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Februa=
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shauttſtadt
Wöchentliche ikluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 34
Mitttpoch, den 3. Februar 1926.
189. Jahrgang
27 mm brelie Zelle im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
FinanzAnnzigen 40 Reſchepſg, Relſamezeſſe ſ92 mm
breiſ9) 2 Reſchsmark. Anzeigen von auswärte 40 Reſchpfg.
FnanzAnzeſgen 60 Neſchepfg, 92mm breſie Nelſame
zeile 300 Reſchemark Alle Preiſe in Reſchsmant
4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Streil uſw erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
zuſtäge und Leſtung von Schadenefſat. Bel
Konkurs oder gerſchtiſcher Beltreſbung fällt ſeder
Nabatt weg. Bankionto: Deuſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbank.
ſinger
Von unſerer Berliner Redaktion.
Aus Kreiſen der Regierungsparteien wird uns geſchrieben:
Die vor wenigen Wochen eingeleiteten Verhandlungen zwiſchen
den Regierungsparteien über die Vermögensauseinanderſetzung
mit den ehemaligen Fürſtenhäuſern haben jetzt zu einer
vortäu=
figen Einigung geführt, die ihren Ausdruck in einem
Kompro=
mißantrag gefunden hat, der allerdings nicht als
end=
gültig und unabänderlich aufzufaſſen iſt, ſondern.
lediglich eine Unterlage für die Beratungen im Rechtsausſchuß
abgeben ſoll. Im Verlaufe der zahlreichen Beſprechungen ſtellte
ſich heraus, daß die Demokraten noch viel weiter gehen wollten,
während auf volksparteilicher Seite ſchon gegen dieſe Regelung
ſtarke Bedenken vorhanden waren. Trotzdem war auf allen
Seiten der feſte Wille vorhanden, möglichſt raſch die
Vermögens=
auseinanderſetzung in geregelte Bahnen zu bringen.
Infolge=
beſſen ſollen die Ausſchußberatungen möglichſt ſchnell ihrem
Ende entgegengeführt werden, ſodaß nach wenigen Wochen ſchon wurf eines Geſetzes über die vermögensrechtliche
Auseinander=
der Neichstag ſich mit der Angelegenheit wird beſchäftigen
können.
Heftig umſtritten war in erſter Linie die
Zuſam=
menſetzung des Sondergerichtes. Ein
volkspartei=
mit dem Sitz in Leipzig, wvollten ſich aber nicht darauf feſtlegen,
omdr. 3,0k demokratiſche Standkunkt iſt auch dementſprechend in dem
Kom=
promiß zum Ausdruck gekommen. Zentrum und Demokraten
waren vor allem Lagegen, daß eine Reihe bon
Reichsgerichts=
käten in das Gericht hineingenorimen werden ſollen. Von
volks=
parteiliher Seite wird aber bei der ſpäteren Behandlung dieſer
eine weſentliche Vereinfachung des ganzen Berfahrens verſpricht.
Auch über die Ernenuung der Mitglieder des Schiedsgerichtes
derrſchten ſtarke Meinungsverſchiedenheiten. Während zuerſt die den Parteien von ihm zu ſetzenden Friſt ein Vorſchlag nicht ge=
Regierung die Mitglieder erneunen ſollte, wurde ſpäter eine
Einigung dahingehend erzielt, daß der Reichspräſident die
Er=
bennung vollziehen ſolle.
Die Frage des Rechts und der Billigkeit bei
rfolgt iſt, dann kommt das Problem zur Erörterung, weiche lichen Litels oder insbeſondere in den Zeiten der abſoluten Mo=
Teile dieſer Vermögensmaſſe auf den Staat zu über= narchie auf Grund des Völker=, Staats= oder ſonſtigen öffentlichen
ragen ſind, da nach den modernen Nechtsbegriffen viel= Rechtes oder auf Grund von Gegenleiſtungen, die ſie nur kraft
wird es noch zu heftigen Käupfen kommen.
gelung ablehnten, vertraten ſie ſpäterhin jedoch den Standpunkt, gung erforderlich iſt.
daß die Rüchwirkung Anpendung finden müſſe. Ein anderer
ſollte. Dagegen wurde von volksparteilicher Seite entſchieden ſichtigen iſt, wie auch die Gewährleiſtung einer würdigen
Lebens=
nach ein beſtehender Schiedsvertrag, die An= verliehene oder zugeſicherte Gebrauchs= oder Nutzungsrechte follen
dern ſoll.
Kreiſen ganz verſchieden beurteilt. Es wird damit ge= zuseteilt wer en, die für die Aufwertung von hypothekariſh
ge=
werden. Die Einrichtung des Sondergerichtes iſt aber eine Ver= hypothekariſch nicht geſichert ſind.
Taſungsänderung, ſodaß eine Zweidrittelmehrheit im
Reichs=
tag erforderlich iſt. Die Freunde des Kompromiſſes rechnen nun oder Vergleich zugeſprochenen Kapitalien oder Renten bis zum
Danit, daß die Sozialdemokraten ſich dieſer Regelung nicht ab= Al
geneicgt zeigen und eine Reihe von Abgzordneten bei der ent= dürſuiſſe des bormals regierenden Hauſes der zu
Bohltätigleils=
ſcheidenden Abſtimnung aus dem Saal beordern werden. Auf oder Kulturzwecken verwendet werden ſollen. Die Verbringung
der andern Seite dagegen wird mit dieſer Möglichkeit nicht ge= gung des Landes zuläſſig.
rechnet, ſondern auf das
ſozialdemokratiſchkommu=
niſtiſche Enteignungsbündnis hingewieſeu, woduch,
wenn beide Parteien auch in Zukunft zuſammenhalten ſollten, oder teilweiſe einbehalten. Das Reichsſondengericht hat zunächſt
die Zweidrittelmnehrhsit nicht zuſtande komnnsnt wird. Neben einen gütlichen Ausgleich zu verſuchen. Iit übrigen beſtimmt
dieſen Arbeiten der Regierungsparteien läuft das Vollsbegehren ſein Verfahren nach eigenem Ermeſſen. Die für die ordentlichen
einher. Es iſt abzuwarten, ob die breite Maſſe des deutſchen Gerichte in bürgerlichen Rechtsſtreitigkeiten geltenden Vorſchriften
Volkes es nicht doch vorziehen wird, eine vermünftige Vermögens= ſollen entiprechend Anwendung finden.
auseinanderſetzung zu akzeptieren, anſtatt ſich auf kommmuniſttſche
Enteignungsprinzipien einzulaſſen, die für ſpätere Enteignungen
Tür und Tor öffnen und die Beſitzer, gleichgültig, ob es ſich um
ſchwerſte in Mitleidenſchaft ziehen können.
Sondergerichts für die
anderſetzung.
Berli, 2. Felhrugsr.
abfindung liegt jetzt im Wortlaut vor. Der Titel lautet „Ent= platz herzuſtellen, ſcheiterten.
gierenden Fürſtenhäuſern”.
licher Antrag, einen Zivilſenat, beim Reichszericht mit der Auseinanderfetzung zwiſchen den deutſchen Ländern und genötigt, ihre Maske als ſcheinbar unbeteiligte Zuſchauer fallen
Schiedsgerichtsbarkeit zu betrauen, verfiel der Ablehnung. Die den Mitgliedern der vormals regierenden. Fürſtenhäuſer ein, daß man in den letzten hier eingetroffenen japaniſchen Zetun=
Demokraten verlangten die Einrichtung eines Sondergerichtes Reichsſondergericht unter Vorſitz des Reichsgerichtsprä= gen aus der zweiten Hälfte des Dezember leſen kann, die
Ent=
daß dieſes Sondergericht zum Reichsgericht gehören ſolle. Der gericht entſcheidet in der Beſetzung von neun Mitgliedern. Den blicke, wo Tſchang Tſo Lin hoffnungslos dem Aufſtande ſeines
Vorſitz führt der Präſident des Reichsgerichts oder ein
Senats=
ſident ernennt den Stellb. Vorſitzenden und ſechs weitere Mit=
Gerichten oder Verwaltungsgerichten des Reiches oder der Län=
Augelegenheit aufs neue der Verſuch gemacht werden, eine An= der ſein. Zwei weitere Mitglieder werden auf Vorſchlag des gefährdet wären. Der algemeine Eindruck war, daß das
Kriegs=
jahl von Reichsgerichtsräten heranzuziehen, weil man ſich davon Landes und der anderen Partei vom Präſidenten des Reichs= die Initiative zu einem Vorgehen ergriffen hatte, das, wenn es
gerichtes berufen. Der Präſident des Reichsgerichts kann das
Mitglied nach freiem Ermeſſen berufen, wenn innerhalb einer
macht wird. Die neun Mitglieder ſind unabſetzbar.
gerichtes.
er Auseinanderſetzung mit den Fürſtenhäufern war ebenfalls Grund des Reichs, Land= und Gewohnheitsrechtes die Rechts= Moskau die Tricks durchſchaut habe, durch die die japaniſchen
Begeniſtand langwieriger Verhandlungen. Das Reichsſonder= und Eigentumsverhältniſſe feſt und nimmt die
Aus=
zericht wird nun zunächſt erſt einmal die Klärung der einanderſetzung nach Billigkeit auf Grund der Richtlinien des 8 5 Und es klang wie eine Drohung, wenn das ſowjetoffiziöſe Organ
Eigentumsverhältniſſe vornehmen müſſen. Für dieſe vor. Nach dieſen Nichtlinien ſoll berückſichtigt werden, ob die ein= die Möglichkeit an die Wand malte, daß ein zweiter „Kuo Sun
Feſtſtellung kann nur das Recht maßgebend ſein. Wenn das zelnen Vermögensſtücke ſeinerzeit auf Grund eines pribatrecht= Ling” über kurz oder lang das Werk des erſten vollenden und
ihrer Souveränität bewirken konnten, von den Fürſten erworben
ach Eigentum der Fürſten als Gigentum des Staates anzuſehen, worden ſind. Theater, Schlöſſer, Muſeen uſw. ſoll das Land auf ſchen Imperialismus, deſſen Propaganda in wenigen Jahren
ſt. Hier werden die Billigkeitserwägungen den Ausſchlag zu ſeinen Antrag in der Regel zum Eigentum erhalten. Ob und in weite Kreiſe in China zu einer äußerſt heftigen „
antimperigliſtie=
zeben haben. Es muß bei dieſem Paſſus darauf hingewieſen, wieweit dafür eine Entſchädigung zu gewähren iſt, richtet ſich nach ſchen Bewegung” zu elektrifizieren vermochte, nötigten, mit
ähn=
verden, daß er geeignet iſt, nicht unerhebliche Bedenken auszu= freiem Ermeſſen. Dabei ſoll berückſichtigt werden, ob dieſe Wente lichen Schritten in der Mandſchurei wenigſtens zu drohen, wie
öſen, und zwar dadurch, weil Gegenſtände, auf deren Beſitz ein bereits vor der Staatsumwälzung des Jahres 1918 der Oeffent= ſie Japan in der Südmandſchurei tatſächlich vollzog. Gewiß:
Land aus Gründen der Kultur oder Volksgeſundheit Wert legen lichkeit zugängig oder nutzbar gemacht waren, oder ob ſie im wenn zwei dasſelbe tun, ſo iſt es nicht dasſelbe, und ſelbſt die
muß, ohne Entſchädigung enteignet werden können. Auch hier ganzen oder teilweiſe veräußerlich ſind oder nicht, ob ein Nutzungs= engliſche Preſſe erkennt an, daß die Sowjetdiplomatie der
Provo=
wert vorhanden oder wie hoch er iſt und ob und welche Laſten kation Tſchang Tſo Lins nicht gut anders begegnen konnte, als
Eine reſtloſe Ginigung hat auch in der Frage mit der Erhaltung verbunden ſind. Für die Zuteilung von Land= es geſchehen iſt. Das äudert aber nichts daran, daß ſich auch
der Rückwirkung nicht erzielt werden können. Ein und Forſtbeſitz ſoll die Größe des Landes und ſeine ſtaatlichen Sowpjetrußland gezwungen geſehen hat, als bewaffnete Macht
Antrag verlangte, daß die bereits rehtskräftig erledigten Fälle Nowendigkeiten, wie Siedlungen, Stadterweiterungen uſmh, aus= gegenüber den iunerholitiſchen Vorgängen in Ching Farbe zu
ſchlaggebend in Betracht gezogen werden. Vermögensſtücke der bekennen und ſeine Abſicht zu verraten, gegebenenfalls gewaltſam
benfals in den Aufgabenkreis des Sondergelichtes fallen ſoll=, einen Partei ſind auf die andere zu übertragen, wenn dies zur Er= einzugreifen. Und darin, nicht in der friedlichen Beilegung des
ten. Während die Demokraten uriprünglich eine derartige Re= reichung eines billigen Ausgleiches oder einer billigen Entſchädi= Streites um die Oſtbahn, beruht die wahre Bedeutung des gan=
Die Richtlinien des § 5 ſehen weiter vor, daß bei der Be=
Antrag verlangte Neuaufrollung der erledigten meſſung der zuzuſprechenden Entſchädigung ſowohl die japaniſchen Imperialismus, ſondern einen eigenmächtigen und
Streitfälle, falls ein Land nachträglich Einſpruch erheben, wirtſchaftliche wie die finanzielle Lage beider Parteien zu berück= eigenwilligen konterrepolutionären chineſiſchen General, der
Stellung genonmen. Die Vertreter der D. By. verlangten, daß haltung für die Fürſten. Der wefentlich herabgedrückten Wirt= liebe in einen Krieg zu verwickeln ſuchte, um ſeine eigenen
ehr=
dann wenigſtens der Gegenſeite das gleiche Recſt eingeräumt ſchaftslage des deutſchen Volkes in der Nachkriegszeit ſoll eben= geizigen Pläne dadurch zu fördern. Zum Glück haben auch die
werden müſſe. Schließlich kam man auf einen Paſus ab, wo= fals Rechnung getragen werden. Von den Fürſten an Dritte maßgebenden Kreiſe in Tokio ihre Beſonnenheit nicht verloren.
rufung des Reichslondergerichtes nicht behin ſeigſeten Weiſe ſchergeſtill werden. Vei derAltfpertung Man, eß dert Kenlognt, wie ir Auickland, deiß Risz Eite uik
Die Ausſichten, der Annahme, dieſes Kom= pitglabfindungen wie für ueberlaſſung von Gebäuden und Grund= noch immer wachſenden Jutereſſengegenſätze in der Mandſchurei
dromiſſes durch den Reichstag werden in parlameutariſchen ſtücken an ein Land, dem die früher regierenden Fürſtenhäufer in die Haare geriete.
rechnet, daß ſich alle Varteien vom äußerſten rechten Flügel bis ſicherten Kaufgeldern maßgebenden geſetzlichen Beſtimmungen auch neuten einſten Zwiſchenfällen, ſo ſpricht ale Pahrſcheinlichteit
da=
zu den Demokraten letzten Endes auf dieſen Vorſchlag einigen dann Platz greifen, wenn die Anſprüche auf Kapitalabfindungen ſür, daß dem engliſchen Imperialismus zunächſt der Geduld=
eines ausgezahlten Kapitals ins Ausland iſt nur mit Genehmi=
Bei Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verpflichtung kann das
Land eine zu zahlende Rente oder ein zu zahlendes Kapital ganz
Von
Otto Corbach.
Seit Jahren beſteht zwiſchen den fremden Bankgruppen, die
Induſtrielle, Bankiers oder Grundbeſitzer, Landwirte, Handwer= in China rarbeiten”, ein Abkommen, wonach weder öffentliche
ker und Gewerbetreibende handelt, für die Zukunft auf das noch private Körperſchaften in dem Rieſenreiche durch Anleihen
unterſtützt werden ſollen, über die man ſich nicht gemeinſam
ver=
ſtändigte. Die verheerenden Bürgerkriege, die ſich im Reich der
Mitte mit immer kürzeren Unterbrechungen ablöſen, haben die
Ohnmacht dieſer Finanzkontrolle in grotesken Formen offenbart.
Jeder der jeweils gegeneinander kämpfenden Marſchälle konnte
ſeine Unternehmungen nur ausführen, wenn er über geheime
fremde Hilfsquellen verfügte. Und je reichlicher dieſe Subſidien
floſſen, deſto mehr wurden die um die Alleinherrſchaft ringenden
8 chineſiſchen Parteien zu Exponenten der Intereſſengegenſätze
fremder Mächte und deſto mehr erwies ſich das internationale
* Finanzkonſortium in Peking als eine bloße Fiktion. Das raſche
Anwachſen des ſowjetruſſiſchen Einfluſſes gab den „imperialiſti=
19
ſchen” Staaten einen neuen ſtarken Impuls, ihr Preſtige in
chineſiſchen Militärkreiſen durch Begünſtigung des
Waffen=
ſchmuggels zu vermehren, aber ihre Bemühungen, unter dem
Drucke der gemeinſamen „bolſchewiſtiſchen” Gefahr, wenigſtens
Der Koupromißantrag der Regierungsparteien zur Fürſten= eine kapitaliſtiſche Einheitsfront auf dem chineſiſchen Kriegsſchau=
Was für jeden, der hinter die Kuliſſen dieſer
Bürgerkriegs=
ſetzung zwiſchen den deutſchen Ländern und den vormals re= tragikomödie zu blicken vermochte, längſt vorauszuſehen war, hat
nun angefangen, ſich zu vollziehen. Nacheinander ſehen ſich die
8 1 beſtimmt, daß für die vermögensrechtliche fremden Mächte, die hinter den chineſiſchen Kriegsparteien ſtehen,
zu laſſen. Japan mußte den Anfang machen. Es iſt bezeichnend,
ſidenten mit dem Eitz in Leipzig gebildet wird. Dieſes Sonder= ſendung neuer Truppen nach der Mandſchurei in dem Augen=
Generals Puo Sun Ling zu erliegen ſchien, habe auf die
öffent=
präſident beim Reichsgericht als Stelltertreter. Der Reichsprä= liche Meinung in Japan ſelbſt wie eine „Senſation” gewirkt.
Hatte doch das Auswärtige Amt in Tokio bis zum letzten
Augen=
glieder. Die notwendigen Stellvertreter müſſen Mitglieder von blick immer wieder verſichert, davon könne keine Nede ſein,
ſo=
lange Leben und Eigentum japaniſcher Bürger nicht „tatſächlich”
miniſterium ohne Wiſſen und Billigung des Auswärtigen Amtes
ſich auch in mäßigen Grenzen hielt, doch in der Mandſchurei
plötzlich wieder die ſcharfen Krallen aus den Samtpfoten des
japaniſchen Imperialismus hervortreten ließ. Wie durch ein
Wunder konnte ſich der zu Boden geſtreckte Nieſe Tſchang Tſo Lin
8 2regelt die ausſchließliche Zuſtändigkeit dieſes Reichsſonder= wieder erheben und zum tödlichen Schlage gegen den „Rebellen”
ausholen.
In einem heftigen gegen Japan gerichteten Artikel brachte
Nach 8 4 des Entwurſes ſtellt das Reichsſondergericht auf die „Isweſtija” underhohlen zum Ausdruck, wie gut man in
ſtrategiſchen Maßnahmen ein ſolches „Wunder” möglich machten.
dadurch die japaniſche Einmiſchung doch noch durchkreuzen werde.
Inzwiſchen haben ſich in der Mandſchurei Dinge ereignet,
die ausgerechnet Sowjetrußland, den Todfeind des
kapitaliſti=
zen Zwiſchenfalles. Beſonders bemerkenswert iſt dabei die
ver=
änderte Tonart der Sowjetpreſſe gegenüber Japan. Auf einmal
ſieht ſie in Tſchang Tſo Lin nicht mehr ein bloßes Werkzeug des
Rußland und Japan trotz beiderſeitiger entſchiedener
Friedens=
von Anſprüchen hat das Aufwertungsgeſetz mit der Maß= die augelſächſiſchen Mächte Vorteil daraus ziehen würden, wenn
gabe Anwendung zu finden, daß für Anſprüche aus Ka= man ſich ſo bald über die tatſächlich vorhandenen ſtarken und
Kommt es in der Mandſchurei in abſehbarer Zeit zu keinen
faden reißen und dieſer Gewaltakte begehen wird, die die
java=
niſchen und ruſſiſchen Sündenfälle völlig in den Schatten ſtellen
Der 8 6 beſagt, daß die den Fürſtenhäufern durch Spruch müſſen. Oder kann man im Ernſt daran glauben, daß man in
London dauernd den Schlag verwinden würde, den die ſeit
Monaten andauernde Boykottbewegung Kautons und Sarataus
Hongkong, dem ſtärkſten Stützpunkt des britiſchen Handels im
Fernen Oſten, verſetzt hat?. Die Hongkonger Handelskammer
kennzeichnete ſchon vor Wochen den Ernſt der Lage durch den
Stoßſeufzer: „Kein Abſatz, kein Geſchäft in ſämtlichen Zweigen
des Handelsverkehrs. Baumwollene Stückgüter, Baumwollgarne,
Wolle, rohe Baumwolle, Metalle liegen ſtill. Die
Küſtenſchiff=
fahrt ruht oder arbeitet mit ſchweren Verluſten. Altberühmte
Handelshäufer können nur durch Stützungsaktionen der
Ban=
ken gehalten werden.” Bisher hat ſich die Londoner Regierung
gegenüber den dringenden Anforderungen der Hongkonger Preſſe
und Kaufmannſchaft, der „Bolſchewiſtenher,
ſchaft” in Kanto ge=
Geite 2
Mittwoch, den 3. Februar 1926
waltſam ein Ende zu bereiten, taub erwieſen. Die großen
Geld=
mittel, die die Hongkonger Kaufmannſchaft und das engliſche
Finanzkapital im Fernen Oſten überhaupt aufgewandt haben,
ui gegenrevolutionäre Bewegungen in der Provinz Kantung
und Putſchverſuche in Kanton ſelbſt zu unterſtützen, ſind im
wahren Sinne des Wortes umſonſt verpulvert worden. Und
alle Brandmarkung der maßgebenden Kuonmingtangführer in
Kanton als „Bolſchewiſten” hat nichts daran geändert, daß ihnen
nach wie vor von reichen Chineſen im Auslande, mit denen ſchon
Dr. Sun Yat Sen in beſtem Einvernehmen lebte, fortgeſetzt
große Geldmittel zufließen. Die Boylo4t gegen Hongkong
ent=
ſpricht einem allgemeinen nationalen Beſtreben Chinas, das
engliſche Handelsimperium von dem chineſiſchen
Wirtſchafts=
organisinus abzuſchnüren. Wenn man dieſem Treiben von
Lon=
don aus bisher untätig zugeſehen hat, ſo mag dabei die
Hoff=
nung auf kriegeriſche Verwicklungen in der Mandſchurei, die auf
alle Fälle die für die Zufuhr von Waffeu und Kriegsmaterial ſo
wichtige Seeverbindung zwiſchen Kanton und Wladiwoſtok
unter=
brechen würden, eine große Rolle geſpielt haben. Kein Mittel
fuggeſtiver Beeinfluſſung der öffentlichen Meinung ſowohl bei
den Chineſen wie bei den Japanern wird in nächſter Zeit auf
engliſcher Seite unverſucht bleiben, um immer neue Reibungen
zwiſchen China, Japan und Rußland zu verurſachen. Dieſer
Verhetzungsfeldzug wird vor allem auf ſowjetrufſiſcher Seite
nicht unerwidert bleiben. Eine fremde Macht wird ſich nach der
anderen politiſch zu demaskieren genötigt ſein, und die Gefahr
wächſt zuſehends, daß der Krieg der „Marſchälle” in China
ſchließlich in einen Krieg der vorläufig mit ihnen wie mit
Schachfiguren ſpielenden fremden Mächte um China umſchlägt.
Deutſch=franzöſiſche
Induſtrie=
gemeinſchaft?
Abneigung der Franzoſen.
* Paris, 2. Februar. (Prib.=Tel.)
Der frühere Kolonialminiſter und derzeitige Präſident der
franzöſiſchen Kolonialbank André Lebon beſpricht an leitender
Stelle in der „Information” die Bildung eines deutſch=
franzö=
ſiſchen Induſtriekarkells. Lebon verweiſt auf die deutſch=
franzö=
ſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen und warnt vor einer allzu
opti=
miſtiſchen Auffaſſung über die Vorteile, die ſich aus einer
Zu=
ſammenlegung der Induſtrien der beiden Länder ergeben
können. Die Hauptſchwierigkeiten liegen in der Verſchiedenheit
ges Aufbaues der beiden Induſtrien. In franzöſiſchen
in=
duſtriellen Kreiſen herrſche ein ſtarfer Hang zu indididuellen
Ab=
machungen, die eine Konzentration außerordentlich erſchwerten.
Die Deutſchen dagegen neigten infolge ihres ſtark entwickelten
Kollektivgefühls zu einer induſtriellen Konzentratzon. Die daraus
reſultierende Verſchiedenheit der Produktionsbedingugen habe
entſprechende Rückwirkungen auf die Herſtellungs= und
Transport=
preiſe zur Folge. Die Zuſammenlegung der deutſchen mit
fran=
zöſiſchen Wirtſchaftsverbänden würde daher wegen der
Ungleich=
heit der Arbeitsbedingungen der beiden Induſtrien auf erhebliche
Schrierigkeiten ſtoßen. Zu der von deutſcher Seite vertretenen
Anſicht, daß ein Zuſammenſchluß der Induſtrieverbände auf einer
Geldaufwertung beruhen müſſe, ſei zu ſagen, daß die franzöſiſche
Juduſtrie kei Intereſſe an einer Währungsoperation habe, die
unbedingt den Verluſt zahlreicher auswärtiger Märkte und
Ab=
jatzgebiete nach ſich ziehen müßte.
Die Gedankengänge Lebons gipfeln in der Fefiſtelluig, daß
der Zuſammenſchluß der Induſtrien der beiden Länder nicht zu
einer Erſchließung neuer Arbeitsmärkte für Frankreich führen
könne und daher nicht dem Intereſſe Frankreichs entſtreche.
Frankreichs Induſtrie ſei nach dem Kriege in jeder Hinſicht
leiſtungsfähiger geworden. Der innere Abſatz ſei aber ſchon
allein durch den Tod vieler Verbraucher durch den Krieg
zu=
ſammengeſchmolzen. Dazu komme, daß die finanzielle
Leiſtungs=
fähigkeit verſchiedener ausländiſcher Abnehmer, wie Rußland und
China, durch die Umſturzbewegung ſehr erſchüttert ſei. Selbſt der
franzöſiſche Staat könne nicht die Mittel aufbringen, um ſein
Eiſenbahnnetz zu vergrößern, das in den letzten vier Jahven den
Verkehr von ſechszehn Jahren bewältigen mußte. Wo ſollen, ſo
fragt Lebon, die neuen Abſatzmärkte gefunden werden, von denen
man auf deutſcher Seite ſoviel Aufhebens macht? Und ſelbſt
wenn ſie gefunden werden, iſt die franzöſiſche Eiſenbahn eimer
Zunahme der zu befördernden Tonnage nicht gewachſen. — (Der
Artikel iſt, wie in ſeiner Einführung geſagt wird, als eime
Ant=
wort an die Herren Deutſch und von Römer aufzufaſſen.)
Vom Tage
Nach den bisher getroffenen Dispoſitionen wird der Herr
Reichs=
präſident am 22. und 23. März Köln, Bonn und Krefeld beſuchen.
Zur Sitzung des Auswärtigen Ausſchuſſes ſind ſeitens der
Rechts=
parteien neue Auträge vorbereitet worden, die eine
Ver=
ſchiebung des Anmeldetermins für den Eintritt in den
Völkerbund bezwecken.
Wie der Jungdeutſche Orden mitteilt, iſt das
Hochver=
ratsverfahren gegen den Hochmeiſter Arthur Mahraun und den
Ordenskanzler Bornemann eingeſtellt worden.
Der franzöſiſche Botſchafter in London de
Fleu=
riau hatte am Sonntag nachmittag eine längere Unterredung
über die Vertagung der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz
und die Stärke der Beſatzungstruppen im Rheinland.
In einer Verſammlung der engliſchen Liberalen Partei iſt Lloyd
George mit 17 gegen 7 Stimmen zum Vorſitzenden
wieder=
gewählt worden.
Die engliſche Regierung im Sudan hat eine
Straf=
expedition gegen die aufſtändiſchen Stämme der Nuba
ent=
ſandt, die in der Sahara vor einiger Zeit einen englandfreundlichen
Führer eines ihrer Stämme und ſeinen Sohn ermordet haben.
Auch der Vertreter Schwedens beim Völkerbund hat ſich
nunmehr dem Antrag auf Vertagung der Sitzung der
vorbereiten=
den Abrüſtungskommiſſion angeſchloſſen.
Nachdem geſtern Briand in der Kammer nochmals zur
Um=
ſatzſteuer geſprochen hatte, wurde mit erhobenen Händen der
Ueber=
gang zur Einzelberatung beſchloſſen.
In Kreiſen der ſchweizeriſchen Handelsdelegation rechnet man für
Ende Mai mit dem Abſchluß eines deutſch=
ſchweizeri=
ſchen Handelsvertrags.
Nach dem „Popolo di Roma” wird Muſſolini Anfang März der
tripolitaniſchen Kolonie einen offiziellen Beſuch abſtatten.
General Pangalos, der Diltator Griechenlands, hat eine
Verordnung erlaſſen, durch welche 20 000 Staatsbeamte
entlaſſen werden.
Staatsſekretär Kellogg hat dem Völkerbundsſekretariat mitgeteilt,
daß Amerika keine Einwände gegen die Vertagung der
vorbereitenden Abrüſtungskonferenz erhebe.
Zwiſchen den Vereinigten Staaten und der Türkei
wurde ein Zollproviſorium abgeſchloſſen, das vorerſt für
ſechs Monate Geltung haben ſoll. Während dieſer Zeit werden die
amerikaniſchen Einfuhrprodukte von einem Zuſatzzoll befreit.
Die amerikaniſche Schuldenfundierungskommiſſion hat die
Vor=
ſchläge der ſüdſlawiſchen Delegation zur
Schuldenrege=
lung abgelehnt. Die Zuſammenkunft der Delegierten beider Länder
iſt daher verſchoben worden.
Die Sowjetregierung hat beſchloſſen, daß der ruſſiſche
Bot=
ſchafter in Peking ſich nach Mukden begeben ſoll, um die
Ver=
handlungen mit Tſchangtſolin aufzunehmen.
VG
Die Einladungen zur Weltwirtſchaftskonferenz.
Genf, 2. Februar.
Nachdem zwiſchen dem Generalſekretariat des Völkerbundes
und dem Verwaltungsrat des internationalen Arbeitsamtes
end=
lich eine Verſtändigung über die Perſönlichkeiten der
Arbeiter=
führer erzielt worden iſt, die zu der vorbereitenden
Wirtſchafts=
konferenz eingeladen werden ſollen, ſind die Einladungen vom
Generalſekretär des Völkerbundes jetzt abgegangen. Eingeladen
wurden der Sekretär der Amſterdamer Gewerkſchaftsinternationale
Quedegeſt, der Präſident der engliſchen Trade Union Pugh und
der deutſche Geiverkſchaftler Eggert. Die ſchwediſche Regierung
hat ſich heute dem Antrag auf Verſchiebung des Termins des
Zuſammentretens der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz
an=
geſchloſſen.
Das Urteil im Fememordprozeß.
Berlin, 2. Februar.
Heute abend verkündete der Vorſitzende nach faſt vierſtündiger
Beratung des Gerichtes folgendes Urteil:
1. Die Angeklagten Schirrmann, Stein und
Aſchen=
kampff wegen gemeinſchaftlichen Mordes zum Tode.
2. Den Angeklagten Benn wegen Anſtiftung zum Morde
zum Tode.
3. Den Angeklagten Schmidt wegen Beihilfe zu drei Jahren
Zuchthaus, worauf 14 Monate Unterſuchungshaft anzurechnen ſind.
4. Den Angeklagten Stetzelburg wegen Vergehens gegen
§ 139 Strafgeſetzbuch zu neun Monaten Gefängnis, auf die vier
Monate Unterſuchungshaft anzurechnen ſind.
5. Die Angeklagten Zeitler, Snethlage, Meder,
von Senden und Gutknecht werden freigeſprochen.
Die Koſten des Verfahrens, in den Fällen, wo Freiſprechung
er=
folgt, trägt die Staatskaſſe.
Johann Friedrich Struenſee.
Zur Aufführung von Hans Francks Tragödie „Kanzler und
König” am Donnerstag, den 4. Februar, im Großen Haus des
Hefſiſchen Landestheaters.
Johann Friedrich Struenſee, der 1737 in Halle geborene
deutſche Arzt und ſpätere däniſche Miniſter Graf von Struenſee,
iſt, ſeit die Geſchichte ſeines Erdenwandels den ſtoffhungrigen
Dramatikern bekannt wurde, wiederholt als Mittelpunkt von
Dramen verwendet worden, und heute noch geht kaum ein Jahr
vorüber, in dem nicht irgend ein Dichter die Dramatiſierung
ſeines bewegten Daſeins verſucht hätte. Von dieſen vielen
Ver=
ſuchen verblieb vorläufig lediglich ein Trauerſpiel „Struenſee‟
von Michgel Beer, dem um 1820 vielgegebenen Schiller=Epigonen,
und ungefähr 20 Jahre darauf Heinrich Laubes gleichnamige
Tragödie.
Struenſees Leben iſt in der Tat ein beiſpielloſer Ablauf. In
35 Lebensjahren drängten ſich die Stationen ſeines Daſeins vom
Studenten der Medizin in Halle zum Stadtphyfikus in Altona,
vom Leibarzt und Begleiter der jungen Königs Chriſtian VII.
von Dänemark zum Rektor und Konferenzrat des Königs und
der Königin Karoline Mathilde, bis zum unumſchränkten
Herr=
ſcher und Kanzler über Dänemark und ſeinen jähen Tod auf
dem Schaffot.
Struenſee war der hochſtehende, aber typiſche Repräſentant
der Aufklärungszeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts,
inſofern weit über die Spielereien der Philoſophen ſeiner Zeit
hinausragend, als er ihre Pläne und Philoſophien mit allen
Ritteln in die Tat umzuſetzen verſuchte. Während die meiſten
Dramatiker des 19. Jahrhunderts bei der ſentimentalen
Schil=
derung ſeines unbeſtrittenen Liebesverhältniſſes zur Königin
von Dänemark ſtehen blieben und den die damalige Zeit ſo ſehr
intereſſierenden Gegenſatz von Geiftes= und Geburtsadel
ab=
wandelten, hat Hans Franck in ſeinem Drama den Verſuch
gemacht, das Weſen der genialen Emporkömmlings und ſeine
Tragik zu verdeutlichen.
Der tragiſche Grundcharakter des Emporkömmlings iſt, daß
er, an die Kürze ſeines Daſens gebunden, der Entwicklung der
Dinge nicht Zeit laſſen kann. Struenſee iſt ein Beiſpiel dieſer
gehetzten Haſt des Daſeins, das mit einem Schlage das kahle
Gerüſt der Ideen mit lebendigem Leben bevölkern will und
deſſen einzige Schuld der Glaube an das Begehren der
Menſch=
heit nach verbeſſernder Veränderung iſt. Es iſt die tragiſche
Schuld des Weltverbeſſerers überhaupt, die Struenſees
faſzinie=
rende Perſönlichkeit umwittert. Auch er hat den Denkfehler aller
Empörer und Weltverbeſſerer gemacht, daß nämlich die
Men=
ſchen für Freiheit und das Schaffen glücklicherer
Lebensverhält=
niſſe dankbar ſind, Struenſee hat verſucht, mit einem Schlage
Jahrhunderte alte und durch die Gewohnheit den Menſchen
liebgewordene Einrichtungen zu ändern, in ſeinem Sinne zu
verbeſſern. Er hat mit einer Eile, die faſt tragikomiſch anmutet,
die Bauern befreien wollen, den Adel entrechten, einer ſo
feſt=
gewurzelten Inſtitution wie die Ehe ihrer Fundamente berauben
wollen, indem er die unehelichen in das gleiche Recht wie die
ehelichen Kinder einzuſetzen verſuchte. Seine Kabinettsbefehle,
die er ſogar ohne königliche Unterſchrift ausfertigen durfte, ſind
geradezu Muſterbeiſpiele jener doktrinären Denkungsart, die die
Sprungweite von der Idee zur Wirklichkeit zu kurz bemißt. Die
„Vernunft” von den Philoſophen ſeines Jahrhunderts als allein
maßgebende Göttin für die entthronten übrigen Götter
einge=
ſetzt, galt ihm als Richtſchnur. Ohne jede Einſicht, daß die
ſo=
genannten Imponderabilien ſchwerwiegender ſind als die beſten
Abſichten, diktierte er ſeine Dekrete, die insgeſamt vortrefflich
gemeint waren. Es iſt bezeichnend, daß er von allen denen,
denen er Freiheit bringen wollte, der Tyrannei bezichtigt wurde,
er, der doch verſucht hat, das Volk von jeglicher Art von
Tyran=
nei zu befreien. Sein Mnſter war Friedrich II. von Preußen,
nur leider nicht in jener Weltklugheit, die den großen König
ver=
hinderte, ſeinen Untertanen zuviel des Guten zuzumuten. So
ſtieß er mit ſeinen überſtürzten Reformen überall an. Die
Ord=
nung der Finanzen trug ihm den Haß aller Schmarotzer ein, die
Aufhebung der Frondienſte brachte den Adel um ſeine
Erwerbs=
quelle. Die Milderung der Strafgeſetze und Abſchaffung der
Folter ſchien an den geheiligten Grundſätzen der Juſtiz zu
rüt=
teln, die Auflockerung der Ehe verfeindete ihn vollends mit der
maßgebenden orthodoren Geiſtlichkei: Er, der allen nützen
wollte, hatte alle zum Feinde. Die Geſamtſtimmung des Landes,
deſſen Volk und Adel den Emporkömmlling haßte, brachte ihn
aufs Schaffot.
Es iſt ein Irrtum, zu glauben, daß die breiten Schichten
des Volkes denjenigen als Herrſcher lieben, der aus ihrer Mitte
emporgeſtiegen iſt. Das Volk, wie die Frauen, hegt tiefes
Miß=
trauen gegen alles, was aus ſeiner Tiefe kommt. Die
Minder=
wertigkeitsgefühle melden und äußern ſich im Haß gegen
den=
jenigen, der über die hinausgeſtiegen iſt, die ſich ſelber keine
Leiſtung zutrauen.
Willkommenen Anlaß, doch nur letzten Anlaß zu ſeinem
Sturz, boten ſeine Beziehungen zur Königin Karoline Mathilde.
Hier ſchien, und zwar nicht nur dem Adel, ſondern vor allem
dem Volke, der Gipfel der Anmaßung erklommen zu ſein. Eine
Verſchwörung, deren Ausführung ſtark an Theater=Kabalen
er=
innert, brachte ihn zu Fall. Man erzwang an einem Tage unter
Hinweis auf ſein Geſtändnis auch das Geſtändnis der Königin
und verurteilte ihn „eines großen todestvürdigen Verbrechens
wegen” zu grauſamer Hinrichtung. Am 28. April 1772 erfolgte
die Exekution. Erſt wurde ihm die rechte Hand, dann der Kopf
abgeſchlagen und ſein Leib noch zerſtückelt.
Nummer 34
Pefreiungsfeiern am uieverrhein.
Freude über den Abzug der Beſatzung.
Köln, 2. Februar,
Der Tag der Befreiungsfeier nahm in Bonn ſeien Abſchlug
mit einem Fackelzug der geſamten Bonner Studendenſchaft. Die
Studenten verſammelten ſich vor dem Schloß, wo Anſprachen
ge=
halten wurden, zogen dann durch die Stadt zur Univerſität, wo
der erſte Vorſitzende der Studentenſchaft der Univerſität ſowie
der Rektor Geheimrat Dyroff herzliche Worte fanden. Eine
un=
überſehbare Menſchenmenge hatte ſich auf dem Marktplatz
em=
gefunden, auf dem die Feier ihren Abſchluß fand. Dort wurden
die Fackeln zuſammengeworfen. Profeſſor Kaufmann hielt eme
kurze Anſprache, an die ſich ein Abſingen des
Deutſchland=
liedes ſchloß.
Auch in Siegburg wurde die Befretung von der franzöſiſchen
Beſatzung würdig begangen. Der etwa 400 Jahre alte
Schützen=
verein hatte die anderen Vereine zu einem gemeinſamen
Fgckel=
zug eingeladen, der ſich durch die Straßen der Stadt bewegte,
Am Niederrhein wurde der Befreiungstag in den einzelnen
Städten ein wahres Volksfeſt. Alle Städte wieſen reiche
Be=
flaggung auf, wobei beſonders das ſtarke Vorherrſchen der
ſchwarz=weiß=roten Fahnen in den von der belgiſchen Beſatzung
geräumten Gebieten auffiel. In jeder Stadt wurden
Befreiungs=
feſtlichkeiten mit Glockengeläute, Anſprachen, Fackelzug uſw.
ab=
gehalten, ſo in München=Gladbach, Mörs, Krefeld, Neuß uſw.
Auch im Bergiſchen Lande fanden geſtern überall
Befreiungs=
feiern ſtatt.
Dje Berlegung der Schutzpolizei ins befreite Gebiet.
Berlin, 2. Februar.
Nach dem Abzug der Beſatzungstruppen aus der Kölnet
Zone wird den preußiſchen Behörden mit der Durchführung der
für dieſen Zeitpunkt bereits vorbereiteten Maßnahmen
hinſicht=
lich der Aufſtellung von Schutzpolizeikräften im befreiten Gebiet
begonnen. Bekanntlich wird von dieſer Neuorganiſation auch
die Berliner Schutzpolizei betroffen, die 6½ Hundertſchaften an
das Gebiet des Niederrheins abgibt. Ihre Verteilung erfolgt
derart, daß Köln und Düſſeldorf je zwei Hundertſchaften,
Mün=
chen=Gladbach und Krefeld je eine erhalten. Daneben geben
auch andere preußiſche Gebietsteile Schutzpolizeiformatonen am
die befreite Kölner Zone ab. Endgegen einer Kölner Meldung,
die bereits für Freitag das Eintreffen der Berliner
Hundert=
ſihaften im Rheinland ankündigte, erfahren wir an hieſiger
zu=
ſtändiger Stelle, daß zu einem ſo frühen Termin die
Ueberſiede=
lung der Polizeikräfte nichſt möglich ſein wird. Vernmttlich dürſte
der Abmarſch der Berliner Hundertſchaften, die bereits endgültig
formiert ſind, im Laufe der nächſten Woche erfolgen. Sobald
die Berliner von dieſen 6½ Hundertſchaften geräumt ſind, wird
die Verlegung von 6 Hundertſchaften von Oſtpreußen nach
Ber=
lin erfolgen. Durch die Komandobehörde der Berliner
Schutz=
polizei werden beſondere organiſatoriſche und polizeitechniſche
Maßnahmen getroffen werden, um eine möglichſt ſchnelle
Aus=
bildung der oſtpreußiſchen Schutzpoliziſten im Polizeidienſte der
Großſtadt zu erzielen. Zu dieſem Zweck dürften innerhalb der
Berliner Schutzpolizei Umgruppierungen vorgenonmmen werden,
da ein geſchloſſener Einſatz der oſtpreußiſchen Bereitſchaft nicht in
Frage komt.
Die Ausgeftaltung des deutſchen Lustverkehrs.
Berlin, 2. Februar.
Im Laufe dieſer Woche hofft man in der neuen
Einheitsluſt=
verkehrsgeſellſchaft, der Deutſchen Lufthanſa, mit den
vorbereiten=
den Maßnahmen ſoweit fertig zu ſein, daß die Aufſtellung des
Streckennetzes für die am 1. April beginnende neue
Luftverkehrs=
ſaiſon in Angriff genommen werden kann. Zum erſten Male muß
dabei nun auch das befreite Gebiet am Niederrhein berückſichtigt
werden, das bisher nur durch eine engliſche Linie London—Köln
für den Luftverkehr erſchloſſen war. Sicher iſt auf jeden Fall die
Einrichtung einer deutſchen Luftverkehrsſtrecke Beulin—Köln,
nachdem bisher die an den Rhein führenden Linien in Eſſen
endeten oder von dort unter Umgehung des beſetzten Gebietes
nach Amſterdam weiterführten. Inwieweit es möglich ſein wird,
den Kölner Flughafen zu einer großen Anſchlußſtation für
Flug=
ſtrecken nach Brüſſel, Paris und London auszubauen, wird von
den Pariſer Luftfahrtverhandlungen abhängen. Ein für
Deutſch=
land befriedigendes Ergebnis dieſer Beſprechungen in Paris
dürfte dem Luftverkehr am Niederrhein zu einer beſonderen
Be=
deutung verhelfen.
Hans Franck hat die tragiſche Sendung Struenſees erfaßt,
in dem er das Verhältnis Struenſees zum Volke Dänemarks als
Grundlage ſeines Dramas benutzte. Er hat dieſem dumpfen, der
Segnungen widerſtrebendem Volke einen Repräſentanten
gege=
ben, den Matroſen Juel, dieſen einzigen, der unter den vielen
Widerſtrebenden ahnt, um was es geht. Es iſt das Drama vom
Volke, das ſeinen Meſſias kreuzigen läßt, aus dem Widerſtand
der liebgewordenen Gewohnheit heraus, nur weil er verane
dern wollte, was gut oder ſchlecht nun einmal beſtand und
darum allen heilig ſchien. Erſt, als Struenſee am Schaffot ſteht,
nicht mehr zu retten aus der Verſtrickung des Verhängniſſes,
ahnt die Maſſe, daß hier wieder einer in den Tod geſandt wird,
der gekommen war, ſie von ſich ſelber zu befreien. Als das Beil
fällt, bleibt nur eine Hoffnung, und ſie ſpricht Juel aus: „Laßl
Eure höchſte Sorge ſein hinfort, das Euren Kindern, Euren
Kindeskindern hellere Augen wachſen als Euch! Daß, kommt Er
J. G.
wieder in geläuterter Geſtalt, ſie Ihn erkennen.”
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Sollen wir im Ausland borgen ? Gemeinden
und induſtrielle Werke haben es getan, aber der Widerſpruch
der Gegner einer ſolchen Finanzpolitik iſt auch heute noch ſehl
ſtark. Insbeſondere hat die Reichsbank ſich gegen die Schuuldene
macherei der Länder und Städte gewendet und will nur wirälich
produktive Auslandsanleihen gelten laſſen. Hervorragende Fal”
leute behaupten, daß die Auslandskredite nur die Löcher ſtopl
ten, welche durch Steuern und die Unrentabilität der Betriebe
in das Wirtſchaftsleben geriſſen würden. Einer ſo ſcharfen
Vel=
urteilung gegenüber weiſt Dr. Georg Tiſchert in einem
ſachſun=
digen Aufſatz des Februarheftes von Velhagens u. Klaſing=
Monatsheften darauf hin, daß die Auslandsanleihen neue A.‟
beitsgelegenheit in Deutſchland geſchaffen hätten. Auch läßt ſich
beweiſen, daß die Anleihen bisher keine inflationiſtiſche Wirkung
gehabt haben, obwohl die Vermehrung des Notenumlaufs teit
weiſe von den Auslandsanleihen, nämlich von der Umwandlnns
der Auslandsanleihen in deutſche Noten, ſtammt. Eine gewiſſe
preisinflationiſtiſche Tendenz iſt den Auslandsanleihen Gble”
nicht abzuſprechen, denn ſie bringen eine Kredit= und Geldbe‟”
wehrung. Aber jede Erweiterung des Kredits winkt preise
ſteigernd. Das hat man ſchon vor dem Kriege geſehen. Giu
Gutes haben die Auslandsanleihen bisher gehabt; ſie haben z."
Ausgleichung der paſſiven Handelsbilanz, wo die Einfuhr un
einige Milliarden über die Ausfuhr hinausging, beigeträge”
Mit den Auslandsanleihen hat Deutſchland den Ueberſchuß
Einfuhr über die Au.fuhr beglichen. Auf die Dauer geht die
natürlich nicht. Deutſchland muß ſeinen Expoit ſteigern, AE
auch dazu verhelfen die Auskandsanleißen.
Mittwoch, den 3. Fedruar 1926
Seite 3
Die Thronrede.
London, 2. Februar.
In feierlicher Weiſe wurde heute das engliſche Parlament
Thronrede ſagt zunächſt über das Verhältnis zwiſchen
Frage der internationalen Regelung der Arbeits= Polens. Was das territoriale Statut Weſteuropas anbetreffe.
Einladungen abzuſenden, um in einer in London abzuhaltenden
Konferenz über die Möglichkeit einer internationalen Regelung
der Arbeitsſtunden zu verhandeln. Hinſichtlich der
Schwie=
alle Parteien zur Verſöhnlichkeit und Eintracht auf und ermahnt
ſie, Handlungen zu unterlaſſen, durch die ein Wiederaufſchwung Der Abſchluß des türkiſch=ruſſiſchen Vertrages ſei ein
überzeugen=
des Handels und die Wohlfahrt des Landes beeinträchtigt
wer=
den würde. Ferner kündigt die Thronrede die Einbringung einer
Vorlage an, auf Grund deren die eingeführten landwirtſchaft= Italien, gegen Frankreich, England oder irgend einen anderen
und ferner, um einen Unterſchied zwiſchen den Erzeugniſſen des
britiſchen Reiches und denen des Auslandes zu ermöglichen.
Um 3 Uhr nachmittags trat das Unterhaus zur Beratung
über eine Gegenadreſſe zuſammen. Nachdem der Antragſteller
ſeine Adreſſe begründet hatte, erklärte Clynes für die
Arbeiter=
partei, die Thronrede trage der ſozialen und wirtſchaftlichen Lage
des Landes keine Rechnung. Lloyd George wies daraufhin,
daß der Pakt von Locarno, auf den der König hingewieſen habe,
von keinerlei Nutzen ſei, wenn ſich Europa nicht an die Löſung
des Abrüſtungsproblems heranmache. Er kritiſierte die
Maß=
nahmen der konſervativen Regierung, vor allem hinſichtlich der
Unterſtützung des Kohlenbergbaus. — Baldwin erklärte, daß
der Zuſammentritt der Abrüſtungskonferenz bis März oder April
vertagt wurde. Dieſe Konferenz, zu der auch Rußland und
Deutſchland eingeladen ſeien, werde eine Tagung derjenigen
Na=
tionen ſein, deren Regierungen zur Durchführung der Abrüſtung heute vormittag im Paulinenhaus in Weſtend im Ater von
entſchloſſen ſeien. Die Regterung werde das Waſhingtoner
Ar=
beitszeitabkommen nicht ratifizieren bis ſie überzeugt ſei, daß
auch die anderen Induſtrieſtaaten zur Ratifizierung entſchloſſen
ſeien.
Die Regierungspartei tritt in der neuen Seſſion mit der
alten Stärke auf. Sie hat in den 14 Monaten nur eine
Erſatz=
wahl verloren, behält deshalb ihre Mehrheit von über 200
Stim=
men. Die Arbeiterpartei als offizielle Oppoſition wird von
Clynes geführt, da Macdonald erſt Ende der Woche von ſeiner
indiſchen Reiſe zurückkehren wind. Beſonderes Intereſſe wird der
liberalen Partei zugewandt, die bei einer Mitgliederzahl von
Richtungen geſpalten iſt, nämlich die unbedingten Anhänger Lloyd bereitet zu haben, wegen „Hochverrats, Vertrauensmißbrauchs
Georges, die radikale Gruppe, die für die Zuſammenarbeit mit
Konſervativen übergegangene. Sir Alfred Mond angehörte, der
mit dem Landreformplan Lloyd Georges nicht völlig
einver=
ſtanden iſt.
Cheiſilig=fozisler Parteijag in Wien. — Vundeskanzler
Tamer gegen eine Koglitien mit den Sozialdemofraten.
EP. Wien, 2. Februar.
Der chriſtlich=ſoziale Parteitag iſt heute zuſammengetreten.
Der Parteiobmann, Bundeskanzler a. D. Dr. Seipel, begrüßte
die verſchiedenen Delegierten, beſonders herzlich den zur Tagung
erſchienenen zweiten Vorſitzenden der Deutſchen Zentrumsparte:
Gerard, der ſeinerſeits denn Parteitag die Grüße des
Juſtiz=
miniſters Dr. Marx übeibrachte, Sodann erſtattete Bundes= Außenminiſterium und der Prager Sowjetvertretung verhandelt.
kanzler Dr. Namek das Neferat, über die politiſche Lage und
eine vorſichtige Reform des Mietrochtes.
* Hahnenkämpfe auf der Inſel Baki.
Von Dr. Philipp Krämer.
Am Freitag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, ſpricht
Plauderei.
Als ich, gerade eben von der Südſee und ihren herrlichen
Inſeln kommend, wieder im lieben Darmſtadt anlangte, ſagte
man mir, daß in der Ausſtellung auf der Mathildenhöhe ein
Bild eines Wiener Malers hänge, das einen Hahnenkampf auf
geſchloſſen worden. Aber ich lenkte meine Schritte hin und kam einige Filme zu einer Aufnahme. Beim Entwickeln ſtelle ich
Lerade noch recht, als das Bild in eine Kiſte verpackt wurde, um dann freudig feſt, daß wenigſtens eine gelungen iſt.
den Weg nach Holland anzutreten, wohin es verkauft war. Ich
haltes auf Bali öfter zu Gaſt war, und beim holländiſchen Kon=
Entzücken der Sonnentage auf Bali umfing mich wieder. Ich. Fluß ſpielten. Sie warfen ſie ſich gegenſeitig jauchzend zu.
hatte in dem Paſſangrahan zu Kintamani übernachtet, in
dem=
ſelben Feldbett, in dem auch Clemenceau ſchlief, als er, der Tiger,
ſach nicht verbieten, auch wenn es vorkäme, daß beim Wetten
einer zuerſt ſein Geld, dann ſeine Lieblingsfrau, dann noch eine
Anzahl Frauen, zuletzt vielleicht ſogar, wenn der Taumel über
Spiel, dem die Frau fernbleibt. Die Frauen ſitzen weiter ab glaublich! — und behauptet, daß der Film den Ruf ſeines Werkes
Nanege der kämpfenden Hähne. Sie habßen einen gefährlichen
D Sen Dbich am Sporn, werden aufeinanderlosgelaſſen und ſtechen
Die ruſſiſche Außenpolitik.
Vor Tiſch las mnan’s anders.
w. Paris, 2. Februar.
Botſchafter Rakowſki, der geſtern abend von Moskau
mit der Verleſung der Thronrede durch den König eröffnet. Die die Rückreiſe nach Paris angetreten hat, hat dem Moskauer Ver= ſekretärs Gaſparri, kommen, nicht zum Schweigen. Auch die
Großbritannien und der Türkei, daß man bemüht die bevorſtehenden ruſiſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsverhandlun= dinal Ceretti, wird von der italieniſchen Preſſe, weitergegeben.
ſei, in freundſchaftlicher Weiſe die Frage der Frakgrenzen zu gen auch Erklärungen allgemein=politiſcher Art gegeben. Er Wie wir hören, ſind alle derartigen Nachrichten völlig irrig.
beſprechen und zu regeln. Hinſichtlich der bevorſtehenden Ab= ſagte, er ſehe keinen Grund, der die polniſch=ſowjetiſti= Soweit die franzöſiſche Meldung in Frage kommt, iſt wohl der
ſche Annäherung, die bereits angebahnt ſei, hindern Wunſch der Vater des Gedankens, denn Frankreich, das den
rüſtungskonferenz wird bemerkt, die engliſche Regierung könnte. Dies ſei nicht vom Opportunismus diktiert, ſondern
ſei der Anſicht, daß nach Annahne des Paktes von Locarno ein, durch tiefliegende Gründe, nämlich erſtens durch die geographiſche würde den Pariſſer Nuntius, der aus ſeiner großen Sympathie
weſentlicher Schritt in der Richtung allgemeiner Abrüſtung Lage und die internationale Politik, und zweitens durch die
unternommen werden könne. Die Thronrede geht weiter auf die wirtſchaftliche und beſonders die induſtrielle Vergangenheit
zeit ein. Die engliſche Regierung, ſo heißt es, ſei dabei, an die ſo werde Rußlands Verhalten durch die Verträge diktiert, die es vatore Romano” gegen fasciſtiſche Preſſe — hat die Zahl ſeiner
Regierungen Belgiens, Frankreichs, Deutſchlands und Italiens unterzeichnet habe, und im übrigen beruhe es auf dem Grundſatz Gegner vergrößert, in und außerhalb des Vatikans. Aber gerade
des Selbſtbeſtimmungsrechtes der Völker.
Was Elſaß=Lothringen anbetreffe, ſo habe er
ent=
gegen einer in Form und Inhalt unrichtigen Meldung einer
Moskauer, Zeitung niemals den von Deutſchland
rigkeiten im Kohlenbergbau fordert die Thronrede 1871 begangenen Gewaltakt gebilligt (1). gegen
den die internationale Arbeiterſchaft, ſtets proteſtiert habe (!
des Dementi der Gerüchte eines italieniſch=ruſſiſchen Vertrages
gegen die Türkei oder über einen türkiſch=ruſſiſchen Vertrag gegen druck einer Kriſis zwiſchen Vatilan und Regierung ausgelegt
lichen Erzeugniſſe und Fabrikwaren eine Bezeichnung erhalten Staat. Was die Abrüſtungskonferenz anbetreffe, ſo ſtelle er ſich
ſollen, um ſie von den inländiſchen Erzeugniſſen zu unterſcheiden dieſe nur auf der Grundlage der völligen Gleichheit aller
betei=
ligten Länder vor. Die Tatſache, daß die Vereinigten Staaten
ebenfalls daran teilnehmen, könne zur Herſtellung dauernder
Beziehungen zwiſchen der Sowjetunion und den Vereinigten lichen Fundament zu erhalten, in erſter Linie die Verantwvor=
Stagten beitragen.
Tſchitſcherin wünſcht Bankette.
Tſchitſcherin hat die diplomatiſchen Vertreter der
Sowjet=
union im Auslande angewieſen, ſich an allen Banketten der
bür=
gerlichen Regierungen zu beteiligen und ſelbſt in den ruſſiſchen
Geſandtſchaften zahlreiche Bankette zu geben. Bankette ſollen
vor allem in Paris und Berlin, Prag und Warſchau veranſtaltet
werden.
Suchomlinos 7
Berlin, 2. Februar.
Der frühere ruſſiſche Kriegsminiſter Suchomlinow iſt
78 Jahren geſtorben. Mit dem Tode Wladimir
Alexandro=
witſch Suchomlinows wird die erſte Kriegs= und Vorkriegszeit
wieder lebendig. War er es doch, der als Kriegsminiſter bereits
zu Beginn des Jahres 1914 in einer Unterredung mit dem
Mit=
arbeiter der Petersburger Börſenzeitung die vollſtändige
Kriegs=
bereitſchaft Rußlands betonte. Er hatte ferner zuſammen mit
dem damaligen Generalſtabschef Januſchkowitſch die Abſicht des
Zaren vereitelt, die begonnene Mobilmachung auf die dringenden
Aufforderungen Kaiſer Wilhelms hin rückgängig zu machen. 1848
geboren, trat Suchomlinow als 2Sjähriger in den Militärdienſt,
zeichnete ſich im ruſſch=türkiſchen Kriege aus und unterdrückte im
Jahre 1905 die Revolution mit blutiger Hand. Im Juni 1915
wurde Suchomlinow vom Zaren als Kriegsminiſter
verabſchie=
weniger als 50 von 615 Mitgliedern des Unterhauſes in drei det und unter der Beſchuldigung, den Krieg nicht genügend vor=
und Betruges” zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. So
der Arbeiterpartei iſt und den rechten Flügel, dem der zu den ging Suchomlinow in die Petersburger Paulsfeſtung, bis ihm
das Chaos des Bolſchewiſtenumſturzes die Freiheit brachte. Er
reiſte ins Ausland und kam ſchließlich nach Berlin, wo er an
ſeinen „Erinnerungen” ſchrieb.
Vor der Anerkennung Rußlands durch die
Tſchechoſſowakei.
w. Prag, 2. Februar.
ſchen Nationaldemokraten gegen die de jurg=Anerkennung
Sowjetrußlands durch die ſofortige Herausgabe der
Sprachen=
verordnung überwunden werden. Ueber die Formalitäten der
Anerkennung Sowjetrußlands wird zwiſchen dem tſchechiſchen
In der deutſchen Oeffentlichkeit herrſcht über
ſprach gegen eine Koalition mit den Sozialdemokraten und für die Verquickung dieſer Anerkennung mit den gegen die Deutſchen und Handelslomern müſſen auch die Möglichkeit prüfen, für
gerichteten Sprachverordnungen Erregung.
lunden dauert. Die beiden Beſiter der Hähne inien nieder, des Aitels Liebesleben in der Naur..ene
ſtreicheln ihre Hähne, ermuntern ſie mit leiſem Wort und laſſen in der Natur”, außerdem zur Abſtandnahme von jeder
Verwen=
ſie dann durch ein Gongzeichen aufeinander los. Aber vorher
ſind die Silbermünzen auf dem Kampfplatz geflogen. Man
wettet auf den vermutlich gewinnenden Hahn. Es iſt wie an
im Kleinen Haus Dr. Krämer über ſeine Erlebniſſe auf der Spielbank in Monaco. Im nächſten Augenblick ſchon liegt
der Inſel Bali zu Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen, einer der Hähne tot am Boden, ein dünner Blutfaden läuft ihm 1500 Reichsmark zugeſprochen, nachdem das Landgericht nur 500
Wir geben ihm gern das Wort zu einer kleinen aus der Bruſt. Die Beine ſtehen ſteif nach hinten. Kein Laut,
kein Zuruf ertönt, nur am Schluß ein leiſes Gemurmel. Jede
Aeußerung der Leidenſchaft iſt dem Balier, der ein geborener iſt ohne Erfolg geblieben. Der Titel einer Druckſchrift iſt
Ariſtokrat iſt, fremd. Die braunen Augen funkeln unheimlich.
Und ein wenig fürchtet man ſich, wenn man eben erſt in Bali an= lich und dazu beſtimmt iſt, ſie von anderen Druckſchriften zu
gekommen iſt und das Volk noch nicht kennt. Die Beleuchtung unterſcheiden.
Bali darſtellte. Die Ausſtellung war gerade einige Tage vorher unter dem gewaltigen Strohdach iſt ſchlecht. Dennoch wage ich
Man kann ganz Bali bereiſen, immer wird man die
Män=
kannte den Maler ſchon aus anderen Werken, denn im fürſtlichen ner finden, die vor ihren Häuſern ſitzen und ſtundenlang ihre dieſer merkwürdigen Zuwendung beſchäftigt. Nachtſitzungen des
Palaſt von Gjanjar auf Bali, in dem ich während meines Aufent= Hähne ſtreicheln. Als ich bei Klunkung die Männer beim Baden Parlaments ſind nämlich in Frankreich keine Seltenheit, und
im Fluß aufſuchte, um ihre typiſch=malgiſchen Körper, dieſe zwar finden dieſe ſowohl im Palais Bourbon als auch bisweilen
trolleur in Klungkung hingen Arbeiten von ihm. Und mit dem ſchlanken, biegſamen Leiber auf dem Film feſtzuhalten, über= in Verſailles ſtatt. Die Beamten, die dann natürlich auch die
Bild ſtand auf einmal Bali wieder vor meinen Augen, das ganze raſchte ich ſie, wie ſie ihre Hähne wuſchen und mit ihnen im Nachtſtunden beſchäftigt ſind, haben nun eine Sondervergütung
von ſeinen Taten Ruhe ſuchend nach Bali geeilt war, um dort Natur”. „Das Liebesleben in der Natur” iſt ein ſchöner Titel. Palais Bourbon befinden ſich vier Gärtner, und unter den für
Vergeſſen und Schönheit zu genießen. Da teilte mir mein Die= Gar mauche Filmgeſellſchaſt hat darnach ſchon geliebäugelt. Doch die Parlamentsſitzungen in Verſailles Angeſtellten iſt ein
Gärt=
uer mit, in Singaradja ſei heute Hahnenkampf, wir ſollten hin= er gehört dem Schriftſteller Bölſche in Schreiberhau i. R., dem ner. Dieſe bezogen nun ganz ſelbſtverſtändlich die
Sonderver=
fahren. Er blinzelte mit den Augen. Er ſei zwar von der Re= Verfaſſer des mit dem genannten Titel bezeichneten bekannten gütung für Nachtſitzungen mit, obwohl ſie ja des Nachts infolge
gierung verboten, aber es geſchehe doch. So etwas laſſe ſich ein= Werkes. Und Wilhelm Bölſche ſchwärmt nicht für den Film. der Sitzungen nicht mehr zu tun haben. Dieſe Bezüge, die ſie in
Films ſtraften die ſo ſchön benamſten Filmgefellſchaften „Kultur= nun geſperrt werden.
film” und „Humboldtfilm” mit Verachtung. Sie fertigten ohne
ihn komme, ſeine Hand ſetze und ſie ſich gleich abhacken laſſe. Das Erlaubnis des rückſchrittlichen Bölſche einen Film und nann= klink hat, wie Londoner Blätter berichten, ein neues Drama
ſei Heldentum, und die Hölländer könnten es nicht unterdrücken, ten ihn „Liebesleben in der Natur” verfaßt „im Anſchluß” an „Marie Victoire” vollendet, das er für die engliſche Schauſpie=
Es ſeien ja nur wenige Weiße da, und die gingen ſelber gern „Bölſches Liebesleben”. Leider gibt es nun aber in Deutſchland lerin Nora Johnſton geſchrieben hat. Das Stück, das zuerſt in
hin. Und ſo kamen wir, auf geheimen Wegen durch die üppige Geſetze, die auch ſchriftſtelleriſche Arbeiten ſchützen — die Jilm= engliſcher Ueberſetzung geſpielt werden ſoll, behandelt eine Epi=
Pracht der tropiſchen Wälder, über Bambusbrücken und durch geſellſchaften im Filmrauſch des Liebeslebens hatten das ſcheinbar; ſode aus der Zeit der franzöſiſchen Rebolution, und die
Haupt=
reißende Bäche ſchreitend, am Kampfplatz an. Nur Männer ſind ganz vergefſen. Aber es ſtellte ſich heraus: Bölſche hatte tatſächlich ſzene hat eine Gefängniszelle zum Schauplatz, in der der Held
hier verſammelt. Der Hahnenkampf iſt ein rein maskulines Klage erhoben — von einem ideal geſinnten Schriftſteller kaum des Stückes ſein Leben für ſeine Nebenbuhler hingibt.
und verkaufen den Männern Siri, Reis Bananen und das ſüße berderbe, denn tatjächlich ſei der Film gar nicht nach ſeinem haben ſich die Zeit der Hochſaiſon ausgeſucht, um in den Streik
Zuckerrohr. Unter dem niedrigen Strohdach ſitzen im Halbkreis Werke gearbeitet. Und außerdem — das iſt denn doch der zu treten, und haben dadurch die Hotelbeſitzer natürlich in eine
die Knaben und Männer. „in der Mitte, wie im Zirkus, die Höhepunkt — verlangt der Mann noch Schadenerſatz für die ſehr ſchwierige Lage gebracht. Aber ihnen wurde tatkräftige
vier bis fünf Worten.
gung durch die Benutzung
v=
ſich mit dem Sporn tot. Das Ganze iſt ein außerordentlich auf= ten die Filmgeſellſchaften — die eine als Herſtellerin, die andere von Vichy übernahmen die Arbeiten in den Küchen, wo ſie mit
keibender, die Nerven kitzelnder Vorgang, der höchſten vier Se= als Vertreiberin des Films — zur Unterlaſſung der Verwendung den nicht ſtreikenden Unterköchen zuſammenwirken.
Der Papſtund die Fastiſſen.
Kein Rücktritt Gasparris.
Rom, 2. Februar. (Priwb.=Tel.)
Die Nachrichten über einen Rücktritt des Kardinal=
Staats=
treter der Havas=Agentur gegenüber außer Erklärungen über franzöſiſche Notiz einer Nachfolge des Nuntiats in Paris, Kar=
Vatikan immer für ſeine politiſchen Ziete einſpannen möchte,
für Frankreich nie ein Hehl gemacht hat, ſehr gern auf dem
überaus einflußreichen Poſten des Staatsſekretärs wiſſen.
Die von Kardinal Gaſparri, geleitete Polemik — „
Oſſer=
aus dieſem Grunde kann von einem Wechſel im Staatsſekretariat
nicht die Rede ſein, denn ſolange politiſche Poleniken dauern
und deren Rückwirlungen ſpürbar ſind, befolgt der Vatikan die
traditionelle kluge Politik, durch keinen nach außen hin ſichtbaren
Akt, eine beſtimnnte Stellutug einzunehmen. Das Fundament
für den Staatsſekretär bleibt allein das Vertrauen des Pabſtes,
und dies genießt der Kardinal Gaſparri nach wie vor. Da die
Polenik des „Oſſervatore Romano” durchauts nicht als der
Aus=
werden hann, ſo könnte eine unmittelbare Folge dieſer Polemik
viel eher das Fallenlaſſen des politiſchen Sekretärs der
fasciſti=
ſchen Partei Faringcci durch Muſſolini ſein, der durch den
un=
würdigen Ton in ſeinem Cremoneſer Blatt, „Regime Faseiſta”
und durch die völlige Unfähigkeit, die Polemik auf ihnem
ſach=
tung für die daraufhin auch ſehr ſcharfe Antzort des
Staats=
ſekretärs trägt. Muſſolini würde damit freiere Hand haben,
ſeine kinchenfreundliche Politik fortzuſetzen, ohne Gefahr zu
laufen, daß die wohlüberlegte Reſerve des Vatikans immer
wieder zu einer angeblichen Kriſis umgefärbt würde.
Franzöſiſcher Proteſi beim Patikan.
Eine Mitteilung aus Konſtantinopel beſagt, daß dem
fran=
zöſiſchen Vertreter „als Beſchützer der Katholiken im Orient” am
31. Januar gelegentlich der Feier des Schutzpatrons, von ganz
Konſtantinopel die üblichen apoſtoliſchen Ehrenbezeugungen nicht
erwieſen worden ſind. Es ſei nicht das erſtemal, daß dieſer
Vor=
gang beobachtet würde und man frage ſich, was Monſignore
Notta, den Delegierten des Heiligen Stuhls, hierzu veranlaßt
habe. Notta, der Italiener ſei, erkläre ſein Vorgehen damit, daß
er keinen Auftrag aus Rom bekommen habe. Es hat nun den
Anſchein, daß damit der Zwiſchenfall nicht erledigt iſt und daß
die franzöſiſche Negierung beim Heiligen Stuhl anfragen wird,
warum ſein. Delegierter in Konſtantinopel die üblichen
Ehren=
bezeugungen dem Vertreter Frankreichs vorenthalten hat.
Eine rätſelhafte Botſchaft Muſſolinis.
Einiger Blätter befaſſen ſich mit einer von der Zeitſchrift
„Gerarchia” veröffentlichten Botſchaft Muſſolinis, die mit den
rätſelhaften Worten ſchließt: „Man muß Vertrauen in die
fas=
ciſtiſche Revolution haben, die 1926 ihr napoleoniſches Jahr
er=
halten wird, Vertrauen in die italieniſche Regierung, die ihren
Platz in der Welt einzunehmen beginnt und imſtande iſt, dieſen
Platz zu erweitern, um ihn ſeiner vermehrten Macht anzupaſſen.
Wachſames und gerüſtetes Vertrauen, das iſt die Wegleitung
für 1926.”
Die italienfeindlichen Kundgebungen und ihr Echo.
EP. Mailand, 2. Februar.
Die Fortſetzung der italienfeindlichen Bewegung in
Deutſch=
land beginnt die deutſchen Handels= und Induſtriekreiſe in
Italien zu beunruhigen, da ſie italieniſche Gegenmaßnahmen
befünchten. So hat der Präſident der deutſchen Kolonie von
Genua dem Präfekten jener Staodt einen Brief geſandt, in dem
Wie die „Bohemia” meldet, ſoll der Widerſtand der tſchechi= er die Propaganda gewiſſer deutſcher Blätter, mißbilligt und
erklärt, die deutſche Kolonie bedauere und verurteile den
Feld=
zug gegen Italien energiſch und habe die Intervention der
zu=
ſtändigen Behörden angerufen. — Der römiſche Korreſpondent
der Serg ſchreibt, die italieniſche Regierung prüfe die gegen die
deutſche Boylottdrohung zu treffenden Maßnahmen und ſuche
neue Abſatzmärkte für den italieniſchen Export. Die
Induſtrie=
die deutſche Einfuhr Erſatz zu ſuchen.
dung des Namens Bölſche bei der Anpreiſung des Films, ſowie
jeder Behauptung, daß der Film im Anſchluß an das bekannte
Werk „Liebesleben in der Natur” hergeſtellt ſei. Als
Scha=
denerſatz wurden dem Kläger vom Kammergericht zu Berlin
Goldmark zuerkannt hatte. Die gegen dieſes Urteil von den
Filmgeſellſchaften beim Reichsgericht eingelegte Reviſion
die beſondere Bezeichnung der Schrift im Sinne dieſes Geſetzes,
Der Guropäer wird als fremder Eindringling empfunden, wenn die Bezeichnung freigewählt, neu und eigentüm=
C. K. Die Nachtarbeit der Parlamentsgärtner. Ganz Paris
lacht über die Extrabezahlung der Gärtner des Pariſer Palais
Bourbon und des Verſailler Schloſſes für eine „Nachtarbeit”, die
ſie nicht verrichten. Kürzlich hat ſich die Deputiertenkammer mit
für ſolche Nachtſitzungen gefordert, und es wurde ihnen auch
eine Extrabezahlung zugeſtanden, wenn die Sitzungen von 9 Uhr
* Unlauterer Wettbewerb mit dem „Liebesleben in der abends bis 1 Uhr morgens ſtattfinden. Unter den Beamten des
Dieſen „rückſchrittlichen” Standpunkt in der großen Aera des aller Harmloſigkeit recht gern eingeſtrichen haben, ſollen ihnen
C. K. Ein neues Drama von Maeterklinck. Maurice Maeter=
C.K. Der Streik der Köche. Die Küchenchefs von Nizza
Nothilfe zuteil durch die Hotelbeſitzer von Vichy, wvo die Saiſon
Die Berliner Gerichte verhandeiten, berieten und verurteil= noch nicht begonnen hat, 23 Mitglieder des Hotelverbandes
Seite 4
Die neuen Lehrpläne
Von Oberſtudiendirektor Altendorf.
III.
Unter den leitenden Gedanken, mit denen man an die Reform des
höheren Scztlſeſens herantrat, waren zwei, die ſich — eine Seltenheit
bei der ſonſt ſo großen Meinungsverſchiedenheit in den Fachkreiſen —
faſt allgemeiner Zuſtimmung erfreuten.
Zum erſten ſagte man, die Zahl der Einzelfächer, die an den
An=
ſtalten betrieben würden, ſei zu hoch, das führe zu einer verflachenden
Zerſplitterung, non multa, sed multum ſei insbeſondere bei der Arbeit
der höheren Schule zu beachten, die Reform müſſe deswegen hierin unter
allen Umſtänden eine Beſſerung durch eine Beſchränkung auf das
Weſent=
liche bringen. Die preußiſche Denkſchrift hat ſich die theoretiſche
Grund=
lage für dieſe Maßregel in der erwähnten Ablehnung des Zieles der
Allgemeinbildung und der Forderung der ſcharfen Ausprägung der
Sonderarten geſchaffen. Aber zu einer Verringerung der Fächerzahl iſt
die peußiſche Reform trotzdem nicht gekommen, im Gegenteil, in den
Oberklaſſen treten Philoſophie, Geographie und Biologie als neue
Fächer hinzu. Der heſſiſche Lehrplan geht in dieſer Hinſicht noch über
den preußiſchen hinaus, er bringt außerdem noch Staatsbürgerkunde als
neues Fach, abgeſehen von den unverbindlichen Fächern, die er neu
vor=
ſieht. Warum das? Offenbar in unbewußter Anerkennung des als „irrig”
bezeichneten Zieles der Allgemeinbildung.
Wir ſehen, ſo richtig und ſchön an ſich der Gedanke ſein mag:
Be=
ſchränkter Stoff und grüindliche Verarbeitung bildet die günſtigſte
Grund=
lage der Jugendbildung — die verwickelten Verhältniſſe der modernen
Kultur mit ihren immer vielſeitiger gewordenen Einzelgebieten
er=
fordern zwangsläufig eine Anpaſſung im Lehrplan der höheren Schulen.
Man ſoll, was notwendig iſt, nicht beklagen. Wir kommen um die
größere ſtoffliche Zerſplitterung nicht herum. Wir müſſen die damit
verbundenen Schäden zu verhüten oder auszugleichen ſuchen. Was in
dieſer Hinſicht in den preußiſchen und heſſiſchen Regierungsſchriften als
Mittel der Vereinfachung empfohlen wird, iſt nicht neu, aber deswegen
nicht minder Beachtenswert: überall Beſchränkung des Lehrſtoffes auf
das Notwendigſte, nicht Vollſtändigkeit kann als Aufgabe betrachtet
wer=
den, ſondern Ausleſe des für die Gegenwart beſonders Wichtigen, —
und eine wohlüberlegte Arbeitsteilung der Einzelfächer zum Zwecke
gegenſeitiger Unterſtützung, die „Konzentration” der Fächer zu einem
„organiſchen Geſamtunterricht” eine Aufgabe, die viel ſchwieriger, ja faſt
unerfüllbar erſcheint, weil ſie Lehrer erfordert, die nicht nur ihre eigenen
Fachgebiete beherrſchen — dies an ſich ſchon eine ſchwere Aufgabe —,
ſon=
dern auch einen tiefen Einblick in den Gehalt der übrigen Fächer beſitzen.
Dieſe an ſich mit Mißlichkeiten verbundene Notwendigkeit einer
weiteren Zerſplitterung des Lehrſtoffes hätte aber den Anlaß geben
ſollen, nur ſolche Fächer neu einzuführen, deren Einführung als
un=
beſtritten notwendig angeſehen werden mußte. Das kann man aber von
zweien der im heſſiſchen Lehrplan neu eingeführten Fächer nicht ſagen,
von Staatsbürgerkunde und Philoſophie. Das Wichtigſte aus dem
Lehr=
ſtoff der Staatsbürgerbunde iſt auch früher ſchon in Verbindung mit
anderen Unterrichtsfächern, insbeſondere mit der Geſchichte, an die
Schüler herangebracht worden. Und in ſolcher Verbindung konnte es
den Schülern lebendig gemacht werden. Aber die Darbietung des Stoffs
in eigenem Lehrfach und eigenen Lehrſtunden löſt dieſen Zuſammenhang
und verleitet zum Syſtematiſieren, was den Unterricht durr und trocken
macht und das Intereſſe eher erſchlägt als erweckt. So wird ganz gewiß
nicht das erreicht, was in dem heſſiſchen Lehrplan als die Hauptaufgabe
dieſes Unterrichts bezeichnet wird, „die Erweckung einer tiefbegründeten
Staatsgefinnung”. Aehnliches gilt für den philoſophiſchen Unterricht.
Auch auf dieſem Gebiete können Anregungen im Zuſammenhang mit den
übrigen Unterrichtsfächern von höchſtem erzieheriſchem Werte ſein, aber
auch hier birgt die Behandlung in einem eigenen Unterrichtsfach die
Gefahr der Syſtematiſierung, die in dieſem Fache noch verheerender
wirken muß als in der Staatsbürgerkunde. Eine Art Beſtätigung dieſer
Anſichten iſt im preußiſchen Lehrplan enthalten. Dort iſt die
Staats=
bürgerkunde kein eigenes Lehrfach und das Fach der Philoſophie heißt
Mlttwoch, den 3. Februar 1926
dort „philofophiſche Lektüre”, wodurch dieſem Unterricht ein erträglicher
Weg gewieſen iſt.
Zum zweiten war man ſich darin einderſtanden, daß die bisherige
Geſamtſtundenzahl des verbindlichen Unterrichts zu hoch ſei und daß
bei der kommenden Reform die Zahl 30 als Höchſtzahl des
Wochenunter=
richtes in einer Klaſſe keinesfalls überſchritten werden dürfe. Die
preußi=
ſche Reform hat mit der Durchführung dieſer Forderung einigermaßen
Ernſt gemacht. Aber wie ſieht es in dieſem Punkte bei der heſſiſchen aus?
Sie bringt keine Verringerung der bisherigen Stundenzahl, ſondern
vielmehr eine ganz beträchtliche Erhöhung! Dazu iſt außerdem ein
un=
verbindlicher Unterricht in einer vorher nicht vorhandenen Auswahl
vor=
geſehen. Die gliiklichen Schüler, die nun ihrem Bildungsdrang in
er=
höhtem Maße werden folgen können! Die unglücklichen infolge des
Ab=
baus ſchon überlaſteten Lehrer, die noch neue Laſten werden dazu
über=
nehuten müſſen, wenn nicht der Landtag ein Einſehen hat und eine ganze
Reihe neuer Stellen bewilligt oder — was wahrſcheinlicher iſt — nicht
ſo mancher neu vorgeſehene unverbindliche Unterricht nur auf dem
Papiere bleikt
Zum Schluß noch eins! Die preußiſchen amtlichen Schriften rufen
ſehr laut die pädagogiſchen Schlagworte mit, die zur Zeit, obwohl ſchon
halb oder dreiviertel verbraucht, noch im Schwange ſind und in der
Oeffentlichkeit einen gewiſſen Machtfaktor darſtellen. Die heſſiſchen
Lehr=
pläne tun es auch, wenn auch erfreulicherweiſe etwas gedämpfter. Die
Einheitsſchüutle darf natürlich nicht ſehlen, und der Gedanke der
Arbeits=
ſchule, in dem eine Oberflächenpädagogik wieder einmal — zum
wie=
vieltenmale? — das Wundermittel der einzig richtigen
Jugendbildungs=
methode gefunden zu haben glaubt, muß mitgepredigt werden. Aber es
iſt dielleich gut ſo. Je allgemeiner das Geſchrei wird, um ſo eher
ver=
liert man den Geſchmack daran.
(ine Statiſtik.
Wie viele Miniſter gibt es in Deutſchland?
Von unſerer Berliner Redaktion.
Wir haben im Reich wie in den einzelnen Ländern ſeit der
Revolution einen ſtarken Verbrauch an Regierungen gehabt und
obwohl der Miniſtertitel heute eigentlich nur eine
Amtsbezeich=
nung iſt, die mit der Amtsdauer verbunden iſt, behält doch jeder,
der einmal für kurze Zeit Miniſter war, dieſen Titel bei.
Aus=
gerechnet das demokratiſche „Acht=Uhr=Abendblatt” macht ſich das
etwas boshafte Vergnügen, einmal nachzurechnen, wie ſtark au
die einzelnen Parteien verteilt der Prozentſatz der Miniſterwürde
ausfällt. Da ergibt ſich denn, daß die Demokratiſche Partei mit
12 Miniſtern jeden Rekord ſchlägt. Auf den gegenwärtigen
Frak=
tionsbeſtand umgerechnet, würde jeder dritte demokratiſche
Parla=
mentarier ehemaliger Miniſter ſein. Nicht ganz ſo günſtig ſind
die Ausſichten beim Zentrum, das 12 Miniſter zählt, darunter
allein drei Kanzler. Immerhin kommt auf jeden fünften
Abge=
ordneten ein Miniſter. Bei den Sozialdemokraten dagegen erſt
auf jeden zehnten. Aehnlich iſt das Verhältnis bei der Deutſchen
Volkspartei. Die Deutſchnationalen, die bisher ja nur einmal
in der Reichsregierung vertreten waren, folgen in weitem
Ab=
ſtand. Wohlverſtanden gilt das nur für das Reich. Dazu kommt
noch die reſpektable Miniſterzahl in den Ländern. Preußen
ſtellt 12 ſozialdemokratiſche, 9 vom Zentrum, 7 demokratiſche und
5 volksparteiliche Miniſter. Dabei hat Preußen nur 7
Regierun=
gen gehabt, während Bayern mit 10 Regierungen den 12
Reichs=
regierungen ſehr nahe kommt. Insgeſamt gibt es ſeit 1918
79 Länderregierungen mit insgeſamt wohl rund 300 ehemaligen
Miniſtern. Der Verbrauch iſt ſo gewaltig, daß darin allein die
ſchärfſte Kritik des ganzen parlamentariſchen Syſtems enthalten
iſt, unter dem wir gegenwärtig leben.
Nummer 94
NN
Dei Sfteit um die deutſche Blone.
Ein neues Dokument: Warum die Flotte nicht zerſfört
werden ſollte. — Frankreich verzichtet nicht auf die
U=Pootwaſfe.
Paris, 2. Februar.
Wie Havas mitteilt, veröffentlicht in einem Teil der heutigen
Ausgabe des „Figaro” der amerikaniſche Schriftſteller Morton
Bullerton ein bisher unbekannt gebliebenes Schriftſtück vom
2. April 1919, das im War College in Waſhington aufbewahrt
wird. Es behandelt die Frage der Zerſtörung der
deut=
ſchen Flotte und die der U=Boot=Waffe. In dem
Schriftſtück heißt es, England habe in weitſichtiger Klugheit die
Zerſtörung der deutſchen Flotte unter Gründen verlangt, denen
ſich Wilſon wirklich nicht hat widerſetzen können. Dieſer
Vor=
ſchlag, der von Wilſon grundfätzlich angenommen wurde, ſei von
dem damaligen franzöſiſchen Marineminiſter Leygues entſchieden
abgelehnt worden. Gleichzeitig ſei England für die Beſeitigung
des U=Boot=Krieges und für die Einfügung eines Artikels in
das Völkerbundsſtatut eingetreten, der den Bau von U=Bovten
künftig verbietet. Eines Tages habe der franzöſiſche
Marine=
miniſter den Beſuch der Vertreter der Vereinigten Staaten,
Eng=
lands, Italiens und Japans erhalten, die ihm ihre Einigung
über dieſen Punkt mitteilten und ihn baten, er möge ſich dem
ebenfalls anſchließen. Das habe Leygues lebhaft, entſchloſſen
und kategoriſch zu der Erklärung veranlaßt, keinesfalls werde
Frankreich dem Plan der vier Mächte beitreten. Sollten ſie
dar=
auf beſtehen, ſo würde Frankreich niemals auf ſeine
Handlungsfreiheit verzichten, die Nachteile
ſeiner geographiſchen Lage durch den
ungehin=
derten Bau von ſo vielen U=Booten zu beheben,
wie es ſie für ſeine eigene Verteidigung für
nötig hält. Die vier Mächte hätte dieſe Haltung peinlich
be=
rührt, ſie hätten aber auf ihren Plan verzichten müfſen. Dann
habe der franzöſiſche Marineminiſter leicht die Initiative
er=
greifen können, und Frankreich habe hierauf auf einer Teilung
der deutſchen Flotte unter die Alliierten beſtanden und ſein
Ziel erreicht.
Primo de Rivera über das ſponiſche Heer.
Barcelona, 2. Februtar.
In einer Rede vor den Offizieven der Garniſon erklärte
Primo de Ribera, die Marokkoarmee, ſei heute unzweifelhaft
ihrer Aufgabe gewahſen, aber infolge des Marokkokrieges ſei die
nationale Armee zerſtückelt und bedürfe einer neuen
Organi=
ſation. Er riet den Offizieren, ſich wicht von Ruheſtörern
beein=
fluſſen zu laſſen, die verſuchten, das Heer gegen die Begierung
aufzuhetzen. Gegen die militäriſchen Jundas werde er, wenn ſie
ihre Tätigkeit wieder aufnehmen ſollten, mit äußerſter Strenge
vorgehen.
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Nummer 34
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 3. Februar.
*Herrngartenteich und Herrngartenberg.
Vor einigen Wochen hat an dieſer Stelle der Heſſiſche Bund für
Heimatſchutz ſich eingeſetzt für die Wiederherſtellung des Herrngartens
und des Herrngartenteiches. Er hat damit unzweifelhaft der Mehrzahl.
Her Bewohner unſerer Stadt aus der Seele geſprochen, denn es gibt auch
noch andere als materielle Intereſſen, und die Schmuckanlage iſt ſo eng
mit der Geſchichte Darmſtadts verknüpft, daß alles getan werden muß,
m ſie wieder in einen würdigen Zuſtand zu verſetzen. Da die
Staats=
verwaltung die Anlagen vernachläſſigte, die Stadt ſie aber mit der
Ver=
pflichtung übernommen hat, ſie wiederherzuſtellen und zu pflegen, ſo
beſteht jetzt eine berechtigte Hoffnung, daß der Herrngarten wieder
ord=
mungsmäßig unterhalten wird. Der Herrngarten ſpielt eine ſo
hervor=
ragende Rolle im Stadtbild, daß er deshalb eigentlich mehr als irgend
eine andere Anlage Darmſtadts gepflegt werden müßte.
Was den Darmſtädtern fetzt am meiſten am Herzen liegt, iſt die
Wie=
derherſtellung des Herrngartenteiches. Es werden durch ihn liebe
Kinder=
erinnerungen wachgerufen, als er noch mit Enten und Schwänen belebt
war, die von der Jugend gefüttert wurden. Die Wiederherſtellung des
Teiches iſt jedoch nicht ſo einfach, und die Löſung bietet mancherlei
Pro=
bleme. Zunächſt fragt man ſich, wo bleibt das Waſſer, das früher den
Heurngartenteich geſpeiſt hat? Dies geſchah durch eine Leitung vom
Woog her und durch die ſogen. Dreibrunnenleitung. Dieſe wird vom
Staat teilweiſe für den Marſtall verwendet, zum Teil aber auch von der
Stadt zur Speiſung des Löwenbrunnens auf dem Mathildenplatz. Die
Woogsleitung wird ſeit Errichtung der Hochſchulgebäude an der Schloß
gartenſtraße für Verſuche zur Papierherſtellung und für die
Gerberei=
ciemie in Anſpruch genommen. Der Staat hat alſo zum größten Teile
das Waſſer, das den Herrngartenteich füllte, jetzt mit Beſchlag belegt.
Das einfachſte Verfahren wäre nun, wenn man Leitungswaſſer nähme,
aber das iſt unmöglich, denn dieſes iſt in kaum ausreichender Weiſe als
Nutz= und Trinkwaſſer für die Bürgerſchaft vorhanden, ſodaß neue
Quel=
len erbohrt werden müſſen, und an eine derartige Verwendung nicht zu
denken iſt. Zur Zeit wird die Leitung von den Hochſchulgebänden aus
nach dem Herrngartenteich wiederhergeſtellt; die ſchadhaften kurzen
Ton=
rohre werden durch lange Eiſenrohre erſetzt, d. h. die ganze Leitung wird
erneuert. Es wird alſo demnächſt wieder ein Teil der früheren
Waſſer=
mengen dem Teich zugeleitet. Dieſer ſelbſt muß aber auch inſtand geſetzt
und ſeine Sohle gedichtet werden, denn ſonſt würde das zugeführte
Waſ=
ſer bald wieder verſickern. Eine ſolche Abdichtung wird erzielt durch
eine Letten= oder Lehmſchicht, ſowie, was hier wohl nicht in Frage
kommt, durch Dachpappe oder Aſphalt. Wie es heißt, würde bei einer
Verkleinerung des Herrngartenteichs das Waſſer der Dreibrunnenleitung
genügen, um dann allein den Teich ausreichend zu ſpeiſen. Auf jeden
Fall iſt nicht zu beſürchten, daß der Teich ganz verſchwindet, vielmehr
beſteht die Hoffnung, daß er wieder wie früher das Landſchaftsbild belebt.
Ueber das Schickſal des Herrngartenbergs iſt noch nichts bekannt
geworden. Die Vermutung, ſeine Erde könne in den Herngartenteich
geſchüttet werden, um ihn auszufüllen, hat keine Berechtigung mehr; aber
früher hieß es einmal, daß er abgetragen und die Erdmaſſen verwendet
werden ſollen, um den künftigen Ebertplatz einzuebnen. Es wäre höchſt
bedauerlich, wenn das geſchehe, denn der „Berg” gehört ebenfalls mit
zu dem alten, vertrauten Bilde des Herrngartens.
* Erngunt wurde am 28. Januar der Kanzleigehilfe bei dem
Forſt=
amt Beerfelden Otto Fink zu Beerfelden vom 1. Februar 1926 ab zum
Kanrzliſten
* Einherufung des Heſſiſchen Landtags. Präſident Adelung
hat das Plenum des Landtags für Mittwoch, den 10. Februar
d. J., nachmittags 3 Uhr, einberufen. Einziger Punkt der
Tages=
ordnung: Beratung der Anträge zum Wohnungsbauprogramm.
Heſſiſches Landestheater. Morgen Donnerstag beginnt der
allge=
meine Vorverkauf zu dem am Sonntag, 7. Februar, ſtattfindenden erſten
Wegener=Gaſtſpiel. Paul Wegener wird den Rittmeiſter in
Strind=
bergs Trauerſpiel „Der Vater” ſpielen. Die Preſſe ſchreibt über die
Darſteſlung des großen deutſchen Schauſpielers: „Wegener iſt als Vater
von keinem zeitgenöſſiſchen Darſteller zu überbieten”; „bis ins kleinſte
blieb die Darſtellung wahr und lebendig”
unbeſtritten der größte
deutſche Charafterſpieler.”
— Koſtümfeſt der Heſſenflieger. Im Hotel Traube wird bereits
offrig an der Deloration für das Koſtümfeſt gearbeitet. Die für dieſen
Zweck ſehr geeiggeten Räume werden nach den Ideen von Hartmuth
Pfeil ihr beſonderes Gepräge erhalten. — Der Eingang Luiſenſtraße
wird in ein Veſtibüil umgewandelt, in den Parterre=Räumen öffnet die
Hölle ihre Pforten; in grotesker Aufmachung zeigt ſich die Teufelsküche
mit anfchließender traulicher Seftbude und Likörſtube. — Die große
Treppe zu den oberen Räumlichkeiten wird zu einer Himmelstreppe
verwandelt und mit beſonderen Lichteffkten ausgeſtattet. Zur Beſteigung
dieſer Himmelsleiter und zum Durchſchreiten der Pforte des Himmels
erhält jeder Beſucher den Himmelsſchlüſfel in künſtleriſcher Aufmachung
ausgehändigt, der ihm gleichzeitig für den Abend als Ausweis dient.
„m großen Saal des erſten Stockes wird der Himmel in herrlichem
Lichterglanz erſtrahlen, um ſchon durch ſeine dekorative Aufmachung
Stimmung und Freuden zu ſpenden. Dem großen Saale anſchließend
werden weitere 5 Räumlichkeiten dekorativ hergerichtet, um in lauſchigen
Eachen zur Gaſtlichkeit einzuladen.
— Odenwadltlub, Ortsgruppe Darmſtadt. Sonntag, den 7. Februar,
findet die 12. Wanderung mit dem Endziel Brensbach ſtatt. Die
Wanderung beginnt in Ober=Ramſtadt und wird, nach den Mitteilungen
der Führer, ſehr genußreich werden und nicht anſtrengend ſein. Für
Verpflegung iſt geſorgt. (Näheres ſiehe Anzeige.
Verein für das Deutſchtum im Ausland. Der Bunte Ball
den die Frauenortsgruppe am 11. Februau in den Räumen der
Ver=
einigten Geſellſchaft veranſtaltet, übt, wie alle Veranſtaltungen des
Ver=
eins, eine ſtarke Anziehungskraft aus. Die Mitglieder haben inſofern
ein Vorrecht, als ſie zuerſt mit Karten bedacht werden und eine erhebliche
Preisermäßigung haben. Den Vorverkauf hat Konzert=Arnold
über=
nommen. Für den Bunten Ball ſind ernünſcht ſchöne Koſtüme,
Geſell=
ſchaftsanzug iſt zugelaſſen. Dirndlkleider ſind ebenſo ausgeſchloſſen wie
derbe Masken.
— Melomanen=Maskenball. Am kommenden Sonntag findet 6,11 Uhr
dends in der Woogsplatz=Turnhalle der große Melomanen=Maskenball
katt. An dieſem Abend werden große Ueberraſchungen gebracht werden,
ſuch werden verſchiedene Redner erſcheinen. Es lohnt ſich, daß man ſich
arten im Vorverkauf löſt, da der Andrang an der Kaſſe ſehr groß zu
werden verſpricht. Alles Nähere iſt aus dem heutigen Inſerat zu erſehen.
— Steuerabzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1925. Wir
beiſen auf die heutige Bekanntmachung der Finanzämter Darmſtadt=
Stadt Darmſtadt=Land und Langen hin, in der Näheres über die
Ein=
eichung von Belegen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn in dem
alenderjahr 1925 enthalten iſt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer machen
dir beſonders auf dieſe Aufforderung aufmerkſam.
RDV. „Kulturzüge” der Reichsbahn. — Reichsbahn und Theater. —
Die von den deutſchen Reichshahndirektionen unternommenen Sonntags=
Onderzuge, ſoweit ſie nach den Großſtädten geleitet werden, ermöglichen
en Teilnehmern der Sonderzüge, auch die Bildungsmöglichkeiten der
9roßſtadt auf ſich wirken zu laſſen. Der mit dem Sonderzuge An=
Dmmende lernt nicht nur das Stadtbild kennen, ſondern erhält zugleich
verkvolle Anvegungen in kultureller Hinſicht. Zum Beiſpiel hat die
eic sbalndirektion Kaſſel die Einrichtung der Sonntagsſonderzüge
Wonrch ausgeſtaltet, daß ſie die Teilnehmer vormittags durch die Muſeen
19 Sehenswürdigkeiten führen läßt und ihnen nachmittags eine Sonder=
Uſtellung des Kaſſeler Staatstheaters zeigt. Füir diefe Aufführung
teher die Reichsbahndirektion das ganze Theater; die Preiſe ermäßigen
ch dadurch für die Theaterkarten, die im voraus mit den Fahrkarten
Beheben werden, um 50 bis 60 Prozent. Auch für die Eintrittspreiſe in
e Muſeen werden Ermäßigungen erwirkt, ſo daß den Teiinehmern
* billiges Geld die Gelegenheit geboten iſt, ſich der Kulturgüter der
oßitadt zu erfreuen. Ein derartiger „Kulturzug” verkehrt z. B. am
* Vebruar von Marburg (Lahn), Seeſen und Höxter nach Kaſſel. Es
ücher ein, daß durch eine ſolche verbilligte Reiſemöglichkeit über Sonn
den Bewohnern der kleineren Städte ein außerordentlich wertvoller
Dienſt erwieſen wird.
LilD. Bevorſtehender Ablauf der Anmeldefriſt für die Aufwertung
Reichsanleihe. Die Friſt für die Anmeldung zum Umtauſch
eichsanleihen und der vom Reich üibernommenen Länderanleihen alten
Delbes und für die Anträge der Anleihealtbeſitzer auf Gewäyrung der
beſtzrechte läuft am 28, Februar ds. Js. ab. Die Anträge und An=
Stbungen ſind bei Banken, Sparkaſſen und Genoſſenſchaften einzurei=
L Line glatte Erledigung der Anmeldungen und Anträge iſt nur
Aich, wenn die Einreichung nicht auf die letzten Tage der Friſt
uger als 1000 R.=Mk. haben, erhalten eine Barabfindung. Eine
Nir Anträge auf Barabfindung läuft noch nicht. Die näheren
Deſcriſten über die Stellung der Anträge auf Barabfindung werden
ſt in einigen Wochen erlaſſen.
Ein Oenkmal für die Toien
des Großherzoglichen Artilleriekorps
1. Großherzoglich Heſſiſches Feldartillerie=Regiment Nr. 25 in Darmſtadt.
Der Offizier= und Regimentsverein ruft alle ehemaligen
Regiments=
angehorigen auf, den gefallenen Kameraden und dem lieben alten
Artil=
leriekorps ein würdiges Denkmal zu ſetzen.
Der zur Ausführung gelangende Entwurf ſtellt einen auf den
Trim=
mern ſeines zufammengeſchoſſenen Geſchützes ſtehenden Kanonier des
Regiments dar, der ſich mit der Handgranate in der Hand bis zum
letz=
ten Atemzuge verteidigt.
Das Denkmal ſoll alſo den ehrenvollen Kampf verſinnbildlichen, den
das ſtolze Regiment geführt hat, die ungebrochene Kraft und den Mur
zum Durchhalten. In dieſer Darſtellung liegt zugleich die ſchönſte
Toten=
ehrung unſerer getreuen Kameraden.
Dem Großherzoglichen Artilleriekorps
und ſeinen Toten
1460 — 1790 — 1920.
Es ſoll auf dem Sockel aus Odenwaldgranit ſtehen, auf dem auch
alle aus dem Regiment hervorgegangenen Formationen verewigt werden
ſollen.
Der ergreifend ſchöne Entwurf wurde geſchaffen von dem bekannten
Bildhauer Profeſſor R. Cauer=Darmſtadt; die Ausführung ſoll in Bronze
erfolgen.
Wenn die Mittel zuſammenkommen, ſoll das Denkmal bereits im
Sommer 1926 enthüllt werden.
Spenden werden erbeten an die Denkmalskaſſe des Feldartillerie=
Regiments 25, Poſtſcheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 20 444.
Wenn jeder alte 25er und die Kameraden der Reſerve=Formationen
ihr Scherflein beitragen, iſt nicht daran zu zweifeln, daß der Plan
aus=
geführt werden kann und daß den toten Kameraden des älteſten
Feld=
artillerie=Regiments der Armee ein unvergängliches Denkmal erſteht.
Bauſteine in Geſtalt von verſchiedenen Abbildungen des Entwurfs
zu 1.—, 2.—, 3.— und 5.— Mark ſind erhältlich beim Denkmalausſchuß
Darmſtadt, Hermannſtraße 41.
* Der Verband evgl.=kiechl. Frauenvereine in Heſſen veranſtaltet am
Donnerstag, den 4. Februar, nachmittags halb 4 Uhr pünktlich, im
„Rummelbräu” eine Frauenkonferenz. Der Direktor des
Lan=
desvereins für Innere Miſſion wird ſprechen über „Die religiöſen und
ſozialen Aufgaben in unſeren Vereinen”,
* Beſſunger Kirche. Die Bibelſtunde, die Herr Pfr. Pabſt
über den Philipperbrief hält, findet Mittwoch, abends 8 Uhr, im großen
Saale des Gemeindehauſes der Petrusgemeinde (Eichwieſenſtraße 8) ſtatt.
— Reichsverband der abgebauten Beamten und Lehrer. Man ſchreibt
uns: Im Fürſtenſaal fand eine außergewöhnlich gut beſuchte
Verſamm=
lung ſtatt, wozu Vertreter der Parteien ſowie der Vorſitzende des
Landeskartells heſſiſcher Beamten eingeladen waren. Nach Eröffnung der
Verſammlung begrüßte der Vorſitzende die erſchienenen Vertreter und
erteilte dem Referenten, Herrn Oberpoſtſekretär Wetzel, Frankfurt, das
Wort. Dieſer ſchilderte in kurzen Zügen den Abbau und teilte mit, daß
Klage und Feſtſtellungsklage beim Oberlandesgericht Stuttgart bzw. beim
Reichsgericht eingereicht ſeien. Die Einſpruchsfriſt iſt ſomit für die
Mit=
glieder des Reichsverbandes verlängert. Er ermahnte alle noch
Fern=
ſtehenden, unverzüglch dem Verbande beizutreten, da die Klage nur für
Verbandsmitglieder geführt werde. Nach weiteren, von großer
Sach=
kenntnis zeugenden Ausführungen, ſthloß Herr Wetzel ſeine Rede unter
allſeitigem Beifall der Anweſenden. Sodann erklärte der Vertreter der
Deutſchen Volkspartei, daß ſeine Partei vollſtändig mit den
Beſtrebun=
gen des Verbandes einig gehe. Nachdem Herr Rektor Dr. Claß,
Vor=
ſitzender des Landeskartells heſſ. Beamten, ſich über die Stimmung der
Verſammlung orientiert hatte, ergriff er das Wort und dankte für die
Einladung. Er beleuchtete in trefflicher, von tiefſtem Mitgefühl
zeugen=
der Rede, die brutale Behandlung, die Regierung und Parlament ihren
alten treuen Beamten habe angedeihen laſſen. Eine ſolche Behandlung
ſtehe einzig in der Welt da. Er befinde ſich in einer Verſammlung von
Arbeitswilligen, die nicht arbeiten dürfen. Das Schrecklichſte für ihn ſei,
daß auf die alten deutſchen Begriffe Treue und Glauben nichts mehr
ge=
geben werde. Er bot dem Verband die volle Hilfe des Landeskartells an,
ebenſo ſtellte er ihm die heſſiſche Bundeszeitſchrift zur Verfügung und
empfahl die juriſtiſche Beratungsſtelle des Deutſchen Beamtenbundes in
Berlin. Ganz beſonders ermahnte er die Abgebauten, ihren
Fach=
organiſationen treu zu bleiben. Die Verſammlung dankte dem Redner
durch reichen Beifall. Möge die Verſammlung für die noch
Fernſtehen=
den eine ernſte Mahnung ſein, ſich im eigenen Intereſſe unverzüglich
dem Verband anzuſchließen, damit es dieſem möglich gemacht wird, die
verletzten Rechte der Abgebauten in vollem Umfange wieder herzuſtellen,
denn nur Einigkeit und Geſchloſſenheit machen ſtark.
— Turngemeinde Brffungen 1865 e, V., Darmſtadt. Die
Hauptver=
ſammlung eröffnete der erſte Sprecher und begrüßte die zahlreich
Er=
ſchienenen. Echt deutſch waren ſeine Worte und tief gefühlt als deutſcher
Turner. Die Turner, beſonders die älteren, bedauern es aufrichtig, daß
der erſte Sprecher nächſtes Jahr aus ſeinem Amte ſcheiden will. Seine
Gründe ſind verſtändlich, wenn er daran denkt, einer füngeren Kraft
Platz zu machen. Seine trefflichen Ausführungen fanden ungeteilten
Beifall. — Auch der Toten wurde gedacht und ihr Andenken durch
Er=
heben von den Sitzen geehrt. — Die Berichterſtattung der einzelnen
Aus=
ſchüſſe gab einen Ueberblick über die vielſeitige Beſchäftigung in der
Turngemeinde. Der erſte Sprecher nahm Gelegenheit, Allen für die
geleiſtete Arbeit zu danken und verſäumte nicht, nochmals die aufopfernde
Tätigkeit einzelner Leiter hervorzuheben. — Die Singmannſchaft
er=
freute die Anweſenden mit dem herrlichen Chor „Wie ſoll ein deutſcher
Turner ſein” Hierauf folgte die Ehrung einer Anzahl Turner für
langjährige Mitgliedſchaft, ſo z. B. Jaeger Chr., Behrmann Gg., für
50 Jahre Mitgliedſchaft, Jakob Jaeger, H. Heußner, Frdr. Gerich, Karl
Malzi, Geoxg Wenz, Jakob Volz, Fr. Schleckmann, Auguſt Krug, Ernſt
Schulz, Heinrich Stier und Auguſt Herbſt für 25 Jahre Mitgliedſchaft.
Jeder erhielt ein Diplom. Ferner konnte eine ganze Reihe Turnexinnen
und Turner als Sieger bei den einzelnen Wettkämpfen mit Diplom
aus=
gezeichnet werden. Die Rechnungsablage, klar und deutlich in ihrer
Aufſtellung, gab ein anſehnliches Bild über die Verwendung der Mittel
der T.G.B. Der Rechnungsprüfungs=Ausſchuß konnte bei ſo
gewiſſen=
hafter Arbeit unſeres Rechners leichten Herzens Entlaſtung beantragen.
Der Voranſchlag für 1926 bewegt ſich im Zahlenverkehr wie derienige von
1825. Die Wahlen waren gut vorbereitet, denn die Vorſtandsmitglieder
bis auf drei, hatten ihre Mitarbeit wieder zugeſagt. Als zweiter
Spre=
cher iſt Turner Wilhelm Hering einſtimmig gewählt worden. Rechner
wurde Auguſt Heil. Er bürgt mit ſeiner reichen Erfahrung für
gewiſ=
ſenhafte Rechnungsführung. Gegenrechner wurde Heinrich Heußner. —
Nochmals ergriff der erſte Sprecher das Wort, und dankte dem
ſcheidenden Rechner. Turner Birkenſtock ſah ſich veranlaßt, dem Vorſtand
für ſeine mühevolle Arbeit zu danken, brachte ein dreifaches „Gut Heil”
aus und wünſchte weiter gedeihliches Zuſammenarbeiten.
— Im Orpheum bringt Guſtav Bertram von heute ab ſeinen vielen
Freunden eine Faſchingsüberraſchung mit den ausgelaſſenen Pariſiana=
Stücken „Beſuch im Bett” und „Lauf doch nicht immer nackt herum!“
die in jeder Hinſicht amüfanten und pikanten Zugſ=ücke des Berliner
Theaters und des Theaters frangais. — Außerdem werden unter
Mit=
wirkung des geſamten Perſonals mit den modernſten muſikaliſchen
Schla=
gern als auch mit Verſtärkung des Orcheſters durch Jazzband alle
Re=
giſter karnevaliſtiſchen Humors gezogen. Die Titel der neueſten
Vor=
tragsſchlager ſind aus der heutigen Anzeige erſichtlich. Den Beſuchern
des Orpheums dürften mit dieſen Veranſtaltungen überaus
abwechſlungs=
reiche und humorvolle Abende in Ausſicht ſtehen.
RDT Nachlöſen von Fahrkarten im Zuge. Wer im fahrenden Zuge
eine Fahrkarte nachlöſt, hat zu dem tarifmäßigen Preiſe einen
Zu=
ſchlag von 50 Pf., jedoch nicht mehr als den doppelten Preis der
Fahr=
karte, zu entrichten. Vorausſetzung iſt, daß der Fahrgaſt ſofort
unauf=
gefordert dem Schaffner meldet, er wolle über die Station, bis zu
der ſeine Fahrkarte gilt, hinausfahren, bzw. er wünſche eine höhere
Wagenklaſſe als diejenige, die ſeiner Fahrkarte entſpricht, bzw. er
geſehen werden, um etwa auftretende Härten auszugleichen; z. B. wenn
die Reiſenden mangels durchgehender Tariffätze eine Fahrkarte nicht
erhalten konnten; in ſolchen Fällen wird dem Reiſenden auf
Ver=
langen am Schalter ein roter Zettel ausgehändigt, der zur
Nach=
löfung ohne Zahlung eines Zuſchlages berechtigt.
Erkéitungen
merkt man zuerst an dem beginnenden Katarrhe. Sofortige
Nasen-
spülengen mit Chinosollösung. Gurgeln mit derselben oder Schnunfen
einer geringen Menge (1 Messerspitze) Chinosolpulver verhätet den
Katarrh im Entstehen. Wirkung sofort! Ein Röhrchen Chinoso,
enthaltend 60 Tabletten (Deziplättehen), für lange Zeit ansreichend.
Nk. 2.— in allen Apotheken und Drogerien.
I.Hbg. 1774
Chinosolfabrik Aktiengesellschaft,Hamburg
*Amtsgericht I.
1. Der Maurermeiſter Hch. Herbert, geboren zu Groß=Zimmern.
wohnhaft in Darmſtadt, iſt der Zuwiderhandlung gegen die
Preis=
treibereiverordnung beſchuldigt. Er ſoll im Oktober 1925 zu Darmſtadt
für eine Leiſtung zur Befriedigung des täglichen Bedarfs eine Vergütung
gefordert haben, die unter Berückſichtigung der geſamten Verhältniſfe
einen übermäßigen Gewinn enthielt, indem er für die Vornahme von
Ausbeſſerungsarbeiten am Hauſe der Witwe Müller, Stiftſtraße 39 hier,
eine Vergütung von 183 Mk. forderte, während eine Vergütung von
höchſtens 72,35 Mk. angemeſſen war. Das Gericht erkannte nach
Be=
weisaufnahme (Vernehmung von Sachverſtändigen) anſtelle einer an
ſich verwirkten Gefängnisſtrafe von 10 Tagen auf Geldſtrafen von 100
Mk. und 100 Mk. und Einziehung des Uebergewinns von 80 Mk.
2. G. H. aus Pirmaſens und N. von Saarbrücken, beide in Eberſtadt
wohnhaft, ſind des Eigentumsvergehens angeklagt. H. ſoll ein auf
Ab=
zahlung von einem hieſigen Fahrradhändler gekauftes Herrenfahrrad
ge=
meinſchaftlich mit einem dritten Sch. unterſchlagen haben, N. es erworben
haben (Hehlerei). N. betont, er habe nicht gewußt, daß das Rad
ge=
ſtohlen geweſen ſei. Der Gendarmeriewachtmeiſter von Eberſtadt betont,
daß der am 5. September 1925 gezahlte Preis von 70 Mk. für das Rad
wohl billig, aber angeſichts der Geldknappheit doch verſtändlich ſei. Der
Fahrradhändler beſtreitet, daß das Rad wieder an ihn infolge
Auf=
löſung beſtandenen Vertrages zurickgegangen ſei. Der Amtsanwalt
be=
antragt gegen beide Angeklagte Freiſprechung, auf die auch
erkannt wird.
3. Wegen Ueberkneipens iſt der Beſitzer des Windſorcafés H.
an=
geklagt; er ſoll in der Nacht vom 14./15. April 1925 noch nach
Feier=
abend bis 4 Uhr früh Gäſte im Lokal geduldet haben. Er wendet ein,
daß er ſein Perſonal, alte Stammgäſte und den Violiniſten des
Etabliſſe=
ments bereits vor Lokalſchluß zu einem Glaſe Wein zu ſich eingeladen
habe. Zwei Stammgäſte beſtätigen ſowohl die vor Feierabend erfolgte
Einladung wie die koſtenloſe Bewirtung. Natürlich erfolgt
Frei=
ſprechung.
4. Ein hieſiger Kaufmann ſoll entgegen der Marktordnung und vor
der erlaubten Zeit vor der eigentlichen Markteröffnung zum
Wieder=
verkauf 20 Häuptchen Endivienſalat gekauft haben. Er bezeichnet dieſe
Marktordnungsbeſtimmung als ein Ueberbleibſel aus der Kriegszeit, das
nur noch in Darmſtadt beibehalten werde. Den Salat habe er für ſeinen
Privathaushalt erworben. Der Amtsanwalt will die im Strafbefehl
angeſetzte Strafe von 15 Mk. auf 8 Mk. ermäßigen, die Entſcheidung
des Gerichts wird am 9. d3. Mts. verhüindet.
5. Ein Zuſammenſtoß eines Radfahrers mit einer Radfahrerin
bringt den Kaufmann H. vor Gericht. Der männliche Fahrer kam vom
Schloſſe her die Rheinſtraße herunter, er wollte ins Geſchäft in die
Eſchollbrückerſtraße, die jugendliche Fahrerin kam vom Juſtizpalaſt her
und wollte an der Merckſchen Apotheke über die Schienen fahren und
ſah auf dieſe. Der Angeklagte wirft ihr vor, ſie habe die Kurve zu kurz
genommen; er ſoll nach der Anklage freihändig gefahren ſein, die
Fahre=
rin fahrläſſig angefahren haben, ſo daß ſie zu Boden fiel und eine
Rippenquetſchung erlitt. Das Gericht ſpricht frei, weil es nach
der Beweisaufnahme die Urſache des Zuſammenſtoßes nicht für genügend
aufgeklärt hält.
6. Ein Altſtadtidyll bietet ſich in einer Anklage gegen zwei
Be=
wohner derſelben wegen Körperverletzung eines Händlers dar. Es hat
ſich im Oktober 1925 ſpät in der Nacht im Viertel „Inſel—Hinkelsgaſſe‟
abgeſpielt. Zeugen hörten nur, daß es klatſchte. Der Händler ſoll ſich
in der Wirtſchaft Zur Inſel” ungebührlich benommen haben. Das
ärzt=
liche Zeugnis von Dr. Wißmann ſtellt blutunterlaufene Stellen an den
Weichteilen der linken Wange feſt. Das Urteil diktiert dem
Ange=
klagten K. B. 25 Mk. Geldſtrafe und ſpricht den Mitangeklagten
G. frei.
7. Gelegentlich eines Menſchenauflaufs, der durch einen Betrunkenen
im Bezirk des 7. Reviers entſtand, den die Polizei forttransportierte,
ſoll ſich die ledige E. Sch. der Beleidigung der Polizei ſchuldig gemacht
haben. Ungefähr 200 Perſonen hatten ſich angeſammelt. Die Angeklagte
nannte die Polizei „Peiniger”, den anweſenden Schupobeamten „grüner
Hund”; es war nach der Zeugenausſage eine Flut von Schimpfworten,
die ſich über die Beamten ergoß. Ein Zeuge beſtätigt auch, daß ſie nach
den Beamten geſpckt habe. Das Urteil ſpricht 75 Mk. Geld=.
ſtrafe aus mit Publikationsbefugnis an die beleidigten Beamten.
— Leipziger Meſſe (27. Februar bis 4. März). Der Vorverkauf der
Fahrkarten für einfache Fahrt und Rückfahrkarten mit 14tägiger
Gültig=
keit zu ermäßigten. Preiſen hat begonnen. Neu eingeführt ſind
die Gutſcheine für Quartierkarten. Erhältlich und jede weitere Auskunft
im Lloyd=Reiſebureau, Rheinſtraße 17 (Fernſprecher 776). Geöffnet von
8 Uhr vorm. bis 7 Uhr nachmittags.
Kunſtnotizen.
dcher Warte, Künfder und fünfflertſche Derauſtaltungen, deren im Nachſiehenden d
geſthiebt. behält ſich die Redaktton ihr Arteil vor.
— Einehiſtoriſche Einſegnung inder
Dreifaltig=
keitskirche zu Berlin. Zu Oſtern des Jahres 1830 fand in der
Dreifaltigkeitskirche durch Schleiermacher die feierliche Einſegnung Otto
v. Bismarcks ſtatt. Dieſe hiſtoriſche Begebenheit, ſowie die weitere
Ent=
wicklung des ſpäteren Reichskanzlers ſind in dem epochalen
Monumental=
werk „Bismarck”, ein Film der Deutſchen, der Bismarck=Film G.m.b.H.,
ebenſo eindrucksvoll wie lebenswahr feſtgehalten. Der Film, der ſich
abſolut frei von jeder Tendenz hält und nicht das Werk einer einzelnen
Partei, ſondern das des ganzen deutſchen Volkes darſtellt, läuft ab
Frei=
tag, den 5. Februar, im hieſigen Union= Theater.
* Reſidenz=Theater: Ein Lebensroman aus dem Berliner
Milieu ſchildert uns „Das Fräulein vom Spittelmarkt”, der
Lebensroman einer Stenotypiſtin, ein Film in 7 Akten, den jede
Kontor=
angeſtellte, jedes Ladenmädchen, überhaupt jede berufstätige Frau ſehen
muß. Hanni Reinwald ſpielt die Titelrolle. Der Regiſſeur Gg.
Dam=
mann hat die gefällige Handlung in hübſche und feſſelnde Bilder gebracht,
die jeder Beſucher mit ſpannendem Intereſſe verfolgen wird. Als
zwei=
ten Schlager fehen wir die 6aktige tragiſche Komödie „Soſpielt das
Leben” mit Erna Morena in der Hauptrolle. Ein ganz
hervorragen=
der Film, den niemand verſäumen darf, zumal er nur einige Tage läuft.
In Vorbereitung befindet ſich die große Ausſtattungsfilmoperette „Das
Mädel von Pantecuculi‟. Dieſes Filmwerk wird für Darmſtadt ein
Ereignis werden, zumal erſte Berliner Operettenkräfte für die
erforder=
lichen Geſangseinlagen verpflichtet worden ſind.
— Palaſt=Lichtſpiele: „Ein Walzertraum” (8 Akte)
nach der gleichnamigen Operette von Osk. Straus und der Hans
Müller=
ſchen Novelle „Nux, der Prinzgemahl” Manuſkript von Robert
Lieb=
mann und Norbert Falk. „Leiſe, ganz leiſe klingts durch den Raum:
Liebliche Weiſen — Walzertraum”. Wer kennt nicht dieſe anheimelnden
Weiſen aus dem Walzertraum. Es waren beſſere Zeiten damals, als
dieſe Operette ihren Siegeszug über die ganze Welt antrat, jene
ent=
zückende Operette von O. Straus, deren weiche Walzermelodien ſich ins
Ohr ſchmeichelten, als hinge der Himmel wirklich voller Geigen. Wer
kennt nicht die Figuren des „Walzertraum” die unglücklich verliebte
Prinzeſſin, die feſche Kapellmeiſterin Franzi und den vor Heimweh
kran=
ken Prinzgemahl. Wer kennt nicht die alte Kaiſerſtadt an der Donau
in ihrer alten Herzlichkeit und ihrer verträumten Gemütlichkeit. Ihrem
luſtigen Treiben im Prater, ihrer ausgelaſſenen Fröhlichkeit beim
Heuri=
gen und die echte, urechte Wiener Stimmung. Seit langem hat man
nicht mehr im Kino eine ſo herzliche Freude erlebt, wie bei dieſem nach
dem alten lieben Wien geradezu noch friſch duftenden Luſtſpiel.
Man=
ſpürt auf Schritt und Tritt und in jeder Szene einen Hauch lieber
Er=
innerungen an ſchönere verfloſſene Tage des Wiener Waldes mit ſeinen
verliebten Geſchichten. Was dem Opus aber erſt die rechte Farbe gibt,
iſt die vortreffliche Darſtellung. Mady Chriſtians ſah man nie mit
ſol=
cher inneren Luſt am Spiel und mit ſo viel ſchalkhafter Drolerie. Willy
Fritſch, ihr Partner, iſt bald zu einem Filmhumoriſten der erſten Klaſſe
gediehen. Erfreulich, daß wir dem Ausland ſolche Vertreter des etwas
diskreteren und weniger amerikaniſchen Humors präſentieren können.
Auch Falkenſtein und Tiedtke helfen zu dem großen Erfolg, den dieſer
ausgezeichnete fröhliche Film überall davonträgt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als
e auf Anzeigen zu befrachten.
in keinem Falle
Beſprechung oder Kr
Auf den heute Mittwoch, den 3. Februar, abends 8 Uhr, im
denhöhſaale (Dieburger Straße 26) ſtattfindenden Vortrag des
logen Jean Benit über die weltberühmte Methode Coué‟
rmit nochmals hingewieſen. Karten bei Konzert=Arnold,
Wilhel=
traße 9 (Tel. 2560) und an der Abendkaſſe.
Engliſcher Vortrag. Heute Mittwoch, nachmittags 5 Uhr
ch, hält Herr Lewis in der Ludwigs=Oberrealſchule ſeinen dritten
g über „Bernard Shan
er Nat.=Soz. Deutſchen
Auf den Sprechaben
eiterpartei im Bürgerhof (Eliſabethenſtr. 2), 8.15 Uhr abends,
der Vortrag über „Der Siegeszug des Finanzkapitals mit Hilfe
zialdemokratie” gehalten wird, ſei nochmals hingewieſen.
Aus den Parteien.
chen Volkspartei. Am
igendgruppe der
Mittwoch (heute), 3. Februar, abends 8 Uhr, findet bei Sitte (Kaulſtraße
Nr. 15) die nächſte Zuſammenkunft der Jugendgruppe ſtatt. Es iſt dies
ein luſtiger Abend, zu dem auch Gäſte eingeführt werden können. Die
Mädels der Gruppe werden gebeten. Gebäck mitzubringen.
Seite 6
Mitiwoch, den 3. Februar 1926
Aus Heſſen.
*Kreistag des Kreiſes Bensheim.
Der neugewählte Kreistag hielt am 29. Januar 1926 unter Vorſitz
des Herrn Kreisdirektors Neinhart im Gartenſaal des Bahnhofshotels
ſeine 1. Sitzung ab. N Kreistagsmitglieder waren erſchienen, 3 Herren
fehlten krankheitshalber als entſchuldigt.
Nach Einführung und Verpflichtung der Kreistagsmitglieder fand
die Wahl der Mitglieder und Stellvertreter des Kreisausſchſſes ſtatt.
Es wurden gewählt von der ſozialdemokratiſchen Partei als Mitglieder
die Herren Beigeordneter Ofenloch in Bürſtadt und Geſchäftsführer
Roß=Bensheim, von der Zentrumspartei die Herren, Bürgermeiſter
Dr. Angermeier=Bensheim und Landwirt Chriſtian Metzner I.
Lampert=
heim, von der Deutſchen Volkspartei Herr Martin Jakob Kärcher II.,
Landwirt in Lamperrheim vom Bauernbund Herr Landtagsabgeordneter
Glaſer=Nordheim. Als Stellvertreter wurden gewählt von der
ſozial=
demokratiſchen Partei Herr Bürgermeiſter Keller, Lampertheim und
Herr Kammſchleifer Bernhardt Bensheim, von der Zentrumspartei
die Herren Landwirt Philipp Franz Holzner, Bensheim und Direktor
Joſef Klimm Lorſch, von der Deutſchen Volkspartei Herr
Regierungs=
baurat Keſſel, Bensheim und vom Bauernbund Herr Bürgermeiſter
Olf. Groß=Nohrheim.
Kreisdirektor Reinhart begrüßte in der darauf folgenden
Verſamm=
lung des Kreistags die erſchienenen Mitglieder. Es wurde hierauf in
die Erledigung der Tagesordnung eingetreten. Obwohl die Tagesordnung
nur einige Punkte enthielt, entſpann ſich bei den einzelnen
Gegenſtän=
den eine ſehr rege Debatte, durch die die Verhandlungen bis in die
Abendſtunden hinausgezogen wurden.
Die ſozialdemokratiſche und die kommmiſtiſche Kreistagsfraktion
haben eine Arbeitsgemeinſchaft unter der Bewagungsfreiheit, hrer
ge=
trennten Entſchließung gebildet und brachten ihren gefaßten Entſchluß
zur Kenntnis des Kreistags.
Das auf der Tagesordnung ſtehende Projekt der Ferngasverſorgung
nahm die meiſte Zeit der Verſammlung in Anſpruch. Alle Parteien
De Danfchen Eenin eed en en e Sit
Kreistags, Kreisdirektor Reinhart, und je einem Mitglied der
vertre=
tenen Parteien, die dann den Vorvertrag einer genauen Pwfung
unter=
zogen und einige Abänderungen an dem Inhalt desſelben vornahmen.
Bei den weiteren Verhandlungen ſtimmte dann der Kreistag einſtimmig
dem durch die Kommiſſion neu aufgeſtellten Vorvertrag zu und begrüßte
den Zuſammenſchluß der kommunglen Verbände zur Einführung einer
Ferngasverſorgung auf öffentlich rechtlicher Grundlage. Ueber den
zweiten Punkt der Tagesordnung —
Kreisſtraßenunterhaltungsvoran=
ſchlag — wurde ebenfalls recht lebhaft diskutiert. Die Kreisverwaltung
nahm die vielen Wünſche bezüglich Straßenherſtellung entgegen und
ver=
ſprach, überall da, wo es die Mittel ermöglichten, Abhilfe zu ſchaffen.
Daß nicht alle Wünſche in einem Jahre berückſichtigt werden können,
das ſah der Kreistag ſelbſt ein. Der durch den oberen Baubeamten
erläuterte Voranſchlag wurde darauf einſtimmig angenommen, ebenſo
der Voranſchlag über Ausführung verſchiedener Kleinpflaſterarbeiten,
und endlich bewilligte auch der Kreistan die Mittel für die
Erweiterungs=
arbeiten an der Winkelbachbrücke in Bensheim. Der Kreistag beſchloß
weiter, in Zukuſt vor Aufſtellung des
Kreisſtraßenunterhaltungsvor=
anſchlags durch den Kreisausſchuß eine Beſichtigung der Kreisſtraßen
vorzunehmen, um diejenigen Strecken herauszugreifen, die einer
beſon=
deren Unterhaltung bedürfen und in erſter Linie in den
Unterhaltungs=
voranſchlag aufzunehmen wären.
Die vorgenommene Wahl der Körkommiſſionsmitglieder der
Be=
zirke Bensheim und Lindenfels fand durch die Wiederwahl der ſeitherigen
Herren ohne Debatte ihre Erledigung. Es ſind hiernach gewählt, im
Körkommiſſionsbezirk Bensheim die Herren Altbürgermeiſter Glaſer,
Nordheim und Landwirt Franz Holzner, Bensheim als Mitglieder und
die Herren Landwirt Valentin Sieger, Gronau und Jakob Martin
Kärcher II., Lampertheim, als Erſatzmänner. Im Körkommiſſionsbezirk
Lindenfels, als Mitglieder die Herren Altbürgermeiſter Wolf in
Kolm=
bach und Bürgermeiſter Weidmann in Winterkaſten und als
Erſatzmit=
glieder die Herren Philipp Krichbaum, Laudenau ud Joh. Peter
Schneider III., Schlierbach.
Ein Antrag des Bauernbudes auf Herabſetzung der Tagegelder
der Kreistagsmitglieder fand nach kurzer Debatte ſeine Erledigung. Es
wurden bewilligt für Einheimiſche 800 und ſür Auswärtige 12,00 Mk.”
ſowie Erſatz der Fahrtauslagen und Kilometer=Gebühr. Ein weiterer
Antrag des Bauernbundes auf Bewilligung eines Zuſchuſſes in Höhe von
20 Proz. für erſte Anſchaffung von Obſtbaumſpritzen für alle
Gemein=
den des Kreiſes wurde dem Kreisausſchuß zunächſt als Material
über=
wieſen.
Auf Anfrage aus Mitte der Verſammlung gab Herr Kreisdirektor
Reinhart noch Aufſchluß über den derzeitigen Stand des Bahnbauprojekts
Bensheim-Lindenfels.
Die Verſammlung konnte, nachdem weitere Anträge nicht mehr
ge=
ſtellt wurden, um 6 Uhr abends durch den Vorſitzenden geſchloſſen
werden.
Nummer 34
Griesheim, 1. Febr. Die hieſige Ortsgruppe des Landbundes
befaßte ſich in gutbeſuchter Verſammlung eingehend mit dem Projekt
der Riedentwäſſerung, ſoweit es unſere Gemarkung angeht. Nach reger
Ausſprache einigte man ſich auf nachſtehende Entſchließung: „Die
Bauern=
ſchaft Griesheims ſteht keineswegs der geplanten Niedentwäſſerung
feind=
lich gegenüber. Die wirtſchaftliche Lage der Landwirtſchaft erlaubt es jedoch
nicht, zur Zeit eine Belaſtung in ſo hohen Ausmaßen zu übernehmen.
Das Werk liegt zweifellos im Intereſſe der Volksernährung. Der Staat
aber ſoll die Koſten übernehmen, zumal die Gewäſſer zumeiſt durch die
ugeeignete Regulierung früherer Jahre uns zugeführt werden.”
* Pfungſtadt, 2. Febr. Bei der Beigeordnetenwahl, die
am Sonntag bei einer Wahlbeteiligung von 92 Prozent vor ſich ging,
wurde der ſeitherige Beigeordnete Weigel mit einer Mehrheit von 367
Stimmen wieder zum Beigeordneten gewählt. Weigel erhielt 2222
Stim=
men, ſein Gegenkandidat Steinmetz 1855 Stimmen.
* Pfungſtadt, 2. Febr. Todesfall. Schloſſermeiſter Heinrich
Büttel 2. iſt im Alter von 77 Jahren nach einem arbeitsreichen Leben
und nach längerem Leiden geſtorben. — Im hieſigen Frauenverein
wurde in der Generalverſammlung der ſeitherige Vorſtand einſtimmig
wiedergewählt. — Zum Holzmachen haben ſich hier über 200 Arbeiter
gemeldet. Mit dem Holzfällen iſt zu Beginn, dieſer Woche begonnen
worden.
— Oberramſtabt, 2. Febr. Odenwaldklub. Am kommenden
Samstag, 6. Februar, veranſtaltet die hieſige Ortsgruppe des
Odenwald=
llubs in dem neuerbauten großen „Saalbau Suppes” ihr
Dekorations=
feſt. Der Odenwaldklub verſteht ſeit jeher Feſte zu feiern. Auch diesmal
iſt für ein abwechſlungsreiches, flottes Programm geſorgt. Der allerwelt
bekannte Darmſtädter. Bienchen Bimmbernell=Dichter Robert Schneider
hat ſich ſelbſt in den Dienſt des Abends geſtellt. Er wird ſeinen
Vor=
trag „Wert und Pflege der Mundart” mit ſeinen Werken humorvoll
auszugeſtalten wiſſen. Freunde und Gönner des Odenwaldklubs ſind
herzlich willkommen.
* Babenhauſen, 1. Febr. Afrikaniſcher Großfilm. Unter
fehr ſtarker Beteiligung der Jugend von hier und der ganzen Umgebung
gab die Heſſiſche Bilderbühne am Samstag vormittag im Großen
Saal=
bau „Deutſcher Hof” den intereſſanten Großfilm „Menſch und Tier im
Urwald”. Acht Akte aus der Natur, dem Leben und Schaffen der
Ein=
geborenen zogen an den Augen der Kinder vorüber. Die Bilder ſind
aufgenommen von dem berühmten Afrikaforſcher Hans Schomburgk. Sie
bilden, rein photographiſch betrachtet, eine hervorragende Leiſtung, das
beſte wohl, was an deutſchen tropiſchen Aufnahmen bis jetzt gezeigt
wurde. Das Sehen dieſes gewaltigen Urwaldlaufbildes bot den
Kin=
dern eine Fülle von geographiſchem und naturwiſſenſchaftlichem
An=
ſchauungsmaterial. Der ſpontan einſetzende Beifall nach jedem
Akt=
ſchluſſe mag der Heſſiſchen Bilderbühne gezeigt haben, daß ſie auf dem
richtigen Wege iſt, der Jugend lehrreiche und den Unterricht befruchtende
Stunden geſchenkt zu haben. Wie wärs bei dem nächſten Wiederſehen mit
den Abenteuern der Biene Maja?
Hirſchhorn, 2. Febr. Waſſerſtand des Neckars. Am 1.
Februar: 1,68 Mtr., am 2. Februar: 1,55 Mtr.
Gernsheim, 2. Febr. Waſſerſtand des Rheins. Am 2.
Februar: 55 Zentimeter.
Die Gießener Hochſchulgeſellſchaft.
Hürzlich ging durch die Zeitungen ein Bericht über das Deutſche
Auslandsinſtitut in Stuttgart, in dem ausgeführt wurde, welche
wert=
vollen Auskünfte durch Auswandererberatung das Inſtitut in den
ver=
floſſenen Jahren geleiſtet, welche ſchweren Wunden der wirtſchaftliche
Niedergang neuerdings dem Auslandsinſtitut aber geſchlagen hat. „
Zahl=
reiche zugeſagte Beiträge und Stiftungen ſind ausgeblieben. Weite
Kreiſe müſſen helfen, um durch die Bahl der Beiträge zu erſetzen, was
in hohen Summen jetzt nicht eingehen kann.”
In der gleichen Lage wie da3 Auslandsinſtitut in Stuttgart befindet
ſich die Gießener Hochſchulgeſellſchaft” die „Geſellſchaft von Freunden
und Förderern der Univerſität Gießen”.
Die Berechtigung, die Notwbendigkeit des Beſtehens der in ſchwerer
Zeit gegründeten Geſellſchaft iſt in Werbeſchriften, in Zeit ungsartikeln
und in der Gründungsſchrift dargelegt.
In einer Zuſchrift an die Geſellſchaft hat der Herr Staatspräſident
Ulrich die Bedeutung der Hochſchulgeſellſchaft für das Fortleben der
Landesuniverſität mit folgenden Worten zum Ausdruck gebracht:
„Die Gießener Hochſchulgeſellſchaft iſt ein Produſt ihrer Zeit und
damit ihre Gründung für die Landesuniverſität als Notwendigkeit
feſt=
geſtellt. Ich kann nur wünſchen, daß es ihrer Hilfe gelingen möge,
das Intereſſe aller Freunde und Förderer der Landesuniverſität
der=
art zu wecken und zu erhalten, daß ſie den ſteigenden Anſprühen der
Wiſſenſchaft gerecht werden und vollauf genügen kann.”
Hat die Gießener Hochſchulgeſellſchaft auch heute noch ihre
Berech=
tigung? Aber ſicher, mehr denn jel Der Staat bewilligt den
Hoch=
ſchulen, was er kann. Aber ſeine zur Verfügung ſtehenden Mittel ſind
beſchränkt. Eine Provinz, Rheinheſſen, iſt beſetztes Gebiet, das dem
Staat keine Erträge bringt, die anderen beiden Provinzen können die
Bedürfniſſe nicht in voller Höhe aufbringen.
Unſere Wirtſchaft einſchließlich des Verkehrs iſt nicht mehr frei.
Frei ſind nur noch unſere Geiſtesgüter, und die müſſen wir uns fpei
er=
halten; ſie bedeuten unſer Nationalvermögen, an dem wir keinen
Ab=
trag erleiden dürfen. Wir müſſen auf dem geiſtigen Gebiete unſeren
Ruf, unſere Führerſtellung bewahren, damit wir tüchtigen, gründlich
geſchulten Nachwuchs in allen Zweigen unſeres Geiſteslebens — auch im
Wirtſchnftsleben — haben, damit unſer geiſtiges Kapital Zinſen trägt.
Sonſt werden wir von dem kapitalkräftigſten Lande, von Nordamerika,
überfligelt. Viele Millionen ſtehen dort der wiſſenſchaftlichen Forſchung
zur Verfügung. Viele wiſſenſchaftlichen Arbeiten können auch ohne
größere Geldmittel nicht zu einem erſprießlichen Ende geführt werden.
Wie ſteht es nun mit den Mitteln der Hochſchulgeſellſchaft. In den
erſten Jahren ihres Beſtehens konnte ſie mit laufenden Beiträgen und
beſonders mit größeren einmaligen Ueberweiſungen — namentlich aus
Induſtriekreiſen — ein anſehnliches Kapital bilden, das aber leider ein
Opfer der Inflatton geworden iſt. Der Grundſtock iſt alſo hin. Wie es
heute mit der Induſtrie im allgemeinen ſteht, iſt bekannt; von der
Seite ſind eben keine großen Einnahmen zu erwarten. Es bleiben alſo
in der Hauptſache die Einkünfte aus den Mitgliedsbeiträgen. Wenn
man den 600 Mitgliedern der Gießener Hochſchulgeſellſchaft die
Mitglie=
derzahlen der Geſellſchaften von Marburg mit faſt 3000 von Hannover
mit 5000 und gar von Kiel mit faſt 9000 gegenüberſtellt, ſo iſt das
Ergeb=
nis für Gießen beſchämend. In den Zeiten der größten Not iſt auch
immer in Deutſchland die größte Opferbereitſchaft geweſen. Deshalb
muß jeder, der die Landesuniverſität beſucht hat, jeder, der einen Sohn
oder eine Tochter auf die Univerſität ſchickt, jeder, dem die Erhaltung
und die Freiheit unſerer Kulturgüter, die an der Landesuniverſität
ge=
pflegt und gefördert werden, am Herzen liegt, das kleine Opfer
darbrin=
gen und Mitglied der Gießener Hochſchulgeſellſchaft werden, zumal die
ordentliche Mitgliedſchaft ſchon mit 10 Mk., die außerordentliche mit
5 Mk. erworben werden karn. Anmeldungen und Einzahlungen ſind zu
richten an die Mitteldeutſche Kreditbank, Filiale Gießen, Konto der
Gießener Hochſchulgeſellſchaft.
— Könie i. O., 1. Febr. In der „Krone” hielt die hieſige
Orts=
gruppe des Odenwaldklubs ihr Dekorierungsfeſt ab, mit dem
gleich=
zeitig der Familientag des Kur= und Verſchönerungsvereinz verbunden
iſt. Nach einem einleitenden Muſikſtück und einem gememſamen Lied
begrüßte der Vorſitzende die Mitglieder und Gäſte, unter ihnen den
Schriftführer des Hauptausſchuſſes. Herrn Dr. Götz=Darmſtadt, und gab
einen kurzen Nückblick über die Tätigkeit des Odenwaldklubs im
ver=
gangenen Jahr, die ſich nicht wur auf das Wandern beſchränkte, ſondern
ſich auch auf das wirtſchaftliche Gebiet (Zug= und Autoverbindung,
Hebung der Kur in Könia) erſtreckte. Alsdann richtete der Schriftführer
des Hauptausſchuſſes herzliche Worte der Begrüßung an die Anweſenden.
Er richtete an alle Anweſenden die Aufforderung, mitzuhelfen, den
Heimatgedanken im Odenwaldklub zu ſtärken und wies in dieſem
Zu=
ſammenhang auf das Vorbild, das uns der verdienſtvolle Vorſitzende,
Herr Rektor Schäfer gibt, him. Den Wanderrückblick erſtattete imn launiger
Weiſe Herr Otto Müller und die von ihm hervorgeholten
Erinnerun=
gen löſten oft ein fröhliches Lachen aus. Die Dekorierumg der 12 Damen
und Herren wurde von Herrn Rektor Schäfer vorgenommen, außerdem
wurden von ihm drei Herren für 30jährige Mitgliedſchaft mit dem
be=
ſonderen Ehrenzeichen ausgezeichnet. Dem Vorſitzenden ſelbſt heftete
das Hauptausſchußmitglied das goldene und das 30jahrige Denkzeichen
an die Bruſt. Herr Dr. Götz dankte auch hier dem unentwegten
Käm=
pen und Mitbegründer des Klubs für ſeine langjährige Mitarbeit.
Ein Geſangstrio, ausgeführt von den Herren Zink, Kunkelmann und
Zeltner, Volkstänze des Jungobenwaldklubs, einſtudiert von Fräulein
Schwöbel, am Klavier Herr Lehrer Hehl, Gedichte, vorgetragen von
Herrn Michael Mahla und muſikaliſche Darbietungen dev vorzüglichen
Kapelle Lehr=Kehrmann ſorgten für die nötige Abwechſlung des Abends.
Hetzbach, 2. Febr. Hier fand am letzten Sonntag bei Herrn
Bürgermeiſter Willenbücher eine Verſammlung der Landwirte
unſerer Gemeinde ſtatt, in der Herr Kunkel vom Landwirtſchaftsamt
Michelſtadt in klarer Weiſe das Weſen und die Vorteile der
Feld=
bereinigung für den landwirtſchaftlichen Betrieb darlegte. Die
Ausführungen des Herrn Kunkel fanden hohes Inteneſſe, und es it. zu
wünſchen, daß Hetzbach ſich recht bald zur Durchführumg der
Feldbewei=
nigung entſchließt.
Unter=Sensbach, 31. Jan. Im Saale des „Fürſtemauer Hofes”
fand eine Filmvorführung ſtatt, die von dem Verbande der heſſ. landw
Genoſſenſchaften veranſtaltet wurde. Der geräumige Saal war bis auf
den letzten Platz beſetzt. Faſt alle Mitglieder der Spar= und
Darlehns=
kaſſe mit ihren Familienangehärigen von Hebſtahl, Unter= und Ober=
Sensbach waren der Einladung gefolgt. Der Rendant der Spar= und
Darlehnskaſſe, Herr Lehrer Fiſcher=Hebſtahl leitete die Verſammlung
und wies in ſeiner Anſprache darauf hin, daß dieſe Filmporträge vor
allem der Belehrung der einzelnen Landwirte dienen ſollen. Herr
Lan=
desökonomierat Gilch hielt zunächſt einen außerordentlich praktiſchen
und inſtruktiven Vortrag über die Awwendung der Düngemittel. Nach
Vorführung des über tauſend Meter langen Filmes entwickelte ſich eine
außerordentlich lebhafte Ausſprache, an der ſich mehrere
Genoſſenſchafts=
mitglieder beteiligten. Insbeſondere wurde die richtige Anwendung der
künſtlichen Düngemittel unter beſonderer Berüickſichtigung der
Verhält=
niſſe m dem Sensbachtal eingehend erörtert. Herr Rendant Fiſcher
ver=
wies noch auf die Kunſtdüngertabelle für das Sensbachtal, die auf
An=
regung der Spar= und Darlehnskaſſe von der landw. Beratungsſtelle des
Verbandes in Darmſtadt aufgeſtellt wurde, die von den Mitgliedern
mit beſonderem Dank entgegengenommen wurden. Auch Nichtmitglieder
können dieſe Düngertabellen von der Spar= und Darlehnskaſſe gegen
Erſtattung der Selbſtkoſten haben. Der Vorſitzende dankte zum Schluſſe
dem Verbande für die Veranſtaltung an dieſem Abend, insbeſondere auch
Herrn Landesökonomierat Giſch. Er mahnte i eindringlichen Worten
die Mitglieder zu treuem Zuſammenhalten in der Genoſſenſchaft und
ſchloß gegen Mitternacht die Verſammlung, die ſehr anregend
ver=
laufen war.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 2. Febr. Führerkurſe. Am
7. und 14. Februar findet in Mörlenbach ein Führerkurſus für die
Kommandanten und Abteilungsführer der freiwilligen und
Pflichtfeuer=
wehren ſtatt. Beſondere ſchriftliche Einladungen werden in den nächſten
Tagen an die Teilnehmer ergehen. Derſelbe Kurſus wird am 21. und
28. Februar in Hirſchhorn abgehalten.
* Viernheim, 2. Febr. Jagdverpachtung. Bei der am
Sams=
tag erfolgten Verpachtung der hieſigen Gemeindejagd, die etwa 1925
Hek=
tar Jagdgebiet umfaßt, wurden für den erſten Bezirk 1330 Mk., für den
zweiten 1400 Mk. geboten, für den dritten Jagdbezirk wurde nicht
ge=
boten. Schließlich wurde die Geſamtjagd von dem Fabrikanten Clemm
in Mannheim=Waldhof für den jährlichen Pachtpreis von 4700 Mk.
über=
nommen.
Parlamentariſches.
* Das Wohnungsbauprogramm für 1926.
Im Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags wurde das
Woh=
nungsbauprogramm für 1926 nochmals beſprochen. Den
Be=
ratungen lag ein Antrag der Sozialdemokraten, der Demokraten und des
Zentrums zu Grunde, wonach der im Staatsvoranſchlag für 198
einge=
ſtellte Betrag von 10 Millionen Mark zur Förderung des
Wohnungs=
baues möglichſt bis zu 15 Prozent der Friedensmiete erfaßt werden ſoll.
Jedenfalls aber ſoll der Mehrbetrag der Sonderſteuer, der ſich über den
im Voranſchlag vorgeſehenen Betrag hinaus ergibt, zur Förderung des
Wohnungsbaues verwendet werden. Die Vorbereitungen für ein
zwei=
jähriges Bauprogramm 1926/27 ſollen ſofort in Angriff genommen
wer=
den und die Staatsregierung wird ermächtigt, eine Anleihe zur
Förde=
rung des Wohnungsbaues aufzunehmen. Die ſtaatlichen und kommunglen
Steueranteile zur Förderung des Wohnungsbaues werden an einer
Stelle verwaltet. Aus allen an der Wohnungswirtſchaft intereſſierten
Kreiſen iſt ein paritätiſcher Ausſchuß zu bilden. Gemeinden kann im
Höchſtfalle bis 4 v. H. der Friedensmiete für 1926/27 Darlehensgeld
ge=
währt werden, wobei die Zuwendungen auf die anliegenden
Baudar=
lehensmittel angerechnet werden können. Außer dieſem Antrag lag dem
Ausſchuß folgende Entſchließung vor: „Eine Rückzahlung kann nicht eher
gefordert werden, als die Feſtſtellung des rentierlichen Wertes auf die
Dauer möglich iſt. Die Nückzahlung hat in einem anteiligen Verhältnis
zu erfolgen, das ſich errechnet aus der endgültigen Feſtſetzung des auf die
Dauer zu ermittelnden rentierenden Wertes der ſtaatlich bezuſchußten
Bauten im Vergleich zu den tatſächlichen Baukoſten. Erreicht der
ren=
tierliche Wert den vollen Betrag der Baukoſten, dann iſt das
Staatsdar=
lehen in voller Höhe zurückzuzahlen. Die Staatsdarlehen ſind mit 2
Pro=
zent zu verzinſen und mit 1 Prozent zu tilgen. Für die Jahre 1925/9
wird der Kapitaldienſt ausgeſetzt”. Antrag und Entſchließung wurden
mit 8 gegen 5 Stimmen, bei einer Stimmenthaltung angenommen. Im
Anſchluß an dieſe Verhandlungen wurde vom Ausſchuß einſtimmig ein
ſozialdemokratiſcher Antrag angenommen, worin die Regierung erſucht
wird, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß Grundſtücke für
Kleinwohnungen Gbis 75 Quadratmeter bewohnte Fläche) von der
Grund=
erwerbsſteuer und den Zuſchlägen befreit werden. Die
Notgriatsgebüh=
ſoll auf 0,8 Prozent ermäßigt werden. Meßbriefe und Lagepläne für
Kleinwohnungsbauten ſollen nur ein Drittel der Gebührenordnung
koſten, wenn das Grundſtück innerhalb des Jahres bebaut wird. Die
üb=
rigen Anträge zum Bauweſen werden für erledigt erklärt.
Der Finanzausſchuß ſetzte hierauf die Beratung des
Staatsvoran=
ſchlags für 1926 bei Kapitel 15 (Ruhegehalte) fort, das angenommen
wurde. Ebenfalls wurde Kap. 19, Staatspräſident, (mit 3
Stimmenent=
haltungen) angenommen. Ein zu dieſem Kapitel geſtellter Antrag Dr.
Werner 1500 Mark Dienſtaufwandsgelder zu ſtreichen, wurde abgelehnt;
gleichfalls ein Antrag Dr. Leuchtgens=Glaſer, eine Reihe von Stellen auf
den Inhaber zu bewilligen. Zu Kabitel 20 (Staatsverlag), lag ein
An=
trag Heinſtadt=Blank vor, zu prüfen, ob es möglich ſei, die Darmſtädter
Zeitung auch zum Amtsverkündigungsblatt ſämtlicher Provinzen und
Kreiſe zu machen. Das Kapitel, einſchließlich des Antrags, wurde
ge=
nehmigt. Ferner wurden angenommen: Kap. 21 (Auswärtige und
Reichsverhältniſſe), Kap. 22 und 2 (Oberrechnungskammer und
Verwal=
tungsgerichtshof), Kap. 24 (Staatsarchiv), Kab. B (Rheinſchiffahrt), Kat.
26 Poſtgebühren), Kap. R Miniſterium des Innern). Kap. 28 (
Stell=
vertretungs= und Aushilfskoſten). Zum letztgenannten Kapitel wurde ein
Antrag Widmann (Soz.) angenommen, den hierfür eingeſtellten Betrag
von 167 500 Mark auf 125 000 Mark zu ermäßigen und 6000 Mark für
einheitlichen Kohlenbezug zu ſtreichen. Weiter wurden genehmigt: Kap.
31 (Provinzialdirektion und Kreisämter), Kap. 34 (Arbeitshaus Dieburg),
Kap. 37 (Zentralſtelle für Landesſtatiſtik), Kap. 38 (Kirchen), Kap. 45
Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke), Kap. 45 (
Staatsunter=
ſtützungskaſſe), Kap. 50 (Nichtſtaatliche Bauſachen) und Kap. 51 (
Hochbau=
weſen). Einige zu den vorgenannten Kapiteln geſtellte Anträge ſind
ab=
gelehnt worden: bei der Abſtimmung über Kap. 38 (Kirchen) hatten ſich
die Sozialdemokraten der Stimme enthalten. Auch wurde die Regierung
bei Beratung dieſes Kapitels daran erinnert, ein Nechtsgutachten der
jurſ=
ſtiſchen Fakultät in Gießen über das Verhältnis zwiſchen Kirche und
Staat vorzulegen.
In der Dienstagsſitzung des Finanzausſchuſſes wurden die
Beratun=
gen bei Kap. 53 (Landesamt für das Bildungsweſen) fortgeſetzt. Ein
An=
trag Dr. Leuchtgens, die Stellen von 2 Miniſterialräten und 2 Oberräten
auf den Inhaber zu bewilligen, ſowie die entſprechende Zahl von Stellen
mittlerer und Unterbeamten zu ſtreichen, wurde mit 9 gegen 4 Stimmen
bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Ein Antrag Heinſtadt=Blank,
eine Stelle der Rechnungsräte ſowie der Finanz= oder
Verwaltungs=
praktikanten zu ſtreichen und die Inhaber auf andere Stellen zu
ver=
ſetzen, wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Das Kapitel ſelbſt
wurde angenommen. Kap. 54 (Stellvertretungen uſw.), Kap. 55 (
Poſt=
gebühren) wurden genehmigt. Zu Kap. 58 (Schul=, Turn= und
Sport=
weſen) lag ein Antrag Dr. Keller vor, der die Ausbildung von
Turm=
lehrern und =Lehrerinnen durch einen gkademiſchen Turn= und
Sport=
lehrer will. Er wurde gegen drei Stimmen abgelehnt; das Kapitel ſelbſt
fand Annahme. Kap. 59 (Taubſtummenanſtalten) und 60 (Blindenanſtalt
in Friedberg) wurden genehmigt. Zu Kap, 61a lag ein Antrag Dr.
Wer=
ner, Dr. Leuchtgens und Dingeldetz vor zur Vereinfachung des
Aufbau=
ſchulfyſtems in Heſſen. Statt den bisherigen je 4 Aufbauſchulen ſollen
nur je eine für Knaben und Mädchen beſtehen. Der Antrag wurde mit
8 gegem 4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Birnbaum will, daß in Alzeh,
Bensheim und Friedberg die Aufbauſchulen auch Mädchen zugänglich
ſind und daß an den Anſtalten Internate für Mädchen errichtet werden.
Der Antrag wurde in der Form angenommen, daß die Regierung die
Prüfung dieſer Vorſchläge vornehmen ſoll, und im übrigen genehmigt.
Ein Antrag Dr. Leuchtgens, die Aufbauſchule in Darmſtadt aufzuheben,
wurde abgelehnt. Kap. 61a wurde dann genehmigt. Kap. 89 (
Landes=
bibliotheh) wurde genehmigt. Ein Antrag Birnbaum, 5000 Mark für
Aushilfskoſten uſw. zu bewilligen, wurde zurückgezogen, nachdem die
Regierung erklärt hatte, daß an anderer Stelle Mittel hierfür
vorge=
ſehen ſeien.
* Offenbach, 2. Febr. Zeitungsnachrichten zufolge wurden am
ver=
gangenen Samstag unſer Oberbürgermeiſter und Bürgermeiſter Rech in
den Provinzialausſchuß gewählt. Da Beigeordneter Eißnert dem
Kreis=
ausſchuß angehört, ſo iſt hier der gewiß ſeltene Fall zu verzeichnen, daß
die Hälfte einer Stadtverwaltung auch Mitglied des Kreis= oder
Pro=
vinzialausſchuſſes iſt. Es iſt nur recht und billig, daß in einer Zeit, in
der jeder Privatmann mit eigenen Sorgen überlaſtet iſt, eine Stadt, die
dem Provinzialausſchuß beſonders durch Geſuche um Erlaubnis zum
Betriebe einer Gaſtwirtſchaft fortwährend Verhandlungsſtoff liefert,
einen verhältnismäßig hohen Bruchteil zur Beſetzung des
Provinzial=
ausſchuſſes ſtellt, wenn ihre Verwaltung durch dieſe Uebernahme
frei=
williger und gemeinnütziger Arbeit auch nicht unweſentlich belaſtet wird.
Von den 6 Mitgliedern unſeres Kreisausſchuſſes wohnen 4 hier, von den
30 Kreistagsmitgliedern mehr als ein Drittel.
WSN. Rüſſelsheim, 2. Febr. NeueAufträgefürdie
Opel=
werke. Von den Opelwerben wird eine Beſſerung der Lage am
Auto=
markt gemeldet. Die Nachfrage nach 10 PS= und 4 PS=Perſonenwagen
ſteigt von Tag zu Tag, ſodaß mit einer baldigen Beſſerung der
Geſchäfts=
lage zu rechnen iſt, was ſich bereits auch auf dem Arbeitsmarkt im Groß=
Gerauer Bezirk ausgewirkt hat, wo die Erwerbsloſenziffer in der
ver=
gangenen Woche um 425 auf 6902 zurückgegangen iſt.
* Friedberg, 1. Febr. Der neugewählte Kreistag für den Kreis
Friedberg trat am 30. Januar unter dem Vorſitze von Herrn
Kreisdirek=
tor Gebhard zur erſten Sitzung zuſammen, ſämtliche 30 Mitglieder waren
anweſend, die 7 neu eingetretenen Abgeordneten wurden verpflichtet. Bei
der Wahl des Kreisausſchuſſes erhielt der ſozialdemokratiſche
Wahlvor=
ſchlag 14 Stimmen, der Wahlvorſchlag der Deutſchnationalen
Volkspar=
tei und des Bauernbundes 15 Stimmen, ein weißer Stimmzettel wurde
abgegeben. Als Kreisausſchußmitglieder wurden gewählt: Schaub=
Büdesheim, Kroner=Vilbel, Judersleben=Friedberg (Soz.), v. Helmolte
Friedberg, Vorbach=Rodheim (Ontl. u. Bauernb.) und Schröder=
Fried=
berg (Ztr.) als Erſatzleute: Raute=Friedberg, Buß=Großkarben
Wieder=
mannNauheim (Soz.), Jöckel=Friedberg (Dnatl.), Ulrich=Friedberg
(Wirtſchaftsp.) und Dickler=Friedberg (D.V.). Der Antrag des
kom=
muniſtiſchen Mitgliedes Oppenheimer=Butzbach auf Wahl eines
ſozial=
politiſchen und Wohnungsausſchuſſes, wurde abgelehnt. Die Anträge auf
Milchverſorgung für die Kinder Erwerbsloſer und Uebernahme einiger
Bauſparkonten auf den Kreis, wurden dem Kreisausſchuß überwieſen.
Die Tagegelder werden auf zwei Drittel der ſeitherigen Sätze ermäßigt.
Der Beſchluß wird mit allen gegen die Stimme des Kommuniſten
Oppen=
heimer gefaßt.
Ktattenkaups Weinbraaden Likore
werden von den meisten Verbrauchem zu den allerbesten gerechnet
(STOLFENKAMP WEINBRENNEREL uTIKÖRFABRIK.DARMTTADT. TELFFON 20B5.
NeineNatnehrt
Sie können Fhre Ifd.
Zimmerarbeit, ſtets
fachgemäß u. billigſt
geg wöchentl.
Raten=
zahlung ausgeführt
haben. Material muß
geſtellt werd. Ang u.
K 39 Geſchſt. (*3101
tshaus 2
Arua 94
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Ot4
Die Anfänge des Aboot=Krieges.
Zum 4. Februar.
Von Kapitänleutnant Joachim Lietzmann.
ais uns im Jahre 1914 der große Krieg die ſtärkſte Flotte
der Welt zum Gegner machte, ſtand unſere Ubootswaffe noch in
den erſten Anfängen ihrer Entwicklung. Weder aus Zeiten
früherer Kriege noch auf Grund von Friedensübungen lagen Er=
Fabrungen vor, die eine vorausſchquende Beurteilung der
militä=
riſchen Verwendungsmöglichkeiten von Unterſeebooten zuließen,
gund auch auf rein ſeemänniſchem Gebiet tappte man hinſichtlich
ihrer Leiſtungsfähigkeit noch völlig im Dunkeln.
So kam es, daß man ſich in den erſten Kriegstagen darauf
beſchränkte, die im übrigen noch nicht ſehr zahlreichen Boote zur
Entlaſtung der übrigen Hochſeeſtreitkräfte in den Vorpoſtendienſt
einzuſtellen. Die Inſel Helgoland als Stützpunkt, ſtanden ſie in
der Deutſchen Bucht auf der Wacht, ohne daß ihre damals
aller=
dings noch in ihnen ſchlummernde gewaltige Kampfkraft zur
Ent=
faltung kommen konnte.
Doch nicht lange währte dieſe Epiſode. Das Drängen nach
offenſiverer Betätigung, das zumal angeſichts des Ausbleibens
feindlicher Kampfhandlungen ſchon damals den Angriffsgeiſt
un=
ſerer Ubootskommandanten und =Beſatzungen kennzeichnete, und
der Umſtand, daß das Material ſich in dieſen erſten Tagen allen
kriegsmäßigen Beanſpruchungen vollauf gewachſen gezeigt hatte,
lenkten die Verwendung der Waffe bald in eine andere Richtung.
Es war ein kühner Entſchluß, der noch in der erſten
Auguſt=
hälfte zur Durchführung kam und zur Aufklärung gegen den
Feind eine breite Linie von nicht weniger als zehn Ubooten bis
zu den Gewäſſern zwiſchen den Shetlandsinſeln und der
norwe=
giſchen Küſte entſandte. Das Ergebnis rechtfertigte jedoch, wenn
auch keine militäriſchen Erfolge gegen feindliche Flottenkräfte
er=
zielt wurden, vollauf die in dieſe erſte Undernehmung größeven
Stils geſetzten Erwartungen. Fern der Heimat, auf offenem
Ozean und ohne die ſchützende Nähe eines Stützpunktes, hatten
die Boote perſonell und materiell faſt ausnahmslos die
Fähr=
niſſe der Witterung ſpielend bemeiſtert. Sie brachten neben
wich=
tigen Aufſchlüſſen über das bis dahin ungeblärte Verhalten des
Feindes eine Fülle von Erfahrungen zurück, deren Verwertung
ſie zu weiteren Offenſivſtößen in die Lage verſetzte, zugleich aber
auch die Einſchätzung dieſes Kampfmittels mit einem Schlage auf
eine völlig neue Grundlage ſtellte.
Die folgende Zeit kennzeichnete ſich durch Unternehmungen
vei militäriſcher Art, die zwar bei der erzwungenen Untätigkeit
der beiderſeitigen Schlachtflotten vielfach ergebnislos verliefen,
aber im Laufe der Zeit dennoch zu einer Reihe nennenswerter
Erfolge führten. So fielen nacheinander die engliſchen Kreuzer
Pathfindr, Hawke und Hermes, das Linienſchiff Formidable, das
Kanonenboot Niger und ein Unterſeeboot, ferner der ruſſiſche
Kreuzer Pallada den mit ebenſo großer Kühnheit wie zäher
Tat=
kraft durchgeführten Angriffen unſerer Uboote zum Opfer. Ihren
Höhepunkt aber fand dieſe Epiſode in der Verſenkung der
briti=
ſchen Kreuzer Creſſy, Hogue und Aboukir durch U. 9,
Kapitän=
leutnant Weddigen. In wenig mehr als einer Stunde fielen hier
40 000 Tonnen feindlichen Panzerkreuzermaterials durch ein
klei=
nes deutſches Uboot der Vernichtung anheim, ein ungeheuerliches,
ſelbft von den kühnſten Phantaſten kaum erträumtes Ereigmis
welches in England panikartige Beſtürzung, in der deutſchen
Heimat aber jubelnde Begeifterung hervorrief.
So trugen unſere Uboote die Offenſive bis an die Küſten
des Feindes und errangen vor den Toren ſeiner Häfen Erfolge,
denen er trotz ſeiner zahlenmäßigen Ueberlegenheit nichts
Gleich=
wertiges endgegenſtellen konnte. Gleichzeitig damit aber eröffnete
ſah unſerer Seekriegsführung die Ausſicht, den Geguer an ſeiner
empſindlichſten Stelle zu treffen. Wieder waren es die
Uboots=
flottillen ſelbſt, aus derem Mitte auf den erzielten Erfahrungen
füßend, die Anregung erging, die Kriegführung gleichermaßen
auch auf den feindlichen Handel auszudehnen. Nur ſo konnte
viel=
leicht die gegneriſche Schlachtflotte veranlaßt werden, ihre
bis=
herige Reſerve außerhalb des Zugriffs unſerer Geſchütze
aufzu=
geben, und nur ſo konnte der ſeit Kriegsbeginn durch
Abſchnü=
rung der Nordſee über das deutſche Volk verhängten
Hunger=
blockade entgegen getreten werden.
Es handelte ſich hierbei nicht um eine bloße
Vergeltungsmaß=
nahme gegenüber der fortgeſetzten Reihe geſchickt bemäntelter,
deshalb aber nicht minder ungeheuerlicher britiſcher Verſtöße
ge=
gen das Völkrrecht. Es war vielmehr unſer gutes Recht, ein
Recht, das, wenngleich mit anderen Mitteln, durch die
Seekrieg=
führung langer Jahrhunderte geheiligt und durch internationale
Vereinbarungen ausdrücklich anerkannt war. Dieſe ſachliche
Tat=
ſache iſt vielfach, und nicht zuletzt in willensſchwächender Weiſe
im deutſchen Volke ſelbſt, leidenſchaftlich beſtritten worden. Der
Umſtand jedoch, daß heute das genannte Recht nach überſtandener
Gefahr von unſeren einſtigen Gegnern für künftige Kriegsfälle in
vollem Umfange für ſich in Anſpruch genommen wird, mag auch
den hartnäckigſten Zweifler zum Nachdenken anregen.
Nur durch den uneingeſchränkten, auch auf den Handel
aus=
gedehnten Ubootskrieg waren wir in der Lage, unſeren
erbittert=
ſten Feind nachdrücklich zu treffen. Ja, dieſes Mittel wurde im
Laufe der Zeit zum alleinigen, welches das Schickſal zu unſeren
Gunſten wenden konnte. In vorahnender Erkenntnis dieſer
Dinge wurde ſchließlich zu Beginn des Jahres 1915 ſeitens der
maßgebenden Stellen den drängenden Vorſtellungen der Marine
ſtattgegeben. Am 4. Februar brachte der deutſche
Reichsanzei=
ger die nachſtehende Bekanntmachung, die zugleich den
Regierun=
gen aller Länder zuging:
„1. Die Gewäſſer rings um Großbritannien und Irland
ein=
ſchließlich des geſamten Engliſchen Kanals werden hiermit als
Kriegsgebiet erklärt. Vom 18. Februar 1915 an wird jedes in
dieſem Kriegsgebiet angetroffene feindliche Kauffahrteiſchiff
zer=
ſtört werden, ohne daß es immer möglich ſein wird, die dabei der
Beſatzung und den Paſſagieren drohenden Gefahren
abzu=
wenden.
2. Auch neutrale Schiffe laufen im Kriegsgebiet Gefahr, da
es angeſichts des von der britiſchen Regierung angeordneten
Mäßbrauchs neutraler Flaggen und der Zufälligkeiten des
See=
krieges nicht immer vermieden werden kann, daß die auf
feind=
liche Schiffe berechneten Angriffe auch neutrale Schiffe treffen.
3. Die Schiffahrt nördlich um die Shetlandinſeln, in dem
öfülichen Gebiet der Nordſee und in einem Streifen vom
minde=
ſtens 30 Seemeilen Breite entlang der holländiſchem Küfte, iſt
nicht gefährdet.”
Damit war der Ubootshandelskrieg proklamiert. Die
Ur=
ſachen, weshalb der eingeſchlagene Weg nicht mit klarer
Folge=
richtigkeit durchgeführt wurde, ſollen hier nicht unterſucht
wer=
den. Darin aber, daß nach unzähligen, die aufopferungsvolle
Tätigkeit unſerer Boote auf das Schwerſte beeinträchtigenden
Hemmungen erſt zwei volle Jahre ſpäter der uneingeſchränkte
U=
bootskrieg einſetzen durfte, liegt eine tieſe Tragik. Sie wird auch
durch den Todesmut der braven Beſatzungen nicht gemildert,
denen es auch dann noch gelang, trotz der inzwiſchen gewaltig
ent=
wickelten Gegemwirkung Monget hindurch zeitweiſe mehr als eine
Million feindlicher Handelstonnage auf den Meeresgrund zu
ver=
ſenken. Wie nahe wir uns trotz des unwiederbringlichen
Zeit=
verluſtes am Ziel befunden haben, dürfte nach den zahlreichen
inzwiſchen erfolgten Veröffentlichungen unſerer Gegner
hinläng=
lich bekannt ſein.
Viele Jahre ſind nach jener für uns ſo ausſichtsreichen
Pro=
klamation vergangen. Das Meer hat ſich ſeitdem von neuem
be=
lebt. Die kleinen grauen Fahrzeuge aber, die einſt wie Könige
den Ozean beherrſchten, ſind nicht mehr. Nur die Stürme, die
unverändert heute wie damals die brandenden Wogen gegen das
rote Felſeneiland rollen, wiſſen noch das alte Lied zu ſingen, das
Lied von Trutz und Treue, vom Ruhme, aber auch von der
bit=
teren Not des Geſchlechtes, das vier Jahre hindurch auf allen
Meeren den ſchweren Kampf gegen die feindliche Welt wie gegen
die Naturgewalten ſo mannhaft durchgefochten hat.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 3. Febr. 3—3.30; Jugendstunde. X.,4—5: Hausorch:: Fefiz
Mendelssohu-Bartholdy (geb. 3. Febr. 1809). 1. Our. „Die Hebriden‟ —
2. Zwei Lieder: 2) Suleika; b) O Jugend, o schöne Rosenzeit. — 3. Opv.
Ruy Blas. — 4. a) Gondellied; b) Frühlingslied a. d. „Liedern ohne
Woxte” für Klavier. — 5. Our. „Athalia‟. — 6. Zwei Lieder: a) Das
erste Veilchen; b) Auf Flügeln des Gesangen. — 7. Ouv. „Die Heimkehr
aus der Fremde‟ — 8. Sommernachtstraum, Our Annie Wiegand, Alt-
Flügel: Dr. Merten. X 5—6: Ubertragung von Hamburg:
Funkheinzei-
manns Kindertheater von Hans Bodenstedt. Lieder von C. Krüger. X
6—6.30: Ingenieur Ludwig: „Neuzeitliche Klär- und
Rückgewinnungs-
anlagen‟ X 6.30—7: Bücherstunde. X 7—7.30: Dr. Heinemann: Di
neue Gestalt der Fhilosophie der Gegenwart. I. Krisis‟ X 7.30;
Vber-
tragung aus dem Frankf. Opernhaus: „Troubadour‟. Oper von Verdi.
Stuttgart.
Mittwoch, 3. Febr. 3: Jugendstunde (Elsa Pfeiffer — Karl Köstlin). X
4.30: Rundfunkorch. (F. Mendelssohn-Bartholdy geb. 1809.)
Hochzeits-
marsch a. „Sommernachtstraum” Vier Lieder ohne Worte. Our.
„Meeresstille und glückliche Fahrt”. Andante z. d. Violinkonzert (
Konzert-
meister Künstner). Suite a. „Sommernachtstraum‟. Die Hebriden, Our.
Aus Werken von Carl Hauptmann (gest. 3. 2. 1921). X 6.30: Englisch. X
7: Unjr.-Prof. Dr. Weiße, Tübingen: Spanjen im Zeitalter der
Gegen-
revolution. X 7.30: Oberstleutnant von Stockmaver: Rückblick und
Aus-
blick auf die Sendetätigkeit der Funkfreunde. 8: Die schönsten
Lust-
spiele der Weltliteratur. Das rümische Theater Nachahmung der griech.
Komödie. Plautus und Terentius. (Vortr.: P. Enderling.) — Anschl.:
Die Gefaugenen, Komödie von Plautus. Ubers von Lessing. Pers.:
Engazilus, ein Parasit (M. Heve); Hegio, ein Greis (K. Köstlin); Ein
Schließer (C. Seelow); Philoerates (E. Stockinger); Tyndaros (G. Ott);
Aristophantes (Ph. L. Mayring); Diener des Hegio (K. Albrecht); Philo-
Dolemos (H. Gaick); Stalagmus (H. Kurt). — Anschl.: Tanzabend. Mitw.;
Maria Theresia Deimann: H. Werder; Jazzbandkapelle d. Philharm. Orok,
Chili Bom Bom. Marcheta. Arabiang. Ich und Du. Budenzauber.
Zigennerleben. Er soll dein Herr sein. Haremenacht. Meseritz. Koketteris.
Monna Vanna. Küß mich. Auf dem Maskenball, O, du himmelblauer
See. Oh Baby. Mach mich Ma Jong. Venczia. Ely. Hawai.
Berlin.
Miitwoch, 3. Febr, 7.50; Die Funkprinzessin erzühit: Die Bremör
Stadtmusikanten. Die Scholle. Die Sternthaler. Der Fuchs und die
Gänse- Der Zaunkönig. X 4.50: Funkkapelle. Bousa: Gladiatoren-
Marsch. Barbieri: Our. „Perdita‟ Ralf: Ballet phant. Ohlsen: Estrella,
Böllermann: Variationen (Cello-Solo). Grieg: Norw, Brautzug. Bhode;
Mitternachtsspuk. Urbach: Musik Potp. X 6.46: Gartendir, Lesser:
„Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde‟ + 7.15: Dr. Sacha:
Lockere Zähne‟ X 7.4: General Schlee-Pascha: Die graßarabisché
Frage‟ X 8.30: Hendelssohn-Abend. Mitw.: Josek Wolfsthal, Violine.
Einl. Worte (Siegm. Pisling). Vlolin-Konzert E-moll. Bchottlsche
Sinfonte, X 10.30: Tanzmusik,
Königswusterhauson, 8: Fr. Bohmitzi Die Berücksichtigung der
waib-
lohen Eigenart in den Mädohenschelen. X 3.30: Alftert und Fri.
van Eyzeren: Spanlsch für Anfänger, X 4: Prok, Lampei Allgemeind
Wirtsohaftsgeograplte, X 4.B: Frl. Anna v. Gerke: Die Frau alr
Wirt-
schafterin.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maup=
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Strecſe
Vexantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Veranwwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich m Darmſtadt.
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u. zwerchfellerſchütternder Anekdoten. Dazu
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Selfe 8
Nummer 34
Reich und Ausland
Reichskommers des Akademiſchen Turnbundes A. T. B.
Die Akademiſche Turnbundswoche fand ihren wirkungsvollen Höhe=
Bunkt in dem Reichskommers, der in der Berliner Philharmonie unter
Leitung von Profeſſor J. Heinrich, dem bekannten Führer der
Jugend=
bewegung, vevanſtaltet wurde. Zahlreiche Alte Herren und die große
Zahl der Aktiven, umrahmt von den Chargierten der 44
Bundes=
korporationen aus dem ganzen Reich, Danzig und Deutſch=Oeſterreich,
hatten ſich in Erinnerung früherer ſchöner Tage eingefunden. Ebenſo
groß war die Zahl der Ehrengäſte, unter denen man bemerkte:
Gou=
verneur a. D. Exz. Schnee, Staatsminiſter a. D. Domiwikus,
General=
leutnant Exz. Laube, Miniſterialdirektor Daniels vom Reichsminiſterium
des Innern, Miniſterialrat Dr. Ottendorf vom Preußiſchen
Volkswohl=
fahrtsminiſterium, Geheimrat Prof. Dr. Dietrich Schäfer, Prof. Berger
von der Deutſchen Turnerſchaft, Rektoven und Senate der Berliner
Hoch=
ſchulen, Vertreter des Reichswehrmimiſteriums, der Heeres= und
Marine=
leitung und des Preußiſchen Kultusminiſteriums. Die Begrüßungsrede
hielt Cand. ing. Sauer als Vorſitzender des A. T. B. Reichskanzler
Dr. Luther hatte es ſich nicht nehmen laſſen, trotz ſeiner dienſtlichen
Ueberlaſtung, wenn auch zu ſpäter Stunde zu erſcheinen, um dem
Kom=
mers und dem A. T. B. ſeine Grüße zu überbringen und kurze Zeit im
Kreiſe ſeiner Bundesbrüder zu verleben. Stürmiſchen Beifall löſte die
von Univerſitätsprofeſſor Dr. Hübwer=Münſter gehaltene Feſtrede aus
der den jungen A. T. B.ern die Beſeelung des Staatsgedankens durch
Pflege deutſchen Volkstums im Sinne Jahns hinſtellte. Die praktiſche
Betätigung Jahnſchen Geiſtes zeigten die hervorragenden Freiübungen
der A. T. V.=Eiſelen ſowie die vorbildlichen Barren= und Reckübungen
der Bundesriege. Cand. ing. Raffelsberger vom Wiener A. T V.
ehrte in der Damenrede die deutſche Frau als Hütevin deutſchen Weſens,
beſonders in den Grenzlanden. Lange hielt die weihevoll=feſtliche
Stim=
mung die A. T. B.er mit ihren Gäſten zuſammen.
* Nicht aufgeklärter Mord.
S. Frankfurt. Vor einigen Tagen wurde in Höchſt die Leiche
des Küfers Knöll aus dem Waſſer gezogen, die mehrere Meſſerſtiche
und ſonſtige Verletzungen aufwies, ſo daß kein Zweifel darüber
be=
ſdehen konnte, daß Knöll einem Verbrechen zum Opfer gefallen war.
Die Nachforſchungen der Kriminalpolizet haben ergeben daß K. mit
einem größeren Geldbetrag anfangs Dezember nach Frankfurt bam, um
hier einige vergnügte Tage zu verleben. ,Knöll, der zuletzt in
Beglei=
tung einer Proſtituierten geſehen wurde, die aber über ſeinen Verbleib
michts weiß, iſt wahrſcheinlich in der Frankfurter Altſtadt
Ver=
brechern in die Hände gefallen, die ihn betrunken machten,
überfallen und dann beraubt haben. Die Leiche wurde dann in den Main
geworfen.
* Frankfurter Chronik.
S. Die Frankfurter Waſſerwerke werden in Zukunft auch die
Stadt Höchſt verſorgen, da dieſe ſonſt ein eignes Waſſerwerk bauen
müßte. Der Stadt Frankfurt entſtehen durch den Bau von Rohrleitungen
und Waſſermeſſern zunächſt Unkoſten von 700 000 Mark, die ſich aber durch
den mit Höchſt auf 50 Jahre abgeſchloſſenen Vertrag amortiſieren
wer=
den — Die Zentrale für Werbe= und Ausſtellungsweſen plant für die
nächſte Zeit eine Ausſtellung, die Frankfurts Beziehungen zu
Amerika ſchildern ſollen. — Die ſtädtiſche
Vergnügungsſtener=
ſtelle hatte von der Poſt eine Steuer von über 1000 Mark für die
Rundfahrten in Omnibuſſen verlangt. Der Magiſtrat iſt jetzt vom
Ober=
verwaltungsgericht mit dieſer Forderung abgewieſen worden. —
Der Rechtskonſulent Roſenbaum war im Vorjahre wegen
wieder=
holten Betruges zu zwei Jahren Gefängwis verurteilt worden. R. hat
Berufung eingelegt und eine große Anzahl neuer Zeugen laden laſſen,
darunter auch zwei kaiſerliche Prinzen, zu denen er beſondere
Beziehungen gehabt haben will.
s. Die Betriebe von Hambitzer und Schaub, die unter
Ge=
ſchäftsaufſicht ſtehen, hatten zu einer Gläubigerverſammlung einberufen,
in der beſchloſſen wurde, an die Gläubiger eine Abſchlagszahlung von
33 Proz. in der nächſten Zeit zu verteilen. Die bisherigen Inhaber
ſcheiden aus der Firma aus, deren Lokalitäten für 66000 Mark an den
Hotelier Vierig vermietet wurden. — Der Biſchof von Fulda
hat in Frankfurt ein neues Dekanat errichten laſſen. Zum erſten
Dechanten wurde Pfarrer Karl Becker ernannt. — Die jugendlichen
Schloſſer Zimmermann und Neuner und der Bäcker Schneider wollten
ſich die Mittel zum Beſuch von Maskenbällen durch Einbwiche verſchaffen.
Sie wollten über Dächer und Luftſchächte in ein großes Pelzwarengeſchäft
eindringen, wurden aber von dem Hausmeiſter überraſcht und der Polizei
übergeben. — Amtsgerichtsrat Dr. Goltermann=Idſtein wurde an
das Frankfurter Oberlandesgericht berufen. — Bei Anruf der Feuerwehr
iſt hier dieſelbe Einrichtung wie bei den Ueberfallkommandos getroffen.
Es braucht ohne Nennung einer Nummer nur „Feuerwehr” in den
Appa=
rat gerufen zu werden, um ſofort mit der Meldeſtelle verbunden zu
werden.
Tagung des kurheſſiſchen Kommunallandtages.
WSN. Kaſſel. Der 53. Kommunallandtag für den
Regierungsbe=
zirk Kaſſel wurde nachmittags durch den Oberpräſidenten für Heſſen=
Naſſau Dr. Schwander eröffnet. Der Oberpräſident führte aus, daß
dieſer Landtag in eine ſchwere Zeit falle, die das ganze
Wirtſchafts=
leben, insbeſondere die Landwirtſchaft, mit Sorgen und Not erfülle.
Die Landwirtſchaft ſei beſonders deshalb ſchwer erfaßt worden, weil.
ſie von einer Unwetterkataſtrophe vor zwei Jahren noch Kredite
abzu=
tragen habe und auch jetzt durch Hochwaſſer ernſtlich geſchädigt worden
ſei. Trotzdem ſei zu danken, daß die Landwirtſchaft nicht in dem Maße
in unſerem Bezirk mitgenommen worden ſei, wie in anderen
preußi=
ſchen Landesteilen, wo zahlreiche Zwangsverſteigerungen den Ernſt der
Lage der Landwirtſchaft am deutlichſten bewieſen. — Schwierig ſeien auch
die Verhältniſſe in der Induſtrie und Handel. Das große Heer der
Arbeitsloſen werde Gegenſtand ernſter Sorge des neuen Landtags ſein.
Inſofern ſei dem alten Landesausſchuß zu danken, daß er noch im
In=
tereſſe der Arbeitslofen große Mittel bereitgeſtellt habe, um
Notſtands=
arbeiten im Regierungsbezirk zur Ausführung zu bringen. Es handle
ſich hierbei um ſehr erhebliche Beträge, die der Ausſchuß übernommen
habe, und ſei an die Grenze der Leiſtungsfähigkeit gegangen worden. —
Unter lebhaftem Beifall des Kommnallandtags gedachte der
Ober=
präſident der Befreiung von 2½ Millionen Deutſchen von der fremden
Beſatzung und entbot den Brüdern und Schweſtern am Rhein die Grüße
des Kommunallandtags.
In den darauf erfolgenden Wahlen wurde zum Präfidenten
Land=
rat a. D. Rittergutsbeſitzer v. Keudell=Eſchwege gewählt. Stellverteter
wurde Oberbürgermeiſter Antoni=Fulda. — Die nächſte Sitzung des
Kommnnallandtags wird am Mittwoch, den 3. Febr. vorm. 9½ Uhr
ſtattfinden.
Direktor Karl Müller geſtorben.
Berlin. Direktor Karl Müller, Erſter Stellvertvetender
Vor=
ſitzender des Vereins Deutſcher Zeitungsverleger (Herausgeber der
deut=
ſchen Tageszeitungen), Mitglied des Aufſichtsrats der Continental=
Tele=
gvaphen=Compagnie (Wolffs Telegraphiſches Büro), Vorſitzender des
Aufſichtsrats des Nachrichtenbüros des Vereins Deutſcher
Zeitungsver=
leger und der Handelsgeſellſchaft Deutſcher Zeitungsverleger, eine der
führenden Perſönlichkeiten des deutſchen Zeitungsweſens, iſt am
Somn=
tag abend in Wolfsgrund bei Altheide nach kurzem Krankenlager im
Alter von 63 Jahren am Herzſchlag verſchieden.
Zum Fall Komiſche Oper.
Berlin. Das „Achtuhr=Abendblatt” berichtet zu der
Angele=
genheit der Komiſchen Oper, die Verpachtungskommiſſion der Komiſchen
Oper verhandle gegenwärtig mit verſchiedenen Reflektanten über die
Verpachtung der Komiſchen Oper. Die Kommiſſion habe alle
An=
gebote auf Umſtellung der Komiſchen Oper in ein Lichtſpieltheater
ab=
gelehnt und berückſichtige nur Intereſſenten, bei denen die Garantie
ge=
boten wird, daß wenigſtens ein Teil des bisherigen Perſonals weiter
beſchäftigt wird. Eine Prüfung der Finanzverhältniſſe habe ergeben
daß ein Konkursverfahren völlig zwecklos ſein würde,
weil aller Wahrſcheinlichkeit nach das Gericht den Konkursantrag
mangels Maſſe ablehnen würde.
In einem Granatloch verhungert und erfroren.
Berlin. Auf dem Tegeler Schießplatz fanden Spaziergänger
die Leiche eines Mannes, der als ein 40 Jahre alter, aus Magdeburg
gebürtiger Arbeiter Otto Schäfer feſtgeſtellt wurde. Die Beſichtigung
der Leiche ergab, daß der Mann unterernährt war und infolge
der Schwäche in dem Unterſchlupf, zu dem ihm das Granatloch diente
unter der Einwirkung der Kälte geſtorben iſt.
Engliſche Anerkennung für das Rettungs,verk der „Bremen.”
London. Der Dampfer Bremen”, der in der letzten Woche
den leider nicht voll erfolgreichen Verſuch machte, die Mannſchaft des
Dampfers „Lariſtan” zu retten, iſt am Montag morgen in
Queenstown angekommen. Die geretteten Mitglieder der Beſatzung ſind
voll Lobes über den Heldenmut der Offizieve und Mannſchaften der
Bremen”. Ein Matroſe von der Mannſchaft des „Lariſtan” gab ſeiner
Bewunderung über die gute und freundliche Behandlung, die ihm die
Deutſchen an Bord der „Bremen” zuteil werden ließen, Ausdruck. Der=
Kapitän der „Bremen” wurde in Queenstown von den Spitzen der
Be=
hörden begrüßt, die ihm den Glückwunſch der Bevölkerung zu ſeiner
dlänzenden Leiſtung au
Mittwoch, den 3. Fedruar 4620
Im Flugzeug über den Ozean.
Die ſpaniſchen Flieger in Südamerika.
Paris, 2. Februar.
Die ſpaniſchem Flieger, die am Sonntag Südamerika
erreich=
ten, ſind um 6.30 Uhr abends (weſteuropäiſche Zeit) im Hafen
von Pernambuco gelandet. Nach dem hier aus Madrid
einge=
troffenen Funktelegramm ging die Fahrt zunächſt glatt vonſtatten.
Das Waſſerflugzeug war am Samstag bis gegen mittag in
dau=
ernder drahtloſer Verbindung mit einem der beiden Begleitſchiffe.
Ein wenig ſpäter weldete eine Depeſche des ſpaniſchen Konſuls
in Pernambuco, daß die Flieger mit der Inſel Fernando de
Noroha, die zwiſchen den Kap Verdiſchen Inſeln und Amerika
liegt, funkentelegraphiſch in Verbindung getreten waren. Dann
wurden die Nachrichtem weniger günſtig. Ein Telegramm
mel=
dete daß die Flieger gegen 8 Uhr abends bei der Inſel Fernando
de Noroha auf offener See niedergegangen ſeien und daß ſie
verſuchten, an die Inſel heranzukommen. Dieſe Nachricht wurde
ſpäter beſtätigt. Mojor Franco hatte aus Furcht, daß ſein
Ben=
zinvorrat nicht autsreichen wünde, zu landen beſchloſſen, um auf
der Inſel Fernando de Noroha dieſe Vorräte zu ergänzen. Vom
den Wellen hin= und hergeworfen, verbrachte die Mannſchaft die
ganze Nacht auf dem Waſſer. Auf die drahtloſen Rufe des
Flug=
zeuges hin machte ſich eines der Begleitſchiffe auf die Suche
nach dem Flugzeug, und konnte es am Sonntag vormittag
fin=
den. Mit größten Schſwierigkeiden gelang es, die
Bremnſtoffvor=
räte des Flugzeuges von dem Begleitſchiff aus zu ergänzen, ſo
daß der Weiterflug dann ſtattfinden konnte. Bei einem zweiten
Verſuch gelang der Start gegen 3 Uhr nachmittags (
weſteuro=
päiſche Zeit). Der Reſt des Fluges verlief regelmäßig, und um
6,30 Uhr konnten die Flieger in Pernambuco landen.
DD. Paris. Zu der erfolgten Landung der ſpaniſchen
Südamerika=
flieger in Pernambuco wiſſen die Blätter noch zu berichten, daß das
Flugzeug bei der Landung im Hafen beinahe Schiffbruch erlitten hätte.
Eine rieſige Sturzwelle beſchädigte das Flugzeug ſehr ſchwer, die Flieger
mußten mit einem Motorboot an Land geſchafft werden. Der Apparat
bedarf einer eingehenden Reparatur. Die Flieger beabſichtigen, ihren
Flug über Rio de Janeiro nach Buenos Aires fortzuſetzen und von dort
über Chile, die Vereinigten Staaten und Kuba nach Spanien
zurück=
zufliegen.
Landung der ſpaniſchen Flieger in Braſilien.
Nach einer Meldung aus Pernambuco iſt der Fliegerwajor
Franco nach ſeiner Ankunft auf dem braſilianiſchen Boden
nieder=
gekniet und hat die Erde geküßt, um damit die ſymboliſche Geſte
von Chriſtoph Columbus nachzuahmen und zu verſtehen zu geben,
daß Europa jetzt mit Südamerika auf dem Luftwege verbunden
ſei. Bei der Ankunft des Fliegers läuteten 150 Glocken der Stadt
und mehrere Tauſend Bewohner, die ſich auf den Quais
ver=
ſammelt hatten, brachten ihm eine begeiſterte Ovation dar.
Stimmen ans dem Leſerkreiſe.
Gür M DeFſendlchngen miter dieſer üsberſchriff übernimmt die Redatfien keinstd D—.
erstmertung; für ſie bleibt arf Grund des 6 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfong
der Oinſender verantwortſich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen micht
zurückgeſandt, die Ablebnung nicht beanlindet werden
Zur Notiz in Nr. 32 vom 1. d. M. Aufkäufer von
Alter=
tümern” wird um Angabe der ſachverſtändigen Stellen gebeten, an die
man ſich um Nat wenden ſoll.
Briefkaſten.
Vierzig Perſonen an Fleiſchvergiftung erkrankt.
Berlin. In dem Dorfe Oberlaſzik in Oberſchleſien ſind
40 Perſonen an ſchwerer Fleiſchvergiftung erkrankt. Davon iſt eine
Per=
ſon bereits geſtorben. Mehrere andere befinden ſich in
Lebens=
gefahr. Eine polizeiliche Unterſuchung iſt im Gange.
Die „Heilige Pforte” von Sankt Peter wieder geſchloſſen.
* Rom. Am Montag abend wurden in Sankt Peter die letzten
Arbeiten zur Schließung der heiligen Pforte beendet. Wie erinnerlich,
fand die offizielle Zeremonie der Schließung am 24. Dezember ſtatt. Der
Papſt und hohe geiſtliche Würdenträger legten ſelbſt die erſten Ziegel
auf die Schwelle der Tür, die zuletzt der greiſe Leo XIII. 1900 geöffnet
und geſchloſſen hatte. Inzwiſchen haben die Sanpietrini — man könnte
ſagen, die Gilde der batikaniſchen Bauarbeiter — die ganze Füllung der
Tur mit den Ziegeln vermauert — die römiſche Patrizier; Kirchen und
Orden geſtiftet haben und die in künſtleriſcher Ausführung den Namen
oder das Wappen der Schenker tragen. In der inneren Wand war ein
kleiner Raum für einen Schrein, der ein Geſchenk der Diözeſe Mailand
iſt, freigelaſſen. In dem Schrein wurden 106 goldene, ſilberne und
bronzene Medaillen, die anläßlich des Jubeljahres und des Pontifikats
Pius XI. geprägt ſind, verwahrt, und eine Urkunde, über die
Zere=
monie, die auch die Namen der 745 Spender der zur Schließung der
Pforte verwendeten Ziegel enthält. Dieſe Familien haben das Recht,
bei der Wiedereröffnung der Pforte 1950 dieſe Ziegel zurückzubitten.
Ein Nachſpiel zu dem Teufelsaustreibungen in Bombon.
DD. Paris. In Bordeaux hat geſtern nachmittag die Menge die
Wohnung der Führerin der Teufelaustreiber von Bombon zu ſtürmen
verſucht. Ueber 200 Perſonen drangen in die Beſitzung der Marie
Mes=
min ein. Die Anhänger der Frau Mesmin gaben Schreckſchüſſe ab, um
die Menge zurückzuhalten. Die Menge verſuchte, die Tür des Hauſes
einzuſchlagen, wobei eine der Teufelaustreiberinnen verletzt wurde. Der
Polizei gelang es ſchließlich, die Ruhe wiederherzuſtellen.
Große franzöſiſche Flottenmanöver im Kanal.
TU. Paris. Seit einigen Tagen ſind im Aermelkanal große
fran=
zöſiſche Flottenmanöver im Gange. Die vereinigte Kanal= und
Nord=
ſeeflotten haben den Hafen von Cherbourg angegriffen. Die Aufgabe
lautete dahin, unter Bekämpfung der Küſtenbatterie eine
Landungs=
expedition vorzunehmen. Die Operationen wurden durch ſchlechtes Wetter
behindert. In der Hauptſache, ſo führen die Blätter aus, ſei es dem
franzöſiſchen Oberkommando darauf angekommen, ſich von der
Schwellig=
keit der Nachrichtenübermittelung zu überzeugen. Das Ergebwis laſſe
jedoch zu wünſchen übrig. Insbefondere hätte der Brieftaubendienſt
völlig verſagt, ſodaß unverzüglich zur Einrichtung neuer
Brieftauben=
ſtationen geſchritten werde. Auch die Luft fklärung ſei nicht ganz
ge=
glückt. Als die Lenkluftſchiffe aus der Flughalle Montebourt eingeſetzt
werden ſollten, waren ſie nicht in manövrierfähigem Zuſtande. Am
10. und 11. Februar werden ſämtliche franzöſiſchen Kriegsgeſchwader
bei Cherbourg zu großen Manövern zuſammengezogen werden.
Franzöſiſche Truppenmeuterei in Syrien.
DD. Paris. Die kommuniſtiſche „Humanité”, weiß über die
Kämpfe der franzöſiſchen Truppen mit den Druſen zu melden, daß
wäh=
rend des Gefechts von Rachaya am 10. Januar zwei franzöſiſche
Batail=
lone gemeutert hätten. Im Verlaufe des viertägigen Kampfes, bei dem
ſich 1300 Drufen und 3800 franzöſiſche Soldaten gegenüber geſtanden
hätten, habe ſich das Bataillon, das das Fort Rachaya zu verteidigen
ge=
habt hätte, geweigert, den Kampf fortzuſetzen. Ein zweites Bataillon,
das in aller Eile von dem genannten Fort herbeigeholt worden ſei, habe
ſich dem Vorgehen des erſten Bataillons angeſchloſſen und die Waffen
fortgeworfen. Erſt nach drei Tagen ſei es dem franzöſiſchen Kommando
gelungen, friſche Truppen in Beirut zu landen und mit Hilfe von
Gas=
bomben den Kampf für ſich zu entſcheiden.
Ein Deutſcher beim Rettungswerk der „Antinve” ertrunken.
DD. London. Die von dem amerikaniſchen Dampfer „Präſident
Rooſevelt” geretteten Mannſchaften des britiſchen Frachtdampfers „
An=
tinoe” haben die furchtbarſten Schilderungen ihres Schickſals gegeben.
Vier Tage hat ihr kleines Schiff auf den Wellen getrieben, und nur mit
äußerſter Anſtrengung war es dem „Präſident Rooſevelt” gelungen, bei
fünfzehn bis zwanzig Meter hohen Wellen an die „Antinoe”
heranzu=
kommen. Die beiden Matroſen des „Rooſevelt” die Opfer des
Rettungs=
werks wurden, ſind der Deutſche Keitmann und der Finne Wirtamen.
Rettung aus Seenot.
New York. Ueber die Rettung der Mannſchaft des holländiſchen
Frachtdampfers „Alkaide” durch den Dampfer „Weſtphalia” der
Ham=
burg—Amerika=Linie berichtet die „Weſtphalia” drahtlos: Schwere
Wellen gingen über das ganze Schiff. Die Deckgeländer, die vorderen
und hinteren Deckaufbauten und die Luckendeckel waren weggeſpült; die
Boote zertrümmert, das Deck ſelbſt ſchwer beſchädigt. Infolge des
ſchweren Sturmes war am Sonntag ein Verſuch zur Rettung der
Mannſchaft nicht möglich. Am Montag früh konnte ein Boot den „
Al=
kaide” erreichen und die geſamte Mannſchaft von 27 Mann auf einmal
übernehmen. Der Alkaide” iſt in Brand geſteckt worden, um eine
Ge=
fährdung der Schiffahrt durch das treibende Wrack zu verhindern.
Mordprozeß in Kairo.
Kairo. Hier begann der eigens gebildete Gerichtshof, der ſich
aus dem früheren deutſchen Juſtizminiſter Heinze als Vorſitzender und
zwei deutſchen Richtern zuſammenſetzt, mit der Verhandlung gegen die
beiden der Ermordung des britiſchen Untertanen Gabriel Tewfik bey
Karam beſchuldigten Deutſchen. Die Anklage vertritt der deutſche
Generalſtaatsanwalt König,
Ein Abonnent. Auch der Vermieter kann ſich des
Hausfriedens=
bruches ſchuldig machen, wenn er unberechtigt in die Mietwohnung
eindringt.
Alter Abonnent in D. Für die Berechnung des Goldmarkbetrages
wird permutet, daß die Hypothek an dem Tage erworben iſt, am
dem ſie für den Gläubiger in das Grundbuch eingetragen iſt. Dieſer
Tag gilt alſo inſolange als Erwerbstag, als nicht der Erwerb zu
einem anderen Tage nachgewieſen wird. Die weitere Frage: zu
wel=
chem Betrage die Hypothek aufgewertet wird, kann erſt dann
beantwor=
tet werden, wenn der Zeitpunkt des Erwerbs der zweiten Hypothek
angegeben iſt.
„Nach W.‟ Es ſteht Ihnen frei, die Anmeldung bei jeder
belie=
bigen Sparkaſſe zu bewirken, am natürlichſten iſt dies aber doch die Kaſſe,
bei der ſ. Zt. die Anleihe gezeichnet wurde, zumal gerade ſie in der Lage
iſt, Ihnen den Altbeſitz zu beſcheinigen.
H. hier. Handelt es ſich bei dem Darlehen um eine
Vermögensan=
lage, was wir nicht wiſſen, ſo darf die Aufwertung 25 Proz. des
Gold=
markbetrages nicht überſteigen. Weiter fragt ſich, ob bei Annahme
der Rückzahlung der Gläubiger einen Vorbehalt gemacht hat oder
nicht, Schließlich die Frage: was war der Zweck der Darlehensaufnahme?
Dr. Fr. Es wird weſentlich davon abhängen, was Sie mit dem
Vermieter diesbezüglich vereinbart haben. Der Inhaber der Wohnung
wird verlangen können, daß der status quo wieder hergeſtellt wird. In
dieſen Dingen iſt es richtiger, vorher ſich zu vereinbaren, ſonſt
ent=
ſtehen Differenzen.
J. K. 100. Wenn Sie die Darlehen nicht in der Abſicht hingaben,
ſie dauernd oder länger verzinslich anzulegen, ſo entfällt der Begriff
der Vermögensanlage und die Darlehen ſind frei (ohne prozentuale
Beſchränkung) aufzuwerten. Ueber die Höhe der Aufwertung hat
mangels gütlicher Einigung das ordentliche Gericht (nicht die
Aufwer=
tungsſtelle) zu entſcheiden.
„Rechthut”. Zunächſt fragt ſich, ob der Aufwertungsbetrag ſchon
feſtſteht. Für Darlehenshypotheken ſteht er feſt. Der Zinsſatz iſt ab
1. Januar 1925 1,2 Proz., ab 1. Juli 1925 2½ Proz. Vom 1. Januar
1926 beträgt derſelbe 3 Proz, und vom 1. Januar 1928 5 Proz. Nur
wenn die Hypothek infolge Aufwertung kraft Rückwirkung wieder
ein=
getragen wird (alſo gelöſcht war), beginnt die Verzinſung erſt mit dem
Beginn des auf die Wiedereintragung folgenden Kalendervierteljahres.
J. H. Als Vermögensanlagen gelten nicht die Anſprüche aus
gegenſeitigen Verträgen wie dem hier in Rede ſtehenden. Das
Auf=
wertungsgeſetz trifft Ihren Fall nicht; es iſt nach Treu und Glauben
(ohne prozentuale Beſchränkung) aufzuwerten. Ueber die Höhe hat
das ordentliche Gericht mangels gütlicher Einigung zu entſcheiden.
Warten Sie ab, bis man mit Anſprüchen an Sie herantritt.
Nach Darmſtadt. Ein derardiges Verbot, ſelbſt wenn in einer beim
Mietvertragsabſchluß bekannt gegebenen Hausordnung niedergelegt,
dürfte u. E. Ihrer Handlungsweiſe, die aus einer Anſtandspflicht
end=
ſpringt, nicht entgegengehalten werden können.
J. S. Anſprüche, die auf Erbauseinanderſetzungen beruhen, gelten
nicht als Vermögensanlage und unterſtehen nicht dem
Aufwertungs=
geſetz. Ueber die Höhe der Aufwertung im Einzelfalle hat mangels
güitlicher Einigung der ordentliche Richter zu befinden. Sie werden ſich
am beſten an einen Anwalt an genanntem Platze wenden, zudem dieſem
ja auch die ordentlichen Verhältniſſe bekannt ſein dürften.
E. A. D. Gegenſtand des Patentſchutzes iſt der Erfindungsgedanke
der eine unkörperliche Sache darſtellt, Inhalt des Rechts iſt die
aus=
ſchließliche Nutzungsbefugnis, alſo eine eigentumsähnliche Befugnis, mit
einer ſich aus der Natur des Gegenſtandes ergebenden zeitlichen
Be=
ſchränkung. Da der Patentſchutz koſtſpielig und umſtändlich iſt, hat man
durch Geſetz vom 1. Juni 1891 einen vereinfachten und billigeren Schutz
für kleine Erfindungen eingeführt, für durch Modelle darſtellbare, alſo
körperliche Geſtaltungen von Gebrauchsgegenſtänden. — Warenzeichen
(Schutzmarken) ſind Zeichen — Bilder oder Wörter —, die ein
Geſchäfts=
mann auf die von ihm hergeſtellten oder vertriebenen Waren anbringt,
um ſie als aus ſeinem Betrieb ſtammend zu kennzeichnen. Geſetz zum
Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894. — Wegen der drei
Rechtsmaterien verweiſen wir auf das „Politiſche Handwvörterbuch” von
Paul Herre, Leipzig 1923. Verlag K. F. Köhler, 2. Teil, S. 284 flgg.
und S. 948 flgg. Die Landesbibliothek beſitzt wohl dieſes Buch.
B. in H. Es wird wohl weſentlich auf die Faſſung der Ure
kunde ankommen. Iſt ein uneingeſchränkter Verzicht auf
Aufwertungs=
anſprüche klar ausgeſprochen, ſo wird eine Aufwertung überhaupt nicht
mehr in Frage kommen. Da es ſich im weſentlichen um die Auslegung
der gebrauchten Worte drehen wird, kann Weiteres allgemeiner Natur
dazu nicht geſagt werden.
J. B. in H. 1. Die Reſtkaufgeldforderung wurde im Jahre 1918
begründet, ſie iſt deshalb nach der dinglichen Seite mit 25 Prozent des
Goldmarkwertes, nach der perſönlichen Seite kann Aufwertung bis zu
100 Prozent des Goldmarkbetrags begehrt werden. Nach § 67 Abſ. 1
des Aufwertungsgeſetzes ſteht der Aufwertung nach den Vorſchriften eben
dieſes Geſetzes ein Vargleich nicht entgegen, wenn er in der Zeit
vom 15. Juni 1922 bis 14. Februar 1924 geſchloſſen iſt. Wäre neben
dem Vergleich auch ein Verzicht ausgeſprochen, ſo müßte dieſer Verzicht.
nach allgemeinen Rechtsgrundſätzen beurteilt werden. Es wird, um zu
einem entſprechenden Ergebnis zu kommen, weſentlich auf eine
Aus=
legung der im Okkober 1923 getroffenen Abmachung ankommen müſſen.
Wenn die Parteien klar zum Ausdruck gebracht haben, daß die Schuld
durch die Leiſtung vereinbarungsgemäß getilgt ſein ſolle, kann hinterher
Aufwertung nicht mehr verlangt werden. (R.G.3. Bd. 109 S. 11I.)
2. Das Aufwertungsgeſetz behandelt im zweiten Abſchmitt abſchlie
ßend die Aufwertung von Hypotheken (Darlehens= und
Reſtkaufgeld=
hypotheken.) § 62 behandelt ſonſtige Aufwertungsanſprüche anderer
als der in §§ 4—61 bezeichneten Art und hebt dann, in § 62, hervor,
daß Vermögensanlagen (ohne den Begriff zu definieren) 25 Prozent des
Goldmarkbetrages nicht überſteigen dürfen und zählt in 8 63 Abſ. 2 u. 3
nur auf, was nicht als Vermögensanlage gilt.
Geſchäftliches.
Wie lange trägt man ein Paar Schuhe?
Das hängt ganz davon ab, wie man ſie behandelt. Vor allem darf
wan zum Putzen keine minderwertige Schuhereme benutzen, welche daß
Leder angreift. Wer dagegen zur Schuhpflege die bekannte Schuhereme
Erdal verwendet, der wird finden, daß die Schuhe viel länger ſchon
bleiben als bisher. Deshalb gebrauchen auch die Hausfrauen in ganz
Deutſchland keine andere Schuhereme ſoviel wie Erdal mit dem
roten Froſch.
Unſerer heutigen Stadtauflage (ohne Poſt) liegt eine Beilage des
Union=Theaters Darmſtadt, Rheinſtraße 4, betr. „Bismarck”;
der Film der Deutſchen, bei.
Tageskalender für Mittwoch, den 3. Februar 1926.
Landestheater. Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10½
Uhr, K 9 (Bühnenvolksbund): „Carmen” — Kleines Haus, Anfang
7½ Uhr, Ende 10 Uhr (Gaſtſpiel des Rhein=Mainiſchen
Künſtler=
theaters): „Die fünf Frankfurter” Orpheum abends 8 Uhr:
„Das Spielzeug der Marquiſe‟ — Gaſtwirte Innung Heſ”
ſen, abends 8 Uhr, im Städt. Saalbau: Stiftungsfeſt. —
Krieger=
dankbund e. V. Ortsgruppe Darmſtadt, abends 8 Uhr, im großen
Saal der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, Lichtbilder=Vortrag über: „Ein
Vermächtnis unſerer gefallenen Kameraden aus dem Weltkrieg‟ —
Kinovorſtellungen: Umion=, Reſidenztheater, Palaſtlichtſpiele=
Verſteigerungskalender für Donnerstag, den 4. Februar 1926.
Brennholzverſteigerung vormittags 9 Uhr im Fürſtenſaalt,
Grafenſtraße 20. — Brennholzverſteigerung aus bei
Meſſeler Wald vormittags 9½ Uhr; Zuſammenkunft auf der Straße
Meſſel—Eppertshauſen am Steinbruch. — Verſteigerung ber”
fallener Pfänder vormittags 9—1 Uhr im Städt Leihamh
Kirchſtraße 10.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Donnerstag, den 4. Februar 1926
nach der Wetterlage vom 2. Februar.
Die Wetterlage iſt weiterhin ſchnellen Veränderungen unterworſei.
Im Weſten liegt ein ausgedehntes Tiefdruckſyſtem, deſſen Ausläufer wei
öſtlich ausgreifen und die auch in unſerem Bezirk noch keine beſtändigs
Witterung aufkommen laſſen. Die Heſſ. Oeffentl. Wetderdienſtſtelle.
Nummer 34
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Seite 9
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Nummer 34
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Die glückliche Geburt eines
geſunden Mädchens zeigen
hoch=
erfreut an
Aug. Geduldig
und Frau.
Darmſtadt, 2. Februar 1926. (*3199
Für die uns anläßlich unſerer
Goldenen Hochzeit zu teil gewordenen
Glückwünſche und auch in reichem Maße
dargebrachten Geſchenke ſagen wir Allen
unſeren innigſten Dank.
(* 3157
Johannes Steiger u. Frau.
Die Eheleute Ludwig Nordt,
Mauer=
ſtraße 9½, feiern heute das Feſt der
Silbernen Hochzeit. (es17s
Kameradſchaftl. Bereinigung
ehemal. Heſſ. Garde=Dragoner 23.
Hauptgruppe Darmſtadt.
Nach langen ſchweren Leiden
iſt unſer lieber, guter Kamerad
von uns gegangen.
Wir verlieren einen lieben,
treuen Kameraden, dem wir
dauerndes Andenken bewahren
Die Einäſcherung findet heute
Mittwoch, nachmittags 3½ Uhr,
Waldfriedhof ſtatt.
Die Vereinigung ſammelt ſich
mit Standarte und Muſik um
3½/, Uhr am Eingang.
Wir bitten um ſtarke
Be=
teiligung.
(*3162
Todes=Anzeige.
Geſtern abend iſt unſere liebe
Tante und Großtante
Fräulein
Liſette Eſcher
im faſt vollendeten 74. Lebensjahre
von ihrem Leiden erlöſt worden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Eſcher
„ Bloch
„ Schnetz
Auguſt Tramer.
Darmſtadt, den 2. Februar 1926.
Die Beerdigung findet
Donners=
tag, den 4. Februar, nachmittags
3 Uhr, auf dem alten Friedhof an
der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt,
(*3182)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe überaus
herzlicher Teilnahme bei dem
Heim=
gange unſeres lieben, teuren
Ent=
ſchlafenen
Karl
ſowie für die zahlreichen
Blumen=
ſpenden ſagen wir hiermit unſeren
innigſten Dank. Ganz beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Goethe
für die troſtreichen Worte,
außer=
dem den Herren des Vorſtandes und
den Kameraden des Sportvereins 98,
ferner F.=C. Union, F.=C. Eintracht,
Sp.=V. Arheilgen für die
Kranz=
niederlegung, ſowie dem Solo=
Quartett des Heſſ. Landestheaters
für den ehrenden Trauergeſang.
Im Namen der tieftrauernd. Hinterbliebenen:
Franz Stephan und Familie.
Darmſtadt, den 2. Febr. 1926 (1768
Statt Karten.
Am 29. Januar iſt meine
herzensgute, treue Mutter nach
kurzem ſchweren Leiden ſanft
entſchlafen.
Paut Mneng.
Auf Wunſch der Verſtorbenen hat die
Einäſcherung in aller Stille
ſiattge=
funden.
Es wird gebeten, von Beileidsbeſuchen
Abſiand zu nehmen.
Dankſagung.
Allen, die uns ihre aufrichtige
Teilnahme bekundeten und unſerem
lieben Verſtorbenen die letzte Ehre
erwieſen, ſagen wir unſeren
herz=
lichſten Dank.
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Nummer 34
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Seite 11
Sport, Spiel und Turnen.
Ausſchuß für Leibesübungen Darmſiadt.
In der Ausſchußſitzung gab der Vorſtand bekannt, daß der
Sportausſchuß und die Bäderdeputation der Stadtverordneten zu einem
Sportausſchuß zuſammengelegt wurden, dem 12 Stadtverordnete und 10
Vereinsvertreter angehören, ferner daß aus der erſten Beſatzungszone
Baracken zum Verkauf ſtehen, die ſich als Uebungsſtätten und Heime
eig=
nen. Dann wurde der Plan zur Einteilung des Exerzierplatzes zu
Sport=
ud Spielplätzen für Vereine und Schulen erläutert, der in großzügiger
Weife eine Feſthalle, Stadion, mehrere Plätze, Spielwieſe und Radbahn
vorſieht. Dieſe ſchöne Löſung kann nur nach und nach verwirklicht
wer=
den. Dabei wurde die allgemeine Lauheit und Verſtändnisloſigkeit
wei=
ter hieſiger Kreiſe dem Turnen und Sport gegenüber im Gegenſatz zu
anderen Städten betont. Es gelte, in der Preſſe darüber die
Bürger=
ſchaft wachzurütteln. Im Schwimmbad ſoll auf Veranlaſſung des
Aerzte=
vereins das Waſſer öfter erneuert werden. Ueber die Brauſen und
Du=
ſchen daſelbſt wird von den Schwimmvereinen wiederholt lebhaft geklagt.
Da ſei ein lächerlicher Sparbetrieb an Waſſer und es ſoll bei den
maß=
gebenden Stellen dagegen beſchwert werden. Berichtet wurde ferner
üüber Fragen des Sportabzeichens, über Veranſtaltung eines Werbefeſtes
für die deutſchen Kampfſpiele in Köln, eventuell Geldbeihilfen für die
Teilnehmer und eine beſondere Veranſtaltung hierfür; über die letzte
Sitzung des Landesausſchuſſes für Leibesübungen, über deſſen
Zuſam=
menſetzung; über die Ausſtellung Mutter und Kind mit ärztlichen
Vor=
trägen, über Turnen und Sport, ſowie über Sportberichterſtattung.
Leichtathletik.
Heſſen, Verein für Leibesübungen, Darmſtadt.
Von großem Einfluß auf die harmoniſche Entwicklung des Körpers
ſind die neuzeitlichen gymnaſtiſchen Uebungen. Sie dienen hauptſächlich
der Ausbildung des Rumpfes, der Hülle für die inneren Organe, und
ſchaffen den Ausgleich zur Betätigung bei verſchiedenen Spoxtarten, bei
denen die Rumpfteile nicht in gleichem Verhältnis wie die inneren
Or=
gane in Anſpruch genommen werden. Im Winter wenn ein regelrechtes
Ueben in einzelnen Sportzweigen nicht möglich iſt, ſollten die
betreffen=
den Ausübenden zur Erhaltung der Widerſtands= und Leiſtungsfähigkeit
ſich fleißig der Hallengymnaſtik unterziehen. Ohne Rückſiht auf die
Gleichmäßigkeit in der Bewegung und ohne Gedächtnisdrill dienen die
genannten Uebungen einzig und allein der Körperbildung zum
Unter=
ſchied von den turneriſchen Freſibungen, die außerdem zur Erzwingung
guter Körperhaltung und zur Förderung der Geſchicklichkeit ſowie als
Diſziplinübungen für den Turnbetrieb unentbehrlich ſind. Ebenſo
un=
entbehrlich ſollen die gymnaſtiſchen Uebungen für denr Sportler ſein,
In jedem gut geleiteten Sportverein iſt ein beſonderer Uebungsleiter
hierfür vorhanden und werden beſondere Uebungsſtunden für Gymnaſtik
angeſetzt. Auch „Heſſen” hat einen ſehr tichtigen Leiter hierfür in der
Perſon des Herrn Diplom=Sportlehrers Adamheit dahier gewonnen.
Der=
ſelbe erteilt ſeit einiger Zeit einer ſtattlichen Schar Sportler Unterricht
in der Turnhalle der Mornewegſchule. Beſondere Uebungsſtunden zur
Heranbildung von Uebungsleitern beginnen Ende dieſer Woche in der
Turnhalle der Liebigs=Oberrealſchale. Anmeldungen dazu werden
ent=
gegengenommen. Die Kraftſportabteilung iſt nunmehr im Beſitz von
Geräten und einer einwandfreien Ringmatte. Ihre Uebungsſtunden
finden in der Turnhalle der Mornewegſchule unter ſachkundiger Leitung
ſtatt.
Handball.
Deutſche Turnerſchaft Main=Rhein=Gan.
Große Ueberraſchungen brachte der letzte Sonntag. Griesheim ſiegte
mit 4:1 über Pfungſtadt, das mit jugendlichem Erſatz für Fey und
Koch ſpielte. Ein offener Kampf, der beide Parteien abwechſelnd im
Vorteil ſah. Pfungſtadt war nicht in der Lage, auch nur einen von acht
Freiwürfen zu verwandeln. Worfelden führte in Sprendlingen ſchon
nach 28 Minuten 3:1, als das Spiel abgebrochen wurde. Eberſtadt
legte die Beſſunger mit 6:0 hinein. Dieſes Reſultat entſpricht
keines=
falls dem Spielverlauf. Bei ausgeglichenem Feldſpiel konnte Eberſtadt
ſeine Ausſichten ausnützen, während Beſſungen acht Freiwürfe und einen
13=Meter ausließ. Bickenbach gewann mit viel Glück 1:0 gegen Seeheim.
Groß=Gerau erkitt ſeine erſte Niederlage gegen Wolfskehlen. Scharfer
ſpannender Kampf und verdienter Sieg von Wolfskehlen, das bis
Halb=
zeit durch zwei Fernſchüſſe klar in Führung lag. Eine Minute vor Schluß
fiel das Ehrentor für Groß=Gerau, deſſen Torwächter in Hochform war.
Beide Vereine ſtehen punktgleich an der Spitze der Tabelle. —
Ergeb=
niſſe: Pfungſtadt—Griesheim 1:4 (0:2), Sprendlingen—Worfelden
1:3, Eberſtadt—Beſſungen 6:0 (3:0), Bickenbach—Seeheim 1:0 (1:0),
Langen II—Bensheim 3:0 (1:0), Wolfskehlen—Groß=Gerau 2: 1 (2:0),
Egelsbach—Griesheim II 2: 2 (1:2), Neu=Iſenburg—Walldorf 1 :2 (1:1).
Jugend: Gernsheim—Tgſ. Griesheim 7:0 (4:0), Langen-Beſſungen
2:1 (0:0).
Fußball.
Sportverein Höchſt—V.f.R. Erbach 1:2 (1:y.
Am vergangenen Sonntag trafen ſich obige Mannſchaften i Höchſt
zu dem fälligen Privat=Rückſpiel. Beide Mannſchaften hatten ſehr unter
den Bodenverhältniſſen zu leiden. Trotzdem Erbach mit 3 Mann Erſatz
antreten mußte, merkte man doch die Ueberlegenheit des V.f.R. In der
18. Minute ging Erbach durch ſeinen Halblinken in Führung und durch
ein Mißverſtändnis und auch, weil ein Spieler von Erbach nicht in den
Schmutz wollte, konnte Höhſt den Ausgleich erzwingen.
In der zweiten Halbzeit war V.f.R. durchweg tonangebend und ging
in der 35. Minute wieder in Führung, nachdem 3 Elfmeter verſchoſſen
worden waren. Im allgemeinen war es ein ſchönes Spiel, mur dürfte
das Publikum von Höchſt etwas mehr Ruhe wahren.
Kegeln.
Darmſtädter Keglerverbanb.
Die Bezirksſpiele des Süddeutſchen Gaues haben ihren Anfang
ge=
nommen. Der Gau iſt i 6 Bezirke eingeteilt. Darmſtadt zählt zum
3. Bezirk und vereinigt die Verbände Hanau, Fechenheim, Offenbach,
Aſchaffenburg und Darmſtadt. Jeder Verband hat eine 10erMannſchaft
zu ſtellen, von denen jeder 100 Kugeln in die Vollen abzuwerfen hat.
Die Spiele beſtehen in Vor= und Rückſpiel. Die Vorſpiele wurden in
Frankfurt a. M.=Riederwald am 24. und 31. Januar d. Js. zum
Aus=
trage gebracht.
Die Ergebniſſe ſind folgender
Offenbach 5153, Darmſtadt 5052, Aſchaffenburg 4951, Fechenheim
4875 und Hanau 4828.
Die Rückſpiele werden am 98. Februar ud 14. März d. Js. in
Homburg v. d. H. ausgetragen.
Am nächſten Sonntag wird im Kafſerſaal das diesjährige
Senioren=
kegeln ausgetragen. Hierzu haben die Kegler, die 50 Jahre und älter
ſind, Startberechtigung. Das Kegeln, bei dem die vier Beſten mit
Medaillen ausgezeichnet werden, hat immer lebhaftes Intereſſe erweckt
und wird auch in dieſem Jahre ſeine Anziehungskraft auswirken. Es
ſind von jedem Kegler 50 Kugeln in die Vollen abzuſchieben.
Fechten.
Die beutſchen Hochſchulmeiſterſchaften.
Das deutſche Hochſchulamt für Leibesübungen der Deutſchen
Studen=
tenſchaft ſchreibt die Meiſterſchaften auf Florett, Säbel und Degen zum
27. und 28. Februar nach Halle a. S. aus. Die Kämpfe werden in der
Univerſitäts=Turnhalle (Moritzburg) ausgetragen. Teilnahmeberechtigt
ſind alle Mitglieder der Deutſchen Studentenſchaft.
1925 wurden beine Hochſchulmeiſterſchaften ausgetragen. Verteidiger
der Titel ſind daher die Meiſter des Akademiſchen Olympia zu Marburg
1924. Verſchiedene Titel der Meiſter der immatrikulierten Studenten
werden offen ſein. Der Degenmeiſter Dr. Hoops=Roſtock wird bei den
Altakademikern mitfechten. Die Meiſterſchaft im Florett und Säbel hält
Thomae=Gießen. In der Klaſſe der Altakademiker iſt Dr. Prauſe=Leipzig
Meiſter im Florett und Säbel, während Krauſe=Hannover den Titel des
degenmeiſters hält.
Atbletik.
Athletik=Sportverein 1895 Darmſtadt.
Nachdem wir durch die Trennung der beiden Schwerathletik
treiben=
den Vereine gezwungen waren, über die Hälfte unſeres Materials, in
erſter Linie die Ringmatte abzugeben, geriet der Uebungsbetrieb etwas
ins Stocken, er konnte überhaupt nur einſeitig durchgeführt werden. Nun
iſt es uns aber durch das dankenswerte finanzielle Entgegenkommen
einiger Mitglieder ſowie der ſtaatlichen Behörde in kurzer Zeit gelungen,
unſer Material wieder derart zu ergänzen daß der Uebungsbetrieb
wieder voll und ganz aufgenommen werden kann. — Es iſt ein Genuß
und eine Freude für jeden intereſſierten Sportsmann, auf der ſchönen,
neuen Ringmatte unſere Mitglieder ihre Kräfte gegenſeitig meſſen zu
ſehen. Und ſei hier an dieſer Stelle nochmals all denen gedankt, die uns
in ſo liebenswürdiger Weife unterſtützt haben. — Neben unſeren Ringern
ſowie Stemmern möchten wir aber nicht unerwähnt laſſen unſere
Box=
abteilung. Dieſe hat ſich in letzter Zeit zu einer ganz beachtenswerten
Größe und Stärke emporgeſchwungen und zählt zurzeit 16—18 aktive
Mitglieder. Bis fetzt ſind 8 Kreismeiſter aus ihnen hervorgegangen.
Ferner möchten wir noch auf unſere jüngſte Errungenſchaft hinweiſen,
nähmlich unſere Akrobatenriege, die durch fleißiges Training ſchon gute
Leiſtungen aufzuweiſen hat und ſich bei der erſten Veranſtaltung des
Vereins den Darmſtädter Sportanhängern vorſtellen wird. Der Verein
übt in der Ballonſchulturnhalle.
Radfahren.
Darmſtädter Biehele=Club 1883.
Auf perſönliche Einladung des Bundesvertreters Karl Noll ſtartete
anläßlich eines Werbeſaalſportfeſtes am letzten Sonntag die 1.
Damen=
riege des D.B.C. 83 unter Leitung ihres Fahrwartes Louis Hax in
Kirchham (Bez. Kaſſel).
Vor einem ausverkauften, ſportbegeiſterten Hauſe fuhren
nachmit=
tags und abends die Damen Frl. E. Wedekind M. Reinhardt, M.
Flach, G. Schmunk, L. Mahr, L. Nauheimer, R. Reinhardt und A.
Müller einen 8er=Koſtümreigen (außer Wettbewerb) in bekannter
Auf=
machunng und fehlerloſer, exakter Ausfühwing. Als äußeres Zeichen
vorzüiglicher Leiſtungen erhielten die beteiligten Damen je eine
Ehren=
gabe als bleibende Erinnerung.
Ringen.
Die Ringermannſchaft bes Kraftſportvereins 1910
Darm=
ſtadt weilte em Sonntag in Pfungſtadt um dort den letzten
Kampf um die Gaumeiſterſchaft auszutragen. Sie gewann dieſen Kampf
12: 2. Die zwei Punkte, welche verloren gingen, reſultieren vom
Feder=
gewicht, in welchem der Kraftſportverein=Vertreter wegen Uebergewicht
nicht ſtarten konnte. Die Mannſchaft iſt jetzt endgültig Gaumeiſter. Sie
hat mit dem Erringen der Gaumeiſterſchaft eine beachtenswerte Leiſtung
vollbracht. Die Mannſchaft ſtand wie aus einem Guß, und einen aus
derſelben hervorzuheben, würde eine Zurückſetzung der anderen ſein. Der
Erſatz, welcher teilweiſe eingeſtellt werden mußte, hat vollauf befriedigt,
und hat den Beweis dafür erbracht, daß der Verein über genügend gute
Reſervekräfte verfügt. Es iſt erſtaunlich, wieviel gute Kräfte ſich um
das ehrenvolle Vereinspanier des Kraftſportvereins 1910 und deſſen
an=
erkannten alten Führer des Kraftſportes geſchart haben, um dieſe edle
Sportart hier wieder zur Geltung zu bringen. Der Vevein wird auch
deshalb in der nächſten Zeit mit ſtarken Gegnern in Verbindung treten,
um hier erſtklaſſige Kämpfe vorzuführen. Die Vorbereitungen zu dieſen
Kämpfen können Intereſſenten jederzeit beobachten, wenn ſie den
Uebungsſtunden des Vereins in der Turnhalle der Peſtalozziſchule
bei=
wohnen. Es wird dort aber nicht nur gerungen, ſondern auch das
Ge=
wichtheben und Boxen wird eifrig betrieben. Das Geſamtreſultat des
Kraftſportvereins 1910 um die Gaumeiſterſchaft iſt folgendes: gewonnen
wurden ſämtliche Kämpfe — 16 Punkte. An Einzelkämpfen wurden
ge=
wonnen 48 in 2 Stunden 20½ Minuden. Verloren wurden acht Kämpfe
Die Durchſchnittszeit für einen Sieg betrug demnach nicht ganz brei
Minuten. Dieſe Leiſtung kann die Mannſchaft wie die Vereinsleitung
nit Stolz erfüllen und beide könmen mit Ruhe den kommenden ſchweren
Kämpfen entgegenſehen.
Entſcheidungskampf um die Kreismeiſterſchaft des II. Kreiſes.
Vorwärts Groß=Zimmern—Sportvereinigung Frankfurt 8—6.
Vor ausverkauftem Hauſe fand obiges Treffen am vergangenen
Sonntag in Groß=Zimmern ſtatt. Um es vorweg zu nehmen, der Sieger
kann jetzt ſchon trotz der noch ausſtehenden Kämpfe als inoffizieller
Kreismeiſter bezeichnet werden, denn nach beiden Wertungen kann
Frankfurt die Zimmerer Mannſchaft nicht mehr einholen, iſt alſo
Be=
zirkmeiſter des I. Bezirkes, und ob die unbeſtändige Bingener
Mann=
ſchaft die durch die Disqualifikation von Oberſtein wohl Meiſter des
II. Bezirkes wird, das Zeug zum Siege bringt, mß wirklich ſtark
be=
zweifelt werden. Frankfurt kann komplett auf die Matte, während Groß=
Zimmern für Voll (Leichtgewicht) der etwas Uebergewicht mitbrachte,
in Weidner guten Erſatz gefunden hatte. Vor dem unparteiiſchen Herrn
Eckerl=Darmſtadt wickelten ſich die Kämpfe folgendermaßen ab. Im
Fliegengewicht kämpfte Jung=Frankfurt gegen Herbert=Groß=Zimmern.
Ein monotoner Standkampf, der keinen Gegner zum Erfolg kommen
ließ. Nach 20 Minuten unentſchieden. Im Bantamgewicht machte den
zweite deutſche Meiſter Ohl mit ſeinem Gegner Richtberg=Frankfurt
kurzen Prozeß und befördert ihn nach 20 Sekunden auf beide Schultern.
Gerber=Frankfurt hatte eine liebe Not mit dem Groß=Zimmerer Schönig
im Federgewicht, der ſich immer wieder aus den heikelſten Lagen
heraus=
wand. In der 15. Minute unterliegt Schönig dem Frankfurter durch
Armdurchzug. Im Leichtgewicht war Veil=Frankfurt der Beſſere und
wenn der Unparteiiſche am Schluſſe dieſes Kampfes ein Unentſchieden
verküindete, konnte Weidner=Groß=Zimmern ſehr zufrieden ſein. Das
Leichtmittelgewicht ſah zwei verſchiedene Syſteme. Der Frankfurter
im=
ponierte durch ſeine Ruhe, während ſein Gegner Ohl=Groß=Zimmern
das Temperament in eigener Verkörperung darſtellt. In bkonomiſcher
Beziehung war der Frankfurter unbedingt im Vorteil, denn ſolch
ge=
waltiger Kräfteverbrauch könnte Ohl nicht dreimal 20 Min. durchſtehen.
Unentſchieden lautet hier das Ergebnis. Im Schwer=Mittelgewicht
treffen ſich Buchak=Frankfurt und Fröhlich=Groß=Zimmern. Bei Buchgl,
dem Hüftſchwungſpezialiſten, flackerte noch manchmal der alte
Kampf=
geiſt auf, aber zum Siege wollte es nicht reichen. Fröhlich hätte
eben=
ſogut gewinnen können. Wieder ei Unentſchieden. Unter allgemeiner
Spannung betraten Bohlen=Frankfurt und Buchsbaum=Groß=Zimmern
die Matte, denn das Schwergewicht konnte für beide Teile die
Entſchei=
dung bringen. Buchsbaum ſicherte ſich zwei Geſichtspunkte und wird
Sieger. Endreſultat 8—6 für Groß=Zimmern. Vor dieſem Kampf
ſiegte die 2. Mannſchaft von Groß=Zimmern über Bergen mit dem hohen
verdienten Reſultat von 14—0.
Bekanntmachung
über die Einreichung von Belegen
über den Ste uerabzug vom
Arbeits=
lohn für das Kalenderjahr 1925.
Auf Grund der Verordnung des Herrn
Reichsminiſters der Finanzen über die
vereinfachte Einreichung der Belege über
den Steuerabzug vom Arbeitslohn für
das Kalenderjahr 1925 vom 19. Januar
1926 ſind bis ſpäteſtens 15. Februar
1926 bei dem Finanzamt einzureichen:
1. Lohnſteuer.Ueberweiſungsliſten
nebſt Beſcheinigungen von
Ar=
beitgebern (Behörden) über die
im Kalenderjahr 1925 einbehaltenen
Steuerabzugsbeträge derjenigen
Ar=
beitnehmer, die im Kalenderjahr 1925
während der ganzen Dauer der
Be=
ſchäftigung oder während eines Teils
derſelben in einer anderen Gemeinde
als in der Beſchäftigungsgemeinde
einen Wohnſitz oder ihren gewöhnlichen
Aufenthalt hatten.
Als Beſchäftigungsgemeinde gilt die
Gemeinde derjenigen Betriebsſtätte,
von der aus im Kalenderjahr 1925
der Arbeitslohn gezahlt worden iſt
und Steuerabzugsbeträge abzuführen
waren. Im Behördeverfahren iſt der
Sitz der zahlenden Kaſſe maßgebend.
Für jede Wohnſitzgemeinde iſt eine
beſondere Lohnſteuer=
Ueberweiſungs=
liſte auszuſchreiben. Beſitzt der
Ar=
beitgeber mehrere Betriebsſtätten, von
denen aus im Kalenderjahr 1925
Ar=
beitslohn gezahlt wurde und
Steuer=
abzugsbeträge abzuführen waren, 10
und von jeder dieſer Betriebsſtätten
aus die Lohnſteuer=Ueberweiſungsliſten
beſonders auszuſchreiben.
Arbeitnehmer die während der
Dauer der Beſchäftigung im Deutſchen
Reich weder einen Wohnſitz noch ihren
gewöhnlichen Aufenthalt hatten, ſind
für ſich in einer gemeinſamen
Lohn=
ſteuer=Ueberweiſungsliſte zuſammen
aufzuführen;
2. Fehlanzeigen von den
Arbeit=
gedern (Behörden), die
Ueberwei=
ſungsliſten und Beſcheinigungen nach
Ztffer 1 nicht auszuſchreiben und
ein=
zureichen haben;
3. Steuerkarten und Einlagebogen
die zum Einkleben und Entwerten, von
Steuermarken verwendet worden ſinle
von den Arbeitnehmern, deren
„Stenerabzug vom Arbeitslohn im Re‟
lenderjahr 1925 im
Markenverfah=
ren durchgeführt wurde. Zuſtändig
für die Ablieferung iſt das Finanzamt,
in deſſen Bezirk der Arbeitnehmer zur
Zeit der Ablieferung ſeinen Wohnſitz
oder ſeinen gewöhnlichenAufenthalt hat.
Auf die Verpflichtung zur
Einſen=
dung oder Uebergabe der Steuerkarten
und Einlagebogen haben die
Arbeit=
geber durch Anſchlag in den Arbeits=
und Geſchäftsräumen hinzuweiſen.
An Stelle des Arbeitnehmers kann
der Arbeitgeber die Einſendung oder
Uebergabe der Steuerkarten und
Ein=
lagebogen übernehmen. In dieſem
Falle ſind die Steuerkarten und
Ein=
lagebogen dem für den Arbeitgeber
zuſtändigen Finanzamt zu überſenden.
Die Vordrucke für die Lohnſteuer=
Ueberweiſungsliſten und
Beſcheini=
gungen (Ziffer 1) ſowie für die
Fehl=
anzeigen (Ziffer 2) ſind bei den
unter=
zeichneten Finanzämtern koſtenlos
er=
hältlich. Auch wird von dieſem jede
weitere Auskunft erteilt.
(1790
Darmſtadt, den 1. Febr. 1926.
Die Finanzämter:
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Wenn Sie glauben
daß ein teuer ausgeſtafteter Lihör beſſer
als ein aus Reichel=Eſſenzen ſelbſt
herge=
ſteulter iſt, ſo urteilen Sie nicht objektiv.
Nicht Ausſtakkung und Preis — der innere
Werk enkſcheidet. — In dieſer Erßenntnis
wurden jährlich Millionen überzeugt.
Reichel=Eſſenzen ſind der Exkrabt der
gleichen echten Urſtoffe, aus denen die
erſten Likörmarken beſiehen und ergeben
Originallihöre edelſter Ark. Die
Selbſi=
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Ihnen den uneingeſchränkten Genuß auch
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Nummer 34
AarmſtadterCagblatt
Aus der Kaliinduſtrie.
Von
Otto Uillrich, Berlin.
Die Hoffnungen auf einen Rekordabſatz gleich zu Beginn des
neuen Jahres haben ſich leider nicht erfüllt. Wir wieſen ſchon
in unſerem letzten Bericht darauf hin, daß vor allem die
be=
drängte Lage der deutſchen Landwirtſchaft einer
günſtigen Abſatzentwicklung, zum mindeſten vorderhand, im Wege
ſtehe, eine Lage, die auch durch die ebenfalls ſchon erwähnten
Verhandlungen des Deutſchen Kaliſyndikates mit dem Reich
über eine Ausfallbürgſchaft desſelben beim Frühjahrbezuge
charakteriſiert wird. Der Zweck der Verhandlungen iſt eine
langfriſtige Kreditſicherung der Kalibezüge
im Frühjahr, und zwar werden ſie von ſeiten des Deutſchen
Kaliſyndikates begründet mit der ſchwierigen Lage der deutſchen
Landwirtſchaft und dem hieraus zwangsläufig reſultierenden
großen Riſiko, das für die kalibeziehenden landwirtſchaftlichen
Förperſchaften, den pridaten Düngehandel und das Deutſche
Kaliſyndikat bei langfriſtiger Kreditgewährung beſteht. Der
An=
trag des Deutſchen Kaliſyndikates ſteht dabei, wie jetzt bekannt
geworden iſt, in innerer Verbindung mit einer Eingabe des
Reichsverbandes für den Handel landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe
beim Reichsernährungsminiſterium, in der dieſer angeregt hat,
daß zwei Fünftel des Geſamtriſikos zu gleichen Teilen vom
Düngemittelhandel und von der Düngemittelinduſtrie getragen
werden ſollen, während die reſtlichen drei Fünftel vom Reiche
zu tragen wären. Die Entſcheidung über dieſen Vorſchlag, der
übrigens ſchon eine kleine Aenderung enthält gegenüber den
zuerſt gemachten Anregungen — es war unſprünglich
vorgeſchla=
gen, daß nur 50 Prozent vom Reiche getragen werden ſollten
gegenüber jetzt 60 Prozent und je 25 Prozent gegenüber jetzt je
20 Prozent vom Düngemittelhandel und der
Düngemittelindu=
ſtrie — liegt in den Händen des Haushaltsausſchuſſes des
Reichstages.
Die wenig erfreuliche Geſchäftslage in der deutſchen
Kali=
induſtrie wird außerdem aber auch gekennzeichnet durch bereits
erneut einſetzende Stillegungen und vor allem verbreitete
Ein=
legung von Feierſchichten, von denen beſonders verſtimmt haben
die Stillegungen im Gumpel=Konzern, bei dem etwa 1200 Mann
betroffen werden, und zwar wird beſonders in Mitleidenſchaft
gezogen Siegfried=Gieſen und Niedel mit je etwa 350 Mann,
denen Desdemona und Königshall=Hindenburg mit je etwa 250
Mann folgen. Die Urſache der Stillegungen und Feierſchichten
iſt lediglich in dem ſtockenden Abſatz zu erblicken, der ſich, bei
etwaigem Anhalten, erſt in der unmittelbaren Zukunft recht
ver=
hängnisvoll auswirken müßte, da ſchon in den letzten Monaten
des Jahres 1925 ſtarke Lagervorräte angeſammelt
worden ſind, und zwar auch durch den zum Schluß des Jahres
rückgängigen Abfatz, außerdem aber auch durch die ganz
außer=
ordentlich vermehrte Leiſtungsfähigkeit der
Fa=
briken, die auf den neueſten Stand der Technik gebracht
wor=
den ſind, rentabel alſo nur dann arbeiten, wenn ſie auch voll
ausgenutzt werden. Der Optimismus der Kaliinduſtriellen iſt,
an ſich ein erfreuliches Zeichen, trotz dieſer mißlichen Umſtände
keineswegs getrübt; denn ſie ſehen vor allem in dem auch zu
Beginn des Jahres weiter ſteigendem
Auslands=
bedarf ein durchaus die momentan ſchwierige Lage im
Inne=
ren kompenſierendes Moment. Wenn dieſe Meinung auch
zu=
trifft, ſo möchten wir doch — hoffentlich unnötig! — davor
war=
nen, bei ſolcher Gelegenheit die Bedeutung des Abſatzes im
In=
lande richtig einzuſchätzen zu verlernen; denn eine ſolche
Ein=
ſtellung würde ſich bitter rächen.
Der Abſatz, der urſprünglich für Januar mit mindeſtens
Million Doppelzentner Kali eingeſchätzt war, dürfte, ſicherem
Vernehmen nach, dieſe Zahl nicht erreichen, vielmehr aller
Wahr=
ſcheinlichkeit nach höchſtens rund 900 000 Doppelzentner betragen.
An unerledigten Aufträgen werden etwa 200 000 Doppelzentner
auf den Februar übernommen werden, ſo daß man für dieſen
Monat, unverbindlich natürlich, mit einem Verſand von zirka
1,2 Millionen Doppelzentnern rechnet — womit der Abſatz der
erſten beiden Monate um rund 1,5 Millionen Doppelzentner
hin=
ter den vorjährigen Vergleichsmonaten zurückbleiben würde,
wenn er auch den Abſatz der erſten beiden Monate 1924, die noch
immer eine Berechtigung haben, zum Vergleich herangezogen zu
werden, um rund 1 Million Doppelzentner überſteigen würde.
Viel beſprochen wurde auch die Frage der Gründung
einer Kali=Transport=G. m. b. H., alſo einer Art
Toch=
tergeſellſchaft des Deutſchen Kaliſyndikates, die alle mit den
Auslandsgeſchäften des Syndikates zuſammenhängenden
Trans=
portangelegenheiten regeln ſolle, insbeſondere alſo den
Trans=
port von Kalierzeugniſſen von den Gruben zu den Seedampfer=
Anlegeplätzen, ferner den Umſchlag und die Beförderung bis zu
den einzelnen Abnahmeländern. Wie man hört, hat das
Kali=
fyndikat bereits, eine Seehafenkommiſſion in
Ham=
burg beſtellt, der Sachverſtändige für Eiſenbahn= und
Fluß=
verfrachtung und für Bauweſen angehören. Wo ſich der Sitz der
neuen Geſellſchaft befinden wird, ſteht noch keineswegs feſt,
zu=
mal dieſe Frage auch eng zuſammenhängt mit den Hafenplänen
des Syndikates, zu denen wieder die einzelnen Hafenbehörden
noch nicht endgültig Stellung genommen haben. Es intereſſieren
ſich, ſo kann man fagen, für die Kaliverfrachtungen die Häfen
der Städte Hamburg, vor allem Bremen, aber auch Harburg.
Die Verladungsmenge wird unverbindlich auf etwa 1½ bis
2 Millionen Tonnen pro Jahr geſchätzt. Wie und wann die
Frage auch gelöſt wird, es ſteht feſt, daß das Ergebnis der
Ver=
handlungen von weſentlicher Bedeutung ſowohl für die
Kali=
induſtrie als auch für die intereſſierten Hafenplätze ſein wird.
In der letzten Zeit wurden aus dem Auslande auffällig viel
Meldungen über die wertvollen polniſchen
Kalivorkom=
men verbreitet. Da leider immer wieder in einzelnen Ländern,
ſogar auch in Amerika — wo Hooper den Kampf gegen die
„Monopole” des Auslandes weiter führt —, Stimmen laut
wer=
den, die hieraus eine Hoffnung auf Beſeitigung der
überragen=
den Stellung der deutſchen Kaliinduſtrie herleiten wollen, ſo
muß erneut dieſer durchaus irrigen Auffaſſung entgegengetreten
werden. Zwar ſind die Kalivorkommen in Kaluſz und Stebnik
weder unbekannt noch unbedeutend, aber ſie ſind doch nur ſo,
daß, nach deutſchen Begriffen, je ein kleines bis mittleres
Kali=
werk darauf errichtet werden kann. Die Qualität der Rohſalze
iſt ebenfalls relativ gut, allerdings das Lager bei Kaluſz nicht
durchhaltend, ſo daß der Abbau ziemlich koſtſpielig werden
dürfte. Eine Gefahr für die deutſche Kaliinduſtrie hieraus
ab=
zuleiten, iſt jedenfalls durchaus abwegig; denn von einer
ernſt=
haften Konkurrenz kann nicht geſprochen werden, zumal auch die
frachtliche Lage ſehr ungeeignet iſt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Februar.
die heutige Börſe eröffnete in etwas ſchwächerer Haltung,
da die vielen Mitläufer der letzten Zeit ſich mehr und mehr auf ihre
ſchivebenden Engagements beſonnen haben und aus dieſem Grunde zu
größeren Entlaſtungen ſchritten. Die Montan=, Chemie= und
Elektrizi=
tätswerte verloren durchweg gegenüber den geſtrigen amtlichen Notierun=
Mittwoch, 3. Fedrum
gen 1 bis 2 Prozent, die ſich im Verlaufe nach einer vorübergehenden
leichten Erholung noch weiter ausbehnten. Die Schiffahrtswerte, die an
der geſtrigen Abendbörſe 3 Prozent ſchwächer waren, eröffneten heute
allerdings wieder gebeſſert, konnten dieſe Beſſerung aber nicht behaupten
und gingen ſpäter noch unter die geſtrigen Notierungen. Im Gegenſatz
zu der allgemeinen Stimmung waren ſpeziell die Motorenwerk
heute außerordentlich feſt auf die Berichte von den beabſichtigten
Spe=
zialiſierungen in der deutſchen Automobilinduſtrie. Adlerwerke, Daim
leu und Neckarsulmer gewannen daraufhin 3 bis 4 Prozent, bei Daimler
ſtieg im weiteren Verlauf der Kursgewinn ſogar bis 8 Prozent, konnte
aber auf dieſer Höhe nicht gehalten werden und gab ſpäter wieder 7
Prozent nach. Auch die meiſten der Maſchinenaktien gelvannen
1 bis 2 Prozent, wie heute überhaupt die kleineren Werte ſich befeſtigen
konnten. Erwähnenswert iſt ferner die ſtarke Steigerung für Theodor
Goldſchmidt, Eſſen, auf die Erklärung der Geſellſchaft, daß ſehr
wahr=
ſcheinlich mit einer Dividende für das abgelaufene Geſchäftsjahr
gerech=
net werden könne. Auch die Zuckeraktien konnten ſich auf die bekannten
Fuſionsabſichten weiter befeſtigen. Der Kaſſamarkt war überwiegend
feſt. Die Umſatztätigkeit war heute im allgemeinen erheblich geringer,
da angeſichts der Gewinnſicherungen ſeitens der Spekulation ſtarke
Zu=
rückhaltung beobachtet wurde. Gegen Schluß der Börſe wurde die
Abſchwächung noch größer und griff auf alle Gebiete, auch auf den
An=
leihe= und Pfandbriefmarkt über. Deutſche Anleihen waren ſchließlich
nach feſter Eröffnung nachgebend, während die Pfandbriefe wieder 10 bis
15 Pfennige nachgaben, nachdem ſie geſtern ſo außerordentlich große
Ge=
winne erzielt hatten. Auch die ausländiſchen Renten ſchloſſen ſich der
Abwärtsbewegung an, nur Ungarn blieben gut behauptet. An der
Nachbörſe wurde dann die Stimmung ausgeſprochen flau. Es
waren Gerüchte von einer großen Zahlungseinſtellung im Umlauf, die
immer feſtere Geſtalt annahmen. Es ſoll ſich um eine Berliner gut
reno=
mierte Seidenfirma handeln.
An der Abendbörſe konnte ſich die Stimmung wieder erholen,
nachdem die Schwierigkeiten bei der Berliner Seidenfirma ſich als lange
nicht ſo folgenſchwer herausgeſtellt haben. Zwar betragen die Paſſiven
5 Millionen Mark, aber dieſen ſtehen auch Aktiven von bedeutendem
Um=
fange gegenüber. Uebrigens teilt man in Frankfurt nicht die
Befürch=
tungen des Berliner Marktes hinſichtlich der vom Phönix beabſichtigten
Auslandsanleihe. Beſonders glaubt man nicht, daß dadurch das
Zu=
ſtandekommen des Montantruſts vereitelt werden könnte. Die
niedrig=
ſten Tageskurſe waren daher heute abend um 2 bis 3 Prozent gebeſſert.
Deutſch=Luxemburger 93,5, Gelſenkirchen 93,5, Mannesmann 80, Phönix
78, AEG. 97,5, J. G. der Farbeninduſtrie 129,5, Hapag 119,5,
Norddeut=
ſcher Lloyd 135,5.
Eine Amerikaanleihe der „Phönix” A.,G.
Berlin, 2. Februar,
Die Gerüchte über Verhandlungen der Phönix A.=G fü
Bergbau und Hüttenbetrieb mit dem Bankhaus Kuhn, Loen
u. Co., New York zwecks Gewährung einer Anleihe von
15 Millionen Dollar werden von Verwaltungsſeite
be=
ſtätigt. Solche Verhandlungen ſeien tatſächlich im Gang; wan
hoffe dieſelben Bedingungen zu erhalten wie bei der 25 Millionen=
Anleihe der Rhein—Elbe=Union.
Eine ſiebenprozentige 4 Millionen Dollarapleihe hat der
Bezirksver=
band oberſchwäbiſcher Elektrizitätswerke mit Harriman abgeſchloſſen.
Berliner Effektenbörſe.
w. Berlin, 2. Februar.
Die Börſe ſtand im Zeichen von Gewinnrealiſierungen.
Die Erſchöpfung der Kaufluſt infolge Fehlens weiterer anregender
Mo=
mente und die angebliche Ueberladung mit Hauſſeengagements
veran=
laßte die Spekulation zu Glattſtellungen, was ſich nur unter ziemlich
er=
heblichen Rückgängen der beſonders ſpekulativ gehandelten Werte vollzog.
Außerdem machten ſich Gerüchte von einer größeren Zahlungseinſtellung
in der Warenbranche nachteilig geltend. Die Kursbewegung geſtaltete
ſich recht ungleichmäßig. Am Montanmarkt verloren Deutſch=
Luxemburger über 4, Gelſenkirchener annähernd 4, Harpener 3,5, Hoeſch
4,5, Köln=Neueſſen 5, Phönix 2,75 Prozent, während die oberſchleſiſchen
Werte ſich gut behaupteten und Oberſchleſiſcher Eiſenbedarf ſogar 1
Pro=
zent gewinnen konnte. Auf den anderen Umſatzgebieten waren die
Rüick=
ſchläge weniger bedeutend und überwiegen nur vereinzelt 2 Prozent.
Th. Goldſchmidt konnten ſogar unter Schwankungen ziemlich 4 Prozent
gewinnen. Gut gehalten waren auch Waggonfabriksaktien; auch
Ma=
ſchinenfabriksaktien bewieſen gute Widerſtandskraft. Adlerwerke
ge=
wannen über 2 Prozent und die übrigen Werte konnten ſich auf
geſtri=
gem Stand behaupten oder büißten nur wenig ein. Von Metallwerten
gab Hirſch=Kupfer 3 Prozent nach. Die geſtern weſentlich geſtiegenen
Spritaktien gaben den kleineren Teil des Gewinns wieder her, dagegen
zeichneten ſich durch beſſere Kurſe Jul. Berger und Ph. Holzmann aus.
Die Spekulation wandte ſich vielfach dem Markte der deutſchen
Anleihen zu, für den man durch recht unwahrſcheinlich klingende
Gerüchte von Beſtrebungen für Gleichſtellung des Alt= und Neubeſitzes
Intereſſe zu erwecken ſuchte. Die anfangs geltenden höheren Kurſe
konnten ſich aber im Verlaufe nicht behaupten.
Vorkriegshypotheken=
pfandbriefe gaben nach den geſtrigen Steigerungen infolge von
Realiſa=
tionen 40—45 Pfg. nach, Goldpfandbriefe blieben feſt bei kleinen
Beſſe=
rungen bis ½ Prozent. Geld war leicht, Tagesgeld 7—8,5, Monatsgeld
8—9 Prozent.
Aſchaffb. Zellſlof
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin".
Berl. E. W. Verzug.
Berlin. KorlsruheInd
Braunkohlen=Briketts
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle
Teutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Teutſck.=Nied. Tel.
Teutſche Erdöl ...
Teutſche Petroleum.
Tt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte.
Tynamit Nobel. ..
Elektr. Lieferung. .
Farben=Ind. A.=G..
E. Friſter ......"
Eaggenau Vorz...
Eelſenk. Eußſtahl .
H. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen .. .."
Han. Maſck.Cgeſt.
Sanſa Dampfſch. ..
Deviſenmarkt.
Leipziger Frühjahrsmeſſe vom 28. Februar
bis 6. März.
Dem Verkehrsbureau der Induſtrie= und Handelskammer find
Druch=
ſachen und Anmeldebogen für die Leipziger Frühjahrsmeſſe zugegangen,
die auf Wunſch unentgeltlich den Intereſſenten zur Verfügung ſtehen.
Meſſeabzeichen ſind mit dazu gehöriger Ausweiskarte im Vorverkauf bis
einſchließlich 27. Februar im Verkehrsbureau der Induſtrie= und
Handels=
kammer zu Berlin C. 2, Kloſterſtraße 41, in der Geſchäftszeit von 10—3
Uhr, Samstags von 10—1 Uhr, käuflich erhältlich. Der Preis ermäßigt
ſich auf 3 Rmk., wenn das Abzeichen der Leipziger Herbſtmeſſe ſamt
unterſchriebener Ausweiskarte, beide mit derſelben Nummer verſehen, mit
in Zahlung gegeben werden.
Der deutſche Normenansſchuß iſt auf der Leipziger techniſchen Meſſe
eine gewohnte Erſcheinung geworden. Der Zweck ſeiner Meſſeausſtellung
iſt bekannt: allen an Normungsfragen Intereſſierten ſoll Gelegenheit
geboten werden, ſich über den Stand der Normungsarbeiten durch
Ein=
ſicht der Veröffentlichungen zu unterrichten und ſchwebende Fragen burch
perſönliche Ausſprache mit den Vertretern des Normenausſchuſſes zu
klären. Die Zahl derjenigen Firmen, die ſich die Vorreile der deutſchen
Normen für Fertigung und Betrieb zunutze machen, wächſt ſtändig. Ein
reger Beſuch aus dieſen Kreiſen dürfte der Meſſeausſtellung des
Nor=
menausſchuſſes gewiß ſein. Andererſeits zwingt die kritiſche
Wirtſchafts=
lage auch Induſtriezweige, die bisher ohne Normung auszukommen
glaubten, oder bei denen die Einführung der Normen beſondere
Schwie=
rigkeiten bereitet, wie zum Beiſpiel im Textilmaſchinenbau, nach Mitteln
zur Verringerung des Kreditbedarfs und zur Erhöhung der
Wirtſchaft=
lichkeit ihrer Arbeiten zu ſuchen. Eins von den Mitteln, die auf dieſem
Wege vorwärts helfen können, iſt unzweifelhaft die Normung. Die
dies=
jährige Meſſeausſtellung des Normenausſchuſſes in Halle 9, Stand 667,
bietet jedem die Möglichkeit, ſich von den Vorteilen zu überzeugen, die
wichtige Zweige des Maſchinenbaues in den letzten Jahren durch die
Normung erreicht haben. Gleichzeitig wird den Beſuchern Gelegenheit
gegeben, ſich auch über die Arbeiten aller übrigen Körperſchaften zu
unterrichten.
Wie die New Yorker Geſchäftsſtelle des Leipziger Meßamts kabelt,
haben ſich bis jetzt auf den Dampfern der Lloyd=, Hapag= und Cunard=
Linien ſchon 540 Amerikaner zum Beſuche der Leipziger Meſſe
eingeſchifft, ungerechnet die andere Schiffahrtslinien benutzenden
amerikaniſchen Meßbeſucher.
Amſterdam=R
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Lslo ......"
Kopenhagen.
Stockholm ..
Helſingfors ...
Italien".
London".
New=York.
Paris. . . .
Echweiz...
Spanien ..
1. 2.
Eeld /Brie
19.57 19.1
85.39/ 85.61
0.647 10.587
16.62/ 16.8
1538
80.91
59 32
15.
81.11
2. 1.
Geld / Brief
1.736 1.740/ 1.723/ 1.737 Prag..
03.67 163. 93h03.5: 103.83/ Kio de Janeiro
112.231 12.57/t12.31/ 12.59/Bulgarien.
0.547 10.584 Bclgrad..
20.30 7 20.45/20. 409 20.4S//Liſſabon ....." !
195 4.208/Danzig.
15 77 15 781Athen ..
80.84 81 04/Kanada..
59.371 59.23 59.37Uruguay.
1e8. 265 168.66/163.21 163.63/WienD.=Oſt.abgl 59 071 59 21
19.u75 19 115/Budapeſt.. . ...
65 39/ 85. 61/Japan ......"
46.B15 16.854/Konſtantinopel
1. 2.
Brier / Geld
12.41212.452112.712
5.8731 5.83‟
1.846 1.85
0.626/ 0.62 M 0.620
2.695 2.69
7.41 7.731 7.39
2.211 2.2211 2.215
21.225 21.275
80.52/ 81.1.
5.89 5 81l
4.188 1.11
4.315/ 4.325
2.
Geld
59.07
5.376
1.603
2 94
1225
90 921
5.65
4.18‟
7.3151
1.
Brie
59.21
12 452
5.336
1.863
1.64
2 955
7.41
2.226
21.275
81.12
5.91
4.188
4.325
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenmarkt vom 2. Februar. Die
Umſatztätig=
keit auf dem hieſigen Produktenmarkt war heute gleich Nukl. Die
Preiſe erfuhren deshalb heute auch keine Veränderung: Weizen 27,
Rog=
gen 17,75—18, Sommergerſte 21,50—23,50, Hafer 18,50—21,50, Mais
19,50—19,75, Weizenmehl 40,75—41,25, Roggenmehl 26—26,50,
Weizen=
kleie 10,75—11 und Roggenkleie 11—11,25.
Berliner Produktenmarkt vom 2. Februar. Die Umſatztätigkeit an
der Berliner Produktenbörſe bleibt in durchaus engen Grenzen.
Die ermäßigten kangdiſchen Offerten, ſowie auch ſchwächere
Mittagsnotie=
rungen aus Liverpool waren wohl der Hauptanlaß, weshalb die
geſtri=
gen Schlußkurſe ſich heute nicht ganz behaupten konnten. Das Angebot
in Brotgetreide iſt recht mäßig, aber auch die Nachfrage nicht allzu
um=
fangreich. Der Lokomarkt eröffnete auf einem Niveau, das etwa eine
Mark niedriger lag. Im Lieferungsgeſchäft kam in Weizen nur eine
amtliche Notierung für Märzweizen zuſtande, und zwar mit 266 (minus
Mais ohne Intereſſe. Roggen mit 174 per März und 186 per
Mai je 1,5 Mark niedriger. Hafer nur in beſten Sorten abzuſetzen,
ſonſt ruhig, desgleichen Gerſte. Auch Futterartikel lagen ruhig.
Konkurſe und Geſchäftsaufſichten im Oberlandesgerichtsbezirk
Daum=
ſtadt. Offenbach a. M.: Paul Bettſack, Möbelhandlung, Af. 27. 2., GlV
17. 2., Prft. 17. 3.; Adam Winter II., Hauſen, Af. 27. 2., GüV. 17 2.
Prft. 17 3.; Lederwarenfabrik J. Georg Glaubrecht, Af. 27. 2., Pft.
21. 3. Mainz: Kaufmann Abraham Rath, Af. 10. 2., GlV. und Prft.
26. 2.; verſt. Cafétier Otto Reen, Af. 10. 2., GlV. und Prft. 2. 3.;
Friedrich Völker u. Co., Af. 15. 2., GlV. und Prft. 3. 3.; Fa. Wilhelm
Völker, Inſtallationsgeſchäft, Af. 15. 2., GlV und Prft. 3. 4.
Der Bericht der Reichspoſt über den Monat Dezember
entwirft ein ſehr ungünſtiges Bild der Lage; die Einahmen im
Dezember 1925 ſeien geringer geweſen als im gleichen Monat des
Vorjahres. Die finanzielle Lage der Reichspoſt ſei ſo angeſpannt,
daß man nur durch äußerſte Beſchränkung der Ausgaben einen
Fehlbetrag zu verhindern hoffe.
Beteiligung Preußens an der Braunkohleninduſtrie=A. G. „Zukunſt”.
Wie der Amtliche Preußiſche Prefſedienſt mitteilt, iſt die Aktienmehrheit
der Braunkohleninduſtrie=A. G. „Zukunft” (Biag) in Weisweiler (Bezirk
Aachen) von dem preußiſchen Staat erworben worden. Fir den Ankauf
waren elektrowirtſchaftliche Beweggreinde beſtimmend.
Um die Gründung der Automobilbank. Entgegen der Meldung eines
Berliner Abendblattes erfahren wir von zuverläſſiger Seite, daß die
Ver=
handlungen nicht ins Stocken geraten ſind. Da die Gründung auf
breiteſter Baſis erfolgen ſoll, beanſpruchen die Verhandlungen
naturgemäß längere Zeit. Doch rechnet man mit einer Konſtituierung
der Bank in wenigen Wochen.
Voigt u. Haeffner A.=G., Frankfurt a. M. Wie wir erfahren, eilt
die Mitteilung, wonach die Geſellſchaft für das abgelaufene
Geſchäfts=
jahr mindeſtens 8 Prozent Dividende verteilen werde, zum mindeſten den
Tatſachen voraus, da die Abſchlußarbeiten noch im Gange ſind. Der
Ge=
ſchäftsgang wird als zurzeit gut angeſehen.
Mansfeld, Geſ. für Bergbau und Hüttenb trieb, Eisleben. Der
Ge=
ſchäftsgang im verfloſſenen Jahr wird als günſtig bezeichnet und erlaubt
die Verteilung einer angemeſſenen Dividende von 6—8 Prozenk.
Vom Sichel=Konzern. Vom Sichel=Konzern erfahren wir, daß der
Aufſichtsrat in ſeiner heutigen Sitzung ſich von dem derzeitigen Stand
der Geſchäftsaufſicht befriedigt gezeigt habe. Ueber die gefaßten Beſchlüſſe
wurde jedoch keinerlei Mitteilung gemacht.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 2. Februar.
Weizen begann feſt im Einklang mit Liverpooler; dann trat eine
Abſchwächung auf Liquidationen ein; der Schluß war wieder feſter auf
höhere Notierungen aus Winnipeg.
Mais. Der Markt verlief erſt feſt, dann nachgebend auf günſtige
Wetterberichte und große Zufuhren.
Hafer lag ſtetig zu kaum veränderten Preiſen.
Baumwolle: Der Markt eröffnete in ziemlich abgeſchwächter Hab
tung. Die Termine ſchließen jedoch nahezu unverändert.
Kaffee: Kleine Ankünfte und erhöhte braſilianiſche Forderungen
trugen zu einer Befeſtigung des Marktes bei.
Zucker: Der Markt verkehrte in abgeſchwächter Haltung auf er”
mäßigte kubaniſche Offerten und größere Ernteſchätzungen. Am Schlune
konnte eine Erholung eintveten.
Induſtrialiſierungspläne der Harriman=Gruppe in Polen. Nach
einer Meldung aus Kattowvitz hat die Harriman=Gruppe, welche
bekannl=
lich in den Unternehmungen Gieſches Erben in Oberſchleſien, hauptſaſn
ich in den Kohlenwerken und in den Zinkhüitten eine Beteiligung von
51 Prozent erworben hat, der polniſchen Regierung Vorſchläge betr. die
Erſchließung von neuen Erzgruben auf dem Gebiete des ehemaligen
Kongreß=Polen und Weſtgaliziens vorgelegt. Insbeſondere handelt es
ſich, wie der D.H.D. meldet, um die Förderung von Eiſenerzen ſowie
Bleierzen. Die Harrimangruppe hat ferner der polniſchen Regierung
einen Vorſchlag auf die Pachtung der ſtaatlichen Zinkgruben in Polniſch=
Oberſchleſien vorgelegt. Die Harrimangruppe beabſichtigt, hauptſächlich
in der Gegend von Czenſtochau und Olkuſz die dort befindlichen
Natur=
ſchätze, insbeſondere an Eiſenerzen, zu erſchließen. Auch in der Gegend
von Radom befinden ſich nicht ausgenutzte Kupfen und Bleiern
Keine neuen Millionenkredite an die Wirtſchaft.
w. Berlin, 1. Februar.
Zu der in der Preſſe verbreiteten Mitteilung über
angeb=
liche Millionenkreditean die Wirtſchaft aus
öffent=
lichen Mitteln iſt feſtzuſtellen, daß ſich das gegenwärtige
Reichs=
kabinett ſelbſtverſtändlich ebenſo wie das vorhergehende mit der
Frage beſchäftigt, wie der Wirtſchaft in der augenblicklichen
ſchwie=
rigen Lage Erleichterung gebracht werden kann. Es iſt aber
völlig ausgeſchloſſen, daß auch nur annähernd die genannten
phantaſtiſchen Summen zur Verfügung geſtellt werden
können. Es iſt insbeſondere auch zu bedenken, daß die zur Zeit
verfügbaren öffentlichen Mittel bereits in der Wirtſchaft arbeiten
und es ſich beſtenfalls darum handeln kann, dieſe Mittel in anderer
Weiſe als bisher der Wirtſchaft zuzuleiten. Ueberdies geht das
Reichskabinett, wie in der Regierugserklärung deutlich
aus=
geſprochen wurde, vor allen Dingen darauf aus,
Steuerer=
leichterungen herbeizuführen, wodurch ſich die für
Kredit=
zwecke zur Verfügung ſtehenden Mittel ſelbſwerſtändlich
ven=
mindern.
Nummer 34
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Seite 43
Epropäiſche Staatspapieer 1. 2.
a) Deutſche
G% Reichsanleihe .. .. . . . . 0.262
„....
9½8 „
„ ..
Dolla=Gld=Anleihe d. 1935
groß” Stückel
Dollar=Gld=Anl. per 1932/
große Stückel
Dollar=Schatzanweiſungen 98.80 98.9
Dtſch, Schtzanw. Klu. IIv. 231
Kluffy.24
4122 IV. u. V. Schatzanw.
44% UI.—IZ,
47 D. Schutzgb. v. 08-11 u.13/ 7.16
v.14/ 7.15
Sparprämienanleihe ..... 0.138
Zwangsanleihe „..tanasa.
47 Preuß. Konſols ...../ 0.25
„ ....! 0.27
3!.
......
4 % Bad. Anl. alte ......! 0.10
8½%r .... -/ 1.23
„ v. 1896 ...
4B Bahern=Anleihe „..) 0.25
5½% „
8-16% Heſſen N. XxXfI
untilg, b. 28 .........
30
—
49 Geſſen unk. 1924,.....
D
4% „ alte .........."
3½% ........
—
....... ......
4% Württemberger alte .
b)Ausländiſche
6% Bosnien9.-E.=B.v. 1914 —
5½ „ L.=Inveſt.=Anl. 1914 —
W%-v.1898 ........ 1.6
4½% b. 1902 .........
.....!
4½
Si Bufas Fahzt wogs „1145
4½% Oſt. Staatsrente 1913
2.5
ab 1918 ....."
4½% Oſt. Schatzanweiſ.ſitfr.
v. 1914 ..... . . . . . . . . . . 15.5
4% Oſt. Goldrente .... . . 17.5
41g%Silberrente. . . . ..
42 einh. Rente (konv.
...... 0.265
9.26
6.95
6.96
0.175h
0.39
0.294
0.3
9.32:
30.5
u.22
0.27
C.26
0.3
2% Portugiel. (Spez./6.II
65% Rum. am Rente v. 08
419% Goldr. v. 18 ..../ 5.7
4% am. konp.. . . . . 1.5
am. v. 05 ......
4%
470 Türt, (Admin.) v. 1903
4% „ (Bagdad) Ser. 1
(Bagdad) Ser. II
4
47 v. 1911. Zollanl
4½% Ung. Staatsr. v. 1918
4½%
*
45
770
Staatsr.v.14
Goldrente .
Staatsr. v. 10
Kronenrente
(Eiſern Tor)Gl.
8.2
10.8
9.10
9.45
13.5
16.75
14.25
107,
Außereuropäiſche.
5% Mexik amor, innere ..! —
konf äuß. v. 99 ..
60
—
4F „ Gold v. 04 ſtfr. 26
8% „ konſ. inner.
14.5
4½‟
Frrigationsanl. 33
57 Tamaulipas. Serie I.
Nach Sachwert verzinsliche
Schuldverſchreibun gen
Mit Zinsberechnung
6 ½ Dollar Goldanl. v. 1982
große Stückel
6% Doll ar Goldanl. v. 1935
große Stückel 90.25
2½ Frktr. Hyp.=Bl.
Gold=
pfandbrle R.1/ 86
47 Frkrft. Hyp.=Bk.
Gold=
pfandbriei Em. 3
5% Friſtr. Hyp.=Bk.
Gold=
pfandbrie, Em ?!
5% Neckar A.=G. Stuttgart
Goldanleihe von 19231
4 2 Pfälzer Hyp.=Bk.=
Gold=
pfandbrief von 24
22% Rhein Hyp. Bk.
Gold=
z andbrief von 24 .. 84
S½ Rhein=Main=Donau=
Gold=Anleihe von 23.. . ./ 65
6‟ Großtraftwert Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23 ....."
6% Heidelberger Holzwertanl.
von 23
6%H. Braunk.=Rog.=Anl. v. 23
5% H. Roggenanleihe v. 1923
5% Mannh. Stadt=
Kohlen=
wertanl. v. 1923
20 Offenbach (M.) Holzwwert
anl. v. 1923 .............!
5% Pfälzer Hyp. Bank Gold=
Pfdbr. v. 24...
%0 Preuß. Kaliwert=Anleihe
5% Preuß. Roggenwert=Anl.
5% Rhein. Hypoth. Bk. Gold=
Pfdbr. v. 24...
5 2o Sächſ. Braunk.=Anl.v. 23,
Ser. Iu. II
...
52 Sächſiſche
Roggenwertan=
leihe von 23
SDIo
dd. Feſtwertbk. Goldobl.
Wgefeafgaft auf drlien, Suriftadt. Brankfarter Kardorricht Bom a. Frbrant Lond.
10.10
15.08
3.3
6.15
1.68
2. 2.
10
10.:
15½,
Borkriegs=Hypothekenbank
Pfandbriefe
Bay. Vereinsbank München.
Bay. Handelsbank München.
Bah. Hhyp. u. Bechſelbank..
Frankfurter Hypothef.=Bk..
Frankfurter Pfandbrief=Bk..
Hamb. Hypothek.=Ban ....
Meininger Hyv.=Bank .....!
Pfälziſche Hyp.=Ban ....
Preuß. Pfandbrief=Bk. .....
Rhein. Hypothl.=Bank ......!
Südd. Bodenkredit=Anſtalt ..
Vürttemberg. Hypoth.=Bank
Staatl oder provinz ja
garantiert
Heſſiſche Landes=Hyp.=Bank
Landeskreditanſtalt Caſſel...
1.65 Naſſauiſche Landesbank.
1. 2. 2. 2.
7.6
7.6
7.30
3.5
7.85
6.8
7.575
6.8
7.a40
5.8
5.50
Obligationen von
Transportanſtalten.
4% Eiilabethbahn, ſtfr.
42 Ga. Carl Ludw.=Bahn.
5% Oſt. Südb (Lomb.) ſtfr.
2,6% Alte Oſt. Südb. /Lomb.)
2.6% Neue Oſt Südb. (Lomb.)
4% Oſt. Staatsb. v. 1883.
3% Oſt Staatsb. 1.b.8.Em..
3% Oſt. Staatsb. 9 Em. .. . .!
8% Oſt. Staatsb. v. 1885 ...
13% Oſt. Staatsb. Erg. Netz .
4% Rudolfb 1. Silber ſtfr.
48 Rudolfbr. Salzkammerg.)
4½½ Anatolier Serie l.....
4½% Anatolier Serie II ...
4½% Anatolier Serie II...
13% Salonique Monaſtir. . ..
5% Tehuanteper ..........
4½% Tehuantepee ........"
1. 2.
2.25
1.8
11.25
11.3
11.25
5.5
17.6
17.5
17.5
1.65
11.25
21
2. 2.
1.6
11.25
11.25
11.25
5.5
17.42
URIo
Ai
6.4
7.9
8.55
9.15
13.25
16.9
14.4
14.25
Ret
Ohne Zinsberechnung
S %Baden=Baden=Holzwert
Anleihe von 23......."
6 %Badenm. Kohlnwranl. 23
S% Frkſtr. Pfandbrief=Bk.
Goldoh. IEm.
14.10
9.05
1.7
14.5
8.75
Zank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſt.
Badiſche Bank
Bank fü Brauinduſtrie.
Barmer Bankverein
Bah, Hyp.= u. Wechſelb.
Berl. Handelsgeſellſchaft
Kommerz= u. Privatbanf ..6
Darmſtädter u. Nationalbk. 6
Deutſche Bant
6
Deutſche Efi. u. Wechſelbk., 8
Deutſche Hyp.=Bk. Mein.
Deutſche Vereinsbant ....6
Disconto=Geſellſchaft ... ..0
Dresdener Bank .... . . . . . 6
Frankfurter Bank ...... ..0
Frrf. Hyp.=Bank .... ....."
Frankf. Pfandbrief=Br. ...
Gotha Grund kredit=Ban. ..
Metallbank
.....0
Mitteldeutſch. Creditbank ..6
Oſterr, Ereditanſtalt . ..
Pfälz. Hypoth.=Bank ..
Reichsbank=Ant.
Rhein Creditbant
Rhein Hypothekenbank .. .9
Südd. Disconto=Geſellſch. o
Wiener Banwerein..
Bergwerks=Aktien.
Berzelius
.
Bochumer Bergbau.... ..6
Buderus
..6
Dt. Luremburger ....... .0
Eſchweiler Bergwerks=Akt., . .
Gelſenkirchen Bergw.
Harpener Bergbau ..."
Fſe Bergban Stamm.. .. .9
NeBergbau Genußſcheine 6
Kaliwerke Aſchersleben ...0
Kailiwerke Salzdetfurt ..
Kaliwerke Weſteregeln ... .0
Klöcknerw. ab. Lthr.=Hüttele
Mannesmann Röhren ... .0
Mansfe der
..5
„
Oberbedarf
v
Oberſchle „Eiſen(Caro).
Otavt M.nen u. Eb.=A,
Phönix Bergbau
Rhein Braunk. u. B=
Rhein. Stahlwerke
Rombacher Hütte
Stinnes Riebeck Montan
Tellus Bgb.= u. Hütten=Akt.6
Ver. Laurahütte.
Aktien induſtrieller
Unternehmungen.
Brauereien.
Eichbaum (Mannh. . ... ..
Henninger Kemp=Stern. . .6
Löwenbräu München .... .0
Mainzer Aktienbrauerei ...6
Schöfferhot (Binding) ....0
Schwarz=Storchen ...... .014
Verger
Geſch.
Jahr
Arkumulat. Berlin. .
T.4
Adler & Oppenheimer .
Ad erwerke (v Klehzer .0
.O
A. E. 6. Stamm.
6% A. E. G Vorzug Lit. 4 8
5% A. E. G. Vorzug Lit. 8 8
Amme Gisſecke & Konegen 6
Anglo=Continantal=Guanv.
Anilin=B.n. Treptow ...
Aſchaffenburger Zellſtoff „O
Badenia (Beinheim)..
Bad. Anilin= u. Sodafabr. 6
Bad. Maſchf. Durlach ... . 0
Bad, Uhrenfahr. Furtwang. 6
Bamag=Meguin Berlin. O
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Divid. 1. 2. 2. 2.
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95
Baſt Nürnberg ..... . .. ..O
Bahriſch Spiegel ........0
Beck & Henkel (Caſſeh ....6
Bergmann El. Werke ....O
Bing. Metallwerke ......0
Bremen=Beſigh=Olfabr. ...6
Fementwert Heibelberg ..0
Cementwert Karlſtadt ....6
Cementwerk Lothr. (Karls.)6
lehem. Werke Albert .... . .0
Chem. Brockh., Nd. Walluf. 0
Chem. Griesheim=Elektron 6
Chem. Fabrik Milch ......"
Chem. Weiler=ter=mer .. . .0
Daimler Motoren ..... . .6
Deutſch Eiſenhandel Verl.o
Deutſche Erdöl. . .. . . .. ..0
D. Gld.= u. Silberſcheideanſt. 6
Dingler, Bweibrücken . .. ..6
Dresdener Schnellpreffen .6
Dürrkopp (Stamm) . .... 8
Dürrwerke Ratingen .. ..0
Dhckerhofi & Bidm. Stammé
Eiſenwerl Kaiſerslautern
Eiſenwerk L. Meher, fr. .. 0
Elberfeld. Farbw.v. Baher O
6
Elettr Lieferungs=Geſ.
0
Elektr. Licht= u. Kraft ..
„6
Elſäſſ. Bad.=Wolle
Emag, Frankfurt a. M. ..0
EEmail. EStanzw. ullrich .8
Enzinger Werke.
/Eßlinger Maſchinen
Eitlinger Spinnerei
..O
Faber Foh. Bleiſtift,
6
6
Faber & Schteicher
Fahr Gebr. Pirmaſens 6
Felten EGuillegume, Carls.6
Feinmechanik (Fetter ...4
Feiſt, Sektl, Frankf. M.e
Frankfurter Gas ......1..0
Frankfurter Hof ....... .."
Frkf.M. Pokorny & Bitteké
Fuchs Waggon Stamm ...e
Banz Ludw. Mainz .....0
Geiling e Eie.
..... .O
Bermania Linoleum
..6
Gelienkirchen Gußſtahl ...0
Boldſchm dt. Th. ....:..0
Botha Waggon ..........0
Breffenius Maſch. Stamme
Britzner, Maſchfbr. Durlacho
6
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Franff. (M.) 6
Hammerſen (Osnabräch „6
Hanfwerke Füſſen
.6
Hartm. EBraun, Frankf. .6
Seyligenſtaedt. Gießen .6
Hilvert Armaturenfbr. ..0
Hindrichs=Auffermann ....0
Hirſch Kupfer a Meff. ...0
boch= und Tiefbau .......6
ööchſter Farben ...... .. O
5olzmann Phil. ......0
Holzverk. Induſtr. ........."
Hydrometer Breslau .....0
Fnag
....
Funghans Stamm .. . . . 6
Kammgarnſp. Kaiſerslauternch
Geſch.
Jahr
Karlsruher Maſchinen ...."
39.5 Karſtadt R.
Rrein, Schanzlin & Becker
74.25 Manorr, Heilbronn ......
Nonſervenfabri! Braun ...
98.25 Krauß & Co., Lokom. . ....
rahmeher & Co. .........
128.5 Lech, Augsburg ........."
68.5 Lederw Rothe ........"
Lederwerte Spicharz ...."
128.5 Lingel Schuhw Erfurt ...
Löhnberger Mühle .......
112
17.5 Nudwigshaf. Walzmühle
36 1Südenſcheid Metallw.
60
160
50
200
1./ 50
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60
Diwid. 1. 2. 2. 2
2. soRMl 57.25 57.6
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75
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69.75
35.5
0.48
20
128
26.9
G6.5
33
66
91
80
so
42
8?
48
130
57.25
57.5
62
67
33.5
110.5
29.5
58
41
81=
84.5
21
36.9
85
43.25
30
72.75
90
39.75
128.5
38
128.5
39
40
92
89.75
88.5
192
0.17:
28
52
24
76
67
35.75
0.49
Luther, M.= u. Mühlenbau
Luxſche Induſtrie
Mainkraftwerke Höchſt ....0
Metallgeſ. Frankfurt . .... O.
Mehzer. Dr. Paul ........0
Mrag. Mühlenb. Frkf. a. M.0
Moenue Stamm .. . . . . . .e
Motorenfabrik Deutz .....0
Motorenfabr Oberurſel .6
Reckarſulmer Fahrzeugw. 8
Neckarwerke Eßl. Stamm 6
Sleawerke Frankfurt a. M.0
Beters Union Frankf. a. M.6
Pfälz. Näh. Katzſer .... . 0
Philipps A..G. .. . . . . . . . . 6
Porzellan Weſiel.........6
Prometheus Frkf. M. . .e
Reiniger, Gebbert & Schall 6
Rhein. Elektr Stamm ....e
Rhein Metall=Vorzüge „o
Rhenania Aachen ......"
Rückforth Stettin ........
Rütgerswerke .........."
Schleußner (Frankf. a. M.).O
Schneider & Hanau
Schnelpreſſen=Frankenthal 6
Schramm u. Megerle, Lackf.6/11
Schriftg Stempe Ffm. .O.
Schuckert Elektr. Nürnb.),e
Schuhfabr. Bemeis=Weſele
Schuhfabrt! Herz
Schuhf Leander. Offenb.,o
Schultz Grünlack. Rdöh. .8
Selinduſtrie Wolf.
....0
Sichel & Co. Mainz ......0
Siemens Eiektr. Betriebe „Ol1
Siemens Glasinduſtrie ..0
Siemens & Halske.
„Hl=
Süddeutſche Fmmobilien. K
Thür elektr. Lief.=G. Gotha O
nhrenfabrtk Furtwängler 6
Beithwerke in Sandbach „O
Verein. f. Chem. Ind. Frrft. 6
Verein. d. Olfbr. Mannh. O
Verein. Faßfabrik. Caſſel 6
Ver. Gummif. Bin.=Frkft. 6
Verein. Pinſelf. Nürnberg 6
Verein Ultramarin ... . ..0
Verein. Bellſtoff Berliu e
Bogtl. Maſchinen
Voigt & Haeffner Stämme o
Bolthom. Seil
Banß & Freytag ...
3
Begelin Rußfabrit ......."
Zellſtoff Wa dhof Stamm
Zuckerfbr Waghäuſel .....6lz
Zuckerſbr Frankenthal „e"
Zuckerfbr. Heilbronn .... olf
Zuckerfbr Offſtein .......9
Zuckerfbr. Rheingau ......0l=
Zuckerfbr. Stuttgart „...0
Transport= und
Berſicherungs=Aktien
Allg. Deutſche iſenbahn a
Deutſche Eiſenb=G. Fftm.
Elektr Hochbahn Verlin .
Schantung E. B .... !
Südd. Eiſenbahn=Geſ. ....6
ſHapag (Paketfahrt) ......"
Nordd. Llotzd ......... . "
24.5
21.5
44
85
49.75
56.25
E6.55
38
0.45
62.25
67
33.5
110
29.5
58.5
93.25
82.5.
A.
22
46.75
42.75
Frkft. Allg. Verſich.=Geſ.
Frankona Rück= u. Mitv.
Darmſtädter Ber
Bahnbedau
....
(Dampfkeſſel Rodberg
Gelvetia Konſervenfabr.
Gebr Luß
Mot orenfabrik Darmſtadt
Gebr. Noeder
Venuleth & Ellenberger ..
Geſch=
Jahr
23
60
40
300
140
120
350
Diviv.
1. 2. 2. 2.
8% 64
9.
02
4.30RM
10%
6‟
2 RM
On
2 RM
2RM
2 RM
2 RM
1000
1030 5%0
800
300
40 O
10%
62
44.75
*
14.5
45
S9.5
65.5
26.5
83.25
25.5
20.25
70
14
81.25
104
13
96
34.25
78
20
80.5
89.5
93.75
45.75
50.5
49
53.25
43.5
52
61.5
94
1231,
142
11s
2.40RM
4%
8%o
73.5
45
61
65.5
76.5
84.75—
102.75:
57
78
50. 25
57.5
27.25
59.5
40‟
68
22.5
57
78
22
79. 25
91.
88
47.75
50
46.25
T 3.5
47.75
47.5
52
94
120,75
137
76
22.25
12
Annotierte Aktien
Ap
Beckerkohle ........,,...
Beckerſtahl ........."
Benz.."
Brown Boverie..
Deutſche Petroleum".
Diamond Shares
Großlrftw. Württ. (Growag)o
ſchrßirftw. Unterfr. ufra) .6
Krügersha !l Kali.
Fufo Film
..0
28
80
150
Zeichenerklärung: X — Mark für eine Million nominal. M— Mark
für eine Milliarde. — Mark pro Stück. O — Gold=Kurs
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Dormſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Brille. 1 gelbl.
Perlen=
halskette. 1 grüner Wollſchal mit
gelb=
braunen Streifen. 1 Paar graue
Damen=
handſchuhe mit grünweißen Stauchen. Ein
brauner wollgefütterter Herren=
lacéhand=
ſchuh. 1 Bund (7 Stück) Schlüſſel am
Ring. 1 breiter brauner Damenpelz mit
4 Schwänzchen, 1 graugeſtrichener
Fenſter=
laden. 1 blaue Hemdenbluſe und 1 Paar
blauwollene Gamaſchen. 1 Strickzeug
(graue Zipfelmütze). 1 Fahrrad. 1 braun.
Handtäſchchen mit Spiegel und
Taſchen=
tuch. 1 Treppenleiter. 1 Stoßkarren (ein
Arm ein Stück abgebrochen). 1
Müll=
eimer, 1 kleine rote Doſe mit
Mappen=
ſchlüſſel. 1 graue Kinder=Zipfelmütze. Ein
großer neuer Schlüſſel. — Zugelaufen:
ſchwarzer Hofhund mit braunen Abzeichen.
1 ſchwarzer Baſtard, 1 weißer Fox mit
ſchwarzen Abzeichen. 1 weißer Jagdhund
„nit ſchwarzen Abzeichen
Eingetretener Verhältniſſe
hal=
ber wird die Feld= und Waldjagd
der Gemeinde Frankenhauſen
nicht, wie angegeben, Samstäg,
den 6. Februar ds. Js., ſondern
Samstag, den 13. Februar d3.
38., nachmittags 3 Uhr.
auf weitere ſechs Jahre in der
Wirtſchaft von Georg Krämer
öffentlich verpachtet.
(1754
Frankenhauſen, den 31. Jan. 1926.
Keſſ. Bürgermeiſterei Frankenhaufen.
Eeller.
Am Freitag, den 5. Februar 1926,
vormittags 9 Uhr anfangend, werden
im Roßdörfer Gemeindewald aus
den Abteilungen 6, 10 und 11 unter
gün=
ſtigen Zahlungsbedingungen verſteigert:
Eichen=Stämme: 3 Stück, IV. Klaſſe,
1,00 Feſtmeter.
Lärchen=Stämme: 2 Stück, V. Klaſſe,
0,40 Feſtmeter.
Kiefern=Stämme: 43 Stück, III. und
TV. Klaſſe, 18,77 Feſtmeter.
Fichten=Stämme: 198 Stück, Va und b
Klaſſe, 55,06 Feſtmeter.
Ficht.=Deebſtangen: 541 Stück, 31,32 im
Fichten=Reisſtangen: 259 Stück, 0,79im
Zuſammenkunft an der Kubig. (1791
Roßdorf, den 2. Februar 1926.
Geſſ. Bürgermeiſterei: Lorenz.
Am Samstag, den 6. Februar
ds. Js., werden nachmittags 2 Uhr im
Gaſthaus „Zum Anker” in Stockheim
aus Nevier Eulbach: Kutſchenwege 7,14.
Hüttenſchläge 2, Steinmannshalde
Vogelheerdſchlag 12, Heumatte 26, 27
29, 30, Seilersbuch 6, Eſelskopf 2,
Salz=
lackenberg 2, öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert:
Scheitholz: etwa 60 Rm. Buche,
20 Rm. Eiche, 30 Rm. Fichte.
Prügel: etwa 20 Rm. Buche, 10
Rm. Eiche und Birke, 20 Rm. Kiefer,
25 Rm. Fichte.
Kohlholz: etwa 150 Rm. Buche,
(1582sm
120 Rm. Nadelholz.
Das mit A bezeichnete Holz kommt
nicht zum Ausgebot.
Erbach, den 29. Januar 1926.
Gräfl. Forſtamt Erbach.
Am Donnerstag, den 4. Februar
1926, vormittags 10 Uhr, verſteigere
ich im Verſteigerungslokale Bleichſtr. 41,
Wirtſchaft Rummel, zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Schuhmacherausputzmaſchine, 1
kom=
plettes Speiſezimmer, 6 Meter
Man=
telſtoff, 1 Badezimmereinrichtung, 1
halbfertiger Bücherſchrank, 1
Grammo=
phon mit Holzkaſten, 1 Guitarre, 1
Konzertlaute, 1 Oelgemälde, 1
Tafel=
ſervice (45teilig), 1 Kaffeeſervice (15), 1 Ladentheke und ein Poſten
(1767
Möbeln.
Darmſtadt, den 2. Februar 1926.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher.
Jagd=Verpachtung.
Hamstag, den 13. Februar 1926,
nachmittags 1 Uhr, wird auf dem
Rathaus dahier die Gemeindejagd auf
weitere 6 Jahre verpachtet.
Die Gemarkurg umfaßt 328 ha und
iſt von den Stationen „Hergershauſen”
(Darmſtadt=Aſchaffenburg) u. „Langſtadt”
Hanau=Eberbach) in 10 Minuten zu
erreichen.
Harpertshauſen, den 1. Februar 1926.
Bürgermeiſterei Harpertshauſen.
Funck.
1789)
Käufe
Mie
Nußb.=Büfett
u. guterh. vollſtänd
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Ein=
zelteile, zu kauf
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Pee Kue
Berizgte
D Betdn de
Berlin G 2. An der Spandauer Brücke 10
Henlangen Sie Probenummenn!
Montag, den 8. Februar 1926,
nachmittags 3 Uhr, wird die Jagt
der Gemeinde
Ellenbach 333 ha
Eulsbach 80 ha
auf weitere 6 Jahre in der Wirtſchaft
von Heinrich Bauer zu Ellenbach öffentlich
verpachtet.
Ellenbach, 1. Februar 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei Ellenbach,
TV.1797)
Riebel.
Chaiſelongue,
Spieldoſe od.
Dreh=
orgel ſof zu kauf. geſ
Angebote unter K 41
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unter K 45 an die
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Hier V. Schatz.
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Darmſtadt. (1704imd
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kauft gegen Barzahl
Paut Marthey
Verlin=Steglitz,
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ſingerſtr. 7, (1V.1605
Juwelen R
Gold-
Silber-
gegenständeß
Perser
Teppiche
An- und Verkauf
Lartz- Aalt t
Pädagogstrasse 2
Aelteste.
Ankaufsstelle
am Platze
(456a1
K
AZiermarkt
Pferd mit Geſchirr,
leichte Rolle
umſtän=
dehalb. bill. z. verk.
Zu erfr. v. 12 Uhr
Soderſtr. 7
Der prächtige deutsche Großfilm! Der Triumpf des deutschen Schaffens!
Nach der gleichnamigen Operette von Oscar Straus und der
Hans Müllerschen Novelle „Mux, der Prinzgemahl‟
DARSTELLER:
Eberhard XXIII. von Flangenthurn
Rockhoff v. Hoffrock Inlins Falkenstein
Jacob Tiedtke Frl. von Kocckeritz . . Mathilde Sussin
Prinzessin Alix . . . . Mady Christians Franzi Steingraber. . . Kenſa Desnſi=
Peter Ferdinand . . . Carl Beckersachs
Steffi, Bassistin . . . . . Lydia Potechina
Nikolaus Graf Preyn . Willy Fritsch
Der Pikkolo . . . . . . . Hans Braugewetter
(1793
„Er” auf Liebespfaden mit Harold Lloyd — Neueste Wochenschau
Seite 14
Mittwoch, den 3. Februar 1920
Heute Mitéwoch
aallostrLichtspiele
Kesidenz-Theafer
Vorletzter Tag!
Bag Frädlein
Die
SpitkeImarkt
Faschings-Sensation
UmionsThoaten
O Heute
Inwlderrufllch nur noch heute und morgen sehen Bie das
grosse Lustsplelprogramm Im U.-T.
Bat und Patachons Kampf
mit dem Prachen
Mittwoch, den 3. Februar und folgende Tage
Der gr. Serien-Erfolg des Intimen-Theaters, Berlin
und des Theatre Frangais, Paris:
Lebensroman einer Stenotypistin
In 7 Kapiteln
asuch im Bett
Lustspiel in 6 Akten
H. Lustsplel
Oheplock Aoimes H.
Lustsplel in 5 Akten.
m der Hauptrolle: Buster Kezton
entfesselt Lachstürme in aller Wekt.
Jugendliche haben Zutritk!
Has Lehen
Shimmy 6 Jazzband e Humor
Lauf goch nicht immer
3187
Anfang 31/, Uhr.
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr
Harold Liogd als Ehekandidat
Trlanenwecha — Neueste Rodenachau
Ab Freikag:
Der große Schlager
Las Rädel von Pontezugulf
Große Ausstattungsfilmoperette in 6 Akten
Unter persönlicher Mitwirkung erster
Berliner Operettenkräfte (1813
Elekfromophon Konzert
am Donnerstag, den 4. Februar, abends 8 Uhr
im Mozartſaal, Schulſtraße 8.
Im Programm:
Beeihoven, Mozart, Brahms, Wolf, Walter Rehberg,
Roth=Quartett, Rich. Tauber, Hch. Schlusmus u. a. m.
Eintritt frei.
1758
Einlaßkarten bei Chriſtſan Arnold, nur Ernſt=
Kud=
wigſtraße 9 / Elektromophon=Alleinvertreter.
können In Maske mit Wisler
kommen und
Parisiana in 1 Akt von Georges Feydeau
Musikalische Schlager:
Die schöne Adrienne hat eine Hochantenne
Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren 6 Im
Rausche einer Nacht P Warum soll er nicht mit
ihr? 6 Für Dich & Es geht die Lu-lila & Leb‟
wohl Du schwarzbraunes Mägdelein & Grüß' mir
mein Wien & u. a. m.
erfreut, dem Alltag entrückt,
einlge Stunden
Hotel Traube, am Samstag,
den 6. Febr, abends 8 Uhr.
bls zum
Reue Reuuetänze der
Geschwister Socha T
SLOISM
Mitwirkende: Marga Peter, Lissy Chilia,
Guskav Bertram, Karl Walbröhl,
Alkred v. Krebs, Joachlm v. Ostau
Max Mikolzſ.
(1766
früh, Im Krelse lustlge
Engelchen und ausge-
Iassener Teufelchen, das
Leben Im
Tägl. Kartenverkauf: Verkehrsbüro, Ernst-
Lud-
wigsplatz, Hugo de Waal, Rheinstraße 14.
AIMM
Gewöhnliche Preise 1.00 bis 3.00
und in der Hölle zu
Kaufmänniſcher Perein
Darmſtadt &. B.
Heute, Mittwoch, abends s Uhr
R
K
mit Klaviervorträgen.
n. ſonſtiger angeneymer Unterhaltung
im Vereinslokal, Grafenſtraße 18.
Wir laden unſere Mitglieder hierzu
erg. ein und bitten um zahlr. Erſchetnen.
1812)
Des Vorſtand.
NBaGs findet Bücherausgabe ſtatt.
A
G
Sprechabend
der Nat.=Soz. Deutſchen Arbeiter=Partei
Freitag, den 5. Febr. 1926, abends 8¼ Uhr
im Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2
Bortrag über:
„Der Siegeszug des Finanzkapitals
mit Hilfe der Sozialdemokratie.”
Freunde u. Gönner ſind herzlich eingeladen,
Eintritt frei. (:3114) Saal gehebt,
Plattdütſcher Bereen
to Hoop
Friedag, 5. Februaz, Klock s, B
genleßen.
nnwitten Saal grood Konzert
un Danz; alſo dee Danzbeen
Luoes
nöten ock mit
(1708
K
Pfd. 55 Pfg., empf. Secher
Seiſenſtocken Ncl., Ludpigshöhfr. 1.B 54
zu Sauerbraten u. dgl. mehr=
Buten
18 verwendbar empfiehl
Speiſe- Eſſt
Ph. Heleine, Wienerſtr. 65. Tel. 1234, (181t
1 kompl. Bett, neu,
und 1 Biedermeier=
Bettſtelle zu verk.
K. Roth,
Magda=
lenenſtraße 11. (3076
Blumentiſch(wß., Eiſ.),
Zimmerkakteenhans,
4 Etagen, und roter
Plüſchſeſſelz.verkauf.
Br. Weg 23, I./e3129
Kce
Strümpſe angefert.
u. angeſtrickt
Grafen=
ſtr. 27, Vh. / I. (1654a
Rhein=
Ztr. 2
Schloß-Oafé
Rhein-
str. 2
„Schloß-Café-Ensemble‟
Leitung Kapellmeister L udwig Bünger
Mittwoch, 3. Februar 1926, nachm. 4 Uhr
Geſangverein „Melomanen‟ Darmſtadt
Motto: Nor net brumme, es werd ſchun kumme.
Sonntag, den X. Februar 1926, abends 611 Uhr
Großes
Bonder-Konzert
Beethoven — Mozart
Großen
GalarMaskenbaßt
Freitag, 5. Februar, abends 8 Uhr
Unterhaltungs-Konzert
unter Mitwirkung des ehem, württb. Hofschauspielers
Fritz Schlotthauer (Mainz).
Samstag, 6. Februar, abends 8½, Uhr
Großes Stimmungs-Konzert
Tanz
(1764
Tischbestellungen erbeten
in der Turnhalle am Boogsplatz
Kaffeebuden 4 Jazzkapelle 4 Likörbuden
Eintrittspreiſe für Nichtmitglieder 2 Mk, für Mitglieder 4 Mk.
Vorverkauf bei Herrn Friſeur Beek, Saalbauſtraße, Gaſtwirt
Wolf, Waldſtraße, und bei dem 1 Vorſitzenden, Herrn
Heinrich Winter, Kaupſtraße 7
(1747
aßbilder
in einer Stunde (245a
billig und gut.
Thiele Nachf.
nurBleichſtr. 9. Tel. 1912.
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Pankratiusſt 2611 4312(
Im Muſikverein
findet am Faſtnachtmontag, den
15. Februar, der alljährliche
Kinder=
kreppelkaffee für die Mitglieder ſtatt.
Karien bei Herrn Baumann,
Wilhel=
minenſtraße 17, bis ſpäteſtens Freitag,
den 12. Februar. (r310f
Mehteregkandn
gebraucht, von 600 ℳ an zu verkaufen. (2714
Klavier-Arnold,Elisabethenst.26
Oo000ooT
Ooooooodoooeee
Reſtaurant Sitt
Donnerstag, den 4. Februar
[ ← ][ ][ → ]Nummer 34
Mittwoch, den 3. Februar 1926
Seite 15
Schminke.
32)
Ein Roman im Rampenlicht.
Von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
Faſt eines vollen Tages bedurfte es, um zu beſichtigen und
eine Wahl zu treffen. Aber dann fiel die Entſcheidung ſchnell. Und
Her Scheck, den ſie ſchrieb, machte ſie zur Beſitzerin einer
Sechs=
zimmerwohnung der Nymphenburger Straße am Stadtpark. Es
ſpar ein entzückend behagliches Neſtchen; ein Buen Rediro, von
Geſchmack, Kultur und Aeſthetik; teilweiſe koſtbar eingerichtet.
jund doch lag über allen Räumen — mochte es Boudoir oder
Salon, Parlour=room oder Muſikzimner ſein — eine
pronon=
gierte, fühlbar betonte Zurückhaltung; eine vornehme
Schlicht=
heit: eine Andeutung, daß man dieſe Aeußerlichkefiten nicht
über=
ſchätzte. Die Garage befand ſich in unmittelbarer Nähe. Der
Chauffeur war gleichfalls erträglich untergekommen. Von dem
Vorbeſitzer der Wohnung — einem in ſein Vaterland
zurück=
berufenen Geſandtſchaftsattachs — hatte Adda van Ruyt das gut
eingearbeitete Dienſtperſonal mitübernommen. Und nachdem ſie
den Räumen durch Kunſtgegenſtände und Stoffe, Teppiche,
Bil=
der und Bronzen, Draperien und wertvolle Reiſe=Erinnerungen
noch eine eigene, ganz perſönliche Note gegeben, fühlte ſie ſich
ſchnell heimiſch.
Nun endlich konnte ſie wieder an ihre Kunſt denken. Eben
jetzt ſprach ſie zu Klaus von Longartt davon.
„Von morgen an kommt der Korrepetitor täglich eine Stunde.
Wie froh ich bin, daß die Zeit des Müßiganges, vorüber iſt!
Wochenlang bin ich nun ſchon in Berlin und habe noch keine
Note geſungen. Faſt mache ich mir Vorwürfe. Denn eß bedarf
ſtändigen Uebens, will man ſich nicht der Gefahr eines
unerwar=
teten Rückſchritts ausſetzen."
„Dabei beſteht theoretiſch vorerſt doch überhaupt keine
Mög=
lichkeit, daß du in nächſter Zeit wirſt auftreten können, Adda?”
Sie zog den Seidenſchal, den ſie über das Teagoſvn gelegt
hatte, enger um die Schultern.
„Theoretiſch beſteht ſie noch unmer. Denn ſeit durch die
Zei=
tungen die Nachricht gegangen iſt, daß ich Differenzen mit dem
„Thöater am Weidendamu” habe und die Erfüllung des
Ver=
trages verweigere, ruft mich mein Agent Samotſchiner faſt
täg=
lich an und erzählt mir triumphierend, daß ſich ſchon wieder
irgendein Direktor bei ihin eingefunden habe: ob ich denn nicht
wenigſtens zu einem Eventualvertrag zu veranlaſſen ſei, der
automatiſch in Kraft träte, ſobald meine Beziehungen zum
„Theater am Weidendamm' endgültig gelöſt wären.”
Der Rittmeiſter ſchob ſkeptiſch die Brauen hoch.
Gan
„Das kann ſich aber wohl noch lange hinziehen, was?
Wenig=
ſtens denk’ ich mir das ſo in meinem Laienderſtand.”
„Nein. Donnerstag über eine Woche fällt bereits die
Ent=
ſcheidung, die ja an ſich nur eine Fommalirät iſt. Gerade heute
vormittag erhielt ich die Terminzuſtellung vom Bühnen=
Schieds=
gericht. Mein Anwalt hat beſchleunigte Verhandlung durchgeſetzt
damit ich endlich wieder über mich verfügen kann. Denn ſolange
hin ich ja an meinen Vertrag gebunden."
„Ja; das erwähnteſt du bereits.”
„Und in dieſem Zuſammemhang muß ich dir eine Frage
vor=
legen, Klaus. Seit heute vovmittag kämpfe ich mit mir, ob ich
es tum ſoll. Vielleicht begehe ich eine Indiskretion oder
Takt=
loſigkeit. Aber wir beide gehören doch ſo rückhaltlos zueinander,
daß zwiſchen uns Aufrichtigkeit und Klarheit bis ins Letzte
herr=
ſchen muß. Oder denkſt du anders darüber?”
„Hallo?!” ... ſagte er; richtete ſich aus ſeinem Korbſeſſel
hoch und bog ſich vor . . . „Wgs haſt du mit einem Male für
ein geſpanntes Geſicht?! Und ſeltſame Fragen ſtellſt du! — Ich
denke naüürlich genau ſo. Das verſteht ſich doch am Rande. Seit
wir uns gefunden, hat ja jeder dem andern über ſein Leben und
ſeine Vergangenheit volle Rechenſchaft abgelegt. Weſentliches
blieb beſtimmt nicht unerwähnt. Wenn aber dennoch über irgend
etwas Unklarheit oder Zweifel herrſcht, dann haſt du ſogar die
Pflicht, mich zu fragen!“
Sie nickte ihm leiſe zu.
„Dann iſt es gut, Klaus. Dann werde ich es alſo tun. —
In der Terminzuſtellung des Bühnen=Schiedsgerichts nämlich
ſind nicht wir die Namen der beiden Parteien, ſondern auch der
eventuellen Zeugen angegeben. Denn es iſt an ſich ein reguläres
Richtevkollegium, das ſich aus fe zwei Mitgliedern der
Bühnen=
genoſſenſchaft und des Bühnenvereins ſowie einem
Berufsjuri=
ſten als Obmann zuſammenſetzt.”
„Ja — und?‟
„A4s Vertreter der Gegenpartei iſt nun neben dem
Direk=
tions=Stellvertreter Alfred Lenſch auch ein Name genannt, über
dem ich naturgemäß ſtutzte: „Hannelore Katharina Freiin von
Longartt, genannt Kitty Lernon.‟ Du weißt, daß dieſe Kitty
Lerron in meinem Leben eine gewiſſe Rolle ſpielt. Nicht
irgend=
wie bedeutungsvoller Natur, immerhin jedoch als meine
Gegnerin.”
Er war einen Schatten bleicher geworden. Strm ſtarrte
er ſie an.
Unter ſeiem ſeltſamen Blick ſprach ſie umwillkürlich haſtiger.
„Du entſinnſt dich auch, daß ich dir gelegentlich von dieſer
Frau ſprach, die ich ſtets nur nach ihrem Bühnennamen kannte.
Ich habe ihr gegenüber niemals Feindſchaft oder auch nur
And=
pathie empfunden. Sie war mir eben völlig gleichgültig. Lieber
Gott — eine Rivalität kam doch gar nicht in Frage. Während
meiner Südamerika=Tournee war ſie eine der jüngſten des
En=
ſembles und für kleine Parten vorgefehen. Sie beſaß unleugbar
Talent uud dazu einen ſchwer definuerbaren angeborenen
Charme. Dazu glücklichen Bühneninſtinkt. Man prophezeite ihr
eine Karriere. Deshalb bedauerte ich es eigentlich, als ſie in
Montevideo das Enſemble verließ. Ich kehrte zwei Jahre ſpäter
nach Deutſchland zurück, wo ſie mittlerweile die offizielle Geliebte
des Direktors Volkmar gewvorden war, den ſie anſcheinend
voll=
kommen beherrſchte. Davon hatte ich ſelbſtverſtändlich beine
Ahnung. Erſt die Rollenverteilung im „Theater am
Weiden=
damm führte dann zu dieſem ſchroffen Gegenſatz, von dem dur
ja weißt.”
Er ſchwieg noch immer.
„Juzwiſchen übernahmn der Kommerzienrat Brook die
Pach=
tung des Hauſes. Und am Samstag ſtarb Vollmar. Die
gegen=
wärtige Situation iſt aus der Diſtanz unüberſichtlich. Ueberdies
widerſtrebt es mir, mich mit ihr mehr zu beſchäftigen als
unum=
gänglich nötig. Ich hätte eine gütliche Löſung neines Vertrages
gewiß ſehr begrüßt. Doch iſt ſie allem Anſchein nach unmöglich
und muß deshalb erzwungen werden. Und m ſage mir,
wenn du es kannſt und willſt: „Wer iſt dieſe Hannelore
Katha=
rina Freiin von Longartt, gemannt Kitty Lerron?”
Faſt im ſelben Moment andwortete er:
„Meime Schweſter!“
Sie wiederholte betreten:
„Deine Schweſter?”
Er ſaß zuſammengekauert und hatte die Fäuſte um die
Leh=
nen ſeines Seſſels gekrampft, daß die Kmöchel weiß aus der Haut
hervorſprangen.
„Meine Schweſter — jatvohl! Was ſtarrſt du mich mit ſo
großen Augen an? Wer ſollte es denn anders ſein als meine
Schweſter?! Ich wenigſtens wüßte niemanden ſonſt. Dir iſt es
offenbar nun mal beſtimmt, daß die Longartts ſich an dich
kiam=
mern und an deinem Eigentum und deinen Rechten vergreifen,
Erſt der Bruder — dann die Schweſter. Par nobile fratrum!”
„Klaus — was ſprichſt du da?!” . . . bewehrte ſie aurf.
„Die Wahrheit!” hart und erbamungslos war ſeine
Stimme: Verachtung bog die Windel ſeiner Lippen
Strpf=
ſinnige, bittere nackte Wahrheit! — Wir Nairen, die wir waren!
Da glaubten wir: Jeder hätte über ſein Leben dem andern
wirklich ſchon bis ins Letzte Rechenſchaft abgelegt. Ein Irrtum,
gnädige Frau!! Die Komplikationen kommen erſt. Das
Schich=
ſal bleibt von einer ſtupiden Konſequenz ud haut immer
daneben!“
Die arabiſche Ampel, bie an gehämerter Nettzz von der
Deche herabhing, ſchwang leiſe im Abendwinde hin und her,
Ihre opaliſierenden Gläſer ließen über des Ritmeiſters Züge
blitzſchwell Licht und Schatten ſtreifen, als wechſle er umabläſſig
die Farbe. Geſpenſtiſch wirkte das.
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Der Film der Beutschen
A. Teil
Dieser im Jahre 1925 aufgenommene Film ist nicht zu verwechseln mit dem vor 12 Jahren
erschienenen, jetzt völlig veralteten Bismarck-Film
Der Bismarck-Film
ist
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Der Bismarck-Film
ist nicht das Werk
einer
einzelnen Partei
Der Bismarck-Film
vermeidet das
politisch Trennende
Der Bismarck-Film
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Vom S. bis 11. Februar 1926 im
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92 mm
eſchpfg.
ellame-
chemant
höheres
erliſcht
eigen=
Bei
ſehe
Darm
Naskabinett zugegen. Zu Beginn der Beratung beantragte
geordneter Stöcker (Kommuniſt) die Herſtellung der Oeffent=
9keit für die Ausſchußverhandlungen, was jedoch von der
ehrheit des Ausſchuſſes abgelehnt wurde. Darauf legte Reichs=
Benmniniſter Dr. Streſemann in ausführlicher Rede ſeine
Stel=
ngnahme zum Eintritt in den Völkerbund dar
Aufklärung der politiſchen Motive erfolgen. Nach längerer Debatte
wurde folgender Ant=ag zum Beſchluß erhoben: „Der Vorſitzende wird
beauftragt, zwecks Beſchaffung des Materials mit den Miniſterien des
Reiches und der Länder in Verbindung zu treten und dem Ausſchuß
baldmöglichſt das herbeigeſchaffte Material vorzulegen, insbeſondere
die Akten über die rechtskräftigen Verurteilungen und eingeſtellten
Verfahren.”
ihrer
iden?
benſo
nmen
klung
z
an=
n den
Die
ßeren
den;
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Zezug
von
ſeitig,
Wie
Kir=
rchen
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inzip
ir die
Bei=
ch die
d die
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üßten
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ſeiner
ahl=
er=
Vahl=
tände
leber=
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n
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be=
des
nches
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181 Kein
oder
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* Be=
Tendenz-Film
zia=
n die
er es
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It zu
g ge=
Der Bismarck-Film
der
luſ=
ist das Werk
Adolf
Ent=
rregt
des ganzen
ebun=
hliche
deutschen Volkes
vor=
ſtung
evan=
ch iſt,
teien,
ußer=
9 die
laßen
giö=
Iks=
Die
auch
oder
nach=
ngen
und
aſſen,
rbeit
z der
Volk
ſie
g zu
den Seelen des Volkes. Sie benutzen reichlich das Mittel des
gedruckten Wortes. Und wenn dabei auch noch immer
manches mit unterläuft, was die Kritik nicht recht verträgt, ſo
iſt doch gerade in dieſer Hinſicht ein ſtarker Wandel, zu
ver=
zeichnen. Was der Evangeliſche Preßverband für Deutſchland
und mancher andere Preſſeverband leiſtet, das ſteht auf beträcht=
Seite 16
Mittwoch, den 3. Februar 1920
Nummer 34
E
Stadtgeſpräch
Einer aagts dem Andern:
Ein Schlafzimmer, eiche, kompl., 450.,½
Schlafzimmer mit vollen Türen, ovaler
Elis
58½
Kr=
liefe
Bitt
werd
G.
Fern
rhein
gelb!
billig”
Ber Film
der großen
Besetzung
Ein Film bester
deut-
scher Art. Ergreifend für
den deutschen Beschauer
Deutsche Zeitung
21. 12. 25
Es ist wundervoll, wie
dieser Film mehr und mehr
die Wucht großen,
histori-
schen Geschehens
drama-
tisch gestaltet. Das Publikum
nahm den Film mit
Be-
geisterung auf.
Tägliche Rundschau
21. 12. 25
Hersteller:
Bismarck-Film ämhH
Verleih:
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