Trotzdem
ist sie nur halb so teuer und
ist überalt erhältlich für
Feinkoss-Marg
Seite 4
Donnerstag, den 25. März 1926
Nummer 84
Heſſiſcher Landtag.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 9 Uhr 15 Minuten.
Das Haus ſetzt die Beratungen des Staatsvoranſchlages für 1926
bei Kap. 9 (Anteil an Reichsſteuern uſw.) und 10 (Landesſteuern uſw.)
fort.
Abg. Lux (Soz.) wendet ſih in längeren Ausführungen gegen die
geſtrigen Angriffe des Abg. Dr. Müller. Er vergleicht den heſſiſchen
Staatshaushalt mit dem württembergiſchen und verſucht damit
nachzu=
weiſen, daß der heſſiſche Staat nicht ſchlechter gewirtſchaftet habe, als
andere Länder. Die weiteren Erklärungen des Nedners beſchäftigen ſich
mit Einzelheiten des Steuerweſens.
Abg. Dr. Büchner (Dem.) erklärt im Auftrage ſeiner Partei,
daß bei den erhöhten Anforderungen des Reiches, der Gemeinden uſw.
ein Regierungswechſel an den beſtehenden finanziellen Zuſtänden nichts
ändern könnte. Die Ausnützung der gegenwärtigen Sitnation durch
Parteipolitik ſei verwerflich. Der Redner zitiert einen Ausſpruch des
Freiherrn von Rheinbaben, der lautet: Wer das Volk nicht aufklärt, daß
ſich vieles geändert hat, iſt kein Führer, ſondern ein Verführer.
Be=
dauerlich ſei, daß die Umſatzſteuer nicht nach den Vorſchlägen des
Finanz=
miniſters Reinhold geſenkt worden ſei. Beſſe= wäre es geweſen, die
Weinſteuer beizubehalten. In den folgenden Darlegungen verteidigt
der Redner die Politik des Finanzminiſters. Der Redner gibt zu, daß
die Sonderſteuer für den bebauten Grundbeſitz in der Art, wie ſie in
Heſſen erhoben wird, reformbedürftig iſt.
Abg. Kindt (Dntl.) fordert, daß angeſichts der großen Not in allen
Volksſchichten alle zuſammenſtehen müßten, um dieſer Not zu begegnen;
aber ſchon würde der demokratiſche Reichsfinanzminiſter von den
Sozial=
demokraten ſcharf angegriffen. Es ſei zu befürchten, daß bei der
bisheri=
gen Politik ein finanzieller Zuſammenbruch erfolgen werde. Hier im
Landtag werde viel künſtlicher Dünger geredet, der leider der
Landwirt=
ſchaft nicht nutzbar gemacht werden könnte. Der in Ausſicht geſtellte
Einkommenſteuerzuſchlag werde vorausſichtlich in Heſſen nicht erhoben
werden können, weil hier ſchon zu viel Steuern erhoben würden. Wenn
dieſer Landtag nicht den Willen zum Sparen aufbringen könne, ſo müſſe
das Volk befragt werden.
Abg. Galm (Komm.) verſpricht ſich eine Beſſerung der finanziellen
Lage nur durch den Untergang der bürgerlichen Geſellſchaft.
Abg. Dr. Müller (Bbd.) erwidert auf die Reden der Abgg. Lux
und Galm; Abg. Lux habe nicht einmal den Verſuch gemacht, die
Aus=
führungen des Redners über die ſteuerliche Belaſtung der Landvirtſchaft
zu widerlegen.
Stellv. Präfident Nuß teilt mit, daß morgen eine
Regierungsvor=
lage über die Erſtreckung des Finanzgeſetzes auf die erſten 2 Monate
des Rechnungsjahres 1926 auf die Tagesordnung geſetzt wird.
Finanzminiſter Henrich erklärt, es ſei von der Herabſetzung der
Steuern die Rede, aber man müſſe ſich die Ziffern des vorjährigen und
diesjährigen Voranſchlags anſehen; bei der Höhe des Fehlbetrags ſei
daran nicht zu denken. Die Forderung eines ſtärkeren Reichszuſchuſſes
habe er ſchon ſeit Jahren bei der Reichsregierung vergeblich
durchzu=
drücken verſucht. Der Herr Finanzminiſter geht dann auf die
Ausfüh=
rungen verſchiedener Vorredner näher ein. Insbeſondere ſpricht er
über die Sonderſteuer für den bebauten Grundbeſitz; nach ſeiner
Mei=
nung iſt die Belaſtung der bäuerlichen Bevölkerung dadurch nicht
beſon=
ders erhöht. Der Finanzminiſter geht dann auf einige Steuerfragen
näher ein.
Abg. Dr. Niepoth (Dtſch. Vp.) erklärt u. a., der Verſuch des
Finanzminiſters, den heſſiſchen Etat nur mit Hilfe von Berlin zu
ſanie=
ren, ohne gleichzeitig Sparmaßnahmen durchzuführen, ſei ein Vabanque=
Spiel.
Abg. Fenchel (Bbd.) zeigt, daß die ſteuerlichen Berechnungen und
Beiſpiele des Abg. Lux falſch ſind. Da Abg. Lux Mitglied des
Steuer=
ausſchaiſſes ſei, ſo hätte er doch gegen die hohen Veranlagungen von
mittleren und Kleinbauern Einſpruch erheben ſollen.
Die Abſtimmungen haben folgendes Ergebnis:
Das Kapitel 9: Anteil an Reichsſteuern wird
entſpre=
chend dem Ausſchußantrag, B8 G0 000 Mark zu bewilligen, gegen die
Stimmen der Rechtsparteien angenommen. Das Haus ſtimmt auch den
übrigen Anträgen des Ausſchuſſes zu. Ebenſo werden die Anträge des
Sechſerausſchuſſes zu dieſem Kapitel angenommen. Mit beſonderer
Spannung wurde die Abſtimmung des Antrages der Abgg. Dr. v.
Hel=
molt und Gen. über den Erlaß von geſtundeter Einkommen= und
Umſatz=
ſteuer verfolgt, der angenommen wurde. Auch der Antrag Hattemer
wurde mit knapper Mehrheit gegen die Linke des Hauſes angenommen.
Dieſer Antrag will, daß es den Landwirten, die Söhne oder Töchter
in ihrem Betriebe beſchäftigen, geſtattet iſt, für ſie diefelben Abzüge zu
machen, wie für Dienſtboten. Ein Zuſatzantrag Dr. Werner (Dntl.)
will dieſe Steuervergünſtigung auch Gewerbetreibenden zugute kommen
laſſen; auch dieſer findet Annahme.
Kap. 9 wird auch in zweiter Leſung angenommen.
Zu Kap 10 (Landesſteuern, indirekte Auflagen uſw.) beantragt der
Ausſchuß, die Einnahmen mit 50 973 000 Mk. und die Ausgahen mit
17 694 000 Mk. zu bewilligen. Der Antrag wird gegen die
Stim=
men der Rechtsparteien angenommen. Im Anſchluß
hieran werden noch weitere Anträge zu dieſem Kapitel nach den
Aus=
ſchußanträgen erledigt und das Kapitel dann in zweiter Leſung
ange=
nommen.
Das zurückgeſtellte Kapitel 15 (Ruhegehalte, ſoziale Fürſorge uſw.)
ſteht ſodann zur Beratung. Hierzu beantragt Abg. Heinſtadt, der
Land=
tag möge beſchließen: „Die Regierung wird ermächtigt, auch den
tech=
niſchen Aſſiſtenten der Hochſchulen Ruhegehalte uſw. zu gewähren unter
denſelben Bedingungen, wie den wiſſenſchaftlichen Aſſiſtenten.”
Abg. Heinſtadt (Ztr.) erſtattet Bericht über dieſes Kapitel. Der
Ausſchuß beantragt, den Antrag Heinſtadt abzulehnen.
Abg. Lang (Soz.) polemiſiert gegen die ſtaatliche
Betriebskranken=
kaſſe; für dieſe werde ſeine Partei die Forderung ablehnen.
Abg. Frau Roth (Kom.) begründet die kommuniſtiſchen Anträge
zu dieſem Kapitel.
Abg. Heinſtadt (Ztr.) ſetzt ſich für die Altpenſionäre ein und
legt da daß es dem Staate nichts nützt, wenn er die ſtaatliche
Betriebs=
krankenkaſſe aufhebt; er müßte ſonſt eine ſolche Einrichtung ſchaffen.
Keine Krankenkaſſe in Heſſen habe ſolche Mehrleiſtungen, wie die
ſtaat=
liche Betriebskrankenkaſſe.
Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) erklärt es als eine auffallende
Er=
ſcheinung, daß die Sozialdemokratie eine ſtaatliche Einrichtung aufheben
wolle, während ſie ſonſt dem Staat nicht genug Aufgaben zuweiſen
könne. Die Abſicht ſei nur, die Mitglieder dieſer Kaſſe den
Ortskranken=
kaſſen zuzuführen, den Domänen der Sozialdemokratie.
Abg. Hattemer (Ztr.) pertritt die Forderungen der Altpenſionäre.
Abg. Dr. Niepoth (Dtſch. Bp.) erklärt, Abg. Leuchtgens habe
bereits geſagt, was des Pudels Kern bei den Wünſchen der
Sozialdemo=
kratie für die Auflöſung der ſtaatlichen Betriebskrankenkaſſe iſt. Wie
Abg. Heinſtadt dargelegt habe, werde gar nichts geſpart. Der
Sozial=
demokratie komme es gar nicht darauf an, ſoziale Einrichtungen
aufzu=
heben, wenn es in ihre Politik paſſe. (Abg. Lückel ruft dem Redner
„Frechheit” zuz; der Präſident rügt dieſen Ausdruck.
Finanzminiſter Henrich erklärt, daß die Vermehrung des
Pen=
ſionsetats auf die in den letzten Jahren ahgeänderren Penſionsgeſetze
zurückzuführen ſei. Die Wünſche der Altpenſionäre wären berechtigt,
aber das Sperrgeſetz ſtehe vorläufig ihrer Erfüllung entgegen.
Nach einer längeren Geſchäftsordnungsdebatte werden um 1½ Uhr
die Verhandlungen abgebrochen.
Nächſte Sitzung Donnerstag, vormittags 9 Uhr.
Die Beratungen um das Steuerkompromiß.
Berlin, 24. März.
Von der Reichsregierung wurde heute mit Vertretern der
ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion darüber verhandelt, wie
die Zuſtimmung der Sozialdemokraten zu der
Steuermilderungs=
vorlage zu gewinnen wäre. Von den ſozialdemokratiſchen
Ver=
tretern wurden folgende Punkte als Vorausſetzung für ihre
Zu=
ſtimmung genannt: Allgemeine Verlängeruug der Bezugsdauer
der Erwerbsloſenunterſtützung von 26 auf 30 Wochen und
Be=
rechtigung der Länder fakultativ in der Unterſtützung darüber
hinaus zu gehen, Wiedereingliederung der Ausgeſteuerten in die
Erwerbsloſenunterſtützung, keine allgenteine Senkung der
Ver=
mögensſteuer, Beſchränkung der Mieten auf die Höhe der
Frie=
densmiete bis zum 1. April 1927, bei der Verbrauchsſteuer
Auf=
rechterhaltung der Sekiſteuer, Ermäßigung der Zuckerſteuer und
Beſeitigung der Salzſteuer und der übrigen kleinen
Verbrauchs=
ſteuern. Die Reichsregierung ſagte zu, die von den
Sozialdemo=
kraten geftellten Forderungen ſachlich auf die Möglichkeit ihrer
Durchführung zu prüfen unter Fühlungnahme mit den Parteien,
die das Steuerkompromiß unterzeichnet haben.
*Deutſchland und Italien.
Gegenſeitiger Wille zu vertrauensvoller
Zuſammenarbeit.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der neue italieniſche Botſchafter hat am Mittwoch dem
Reichspräſidenten ſein Beglaubigungsſchreiben überreicht.
Da=
bei ſind die üblichen Reden ausgetauſcht worden, die gerade bei
den geſpannten Beziehungen zwiſchen Deutſchland und Italiem
von beſonderer Bedeutung ſind, weil ſie von dem Willen zu
vertrauensvoller Zuſammenarbeit der beiden
Länder getragen ſind. Der italieniſche Botſchafter hat darauf
hingewieſen, daß keine grundſätzliche Intereſſenverſchiedenheit
zwiſchen Deutſchland und Italien beſteht und hat verſprochen,
daß er nach Kräften ſich bemühen will, Zwiſchenfälle oder
Miß=
verſtändniſſe zu vermeiden. In dem gleichen Sinne war die
Ant=
wort des Reichspräſidenten gehalten, der die Hoffnung auf gute
Beziehungen unterſtrich. Aus den Worten des italieniſchen
Bot=
ſchafters klang jedenfalls hervor, daß Herr Muſſolini Wert darauf
legt, die Aera der Gereiztheiten abzuſchließen. Dazu wird auf
deutſcher Seite volles Verſtändnis vorhanden ſein, vorausgeſetzt,
daß der Fascismus ſeine Terrorpolitik in Südtirol aufyibt. Man
erzählt ſich, daß Herr Muſſolini gerade im Begriffe war, die
Zu=
ſagen, die er der deutſchen Regierung gemacht hatte, zu erfüllem
und die Zügel in Südtirol etwas mehr zu lockern, als in dieſen
Miniſterrat das Telegramm des Münchener Generalkonſuls über
die Rede Helds hineinplatzte. Daraufhin iſt denn der italieniſche
Miniſterpräſident in die Kamwer geeilt und hat ſeine bekannte
Brandrede gehalten, die der Ausgangspunkt der Spannung war.
Es liegt aber durchaus in ſeiner Hand, die Bewegung
einzu=
dämmen, ſobald er dafür ſorgt, daß den Italienern deutſcher
Zunge das Recht zur Pflege ihrer alten bodenſtändigen Kultur
gewährleiſtet wird.
Das Urteil im Matteotti=Prozeß. — Freilaffung
ſämtlicher Angeklagten.
EP. Chieti, 24. März.
Abends 6 Uhr 30 Min. iſt im Prozeß Matteotti das Urteil
gefällt worden. Das Verdikt der Geſchworenen beſagt: Die
Angeklagten Dumini, Volpi und Poveromo ſeien
des unbeabſichtigten Totſchlags unter Anerlennung
mildernder Umſtände ſchuldig zu betrachten, während
für die Angetlagten Violo und Malacria die Geſchworenen die
Teilnahme an der Tat verneinen. Der Staatsanwalt verlangte
Verurteilung der verantwortlich befundenen drei Angeklagten zu
12 Jahren Zuchthaus, welche Strafe unter Anrechnung der
Am=
neſtie auf 5 Jahre 11 Monate verkürzt würde. Die Verteidigung
verlangte die Anwendung des Strafminimums. Präſident Panza
fprach folgendes Urteil aus: Die von den Geſchworenen ſchuldig
befundenen Angetlagten Dumimi, Volpi und Poveromo, werden
zu 5 Jahren 11 Monaten und 20 Tagen Zuchthaus
unter Entziehung der öffentlichen Rechte
ver=
urteilt und die beiden anderen Angeklagten Viola und
Ma=
lacria freigeſprochen. Da von der verhängten Strafe
4 Jahre Amneſtie und die Unterſuchungshaft abgezo en
wer=
den, werden alle Angeklagten ſofort freigeläſſen.
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Darmſtadt, 25. März.
— Volkshochſchule. Die am Sonntag, den 28. März, ſtattfindende
Vogelſtimmen=Exkurſion von Dr. Schwan beginnt bereits
um 8½ Uhr (nicht 9½ Uhr). Treffpunkt pünktlich 8½ Uhr an der
Woogstreppe, Beckſtraße. Die Führung dauert etwa zweieinhalb
Stun=
den. Um eine zu ſtarke Beteiligung zu vermeiden, iſt vorherige
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Hauſe des Landestheaters ſind Karten zu ermäßigtem Preiſe in der
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ſchäftsſtelle zu haben.
Die Verwendung des Gaſes im Haushalt. Vielen unſerer
Haus=
frauen bereitet in der Karwoche, in der ſich der Menſch, einem alten
Brauch en=ſprechend, den Genuß von Fleiſch verſagt, die
Zuſammen=
ſtellung des Spe ſezettels außerordentliche Schwierigkeiten. Um ſie in
der Löſung dieſer Frage zu unterſtützen, hat ſich die Direktion der
ſtädti=
ſchen Betriebe entſchloſſen, in Gemeinſchaft mit der weit über die
Gren=
zen unſeres Landes hinaus bekannten einheimiſchen Herdinduſtrie, der
Herdfabrk Gebruider Ro der und der Herdfabrik und Emaillierwerke
G. m. b. H. Vorträge mit praktiſchen Vorſhrungen über die Verwendung
des Gaſes im Haushalt, insbeſondere bei der Zubereitung von Fiſchen
zu veranſtalten. Bei uns in Süddeutſchland iſt es weniger bekannt, auf
eine welch vielſeitige Art und Weiſe man äußerſt ſchmackhafte
Fiſch=
gerichte zubereiten kann. Um unſeren Hausfrauen Gelegenheit zu geben,
ſich von den wohrſchmeckenden Fiſchſpeiſen ſelbſt zu überzeugen, werden
während des Vortrages Koſtproben der zubereiteten Fiſche abgegeben,
die von d.n hieſigen Fiſchhandlungen in bereitwilliger Weiſe zur
Ver=
fügung geſtellt worden ſind. — Doch nicht allein dieſem Zweck ſollen
die Vorträge dienen, ſie ſollen auch außerdem die außerordentlich
viel=
feitige Ark der Gasverwendung im Haushalt zum Kochen, Braten,
Backen, Bügeln uſw. zeigen und den Hausfrauen und der weiblichen
Jugend praktiſche Winke und Ratſchläge in dieſer Beziehung mit auf
den Weg zu geben. Zur Abhaltung der Vorträge konnte die durch ihre
früheren Kurſe unſeren Hausfrauen bereits beſtens bekannte
Diplom=
haushaltungslehrerin Frau Dr. W. Jürgenſen gewonnen werden, die
ihre Zuhörerinnen auf eine meiſterhafte Art und We ſe zu belehren
verſteht. Die Vorträge finden in der Zeit vom 26.—30. März (Sonntag
ausgenommen) jeweils um 3 Uhr nachmittags und 8 Uhr abends im
großen Saale des „Bürgerhof”, Eliſabethenſtraße 2, ſtatt. (Freitag, den
26. März, nur ein Vortrag von 6—8 Uhr.) Der Beſuch der Vorträge
kann unſeren Hausfrauen und insbeſondere der weiblichen Jugend nicht
dringend genug empfohlen werden. Er wird ihnen zeigen, wie raſch,
ſauber und billig man „nur mit Gas” im Haushalt arb iten
kann. Nach den Kochvorführungen wird ein Wärmefachmann einen kurzen
Vortrag über Verwendung, Wirkungsweiſe und Betriebskoſten des neuen
Darmſtädter Radiators „Patent Nuß” halten und ihn praktiſch vorführen,
wobei über etwaige Fragen bereitwilligſt Auskunft erteilt wird. (Siehe
Anzeige.)
HI. Heſſiſch=Naſſauiſcher Verband Gabelsbergerſcher Stenographen.
Die Vertreter des V.rbandes tagten am Sonntag im Grünen Zimmer
des Kaiſerſaals (Grafenſtraße) vornehmlich zur Beratung der
Feſtord=
nung ſür den am 10. und 11. Juli 1926 in Darmſtadt ſtattfindenden 4 6.
Verbandstag. Der Verbandsvorſitzende, Lehrer Schöpp=Mainz,
begrüßte die Verſammlung, insbeſondere den Vorſteher d.s
Stenographi=
ſchen Landtagsamts, Regierungsrat Schaible, und den alten
verdienſt=
vollen Kämpen des Verbandes Dr. Kranz=Buſch (Wiesbaden). Der
Vorſitzende des Darmſtädter Vereins von 1861, Obervechnungsrat
Wer=
ner, erſtattete zunächſt Bericht und machte entſprechende Vorſchläge, die
im weſentlichen Annahme fanden. Der Verbandstag wird am Samstag,
den 10. Juli, nachmittags 5 Uhr, mit einer Sitzung des
Verbandsvor=
ſtandes und der Bezirksleiter begimnen. Um 8 Uhr abends folgt eine
Vertreterverſammlung im Fürſtenſaal. Der Feſtſonntag (11. Juli) wird
eine mächtige Kundgebung, für die Reichskurzſchrift
werden. Die Stenographen des ganzen Verbandsgebiets treffen ſich an
dieſim Tage in Heſſens Hauptſtadt und werden ihr einen gewaltigen
Fremdenzuſtrom bringen. Zu dem am Vormittag um halb 9 Uhr
be=
ginnenden, vorausſichtlich in der Hochſchule ſtattfindenden
Verbands=
wettſchreiben werden allein 1500 Teilnehmer erwartet. Geſchrieben wird
in allen Stufen von 80 Silben an aufwärts. Für Schüler wird ein
be=
ſonderes Schülerwettſchreiben eingerichtet, jedoch nur für die
Abteilungen 80—120 Silben. In der um halb 12 Uhr im Städtiſchen
Saalbau folgenden offiziellen Feſtverſammlung wird der
Staats=
ſekretär im Reichsminiſterium des Innern Schulz, dem das große
Verdienſt gekührt, die neue Einheitskurzſchrift im Reiche amtlich
einge=
führt zu haben, den Feſtvortrag halten. Um 1 Uhr ſchließt ſich,
eben=
falls im Saalbau, ein großes gemeinſchaftliches Feſteſſen an. Für die
nicht am Wettſchreiben teilnehmenden Gäſte finden unter ſachkundiger
Führung Nundgänge durch die Stadt und Beſichtigung der
Sehenswür=
digkeiten ſtatt. Von 4 Uhr an in ſämtlichen Näumen des Saalbaues
Tanzvergnügen, 6 Uhr Verkündigung des Wettſchreibergebniſſes und
Ver=
teilung der Ehrenpreiſe, 8 Uhr großer Feſtball. — Mit dem Verbands= weiſen nochmals auf den heute abend 8 Uhr in der Aula des
Real=
tag wird in dieſem Jahre auch eine Stenographiſche Ausſtel= gymnaſiums ſtattfindenden Lichtbildervortrag des Herrn cand. rer, pol.
lung und erſtmals — und zwar verſuchsweiſe — ein ſtenographiſches Ludwig Lautz über Silvretta und Stubai, zu dem außer den Mitgliedern
Schreibmaſchinenwettſchreiben verbunden werden.
— Martinsgemeinde. Der Gemeindeabend, den der Männer= und
Frauenverein am letzten Montag im großen Saale des Gemeindehauſes
veranſtaltete, erfreute ſich eines ausgezeichneten Beſuches und nahm die Füchſe, ſowie die übrigen Teilnehmer die größten Anſtrengungen,
einen ſchönen Verlauf. Im Mittelpunkte des Abends ſtand ein Vortrag, denn das gewählte Gelände beſtand aus einem dauernden Auf und Ab.
den Herr Miſſionsprediger W. Spaich vom Verein für ärztliche Miſſion. Wenn trotzdem erſtmalig ſämtliche Teilnehmer das Ziel erreichten ſo lag
hielt. Er ſprach mit zu Herzen gehenden Worten, denen man die heiße dies trotz der reichlich angelegten Finten an der wirklich guten Wag=
Liebe für die Nöte der Heidenwelt anmerkte über die Bedeutung der „markierung der Füchſe. Wenn auch eine erfreulich große Anzahl die
ärztlichen Miſſion unter den Heiden. Veranſchaulicht wurden ſeine Aus= Spur der drei Füchſe aufgenommen hatte, ſo brachten es dieſelben doch
ſührungen durch zahlreiche Lichtbilder, die dies von dem Redner Geſagte, fertig, ich bis nachmittags gegen 4 Uhr ihren Verfolgern zu entziehen.
pft in erſchütternder Weiſe beglaubigten. Im erſten Teil ſeines Vor= Erſt als glücklich alle nach Nieder=Beerbach gelotſt waren, erfolgte auf
trages führte der Redner die geſpannt lauſchenden Zuhörer tief hinein, den ſteilſten Wegen der Aufſtieg zum Frankenſtein, wo man die Füchſe
in das Krankheitselend der Heidenwelt. Welche Verwüſtungen das im warmem Wirtshauszimmer vorfand. Diesmal hatten wirklich die
ſchrankenloſe Wüten von Seuchen (Malaria, Schlafkrankheit, Ausſatz) drei Schnellſten das Glück, auch die Füchſe und ſomit die ausgeſetzten
unter den dieſen Krankheiten hilflos preisgegebenen Heiden anrichtet, Preiſe zu erhalten. Beim warmen Kaffee wurden die verſchiedenen
welch ein grauenhaftes Elend oft unter den von ſolchen Seuchen Befalle= Möglichkeiten üüber die ſo glänzend verlauf ne Schnitzeljagd ausgetauſcht,
nin herrſcht, wie ſie aus der Geſellſchaft der Geſunden verſtoßen dahin= worauf dann gemeinſam der Weg nach Eberſtadt und von dort die
Rück=
ſiechen, bis endlich der Tod ſie erlöſt, das wurde mit erſchüitternder Deut= fahrt nach Darmſtadt zurückgelegt wurde.
lichkeit in Wort und Bild geſagt. Dieſem Krankheitselend in der
Heiden=
welt einigermaßen zu ſteuern, iſt die unſagbar ſchwere, aber auch ſchöne bittet der Verkehrsverein alle Vereine und Korporationen, alsbald mit=
Aufgabe der ärztlichen Miſſion. Was gerade die deutſchen Miſſions= zuteilen, wann Tagungen, welche von auswärtigen Teilnehmern beſucht
ärzte, die in dem deutſchen Inſtitut für ärztliche Miſſion in Sruttgart werd n, hier ſtattfinden, damit dieſe Liſte, vervollſtändigt, auf dem
Ver=
ſchon geleiſtet haben, welche unendliche Arbeitslaſt auch auf den neuer= chen Tagen verſchiedene Veranſtaltungen ſtattfinden und ſo die
Unter=
dings wieder hinausgezogenen Aerzten ruht, das iſt eine Tatſache, die Eringung der Teilnehmer auf Schwierigkeiten ſtößt.
ein Ruhmesblatt in der Geſchichte der äußeren Miſſion bedeutet. Mit
dem Wunſche, daß immer mehr von herzlicher Liebe zur Heidenwelt, zeige im heutigen Inſoratenteil hin.
durchdrungene junge Männer ſich in den Dienſt der ärztlichen Miſſion
ſtellen möchten, ſchloß der Redner. Reicher Beifall zeigte, wie ſehr er
die Herzen ergriffen hatte. Möge Herr Miſſionsprediger Spaich nicht
zum letzten Male der Martinsgemeinde gedient haben.
* Der Verkehrsverein veranſtaltet in dieſem Sommer
Sonder=
fahrten mit der Bahn und mit Kraftwagen zu ermäßigten Preiſen.
Die erſte Fahrt iſt für den Oſtermontag nach Heidelberg geplant, wo
eine Schloßyofbeleuchtung mit Konzert, Kellerfeſt, Beſichtigung der Stadt
und Umgebung geboten wird. Die Koſten für Hin= und Rückfahrt
vier=
ter Klaſſe mir einfachem Mittageſſen werden ſich vorausſichtlich auf 6 Mk.
50 Pfg. ſtellen, und werden Anmeldungen jetzt ſchon auf dem
Verkehrs=
burean eutgegengerommen.
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche Sitzung
des Landesſchiedsgerichts am Freitag, den 26. März 1926,
vormittags 9½4 Uhr: „Der Beſoldungsplan der Stadt Worms”.
— Karfreitagskonzert des Muſivereins. Im diesjährigen
Karfrei=
tagskonzert des Muſikvereins kommt wiederum die populärſte der
Bach=
ſchen Paſſionsmuſiken, die gewaltige Matthäus=Paſſion, zur
Aufführung. Die muſikaliſche Leitung hat Herr Gen=ralmuſikdirektor
Rofenſtock. Als Soliſten ſind gewonnen: Frl. Ria Ginſter=Frankfurt
(Sopran), Frl. Poldi Heyl=Darmſtadt (Alt), Herr Hans Hoefflin Mainz
(Tenor), Herr Prof. Dr. H. Joachim Moſer=Heidelberg (Baß, Chriſtus),
Herr Peter SchäferDDarmſtadt (Baß). Die Cembalo=Begleitung hat Herr
probe iſt öff ntlich und fndet am Gründonnerstag ſtatt. Beginn der
Hauptprobe und der Aufführung abends 7 Uhr. — Der Kartenverkauf
beginnt heute bei Konzert Arnold, Wilhelminenſtraße. (S. heutige Anz.) die Leibesübungen in den höheren Schulen Heſſens verdoppelt.
kannte Frankfurter Arzt für Stoffwechſelkrankheiten ſprich= am Samstag, den „Bewegungsſpiele” pro Woche hinzu. Das iſt auf den erſten
den V. März, abends 8 Uhr, in der Landesbaugewerkſchule über das
tereſſe ſein. (Siehe Inſerat.)
Der gefangene Wfarrer
Eine geſchichtliche Erzählung aus der
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— Sektion Starkenburg des D. u. Oeſt. Alpenvereins. Wir
ven=
der Sektion Starkenburg auch die Mitglieder der Sektion Darmſtadt,
ſowie Gäſte eingeladen ſind.
— Wanderklub „Falke‟=Darmſtadt 1916. Die Schnitzeljagd ſtellte an
— Weil die Unterkunftsverhältniffe in Darmſtadt beſchränkt ſind,
ihre Ausbildung erhalten, draußen unter den Heiden mit Gottes Hilfe kehrsbureau eingeſehen werden kann, um zu verhüten, daß an den glei=
— Der Ortsverein der Darmſtädter Buchhändler weiſt auf ſeine An=
I
Wählen Sie Ihre
Tapeten
(4504
Stätzef
F a0 mann iſche Beratung
Seite 5
Li körperliche Erziehung in den
höheren Schulen Heſſens.
Von
Dr. Friedrich Noack in freundlicher Weiſe übernommen. Die Haupt= Oberreallehrer P. Luley, Vorſ. des Heſſ. Turnlehrer=Vereins.
Durch die neuen Stundentafeln wird die Stundenzahl für
* Vortrag über praktiſche Heilkunde. Dr. G. Reymann, der be= Zu den ſeither beſtehenden zwei Turnſtunden treten zwei Stun=
Thema: „Schilddrüſe und Kropfbildung als große Volksvermögen‟. Die Anblick eine Vermehrung, wie ſie wohl noch leinem Zweig der
Zuſammenhänge dieſes Organs mit den lebenswichtigen Funktionen des geiſtigen Erziehung zuteil wurde; es iſt dies aber auch zugleich
menſchlichen Körpers müſſen Laien und Fachmännern von größtem In= das Mindeſtmaß deſſen, was eine neuzeitliche
Körperpflege und eine neuzeitliche
Körperbil=
dung erfordern, um alle Schädlichkeiten vom
jugendlichen Körper fernzuhalten und
charak=
tervolle Menſchen — wie wir ſie gerade jetzt und in
Zu=
kunft beſonders gebrauchen — zu erziehen.
Was in Heſſen mit Beginn des neuen Schuljahres in dieſer
Hinſicht geſchehen ſoll, iſt für Preußen, Sachſen, Württemberg,
Baden und Bayern ein ſchon längſt überwundener Standpunkt.
Dort beſtanden obige Einrichtungen ſchon vor dem Kriege oder
wurden während desſelben eingeführt.
Auch in Heſſen iſt wiederholt ein Anlauf zur Vermehrung
der Stunden der körperlichen Erziehung genommen worden. So
wurde im Jahre 1884 von ſeiten der Behörde auch das
Turn=
ſpiel an höheren Schulen (als obligatoriſche dritte Kürturn= und
Spielſtunde) ins Auge gefaßt und zunächſt am Gymnaſium in
Darmſtadt durchgeführt (Jahrbücher 1884). Kurz vor dem Krieg
war von der Schulabteilung eine Konferenz von Schulmännern
und Fachleuten geplant, auf der eine Erweiterung des ſeither
zweiſtündigen Turnunterrichts mit allen ſeinen
Begleiterſchei=
nungen beraten werden ſollte. Dieſe geplante Tagung kam aber
nicht über ihre Vorbereitungen hinaus. Wiederholt haben der
Heſſ. Turnlehrer=Verein und andere Verbände eine Erweiterung
des Turnunterrichts in höheren Schulen gefordert. Nun ſoll die
erſehnte Vermehrung endlich zur Tat werden.
Da ſtellen ſich neben den Schwierigkeiten, die die
Durch=
führung der doppelten Stundenzahl mit ſich bringt, die unten
noch näher beleuchtet werden ſollen, noch andere Hemmniſſe
ent=
gegen.
So werden Bedenken laut, daß eine Begünſtigung
des Sports bei all, ſeinen Vorzügen doch
ge=
wiſſe Gefahren in ſich trage, ſo daß z. B. die geiſtige
Ausbildung darunter notleiden könne. Dieſe Beſtrebungen gehen
doch im Grunde genommen darauf hinaus, von vornherein eine
Vermehrung eines zielbewußten Unterrichts in den
Leibesübun=
gen zu unterbinden oder wenigſtens in Frage zu ſtellen, wenn
auch einer etwaigen Bevorzugung dieſes Unterrichtszweiges als
Mittel der Erziehung freundliche Worte gewidmet werden. Die
erfolgreichen wiſſenſchaftlichen Forſchungen
der Phyſiologen müſſen in den Dienſt der
Schu=
len geſtellt werden, und die Erteilung des
Unterrichts in den Leibesübungen muß nach
den erkannten biologiſchen Geſetzen erteilt
werden. In dieſer Beziehung ſtehen uns ausgezeichnete Werke
von den Herren Profeſſoren Dr. Schmidt (Bonn), Bier, du
Bois=Reymond und Müller (Berlin), Hueppe (Dresden), Kaup,
Hecker und Matthias (München), Huntemüller (Gießen), Hug
(Zürich) u. a. zur Verfügung. Die Abhandlung von Prof. Dr.
Matthias, früher Zürich, jetzt München, „Die Bedeutung und
Aufgabe der Leibesübungen im Dienſte der Geſamterziehung”
ſoll hiermit allen führenden Perſönlichkeiten, die es mit der
Er=
ziehung der Jugend wirklich ernſt meinen, aufs wärmſte
empfoh=
len werden.
Die ſeither einſeitig bevorzugte geiſtige Ausbildung muß
durch eine zielbewußte körperliche Erziehung ergänzt werden, um
einen harmoniſchen Menſchen zu erziehen. „Es iſt ein Unding,
den Menſchen in Leib, Seele und Geiſt auseinanderzureißen und
an dieſen Teilen nun fein ſäuberlich getrennt das
Erziehungs=
werk zu beginnen. Die Früchte ſehen wir heute: höchſt
ent=
wickelter Intellekt, bei allgemeiner
Willens=
erſchlaffung und Gefühlsverflachung, ein hoher
Geiſt in müden Leibern und daneben ein
Auf=
peitſchen phyſiſcher Kraft zur höchſten Leiſtung
bei kläglicher Gefühlsentwicklung und
ſitt=
licher Leere. So oft man auch das Wort harmoniſche
Men=
ſchenbildung hört — es bleibt wahr, daß ſie uns verloren
ge=
gangen iſt im Getriebe der Maſchinen und im Jagen nach
tech=
niſcher Vervollkommnung. Wir müſſen ſie wiedergewinnen in
einer neuen Erziehung, an der auch die Leibeserziehung an
ihrem Teil mithelfen ſoll.” Wer wollte dieſe Tatſachen
beſtrei=
ten, die Studienrat E. Rieß (München) in ſeinem Vortrag auf
der Deutſchen Turnlehrerverſammlung im Juli 1923 in
Mün=
chen zur Frage der Turnlehrer(innen)ausbildung ſo herrlich
ge=
kennzeichnet hat.
Obige Gründe haben auch ſicherlich das Landesamt für das
Bildungsweſen bewogen, die Vermehrung des Turnunterrichts
in die Wege zu leiten. Dieſe Vermehrung iſt eine
unabweis=
bare Pflicht des Staates und der Kommunen,
da durch autoritative Unterſuchungen feſtgeſtellt worden iſt, daß
unſere Jugend durch den langen Krieg und die
Nachkriegszeit außerordentlich ſchwer gelitten
hat und noch leidet in jeder Beziehung, und weil
außerdem unſer deutſches Volk einen ſeiner beſten und
wichtig=
ſten Geſundheitsfaktoren, die allgemeine Wehrpflicht,
verloren hat. Die körperliche und ſeeliſche
Not=
lage des deutſchen Volkes erfordert
entſchei=
dendes Eingreifen, damit der durchſchnittliche
Gefundheitswert des Volkes wieder gehoben
wird und dadurch die Krankenhäuſer und
ähn=
liche Anſtalten wieder entlaſtet werden.
Die vier Wochenſtunden ſind das
allermin=
deſte, was jetzt in Heſſen erreicht werden muß,
kein Wenn und Aber darf es da geben. In Preußen
hat man einer Anzahl größerer Schulkörper — einer Volksſchule
in Halle und einigen Schulen in Berlin — die Gelegenheit
ge=
geben, die tägliche Turnſtunde zur Probe einzuführen.
Ter Reichstag hat in der dritten Beratung des Eta’s für
1925 u. a. folgende Entſchließung angenommen: Die Reichs=
9
O
Oint
M2
W
Ri
AG
—A
Seite 6
Donnerstag, der 25. März 1926
Nummer 84
regierung wolle mit den Ländern in Fühlung
treten, um zu erreichen, daß in allen Ländern
ſechs Wochenſtunden für Leibesübungen
einge=
führt werden.” Was hier erſtrebt wird, iſt bei den in
Waffen ſtarrenden Nachbarn ringsum, auch in Ungarn, ſchon
geſetzlich feſtgelegt.
Daß der Reichstag die Frage der körperlichen Erziehung der
Jugend ernſt nimmt, beweiſt die von ihm am 17. v. M. erfolgte
Gründung eines „Jiterfraktionellen Ausſchuſſes für körperliche
Erziehung” der ſich durch nichtparlamenta iſche Sachverſtändige
beraten läßt. Wenn auch den Einzelländern im allgemeinen die
Erziehungsaufgaben zukommen, ſo wird doch durch dieſe
Grün=
dung betont, daß auch das Reich vor wichtigen Pflichten in dieſer
Hinſicht ſteht.
Auch der preußiſche Landtag hat in allerjüngſter Zeit einen
interfraktionellen Ausſchuß für Leibesübungen gebildet.
Der „Arbeitgeber”, eine Zeitſchrift der Induſtrie,
befür=
wortet die Eingabe des Reichsausſchuſſes an Reichstag und
preußiſchen Landtag, die dort vorgeſehenen Mittel für
Leibes=
übungen um ein Bedeutendes zu erhöhen, damit von Reich und
Ländern den Fragen der ſportlichen Ertüchtigung des Volkes
vollſte Beachtung geſchenkt und zum Ausdruck gebracht wird.
Dieſe Zeitſchrift weiſt einerſeits auf die ungeheure Belaſtung
durch ſoziale Aufwendungen hin, andererſeits auch auf die
vor=
beugenden Maßnahmen zur Erhaltung der Volksgeſundheit, zu
der in erſter Linie Turnen, Sport, Spiel und Wandern gehören.
Ueber die Schwierigkeiten einer plötzlichen unvorbereiteten
Einführung der verdoppelten Stunden der Leibesübungen iſt
man ſich in Fachkreiſen klar. Die Fragen, die eine Vermehrung
mit ſich bringen, hätten aber auch ſchon vorher geklärt ſein müſſen.
Wie lange ſchon wurde die Frage der Räumlichkeiten
— Spielplätze und Turnhallen — erörtert. Das
Spiel=
platzgeſetz ſchwebt ſchon viele Jahre in der Luft und iſt den
Stadtverwaltungen ſchon ſo oft ans Herz gelegt worden. Viele
Städte haben in vorbildlicher Weiſe den
Not=
wendigkeiten der Zeit Rechnung getragen.
Frei=
lich, wo nian dies verſäumte, glaubt man die Sache einfach
ab=
tun zu können, indem man ſie von der Tagesordnung abſetzt
und ſich hinter die finanziellen, wirtſchaftlichen und ſonſtigen
Schwierigkeiten verſchanzt oder behauptet, daß keine neuen
Aus=
gaben den Gemeinden jetzt und für die Zukunft zugemutet
wer=
den dürfen,
Bei einigermaßen gutem Willen laſſen ſich Mittel und Wege
finden, um — wenn auch vorerſt behelfsmäßig — Räumlichkeiten
für die vermehrten Stunden zu erhalten. Durch Verhandlungen
mit den Leibesübungen treibenden Vereinen können deren
Räume auch den Schulen überlaſſen werden, wie ſeither ſchon
viele Vereine Gäſte der Schulen waren. Gerade in
Garniſons=
ſtädten, wie z. B. Darmſtadt eine war, ſind freie Plätze genug,
die den Schulen zur Verfügung geſtellt werden können.
Darm=
ſtadt mit ſeinem Exerzierplatz und ſeinem neuen Flugplatz, der
doch ſicher zu gewiſſen Zeiten teilweiſe für die Schulen
Verwen=
dung finden kann, bietet doch keine allzu große Schwierigkeit,
man muß nur wollen. Die Beſchaffung des
Sport=
platzes und der Turnhalle der Techniſchen
Hoch=
ſchule geben einen Wegweiſer zur Behebung der
Schwierigkeiten in der Platzfrage und ein
er=
hebendes Beiſpiel eines ernſtlichen Wollens.
Eine weitere Schwierigkeit bildet die Frage der
Lehr=
kräfte die die vermehrten Stunden erteilen ſollen. Ein
be=
kannter Schulmann beſtätigt dieſe Schwierigkeit, indem er
be=
kont, daß die fachlich ausgebildeten Lehrer fehlen. Er ſagt weiter
daß ſeither ſchon der Turnunterricht an den höheren
Lehranſtal=
ten daran gelitten hat, daß es an den rechten Turnlehrern fehlte.
Er fragt dann, wo nun auf einmal für die doppelte
Stunden=
zahl die Turnlehrer hergenommen werden ſollen.
Hiermat wollte dieſer Schulmann ſicher nicht behaupten, daß
es ſeither in Hefſen gar keine fachlich
ausgebil=
deten Turnlehrer gegeben habe, obwohl man ſeine
Darſtellung ſo auffaſſen könnte. Wohl hat er aber gemeint, daß
eine viel zu geringe Zahl von derartigen
Kräf=
ten an den heſſiſchen höheren Schulen
vorhan=
den iſt. Warum auch angeſichts der Umwälzung auf dem
Ge=
biet der körperlichen Erziehung, beſonders wegen deren höheren
Bedeutung keine Fachlehrer weiter herangezogen wurden, iſt
eigentlich nicht recht verſtändlich. Es wartet eine Reihe
als Turnlehrer ſtaatlich geprüfter
ſemina=
riſtiſch gebildeter Lehrer auf Einberufung an
höhere Lehranſtalten. Von ſämtlichen höheren
Knaben=
ſchulen Heſſens ſind nur neun mit Fachturnlehrern verſehen, in
den weiteren 20 Vollanſtalten des Landes ſowie an ſämtlichen
Realſchulen fehlen ſolche. An großen Volksſchulgruppen und an
den Fortbildungsſchulen fehlen ſie ebenfalls. Daß die ſeitherigen
Fachturnlehrer, die ſich durch ihre oſt aufopfernde Tätigkeit in
Verein und Schule und durch fleißiges Selbſtſtdium geeignet
machten zu einer erfolgreichen Tätigkeit auf dem Gebiet der
körperlichen Erziehung, ihre vom Staat gebotene Ausbildung für
völlig unzulänglich halten und daher eine den übrigen
ckade=
miſchen Lehrkräften gleichartige und gleichwertige Ausbildung
gefordert haben, wurde durch die „Heſſennummer” der „Blätter
für körperliche Erziehung” weiten Kreiſen zur Kenntnis gebracht.
Um nun die Einführung der „Bewegungsſpiele” in den
höheren Schulen Heſſens ſchnellſtens einzuführen, wäre es
rat=
ſam, wenn den wenigen Fachturnlehrern noch
eine Anzahl hinzugefügt und die jüngeren
wiſſenſchaftlichen Lehrer die den
Leibes=
übungen zugetan und freundlich
gegenüber=
ſtehen, in kurzen Lehrgängen zu Spielleitern
herangebildet würden. Ohne Kenntnis der weſentlich=
ſten Spiele, beſonders der großen Kampfſpiele und die Art ihrer
wirkungsvollen Einübung, wird der Erfolg ſicher ausbleiben
und die Quelle von Aerger und Verdruß bei Lehrern und
Schü=
lern bilden. Wie man in dem wiſſenſchaftlichen
Unterricht, im Zeichnen und in der Muſik nur
ſolche Lehrkräfte verwendet, die das
betref=
fende Fach beherrſchen, ebenſo ſollte es auch
unbedingt bei der körperlichen Erziehung ſein.
Der Fachturnlehrer, der ſich den modernen Beſtrebungen mit
vollem Herzen gewidmet hat, iſt der gegebene Führer.
ist das Kennzeichen der heutigen Wirtschaftslage.
Reklame i-t Ihre beste Waffe.
4460
Inserieren Sie im
Darmstädter Tagblatt.
— Nächſte Dampfer=Expeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen.
1. Bremen—New York (ab Bremerhaven): „Yorck” (Kapt. Miltzlaff)
24. März, „George Waſhington” (United States Lines) 24. März, „
Bre=
men” (Kapt. R. Wurpts) 6. April, „Republic” (United States Lines)
7. April. „Columbus” (Kapt. Johnſen) 8. April, „Berlin” (Kapt. Rehm)
14. April. — 2. Bremen-Philadelphia-Baltimore-
Nor=
folk (ab Bremen): „Holſtein” (Kapt. F. Buhr) N7. März, „Göttingen”
(Kapt. Hurtzig) 17. April. — 3. Bremen-Kuba (ab Bremen): „
In=
gram” 10. April, „Hornfels” 10. Mai. — 4. Bremen-Braſilien
(ab Bremen): „Erfurt (Kapt. Arndt) 5. April, „Vegeſack (Kapt. Schmidt)
16. April, „Nienburg” (Kapt, Hashagen) 21. April. — 5. Bremen—
La Plata (ab Bremerhaven): „Köln” (Kapt. H. v. Thülen) 27. März
„Sierra Morena” (Kapt. G. Nauer) 17. April, „Madrid” (Kapt. Block)
24. April. — 6. Bremen—Oſtaſien (ab Bremen): „Koblenz” (Kapt.
Reher) 27. März. „Agapenor” 3. April, „Pfalz” (Kapt. C. Pritzel) 8. 4.,
„Friesland” 10. April, „City of Durham” 17. April, „Franken” 24. 4.
— 7. Bremen—Auſtralien (ab Bremen): „Elmshorn” 20. März,
„Elberfeld” (Kapt. Bolte) 1. April, „Eurypylus” 17. April.
Oe
„Roſen aus dem Süden” mit Henny Porten, dem Liebling des
Kino=
publikums, war ein dur ſchlagender Erfolg für das Re idenz=Theater
Heute vorletzter Tag, verſäu nen ie dieſes Programm nicht. (4490
G
D
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künfiler und künſtieriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
geſchleht. bebält ſich die Redaktſon ibr Arteil vor.
— Liederabend Mathilde Weber. Es wird auf den am
Freitag, din 26. d3. Mts., abends 8 Uhr, im Mozartſaal, Schulſtraße 8,
ſtattfindenden „Liederabend” der Geſangsſchule von Mathilde
Weber, Lehr rin an der Ausbildungsklaſſe der Städtiſchen Akademie für
Tonkunſt aufmerkſam gemacht. Am Flügel: Kapellmeiſter Berthold
Sander. Eintrittskarten ſind zu haben: Saalbauſtraße 75, 1. Stock, durch
die Mitwirkenden, in den Muſikalienhandlungen, in der Städtiſchen
Akadenie für Tonkunſt und an der Abendkaſſe.
— Reſidenz=Theater. Ein neuer großer Erfolg war die
Uraufſührung für Süddeutſchland des Henny Porten=Films „Roſen aus
dem Süden”. In einem Luſtſpiel wirkt die beliebte Künſtlerin bezaubernd
durch ihren Charm, hinreißend durch ihren entzückenden Humor und
überwältigend durch ihre Kunſt. Zwei prächtige zweiaktige Luſtſpiele:
Harry, Brownie und das Radio, und Bubi als Rennfahrer geben
zu=
ſammen ein Programm, das ſelbſt verwöhnte Beſucher voll befriedigt.
Eine Verlängerung dieſes Programms iſt leider nicht möglich, daher
heute vorletzter Tag.
Tageskalender für Donnerstag, den 25. März 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr,
A 16: „Der Kreidekreis”, Schauſpiel von Klabund. — Kleines
Haus. Anfang 5½ Uhr und 8 Uhr: Der neue Ufa=Film: „Wunder
der Schöpfung”. — Literariſcher Verein. Darmſtadt, nachm.
5 Uhr, im Geſchäftszimmer: Ordentliche Hauptverſammlung. —
Deutſcher u. Oeſterr. Alpenverein, Sektion Starkenburg,
abends 8 Uhr, in der Aula des Realgymnaſiums: Lichtbildervortrag
des Herrn cand. rer. pol. Ludwig Lautz: „Hochgebirgswanderungen”
Sektion Darmſtadt, abends 8 Uhr, in der Aula des Ludwigs=Georgs=
Gymnaſiums, Karlsſtr. 2: Vortrag des Herrn Dr. Gmelin=
Ingel=
heim über „Wanderungen und Klettertouren in den Sextener
Dolo=
miten (mit Lichtbildern). — Kinovorſtellungen: Union=,
Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Freitag, den 26. März 1926.
Holzverſteigerung, vorm. 9 Uhr, in Darmſtadt, Wirtſchaft
„Heiliges Kreuz”.
*Bezirksſchöffengericht.
1. Wegen Verſuchs eines ſchweren Diebſtahls hat ſich Jak. Dirky
von Dortmund zu verantworten. Er wurde am 21. Januar 1926 in der
Kapuzinerkirche in Bensheim vom Ordensbruder Bock dabei überraſcht.
wie er ſich an dem Opferſtocke zu ſchaffen machte und dieſen zu erbrechen
ſuchte. Das Schloß des Opferſtocks ſuchte er mit einem Haken zu löſen.
Zunächſt hatte der Ordensbruder angenommen, es handle ſich um einen
Andächtigen, der knieend betete. Auf der Straße ſuchte der verdächtige
Menſch durchzugeh n, wurde aber feſtgehalten und der Polizei übergeven.
Dirks leugnet das Vorhaben an ſich nicht, will aber von dem Verſuch des
Diebſtahls aus innerer Unruhe zuuückgetreten ſein. Das Gericht hält
einen freiwilligen Rücktritt vom Verſuche des Diebſtahls nach den
Um=
ſtänden des Falles nicht dargetan, billigt aber dem arbeitsloſen
Ange=
klagten mildernde Umſtände zu. Dem in ſtrafrechtlichen Rückfall
befind=
lichen Dirks werden 6 Monate Gefängnis zudiktiert, wovon zwei
Monate durch die Unterſuchungshaft für verbüßt erachtet werden. Der
Staatsanwalt hatte 8 Monate Gefängnis beantragt.
2. Jak. Dewald 3. und ſein Sohn Karl in Biebesheim haben
nach d.r Anklage am 2. November 1925 dem Hausſuchung haltenden G.
n=
darmeriewachtmeiſter Lindenſtruth, der Jagdſchlngen beſchlagnahmt
hatte, gegenüber Widerſtand geleiſtet in Tateinheit mit
Beamtennöti=
gung. Von Natur erregt, mochten be de auch darüber erregt ſein, daß
der laut gewordene Verdacht eines veifübten Jagdvergehens nicht
begrün=
det ſei. Das Urteil erkennt auf Geldſtrafen, gegen Jakob
Dewald=
auf 25 Mk., gegen Karl Dewald auf 50 Mk.
3. Wegen Urkundenfälſchung und Betrucs hat ſich der unb=ſtrafte
Ph. Glock 2. von Lampertheim zu vrantworten. Die
Waiſengeld=
quit ungen für ein Mündel ſtellte er auf den Namen ſeines
Schwieger=
vaters aus, und will er hierzu von ſeinem Schwiegervater Wetzel
beauf=
tragt gew ſen ſein. So erhob Glock in der Zeit vom April bis
Septem=
ber 1925 beim Lampertheimer Poſtamt die Monatsraten in einer Reihe
von Fällen. Das vereinnahmte Geld will Glock aufbewahrt und nicht für
ſich verbraucht haben. Das Geld (52 Mark) hat er erſtattet. Der Staa
s=
anwalt hält die Schuld für erwieſen und beantragt unter Annahme
mil=
dernder Umſtände drei Monate Gefängnis. Das Urteil lautet
freiſprechend. Das Gericht nimmt an, daß die Angaben des
An=
geklagten nicht widerlegt ſeien. Die Bekundungen des Zeugen Wetzel
entbehren genügender Zuverläſſigkeit.
Schluß der Sitzung: 10 Uhr vormittags.
* Große Strafkammer.
In eine Zeit vor faſt ſieben Jahren führt eine Verhandlung gegen
Peter Buſch von Kapp.I (Hunsrück) wegen Diebſtahls zurück. Ein
gegen ihn vom Oberkriegsgericht erlaſſenes Urteil hat das Rechsgericht
wegen Verſtößen aufgehoben und die Sache an die Strafkammer
zunick=
verwi ſen. Es handelt ſich insbeſondere um einen im Schulhauſe (
Ma=
rienſchule) in Dieburg um den 13. April 1919 herum begangenen
Ein=
bruch. Damals waren Teile des 35. Inf.=Regts. in Tellen der Schuile
einquartiert und das der Schule und einem Verein gehörige Mobiliar in
den oberen Räumen untergebracht worden. Untn an der Türe ſtand
ein militäriſcher Poſten. Es wurde gemeldet, daß in dem
Bibliothek=
zimmer eingebrochen worden ſei, Soldaten erzählten alsbald in der
Brandſchen Wirtſchaft, daß Vorhänge geſtohlen worden ſeien. Dies
wurde ſofort dem Schuldiener Konrad Danz und dem Lehrer Gg. Weber
gemeldet. Der damalige Oberleutnant Kunkler ließ eine Durchſucung
bei Buſch vornehmen, man fand bei ihm in ſeinem Bett Gardinenſchnur,
auch ſonſt Zeichen= und Stenographiehefte. Kunkler erſtattete Meldung
beim Regiment; er war überzeugt, daß Buſch der Täter war. Zuge
ſchlldert ihn als einen ruhigen und ſtillen Menſchen, der ſeinen Dienſt
ordentlich verſah. Auch bei Familie Andreas Schroty, bei der Buſch
einige Male verkehrte, ſollte er Sachen abgeſtellt haben. Den Verkehr
leugnete er nicht, wohl aber, daß er dort Sachen hingebracht habe. Alle
Leute auf der Stube der Korporalſchaft hatten nach der Bekundung des
Zeugen Kunkler die Ueberzeugung, daß Buſch der Täter ſei. Der
dama=
lige Offizierſtellvertreter Richard Poppe weiß ſich nur zu erinnern, daß
Buſch im Verdacht ſtand, Pakete bei Familie Schroth abgeſtellt zu haben.
Zeuge leitete die Durchſuchung im Bette Buſchs. Zeuge Fiſcher bekundet,
daß Buſch ſich an einer Türe der Schule mit einem Dietrich zu ſch ffen
gemacht habe und bleibt beim Beſtreiten des Angeklagten bei ſeiner
Aus=
ſage. Dem Zeugen Heuſ=1 übergab Buſch kurz vor ſeiner Verhaftung
eine Brieftaſche mit Geld unter dem Vorgeben, er müſſe auf Wache
ziehen. Mit dem Zeugen Andreas Schroth trat Buſch wegen Miete
eines Zimmers in Verbindung und brachte Zivilkleider im Paket und
ſpäter noch zwei Pakete zum Zeugen mit dem Erſuchen, die Pakete
auf=
zuheben. Später hörte Zeuge, daß Buſch im Verdacht des Diebſtahls
ſtehe und ſorgte dafür, daß die Pakete wieder aus ſeinem Haufe kamen.
Die Pakete waren wohlverſchnürt geweſen, auch ein Geigenkaſten war bei
den Sachen.
Nachzutragen bleibt, daß das Kriegsgericht 1. Inſtanz den
Angeklag=
ten freigeſprochen hatte, während das damals in Bad Naukeim tagende
Oberkriegsgericht auf drei Jahre Zuchthaus erkannt hat. Dieſes Urteil
hat das Reichsgericht aufgehoben. Dem Angeklagten gelang es, aus dem
Gefängnis zu entkommen; er ging zur Fremdenlegion und war 5 Jahre
bei ihr, wie er angibt, in Afrika und Aſien (Beirut).
Der Staatsanwalt will als mildernden Umſtand die zur Zeit der
Tat — Oſtern 1919 — gelockerten Verhältniſſe gelten laſſen, ſo erſcheine
bei einer Rüickſchau auf damals die erkannte Strafe zu hoch. Der
Straf=
antrag geht auf 2 Jahre Gefängnis. Der Staatsanwalt ſtellt anhe.m,
die 13monatige Unterſuchungshaft oder einen Teil derſelben anzurechnen.
Die Vertcidigung erwägt, daß neben Buſch noch ein anderer als Täter
in Betracht kommen könne, die zu erkennende Strafe möge auch
berück=
ſichtigen, daß Buſch aus der Fremdenlegion zurückgekehrt, ſich in Dieburg
nach Verlöbnis eine Lebensexiſtenz habe gründen wollen. — Das Gercht
— den Vorſitz führte für den geſetzlich verhinderten Landgerichrsdirektor
Dr. Heß Landgerichtsrat Tappermann — erk nnt auf 1 Jahr 3
Mo=
nate Gefängnis, unter Anrechnung von 13 Monaten der
erlit=
tenen Unterſuchungshaft. Ein Ehrverluſt wurde nicht ausgeſprochen.
Das Urteil iſt rechtskräftig.
Lokale Veranſialtungen.
Oie beruuter erſcheinenden Nollizen ſind audfölleßlich als Hiweiſe auf Anteiarn m bstradiz
w leinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritn
— Wir machen nochmals auf den Lichtbildervortrag über die
deut=
ſche ärztliche Miſſion aufmerkſam, der heute Donnerstag, im
Gemeindehauſe Kiesſtraße 17, gehalten wird. Es ſind ergreifende Bilder
menſchlich n Jammers und gräßlicher Krankheiten, die wir da
wahr=
nehmen; aber daneben der Dienſt erbarmender Liebe, die uns das Herz
dewegt.
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Donnerstag, den 25. März 1926
Geite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arheilgen, 23. März. Viehſeuche. Da die Maul= und
Klauen=
ſeuche ſich weiter auszudehnen ſcheint, wurde die Geſamtgemeinde zum
Sperrgebiet erklärt. — Zur Bekämpfung des Schweinerotlaufs
und zur Vermeidung von Verluſten beim Auftreten dieſer Seuche wurde
den Beſitzern von Schweinebeſtänden empfohlen, ihre Tiere der
Schutz=
impfung zu unterziehen. Die Impfung kann von jedem Tierarzt
vor=
genommen werden, nur bei erſtmaligem Ausbruch der Seuche muß der
beamtete Tierarzt zugezogen werden. — Nachdem am Sonntag hier im
Gotteshauſe die Prüfung der diesjährigen Konfirmanden durch
die hieſigen beiden Geiſtlichen ſtattfand, wird die Konfirmation der
Kng=
ben am zweiten Oſterfeiertag und die der Mädchen am Sonntag nach
Oſtern vorgenommen werden. — Der durch den Schriftſteller Wilhelm
Michel am Sonntag vormittag gehaltene Vortrag „Der
Früh=
ling in deutſcher Dichtung” hatte ſich eines recht guten Beſuchs
zu erfreuen und war für alle Hörer ein Genuß, da derſelbe in bezug
auf Form und Inhalt nur Gutes bot.
* Arheilgen, B. März. Liedertag. Der vom Geſangverein
„Sängerluſt” veranſtaltete Liedertag muß als ein geſangliches Ereignis
bezeichnet werden. In friedlichem Wettkampfe waren eine große Reihe
auswärtiger und hieſiger Geſangvereine, 15 an der Zahl. angetreten, um
Zeugnis abzulegen von ihrem Können. Kunſtchöre und Volkslieder
wur=
den geſungen und ihr Vortrag zeugte von der überragenden Bedeutung
der Veranſtaltung, die einen ethiſchen und zugleich künſtleriſchen Genuß
bot. Beſonders iſt das Beſtreben der Vereine hervorzuheben, das
Volks=
lied zu pflegen. Es wäre ſchwere Arbeit feſtzuſtellen, welchem der Vereine
im Falle einer Bewertung ſeiner Leiſtungen, der Preis zuzuerkennen
wäre. Das liegt nicht im Sinne eines Liedertags. Es mag genügen,
wenn geſagt wird, daß das Programm einen tiefen Eindruck hinterlaſſen
hat. Das zahlreich erſchienene Publikum, das der Saal „Zum weißen
Schwanen” kaum zu faſſen vermochte, war von dem Gebotenen
hochbe=
friedigt und zollte allen Chören wärmſten Beifall. Dem Geſangverein
Sängerluſt” und beſonders ſeinem rührigen Dirigenten Herrn Wilhelm
Etzold gebührt hohes Lob und Dank für dieſe Veranſtaltung zur
Ver=
herrlichung des deutſchen Liedes und Geſanges.
* Griesheim, 24. März. Die diesjährige theoretiſche
Geſellen=
prüfung der Gewerbe= und Handwerkervereinigung findet Sonntag,
den 28. März d3. J3., im Saale der gewerblichen Fortbildungsſchule
ſtatt. An der Prüfung beteiligen ſich ſämtliche Lehrlinge der hieſigen
Handwerksmeiſter, auch diejenigen, welche erſt im Herbſt 1926 ihre
Lehr=
zeit beendet haben. Die ſchriftliche Prüſung beginnt vormittags 8½
Uhr, die mündliche vormittags 10½ Uhr.
* Griesheim, 24. März. In der laufenden Woche finden auf dem
hieſigen Truppenübungsplatz täglich Scharfſchießübungen ſtatt.
II. Eberſtadt, B. März. Statiſtik der Volksſchule. Das
Schuljahr 1925/26 neigt ſich ſeinem Ende zu. Es wird am 2. März
ge=
ſchloſſen. In 22 Normal= und 3 Förderklaſſen war es von 838 Kindern
beſucht. Davon waren 439 Knaben und 399 Mädchen. Auf die
Religions=
bekenntniſſe verteilen ſie ſich wie folgt: 395 ev. Knaben und 3692 eb.
Mädchen, 35 kath. Knaben und 32 kath. Mädchen 1 iſrael. Knabe.
9 freirel. Knaben und 4 freirel. Mädchen. Zur Entlaſſung kommen 74
Knaben und 63 Mädchen. Die Zahl der Lehrkräfte betrug 17 Lehrer
und 8 Lehrerinnen. Die Lnabenfortbildungsſchule wurde im
abgelau=
fenen Schuljahr von 166 Knaben in drei allgemeinen und 5 gewerblichen
Klaſſen, die Mädchenfortbildungsſchule von B2 Mädchen in 9 Klaſſen
beſucht. 81 Knaben beſuchten die Fortbildungsſchule in Darmſtadt.
Der Unterricht wurde von je einer hauptamtlichen Lehrkraft und von
je 4 nebenamtlichen Lehrkräften erteilt. Das neue Schuljahr beginnt am
19. April.
* Eberſtadt, 24. März. Konfirmandenausflug. Auch die
diesjährigen Konfirmanden unternahmen unter Führung ihres Lehrers
dieſer Tage einen Ausflug nach Heidelberg.
* Pfungftadt, 24. März. Konzert. Unter ſeinem Chordirigenten
Simmermacher, hielt der Geſangverein „Sängerluſt” der ungefähr 100
Sänger zählt, ein Konzert ab, das unbedingt als ein muſikaliſches
Er=
eignis für Pfungſtadt anzuſehen war. Die Chöre zeichneten ſich durch
die Exaktheit ihres Vortrages und durch eine erſtaunliche
Klangſchön=
heit aus. Beſonders gut gelungen war der Chor „Schwäbiſcher
Fiedel=
mann‟. Ein Streichquartett pflegte Kammermuſik in höchſter
Vollen=
dung. Das Konzert war gut beſucht.
*„Pfungſtadt, B. März. Todesfall. Ein weit über die Grenzen
Pfungſtadts hinaus bekannter Einwohner, Bauunternehmer Ludwig
Wacker, iſt im Alter von 58 Jahren geſtorben — Da ſich eine vom
Kreis=
amt ergangene Verfügung nicht zu den Nachforderungen der
Holz=
hauer bekennt, ſoll die Waldkommiſſion des Gemeinderates zuſammen
mit den Förſtern genaue Feſtſtellungen, über die tatſächlich erreichten
Stundenlöhne machen und das Ergebnis mit einer Begründung den
zu=
ſtändigen Behörden aushändigen. — Losholz. Der Preis des
Los=
holzzettels wurde auf 15 Mark feſtgeſetzt. Ferner wurde durch den
Ge=
meinderat beſchloſſen, daß die Verſteigerungsbedingungen für Brennholz
die gleichen wie bei Nutzholz ſein ſollen. Die Gemeinde hat zur
Ver=
größerung des Waldbeſtandes mehrere Waldäcker, teilweife ſogar in der
nahen Bickenbacher Gemarkung, angekauft.
d Hahn b. Pfungſtadt, B. März. Vereinsjubiläum. Der
Turnverein „Hoffnung”=Hahn kann in dieſem Jahre auf ein Bjähriges
Beſtehen zurückblicken. Man gedenkt, dieſes Jubiläum im Sommer durch lung, um die Schlußabrechnung des veranſtalteten Bazars
entgegenzu=
ein Turnfeſt feierlich zu begehen.
* Meſſel, 24. März. Straßenſperre. Seit Dienstag iſt die
Kreisſtraße von Meſſel nach Offenthal auf die Dauer von ungefähr drei
Wochen für den Juhr= und Autoverkehr wegen vorzunehmender
Walz=
arbeiten geſperet. Die Sterre gilt auch für Krafträder.
er Abgeordnete Kindt hat im Landtage
O Roßdarf, 22. März.
beantragt, unſeren Drt und Gundernhauſen, nach
Orts=
klaſſe C einſtufen zu wollen.
* Eppertslsauſſen, 24. März. Recht vom Unglück
heimge=
ſucht, iſt die Familie Stefan Müller, hier. Nachdem am vergangenen
Zug erſchreckendes Pferd vom Wagen geworfen wurde, wobei er ſich er= die Verſammlung mit den herzlichſten Wünſchen und auf baldiges
gebliche Verletzungen im Geſicht und an den Händen und Beinen zuzog. Wiederſehen ſchloß.
fiel vorgeſtern ein umſtürzendes Tor auf den Enkel wobei
die=
ſer einen Oberſchenkelbruch erlitt. Cs iſt dies für den Jungen um ſo
bedaugplicher, als derſelbe am Weißen Sonntag zum erſten Male zum
Tiſch des Herrn gehen ſollte.
r. Babenhauſen, 24. März. Zu einer Dringlichkeitsſitzung
war der Gemeinderat geſtern abend von der Bürgermeiſterei geladen.
Es galt, die Angebote für Kleinpflaſterung der Bahnhofſtraße zu prüfen
und die Arbeiten zu vergeben. Eine Menge Angebote, etwa 70, waren
eingegangen. Bedauert wurde von mehreren Seiten, daß die hieſigen gewaltigen Zuſtromes an Beſuchern. Bedauerlicher Weiſe hatte ſich der
Unternehmer durchſchnittlich die höchſten Preiſe forderten. Fir die
Her=
ſtellung der Kleinpflaſter= und Bankettarbeiten ſollen dem Kreisbauamt
die Firmen Müller=Blickhahn=Eppertshauſen und H. Kern=
Dieburg vorgeſchlagen werden. Die Ausführung der Kanalarbeiten eigentlich dieſen ideglen Beſtrebungen wünſchen möchte. Trotzdem wurde
wurde dem Maurermeiſter Lautz von hier zugeſprochen. Das
Ver=
ſetzen der Randſteine und Verlegen der Trottoirplatten bekommt die
Virma Trippel=Reining=Schaafheim zugeſprochen. Die
Her=
ſtellung des Sportplatzes an der Lache ſtand ſodann zur Beratmg. Den
Fuhrleuten, die den Grund zum Ausfüllen fahren, werden 1.25 Mk. pro
arbeit zum Auf= und Abladen der Wagen beſchäftigt werden. Dieſen foll befördert u. a. Frau Bürgermeiſter Weil. Voller Begeiſterung
ent=
zur Boaufſichtigung 1 Mk. die Stunde zugeſprochen. Die Arbeit ſoll am
Donnerstag, den B. März, ihren Anfang nehmen. Rund 2000
Kubik=
meter Erdaushub ſind zum Ausfüllen des Lacheplatzes erforderlich. Der
Vorſitzende verlieſt ſodann ein Schreiben des Herrn Finanzminiſters
be=
trefſend Grundſteuerfreiheit auf Antrag. Aus ihm geht hervor, daß einen Luſtkampf, der ganz beſonderes Intereſſe erweckte. — Kurz nach
alle im Jahre 1936 Bauenden von der Grundſteuer für 1926 und die
fol=
genden 5 Jahre befreit ſein ſollen. Ein Antrag der Freiw. Feuerwehr
um Erlaß der Vergnügungsſteuer anläßlich eines Oſtervergnügens wird werden, daß die Heſſenflieger an dieſem Tage durch ihre ganz
hervor=
abgelehnt. Den Arbeitsloſen ſoll eine Winterbeihilfe, für den März
unter beſtimmten Vorausſetzungen gewährt werden. Es folgt eine
nicht=
öffentliche Sitzung.
* Groß=Umſtadt, 24. März. Am Samstag wurde der in weiten
Kreiſen bekannte und durch ſein freundliches und zuvorkommendes
Weſen allſeits beliebte Gefängnisverwalter Joſeph Rohmann zu
Grabe getragen. Er erreichte ein Alter von 74 Jahren. Faſt ein
Men=
ſchenalter hindurch hat er ſeines Amtes in Treue gewaltet, und wer ihn
gekannt hat, wird ihm ſtets ein treues Gedenken bewahren.
— Groß=Umſtadt, 23. März. Herr Zeichen=Oberlehrer Frey
wel=
cher 30 Jahre an hieſiger Oberrealſchule wirkt, feierte in voller
Rüſtig=
keit und Friſche ſeinen 60. Geburtstag. Durch ſein äußerſt reges
In=
tereſſe und Ve ſtändnis für Kunſt und Muſik verdanken wir Herrn Freh
manche muſikaliſchen Darbietungen und Genüſſe; beſonders ſeien hier
er=
wähnt die früheren Kammermuſikabende und die jetzt noch beſtehenden
Vereinskonzerte. Der hieſige Männergeſangverein, welchen
Herr Freyz ſeit ſechs Jahren mit Erfolg leitet, ließ es ſich nicht nehmen,
ſeinem verdienſtvollen Dirigenten, durch eine entſprechende Feier im
Vereinslokal zu ehren.
— Hirſchhorn, 24. März. Waſſerſtand des Neckars am
B. März 1,34 Meter, am 24. März 129 Meter.
— Gernsheim, 24. März. Waſſerſtand des Rheins ar
4 Mürz varmittags 6 Uhr: 37 Zentimeter.
25 jähriges Jubiläum der Lungen=Heilſtätte
in Gondbach 1 O.
reichen Beſtimmung übergeben. Am Montag, den 22. März 1986 hatten in der Lage Deſtern wurden 71 Mark bezahlt. Ein 85 Klafter großer
ſich zur Feier dieſes Tages der Vorſtand und Vertreter des Ausſchuſſes Weinberg in der Lage Grund ging für 300 Mark und ein 65 Klaftev
Arbeit und Wirtſchaſt eingefunden, um den Tag des Bjährigen Beſtehens Die Weinberge liegen ſämtlich in der Gemarkung Wörrſtadt. Für das
in Gemeinſchaft mit der Leitung, dem Perſonal und den zur Zeit in der Wohnhaus mit Garten, das in der Rommersheimerſtraße liegt, wurden
Der Präſident der Landesverſicherungsanſtalt, Neumann, gab in einer der Zuſchlag nicht erteilt,
Anſprache einen Rückblick über das in den verfloſſenen Jahren im
Intereſſe der Volksgeſundheit Geleiſtete, Vorbeugung und Bekämpfung men durch die Kälte. In den letzten Tagen iſt das Thermometer
Volksſeuche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wird Ziel und Die Kälte hatte auf die blühenden Frühobſtbäume, wie Aprikoſen und
Herrn Dr „Lipp, der leider durch Krankheit am Erſcheinen verhindert ſein. Es iſt bis jetzt noch nicht zu überſehen, ob die anderen
Frühobſt=
ſei. Ebenſo gedachte er der anderen Förderer und nicht zuletzt der
treuen und hingebungsvollen Dienſte der Leitung und des Perſonals, erlitten haben.
Herr Miniſter Naab dankte dann im Namen der Staatsregierung für die
möge. Im Namen des Ausſchuſſes der Verſicherungsanſtalt ſprach deſſen
Vorſitzender Herr Gewerkſchaftsſekretär Weſp ſeine Glückwünſche aus, am 22. April I. J. in Alzey. Die Beſchickung der Schauen iſt nur
Er würdigte insbeſondere die Verdienſte des Präſidenten Neumann um innerhalb der Schaubezirke zuläſſig, die Anmeldung ſowie das
Richt=
die Erhaltung der Heilſtätte in ſchwerer Zeit und deren Vervoll= geſchäft hat nach folgenden Klaſſen zu erfolgen: 1. Für Rindvieh
Arzt der Heilſtätte, brachte gleichfalls zum Ausdruck, daß alles getan 6 Klaſſen; für Ziegen ſweiß und bunt, doch hornlos) in 5 Klaſſen.
Tuberkuloſe einzudämmen.
die Schüler und Schülerinnen der Gemeinde Sandbach i. O., berſchönt.
Durch Telegramme und ſchriftlich hatten Glückwünſche übermittelt:
Die Lupusheiltätte in Gießen durch Herrn Profeſſor Jeſſonek, die
Göttmann’ſche Heilſtätte und Herr Dr. Fiſcher in Reichelsheim i. O., die
Eleonoren=Heilſtätte in Winterkaſten, ſowie die Bürgermeiſterei und das
evang. Pfarramt in Sandbach i. O.
* Erbach, 24. März. Am 8./9. Mai findet hier die
Hauptver=
ſammlung des Odenwaldklubs ſtatt. Die hieſige Ortsgruppe
iſt bereits eifrig mit der Vorbereitung zu dieſer Veranſtaltung
beſchäf=
tigt. — Fahrgeld=Erſtattungen von Fahrkarten des
Reichs=
bahninnenverkehrs können ab 1. April d. Js. auch bei der hieſigen
Fahr=
kartenausgabe geſtellt werden. — Hier wurden für das
Volksbegeh=
ren betr. Fürſtenabfindung 840 Stimmen — alſo zirka 37 Prozent —
abgegeben. — Am 28. März ſindet hier der diesjahrige Frühjahrs=
Kreisjeuerwehrtag ſtatt.
E. Auerbach, 23. März. Aenderungen im Hotel und
Ferienheim zur Krone. Der ſeitherige Leiter des Ferienheims
„Hotel zur Krone‟, Herr Lurck, tritt am 1. April aus ſeinem mit dem
Gewerkſchaftsbund Deutſcher Angeſtellten geſchloſſenen
Vertragsverhält=
nis. Die Leitung des Heims iſt bereits ſeit Anfang dieſes Monats Herrn
Ludwig (früher Hotelbeſitzer im Rieſengebirge) übertragen worden. Für
den Hotelbetrieb ſelbſt ſind umfangreiche Aenderungen vorgeſehen. So
werden beſondere Reſtäurationsräume für Hotelgäſte und Paſſanten und
andererſeits ſolche für Heimmitglieder eingerichtet. Außerdem erhält
das Hotel einen beſonderen Friſierſalon. Die Hotelgäſte ſollen
gegen=
über dem Vorjahre inſofern eine größere Berückſichtigung erfahren, als
dieſelben nach dem Einlauf ihrer Anmeldungen vorgemerkt und
unter=
gebracht werden. Die Heimmitglieder werden in Zukunft nach dieſer
Richtung hin keine Bevorzugung mehr genießen. Der große
Schweizer=
ſaal bleibt als Speiſeſaal bei beſonderen Anläſſen, als Konzertſaal. ſowie
für Veranſtaltungen von Vereinen und größeren Geſellſchaften
vor=
geſehen. Der Seitenbau in welchem ſich zur Zeit die Büro= und
Zei=
chenräume der Siemens=Schuckertwerke für die zu legende
Hochſpannungs=
leitung befinden, wird nach dem Freiwerden der Näume in ein
Laden=
geſchäft umgewandelt werden.
E. Bensheim, 24. März. Selbſtmord. Ein etwa 40jähriges aus
Wilhelmshafen gebürtiges Fräulein, das vorübergehend in einem
Gaſt=
hauſe in Auerbach wohnte, hat ſich dortſelbſt vergiftet. Sie wurde ſofort
in das Hoſpital nach Bensheim verbracht, jedoch war eine Rettung nicht
mehr möglich. Noch an demſelben Abend trat der Tod ein. In einem
an einen Bekannten gerichteten Brief hat ſie dieſen von ihrem Vorhaben
unterrichtet. Die Verſtorbene war erſt vor kurzem aus der
Irrenheil=
anſtalt Osnabrück entlaſſen worden. — Ueberfall. Am Sonntag
abend zwiſchen 11 und 12 Uhr wurde ein junge Man von hier, als er
ein Mädchen nach dem benachbarten Zell begleitete, von drei Zeller
Burſchen in der Nähe der Gemarkungsgrenze überfallen und mißhandelt.
Von dem Verletzten iſt Anzeige erſtattet worden und dürſte die Sache
den jungen Leuten inſofern wohl teuer zu ſtehen kommen als dieſelben
ſich bei dem Ueberfall gefährlicher Werkzeuge bedienten, deren Abnahme
bei zwei der Täter unter Mithilfe hinzukommender Paſſanten erfolgen
konnte. — Erfreuliches Ergebnis des Bazars, der
ebangeliſchen gleinkinderſchule. Am Montag abend
tagte im Bahnhofshotel hierſelbſt eine zahlreich beſuchte
Frauenverſamm=
nehmen. Herr Dekan Zaubitz begrüßte die erſchienenen Damen und
dankte allen Helferinnen und denen die die Sache mit Nat und Tat
unterſtützten. Die umfangreiche Abrechnung wurde geprüft und für
richtig befunden, worauf der Nechnerin Entlaſtung erteilt werden konnte.
Das erfreuliche Endergebnis des Bazars beziffert ſich auf 5600 Mark
Neineinnahmen zu Gunſten der epangeliſchen Kleinkinderſchule Bensheim.
Anſchließend wurde noch die Gründung eines Frauenvereins beſprochen
und gab Herr Pfarrer Storck=Heppenheim Aufklärung über die
ver=
ſchiedentlichen Zwecke und Ziele derartiger Vereinstätigkeit. Unter
gro=
ßer Zuſtimmung der anweſenden Damen kam die Gründung des Goan=
Mittwoch der faſt ſ0jährige Großvater durch ein vor dem herannahenden geliſchen Frauenvereins Bensheim zuſtande, worauf Herr Dekan Zaubitz
gkl „Raunheim, 23. März. Am Samstag abend fuhren auf der
Kel=
ſterbacher Chauſſee zwei Motorradfahrer zuſammen. Der
Zuſammen=
ſtoß war auf einen plötzlichen Motordefekt der einen Maſchine
zurückzu=
führen. Beide Sportler trugen erhebliche Verletzungen an Armen und
Beinen davon. Die Motorräder waren ſchwer beſchädigt und wurden
mittels Laſtwagen in eine Frankfurter Reparaturwerktätte verbracht,
* Offenbach 24. März. Der am Sonntag in Offenbach abgehaltene
Flugtag der Heſſenflieger aus Darmſtadt erfreute ſich eines
größte Teil der ungeheueren Menſchenmenge als Zaungäſte an dieſer
Veranſtaltung beteiligt und auch die ſtädtiſchen Behörden zeigten
gegen=
über dem Veranſtalter nicht immer jenes Entgegenkommen, das man
erſtkaſſiges geboten. Im Kunſtflug leiſteten die Piloten Buſch,
Jährling und Fuchs ganz Hervorragendes. Es war eine Freude
mit anzuſehen, mit welcher Sicherheit die Führer ihre Maſchinen
be=
herrſchten. Vom exakten Looping zum Trudeln übergehend bis kurz über
die Erde, um in ſchneidigen Spiralflügen das ganze Publikum in Staunen
Kubikmeter zugeſtanden. Arbeitsloſe müſſen aber für dieſe Notſtands= zu verſetzen. — Auch einige Paſſagiere wurden in die höheren Regionen
65 Pf. die Stunde vergitet verden, Herrn Maurermeiſter Mohr werden, ſtiegen ſie der Maſchine und bezeichneten dieſen erſten Fug, den ſie mit= Dorfes. Fohannes Stritter, der als heſiſcher Läger 186 bei Laufach
machen konnten, als ein Ereianis i ihrem Leben. Den Glanzzunkt
dieſes Tages bildeten 2 Fallſchirmabſprünge, die trotz einer Windſtärke
von 10 Sekundenmetern glücklich durchgeführt wurden. Hiepbei wurden
zwei Fallſchirme vorgeführt, und zwar der Pecher=Fallſchirm ſowie der
Heinike=Fallſchirm. Zum Schluſſe lieferten die Piloten Buſch und Fuchs
136 Uhr ſtarteten die drei Flugzeuge in der Richtung Darmſtadt,
wäh=
ragenden Darbietungen in fliegeriſcher Hinſicht viele Freunde für die
Flugſache gewonnen haben, und rufen wir ihnen ein herzliches Glück
ab zu.
Das anerkannte Hidtel für hugieniſche
Fussboden- und Möbelpfiede.
Qualitätserzeugnis der Erdaltadrik
Rheinheſſen.
A. Wörrſtadt, 94. März. Ein Zeichen der Zeit. Bei einet
hier abgehaltenen Liegenſchaftsverſteigerung, darunter Weinberge Garten
Am 22. März 1901 wurde die Lungenheilſtätte Sandbach i. D., die und Hofreitegebiet, wurden ſehr geringe Preiſe bezahlt. Die
Ver=
von der Landesverſicherungsanſtalt für Heſſen erbaut war, ihrer ſegens= ſteigerung war gut beſucht. Für einen 71 Klafter großen Weinberg
der Verſicherungsanſtalt mit Herrn Miniſter Raab vom Miniſterium für großer Weinberg der gleichen Lage für 20 Mark imn anderen Beſitz über.
Heilſtätte befindlichen Pfleglingen durch einen Feſtakt würdig zu begehen. B00 Mk. geboten. Da es bei weitem ſeinen Wert nicht erreichte, wurde
M. Nieder=Ingelheim, 23. März. Schaden an
Frühobſtbäu=
der Tuherkuloſe, der am weiteſten in allen Volksſchichten verbreiteten, in den Niederungen bis auf 4 Grad unter Null nach Reaumur geſunken.
Richtſchnur für alle Beſtrebungen ſein. Er gedachte der hervorragenden Pfirſiche, ſehr ſchädlich gewirkt, denn dunch dieſen Kälterückſchlag werden
Verdienſte der Gründer und des früheren Leiters der Heilanſtalt, des die Aprikoſen gänzlich und die blühenden Pfirſiche zum Teil erfroren
arten, von denen die Knoſtzen bereits ſtark vorgetrieben haben, Schaden
* Aus Rheinheſſen, 24. März. Unter Mitwirkung des Landwirt=
Einladung zur Feier und ſprach den Wunſch aus, daß die Anſtalt auch ſchaftskammerausſchuſſes für die Provinz Rheinheſſen finden
Bezirks=
ferner für die Volksgeſundheit, das höchſte Gut, das wir beſitzen, wirken tierſchauen ſtatt am 2. April l. J. in Gau=Algesheim und
kommnung durch Schaffung der neueſten und beſten Ginrichtungen auf des Fleckvieh= und Glan=Donnersberger Schlages in 8 Klaſſen; für
mediziniſchem und hygieniſchem Gebiet. Herr Dr. Banz, der leitende Schweine (reinraſſige Edelſchweine und veredelte Landſchweine) in
würde, was ärztliche Kunſt, Wiſſenſchaft und Hilfe vermöge, um die Die Zahl der Preiſe kann erſt nach Schluß der Meldefriſt feſtgeſetzt
wer=
den, auf je 4—6 Hauptvieh in den einzelnen Gruppen ſoll ein Preis ent=
Die Feier fand im feſtlich geſchmückten Speiſeſaal der Anſtalt ſtatt fallen. Nur Tiere rheinheſſiſcher Züchter und Zuchtvereine ſind zuge=
und wurde am Schluß noch durch zwei prächtige Chöre, vorgetragen durch laſſen, ſie müſſen ordnungsgemäß angemeldet werden. Die
Sammel=
preiſe werden ganz, die Einzelpreife zunächſt nur zur Hälfte ausbezahlt,
die andere Hälfte wird nach Jahresfriſt ausbezahlt, falls die betreffenden
Tiere in Heſſen noch zur Zucht Verwendung finden. Die Anmeldungen
haben bis 12. April an den Landwirtſchaftskammerausſchuß zu erfolgen.
Oberheſſen.
* Friedberg, 23. März. Der Taunusklnb Wetterau hielt
ſeine 45, ordentliche Hauptverſammlung in Bad=Nauheim
ab. An Jugendherbergen beſitzt der Klub eine in Bodenrod und eine
auf der Kaversburg. Letztere iſt eine Blockhütte, die der heſſiſche Staat
dem Taunusklub überlaſſen hat. Die Einrichtung aus Ausſtattung der
Hütte erfolgt in Airze, ſo daß auch dieſe Herberge noch im Sommer der
wandernden Jugend für Uebernachtungszwecke zur Verfügung geſtellt
werden kann. Die Bahnhöfe Friedberg und Bau=Nauheim ſollen mit
Wanderzeichen und Tafeln verſehen werden. Im kommenden Herpſt iſt
die Abhaltung von theoretiſchen Schneeſchuhkurſen geplant. Eine Anzahl.
von Führerkurſen und Vorträgen iſt ebenfalls in dieſem Jahre
vorge=
ſehen. Die Mitgliederzahl des Taunusklubs Wetterau beträgt 250.
* Gießen, 23. März. Ein viertägiger Maſchinenkurſus findet
am Landwirtſchaftlichen Inſtitut ſtatt; er iſt verbunden mit
Maſchinen=
vorführung und Demonſtrationen auf dem Verſuchsgut. Am Mittwoch
findet eine Beſichtigung der Maſchinenfabrik Tröſter=Butzbach ſtatt. Die
Tagung umfaßt ein ſehr reichhaltiges Programm und ſieht zahlreiche
Vorträge, zum Teil mit Lichtbildern, vor. Den Eröffnungsvortrag hält
der Leiter des Kurſus und des Inſtituts. Geh. Hofrat Profeſſor Dr.
Giſevius über „Die Entwicklung und die Bedeutung des
landwirtſchaft=
lichen Maſchinenweſens ſür die Zukunft”. Mehrere auswärtige
Maſchi=
nenfahriken haben ihre Maſchinen zur Verfügung geſtellt.
* Gießen, 23. März. Eine Bismarckfeier veranſtaltete geſtern
abend der Vaterländiſche Block im Einhorn=Saal. Die Kapelle Topp
er=
öffnete die Feier mit der Jubelouvertüre von C. M. von Weber,
an=
ſchließend ſprach Schauſpieler Bandes als Vorſpruch „Mein Glaube” von
B. v. Selchow. Nachdem der FriderieusRex Marſch verklungen war.
begrüßte Oberſt Kleinhans die ſtattliche Feſtverſammlung. Er kommt
auf den Geburtstag (22. März) Wilhelms I. zu ſprechen und weiſt unter
Beifall die Anwürfe gegen den alten Kaiſer den ein Gießener
Profeſſor in einer Rede zu Friedberg als Trottel bezeichnete, mit
Ent=
rüſtung zurück. Profeſſor Bauer aus München, Vorſitzender der
ver=
einigten vaterländiſchen Verbände Bayerns, ſprach in einſtündiger Nede.
über „Bismarck und ſeine Erben‟. Er betont, daß dem heutigen
parla=
mentariſchen Prinzip die Staatsautorität fehle; wir müßten aus dem
parlamentariſchen Sumpf heraus. Es ſei ein ſtarkes Reich mit einer
kräf=
tigen Führung anzuſtreben, das alle Deutſche umfaſſe.
Gießen, B. März. In mehreren Nachbargemeinden fanden
Eltern=
verſammlungen gegen den Abbau der Volksſchule ſtatt, ſo
auch in der großen Doppelgemeinde Watzenborn=Steinberg. Es wurde
eine Entſchließung gegen den Abbau gefaßt und nach Darmſtadt geſandt.
Nidda, 24. März. Einen wohlgelungenen Abſchiedsabend
veranſtaltete die hieſige Ortsaruppe der Deutſchen Volkspartei für ihnen
ſcheidenden 1. Vorſitzenden, Herrn Oberamtsrichter Muhl. In einem
tief empfundenen Prolog, vorgetragen von Frl. Martha Ludwig=Nidda.
gab, die hieſige Ortsgruppe ihrem Bedauern über das Scheiden ihers
1. Vorſitzenden Ausdruck. Mit den wärmſten Worten des Dankes
über=
reichte Herr Oberbahnmeiſter Struck dem Scheidenden ein wundervolles
großes Panorama der Stadt Nidda und ſprach die Hoffnung aus, daß
ihn dieſes Bild noch recht lange an ſeine hieſige Tätigkeit erinnern
möge. Er ſchloß mit der Verſicherung, daß die Ortsgruppe ſein. Werk
der Oraaniſation der D.VP. zu treuen Händen übernehme und ſich mit
ihrer ganzen Kraft bemühen werde es weiter auszubauen. Für den
Prohinzialverband Oberheſſen der DV.P. überreichte Frl. Birnbaum,
M. d. L., ein Hindenburghild und für den Lanedsverband Herr Gen=
Sekr. Kollbach das Stegemann=Buch: Der Kampf um den Rhein. Beide
dankten dem Scheidenden für ſeine vorhildliche Tätigkeit und ſprachen
die Erwartung aus, daß er auch in ſeinem neuen Wirkungzkreis in
Fürth i. O. weiterhin ſeine Kräfte in den Dienſt der Partei ſtelle. Mit
bewegten Worten dankte Herr Muhl für die vielen Beweiſe der
An=
hänglichkeit und verſicherte, daß er nur ſchweren Herzens von Nidda
ſcheide. Zur Unterhaltung des Abends trugen Muſik= und
Geſangs=
vorträge bei. Beſonderer Dank gebührt den Mitgliedern der Gießener
Jugendgruppe, die beſonders nach Nidda gekommen waren, um die Feier
durch Vorführung einer Gavotte, getanzt in Biedermeierkoſtümen, und
ein kleines Singſpiel in oberheſſiſcher Bauerntracht zu verſchönern. In
vorgerückter Stunde trennten ſich die Parteifreunde in dem Bewußtſein,
einen würdigen Abend verlebt zu haben.
* Wölfersheim, 23. März. Die Fabrikation der Preß=Braunkohle
ſoll in den mächtigen Lagern der Braunkohlengrube „
Lud=
wigshoffnung” wieder in größerem Umfang betrieben werden.
Da=
durch hofft man, in dem Ueberlandwert größere Arbeiterentlaſſungen
verhindern zu können. Die Stromabgabe des Werkes iſt nämlich ſehr
gering, ſo daß der Betrieb eingeſchränkt werden mußte. Das Gießener
Werk iſt leider an Borken angeſchloſſen worden und der Vogelsberg wird
faſt ganz von dem Nidda Kraftwerk bei Lißberg verſorgt.
* Kirtorf, 23. März. Gegen die Einſtellung der
Auto=
linie Alsfeld-Kirtorf—Ehringshaufen haben die Bewohner von
Kir=
torf und Ober=Ohmen entſchieden Proteſt eingelegt.
3 Ober=Ohmen, 23. März. Der letzte noch lebende Altveteran unſeres
und 1870/71 bei Grabelotte mitkämpfte, iſt zugleich der älteſte Einwohner
und zählt 82 Jahre. Im Krieg wurde ihm der Oberſchenkel
zerſchmet=
tert. Das Bein ſollte abgenommen werden, Stritter wehrte ſich
dage=
gen. Es heilte wurde aber 7 Zentimeter kürzer. Trotz der ſchweren
Verletzung iſt Stritter alt geworden.
* Grünberg (Heſſen), B. März. Die Schlußfeier der hieſigen
Ober=
realſchule fand am Samstag nachmittag ſtatt. Der Saal war dicht
rend die rieſige Zuſchauermenge Offenbach zuſtrömte. Es muß geſagt beſetzt. Die Vorträge und Geſänge waren gut. Ganz beſonders wurde
das Lied vom deutſchen Rhein, ein Märchenfeſtſpiel in 5 Aufzügen von
Hch. Heimanns, geſpielt. Der Schulleiter. Herr Oberſtudiendirektor
Angelberger, betonte in ſeiner Anſprache die kulturelle und
wirtſchaft=
liche Bedeutung der Schule für die Stadt, er wies auf die Bedeutung
hin, daß in dieſem Jahre das erſtemal aus der Schule 12 Abiturienten
hervorgingen, außerdem 40 Schüler das Einjährige beſtanden und
Schi=
ler aus ungefähr 50 Ortſchaften die Schule beſuchten.
* Ulrichſtein, 24. März. Hier und in Feldkrücken war in den letzten
14 Tagen Miſſionar Jürgens von der Volksmiſſion in
Evangeli=
fationen tätig, die recht gute Beteiligung aufzuweiſen hatten. Ein
Abend brachte eine liturgiſch=kirchenmuſikaliſche Abendfeier, ein anderer
einen L.chtbilder=Vortrag über die Miſſion in dem ehemaligen Deutſch=
Südweſt=Afrika. Die Kollekten zeigten eine erfreuliche Opferwilligkeit der
beiden Gemeinden.
* Aus Oberheſſen, 23. März. In der Gegend von Homberg a. d. D.,
Alsfeld und Lauterbach wurden in den letzten Wochen mehrere
Ein=
bruchsdiebſtähle veyübt. Dieſer Tage gelang as, die beiden
Ein=
brecher in Eiſenach zu verhaften. Sie waren im Beſitz von wertvoller
Beute, darunte= mehrere goldene Uhren. Nach einem Gepäckſch=in wurde
am Bahnhof Frankfurt ein Koffer beſchlagnahmt, der ebenfals wertvolle
Gegenſtände enthielt, darunter ſolche, die aus Gießener Diebſtählen
her=
rühren. Die Täter ſind Heinrich Kriziana aus Bochum und Paul Grupka
mus Fahrlein.
Seite 8
Donnerstag, den 25. März 1926
Nummer 84
Wilheten Rudnick.
Ein Nachklang zu ſeinem 75. Geburtstag.
Geboxen am 30. Dezember 1850, hat ſüch Rudnick aus ganz
kleinen Verhältniſſen aus eigener Kraft durch zähen Fleiß
empor=
gearbeitet. Der Aufſtieg iſt ihm nicht leicht geworden. Seine
Ideale waren ausdrucksvolle Melodie, harwoniſcher Wohlklang
und Formenſchönheit. Die Anlagen hierzu hatte er und hat ſie
durch gründliches Studium und fleißige Uebung zur Meiſterſchaft
ausgebildet. Seine Zeit hatte vielfach andere Ideale, lange blieb
er unbeachtet. Aber er ließ ſich nicht beirren, ſchuf im Stillen
weiter und wurde ſchließlich auch entdeckt, entdeckt als einer, der
den Mut hat, ſchlichte, aber gediegene Kirchenmuſik zu ſchreiben.
Derartig begabte Komponiſten ſtellen nicht häufig ihr Talent in
den Dienſt volkstümlicher Kirchenmſik. Aber gute Muſik
fürs Volk und nicht zu ſchwere Muſik für die Ausführenden,
dar=
nach iſt die Nachfrage außerordentlich groß. Namentlich in der
Chor= und Kirchenmuſik fehlt die geſunde Mitte zwiſchen dem
großen „Bach”, deſſen würdige Reproduktion nur guten Kräften
möglich iſt (und die geringeren wollen doch auch Würdiges
lei=
ſten), und den ſeichten Bächlein der Alltagsproduktion. Geſegnet
die Komponiſten, die die Kraft und Beſcheidenheit haben, jene
Lücke auszufüllen. Zu dieſen gehört Rudnick. Sein Gebiet iſt
das kleine Oratorium. Darin haben ſich mittelmäßige Kräfte
derſucht, aber auch beſte, wie Rudnick, namentlich in ſeinem
Ora=
torium „Der verlorene Sohn”, in welchem er eine beſondere
Probe ſeiner Begabung und Schule ablegt. Die Zahl ſeiner
ſämt=
lichen Werke geht in das zweite Hundert. Außer den kleinen
Oratorien ſchrieb er Motteten, Pſalmen, Sologeſänge und
Orgel=
werke, auch weltliche Muſik, darunter Goethes Nachlieder, die
Konzertoper „Otto der Schütz” und andere, die meiſten bei
Breit=
kopf erſchienen. Seine letzten größeren Werke ſind das
Orato=
rium „Johannes der Täufer”, an vielen Orten mit Erfolg
auf=
geführt, und ſein größtes Oratorium „Der Weltheiland”, deſſen
Uraufführung bevorſteht. Rudnick ſteht der modernen Muſik nicht
fern, aber als verſtändiger Praktiker weiſt er die kühneren
har=
moniſchen Tonfolgen nicht dem Chor, ſondern dem Orcheſter zu.
Dabei ſind ſeine Oratorien nicht bloß Kunſtwerke, ſondern
per=
ſönliche religiöſe Bekenntniſſe. Das gibt ihnen die eigentümliche
Wärme, die ſich auf die Zuhörer unmittelbar überträgt. Sein
Satz iſt klar und (recht verſtanden) klaſſiſch und bei allem Wel
des Ausdrucks volksmäßig. — Außer als Komponiſt hat ſich
Rud=
nick als Kantor und Organiſt in Berlin und Liegnitz, als
Muſik=
pädagoge und Konzertdirigent betätigt. Seit 1919 im Ruheſtand
lebend (in Liegnitz), ſchafft der beſcheidene Mann
unermüd=
lich weiter.
Rudnicks „Verlorener Sohn” den wir Montag, den 29
d. Mts., meines Wiſſens zum erſtenmal hier hören, beginnt mit
einem Choralvers zum Preis der göttlichen Liebe, dem Thema
des Ganzen. Dieſe Liebe wird geſtört durch das Böſe und die
Verſuchung: „Ihr werdet ſein wie Gott uſw.” Geheimnisvoll
und Unheil ahnend klingen dieſe Worte des Chors. Der jüngere
Sohn tritt auf. Stürmiſch fordert er ſein Erbteil und verkündet
in leichtſinnigem Jubel den Gebrauch, den er damit machen will,
denn „nur der Augenblick iſt mein”. Warnend erhebt der Chor
ſeine Stimme: „Wer auf ſein Fleiſch ſät uſw.‟ Aber vergeblich.
Der Erzähler berichtet uns nun das Schickſal und Elend des
ver=
lorenen Sohnes in eindrucksvollen Tönen. Hierauf ruft der Chor
Gottes Erbarmen an: „Strafe mich nicht in deinem Zorn uſw.”
und ſchließt mit dem Ausdruck des Vertrauens und der
Gewiß=
heit der Erhörung. Nun klagt der Verlorene ſelbſt ſein Elend
in einem ergreifenden Rezitativ und Lied und rafft ſich auf zum
Entſchluß der Heimkehr. In einem Choralvers, in welchen die
Gemeinde mit einſtimmt, verſichert ihn der Chor der väterlichen
Gnade. Dieſelben Gedanken, aber jetzt in fröhlicherer Färbung,
ſpinnt der Chor im Anfang des zweiten Teils weiter. Nun
be=
ginnt das Zwiegéſpräch zwiſchen dem Heimgekehrten und dem
Vater, durch die Muſik gut charakteriſiert. Die Liebe des Vaters
wird geprieſen in einem Choralvers, in welchem die Melodie
abwechſelnd in den vier Stimen liegt. In einer längeren Arie
befiehlt der Vater, den Sohn zu ſchmücken, das Feſtmahl zu
richten und das ganze Geſinde herbeizurufen. Dieſe Freude im
Gleichnis deutet der Chor univerſal: „Alſo wird auch Freude ſein
im Himmel uſw.” und ſchließt mit einem Choralvers des
In=
halts, daß durch Chriſtus wir alle Gottes Kinder ſind. — Im
dritten Teil ſchildert der Chor den Jubel des Feſtmahls. Da tritt
der ältere Bruder auf und äußert ſein Befremden über das Feſt.
Der Chor ſagt ihm den Grund: „Dein Bruder iſt gekommen.”
Aber dadurch wächſt nur ſein Unwille, der ſich auch durch die
widerholten Bitten des Vaters nicht beſchwichtigen läßt, ſo wenig
vie durch die Mahnung des Chors in einem Choralvers: „Gott
ſchuf die Welt nicht bloß für mich” und durch, einen beſonders
ſchönen weiten Chor: „Barmherzig und gnädig iſt der Herr.”
Die Worte des Chors werden verſtärkt durch Hinzutritt einer
Frauenſtime: „Wie ſich ein Vater über Kinder erbarmt” und
durch einen Kinderchor mit dem cantus firmus: „Ob bei uns iſt
der Sünden viel.” Mit dieſer kunſtvollen Steigerung gelangt das
Werk zu einem ſchönen Abſchluß. Es iſt keine kleine Leiſtung, mit
beſcheidenen Mitteln Gediegenes auszudrücken. Auch i dieſem
Oratorium iſt die Schreibweiſe natürlich und einfach, ohne in
Charakteriſierung, Stimmführung uſw. der Kunſt zu entbehren.
Profeſſor D. Weimar.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Säe die Dartffentlichnngen uuier dieſer Ueberſchriſt übernimmt die Redalfſon ſeineriei
Dar=
ziertung; für ſie bleibt auf Orund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſehzes in volliem Umfange
der Aistender verantwortſich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen micht
zurückgeſandt, die Ablebnung nicht begnündet werden
— Mit einer gewiſſen Beſchämung lieſt man in Stuttgarter
Blättern, daß die Heizkraft und Beſchaffenheit des Gaſes, nachdem die
Schwierigkeiten der Kriegs= und Nachkriegszeit überwunden ſind, ſchon
ſeit geraumer Zeit durchaus gleichmäßig und durchaus gut ſind. Es gilt
dies insbeſondere auch für die letzten Monate. Der Heizwert beträgt
gleichmäßig zirka 4400 Wärmeeinheiten, überſteigt die Norm des
Deut=
ſchen Vereins um 200 W.E. und entſpricht den Beſtimmungen in
Eng=
land, welche durch Parlamentsakte feſtgeſtellt werden. Wir baben,
ſo ſchreibt das dortige Gaswerk, in Stuttgart ein
erſtklaſſi=
ges Gas.
Briefkaſten.
Langjähriger Leſer. Angeſichts der gegebenen Darſtellung möchten
wir Ihnen raten, an einem Amtstage auf dem Kreisamte in D.
vorzu=
ſprechen. Iſt die Erwerbung des Ortsbürgerrechts durch Aufnahme vom
Gemeinderat beſchloſſen, ſo iſt der Antragſteller in die Liſte aufzunehmen.
Dadurch ſind die Rechte erworben.
W. H., hier. Nach § 8 kann eine Herabſetzung der Aufwertung
um höchſtens 10 Prozent des Goldmarkbetrages verlangt werden, wenn
dies mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche Lage des Eigentümers zur
Ab=
wendung einer groben Unbilligkeit unabweisbar erſcheint. Deſes
Ver=
langen iſt vor 1. April 1926 bei der Aufwertungsſtelle anzubringen und
genau zu begründen.
F. H. in M. Nach dem Geſetz vom 31. März 1925 wird die
Gewerbe=
ſteuer für 1925 nach dem Werte des im Betriebe arbeitenden Anlagen=
und Betriebskapitals und von den in Art. 7 Abſ. 1 Z. 1 u. 2 und Abſ. 2
des Gemeindeumlagengeſetzes bezeichneten Betrieben auch nach dem
Ge=
werbeertrag. Für die Feſtſtellung des gewerblichen Anlage= und
Be=
triebskapitals iſt der Stand vom 31. Dezember 1923 maßgebend. Die
Sätze der dort geltenden ſtädtiſchen Gewerbeſteuer kennen wir nicht. Die
nach dem Werte des Anlage= und Betriebskapitals zu erhebende ſtaatliche
Gewerbeſteuer beträgt 70 Pfg. von vollen 100 R.=Mark des feſtgeſtellten
Steuerwerts des gewerblichen Anlagen= und Betriebskapitals: Sie iſt
mit dem vollen Jahresbetrag vom 1. Juli 1925 an möglichſt in 3 Zielen
zu erheben.
„Kedte S0dener
das Pastillen gegen
Kusten, Heiserkeit Verschleimung
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 25. März. 3.30: Jugendſtunde. O 4.20: Häusord.
Neue Tanzmuſik. O 5.45: Leſeſtunde: Aus den „Briefen aus der
franzöſiſchen Revolution” von Retif de la Bretonne. O 6.15: Uebertr.
von Kaſſel; Redakteur Wieſner: Streifzüge durch das Paris der
Inflation”. O 6.45: Stenographiſcher Fortbildungskurs. O 7.15:
Italieniſch. O 8.15: Kaſſel: „Puppenſpiele‟ O 9.15: Beethoven,
Frl. Magda Spiegel, Mezzo=Sopran; Das Kraus=Lange=Quartett:
Flügel: Dr. Merten. 1. Streichquartett in Cdur op. 29, Nr. Z
2. Fünf Lieder: a) Die Ehre Gottes aus der Natur, b) Wonne
der Wehmut, c) An die Hoffnung, d) In queſta tomba
oſcura=
e) Ich liebe dich. — 3. Streichquartett in Es=dur, op. 127.
Stutigart.
Donnerstag, 25. März. 4.30: Rundfunkorch. 1. Bleck:
Müitäv=
marſch Nr. 1. 2. Ziehrer: Faſchingskinder, Walzer. 3. Berliozs
Ouv. „Der römiſche Carneval”. 4. Titl: Meditation. 5. Wallace?”
Fant. „Maritana” 6. Translateur: Sehnſuchtstraum. 7. Blech:
Militärmarſch Nr. 2. O 6.15: Vortrag Hilde Zimmermam:
Neu=
zeitliche Hausführung. O 6.35: Dramaturgiſche Funkſtunde (
Schau=
ſpiel). O 7: Aerztevortrag: Ueber moderne Methoden der
Schmerz=
linderung. O 7.30: 7.30: Vortrag Glucker: Berufsgymnaſtik. O 8:
Eine Frühlingsfahrt durch deutſche Gaue von C. Struve. 1. Ab.
Anſchl. Gedenkfeier zu Novalis 125. Todestag. Mitw.: Martin
Lang, Fritz Wiſten, Paula Wagner, Artur Haagen.
Rundfunk=
orcheſter. 1. Mendelsſohn: Ouv. „Heimkehr aus der Fremde‟,
2. Einleitende Worte: Martin Lang. 3. a) Mar: Marienlied (
No=
valis) (Paula Wagner). b) Schubert: Wie deutlich des Mondes
Licht (Paula Wagner). 4. Hymne an die Nacht (Wiſten). 5. a)
Schu=
bert: Das Mädchen (Schlegel) b) Der Schmetterling (Paula
Wag=
ner). 6. Urbach: Erinnerung an Edward Grieg. 7. Aus den
Ge=
dichten (Wiſten). 8. Rubinſtei: Melodie. 9. Brahms: a) Ruhe,
Süßliebchen. b) Wie froh und friſch (Paula Wagner). 10. Raff:
Cavatine (Violin=Solo). 11. Aus den Fragmenten (Wiſten). 12.
Weber: Fant. „Freiſchütz”.
Berlin.
Donnerstag, 25. März. 3.45: Chemiker Voſtell: „Deſtillierte
Kohle‟, O 4.30: Deutſche Romantiker (Zu Novalis”, Todestag.)
1. Einl. Worte (Dr. Gerhart). 2. a) Peter Cornelius: Vater unſer:
und Seidler=Wikler, Klavier). 5. Romant. Dicht. (v. Elka). 6. Wolf:
a) Herr was trägt der Boden hier; b) Der Scholar (Eichendorff),
c) Selbſtgeſtändnis (Mörike). O 6.40: Prof. Heß: „Kunſtſeide‟
O 7.05: Architekt Dr. Jobſt Siedler: „Mittel= und kleinſt.
Siedlun=
gen.” O 7.30: Rich Poſſelt: „Das Saargebiet nach dem Eintritt
Deutſchlands in den Völkerbund‟ O 7.55: Prof. Babinger: „Die
Welt des Jslams”. O 8.30: „Die Kataſtrophe‟. Originalroman
von Gramatzki O 9: Nach Feierabend‟ Dir: Seidler=Winkler,
1. a) Suppe: Ouv. „Leichte Cavallerie‟: b) Waldteufel:
Schlitt=
ſchuhläufer. 2. Eulenberg: Roſenlieder (Dorothee Manski, Sopran)=
3. Mendelsſohn: Hochzeitsmarſch aus „Sommernachtstraum”. 4.
Saint=Saens: Sieh, mein Herz erſchließt ſich, aus „Samſon und
Dalila” (Manski). 5. a) Donizetti: Ouv. Die Regimentstochter”x
b) Eilenberg: Die Schmiede im Walde; e) Bilſe: Marſch. O 10.30:
Tanz=Muſik.
Stettin. 8.30: Volkstümlicher Abend. 1. a) Mendelsſohn:
Hochzeitsmarſch aus Sommernachtstraum”: b) Blechſtein: Dolce far
niente, Valſe (Dega=Orcheſter. Dir.: M. Roepke, Stettm
Mando=
linenorcheſter). 2. Reuter: a) Wat ut en Scheper warden kann;
b) De ſokratiſche Method: (Karl Becker). — 3. a) F. Zikoff:
Ro=
mansca, Fant.; b) Siede: Em Schäferſtündchen, Intermezzo; c) J.
B. Boldi: Zigeunerlied (Dega=Orcheſter). 4. Reuter: Oh, Joching
Päſel, wat büſt du for’n Eſel; b) Not und Liebeswerte; c) Wat
wull de Kirl (Karl Becker). 5. a) H. Eilenberg: Die Schmiede
im Walde b) Blankenburg: Abſchied der Gladiatoren, Marſch;
c) Eberle: Paraphraſe über das Lied: „Ein Vöglein ſaß im
Linden=
baum (Dega=Orcheſter).
Königswuſterhäuſen. 3: Frau Mathes=Wimermark:
Schwediſch für Anfänger. O 3.30: Dr. König: Die Bekämpfung
der Tuberkuloſe mit direkten Mitteln. O 4: Prof. Dr. Lentz=
Seuchenbekämpfung der durch Inſekten übertr. Krankheiten. O 4.30:
Dr. Winckel: Das Brot.
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Nummer 84
Donnerstag, den 25. März 1926
Seite 9
Reich und Ausland.
7 Die Zukunft Deutſchlands durch rationelle Feldbewäſſerung.
WSN Frankfurt a. M. Vor beſonders geladenen Gäſten,
Ver=
tretern der Wiſſenſchaft, der Behörden, der Landwirtſchaft und der Preſſe
ſprach im Ufa=Lichtſpieltheater hier auf Veranlaſſung des Vereins
Deut=
ſcher Ingenieure Direktor Karl Lndwig Lanninger =Frankfurt a. M.
über die „Zukunft Deutſchlands durch rationelle Feldbewäſſerung‟. Er
führte u. a. aus, daß Deutſchland durch die einſeitige Entwaffnung zur
ſchnelleren Schärfung ſeiner Geiſteswaffen gezwungen ſei. Zwangsläufig
falle ihm deshalb vielleicht noch eine Führerrolle bei dem bevorſtehenden
Prozeß euröpäiſcher Wandlung und eine künftige Kulturmiſſion zu. Das
erſte Ziel müſſe ſein, die Sicherſtellung der künftigen Ernährung des
deutſchen Volkes durch eine geregelte Waſſerwirtſchaft zur Hebung der
Bodenprodukte. Drutſchland fehlten zur Zeit 30 Prozent ſeiner
Ernäh=
rung. Etwa fünf Millionen Hektar beſtellfähiges Ackerland könnten burch
Oberflächenwaſſer und weitere ſünf Millionen Hektar durch Hebung von
Untergrundwaſſer und Fernwaſſerleitungen künſtlich beregnet und die
Erträge dadurch teils bis 50, teils bis 100 Prozent auf dieſer Fläche
ge=
ſteigert werden. Ferner könnte noch durch beſſere Sortenwahl,
Ent=
wäſſerung, vermehrte Düngung und Bodenbearbeitung ein Ausgleich der
fehlenden Menge geſchaffen werden. In der künſtlichen Beregnung
hät=
ten feit mehr als 20 Jahren in den verſchiedenſten Gegenden
wiſſenſchaft=
liche Verſuche ſtattgefunden, die ſämtlich poſitiv ausgefallen ſeien. Auch
Großfeldanlagen hätten ſich in der Praxis bewährt und könnten in drei
Jahren amortiſiert ſein. Beſonders wertvoll ſei die düngende
Bereg=
nung durch Verwertung der ſtädtiſchen Abwäſſer, die durch
Fernwaſſer=
leitungen aus Beton in die landwirtſchaftlichen Gebiete gebracht werden
könnten. Ein neues Mittel ſeien auch Leichtmetall=Fernwaſſerleitungen.
an die gleichzeitig mehrere Anlagen angeſchloſſen werden könnten, ſo daß
ganze Provinzen bei Trockenperioden durch künſtliche Beregnung nicht
nur ſichergeſtellt, ſondern die Erträge noch erhöht werden könnten, zum
Ausgkeich für nicht beregnungsfähige Gegenden. Der Redner trat dann
entſchieden dafür ein, daß das Schwergewicht der Teckmik, der Maſchinen=
und auch anderer Induſtrien mehr auf das Gebiet der Landwirtſchaft
verlegt wird. Durch den Bau und Einſührung großer
Bewäſſerungs=
anlagen, ſowie durch Stabiliſierung der Landwirtſchaft und Sich rſtellung
der Ernährung würde auch das Heen der Arbeitsloſen verſchwinden. —
Im Anſchluß an den Vortrag gelangte der ſtaatlich anerkannte Lehr= und
Kulturfilm „Feldbewäſſerung durch Quadratberegnung” zur Vorführung,
der in anſchaulicher Weiſe die künſtliche Feldb=regnung zeigte. Die ſehr
ſachkundigen Ausführungen des Redners und die Vorführung des Films
wurden mit ſtarkem Beifall aufgenommen.
* Frankfurter Chronik.
WSN. Der Wiener Gaunerjuwelier in Frankfurt
a. M. Vor mehreren Wochen wurde bekanntlich in Wien ein Juweliee
verhaftet, von dem ſich ergab, daß er in einer der verkehrsreichſten
Lagen der Donauſtadt einen großen Laden betrieb, in dem ſich faſt
aus=
ſchließlich geſtohlene Ware befand, die dieſer eigenartige Geſchäftsmann,
der ſich als ein gewiſſer Nagy entpuppte, höchſt eigenhändig aus den
Läden und Treſors großſtädtiſcher Juweliere geholt hatte. Schon
da=
mals wurde vermutet, daß ſich dieſer Brillanten= und Goldwarendieb auch
in Frankfurt aufgehalten habe. Nagy ſteht unter dem Verdacht, aus
einem Laden der Kaiſerſtraße Schmuckſtücke im Werte von 300 000 Mark
entwendet zu haben. Es handelt ſich hierbei um einen regulären
Ein=
bruch, der aber zu heller Tageszeit ausgeführt wurde und wobei der
Täter unter Anwendung falſcher Schlüſſel Zutritt zu den
Ladenräum=
lichkeiten erlangte. Zur Ausführung des Tricks benutzte er die
Mittags=
ſtunde, nachdem ſich der Prinzipal und die Angeſtellten entfernt hatten.
Nachdem der Dieb eingedrungen war, ließ er die Läden herunter, ſo daß
man ihn von außen nicht beobachten konnte. Nach dieſem Muſter hat
Nagy in vielen Großſtädten ausſchließlich gearbeitet, und es liegt daher
begründeter Verdacht vor, daß er auch in Frankfurt ein Gaſtſviel
ab=
ſolviert hat, das nicht gerade unlohnend für ihn war. — Die
Bocken=
heimer Schirmflickerſchlacht vor den Geſchworenen.
Der 29jährige Kaufmann Joſef Scheffel aus Stuttgart, der einen
flott=
gehenden Handel mit Metallputzartikeln betreibt, ſtattete an einem
ſchönen Auguſtabend 1925 mit Frau, Kind und einem ſchönen Benz=
Wohnwagen ſeiner Schwiegermutter, die in Bockenheim auf einem
freien Platz einen Wohnwagen ſtehen hat, einen Beſuch ab. Das
Wie=
derſehen erfolgte unter Stiftung eines Faſſes Starkbier; auch die ganze
Verwandtſchaft wurde geladen. Dabei geriet Scheffel mit einem ſeiner
Verwandten, dem Schirmflicker Baver Hermann, der als ſtreitſüchtig und
gewalttätig galt, in Streit. Scheffel gab erſt einen Schreckſchuß ab.
Trotzdem ſtürzte ſich Hermann auf Scheffel, worauf dieſer zwei Schüſſe
abgab, die den Tod des Schirmflickers zur Folge hatten. Die
Beweis=
aufnahme ergab, daß der Getötete von ſtreitſüchtigem Charakter war,
daß er nicht nur ſeine Frau ſondern auch ſeinen Vater und ſeine
Schwä=
gerin mißhandelte. Der Angeklagte wurde wegen Totſchlags zu
1½ Jahren Gefängnis verurteilt. Sechs Monate
Unterſuchungs=
haft wurden angerechnet.
Eine Schöffengerichtsſitzung mit Hinderniſſen.
WSN. Limburg. Eine Schöffengerichtsſitzung mit Hinderniſſen
ſpielte ſich am hieſigen Landgericht ab. Es erſchien ein Pferdemetzger aus
Frankfurt vor den Schranken des Gerichts wegen Pferdediebſtahl.
Auf die Frage des Vorſitzenden, ob er vorheſtraft ſei, antwortete er mit
einem glatten „Nein!”, obwohl die Akten nicht weniger wie 30.
Dieb=
ſtähle nach dem Kriege aufwieſen, dazu noch ein Dutzend vor dem Kriege.
Als dann vom Staatsanwalt zwei Jahre Zuchthaus beantragt wurden
und der Vorſitzende noch eine Frage an den Angeklagten richtete, tobte
er wie ein Wilder, rief dem Gericht allerlei „Liebkoſungen” zu,
zerbrach zum Schluß ſeinen Stuhl und feuerte mit den Teilen nach dem
Vorſitzenden, wobei ein Teil des Kronleuchters in Stücke zerſprang. Der
Gerichtsdiener vermochte nicht Herr über den Angeklagten zu werden;
erſt ein gerade anweſender Landjäger konnte ihm die Handfeſſeln anlegen.
Der Spruch des Gerichts lautete auf zwei Jahre Gefängnis. —
Gine weitere Verhandlung dürfte dem Raufluſtigen noch einige weitere
Jahre zudiktieren!
Ein Dornier=Großflugzeug für Spanien.
TU. Friedrichshafen. Die Dorniermetallbauten G. m. b. H.
in Manzell bei Friedrichshafen, haben einen Dorniereindecker mit einer
Flügelſpannweite von 19,6 Metern, einer Flügeltiefe von 3,26 Metern,
einer Flügelfläche von 62 Quadratmetern, einer Länge von 12,.1 Metern
und einer Höhe von 3,4 Metern gebaut. Das Flugzeug ſoll in
aller=
nächſter Zeit nach Spanien als Sanitätsflugzeug überführt
werden. Die Maſchine iſt als Waſſer= und Landflugzeug konſtruiert
und mit einem 400=PS=Motor ausgerüſtet.
Verkehrsſtörung auf der Schwarzwaldbahn.
Offenburg. Die Betriebsinſpektion Offenburg teilt mit, daß auf
der Strecke Offenburg—Konſtanz, zwiſchen den Stationen Hornberg
und Triberg, im ſogenannten Kaiſertunnel, bei
Ausbeſſerungsarbei=
ten ſich Geſteinsmaſſen gelöſt haben, ſo daß der allgemeine
Verkehr für einige Tage auf dieſer Strecke unterbrochen
wer=
den muß. Der Perſonenverkehr wird durch Poſtkraftwagen
auf=
rechterhalten, ebenſo der Eilgut=, Expreß= und Poſwerkehr. Der
Güter=
verkehr wird umgeleitet. Perſonen ſind nach anderen Berichten nicht
verunglückt.
*Zur Rückkehr des Kreuzers „Berlin”
Der am Sonntag von ſeiner Auslandsreiſe wieder im Kieler Hafen
eingetroffene deutſche Kreuzer „Berlin” hat eine überaus erfolgreiche
Fahrt hinter ſich. Er trat dieſe mit 400 Mann Beſatzung, darunter
80 Kadetten, am 9. September v. J. an, mit dem Ziele Mittel= und
Südamerika. Zwar ſollte es nur eine Uebungsfahrt ſein, aber ſie galt
doch auch dem Zwecke, die Stellung des Deutſchtums im Auslande zu
ſtärken und zu zeigen, daß Deutſchland gewillt iſt, feine durch den
Welt=
frieg geſchwächten überſeeiſchen Intereſſen wieder kräftig aufzunehmen.
Bei einem Rückblick auf den Verlauf der Fahrt des Kreuzers darf
man mit Fug und Recht ſagen, daß dieſer auf ſeinen Erfolg ſtolz ſein
kann, daß Schiff und Beſatzung in allen Landungsplätzen einen
vorzüg=
lichen Eindruck gemacht haben, daß der Beſuch nicht nur dem dortigen
Deutſchtum, ſondern auch dem Deutſchtum überhaupt zugute kommen
und dazu beigetragen haben wird, die Wirkung der böswilligen,
feind=
lichen Kriegspropaganda weiter erblaſſen zu laſſen. Ueberall war der
Empfang des Kreuzers ein ſehr herzlicher, was ſich ſchon bei ſeinem
Anlauf der Azoren zeigte. In Mexiko gab es einen feierlichen Empfang
durch die Regierung, ſelbſt in Port=au=Prince auf Haiti fanden große
Feſtlichkeiten zu Ehren der „Berlin” ſtatt, und es war augenſcheinlich,
daß dort die Deutſchen gern geſehene Gäſte waren. Offizielle
Begeg=
nungen wiederholten ſich beim Anlegen in jedem Hafen auf der Fahrt:
in Panama, Eeuador Columbien, Venezuela erwies man ſich von
deutſchfreundlicher Geſinnung, faſt überall fanden auch Ehrungen durch
die Staatsoberhäupter ſelbſt ſtatt. Das war namentlich in Argentinien
der Fall, deſſen Präſident es ſich nicht nehmen ließ, dem Kreuzer einen
Beſuch abzuſtatten, und bei dieſer Gelegenheit herzliche Worte für
Deutſchland ſprach. Nruguay, Braſilien, Peru und insbeſondere Chile
ehrten den Beſuch in gleich auszeichnender Weiſe durch eine warme,
von Herzen kommende Begrüßung. Es zeigte ſich, daß faſt überall das
deutſche Element in jener fernen, Zone ſich eines ſtarken Einfuſſes
er=
freut, und daß, wo dieſer durch die feindliche Kriegspropaganda
ge=
ſchwächt worden war, er ſich bereits wieder erheblich geſtärkt hatte.
Alles in allem genommen, war die Fahrt des Kreuzers „Berlin”
in jeder Weiſe ein Erfolg für das Deutſchtum, und man kann nur
wünſchen, daß ſich die deulſche Flagge möglichſt oft im Auslande zeigt,
zu= Hebung unſeres Anſehens und zur Feſtigung unſerer internationalen
Beziehungen.
Auflöſung von Kommuniſtenverſammlungen.
München. Anläßlich des Reichserwerbsloſentages hatten die
Kom=
muniſten in München zu einer inzwiſchen verbotenen Verſammlung und
zu anſchließenden Demonſtrationen aufgefordert. Als ſich vor dem
poli=
zeilich abgeſperrten Verſammlungslokal eine Menge von etwa 300 bis
400 Perſonen anſammelte, wurde ſie von der Polizei zerſtreut,
ebenſo ein Demonſtrationszug, der ſich gegen abend bildete.
Zuſammen=
rottungen vor dem Gewerkſchaftshaus wurden aufgelöſt; einige der
Hauptſchreier wurden feſtgenommen.
Zuſammenſtoß zwiſchen Polizei und Erwerbsloſen.
Dortmund. Bei dem Verſuch, einen Demonſtrationszug von
etwa 2000 Erwerbsloſen durch die Stadt aufzulöſen, wurden die
Polizei=
beamten mit Steinen beworfen. Erſt Verſtärkungen gelang es, die
De=
monſtranten zu zerſtreuen. Dabei leiſteten die Erwerbsloſen, die den
Demonſtrationszug unter allen Umſtänden durchführen wollten,
Wider=
ſtand, ſo daß die Polizei mit Gummiknüppeln und blanker Waffe
vorgehen mußte. Verletzungen ſind nicht bekannt geworden.
Lützow wieder verhandlungsfähig.
Berlin. Geheimrat Straßmann teilte, laut „B.Z.” dem Gericht
mit, daß ſich das Befinden des Angeklagten Lützow, der an Lungen=
und Bruſtfellentzündung leidet, etwas gebeſſert habe, ſo daß Lützow
als verhandlungsfähig angeſehen werden müſſe. Hierauf beſchloß das
Gericht am Krankenbett des Angeklagten eine Gerichtsſitzung
abzuhalten.
Den Vater im Streit erſchoſſen.
Berlin. Bei einem häuslichen Streit wurde der Elektromontenr
Lehmann von ſeinem 20jährigen Sohn erſchoſſen.
Selbſtmordverſuch von Zwillingsſchweſtern.
Berlin. Die „B. Z.” meldet: In Moabit verübten
Zwillings=
ſchweſtern einen gemeinſamen Selbſtmordverſuch. Die beiden Schweſtern,
im Alter von 17 Jahren, waren abends ausgegangen und ſpät nach
Hauſe gekommen. Es gab ſchwere Vorwürfe. Als der Vater morgens
die Wohnung verlaſſen hatte, öffneten die Mädchen die Gashähne.
Hausbewohner wurden durch den Gasgeruch aufmerkſam und
benachrich=
tigten die Polizei. Man fand beide Schweſtern bewußtlos vor. Die
Samariter der Feuerwehr brachten ſie nach dem Krankenhaus.
Beginn eines Landfriedensbruchprozeſſes.
c. Berlin. Im Schwurgerichtsſaal des Kottbuſer Landgerichts
begann am Dienstag ein Prozeß gegen 35 Angehörige des
Reichsban=
ners Schwarz=Rot=Gold und des Roten Frontkämpferbundes, wegen
eines in Finſterwalde begangenen Landfriedensbruches. Der Anklage
liegt ein Zuſammenſtoß zugrunde, der am 2. Oktober 1925 gelegentlich
eines Fackelzuges zu Ehren des Reichspräſidenten v. Hindenburg zwiſchen
Mitgliedern rechtsſtehender Organiſationen und Angehörigen des
Reichs=
banners und des Roten Frontkämpferbundes in Finſterwalde erfolgte.
Die Angeklagten beſtreiten die gegen ſie erhobenen Beſchuldigungen. Zu
der Verhandlung, die mehrere Tage in Anſpruch nehmen dürfte, ſind
85 Zeugen geladen.
Der Verlauf des Erwerbsloſentages.
c. Berlin. Der am Dienstag von den Kommuniſten veranſtaltete
Reichserwerbsloſentag iſt, wie die Blätter melden in Berlin ruhig
verlaufen. Nach einer Blättermeldung aus Hannover iſt es dort
zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen der Polizei und den
demonſtrie=
renden Erwerbsloſen vor dem Gebäude des Provinziallandtages
ge=
kommen. Angeſichts der drohenden Haltung der Menge mußten die
Be=
amten von dem Gummiknüppel Gebrauch machen. Ein Arbeitsloſer
wurde feſtgenommen.
Großfeuer.
Berlin. In der Alexandrinenſtraße, im Süden Berlins, geriet
abends der Dachſtuhl eines, der Fabrikationsgebäude der Rotophot A.=G.,
die ſich mit der Herſtellung von Kunſt= und Photographendrucken
be=
faßt, in Brand. In wenigen Minuten ſtand der ganze Dachſtuhl des
Gebäudes in Flammen, der ebenſo wie die darunter gelegenen
Lagerräume der Firma vollſtändig ausbrannte.
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Berlin. Am Dienstag früh war eine Kommiſſion der
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direktion mit Prüfungen auf einer Brücke in der Nähe des Bahnhofs
Steglitz beſchäftigt. Als ein Zug von Potsdam her durchgefahren kam,
trat die Kommiſſion auf das Zeichen des Poſtens zurück. Baurat
Blüth=
gen muß dabei wohl überſehen haben, daß zugleich von Berlin her
ein anderer Zug kam. Er wurde von dem Zuge erfaßt und auf der
Stelle getötet.
Großfeuer in der Ruhlebener Kaſerne,
Berlin. In der Ruhlebeney Kaſerne bei Spandau iſt am
Mitt=
wochmorgen gegen 6 Uhr aus noch nicht ermittelter Urſache in der
Munitionskammer Großfeuer ausgebrochen.
Unter dem Verdacht der Brandſtiftung.
Breslau. In Oswitz bei Breslau brannte ein von vier
Familien bewphntes Hausab. Gegen drei Familien iſt jetzt das
Ver=
fahren wegen vorſätzlicher Brandſüftung eingeleitet worden. Bei den
Löſcharbeiten konnte feſtgeſtellt werden, daß der Brand an vier
verſchie=
denen Stellen des Hauſes angelegt war. Die drei verdächtigen
Fami=
lien hatten an dem betreffenden Abond ihre Wohnungen verlaſſen und
waren in ein Breslauer Kino gegangm. Im Hauſe befand ſich nur ein
altes Ehepaar, das beinahe in den Flammen umgekommen wäre.
An=
ſcheinend iſt das Motiv der Tat in der Spekulation auf hohe
Verſiche=
rungsſummen zu ſuchen.
Kampf mit einom Adler.
Paris. Ein Pächter im Schloſſe von Fontainebleau wurde auf
dem Wege nach Remour plötzlich im Walde von einem Königsadler
an=
gegriffen. Erſt nach heftigem Kampfe gelang es ihm, das Tier bei den
Fängen zu packen und zu Boden zu ſchlagen. Der Adler, der nachher
getötet wurde, hatte eine Spannweite von 1,5 Meter.
Exploſion eines Benzinbehälters.
Paris. In dem Laboratorium einer pharmazeutiſchen Fabrik in
Saint Fons bei Lyon explodierte aus bisher unbekannten Gründen ein
Benzinbehälter. Ein Arbeiter wurde getötet, 38 verletzt,
darunter 16 ſchwer. Drei von ihnen ſchweben in Lebensgefahr. Der
Schaden ſoll etwa 500 000 Franken betragen.
Blitzſchlag in die Kathedrale von Faggia.
Faggia. Während eines Gewitters ſchlug der Blitz in den Turm
der Kathedrale ein. Der Turm wurde ſchwer beſchädigt und
die Uhr zerſtört. Die Kirche mußte vorläufig geſchloſſen werden.
* Fascismus auf Ferien.
und dort, allerdings recht ſchüchtern, tauchen deutſche Aufſchriften auf
die freilich noch hübſch unauffällig gehalten ſind und hmter Franzöſiſch,
Engliſch, Italieniſch, Polniſch und anderen Weltſprachen gerade nur ein
wenig hervorlugen. Heuer kommt ein weiteres Merkmal der Meſſezeit
hinzu: die fasciſtiſchen Schwarzhemden ſind aus dem Straßenbild
ver=
ſchwunden. Wenn dazu außerdem berückſichtigt wird, daß Poliziſt und
Straßenbahnſchaffner auf deutſche Fragen deutſche Antworten geben, ſo
lich der Meſſe in Erſcheinung trit.
Anekdoten um Briands Sturz und Auferſtehung.
EP. Die überragende Perſönlichkeit Briands gehört i Frankreich
gewiſſermaßen ſchon der Legende an. So erzählten die Blätter bei
Ge=
legenheit der jüngſten Kabinettskriſe allerlei Anekdolen, dik teils wahr,
teils auch nur gut erfunden waren. Wir geben im Nachſtehruden davon
eine kleine Ausleſe:
Ende Februar befand ſich Briand im Salon einer „mondanen
Wahr=
ſagerin‟. Eine andere Perſönlichkeit überraſchte ihn der „Seherin”
ſeine Handfläche vorzuweiſen. Dieſe betrachtete eine Sekunde lang die
Linien und verkündete: „Hüten Sie ſich vor den Idioten des Märk!”
den drma Frhlft, durc Den der Ckarsbrefs d der Wrscälng ick
feſtgeſetzt werden ſollte, näherte ſich ein Abgeordneter dem
Miniſter=
präſidenten und ſagte: „Ich werde einen Preis von 49 Franken vov
ſchlagen.” Worauf Briand trocken erwiderte: „Sagen Sie lieber 49,35
Franken, wie im Bazar!”
*
Nach Ablehnung der Alkoholſteuer und des Tabakpreiſes ſchaute
Briands rechte Hand, Laval, zum Fenſter eines Vorſaales in den
dämmernden Morgen hinaus. Wir werden wie Verbxecher ums
Morgengrauen hingerichtet . . . Und man hat uns noch nicht einmal
das traditionelle Glas Rum und die Zigarette bewilligt!“
Als Bouiſſon das Abſtimmungsergebnis bekanntgab, durch die das
Kabinett geſtürzt wurden, näherte ſich der Abgeordnete Lemire der
„ſeines Zeichens” Geiſtlicher iſt, dem Miniſterpräſidenten. Der ſtreckte
ihm lächelnd die Hand hin: „Die letzte Oelung ?‟
Jemand ſchlug während der Kriſe René Renoult als
Miniſter=
präſidenten vor. Franklin=Bouillon, der das hörte, antwortete mit der
Frage: „Hat er nicht mit dem Tiger Clémenceau zuſammengearbeitet?”
— „Daß Renoult doch vielleicht etwas zu ſehr — getigert iſt!“
Ein Abgeordneter, der vergeblich auf ein Portefeuille im neuen
Kabinett gerechnet hatte, tröſtete ſich folgendermaßen; Briand wird
Briand verraten, um Briand zu ſtürzen und Briand Platz zu machen!
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Freitag, den 26. März 1926.
(Nach der Wetterlage vom 24. März 1926.)
Heiter bis wolkig, zurückdrehende Winde, etwas milder,
ſtellen=
weiſe bereits leichte Schauer, ſonſt vorwiegend trocken.
Der von Finnland ſüdweſtlich vorſtoßende Wirbel hat an Stärke
und Ausdehnung gewonnen. Wir liegen zurzeit noch in einem
Zwiſchen=
hochgebiet, kommen aber mehr und mehr unter den Einfluß des
finni=
ſchen Wirbels in ein Gebiet nordweſtlicher Luftſtrömung, die eine leichte
Erwärmung, aber auch zunehmende Niederſchlagsneigung bedingt,
Er=
ſcheinungen, die aber nur vorübergehender Natur ſein dürften.
Heſſ. Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.
Haupichrtetung. Rudolt Maupe
Beramwortl. 6 ſür Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe
Beranwwortlich für Feuill ton und Heſſiſche Nackrchten: Max Stree‟=
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußd en:: Andreas Bauer
Veranwertlich für den Inſeratente l: Willy Kuhle
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Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
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Mit solch einer prachtvollschmeckenden Torte möchte ich auch
meiner Familie zum nächsten Sonntag eine Freude machen,
wenn Sie mir das Gchcimnis verraten wollen. — Aber bitte,
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FOeiker: Gustin, 112 Päckch. Dr. Oeiker;
Bockp.„Backin‟, / Päckch. Dr. Oetker; Vonillin-
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Oetkers Schokoladenspeise- Puber, II4 Pfund
Zucker, 1A ltr. Wasser, 50 gKaffes, 1/4 Pfd. Butter,
25 g Palmin. — Zubereitung: Die 3 Eigelb
werden mit Wasser, Zucker und Vanillinzucker
schaumig gerührt und das mit dem Backin
ge-
gischte Mehlu. Gustin nach und nach hinzugefügt.
Zuletzt zieht wan den Eierschnee unter die Masss
und backt bei gelind. Hitze in einer Springform.
Crme: Voneln viertelltr Wasser u. dem gemahl.
Kaffee wacht mun einen Kaffeeaufguß u. bereitet
aus diesem ader Milch, Zucker u. d. Schokoladen-
Speise-Pulvw ein. Pudding, den man bis zum
Er-
kalten rührt. Unterdessen rührt man ein viertel
Pfd. Butter und 25 g Palmin schaumig, ungefähr
eine halbe Stt. lang, gibt löffelv, die erkaltete
Schokoladenspeise darunter. Den erkalt
Torten-
boden schneidlet man in 3 gleiche Teile u. gibt
die Creme Hazwischen. Die Oberfläche u.
Seiten bestrricht man ebenfalls mit Creme
und verzſert mit dem Spritzbeute!
dſe Oberfläche
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W.6HM SNR125
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme, ſowie für die reichlichen
Blumenſpenden ſagt aufrichtigen
Dank
5m Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Frieda Burk Wtw.
Viktoriaſtr. 64. (28162
Statt beſonderer Anzeige.
Mein lieber, guter, treuſorgender Gatte und unſer Vater
wurde uns heute nachmittag 4½ Uhr plötzlich und unerwartet
durch den Tod entriſſen.
In tiefem Schmerz:
Frau Emma Grünewald, geb Schweizer
Dr. Otto Grünewald, Gerichtsaſſeſſor
Alfred Grünewald, Dipl.=Ing.
Darmſtadt, am 23. März 1926.
(*8136
Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. März vom Portale
des alten Friedhofs an der Nieder= amſtädterſtraße aus ſtitt.
Heute vormittag 3½ Uhr
ent=
ſchlief ſanft nach langem ſchwerem,
mit großer Eeduld getragenem
Leiden mein lieber Mann, unſer
guter, treubeſorgter Vater und
Großbater
Herr
Schreinermeiſſer
im Alter von 70 Jahren. (4474
Im Ramen der trauernd. Hinterbliebenen
Groß=Umſtadt, Gernsheim a. Rh.,
Frank=
furt a. M., Hornau i. Taunus, den
23. März 1926.
Die Beerdigung, findet am
Don=
nerstag, den 25. März, nachm.
1 Uhr, in Groß=Umſtadt ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen und
Kranz=
ſpenden wolle man bitte abſehen
Seite 10
Donnerstag, den 23. März 1626
Nummer 94
Fami iennachrichiten
Statt Karten.
Dr. phil. nat. L. Bolbach
und Frau Margrei, geb. Moos
geben ihre Vermählung bekannt.
Darmſtadt / 24. März 1926.
Kirchliche Trauung: Samstag, den 27. März 1926,
nachmittags 3 Uhr, in der Petruskirche. (*8222
Stat Karten.
Unſere kirchliche Trauung ſindet
Samstag, den 27. März, nachm. 3½ Uhr,
in der Johanneskirche ſtatt.
Liſa Kaufmann
Hans Schwab
Darmſtadt
Mollerſtr. 11
(e8101)
Ihre Vermählung zeigen an
Studſenaſſeſſor Mebus und Frau
Hella, geb. Bailant.
Bad Homburg v. d. K.
Darmſtadt
Frankfurterſtr. 16½
Kirchliche Trauung: Donnerstag, den
25. März. 2 Uhr nachmittags, in der
E.iſabethenkirche. (*8147
Für die anläßlich unſerer Silbernen
Hochzeit erwieſene Aufmerkſamkeit ſagen
wir herzlich Dank
Stadtoberſekretär Chr. Gebhardt
und Frau. (*8189
Marke !
„He He‟
Bruſt=Bonbons
ſind die beſten bei
allet
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Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, meine l ebe Frau, unſere
treuſorgende, gute Mutter,
Schwe=
ſier, Schwägerin und Tante
Frau
Margarethe Krichbaum
geb. Schneider
nach kurzer, aber ſchwerer
Krank=
heit im Alter von 37 Jahren zu
(28198
ſich zu rufen.
ImNamen dertrauernd. Hſnterbliebenen:
Martin Krichbaum.
Die Beerdigung findet Freitag, den
26. März, nachmittags 2½ Uhr,
auf dem Waldfriedyof ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach längerem Leiden
ent=
ſchlief ſanſt unſere liebe Tante,
Couſine und Freundin
Fräulein
Mathilde Ströbel
im 83. Lebensjahr.
Für die
trauernden Hinterbliebenen:
Stadtbaumeiſter Kling
und Familie.
Darmſtadt, den 24. März 1926.
Die Einäſcherung findet in der
Stille ſtatt.
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Heute vormittag entſchlief ſanft
nach kurzer, ſchwerer Krankheit
unſer innigſtgeliebtes,
unvergeß=
liches Kind
Georg
im Alter von 4½ Jahren. (*8209
In tiefem Schmerz:
Heinrich Lang und Frau,
geb. Schreiner
Familie Chriſlian Lang
Familie Georg Vierheller.
Darmſtadt, Mordach.
Kiesſtr. 21.
Die Beerdigung findet Freitag, den
26. März, nachmittags 3 Uhr. vom
Portal des Waldfriedhofs aus ſtatt.
Dankſagung.
Für wohltuende Beweiſe
inniger Teilnahme beim
Heim=
gange unſerer teuren
Entſchla=
fenen ſprechen wir unſeren
Dank aus.
(:8161
Die
trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Wieſenecker
Marie u. Eliſe Wieſenecker.
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Nummer 84
Donnerstag, den 25. März 1926
Sport, Spiel und Zurnen.
Schwimmen.
Vorkräge über Schwimmen, Wafferball und Waſſerſpringen
am Samstag und Sonntag im Städtiſchen Hallenbad.
ſchwimmbad hielten. Venn der Bezirksvorſtand des Bezirkes Darmſtadt des Vereins ehrte. In dem anſchließenden Jahresbericht gab Herr
im Gau 1 des Kreiſes V des Deutſchen Schwimmverbandes es ſich hat Keller kurze Streiflichter über das Schickſal und die Tätigkeit der
Geſell=
angelegen ſein laſſen, ſolche Leute zu Vortragszwecken nach Darmſtadt zu ſchaft, bedauerte, daß die Schießſtände immer noch der Benutzung
ent=
gewinnen, ſo darf man doch wohl von jedem aktiven Schwimmer er= zogen ſind, und hob den Aufſchwung des Kleinkaliberſchießens, dem auch
warten, daß er anweſend iſt. Anweſend in ſeinem eigenen Intereſſe, in unſerem Verein ein beſonderes Intereſſe entgegengebracht wird,
her=
denn ſp.ziell Herr Kellner wies in ſeinen Ausführungen den mühevollen vor. An Stiftungen ſeien im letzten Jahre beſonders erwähnt, ein
Weg, den ein nach Leiſtung ſtrebender Schwimmer zu gehen hat, Um zu ſilberner Pokal, geſtiſtet von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog, und eine
hörer einzufinden und ſich dieſe werwollen Darlegungen zu eigen zu den die großen Erfolge unſerer Mannſchaft im Kleinkaliberſchießen um
machen, iſt für die Zukunft unſeres Darmſtädter Schwimmſportes
ſür=
wahr ein trauriges Zeichen.
Die Halle war nur ſchwach beſetzt, als nach den einleitenden Worten
des 1. Vorſitzenden des DSV., Herrn Dr. Geiſom Frankfurt a. M., der geſellſchaft Darmſtadt zu altem Glanz, alter Höhe und alter Bedeutung
mihr die ethiſche Seite unſeres Sportes beleuctete. Herr Kellner das
Wort ergriff, um in anſchaul chſter Form uns die Grundlagen und die
Aufbauarbeit in den einzelnen Stilarten zu erklären. Ausgehend von
dem Bruſtſchwimmen, in dem wir D.ütſche durch Nademacher gerade
augenblicklich in Amerika einen Triumph nach dem anderen feiern, ließ vor und überreichte ihm als Erſtem das Diblom für Bjährige
Mit=
er uns wiſſen, was zu einem ſachgemäßen Training für dieſe Stilart
vor allem notwendig iſt. Wohl mancher unſerer hieſigen Schwimmer
ſäumt oder für nicht nötig gehalten worden iſt. Ein wenia Gymnaſtik
morgens und ab nds iſt es nur, was manchen ſo ſchwer fällt. Kellner
zeigte, wie es zu machen iſt und wie man durch ſtetes Ueben, ſei es als ſchwerſten Zeiten dem Verein die Treue hielten. — Weiter wurde der
Schwimmen ohne Zuhilfenahme der Beine oder umgekehrt es fertig Voranſchlag für 1936 beraten und die in dieſem Jahre ſtattfimdenden
bringen kann, auf Leiſtung zu kommen. Wie beim Nücken=, Seite= und Veranſtaltungen. Preisſchießen, Becherſchießen uſw. feſtgelegt. Ueber die
Freiſtilſchwimmen wi der andere Vorübungen am Platze ſind, konnte eingegangenen Anträge wurde verhandelt und beſchloſſen, alsbald an
Herr Kellner garnicht eindringlich genug klar dachen. In jeder Stilart eine Durchberatung der veralteten Satzungen heranzutreten. — In der
ſchwammen einige Schwimmer zum Verſuch vor und wohl jeder wird den anſchließenden Vorſtandswahl wurde der alte Vorſtand zum größten
kritiſchen Blick und die ſcharfe Erkenntnis der Fehler durch den
Sport=
lehrer gemerkt haben.
Am Sonntag nachmittag kam das Kapitel Waſſerball zur Sprache.
Auch hier merkte man, wie viel wir noch zu lernen haben. Alle Arten
Würfe wurden gezeigt und die Aus üührenden konnten nicht immer in
der Exaktheit dem Verlangen des Lehrers nachkommen und haben ſich
doch vorher ſicher ſchon als fertige Waſſerballer gefühlt. Zwei
Uebungs=
ſpiele beſchloſſen die Ausführungen, bei denen Herr Kellner die Rolle
des Schiedsrichters übernahm und die Mängel im Zuſammenſpiel
ſchonungslos aufdeckte.
Alſo zuſammengefaßt: ein Vortrag, wie wir ihn in Darmſtadt in
dieſer Form wohl ſobald nicht mehr zu hören bekommen werden.
Mögen die, die nicht anweſend waren, von ihren Kameraden noch das
ablauſchen, was ſie verſäumt haben.
Fechten.
Jungmannen=Wanderpreis der Fechterſchaft der Turngemeinde
Darmſtadt 1846.
Um den Wanderpreis der Jungmannen im leichten Säbel ſtanden ſich
am Montag abend die Fechter Burkhardt, Haun 1. Kaiſer und
Weiß=
mann gegenüber. Seip war durch ſeine blötzliche Erkrankung am
An=
treten verhindert. Fechter Brauns 2. der vorjährige Inhaber des
Wanderpreiſes für den leichten Säbel war inzwiſchen auf dem
Bezirks=
fechten in die Schlußrunde gekommen, ſo mußte er nach den gegebenen
Beſtimmungen für dieſen Wettbewerb ausſcheiden. Er focht j.doch außer
Wettbewerb mit und bewies mit der höchſten Punktzahl, daß er ſein
Können erhalten er verbeſſert hat. Mit nur einem Punkte w. niger kam
haber des Wanderpreiſes im leichten Säbel. Ihm folgten w. iter Kaiſer,
Weißmann und Burkhardt. — Das Kampfgericht unter der Leitung des
Hochſchulfechtmeiſters Kaiſer wertete auf Schönheit und Treffer. Das
Fchten ſelbſt ſtand auf guter Höhe= — Nächſten= Sonntag, findet in
Frankfurt a. M. das di Sjährige Bezirksfechten in leichtem Sähek ſtatt.
Die Fecherſchaft entſendet hierzu die obengenmnten Fechter.
Fußball in Norddeutſchland.
Die Reſultat= der Meiſterſchaftsrunde ſind bereits Montag gemeldet,
H=S.V. — Holſtein=Kiel 1:1 (1:1), H.=S. C. Hanover — Altona 93
2:1 (1:0).— Man rechnete nicht beſtimmt mit einem Siege des H.=S.=V.,
erwartete aber im geheimen einen knappen Sieg, da H.=S.=V. auf eigenem Spiel, das zahlreiche Zuſchauer angelockt hatte.
Platze die größeren Chancen für ſich hatte. Der Altmeiſter kämpfte aber
mit viel Pech und hatte zwei Mann Erſatz, der Sturm litt ſehr unter
Indispoſition von Harder. Der Hamburger Torhüter Blumck war der
Held des Tages, manches ſich re Tor für Holſtein wurde durch
ihn vereitelt, auch Krohen, der ſüir Riſſe ſpielte, war mit Beyzer in großer
Form. Das Spiel hatte über 20 000 Zuſchauer angelockt, die einen äußerſt
ſchnellen und harten Kampf ſahen. Holſteins Sturm wird noch viel von
ſpäter glich H. S.V. durch Rave aus und ſo blieb das Sbiel bei Schluß Metern Weite aus und ſchuf damit eine neue Belthöchſt=
1i1. — Hannoverſcher S.C.— Altona 93 2il. Die erſte Hälfte, leiſtung imn der Halle.
ausgeſprochenes Feldſpiel beider Mannſchaften, doch war der Klub
ener=
giſcher vor dem Tore, ſo daß Wentorf im Altonger Tor mehr zu tun
bekam, wie fein Gegenüber. Kurz vor Halbzeit ging Hannover mit 1:0
in Führung. Die zweite Hälfte griff H.=S.=C. energiſch an, dann kam
Altona auf und wurde oft gefährlich. Adolf Jäger riß ſeine durch
neu rliche Austritte geſchwächte Mannſchaft immer wieder nach vorn und
Holſtein Kiel die norddeutſchen Vertreter ſein werden, dern beide ſind
ſterſchaft holen.
Schießſport.
Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt.
Man ſchreibt uns: Die Generalverſammlung war ſehr
Damſtädter Schwimmer wacht auf! Mit dieſen Worken ſind die Be= gut beſucht, insbeſondere von jungen Mitgliedern, die damit bekundeten,
trachtungen über obige Vorträge zu beginnen, die Herr Dipl.=Sport= daß ſie am Ausbau des Vereins reges Intereſſe haben. — Eröffnet
lehrer Kellner=Berlin und Herr Stern=Gelſenkirchen am Sams= wurde die Verſammlung mit einer Anſprache des Herrn
Oberſchützen=
tag abend und Sonntag nachmittag im hieſigen Städtiſchen Hallen= meiſters Keller, der zuerſt in althergebrachter Weiſe die Verſtorbenen
einem Erfolg zu kommen. Und daß es die große Maſſe zumal der gemalte Schützenfahne, geſtiſtet von Frau Marie Beck. Auch die Ver=
Jugendſchwimmer nicht für nötig gehalten hat, ſich als aufmerkſame Zu= ſammlung ſprach den Stiſtern nochmals ihren Dank aus. Weiter
wur=
die Meiſterſchaften erwähnt. Am Schluſſe ſeines Jahresberichtes
be=
tont Herr Oberſchützenmeiſter Keller, daß alle, die vorerwähnten
Tat=
ſachen zu der Hoffnung berechtigen, daß die Privilegierte
Schützen=
wieder emporwächſt. — Dem Rechner Herrn Rud. Nees wurde Dank und
Entlaſtung der Verſammlung zuteil. — Bei der nun folgenden Ehrung
der Mitglieder hob der 1. Schützenmeiſter des Vereins in fein
durch=
dachten Worten die Verdienſte unſeres Oberſchützenmeiſters Keller
her=
gliedſchaft. Die gleichen Diplome erhielten die Herrn Sanitätsrat Dr.
Blumenthal. Georg Link, Otto Küſter, Frhr. von Oettinger, Friedrich
und auch Uebungsleiter wird dabei erkannt haben, was bis datv ver= Pfeiffer. Albert Schmitt, Georg Schmitt, Hermann Schönberger.
Wil=
helm Weidner. Bei der Uebergabe betonte der Oberſchützenmeiſter, daß
gerade dieſen Herren beſonderer Dank zu zollen iſt, da ſie auch in den
Teil wiedergewählt. für die Herren, die eine Wiederwahl ablehnten,
traten die Herren Raſt. Gunſchmann und Rechtsanwalt Wolf in den
Vorſtand ein. — Am Schluſſe dankten noch Herr O. Küſter für die
Ehrung der B5jährigen Mitgliedſchaft und Herr Enders in herzlichen
Worten der Schießkommiſſion, unter Leitung des Herrn Lorſch für ihre
mühevolle Tätigkeit. — Herr Oberſchützenmeiſter Keller ſchloß die
an=
regend verlaufene Generalverſammlung mit dem Wunſche, daß die
Pribiligierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt weiter blühen, wachſen und
gedeihen möge.
Handball.
f
Zwiſchenrunde um die mittelrheiniſche
Kreſsmeiſſerſchaſt.
Turnverein Seckbach-Turngemeinde Schierſtein 2:1 (1:1).
rhein der D.T. ſtanden ſich in Mainz die Meiſter des 1. und 3.
Gau=
verbandes gegenüber. Es war klar vorauszuſehen, daß in dieſem Spiele
erbittert um den Sieg gerungen würde, und algemein hatte man mit gegen und man ſieht, wie zu erwarten war, auch die
Traditionsmann=
einem knappen Ergebnis im voraus gerechnet. Das Treffen ging vor ſchaften an der Spitze. Groß=Zimmern kürſte wohl nach dem Siege über
einer zahlreichen Zuſchauermenge vor ſich, ein Beweis, daß auch Hand= Bieber die größten Ausſichten auf den Meiſtertitel haben. Nachſtehende
ball immer mehr die Maſſen zu begeiſtern vermag. Bis kurz vor der heide Mannſchaften ſind Meiſterſchaftsanwärter und machten ſich den
Pauſe ſtand das Spiel noch torlos. 5 Miuuten vor Halbzeit fiel das erſte Kampf gegenſeitig nicht leicht, zumal Sportklub Bieber mit neuen Kräf=
Tor für Seckbach. Schierſtein blieb die Antwort nicht ſchuldig und führte ten antrat, welche, dieſer durch das Auflöſen des Brudervereins
Offen=
zeigte den gleichen heroiſchen Kampf um den Sieg auf beiden Seiten, obwohl auch bei ihr einzelne Gewichtsklaſſen durch fleißigeres Training
N. Hau unter den Bewerbern an die 1. Stelle und wurde für 1926 In= wie vor der Pauſe. Keiner Mannſchaft will der ſiegbringende Wurf, der Sportler noch beſſer beſetzt ſein könnten. Sie mußte im
Leichtmittel=
ten Tore kommt und damit das Schlußergebnis herſtellt. Die Elf des verliefen die einzelnen Kämpfe wie folgt: Fliegengemicht: Poth=
Widerſtand und machte ihm das Siegen nicht leſcht. — Seckbach, der Schneider Bieber, Sieger Schmeider=Biober nach 5½ Minuten; Feder= Exmeiſter, ſeht nunmehr im Schlußſpiel um die Kreismeiſter= aewicht: Gefer=Groß=Zimmern gegen Waimar=Bieber, Sieger
Gejer=
ſchaft der Turngemeinde Griesheim bei Darmſtadt gegenüber.
Tt. Eberſtadt 1. — Tgd. Bockenheim 1. 2:4 (2:2).
Th. Gberſtadt 2. — Tad. Bockenheim 2. 2:2 (0:2).
Gberſtadts 1. Mannſchaft empfing die gleiche der Tad. Bockenheim gewicht: Ohl Groß=Zimmern gegen NatyBieber, Sieger Naph=Bieber
zu einem Freundſchaftsſpiel. Beide Mannſchaften lieferten ſich ein faires nach 9 Minuten; Schwergewicht; Krauß II=Groß=Zimmern gegen Weiſen=
Leichtathletik.
Neue Leichtathletik=Weltrekords.
Bei einem leichtathletiſchen Hallenfeſt im New Yorker Madiſon
Square Garden wartete der Norweger Charles Hoff mit einer neuen
ſich reden machen, konnte aber gegen die brillante Läuferreihe der Rot= Welthöchſtleiſtung im Stabhochſprung auf. Er über= Kreisdelegiertentag in Oberſtein das Kreisfeſt des 2. Kreiſes im
Deut=
hoſen wenig ausrichten und das andere erledigte das oben genannte ſprang eine Höhe von 4,151 Metern. Hoff hat übrigens nicht die ſchen Athletikſportverband für 1926 übertragen. Das Feſt wird, wie von
Hintertrio. An den 6 H.=S=V.=Hinterleuten wird ſich noch mancher Abſicht, dauernd in den Vereinigten Staaten zu bleiben, ſondern will dem Verband vorgeſchrieben iſt, über die Pfingſtfeiertage abgehalten und
Sturm den Kopf einrennen, noch mit Riſſe beſetzt kürfte die Hintermann= wieder in ſeine Heimat zurückkehren, doch nicht eher, bis er den Stab= ſind alle Vorarbeiten dazu bereits in vollem Gange. Der Athletenverein
ſchaft in Deu ſchland nicht zu überbieten ſein. Holſtein erzielte gleich bei, hochſprung=Weltrekord bis auf 430 Meter heraufgeſchraubt hat. Bei der „Vorwärts’=Groß=Zimmern wird alles aufbieten, ſeinen Sportlern und
Beginn ein Lor, Lang hatte im Strafraum Hand gemacht, den Elfmeter gleichen Veranſtaltung wurde noch ein zweiter Weltrekord aufgeſtellt. Gäſten den Aufenthalt während des Feſtes in Groß=Zimmern ſo
ange=
verwandelte der internationale Verner von Kiel ſicher, 25 Minuten Der Neger de Hart Hubbard führte einen Sprung von 7,498 nehm wie möglich zu geſtalten,
Schachturnier am Semmering.
bakd ſtellte Adolf den Ausgleich mit 1:1 her. Altona griff w.iter an, Semmering konnte Ajechin ſeinen Verluſt wieder vollſtändig gut machen, tigt, die Auf= und Abſtiegkämpfer um die Kreisliga zu beſtimmen,
ſon=
ale Angriffe ſcheiterten aber an der zahlreichen Hintermannſchaſt der da er gegen Dr. Tarraſch gewann, während der führende Tartakower dern dies ſteht allein dem Kreisſportwart zu. Die Kämpfe, die Samstag
Hannoveraner. Die Entſcheidung fiel durch Elfmeter, des Klubs Mittel= durch Reti eine Niederlage hinnehmen mußte. Auch Niemzowitſch wird, abend in Darmſtadt ſtattfinden, ſind keine vom Gau feſtgeſetzten Kämpfe,
läufer ſchoß den Ball genau plageiert in die rechte Ecke. — Feſt ſteht die noch ſchwebende Partie gegen Prof. Vidmar wohl verlieren. Spiel= da Unterzeichnetem hierüber nichts bekannt iſt und ſie ohne
Genehmi=
heute ſchon, daß bei d.n Spielen um die Meiſterſchaft H=S=V. und mann erzielte durch einen Sieg über Kmoch Gleichſtand mit Aiechin gung desſelben bzw. des Gauſportwartes nicht feſtgeſetzt werden können.
die zur Zeit beſten norddeutſchen Manſchaſten. Wer aber die nord= ud Tartakower. In den übriſgen Partien gewannen: Grüunfeld gegen Der Kraſtſburtverein 190 zu. Damſtadt iſt FMeiſter und rückt ohne
deutſche Meiſterſchaft erringen wird, kann man nicht ſagen. Holſtein iſt Gilg, Yates gegen Vadia ud Michel gegen Roſelli. Unentſchieden, folgt zwiſchen der zweiten Mannſchaft des Kraftſportvereins „Deutſche
in großer Form und dem H=S. V. ziemlich eb nbürtig. Spielt H.=S=V. trennten ſich Rubinſtein und Dabidſon ſowie Treybal-Janowsk. Der Eiche” zu Roßdorf und dem Kraftſportverein Arheilgen. Die
Austra=
in voller Stärke, dann düfte er ſich das ſechſte Mal die norddeutſche Mei= Stand der Spitze iſt: Aliechin, Spielmann, Tartakower je 9 Punkte, gung dieſes Kampfes erfolgt in der nächſten Zeit und wird von der
Niemzowitſch 8½ (2), Rubinſtein 7 Punkte.
Seite 11
Turnen.
Tagma der Gauſpielwarte des Mittelrheinkreiſes der D. Z.
Die diesjährige Zuſammenkunft der Gauſpielwarte des 9. Kreiſes
Mittelrhein der Deutſchen Turnerſchaft fand in Trier ſtatt. Nahezu aue
Gaue war.n vertreten. Am vormittag des Samstag war eine Sitzung
des Kreisſpielausſchuſſes, am Nachmittag um 2 Uhr begann die
Haupt=
tagung, die mit einer Gedenkfeier für den unerwartet geſtorbenen
Kreis=
ſpielwart Bär=Frankfurt a. M. ihren Anfang nahm.
Kreishandball=
obmann Reitz gedachte in ehrenden Worten des Verſtorbenen. Es
er=
folgte dann die Neuwahl des Kreisſpielwartes. Die Wahl fiel auf den
ſtellvertretenden Kreisſpielwart und Kreishandballobmann Ad. Reitz=
Frankfurt a. M. Hierauf wurde in die Beratung eingetreten. Ein
Antrag auf Abänderung des Spielſyſtems und Einrichtung einer Kreis=
Meiſterklaſſe wurde nach lebhafter Ausſprache mit 21:19 Stimmen bei
7 Stimmenthaltungen abgelehnt. Mit der Bildung der Schiedsgerichte
beſchäftigte man ſich eingehend. Im April d8. J8. ſoll nach Möglichkeit
ein Kresſchi.dsrichterlehrgang ſtattfinden; die Gauſpielwarte wurden
be=
auftragt, hierzu Teilnehmer namhaft zu machen. Eingehend beſchäftigte
man ſich mit der Ausgeſtaltung der „Eilnachrichten‟. Es wurden ſehr
gute Vorſchläge zu ihrer Verbeſſerung vorgebracht. Auch follen die
Spielergebniſſe durch den Rundfunk bekannt gegeben werden. Am Abend
des erſten Tages hatten die Trierer Turner zu Ehren ihrer anweſenden
Gäſte einen Begrüßungsabend veranſtaltet, der einen wohlgelungenen
Verlauf nahm. Am zweiten Tag fanden auf dem Sportplatz für die
Teilnehmer praktiſche Uebungen ſtatt. Es wurden die verſchiedenſten
Spiele, wie Handball, Fauſtball uſw., vorgeführt und Regelauslegungen
erteilt. In der nun folgenden Fortſetzung der Beratung erfokgte die
Wahl einer Kommiſſion zur Ausarbeitung einheitlicher
Beſtrafungsbe=
ſtimmungen. Zu erwähnen iſt, daß Spiele um Pokale nicht ausgetragen
werden dürfen. Als Ort für den kommenden Herbſt=Kreisſpielertag
wurde Oberſtein a. d. Nahe beſtimmt. — Das Zwiſchenſpiel um die
mit=
telrheiniſche Kreismeiſterſchaft im Handball wurde nach Mainz
ver=
legt.
Boxen.
Athletik=Sportverein 1895 Darmſtadt.
Kommenden Samstag abend werden die mit größter Spannung
er=
warteten Boxkämpfe im Mathildenhöhſaal. Dieburger Straße,
vorge=
führt werden. Unſere 1. Kampfmannſchaft iſt nun mit ihrem eifrigen
Training zu Ende, um nun mit friſchen Kräften dem 1. Darmſtädter
Boxklub im ſcharfen Kampfe gegenüberzutreten. Wir wollen kein
Vor=
urteil fällen, jeder ſoll ſich ſelbſt überzeugen und über den Verlauf
ſelbſt urteilen. Wir ſind aber überzeugt, daß beide Mannſchaften alles
aus ſich herausgeben werden, um den Sieg für ihre Farben zu buchen.
Im Programm wird eine kleine Aenderung vorgenommen werden, da
für den verunglückten Köhler unſer 1. Kreismeiſter Bock als Erſatz
einſpringt und außerdem noch ein 9. Kampf ſtattfindet, wo Bruder
von Bock, welcher ſich ganz hervorragend entwickelt hat, ohne Rückſicht
auf ſein jugendliches Alter von 14 Jahren ganz hervorragende und
blen=
dende Technik zeigt, ſich ebenfalls dem 1. Darmſtädter Boxklub
gegen=
überſtellt. Die ganze techniſche Leitung liegt in den bewährten Händen
unſeres ehemaligen Kreismeiſters Philipp Debus. Der Vorverkauf hat
ſchon rege eingeſetzt. Es iſt jedem Intereſſenten zu raten, ſich
recht=
zeitig mit Karten einzudecken. Die Verkaufsſtellen ſind auf den Plakaten
erſichtlich.
Mannſchaftsringen.
Die 2. Mannſchaft des Athleten=Vereins „Vorwärts” Groß=Zimmern ſiegt
Im Zwiſchenrundenſpiel um die Meiſterſchaft des Kreiſes Mittel= im Netourkampf um die Meingaumeiſterſchaft über den Sportklub Bieber
mit 8:6 Punkten.
Die Kämpfe um die Maingaumeiſterſchaft gehen ihrem Ende
ent=
bereits 3 Mimuten ſpäter den Ausgleich herbei. Die zweite Halbzeit bach an ſich zog. Aber die Vorwärtsmannſchaft iſt auch auf dem
Damm=
gelingen, bis endlich, 5 Minuten vor Schluß, Seckbach zu ſeinem zwei= gewicht mit Erſatz antreten. Unter Leitung des Herrn Platt=Bockenpeim
Siegers zeigte ſchöne Leiſtungen. Sie war hervorragend im Zuſammen= Groß=Zimmern gegen Waldmann Bieber. Sieger Poth=Groß=Zimmern
ſpiel und genauem Zuſbiel. Schierſtein bot dem Meiſter harten nach 20 Minuten; Baatamgewicht: Herbert=Groß=Zimmern gegen.
Groß=Zimmern nach 15 Minuten; Leichtgewicht; Krauß =Groß=Zimmern,
gegen Ungrad=Vieber, Sieger Krauß=Groß=Zimmern nach 18 Minuten,
Leichtmittelgewicht: Unterleiter Groß=Zimmern gegen Brechenmacher=
Bieber, Sieger Brechenmacher=Bieber nach 5 Minuten;
Schwvermittel=
bachBieber, Sieger Krauß=Groß=Zimmern nach 8 Minuten.
Geſamt=
reſultat 8: 6 Punkte für Groß=Zimmern.
Die Vorwärtsmannſchaft hat nun noch gegen Bockenheim und Neu=
Iſenburg in Groß Zimmern anzutreten, wo ſie aber als Platzmannſchaft.
Sieger bleiben dürfte.
Kreisfeſt des 2. Kreiſes im D. A. Sp.V.
Dem Athletenverein „Vorwärts”, Groß=Zimmern, wurde auf dem
Athletik.
Mannſchafts=Ringen.
Man ſchreibt uns: „Der von dem Kraftſportverein 1910 eingeſandte.
Artikel, erſchienen in der Nummer 75 vom 16. d. M., entſpricht nicht.
In der 12. Runde des internationalen Meiſterturniers am ganz den vorliegenden Verhältniſſen. Die Gaubehörde iſt nicht berech=
Kampf in die 4=Klaſſe auf. Die Entſcheidung der Gaumeiſterſchaft er=
Gaubehörde bekannt gegeben.
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Donnerstag, 23. März
Die Tagung des Bergbau=Pereins.
In der ordentlichen Hauptverſammlung, die von dem 1.
Vorſitzen=
den, Bergrat Dr.=Ing. e. h. Singhaus, geleitet wurde, gab der
Ge=
ſchäftsführer, Bergaſſeſſor v. Löwenſtein, einleitend in großen Zügen
einen Ueberblick über die Lage des Kohlenmarktes. Ein
kla=
res Bild zu gewinnen, ſei heute mehr denn je erſchwert, weil in England
ſowohl wie in Deutſchland die Kohleninduſtrie ſich in keinem
wirtſchaft=
lich freien Zuſtand befinde, wobei einerſeits der ſtaatlichen Subvention
in England, andererſeits der ſchweren finanziellen Belaſtung der Werke
Deutſchlands gedacht wurde. Auf die Dauer ſei dieſe engliſche
Produk=
tionsorientierung und Subventionspolitik unhaltbar. Man könne eine
Induſtrie, die volkswirtſchaftlich in dieſer Größe nicht notwendig ſei,
unmöglich künſtlich am Leben erhalten. Deshalb habe auch die engliſche
Kohlenkommiſſion dieſes Mittel als untauglich verworfen. Trotzdem
ſchiene es ſo, als ob die engliſche Regierung in irgendeiner Form auf
dieſem unglückſeligen Wege auch nach dem 1. Mai, fortfahren wolle,
Vernünftiger wäre es, wenn die zwei großen Kohlenexportländer, anſtatt
den Wettbewerb durch Staatszuſchüſſe zum Nutzen der lachenden Dritten
zu verſchärfen, ſich über Ausfuhrmengen und Ausfuhrpreiſe verſtändigen
könnten. Auch ſollten die Engländer doch wenigſtens einſehen, daß die
lange induſtrielle Depreſſion in England ebenſo wie in Deutſchland keine
volle Beſchäftigung geſtatte. Es ſei ein volkswirtſchaftlicher Fehler,
daß England ſeinem Bergbau durch Subventionen, die ſchmerzhafte
Reduzierung zu erſparen ſuche, wie ſie der Ruhrbergbau — das
be=
wieſe die große Zahl ſtillgelegter Zechen und die ſtarke
Belegſchaftsver=
ringerung — in den letzten Jahnen bereits durchgeführt habe. —
Wirt=
ſchaftliche, geographiſche und finanzpolitiſche Gründe, ſowie
ſchwerwie=
gende Intereſſen gegenüber den Belegſchaften machen die pflegliche
Be=
handlung des Auslandsmarktes zu einer Pflicht. Die Löſung dieſer
Aufgabe hinge aber von der Möglichkeit der Erhaltung und Sicherung
des Inlandsmarktes ab. Es ſei dies ein ſehr ernſtes Problem, da die
Bewegungs= und Entſchlußfreiheit der Zechenverwaltungen auf dem
Gebiete der Selbſtkoſtenermäßigung außerordentlich ſtark eingeengt ſeien.
Bei dem Bericht über die Vereinstätigkeit auf dem Gebiete der
Ver=
kehrsfragen wurde bemerkt, daß man bei Vertretung der Wünſche
ge=
genüber der Reichseiſenbahn heute zweifellos mit einem anderen
Maß=
ſtabe als vor dem Kriege meſſen müſſe. Man dürfe nicht vergeſſen, daß
die Ciſenbahn der Hauptlaſtenträger unſerer Neparationsverpflichtungen
geworden ſei. Man habe deshalb auch die Forderung auf eine
allge=
meine Tarifermäßigung zunächſt zurückgeſtellt und ſich darauf beſchränkt,
für die Bewilligung oder Ermäßigung von Ausnahmetarifen
einzutre=
ten bzw. auf eine Milderung der Härten im jetzigen Tarifaufbau
hinzu=
arbeiten. Andererſeits ſei aber zu wünſchen, daß die
Eiſenbahnver=
waltung der verzweifelten Lage, in der die Mehrzahl der
Zechenverwal=
tungen ſich befinden, etwas mehr Rechnung trage, inſofern wenigſtens,
als ſie den Grundſatz, ſich von rein kaufmänniſchen Geſichtspunkten leiten
zu laſſen, nicht ſo ſehr auf ſolche Dinge anwende, die für ſie ſelbſt bei
der Größe ihrer ſorſt zu bewältigenden Aufgabe eine nur
untergeord=
nete Rolle ſpielen können. — Auf dem Gebiete der
Steuergeſetz=
gebung, ſei mit großem Ernſt darauf hingewieſen, daß angeſichts
der außerordentlich ſchwenen ſteuerlichen Belaſtung der Betniebe die bis
her eingetretenen ſtenerlichen Milderungen eine kaum fühlbare
Erleich=
terung gebracht hätten und das ganze Problem der
Erwerbsloſenfür=
ſorge ſeinen Sinn verloren habe.
Süddeutſche Diseonto=Geſellſchaft in Mannheim. Nach dem nunmehr
vorliegenden Geſchäftsbericht belaufen ſich die Eingänge aus Effekten,
Konſortialbeteiligungen, Kupons und Sorten auf 565 493 Rm. (i. V.
1920 400 Rm.), aus Wechſeln und Zinſen auf 6,09 Millionen (6 340 000)
Nm., aus Proviſionen auf 3500 000 (6 800 000) Rm., die Speſen auf
8530 000 (12560 000) Rm. Der Reingewinn beträgt 2B9 785 (253 455)
Rm. Aus ihm ſoll, wie bereits gemeldet, eine Dividende von 8 Prozent
verteilt werden.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 24. März.
Tendenz: feſt. Nachdem nunmehr Briand, Chamberlain und auch
die Regierung Luther—Streſemann in den in Frage kommenden
Par=
lamenten trotz des Scheiterns der Genfer Verhandlungen eine ziemliche
Mehrheit bei den Abſtimmungen für die Vertrauensvoten erhalten
konn=
ten, und in Erwartung, daß auch in der Steuerkompromißfrage bald
eine befriedigende Löſung gefunden werde, ſo daß alſo ſowohl hinſichtlich
der außen=, als auch der innerpolitiſchen Lage mehr Optimismus am
Platze iſt, verkehrte die Börſe wieder in feſterer Haltung. Die Erholung
machte um ſo mehr Fortſchritte, als die geſtrige Abſchwächung nunmehr
auf Exekutionen eines größeren Berliner Spekulanten zurückgeführt wird.
Wieder waren es die Schiffahrtswerte, von denen die
Aufwärtsbewe=
gung ausging, aber auch die Farbenwerte ſchloßen ſich energiſcher der
Beſſerung des Kursnibeaus an. Schiffahrtswerte gewannen gegen die
niedvigſten Kurſe von geſtern abend 3 bis 4 Proz. Chemiewerte 1½ bis
2 Proz. und Montanwerte 1 bis 1½ Proz, während die Elektrowerte
wenig Veränderung zeigen. Es wurden alſo gerade keine großen
Ge=
winne erzielt, vielmehr beſchränkte ſich die Aufwärtsbewegung mehr auf
die Beſeitigung der geſtrigen Verluſte. Von den Banken waren
nament=
lich Deutſche Bank heute ſtärker verlangt. Auf dem Kaſſamarkt war
dagegen die Umſatztätigkeit geringer, aber auch heute wieder überwogen
die Kursſteigerungen. Von den ausländiſchen Renten waren Türken
ſtark angeboten und ſchwächer, während ſich Ungarn und Mexikaner
be=
haupteten. Im Freiverkehr zeigte ſich etwas Nachfrage in Beckerwerten.
Becker Stahl 46, Becker Kohle 53, Benz 50. Brown Boveri 70.
Entre=
priſe 10. Growag 56, Krügershall P7. Ufa 49 und Unterfranken 70. Der
Vorkriegspfandbriefmarkt war lebhaft und feſter. Die Steigerungen
machen 20 Pfennige aus. Gegen Schluß der Börſe wurde das Geſchäft
ſehr ſtill, doch konnten ſich die Kurſe und die erzielten Kursbeſſerungen
ſehr gut behaupten. Geld ſehr leicht. Tägliches Geld 5 Prozent.
Die in den letzten Tagen mehr in die Erſcheinung getvetene
Zurück=
haltung infolge der bevorſtehenden chriſtlichen und jüdiſchen Feiertage
machte ſich auch heute abend wieder recht ſtark bemerkbar. Man ſucht
ſeine Spekulationen vor den Feiertagen glattzuſtellen, wodurch die Kurſe
nach und nach abbröckeln. Für einzelne Aktiengruppen beſteht jedoch das
Intereſſe weiter, ſo z. B. auch heute wieder für die Schiffahrtsaktien,
die bei ſtarker Nachfrage noch erheblich über die Mittagskurſe ſtiegen,
Kriegsanleihe 0,388, Berliner Handelsgeſellſchaft 156—. Darmſtädter
Bank 130,25, Dutſche Bank 130.— Diskonto 125.—, Dresdener 117,25,
Deutſch=Luxemburger 86.—, Gelſenkirchener 87,75. Harpener 104—
Phö=
nis 77— Rheinſtahl 79,60, Laurahütte 3450, Adlerwerke 50—, A. E.G.
97—, Aſchaffenburger Zellſtoff 83,50. Daimler 47— Scheideanſtalt
108—, Licht und Kraft 113—, J. G. der Farbeninduſtrie 131,50.
Po=
korny u. Wittekind 44,50, Holzmann 73,50, Holzverkohlung 74,75,
Karls=
ruher Maſchinen 42.—, Lahmeyer 91.—, Metallgeſellſchaft 104—
Pe=
ters Union 84—, Siemens u. Halske 114—, Voigt u. Häffner 83—,
Wayß u. Freytag 94,75. Zucker Waghäuſel 58,75. Zucker Frankenthal
54,50, Heilbronn 58,50, Stuttgart 58,50, Hapag 147,B, Lloyd 148g.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 24. März.
Die ſchon während der letzten Tage ſtark zurückgegangene
Geſchäfts=
tätigkeit ließ auch heute wieder nach. Die Zurückhaltung der Börſe war
kaum noch ſteigerungsfähig. Es herpſchte während der erſten Stunden
in den Börſenräumen eine Stille, wie man ſie ſelbſt in den dunklen Tagen
des vergangenen Jahres nicht gewohnt war. Die Provinz und das
Ausland fehlen mit Aufträgen, während die Börſenſpekulation im
Hin=
blick auf den bevorſtehenden Quartalstermin eher geneigt war, ihre
Engagements zu verringern. Dieſes Beſtreben wurde noch durch die
be=
vorſtehende mehrtägige Oſternunterbrechung verſtärkt. Sehr ungünſtig
wirkte ſich außerdem der heute vormittag eingetretene ſcharfe
Franken=
ſturz aus. Der Wechſelkurs London-Paris erreichte den Stand von
140 und verzeichnete damit einen neuen Rekordtiefſtand. Infolgedeſſen
war die Geſamtſtimmung anfangs bei dem allgemeinen nur kleinen
Ver=
änderungsgrund der Kurſe nicht ganz einheitlich und im den führenden
Terminmärkten ſchwächer. Während der erſten Börſenſtunde entwickelte
ſich jedoch am Schiffahrtsaktienmarkt eine lebhaftere Tätigkeit, da die
Spekulation nach den geſtrigen Verluſten dieſer Papiere zurückaufte und
Baiſſeabgaben eindeckte. Die Aktien des Norddeutſchen Lloyd wurden
ſtärker bevorzugt und ſchließlich um einige Prozent heraufgeſetzt. Von
dieſer Bewegung wurden einige weitere Spezialſteigerungen ſowie di
anhaltende Geldflüſſigkeit ergriffen, von der ſpäterhin eine gewiſſe
An=
rgung ausging, ſo daß die von vornherein innerlich, widerſtand fähige
Tendenz auch nach außen durch kleine Kursbeſſerungen in die
Erſchei=
nung trat. Mit Befriedigung wurde auch die weitere Abnahme der
Konkurſe in der dritten Märzwoche vermerkt. Am Geldmarkt beurteilt
man jetzt die vorausſichtliche Geſtaltung des Ultimos etwas
zuverſicht=
licher als bisher. Man nimmt an, daß ſtaatliche Inſtitute mit
Prolon=
gationsgeldern reichlich zur Verfügung ſtehen werden. Für Tagesgeld
wurde heute noch der bisherige Satz von 4½—6½g und für
Monats=
geld der für 6½½—7½ genannt.
Im einzelnen blieben an den Aktienmärkten infolge der ſchon
gekenn=
zeichneten Stagnation wennenswerte Kursveränderungen aus. Nur
Kali=
aktien wurden regliſiert und bis 3 Prozent niedriger gewertet.
Desglei=
chen gingen von Autoaktien Hanſa um über 4 Prozent zurück. Die
ſon=
ſtigen Kursveränderungen blieben ohne Ausnahme an den
Terminmärk=
ten und im variablen Verkehr in allerengſten Gnenzen. Bemerkenzwert
war höckſtens, daß ſpäter Berliner Hochbahnaktien gefragt wurden und
um 214 Prozent anzogen. Auch der Mentenmarkt zeigte keine einheitliche
Nichtung. Heimiſche Renten lagen im ganzen widerſtandsfähig.
Tür=
kiſche und ungariſche Werte bröckelten teilweiſe etwas ab.
Aſchaffb Lellſtof
Augsb.=Nürnb Maſch.
Bamag=Meguin.
Verl C. W. Vorzug.
Verlin Karlsruhe Ind.
Braunkohlen=Briketts
Dremer Vulkan.
Bremer Molle
Zeutſch=Aklant Tel.
Teutſche Maſchinen
Teutſck.Nied.Tel
Teutſcke Erdöl.
Teutſche Vetroleum
Tt. Kaliwerle ..
Tonnersmarckkütte.
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Jarben=Ind. A=G.
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Stocholm .
Felingfors . 1
Italien .. . ...
New=York.
Paris.
Schweiz.... 1.
Spanien.
B. 3.
Seld Brief
1s8 111515311
1 637 7633
1701 1793
30 43 30 71
13.16 175.41
Hiü2e 8 1127
15.,555 11.535
73.37 15.51
20 33520.777
f 4.305
7735 /483
zä78 zä85
53.10/ 53.74
z. 3.
Geld Artef
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1.533 1.537
is 51 15.35
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70 69 115.37
3118 51114.73
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HBudapeſt. ..
Japan......
Nio de Janeiro
Zulgarien.
Konſtantinopel
Liſſadon ==
Danzig :.
Uthen „.
Kanaba.. .
Uruguay.
Darmſtädter u. Nationalbank. Kommanditgeſelſchaft auf Aktien, Darmſtadt. Frankfurter Kursbericht vom 24. März 1976.
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59 Rhein=Main=
Donau. Gold 23
Ohne
Zins=
berechnung
820 Bd.=Bd.=6z. 23
52 Bdw. Kohl. 23
5% Fr. Pf. Bk.G.
62 Großkr. Mannh.
Kohl. 23
735 Heid. Holzw. 23
68 Heſſ. Brk.=Rog
Roggan. 2:
69 Mannh. Stadt=
Kohl,.
6% Offenb. Holz
5% Pfälziſche=Hpp.
Br. Gld
24
5% Pr. Kaliw..
25 Pr. Noggenw.
5% Nh. H.B. Gd 24
52 Sächſ, Brr. 23=
52 Roggenw.23
20 Südd. Feſt=B. 6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe.
Bahr. Vereinsb.
Bayr Handelsb.
Bahr. Hyp.u. Wechſ
Frkf.Hyp.=Bk.
Frki. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Meining, Hyp=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Pfbr.=Bk.
Rhein, Hyp.=B. ..
Südd Bodenk.
Bürt. Hyp.=B.
78
97.25
95.75
78
16.5
11.02
2.15
13
1725
4.5
6.2
2.28
1.98
12.8
10.25
9.30
11.85
9.1
8.50
10.60
8.7)
11
9.75
9.30
Staatl. ob. prov.,
garantiert.
geſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Cafſel ..
Naſſau. Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
425 Eliſ.=Bahn
42 Galiz. Carl=
Lud=B.
5%0 Oſt. Südb. (O.)
2,680 Alte „.
2.600 Neue
42Oſt. Staatsb. 83
3Oſt. „ 1.b.8. E.
GHſt. „ 9. E.
320Oſt. 1885
%Oſt. „ Erg. Netz
420 Rud. Silber.
42 Rud. Salzig.)
4½%Angt. S.1.
Anat., S. II
412 Angt. S.rry
2 Salon. Monaſt.,
25 Tehuantepee.
Bank=Aktien
Allg. D.Credit. ..
Bad, Bk........!
Bl f.Brauind.
Barmer Banku.
Bay. Hyp. Wchſ.
Berl Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 1
Darmſt. u.Nat.=Bk
Deutſche Bank. 1
D. Eff.u Wchſ=Bk.
2. Hup.=Bk. M.
Vereins=Bk.
Disf.=Gejeliſch. ..
Dresdener Bk.. . 1
Franff Bk. z.
7.65
210
5.2
2.775
12.5
12.5
*”
17.9
2.35
203
Bei.
44.55
101.5
40.25
92.5
96.25
154
111
123.5
129.25
86.25
98
Frkſi. Hyp.=Bk. ...).
Frkſi. Pfdbr.=Bk. .
Gotha Grundkr.Bk./1
Metallbank.
Mitteld Erebitb. 1
Oſterr. Creditanſt.
Pfülz, Hyw.=Bl.=
Reichsbank=Ant. /3
Rhein Creditbr.
Rhein=Hhp.=Bk. . 84.75
Südd. Disc.=Geſ. 1100
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Berzelius .
Bochum. Bergb.
Buderus.
Dt. Luremburg....
Eſchw. Beraw.. ...
Gelſenkirch Bgw..
Harp Bergb.
Ilſe Bergb. ..
Genußſchein,
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt. 160
Kali Weſterregln 1132
Klöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr. 86.4
Mansfelder
Oberbedarf ..
Obſchleſ Eiſ. Caro)
Otavi=Ant.
Phönix=Bergb.
Rhein Braunk.
Rhein, Stahlv.
Rombach. Hütte
A. Rebeck Montan
Tellus Bgb. .
Ver Laurahütte. .
Induſtrie=Akt.
Eichbaum(Mannh.)
Henninger. — 1
...... 0.168 Krauß Lokom. .. 106 Email. Ulrich .... 40.5 Lahmeher .... n1186 Enzinger Berke. 88 Lech. Augsburg:
84
42
1 80
38.75
34
62.75
44
0.70
50
/13=
75.75
100
89
68.25
72"
3..75
29‟
73.5
73.73
42,5
0.80
79.25
42
111
42
76.75
45
Lederw Rothe
Spicharz
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm. 24.5
Lüdenſcheid Metall 47.23
Luther Mühlenb.
Lur Induſtrie.
Mainkraft Höchſt .
Metallgeſ. Frkf. 104.2-
Meyer Dr. Paul. 20.5
Miag.Mühlenb. 100
Moenus Stamm
Motorenf. Deutz
Motorenf Oberurſ.
Reckart. Fahrz
Neckarw Eßlingen
Beters Union . ...
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps.
Porzellan Weſſel
Prometh. Frrf.
Nein Gebb. ESchall
Nhein. Eleſtr.
Nhein Metall=Vz.
Rückforth
Rütgerswerke.
Schleußner ....
Schneid & Hanau.
Schnellpr. Frant.:
Schramm. Lackf. 5a
Schriſt Stempel
Schucke, Elektr.
Schuhf, Weſſel.9
Schuhf Herz
Schuh Leander.
Schultz Grünlack.
Seilind Wolf.
Sichelc Co.
Siemens Glas
Siemens E Halske. 1
Sidd Immob.
2hürelektr. Lief. .
nhren Furtwän=
45
39
40
24
85
40.5
45
60
97
84
51
23
53.5
53
68
75
2a.5
26
46
73
83
83
41
33.5
40.25
39
4.75
Meiee
Verf.Chem. Ind.
Ver. d. Llfbr. Mann.
Ver Faßf. Caſſel
Gummi Bln.=Frf.
Pinſel=Nürnberg.
Utramarin .
Zellſtoff Berl. ...
Vogtl. Maſch. ...
Voigt & Haeffner
Volthom. Seil.
Wauß & Freytag.
Wegelin Rußfbr...
Zelſt Waldhof. .
Zucker!. Waghäufe!
Zuckerf, Franfenth.
Zuckerf. Heilbronn.
Zuckerf. Offſtein.
Zuckerf. Rheingau.
Zuckerf. Stuttgart.
Trausport= und
BerſicherungC=Akt.
N. Dt. Ei enbahn...
Dt. Eiſenb.=Geſ.
A. Hochbahn Berl.
Schantung E.B.
Südd. Eiſenb. Geſ
bapag
Nordd, Llohd. ....
66.25
45.25
K
E6
81
94
63.75
T6.
83
32.75
95
105
80
28l,
54
58.5
7:.5
58.5
9‟
Frk. Allg. Ver).
Frankona Nückb.
Darmſt. Werte
Bahnbedarf
Dampfk Rodberg
Helvetig Konſ.
Gebr. Luß
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ..
Lenulethe Elenb.
55.5
25
3.50
108,25
145.25
147
95
30.25
17.75
53
84
Gemeinſchaftsgruppe
Deutſcher Hppothekenbanken.
Die in der Gemeinſchaftsgruppe Deutſcher Hypothekenbanken
zu=
ſammengeſchloſſenen Hopothekar=Kreditimſtitute legen nunmehr ihren
ge=
meinſchaftlichen Geſchäftsbericht für das Jahr 1925 vor. Wie bereits
gemeldet, bringen ſämtliche Inſtitute aus emem Reingewinn, von
427 582 Nm (i. V. 1 267 683 Rm.) eine Dividende von 8 Prozent
(0 Prozent) zur Verteilung. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß mit
Be=
ginn des Geſchäftsjahres 1925 ab der Gemeir ſchaftsgruppe Deutſcher
Hypothekenbanken die Mecklenburgiſche Hypotheken= und Wechſelbank
bei=
getreten iſt. Auf die einzelnen Inſtitute verteilt ſich der Reingewinn
wie folgt: Deutſche Hypothekenbank 1 184 953 Rm., Frankfurter
Pfand=
brief=Bank=Aktiengeſellſchaft 542 786 Rm., Leipziger Hypothekenbane
301 959 Rm., Mecklenburgiſche Hypotheken= und Wechſelbank 104 975 Rm.,
Norddeutſche Grund=Kredit=Bank 250 219 Rm., Preußiſche Boden=Kredit=
Aktien=Bank 963 697 Rm. Schleſiſche Boden=Kredit=Aktien=Bank 553 969
Reichsmark, Weſtdeutſche Bodenkreditanſtalt 325 098 Rm. Aus dem
Ge=
ſamtreingewinn von 4 227 582 Rm. wird nach Vornahme der
Dividenden=
berteilung dem Dispoſitionsfonds ein Betrag von 20 000 Rm.
über=
wieſen. An A.R.=Tantieme werden 135 323 Rm. verteilt, 511 375 Rm.
werden auf neue Rechnung vorgetragen. Die Nückſtellungen in die
geſetz=
liche Reſerve belaufen ſich auf 945 070 Rm. — Im Geſchäftsbericht wird
ausgeführt, daß das Jahr 1925 den deutſchen Realkredit einen guten
Schritt vorwärts brachte. Im einzelnen wird hierzu folgendes bemerkt:
Die lebhafte Geſchäftstätigkeit, mit der das Berichtsjahr einſetzte,
ſchwächte ſich allerdings im weiteren Verlaufe entſprechend der
allgemei=
nen Wirtſchaftslage ab. Immerhin führte das Darlehensgeſchäft zu
einer Erhöhung unſerer Hypotheken= und Kommunal=Darlehensbeſtände
um 117 935 941 Rm. Der Umlauf an Goldpfandbriefen und Gold=
Kom=
munal=Obligationen nahm um 113 714 191 Gm. zu.” — Als eine der
dringend’ten Aufgaben beim Wiederaufbau des Hypotbekar=Kreditgeſchäfts
bezeichnete der Geſchäftsbericht die Förderung der
Wohnungsbautätig=
keit. Die Syüvthekenbanken würden alles tun, um auch unter Verzicht
auf ſich bietende beſſere Verdienſtmöglichkeiten dem Wohnungsneubau
die Unterſtützung zuteil werden zu laſſen, die namentlich in der jetzigen
Zeit der Arbeitsloſigkeit dem Baugewerbe als einem Schlüſſelgewerbe,
zukomme. In dieſem Zuſammenhang wird ſtark Stellung genommen
gegen den Plan, eine beſondere Reichs=Kleinwohnſtätten=Hypothekenbans
zu begründen, der aber bekanntlich inzwiſchen ſchon wieder fallen
ge=
laſſen worden iſt. Sehr intereſſant ſind die Angaben über die
Vertei=
lung der von der Gemeinſchaftsgruppe gewährten Hypotheken auf die
Landwirtſchaft einerſeits und den ſtädtiſchen Grundbeſitz auf der
ande=
ren Seite. Danach entfallen von den im Neugeſchäft von der
Gemein=
ſchaftsgruxpe ausgeliehenen Pfandbrief= und Deckungs=Hypotheken 1145
mit rund 42,3 Mill. Gm. auf die Landwirtſchaft und B82 mit rund
96.2 Mill. Gm. auf ſtädtiſche Grundſtücke. — Die von manchen Seiten
geforderte Gründung neuer Inſtitute für das mnduſtrielle
Beleihungs=
geſchäft ſogen. Induſtrieſchaften zu dem ausſchließlichen Zweck, den
in=
duſtriellen Realkredit zu pflegen, wird als verfehlt bezeichnet. Dem
Hypothekengeſchäft, das mit der Beantwortung der Frage, ob die
be=
liehenen Grundſtücke einen auf die Dauer geſicherten Ertrag in der
Hand jedes Eigentümers gewährleiſten, ſteht und fällt, müſſe alles
fern=
gehalten werden, was eine Beeinträchtigung des öffentlichen Vertrauens
herbeizuführen geeignet ſein könnte. Es könne heute weniger als je
Aufgabe der Hypothekenbanken ſein, ſich etwa auf das induſtrielle
Be=
leihungsgeſchäft als auf ein Hauptgebiet geſchäftlicher Tätigkeit
einzu=
ſtellen. Für die Hypothekenbanken wird zunächſt das wichtigſte Feld
ihrer Betätigung bleiben müſſen, die Landwirtſchaft, die grundbeſitzenden
Kreiſe des gewerblichen Mittelſtandes und den Wohnungsbau mit
lang=
friſtigem Kredit zu berſorgen. — An den aus der Amerika=Anleihe
ſtammenden Krediten der Rentenbank=Kreditanſtalt hat ſich die
Gemein=
ſchaftsgruppe im Intereſſe der Förderung des landwirtſchaftlichen
Kre=
dits gern beteiligt, obgleich die Abwickelung dieſer meiſt als
Klein=
darlehen weitergegebenen Kredite infolge der durch die
Aufwertungs=
geſetzgebung eingetretenen Grundbuchverwirrung mit mühevoller und
koſtſpieliger Mehrarbeit verbunden war. Ueberhaupt war das geſamte
Neugeſchäft durch die Unüberſichtlichkeit aller grundhuchlichen Verhältniſſe
in hohem Maße erſchwert. — Auf die im Zuſammenhang mit dem
Auf=
wertungsgeſetz zu regelnden Fragen wird in einem „Sonderbericht über
die Teilungsmaſſen der Pfandbriefgläubiger” berichtet.
Aus der gemeinſchaftlich aufgeſtellten Geſamtbilanz ergeben ſich im
einzelnen für die jeweiligen Inſtitute folgende Ziffern für den Umlauf
an Goldpfandbriefen bzw. Goldkommunalobligationen: Deutſche
Hypo=
thekenbank in Meiningen, am 31. Dezember 1925 in Umlauf befindlich
33587 600 Gm. Goldpfandbriefe und 19 789 20 Gm. Gold=Kommunal=
Obligationen, Frankfurter Pfandbriefanſtalt A.G. 11889 500 Gm.
Gold=
pfandbriefe und 5 605 120 Gm. Gold=Kommunal=Obligationen. Leipziger
Hypothekenbank 9 994 890 Gm. Goldpfandbriefe und 3 579 200 Gm. Gold=
Kommunal=Obligationen, Mecklenburgiſche Hypotheken= und Wechſelbank
5 857 600 Gm. Goldpfandbriefe. Norddeutſche Grund=Kredit=Bank
11 168 970 Gm. Goldpfandbriefe und 4 615 420 Gm. Gold=Kommunal=
Obligationen, Preußiſche Boden=Kredit=Aktien=Bank 22 962 059 Gm.
Gold=
pfandbriefe und 15 705 400 Gm. Gold=Kommunal=Obligationen,
Schle=
ſiſche Boden=Kredit=Aktien=Bank 17 570 000 Gm. Goldpfandbriefe und
5 752 540 Gm. Gold=Kommunal=Obligationen, Weſtdeutſche
Bodenkredit=
anſtalt 16 638 400 Gm. Goldpfandbriefe und 2 735 273 Gm. Gold=
Kom=
munal=Obligationen.
Die Gemeinſchaftsgruppe Deutſcher Hypothekenbanken geht in das
neue Geſchäftsjahr mit Zuverſiht und Vertrauen, getragen von dem
Geiſte des Gemeinſchaftsgedankens, der ſie eint.
In dem Sonderbericht über die Teilungsmaſſen wird auf die
Neu=
regelung der Aufwertung der alten Papiermarkhypotheken durch das
Aufvertungsgeſetz vom 16. Juli 1925 hingewieſen, die bekanntlich in
Abänderung der dritten Steuer=Notverordnung unter wertvoller
Mit=
wirkung der Hypothekenbanken erfolgte. Beſonderes Intereſſe
bean=
ſprucht die Aufwertung kraft Rückwirkung, die dann erfolgt, wenn eine
79
hin wude
Al
jensgeſchä
harlehensbeſt
und Gol
Als eine
ur=Kreditgeſch
hnungsbautät
unter Verzich
ohnungsne
in der jetziger
Schlüſſelgen
ung genomn
=Hypothekenban
ſieder fallen
über die Verte
theken auf
auf der ande
in der Geme
ype
Nummer 84
Oonnerskag, den 25. März 1926
Geite 3
Hypothek in der Zeit vom 15. Juni 1922 bis 14. Februar 1924
zurück=
gezahlt und auch ſchon im Grundbuch gelöſcht worden iſt. Die
Aufwer=
tung erſtreckt ſich aber nicht nur auf die zurückgezahlten fälligen oder
gekündigten Hypotheken, ſondern tritt auch da in Kraft, wo die
Hypo=
theken in der feſtgeſetzten Zeit im Vergleichswege zurückgezahlt worden
ſind. Durch dieſe letztere Regelung, die im Geſetzentwurf urſprünglich
für den Gläubiger nicht vorgeſehen war, falls er Kaufmann war, iſt es
den Hypothekenbanken gelungen, wertvolle Mittel zugunſten der
Tei=
lungsmaſſe zu erhalten. Praktiſch von geringerer Bedeutung iſt die im
Geſetz vorangeſtellte Aufwertung kraft Vorbehalts der Rechte. — Was
die prozentualen Verhältniſſe der Teilungsmaſſe zum Pfandbriefumlauf
gnbetrifft, ſo iſt, wie auch bei anderen Hypothekenbanken, eine Schätzung
oder gar eine Feſtſtellung der Aufwertungsquoten nicht möglich.
Der Beſtand der geſamten Teilungsmaſſe aller acht
Hypotheken=
banken wird auf 389,09 Mill. Gm. berechnet, denen aufzuwertende
Papiermarkbeträge in Höhe von 2083 172 Mill. Mk. gegenüberſtehen.
Das prozentuale Verhältnis der Teilungsmaſſen zum Umlauf der
Pfandbriefe geſtaltet ſich ſehr verſchieden. Die Erklärung hierfür iſt
darin zu ſuchen, daß einzelne Gemeinſchaftsbanken eine ſtarke
Geſchäfts=
tätigkeit in den an Polen gefallenen Gebieten entfaltet hatten. —
Bezüg=
lich der Aufwertung der Kommunal=Obligationen läßt ſich nichts ſagen,
da die Ausführungsbeſtimmungen der Länder zum Anleihe=
Ablöſungs=
geſetz vom 16. Jumi 1925 noch nicht erſchienen ſind.
Elektriſche Licht= und Kraftanlagen=A.=G., Berlin. Die v. H.=V.
ge=
nehmigte den bekannten Abſchluß, wonach aus dem Reingewinn von
1535 186 Rm. 8 Proz. Dividende auf die Stammaktien, 6 Proz.
Divi=
dende auf die Vorzugsaktien verteilt werden und 39 192 Rm. vorgetragen
ſverden. Ein Obligationsgläubiger wies darauf hin, daß gegenüber dem
Vergleich mit der Geſellſchaft, wonach die Obligationäre für 10
Obliga=
tionen eine Aktie erhalten haben, das Geſetz die Möglichkeit einer
gün=
ſtigeren Stellung für die Obligationen bietet. Direktor Breul
entgeg=
nete, daß die Obligationsſteuer in der Bilanz zurückgeſtellt ſei, und daß
es der Geſellſchaft gleich ſei, ob dieſer Betrag den Obligationären oder
dem Finanzamt zukomme. Das Finanzminiſterium habe auf verſchiedene
Anfragen betont, daß es ſich nur einer höchſtrichterlichen Entſcheidung
fügen könne. — Direktor Feldmann iſt infolge ſeines hohen Alters aus
dem Vorſtande ausgeſchieden. Er wurde in den A.=R. gewählt.
Weiter=
hin wurde das Geſchäftsjahr auf den 30. Juni verlegt. Von der
Ver=
waltung wurde noch mitgeteilt, daß, ſoweit ſich vorausſehen läßt, die
Ausſichten für das laufende Geſchäftsjahr als günſtig zu bezeichnen ſeien.
Zur Frage der Berliner Rundfunkſteuer. Von dem Nachrichtenamt
der Stadt Berlin wind mitgeteilt: „Wie bereits mitgeteilt, hatte der
Magiſtrat bei der Beratung des Haushalts die Einführung einer
Rund=
funkſteuer in Ausſicht genommen. Bei der ſpäteren Beratung des
Haus=
halts in dritter Leſung hat dann der Magiſtrat aber die Steuer
abge=
lehnt. Nunmehr hat ſich auch die Finanz= und Steuerdeputation
ein=
gehend mit der Frage beſchäftigt, die Entſcheidung aber bis zur nächſten
Sitzung vertagt.”
Induſtrievertreter und Gewerkſchaftsführer. Wie mitgeteilt wird,
fanden am Dienstag Beſprechungen zwiſchen führenden Perſönlichkeiten
des Reichsverbandes der deutſchen Induſtrie und Führern der freien, der
chriſtlichen Gewerkſchaften ſowie des Gewerkſchaf sringes ſtatt.
Gegen=
ſtand der Beſprechungen, die vertraulich waren, bildete das
Wirtſchafts=
programm des Reichsverbandes der deutſchen Induſtrie. Wie verlautet,
gelang es in einer Anzahl von Punkten Uebereinſtimmung zwiſchen den
Induſtrievertretern und dn Gewerkſchaftsführern zu erzielen.
Stillegung bes polniſch=deutſchen Naphthahandels infolge des
Zoll=
krieges. Infolge des Wirtſchaftskrieges mit Deutſchland verzeichnet die
Ausfuhr von Naphtha aus Polen einen ſtarken Rückgang. Während früher
Polen unter jenen Staaten, die an Deutſchland Naphthaprodukte
abſetz=
ten, an zweiter Stelle ſtand, ließ ſich ſchon im Oktober 1925 eine faſt
voll=
ſtändige Stillegung des Naphthaverkehrs zwiſchen beiden Staaten
konſta=
tieren, der anderen Staaten, insbeſondere Rumänien, Rußland und den
Vereinigten Staaten, ſehr zugute kommt, da ſie an die Stelle Polens
als Naphthalieferanten treten.
Konkursnachrichten aus dem
Oberlandes=
gerichtsbezirk Darmſtadt.
Worms: Frau Maria Beſand, GAuff. angeordnet. Butzbach:
Mar=
garete Skowranek, Af. 20. 4., Prft. 14. 5. Darmſtadt: Kfm. Karl Meyer
Witwe, Minna geb. Oeſterreicher, Af. 14. 4., Prft. N. 4. Gießen:
Gaſt=
wirt Ludwig Krieger 2., Wieſeck, Af. N. 3., Prft. u. GWV. 9. 4.
Hirſch=
horn: Badiſch=Heſſiſche Steinbruch= und Baumaterialien=Geſ. m. b. H.,
Af. 25. 3., Prft. 7. 4. Offenbach a. M.: Kfm. Otto Haack, Klein=
Stein=
heim, Af. 10. 4., Prſt. 5. 5.* Wöllſtein: Fa. Leiſter u. Jung, Af. 10. 4.,
Prft. u. GW. 16. 4. Offenbach a. M.: Lederwarenfabrik Karl Menkel,
GAufſ. angeordnet. Darmſtadt: Kfm. Heinrich Ludwig Kreiſel, Af. 22. 3.,
Prft. 19. 4. Darmſtadt: Georg Friedrich Knoll, Heſſiſches Druck= und
Verlagshaus, Traiſa, Af. 10. 4., GWV. 22. 4., Prft. noch nicht
anbe=
raumt. Friedberg: Weinhdlg. Anton Weyl, Käthe Weyl geb. Zwier,
Af. 12. 4., Prft. 21. 4. Butzbach: Kfm. Albert Katz, Münzenberg, Af.
20. 4., Prft. 14. 5. Bad=Nauheim: Kfm. Heinrich Schneider, Af. 31. 3.,
Prft. 7. 4. Darmſtadt: Fa. Robert Siegelmann G. m b. H., Af. 12. 4.,
Prft. 3. 5. Darmſtadt: Kfm. Otto Rauch, Af. 12. 4., Prft. 3. 5. Mainz:
Kfm. Carl Mayer, Frankfurt a. M., Af. 30. 3., Prft. 7. 4. Mainz;
Kfm. Iſidor Koch, Af. 30, 3., Prft. 7. 4.
Produkienberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 24. März. Infolge des
außer=
ordentlich knappen Angebots und infolge der gleichzeitig vorliegenden
höheren Auslandsforderungen konnte der Markt heute weiterhin etwas
anziehen. Weizen und Roggen erfuhren einen Aufſchlag von je 25 Pg.,
ebenſo Weizen= und Roggenmehl. Das Geſchäft war etwas lebhafter als
in den letzten Tagen, flaute aber ſpäter ſtark ab. Weizen 27, Roggen
17,75, Sommergerſte 21,50—24, Hafer, inl., 19,50—21,75, Mais 17,50 bis
18, Weizenmehl 40,25—40,75, Roggenmehl 26,50—26,75, Weizenkleie 9,40
bis 9,50, Roggenkleie 10,25.
Berliner Produktenbericht vom 24. März. Nach wie vor ſteht auch
heute das Berliner Produktengeſchäft wieder im Zeichen ſehr knappen
Angebotes. Die erſte Hand, die ſchon in den letzten Tagen ihre
Forderun=
gen ziemlich hoch hielt, iſt jetzt naturgemäß nach den anziehenden Preiſen
an den ausländiſchen Börſen weit weniger geneigt, nachgiebig zu werden
und Ware in den Markt zu bringen. Da andererſeits aber das Inland,
beſonders die Mühlen anhaltend lebhafte Nachfrage für Weizen und
Roggen bekunden, ſetzt ſich für dieſe Getreidearten bei Beginn des
amt=
lichen Mittagsverkehrs eine ſteigende Tendenz durch. Auch im
Liefe=
rungshandel ſtellen ſich nahe wie ſpätere Sichten durchweg um zwei Mark
höher. Mehl hat für Weizenmehl etwas lebhafteres Konſumgeſchäft
während Roggenmehl ſtill blieb. Gerſte und Hafer wenig verändert,
ſich aber im Preis der feſteren Entwicklung der übrigen Getreidearten
anſchließend. In Futtermitteln beſteht vereinzelt Frage.
Viehmärkte.
Berliner Viehmarkt vom 24. März. Der Auftrieb beſtand aus 1935
Rindern, darunter 553 Bullen, 350 Ochſen und 1032 Färſen und Kühe,
ferner aus 4695 Kälbern, 7989 Schafen, 12 218 Schw inen, 45 Ziegen und
525 Schweinen aus dem Ausland. Bezahlt wurde der Zentner
Lebend=
gewicht: Ochſen Klaſſe a) 50—54, b) 44—48, c) 38—52, d) 34—36; Bullen
a) 48—50, b) 44—47, c) 40—42; Küihe und Färſen a) 47—51, b) 40—44,
c) 32—36, d) 25—30, e) 20—23; Freſſer 34—40, Kälber a) —, b) 75—82
c) 60—73, d) 48—58, e) 38—45: Stallmaſtſchafe 50—53, b) 42—48, c) 30
bis 38; Schweine a) —, b) 79—80, c). 76—78, d) 73—76, e) 70—73:
Säne 70—75. Ziegen 20—25. Marktverlauf: Bei Rindern ziemlich
glatt, bei Kühen, Schafen ud Schweinen ruhig.
Fehlbetrag in der italieniſchen Handelsbilanz. Wie die Abendblätter
aus Nom melden, äußert die Agenzia di Roma ſchwere Beſorgnis über
die Tatſache, daß die Handelsbilanz in den erſten Monaten dieſes Jahres
mit einem Defizit von 17,17 Millionen Lire abſchließt, während der
Fehl=
betrag im ſelben Zeitraum des vergangenen Jahres nur 1408 Millionen
Lire betragen hat. Man könne noch nicht ſagen, welchen Einfluß der
deutſche und öſterreichiſche Boykott auf dieſes Defizit gehabt hat. Sicher
ſei jedoch, daß die italieniſche Ausfuhr üiberall auf Schwierigkeiten ſtoße
und daß Italien deshalb, um ſeine Handelsbilanz wieder auszugleichen,
die ausländiſche Einfuhr ſo viel als möglich beſchränken müſſe.
Jahresabſchluß des amerikaniſchen Stahltruſts. Nach dem
Jahres=
berichſt des Stahltruſts betrugen, die Bruttoverkäufe im Jahre 1925
928 150 000 Dollar gegen 842 969 000 Dollar im Vorjahre. Die Exporte
ſtellten ſich auf 81 080 000 Dollar gegen 79 718000 Dollar im Vorjahre.
Die Eiſenerzproduktion wird mit 9 996 000 Tonnen angegeben gegen
24 774 000 Tonnen im Vorjahre. An Kohlen wurden 31 475 000 Tonnen
gegen 27 738 000 Tonnen im Vorjahre produziert, an Roheifen 14 798000
Tonnen gegen 12 683 000 Tonnen im Vorjahre. Die Produktion an
Stahlingots betrug 18 898000 Tonnen gegen 18 478 000 Tonnen, an
Ze=
ment 15 722 000 Faß gegen 15 156 000 Faß im Vorjahre.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 24. März=
Weizen: Der Markt verkehrte in ſchwächerer Haltung auf ungünſtige
Witterungsberichte aus dem weſtlichen Winterweizenviertel und das
Nach=
laſſen der ausländiſchen Lokonachfrage. Die Termine verloren 1½—2 C.
Mais: Der Eröffnungsverkehr war ſchwach auf ungünſtige
Witte=
rungsberichte. Nach vorübergehender Erholung auf kleinere Zufuhren
und ſtärkeres Hervortreten der auswärtigen Nachfrage trat gegen Schluß
wieder eine Abſchwächung ein auf Liquidationen.
Hafer: Der Markt zeigte eine ziemlich ſtetige Haltung auf gebeſſerte
auswärtige Lokonachfrage.
Baumwolle: Günſtige Temperaturnachrichten und die Erſcheinung,
daß die Spinner nur wenige Termine kauften, verurſachten eine weitere
Abſchwächung. Die Termine gaben 10—12 Pkt. nach.
Kaffee: Der Markt zeigte ein ſchwächeres Ausſehen auf europäiſche
Verkäufe und niedrigere Braſilpreiſe. Die Termine gaben etwa 10 Pkt.
nach.
Zucker: Die Tendenz geſtaltete ſich heute ziemlich feſt auf die
Auf=
faſſung, daß die Kubgernte überſchätzt worden ſei, ſo daß die Baiſſiers
zu Deckungskäufen ſchritten. Die Termine ſchließen auf geſtriger Höhe.
Kakao: Angeregt durch die Feſtigkeit des Lokomarktes war die
Ten=
denz feſt. Die Termine zogen 5—10 Pkt. an.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Für das Geſchäftsjahr 1925 der A.=G. für Braugewerbe zu
Frank=
furk a. M. werden 4 Prozent Dividende auf das A.=K. von 500 000 Rm.
in Vorſchlag gebracht.
Donnerstag, den 25. März, abends 7 Uhr, findet in Frankfurr im
kleinen Saale des Zoologiſchen Gartens die diesjährige
General=
verſammlung der Frankfurter Genoſſenſchaftsbank ſtatt.
In der Aufſichtsratsſitzung der Bayeriſchen Vereinsbank Nürnberg
vom 23. März 1926 wurde beſchloſſen, der auf den 9. April 1926
an=
beraumten Generalverſammlung die Verteilung einer Dividende von
4 Prozent, wie im Vorjahre, vorzuſchlagen.
In der heutigen Sitzung des Aufſichtsrates der Bayeriſchen
Vereins=
bank wurde beſchloſſen, der für den 9. April einberufenen H.=V. für das
Geſchäftsjahr 1325 die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent auf
die Stammaktien und 6 Prozent auf die dividendenberechtigten Vorzugs
aktien vorzuſchlagen.
Nach Feſtſtellung des polniſchen Miniſteriums für Handel und
In=
duſtrie ſind zur Zeit in Polen 82 Banken tätig, zu denen noch 6 Filialen
ausländiſcher Banken hinzukommen. Gegenüber der Inflationszeit
be=
deutet dies eine Verminderung um 50 Prozent.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung 4: Am 15. März 1926 bei der
Frma: Heinrich Keller Sohn,
Darm=
ſtadt: Das Geſchäft ſamt Firia iſt an
Kaufmann Guſtav Mayer und Kaufmann
Richard Becker, beide in Wiesbaden, als
perſönlich haftende Geſellſchafter überge
gangen. Die offene Handelsgeſellſchaf
hat amr 1. J li 1925 begonnen. Die Pro.
kura des Otto Thiem und des Gerhard
Hickier iſt erloſchen: am 17. Mälz 192
bei der Firma: J. Bruchfeid,
Darm=
ſtadt: Ceſchäft ſamt Firma iſt auf die
Erben des Albert Feucht danger in
Darm=
ſtadt, nä lich Kaufmann Albert
Feucht=
wanger Witwe, Lina, geborene Bruch
feld, und deren Kinder 1. Kaufmann
Ar=
thur Feuchtwanger, 2. Elfe Feuchtwange
geboren am 18. Okrober 1910, während
ihrer Minderjährigkeit geſetzlich vertreten
durch ihre vorgenannte Mutter, alle in
Darmſtadt, übergegangen. Die Profura
von Lina Feuchtwanger iſt erloſchen: am
18. März 1926 beiden Firmen: 1. He
n=
rich Elbert, Darmſtadt: Der Geſell
ſcha ter Chemiker Dr. Hans Strecker in
München iſt geſtorben. Die Geſellſchaft
wird mit ſeiner Erbin, Chemiker Dr.
Hans Streckr Witwe, Cornelie
Maxi=
miliane, genannt Nelly, geborene
Aufer=
mann in München, fortgeſetzt; 2 Moritz
Löb, Daimſtadt: Ludwig Leopold,
Kauf=
mann in Darmſtadt, iſt als perfönlich
haftender Geſellſchafter in die Geſellſchaft
eingetriten. Geſellſchafter Oito Löb wohnt
jetzt in Darmſtadt. Neueintrag: Am
16. März 1926 die Firma: Paul
Melt=
zer, Darmſtadt. Inhaber: Paul Meltzer,
Jugenieur in Darmſtadt. — Abteilung B
Am 19. März 1926 bei den Firmen:
1. Gg. Ehrhardt & Söhne,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt: Die Geſellſchaft iſt durch
Geſellſchafterbeſchluß vom 7. März 1926
aufgelöſt. Kaufmann Willy Chriſtmann
in Darmſtadt iſt zum Liquidator
be=
ſtellt. 2. Heſſiſche Automobil=
Geſell=
ſchaft, Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt:
Die Geſellſchaft iſt nach § 16 der
Gold=
bilanzverordnung nichtig. Neueintrag:
Am 16. März 1826 die Firma:
Strick=
warenfabrik Valentin Schmidt &
Co., Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung. Sitz: Darmſtadt.
Gegen=
ſtand des Unternehmens: Die Herſtellun
und der Handel mit Wollwaren und
anderen einſchlägigen Erzeugniſſen,
ins=
beſondere Strick= u. Wirkwaren.
Stamm=
kap tal: 12000 Reichsmark. Geſchäfts
führer: Alfred Neuß, Rittmeiſter a. D.,
Valentin Schmidt, Kaufmann, und Elſe
Schmidt, alle in Darmſtadt. Der
Ge=
ſellſchaftsver rag iſt am 19. Januar 1926
feſtgeſtellt. Sind mehrere Geſchäftsführer
beſtellt, ſo ſind jeweil3 zwei derſelben
zuſammen oder ein Geſchäftsführer
zu=
fammen mit einem Prokuriſten
vertre=
tungsberechtigt. Solange Alfred Neuß,
Valentin Schmidt und Elſe Schmidt
Ge=
ſchäftsführer ſind, wird die Geſellſchaft
nur durch Alfred Neuß zuſammen mit
Valentin Schmidt oder Elſe Schmif
vertreien. Die Dauer der Geſellſchaft iſt
zunähſt auf drei Jahre feſtgeſetzt. Kommt
nicht ſechs Monate vor Ablauf eine
Ver=
ſtändigung unter den Geſellſchaftern über
die Foitführung der Geſellſchaft zuſtande,
ſo tritt die Geſellſchaft in Liquidation.
Die Geſellſchafter Alfred Neuß, Valentin
Schmidt und Elſe Schmidt, alle in Darm
ſtadt, bringen auf das Stammkapital in
die Geſellſchaft ein das Geſchäft mit Firma,
das ſie bereits ſeither auf den Namen
Strickwarenfabrik Valentin Schmidt &
Co. in Darmſtadt in offener
Handels=
geſellſchaft betrieben haben, mit
ſämt=
lichen Aktiven und Paſſiven laut Au)
ſtellung bei dem Geſellſchaftsvertrag.
Für dieſe Sacheinlagen werden als
Stammeinlage angerechnet dem
Geſell=
ſchafter Alfred Neuß 6000 Reichsmark
und den beiden anderen genannten
Ge=
ſellſchaftern je 3000 Reichsmark. Die
öffentlichen Bekanptmachungen der
Ge=
ſellſchaft erfolgen durch den Deutſchen
(446!
Reichsanzeiger.
Darmſtadt, den 20. März 1926.
Amtsgericht I.
Stammholz=Verfteigerung.
Montag, den 29. März 1fd. Js
vormittags 9 Uhr anfaugend, wer
den im Gundernhäuſer Gemeindewald
ve ſteigert:
23 St. Eichen=Stämme II.—Vl. Klaſſ
— 9,81 fm. 13 St. Buchen Stämme
III.—V. Klaſſe — 8,04 tm. 2
Hain=
buchen=Stämme — 0,75 tm. 5 Birken=
Stämme — 2,14 fm, 14 St. Erlen=
Stämme — 5,71 fm. 70 St. Eſchen=
Stämme IV.—VI. Klaſſe — 16,32 fm,
10 St. Kiefern=Srämme II. Klaſſe —
13.78 fm, 125 St. Kiefern=Stämme
III. Klaſſe — 96,34 fm, 71 St. Kiefern.
Stämme IV. Klaſſe — 37 fm. 17 St.
Eſchen=Derbſtangen — 0,88 fm, 3 rm
Erlen=Rundſcheiter.
Die Eſchen=Stämme kommen im An
fang der Verſteigerung zum Ausgebot.
Die Zuſammenkunft iſt an der
Vieh=
trieb in Abt. 5 am Eingang des Waldes.
Gundernhauſen, den 22. März 1926.
Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
(4458
Am Samstag, den 27. März 1926,
vormittags 10 Uhr, ſollen an Ort
und Stelle im Lokal
Pallaswieſen=
ſtraße 32 gepländete Gegenſtände aller
Art zwangsweiſe gegen Barzahlung
ver=
ſteigert werden, insbeſondere: (4502
1 Ladentheke. 127 Pinſel, 7.
Anlege=
bürſten, 91 Doſen Emaillierlack, 7 Doſ.
Möbellack, 4. Doſen Gartenmöbellack,
2 Doſen Modellack, 1 Schreibmaſchine,
1 Rollſchrank. 1 Schreibtiſch, 1 Schreib
maſchinentiſch, 100 kg Lack für Möbel,
1 Wanduhr, 1 Hängelampe, 1 Sofa,
2 Seſſel, 2 Stühle, 1 Chaiſelongue
mit Decke und Kiſſen, 3 Bilder, ein
Ständer mit Figur, 1 Lüſter, 1
Kla=
vier, 1 Büfett, 1 Kredenz, 1
Landſchafts=
bild, 1 Faß grüne Farbe, 1 Faß orange
Farbe, 1 Faß graugrüne Farbe, fün
große Bürſten.
Darmſtadt, den 25. März 1926.
Bender
Stellvertr, des Gerichtsvollziehers
Jungermann in Darmſtadt.
Die Verwendung des Gaſes im
Haushalt.
Vorträge mit praktiſchen
Vorführun=
gen über die Verwendung des Gaſes im
Haushalt insbeſondere bei der
Zube=
reitung von Fiſchgerichten, finden im
Reſtaurant Bürgerhof,
Eliſabethen=
ſtraße 2, ſtatt, und zwar:
Freitag, den 26. März 1926, um 6 Uhr
nachmittags,
Samstag, den 27. März 1926,
Montag, den 29. März 1926, und
Dienstag, den 30. März 1926,
um 3 Uhr nachm. und 8 Uhr abends.
Vortragende: Frau Dr. W. Jürgenſen,
dipl. Haushaltslehrerin.
Koſtproben werden verabfolgt.
Eintritt unentgeltlich!
Unſere Hausfrauen werden zu dem
Beſuch dieſer Vorführungen freundlichſt
eingeladen.
(st4511
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe
Stammholz=Berſteigerung.
Montag, den 29. März 1926,
vor=
mittags 9 Uhr anfangend, werden aus
dem Pfungſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klingsackertanne und zwar:
Abteilung 27:
12 Kiefern=Stämme II. Kl. — 13.,85 fm
168
III. „ — 146,28
82
II. „ — 48,12„
— 3,14
Abteilung 51:
16 Kiefern=Stämme II. Kl. — 20,58 fr
18
„ III. „ — 18,30
Abteilung 68:
10,5 rm Nutzſcheit — 1,75 m lang.
Abteitung 75:
34 Stück Derbſtangen, 5,6 m lang —2,76 fm
an Ort und Stelle verſteigert.
Sämt=
liches Holz iſt ſchönes Schnittholz aus
100—140 jährigem Beſtand, lagert nahe
der Chauſſee und ſehr gut abzufahren.
Vor=
herige Beſichtigung dürfte ſich em, fehlen.
Zuſammenkunft an d. Griesheimer Brücke
Es wird Zahlungsfriſt bis 1.
Novem=
ber 1926 und bei Barzahlung 5‟ Skonto
gewährt. Nähere Auskunft erteilt Förſter
Wiemer, Eberſtadt, Schloßſtraße 17.
Pfungſtadt, den 23. März 1926.
Heſſ Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
J. V.: Weigel.
(4498ds
Am Freitag, den 26. März 1926,
vormittags 10 Uhr, verſteigere ich im
Verſteigerungslokal Bleichſtraße 40
ge=
pfändeteGegenſtände all Art,insbeſondere:
1 Vervielfältigungsapparat, 1
Akten=
ſchrank, 8 Schreibmaſchinen, 1 Seſſel
1 Vertiko, 1 Sofa, 1 Piano, 1
Tru=
meauſpiegel, 1 Ausziehtiſch, 1 Diwan
Darmſtadt, den 25. März 1923.
Bender
Stellv,des Ger.=Vollz. Jungermann.
Darmſtadt, Bleichſtr. 53. (4303
PrigatsHandelsschufe
Oskan Bienken
Schulstrasse 3 Darmstadt Telephon 3249
Ein — zweijährige Handelskurse
mit Fremdsprachen für Schüler von 14-17Jahren
Der zweijährige Besuch befreit vollstän-
W dig von der Pficht-Fortbildungsschnle.
Kurse für Erwachsene (Dauer 6 Monate)
Beginn am 6. und 13. April
Einzeltfächer am 1. und 15. jeden Monats —
Teiſteigeraligsraeige.
Am Freitag, den 26. März 1926, nachm. 3 Uhr,
ver=
ſieigere ich in meinem Verſteigerungslokale, Hügelſtraße 27,
nachſtehende Gegenſtände öffentlich, zwangsweiſe, gegen
Barzahlung:
1 Lederſofa, 1 Kredenz, 1 Oelgemälde,
200 Brotkäſten, 1 Tafeiſervice, 1
Kaffee=
ſervice, 12000 Bogen Wertzeichenpapier.
Darmſtadt, den 25. März 1926.
(4497
Glaſer
Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Portner.
Kleine Anzeigen An und Verkäufe uſw.)
finden durch das Darmſtädter Tagblatt
die weiteſte Verbreitung
Anſprüche an den
Nachlaß des am 26. 1.
192:z Darmſtadt
ver=
ſtorbenen Guſtav von
Goebel ſind b. 15.April
1. J8. bei dem
Unter=
zeichneten geltend zu
machen. Bis zum
gleichen Tage ſind
Forderungend
Nach=
laßmaſſe z. begleichen,
Darmſtadt,24 3. 19 6.
Vilhelm Barth
Schloßgartenplatz 13:
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Karlſtr. 14, Laden.
Die Verſteigerung der ſtändigen
Markt=
ſtandplätze vom 8. ds. Mts. iſt genehmigt.
Die Ausweiskaiten für die genehmigten
und nachträglich aus der Hand
ver=
gebenen Plätze ſind gegen Zahlung des
Standgeldes für das 1. Ziel (April —
Mai 1926) vom 25. d8. Mts. ab bei dem
rädtiſchen Marktmeiſter (Stadthaus,
Rheinſtraße 16 18, Zimmer 26) in
(st.4494
Empfang zu nehmen.
Am Freitag, den 26. März 1926,
vormittags 11½, Uhr, ſollen an Ort
und Stelle eine gepfändete
ſtationäre Lokomobile, 25 P8.
zwangsweiſe gegen Barzahlung
ver=
ſteigert werden.
(4501
Zuſammenkunft der Steigliebhaber
am Güterbahnhof
Darmſtadt, den 25. März 1926.
Bender
Stellv. d. Ger.=Vollz. Jungermann
in Darmſtadt.
AmtlicheBekanntmachungen
aus Rheinheſſen
Berſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 26. März 1926, nachmitt.
2 Uhr, ſoll am Gemeindehauſe zu
Gonſen=
heim öffentlich, zwangsweiſe gegen bar
verſteigert werden:
1 Laſtautomobil „Adler”.
Mainz, den 22. März 1926.
Saintonges, Gerichtsvollzieher, Mainz,
Gartenfeldplatz 20.
D
Probetag in Mainz
der Wein=Verſteigeung
Weingut V. Hertz Wwe.
1921er, 1922er, 1923er, 1924 er
Oppen=
heimer und Dienheimer Weine
Donnerstag, den 25. März 1926, in
Ma nz, in der „Liedertafel”.
Handelserlaubnis iſt erforderlich.
Seite 14
Donnerstag, den 23. März 1920
Nummer 84
DResidenz-Theaterd
Heute letzter Tag!
Ein neuer großer Erfolg ist die Lustspielwoche
im R.-T. Uraufführung für Süddeutschland!
Palast-Lichtspiele
Unser neuer
HEMNV PORTEN in
„Rosen aus dem Süden”
erzielt den Gipfelpunkt köstlichen Humors.
Bezaubernd durch ihren Charm. Hinreißend durch
ihren entzückenden Humor. Ueberwältigend durch
ihre Kunst ist und bleibt Henny Porten der Liebling
des Kinopublikums.
(4491
Kein Sittenfilm und kein Aufklärungsfilm, sondern
ein ebenso, reizende, wie nachdenkliche Geschlchte
aus dem Leben einer kapriziösen Frau in 6 Akten-
„Im Beiprogramm: —
2 zwerchfellerschllternde Lustsplele:
Harry, Brounle und das Radlo
2 Akte mit Harry Sweet.
Bubl als Renntahrer
Eine ganz tolle Sache in 2 Akten.
Neueste Wochenschau — Modenschau
gZAZAL Das Mädelvom Varieté
In der Hauptrolle:
dleria Swanson
(4465
6 Akte aus dem Pariser Varietéleben
Ein Film von Frauenliebe in berauschend schönen Bildern.
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr
Anfang 3‟
Union-Theater
Henny Porten
Turn Hastautanl!
Inh.: Maria Kessler (28229
Darmstadt, Lauteschiägerstr. 4
Donnerstag, Freitag u. Samstag.
Bockbierfest
Im Ausschank: Rummelbock
Stimmungs-Musik
Konzer!
zum Beſten der Nothilfe der Lukasgemeinde
findet am
Freitag, den 26. März
abends 8½ Uhr (*8145
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 12, ſiatt
Vortrag über praktiſche
Heilkunde. 468
Dr. G. Reymann= Frankfurt ſprich
über
*
aus große Vollsbermogen
Samstag, den 27. März, abends8 Uhr
Phyſikſaal der Landesbaugewerkſchule
Neckarſir, 3. Lichtbilder, Eintritt frei
In der Städtiſchen Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße
Freitag, 26. März, 8½ Uhr abends
Oeffentlicher Vortrag von
Dr. Heidenreich, Frankfurt a. M.
„Der Tod von Pflanze, Tier, Menſch
und der Tod Chriſti.”
Sonntag, 28 März, 8 Uhr abends
Oeffentliche ku tiſche Predigt von
Dr. Heidenreich, Frankfurt a. M.
„Das Abendmahl als
Auferſtehungsfeier."
Karfreitag, 2. April, 8 Uhr abends
Oeffentliche kultiſche Predigt von
M. Heimeran, Frankfurt a. M.
„Das Kreuzeszeichen."
Bur Unkoſtendeckung freiwillige Beiträge
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von 0.50—1.00 ℳ erbeten.
Die Chriſtengemeinſchaft
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Leitung: Generalmusikdtrektor Rosenstock, Solisten: Rfa
Ginster, Frankfart (Sopran), Poldi Heyl, Darmstadt (Alt),
Hans Hoeffiin, Mainz( Tenor),Frof. De HansJoachim Moser,
Heidelberg (Baß, Christus), Peter Schäfer, Darmstadt (Baß),
Konzertmeister Drumm (Solovfoline), Dr. Friedrich Noack
(Cembalo). Begtan 7 Uhr Ende 9‟/, Uhr abends.
Offentliche Hauptprobe: Gründonnerstag 7 Uhr abends.
Preise: 1,50 bts 8 R.-M. (Sperrsitz 4,50 R.-M.), Hauptprobe:
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Donnerstag, 25. März
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Der Kreidekreis
Schauſpiel v. Klabund
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Klein. Haus. (V.451.
Der neue Ufa Film
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der Schöpfung”
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1. April z vm. (*8208
Aabierfimmen
ort
Arnold=Sohn
Zel,: 2457 u. 975.
Theaterzettel für Donnerstag, 25. März
(Ohne Gewähr)
„Der Kreidekreis”
Perſonen:
Tſchang=Haitang . . . . . Jeſſie Vihrog
Frau Tſchang, ihre Mutter Käthe Meißner
Tſchang=Ling, ihr Bruder, Hans Schultze
Tong, ein Kuppler HansBaumeiſter
Pao, ein Prinz . . . . Jogchim Büttner
Ma, ein Mandarin
Max Nemetz
Yü=Pei, ſeineGattin erſten
Ranges
.. Beſſie Hoffart
Tſchao, Sekretär beim Gericht. Hans Schalla
Tſchu=Tſchu, Oberrichter . K. Weſtermann
Eine Hebamme . . . . . Margar. Carlſen
Ein Kurter . . . . . . . Willy Krichbaum
Erſter Kuli ......"
Zweiter Kuli .....
Erſter Soldat . ....
Zweiter Soldat . . .."
Dritter Soldat . . .."
Vierter Soldat . . ..
Ein Poliziſt . . ....
Ein Wirt . . . ...
Ein Dichter . . . . . .
Ein Zeremonienmeiſter
Ein Blumenmädchen . .
Gerichtsperſonen,
Hugo Keßler
Walter Bluhm
Hans Ausfelder
Eduard Göbel
Facob Sattler
Friedrich Kinzler
Hans Ausfelder
Hugo Keßler
W. Mayenknecht
Frdr. Jachtmann
Annelies Roerig
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Kran- u. Förderanlag.
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TAOdle
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Henny Portens größte Glanzleistung.
macht alles
„ER
Lustspiel mit Harold Lloyd.
Einlage von 6 —8 Uhr:
Das Spielzeug von Paris
6 Akte aus dem Pariser Gesellschaftsleben.
In der Hauptrolle: Lily Damita- (*8198
Anfang 3‟/, Uhr
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Darmſtadt
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Anlage 6 von Donnerstag, den 25.
bis Sonntag, den 28. März.
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net an den Wochentagen von 10 bis
1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr, am
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tag von 10 bis 1 Uhr.
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Donnerstag, den 25. März 1926
Wesandra Zwanowna.
Der Roman einer ruſſiſchen Emigrantin.
Von Horſt Bodemer.
24)
(Nachdruck verboten)
„Weun ſie znorgen nicht komnt, fahren wir nach München
uud ſuchen ſie, Herr von Sankpiel! Ich begreife das gar nicht,
denn die gnädige Frau hat nur wenig Geid mitgenommen. Ich
weiß das, denn ich verwalte ihr kleines Vermögen!“
Der Schreck hätte beinahs Nicolai Anaſtaſiowitſch vom
Stihle geworfen. Er beherrſchte ſich nur mit Mühe,
„So?. Da werden Sie mir ſagen können, Herr Baron, wie
groß das iſt!“
„Aber natürlich!‟ Er ſchloß ein Fach des Schreibtiſches auf
und entnahm ihm ein Päckchen Bankabrechnungen. Erzählte
ſchnunzelnd, wo die immerhin bedeutende Suumne im Koffer
verſteckt geweſen war. „Ich habe keine Wertpapiere gekauft!
Bargeld trägt jetzt in Deutſchland hohe Zinſen! Nur einmal
hatte Ihre Frau Gemahlin Gelegenheit, eine größere Sunme
auszugeben! Sie war eine Woche mit mir in München. Ich
hörte dort Vorträge. Mein verehrter Herr Sankpiel, ich habe
meine Hände über das Geld halten müſſen, Ihre Frau Gemahlin
überfiel nämlich die Einkaufswut! . . . . Na, Sie werden den
Zuſtand ja wohl kennen!“
Es war gut, daß Nicolai Anaſtaſiowitſch eine Zigarette im
Mund hatte. Er kniff die Lippen zuſahnnen. Sein Herz klopfte
ganz toll gegen die Rippen. Wie kam ſein Täubchen zu dem
vielen Gelde? Wer konnte es ihr zur Verfügung geſtellt haben?
So waren die ruſſiſchen Flüchtlinge nicht geſtellt, daß ſie ſich
untereinander mit ſoſchen Summen aushelfen bonnten. Die
Leitung in Paris ſtöhnte ja imer über Mangel an Mitteln
War es Sündengeld? Bezahlung für . . . . . Ein grauer
Schleier legte ſich vor ſeine Augen. . . Hatte ſie ſich vielleicht
jetzt gerade wieder mit demjenigen getroffen, der ihr die Scheine
ausmehrerer Herren Länder in die Hand gedrückt? Gewiß war
es ſo! Was waren für Alexandra Iwanowna fünfhundert Mark?
Sie würde mit dem Kerl unter fremdem Namen in einem
Mün=
chener Hotel wohnen.
Nicolgi Anaſtaſiowitſch hatte ſich beherrſchen gelernt. Er
zmühte ſich, gelaſſen zu andvorten.
„Es iſt ja keine große Entfernung bis München! Hören wir
bis morgen nichts über meine Frau, werde ich ſie übermorgen in
München ſuchen! . . . Haben Sie vielen Dank, Herr Baron, daß
Sie ein ſo guter Sachverwalter geweſen ſind!“
Er verabſchiedete ſich. Verließ das Schloß, ging den
Berg=
hang hinauf in die Wälder. Wie ein Gehetzter lief er auf
Holz=
abfuhrwegen hin und her. Stöhnte. Nur zwei Worte kamen
immer wieder über ſeine Lippen.
„Alexandra Iwanowna! .. . Alexandra Iwanowna!”
Es lag ein Drohen in den beiden Worten.
In einem vornehmen Hotel ſtieg Peter Mirkowicz wit
Ale=
xandra Iwanowna in Wien ab. Er nahm drei Zimmer. Einen
Salon, zu deſſen beiden Seiten die Schlafräume lagen. Unter
fremdem Namen wohnten ſie dort als Ehepaar, wie er es auch in
m
München im Bahriſchen Hof getan hatte. Die Fährte mußte
gründlich verwiſcht werden. Und nun hieß es, ſchnell Zug um
Zug gezogen. Hielt er ſie erſt in Kroatien in ſeinen Fängen
ſollte ſie ſchnell gefügig werden.
„O, wie müde bin ich! Wie freue ich mich auf das Bett!”
„Erſt werden Sie an Herrlin ſchreiben! Sonſt ſind ſie in
Sorge um Sie!”
„Gewiß, das muß ſein! Bitte, helfen Sie mir bei dem Brief,
Peter Mirkowiez!”
Er hatte ihn ſich während der Eiſenbahnfahrt zurechtgelegt
„Ich werde Tinte, Feder und Papier herauf bringen laſſen!
Gehen wir nicht ins Schreibzimner. Es ſind imaer Leute da!‟
Er diktierte. Sie ſchrieb. Fand es wundervoll, was er ſagte.
Der Brief fiel reichlich überſchwenglich aus. Dank bis ans
Lebensende. Sie werde, ſo Gort und die lieben Heiligen es
woll=
ten, bald mit Nicolai Anaſtaſiowitſch nach Walduffeln zu Beſuch
kormmen. Geld und Gepäck ſelbſt abholen. Sie habe einen Weg
gefunden, auf dem ihr Mann ſicher aufs Rußland entiſchen
könne. Sie müſſe ihn endlich einmal wiederſehen, er ſolle auch
dem ſtrengen ruſſiſchen Winter entgehen. In dem ſich doch nicht
viel für die gute Sache tun laſſe. Wenn ſie längere Zeit nicht
ſchreibe, möge man ſich nicht beunruhigen oder ſie gar ſchelten,
aber ſie müſſe vorſichtig ſein. Wahrſcheinlich werde ſie bald nach
Bukareſt fahren. Die nötigen Gelder ſeien ihr zur Verfügung
geſtellt worden. Nicolai Anaſtaſiowitſch, der ſich in Gefahr
be=
fände, zu retten, ſei jetzt ihre nächſte Pflicht. Da hätten alle
Rück=
ſichten zu ſchweigen. Die lieben Herrlins ſollten für ihn beten,
wie ſie es tue für die guten Freunde in Bayern, vor allem für
den kleinen, herzigen Georg!“
„Peter Mirkowicz, ich erkenne es immer mehr, Sie haben
wirklich ein edles Herz.”
Er verbeugte ſich ſehr ernſt.
„Alexandra Iwanowpa, dieſe Worte tun mir ungemein
wohl! Und nun legen Sie ſich ſchlafen! Ich trage den Brief
ſelbſt zum Bahnhof, damit die guten Herrlins ihn möglichſt bald
haben, ihre Sorge um Sie benommen iſt!“
Er küßte ihr beide Hände und ging. Unterwegs riß er den
Brief in tauſend Fetzen, der Wind trug die Pavierſchnitzel davon.
Nun Alexandra Iwanowna völlig in Sicherheit gewiegt.
Es laufen in den Großſtädten viele dunkle Exiſtenzen herum.
Je mehr man ſich dem Balkan nähert, um ſo zahlreicher ſind ſie.
Peter Mirkowicz ging in ein Anskunftsbüro.
„Ich brauche einen Kerl, verſtehen Sie, einen Kerl, der lügen
kann wie gedruckt, ruſſiſch ſpricht und leidlich gekleidet iſt! Ich
zahle gut!“
Man lachte. Solche Leute gab es in Wien in Ummengen.
Ein großer Teil des Abſchaums des Oſtens hatte ſich dort
zu=
ſammengefunden.
„Wir können dienen!“
„Auch leidliche Umgangsformen muß er haben!“
Selbſtverſtändlich!“
Man verſtand hier, die Leute einzuſchätzen. Aus dieſem
Herrn ließ ſich Geld herausholen.
„Schaffen Sie einen ſolchen Kerl ſofort herbei! Ich habe
erſt hier mit ihm unter vier Augen zu reden!“
Es dauerte keine halbe Stunde, und Herr Jgnaz Boidl war
zur Stelle. Kaufmann war er vor dem Kriege in Kiew geweſen.
Oeſterreichiſcher Untertan. Direktor! Leider einer
Singſpiel=
halle! Hatte nebenbei auch noch andere Geſchäfte betrieben, wie
Seite 15
er ſagte. Welcher Art die geweſen waren, konnte ſich Peter
Mir=
kowicz denken. Knechtsſeele! Aber mit einiger geſellſchaftlicher
Tünche behaftet. Scharf auf’s Geld na ürlich! Sußlich, aber
ge=
riſſen. Man ſah es ihm an. Gekleidet immerhin, daß man ihn
Alexandra Iwanowna vorſtellen konnte.
„Sie haben nur tüchtig zu lügen und wir dann und wann
einen Brief nach Kroatien zu ſchreiben. Was drin ſtehen ſoll,
erfahren Sie immer von mir. Was koſtet das?"
Jgnaz Boidl nannte eine gepfefferte Summe. Peter
Mirko=
wicz erhob ſich.
„Sie ſind verrückt! Da gehe ich wo anders hin!”
„Wenn die Proviſionen der Auskunf eibeſitzer nicht ſo groß
wären.. .
„Reden wir mit dem Mann!“
Es ging ein Feilſchen los. Man wurde einig. Peter
Mir=
kowiez gab Jgnaz Boidl ſeine Anweiſungen.
„Um drei Uhr ſprechen Sie, ſorgſam gekleidet, im Hotel
vor!“
So, das war gemacht. Alexandra Iwanowna hinters Licht
zu führen, war doch kein Kunſtſtück. Er horchte an ihrer Tür, ſie
ſchlief. Er klopfte um zwölf an.
„Es tut mir leid, Sie ſtören zu müſſen, aber es iſt
Eſſens=
zeit! Und um drei kommt jemand, der gute Verbindung wit
Rußland hat!“
„Sofort mache ich mich fertig, Peter Mirkowicz — ſofort!”
Eine halbe Stunde ſpäter ſtand fie vor ihm.
„Einige Verhaltungsmaßregeln noch, Alexandra Jwanownal
Wir ſprachen franzöſiſch zuſamnen, als wir das Hotel betraten.
Alle unnötigen oder ungezogenen Vermu ungen ſollen vermieden
werden. Ich habe uns hier eingetragen als Baron de Mallére
und Frau aus Frankreich. Wir werden uns hier auch nicht
länger aufhalten, als unumgänglich nötig iſt. Wien wimmelt
nämlich von ruſſiſchen Spionen. Es ſind ganz geriſſene Leute
darunter. Bedenken Sie immer, es handelt ſich darum, Nicolgi
Apaſtaſiowitſch zu retten!“
Alexandra Iwanownas Augen ſchimmerten feucht.
„Ich vertraue Ihnen vollkommen, Peter Mirkowicz, und
werde folgſam ſein!“
„Sehr gut! Ich bin jetzt der „cher Antoine” und Sie die
„la bien aimée Marie!”
Sie lachten ſich an.
„Nein, wie ſind Sie umſichtig „cher Andoine!‟ Wenn ich
es nur nicht einmal vergeſſe!”
„Sie dürfen es nicht, „wa bien aimée Marte!” ſagte er mit
Nachdruck.
Punkt drei Uhr erſchien Jgnaz Boidl. Er wurde im Salon
empfangen. Vorher hatte Peter Mirkowicz Alexandra
Dwa=
nowna auseinandergeſetzt, was der für ein Mann ſei.
„Sehr zuverläſſig — aber recht teuer! Nun, das ſchadet
nichts. Es wird wahrlich keine Kleinigkeit ſein, Nicolai
Ana=
ſtaſiowitſch zu finden und herauszuholen. An Ihre Geduld
werden möglicherweiſe große Anforderungen geſtellt werden.
Aber es wird gelingen. Dieſer Jgnaz Poidl hat namhafte
Er=
folge gehabt, und wie ich beſtimmt weiß, nie Mißerfolge! Ich
habe alles ſeit langer Hand vorbereitet! Ich war es, der
unge=
duldig wurde, weil ich Sie nicht fand! Und nun bleiben Sie
kühl bis ans Herz hinan, ſonſt fordert dieſer Menſch Unſummen
von mir!“
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