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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſiadt
Wöchentliche iluftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck fämilſcher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 30
Samstag, den 30. Januar 1926.
189. Jahrgang
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Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbanl.
Die Regierung an der Arbeit.
Nach der Abſtimmung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Mutige ſetzt ſich durch. Es war ein mutiger Entſchluß,
daß das Kabinett Luther die Erklärung abgab, es werde ſich
nicht mit einem abgelehnten Mißtrauensvotum begnügen,
ſon=
dern verlange ein unanfechtbares Vertrauensvotum. Die
Mehr=
heit, die das Kabinett erhalten hat, iſt gewiß nicht überwältigend,
aber ſie genügt, um dem Kabinett die Grundlage zur Arbeit zu
ſchaffen. Die Dinge liegen auch keineswegs ſo wie die
Deutſch=
nationalen nachweiſen möchten, daß trotz der Annahme des
Ver=
trauensvotums das Kabinett vom Reichstag nicht getragen,
ſon=
dern nur geduldet werde, weil es wenig mehr als ein Drittel der
Stimmen hinter ſich habe. Das ſind Zahlenſpielereien.
Ent=
ſcheidend und beweiskräftig iſt allein das Verhältnis der
nega=
tiven zu den poſitiven Stimmzetteln. Die Sozialdemokraten
haben gewußt, welche Folgen ihre Stimmabgabe haben würde.
Sie haben ſich nicht gegen das Kabinett ausgeſprochen und
da=
durch zum mindeſten zu erkennen gegeben, daß ſie nichts dagegen
einzuwenden haben, wenn die Regierung auf Grund ihres
Pro=
gramms ihre Arbeiten aufnimmt. Man könnte ſie alſo, wenn
man mit aller Gewalt will, als eine verkappte Regierungspartei,
den Stimmen der Regierungsparteien hinzuzählen und würde
ſo zu einer unbeſtreibaren Mehrheit kommen.
Herr Dr. Luther hat ja ſchon ausgeſprochen, daß ein
Min=
derheitskabinett darauf angewieſen iſt. Zuzug bald von links
und bald von rechts zu finden. Deshalb war die Erklärung des
eiſten Tages ſo gehalten, daß beide Flügel durchaus die
Mög=
lichkeit hatten, ſich zu entſchließen. Die Deutſchnationalen haben
gar nicht weiter abgewartet, ſondern mit einem
Mißtrauens=
antrag geantwortet. Das Kabinett mußte alſo, wenn es bei
ſeiner Antrittsvorſtellung nicht ſtürzen wollte, Flügeldeckung bei
den Spzialdemokrafen ſuchen und hat ſie gefunden, auf Grund
der zweiten Rede, die Dr. Luther hielt. Sie iſt ganz unſtreitbar
verurſacht durch die Haltung der Deutſchnationalen. Die
Regie=
rung wird ſich keineswegs immer auf die Sozialdemokraten
ſtützen können. Das wird ſich ſchon zeigen, ſobald das innere
Reformprogramm durchgeführt werden muß, das der Kanzler
entwickelte. Das Weſentliche iſt erſt einmal, daß die Regierung
ein Sprungbrett hat, von dem aus ſie mit ihrer eigenen Arbeit
gufangen kann.
Die Kriſe, die unvermeidlich ſchien, iſt vermieden worden.
Es kann ſich doch wohl niemand einem Zweifel darüber
hin=
gegeben haben, daß Dr. Luther auf die Annahme des
Miß=
trauensvotums nicht mit dem Rücktritt, ſondern mit der
Auf=
löſung des Reichstags geantwortet hätte, die vom Herrn
Reichs=
präſidenten zugeſagt war. Eine Auflöſung bedeutete aber nicht
ohne weiteres ſofortige Neuwahlen. Sie hätte, wenigſtens
vor=
übergehend, eine Diktatur auf Grund des Art. 48 der
Reichsver=
faſſung in ſich geſchloſſen und ihren Abſchluß gefunden mit einer
Aenderung der Wahlgeſetzgebung, das dem Programm der
Re=
gierung entſprechend, den einzelnen Abgeordneten wieder
unmit=
telbar ſeinem Wahlkreis verkoppelt. Sicherlich hätten auch
Neu=
wahlen das Bild des Reichstags verſchoben, aber wohl kaum
in einer Form, mit der eine der Parteien zufrieden geweſen
wäre, wohl kaum aber auch genügend, um andere
Mehrheits=
bildungen zu ermöglichen. Nur wenn man die Parteimaſchine
ausſchaltete, wenn man dafür ſorgte, daß nicht die Reſtſtimmen
gezählt werden, ſondern, nach engliſchem Syſtem, die
Entſchei=
dung des einzelnen Wahlkreiſes den Pendelſchlag des
Volksent=
ſcheides ſtark beeinfluſſen kann, wäre damit zu rechnen, daß eine
Auflöſung wirklichen Zweck gehabt hätte. Deshalb hat der
Reichskanzler auch die Umgeſtaltung der Wahlgeſetzgebung ſehr
in den Vordergrund geſchoben. Allerdings wird es trotzdem
einige Zeit dauern, bis der Reichstag ſich damit beſchäftigen kann.
Vorläufig ſteht der Etat mehr im Vordergrund, daneben die
Fürſtenabfindung, die Außenpolitik, die Sozialpolitik, alles
Fra=
gen, bei denen die Volksmeinungen ſtark auseinander gehen, bei
denen es alſo auch im Reichstag ſehr lebhaft werden wird, und
es wird ein außergewöhnliches Maß von Taktik dazu gehören,
das Schiff der Miderheitsregierung für längere Zeit zwiſchen
den Klippen hindurchzuſteuern. Auf die Lebensdauer des
zwei=
ten Kabinetts Luther läßt jedenfalls der Ausgang der erſten
Ab=
ſtimmung noch keinerlei Schlüſſe zu.
Deutſcher Reichstag.
Im Zeichen der Wohnungsnot. —
Bevor=
ſiehende Aenderung des Mieterſchutz=Geſetzes.
Forderung nach Abbau der Zwangswirtſchaft.
* Berlin. 29. Jan. (Eig. Bericht.)
Am Regierungstiſch: Reichsjuſtizminiſter Dr. Marx, Arbeitsminiſter
Dr. Brauns.
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 2,20 Uhr. Ein
Antrag auf Strafverfolgung des Vorſitzenden des Haeußerbundes, Ludw.
Haeußer, wegen Beleidigung des Reichstages, wird dem
Geſchäftsord=
nungsausſchuß überwieſen.
Es folgt dann die erſte Beratung der Vorlage zur Aenderung
des Mieterſchutzgeſetzes. Der Entwurf bringt eine Lockerung
der Wohnungszwangswirtſchaft. Er behält für Räume, die nicht
Wohn=
räume ſind, insbeſondere alſo für Geſchäftsräume die Möglichkeit der
Zubilligung eines Erſatzraumes nur in ganz beſonderen mit dringenden
bffentlichen Intereſſen begründeten Fällen bei. Er ſchließt für die
Mehrzahl der Mietsaufhebungsurteile dieſe Möglichkeit überhaupt aus
und bringt auch ſonſt Erleichterungen in der Erſatzraumfrage. Für einen
weſentlichen Teil der Untermietsverhältniſſe führt er die freie Kündigung
wieder ein.
dieſer Vorlage. Man wolle den Mittelſtand wieder ſchwer belaſten
zu=
immer groß. Ein weſentlicher Abbau des Mieterſchutzes müſſe daher
weite Volksſchichten ſchwer beunruhigen. Es beſtehe die Gefahr, daß
ge=
winnſüchtige Vermieter das Geſetz zum Schaden der Mieter ausnützen.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion wird die Vorlage ablehnen. Sie ver=
Lange ein einheitliches ſoziales Mieterſchutzgeſetz für das ganze Reich.
Abg. Dr. Steiniger (Dntl.) begrüßt die Vorlage und
ver=
langt baldige Wiederherſtellung der freien
Woh=
nungswirtſchaft. (Widerſpruch links.) Hier handle es ſich gar
nicht um die allgemeine Wohnungslage, ſondern um einen weiteren
Schritt zur Lockerung der Zwangswirtſchaft. Die Hauptſchuld an dem
Wohnungsmangel trage die enorme Höhe der Baukoſten.
Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns gibt zu, daß ſich die
Wohnungs=
verhältniſfe ſeit Einbringung der Vorlage verſchlechtert haben und ſagt
Entgegenkommen im Ausſchuß zu. Vom 1. April 1927 ab ſollen die
Länder und Gemeinden wieder eigene Steuern erheben können. Dann
werden auch die Kompetenzfragen zwiſchen Reich und Ländern im
Woh=
nungsweſen geregelt werden. Eine Verſchlechterung der Lage dürfte
durch die Vorlage nicht e
ehen.
Abg. Begthien (O
BP.) begwüßt die Vorlage als einen Anfang
zum Abbau der Zwangswirtſchaft
Abg. Höllein (Komm.) lehnt die Vorlage als ganz
undiskutier=
bar nb.
Abg. Büll. (Dem.) gibt eine Erklärung ab, wonach die
demokra=
tiſche Fraktion im gegenwärtigen Augenblick aus wirtſchaftlichen und
ſo=
zialen Gr inden eine Aufhebung des Mieterſchutzes noch nicht für
mög=
lich hält, da immer noch eine ungeheure Wohnungsnot herrſcht. Härten,
die ſich aus der Handhabung des Mieterſchutzes für den Hausbeſitzer
er=
geben, müſſen beſeitigt werden. Der Hausbeſitz müſſe gegen wirkliche
böswvillige Mieter geſchützt werden, aber auch die Mieterſchaft müſſe die
Sicherheit haben, daß ſie bei den gegenwärtig noch völlig unerträglichen
Verhältniſſen im Wohnungsweſen nicht ſchutzlos gelaſſen wird.
Abg. Lucke (W. Verg.) warnt davor, politiſche Geſichtspunkte in
dieſe Erörterung zu tragen. Die Wohnungszwangswirtſchaft habe die
größte Unzufriedenheit im ganzen Volke
hervorgeru=
fen. Die Wohnungsämter ſeien ſehr wenig beliebt. Ein Abbau dieſer
Zwangswirtſchaft ſei nur erwünſcht. Mit dem Mieterſchutzgeſetz
habe
man den Hausbeſitzern tatſächlich, alle Rechte genommen. In D
tſch=
land ſeien in einem Jahre wegen Mietſtreitigkeiten nicht weniger als
eine Million Prozeſſe geführt worden. (Hört, hört! Das
Mieterſchutz=
geſetz ſei weder moraliſch noch rechtlich haltbar.
Abg. Seiffert (Völkiſch) kritiſiert ſcharf die bisherige
Wohnungs=
politik. In Berlin ſollen 50 000 gewerbliche Räume leerſtehen, aber ſie
ſeien auch danach. Die Siedlungshäuſer ſeien ſo leicht gebaut worden,
daß ſie niemand mehr haben wolle. Das bureaukratiſche
Sy=
ſtem der Vohnungszwangswirtſchaft habe völlig
verfagt. Die Wohnungsämter ſollten beſeitigt
werden. Auf der anderen Seite aber müſſe ein Mieterſchutz beſtehen
bleiben, damit ein Mieter vom Hauswirt nicht willkürlich aus der
Woh=
nung geſetzt werden kann. Der Redner fordert eine gerechte Aufwartung
der Hupotheken.
Abg. Tremmel /Zentr.) ſtellt feſt, daß in Deutſchland immer noch
5—600 000 Wohnungen fehlen. Dazu kommt, daß zahlreiche Familien
in unzureichenden Räumen lebeu müſſen. Das Zentrum wird an einem
Ausgleich zwiſchen Hausbeſitzern und Mietern gerne mitarbeiten.
Die Vorlagen gehen an den Wohnungsausſchuß. Eine Vorlage zur
Ergänzung der Verfaſſung bezüglich der Immunität der Mitglieder von
Parlamentsausſchüſſen, die zwiſchen zwei Legislaturperioden tagen, wird
ebenfalls an den Ausſchuß verwieſen.
Das Haus vertagt ſich auf Mittwoch, den 3. Februar 1926,
mit=
tags 3 Uhr: Militärgerichtsbarkeit.
Schlaß nach 6 Uhr.
* 4
Die Frage
der Beſatzungsverminderung.
Einberufung des Auswärtigen Ausſchuſſes.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann hat ſich in der letzten
Reichstagsſitzung bereit erklärt, vor dem Auswärtigen Ausſchuß
über das, was in Locarno gefordert und was in Wirklichkeit
er=
reicht wurde, ſich zu äußern. Infolgedeſſen wurde der Ausſchuß
für Samstag vormittag einberufen, aber im letzten Augenblick
auf den Mittwoch nächſter Woche verſchoben. Das hängt
un=
zweifelhaft mit den zurzeit in Gang befindlichen Verhandlungen
zuſammen mit den in Frage kommenden Regierungen in Paris
über die Luftfreiheit und in Koblenz über die Neuverteilung der
Beſatzungstruppen. Gerade die Beſprechung zwiſchen
Chamberlain und Briand dürfte von hervorragender
Bedeutung ſein. Kamen doch aus Paris in letzter Zeit immer
ſtärkere Anti=Locarno=Strömungen, ſo daß ſich Chamberlain
per=
ſönlich veranlaßt ſah, auf Briand einzuwirken und das Geſpenſt
eines Sturzes des zweiten Kabinetts Luther an die Wand zu
malen. Nicht zuletzt unter dem Eindruck dieſer Gefahr dürften
die beiden Telegramme an das Berliner Auswärtige Amt
ge=
ſchickt worden ſein, die der Reichsaußenminiſter am Donnerstag
abend zur Verleſung brachte. Irgendwelche endgültigen
Ent=
ſcheidungen ſind aber in Paris noch nicht gefallen. Was die
Frage der Verminderung der Beſatzung betrifft, ſo ſoll
Cham=
berlain abgelehnt haben, ohne Zuziehung Deutſchlands ſich auf
eine beſtinmte Ziffer feſtzulegen. Es iſt demnach zu erwarten,
daß poſitive Ergebniſſe in dieſer Frage erſt nach eingehenden
Verhandlungen zwiſchen allen beteiligten Mächten unter
all=
ſeitiger Zuſtimmung erzielt werden. Anſcheinend hofft die
Reichsregierung, daß bis zum Mittwoch ſchon etwas geſchehen
ſein wird, ſo daß es dem Außenminiſter dann möglich ſein wird,
eine Bilanz der bisherigen Reſultate der Locarnopolitik zu
ziehen.
Etatsrede des Finanzminiſters am 10. Februgr.
Berlin, 29. Januar.
Der Aelteſtenrat des Reichstages beriet heute über die
Ein=
teilung der Arbeiten für die nächſte Woche. Da der
Finanz=
miniſter Dr. Reinhold den Wunſch ausſprach, ſeine Ausführun=
Abg. Silberſchmidt (Soz.) verweiſt auf die große Bedeutung gen über den Etat 1926 ausführlich zu geſtalten und eventuell
zugleich neue Steuervorſchläge zu machen, hat der Aelteſtenrat
gunſten eines kleinen bevorzugten Kreiſes. Die Wohnungsnot ſei noch die Etatsberatung auf Mittwoch, den 10. Februar verſchoben.
Dafür ſoll am Mittwoch nächſter Woche die zweite und dritte
Leſung der Nobelle über die Militärgerichtsbarkeit und am
Don=
nerstag das Sperrgeſetz zur Frage der Fürſtenabfindung beraten
werden.
Das franzöſiſche Proviſorium.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 27. Januar 1925.
Seit Tagen ſteht das politiſche Paris im Zeichen der großen
Kammerdebatte über die brennenden Finanzprobleme. Mehrfach
ſchon während der letzten zwei Wochen hatte die latente Kriſis,
die eigentlich ſeit dem Eintritt Doumers in das Kabinett Briand
beſteht, auszubrechen gedroht. Schier unüberbrückbar erſcheinen
die Gegenſätze zwiſchen Regierung und Finanzkommiſſion.
Nichts zeigt beſſer, mit welchen Schwierigkeiten man in der
Finanzkommiſſion zu rechnen hatte, als die eine Tatſache, daß
die entſcheidende Sitzung von Tag zu Tag immer wieder
hinaus=
geſchoben werden mußte. Der allgemeine Eindruck herrſcht vor,
daß der Miniſterpräſident unter allen Umſtänden eine akute
Kriſis vermeiden möchte, und zwar mit Rückſicht auf die ernſte
Lage, die ſich aus einer ſolchen Kriſis ergeben müßte. Briand
iſt etwas müde geworden und zudem geſundheitlich ſtark
ange=
griffen, und es ſind wahrlich ſelbſtloſe Beweggründe, die ihn
veranlaſſen, die Macht unter dieſen Umſtänden in der Hand zu
behalten — oder wenigſtens den Schein der Macht. Von Tag zu
Tag, darüber darf man ſich nicht hinwegtäuſchen, verſchlechtert
ſich die Stellung des Kabinetts, und zwar wegen ſeiner ſtändigen
Nachgiebigkeit. Als der Finanzminiſter Doumer zum erſten Male
wirklich in Gefahr kam, trat Briand den Kriſenmachern noch
ganz anders entgegen. In glänzenden Ausfürungen redete er
der Kammer ins Gewiſſen und ſtellte ſchließlich die
Vertrauens=
frage. Die Stimmung wandte ſich, und das Kabinett ging, zwar
nur mit einer knappen Mehrheit, aber mit ungeſchwächtem
Pre=
ſtige, als Sieger hervor. Diesmal hat ſich Briand ſcheinbar zu
einer anderen Taktik entſchloſſen. Entweder, weil er heute die
parlamentariſche Lage für noch ungünſtiger hält, oder aber, weil
er ſich mit den finanzpolitiſchen Plänen, denen er innerlich ja
eigentlich fernſteht, nicht identifizieren möchte. In einem
Inter=
view, das er letzthin einem Redakteur des „Petit Bleu” gab, hat
er ganz offen erklärt, daß er die Vertrauensfrage nur in einem
günſtigen Augenblick ſtellen werde, da er vorläufig eine Kriſis
um jeden Preis vermeiden möchte. Das heißt alſo mit anderen
Worten, daß Briand zu den altgewohnten parlamentariſchen
Mitteln ſeine Zuflucht nimmt, unter Vermeidung einer
Feſt=
legung der Regierung in den heikelſten Fragen, die Kammer
ſich ſozuſagen ſelbſt zu überlaſſen. Regierungsneutralität in den
brennenden Finanzfragen? Dieſe taktiſche Einſtellung der
Re=
gierung wäre ſelbſt dann wichtig, wenn ſie ſich alsbald als
zu=
nächſt überflüſſige Vorſicht erweiſen ſollte. Man verſucht der
Lage Rechnung zu tragen und die Finanzprobleme
gewiſſer=
maßen zu entpolitiſieren.
Man kann der Auffaſſung ſein, daß die gegenwärtige Lage
andere Löſungsmöglichkeiten garnicht zuläßt. Aber dieſe Taktik
Briands kann auch gefährliche Folgen haben. In der Kammer
ſelbſt, und zwar gerade bei der getreueſten Gefolgſchaft der
Re=
gierung, iſt bereits einige Enttäuſchung feſtzuſtellen. Der
Abge=
ordnete Raoul Péret, der Vater des Gedankens, eine
Kammer=
gruppe eigens zum Zwecke der Unterſtützung der Regierung zu
gründen, der im übrigen auch in der ſchwierigen Frage der
Um=
ſatzſteuer — dem Stein des Anſtoßes zwiſchen Regierung und
Finanzkommiſſion — die Vermittlung übernahm, hat im
Ein=
verſtändnis mit ſeiner Gruppe erklärt, daß er alle ſeine
Bemü=
hungen aufgeben müſſe. Er wolle nicht eine Regierung
unter=
ſtützen, welche die Verantwortung nicht übernehmen wolle. Auch
der Regierung kann es nicht gleichgültig ſein, daß er ſeitdem
ſeinen ganzen Einfluß bei der radikalen Linken für die
unbe=
dingte Ablehnung des Umſatzſteuerentwurfs einſetzte. Dieſe
innere Umgruppierung innerhalb der Regierungsmehrheit hat
ſelbſtverſtändlich auch noch verſchiedene andere Gründe.
Bedeut=
ſam aber iſt die Tatſache, daß der Plan, eine ſtarke Mehrheit
der Mitte für Briand zu organiſieren, wenigſtens vorerſt
miß=
lungen ſcheint.
Es iſt unverkennbar, daß Briand durch ſein Verhalten
wäh=
rend der letzten Wochen an Popularität eingebüßt hat, ſowohl in
der Kammer als beſonders auch in der breiten Oeffentlichkeit.
Die Maſſen, welche die äußerſt komplizierte Lage in der Kammer
nicht verſtehen können und die Entwicklung dort nur mit innerer
Befremdung verfolgen, verlieren allmählich das Vertrauen zu
einer Regierung, welche ſie für ſchwach halten. Hinzu kommt,
daß die Rechte, deren Liebeswerben von ſämtlichen Regierungen
der letzten Zeit ſyſtematiſch zurückgewieſen wurde, nunmehr
völ=
lig verbittert, offen gegen den Miniſterpräſidenten agitiert.
Trotz=
dem wäre es falſch, die perſönliche Bedeutung, die Briand auch
heute noch hat, zu unterſchätzen.
Ein Ausweg aus der gegenwärtigen latenten Kriſis iſt
vor=
erſt noch nicht erſichtlich und viel hängt davon ab, ob die
Regie=
rung Erfolge zu erzielen vermag in denjenigen Fragen, die nicht
unmittelbar innerpolitiſch bedingt ſind. In erſter Linie handelt
es ſich hier um die Schuldenprobleme, welche die franzöſiſche
Außenpolitik vor zwei große Aufgaben geſtellt haben. Einmal
müſſen die franzöſiſch=amerikaniſchen Verhandlungen zu Ende
geführt werden, über die jeden Tag andere Nachrichten
heraus=
kommen. Eine außerordentlich ſchwierige Frage nicht nur
des=
wegen, weil in Waſhington viele pſychologiſche Fehler wieder
gut gemacht werden müſſen, ſondern auch deswegen, weil über
die Grenze der franzöſiſchen Zahlungsfähigkeit ſelbſt bei den
er=
fahrenſten Finanzmännern weitgehende
Meinungsverſchieden=
heiten vorhanden ſind. Im großen Ganzen war die Stimmung
hier in Paris in letzter Zeit etwas zuverſichtlicher, insbeſondere
rach der freundlichen Begrüßung, welche Coolidge dem neuen
franzöſiſchen Geſandten hatte zuteil werden laſſen. Finanziell
etwas weniger bedeutſam iſt die zweite Frage, die aber vielleicht
noch mehr Takt und politiſches Geſchick erfordert. Die Anleihen,
die Frankreich an die Staaten der Kleinen Entente und an
Po=
len gegeben hat — die damit ihren wirtſchaftlichen Aufbau auf
Koſten Frankreichs durchgeführt haben — haben ſich als eine
außerordentlich ſchlechte Kapitalsanlage erwieſen. Jetzt möchte
man dieſe Schulden eintreiben, ohne die politiſchen Rückſichten
außer Acht zu laſſen. Auch die größte franzöſiſche
Liebenswür=
digkeit aber hat ſtarke Verſtimmungen in verſchiedenen Fällen
nicht verhindern können. Sehr bedeutfam ſind naturgemäß auch
die Verhandlungen, die mit Deutſchland zur Zeit über all.
Seite 2
Samstag, den 30. Januar 1926
Nummer 30
die Fragen gepflogen werden, die ſich aus dem Vertragswerk
von Locarno ergeben. Wenn über dieſe Verhandlungen auch
nicht allzuviel verlautbart, ſo wird man doch gut daran tun, bei
der Beurteilung der ſich aus ihnen ergebenden Möglichkeiten
die eingangs geſchilderte innerpolitiſche Poſition des
franzö=
ſiſchen Kabinetts in Rechnung zu ſtellen.
Die kolonialen Fragen haben, auch wenn hier ſchließlich eine
Art Stagnation eingetreten iſt, noch immer nicht ihre Bedeutung
verloren. Abd el Krims Poſition verſchlechtert ſich wohl dauernd,
und ſein Aufſtand hat viel von ſeiner urſprünglichen Bedeutung
eingebüßt. Auf der anderen Seite wird aber hier in Paris
viel über mangelnde Organiſation und ungenügende
Verpfle=
gung der franzöſiſchen Truppen geklagt. Die Spanier ſind jetzt
in Morokko der militäriſch aktivere Teil; ſie haben gewiſſermaßen
die bisherige Rolle der Franzoſen übernommen. In Syrien, wo
es ſich neben den militäriſchen auch um recht erhebliche politiſche
Schwierigkeiten handelt, hat man bisher eine befriedigende
Lö=
ung noch keineswegs gefunden. Hier iſt die Lage ebenſo
provi=
ſoriſch wie in der Innenpolitik.
Die Zuſammenkunft zwiſchen Briand und
Chamberlain iſt ſeit ziemlich langer Zeit das erſte Ereignis,
welches Frankreichs Aufmerkſamkeit wieder einmal intenſiv auf
die Außenpolitik lenkt. In gewiſſen Kreiſen hat dieſe Ablenkung
bielleicht ſo etwas wie eine kleine Erleichterung hervorgerufen,
wenn auch die Ausſichten dieſer Zuſammenkunft nicht überaus
günſtig ſind. Das Verhältnis zwiſchen England und Frankreich
war zwar ſeit langem nicht ſo gut wie in den letzten Monaten,
dennoch ſchaut man in Paris mit einiger Nervoſität auf das
Er=
gebnis dieſer Miniſterbeſprechung. Nicht als ob die offiziellen
Kreiſe einen nicht ausgeſprochenen Optimismus zur Schau
trü=
gen. Aber die Probleme, die zwiſchen den beiden Außenminiſtern
zur Sprache kommen werden, ſind heikel. Es hängt ſehr viel
davon ab, wie der Faden der Außenpolitik nach Locarno, das
ja nur einen Anfang bedeutet, wieder aufgenommen wird.
Eigentlich handelt es ſich bei dieſen Beſprechungen in der
Hauptſache um zwei Fragenkomplexe, um die Auswirkung der
Einigung von Locarno für Deutſchland, und um die damit eng
zuſammenhängenden, aber nicht lebendigen Fragen der
allgemei=
nen Abrüſtung. Die Stimmung in Paris iſt etwas
Locarno=
feindlicher geworden; beſonders in der Frage der
Beſatzungs=
truppen iſt die franzöſiſche Auffaſſung heute unnachgiebiger als
ſie früher war. Die rechtsſtehenden Kreiſe legen dem Bericht der
Abrüſtungskonferenz große Bedeutung bei und es wird
be=
hauptet, daß Briand verſuchen will, die außenpolitiſche Stellung
Frankreichs prägnanter zu betonen. Inwieweit dies wahr iſt,
muß dahingeſtellt bleiben. Auch die Behauptungen, daß die
beiden Staatsmänner Kolonial= und Finanzfragen beſprechen
werden, ſind ſelbſtverſtändlich von keiner Seite offiziell beſtätigt.
Die Frage der allgemeinen Abrüſtung iſt noch heikler. Es
beſteht ſehr wenig Hoffnung, daß in dieſer Beziehung in
nächſter Zukunft etwas Wichtiges geſchieht, trotzdem
franzö=
ſiſcherſeits der gute Wille jetzt prinzipiell mehr betont wird als
früher. Alle in Waffen ſtarrenden Staaten wünſchen
ſelbſt=
verſtändlich, daß ihre Nachbarn abgerüſtet werden ſollen. Von
den bereits abgerüſteten ſei hier garnicht die Rede, aber die
für Frankreich in erſter Linie in Betracht kommende Abrüſtung
der Lardtruppen ſoll nach der franzöſiſchen Argumentierung
wegen der noch immer drohenden Gefahr am Rhein und auch
wegen der vielen Unruhen in den Kolonien unmöglich ſein. Die
aus finanziellen Rückſichten zum Parteiprogramm gewordene
Herabſetzung der militäriſchen Dienſtzeit wird heftig bekämpft mit
der Begründung, daß ſie eine allzu große Schwächung der
Trup=
pen bedeuten würde. Angeblich ſoll ſogar ſchon durch die
bis=
herige Erſparnispolitik der Kampfwert der Truppen insbeſondere
in den Kolonien herabgemindert worden ſein.
Die Zuſammenkunft zwiſchen Briand und Chamberlain
wird jedenfalls die europäiſche Politik ſtark beeinfluſſen, wenn
auch vielleicht ihr Ergebnis vorerſt nicht voll nach außen hin in
Erſcheinung treten wird, denn es handelt ſich um nicht weniger
als um die grundſätzliche Erörterung der Fortſetzung des in
Locarno begonnenen Werkes.
Beratungen über die Reichsfinanzverwaltung.
Die Präſidenten ſämtlicher Landesfinanzämter ſind heute im
Reichsfinanzminiſterium zu wichtigen Beratungen, beſonders
über die Organiſation des Buch= und Betriebsführungsdienſtes
züſammengekommen. Reichsfinanzminiſter Dr. Reinhold wies
in ſeiner Begrüßungsanſprache auf die Verdienſte und die
ſchwie=
rige Aufgabe der Beamtenſchaft der Reichsfinanzverwaltung hin.
Der Miniſter erklärte, daß bei der Lage des Reiches den
Einzel=
nen ſchwere Steuerlaſten nicht erſpart werden könnten, daß jedoch
die Belaſtung des einzelnen Steuerzahlers ſo ſtark wie möglich
eingeſchränkt und vor allem in der Uebergangszeit Härten, die
wirtſchaftlich untragbar ſein würden, in einzelnen Fällen
gemil=
gert werden müßten.
* 2. Kammermuſik=Abend des
Schnurrbuſch=Quartetts.
Es iſt ein Feſttag, wenn Schumanns Klavierquintett Es=
Dur op. 44 erklingt; es iſt ein Erfolg, wenn die Schnurrbuſch=
Leute muſizieren; es iſt ein Genuß, wenn Roſenſtock Klavier
ſpielt. — All dies geſchah geſtern abend im Kleinen Haus zur
Freude der erfreulich Zahlreichen, die gekommen waren, um
ge=
nießen zu dürfen.
Welch reiches Leben war doch dieſem glücklich=unglücklichen
„Fürſten der Romantik” beſchieden! Was Schumann in den
46 Jahren ſeines im Wahnſinn endenden Erdendaſeins
Wert=
volles und Bleibendes als Tonſchöpfer geſchaffen, gehört der
deutſchen Geiſtesgeſchichte an. Daß er in Wort und Schrift für
Fortſchritt und für wahre Kunſt gekämpft, daß er Chopin und
Brahms Wegbereiter war, das ſpricht für Schärfe und Weite
ſeines Blickes, das ehrt den neidloſen Künſtler auch heute noch,
wie damals.
Kaum dreißig Jahre alt, ſchuf er ſein Meiſterquintett; ein
ewig junges Werk; überſtrömend in Erfindung, hinreißend in
vorwärts ſtürmendem Drang, ſo einfach und klar im Aufbau,
ſo blühend=wunderſamer Melodie voll, — wie eben ein
Meiſter=
werk beſchaffen ſein muß; inmitten der todestraurige,
todüber=
windende Trauermarſch, wo ſich zum Schluß die Tore zur
eſpigen Seligkeit öffnen! Wie erhaben, wie feierlich! — Und
wie jauchzt in feurigſter Daſeinsfreude der krönende Schlußſatz.
— Ein großes Werk, ein Meiſterwerk! — Dank auch den
Künſt=
lern, die mit innigſter Hingabe und liebevollſtem Fleiße dem
Werk zu geben wußten, was es von der Wiedergabe verlangt;
Höhepunkt ihrer Leiſtung war der tief=myſtiſche Trauermarſch
ſie gaben aber auch den Jubel des Finales.
Roſenſtock am Klavier iſt bewundernswert in der Zartheit
und Poeſie ſeines Anſchlags, in der Sicherheit ſeiner Technik;
und bewundernswert iſt, wie er, ohne ſich vorzudrängen, um
zu glänzen, die geiſtige Führung behält. — Er iſt auch am
Kla=
vier ein ganzer Muſiker!
Verheißungsvoll begann der Abend mit des Ruſſen S. Jw.
Tanejew Klavierquintett op. 30; der iſt 1856 geboren, war
Schü=
ler Rubinſteins und Tſchaikowskys und hat als Profeſſor am
Moskauer Konſervatorium viel komponiert; Sinfonien,
Streich=
quartette und =quinkette, eine Operntrilogie (Oreſteia) und war
auch ſchriftſtelleriſch tätig.
Das geſtern geſpielte — und zwar von Allen glänzend geſpielte
Quintett zeigt überall Glätte und Routine, hat ein reizend mut=
Vom Tage.
Wie aus Berlin verlautet, ſollen die Vorarbeiten für die
Wahlreform auf Anweiſung des Innenminiſters ſofort
abge=
ſchloſſen werden.
In Mailand, Catania und Bari haben geſtern neue
deutſch=
feindliche Studentenkundgebungen ſtattgefunden. Die
Demonſtrationen ſind ohne Zwiſchenfälle verlaufen. Auch in Rom iſt
es zu antideutſche Kundgebungen gekommen.
In der nächſten Zeit iſt eine Aktivierung der
Sowjetpoli=
tik auf dem Balkan zu erwarten. Die Verhandlungen werden
von Tſchitſcherin perſönlich geführt. Mit Jugoſlawien und
Griechenland ſtehen die Verhandlungen kurz vor dem Abſchluß.
Die Beziehungen Rußlands zu Rumänien ſind dagegen noch immer ſehr
geſpannt.
Inder Mandſchurei haben die Unterführer Tſchang Tſo Lins
neue Ruſſenverhaftungen vornehmen laſſen.
Die Belgrader rumäniſche Geſandtſchaft dementiert entſchieden die
Nachricht, daß Miniſterpräſident Bratianu einen
Schlag=
anfall erlitten habe.
Der ungariſch=franzöſiſche Handelsvertrag, der
im ungariſchen Parlament beraten werden ſollte, ſtieß auf die
ſchärfſte Oppoſition, ſo daß die Regierung ſich gezwungen ſah,
die Vorlage von der Tagesordnung abzuſetzen und vorläufig
zurückzu=
ziehen.
Wie das Völkerbundſekretariat mitteilt, tritt Direltor Van
Hameln, der neue Danziger Oberkommiſſar ſeinen
Poſten am 21. Februar an.
Die Senatskommiſſion für das franzöſiſche Heeresweſen hat
den Kredit zur Einberufung der Reſerviſte4n nach
ſtür=
miſchen Debatten mit knapper Mehrheit angenommen.
Die franzöſiſche Regierung wird in den nächſten Tagen
in der Kammer einen Geſetzesvorſchlag einbringen, der eine
Er=
höhung der Zollſätzeumetwa 30 Prozent vorſieht.
Pertinax im „Echo de Paris” will wiſſen, daß bei der Neubeſetzung
des Präſidentenpoſten im Saargebiet vorausſichtlich ein
„ſicher ſehr deutſchfreundlicher Engländer” den Vorſitz erhalten wird.
Die Finanzdebatte in der franzöſiſchen Kammer
wird — wie man in Pariſer parlamentariſchen Kreiſen hofft — morgen
zu Ende gehen.
Die franzöſiſche Kammer bewilligte geſtern das
an=
geforderte Budgetzwölftel nach Abſtrich von 41 Mill. Fres. für
die Einberufung der Reſerviſten.
In London nimmt man an, daß der vorbereitende Ausſchuß für die
Abrüſtungskonferenz wahrſcheinlich erſt Mitte April
zu=
ſammentreten wird.
Chamberlain iſt wieder in London eingetroffen.
Geſtern hat der amerikaniſche Senat die Mittel zur Vertretung
Amerikas in Genf bewilligt. Damit ſind die erforderlichen Gelder
endgültig zur Verfügung geſtellt.
In den letzten Tagen ſind in Baſel, Zürich, Schaffhaufen und Genf
antifasciſtiſche Komitees unter der Einwirkung
italieniſcher und ſchweizeriſcher Kommuniſten und
Sozialiſten gebildet worden, deren Zweck fein ſoll, in öffentlichen
Kundgebungen die antifasciſtiſche Propaganda zu fördern und die
Anti=
faseftein in der Schweiz zuſammenzufaſſen.
Das Ergebnis der Pariſer Miniſter=Zuſammenkunft.
TU. London, 29. Januar.
Wie der Pariſer Korreſpondent des „Daily Telegraph”
be=
richtet, ſei in der geſtrigen Unterhaltung zwiſchen Chamberlain
und Briand hauptſächlich der Bericht des Generals Walch über
die interalliierte Militärkontrolle behandelt worden. Beide
Miniſter ſeien der Anſicht geweſen, daß der Bericht nicht
befrie=
digend ſei, hätten indeſſen anerkannt, daß Deutſchland manches
getan habe, um ſeine Abrüſtungsverpflichtungen zu erfüllen.
Man könne jedoch von Deutſchland in dieſer Beziehung noch
mehr erwarten, wenn man Deutſchland daran erinnere, daß der
Locarnogeiſt auf Gegenſeitigkeit beruhe. Ferner habe man ſich
mit der Möglichkeit der Verminderung der Beſatzungstruppen
von 75 000 auf 60 000 Mann beſchäftigt, wenn Deutſchland den
Forderungen der Note der Botſchafterkonferenz vom 6. November
nachkäme. Man beabſichtigt, die Frage der deutſchen
Entwaff=
nung mit der Frage der Stärke der Beſatzungstruppen in
Ver=
bindung zu bringen. Auch die Zulaſſung Deutſchlands zum
Völ=
kerbund wurde erörtert, wobei Briand erklärt habe, daß
Frank=
reich keinen Einſpruch gegen die Zulaſſung Deutſchlands zum
Völkerbund erheben werde, ſelbſt dann nicht, wenn Deutſchland
den Entwaffnungsbeſtimmungen des Verſailler Vertrages noch
nicht nachgekommen ſei. Ueber eine eventuelle Verſchiebung der
Abrüſtungskonferenz ſei ebenfalls geſprochen worden. Beide
Miniſter hätten erklärt, daß ihre Regierungen keinen Schritt zu
einer Verſchiebung der Konferenz unternommen hätten. Doch
müſſe man eine Hinausſchiebung des Zuſammentritts ins Auge
faſſen. Ferner habe die Zuteilung eines Sitzes im
Völkerbunds=
rat an Polen eine Rolle geſpielt. Der Korreſpondent des „Dail?)
Telegraph” glaubt zu wiſſen, daß England ſich der Zuweiſung
eines ſtändigen Sitzes nicht mehr widerſetzen werde. Polen
werde den Sitz erhalten, wenn Deutſchland ſeine Zulaſſung zum
Völkerbund beantragt habe.
williges Scherzo, intereſſiert im Largo durch das als cantus
firmus im Cello — wie die Schritte der Gralsritter —
daher=
ziehende Thema, über dem hymnenartig in den Inſtrumenten
eine Melodie ſich aufſchwingt, fällt aber ſchließlich in ſüßliche
Leere — ſo erſchien es mir wenigſtens —, ſo daß tieferer
Ein=
druck ſolcher Muſik verſagt blieb; dankbar und äußerlich, wie
kunſtvoll zieht er am Ohr vorbei — Kling und Klang! — und
dann — vorbei!
Für das Schnurrbuſch=Quartett war der geſtrige Abend ein
Ehrenabend, und herzlicher Dank gebührt Herrn
General=
muſikdirektor Roſenſtock.
O.
* Lichtenſtein.
Von Carl Ferdinands.
Eine zarte und romantiſche Jugenderinnerung. Wie ein
Hauch von getrockneten Brautſträußen, die ſeit hundert Jahren
in alten Familientruhen aufbewahrt werden, zwiſchen vergilbten
Briefpäckchen, vollgekritzelten Tanzkarten (keiner der Tänzer lebt
mehr), elfenbeinverzierten Seidenfächern, hinter denen einſt
blü=
hende Schultern atmeten, an einer Ecke eingeknickten
Beſuchs=
karten, deren Namen niemand mehr kennt, Urgroßmutters
Braut=
ſtrauß aber duftet noch ganz leiſe über die vergangene
Herrlich=
keit und läßt aus den alten Briefen, Tanzkarten, Fächern und
Viſitenkarten ein heimliches Leben aufſteigen, ein blaſſes,
ſchat=
tenhaft zartes Erinnerungsleben.
So iſt uns Hauffs Roman „Lichtenſtein”, der im Februar
vor hundert Jahren zuerſt erſchien.
In meines Vaters Bücherſchrank ſtanden die fünf
abgeſchab=
ten, braunen Lederbände der erſten Hauff=Ausgabe, darunter
der vierte Band, die „Märchen für Söhne und Töchter gebildeter
Stände” ohne Rücken, denn er wurde jeden Tag herausgeholt
und geleſen, der fünfte aber war „Lichtenſtein, eine romantiſche
Sage”, in einen feſten Papierumſchlag geheftet, denn auch bei
ihm drohte ſich der Rücken zu löſen. Aber innen — das Buch
war nur Sonntags zugänglich nach erfolgreichem Kirchenbeſuch
und dem ehrenwörtlichen Nachweis, daß alle Schulaufgaben für
Montag erledigt waren — innen auf der erſten Seite war ein
feiner Stählſtich, mit einem zarten roſa Seidenpapier bedeckt:
Drauf ſchaut das Schlößchen Lichtenſtein
Vergnüglich in die Welt hinein.
Ich glaube, dieſer Vers ſtand darunter, und das Betrachten
des kleinen ſchmucken Burghauſes auf der Zuckerhutſpitze der
Die deutſche Abw ehr gegen Italien.
Bahern bohkottiert die Einfuhr italieniſcher Waren.
München, 29. Januar.
Der Vorſtand des Bayeriſchen Städtebundes hat beſchloſſen,
den Städten zu empfehlen, ſich der deutſchen Abwehrbewegung
gegen die Uebergriffe Italiens im deutſchen Alpengebiet
anzu=
ſchließen. Die Städte ſollen für die völlige Einſtellung des
Reiſe=
verkehrs ebenſo eintreten, wie für die Fernhaltung der Einfuhr
italieniſcher Waren, insbeſondere von italieniſchen Südfrüchten,
Deutſchfeindliche Kundgebungen vor der
deutſchen Botſchaft in Rom.
TU. Rom, 29. Januar.
Heute vormittag gegen 10 Uhr ſammelte ſich eine groß
Menge Studenten und junger Burſchen vor der deutſchen
Bot=
ſchaft an und demonſtrierte johlend und ſchreiend vor dem
ge=
ſchloſſenen Parktor. Karabinieri und fasciſtiſche Miliz
verhin=
derten weitere Ausſchreitungen.
Proteſtaktion der öſterreichiſchen Regierung in Ron?
TU. Wien, 29. Januar.
Der Bundeskanzler hat ſich an den öſterreichiſchen Geſandter
in Rom gewandt und um Uebermittlung des amtlichen italieni
ſchen Textes der Verordnung gebeten, die den Ausländern den
Handel in den Grenzgebieten unterſagt. Nachdem jetzt der
Wort=
laut der Verordnung vorliegt, wird in politiſchen Kreiſen erklärt,
daß die öſterreichiſche Regierung in den nächſten Tagen ernſte
Vorſtellungen in Rom erheben wird.
Muſſolini gegen antideutſche Veranſialtungen.
EP. Rom, 29. Jamtar.
Die italieniſche Regierung hat die
Wie=
derholung weiterer deutſchfeindlicher
Kund=
gebungen verboten. Nachdem römiſche Studenten
heut=
vormittag eine Proteſtkundgebung vor der deutſchen Botſchaft
veranſtaltet und die deutſchen Zeitungen der Kioske auf offeuer
Straße verbrannt hatten, begaben ſie ſich nach dem Palazzu
Chiggi, um von Muſſolini Maßzegeln gegen die italienfeindlichen
Kundgebungen in Deutſchland zu fordern.
Die Deutſchenhetze in Polen.
Bromberg, 29. Januar.
In der Woche vom 31. Januar bis 7. Februar ſoll in
Pom=
merellen wieder einmal eine ſogenannte Weſtmarkenwoche des
Verbandes zum Schutze der Weſtmark ſtattfinden. Das
veran=
ſtaltende Komitee veröffentlicht dabei einen Aufruf, der von
ſchlimmſten Verhetzungsphraſen wimmelt. Er beginnt mit den
Worten: „Volksgenoſſen! Das wiedergeborene polniſche
Staats=
weſen muß von Anbeginn mit einem unerbittlichen Feind
kämp=
fen; der nicht ruhende teutoniſche Drang nach dem Oſten iſt
wie=
der aufgelebt. Die Welle deutſcher Habgier greift nach dem
pol=
niſchen Pommerellen und Oberſchleſien.” — In dieſer Tonart
geht es dann weiter. Bezeichnend iſt, daß dieſer Verein, der ſich
als Vertreter des geſamten Polentums aufſpielt, noch nicht
ein=
mal 117 000 Mitglieder zählt, und daß trotzdem das Protektorat
für die Veranſtaltung amtliche Perſönlichkeiten übernommen
haben, wie der Kultusminiſter Stanislaus Grabski, der
Innen=
miniſter Raczkiewicz, der Kriegsminiſter Zligowski, der
Woje=
wode von Pommerellen, Wachowiak, der Wojewode von Poſen,
Bninski, der Generalſuperintendent Burſche und der Biſchof
Laubitz.
England und Japan.
w. London, 29. Januar.
Bei, dem zu Ehren des Prinzen Tſchitſchibu von der
Japan=Society gegebenen Feſteſſen hielt Lord Salisbury
eine Rede, in der er des verſtorbenen japaniſchen
Premiermini=
ſters Kato gedachte und dann weiter u. a. ausführte: Die
alk=
gemeine Tendenz in der großen Politik bewegt ſich jetzt
in der Richtung auf die Vereinigung der Mächte hin;
hierfür bilden Locarno und der Völkerbund Beiſpiele. Im
fernen Oſten gibt es Elemente der Unordnung, die in hohem
Maße Beſorgnis erregen. Es iſt don vitaler Bedeutung, daf
die Mächte, die auf Grund ihrer Tradition und ihrer
Gewohn=
heiten beſonders national eingeſtellt ſind, ſo daß ſie der
Unord=
nung Einhalt gebieten, ſo eng mit einander verbündet ſind, wie
es nur möglich iſt. Japan iſt eine von dieſen Mächten. —
De=
japaniſche Botſchafter Matſut feierte die Beziehungen gegen
ſeitigen Vertrauens und wahrer Freundſchaft, die zwiſchen
Großbritannien und Japan beſtehen.
Alpklippe war allein ſchon ein romantiſches Sonntagsvergnügen
Und dann die Geſchichte ſelbſt, Georg von Sturmfeder, Ulerich
von Würiemberg, Herr Dieterich von Kraft, Frondsberg, die
holde Marig und das drollige Bärbele, die Lichtenſteinhöhle und
vor allem das, was wir uns noch dazu träumten; denn wir
waren dabei, wir raſſelten mit den Rüſtungen, wir würfelten
mit dem Kriegsvolk, wir ſaßen beglückt zu Füßen der ſchönen
Frauen. Und dieſer Roman erſchien unſerer vierzehnjährigen
Seele als ein Höhepunkt der deutſchen Erzählerkunſt, als ein
unvergängliches Denkmal. Wie uns, wenn wir heimlich in der
alten Truhe ſtöberten, Urgroßmutters Brautſtrauß als ein Strauß
für Zeit und Ewigkeit erſchien, und der Duft in der Truhe
ſchöner als der Frühlingsduft im Garten draußen.
Vor zwanzig Jahren noch wurde Hauffs „Lichtenſtein” wie
erfahrene Leiter von Volksbibliotheken berichten, viel geleſen,
beſonders von Frauen und jungem Volk, jetzt hat das ſehr
nach=
gelaſſen, monatelang ſteht der Band da und wartet auf einen
neuen Leſer. Sind wir ſo unromantiſch geworden? Mit nichten,
wir ſind romantiſcher denn je, wir ſind ſo romantiſch
daß wir noch vor acht Jahren auf die verzweifelte Weltromanti
der 14 Punkte geſchworen haben. Sind wir zu nüchtern? Durch
aus nicht, alle Phantaſtik der Welt wuchert auf uns wie Moos
auf der Wetterſeite von Bäumen, die in rauher Gegend ſtehen.
Nein, „Lichtenſtein” iſt zu ſüß, zu ſüßlich vielleicht, zu glatt, zu
ſalzarm, zu leicht, zu weich und weichlich. Trotzdem wir das
Biedermeier lieben, dies iſt uns als Koſt zu wenig derb. Unſere
Zeit verträgt auch die amarantene Verzärtelung des Freiherrn
Oskar von Redwitz nicht mehr. So kommt es, daß Hauffs
„Lichtenſtein” verſtaubt. Und mit Recht, denn es iſt verſtaubt,
wir ſehen jetzt, daß er in dieſem Roman, wie in ſeinen Novellen,
kein großer Künſtler war; daß er die Zeit ganz oberflächlich
kannte, die er ſchildern wollte, daß ſeine Technik leicht und billig
ſt, daß er ſeine Kunſtmittel bequem verwendete. Und in
dem=
ſelben Maße, wie „Lichtenſtein”. „Die Bettlerin vom Pont des
Arts” und die anderen Novellen zurücktreten, erheben ſich die
Märchen in ihrem Ewigkeitswert. Und während man die
alt=
fränkiſchen Seiten der Nodellen als reifer Mann nicht mehr lieſt,
bekenne ich offen, daß ich die Märchen noch oft und gerne in die
Hand nehme und ſie mit größerer Spannung und innigerer
Anteilnahme leſe, als die meiſten modernen Romane. Und
ſolche Seiten und Kapitel gibts auch im „Lichtenſtein”, wenn
auch das Ganze vor der kritſchen Brille nicht ſtand hält; Seiten,
auf denen die heitere Märchenkunſt Hauffs lebendig iſt. Seiten,
die wie eine mit Behagen erzählte Urgroßmuttergeſchichte
au=
muten, Seiten, die duften, wie Urgroßmutters Brautſtrauß in
der alten Truhe.
Nummer 30
Samstag, den 30. Januar 1926
Seite 3
Ein neuer deutſch=ruſſiſcher
Zwiſchenfalt.
Diebſiahl amtlicher deutſcher Schriftſtücke.
Berlin, 29. Januar.
Ein neuer ruſſiſcher Zwiſchenfall hat ſich durch Diebſtahl
einer auf den Konſularagenten bezüglichen Dienſtpoſt begeben
Die Kurierpoſt iſt erbrochen und mit falſchen Siegeln neu
ver=
ſiegelt worden. Die ruſſiſche Regierung iſt offenbar nicht
ge=
neigt, ſich irgendwie zu entſchuldigen. Die Lage iſt ſehr geſpannt
Graf Brockdorff=Rantzau iſt auf dem Wege nach Moskau.
Wie die Telegraphen=Union erfährt, trifft dieſe Meldung
der Tatſache des Zwiſchenfalls nach zu. Die Angelegenheit iſt
bisher geheim gehalten worden, um die Beziehungen zu
Ruß=
land, die nach dem Abſchluß des Locarno=Vertrages mit beſon
derer Schonung behandelt werden müſſen, nicht weiter zu
ver=
ſchärfen. Dem Zwiſchenfall liegt nach Erklärung an zuſtändiger
Seite folgender Sachverhalt zugrunde:
Der Koffer eines Privatreiſenden, der ein amtliches
Kou=
vert mitgenommen hatte, war auf der Reiſe von Berlin nach
Rußland abhanden gekommen. Der Reiſende reklamierte den
Koffer in Moskau und erhielt ihn auch, mußte aber feſtſtellen,
daß das amtliche Kouvert lädiert, mit einem anderen Inhalt
verſehen und wieder verſchloſſen war. In dieſem Zuſtand wurde
es der deutſchen Botſchaft zugeſtellt. Die deutſche Botſchaft hat
ſofort Beſchwerde erhoben. Von ruſſiſcher Seite wird erklärt,
daß amtliche Perſönlichkeiten an dem Vorfall nicht beteiligt ſeien.
Die deutſche Forderung auf ſtrengſte Unterſuchung der
Ange=
legenheit wurde aber zugeſagt.
Eine amtliche Darſtellung des Zwiſchenfalls.
Berlin, 29. Januar.
Zu dem deutſch=ruſſiſchen Zwiſchenfall wird amtlich
folgen=
des mitgeteilt: Vom deutſchen Generalkonſulat in Tiflis wurde
einem Reichsangehörigen zur Abgabe bei der deutſchen Botſchaft
in Moskau ein Briefpaket mitgegeben, welches amtliche
Schrift=
ſtücke enthielt. Das Paket war entgegen der beſtehenden Uebung
von dieſem in ſeinem Koffer, den er aufgegeben hatte, verwahrt
worden. Bei der Ankunft in Moskau fehlte der Koffer und wurde
auf Reklamation nachgeſchickt, wobei ſich herausſtellte, daß der
Koffer gewaltſam geöffnet, das amtliche Paket ſeines Inhaltes
beraubt und mit anderem Inhalt verſehen war. Die deutſchen
Amtsſiegel waren durch falſche Verſchlüſſe erſetzt worden. Auf
ſofortige Demarche der deutſchen Regierung in Moskau und
Ber=
lin hat die Sowjetregierung ihr Bedauern über den Vorfall
aus=
geſprochen, iſt aber im übrigen in ihrer Antwort auf das deutſche
Verlangen nach Entſchuldigung, Rückgabe der Amtspoſt, ſofortige
Unterſuchung und Beſtrafung der Täter, davon ausgegangen
daß ihrer Meinung nach eine Beteiligung amtlicher
Sowjet=
organe nicht erwieſen ſei. Sie hat zutreffenden Falls
entſpre=
chende Genugtuung zugeſichert und eine beſchleunigte behördlich
Unterſuchung durch einen beſonders eingeſetzten
Unterſuchungs=
ausſchuß zugeſagt.
Der Beitrittsbeſchluß Ameritas zum Weltgerichtshof.
w. London, 29. Januar.
Der Waſhingtoner Korreſpondent der „Morning Poſt”
ſchreibt: Freunde wie Gegner des Völkerbundes in Amerika ſind
übereinſtimmend der Anſicht, daß der Senatsbeſchluß für den
Beitritt zum Weltgerichtshof die Erneuerung des Kampfes um
den endgültigen Eintritt Amerikas in den Völkerbund bedeutet.
Im beſonderen wie im allgemeinen werden daher in den nächſten
Jahren in der amerikaniſchen Politik die auswärtigen
Beziehun=
gen mit an erſter Stelle ſtehen.
Der diplomatiſche Berichterſtatter des „Daily Telegraph”
ſchreibt, die Befriedigung, die in Völkerbundskreiſen über den
Beitritt Amerikas zum Weltgerichtshof empfunden werde, werde
beträchtlich abgeſchwächt durch die Vorbehalte, auf denen der
Waſhingtoner Senat beſtanden habe. Der Vorbehalt, daß kein
gutachtliches Urteil vom Völkerbundsrat in einem Streite, an
dem Amerika beteiligt ſei, verlangt werden ſolle, ohne daß
Ame=
rikas Zuſtimmung eingeholt ſei, werde wahrſcheinlich zu ernſten
Schwierigkeiten führen. Denn wenn jede Macht, die heute an
einem Streit beteiligt ſei, ein ſolches Beteiligungsrecht
bean=
ſpruchen würde, würden die Völkerbundsſatzungen über die
Praxis des Völkerbundes und vielleicht ſogar die Statuten des
Gerichtshofes abgeändert werden müſſen.
Die franzöſiſche Zollerhöhung.
Ihre Rückwirkung auf die deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchaftsverhandlungen.
Berlin, 29. Januar.
Wie wir aus gut unterrichteten Wirtſchaftskreiſen erfahren.
werden die Meldungen, wonach Frankreich eine 30prozentige
Er=
höhung plane, als zutreffend bezeichnet. Es iſt hierbei jedoch
ausdrücklich zu betonen, daß dieſe Zollerhöhung ſich nicht etwa
gegen Deutſchland richtet, ſondern daß es ſich um eine ganz
allgemeine Erhöhung ſämtlicher Zölle handelt,
die alle mit Frankreich Handel treibenden Länder gleichmäßig
berühren. Weiterhin iſt auch zu ſagen, daß es ſich nicht etwa
um eine Erhöhung der abſoluten Zollſätze handelt, ſondern daß
es ſich lediglich um eine Heraufſetzung des Koeffizienten
han=
delt, eine Maßnahme, die darin ihre Erklärung findet, daß im
letzten Halbjahr der franzöſiſche Franken weiterhin eine ſehr
ſtarke Entwertung erfahren hat. Es iſt alſo lediglich das
Be=
ſtreben auf franzöſiſcher Seite vorhanden, durch die
Herauf=
ſetzung des Koeffizienten um 30 Prozent die inzwiſchen
einge=
tretene Frankenentwertung einigermaßen auszugleichen. In
deutſchen Wirtſchaftskreiſen wird daher der franzöſiſche Plan auch
durchaus ſachlich und ruhig betrachtet, wenn auch nicht
abzu=
leugnen iſt, daß die laufenden deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchafts=
verhandlungen durch die beabſichtigte franzöſiſche Maßnahme
nicht unweſentlich berührt werden. Es werden alſo im Rahmen
dieſer Verhandlungen eine ganze Anzahl von Revidierungen
und Umrechnungen erfolgen müſſen. Auf den ruhigen weiteren
Verlauf der Pariſer Wirtſchaftsbeſprechungen wird die geplante
Heraufſetzung der franzöſiſchen Zollſätze in dem angegebenen
Sinn keinerlei ungünſtigen Einfluß ausüben, wie insbeſondere
auch die Verhandlungen, die zurzeit zwiſchen den techniſchen
Spezialreferenten geführt werden, dadurch keine Unterbrechung
erfahren. Es iſt alſo zutreffend, daß ſich auf Grund der
fran=
zöſiſchen Pläne zwei Mitglieder der deutſchen Delegation zu
informatoriſchen Zwecken nach Berlin begeben haben. Von
dieſen befindet ſich zurzeit noch einer in Berlin, während der
andere Delegierte bereits wieder nach Paris zurückgekehrt iſt.
Es wird uns weiterhin als zutreffend beſtätigt, daß die Pariſer
Wirtſchaftsverhandlungen zwar langſam fortſchreiten, daß ſie
jedoch in den letzten Wochen einen ziemlich reibungsloſen
Ver=
lauf nahmen. Die Hauptſchwierigkeiten ſtehen
frei=
lich noch bevor, da man bisher noch nicht bis zu den
Ver=
handlungen über die einzelnen Tarifpoſitionen gelangt iſt. Es
wird daher auch deutſcherſeits noch mit einer wahrſcheinlich
ziem=
lich langen Dauer der Beratungen gerechnet.
Die Frankenfälſcheraffäre
vor dem ungariſchen Parlament.
w. Budapeſt, 29. Januar.
Zu Beginn der Sitzung widmete Präſident Seitovfzti heute
am 50. Todestage Franz Deaks dem großen Staatsmann einen
warmen Nachruf, der vom Hauſe ſtehend angehört wird. Sodann
begründete der Referent Abg. Drehr die Indemnitätsvorlage, die
er dringlich zu verabſchieden bittet. An der Budgetdebatte hätten
ſich 130 Redner beteiligt, davon 80 Oppoſitionelle, die alle über
eine Stunde geſprochen haben. Das Argument, die Oppoſition,
hätte bei den Budgetverhandlungen keine Gelegenheit gehabt,
ihren Standpunkt darzulegen, ſei daher nicht ſtichhaltig. In der
Debatte über die Indemnitätsvorlage bringt Abgeordneter
Far=
kas auch die Frantenangelegenheit zur Sprache. Die Regierung
habe um die Sache gewußt. Sie müſſe ihren Platz verlaſſen, da
ihre Verantwortlichteit offenkundig ſei. Der Redner wundert ſich,
daß der Miniſterpraſident von der tſchechiſchen
Kronenfälſcher=
affäre nichts wiſſen wollte. Bethlen gibt ſeinem Befremden
Aus=
druck, daß die Frankenfälſchungsangelegenheit zu derſelben Zeit,
während der ſie im Parlamentsausſchuß verhandelt wird, in
offener Sitzung des Parlaments zur Sprache gebracht würde. Der
Parlamentsausſchuß werde, wenn er mit ſeinen Arbeiten zu
Ende ſei, dem Plenum den Bericht unterbreiten. Dann möge
die Nationalverſammlung in der Frage der Verantwortlichkeit
entſcheiden. Abg. Farkas habe auf ſeine, Bethlens, Perſon
apo=
ſtrophiert und geſagt, er habe um die Sache gewußt. Wenn
je=
mand in gutem Glauben vorgehen wolle, müſſe er alles ſagen,
was ihm bekannt ſei. Doch Anſchuldigungen zu erheben und nicht
zu ſagen, was ihm bekannt ſei, nämlich welche Schritte der
Miniſterpräſident zur Verhinderung unternommen hat, ſei eine
Perfidie. Er, Bethlen, habe auch im Parlamentsausſchuß das
Erſuchen geſtellt, ſeine dort abgegebenen Erklärungen im Plenum
ausführlich mitzuteilen, denn er habe nicht die Abſicht, mit
aus=
ländiſchen Journaliſten zu polemiſieren.
Die franzöſiſche Finanzdebatte.
Die antiparlamentariſche Stimmung. — Briands Kampf
gegen die Kammer und ihre Finanzkommiſſion.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 29. Januar.
Man hat im allgemeinen eine ſehr gefährliche und ſchwere
Debatte erwartet, aber mit einer ſo langen hat niemand
gerech=
net. Etwa dreißig Redner hatten ſich vorgemerkt; ein Umſtand,
welcher das Parlament in den Augen der Maſſen noch
unſym=
pathiſcher macht. Bisher ſchon wurde ihm ja ſtets ein unnützer
Redeſchwall vorgeworfen — nicht immer mit Unrecht. Briand
wird die Vertrauensfrage nicht oder nur in einem beſonders
günſtigen Falle aufwerfen. Die Kammer kann jetzt tatſächlich
die Politik machen. Aber die antiparlamentariſche
Stimmung in Frankreich iſt im Wachſen begriffen, nicht etwa
nur bei einzelnen Gruppen, ſondern überall, und ſo ſekundiert
die ganze öffentliche Meinung die Regierung in ihrem Kampfe
gegen die Kammer. Denn die heutige Lage bedeutet eigentlich
einen erbitterten Kampf Briands — der auf die Regierung
aus billigen Gründen unter keinen Umſtänden verzichten will —
gegen die Kammer und ihre Finanzkommiſſion.
Wer in dieſem Kampfe ſchließlich Sieger bleiben wird, iſt
eine offene Frage. Die Tatſache, daß ein Kompromiß kommen
muß, kann hier die Grenzen leicht verwiſchen. Aber mit einiger
Sicherheit läßt ſich vorausſagen, daß das Budget von 1926
weſentlich anders ausſehen wird, wie die Regierung und der
Finanzminiſter Doumer es geplant haben. Manches muß
weg=
fallen und einige Maßnahmen müſſen geändert werden, damit
die parteipolitiſchen Geſichtspunkte nicht das Zuſtandekommen
einer Mehrheit verhindern. Schließlich wird ein Flickwerk von
Budget entſtehen, ein Moſaik, welches ſich vielleicht bewähren
wird, aber das Anſehen der Kammer, welches es hervorgebracht
hat, ſchmälern muß.
Das ſchwierigſte Problem iſt das der Umſatzſteuer. Läßt
man ſie weg, ſo entſteht im Budget eine Lücke von drei
Milliar=
den und achthundert Millionen, die irgendwie ausgefüllt werden
muß, akzeptiert man ſie, ſo ſind die Kartellparteien lächerlich
gemacht. Damit iſt niemand geholfen, wenn man die Umſatz
ſteuer etwa umbenennen wollte. Die Wähler verſtehen ſich nicht
auf ſolche feine Unterſcheidungen. Man ſucht hier fieberhaft ein
Kompromiß. In allen politiſchen Kreiſen wird dies als ein
Barometer der Lage angeſehen. Von den Plänen des Kartells
ſtoßen die Erbſchaftsſteuer und die Börſenſteuer auf den ſtärkſten
Widerſtand. Die erſtere beſonders verbittert die Rechtsparteien.
Die Börſenſteuer ſoll, wenn ſie durchgeht, das Leben an der
Börſe ganz erdroſſeln; ſie hat ja ſchon zu einer Demonſtration
an der Börſe geführt.
So ſympathiſch auch das Land Briands Kampf gegen die
Kamner betrachtet, die Regierung wird kaum mit geſtärktem
Anſehen aus dieſer Debatte hervorgehen. Denn wenn auch
der Druck der öffentlichen Meinung ſchwer auf der Kammer
laſtet, ſo legt man in den Parteikonferenzen die Haltung der
Regierung doch als ein Zeichen der Schwäche und
Unentſchloſſen=
heit aus.
Die Moſſulfrage.
Ausſichten auf Verſtändigung?
Konſtantinopel, 29. Januar.
In parlamentariſchen Kreiſen Angoras wird eine gewiſſe
Entſpannung in der Moſſulfrage feſtgeſtellt. Die lange
aufge=
ſchobene Reiſe des engliſchen Botſchafters Sir Ronald Lindſay
nach Angora, deſſen Inſtruktionen merklich von der früheren
Hal=
tung des Foreign Office abweichen, ſoll auch viel dazu beitragen,
eine etwas optimiſtiſchere Einſchätzung der Ausſichten einer
anzu=
bahnenden Verſtändigung herbeizuführen. Wie ſehr England ſich
bemüht, zu einer gütlichen Löſung der Streitfrage zu kommen,
wird u. a. darin erblickt, daß in den Unterhaltungen mit
Sir Ruchdy Bey der Spruch des Völkerbundsrates ausgeſchaltet
iſt und ſomit dem türkiſchen Standpunkt, wenigſtens in dieſer
Phaſe der Verhandlungen, Rechnung getragen wird. Es wird
von der Möglichkeit eines proviſoriſchen Abkommens geſprochen,
für deſſen Abſchluß die Türkei allerdings auf gewiſſe Garantien
im Moſſulgebiet beſtehen würde, ſo auf der Entmilitariſierung
der ſtrittigen Zone bis zur endgültigen Löſung der Streitfrage.
General von Francois.
Zum 70. Geburtstag am 31. Januar.
inf. General der Infanterie, Hermann von Frangois,
der ſich im Kriege auf dem öſtlichen und weſtlichen Kriegs’
au=
platz als Heerführer und im Frieden um das Verpflegungs= und
Nachſchubsweſen, ſowie als Militärſchriftſteller hoch verdien
gemacht hat, kann am 31. Januar in Berlin ſeinen 70.
Ge=
burtstag feiern. Er iſt ein Sohn des bei Spichern gefallenen
bekannten Generalmajors Bruno von Francois, des
Komman=
deurs der 27. Infanterie=Brigade. Hermann von Frangois iſt
in Luxemburg geboren und trat im Jahre 1875 nach dem Beſuche
des Kadettenhauſes in Wahlſtatt und Berlin als Leutnant ins
Garde=Regiment zu Fuß ein, wurde im Jahre 1884 in das
meck=
lenburgiſche Grenadier=Regiment verſetzt und beſuchte 1884—188
die Kriegsakademie. Dann trat er in das Grenadier=Regiment
Nr. 89 ein und kam, am 2. März 1889 zum Hauptmann befördert,
zum erſten Mal in den Generalſtab. In dieſem gehörte er erſt
dem Stabe des 15. Armee=Korys an und ſpäter der 31.
Infan=
kerie=Diviſion. Nachdem er im Jahre 1891 Kompagnie=Chef im
infanterie=Regiment Nr. 131 geworden war, kam er in den
eneralſtab zurück und wurde 1894 im Oktober zum Major
be=
ſordert. Als ſolcher blieb er bis 1898 bei der 8. Infanterie=Divi=
Ion. 1899 wurde er Bataillons=Kommandeur im 2. Badiſchen
Grenadier=Regiment Nr. 110 und im Jahre 1900 Chef des
Gene=
kalſtabs im 4. Armee=Korps in Magdeburg, wo er am 18. Apri
30I Oberſtleutnant und im Jahre 1903 Oberſt wurde. Am
12. Sebtember 1904 wurde er zum Kommandeur des Königin=
Aiiſabeth=Garde=Grenadier=Regiments Nr. 3 ernannt und im
Jahre 1908 am Kaiſergeburtstag zum Generalmajor und Kom=
Mandeur der 49. Infanterie=Brigade in Darmſtadt. Am 20. März
24I erhielt er ſeine Beförderung zum Generalleutnant. Er
Durde nunmehr Kommandeur der 13. Diviſion in Münſter und
im Jahre 1913 als Generalleutnant mit der Führung des
Armee=Korps anſtelle des zum Generalinſpektor der 8. Armee=
Iuſpeition ernannten General von Kluck beauftragt. Am 17. Fe=
Nuar 1914 wurde er kommandierender General ſeines Armee=
Norps. Bei Kriegsausbruch zog er an der Spitze ſeines
Korp=
ach Oſten, wo er ruhmreichen Anteil in den großen Schlachten
der Tannenberg und den maſuriſchen Seen hatte, nachdem er am
2 Auguſt 1914 General der Infanterie und am 8. Oktober
des=
elben Jahres Führer der 8. Armee geworden war. Er kämpfte
Eüter als Führer des 11. Reſerbe=Korps bei Gorlice, ging im
Kachnen Jahre mit dem 7. Armee=Korps nach dem Weſten, wo
* I9 bei La Baſſée verdient machte. Im Jahre 1918 wurde er
zur Dispoſition geſtellt und ihm das Großkreuz des Roten Adler=
Ordens mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Schon
vor=
her hatte er den Orden „Pour le mérite” erhalten, den ſich auch
ſein Vater bei Nachod und Skalitz im Jahre 1866 verdient hatte.
Im Sommer 1925 verlieh die Univerſität Erlangen dem General
den Ehrendoktor=Titel.
C. K. Ein wichtiger Fund aus der Goethezeit. Karoline
Jagemann, die geniale Schauſpielerin und Sängerin, die
mit der Geſchichte der klaſſiſchen Weimarer Theaterzeit für immer
verknüpft iſt, hat als einflußreiche Geliebte des Herzogs Karl
Auguſt, der ſie zur Frau von Heygendorff erhob, noch eine
be=
ſondere Rolle in der Goethezeit und im Leben Goethes geſpielt
Ihre Nemoiren galten bisher als derloren; ſie ſind aber nun
durch den Darmſtädter Gelehrten Prof. Eduard von Bamberg
im Beſitz eines Urenkels der Künſtlerin aufgefunden worden.
Die Papiere waren als Familienheiligtum bewahrt und vor der
Einſichtnahme Dritter ſtreng gehütet. Da aber der Wunſch der
Verfaſſerin dahin ging, mit ihrer für die Oeffentlichkeit beſtimm
ten Schrift den unwahren Nachrichten über ihr Verhältnis zum
Herzog Karl Auguſt und zu Goethe entgegenzutreten, hatten
hervorragende Perſönlichkeiten bereits während der Entſtehung
von einzelnen Kapiteln Einſicht genommen. Der jetzige
Eigen=
tümer der Papiere hat ſich daher entſchloſſen, den ganzen
hand=
ſchriftlichen Nachlaß ſeiner Urgroßmutter, in dem ſich auch
un=
veröffentlichte Briefe und Aeußerungen von
Goethe, Karl Auguſt, Herder, Wieland, Iffland
E. T. A. Hoffmann, Devrient u. a. befinden, der Forſchung
zugänglich zu machen. Die Memoiren, die eine überaus
wich=
tige Quelle zur deutſchen Literatur=, Kultur= und Theaterge
ſchichte bilden, werden nun, ergänzt durch die völlig unbekannten
Handſchriftenſchätze, von Prof. von Bamberg im Sibyllen=Verlag
zu Dresden herausgegeben.
C. K. Menſchen, die durchs Feuer gehen. Zu Carachi in
In=
dien iſt ein ſeltſamer Wundermann erſchienen, die ſich Profeſſor
Itſchi nennt. Er ſtammt aus Burma und hat das größte
Auf=
ſehen durch feine Fähigkeit erregt, jede beliebige Perſon durd
ein brennendes Feuer gehen zu laſſen, ohne daß ſie dadurch
verletzt wird. Wie der indiſche Korreſpondent eines Londoner
Blattes berichtet, machte ſich der „Profeſſor”, eine magere und
unſcheinbare Erſcheinung, zunächſt wenig bemerkbar. Man wurde
erſt auf ihn aufmerkſam, als er von den Behörden zu Carachi
eine größere Holzmenge erbat, um dus Hindurchgehen durch das
Feuer vorzuführen. Er ſchichtete einen Holzſtoß auf, zündete ihn
ohne jede „Zauberformel” an und marſchierte dann ruhig durch
die hochauflodernden Flammen. Ebenſo ruhig begab er ſich
durch die erſtaunte Menge wieder auf das Rathaus und fragte,
ob nicht einer von den Beamten dieſelbe Vorführung
unter=
nehmen wollte. Es fand ſich ſchließlich ein kühner Mann, der
barfüßig durch das Feuer ſchritt, ohne im geringſten verletzt zu
werden. Dieſer gelungene Verſuch feuerte einige andere an,
das=
ſelbe zu verſuchen, und nach einigen Minuten waren alle
Ver=
ſammelten durch das Feuer hindurchmarſchiert, ohne daß das
Geringſte geſchehen wäre. Nunmehr fand ſich ein
unternehmen=
der Theaterdirektor, der ſich ſofort die Dienſte des Profeſſors
für ſeine Vorſtellungen ſicherte. Dieſer war auch bereit, gegen
eine geringe Entlohnung ſeine Verſuche vor einem großen
Publi=
kum zu zeigen, und auch hier verlief das Durchſchreiten des
Feuers für alle in der harmloſeſten Weiſe. Als einer aus dem
Publikum meinte, daß der Profeſſor ſeine Erfolge durch
hypno=
tiſche Suggeſtion habe, nahm der Fakir 12 Freiwillige und ſtellte
ſie hintereinander auf. Irgend ein Beliebiger mußte ſie dann
auffordern, durch die Flammen zu gehen, und auch dieſer
Ver=
ſuch glückte. Die Kräfte, über die Itſchi verfügt, ſind jedenfalls
außerordentlich rätſelhaft und erſcheinen ſelbſt in einem Land
der Geheimniſſe überaus geheimnisvoll
C. K. Mah Yongg — vom Kuli bis zum Marſchall.
Wäh=
rend bei uns die Mode des Mah Yongg=Spiels nur kleine
Kreiſ=
ergriffen hat, iſt in ſeiner Heimat China Mah Yongg das
Natio=
nalſpiel, dem ſich die Söhne des Himmliſchen Reiches — vom
Kuli bis zum Marſchall — mit wilder Leidenſchaft hingeben.
„Man kann die Kulis der Schiffsmannſchaft in Haufen
zuſam=
men ſehen, wie ſie mit einer geradezu erſtaunlichen Geſchicklichkeit
Mah Yongg ſpielen”, ſchreibt der engliſche Reiſende Sir Percival
Philipps. „In jedem Gaſthaus, in dem man zur Nacht bleibt,
findet man Geſellſchaften, die Mah Yongg ſpielen. Die
höch=
ſten Beamten ſind von dem Zauber dieſes Spiels eingenommen,
und es ſcheint faſt, daß nichts ſo die Räder der Regierung
auf=
halt, wie Mah Yongg. Selbſt die Bürgerkriege können nicht
ohne dies Vergnügen geführt werden. Während einer der letzten
Beſuche des Marſchall Tſchang Tſo=lin in Tientſin wollte ihn
ein engliſcher Beamter in einer wichtigen Angelegenheit ſprechen
und war für 9 Uhr früh in ſein Hauptquartier beſtellt. Als er
ſich zur beſtimmten Zeit einfand, erklärte ihm ein Adjutant mit
den Zeichen größten Bedauerns, daß der Marſchall bis 3 Uhr
morgens aufgeweſen ſei und noch ſchlafe. Als der Engländer
meinte, er hätte wohl einen neuen Kriegsplan ausarbeiten
müſ=
ſen, erwiderte der Adjutant: „Ach nein, der Marſchall hat Mah
Yongg geſpielt.”
Seite 4
Samstag, den 30. Januar 1926
Nummer 30
des älteſten Spezial=Putzgeſchäftes hier am Platze
Ueiene Marfin
Samstag, 30. Januar
Diebeleioffkang
Inh.: Mathilde Meger
7 Ernſt=Ludwigſtraße 7
mit Seiden=
Die große Mode!
Seidenhute futterv M. 4.30 an
Die große Mode!
1533
Familiennachrichten
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Wilhelm Kumpf u. Frau
Käthe, geb. Gwiaſia.
Die Trauung findet am Sonntag, den
31. Januar, nachmittags 3 Uhr, in
der Martinskirche ſiatt.
(*2748
Die glückliche Geburt eines
geſunden, kräftigen Jungen zeigen
hocherfreut an
Ad. Lulah und Frau
Juſtine, geb Fleiſchmann.
Darmſtadt, den 29. Januor 1926.
(*2770
Heinrichftroße 70.
Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, heute nachmittag 3½ Uhr
meinen lieb n Mann, unſeren
gu en Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel
Geh Retor Rit4
Vo9. Aeitt Oiſch
im Alter von 62 Jahren nach
lan=
gem ſchweren Leiden in die
Ewig=
keit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau El. Bitſch, geb. Hartmann
Ernſt Schuchmann u. Frau
geb. Bitſch
Georg Bitſch und Frau
Karl Schwab und Frau
geb. Bitſch
Friedrich Bitſch und Frau
Wilh. Quick und Frau.
Darmſtadt, Niederrad,
Bons=
weiher, den 28. Januar 1926.
Die Beerdigung findet Montag
nachmittag ½3 Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt. (1546
Am 18. d. Mts. verſchied
nach langem Leiden im 58
Lebensjahre mein lieber
Mann, unſer guter Vater,
Bruder,Onkel und Schwager
Im Namen der trauernden
Hinterbliebenen:
Franziska Merz, geb. Hofmann
Kiel, Damperhofſtr. 26, Darmſtadt.
(*2
2694)
Herzlichen Dank Allen, die in
liebe=
voller Weiſe ihre Teilnahme bewieſen
und verſuchten, uns den ſchweren
Schick=
ſalsſchlag ertragen zu helfen.
Franz Riedt
und Tochter.
Darmſtadt, 29. Jan. 1926. (1586
Dankſagung.
Für die viele: Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang unſers
lieben Entſchlafenen
Herrn Adam Stromberger
Privatier
ſowie für die vielen Kranzſpenden
ſagen wir hiermit, unſern herzlichſten
Dank. Ganz beſonders danken wir
Herrn Pfarrer Wendel für ſeine troſt=
(*2685
reichen Worte
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Franz Geier und Familie
Kiesbergſtr 5.
Darmſtadt, den 29. Januar 1926.
Nur wer unſer Familienleben gekannt,
weiß, was ich verloren habe!
Durch einen zu frühen Tod wurde uns
mein innigſigeliebter Mann, unſer geliebter
Vater, Sohn, Bruder, Schwiegerſohn,
Schwa=
ger und Onkel
Slig
Ru
Malias Trenermann
im Alter von 35 Jahren aus dem Teben
ge=
riſſen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Felizia Breitermann und 2 Kinder
Frau 1. Breitermann Wtw., LosAngeles
Familie Bernhard Breitermann,
Sos Augeles
Familie J. Goffin, Los Angeles
1
Adolf Breitermann und Frau, Berlin
Frau L. Jankowiak
J. Weiner und Frau
Familie H. Front
Familie 3. Jankowiak, Kaſſel.
Darmſtadt, den 28. Januar 1926.
Heidelbergerſtr. 61.
(1535
Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. Januar,
vor=
mittags 11 Uhr, auf dem iſrgelitiſchen Friedhof ſtatt.
Es wird höflichſt gebeten, von Blumenſpenden und
Beileidsbeſuchen Abſtand zu nehmen.
Nachruf.
Unſer liebes Mitglied
Karl Stephan
iſt uns jäh und unerwartet durch den Tod
entriſſen worden Tieferſchüttert trauern wir an
der Bahre eines unſerer Beſten und Treueſten.
Seit ſeiner Jugend unſerm Verein angehörend,
war und blieb der Entſchlafene bis zu ſeinem
Hinſcheiden das Vorbild eines Sportsmannes,
beliebt und geachtet bei uns und allen
Sports=
leuten. Seine Verdienſte um unſern Verein
ſind mit der Geſchichte des Vereins
unauf=
löslich verknüpft und ſichern ihm ein
bleiben=
des, unauslöſchliches, liebevolles Gedenken.
Sportverein Darmſtadt 1898, e. B.
(1539
Todes=Anzeige.
Am 27. ds. Mts. iſt unſere liebe Tante
Fräulein
S
unng4
imon
in ihrem 83. Lebensjahre durch einen ſanften
Tod von längerem Teiden erlöſt worden.
Die Beerdigung hat nach dem Wunſche
der Verſtorbenen in aller Stille ſtattgefunden.
Die in Trauer Hinterbliebenen.
Darmſtadt u. Tondon, 29. Jan. 1926.
Aliceſir. 16.
(*2568
Statt Karten
Heute entſchlief ſanft nach langem ſchweren Leiden mein innigſt
geliebter Mann, unſer guter Pater, Bruder, Schwiegerſohn, Schwager
und Onkel
Nugaſt Heilmann
Städtiſcher Kellermeiſter.
In tiefer Trauer:
Eliſe Heilmann und Kinder
Marie Schmitt.
Die Beerdigung findet Montag, 1. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Friedhofs
Nieder=Ramſiädterſtraße aus ſiatt.
Samstag, 6. Februar, vormittags 8/, Uhr, Seelenamt in der Ludwigskirche.
2745
Nachruf.
Am 27. d. Mts. verſtarb plötzlich
und unerwartet mein Teilhaber
Herr
Er ſpar mir ein treuer Freund
und Berater. Sein Hinſcheiden
be=
deutet für mich einen unerſetzlichen
Verluſt. Ich werde ſein Andenker
(1537
ſtets in Ehren halten
*
J. Beiner
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und Klingel=Anlag.
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Kiesbergſtraße 3.
Tel. 1171. (*2371mss
Nachruf.
Am 27. d. Mts. verſtarb plötzlich
unſer hochverehrter Chef
Herr
Erwar uns ein gütiger und
ge=
rechter Chef und hatte für die
Intereſſen der Angeſtellten ſtets
Verſtändnis.
Wir werden ſein Andenken hoch=
(1536
halten.
Die Angeſtellten der Firma
Breitermann & Weiner.
Heute entſchlief ſanft im 79.
Le=
bensjahre meine liebe Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
Oberſtabsveterinärgwitwe
Im Namen der
trauernd Hinterbliebenen:
Familie
Auguſt Reinicke.
Darmſtadt, 28. Januar 1926
BEfe.
Klappacherſtr. 38.
Die Beerdigung findet Montag,
1. Februar, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Für Kranke u. Geſunde
elektr. Licht= u. Heißluftbäder im
eigenen Heim. Alle diesbez
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Dankſagung.
Für die liebevolle Anteilnahme
beim Heimgang unſeres teuren
Ent=
ſchlafenen ſagen wir allen Verwandten
und Bekannten herzlichen Dank.
Ins=
beſondere danken wir Herrn Pfarrer
Lautenſchläger für die troſtreichen
Worte, den Schweſtern der
Lukas=
gemeinde für die aufopfernde Pflege,
der ſtädt kaufm Schule, den ehemali
gen Klaſſenkameraden und allen
An=
deren für die vielen Kranzſpenden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Chriſtine Roth Wtiu.
*2739
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Heimgang meiner
lieben Frau, unſerer guten Tochter
Frau Marie Riedel
geb. Göttmann
ſowie für die zahlreichen
Kranz=
ſpenden ſagen wir hiermit unſeren
herzlichen Dank. Ganz beſondere
danken wir Herrn Pfarrer
Zimmer=
mann für die troſtreichen Worte,
ſowie der Schweſter Eliſabeth der
Schloßgemeinde für die aufopfernde
Pflege.
(22707
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Familie Jacob Riedel
Familie Ladwig Götimann.
kinderlieb u. tüchtig
im Haushalt, 24½ J.,
mittlere geſetzte Fig.,
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Nummer 30
Samstag, den 30. Januar 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 30. Januar.
— Ernannt wurden: am 21. Januar 1926: der Lehrer Hans Outh
zu Feldkrücken, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksſchule zu Ober=
Beerbach, Kreis Bensheim; — der Lehrer Georg Schütz zu Griesheim,
Kreis Darmſtadt, zum Rektor an der Volksſchule daſelbſt; — der
Juſtiz=
inſpektor bei dem Amtsgericht Homberg Karl Derſch zum
Juſtiz=
inſpektor bei dem Amtsgericht Gießen, der Juſtizinſpektor bei dem
Amts=
gericht Gießen Otto Schröder zum Juſtizinſpektor bei dem Amts
gericht Butzbach, beide mit Wirkung vom 1. Februar 1926; am 22. Januar
1926: die Polizeiwachtmeiſter auf Probe Franz Kolb aus Zwingenberg,
Kreis Bensheim, und Georg Keil aus Winterkaſten, Kreis Bensheim,
zu Polizeiwachtmeiſtern mit Wirkung vom 1. Januar 1926; am 27.
Ja=
nuar 1926: der außerordentliche Profeſſor und Proſektor am
pathologi=
ſchen Inſtitut in Leipzig Dr. Georg Herzog aus Nürnberg mit
Wir=
kung vom 1. April 1926 an zum Profeſſor für allgemeine Pathologie
und pathologiſche Anatomie an der mediziniſchen Fakultät der
Landes=
univerſität Gießen.
— Verſetzungen in den Ruheſtand: In den Ruheſtand verſetzt wurde
am 26. Januar 1926 der Amtsgerichtsrat Wilhelm Geißler in Groß=
Gerau auf Nachſuchen bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundhei=. In
den Ruheſtand verſetzt wurde am 27. Januar 1826 der ordentliche
Pro=
feſſor in der mediziniſchen Fakultat der Landesuniverſität Gießen
Ge=
heimer Medizinalrat Profeſſor Dr. Eugen Boſtroem zu Gießen auf
ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April 1926 ab. In den Ruheſtand
tritt am 1. Februar 1926 der Forſtwart der Kommunalforſtwartei
Für=
feld Heinrich Jung zu Fürfeld auf Grund des § 1 des Geſetzes über die
Altersgrenze der Staatsbenmten vom 2. Juli/19. Dezember 1923 in
Ver=
bindung mit Artikel 2 des Geſetzes über Einſtellung des Perſonalabbaues
in Heſſen und Aenderung des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom
8. Oktober 1925. Auf Grund des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze
der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 bzw. 19. Dezember 1923 in
Ver=
bindung mit Artikel 2 des Geſetzes über Einſtellung des Perſonalabbaues
in Heſſen und zur Aenderung des heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom
8. Oktober 1925 tritt am 1. Februar 1926 in den Ruheſtand: Rektor
Heinrich Auguſt Heberer zu Griesheim b. Darmſtadt.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Rektor und Senat der
Tech=
niſchen Hochſchle Darmſtadt haben Herrn Geh. Baurat Direktor
Her=
mann Görz in Siemensſtadt bei Berlin in Anerkennung ſeiner
Ver=
dienſte um die Entwicklung der Elektrotechnik und im beſonderen um die
Förderung der deutſchen Elektrotechnik und Wiſſenſchaft im Auslande
die Würde eines „Doktor=Ingenieurs Ehrenhalber” verliehen.
Die Darmſtädter Studentenſchaft brachte geſtern abend,
an=
läßlich der Fertigſtellung der Turn= und Feſthalle der
Techni=
ſchen Hochſchule, dem verdienſtvollen Förderer und Schöpfer
die=
ſes Gedankens, Herrn Geheimrat Profeſſor Berndt, einen
großen Fackelzug dar. Die Korporationen zogen mit ihren
Fahnen vor deſſen Wohnung in der Martinſtraße. Der
Vor=
ſitzende der Studentenſchaft brachte ein Hoch aus, in das die
Studenten begeiſtert einſtimmten. Mit herzlichen, bewegten
Worten dankte Herr Geheimrat Berndt für dieſe dargebrachten
Ovationen. Der Fackelzug löſte ſich nach Abſingen des uralten
Studentenliedes „Gaudeamus igitur” unter den üblichen
ſtu=
dentiſchen Zeremonien auf dem Paradeplatz auf.
Dem Landwirtſchafts=Kammerausſchuß ſteht eine Anzahl
Pfirſich=
buſchbäume des in Obſtbaukreiſen bekannten Ellenſtädter
Sämlings=
pfirſich zur Verfügung, die in den nächſten Tagen zur Abgabe gelangen.
Der Preis dieſer Bäumchen beträgt etwa 1 Mk. das Stück. Es handelt
ſich um eine gute ſpätere Pfirſichſorte, die nur zu empfehlen iſt.
Be=
ſtellungen, möglichſt Sammelbeſtellungen ſind bis ſpäteſtens 6.
Fe=
druar an den Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß in Darmſtadt, Rhein
traße 62, zu richten. Bei Beſtellungen von 10 Stück ab erfolgt Lieferung
direkt an die Beſteller, während im Uebrigen die Bäumchen in
Darm=
tadt in Empfang genommen werden mſiſſen.
Leſeabende der Stadtbücherei. Mittwoch, den 3. Februar, abends
Uhr: Marianne, Johann Jakob v. Willemer und Goethe aus Adolf
Nüller: „Johann Jakob v. Willemer‟ — Donnerstag, den 4. Februar,
abends 8 Uhr: Leſekreis der Frauengruppe.
Im Schloßmuſeum finden täglich (außer Samstag) Führungen
rmittags um 11 Uhr und 11½ Uhr ſtatt.
Dienſtfubiläum. Herr Polizei=Kommiſſar Friedrich Windifch
am 1 Februar 1901 bei der Schutzmannſchaft in Darmſtadt
einge=
eten. Er hat ſonach am 1. Februar 1926 eine 25jährige Dienſtzeit bei
er hieſigen Polizei zurückgelegt. Herr Windiſch wurde nach Ableiſtung
einer achtjährigen Militärdienſtzeit bei dem Infanterie=Regiment Nr. 115
ier am 1. Februar 1801 zur Dienſtleiſtung bei dem Polizeiamt
Darm=
ſtadt eingeſtellt. Windiſch hat auf den verſchiedenſten Gebieten
polizei=
cher Tätigkeit, wie als Wachtmeiſter, Kriminal=Wachtmeiſter und
Poli=
ſei=Oberwachtmeiſter Polizeidienſt getan und bewieſen, daß er es
ver=
anden hat, dieſen Dienſt ſowohl zur Zufriedenheit des Publikums
e auch ſeiner vorgeſetzten Behörde, im Intereſſe des Staates zu
ver=
hen. Am 1. Sept. 1920 wurde Windiſch zum Polizeikommiſſar ernannt
ud iſt ihm als ſolcher die Leitung des 7. Polizei=Bezirks in der
chwanenſtraße übertragen.
— Arbeitsjubiläum. Am 18. Jan. feierte der Faktor Ludwig
chinnerl in der Buchdruckerei H. Uhde ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum
on der Handwerkskammer wurde ihm eine Ehrenurkunde, vom
Prin=
ipal ein namhafter Geldbetrag und vom Perſonal eine Uhr mit
Wid=
mung nebſt Diplom überreicht.
— Hauptfkikurs des Skiklubs Darmſtadt. Anläßlich des
Jugendſti=
urſes, weliher durch den Klub in der Woche nach Weihnachten in Falkau
nt Schwarzwald durchgeführt wurde, war Gelegenheit gegeben, das
rächtige Gelände kennen zu lernen, das für den diesjährigen
Hauptfki=
us vorgeſehen iſt, der wie ſchon bekannt, in der Zeit vom 14. Febr.
S 27. Febr. in Altglashütten im Feldberggebiet des Schwarzwaldes
aittfindet. Dieſes kleine hübſch gelegene Dörfchen liegt in einem
Hoch=
le an der Straße die von Titifee nach Schluchſee und St. Blaſien
uhrt. Zwiſchen den drei Seen, kann man ſagen, liegt der Ort. Der
dchſtgelegene davon iſt der Windgefällweiher, der nur ein paar Minuten
om Orte entfernt liegt und Gelegenheit zum Eislauf gibt. Der tiefer
legene Titiſee und der Schluchſee liegen je 8 Kilometer von
Altglas=
itten entfernt. Inmitten einer ſchönen Berglandſchaft geben dieſe
aldumrahmten Waſſerflächen der ganzen Gegend ein beſonderes
reiz=
lles Gepräge. Bei einigermaßen günſtigen Schneeverhältniſſen iſt die
ähere und weitere Umgebung Altglashüttens vorzäiglich zur Abhaltung
nes Skikurſes geeignet. Große freie Wieſenhänge aller Neigungsgrade
einer Höhenlage von 1000 Meter ſtehen dicht beim Dorfe zur Aus=
Eng des Schneelaufs zur Verfügung. Hier kann ebenſogut der
An=
ſiger, der ſich in das Reich der weißen Kunſt einführen laſſen will,
jie der Fortgeſchrittene, der an ſteilen Hängen ſich alpine Skilauftechnik
ſzueigenen ſucht, auf ſeine Rechnung kommen. Ein weiterer großer
Vorzug der Lage Altglashüttens liegt darin, daß man von hier aus
zne jeden langen Anmarſch auf Straßen, in 1½ Stunden den Feldberg
reichen kann, wo Uebungsmöglichkeit in 1400—1500 Meter Höhe= zur
ferfügung ſteht. Als ſehr lohnender, abwechſlungsreicher Rückweg
feht die allgemein bekannte ſchöne Abfahrt über Zweiſeenblick nach
Alt=
llashütten zur Verfügung. Unverbindliche Anmeldungen ſür den
Haupt=
irſus ſind bis zum 1. Febr. im Sporthaus Adelmann abzugeben, wo
eiteres Auskunftsmaterial aufliegt. Der Leiter des Kurſes, Herr Gieß=
Mann, ſteht jeden Montag und Donnerstag nachmittags 5 Uhr im
Sport=
haus Adelmann zur perſönlichen Auskunft zur Verfügung.
— Ev. Männer=Vereinigung der Petrusgemeinde. Die nächſte
(onatsberſammlung findet Montag, den 1. Februar, abends im
Ge=
ſteindehaufe ſtatt. In derſelben wird Herr Pfarrer Dr. Dreſcher a
118
ſchollbrücken einen Vortrag halten über „Das Alter des Menſchen
em erklänge bei Erwähnung dieſes Themas nicht in ſeinem Innern
as Wort des Pſalmiſten: „Unſer Leben währet 70 Jahre, und wenn es
ſoch kommt, ſo ſind es 80 Jahre, und wenn es köſtlich geweſen iſt, ſo
* es Mühe und Arbeit geweſen.‟ Der Vortrag verſpricht demgemäß
ſewißz mancherlei geiſtige Anregung. Die Mitglieder ſeien freundlich
ein=
eladen; Gäſte (auch Damen) ſind willkommen.
— Ein Elternabend im Realgymnaſium findet nach der geſtrigen
unzeige in dieſem Blatt Dienstag, 2. Februar, abends 8 Uhr, im
Real=
ymnanum ſtatt. Es ſind die Eltern, Väter und Mütter aller Schüler
ingeladen, die nach drei= und vierjährigem Schulbeſuch in eine Sexta
Es Realgymnaſiums oder des Reformgymnaſiums eintreten ſollen. Alle
in Betracht kommenden Fragen ſollen beſprochen werden.
— Heffiſche Bilderbühne (Kulcurfilmarbeit.) Der Umſtand, daß ſchon
ſter berſucht turde, mit dem Namen der „Heſſiſchen Bilderbühne”
Miß=
rauc zu treiben, veranlaßt dazu, alle Kreiſe, die gefonnen ſind, Hilfe
Bilderbühnenarbeit in Anſpruch zu nehmen, darauf aufmerkſam zu
nachen, daß nur ſolche Abmachungen anzuerkennen ſind, die von der
Eſtung der Eeſchäſtsſtelle in Darmſtadt, Mathildenplatz 17 (Marſtall),
derrn Direktor Heinrich Weinlein, unterzeichnet werden.
Die Juhaber der ſtädtiſchen Baukafſenſcheine weiſen wir
U die heutige Aufforderung des Herrn
Oberbürgermei=
els zur Wahrung ihrer Rechte ausdrücklich hin.
* Die Frage der Bebauung
des Palgisgartens.
Geſtern wurde im Hörſaal des Gewerbemuſeums ein Diskuſſions
abend veranſtaltet, an dem die Frage der Bebauung des Palaisgartens
erörtert wurde. Die Verſammlung war ſehr gut beſucht und es waren
Vertreter der verſchiedenſten Berufsgruppen erſchienen, die an der Frage
ein Intereſſe haben. Die Mehrzahl der Beſucher ſtellte die
Architekten=
ſchaft, darunter waren auch viele Profeſſoren der Techniſchen Hochſchule.
Die Stadtverwaltung war durch Bürgermeiſter Buxbaum vertreten,
fer=
ner waren viele Stadtverordnete, Kaufleute, Gewerbetreibende,
Kunſt=
gewerbler uſw. erſchienen.
Profeſſor Dr. Haupt, der Leiter des Gewerbemuſeums, leitete den
Abend mit einer kurzen Anſprache ein. Er wies auf den Wunſch der
Bürgerſchaft und des Miniſteriums hin, einmal die Frage in einer
Aus=
ſprache zu erörtern. Die Frage der Bebauung des Palaisgartens
iſt oft in Eingeſandts der Zeitungen beſprochen worden; es treten aber
dabei die ſachlichen Gründe in den Hintergrund. Es iſt oft auf die
hygie=
niſchen Gründe hingewieſen worden, die gegen eine Bebauung ſprechen,
weil ein Stück Grünfläche verſchwindet. Stichhaltig iſt der Grund nicht.
Für ein Rieſenhotel auf dem Platze iſt Darmſtadt nicht recht geeignet.
Der Redner bittet, Nebengründe aus der Diskuſſion wegzulaſſen, denn
entſcheidend ſei nur die Frage des Palaisgartens im Zuſammenhang
mit dem Bebauungsplan. Der Redner ging dann auf die geſchichtliche
Entwicklung der Darmſtädter Baugeſchichte näher ein und beſprach
namentlich die Schaffung des Luiſenplatzes unter Ludwig X. Der
Luiſen=
platz war als Mittelpunkt der Stadt gedacht; die ganze Anlage hat in ſich
den Charakter überlegener Ruhe. Der Palaisgarten iſt nicht irgendeine
Grünfläche, ſondern er ſteht in engſtem Zuſammenhang mit dem
Luiſen=
platz und mit dem Mathildenplatz. Beſonders wer von auswärts kommt,
erkennt dieſe Zuſammenhänge gut. Weiter zählt der Redner eine Reihe
von Darmſtädter Bauten der Vergangenheit auf und ſpricht ihnen eine
innere Größe zu. Das Problem der Straßenkreuzung werde am
Luiſenplatz ausgezeichnet gelöſt. Durch die Bebauung des Palaisgartens
werde ein Kapital verſchwendet, das unwiederbringlich dahin wäre. Die
andere Seite ſage, das alte Darmſtadt ſei tot, ſeine Zukunft beruhe auf
dem Handel. Aber damit ſei nicht gefagt, daß nun die Bebauung des
Palaisgarkens notwendig ſei. Wenn einmal ein wirtſchaftlicher
Auf=
ſchwung kommt, ſo iſt wahrſcheinlich noch Gelände genug vorhanden, um
bebaut zu werden. Die City=Bildung iſt hier nicht zu fördern. Fehler
eines Bebauungsplanes ſind ſehr ſchwer wieder gut zu machen. Der
Be=
bauungsplan Ludwig K. iſt vorzüglich. Verſchütten wir uns in der Not
der Gegenwart nicht den Weg in die Zukunft.
Herr Theodor Stemmer, Vorſitzender des Verkehrsvereins,
über=
nimt den Vorſitz in der Verſammlung.
Miniſterialrat Wagner ſpricht als erſter Redner. Er vertritt den
Standpunkt der Regierung, der dahin geht, daß wohl hygieniſche
Beden=
ken beſtehen, aber wenn ein Bedürfnis für einen Bau beſteht, ſo müſſe
der Palaisgarten auch bebaut werden; das werde aber nicht ohne
Ver=
ſtändigung mit der Stadtverwaltung geſchehen. Perſönlich wies der
Red=
ner ebenfalls auf den Plan hin, wie er geſtern vom Tagblatt
veröffent=
licht wurde. Wenn ein Baubedürfnis ſich einſtelle, müſſe der Garten
Conditorei und Café H. C. Ott & Co.
Hügel-Ecke Steinſtraße 2
Frühstücks-Stube
Täglich von 19—1 Uhr friſche Fleiſchpaſteten und Bouillon
Brötchen und Schnſttchen. — Sonntags geöffnet.
15ße
jedoch bebaut werden; man müſſe ſich aber auch über den zukünftigen
Zuſtand des Gartens klar werden. Auf einer jüngſt abgehaltenen
Ver=
ſammlung des Mittelrheiniſchen Architekten= und Ingenieurvereins hat
ſich die Mehrzahl der Beſucher gegen die Bebauung ausgeſprochen, doch
wäre die Frage im Verein noch nicht genügend geklärt. Man wäre doch
wohl allgemein darüber einig, daß die Bebauung ſoweit wie möglich hin
ausgeſchoben wird. Bei einer Aufſtockung der Gebäude in der Umgebung
werden ſich auch die Maßſtäbe verſchieben. Der Heimatſchutz verlangt
die Erhaltung und Schonung des Gartens.
Bürgermeiſter Buxbaum erklärt nicht nur als Mitglied der
Vevwal=
tung, als Architekt und Mitglied des Architektenvereins, und des Bundes
für Heimatſchutz, aber er ſei völlig, anderer Anſicht. Mitten in der Stadt
ſei ein Garten, der vorzüglich als Baugelände geeignet ſei und der
Gar=
ten ſei angepflanzt. Auch dieſer Redner geht auf die Vorgeſchichte des
Palaisgartens ein. Das Alte Palais ſei heute kein Palais mehr und
für den Garten ſei kein Bedürfnis mehr vorhanden. Darmſtadt ſei keine
Reſidenz mehr, habe keine Garniſon mehr und habe außerordentlich
viel an ſteuerkräftigen Bürgern verloren. Die Steuerkraft iſt um 50
Pro=
zent geſunken. Es muß daher Handel und Wandel belebt werden; das
Stadtbild muß den etwas trägen Charakter verlieren. Es iſt noch nicht
einmal möglich, hundert Menſchen in einem Hotel unterzubringen. Was
iſt Darmſtadt gegen Würzburg?! Den Darmſtädtern müſſen die
Mög=
lichkeiten gegeben werden, auch in Darmſtadt zu kaufen. Das Alte nur
zu erhalten, weil es alt iſt, iſt völlig verfehlt. Wir brauchen Läden, aber
auch Bureaus. Viele Wohnungen werden jetzt zu Bureaus verwendet.
Vir müſſen deshalb Bureauhäuſer bauen, die gern bezogen werden.
Dieſe Bureauhäuſer müſſen im Verkehrszentrum errichtet werden. Im
Palaisgarten ſollten Läden und Bureaus errichtet werden. Nicht der
ganze Garten ſoll dafür beanſprucht werden; die Waldſtraße ſoll weiter
durchgeführt werden. Schon Olbrich und Pützer hatten den Plan, den
Palaisgarten zu bebauen, damals hätte, wenn die Pläne bekannt
gewor=
den wären, niemand etwas einzuwenden gehabt. Der Redner zählt dann
eine Reihe von Architekten auf, die ſich für die Bebauung des
Palais=
gartens intereſſiert haben.
Geh. Baurat Walbe meint, es ſei verwunderlich, daß man in einer
Zeit, in der man kein Geld zum Bauen habe, ſich den Kopf zerbricht,
ob der Palaisgarten bebaut werden ſoll oder nicht. Die Entſcheidung
über dieſe Frage ſoll jetzt noch vertagt werden, denn man wiſſe ja noch
gar nicht, wie ſich Daumſtadt entwickelt. Nach 5 bis 10 Jahren könne
man entſcheiden, ob die Stadt ſich etwa nach dem Bahnhof zu entwickelt.
Darmſtadt ſei arm an alten ſchönen Bauten, ärmer als die
Nachbar=
ſtädte. Man ſolle kein öffentliches Gebäude hinſetzen, wo es nicht nötig
iſt; im Palaisgarten ſei kein öffentliches Gebäude nötig, wohl aber an
der Rheinſtraße. Der Redner hat dabei den Teil der Straße im Auge
vom Rheintor bis zum Bahnhof. Wenn man dem Verkehr allzuſehr
nachgehe, laufe man Gefahr, den Verkehr in gefährlicher Weiſe zu
häu=
fen. Wenn jetzt ein Bureauhaus im Palaisgarten ſich günſtig
finan=
zieren ließe, ſo wäre es doch ſehr fraglich, ob in 5 Jahren nicht ein
Bureauhaus am Bahnhof billiger ſei. Auch dürfe bei der Entſcheidung
derartiger Fragen nicht das Finanzielle ausſchlaggebend ſein. — Herr
Ernſt Trier weiſt auf die wirtſchaftlichen Schwierigkeiten hin; die
Ausführungen des Bürgermeiſters Buxbaum ſeien ein Wechſel auf die
Zukunft. Der Redner ſtimmte dem Vertagungswunſche des Geh. Rats
Walbe zu und ſchließt ſich auch den von Profeſſor Albinmüller in der
geſtrigen Nummer des Tagblatts gemachten Ausführungen an.
Herr Dr. Ruppel=Frankfurt meint, hier ſei keine Citybildung
am Platz, die Stadt ſolle einen Grüngürtel um die Stadt legen. Aus
den Erklärungen des Redners iſt herauszuleſen, daß er für die
Bebau=
ung des Palaisgartens iſt.
Herr Studienrat und Architekt Stumpf reiſt darauf hin, daß er
als Pützer=Schüler für das Projekt ſei. Eine Aufteilung des
Mathilden=
platzes ſei zu verwerfen: man danke an dieſem Platze, nicht an die
Shmmetrie, nicht an den Palaisgarten. Dieſer Platz habe keine
geeig=
neten Wände. Der Redner beſpricht dann ſeine bekannte Idee der
Er=
richtung eines Turnhauſes in der Achſe der verlängerten Waldſtraße.
Herr Heinz Heberer macht Ausführungen über die ſchwere
wirt=
ſchaftliche Lage. Für die Projekte fehlt ja das Geld. Der Redner
emp=
fiehlt einen Nerrbau an Stelle des Kaſernenbaues an der Ecke der
Wald=
ſtraße. An der Luiſenſtraße ſollte man wegen der vielen Familien, die
dort in engen Wohnungen leben, die Bäume ſtehen laſſen.
Herr Großmann iſt gegen die Bebauung des Palaisgartens
Herr Architekt Karl Schäfer iſt dafür. Herr Stadtv. Hütſch iſt
da=
gegen. Herr Griefinger ſpricht für die Bebauung.
Herr Geh. Nat Walbe tritt den Ausführungen mit dem
Schluß=
tuor
„Geſchäft iſt alles” entgegen; die Darmſtädter Bevölkerung denke
ſicher nicht ſo materiell. Die Entſcheidung in diefer Frage, ſo betonte
der Neduer nocmals, ſollte erſt gefällt werden, wenn der Zeitpunkt
ge=
kommen iſt.
Hierauf wurde die ſehr lebhaft verlaufene Verſammlung geſchloſſen.
Die Redner beider Parteien fanden Zuſtimmung und Ablehnung.
Das Schickſal einer Stenottpiſtin, das jede Kontorangeſtellte, jedes
Laidenmädchen, überhaupt jede beruflich tätige Frau interreſfiert, zeigt
Ihuen das „Fräulein vom Spittelmarkt”, der Lebensroman einer
Stenottpiſtin, ein Verliner Milieufilm in 7 Akten, welcher heute im
Reſidenztheater vorgeführt wird, verſäumen Sie deſſen Beſuch nicht. (1592
*Aus Philologenkreiſen.
Man ſchreibt uns: Im Sechſerausſchuß des Heſſiſchen
Land=
tags iſt von einem Abgeordneten, der dem Volksſchullehrerſtand
angehört, der Antrag geſtellt worden, daß an den höheren
Schu=
len die Anzahl der Reallehrer (das ſind die ſeminariſch
gebil=
deten Lehrer an den höheren Lehranſtalten) zu erhöhen ſei.
Be=
kanntlich vertritt die Volksſchullehrerſchaft die Anſicht, daß die
bisherige Ausbildung der Volksſchullehrer für ihren Beruf nicht
ausreiche und daß deswegen eine akademiſche Vorbildung von
ſechs Semeſtern nötig ſei. Nach dem Antrag muß man
anneh=
men, daß der Antragſteller dagegen für den Unterricht an den
höheren Lehranſtalten die ſeminariſche Vorbildung für
ausrei=
chend hält. Sonſt hätte er es ſchwerlich über ſein pädagogiſches
Gewiſſen gebracht, einen ſolchen Antrag zu ſtellen. Freilich,
Ueberzeugungen büßen zuweilen an Wert ein, wenn das reale
Intereſſe mit ihnen in Widerſtreit gerät. Es hat ſich
heraus=
geſtellt, daß der heſſiſche Staat dem Volksſchulweſen gegenüber
ſehr freigebig, mit Rückſicht auf unſere Lage vielleicht zu
frei=
gebig war, daß hier eine Stelle iſt, wo ohne Schädigung der
kulturelſen Bedürfniſſe geſpart werden kann. Es iſt darum zu
erwarten, daß eine Reihe von Beamtenſtellen im Volksſchulweſen
geſtrichen wird. Alſo, denkt der Herr Antragſteller im
Sechſer=
ausſchuß ſuchen wir für die freiwerdenden Berufsgenoſſen
an=
derswo Erſatz, und die höheren Lehranſtalten ſind gerade gut
genug für dieſen Zweck. Daß aber gegenwärtig die
Studien=
aſſeſſoren, die durch ihre Vorbildung berufenen Anwärter für die
dortigen Stellen, in Scharen auf Anſtellung Jahre lang, ja
Jahr=
zehnte lang warten müſſen, das rührt den Herrn Antragſteller
nicht. Ja, die Ueberzeugungstreue und das ſonſt immer ſo
betonte ſoziale Empfinden!!
Volker.
Weſen und Technik des Rundfunks. Das Heſſiſche Polizeiamt
hatte geſtern abend in Erkenntnis, daß der Rundfunk mit ſeinen
vielſei=
tigen Verwendungsmöglichkeiten heute gerade auch für die Polizei eine
außerordentlich große Bedeutung hat, zu einem Lichtbildervortrag, mit
gleichzeitigen Erläuterungen an Modellapparaten und praktiſchen
Vor=
führungen, eingeladen. Der große Phyſikſaal des Elektrotechniſchen
Inſtituts der Techniſchen Hochſchule war dicht beſetzt. Herr
Regie=
rungsrat Dr. Kaiſer begrüßte in Vertretung des dienſtlich
verhin=
derten Herrn Polizeidirektors die anweſenden Ehrengäſte, unter
ande=
ren vom Miniſterium des Innern Herrn Staatsrat Dr. Reitz, Herrn
Miniſterialrat Dr. Wehner, Herrn Ober=Regierungsrat Dr.
Sie=
gert, ferner Herrn Direktor Kratz vom Miniſterium der Finanzen
und Herrn Staatsrat Dr. Spamer vom Mäiniſterium, Abt. für
Ar=
beit und Wirtſchaft, ferner die zahlreichen Intereſſenten, unter denen
man eine große Anzahl Polizeibeamter ſah, für die dieſer Vortrag
hauptſächlich ſtattfand. Herr Reg.=Rat Dr. Kaiſer betonte, daß
der=
artige Vorträge in Zukunft öfter ſein werden, und zwar der nächſte
Mitte Februar über „Erkennungsdienſt der Polizei” (mit Lichtbildern)
Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die kommenden Vorträge
demſel=
ben Intereſſe begegnen mögen, wie der heutige, mit ihnen ſei
haupt=
ſächlich beabſichtigt, den Polizeibeamten Anregungen zu geben und ihnen
Gelegenheit zu bieten, ihr Wiſſen zu erweitern. Ganz beſonders dankte er der
Firma Radiowerk „Tonfrequenz”, Prinz=Chriſtiansweg, für die
liebens=
würdige Ueberlaſſung der für den Vortrag benötigten Apparate und
er=
teilte dann Herrn Ingenieur Hollmann das Wort zu ſeinem
Vor=
trag über „Weſen und Technik des Rundfunks”. Es iſt ſelbſwverſtändlich
nicht möglich, in aller Kürze dieſe inſtruktiven, klaren und leichtfaßlichen
Ausführungen hier erſchöpfend wiederzugeben. Der Vortragende
er=
klärte außerordentlich intereſſant den Aufbau und Umfang dieſer
neue=
ſten techniſchen Errungenſchaft, indem er durch Lichtbilder und
gleich=
zeitige Erläuterungen an Modellapparaten das Prinzip und die
Ein=
richtung des Mikrophons, des Senders, der Antenne, der Empfangs
antenne, des Empfängers und des Lautſppechers erklärte. Beſonders
beachtenswert waren die Erläuterungen über die elektriſchen Wellen und
deren drahtloſe Uebertragung. Die Verſuche glückten durchweg ſehr
gut und die in allgemeinverſtändlicher Form gehaltenen Ausführungen
wurden dankbar aufgenommen. Am Schluſſe ſeines Vortrags wurde
den Zuhörern ein Teik des Rundfunkprogramms durch den Lautſpreche
übermittelt, man konnte Muſikſtücke aus London und Frankfurt a. I
klar und deutlich anhören. In einem Schlußwort dankte Herr Reg.=Rat
Dr. Kaiſer dem Herrn Referenten für ſeine erſchöpfenden und inter
eſſanten Ausführungen.
— Hefſiſche Grönlandexpedition. Der Kartenverkauf für den
erſt=
maligen öffentlichen Vortrag der Grönlandforſcher, Herr H. K. E
Krueger von der Techniſchen Hochſchule hier und der Ordinarius für
Geographie an der Univerſität in Gießen, Herr Profeſſor Dr. Klute, am
Montag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, in der Turnhalle am
Woogs=
platz über ihre Erlebniſſe in Grönland iſt im Gange. Bei dem großen
Andrang iſt zu empfehlen, ſich baldigſt mit Eintrittskarten zu verſorgen,
die zum Preiſe von 0,50, 1 Mk. und 3 Mk. (reſ. Plätze) im
Verkehrs=
büro zu haben ſind. Es handelt ſich nur um nummerierte Sitzplätze.
— Der Liederkranz=Maskenball findet am Faſtnachtſamstag, den
13. Februar 1927, abends in der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt.
Zutritt haben nur Mitglieder und geladene Gäſte. (Alles Nähere ſiehe
Anzeige.)
— Orpheum. Die graziöſe Operette von Robert Stolz, „Das
Spiel=
zeug der Marquiſe”, welche täglich mit beſonderem Erfolg gegeben wird,
bleibt nur noch 4 Tage auf dem Spielplan, bis Dienstag, den 2.
Fe=
bruau, und zwar ſind dies bis auf weiteres die letzten
Operettenauf=
führungen des Bertram=Enſembles, da ab 3. Februar ein anderer
Spiel=
plan vorgeſehen iſt.
— Skandalöſe Zuſtände. Geſtern abend wurde zwiſchen 12 und 1 Uhr
vor dem Hauſe Wehprechtſtraße 3 ein dort aufgeſtellter Benz=
Sport=
wagen durch ruchloſe Bubenhände ſtark demoliert und wertvoller Teile
der Maſchinerie und Karoſſerie beraubt.
— Sicherung tut No4 Von der „Debewag‟ (Darmſtädter
Be=
wachungsgeſellſchaft m. b. H.) ſind im letzten Jahr 1144 offene Türen
geſchloſſen, 198 offene Türen vorgefunden, die nicht geſchloſſen werden
konnten, 323 Lichter ausgelöſcht, 7 Feuer gelöſcht, 30 offene Geſchäfts
lokale und 27 defekte Zäune vorgefunden, 36 defekte Tore, 39
zer=
ſchlagene Fenſter, Rolläden und Schaukaſten; 4 Einbrecher verigat 3
Waſſerrohrbrüche gemeldet, 4 Einbrecher feſtgenommen, 57 offene Fenſter
und Rolläden vorgefunden, 29 ſteckengebliebene Schlüſſel und 8
Gegen=
ſtände gefunden.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Männerverein der Johannesgemeinde. Heute,
Samstag abend 8 Uhr, findet im Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26, ein
Lichtbildervortrag des Herrn Habich ſtatt. Er wird über eine
Amerikareiſe und ſeine Erlebniſſe beim großen Erdbeben in San
Fran=
zisko ſprechen. Auch Frauen und Gäſte ſind herzlich willkommen. Zum
Beſten des Gemeindehausbaus wird ein Eintrittsgeld von 30 Pfg.
erhoben.
— Verein ehem. Jäger u Pferd Nr. 3 Darmſtadt und
Umgebung. Am Sonntag, den 31. Januar, findet im Vereinslokal die
Generalverſammlung vormittags 9½ Uhr ſtatt.
— Vereinigung früherer Leibgardiſten
Darm=
ſtadt. Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich, findet am kommenden
Sonntag, den 31. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, auf dem Arheilger
Mühlchen der Lichtbilder=Vortrag des Herrn Oberſtleutnant a. D. v.
Hagen über die Schlacht bei Tannenberg ſtatt. Nach Schluß des
Vor=
trags iſt gemütliches Beiſammenſein vorgeſehen. Wir bitten die
Kame=
raden mit ihren verehrten Angehörigen um recht zahlreiche Beteiligung.
Freunde und Gönner unſerer Vereinigung können eingeführt werden.
Gleichzeitig machen wir nochmals an dieſer Stelle auf den am
Donneus=
tag, den 4. Februau, abends 8 Uhr, im Konkordiaſaal ſtattfindenden
Familienabend aufmerkſam und bitten wir auch hier die Kameraden mir
ihren werten Angehörigen um recht zahlreichen Beſuch. Die Kapelle des
Vereins ehemaliger Militärmuſiker hat ſich unter der Leitung des Herrn
Kameraden Georg Greilich für dieſen Abend in liebenswürdiger Weiſe
zur Verfügung geſtellt. Der Eintritt iſt frei!
—Geſangverein Sängerluſt. Nicht unter irgend einem
„otto oder einer beſonderen Idee hält der Verein ſeinen Maskenball
ab, ſondern das Beſtreben geht dahin, genau nach Väter Art denſelben
ſo zu geſtalten, daß Alt und Jung ſein Vergnügen findet. Nicht unter
dem Zwang oder Einheit der Koſüüme wollen wir uns einige Stunden
ungehindert den Freuden des Faſchings hingeben. So wie im vorigen
Jahre wird es auch diesmal das B=ſtreben des Vorſtandes ſein, allen,
die unſeren Maskenball beſuchen, die Stunden unvergeßlich zu machen.
— Radſportklub „Komet” 1925 (früher Radſportklub
Martinsviertel). Wir verweiſen auf das heute abend im „Hanauer Hof”
ſtattfindende Kappenkränzchen ganz ergebenſt hin.
Seite 6
Samstag, den 30. Januar 1926
Nummer 30
*Die Geflügelhaltung in Darmſiadt.
Am 1. Dezember hat, wie in den Vorjahren um die gleiche Zeit, in
Heſſen eine Viebzählung ſtattgefunden, deren Ergebniſſe in ihrer
Ge=
ſamtheit noch nicht vorliegen. Diesmal ſind auch die Kleintiere ſtärker
bei der Zählung berückſichtigt worden. Uns intereſſieren zunächſt nur die
Zahlen für die Geflügelhaltung in Darmſtadt. Es wurden gezählt 536
Gänſe, 358 Enten und 22355 Hühner und Truthühner uſw.
Es ſind das Zahlen, die nicht weit hinter manchem ländlichen Kreis
zurückſtehen. Daß Darmſtadt für die heſſiſche Geflügelzucht von
beträcht=
licher Bedeutung iſt, beweiſen ſchon die alljährlich hier ſtattfindenden
Geflügelausſtellungen. Im allgemeinen, kann man ſagen, ſind die
Ge=
flügelſtämme in unſerer Stadt wertvoller als die in manchen ländlichen
Betrieben, denn wenn ſich jemand in der Stadt zur Hühnerhaltung
entſchließt, ſo wählt er zumeiſt wegen der höheren Futterkoſten ſehr
ſorg=
fältig die Tiere aus. Daher kommt es auch, daß hier verhältnismäßig
viele wertvolle Naſſetiere gehalten werden.
Es iſt nicht zu leugnen, daß die Geflügelhaltung in der Stadt
manchen Gegner hat. Insbeſondere wird ihr der Vorwurf gemachr, daß
durch ſie, wie überhaupt durch die Kleintierbaltung, die Ratten
an=
gezogen werden. Zu dieſer Frage hat die Stadtverwaltung unſerer
Nachbarſtadt Mannheim in einer Weiſe Stellung genommen, die für
weite Kreiſe höchſt beachtenswert iſt; ſie iſt geradezu von grundlegender
Bedeutung für die ſtädtiſche Geflügelhaltung. In Mannheim beſtand
und beſteht noch eine Rattenplage, gegen die förmliche Vernichtungskriege
unternommen werden mußten. Da man von dem Gedanken ausging,
die Kleintierhaltung wäre die Urſache der Nattenplage, ſo erließ die
Stadtverwaltung kurzerhand ein Verbot, durch das in erſter Linie die
Geflügelhalter ſchwer getroffen wurden. Die beteiligten Kreiſe ſetzten
ſich zur Wehr und hielten Proteſtverſammlungen ab. Das Mannheimer
Verbot hat, wie ſchon geſagt, eine grundlegende Bedeutung, denn nach
dem Mannheimer Vorbild wäre bald überall in den deutſchen Städten
die Geflügelhaltung verboten worden; manche Stadtverwaltung wartete
bereits auf die Entſcheidung der Verwaltungsbehörden in dieſer Frage,
Die badiſche Regierung deckte zunächſt das Mannheimer Verbot. Die
Proteſte der Geflügelhalter blieben aber nicht eindruckslos, und es
be=
reitet ſich ein Umſchwung in der Auffaſſung vor daß die ſtädtiſche
Ge=
flügelhaltung zu verbieten ſei. Dieſe Gefinnungsänderung hat vor allem
ein wiſſenſchaftliches Gutachten des bakteriologiſchen Inſtituts in
Leip=
zig herbeigeführt, das den behaupteten Zuſammenhang zwiſchen
Ge=
flügelhaltung und Rattenplage ſchlagend widerlegt. Die Nattenplage
hat ganz andere Urſachen und die Meinung, daß gerade die Kleintiere
die Ratten anziehen, iſt unzutreffend. Das badiſche Miniſterium hat ſich
dieſe Anſchnauung zu eigen gemacht und erklärt, es werde die Mannheimer
Stadtverwaltung zu einer erneuten Stellungnahme zum Kleintierverbot
veranlaſſen.
Es beſteht wohl kein Zweifel darüber, daß aus moraliſchen und
recht=
lichen Gründen ein ſolches Verbot nicht gerechtfertigt iſt, aber es
be=
deutet zugleich eine wirtſchaftliche Schädigung der Geflügelhalter wie
der Allgemeinheit. Iſt z. B. die Hühnerhaltung in Darmſtadt auch nicht
ſo umfangreich, daß ſie in der Lage iſt, den Geſamtbedarf unſerer Stadt
zu decken, ſo iſt die Eiererzeugung immerhin ins Gewicht fallend. Es
würde ein allgemeines Verbot in Deutſchland nach Mannheimer
Vor=
bild nichts anderes als eine ganz ungeheure Zerſtörung von
Volks=
werten bedeuten, denn die emtſprechende Zahl von Eiern müßte
ſchließ=
lich aus dem Ausland bezogen werden, um den Ausfall zu decken.
Die Stadtverwaltung in Darmſtadt hat übrigens nie der
Geflügel=
haltung gegemüber nie eine ablehnende Haltung eingenommen wie etwa
die Mannheimer Stadtverwaltung; ſie hat ſtets den Wert der
Geflügel=
zucht für die Allgemeinheit richtig erkannt und ihr in jeder Weiſe
Unter=
ſtützung zuteil werden laſſen. Die Geflütgelzucht und Geflügelhaltung
hat neben dem volkswirtſchaftlichen noch einen nicht zu unterſchätzenden
erzieheriſchen Wert; gerade ihre ideale Seite iſt in der ſo materiell
ge=
richteten Gegenwart für weite Kreiſe unſeres Volkes von großer
Be=
deutung.
Zuſtände, wie in unſerer Nachbarſtadt Mannheim, ſind in Darmſtadt
nicht zu befürchten, denn hier iſt die Geflügelhaltung ſeit langer Zeit
gut organiſiert und die Organiſation legt Wert auf Reinhaltung der
Ställe und veranſtaltet auch aus dieſem Grunde Stallbeſichtigungen.
Erfreulich iſt es, daß die Organiſation einheitlich nur in einem
Ver=
ein beſteht, der bereits 1876 gegründet wurde und ſich über die ganze
Stadt hin erſtreckt. Im Oktober vergangenen Jahres hat ſich ihm der
Verein „Ornis” angeſchloſſen. Durch dieſen Zuſammenſchluß iſt u. a.
erreicht worden, daß das Vortrags= und Ausſtellungsweſen weiter
aus=
gebaut werden kann.
Aufhebung des Sichtvermerkszwangs zwiſchen Deutſchland und
den Niederlanden. Zwiſchen der Deutſchen und der Niederländiſchen
Regierung iſt die gegenſeitige Aufhebung des Sichtvermerkszwanges mit
Wirkug vom 1 Februar 1926 vereinbart worden. Von dieſem Zeitpunkt
an können Reichsangehörige die Niederlande und niederländiſche
Staats=
angehörige das Reichsgebiet über die amtlich zugelaſſenen
Grenzübergangs=
ſtellen jederzeit lediglich auf Grund eines gültigen Heimatpaſſes ohne
Sichtvermerk betreten und verlaſſen: Für Kinder unter 15 Jahren
ge=
nügt an Stelle eines Paſſes ein amtlicher Ausweis über Name, Alte,
Staatsangehörigkeit, Wohnſitz oder dauernden Aufenthalt; der
Kinder=
ausweis muß bei Kindern über 10 Jahre mit einem Lichtbild verſehen
ſein. Im kleinen Grenzverkehr mit den Niederlanden ſind weitere
Paß=
erleichterungen vorgeſehen; dieſe treten am 1. März 1926 in Kraft,
— Nochmalige Verhandlung im Bankgewerbe. Vom
Deutſchnatio=
nalen Handlungsgehilfenverband wird uns mitgeteilt: Nachdem die am
23. Dezember über die Erhöhung der Gehaltsbezüge der Bankangeſtellten
und die Verlängerung des Reichsmanteltarifs gefällten Schiedsſprüche
vom Reichsverband der Bankleitungen abgelehnt worden iſt, während
die Angeſtelltenorganiſationen ihre Verbindlichkeit beantragten, hatte
das Reichsarbeitsminiſterium am 20. Januar nochmals zu
Verſtän=
digungsverhandlungen aufgefordert. Eine ſolche Verſtändigung iſt nicht
zuſtande gekommen, da die Bankleitungen eine Abänderung des
Schieds=
ſpruches in den Arbeitszeitbedingungen forderten. Es ſoll nunmehr
noch=
mals eine Ausſprache über die wirtſchaftliche Lage der Banken
ſtatt=
finden, die für kommenden Donnerstag, vormittag 10 Uhr, angeſetzt iſt.
*Bezirksſchöffengericht.
1. Beim Poſtamt I hier wurde am 16. Juni 1925 ein gelernter
Schloſſer widerruflich angenommen und auf Handſchlag verpflichtet, dem
der Straßenbezirk Ernſt=Ludwig=Straße—Schuchardſtraße als
Brief=
träger zugeteilt wurde, der als Krankenvertreter erſchien. So wurde
der Beamte auch mit Einkaſſierung von Poſtzeitungsgeldern beauftragt,
er hielt einen Quittungsbogen, auf dem eine große Reihe von Beziehern
fälſchlich als mit „Annahme verweigert” bezeichnet wurden. An
ein=
kaſſierten Poſtzeitungsgeldern hat er ſo 28,65 Mk. unterſchlagen und
nach ſeiner Angabe zum Ankauf von Eßwaren verwendet. Der
poſtali=
ſche Sachverſtändige erläutert den amtlichen Gang bei der Einziehung
der Zeitungsgelder und erklärt die Stammkarten für öffentliche Regiſter,
ein Poſtaushelfer im Zuſtelldienſt ſei nach höchſtrichterlicher Entſcheidung
als Beamter anzuſehen. Der Vertreter der Staatsanwaltſchaft verweiſt
auf das Geſtändnis und die Beamteneigenſchaft des Angeklagten,
er=
klärt den Tatbeſtand des 8 351 St.G.B. für erſüllt und beantragt, indem
er die Notwendigkeit der Reinhaltung des Beamtenkürpers noch beſonders
betont, die Mindeſtſtrafe von 6 Mynate Gefängnis, auf die das
Gericht auch erkennt. Das Gericht empfiehlt dem Angeklagten die
Ein=
reichung eines Gnadengeſuches.
2. Wegen Urkundenfälſchung, Betrugs und Unterſchlagung hat ſich ein
Reiſender E. K. von Ellzee in Bayern, in München
wohn=
haft, zu verantworten. Als Reiſender der Firma Bial und Freund in
Berlin war er in Michelſtadt und Erbach im Sommer und Herbſt v. J.
tätig. Es wird ihm eine betrügliche Schädigung des Wormſer Kurhauſes
zur Laſt gelegt, indem er Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit
vor=
getäuſcht habe. Er will vergeblich auf den Eingang eines Ausſtandes
bei einem Würzburger Freund gerechnet haben. In 4 Fällen hat ſich
aber K. auch durch Einſendung fingierter Beſtellſcheine bei Bial und
Freund die Bezahlung einer Proviſion von 52 Mk. zu verſchaffen
ge=
wußt. Deß weiteren ſoll er ihm anvertraute Gelder (13,85 Mk.) zum
Nachteil eines Frankfurters Namens Puppe unterſchlagen haben, den
er im Kurhaus kennen gelernt hatte. In einem Falle hat er ſchließlich,
obwohl zum Inkaſſo nicht berechtigt, den Betrag für ein verkauftes Buch
mit 15 Mk. quittiert und für ſich verbraucht. Der Staatsanwalt will
mildernde Umſtände bewilligen und beantragt eine Geſamtſtrafe von
6 Monaten Gefängnis, abzüglich der ſeit 17. Dezember erlittenen ſowie
einer weiteren Woche Unterſuchungshaft bezüglich einer er jüngſt in
Bayreuth zuerkannten Strafe. Das Urteil erkennt unter Einbeziehung
der Bayreuther Strafe auf eine Strafe von 4 Monaten und 1 Woche
Gefängnis von der Unterſuchungshaft werden 1 Monat und
1 Woche angerechnet. Nach Erledigung dieſer beiden Strafſachen wird die
Sitzung um 10 Uhr 20 Minuten geſchloſſeni.
Tagesordnung zur Sitzung des Kreistages des Kreiſes Darmſtadt
am Mittwoch, den 3. Februar d3. J3. nachmittags 3½ Uhr. 1.
Ent=
ſcheidung über die Gültigkeit der Wahl der Mitglieder und der
Stell=
vertreter des Kreisausſchuſſes, 2. Dienſtſicherheit des neuen
Kreiskaſſen=
rechners. 3. Die Unterhaltung der Kreisſtraßen des Kreiſes Darmſtadt
im Ri. 1925; hier Bewilligung der erforderlichen Mittel. 4.
Ferngas=
verſorgung; hier Beteiligung des Kreiſes Darmſtadt an der zu
guünden=
den Geſellſchaft.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſiler und künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
geſchiebt, behält ſich die Redalion iſr Urtel vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. Tartüff. Ufa=Großfilm. Emil
Jannings, von der ganzen Welt als der größte Charakterdarſteller
unſerer Zeit anerkannt, ſpielt die Titelrolle in dieſer von dem Regiſſeur
F. W. Murnau geſchaffenen Filmverſion der unſterblichen
Moliereſchen Komödie. Durch ſeine Geſtaltung des
gierig=
lüſternen Heuchlers und Erbſchleichers legt Jannings eine neue Probe
ſeines unerhörten Schauſpielertalents ab. Auch die übrigen Nollen ſind
von erſten Kräſten beſetzt. Lil Dagover, ein Liebling des Publikums,
ſpielt die weibliche Hauptrolle des Films, mit dem ihr eigenen Charme.
Die übrigen Perſonen werden von Werner Krauß, Lucie Höflich, André
Mattioni, Roſa Valetti und Hermann Picha dargeſtellt. Emil Freund,
einer der Größten der Kamera, beſorgte die Photographie, während
Hertth und Rhörig ſtimmungsvolle Bauten ſchufen. Da das Moliereſche
Schauſpiel, das längſt Allgemeingut aller Kulturſtaaten geworden iſt,
ſoviel des Künſtleriſchen, des allgemein Menſchlichen und des
Inter=
eſſanten enthält, daß es für jedes Publikum geignet iſt, ſo gehört auch
der verfilmte Taptüff” in die erſte Reihe der Großfilme des
dies=
jährigen Spielprogramms. Im Beiprogramm eine humorvolle Fox=
Komödie „Tanz oder ſtirb” und die immer recht intereſſante neue
Wochenſchau, die uns immer das Neueſte und Wichtigſte aus aller Herren
Länder bringt.
—Reſidenz=Theater. Das Fräulein
vomSpittel=
markt‟ Dieſer Film wird alle diejenigen jungen Mädchen begeiſtern,
die frühmorgens mit der Aktenmappe unterm Arm der Schreibmaſchine
zuſtreben. Inge Berger iſt eine ganz beſonders nette Vertreterin dieſes
Faches. Das ganze Bureau verehrt ſie, vom Lehrling bis zum Seniorchef.
Als dieſer freilich zutraulich wird und ihr eine kleine Wohnung am
Bayeriſchen Platz anbietet, da lehnt ſie eutrüſtet ab. In Hamburg findet
ſie eine neue Stellung. Der frühere Juniorchef, der ſie liebt, trifft mit
ihr zuſammen, und nach einer wechſelvollen Handlung, in der ein
Revolverſchuß des abgewieſenen Liebhabers eine bedeutſame Rolle ſpielt,
gibt der alte Markgraf ſeine Einwilligung zur Hochzeit. Das Manuſkript
dieſes Films entſtammt dem Roman von A. Sommerfeld. Romanhaft
breit iſt auch die Regie, die möglichſt viele Expoſitionen bietet. Sie ſchafft
dabei wirkungsvolle Naturaufnahmen und anmutige Liebesſzenen. Das
junge Paar hat in Hanni Reinwald und Ernſt Rückert recht gute
Dar=
ſteller. Die Reinwald iſt in ganz famoſer Manier das kleine
Bureau=
mädchen, von dem man doch merkt, daß es zum Lebensgefährten des
Mannes heranreifen wird. Rückert ſieht gut aus wie immer und erfreut
durch angenehm beherrſchtes Spiel. Des weiteren ſind noch lobend zu
nennen: Schröder=Schrom als Senior=Chef eine famoſe Geſchäfts= und
Lebemannstype und Clementine Pleßner als die Mutter der Inge,
Kutzlebs Photographie weich, gut, ohne Kraßheiten; Knagkes Bauten / Wöchentlich ein Dampfer. Mitgeteilt durch den Vertreter Adolph Rady,
eindrucksvoll.
Aus der Arbeit des Geſamtverbandes evangel.
Arbeitervereine Deutſchlands im Jahre 1925.
Wenn wir als Geſamtbewegung auf das verfloſſene Jahr
zurück=
ſchauen, dann ſtehen wir unter dem Eindruck, daß es uns auf dem Wege
zu innerer Feſtigung und Stärkung und äußerer Geltung ein gutes
Stück vorangebracht hat. Die Jahreswende brachte mit dem neuen
Jahre auch der Bewegung ein Neues: Das Generalſekretariat.
Geboren aus der brennenden Liebe zur Arbeiterſchaft, fußend auf dem
ſtarken Glauben, kam dieſes Sekretariat zuſtande.
Das Generalſekretariat ſollte und wollte nicht zentraliſtiſch herrſchen
und regieren, ſondern überall da dienen, wo der Dienſt notwendig
erwartet oder gefordert wurde. Eine Reihe von Gebieten konnte in der
Werbearbeit in Angriff genommen werden, ſo die Grenzmark,
Meck=
lenburg, Schleswig=Holſtein=Hamburg=Kiel, Thüringen, Minden=
Ravens=
berg, Kurheſſen, die Pfalz. In der Grenzmark und in Kurheſſen kam
es wieder zu feſterem Zuſammenſchluß, bezw. erneutem Aufleben eines
Verbandes. In anderen Gebieten konnten hie und da hoffnungsvolle
Anſätze gebildet und weiter gepflegt werden. Wer den zum Teil
gänz=
lichen Zuſammenbruch in manchen Teilen unſeres Vaterlandes kennt,
kann ſich nur dankbar freuen, ob ſolchen Anfanges. Mit der ſüddeutſchen
Bewegung (dem Württembergiſchen und Bayeriſchen Verbande) konnte
ſeit langen Jahren erſtmalig wvieder loſe Verbindung aufgenommen
werden. Hier heißt es einſtweilen; Getrennt marſchieren — vereint
ſchlagen!
Den Höhepunkt unſerer Arbeit im vergangenen Jahre bildete
zwei=
fellos der Geſamtvertretertag in der Zeit vom A. bis 29. Juni. Er
dürfte den Teilnehmern noch lange in Grinnerung bleiben, gewann er
doch dadurch beſondere Bedeutung, daß gleichzeitig das 35jährige
Be=
ſtehen des Geſamtverbandes gefeiert werden konnte.
Das Verhältnis zur Leitung unſerer evangl. Kirche wurde ein
immer feſteres und innigeres. Das kam ſowohl auf dem Verbandstag
in Halle wie auch in ſtändigem perſönlichen Verkehr zum Ausdruck.
Dabei ſoll mit Dank der Tatſache gedacht werden, daß die Kirche gerade
im rechten Augenblick ihre Unterſtützung bot, nämlich, als es galt, das
Generalſekretariat zu errichten. Das Bild erhält allerdings inſofern
eine kleine Trübung, als es nicht gelang in die Preußiſche
General=
ſynode einen beſonderen Fachvertreter für die E.A.V. hinein zu
be=
kommen. Eine Geſamtvertretung der ſozialen Arbeit wurde dort durch
die Berufung des Abg. D. Mumm eingerichtet. Sie lag durchaus in
guten Händen, aber es entſpricht nicht ganz der Bedeutung der
Be=
wegung, daß ſie dort eventuell nur als Stellvertreter figuriert.
Hier=
gilt es, in der Zukunft noch zielbewußte Arbeit von unten auf zu treiben,
Gemäß der Stellungnahme des Hallenſer Vertretertages beteiligte
ſich der Geſamtverband an den
Verhandlungen zwecks Neubelebung des Deutſchen Arbeiterkongreffes.
Einſtweilen kam es nur zu Führerbeſprechungen und Teilnahme an der
großen Herbſttagung des D.G.B. in Saarbrücken.
Das ab 1. Januar 1925 erſcheinende Führerblatt, E.AV.=
Führer, konnte nach anfänglich vierſeitigem Inhalt ſehr bald
acht=
ſeitig herausgehen. Es erfreut ſich ſteigender Beliebtheit. Für die
Zukunft gilt die Bitte, durch Anregungen, Mitarbeit oder auch
ſach=
liche Kritik am weiteren Ausbau mitzuhelfen.
Eine Reihe von Kurſen und Freizeiten wurde durch die
einzelnen Verbände, z. T. in Verbindung mit dem Geſamtverbande,
veranſtaltet. In ganz beſonderer Weiſe iſt in dieſer Beziehung in
Schleſien gearbeitet worden; ferner in Oſtpreußen, Provinz Sachſen,
Hannover, Pommern; ganz gewiß auch noch anderswo, nur blühen dieſe
Blümlein im Verborgenen anſtatt die Erfahrungen der Geſamtheit
zugutekommen zu laſſen. Es iſt wohl zu ſagen, daß von dieſen Kurſen
und Freizeiten viel Anregungen zu weiterer E.A.V.=Arbeit, wie auch
per=
ſönlicher Segen mitgenommen wurde.
Zur beſſeren Durchführung dieſer Veranſtaltungen und zur
Er=
holung der Mitglieder errichteten bezw. kauften einige Verbände ſchöne
Heime. So erwarb der ſchleſiſche Verband ein ſolches in
Stein=
ſeifersdorf im Eulengebirge, der Hannoverſche ein
Volkshochſchul=
heim in Wolfshagen am Harz, und neuerdings erbaut der
Rhei=
niſch=Weſtfäliſche Verband ein größeres Heim in Hilgenbach im
herrlichen Sauerlande. —
In mehreren Entſchließungen nahm die Bewegung Stellung zu den
großen Lebensfragen unſeres Volkes. Wenn ſo die Arbeit im Jahre 1925
im weſentlichen ein erſtes Ausſtreuen, ein Vorarbeiten war, ſo güt
auch hier das, was zur Zeit in der hohen Politik von Locarno geſagt
wird: es iſt ein Anfang. Leitſtern der kommenden Arbeit ſoll deshalb ſein:
Dankbar rückwärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts!
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach Neiv
York: D. Thuringia ab Hamburg am 3. 2., D. Deutſchland ab Hamburg
am 11. 2., ab Cuxhaden am 12. 2., D. Cleveland ab Hamburg am 18. 2.,
ab Cuxhaven am 19. 2., D. Monpelier ab Hamburg am 25. 2., D.
Weſt=
phalia ab Hamburg am 3. 3., D. Albert Ballin ab Hamburg am 11. 3.,
ab Cuxhaven 12. 3., D. Thuringia ab Hamburg am 17. 3. Nach Boſton:
D. Weſtphalia ab Hamburg am 3. 3., D. Thuringia ab Hamburg am
17. 3. Nach Philadelzhia, Baltimore: Ein Dampfer am 2. 2. Nach der
küſte Nordamerika: M. S. Iſis am 6. 2., D. Kermit am 20. 2.
M. S. Seekonk am 6. 3., D. Heſſen am 20. 3. Nach der Oſtküſte
Süd=
amerika: D. Baden am 6. 2., D. Niederwald am 16. 2., D. Frankenwald
am 20. 2., D. Paraguay am 26. 2., D. Bahern am 6. 3., D. Linuria am
13. 3. Nach der Weſtküſte Südamerika: D. Turpin am 29. 1. D.
Poſei=
don am 30. 1., D. Targis am 10. 2., D. Sebara am 12. 2., D. Nitokris
am 20. 2., M. S. Spreewald am 26. 2. Nach Mexiko: D. Rio Panuco am
30. 1., D. Adalia am 10. 2. D. Holſatig am 20. 2. D. Nord=Schlestwig
am 27 2. Nach Cuba: D. Tinos am 5. 2, D. Kyphiſſia am 5. 3. Nach
Weſtindien: D. Eupatoria am 6. 2. D. Teutonia am 20. 2., D. Seſoſtris
am 6. 3. Naſt Oſt=Aſien: D. Kathlamba am 30 1., D. Trier am 6. 2.,
D. Jdarwald am 10. 2., D.
Troilus am 13. 2. D. Saarland am 20. 2.,
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Nummer 30
Samstag, den 30. Januar 1926
Seite 7
Aus Heſſen.
H. Eberſtadt, 28. Jan. Der Obſt= und Gartenbauverein veranſtaltete
geſtern abend im Saale „Zum Darmſtädter Hof” (Laun) eine
Mitglie=
derverſammlung, in der der Vorſitzende des Vereins, Herr Lehrer
Pört=
ner, u. a. über die von Landesinſpektor Pfeiffer=Darmſtadt bearbeitete
Anleitung für organiſierte, großzügige Schädlingsbekämpfung im
Obſt=
gan durch Arbeitskolonnen referierte. Zweck dieſer Veranſtaltung iſt die
Erſtrebung der Durchführung einer auf gemeinſchaftlicher Mitwikung
aller Obſtbaumbeſitzer beruhenden und von gemeinſamen Beiträgen
ge=
tragenen, einheitlichen und planmäßigen Bekämpfung der wichtigſten
Schädlinge und Krankheiten der Obſtbäume in der ganzen Gemarkung
oder geſchloſſener und zuſammenhängender Teile derſelben. Die
Orga=
niſation gliedert ſich in 1. Veranſtalter, 2. Arbeitsausſchuß, 3.
Vorſitzen=
der, 4. Techniſcher Leiter, 5. Arbeitskolonnen. Dem Referat folgte eine
rege Ausſprache, an der ſich zunächſt Gemeinderat Landwirt Joh.
Guß=
mann 2. mit einer längeren Ausführung beteiligte. Er hob
insbeſon=
dere eine Reihe von Bedenken hervor, die ſich durch ein ſolche
Organiſa=
tion ergeben und gelangte zu dem Schlüſſe, daß die Durchführung
zur=
zeit an der wirtſchatlichen Not der Obſtbaumbeſitzer ſcheitern müſſe. Eine
Schädlingsbekämpfung in dem geplanten Umfange hielt er für nicht
er=
forderlich, da die Notwendigkeit dazu nicht unbedingt vorliege, die
Obſt=
baumbeſitzer finanziell erheblich belaſte und die Produktion vertenere,
wozu noch die Frage der wirklich ſach= und zeitgemäßen Durchführung
des Schädlingsbekämpfungsplanes hinzutrete. Er befürwortete lediglich
den gemeinſamen Bezug der Bekämpfungsmittel durch die örtlichen
Or=
ganiſationen, im übrigen trat er für die etwa unter einem gelinden
Zwang durchgeführte freie Bekämpfung der Obſtbaumſchädlinge ein.
Ge=
meinderat Mahr erinnerte an die Mitbekämpfer der Schädlinge, die
in=
ſektenvertilgenden Sing= und andere Vögel, und wandte ſich gegen die
Rabenvergiftung, deren ſo mancher dieſer nützlichen Vögel zum Opfer
alle. Bürgermeiſter Schäfer ſtimmte den Vorrednern zu, empfahl die
gemeinnützige Beſchaffung von Spritz= und anderen Geräten, etwa durch
die Gemeinde, verſpricht aber einen Erfolg der Bekämpfung nur in der
Aichtung, daß alle Obſtbaumbeſitzer gleichmäßig und zwangsweiſe zur
Bekämpfung verpflichtet werden. In ähnlichem Sinne äußerten ſich auch
die Herren Gärtner Becker und Poſtrat i. R. Brandes. Herr Lehrer
Pörtner dankte in einem Schlußwort für die Anregungen, denen er aus
der Praxis noch manches Wiſſenswerte anfügte und betonte, daß die
Ausſprache des Abends dazu dienen werde, ſpäter die Maßnahme zu
rgreifen, die hieraus zu folgern ſeien. Eine Obſtbaumverloſung ſchloß
ſch an den Vortrag an.
Eberſtadt, 28. Jan. Gewerbegericht. Das nach der
Neu=
ordnung des Gewerbegerichtsweſens zum erſten Male hier tagende
Ge=
werbegericht befaßte ſich mit Kündigungsmaßnahmen in einer hieſigen
Firma. — Die Holzhauerei im Gemeindewald hat dieſe Woche ihren
Anfang genommen. — In einer hieſigen Maſchinenfabrik geriet ein
Lehr=
ling durch Riemenauflegen in eine Transmiſſion und erlitt einen
dop=
pelten Armbruch. Der Verunglückte mußte in das Darmſtädter
Kranken=
haus übergeführt werden.
* Pfungſtadt, 28. Jan. Vertrag mit der Heag. Die ſeit
anger Zeit mit der „Heag” gepflogenen Verhandlungen über die
Durch=
führung einer Hochſpannungsleitung von Kelſterbach nach Heppenheim
innerhalb der Gemarkung Pfungſtadt, haben mit dem Abſchluß eines
Vertrages geendet, dem auch der Gemeinderat ſeine einſtimmige
Zu=
ſtimmung erteilt hat. Als Vergütung für die abgeholzte Waldſtrecke
ängs der Klingsackertanne werden gemäß den vertraulichen
Abmachun=
gen während der Dauer des Vertrages der Gemeinde jährlich 1480 Mk.
von der „Heag” vergütet.
Pfungſtadt, 29. Jan. Odenwaldklub. Die hieſige
Orts=
ruppe des Odenwaldklubs hält am kommenden Sonntag abend im
Saale des Gaſthauſes „Zum Lamm” die Wanderer=Ehrung für das
ibgelaufene Wanderfahr ab. Die hieſige Gewerbevereinigung hielt dieſer
Tage ihre Jahreshauptverſammlung ab. An Stelle des ſeitherigen
Rechners =Peter Hoffmann, der über 50 Jahre dieſes Amt bekleidete,
wurde Ludwig Größmann 26. gewählt. — Am kommenden Samstag
abend hält der Geſangverein „Harmonie” (Dirigent Lehrer Hofmann)
im „Rheiniſchen Hof” eine Abendunterhaltung ab, in deren Verlauf
unter anderem „Lindenwirtin, du junge” geſpielt wird.
Nieder=Ramſtadt, 29. Jan. Gemeinderatsbericht. Gleich
bei der Beratung des erſten Punktes der Tagesordnung zeigte ſich, daß
an ein gedeihliches Zuſammenarbeiten im Gemeinderat für die nächſten
vier Jahre nicht zu denken iſt, wenn nicht doch noch ein Ausgleich in der
Zuſammenſetzung des Schulvorſtandes ermöglicht werden kann. Zur
Be=
ratung ſtand die Begutachtung der Gemeinderechnung für 1924. Dieſe
war durch die Finanzkommiſſion vorgeprüft, welch letztere allerdings nur
mit Mitgliedern der bürgerlichen Fraktion beſetzt war, weil die
Sozial=
demokraten die Mitarbeit in den Kommiſſionen vorerſt ablehnen.
In=
folgedeſſen erklärte auch die ſozialdemokratiſche Fraktion, ihre
Zuſtim=
mung zu dem Vorſchlage der Finanzkommiſſion nicht erteilen zu können,
da ſie ſich ſelbſt erſt von der Richtigkeit überzeugen müßte. Unter dieſen
Umſtänden blieb nichts anderes übrig, als den Punkt abermals zu
ver=
tagen. — Die Erhebung vorläufiger Gewerbeſteuern über das Kf. 1925
hinaus lehnt der Gemeinderat ab, um ſo mehr, als der
Voranſchlags=
betrag nahezu erreicht wird. — Auf Vorſchlag der Finanzkommiſſion
werden die Wieggebühren von der Gemeindeviehwage bis auf weiteres
vie folgt feſtgeſetzt: a) für 1 Stück Großvieh 1 Mk., b) für 1 Stück
Klein=
dieh 50 Pfg. — Auf Anregung des Kreisamtes ſollen zur wirkſameren
Bekämpfung der Obſtbaumſchädlinge Zwangsmaßnahmen auf dem
Ver=
rdnungswege getroffen werden. Die Feld= und Waldkommiſſion, in
Verbindung mit dem Vorſtand des Obſt= und Gartenbauvereins vertritt
die Anſicht, daß nur ein einheitliches, ſyſtematiſches
Bekämpfungsverfah=
ren von Erfolg gekrönt ſein kann und daß es auch für die hieſige
Gemar=
kung notwendig iſt, Zwangsmaßnahmen zu ergreifen. Zwecks
Aus=
arbeiten von Richtlinien wird eine Kommiſſion, beſtehend aus je zwei
Vertretern des Gemeinderats, des Obſt= und Gartenbauvereins und des
Bauernvereins gebildet, der auch die ganze Sache zur Ueberwachung
übertragen werden wird. — Ueber den Punkt Neubildung des
Schul=
vorſtandes war auch in der heutigen Sitzung eine Einigung nicht
herbei=
zuführen, trotzdem der Bürgermeiſter ſeinen ganzen Einfluß dahingehend
geltend machte, im Intereſſe eines gedeihlichen Zuſammenarbeitens eine
Verſtändigung zu erzielen. Schließlich einigte man ſich dahingehend, daß
der Schulvorſtand in ſeiner fetzigen Zuſammenſetzung gebildet erſcheint,
wenn nicht die Bürgerliche Gemeindefraktion bis Ende der Woche Eit
wendungen erhebt. — Die Befeſtigungs= und Kanaliſierungsarbeiten in
der verlängerten Stiftsſtraße ſollen im Einverſtändnis mit dem
öffent=
lichen Arbeitsnachweis als kleine Notſtandsarbeiten ausgeführt werden.
Zu dieſem Zwecke ermächtigt der Gemeinderat die Verwaltung, das
not=
wendige Arbeitsgerät zu beſchaffen. Ueber die Beſchäftigungsweiſe der
Erwerbsloſen entſcheidet die Baukommiſſion unter Zuziehung von zwei
Vertretern der Erwerbsloſen. — Anſtelle des aus dem Gemeinderat aus=
geſchiedenen Hausveralters vom alten Schneiderſchen Hauſe, Caſtritius,
wird der Gemeinderat Bayer beſtimmt. — Einem Geſuch der hieſigen
freiwilligen Sanitätskolonne auf Ueberlaſſung eines Schulſaales zu
Aus=
bildungszwecken wird in anbetracht der Gemeinnützigkeit entſprochen. —
Dem Bauherrn Hch. Heppenheimer wird die Erlaubnis erteilt, die
elek=
triſche Lichtanlage in ſeinem Neubau durch ſeinen Bruder ausführen zu
laſſen, vorausgeſetzt, daß die Beſtimmungen des Elektr. Werks
eingehal=
ten werden. — Der Rain am Weg nach demFriedhof zeigt bei naſſem
Wet=
ter Zerfallerſcheinungen. Zur Behebung dieſes Mißſtandes und auch zur
Verſchönerung der ganzen Anlage ſoll ein wilder Zaun angepflanzt
wer=
den. — Zum Schluß der Sitzung werden noch verſchiedene
Baudarlehens=
angelegenheiten verhandelt.
Roßdorf, 28. Jan. Brennholzverſteigerung. Am
Frei=
tag, den 29. Januar, vorm. 9 Uhr, findet im hieſigen Rathausſaale eine
Brennholzverſteigerung ſtatt. Es kommt Holz aus den Abteilungen 10
und 11 des Gemeindewaldes zur Verſteigerung.
Kleeſtadt, 28. Jan. Der Zweigverein des Evang. Bundes, der
Kirchenchor und die Mädchenvereinigung unſerer Kirchengemeinde halten
am nächſten Sonntag, den 1. Februar, 8 Uhr abends, in der Kirche eine
gemeinſame Jahresverſammlung, zu der jedermann herzlich eingeladen
iſt. Geſprochen wird über den Ev. Bund, über Chor und Jugend, der
Kirchenchor wird uns einige Lieder vortragen und Herr
Landesjugend=
pfarrer Lic. v. d. Au wird uns Lichtbilder aus der Arbeit des Ev.
Ver=
bandes für die weibl. Jugend Deutſchlands zeigen.
* Reichelsheim i. O., 28. Jan. Von gut unterrichteter Seite wird
mitgeteilt, daß der Geſangverein „Eintracht” am 19., 20. und 21. Juni
das Feſt ſeines 80jährigen Beſtehens und ſeines 50jährigen
Fahnen=
jubiläums begeht. Die Pflege der edlen Sangeskunſt unter bewährten
Dirigenten war ſtets das eifrigſte Bemühen ſeiner Mitglieder. Der
Verein kann in ſeiner Arbeit von 80 Jahren auf gute Erfolge ſtolz ſein.
Manch ſchönen Preis konnte er auf Geſangswettſtreiten erringen. In
dem ſchön gelegenen alten Städtchen Reichelsheim werden ſich an den
Feſttagen viele Freunde des Männergeſanges von nah und fern
einfinden.
Erbach i. O., 29. Jan. Am 1. Februar tritt ein neuer Fahrplan
der Kraftpoſtlinien Main=Mümling (Miltenberg=Laudenbach=Klein=
Heu=
bach=Vielbrunn=König und Vielbrunn=Würzberg=Erbach=Michelſtadt) in
Kraft. Der neue Plan bringt einige wichtige Aenderungen. Um die
Nentabilität zu gewährleiſten, mußten die Fahrten zunächſt etwas
ein=
geſchränkt werden. So verkehrt die zweite Durchgangsverbindung von
Tal zu Tal vorläufig nur an zwei Tagen der Woche. Die
Mittagsfahr=
ten zwiſchen Michelſtadt und Vielbrunn werden zum 1. April nur an
Sonn= und Feiertagen ausgeführt. Auf vielfachen Wunſch werden dafür
die Abendfahrten Vielbrunn=König und zurück ſtatt bisher an drei an
fünf Tagen gefahren. Es empfiehlt ſich, ſich mit dem neuen Fahrplan,
der rechtzeitig an allen beteiligten Orten zum Aushang gebracht wird,
vertraut zu machen, damit unangenehme Erfahrungen vermieden bleiben.
s. Vom Odenwald, 28. Jan. Jagdverpachtungen. Die
Gemeinde Breitenbrunn berſteigert am 9. Februar, nachmittags 2 Uhr,
bei Wirt Lautenſchläger dortſelbſt ihre Jagd, beſtehend aus zirka 250
Hektar Wald und ebenſoviel Feld und Wieſen. Das Jagdgebiet iſt vor
den Bahnſtationen König, Höchſt und Neuſtadt in einer Stunde zu
er=
reichen. Am 30. Januar, nachmittags 2 Uhr, kommt auf dem
Vürger=
meiſterbüro in Rai=Breitenbach die Jagd dieſer Gemeinde zur Ver
pachtung, ſie umfaßt zirka 734 Morgen, das Jagdgebiet iſt vom
Bahn=
hofe Neuſtadt i. O. in ½ Stunde zu erreichen. —
Holzverſteige=
rungen ſind am 30. 1. 26 in Würzberg, nachmittags 2 Uhr, bei Peter
Walter Witwe, am 2. Februar, nachmittags 2 Uhr, bei Gaſtwirt Uhrig
in Rehbach durch die Gräfl. Oberförſterei Rehbach, am 1. Februar,
nach=
mittags 2½ Uhr, im „Erbach=Fürſtenauer Hof” in Hirſchhorn durch das
Heſſiſche Forſtamt Hirſchhorn.
Birkenau, 28. Jan. Die Feier des 25jährigen
Be=
ſtehens des hieſigen evangeliſchen Männervereins
nahm einen ungemein ſchönen und erhabenen Verlauf. Der
Haupt=
gottesdienſt wurde beſonders verherrlicht durch die Anweſenheit des
Herrn Prälaten D. Dr. Diehl=Darmſtodt, welcher in einer Anſprache
an einſtige Zeiten der Birkenauer Geſchichte erinnerte und daraus dem
jetzigen Geſchlecht Mut und Richtung zu geben verſtand. Die
Feſt=
predigt hatte Herr Pfarrer D. Waitz=Darmſtadt übernommen. Am
Nachmittag vereinigte eine Feſtverſammlung im „Birkenauer Tal”
aber=
mals die Mitglieder und Angehörigen, wobei Herr Kirchenvorſteher
Scheuermann=Worms einen Vortrag hielt über die „evangeliſche
Ge=
meinde und die Männer”. Am Abend wurde vom hieſigen „
Mädchen=
bund” das Schauſpiel „Dorothea” aufgeführt. Bei ſämtlichen
Veran=
ſtaltungen ſtellte der Kirchen= und Poſaunenchor ſein bewährtes Können
in den Dienſt der guten Sache.
Hirſchhorn, 29. Jan. Waſſerſtand des Neckars. Am 28.
Januar: 1,76 Mtr., am 29. Januar: 1,62 Mtr.
Bensheim, 28. Jan. Keine Friſeurzwangsinnung
mehr. Das Kreisamt Bensheim gibt ſoeben die Schließung der
Fri=
ſeurzwangsinnung für den Kreis Bensheim bekannt.
— Weiterſtadt bei Darmſtadt, 28. Jan. Großer nationaler
Geſangswettſtreit. Anläßlich ſeines 35jährigen Beſtehens und
30jährigen Fahnenfubiläums beabſichtigt der Geſangverein „Germania”
dieſe Feier an Pfingſten 1926 mit einem großen nationalen
Geſangs=
wettſtreit zu verbinden. Der Delegiertentag hierzu findet bereits am
14. Februar d. J. im Gaſthaus zum Löwen ſtatt. Es ſind neben
wertvollen Kunſtgegenſtänden hohe Geldpreiſe ausgeſetzt. Das Singen
erfolgt in 6 Klaſſen, je 2 Stadt= und 3 Landklaſſen und einer Klaſſe für
noch nicht preisgekrönte Vereine. Zwei Drittel dieſer Vereine werden
preisgekrönt. Auch findet noch ein Ehrenſingen und höchſtes Ehrenſingen
ſtatt. Durchaus unparteiiſches Preisgericht iſt den Vereinen zugeſichert.
die Wahl der aufgegebenen Chöre iſt ſo gehalten, daß die
Wettſtreiten=
den Vereine auch ſpäterhin hierfür Verwendung haben. Die geſamte
Einwohnerſchaft bietet alles auf, um dem Feſt einen glanzvollen
Ver=
lauf zu ſichern.
Millionen gebrauch.
gegen Husten, Heiserkeit,
Keuchhusten, Verschleimg.,
schmerzendenHals, Katarrh,
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Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags ſetzte geſtern ſeine
Be=
ratungen bei Kapitel 5 (Braunkohlenbergwerk und Kraftwerk
Ludwigs=
hoffnung, Kraftwerk Wölfersheim uſw.) fort. Es wurden viele Fragen
an die Regierung gerichtet, u. a. auch über den Anſchluß an das
Weſer=
werk, ferner über das Verhältnis der Werke zu Provinz und Staat. Eine
Vorſtellung der Bergarbeiter (Wirtſchaftsbeihilfe) wurde für erledigt
er=
klärt. Die Einkaufsſtelle wurde von der Regierung für begründet
erach=
tet, weil die Preiſe für die Kolonialwaren dort beträchtlich höher ſind als
in Friedberg; die Regierung leiſtet aber keinen Zuſchuß zu der
Einkaufs=
ſtelle. Von verſchiedenen Seiten wurde gefordert, daß die Erträge der
Werke höher werden müßten; die Regierung erklärte dazu, das werde
der Fall ſein, wenn das Kraftwerk mit neuen Maſchinen ausgeſtattet iſt.
Zu dieſem Kapitel lagen mehrere Anträge vor. Abg. Kindt beantragte,
den Erneuerungsſtock beim Kraftwerk Wölfersheim um 176 390 Mark zu
kürzen und den Betrag der Summe zuzufügen, die an die
Hauptſtaats=
kaſſe abgeliefert werden ſoll. Die Regierung hatte hierfür 120 000 Marl
vorgeſehen. Für den Erneuerungsfonds würden alſo nur noch 100 000
Mark übrig bleiben. Der Antrag wurde abgelehnt. Ein Antrag Dr.
Leuchtgens will: a) vom Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung 100 00
Mark als Gewinn an die Staatskaſſe abliefern (die Regierung hat nichts
eingeſtellt); b) ferner als Gewinn aus dem Wölfersheimer Kraftwerk
200 000 Mark einſtellen. Bei der Abſtimmung wird der erſte Teil des
Antrags mit 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt und der zweite Teil mit 7
gegen 6 Stimmen angenommen. Die Minderheit behielt ſich vor, die
An=
träge dem Plenum erneut zu ſtellen. Das Kapitel wurde hierauf
ge=
nehmigt.
* Aus dem Rieb, 29. Jan. Die allerſeits ſtattfindenden
Holzver=
ſteigerungen bringen ein fortdauerndes Steigen der Preiſe. Die erſten
Verſteigerungen erbrachten im Durchſchnitt pro Meter zirka 10 Mk., heute
wird für den Meter bereits ſchon 15—16 Mk. und noch mehr gezahlt.
Gernsheim, 29. Jan. Waſſerſtand des Rheins. Am 29.
Januar, vorm. 6 Uhr: 0,61 Meter.
* Offenbach, 28. Jan. Als im vergangenen Auguſt die Bebraer
Bahn zum erſten Mal den erhöhten Bahndamm innerhalb des Stadt
gebietes befuhr, dachte man nicht, daß noch ein volles Jahr vergehe, bis
der Umbau des Bahndammes und des Hauptbahnhofes vollendet ſei. Es
wird nun aber doch ſo kommen. Am Hauptbahnhofe liegen eben erſt
drei Geleiſe hoch. Für vier weitere muß auf dem erhöhten Bahndamm
der zu dieſem Zwecke nach Süden verbreitert werden muß, erſt noch
Platz geſchaffen werden. Das weitere Anſchütten des Dammes macht aber
eben geringe Fortſchritte, obgleich dabei mancher hieſige Arbeitsloſe
be=
ſchäftigt werden könnte. Es heißt, die Reichsbahn ſei dureh das
Hoch=
waſſer im Rheinland ſehr in Mitleidenſchaft gezogen, müſſe dort
be=
trächtliche Ausgaben machen und deshalb hier etwas zurückhalten. Die
Betonbrücken an den Straßenunterführungen vom Bahnhof oſtwärts, die
zwei weitere Geleiſe für die Nodgaubahn aufnehmen müſſen, ſind
be=
reits verbreitert. Ebenſo ſind 7 von den 15 Brückenbogen des
Bahn=
dammes an der Tulpenhofſtraße auf die genügende Breite gebracht.
Da=
gegen fehlt noch die zweite Eiſenbrücke an der Biebererſtraße. Um die
nötige Durchfahrtshöhe an den einzelnen Straßenunterführungen
her=
auszubringen, müſſen verſchiedene Straßen tiefergelegt werden. Mit der
Parkſtraße im Tulpenhofviertel wurde der Anfang gemacht. Die
Tiefer=
legung koſtet dort rund 40 000 Mark und iſt nahezu vollendet. Als eine
Wohltat, die mit der Zeit natürlich immer mehr als eine
Selbſtverſtänd=
lichkeit aufgefaßt wird, wird empfunden, daß die ſchienengleichen
Ueber=
gänge, und zwar verhältnismäßig ſelten, nur noch für Bauzüge
geſchloſ=
ſen zu werden brauchen. Mit Ungeduld erwartet nun die Bevölkerung,
daß die neugeſchaffenen Unterführungen wenigſtens für den
Fußver=
kehr freigegeebn werden. So lange das nicht geſchieht, iſt der Norden
und der Süden der Stadt immer noch ſehr mangelhaft verbunden. Man
ſieht, daß dieſe Durchgänge anſcheinend fertiggeſtellt ſind. Man kann
ſich aber nicht erklären, warum man wenigſtens nicht den einen, oder
an=
deren dem Verkehr übergibt.
* Friedberg, 28. Jan. Die von dem heſſiſchen Landbunde auf
Mitt=
woch nachmittag einberufene Verſammlung war ſo ſtark beſucht, daß der
Saal des Hotel Trapp nicht ausreichte, die Erſchienenen
aufzu=
nehmen, und die Menge Kopf an Kopf bis auf den Treppen ſtand.
Landtagsabgeordneter Dr. Leuchtgens ſprach als Hauptredner über „die
ſteuerliche und ſoziale Ueberlaſtung der Wirtſchaft” In ſchärfſter Weiſe
wandte er ſich gegen die Steuerpolitik des Reſches und beſonders Heſſens,
durch welche Verhältniſſe geſchaffen ſeien, welche von den Bewohnern
des Landes nicht mehr länger ertragen werden könnten. Der ſchlechte
Preis für die erzeugten Produkte, der erhöhte Preis für alle
Bedarfs=
artikel, der Mangel an Betriebskapital und Geld habe eine
Wirtſchafts=
kriſe hervorgerufen, welche ſchlimmer ſei, als die meiſten ahnten. Wir
lebten über unſere Verhältniſſe, wie im Privatleben, ſo müßte man
auch im Staatshaushalte zur größten Einfachheit und Sparſamkeit
zu=
rückgehen. Beamtenabbau, Einſchränkung des Fortbildungsſchulweſens
und der höheren Lehranſtalten, der Ausgaben für das Landestheater
uſw. ſeien Mittel und Wege, um die Staatsausgaben zu beſchränken und
dadurch einen Steuerabbau zu ermöglichen. Das Expoſé des
Finanz=
miniſters mache nicht den geringſten Verſuch der Beſſerung, keiner der
früheren Vorſchläge zur Sparſamkeit ſei berückſichtigt. Der Bauer ſei
es müde, auf ſich herumtrampeln zu laſſen und ſich durch die
Mißwirt=
ſchaft der Regierung von Haus und Hof treiben zu laſſen. Wenn eine
Beſſerung auf legalem Wege nicht erreicht werden könnte, dann müßte
man eben zu anderen Mitteln greifen, um dem Volkswillen Geltung zu
verſchaffen. Nach der mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommenen Rede
ſprachen noch die Landtagsabgeordneten Dr. von Helmolt und Fenchel
welche die Ausführungen des Vorredners unterſtrichen und zum
Zu=
ſammenhalt und geſchloſſenem Vorgehen aufforderten. Zum Schluſſe
wurde eine Reſolution verleſen und einſtimmig angenommen. Die
Re=
ſolution enthält einen lebhaften Proteſt gegen die zur Zeit im Reiche
und in Heſſen durchgeführten Steuer= und Finanzpolitik; die
Bevölke=
rung des flachen Landes ſei nicht mehr in der Lage, die angeforderten
Steuern für Reich, Land, Provinz, Kreis und Gemeinde zu bezahlen.
Sie verlangt deshalb eine Herabſetzung der Steuerſätze und Erlaß der
geſtundeten Einkommen= und Umſatzſteuer, eine Verminderung der
Aus=
gaben, Abbau des Behördenapparates und Einſchränkung der
Verwal=
tung und Beſeitigung unnützer Ausgaben. Die Bewohner der Wetterau
verlangten, daß man ihnen Stimme und Gehör ſchenke, da ſie ſonſt
„die Verantwortung für eine geordnete und ruhige Entwicklung unſeres
Staatsweſens zu übernehmen nicht im Stande wären.”
Alsfeld, 28. Jan. Unſer Turnverein faßte in ſeiner
Hauptver=
ſammlung den Beſchluß, ſich um das Gauturnfeſt 1927 zu
be=
werben. Zum erſten Vorſitzenden des Vereins wurde Profeſſor Decker
einſtimmig gewählt.
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Im Entſcheidungsſpiel um die Gaumeiſterſchaft ſtehen ſich
kommen=
den Sonntag, den 31. Januar 1926, auf dem Sportplatz der
Schutzpoli=
zei obige Mannſchaften gegenüber. Michelſtadt ſtellt eine flinke,
ehr=
geizige Elf, deren Sturm wohl der beſte Mannſchaftsteil ſein dürfte.
Aber auch die Verteidigung einſchließlich Tormann verſteht zu kämpfen
und die gegneriſchen Angriffe mit Geſchick abzuweiſen. Allzuleicht darf
die Polizei den Kampf niht nehmen, wenn ſie ſich vor unliebſamen
Ueber=
raſchungen ſch.tzen will. Zwar bringt ſie ein Plus an Technik und
Spiel=
erfahrung wit aufs Feld; aber wie oft, ſchon hat Schnelligkeit und
Energie über dieſe Eigenſchaften triumphiert! Das könnte ſchließlich
auch am Sonntag der Fall ſein, um ſo mehr, als infolge
Spielererkrankun=
gen die Poliziſten gezwungen ſind, mit völlig veränderter Verteidigung
anzutreten. Das Treffen, das ohne Zweifel einen ſpannenden Verlauf
nehmen wird, beginnt nachmittags 2.30 Uhr.
Um Vormittag des gleichen Tages empfängt die 2. Mannſchaft des
Heſſiſchen Polizei=Sportvereins die gleiche der „Eintracht‟ Darmſtadt im
Rückſpiel. Ob ſie ihren Sieg vom Vorſpiel wiederholen kann, ſcheint
fvaglich, denn auch ſie muß mit Erſatz antreten. Das Spiel der 2.
Mann=
ſchaft beginnt 10,30 Uhr vormittags.
V.f. R. Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag ſtehen ſich auf dem V.f.R.=Platz (
Exer=
zierplatz) nachmittags 2,30 Uhr die 1. Mannſchaft des Sportvereins
Groß=Gerau und die gleiche des V.f.N. gegenüber. Für die Raſenſpieler
ſteht viel auf dem Spiel, gilt es doch, in den letzten Spielen noch einen
günſtigen Tabellenplatz herauszuholen. Dieſes kann aber nur geſchehen,
wenn die letzten Spiele gewonnen werden. Möge ſich die Mannſchaft
deſſen bewußt ſein und alles einſetzen, um dies zu erreichen. Unter
diefen Umſtänden wird den Zuſchauern ein ſpannender Kampf
bevor=
ſtehen. — Die 2. Mannſchaft der Raſenſpieler trägt ihr letztes Spiel
aus, und zwar in Groß=Gerau. Siegt die Mannſchaft, dann iſt ſie
unge=
ſchlagen Gaumeiſter.
Nochmals Beerfelden—Groß=Zimmern.
Bei dem Bericht über das Spiel Beerfelden—Groß=Zimern, der
uns von Beerſelden zuging, haben wir bedauerlicherweiſe eine ausfällige
Bemerkung gegen die Mannſchaft Groß=Zimmerns überſehen.
Nach den uns jetzt vom Schiedsrichter des Spieles über deſſen
Ver=
lauf zugegangenen Mitteilungen wird die Behörde ſich noch mit den
Vorkommniſſen in Beerfelden zu befaſſen haben.
Wir warten das Ergebnis der Ermittelungen ab, um dann darauf
zurückzukommen.
Der Großkampftag am 17. Januar hatte es nicht vermocht, der
Kreisligatabelle ein anderes Ausſehen zu geben; es blieb beim
alten Stand. Der 24. Januar brachte nun nur ein Spiel zur
Durch=
führung: Union Darmſtadt gegen Fußballverein Weinheim. Alle anderen
angeſetzten Treffen fielen dem Wetter bzw. den unbeſpielbaren Plätzen
zum Opfer. Die Darmſtädter gewannen in abwechslungsreichem Kampf
mit 5:4 und rückten dadurch vom Platz Nr. 7 auf den 4. Tabellenplatz
vor; dagegen bleibt Weinheim am Tabellenende hängen und hat kaum
noch Ausſicht, davon fortzukommen. Die Reihenfolge in der
Spitzen=
gruppe iſt nunmehr: Sandhofen, Bürſtadt, Pfungſtadt. Union Darmſtadt,
Arheilgen, Lorſch, Lampertheim. Dabei herrſchen aber nur derart
ge=
ringe Abweichungen vor, daß ſchon der kommende Sonntag eine
gewaltige Aenderung zur Folge haben kann. Am 31. Januar geht
die Kreisliga in voller Beſetzung in den Kampf.
Sportvgg. Arheilgen—Spielvgg. Sandhofen; Union Darmſtadt—
Olympia Lampertheim; Germania Pfungſtadt—Olympia Lorſch;
Ami=
citia Viernheim—V.f. R. Bürſtadt heißen die Treffen dieſes Tages. Das
vichtigſte Treffen ſpielt ſich ohne Zweifel in Arheilgen ab. Der
pitzenreiter Sandhofen muß den Kampf gewinnen, will er nicht ſeine
Neiſterſchaftsausſichten ſchwinden ſehen. Der Kampf iſt aber tatſächlich
höllig offen und es iſt noch nicht ausgeſchloſſen, daß beide Punkte in
Ar=
eilgen hängen bleiben. — Ein Ausgleich wäre es für Sandhofen, wenn
es in Darmſtadt der Union gelingen würde, die Gäſte aus
Lampert=
heim zu ſchlagen. Lampertheim ſteht relativ nach Sandhofen am beſten,
ſo daß nur eine Niederlage Lampertheim einen größeren Abſtand
zwi=
ſchen Meiſter und Zweiten ſchaffen würde. Die Ausſichten der
Darm=
ſtädter auf Sieg ſind nicht ſchlecht, konnten ſie doch ſchon in Lampertheim
ein 2:2 erzwingen. — Ebenfalls von Bedeutung für die Meiſterſchaft iſt
das Treffen in Viernheim. Ein Sieg der Einheimiſchen würde
Sandhofen von mancher Sorge befreien, dagegen läßt ein Erfolg
Bür=
ſtadts noch alle Möglichkeiten offen. Der Ausgang dieſes Kampfes
er=
ſcheint völlig offen. — Im Pfungſtädter Spiel geht es nur um
die Plätze. Das Vorſpiel in Lorſch endete 3:3. Mit ſtärkſter Beſetzung
darf man Pfungſtadt als Sieger erwarten.
In der A=Klaſſe iſt auch keine Veränderung eingetreten.
Sport=
verein Münſter führt mit einem Punkt Vorſprung und ſollte denſelben
bis zum Schluß beibehalten. Dagegen iſt das Aufkommen der
Spielver=
einigung Pfungſtadt zu beachten. Am kommenden Sonntag
fin=
den folgende Spiele ſtatt:
V.f.R. Darmſtadt—Sportverein Groß=Gerau; Germania Eberſtadt—
Boruſſia Dornheim; Viktoria Griesheim—Haſſia Dieburg; Sportverein
98 Reſerbe—Spielvgg. Pfungſtadt; Sportverein Münſter—Eintracht
Darmſtadt. — Man darf Eberſtadt, Griesheim, Münſter und die
Darm=
ſtädter Reſerven als Sieger erwarten, dagegen erſcheint der Ausgang des
Kampfes zwiſchen V.f.R. Darmſtadt und Groß=Gerau offen. — Im
Ried=
gau iſt die Meiſterſchaft endgültig zu Gunſten des FV. Biblis entſchieden
da auch die ſchwebenden Proteſte den Vorſprung des neuen Meiſters
nicht zu erſchüttern vermochten. Hier ſtehen noch zwei
Wiederholungs=
ſpiele FC. Bensheim gegen Konkordia Gernsheim und ein Treffen FV.
Hofheim—Starkenburgia Heppenheim aus.
In der B=Klaſſe ſteigen am Sonntag zwei bedeutſame
Entſchei=
dungsſpiele. In Darmſtadt treffen ſich Polizeiſportverein Darmſtadt—
FV. Michelſtadt um die Meiſterſchaft des Gaues Bergſtraße. Die
Hüter der Ordnung dürften ſicher gewinnen; trotzdem ſteigen aber beide
Vereine zur A=Klaſſe auf. Gleichzeitig treffen ſich in Bensheim
Aleman=
nia Groß=Rohrheim und FV. Seeheim um die B=Meiſterſchaft des
Ried=
gaues. Hier erſcheint der Ausgang des Kampfes völlig offen. — Ein
Nachtragsſpiel führt ferner in Wolfskehlen Chattia Wolfskehlen und die
dritte Elf des Sportvereins Darmſtadt zuſammen. — In einem
Ge=
ſellſchaftsſpiel treffen ſich in Eſchollbrücken der dortige FC.
Ger=
mania und der Sportverein Offenthal; letzterer ein guter B=
Klaſſevertre=
ter des Südmainkreiſes
Sportplatz Arheilger Mühlchen
Seite 9
Groß=Gerau und Egelsbach—Tgd. Griesheim II ſtehen offen.
In den
unteren Klaſſen werden einige Hängepartien ausgetragen. Von den
Schiedsrichtern wird die genaue Befolgung der Anweiſung betr, die
Schiedsrichterkarten erwart
„Heffen”, V.f.L., E. V.
Infolge der ungünſtigen Witterung konnte das am vorigen
Sonn=
tag angeſetzte Verbandsſpiel gegen die 1. Mannſchaft des F. C. Union
nicht ausgetragen werden. — Es findet fetzt beſtimmt am nächſten
Sonn=
tag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Heſſen=Sportplatz ſtatt. — Die 2.
Mann=
ſchaft trägt am Vormittag das Rückſpiel gegen die 3. des Polizei=
Sport=
vereins auf dem Schupo=Sportplatz aus.
Pokalſpiel Pol, Sp.Ver. Darmſtadt-Pol. Sp. Ver. Wiesbaden.
In der Pokalrunde ſtehen ſich Sonntag, nachmittags 1 Uhr, auf dem
Sportplatz der Schutzpolizei Pol. Sp.Ver. Wiesbaden 1. und die gleiche
des hieſigen Pol. Sp.Ver. gegenüber. Wiesbaden iſt in unſerem Bezirk
Meiſter und marſchiert mit 9 Punkten an der Spitze. Gleichzeitig
lie=
fert dieſes Spiel einen Beweis der Spielſtärke der beiden Bezirke. Ueber
die Spielweiſe der Gäſte iſt nichts bekannt. Die hieſigen Ordnungshüt
müſſen ſehr vorſichtig ſein, um keine Ueberraſchung zu erleben. Möge
dieſes Spiel auch gleichzeitig ein Freundſchaftsband ſchlingen zwiſchen
den beiden Vereinen, damit beide Mannſchaften ſpäter wieder einmal in
ritterlichem Kampfe gegenübertreten können.
Um 9,30 Uhr vormittags ſpielt die 3. Mannſchaft gegen die 2. von
V. f. L. „Heſſen”.
— Die 2. Mannſchaft bedarf infolge der harten
Ver=
bandskämpfe der Erholung und hat am Sonntag Ruhetag.
Sonntag, den 31. Januar, 1/.3 Uhr
(1571
Deutſche Turnerſchaft, Main=Rhein=Gau.
Vier Spiele von großer Bedeutung bringt der nächſte Sonntag,
deren wichtigſtes die Begegnung Pfungſtadt gegen Griesheim iſt. Nur
ein Spiel hat der Meiſter bis jetzt verloren, nämlich auf eigenem Platze
mit 2:0 gegen Pfungſtadt. Das Ergebnis des Sonntags wird nun zeigen,
ob auch tatſächlich der Beſte Meiſter geworden iſt. In Sprendlingen
ſpielt Worfelden gegen den Abſtieg. Ueber den Ausgang auch dieſes Spiels
läßt ſich keine Vorausſage machen. In der A=Klaſſe geht es um die
Ta=
bellenführung und das Treffen hierzu: Eberſtadt—Beſſungen wird ſein;
Anziehungskraft nicht verfehlen. Nur das eine möchten wir ſagen:
Eber=
ſtadt hat noch nicht gewonnen. In Bickenbach iſt das Rückſpiel des
Lobalkampfes gegen Seeheim fällig, woran die Zuſchauer wieder regen
Anteil nehmen werden. Aller Vorausſicht nach werden die Spiele, durch
gutes Wetter endlich günſtig beeinflußt, einen glatten Verlauf nehmen,
und es wäre zu wünſchen, daß ſich die Spiele eines großen Zuſpruches
erfreuen. Neu=Iſenburg fährt nach Walldorf und hat wenig Ausſicht
auf den Sieg, ſo daß unter Umſtänden Walldorf wieder die Spitze der
Tabelle einnehmen kann. In der B=Klaſſe fährt Bensheim nach Langen
und wird ſich kaum behaupten können. Die Begegnungen Wolfskehlen—
Main=Rhein=Gau D. T., 3. Bezirk.
Am kommenden Sonntag, den 31. Januar, beruft der obengenannte
Bezirk ſeine Turner nach Seeheim zu einer vormittags 9 Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” beginnenden Bezirksübungsſtunde. Dieſe Uebungsſtunde
iſt für die dem 3. Bezirke angegliederten Turnvereine von beſonderer
Bedeutung, werden doch in ihr die Frei= und Geräteübungen zu dem
im Frühjahr in Eſchollbrücken ſtattfindenden Wertungsturnen
durch=
geturnt, an dem bekanntlich ſämtliche Bezirksvereine teilzunehmen haben.
Im Hinblick hierauf wollen die Vereine darum bemüht bleiben, daß ihre
urner pünktlich und zahlreich zur Stelle ſind. — Der Uebungsſtunde
ſchließt ſich eine Beſprechung an, in der mehrere wichtige Punkte zur
Beratung ſtehen. Neben dieſen ſoll auch die Wahl des Ortes für das
diesjährige Bezirksjugendwetturnen getroffen werden. Vereine, die ein
Intereſſe an der Uebernahme dieſer Veranſtaltung haben, wollen ihre
Meldung bis zum Sonntag dem Bezirks=Oberturnwart einreichen.
Deutſcher Fechtertag in Eifenach.
Die Haupwerſammlung des Deutſchen Fechterbundes konnte ſich
eines ſtarken Beſuchs erfreuen. Dreiviertel aller deutſchen Fechtklubs
waren vertreten und bewieſen damit ihren Willen zur Mitarbeit. Der
Bundesvorſitzende Erckrath de Barh=Offenbach gab einen eingehenden
Bericht über das vergangene Jahr, über die Wiederaufnahme der
inter=
nationalen Beziehungen, und über die fechteriſchen Veranſtaltungen des
laufenden Jahres, insbeſondere die deutſchen Kampfſpiele in Köln, ſowie
die deutſchen Meiſterſchaften im Einzel= und Mannſchaftskampf. Nach
Entlaſtung des Bundesvorſtandes wurde der bisherige Vorſitzende ein= zum Ehrenvorſitzenden ernannt. Herr Erckrath de Bary wird
auch weiterhin die internationalen Belange erledigen. Als
Bundesvor=
ſitzender wurde dann A. Petri=Offenbach gewählt. In Zukunft ſollen bei
allen Turnieren innerhalb des Bundes in Anpaſſung an die
internatio=
nalen Regeln nicht mehr die Zahl der Treffer, ſondern nur die Zahl der
Siege entſcheidend ſein und es dürfen auch Fechtmeiſter als Kampfrichter
zugezogen werden, doch müſſen außer dem Obmann zwei Kampfrichter
Herrenfechter ſein.
Athletik=Sport=Vereinigung Frankfurt—Athleten=Verein „Vorwärts”=
Groß=Zimmern.
Am Sonntag, den 31. Januar, nachmittags 3 Uhr, treffen ſich im
Kaiſerſaal um die Kreismeiſterſchaft im Ringen Athletikſportvereinigung
Frankfurt und Athletenverein „Vorwärts”=Groß=Zimmern.
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Nummer 30
Samstag, 30. Januar
Von den ſüddeatſchen Waren=
und Prodaktenmärften.
Mannheim, 29. Januar.
In der verfloſſenen Woche hat man von Chicago aus
ver=
ſucht, dem Getreidemarkt eine gewiſſe Befeſtigung
cin;
iflößen, indem man eine Schätzung der argentiniſchen Ernte
von 22½ Millionen grs herausbrachte, was gegenüber den einige Zei
zurüickliegenden amtlichen argentiniſchen Angaben einem Minus von
4½, Millionen ars entſprechen wurde. Die kanadiſch= Weizenernte wird
jetzt auf 417 Millionen Buſhels gegen 262 Millionen Buſhels im Vor
jahre geſchätzt. Trotz dieſer großen Ernte bedeutet dieſe Schätzung
gegen=
über der bisherigen Annahme einen Rückgang um etwa 40 Millionen
Buſhels. Es iſt damit zu rechnen, daß Kanada nach Wiedereintritt
der Verſchiffungsmöglichkeiten von ſeinen Oſthäfen aus als Verkäufer
in größerem Maßſtabe auftritt. Beſtrebungen zur Ermäßigung der
Frachtraten aus dem Innern nach den Oſthäfen ſind ſchon ſeit längerer
Zeit im Gange. In dieſer Wohe war der kanadiſche Weizenpool mit
Offerten auf dem europäiſchen Kontingent kaum am Markte, weil ſich.
für ihn nach anderen Ländern, wie Japan und China, beſſere
Verkaufs=
gelegenheit bot. So ſprach man davon, daß 150 000 grs kanadiſcher
Wei=
zen nach Japan verkauft wurden. Das Geſchäft war anfangs der Woche
bis etwa Mittwoch unter dem Eindruck der höheren amerikaniſchen
For=
derungen etwas belebter. Sowohl Deutſchland als Holland, Belgien
und England machen ſich das Angebot in La Plata=Weizen
zunutze, weil man in La Plata=Weizen mit 77/78 Kg. Hektolitergewicht
gegenüber Manitoba=Weizen von 79 Kg. um etwa 34 Gulden bis 1
Gul=
den billiger ankommen konnte, wgs einen gewiſſen Anreiz zum Kauf
bot. Dadurch hat das Jutereſſe in England für deutſche Weizen
nachgelaſſen, ſo daß im Exportverkehr dorthin eine gewiſſe
Stockung eingetreten iſt.
In deutſchem Landweizen beſtand nur vorübergehend etwas
beſſere Nachfrage, da ſich die Mühlen zu Käufen entſchloſſen hatten. Je
nach Qualität und Herkunft wurden 26,75—27,50 RM. für die 100 Kg.
gefordert. Württembergiſcher Hafer war billiger zu hiben, bay=riſcher
etivas beſſer gefragt.
Deutſcher Roggen, der mit 18,50—19,00 RM. franko
Mann=
heim zu haben war, wurde wenig begehrt. Auch des Angebot darin
war nicht dringend, da geringere Ware offenbar vielfach
ver=
füttert wird. Saargerſte, Saathafer und Saarmais wurden im
Hin=
blick auf den Beginn der Saatzeit etwas beſſer gefragt. Sonſt geſtaltete
ſieh der Abſatz, ſoweit es ſich nicht um Saatware handelte, in dieſen
Artikeln ſchwierig. Auch bei minderwertiger Gerſte iſt feſtzuſtellen, daß
ſie dielfach zu Futterzwecken herangezogen wird. Mais wurbe unter
dieſen Umſtänden weder zu Futterzwecken, noch angeſichts der großen
Kartoffelernte zu Brennereizwecken in größerem Umfange erworben.
Mehl hatte nur mäßigen Abſatz und die Mehlpreiſe blieben
gedröickt. Bei Zurückhaltung der Käufer koſteten die 100 Kg.
Weizen=
mehl. Spezinl 0, 40,25—41,00 RM., Rogenmehi, 70proz., 27,00 RM.,
60proz. 28 RM. Nachmehl blieb vollſtändig vernachläſſigt und war mit
16,50—15,50 angeboten.
Der Futtermittelmarkt lag bei mäßiger Nachfrage der
Ver=
braucher recht ruhig. Bemerkenswert iſt, daß auch das Ausland,
namentlich Skandinavien, mit Käufen recht zurückhaltend geworden iſt.
Verlangt wurden für die 106 Kg. Weizenfuttermehl 12,25 MMM.,
Roggen=
futtermehl 13,25 RM., Kleie bei der zweiten Hand, je nach Fabrikat
0—10,50 RM., bei den Mühlen 11—11,75 RM., ferner für
Trocken=
ſchnitzel, die einigem Intereſſe begegneten, ab Fabrik 11,00 RM.; bei der
zweiten Hand iſt unter dieſem Preis anzukommen, zumal die Fabriken
eiſe: Malzkeime mit Sack 14,75—15,25
auf Ahnahme drangen, Sonſtige Nr mit Sack 1800—1835 MM. franko
RM. Parität Mannheim, Bie
Mannheim. Rapskuchen 15,00 RM., Erdnußkuchen 22,00 RM. und
Seſamkuchen 21.00 RM. franko Mannheim.
Das Hopfengeſchäft verlief in den letzten Wochen ſehr
ruhig; es iſt in der Hauptſache auf den Nürnberger Markt
konzen=
ert. In Württemberg werden auf den Produktionsplätzen ſowie am
Stuttgarter Markt kleine Poſten gehandelt und dabei erzielt für den
Zentner geringen roten Hopfen 370 RM., für Mitxelhopfen 450 RM.
und für Ausſtichqualitäten 500 RM. und darüber. — Am
Tabak=
markt iſt nach den ſtürmiſchen Einkäufen der Vorwochen wieder Ruhe
eingetreten Bon den Reſttabaken unſerer Gegend wurde faſt nichts
ſchleppend und es zeigt ſih kaum nennenswerter Bedarf. Rippen
under=
ändert.
Vor der Schaffung einer Exportverſicherung.
TU. Berlin, 29. Januar.
Wie die Telegraphen=Union erfährt, finden im Laufe der
nächſten Woche im Reichswirtſchaftsminiſterium
entſchei=
dende Beratungen über die Gründung einer
deutſchen Exportverſicherung ſtatt, nachdem bereits
mehrfach hierüber unverbindliche Vorbeſprechungen gepflogen
worden waren. Man hofft, daß dieſe Einrichtung im weſentlichen
von den größeren Verſicherungsgeſellſchaften getragen werden
kann, während ſich das Reich zu einem Teil daran beteiligen
würde. Für den zu ſchaffenden Exportkredit=Verſicherungsfonds
ſind vorläufig zehn Millionen Mark vorgeſehen.
Der Verkauf der Stinnesflotte.
Berlin, 29. Januar.
Die Verhandlungen mit der Deutſch=Auſtraliſchen
Dampf=
ſchiffahrtsgeſellſchaft und der Kosmos=Linie über den Ankauf
der Stinnesflotte können ſo gut wie für abgeſchloſſen gelten, ſo
daß die 140000 Tonnen Dampfſchiffe und 11000 Tonnen
Motor=
ſchiffe der deutſchen Volkswirtſchaft erhalten bleiben. Die
Fa=
nilie Stinnes ſowie das Liquidationskomitee haben dem Vertrag
bereits zugeſtimmt, Kosmos und Deutſch=Auſtral. haben für
Samstag ihren Aufſichtsrat in dieſer Angelegenheit einberufen.
Der Kaufpreis beträgt insgeſamt 27 Millionen Mark; da eine
Hypothekariſche und ſonſtige Belaſtung von 21 Millionen von
den Käufern übernommen wird, ſo bleibt ein Barerlös von
6 Millionen Mark, der das A.=K. der Stinneslinie von
5 Millionen Mark um 1 Million überſteigt. Pro Tonne
Schiffs=
raum ergibt ſich ein Preis von 9 engliſchen Pfund.
Schweizeriſche Handelsbilanz. — Paſfivſaldo
von 600 Millionen Franken.
EP. Bern, 29. Januar.
Das Jahr 1925 ſchließt mit einer Einfuhrwertſumme von
2634 158 000 Franken und einer Ausfuhrwertſumme von
2.038 743000 Franken. In dieſen Geldſummen ſind die Gold=
und Silberbarren, nicht aber die Gold= und Silbermünzen
ent=
halten. Nach Abzug der Goldbarrenausfuhr verbleiben auf der
Ausfuhrſeite noch 2 029 860000 Frauken, ſo daß ſich eine
Paſ=
ſipbilanz von 604 298 000 Franken oder 22,9 Proz.
ergibt. Gegenüher dem Vorjahr und gegenüber 1913 ergeben
ſich folgende Zahlen in Millionen:
1925: Einfuhr 2634158, Ausfuhr 2 029 860, Differenz 604 290
2010 000,
194000
1924:
„ 2 504000,
„
547 000
1 373 000, „
v
1913: „ 1920000,
Der türkiſche Zollkoeffizient auf deutſche Waren herabgeſetzt. Wie
das W. T.B. erfährt, hat die türkiſche Regierung ihre
Generalzolldirck=
tion nunmehr angewieſen, auf deutſche Waren wieder wie bisher den
Koeffizienten 5 anzuwenden. Die bei der Auwendung des Koefnzicüten
8 als Depot hinterlegten Beträge werden zurückgezahlt werden.
La=
mit iſt der vertragsmäßige Zuftand wieder hergeſtellt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 29. Januar.
Trotz der täglich ſich wiederholenden peſſimiſtiſchen Hinweiſe auf die
große Arbeitsloſenziffer läßt ſich die Börſe nicht in ihrer beharrlichen
Anſchauung beirren, daß die Kurve der ſchwerſten Depreſſion bereits
überſchritten ſei und klammert ſich an die Taxache, daß das Ausſehen des
deutſchen Geldmarktes ſieh weſentlich zu unſeren Gunſten verſchoben hat.
Hierzu kommt noch die geſtrige Abſtimmung im Reichstage, die ein
Ver=
trauensvotum für die augenblickliche Regierung ergeben hat. Auch ſollen
ſich weitere günſtige Perſpektiven für die Ausfuhrmöglichkeit bieten.
Die Bewegung der Börſe war aus dieſen Gründen in allen Teilen nach
oben gerichtet. Beſonders Montan=, Schiffahrts=,
Elektrizitäts=
ſind einige Kaſſnpapiere waren ſtark favoriſiert und erreichten
Kurs=
beſſerungen bis 8 Prozent. Für die Chemieaktien iſt das Intereſſe etwas
in den Hintergrund getreten. Auf dem ausländiſchen Rentenmarkt
ſtanden Türken im Vordergrund des Intereſſes und hatten recht
an=
ſehnliche Kursbeſſerungen zu verzeichnen. Allerdings machte ſich im
Verlaufe eine kleine Realiſationsneigung bemerkbar, da authentiſche=
Nachrichten über den gegenwärtigen Verlauf der Pariſer Verhandlungen
noch nicht vorliegen. Ungarn waren gut behauptet bei ſtillerem Ver
kehr. Der Pfandbriefmarkt zeigte feſte Tendenz, weil mehrfach Nachfrage
aus Kapitaliſtenkreiſen vorlag. Die Kurſe zogen bis um 20 Pf. an. Der
Kaſſamarkt fand heute guten Anſchluß an die allgemeine Te cnz.
Deutſche Anleihen waren ebenfalls feſter, beſonders Schutzgebietsanleihen.
Der Geldmarkt zeigt eine ſehr große Flüſſigkeit und
kann daher die Ultimoregulierung bereits als überſtanden angeſehen
wverden.
Die Abendbörſe verkehrte weiter in feſter Haltung. Dies giet
beſonders für die Elektrowerte, die einige Prozent anziehen
konn=
ten. A. E.G. 96,50, Elektriſche Lieferungen 87, Schuckert 83. Die
chemi=
ſchen Werte blieben underändert, während die Schiffahrtsaktien ſich
nicht auf ihren Höchſtkurſen von heute mittag behaupten konnten. Hapag
gingen um 2 und Norddeutſcher Lloyd um 3 Prozent zurück.
Frankfurter Börſe. Am Montag, den 1. Februar 1925,
wird die Notiz für die Aktien der Badiſchen Anilin= und Soda=Fabrik
Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer und Co., Leverkuſen, Farbwerke
vorm. Meiſter Luius u. Brüning, Höchſt a. M., A.=G. für Anilin=
Fabri=
kation, Berlin, Chemiſche Fabrik Griesheim=Elektron, Frankfurt a. M.,
Chemiſche Fabriken vorm. Weiler=ter Meer, Uerdingen, eingeſtellt und
dafür eine einheitliche Notierung unter J.=G. Farbeninduſtrie
A.=G. im „Amtlichen Börſen=Kursblatt der Maklerkammer Frankfurt a.
4.” aufgenommen. Alle in vorſtehenden Aktien
laufen=
den Limite gelten von dieſem Tage an als für J.=G.
Faubenindu=
ſtrie=Aktien erteilt. Vom gleichen Tage ab können Geſchäfte in J.=G.
Farbeninduſtrie=Aktien ebenſo wie unerfüllte Geſchäfte in Aktien einer
der vorſtehend aufgeführten Geſellſchaften bis auf weiteres in Urkunden
erfüllt werden, die auf den Namen einer der alten Geſellſchaften lauten.
Berliner Effektenbörſe.
w. Berlin, 29. Januar.
Da die Ultimoliquidation ſo gut wie erledigt zu betrachten iſt,
er=
hielt ſich die feſte Grundſtimmung der Börſe. Bei angeregtem Geſchäft,
an dem ſich die Spekulation lebhaft beteiligte, ſtanden wiederum
Schiffahrtspapiere im Mittelpunkt des Intereſſes und erzielte
neue zum Teil beträchtliche Kursaufſchläge von 2 bis 3 Prozent;
ver=
einzelt wie bei Paketfahrt und Cosmos auch don 4 Prozent. Norddeutſch.
Lloyd waren dagegen etwas vernachläſſigt. Auch in Montan=,
chemi=
ſchen=, Elektrizitäts=, Waggon=, Maſchinen= und Metallfabriksaktien ſowie
auch den Nebenwerten waren die Umſätze bei durchſchnittlichen
Kursbeſ=
ſerungen von 1 bis 2 Prozent und für einige Papiere bis 3 Prozent
durchweg ziemlich lebhaft. Kaliwerte ſtiegen zunächſt um 2 bis 5 Prozent,
gaben hiervon ſpäter aber ungefähr 1 Prozent wieder her. Bankaktien
erzielten mäßige Kursbeſſerungen, die aber nur bei Deutſche Bank und
Barmer Bankverein 1 Prozent erreichten. Am Rentenmaukt lagen die
Vorkriegsanleihen der Länder durchweg feſt. Schutzgebietsanleihe ſtieg
bei großen ſpekulativen Umſätzen bis 6,9.
Vorkriegshypothekenbankpfand=
briefe waren bei größeren Umſätzen 20 bis 25 höher und Goldpfandbriefe
erfuhren nur geringfügige Aenderungen. Sonſt zeigte ſich noch Intereſſe
für türkiſche Papiere. Am Geldmarkte war wie ſchon geſtern eine leicht
vermehrte Nachfrage nach Tagesgeld feſtzuſtellen, ohne daß dieſe aber zu
einer Aenderung der Sätze Veranlaſſung gegeben hat.
Aſchaffb. Zellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin .."
g.
Berl E. W. V=
Berlin. KarlsruheInd.
Braunkohlen=Briketts
Bremer Vulkan. . . .
Bremer Wolle
Teutſch.=Atlaut. Tel.
Deutſche Maſchinen
Teutſck.=Nied. Tel
Deutſche Erdöl ...
Deutſche Petroleum
Tt. Kaliwerke ...."
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5.3
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15 S4:/üonſtantinopel
18.
19.44½Liſſabon ...."
2/29.3:
7.1
4.205 Danzig ......
15.8cAthen ......"
15.3
K3.63/ 81.09. Kanada. . . . . .
53 23 E9.37üruguay. .. ...
82
8.
rief
9.07
2.20
12.45‟
12.31
7.5
A.81
2.93
2.
21.
27.7
1.8
5
4.594
159
4.305 4.315
Frankfurter Produktenverkehr.
Frankfurt a. M., 29. Januar.
Infolge der etwas höheren Auslandsnotierungen zogen auch hier
die Preiſe für Weizen und Roggen leicht an, während die übrigen
Ge=
treidearten unverändert blieben. Das Geſchäft war ſehr klein. Weizen
26,75—27, Roggen 17,75—18, Sommergerſte für Brauzwecke 21,50—24,
Hafer inl. 18,50—21,75, Hafer ausl. —, Mais 19,75—20, Weizenmehl
10,75—41, Roggenmehl 26—26,50, Weizenkleie 11, Roggenkleie 11,25.
Berliner Produktenverkehr.
TU. Berlin, 29. Januar.
Den feſteren Auslandsmeldungen und erhöhten Forderungen konnte
ſich der Weizen nicht ganz entziehen, zumal Inlandsangebot nicht groß
iſt. Da andererſeits Exportfrage beſtehen bleibt, konnte ſich am Lokomarkt
etwas Geſchäft durchſetzen. Der Bedarf der Mühlen iſt weniger
dring=
lich geworden. Im Terminhandel eröffnete Weizen der März 1,5 Mk.
der Mai ½ Mk., Roggen mit je 1 Mk. unter Vortagsſchluß. Hafer und
Gerſte ſehz rnhig. Mehl und Futterartikel weiter ſtill.
Aufhehung der Düßfeldorfer Schrotbörſe. Die Düſſeldorfer
Schrot=
lorfe iſt nunnehr aufgehohen worden. Es werden ſtatt deſſen alle vier
Wöchen Berſammlungen, ſogenannte Trefftage, ähnlich denen von
Heidelßerg für Siddeutſckhland und von Hamburg für Norddeutſchland
abgehalten. Der Grund der Aufhebung ſoll darin zu erblicken ſein, daß
die Verbraucher nicht an der Börfe erſcheinen. Solange dieſer Zuſtand
beſteht, ſollen auch keine Kurſe notiert werden. Die Verſammlungen
werden ſtets gegen Monatsende ſtattfinden.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Karlsruhe, den 29. Januar.
Die Preisgeſtaltung auf dem Nadelholzmarkte war im
Gro=
ßen und Ganzen recht uneinheitlich, hervorgerufen durch die
Zurückhal=
tung der Sägewerke, die auf dieſe Weiſe einen Preisdruck auf den
Wald=
beſitz ausüben wollen. Es iſt auch nicht zu verkennen, daß von Monat zu
Monat die Preisentwicklung rückläufige Tendenz aufweiſt. So beträgt
beiſpielsweiſe der Preisrückgang in den bayeriſchen Holzgebieten für die
Monate November und Dezember 3,8 — 18,4 Prozent. Fichte und Tanne
ſtellten ſich im Durchſchnitt auf etwa 109 Prozent der Landesgrundpreife,
Nun ſcheint allerdings die bayeriſche Forſtverwaltung auf höhere Erlöſe
halten zu wollen, denn die drei großen oberfränkiſchen
Handelsholzver=
ſteigerungen, die in der erſten Hälfte der letzten Januardekade
ſtattfan=
den, zeigten, daß auf Gebote unter 110 Prozent kein Zuſchlag erfolgte.
Und doch waren auch die niedrigſten Gebote mit etwa 95 Prozent
immer=
hin auf annehmbarer Höhe. Die Höchſtgebote bei dieſen drei
Verſteige=
rungsterminen ſtellten ſich auf etwa 117 Prozent der Landesgrundpreife,
Auch die jüngſten Ergebniſſe bei württembergiſchen Verkäufen können ſich
ehen laſſen. Wohl wurden einzelne Poſten auch knapp über der
Grund=
taxe abgeſetzt, daneben ſind aber auch Erlöſe von 116—138 Prozent der
Landestaxen zu verzeichnen. In Baden hielten ſich in der letzten Zeit
die Erlöſe im Durchſchnitt auf 115 Prozent gingen in einzelnen Fällen
aber auch auf die Hundertgrenze und darukter zurück. In Heſſen
wur=
den zuletzt für Fichte 22—30,5 Mk. je Feſtmeter bei kleineren Poſten
be=
zahlt.
Der Brettermarkt iſt durchaus matt geſtimmt bei großen
Divergenzen in der Preisgeſtaltung. Es war faſt ſtets möglich, unter
den bekannt gewordenen Preisnotierungen ſeinen Bedarf zu decken,
wenn augenblicklich auch die Notverkäufe etwas abgeebbt zu ſein ſcheinen.
16' 5—12” unſortierte, fägefallende Bretter, faul= und bruchfrei, konnten
im bayeriſchen Produktionsgebiet bahnfrei der Verladeplätze zu 43—46
Ware
Mk. je Kubikmeter gekauft werden, während, ſich die gleiche
Schwarzwälder Provenienz um 3—7 Mark höher ſtellte. Hobelfähige
Bretter gingen zu 54—57 Mk. fe Kubikmeter um. Am rheiniſch=
weſtfäli=
liſchen Maukt überwog das Angebot bedeutend die geringe Nachfrage.
Die regulären Forderungen des ſüddeutſchen Großhandels, die aber kaum
Beachtung fanden, ſtellten ſich für ſortierte Bretter frei Mittelrhein für
16‟ 1: Ausſchußbretter auf etwa 60—63 Mk., K=Bretter 10 Mk., „gute
Bretter 20 Mk. und reine und halbreine Bretter etwa 40 Mk., fe
Kubik=
meter teurer; 1,5 und 2” Ausſchußdielen auf etwa 58—63 Mk. 21/22
Millimeter ſtarke Fichten= und Tannenhobelbretter mit Nut und Feder
notierten, bahnfrei Karlsruhe=Mannheim, etwa von 1,97 Ia Ware von
2,17 Mark, IIa Ware von 1,63 Mark ab aufwärts fe Quadratmeter. Mit
üblicher Waldkante geſchnittenes Tannen= und Fichtenbauholz wurde
bahnfrei Karlsruhe=Mannheim zu 50 Mk., Vorratsholz 5 Mark billiger
offeriert. 16
„gute”, Latten ſtellten ſich ab Nordbaden auf etwa
8 Pfennig und Ablatten auf etwa 7 Pfennig je laufenden Meter.
Amerika=Anleihe der Berliner ſtädtiſehen
Eleftrizitätswerke.
w. Berlin, 29. Januar.
Die Berliner ſtädtiſchen Elektrizitätswerke (Bewag) haben mit dem
Bankhaus Hallgarten u. Co. New York die Verhandlungen über eine
An=
leihe von 3 Millionen Dollar zum Abſchluß gebracht. Die Schuldver
ſchreibungen ſind im Geſamtnennbetrag von 1 Mill. Dollar nach Ablauf
von zwei Jahren und im Geſamtnennbetrag von 2 Mill. Dollar nach
drei Jahren fällig. Die Obligationen ſind mit einer Verzinſung von
6,5 Prozent ausgeſtattet. Der Ausgabekurs beträgt für die
Schuldver=
ſchreibungen mit zweijähriger Laufzeit rund 96,2 Prozent, für die mit
dreijähriger Laufzeit rund 94,5 Prozent. Bemerkenswert iſt, daß die
Anleihe unter Bürgſchaft der Schweſtergeſellſchaft der Bewag, der
Ber=
liner ſtädtiſchen Gaswerke A.=G., jedoch ohne Garantieübernahme durch
die Stadt Berlin und ohne Einräumung irgendwelcher ſonſtiger
Siche=
rungen zuſtande kam. Die Bedingungen dieſer Anleihe, deren Form für
deutſche Verhältniſſe neuartig iſt, ſind im Vergleich zu früheren
Aus=
landsanleihen als günſtig zu bezeichnen. Der Erlös der Anleihe iſt für
die weitere Finanzierung der umfangreichen Bauvorhaben der
Elektrizi=
tätswerke beſtimmt.
Deutſche Tagesgelder in Amerika. Aus New York wird gemeldet,
infolge der großen Flüſſigkeit der kurzfriſtigen Gelder in Deutſchland
hätten eine Reihe deutſcher Banken ſolche Gelder an den New Yorker
Platzverlegt. Es ſoll ſich um täglich fällige Gelder, ſog. Call Money,
in Höhe von 40 Millionen Dollar (2) handeln.
Vom Barmer Bankverein wird jetzt offiziell zugegeben, daß ein in
befreundeten Händen befindlicher Poſten Barmer Bankvereins=Aktien an
das amerikaniſche Bankhaus Hallgerten Lehmann Bros
übergegangen iſt; es handele ſich um eine rein börſenmäßige Transartion
die keine Beeinfluſſung der Verwaltung mit ſich führe.
Chemiſche Fabrik Budenheim, Budenheim bei Mainz a. Rh. Das
Unternehmen hat große Verluſte erlitten und ſieht ſich gezwungen, zwecks
Sanierung eine Herabſetzung des A.=K. von 1,8 Millionen auf
900 000 Mk. vorzuſchlagen, woran ſich eine Erhöhung des A.=K.
an=
ſchließen ſoll.
Zuſammenſchluß von deutſchen Automobilfabriken. Nach einer
Mel=
dung der „B.3.” iſt der Zufammenſchluß einer Reihe von
Automobil=
fabriken, zu denen neben kleineren Firmen einige der bedeutendſten und
älteſten Werke, ſowie Fabriken der Teilinduſtrie und ein großes
Stahl=
werk gehören, geplant mit dem Ziele, ein gemeinſames
Konſtruktions=
büro zu ſchaffen, das einen Einheitswagen von etwa 8 bis 9 Steuer PS
konſtruieren ſoll. Dieſer Wagen ſoll als deutſcher
Einheits=
wagen in Serienfabrikation hergeſtellt werden und dem Eindringen
der amerikaniſchen Wagen ein Gegengewicht bieten.
N
Konkurſe und Geſchaftsaufſichten.
Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt. (Abkürzungen: Af. —
Anmel=
defriſt; Wt. — Wahltermin; Prft. — Prüfungstermin; Off. A. —
Offener Arreſt mit Anmeldefriſt; Gl.=V. — Gläubigerverſammlung;
Vergl.=T. — Vergleichstermin.) Friedbeug: Winklers
Haushaltungs=
geſchäft, G. m. b. H., K.=Verf. mangels Maſſe eingeſtellt. — Offenbach:
Jakobi u. Noth, Metallwarenfabrik, wie vorſtehend. — Mainz:
Kauf=
mann Rudolf Haslet, G.=Auff. aufgehoben. Firma Geſchwiſter
Als=
berg (Geſellſchafter: Karl Ludwig Beckhardt, Leo Kaufmann und
Leo=
pold Levy), G.=Aufſ. angeordnet. Firma Emil Kaſſewitz u. Co., Schuh=
Prft. 15. 2. Kaufmann Engelbert Maier, Af. 8. 2., Prft. 1. 3.
Lorſch: Kaufmann Fritz Jäger, Af. 2. 2., Prft. 20. 2. — Offenbach
a. M.: Firma Konrad Kurt, G. m. b. H., Af. 19. 2., Prft. 17. 3.
Engen Berg u. Co., Eugen Berg u. Leopold Meher, G.=Aufſ.
angeord=
net. Enim=Werk, G. m. b. H., Maſchinenfabrik, Neu=Iſenburg, G.=Aufſ.
Neu=Iſenburg,
angeordnet. Firma Emil Brescius, G. m. b. H.,
G.=Aufſ. angeordnet. Firma Michael Schnirer, G.=Aufſ. aufgehoben.
Bingen: Kaufmann Ludwig Graber, Af. 15. 2., Gl.=V. u. Prft.
25. 2. — Oppenheim: Marie Heitlinger, Af. 1. 2., Gl.=V. und Prft.
10. 2. — Alzeh: Kaufmann Heinrich Schreiner, Af. 10. 3., Gl.=V.
17. 2., Prft. 21. 4.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 29. Januar.
Weizen: Der Markt verkehrte heute in ſehr ſchwankender
Haltung. Die Termine konnten ſich am Schluß auf geſtriger Höhe halten.
Mais: Nach ſchwankendem Verlauf ſchließen die Termine etwaß
unter geſtern.
Hufer: Der Markt verkehrte in Uebereinſtimmung mit Weizen und
Mais in etwas ſchwächerer Haltung.
Baumwolke: Im Anfangsverkehr bewirkten Verkäufe von
Loko=
firmen eine ſchwächere Haltung. Als ſich aber ſpäter Käufe der
Spinne=
reien abwickelten, trat eine Befeſtigung ein, ſo daß ſich die Termine am
Schluß gegen geſtern etwas erhöhen konnten.
Kaffee: Die recht feſte Haltung des Marktes war gebeſſerten
Liver=
zvoler Preiſen zuzuſchreiben.
Zucker: Der Markt verkehrte weiter in feſter Haltung auf eine
Zunahme der Lokonachfrage der Firmen.
Wergerbrauerei Worms a. Rh. Die Geſellſchaft wird vermutlich
Dividende von 10 Prozent (5 Proz. im Vorjahr) ausſchüitten.
findet am 24. 2. ſtat.
Nummer 30
Samstag, den 30. Januar 1926
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4½½ Oſt. Staatsrente 191
ab 1918 .........."
4½½ Oſt. Schatzanweiſ.ſtf.
1914 .. ..........
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4½8½ Silberrente . . . .
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8½ Portugiel. (Spez. /S. III
4½½ Goldr v. 13 ....
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4½ Tür (Admin.) v. 1903
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6.575
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6.85
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0.27.
0.24
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Nach Sachwert verzinsliche
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Mit Zinsberechnung
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Goldanleihe von 19
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Gold=
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Rhein Hyp. Bi. Gold
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5½ Rhein=Ma’n=Donau=
Gold=Anleihe von 23..
Ohne Zinsberechnung
8 %Baden=Baden=Holzwert
Anleihe von
5 Badenw. Kohlnwranl. 23
5% Frkftr. Pfandbrief=Bk.
Goldoß. Em
18.85
14.3
13.8
1.15
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14.5
A.2
86
28
16.5
1.4
1.8
14.5
2.6
15.5
17.25
1.45
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5.7
9.15
13.75
16.9
14.5
13.9
1.10
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41.5
14.5
6% Großkraftwert Mannhein
Kohlenwertanl. v. 23 ..
10.10 10.10
6% Heidelberger Holzwertanl.
—
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%H. Braunk.=Rog.=Anl. b.*
53
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6% Mannh. Stadt=Kohlen
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10
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anl. v. 1923 .... . . ..."
14.95
59 Pfälzer Hyp. Ban: Gold
—
Pfdbr v. 24..........."
—
Freuß. Kaliwert=Anleihe
Preuß. Roggenwert=An
5% Rhein. Hypoth. Bk. Gold=
Pfdbr. v. 24..........."
—
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%o Sächſ. Braunk.=Anl. v. 23
Ser. Iu. II ...... . . . . . . ./ 2.2 2.10
5 % Sächſiſche
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6.55 6.15
....
5% Südd. Feſtwertbk. Goldobl / 1.64
84
63.5
90.25
86
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53.5
Zank=Aktien.
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Badiſche Bant ..........."
0.21 Bant für Brauinduſtrie. . .0
Barmer Bankverein .. .. .."
Bay. Hyp.= u. Wechſelb. (
Berl Handelsgeſellſchaft
nmerz= u. Privatbank ..
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Deutſche Bant
Deutſche Eff. u. Wechſelbk..0
Deutſche Hyp.=Bk. Mein.
Deutſche Vereinsban. .. . . O
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Dresdener Bank .. . . . . . . . "
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Frantf Pfandbrief=Bk. .
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Reichsbank=Ant . . . . . . . .."
Rhein Creditbank ...."
Rhein Hypothekenbank
Südd. Disconto=Geſellſch.
Biener Bankverein .... ...
Bergwerks=Aktien.
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Bochumer Bergbau . . . . . . !
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Dt. Luremburger . . . . . . . . O
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Gekſenkirchen Bergw. .. . . ..
Harpener Berabau ......."
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Klöcknerw ab. Lthr.=Hütte
Mannesmann Röhren .. . . "
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Phönix Bergbau
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Rhein Stahlwerke .. ..."
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Stinnes Riebeck Montan .
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Ver. Laurahütte ... ... ..
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Auternehmungen.
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Henninger Kemp=Stern. . .
Löwenhräu München ... . .
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Bay. Vereinsbank München.
Bay. Handelsbank München. Tranzpoxtanſtalten.
Eli abethbahn, ſtfr. . . . . . 2 2.1 15 — Ga Carl Ludw.=Bahn 1. 47! Bay. Hyp. u. Wechſelbank .. 7.05 6
Oſt. Südb (Lomb.) ſtfr. 11.7 11.15 — Frankfurter Hypothef.=Bk.. 775 7.a0 Alte Oſt. Südb. (Lomb. 11.1 11.15 10.05 Frankfurter Pfandbrief=Bk.. 8.5 Neue Oſt Südb. (Lomb.) 11.1 11.15 Hamb. Hypothek.=Ban .. . 7.45 N6 48 Oſt
Staaisb. v. 1883 .. „1 Meininger Hyp.=Bank ...." 5.78 5.925 O Oſt Staatsb 1.b.8.Em. 17.5 17.2 — fälziſche Hyp.=Ban . . . .. 6.79 6.3 3%
Staatsb. 9 Em. „. 17.25 Preuß. Pfandbrief=Br. ... .. 6.2 ſt Staatsb v. 188
..
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eſſiſche Landes=Hyp.=Bank 4.675 4.75 ½0 Anatolier Serie I.....
4½% Anatolier Serie HI.."
4½% Anatolier Serie II1 ..
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Tehuantepec .. .. . .....
4 ½% Tehuantepee ........ 8½,
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Amme Gieſecke & Konegen O.
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Hettr. Licht= u. Kraft .. ..
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Ettlinger Spinnerei ... ..."
Faber Joh. Bleiſtift ......"
Faber & Schreicher.
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Felten &Guilleaume, Carls.
Feinmechanik (Jetter)
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Gritzner Maſchfbr.
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Hoch= und Tiefbau ......"
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Junghans Stamm .. ."
Kammgarnſp. Katſerslautern
Karlsruher Maſchinen ..
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Krein, Schanzlin & Becker
Knorr, Heilbronn .. . . .. . (
Konſervenfabrit Braun ..."
Krauß & Co.. Lokom. . . . . . O
Lahmener & Co. .. . . . . . . . 9
Lech. Augsburg .. . . . . .."
Lederw Rothe .. .. .. ..."
Leverwerke Spicharz ....."
Lingel Schuhw Erfurt ..."
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40
54.5
7.5
33.
0.351
8:
5.2
110.
28.1
5
40.5
80
20.5
26. 2
a6.75
39
Luther, M.=n. Mühlenbau o
Luxſche Induſtrie .... . . . .0
Mainkraftwerke Höchſt...."
Metallgeſ. Frankfurt . . . . . 0
Meyer Dr. Paul ......"
Miag, Mühlenb. Frkf. a. M.
Moenus Stamm . . . . . . . .
Motorenfabrik. Deutz
Motorenfabr Oberur
Reckarſulmer Fahrzeugw.
Neckarwerke Eßl Stamm
9:02 /Oleawerke, Frankfurt a. M.
Peters Union Frankf. a. M. d
Pfälz. Näh Kayſer ....."
Philipps A.=G. . . . . . . . . . . O
Sorzellan Weſſel... . . . .. . (
Prometheus Frkf. M. ..
*
Reiniger, Gebbert & Schall o
Rhein Elektr Stamm . . . . 4
Rhein Metall=Vorzüge ...8
Rhenania Aachen .. . .. .....
Rückforth Stettin ........."
Rütgerswerke . . . . . ....."
chleußner (Frankf. a. M.). O
Schneider & Hanau".
Schnel. preſſen=Frankenthal
Schramm u. Megerle Lackf.O
Schriftg Stempe Ffm.
O
Schuckert Elektr (Nürnb.)
Schuhfabr Berneis=Weſſelo
Schuhfabrit Herz
..
Schuhf Leander, Offenb. O
Schultz Grünlack. Rdsh
Seilinduſtrie Wolff......"
Sichel & Co. Mainz..
Siemens Elektr. Betriebe
Ziemens Giasinduſtrie ...
Ziemens & Halsfe ..
O
Süddeutſche Immobilien
Thür elektr. Lief.=G. Gotha
Rhrenfabrik Furtwängler
Beithwerke in Sandbach
Verein. f. Chem. Ind. Frrft
Ferein. d. Olfbr. Mannh
Verein. Faßfabrit. Caſſel
Ver Gummif. Bln.=Frfft.
Verein. Pinſelf. Nürnberg
erein Ultramarin . . . . . .
Verein. Zellſtoff Berlin .."
Vogtl. Ma chinen ......."
Voigt & Haeffner Stämme
Volthom. Seil . . .... ...
Wanß & Freytag ......."
Wegelin Rußfabril .. .. . . .
Zellſtoff Wa dhof Stamm ...
Zuckerfbr Waahäuſel .. . . . O)!
Zuckerſbr Frankenthal .. . *
Zuckerfbr Heilbronn .. . . . 61
Zuckerfbr Offſtein .. . . . . . 0
Zuckerfbr Rheingau ... . . . O1. 17
Zuckerfbr. Stuttgart ....."
Transport= und
Verſicherungs=Altien
Allg. Deutche iſenbahn
Deutſche Eiſenb=G. Fftm.
Elektr. Hochbahn Berlin .
Schantung E. B
......
Südd. Eiſenbahn=Geſ. ...
Hapag (Paketfahrt) .....
Nordd. Lloyd ...... ....."
Geſch.
Jahr
1.
5.
1. 1
1..
1
1
1. 1
1
1.7
1
1. 1
1.
4.
7.
1.
1. 1
110
1.
1.
7.
1.
1.
1
10
1
1
1.
1. 9
Frift. Allg. Verſtch.=Ge
Frankona Rück= u. Mitv.
Darmſtädter Wer
Bahnbedar
."
Erg
Dampfkeſſel Rodb
elvetia Konſervenfabr
Zebr Lus ..
Mot oreniabrik Darmſtadt
Gebr. Noeder
Wiwi 6. 5waſterag
1.
1
1.
1
1.
o. 1.
Ol1
1.
1.5
1
2.44
*9
25
V76
HNeSch
1
40
g=
— — —
1000
1000
810
300
10
Divid.
8
P8
4. 50RM
0
60
69
2
10
2g
1.40RM
M
28. 1. 29. 1.
9.7
1.15
88
Ar
31.
Annotierte Aktien
2 TAp ......... .. . . .... ...."
Beckerkohle .. . . .. . . . .....
Beckerſtahl . . . . . . . . . . . .. ...
Benz . .. . . . . ... . ...... C
Brown Boverte .. . . . . . . . &
Deutſche Petrole=
... . . . 0
Diamond Share
....."
Großkrftw Württ. (Growag)o
Grßkrftw. Unterfr. ufra)
Krügersha ll Kali .. . . . . . .0
Ufa Film
.... . . . . . . . .0
1. 1
1.
1 5.
1. 1
1. 1.
86
150
9
108
40)
S6 / 83
33.25
43.
76.2:
75.7:
39
*9
5a
3a
18.75
46.30
94.25
41.25
51
61
2
5
5
72.75
9.5
3
60
e
10
10.15
31.5
*S
30
33.5
19.
12
23.35
32.5
61
97.25
57.5
—
35
47
41.25
49.5
40
41.5
so
61.5
2. 4
90
121.75
138.5
72.5
51
19.5
11.5
30
A.
Zeichenerklärung: X — Mark für eine Million nominal.
für eine Milliarde. — Mark pro Stück. 6 — Gold=Kug
— Mark
Ausden Amtsverkändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekauntmachungen des
Pollzeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 ſchwarzer Fuchspelz. Zwei
goldene Zwicker im Futteral. 1 grünlicher
Filzhut. Verſchiedene Paare Handſchuhe.
1 Paar mit Pelz gefütterte braune Herren=
Wildlederhandſchuhe 1 grauer Kragen
ſchoner. 1 kurze Tabakspfeife. 1 brauner
Spazierſtock. 1 Peitſche. 1 braun, runder
Henkelkorb mit weißer neuer Henke. Ein
älterer ſchwarzer Muff. 1 grüner
Damen=
mantelgürtel. 4 Schlüſſel am Ring. Eine
braunſeidene Bluſe. 1 helle Kinder=
Horn=
brille 1 grau und brauner Schal mit 2
weißen Streifen. 1 ſilberner Herrenring
mit Hirſchzahn. 1 Paar ſilberne Ohrringe
mit Kettchen und Perlenanhänger auf
Weihnachten 1 Armbanduhr. 1 braunes
Portemonnaie mit über 6 Mk. 1
Treppen=
leiter. 1 braune Aktenmappe. 1 Säge
1 ſchwarze Herren=Stahluhr mit Kette. E=. — Zugelaufen: 1 junger
Schäferhund (lahm) 1 weißer Fox mit
langen Ohren und Schwanz.
Zugeflo=
gen: 1 Kanarienvogel.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
30. Jan bis einſchließlich 6. Febr. den
Nachtdienſt die Löwen=Apotheke, Ballon=
Platz 11, die Adlerapotheke,
Wilhelminen=
as 17, die Hirſch=Apothere, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 21.
Bauarbeiten.
Die Glaſer=, Weißbinder=, Schlofſer
und Anſchlag= ſowie Plattenarbeiten be
der Errichtung von Wohnhausneubauten
am Rhönring und dem
Polizeirevierge=
bäude in der Heinrichſtraße ſollen
ver=
geben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Mittwoch, den
10. Februar 1926, vormitt. 10 Uhr,
einzureichen.
(st1554
Darmſtadt, den 28. Jan. 1926.
Städt. Hochbauamt.
Aufforderung
Die Inhaber der ſtädtiſchen Bau
kaſſenſcheine, ſoweit ſie den Holzbezug
für 1926 wünſchen und hierzu berechtigt
ſind, d. h. ſolche, die im Beſitze von
min=
deſtens 10 Scheinen ſind, werden hier
mit aufgefordert, ſpäteſtens 13.
Fe=
bruar 1926, ihre Rechte unter Vorlage
der Baukaſſenſ heine auf dem Stadthaus
Zimmer 47 geltend zu machen. Die
übrigen Inhaber der Baukaſſenſcheine,
die die Auszahlung der Verzinſungs= und
Tilgungsbeträge wünſchen und ſolche, die
nicht im Beſitze von mindeſtens 10
Schei=
nen ſind, wollen ihre Rechte auf Heraus.
zahlung der Verzinſungs= und
Tilgungs=
rate für 1926 zum gleichen Zeitpunkt,
ebenfalls unter Vorlage ihrer
Baukaſſen=
ſcheine, bei der Stadtkaſſe geltend machen.
Darmſtadt, den 28. Jan. 1926. (st1555
Der Oberbürgermeiſter.
Berummmnawang.
Alle 1905 geborenen männlichen
pol=
niſchen Staatsangehörigen haben ſich
ohne Rückſicht auf Grund oder Dauer
ihres Aufenthaltes im Auslande bei den
zuſtändigen polniſchen Konſulaten
per=
ſönlich oder ſchriftlich (genaue Adreſſe
nicht vergeſſen) bei gleichzeitiger Vorlage
des Geburtsſcheines, des Heimatsſcheines
oder Reiſepaſſes, einer Identitätskarte
und der Schulzeugniſſe ſofort zwecks
Eintragung in die Militärliſten zu melden.
Diejenigen Perſonen, welche bis zun
28. Februar d. Js. der Pflicht der
Regi=
ſtrierung ohne Rechtfertigung nicht nach
kommen, werden entſprechend dem Ge
ſetze, über allgemeine Militärdienſtpflicht
1543
zur Verantwortung gezogen.
Für die in Bayern, Württemberg,
Baden und Heſſen=Darmſtadt wohnhaften,
iſt das Polniſche Generalkonſulat
Mün=
chen, von der Tannſtraße 26, zuſtändig.
Das Generalkonſulat der polniſchen
Republik in München.
Die Lieferung von
7
Bafferlehangsrohren
und Gegenſtänden zur Herſtellung einer
Waſſerleitung vom Hirtenbachhochbe
hälter bis zur Alten Darmſtädterſtraße
in der Gemarkung Eberſtadt ſoll im
öffentlichen Submiſſionswege vergeben
werden. Angebotsunterlagen ſind auf dem
Gemeindebauamt Eberſtadt erhältlich. Die
Angebote ſind bis längſtens Dienstag,
den 2. Februar d. Js., nachmittags
3 Uhr, bei Heſſ. Bürgermeiſterei Eber=
(1518
ſtadt einzureichen.
Eberſtadt, den 27. Januar 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Dienstag, den 2. Februar Ifd. Js.,
vormittags 9 Uhr, verſteigere ich auf
freiwilligen Antrag dahier
nasckſty
Bismiarafttuße 94, I.
die nachſtehend benannten, zu einem
Nachlaſſe gehörigen Hausmobilien
meiſt=
bietend gegen Barzahlung:
1 nußb. pol. Büfett, 1 nußbaum pol.
Bücher=
ſchrank, Garnitur (Sofa u. 2 Seſſel), 2 Sofas
1 Chaiſelongue, 1 gepolſt. Seſſel, 1 vollſtän.
diges Bett mit Roßhaarmatratze, 1
Mädchen=
bett, 4 Kleiderſchränke, 1 Vertiko, 1 Kommode,
mehrere Tiſche und Stühle. Spiegel, Aufſtell
ſachen, 1 kompl. Küche, Gasherd mit Backofen,
2 Eisſchränke, 1 Fliegenſchrank, 1 Gasbade
ofen mit Wanne. 1 kleinen Kaſſenſchrank
1 Partie Küchengeſchirr und ſonſtiige
Haus=
geräte, fowie 1 Partie Brennholz.
Anzuſehen ½ Stunde vorher.
Kapp, Verſteigerer (1575
Gerichtsvollzieher i R., Mauerſtr. 11.
Eine emaill. Bade= / Herrenrad, faſt neu
wanne bill. abz. Höl=/preisw. z. verk.
Hoch=
gesſtr. 14,II. (*2702sg ſtraße 35, II. (*2687
Samstag, den 13. Februar 1926,
nachmittags 3 Uhr, ſoll die Gemeinde=
Jagd der Stadt Beerfelden, auf weitere
6 Jahre vom 16. Febr. 1926 bis 15.
Fe=
bruar 1932 in der Wirtſchaft von Lud
wig Grab anderweitig verpachtet werden.
Die Jagd umfaßt ungefähr 5700
Heſ=
ſiſche Morgen, davon ca. 2700 Morgen
Wald. Der Wildſtand an Rehen und
Haſen iſt ſehr gut. Rotwild iſt Stand=
und Wechſelwild, auch kommt Auer= und
Birkwild vor. Die Verpachtung kann in
drei Bogen und im Ganzen erfolgen.
Beerfelden iſt Endſtation der
Neben=
bahn Hetzbach-Beerfelden, und hat von
Darmſtadt—Frankfurt a. M. ſowie Hei
delberg und Mannheim ſehr gute
Ver=
bindung. (Ferner beſteht
Autoverbin=
dung Beerfelden—-Hirſchhorn.) Näher
Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle
bei der auch die Verpachtungs=
Bedin=
gungen gegen Einſendung von 1 Mk.
er=
hältlich ſind.
(1058a
Beerfelden, den 19. Jan. 1926
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Löb.
91
gor
Sramanhersoerfteigerang.
Am Mittwoch, den 3. Februar
ds. Js., vormittags 10 Uhr anfangend
werden in dem Gemeindewald, (Täubches
höhle) 55 Fſtm. Kiefern=Stammholz.
faſt lauter Überhälter, ſehr geeignet für
Glaſer, und 40 Rm. 2 Mtr. lange
Kie=
fern=Rundſcheit, verſteigert.
Zuſammenkunft am Merk’ſchenWaſſer
werk an der Gräfenhäuſerſtraſe. Auskunft
(1519
erteilt Förſter Hirſch.
Bürgermeiſterei Weiterſtadt.
Meinhardt.
Elektr. Föhn,
110—125 V, faſt neu,
für 18 Mk. zu verkf.
Annaſtr. 44,I. (*2673
Kinder=Klappwagen
dklbl., faſt neu, zu
verkf. Anzuſ. 10—2.
Mühlſtr. 28, I. (*266e
Am Samstag, den 6. Februar
ds. Js., werden nachmittags 2 Uhr im
Gaſthaus „Zum Anker” in Stockheim
aus Revier Eulbach: Kutſchenwege 7,14.
Hüttenſchläge 2, Steinmannshulde 1.
Vogelheerdſchlag 12, Heumatte 26, 27,
29, 30, Seilersbuch 6, Eſelskopf 2,
Salz=
lackenberg 2, öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert:
Scheitholz: etwa 60 Rm. Buche,
20 Rm. Eiche, 30 Rm. Fichte.
Prügel: etwa 20 Rm. Buche, 10
Rm. Eiche und Birke, 20 Rm. Kiefer,
25 Rm. Fichte.
Kohlholz: etwa 150 Rm. Buche,
120 Rm. Nadelholz.
(1582sm
Das mit A bezeichnete Holz kommt
nicht zum Ausgebot.
Erbach, den 29. Januar 1926.
Gräfl. Forſtamt Erbach.
Frankfurt a. M.
Rt3
N
Stes derue Märtte
1. Februar 10. Mai 4. Oktober
1. März
7. Juni 1. Nov.
19. April 16. Auguſt 6. Dez.
Durchſchnittl. Auftrieb 1000 Pferde
aller Raſſen, auch Schlachtpferde
größte Auswahl u. beſte Gelegenhei
f. Kaufod Tauſch. Ein Beſuch dieſer
Märkte iſt zu empfehlen.
TWV 1523
N
Pſerdes Serkauf
Einige Arbeits= u.
Ruſſen=
pferde ſowie eine mit
el=
ſchwere Oldenburg. Stute.
L. Landau, Darmſtadt
Alexanderſtr. 11 (*2723) Telephon 2077
Seite 12
Samstag, den 30. Januar 1926
Nummer 30
Schminke.
Ein Noman im Nampenlicht.
Von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
29)
Seine Finger löſten ſich von dem Deckbett, ſpreiteten ſich,
hoben ſich, krallten ſich um ſeine Kehle, als würge da etwas.
Gellendes Lachen ſchlug ihr wie eine Hetzpeitſche ins Geſicht.
„Aber ihr triumphiert zu früh! . . . Alles trete ich dir
wie=
der in Scherben! . . . Steh’ nur da — und ſieh mich an! . ."
Unſere Abrechnung — kommt! . . . Ehe du denkſt . . . Einmal
werde ich wieder — was ich früher war . . . Immer bleib’ ich
nicht — ſolch elendes Menſchengerümpel! . . . Noch bin ich da
noch lebe ich .. . Und mein Teſtament werde ich umſtoßen
— wenn ich erſt wieder geſund . ."
Eine Geiſterfauſt hieb ihn brutal in die Kiſſen zurück.
Irgendtro erwachte plötzlich ein unheinalich knirſchender
Laut.
Tief in der wunden Bruſt begann es zu würgen und zu
gurgeln.
Ein Kniſtern und Brechen".
Und jetzt ſchäumte es über die fahlen Lippen — ſtrömte,
ſtrömte das Blut .."
Mit einem wilden Schrei des Entſetzens ſtürzte Kitty Lerron
zur Tür, riß ſie auf, flüchtete den Flur entlang. An dem jungen
Arzt vorüber. Worte, die ſie nicht verſtand, rief er ihr nach
wandte ſich ab und ſtürmte in das Krankenzimmer.
Hinter ſich hörte ſie noch Klingeln aufſchrillen, Schritte
pol=
tern, ſah den wehenden Rock einer Krankenſchweſter, die ſie im
Vorüberhaſten faſt umriß.
Wo war denn . . . Herrgott, fand man denn aus dieſem
Labyrinth von Fluren und Winkeln und Korridoren nie einen
Ausweg?
Hier? — Nein . . . Oder dort drüben? — Auch nicht!
Endlich — das Treppenhaus!
Draußen lag Sonne auf den Straßen; ſchlenderten
plau=
dernde Menſchen; lachte das Leben. Draußen war die Erlöſung!
Gerade erreichte ſie noch ihr Auto
„Zurück ins Theater!“ . . . keuchte ſie.
Der anſpringende Wagen warf ſie in die Kiſſen.
Ohnmacht umfing minutenlang ihre Sinne.
Wenn zwei Herzen ſich gefunden,
Laß ſie glücklich ſein!
Wenn zwei Herzen ſich verbunden,
Mich dich nicht ...
Mit einer Handbewegung hieß der neue Direktor des „
Thea=
ters am Weidendamm” das Orcheſter ſchweigen.
Dann klingte er an ſein Glas und räuſperte ſich.
Schweigen an der langen Tafel. Erwartungsvolle Geſichter.
Jetzt kam es, worauf man ſchon während des ganzen Abends
ge=
wartet hatte.
„Nur ein paar Worte, meine Herrſchaften. Sie alle haben
die Mitteilung der heutigen Morgenzeitungen geleſen. Unſer
Haus iſt in eine neue Epoche ſeiner Entvicklung eingetreten. Es
hat — wenn auch nicht den Beſitzer, ſo doch — den Herrn
ge=
wechſelt. Herr Kommerzienrat Brook hat mir gegenüber den
Wunſch geäußert, Sie zu begrüßen. Ich erteile ihm hiermit das
Wort.
Der Multimillionär ergriff es ſofort. Er ſprach mit der
ruhi=
gen kühlen Routine jahrelanger Gewohnheit, die ſich jeder
Si=
tuation gewachſen fühlt
„Meine Damen und Herren! Auf Anregung Fräulein
Ler=
rons, die ſich übrigens bei jeder Gelegenheit zum Wortführer
Ihrer Intereſſen macht, habe ich Sie alle gebeten, heute abend
meine Gäſte zu ſein. Daß Sie durch Ihr Erſcheinen mir dieſ
Freude bereiteten, dafür danke ich Ihnen. Herr Lenſch bemerkte
eben, das „Theater am Weidendamm” ſei in eine neue Phaſe
ſeiner Entwicklung getreten. Dieſe Auffaſſung teile ich
wenig=
ſtens inſoweit, als das Haus in mir für die nächſten drei Jahre
einen neuen finanziellen Leiter gefunden hat. Nur der tief
be=
klagenswerte Unfall des Herrn Direktor Volkmar, dem wohl wir
alle von ganzem Herzen völlige und baldige Geneſung wünſchen
konnte dieſe Aenderung in der geſchäftlichen Struktur des Hauſes
ermöglichen. Wenn ich in Theaterdingen bis zum gegenwärtigen
Moment auch Laie bin, ſo habe ich mir doch ſagen laſſen, daß
das „Theater am Weidendamm” auf eine glänzende Entwicklung
zurückblickt. Dank der hervorragenden Direktionsführung und
der ungewöhnlich künſtleriſchen, regietechniſchen und
kaufmänni=
ſchen Eigenſchaften ſeines Beſitzers behauptet es ſeinen Rang als
erſte Revuebühne Berlins und damit Deutſchlands. Das iſt ein
koſtbares Vermächtnis, das Herr Lenſch und ich damit
überneh=
men und das zu hegen und — falls möglich — noch zu erweitern,
unſere vornehmſte Aufgabe bleiben wird. Seien Sie bitte
über=
zeugt: wir ſind uns der Verantwortungen, die unſerer warten,
vollauf bewußt und werden all unſere Kraft einſetzen, ihnen ge=
recht zu werden. Doch iſt dies nur möglich, wenn zwiſchen Ihnen.
meine Damen und Herren, und uns ein reſtloſes, auf
gegenſeiti=
ger Achtung und beiderſeitigem Vertrquen baſierendes
Gemein=
ſchaftsgefühl herrſcht. Bisher war ich hier noch ein Fremder
der zu Ihrer beruflichen und perſönlichen Sphäre keinerlei
Be=
ziehung beſaß. Nun aber bitte ich Sie: nehmen Sie mich in
Ihren Kreis auf. Laſſen Sie mich Ihr Freund und Vertrauter
ſein. Schaffen wir Schulter an Schulter auf dieſer feſten
Platt=
form gemeinſamer Intereſſen, dann werden die drei Jahre
un=
ſeres Zuſammenarbeitens uns allen und damit dem „Theater am
Weidendamm” ein Segen werden.”
Er ſchloß und nahm wieder Platz. Händeklatſchen
antwor=
tete ihm, für das er von ſeinem Stuhl aus mit leichter
Vernei=
gung daukte.
In dem überall wieder aufflackernden Stimmengewirr
wandte er ſich an Kitty Lerron, die rechts neben ihm ſaß.
„Genügte es ſo?‟
Aus tiefer Verſunkenheit ſchrak ſie auf und brauchte ein pagr
Sekunden, um den Sinn ſeiner Frage zu begreifen.
„Vollkommen. Mehr wäre ſchon zuviel geweſen, und
weni=
ger hätte vielleicht gewollt reſerviert geklungen. Es war gerade
das richtige Mittelmaß.”
Er dankte ihr mit frohem Blick, der ſein kaltes ſtraffes
Money=
makergeſicht blitzartig verjüngte.
„Sie machen mich glücklich mit ſolchem Lob, obgleich ich es
nicht verdiene. Denn wenn man hunderten von induſtriellen
Generalverſammlungen präſidiert hat, dann liegt einem ſo etwas
gewiſſermaßen im Handgelenk.”
Das Orcheſter ſetzte wieder ein.
Die Begrüßungsworte waren reichlich ſpät geſprochen
wor=
den; die Lohnkellner ſervierten bereits den Nachtiſch.
Von Minute zu Minute begann die Unterhaltung lebhafter
zu wogen und die Stimmung zu ſteigen.
Das weißgolden gehaltene Promenoire mit ſeinen
Marmor=
ſäulen und den in die Wände eingelaſſenen Rieſenſpiegeln, die
eine Vervielfachung der Raummaße illuſionierten, bot einen
ent=
zückend intimen und dabei doch feſtlichen Anblick. Und was ſich
da an den beiden Hufeiſenflanken der langen, reich geſchmückten
Tafel — die vom ſtuckverbrämten Plafond her der rieſige
Kron=
leuchter mit ſeinen achtzig elektriſchen Kerzen ſtrahlend
über=
glitzerte — aneinander reihte, das war ein Konzilium markanter
Männertypen, intereſſanter, meiſt ſchöner Frauen und faſt
durch=
weg glänzender Namen.
(Fortſetzung folgt.)
erterkasenB
im Realgymnaſium
Wir laden die Eltern aller Se xtaner, die
an Oſtern neu in das Realgymnaſium
nach 3= oder 4jährigem Schulbeſuch
ein=
treten ſollen, zu einer Beſprechung auf
Dienstag, 2. Februar, Abends 8 Uhr
in unſerer Aula ein.
Die Direktion: Ritſ rt.
1587
Vereinigung
früherer
Leib=
gardiſten
Darmſtadt und
Umgebung
Sonntag, den 31. Januar 1926,
5 Uhr nachm., aufdem Arheilger
Mühlchen
1540)
Lichtbilder=Portrag
des Herrn Oberſt a. D. v. Hagen über
„Die Schlacht bei Jannenberg”
Anſchließend gemütl. Zuſammenſein
Wir bitten die Kameraden um
recht zahlreiche Beteiligung. Freunde
u. Gönner unſerer Vereinigung können
eingeführt werden. Der Vorftand.
Ppeffkanwagen
4 Tonnen, 24/40 PS., in tadelloſem
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Samstag, den 30. Januar 1926
Seite 15
Reich und Ausland.
Arteil im Prozeß gegen die heſſiſchen Kommuniſien.
Leipzig, 28. Januar.
Ju dem Hochverratsprozeß gegen die heſſiſchen
Kom=
muniſten wurde heute mittag von dem 4. Strafſenat des
Reichs=
gerichts das Urteil gefällt. Wegen Vergehens bzw. Verbrechens gegen
7 des Republikſchutzgeſetzes, § 7 des Sprengſtoffgeſetzes und § 3 der
Waffenverordnung wurden verurteilt: Die Angeklagten Koeck,
Haaſe und Gronen zu je 3 Jahren Gefängnis und 300 Mark
Geldſtrafe; die Angeklagten Lange und Hoheiſel zu je 2 Jahren
3 Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldſtrafe, der Angeklagte
Pap=
vert zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldſtrafe. Das
Verfahren gegen zwei Angeklagte wurde auf Grund des Amneſtiegeſetzes
eingeſtellt. Die erkannten Geldſtrafen ſowie bei Koeck und Haaſe
Jahr 3 Monate, bei Gronen 10 Monate, bei Lange und Hoheiſel je
11 Monate und bei Pappert ein Monat der Freiheitsſtrafe ſind durch
Unterſuchungshaft verbüßt. Gegen den Angeklagten Lege der zur
Verhandlung nicht erſchienen war, wurde vom Reichsanwalt Haftbefehl
erlaſſen.
Zwei Todesurteile vom Reichsgericht beſtätigt.
Leipzig. Der erſte Straffenat des Reichsgerichts beſchäftigte ſich
heute mit der Reviſion in der Mordſache des Ausgehers Max Meiringer,
der am 15. 12. 1925 vom Schwurgericht in Regensburg wegen Mordes
zum Tode verurteilt worden war. Meiringer hatte am 25. Auguſt 1925
in ſeiner Wohnung im Verlaufe eines Streites den Arbeiter Windorfer
durch mehrere Beilhiebe getötet und dabei den Vorſatz geäußert, ihn
„für immer ſtumm zu machen”
Die gegen das Todesurteil eingelegte
ſieviſion wurde vom Senat nach längerer Beratung verworfen. Der
gleiche Senat verwarf heute die Reviſion des Metzgers Benno Umhöfer,
den das Schwurgericht in Aſchaffenburg am 18. 12. 1925 wegen
Raub=
mordes zum Tode verurteilt hatte. Dieſes Urteil erregte ſeinerzeit
Auf=
ehen, weil damit eine über 20 Jahre zurückliegende Mordtat ihre Sühne
fand. Umhöfer hatte am 20. 6. 1903 die ledige Telephoniſtin Joſepha
Haas überfallen, ihrer Wertſachen beraubt und dann ermordet. Bereits
im Jahre 1905 wurde er wegen des Verdachts der Täterſchaft verhaftet,
aber wieder freigelaſſen. Im vorigen Jahre verdichteten ſich die
Ver=
dachtsmomente ſo ſtark, daß er von neuem verhaftet wurde. In der
Schwurgerichtsverhandlung konnte er auf Grund von Indizienbeweiſen
der Tat überführt werden.
Zwei Direktoren einer Berliner Autogroßhandlung verhaftet.
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be=
ſchafft hatte. Den Käufern wurde geſagt, daß der Firma
Pferde=
roſchkennummern zur Verfügung ſtänden, für die ordnungsgemäß eine
Autodroſchke in Betrieb genommen werden könnte. In Wirklichkeit aber
vurden auf Veranlaſſung von zwei Direktoren der Firma ohne Wiſſen
der Käufer die Daten der Verkaufsverkräge gefälſcht, und zwar
vor=
verlegt, ſo daß das Kraftverkehrsamt keine Bedenken katte, in allen
Fällen eine Nummer zu erteilen. Gegen die beiden Direktoren, die
verhaftet wurden, wird ein Verfahren wegen, ſchwerer
Ur=
kundenfälſchung eingeleitet werden.
Eigenartige Verſteigerung.
VSN. Lüdenſcheid. Im Frühjahr 19 ging über
Leffring=
hauſen ein Feſſelballon nieder, der ſich in der belgiſchen Zone
osgeriſſen haben mußte. Die belgiſche Behörde, der der Fund
ange=
meldet worden war, verzichtete auf die Zurückgabe des Ausreißers und
veranlaßte die Verſteigerung, bei der ſich nur zwei Fremde eingefunden
hatten, die den Ballon für 60 Mark kauften, der ſchätzungsweiſe einen
Wert von 8000 Mark hat.
Die Rettungsaktion der „Bremen.”
Bremen. Boesmanns Telegraphenbüro meldet: Nach einer
wei=
ren Mitteilung des Kapitäns des Norddeutſchen Lloyddampfers
„Bremen”, ſind von der Beſatzung des untergegangenen englifchen
Dampfers „Lariſtan” der Zimmermann Lacenby, die Matroſen
Carina und Johnes ſowie die Heizer Philipps, Mc. Gee und Mc. Chan
gerettet worden. Der Dampfer „Bremen” iſt, wie gemeldet, am
2. Januar, morgens 5 Uhr, in der Nähe des engliſchen Dampfers
ein=
getroffen und hat zunächſt dieſe ſechs Mann der Befatzung an Bord
ge=
gommen. Wegen des herrſchenden Nordweſtſturmes und des ſchweren
Seeganges mußte von weiteren Rettungsverſuchen vorläufig abgeſehen
verden. Der Dampfer blieb dann den ganzen Tag und die
darauf=
olgende Nacht über in der Nähe des engliſchen Schiffes, konute ihm
je=
och infolge des anhaltenden Nordweſtſturmes keine weitere Hilfe
ringen. Am Mittwoch, um 9 Uhr, hat dann die „Bremen” die Reiſe
ach Bremen fortgeſetzt. Nach dem Fahrplan iſt die „Bremen” am
0. Januar in Cobh (Queenstpwn” zu erwarten, wo die Schiffbrüchigen
des engliſchen Dampfers gelandet werden dürften.
Die Sturmfahrt der „Antinve‟. — Die geſamte Befatzung gerettet.
DD. New York. Nach Nachrichten von Bord des
Amerika=
dampfers „Präſident Rooſevelt” befindet ſich dieſer zurzeit auf der
Wei=
terfahrt nach Cherbourg, nachdem es ihm gelungen iſt, auch die 13 Mann
der Beſatzung der „Antinoe” zu retten. Zu dieſer Zeit lag die
„Antinve” bereits ſo ſtark auf der Seite, daß ihr Untergang ſtündlich
zu erwarten war. Die Geretteten waren völlig erſchlafft, da ſie ſeit
zwei Tagen nichts mehr genoſſen hatten, ſie mußten einzeln von Bord
feholt werden, da ſie nicht mehr fähig waren, in die Rettungsboote zu
ſpringen. Nach weiteren Nachrichten befindet ſich noch ein engliſcher
Dampfer, und zwar der 4900 Tonnen große „Errington Court”
in Seenot. Das Steuerruder des Dampfers iſt betriebsunfähig und der
Ofizier iſt tot. Man glaubt nicht, daß die Notreparaturen lange Zeit
halten werden.
Verhafteter internationaler Juwelendieb.
EP. Wien. Montag abend wurde hier der ſeit einigen Monaten
tablierte Juwelier Julius Moransky verhaftet. Bei einer
Durchſuchung des Geſchäfts wurde das Warenlager beſchlagnahmt, das
inen Wert von mehreren Milliarden Kronen repräſentiert und das
ſich als Beute aus verſchiedenen im Ausland verübten Einbrüchen
erwies. Ueberführt wurde Moransky durch den Beſitz einer äußerſt
wertvollen Halskette im Werte von 800 000 Schweizer Franken, die er
im Juli vorigen Jahres bei einem Einbruch bei einem Züricher
Juwe=
lier erbeutet hatte. Es ſtellte ſich heraus, daß Moransty mit einem
von der Polizei vieler Länder geſuchten internationalen Juwelendieb
dentiſch iſt. Er hatte in der Praterſtraße in Wien ein großes Geſchäft
richtet, um die geraubten Juwelen hier veräußern zu können.
Eröffnungsanſprache, des Reichskanzlers bei der Corinth=
Ausſtellung.
TU. Berlin. Reichskanzler Dr. Luther hielt geſtern mittag bei
Er=
öffnung der Ausſtellung von Gemälden von Lovis Corinth in der
Natio=
nalgalerie eine Anſprache, in der er einleitend darauf hinwies, daß die
Kultur im Deutſchen Reiche in der Hauptſache Angelegenheit der Länder
ſei, daß das Reich ſich aber auch dafür intereſſiere. Der Kanzler führte
u. a. weiter aus: So ſehr gerade in Zeiten, wie den heutigen, das
Poli=
tiſche und Wirtſchaftliche im Vordergrund ſteht, ſo wollen wir doch nicht
vergeſſen, daß ſich das eigentlich Menſchliche vielleicht beſonders ſtark in
den Dingen der Kultur auswirkt und daß wir uns ein Leben unſeres
Volkes, ja ein Leben der Menſchheit ohne ſcharfe innere Verhältniſſe zu
Kunſt und Kultur überhaupt nicht zu denken vermögen. Das iſt
ſchließ=
lich auch der Titel, unter dem ich als deutſcher Reichskanzler dieſe
Aus=
ſtellung von ganzem Herzen begrüßen darf, als einen Ausdruck
gemein=
ſamen deutſchen kulturellen Wollens, wie es auch bei anderen
Gelegen=
heiten in der preußiſchen Nationalgalerie immer verſucht und verwirklicht
wvorden iſt. Sicherlich gerade die Kunſt iſt eine der ſtärkſten Brücken von
Volk zu Volk. Durch das Leben v.
mn Lovis Corinth iſt ein ſchm
manchen anderen zur Strecke gebracht hätte. Er aber hat die Kraft
wie=
der gefunden, er hat auf anderer Grundlage unter ganzer Einſetzung
ſeiner Perſon weiter geſchaffen und wir wiſſen, daß auch nach den Jahren
ſeines geſundheitlichen Zuſammenbruches Meiſterwerke aus ſeiner Hand
entſtanden ſind. Dieſe prachtvolle Einſtellung zum Leben, dieſe Bejahung
zum Leben, auch dann, wenn Hinderniſſe eintreten, muß uns für das
deutſche Volk ein Vorbild ſein. Wir tragen eines ſchweren Krieges Laſt.
Durch das Leben des deutſchen Volkes iſt auch ein ſchwerer Bruch
gegan=
gen. Darum dürfen wir aber keinen Augenblick verzagen, fondern wir
müſſen, wie Lovis Corinth es tat, die Kräfte unſerer Seele, alles was
uns geblieben iſt, zuſammenfaſſen, um zu arbeiten und zu ſchaffen und
alles für uns ſelbſt und die Welt darzuſtellen, was wir darzuſtellen im
ſtande ſind. Das Leben des einzelnen Menſchen erhöht, das Volk aber
bleibt, das Volk bleibt dauernd und dauernd bleibt die deutſche Kunſt.
Brand in der Wiener Univerſität.
FU. Wien. Vorgeſtern abend brach in der Wiener Univerſität Feuer
aus, das das Theologiſche Inſtitut und eine ſehr wertvolle unerſetzliche
Sammlung zerſtörte.
Bären als Entlaſtungszeugen.
DD. Bern. Ein Bärenführer hatte ſich auf die Anſchuldigung
früherer Angeſtellter hin, wegen Dierquälerei vor Gericht zu
verantſvorten. Bei Beginn der Verhandlung brachte ein Mann zwei
Bären in den Gerichtsſaal, die zum Erſtaunen der Anweſenden bald als
Entlaſtungszeugen für ihren Herrn auftreten ſollten. Als die drei
Be=
laſtungszeugen in den Saal traten, wurden die Tiere unruhig, beim
Erſcheinen ihres Herrn aber traten ſie ihm freudig grunzend entgegen
und leckten ihm die Hände. Der Richter ſah darin die beſte Entlaſtung
für den Angeklagten und fällte ein freiſprechendes Urteil.
Abſturz eines polniſchen Heeresflugzeuges.
Warſchau. Ueber einem Dorfe in der Nähe von Warſchau
ſtürzte ein Heeresflugzeug aus unbekannter Urſache ab und tötete
eine Dorfbewohnerin. Der Flugzeugführer, ein polniſcher Offizier,
wurde getötet, der Beobachter lebensgefährlich verletzt.
Flugzengabſturz bei London.
DD. Paris. In der Nähe von Watford bei London ſtürzte ein
Heeresflugzeug ab. Der Führer wurde ſchwer verletzt. Die
Maſchine wurde vollſtändig zertrümmert.
Der Streit um die Entdeckung des Nordpols.
EP. Durch eine Erklärung des Nordpolforſchers Amundſen, der in
einem Vortrage in Fort Worth (Texas) ausführte, daß die Anſprüche
Dr. Cooks auf die Entdeckung des Nordpols genau ſo begründet ſeien,
wie die des Admirals Peary, ſcheint der 17 Jahre alte Streit zwiſchen
dieſen beiden Forſchery, von denen der eine geſtorben iſt und der andere
wegen Unterſchlagung eine 14jährige Gefängnisſtrafe verbüßt, wieder in
alter Schärfe wachgerufen worden zu ſein. Die Zeitungsberichte über die
Aeußerungen Amundſens riefen eine Reihe führender Arktisforſcher auf
den Plan. So erklärte Mac Millan, daß bei keinem der Begleiter
Pearhs auch nur der geringſte Zweifel beſtehe, daß dieſer den Pol
er=
reicht habe. Er ſtellt nochmals feſt, daß die ihm von den Eskimos
bezeich=
nete Stelle, an der Cook als dem angeblichen Pol die amerikantſche
Flagge gehißt habe, in Wirklickeit 500 Meilen vom Pol entfernt ſei.
Schließlich ſeien Admiral Pearys Anſprüche auf die Entdeckung des
Nordpols genau ſo gut, wie die Behauptung Amundſens, daß er den
Südpok erreicht habe. — Der Forſcher Steffanſon ergreift gleichfalls für
Peary Partei, indem er auf den Gegenfatz zwiſchen dem untadeligen
Lebenswandel des Admirals und Cooks „ſtändigen Schwindeleien,
ſeit=
dem er die Beſteigung des Mount Mac Kinley vorſchwindelte”, hinwies.
Geſchäftliches.
Neuer vegetariſcher Mittagstiſch. Es iſt ſehr zu
begrüßen, daß ein nach den Grundſätzen der neueſten wiſſenſchaftlichen
Erfahrungen geführter Mittagstiſch hier eingerichtet worden iſt. Allen
Anhängern der geſundheitsgemäßen Lebensweiſe iſt dadurch
Gelegen=
heit geboten, ſich Heilkuren zu unterwerfen, da ärztliche Vorſchriften
Berückſichtigung finden. (Siehe Anzeige.)
Wenn Sie Faſtnacht Kreppel backen, Frau
Nach=
barin, dann nehmen Sie ſtatt der Butter einmal Blauband=Margarine.
Ich habe Syldeſter damit gebacken und hatte nie ſo ſchöne Kreppel wie
diesmal, und dabei iſt die Blauband=Margarine bei weitem nicht ſo
teuer wie Butter.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Ger de Beröffentſichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keineriel Var
antwentuns; t
ſie bleibt arf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfangt
dur Sinfernder veranwortiich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückgeſandt. die Ablehnung nicht bearäubet werden.
Die Februarmiete.
Erſt am 29. d. M. wird eine Verfügung des Geſamtminiſteriums
vom 27. d. M. verlautbart, wonach die Miete für Februar nach der
Regelung für Januar mit 88 Prozent der Friedensmiete die gleiche
bleibt. Es wurde früher ſchon beanſtandet, daß die Mietfeſtſetzungen
immer ſo ſpät veröffentlicht werden. Wenn das Geſamtminiſterium am
27. Januar die Feſtſetzung getroffen hat, müßte es doch möglich ſein,
dieſe Kundmachung durch die Preſſe noch am gleichen oder am nächſten
Tage den Intereſfenten zur Kenntnis zu bringen, zumal auch
Mietver=
träge mit Vorauszahlung des Mietzinſes in Betracht kommen und dieſe
Mieter ſich angeſichts der wirtſchaftlichen Lage zeitig bezüglich der
Flüſ=
ſigmachung der Geldmittel einzurichten gezwungen ſind.
Rund=Funf=Programme.
Frankfurt.
Sonnabend, 30. Jan. 3.30—4: Jugendstunde. Liedervorträge der
Hufnagel-Mittelschule I. Mädchenklasse; Volks- und Kinderweisen
1. In einem kühlen Grunde. — 2. Es dunkelt schon in der Heide.
— 3. Jetzt gang 1 an’s Brünnele. — 4. Rosestock, Holderblüt. —
5. Und schau ich hin. — 6. Die Gedanken sind frei. — 7. T bin a
Steiverbua. — 8. Als unser Mops ein Möpschen war. — 9. Eia, popeia,
was raschelt im Stroh. X 4.30—6: Hausorch. Ouv. von Auber (geb.
9. Jan. 1782). Leitung: Dr. Herten vom Frankf. Opernh. 1. „Die
Krondiamanten‟. — 2. „Maurer und Schlosser”. — 3. „Der schwarze
Domino‟. — 4. „Des Teufels Anteil” — 5. „Der erste Glückstag‟.
— 6. „Die Stumme von Portiei”. —7. „Der Feensee‟. — 8. „Fra
Diavolo”. X 6—6.30: Lesestunde (für die reifere Jugend): „Meister
Reinecke” von Carl Ewald. X 6.30—7: Stunde des Südwestdeutschen
Radioklubs. X 7—7.20: Bücherstunde. X 7.20—7.30: Archivdirektor
Dr. Ruppersberg: „Das Frankfurter Stadtarchiv und seine Schätze‟.
X 7.30—8: Prau Dr. Hanna Szaß: „Romain Rolland, zum 60.
Ge-
burtstag”. X 8—9: Mozart-Zyklus des Amar-Guartetts. IK. Ausf.:
Licco Amar, 1. Violine; Walter Caspar, 2. Violine; Paul Hindemith,
Viola; Rudolf Hindemith, Cello. Mitw.: Allekotte, Viola, und Hoensch,
Oboe. 1. Quintett für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello. —
2. Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello, — 3. Quinte‟
für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello. X 9—10: Heiterer
Abend. Ausf.: Sophie Fritz, Sopran; Alois Resni, Tenor und Ansage
Kurt Lieck, mundartliche Rezitation. Anschließend bis 12 Uhr;
Uebertragung vou Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.
tuttgart.
Samstag, 30. Jan. 2: Schallplattenkonzert. X 3: s Gretle von
Strümpfelbach erzählt. X 4.30: Tanzmusik. Jazzkapelle
X 6.30:
Drama-
tur
sche Funkstunde (Oper). X 7: Vortr. H Neuberger: Die Anekdote
als Spiegel der Kultur- und Geistesgeschichte. X 7.30: Morse-Kurzus. Leit.:
Formis. 8: Ubertr. a.d. Hause d. Deutschtums: Kammermusik. Klaviertrio
B-dur (Schubert). Einzelgesang: An den Unendlichen. Mainacht;
Feld-
einsamkeit (Joh. Brahms).
Frühlingsfahrt: Provencalisches Lieck
(Schumann). Klaviertrio in einem Satz (Greß). Mitw.: Frau Zipperer-
Rotlr (Violine), Konzertm. Kaulbersch (Cello), Kammersänger Neudörfer-
Opitz. — Anschl.: Funkbrettl. Mitw.: Gerda Hansi, F. Forster, A. Göppner,
H. Harx, C. Struve, H. Were
Folies Bergeres, Marsch (Linke).
alzer aus „Die schüne Risette‟
(Fall). Die Haselnuß, Duett (Straus).
Auf Wiedersehen Marie, Wanderlied (Tiger). Flötensolo: Fant. aus
„Regimentstochter‟ (Donizetti). Wo a greams Kranze
hängt (
Hohen-
berger). Das alte Lied (Kreißie
er). Ouv. z. „Waldmeister‟ (Joh. Strauß).
„Das Versprechen hinterm Herd‟, Singspiel von Baumann. Pers.: Michael
Guantner; Loisl: Nandl; Freiherr von Stritzow. Serenade (Toselli). Die
Gretchenfrisur (Robitschek). Flütensolo aus dem Konzert Friedrichs des
Großen. Warum soll ich denn schlafen gehen (Léhar). Frühlingstraum,
Humoristiea. EI Estandarte, Tango. Torero. Shimmy.
Berlin.
Sonnabend, 30. Januar. 3 (Königewusterhausen): Prof. Amset:
Einkeits-
kurzschrift. O 4: C.
H. Alüeri u. Frl. van Eyseren: Spanisch für Anf. O 4.3z
Frl. Rechtsenw. Behr
bzw, Frau Dr. Zahn-Harnack: Die Fr:
au als Bürgerin,
De
§ 3.
5: Dr. Nug
„Eine Fahrt durch Großbritannten”
Schottland.
4.30: Funkkapelle. Hindenburgscher Einzugsmarsch. Cui, Ouvertüire. Weber,
Fant. aus „Der Freischütz‟ Lincke, Winterlandschaft. Großmann, Czardas.
Blech, Duett aus „Der Rappelkopf”. Suppé, Humorist. Variationen über „Was
kommt dort von der Höh
Dagar, Nächte, die man nie vergißt, Shimmv. O
6.45: Mediz.-hygien. Plaud
(San.-Rat Frank). O 7.15: Esperauto (Dir.
Fe
Glück). 6 7.45: Geh. Rat Mietlie: „Ziele u. Wege der Naturfarbenphotoer,
6 8.30 (auch Welle 1300): Otto-
„Die alten Verfahren der Farbenphotographie.
Reutter-Abend. Helmburg-Flolmes Gänsemar
. Couplets: Oito Reutter.
Con-
radi, Ouv. zu „Berlin wie es weint u. lac
Kollo, Schlag auf Schlag, Potp.
Couplets: Oito Reutter. Egers, Jawohl! lawohl! O 10.30: Tanzmusik.
Tageskalender für Samstag, den 30. Januar 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 71 Uhr, Ende 10 Uhr:
„Datterich.” — Kleines Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr,
Zuſatzmiete V (9): „Don Pasquale.” — Orpheum, abends 8 Uhr:
„Das Spielzeug der Marquiſe.” — Orthſches
Männerquar=
tett, abends 8.11 Uhr, in der Beſſunger Turnhalle: Maskenball. —
Chauſſeehans, Heidelberger Str. 89, abends 8.11 Uhr: Gala=
Maskenball. — Bayern=Verein: Großer Maskenball im
Kon=
kordiaſaal. — Turnhalle Woogsplatz, abends 8.11 Uhr:
Liedertafel=Maskenball. — Saalbau, abends 8.11 Uhr: Konkordia=
Maskenball. — Heiliges Kreuz: Der große Rheingold=
Masken=
ball. — Café Windſor: Karnevaliſtiſcher Kappenabend. —
Spaniſche Bodega, Hügelſtr.: Karnevaliſtiſcher Kappenabend,
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Sonntag, den 31. Januar 1926,
nach der Wetterlage vom 29. Januar 1928.
Milde Temperaturen, auch nachts über 0 Grad, wolkig, noch
ein=
zelne Regenfälle.
Heſſ. Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich
* Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauv
Verantwortlie
ir Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
erantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
ür Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich
Verautwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhl
Lruck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
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ILAURLII AAMleA
MOTS
46i
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(1574
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[ ← ][ ][ → ] Seite 16
* Deuſchlands Fal und Erhebung.
XI. Joſef Görres, der rheiniſche Appſtel des Deutſchtums.
(Gleichzeitig zum 150. Geburtstag, 25. Januar 1926.)
Von
Profeſſor Dr. phil. h. e. Karl Berger.
II.
Den Uebergang zu ſeinem neuen Leben bahnte ſich Görres
mit naturwiſſenſchaftlichen Studien und Arbeiten, die im Zeichen
der Narurphiloſophie Schellings geſtanden. Von hier aus fand
er den Weg zu philoſophiſcher und geſchichtsphiloſophiſcher
Spe=
kulation und zur lebendigen Berührung mit dem deutſchen
Gei=
ſtesleben. Neben Schelling ward Clemens Brentano, mit dem
er bei deſſen Beſuchen in Koblenz viel verehrte, ſein Führer zur
Romantik. Schon in manchen Büchern aus der Koblenzer Zeit
und in zahlreichen Aufſätzen der Münchener Zeitſchrift „Aurora”
ſchlug er den romantiſchen Ton an, aber erſt in Heidelberg,
im Zuſammenwirken mit den Vertretern der vaterländiſchen
Ro=
mantik, ſollte ſich ſeine Wendung zur Romantik vollenden. Was
die politiſche Revolution verſprochen und nicht gehalten, das
ſollte ihm nun die literariſche erfüllen. Im Herbſte 1206 ſiedelte
Görres in die Neckarſtadt, da ihm der Druck der Fremdherrſchaft
immer unerträglicher, das ganze franzöſiſche Weſen zum Abſcheu
geworden war. In Heidelberg hielt er als Privatdozent
Vor=
leſungen über mannigfache Gegenſtände, Naturphiloſophie,
Lite=
ratur und Aeſthetik. Dort iſt er auch zum nationalen
Schrift=
ſteller geworden, dort hat er in Gemeinſchaft mit Achim von
Arnim und Clemens Brentano jenes Feuer entzündet,
das (nach einem Worte des Freiherrn von Stein) ſpäter die
Franzoſen verzehren half. Deutſchland hatte ſoeben ſein altes
Kaiſertum zu Grabe gehen ſehen. „Nur verhältnismäßig wenige,
durch die Menge zerſtreut,” ſo ſchrieb Görres 25 Jahre ſpäter,
„ſchienen die Schmach zu fühlen, und wo man ſie entdeckte,
wur=
den ſie als überſpannte Phautaſten verſchrien und angefeindet.
Die Journale und Zeitungen, flach, trivial und geiſtlos über die
Möglichkeit hinaus, wetteiferten der Mehrzahl nach in der
Nie=
dertracht. Die Gelehrten hatten die Hände voll zu tun, die
täglichen Veränderungen in Statiſtik, Geographie, Geſetzgebung,
Politik in ihre Kompendien einzutragen, und freuten ſich der
gangbaren Meßartikel. Wir, die wir uns an den Ufern des
Neckars zuſammengefunden und unſeres Zeichens jenen
über=
ſpannten Phantaſten angehörten, hatten nicht Luſt, in das
fröh=
liche Tiriliri der patriotiſchen Singvögel einzufallen.”
Wohl=
wiſſend, wie wenig der einzelne gegen das allgemeine Verderben
auszurichten vermöge, ſeien ſie doch entſchloſſen geweſen, den
un=
gleichen Kampf aufzunehmen. Die Freunde erkannten, woran es
dem deutſchen Volke vor allem fehlte: am Bewußtſein ſeiner
Na=
tionalität. Politiſche Werbung war durch die Verhältniſſe
aus=
geſchloſſen. Aber die Liebe zur alten Zeit, den Stolz auf die
deutſche Vergangenheit wieder konnten ſie wecken und durch die
Beſinnung auf die eigene ſittliche Kraft Mut und herzhaftes
Ver=
trauen im Volke erneuern und ſo an deſſen Wiedergeburt
mit=
wirken. Zu dieſem Zwecke arbeitete Görres an der Arnimſchen
„Zeitung für Einſiedler” mit, half er die wunderbare Urzeit der
Nation in Dichtung und Sage aufdecken und die hiſtoriſchen wie
literariſchen Schätze des Mittelalters heben. Nachdem als die
Samstag, den 30. Januar 1926
Rerft Frulch defer Schte D. Raulten Lundelhen „ſche.
nen war, ließ Görres ſeine Kindermythen 1807 „Die
deut=
ſchen Volksbücher” folgen, bemühte ſich als Literarhiſtoriker
und Kritiker eifrig und erfolgreich um Volkslied, Minne= und
Meiſtergeſang, Heldenſage und Sagengeſchichte, gelangte auf den
Weg über die provenzaliſche Dichtung zu den Gralslegenden und
nd ſich auch wieder zurück zur Beſchäftigung mit der
zeitgenöſſi=
ſchen Literatur und Kunſt. Das Ziel ſeines Strebens war die
lebendige Gegenwart, ſelbſt wenn er urälteſten Ueberlieferungen
nachforſchte, „die Pforten des Aufgangs” ſuchte, „wo die ſtarken
Geſchlechter wohnen”. Auch für die Wandlung ſeiner politiſchen
Anſchauungen, war die Hinwendung, zum romantiſchen
Mittel=
alter entſcheidend. Im Nachſinnen über das Problem der
Ent=
wicklung in der Geſchichte kommt er einer natürlichen, realen
Auf=
faſſung von Staat und Volk näher, indem er ſie als
wohlgeglie=
derte, lebendige Weſen, als Organismen, begreiſt. Mit der
Er=
kenntnis der berechtigten und notwendigen Unterſchiede der
Ein=
zelperſönlichkeiten wie der Staaten und Stände verträgt ſich ſein
alter Freiheits= und Gleichheitsbegriff nicht mehr, und die
Re=
volution wird jetzt ironiſch abgefertigt, die früher bereits mit
dem Gefühl erfaßte Verſchiedenheit des deutſchen und
franzöſit=
ſchen Charakters aus hiſtoriſcher Auſchauung tiefer begründet.
Geſchichtliche Ereigniſſe werden aus dem Nationalcharakter
er=
klärt, und daraus praktiſche Forderungen gezogen: die
Demüti=
gung, die dem deutſchen Volke jüngſt bereitet worden iſt, iſt nicht
bloß dem Ungeſchick der Führer zu verdanken; Partikularismus
und Ueberindividualismus, „jenes blöde Hängen am Begriffe
der Beſonderheit, der jedem eingebildet iſt” und „durch
Stammes=
art”, in den Deutſchen liegt, alſo der Mangel an Nationalgefühl
iſt mit ſchuld an dem Unheil, zumal da dieſer Charakterzug ſich
in der Gegenwart „bis zur höchſten Erbärmlichkeit ausgebildet”
hat. Deshalb muß die Nation, „ſich losſagend von dem, was die
Verworrenheit der nächſtvergangenen Zeit ihr aufgedrungen,
zurückkehren in ſich ſelbſt zu dem, was ihr Eigenſtes und
Wür=
digſtes iſt, wegſtoßend und preisgebend das Verkehrte, damit ſie
nicht gänzlich zerbreche in dem feindſeligen Andrange der Zeit”.
Wie tief ſein vaterländiſcher Stolz durch die unwürdige
poli=
tiſche Lage Deutſchlands verletzt war, wie bitter ſein „Unwille
auf die allgemeine Hohlheit, das nüchterne, leere Weſen” bezeugt
ſo recht ein Werkchen, das unter dem Titel „Die
Schrift=
proben von Peter Hammer” erſchien. All der Ingrimm,
der ſich ſeit Jahren in Görres über das Elend der Zeit
angeſam=
melt hatte, entlud ſich hier in mächtigen Tönen und nach allen
Seiten hin treffenden Schlägen. Vor allem die Fremdlinge mit
dem „Kleinen” dem Kaiſer Napoleon, an der Spitze, werden
ge=
geißelt. Aber ſie ſind es ja nicht allein, die Deutſchland
mißhan=
deln und erniedrigen. Auch die Deutſchen ſelber trifft ſchwere
Schuld. Ihrem uneinigen, ſelbſtmörderiſchen Weſen entſpricht
die ſchwächliche politiſche Verfaſſung ihres Reiches, über die der
Feind mit ſeinen Mitteln leicht Herr werden konnte. Jedem
Stand wird ſeine Schuld an der politiſchen Unfähigkeit
Deutſch=
lands vorgerechnet, den Fürſten, dem Adel, der Geiſtlichkeit, den
weltfremden dünkelhaften Gelehrten, die, vergraben in ihren
Büchern, nichts hören von den Stürmen der Zeit, den
charakter=
loſen Zeitungsſchreibern, die, am Verderben der Zeit ſich mäſtend,
„die Ehre der Nation auf dem literariſchen Trödelmarkte
vergau=
nern.‟ Das deutſche Micheltum wird hart getroffen: „Alles
laſ=
ſen die Teutſchen ſich gutmütig gefallen, verſiegt ihnen der Nektar
nur nicht.” Und die Folge von all dem? Deutſchlands macht=
Nummer 30
Die Pitelielung zwiſchen Franfreich und Aufland, und us
haben wir uns bei der Verteilung von „Leib und Leben unter die
beiden Pole” vorbehalten? „Die leere Indifſerenz (
Bedeutungs=
loſigkeit) in der Mitte, unſere löbliche Gleichgültigkeit für Bös
und Gut, für Ehre und Schimpf, für Achtung und Hohn.‟
Da=
gegen hilft kein bloßes Geſchrei von deutſcher Art und Kunſt,
nichts auch das ewige Gackern „dummer Propheten” von Politih
und politiſchen Sachen, ſondern nur aus einer tiefgehenden,
in=
neren, religiös=ſittlichen Wandlung kann die Wiedergeburt des
deutſchen Volkes hervorgehen. Die heranwachſende deutſche
Jugend, ſo hofft er im Stillen, wird, angewidert von der
Feig=
heit und Würdeloſigkeit der Alten und begeiſtert durch eine
kraft=
volle, ſtolze Vergangenheit, das heilige Feuer entzünden.”
Im Herbſte 1808 zog ſich Görres, dem das Univerſitätsleben
durch allerlei akademiſche Eiferſüchteleien und Streitigkeiten
ver=
leidet war, auf ſeine alte Stellung in Koblenz zurück. Erfüllt
von ohnmächtigem Groll und ungeſtilltem Sehnen, in einer
Stim=
mung, die oft der Verzweiflung nahe kam, verlebte er die
näch=
ſten Jahre. In ſeinen Briefen aus dieſer Zeit kommt ſeine
Er=
bitterung über die politiſchen Verhältniſſe immer wieder zu
er=
greifendem Ausdruck, aber auch die Hoffnung, die er aus dem
Glauben an die tiefe Naturaulage des deutſchen Charakters ſtets
aufs neue ſchöpft; dann der Abſchen wider alles Franzöſiſche
und der Haß gegen den tyranniſchen Eroberer ſowie gegen das
knechtfelige Geſchmeiß, das ſich dienſtfertig beeilt, Napoleons
Wünſche in Deutſchland zur Ausführung zu bringen. Wo war
da ein Ausweg aus ſo entſetzlichen Verhältniſſen? Görres ſah
keinen, wenigſtens nicht für die nächſte Zukunft, ſein Blick war
ſelbſt für die Zeichen der anhebenden Befreiung blind. Je
inni=
ger er ſich der Nation verbunden fühlte, deſto bitterer waren ſeine
Urteile über alles, was im politiſchen Leben Deutſchlands geſchah.
Um ſo bewundernswerter iſt ſein trotz dieſer Schwarzſeherei
un=
erſchütterlich feſtgehaltener Glaube an des deutſchen Volkes
Zu=
kunft. In dieſem Sinne ſchrieb er 1810 für das von Friedrich
Chriſtoph Perthes herausgegebene „Vaterländiſche Muſeum”
unter einem Decknamen ſeinen Aufſatz „Ueber den Fall
Deutſchlands und die Bedingungen ſeiner
Wie=
dergeburt.‟ Das alte Deutſchland iſt dahrngeſunken, weil
das Volk von ſich ſelbſt abgehalten und in fremde Kreiſe
hiu=
übergetaumelt iſt: „Keine Macht lann neues Leben in die Leiche
bringen.” Wenn es alles Fremdartige ausſtößt und ſeine
eigen=
tümliche Kraft auffriſcht und zuſammenrafft, wird es zu alter
Herrlichkeit wiederauferſtehen. „Lerne die Nation ſich ſelbſt
durch=
ſchauen und ergründen; es iſt ein tiefer Brunnen in ihrer Mitte
zugedeckt, der zu allen Schatzkammern der Erde führt. Viele
Gei=
ſter haben ſich ſchon am Nibelungenhort bereichert, und er liegt
immer noch unerſchöpft im Verborgenen .. . Keine menſchliche
Macht vermag ein Volk, das aus ſich ſelbſt heraus zu einem
gro=
ßen hiſtoriſchen Charakter anreift, zurückzuhalten . . . Was die
Deutſchen jetzt zu erſtreben geſucht, wird ihnen von ſelbſt zufallen,
haben ſie nur erſt innerlich ſich deſſen wert gemacht; die Feſſeln,
die man ihnen angelegt, werden dann von ſelbſt zerreißen und in
Staub zerfallen.” Was not tut, iſt vor allem, daß eine feſte,
be=
ſtimmte öffentliche Meinung ſich bilde der Chor gleichſam in dem
politiſchen Schauſpiel. Wenn die Nation, „die bisher lautlos
ſtumm geblieben,” ſolche Gewiſſensſprache gewänne, alles Uebel
dieſer Zeit wäre dann nur Vorbereitung zu ihrer Wiedergeburt
geweſen.”
O
Namen schrieb. Der riohtigste Weg zur Beschaffung von Mäbeln ist also 2u mit.
Einen offensichtlichen Beileis meiner stets konkurrenzlosen Angebote geben bereits meine 14 Schaufenster.
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nimmt Anmeldungen für alle Klaſſen der
Vorſchule und des Inzeums entgegen.
Nachrichten des Standesamts Darmſkadt.
Sterbefälle. Am 16. Jan.: Heinrich Bender, Taglöhner, 35 Jahre,
Schuchardſtraße 14; Wilh. Caſper, Student, 24 J., Pankratiusſtraße 6;
Am 18.: Auguſt Chriſtian Eß, Lehrer, 54 J., Emilſtr. 32. Am 19.:
Anna Dorothea Maurer geb. Frank, 50 J., Arheilgen. Am 18. Eduard
Weidig, Oberamtsrichter i. R., Dr., Martinſtr. 91. Am 19.: Waldemar
Friedrich Herao, 8 Mon., Lauteſchlägerſtr. 20; Heinrich Gärtner, 2 J.,
Kaupſtr. 48; Oskar Kaßner, Chemiker und Direktor i. R., 62 J.,
Hein=
richſtraße 51. Am 20.: Georg Meier, Eiſenbahniekretär i. R., 66 J.,
Friedrichſtr. 22. Am 19.: Chriſtina Wich, Kinderfräulein, 77 J.,
Hoch=
ſtraße 18; Irmgard Lyß, 1 J., Heidelberger Str. 111. Am 20.: Marg.
Lortz geb. Heil, 34 J., Eliſabethenſtr. 62; Friedrich Müller, Zugführer
i. R., 76 J., Roßdörferſtraße 32; Ferd. Gallus, Rechtsanwalt, Notar
i. R., 77 J., Bismarckſtr. 23: Maria Katharina Ihrig geb. Fußmann,
61 J., Lichtenbergſtr. 20; Adam Ruppel. Straßenreiniger i. R., 67 J,
Arheilgerſtr. 16. Am 21.: Friedrich Roddewig, Lokomotivführer
i. R.,
81 J., Wienerſtr. 76: Johannes Brack, Dienſtknecht, 73 J., von Nieder=
Beerbach, hier Stadtkrankenhaus; Friedrich Leißler, Kunſtmaler, 63 J.,
Nieder=Namſtädter Straße 55; Adam Höhn, Invalide, 43 J. von
Pfung=
ſtadt, hier Stadtkrankenhaus; Karl Breitwieſer, Bezirkskaſſierer i. R.,
Rechnungsrat, 86 J., Heidelberger Straße 15: Emma Rudolph geb. Litt,
68 J., Erbacher Str. 61: Louiſe Dörr geb. Bormet, 62 J., Rhönring 91;
Franz Auguſt Kilian, Kanzleidiener i. R., 83 J., Riegerplatz 3.
G
Gottesdienſtliche Anzeigen,
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Septuggeſimä, den 31. Januar 1926.
Stadtkirche: Samstag, den 30. Jan,, abends 8½ Uhr: Andacht. —
Sonntag, den 31. Jan, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Kleberger. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdtenſt. Pfarrer
Lauten=
ſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 3 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel.
Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Um 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. — Abends 5 Uhr:
Abendgottes=
dienſt mit Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Lauten chläger.
Schloßkirche: Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte.
Vorn. 9½ Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. — Um
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil, Abendmahls.
Pfarr=
aſſiſtent Beringer.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Montag, den 1. Febr, abends 8 Uhr:
Männervereinigung Lukasgemeinde: Monatsverſammlung. Freie
Aus=
ſprache. — Mittwoch, den 3. Febr., abends 6 Uhr: Bibelſtunde: „
Be=
deutung des Appſtels Paulus für das Chriſtentum”. Pfaruer
Zimmer=
mann — Donnerstag, den 4. Febr., aben 3 8 Uhr: Familienabend
des Frauenvereins der Reformationsgemeinde. Lichtbildervortrag des
Herrn Gouverneurſekretärs Dietz über „Deutſch=Oſtafrika‟. Karten
zu 30 Pfg. in der Zentraldrogerie Logel, Eliſabethenſtr. 30.
Amtshandlungen an Auswärtigen bis 31. Jan.: Pfarrer
Marx; vom 1. Febr, ab: Pfarrer Wagner.
Martinskirche: Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D.
Waitz — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk. Pfarrer
D. Waitz. — Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrer Beringer,
— Montag, den 1. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Feier
unter Mitwirkung von Einzelkräften. Kollekte. — Mittwoch, den 3.
Fe=
bruar, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Bibelſtunde (über Pſalm 42),
Pfarrer D Waitz.
Fohanneskirche: Samstag, den 30. Jan., abends 8 Uhr, im
Ge=
meindehaus: Lichtbildervortrag des Männervereins über: „Eine
Amerika=
fahrt auf dem neueſten Llohzddampfer Columbus” von Herrn Habich.
Eintritt 30 Pfg. zum Beſten des Gemeindehausbaues. — Sonntag,
den 31. Jan, vorm, 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe,
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
eet
abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Marx.
Seſſunger Kirhe (Betrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Schäfer — Um 11½4 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Schäfer. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt.
Pfarrer Pabſt. — Mon ag, den 1 Febr., nachm. 3 Uhr:
Vorſtands=
ſitzung des evangel. Frauenvereins. — Abends 8 Uhr:
Monatsver=
ſammlung der evangel Männervereinigung. Vortrag von Pfarrer Dr.
Dreſcher: „Das Alter des Menſchen”.
Panluskirche: Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Wendel. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſt. Wendel.
Pfarraſſiſtent Wendel wohnt Mathildenſtr, 54, II., und iſt am
ſicher=
ſten von 10—11 Uhr zu ſprechen.
Die Pauluskirche iſt tagsüber zu ſtiller Andacht geöffnet.
Stiftskirche: Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.—
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Evangel,
Sonntags=
verein (Chriſtl. Verein junger Mädchen): Nachm. 4—7 Uhr:
Ver=
einsſtunden. — Donnerstag, den 4. Febr., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Kranichſtein (Schloßkapelle): Vorm. 10 Uhr: G.ttesdienſt.
Pfarr=
aſſiſtent Strack=Arheilgen.
Evangel. Kirche in Eberſtadt: Vorm 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Hagel — Um 11½4 Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nach=
mittags 5 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, den 3. Februar, abends
8 Uhr: Frauenabend bei den evang. Schweſtern mit Andacht.
Evang. Gemeinde Traiſa: Vorn. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.—
um 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 11 Uhr:
Kindergottes=
dient der Kleinen. — Montag: E. J. G. Mädchenabend (Schule). —
Dienstag: E J. G. Singabend. — Mittwoch: Bibelſtunde. —
Don=
nerstag: E. F. G. Jungenabend (Schule).
Ankündigung: Mittwoch, den 10. Febr.: Hauptverſammlung
des Frauenvereins bei Heß.
Kirche zu Nieder=Namſtadt: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. —
Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch: Jungmädchenvereinigung. —
Donnerstag: Frauenverein.
Evang. Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebetsſtunde. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr:
Bibelſtunde. Prediger Semmel. Thema: „Die Lohnfrage im Neiche
Gottes” (Matth. 20, 1—16). — Abend8 8½ Uhr: Evangeliſation.
Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde (Kriegerdankbund).
Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen.
Abends 8 Uhr: Lichtbildervortrag von Direktor Stähler=Berlin über:
„Das Vermächtnis unſerer gefallenen Kameraden im Veltkriege‟. —
Donnerstag fällt die Bibelſtunde aus. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde und Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule
Beſſungen. — Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Fugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 21, Uhr:
Bibeldeſprechſtunde für Fünglinge. — Um 434 Uhr:
Bibelbeſprech=
ſtunde für Jungfrauen. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für
Jünglinge und Gebetsſtunde für Jungfrauen. — Mittwoch, abends
8 Uhr: Freundeskreis für Fünglinge. — Donnerstag, abends 8 Uhr=
Gebetsſtunde für Jünglinge, — Freitag, abends 8½ Uhr:
Freundes=
kreis für junge Mädchen. — Um 8 Uhr: Turnſtunde für Jünglinge
in der Turnhalle der Realſchule.
Vereinigung chriſtl. Eiſenbahner, Mühlſtr. 24, Samstag,
den 6. Febr., abends 6 Uhr: Verſammlung,
Ehriſtlicher Verein Funger Männer Darmſtadt, e. V.,
Alexander=
ſtr. 22 (Infanterie=Kaſ., Hof links): Sonntag, den 31 Jan, vorm.
9 Uhr: Morgentwache: Marr 4, 21 —29. — Nachin. 3 Uhr: Gemütliches
Beiſam nenſein. — Um 5 Uhr: Vorleſung: „Jugend in aller Welt”.
Abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung; nach der Verſammlung:
„Ulubglang”, eine Batakſage. Miſſionar Fürgens. — Montag, den
1. Febr., abends 8½ Uhr: Muſikübung: Klampfen, Lauten, durch Hrn.
Umſonſt. — Dienstag, den 2. Febr., abends 81 Uhr:
Bibelbeſpre=
chung (Luk. 20, 1—3).
Bibel=beſprechung Jugendabteilung): „Die
S höpfung”. — Mittwoch, den 3. Febr., abends 8½ Uhr:
Gemüt=
liches Beiſammenſein, Singübung. — Donnerstag, den 4. Fehr., abends
eh a
Fürgens) — Freitag, den 3. Febr, abends 8 Uhr: Turnen,
Lud=
wigs=Oberrealſchule. — Samstag, den 6. Febr nachu:. 3—5 Uhr:
Jungſcharſtunden, Spielen, Vorleſun): „Frieder” von Agnes Sapper.
Bibliſ he Geſchichte: „Wie Feſus getauft wurde‟ — 5—7 Uhr: Uebung
des Hausorcheſters — Das Heim iſt außer Freitags und Samstags
ab 7½ Uhr geöffnet; Samstags und Sonutags ab 5 Uhr.
Möttlinger Freunde=Kreis: Montag, abends 8½ Uhr, im
Feier=
abendſaal, Stiftſtr. 51: Bibelſtunde.
Chriſtlicher Fugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtraße 26, I.)7
Sonntag, vorm. 9 Uhr: Morgenwache. — Nachm. 3 Uhr: Spaziergang.
— Abends 7½= Uhr: Generalverſammlung. — Montag, abends 8½ Uhr
Gebetsſtund: — Dienstag, abends 17—139 Uhr: Turnen in der
Tum=
halle der Müllerſchule. — Abends 834 Uhr: Poſaunenchor. —
Mitt=
woch, abends 8½ Uhr: Jugend=Bibelſtunde. — Donnerstag, abends
8 Uhr: Männerchor. — Abends 8½ Uhr: Familien=Bibelſtunde. —
Frei=
tag, abends 8½= Uhr: Leiter= und Helferverſammlung. — Samstage
abends 8 Uhr: Poſaunenchor — Jeden Mtwoch von 5—7 Uhr=
Jungſcharſtunden. Singen, Spielen, Vorleſen, Andacht.
Katholiſcher Gottesdienſt.
Sonntag, den 31. Januar 1926
St. Martinskapelle und Liebfrauenkirche.
Samstags und vor Feiertagen, nachm. von 5—7 und 8—8½ Uhr:
Beichtgelegenheit in der Martinskapelle.
Sonn= und Feiertags, vorm. 6½ Uhr: Beihtgelegenheit in der
Martinkapelle. — Um 7 Uhr: Heil. Meſſe ebenda. — Um 8 Uhr:
Heil. Meſſe mit Predigt ebenda. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit
Pre=
digt in Liebfrauen. — Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre in der
Martns=
kapelle. — Um 21= Uhr: Andacht ebenda.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 31.
Jan=
vorm. 11½ Uhr: Sonntagsſchule. — Nachm. 4½ Uhr: Verkündigung
des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 3. Febr,, abends 8½4 Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Freitag, den 5 Febr., abends 81½4 Uhr: Brbelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
31. Jan,, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. — Nachm 3½ Uhr: Gottes”
dienſt — Donnerstag, den 4. Febr., abends 8½4 Uhr: Bibelſtunde,
Pred. Erhardt.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40): Sonntag;
den 31. Jan , vorm. 10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Um 11 Uhr: Sonne
tagsſchule. — Nahm. 4 Uhr: Jugendbund. — Abends 8 Uhr:
Epan=
geliſativn. — Dienstag, den 2. Febr., abends 8 Uhr: Bibelſtunde,
Kirche Feſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 31. Jan., vorm. 10½ Uhr=
Sonntagsſchule. — Abends 71 Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch, den
8. Febr. abends 71 Uhr: Fortbildungsverein. Jedermann wille
kommen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriften (Baptiſten), Manerſtr. 17=
Sonntag, den 31. Jan. vorm. 10 Uhr: „Die Zubereitung für das
himmliſche Erbe”, — Un 1t uhr: Sonntagsſchule. — Nachmittags
5 Uhr: „Wie die erſten Chriſten geworden ſind”. — Abends 6½ Uhr=
Abendmahlsfeier. — Um 7½ Uhr: Jugendvereinsſtunde. — Mittwocht
den 3. Febr, abends 414 Uhr: Geſangſtunde — Donnerstag, den
4. Febr., abends 814 Uhr: Bibelbeſprechung (Mömerbrief). Jedermann
iſt willkommen. Pred Conrad
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heile
gungsſtunde. — Abends 8 Uhr; Heilsverſammlung. — Dienstag ſüie
Mitglieder.
Die Heilsarmee Pfungſtadt, Pfarrgaſſe 19: Sonntag, morgel”e
10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Abends 81, Uhr: Oeffentl,
Heilsbel=
ſanmlung. — Mittwoch, abends 81. Uhr: Oeffentl. Heilsverſammlung
— Freitag, abends 8½ Uhr: Heiligungsverſ. Adjudantin Land.
Samstag, den 30. Januar 1926
Nummer 30
Heute Samstag, den 30. Januar
Allgemeine Gesänge der rheinischen Lieder
Stimmungsmusik
3 Musikkapellen
in sämtlichen Räumen
(1563)
Musikalischer und vortragender Leiter
Obermusikmeister Hickley
IANABTAAAASAAAABI
aHaHabagadädngnag
Residenz-Theater
Palast-Lichtspiele
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Uraufführung für Süddeutschland!
Der
Lebenzroman einer Stenokypistin
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4.ℳ, ſchw. S.=Bluſen
4 2., ſchw. Halbſch
m. Gummiſ. (Gr. 38)
5 .K, w. Puppenwag.
5 ℳ, emaill
Fiſch=
kocher ( . Einſ./ 4.K,
18 Römer A 50 Z,
Petr=Ofen 7.½,nußb
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abzugeben. Anzuſeh.
von 11 Uhr an. Zu
erfragen in der
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ſchäftsſtelle. (*2695
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Ein Berliner Milieu-Film in 7 Akten
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(1588
HANNI REINUALD
Im Beiprogramm:
„ErC als Ehekandida‟
Harold-Lloyd-Grotecke
Die neuesten Tages-Ereignisse
(Trienonwoche
Die elegante Dame
Die neueste farbige Modenschau
Der Mordprozeß
OLLTBERNARP
In der Hauptrolle:
EALENRICHTER
B6
ieh liebe Pich‟
Restaurant Bender
Lil Dagover / Lucie Möflich
Werner Krauss
Rosa Valetti, Hermann Picha
André Mattonf
(1581
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Nach einer Novelle v. A. H. Zeiz in 6 Akten
In der Hauptrolle: Liane Haid, Alkens
Fryland, Fritz Alberti.
Fintenmännchen und die Tänzerin
Humorvolles Lustspiel in 2 Akten
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Die neueste Wechenschau.
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bauſtr. 16, III. (*2642
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Montag, den 2. Februar * 2650
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Sonntag, 31. Januar, vorm. 11 Uhr
im Kleinen Haus
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Ochſengaſſe 1, I1.
Motto: An uns kann kaaner dippe.
Morgen Sonntag abend 611 Uhr im Saalbau
Täglich ab 8 Uhr: Die beliebten
Wiener Schrammeln
Guſtl Kareſch
Pepi Steinkogler
Geige
Zither
Heute Samstag und Sonntag
Wiener Praterleben
unter Mitwirkung des Liederſängers Karl Auner aus Wien
f. H. u. D., auch Pierrots
Wendeſſtadtſtr. 47, I.
*2765sg)
Schw=weitz Yierrot u.
ſchöne Holländerin z v.
Riedeſelſtr. 39, 3. St.
(*2746)
3 neue ſeid M.=
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ſtüme, Dam=Pierrot,
Knallbonbons und
Phantaſie, z. vl. *2756
Eliſabetbenſt. 29,H, I. I.
2 Muſikkapellen! Große Ueberraſchungen!
Freunde und Gönner des Klubs ladet ein
Der närriſche Rat.
Eintritt à Perſon 3 ℳ (inkl. Tanz), Karten zu haben bei
Herren Adam Schönberger, Wienerſtraße 46, Friſeur Joh.
Reeg, Soderſtraße 44, Metzgermeiſter Eidebenz,
Viktoria=
platz 8 und im Klublokal, Ecke der Grafen= und Wa dſtraße
Daſelbſt auch Mitgliederkarten.
(1525
Eintriit frei! * Eintritt frei!
Karten:
Ecke Erbacherſtraße — Eliſabethenſtr 28
Rheinſtraße 31 und an der Tageskaſſe
Arnold & Sohn
(Arnoſo)
(1310 a
Humor
Stimmung
2 elegante
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koſtüme bill. z. verl
Schwanenſtr. 8, part.
*2754)
Chaussaehaus
(weiß ſchwarz),
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Rheinſtr. 1234, II. r.
Grafenſtr.
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ſtraße 5, I. (*2728
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ſchachtel”
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Kaſinvſtr. 12. (r2777
Im Neckartor
Wein-Restaurant
Bunter Abend
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Elisabethenstraße 39.
Heute abend 8 Uhr 11
Heidelbergerſtr. 2
Heidelbergerſtr. 2
Saustag ab 12 Uhr:
Spez.: Bahr. Leberknödel mit Krauk
große Portion 60 H
Sonntag: Wild und Geflügel
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Hauptrollen u. a.
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. Januar 1926
oßer
-Runmel
Tanz im (*2671
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z große
Kränzchen
Komet; gegr. 1925
PI
ſportklub „Martinsviertel”)
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mnauer Hofes”, ſtatt
hr 71 Minuten
8
panns gemitlich werd
Das härriſche Komidee
I
Se
Abend u. Sonntag Abd.
HyOFt
ihskrone ‟, Mühlstraße 5
unde u. Gönner sind eingeladen
4. Kast.
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Spanische Bodega
Hügelstraße 35
Heute Samstag, 30. Januar
lustiger karnevaflstischer
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Na
Kebbengbend
Sonntag, 31. Januar
Doppel-Konzert
im Parterre und IStock (1580
Mife e
UGBHOA .1.-Rk.in
Auch ſeidene Herren=Pierrot. Arheilgerſtr. 2
vom 1.uß. Februar
Eine außergewöhnliche Gelegenheit zur Deckung Ihres
Frühjahrsbedarfs
1000 Halbstores
in meinen bekannt gediegenen Oualitäten, von der einfachsten bis zu der
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elegantesten Ausführung, anfangend das Stück mit
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alle licht-, luft- und waschecht, in prachtvollen Mustern und vorzüglichen
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Oualitäten, anfangend die Garnitur in hellgrundig mit
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250 Täll- und Etamine-Garnituren
in schönen neuen Mustern, bekannt gute Oualitäten, anfangend die
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1500 Scheiben-Schleier
in den verschiedensten Ausführungen, anfangend das Stück mit „ Mk. O.dd
2000 Neter Scheibengardinen
in Tüll. Etamine u. Congress, schöne Muster, anfangend der Meter mit IM. U.50
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mit und ohne Bordüre, meine bekannt gediegenen Oualitäten, in pracht-
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vollen Musterungen, anfangend der Mtr. mit
Ein Posten 180 cm br. Etamine
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hervorragende Qualität, der Meter in glatt Mk. 1-20, kariert
Ein Posten 130 cm Br. dunkle Madrasstoffe
für Uebergardinen, indanthren gefärbt, prachttolle Muster, der Meter Mk. B.30
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120 cm br. k’seidene Bekorations-Damaste
in wunderschönen Mustern und Farbstellungen, der Meter Mk. 6.50 und
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Echte Messing-Garnituren / mit Trägern, Endknöpfen,
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Darmstädter Teppich-u. Gardinen-Haus
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Die Biene
und ihre Abenteuer
Eln Film In 6 Akten
nach d. Roman v. Waldemar Bonsels
Beifilm: „Der Haikäfer”
Eine recht nette u. lustige Geschichte
Vorführungszeiten täglich
3, 5, 6¾ und 8½/ Uhr
Am Samstag, 30, Sonntag, 31. Jan.
und Montag, 1. Februar
keine Spieltage
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morgens Wellfleiſch mit Kraut, wozu
freundl. einladet
Joſeph Stocker
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Restauraflon La. Sohne
Luiſenſtraße 6
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Heute Samstag
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Beiſungerſtraße 91.
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Karlsſtr. 14
Jahrradhaus B. Or10 221640s
Landestheater.
Samstag, 30 Januar
Großes Heus.
Volksvorſtellung
zu Einheitspreiſen
Datterich
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von Niebergall.
Anf. 7½ Ende 10 Uhr
Preiſe: 1. 2, 3, 4 Mk.
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Wilhelminenſtr. 9.
Flein. Haus. /1591
Zuſatzmiete V. 9
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Don Pasquale
Oper von Donizetti
unfang 7½, Ende 10Uhr
Preiſe: 1 20—7 20 Mk.
Thegtermiete
II. Rang,
Zuſatz=
miete VII, abzugeb.
Näh. Geſchſt. (*2632
Theaterzettel für Samstag, 30. Januar
(Ohne Gewähr)
„Datterich”
Perſonen:
Datterich, Particulier . . Eduard Göbel
Richard Hinz
Bennelbächer
ſeine. Emil Thomas
Spirwes
Freunde Hartmuth Pfel
Knerz
Dummbach, Drehermeiſter Julius Harres
Babette, ſeine Frau . Lamnp=Welker
Lilli Neudecker
Marie, ſeine Tochter.
Ernſt Ldw. Göbel
Schmitt, Drehergeſelle
Steifſchächter Schneider=
Heinrich Gutkäſe
meiſter
Bengler, Schuhmachermſtr Georg Delp
Fritz Knippelius, Metzger=
Gg. Rodenhäuſer
meiſter
Eochen, Mariens Freundin Marie Rückert
Liſette Kelinermädchen Eleonore Merik
Erſter 1 Polizei= . . . . Kurt Manck
Zweiter) diener
Erſter
Zweiter Muſikant
Dritter
Erſter / Hand=
Zweiter
Dritter ser
Ein WLirtsiunge
Ein kleiner Junge.
Wilhelm Hermes
Hans Harres
Karl Wick
Karl Pauly
Heinrich Gutkäſe
( Ludwig Stah
Ernft Stößel
Han? Wolff
Alfred Fritſch