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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit x perſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattei.
Nummer 80
Sonntag, den 21. März 1926.
189. Jahrgang
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ſtädter 8 Nationalbank.
Die Woche.
* Die Einſtellung der Parteien.
Die Deutſchnationalen verlangen Zurückziehung des
Au fnahmegeſuchs. — Ein Billigungspotum der
Regier=
ungsparteien. — Die Haltung der Sozialdemokraten.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Neichstag hat am Samstag ſein Arbeitspenſum nicht zu
Ende bringen können. Nachdem er zweimal wegen
Beſchluß=
unfähigkeit unterbrochen wurde, mußte der Präſident weitere
For=ierungsverſuche aufgeben und der Erledigung des Reſtes
des Wirtſchaſtsetats auf ſpäter vertagen. Da das Plenum
des Reichstages mit dem Reichspräſidenten am
Abend nach Köln zur Befreiungsfeier fuhr, war
die Tagungsmöglichkeit begrenzt. Am Montag ſoll nun erſt
eiumal die nußenpolitiſche Ausſprache vorgenommen
werden. Die Regierung hat ihre Vorbereitungen beendet. Sie
hat ſich am Samstag mit den Parteiführern der Oppoſition
aus=
geſprochen, dabei iſt es ihr allerdings nicht gelungen, den
Wider=
ſpruch der Deutſchnationalen zu überwinden. Immerhin ſcheinen
die Deutſchuationalen bereit zu ſein, ihre Kretik in ſehr
vorſich=
tiger Form zu halten, ganz anders, als ihr derzeitiger
Partei=
vorſitzender Winkler im Preußiſchen Landtag es getan hat.
Die Reichstagsfraktion der
Deutſchnatio=
nalen hat am Samstag während des Plenums getagt und ſich
damit begnügt, einen Antrag einzubringen, worin ſie die
Zu=
rückziehung unſeres Aufnahmegeſuches in den
Völkerbund fordert. Von einem Mißtrauensvotum
gegen die Regierung iſt vorderhand nicht die Rede und wird
auch kaum die Rede ſein, nicht etwa, weil ſich ſachlich die
Stel=
lung der Deutſchnationalen zu dem Genfer Ergebnis geändert
hätte. Ausſchlaggebend ſind für ſie innenpolitiſche Geſichtspunkte.
Sie werden ſich deshalb wahrſcheinlich damit begnügen, am
Mon=
tag eine ſachliche Kritik zu üben, die auch darauf hinausläuft, daß
neue Männer in die Regierung eintreten. Sie ſind aber — das
deutet vor allem die „Kreuzzeitung” an — bereit, wenn dieſer
Aufforderung Genüge geſchieht, poſitiv mitzuarbeiten Die
„Kreuzzeitung” verſucht eine Formulierung, wie ſich die
Deutſch=
nationalen eine neue Außenpolitik vorſtellen. Sie läuft auf den
Satz hinaus: wir verlangen nichts anderes als eine Haltung, die
Deutſchlai ds geographiſcher Lage Rechnung trägt, die die
ein=
zig richtige Balance zwiſchen den europäiſchen Gruppen innehält
in Anlehnung an Bismarckſche Staatskunſt.
Damit iſt nicht allzuviel anzufangen. Trotzdem wäre es
nütz=
lich, wenn die Deutſchnationalen verhüten wollten, daß der
Gra=
ben zwiſchen ihnen und den Regierungsparteien vertieft wird.
Die Regierungsparteien ſelbſt ſind dabei, ſich weniger
auf ein Billigungsvotum zu verſtändigen. Das iſt an ſich
weniger als ein Vertrauensvotum, im Einzelfall aber unter
Um=
ſtänden mehr, als es die Regierung zur gewünſchten
Rücken=
deckung gerade in dieſem Falle benötigt. Da auch die
Sozial=
demokraten die Billigungsformel annehmen, ſteht von vornherein
feſt, daß die Regierung am Montag eine große Mehrheit hinter
ſich haben wird, die freilich mehr formell als ſachlich fundiert iſt.
* Deutſchnationale Außenpolitik im preußiſchen
Landtag.
Im Preußiſchen Landtag kam es am Samstag zu einer
außenpolitiſchen Debatte, als der deutſchnationale Abgeordnete
Winkler im Namen ſeiner Fraktion eine Erklärung abgab, in
der er ſcharfe Kritik an der Außenpolitik übte. Es
heißt darin: Hätten wir eine Regierung in Preußen, die nicht
eine reine Parteiregierung iſt, dann dürften wir erwarten, daß
die preußiſche Regierung als Vertreterin des größten deutſchen
Landes in einer derartigen Kriſis ihren ganzen Einfluß im Reich
dahin ausüben würde, daß das Aufnahmegeſuch in den
Völkerbund ſo ſchnell wie möglich
zurückgezo=
gen wird. Dieſes Vertrauen haben wir zu dieſer Volksregierung
nicht. Damit begründet der deutſchnationale Redner ſeine
außen=
politiſchen Erklärungen. Er gibt damit ſelber zu, daß die
Außen=
bolitik nicht vor den Landtag gehört. Bringt jedoch auch in dieſer
Formulierung einen Mißtrauensantrag gegen die
breußiſche Regierung ein. Der Zentrumsredner
kriti=
ſierte die Aeußerungen Winklers und ſtellte feſt, daß ſie nicht
gerade im Intereſſe der deutſchen außenpolitiſchen Einheitsfront
liegen. Er lehnte die von Winkler geforderte Zurückziehung des
deutſchen Aufnahmegeſuches entſchieden ab. Nach ihm ſprach
Dr. Leidig von der Deutſchen Volkspartei, der zu der
Außen=
bolitik keine Stellung nahm und darauf hinwies, daß es nicht
angemeſſen ſei, die Genfer Politik der Reichsregierung zum
Gegenſtand einer Debatte im Landtag zu machen, ehe ſich nicht
der Reichstag geäußert habe und ehe man die Unterlagen und
ſonſtigen Materialien kenne. Auch der ſozialdemokratiſche und
demokratiſche Redner enthielten ſich jeder Kritik der deutſchen
Außenpolitik und billigten die Haltung des Miniſterpräſidenten
Braun, der in dieſen Tagen immer die nötige Zurückhaltung
geübt habe. Damit war es den Deutſchnationalen nicht gelungen,
eine große außenpolitiſche Debatte einzuleiten.
Die Oeutſche Volkspaxtei für Foriſetzung der
bisherigen Außenpolitik.
Berlin, 20. März.
Die Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei hielt am
Samstag nachmittag eine Fraitionsſitzung ab, in der
Reichs=
außenminiſter Dr. Streſemann über die Vorgänge in Genf
Be=
licht erſtattete. Die Ausſprache gab Uebereinſtimmung darin,
Laß die deutſche Außenpolitik in der bisherigen Richtung fort=
Beletzt werden müſſe. Beſondere Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt.
Parteiführerempfang beim Reichskanzler.
Heute vormittag 11 Uhr empfing der Reichskanzler und der
Reichsaußenminiſter in der Reichskanzlei die Führer der großen
Oppoſitionsparteien, und zwar für die Deutſchnationalen den
Grafen Weſtarp und für die Sozialdemokraten Hermann Müller
Drewitz für die Wirtſchaftliche Vereinigung empfangen.
Wie verlautet, ſoll in den heutigen Beſprechungen zwiſchen
dem Reichskanzler und den Regierungsparteien darauf
hingewie=
ſen worden ſein, daß das Fürſtenkompromiß noch vor
Oſtern von dem Rechtsausſchuß des Reichstages erledigt
wer=
den müſſe.
Die große politiſche Ausſprache im Reichstag.
Verlin, 20. März.
Ueber die näheren Dispoſirionen für die große politiſche
Ausſprache, die am Montag im Reichstag beginnt, erfährt die
Telegraphen=Union, daß die zweite Leſung des Haushaltes des
Auswärtigen und des Reichskanzlers, mit der die Anträge der
Deutſchnationalen, Völbiſchen und Kommuniſten auf
Zurück=
ziehung des Geſuches um Aufahme in den Völkerbund
verbun=
den werden, mit einer Rede des Reichskanzlers Dr. Luther
ein=
geleitet werden ſoll, in der er eine Darlegung der Vorgänge in
Genf geben wird. Als erſter Redner der Parteien wird dann
Abgeordneter Müller=Franken (Soz.) ſprechen. Es folgen dann
die Abgeordneten Graf Weſtarp (Deutſchnational), Kaas (
Zen=
trum), Frhr. v. Rheinbaben (D.Vp.) und Graf von Bernſtorff
(Demokrat). Vorautsſichtlich wird auch Reichsaußenminiſter Dr.
Streſemann ſchon am erſten Verhandlungstage in die
Erörte=
rungen eingreifen. Auch die Billigungsformel der
Regierungs=
parteien wird ſogleich mit zur Beratung geſtellt werden.
Die Billigungsformel der Regierungsparteien
Verlin, 20. März.
Wie in Kreiſen des Zentrums und der Demokraten verlautet,
werden die Regierungsparteien zur außenpolitiſchen Debatte in
der nächſten Woche ſtatt eines Vertrauensvotums einen
gemein=
ſamen Billigungsantrag einbringen, in dem auf die
gemeinſchaft=
liche Erklärung der Locarnomächte in Genf hingewieſen wird,
daß die bisherige Locarnopolitik fortgeſetzt werden ſoll. Die
Reichsregierung wird aufgefordert werden, in ihrem Beſtreben
fortzufahren, die in Locarno vereinbarten Rückwirkungen
aus=
zubauen.
Reichspräſidentenbeſuch im befreiten Gebiet.
Köln, 20. März.
Heut: abend hat der Reichspräſident die angekündigte Reiſe
nach hier angetreten. In ſeiner Begleitung befanden ſich von der
Reichsregierung der Reichsminiſter für die beſetzten Gebiete Dr.
Marx, der Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns, der
Reichs=
wirtſchaftsminiſter Dr. Curtius, ferner der bayeriſche
Mini=
ſterpräſident Dr. Held, der badiſche Staatspräſident Dr.
Trunk und der oldenburgiſche Miniſterpräſident v. Finkh,
ferner von der preußiſchen Regierung der preußiſche
Miniſter=
präſident Braun, der Innenminiſter Severing, der
Wohl=
fahrtsminiſter Hirtſiefer. Die Ankunft in Köln erſolgt
Sonntag vormittag.
Köln am Voriage der Befreiungsfeier.
Köln, 20. März.
Bereits heute, am Vortage der am Sonntag in Köln
begin=
nenden Befreiungsfeier, bietet die Stadt ein freudig bewegtes
Bild. Die Hauptſtraßen wogen in einem Meer von Rot=Weiß,
Schwarz Weiß, Schwarz=Rot=Gold und Schwarz=Weiß Rot. Auch
der Dom hat Flaggenſchmuck angelegt. Die Straßen ſind von
Scharen feſtlich geſtimmter Menſchen gefüllt. Auch ein ſtarker
Beſuch auswärtiger Gäſte macht ſich bemerkbar. Im Kölner
Hauptbahnhof ſind bereits die früheren Fürſtenzimmer
herge=
richtet worden, die morgen vormittag dem erſten Empfang des
Reichspräſidenten in Köln dienen ſollen. Das Reichsbanner hält
gleichzeitig mit der Befreiungsfeier und dem Beſuch des
Reichs=
präſidenten in Köln einen Republikanertag ab, zu dem große
Maſſen von auswärtigen Mitgliedern in Köln eingetroffen ſind.
Konflikt im Reichsbanner.
* Berlin, 20. März. (Priv.=Tel.)
Im Reichsbanner iſt ein ernſter Konflikt ausgebrochen und
zwar ſind die vor kurzer Zeit wegen Teilnahme an einer
Demon=
ſtration des Roten Frontkämpferbundes aus dem Reichsbanner
ausgeſchloſſenen Mitglieder beſtrebt, den linken Flügel des
Reichsbanners, der dem Roten Fronikämpferbund ſehr naheſteht,
zu dieſem herüber zu ziehen. Damit beginnt der Kampf zwiſchen
dem rechten und linken Flügel des Reichsbanners von neuem
und bedroht die ganze Organiſation in ihren Grundfeſten. An
den Berliner Anſchlagsſäulen waren am Samstag
Aufforderun=
gen an die linksgerichteten Kreiſe des Reichsbanners zu ſehen,
gegen die offizielle Leitung des Reichsbanners Stellung zu
neh=
men. Bereits in letzter Zeit haben ſich ſogar geſchloſſene große
Eruppen des Reichsbanners an Kundgebungen des Roten
Front=
kämpferbundes beteiligt und enge Fühlung zu dieſer
kommuniſti=
ſchen Organiſation gewonnen, was Unruhe und Uneinigkeit im
Reichsbanner hervorrief.
Als mit dem deutſchen Aufnahmegeſuch die Frage unſeres
Eintritts in den Völkerbund greifbarere Geſtalt annahm, wieſen
wir an dieſer Stelle darauf hin, daß der Eintritt des Deutſchen
Reiches in den Völkerbund den Verſuch bedeute, dieſen von
Berlin, 20. März. Wilſon gegründeten Zweckverband der „Sieger” umzugeſtalten
zu einem wirklichen Inſtrument des Friedens, und ſchon damals
warnten wir vor Illuſionen. Die Ereigniſſe in Genf haben
er=
wieſen, wie berechtigt jene Warnung war. An dem Widerſpruch
Braſiliens iſt die Aufnahme des Deutſchen Reiches angeblich
geſcheitert, ausgerechnet eines Staates, mit dem wir irgendwelche
und Wels. Später hat der Reichskanzler auch den Abgeordneten bedeutſamere Reibungsflächen überhaupt nicht haben und auf
abſehbare Zeit auch nicht haben werden. Es iſt wirklich ſchwer,
keine Satire zu ſchreiben. Konnte die ganze Inſtitution beſſer
2d absurdum geführt werden als durch dieſe ergebnisloſen
Gen=
fer zehn Tage? Ueber das rein Tatſächliche iſt mittlerweile ſchon
ſo ausführlich berichtet worden, daß ſich eine nochmalige
Dar=
ſtellung wohl erübrigt. Was aber weſentlich iſt und bleibt, ſind
die Hintergründe jener Genfer Tragikomödie und ihre
Folgen.
Die deutſche Außenpolitik arbeitet ſeit langem konſequent
an einer Befriedung Europas; konſequent und — da auch die
anderen mittlerweile erkannt hatten, daß der noch immer
an=
dauernde latente Kriegszuſtand ſchwerſte Gefahren auch für ſie
barg — auch nicht erfolglos. Der Vertrag von Locarno war ein
ſichtbarer Fortſchritt auf dieſem Wege. Der Eintritt des
Deut=
ſchen Reichs in den Völkerbund ſollte der zweite Schritt ſein,
ſollte dieſes Werk gewiſſermaßen krönen. Nach zehntägigen
Ver=
handlungen wurde das Deutſche Reich nicht in den Völkerbund
aufgenommen. Ein Mißerfolg der deutſchen Politik? Das iſt die
ſehr ernſte Frage, die wir uns zu beantworten haben. Es lag
nahe, daß diejenigen, welche ſchon immer den außenpolitiſchen
Kurs Dr. Streſemanns ablehnten, mit mehr oder weniger
ver=
hüllter Schadenfreude in der jetzigen Entwicklung der Dinge
einen ſchweren Mißerfolg der deutſchen Außenpolitik ſehen zu
können glaubten. Aber auch in breiten Kreiſen, die bisher ſtets
hinter der Außenpolitik Dr. Streſemanns geſtanden hatten, griff
beſonders im erſten Augenblick eine merkliche Enttäuſchung Platz,
eine Enttäuſchung, die ſicherlich nicht berechtigt war. Nicht wir
hatten uns ja zum Völkerbund gedrängt, ſondern bereits ſeit
langem war es die engliſche Politik, welche konſequent auf
einen Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund hinarbeitete, und
als dann im vergangenen Jahre die Idee des Sicherheitspaktes
greifbare Geſtalt annahm, waren es die Franzoſen, welche auf
einer Verknüpfung des abzuſchließenden Sicherheitspaktes mit
dem Völkerbund beſtanden. Nur zögernd hat man deutſcherſeits
dieſem Drängen nachgegeben. In einer feierlichen Kundgebung
haben die Kontrahenten von Locarno in dem Augenblick, als ſich
ein Ueberwinden der Genfer Schwierigkeiten als unmöglich
er=
wies, feſtgeſtellt, daß das Werk von Locarno durch dieſen
Miß=
erfolg in ſeinem Beſtand nicht gefährdet ſei. Eine deutſche
Nie=
derlage? Für den unvoreingenommenen Betrachter doch wohl
kaum, und gerade die Kreife, die gegen das Ergebnis von
Lo=
carno in erſter Linie deswegen Sturm liefen, weil ihrer
Auffaſ=
ſung nach nicht genügend Garantien gegen eine verhängnisvolle
Auslegung des Artikels 16 der Völkerbundsakte gegeben wären,
hätten am wenigſten Anlaß, eine Niederlage darin zu ſehen, daß
nunmehr das Werk von Locarno fortbeſteht, ohne daß
Deutſch=
land in den Völkerbund eintritt. Es kann jedenfalls keinem
Zweifel unterliegen, daß in London, Paris und auch — in Genf
erheblich mehr Anlaß zur Mißſtimmung über den Genfer
Aus=
gang vörliegt, als gerade in Berlin. Daß Braſilien nur
vor=
geſchobene Kuliſſe war, konnte natürlich keinen Augenblick
zweifel=
haft ſein. Daß es möglich war, eine ſolche Kuliſſe vorzuſchieben,
iſt einer der ſchweren Konſtruktionsfehler des Völkerbundes,
über die noch weiterhin zu reden ſein wird. Herr Briand iſt ein
taktiſches Genie, aber auch taktiſche Genies können ſich zu viel
zu=
muten, und das hat er getan in dem Augenblick, als er zu
Locarno, um polniſche Widerſtände zu brechen, gewiſſe
Zuſieche=
rungen gab, die ſich als unerfüllbar erwieſen, als jetzt der Wechſel
präfentiert wurde. Dabei iſt es nach Lage der Dinge müßig,
dar=
über zu ſtreiten, ob die polniſchen Zuſicherungen Briands damals
lediglich ein taktiſches Manöver (zur Beruhigung der Polen),
oder das Ergebnis weitſchauender politiſcher Erwägung waren.
Auch für einen guten Jongleur bleibt das Spiel mit vier oder
fünf Bällen ſchwierig. Herr Briand hat in Genf den Widerſtand
der deutſchen Delegation nicht zu brechen vermocht und iſt
da=
durch in eine ziemlich ſchwierige Lage gekommen. In eine noch
ſchwierigere aber ſein Freund Chamberlain, der geglaubt hatte,
franzöſiſche Unterſtützung in Angora mit Sekundantendienſten in
Genf bezahlen zu dürfen. Lord Chamberlain iſt diesmal nicht
lorbeerumkränzt nach London zurückgekehrt, und wenn man aus
der faſt einmütigen ſcharfen Stellungnahme nicht nur der
ge=
ſamten engliſchen Preſſe, ſondern auch der in den Dominions,
Rückſchlüſſe ziehen darf, ſo hat der engliſche Außenminiſter ſeine
Stellung nicht gerade befeſtigt. Entgegen der öffentlichen
Mei=
nung ſeines Landes und entgegen der Auffaſſung eines Teils
des engliſchen Kabinetts hat er ein gewagtes Spiel geſpielt —
und verloren. Trotzdem aber darf man wohl kaum mit ſeinem
alsbaldigen Sturz rechnen, da ein ſo brüskes Verfahren den
Gepflogenheiten der engliſchen Politik nicht entſpricht.
Der Sieger im Streit blieb diesmal Herr Muſſolini, dem
es unter gütiger Mitwirkung Braſiliens gelang, dem verhaßten
Völkerbund einen ſchweren Torpedotreffer beizubringen. Der
Diktator Italiens hat diesmal einen außenpolitiſchen Erfolg
davongetragen. Ob dieſer Erfolg im wirklichen Intereſſe
Ita=
liens liegt, muß erſt die Zukunft lehren. Auch auf dem Gebiet
der Außenpolitik iſt es meiſt nicht zweckmäßig, wenn man ſich
zwiſchen ſämtliche vorhandenen Stühle ſetzt.
Das Genfer Intermezzo iſt beendet. Der Leidtragende iſt
der Völkerbund, und während Herr Mello Franco frohbeſvegt
nach Braſilien abdampfen kann, bleibt für Europa „der
Erden=
reſt, zu tragen peinlich”. Mit bemerkenswerter Schärfe hat ſich
Herr Houghton, Amerikas Botſchafter in London, ſeiner
Regie=
rung gegenüber geäußert. Der Völkerbund, weit davon entfernt,
ein wirklich internationales Werkzeug für die Organiſation des
Friedens zu werden, ſei auf dem Weg zu einer Wiederbelebung
der „heiligen Allianz” von 1815, ohne jedoch die Hoffnung auf
Sonntag, den 21. März 1926
Nummer 80
Seite 2
Gewährleiſtung einer 40jährigen Ruhe in Europa zu bieteh.
Augenblicklich ſei Frankreich der Führer, dem
ge=
wiſſe Trabantenſtaaten Vorſchub leiſten, während die britiſche
Regierung widerſtrebend mitgezogen werde, weil das
Zuſam=
menwirken mit Frankreich im Nahen Oſten und anderswo
wünſchenswert ſei. Man darf annehmen, daß dieſe Worte dem
franzöſiſchen Finanzminiſter, der demnächſt die Verhandlungen
mit den Vereinigten Staaten über die Regelung der franzöſiſchen
Schulden wieder aufnehmen muß, nicht gerade lieblich in den
Ohren geklungen haben.
Auf die Einladung der Völkerbundsmächte iſt die deutſche
Delegation nach Genf gekommen, und es war wohl richtig, daß
ſie zehn volle Tage bis zum bitteren Ende blieb, nachdem der
einzige pſychologiſche Moment für eine Abreife (der erſte
Sonn=
tag, an dem Briand nach vierſtündigen ergebnisloſen
Verhand=
lungen nach Paris zurückreiſte) verpaßt war. Eine Abreiſe in
einem ſpäteren Stadium der Verhandlungen hätte nur dazu
führen können, daß man der deutſchen Delegation die Schuld für
das Scheitern der Verhandlungen in die Schuhe ſchob. Einmal
haben wir zehn Tage in Genf gewartet, ein zweites Mal wird
das nicht der Fall ſein, und es wird gut ſein, wenn man die
anderen darüber nicht im Zweifel läßt, daß wir es mit unſerem
Eintritt in den Völkerbund wahrlich nicht eilig haben. Wer das
Ergebnis von Locarno nüchtern gewertet hat, wer in ihm nur
einen, allerdings wichtigen, Schritt auf dem Wege geſehen hat, kann
über den Genfer Mißerfolg nicht enttäuſcht ſein. Eine bedauerliche
Tatſache aber bleibt es, daß durch das Bekanntwerden des
fran=
zöſiſchen Doppelſpiels der Glaube an den „Geiſt von Locarno”
d. h. die Hoffnung auf eine Verſtändigung der europäiſchen
Völ=
ker, einen argen Stoß erhalten hat. Und wenn in jenem
Com=
munigné der Locarno=Mächte feſtgeſtellt wird, „daß das
Frie=
denswerk, das ſie in Locarno verwirklichten und das in ſeinem
ganzen Wert und ſeiner ganzen Kraft beſtehen bleibt, dadurch
nicht berührt wird”, und wenn weiter feſtgeſtellt wird, „daß ſie
daran heute wie geſtern feſthalten und feſt entſchloſſen ſind, ſich
gemeinſam dafür einzuſetzen, es aufrecht zu erhalten und
fort=
zuentwickeln”, ſo wird es Sache der Franzoſen und Engländer
ſein, nunmehr dieſen Willen alsbald durch die Tat zu be=
A.
weiſen.
Ausnahmezuſtand in Peking.
Neue Oemonſtrationen chineſiſcher Studenten
mit tödlichem Ausgang.
Peking, 20. März.
Die mehrere hundert Mann ſtarke Gruppe Studenten, die
vorgeſtern vor dem Auswärtigen Amt demonſtrierte, nahm ihre
Demonſtration geſtern morgen wieder auf. Die Demonſtration
ſollte den Miniſterpräſidenten zwingen, die ausländiſchen Geſandten
zum Rücktritt zu veranlaſſen. Kurz nach 1 Uhr ſuchten die
Stu=
denten Eintritt in das Auswärtige Amt zu erlangen. Sie
wur=
den jedoch durch Truppen am Eintritt verhindert. Als die
De=
monſtranten den Truppen gegenüber eine bedrohliche Haltung
einnahmen, wurde eine blinde Salve abgefeuert. Es entſtand
hierdurch eine große Verwirrung, bei der der Verſuch gemacht
wurde, die Truppen zu entwaffnen. Der Höhepunkt wurde
er=
reicht, als einer der Demonſtranten eine Piſtole abfeuerte und
einen Soldaten verwundete. Hierauf wurde von den Truppen
eine ſcharfe Salve in die Menge gefeuert, die ſich ſodann
zer=
ſtreute. Von den in ein ausländiſches Hoſpital gebrachten
Ver=
wundeten ſtarben drei, während 20 nach Anlegung von
Notver=
bänden entlaſſen werden konnten.
*
In Peking iſt der Ausnahmezuſtand verhängt worden. Die
Regierung befiehlt die Verhaftung der kommuniſtiſchen
Rädels=
führer und Univerſitätsprofeſſoren. Viele ſind geflohen. Die
Zeitungen ſind unter Zenſur geſtellt. In der Stadt herrſcht
gugenblicklich Ruhe. Die Truppen ſind zuverläſſig.
Rücktritt des chineſiſchen Kabinetts.
Peking, 20. März.
Das chineſiſche Kabinett hat auf Grund eines Telegramms
Fengs, in dem er den Miniſtern Vorwürfe wegen des kürzlichen
Zwiſchenfalls machte, bei dem eine Anzahl Studenten getötet
wurden, beſchloſſen, zu demiſſionieren. Das Demiſſionsſchreiben
wurde ſofort dem Chef der Exekutive überreicht.
Intrigen und Betrachtungen.
Die Individualität des Künftlers. — Kunſtpolitik. — Aus
Corinths Königsberger Akademiezeit.
In ſeiner Selbſtbiographie ſchildert Corinth nicht nur
die Daten ſeines Lebens, er gibt nicht allein eine
Beſchrei=
bung ſeines Werdeganges als Künſtler, ſondern — und
das macht ſeine Aufzeichnungen beſonders wertvoll — er
knüpft an die äußeren Ereigniſſe Betrachtungen über die
wichtigſten Fragen, die in ſeinem Leben für die
Entwick=
lung ſeiner Kunſt und ſeines Charakters bedeutungsvoll
wurden. Dadurch wird ſein Tagebuch zum
Bekenntnis=
buich. Wir ſind heute in der Lage, unſeren Leſern eine
Probe aus der in dieſen Tagen im Verlag von S. Hirzel
in Leipzig erſcheinenden Selbſtbiographie zu bringen. Ueber
zwanzig, bisher meiſt unbekannte Selbſtporträts aus allen
Lebensaltern des Künſtlers bilden zu dem Text dieſes
„durch Worte geſchaffenen Selbſtporträts” eine wertvolle
Ergänzung.
Je größer die Individualität eines Künſtlers iſt, deſto
größe=
rem Mißverſtändnis iſt er von ſeiten des Publikums ausgeſetzt.
Der Kamdf ums Daſein zwingt den Künſtler, ſein Beſtes zu
bringen, und ſo iſt der Wettlauf auf das Aeußerſte angeſpannt.
Um ihn herum mögen ſeine Kollegen, ſelbſt ſeine Freunde
hin=
ſinken, wenn er nur als Stärkſter obſiegt. Solange bei dieſem
Kampfe nur die Stärke des Siegers ausſchlaggebend wird, wird
niemand zu bedauern ſein, denn es iſt das Schickſal des
Schwä=
cheren, dem Starken zu unterliegen. Aber die Konkurrenz braucht
leider oft gewundene Wege: Neid und Mißgunft werden mit allen
Mittelchen angewendet, um den Gegner rückſichtslos zu Fall zu
ringen. Es iſt bekannt, daß unter den Künſtlern aller Syſteme die
größten Machenſchaften im Schwange ſind und die größten
In=
tigen geſponnen werden. Dieſes Strebertum wird von der Welt
ſtreng verurteilt — verurteilt, wenn der Ränkeſüchtige ſich
ver=
ſpekuliert hat. Dagegen wird es bewundert, wenn er im Kampfe
Sieger bleibt und ſeine Gegner überwunden hat.
„Enthältet Euch aller Kunſtpolitik!” ruft man uns zu. Wer
aber im Leben ehrgeizig iſt und eine Rolle ſpielen will: — Halt!
Da liegt bereits der Haſe im Pfeffer. Wer hat dir als
ſtreb=
ſamem Künſtler geraten, eine Rolle ſpielen zu wollen? Mit aller
Kraft ringe nach dem Höchſten, meinetwegen drücke deine
Neben=
hühler rückſichtslos kraft deiner größeren Stärke an die Wand,
daß ſie nicht mehr jappen können, aber niemals um kleinliche
Eitelkeiten, wie du ſagſt, zum Beiſpiel „eine Rolle ſpielen
wol=
len”, damit du unter hohlen Affen der größte Afſerich wirſt.
Vom Tage.
Am kommenden Dienstag werden Führer der Wirtſchaft mit
führenden Vertretern der Gewerkſchaften eine Beſprechung
über die gegenwärtig ſchwebenden
Wirtſchafts=
probleme abhalten.
Geſtern ſtarb in Kopenhagen die Königinmutter
Luiſe eine geborene Prinzeſſin von Schweden und Norwegen, im
Alter von 75 Jahren.
Die Reparationskommiſſion hat den franzöſiſchen
Dele=
gierten Lonis Barthou zum Präſidenten und den italieniſchen
Delegierten Marquis Salvago Raggi zum Vizepräſidenten gewählt.
In einer Rede ſchlug der britiſche Kolonialſekretär Amery geſtern
vor, die ſüd= und mittelamerikaniſchen Staaten ſollten
doch einen eigenen Völkerbund gründen, der den großen
Bund in ſeiner Verantwortlichkeit nur ſtärken könnte.
In engliſchen Völkerbundskreiſen iſt die
Nach=
richt über den Eintritt Deutſchlands in die
Völker=
bundskommiſſion, die über die Erweiterung des
Völkerbunds=
rates berichten ſoll, mit großer Genugtuung begrüßt worden.
Der britiſche Botſchafter in Konſtantinopel, Sir Lindſay wurde
vom König in Audienz empfangen. Seine Ernennung zum
Bot=
ſchafter in Berlin als Nachfolger des zurücktretenden
Lord d’Abernon ſoll nur noch der formellen Regelung bedürfen.
Der griechiſche Außenminiſter Rufos, der bereits mit
Muſſolini in Rom und mit Grandi in Genf konferiert hat und
gegen=
wärtig auf der Fahrt von Paris nach London begriffen iſt, wird auf
der Rückreiſe nach Griechenland wieder in Rom Halt machen und
mit Muſſolini eine Beſprechung haben.
Nach Meldungen aus Konſtantinopel haben die türkiſch=
grie=
chiſchen Beziehungen eine neue Verſchärfung
er=
fahren.
Nach einem Telegramm der Britiſh United Preß aus Peking ſoll
Feng ſein Hauptquartier verlaſſen haben, um ſich mit einer Karchwane
von 27 Automobilen nach Rußland zu begeben.
der neue Präſident der Saarregierungskommiſſion.
EP. Paris, 20. März.
Der neue Präſident der Saarregierungskommiſſion, der an
die Stelle von Rault tritt, der Major George Waſhington
Ste=
phens, gehört ſeit Oktober 1923 der Saarkommiſſion an. Er
iſt infolge Rücktritts des früheren kanadiſchen Delegierten Waugh
in die Kommiſſion eingetreten. Stephens iſt engliſcher Kanadier
aus Montreal. Seine Familie ſtammt aus den Vereinigten
Staaten. Er gehört der Liberalen Partei an.
Für und gegen Chamberlain.
EP. London, 20. März.
In engliſchen offiziellen Kreiſen werden die in der liberalen
und Arbeiterpartei verbreiteten Gerüchte, daß Chamberlain
zu=
rückzutreten beabſichtige, als unſinnig bezeichnet. Schon der
Um=
ſtand, daß alle in London weilenben Miniſter ſich zum Empfang
Chamberlains auf dem Bahnhof eingeſunden hatten, beweiſe, daß
er nach wie vor das volle Vertrauen des Kabinetts beſitze.
Die Oppoſitionsparteien werfen Chamberlain weiter vor,
daß er der Haupiverantwortliche des Genfer Fehlſchlazes ſei,
und beſchuldigten ihn, er habe den franzöſiſchen und italieniſchen
Forderungen zu ſchnell nachgegeben. Die offiziellen engliſchen
Kreiſe antworteten darauf, daß Großbritannien, ſo mächtig es
auch ſein möge, nicht in der Lage ſei, dem Völkerbund ſeinen
Willen zu diktieren. Man müſſe die Oppoſition berückſichtigen
und, wenn überhaupt jemand, für den Fehlſchlas in Genf zu
tadeln ſei, ſo ſeien dies ſicher andere Länder als Großbritannien.
Chamberlain hat beſchloſſen, am Donnerstag der Einladung
des Lordmayors von London zur Verleihung des
Ehrenbürger=
rechtes zu folgen, das ihm der Londoner Gemeinderat als
An=
erkennung für ſeine Verdienſte in Locarno zu verleihen
beab=
ſichtigt. Er iſt im Verlaufe des Wochenendes mit Baldwin
zu=
ſemmengetroffen, um mit ihm vor der am Montag ſtattfindenden
Kabinettratsſitzung und der Unterhausdebatte am Dienstag
Fühlung zu nehmen.
Griechiſch=jürkiſche Spannung.
EP. London, 20. März.
Nach einer Meldung aus Konſtantinopel iſt zwiſchen
Griechen=
land und der Türkei eine plötzliche Spannung im Zuſammenhang
mit der Anordnung der türkiſchen Regierung, die Beſchlagnahme
des griechiſchen Eigentums in Konſlantinopel vorzubereiten,
aufgetreten. Der Korreſpondent der „Britiſh United Preß” in
Konſtantinopel meldet, daß man in gewiſſen Kreiſen mit der
Möglichkeit von Feindſeligkeiten zwiſchen Griechenland und der
Türkei rechne, falls dieſe Anordnung ausgeführt werde.
In dieſer Rubrik, welche ich als Streberei bezeichne, gibt es
auch noch eine Spielart, welche ich mit Leiſetreter bezeichnen
möchte. Sie trüben kein Wäſſerchen und ſcheinheilig liſpeln ſie,
daß ſie um nichts in der Welt jemand wehe tun möchten.
Iſt es die Wahrheit dieſer Blutleeren, ſo ſind ſie keine
Künſt=
ler, denn bei dieſen herrſcht Temperament und impulſive
Leiden=
ſchaft vor. Iſt es aber Lüge, ſo iſt ſie die allerniedrigſte
Strebe=
rei, auf das Aeußerſte talentlos und in jeder Beziehung
unkünſt=
leriſch. Wenn dieſer Menſch aber talentlos und unkünſtleriſch
iſt, kann er doch niemals unter Künſtlern vorwärts kommen?,
ſagſt du kopfſchüttelnd. Dennoch iſt es ſo. In den höchſten
Stellen ſind dieſe Impotenten zu finden, und ſpielen eine deſto
größere Rolle, je talentloſer ſie ſind. Es ſoll weiter nichts
be=
deuten, als daß ich in diefer Schrift meine Erfahrungen zum
beſten geben will, und da man nicht viel bedeutet, ſo iſt das
Intrigenſpiel, was ich beobachten konnte, auch nicht bedeutend.
Die größten und berühmteſten Künſtler haben das
Intrigen=
ſpiel allereifrigſt bezrieben. Man möge nur bei Vaſari nachleſen
oder im Benvenuto Cellini. Am berühmteſten ſind wohl die
Ränke, welche Bramante und Raffael gegen Michelangelo in
Szene ſetzten; es handelte ſich dabei um nichts Geringeres, als
die Malereien Michelangelos in der Sirtiniſchen Kapelle zu
ver=
eiteln. Vielfach ſind gerade unter den Künſtlern der Renaiſſance
das Gegeneinander und Füreinander ſehr im Schwange. Ich will
aber aus meiner Jugendzeit anfangen und ſchildern, was ich alles
beobachtet und was ich alles erlebt habe. Ich hatte zufällig in
der kleinen Akademie zu Königsberg genügend Gelegenheit, den
Kampf ums Daſein bei den Lehrern untereinander zu erleben.
Unter den Lehrern war einer, welcher Otto Günther hieß.
Er war zu der Zeit berufen worden, als ich ebenfalls meinen
Furſus in der Akademie antrat. Der ehemalige Direktor
Roſen=
felder brauchte einen Nachfolger. So munkelte man, daß er an
Stelle des verſtorbenen Direktors kommen ſollte. Deshalb hatte
ſeine Stellung ſchon von vornherein einen Riß, weil ſchon genug
Geſchicklichkeit dazu gehörte, dieſen Argwohn zu zerſtreuen.
Hey=
deck, der Schwiegerſohn des Direktors Roſenfelder, hielt ſich
ledig=
lich ſchon aus dieſem Grunde zu ſeinem Nachfolger berufen. Da
er bereits die Malſchule als Lehrer an ſich gebracht hatte, mußte
er ihm jetzt die Korrektur der Modellklaſſe räumen. Das machte
ſchon böſes Blut, und bei der oſtpreußiſchen Dickköpfigkeit und
dem nationalen Charakter des Nachtragens war ein Gegner, wie
Heydeck es war, abſolut nicht zu unterſchätzen. Er wartete ruhig
ab, bis die Stellung des Neulings auch bei anderen Kollegen
ins Wanken kam. Einſtweilen war gerade er dem jetzigen
ſtell=
vertretenden Direktor Mar Schmidt, welcher ebenfalls wie
Pro=
feſſor Otto Günther aus Weimar gekommen war, eitel Liebe und
* Britiſche Gloſſen zu Genf.
Von unſerem Korreſpondenten.
C.NI. P. London, 20. März.
Die Auffaſſung in London über den Genfer Zuſammenbruch
geht in manchen Beziehungen auseinander, aber in einem Punkt
treffen ſie zuſammen: in dem aufrichtigen Bedauern, daß der
Haupiprogrammpunkt, der Eintritt Deutſchlands in den
Völker=
bund und Rat, nicht zur Verwirllichung gekommen iſt: Es wird
immer wieder die Anſicht vertreten, daß es ſich für England um
die Erfüllung einer Ehrenpflicht gehandelt habe, und daß man
nicht vermochte, dieſe einzulöſen. Eine nicht nur im geheiligten
Bannkreiſe der politiſchen Klubs, ſondern auch „im Hauſe”
be=
fannze Perſönlichleit äußerte geſtern in einer Privatunterredung=
„Ich möchte Ihnen ſagen, was mich und meine Freunde
beſon=
ders empfindlich berührt. Es handelt ſich neben der Verletzung
der bona fides noch um einen zweiten Ehrenpunkt, Deutſchland
war von uns eingeladen worden, um ein ihm gebührendes
Vor=
recht in Empfang zu nehmen. Es war alſo unſer Gaſt, dem
gegenüber wir alle Pflichlen der Gaſülichleit auszuüben hatten.
Die Sachlage war ungefähr dieſelbe, wie wenn wir einen Herren,
der in unferem Klub verkehrt, und den wir hochſchätzen, einladen,
ſich zur Aufnahme einzufinden, und wenn dann in elfter Stunde
im Ballot eine ſchwarze Kugel fällt. So haben wir jetzt das
Bewußtſein, daß wir einen Gaſt, deſſen Wahl wir nur noch als
eine Formalität betrachteten, nicht zu ſchützen vermocht haben,
Und das wurmt uns, wurmt uns am meiſten. Was nun
werden ſoll? Je nun, Eines jedenfalls nicht, von
dem ſchon ſo viel gefgbelt worden iſt: ein Rücktritt
Cham=
berkains. Dazu iſt die Stellung des Kabinetts doch zu ſtark,
und wir haben ſchon bei der letzten Debatte vor der Abreiſe des
Sir Auſten geſehen, daß es für unſere Parteimitglieder etwas
Anderes iſt, ſich einer Deputation anzuſchließen, als nachher im
Hauſe der Oppoſition gegenüber die Fahne der Partei zu
ver=
laſſen. Im Uebrigen kann es jetzt nur heißen, die Zeit bis zum
September energiſch auszunützen. Man weiſt jetzt zwar darauf
hin, daß Deutſchland für eine ſichere Chance bis zum Frühjahr
warten müſſe, denn bis dahin habe Braſilien die Möglichleit, ſeim
Veto einzulegen und werde ſicher bei ſeiner — gelinde geſagt —
Halsſtarrigkeit beharren. Das wollen wir doch erſt einmal ſehen.
Es geht wicht an, daß ein Braſilien den Bund der Völker
lahm=
tegen und den Wiederaufbau Europas in Gefahr bringen darf.
In dieſen Trauertagen haben wohl alle Teilnehmer Vieles
ge=
lernt. Aus dem Zuſammenbruch iſt wenigſtens ein feſter, erſt
neu geſchaffener Kern gerettet worden, um den herum ein
Wie=
deraufbau oder ein Umbau ſicher ausgeführt werden kann, und
dieſer Kern iſt die gemeinſchaftlich unterzeichnete Schlußerklärung
der Großmächte. Es iſt falſch, in dieſem Dokument eine
nichts=
ſagende Phraſen=Zuſammenſtellung erblicken zu wollen. Wir
faſſen das anders auf. In ihm ſind zum erſten Mole die feſten,
von keinem Argſvohn gegeneinander mehr getrübten
Willens=
meinungen der „Großen Drei” niedergelegt: Britannien,
Deutfch=
lands und Frankreichs. Es müßte ſeltſam zugehen, wenn dieſer
feſte Wille nicht ausreichen ſollte, die anderen Mächte wieder zur
ranküne=freier Arbeit zuſammen zu ſcharen und jeden lähmenden
Widerſtand auszuſchalten.”
Der „Diplomatiſche Korreſpondent” des „Daily Telegraph”
kommt darauf zu ſprechen, daß von verſchiedenen Seiten Italien
oſſen angeſchuldigt wird, Braſilien zu ſeinem halsſtarrigen
Widerſtande angeſpornt zu haben. Italien könne erwidern,
Bra=
ſilien habe in der letzten Zeit der italieniſchen Einſpanderung
recht unangenehme Hinderniſſe in den Weg gelegt. Andererſeits
könne man aber ſagen, daß Italien gerade durch ſeine
Unter=
ſtüitzung der Haltung Braſiliens in Genf auf die Aufhebung der
läſtigen Einwanderungsbeſchränfungen habe hiwwirken” wollen,
Daß Muſſolini ein ſolches Geſchäft nicht von der Hand weiſen
würde, iſt vielleicht anzunehmen Ein wie großer, weitſichtiger
Handelsmann er iſt, das hat er auf dem Ballan und anderswo
gezeigt. Der Korreſpondent hätte aber noch eine andere Tatſache
in Rechnung ſtellen ſollen, die, daß es in Braſilien eine ſehr große
und einflußreiche italieniſche Kolonie gibt, und daß Braſilien
das Land der Konnektionen iſt, die bis zu dem Präſidenten mit
dem italieniſchen oder braſilianiſch=deutſchen Namen reichen. Ein
jicht mißzuverſtehendes Mißtrauensvotum hat ja der Herr
Prä=
ſident durch den Delegierten von Paraguay im Namen der zehn
lateiniſch=amerikaniſchen Delegationen erhalten. Man kann ſich
ſchon einen billigen Ruf verſchaffen, wenn es dem Betreffenden
gleſichgültig iſt, wie die Handelsbilanzen ſeines Landes ausſehen.
Die beiden Parteien der Oppoſition haben das traditivnelle
Wettlauſen autsgeführt, wer den früheren Tag zu einer
Cenf=
debatte erreichen könnte. Die Arbeiter hatten von vornherein
Mittwoch vorgeſchlagen. Lloyd George übertrumpfte mit dem
Vorſchlag, Montax zu wählen, was für den erſt zurückgelehrten
Sir Auſten eine grauſame Forderung geweſen wäre. Er hat ſich
ja ſeit dem porigen Freitan in ſtärkſter ſtändiger
Nervenanſpan=
nung befunden. Anderſeits ſoll er aber ſelber den Wunſch hegen,
den „großen Tag” baldmöglichſt hinter ſich zu bringen.
Freundſchaft. Günther hier, und Schmidt da! nannten ſie beide
ſich untereinander, und ich glaube, daß ſie ſich gegenſeitig das
ſüße Du” angetragen hatten. Das dauerte aber nicht lange.
Der Argwohn auf den Direktorpoſten blieb latent, und bald
ſorgte die Fama für weitere Gerüchte, daß die Schüler der
Land=
ſchaftsmalerei, zum Beiſpiel alſo die Schule des Max Schmidt,
durch Günther für die Figurenmalerei herübergezogen werden
ſollten. In dürren Worten wollte er die Mehrzahl der Schüler
für ſich gewinnen.
So wurde bald die Stellung der beiden Freunde arg
er=
ſchüttert, und durch manche andere Zwiſchenträgereien wurde
die Stellung Günthers noch unhaltbarer. Er war auch nicht von
der feſteſten Geſundheit und man munkelte ſchadenfroh, er litte
an Verfolgungswahnſinn. Wenigſtens ſagte mir mein Freund
Kohnert, und das machte bald die Runde in der Akademie,
Günther wäre plötzlich ohne anzuklopfen in ſein Atelier getreten
und hätte ihn zur Rede geſtellt, warum er über ihn ſo laut
ge=
ſchimpft hätte, daß man es deutlich in ſeinem Atelier hören
konnte. Der Fall iſt nie aufgeklärt worden; ob beide die Schuld
daran hatten? Jedenfalls ſchwor Kohnert hoch und heilig, daß
ihm nichts von Schimpfereien bewußt geweſen war.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Gemälde=Auktion Bangel. Das außerordentlich
große Intereſſe, vorwiegend aus den Kreiſen der Privatſammler,
hat die Verſteigerung bei Rudolf Bangel, Frankfurt a. M., zu
einem Ereignis auf dem Kunſtmarkt gemacht. Es hat ſich erneur
gezeigt, daß für Gemälde guter Qualität dauernd ſteigendes
Intereſſe beſteht und daß, trotz der außerordentlih ungünſtigen
Wirtſchaftslage, der Kreis der Privatſammler anhaltend im
Wach=
ſen begriffen iſt. Die erzielten Preiſe waren mit Rückſicht auf die
Geldlage unbedingt gut. Auffallend war noch die Zurückhaltung
des Kunſthandels, der infolge der ſchon lange anhaltenden
Abfatz=
ſtöckung auf dem Kunſtmarkt nur in ganz vereinzelten Fällen als
Käufer auftrat. Es erzielten u. a.: Haus Thoma: Chriſti Predigr
am See 24 000 Mk., Auguſte Renoir: Mädchenbildnis 7000 Mk.,
Max Slevogt: Die Göttertafel 6300 Mk., John Conſtable:
Eng=
liſche Landſchaft 3500 Mk., Hans Thoma: Der Narr 3500 Mk.,
Alfred Sisley: Anſicht von Moret 3400 Mk., Guſtave Courbek:
Raben im Winterwald 3000 Mk., Heinrich Bürkel: Oberbayeriſche
Landſchaft mit Schützenfeſt 2000 Mk., Franz v. Defregger:
Mad=
chenbildnis 2000 Mk., Ed. Schleich d. Aeltere: Abendliche
Land=
ſchaft 2000 Mk., Carl Ebert: Badende im Balde 1900 Mk.
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Kummer 83
Sonntag, den 21. März 1926
Seite 3
Nariſer Nachklang zu Genf.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. März.
Seit dem unerwarteten Mißerfolg Caillaux' in Amerika gab
es keine ſo bittere Enttäuſchung in Parls wie jetzt, anläßlich der
Vertagung der Völkerbundskriſe auf September. Aber auch
die=
ſer Vergleich iſt noch unzulänglich. War doch die
unvorher=
geſehene Starrheit Amerikas damals nur eine rein finanzielle
Angelegenheit, deren Ernſt eigentlich nur die Finanzfachleute
ſofort erkannten. Der Mißerfolg des Völkerbundes ſtört aber
die geſamte Politik. Die letzten Tage haben zwar, nichts als
Hiobsbotſchaften aus Genf gebracht, das ſchlimmſte aber, was
auch die größten Peſſimiſten befürchtet hatten, war ein für die
franzöſiſchen Intereſſen mehr oder weniger ungünſtiger
Kompro=
miß. Und nun wird es ſelbſt den offiziellen Kreiſen, die bisher
entſprechend der Politik Briands ſich ſtets vertrauensvoll zeigten,
ſchwer, optimiſtiſche Geſichte zu wahren.
Was geſchah in Genf? Offiziell wird eine Darſtellung
ge=
geben, nach der es nur ein formelles Hindernis war, das die
Durchführung des fertigen Kompromiſſes vereitelt hat. Das Veto
Braſiliens, dieſer ſüdamerikaniſchen Republik, die bisher kaum
etwas mit europäiſcher Politik zu tun hatte, ſoll ſchuld an allem
ſein — wenigſtens formell. Man mag dies glauben oder
bezwei=
feln — in Paris tut man das letztere — der Völkerbund iſt
da=
durch nahe an die Grenze der Lächerlichkeit geraten. Aber
nie=
mand in den ernſten politiſchen Kreiſen bezweifelt, daß Braſilien
in dieſer ganzen Angelegenheit nur eine nebenſächliche Bedeutung
beikommt. Ja, man geht ſogar ſoweit, daß von einem Liebesdienſt
geſprochen wird, dem Braſilien dem Völkerbunde mit ſeinem
Veto geleiſtet hat. „Briand iſt zu weit gegangen, er mußte einen
Vorwand für den Rückzug finden”, darin läßt ſich die Meinung
der Rechtsparteien und auch eines großen Teiles der nicht
kar=
telliſtiſchen Preſſe zuſammenfaſſen. Es gingen in dieſen Kreiſen
tatſächlich manche phautaſtiſchen Nachrichten über Deutſchland
zugeſagte Konzeſſionen um, — einer der Gründe dafür, daß man
die Vertagung der Entſcheidung jetzt nicht überall bedauert. Die
Kompromißformel, ſo erklärt man hier, auf welche die
Außen=
miniſter ſich ſchließlich geeinigt, wäre für alle Mächte, und in
erſter Linie für Frankreich, ungünſtig geweſen, man hätte alſo in
Genf nach dem endgültigen Beſchluß der Vertagung aufgeatmet.
Braſilien wäre demnach fortan durchaus nicht für alles Schlechte,
was auf der Welt geſchehen kann, verantwortlich, es hätte ſogar
ppferfreudig die ſchwere Verantwortung der formellen
Verhinde=
rung des deutſchen Eintrittes zum Wohle des ganzen
Völker=
bundes auf ſich genommen. Dagegen ſteht allerdings die
Auf=
faſſung, welcher der oft gut informierte J. Bainville in dem
extremen Blatt „L Action franegiſe‟ Ausdruck gibt, nach der das
Veto Braſiliens das Ergebnis von amerikaniſchen oder
portu=
gieſiſchen Intrigen wäre, welche auf die Lahmlegung des
Völker=
bundes abgezielt hätten.
Man hat alles getan, um den traurigen Ausgang der Genfer
Verhandlungen zu verſüßen. Nichtdeſtoweniger kamen Briand
wie Chamberlain mit einem Mißerfolg heim. In der Pariſer
Preſſe wurde auch der Befürchtung Ausdruck verliehen, daß
Chamberlain nicht mehr lange den britiſchen Außenminiſterpoſten
bekleiden wird. Zu Briand hat man vielfach das Vertrauen ver= über die Verhältniſſe in dieſer Repuhlik aufzuklären. Der
Vor=
loren, und zwar gerade in ſolchen Kreiſen, die ihn bisher be= ſitzende des Zentralexetutivkomitees führte in ſeinem Referat
dingungslos unterſtützten. Frankreich hat in Genf zweifellos
wichtige Sympathien verloren, Sympathien bei ſeinen
mittel=
europäiſchen Verbündeten, wie auch vielleicht bei einigen
latei=
niſchen Nationen. Es iſt aber vorläufig noch nicht zu über= gliedert iſt. Selbſtverſtändlich war es in der kurzen Zeit, vor
ſehen, welche Wirkungen die Genfer Ereigniſſe auf die Politik der allem, da das Land von ſchweren Mißernten heimgeſucht wurde,
einzelnen europäiſchen Staaten ausüben werden.
Der eigentliche Verlierer in Genf war aber nach der in
Paris vorhandenen Anſicht der Völkerbund ſelbſt. Im beſten
Falle, wenn nämlich bei dem Schauſpiel in Genf wirklich nichts
hinter den Kuliſſen geſchah, d. h. Braſilien auf eigene Fauſt trägniſſe zu einem hohen Prozentſatz zu ſteigern. So ſteht heute
handelte, hat ſich der Völkerbund als ein unbrauchbares
Inſtru=
zend von der ſchönen Zeit, in der die ſogenannte geheime
Diplo=
matie noch nicht abgeleugnet zu werden brauchte und wo nicht
beinahe jede diblomatiſche Frage von den Leidenſchaften der Völ= blik wirtſchaftliche wie kulturelle Beziehungen zu Deutſchland,
ker aufgebauſcht und vergiftet wurde. Der Völkerbund hat es dem Land, aus dem ſeinerzeit unſere Vorfahren ausgewandert
fertig gebracht, Preſtigefragen in die internationale Politik zu
—man denke an Spanien und Schweden — gar nichts
mitein=
ander zu tun hatten, gegeneinander zu verbittern, und er hat
ſchließlich das ſonderbare Kunſtſtück zuſtande gebracht, die Auf= bindung mit Deutſchland ein und ſchilderte Maßnahmen, die in
nahme des Deutſchen Reiches wenigſtens formell ausgerechnet
von Braſilien abhängig zu machen. Wahrhaftig, man könnte
zu der Anſicht kommen, daß der Völkerbund durch ſein Beſtehen im ganzen Lande zu errichten. Man hofft, bis 1930 die
allge=
allein ſchon künftige unabſehbare Kriegsmöglichkeiten bedingt.
Briands Rede war eine Verteidigunsrede für den
Völker=
ſchiedene Vorſchläge ſind da im Umlauf, man ſpricht von einer
Abſonderung der auß=reurobäiſchen Staaten in andere, nach
den Weltteilen bedingte Sektionen, und vergißt dabei, daß dies
das Aufgeben der vielbeſungenen geiſtigen Einheit der Welt, und
— das dünkt manchem noch wichtiger — eine Verurteilung der
europsiſchen Politik Aſien und Afrika gegenüber bedeuten würde.
Das Prinzip der Einſtimmigkeit läßt ſich nicht weiter aufrecht
er=
halten, wenn man es aber fallen läßt und den Völkerbund nicht
praktiſch aufgibt, ſo droht Genf die Hauptſtadt einer Ueberrepublik
zu werden. Aber wenn man auch von allen phantaſtiſchen
Frage=
ſtellungen abſieht, es muß zugegeben werden, daß die Frage der
Völkerbundsreform Prohleme von noch nicht abſchätzbarer
Be=
deutung in ſich birgt.
Das Werk von Locarno beſteht weiter, und dies wirkt auf
manche Leute berubigend. Zeit gewonnen — alles gewonnen,
denken die unerſchütterlichen Freunde des Völkerbundes. Aber
in ſechs Monaten kann die Innenpolitik der meiſten europäiſchen
Staaten umgeworfen werden, niemand ahnt alſo, was im
Seb=
tember geſchehen kann. Die Bedeutung des Eintritts
Deutſch=
lands in den Völkerbund aber wurde durch die Genfer
Ereig=
niſſe einmal in ihrer ganzen Tragweite beleuchtet.
Der franzöſiſche Arbeitsminiſter zum Abſchluß
der Waſingtener Konenion.
EP. Paris, 20. März.
Der aus London wieder zurückgekfehrte Arbeitsminiſter
Dura=
ſour wies Preſſevertretern gegenüber darauf hin, daß die in
London getroffenen Vereinbarungen über die Auslegung des
Waſhingtoner Arbeitszeitabkommens im großen und ganzen die
franzöſiſche Auffaſſung beſtätigen und die Intereſſen der
Ar=
beiter wahrnehmen. Die Delegierten hätten ſich verpflichtet, ihren
Regierungen das Protokoll dieſes Abkommens vorzulegen und
ihre feſte Hoffnung auszudrücken, daß die Mächte auf Grund dieſes
Abkommens nächſtens die Waſhingtoner Konvention ratifizieren
könnten. Dies ſei ein beträchtlicher Fortſchritt, denn die
inter=
nationale Konvention von Waſhington harre bereits ſeit ſieben
Jahren der Natfſizierung durch die europäiſchen Induſtrie=
Groß=
mächte. Er vertraue darauf, daß nach dieſem Meinungsaustauſch,
an dem jedes Land in klarer Aufrichtigkeit und dem gleichen
Wunſche, zum Ziele zu gelangen, teilgenommen habe, die Staaten,
die bisher die Konvention noch nicht ratifiziert hätten, dies in
Kürze nachholen würden. Damit ſei die Einheitlichkeit der
Pro=
duktionsbedingungen in Europa verwirklicht worden. — Der
Mi=
niſter ſchloß mit einem Hinweis, daß die Ergebniſſe der Konferenz
auch zur Sicherung des Friedens beitrügen, da dieſer nur auf
die ſoziale Gerechtigkeit gegründet werden könne.
Die ſozigliſtiſche Sowjetrepublik der Wolgadeutſchen.
Berlin, 20. März.
Die Preſſeſtelle der Botſchaft der Union der Sozialiſtiſchen einen Schlag zu verſetzen.
Sowjetrepubliken hatte Vertreter der Preſſe anläßlich der
An=
weſenheit des Vorſitzenden des Zentralexekutivkomitees der
Autonomen Sozialiſtiſchen Sowjetrepublik der
Wolgadeutſchen, Schwab, und des Volkskommiſſars
für Unterricht derſelben Republik Schönfeld, eingeladen, um ſie
unter anderem aus: Erſt nach der Oktoberrevolution wurden die
Deutſchen an der Wolga nach 160jähriger Unterdrückung frei und
erhielten ihr eigenes Staatsweſen, das der Sowjetunion
ange=
nicht möglich, die Wirtſchaftslage des Landes vollkommen zu
ſanieren. Doch mit Unterſtützung der Sowjetunion, die der
Wolgadeutſchen Republik einen Kredit von 8 Millionen Rubel
die Wolgadeutſche Sowjetrepublik, vor allem wirtſchaftlich, höher
ment der europäiſchen Verſtändigung erwieſen. Man ſpricht ſeuf= als viele andere Teile der Sowjetunion. Schwab ging dann auf
die Grundzüge der Verfaſſung der Wolgadeutſchen Republik ein
und ſchloß: Ich bin der Meinung, daß die Wolgadeutſche
Repu=
werfen, die früher nie exiſtierten Länder, die in der Geſchichte unweſentlich ſein könnte für die Beziehungen zu Deutſchland nentalen Vereinigungen gewählt werden, von denen jede einzelne
und der Sowjetunion. Der Volkskommiſſar für Unterricht,
Schönfeld, ging dann des näheren auf die kulturelle
Ver=
der Wolgedeutſchen Republik ergriffen würden, um das 30
prozen=
tige Analphabetentum zu beſeitigen und deutſche Schulen Kolonialmächte würden als Mandatare in den afrikaniſchen oder
mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Erweiterung und werden. So könnten z. B. engliſche Staatsmänner in der
Völ=
bund. Aber er hat auch zugegeben, daß Reformen nötig ſind. Ver= des ſyſtematiſchen Ausbaus der Beziehungen der Wolgadeutſchen kerbundsverſammlung und im oberſten Rat im Namen Großbri=
Republik zum Deutſchen Reich.
Ameriſkas Guropapolitik.
Seine Stellung zum Haager Schiedsgericht.
London, 20. März.
Nach Berichten aus Waſhington hat die Einladung des
Völ=
kerbundes an die Vereinigten Staaten, einen Delegierten zu der
Konferenz zu entſenden, die die von Amerika gemachten
Vor=
ſchläge bezüglich des Beitritts zum Haager Schiedsgericht prüfen
ſolle, einen ungünſtigen Eindruck gemacht. Man mache geltend,
daß die Vorbehalte klar genug ſeien und keiner Auslegung
be=
dürften. Coolidge werde vorausſichtlich dieſer Einladung nicht
Folge leiſten, ſondern nur den Londoner Botſchafter mit der
Er=
läuterung beauftragen, die Einladung werde von den Freunden
der Völkerbundsidee in den Vereinigten Staaten als Fehler
be=
urteilt, zumal gerade im gegenwärtigen Augenblick die
Atmo=
ſpäre von den Auswirkungen des Genfer Fiaskos erfüllt ſei.
Amerikaniſcher Peſſimismus über die
Abrüſiungskonferenz.
Nach einer Waſhingtoner Meldung der „Chicago Tribune:
hat die Einladung des Völkerbundes an Amerika, an der
Vor=
bereitenden Abrüſtungskonferenz am 17. Mai teilzunehmen, den
Peſſimismus der amtlichen offiziöſen Kreiſe keineswegs beſeitigt.
Man iſt überzeugt, daß eine tatſächliche Entwaffnung für die
nächſte Zukunft nicht bevorſteht und daß der Völkerbund lediglich
das frühere Gleichgewicht der Mächte erſetzt. Die Botſchafter
Houghton und Gibſon ſetzten ihre Konferenz mit Staatsſekretär
Kellogg über die allgemeine Lage der europäiſchen Politik fort.
Die amerikaniſchen Delegierten, ſo wird erklärt, werden an der
Entwaffnungskonferenz lediglich als Beobachter teilnehmen.
Die Rückwirkung des Houghton=Berichtes
auf London und Paris.
In diplomatiſchen Kreiſen Londons war man geſtern über
die Aktion der amerikaniſchen Regierung, den Inhalt des
Be=
richtes, den der amerikaniſche Botſchafter in London, Houghton,
und der amerikaniſche Geſandte in Bern, Gibſon, dem Weißen
Hauſe unterbreitet haben, zu veröffentlichen, verblüfft. Es ſei für
eine Negierung, ſo ſagt man, ein ungewöhnlicher Schritt, den
laufenden und vertraulichen Bericht des Botſchafters zu enthüllen.
Ueber die Gründe dieſes Vorgehens läßt ſich der diplomatiſche
Korreſpondent des Daily Telegraph” wie folgt aus: Man habe
in erſter Linie gewünſcht, die amerikaniſche öffentliche Meinung
auf einen Wechſel in der Auswärtigen Politik im Einne einer
Rückkehr zur Iſolation vorzubereiten. In zweiter Linie hoffe
man in Waſhington, daß die Wirkung dieſer Bloßſtellung dazu
beitragen könnte, der Wiederbelebung der Geheimdiplomatie
Die Pariſer Botſchaft der Vereinigten Staaten veröffentlichte
eine Kabelnachricht aus Waſhington, in der erklärt wird, daß
weder der Londoner Botſchafter Houghton nach der Berner
Ge=
ſandte Gibſon irgendwelcher nichtoffiziellen Perſönlichkeit den
Inhalt ihres Berichtes an den Präſidenten Coolidge oder an den
Staatsſekretär Kellogg mitgeteilt hätten. Dieſes Dementi
be=
zieht ſich alſo nur auf die Art, wie dieſer Bericht bekannt
gewor=
den iſt, während über die Richtigkeit des Inhalts nichts
ge=
ſagt wird.
Franzöſiſche Vorſchläge zur Reformierung
des Völkerbundesk.
Paris, 20. März.
In einem heute im „Peuit Pariſien” veröffentlichten Artikel
bewilligte, gelang es, die Wirtſchaft aufzubauen und ihre Er= wird eine Umgeſtaltung des Völlerbundes vorgeſchlagen. Der
Verfaſſer fordert als Erſatz für den jetzigen Völkerbundsrat die
Schaffung kontinentaler Völlerbundsräte. Die Vollverſammlung
ſoll auch ferner in Genf zuſammentreten. Ueber den
kontinen=
talen Räten ſoll ein oberſter Rat ſtehen, der jedoch nur die Rolle
eines Schiedsrichters im Falle von Konflikten zwiſchen den
kon=
tinentalen Räten ſpielen ſoll. Um den „gefährlichen
Eiferſüchte=
leien” bei der Jagd nach ſtändigen Sitzen im oberſten Rat
vorzu=
ſind, nötig hat, und daß dieſe auch zu erreichen ſind, was nicht beugen, ſollen die Mitglieder des oberſten Rates von den
konti=
das Recht auf eine gewiſſe Anzahl von Vertretern hat. Die
europäiſchen Großmächte würden aber ohne Zweifel verlangen,
daß man ihnen ein Mehrſtimmrecht im Verhältnis zu ihrer
Ve=
völkerung und zu ihrem Reichtum übertnage. Die europäiſchen
aſiatiſchen Völkerbund eintreten. Sie könnten alſo für den
ober=
meine Schulpflicht eingeführt zu haben. Auch Schönfeld ſchloß ſten Rat durch verſchiedene kontinentale Vereinigungen gewählt
tanniens oder im Namen irgend eines Dominions Sitz erlangen.
Karlo Goldoni.
Zur Uraufführung der „Drei Goldoniſchen Komödien” von
Fran=
resco Maliviero am Mittwoch, den 24. März, im Großen Haus
des Landestheaters.
Als Goethe am 10. Oktober 1786 der Aufführung eines
Volks=
ſtückes von Goldoni beiwohnte, notierte er in ſein Tagebuch:
„Nun endlich kann ich denn auch ſagen, daß ich eine Komödie
geſehen habe. Aber auch ſo eine Luſt habe ich noch nie erlebt, als
das Volk laut werden ließ, ſich und die Seinigen ſo natürlich
vorſtellen zu ſehen. Ein Gelächter und Gejauchze von Anfang
bis zu Ende.
Dieſes Gelächter und Gejauchze hat die Produktion Carlo
Goldonis, der 1707 in Venedig geboren wurde, vom Anfang bis
zum Ende ſeines Lebens begleitet. Er hat in keinem ſeiner vielen
Berufe Mißerfolge zu verzeichnen gehabt, ſeine über 200 Stücke
—die genaue Zahl konnte er am Ende ſeines Lebens ſelbſt nicht
mehr ermitteln — brachten ihm mit verſchwindenden Ausnahmen
immer Erfolge, und er, der ſich ſelbſt nanventuriere onorato”,
den ehrenhaften Abenteurer, nannte, konnte ſich am Schluß ſeines
Lebens bezeugen, daß er dieſe Erfolge nicht auf billige Weiſe
erzielt hatte. Mit ſeinen die zähe ſich wehrende Commodia dell
arte vernichtenden Komödien hatte er in ſeinen Anfängen einen
erbitterten Kampf gegen Gewohnheit des Publikums und den
Schlendrian der Schauſpieler auszufechten. Nur der
Theater=
mann kann ermeſſen, was es bedeutet, daß Goldoni Schauſpieler,
die bis dahin gewohnt waren, zu improviſieren, dazu zwang,
genau den Text, der im Manuſkript vorgeſehen war, zu ſprechen.
Ein Sturm der Entrüſtung ging gegen den Neuerer los, mit
allen Mitteln der Theaterintrige wurde der unbequeme Dichter
gequält, der die Anmaßung beſaß, die ſelbſtdichtenden
Schau=
ſtieler zu veranlaſſen, „fremde Worte” zu lernen. Daß es ihm
gelang, hat er außer ſeiner liebenswürdigen, diplomatiſchen und
unetmüdlichen Zähigkeit dem unvergänglichen Gehalt ſeiner
Komödien aus den Schätzen des Volkstums zu verdanken. Es
gibt keine Figur in ſeinen Stücken, deren Züge nicht dem Leben
abgelauſcht wären; dem Leben abgelauſcht, wie es iſt, nicht, wie
es ſein ſollte oder wie es eine idealiſierende Darſtellung haben
möchte. In ſeinen Stücken, ſelbſt in ſeinen kleinſten, iſt der ganze
bunte Wirrwarr dieſes Daſeins hineingepreßt, ſeine Menſchen
ſind weder beſonders gut noch beſonders böſe; ſie ſind nicht das
Sprachrohr irgendeiner moraliſierenden Abſicht, ſondern nur
Menſchen in ihrer bunten Miſchung von Schurkerei und Güte,
Wehrloſigkeit und Wehrhaftigkeit dieſem Daſein gegenüber. Dieſe
abſoute Wahrhaſtigkeit, dieſe weder einſeitig ſchwarz, noch ein=
feitig weiß malende Kunſt Goldonis hat ſeine Komödien zum
unvergänglichen Muſter deſſen gemacht, was man in einem
enge=
ren Ausdruck als Volksſtück bezeichnet. In einem weiteren
Be=
griff genommen ſind dieſe Theaterſtücke Volksſtücke überhaupt,
das, was das Theater zu allen Zeiten brauchte und brauchen
wird. Die Troſtloſigkeit unſerer heutigen Dramenproduktion
beruht vor allem auf dem Mangel an ſolchen Stücken, in denen
jeder einen Ausſchnitt ſeines Lebens vor ſich ſieht. Der Erfolg
der bedeutenden amerikaniſchen Filme beruht auf der Kenntnis
dieſes durchaus ernſt zu nehmenden Bedürfniſſes des Publikums.
Die drei Goldoniſchen Komödien, die Malipiero als
Grund=
lage ſeiner kleinen Opern genommen hat, bietet eine vortreffliche
Auswahl aus dem Geſamtwerk Goldonis. „Das Caféhaus”
iſt ein Extrakt des gefamten venezianiſchen Straßenlebens ein
Extrakt, der uns unverſehens zum Abbild des geſamten Daſeins
wird. Es iſt, über die Form des Rokoko hinaus, das lebendige,
immer wiederkehrende, ewig neue Bild der menſchlichen
Gefell=
ſchaft, die nur wie durch eine geheime Abmachung der
Leiden=
ſchaften ſich zuſammenhält, immer wieder auseinanderſtrebend
durch das egoiſtiſche Wollen des Einzelnen, immer wieder
zu=
ſammenfindend im Genuß des Daſeins und der menſchlichen
Nähe. Wie ein menſchgewordener Spuk bewegt der alte Don
Marzio die Szene und hält ſie durch ſeine kleinen Zweideutigkeiten
und ſeine alberne Geſchwätzigkeit zuſammen. Er iſt der typiſche
Betrachter des Daſeins, der von ſeinem Cafehaustiſch alle
Lei=
denſchaften vorüberrauſchen ſieht, alle mitgenießend und alle
ver=
achtend, und es tut uns faſt leid, daß er — von der allgemeinen
Verachtung getroffen und von allen verworfen, die ſich durch
ihn erkannt ſehen — die Bühne verlaſſen muß.
Der zweite Einakter, „Herr Todero Brontolone”,
behandelt das uralte Thema vom genarrten Geizhals, der
da=
durch, daß er nur auf die Vermehrung ſeines Reichtums bedacht
iſt, für die übrige Welt und ihre Leidenſchaften völlig blind wird.
Auch hier hat Goldoni in bunter Fülle, mit wenigen Strichen
gezeichnet, lebendige Typen geſchaffen. Sein Geizhals weicht in
nichts von dem Schema ab, das ſeit Moliere durch Harpagon
gegeben iſt und das dieſen Vertreter einer Leidenſchaft
menſch=
lich intereſſant macht: die totale Ergriffenheit eines Menſchen
durch eine Leidenſchaft, die alle anderen durch ihren faſt nicht
mehr irdiſch zu nennenden Grundcharakter zu überbieten ſcheint.
Der dritte Einakter, „Die zänkiſchen Weiber von
Chioggia” bringt dieſelbe Welt in verkleinertem Umfang
auf das dörfliche Milieu zugeſchnitten. Die Leidenſchaften ſind
unkomplizierter, eindeutiger, nichts anderes ſehen wir als die
bunte Heiterkeit, die der kommende Abend in dieſem Fiſcherdorf
auslöſt, die Heimkehr der Fiſcher mit Geſchenken für die Frauen
und Töchter, das eiferſüchtige Geraufe der rivaliſierenden
Bur=
ſchen des Dorfes, die groteske Ohnmacht der Behörde,
vortreff=
lich charakteriſiert durch Iſidoro, den Vertreter der Gerechtigkeit
und höchſte Obrigkeit, ein Symbol deſſen, der ohne Ausſicht auf
Gelingen Ordnung ſchaffen will und vor der Erfolgloſigkeit
ſei=
ner Bemühungen reſigniert. Das Frrationale, nicht durch Geſetze
und Regeln Einzufangende dieſer Menſchenwelt iſt in den
ſchnat=
ternden Weibern des Dorfes getroffen, die — vernünftiger als
die Männer — ſich ganz dem Chaotiſchen der Menſchennatur
hingeben.
Es iſt keine Philoſophie in dieſen Einaktern, keine Abſicht,
keine Meinung, es iſt das Leben ſelbſt, das aus ihnen ſpricht,
und wenn ſich eine Meinung daraus ableiten ließe, ſo bleibt nur
dieſe: dieſes Leben zu nehmen, wie es iſt, ohne Haß und Liebe,
und doch mit dem reichſten Gewinn.
G.
C.K. Der März — der ſchlimmſte Monat. Als den
ſchlimm=
ſten Monat im ganzen Jahr bezeichnet der engliſche Arzt James
Douglas den März, und zwar aus dem Grunde, weil der Körper
durch die langen Anſtrengungen der Wintermonate entkräftet
und ermüdet iſt. Man wundert ſich allgemein, warum man ſich
im März ſo ſchlapp und mißgeſtimmt fühlt, während doch die
Tage länger werden und die Erde ſich zu neuem Blühen
vor=
bereitet. Wir meinen, daß nun auch bei uns die Erneuerung
des Frühlings im Körper einſetzen müßte, aber wir verſpüren
nichts davon. Wir ſind nicht gerade krank, aber wir ſind nicht
im Vollbeſitz unſerer Kräfte, werden leicht zur Beute böſer
Stim=
mungen und ſchlimmer Launen. Die Verdauung läßt zu
wün=
ſchen übrig, die Nerben ſind überreizt und die Muskeln ermattet.
Wir zählen die Tage bis Oſtern, ſehnen uns nach der beſſeren
Jahreszeit. Dieſes unangenehme und quälende Empfinden
kommt nach der Anſchauung des engliſchen Fachmannes daher,
daß wir Monate hindurch von den „Reſerven unſeres Körpers”
gelebt haben. Die Unbilden der Witterung, die geringere
Licht=
ſtrahlung, überhaupt das Winterklima, das den Körper
ungün=
ſtig beeinflußt, hat unſere Vorräte an Energie und Geſundheit
aufgezehrt; dazu kommen noch die Anſtrengungen, die die
Sai=
ſon der Geſelſchaften, Bälle und Vergnügungen aller Art
her=
vorrief. Wir können im März nichts weiter tun, als auf den
April und Mai hoffen, in denen der Vorgang der
Wiederver=
jüngung und der neuen Kräftezufuhr, der in der beſſeren
Jahres=
zeit vor ſich geht, einſetzen muß.
Seite 4
Sonnkag, den 21. März 1926
Nummer 80
Mittelſiandsfragen im Reichstag.
Miniſier Curtius über
Handelsvertragsver=
handlungen und Polltarif.
* Berlin, 20. März. (Eig. Bericht.)
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 20 Minuten.
Die zweite Leſung des Reichshaushaltsplans des
Reichs=
wirtſchaftsminiſteriums wird fortgeſetzt.
Abg. Rauch=München (Bah.r. Vpt.) wendet ſich gegen die
Aus=
wüchſe beim Kartell= und Syndikatsweſen. Leider müßten bei den
Han=
delsvertragsverhandlungen diele Konzeſſionen gemacht werden, und zwar
nach außen. Es gehe nicht an, daß ſie erfolgen auf Koſten der ſchwer
danicderliegenden Landwirtſchaft, des W inbaues und des Obſt= und
Ge=
müſebaues. Der bayeriſche Kohlenhandel wehre ſich gegen eine
Vergewal=
tigung durch das Kohlenkontor. Man wolle einen Teil Bayerns
zwin=
gen, auf den Bezug ſchleſiſcher Kohlen zu verzichten.
Abg. Krätzig (Soz.) bedauert die Ankündigung des
Wirtſchafts=
miniſters, daß gegenüber den engliſchen Beſtrebungen, den deutſchen
Ex=
port zu erdroſſeln, Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Der Redner
beantragt die Einſetzung eines paritätiſchen Ausſchuſſes, der bei
beab=
ſich igten Betriebseinſchränkungen und Stillegungen im Kohlenbergbau
befugt iſt, ein Prüfung der Verhältniſſe dieſer Betriebe vorzunehmen.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius ſtellt feſt, daß der Export
durch die Handelsverträge geſtiegen iſt. Er weiſt die Behauptung zurick,
als ob die Arbeitsloſigkeit wegen der Verſchleppung der
Han=
delsvertragsverhandlungen mit Frankreich entſtanden
ſei. Dieſe Verhandlungen ſeien ſehr ſchwierig wegen der
grundlegen=
den politiſchen und wirtſchaftlichen Verſchiebung der Verhältniſſe
zwi=
ſchen Deutſchland und Frankreich, wegen der gänzlich verſchiedenen
fran=
zöſiſchen Handelsgeſetzg bung und wegen der franzöſiſchen
Währungs=
verhältniſſe. Trotz dieſer Schwierigkeiten ſei ein Fortſchritt zu
ver=
zeichnen. Der Miniſter weiſt darauf hin, daß auch hinſichtlich
Po=
len die deutſche Regierung keine Schuld treffe. Noch
in dieſem Monat werden neue Verhandlungen mit Polen eröffnet. Die
Engländer haben die Verpflichtung übernommen, keine. Zölle
einzufüh=
ren, die uns beſonders abträglich ſind. Nach dem neuen engliſchen
Sy=
ſtem ſteht aber die ganze Vertragsbaſis im Begriff, ſich zu verſchieben, ſo
daß wir genötigt ſein werden, ein Schiedsgerichtsverfahren einzuleiten.
Der Miniſter hebt hervor, daß wir mit dem bisherigen Syſtem
der Verhandlungen keine ſchlechten Erfahrungen
gemacht haben und daß wir zunächſt daran feſthalten müſſen. Es iſt
nicht möglich, jetzt einen vollſtändigen Wechſel in unſerer Handelspolitik
eintreten zu laſſen. Der Miniſter teilt weiter mit, daß an dem
endgül=
tigen Zolltarif w.iter gearbeitet wird, daß er aber nicht in Ausſicht
ſtel=
len könne, daß er noch in dieſem Jahre vorgelegt würde. Wenn er zur
Vorlage kommt, dann wird auch zu entſcheiden ſein, ob unſer Shſtem
richtig iſt und ob wir nicht einen Doppeltarif aufſtellen müſſen. Den
Vorſchlag, die Regierung ſolle die Finanzierung des Exports in die Hand
nehmen, lehnt der Miniſter ab, ebenſo die vom Zentrumsredner
empfoh=
lene ſtärkere Einfuhr ausländiſchen Kapitals. Im letzten Jahr haben
wir noch eine Luxuscinfuhr von 859 Millionen gehabt. Den größten
Teil daran habe der Kaffee, dann kämen die Tafelfrüchte und Kakao. Die
Landwirtſchaft leide in erſter Linie an ihrer kurzfriſtigen Verſchuldung.
Eine Erhöhung der Zollſätze wüſſe aber abgelehnt werden. Der Miniſter
ſagt dem Handwerk Unterſtützung und Förderung zu.
Abg. Drewitz (Wirtſch. Vgg.) entgegnet dem Miniſter, daß die
Regierung den notleidenden Mittelſtand bisher viel zu wenig beachtet
habe. Dem Handwerk könne man es nicht verübeln, wenn es ſich gegen
die Ausnahmegeſetze der Regierung wehre. Gegen die Kartelle ſei
bis=
her ſo nut wie nichts geſchehen. Der Redner fordert die Beſeitigung
jeg=
licher Zwangswirtſchaft. Die Mittelſtändler wollen ſich nicht mehr als
Verſuchskaninchen von der Regierung behandeln laſſen.
Abg. Dr. Wienbeck (Dnatl.) bedauert die magere Antwort des
Miniſters auf die Wünſche des Handwerks. Sie ſei charakteriſtiſch für
die ganze Art und Weiſe, wie das Handwerk behandelt worden ſei. Der
Nedner fordert Zurückziehung des Preisabbaugeſetzes und eine n ue
Ver=
dingungsordnung. Der Redner fordert einen Staatsſekretär für die
Mit=
telſtandsfragen.
Abg. Nientimp (Ztr.) ſtellt feſt, daß das Schickſal des Handwerks
im Weſten auf Gedeih und Verderb mit der gauzen Wirtſchaft verbunden
ſei. Das Handwerk habe den Willen, ſelbſtändig zu bleiben, und dieſer
Wille müſſe gefördert werden. Der Nedner fordert Anlegung eines
Handwerksregiſters. Die Genoſſenſchaften wüßten vom
Reichskohlenkom=
miſſar als Großb zieher gnerkannt werden.
Abg. Dr. Hagemann (D.V.P.) betont die Bereitwilligkeit des
Handwerks, am Preisabbau mitzuarbeiten. Die entſprechende
Negie=
rungsvorlage ſei aber völlig verfehlt geweſen.
Abg. Dr. Frau Lüders (Dem.) verlangt ſyſtematiſche Bearbeitung
der Fragen der Hauswirtſchaft.
Abg. Loibl (Bayer. Vpt.) bemängelt, daß die bayeriſchen
Hand=
werker bei der Vergebung von öffentlichen Arbeiten nicht genügend
be=
uickſichtigt werden. Vor der Abſtimmung über den völkiſchen Antrag,
die Zahlungen auf den Dawesplan einzuſtellen, ſtellt ſich die
Beſchluß=
unfähigkeit des Hauſes heraus. In einer neuen Sitzung wird
beſchloſ=
ſen, den völkiſchen Antrag mit der außenpolitiſchen Debatte in der
näch=
ſten Woche zu verbinden. Als die Kommuniſten dann erneut die
Be=
ſchlußfähigkeit d’s Hauſos bezweifeln wird ausgezählt. Es ergibt ſich,
daß nur 171 Abgeordnete anweſend ſind. Das Haus iſt alſo wiederum
beſchlußunfähig. Die Sitzung wird darauf abgebrochen.
Montag 11 Uhr: Außenpolitiſche Debatte über
Genf in Verbindung mit dem Etat
das Auswärtige Amt und des
Neichskanzlers. — Schluß gegen 7 Uhr.
Fertigſiellung des Luſthanſa=Flagplanes.
Darmſtadt im Flagverkehr.
Iu wenigen Tagen, am 6. April, wird die Deutſche
Lufthanſa ihren diesjährigen Flugverkehr wieder eröfſnen
und bis zum 20. April werden vorausſichtlich nicht wveniger als
39 Strecken von insgeſamt 110 Flugzeugen
be=
flogen werden. Für Darmſtadt kommt folgende Linie in
Frage: München—Stuttgart—Baden=Baden—Mannheim—
Darm=
ſtadt vom 12. April ab.
Wie wir noch hören, wurde im Flugplan beſonders auch die
Sicherſtellung der Anſchlüſſe an die großen internationalen Linien
feſtgelegt, während alle unnötigen Nebenlinien in Wegfall
ge=
kommen ſind. Neben den bereits beſtehenden bewährten Linien
ſind neue Verbindungen aufgenommen worden. So iſt die Strecke
Baſel—Amſterdam neu. Sie wird geflogen über Mannheim,
Frankfurt a. M., Köln und Düſſeldorf. In Richtung Süd=
Nord iſt Anſchlußin Vaſel von La chaux de fonds, in
Mann=
heim nach Darmſtadt, in Frankfurt a. M. nach Hamburg
und Malmö, in Köln nach Brüſſel, London und Paris. Zürich
hat eine direkte Verbindung mit Hamburg erhalten, das man über
Stuttgart, Mannheim und Frankfurt a. M. erreicht. Direkt mit
Berlin verbunden ſind Köln, Karlsruhe, Zürich, Düſſeldorf
(Braunſchweig, Eſſen, Dortmund, M.=Gladbach). Das
Ruhr=
gebiet hat von Eſſen aus einmal eine Verbindung nach
Rotter=
dam und zum andern nach dem ſchleſiſchen Kohlengebiet. Einen
Sommerluftverkehr ſtellt die Schwarzwaldlinie
dar, die Mannheim, Karlsruhe, Baden=Baden,
Villingen und Konſtanz verbindet.
Was die Flugpreife anbetrifft, ſo dürften — dieſe auf den
großen internationalen Strecken etwas höher als für eine
Eiſen=
bahnfahrkarte 1. Klaſſe ſtellen; auf den kleineren Strecken liegen
die Preiſe in der Nöhe der 2. Fahrklaſſe. An dieſer Stelle ſei
auch auf den großen Erfolg hingewieſen, den Deutſchland auf der
Konferenz der International Air Traffic Aſſociation inſofern
er=
langte, als nach einſtimmigem Beſchluß die nächſte Sitzung der
Vereinigung im Auguſt d. J. in Berlin ſtattfinden ſoll, falls die
diplomatiſchen Pariſer Luftfahrtverhandlungen zum Erfolg
führen.
Die deutſch=ſpaniſchen
Handels=
vertragsverhandlungen.
Erhebliche Schwierigkeiten. — Spanien zeigt
keinerlei Entgegenkommen.
Die deutſch=ſpaniſchen Handelsvertragsverhandlungen ſind
auf dem toten Punkt angelangt, ſodaß ihr Abbruch
un=
mittelbar bevorſteht. Spanien hat keinerlei
Entgegenkommen gezeigt, weder in der Frage des
Einfuhrverbotes deutſcher Faubſtoffe noch in der Einfuhr
deut=
ſcher Eiſen= und Stahlwaren. Für einigermaßen tragbare
Ein=
fuhrzölle verlangt es jedoch von Deutſchland ganz minimale
Weinzölle, die unter den gegenwärtigen liegen ſollen. Auch
ver=
langt es faſt zollfreie Einſuhr von Südfrüchten. Auf dieſe
ſpa=
niſchen Forderungen hat die deutſche Delegation nicht eingehen
können, da die derzeitigen Weinzölle ſchon an ſich ſo niedrig ſind
und unſeren einheimiſchen Weinbqu ſchwer geſchädigt haben.
Wiederum beſinden wir uns Spanien gegenüber in einer gewiſſen
Zwangslage, denn der ſpaniſche Markt zeigte ſich für deutſche
Ciſen= und Stahlwaren recht aufnahmefähig, verſchiedene deutiche
Induſtriezweige ſind auf ihn beſonders angewieſen. Wir
brau=
chen zwar keine ſpaniſchen Weine und Südfrüchte, um leben zu
können, ſind jedoch darauf angewieſen, Abſatzmärkte für unſere
Induſtrieerzeugniſſe zu ſchaffen, um unſere Induſtrie und unſere
Bevölkerung am Leben zu erhalten, Spanien befindet ſich in
einer ähnlichen Zwangslage mit ſeinen landwirtſchaftlichen
Er=
zeugniſſen, für die Deutſchland ein großes und gutes
Abſatz=
gebiet iſt. Bei gutem Willen müßte ſich alſo eine Verſtändigung
zwiſchen beiden Ländern erzielen laſſen. Die ablehnende
Haltung Spaniens iſt aber auch wahrſcheinlich auf
poli=
tiſche Gründe zurückzuführen, denn Spanien tut ſo,
als wenn Deutſchland ſeinen Eintritt in den Rat verhindert habe.
Nach dem, was über die Haltung Spaniens in Genf bekannt
ge=
worden iſt und nach den Drohungen, die es Schweden
gegen=
über auf handelspolitiſchem Gebiet erhoben hatte, brauchen wir
uns nicht zu wundern, wenn Spanien durch handelspolitiſche
Maßnahmen einen Druck auf uns ausüben will.
Deutſch=däniſche Wirtſchaftsbeſprechungen.
Berlin, 20. März.
Zwiſchen der deutſchen und der däniſchen Regierung fanden
in der letzten Zeit Beſprechungen über die Rückwirkungen ſtatt,
die ſich aus der Erhöhung der deutſchen Einfuhrzölle im Oktober
1925 und der Vereinbarung von Vertragszöllen zwiſchen
Deutſch=
land und anderen Ländern für einige däniſche landwirtſchaftliche
Erzeugniſſe ergeben. Die Verhandlungen führten zu einer
Eini=
gung über die deutſchen Einfuhrzölle für däniſche Pferde
jütlän=
diſchen und belgiſchen reinen Kaltblutſchlags und für
Schlacht=
abfälle, die nur zum Zvecke des Transports leicht angefalzen ſind,
nicht als „zubereitetes” Fleiſch im Sinne der Tariſnummer 108
des deutſchen Zolltarif, ſondern als friſches Fleiſch verzollt
wer=
den. Die däniſche Regierung iſt bei dieſem Anlaſſe den ſeit
Jahren geäußerten deutſchen Wünſchen wegen der Behandlung
der Handlungsreiſenden in Dänemark entgegengekommen. Es
werden ſowohl die Gebühren für die deutſchen
Handlungsreiſen=
den in Dänemark herabgeſetzt, als auch die ſonſtigen für die
Handlungsreiſenden geltenden Vorſchriften erleichtert.
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Gegenüber der Erklärung des Herrn
Ab=
geordneten. Dingeldeh über den Verlauf
der Kundgebung für die Volksſchule am
17. März in der Woogsturrhalle ſtellen die
unterzeichneten Verbände feſt:
1. Die Referate wie auh die Beifalls= und
Mißfallenskundgebun en konnten den
er=
ſchienenen Abgeordneten keine Ve
an=
laſſung geben, den Saal zu verlaſſen. Der
Verlauf der Verſammlung ſpielte ſich bis
zum Auszu; der Abgeordieten in
rol=
ſtändig varlament ri den Formen ab.
Der Vorwurf gegen die
Verſammlungs=
leitung iſt völig underechtigt
2. Einz Ine Zwiſchenrufe, insbeſondere der
Sturm de: Empörun; beim eggan der
Abgeordneten der Rechten, rihteten ſich
einzig und allein gegen den Abgeordneten,
der dirch ſeine zaireihen
Verſamm-
lungen im Lande und ſeine Anträge dieſe
Empörung erſt hervorgerufen und
ver=
ſchuldet hat und der im Bewußtlein der
ganzen Verſammlung als frü erer ehrer
eine Sonderſtellung einnahm. ir
wun=
dern uns darüber, daß Herrn Dinge dey
dieſe Tatſache nicht ebenſo bekannt
ge=
weſen ſein ſollte als uns
Nichtsdeſto=
weniger ſtehen wir nicht an, dieſe
Vor=
gänge zu mißbilligen, ſp verſtändlich je
auch ſind. Die Fraltionen waren
einge=
laden, um ſch über die Stimmung und
die Stellung der Verſammlung zum
Schulabbau zu unterrichten.
3. Die Abgeordneten des Zentrums
Hein=
ſtadt und Frau Hattemer haben die
Ver=
ſammling nicht aus den von Herin
Dinge deh angegebenen Gründen, und
auch nicht gleichzeitig, mit den übrigen
Abgeordgeten verlaſſe, ſondern wegen
des im Landtag ſtattfindenden Vortrages
über den Mainzer Dom. Her Heinſtadt
hat dies ausdrücklich der Veriammlun
e=
leitung angeründ gt und um
Bekannt=
gabe dieſes Grundes erſucht Herr
Dingeldey konſtruiert alſo zu Unrecht eine
Einheitsfront mit den Abgeordneten des
Zentrums.
4. Den Angriff des Herrn Abgeordneten
Dingeldetz auf die Ehre und men chiiche
Würde der heſſichen Volksſchullehrer
weiſen wir mit Entrüſtunn als
ungereiht=
fertigte Kränkung zurück. Ein bediuerlicher
Vorfallaufein.rProteſtverſainmung inder
die gerechte Einpörung und Entrüſtung der
heſſ. Volksſ kuilelreru Eltern über z. T.
un=
verantwortliche Schulabbaupläne und die
Lehrer= und die Beamtenhetze der letzten
Zeit ſich auslöſte, kann ni ht als
Begrün=
dung für die heftigen Ausfälle gegen einen
ganzen Stand, wie ſie in der Erklärung
des Herrn Dingeldeh zum Ausdruck
kom=
men, aungeſprochen werden. Die heſiſche
Lehrerſchaft iſt ich ihrer Verantwortung
und ihrer Standesehre, ihrer menſchlichen
Würde und ihres Wertes voll bewuzt.
Sie weiſt alle Angriffe gegen ihre
Ge=
ſinnung und ihr Anſehen mit aller Ent=
(4320
ſchiederheit zurück.
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Darmſtadt, 20. März.
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Großes Haus.
Sonntag, 21. März. A 15. Anfang 6 Uhr, Ende 10 Uhr: „
Tann=
häuſer”, Oper von Nich. Wagner. Preiſe 1,50 bis 15 Mk.
Montag, 22. März. Anfang 7½ Uhr, Ende 9½ Uhr: 9.
Sinfo=
niekonzert des Landestheater=Orcheſters.
(Soliſt: Prof. Karl Fleſch.) Violinkonzert von Brahms,
Sinfonie Nr. 6 von Bruckner. Preiſe 0,80 bis 8 Mk. (
Sperr=
ſitz 4,50 Mk.).
Dienstag, 23. März. Keine Vorſtellung.
Mittwoch, 24. März. E 18. Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr:
Uraufführung: Drei Goldoniſche Komödien („Das
Caféhaus”, „Herr Todero Brontolone‟, „Die zänkiſchen
Wei=
ber von Chioggia”), Muſik von Francesco Malipiero.
Hier=
auf: Uraufführung: „Das venezianiſche Kloſter”,
choreographiſche Komödie von Alfredo Caſella. Preiſe 120
bis 12 Mk.
Donnerstag, 25. März. A 16. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„Der Kreidekreis”, Schauſpiel von Klabund. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Freitag, 26. März. D 18. Anfang 7½ Uihr, Ende nach 10 Uhr:
Zum erſten Male wiederholt: Drei Goldoniſche
Ko=
mödien. Hierauf: „Das venezianiſche Kloſter”.
Preiſe 1.20 bis 12 Mk.
Samstag, 27. März. I 16. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„LaBoheme‟, Oper von Puccini. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Sonntag, 28. März. 9. Vorſtellung der Sonntags=Fremdenmiete.
Anfang 5½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Paleſtrina” muſikaliſche
Legende von Hans Pfitzner. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 21. März. Vorm. 11½ Uhr: 1. Vortrag Dr.
Jo=
hannes Müller: „Not und Sorge‟. — Abends
7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr: „Sakuntala”, Schauſpiel
von Kalidaſa in der Bearbeitung v. Paul Kornfeld.
Zuſatz=
miete III (9). Preiſe 1 bis 6 Mk.
Montag, 22. März, und folgende Tage: Der neue Ufa=Film:
„Wunder der Schöpfung”. Anfang 5½ und 8 Uhr.
Preiſe 0,70, 1,00, 1,50 und 2 Mk.
Samstag, 27. März. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: 3. Abend der
Jungen =Bühne: Uraufführung: „Fußballſpieler und
Indianer”, Schauſpiel von Melchior Viſcher. Preiſe 1,50
bis 6 Mk.
Sonntag, 28. März. Vorm. 11½ Uhr: 2. Vortrag Dr.
Jo=
hannes Müller: „Dämon Jch”. — Abends keine
Vorſtellung.
* Für ein Südhefſiſches Mundartenwörterbuch wird zur Zeit in
den Provinzen Starkenburg und Rheinheſſen der mundartliche
Wort=
ſchatz geſammelt. Während die Provinz Oberheſſen ſchon ſeit längerer
Zeit von Marburg aus in den Bereich des Heſſen=Naſſauiſchen
Wörter=
duchs mit einbezogen wird, ſoll das neue Mundartwerk, das unſere
beiden ſüdlichen Provinzen umfaßt, von Gießen aus bearbeitet werden.
Die Hiſtoriſche Kommiſſion für Heſſen hat das Verdienſt das
Unter=
nehmen, das längſt hätte in Angriff genommen werden ſollen, endlich
ins Leben gerufen zu haben, ehe der letzte Reſt von ſprachlicher
Eigen=
art verſchwunden iſt. An der Spitze des von der Hiſtoriſchen Kommiſſion
eingeſetzten Ausſchuſſes ſteht der Geheimerat D. Behaghel, mit der
Leitung der Arbeiten für das Wörterbuch iſt der Privatdozent Dr. F.
Maurer betraut. Nachdem durch freundliche Unterſtützung aller
Kreiſe der rheinheſſiſchen und Starkenburger Bevölkerung, insbeſondere
der Lehrerſchaft und der Bensheimer und Alzeyer Aufbauſchule, gegen
100 000 Zettek in freier Sammlung zuſammengebracht worden ſind, hat
man nun begonnen, Fragebogen zu verſenden. Der erſte von dieſen iſt
durch freundliche Vermittlung der Kreisſchulämter in alle heſſiſchen
Dörfer, auch Oberheſſens, geſandt worden, da die Antworten auf ſeine
54 Fragen die wichtige wortgeorgraphiſche Grundlage
abgeben ſollen. Gleichzeitig iſt auch ein Fragebogen der Heſſiſchen
Ver=
einigung für Volkskunde, mit der das Wörterbuch in enger Fühlung
ſteht, ausgegeben worden. Auch in Zukunft werden die beiden
Unter=
nehmen gemeinſame Fragebogen verſenden. Jeder Freund der
Mund=
art und des Voltstums iſt als Helfer herzlich willkommen. (Man wende
ſich an das Südheſſiſche Wörterbuch, Gießen, Ludwigſtraße 19.)
H.K. Geſchäfts=Stenographen=Prüfung. Die Termine der
diesjähri=
gen Geſchäftsſtenographenprüfungen im Bezirk Starkenburg ſind
nun=
mehr feſtgeſetzt worden. Die Frühjahrsprüfung findet Sonntag,
den25. April, vormittags 9 Uhr, in der Mittelſchile II Darmſtadt
(Hermannſtraße) ſtatt. Als Termin für die Herbſtprüfung iſt
Sonn=
tag, den 19. September, vorgeſehen. Anmeldungen haben
unter Angabe von Name, Wohnort, Straße und Hausnummer
Geburts=
tag und zort, Syſtem, Silbenzahl und Einſendung von 1,50 Mark
Prü=
fungsgebühr bis Samstag, den 17. April d. J., an die Heſſiſche
Induſtrie= und Handelskammer, Darmſtadt, Rheinſtraße 14 (Eingang
Grafenſtraße), zu erfolgen. Es wird ausdrücklich darauf hingewieſen,
daß in der Geſchwindigkeitsſtufe von 150 Silben nur Einheitsſtenographie
geprüft wird, während in der Geſchwindigkeitsſtufe von 180 Silben und
höher alle Syſteme zugelaſſen ſind.
H.K. Fahrgelderſtattung bei der Reichsbahn. Bisher war das
Ver=
fahren der Fahrgelderſtattung einigermaßen umſtändlich. Um den
Rei=
ſenden das Anbringen von Erſtattungsanträgen zu erleichtern und ene
beſchleunigte Zahlung zu erzielen, können, wie die Induſtrie= und
Han=
delskammer Darmſtadt mitteilt, vom 1. April an an folgenden Stationen
Fahrgelderſtattungsanträge unmittelbar angebracht werden: Darmſtadt=
Hauptbahnhof, Darmſtadt=Oſt, Bensheim, Dornberg=Groß=Gerau,
Eber=
ſtadt, Erbach i. Odw., Gernsheim, Goddeknu=Erfelden, Groß=Gerau,
Hep=
penheim, Kranichſtein, Langen, Michelſtadt, Nauheim, Pfungſtadt und
Stockſtadt a. M. Die Anträge dürfen ſich nur auf Fahrkarten des
Reichs=
bahn Binnenverkehrs beziehen, und zwar nur auf ſolche, die entweder
bei der eigenen Station gelöſt worden ſind oder nach der eigenen Station
lauten oder bei deren Benutzung die Fahrt auf der eigenen Station
ab=
gebrochen wurde.
Sonnkag, den 21. März 1926
Proteſiverſammlung der heſſ. Volksſchullehrer
Von dem Vorſtand des Heſſiſchen Beamtenbundes E. V. wird uns
geſchrieben:
Die in verſchiedenen Zeitungen erſchienene Erklärung des Herrn
Landtagsabgeordneten Dingeldey kann nicht unwiderſprochen
blei=
ben. Zur Richtigſtellung bemerken wir nur folgendes: „Es war hier
eine Rieſenverſammlung aus dem ganzen Lande zuſtande gekommen, wie
ſie Darmſtadt nur ſelten geſehen hat. Die Erregung, wie ſie namentlich
in den Kreiſen der jungen Lehrer und Lehrerinnen herrſcht, iſt durchaus
verſtändlich. Man bedenke, daß Anträge vorliegen, wonach nicht weniger
als 1272 Stellen eingehen ſollen. Das b=deutet, daß mehr als 1000 junge
Leute, Anwärter und Lehrer, ohne jegliche Vergüitung und Unterſtützung
auf die Straße geſetzt und ihrer Exiſtenz beraubt werden, ohne Ausſicht
zu haben, in abſehbarer Zeit eine Verwendung im Staatsdienſt,
ge=
ſchweige in der Privatinduſtrie, zu finden. Die ſtürmiſche Entrüſtung
der Junglehrer und der ganzen Verſammlung richtete ſich lediglich gegen
einen einzigen Abgeordneten, und dieſe Empörung war um ſo
verſtänd=
licher, als dieſer Abgeordnete ſelbſt Lehrer und Erzieher eines großen
Teils dieſer jungen Leute geweſen iſt.
Beleidigende Zwiſchenrufe wurden nach den einſtimmigen
ehrenwört=
lichen Erklärungen ſämtlicher anweſenden Vorſtandsmitglieder des
Heſſi=
ſchen Beamtenbundes auf der Bühne nicht vernommen, ſonſt wären ſie
augenblicklich gerügt worden. Die Entrüſtungskundgebungen erreichten
längſt nicht die Höhe, wie man ſie in den politiſchen Verſammlungen der
letzten Zeit in Heſſen erlebt hat. Es lag daher nach einſtimmiger Anſicht
des Vorſtandes keinerlei Veranlaſſung für die Abgeordneten vor, die
Verſammlung vorzeitig zu verlaſſen. Lärmende Kundgebungen, die ſich
bauptſächlich am Ausgange des Saales, beim Hinausgehen der
Abgeord=
neten ereigneten, b dauern wir; ſie hätten aber von keiner
Verſamm=
lungsleitung verhindert werden können. Der Herr Abgeordnete
Hein=
ſtadt hat dem Vorſitzenden gegenüber erklärt, er verlaſſe den Saal nur,
um an einem Vortrag im Landtag, der auf 5 Uhr angeſetzt war,
teilzu=
nehmen. Der Verſammlungsleiter hat wiederholt und rechtzeitig zur
Nuhe gemahnt, er hat die Zwiſchenrufe ſcharf gerügt und die Ordnung
aufrecht erhalten. Die Verſammlung nahm, im ganzen geſehen, als
Pro=
teſtkundgebung einen würdigen und impoſanten Verlauf.
Der Vorſtand ſpricht dem bewährten Verſammlungsleiter einmütig
ſeine uneingeſchränkte Anerkennung aus.”
(gez.): Koch. Wolf. Weber. Regel. Meier. Bellof. Winter.
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— Orpheum. Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt: Zeitungs=
Kiosk am Schloß von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends, am
Verkehrs=
bureau von 9—12 Uhr und an der Kaſſe des Orpheums ab 3 Uhr
un=
unterbrochen. (Siehe Anzeige.)
— Martinsgemeinde. Montag, den 22. März, abends 8 Uhr hält
Herr Spaich aus Stuttgart im Gemeindehaus (Liebfrauenſtraße 6)
einen Voxtrag mit Lichtbildern über „Aerztliche Miſſion.”
Der Eintritt iſt frei.
Von der ſtädtiſchen Haushaltungsſchule. Die ſeit dem Jahre
1889 hier beſtehende ſtädtiſche Haushaltungsſchule hat die Aufgabe
ſchul=
entlaſſenen Mädchen eine gründliche Vorbereitung auf den
Hausfrauen=
beruf zu vermitteln. Das geſchieht in beſonderen Tageskurſen.
Hier werden die Mädchen in 32 Wochenſtunden in allen Gebieten der
Hauswirtſchaft unterrichtet. Selbſtverſtändlich kommt dabei auch die
Allgemeinbildung nicht zu kurz. Schülerinnen, die an den
Zweijahres=
kurſen teilnehmen, alſo 10 volle Schuljahre haben, ſind vom 11.
Pflicht=
jahr befreit. — Für ältere Mädchen beſtehen beſondere
Abend=
kurſe, in denen die praktiſche Hauswirtſchaft beſonders zu ihrem Recht
kommt. Sie ſind mehr als Wiederholungskurſe gedacht, und in ihnen
hat ſich ſchon gar manche Braut und manche junge Frau das Rüſtzeug
für eine richtige Haushaltsführung geholt. Anmeldungen werden
am 25. März, nachmittags 4—7 Uhr, Alexanderſtraße N, noch von denen
entgegengenommen, die nicht bereits für das kommende Schuljahr als
Schülerinnen eingetragen ſind. (Siehe die betreffende Anzeige.)
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Seite 5
*Der Schatz von Naxa.
Auf Veranlaſſung der Volkshochſchule hielt am Freitag abend Dr.
Ernſt Zeh einen Vortrag über den „kaiſerlichen Schatz von
Nara”. Dr. 3.h hatte Ende Februar bereits im Darmſtädter Tagblatt
einen längeren Aufſatz über den kunſtkulturgeſchichtlich hochbedeutſamen
Schatz aus dem Beſitz der japaniſchen Kaiſer veröffentlicht, und auch „Die
Gegenwart”, unſere illuſtrierte Beilage, brachte einige Abblldung n
die=
ſer Wunderwerke aſiatiſcher Kunſt. Der Vortrag von Dr. Zeh, der in
der Techniſchen Hochſchule ſtattfand, hatte neben den ausg zeichneten
ſach=
kundigen Darlegungen des Redners ſeine beſondere Bedeutung in einer
Fülle techniſch vollkommener Lichtbilder, die geeignet waren, den
An=
w=ſenden einen umfaſſenden und bleibenden Eindruck von den
Koſtbar=
keiten der kaiſerlichen Schatzkammer in Nara zu vermitteln.
Scinen Ausführungen ſtellte der Redner ein Zitat des Heidelberger
Sinologen Krauſe voran, in dem beklagt wird, daß die Unkenntnis der
alten Geſchichte Oſtaſiens bei uns ſo viele Irruimer über dieſes Land
erzeugt hat, und ein Zitat aus dem Werke von Hallauer „China und
ſeine Wirtſchaft”, in dem erklärt wird: „Für die allgemeine Unkenntnis
über China und ſeine Geſchichte gibt es keine Entſchuldigung.” China —
ſo fügte der Redner hinzu — iſt nicht nur ein Land, wie es zumeiſt von
den Europäern angeſehen wird, um dort Geſchäfte zu mach n, ſondern
auch eine geiſtige Weltmacht.
Weiter führte der Vortragende dann etwa aus: Zur Zeit, als der
Schatz von Nara zuſammengetragen wurde, im 8. Jahrhundert, ſtand
China im Mittelpunkt der aſiatiſchen G.ſchichte; China, Korea und
Ja=
pan waren damals eine geſtige Einheit. Die Zeugniſſe der Kunſt und
des Kunſtgewerbes jener Zeit ſind uns nicht in dieſer Fülle und
Voll=
kommenheit in China ſelbſt, ſondern im Tempelbezirk von Nara erhalten.
Die Bilderfolge zeigte Anſichten von japaniſchen Tempeln, von
Bud=
dha=Statuen, von dem Todaifi Kloſter bei Nara, in deſſen Gebiet der
Shoſoin liegt, das iſt das Gebäude, ein rieſiger Blockbau, in dem der
Schatz aufbewahrt wird. Im Anſchluß an dieſe Lichtbilder machte der
Vortragende einige Mitteilungen über die Herkunft der Schätze des
Sho=
ſoin. Er iſt die Hinterlaſſenſchaft des Kaiſers Shomu (F 756), die ſeine
Tochter, die Kaiſerin Koken, dem Roſhana Buddha des Todaiji=Kloſters
weihte. Die Kaiſerinwitwe Komyo machte weitere Stiftungen zum
Seelenheil des Kaiſers. Die noch erhaltene Stiftungsurkunde gab
An=
laß, über die verſchiedenen Arten der Buddha=Verehrung zu ſprechen.
Nach einer Darſtellung der bedeutſamen kulturgeſchichtlichen
Zuſammen=
hänge zwiſchen China und Japan verwies der Redner in ſeinen
Erklä=
rungen die Entſt hung der Kunſtwerke von Nara und der Geräte des
Shoſoin in die Zeit der Herrſchaft der chineſiſchen Tang=Kaiſer (618 bis
907). Eine Reihe von Bemerkungen des Redners galten der
Charakte=
riſtik der hohen Blite der chineſiſchen Kunſt jener Zeit, ſowie der
Ein=
führung der Buddha=Neligion in Japan von Korea aus, wodurch Japans
geiſtiges Erwachen und die Umwandlung des japaniſchen feudalen
Ge=
ſchlechterſtaates in einen zentraliſierten Beamtenſtaat nach chineiſchem
Muſter herbeigeführt wurde. An Hand von packenden Lichtbildern ward
nebenbei gezeigt, wie die chineſiſche Plaſtik urſprünglich unkörperlich war,
architektoniſch erfüllt von tiefſtem religiöſem Ernſt; wie dann ein
For=
menwechſel einſetzte und der organiſche Formenaufbau des menſchlichen
Leibes zur Geltung kam; ein Vorgang, der in den Anfang der Narg=
Zeit (Anfang des 8. Jahrhunderts) fiel.
Von den Schätzen in Nara ſagte der Redner, daß ſie pangſiatiſchen
Charakter haben, weil faſt alle Teile Aſiens an der Herſtellung dieſer
Kunſtwerke beteiligt waren; japaniſcher Herkunft ſind ſie nicht. Der
ganze aſiatiſche Kontinent war an ihrer Herſtellung beteiligt: China
und Korea, Indien und Zentralaſien, Perſien und Byzanz.
Und auch angelernten japaniſchen Kunſthandwerkern mag
wohl manches Süück ſeine Entſtehung verdanken. Es iſt eine
Hofkunſt, ariſtokratiſch, aber frei von Uebertechniſierung und
Sno=
bismus. Im Lichtbilde wurden Handſpiegel in den verſchi denſten
Tech=
niken, bis jetzt gänzlich unbekannte Kunſtwerke von ungewöhnlicher
Schönheit vorgeführt; ferner Muſikinſtrumente, Lauten mit koſtbaren
Einlegearbeiten und Malereien, Käſtchen, Waffen, Wandſchirme, Gläſer,
Töpfereien, Webereien, Büchſen, Opferſchalen, Doſen, Tiſchchen,
Kleider=
ſtänder uſw. Der Redner begleitete mit vorrrefflichen und lehrreichen
kulturgeſchichtlichen Erläuterungen die Lichtbilder; er wies beſonders
auf die wundervollen Kunſtformen und das außerordentliche
ornamen=
tale Feingefühl hin, das ſich in dieſen Kunſtwerken des Shoſoin off nbart.
Der Vortragende wies zum Schluſſe noch hin auf die Beziehungen
Deutſchlands zu China, auf die Ausführungen der chineſiſchen Delegation
in Genf, und ſchloß mit den Worten: „Wohl uns wenn unſere deutſche
Nation über das bloße Geſchäftmachen hinaus den geiſtigen Zugang
findet zur chineſiſchen Nation und ihrer uralten, tief
verehrungswürdi=
gen Kultur.” — Der Vortrag wurde von den Anweſenden ſehr
bei=
fällig aufgenommen.
— Aerztliche Miſſion. Lichtbildervorträge, die am
Mon=
tag, den 22. März, im Gemeindehaus (Liebfrauenſtraße), Dienstag, den
23. März, im Eliſabethenſtift, Donnerstag, den 25. März, im
Gemeinde=
haus der Stadtgemeinde (Kiesſtraße), jeweils abends 8 Uhr, abgehalten
werden, möchten mit dieſer notwendigen und ſegensreichen Arbeit, die
der eigentlichen Miſſionsarbeit ergänzend und bahnbrechend zur Seite
tritt, näher bekannt machen. Der vortragende Miſſionar Spaich kennt
dieſe Arbeit aus eigener Anſchauung, die er in Indien gewonnen hat,
und iſt wohl imſtande, durch eine treffliche Serie von Lichtbildern aus
aller Welt einmal die furchtbare Krankheitsnot der Europäer und
Gin=
geborenen in tropiſchen Ländern, dann aber auch die wundervolle Hilfe
chriſtlicher Aerzte im Dienſte der ärztlichen Miſſion zu zeigen. Es
dür=
fen nur die Namen Dr. Lieb=ndörfer und Dr. Albert Schweizer genannt
wverden, um die Bedeutung der ärztlichen Miſſion zu kennzeichmen. Es
ſind ungeahnte Möglickkeiten, die ſich dem Dienſte der barmherzigen
Liebe darbieten, zumal in unſerer Zeit, da es der ärztlichen Wiſſenſchaft
gelungen iſt, neue und wertvolle Heilmittel zu finden, die im Kampf mit
den Tropenkrankheiten von allergrößter Wichtigkeit ſind. Der Beſuch
der Vorträge kann nur empfohlen werden.
— Der Heidenreich= und Sieboldverein iſt zu neuem Leben erwacht,
um ſeine alte Aufgabe, armen Wöchnerinnen über die Zeit größter
Not hinwegzuhelfen zu erfüllen. Vielleicht tat dieſe Hilfe nie ſo not
wie heute, da Arbeitsloſigkeit junge Familien, in denen noch nichts
angeſchafft werden konnte, in bittere Not verſetzt. Staat und Stadt
können da allein nicht helfen, es muß mitfühlende Nächſtenliebe in die
Breſche treten. Dann bauen ſich Brücken gegenſeitigen Verſtehens von
Frau zu Frau durch das ſtarke Empfinden der Mütterlichkeit. Kaum
ſonſtwo erheiſcht unmittelbare Not ſo ſehr unmittelbare Hilfe. — Aber
das einſtige Vermögen des Vereins iſt durch die Inflation geſchwunden,
es muß neues Fundament durch größere Gaben gebaut, es müſſen durch
Jahresbeiträge laufende Einnahmen ermöglicht werden; dann können
die fürſorgenden Frauen des Vereins wieder ans Werk gehen: die vom
Wohlfahrtsamt gemeldeten Wöchnerinnen aufſuchen und ihnen je nach
Vedarf mit Wäſche oder Gewährung von Wochenpflege helfen. — Trotz
dieſer Gaben bleibt das Schönere ihrer Aufgabe das teilnehmende
Wort, das Anbahnen weiterer Hilfe in mancherlei Weiſe. Wer nicht
ſelbſt mithelfen kann, der verſage nicht ſein Scherflein zu dieſem Tun,
das Jeden, der es einmal erfaßt hat, als Selbſtverſtändlichkeit anmutet.
beim Einkauf an die großen Vorzüge und an die ſehr niedrigen Preiſe unſerer hervorragend ſoliden, eiſtklaſſigen
Herren= und Knabenkleidung in den weitaus größten, bequemſten und ſchönſten Verkaufsräumen.
Seite 6
Nummer 80
künftigen Vorauszahlungen.
Entgegenkommen bei Ueberſchreitung der Erklärungsfriſt, jedoch
nicht über den 8. April hinaus!
Vom Reichsfinanzmn ſterium wiro folgende Mitteilung
aus egeden: Gegenwärug ſind die Steuererilarungen über das
Ciw.ommen des Jahres 1925 abzugeben. Hierzu iſt nicht nur
verpflichtet, ner bisher ſeine Volauszahlungen nach dem Umſatz
oder wach dem Vermeggen oder na=h dem ſich aus einer Zw.
ſchen=
bilanz evgebenden mt maßlichen Gewinn entrichtei hal, alſo die worden iſt. Das ganze Geſchäftsgebaren iſt viel zu ideologiſch
Gewerbetreibendein ſondern auch, wer die Vorauszahlungen nach
den Ueberſchüſſen der (innahmen über Werkungstoſten entrich= diejenigen Bauſparer, welche zufällig zuerſt an die Reihe
kom=
tet hatte, alſo die freien Beruſe, größeren Gehaltsempfunger, meu, werden Vorteile auf Vorteile gehäuft, denen keine Aus=
Hausbeſitzer und dergl. Insbeſondere aus den letz eren Kreiſen
wird ſich mancher darüber wundern, daß er nunmehr noh eine
Geſamter’lärung für das Jahr 1925 abzugeben hat, nachdem er
bereits im Laufe des Jahres 1925 am Schluß jedes Vierleljahrs,
zuletzt im Januar 1926, für das letzte Vierteljahr des Jahres
dellariert hat. Richtig iſt, daß in manchen Fällen das jetzt
aizu=
gebende Cinlomwen ſich aus einfachem Zuſammenrechnen der
vier Vierteljahrsbeträge ergeben wird. Immerhin iſt dies aber
züge gemacht werden durften, die jetzt bei der Geſamtertlärung
zuläſſig ſind, z. B. Abſetzungen für Abnutzung, Kirchenſteuern,
Verſicherungsbeiträge. Auch bei denjenisen, die im Januar 1926
von der Befugnis, ihrer letzten Vorauszahlung für 1925 das
Ge=
ſamtein ommen dieſes Jahres zu Grunde zu legen, Gebrauch
ge=
macht haben, kann von der Verpflichtung zur Abgabe der
Steuer=
erllarung nicht abgeſehen werden, da die Steuerpflichtigen
da=
mals noch keinen Vordruck für die Geſamterklärung hatten und
daher keine Gewähr dafür beſteht, daß die abgegebenen
Erülärun=
gen die Grundlage für eine richtige Veranlagung bieten. Es
kommt nun aber gerade darauf an, nachdem die
Einlommen=
ſteuerveranlagung in den Jahren 1923 und 1924 ausgefallen iſt,
jetzt endlich wieder eine richtige Einkommenſteuererklärung und
einen Steuerbeſcheid zu bekommen, da darauf die künftigen
Vor=
auszahlungen aufgebaut werden. Für die Vorauszahlung, die tag, den 25. März d. J., wegen Umbaues des Bahndammes bei
am 10. April fällig wird, werden allerdings noch die Grundſätze Kettenheim zwiſchen Alzey und Kettenheim für längere Zeit
des Steuerüberleitungsgeſetzes maßgebend bleiben müſſen.
Da=
gegen wird dafür geſorgt werden, daß insbeſondere diejenigen, Worms und Kettenheim und zwiſchen Alzey und Bingerbrück
die nach Ueberſchuß der Einkünfte über die Werbungs oſten ver= ein Pendelverkehr eingerichtet, der am 25. März um 8.20 vorm.
ſteuern, bis Ende Juni ihren Steuerbeſcheid in den Händen nach Abfahrt des Zuges 1828 in Kettenheim nach Worms in
haben, ſo daß die am 10. Juli und ſpäter fälligen Vorauszah= Kraft tritt. Der Perſonenverkehr zwiſchen Worms und Alzey=Ort
lungen in Höhe eines Viertels der für das Jahr 1925 im
Steuer=
beſcheid feſtigeſtellten Steuerſchuld entrichtet werden können und zwiſchen Kettenheim und Alzey aufrecht erhalten, wofür alle für
es dadurch den Steuerpflichtigen erſpart bleibt, ihre
Voraus=
zahlungen jedes Vierteljahr wieder ſelbtätig zu errechnen. Die
jetzige allgemeine Abgabe von Steuererklärungen bildet ſomit
die Grundlage für die Ueberleitung von dem bisherigen annor= auf den Stationen bekannt gegeben.
malen in das künftig normale Vorauszahlungsſyſtem. Es ſei
darauf hingewieſen, daß die Friſt für die Abgabe der
Steuer=
erlärung an ſich am 27. März abläuft. Wegen der Schwierig= bis 140, Winterkohl 25—30, Noſenkohl 50—60, Wirſing 20—25, Weißkraut
keiten, die ſich insbeſondere für Gewerbetreibende bei der
dies=
maligen Wbgabe der Steuererklärungen ergeben können, wird ten 130, Zwiebeln 15—20, Gelberüben 15—20. Roterüben 10,
Schwarz=
aber von der Feſtſetzung von Zuſchlägen wegen
Friſtverſäum=
nis abgeſehen werden, wenn die Einkommen= oder Körperſchaf s= dieschen 15, Meerrettich 80, Sellerie 10—50; — Eßäpfel 20—35,
Fall=
ſteuererllärung ſpäteſtens bis zum 8. April beim Finanzamt ein=
Umſatzſteuererklärung.
— Stadtverordnetenverſammlung. Zu dem Bericht in Nummer 78
ſchreibt uns berichtigend Herr Beigeordneter Ritzert, daß er nicht
für die Vorlage eingetreten ſei und ſie genau ſo wie ſein Kollege
Buxbaum abgelehnt habe, weil er auf dem Standpunkt ſtehe, daß das
hierfür benötigte Geld viel beſſer für andere Zwecke, insbeſondere auch
für die Ausbildung von Flugzeugviloten und die Förderung der
Darm=
ſtädter Fliegerintereſſen, insbeſondere der Akademiſchen Fliegergruppe,
verivendet werden könnte. — Unſer Berichterſtatter bemerkt dazu:
Wenn die Ausführungen des Herrn Beigeordneten Ritzert faſch
verſtan=
den wurden, ſo liegt das an verſchiedenen Urſachen, unter denen die
hervorſtechendſten ſind: die ſchlechte Akuſtik im Saalbauſaal und die
durchaus unzweckmäßige Plazierung der Preſſe vor dem Zuhörerraum.
Es wäre in hohem Grade erwünſcht, wenn hier ſeitens der
Stadtver=
waltung baldigſt und umfaſſend Abhilfe geſchähe.
— Ludwigshöhe. Das morgige Konzert des Städtiſchen Orcheſters
leitet Obermuſikmeiſter a. D. Hauske. Aus der Vortragsordnung ſeien
beſonders hervorgehoben: Die Quvertüre zur. Zauberflöte” von Mozart,
Adelaide” von Beethoven, Motive aus dem „Fliegendn Holländer” von
N. Wagner. Fantaſie aus dem „Poſtillon von Lonjumeau” von Adam,
Serenade für Flöte und Waldhorn u. a. m. (Siehe auch heutige Anz.)
Sonntag, den 21. März 1926
— Aus Baukkreiſen wird uns geſchrieben: Die verſtärkte
Bedeutung der Einkommenfteuererklärungen für die Propasanda, welche die Gemeinſchaft der Freunde in Wüſtenrot
aufgenommen hat, kann die Tatſache nicht aus der Welt ſchaffen,
daß ſeitens der württembergiſchen Regierung ein Verfahren
an=
gedroht iſt, das mittlerweile wohl ſchon in Gang geſetzt wurde
und das ſich darauf gründet, daß der ganze Geſchäftsbetrieb „der
erſorderlichen geſetzlichen Grundlage ermangelt” (Verſtoß gegen
das Depot= und Depoſitengeſetz). Dieſer Mangel kann in
zivil=
rechtlicher Hinſicht die Ungültigkeit der Bauſparverträge im
Sinne der 88 119, 134 und 323/5 des B.G.B. zur Folge haben.
worauf die Gemeinſchaft der Freunde ausdrücklich hingewieſen
und viel zu wenig banktechniſch einwandfrei aufgezogen. Auf
gleichung gegenüberſteht. Dieſe Bevorzugung erfolgt zum
Nach=
teil der viel größeren Zahl der Bauſparer, welche erſt nach vielen
Jahren mit der Zuweiſung des erhofften Baulapitals rechnen
können. Dazu kommt die Unſicherheit der Geldanlagen, welche
aus der faſt 100prozentigen Beleihung der Neubauten reſultiert.
1925, für die jeweils fällige Vorauszahlung ſein Einkommen Wer die Abſicht hat, einen Bauſparvertrag abzuſchließen, ſollte
zum mindeſten den Ausgang des Cinſchreitens ſeitens der
würt=
tembergiſchen Regierung abwarten.
— Veranlagung zur V rmögensſteuer. Der Zentralverband der
doch nicht die Regel, da für die Vorauszahlungen nicht all: Ab= Hausbeſitzervereine hat an d.n Reichsfinanzminiſter eine Eingabe
gerich=
tet, die in nachſtehenden Anträgen gipfelt: 1. Den Hausbeſitz für das
Jahr 1925 lediglich nach dem Ertragswert zur Vermögensſteuer
heran=
zuziehen bezw. ihn wegen des mangelnden Ertrags von der Steuer
frei=
zuſtellen. Geleiſtete Vorauszahlungen ſind zu erſtatten oder auf künftige
Reichsvermögensſteuern anzurechnen ,2. die Hausbeſitzerorganiſation
bezw. deren örtliche Vertretung in den Grundwertausſchüiſſen gebührend
heranzuzichen (die Verordnung über die Bildung der
Grundwvertaus=
ſchüſſe und der G=werbeausſc liſſe bei den Finanzämtern und ihr
Ver=
fahren datiert vom 11. d. und iſt im Reichsgeſetzblatt Nr. 14 vom 16. d.
enthalten) 3. Für den Fall, daß trotz der in der Eingabe enthaltenen
Ausführungen und entgegen den Grundſätzen des
Reichsbewertungsge=
ſetzes eine Zwiſchenveranlagung gemäß § 85 des RBwG. für das Jahr
1925 vorgenommen werden ſollte, Vertreter des Hausbeſitzerverbandes
ſo rechtzeitig zu hören, daß ſie in der Lage ſind, ihre konkreten Wünſche
hierzu vorzutragen.
Die Strecke Worms—Alzet—Bingen wird ab
Donners=
unterbrochen. Für die Dauer der Bauarbeiten wird zwiſchen
und Uebergang wird durch Anſchluß=Kraftwagenverbindungen
die Eiſenbahnſtrecke gültigen Fahrlarten ohne Zuſchlag gelten.
Der in Kraſt tretende Pendelfahrplan mit den Anſchluß=
Kraft=
wagenverbindungen wird durch Deckblatt zum Aushangfahrplan
— Darmſtädter Wochenmarktpreiſe am 20. März (je Pfund bzw.
Stück in Pfg.): Speiſekartoffeln 4—5, Salatkartoffeln 4, Blumenkohl 35
18—3. Rotkraut 18—20, Kohlrabi (unterirdiſche) 10. Spinat 35,
Toma=
wurzeln 40—50, Kopfſalat 25—40, F ldſalat 80—100. Endivien 120, Na=
und Kochäpfel 10—20, Apfelſinen 5—15. Zitronen 4—10. Bananen 15—20,
Dörrobſt 40, Mandarinen 50; — Schweinefleiſch 128—140, Kalbfleiſch
geht. Im Intereſſe der Vereinfachung gilt das Gleiche für die 110—190. Rinfleiſch 80—90, Hackfleiſch 82—100, Hausmacherwurſt 80 bis
160, Geflügel 120—180; — Vierpfundbrot 65—70; — Süßrahmbutter
230—240, Landbutter 190—200 Eier 12—14, Handkäſe 5—16,
Schmier=
käſe 35 Pfg.
Henny Porten erfreut täglich zahlreiche Beſucher des Reſidenz=
Theaters in ihrem neuen Film „Roſen aus dem Süden”. 4293
Tageskalender für Sonntag, den 21. März 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 6 Uhr, Ende 10
Uhr, A 15: „Tannhäuſer”. — Kleines Haus, vorm. 11½ Uhr,
erſter Vortrag Johannes Müller: „Not und Sorge.”; abends 7 Uhr,
Ende gegen 10 Uhr, Zuſatzmiete III (9): „Sakuntala”. —
Orphe=
um, abends 8 Uhr: Varieté. — Frankfurter Hof: Künſtler=
Konzert. — Wanderklub Falke 1916: Schnitzel=Jagd. —
Kriegerverein 1874, nachm. ½4 Uhr, in der Reſtauration
„Stadt Coburg”, Waldſtraße 2: Hauptverſammlung”. — V. f. R.
Darmſtadt, abends 8 Uhr, im Rummelbräu: Frühlingsball. —
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenztheater, Palaſtlichtſpiele.
Kunſtnotizen.
deder Werte. Künſter und fünſtleriſche Deranſtaltungen, deren im Nachſtebenden Grwddnung
geſchiebt, behält ſich die Redaltion ibr Urtell vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. Buſter Keaton, der
Ma=
troſe. Buſter Keaton auf, über und unter dem Waſſer, 6 Akte!
Buſter Keaton, der große amerikaniſche Groteskkomiker, erzielt ſeine
zwerchfellerſchütternden Wirkungen nur mit der — Ruhe. Man muß
ſein unbewegliches Geſicht geſehen haben, mit dem er die unglaublichſten
Abenteuer beſteht. Den Höhepunkt ſeiner Kunſt hat der beliebte
Dar=
ſteller entſchieden in dem neueſten Metro=Galdwyn Film, der Ufa „Buſter
Keaton als Matroſe” erreicht. Das Tollſte an unglaublichen
Aben=
teuern, an verrücktem Seemannslatein, das je in einem Filmwerk
ge=
zeigt wurde. Auch heute wird das Theater von brauſendem Lachen,
nein, von einer Delonation des Lachens erfüllt ſein, denn bei dieſem
Trommelfeuer filmiſcher Witze kann kein Auge trocken bleiben. Zweiter
Schlager: Donner, der ſtille Held, 6 Akte!. Die Dankbarkeit
Außerdem die neueſte Wochenſchau. Jugendliche haben Zutritt.
des treuen Schäferhundes und die Heldentaten dieſes klugen Tieres.
* Union=Theater: Sie verſäumen viel, wenn Sie ſich nicht
noch in letzter Stunde den großen volkstümlichen deu ſchen Film „G./iß
mr das blonde Kind am Rhein!” anſehen. Max Glaß, der ſein
Publikum genau kennt, hat hier alles vereint, was es zu ſehen gekommen
iſt: gute Friedenszeit, Studenten, Rheinfahrten, Weinkneipen,
Kriegs=
zeit, Abſchied von der Heimat, Tod und Gefangenſchaft, die Nachkkriegszeit
mit ihren Schiebern und den Menſchen, die ſich r dlich, mühſelig und
langſam durcharbeiten. Das Spiel zweier Fraucn, der Richard und der
Hanni Reinwald, macht den Film beſonders anziehend. Hanni
Rein=
wald wirkt durch ihr Ausſehen und ihre Anmut, die Richard wächſt als
gütige und verſtehende Muttr in einzelnen Szenen ſchauſpieleriſch zu
monumentaler Größe. Dem Film voraus geht eines jener ganz tollen
komiſchen Abenteuer des genigten Buſter Keaton, der darauf und daran
iſt, ſeine Hoſen zu verlieren.
— Reſidenz=Theater. Di=smal, ſteht das Programm des
Reſidenztheaters im Rahmen einer Luſtſpielwoche. Den Mittelpunkt
köſtlichſten Humors bildet Henny Porten in ihrem neueſten Film „
Ro=
ſen aus dem Süden.‟ Der Film läuft zur Zeit in Berlin im
Primus Palaſt und erzielte einen Bombenerfolg. Wir ſehen in dieſem
Film ebenſo die Wunder der Alpenwelt wie die Arbeitsſtatte, in der das
wohlriechende Parfüm „Noſen aus dem Süden” hergeſtellt wird (was
Gelegenheit zu guten Werksaufnahmen bei Loße gab. Ein Genuß iſt
die Porten. Ob in der Skitracht oder im Laboratoriumskitt=l oder in
Geſellſchaftstoilette — immer geht von ihr der Scharms aus, der ſie ehen
zu „der” Porten gemacht hat. In dieſem Film erreicht ſie den
Gipfel=
punkt köſtlicher Luſtſpielkunſt. — Im Beiprogramm werden zwei
Zwei=
akter (Luſtſpiele), fowie die neu=ſte Wochen= und Modenſchau vorgeführt.
Lokale Veranſtaltungen.
— Am Samstag, den 27. März, veranſtaltet die in hieſigen
Muſik=
kreiſen beſtens bekannte Pianiſtin Fräulein Lina Becker einen
Klavierabend unter Mitwirkung von Herrn Willy Renner=
Frankfult a. M. (Siehe heutige Anzeige.)
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für
Ortsge=
ſchichte. Hotel Prinz Karl Alt=Darmſtadt=Zimmer. Donnerstag
abend ſpricht Robert Schneider über „Werden und Weſen unſerer
Heimatſprache”, (Geſchloſſener Kreis.)
— G. Tſchirn=Wiesbaden. Prediger der freireligiöſen Gemeinde,
ſpricht am Dienstag abend in der Aula des Realgymnaſiums (neben
Buchhdlg. Saeng) über das Thema „Freigeiſt ge Kultur= und
Erziehungs=
aufgaben.”
Neue Grammophonplatten.
Die deutſch. Grammophonplatten Induſtrie vergrößert ihre
Leiſtungs=
fähigkeit von Tag zu Tag. Es iſt kein Zweifel, daß auf dieſem Gebiet die
deutſche Induſtrie ſicher an der Spitze marſchiert. Die von der
Deut=
ſchen Grammophon A.=G Berlin herausgebrachten neuen
laut=
ſtarken Platten ſind ſo ausgezeichnet, daß kaum noch Verbeſſerungen
möglich erſcheinen. Dieſe nach neuem elektriſchen Aufnahmeverfahren
hergeſtellten Platten geben die Orcheſterwerke wie auch Singſtimmen in
bewundernswerter Vollendung wieder. Von den neu herausgebrachten
Platten ſind es b=ſonders der „RoſenkavalierWalzer” 1. und 2. Teil
von Marek Weber mit ſeinem Künſtler=Enſemble im Hotel Adlon
geſpielt, die die ganze gediegene Künſtlerſchaft dieſes Enſembles reſtlos
wir dergegeben. Ebenſo auch „Valencia und Valentine”, lautſtarke Oneſtep=
Tanzplatten vom gleichen Orcheſter geſpielt.
Zum Lobe des Efim SchachmeiſterEnſembles für den
Gram=
mophon braucht heute nichts mehr geſagt zu werden. Wer einmal
Schach=
meiſter=Platten verwendet hat, wird immer wieder nach dieſen ſuchen=
Vom Schachmeiſter Enſemble ſind neu herausgebracht „Die Nacht der
Nächte” aus der Revue „Schreib keine Briefe” (Foxtrott) und „Die
Polizei regelt den Verkehr” (Oneſtep). Als letzte N uheit bringt die
Deutſche Grammophon A.=G. ebenfalls in lautſtarken Platten Ungariſcher
Tanz Nr. 8 und Walzer 4=Dur op. 39 von Brahms heraus, die das
meiſterhafte Violinſpiel von Erica Morini (am Flügel Michael
Rauch=
eiſen) in techn ſcher Voll.ndung dem Grammophonfreund vermitteln.
Wohl ſelten hat eine junge Künſtlerin einen ſo raſchen
internatio=
nalen Aufſtieg genommen, wie die Geigerin Erica Morini. Noch vor
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ge=
ſchloſſene Perſönlichkeit geworden, die in der erſten Reihe der
Geigen=
künſtler ſteht. Beſonders ſchön iſt ihr von Wärme und leuchtendem Glanz
erfüllter Violinton, der auf der vorliegenden Platte in den beiden Sülicken
von Brahms prachtvoll f. ſtgehalten worden iſt.
zu Oſtern und für die Schule einen „Bleble‟
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Nummer 80
Sonntag, den 21. März 1926
Seite 7
Familiennachrichten
In dankbarer Freude
zeigen die Geburt eines
Stammhalters an
Georg Crößmann u. Frau
Käthe, geb. Mager.
Darmſtadt, 18. März 1926. *7815
Statt Karten.
Lieſel Scholl
Julius Winkler.
Verlobte
Darmſiadt
Pfungſiadt
Dankſagung.
Für die ſo überaus zahlreichen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem Heimgang unſerer lieben
Entſchlafenen, der Seele unſeres Hauſes, ſagen wir
Allen herzlichen Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Dahlinger für ſeine troſtreichen Worte
am Grabe, ſowie dem Kirchenchor für ſeinen
er=
hebenden Grabgeſang.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Gg. Sauerwein II.
Zeilhard, den 20. März 1926.
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März 1926.
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im 62. Lebensjahre abzurufen.
Die trauernden Sinterbliebenen:
Jakob Wieſenecker
Marie Wieſenecker
Eliſe Wieſenecker.
Darmſtadt, den 18. März 1926.
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Rhönring 17.
Die Beerdigung findet Montag,
den 22. März, nachmittags 3 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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Abensjahre zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Frau Marg. Hönig, geb. Beber
nebſt Kinder. (*7860
Die Beerdigun: findet Montag,
* den 22. März, nachmittags ½3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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Seife 8
Sonntag, den 21. März 1926
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Eberſtadt, 20. März. Kirchliches. In der evang, Kirche
wer=
den am morgigen Sonntag die diesjährigen Konfirmanden vorgeſtellt.
Die Konfirmanden lehrte in dieſem Jahre Herr Pfarrer Paul, während
Herr Pfarraſſiſtent Hagel die Konfirmandinnen vorbereitete.
* Eberſtadt, 19. März. Konfirmation. In dieſem Jahre
werden in der hieſigen evang. Kirchengemeinde 69 Mädchen und 74
Kna=
ben konfirmiert. Die Konfirmation der Knaben erfolgt am zweiten
Oſterfeiertag, während die Mädchen am Sonntag nach Oſtern konfirmiert
werden. — An großen Waſſerleitungsarbeiten nach dem Hirtenbach=
Reſervoir werden gegenwärtig etwa 150 Arbeitsloſe beſchäftigt. Es
han=
delt ſich größtenteils um Auswechſeln und Legen neuer größerer Rohre.
II. Eberſtadt, 20. März. Gemeinderatsſitzung. Vor
Ein=
tritt in die Tagesordnung zur letzten Sitzung wurde, nachdem ſich
Bean=
ſtandungen der Wahl nicht ergeben hatten und dieſe vom Kreisamt
be=
ſtätigt worden war, der am 28. Februar 1926 wiedergewählte
Beigeord=
nete Peter Flick unter Hinweis auf ſeinen früher geleiſteten Dienſteid
durch den Bürgermeiſter eingeführt. Im übrigen galt die Sitzung im
weſentlichen der Beratung der Ausſchußbeſchlüſſe, abgeſehen von einer
äußerſt lebhaften und ſich faſt zwei Stunden, hinziehenden
Schul=
debatte. Den Anlaß hierzu boten zwei Eingaben des Rektors der
Volksſchule, Vogel, die dieſer in Ausführung zweier Beſchlüſſe des
Schulvorſtandes an den Gemeinderat gerichtet hatte. Bei der einen
Ein=
gabe fordert der Schulvorſtand die Verfügungsberechtigung über den
bisher noch unverbrauchten Teil des für Schulbedürfniſſe im
Gemeinde=
voranſchlag unter Rubrik 28 eingeſtellten Kredits, die ihm von dem
Bürgermeiſter abgelehnt worden war mit der Begründung, daß dieſer
Teil für andere unter der genannten Rubrik vorgeſehenen Ausgaben
durch Ueberſchreiten der hierfür ausgeworfenen Kredite in Anſpruch
ge=
nommen worden ſei. Der Schulvorſtand ſtellte ſich auf den Standpunkt,
daß der von ihm einmal beſchloſſene und vom Gemeinderat in den
Vor=
anſchlag für Schulbedürfniſſe eingeſtellte Kredit auch verfügbar ſein
müſſe, ſolle im anderen Falle ſeine Tätigkeit nicht illuſoriſch werden.
Während die Linke des Gemeinderats das Anſinnen des Schulvorſtandes
als berechtigt anerkannte, insbeſondere auch deshalb, weil die
Dringlich=
keit der noch vorgeſehenen Anſchaffungen feſtſteht, wandte ſich die Rechte
unter Hinweis auf die finanzielle Lage der Gemeinde gegen den Antrag.
Die Folge war eine lebhafte, nicht endenwollende Debatte über dieſen
Punkt, die ſich ſchließlich auch in die allgemeinen Fragen der Schulpolitik
verlor und die ſtark auseinandergehenden Anſchauungen zeitweiſe heftig
aufeinanderplatzen ließ. Schließlich wurde ein Vermittelungsvorſchlag,
nach dem der für das Rechnungsjahr 1925 noch erforderliche Kredit
für die vorgeſehenen, unumgänglich nötigen Schulbedürfniſſe bis 600 Mk.
bereitgeſtellt wird, einſtimmig angenommen. Die zweite Eingabe hatte
eine von dem Schulvorſtand einſtimmig gefaßte Entſchließung, die ſich
gegen den Schulabbau richtet und dem Heſſ. Landesamt für das
Bildungsweſen übermittelt werden ſoll, zum Gegenſtand. Auch hier
ent=
ſpann ſich eine lebhaſte Auseinanderſetzung zwiſchen links und rechts,
an der ſich die verſchiedenen Redner der einzelnen Parteien und
Wirt=
ſchaftsgruppen beteiligten. Mit 11 gegen 6 Stimmen fand dieſe
Ent=
ſchließung Annahme. Ein von der Gemeinde im Vorjahre
aufgenom=
mener kurzfriſtiger Darlehens= und Wechſelkredit von 150 000 Mark für
Zwecke des Wohnungsbaues wird, nachdem die Heſſiſche Landesbank die
Möglichkeit dazu gegeben hat, mit 50 000 Mark in ein langfriſtiges
Darlehen umgewandelt. — Die Baugeſuche Franz Simon (
Wohn=
hausneubau in der Wilhelmſtraße), Philipp Kaltwaſſer (
Wohnhausneu=
bau „Am Dautenberg”) und Heinrich Zickler 4. (Wohnhausneubau „Am
Lämmchesberg”) finden gemäß den vorgelegten Plänen Genehmigung.
Die Koſten für die in Ausſicht genommene elektriſche Straßenbeleuchtung
nach dem Lämmchesberg betragen 514,/40 Mark. Der Kredit wird
bewil=
ligt. Ebenſo wird der für die elektriſche Beleuchtung des Feſtplatzes im
Walde erforderliche Kredit von 1600 Mark bereitgeſtellt. Die
Anliefe=
rung der für die Pflaſterung der reſtlichen Teile der Kirch= und
Schul=
ſtraße erforderlichen Pflaſterſteine wird der Firma Krebs=Dietesheim
zum Preiſe von 60 Mark per Kubikmeter frei Bahnhof Eberſtadt
über=
tragen. Die Fuhrleiſtungen und Bieferungen für die
Gemeindeunter=
haltungsarbeiten im Rechnungsjahr 4926 werden den Einlegern zu den
Angebotspreiſen übertragen. Die Wiederbelebung der Bauwirtſchaft
ſoll durch ſteuerliche Begünſtigungen dergeſtalt ermöglicht werden, daß
für das Errichtungsjahr 1926 und die folgenden 5 Jahre von der
Er=
hebung der Grundſteuer abgeſehen wird. Die diesbezügliche Anregung
des Kreisamts wird jedoch zunächſt dem Bauausſchuß zur Prüfung
über=
wieſen, um feſtzuſtellen, ob und wieweit dieſe Begünſtigung auch
rück=
wirkend erfolgen kann. Weitere Vorlagen und Petitionen werden
teil=
weiſe für erledigt erklärt, angenommen oder den Ausſchüſſen zur
Vor=
beratung überwieſen. In geheimer Sitzung: Wohlfahrtsangelegenheiten.
A Pfungſtadt, 20. März. Das Lied von der Glocke. Die
dritte Aufführung des Liedes von der Glocke erfreute ſich ebenfalls eines
guten Beſuches. Auch die Wiederholung ſtand auf beachtenswerter Höhe.
* Ober=Ramſtadt, 20. März. Bei Einfahrt des um 2 Uhr von
Darmſtadt kommenden Perſonenzuges ereignete ſich am Donnerstag
nach=
mittag auf dem hieſigen Bahnhof ein Unfall dadurch, daß ein
Schü=
ler A. von Nieder=Modau angeblich die Wagentüre zu früh öffnete, Sie
ſoll infolgedeſſen gegen einen Gepächhandwagen geſchlagen ſein und A.
dabei getroffen haben. Letzterer erlitt einige Verletzungen. Es wurde
ihm alsbald ärztliche Hilfe zuteil. Die Wagentüre wurde abgeriſſen.
Es kann deshalb nicht eindringlich davor gewarnt werden, die Türen vor
dem Halten des Zuges zu öffnen.
* Ober=Ramſtadt, 19. März. Schüleraufnahme. Nach einer
Bekanntmachung der Bürgermeiſterei beginnt das Schuljahr 1926/27 am
19: April 1926. Die Aufnahme der Kinder findet an dieſem Tage im
Schulhaus. Darmſtädter Straße 66, und zwar der Knaben von 9—10
Uhr, der Mädchen von 10—11 Uhr vormittags ſtatt. Die ſchulentlaſſenen
Knaben werden am gleichen Tage nachmittags 1 Uhr, die Mädchen um
2 Uhr im Schulhauſe auf dem Schießberg in die Fortbildungsſchule
auf=
genommen. Auswärtige Schüler, die beabſichtigen, die gewerbliche
Ab=
teilung der hieſigen Fortbildungsſchule zu beſuchen, wollen ſich ſchon jetzt
bei dem Schulvorſtand melden.
30 Jahre Friedberger Geſchichtsverein.
— Am 1. April ſind 30 Jahre ſeit der Gründung des Friedberger
Geſchichtsvereins dahingegangen. Zielbewußt hat er vom erſten Tage
an alle Kraft eingeſetzt, um die Wetterauer Altertums=, Geſchichts= und
Landeskunde zu fördern; um eine Brücke aus der Vergangenheit in die
zu wecken.
Ein getreuer Eckhard hierbei war ihm die Preſſe. Nachdem durch
zahlloſe Aufſätze in Zeitungen und Zeitſchriften der Heimatſinn der
Be=
völkerung geweckt war, folgte eine ſtattliche Reihe von
Sonderabhandlun=
gen, ſowie ſieben anſehnliche Bände „Friedberger Geſchichtsblätter,
Bei=
träge zur Geſchichte und Landeskunde der Wetterau”, das Ergebnis
mühſeliger Kleinarbeit.
Beſonders dankbar gedenkt der Friedberger Geſchichtsverein der
Tat=
ſache, daß es ihm durch opferwillige Mitwirkung von
Stadtver=
waltung, Bürgerſchaft, Kreis, Provinz und der zuſtändigen ſtaatlichen
Bildungsbehörden ermöglicht wurde, das im Jahresdurchſchnitt von Sitz Wimpfen, wird uns geſchrieben: Die hochintereſſanten Einfahrten
mehr als 5000 Perſonen beſuchte Wetterauer Muſeum nebſt Stadtarchib
und Stadtbibliothek ins Leben zu rufen.
Dieſen unerſchöpflichen Born für Volksbildung,
Schulunterricht und Wiſſenſchaft weiter
auszu=
bauen und der Nachwelt als koſtbares Erbe zu
hinter=
laſſen, bleibt die vornehmſte Aufgabe des
Fried=
berger Geſchichtsvereins. Heute freilich ſteht der Verein vor
leeren Kaſſen, kaum imſtande, wenigſtens den dringendſten
Anforderun=
gen der Heimatpflege zu genügen. Möge die Erkenntnis, daß ohne
gei=
ſtige Wiedergeburt kein wirtſchaftlicher Aufſtieg durchführbar iſt, auch
dem Friedberger Geſchichtsverein rechtzeitig entſchloſſene Helfer und neue
Mitglieder zuführen, auf daß noch ferne Geſchlechter bei einem Gange
durch Muſeum, Stadtarchiv und Stadtbibliothek mit Stolz darauf
hin=
weiſen, was hier trotz der Not unſerer Zeit geſchaffen wurde, nämlich
ein bleibendes Ehrenmal treuer Heimatliebe! — Das Poſtſcheckkonto iſt
Amt Frankfurt a. M. Nr. 64 910. Der jährliche Mitgliederbeitrag
be=
trägt zwei Mark.
* Roßdorf, 20. März. In ſeiner letzten Winterveranſtaltung am
Sonntag, den 21. d. M., abends 8 Uhr, im Saale zur Sonne will der
hieſige Turnnverein ſeinen Mitgliedern, Freunden und Gönnern
„Deutſches Turnen im Bühnenbild” zeigen. Alle Abteilungen,
Schüle=
rinnen und Schüler, Turnerinnen, Turner und Volksturner werden in
Frei=, Stab= und Geſellſchaftsübungen, im Turnen an Geräten und in
Volkstänzen den Beſuchern das Reſultat ihrer Winterarbeit vorführen.
Machtvolle Gruppen ſollen das Ende und den Höhepunkt der
Veranſtal=
tung bilden. Eine Riege der beſten Geräteturner der Turngeſellſchaft
Darmſtadt wird am Pferd und Barren hochſtehende Turnkunſt zeigen.
* Michelſtadt, 20. März. Die Odenwälder Vereinigung für Kunſt
und Wiſſenſchaft hatte am Freitag zu einem Lichtbildervortrag im
Gaſthauſe zum „Anker” in Stockheim eingeladen, der durch den
Bank=
vorſteher Habermehl=Michelſtadt gehalten wurde und das Thema „Unſer
Geld in Vergangenheit und Gegenwart” behandelte. Herr Habermehl
gab durch allgemein verſtändliche Ausführungen einen Ueberblick über
die Entſtehung des Geldes, wie dasſelbe in frühern Jahren durch
Tauſch=
waren erſetzt wurde, wobei jedoch vollkommen der Wertmeſſer für die
einzutauſchenden Waren fehlte, ſondern ſich dieſer daraus ergab, ob der
Bedarf ein notwendiger war oder lediglich als Gegenleiſtung in Frage
kam. Der Redner ſchilderte die Entwicklung des Geldes in den
einzel=
nen Zeitabſchnitten und machte die Beſucher durch gute Lichtbilder mit
den jeweils gültig geweſenen Zahlungsmitteln bekannt. Die
Schilde=
rung führte uns alsdann aus der Vorksjegszeit in die Inflation bis
zur Einführung der Rentenmark, die am 15. November 1923 erfolgte,
und berührte kurz die Funktionen der Reichsbank und ſonſtigen Banken,
die ſicherlich für manchen viel Wiſſenwertes brachten.
rs. Rimbach, 20. März. „Alt=Heidelberg‟. Die auf die
Aufführung des Wilhelm=Meyer=Förſterſchen Studentenſtückes
hinwei=
ſende Vornotiz in dieſem Blatte hat nicht zu viel verſprochen. Sie war
erſtaunlich gut. Die Aufführung unter der Leitung des Herrn Lehrers
Lippert war eine wohlgelungene und fand dankbare Anerkennung.
Be=
ſonders fielen neben dem gut ſitzenden Zuſammenſpiele und liebevoller
Wiedergabe der einzelnen dankbaren Rollen, die geſchmackvollen
Bühnen=
bilder auf, denen man auf Landliebhaberbühnen nicht immer begegnet
und die im Dienſte einer echten volkstümlichen Kunſt zur Hebung des
Geſchmackes und der Erziehung zu höheren Anſprüchen, als auf den
landläufigen Notbehelfskitſch nur dienlich ſein können.
t. Hetzbach i. O., 19. März. Die dieſer Tage abgehaltene
General=
verſammlung des landwirtſchaftlichen Konſumvereins nahm unter
Lei=
tung von Herrn Altbürgermeiſter Seip den Geſchäftsbericht durch Herrn
Trautmann entgegen und entlaſtete dieſen, ferner wählte ſie das aus dem
Vorſtand ausſcheidende Mitglied, Herrn W. Krämer=Unter=Moſſau
wie=
der, ebenſo Herrn Kredel=Etzean für den Aufſichtsrat. Einen
Haupt=
beratungspunkt bildeten Aufwertungsfragen. Die Genoſſenſchaft nahm
im Jahre 1913 von zwei Mitgliedern Darlehen auf im Betrag von
7000 Mk. und 3000 Mk. Die beiden Gläubiger verlangen eine
Auf=
wertung. Es wurde eine Kommiſſion gewählt, beſtehend aus den Herrn
Bürgermeiſter Willenbücher von hier, W. Uhrig=Etzean und Adolf
Schwinn=Gebhardshütte, die die Sache betreiben ſollen. Die
Genoſſen=
ſchaft umfaßte vor dem Krieg noch die Orte Airlenbach und Güttersbach,
die jetzt ſelbſtändige Genoſſenſchaften ſind, außerdem ſind die meiſten
größeren Bauern ausgetreten, ſo daß ſich die Genoſſenſchaft meiſt aus
ſogenannten kleinen Leuten zuſammenſetzt.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 20. März. Wohl durch entſprechende
Vorkommniſſe veranlaßt, bringt das Kreisamt Erbach eine
Polizeiver=
ordnung aus dem Jahr 1887 in Erinnerung, die den Beſuch von
Wirts=
häuſern und öffentlichen Tanzlokalen durch Jugendliche regelt. Es heißt
da, daß ſchulpflichtigen Kindern genannter Beſuch ohne Begleitung der
Eltern oder derjenigen, welche deren Stelle vertreten, wie Pflegeeltern,
Vormünder u. dgl., unterſagt iſt. Wirte, die öffentliche Tanzmuſiken
veranſtalten, werden beſonders darauf hingewieſen, daß ihnen die
Kon=
zeſſion für Tanzmuſiken nicht mehr erteilt wird, wenn ſie Mädchen und
Knaben, die der Fortbildungsſchule noch nicht entwachſen ſind, in ihren
Tanzlokalen zulaſſen.
Nummer 80
— Ober=Kinzig, 20. März. Dieſer Tage fand die ordentliche
Gene=
ralverſammlung unſerer Genoſſenſchaft ſtatt, die ſehr zahlreich
beſucht war. Der ſtellvertretende Aufſichtsratspräſident leitete die
Ver=
ſammlung. Rechner Vetter erſtattete den Jahresbericht und verlas die
Bilanz. Der Reingewinn wurde zur Hälfte dem Reſervefonds und der
Betriebsrücklage zugewieſen. Dem Vorſtand wurde einſtimmig Ent=
Gegenwart zu ſchlagen, um Liebe und Verſtändnis für Volk und Scholle laſtung erteilt. An Stelle des wegen Krankheit zurückgetretenen
Bür=
germeiſters Neeg=Ober=Kinzig wurde Herr Philipp Lortz gewählt. Die
ausgeſchiedenen Herren Peter König und Peter Speckhardt wurden
wie=
dergewählt, ebenſo Adam Weyrich jun. Die Zinsſätze der Genoſſenſchaft
wurden eingehend beſprochen, ebenſo der künftige Ausbau des
Waren=
lagers. Die Fuhren von der Station zum Lager wurden an den
Wenigſt=
bietenden verſteigert. Es wurde beſchloſſen, daß die Mitglieder, welch=
Statutenbüchlein haben wollen, ſolche beim Rechner bis 1. April
anmel=
den. Mit einem warmen Appell, künftig treu zur Genoſſenſchaft zu
ſtehen, wurde die Verſammlung geſchloſſen.
Wimpfen, 20. März. Vom Neckarverkehrsverband,
in den Schacht des Salzbergwerkes Kochendorf mit ſeinen in das
Salz=
gebirge eingehauenen unterirdiſchen Sälen, Kapellen, u. a., finden
nun=
mehr im Jahre 1926 durch das dankenswerte Entgegenkommen der
Salinendirektion Friedrichshall jeden erſten Sonntag in den Monaten
Mai bis Oktober ſtatt. Bereits 6 Sonderzüge aus Mainz,
Ludwigs=
hafen, Karlsruhe und Stuttgart ſind ſchon für die Schachteinfahrt und
den Beſuch von Wimpfen angemeldet. Es werden auch die Kanal= und
Schleuſenanlagen der ausgebauten Neckarkanal=Strecke zwiſchen
Heil=
bronn und Wimpfen zweifelsohne manchen Fremden ins Neckartal ziehen.
Die Neckartalgemeinden werden alles aufbieten, um den Salzbergwerks=
und Kanalbeſuchern den Aufenthalt im Neckartal ſo angenehm als
ir=
gend möglich zu geſtalten.
Gernsheim, 20. März. Waſſerſtand des Rheins am 2.
März: 85 Zentimeter.
* Gernsheim, 20. März. Die Wanderabteilung des hieſigen
Turn=
vereins unternimmt am Sonntag eine Märzwanderung mit dem
Ziele Worms. — Zurzeit werden die Schnakenvertilgungsarbeiten im
hieſiger Gemeinde durchgeführt. — Am Dienstag, den 23. März, I. Js.,
vormittags um 9 Uhr, findet die erſte Stamm= und Nutzholzverſteigerung
für Stamm= und Nutzholzſortimente aus dem hieſigen Gemeindewald
auf dem Stadthaus ſtatt. Anläßlich ſeines 60jährigen Prieſterjubiläumg
beglückwünſchte die Stadtverwaltung Gernsheim den Jubiliarprieſter,
Herrn Geiſtl. Rat Hüfner in Gau=Weinheim, einen geborenenen
Gerns=
heimer.
r. Rüffelsheim, 20. März. Auf Hof Schönau wurde eine ziemlich
gut erhaltene, römiſche Bronzemünze mittlerer Größe gefunden, die zur
Zeit des römiſchen Kaiſers Comodus geprägt wurde. (192—180 v. Chr.)
Sie zeigt auf der Vorderſeite das Bildnis der Gemahlin des Kaiſers
mit der Umſchrift „Chriſpira Auguſta”, auf der Rückſeite befindet ſich
die nicht mehr ganz deutliche Umſchrift „Juno Lucina‟. Die Rückſeite
zeigt ferner die ſtehende Juno mit Schale und Szepter und die
Buch=
ſtaben S. C. („Senaſtus Conſulio‟). Die ſeltene Münze wurde dem
Rüſſelsheimer Heimatmuſeum überwieſen. Hof Schönau lag
bekannt=
lich an der Römerſtraße Kaſtel—Groß=Gerau-Gernsheim-—Heidelberg.
r. Rüffelsheim, 20. März. Am heutigen Sonntag, den 21. März,
tagt hier der mittelrheiniſche Regattaausſchuß für die im Juli
ſtattfin=
dende mittelrheiniſche Regatta. — Der hieſige Ruderverein hat in ſeinem
neuerbauten Bootshauſe ein Ruderbecken von 70 Zentimeter Waſſertiefe
errichtet, in dem nächſtens das Sommertraining der Schüler und
Jung=
mannen beginnen ſoll. Für das neue Motorboot wird in der Nähe des
Landungsſteges eine ſchwimmende Halle errichtet.
* Offenbach, 19. März. Der Oberbürgermeiſter hat den
Stadtver=
ordneten den Entwurf des ſtädtiſchen Voranſchlags für das
Rechnungs=
jahr 1926 zugehen laſſen. Die Einnahmen betragen 26 914 000 Mark, die
Ausgaben 28 414 000 Mark, ſodaß ein ungedeckter Fehlbetrag von
1500 000 Mark verbleibt, ungedeckt auch in dem Sinne, daß die
Stadt=
verwaltung keinen Vorſchlag machen kann, wie der Fehlbetrag gedeck
werden könnte. Namhafte Ueberſchüſſe liefert nur Elektrizitätswerr und
Ueberlandanlage (565 000) Gaswerk (460 000), Straßenbahn (87 000),
Waſſerwerk (40 000), Marktverwaltung (24 000) und die
Handwerkerwerk=
ſtätte (11 600). Den größten Zuſchuß verlangt die Wohlfahrtspflege mit
4 323 000 Mark, darunter 623 000 Mark für das Krankenhaus. An
wei=
teren Zuſchüſſen ſind zu nennen: Allgemeine Verwaltung mit 1 262000,
Schuler mit 907 000, Bauverwaltung mit 560 000, Polizei mit 390 000,
Kunſt und Wiſſenſchaft mit 69 000 Mark. Der Anteil an Reichsſteuern
neht vorausſichtlich um 400 000 Mark zurück, die Wohlfahrtspflege
erfor=
dert 900 000 Mark mehr, und die Polizei belaſtet die Stadt dauernd mit
300 000 Mark. Da der Stadt 1925 vom Miniſterium auch 300 000 Mark
an Grundſteuern geſtrichen wurden und die Reichsſteuern hinter, dem
Anſatz zurückbleiben, iſt ſchon dadurch im Rechnungsjahre 1925 ein
Fehl=
betrag von rund 750 000 Mark entſtanden. Eine gänzliche Deckung des
Fehlbetrages im Jahre 1926 wird der Stadt aus eigenen Mitteln
un=
möglich ſein. Vorſchläge für eine Teildeckung will die Verwaltung
machen, ſobald feſte Unterlagen ſür den Anfall an Reichsſteuern und die
Regelung der Sonderſteuer, der Grund= und Gewerbeſteuer durch den
heſſiſchen Staat vorliegen. Der Fehlbetrag wäre noch größer, wem
nicht die ſogenannten Ergänzungsmittel — Gelder für unvorhergeſehene
Ausgaben — von 600 000 auf 350 000 Mark herabgeſetzt worden wären.
Es iſt anzuerkennen, daß der Voranſchlag den Verſuch macht, die
Aus=
gaben einzuſchränken. Es darf aber auch nicht verſchwiegen werden, daß
ſich die Stadt bisher in mancher Beziehung nicht entſchließen konnte, den
Zeitumſtänden Rechnung zu tragen, nur das Allernotwendigſte zu tun
und das Nützliche und Angenehme beſſeren Zeiten zuzuweiſen. Es iſt
nun ſchwer und wenig volkstümlich, Vorſchläge zu Abſtrichen in
ver=
ſchiedener Richtung zu machen. E wird aber nichts anderes übrig
blei=
ben. Man kann den Stadtrerordneten nicht anſinnen, einen Voranſchlag
mit einem Fehlbetrag von 1,5 Millionen unverändert anzunehmen, wenn
die Stadtverwaltung ſelbſt nicht in der Lage iſt, einen Fingerzeig zu
geben, wie das Fehlende beſchafft werden könnte. Man kann doch nicht
erwarten, daß Reich und Heſſen den Fehlbetrag decken, wenn man auch
gnerkennen muß, daß Offenbach als größter Induſtrieort Heſſens heute
gewiß nicht auf Roſen gebettet iſt.
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[ ← ][ ][ → ] mA.
ſigen Turn
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100 b. Gr)
des Kaiſer)
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Närz,
tautfie
Nummer 80
*Offenbach, 19. März. Zur Zeit der Lebensmittelkrappheit in der
Kriegs= und Nachkriegszeit wurde hier ſtädtiſches Gelände für
Klein=
gartenbau abgegeben. Die damalige Not iſt vorüber. Mancher
Klein=
gärtner behält aber ſein Pachtland aus Liebhaberei,
Geſundheitsrück=
ſichten oder auch aus Mangel an anderer Arbeit bei. Es zeigt ſich aber
nun, was man vielleicht auch anderwärts feſtſtellen kann, daß ſich der
Kleingartenbau auf die Finanzen der Stadt nicht gerade günſtig
aus=
wirkt. Die Wege außerhalb der Stadt alſo in der Gemarkung, konnten
nämlich vor dem Kriege mit 18 000 Mk. in ordnungsmäßigem Zuſtande
gehalten werden. Sie verurſachen heute einen Aufwand von 43000 Mk.
Der Verkehr zwiſchen den Kleingärten iſt nämlich lebhafter geworden
und beeinträchtigt die Wegſamkeit der Feldwege.
Rheinheſſen.
Nackenheim, 19. März. Der Sportverein „Allemania” beſchloß in
ſeiner am letzten Sonntag ſtattgefundenen Generalverſammlung, am
Oſtermontag ſein diesjähriges Stiftungsfeſt im Gaſthaus zum Schif,
beſtehend in Konzert und Ball, abzuhalten. Außer verſchiedenen
ſport=
lichen Darbietungen im Konzert ſoll auch der Geſangverein „Frohſinn”,
zur Mitwirkung für den geſanglichen Teil eingeladen werden. Bei dem
Bezirksturnen in Nierſtein am letzten Sonntag wurden folgende Turner
des hieſigen Turnvereins preisgekrönt: 1. Overſtufe: Johann Keller mit
119 Punkten den 1. Preis; Martin Schneider mit 98 Punkten den 5.
Preis: Peter Jung mit 97 Punkten den 6. Preis. 2. Unterſtufe:
Fried=
rich Schwarz mit 101 Punkten den 3. Prcis; Paul Sans mit 98 Punkten
den 5. Preis; Anton Ley mit 85 Punkten den 7. Preis; Chriſtoph
Heckels=
müller mit 99 Punkten den 11. Preis. — Das ſeltene Feſt der
Diaman=
tenen Hochzeit feiern am kommenden Mittwoch die Eheleute Paul Jung
und Frau, geb. Janz. Das Jubelpaar erfreut ſich noch
außergewöhn=
licher Rüſtigkeit und kann heute noch arbeiten in Haus und Feld. Möge
dem Jubelpaar noch ein recht langer und ruhiger Lebensabend
beſchie=
den ſein.
M. Bingen, 19. März. Binger Chronik. Der Katholiſche
Kirchenmuſik Verein Bngen blickt in dieſem Jahre auf ein 50jähriges
Beſtehen zurück. Aus dieſem Anlaß findet am 30. Mai. eine Feier ſtatt,
zu der die auswärtigen Brudervereine erwartet werden. — Der
Marine=
verein Bingen und Umgegend lebt wieder neu auf. Es iſt zu hoffen,
daß der Verein bald wieder ſeine früher innegehabte Stellung im
Vereinsleben der Stadt einnehmen wird. Der Vorſtand wurde in der
ſetzten Verſammlung neu gewählt. Das Gründungsmitglied. Dewez
wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Wildſchaden=
Kommiſ=
ſionen. Die beiden Wildſchaden=Kommiſſionen des Kreiſes Bingen
ſetzen ſich wie folgt zuſammen: 1. Bezirk Bingen: a) Sachverſtändige:
Forſtmeiſter Klamm=Bingen (Vorſitzender), Altbürgermeiſter Scholl=
Aſpisheim, Bürgermeiſter Hemmes=Gaulsheim; b) Erſatzmänner:
Land=
wirt Georg Huber=Dromersheim, Landwirt Lorenz Deſſoy=Kempten,
Oberpoſtfekretär Franz Bungert=Bingen. 2. Bezirk Ingelheim: a)
Sach=
verſtändige: Forſtmeiſter Klamm=Bingen (Vorſ.) Schmiedemeiſter Joh.
Phil. Huf=Nieder=Ingelheim, Landwirt Wilhelm Heſſel=Gau=
Alges=
heim; b) Exſatzmänner: Landwirt Karl Mett=Nieder=Ingelheim
Bei=
geordneter Hattemer Gau=Algesheim, Landwirt Andreas Metzler=
Bubenheim.
Oberheſſen.
b. Friebberg, 19. März. Der an die hieſige Frauenſchule
ange=
ſchloſſene Fröbelgarten veranſtaltete am Sonnntag nachmittag im Hotel
Trapp unter dem Namen „Kinderabend” eine Veranſtaltung, welche bei
ſehr ſtarkem Beſuche einen wundervollen Verlauf nahm. Für die
Zu=
ſchauer war es eine wahre Freude, zu ſehen, mit welchem Eifer die
klei=
nen Darſteller ſich ihrer Sache hingaben und ſich nicht mehr bewußt
waren, daß ſie auf der Bühne ſpielten, ſondern alles ſelbſt miterlebten.
Die Darſtellung fand bei den überaus zahlreichen Zuſchauern den
reg=
ſten Beifall. Auch die von der Schiller= und Frauenſchule in den
Räu=
men der Schule veranſtaltete Ausſtellung erfreute ſich, wie auch in
frühe=
ren Jahren, eines ſtarken Beſuches und einer allſeitigen Anerkennung.
Die Ausſtellung erſtreckt ſich auf die verſchiedenſten Arten
hauswirtſchaft=
licher und handarbeitlicher Tätigkeit und gereichen Lehrerinnen und
Schülerinnen zu vollſtem Lobe. Beſondere Bewunderung verdient noch
das im Kindergarten hergeſtellte Spielzeug und die Kochabteilung, die
die verſchiedenſten Gerichte und Speiſen in ſchöner Aufmachung
auf=
weiſt. — Der „Verein der Freundinnen junger Mädchen” veranſtaltete
am Dienstag abend einen Vortragsabend, bei dem Herr Profeſſor Keller
über Ludwig Richter ſprach, Herr cand. theol. Draudt begleitete die
Sonntag, den 21. März 1926
anſchießenden Lichtbilder durch den Vortrag von Dichtungen, die dem
Geiſte der Darſtellungen entſprachen. Der Verein, deſſen Vorſitzende
Frau Direktor Schäfer iſt, hat den Zweck, ſich heimatloſer junger
Mäd=
chen anzunehmen und ihnen beſonders auf der Durchreiſe ein Obdach
zu gewähren. Der Verein verfügt bis jetzt nur über geringe Mittel,
doch iſt es ihm gelungen, einige entſprechende Räume zur Verfügung zu
haben.
* Stockheim, 19. März. Der hieſige Bahnhof ſoll eine bedeutende
Erweiterung erfahren, und zwar gilt es, den Nangierbahnhof in
der Richtung nach dem Orte Selters auszudehnen. Dabei iſt es
not=
wendig, eine Anhöhe abzutragen, ſo daß gewaltige Erdmaſſen zu
be=
wegen ſind. Die Ausführung iſt der Firma Dicker und Co., Düſſeldorf,
übertragen worden und ſoll am 1. April in Angriff genommen werden.
Der Verkehr auf dem hieſigen Bahnhof, auf dem die Strecke Lauterbach
—Vilbel — Frankfurt die oberheſſiſche Strecke Gießen — Gelnhauſen
kreuzt, hat in den letzten Jahren bedeutend zugenommen.
IU. Gießen, 19. Mirz. Die Vertretung des
Arbeits=
rechts an der Univerſität Gießen. Die Juriſtiſche Fakultät
der Univerſität Gießen ſchreibt uns: Der Gewerkſchaftsring deutſcher
Arbeider=, Angeſtellten= und Beamtenverbände hat an die Miniſterien
des Neichs und der Länder das Erſuchen gerichtet, an einer Reihe
deut=
ſcher Univerſitüten, darunter auch Gießen, ſelbſtändige Lehrſtühle ſtir
Arbeitsrecht zu erricht n, da der gegenwärtige Zuſtand der
arbeitsrecht=
lichen Ausbildung auf den deutſchen Univerſitäten unerträglich ſei und
es mit verſchwindenden Ausnahmen an Einrichtungen fehle, die den
zu=
künf igen Praktikern des Arbeitsrechts eine wiſſenſchaftliche Vorbereitung
für ihren Beruf ermöglichen. Demgegenüber ſei feſtgeſtellt, daß an der
Univerſität Gießen Arbeitsrecht mit ſeinen Nebendiſziplinen durch einen
auf dieſem Gebiete als Forſcher und Lehrer anerkannten Gelehrten (
Pro=
feſſor Dr. Groh) hauptamtlich vertreten iſt und in Vorleſungen und
Uebungen regelmäßig behandelt wird. Daher iſt jedenfalls für die
Uni=
verſität Gießen die von den Gewerkſchaften erhobene Forderung bereits
befriedigt.
WSN. Bad=Nauheim, 19. März. Ausbau des
mediziniſch=
wiſſenſchaftlichen Inſtituts. Der heſſiſche Finanzminiſter
hat dem Heſſiſchen Landtag eine Vorlage, betreffend den Ausbau des
mediziniſch=wiſſenſchaftlichen Inſtituts in Bad=Nauheim zugehen laſſen,
in der dargelegt wird, daß das Inſtitut gegenwä tig in einer Art und
Weiſe untergebracht ſei, die ſeiner Bedeutung und Würde nicht
ent=
ſpreche. Nachdem ſich die beiden eingeholten Gutachten der mediziniſchen
Fakultät der Landesuniverſität Gießen ſowie der Abteilung für
Geſund=
heitspflege im Miniſterium des Innern übereinſtimmend für die
Er=
richtung eines Inſtitutsneubaues ausgeſprochen haben, wird der
Neu=
bau nunmehr dem Landtag empfohlen. Das wiſſenſchaftliche Inſtitut iſt
als reiner Zweckbau gedacht, der ſich ohne beſonderen architektoniſchen
Aufwand würdig in den Rahmen der Geſamtanlagen einreihen ſoll. Die
Koſten, die ſich auf insgeſamt 371 000 Mark belaufen, ſollen aus Mitteln
des Bades (Erneuerungsfonds) beſtritten werden.
Grünberg (Heſſen), 20. März. Unſere am Playe befindlichen
Webereien und eine Drahtflechterei können ſich eines regen
Abſatzes erfreuen. Bekannilich hatten die Webereien in der Zeit von
Weihnachten bis Oſtern an Abſatz ſehr zu leiden. Dieſes Jahr und auch
im vergangenen Jahr hat der Verſand bedeutend zugenommen, daß nicht
etwa Nuhetage oder Arbeiterentlaſſungen einzutreten brauchten, ſondern
es wurden noch mehr Arbeiter beſchäftigt. Beſonders muß auch die
Drahtflechterei hervorgehoben werden. Täglich werden bedeutende
Mengen Geflecht per Bahn verſchickt. Das Zimmergeſchäft iſt vorerſt
noch ruhig, aber man hofft, daß zahlreiche Aufträge von auswärts
dem=
nächſt eintreffen, und hat auch dementſprechend Vorkehrungen getroffen.
* Heldenbergen, 20. März. Das Heimat= und
Schul=
muſeum, das ſeit einiger Zeit im Entſtehen begriffen iſt, konnte
dieſer Tage wieder durch eine Anzahl wichtiger Funde bereichert werden.
Nachdem man bereits im Beſitz von zahlreichen Gegenſtänden aus der
Römerzeit iſt, fanden die Arbeiter an der Kanaliſation viele Dinge, die
über die Vergangenheit und Anlage der ehemaligen Waſſerburg H
lden=
bergen, im Volkmund bezeichnender Weiſe Naßburg genannt, Aufſchluß
geben. In einer Tiefe von etwa 1,50 bis 2 Meter ſtieß man auf
mäch=
tige Mauerreſte, auf einen 80 Meter langen Knüppeldamm in dem
ver=
ſchütteten ehemaligen Waſſergraben, auf die nördliche Umfaſſungsmauer,
Menſchenknochen, Hufeiſen, Teile von Pferdeſk letten. Die Hufeiſen
ſtammen aus dem Befreiungskrieg, 1813 lagen Ruſſen hier. Die
ehe=
malige Waſſerburg umfaßt jetzt zwei Bauernhöfe, ſie wurde 1383 von
Johann von Stockheim mit Genehmigung der Herren von Hanau erbaut.
— Echzell, 20. März. Goldene Hochzeit feierten kürzlich in
beſter körperlicher und geiſtiger Friſche die Eheleute Heinrich Heller 1.
Seite 9
1V. 3302
So guit wie
Continental-Reifen.
Continental=Regenmäntel,
Regenhüte und
Sportbekleidung,
gummiert und imprägniert,
fürDamen,flerren u. Kinder.
* Alsfelb, 19. März. Ein ausſterbendes Nagetier
fan=
den in einem Steinbruch bei Mardorf mehrere Arbeiter, es handelt ſich
um den Siebenſchläfer. Das Neſt war zwei Meter tief in der
Erde zwiſchen Steinen angelegt, darin lagen ſechs ſtarre Tiere in tiefem
Schlaf. Die Arbeiter brachten ſie dem Jagdbeſitzer, in der warmen
Stube wurden ſie bald munter und lebhaft. Das niedliche Tierchen ſieht
dem Eichhörnchen ähnlich, iſt faſt 20 Zentimeter lang und beſitzt einen
14 Zentimeter langen Schwanz. Seine Lebensweiſe iſt der des
Eich=
hörnchens in Nahrung und Bewegung faſt gleich. Im Herbſt ſammelt
es Vorräte und beginnt ſeinen Winterſchlaf, der mehrfach unterbrochen
wird, im April erwacht es zu neuem Leben.
* Aus dem Lande, 19. März, wird uns geſchrieben: Man muß
an=
erkennen, daß das Landesamt für das Bildungsweſen dauernd bemüht
iſt, der Not der Zeit Rechnung zu tragen und zu den bewährten G.
pflo=
genheiten der Vorkriegszeit zurückzukehren. Den Lehrern an der
Volks=
ſchule ſtanden, nachdem ſie Staatsbeamte geworden waren, bei
Schulaus=
flügen Tagegelder zu. Mancher Lehrer machte, das muß beſonders
an=
erkannt werd.n, gar keinen Gebrauch von ſeinem Anſpruch. Bald wurde
ja auch der Anſpruch wieder eingeſchränkt und kein Tagegeld gewährt,
wenn der Klaſſenausflug nicht mindeſtens über die Kreisgrenze ging. Es
iſt klar, daß ſich dieſe Beſtimmung leicht umgehen ließ. Im vergangenen
Juli wurden dann die ebenfalls gewährten Kilomet rgelder wieder
ge=
ſtrichen und nur die Tagegelder blieben. Nun iſt hürzlich wieder eine
Verordnung erſchienen, wonach für den Reſt des laufenden
Rechnungs=
jahres und das Rechnungsjahr 1926 auch Tagegelder nicht mehr gezahlt
werden. In weiten Kreiſen der Lehrerſchaft hätte man ſicherlich nich s
dagegen gehabt, wenn dieſe Tagegelder für Schulausflüge für immer
aufgehoben worden wären. Auch die Zeiten, in denen man behaupten
hörte in manchen Landesämtern ſeien einzelne Beamte nur dazu da,
Auskünfte zu erteilen, ſind für das Landesamt für das Bildungsweſ.n
längſt vorbei. Es gab allerdings einmal eine Zeit, in der man zu j der
Tageszeit und an jedem Wochentage dort vorſprechen konnte, ſogar im
Sportanzuge, wenn man wollte. Die ſachliche Arbeit der Räte wurde
dadurch natärlich nicht gefördert. Das ſah die Lehrerſchaft auch bald
ein, und ſie verlangte, daß die „Belagerung” des Landesbildungsamtes
aufhören müſſe. Gegenwärtig iſt nur der Samstag Sprechtag, und auch
der nicht immer. Wenn das genannte Landesamt Verhältniſſe, wie ſie
früher beſtanden, wieder hergeſtellt hat, ſo können ſie doch nicht ſo
rück=
ſtändig geweſen ſein, wie man ſie hinzuſtellen für richtig hielt.
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Oualität . .
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Sonntag, den 21. März 1626
Nummer 80
Sport, Spiel und Turnen.
Fußball.
Handball.
Der Saargaumeiſter in Darmſtadt.
Am heutigen Sonntag iſt wieder einmal Handball Trumpf!
Im Kampfe um die Süddeutſche Meiſterſchaft treffen ſich auf dem
Stadion der Meiſter des Rhein Main=Saarverbandes V.f. R.
Kaiſerslau=
tern und der bis jetzt ungeſchlagene Meiſter des Frankfurter
Landes=
verbandes, Sportverein Darmſtadt 1898.
Ein Kampf, wie er ſich wohl ſelten auf unſerem Darmſtädter
Sta=
dion abgeſpielt hat, iſt zu erwarten.
Kaiſerslautern tritt, wie es ſoeben mitteilt, in ſtärkſter Aufſtellung
an. Darmſtadt muß für Halboth Erfatz einſtellen.
Die badiſche Sportpreſſe glaubt allgemein an einen Sieg der
Pfäl=
zer Mannſchaft, die im Spiel gegen den badiſchen Meiſter am
vergau=
genen Sonntag „nur einen ſchlechten Tag gehabt hätte, und die alles
dranſetzen würde, um in Darmſtadt den Punktverluſt wieder
aufzu=
holen”.
Darmſtadt weiß, was auf dem Spiele ſteht; die hieſige Mannſchaft
wird uhne Ueberhebung, im Bewußtſein, einen ſchweren Gegner vor ſich
zu haben, in den Kampf gehen.
Kaiſerslautern tritt in folgender Aufſtellung an:
Dietz
Hoffmann Jaſſulat
Lambert Konrad Kunz
Stumpf Meng II Seng Meng I Steuerwald.
Die Eintrittspreiſe ſind, wie bei allen Handballſpielen, äußerſt niedrig
gehalten.
Von dem Beſuche dieſes Spieles hängt es ab, ob ſich die
Verbands=
behörde entſchließt, das Schlußſpiel um die Süiddeutſche Meiſterſchaft
nach Darmſtadt zu verlegen.
Dem Spiel der Ligahandballmannſchaft gehen zwei intereſſante
Handballkämpfe voraus.
Um halb 3 Uhr werden zwei Knabenmannſchaften in einem
halb=
ſtünd gen Spiel ihr Können zeigen, und um 12.45 Uhr ſpielt die zweite
Mannſchaft des Sportvereins gegen die dritte Mannſchaft des V.f.L.
Frankfurt.
Ueber den Verlauf und Ausgang der Spiele wird in der Montags=
Nummer eingehend berichtet. — Wir wünſchen unſerer wackeren
Darm=
ſtädter Handballmannſchaft viel Glück zu ihrem heutigen ſchweren Kampf.
Tv. Pfungſtadt—Turngemeinde Beſſungen 1865.
Am kommenden Sonntag, nachmittag 3 Uhr, tritt auf dem
Sport=
platz Heidelbergerſtraße, die erſte Mannſchaft des Tv. Pfungſtadt gegen
die gleiche der Tgde. Beſſungen zum Freundſchaftsſpiel an. Bekanntlich
war der Tv. Pfungſtadt einer der erſten Vereine, der das Handballſpiel
in unſerem Gau aufgegriffen hat. Die Mannſchaft hat daher die nötige
Spielerfahrung und ein glänzendes Zuſammenſpiel. Beſſungen hat
lei=
der ſeit Beendigung der Meiſterſchaftsſpiele keine Gelegenheit mehr
ge=
habt, zu Spielen anzutreten. Jedoch werden fie alles daranſetzen, ihren
Mann zu ſtellen. Soweit die beiden Mannſchaften in Sportkreiſen
be=
kannt ſind, wird ein friedliches, äußerſt intereſſantes Spiel zur
Vor=
führung kommen. Eine Stunde vorher, um 2 Uhr, trägt die erſte
Jugendmannſchaft der Tgſ. Ober=Ramſtadt gegen die gleiche der
Turn=
gemeinde Beſſungen ebenfalls ein Freundſchaftsſpiel aus.
Pol.=Sport=Verein Babenhauſen-Pol.=Sport=Verein Darmſtadt.
Durch den Sieg über die IIa Mannſchaft des Sp. V. 98 Darmſtadt
am letzten Sonntag hat ſich die Pol.=Sp.=V.=Mannſchaft als
Bezirks=
meiſter des Bezirks Starkenburg qualifiziert und ſteht am kommenden
Sonntag dem Bezirksmeiſter vom Bezirk Frankfurt Pol.=Sp.=Verein
Babenhauſen auf dem Schupoſportplatz vormittags 10,30 Uhr
gegen=
über. Dieſe Ausſcheidungskämpfe erhalten eine beſondere Bedeutung,
da die 3 Bezirksmeiſter des Frankfurter Verbandes nur Polizei=Sport=
Vereine ſind, und immer ſolche Spiele von Polizeiſportvereinen
be=
ſondere ſportliche Leiſtungen aufweiſen. Die Mannſchaft ſpielt in
der=
ſelben Aufſtellung, wie gegen den Süddeutſchen Meiſter Sportverein
Darmſtadt 98, der erſt nach Spielverlängerung den Sieg an ſich reißen
konnte. Der Beſuch iſt daher den Handballanhängern ſehr zu empfehlen.
Das Spiel findet vormittags um 10 Uhr 30 Minuten auf dem
Schupo=
ſportplatz ſtatt.
F. C. Union 1913 e. V.
Im F. C. Union gibts rührige alte Herren. Eins, zwei, drei ſtand
eine Privatmannſchaft auf den Beinen, ebenſoſchnell waren ſchmucke
Trikots da und genau ſo ſchnell ein ganz reſpektabler Gegner. Die
hie=
ſigen Polizeiſportler treten am Sonntag vormittag 9,30 Uhr auf der
Rennbahn den Union,kavalieren” gegenüber. Nach dem, was man ſo
hört, wird es heiß hergehen. Wer dabei ſein will — vielleicht gibt es,
ohwohl die Sache toternſt iſt, auch etwas zu lachen — der komme
pünktlich 9,30 Uhr auf die Rennbahn, es wird ſicher ſpannend und —
ſchön. — Der für den kommenden Sonntag für die Ligaelf verpflichtete
Gegner mußte den Termin wegen verbandlicherſeits angeſetzter
Auf=
ſtiegsſpiele verlegen. Die Vereinsleitung hat nun zwiſchen einer 4=
und B=Maunſchaft ein Trainingsſpiel angeſetzt, das wertvolle Aufſchlüſſe
über die zukünftige Zuſammenſetzung der zwei erſten Mannſchaften geben
ſoll. Das Spiel begint 11 Uhr vormittags.
F. C. Union II und
Eintracht II treten Sonntag nachmittag 4 Uhr auf der Rennbahn zu
einem Freundſchaftsſpiel an, das bei der anerkannten Spielſtärke beider
Mannſchaften ſeine Anziehungskraft ſicher nicht verfehlen wird.
Die 1. Elf der Handballabteilung folgt am Sonntag, den 21. März,
einer Einladung der gleichen der Offenbacher Kickers. Die
Kickers=
mannſchaft iſt ſpielſtark. Die Unioniſten müſſen ſich mächtig anſtrengen,
wenn ſie auf dem Bieberer Berg ehrenvoll abſchneiden wollen.
Pefſi=
miſten haben zwar geraten, zum Verpacken der „Fuhre” einen
Möbel=
wagen mitzunehmen; aber diejenigen, die die Mannſchaft genau kennen,
wiſſen, daß ſie was kann, wenn ſie mit Luſt bei der Sache iſt. An
einem großen Gegner erprobt man ſeine eigne Kraft am beſten. Viel
Glück!
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
Am heutigen Sonntag folgt die Ligamannſchaft des Sportvereins
Darmſtadt einer Einladung des Fußballklubs Boruſſia Neunkirchen, um
gegen deſſen Ligamannſchaft auf deren Platze ein Freundſchaftsſpiel
aus=
zutragen. Die zweite Mannſchaft des Sportvereins ſpielt auf dem
hieſigen Platze gegen die Liggerſatzmannſchaft des Kreisligavereins
Fuß=
ballklub Mainz=Gonſenheim. Die Juniorenmannſchaft des Sportvereins
tritt der erſten Mannſchaft des Fußballklubs Germania Dieburg
gegen=
über. An Jugendſpielen wurden abgeſchloſſen: 1a Jugend Sportverein
gegen 1. Jugend FC. Germania Eberſtadt; 1b Jugend gegen 2. Jugend
desſelben Vereins.
Bezirksmannſchaft—Spielvereinigung 1921 Darmſtadt.
Zu dem heute nachmittag halb 3 Uhr auf dem Sportplatze „
Wind=
mühle‟, Ecke Gräfenhäuſer Weg, und Pallaswieſenſtraße, ſtattfindenden
Propagandaſpiel treten die Mannſchaften in folgender Aufſtellung an:
Bezirksmannſchaft: Gerold
(Pfungſtädter Turner)
Stroh
Anthes
(Sprendlingen)
(Sprendlingen)
Bärtz
Schulmaher
Eckel Gg.
(Mörfelder Fußballv.) (Mörfelder Turner) (Pfungſtädter Fußballv.)
Trentel H. Anthes
Völker
Heinzelmann Schneider
(Walldorf) SSprendlingen) (Mörfeld. Turn.) (Egelsbach) (Walldorſ)
Maher
Gg. Wacker Joh. Schmidt
Maul Zimmer
Gg. Heckmann P. Schmidt E. Stahl
Rupp H. Schmidt
Darmſtadt:
Ledermann
Darmſtadt muß leider bei dieſem Spiel in der Verteidigung mit
Erſatz antreten, wodurch ſich auch eine Umſtellung im Sturm notwendig
machte. Hoffen wir auf ein ſchönes Spiel und den Beſſeren den Sieg.
* Fußball im Odenwaldkreis.
Die Meiſterſchaftsſpiele in allen Klaſſen beendet. 1
Die in der Ueberſchrift angeführte Tatſache hat gleichzeitig die
Fol=
gerung, daß nunmehr die unter obiger Spitzmarke regelmäßig
erſchie=
nenen Artikel wieder für eine Weile ausſetzen. Es erſcheint aber noch
einmal geboten, kurz auf den Stand der Dinge zurückzukommen.
Die letzten Kämpfe in der Kreisliga erbrachten folgende
Er=
gebniſſe: V.f.R. Büürſtadt—Germania Pfungſradt 2:1, Olympia Lorſch—
Amicitia Viernheim 2:1, Olympia Lampertheim—Sportvgg. Arheilgen
2:1. Mit dieſen Ergebniſſen des 7. März war die Lage
Sckluß=
gruppe noch nicht geklärt, erſt der 14. März brachte mit dem Sviel
Olym=
pia Lampertheim—Amicitia Viernheim 6:1 die Entſcheidung über den
Abſtieg. Die beiden Groß=Darmſtädter Vereine Union und Arheilgen
ſind geſichert! Dagegen muß Viernheim zuſammen mit Weinheim den
Abſtieg antreten, wenn nicht eine andere Einteilung Hilfe bringt. Die
Schlußtabelle, in der noch das unter Proteſt laufende Spiel
Wein=
heim-Bürſtadt fehlt, das aber an der Wertung nichts mehr ändern kann,
hat folgendes Ausſehen:
Dieſer Stand entſpricht etwa auch den tatſächlichen Verhältniſſen.
Sand=
hofen hat ſich einwandfrei als beſte Mannſchaft erwieſen. Von Bürſtadt.
bis mit Viernheim ſind ſämtliche Mannſchaften als ziemlich gleich ſtartz
einzuſchätzen. Während nun Bürſtadt, Lorſch und Lampertheim infolge
günſtiger örtlicher Verhältniſſe eine immerhin ziemlich gleichmäßige
Form aufweiſen konnten, hatten gerade die drei Bergſträßer Vereine und
auch Viernheim unter Kriſen zu leiden, die eben wechſelnde Reſultate
brachten. Am ſchlimmſten iſt hier Pfungſtadt daran, wo ſich vier
Fuß=
ballvereine das Leben ſchwer machen. Weniger wäre mehr! Der beſte
Beweis für die Unbeſtändigkeit der Germanen iſt die Tatſache, daß dieſe
ihre Punkte gerade von den vor ihnen liegenden Mannſchaften holten,
dagegen gegen den Abſtiegskandidaten Viernheim vier Punkte einbüßten.
Weinheims Nachlaſſen iſt geradezu tragiſch zu nennen. Vor einem Jahr
Meiſter — heute Abſtiegskandidat! Es wäre gut, wenn der Stadt an der
Bergſtraße eine Kreisligamannſchaft erhalten bliebe. Im übrigen haben
nunmehr bereits einige unſerer Mannſchaften in Privatſpielen gegen
an=
dere Kreisligavereine zur Gemige bewieſen, daß der Odenwaldkreis keine
Konkurrenz zu ſcheuen braucht. Hoffen wir auf weitere gute Vertretung.
Auch die A=Klaſſe iſt nun endgültig fertig. Im entſcheidenden
Spiel blieb „Eintracht‟ Darmſtadt mit 2:0 gegen Spielvgg. Pfungſtadt
erfolgreich und verwies die Pfungſtädter mit Dornheim auf die
Abſtiegs=
plätze. Die Reihenfolge der Vereine iſt hier folgende:
Sportverein Münſter (86:19) 30 P., Viktoria Griesheim (67:17) 25 P.,
Germania Eberſtadt (61:27) 21 P., Sportverein Gr.=Gerau (48:45) 19 P.,
Haſſia Dieburg (54:63) 14 P., V.f.R. Darmſtadt (32:50) 14 P., Eintracht
Darmſtadt (28:59) 10 Punkte, Spielvgg. Pfungſtadt (27:82) 8 Punkte,
Boruſſia Dornheim (24:63), 4 Punkte.
Das in Klammern angegebene Torverhältnis zeigt deutlich die
Stär=
ken und Schwächen der einzelnen Vereine und erhärtet auch die
Richtig=
keit der Reihenfolge der Teilnehmer. Gegenüber dem Vorjahr erſcheint
die A=Klaſſe bis auf die erſten vier Mannſchaften ſchwächer zu ſein.
Ueber die A=Klaſſe im Riedgau wurde ſeinerzeit ſchon erſchöpfend
berichtet. Meiſter iſt Biblis; auf den beiden letzten Plätzen hängen
Gernsheim und Bensheim, doch erſcheint hier ein Abſtieg nicht
wahr=
ſcheinlich, da die Ried A=Klaſſe zahlenmäßig ihren Normalſtand noch nicht
erreicht hat.
Die B=Klaſſe ſieht im Gau Bergſtraße den Polizeiſportverein
Darmſtadt als Gaumeiſter; der zweite Abteilungsmeiſter iſt der
Fuß=
ballverein Michelſtadt, doch ſteigen beide Vereine zur A=Klaſſe auf. Im
Ried hat ſich der F.C. Alemannia Groß=Rohrheim die Gaumeiſterſchaft
und damit das Aufſtiegsrecht erworben. Ob hier zwei Vereine
aufſtei=
gen, iſt bei der zahlenmäßig ſehr ſchwachen B Klaſſe, die nur in einer
Abteilung ſpielt, ſehr fraglich.
Die C=Klaſſe im Gau Bergſtraße ſieht den Sportverein
Geins=
heim als Gaumeiſter vor F. S.V. Groß=Zimmern; hier ſteigen ebenfalls
beide Vereine auf. Im Ried iſt die C=Klaſſe nur durch zwei oder drei
Vereine vertreten und die Lage iſt durch teilweiſen Rücktritt von den
Spielen völlig ungeklärt. Die beſte Löſung wäre hier in einer
Zuſam=
menlegung der B= und C=Klaſſe zu erblicken, da jede einzeln nicht
exiſtenz=
fähig iſt.
Zum Schluß noch die Aufſtiegskämpfe zur Kreisliga, an denen
die beiden Gaumeiſter, Sportverein Münſter und FV. Biblis, ſowie der
Pokalſieger, Viktoria Griesheim teilnehmen. Die bisherigen zwei Spiele
brachten folgende Ergebniſſe: Viktoria Griesheim—F.V. Biblis 2:1 und
F. V. Biblis—Sportverein Münſter 3:2. Die Lage iſt alſo völlig
un=
geklärt, und es ſieht aus, als ob jeder der Bewerber auf ſeinem Platze
gewinnt. Die weiteren Termine der Aufſtiegsſpiele ſind folgende:
21. März: Sportverein Mrinſter-Viktoria Griesheim,
28. März: Spielverbot für Heſſen!
11. April: Fußballverein Biblis-Viktoria Griesheim,
18. April: Sportvexein Münſter—Fußballverein Biblis,
25. April: Viktoria Griesheim—Sportverein Münſter.
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Die Wirtſchaftswoche.
Unter dem Druck der allgemeinen Abſatzſchwierigkeiten und der
an=
haltenden Kapital= und Kreditnot hat die Zuſammenſchlußbewegung in
den letzten Tagen weitere Fortſchritte gemacht. Bei den abgeſchloſſenen
und zum Teil noch im Gange befindlichen Zuſammenſchluß=
Verhand=
lungen kann man im weſentlichen zwiſchen drei Kategorien unterſcheiden:
1. den ausgeſprochen privat=wirtſchaftlichen Zuſammenſchlüſſen einzelner
Unternehmen auf dem Wege der Fuſion oder einer
Intereſſengemein=
ſchaft, 2. den umfaſſenderen mehr allgemeinwirtſchaftlichen
Kartellie=
rungen in Verbände bzw. Kartelle, und 3. in noch bedeutenderen
kartell=
artigen Konzentrationen internationalen Charakters. — Betrachtet man
zunächſt die Zuſammenſchluß=Beſtrebungen, die in die dritte Kategorie
hineingehören, ſo iſt vor allem die Bedeutung der Verhandlungen der
internationalen Eiſen=Induſtriellen in Paris hervorzuheben. Nachdem
bereits im Februar ein Abkommen bezüglich der Stahl=bzw.
Halb=
fabrikate in Luxemburg zuſtande gekommen war, ſind nunmehr bei
den Pariſer Verhandlungen zwei weitere Etappen auf dem Wege zur
internationalen Eiſenkartellierung zurückgelegt worden. Am 10. März
iſt zunächſt eine deutſch=franzöſiſch=luxemburgiſche Vereinbraung über die
Importquote an nach Deutſchland einzuführendem Gießerei=
Roh=
eiſen (hauptſächlich lothringiſchen Urſprungs) getroffen worden. Dieſes
Kontingent=Abkommen hat zwar nicht dieſelbe Bedeutung wie das
Luxemburger Februar=Abkommen, weil die Quote an Gießerei=Roheiſen
auf nur 200 000 Tonnen jährlich feſtgeſetzt wurde, während das Einfuhr=
Kontingent an Stahl= und Halbfabrikaten, das der franzöſiſchen und
luxemburgiſchen Eiſew=Induſtrie von Deutſchland zugebilligt wurde
weſentlich umfangreicher iſt (ein feſtes Kontingent iſt in dieſem
Ab=
kommen nicht vereinbart, vielmehr iſt die Quote in Prozenten des
deut=
ſchen Verbrauchs feſtgeſetzt worden). Das Ergebnis dieſer neuen
Kon=
vention, die gewiſſermaßen eine Ergänzung zu den offiziellen
deutſch=
franzöſiſchen Handelsvertragsverhandlungen in Paris darſtellt, wird aber
in ſeinem Inkrafttreten von dem Zuſtandekommen der Internationalen
Rohſtahl=Gemeinſchaft abhängen. Während bei dem Luxemburger
Fe=
bruar=Abkommen, ſowie bei der Pariſer Konvention vom 10. März das
Saargebiet ausgeſchaltet iſt, wird bei dem Internationalen
Schienenkartell, das, als zweites Ergebnis der Pariſer
In=
duſtriellen=Verhandlungen, am 11. März endgültig zuſtande kam, das
Saargebiet mit einbezogen. Bei der Regelung der internationalen
Beteiligungsquoten hat man ſich auf eine Gruppenbildung in der Form
geeinigt, daß die engliſchen und amerikaniſchen Schienen=Erzeuger auf
der einen Seite, die deutſchen und franzöſiſchen auf der anderen Seite
und daneben die belgiſchen und luxemburgiſchen Schienenerzeuger
zu=
ſammenarbeiten. Innerhalb jeder dieſer drei Gruppen erfolgt die
Quotenverteilung gemäß Vereinbarung der beiden zuſammengehörigen
Partner. In die deutſch=franzöſiſche Gruppe iſt nun auch das Saargebiet
mit einbegriffen worden. — Wenn auch die verſchiedentlich gebrachten
Meldungen über das Zuſtandekommen eines internationalen
Eiſen=Kartells noch verfrüht ſind, ſo läßt ſich doch mit einiger
Sicherheit ſagen, daß die bereits ſeit längerem ſchwebenden
Verhand=
lungen einen gewaltigen Schritt vorwärts gemacht haben. Die
Mel=
dung, daß über die internationale Schienenkonvention, ſowie über die
Gießerei=Roheiſen=Kontingent=Vereinbarung hinaus ein weiteres
Ab=
kommen getroffen worden ſei, über das Mitte April weiter verhandelt
werden ſolle, iſt bishe: nicht in Abrede geſtellt worden. Von ſonſt gut
unterrichteter Seite wird ſogar behauptet, daß der Entwurf zu einem
internationalen umfaſſenden Eiſenkartell bereits vorliege.
Neben dieſen noch ſchwebenden Fragen harrt auch das Problem des
Anſchluſſes der Saar=Eiſenwerke an die deutſchen Eiſenvexbände der
Löſung, doch ſoll, wie dieſer Tage gemeldet wurde, eine grundſätzliche
Einigung bereits erfolgt ſein, ſodaß es nur noch der Erledigung
ein=
zelner Teilfragen bedarf. Auch in der innendeutſchen Verbandsbewegung
ſind immer noch Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. So iſt
der Drahtſeil=Verband immer noch nicht gegründet (ſoll das ſoeben ins
Leben getretene Drahtſeil=Syndikat G. m. b. H. ein Vorläufer des
künf=
tigen Verbandes ſein?). Dagegen ſind die Verhandlungen zur Bildung
eines Schweißrohr=Syndikates abgeſchloſſen, ſodaß dieſer Verband am
1. April ſeine Tätigkeit aufnehmen kann.”
Von den privatwirtſchaftlichen Zuſammenſchlüſſen ſind von beſonderer
Bedeutung die weiteren Annäherungen in der Seeſchiffahrt. So
beab=
ſichtigen die Oſtſee=Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft und die Stettin=Rigaer=
Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft Th. Griebel, Stettin, eine Fuſion. Auch die
Hamburg=Amerika=Linie und der Norddeutſche Lloyd ſind dabei, um
ein engeres Zuſammenaxbeiten herbeizuführen und die Konkurrenz auf
verſchiedenen Linien nach Möglichkeit auszuſchalten. Die Nachrichten
über eine Fuſion dieſer Geſellſchaften entſprechen nicht den Tatſachen.
Die bereits ſeit langem ſchwebenden Verhandlungen zwecks
Zuſammen=
ſchluſſes der ſüddeutſchen Zuckerfabriken ſind nun auch zum Abſchluß
gelangt. — Die allgemeinen Schwierigkeiten in der Mühlen=Induſtrie
haben in Weſtdeutſchland auch zu intenſiven Zuſammenſchlußbeſtrebungen
Veranlaſſung gegeben.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. März.
Die Börſe verkehrte heute in ſehr reſerbierter Hältung. Abgeſehen
davon, daß zu Wochenende die Spekulation wenig Neigung zeigt, neue
Engag ments einzugehen, gab auch der neuerliche Rrickgang des
franzö=
ſiſchen Franken zu Beſorgniſſen bezüglich der Rückwirkung auf unſeren
Außenhandel Anlaß, ebenſo gab die von Miniſter Curtius angekündigte
handelspolitiſche Auseinanderſetzung mit England zu denten, ſo daß
zu=
letzt eine gewiſſe Unſicherheit ſich zeigte, die in teilweiſen Rückgängen
zum Ausdruck kam. Die Schiffahrtswerte, die zunächſt ruhiger lagen,
erholten ſich ſpäter; es notierten Hapag 147,5, Lloyd 145,5. In dem
Metallbankkonzern nolierte die Metallbank 89,5, Scheideanſtalt 100,
Me=
tallgeſellſchaft 98, hier iſt alſo durchweg eine Erhöhung der Kurſe
einge=
treten. Auch die Werte der Farbeninduſtrie lagen im allgemeinen feſter,
während ſich bei Elektrowerten einige Schwankungen geltend machten.
Es notierten hier zum Bciſpiel A. E.G. 97,75, Schuckertwerke 88 und
Licht u. Kraft 110,75 Prozent. Die gleichen Schwankungen waren bei
den Zuckerwerten feſtzuſtellen; es zeigte ſich hier eine deutliche Unſicher=
heit, die ſich darin äußerte, daß die Werte um ein Geringes gegen die
geſtrigen Notierungen nachgaben. Frankenthal allein hatte einen kleinen
Gewinn; ſie wurden mit 50 Prozent notiert, Heilbronn mit 56,25,
Off=
ſtein 70,75, Waghäuſel 55,50. Trotzdem im weiteren Verlaufe der Börſe
ſichtlich eine leichte Befeſtigung eintrat (Frankenthal notierte 51,5), hatte
das Börſengeſchäft nur einen ſehr geringen Umfang. Die chemiſchen
Werte lagen genau ſo wie die Bankaktien im allgemeinen etwas matter
wie an den vorhergehenden Tagen, jedoch glaubt man, daß dies auf
anfangs erwähnten Gründe (Wochenende uſw.) zurückzuführen iſt. Die
Nachbörſe verkehrte wieder in etwas feſterer Haltung.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 20. März.
Die heutige Börſe zeigte während der erſten Geſchäftsſtunde das
am Wochenſchluß übliche Bild. Die Kundenorders liefen zunächſt ſehr
ſpärlich ein und die Spekulation hielt ſich ſtark im Hintergrund.
In=
folge der Geſchäftsruhe mußten daher zahlreiche erſte Kurſe ausgeſetzt
werden. An den führenden Terminaktienmärkten waren leichte
Ab=
bröckelungen zu verzeichnen, da nach den vorangegangenen Steigerungen
Gewinnmitnahmen erfolgten. Der Grundſatz war trotzdem unveränderte
Tendenz. Nach Ueberwindung der Realiſationen ſetzten bald wieder
neue Steigerungen ein, da für den April eine weitere Herabſetzung der
Diskontrate erwartet werden kann, das hieſige Geldgeſchäft ſein
außer=
ordentlich flüſſiges Ausſehen behält und aus der Wirtſchaft verſchiedene
freundliche Nachrichten vorlagen, ſowie auch die Rede des
Reichswirt=
ſchaftsminiſters eine günſtige Aufnahme fand. Das Publikum ſchien ſich
ſpäter wieder vornehmlich dem Kaſſamarkt zuzuwenden. Am
Deviſen=
markt beunruhigte ein ſcharfer Rückgang des franzöſiſchen Franes im
Laufe der heutigen Vormittagsſtunden. Nach einem Vortagsſtand von
zirka 136 fank der Wechſelkurs London=Paris auf 138,25. Dieſes
Mo=
ment trug bei Eröffnung der Börſe zu der anfänglichen Unſicherheit bei.
Die belgiſche Währung lag demgegenüber kaum verändert. Am offenen
Geldmarkt nannte man die bisherigen Sätze. Das Angebot blieb ſtark.
Im einzelnen waren die erſten Kursveränderungen infolge der
anfäng=
lichen Geſchäftsſtille faſt ausnahmslos ſehr gering. Allein
Schiffahrts=
aktien lagen zirka 2 bis 3 Prozent rückgängig. Bankaktien außer der
Bank elektriſcher Werte pl. 1¾ leicht abbröckelnd. Sehr freundlich lagen
die leichten Maſchinenfabriken, wobei die Steigerung der
Maſchinenaus=
fuhr im Februar und Hoffnungen auf eine Belebung des
Inlandsge=
ſchäftes anregten. Chemiſche Werte ſetzten ihre Steigerungen leicht fort.
Scheidemantel infolge des Verluſtabſchluſſes 2 Prozent niedriger. Am
Elektromarkt traten Licht und Kraft pl. 3 Prozent in den Vordergrund.
Das Geſchäft wurde an dieſem Markt ſpäter ſehr lebhaft. Sonſt
be=
wegten ſich die Anfangskurſe im allgemeinen auf geſtriger Baſis.
Privatdiskont beide Sichten 5 Prozent. Die Nachbörſe ſtand
unter dem Zeichen einer Schiffahrtshauſſe. Norddeutſche Lloyd=Aktien
zogen fprunghaft bis 150,25 nach 145,75 an und überholten dabei den
bis=
her führenden Hapag=Kurs, der mit 148,50 genannt wurde. Stöhr=
Kammgarn wurden auf Abſchluß und Freigabeerwartungen auch
nach=
börslich zu dem erhöhten Kurs von 133 gefragt. Unter Kaliwerten
ſchloſſen Salzdetfurth mit 164 ſehr feſt. Ueberhaupt zeigte die Börſe
nach Beendigung des amtlichen Verkehrs eine ſehr freundliche
Kursge=
ſtaltung, die vom Kaſſemarkt ihren Ausgang nahm. Man hörte u. a
an der Nachbörſe Phönix mit 78.50, Harpener mit 105 Rheinſtahl 80,25
Mannesmann 90, Bochumer 85, Farbeninduſtrie 133,50, Siemens 115,25,
AEG. 1977/, Gothaer Waggon 46,25, Kriegsanleihe 0,383,75.
Bickaffb. Bellſiof
Augsb.=Nürnb. Ma
Pamag-Weguin
Berl G. W. Vrrzug.
Derkin KarlsruheInd
Brounkohlen=Briketts
Bremer Xulkan..
Bremei Velle"
Teutſck. Atlont. Tel.
Teutſcke Maſch inen
Teutfd, NieL. Tel.
Teutſde Ertäl
Teuticke Zetroleum
Tt. Kafinerke
Tennerswordkütte.
Trnan v Arbel. . .
Cleltr. Lieſerung. . . .
Karben=Ind. A.=G.
G. Kriſter
Goggenau Vyrz...
Celſen: Eußſtahl ..
S. f. eleitr. Untern.
Salle Maſchinen ..."
Kon.Moſd.Cgeſt.
Kanſa Tampfſch.. . . .
84.5 emoor Lement 19. 3
170.— 20. 3. Kirſch Kupfer B5.5 86— 35.5 Eöſch Eiſen s6.125 86.5 64.5 68.25 Kobenlohe Werke 14.625 14.125 67.5 C6.— Kabla Porzellan 62.5 60.5 97.— S85 Lindes Eismaſch 130.— 132.— F2.75 51.5 Lingel Echuhe 30.125 106.— 105.— Linte & Sofmann a1 42.625 59.75 2. Loewe & Co. 139.— 1140.- 55.— 56.5 Loren; 93.— 1 97.25 13.— Ndl. Koble 109.5 88,5 „90.— Nerdd Gummi Trenſtein 78. 78.— 24.75 123.25 Ratbgeber Wagg 38.25 39.— 6". 6.— Kom backer Kütte 32.125 32.25 79.5 78.5 Roſitzer Luder 65 75.5 103.— 103.— Rütgersrerke 74.— 1 65.75 20 125 Sack ſenmert 60.— 53.— 57.5 F9.— Säch) Eußſtahl. — 91. 625 44.— Siem n Glas 97.5 — 22 5 24 — Ver Lauſitzer Glas. 94.25 35.5 134.— Volkftedter Porzell. d2.— 129.75 Weſiſ. E. Langendreer 37.5 38.— 55.5 56.5 Eittener Eußſtahl. 36.25 38.— 150.25 149.25 Wanderer=Werke. . . . 129.5 1130.—
Deviſenmarkt.
A wſierdom=F
B uenos=Aires
Pr Liſel=2ntn.
Cslo ...."
Zoxenh agen.
Stodkol m
Felſingf ors .
Itulien ..
London .. .
Nei=York.
Paris.
Echweiz.
Spa nien.
19. 3.
Celd /Brief.
168. 12 168.*
1654 1.658
10 552 10.*9:
20.388 20.741
1.195 f.70c
11.99 15.63
80.76 80.s6t 0.76 Cä86
5s. 131 59.27
20. 3
Geld /Brief
1653 167Prag
16 87 16.21/,6 88 16 92 Pudapeſt.
F9 83 90.14/ 80 27 20 IslSoxan.
709 25 410.241 10.16 110 73 Mio de Janeiro
112.33172-7:6 12.37 112 7518ulgarien
10.57 4 10.594/Bclarad".
16.96 16.SGHS. 74 16 88 IKonſtantinopel
:039. 20.47
795 2.705 Tanzig.
779 /778.
9.11 59.75luruguah. .
1E8 1416B.SSIWtenD.=Sſt.abg
Liſſobon ...
Aiben".
Kanaba.
19. 3.
Geld /Briet
59 17/ 59 31
12.321 12.75
5.375 5.895
1.332 1.908
0.559 0.60
3 077 3.05.
7.38 7.40
2 18 2.19
Ri. 275/41.32
80.58 Br.02
5.62/ 594
1.18 4 i9
7.255 4 255
20. 3.
Gel
59 15
12.4.1
5.67
130t
0.593/ 6.657
30;
1.38
2.771
21 27
90 99
592
7.18
265
Brief
59.23
12 461
5.e25
1.905
304
7.40
2. 185
21.325
81.09
5.94
4.18
4.275
Leipziger Meſſe= und Ausſtellungs A. G., Leipzig. Die von der
Stadt Leipzig und dem Freiſtaat Sachſen garantierten 8prozentigen
Obligationen wurden an der Berliner Börſe heute zum erſten Male
amtlich notiert, nachdem ſchon ſeit längerer Zeit an der Leibziger Börſe
eine Notiz feſtgeſtellt worden war. Der Berliner Kurs ſtellte ſich auf
8¾ Prozent G.
Von den ſüddeutſchen Waren=
und Produktenmärkten.
Mannheim, 20. März.
Die feſten Auslandsmärkte, die zum Beiſpiel in Chikago im
Wochen=
verlauf für Mai=Weizen eine Erhöhung von 158,5 auf 163 Cents ſür den
Buſhel brachten, in Winnipeg eine ſolche von 145’ auf 1497/, und
ähn=
liche Steigerungen in Buenos Aires und Roſario ſich vollziehen ließen,
hatten auch für unſeren ſüddeutſchen Markt lebhafteres Geſchäft zur
Folge. Es wurden täglich gewiſſe Weizenmengen umgeſetzt, und
nament=
lich der Beginn der zweiten Wochenhälfte brachte die Mühlen als Käufer
in den Markt, zumal auch das Mehlgeſchäft anfing, aus der Bewegung
Nutzen zu ziehen. Beſonderem Intereſſe begegnete greifbare und hohe
Ware, worin die Angebote kleiner wurden. An den ſcharfen
Schwan=
kungen der Ueberſeemärkte dürfte die Spekulation hauptbeteiligt gcweſen
ſein, da man Deckungskäufe früherer Blankoverkäufer hinter der
Auf=
wärtsbewegung ſucht. Wenn die argentiniſchen Verſchiffungen in der
letz=
ten Woche hinter den Erſartungen zumickblieben, ſo dürfte auch dies zur
Befeſtigung beigetragen haben, wenngleich die Gründe dafür eher in dem
niedrigen Pefoſtand, als etwa in einem Verſagen der
Abladungsmög=
lichkeiten zu ſuchen ſind. Bei inländiſchem Getreide verſtärkt ſich der
Ein=
druck, daß das Angebot ſtändig kleiner wird. Für mitteldeutſchen Weizen
verlangte man 28 Nmk., für Württemberger 26,75 Rmk., für bayeriſchen
Weizen 26,50—26,75 Rmk. — alles franko Mannheim pro 100 Kilo. In
Roggen war nur kleines Geſchäft, wobei man pfälziſchen Roggen mit
18 Nmk., bayeriſchen mit 17,75—18 Rmk. waggonfrei Mannheim nannte.
Die Lage am Gerſtenmarkt hat nur wenig Veränderungen erfahren.
Beſte pfälziſche Gerſte ſtellte ſich auf 22,50—24,50 Rmk., ſonſtige Pfälzer
Gerſte auf 21,50—23 Rmk., badiſche Gerſte auf 2—21 Rmk., rheinheſſiſche
auf 21—21,50 Rmk. und fränkiſche auf 17—18 Rmk. pro 100 Kilo.
In=
ländiſcher Hafer erfuhr eine leichte Befeſtigung auf 18—19,25 Rmk. gegen
17,75—19,25 Rmk. in der Vorwoche. Auslandshafer blieb unverändert.
Mais hatte beſſeren Markt und koſtete waggonfrei Mannheim 18—18,25
Nmk. gegen 16,50 Rmk. in der Vorwoche. Im Mehlgeſchäft iſt bei
beſſe=
rem Abruf eine nennenswerte Belebung feſtzuſtellen. Die Käufer haben
mehr Vertrauen zur Preisbildung gewonnen. Der Mehlhandel hat zu
Beginn der zweiten Wochenhälfte anſehnliche Poſten Mehl gekauft, wie
ſich auch aus den bis zu 5000 Sack gehenden Verkäufen einzelner
Müh=
len ableiten läßt. Effektives Mehl iſt knapp und ſtärker gefragt.
Ver=
langt wurde für Weizenmehl ſüddeutſcher Mühlen pro 100 Kilo mit Sack
ab Mühle 40,50—40,75 Rmk. (Vorwoche 39,75—40 Rmk.), per April=Mai
40—40,50 Rmk.; die zwveite Hand gab prompte Ware noch mit 39,75—40
Rmk.; für Roggenmehl 26,50—27,75 (26—27) Rmk., für Nachmehl beider
Sorten 14,50 Rmk. Der Futtermittelmarkt derkehrte weiter in flauer
Haltung. Es koſteten die 100 Kilo Futtermehl 11—11,25 Rmk., Kleie bei
der zweiten Hand 9—10 Rmk., bei den Mühlen 10—10,50 Rmk., was
gegenüber der Vorwoche für dieſe Artikel eine kleine Befeſtigung
be=
deutet, wogegen die übrigen Kraftfuttermittel eher rückgängig waren. —
Im Sämereigeſchäft blieb die Marktlage feſt und der Konſum hat es mit
der Ausführung ſeiner Beſtellungen ziemlich eilig. Preiſe pro 100 Kilo
ab ſüiddentſchen Stationen (in Rmk.): Rotklee, deutſcher 189—205,
italie=
niſcher 150—175, Luzerne, Provencer 170—185, italieniſche 160—180,
Eſparſette, franzöſiſche 65—70, Virginia=Mais 25—26, Wicken 28—29.
Das Geſchäft in Hülſenfrüchten bleibt andauernd ohne Bedeutung.
Ver=
langt werden für die 100 Kilo im Großhandel waggonfrei Mannheim:
Bohnen 22—24 Rmk., Viktorigerbſen zirka 30 Rmk., ruſſiſche Erbſen 25
bis 26, Linſen 35 Rmk.
Am ſüddeutſchen Tabakmarkt verläuft der Geſchäftsverkehr in
ruhi=
gen Bahnen. In letzter Zeit wurden in Seckenheim Tabake neuer Ernte,
die von den Pflanzern einmal fermentiert worden ſind, der Zentner zu
38—42 Mk. verkauft. Auch in anderen Ortſchaften Unterbadens gingen
einige hundert Zentner Schneidetabake zu 38—45 Rmk. um. Die
Fabri=
kanten kauften 1925er Einlagetabake zu 62—65 Rmk. per
Sommerliefe=
rung. Der Markt in Pfälzer Tabaken liegt etwas beſſer, da ſich wieder
Bedarf eingeſtellt hat. Rippen ſind noch vernachläfſigt.
In der Rheinſchiffahrt liegt das Geſchäft bei recht günſtigem
Waſſer=
ſtand, zum Teil unter dem Einfluß der Tarifpolitik der Eiſenbahn,
an=
dauernd ſehr ſtill. Der Schlepplohn zu Tal wird unverändert nach dem
Normaltarif berechnet, die Berechnung des Bergſchlepplohnes von
Rot=
terdam nach der Ruhr erfolgt nach dem 20 Cents=Tarif pro Laſt. Der
Schleppkohn ſtellt ſich von Ruhrort nach Mannheim auf 0,90—0,95 Rmk.,
von Mannheim nach Karlsruhe auf 0,35—0,40, von Mannheim nach
Straßburg Kehl auf 0,80 Rmk. per Tonne. Schiffsmiete wird kaum
feſt=
geſtellt; ſie iſt mit 3 Pfg. etwa pro Tonne und Tag anzunehmen.
Unterbrechung ber deutſch=ſpaniſchen Handelsvertragsverhandlungen.
Die deutſche Delegation wird für die Handelsvertragsverhandlungen in
Madrid vorausſichtlich in den nächſten Tagen nach Berlin zurückkehren,
um mit den zuſtändigen Berliner Stellen Fühlung zu nehmen. Die
Möglichkeit einer Rückkehr der deutſchen Delegation; ergibt ſich ſchon
daraus, daß während der Oſterfeiertage ohnehin eine
Verhandlungs=
pauſe eintreten würde, da die Verhandlungen bis dahin nicht zum
Ab=
ſchluß kommen können. Die bisherigen Schwierigkeiten beſtehen nach
wie vor. Dagegen iſt es nicht richtig, von einem bevorſtehenden
Ab=
bruch zu ſprechen. Die Verhandlungen ſind durch das am 12. d. Mts.
in Kraft getretene ſpaniſche Farben=Einfuhrverbot erneut belaſtet
wor=
den. Von ſpaniſcher Seite weiſt man jedoch darauf hin, daß es ſich hier
um eine längſt geplante Maßnahme handele, die ſich nicht einſeitig gegen
Deutſchland richte.
Zur amerikaniſchen Wirtſchaftslage. In der heutigen Ausgabe von
Dun’s Review wird bei Beſprechung der Wirtſchaftslage zum Ausdruck
gebracht, daß neuerdings die Unregelmäßigkeiten im Geſchäftsleben
ſchärfer als bisher in Erſcheinung treten werden. Bradtſtreets Journal
von heute beurteilt die Wirtſchaftslage in ähnlicher Weiſe. Die
Um=
ſätze im Engros= und Detailhandel hätten in letzter Zeit nennenswert
abgenommen. Als Urſachen führt das Blatt die ungünſtige
Witterungs=
lage und die kürzlich ſtattgefundene Deroute an den Effektenbörſen an.
z. Mankfarter Kalsderichr voi Bo. Marz kosd.
Staatspapiere
z) Deutſche
5% Reichsanleihe
4½ Reichsanleihe
Dollar=Schatzanw
K.=Schatzanw. 23
K.=Schatzanw. 24
4½½IVundV R.=
Scha
4½GVI.-IK.
47 2. Schutzgb.
Sparprämienanl.
4% Preuß. Konſ.
4½ Baden alt
1896
% Bahern
½2
..
8-16% Heſſ. unt. 28
48 Württ. alte ..
b) Sonſtig e,
europäiſche
5% Bo3.E. B 1914
5% L.Inv. 1914
½½ 1898
4½½ „ 1902
4%
4% Bulg. Taba
4½ Oſt. Staatsr.
v. 1912
5 ½XOſt. Schatz. 14
0.38:
0.45
99.5
6.53
0.28
0.35
0.37
0.38
0.35
0.375
0.32*
0.30
23.5
16.75
42 Oſt. Goldr.
41/s% Silberr..
4% „einh. R.(kon.)
Ne
3% Port. (Spz.) IIII
5% Rum. am. R.03
4½% Gold. 13 7.5
am. konv.
4½ am.05
26 Türk. (Adm./03
(Bagd.)
(Bagd III 11.4
49 1911 Zoll.
16½
18.5
16.5
1.% Ung. St. 1913
St. 1914
Goldr.
St. 10
Kronr.
Eiſ. Tor
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. inn.
50 „ äuß. 99
Gold. 04
kon) inn
Irrigat.
Tamäulipas
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
6% Doll. Gold. 1932
Gold 1935
8% Frk.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr. R.1.
8% Frkf. Hyp.=Bk.=
Reihe 21 97
5% Fki. Pfandbr. B
old Reihe 2
Er 3;
82.
13.25
20 Neck. AG. Gld23/
88Pfälz.=Hyp.=Bk.
24
32 Rh.=Hyp. Gb. 24
5% Rhein=Main=
Donau. Gold 2:
Ohne
Zins=
berechnung
% Bd.=Bd.=Hz. 23
50 Bdw. Kohl. 23
O. Fr. Pf. Bk. G I
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heid. Holzw. 2
6% Heſſ. Brk.=Rog.
Roggan. 23
50 Mannh. Stadt=
A
Kohl
6‟ Offenb. Holz".
50 Pfälziſche=Hpp=
Bk. Gld ....2
5% Pr. Kaliw..
Pr. Roggenw.
50 Nh. H. B. 6d. 24
5% Sächſ. Brk. 23
Roggenw. 23
5 % Südd. Feſt=B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb.
Bayr Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ
Frkf. Hyp.=Bk.
Frif. Pfandbr. =Bk.
Hamb. Hyp.=Bk
Meining Hyp.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß Pfbr.=Bk.
Rhein Hyp.=B.
Südd Bodenkr.
Württ. Hyp.=B..
70.5
96
95.5
71.3
2.6
12
16
4.5
2
2.26
6
1.94
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Caſſel.
Naſſau Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ..
4½ Galiz. Carl=
Lud.=B
0 Oſt. Südb. (L.
2,6%0 Alte ..
2.6% Neue
4%0Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. . 1.b.8.E
3%Oſt. 9. E.
3%Oſt 1885
3%Oſt. „ Erg. Ne
4% Rud. Silber,
40 Rud Salzkg.)
%⁄ Anat. S.1
G Anat., S. II
% Anat. S.III
3½% Salon. Monaſt
5% Tehuantepec,
4½%
Bank=Aktien
Alig. D. Credit.
Bad. Bk
..
B! f. Brauind. . . . .
Barmer Bankv. . .
Bay. Hyp.=.Wchi. 195¾
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u Privatb
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Banl
D. Efſ.u Wchſ=Bk. 84.5
D Hhp.=Bk. Mein. 197
D Bereins=Bk.
Disf.=Geiellich. ...
Dresdener Bk.... .
Frankf. Bk. ....."
12.5
12.5
5.10
17.5
17.75
17.6
17.7
11.25
15
39.5
120
67
152
111
12.25
128
80. 2*
124
116
83
Mi
Frlf. Pfdbr.Bk.
Gotha Grundkr. Bk.
Metallbank.
Mitteld. Creditb. 103.5
Oſterr. Creditanſt.
Pfälz. Hyp.=Bk....
Reichsbank=Ant. .
Rhein Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. .
Südd. Disc.=Geſ.
Wiener Bankverei
Bergwerks=Akt.
Berzelius .
Bochum. Bergb.
Buderus.
Dt. Luxemburg
Eſchw. Bergw..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp Bergb..
Ilſe Bergb.
„ Genußſchein.
Kali=Aſchersleb.
Kali Salzdetfurt. /165
Kaft. Weſterregln 1135
Klöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
Oberbedarf
Obſchleſ. Eiſ. (Caro)
Otavi=Ant.
Phönix=Bergb.
Rhein Braunk.
Rhein. Stahlw.
Rombach. Hütte
A. R.ebeck Montan 86
Teilus Bgb.
Ver Laurahütte.
Mn
99
104
90
6.77
79.35
157.75
98
84.1
199
35
83
53.25
86.75
140
89.5
—
105.5
85
127.75
70
88.5
82.5
41
A
7.5
79.5
323),
55
34.5
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof (Bind.
Schwarz=Storchen / 90
Werger
191
Induſtrie=Akt.
Eichbaum(Mannh. ) 65
1195
Henninger ..
Söwenbr.=München 181
Alkum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw (v. Kleyer
A. E. G. Stamm
6%A. E. G. V3g.A
5%A. E. G. Vzg. B.
Amme Gieſecke
Aſchaff. Zellſtoff
Badenia (Weinh.
Bad Maſch. Durl
Bad. Uhren, Furtw
Bamag=Mequin ..
Bayr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El.
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Sement Heidelb. .
Cement Karlſtadt
Cement. Lothr.
Chem Albert..
Chem Brockk
Chem. Milch
Daimler Motoren
Eifenhande
Deutſche Erdöl
D. G.u. Silb S
Dingler Maſch
Dresd. Schnellpr
Dürrkopp.
Dürr Ratin
Dyckerhoff & W.
Eiſenw Kaiersl..
Eiſenw 2 Meher
Ei Lieferung.
El. Licht= u. Kraft
Elf. Bad Wolle..
Emae
Email. Ulrich
Erzinger Werke.
50.35
96.8
62.5
78
8
111
30
37
42.5
93
57.75
91.5
97.8
91.5
95
52
43
47.5
102
9.5
95
33
47.5
22.5
102 25
110.5
34.75
38.5
Eßlinger Maſch:
Ettlinger Svinn. . .
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens 40
Farbenind. J G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter
Feiſt, Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof...
Frkf.=M. Pok u.W.
Fuchs Waggon ...
Ganz, Ludw ..
Geiling & Cie.
Germania Linol..
Gelſent. Gußſt.
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon ...!
Greffenius
Gritzner. Maſch..
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkf..
Hammerſen
Hanfw Füfſen ...
Hartm & Braun..
Heyligenſtaedt. .
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer
Hoch=Tiefbau
Holzmann .."
Holzverk. Ind.
Hydrom. Breslau
JInag ..
Junghans
Kammg Kaiſersl. 79.75
Karlsruher Maſch
Karſtadt R
Klein. Sch. & Becke
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun.
Krauß Lokom.
Lahmeher
Lech, Augsburg...
a
83
58.5
133.5
80
37
25
62
0.44:
42
133.2:
23
77.75
44
88
62
69.75
Z.
30
87
S6.5
748.
70
40
0.75
41.)
112
42
74.5
45
57
71.75
Kis Muie
Spicharz.
Lingel Schuhw.. .
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metalll 45.5
Luther, Mühlenb.
Lux Induſtrie ... 24
Mainkraft Höchſt .86
Metallgeſ. Frkf.
Meyer Dr. Paul
Miag. Mühlenb..
Moenus Stamm. . 39.25
Motorenf Deutz".
Motorenf Oberurſ.
Reckarſ. Fahrz.
Neckarw. Eßlingen 1 971
Beters Union
50
Pfälz. Näh. Ka
Philipps.
18
Porzellan Weſſel ./52
Prometh. Frkf.
Rein Gebb. &é
56
Rhein. Elektr
90.5
Rhein. Metall=Vz.
Rückforth ......."
Rütgerswerke ..
Schleußner . . . . . .
Schneid. & Hanau. 48
Schnelipr Frant.. 72.75
Schramm. Lackf.
Schrift Stempel . / 80.5
Schucker Elektr.. . . / 88.25
Schuhf Weſſel. . . 32.75
Schuhf Herz
Schuh. Leander.
Schult Grünlack. 39
39
Seilind. WBolff
Sichel & Co.
6.25
Siemens Glas
Siemens & Halske
Süidd Immob.
Thür elektr. Lief. . . 75.9
ihren Furtwängl. . 25
Beithwerke ..
Ver. f. Chem. Ind.. . 64.5
Ver. b. Olfbr. Mann.
Ver Faßf. Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf. 52
Pinſel=Nürnberg ..
Ultramarin
92
Zellſtoff Berl.
66
Vogtl. Maſch.
53
Voigt & Haeffner . / 80.5
Volthom. Seil
30
Wahß & Frer
Wegelin Rußfb
101
Zellſt Waldhof 116.5
Zuckerf. Waghäuſel/ 55.75
Zuckerf. Frankenth. 51.5
Zuckerf Heilbronn. / 55
Zuckerf. Offſtein
Zuckerf. Rheingau
Zuckerf. Stuttgart
94.75
21.75
5.25
Transport= und
Verſicherungi=Akt.
N. Dt. Eiſenbahn.
Dt. Eiſenb.=Geſ. 68
El. Hochbahn Berl
4.2
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Geſ 107
188.5
Hapag
147.5
Nordd. Llotzd
Frk. Allg. Verſ. 92.5
60
Frankona Rückv.
Darmſt. Berte
Bahnbedarf
Dampfk Rodber
Helvetia Kon
Gebr. Lutz
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ..
Benulethc Ellenb.
28
50.5
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Die Einnahmen der franzöſiſchen Eiſenbahnen.
Wie aus den für die erſten 6 Wochen des I. J. veröffentlichten Ziffern
hervorgeht, haben die am 1. Januar in Kraft getretenen erhöhten
Eiſen=
bahntarife den Verkehr in keiner Weiſe ungünſtig beeinflußt. Die
Ein=
nahmen der ſieben Haupteiſenbahn=Geſellſchaften beliefen ſich auf 1194
Millionen Franes gegenüber 1052 Mill. Franes i. V. und zeigen mithin
eine Erhöhung um 142 Mill. Franes oder 13,31 Prozent. Hiervon ſind
117 Mill. Francs oder 11,22 Prozent den erhöhten Tarifſätzen
zuzu=
ſ=breiben, ſo daß eine abſolute Verkehrsvermehrung von 2,13 Prozent
gegenüber 1925 (1,8 Prozent) feſtzuſtellen iſt. Berechnet man auf
Grund=
lage der erſten 6 Wochen die Geſamteinnahmen des Jahres 1926, ſo er
gibt ſich eine erhöhte Einnahme um 1230 Mill. Francs, von denen 1
Mil=
liarde Franes der Tariferhöhung zuzuſchreiben ſind.
Die Lage des Phönix. Die Phönix A.G.,Abteilung Hörder Verein,
hat bekanntlich zum Ende dieſes Monats die endgültige Entlaſſung von
1740 Arbeitern beim Demobilmachungskommiſſar beantragt. Sie will
damit dieſen zur Zeit ohne Lohn beurlaubten Arbeitern wenigſtens den
Bezug der Erwerbsloſenunterſtützung ſichern. Generaldirektor
Fahren=
horſt machte über die wirtſchaftliche Lage des Werkes in einer Sitzung
in Hörde intereſſante Mitteilungen. Das Werk arbeitet augenblicklich
bei der Stahlproduktion mit 8 Rm. Defizit pro Tonne gegenüber einem
Defizit von 4 Rm. vor dem Kriege und bezeichnete die Lage des Werkes
als außerordentlich kritiſh. Er betonte ferner, daß, wenn überhaupt
eine geſamte Stillegung des Phönig vermieden würde, in Zukunft nur
noch 2000 bis 300 Arbeiter in Hörde beſchäftigt werden könnten
gegen=
über einer Belegſchaft von 10 000 Mann vor dem Kriege.
Die Zulaſſungen an der Berliner Börſe im Februar 1926.
Im Monat Februar 1926 wurden an der Berliner Börſe
In=
duſtrieaktien im Nennbetrage von insgeſamt 2,64 Mill. R.=M.
und nach Sachwert verzinslichen Schuldverſchreibungen im
Nenn=
wert von 162 Mill. R.=M. zugelaſſen. — Von Induſtrieaktien
wurden lediglich 2,64 Mill. R.=M. nom. Aktien der Vereinigte
Freiburger Uhrenfabriken A.=G. vorm. Guſtav Blocker zugelaſſen.
Von den nach Sachwert verzinslichen Schuldverſchreibungen ſind
insgeſamt 14 Emiſſionen neu zugelaſſen, darunter 10prozentige
Goldſchuldverſchreibungen der Hannoverſchen Landeskreditanſtalt
im Nennbetrage von 30 Mill. R.=M., 10prozentige
Goldpfand=
briefe Reihe 7 der Preußiſchen Zentralſtadtſchaft im Nennbetrage
von 20 Mill. R.=M. und 8prozentige Goldhypothekenpfandbriefe
von 1925 der Preußiſchen Hypothekenaktien=Bank im Nennbetrag
von 14 Mill. R.=M.
Sonntag, den 21. März 1926
Der Erwerb der Aktienmajorität der Mitropa durch die
Reichseiſen=
bahn=Geſellſchaft. Bereits ſeit vergangenem Sommer befinden ſich 53
Prozent des Aktienkapitals der Mitropa in den Händen der
Reichseiſen=
bahngeſellſchaft. Aus der Hauptverwaltung der Reichsbahn wurde Dr.
Hieſchke in den Vorſtand der Mitropa entſandt Ferner wird laut
B. T. eine Reihe von Vertretern der Reichsbahn in der nächſten
ordent=
lichen Hauptberſammlung entſprechend den Beſitzverhältniſſen
hinzu=
gewählt werden. Für das abgelaufene Geſchäftsjahr iſt die Ausſchüttung
einer Dividende zu erſoarten, jedoch können beſtimmte Angaben noch
nicht gemacht werden.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 20. März. Schon geſtern
nachbörs=
lich gingen die ziemlich umfangreichen Kursſteigerungen für Weizen
wieder verloren, nachdem Nordamerika enorme Preisſtürze meldete. Da
nun heute in Rückwirkung aus dieſer Bewegung auch Liverpool matter
war, konnte ſich Berlin nicht ganz dieſem Einfluß entziehen, wenn auch
die anhaltende Materialknappheit vereinzelt ſtützt. Effektiver Weizen
eröffnete etwn eine Mark ſchwächer, Lieferung ſtellte ſich 3½ Mark
nie=
driger, auch Roggen in geringem Angebot um 2 Mark unter
Vortags=
ſchluß. Die Unternehmungsluſt in Gerſte und Hafer iſt weſentlich ge
ringer geworden, das Kursniveau etwa 2 Mark niedriger. Mehl wieder
ruhiger, Futterartikel ohne beachtenswerte Verändeungen.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New Yurk, 20. März.
Weizen. Anfangs konnte eine Belebung eintreten auf höhere
Liverpvoler Notierungen. Dann wurde die Haltung wieder ſchvächer
auf ſchleppende Lokonachfrage des Inlandes. Die Termine ſchließen
nach einiger Beſſerung noch etwas unter geſtern.
Mais. Baiſſedeckungsläufe führten zunächſt eine Befeſtigung herbei.
Trotz einer vorübergehenden Abſchwächung auf Liquidationen war der
Schluß erholt. Die Termine ſchließen etwas über geſtern.
Hafer. Bei nahezu unveränderten Terminen verkehrte der Markt
in ſtetiger Haltung.
Baummolle. Ginſtige Temperaturberichte und der baiſſegünſtige
Entkörnungsbericht riefen eine Abſchwächung hervor, worauf die
Ter=
mine 10—15 Punke nachgaben.
Kaffee. Da heute Stützungskäufe von an der Valoriſation
inter=
eſſierten Firmen vorgenommen wurden, konnte eine Erholung eintreten.
Die Teumine gewannen 5—10 Punkte.
Zucker. Der Markt verkehrte in ſtetiger Haltung auf Deckungskäufe.
Kakao. Heute trat eine Abſchwächung ein auf ſchleppende Nachfrage.
Die Termine ſtellten ſich, beſonders für entferntere Schichten, erheblich
niedriger.
Nummer 80
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In der geſtrigen Aufſichtsratsſitzung der Darmſtädter und
Nationalbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, wurde der
Bericht der perſönlich haftenden Geſellſchafter über das
Geſchäfts=
jahr 1925 vorgelegt. Es wurde beſchloſfen, von dem ſich
ergeben=
den Reingewinn von Mk. 9 123 512,84 eine Dividende von 10
Pro=
zent zu verteilen, dem Penſionsfonds für Beamte Mk. 500 000
zuzuführen und Mk. 2263 512,84 auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Zentralausſchuß der Reichsbank iſt für Freitag,
den 26. März 1926, 4 Uhr nachmittags, einberufen worden. Es
handelt ſich um eine der üblichen Sitzungen des Zentralausſchmſſes.
Die Verſtändigungsverhandlungen zwiſchen Staat und
Privatwirt=
ſchaft in der Frage der Elektrowirtſchaft nehmen einen günſtigen Verlauf.
Man kanu annehmen, daß bereits in abſehbarer Zeit ein befriedigendes
poſitives Ergebnis herbeigeführt werden kann.
Zu dem Bankenkonſortium, das 10 Millionen Reichsmark 8proz.
Goldanleihe der Stadt Mannheim übernommen hat, gehört auch die
Dresdner Bankfirma Gebrüder Arnhold.
Die Geſellſchaft für Spinnerei und Weberei
Ett=
lingen (Baden) beabſichtigt, der demnächſt ſtattfindenden
Generalver=
ſammlung eine Dividende von 12 Prozent für das Jahr 1925
vor=
zuſchlagen.
Der „Deutſchen Bergwerkszeitung” zufolge werden Geheimrat Dr.=
Jng. Emil Kirdorf ſowie Bergrat Dr.=Ing. Friedrich Funcke von
ihren Aemtern im Borſtande der Gelſenkirchener
Bergwerksaktiengeſell=
ſchaft zurücktreten.
Wie aus Koblenz gedrahtet wird, habe ſich eine kleine Belebung
im Weinhandel eingeſtellt.
Wie in Wiener offizikſen Kreiſen verlautet, plant die
Oeſter=
reichiſche Nationalbank in abſehbarer Zeit eine weitere
Ermäßigung des Zinsfußes. Es heißt aber, daß die Bank
im Einvernehmen mit der Deutſchen Reichsbank vorgehen wolle, worüber
bereits Verhandlungen im Gange ſind.
Die Verhandlungen zwecks Abſchluſſes eines Handelsvertrages finden
zwiſchen Spanien und Rumänien Ende April in Madrid ſtatt.
Nach einer Erklärung des amerikaniſchen
Schatz=
amtes bleibt die Anleihepolitik Amerikas gegenüber Deutſchland durch
die Vertagungsentſcheidung in Genf unberührt. Das Schatzamt habe
nichts dagegen einzuwenden, wenn Deutſchland auch weiterhin Anleihen
wie bisher erhalte.
im Orangeriegarten ſoll alsbald
ver=
pachtet werden. Er umfaßt rd. 23 730 qm
Land einſchl. der Gebäude und Wege,
zahlreiche Gewächshäuſer, Schuppen und
Nebenanlagen, mehrere 100 Obſtbäume
und Beerenſträucher. Die Bedingungen
liegen beim Städtiſchen Hochbauamt
während der Dienſtſtunden zur Einſicht
auf. Angebote ſind bis 1. April 1926
an die Stadtverwaltung, Stadthaus
einzureichen.
Der Zuſchlag erfolgt ſpäteſtens am
(st4229
15. April 1926.
Darmſtadt, den 17. März 1926.
Der Oberbürgermeiſter.
—
Siädliſche Hauchaltungsſchue
Darmſtadt.
Unterrichtsgegenſtände der Ta
geskurſe: Hand= und Maſchinennähen
Flicken, Stopfen, Sticken, Bügeln, Kochen
mit Einmachen, Einkochen und Backen,
Lebens= und Bürgerkunde, Deutſch und
Rechnen.
Abendkurſe: Handarbeit u. Kochen
mit Einmachen, Einkochen und Backen.
Anmeldungen für das
kom=
mende Schuljahr: Donnerstag, den
25. März, nachmittags 4—7 Uhr, Alex=
(st4230
anderſtraße 27.
Darmſtadt, den 17. März 1926.
Der Borſitzende des Schulvorſtandes.
Dr. Gläſſing.
Es werden verſteigert:
Dienstag, den 30. März 1926,
nachmittags 2 Uhr,
beginnend, im „Erbach=Fürſtenauer=
Hof” zu Hirſchhorn, aus den Forſtorten:
Schwanne 3, Suhlſchlag 1 bis 3,
Heſſen=
reiſig, Hämmelsbach (Förſterei!),
Teufels=
hochſtätt, Platte, Langer Riemen,
Som=
merwiederſchall (Förſterei II).
Stämme: Eiche: 2 St. I. Kl. — 3,9
im, 2 St. II. Kl. — 4,/43 im, 9 St.
III. Kl. — 8 im, 29 St. IV. Kl. —
19,67 fm, 9 St. V. Kl. — 3,81 fm, 9
St. Vl. Kl. — 2,33 fm; Buche: 3 St.
II. Kl. — 4,93 tm, 25 St. III. Kl. —
21,80 fm, 33 St. IN. Kl. — 21,65 fm
13 St. V. Kl. — 4,33 fm. 19 St. VI.
Kl. — 1,21 fm; Kiefer: 1 St. III. Kl.
— 0,35 fm, 7 St. IV. Kl. — 2,96 fm;
Fichte: 1 St. Vb Kl. — 0,36 im;
Weißtanne: 1 St. III. Kl. — 0,60
tm. 1 St. Va Kl. — 0,49 fm.
Derbſtangen: Buche: 1 St. I. Kl. —
0,02 tm.
Nutzſcheiter: rm Eiche: 1 I. Kl. (1,25
m lang), 8 II. Kl. (davon 4 Im 1,25 m
lang); Buche: 125 II. Kl. (1,25 m lg.):
Kiefer: 32 II. Kl. (1,70m lg., rund,
zu Pfahlholz geeignet).
Nutzknüppel: rm Eiche: II. Kl. 17
(1,25 m lang).
Vor der Nutzholzverſteigerung werden
noch einige rm Buchen=Brennholz aus
den Forſtorten: Suhlſchlag und Platte
verſteigert, und zwar: 4 rm Scheiter
1 rm Knüppel, 4 rm Knüppelreiſig.
Unterſtrichene Nummern kommen
nicht zum Ausgebot. Gedruckte
Num=
mernverzeichniſſe über das Nutzholz
kön=
nen vom 22. Ifd. Mts. ab durch das
unterzeichnete Forſtamt gegen
Vorein=
ſendung von 1 R.=M. bezogen werden.
Nähere Auskunft für Förſterei I durch
Herrn Förſter Bauerund für Fürſterei II
durch Herrn Förſter Krebs, beide zu
(4239
Schloß Hirſchhorn.
Hirſchhorn a. N., den 17. März 1926.
Heſſ. Forſtamt Hirſchhorn.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des Kaufmanns
Heinrich Ludwig Kreiſel in
Darm=
ſtadt, Karlſtraße 20, ſowie der
Kom=
manditgeſellſchaft Kreiſel u. Co.
daſelbſt wird heute, am 3. März 1926,
nachmittags 5 Uhr 30 Min., das
Kon=
kursverfahren eröffnet, da
Zahlungsein=
ſtellung und Ueberſchuldung vorliegt.
Der Rechtsanwalt Dr. Nanis in
Darmſtadt wird, zum Konkursverwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
22. März 1926 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die
Wahl eines anderen Verwalters ſowie
über die Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretendenfalls über die
in § 132 der Konkursordnung
bezeichne=
ten Gegenſtände auf
Montag, den 22. März 1926, vorm.
9 Uhr, Zimmer 202,
und zur Prüfung der angemeldeten
For=
derungen auf
Montag, den 19. April 1926, vorm.
9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
202, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig
ſind, wird aufgegeben, nichts an den
Gemeinſchuldner zu verabfolgen oder zu
eiſten, auch die Verpflichtung auferlegt. Die Erd= Erd=Stampfbeton= und
von dem Beſitze der Sache und von den Maurerarbeiten ſowie die Lieferung von
Forderungen, für welche ſie aus der Werkſteinen in Kunſtſtein oder Natur=
Sache abgeſonderte Befriedigung in An= ſtein bei der Errichtung von Neubauten
ſpruch nehmen, dem Konkursverwalter am Rhönring, Gruppe 8—10, ſollen
ver=
bis zum 22. März 1926 Anzeige zu geben werden.
machen.
Darmſtadt, den 3. März 1926.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Betr.: Verbeſſerung der Waſſer=
und Bodenverhältniſſe im
Ried.
Arbeitsvergebung.
Die zur Herſtellung eines
Haupt=
entwäſſerungskanals von dem oberen
Ende des bereits hergeſtellten Kanals in
der „Wächterſtadt” bei Geinsheim,
durch die „Große Lache‟ „Gerauer
Lache” „Teichwieſe” und die „
Weide=
lache” bis zum Beginn des Grabens
400 m weſtlich und parallel der Straße
Leeheim—Geinsheim, erforderlichen
Erd=
arbeiten ſollen in zwei Loſen durch
ſchriftliches Angebot vergeben werden.
Los 1: Graben von 3,5 km Länge von
der Wächterſtadt bis zum alten
Land=
wieſenweg, 20000 chm Aushub,
Los 2: Graben von 4,6 km Länge
vom alten Landwieſenweg bis zun
Graben 400 m weſtlich und parallel
der Straße Leeheim— Geinsheim
28 000 cbm Aushub,
Los 3: Graben an der Pontſchleuſe,
direkt beim Ort Geinsheim, 10000
chm Erdbewegung.
Angebotsvordrucke ſind von uns
ge=
gen Bareinſendung von 2,50 Mk. für
Los I und II zuſammen und von 1,50
Mark für Los III zu beziehen.
Lage=
plan und Längenprofile mit den
Bohr=
ergebniſſen für Los I u. II koſten 2 Mk.
Die Bedingungen und die
Planunter=
lagen für die Ausführung liegen bei uns
zur Einſicht offen.
Angebote ſind verſchloſſen mit
ent=
ſprechender Aufſchrift verſehen bis
Diens=
tag, den 6. April 1926, vorm. 9½/ Uhr,
bei uns, Bleichſtraße Nr. 1, einzureichen,
woſelbſt auch die Eröffnung in
Gegen=
wart der Vieter ſtattfindet.
Zuſchlags=
friſt 4 Wochen.
(4241
Darmſtadt, den 19. März 1926.
Heſſiſches Kulturbquamt,
erhalten gegen weitgehendste Zählungserleichterung
ohne jeden Preisaufschlag: Bettstellen,
Spiralma-
tratzen, Auflegematratzen, Veckbetten, Kissen,
Waschkommoden, Nachtschränke, Kleider- und
Spiegelschränke, Küchenschränke, Vertikos, Tisch,
und Stühle, Trumeans, Schreibtische,
Bücher-
schränke, Büfetts, Standuhren, Spiegel, Bilder,
Beitvorlagen, Steppdecken, Dirans, Chaiselongues,
Flurgarderoben sowie sämtl. Kleinmöbel, ebenso
Follständige Wohnnngseinrichtungen in nur solider
gediegener Ausführung bei billigster Berechnung und
bietet Ihnen mein über 29 Jahre bestehendes
Unter-
nehmen, mein ständig wachsender Kundenkreis die
beste Gewähr für meine Leistungsfähigkeit, Ich bitte
um gefl. Besichtigung meines reichhaltigen Lagers,
um sich von der Auswahl und Preiswertigkeit zu
überzengen.
Adam Karn Nachf.
Inh.:
Friedrich Eissenhauer
Darmstadt, nur Bleichstr. 51, n. d. alten Bahnhof
Offene Auszeichnung (224a) Kostenlose Lagerung
Bauarbeiten.
(4242! Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Mittwoch, den
31. März 1926, vormittags 10 Uhr,
(st4267
einzureichen.
Darmſtadt, den 20. März 1926.
Städt. Hochbauamt.
Bekanntmachung.
Unſere Finanzkaſſe befindet ſich vom
23. Ifd. Mts. ab nur noch in der früheren
Infanteriekaſerne, Alexanderſtr. 22,
und zwar im 2. Siock (Treppenaufgane
lints), mit Ausnahme der Vollftreckungs
ſtelle, die im Erdgeſchoß rechts unterge
(424;
bracht iſt.
Darmſtadt, den 20. März 1926.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt.
Am Mittwoch, den 24. März 1926,
vorm. 10 Uhr, verſteigere ich öffentlich
zwangsweiſegegen Barzahlung Kirſchen=
(*7864
allee 30 (am Güterbahnhof):
2 Büroſchreibtiſche,
1 Rollſchränkchen,
1 Schreibmaſchine (Marke Kappel)
Darmſtadt, den 20. März 1926.
Trautmann, Vollziehungsbeamter.
Verkaufe ab heute
wie=
der in meiner Behauſung
in Griesheim ein
gro=
ßer Transport prima
Gerter A. Lauferſchwbeine
zu billigſten Tagespreiſen.
Philipp Feldmann
Schweinehändler
Griesheim b. D
Telephon 42
Motorrad
1¾ PS., neu,
Mk. 350.—. (4192a
Donges & Wiest.
Eiſerne.
Bendeltreppe
abzigeben
Grafenſtr. 43. (4313go
AmtlicheBekanntmachungen
aus Rheinheſſen
Straßenſperrung.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten
werden im Stadtteil. Mainz=Mombach die
Heckerſtraße und Strunkgaſſe für die Zeit
vom 25. März bis 15. Mai 1526 und die
Mohrgaſſe und Forellenſtraße für die Zei
vom 29 März bis 20. Mai 1926 für den
durchgehenden Fuhrzerkehr geſperrt
Die Umleitung des: Verkehrs zwiſcher
Turnerſtraße und Eminrichruhſtraße erfolgt
durch die Schönbergſtraße und
Peſtalozzi=
ſträße.
Mainz, den 17. März 1926.
Das Polizeiamt.
Verkauf von Altmaterial.
Das im Waſſeriverk Walpodenſtraße
liegende Altmaterial, beſtehend aus
Rohr=
guß, Eiſenabfällen, Meſſing, Rot zuß Kupfer
Zink und Roſtſtäben im Geſamtgewicht vor
etwa 400 kg ſoll auf Grund ſchriftlichen
Angebots an den Meiſtbietenden verkauft
werden.
Die Verkaufsbedingungen können auf
dem Geſchäftszimmer Nr. 3 des Waſſer
wverks, Walpodenſtraße Nr. 21, eingeſehen
und von dieſem gegen Zahlung von30Nt.-Pfg.
zuzü lich 10 R=Pfg. beim Verſand nach
auswärts, bezogen werden.
Angebote ſind daſelbſt bis 31. März ds.
Js vormittags 11 Uhr, einzüreichen.
Mainz, den 16. März 1926.
Städt. Waſſerwerk.
Arbeitsvergebung.
Die Erd= und Rohrverlegungsarbeiten
für die Ortsentwäſſerung Nieder=Saulheim
ſollen in einem Los vergeben werden. Pläne
und Bedingungen liegen auf unſerer
Kanz=
lei zur Einſicht offen. Angebotsvordrucke
können gegen Einſendung von 1,50 Mk.
von uns bezogen wverden.
Die Angebote ſind verſchloſſen und mit
Aufſchrift „Ortsentwäſſerung Nieder=
Saul=
heim” bis zum 30 März, vorm 11 Uhr,
bei uns einzurei hen. Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Mainz, den 17. März 1926
Heſſ. Zulturbauamt Mainz.
Jacobs.
In unſer Handelsregiſter wurde heute
bei der offenen Handelsgeſellſchaft in Firma
„Robert Dreſcher Nachf. Tauer & Joſten”
mit dem Sitz in Bodenheim eingetragen
Johann Sebaſtian Sauer der Zweite iſt
infolge Todes aus der Geſellſchaft
aus=
geſchieden. Sein Sohn ;uanz Peter Sauer,
Landtvirt in Bodenhein, iſt in die Ge
ſellſchaft eingetreten.
Mainz, den 13. März 1326.
Heſſ. Amtsgericht.
In unſer Handelsreg ſter wurde heute
bei der Firma „Nathan & Stern” in Mainz
eingetragen: Franz Ludwig Deutſch in
Mainz iſt Einzelprokura erteilt.
Mainz, den 13. März 1926.
Heſſ. Amtsgericht.
In unſer Handelsregiſter wurde heute
ei der Firma „Foſ. Br idenbach
Nach=
folger” in Mainz eingetragen, daß das
Geſchäft auf Guſtav Heinrich Frie rich,
Kaufmann in Mainz, übergegangen iſt und
von demſelben unter unveränderter Firma
fortgeführt wird.
Mainz, den 16. März 1926.
Heſſ. Amtsgericht.
In unſer Handelsregiſter wurde heute
bei der offenen Handelsgeſellſchaft in Firma
„F. 2ilbrecht” mit dem Sitz in Mainz
ein=
getragen: Der Fabrikant Wilhelm Albrecht
iſt aus der Geſellſchaft ausgeſchieden.
Mainz, den 19. März 1926.
Heſſ. Amtsgericht.
In unſer Handelsregiſter wurde heute
beider „Bodenprodukte=Aktiengeſellſchaft”
mit dem Sitz in Mainz eingetragen: Die
Geſamtprokura desAlbertHerber iſterloſchen,
Mainz, den 13. März 1926.
Hefſ. Amtsgericht.
In unſer Handelsregiſter wurde heute
bei der offenen Handelsgeſellſchaft in Firma
„A. Kempf & Co.” mit dem Sitz in Mainz
eingetragen: Der Kaufmann Albert Thieme
inMainziſtaus derGeſellſchaft ausgefchieden,
Mainz, den 17. März 1926.
Heſſ. Amtsgericht.
In unſer Handelsregiſter wurde heute
die Firma „Joſef Rauſch” in Mainz,
Neutorſtraße 9, und als deren Inhaber
Joſef Rauſch, Weinhändler in Mainz;
eingetragen.
Mainz, den 17. März 1926.
Keſſ Amtsgericht.
Vergebung von Kanalbauarbeiten.
Die bei Erbauung eines Kanals in der
Mohrgaſſe und in der Forellenſtraße im
Stadtteil Mainz=Mombich vorkommenden
Erd= und Maurerarbeiten, ſollen im Wege
der öffentlichen Ausſchreibung vergeben
werden. Die Arbeiten umfaſſen die
Her=
ſtellung von etwa:
Mohrgaſſe.
60 m Zeientrohrkanal Profil Vl, 40/60 cm,
89 m Zementrohrkanal Profil 1X, 20/— 0 cm
mit 3 Spülſchächten, ſowie 1 Schieberſchacht
mit Sturz.
Forellenſtraße,
98 m Zementrohrlanal Profil 1X, 20/—0 cm
mit 3 Spülſchächten,
und ſind als Notſtandsarbeiten mit vom
Arbeitsait überwieſenen Erwerbsloſen
auszuführen.
Plan, Bedingungen u. Arbeitsverzeichnis
liegen aufdem Städt. Tiefbauamt, Stiftſtr. 3,
Zimmer 20, während der üblichen
Geſchäfts=
ſtunden zur Einſicht auf und können von
da, mit Ausnahme des Planes, gegeil
Erſtattung der Vervielfältigungsgebühren
von je 2 Mk. bezoge: werden.
Angebote ſind verſchloſſen und mit
ent=
ſprechender Aufſchrift verſehen,ſpäteſtens bis
Samstag, den 27. März 1926,
vormittags 11 Uhr
poſtfrei bei dem Sekretariat des Städtiſchen
Tiefbauamtes, Zimmer 19, einzureichen.
Nach 11 Uhr eingehende Angebote finden
keineBerückſichtigung und werden uneröffner
zurückgegeben.
Die Eröffnung der rechtzeitig
ein=
gelaufenen Angebote erfolgt im Beiſein
etwa erſchienener Bieter am gleichen Tage,
vormittags 11 Uhr.
Zuſchlagsfriſt 4 Wochen.
Mainz, den 19. März 1926.
Städtiſches Tiefbauamt Mainö=
Arbeitsvergebung.
Die Erd= und Rohrverlegungsarbeiten
für die Ortsentwäſſerung Nieder=Saulheim
ſollen in einem Los vergeben werden. Pläne
und Bedingungen liegen auf unſerer
Kanz=
lei zur Einſicht offen. Angebotsvordrucke
können gegen Einſendung von 1,50 Mk. von
uns bezogen werden.
Die Angebote ſind verſchloſſen und mit
Aufſchrift „Ortsentwäſſerung Nieder=
Saul=
heim” bis zum 30. März, vormitt. 11 Uhr,
bei uns einzureichen. Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Mainz, den 17. März 1926.
Heſſ. Kulturbauamt Mainz.
ArIBTOdteT OOMottololBdIIIé
Kommanditgesellschaft auf Aktien
iun
heute
enbach Nch
6 da4
Frie rich,
im iſtud
Firm
mtsgericht.
heut
engeſelſchelf
Bericht der versönlich
Die zahlreichen Tagungen unserer priraten und öffentlichen
Terhände, die vielen Diskussionen über ungere Wirtschafts=
Fasen in den täglich erscheinenden Broschiren sowie in den
Aufsätzen der Tagespresse und der Fachzeitschriften behandeln
zlle, begleſtet, von nmfangreichem Tahlenmaterial, die eine
ontinuierliche Brscheinung des Jahres 1925: die große, alles
heherrschende wirtschaftliche Krisis. Wissenschaft und Praxig
verzuchem gestützt aut Zikfern der Statistik, die Diagnose
urs nes nirtschaftlichen Austandes zu stellen, um die Wege zu
geiseu, die uns aus dieser Lage zu einem sicheren Wiederaufbau
führen sollen. Es ist sehr viel Interessantes und Wichtiges in
Thesen und Zahlen über diese uns alle bewegende Entwicklung
gaaaat Wotden. Zur mirklichen Heilung unseres kranken und
ge-
gahmächten Zustandes wird man aber nur das alte probate
Hausauttel anwenden können und müigsen das mit zwei
orten ausgesprochen lst: 4rbeiten — Sparen und Sparen
Arbsiten:
Das Jahr 1925 bat Deutschland den ersten Schritt auf dem
Vese zur Besserung tun lassen, den Schritt zur
Selbsterkennt-
nis. Diese Selbsterkenntnis hat im Einzelnen gewiß sehr viel
Vegatives in unseren Verhältnissen ans Tageslicht gebracht.
zber sig bleibt doch aut der anderen Seits das große positive
Rezultat des abgelaufenen Jahres, das erst die Atmosphäre
schnk, um nunmehr in durchgreifender Weise die fast auf allen
Gebieten uverläßliche Neugestaltung von Begrikfen und Dingen
in Angriff nehmen zu können. Diese Erkenntnis beschränkt
sich nicht aut Deutschland, sie erstreckt sich hente auf die
ganze Welt und wird dazu führen, daß die überspannten
natig=
nalen Ideen der Politik den mirtschaftlichen
Zweckmäßig-
keitsgründen in Produktion und Warenaustausch weiehen. Der
4bbau überhoher Zollmauern in dem wirtschafisschmach
gewordenen Buropa, wie auch in der übrigen Welt ist
not=
wendig, um die großen Produktionsstätten der alteu
traditio-
nellen Wirtschaftsländer, die sich ohnehin auf eiue starke
Ein-
sahränkung einrietten müssen, trotz des geschwächtan
Kon=
enms zu beschäktigen und die Weltwirtsohaft wieder zu
be-
festigen, nachdem die Poltik die Welt zerschlagen und die
Menschbeitsentwicklung von dem vernünftigen Prinzip
gegen-
seitiger Verständigung und gegenseitiger Hilfe abgedrängt
hat. Es igt wichtis, daß der Gedanke des Biner aut-den-
Anderen-Angewiesenseins wieder überall anerkannt wird und
mir werden diese Entmicklung umso sicherer und everstscher
fortsetzen, ia mehr die Teistungen des einzelnen Landes und der
einselnen 1ändergruppen für die Gesamtheit der Welt erhöht.
und getändert werden.
Deutschlland hat im Jahre 1925 mit Mut und Freudigkeit
zur schöpterischen Arbeit Ideen, Methoden und Vormen
ge-
gucht, um ein neues und sicheres Wirtschaftsgebäude
aufzu-
richten. Es hat wioder nach den gesunden Gesetzon aufzubauen
versucht, die von altersher die eigenartigen, scheinbar
mu-
rammenhanglasen und doch gehr fein ineinanderübergreikenden
Beziehungen zwischen Währung und Wirtschaft, Produktion
und Konsum, Kapital und Arbeit bestimmen Das erste dieser
Gesetze ist das der Rentabilitäti der wirtschaktlichen Betriebe
und damit der Wirtschaft überhaupt. Dieser primitive (
rund-
gats ist ebenso wie dig Vorderung vom Arbeiten und Sparen
durah die von der Inklation ausgelösten Beariffsvernirrungen
im Vergessonheit geraten. Unter den Vachwirkungen der
Irr-
lohre von der Substanzerhaltung und -vermehrung hat man in
Deutschland fast geglaubt, daß auch die übrige Welt, die uns
mit Kretliten nnd Anleihen zu Hilfe kommen sollte, diesen
Bentabilitätsgedanken für nehensächlich ansehen würde. Man
hat melkach in den großen Wirtzhaftsorganisatioven und ver.
tretzungen angenommen, daß dieser ersto Grundsatz
kapitalis-
tischer Weltordnuns 15 unserem Zeitalter großer sozialistischer
Bewegung nur mit einer gewfigsen Scham ausgespröchen werden
dürke. Man hat dabei vorgessen, da0 das Bekennen zum
Prin=
mip des Geldverdienens und der Bentabilität die eigentliche
Grundlage der wirtschattlichen Oränung, des 4rheits- und
Produktionsprosesses ist, dem wir angehören, und den wür nicht
gukgeben dürken, ohue damit, zugleich unsere
Wirtschafts-
ordnung für alle Zukunkt zu erschittern. Kapital und Arbeit.
können ihre wechselseitigen Beziehungen nur aufrecht erhalten,
nenn sie digsen andlich Wieder beschrittenen Weg in Deutsch= beiderseits auf das Sorgtältigste innesuhalten trachten
Fur die Rentabilität kann uns zur Kapitalbildung und nur die
Kapitalbildung kaun ung zur Selbsthilfe und damit zur Rettung
bringen. Wir brauchen Kapital, um Produktion zu schaffen,
mir brauchen Prodiktion. um 4rbeitsmöglichkeiten nu schaffen
und damit die Preisverbilligung herbeizuführen, die durch
Hünstliche Mittei niemals geschaffen werden kann. Vur so kann
zuch dar darnie derliegende Konsum im Inlande gefördert und
gehoben werden uad nur so kommen nir zur Wiedergewinnung
dar uns verloren gegangenen Konsumlander der Welt, d. h.
z einer Erhöhung des Uxports. Diose Exporterhöhung muß
im Taufe der nüchsten Jahre für das Eleichgemicht unserer
Jahlungsbilanz erreicht werden. Die Qualitätsarbeit Deutsgt.
lands ist hierkir das stärlsto und beste Mittel, deun dazu
brauchen wir in erster Linie die vorhandene Arbeitskraft,
können also aus eigenen Mitteln schöpfen. Die Hebung des
Inlandskonsums hängt zum wesentlichen Tell von der
desun-
dung unserer Tandwirtschaft ab. Diese wird erreicht werden
nicht in erster Linie durch Kredite — so erfreulich und
he-
deutungsvoll auch deren Bereitstellung im Augenblicke
höchster Kreditnot war — auch vicht durch handelspoliische
Müttel einer weltwirtgchaftlich durehaus anders gearteten
Epoche, sordern durch Anpassuung an die veränderten
wirt=
schaftlichen Verhältnisse der Frdg. Diese Aufgabe wird der
Tandwirtschatt ebenso nenig wie der Industrie erspart bleiben
können.
Deutschland hat in Jahre 1925 diese Probleme nach dem
Zusammenhrnch, der Mitte dieses Jahres in voller Schärfe
erkolste, energisch zu löeen versucht. Man bat, getrieben von
der monatlich steigenden Zahl von Konkursen und
Gieschäfts-
aufslohten und aufgeklärt durch die Erschütterung mancher
Wirtschaktsthegen, mie der Substanzidee und der Vertikalidee,
einen Ummertungs- Und Teubillungsproxeß eingeleitet, der in
den mum Allgemeingut gewordenen Sellagwörtern
charaktert-
ziert wird: Vationalisierung der Betriobe und
Zusammen=
kassung dex produktiven Kräfte.
Die Wirtschaft aller Länder, in erster Linie aber diejenige
Deutschlands, steht heute im einer Überganssperiode, die
geistis bestimmt und charakterisiert ist durch die Erkenntnis
der führenden Kreise, besonders auch der Begierungen, daß
man die Methoden nnd ldeen der letztenJahre verlassen mügse
Wir erkennen andererseits, da8 wir auch nicht die
Entwick-
lungslinien der Vorkriesszeit ohne weiteres wieder aufnehmen
können, die durch den Krieg und die ihm kolgenden kreisnisse,
alo dnreh den Amang höherer Gewalt verlasssn werden mnßten.
B lgt sicher keine leichte Aufgabe, den grobartigen, durch
unnntertrochene Entwicklungen geförderten Bau unseres
Wirtscklaftslabens der lotzten 40 Jahre uunmehr nach geinem
tatsächlichen Zusammenbruch wieder aut kapitalarmer und
politisch gehwacher Basis nen hinzustellen, besondars nachdem
aueh die wirtschaftlichen Grundlagen in bezug aut Rohstoft.
basis, Kolonialbeeitz und Inlands- und Weltkonsum voll-
Ständig uen entwickelt werden miissen. Deutschland wird diese
Aufgahe nur lösen können, weun d1e Mechanisierung der
menschlichen Arbeitskratt bald auf das Maß des Notwendigev
Eriiokgeführt worden ist. Mehr denn je braucht unser Zeit-
2lter die Indimiäualitzt auf allen Gebisten nirtschaktlicher
Leſtungen. Die Anerkennnng sorialer Crundsätze darf nicht
Von einer zu weit gehenden Parteinolitik bestimmt oder gar
übsstrieben werden. Vicht allein die Besierung kann und muß
den Akbtin von aus vargangener Zeit übernommenen
Organis-
men, Fon der in Inklationsseit entelandenen bütrokratischen
Einrichtungen und Behörden herbeiführen, sondern auch die
Virkschafe mn dsich diesem Prinzip in großem Stile anschließen.
4uch hier ist ein übersetstes Verbandswesen zu einem Umfang
Eipirzengchsen, der die indiriduelle Teistung von Unter-
Nelinnugen und Führern Hiel zu stören beeinklußt. Vor allen
Dingen kaun aber dadurch eine der notwendigsten Vorderungen
Undarer Zeit nicht in genügender Weige zur Entwicklung ge-
Dracht Ferdlen, nämlich die Erziehung und dar Anfstieg der
junged überall erforderlichen Kräfte zur tätigen Mitwirkung
Und 4rbeit au den großen 4ufgaben der degenwart. 4uch in
der Frage der 4rbeitsseit und 4rbeitsentlohnnng ist es erfor.
derlich. daß der felnfühlende und sichere Apparat indiniäueller
4upassnng Fieder die ausschlaggebende Kolle grlangt, daß
die Eigenheiten das trewerbes berücksichtigt nnd daß nicht
dureh Gehördliche Maßnahmen diese gar nicht allgemein gültig
W iösenden Pragen generell geregelt werden.
Die Mechanisierung, die man bei der Benutzung der
mensch-
lichen Arbeitskraft behämpfeu muß, bedark aur Erhöhung der
techuischen Leistungsfähigkeit Deutschlands eifriger
Vör-
mik ist im Gegensats zur
derung, Rationalisierung der
freien Entfaltung der menschlichen Arbeitskraft ein Gebot
der Stunde. Es ist außerordentlich erfreulich, daß der Beichs-
Hnanzminister neben anderen wichtigen Zusagen auch eine
starke Ermäßigung der für Fusionen in Betracht kommenden
Steuern in Aussicht gestellt hat. Der horizontale
Zngammen-
schluß der Wirtschaft wird dadurch wesentlich gofördert
werden. Kartelle und Spndikate, deren Daseivsaweek ja auch
ein ganz anderer war und gein sollte, können die großen
Auf=
gaben unserer Zeit, die Produltionsstätten in Einklang mit
dem Kongum mu bringen, den Konzum durch Verbilligung der
Produkte zu heben und damit die großen Gefahren der
Arbeits-
losigkeit zu beseitigen, nicht lösen. Die horizontale
Entwick-
lung der Wirtschaft allein vermag die große und
vielrer-
sprechende Kräfteansammlung zu verbürgen, die erforderlich
ist, um den in diesen Aufsaben schlummernden gewaltigen
Schmierigkeiten wirkungsvoll zu begegnen, und um gleichzeitig
das Prinzip der Rentabilitätgerhöhung und den Ausgleich
unseres Kapitalmangels in Feitgehendem Maße
herbeizu-
führen.
Die im Jahre 1925 auf diesem Wege erzielten Vortschritte
sind vielversprschend. Wir hatten bereits eine große, generelle
Zusammenschlugbewegung in der Kalindustrie, die sicher nicht
zuletzt diesem Umstande ihre gesunde Grundlage zu verdanken
hat. Wir haben den großen Trust der deutschenl arbenindustrie,
der alle Früher in der Interessengemeinschaft der chemischen
Industrie zusammengefaßten Betriebe enthält. Wir stehen vor
großen Zusammenschlüissen in unserer Montanindustrie
so-
wohl in Rheinland-Westkalen, wie in Schlesien, die diese duroh
den Krieg und geine Volgen schmwer betrotkenen
Wirtschatts=
gruppen zu neuen Entwicklungen führen dürften. 4uch die
deutschen Beoderei, die die schwierige Aufgabe eines völligen
Teuaukbaues zu bewältigen hat, ist einen großen Schritt in der
Zusammenfasgung ihrer Kräfte vorwärtsgekommen. Andere
Beruke und Berutsymeige merden sich dieser Neugestaltung
nicht verschließen können. Besonders die großen Kraft- und
Blektrinitäte-Industrien werden sich vor ähnliche Aufgaben
gestellt sehen und es ist anzunehmen, daß früher oder später
auch das deutscheBankgewerbe trotz der erheblichen
Schwierig-
keiten, die gerade bei diesem Wirtschaktssweig nach dieser
Richtung hin vorliegen, das Problom der erhöhten Rentabilität
nur durch einen Vecständigungswillen aaf breiter Grundlage
mu lösen vermag. Die unter gohwierigen Verhältnissen
arbei-
tende deutsche Automobil-Industrie hat in letzter Zeit wieder
versuch”, über den Wes der Finanzierung ihre Lage zu bessern.
Auch hier wie an anderen Stellen der deutschen
Maschinen-
industrie bricht sich aber mehr und mehr die Erkenntnis
Bahn, da8 nur die produktionstechnische Zusammenfassung
der Kräfte eine Gesundung der Verhältnisse bringen kaun.
Deutsckland wird nach Vollbringung dieser Aufgaben bald
wieder praktisch den Anschluß an die Weltwirtgchaft finden
und ein gleichwertiger, bedeutsamer und anerkannter Paktor
dafür merdep. Der Zug nach internationaler Vereinbarung über
Preise, Binteilung des überall begrenzten Konsums usm. wird
sich deshalb auch nicht aufhalten lassen und praktisch zur
Tat werden. Wir sehen schon jetzt sehr vielversprechende
Anfänge für eine nene Verständigung in der Bisenindnstrie.
Wir sehen ferner, daß z. B. eine in Deutschland bald nach
Kriegsende durehgeführte Zusammenfasgung einer
Industrie-
gruppe, nämlich der deutschen (lühlampenindistrie, relativ
schnell zu einer vollständigen internationalen Verständigung
geführt hat, bei der Deutschland keineswegs eine
nebensüch-
liche oder unterssordnete Rolle spielt.
Die Regierung hat in letzter Zeit die ihr durch die
wirt-
schattlichs Krisis gestellten Autgaben erkannt. Dig letzten
Ankündigungen des Reichsfinanzminieters haben einen starken
Widerhail tn der Wirtschaft gefunden. Astsächlioh. Mar der
gesenmärtige Zustand kaum noch länger aufrechtzugrhalten.
Das Programm des Finanzministers mird vor allen Dingen
dahingehend uneingeschränkte Anerkennung finden, daß die
Urmäßigung und Vereinkachung unsergs Steuersrstems nur
weilter kortgefülrt werden kann, wenn auf der anderen Solte
zußerste Sparsamkeit nicht nur in der Uhsorie, sondern auch
in der Praxis obwaltst. Auch die Parteipolitik muß sich diesem
Prinzip anschließen, und es wird notwentlig gein. daß ein
gachlicheres Srsten der Kontrolle und der Ubersicht üiher die
Ausgaben des Beiches, der Länder und Gemeinden einsetzt.
Zu hohs Ausgahen sind zugleich Ursache und Wirkung zu
hohor Steuern. Nis ist ein unmöglicher Austand, daß die
öffont=
liche Hand erhebliche Beträge aus Stenereingängen verwenden
kann, um Unternohmungen zu erwerben oder sich an solchen
zu beteiligen, die die Wirtschaft vielfach unter der Last der
erhobenen Steuern aufzugeben gezmingen mar. Diese Politik,
die man vollswirtschaftlich als eine Enteignung ohne
Ent-
sahädiguns ansehen muß, hat zweitellos die Gefahren in den
Lebensbedingungen unserer Wirtschaft erheblich verschärtt.
Das neue Steuerprogramm des Reichsfinanzministers bietet
eine geeignete Grundlage, die Gesundung nach dieser Richtung
hin automatisch mu fördern nachdem der alte
Grundsat=
wieder anerkannt ist, daß der Urwerb produktiver Anlagen nur
dureh öffentliche Anleihen finanziert werden kann. 4nch die
Wirtschait selbst muß dahin mirken, daß der staatliche Bingrift
abgebaut wird. Es ist nicht angängig, auf der einen Seite diesen
Hingrift zu bekämpfen und auf der anderen Seite den Staat
zu Hilkeleistungen bei allen schmierigen Sitnationen
heran-
muholen, die durch eigenes Bingreifen beseitigt werden müßten.
Mit dem Abbau der Stenerlasten muß auch notwendigerweise
ein Abbau der sosialen Tasten verbunden werden, die in ein
gesundes Verhältnis zur Lage der Wirtschaft gebracht werden
müssen.
Die Betätigung der öffentlichen Hand, insbesondere auf
dem Cebiste des Bankwegens hat sich im Jahre 1925 meiter
entwiekelt. Die verschiedenen staatlichen Bankorganisationen
varmochten in der Zeit starker Geldkalamität durch die ihnen
zur Verküguns stehenden Gelämittel eine bedentsame
prinat-
geschäftliche Tätigkeit zu entkalten. Bs ist zu wünschen, daß
auch hier die Gesetze einer geordneten Geld- und
Kapital-
wirtschaft ohne Einschränkung Geltung erhalten, und daß die
prinatwirtschaktliche bankmäßige Betätigung nieder den
Priratbanken überlassen bleibt. Die Tätigkeit der Sparkassen
und damit auch der Girozentralen muß sich wieder in erster
Linie der Beschaffung und dem Aufbau des Realkredites
wid-
men. Deutschland muß nach dieser Richtung alle Kräfte
zu=
sammennehmen, und wir müssen wieder dazu übergehen.
er-
zieherisch das sich bildende Kapital für Anlage im Realkredit
zu interesieren.
Das Ausland hat sich im verfiossenen Jahre in erheblichem
Maße in der Geldhergabe sowohl in kurzfristiger Vorm wie in
Borm langfristiger Anleihen betätigt. Unsere Handelsbilanz
zeigt ein Passinum von 4,3 Milliarden Mark. Wenn sich auch
diege Zahl dureh unsichtbare Ausfuhr und durch
Rückwande-
rung im Auslande angelesten doutschen Kapitals vermindert,
so ist es doch sicher, daß der Ausgleich in der Bilanz nur mög:
lich war durch einen starken Zufluß ausländischer Kredite.
Es kann nicht bestritten werden, daß ausländische Kredite
ein unbedingtes Erfordernis unserer Zeit waren und daß wir
nur mit ihrer Hilfe uns die Beträge verschaffen konnten, die
eine gesunde Ergänzung unserer Warenmengen und eine
Ver-
beggerung unserer Prodlulstionsmittel ermöglichten. Trotzdem
war es notwendig, da8 berufene Stellen einer zu großzücigen
Kreditaufnahme vorbeugten, und daß insbesondere eine
Prü=
fungsstelle für die Aufnahme ausländischer 4nleihen für
Kommunen errichtet wurde. Die schon vielfach erörterten
Pebenwirkungen ausländischer Anleihen auf eine an der
Um-
gestaltung ihrer Währungs- und Wirtschaftsgrindlagen
ar-
beitenden Volkswirtschaft eind von zu großer Bedeutung, als
da8 sie nicht einer weitgehenden Kontrolle unterstellt werden
müßien. Nach den Schätzungen der Beichsbankleitung sind
wir mit zirka 31—4 Milljarden Mark dem Auslande
ver-
schnldet. Diese Summe gibt keine Veranlassung zu
irgend-
welcher Beunrahigung, wedler in währungspolitischer noch in
anderer Hinsicht. Das hindert aber nicht, daß wir mehr und
mehr die Wege der Selbsthilfe beschreiten müssen, auch im
Hinblick auf die großen Belastungev, die wir in den nächsten
Jahren infolge des Dawesplanes zu tragen haben.
Was wir gegennärtig in Firtschaftlicher Hinsicht erieben,
läßt sich in dem Begriff Krisie nicht zusammenfassen und
dar-
stellen. Bs geht weit über diesen Begriff hinaus und wird die
verantwortlichen Männer in der Politik und Wirtschaft noch
lange in Atem halten. Die Freiztigigkeit des Kapitals ist
inter-
national noch immer nicht hergestellt. Immer noch ist sie
behindert durch Währungskrisen größten Umfanges und durch
vielfache politische Störungen und (berraschungen. Die
Stabilisation einer Anzahl europäischer Kauptwährungen
ins-
besondere Frankreiche und Italiens. konnte bieher psch nicht
zur Durchführung gelangen. Dadurch bleibt der
Warenaus-
tausch der Welt auch Feiterhin ven Zufälligkeiten und von
haftenden Gesellschafter.
ungleichmäßigen und unsachlichen Faktoren bestimmt. Unsere
Währung hat sioh dank einer glänzenden Politik der
Reichs-
bank außerordentlich befestigt und das Vertrauen der Welt
wird mehr und mehr auf diesem Gebiet zurüekgewonnen. Die
Iösung der im Dawes-Flan verankerten Transferfrage wird
endgültig über dieses Vertrauen der Welt entscheiden. In
jedem Falle wird aber der wirtschaftliche Stabilisationsprozeß
von der Währungsseite aus bei uns eine Lrschütterung nicht
mehr erfahren.
Die Gesundung, die auf dem Geldmarkte schon Ende 1925
eingetzte, hat in 1926 erhebliche Portschritte gemacht. Bs ist
zweifellos richtig, daß dieser Zustand des Geldmarktes
gleich-
zeitig den kritischen Höhepunkt unserer wirtschaftlichen
Depression darstellt, doch ändert das nichts an der Tatsache,
daß der Entlastungsprozeß durehgeführt worden ist. Er konnte
nur durch Opferung zahlreicher Lxistenzen, durch große
Zu-
gammenbrüche und durch einen Produktionsabbau erheblichen
Umkanges erkauft werden, doch werden wir ihn als ein
wich-
tiges Zeichen beginnender Besserung ansehen dürfen.
Inmitten dieser fortdauernd fließenden wirtschaftlichen
Bewegung stehend, haben sich die Banken im Jahre 1925
sehr schmeren Aufgaben gegenübergesehen. In erster Linie
hatten sie angesichts der horrschenden Wirtschaftslage
In-
dustrie, Handel und Landwirtschaft mit Krediten in besonderer
Weise zur Verfügung zu stehen. Daneben versuchten gie, goweit
das im Rahmen der allgomeinen Krisis möglich war, den großen
Verkaufsansturm auk die Effektenmärkte in ruhigere Bahnen
zu lenken. Besondere Arbeit aber verursachte die Liaguication
der um die Mitte des verklossenen Jahres beginnenden
gemal-
tigen Zusammenbriche großer und größter
Wirtschattskon-
zerne in einer für die Allgemeinheit erträgichen Vorm. Diese
großen Zusammenbrüche begannen mit den Schwierigkeiten
in dem bekanntesten und markantesten Konzern
Deutsch-
lands, dem Stinneskonzern.
Der Fall Stinnes ist in einer bis zur Ermidung auegedehnten
Weise in derörfentlichkeit behandelt und kritisiert worden. Der
Stinneskonzern hatte seine Grundlagen in der großen
indu-
striellen Entwioklungsepoche der Vorkriegsseit empfangen.
Hugo Stinnes gon, hatte ihn dann zu einer mächtisen
Entkal=
tung gebracht, die, aufbauend auf bergbauliche Grundlagen,
in weitverzweisten Kohlenhandelsinteressen ausmündete.
Der industrielle Weltblick von Hugo Stinnes gen, hatte schon
vor dem Kriege Schöpkungen von über die Zeit hinansragender
Bedentung vollbracht. Diese Verdienste, die in der Richtung
der Rheinisch-Westkälischen Blektrizitätswerke und der
Lnt=
wicklung der deutschen Eisen- und Kohlenindustrie,
gekenn-
zeichnet durch die Geschichte der Deutsch-Luxemburgischen
Bergwerks- und Hütten-4.-G. und der Rhein-Elbe-Union
liegen, sind von bleibendem Werte. Die Inflationszeit, die im
Zusammenhang mit der Umwälzung aller ideellen und
materiel-
len Begriffe eine starke Sehnsucht nach Persönlichleiten
brachte, hat den Wirtschaftsführer Stinnes in den Mittelpunkt
des ökkontlichen Interesses in Deutschland gebracht. Der
außerordentlich unternehmungslustige, in vieler Hinsicht
spekulative, aber weit ausschauende Geist Hugo Stinnes hat
damals eine Zusammenballung von Unternehmungen und
In-
teressen bewürkt, Ge für den Fall einer wenig einheitlichen und
starken Führung gefahrvolle Entwicklungen enthielt. Zum
Unslück für den Konzern schied sein Schöpfer in dem
Augen-
blick aus dem Leben, als die Zeitentwicklung kategorisch zur
Befolgung neuer mirtschaftlieher Richtlinten mahute. Im
Gegensatz hierzu wurde die Ausdehnung und
Erweitertugs-
politik des Konzerns fortgesetzt und so geriet der Konzern mit
dieser Tendenz mitten in die Wehen der Stabilisierungg- und
der damit notwendig verknüpkten, starken Deflations-
Ent=
wicklung hinein. Diese willkürliche in nichts mehr folgerichtige
Ausdehnungspolitik des Konzerns wurde unverändert mit
meist kurzfristigen Krediten in Im- und Auslande betrieben,
trotzdem längst die Parols des Abbaus auf der ganzen Linie
ausgegeben war. Diege gemaltig angewachsene Schuldenlast
wurde dann dem Konzern zum Verhängnis.
Die deutschen Banken haben bei Eintritt der
Schwierig-
keiten anf 4nregung der deutschen Reichsbank bereitwilligst
die ungewöhnlich große Verantwortung und Arbeitslast auf
sich genommen, den Schulden- und sonstigen Abbau des
Konzerns, den Liquidationsprozeß in sachlicher und ruhiger
Weise durchzuführen, um die unverneidlichen und
nnabseh-
baren Folgen seinerplötzlichen Zahlungseinstellung
fürDeutsch-
land und die Welt zu varhindern. Bs ist selbstverständlich,
daß die deutschen Banken dabei auch im Hinblick auf ihr
Interesse an der volkswirtschaftlichen Eutwicklung sich gelbst
einen großen Dienst getan haben., Ihre materiellen Interessen
waren jedoch nicht so gelagert, daß sie irgendwie eine Veran-
Jasgung zu einer so weitgreifenden 4ktion gehabt hätten.
Unser Institut hat, in Gemeinschaft mit den übrigen D-Banken
die Führung in dieser schweren Aufgabe übernommen, die
heute als bewältigt angesehen werden kann. Unter Wahrung
der Interessen der Allgemeinheit und der materiellen Interessen
der Familie Stinneg im hesonderen mndte das Bestreben der
Banken dahingehen, die einzelnen Unternehmungen aus dem
Stinneskonzern wieder möglichst dorthin zurückzuführen,
wohin sie nach ihrem wirtschaftlichen Urgprung tendierten.
Bs war selbstverständliche Aufgabe der Banken, diese 4ktion
olune jede ausländische Geldhilfe durchanführen, trotzdem
ge=
radle die ausländische Finans weit größere Kredite an Stinnes
gegeben hatte, als die einheimischs. Sämtliche Gläubiger
werden durch diese Arbeit der Banken in vollem Umfange
befriedigt und es wird wahrscheinlich noch ein ansehnlicher
Vermögensteil für die Familie Stinnes selbst gerettet werden.
Unserem Institut als Leiterin des Konsortiumg sind durch die
umfangreiche Tätigkeit im Interesse der Liquidation ganz
er-
hebliche Arbeiten, Schmierigkeiten und Unkasten ermachsen.
Wir haben von dem Augenblick an, mo die schmierige Tage des
Konzerns von uns festgestellt war, ebenso wie die übrigen
Banken auf jede Antschädigung für diese Transaktion
verzich-
tet und weder mittelbar noch unmittelbar irgendwelche
Vor=
teile in Anspruch genommen. Die Erschütterungen des
deut-
schen Wirtschaftslebens, die bei einem vollendeten
Zusammen-
bruch des Stinneskonzerns eingetreten wären, würdev. das kann
heute rückbliekend gesagt werden, von ungeheuerer Tragweite
gemesen gein und hätten einen jähen Abbruch der
Vortrauens-
entwieklung des Auslandes zu ungeren Stabilisierungs- und
Währungsbemühungen nach gich gezogen. Das Eingreiten der
Banken hat diese Gefahren beseitigt und hat darüber hinaus
durch erfolgreiche Behandlung des Palles Stinnes das
Ver-
traunen zur deutschen Kraft und Leistungsfähigkeit zu erhöhen
vermocht.
Die kommende Entwicklung wird die deutsche Bankwelt
auch weiterhin vor große Aufgaben stellen. Zur Bewältigung
dieser Aufgaben werden alle geistigen und materiellen Krätte
der Banken zusammengetaßt und angespannt werden missen.
Es dart deshalb die unproduktive Inanspruchnahme der 4r.
beitskräfte im Bankgemerbe geltens des Staates, die im Jahre
1925 durch die nunmehr endlich erledigte 4ufwertungstrage
in großem Maße Platz gegriffen hat, nicht mehr wie bisher
erfolgen. Die Einführung des Sammeldepots, die
Wiederein-
führung des Termingeschäktes mit der neuartigen Organisation
der Lignidationskasse sind Btappen der Umstellung oder
Neu-
orientierung.
Es ist bedauerlich daß das Baukgewerbe in seinen
Bedin-
gungen vieltach einerKritik ausgegetzt ist, diegeinen besonderen
Verhältnissen nicht gerecht wird. Die immer wieder
hervor-
tretende Forderung auf Reduzierung der Bankbedingungen ist
nicht in allen Fällen von objektiver Einstellung bestimmt.
Bs ist richtig, Haß sich die Bankbedingungen den
wirtschaft-
lichen Giesetzen und Möglichkeiten anzupassen haben. Man
kann jedloch nicht verlangen, daß in einem Kapitalarmen Lande
wie Deutschland, in dem sich auch die Neubildung von Kapital
nur sehr langsam vollziehen kann normale Ainssätze herrschen.
Wollte man in die natürliche Entwicklung eingreifen, und mit
zußeren Mitteln eine Verringerung der dinssätze erwirken, go
Fürdo man damit nur den Gesundungsprogeß der Wirtschaft
hindern. da solcherart eramungene billige Zinssätze den zr
Preisverbilligung notwendigen Entlastungsprozeß am
Waren-
markt nicht fördern können. Bs darf auch nicht verkannt
werden, daß der natürliche Entwieklungsprogeß geit Beginn
der Stabilisierung eine kontinvierliche Lrmäßigung der Zinsen
ganz von selbst herbeigeführt hat. Anch die Weiterentmicklung
auf diosem Gebiete kann dev natüirlichen Verhältnissen
ent=
sprechend nur eine allmänliche sein und dark auch an dem
Er-
fordernis der eigenen Bentadilität der Banken, die im luteresse
des Vertrauens zu dem deutschen Wirtschaftslehen notwendig
ist, nicht rorübergehen. Die Verdienstmöslichkeit der Banken
muß eine solche gein, daß sie neben einer angemessenen Beute
auführ Eigenkapital auch eine Krätteansammlung gestattet, die
sie befühigt, die großen Aufgaben nadonaler und allgemeine
Art zu lögen, die ringsumher der Banken harren.
Unser Institut hat sich auch im Jahre 1925 im Rahwen de=
Möglichen der Abbauentwicklung angeschlossen. Die Zahl
unserer Angestellten ist weiter von Höchststand von rund
29000 Köpfen am 1. Oktober 1923 und einem Stand wns —und.
11000 Ende 1924 auf rund 8300 Ende 1925 zurückgegangen.
Nach Durehführung der schwebenden Maßnahmen werden wir
am 1. 4pril 1926 über einen Personalstand von 7500 Köpfen
verfügen, der noch immer die Vorkriegsrahl erheblich
über-
steigt. Der Abbau hat im Jahre 1925 auch in starkem Maße
die leitende Beamtenschaft betroffen. Wir haben uns bemüht,
überall durch weitgehende jinanzielle Maßnahmen bei den
Be-
troffenen helfend einzugreifen. Die Aikfern ungeres
Handlungs-
unlostenkontos sind dureh diese Hilfeleistungen in
bemerkens-
wert ungünztiger Weise beeintlußt worden. Die anzustrebenden
Bückwirkungen werden sich erst im laufenden Jahr stärker
bemerkbar machen. Wir können auch an dieser Stelle mit
Genugtuung zum Ausckuek bringen, daß die Arbeitsfreudigkeit
unserer Beamtenschaft sich weiter erheblich gehoben hat und
der Geist der Pflichterfüllung in erfreulicher Weise zuvimmt-
Die Zahl unserer Filialen und Depositenkassen ist
durch Schließung von 23 Zweisstellen auf 122 Filialen und
53 Berliner Depositenkagsen zurickgegangen.
Bei einer bezüglich der Ausdehnung unserer Geschäfte im
allgemeinen geübten Zurückhaltung haben nir jedoch das
Anslandsgeschäft in besonderem Maße ausgebaut und
gepflegt.
Die Entwicklung der Internationale Bank te
Amster-
dam können wir als eine recht günstige bezeichnen. Das
In-
stitutz konnte in weitgehendem Umfange den holländisch-
deut-
schen Wirtschaftsverkehr unterstützen und betätiste sich
neben beträchtlichen Kreditgenährungen, besonders für das
Warenremboursgeschäft, auch zum ersten Male bei der
Bmis-
sion deutscher und internationaler Anleihen, so insbesondere
bei der Anleihe der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt, der
Osram G. m. b. H. Kommanditgesellschaft und der Sao
Paulb-4nleihe. Dio Bank hat unter Befolgung ainer
vorsich-
tigen Bilanzpolitik für das Jahr 1925 eine Diridende von
6 Prozent ausgeschüttet. Der auf unseren Anteil enttallende
Betrag gelangt erst 1926 zur Verrgahnung.
Die Deutsch-Südamerikanische Bank hat
zufrieden-
stellend gearbeitet. Sie wird aber die sich ergebenden
Über-
schüsge zur nennenswerten Erhöhung ihrer offenen und
Stär=
kung ihrer inneren Beserven verwenden.
Die Deutsche Orientbank hat schnell ihre geschäftliche-
Basis in der Türkei zurückgewinnen können und befindet sich
in einer aufnärtastrebenden Entwicklung, derzufolge sie im
abgelaufenen Jahre auch Veranlassung genommen hat, ihr
Kapital um 1 Million Mark auf 7 Millionen Mark zu erhöhen.
Die Deutsche Orientbank dürfte mit dem Jahre 1925 wieder
mit der Ausschüttung einer Diridende beginnen.
Die Geschäftsverhältnisse der Mereurbank in Wien
litten weiter unter der wirtgchaftlichen Stagnation Gsterrelchs,
doch wird auch hier die Ausschüttung einer angemessenen
Diridende möglich sein.
Die Danziger Bank für Handel und Gewerbe
hat sich im Hinblick auf die schwierige Lage des Danziger
Wirtschaftsgebietes größerer Zurückhaltung in ihrer
Geschäfts-
tätigkeit befleißigt, war aber in der Tage, wieder eine Dinidende
von 8. Prozent ausauschütten.
Unsere Kommanditen haben unter Berüicksichtigang der
sohnierigen Verhältnigse am Effektenmarkt zufriedenstellend
gearbeitet.
Die Erträgnisse aus dem Konsortial- und
Effekten-
konto sind ungünstig bseinflußt durch die bekannte
Ent=
mieklung an den deutschen Börsen und gind auch in diesem
Jahre ebenso wie die im Jahre 1925 vereinnahmten Beträge
auf dem Konto „Dauernde Beteiligungen” nicht zur
Geninnteststellung herangesogen worden.
Unsere Emissionstätigkeit blieb weiterhin sehr beschränkt,
doch haben wir bei der Placierung ausländischer Anleihen
wert-
volle Vermittlerdienste leisten können und unsere Organisation
füir die Unterbringung von Arpotheken- und
Rentenpland=
briefen ausgebaut.
Zu den einzelnen Positionen der Bilanz und der Gewinn-
und Verlustrechnung bemerken wir kolgendes:
Die Nostro-Guthaben bei Banken und
Bankfir-
men bestehen zu rund 70 Prosent aus Auslandsguthaben. Die
Vorschüsse auf Waren- und Warenverschikkungen
erfuhren besonders durch die Ausdehnung des Warenverkehrs
in Hamburg und Bremen eine starke Erhöhung. Unter
Be-
ports und Lombards sind nur Vorschügse verbucht, die
börgenmäßige, gegen Wertpapiere gegebene Darlehen
ent=
halten.
Das Konto „Eigene Wertpapiere” und das Konto
Kongortial und Dauernde Beteiligungen” enthält
Erhöhupgen, die infolge der im Jahre 1925 ausgeübten
Inter-
ventionstätigkeit entstanden sind, baw. unseren Antell an
Gemelnschaftggeschäften und Kapitalserhöhungen spestell
bei der Deutschen Orienthank und der Danziger Bank für.
Handel und Gewerbe.
Von unseren Bürgschaften sind RM. 25 249645.— in
deutscher Währung und RM. 10 189589,— in tremder Währuns
gelelotet.
Das Konto Bankgebäude wird unverändert aufgeführt.
Es enthält 140 eigene Grundsticke und Gebäude, von deven
123 reinen Bankzwecken dienen, während die restlichen 17 als
Beamtenhäuser oder anderen Zwecken nutsbar gemacht sind.
Für die durch die Bestimmungen des Aufwertungsgesetzes
eingetretenen Arpothekenverpklichtungen haben mir in
ent-
sprechender Weiss Vorgorge getroften.
Von der Gesamtsumme der Gläubiger in laufender
Rechnung enttallen rund 20 Prozent auf augländischeGuthaben.
Hiervon gind rund 65 Prosent in ausländiseher Währung
ge-
geben.
Der Umsatz von einer Seite des Hauptbuches betrug im
abgelaufenen Geschäftsjahr rund 85 Milljarden Mark gegen
rund 65 Milliarden Mark im Jahre 1924.
Unter vorsichtiger Bewertung aller Aktiven ergibt sich
laut Gewinn- und Verlustkonto unter Binrgchnung des
Gewinnvortrages per 1924 in Höhe von RM. 2250 074.04 ein
Bruttogeminn von
RM.
69151529,80
RM
Nach Absetzung
der Handlungsunkostenmit 54663 298,68
der Steuern mit.
5304 718,28
insgesamt: 60 028016.96
verbleibt ein Reingewinn von
dessen Verteilung wir wie folgt vorschlagen.
RM.
10 Prozent Diridende
6000000
Tantieme des Aufsichtsrats
Zuwendungen an den
Pen-
sionsfonds für Beamte
Aa4
Insgesamt
sodaß als Vortrag auf neue Rechnung
RM. 2 263 512.84
verbleiben.
zisuisct
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Die persönlich haftenden
Gesellschafter.
Dr. Bekeim-Schwarzbach. Bodenheimer,
Goldschmidt. Hincke. Dr. Rosin.
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Seite 14
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Nummer 80
Sonntag, den 21. März 1926
Seite 15
Mexandra Zwanowna.
Der Roman einer ruſſiſchen Emigrantin.
Von Horſt Bodemer.
18)
(Nachdruck verboten)
Peter Mirkowicz hatte es ſehr eindringlich geſagt. Er ſah,
daß ſeine Worte wirkten. Alexandra Iwanowna war ſehr bleich
geworden, hatte, ſich an einen Baum gelehnt, die Augen
ge=
ſchloſſen. Ihre Bruſt hob und ſenkte ſich unter heftigen
Atem=
ſtößen. Dann öffnete ſie die Augen, ſah den Kroaten lange und
ſcharf an.
„Es ſind Worte, die ich höre! Wie wollen Sie Nicolgi
Ang=
ſtaſiowitſch in dem großen Rußland finden und ihn ſicher über
die rumäniſche Grenze bringen laſſen?"
Jetzt galt es. Er trat auf Alexandra Iwanowna zu. Faßte
nach ihrer Hand.
„Ich kann das! Und ich meine es ehrlich! Sonſt hätte ich
Nicolai Anaſtaſiowitſch längſt vernichten können! Habe ich Ihnen
nicht immer Beweiſe meiner Anhänglickſeit gegeben: Ueberlegen
Sie ſich, was aus Ihnen geworden wäre, wenn Peter Mirkowicz
Ihnen nicht immer zur Verfügung geſtanden hätte! . . .
Ale=
xandra Iwanowna, ſie ſchüttelte eben bei dieſem Gedanlen ein
Grauen ab.
Ich verſtehe es, denn in mr lebt auch eine ſlawiſche Seele.
Dieſe Deutſchen verſtehen uns nicht, haben uns nie verſtanden!
Sie ſind nicht unſeres Blutes, leben in ganz anderen
Anſchau=
ungen. Für Sie gibt es jetzt zwei Wege. Der eine, Sie bleiben
„hier, warten und warten! Bis man Ihnen eines Tages von
Paris einen ſchönen Beileidsbrief ſchreidt. Nicolai
Anaſtaſio=
witſch iſt erſchlagen, erhängt oder zu Tode gemartert worden
ffür den Zaren! Nützen wird es dem zukünftigen Selbſtherrſcher
aller Reußen freilich nichts. Der andere Weg führt zu mir. Sie
glauben an meinen gulen Willen, an weine Taukraft, an meine
Opferbereitſchaft, dann werden wir Nicolai Anaſtaſiowitſch aus
der Hölle herausholen. Die Qual hat ein Ende!
Ent=
ſcheiden Sie ſich! Um Ihnen das zu ſagen, hab’ ich die weite
Reiſe unternommen. Habe Sie ſuchen laſſen von einem Ende
der Welt bis zum andern! Und daß ich Sie in diefem Dorfe fand,
iſt das nicht ein Beweis, wie ernſt ich meinen Plan verfolgt
habe?"
Noch ein Zögern.
„Wenn ich wüßte, daß Sie es wirklich gut mit Nicolgi
Ana=
ſtaſiowitſch meinen
Ein lautes Lachen.
„Sind das Ihre ganzen Bedenken, Alexandra Iwanowna?
Wenn ich es nicht gut mit Ihrem Manne meinte, um Ihretwillen
hätte ich längſt Gelegenheit gehabt, ihn vom Erdboden
verſchwin=
den zu laſſen!“
Die Sehnſucht nach Nicolai Anaſtaſiowitſch quälte Alexandra
Iwanowna ja ſo arg. Und ſie wuß’e nicht eimmal, ob er noch an
ſein Täubchen dachte. Und wenn er nichts wehr von ihr wiſſen
wollte, ſo warf ſie ſich Peter Mirkowicz, dem reichen Manne,
in die Arme. Dann war ſie geborgen, brauchte nicht mehr an
fremden Tiſchen ihr Brot zu eſſen. Die Hetzerei von einem Ort
zum andern, die Angſt, wie lange das Geld noch reichen würde,
hatte ein Ende. Sie leb’e in Glanz und Fülle. Wenn ſie befahl,
ſprangen ein paar Dutzend Menſchen wie früher; und kaufen
würde ſie ſich können, was ihr Herz begehrte.
„Gut, Peter Mirkowicz, ich werde mich Ihnen anertrauen
— ſolange Sie ernſtlich Nicolai Anaſtaſiowitſch helſen, zu mir
zurückzukehren! Keinen Tag länger! Und Sie werden nichts
anderes ſein, als mein und meines Mannes treuer Freund!”
Beteuernd legte der Kroate die Hand auf’s Herz und
ver=
neigte ſich. Dann ſah er Alexandra Jwanowna feſt an.
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wenn Sie ihr nicht Dr.
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„Einverſtanden! Mit tauſend Freuden! Wenn Sie meinen
Rat befolgen, den ich Ihnen jetzt geben werde! Es iſt alles
wohl überlegt. Der Herr Baron braucht nicht zu wiſſen, wohin
und mit wem Sie reiſen! Es entſtehen ſonſt leicht Klatſchereien,
die Ihnen einmal ſchaden könnten! So etwas läßt ſich heute
noch nicht überſehen! Sie erklären einfach, daß Sie morgen früh
auf einige Tage verreiſen müſſen! Nehmen Sie nur das
Nötigſte mit! Vor allem Ihren Paß! Man kann Ihnen ſpäter
Ihre Koffer nachſenden! Ich ſteige mit in den Zug, aber in
ein anderes Abteil. Wir tun, als kennen wir uns nicht!“
„Aber warum dieſe Heimlichkeiten vor den guten Herrlins!”
„Weil Sie ſonſt zurückeehalten werden, Alexandra
Iwa=
nowna! Weil ſie engherzig ſind, dieſe guten deutſchen Familien,
die ſich in Ihre Lage doch nicht verſetzen können!“
Die Ruſſin ſeufzte.
„Wohl Ihnen! . . . Aber ich werde an Herrlins einen langen
Brief ſchreiben, morgen oder übermorgen! Und Sie werden mir
helfen, die richtigen Worte zu finden, Peter Mirkowicz!”
„Sie werden immer nur zu befehlen haben, Alexandra
Iwanowna!”
Es gab einen Tanz im Schloſſe, als der Baron von der
bevorſtehenden Reiſe erſuhr.
„Sie wollen nach Paris! Hals über Kopf! Ich rate Ihnen
dringend ab! Es wird Ihnen nur viel Geld koſten und wenig
nützen!“
„Nein, nach Paris fahre ich nicht! Ich bitte mir nur
fünf=
hundert Mark von meinem Guthaben aus, damit konme ich aus.
Ich nehme auch nur einen Koffer mit!“
Sie machte ſich keine Eedanlen über die Lüge. Sie kam von
hier fort auf gute Weiſe. Die lieben Herrlins würden
auf=
atmen, wenn ſie ſie los wurden. Sie konnte ja ſpäter eimnal
wiederkommen. Als ſie ſich von der Baronin verabſchiedete.
nahm ſie den Junsen mit, um eine Ablenkung zu haben. Dieſe
kranke Frau ha te einen eigenartigen Blick, merkte immer gleich,
wenn ſie nicht die Wahrheit ſprach.
Am Spätabend ſagte die auch zu ihrem Manne:
„Sie führt etwas im Schilde. Es wird eine ſchöne
Dumm=
heit herauskommen!“
Der Baron lachte ſie aus.
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4Zum Streit in der Bühnengenoſſenſchaft.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Delegiertenverſammlung der Deutſchen Bühnengenoſſenſchaft
hat auf ihrer gegenwärtigen Tagung bereits mehrmals unliebſam die
allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſich gelenkt. Einmal durch unerhörte
und bisher kaum dageweſene Behandlung der Preſſe, zum anderen, wegen
der ſcharſen Gegenſätze, die innerhalb der Organiſation vorhanden ſind.
Der verſchiedentliche Ausſchluß der Preſſe von den Verhandlungen war
wohl deswegen vorgenommen worden, um die ſcharfen Kämpfe und
Gegenſätze der verſchiedenen Gruppen nicht in ihrem ganzen Umfange
vor die Oeffentlichkeit tragen zu laſſen. Hinter verſchloſſenen Türen ſind
daher heiße Schlachten geſchlagen worden, aber keine Mauer und keine
Tür war ſo dicht, daß ſie verhindern konnte, daß die Vorgänge innerhalb
der Organiſation bekannt wurden. Geſtern fand die Präſidentenwahl
ſtatt, wobei es auch nicht ohne heftige Szenen abging. Im Gegenſatz zu
früher wurde die Abſtimmung und der Wahlakt ſelber geheim
vorge=
mammen. Wieder wurden die Preſſevertreter herausgewieſen, wögegen
ſie natürlich aufs Schärfſte proteſtierten. Aber auch die
Bühnenangehöri=
gen gaben ihrer Entrüſtung gegen dieſe geheime Wahl ſehr lebhaft
Ausdruck. Die Vorgänge haben die Bühnengenoſſenſchaft bis in ihre
Grundfeſten erſchüttert. Wegen der Geheimhaltung des Wahlakts wird
von den Gegnern dieſer Maßnahme vorausſichtlich ein gerichtliches
Ver=
fahren eingeleitet werden, durch das der ganze Wahlakt für nichtig
er=
klärt werden ſoll. Nur durch dieſe geheime Wahl iſt es anſcheinend
möglich geweſen, Rickelt wieder zum Präſidenten der
Bühnengenoſſen=
ſchaft zu wählen.
* Frankfurter Chronik.
Einſchweres Einbrechertrio. Die weiteren Feſtſtellungen
ber Kriminalpolizei in Sachen der Gebrüder Poſern führten zu dem
Er=
gebnis, daß zu dem Einbrecherkleeblatt auch der 22jährige Alfons W.
aus der Falkſtraße gehörte, der nun bereits ebenfalls feſtgenommen
wurde. Die Einbrecher Poſern hatten bei der Mutter des W. ihren
Unterſchlupf und haben ihre Diebesbeute zum größten Teil dort
unter=
gebracht. Die drei Feſtgenommenen kommen auch als Täter in
Be=
tracht, die in letzter Zeit in den Cafés und Schankwirtſchaften, die dort
ausgeſtellten Bajazzoautomaten ſowie automatiſche Perſonenwagen
er=
brochen und ihres Inhalts beraubt haben. — Schwerer
Auto=
mobilunfall. Am 11. d. M., abends zwiſchen 10½ und 11 Uhr,
er=
eignete ſich auf der Mainzerlandſtraße in der Nähe der Stadtgrenze ein
Automobilunfall, bei dem ein Straßenbahnpaſſant ſchwer verletzt wurde.
Der Kraftwagenführer konnte bis jetzt noch nicht feſtgeſtellt werden.
Ein unaufgeklärter Todesſall. An der Bahnſtrecke
Frank=
fürt-Darmſtadt wurde Donnerstag mittag zwiſchen Langen und
Egels=
hach die Leiche einer etwa 50 Jahre alten Frau gefunden. Wie uns
von der Eiſenbahndirektion mitgeteilt wird, trug die Tote keinerlei
Pa=
viere bei ſich. Ihre Identität, ebenſo die Urſache ihres Todes konnte
bis jetzt noch nicht feſtgeſtellt werden. Die Leiche wurde von der
Staats=
anwaltſchaft beſchlagnahmt. Von anderer Seite wird hierzu gemeldet,
daß es ſich um die 50 Jahre alte penſionierte Handarbeitelehrerin aus
Griesheim bei Darmſtadt handelt, die ihre Verwandten in Frankfurt
beſuchen wollte. Es konnten keinerlei Feſtſtellungen getroffen werden,
ob es ſich um einen Unglücksfall oder um ein Verbrechen handelt.
Aeu=
ßere Verletzungen wurden an der Leiche nicht vorgefunden. Im
Be=
ſitze der Toten befanden ſich noch 120 Mark, eine Fahrkarte Griesheim=
Darmſtadt und eine Fahrkarte Darmſtadt=Frankfurt. Die Unterſuchung
dürfte Aufklärung geben. — Ein neuer Schwindeltrick. In
letzter Zeit wenden zwei Frauen den Trick an, daß ſie in Kaffee= und
Gaſthäuſern beim Zahlen ihrer Zeche einen größeren Geldſchein wechſeln
laſſen und dann bei dem Kellner die Behauptung aufſtellen, unter den
herausgegebenen Geldſtücken habe ſich ein ungültiges Markſtück
be=
funden. Wiederholt haben dieſe beiden Frauen mit dieſem Trick
erfolg=
reich gearbeitet. Ein ähnlicher Trick, um alte gehamſterte Markſtücke
jetzt noch gut loszuwerden, gelangt im benachbarten Offenbach vielfach
zur Anwendung. Dort ſuchen ſich die Schwindler die Geſchäftsſtunden
aus in denen ſehr viel zu tun iſt, hauptſächlich in Metzgereien,
Bäckereien, Lebensmittelhandlungen und bezahlen dann im Gedräuge
mit alten Markſtücken, die heute nur noch 40 Pfennig wert ſind. Die
Geſchäftsleute werden auf den Schwindel ausdrücklich aufmerkſam
gemacht.
Aus Wiesbaden.
Wiesbaden. Eine irreführende Notiz. Die von der
„Frankfurter Zeitung” mit Datum vom 15. März und unter der
Spitzmarke „Sparſamkeit” aus Wiesbaden gebrachte Notiz iſt zum
mindeſtens irreführend. Weder Anfragen bei der Regierung noch ſolche
bei dem Finanzamt, das nebenbeibemerkt als eine Reichsbehörde gar
nicht der preußiſchen Staatsregierung unterſtellt iſt, haben eine
Be=
ſtätigung der Nachricht eines beabſichtigten Ankaufs des Hotels Kaiſerhof
durch das Finanzamt ergeben. Letzteres ſei wohl dem Finanzamt, das
ſich tatſächlich mit dem Gedanken einer Vergrößerung ſeiner
Räumlich=
keiten trägt, da die zurzeitigen nicht mehr ausreichen, durch einen
Agenten angeboten worden, aber ob überhaupt Verhandlungen ſchweben
oder nicht, darüber verlautet an maßgebender Stelle nichts. Auf jeden
Fall ſtehe feſt, ſo erklärt man dort, daß die betreffende Notiz mit den
daran geknüpften Bemerkungen über Kaufpreis uſw. nur auf dem Wege
einer Indiskretion in die Preſſe gelangt ſein könne. Auch die
Be=
hauptung, die Stadtverwaltung habe bei Hotelverkäufen die Genehmigung
zu erteilen, iſt vollkommen falſch. Wohl kann ſich in dem einen oder
an=
deren Falle die Stadt auf dem Wege der Verhandlung bei irgend einem
beabſich igten Grundſtücksverkauf das Vorkaufsrecht ſichern. Hieraus
aber zu verallgemeinern und ein der Stadt bei Hotelverkäufen
zu=
ſtehendes Genehmigungsrecht herzuleiten, wäre verkehrt. Und was nun
ſchließlich die Unterbringung des Finanzamtes in dem Schloſſe
anbe=
langt, ſo ſei darauf hingewieſen, daß dies preußiſches Staatseigentum
iſt und infolgedeſſen nur durch Verhandlungen der Reichsfinanzbehörde
mit der preußiſchen Staatsbehörde aus der engliſchen Beſatzungsbehörde
an das Finanzamt verpachtet werden kann. Von ſolchen Verhandlungen
iſt hier nichts bekannt. — Aufgehobenes Zeitungsverbot
im engliſchen Beſatzungsgebiet. Nach einer Mitteilung
der engliſchen Beſatzungsbehörde und der Oberpoſtdirektion Koblenz an
die Redaktion der Bundeszeitſchrift „Deutſcher Offiziersbund” iſt dieſe
in den Orten, welche in der engliſchen Beſatzungszone liegen,
wie=
der zugelaſſen worden.
Die Oſterſprungläufe auf dem Feldberg.
Freiburg. Zum fünften Male ſeit ihrem Beſtehen werden am
Oſterſonntag die weit über Deutſchlands Grenzen bekanntgewordenen
Oſterſprungläufe des Ski=Klub Schwarzwald auf dem Feldberg
abge=
halten. Da die Sprungläufe zum erſten Male an der nur fünf Minuten
vom Feldberger Hof entfernten neuen Max=Egon=Schanze ſtattfinden,
ſo iſt der Zugang vor allem auch für Fußgänger veſentlich erleichtert.
Sprünge von über 50 Meter ſind in dieſem Winter an dieſer Schanze
gemacht worden, und beſte deutſche und ausländiſche Springer haben
ihre Zuſage zu den Oſterſprüngen gegeben, ſodaß mit einer erſtklaſſigen
Konkurrenz gerechnet werden darf. Die Zufahr’sſtraßen ſind für Autos
und Fußgänger bequem zu benutzen, die Schneeverhältniſſe zur Zeit
ausgezeichnet. Alle Vorbedingungen für einen zahlreichen Beſuch, auch
befonders für ſolche, die ſonſt im Hochwinter keine Gelegenheit haben,
ohne Skier einer erſtklaſſigen Sprungkonkurrenz beizuwohnen, ſind
ſo=
mit gegeben.
Feſtnahme eines Hochverräters.
Kaſſel. Den Beamten der hieſigen Kriminalpolizei iſt es
ge=
lungen, einen Otto B. aus Nördlingen feſtzunehmen, der vom
Unter=
ſuchungsrichter des Reichsgerichts beim Landgericht in Stuttgart wegen
Hochverrats ſteckbrieflich geſucht wird. B. begab ſich von Stuttgart aus,
nachdem er ſich mit falſchen Papieren verſehen hatte, im Jahre 1923 nach
Kaſſel, wo er ſeitdem unter angenommenem Namen lebte. Er ſteht in
Verdacht, anläßlich einer aufgelöſten kommuniſtiſchen Verſammlung im
Herbſt 1923 einen Polizeibeamten erſchoſſen zu haben. Erſt jetzt konnte
er verhaftet werden. Er wird durch Kriminalbeamte nach Stuttgart
überführt werden. Auf ihn findet das Amneſtiegeſetz keine Anwendung.
Sonntag, den 21. März 1926
Seite 17
Geſchichten aus aller Welt.
Pavel Hanak, der Gemütsmenſch.
. Prag. Vor dem Kriege hörte man wenig von Böhmen.
Zwölf böhmiſche Jungen ergaben ein Dutzend, Marienbad und
Karls=
bad waren auch bekannt, und das war ſo mehr oder weniger alles, was
man über Böhmen wiſſen mußte.
Seitdem die Böhmen nur noch Tſchechoflowaken genannt werden
dürfen, erlebte man eine Ueberraſchung nach der anderen. Die
Diblo=
maten des neuen Staates und manche Korruptionsaffäre ſorgten dafür.
Der Fall Hanak aber dürfte in den Annalen der Unterſchlagungen
bis jetzt einzig daſtehen und iſt nebenbei ſo urwüchſig, wie eine
ameri=
kaniſche Burleske. Die Tſchechen — pardon, Tſchechoſlowaken — ſcheinen
demnach auch auf dem Gebiete der Gemütlichkeit allen anderen Nationen
voranzuſtehen.
Beim Generaldirektor einer Sokoliſtenbank erſchien alſo Herr Pavel
Hanak, der Filialleiter aus Olmütz, und machte die Mitteilung, daß er
300 000 Kronen (etwa 10 000 Mark) unterſchlagen habe. Der Chef
wollte einlenken und ſchlug vor Hanak möge den Betrag binnen
8 Tagen zurückerſtatten, in dem Falle könnte er, um einen Skandal zu
vermeiden, von einer Anzeige abſehen.
Padel Hanak erklärte klipp und klar, daß er nicht im Traume daran
denke, das Geld zurückzugeben, da er es eben „gebraucht” habe. Der
Generaldirektor ſolle ihn nur ruhig anzeigen, er würde ſchon die paar
Monate abſitzen.
Pavel Hanak wurde verhaftet und bei dieſer Gelegenheit auch ſein
Vorleben ein wenig gelüftet. Der Gemütsmenſch war Legionär in
Nußland geweſen und erhielt ſpäter für ſeine „Verdienſte” einen netten
Poſten im Kriegsminiſterium. Nach einer kleinen Affäre mit der Kaſſe
wvurde er ohne Sang und Klang — nicht etwa eingeſverrt, ſondern —
ausgerechnet — in das Finanzminiſterium verſetzt. Nachdem man ihn
daſelbſt zum Finanzfachmann ausgebildet hatte, übernahm er die
Olmützer Filiale der erwähnten Bank. Daß im Miniſterium der
Finan=
zen auch nicht alles klappte, ſtellte ſich erſt vor kurzem heraus, als ihn
ein hoher Würdenträger wegen Beſtechung anzeigte. Nach fechs Wochen
„Erholungsurlaub” übernahm er jedoch, wie wenn nichts geſchehen
wäre, wieder die Führung der Geſchäfte, um jetzt abermals eine längere
„Privatreiſe” zu unternehmen.
So arg wird aber auch dieſe Sache beſtimmt nicht. Hanak u. Co.,
die edlen Legionäre, ſind die ſtärkſten Stützen der jungen Republik, das
Vaterland braucht ſie und verzeiht ihnen gerne derartig unwichtige
Klei=
nigkeiten. Und ſchließlich hat Padel. Hanak das Geld „gekraucht”
Der myſteriöſe Koffer.
. Vudapeſt. Phantaſtiſche Gerüchte verbreiteten ſich in letzter
Zeit über einen großen amerikaniſchen Reiſekoffer, den man vor etwa
zwvei Jahren in einem hieſigen Hotel zur Aufbewahrung gegeben und
bis jetzt noch nicht abgeholt hatte, ſodaß er nunmehr geöffnet wurde.
Der Koffer war mit einer Menge amerikaniſcher Aktien gefüllt. Auf
Grund einer — natürlich anonymen — Anzeige wurde die Polizei
alarmiert und großzügige Unternehmungen vorgenommen. Die
mittlungsarbeit koſtete viel Mühe und Zeit und noch mehr Geld. Die
Zeitungen brachten Spalten über den geheimnisvollen Fund, die
Oppo=
ſition ſuchte ſelbſtredend Zuſammenhänge mit der Frankenfälſchung und
die Reichtsblätter berichteten über eine Propaganda des Grafen Karolyi.
Es dauerte ein volles halbes Jahr bis der „Fall” aufgeklärt werden
könnte:
Im Sommer 1924 kam der Bankier B. T. Klermann alis San
Franzisko nach Budapeſt und konferierte viel mit ausländiſchen
Finanz=
kabazitäten und auch mit dem ungariſchen Finanzminiſterium. Die
Verhandlungen, die die Gründung eines Konzerns für Oelbohrungen
bezwveckten, führten jedoch zu keinem Refultat und der Amerikaner kehrte
unverrichteter Dinge in ſeine Heimat zurück. Der Koffer, den er
wahrſcheinlich, um die Transportſpeſen zu erſparen, in ſeinem Hotel
deponierte, enthielt die Aktien der noch zu gründenden A.=G., die Mr.
Klermann fig und fertig mit ſich brachte.
Nun haben ſich die erregten Gemüter beruhigt. Die Polizei
blamiert, die Oppoſition iſt blamiert, die Rechtsparteien ſind blamiert
und der Herr Anonymus wird ſich wohl ſehr hüten, ſein Inkognito zu
lüften.
Im Augenblick wird darüber geſtritten, was mit dem Koffer
ge=
ſchehen ſoll . Da der Landespolizeichef Nadoſſy, der bedeutendſte
Kofferſpezialiſt Ungarns im Augenblick „verhindert” iſt, an der
Berg=
tung teilzunehmen, iſt die Frage ſehr kompliziert
Der Diktator und ſeine Familie.
z. Belgrad. Der griechiſche Diktator Pangalos iſt einer der
ſeltenen Männer, die nicht nur draußen im politiſchen Leben, ſondern
auch in der Familie unbedingte Alleinherſcher ſind. Sein Sohn,
Offi=
zier in der griechiſchen Armee, iſt mit einem Mädchen verloht, das dem
Papa nicht haßt. Zureden half nichts, im Guten war der Sohn nicht
abzubringen, und ſo verdächtigte der Diktatou ſeine unwillkommene
Schwiegertochter” der kommuniſtiſchen Propaganda. Das war die
Handhabe zur Ausweiſung. Nun iſt die Braut in Belgrad
angekom=
men, wo ſie als friedliche Haustochter bei einer Familie lebt, ohne auch
nur im geringſten Spuren einer politiſchen Betätigung zu zeigen. Man
iſt recht geſpannt, ob der Sohn des griechiſchen Diktators ſich dem
häterlichen Zwang fügen wird.
Die Wegzehrung der Toten.
n. Mailand. Seltſame Vorſtellungen von dem, was jenſeits
des Todes liegt, hat anſcheinend eine alte Frau gehabt, die kürzlich in
der Nähe von Turin beſtattet wurde. Sie hatte in ihrem Teſtament
beſtimmt, daß ihr Lebensmittel und Getränke, einige Goldmünzen und
ihre ſämtlichen Schmuckſtücke mit ins Grab gegeben werden ſollten und
zwar ſo, daß ſie leicht mit der Hand zu erreichen wären. Die
Einzel=
heiten waren genau feſtgelegt, vom gebratenen Hührchen bis zur
Wein=
marke und der Tafel Schokolade. Sie wollte in einem Kleid von
ſchwar=
zer Seide begraben werden, das eigens zu dieſem Zweck angefertigt
wurde. Die Hinterbliebenen haben alle Wünſche der Verſtorbenen aufs
Genaueſte ausgeführt. Ob die Kunde von Tutanchamon auch in das
Dorf bei Turin gedrungen iſt?
Das moraliſche Amerika.
z. New York. In keinem anderen Lande genießt die holde
Weiblichkeit einen derart grandioſen Schutz gegen die „heimtückiſchen”
Beläſtigungen der männlichen „Beſtien”, wie in Amerika. So ein
trocken gelegter Don Juan hat es wirklich nicht ſo leicht, wie ſeine
europäiſchen Kollegen, und kaum beſinnt er ſich, was er getan, muß er
ſchon den nicht immer roſigen Weg zum Standescmt antreten oder
ſchwere Geld= und Freiheitsſtrafen für ſein ungebührliches Benehmen
verbüßen.
Das Schwurgericht des Städtchens Maſon im Staate Michigan
fällte jetzt das ſenſationelle Urteil, das durch ſeine Härte ſelbſt im
ritterlichen Amerika Aufſehen erregte, umſomehr, da es den einzigen
Sohn und Erben des Stahlkönigs Nich trifft.
Eine Studentin verklagte den jungen Rich, daß er ſie in brutalſter
Weiſe vergewaltigt habe. Der kaum Bjährige junge Mann wollte dies
nicht ohne weiteres zugeben, wenigſtens in dieſer Form nicht und
be=
hauptete, daß in der Hauptſache das Benehmen des Mädchens Schuld
an allem trage.
Sein Verteidiger wies in ſeinem intereſſanten Plädoyer darauf
hin, daß einem Manne das Recht zuſteht, die Frau nach ihrem
Beneh=
men zu beurteilen. Wenn eine Dame übermäßig trinkt, öffentlich
raucht, Kleider trägt, die durch ihren Schnitt die Männer geradezu
auf=
reizen und ſich überhaupt „mondain” benimmt, dann kann ſie es
keines=
falls verlangen, daß man ſie mit der Ritterlichkeit behandele wie anno
dazumal. Bei der heutigen Damenmode kann eine Dame der Geſellſchaft
von einer Kokotte kaum noch unterſchieden werden und ſo mancher
ſogenannten Dame paßt gerade dies ausgezeichnet. Bei dem Stand der
Dinge wäre es unangebracht, den Mann für ſein „männliches”
Auf=
treten verantwortlich zu machen. Die Geſchworenen ließen dieſe
Argu=
mente nicht gelten. Daß das arme, unſchuldige, verführte Lämmchen
mit ihrem Kameraden in der ſchamloſeſten Weiſe flirtete, konnte nicht
nachgewieſen werden und George Rich muß den kurzen Rauſch mit
lebenslänglichem Zuchthaus bezahlen. Nach Verkündigung des Urteils
brachen Vater und Sohn ohnmächtig zuſammen.
Wenn man die Wahrheit ſagt. . . . .
Wie der deutſche Luftſchiffkapitän Ant. Heinen in Amerika behandelt wirb.
inf. Der hervorragende deutſche Luftſchiffbauer Anton Heinen,
der von der amerikaniſchen Regierung zum Leiter der amerikaniſchen
Luftſchiffbauten, insbeſondere der „Shenandoah” nach Amerika berufen
wurde, hat plötzlich ſeine Kündigung erhalten und iſt jetzt genötigt, für
einen geringen Tagelohn als Hilfslandvermeſſer zu arbeiten. Die
Ur=
ſache für dieſe Behandlung des Luftſchiff=Fachmannes iſt darin zu ſuchen,
daß Heinen bei dem Unfall der „Shenandoah” dem Flottenamt der
amerikaniſchen Regierung ungeſchminkt die Wahrheit geſagt hat und die
Schuld den amtlichen Stellen zuſchob, die ſie zu tragen hatten. Heinen
hat bereits vorher einmal durch eine Heldentat von ſich reden gemacht,
als er das. Luftſchiff „Shenandoah”, das ſich vom Ankermaſt losgeriſſen
hatte, furchtlos mit großer Umſicht und ſicher in den Hafen leitete.
Da=
mals war ganz Amerika von ihm begeiſtert und ſang ſein Lob, denn es
war wirklich eine ungewöhnliche Leiſtung nicht nur der Wiſſenſchaft und
Technik, ſondern auch des Charakters, als er dieſes ſchwer verunglückte
Luftſchiff gegen den heftig wütenden Sturm in den Hafen lenkte. Nun
iſt ja bekannt, daß die Technik der Amerikaner im Luftſchiffbau nicht
ganz auf der Höhe ſteht, und bei der Kataſtrophe der „Shenandoah”
hat es ſich gezeigt, wieviel die Amerikaner noch lernen können.
Ins=
beſondere war die Vorſchrift, die möglichſt wenig Heliumverbrauch
be=
fahl, durchaus unfachmänniſch. Heinen hatte mehrfach darauf
hinge=
wieſen und hat ſich dadurch, wie er ſelbſt erklärte, die Verfolgung
ſei=
tens der Offiziere des dortigen Amtes zugezogen. — Aehnlich wie ihm,
erging es ja dem Oberſten Mitchel, der auch dafür ſchwer
be=
ſtraft wurde, weil er es gewagt hatte, an dem Luftſchiffbau der „
Shenan=
doah” häufig Kritik zu üben. Sowohl Oberſt Mitchel, als auch Heinen
ſind nun entlaſſen worden, und da Heinen ohne Mittel für ſeinen
Unterhalt war, muß er jetzt als Landvermeſſer ſeinen Unterhalt
ver=
dienen. Heinen, der auch in Deutſchland ein bekannten Luftſchifführer
war, will jetzt ein Luftſchiff von 500 Fuß bauen, um damit einen
täg=
lichen Verkehr zwiſchen New York und Atlantice City aufrechtzuerhalten,
wie er hier in Deutſchland den Verkehr zwiſchen München und Berlin
durchgeführt hatte.
Beraubt und aus dem fahrenden Zuge geworfen.
Prag. Im Zuge Pilſen—Strakonice wurde geſtern ein
Kaſſen=
bote von zwei Banditen überfallen und nach dem Naub von 150 000 Kr.
aus dem fahrenden Zuge geworfen. Der Bote wurde in ſchwer
verletz=
tem Zuſtande aufgefunden. Die Banditen ſind entkommen.
800 Häuſer in Tokiv niedergebrannt.
London. Wie aus Tokio gemeldet wird, ſind dort 800 Häuſer
niedergebrannt. Das Feuer entſtand, durch eine Exploſion in einer
Feuerwekrsfabrik im Sugamobezirk. 4000 Menſchen ſind obdachlos. Die
Londoner Brentford=Wäſcherei, einer der größten Betriebe dieſer Art,
wurde durch Feuer vollkommen zerſtört. Durch den Brand iſt auch die
Wäſche vieler erſter Londoner Hotels verloren gegangen.
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Ver=
astwentungi für ſie bleibt auf Grund des 9 21 Abſ. 2 des Preſſegeſehzes in vollem
Umfang=
de Cinder verantwortich.) — Einſentungen, die nicht verwendet werden, könmen nicht
zurückgeſandt, die Ablebnung nicht begrinset werden.
Im Eingeſandt am letzten Sonntag, betreffend die „Gichtmauer”,
regt der Einſender die Aufſtellung weiterer Bänke daſelbſt an, und
richtet unter anderem ſeinen Appell an den rührigen
Verſchönerungs=
verein.Der rührige Verſchönerungsverein aber, leider ſei es geklagt,
erhebt ſchon ſeit Jahren (ſoviel erinnerlich ſeit dem Ableben
des früheren verdienſtvollen Vorſitzenden) keine Beiträge mehr
von ſeinen Mitgliedern. Wie kann aber ein Verein, dazu
noch ein Verſchönerungsverein beſtehen, wenn er keine Beiträge mehr
erhebt? An dem Verfall der Bänke in den hieſigen Waldungen kommt
dies am deutlichſten zum Ausdruck. Die Stadt hat ein Einſehen gehabt
und in anerkennenswerter Weiſe im vorigen Jahr eine größere Anzahl
Bänke, (darunter auch einige an der Gichtmauer) erneuern und
verſchie=
dene Tempel des Verſchönerungsvereins in den ſtädtiſchen Waldungen
in Stand ſetzen laſſen. Warum aber erhebt der Verſchönerungsverein
keine Beiträge mehr um in der Lage zu ſein, ſeine Anlagen ſelbſt
unter=
halten zu können, wie dies früher der Fall war?. Wollen denn die
Vor=
ſtandsmitglieder nicht einmal energiſch dafür eintreten? In ihren
Händen liegt das Geſchick des Vereins, ſie können den Verein wieder zu
neuem Leben erblühen laſſen, was bei vereinter Kraft auch gelingen
muß. Der Verſchönerungsverein war früher weit über 1000 Mitglieder
groß, und ſollte er heute nur noch 500 Mitglieder zählen, ſo würde ſich
bei einem Mindeſtbeitrag von 3 Mk. jährlich eine Einnahme von 1500
Mk. pro Jahr ergeben. Dafür ließe ſich manches machen, zumal da
dieſer Betrag jedes Jahr einginge und verwendet werden könnte.
Ein Mitglied des Verſchönerungsvereins.
Geſchäftliches.
Bad Neuenahr im Rheinland.
Der Vorfrühling iſt die geeignetſte Zeit zu Beginn einer Vor= oder
Hauskur mit dem berühmten „Neuenahrer Sprudel”, den einzigen
alkaliſchen Thermalquellen Deutſchlands gegen
Zucker, Gallenſteine, Magen=, Darm=, Leber=; Nieren=,
Blaſenleiden, Gicht und Katarrhen. Erhältlich iſt
der=
ſelbe in allen Mineralwaſſerhandkungen, Apotheken und Drogerien. Die
Trink= und Badekur in Bad Neuenahr ſelbſt wird bereits zugleich mit
dem Kurhotel, dem einzigen Hauſe mit den Bädern aus den Heilquellen,
am 27. März d. J. eröffnet. Auch konzertiert von dieſem Tage ab
be=
reits eine kleine Hauskapelle im Kurhotel. Der Kurpark und die daran
anſchließenden Parks und Anlagen ſtehen ſchon im herrlichſten
Früh=
lingsſchmuck. Der Badeort ſelbſt hat alles getan, um Neuenahr auch in
dieſem Jahre wieder von ſeiner beſten Seite zu zeigen. Der ärztlich
verordneten diätetiſchen Verpflegung wird wie immer in Neuenahr auch
in dieſem Jahre von ſeiten der Hotels und Penſionsinhaber die größte
Sorgfalt zugewendet und zwar ohne Erhöhung der an und für ſich
niedrigen Unterkunfts= und Verpflegungsſätze. Zimmer mit voller
Verpflegung ſind bei beſcheidenen Anfprüchen ſchon von 5 Mark ab
erhältlich. Zu erwähnen iſt noch, daß Bad Neuenahr nach Räumung
der Kölner Zone nunmehr an der äußerſten Peripherie der zweiten
Koblenzer Zone liegt — die Neuenahr umgebenden
Wein=
berge liegen ſchon im unbeſetzten Gebiet — und ebenſo
wie das ganze Ahrtal nach wie vor keinerlei fremde Beſatzung hat.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Montag, den 22. März 1926.
(Nach der Wetterlage vom 20. März 1926.
Unter dem Einſtrömen verhältnismäßig kalter nördlicher bis öſtlicher
Luft hat ſich der hohe Druck über Mitteleuropa noch verſtärkt. Bei
zeitweiſe auftretender Bewölkung bleibt der Nachtfroſt ſchwach. Die
Hochdruckwetterlage iſt noch nicht ernſtlich gefährdet.
Die Heſſiſche Oeffentliche Wetterdienſtſtelle.
Dieſe neue Zigarette iſt als ganz außergewöhnlich mild und leicht die ausgeſprochene
Marke des Sportsmannes. Be der Zuſammenſtellung der Miſchung haben wir mit”
Bedacht möglichſt nikotinarme, edle Cabake aus mazedoniſchen Pflanzungen gewahlt.
ORff. 44
Oberſchleſien.
Erinnerungen an den 21. März 1921.
Von H. Freudel.
Im Perſonenzug Breslau—Oppeln. Letzte Abſtimler, die
ihre Reiſe zur Heimat bis auf den äußerſten Termin verſchoben
hatten, fahren dichtgedrängt der Grenze des beſetzten Gebiets
entgelgen. Fabrikanten und Kaufleute, Beamte, Preſſemänner.
Die Maſchine bremſt auf offener Strecke, fährt langſam und
ſchleppt ihre Wagenlaſt keuchend über eine Flußbrücke, deren
jenſeitiger Kopf mit Maſchinengewehren und zwei Feldgeſchützen
beſetzt iſt. Graublaue Uniformen lungern gelangweilt in
Erd=
löchern herum. — Gegen welch furchtbaren Feind mag man ſich
dort wohl ängſtlich verſchanzt haben?
Ein dicker Herr im Abteil — aus Dräsd’n! — ſorgt ſich ſchon
während der ganzen Fahrt um die Gepäckkontrolle.
„Wiſſin Se beſchtimmt, daß Ligeehr vrbod’n iß?“
Alle Mitreiſenden verſichern es zum zwölften Male.
„Ooch wenn mir bloß eene enz’ge Bulle mit hat?”
„Schnaps iſt Schnaps,” ſagte der lange Journaliſt mit dem
zerhackten Studentengeſicht.
„Drotzdäm, — ich vrſuch’s!“
Man iſt geſpannt, wie der Mann mit dem Likör ſein
Aben=
teuer beſtehen wird, und ſchweigt.
„Oppeln, — alles ausſteigen, — Päſſe und Gepäck
bereit=
halten!“
Grande Nation eilt mit Bajonetten den Zug entlang, um
das Ausſteigen zu beſchleumigen. Der aus Dräsd’n ftellt ſeine
zwei Handkoffer an den Zaun des Bahnſteigs, ſieht ſich ſcheu
um, dingt dann mit etlichem Kleingeld einen Eiſenbahner, das
Gepäck zu beaufſichtigen, und trabt zum Ausgang, wo
Menſchen=
gedränge die Gepäckreviſion vermuten läßt. Dort hebt er ſich
auf ſeine Fußſpitzen, lugt angeſtrengt, wie es die Franzoſen
machen, und kommt bald darauf mit einem feſten Entſchluß
zurück.
„Ham Se nich vielleicht in Schtückchen Greide.”
„Kreide kaum, — aber ſcharfen Hunger,” frozzelt wieder der
Journaliſt.
Doch unſer Sachſe läßt ſich nicht beirren, trabt nochmals
davon, zum Gepäckſchalter! — und iſt eine Minute ſpäter
tatſäch=
lich mit „Greide” zur Stelle.
Voll Schwung malt er ſeinen Koffern zwei ſchöne, große
Kreuze auf, geht reſolut zur Sperre (wir ahnungsvoll lächelnd
hinterdrein), drängt ſich ins Gewühl, hält den revidierenden
Korporälen ſeine zwei Kreuze dichſtmöglichſt unter die Naſen
und ſpricht dazu — unabläſſig — in faſt feinſtem Pariſer
Ton=
fall: „Deeſcha wiſideeh!”
Ich traf ihn ſpäter vor dem Bahnhof; er erkannte mich
ſo=
gleich, hob die Schſurfinger der rechten Hand und rief
ver=
gnügt: „In jed m Goff’r eane!"
Dann ging er hin und ſtimmte deutſch.
Die Straßen Oppelns ſind mit Menſchen vollgepfropft, —
mit freudig erregten Menſchen, die alle eine beſtimmte, feſte
Hoff=
nung un Herzen und in den Augen tragen.
Fahnen ſind natürlich verboten, ebenſo wie Blumen,
Gir=
landen und alle ähnlichen Dinge, die „geeignet ſind, Ruhe und
Ordnung im Abſtinmungsgebiet zu gefährden”.
Ueber den Fußſteig vor der Hauptpoſt ſtolziert ein hoher
franzöſiſcher Offizier, im Regenmantel, mit furchtbar viel Gold
am Käppi. Man macht ihm überall ein wenig Platz, ſo gut es
halt geht, — denn er iſt ja ein „Sieger‟. Ein einfacher Tommy
kommt, mit Paketen ſchwer beladen, aus der Poſt heraus: er
hat es eilig, aihtet wenig darauf, wer etwa im Wege ſteht, und
rempelt den Goldverbrämten recht empfindlich in die Seite.
Die=
ſer dreht ſich um, will ſcheinbar gleich loswettern, beherrſcht ſich
aber, als er die engliſche Uniform erblickt, — und geht mit
pein=
lichem Geſicht weiter.
Der Khakibraune ſeinerſeits zeigt durchaus keine
Verlegen=
heit. Er ſpricht etwas ſehr Lautes, das nicht actungsvoll,
ſon=
dern eher nach einem kräftigen Fluch klingt, ſtreckt zum
Ueber=
fluß noch ſeine lange rote Zunge hervor und geht gleſichmätig
von dannen.
„Entente cordiale!"
Polen bemerkt man hier wenig. Die in bürgerlicher Kleidung
tragen ſtolz ihren kleinen weißen Adler auf der rechten Rocktlappe
und mühen ſich, kein Wördchen Deutſch zu ſprechen; die Bauern
aber, die aus Kongreßowskak) zur Wahrung ihres Slimmrechts
herübergeſchickt wurden, belieben überall aufzufallen.
Pelz=
mützen, Pelzmäntel, ſchöne hohe Stulpſtiefel, — alles neu und
von Pan Korfanty bezahlt.
Ich ſah einen Trupp, da trugen die Weiber ſchwere runde
Brotlaibe unter dem Arm, und den Männern hatte man Würſte
zu Ringen gebunden — um den Hals gelegt.
Man hatte ihnen nämlich geſagt, in Gornym Slask**) herrſche
Hungerepidemie, und da mußten ſie ſich vorſehen!
Gleich=
zeitig bewies man den verfl Deutſchen in ebidenter Weiſe,
welch Ueberfluß an Nahrung in Polen ſei.
So ſchlug man vermittels der Brote und Würſte zwei Fliegen
mit einer Klappe.
Unſer italieniſcher Kollege im Preſſebureau der „Haute
Com=
miſſion” war ein Ausbund von Liebenswürdigkeit. Sein Deutſch
klang zwar nicht ganz ſauber, enthielt aber viele feine
Rede=
wendungen.
Man photographierte uns an Ort und Stelle, man überreichte
uns die Päffe im Handumdrehen, man ſtellte uns ein Privatauto
zur Fahrt nach Kattowitz, man lud uns zum Frühſtück.
Alles auf Koſten der noblen Komiſſion!
Das Offizierskaſino war ſchon ſtark beſetzt, denn es ging auf
Mittag. Parterre war nichts mehr zu machen, darum ſtiegen
wir mit dem Ausbund von Liebenswürdigkeit in den erſten
Stock. Auch hier ähnliche Fülle; nur ein langer, ſchmaler Tiſch
war noch frei, an deſſen unterem Ende zwei Franzoſen
dinier=
ten. Ich machte den Römer auf die Plätze aufmerkſam und
wollte ſchon hineilen, da erblickte er die ſchmauſenden
Bundes=
genoſſen, faßte mich am Rockärmel und flüſterte mir ins Ohr:
„Wir bleiben doch lieber unter uns
Sonntag, den 21. März 1926
Nummer 80
Ich dechte an den Tommy vor der Hauptpoſt, ſchwieg, zog
Parallelen und lächelte in mich hinein.
Nach langem vergeblichem Suchen fanden wir ſchließlich
Plätze in einem Zimmer, wo engliſche Herren ſpeiſten.
Das Auto brauſte im Sonnenſchein. Wir waren unſerer Viere
und recht vergnügt, denn die Ausſichten für Deutſchland ſchienen
die denkbar günſtigſten. Auch war das Frühſtück reichlich und
feucht geweſen.
Hinter Lublinitz berührten wir die Grenze. Dann wurde
die Straße ſchlechter, darum nahm unſer Fahrer kurz entſchloſſen
einen guten Feldweg, der ein Sückchen ins Polniſche lief; das
kam in jener Zeit nicht ſo genau darauf an, denn — — —
Ober=
ſchleſien war ja faſt ſchon ſo gut wie polniſch!
Nach wenigen Kilometern kamen wir wieder ans deutſche
Gebiet und bemerkten bereits von fern zu unſerer
Beunruhi=
gung, daß man dort einen Schlagbaum errichtet und Militär
poſtiert hatte.
„Sto)!” ſprachen die edlen Polen, als wir den Punkt
er=
reicht hatten, und bildeten dienſteifrig einen Haufen. Sie waren
gut uniforiert, reichlich bewaffnet und nüchtern.
Ein Offizier kam hinzu und verlangte Ausweiſe.
„Wir ſind von der Preſſe,” ſagte der lange Homburger,
wobei er ein ſchrecklich hochmütiges Geſicht machte, und zeigte
die grüne Karte.
Kaum einen Blick warf der Herr von . . . . . insky auf den
Ausweis, dann legte er auch ſchon den weißen Handſchuh an die
Schapka, verbeugte ſich achtungsvollſt und trat zurück.
„Prreſſee iß Weltmacht, bittge paſſier’n — und guttee
Fahrrrt!”
Das Auto brauſt im Sonnenſchein.
Kattowitz iſt der Brennpunkt der Affäre. Zentrale der
In=
duſtrie, Zentrale des Handels, die reichſte Stadt und am meiſten
gefährdet.
Die vier hübſchen Tanks auf dem Theaterplatz finden viel
Anklang und werden viel beſtaunt. Man geht ganz dicht heran,
unterhält ſich über die vermutliche Motorenſtärke, ſchätzt die Dicke
der Panzerplatten, und die Kinder gucken neugierig in das
un=
ſcheinbar kleine Loch der Kanonenlauſe, wo die Kugeln
raus=
fliegen. Die Franzmänner ſind ſehr honett und ſehr gemütlich.
Alle halbe Stunde kriechen ſie in den Bauch der Stahlwagen,
laſſen die Motoren raſſeln, und dann fahren die hübſchen Tanks
zwei= oder dreimal rund um den Theaterplatz herum.
Die Kattowitzer und die Abſtimmler ſtehen dann in der
Mitte, nehmen die Parade ab und lachen über den bewaffneten
Korſo.
Wenn aber jemand irgendwo eings der verbotenen deutſchen
Lieder ſingen würde, die die Ordnung und Ruhe der
Abſtim=
mung gefährden, ſo würden die vier hübſchen kleinen Tanks
wahrſcheinlich ſchießen. —
„Jesczo Polska nie ſginela”*k) klingt der Sang aus der
nahen Korfanty=Kneive.
*) „Noch iſt Polen nicht verloren!“
Vor der Hauptpoſt ſteht man Schlange:
Abſtimngs=
marken!
Mehr Spekulanden als wahre Philateliſten ſind unter den
Harrenden, denn die Marken ſollen ſpäter einen enormen Preis
bekommen.
Ganz umerklich rückt die Schlange vor, und vur ſelten
öffnet ſich das Portal, um kleine Trupps einzulaſſen. Zwei
Gendarmen, zwei Poſtbeamte und zwei franzöſiſche Soldaten
ſind voll uf beſchäftigt, die Oeffnung und Schließung der Tür
mit Ruhe, Sachlichkeit und Würde durchzuführen.
Die Herren Beſatzungsoffiziere haben ſich ſchon vor Beginn
der Schalterſtunden hinreichend eingedeckt.
Alkoholiſche Getränke ſind natürlich verboten. Darum ſitzen
in jedem Lokal etliche Poilus und kontrollieren genau, daß kein
gebranntes Wäſſerchen verausgabt werde.
Aus dieſem Grunde ſieht man auf keinem der Tiſche ein
Schnapsgläschen ſtehen — Kaffeetaſſen aber ſind bekanntlich
un=
durchſichtig.
Auch die Poilus haben ſolche undurchſichtigen Taſſen vor
ſich, aus denen ſie gern und häufig nippen.
Und während ſich der franzöſiſche Major in graudioſer Ruhe
eine Zigarette anzündet, dringt von draußen, vom Theaterplatz.
ein unbeſtimmtes Geräuſch herauf, ein Maſſenton, der keine Form
hat und keine Grenze, — uno dann, während hier oben noch alles
in offizieller Zurückhaltung und gezwungener Blaſiertheit ſteht,
ringt ſich durch das große, vage Geräuſch eine Melodie hervor,
deren Worte zwar keiner im Saale wahrmimmt, aber jeder kennt.
— — unſer Lied, das deutſche Lied, das hier, im
feind=
regierten Schleſien, mit Haft und Gefängnis geahndet war. —
„Deutſchland, Deutſchland über alles!“
Im Geſicht des Herrn Majors Lebrun lag eine furchtbane
Fronie.
Briefkaſten.
A. H. in S. Witwenrente erhält nur die dauernd invalide Witwe
ferner die Witwe, die zwar nicht dauernd invalide, aber während 2
Wochen invalide geweſen iſt oder die nach Wegfall von Krankengeld
in=
dalide iſt, für die weitere Dauer der Invalidität.
L. 100. Sie werden ſich wegen des Schadens an den Veräußerer
halten müſſen, der das mit den Mietern getroffene Abkommen argliſtig
verſchwieg. Uebrigens darf die Frage aufgeworfen werden, ob das
Ab=
kommen, da es gegen das Reichsmietengeſetz verſtößt, überhaupt
rechts=
verbindlich iſt.
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Oberreg. Hilpert: Aus den Dialogen des Plato III. O 12:
Mittags=
ſtändchen der Kavelle John Abriani. O 3.30: Hausorch. Joh. Seb.
Bach (geb. 21. März 1685). Mitw.: A. Meinel, G. Goerlich.
Vio=
line; Kurt Richter, Flöte; Dr. Merten am Flügel. 1. „Air” aus
der Suite in D=dur. 2.: Chromatiſche Fant. und Fuge für Klavier.
3. Konzert in D=moll für zwei Violinen mit Orch. (1. und 2. Satz).
4. Aus der Sonate in C=dur für Flöte und Klavier. 5. Aus der
Suite in H=moll. 6. Hirtenmuſik aus dem Weihnachtsoratorium.
O 4.30: Jugendſtunde. Krausbauer: Sieben Kämmerchen in
Hanſe=
manns Haus. Reinick: EineHühnerwirtſchaft, von der Decken: Der
Schuſter und der Rieſe (für Kinder vom 4. Jahre ab).O 6: Dr.
Geb=
hardt: „„Kalewala, das Nationalepos der Finnen”. O 7:
Bücher=
ſtunde. O 7.30: „Modeplauderei”, Frau Dr. Keil. O 8.30:
Gaſt=
ſpiel Ludwig Wüllner. 1. Schiller: a) Das Siegesfeſt; b) Die
Kraniche des Jbykus. 2. Ernſt von Wildenbruch: Das Fexenlied,
Melodram. Muſik von Max v. Schillings. Flügel: Dr. Merten.
O 9.30: Uebertr. von Kaſſel: Konzert des Kahſe’ſchen Männerchors.
O Bis 12: Uebertragung aus Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag. 21. März. 11: Morgenfeier. Stadtpf. Kopp. Mitw.:
Frau R. Sontheimer=Prins (Alt), Rich. Klönhammer (Flöte). A.
Haagen (Flügel). Philharm. Orch. O 3: Ludwig Finckh (zum 50.
Geburtstaa). O 4: Konzert. Mitw.: Paula Wagner (Sopran),
Adolf Lillich (Tenor), Rundfunkorch. 1. Herzer: Mein ſetzter Gruß.
2. Strauß: Geſchichten aus dem Wiener Wald. 3. Gluck: Ouv.
Iphigenie in Aulis”, 4. a) Scarlatti: Sento nel core, b)
Pergo=
leſi: Stizzoſo, mio ſtizzoſo (Paul Wagner). 5. Bach: Suite für
Violincello (H. Schulz). 6. Grieg: a) Letzter Frühling, bi Der
Schwan (Adolf Lillich). 7. Urbach: Handn’s Himmelsgrüße, Fant.
8. H. Wolf: a) Anakreon’s Grab, b) Im Schatten meiner Locken
(Vaula Wagner). 9. Bach: Aria auf der G=Saite. Violin=Solo,
(Fritz Künſtner). 10. Franz: a) Willkommen mein Wald. b) Lieber
Schatz, ſei wieder gut zu mir (Adolf Lillich). 11. Beethoven:
Suite „Prometheus” (Orcheſter). O 6.15: Vortrag Dr. Schneider:
VII. „Die Balearen”, O 7: Uebertragung aus D Nationaltheater
Weimar: „Eine Nacht in Venedig”. Operette von Oscar Strauß.
Am Abend drängt ſich eine vieltauſendköpfige Menge vor
dem Gebäude der „Haute Comniſſion”; man will das
Abſtim=
mungsergebnis wiſſen.
Vermutungen, Wünſche, Hoffnungen ſchwirren durch die
Luft. Eilige Herren und machtbewußte Offiziere huſchen durch
die erleuchtete Tür, und die Poſten müſſen angeſtrengt
ſalutie=
ren, haben zwiſchendurch aber immer noch genügend Zeit, das
ungeduldige Publikum mit Bajonett und herriſchen Zurufen in
achtunggebietender Entfernung zu halten.
Mitternacht geht vorüber.
Drinnen klappern die Telegraphen, kligeln die Fernſprecher,
eilen die Ordonnanzen.
Major Lebrun, beliebt wegen ſeines vornehmen und
ent=
gegenkommenden Weſens, hält Cercle. Sobald für uns günſtige
Teilmeldungen einlaufen, ſobald die deutſchen Herren lächeln,
lächelt auch er und gratuliert unverbindlich. Die anderen
Aus=
länder in Uniform und Ziil ſind viel zurückhaltender.
Um zwei Uhr klappt die Polſtertür des Nebenzimmers, ein
eleganter Engländer reicht dem Major etliche Blätter, man äugt
geſpannt.
„Messieurs, le rssultat!“
„Beuthen, Tarnowitz, Königshütte, ſogar Myslowitz, das
Grenzmeſt, — alles überwiegend deutſch.
„Et Kattowitz. monsieur?” fragt ein zierlicher Pole.
Der Major ſieht ihn an, — ein ganz klein wenig lächelnd —
kneift die Augen zuſamen, ſpannt uns alle für Momente noch
auf die Folter, — dann:
„Approximatif un sixieme pour vous!“*
Der Pole verbeugt ſich leicht, mit unbeweglichem Geſicht,
und ſchluckt’s herunter, die Offiziere und Beamten der
Kom=
miſſion tun ſehr gleichgültig, wir Deutſchen ſehen uns an,
lachenden Auges, und verbergen unſere Freude in dem
allge=
meinen eiſigen Schweigen.
Berlin.
Sonntag, 21. März. 9: Morgenfeier. O 11.15: Uebertr. des
Feſtaktes in der Konzerthalle im Rheinpark zu Köln=Deutz. Mitw.:
Das ſtädt. Orch., der Gürzenich=Chor und der Kölner
Männer=
geſangv. u. Leit. des Generalmuſikdir. Prof. Abendroth. Orgel:
Domorganiſt Bachem. 1. Bach: „Nun iſt das Heil und die Kraft”,
2. Rede des Oberbürgermeiſters. 3. Rede des Reichspräſidenten.
4. Deutſchlandlied. 5. Rede des Preuß. Miniſterpräſidenten. 6.
Beet=
hoven: „Ode an die Freude” a. d. 9. Sinfonie. O 1.10: Stunde
der Lebenden. Hugo Wolfg. Philipp. 1. Einl. Worte. 2. a) Der
Dorftrottel; b) Aus dem „Clown Gottes”, Geleſen vom Dichter,
3. „Die Bacchantinnen”, Perſ.: Agaue: Tilla Durieux: Dionyſos: K.
Ebert; Pentheus: A. Braun: Elenoe: Edith Fritz. O 2.20:
Schach=
funk. O 3: Reg.=Rat Zacher: „Schädlinge der Getreide= und
Futter=
pflanzen” O 3.30: „Funkheinzelmann im Frühlingswald‟. O 4.30:
Konzert. 1. Mcozart: Sonate B=dur (Eva Heinitz, Cello, und Seidler=
Winkler, Klavier). 2.sonzert A=dur. (Fiſcher,Klarinette). 3. Eine
Sammlung klaſſiſcher Stücke, für Klavier, bearbeitet von P.
Schramm. 4. a) Schumann: Abendlied; b) Faure: Elegie; c) Popper:
Vito (Eva H=initz). O 5.50: Max (Hanſen) und Paul (Morgan),
Ein Opti= und ein Peſſimiſt. O 7: Uebertr. der gelegentl. der
An=
weſenheit des Reichspräſidenten ſtattf. Feſtveranſtaltung im
Gürze=
nich zu Köln a. Rh. Es werden ſprechen: Oberbürgermeiſter der
Stadt Köln und Reichsminiſter Dr. Marx. O 8.30: Konzert.
Kammerchor. Dirigent: Pius Kalt O 9.30: Heitere Lieder. 1.
Haydn: Lob der Faulheit. 2. Zelter: Schneiderkourage (Goethe).
3. Decker: Die bunte Welt, aus den „Fliegenden Blättern”. 4. Felix:
Youpla Catarina, aus „Madame Sherry”. 5. Königsberger: Im
gold’nen Löwen war’s zu St. Goar. 6. Gilbert: Mädchen ſind
wie die Engelein (Alex. Fleßburg, Tenor). O 10.30: Tanz=Muſik.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortl.ch für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuill ton und Heſſiſche Nachrchten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußd ent: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratente.l: Willy Kuhle
Druck und Verlag: 2. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
*) Kongreßpolen. **) Oberſchleſien.
*) Ungefähr ein Sechſtel für euch.
Die heutige Nummer hat 22 Geiten.
[ ← ][ ][ → ] 1M
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1.
Vio=
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Hanſe=
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Dr. Geb=
Bücher=
Haſt=
b!. Die
Fexenlied,
Merten.
* Das Kind
und die geſchiedenen Eltern
Von
Profeſſor Dr. jur. Ernſt Goldſchmidt
Es iſt erſtaunlich, wie oft ſelbſt von gebildeten Eltern in der
Praxis die Frage auftaucht, was nun aus ihren Kindern wird,
für den Fall, daß ihre Ehe geſchieden wird, und die wenigſten
kennen die an ſich ſo einfache Antwort, die das BGB. über dieſe
Frage gibt. Jedes Scheidungsurteil muß eine Schuldigerklärung
eines Ehegatten enthalten und nach dieſer, der Bezeichnung des
Ehegatten der für ſchuldig befunden wird, richtet ſich auch nachher
das Schickſal der Kinder. Es ſind dabei folgende Fälle möglich:
wird nur ein Ehegatte für ſchuldig erklärt, ſo behält die Kinder
der ſchuldlos Geſchiedene. Sind beide Ehegatten für ſchuldig
be=
funden, ſo bleiben die Mädchen bei der Mutter und die Knaben
beim Vater, mit der Einſchränkung, daß der Knabe bis zu ſechs
Jahren bei der Mutter gelaſſen wird.
Dieſe Regelung iſt aber keineswegs eine Mußvorſchrift, d. h.
eine Beſtimmung, die nicht geändert werden könnte.
Eine andere Regelung, wie ſie nämlich das Geſetz für den
Normalfall vorſieht, iſt auf zweierlei Art möglich. Einmal können
nach erfolgter Scheidung die Eltern ſich über eine andere Regelung
einigen, andererſeits hat die moderne Rechtsausbildung des
Schutzes für das Kind es mit ſich gebracht, daß das
Vormund=
ſchaftsgericht im Intereſſe des Kindes ſowohl eine andere
Rege=
lung anordnet, wie ſie das Geſetz für den Normalfall
vorgenom=
men hat, als auch eine Regelung, wie ſie die Eltern vertraglich
herbeigeführt haben, aufhebt und die Ordnung anders trifft.
In dem Fall der Regelung des normalen Aufenthaltes des
Kindes iſt noch eine ſchablonenhafte und typiſche Regelung
mög=
lich. Dagegen hat natürlich der nicht für das Kind ſorgende
Ehe=
gatte das Recht des Weiterverkehrs mit ſeinem Kinde. Hier ſetzt
eine den Bedürfniſſen anzupaſſende Spezialregelung ein, die
überall anders ausfehen wird. Jeder Fall liegt hier anders: in
dem einen Falle wird der Verkehr des Kindes mit dem ſchuldhaft
geſchiedenen Elternteil möglichſt einzuſchränken ſein, weil dieſer
ein Geiſteskranker, oder verbrecheriſch veranlagter Menſch iſt, oder
mit einer anſteckenden Krankheit behaftet iſt. — In einem anderen
Falle wird der Beſuch des Kindes mehrmals in der Woche
des=
halb gar nicht möglich ſein, weil der Vater oder die Mutter in
Berufsarbeit ſtehend, ſich tagsüber doch nicht des Kindes
an=
nehmen können und der Beſuch deshalb auf die Sonntage
be=
ſchränkt werden muß, von dieſen aber wieder die größere Zahl
dem unter gleichen Bedingungen ſtehenden anderen Elternteil,
der das Fürſorgerecht hat, vorbehalten werden ſollen. In einem
anderen Falle wird es erwünſchter ſein, daß das Kind im Jahre
eine längere Spanne, gewöhnlich während der Feiertage oder der
Schulferien, bei dem an einem anderen Orte leienden ſchuldig
ge=
ſchiedenen Elternteil verbringen ſoll, während in anderen Fällen
gerade der längere Aufenthalt vermieden und durch häufigere nur
ſtundenweiſe Beſuche erſetzt werden ſoll oder kann.
Ohwohl eine rechtsgültige Regelung zwiſchen den Ehegatten
über dieſe Frage möglich iſt, ſo beſteht immerhin die Möglichkeit
des Widerrufes durch den ſchuldlos Geſchiedenen oder die
Mög=
lichkeit des Eingriffes durch das Vormundſchaftsgericht, das von
ſich aus im Intereſſe des Kindes eine andere Regelung wünſcht.
Als feſtſtehend gilt nur der geſetzliche Grundſatz, daß das auf dem
Geſetz beruhende elterliche Fürſorgerecht weder einen Verzicht
noch eine weſentliche Beſchränkung ſeines Inhaltes zuläßt.
Hier=
durch wird das Fürſorgerecht des anderen Teiles geſetzlich
ein=
geſchränkt, denn der ſchuldlos Geſchiedene hat die Verpflichtung,
den Verkehr des anderen mit dem Kinde zu dulden. Wie bei allen
Eheſachen ſollte ſich ſelbſt bei noch ſo großen Gegenſätzen zwiſchen
den in Scheidung begriffenen oder bereits geſchiedenen Elternteil
das Beſtreben einer ruhigen wirtſchaftlichen und vernünftigen
Uebereinkunft ergeben. Dieſes ift nicht nur bedingt im Intereſſe
und zwar im menſchlichen und juriſtiſchen des Kindes, das das
Unglück hat, zwiſchen ſtreitenden Eltern zu ſtehen, ſondern es iſt
auch unbedingt im Intereſſe der Eltern ſelbſt, denn die ausſchließ=
K
Wir ſind um ſo freier, je mehr wir der Vernunft gemäß handeln,
und um ſo mehr geknechtet, je mehr wir uns von den Leidenſchaften
regieren laſſen.
Leibnſz.
liche Zuſtändigkeit des Vormundſchaftsgerichts, alſo der
Aus=
ſchluß des Rechtsſtreites vor den ordentlichen Gerichten, iſt
geſetz=
lich feſtſtehend und der Vormundſchaftsrichter wird auf Anrufen
der Beteiligten, wenn er nicht ſchon von Amtswegen gezwungen
iſt einzugreifen, Beſchlüſſe treffen, die ſchließlich unter Umſtänden
den Wünſchen beider Elternteile nicht gerecht werden. Geſchieht
dies aber, ſo iſt jede vertragliche Vereinbarung wirkungslos und
für den ordentlichen Rechtsweg kein Raum. Wie in allen Fällen
widerſtreitender Intereſſen iſt alſo der ruhige Weg der
Verhand=
lung und des gegenſeitigen Nachgebens nirgends wo mehr
ge=
boten, als bei der Regelung des Verkehrs des Kindes mit
ge=
ſchiedenen Eltern.
Die Ausſichten der pädagogiſchen
Frauenberufe
Von Dr. Erna Barſchak.
Die Berufsausſichten in den Betätigungsgebieten der
Frauenaxbeit zeigen in den letzten Jahren recht erhebliche
Schivankungen: Berufe, die vor kurzem völlig ausſichtslos
er=
ſchienen, ſind im gegenwärtigen Augenblick ausſichtsreich, andere
wieder weiſen das en gegengeſetzte Bild auf.
Mit voller Deutlichkeit treten uns dieſe Tatzſachen bei den
Berufen entgegen, die ſeit langem zu den „Lieblingsberuſen”
unſerer jungen Mädchen gehören: bei den pädagogiſchen
Berufen. Während noch vor zwei Jahren, ja vor einem
Jahr die Berufsausſichten z. B. der akademiſch
gebil=
deten Lehrerin als höchſt ungünſtig bezeichnet werden
muß=
ten, hat ſich jetzt die Lage vollſtändig verändert. Es beſteht
zur=
zeit faſt überall eine ſo ſtarke Nachfrage, daß ſie bei weitem nicht
gedeckt werden kann. Auch der Nachwuchs, der augenblicklich auf
der Univerſität ſeine wiſſenſchaftliche Vorbildung erhält, wird
aller Vorausſicht nach den Bedarf nicht zu decken vermögen.
Daher kann man wiſſenſchaftlich begabten und päbagogiſch
intereſſierten jungen Mädchen nur raten, ſich auf den Beruf der
gkademiſch gebildeten Lehrerin vorzubereiten. Beſonders.
aus=
ſichtsreich ſcheinen die mathematiſch=
naturwiſſen=
ſchaftlichen Fächer ſowie die modernen Sprachen zu ſein,
da hierin eine beſonders ſtarke Nachfrage vorhanden iſt.
Sehr ausſichtsreich iſt zurzeit auch noch der Beruf der
Ge=
werbelehrerin, die an Berufsſchulen ſowie an
gewerb=
lichen und hauswirtſchaftlichen Fachſchulen ein
großes und reiches Arbeitsfeld findet. Da zu hoffen iſt, daß die
Berufsſchuulpflicht der Mädchen im Laufe der nächſten Jahre noch
ausgedehnt werden wird, ſo wird ſicher aller Wahrſcheinlichkeit
nach die Nachfrage nach Gewerbelehrerinnen noch ſteigen, ſodaß
man handwerklich=künſtleriſch begabten wie praktiſch=
wirtſchaft=
lich intereſſierten Mädchen durchaus raten kann, dieſen ſchönen
und befriedigenden Beruf zu ergreifen — vorausgeſetzt, daß ſte
pädagogiſche Eignung und Verſtändnis für ſoziale Probleme
beſitzen oder ſich aneignen werden.
Im Gegenſatz zu den günſtigen Berufsausſichten der
Ge=
werbelehrerinnen haben ſich die Verhältniſſe für die
Handels=
lehrerinnen erheblich verſchlechtert. Es iſt eine ſo große
Anzahl von kauſmänniſch=praktiſch und auch von
wiſſenſchaftlich=
pädagogiſch gut vorgebildeten Kräften in den Beruf eingetreten
daß der Bedarf für die nächſte Zeit gedeckt zu ſein ſcheint. Dazu
kommt, daß die Ungunſt der wir ſchaftlichen Verhältniſſe auch die
Neuerrichtung und Aufrechterhaltung von Handelslehranſtalten
gefährdet. Keinesfalls kann daher zurzeit die Berufslage der
Handelslehrerin als ſo geſichert bezeichnet werden, daß man
un=
bedingt anraten dürfte, dieſen Beruf zu ergreifen.
Schwierig iſt es auch, die Berufsausſichten der
Volks=
ſchullehrerin zu beurteilen. Zwar werden Oſtern d. Js. die
pädagogiſchen Akademlen eröffnet, die der neuen Ausbildung
der Volksſchullehrerſchaft dienen ſollen, aber wie die
Berufs=
ausſichten dieſer Berufsgruppe ſich in Zukunft geſtalten mögen,
iſt zurzeit noch keineswegs zu überſehen.
Zuſammenfaſſend kann man behaupten, daß die
Berufsaus=
ſichten in den pädagogiſchen Frauenberufen ſich günſtig anlaſſen.
Allerdings werden die günſtigen Ausſichten allein noch nicht
aus=
reichen, um den geeigneten jungen Mädchen den Zugang zu den
von ihnen häufig beſonders erwünſchten Lehrberufen zu
ermög=
lichen. Denn in allen dieſen Betätigungsgebieten ſind die
An=
forderungen an die Ausbäildungsdauer, an die Vorbildung und
an die Befähigung ſo gewaltig geſtiegen, daß viele Mädchen auf
dieſe Berufsmöglichkeiten verzichten müiſſen, weil die pekunjäre
Lage des Elternhauſes eine vieljährige Ausbildung oft nicht
geſtattet. Dies iſt aus den verſchiedenſten Gründen ſehr zu
be=
dauern. Nicht nur, weil wertvolle Frauenkraft einem Beruf
ver=
loren geht, der der weiblichen Natur wie kaum ein anderer
ent=
ſpricht, ſondern weil auch, wirtſchaftlich geſehen, die
Zugehörig=
keit zu dieſen Berufen eine Sicherung bedeutet, wie ſie die
an=
deren nicht beamieten Erwerbszweige nicht aufweiſen. Darum
ſollten fürſorgliche Eltern bei der Berufswahl der Tochter den
Wunſch des hierfür begabten jungen Mädchens, einen
pädagogi=
ſchen Beruf zu ergreifen, auch von dieſem Geſichtspunkt aus
be=
trachten. Lange Ausbildungszeit und hohe Ausbildungskoſten
erfordern gewiß große Opfer, ſie werden ſich jedoch gerade bei
dem befriedigenden Arbeitsfeld einer Lehrerin auch vollauf
lohnen.
Fragen des Takies
im geſellſchaftlichen Verkehr
Der gute Ton im Hauſe.
Von Friedrich Forſtreuter.
Wenn du Beſuche machſt, ſo trage bei ſchlechtem Wetter
Ueberſchuhe, die du im Vorraum ſchnell abſtreifen kannſt, um
die Wohnräume mit trockenen Schuhen zu betreten. Wiſſe, daß
es der pflichtenüberlaſteten Hausfrau auch dann, wenn ſie noch
eine tüchtige Hilfe beſitzt, ſchwer wird, jene Spuren zu tilgen,
die dein naſſes Schuhwerk ſelbſt bei nur kurzem Aufenthalt
hin=
terließ. Sei ſtets eingedenk deſſen, daß heute mehr denn zuvor
Zeit der koſtbarſte Beſitz des Menſchen iſt und du ihn
um=
ſomehr um dieſen beſtiehlſt, je länger du dich ungerufen bei ihm
aufhältſt. Sei mit deinem Händedruck gegenüber der Herrin des
Hauſes vorſichtig und zurückhaltend, achte darauf, ob ſie dir die
Hand zum Gruß entgegenſtreckt. Sei als Mann mit deinem
Hand=
kuß ſparſam und gib ihn nicht bei jeder Gelegenheit. Auf der
Straße iſt er jedenfalls ſehr unangebracht, da er die von dir
aus=
gezeichnete Frau leicht zum Gegenſtand müßiger Neugier machen
kann. Betritt als Herr mit Ueberrock und dem Hute in der Hand
das Zimmer der bekannten oder befreundeten Familie und lege
beides erſt ab, wenn du dazu aufgefordert wirſt. Vermeide es,
beim Verlaſſen des Zimmers die benutzte Sitzgelegenheit wieder
an ihren früheren Ort zu tragen. Verabſchiede dich raſch und
„ſchmerzlos”, laß dir nicht das Beſte zwiſchen „Tür und Angel”
einfallen. Bemerkſt du Unruhe und Zerfahrenheit bei der Frau
des Hauſes, ſo henutze ſie als Anlaß zum ſchleunigen Aufbruch,
denn ſie ſind meiſt ein Zeichen dafür, daß ſie ſich vergeſſener
Pflichten erinnart und doch keine Aufmerkſamkeit mehr für das
von dir Vorgebrachte aufbringen kann. Iſt Hausfrau oder =herr
nicht zugegen, ſo erbitte die Angabe der Zeit, in der du ſie
ver=
mutlich treffen wirſt, von Kindern oder Angeſtellten kurz und
knapp und laß dich nicht auf ausführliche Geſpräche mit beiden
ein, du könnteſt durch ſie die ſich verleugnende Hausfrau leicht in
größte Verlegenheit bringen, da ihr ja der Vorraum während
deiner Anweſenheit für den Verkehr geſperrt iſt. Haſt du irgend
welchen Wunſch zu äußern, ſo bringe ihn möglichſt knapp oder
ſchriftlich vor und vergiß nie, das nötige Rüdporto, am beſten
Freiumſchlag oder Karte, zur Antwort beizufügen, denn du kannſt
nicht erwarten, daß jenen, die du um eine Gefälligkeit angehſt,
auch noch Unkoſten durch dich entſtehen.
Erſte Wanderfahrten
Von Alfred Bock.
Meines Vaters Wunſch war, daß ſein Sohn ſich frühzeitig
in der Welt umſehen ſolle. So gab er mir ſchon in meinen
jun=
gen Jahren die Mittel, die deutſchen Lande zu bereiſen. Eine der
erſten Städte, die ich kennen lernte, war die Stadt Schillers und
Goethes, Weimax. Daß ich dort öfter Einkehr hielt, hatte
noch einen beſonderen Grund. Meine Schweſter war für ein
Jahr in der Penſion eines Fräulein Chambordon untergebracht,
wo ſie Engliſch und Franzöſiſch lernen und vor allem auch die
Muſikſchule des Profeſſors Müller=Hartung beſuchen ſollte. Die
Penſion lag am Wielandplatz und beherbergte etwa zwölf junge
Mädchen, die aus aller Herren Länder hier zuſammengeweht
waren. Wenn ich hinkam, lud ich die jungen Damen in eine
Kon=
ditorei ein, wo dann geſchleckt und geplaudert wurde. Eine junge
Genferin mit Namen Emma Moénnat brachte mir ihre
Zunei=
gung entgegen, die ſie mir noch bewahrte, als ſie längſt
verhei=
ratet war. Sie war eine anmutige Erſcheinung, die man ſofort
als Franzöſin anſprechen mußte, dabei von großer Gutmütigkeit,
ohne daß ſie Eſprit beſaß. Später, da ſie durch die harte Schule
des Lebens gegangen war, vertiefte ſich alles bei ihr, und die
Briefe, die ich von ihr empfing, legten Zeugnis davon ab, daß ſie
nichts verabſäumt hatte, ſich zu bilden.
In Weimar ſah ich Liſzt auf der Altenburg und die beiden
Enkel Goethes, die, den Gruß der Begegnenden zaghaft
er=
widernd, wie menſchenſchau ihres Weges gingen.
Als die Goethe=Geſellſchaft gegründet ward, wurde ich
Mit=
glied. Noch ſehr grün reiſte ich zur Eröffnungsfeier nach
Wei=
mar, kam aber ſo ſpät, daß die Feſttafel bereits ihren Anfang
genommen hatte. In den Saal tretend fragte ich, wo ich wohl
noch einen Platz finden könne, und wurde zu meinem Erſtaunen
in die Nähe des Präſidiums neben einen alten Herrn geſetzt, dem
ich mich vorſtellte. Er nannte ſeinen Namen: „Theodor Storm!
Der Dichter war von kleiner Geſtalt, ſein feingeſchnittenes Geſicht
war von weißem Bart umrahmt. Unvergeßlich ſind mir ſeine
kindlich blickenden blauen Augen. Ich erzählte ihm von meinen
dichteriſchen Verſuchen und fragte ihn, ob er mir nicht für meine
literariſche Laufbahn einen Rat mit auf den Weg geben könne,
worauf er antwortete: „Hören Sie nie auf die Außenwelt, ſon
dern folgen Sie der Stimme, die in Ihrem Innern ſpricht.”
*) Aus. der Autobiographie des Verfaſſers
entſinne mich, daß Paul Schlenther während der Feſttafel
eine Rede auf Storm hielt, in der er ihm im Ueberſchwang mit
Goethe in eine Reihe ſtellte, was dem beſcheidenen Dichter äußerſt
unangenehm war, wie denn derartige Huldigungen ſeiner Natur
durchaus zuwider waren.
Auch Paul Heyſe ſprach mit prachrvollem Schwung und
ſtellte die Rede des Berliner Kritikers völlig in Schatten. Ich
lernte mancherlei berühmte Leute kennen, ſo den Präſidenten des
Reichsgerichts Dr. von Simſon, der mir von dem Beſuch
er=
zählte, den er als 18jähriger Student bei Goethe gemacht hatte,
ferner Hermann Grimm, deſſen Goethe=Vorleſungen mein
Vade=
mecum waren, den Miniſter Stichling, einen Enkel Herders, den
immer fidelen Intendanten des Hoftheaters, Freiherrn v. Loén.
Wenn die Tagung der Goethe=Verſammlung vorüber war,
gingen wir in den bekannten Gaſthof „Zum Erbprinzen” wo
dann eine ſolenne Kneiperei begann, bei der der Komponiſt und
Kapellmeiſter Eduard Laſſen, ein trinkfeſter Herr, den Vorſitz
führte.
Von Weimar wandte ich mich nach Leipzig. Die jungen
Heſſen, die dort ſtudierten, hatten ihre Zuſammenkünfte in der
Weinſtube von Leutemann in der Windmühlenſtraße. Hier hab”
ich manch fröhlichen und anregenden Abend verlebt. Intereſſante
Beziehungen knüpften ſich an meine Mitgliedſchaft vom Liſzt=
Verein. Hier lernte ich die Kunſt des vortrefflichen Pianiſten
Alexander Siloti ſchätzen. Der junge Meiſter vermittelte mir
die Bekanntſchaft mit dem Juriſten Wilhelm Bröſel, der nahe
bei Leipzig, in Delitzſch, als Amtsrichter ſtand. Er war ein
be=
geiſterter Anhänger Wagners. Er hatte ſich eben einen
Stein=
way=Flügel angeſchafft und lud mich ein, bei ihm zu muſizieren.
Ich fuhr dann auch eines Sonntags nach Delitzſch, wo ſich in
der Wehnung Bröſels allerlei Honoratioren aus dem Städtchen
eingefunden hatten. Nach meiner Gewohnheit phantaſierfe ich
zuerſt auf dem Flügel und ſpielte dann Wagner, von dem
Bei=
fall der Anweſenden zu mancher Darbietung ermuntert.
Bröſel, ein Vierziger mit kohlſchwarzen, klugen Augen, gab
ſich ſogleich als guter Freund. Er vertraute mir, daß ſein Herz
in volken Flammen ſtehe. Er hatte ſich in Magdalena Jahns
die Darſtellerin der Wagnerſchen Frauengeſtalten an der
Leip=
ziger Oper, leidenſchaftlich verliebt. Ob mehr in ihre Kunſt
oder in ihre ſchönen Augen, das feſtzuſtellen, war mir für den
erſten Augenblick unmöglich. Er hatte eine leſenswerte Schrift
über den Charakter der Senta und ſeine ideale Darſtellung
ver=
öffentlicht, wori er bekannte, daß Fräulein Jahns durch ihren
warmen Vortrag ihm zu ſeinen Gedanken die Anregung gegeben.
Das ſchön ausgeſtattete Buch war mit Magdalenens Bildnis
als Senta geſchmückt. Das erſte Kapitel trug den Titel: „
Mag=
dalena Jahns als Darſtellerin der Senta”. Ich beſuchte mit
Bröſel die gefeierte Künſtlerin und konnte auch im engſten
Kreis ihr wundervolles Organ bewundern. Nach Mitternacht
in Auerbachs Keller war es, daß Bröſel mir ſein Herz
ausſchüt=
tete und mir geſtand, er werde von Liebe und Zweifeln zerriſſen.
Sollte er es wagen, Magdalene ſeine Hand anzubieten? Sei es
nicht edler, auf dies himmliſche Weſen zu verzichten und ſie ihrer
Kunſt zu erhalten? Ich antwortete, er könne Magdalena, wenn
ſie ihn wieder liebe, die Hand fürs Leben reichen, ohne daß ſie.
ihre Bühnenlaufbahn darum aufzugeben brauche. Er wand ein,
er ſtehe als Richter in preußiſchen Dienſten, müſſe mit einer
Verſetzung und, wenn er die Geliebte heimführe, auch mit deren
Abſchied von der Bühne rechnen. Das Dilemma zerriß ſein
Leben. Magdaleng ſah, wie er mit ſich kämpfte. Er ſchwieg.
Der Künſtlerin Feingefühl verbot ihr, das erlöſende Wort zu
ſprechen. Ich hatte im „Palmbaum” in der Padhofſtraße mein
Quartier. Eines Abends ſtürzte Bröſel mit der Miene der
Ver=
zweiflung in mein Zimmer und rief unter Tränen: „Sie hat ſich
verlobt!” Magdalena Jahns hatte der Werbung eines Leipziger
Seifenfabrikanten, der verwitwet war und ſchon erwachſene
Kin=
der hatte, Gehör geſchenkt. Sie ging von der Bühne ab und
lebte als Gattin eines reichen Mannes fortan in Leipzig. Die
Freundſchaft mit Bröſel war für immer zertrümmert.
Mich hatte die Sache bis ins tiefſte Herz ergriffen. So ſetzte
ich mich hin und ſchrieb eine Novelle, die ich „Clariſſa”
be=
nannte. Darin war Bröſels Liebesgeſchichte in Wahrheit und
Dichtung ausführlich behandelt. Das Manuſkript übergab ich
dem Verleger der Wagnerſchen Schriften E. W. Fritzſch für
ſeine Muſikzeitung und ſagte ihm, auf ein Honorar wolle ich
ver=
zichten, er ſolle mir als Entgelt für meine Arbeit die
geſammel=
ten Schriften Wagners ſchicken. Als ich nach Gießen
zurückge=
kehrt war, erhielt ich eines Tages ein umfangreiches Pa’et von
Fritzſch aus Leipzig, fand darin meine Novelle „Clariſſa” die
er leider nicht abdrucken könne, weil die Perſonen für die
Leip=
ziger Verhältniſſe zu greifbar herausgeſtellt ſeien, dagegen
er=
laube er ſich, die Wagnerſchen Schriften zu ſenden, und füge die
Rechnung bei!
Auf meines Vaters Wunſch hielt ich mich jedes Jahr
län=
gere Zeit in Berlin auf. Meine Anweſenheit dort füllte der
Beſuch der Muſeen und Kunſtſammlungen aus, während ich
abends ein regelmäßiger Beſucher der Oper oder des Schauſpiels
wpar. Ich verkehrte im Haus des Humoriſten Oskar
Juſti=
nus. Dort traf man einen Kreis literariſcher Menſchen, und die
gumutige Hausfrau verſtand es, Gemütlichkeit zu verbreiten.
Ich will jo dorchaus niemand zu nah dräde, deß is net mei
Art. Awwer rund erausgeſagt: aus Geiſter mach ich mer net
viel. Ich hab e Abneiſchung gääche ſe, dann ich hab zu ſchlechte
Erfahrunge mit’n gemacht. Sie ſin kaan Verkehr for mich.
Wenichſtens die, die wo ich ſchun in ſo ſpirredwwiſtiſche Sitzunge
neher kenne zu lerne die Ehr hatt.
Dann ohne Ausnahm, die Geiſter, die wo mir bis jetz
ufſ=
geſtoße ſin, die hatte ſo zimmlich alle Umtugende an ſich, alle
ſchlechte Agewohnheite. Vun=ere gewiſſe Benemmedidhet un
Kinnerſtub kaan Schimmer. Zu mehr als wie zu Unfug,
Schaw=
wernäckigkeite un Lumbeſtraach warn ſe net zu gebrauche. — 8
Aanziche, was ſe einigermaße los hawwe, däß is 18 Diſch=
der=
ricke, s Stiehl=umſchmeiße, s Bilder=runnerwärfe, s
Borzzelaan=
verbräche, un lauder ſo brodloſe Kinſte, in dene in jeder
letven=
diche Kichedragonter, odder Meeweldransbodeer, der wo aach nor
einichermaße e bische mit ſeim Beruf verdraut is, mit Erfolg
Konsgurenz mache dhut.
Ja, mitunner benemme ſich die Geiſter wie die junge Hunde,
indem ſe aam vun hinne an de Hoorn zobbele, odder an de
Klaa=
der. s is gach ſchun baſſiert, daß ſe s Diſchduch runner geriſſe
hawwe, odder hawwe gom naßgeſpritzt, un lauder ſo
Dumm=
heide.
Mich hott uff ſo=ere ſpirredewiſtiſche Sitzung beifpielsmeeßich
emol de Vorwitz geſtoche, ſo daß ich mer vun dem
Geſpenſter=
beſchwörer un Geiſterbendicher ſpaßhalwer emol de Geiſt vun
ſeine Eckſelens dem Herrn Geheimderat vun Geethe hab
ebeizid=
diern loſſe, vorſichdicherweis, weil ich mer geſagt hab, der Monn
war zu Lebzeite immeuhie Miniſter. No, un Miniſter mache
be=
kanntlich kaa Dummheide —
Scheinbar hott awwer der Geiſterziddierer, aus Verſehe, den
Geiſt vun Geethe verwiſcht, wo der hatt, wie er noch Student
war. Dann was ſoll ich ſage, eh ich aach nor gewißt hab, daß
ich’s dadſächlich mitm Geethe zu dhu hatt, do fliggt mer aach
ſchun en Kaffeeleffel an Kobh, daß ich e Horn dra hatt, ſo dick
wiee Saladkimbche. Däß nennt mer noochher beim
Spirre=
dumißmuß „maddrialiſiern” — No ich danke.
Wie geſagt, aus Geiſter mach ich mer wix, im große
allge=
meine. Ich hab die Nas voll. Die mache mer zuviel
Dumm=
heide un ich hab aach noch net gan gedroffe, der wo ebbes
Ver=
nimfdiches zu Wähk gebracht hett.
Un glaabt valleicht aa vernimfdicher Menſch, daß der Geiſt,
vun dem in de letzte Zeit ſoviel die Redd is, un der wo bald in
Berlien, bald in London un bald in Bavies „ziddiert” wärd, daß
der aach nor um e Hoor beſſer weer, als wie die, die wo ich des
Vergnieche hatt, perſeenlich tenne zu lerne? — Gehe ſe mer ewäck,
der is mer aach ſo lieb wie Leibweh. s mißt kaa „Geiſt” ſei.
Un wann er aach net grad mit Kaffeeleffel wärft, wiem
Geethe ſeiner, ſo ſcheint er mer doch aach ſo zimmlich zu allem
Unfug fähig zu ſei. Un ich hab ſo des Gefiehl, als wann die
„Spirreduwiſte” in London un in Baries gleich gewißt hette,
was däß for=e „Frichtche” is, der Geiſt. Un de Herr
Schamm=
bammbärlee un de Herr Briehjand, die hawwe däßhalb
Schind=
luder mit’m gedriwwe un hawwen for ihr Zwäcke elend
miß=
gebraucht.
Mer will’s zwar net Wort hawwe, un in Berlien, do ſchweert
mer noch Staa un Baa uffin. Un mer duht=en hiete wie’n
Aage=
abbel un faßt=en per Glaſſeehandſchuh a. Dann mer bild ſich
ei”, daß wääche dem Geiſt e nei Zeidalder abräche dhet, un daß
der Geiſt ſo des Bindeglied, weer zwiſche vorvorgäſtern un
iwweriwwermorje. Awwer wie ſein neilich lin Gemf drunne uff
dere ſpirreduwiſtiche Velkerbundsſitzung nor e klaa bißche „
zid=
diert” hawwe, do hott ſich’s rausgeſtellt, daß der Geiſt, bei Licht
bedracht, äwe doch aach nix annerſter is als e Fanndom, e Nix,
e Ding ohne Konſiſtens un Konnzikwens. Korzum, e Geiſt ohne
Rickgrad un moraliſchem Hoſeboddem.
Halt, do fellt mer jo äwe haaß ei’, daß ich noch gar net geſagt
hab, um wos for=en Geiſt ſich’s dreht. Anwer ich denk, Jeder,
den wo unſere Herrgott, anſtatts mit Verſtand, wenichſtens mit m
neediche Gribbs verſähe hott, der wärd ſchun vun ſälwert druff
kumme ſei, un wärd wiſſe, wer gemaant is, un daß es kaa
Ge=
ringerer is, als wie der beriehmte Geiſt vun Logarno”
Wie geſagt, ich will niemand zu nah dräte, aſiver ich halt
vun Geiſter im große allgemeine net viel. UIn dem Geiſt vun
Lo=
garno, dem drau ich aach net weider, als wie ich en ſäh. Un
wann=er aach ſchließlich in Gemf net grad es Diſchduch vum Diſch
geriſſe hott, aſwer zu was Vernimſdichem is er halt aach net
zu gebrauche gewäſe, ſunſt hett=er dere bollidiſche
Schiewergeſell=
ſchaft emol orndlich uff de Kobb ſpucke miſſe. Wos enn näwebei
bemärkt, net ſchwer hett falle kenne, wo doch ’s „Spucke” jedem
richdiche Geiſt im Flaaſch un Blut liggt. Naa, ich hab ſo des
Gefiehl, als hett ſich in Gemf der „Geiſt” vun Logarno bis uff
die Knoche blamiert.
Des aanziche, vas mer bei däre ſpirrediſviſtiſehe
Velker=
ſitzung e bische immboniert hott, däß war, daß unſer Dellegatzion
„feſt” geblitowe is. Alſo e bische was hott mer doih gelernt!
Dodorch is der glorreiche Blan vun dene zwaa „
Schenndeliien=
ner”, Schmnmbammbärrlee un Briehjand, in die Binſe gange
„etz ſtehn ſe do mit ihrm geweſchene Hals. Gewunne hawe
mir zwar dodorch aach wix. Awwer ſchließlich, mehr zu
ver=
liern, wie die annern, hawe mer aach net mehr!
„Iwwrichens, wann mer ſich’s recht iwwerleecht, ſois es meiner
Maanung nooch, doch ſo aſch groß Ehr, Miglied bei dere
Velker=
bundsgeſellſchaft zu ſei, vun däre mer ruhich behaubde kann:
O, Hery, ſieh dein Volk an, es ſin lauder Ziſcheuner! — Wobei
mer noch froh ſein kann, wann aam die wärkliche Ziſcheuner den
graſſe Verglich net for iwwel uffnemme — Un ſchließlich, es is
die Zeit ohne uns ſchief gange, un wärd gach noch weider ohne
uns ſchief geh. Solle ſe alſo in Goddes Rome weider worſihtele
in ihrem Ooſevelkerbund un ſolle ſich nooch dem Moddo: „Wann
mer nor mol gäſſe howwe, geſchafft ham=mer glei!” — de Kobb
driwwer verbräche, ob mer net kimfdich es Johr in dreizeh Monat
eidaale will. Dann däß dhun ſe doch aach bloß, damit ſe ſich
kimf=
dichhie en Monat lenger in Gemf erumdricke kenne. Un vun
mir aus kann der Schwuttjee — Schwallfee wollt ich ſage — der
Briehjand Arm in Arm mit ſeine Waſſerbollacke un ſeine
Braſſill=
jer ’s Johrhunnerrd in die Schranke fordern, wann un ſo oft er
will. Jedenfalls, mir ſchwäzzt er kaa Kind mehr in Leib, vun
wääche ſeim „Geiſt vun Logarno”. Aweſotvenig wie de Herr
Schammbammberrlee, der wo wunners maant, wer er weer, wann
er ſich e Kommboddellerche ins Aag klemmt. Do kann=er mir net
mit immboniern.
Daß awwer dorch die Menggenggel beinoh däß ganze
Vel=
kerbindche aus em Leim gange weer, däß ſieht e Blinder mit=eme
Stäcke. Un do iwwerſchleicht mich ſo e Ahnung. Nemlich, wann’s
ſchun waggelt, eh mir drinn ſin, dann blatzt’s aus alle Fuge,
ſann mer emol Sitz un Stimm drinn hawwe. Däß is ſo
ſicher wie de Weck uffm Lade. Ich hab iwwerhaubt ſo des
Ge=
fiehl, als wann’s do bald Maddee am Letzte weer, un als wann
mer in Gemf bald ausgetagt hett. Wann ſe mir folche, ſparn ſe
die zwölf Million for=en neie Velkerbundpallaſt, däß is doch
enausgeſchmiſſe Geld. Im Notfall kenne ſe ſich des
Friedens=
ballee im Haag miete, däß dhut dieſälwe Dienſte un ſteht
jedenfalls doch leer. Do kenne ſe ſich die Kebb drinn
wäddernan=
ner renne, dann däß „Friedens”ballee is jo bekanntlich zu dem
Zwäck eichens gebaut worrn.
Jedenfalls, wann der Velkerbund aus em Leim geht, do freid
ſich wenichſtens aaner. Un däß is der ehrenwärde Herr
Mauloſſini. No un dem is aach emol e Fraad zu genne, wo
ſich der doch Dag for Dag ſo ärgern muß un aus em Schimbfe
un Räſſeniern gor net mehr eraus kimmt. Den ärgert awwer
nach jed Mick an de Wand, außer de Tärohler un noch ſo e gut
Dutzend annere Velkerſtemm. Ich hab ſchun gedenkt, mer kenntim
emol e Benee dhu, un kenntm e paar alte Kirraſierſtiwwel vum
Bismarck zum Bräſſent mache, damit wenichſtens ſei Geſchwätz e
klag bischee Aſähe hott. Valleicht dhet en däß e bische ginſticher
ſtimme. Dann wie ich mer hab ſage loſſe, geht der jetzt gääche
die ganz Welt vor un hott in ſeim Zorn ſemtliche idalljehniſche
Kinſtler, als da ſin: Bärnfiehrer, Orjelſpieler, Affebendicher un
ſo, des Uiffdräde bei de fremde Velker verbodde. — Däß hott
grad noch gefehlt, un wie mer dodriwwer wäck kumme ſolle, däß
is mer for’ſch Erſchte noch es bische ſchleierrees. Un mich hott’s
eichentlich bloß gewunnert, daß er net aach noch dem „Geiſt”
vun Logarno, der wo doch ſchließlich halbwähks aach e
gebär=
dicher Idalliano is, däß Ufſdräte verbodde hott. Vielleicht himt’
noch
Unſer Delegatzion is alſo die Woch widder haamgemacht, aus
Gemf, ohne e Reifebräſſent im Koffer. Drotzdem hab ich ſo deß
Gefiehl, als wann=ſen uff de Haamfohrt wöhler geweſe weer,
wie uff de Hiefahrt, obgleich ſe mit dem bekannte Dichter vun
ihrm Abſchied ſage kenne:
Man hatt uns niſcht den Rock zerriſſen,
Es wär auch ſchade um das Gleid,
Noch in die Libfen uns gebiſſen
Aus übergroßem Härzeleid.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdimmer (im Dutzend billicher): 1. Daß
zwwiſche’me ballamendariſche Awend un=ere Brodäſtverſammlung
immerhie e klaaner Unnerſchied is, däß leiſcht aach em „naiefſte‟
Menſche ei‟. — Daß awwer zwiſche’re Brodäftverſammlung
un=
ere Ballamendsſitzung bald gor kaan Unnerſchied mehr is, däß
hott mer die Woch wahrnemme kenne. Bis jetzt hawwe ſich jo
als die Brodäſtverſammlerer wohldhuend abgehowwe vun dene
im Ballamend. Neierdings gewehne ſe ſich awwer mit ihre
Ziviſtherufferei allerhand ballamendariſche Untugend a‟. Awwer
ſie vergäſſe dabei, daß mer in de Ballamender dodegääche
immuhn is. Du lieter Himmel, bis es do emol aaner bis
zum dritte Ordmungsruf bringt, wo denooch ſofort s Nauswärfe
kimmt, do kann=er ſchun en ganze Sack voll Unahme verſchieße.
In de Ballamender wärd däß net ſo dragiſch genumme.
Do=
härngääche ſcheint mer in Brodäſtverſammlunge langſam
emb=
findlicher zu wärrn. — No, ’8 is mer lieb. — Awwer noch liewer
tveer mer’s, mier gingt in de Blenarverſammlunge mit=eme gute
Beiſpiel vora:. — Dann wie geſagt: ’s beſte Erziehungsmiddel
is immer noch es Beiſpiel! — Freilich, uff=eme
ballamen=
dariſche Awend brav un manierlich zu ſei, däß is kaa Kunſt. Däß
kennte in dem Fall die rennidenſte Brodäſtverſammlerer
gach; do kreechte die gleich ihr „beeſe Mailer” geſtobbt.
2. Daß mer im Landdag, immer wann die Redd uffs
Thea=
ter kimmt, gleich behaubt, es dhet zu wenich Geethe, Schiller,
Hebbel un Schäckſchbier geſpielt wärrn, däß is aach e alt Subb.
Du liewer Himmel, die „Klaſſicker” in alle Ehrn, awwer die
mache’s Renne aach net, aanerlaa, ob ſe alt= odder neimodiſch
inſzeniert wärrn. Dann ſchun in Friedenszeite, wo nor 8
aller=
kunſtverſtendichſte Bubbligumm es Theater bevölkert hott,
do mußt mer die Klaſſicker als „Volks= un Schielervorſtellung”
gäwwe, un zu ermäßichte Preiſe. — Un wann die Abbonnende
emol de „Tell” odder „Wallenſtaa” odder’s „Kätche vun
Heil=
brunn” vorgeſetzt hawwe krickt, do hawwe ſe gleich gemault, un
hawwe geſagt, in „Kinnerſticker” gingte ſe net. s is heit net
annerſt, ſie ſage Schiller, un maane „Die Gräfin Maritza”,
3. Daß mer die Woch mol widder in unſerm
Stadtbabbela=
ment wääche lumbiche dreißichdauſend Mack ſich ’s Maul fuſſelich
gebabbelt hott un hott e Mordsgeſaieres dewääche gemacht,
ob=
gleich mer im Finanzausſchuß bereits Ja un Amen geſagt hott,
däß ſieht=en aach widdermol ehnlich. Allerdings, denkt do e
man=
cher dun unſere Stadtvädder, wos brauche mir en „Flughafe‟
un en Aſchluß an’s „internatzionale Flugnetz”, ſolang mer unſer
„Elektriſch” hawwe, wo ſe’s owwedrei noch net emol wos druff
koſt. — Un iwwerhaubt: wos brauch dann der Bauer en Hut,
die Zibbelkabb ſteht’m noch gut.
4. Daß mer, wann mer net will, gleich ſeecht, es weer „
täch=
niſch” net meechlich, is aach nir Neies. — Wann’s awwer
täch=
niſch net meechlich is, e Halteſtell am Schloßkaffee for die „Sexer”
ei zurichte, dann weer’s doch am affachſte, mer verleecht die ganz
Umſteicherei an de „Lange Ludwig” odder vielmehr, wie’s jetzt
haaßt, an de „Korze Auguſt‟. Do kennt um= un ausgeſtieche
werrn kreiz un kwehr. — No, do wärrn die Herrn „Tächniker”
aach widder was degääche wiſſe
5. Daß die Idee mitm Niewergall=Denkmal langſam ſich
dorchſetzt, beweiſe die Zuwendunge, die mer die Woch
ausge=
händigt ſin worrn. Allem Aſchei nooch ſchenniert mer ſich noch
e bißche, awwer däß gibt ſich noch. So ſin mer die Woch in die
Hand gedrickt worrn: 20 Mack vun zwaa liewe Menſche im griene
Wähk, 20 Mack vun=ere ſtille Liebſchaft „mein Heil ruht in
Ma=
ria”, 10 Mack unnerm Kaſtaniebaum, un 0,50 Mack, es letzte
„Bank”guthawwe vun=eme Speezel. — Recht härzlichen Dank
noch emol, un bidde — nor net ſchenniert, es is ſtets embfänglich
Die Obiche.
Unter den Freunden des Juſtinusſchen Hauſes ſtand an
er=
ſter Stelle der junge Komponiſt Bogumil Zepler. Dieſem
einen kleinen Dienſt zu erweiſen, bot ſich ſpäter auf beſondere
Weiſe Gelegerheit.
Ich war zu einer militäriſchen Uebung nach Neuruppin
im Regiment „Friedrich Franz von Mecklenburg” eingezogen und
ſollte zum erſten Mal in meinem Leben in der Kaſerne ſchlafen.
Das miſerable Bett und die ſchreckliche Luft in dem mit vielen
Menſchen belegten Raum, ließen mich kein Auge ſchließen, ſo
daß ich um zwei Uhr früh die Kaſerne verließ und am
Neurup=
piner See ſpazieren ging. Andern Tags verfügte ich mich zu
meinem Hauptmann v. Wildenbruch und klagte ihm mein
Leid. Er lachte und fragte: „Was ſind Sie denn von Beruf?”
Ich antwortete: „Schriftſteller”, worauf er meinte, da wolle er
einmal eine Ausnahme machen, wolle mir geſtatten, in der Stadt
Quartier zu nehmen. Hocherfreut ſchlug ich die Hacken
zuſam=
men. Auf dem Kaſernenhof traf ich Bogumil Zepler, der in
mei=
ner Kompagnie ſtand und gleich mir eine ſchrealiche Nacht in der
Kaſerne hinter ſich hatte. Ich verwandte mich für ihn, worauf
auch er die Erlaubnis erhielt, eine Wohnung in der Stadt zu
be=
ziehen.
Im Verlauf der Reſerveübung ſtellte ſich mir ein
Vizefeld=
webel vor: Karl Laufs. Er übergab mir das Manufkript
eines Schwanks, den er geſchrieben und „Ein toller Einfall”
be=
titelt hatte. Er bat mich, ſeine Arbeit einmal zu leſen. Das
tat ich und brachte ihm den Beſcheid: „Werfen Sie das Opus in
den Neuruppiner See, und zwar da, wo er am tiefſten iſt!“ Da
lachte er und ſagte: „Sie irren ſich, mein Verehrtefter. Ich will
auf dieſes Stück hin Hochzeit machen!” Und ſiehe da, er brachte
den Schwank auf die Bühne des Wallner=Theaters, wo er einen
durchſchlagenden Erfolg erzielte. Von dort trat das Stück
ſei=
nen Siegeszug durch Deutſchland und Oeſterreich an. Hätte der
gute Laufs nicht ſo viele Zigaretten geraucht und nicht ſoviel
Kognak getrunken, hätte er ſich der großen Einnahmen, die der
Schwank ihm beſcherte, viele Jahre hindurch erfreuen können.
Kaum dreißig Jahre alt, iſt er in Kaſſel geſtorben.
„Ich war dem Deutſchen Schriftſtellerverband beigetreten und
beſuchte zunächſt die Verſammlungen der Zweigvereinigung in
Frankfurt a. M. Johannes Prölß, Redakteur der
„Frankfurter Zeitung” hatte den Vorſitz. An der Tafelrunde
im Palmengarten erblickte man Wilhelm Jordan,
Fried=
rich Bodenſtedt und Friedrich Stoltze. Jordan,
damals ſchon ein Mann im Silberhaar, war ein glänzender
Im=
proviſator. Der alte Stoltze hielt zündende Reden. Bei
Ge=
legenheit trug die Schauſpielerin Fräulein Gündel ein
Ge=
dicht von Bodenſtedt vor, das dieſer gar nicht mehr als ſein
Produkt erkannte. Deſſenungeachtet ging er auf das hübſche
Mädchen zu und ſagte: „Liebes Fräulein Gündel, geben Sie mir
Ihr Mündel!”, umarmte und küßte ſie.
Um die Koryphäen drängten ſich ſchöngeiſtige Damen, von
denen einige ſchon Romane veröffentlicht hatten. Abgeſehen von
der wirklich tüchtigen Eliſabeth Mentzel, die
literarhiſio=
riſch tätig war, ſind dieſe „Dichterinnen” längſt verſunken und
vergeſſen.
Anregend und intereſſant geſtaltete ſich eine Schriftſteller=Ver
ſammlung, der ich in Eiſenach beiwohnte. Hier lernte ich
Emil Rittershaus, Karl Frenzel, Helene
Pich=
ler und den vielgeleſenen Hermann Heiberg kennen
Frieda Schanz trug ihr preisgekröntes Rheinweinlied vor,
und ihr Gatte Ludwig Soyaux, der den „Salon” redigierte,
nahm meine dramatiſche Dichtung „Spinoza” an, um ſie in ſeiner
Zeitſchrift abzudrucken.
Auch die anmukige Gattin des Münchener Hofſchauſpielers
Häuſer, Karoline Häuſer, bewegte ſich unter den
Dich=
tern und Dichterinnen. Sie hatte ein oberbayeriſches Stuck
ge=
ſchrieben, das in München erfolgreich über die Bühne
gegan=
gen war.
Im darauffolgenden Jahre beſuchte ich die Schrifiſteller=
Ver=
ſammlung in Dresden. Die Dichterin Agnes Kayßer=
Langerhannß lud mich in ihr prachtvolles an der Elbe
ge=
legenes pompejaniſches Haus und las ihre Dichtung „Loki” vor.
Freundliche Beziehungen ſpannen ſich mit dem Schriftſteller und
Nationalökonomen Dr. Schramm=Macdonaid an. Seine
Frait war Vortragsmeiſterin der Königin. Seine Tochter Olga
eroberte mein Herz im Sturm. Ich habe ſeitdem nie wieder
eine Schriftſteller=Verſammlung beſucht und habe darüber
ſkep=
tiſcher denken gelernt.
Der zeitgemäße Haushalt
Dem Blattgemüſe beim Kochen die grüne
Farbe zu erhalten, bedarf es nur eines kleinen Zufatzes
von doppeltkohlenſaurem Natron, und zwar fügt man etwa /
Deelöffel voll bei, wenn Spinat, Grünkohl oder Roſenkohl u. ä.
m. dicht vor dem Aufkochen ſtehen. Das Gemüſe muß im offenen
Topfe kochen.
Panierte, gebackene Eier mit Mayonnaiſe.
Pro Perſon rechnet man 2 Eier, die 3 Minuten halbhart gekocht
werden, worauf man ſie geſchält halbiert, in Eiweiß und
gerie=
bener Semmel wendet, um ſie in Butter goldbraun zu braten.
Auf heißer Platte mit Peterfilie und Zitronenſcheiben garniert
angerichtet, reicht man eine pikante Mayonnaiſe dazu, die man
aus ³⁄₈ Litern Waſſer, 2 Eßlöffeln Appels Tafelöl, 1 Eigelb,
Eſſig oder aufgelöſte Zitronenſäure, nach Geſchmack Salz und
Pfeiſer und 1 Eßlöffel Mehl im Waſſerbad ſämig rührt.
Even=
tuell kann man einige Kapern darunter rühren. Man reicht dieſe
Eier mit Bratkartoffeln oder mit geröſteten Brot= oder
Semmel=
ſcheiben als Abendgericht.
L.
Vorzüglicher Serviettenkloß zu Backobſt
aller Art. Zu einem ausgekühlten Brei aus 150 Gr. grobem
Grieß gibt man 1½ Pfd. rohe geriebene Kartoffeln, die man durch
ein Tuch auspreßt, 1 Eßlöffel in wenig Milchverrührtes Appels
Hühnerei. 1 Teelöffel Salz, 1 Eßlöffel zerlaſſene Butter und
1 Obertaſſe geröſtete Semmelwürfel. Füllt den Teig loſe in eine
eingefettete Serviette, hängt ſie an einem Kochlöffel in einen
tie=
fen Topf mit leichtem Salzwaſſer und läßt den Kloß 1 Stunde
kochen.
I.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Nindslende mit Frühlingsſalat.
Montag: Sauerkrautauflauf.
Dienstag: Dampfnudeln mit Apfelmus.
Mittwoch: Lungenhaſchee in Kartoffelrand.
Sonnerstag: Leberſpatzen.
Freitag: Schellfiſch mit Meerrettichſoße.
„Samstag: Königsberger Klopſe mit Kapernſoße.”
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Wiſſenſchaftliche Begutachtung:
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Seite 22
Sonntag, den 21. März 1626
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Städtiſches Orcheſter
Leitung: Obermuſikmeiſſer Hauske
Für Nichttonzertbeſucher blelben die oberen
Räume frei.
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Samstag, den 27. März 1926,abbs.8 Uhr,
Klavierabend uisze
Lina Becker
Mitwirkung: WillyRenner(Frankfurt a. M.
Werke von Bach, Brahms, Saint-Saéns
Fbach=Konzertflügel von Heinrich Arnold,
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1— einſchl. Steuer bei Konzeit=Arnold,
Wilhelminenſtr. 9, Tel 2560, u. a. d. A bendlaſſe
Radfahrer=Verein „Fortung”
Sonntag, den 21. März 1926
Familienabend mit Janz
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in der Ludwigshalle
g 6 Uhr.
Der Borſtand.
Freitag, den 26. März, 8 Uhr, im
„Mozartſaal, Schulſtraße 8
Liederabend
der Geſangſchule von Mathilde Weber
Lehrerin der Ausbildungsklaſſen an
der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Klavierbegleitung: Kapellmeiſter
Berthold Sander
Eintrittskarten à 3 und 2 ℳ:
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und an der Abendkaſſe. (4274
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Potty Frank-Truppe, weltber.
Akkrobaten. — Mla Moselly,
Tanzkänstlerin. — Erich Evesty
mit s. Orig-Partner als Bauchredner.
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Ferner: Frankardl i. s. vielseitig.
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Hanni Reinwald — Fritz Kampers
Walter Slezak — Frleda Rlchard.
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werliert die Hosen
Lustspiel in 2 Akten mit BUSTER KEATON
Die neueste Wochenschau.
Lugendllche hiaben Zutritt!“
Landestheater
Sonntag, 21. März
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Tannhäuſer
Oper von R. Wagner
Inf. 6 Uhr. Ende 10 Uhr
preiſe: 1.50—15 Mk.
Hlein. Haus. W 431:
Vormittags 11½ Uhr
Erſter Vortrag
Fohannes Mäller;
„Nut und Sorge‟
Abends 7 Uhr
Ende gegen 10 Uhr
Zuſatzmiete III, 9
Sakuntala
Schauſpiel v. Kalidaſa
In der Bearbeitung
von P. Kornfeld
preiſe: 1—6 Mark
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Heinrich Arnold
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Degterzettel für Sonntag, 21. März.
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„Tannhäuſer”
Perſonen;
Hermann, Landgraf von
Thüringen . . . . . . Keinrich Hölzlin
Tannhäuſer . . . . . . . Gotthelf Piſior
Wolfram von Eſchinbach Imre Aldori
Walther vond. Vogelweide W. Schumacher
Biterolf . . . . . . . . . Heinrich Kuhn
Heinrich der Schreiber . Rudolf Strzeletz
Reimar von Bweter. Georg Mundt
Eliſabeth, Nichtedes
Land=
grafen . . . . . . . . Hedwia Werle
.. . . Gertrud Gercke
Venus.."
Ein junger Hirte . . . . Paula Kapper
. .S Müller=Wiſchin
Erſter
Z veiter Page des Annelies Roerig
Dritter. / Landgrafen. E. Stephanowa
Käthe Welzel
Vierter
Edelleute und Ebelfrauen. Pagen.
Aeltere und jüngere Pilger. Nymphen,
„Sakuntala”
Perſonen:
Sakuntala:
Beſſie Hoffart
Kanna, ihr Pflegevater KurtWeſtermann
Anaſuya lihreFreun= Jeſſie Vihrog
Pritzamwada) dingen Ruth Hoffmann
König Duſchmanta . . JoachimBüttner
Madhadwyha
.. . . Paul Maletzki
Durwaſas, ein jähzorniger
Heiliger ..."
Max Nemetz
Der Kämmerer .
Der Prieſter
Gautami . .
Ein Einſiedler.
Sarngarawa/,
Hans Schultze.
Saraduata /Brahmanen Friedrich Kinzler
Ein junger Brahmane. Karl Ausfelder
Ein Polizeibeamter . . Robert Bluhm
Ein Fiſcher .
Ein Bote ..
. HansWenzelberg
Misrakeſi, eine Nymphe. Ilſe Lahn
Matali
Hans Schalla
Hanſamati . . . . . . . Anna Herbel
Gefolge und Diener des Königs
Einſiedler und Einſiedlerinnen.
Nichard Jürgas
Hanz Baumeiſter
Margar Carſen
W. Mayenknecht
Hugo Keßler
Ma
Heute unwlderruflich letzter Tag
Aes
„Rosen aus dem Süden‟
mit HENNV PORTEN
HENNY PORTEN erreicht in diesem Film den
Höhepunkt köstlichen Humors.
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Im Beiprogramm:
Bubl als Rennfahrer Lustspiel in 2 Akten.
Harry, Brounle u. das Radlo Lnstspiel i. 2 Akt.
Neueste Wochenschau — — Modenschau
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr
HAMBURG-AMERIKALINIE
HAMBURG / ALSTERDAMM 28
und deren Vertreter an alen größeren Plätzen
Pfungstadt, Jakob Zimbrich, Eberstädterstr. 15
Darmstadt, Adolph Rady, Zimmerstr.
Michelstadt i. Od., Oito Reichhardt
484a
Bismarck Gedenkfeiet
am Dienstag, den 23. März, abends 8 Uhr, in der Turnhalle
am Woogsplatz”
Gedächtnisrede.
Reichstagsabgeordneter b. Kardorff.
Muſikvorträge:
der Beamtenkapelle ehemal. Militärmuſiker
Zu dieſer öffentlichen Gedenkfeier iſt die geſamte Bürgerſchaft
herzlich eingeladen.
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Zur Deckung der Ankoſten werden. Eintrittskarten ausgegeben zum Preiſe von
0.50 u. 1.— Mk. im Verlehrsbüro (am Schloß) u. in der Geſchäftsſtelle der
D. V.p. Für Mitglieder der Deutſchen Vollspartei zum ermäßigten Preife
von 0.30 Mk. und 0.30 Mk. in der Parteigeſchäftsſtelle (Rheinſtraße 22).
Deutſche Volkspartei Darmſtadt
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Lustsplelwoche!
Uraufführung für Süddeutschland!
Ab morgen der große Sittenfilm:
Das Spielzeug von Paris