Einzelnummer 15 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 17
Sonntag, den 12. Januar 1926.
189. Jahrgang
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ſädter 8 Nationalbonl.
Der Stand der Regierungsbüldung
Grundſätzliche Einigung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Hoffnung, daß Dr. Luther ſchon am Samstag mittag
oder nachmittag beim Reichspräſidenten mit ſeiner Miniſterliſte
werde erſcheinen können, hat ſich leider nicht erfüllt. In der
Vormittagsſitzung kam es zwiſchen ihm und den
Fraktions=
führern noch einmal zu einem erbitterten Kampf um das
Innen=
miniſterium, der ergebnislos endete, bis auf den einen Umſtand,
daß die ganze Situation vom Freitag durch plötzlichen
Stimmungsumſchwung Dr. Geßlers, der ſich nunmehr bereit
er=
klärte, das Reichswehrminiſterium wieder zu übernehmen, eine
Rückwärtsdrehung erfuhr. Man war in den Vormittagsſtunden
wieder da angelangt, wo man in den Nachmittagsſtunden des
vorhergehenden Tages auseinandergegangen war.
Zwiſchen=
durch traten dann die einzelnen Fraktionen zu internen
Beſpre=
chungen zuſammen. Am längſten tagte die Deutſche Volkspartei,
die ein langes Referat des Abg. Scholz über den augenblicklichen
Stand der Verhandlungen und die Möglichkeiten, nun endlich
ein=
mal aus der unheilvollen Lage herauszukommen, entgegennahm.
Nachmittags um 5 Uhr fanden die Beſprechungen bei Dr. Luther
ihre Fortſetzung. Sie dauerten aber nur etwa über eine Stunde
und hatten wenigſtens das eine Ergebnis, daß man ſich
grund=
ſätzlich darüber einigte, der Forderung der Demokraten
nachzu=
geben und ihnen das Innenminiſterium zuzugeſtehen, auf das
ſie noch am Vormittag das allergrößte Gewicht gelegt hatten,
wogegen es ihnen völlig gleichgültig war, welches Portefeuille
ihnen darüber hinaus noch zufallen würde. Sie ſcheinen aber
Gaſchmack beim Eſſen bekommen zu haben und wollten nun auch
noch andere wichtige Reſſorts, durch ihre Fraktionsmitglieder
beſetzt wiſſen.
Löſte ſchon die Bereitwilligkeit der Volkspartei, den
Demo=
kraten das Innenminiſterium zuzugeſtehen, bei der Bayeriſchen
Volkspartei plötzlich lebhafte Bedenken aus, wobei hervorzuheben
iſt, daß ſie ſich bisher eigentlich im großen und ganzen neutral
verhalten hat, ſo machte ihnen die Bayeriſche Volkspartei, als
nun die Verhandlungen ſich der Beſetzung des Wirtſchafts= und
Finanzminiſteriums näherten, und die Demokraten darauf
be=
ſtanden, mindeſtens noch das Wirtſchaftsminiſterium in ihre
Hand zu bekommen, unter allen Umſtänden das
Finanzminiſte=
rium ſtreitig. Dagegen lehnte ſich natürlich auch die Deutſche
Volkspartei mit Recht auf, die ſchließlich durch einen Mann im
Kabinett vertreten ſein muß, der der Fraktion gegenüber
ver=
antwörtlich iſt. Herr Krohne, der im
Reichsverkehrsmini=
ſterium foſtſitzt, und auch der mit Arbeit ſtark überlaſtete
Reichs=
außenminiſter kommen hierfür nicht in Frage. Es bleibt nur
der Wirtſchaftsminiſter übrig, den die Deutſche Volkspartei ſtellen
will, da ſie über zahlreiche qualifizierte Perſönlichkeiten verfügt.
Die vorläuſige Miniſterliſte ſah dann ſchließlich
ſolgender=
maßen aus: Dr. Luther Reichskanzler, Dr. Streſemann
Außenminiſter, ein Demokrat Inneres, Dr. Krohne
Verkehrsminiſter, Dr. Marx Juſtiz und beſetzte Gebiete,
Stingl Poſt, Dr. Geßler Reichswehrminiſter. Umſtritten
ſind noch Wirtſchaft, Finanzen und Landwirtſchaft. Erklärt ſich
die Bayeriſche Volkspartei damit einverſtanden, daß den
Demo=
kraten auch noch das Finanzminiſterium, für das ſie Dr. Reinhold
präſentieren, zugeſprochen wird, dann wäre noch das Wirtſchafts=
und Ernährungsminiſterium unter Zentrum und Deutſche
Volkspartei aufzuteilen. Für das Ernährungsminiſterium iſt
der Volksparteiler Hepp genannt worden. Umſtritten iſt noch
imnier die Beſetzung des Finanz= und Wirtſchaftsminiſteriums.
da das Zentrum auch gerne den Direktor des Schaaffhauſenſchen
Banlvereins in Köln, Geh. Nat Bürger, in das
Finanzminiſte=
rium ſchicken möchte, wofür wiederum die Demokraden dann
Herrn Reinhold in das Neichswirtſchaftsminiſterium ſetzen
wollen. Das hat aber neue Bedenken ausgelöſt, da man unſerer
Wirtſchaft nicht zumuten kann, dieſes ſehr wichtige Reſſort von
einem Nichtfachmann verwalten zu laſſen, wenn auch keineswegs
angezweifelt werden ſoll, daß Reinhold ein ſehr tüchtiger
Finanz=
poli iler iſt. Herr Dr. Luther denkt nun daran, hier der
Baye=
riſchen Volkspartei inſofern entgegenzukommen, als er dem
Zen=
trum das Finanzminiſterium geben, dafür aber, um Demokraten
und Volkspartei einigermaßen gleichzuſtellen, dieſe beiden von
dem Kampfe um das Wirtſchaſtsminiſteriun ausſchalten und
dafür einen neutralen Fachmann ernennen will.
Die Dinge ſind alſo im großen und ganzen noch vollkommen
im Unklaren. Feſt ſteht ledig das eine, daß den Demokraten
das Innenminiſterium zugeſtanden worden iſt. Am Montag
abend 6 Uhr ſollen die Verhandlungen weitergehen. Man hofft,
dann die letzten Unebenheiten beſeitigen zu können. In
parla=
mentariſchen Kreiſen wird jedoch angenommen, daß auch der
Montag noch keine reſtloſe Klärung bringen wird. Es iſt
ſchließ=
lich nichts neues, daß ſich unſere Regierungskriſen ſolange
hin=
ziehen, bis ſchließlich keine Minute Zeit mehr zu verlieren iſt,
weil der Termin der Regierungserklärung herangerückt iſt. Für
Mittwoch hat der Aelteſtenrat eine Sitzung zur Abgabe der
Re=
gierungserklärung vorgeſehen. Vielleicht wird er aber noch eine
andere Entſcheidung treffen und dieſen Termin um mindeſtens
24 Stunden hinausſchieben müſſen. Alles hängt nun von der
Baheriſchen Volkspartei ab, die ihre Fraktionsmitglieder
tele=
graphiſch für Montag vormittag nach Berlin berufen hat, um
darüber zu entſcheiden, ob ſie bereit ſind, an einer Regierung
teilzunehmen, deren Innenminiſterium durch einen Demokraten,
und zwar durch Herrn Koch, verwaltet wird. Die Demokraten
haben zwar am Sams ag noch einmal ausdrücklich erklärt, daß
ſie lediglich das Min ſterium haben wollen, daß ſie aber auch
bereit ſeien, einen anderen Mann als Dr. Koch hineinzuſchicken.
Nun geht es aber wirklich nicht, daß eine Fraktion der anderen
vorſchreibt, weſchen Mann ſie in das ihr zugewieſene
Miniſte=
rium entſenden ſoll. Will die Bayeriſche Volkspartei an der
Re=
gierung der Mitte teilnehmen, dann muß ſie ſich dem
Mehrheits=
beſchluß fügen und es den Demokraten überlaſſen, ob ſie Dr. Koch
oder einen anderen Mann in Vorſchlag bringen.
Der Regierungsbildung wenig förderlich iſt leider die ſehr
geringe Entſchlußkraft des Kanzlers, nun endlich einmal mit
ſtarker Hand durchzugreifen und dem ganzen Streit um die
Be=
ſetzung der Poſten durch das Vorlegen einer endgültigen
Mini=
ſterliſte, zu der die Parteien Ja oder Nein ſagen müſſen, zu
be=
enden. Er hat ſich aber bisher auf den Standpunkt geſtellt, daß
die Parteien von ſich aus Vorſchläge machen müßten. Auch am
Samstag nachenittag iſt er nicht wit einer Miniſterliſte
angetre=
ten, obwohl er vormittags verſprochen hatte, dieſen Weg zu
be=
ſchreiten. Daß der Parlamentarismus, der doch beim deutſchen
Volke ſchon längſt in Mißkredit geraten iſt, unter dieſen
end=
loſen Verhandlungen außerordentlich leidet, iſt nicht weiter
ver=
wunderlich. Es iſt gewiß nicht leicht für einen Mann wie Dr.
Luther, der ſich feſtgelegt hat, ein neutrales Kabinett zu bilden,
auch eine derartige Regierung zuſtande zu bringen, zumal die
praktiſche Politik ein neutrales Kahinett, wie es ihm vorſchwebt,
nicht kennt. Immerhin iſt zu hoffen, daß anfangs kommender
Woche die Schwierigkeiten endlich überwunden ſein werden, ſo
daß die nun ſchon länger als einen Monat dauernde
Regierungs=
kriſe ihr Ende finden kann.
Das neue Reichskabinett.
Berlin, 16. Januar.
Wie aus parlamentariſchen Kreiſen verlautet, wurde in der
achten Abendſtunde im Reichstag folgende Miniſterliſte für das
kommende Reichskabinett als wahrſcheinlich genannt:
Neichskanzler: Dr. Luther,
Reichsaußenminiſter: Dr. Streſemann (Dtſch. Volksp.),
Reichsminiſter des Innern: Dr. Koch (Dem.),
Reichswirtſchaftsminiſter: Bürgers=Köln (Zentr.),
Reichsfinanzminiſter: Reinhold (Dem.),
Reichsarbeitsminiſter: Brauns (Zeutr.),
Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft; Hepp
(Deutſche Volkspartei),
Reichsjuſtizminiſter und Miniſter für die beſetzten Gebiete:
Marx (Zentr.),
Reichspoſtminiſter: Stingl (Bayer. Volkspartei),
Reichswehrminiſter: Geßler (Dem.).
Von zuſtändiger Stelle erfahren wir: Die Erörterungen
zwiſchen dem mit der Bildung einer neutralen Regierung der
Mitte beauftragten Reichskanzler Dr. Luther und den Vertretern
der Zentrumspartei, der Deutſchen Volkspartei, der Deutſchen
Demokratiſchen Partei und der Bayeriſchen Volkspartei ſind
heute nachmittag zu Ende geführt worden. Der Reichskanzler
wird am Sonntag vormittag dem Reichspräſidenten zum
Früh=
ſtück Bericht erſtatten und die Beſprechungen mit den einzelnen
Perſönlichkeiten fortſetzen. Es darf damit gerechnet werden, daß
im Laufe des Montag ſämtliche Grundlagen für die
Entſchei=
dung vorliegen.
Deutſche Oemarche in den alliierten Hauptſtädten.
Die Londoner Meldung, wonach das engliſche Auswärtige
Amt eine Demarche des deutſchen Botſchafters in der Frage der
Stärke der Beſatzungstruppen erwartet, kann, wie wir von
zu=
ſtändiger Seite erfahren, im weſentlichen als zutreffend
bezeich=
nei werden inſofern, als in der Tat diplomatiſche
Verhand=
lungen über dieſe Frage zwiſchen Berlin und den alliierten
Hauptſtädten zurzeit ſchweben. Dieſe Aktion iſt aber ſchon vor
einigen Tagen eingeleitet worden, als die erſten Nachrichten über
den Beſchluß des Unterausſchuſſes der Botſchafterkonferenz
durch die Meldung des „Daily Telegraph” bekannt geworden
war. — In einer Reihe mündlicher Erörterungen hat die
deut=
ſche Regierung durch ihre Miſſionschefs die Regierungen der
Be=
ſatzungsmächte auf die außerordentliche Beunruhigung hinweiſen
laſſen, die dieſe Meldung in Deutſchland ausgelöſt hat. Weiter
hat die Regierung ſich Gewißheit darüber zu verſchaffen verſucht,
ob der bekannte Beſchluß tatſächlich gefaßt worden iſt. Daran
kann nach den bisherigen Ergebniſſen der diplomatiſchen
Aus=
ſprache nicht mehr gezweifelt werden. Infolgedeſſen hat die
deutſche Regierung in Weiterverfolgung ihrer diplomatiſchen
Aktion gegen den Beſchluß des Botſchafterausſchuſſes Proteſt
eingelegt und hat gleichzeitig auf die ernſten Folgen aufmerkſam
machen laſſen, die eintreten müßten, falls die
Botſchafterkonfe=
renz ſich den Beſchluß ihrer Unterorgane zu eigen machen würde,
In dieſen Rahmen der großen diplomatiſchen Aktion
Deutſch=
lands fällt auch der für heute erwartete Beſuch des deutſchen
Botſchafters im Foreign Office, der in dieſer Frage jedoch nicht
der erſte iſt.
Anterſuchung der Abſatzbedingungen der
deutſchen Wirtſchaft.
Die Reichsregierung hat dem Reichsrat den Entwurf eines
Geſetzes über die Schaffung eines Ausſchuſſes zur Unterſuchung
der Erzeugungs= und Abſatzbedingungen der deutſchen Wirtſchaft
vorgelegt. Der Ausſchuß ſoll aus 24 bis 30 Mitgliedern
be=
ſtehen. Je acht Mitglieder ſollen vom Reichstag, vom Vorſtand
des vorläufigen Reichswirtſchaftsrats und von der
Reichsregie=
rung vorgeſchlagen werden, wobei Reichstag und
Reichswirt=
ſchaftsrat nicht auf den Kreis ihrer Mitglieder beſchränkt ſind.
Sechs weitere Mitglieder können für beſtimmte Zeit oder für
einzelne Beratungsgegenſtände vom Ausſchuß ſelbſt
herangezo=
gen werden. An Befugniſſen gewährt der Entwurf dem
Aus=
ſchuß insbeſondere das Recht auf Einholung von Auskünften
über wirtſchaftlich bedeutſame Tatſachen, das Recht auf eidliche
Zeugen= und Sachverſtändigenvernehmungen, weiterhin das
Recht auf Beſichtigung von Betrieben und auf Einſichtnahme in
die Geſchäftsbücher. Der Entwurf gewährt den Abgeordneten
ſchließlich noch das Recht der Immunität.
Die Woche.
Die deutſche Regierungskriſis hat bis zur Stunde noch immer
nicht ihre Löſung gefunden, und man kann es nur als einen recht
beſcheidenen Fortſchritt empfinden, daß die Lage durch die
end=
gültige Abſage der Sozialdemokratie wenigſtens in einer
Rich=
tung eine gewiſſe Klärung gefunden hat. Der Beſchluß der
Sozialdemokraten, ſich an einer ſogenannten Großen Koalition
nicht zu beteiligen, war nach Lage der Dinge vorauszuſehen und
hat alſo niemanden überraſcht. Gerade ſo wie ſchon im
Dezem=
ber ſtand die Parteitaktik im Vordergrund. Die ſchwere
wirt=
ſchaftliche Not verlangt von der neuen Reichsregierung
katego=
riſch energiſche Maßnahmen, und da dieſe niemals populär ſind,
hat man es vorgezogen, die Verantwortung für die zukünftige
Entwicklung lieber den anderen zu überlaſſen. Daß unter dieſen
Umſtänden der Reichspräſident den bisherigen Reichskanzler mit
der Bildung des neuen Kabinetts beauftragte, war eine
Selbſt=
verſtändlichkeit. Um ſo merkwürdiger, daß trotzdem gewiſſe
Wider=
ſtände ſich nachträglich geltend machen. Die Parteien ſollten ſich
aber doch darüber klar ſein, daß es ſich bei der Neubildung der
Reichsregierung wahrlich um mehr handelt, als um die
Verſor=
gung einzelner, wenn auch noch ſo altbewährter Parteikämpen.
Ueber die Iuterna der gegenwärtigen Berliner Verhandlungen
dringt nicht allzu viel nach außen, und das iſt in einer
Bezie=
hung ganz gut. Wir haben uns im Laufe der letzten Jahre
ſchon gerug blamiert. Wenn alſo jetzt der Streit um die
Mini=
ſterſitze mehr oder weniger hinter verſchloſſenen Türen vor ſich
geht, ſo kann man das inſoweit begrüßen. Man hat der
Sozial=
demokratiſchen Partei ſehr oft, und leider mit Recht, den
Vor=
wurf gemacht, daß ſie mehr auf die parteipolitiſche
Zuverläſſig=
keit als auf perſönliche Tüchtigkeit ſehe. Um ſo weniger hätten
die anderen Parteien jetzt Veranlaſſung, in den gleichen Fehler
zu verfallen. Nachdem die Geſtaltung des künftigen
Reichs=
kabinetts nun einmal grundſätzlich feſtgelegt wurde, iſt es kein
erhebendes Schauſpiel, wenn ſich jetzt in Berlin die Parteien
um die Anzahl der Miniſterſitze ſtreiten, die jede von ihnen
bean=
ſprucht. Wir haben doch wahrlich keinen Ueberfluß an wirklich
geeigneten Perſönlichkeiten, und ſo ſollte man meinen, daß es
beſſer wäre, die Beſten und Sachkundigſten heranzuziehen, ganz
gleich, ob es ſich im einzelnen Fall um einen Angehörigen der
Deutſchen Volkspartei, des Zentrums oder der Demokratiſchen
Partei handelt, oder ob auf dieſe Weiſe wirklich im Endeffekt
die eine Partei einen Miniſterſitz mehr bekommt wie die andere.
Mit einer bedauerlichen Tatſache ſcheint man nach den bis
zur Stunde vorliegenden Meldungen rechnen zu müſſen, nämlich
mit dem Ausſcheiden des Reichswehrminiſters Dr. Geßler.” Seit
nunmehr faſt ſechs Jahren hat er unbeirrt durch der Parteien
Gunſt und Haß auf ſeinem verantwortungsvollen Poſten
geſtan=
den, hat er mit ruhiger Sachlichkeit unermüdlich gearbeitet und
iſt ſo zuſammen mit dem General von Seeckt, dem oberſten
mili=
täriſchen Führer, als der eigentliche Neugeſtalter der deutſchen
Reichswehr anzuſehen. Ihm ſind, wenn man von den
Kom=
muniſten abſehen will, die ja an der inneren und äußeren
Feſti=
gung des Deutſchen Reiches nicht gerade intereſſiert ſind, alle
Parteien zu Dank verpflichtet, und alle Parteien ſollten den
Wunſch haben, daß Herr Dr. Geßler ſeinen Beſchluß noch einmal
einer Reviſion unterzieht.
Daß die parteipolitiſchen Verhältniſſe in Deutſchland mehr
wie unerfreulich ſind, iſt ſattſam bekannt, und jede Umbildung
oder Neubildung der Regierung erweiſt die Unerträglichkeit der
gegenwärtigen Zuſtände von neuem. Breite Kreiſe ſtreben daher
auch ſchon ſeit langem eine innere Erneuerung des deutſchen
Parteiweſens an. Daß aber eine ſolche innere Erneuerung nicht
dadurch herbeigeführt werden kann, daß man rein äußerlich zwei
oder mehr Parteien zuſammenlegt, liegt auf der Hand. Wenn
daher Herr Hugenberg, der Führer des Wirtſchaftsflügels der
Deutſchnationalen, letzthin kurzer Hand den Vorſchlag machte,
die Deutſchnationalen und die Deutſche Volkspartei einfach zu
verſchmelzen, was keinerlei Schwierigkeiten machen werde, wenn
nur die Deutſche Volkspartei ihren Führer, Herrn Dr.
Streſe=
mann, ausſchiffen würde, ſo kann man einen derartigen
Vor=
ſchlag wirklich nur ſchwer ernſt nehmen, und es war
bemerkens=
wert, daß es gerade der Führer der Reichstagsfraktion der
Deut=
ſchen Volkspartei, der ſicherlich nicht dem linken Flügel der
Partei angehörende Dr. Scholz war, der ihn mit denkbarſter
Schärfe zurückwies. Wir haben uns ſeit Jahren in ſchärfſter
Weiſe gegen die deutſche Parteizerſplitterung gewandt. Eine
ſolche Vereinfachung” dürfte jedoch in Wahrheit verhängnisvoll
ſein. Eine Umgruppierung der deutſchen Wählermaſſen müßte
Hand in Hand gehen mit einer inneren Erneuerung der
Par=
teien ſelbſt, und es iſt bedauerlich, daß die in dieſer Hinſicht
vor=
handenen Anſätze von den Parteien ſelbſt nicht gefördert, ſondern
eher unterdrückt werden.
Die ſchwere Wirtſchaftskriſis, die wir zurzeit durchleben, läßt
erſt jetzt die breiten Maſſen die furchtbaren Verluſte erkennen,
die uns der verlorene Krieg gebracht, nachdem die Scheinblüte
der Inflation jahrelang nicht nur uns ſelbſt, ſondern auch der
Welt ihren allerdings nicht immer wohlrliechenden Blütenſtaub
in die Augen geſtreut hatte. Der erlahmenden Steuerkraft der
Wirtſchaft ſtehen die gewaltigen Ausgaben des Staates
gegen=
über. Ein deutſcher Finanzminiſter muß ein Rechenkünſtler ſein.
Er muß ſich aber auch darüber klar ſein, daß nicht nur keine
Möglichkeit mehr beſteht, die Einnahmen zu ſteigern, ſondern
daß er vielmehr mit einem ſtarken Rückgang zu rechnen hat. Seit
über einem Jahr wird die Steuer zum großen Teil nicht mehr
aus den Erträgniſſen, ſondern aus der Subſtanz gezahlt, und
es iſt nur eine Frage der Zeit, wann hier endgültig die Grenze
der Leiſtungsfähigkeit erreicht iſt.
Nicht nur im Reiche, ſondern auch in den Ländern iſt es
daher unerläßliche Aufgabe, der verantwortlichen Stellen, mit
allem Nachdruck zunächſt eine ſtarke Verminderung der Ausgaben
durchzuſetzen, und auch die Volksvertretungen ſollten derartige
Beſtrebungen auf das ſtärkſte unterſtützen, trotzdem die dadurch
notwendigen Maßnahmen vielleicht nicht immer populär ſind.
Im heſſiſchen Landtag hat der Finanzminiſter im Rahmen ſeines
Finanzexpoſés, allerdings nur andeutungsweiſe, von der
Mög=
lichkeit einer Aufgabe der ſtaatlichen Selbſtändigkeit Heſſens
ge=
ſprochen. Wir bedauern das außerordentlich, auch wenn er gleich
Sonntag, den 12. Januar 1926
Nummer 12
Seite 2
darauf mit Necht hinwies, daß gerade die Gegenwart mit ihrer
allgemeinen politiſchen Spannung wohl kaum der geeignete
Zeit=
punkt wäre, ſolche politiſche Umgruppierung vorzunehmen,
namentlich nicht an einer Stelle, die vielleicht in dieſer Hinſicht
die empfindlichſte im ganzen Deutſchen Reiche iſt. Auch die
ver=
ſtändigen Verfechter des deutſchen Einheitsſtaates ſind davon
überzeugt, daß dieſer nur organiſch aus einer langen hiſtoriſchen
Entwicklung heraus erwachſen kann. Wenn die geſunkene
Steuer=
kraft des heſſiſchen Volkes nicht mehr in der Lage iſt, den
gegen=
wärtigen Staatsbedarf aufzubringen, ſo helfen theoretiſche
Er=
örterungen nichts, ſondern lediglich eine energiſche Beſchränkung
der Ausgaben. Illuſionen ſind nicht nur auf dem Gebiete der
Außenpolitik verhängnisvoll. Den harten Tatſachen müſſen wir
nüchtern ins Auge ſehen.
M.
Einkomnenſteuerberechnung
bei Vorauszahlung.
Die Verzugszuſchläge.
Berlin, 16. Januar.
Der Reichsminiſter der Finanzen hat beſtimmt, daß von einer
Erhebung von Verzugszuſchlägen abgeſehen
werden ſoll, wenn die jetzt zu leiſtende Vorauszahlung auf die
Einkommenſteuer und Körperſchaftsſteuer ſtatt einer Woche nach
Fälligkeit, erſt zwei Wochen nach Fälligkeit eingezahlt wird. Wer
alſo die Vorauszahlung bis 25. Januar einzahlt, hat keine
Ver=
zugszuſchläge zu zahlen. Dieſer Zeitpunkt iſt aber unbedingt
einzuhalten, widrigenfalls Verzugszuſchläge vom eigentlichen
Fälligkeitstage, dem 12. Januar, ab berechnet werden. Wie ſich
die Vorauszahlung nach dem Steuerüberleitungsgeſetz und nach
dem kürzlich herausgegebenen Erlaß geſtaltet, ſei an folgenden
zwei Beiſpielen erläutert: 1. Ein verheirateter Arbeitnehmer
mit zwei minderjährigen Kindern hat in den erſten drei
Kalen=
dervierteljahren 1925 ein monatliches Gehalt von je 1000
Reichs=
mark, insgeſamt alſo 9000 Reichsmark, bezogen. Er hat für die
erſten Kalendervierteljahre 1925 insgeſamt 652.20 Reichsmark an
Steuerabzug und Vorauszahlung entrichtet. Im vierten
Kalen=
dervierteljahr 1925 hat er neben dem monatlichen Gehalt von je
1000 Reichsmark eine Abſchlußgratiſikation von 9000 Reichsmark Coolidges Plan der Einberufung einer Seeabrüſtungskonferenz.
erhalten. Der Berechnung der Vorauszahlung für das vierte
Kalendervierteljahr 1925 wären nach den beſtehenden
Vorſchrif=
ten des Steuerüberleitungsgeſetzes zu Grunde zu legen: 3mal
1000 — 3000 Reichsmark. Hiervon ab ſteuerfreier Lohnbetrag
mit 240 Reichsmark — 2760 Reichsmark, Abſchlußgratifikation
9009 Reichsmark — 11 760 Reichsmark. Uebertrag 11 760
Reichs=
mark. Hiervon wären zu entrichten 2200 Reichsmark, ſo daß nach tifizierung veröffentlicht worden. Außerdem hätten ſich unter
Berückſichtigung des bereits durch Steuerabzug einbehaltenen
Betrags von 7 Prozent von 11 760 — 623.20 Reichsmark, als
Vorauszahlung noch zu entrichten wären 1367.80 Reichsmark.
b) Berechnung nach Maßgabe des Erlaſſes vom 8. Januar
1926, unter Berückſichtigung des Geſamtjahreseinkommens:
Ge=
ſamtjahreseinkommen (12000 — 9000) — 21000 Reichsmark,
hiervon ab ſteuerfreier Lohnbetrag 860 Reichsmark — 20140
Reichsmark. Die Jahresſteuer beträgt hiervon 2495 Reichsmark.
Anf dieſe Steuerſchuld ſind durch Steuerabzug und Vorausbe= Vorſitzende des Rates, Senator Scialoja, gegenwärtig zur
zahlungen für das erſte bis dritte Kalendervierteljahr 1925 Eröffnung des Internationalen Inſtituts für geiſtige Zuſam=
652.20 Reichsmark, für das vierte Kalendervierteljahr 1925 durch
Steuerabzug 823.20 Reichsmark, zuſammen 1475 Reichsmark
ent=
richtet worden. Der Steuerpflichtige hat daher als jetzige
Vor=
auszahlung noch 1019,60 Reichsmark zu leiſten. Der Weg zu
b) wäre alſo günſtiger. 2. Ein lediger Steuerpflichtiger mit Ein= engliſche Regierung durch die Krankheit Chamberlains noch keine
kommen aus Vermietung, Verpachtung und aus
Kapitalver=
mögen hat für die drei erſten Kalendervierteljahre 1925, den
Vorſchriften entſprechend, 1550 Reichsmark als Vorauszahlungen
entrichtet. Der Ueberſchuß der Einnahmen über die
Werbungs=
davon im letzten Kalendervierteljahr 4500 Reichsmark. a) Be=
Einnahmen über die Werbungskoſten: 4500 Reichsmark, davon
ab Vorauszahlungsbetrag 525 Reichsmark. b) Berechnung nach
dem Runderlaß vom 8. Januar 1926: Ueberſchuß der Einnahmen
ſetzungen für Abnutzung 800 Reichsmark, Sonderleiſtungen breitete Meldung über die Bereitſchaft der Sowjetregierung, an
(8 51) 180 Reichsmark — 980 Reichsmark; Jahreseinkommen
alſo 17 020 Reichsmark, davon ab: Einkommenſteuer nach 8 55
E. St. G. 2104 Reichsmark, die für die erſten drei Vierteljahre
lung: 554 Reichsmark. Hier hat der Steuerpflichtige alſo die Konferenz nach Rom oder Paris will man dagegen nichts wiſſen,
tungsgeſetz 525 Reichsmark zu zahlen, wenn er es nicht vorzieht,
gleich die ganze Jahresſteuerſchuld zu decken, alſo nach Runder= kerbundes abgehalten werden kann. Man glaubt in Genf, daß
laß vom 8. Januar 554 Reichsmark zu zahlen.
Vom Tage.
Albert Thomas, der Direktor des internationalen
Arbeits=
amtes in Genf, trifft Montag, den 18. Januar, zu mehrtägigem
Auf=
enthalt in Berlin ein.
In der geſtrigen Sitzung der deutſch=franzöſiſchen
Wirt=
ſchaftsverhandlungen iſt in erſter Linie die Frage der
Gemüſeeinfuhr nech Deutſchland beraten worden.
Das belgiſche Kabinett wird ſich morgen mit der Löſung
der durch den Rücktritt des Kriegsminiſters entſtandenen
Kriſe befaſſen.
Der franzöſiſche Finanzminiſter hat ſich in der Frage
der Zahlungsſteuer zu bedeutenden Zugeſtändniſſen
bereit erklärt. Die franzöſiſche Handelskammer wird ſich erſt am
Don=
nerstag und Freitag nächſter Woche mit der Finanzvorlage beſchäftigen.
In den Wandelgängen der italieniſchen Kammer
ereignete ſich nach Schluß der geſtrigen Sitzung ein Zwiſchenfall
zwiſchen fasciſtiſchen und zur Aventingruppe gehörenden Abgeordneten
der Popolaripartei. Es kam zu Zuſammenſtößen, in deren Verlauf einige
Abgeordnete Fauſtſchläge erhielten.
In Londoner politiſchen K=eiſen verlautet, daß Chamberlain
auf ſeiner Rückreiſe eine Zuſammenkunft mit Briand haben
werde, um ſich mit ihm wegen der Abrüſtungskonferenz und der
pol=
niſchen Forderung auf einen Sitz im Völkerbundsrat auszuſprechen.
Baldwin beabſichtigt, eine Planwirtſchaft für die
Elektrizitätsverſorgung Englands zu erlaſſen.
Wie verlautet, beabſchtigt die ſüdafrikaniſche Regierung,
den Locarnovertrag, wenn auch wahrſcheinlich erſt nach der
Reichskonferenz, zu unterzeichnen.
Amerikaniſche Oppoſition.
TU. New York, 16. Januar.
Die Hearſtpreſſe beſpricht mehrere Verhandlungspunkte der
Genfer Abrüſtungskonferenz, die beweiſen, daß die Konferenz
ſehr politiſch ſein werde. Amerika habe ſich darauf eingeſtellt, ſich
jeder Einmiſchung in die europäiſche Politik zu enthalten. Die
Genfer Konferenz ſchneidet beiſpielsweiſe die Fragen der
Sicher=
heitskaſſen, der Kriegsſtärke, der Bevölkerungsziffern und der
induſtriellen Hilfsmittel an. Außerdem verweiſt die Hearſtpreſſe
auf die italieniſche, franzöſiſche und japaniſche Oppoſition gegen
Die Oppoſition gegen den Völkerbund dauert unvermindert an.
Auch die Regierungskreiſe in Waſhington wenden ſich, wenn
auch verſchleiert, gegen Genf. Sie wurden hierzu durch die
Gen=
fer Tendenzmeldung veranlaßt, nach der Amerika dem
General=
ſekretär des Völkerbunds mitgeteilt habe, daß es bereit ſei, dem
Völkerbund alle Verträge des letzten Jahres vorzulegen. Das
beſage gar nichts. Denn alle Verträge ſeien ſofort nach der
Na=
den Verträgen auch ſolche mit nicht dem Völkerbund
angehö=
renden Staaten befunden.
Pertagungsgerüchte.
TU. Genf, 16. Januar.
Die Vertagung der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz
vom 15. Februar auf den 15. April hat in den letzten Tagen an
Wahrſcheinlichkeit gewonnen. Da der Vertreter Italiens und
menarbeit in Paris weilt, wird in maßgebenden
Völkerbund=
kreiſen vermutet, daß in Paris die Entſcheidung über die
Ver=
tagung der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz innerhalb der
nächſten Tage fallen wird. Man weiſt aber darauf hin, daß die
Gelegenheit gehabt hat, ſich mit den vom Rat ausgearbeiteten
Fragen wegen der Abrüſtung zu beſchäftigen. In Paris iſt
man gleichfalls für eine Vertagung, da die franzöſiſche Regierung
befürchtet, daß durch eine ungenügende Vorbereitung die
Kon=
koſten beträgt im ganzen Kalenderjahr 1925 18 000 Reichsmark, ferenz ſich in endloſe Dimenſionen verlieren wird, ohne poſitive
Arbeit leiſten zu können. Andererſeits läßt der bevorſtehende
rechnung nach dem Steuerüberleitungsgeſetz: Ueberſchuß der Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund es als wünſchenswert
erſcheinen, den Eintritt erſt abzuwarten, um Deutſchland nicht in
die ſchwierige Lage zu bringen, an den Beratungen der
Kon=
ferenz teilzunehmen, ohne in den maßgebenden Kommiſſionen
über die Werbungskoſten 18000 Reichsmark, davon ab: Ab= vertreten zu ſein. Die von der Ruſſiſchen Depeſchenagentur
ver=
den Beratungen der vorbereitenden Kommiſſion teilzunehmen,
hat in Völkerbundskreiſen eine gewiſſe Befriedigung ausgelöſt.
Doch weiſt man darauf hin, daß keinerlei offizielle Beſtätigung
entrichteten Vorauszahlungen 1550 Reichsmark, Abſchlußzah= dieſer Nachricht bisher eingetroffen iſt. Von einer Verlegung der
Möglichkeit, für das letzte Vierteljahr nach dem Steuerüberlei= da die vorbereitende Konferenz, der zahlreiche weitere
Be=
ſprechungen folgen werden, nicht losgelöſt vom Sitze des
Völ=
die Konferenz am 15. April hier ſtattfinden wird.
* Der Münchener Räte=Prozeß.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
+ München, 16. Januar.
Am vierten Verhandlungstag wurden ausſchließlich
ehe=
malige Angehörige des Freikorps Lützow vernommen. Als erſter
der jetzige Generalvertreter Seidler=Berlin, der damals
Adfutant des Majors Schulz war. Der Zeuge meint, daß Major
Schulz Leutnant Pöltzing wegen des Erſchießens zur Rede
ge=
ſtellt habe. Daß Schulz zu Pöltzing geſagt haben könne: „Wie
machen wir es nun, daß die Sache ordnungsmäßig ausſieht?‟”
hält er für unwahrſcheinlich, dazu ſei Schulz viel zu korrekt. Er
kam zu der Exekution, als vier der Perlacher Einwohner
er=
ſchoſſen waren, und ſagte auf eine Frage, daß er den Eindruck
gehabt habe, daß es ſich dabei um eine ordnungsmäßige
mili=
täriſche Dienſthandiung handelte.
Hierauf wird einer der Hauptzeugen, der damalige
unmit=
telbare Vorgeſetzte des Leutnants Pöltzing, Major Schulz,
vernommen. Gegen ihn war ebenfalls ein
Ermittelungsverfah=
ren eingeleitet, das aber bis zur Erledigung des laufenden
Ver=
fahrens gegen Pöltzing und Prüfert eingeſtellt iſt. Er wird
daher undereidigt vernommen. Der Zeuge gibt zunächſt eine
eingehende Schilderung des Vormarſches und der Stimmung
der Truppen, wie ſie ſich infolge der Geiſelmorde und des
Ter=
rors der Linksradikalen ausgebiddet hatte. Er erklärt, daß am
4. Mai eine Beſprechung bei Geveral Siebert ſtattfand, in der
die Abſicht bekannt gegeben wurde, den Truppen die
Stand=
gerichte abzunehmen. Siebert habe erklärt, man könne
einſt=
weilen ſchon Gefangene bei ihm abliefern. Das ſei einem Teil
der Offiziere mitge eilt worden. Von der Expedition nach
Per=
lach am Nachmittag des 4. Mai wußte der Zeuge nichts. Auf
Grund der abends aus Perlach eingetroffenen Meldungen über
Unruhen wurden zwei Züge unter Leutnant Pöltzing abgeſandt.
Ausdrücklich erklärt der Zeuge, daß er am nächſten Morgen von
Leutnant Pöltzing keine Meldung über die Expedition bekam.
Nach ſeiner Anſchauung geſchah das nicht abſichtlich, ſondern
vielleicht aus Nachläſſigkeit, da Leutnant Pöltzing infolge der
vielen Sonderexpeditionen, zu denen er verwandt wurde,
kör=
perlich übermüdet und nervös überreizt war. Von der Erſchießung
habe er erſt erfahren, als ſie bereits geſchehen war. Mit großer
Entrüſtung weiſt der Zeuge die Unterſtellung zurück, er habe bei
einer Unterredung mit Leunant Pöltzing den Bericht über die
Unterſuchung des Falles beeinflußt. Auf Vorhalt des
Vorſitzen=
den nahm hierauf der Angeklagte Prüfert ſeine Behauptung
zurück, daß er hörte, wie Major Schulz Leutnant Pöltzing den
Befehl zum Erſchießen gab, behauptet aber nach wie vor, von
Lt. Pöltzing den Befehl weiterbekomnen zu haben. Der
Ange=
klag’e Pöltzing nimmt ebenfalls ſeine frühere Behauptung
zurück, Major Schulz habe ihn beim Abfaſſen eines Berichts
über die Un erſuchung beeinflußt, und erklärt. Major Schulz
habe dabei geſagt, die Sache ſei ſehr unangenehm, wir wollen
ſehen, wie die Sache laufen wird.
Der nachfolgende Zeuge, Rechtsanwalt Denninger=
Ber=
lin, damals Leutnant beim Freikorps, fertigte den Bericht über
die Erſchießung an, und hält es für ausgeſchſoſſen, daß Major
Schulz ihn, den Zeugen, bei der Abfaſſung beeinflußt habe. Ein
Ermittlungsverfahren wurde auf Grund des Berichts nicht
ein=
geleitet, auch die damalige baheriſche Regierung unter
Miniſter=
präſident Hoffmann habe die Einleitung eines Verfahrens nicht
für notwendig gehalten.
Am Schluſſe der Verhandlung erklärt Major Schulz, daß
die Truppen nicht nur berechtigt, ſondern ſogar verpflichtet
waren, Leute zu erſchießen, von denen bekannt war, daß ſie gegen
die Regierung etwas unternahmen. Es war nicht notwendig,
daß Waffen gefunden wurden, denn Verrat konnte auch ohne
Waffen verübt werden. — Die Verhandlung wurde ſodann auf
Montag vertagt.
Spannung zwiſchen Indien und Südafrika.
w. Madras, 16. Januar.
In der geſtrigen ſtark beſuchten Verſammlung ergriffen
mehrere Mitglieder der indiſchen Abordnung Südafrikas das
Wort. In der darauf gefaßten Entſchließung wurden die Inder
Südafrikas der herzlichen Unterſtützung der Verſamlung
ver=
ſichert und die indiſche Regierung erſucht, die Notwemdigkeit der
Konferenz zu betonen und eine Abordnung nach England zu
ſenden, um dort die Aufmerkſamkeit auf die ſchwerwiegenden
Folgen der an iindiſchen Politik der ſüdafrikaniſchen Umon zu
lenken. Andere Redner regten an, Südafrika den Krieg offen
zu erklären und in dem nächſten Haushalt zur Unterſtützung der
ſüdafrikaniſchen Inder eine beſümmte Summe aufzunehmen.
* Liederabend der Vereinigten
Darmſtädter Männergeſangvereine.
Es iſt noch lange nicht bekannt, welche Bedeutung der
Männergeſang allenthalben in Deutſchland beſitzt; es gibt
Hun=
derttauſende deutſcher Männer, denen die Pflege des deutſchen
Liedes, insbeſondere des Volksliedes, mehr iſt als Unterhaltung
oder Spielerei; wer geſtern abend in die Turnhalle ging, bekam
einen Einblick in die Tätigkeit der Darmſtädter
Männergeſang=
vereine, die in friedlichem Wettbewerb ſich zu einem glanzvoll
verlaufenen Liederabend vereinigten, der ihnen Ehre macht und
von ſchönſtem künſtleriſchen Erfolg begleitet war. Was Allen
gemeinſam iſt, den Großen und Kleinen, iſt die Sangesfreude,
mehr aber noch der Sangesernſt (und jede Beſchäftigung mit der
Muſik iſt eine ſehr ernſte Angelegenheit), der Fleiß, der Ehrgeiz,
ohne den kein Muſiker, Berufsmuſiker oder Dilettant, etwas
er=
reichen kann. Es ſei ausdrücklich anerkannt, daß dieſes ernſte
Streben bei allen Vorträgen in Erſcheinung trat, daß jeder
Verein nach Kräften bemüht war, ſein Beſtes zu geben; nach
Maßgabe der vorhandenen Mittel wurde Gutes, teilweiſe
Vor=
zügliches geboten. Im ganzen traten 15 Vereine an; drei waren
verhindert. Nun aber ein offenes Wort: iſt es notwendig, daß
in Darmſtadt 18 Geſangvereine ſind? Was könnte geleiſtet
wer=
den, wäre die unſelige Zerſplitterung nicht da! Im Beſtreben,
es den ſtimmgewaltigen großen Vereinen gleichzutun, müſſen
ja die ſchwächeren Brüder zum Uebertreiben und ſchließlich —
mit Verlaub zu ſagen — zum Brüllen kommen, zum
Unrein=
ſingen, und da iſt jede künſtleriſche Wirkung beim Teufel. Dieſer
Gefahr entgingen geſtern abend nicht Alle. Schon jetzt ſei aber
ausdrücklich erwähnt, daß zwei kleinere Vereine, das
Doppel=
quartett „Rheingold” und der „Quartett=Verein”, ganz
hervor=
ragend abſchnitten. Das Doppelquartett ſang in Stärke von
24 Mann den berüchtigt ſchweren Neumannſchen Chor „
Gol=
gatha” in ſo tonſchöner, tonreiner und beſeelter Weiſe, daß tiefe
Wirkung nicht ausblieb, der Quartett=Verein (20 Mann),
aus=
geſucht ſchöne Stimmen in Tenor und Baß, brachte den
Werth=
ſchen Chor „Hochamt im Walde” mit einer Weichheit und Poeſie,
daß ein ſchönerer Schluß des Konzertes nicht zu denken war.
Die Dirigentenleiſtung der Herren Herbert und Gims ſei
be=
ſonders warm begrüßt. Ebenbürtig ſtanden daneben: der „
Lie=
derzweig) (Dirigent Etzold), das Orthſche Männerquartett (
Diri=
gent Herber), das den ſchwierigen achtſtimmigen Männerchor von
Schulz „Gnädig und barmherzig” ſo eindrucksvoll, ſo fein
abge=
tönt vortrug, daß verdienter Beifall Verein und Dirigent ehrte,
die „Konkordia” (Scheidhauer) und der „Liederkranz” (Stete=
feld): das ſind ja die führenden Vereine in Darmſtadt. Sie
nennen, heißt ſie alle loben.
Es iſt nicht Aufgabe dieſer Zeilen, Einzelnes zu kritiſieren;
aber nicht ungerügt dürfen wir laſſen die verfehlte Wahl des
Jägerchors aus dem „Freiſchütz”. Dieſes ſchwierige, hochliegende
Stück wird vielen Theaterchören gefährlich und kann ohne
Be=
gleitung des ſtützenden Orcheſters nur gelingen bei genügender
Stärke der Singenden; der Verſuch mußte darum geſtern abend
fehlſchlagen und tat es auch. Sonſt waren die Vereine in der
Wahl ihrer Geſänge ſehr glücklich; die Programmfolge war ſo
abwechſlungsreich, daß Langeweile oder Abgeſpanntheit nicht
aufkommen konnte. An dieſem friedlichen Wettbewerb
beteilig=
ten ſich außer den Genannten in eindrudksvoller Weiſe:
Geſang=
verein „Einigkeit” (Dirigent Herbert), Geſangverein „Teutonia”
(M. Herfurth), Geſangverein „Melomanen” (Adam) mit einem
ſehr klangfriſch und natürlich gebrachten Wanderlied von Stilz,
Geſangverein „Liederhalle”, (K. Huckelmann), Männerquartett
„Loreley” (Rich. Hanoke), Geſangverein „Sängerluſt” (K. Grim),
Männerquartett „Arion” (O. Schrader), Geſangverein „
Harmo=
nie‟ (O. Schrader), Geſangverein „Frohſinn”, (M. Stetefeld).
Wir freuen uns, ſagen zu können, daß der Männergeſang in
Darmſtadt treue Pflege findet, daß er blüht und gedeiht; das
iſt von Bedeutung weit über das rein Muſikaliſche hinaus. O.
*Heſſiſches Landestheater.
In Shaws „Heiliger Johanna” gab geſtern Fräulein
Kaethe Foerder vom Staatstheater in Gotha die Titelrolle
in einem Gaſtſpiel auf Anſtellung. Frl. Foerder ſpielte zunächſt
in Berlin an den Saltenburg=Bühnen kleinere Rollen und wurde
ſodann von Intendant Loehr nach Gotha berufen, wo ſie als
„Heilige Johanna” und als „Haitang” in Klabunds „
Kreide=
kreis” ſchöne Erfolge erzielte. Die junge Künſtlerin, eine ſchlanke,
zierliche Erſcheinung, verfügt über ein biegſames Organ und
ſichere Sprachkunſt. Ihre ſchauſpieleriſche Technik iſt gewandt;
ſie weiß auch Uebergänge zu finden und zu geſtalten. Eine ſo
volle, ſtarke Menſchlichkeit, wie ſie zuletzt aus Eliſabeth Stielers
„Johanna” ſtrömte, iſt dem Eaſte allerdings offenbar nicht zu
eigen. Immerhin wußte Frl. Foerder in der an ſich
dank=
baren Rolle zu intereſſieren.
An Stelle des erkrankten Herrn Baumann gab Herr Auguſt
Momber vom Staatstheater in Wiesbaden der Geſtalt des
„Grafen Warwick” eine wirkungsvolle Verkörperung.
* Wilhelm Lübke.
Zum 100. Geburtstag am 17. Januar.
Von F. Morfich.
Wilhelm Lübke, der Primaner, ſaß in ſeinem Arbeitsſtübchen
im Dominitaner=Kloſter zu Dortmund. Aus dem Nevenraum
drangen Gerauſche, haſtige Schritte, ein Murmeln, Stöhnen eines
Menſchen, der mit den Leidenſchaften ringt. Dort wohnte der
Vikar, ein junger Eiferer, von dem die Leute ſaglen, daß er F.
a=
gellant wäre, ein fanatiſcher Streiter, der vor kurzem eine
Geißel=
ſchrift gesen die Miſchehen herausgegeben hatte, und nun auf
neue Taten ſann, da ſeine Geiſtesſcat nicht ſo fruchtbaren Boden
gefunden, wie er gehofft hatte. Zu ſeinen Gegnern gehörte auch
der alte Lübke, damals Elementarlehrer an der gleichen Schule
wie der Vilar, ein Mann, der ſich vom Färbergeſellen zum
Leh=
rer durchgebiſſen hatte, das Leben kannte, ſein Herz auf der
rech=
ten Stelle hatte und einen harten Weſtfalenſchädel beſaß, der ſich
von einem jungen Theologen nicht leicht ins Boxhorn jagen ließ,
obwohl er ein frommer Katholik war. Von dieſem Streit hatte
der junge Lübke gehört, die Ohren geſpitzt, ſcharf beobachtet uid
mit ſicherm Takt den Sinn der Sache erfaßt. So war dieſer
Pen=
näler hergegangen und hatte gegen den Vikar ohne Wiſſen und
Willen des Vaters oder gar der Lehrer eine anonyme Gegenſchrift
verfaßt, ſich einen Verleger geſucht, auch gefunden und Staub in
dem damals noch kleinen Dorimund aufgewirbelt, daß ſeinem
Stubennachbarn ſchier das Hören und Sehen vergangen war.
Nun ſaß er in ſeinem Zimmer, hörte den ahnungsloſen Vikar
ſtöhnend auf und abgehen und zählt die Goldfüchſe, die ihm die
Streitſchrift, außer dem ſchnellen Reſultat von fünf Auflacen,
eingebracht hatte. Das war Wilhelm Lübkes erſter literariſcher
Erfolg.
II.
In Bonn ſtudierte er Philologie, um Schulmann zu werden,
hörte bei E. M. Arndt und Dahlmann Geſchichte, ſchielte aber
ſehr nach der Kunſt; denn er war ſeiner Sache ſicher, daß er, wenn
es ihm auch nicht vergönnt ſein ſollte, Maler zu werden, wie in
ſeinem Jugendtraum, — „wenn du kein zweiter Rafael wirſt, iſt
es zwecklos”, hatte ſein Vater geſagt, — ja, er war ſeiner Sache
ſicher, daß er ſo auch noch eine Rolle in der Kunſtgeſchichte
ſpie=
len würde, obwohl dieſe als Wiſſenſchaft arg in den
Kinder=
ſchuhen ſteckte, oder gerade deswegen. Hatte er die Pflichtkollegs,
die Haus= und Brotarheit hinter ſich — er lebte vom
Stunden=
geben oder hungerte ſich durch — ſo traf er ſich mit ſeinem neuen
Freund A. Simons, einem älteren Semeſter, in der Unterkirce
Nummer 12
Sonntag, den 12. Januar 1926
Seite 3
Kritiſche Stimmung in Frankreich.
Antiparkamentariſche Bewegung?
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 16. Januar.
Der Konflikt, welcher zwiſchen der Regierung und der
Finanzkomniſſion ausbrach, kann noch ſchwere Folgen zeitigen.
Das ganze Anſehen des Parlamentarismus leidet ſchwer
darun=
ter. Verhängnisvoll kann aber auch die Wirkung auf die
Finanz=
politik werden. Die Finanzkommiſſion hat ſich offen gegen
Doumer gewendet. Die Umſtürzung des Doumerſchen
Budget=
gleichgewichts und die Verwerfung der veränderten Umſatzſteuer
zeigen, daß die Finanzkommiſſion einen vollkomen anderen
Weg in der Finanzpolitik einzuſchlagen gedenkt wie der
Finanz=
miniſter.
Der erſte Vorſtoß gegen Doumer, die Umwerfung des
Bud=
getgleichgewichts, wurde im Namen der Bekämpfung der
Infla=
tion geführt. Das kann aber den Eindruck nicht verwiſchen, daß
die Finanzkommniſſion leichtſinnig die Gefahr einer nicht mehr
gut zu machenden Inflation und eines ſpontanen Sturzes der
franzöſiſchen Währung heraufbeſchwor. Und deshalb vernimmt
man aus allen Lagern warnende Stinunen, ob ſie aber auch
etwas nützen werden, iſt eine andere Frage. „La Volonté”
ſchreibt zum Beiſpiel: Eine neue Kabinettskriſe und der damit
verbundene Frankenſturz würde im ganzen Lande eine ungeheure
antiparlamentariſche Bewegung heraufbeſchwören.
Eigentlich ſind alle Gegenſätze, die zwiſchen der Regierung
und der Finanzkommiſſion beſtehen, politiſch. Die jetzige
Er=
ſchütterung iſt nicht etwa die Folge der — gewiß ſehr ſchweren —
Finanzlage, ſie iſt nur der Ausdruck einer unhaltbaren
parlamen=
tariſchen Lage. Die Kräfteverteilung in der Kammer iſt ſo
un=
glücklich, daß keine Regierung denkbar iſt, die ſich eine wirküch
ſichere Mehrheit verſchaffen könnte. Augenblickliche
Aufwallun=
gen, die unter den Hinweiſen auf die ſchwierige Lage des
Lan=
des entſtehen und die Abſtimungen beeinfluſſen, können daran
nichts ändern. Man muß mit großem Skeptizismus die
Zu=
kunft der Kammer beurteilen.
Ein großer Teil des franzöſiſchen Volkes iſt vom
Parlamen=
tarismus in ſeiner jetzigen Form enttäuſcht; eigentlich iſt das
parlamentariſche Syſtem auch nicht ſo vollkommen in die
Denkungsart aller Schichten übergegangen, wie man es im
all=
gemeinen anzunehmen pflegt. Dies ſoll nicht etwa bedeuten, daß
die extremen Richtungen, wie etwa der Fascismus, ernſte,
Aus=
ſichten hätten, aber dennoch könnten Neuwahlen — wenn man
ſie wirklich erzwingen würde — zu großen Ueberraſchungen
führen.
Die Finanzpolitik war jetzt nicht das Entſcheidende. Aber
durch die unglückliche Tatſache, daß alle Linksparteien in der
Finanzpolitik ſich an utopiſtiſche Dogmen binden, wird man
ſchließlich das Werk der Sanierung der Rechten überlaſſen
müſſen. Es wird dies zwar keine ſtarke Rechtswendung der
Außenpolitik nach ſich ziehen müſſen — in dieſer Beziehung hat
man doch in allen Lagern eine merkliche Wendung
durch=
gemacht —, aber dennoch wäre dieſe Entwickelung vom
Stand=
punkte der europäiſchen Politik aus ſehr zu bedauern.
Die Finanzkommiſſion hat heute zwei Sitzungen abgehalten,
in denen das Gegenprojekt des Kartells ausführlich beſprochen
wurde. Eine Reihe von Paragraphen wurde angenommen,
an=
dere abgelehnt oder durch neue Beſtimmungen abgeändert. Das
Beſtreben der Kommiſſion geht dahin, das Projekt des
Kar=
tells und die Regierungsvorlage zu verknüpfen. Die Prüfung
des Regierungsprojekts wird morgen fortgeſetzt. Die Lage hat
ſich einigermaßen geklärt. Es wäre aber verfrüht, ſchon von einer
Einigung zwiſchen Regierung und Kommiſſion zu ſprechen, da
beſonders über die Verbrauchsſteuer noch immer Gegenſätze
be=
ſtehen. Es ſcheint, daß es die Finanzkommiſſion war, die geſtern
den erſten Schritt zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit
der Regierung unternahm.
Deutſch=tſchechiſche Verhandlungen.
Prag, 15. Januar.
Der Meldung einer lokalen Korreſpondenz zufolge, erging
am Mittwoch nach Prag die offizielle Einladung der deutſchen
Regierung, die Verhandlungen über den Zolltariſvertrag
zwi=
ſchen der tſchechoſlowakiſchen und der deutſchen Regierung in
der zweiten Hälfte, des Monats Februar zu beginnen. Es
wurde vereinbart, daß die tſchechoflowakiſche Regierung
ſpäte=
ſtens fünf Wochen vorher den Termin bekannt geben wird, an
dem zu dieſen Verhandlungen geſchritten werden kann. (
An=
merkung des W. T. B.: Wie wir hierzu von unterrichteter
Seite erfahren, iſt es richtig, daß zurzeit Beſprechungen mit der
Tſchechoflowakei wegen Feſtſetzung des Beginns der
Handels=
vertragsverhandlungen ſtattſinden. Der Zeitpunkt ſteht noch
nicht feſt. Die Verhandlungen werden nicht vor etwa ſechs
Wochen beginnen können.)
Die parlamentariſche Lage in Ungarn.
Konflikt zwiſchen der Regierung und den
Oppoſitionsparteien.
TU. Wien, 16. Januar.
Dienstag die ungariſche Nationalverſammlung ihre Sitzungen Friedensliebe, ſondern die Tendenz einer Erweiterung des
eng=
wieder aufnehmen. Auf der Tagesordnung ſteht zwar die De= liſchen Einfluſſes über Zentraleuropa hinaus bedeuten Die
batte über den Etat des Wohlfahrtsminiſteriums, aber es iſt nicht engliſche Anregung eines Balkanlocarnos iſt aufs engſte
ber=
daran zu zweifeln, daß auch die Frankenfälſchungsaffäre zur liſch=italieniſchen Zuſammengehen wurde auch Griechenland her=
Sprache gebracht werden wird. Um ſo beklagenswerter erſcheint angezogen, das ſchon vorher ſeine Flotte unter engliſche
Kon=
es, daß bereits jetzt ein Konflikt zwiſchen den demokratiſchen trolle geſtellt hat. In weiterer Befolgung dieſer Politik iſt Eng=
Oppoſitionsparteien und der Regierung ausgebrochen iſt. In der land nunmehr beſtrebt, ſeinen unmittelbaren Einfluß auf die
geſtrigen Konferenz der Linksgruppen wurde die Stellungnahme an die Türkei zu verhindern. Dabei verſucht England, die
Bal=
der Raſſenſchützler und ihrer Organe zur Frankenfälſchungs= kanländer durch das Phantom eines angeblich
jugoſlawiſch=
affäre ſcharf verurteilt und bemängelt, daß das Miniſterium die türkiſch=ruſſiſchen Bündniſſes einzuſchüchtern, deſſen Merkmal die
rechtsradikale Preſſe weder an der Verherrlichung des Verbre= engliſche Preſſe in dem Beſuch Tewfik Ruſchdi Beys in Belgrad
chens noch an der Aufreizung zu Gewalttaten verhindert.
wortet und insbeſondere die Auffaſſung, als beſtünde zwiſchen Ueberzeugung, daß angeſichts der Gegenſätze unter den
Balkan=
ihr und den Raſſenſchützlern ein wie immer geartetes Einver= ſtaaten ein Balkanlocarno nicht zu verwirklichen wäre würde, ſo
nehmen, als Verleumdung bezeichnet. Gleichzeitig gab Graf miniſter Nintſchitſch erklärt habe, daß der Abſchluß eines Sicher=
Bethlen ſeiner Meinung Ausdruck, daß die demokratiſchen Oppo= heitspakts auf dem Balkan, insbeſondere infolge des
Vorhanden=
ſitionsparteien auf eine Umwälzung der politiſchen Verhältniffe ſeins vieler Streitfragen zwiſchen Jugoſlawien und ſeinen
hinarbeiten. In dem diesbezüglichen Regierungskommunigus Nachbarn, darunter die Salonikifrage, undenkbar ſei. „Fsweſtija”
heißt es: Gegenüber der Stellungnahme der extrem linken Oppo= Griechenland ſelbſtverſtändlich die Salonikifrage nicht in einem
ſition wird von zuſtändiger Stelle erklärt, daß die Behauptungen für Jugoſlawien günſtigen Sinne werde löſen können.
Anderer=
rung und rechtsradikalen Raſſenſchützlern keinen Anſpruch auf bei der Regelung der Streitfragen mit Italien eine Unterſtützung
Gutgläubigkeit machen können. Für dieſe gewöhnliche Verleum= ner Führung den Sicherheitspakt auf dem Balkan ſchaffen. Das
dung werde die Regierung vor Gericht Rechenſchaft fordern. Die ſogenanute Locarnoci hat der Balkanhalbinſel, noch ehe es ſich
Regierung habe gegen die rechtsradikalen Abgeordneten Ulain entfalten konnte, bereits ſeine Marke verraten: „Made in
und Eckhardt und gegen ihr Organ „Szozat” wegen der
Verherr=
lichung des Verbrechens ein Strafverfahren eingeleitet. Auch
das Verbot des Blattes „Vilag” auf acht Tage mache der Kritik
der liberalen Preſſe, die in jeder Richtung frei, unbeeinflußt und
unbeſchränkt über die Ereigniſſe berichten und ihre Meinung
ausdrücken könne, keineswegs ein Ende. Die plötzliche Umkehr
eines Teiles der Oppoſition ſei auffallend. Niemand ſei be= größten Raum in der tſchechiſchen Preſſe in Anſpruch. Die
rechtigt, an der Aufrichtigkeit des Vorgehens der Regierung zu Blätter derweiſen darauf, daß in Kaſchau in der Tſchechoſlowakei
zweifeln. Der demokratiſche Abgeordnete Vazſonyi, unter deſſen Verſuche unternommen worden ſeien, falſche Franc=Noten zu
Vorſitz die Abgeordneten der Oppoſition beraten haben, habe plazieren. Die Unterſuchung auf dem ſlowakiſchen Gute des
mit dem Miniſterpräſidenten Bethlen vor zwei Tagen eine
län=
gere Unterredung gehabt, auf Grund deren ein neues
Unter=
ſuchungsverfahren mit Beachtung der zur Verfügung geſtellten
Angaben eingeleitet wurde. Aus der veränderten Haltung der kiſche 500=Kronen=Noten hergeſtellt worden.
Oppoſition müſſe gefolgert werden, daß ſich das Hauptintereſſe
nicht mehr auf die Ermittelung der Wahrheit, ſondern auf poli= welche die Angelegenheit gerne auf ein Gebiet ſchieben möchte,
tiſche Ziele richte. Die Verantwortung für den Umſturz, den die das weitab von Locarno liegt, Gereiztheit darüber, daß England
jenigen abwälzen, die eine ſolche bei der jetzigen Lage durch ungariſchen Skandal bei weitem. Emphatiſch ruft der „Venkov”
erfundene oder falſche Behauptungen verſuchten. Die Regierung aus: „Die magnatiſche Geſte und der Glanz der ungariſchen
laſſe ſich ausſchließlich von der Sorge um den Schutz der Lebens= Kavaliere ſcheinen in Paris immer noch ſo zu imponieren, daß
intereſſen des Landes leiten. Diejenigen würden ſich ſehr täu= man dort nicht imſtande iſt, zu ſehen, was ſich in Wirklichkeit
ſchen, die die Regierung in dieſem Beſtreben durch Intrigen oder
Machinationen hindern zu können glauben.
Zuſpitzung der politiſchen Lage.
EP. Budapeſt, 16. Januar.
Die politiſche Lage hat infolge des Konfliktes, der zwiſchen
den Oppoſitionsparteien und der Regierung ausgebrochen iſt, gewiſſen Teiles der franzöſiſchen Preſſe gegenüber dem
Fäl=
eine merkliche Zuſpitzung erfahren. Während die
Sozialdemo=
kraten in ihrer heu igen Sitzung zu den Entſchluß gelangt ſind,
die von dem Präſidenten der Nationalverſammlung für Montag die Ungarn auf die ſehr freundſchaftlich hingereichte Rechte der
einberufene zwiſchenparteiliche Konferenz nicht zu beſuchen, dürf= Franzoſen mit einem direkt verbrecheriſchen und direkt gegen
ten die bürgerlichen Oppoſitionsparteien in ihrer heutigen Kon= Frankreich gerichteten Verhalten antworteten.”
ferenz vorausſichtlich in demſelben Sinne entſcheiden. Aber
ſelbſt wenn die bürgerlichen Oppoſitionsparteien heute abend 1
für die Teilnahme an der Par eienkonferenz am Montag ſüm= zuteil geworden ſei, und verhehlen nur ſchlecht ihren Mißmut
mnen ſollten, ſteht noch nicht feſt, daß die bürgerlichen Oppoſitions= darüber, daß man ſich weder in Paris, noch in London um die
unter allen Umſtänden ihre Redner zur Debatte über die poli= (lies: möglichſt kriegeriſchen) Vorgehens gegen Ungarn zu
küm=
tiſche Seite der Frankenfälſchungsaffäre ſtellen werden.
Englands Balkanpolitik.
Rußland gegen ein Balkanlocarno.
w. Moskau, 16. Januar.
In einem Leitartikel ſpricht die „Isweſtija” die
Ueberzeu=
gung aus, daß die nachdrücklichen Bemühungen Englands, einen
Wie die „Neue Freie Preſſe” aus Budapeſt meldet, wird am Garantiepakt auf dem Balkan zuſtande zu bringen, keine
knüpft mit dem Werk Chamberlains in Rapallo. Zu dem eng=
Balkanländer zu verſtärken und deren eventuelle Annäherung
erblickt. Die jugoſlawiſche Regierung ſelbſt hat den Gerüchten
über die Abſicht der Herſtellung eines ſolchen Bündniſſes wider=
Heute hat nun die Regierung auf dieſe Vorſtöße geant= ſprochen. Die kürzlich in der ruſſiſchen Preſſe ausgeſprochene
betont die „Isweſtija”, von Jugoſlawien geteilt, deſſen
Außen=
weiſt darauf hin, daß England in dem Zuſammengehen mit
über ein irgendwie geartetes Einvernehmen zwiſchen der Regie= ſeits gebe die engliſch italieniſche Verſtändigung keinen Anlaß,
durch England zu erhoffen, denn England würde nur unter ſei=
England.”
Prag iſt verſtimmt.
Von unſerem Korreſpondenten.
r. Prag, 15. Januar.
Die ungariſche Fälſchungsaffäre nimmt nach wie vor den
Ariſtide Jankowich ſei bisher ohne Erfolg geblieben, dagegen
ſeien die Ergebniſſe der Nachforſchungen in Karpathorußland
für die karpathoruſſiſchen Politiker äußerſt belaſtend. Unter der
Oberleitung des Grafen Pereny ſeien 60 000 Stück tſchechoſlowa=
Im allgemeinen herrſcht in der geſamten tſchechiſchen Preſſe,
Oppoſition anſcheinend erſtrebe, würde die Regierung auf die= und Fraukreich in ihrer Stellungnahme zur
Fälſchungsange=
legenheit durchblicken laſſen, die Tſchechoſlowakei übertreibe den
dahinter verbirgt. Die Frechheit und Lüge der Magnaten haben
bei den franzöſiſchen Republikanern immer noch den Klang echter
Münzen. Man kann nur hoffen, daß ſich die Meinung der
fran=
zöſiſchen Regierung unter dem Eindruck der letzten ungariſchen
behördlichen Geſtändniſſe grundlegend ändert, denn ſonſt könnte
es geſchehen, daß ſich die franzöſiſche Oeffentlichkeit eine ſolche
radikale Aenderung ſelbſt erzwingt.” „Unbegreiflich iſt aber heute
jene ſchon bis an Leichtfertigkeit grenzende Sorgloſigkeit eines
ſchungsweltſkandal, wo es doch heute ſchon jedem klar iſt, daß
Die Blätter konſtatieren einmütig die „peinliche”
Ueber=
raſchung, die der Tſchechoſlowakei durch England und Frankreich
parteien in der Sitzung der Nationalverſammlung am Dienstag Prager Hinweiſe auf die Notwendigkeit eines „energiſchen”
mern ſcheint.
von Schwarzrheindorf, wo dieſer die merkwürdigen
Deckenge=
mälde des Mittelalters entdeckt hatte und aufnahm, um ſie als
Kurioſa der Kunſtgeſchichte zu veröffentlichen. Hier legte er den
Grundſtein ſeiner ſpäteren wiſſenſchaftlichen Arbeiten. Ein
glück=
licher Zuſall ließ ihn in Bonn Freundſchaft ſchließen mit H.
Keſtner, dem Sohne des Kammerrates und ſiebenten Kindes der
Buff, Goethes Lotte. In dieſem jungen Mediziner lebte der
Geiſt Goethes noch nach; er war nicht unvermögend und nahm
den jungen Lübke auf all ſeinen Wanderungen auf der Suche nach
bedeutſamen Kunſtwerten mit. So kam Lübke trotz ſeiner Armut,
in ganz Weſt= und Süddeutſchland, ſogar in den flandriſchen und
engliſchen Kunſtzentren herum, ſchulte das Auge und brachte in
ſeinem Taſchenbuch viele Notizen und Zeichnungen von
Kunſt=
werken mit, die man z. T. in der Oeffentlich eit gar nicht oder nur
wenig nach umſchweifenden Beſchreibungen kanute. Die beiden
waren ſo gierig nach Kunſt, daß ſie z. B. ihre Heimreiſe aus
Bel=
gien erſt antraten, als es grade noch für die Fahrt dritter Klaſſe
nach Köln reichte; und dieſe Klaſſe führte damals im Jahre 1846
noch offene Wagen, ſo daß ſie von Ruß und Staub ſchwarz wie
die Schornſteinfeger, am Rhein eintrafen, ohne auch nur einen
Heller noch in der Taſche zu haben für des Leibes Notdurft.
Wil=
helm Lübre ließ ſich nicht unterkriegen. In ſeinem Kopf ſchwebte
eine Idee, die zu erfüllen, er ſich vorgenommen hatte; und der
hartnäckige Wille, ſeines Vaters einziges Erbe an ihm, mußte
ihm dazu verhelfen.
III.
Als er in Bonn zu ſeiner Weiterbildung nichts mehr zu
er=
hoffen hatte, traf er eines Tages mit einem Taler, ein paar
Eilbergroſchen, und einem Empfehlungsſchreiben an Jakob
Burdkhardt, der damals zur Herausgabe der Kuglerſchen
Kunſt=
geſchichte dort weilte, in preußiſch Berlin ein; mietete für den
Taler auf einen Monat ein Zimmer und lebte ve: den
Silber=
groſchen, bis er Nachhilfeſchüler fand. Durch Burckhardt wurde
er in den kunſtliebenden und ſchöngeiſtig=muſikaliſchen Kreis um
Franz Kugler eingeführt; in deſſen gaſtfreiem Hauſe ein bunter
Schwarm von Schriftſtellern, Malern, Muſikern, Bildhauern und
Gelehrten verkehrte, ſo Storm, Gildemeiſter, Dahn, Fontane,
Geibel, Kuglers Schwiegerſohn Heyſe, Mendelsſohn und
zahl=
loſe andere Namen aus dem geiſtigen Berlin zur Zeit der
Revo=
lution und der Blüte des „Tunnels an der Spree‟. Er fand hier
eine Fülle von Anregungen für die Zukunft und auch hie und da
eine Einladung, die ſeinem leeren Magen zugute kam. Nachdem
er am Werderſchen Gymnaſium ſein Probejahr als Kandidat
ab=
ſolviert hatte, wurde ihm eine gut dotierte Lehrſtellung in
Prenz=
lau angeboten, doch er ſchlug ſie kurz entſchloſſen aus und führte
lieber ſein Hungerleben weiter, um frei zu ſein für die
Durchfüh=
xung ſeiner Ideen. Er wurde ganz Kunſthiſtoriker, obwohl die
Ausſichten nicht gerade roſig waren, denn es gab in ganz
Preu=
ßen nur eine Profeſſur der Kunſtgeſchichte, die hatte Kinkel in
Bonn inne, und in Berlin verſah dieſe Stelle der alte Waagen
im Nebenamt.
Lübke wanderte durch die deutſchen Lande wie ein
Hand=
werksburſche und lief ſich die Füße wund, um mit Feder und
Zeichenſtift Material für ſeine Kunſt zu ſammeln. Da er ſich im
Winter, Heizung ſparend, den Arm erfroren hatte, konnte er
lange Zeit das geliebte Klavierſpiel nur mit einer Hand
aus=
üben. Aber alles das brach ſeine Energie nicht. Nach einigen
vergeblichen Verſuchen erſchien 1855 ſein „Handbuch der
Architek=
tur=Geſchichte”, das zum erſten Male ein ſolches Werk illuſtriert
brachte. Er und Seemann haben ſich hierdurch das größte
Ver=
dienſt für die Förderung der Kunſtgeſchichte erworben. Ein paar
Jahre darauf gab er ſeine umfaſſenden Studien in dem „
Grund=
riß der Kunſtgeſchichte” heraus, ein Werk, das auch der breiten
Oeffentlichkeit einen Ueberblick über das künſtleriſche Schaffen
aller Zeiten und Völker ermöglichte und das bis in unſere Tage,
nachdem es von Semrau auf den heutigen Stand der Forſchung
ergänzt worden iſt, noch eine der populärſten deutſchen
Kunſtze=
ſchichten iſt; ſie hat ihre Bedeutung behalten, trotz der „Sündflut”
(Bode) moderner Kunſtliteratur, und während dieſe längſt im
Abebben begriffen iſt,
Das kraftvoll geſtaltete Leben und das für die deutſche
Kul=
tur immerhin bedeutſame Werk dieſes Mannes verdient es voll
und ganz, daß man dankbar ſeines nun hundertjährigen
Ge=
burtstages gedenkt.
C.K. Ein Sammler von Paläſten. Eine merkwürdige
Sam=
melleidenſchaft, die freilich einen ſehr realen Hintergrund hat,
ver=
folgt einer der neuen amerikaniſchen Multimillionäre, Benjamin
Winter. Er kauft nämlich, wie der „New York Herold” meldet,
die Paläſte der Dollarkönige in der New Yorker Fünften
Ave=
nue zuſammen. Winter hat die bekannte Laufbahn ſo vieler
Mil=
lionäre der neuen Welt durchgemacht. Er kam vor 20 Jahren
als mitteloſer Einwanderer aus Polen, verkaufte Zeitungen im
New Yorker „Eaſt End” und arbeitete ſich zum reichen Manne
herauf. Winter hat in den letzten Monaten Paläſte in der beſten
Gegend New Yorks für nicht weniger als 40 Millionen Mark
ge=
kauft. Seine letzte Erwerbung, die ihn 15 Millionen Mark koſtete,
iſt das Haus der Mrs. Henry White, das dem Vanderbilt=Palaſt
gegenüberliegt, den er vor einigen Wochen kaufte, nachdem er
vor=
her das Vincent Aſtor=Haus erworben hatte. Der eigenartige
„Sammler” will die Paläſte in 35ſtöckige Wolkenkratzer
um=
wandeln.
C. K. Die Deutſchen in Italien — ein engliſcher Notſchrei.
Die Engländer fangen ſchon wieder an, auf den deutſchen
Kauf=
mann eiferſüchtig zu werden, obgleich es dieſem doch wahrlich
jetzt nicht ſehr gut geht. Ein Zeichen dafür iſt der Aufſatz eines
„Anglo=Italieners” in der Daily Mail, der über die „
Germani=
ſierung des italieniſchen Handels” klagt. „Von den Apenninen
bis zum Mittelländiſchen Meer iſt Italien mit deutſchen Waren
überflutet” ſchreibt er. „Man frage nach Aſpirin, und man
wird ſofort das deutſche Fabrikat erhalten. Man verlange Eau
de Cologne, und man erhält mit derſelben Sicherheit das
be=
kannte Kölner Waſſer, deſſen Etikett mit deutſchen Buchſtaben
bedruckt iſt. Will man ein Mittel zum Haarwaſchen haben, ſo
bekommt man ein Haarwaſſer, das aus Elberfeld ſtammt.
Kürz=
lich ſuchte ich in einem italieniſchen Spielzeugladen etwas aus.
90 Prozent der Waren ſtammten aus Deutſchland. Die
Deut=
ſchen verkaufen ſie ſo billig, daß die Herſtellungskoſten allein für
die Italiener größer werden, wenn ſie die Spielſachen ſelbſt
verfertigen ſollten. Die italieniſche Hausfrau kauft ihren Ofen
aus einem Geſchäft, das aus Deutſchland beliefert wird; wenn
ſie krank iſt, ſo kuriert ſie ſich mit Heilmitteln, die aus deutſchen
chemiſchen Fabriken ſtammen. Ihre Tochter parfümiert ihr
Taſchentuch mit deutſchen Parfüms. Ihre jüngeren Kinder
ſpielen mit deutſchen Spielſachen. Wenn ihr Mann ſich ſelbſt
raſiert, ſo verwendet er einen Apparat, den die Deutſchen in
Millionen Stücken auf den Markt geworfen haben. Und wenn
ſich alle am Abend etwas unterhalten wollen, dann ſehen ſie ſich
im Kino, einen deutſchen Film an. Die intelligenteren
Italie=
ner ſind über dieſe Erſcheinung etwas beunruhigt, behaupten
aber, man könne nichts dagegen machen. Einer ſagte mir
kürz=
lich halb humorvoll und halb traurig: „Selbſt wenn eine unſerer
Prinzeſſinnen heiratet, wählt ſie einen Gatten made in Ger=
C. K. Haarwellen 2250 v. Chr. Bei den neueſten
Ausgra=
ingen, die der britiſche Archäologe Leonard Woolley an der
itte des alten Ur der Chaldäer in Meſopotamien
vorgenom=
n hat, fand er im Palaſt des Königs Dungi, des Sohnes des
bauers des früher von ihm ausgegrabenen großen Turmes,
2250 v. Chr. regierte, 4 Behältniſſe aus Ziegeln, in denen
die Bauopfer befanden. Unter dieſen Gegenſtänden, die bei
Errichtung des Palaſtes im Fundament niedergelegt
wur=
waren verſchiedene Kupferſtatuetten des Herrſchers mit
iſchriften, ſowie der Kopf der Mondgöttin aus weißem
Mar=
r mit eingelegten Augen aus Lapislazuli, ein hervorragendes
inſtwerk, das als das weitaus ſchönſte Beiſpiel ſumeriſcher
ſtik gewertet wird. Die Göttin trägt eine von dem Künſtler
großer Sorgfalt wiedergegebene Friſur, die bereits deutlich
iſtliche Hcarwellen zeigt.
Seite 4
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½5 Uhr vom Städtiſchen
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Heubach, den 16. Januar 1926.
Die Beerdigung findet am
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tag, den 19 Januar, nachmittags
½2 Uhr ſtatt. 84
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme anläßlich des Ablebens
un eres lieben Vaters und Großvaters
ſagen wir Allen, beſonders denen, die
in liebevoller Weife ihm die letzte
Ehre erwieſen, unſeren innigſten Dank
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Die Kinder
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Darmſtadt, Wiesbaden, den 16. Jan.
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Darmſtadt, Schulzengaſſe1, Eberſtadt,
Luiſenſtr. 12, den 16. Jan. 1926.
Die Beerd gung findet Dienstag,
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Namſtädterſtraße ſtutt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme und die zahlreichen
Blu=
menſpenden anläßlich des Heimganges
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Margarete Deguis Vtw.
geb. Beck
(21468
ſagen wir herzlichſten Dank. Ganz
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ſonderen Dank den Barmherzigen
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ſowie Herrn Pfarrer Lautenſchläger
für die troſtreichen Worte am Grabe
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Fe=
bruar 1926 der Forſtwart der Kommunalforſtwartei Bobſtadt, Johannes
Habel zu Bobſtadt, auf Grund des § 1 des Geſetzes über die
Alters=
grenze der Staatsbeamten vom 2. Juli / 19. Dezember 1923 in
Verbin=
dung mit Artikel 2 des Geſetzes über Einſtellung des Perſonalabbaus in
Heſſen und Aenderung des heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8.
Ok=
tober 1925.
— Evangeliſch=kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden:
Pfarraſſiſtent Karl Lantelme zu Albig (Dekanat Alzey) zum
Pfarr=
verwalter daſelbſt mit Wirkung vom 1. Januar 1926; Pfarkaſſiſtent
Paul Clotz zu Darmſtadt (Innere Miſſion) zum Pfarrverwalter in
Friſchborn (Dekanat Lauterbach); Pfarrvikar Adolf Wendel zu
Heu=
chelheim bei Gießen zum Pfarraſſiſtenten in der Paulusgemeinde zu
Darmſtadt (Dekanat Darmſtadt); Pfarrvikar Fritz Fernges zu
See=
heim zum Pfarrvikar in Butzbach (Dekanat Friedberg) mit Wirkung
vom 15. Januar 1926. — Die Ernennung des Pfarrvikars Otto Geiß
zu Offenbach zum Pfarrvikar in Butzbach wurde zurückgezogen. Pfarren
Dr. Heinrich Simon zu Albig wurde vom Landesamt für das
Bil=
dungsweſen zum Studienrat an der Oberrealſchule, am Stadthaus in
Offenhach mit Wirkung vom 1. Januar 1926 ab ernannt.
— Aufforderung zur Bewerbung. Zur Wiederbeſetzung
wer=
den ausgeſchrieben: die evangeliſche Pfarrſtelle zu Wallernhauſen (
Deka=
nat Nidda), die evangeliſche Pfarrſtelle zu Pfeddersheim (
Deka=
nat Worms).
— Volkshochſchule, Zeichenkurſe. Bei der im Oktober vorigen
Jahres veranſtalteten Ausſtellung von Hörerarbeiten der Volkshochſchule
wurden im allgemeinen die Leiſtungen der Schüler der Zeichen=
Mo=
dellier= und Plakatſch.iftkurſe lobend hervorgehoben. Im Laufe dieſer
Woche haben nun wieder Kurſe in allen Fächern begonnen. Ein
Zeichenkurs, geleitet von Hans Vielmetter, ſtellt ſich die Aufgabe, das
Auge zur Erfaſſung der ausdruckfähigſten Naturformen zu ſchulen und
zu echtem Betrachten von Werken, der Kunſt zu erziehen. In dem
Zeichen= und Modellierkurs von Gewerbe=Oberlehrer Scheich, werden
hauptſächlich Bildhauer mit den Fertigkeiten ihres Handwerks vertraut
gemacht. Aber auch andere Hörer finden in ihm Bereicherung. Sie
werden angeleitet Entwürfe zu zeichnen und in plaſtiſchen Modellen
darzuſtellen, wobei auf zweckmäßigſte Verarbeitung des Materials geſehen
wird. Der Plakat= und Zierſchriftkurs, von Lehrer Melchior geleitet,
will Lehrlingen, Zeichnern, Angeſtellten, Geſchäftsinhabern Gelegenheit
geben, ſich die Fertigkeit zur Herſtellung von Werbeſchildern,
Preis=
tafeln uſw. anzueignen, um ſie für den Beruf nutzbar anzuwenden.
Anmeldungen, Beratung und Auskunft jederzeit in der Geſchäftsſtelle
der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17, Marſtall.
— Ein Zeichen der Zeit iſt das große Volksbedürfnis, ſeine
Mit=
menſchen, die in Not geraten ſind, in Krankheitstagen zu unterſtützen.
Die Krankenpflegevereinigung, welche ſowohl für Darmſtadt, ſowie auch
die nähere und weitere Umgebung, nachweislich unter ärztlicher
Auf=
ſicht ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger ſtellt und auf dieſem
Ge=
biete ſchon ſehr große Not lindern half, bezieht keinerlei ſtaatliche oder
ſtädtiſche Unterſtützung und wird in dieſen Tagen auf Grund
kreisamt=
licher Genehmigung an Freunde und Gönner dieſer Beſtrebung
heran=
treten und um eine Unterſtützung von krankem und arbeitsunfähigem
Pflegeperſonal bitten. Es wird ſowohl Geld, wie auch andere Spenden,
wvelche in die Liſten eingezeichnet werden beſtens dankend angenommen.
Wer wünſcht, daß bei ihm irgend eine Gabe abgeholt werden ſoll, wird
gebeten, bei nachſtehenden Adreſſen ſeinen Namen anzugeben: Heinrich
Herling, Kranichſteinerſtr. 37, Jakob Georg, Ballonplatz 3, Frau
Ei=
fenbahninſpektor Schnidt, Ireneſtr. 13, Frl. Anna Borchardt,
Lichten=
bergſtraße 80.
* Die Vorgänge im Baltikum nach Beendigung des Weltkrieges.
Die Vereinigung ehemaliger Real= und Oberrealſchüler zu Darmſtadt
hatte ſeine Mitglieder und Freunde zu einem Vortrage mit dem Thema
„Die Vorgänge im Baltikum nach Beendigung des Weltkrieges” in den
Muſikſaal der Ludwigs=Oberrealſchule eingeladen. Der Beſuch dieſes
Vortrags entſprach leider nicht ſeiner Bedeutung. Taten und Leiſtungen
deutſcher Truppen zum Wohle ihres Vaterlandes auch noch nach
Be=
endigung des großen Krieges wie ſie von den Baltikumkämpfern
vollbracht wurden, ſind der Allgemeinheit noch viel zu wenig bekannt.
Nach einer kurzen Begrüßungsanſprache des zweiten Vorſitzenden Herrn
Polizei=Oberleutnant Brommer, wußte der Referent des Abends,
Herr Polizei=Oberleutnant Spatz, in trefflichen, klaren Ausführungen
die ganze Baltikumunternehmung in großen Zügen packend zu ſchildern.
Karten und eine überſichtliche Skizze veranſchaulichten den Zuhörern den
Verlauf der militäriſchen Operationen. Es iſt unmöglich, im einzelnen
auf dieſe Ausführungen näher einzugehen. Ungeheures hatten die
frei=
willigen Verbände, die eiſernen Diviſionen, die aus Freiwilligen
ge=
bildete 1. Garde=Reſervediviſion und die baltiſche Landwehr unter
Führung des Generals Grafen v. d. Goltz geleiſtet. Nur dem energiſchen
Vordringen und Handeln dieſer Truppen iſt es zu danken, daß
Deutſch=
land, beſonders der deutſche Oſten, nicht von ruſſiſchen Bolſchewiſten
überſchwemmt wurde. Libau wurde eingenommen und die Operationen
gegen Mitgu befehlsgemäß durchgeführt. Auch Riga wurde beſetzt,
mußte geräumt und ſpäter wieder eingenommen werden. Schwer hatten
die deutſchen wohldiſziplinierten Truppen unter den hinterliſtigen
Machenſchaften der lettiſchen Regierung und unter dem ſchweren offenen
und geheimen Widerſtand der Engländer zu leiden, ſchwere
Enttäuſchun=
gen mußten ſie erleben, da die von den verſchiedenſten Seiten gegebenen
Verſprechen nicht eingehalten wurden, und doch kämpften ſie unentwegt
auch unter der Führung des Generalleutnants von Eberhard, der
Ge=
neral v. d. Goltz im Kommando abgelöſt hatte, für ihre Ideale weiter.
Sie gaben Beiſpiele heldenhafter treuer Pflichterfüllung bis zum letzten
Tag, bis infolge der großen Widerſtände das Baltikumunternehmen
zu=
ſammenbrach und ſie in Ordnung unbeſiegt in die Heimat zurückgeführt
wurden. Der Vortrag hatte die kleine Schar der Zuhörer ſo ergriffen,
daß ſie in ſpontaner wahrer Begeiſterung die vier Strophen des
Deutſch=
landsliedes ſangen und den Vortragenden herzlichen Beifall ſpendeten.
Der erſte Vorſitzende, Herr Dr. Grimm, dankte dem Referenten
auf=
richtig für ſeinen intereſſanten und feſſelnden Vortrag und wies darauf
hin, welchen Kampf deutſche Volksſplitter allenthalben für Erhaltung
ihres Deutſchtums auch heute noch führen müſſen.
— Der Bezirksverein Martinsviertel lädt zur ordentlichen
Haupt=
verſammlung am Montag, den 18. Januar 1926, abends, im Reſtaurant
Nagel, Ecke Mauer= und Lauteſchlägerſtraße, ein. (S. Anz.)
— Gartenbauverein Darmſtadt. Die diesjährige Hauptverſammlung
findet nächſten Donnerstag ſtatt, und es werden u. a. eine Anzahl
Auto=
chromaufnahmen von der Gartenbauausſtellung vorgeführt. (Näheres
im Anzeigenteil.)
— Im Schloßmuſeum finden täglich (außer Samstags)
Füh=
rungen vormittags um 11 Uhr und 11½ Uhr ſtatt.
— Goldne Hochzeit feiern am 19. d. M. Philipp Wilch und
Ehe=
frau geb. Reif, Schießhausſtraße 22.
— Städtiſches O=cheſter. Satt des Rheiniſchen Abends findet heute
ahend wegen plötzlicher Verhinderung des Herrn M. Weber ein Joh.
Skrauß=Abend ſtatt. Damit kommen wir jetzt ſchon vielſeitig geäußerten
Wünſchen entgegen.
Radio-Paris verbreitet täglich um 2,50, 5,30, 6.45 und 9.15 Uhr
(M. Z.) neueſte Nachrichten, die ihr von den drei führenden Pariſer
Tageszeitungen zur Verbreitung zugehen.
— Ungleichheit der Mieten. In Nr. 11 war unter dieſer
Spitz=
marke auf eine Ueberſicht, die Dr. Schäffer in der „Wirtſchaftskurve‟
veröffentlicht hat, hingewieſen und aus der Differenzierung der Mieten
der Schluß gezogen worden, daß dieſe kaum haltbaren Zuſtände zu einer
möglichſt ſchnellen Beſeitigung der Zwangswirtſchaft drängen. —
Dem=
gegenüber muß betont werden, daß, vom Standdunkte der Mieter
ge=
ſehen, die Mictſätze auch in der Zeit vor dem Kriege Schwanlungen
unterworfen waren. Doch haben die Mietpreisunterſchiede dem
Miet=
wertunterſchiede der Wohnungen entſprochen. Im übrigen werden in
den einzelnen Gliedſtaaten die Mietſätze einheitlich für das ganze Land
feſtgeſetzt. Es kann deshalb von Ungleichheit der Meten keine Rede
ſein. Die Zwangswirtſchaft im Wohnungsweſen kann erſt dann mit
Erfolg abgebaut werden, wenn auch auf dem Wohnungsmarkte Angebot
und Nachfrage ſich gegenüberſtehen.
Naturwiſſenſchaftlicher Verein zu Darmſiadt.
330. Sitzung am 12. Januar 1926.
Der Vorſitzende, Profeſſor Dr. Liſt, erſtattete zunächſt den
Jahres=
bericht. Es fanden im Jahre 1925 7 Sitzungen ſtatt, die
durchſchnitt=
lich von 126 Perſonen beſucht waren. Die Zahl der Mitglieder betrug
am 12. Januar 1926: 372. Der Rechner des Vereins, Oberbergrat
Köbrich, erſtattete ſodann den Bericht über die Jahresrechnung.
Dieſe ſchließt in den Einnahmen mit 486,57 RMk., in den Ausgaben
mit 478,27 RMk. ab. Das Vermögen beläuft ſich auf 295,79 RMk. Die
Rechnung wurde geprüft und richtig befunden von den Herren Dr.
Schwan und Dr. Heil. Auf Vorſchlag von Herun Profeſſor Dr.=Ing.
Ihne wurde der ſeitherige Vorſtand einſtimmig wiedergewählt. —
So=
dann ſprach Studienrat Privatdozent Dr. Walger über: „Das
dentſche Dorf und ſeine Entwicklung” In der zur
Ver=
fügung ſtehenden Zeit konnte des Thema nicht erſchöpfend behandelt
werden. Der Vortragende beſchränkte ſich deshalb auf die der großen
Rodezeit vorausgehende Entwicklungsperiode. Die Siedlungen dieſer
Zeit laſſen ſich ebenſo wenig wie die ſpäter entſtandenen lediglich als
Anpaſſungen an naturgegebene Bedingungen verſtehen. Es kommen in
ihnen auch Eigenkräfte des Menſchen zum Ausdruck, und zwar
vor=
nehmlich raſſiſch bedingte. Raſſengruppen brauchen nichr mit Spracl. zuſammenzufallen. Da nun die Eigenart der Beſiedlung und
der Bodennutzung nicht von der Zugehörigkeit zu einer beſtimmten
Sprachgruppe abhängt, ſondern von der mit körperlichen Merkmalen eng
verknüpften Art des Denkens und Handelns, ſo wird die Sieblungskunde
ihre zum Teil auf einer Verwechſelung beruhenden Termini techniei
in die klarere Sprache neuzeitliher Raſſenforſchung überſetzen müſſen.
So iſt der Einzelhof Nordweſtdeutſchlands, den Meitzen keltiſch genannt
hat, jedenfalls beſſer als „nordiſche” Siedlungsform zu bezeichnen.
Ebenſo entſpricht der Thpus des ſogen. Haufendorfs in hervorragender
Weiſe den Artgeſetzen der auf Abſtand haltenden „nordiſchen” Seele.
Dasſelbe gilt ſchließlich für den Weiler, wenn auch deſſen Geſchichte nicht
ſo eindeutig iſt, wie die des Haufendorfs. In vielen Fällen dürfte er
auf römiſches Vorbild zurückgehen. An der Hand von Lichtbildern
wurde das Weſen der verſchiedenen Siedlungsformen erläutert. Das
Unterſcheidende iſt nicht ſo ſehr die Anordnung und Zahl der Gehöfte,
wie die Beſonderheit der Flureinteilung. Bodenrecht und
Wirtſchafts=
form wurden eingehend behandelt. Nachdem noch auf der Karte die
geographiſche Verbreitung der verſchiedenen Siedlungstypen feſtgeſtellt
worden war, gab eine Ueberſicht der ſpäter entſtandenen planmäßigen
Dorfformen dem Vortrag einen vorläufigen Abſchluß.
Vergeſſet der hungernden Pögel nicht,
ſtreuet Körnerfutter!
Schonet die Zugtiere!
Sozial=, Kleinrentner und Kriegsbeſchädigte. Am 26. Januar
fin=
det das 5. Akademie=Konzert (Bach=Abend) ſtatt, wozu für obige
Organi=
ſationen" gegen Vorzeigen, des Ausweiſes Karten zu 50 Pf. auf dem
Sekretariat der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtr. 36, zu
haben ſind.
— Muſikverein Darmſtadt. Der 2. Tanzabend für aktive und
in=
aktibe Mitglieder findet am Samstag. 30. Januar, abends 8 Uhr, im
Vereinshauſe ſtatt, in der gleichen Ausgeſtaltung, die im November v. J.
den vollen Beifall aller Teilnehmer gefunden hat. Da der Kontrolle
wegen keine Abendkaſſe ſtattfindet, werden die Mitglieder erſucht, gegen
Vorzeigung der Mitgliedskarte vorher die Karten bei dem Hausmeiſter
im Vereinshauſe ſich zu beſchaffen. Von der Abhaltung des geplanten
großen Winterfeſtes im Saalbau hat der Vergnügungsausſchuß angeſichts
der derzeitigen Wirtſchaftsverhältniſſe Abſtand genommen. (S. Anzeige.)
n. Familiengeſchichtliche Vereinigung. In der Sitzung am nächſten
Dienstag, den 19. d. M.,abends ½9 Uhr im Heſſiſchen Hof (
Wilhelminen=
ſtraße 1, 1. Stock) wird Herr Dr. Friedrich über die Geſchichte der Familie
Lautz in Nieder=Raamſtadt im 15. und 16. Jahrhundert ſprechen.
— Ludwigshöhe. Das heutige Konzert des Städtiſchen Orcheſters
ſteht unter Leitung des Herrn H. Hauske. Das Programm iſt wie
ge=
wohnt ſorgfältig gewählt und enthält u. a. Roſſini, Ouvertüre zu
Wilhelm Tell”, Wagner. Motive aus den Meiſterſingern, Verdi, Aida,
Finale, Joh. Strauß, Dorfſchwalben aus Oeſterreich, Herold, Vivat
Academia. Es ſei nochmals betont, daß die Fußpfade nach der im
prächtigen Winterſchmuchk liegenden Waldeshöhe gebahnt ſind. Siehe
Anzeige.
— Dutſchorden. Montag abend, kurz vor Beginn der
Reichs=
gründungsfeier ſammeln ſich die Fahnen=, Banner= und
Standarten=
abordnungen im Vorraum der Turnhalle. — Kriegsbeſchädigten
werden bevorzugte Plätze angeboten. Die Reichsgründungsfeier dient
nicht der Werbung für den Deutſchorden, ſie ſoll nur ein feierliches
Ge=
denken einer großen Zeit in der deutſchen Geſchichte ſein. Rauchen
iſt nicht geſtattet.
— Damen= und Herrenſitzung der Turngemeinde 1846. Es iſt eine
bekannte Sache, daß die Turner nicht nur Mut und Kraft, ſondern zu
gegebener Zeit auch Humor und Witz entfalten können; das haben ſie
ſchon vor 53 Jahren bewieſen, indem ſie die erſte Faſchingskneipe in dem
jetzigen kleinen Turnfaal abhielten. Daraus ſind nach Erbauung des
großen Saales die Damen= und Herrenſitzungen entſtanden. Die
dies=
jährige findet am Sonntag, den 31. Januar, ſtatt, wozu unſer Paulche
wieder ein wirkſames Vorſpiel verfaßt und alle übrigen Kräfte (nur
Turner) flott an der Arbeit ſind. — Der Maskenball findet am
Sams=
tag, den 6. Februar, in ſämtlichen Räumen ſtatt. (Siehe Anzeige.)
— Liedertafel=Maskenball. Motto: Ein Abend aus der
Spielzeug=
ſchachtel. Man ſchreibt uns: Wir Menſchen, die wir alle Marionetten,
Spielzeuge des großen „Welttheaters” ſind, ſehnen uns danach, nur
ein=
mal von der Stribpe des lenkenden Meiſters Schickſal” loszukommen.
Die Stunde der Befreiung iſt da. Zerriſſen ſind die Fäden, die uns
zu den Bewegungen des Alltags zwingen. Wie wir aus Strawinski’s
„Spielzeugſchachtel” kennen, wollen wir den Augenblick nutzen und
her=
ausſpringen aus dem Kaſtenleben und uns ſo bewegen, wie es uns
ge=
fällt Die Liedertafel hat unter dieſem Leitmotiv ihren Freunden und
Gönnern einige luſtige Stunden mit ihrem diesjährigen Maskenball
„Ein Abend aus der Spielzeugſchachtel” vorbereitet. So wollen wir alle
kommen, als da ſind: Zinnſoldaten, Nußknacker, Teddybären,
Hampel=
männer, Teufel, Hexen und alle ſonſtigen Puppen und Spielzeuge, die
wir kennen. Derjenige jedoch, der ſich vielleicht als Meiſter des Lebens
fühlt, wird an dieſem Abend unter den vielen niedlichen Sächelchen
ge=
wiß ſeine Freude finden. Somit iſt jedem Gelegenheit gegeben, einige
nie vergeßliche Stunden zu verleben. Alſo: „Heraus aus der
Spiel=
zeugſchachtel”.
Der Ofn=aldklub Frankonig veranſtaltet am Sonntag, den 31.
Jan. im Saalbau einen pompöſen Maskenball. Außer ſonſtigen
Ueber=
raſchungen werben zwei Muſikkapellen ſchon für gute Stimmung ſorgen.
Neue Kraftpoſtverbindungen. Durch verſchiedene Zeitungen iſ
die Mitteilung gegangen, daß die Einrichtung von Kraftpoſtlinien auf
den Strecken Offenbach a. M.—Vilbel und Vilbel—Bad Hombura v d.H.
vom Reichspoſtminiſterium abgelehnt worden ſei. Dieſe Darſtellung
iſt nicht zutreffend. Die Einrichtung dieſer Kraftpoſten kann nur wegen
des Mangels an Haushaltsmitteln im laufenden Rechnungsjahr nicht
mehr vorgenommen werden.
A
1001 Nacht. Die Märchen aus 1001 Nacht üben auf Jung und Alt ſtets
einen geheimen Zauber aus, dem ſich niemand entziehen kann, ſofern
er noch ein we i Idealismus beſitzt. Ein Stüickaus dieſer Märchenwelt
wenn auch nicht gan; ſo mit Prunk überladen, wird uns in der „
Lieh=
lingsfrau des Maharadſcha” gezeigt, wobei wir nicht nur Indien mit
dem Harem des Maharndſbas kennen lernen, ſondern auch Scenen
aus Monte Carlo an der Riviera. Dieſer Großfilm wird im Reſidenz=
Theater vorgeführt und iſt gan; hervorragend
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheater
Großes Haus.
Sonntag, 17. Jan. H 6 (Bühnen=Volksbund). Anfang 6½ Uhr,
Ende 10 Uhr: „Carmen”. Oper von Bizet. Preiſe:
1,50 bis 15 Mk.
Montag, 18. Jan. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 19. Jan. E 12 (Schülermiete braun 4). Anfang 7 Uhr,
Ende gegen 10 Uhr: In neuer Einſtudierung und
Inſzenie=
rung: „Fidelio”. Oper von Beethoven. Preiſe: 1,20
bis 12 Mk.
Mittwoch, 20. Jan. K 7 (Bühnen=Volksbund). Anfang 7 Uhr,
Ende 10½ Uhr: „Die Räuber”, Schauſpiel von Schiller.
Preiſe: 0,80 bis 8 Mk.
Donnerstag, 21. Jan. A 12. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„Rigoletto”. Oper von Verdi. Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Freitag, 22. Jan. D 12 (Schülermiete rot 4). Anfang 7 Uhr,
Ende gegen 10 Uhr: „Fidelio” Preiſe: 1,20 bis 12 Mk.
Samstag, 23. Jan. B 13. Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10 Uhr:
„Mamfell Angot”. Operette von Lecog. Preiſe: 120 bis
12 Mk.
Sonntag, 24. Jan. C 11. Anfang 5 Uhr, Ende 10 Uhr: „Die
Meiſterſinger von Nürnberg”. Oper von Richard
Wagner. Preiſe: 1,50 bis 15 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 17. Jan. Vorm. 11½ Uhr: 4. Morgen=
Veran=
ſtaltung: Eugenie Stephanova. — Abends 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: Zuſatzmiete III (6): „Der Glückspilz”.
Luſt=
ſpiel von Rickelt. Preiſe: 1,20 bis 7,20 Mk.
Montag, 18. Jan Vorm. 11 Uhr: Feſtakt der Techniſchen
Hochſchule. — Abends keine Vorſtellung.
Dienstag, 19. Jan. Zuſatzmiete I (6). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: „Der Glückspilz” Preiſe: 1,20 bis 7,20 Mk.
Mittwoch, 20. Jan. Abends 8 Uhr, Ende 9½ Uhr:
Kammer=
muſikabend, veranſtaltet vom Landestheater gemeinſam
mit der Freien Geſellſchaft für Muſik. Preiſe: 1, 2 und 3 Mk.
Donnerstag, 21. Jan. Außer Miete. Anfang 7½ Uhr, Ende
9½ Uhr: Zum erſten Male wiederholt: „Luſitania”
Drei Szenen von Alfred Döblin. Preiſe: 0.80 bis 4,80 Mk.
Freitag, 22. Jan. Zuſatzmiete V (8). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: „Bradamante”. Komödie von E. Legal.
Preiſe: 1 bis 6 Mk.
Samstag, 23. Jan. Zuſatzmiete XI (6). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: „Der Glückspilz”. Preiſe: 1,20 bis 7,20 Mk.
Sonntag, 24. Jan. Vormittags 11½ Uhr: Klaus=Mann=
Matinee. Preiſe: 0,50, 1 und 2 Mk. — Abends 7 Uhr,
Ende gegen 10 Uhr: Zuſatzmiete VII (6): „Datterich”
Lokalpoſſe von Niebergall. Preiſe: 1,20 bis 7,20 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Bizets Oper „Carmen” wird heute,
Sonntag abend, nach längerer Pauſe wieder in den Spielplan
aufgenom=
men. In den Hauptpartien ſingen die Damen: Stephanowa, Albrecht,
Kapper, Liebel, und die Herren: Jörn, Aldori, Hölzlin, Vogt, Ney,
Ebert.
Heute vormittag 11½ Uhr ſingt Eugenie Stephanowa in der
vierten Morgenfeier Lieder von Mouſſorgsky und Mahler. Preiſe 0,50
und 0,80 Mark.
Die Neueinſtudierung von Beethovens Fidelio” wird am
Diens=
tag, den 19. Januar, zum erſten Male aufgeführt werden. Inſzenierung:
Ernſt Legal; muſikaliſche Leitung: Joſeph Roſenſtock. Charlotte
Maſ=
ſenburg ſingt zum erſten Male die Partie der Leonore. In den
üb=
rigen Partien ſind beſchäftigt: Walter Hagner (Don Fernando),
Johan=
nes Biſchoff (Pizarro), Gotthelf Piſtor (Floreſtan), Heinrich Hölzlin
(Rocco), Eugen Vogt (Jacquino). Anfang 7 Uhr.
— Gymnaſtik=Unterricht im Landestheater. Alle Eltern, die ihren
Kindern nicht nur einen geſunden und lebensfähigen Körper erhalten,
ſondern auch ſchon von früher Jugend an ein ſicheres Gefühl für
Rhyth=
mus in Verbindung mit der Muſik geben wollen, ſeien auf die Anzeige
in der geſtrigen Nummer, betr. Einrichtung eines Gymnaſtik=Unterrichtes,
hingewieſen. Der Unterricht iſt für geſunde, gut und ſauber gehaltene
Kinder im Alter von 6—16 Jahren gedacht. Er wird wöchentlich
zwei=
mal, Mittwoch und Samstag, nachmittags von 4—6 Uhr, von bewährten
Lehrkräften unter Kontrolle eines Arztes in den Räumen des
Landes=
theaters erteilt werden. Erſtmalig Mittwoch, den 20. Januar. Der
Unterrichtsbeitrag iſt auf monatlich 4 Mk. feſtgeſetzt worden. Für
be=
gabte Kinder minderbemittelter Bevölkerungskreiſe kann auch
Beitrags=
ermäßigung gewährt werden. Voranmeldungen bis 27. Januar
ſchrift=
lich an Fräulein von Kreibig, die außerdem jeden Mittwoch nachmittag
von 5—6 Uhr im Landestheater Sprechſtunde für Intereſſenten in dieſer
Angelegenheit halten wird.
— Die große Sitzung der Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla”
die am 7. Februar im Städtiſchen Saalbau ſtattfinden wird, und
mit dem großen Maskenball am Faſtnachtsſamstag (13.
Februar) die einzigen Veranſtaltungen ſein werden, die in
die=
ſem Jubiläumsjahr ſtattfinden, erregt jetzt ſchon ſtarkes
Inter=
eſſe. In erſter Linie wohl dadurch, daß für dieſe Sitzung die
hervorragendſten Karnevalsredner von Mainz gewonnen
wur=
den, die dort in den erſten Sitzungen mit einem Erfolg
geſpro=
chen haben, der wert über das Normale hinausging und in der
Tatſache gefühlter Befreiung von langjährigem Druck begründet
iſt. Herr Kunſtmaler Pfeil hat für den Saalbau eine völlig
neue, höchſt originelle Dekoration entworfen, die der
Karnevals=
hochburg ein beſonders feſtliches Gepräge geben dürfte. Außer
den genannten Rednern werden auch die bewährten
einheimi=
ſchen Kräfte vertreten ſein, ſo daß in Gemeinſchaft mit den
Liederdichtern und künſtleriſchen Darbietungen ein Wettſtreit
ent=
ſtehen dürfte, der für einen animierten und abwechſlungsreichen
Verlauf der Sitzung bürgt. — Alle weiteren Mitteilungen folgen.
— Beſſunger Karnevalverein. Am Sonntag, den 31. Januar, abends
7,11 Uhr, zieht das närriſche Komitee des Beſſunger Karnevalvereins
in die feſtlich dekorierte Turnhalle ein und ladet alle Freunde eines
echten Heinerhumors ein, einige fröhliche Stunden, frei von
Alltags=
ſorgen, zu feiern. (S. Anz.)
— Orpheum. Der Sonntagskartenvorverkauf findet ſtatt:
Verkehrs=
bureau von 9—12 Uhr. Kiosk am Schloß gegenüber dem Verkehrsbureau
von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends ununterbrochen, Orpheumskaſſe
ab 3 Uhr.
Ausſchreiben. Am 14. Januar 1926, gegen 1 Uhr mittags, wurde
in der Soderſtraße der am 18. Januar 1885 in Klein=Zimmern geborene,
arbeitsſcheue und vielfach vorbeſtrafte Schuhmacher Georg Geiß wegen
Diebſtahls feſtgenommen. G. hatte ſich in eine im 1. Stock des Hauſes
Soder=
ſtraße 34 gelegene Wohnung begeben und daraus 1 Paar Herrenſchuhe
entwendet. Geiß führte die Tat unbemerkt aus, als die Familie ſich
beim Mittageſſen befand. Beim eiligen Entfernen wurde Geiß jedoch
bemerkt und ihm die unter ſeinen Kleidern verſteckten Schuhe
abgenom=
men. Bei dieſer Gelegenheit wurde unter ſeinen Kleidern, auch eine
lange, dunbelbraune Herrenumſchlaghoſe mit grauen und roten
Längs=
ſtreifen vorgefunden. Die Hoſe, die noch wenig getragen iſt, hat an
bei=
den Seiten Schnallen und ringsum Schlauſen zum Durchziehen ein s
Sportgürtels. Geiß will die Hoſe gegen Arbeitsleiſtung von einem
Profeſſor, deſſen Name und Wohnung er aber nicht anzugeben vermag,
erhalten haben. Die Angabe erſcheint unter Berückſichtigung der
Per=
ſönlichkeit des Geiß ſehr unglaubwürdig, vielmehr iſt der Verdacht
ge=
rechtfertigt, daß auch dieſe Hoſe geſtohlen wurde. Eine Diebſtahlsanzeige
iſt aber bis jetzt nicht erſtattet worden, da wahrſcheinlich der Verluſt noch
nicht bemerkt wurde. Der frühere Beſitzer der Herrenhoſe wird deshalb
gebeten, ſich bei der Kriminalpolizei, Zimmer 11, zu melden.
dii ddent dar
U
Kauter
D
in der Turnhalle am Woogsplatz
EAAOLA
AT
*
am 30. Januar 1926, abends 8218
A4
Seite 6.
Sonntag, den 12. Januar 1926
Nummer 12
eſſiſche Landwürtſchaftliche Woche.
2
Schlußveranſialtungen. — Verſammlung des Landwirtſchaftskammer=Ausſchuſſes für die
Provinz Starkenburg.
Mit den Veranſtaltungen des geſtrigen Tages erreichte die Heſſiſche
Landwirtſchaftliche Woche ihr Ende. Am Vormittag wurden im Union=
Theater die Lehr= und Werbefilme der Heſſiſchen Landwirtſ haftlichen
Verſuchsſtation vorgeführt, die in 5 Akten in das Aufgabengebiet
ein=
führten, die dieſe ſich geſtellt hat. Unſeren Leſern dürften dieſe Filme,
die im Dezember vorigen Jahres zur Erſtvorführung kamen, aus der
am 20. v. M gebrahten eingehenden Beſprechung noch in Erinnerung
ſein. Die Wirkung der Filme, die an ſich ſchon außerordentlich
wert=
voll und lehrreich ſind, wurde durch den ausgezeichneten, klaren
Begleit=
vortrag des Herrn Direktors Prof. Dr. Rößler noch erheblich erhöht
und begegnete bei den Hunderten von Beſuchern lebhaftem Intereſſe.
Die Ausführungen des Vortragenden fanden ſtarken Beifall, dem Herr
Dr. Viehmann von der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer in kurzen
Worten noch beſonderen Ausdruck verlieh.
Die Beſichtigung der Hengſie des Landgeſtüts.
Um 11 Uhr wurden vor einer ſehr großen Zahl von Intereſſenten
die Hengſte des Landesgeſtüts vorgeführt. Herr Oberlandesſtallmeiſter
Schörke gab während der Beſichtigung wertvolle Erläuterungen zu
jedem einzelnen Tier bezüglich ſeiner Abſtammung, ſeines Alters, der
Lciſtungsfähigkeit, der Fütterung uſw. Dabei war beachtenswert, daß
heute der Bedarf des Heufutters in Starkenburg gedeckt wurde, da der
Preis dieſes Futters ſeither in Starkenburg der billigſte war. Das
ſchönſte und beſte Exemplar unter den zirka 65 Pferden des Geſtüts war
unbedingt der Hengſt „Ulan‟. Der Vortragende empfahl warm, die
Reitervereine weitgehendſt zu unterſtützen. Seine oft humorvollen
Aus=
führungen wurden dankbar aufgenommen. Die Tiere wurden in
lang=
ſamem Gang und Trab vergeführt. An die Vorführung der Hengſte
ſchloß ſich eine Stallbeſichtigung an.
Die Schlußtagung der Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Woche fand in
dem faſt überfüllten Fürſtenſaale ſtatt. Die dortige
Verſammlung des Landwirtſchaftskammer=
Ausſchuſſes für die Provinz Starkenburg
eröffnete der Vorſitzende, Herr Ockonomierat Heil=Habichtsheim, mit
einer kurzen Begrüßungsanſprache und dem beſonderen Dank an den
Herrn Referenten. Er wies darauf hin, daß eine geſunde und richtige
Viehzucht die Grundlage für eine geſunde Landwirtſchaft iſt. Wege zur
Erreichung dieſes Zieles werde der Referent des Nachmittags geben,
dem das Wort erteilt wurde. Herr Profeſſor Dr. Krämer von dem
Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Univerſität Gießen führte über das
Thema: „Die Bedeutung der Leiſtungszucht
insbeſon=
dere in den klein= und mittelbäuerlichen Betrieben”,
etwa folgendes aus:
Die Beurteilung der Tiere erfolgt nach der Abſtammung, der Form
und der Leiſtung. Die Tiere ſollen eine ſichere Vererbungsfolge haben,
alſo muß eine reine Innzucht gepflegt werden. Die
Abſtammungsnach=
weiſe der einzelnen Tiere werden immer mehr gewertet. Die
Zuchtbuch=
führung werde bei uns erſt ſpäter wie in England geführt. Große
Ver=
dienſte hat ſich Herr Geh. Rat Hauſen=Berlin auf dieſem Gebiete
er=
worben. Seine Unterſuchuagen haben ergeben, daß beſonders auf die
L.bſtammung des Tieres geachtet werden muß. Es handelt ſich zunächſt
darum, eine verläßliche Herkunftbuchführung durchzuführen. Die
Ab=
ſtammungsfrage iſt äußerſt wichtig, wenn ſie auch zeitlich nach der Form
und Leiſtungsfähigkeit kommt. Nicht eigentlich, bzw. nicht allein das
Aeußere iſt mit der „Formprüfung” gemeint, ſondern des
Zuſammen=
bau der Knochen, des Temperaments uſw. Die
Beurteilungsver=
fahren der körperlichen Geſtaltung ſind uralt. Hinter der Form, hinter
dem ſchönen Schein muß das Wertvolle, die zu erwartende Leiſtungs=
fähigkeit, ſtehen. Gerade beim Rinde gibt es die verſchiedenſten
Nutzun=
gen. Die Fleiſch= und Arbeitsleiſtungsbeurteilung iſt zwar viell icht
nach den Formen die leichteſte, bedeutend ſchwerer die Beurteilung der
guten Miſchleiſtung, obgleich für ein kundiges Auge zahlreiche „
Milch=
zeichen” vorhanden ſind. Die Gewichtszucht darf im Intereſſe der
Milch=
zucht nicht übertrieben werden, denn ſchwere Formen gehen auf Koſten
der Milchleiſtung. Die Befunde wiſſenſchaftlicher Art in dieſer
Be=
ziehung ſind dringend zu empfehlen, damit man nicht auf der Stufe der
Form ſtehen bleibt, ſondern die Leiſtungsfähigkeit ſteigert. Stets und
immer werden gut gebaute Tiere beſſer zu verkaufen ſein, wenn ihren
ſchönen Formen die Leiſtungsfähigkeit entſpricht. Mit einfachen Mitteln
können heute Leiſtungsprüfungen vorgenommen werden. Die Züchter
können heute nur dann Erfolg haben, wenn ſie die
Leiſtungsfähigkeits=
verhältniſſe bei der Aufzucht methodifch beobachten. Seitdem dieſer
methodiſche Aufbau durchgeführt iſt, iſt ein bedeutender Aufſchwung,
z. B. der Milcherzeugung, zu beobachten. Der Redner will beſonders
die Milchprüfungsleiſtung behandeln. Profeſſor Fleiſchmann führte in
Oſtpreußen als erſter dieſe Prüfungen durch. Seit 1894 wurden die
erſten allgemeinen Prüfungen im Algäu durchgefuhrt, unmittelbar
darauf in Oſtfriesland. Wenig ſpäter wurde in Preußen eine
allge=
meine Probemelkung durchgeführt. Alle Herdbuchtiere, die zur Zucht
benutzt werden ſollten, mußten geprüft werden. Die gewaltige
Lei=
ſtungsfähigkeit, die durch die Prüfungen feſtgeſtellt wurde, zeigte, daß
es nicht allein auf die Fütterung, ſondern im Gegenteil hauptſächlich
auf die Tiere ſelbſt ankommt. In Bonn=Poppelsdorf wurden
alljähr=
lich die verſchiedenſten Tierraſſen geprüft. Schließlich drang die
Milch=
prüfungsleiſtung auch nach dem Süden vor, und Heſſen war eines der
erſten ſüddeutſchen Länder, das ſie weitgehendſt anwandte. Die Arbeiten
und Pflichten der entſtandenen ſegensreichen Einrichtung der „
Kontroll=
vereine” dürfen als bekannt vorausgeſetzt werden. Der erſte
Kontroll=
verein entſtand bereits 1895 in Dänemark und breitete ſich ſchnell aus.
Durch die Tätigkeit dieſer Vereine iſt ganz zweifellos die
Leiſtungs=
fähigkeit der Tiere erhöht worden. Die Tätigkeit dieſer Vereine muß
im allgemeinen Intereſſe weitgehendſt unterſtützt werden. Gerade bei
dem Fleckvieh und Roten bei uns in Starkenburg kann man ohne
Be=
denken die Tiere zu höherer Milchleiſtung heraufführen. Die
Leiſtungs=
prüfungen müſſen aber vollkommen durchgeführt werden. Eine Gefahr
für die Geſundheit der Tiere durch die Leiſtungsprüfung beſteht auf
keinen Fall. Bei dieſen Prüfungen müſſen auch die beſten
Futter=
verwerter berückſichtigt und ausgewählt werden. Es kann nicht ſcharf
genug unterſtrichen werden, daß die Milchleiſtungen durch die allgemeine
Einführung der Prüfungsleiſtungen ganz erheblich geſteigert werden
können. Intereſſante Vergleichszahlen gab der Redner für das
Oden=
wälder Rotvieh und das heſſiſche Fleckvieh. Nach dieſen Ausführungen
iſt klar zu erkennen, daß die Leiſtungsprüfungen eine ungeheure
Trag=
weite haben.
Nachdem ſich der ſtarke Beifall gelegt hatte, dankte der Vorſitzende
dem Herrn Referenten für ſeinen wertvollen Vortrag und bat die
Land=
wirte, die Kontrollvereine weitgehendſt zu unterſtützen. Vor Eröffnung
der allgemeinen Ausſprache wurde der Verſammlung durch den
Vor=
ſitzenden der neue Generalſ kretär, Dr. Rotherd, vorgeſtellt. An der
Ausſprache beteiligte ſich mit wichtigen Anregungen u. a. Herr
Glaſ=
ſert von dem Leiſtungskontrollverein. Er gab intereſſante
Zahlen=
aufſchlüſſe über die Tätigkeit des Kontrollvereins. In der weiteren ſehr
ausgiebigen Ausſprache wurde neben vielem anderen beſonders die
Frage, ob das Schwarzbuntvieh in Heſſen eingeführt werden ſoll, ſehr
lebhaft diskutiert. Von dem Vorſitzenden und den weiſten Rednern
wurde die Einfuhrung und das Halten von Schwarzbuntvich für Heſſen
abgelehnt. Es ſei nicht angängig, eine neue Sorte Rindvieh (das
ſchwarz=
bunte Vieh) in Heſſen einzuführen. Ein Odenwälder Rotviehzüchter
trat mit beredten Worten für dieſe Raſſe ein. Allen Viehzüchtern
wurde von dem Vorſitzenden möglichſt weitgehende Unterſtützung zur
Hebung des Viehbeſtandes zugeſagt und dann die Verſammlung gegen
6 Uhr geſchloſſen.
An dem ſtarken Beſuch, den die Landwirtſchaftliche Woche bei all
ihren Veranſtaltungen trotz der Ungunſt der Zeit aufzuweiſen hat, iſt
zu erkennen, daß die Landwirte keine noch ſo großen Opfer ſcheuen,
wenn es gilt, ihre Kenntniſſe zu bereichern, ſich mit den neueſten
Er=
rungenſchaften ihres Berufs vertraut zu machen und nach Kräften
mit=
zuhelfen, die augenblickliche Not der Landwirtſchaft zu beheben, nicht nur
in ihrem eigenen Intereſſe, ſondern auch im Intereſſe und zum Wohle
der Allgemeinheit.
— Provinzialtag. Am 30. Januar, mittags 12 Uhr wird im
Stadt=
verordnetenſitzungsſaale (ſtädt. Saalbau) nach den letzthin ſtattgehabten
Neuwahlen der Provinzialtag zuſammentreten, um zunächſt 8 Mitglieder
und 8 Stellvertreter für den Provinzialausſchuß zu wählen. Im
An=
ſchluß an dieſe Wahlhandlung findet eine öffentliche Sitzung des
Pro=
vinzialtags ſtatt. Die Tagesordnung enthält: 1. Entſcheidung über die
Gültigkeit der Wahl der Mitglieder und Stellvertreter des
Provinzial=
ausſchuſſes. 2. Notſtandsarbeiten der Provinz, 3. Beteiligung der
Provinz an dem Ferngaswerk für Starkenburg. 4. Dienſtſicherheit des
Provinzialkaſſerechners.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſiler und künſfleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſſehenden Erwäßnung
geſchleht. bebält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Ein „Indiſches Konzert” darf wohl als eine Seltenheit im
hieſigen Muſikleben bezeichnet werden. So hat das Publikum
Gelegen=
heit, am Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr, im
Mathildenhöh=
ſaal, Dieburgerſtraße 26, zwei indiſche Meiſterſänger mit Begleitung
der alten indiſchen Inſtrumente Vina und Sitar zu hören. Alles Nähere
aus den Inſeraten. Karten bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtraße 9
(Telephon 2560) und an der Abendkaſſe.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Liebe und Trompetenblaſen”. Acht
luſtige Akte! Hört ihr das herzliche Lachen? Vernehmt ihr die
ſchmet=
ternden, Trompetenſignale? Wollt ihr glückliche und humorfröhliche
Menſchen, ſonnenfreundliche Begebenheiten, liebdrollige Geſchehniſſe
ſehen, geboren aus launiger Situationskomik, umklungen von
ſchmei=
chelnden Weiſen Strauß’ſcher Walzer, durchblüht von Wiens gemütfeiner
Romantik, dann kommt und ſchaut ihn euch an, den herzerquickenden
Eichberg=Film: „Liebe und Trompetenblaſen”. Ich habe ſelten ſo
be=
freiendes und verſöhnendes Lachen des Hauſes gehört; hier gröhlt man
nicht wie bei einem ſogenannten „Bombenvergnügen”, nein, hier lehnt
man ſich in ſchmunzelnder Geborgenheit, glücklich wie ein Kind an
ſeinen Stuhl und läßt die Bilder wie ſonnendurchglänzte Fluten
gleich=
ſam über ſich wegplätſchern. Es iſt ein köſtliches Bad! Dieſer Film iſt
auch im Niveau und kurz angedeutetem ſeeliſchen Motiv wohl, das beſte
Luſtſpiel, das Darmſtadt in den letzten Jahren geſehen hat. — . . . man
muß zugeben, daß es ſich hier um einen der amüſanteſten, netteſten,
ge=
lungenſten Filme der letzten Zeit handelt . . . zur Befriedigung aller
Beteiligten, nicht zuletzt des Publikums, das ſich bei der Geſchichte
außerordentlich amüſiert. — . . . Wir möchten mehr von dieſen Filmen
ſehen, gerade jetzt, in dieſer Zeit. Nicht ſo ſchwere Probleme, ſondern
leichter beſchwingter, luſtiger — genau ſo wie hier in „Liebe und
Trom=
petenblaſen”, wo es keine großen Probleme zu löſen gibt, wo man
einen luſtigen Schwank zeigt, bei dem es lautes befreiendes Lachen gibt.
Wir brauchen dieſes Lachen gerade in einer Zeit wie heute, wo das
Leben ſo ſchwer iſt. — Das tollt und lacht über die Leinwand mit echt
deutſchem Humor. Ueber die Handlung verraten wir garnichts, denn
dieſen deutſchen Film muß jeder ſelbſt ſehen.
— „Die Lieblingsfrau des Maharadſcha” übt auch in
der neuen neunaktigen Geſtalt unverminderte Anziehungskraft aus. Von
den alten Darſtellern iſt freilich nur Gunnar Tolnges geblieben,
wäh=
rend ihm als weibliche Partnerin die anmutige Karina Bell zur Seite
ſteht. Dieſer ſchöne däniſche Film, dem das ausdrucksvolle Spiel der
Hauptdarſteller den Stempel aufdrückt, läuft täglich vor ausverkauftem
Hauſe im Reſidenz=Theater.
Lokale Veranſtaltungen.
— Eine Evangeliſationsverſammlung findet ab
Sonntag, 17. d. M., bis einſchließlich Sonntag, 24. d. M., täglich abends
8½ Uhr durch den in hieſigen Kreiſen wohlbekannten Prediger Walz,
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Sonntag, den 12. Januar 1926
Geite 7
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Sitzung im neuen Jahre terſammelten ſich die Gemeinderatsmitglieder
Aus Heſſen.
und Zuhörer auf dem Nathausſaal. Nach Begrüßung durch den Bür Das Deutſche 4darmoiaipferu
Beſchluſſe feſtgehalten worden. Damit iſtalſo die Anſtellung
beſchloſſen worden. Die gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes in
gungen erhobene Berufung an den Provinzialausſchuß, wozu der
Ge=
abgelehnt worden. — Als Termin für die Beigeordnetenwahl iſt der
Krüger (Zur Stadt beidelberg) zum Betriebe einer Schankvirtſchaft den beſchäftigte noch lange den Gemeindergt. Schluß halb 19 Uhr.
im Hauſe Heidelberger Straſſe 93 wurde mit 13 gegen 10 Stimmen
be=
von zwei Trommeln und zwei Pfeifen, ſowie eine Submiſſion über den
Verlauf von vier Ziegenböcken wurden genehmigt. — An der in Aus= Schnefall. Am Sonntag kann die Rodelbahn des Verkehrsvereinz
wie=
ſicht genommenen Kinderſpeiſung werden 50 bedürſtige Kinder teilneh= der eröffnet werden.
men dürfen. Ein Viertel der dadurch entſtehenden Koſten in Höhe von
teres Vertel der Kreis, und die verbleibende Hälfte der Staat trägt.
Die in der letzten Gemeinderatsſitzung den Erwerbsloſen,
ausgeſteuer=
ten Erwerbsloſen, Ortsarmen, ſtellenloſen Angeſtellten und ähnlichen
einer Verfügung des Kreisamts nur in Naturalien gewährt werden. Allgemeine Freude löſte die Nachricht aus, daß bei dieſer Gelegenheit
Der Gemeinderat beſchloß entſprechend. Die Pwifung der
Gemeinde=
rechnung und der des Gemeinde=Waſſerwerks für das Rechnungsjahr 24
wird dem Finanzausſchuß überwieſen. — In der immer noch ſtrittigen
werden. Dazu wird eine Kommiſſion unter Führung des
Bürgermei=
ſters beſtimmt. Als Winterbeihilfe aus Gemeindemitteln, zu welchem
Zwecke der Gemeinderat einen Kredit bis zu 5000 Mark b=willigt hat,
ſollen gewährt werden: an ſolche Erwerbsloſe, die in der Zeit vom
1. Oktober 25 bis 9. Januar 26 erwerbslos waren: a) von 2—6 Wochen
bzw. b) über 4—8 Wochen bzw. () über 8 Wochen dasjenige Vielfache
der täglichen Unterſtützung, welches nach Vorliegen der Unterlagen noch
beſtimmt werden wird. — In geheimer Sitzung; Steuerſtundungsgeſuche
und Wohlfahrtsangelegenheiten.
kommenden Sonntag nachmittag ſpricht im Auftrag der Ortsaruppe
Pfungſtadt des Rhein=Main=Verbandes für Volksbildung Herr Robert
Schneider aus Darmſtadt über. Wert und Pflege der Mundart”.
Gleickzeitig gibt Robert Schneider Proben eigener Dichtung.
N Pfungſtadt, 15. Jan. In der Volkshochſchule Pfungſtadt
ſpricht demnächſt der Leiter der Darmſtädter Stadtbibliothek Dr. Wags
über die Geſchichte des Bauernkrieges. Der erſte Vortrag findet am
19. Januar ſtatt. — Die Fahrzeiten der Autoverbindung haben eine
kleine Veränderung erfahren.
Eſchollbrücken 15. Jan. Der Männergeſangverein
hat beſchloſſen, die Chorſtunden wieder aufzunehmen.
* Nieder=Beerbach, 15. Jan. Errichtung einer Autolinie
nach Darmſtadt. Der hieſige Gemeinderat hat das Geſuch eines
Eberſtädter Unternehmers um Errichtung einer Autolinie Nieder=
Beer=
bach-Eberſtadt-Darmſtadt einſtimmig befürwortet und beſchloſſen, ſich
bei den zuſtändigen Behörden um die Erteilung der Genehmigung für
dieſe Linie einzuſetzen. — Zum Gemeindekontrolleur wurde Gemeinderat eine Dunggrube, wo es verſank. Auf das Geſchrei des Beſitzers eilten
Spieß gewählt.
* Ober=Ramſtadt, 15. Jan. Am Sonntag, den 17. Januar, abenbs
7½ Uhr, veranſtaltet der Gemiſchte und Poſaunenchor Nieder=Ramſtadt
in der hieſigen Kirche einen Liederabend. Der Eintritt beträgt für
Erwachſene 20 Pfg., für Kinder 10 Pfg. und kommt der Ertrag der
inneren und äußeren Miſſion zugute. Zu dieſer Veranſtaltung ſind
alle Gemeindeglieder herzlichſt eingeladen. — Um vielſeitigem
Ver=
langen gerecht zu werden, hat ſich der Geſangverein „Eintracht”
ent=
ſchloſſen, am Sonntag, den 24. Januar ds. J3, im Saale „Zum Löwen”
durch die günſtige Aufnahme des erſten Theaterabends wird ſich der
Verein alle Mühe geben, auch diesmal ſeinen Gäſten wieder einige, der Erwerbsloſen zu lindern ſuchen.
genußreiche Stunden zu bereiten.
hält am 31. Januar im Saale „Zur Sonne” ſeine erſte
Lokalgeflügel=
ſchau ab. Der Verein tritt hiermit zum erſtenmal mit einer Ausſtellung
in die Oeffentlichkeit. Die Erfolge, die genannter Verein bereits auf
klaſſiges Material zur Ausſtellung gelangt.
tages traten in dem Sitzungsſaal des Kreisamtsgebäudes zu einer
außerordentlichen Verſammlung zuſammen. Zu Urkundsperſonen wur=
Wagner zu Urberach. Franz Jakob Weißbäcker. Landwirt und
Sieb=
macher zu Dieburg, Georg Magſaam 2., Landwirt zu Groß=Umſtadt und
Emmerich, Gaſtwirt zu Groß=Umſtadt, Karl Philipp Böhm, Kranken= zu ſuchen.
kaſſenbeamter zu Groß=Bieberau. Jakob Ruhmann 2., Gemeinderechner
bis zum diesjährigen ordentlichen Kreistag zurückgeſtellt. Der Antrag Geläute erſchallen laſſen.
der Gemeinde Schaafheim auf Uebernahme der Straße Schaafheim—
abſetzung des Diätenſatzes auf 10 Mk., und überwies einmütig den Mehr= ſtädtiſche Hilfe für die Betroffenen gewünſcht wird.
hetrag der Kreisfürſorge zur Verwendung für Kriegsblinde des Kreiſes.
Uhr nachmittags wurde die Sitzung geſchloſſen.
verſammlung beſtimmt.
Minuten von der Station Mümling=Grumbach und in 30 Minuten von erkrankten Bildhauers Arnold aus Beuern ſteht noch aus.
der Station König zu erreichen.
* Aus dem Weſchnitztal, 16. Jan. Der Lichtſpielverein
Beſchnitztal= Ueberwald gibt gegenwärtig in den größeren Bei räſrigem Hunen
Orten des Weſchnitztales, des Ueberwaldes und des Gorxheimer Tales
wieder Vorſtellungen, die mitunter aber recht ſchwach beſucht werden, be= raten tvir Ihnen, die von Aerzten als kräftige Huſtenmediz in
ſonders, wenn kein erwärmter Saal zur Verfügung ſteht. Infolgedeſſen hervorragend begutachteten „Sagitta”=buſtenbonbons zu nehmen.
läßt auch der ſ.aanzielle Erfolg viel zu wünſchen übrig und gefährdet. Lindern die Schmerzen, 1öſen den Schleim, „Sagitta‟=Bonbons
das Weiterbeſtehen dez Vereins.
germeiſter wurden die neu eingetretenen Gemeinderäte durch Handſchlag
. Eberſtadt, 15. Jan. Gemeinderatsſitzung. Die geſtrige verpflichtet. Dem Gemeinderat gehören nun folgende Herren an:
Sitzung des Gemeinderats fand unter dem Vorſitz des Bürgermeiſters K. Hofmann. Joh. Schmitt, K. Schmitt, H. Trillig, Ph. Hechler, W.
Schäfer ſtatt. Sie trug inſofern einen hochlokalpolitiſchen Charakter, als Vogel. Ph. Kuhl; A. Maurer, A. Riebel, A. Steinmann, A. Daab, Hch.
der neue Gemeinderat darüber zu entſcheiden hatte, ob die vom alten Gabelmann. Die erſten ſieben vertreten die vereiniaten bürgerlichen
Gemeinderat am 4. Juni 1925 beſchloſſene und ſpäter von dem Bauern= Parteien, während die letzten fünf Mitglieder der ſozialdemokratiſchen
bund (Ortsgruppe Eberſtadt), dem Hausbeſitzerverein und dem Orts= Partei ſind. Der ganze Ortsvorſtand zählt demnach 12 Mitglieder=
da=
gewerbevereine angefochtene Ortsſatzung über die Anſtellung eines be= zu kommt der Beigeordnete Schnellbacher und Bürgermeiſter Schenck.
ſoldeten Bürgermeiſters in der Gemeinde Eberſtadt aufrecht erhalten Nach Vergebung der Kommiſſionen wurde noch zum Kontrolleur G.R.
werden ſoll. Notwendig geworden war die nochmalige Abſtimmung des 9. Schmitt vorgeſchlagen und gewählt. Nach Eintritt in die Sitzung Geſtütsverwaltungen gehen in jedem ſchweren Zuge willig und leiſten oft
halb, weil die letzte Gemeinderatswahl eine weſentlich andere Zuſam= bemängelte der Beigeordnete Schmnellbacher die ſchlechte Beleuchtung an mehr wie ſchwere Kaltblüter. Die Energie und der Nerv des
oſtpreu=
menſetzung des Gemeinderats ergeben hatte. Aeußerlich zeigte ſich die der Kapſtraße. In der Ausſprache ergibt ſich, daß noch an einer Reihe ßiſchen Pferdes ſind eben Qualitäten, die ſo leicht kein anderes Pferd
große Bedeutung der Frage für die Gemeinde und das rege Intereſſe, von Lichtmaſten die Birnen fehlen, die nunmehr ſämtlich ergänzt wer= aufbringt. Ich ſelbſt bin Zeuge geweſen, wo ſchwere Belgier eine
Dreſch=
feitens der Bevölkerung an dem überfüllten Zuhörerraum, der nicht alle, den ſollen. Auf Anregung vom Gemeinderat K. Schmitt, daß im Win= maſchine nicht mehr vorwärts bewegen konnten und zwei leichte Oſt=
Perſonen zu faſſen vermochte, die Einlaß begehrten. Im Plenum ſelbſt, terhalkjahr die Sitzungen abends früher, wenigſtens um 7 Uhr, beginnen, preußen an ihre Stelle geſtrannt, die Karre aus dem Dreck zogen. Auch
wurde die Angelegenheit in einer nahezu zweiſtündigen Debatte, bei der ſollen, einigte man ſich endgültig für 7.30 Uhr. Der Bürgermeiſter
be=
die politiſchen Wogen ſtark auf= und niedergingen, in allen Phaſen ihrer richtet ſodann von kleinen Nolſtandsarbeiten, ferner einer Vorlage eines Bauernjunge fährt mit zuei= und mehrſpännigen Geſpannen auf dem
Entwicklung unter Hervorhebung des Für und Wider bis zum Ueber= kreisamtlichen Berichts über die Gewährung von Baudarlehen, die in Felde und auf den Straßen ſo ſicher, wie bei uns mit ein paar Ochſen.
druſſe erörtert. Mit 12 gegen 11 Stimmen iſt ſodann an dem früheren, ſcharfer Form derſchiedentlich die Gemeindeverwaltung trifft. Der
Ge=
meinderat nimmt zu den einzelnen Punkten Stellung, u. a. die
Zu=
eines beſoldeten Bürgermeiſters zum zweitenmal, mutung des Kreisamts, das Schwimmbad in Gemeinderegie zu über= ſo iſt zunächſt Hannover, das ganz beſonderer Erwähnung bedarf und
nehmen, wird natürlich abgelehnt, dafüir aber eine ordnungsgemäße
der Bürgermeiſterfrage von den obengenannten wirtſchaftlichen Vereini= Beürgſchaft gefordert. Im ubrigen wird der Bürgermeiſter beauftragt. Pferdezucht gebracht hat. Die grasreichen Niederungen der Elbe und
meindergt beſtimmungsgemäß Stellung zu nehmen hatte, iſt mit Recht entſprechend zu berichten. Der Bau von zwei Einfamilienhäuſern wird Weſer mit ihren Nebenflüſſen begünſtigen eben ſo ſehr wie die Neigung
erneut genehmigt. Die Quellenfaſſung am Waſſerwerk ſoll nochmals
21. Februar 1928 feſtgelegt worden. Als Mitglieder der Wohnungs= einer Beſichtigung unterzogen werden. Probelöcher durch Arbeitsloſe 16. und 17. Jahrhundert finden wir einige Geſtüte im Hannoverſchen
werden demnächſt geſchaffen und die Arbeiten im Frühjahr beſtimmt Land, die große Wagenpferde, teils Falben, teils Rappen züchteten. Im
kommiſſion ſind einſtmmig gewählt worden die Gemeinderäte Anacker, ausgeführt, ſo daß im Sommer dem Waſſermangel abgeholfen wird.
Schifer, Quari und Hindermeher. Das Konzeſſionsgeſuch des Abert Die Wohnungsfürſorge, mit einer ganzen Reihe neuer
Wohnungſuchen=
fürwortet. Das Geſuch der Freiwilligen Feuerwehr, betr. Anſchaffung Kälte letzter Tage endlich gewichen. Geſtern morgen hatten wir dafür
1000 Mark wird auf die Gemeindekaſſe übernommen, während ein wei= ſammlung des heſigen Ebangeliſchen Männervereins ſtand als
Haupt=
punkt die Feier des 25jährigen Stiftungsfeſtes auf der Tagesordnung.
bedürftigen Perſonen, ſoweit ihr Einkommen die Richtſätze der ſogen, und koſtſpieligen Feier abzuſehen. Dagegen ſoll am Gründungstage, ſtarkes, zähes, Warmblutpferd mit viel Kaliber, guten Bewegungen
gehobenen Fürſorge nicht überſteigt, zugedachte Winterbeihilfe darf nach dem 24. Januar, ein erhebender Feſtgottesdienſt abgehalten werden, und gutem Temperament, das vor allem imſtande iſt, in der
Landwirt=
evangeliſche Gemeinde beſuchen wird. Am Nachmittag des Jubelfeſtes Pommern das Hannoverſche Pferd, ebenſo ein Teil von Holſtein, die
findet ein gemitliches Beiſammenſein der Mitglieder und ihrer An=
Frage der Holzhauerlöhne ſoll weiter mit dem Miniſterium vurhandelt gehörigen ſtatt. Zum Abſchluß des Feſtages bringt der Midchenbund
das prächtige Schauſpiel „Dorothea” von Sermes zur Auffügrung.
ten; dabei kam er zu Fall und brach den rechten Arm.
führung des neuen Gemeinderats und Bildung der Deputationen und
Kommiſſionen verſammelte ſich derſelbe Donnerstag, abends 7 Uhr, im
unteren Rathausſaale. Zunächſt begrüßte ihn der Bürgermeiſter und Nübenwagen aus dem Acker ſchleppen ſehen, wie er gleichfalls überall
gab dem Wunſch Ausdruck, daß die Arbeit desſelben im Jahre 1926 zum ſich als glänzendes Reitpferd mit der Fähigkeit, jedes Gewicht zu tragen
* Pfungſtadt, 15. Jan. Vortrag Robert Schneider. Am Wohl der Gemeinde dienen möge. Die Mitglieder aus der ſeitherigen und als ausdauerndes Wagenpferd zu bewähren Gelegenheit hatte,
Gemeindevertretung machte er hierauf auf ihre bereits früher
vorgenom=
mene Verpflichtung aufmerkſam und nahm dann die Verpflichtung der
Neuhinzugekommenen durch Handſchlag vor. Der Gemeinderae beſteht
nun aus 24 Mitgliedern, welche ſich auf die Parteien wie folgt verteilen:
Deutſche Volkspartei 12, Zentrum 8, Sozialdemokraten und
Kommu=
der Deutſchen Volkspartei in den neuen eingezogen, fünf weitere Sitze
wurden bei der Wahl am 15. November v. J. gewonnen. Es folgte die
Wahl der einzelnen Deputationen und Kommiſſionen. Zum Schluß gab
der Bürgermeiſter noch bekannt, daß der Geſchäftsführer der Wohnungs= mächtiger Schulter. Die Marſch liegt größtenteils als Weide dar, der
fürſorgegeſellſchaft Regierungsbaumeiſter Runge beabſichtige, demnächſt
dem Gemeindergt einen Vortrag über „Förderung und Finanzierung
des Kleinwohnungsbaues” zu halten. — In nichtöffentlicher Sitzung
wurden dann noch einige Gegenſtände beraten.
* Biblis, 15. Jan. Eine Warnung für Jungviehzüchter.
Ein hieſiger Landwirt wollte ſein Rind zum Wiegen bringen. Als er und die reichliche Muskulatur. Unendliche Verdienſte um die
Landes=
nun mit dem Tier aus dem Stalle kam, ſcheute dasſelbe und ſtürzte in
Nachbarsleute herbei, und gelang es nach ſchwerer Arbeit, das äußerſt
wertvolle Tier dem naßkalten Element zu entreißen. Als Schlußakt
hätte bei der grimmigen Kälte ein, wenn auch kleiner Kognak den
Hel=
fern ſicher nicht geſchadet.
* Wolfskehlen, 15. Jan. Pfarrer Götz verläßt demnächſt
Wolfs=
kehlen, um ſich in Darmſtadt zur Nuhe zu ſetzen.
* Büttelborn, 15. Jan. Die wachſende Arbeitsloſigkeit
legt die Frage nach Notſtandsarbeiten nahe. Für die
Ge=
meinde Büttelborn dürfte mit produktiver Erwerbsloſenfürſorge in
die=
ſer Nichtung zu rechnen ſein, da eine Gelegenheit zu Notſtandsarbeiten
das Theaterſtück „Nur ein Bauer” noch einmal zu wiederholen. Auch hier in Büttelborn vorhanden iſt. Unſere jetzige Gemeindevertretung, Nachweis für das Hannoverſche Pferd, ſeine Regiſtrierung und ſeine
der Schwank. An die Luſt geſetzt” wird nochmals geſpielt. Angeſpornt, in der alle Parteirichtungen vertreten ſind ſind wird hoffentlich ihr Wahl= Blutzuſammenſetzung iſt das Hannoverſche Stutbuch. In Hannover
wer=
verſprechen halten und durch Verrichtung von Notſtandsarbeiten die Not
* Oppenheim, 16. Jan. Bebauungskoſten für den Wein=
* Noßdorf, 15. Jan. Der hieſige Geflügelzuchtverein bau. Zwiſchen der Finanzbehörde und dem Deutſchen Weinbauverband viierungen und Leiſtungsprüfungen ſtatt. Hier iſt kein Stillſtand,
ſon=
wurde bezüglich des Freiſtaates Heſſen folgende Vereinbarung getroffen:
Die Bebauungskoſten ſür einen Morgen Weinberg mit
ent=
lohnten, fremden Arbeitskräften betragen für Nebanlagen 1 Bodengüte verſche Fohlen zu verſchaffen und beſonders ſtark beſucht ſind die
jähr=
größeren Ausſtellungen errungen hat, bieten die Gewähr, daß nur erſt= 800 Mk., 2. Bodengüte 600 Mk., 3. Bodengüte 500 Mk. Für die Be= lichen großen Fohlenauktionen in Verden, Neuſtadt a. d. Elbe, Burgdorf
triebe mit eigenen Arbeitskräften kommen von obigen Sätzen 40—50
D Dieburg, 15. Jan.—Die neugewählten Mitglieder des greis= b. H. in Abzug. Im einzelnen iſt es dem Winzer unbenommen, höhere großer Markt junger hannoverſcher Hengſte ſtatt.
Bebauungskoſten nachzuweiſen.
den Bürgermeiſter Walter zu Ueberau und Landwirt und Mühlenbeſitzer der Witwe Rud. Ohnacker entſtand ein Schadenfeuer. Mit außer= wirklich allſeitig verwendbaren Pferd, das ein hervorragendes Arbeits=
Grünewald zu Harreshauſen beſtellt. Die zu Anfang der Tagung vor= ordentlicher Schnelligkeit verbreitete ſich das Feuer in dem leicht brenn= pferd für die Landwirtſchaft und ein zähes gängiges Reit= und
Wagen=
genommene Wahl des Kreisausſchuſſes für den Kreis Dieburg für die baren Material und fand reichlich Nahrung. Die Scheune mit ſämtlichen pferd für jeden Gebrauch darſtellt. Auf in= und ausländiſchen Schauen
Jahre 1926, 1997. 1998 und 1929 wurde für gültig erklärt. Hiernach Vorräten brannte vollſtändig nieder. Ebenſo wurde in der Maſchinen= und Lurnieren hat der Hannoveraner ſich reiche Lorbeeren geholt und
ſind gewählt als Kreisausſchußmitglieder: Bürgermeiſter Walter zu halle großer Schaden angerichtet, und ſind faſt ſämtliche Maſchinen, die es iſt eine bekannte Tatſache, daß viele hannoverſche Pferde nach England
Ueberau, Georg Aloys Rink, Metallarbeiter zu Urberach, Bürgermeiſter zur Herſtellung von Rohrmatten dienten, unbrauchbar. Es verbrannte gingen, um dann an den deutſchen Michel als engliſche Pferde wieder
ver=
eine Anzahl Hühner. Das Großvieh konnte noch gerettet werden. Die kauft zu werden.
Feuerwehr, die bald zur Stelle war, konnte ein Uebergreifen auf das
Bürgermeiſter Krapp zu Sckenhofen, und als Stellvertreter Karl Chr. Wohnhaus verhindern. Wie verlautet, iſt die Urſache in Kurzſchluß
zu Münſter, Bürgermeiſter Wick zu Dieburg, Gottfried Bundſchuh 1., als Erſatz für die im Kriege abgelieferten Glocken vier neue Glocken, land liefert einen ſchweren Karoſſier, der viel Aehnlichkeit mit dem
Landwirt zu Lengfeld und Julius Scriba, Apotheker zu Reinheim. Die die bereits in Auftrag gegeben wurden. Es wird damit gerechet, daß Oldenburger hat, aber im allgemeinen nicht ſo ſtark iſt, dafür aber ner=
Wahl der Steuerausſchüiſſe für die Finanzamtsbezirke Dieburg, Nein= dieſe in etwa neun Wochen hier ſind, ſo daß ſie 14 Tage vor Oſtern die viger und trockener. Die edelſten Pferde gehen als Reitpferde für
heim, Höchſt i. Odw., Darmſtadt=Land, Langen und Seligenſtadt wurde. Weihe erhalten und am Vorabend des Oſterfeſtes zum erſten Male ihr ſchwerſtes Gewicht weg. Sie ſind abgedreht und ſchmuck mit vollen
WSN. Gießen, 16. Jan. Ausdem Gießener Stadtparka= achtlich erſcheint mir die Ausgeglichenheit der Pferde, denn wer einmal
Lanaſtadt in die Unterhaltung des Kreiſes wurde abgelehnt, weil die ment. Das neugewählte Stadtparlament hat ſich geſtern konſtituiert, die Hengſtkörung in Aurich beſucht hat, kann mit Leichtigkeit einige
betreffende Straße nicht ſo ausgebaut iſt, daß ſie geſetzlich übernommen. Aus den anſchließenden Verhandlungen iſt hervorzuheben, daß in einem Viererzüge ganz egaler Pferde mit derſelben Form, Aktion und
dem=
werden könnte. Nach Erledigung der Tagesordnung beſchloß der Kreis= Antrag von der Reichsregierung eine Entſchädigung für die durch das ſelben Schwunge zuſammenſtellen.
tag, in Anbetracht der allgemein geübten Sparmaßnahmen eine Her= Lahnhochwaſſer Geſchädigten gefordert, im Falle einer Ablehnung aber
* Laubach (Oberheſſen). 16. Jan Gemeinderatsbericht, ziemlich konſequent während der folgenden Jahrhunderte, ohne durch
Ferner hat der Kreistag den Wunſch ausgeſtrochen, das Kreisamt möge Der neue Gemeinderat kam am Dienstag zu ſeiner erſten Sitzung zu= Kriege und andere Einflüſſe beſonders berührt zu werden. Schon 1755
bei dem Herrn Miniſter des Innern anregen, in Anbetract der wirt= ſammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden vom Bürgermeiſter erließen die Landſtände Verordnungen, um die Zucht nicht entarten zu
ſchaftlichen Notlage die Kreisämter zu ermächtigen, auch karnevaliſtiſche die neugewählten Mitglieder: Zigarrenfabrikant Karl Michel, Juſtiz= laſſen, ſetzten Prämien aus und erließen ſcharfe Körordnungen, wodurch
Veranſtaltungen von Gaſtwirten und Vereinen nach Möglichkeit zu ſekretär Heinrich Becker und Kaufmann Auguſt Emmelius ſowie der für die Zucht in ſchon frühzeitig geordnete Bahnen gelenkt wurde. Bereits
unterbinden. Weiter wurden Maßnahmen der Erwerbsloſenfürſorge den verſtorbenen Forſtrat Andre neu eingetretene Oberreallehrer Lud= damals wurden viele Pferde nach außerhalb lohnbringend abgeſetzt.
zur Einſchränkung der Arbeitsloſigkeit eingehend beſprochen. Um 1.45 wig Gerhardt unter Hinweis auf die Wichtigkeit ihres Amtes durch Der Typ des oſtfrieſiſchen Pferdes hat ſich wie wenige mit kleinen Ab=
Handſchlag verpflichtet. In den Schulvorſtand wurden gewählt die Ge= weichungen bis in die heutige Zeit erhalten, ein Beweis dafür, wie kon=
—— Neinheim, 18. Jan. Man ſchreibt uns: Der Mitgliederzuwachs meinderäte Wilhelm Pitz. Auguſt Emmelius und Karl Michel, außerdem ſtant dieſe Zucht iſt.
der Deutſchen Bau= und Siedlungsgemeinſchaft e G. m. b. H. in Darm= noch der Glaſermeiſter Hermann Hertel, in die Waſſerkommiſſion die
ſtadt iſt ſo ſtark, daß ſich in allen Ortſchaften Heſſens und noch darüber Gemeinderäte Wilh. Pitz, Hartmann Braun, Friedrich Diehl und Hein= auf den Quadratkilometer gerechnet, die meiſten Füllen in ganz
Deutſch=
hinaus Ortsgruppen bildeten. Auch in Reinheim ſchloſſen ſich die Mit= rich Becker. Auf eine Beſchwerde beim Kreisamt Schotten wegen Trü= land aufzieht, und der durch ſeine Märkte die beſte Gelegenheit bietet,
glieder zu einer Ortsgrußpe zuſammen. Es wurde ein Vorſtand, be= bung des Leitungswaſſers hatte ſich die Bürgermeiſterei mit der Kultur= oſtfrieſiſches Gebrauchs= und Zuchtmaterial aus Züchtershand zu
er=
ſtehend aus Obmann und Kaſſierer, gewählt und gleichzeitig ein Ver= inſpektion Gießen in Verbindung geſetzt. Die aus den Quellen entnom= werben.
treter für die am 23. und 24. d. M. im Darmſtadt ſtattfindende General= menen Waſſerproben, waren einwandfrei klar. Baurät Steinbach aus
Gießen iſt nach einer Beſichtigung der Anſicht, daß beim Abſtellen und
. Vom Obenwald, 18. Jan. Jagdverpachtungen. Die Jag= Anlaſſen des Waſſers ſich in den Waſſerfrängen Erdablagen bilden. Die durch die wundervolle Zucht des ſchwarzbunten Nindviehs, die in
Ver=
den der Gemein en Kinch=Veerfurth, Bockenrod und Gerſprenz werden Leitung hat nur eine Entleerung und viele tote Punkte, wodurch die bindung mit der Pferdezucht eine vorzügliche Einnahmequelle für den
Freitag, den 22. d. M., im Gaſthaus Fr. Katzenmaier in Kirch=Beerfurth Trübung entſteht. Er hält noch zwei Entleerungen in die Wetter not= oſtfrieſiſchen Bauernſtand ſeither bedeutete. Die Hengſthaltung liegt
hie=
auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet. Sämtliche Jagden liegen wendig. Dem Gutachter wurde die Aufſtellung eines Koſtenvoranſchlags ausſchließlich in den Händen der bäuerlichen Züchter, die ſich in der
an der Bahn Reinheim-Reichelsheim und haben einen guten Wild= übertragen. Um dem Bau einer bereits vom alten Gemeinderat be= Züchtervereinigung „Oſtfrieſiſches Stutbuch” zuſammengeſchloſſen und
ſtand. — Die Gemeindejaad von Nieder=Kinzig wird am B. d. M., ſchloſſenen Badeanſtalt näher zu treten, wurde eine baldige Ortsbeſich= ſtaatliche Anerkennung gefunden haben. Durchſchnittlich deckten in den
nachmittags 2 Uhr, in der Wirtſchaft von Adam Hofferberth auf weitere, tigung bei der Schottenbach beſchloſſen. Beſchlußfaſſung über das Krie= letzten Jahren 60 bis 80 Henaſte 5 bis 6000 Stuten, von denen etwa 70
6 Jahre verpachtet. Das Jagdrevier iſt 900 Morgen groß und in 25 gerdenkmal wurde auf die nächſte Sitzung verſchoben. Der Entwurf des Prozent tragend wurden. Die geſuchten Hengſte decken bis zu 200
ſind in allen Apotheken erhältlich.
(1V.19366
und ſeine Leiſtungen.
Von A. G. z. E.
II.
Der Oſtpreuße verrichtet in ſeiner Heimat alle vorkommenden
land=
wirtſchaftlichen Arbeiten, und die Pferde der Bauern wie diejenigen der
dieſe Pferde ſind wirklich leicht zu leiten, und ein jeder oſtpreußiſche
Wenden wir uns nun weiteren deutſchen Warmblutzuchtgebieten zu,
das 1866 Preußen einen außerordentlich günſtigen Zuwachs für ſeine
des alteingeſeſſenen Bauernſtandes, die Zucht des edlen Pferdes. Im
18. Jahrhundert wurden auch viele Schimmel gezogen, auf die ſich das
Wappenpferd der Welfen zurückführt. Der Königliche Hof, beſaß dann
in Herrnhauſen eines der beſten und wohlgeleitetſten Geſtüte, das ihm
Schneefall. Zur Freude aller Höhenbewohner iſt die grimmige ſeine Reit= und Wagenpferde lieferte. Heute iſt der Hauptſtützpunkt der
Hannoverſchen Pferdezucht das Landgeſtüt Celle, das in ſeinen
Anfän=
gen teils engliſche, teils holſteiniſche und mecklenburgiſche Hengſte auf=
* Birkenau, 16. Jan. Stiftungsfeſt. Bei der letzten Ver= weiſt. Der Einfluß der Hannoverſchen Pferdezucht auf die deutſche
Warmblutzucht wird immer größer. Eine ganze Reihe von
Zuchtgebie=
ten haben ſich entſchieden, das Hannoverſche Pferd zu züchten. Sie wol=
Die einſtimmige Meinung ſämtlicher Erſchienenen ging dahin, entſpre= len durch Hengſte, die ſie dort kaufen, oder als Fohlen erwerben und
chend der traurigen Wirtſchaftslage von einer äußerlich klangvollen ſelbſt aufziehen, ein Pferd im Typ des Hannoveraners haben, alſo ein
ſchaft des großen wie des kleinen Beſitzers, als auch als Reit= und
Herr Prälat D. Dr. Diehl aus Darmſtadt, zum erſten Male unſere Wagenpferd verwendet zu werden. Heute züchtet faſt die ganze Provinz
Provinz Brandenburg und ein großer Teil Weſtfalens, der ſich immer
noch ausdehnt. Der Hannoveraner liefert das Reit= und Wagenpferd
ſtärkſten Kalibers. Er iſt das moderne ſchwere Warmblutpferd und er
* Nieber=Liebersbach, 16. Jan. Armbruch. Der hieſige Wirt hat alles, um populär zu ſein, vor allem die nötige Knochenſtärke, die
Ga. Kempf wollte einen unter ſeinen Gäſten entſtandenen Streit ſchlich= ſchöne auffallende Erſcheinung mit den guten Formen, die
Ausgeglichen=
heit im Typ, den ſchönen ausgiebigen Gang, ein ausgezeichnetes, ruhiges
* Lampertheim, 15. Jan. Gemeinderatsbericht, Zur Ein= und doch energiſches Temperament, als Zuchtpferd gewährleiſtet er eine
ſichere und durchſchlagende Vererbung. Der Hannoveraner iſt wirklich
Univerſalpferd) denn man kann ihn den Pflug im tiefſten Boden und den
Die Zucht in Hannover ruht ganz in den Händen der kleinen und
mittleren Bauern. Es gibt keine Geſtüte. Der einzelne Züchter hatz
eine bis acht Stuten; Beſitzer, die mehr Mutterſtuten haben, ſind ſelten.
Von allen Landesteilen Hannovers werden im Kreiſe Khedingen wohl
niſten je 2. Aus dem alten Gemeinderat ſind die ſämtlichen 7 Mitglieder die beſten und ſchwerſten Pferde gezogen. Hervorragende Gegenden für
die Zucht ſind auch das Land Hadeln und die Gegend um Verden. Hier
trifft man die edelſten Pferde ſie ſind ganz der Typ des ſchweren iriſchen
Hunters, mit viel Knochenſtärke, großen Linien, hohem Widerriſt und
fruchtbare Boden und das feuchte Klima produzieren eine ausgezeichnete
Grasnarbe. Das Gras iſt von hohem Nährwert und die Pferde gedeihen
auf den Marſchwieſen beſonders gut. Während der Weidezeit von Aprik
bis November ſind die Pferde Tag und Nacht draußen. Daher ihr
an=
genehmes Temperament, der gut entwickelte Bruſttaſten, die Bruſttiefe
pferdezucht in Hannover hat ſich der verſtorbene Landſtallmeiſter
Graben=
ſee erworben, der die erhöhten Anforderungen, die an das
Warmblut=
pferd geſtellt werden, bei Zeiten vorausgeſehen hat und mit aller
Ener=
gie auf Kaliber und guten Gang hingewirkt hat, die nur durch peinlichſte
Auswahl des Zuchtmaterials und durch entſprechende Leiſtungen zu
er=
zielen waren.
Die größte Sehenswürdigkeit in der Provinz Hannover iſt das
Han=
noverſche Landgeſtüt Celle, das ſeit 1735 beſteht. Seitdem geht von Celle
aus die Sorge um die Förderung der Hannoverſchen Landespferdezucht.
222 Hengſten im Jahr 1896 ſtehen heute 500 Deckhengſte gegenüber!
Ge=
wiß ein packender Beweis, welch ungeheuren Aufſchwung die
Warmblut=
zucht in Hannover in den letzten Jahren genommen hat. Der offizielle
den jährlich 20 bis 30 000 Warmblutſtuten gedeckt! Die Züchter ſind im
Verbande der Hannoverſchen Warmblutzüchter zuſammengeſchloſſen. Den
ganzen Sommer hindurch finden im ganzen Lande Stutenſchauen.
Prä=
zern ſteter aufbauender Fortſchritt unter den Züchtern feſtzuſtellen.
Tauſende von Kaufliebhabern durchſtreifen das Land, um ſich hannv=
und Dannenberg. Jedes Jahr im Januar findet in Bremervörde ein
So iſt heute der Hannoveraner denn eines der begehrteſten Warm=
* Gimbsheim, 15. Jan. In dem Anweſen der Rohrmattenwerkſtatt, blutpferde und ſeine vorzüglichen Eigenſchaften machen ihn zu einem
Aehnlich erging es den Oſtfrieſen, die man vor dem Kriege vielfach
als engliſche oder iriſche Pferde verkaufte. Man ſieht in Oſtfriesland
U Gaulsheim, 15. Jan. Die hieſige katholiſche girche erhält viele ausgezeichnete Pferde, die zu allem zu gebrauchen ſind.
Oſtfries=
muskulöſen Formen, ihr Temperament iſt ausgezeichnet. Beſonders be=
Bereits im Mittelalter zeichnete ſich Oſtfriesland durch die Zucht
eines ſtarken und edlen Nitterpferdes aus. Die Zucht entwickelte ſich
Beſonders ausgedehnt iſt die Zucht im Regierungsbezirk Aurich, der
Faſt noch mehr als durch ſeine Pferde iſt Oſtfriesland ja bekannt
Stuten! Zu hohen Preiſen wandern alljährlich viele Hengſte ins
Aus=
land. Der Boden Oſtfrieslands iſt an der See und den Flüſſen entlang
ſchwerer Marſchboden mit vorzüglichen Weiden, geſchaffen, ſchwere Pferde
und ſchweres Vieh zu züchten. Die Oſtfrieſen beſitzen eine beſonders
glückliche Hand für jede Art Viehzucht und ſind Meiſter in der ſchnellen
aber harmoniſchen Fütterung der Tiere durch rationelle Fütterung. Das
oſtfrieſiſche Warmblutpferd leiſtet in der Landwirtſchaft ſelbſtverſtändlich
jede von ihm verlangte Arbeit, und der heimiſche Bauer wünſcht ſich
für ſeinen ſchweren tiefen Boden keinen anderen Arbeitsgefährten als
ſeinen Warmblüter.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 8
Sonntag, den 17. Januar 1926
Nummer 12
Rund=Funk=Programme.
Der Prozeß Holzmann=Bartels
Reich und Ausland.
* Eine Schwindler=G.m.b. H.
8. Frankfurt a. M. Die Kaufleute Fritz B. und Johannes S.
hatten ſich zu einer Firma zuſammengetan, deren Hauptzweck es war, ſich
gegenſeitig gute Auskünfte zu verſchaffen. Man mietete ein Büro, gab
der Firma einen tönenden Namen als Großhandlung und dann ging
man an die Einkäufe auf Kredit, die meiſtens gelangen, da ſich
die beiden gegenſeitig glänzende Referenzen ausſtellten. B. ſpielte dabei
eine beſondere Rolle als Verſicherungsagent. Nach ſeinen Angaben
konnte er höhere Darlehen vermitteln. Man mußte nur vorher einen
Antrag auf Lebensverſicherung unterſchreiben. B. zog dann ſchleunigſt
ſeine Proviſion ein und die Unterſchreiber waren geſchädigt. Die
beiden Kaufleute werden ſich noch wegen anderer Sachen vor Gericht
zu verantworten haben, diesmal wurde zunächſt B. wegen Betrugs zu
zwei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluſt verurteilt.
* Frankfurter Chronik.
S. Troß des in dieſem Jahre vorgenommenen Preisabſchlags für
Milch von 4 Pfennigen pro Liter, hat der Abſatz in Frankfurt nicht
zugenommen, da die Kaufkraft der Bevölkerung zu ſtark gelitten hat.
Die Butter= und Käſepreiſe ſind in letzter Zeit ebenfalls ſtark
herunter=
gegangen. — Die vor kurzem unter großen Feſtlichkeiten und hohen
Plänen eröffneten Cegoldbetriebe ſind bereits wieder in
Zah=
lungsſchwierigkeiten geraten. Man wollte einen nach allen
Seiten hin vorbildlichen Großſtadtpalaſt ſchaffen. Jetzt folgen der
glän=
zenden Eröffnungsverſammlung, an welcher der Polizeipräſident und die
erſten Frankfurter Künſtler teilnahmen, kaum ein Vierteljahr ſpäter
die Gläubigerverſammlung, die ſoeben einberufen wurde, da die Firma
ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte. — Ein Wertbrief,
der 350 Mark enthielt, und mit der Flugpoſt befördert werden
ſollte, verſchwand plötzlich. Der Polizeiwachtmeiſter H. der ſich im
Büro der Flugabteilung aufgehalten hatte, ſoll den Brief unterſchlagen
haben. Das Gericht verurteilte H. auf Grund eines Indizienbeweiſes
zu zwei Monaten Gefängnis. — In Rödelheim ſtürzte ein Bjähriger
Schloſſer in die Nidda. Er wurde ſofort von den Fluten abgetrieben,
ſo daß keine Rettung mehr möglich war.
Der Fall Teſter.
Wiesbaden. Es iſt natürlich, wenn der groß angelegte
Frank=
furter Millionenſchwindel, der ſeit einigen Tagen die Preſſe beſchäftigt,
gerade in Wiesbaden ganz beſonderes Aufſehen, aber kein Befremden
hervorruft. Herr Arthur Teſter war hier ſchon ſeit Jahren eine
un=
rühmlichſt bekannte Perſönlichkeit, und hätten ſich die Vertreter der jetzt
hineingefallenen Firmen einmal mit einem Wiesbadener im Kaffee oder
am Biertiſch über den ehemaligen Schauſpieler am Staatstheater
unter=
halten, dann wären ihre Firmen vor Schaden bewahrt geblieben. Sie
hätten erfahren, daß Teſter als Sohn achtbarer, angeſehener Eltern in
Stuttgart geboren, als engliſcher Untertan (ſein Vater war
Englän=
der) aber während des Krieges interniert wurde. Ferner, daß er es
aber verſtanden hatte, bald wieder in Freiheit geſetzt zu werden, um
als Schauſpieler am hieſigen Staatstheater in jugendlichen
Helden=
rollen von Backfiſchen angeſchmachtet zu werden. Er gab z. B. den
Mortimer in Maria Stuart, Karl Heinz in Alt=Heidelberg u. a. Rollen
ähnlicher Art mit mehr oder weniger Talent. Seine Tätigkeit als
Schauſpieler fand bald, im Jahre 1919, ein Ende, da er ſich nach Einzug
der Franzoſen ſofort auf deren Seite ſtellte und der damaligen
Theg=
terleitung mit manchen Drohungen, das Theater von dem Chef der
franzöſiſchen Polizei (M. Pinnaud) ſchließen zu laſſen, wenn man nicht
nach ſeinem Willen verfahre, ſehr unbequeme Stunden bereitete. Auch
ſtand er der ſeparatiſtiſchen Bewegung nahe. Keiner aber wagte ihn,
über den die Franzoſen ihre ſchützenden Hände hielten, anzugreifen. Es
blieb Frankfurter Studenten überlaſſen, Teſter bei einem gelegentlichen
Aufenthalt im unbeſetzten Gebiet einmal gründlich zu verprügeln.
Ob=
wohl verheiratet und Vater mehrerer Kinder, kannte ſein
ausſchwei=
fendes Leben auf ſexuellem Gebiet keine Grenzen. Seine Frau, es war
die zweite, zog ſich, als der Skandal gar zu groß wurde, von ihm
zu=
rück und lebt ſeitdem mit den Kindern in Hamburg. Nachdem ihn auch
die Franzoſen fallen gelaſſen hatten, blieb Teſter vorerſt in Wiesbaden,
wvo es ihm gelang, innerhalb ſehr kurzer Zeit ſoviel Geld in die Finger
zu bekommen, daß er zwei Villen, die er pompös einrichtete, kaufen
konnte. Kein anſtändiger Deutſcher wollte natürlich mit dieſem „
Eng=
länder”, der kaum ein engliſches Wort verſtand, etwas zu tun haben.
Daß es Teſter trotz ſeiner Wiesbadener Vorgeſchichte möglich geweſen,
den jetzt aufgedeckten Millionenſchwindel zu entrieren, iſt, neben der
verblüffenden Frechheit in ſeinem Auſtreten und ſeiner großen
Rede=
begabtheit, in der Hauptſache darauf zurückzuführen, daß man in jenen
Jahren an den Mann gar nicht gerichtlich herankommen konnte. Sonſt
wäre ſein Geſchäftsgebaren ſicherlich ſchon in Wiesbaden vor einem
deutſchen Gericht öffentlich gebrandmarkt worden.
Finanzieller Zuſanunenbruch einer Stadtgemeinde.
TU. Köln. Die „Kölniſche Volkszeitung” meldet aus Koblenz,
daß in der Bürgermeiſterei Bendorf angeordnet wurde, die
Ge=
meindekaſſe für alle Ausgaben zu ſchließen. Es wird
weder eine Erwerbsloſenunterſtützung, noch eine Ausgabe für
Wohl=
fahrtszwecke mehr geleiſtet, ſofern es ſich nicht um Staats= oder
Kreis=
zuſchüſſe handelt. Bendorf hat augenblicklich etwa 1000
Hauptunter=
ſtützungsempfänger. Die Beamten und Lehrer haben ihre
Januar=
gehälter noch nicht erhalten. Man erwartet, daß die Regierung eingreift.
Flugzeugabſturz wegen Einfrierens des Benzins.
DD. Hamburg. Am Donnerstag mittag ſtartete auf dem
Flug=
blatz in Fuhlsbüttel ein mit zwei Perſonen beſetztes Flugzeug nach
Berlin. Wenige Minuten nach dem Aufſtieg ſtürzte das Flugzeug ab
und landete in zertrümmertem Zuſtande zehn Meter von der
Ham=
burger Grenze. Der Führer blieb unverletzt, der Begleiter
erlitt eine unbedeutende Kopfverletzung. Als Urſache des Abſturzes
muß das Einfrieren des Benzins im Schaltungsrohr angenommen
werden.
Befreiung der Schiffe im Finniſchen Meerbuſen.
TU. Reval. Die im Finniſchen Meerbuſen in Eisnot befindlichen
Dampfer ſind in zwei Kolonnen geteilt. Die weſtliche nahm, von zwei
ruſſiſchen Eisbrechern geführt, Kurs auf Reval. Die Kolonne beſteht
aus zehn bis elf Dampfern. Die „Heſſen” hat Befehl erhalten, der
Kolonne entgegenzufahren. Die öſtliche Kolonne wird nach
Petersburg geführt. Anſcheinend ſind jetzt alle Dampfer außer
Gefahr. Die finnländiſche Preſſe drückt ihr Erſtaunen über die
unverantwortlichen falſchen ruſſiſchen Meldungen über die
Eisverhält=
niſſe im Finniſchen Meerbuſen aus.
Berlin, 16. Januar.
Zu Beginn der heutigen Verhandlung im Prozeß Holzmann—
Bartels äußerte ſich Bartels zu den Punkten der Anklage wegen der
Ausweiſung mehrerer Ungarn. Die Anklage wirft dem Angeklagten
vor, drei Bulgaren ausgewieſen zu haben, weil ſie ihm Konkurrenz
gegen die Oſtorientabteilung der Wertheimbank gemacht hätten, die
durch Vermittlung von Bartels eingerichtet wurde. Bartels beſtritt
zunächſt, daß er zu dem Leiter der Wertheim Bank, Nat Gruſſer, vorher
Beziehungen unterhalten habe. Die Nebeneinnahmen, die ihm durch die
fünfprozentige Beteiligung an dem Oſtorientkonſortium angeboten
worden ſeien, ſeien ihm ſehr erwünſcht geweſen, da er während des
Kommuniſtenſturms auf das deutſche Konſulat ſozuſagen ſein ganzes
Hab und Gut dem Staate geopfert habe. Bartels verſuchte dann die
Ausweiſung der drei Bulgaren, die er ſpäter als Leiter des
Fremden=
amts in die Wege geleitet hat, damit zu entſchuldigen, daß die
Bul=
garen Valutahyänen geweſen ſeien. Es wurden ſodann ausführlich
einige Fälle geſchildert und verhandelt, um die Praxis beim
Fremden=
amt feſtzuſtellen, wobei auch die ſeinerzeit ausgeübte Fremdenpolitik
zur Sprache kam. Bartels betont, daß ſeine Anordnungen oft höheren
Ortes durchkreuzt worden ſeien. Die von ihm verfolgte
fremdenfreund=
liche Politik ſei jedoch im Einverſtändnis mit dem Miniſterium des
Innern erfolgt. Wenn er ſich hätte beſtechen laſſen wollen, ſo hätte
er Hunderttauſende verdienen können. Im Gegenteil hätte er einmal
einen Beſtechungsverſuch ſcharf abgelehnt und den Fall der
Kriminal=
polizei übergeben. Er ſei aber gleich von Anfang an, ſeit Uebernahme
dem Fremdenamts, von irgend einer Seite beſpitzelt worden. Hierauf
wurde die Bekanntſchaft und der private Verkehr zwiſchen Bartels und
Holzmann ausführlich erörtert. Bartels erklärte er habe geglaubt,
daß Holzmann mit Kutisker befreundet geweſen ſei. Holzmann habe
ihn perſönlich über ſeine Beziehungen und Verbindungen mit
Kutis=
ker völlig im Dunkeln gelaſſen. Bartels erklärte ferner, über die
An=
gelegenheit des Hanaurer Lagers befragt, daß er die Seehandlung vor
Kutisker gewarnt habe. Holzmann habe er nach Erkundigung beim
Reichswirtſchaftsminiſterium für einen ordentlichen Mann gehalten.
Zur Flucht Holzmanns.
TU. Berlin. Von dem Hauptangeklagten im Holzmann-
Bar=
tels=Prozeß, dem ruſſiſchen Kaufmann Michael Holzmann, hat
man bisher noch keine Spur gefunden, ſo daß man damit rechnet, daß
er bereits im Auslande iſt. Holzmann hinterläßt durch ſeine Flucht
eine große Anzahl Leidtragender, darunter auch die Gerichtskaſſe. Als
er ſeiner Zeit auf freien Fuß geſetzt wurde, mußte er 15 000 Mark
Kaution hinterlegen, die er auch aufbrachte und einzahlte. Als er dann
zur Beſſerung ſeiner angegriffenen Geſundheit in das Sanatorium
Löſchwitz ging, teilte er in verſchiedenen Briefen dem Gericht mit, daß
er völlig mittellos ſei und für die Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit
dringend Geld brauche. Das Gericht bezahlte darauf auch aus dem
hinterlegten Betrag die Aufenthaltskoſten in Höhe von mehreren
tau=
ſend Mark. Es iſt immerhin eigenartig, daß die Polizei und die
Ge=
richtsbehörden einen ſo ſchwer belaſteten Mann nicht genügend
be=
obachtet haben, um eine Flucht zu verhindern. Holzmann ſelbſt hat
ſeinen Anwälten und auch andern Perſonen erzählt, daß gewiſſen
Perſönlichkeiten daran liege, daß er ſelbſt aus Deutſchland verſchwinde,
und in dieſem Zuſammenhang ſoll er auch ſeinem Anwalt mitgeteilt
haben, daß gleich nach ſeiner Verhaftung vor nunmehr fünf
Viertel=
jahren eine gewiſſe Perſönlichkeit in das Gefängnis gekommen ſei und
ihm dort vorgeſchlagen habe, er ſolle ſchleunigſt Deutſchland verlaſſen.
Von der Kutisker=Gruppe werde ihm ein Betrag von einer halben
Million Mark zur Verfügung geſtellt, wenn er Deutſchland ſofort den
Rücken kehre.
Wieder ein Grubenunglück in Amerika.
TU. New York. In einer Grube bei Fairmont in Weſt=
Vir=
ginien ereignete ſich eine Schlagwetter=Exploſion. Man befürchtet, daß
38 Bergleute erſtickt ſind.
Frankfurt.
Geſchäftliches.
Das bekannte Uhrengeſchäft Wurz, Dieburger Str. 8,
verlegte dieſer Tage ſeine Filiale, ſeither Liebigſtr. 7, nach
Frank=
furter Straße, Ecke Landwehrſtraße. Auch in dieſem Geſchäft
gilt als Prinzip; reelle Bedienung und wirklich billige Preiſe. Durch
gleichzeitige Eröffnung einer zweiten Reparaturwerkſtätte wurde die
Hauptwerkſtatt entlaſtet, welche nun durch neueſte Maſchinen und
elektriſchen Betrieb das Höchſte an Promptheit und Billigkeit leiſten
können.
In dieſen Zeiten wirtſchaftlicher Not verdient jede Anregung,
ſpar=
ſam zu wirtſchaften, beſondere Beachtung. Die bekannte Tee=
Ein=
fuhrfirma Meßmer weiſt in ihren Flugblättern auf folgende
be=
ſonders ökonomiſche Bereitungsweiſe ihrer beliebten Teemiſchungen hin:
Nimm für jede Taſſe einen knapp gefüllten Teelöffel (gleich ungefähr
1 Gramm) Blätter. Schütte die Blätter in eine vorher angewärmte
kleine Porzellan= oder Steingutkanne. Uebergieße die Blätter mit ſo
viel ſpringend kochendem Waſſer, daß ſie gerade hinreichend bedeckt
ſind, um ſich gut aufrollen zu können. Laſſe 5 Minuten ziehen und
gieße dann den Extrakt in ein kleines Kännchen ab. Wiederhole das
gleiche ein zweites Mal, laſſe aber nur 3 Minuten ziehen, und gieße
dieſen zweiten Extrakt zum erſten. Verdünne den Extrakt in der Taſſe
oder dem Glaſe mit heißem Waſſer zu Tee von beliebiger Stärke für
Erwachſene mehr, für Kinder weniger Extrakt) oder ſetze dem friſch
kochenden Waſſer in der Taſſe ſo viel Extrakt zu, bis der Aufguß in
der gewollten Stärke und Farbe erreicht iſt.
NEUI
NEU
Vergessen Sie nicht E
bei ihrem Aufenthaſt i Prankfurtarn /Main
amlli
Café OLIOn
Kalserstrasse 56, zu besuchen
Täollch ab 4 Uhr: Künstlerkonzert : Ab 8 Uhr: Kabarett
— Auftreten erster Künstler —
Eigene Kondltorel
Freler Eintit
(T.14318)
Sonntag, 17. Jan. 9: Morgenfeier. X 11.30: Die Stunde der Lebenden.
Einl. Worte: 4. Schattmann. Honegger: Streichquartett- Hindemith:
Streieluuartett (Lambinon-Quartett). X 2.20: Schachkunk (E. Nebermann).
X 3: Prok. 4rmbruster, Dir. des Instituts kür Bienenkunde: „Unsere
Bienen”, 3.30: „Prins Wassertröpkehen trägt das Glück” aus „
Gold-
härehen und Punkheinzelmann” ron I. Bodenstellt. Urs. rom
Funk=
leinzelmann. 4.30: Bunte Stunde. X 7: Prok. Dr. Kaßner: „Verbrechen
und Wetter”, X 7.30: Oberpostrat Dr. Schmellenbach: „Pbilosophie des
Rundkunks”. 8: Eink. zur Operette „Ihre Hoheit — die Tänzerin” am
18. Jan. 8.30: (auch Welle 1300) Uberbrettl. (4m 18. 1. 1901 grökknets
Frh. r. Wolzogen sein Uberbrettl.) Einl.: Hans Heins Eners. —
0. Straus: Aoderne Treue; Das nüchterne Uädel (Boxena Bradskr). —
J. Rothstein: Das Lied von den lieben süßen Mädeln: 0. Strauß: Der
Staar; Die Uusik kommt (Robert Koppel). — O. Strauß: Der lustige
bhemann: Die Haselauß: Der Uaientans (Else Auschkau und Kodert
Koppel). Anschl.: Lustige Weisen. Funkkapelle. X 10.30: Tanzmusik.
— Königsnusterhausen (Welle 1300). 11.30: Konzert, Aitn.:
Rosen-Quartett: Charlotte Rosen, 1. Violine: Margarete Rawack, 2.
Vio-
line: Gertrud Walter-Kuran. Viola; Ellen Drobatschemsky. Cello. Hardn:
Quartett C-dur Allegro moderato — Andantino graeioso — Uenuetto —
Finalg. — Aozart: Quartett Dmoll. Allegro modlerato — Andaute
Henuette — Allegro ma non troppo. — Drorak: Quartett Fs-dur,
Allegro ma non troppo — Dumka — Romance — Finale. X 12:
Espe-
rautovortrag.
Stuttgart.
Sonntag, 17. Januar, 11.30: Albert Schweitzer-Morgenfeier. Einf. von
K. Malter. Aus meiner Kindheit und Jugendzeit, 4. Schmeitzer, Stückg
aus dem Jugendalbum. Schumanu. Die Krise der Kultur und ihre
Ur-
sache, 4. Sohneitzer, Im Kloster, Borodin. Die geist. u. etllische
Uh-
selhstündigkeit d. mod. Menschen, 4. Schmeitzer. Aus der ind. Suite,
Lüling. Mitteil. aus Lambarene, 4. Schweitzer. Aus der Ind. Suite,
Tüling. O 2: Sohallplatten. O 3: 4us den Werken ron Jakob Sehakkner=
O 4: Unterhaltungskonsort. Mitw.: Margarete Erhardt (Sopr.); 4.
Har-
laeher (Ten.): Punkoreh. O 0.30: Prälzt Dr. Horkmann „Dig religiöge
Bedeutung 4. Gustar-4dolf-Vereins r. d. 4uslandsdeutsehen‟ S
7: Morse=Kursus O 7.30: H. Wetzel: „Der Anschluß Deutsch-
Gester-
reichs”, O 8: Hlallische Bläservrereinigung- (Weidliel, Plöte:
Preuden=
berg. Ohog: Baum, Klar.; Held. Waldhorn; Karl, Fagott.) Flügel: Gen.-
Uusikdir. B. Band. Quintett Ps-dur, Beethoren. Dirertigento, uon.
Taus=Suite op. 53. Blumer, (Eigaudon; Sarahande; Menuett: Ung. Tanx;
Boston: One stepp.) O 9: Bunter Abend (Hexe), Aitm: Nora Verkats
(Sopr.); lotte Kanser (Rezit.): Gerda Hansi, II. Werler; K. Köstlin=
N. Hepe: Funkorch. Our. „Das goldene Kreus” Brüll Maskenball:
Pan, Trunk. Die Herzogin und der Page. Gustar III. von Schmeden auk
dam Maskenball. Im goldenen Töwen mars, Känigsberger. Pant. a.
„Margarethe‟ Eounod. Sonst; Ist der klimmel im Lens so blau, Pktzner.
Im Prater blühn wiedler die Büume, Stolz. 4n der blauen Donau; Liedt
d. Zupan a „Zigeunerbaron”, Strauß. Ballet Suite, Siede, Loderndet
Fiamiyan unstspiel von Max Hexe. Vers.: Kr. U. Hexe: Sie, Tottl)
Kagses: Die Preundin, Gerda kansi; Der Freund, K. Köstlin: Der Diener!
H. Werder. Plonänzeht in Rio de Janeiro. Wertheim. Der Ochs hakl
slacht, Werau. Links geht der Verdinand, Peksmann. Von 4 bis 2, Kollo.
Berlin.
Sonntag, 17. Jan. 8.20—9.30: Morgenfeier. X 12—1: Die Oper der
Woche. Mitw.: Luxa Rotkovsky. Soyzan; Flagel: Dr. Uerten. 1. Wasner=
„lohengrin”. — 2. Puceinl: „T08ag‟, Gohet der Toseg. — 3. Verdi=
„Ameliag”. — 4. Wagner: „Siegkried”, Siegkried und d. Waldrogel. —
5. Begthoren: Eidelio”, Aris der Marzelling. — 6. Strauß: „Eine Nacht
in Venedis”, „Treu sein. das liegt mir nicht”. — 7. Floton: „Martha‟, Dur=
X 4—5: Jugendstunde: Uärchen von Heißigen und faulen Leuten: Die drei
Faulen. Die zmölk kaulen Kneehte. Die kaule Spinverin. — Für Kinder vom
4. Jahre ab. 4 5—6: Tanrkapelle Steiner, K 6—7: Dr.Iug. Klinghardt: „Dio
Liele der hentigen Türkei”. 7—7.30s Große Brzigher: Aus den Werken
r Lotze. Sprgeher: Oberreg, klipert. X 7.30—8: Dr. Burger, anläßlich der
Uranfführung „Die Jagd Coltes” am 18. Jan.: „Der Dichter Emil Bernhard”.
* 8.30—9.30: „Rheinisohe Klänge”, Konzert des Hausoreh. Uitw.: John
Glaser, Tenor. F 9.30—10.30: Kassel: Lautenlieder-Abend Robert Kothe.
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Tageskalender für Sonntag, den 17. Januar 1926.
Landestheater. Großes Haus, Anfang 6½ Uhr Ende 10 Uhr,
H6 (Fühnenvolksbund): „Carmen.” — Kleines Haus, Anfang
7½. Ende 10 Uhr. Zuſatzmiete III (6): „Der Glückspilz.
Orpheum, abends 8 Uhr: „Die Frau ohne Schleier.” —
Jung=
deutſcher Orden, nachm. 4 Uhr, in der Woogsturnhalle:
Reichs=
gründungsfeier — Bürgerhof, Eliſabethenſtr. 2, abends 8½ Uhr:
Bibliſche Vorträge. — Bockshaut, abends: Konzert. —
Durn=
halle am Woogsplatz, abends 8 Uhr: Zweiter Rheiniſcher
Abend. — Chaufſeehaus, abends 7 Uhr: Tanz. —
Kino=
vorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele,
Heſſiſche Bilderbühne.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Montag, den 18. Januar 1926,
nach der Wetterlage vom 16. Januar 1926.
Nachts wieder etwas kälter, anfänglich ſchwächer, ſpäter wieder
ſtärker bewölkt, ohne ſtärkere Niederſchläge. — Das ruſſiſche
Kaltluft=
gebiet iſt an ſeiner Weſtfront weiter von wärmerer Luft, die durch
das nördliche Vordringen von Randſtörungen eines ſüdlichen
ausgedehn=
ten Zyklonenſyſtems bedingt wird, abgebaut worden. In Weſteuropa
macht ſich zwar wieder Druckanſtieg bemerkbar, jedoch iſt die Kältezufuhr
vorderhand unterbrochen.
Heſſ. Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft : Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrchten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für Schlußd en:; Andreas Bauer
Verantwertlich für den nſeratente !: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadtl
Die heuige Nummer hat 46 Geiſten.
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Nummer 3
* Eheprobleme im modernen Roman
Von Dr. Ella Menſch.
II.
Die Frage der Miſchehe, die Verbindung zwiſchen zwei
Menſchen verſchiedener Raſſen oder auch nur Nalionen, hat nach
und vor dem Weltkrieg gar eifrig die Gemüter beſchäftigt. Es
hat ſich herausgeſtellt, daß, von verſchwindend kleinen
Ausnah=
men abgeſehen, in einem ſolchen Bunde der Deutſche oder die
Deutſche immer der unterliegende Teil geweſen iſt, daß das
fremde Element ihn bezwang, aufzehrte, wenn er nicht noch
recht=
zeitig die Kraft gewann, die Feſſel abzuwerfen. Mit ſtarker
An=
ſchaulichteit zeigte in verſchiedenen Romanen Katharina
Zitel=
mann die Ehe zwiſchen deutſchen Mädchen und Japanern, bzw.
Chineſen. Hier, auf dem Kontinent, unter europäiſchen
Einflüſ=
ſen, hatte ſich bei dem aſiatiſchen Mann eine Anpaſſung, eine
ſcheinbare Umbildung vollzogen, an die er ſelbſt glaubte. Aber in
die Heimat zurückgekehrt. bekommen die Familienüberlieferungen
und die alten Geſellſchaftsanſchauungen eine ſolche Macht über
ihn, daß die Stellung ſeiner Frau als gleichberechtigte
Lebens=
gefährtin unhaltbar wird. Aber der Konflikt kann ſchon einſetzen,
auch wenn Stammesverwandtſchaft beſteht, wie zwiſchen Briten
und Deutſchen. Der Zuſchnitt des engliſchen Lebens zieht
den=
jenigen, der im Inſelreich ſein Fortkommen haben will,
unwider=
ſtehlich in ſeinen Bannkreis. „Dicks Erziehung zum
Gentleman”” (Verlag Auguſt Scherl, Berlin) heißt das
Buch, in dem Oskar Hoecker ohne jede aufdringliche Tendenz.
aber mit feiner Beobachtung ſchildert, wie ein junger
Profeſſors=
ſohn, deſſen Mutter Engländerin war, durch den Bruder dieſer
Mutter, der ſich, nachdem er die eigenen Söhne verloren hat,
plötzlich dieſes Neffen erinnert, Schritt für Schritt zum
Vollblut=
engländer umgemodelt werden ſoll. Ziemlich grelle Streiflichter
fallen auf die Sitten und Gewohnheiten einer Geſellſchaft, in der
niemand am wenigſten ein Außenſeiter, eine Meinung
ver=
treten darf, die nicht als die herkömmliche allgemein
ſanitio=
nierte iſt. Man iſt höchſt mißtrauiſch gegen jede Kritik an
den Einrichtängen, der Monarchie und den Chegeſetzen. Als der
junge Richard im Salon ſeines Oheims eifrig für eine
geſchie=
dene Frau Partei nimmt, begegnet er eiſigem Schweigen und
überraſchten Mienen. Die junge Gattin, ſeines Oheims,
voll=
endete Weltdame und erleſene Schönheit, nimmt ſich ſeiner
er=
zieheriſch an. Sie macht ſich auch kein Gewiſſen daraus, ganz,
ganz im Verſchwiegenen, vom Piedeſtal ihrer geſellſchaftlichen
Stellung herabzuſteigen und den jungen, hübſchen Neffen zu
beglücken. Als dieſer ſich aber dem Wahn hingibt, ſie wolle ihr
Schickſal an das ſeine knüpfen, reißt ſie ihn ſchleunigſt aus ſeinen
Illuſionen und ſagt ihm klipp und klar, daß ſie um eines
Lebens=
anfängers willen doch keine Torheit begehen und einen Gatten
verlaſſen würde, dem bald die Lordſchaft winke!
Richard gelangt durch dieſes Erlebnis und manches andere
Vorkommnis zu der Ueberzeugung, daß ſein deutſches Blut
gegen das engliſche Sittenklima rebelliere, daß er um ſein
eigent=
liches Selbſt kommen würde, falls er ſich gar durch die Heirat
mit einer Engländerin, die ihm häufig nahgelegt wird, dauernd
an dieſe Kreiſe binden würde.
Für den deutſchen Durchſchnittsphiliſter beſitzt die engliſche
Lebensweiſe von jeher etwas Imponierendes; zumal, wenn er
ſich ihre äußeren Bedingungen angeeignet hat. Ganz beſonders
für ſolche kritikloſen Bewunderer und Nachahmer iſt das
Hoecker=
ſche Buch gut.
Für ähnliche, ordnungsmäßige Verbindungen zwiſchen
Deut=
ſchen und Franzoſen dürfte nach dem Weltkrieg und ſeinen
Aus=
wirlungen keine trasfähige Grundlage mehr vorhanden ſein. Das
Wagnis wäre für beide Teile zu groß. Aber wir wollen nicht
vergeſſen, daß die gegenſeitige Anziehungskraft einſt ſehr ſtark
geweſen iſt und viele Wirklichkeitsromane hervorgerufen hat.
Die Gefahr, die dem biederen deutſchen Jüngling in Paris
von den ſchönen verführeriſchen Frauen drohte — in Wahrheit
Schweigen
Von
Walther Harich.
Es half nichts, man mußte Herrn Erich Binnebeſel verklagen.
Wie kam ich dazu, Herrn Binnebeſel, 200 Mark zu ſchemen!
Zweihundert Mark ſind ein Vermögen, man lann mit Frau und
Kindern, eingerechnet Miete und Heizung, vierzehn Tage davon
leben. Vierzehn Tage ſchuften, um dieſem mir gänzlich fern
ſtehenden Herrn Binnebeſel ſeine Schuld von zweihundert Mark
zu erlaſſen? Lachhaft! Man geht ans Telephon, teilt dem
Rechts=
anwalt den Fall mit, zahlt zwanzig Mark Vorſchuß ein. In
wenigen Wochen wird Herr Binnebeſel ſeine Schuld bezahlt
haben oder gepfändet werhen. Fertig!
Nicht, daß Herr Binnebeſel mir nicht leid täte. Ich bin
überzeugt, daß er ſich quält, genau wie ich. Daß er durch die
Straßen rennt, um Abſchlüſſe zu tätigen, treppab, treppauf, daß gungen hatte Erich Binmebeſel zu vergeben! Bombengeſchäfte,
er mit verdüſterter Stirn nach Hauſe kommt, ſich in den Seſſel die in wenigen Wochen hundert Prozent eintragen mußten.
Wes=
wirft, daß ſeine Frau vergrämt hinzutritt: Wieder nichts? —
„Wieder nichts!” So iſt es in unſerer Zeit. Da hilft keine
Tüch=
tigkeit. Es kommt darauf an, ob die verzwickten wirtſchaftlichen
Verknüpfungen dein beſonderes Arbeitsgebiet zu einem lohnen= alle Fälle, aber ich wollte ſie nicht riskieren. Herr Binnebeſel
den oder einem wertloſen machen. Heute trifft es die Schuſter,
morgen die Schokoladenverkäufer. Heute iſt es ſo, morgen kann
es anders ſein. Es liegt in der Zeit. Herr Binnebeſel tut mir vorükerlaſſen, da er vor übermorgen kein Geld, haben würde.
leid, aber ich brauche meine zweihundert Mark. So müſſen wir
uns gegenſeitig quälen. Heute ich, morgen du.
Als Herr Binnebeſel das erſte Mal zu mir kain, um mein
Leben zu verſichern, trug ihn der Strom der neugebackenen
Ren=
tenmark aufwärts. Noch erzählte ſein Geſicht von ub 3=ſtandenen
Hungermonaten, aber die Augen berichteten ſchon von großen
Abſchlüſſen, und das nächſte Mal trug er einen neuen Anzug.
Ich glaube ſogar, es kam ihm hoffärtig vor, daß ich bei meinee
zageren Einkünften an die Zukunft meiner Kinder zu denken mir
anmaß. Von einer gewiſſen Höhe ſah er auf die nie cigen Zif= des Quittungsformulars diesmal einen Schuldſchein. Obwohl
fern meiner Bedenken herab und zerſtreute ſie wie eine Lappalie,
und wenn er am Monatserſten die Geldrate von mir abholte —
immerhin eine ganze Reihe hingegebener kleiner Freuden für
mich —, ſtrich er die Scheine ein, als ob die e Kleinigkeit kaum
die Mühe ſeiner eigenhändigen Unterſchrift auf dem
Quittungs=
formular lohnte. Geſtehe ich es ein, ich beneidete Herrn Erich
Binnebeſel.
Wenn ein Menſch in dein Leben, tritt, iſt er auf einmal
überall da. So begegnete ich Herrn Binnebeſel von jetzt ab auf
Schritt und Tritt. Er wohnte in meiner Nähe, ich ſah ihn mit
ſeiner Frau ſpazieren gehen, eiwer kleinen mageren Frau, die ſich
17. Januar 1926
Will eigenes Leid zu ſehr dein Herz bedrücken,
dann laß dein Aug” auf fremdes Leid nur blicken;
ſo trefflich kann dich nichts vergeſſen lehren,
als das Bemühen, fremdem Leid zu wehren.
Victoria, Kaiſerin Friedrich
San Nemo, Februar 1888
Rerr. aag.6
ſind ſie dort nicht ſchöner als anderswo — konnte gar nicht ſcharf
genug betont werden. Aber gerade im alten nüchternen
Preu=
ßen, wo von den höheren Ständen gedankenlos der Glaube an
die überlegene Kultur Frankreichs gepflegt wurde, mochte es weit
eher als heute geſchehen, daß eine anmutige, raffinierte
Franzö=
ſin das Schickſal, ja das Verhängnis eines deutſchen Mannes
wurde. Das äußerſt ſpannend geſchriebene Buch von Fritz
Schultz=Merzdorf „Das Opfer der Marquiſe‟ (Deutſche
Landbuchhandlung, Berlin) bringt ein ſolches Beiſpiel, das den
Leſer in die Tage des zweiten Preußenkönigs führt, deſſen
wirt=
ſchaftliche Umſicht und Sparſamkeit für ſein Land ein Segen war.
Heute, wo es an der Tagesordnung iſt, mit Geringſchätzung vom
„preußiſchen Gamaſchendienſt und Drill” zu ſprechen, kann die
Verwaltungstreue, die ſtrengen Ehrbegriffe, die Zucht, in die
Be=
amten und Militärs jener Zeit ſich nahmen, nicht nachdrücklich
genug hervorgehoben werden.
Die gemütliche und ſchöne Wohnung.
Es iſt richtig, daß die Zeit ſelbſt ihre eigene Geſchichte ſchreibt, und
zwar in weithin ſichtbarer Weiſe vor allem in Form ihrer
Kunſtſchöp=
fungen. Natürlich iſt auch die Kleidung, das Aeußere und Innere des
Hauſes, ſowie die Wohnungseinrichtung. Ausdruck einer
ſol=
chen Art von Geſchichtsſchreibung. Leider bleibt aber gerade der Teil,
der für die kulturgeſchichtliche Erforſchung einer Zeitepoche der wichtigſte
und lehrreichſte iſt, nämlich die Wohnung, meiſt im Verborgenen.
Nur wenige Zeitgenoſſen geben ſich die Müihe den äſthetiſchen
Habitus ihrer Mitmenſchen, ſotveit er durch die Wohnung beſtimmt
wird, zu ſtudieren, und noch geringer iſt die Zahl derer, die in
Nieder=
ſchriften von Bedeutung ihre Erfahrungen auf dieſem Gebiet aufzeichnen.
Wo aber eine Sammlung von charakteriſtiſchen Wohnungen
photo=
mechaniſch im Buch wiedergegeben wird, da handelt es ſich faſt immer
um Wohnungen, die irgendwie den Durchſchnitt überragen und aus
irgend einem Grunde — ſei es äſthetiſcher oder praktiſcher Natur — als
Anſchauungsmaterial dienen ſollen. Wer an Hand ſolcher Publikationen
Rückſchlüſſe auf das kulturelle Niveau unſerer Zeitperiode ziehen wollte,
würde zu ganz falſchen Ergebniſſen gelangen. Denn das, was uns dort
im Bilde vor Augen geführt wird, iſt zwar ſehr lehrreich und ſehr
ſchön, aber dafür in der Wirklichkeit nur ganz ſelten anzutreffen,
wäh=
rend das Geſamtterrain unſerer Wohnungskultur faltiſch vom Geiſte
einer Häßlichkeit, Geſchmackloſigkeit und Unhandlichket beherrſcht wird,
der für ein Volk, das auf eine glänzende Kulturgeſchichte zunickblickt,
geredezu beſchämend iſt. Dieſe Wohnungseinrichtungen aber ſieht man
im Bilde nur ganz ſelten, und auch die Volksgenoſſen, die über
äſthe=
tiſche Dinge ſchreben, und Wohnungen der breiten Maſſen kennen
lernen, verſchließen ſich nur zu gerne der Erkenntnis, daß dieſe
Woh=
nungen leider den Typus darſtellen.
Der Abſtieg von der Biedermeierzeit, einer Periode hochentwickelter
Wohnungskultur, bis zum heutigen Tage iſt ſo groß und ſo ſteil, daß
es wahrhaftig nötig iſt, auf breiter Baſis, d. h. vor der ganzen
Oeffent=
lichkeit, den Kampf für eine beſſere, d. h. künſtleriſche oder doch zum
mindeſten gemütliche Ausſtattung unſerer Wohnungen aufzunehmen.
Gewiß, die Wohnung iſt ja auch nur der Abglanz der Weſensart
deſſen, der drin wohnt. Zeige mir die Wohnung eines Menſchen, und
ich werde die ſagen, was das für ein Menſch ſt! Aber andererſeits
wiſſen wir ganz genau, daß dieſe Weſensart nicht etwas Konſtantes iſt,
ſondern entwicklungsfähig bleibt und in mancherlei Hinſicht ſtark
beein=
flußt werden kann, Könnte man erſt einmal alle unſere Volksgenoſſen
von der Notwendigkeit einer wirklich gemütlichen und ſchönen Wohnung
üüberzeugen und ihnen klar machen, welche Vorausſetzungen eine ſolche
zu erfüllen hat, dann würden wir ſehen, daß der neue Stil der
Woh=
nunn ſehr raſch und ſehr nachhaltig auch auf Charakter und Gemüt der
Bewohner abfärbt. Und die Be ohner ſelbſt würden ſehr bald offen
bekennen, daß ihr innerſtes Sehnen eigentlich immer eine ſolche
gemüt=
liche und ſchöne Wohnung geweſen iſt, daß ihnen nur die richtige
Er=
kenntnis gefehlt hat, um ſich ſelbſt ein derartig behagliches Heim zu
ſchaffen. Der Verbreitung einer beſſeren Erkenntnis ſoll der publiziſt ſche
Kampf, die öffentliche Propaganda, von der ich vorhin ſprach, dienen.
Unverrückbar darf dabei der Grundſatz gelten, daß mit Ausnahme ganz
geringer Koſten, die vielleicht durch die Umwandlung hervorgerufen
wer=
den, die neue, gemütliche Wohnung billiger ſein wird, als die alte.
Die ſſtihrenden Möbelgeſchäfte Deutſchlands haben ſich mit einer
Tatkraft, die Bewunderung verdient, vielfach in den Dienſt dieſer Ideen
geſtellt. Aber die anderen Möbelgeſchäfte, die Firmen zweiten Rangs,
ſind noch immer gezwungen, falls ſie nicht überhaupt in erſter Linie für
die reicheren Schichten unſeres Volkes arbeiten, einen Geſchmack der
Maſſen zu berückſichtigen, der ſich nur zu leicht durch eine vorgetäuſchte
Protzerei befriedigen läßt. Und hier iſt der Hebel anzuſetzen. In Wort
und Schrift muß unſevem Volke die Enſicht beigebracht werden, daß
auch der Minderbemittelte anſtändig und behaglich wohnen kann, wenn
er nur darauf verzichtet, einen törichten Prunk vorzutäuſchen, und ſich
mit Möbeln (im weiteſten Sinne des Wortes) beanügt, die in ihrer
Schlichtheit und Einfachheit, mit der Klarheit und Reinheit der Linien,
ſowie mit der Sauberkeit ihrer handwerllichen Arbeit auch für das
ver=
wöhnte Auge einen durchaus wohlgefälligen Eindruck machen und
zu=
mal in richtiger Zuſammenſtellung, den Geiſt einer vollkommenen
Schön=
beit bekunden. Zum mindeſten aber werden ſo gebaute Möbel den
An=
forderungen der Handlichkeil und Brauchbarkeit, der Nützlichkeit und
der Hyaiene genügen. Und nach und nach werden wir alle begreifen
lernen, daß ein Gebraucksgegenſtand, der wirklich handwerklich gut
ge=
arbeitet iſt, und zugleich allen praktiſchen Bekürfniſſen entſpricht, auch
ſchön iſt.
Solche Möbel werden maſſenweiſe in ganz beſtimmten Typenformen
überaus billig hergeſtellt werden können, während ein Möbelſtück, das
allerlei Prunk vortäuſcht, immerhin ſoviel Arbeit und ſoviele Zutaten
verlangt, daß der Preis gar nicht billig ſein kann. Man kann es ruhig
ausſprechen, daß die Wohnungseinrichtungen der großen Mehrheit
unſeres Volkes gleichzeitig viel zu teuer und viel zu ſchlecht ſind. Auf
einige andere Erforderniſſe (ſtärkere Betonung der Bedeukung, welche
Küche, Bad, Kloſett und Schlafzimmer für uns haben, richtige Auswahl
der Tapeten, der Vorhänge und des Bodenbelags uſw.) werde ich
ſpä=
ter noch einmal in einem beſonderen Artikel zurückkommen, in einem
Artikel, der ſich mit dem modernen Wohnhausbau in England und
ge=
wiſſen Ideen deutſcher Architekten beſchäftigen ſoll.
Hier ſoll lediglich nur noch die Frage erörtert werden, mit welchen
Mitteln die vor mir erwähnte Propaganda für die ſchöne und
gemüt=
liche Wohnung zu beſchwingen iſt. Die Frage iſt dahin zu beantworten,
daß vor allem gewigend brauchbares und gutes Anſchauungsmaterial
beſchafft werden muß, um denen, die ſich neu oder anders einrichten
wollen, die nötigen Anregungen zu geben; dann aber auch, um allen
denen die im Dienſte unſerer Propaganda wirken wollen, am Beiſptel
zu zeigen, wie es gemacht werden muß, um der heutigen Wohnungs=
Unkultur zu entrinnen. Denn jeder der ſich als Vorkämpfer für die
Idee der gemütlichen und ſchönen Wohnung fühlt, muß imſtande ſein,
auch praktiſch ſeine Mitmenſchen gut zu beraten.
Gottlob, haben wir in Deutſchland einen Verlag, der ſich in ganz
beſonders großzügiger und umfaſſender Weiſe der deutſchen
Wohnungs=
kultur angenommen hat, und zwar in einer Tätigkeit, die nun ſchon
mehrere Jahrzehnte lang andauert! Es iſt die Verlagsanſtalt
Alexander Koch, Darmſtadt. Auch jetzt wieder hat dieſer
Verlag ein neues Buch herausgebracht, das unter dem Titel „1000
Ideen zur künſtleriſchen Ausgeſtaltung der
Woh=
nung”) eine reiche Fülle belehrenden und äinregenden
Anſchauungs=
mater als vor uns ausbreitet. Der Hauptnachdruck liegt hier auf dem
Worte hünſtleriſch. Und ſicherlich iſt der Wunſch, vor allem zunächſt
einmal die Dinge vom äſthetiſchen Standpunkt zu beleuchten und dem
deutſchen Volke die Augen für das künſtleriſche Gepräge einer
Woh=
nungseinrichtung zu öffnen, berechtigterweiſe die vorherrſchende. Und
dieſer Wunſch wird in dem vorliegenden Werb, was die Auswahl der
Abbildungen und deren reproduktionstechniſche Güte anlangt, vollauf
befriedigt. Es iſt ein äſthetiſcher Genuß ohnegleichen, das Buch zu
durch=
blättern und zu ſtudieren.
Curt Amend.
*) 1000 Ideen zur künſtleriſchen Ausgeſtaltung der Wohnung.
Her=
ausgegeben von Alexander Koch. Ueber 240 große Abb ldungen von
Wohnräumen aller Art, Einzelmöbeln, Wand= und Fenſtergeſtaltungen,
Kleingerät, Keramiken uſw.; in Ganzleinen geb. 20 Mk., in weiß Japan
mit Goldprägung 25 Mk.
von den Hungermonaten langſamer erholte als ihr ſtattliche=
Mann. Es kam auch vor, daß Herr Binnebeſel ſeine Frau
mit=
brachte, wenn er am Erſten das Geld abholte, und wir ſchwatzten
miteinander. Wir grüßten uns auf der Straße, gingen und
ſprachen miteinander. Ich ſah, es ging aufwärts mit den
Binne=
beſels. Die kleine magere Frau bekam leuchtende Augen und ein
Tuchkoſtüm.
Aber eines Tages kam nicht mehr Herr Binnebeſel, die
wonat=
liche Rate abholen, ſondern ein Kaſſenbote. Herr Binnebeſel
konnte ſich mit dieſen Kleinigkeiten nicht mehr befaſſen. Ich ſah
es ein, als er es mir auf der Straße e=blärte. Die Geſellſchaft
hatte eine eigene Subdireltion in der Stadt eingerichtet. Herr
Binnebeſel würde fortan über dem Ganzen thronen. Ich
benei=
dete ihn noch mehr.
Ich beneidete ihn auch noch, als er mich eines Tages
auf=
ſuchte, um mir die Beteiligung an einem Geſchäft mit
zweihun=
dert Mark, dringend, als „Freund” anzura”en. Solche
Beteili=
halb er nicht ſelbſt die zweihundert Mark daran wagte? — Nun,
er hätte ſie im Augenblick nicht flüſſig. — Ich hatte gerade
zwei=
hundert Mark auf der Sparkaſſe liegen, einen Notgroſchen für
war traurig, als Freund „redlich” traurig, daß ich es nicht wollte.
Ein ſicheres Geſchäft! Und nun müßte auch er dieſe Gelagenheit
Ueberworgen ja, aber dann war es für dieſes Geſchäft zu ſpät.
Ob ich ihm nicht bis übermorgen meine zweihundert Mark leihen
würde. Gegen Schuldſchein, verſteht ſich.
Unſere Geſellſchaftsordnung hat Formen, die dich zwingen,
dir lächelnd eine Kugel in den Kopf zu ſchießen Und wieviel
weniger konnte ich einem Herrn Binnebeſel, der mit Schuldſchein
und Ehrenwort aufzuwarten willens war, für zwei Tage die
Summe verweigern, die ich auf der Sparkaſſe zu liegen hatte
Binnebeſel bekam ſeine zweihundert Mark und unterſchrieb ſtatt
auch das eine Kleinigkeit war, die die Mühewaltung kaum
ver=
lohnte.
Lieber Leſer! Du weißt von ſelbſt, daß Erich Binnebeſei von
dieſem Tag ab verſchwand. Weit und breit konnteſt du die
Straßen auf und ab ſehen, kein Binnebeſel ging dort mit ſeiner
Frau ſpazieren. Du konnteſt nicht mehr feſtſtellen, ob es
auf=
wärts gina mit den Binnebeiels oder abwärts. Meine Gedanken
kreiſten vergehlich um ſie, um den neuen Anzua, der jetzt eigentlich
auch nicht mehr neu war, und das blaue Tuchloſtüm. Ich wartete
acht Tage, vierzehn Tage, ohne daß Erich Binnebeſel in
Erſchei=
nung getreten wäre. Er, den ich bis dahin jeden Tag getroffen
hatte. Schließlich ſchrieb ich ihm, aber der Brief fiel ins Leere.
Kein fernes Auftlatſchen zeigte mir, daß er irgendwo
niedergefal=
len wäre. Ich ſchrieb noch einmal. Wieder verſank mein Brief
in grenzenloſes Schweigen.
Es gibt nichts Rätſelhafteres als Schweigen. Alle
Möglich=
keiten der Welt können ſich hinter ſolchem Schweigen verbergen:
Kranlheit, Tod, Reiſen ins Innere Afrikas. Mochte ich mir ſelbſt
ſagen, daß in dieſem Falle das Schweigen Erich Binnebe els
durchaus natürlich war, ſo ſuchten meine Gedanken doch ſtändig
nach neuen Erklärungen. Ich hatte geglaubt, von dieſen beiden
Menſchen Binnebeſel und ſeiner mageren blonden Frau, alles
Notwendige zu wiſſen; ihren Kampf ums Daſein, ihre
Einſchrän=
kungen und kleinen Vergnügen, nun aber wußte ich nicht einmal
wehr, ob es ſich bei ihnen um augenblickliche Verlegenheit oder
um einen Verzweiflungskampf mit der Verwichtung handele.
Ver=
lebten Binnebeſels irgendwo auf dem Lande vergnügte
Erholungs=
wochen, oder legten ſie ſich nicht vielleicht gerade jetzt in letzter
Um=
ſchlingung in ihr, vielleicht ſchon angeſiegeltes Bett, während aus
dem aufgeſperrten Hahn das giftige Gas herausziſchte? Waren
meine zweihundert Mark eine kleine Unannehmlichkeit für ſie oder
der Tropfen, der den Eimer ihres Unglücks überlaufen ließ?
Unſinn! ſagte meine Frau. Wenn es ſo ſchlim ſtünde, hätte
er wicht geſchwiegen. Ich gab ihr recht, obgleich ich weiß, daß
es Lagen gibt, in denen man nicht mehr ſchreibt. Aber was war
zu tun? Ich klagte. Der Rechtsanwalt ſchrieb einen Mahnbrief
an Binnebeſel. Schweigen! Ein Termin wurde angeſetzt.
Schweigen! Der Termin kam heran. Schweigen! Verſäumnisurteil.
Schweigen! Jetzt mußte der Gerichtsvollzieher die Möbel
an=
geſiegelt haben. Schweigen! Am 12. des nächſten Monats
wür=
den die Möbel fortgeſchafft werden. Schweigen! Nichts rührte
ſich. Waren da Menchen etwa in höchſter Not, am Rand der
Verzweiflung, nur eine Straßenecke von mir enifernt? Weshalb
hörte man nichts: keinen Hilferuf, keinen Schrei Ertrinkender?
Zum dritten Mal in der Woche rief ich den Rechtsanwalt an:
Wie ſteht es mit Bimebeſel? — „Uebermorgen werden die
Sachen fortgebracht: ein Schreibtiſch und eine Garnitur.”
Meine Phantaſie ſtürzte ſich auf dieſe Gegenſtände. Da war
doch etwas Greifbares: ein Schreibtiſch und eine Garnitur!
1lebermorgen würden ſie fortgeſchafft werden. Alte Erbſtücke
viel=
leicht. Dann ſtand das Zimmer leer, kein Beſuch konnte mehr
kommen, zum Eſſen mußte man Stühle aus dem Schlafzimmer
herüberholen. Es gab kein gemütliches Sitzen mehr des Abends
unter der Lampe, keine geſchäftliche Beſprechung mehr mit
Be=
teiligungen und ſicheren Gewinnen. Die Augen der jungen Frau
leuckte en gewiß nicht wehr. Mit den Möbeln wurde für viele
Jahre das Glück herausgetragen, verſanken Binnebeſels in den
Kennzeichen der Armut und Dürftigkeit, Schreibtiſch und Gar=
Aans vun dene weniche Sprichwörter, die wo ſich aus de
ſogenannte gute alte Zeit in die ſogenannte gute neie Zeit
eniwwer gerettetet hawwe, ohne daß ſe im allergeringſte an
ihrm Glanz un Afähe ebbes ei gebießt hette, däß is däß
alt=
heſſiſche Sprichwöriche: Wie mer’s macht, is’s falſch!
Un ich mecht faſt behaubte, daß däß Sprichwörtche noch lang
ſein alte Wärd un ſein gute Klang behalte dhut, un daß mer ſich
heit, mehr wie je, un ſo zimmlich in alle Läwenslage druff
be=
ruffe kann — ganerlaa, ob mer mit odder ohne Tiddel ſei
Da=
ſein friſte dhut, ob mer an verantwortlicher odder
unverantwort=
licher Stell ſteht odder ſitzt, ob mer ſich reakzionär, akzionär odder
reffelutzionär bedädicht, ob mer Koch is odder Kellner,
Wirden=
drächer odder Sackdrächer, däß is hinne ſo vorne wie hoch un
gehubbt wie gedubbt.
Un die Richdichkeit vun dem ſcheene Sprichwörtelche hab ich
dieſer Dag widder mol ſo recht am eichene Leib verſpiert, indem
daß ich mer e Paddelbood gekaaft hab, un ſtatt dem hett’s
en Flugabberad ſei miſſe. Noja, ich ſag’s ja: wie mer’s macht,
is’s falſch!
Wie ich zu dem Paddelbood kumme bin? Eijano, ſehr eiffach.
Ich hab mich nehmlich in dem Fall widdermol ſchlankwäck uffim
Herr Borjemaaſter Mueller ſei Neijohrsredd verloſſe, mit dere
wo er ſei Stadtverknoddelte begrießt hott bei de erſte Sitzung
im neie Johr, un wo er in ſeine milde Art un Beis den
Kaſ=
ſandraruf ausgeſtoße hott, daß es nechſtens ſchlimm werrn deht,
ſehr ſchlimm, un daß ſich’s in de nechſte Zeit bleeslich drum
drehe dhet, wie mer ſich iwwer Waſſer halte kennt. — No,
wann aaner, der wo’s wiſſe muß, ſo ſeecht, dann denkt mer
na=
dierlich gleich an’s Verſaufe. Ich bin derr Ihne alſo am nechſte
Dag in aam Satz, wie e geelter Blitz, ſporrnſtraachs zum
Sporthaus Adelmann geloffe — laafſte net, dann gilt’s
net! —, damit ich noch ſo e Paddelboodche verwiſch, mit dem
mer ſich im Ernſtfall iwwer Waſſer halte kann, un hab for mich
gedenkt: ſo, wääche meiner kann’s jetzt kumme, wie’s will, du
gehſt emol ſo raſch net unner.
Un jetzt läs ich zu meim greeßte Erſtaune, daß ſich in ganz
Weſtdeitſchland, jenſeits vum Maa, allerhand Erdſtöß bemerkbar
mache dhete, die wo vermutlich vun=eme Erdbäwe herkumme
dhete — —. Alſo jetz frog ich aan vernimfdiche Menſch, was dhu
ich bei=eme effenduälle Erdbäwe mit=eme Paddelbood. In dem
Fall kann aam doch bloß e Flugabberad rette, wann’s affengt zu
waggele. Was ſoll ich nu mache? Soll ich mer däß
Paddel=
bood ruſch gääche en Flugabberad umdauſche? Odder wie?! Am
beſte weer valleicht e Waſſerflugzeich. Do is mer gedeckt
in baade Fäll, jedenooch wie’s kimmt.
Iwwrichens, däß „iwwer Waſſer halte” däß loß ich mer ja
noch gälte, de bin ich zimmlich dra gewehut. Awwer was däß
mit dem Erdbäwe bedrifft, do is doch wohl die Frog erlaabt,
ob däß zuläſſiſch is. „Läwe mer dann in de Derkei, odder in=eme
ziffeliſierte Staat?” ſeecht de Dummbach. Wa n meintwääche in
fremde Lender un in=eme annere Himmelsſtrich de Erdsboddem
affengt zu ſchwankele, dann nimmt aam däß weiters net
wun=
ner. Awwer wann ſowas in Deitſchland vorkimmt, do därf mer
dann doch emol froge:” Wie kann ſo ebbes baſſiern in=eme
ge=
ordente Staatswäſe? Un weer dreegt die Verantwortung?!
Allerdings, es hott ja vorerſt bloß im Preißiſche driwwe
agefange. Awwer wer garantiert mir defor, daß es net aach
eines ſcheenen Dags bei uns losgeht mit däre Wagglerei?!
Ich meecht alſo däßwääche beizeite mei warnende Stimm
er=
hewe un meecht an die Herrſchaften im Stadtrat un im Landdag
ganz ergäwenſt däß ehrforchsvolle Erſuche richte, ſchleunichſt e
groß odder e klaa Afrag ei zubringe, was dro is an dere
Wagg=
lerei, un ob un wie mer die Sach verhinnern will. Schließlich
mecht mer doch ſei Ruh hawwe, wääche was bezehlt mer dann
den Bindel Steiern. Alſo ich bitt mer aus, daß däß Allodria mit
dem Erdbäwe beizeit geſetzmeßich unnerdrickt wärd, odder diräckt
verbodde, dann nooch meiner unmaßgebliche Maanung zehlt ſo
e Erdbäwe aach zum Luxus, zum „iwwerdriwwene Uffwand”
wie’s in dem Erlaß ſo ſchee haaße dhut. Und ſowas muß mit
alle Middel bekembft wärrn. So Axdrafaganze kenne mir uns
aafach ne mehr leiſte; mir miſſe ſparn.
„Spare in der Zeit, ſo haſt du in der Not!” hott’s als
frie=
her gehaaße. Awwer dodevo is mer abkumme, s is heit
um=
gekehrt: „Spare in der Not, ſo haſt du in der Zeit” haaßt’s jetzt.
Un warum aach net? Wo alles uffm Kobb ſteht, warum ſoll mer
do net aach die Sprichwörter uff die Kobb ſtelle därfe. Bloß es
ſeecht aam kaaner, wie mer däß mache ſoll mit dem Sparn, wann
mer in Not is. Awwer da doch emol ebbes geſagt muß wärrn.
ſo hott mer alſo for diß Johr die Barohle rausgäwwe: Spare
und arbeite! Em Richdiche nooch muß es aach widder
um=
gekehrt haaße: „Arbeide un ſpare!” — wenichſtens for Leit
vun unſerm Schlag. Nu' meecht ich awwer mol wiſſe, wer ſe
dodruff gebracht hott. Nemlich mer dhut uff aamol ſo, als wann
däß e ganz funkelnagelniggelnei Endecklung wer, die wo mer mit
dem Sparn un Arweide gemacht hott. Ich meecht in aller
Be=
ſcheidenheit bemerke, daß däß for mich dorchaus nix neies is,
ſundern ganz im Gäächedaal, ſchun was ganz altes. Awwer
jeder, der wo ebbes zu ſage hott — un es hawwe äwe
verhält=
nismeßich zimmlich viel mehr ebbes zu ſage, als unſere
Geſund=
heit zudräglich is! der geht mit däre abgedroſchene
Binſe=
wahrheit hauſiern un ſpielt ſich uff, als hett=er ’s zweide Ei vum
Kolummbuß endeckt. Beiſpielsmeßich aach de Herr Dockter
Schacht, ſeines Zeichens Reichsbankpräſendent. Der is diräckt
de Sparmanie verfalle, un gibt ſich als Sparbrodche aus, un redd
vum ſparn, daß mer glaabt, er hett’s Brot net iwwer nacht im
Haus. Neierdings hott er’s nui uff uns arme Weibsbilder
ge=
padlt un ſchmeißt uns vor, mir dhete mit unſere Hiet en
ſind=
hafte Luxus dreiwe un dhete alle Johr zwaa neie Hiet
ver=
brauche, anſtatts, wie ſich’s geheern dhet, alle zwaa Johr aan
Hut. s mag ſei, daß de Herr Dockter Hjalmar Schacht heit noch
ſein demogradiſche Schlabbhut vun anno neunzeh hunnertachtzeh
ſchwinge dhut, dann wann erſt emol aaner Reichsbankbräſſendent
is, dann kann er jeden alte Schawwesdeckel uffſetze, im
Gääche=
daal, je ſchääwicher als er rumlaaft, je mehr Eidruck dhut er
ſchinne. Wie geſagt, ’s mag ſei, daß alſo de Herr Schacht,
iwwer=
zeichungsdrei, heit noch ſein demogradiſche Gewidderverdaaler
uffhott; wenichſtens dehaam erum. De Bilder nooch, die wo
mer ſo in de Illuſtrierde vun=em ſieht, ſcheint awwer ’s
Gääche=
daal richdich zu ſei, dann do ſieht mern meiſtens mit=eme
friſch=
uffbollierte reackzionäre Ziffilhelm. Un wann erſt ſei Fraa un ſei
Dochter bei=em ſteh, un mer bedracht ſich dene ihr Dufthietcher, ſo
mache die dorchaus net de Eidruck, als weern ſe vum Johr
vor=
her, odder als wann ſe ſich ſe ſelbſt zurechtpuſche dhete.
Iww=
richens hab ich mer ſage loſſe, de Herr Reichsbankbräſſendent
hett ’s Johr ungefehr e värrdel Million an Gehalt. No, wann
er un ſei Fraa un ſei Dochter alle zwaa Johr wärklich bloß aan
Hut brauche, do muß er jo en Haufe Geld ,ſparn” und kennt
emol mit=eme gute Beiſpiel vorageh un uff zwaa Drittel vun
ſeim Gehalt verzichte, er brauch däßhalb doch noch lang net zu
hungern. Bloß de annern ’s Sparn vorzubrediche, däß is
kaa Kunſt, ſundern mol ſelbſt de Afang mache, Herr Schacht,
däß is es. Un zwar nooch dem Sprichwort: Gute Beiſpiele
ver=
därben ſchlechte Sitten.
In dem Fall ſoll mer ſich am Dieborjer Kreisdag
emol e Muſter abgucke, die hawwe däß neimodiſche Sparbrinzieb
in die Braxis umgeſetzt un hawwe freiwillich uff die Hälft vun
ihre Dagegelder Verzicht geleiſt. Däß is emol de Affang. Un
ich ſtell mer vor, daß jetzt, wann ſich die Sach e bißche
rum=
geſchwätzt hott, daß dann alle Kreis= un annere Dääch um die
Wett ihr Diäte runnerſetze. Schließlich kimmt aach dem
Land=
dag die Sparmanie zu Ohrn, un der leßt ſich äwenfalls net
lumbe un verzicht uff die Hälft; dodorch erfahrn’s widder die
Herrn vun de Reſchierung un ſage: ſounſo, un mir ſin äwenfalls
mit de Hälft vum Gehalt zufridde, un unſer Landesbabba ſchließt
ſich ſeine Vorredner a” un ſeecht: „wo alles liebt, kann Karl
allein nicht haſſen‟. Däß erfehrt dann die Induſtrie un s
Groß=
kabbidhal un dhut gleichfalls die „Einzel”gehälter um die Hälft
reduziern. Un zuguterletzt kimmt aach de Herr Dockter Hjalmar
Schacht dehinner, äwe der Reichsbankbräſſendent, un der ſeecht
zu ſeiner Fraa: „Liewesche, vun heit ab gehſte bloßkebbich, dann
ich werr mich doch, hohl mich de Deiwel, vorm Dieborjer
Kreis=
dag net lumbe loſſe ſolle loſſe” un dhut äwenfalls die Hälft vun
ſeim Gehalt zu Gunſte vun de Allgemeinheit „eiſſparn”.
Schließ=
lich krickt’s ſogar de Hindenborch hinnerbracht un der dhut
korz=
reſſolfiert den Dieborjer Kreisdag mit de Reſchierungsgeſchäfte
bedraue un dann ham=mer uff aamol Geld wie Hei, bloß net ſo
lang wie Stroh
Vorerſt nadierlich bleibt’s noch beim alte Sparſyſtem, wie
mer’s bequemlichkeitshalwer ſeither drei un brav geiebt hott,
nemlich: ’s ſpart aaner uff Koſte vum annern, s Reich ſpart
uff Koſte vun de Lender, die Lender ſparn uff Koſte vun de
Ge=
meinde, un die Gemeinde — — — no, ich will nix geſagt hawwe,
awwer ich maan, mer ſollt de Annern net immer ſo viel
vor=
brediche, ſundern mer ſollt ſich e Beiſpiel nemme am Dieborjer
Kreisdag, der hott de Finger uff m richdiche Loch, ’s kimmt
bloß druff a, wie lang erin druff hellt.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Do werr ich gefrogt, ob ich dann
gor net ſähe dhet, wus uff=em Luwieſeplatz vorgingt? —
Frei=
lich ſäh ich’s. Un hab’s aach ſchun vor=eme halwe Johr gewißt,
daß=en dort uff aamol die Beem aach im Wähk ſin un daß ſe
ſe eines ſcheenen Dags ummache dhun. Sie wolle’n nemlich.
„aleeche” den Luwieſeplatz, un do miſſe die Beem ewäck, die
dhete zuviel Schatte ſchmeiße. Heilicher Baffanutzius — —!
Aw=
wer ich hab mer vorgenumme, mich neimehr iwwer ſe zu ärjern,
dann wann die ſich emol in ebbes verbohrt hawwe, dann kimmt
merin net bei. Ehnder klobbt mer en Schleifſtaa uffm
Kni=
grad, bis die ſich vun ihrm Irrwahn iwwerzeiche loſſe. Schun
de alt Geheimrat Willbrand hott geſagt, jedem, der wo in
Darm=
ſtadt ohne zwingende Grund en Baam umhackt, dem ſollt mer ..
no, ich waaß net mehr ſo recht, was mit dem geſchähe ſollt,
aw=
wer ich glaab, was Gudes war’s ganz gewiß net.
„Die Bäum ſind die Lungen einer Stadt”, ſo kann mer
iwwerall läſe. Un es hatt gewiß ſein Zwäck, daß unſer
Alt=
vordere Beem agepflanzt hawwe, wo Platz war. Die hawwe
däß gefiehlsmeßich” gemacht. — Unſer „Fachleit”, die wo
uns die Vorſähung uff die Nas geſetzt hott, die mache ſe „
ge=
fiehlsmeßich” widder wäck. Beem ſteert dene ihr
Scheenheits=
gefiehl; Blimmercher miſſe’s ſei. Dodebei is es bis zum Ufſſtoße
bekannt, daß mer uns vor Staab net helfe kenne, ſowohl vor
dem, der uns koſtenlos vun Weſte her geliwwert wärd, wie vor
dem, den wo de Verkehr verurſacht, wie aach beſunners vor dem,
den wo unſer ſtädtiſche Stroßereinichung uffwärwele dhut.
Bindehaut= un Schleimhautentzindunge ſin es tybiſche
Märk=
mol vun Darmſtädter, un wer’s e bißche uff de Lungefliechel hott,
kann erſt recht e Lied ſinge vun unſere druckene Luftverhältniſſe.
Alſo, anſtatts daß mer die Beem ewäck macht, ſollt mer ehnder
neie aplanze un ſollt ſe heege un pflege — zum Beſte vun de
Volksgeſundheit. Daß ſich iwwrichens unſer ärztliche Dockter net
degääche embern?! Awwer no, die läwe halt aach vun de Kranke,
un net vun de Geſunde. „Chriſtus iſt mein Läben, und Stärben
iſt mein Gewinn” hott ſäller Dodegräwer geſagt. — No, die
Herrn vum Miniſterium un ſo, die wo die Beem vor de Fenſter
hatte, die wärrn’s de Summer ſchun märke. Mir, wie geſagt,
ſoll’s recht ſei, der Luniſeplatz is vor mich Luft, an dem liggt
mer nix mehr, dann der is ſowieſo verkrotzt.
Ich bin’s aach dick, daß ich immer de Katz die Schell ahenge
muß. Däſſenthalb hab ich aach noch nix iwwer den Blan geſagt,
daß ſe de Härrngadde bärch abbaue wolle, un wolle domit de
Härrngedde deich — zuſchebbe! Sie läwe halt emol in dem
Wahn, es derft uns nix mehr an die friehere Zeite erinnern.
Soviel ich waaß, hott de Herr Kolb es Räfferad wäächem
Härrngadde, un wann’s vorkimmt im Stadtrat, dann wolle mer
emol ſähe, was die neie Stadträt dezu ſage. Viel verſpräche dhu
ich mer zwar net, ’s wärd mit=em Härrngadde geh wie mit=em
Balleegadde — mer läßt ſe langſam in ſich zuſammefalle, do
wärrn ſe vun ſelbſt reif zum zubaue — denkt ſich valleicht
man=
cher . . . Awwer er wärd ſich doch noch e bißche gedulde
miſſe —
Neilich hott aaner en Addickel im Blatt gehatt: „Berlien —
Darmſtadt‟. Dodezu hett ſich mauches ſage loſſe, awwer ich hab
mer’s verlniffe. Aans is awwer ſicher; die Berliener kenne froh
ſei, daß ihrn beriehmte „Tiergadde” net in Darmſtadt liggt,
ſunſt hette ſe die lengſt Zeit ihrn Spaß dro gehatt.
Sowohl im Landdag wie im Stadtrat wärd ſich luſtich un
zum allgemeine Beſte vun de notleidende Bevölkerung drum
erum gebiſſe, was mer unner „kannewalliſtiſche Vera’ſtaltunge‟
zu verſteh hett. Offegeſtanne, mir geht’s do wiem Herr Dockter
Noellner, mir is der Begriff aach net ganz klar. Awwer ich will
net ſpitz wärrn, un ſag bloß: ich maan, es weer zwiſche’me „
Rhei=
niſche Awend mit Danz” vum Maddes Wewer, un eme „
Kanne=
waliſtiſche Awend mit Danz” vum Madees Wewer, vera ſtalt
vum Städtiſche Orſchäſter, gorkaan Unnerſchied. Eweſowenich
wie zwiſche’me „Bunte Awend” vun de Stadtkabäll un=ere
„Kannewallsſitzung‟. Dogääche is zwiſche dem „
Roſemondags=
ball in de Trauwe” un eme Maskeball vum Geſangverein
„Keiſchhuſte”, awwer en himmelweiter Unnerſchied
Iwwrichens is unſer Städtiſch Orſchäſter ausgerächent jetzt
mit=ere „Jazz=Bande” uff de Blan gedräte. Kann mer valleichr
de Herr Owerowwer ſage, zu welchem Zweck? — Soll die „Jazz=
Bande” kimfdich bei Beerdichunge ſpiele? — Wie geſagt, ich
kumm do net richdich draus. — Jedenfalls, ſcheint mir’s, wärd
widder mol mit däre ganze Redderei die Sach vum Läbbche in’s
Dichelche gewiggelt un mit Begeiſterung Fenſterredde gehalte.
Un unſerm a me Dockter Uhſinger ſchiebt mer die Verantwortung
zu. Der awwer kann ſich abfinne mit dem am Afang erwehnte
altheſſiſche Sprichwörtelche: „Wie mer’s macht, is’s
falſch!“ — Unſer Ower awwer kann ſich dreeſte, er wärd’s
als ſtädtiſcher Finanzmaaſter ſchun an de —
Vergniechungs=
ſteier merke, daß die Bevelkerung ſehr viel vernimfdicher
is, als er in ſeine Unſchuld geglaabt hott.
nitur, das iſt für die Seele, was der Ofen für den Leib im
Winter iſt: Die Atmoſphäre.
War es ſo oder war alles noch anders, vernichtender? Noch
immer lag das unergründliche Schweigen zwiſchen Binnebeſel
und mir. Jetzt kramte er vielleicht ſeinen Schreibtiſch aus. Alte
Andenken. Briefe aus der Studentenzeit mußten fortgeworfen
werden, praſſelten im Herdfeuer auf. Brautbriefe wurden im
Kleiderſchrank verſtaut. Kein verſchließbarer Raum mehrr für
Geſchäftliches. Und hinter dem Stöbernden ſtand die kleine magere
Frau und weinte.
Konnte ich wiſſen, in welche Abgründe eine ſolche Situation
umſchlug? Unerträglich drang das Schweigen gegen mich an
Oeffnete jetzt der Mann den Gashahn, ſchob ſich vielleicht, den
Schlauch in den Mund, rannte er vielleicht verzweifelt eine
Land=
ſtraße entlang, um ſich im Verborgenen zu erſchießen. Ich
ver=
ſuchte, zu arbeiten. Es ging nicht. Wie ſollte dieſe Hand über
das Papier eilen, die im ſelben Augenblick zwei Menſchen die
Kehle zudrückte! Schließlich ſtand ich auf und ging hinaus, um
die Straßenecke. Dort ſtand das Haus. Ich trat ein. Drei
Treppen hoch ſchlich ich. Eine Viſitenkarte: Erich Binnebeſel=
Ich hielt den Atem an wie ein Verbrecher vor der Tat, fürchtete
ertappt zu werden. Wenn ich jetzt klingelte? Drinnen war alles
ſtill, kein Lichtſchein hinter der Tür. Ich wartete lange, ob nicht
vielleicht jemand über ben Korridor ging. Schließlich drückte ich
den Knopf und rannte die Treppe hinunter, verbarg mich unten
im Winkel. Kein Laut antwortete. Binnebeſeis waren nicht zu
Hauſe. Vielleicht kamen ſie jetzt und fanden mich hier, oder
viel=
leickt lagen ſie ſchon hinter der Tür, den Gasſchlauch im Mund,
ſterbend, tot. Konnte man vielleicht die Gasuhr dicken hören?
h ging noch einmal hinauf, leate mein Ohr an die Türe. Nichts,
kein Laut! Hätte man die Gasuhr nicht ticken hören müſſen?
Aber wer teiß, wo ſie angebracht war?
Ich ging wieder hinunter, ganz langſam jetzt. Wartete auf
jeder Stufe, ob Binnebeſels nicht nach Hauſe kämen. Wenn ich
ihnen jetzt begegnete, ich hätte die Arme gebreitet und ſie an mich
gezogen: „Freunde, Freunde! verzeiht mir! Verzeiht mir um
des Schſveren willen, das wir drei miteinander durchgemacht
haben. Freunde, Freunde!” Wäre das ein Händeſchütteln
ge=
veſen und Umarmen, ein Ueberbieten von Selbſtanklagen und
Entſchuldigen des anderen. Ich ging langſam die Treppe
hinun=
ter, ging vor dem Hauſe noch auf und ab, und dann zu mir ans
Telephon, um den Rechtsanwalt anzurufen.
„Tja,” ſagte der Rechtsanwalt, als er meinen Namen hörte.
„Von Binnebeſel wird es nichts geben. Er hat Einſpruch erhoben
die Möbel gehörten ſeiner Frau.”
Es gibt nichts Trügeriſches als Schweigen. „Verdammte
Geſellſchaft!” murmelte ich und hängte den Hörer ein.
Frauen=Rundſchau
Die Arbeitsgemeinſchaft der
Berufsver=
bände der Wohlfahrtspflegerinnen
Deutſch=
lands gegen die Geſolei. Eine bemerkenswerte
Ent=
ſchließung hat die genannte Arbeitsgemeinſchaft, beſtehend aus
dem deutſchen Verband der Sozialbeamtinnen und dem Verband
evangeliſcher Wohlfahrtspflegerinnen Deutſchlands dahingehend
gefaßt: ſich nicht an der Geſolei mit Geldmitteln oder
Arbeits=
kraft zu beteiligen. Sie ſuche vielmehr ihre Aufgabe darin, „
an=
geſichts der beſonders großen Notlage, in der ſich das deutſche
Volk in den kommenden Monaten befinden wird, durch ſtille,
hin=
gebende Arbeit an dem ſozialen Aufbau des Wirtſchaftslebens
unſeres Volkes mitzuarbeiten.
Eine ſportliche Beratungsſtelle für Mädchen
und Frauen wurde vom Bund deutſcher Aerztinnen in der
Frauen=Poliklinik (Prof. Straßmann), Berlin, zu dem Zwecke
eingerichtet, ſporttreibende Mädchen und Frauen auf ihre
Eig=
nung für den Sport zu nterſuchen und zu beraten. A. DI.
Die landwirtſchaftliche Woche, die in Berlin am
18. Januar ihren Anfang nimnt, ſieht folgende, für ländliche
Hausfrauen wichtige Themen vor; am Donnersrag, den 21. Jan.,
einen Vortrag von Frl. Dipl.=Ing. Ferchland über „Wohnungs=
bau auf dem Lande”, ſerner einen ſolchen von Gräfin
Keyſer=
lingk „Politiſche und wirtſchaftliche Eindrücke beim Frauen=
Weltbundkongreß in Amerika 1925.”
Die Auflöſung der Frauenwohlfahrts=
Poli=
zei in Köln erfolgte kürzlich, obwohl ſich dieſe Innſtitution im
Ganzen ſehr gut bewährte. Sie wurde von Mary S. Allan
die zu dieſem Zwecke vom engliſchen Kriegsminiſterium nach
Köln entſandt wurde, eingerichtet und hatte die Aufgabe,
Sitt=
lichkeitsvergehen vorzubeugen, bzw. ſittlich vorerſt nur gefährdete
Frauen, Mädchen und Kinder zu beſchützen.
K. I.
Der zeitgemäße Haushalt
Zwiebackpudding auf Wiener Art. ½Pfund
fein=
geriebene Zwiebäcke werden mit ½ Liter Milch verrührt und
zum Quellen hingeſtellt. Dann verrührt man 100 Gramm
But=
ter mit 2 Eiern, der abgeriebenen Schale einer Zitrone, 100
Gram ſauber gewaſchenen Sultaninen, 1 geſtrichenem Teelöffel
Salz. 1 Eßlöffel kräftiger Süßſtofflöſung und 1 Likörgläschen
voll Rum. Gibt die geweichte Zwiebackmaſſe dazu und kocht die
aut gemiſchte Maſſe in eingebutterter Puddingform 3 Sunden
im Waſſerbad. Man reicht dazu entweder eine verdickte
Him=
beer= Kirſchſaft=, Vanille= oder Mandelſoße als warmes
Abend=
gericht.
Speiſezettel.
Sonntag: Tapiokaſuppe. Gefüllte Kalbsröllchen im
Reis=
rand. Aprikoſen.
Montag: Zwiebackpudding auf Wiener Art mit Vanilleſoße.
Dienstag: Kartoffelklöße mit eingemachten Birnen und
Schweinefleiſch.
Mittwoch: Rotkraut mit Bratkartoffeln und gebackenes
Cahirn.
Donnerstag; Kartoffelſalat mit gebackenem Rinderherz.
Freitag: Schellfiſchragout mit Salzkartoffeln.
Mandel=
flammerie.
Samstag: Kartoffelpuffer mit Apfelmus.
Sonntag, den 12. Januar 1926
Nummer 12
Seite 11
Sport, Spiel und Zurnen.
wirrung in die Lage. Der Proteſt, deſſen Begründung gegen allen
ſportlichen Sinn verſtößt, wird den Bibliſern den Erfolg aber kaum
Fußball.
rauben können. Es ſteht hier noch ein Spiel F.V. Hofheim—Starken=
Fußball im Odenwaldkreis.
Wie ſchnell bei dem derzeitigen Stand der Tabelle der Oden
waldkreisliga ein Sonntag das Bild derſelben ändern kann,
zeigt ſo pecht der Verlauf des vorigen Meiſterſchafts=Sonntags. An und
für ſich planmäßig ausgehend, brachte er folgende Ergebniſſe:
Ger=
mania=Pfungſtadt zwang dem Tabellenführer Sandhofen
in einem groß durchgeſührten Spiel ein 2:2 ab. Stets in Führung
liegend, mußten die Pfungſtädter zum Schluß den Ausgleich anerkennen,
verſchenkten aber ſchließlich noch den faſt ſicheren Sieg. Immerhin iſt
das Reſultat gerecht, da der Gegner nach ſeinem Können die Niederlage
nicht verd ent hätte. — V. f. N. Bürſtadt gewann erwartungsgemäß
gegen Union=Darmſtadt mit 3: 1. Die Darmſtädter, die mit
Erſatz angetreten waren, hielten ſich bis zur Pauſe torlos, erlagen aber
im Schlußkampf den Angriffen der Bürſtädter. — Arheilgen mußte
in Weinheim das Wiedererwachen des Altmeiſters ſpüren und
ver=
lor ebenfalls 1:3. Durch dieſe Ergebniſſe iſt die Reihenfolge in der
Tabelle, die erſt: Sandhofen (16 Punlte), Arheilgen (13), Lampertheim
(12), Bürſtadt (12), Lorſch (12), Pfungſtadt (12) lautete, wie folgt
ge=
ändert worden: Sandhofen 17. Bürſtadt 14, Pfungſtadt 13, Arheilgen
13, Lorſch 12 Punkte uſw. Während aber Sandhofen, Bürſtadt,
Pfung=
ſtadt jeweils erſt 12 Spiele für dieſe Punktzahl benötigten, hat
Arbeil=
gen bereits 14 Spiele hinter ſich, ſteht alſo relativ viel ſchlechter.
Da=
gegen hat Lampertheim einen äußerſt geinſtigen Tabellenſtand, da die
Mannſchaft bei erſt 9 gültigen Spielen bereits 10 Punkte erreicht hat.
Immerhin bleibt abzuwarten, inwieweit ſich die Lampertheimer
durch=
ſetzen.
Bereits der heutige Sonntag kann hier ſchon Aufklärung bringen.
Hier tritt Lampertheim in Sandhofen gegen den wohl
zu=
künftigen Meiſter an. Wir glauben nicht, daß ſich die Gäſte durchſetzen
können, wenn ſie auch im Vorſpiel nur knapp mit 2:3 unterlagen.
Der Tabellenzweite, V. f. R. Bürſtadt, trifft in Lorſch mit dem
dortigen Sportklub Olympia zuſammen. Der Kampf der
Nachbar=
rivalen endete im Vorſpiel 3 2 für Lorſch; diesmal iſt der Ausgang
ebenfalls ſehr ungewiß. Ein Sieg bringt Lorſch den zweiten Platz vor
Bürſtadt, da Lorſch ein Spiel weniger ausgetragen hat wie die
Bür=
ſtädter. Gewinnt Bürſtadt, ſo bleibt die Lage diefelbe, da
Pfung=
ſtadt, das in Viernheim anzutreten hat, auch im Falle einer
Niederlage ſeine Punktzahl beibehält. Das Vorſpiel gewannen die
Viern=
heimer ziemlich überraſchend gegen den beſſeren Gegner mit 2:1.
In der dritten Pokalrunde gewann Olympia=
Lampert=
heim wie erwartet mit 2:1 gegen den V.f.B. Heidelberg. Damit iſt
Lampertheim neben dem Sportverein Darmſtadt noch allein als
Ver=
treter des Odenwaldkreiſes im Pokalwettbewerb übrig geblieben.
In der A=Klaſſe des Gaues Bergſtraße ſcheint am
Sonntag die Entſcheidung gefallen zu ſein. Sportverein Münſter
er=
zwang in Griesheim gegen Viktoria wiederum ein 2:2 und bleibt
da=
mit mit einem Punkt Vorſprung an der Spitze. Da Münſter nur noch
drei Spiele auszutragen hat, ſo iſt anzunehmen, daß die Meiſterſchaft
nach Münſter fällt. Griesheim iſt trotzdem teilnahmeberechtigt an den
Aufſtiegkämpfen, da die Mannſchaft ſich den Titel Kreispokalmeiſter
er=
rang. So dürfte der Gau Bergſtraße für den Aufſtieg zwei Eiſen im
Feuer haben. Die anderen Treffen endeten wie folgt: V.f.R. Darmſtadt
gegen Boruſſia Dornheim 4:2, Eintracht Darmſtadt—Sportverein
Groß=Gerau 0:3, Germania Eberſtadt—Spielvgg. Pfungſtadt 1:2 und
Sportverein 98 Reſerve—Haſſia Dieburg 1:4. Die beiden letzten
Er=
gebniſſe ſind als Ueberraſchungen zu werten. Vor allem iſt Spielvgg.
Pfungſtadt auf dem beſten Wege, ſich vom letzten Platz wegzuſchaffen.
Bedroht ſind dadurch in erſter Linie Eintracht=Darmſtadt und
Dorn=
heim.
Am heutigen Sonntag ſind die folgenden Spiele angeſetzt:
Sportverein Münſter—V.f.N. Darmſtadt, Sportverein 98 Reſerve—
Ger=
mania=Eberſtadt, Spielvga. Pfungſtadt-Viktoria=Griesheim, Boruſſia=
Dornheim—Sportverein Groß=Gerau und Haſſia=Dieburg—Eintracht=
Darmſtadt. Man darf Münſter, Griesheim, Groß=Gerau und Dieburg
als Sieger erwarten. Das letzte Spiel erſcheint offen im Ausgang.
Im Riedgau, wo ſich der Fußballverein Biblis die A=
Meiſter=
ſchaft errungen hat, bringt eine Proteſtſache gegen Biblis erneut Ver=
burgia=Heppenheim aus.
In den Ausſcheidungskämpfen der B=Meiſterſchaft,
die zwiſchen den punktgleichen Vereinen Seeheim, Groß=Rohrheim und
Hemsbach ausgetragen werden, gewann Seeheim auf dem Platze des
F. C. 07 Bensheim gegen Hemsbach mit 5:2. Die Entſcheidung führt
nun am Sonntag Seeheim und Groß=Rohrheim auf eben demſelben Platz
zuſammen.
„V. f. R.‟ Darmſtadt.
Die erſte Mannfchaft fährt heute vormitt:g 11.20 Uhr nach Münſter
zum fälligen Verbandsſpiel. Die zweiten Mannſchaften ſtehen ſich in
Darmſtadt gegenüber. Griesheims 1. Jugend tritt der 1. Jugend V.f. R.
gegenüber.
Freie Sportvereinigung Langen I.—Spielvereinigung 1921 Darmſtadt I.
Für die kommenden Sonntage iſt es dem Spielausſchuß der
Spiel=
vereinigung gelungen, bekannte Mannſchaften, wie Sandhofen,
Frank=
furt=Nordend, Freie Turngemeinde Pfungſtadt uſw., nach Darmſtadt zu
verpflichten. Den Reigen eröffnet heute Sonntag die erſte Mannſchaft
Langen, die eine Rückſpielverpflichtung mit dieſem Spiel erfüllt. Im
Vorſpiel mußte Darmſtadt den in ihrer Geſamtheit beſſer ſpielenden
Langenern ſich mit 3: 1 beugen. Bei dem heutigen Spiel tritt
Darm=
ſtadt in der Aufſtellung der letzten Sonntage an. Wenn der Sturm das
Schießen nicht vergißt, dürfte der Ausgang ungewiß ſein,
andern=
falls . . .?. Langen wird mit kompletter Mannſchaft zur Stelle ſein.
Beide Mannſchaften werden beſtrebt ſein, ein ſchönes, faires Spiel
vor=
zuführen. — Vorher ſtehen ſich die zweiten Mannſchaften beider Vereine
— ebenfalls auf dem Sportplatz „Windmühle” — gegenüber,
Handball.
Deutſche Turnerſchaft. Main—Rhein=Gau.
Der kommende Sonntag bringt die Begegnung Griesheim—
Sprend=
lingen. Bei den erbitterten Kämpfen um den Aufſtieg hat es ſchon oft
Ueberraſchungen gegeben. So wird ſich auch Sprendlingen bis zum
äußerſten wehren und in Anbetracht des knappen Sieges (3:2) der
Griesheimer im Vorſpiel, ſteht der Ausgang offen. Langen fährt nach
Nauheim und kann deſſen Vorteil des eigenen Platzes nicht durch
Spiel=
tüchtigkeit aufwiegen. Die Begegnungen Worfelden-Pfungſtadt ſind
noch ſtets harmoniſch verlaufen, und ſo wird auch dieſes Spiel ſeine
An=
ziehungskraft nicht verfehlen. Begeht Worfelden dieſelben Fehler des
letzten Sonntags, ſo kann der Ausgang für es als Platzbeſitzer wieder
kataſtrophal werden, denn die acht Tore der Pfungſtädter vom letzten
Sonntag waren kein Zufall.
Die A=Klaſſe bringt ein wichtiges Treffen: Walldorf-Beſſungen.
Letztere werden ſich nach der Niederlage des letzten Sonntags ſehr
zu=
ſammennehmen und gelingt es Walldorf nicht zu ſiegen, ſo wird
Eber=
ſtadt mit ihm punktgleich an der Spitze ſtehen, denn dieſe werden ihr
Spiel gegen Neu=Iſenburg gewinnen. Bickenbach empfängt die Tgd.
Darmſtadt und hat kaum Gewinnausſichten, wenn die Tgd. bei ihrer am
letzten Sonntag bewieſenen Spielſtärke bleibt. In der B=Klaſſe fährt
der Spitzenreiter Groß=Gerau nach Ober=Ramſtadt und man erwartet
ein ſehr ſcharfes Spiel zugunſten von Groß=Gerau. Bensheim wird in
Griesheim kein Glück haben, denn dort hat man endlich das Schießen
gelernt. Babenhauſen—Wolfskehlen und Egelsbach-Langen werden ſich
ſcharfe Kämpfe liefern, wobei der Ausgang des erſten Treffens offen
iſt, Langen aber ein Plus hat.
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
Am heutigen Sonntag begibt ſich die bis jetzt ungeſchlagene
Hand=
ball=Ligamannſchaft des Sportvereins Darmſtadt nach Frankfurt, um das
letzte Ligaſpiel gegen den F. F.V. Sportfreunde Frankfurt auszutragen.
Die Mannſchaft ſpielt in der Aufſtellung wie am letzten Sonntag gegen
Polizeiſportverein Babenhauſen, alſo mit Pabſt als linker Stürmer. —
Die Sportfreunde Frankfurt eröffneten ſeinerzeit die diesjährige
Liga=
ſpielſaiſon mit ihrer kataſtrophalen Niederlage mit 13:0 gegen die
hie=
ſige Meiſterelf. Seit dieſer Zeit hat die Frankfurter Mannſchaft
außer=
rdentlich viel gelernt und ſoll heute eine der ſpielſtärkſten des
Frank=
furter Bezirks ſein. Ihr letztes Spiel, das ſie heute gegen die Liga=
elf des Sportvereins Darmſtadt auszutragen hat, wird deshalb eine ganz
andere Note haben, als das Saiſon=Eröffnungsſpiel. — Die Darmſtädter
Mannſchaft wird infolgedeſſen alle Kräfte anſpannen müſſen, um auf
fremdem Platze den Sieg ſicherſtellen zu können. Wir werden in der
Montagsausgabe über den Verlauf und den Ausgang des Spiels
ein=
gehend berichten.
Pokalmeiſterſchaftsſpiel Wartburg=Ver. Rödelheim I— Pol.=Sp.=Ver. II.
Mönchlein, Mönchlein, du gehſt einen ſchweren Gang, kann man
auch ſagen zu dem Gang, den die 2. Handballmannſchaft des Pol.=Sp.=
Vereins am kommenden Sonntag gehen muß. Um die Pokalmeiſterſchaft
im Frankfurter Landesverband muß ſie der ſpielſtarken Mannſchaft des
Wartburg=Ver. Rödelheim, dem Pokalbezirksmeiſter Frankfurt,
gegen=
übertreten. Rödelheim, eine äußerſt ſtabile, flinke Mannſchaft, konnte ihre
Gegner aus dem Felde ſchlagen und für die Endrunde ſich etablieren.
Die Hintermannſchaft iſt ein äußerſt ſchwer zu nehmendes Hindernis
und der Sturm der Polizeimannſchaft muß alle Regiſter ſeines Könnens
aufziehen, um das Bollwerk zu überwinden. Die Mannſchaft oflegt
das ſteile Flügelſpiel, und ſind beſonders im Sturm die beiden Halben
ganz ausgezeichnete Torſchüitzen. Die Polizeimannſchaft, die ja große
Form in den letzten Verbandsſpielen gezeigt hat, wird alles aus ſich
herausgeben müſſen, um den Sieg an die grün=weißen Farben zu
hef=
ten. Die Mannſchaft wird ſich wohl der Tragweite des Ausgangs dieſes
Spieles bewußt ſein und mit dem nötigen Siegeswillen den Platz
be=
treten. Das Spiel wird um 3 Uhr nachmittags auf dem Sportplatz der
Schutzpolizei hinter der Dragoner=Kaſerne ausgetragen. Wer ein
wirk=
lich gutes Handballſpiel ſehen will, verſäume den Beſuch desſelben nicht.
A. S. C.
Am heutigen Sonntag ſpielt die Mannſchaft des Ak=demiſchen Sport=
Klubs um 11 Uhr gegen die „Heſſen” und um 2,15 Uhr gegen Arheilgen
Handball. Beide Spiele finden auf dem Hochſchuilſportplatz ſtatt. Da
um 10 Uhr die Jugendmannſchaft ſchon ei Handbillſpiel ſteigen läßt,
ſo wird der Schnee bei den beiden Hauptſpielen wohl kaum noch ſtören.
Schießſport.
Heſſiſcher Schießſport=Verband.
Heute Sonntag mörgen nimmt das Pokalſchießen ſeinen Fortgang
und geht ſo dem Ernde der erſten Runde entgegen. Berghöfer hat ſeinen
Gegner hinter ſich, und Scütze tritt am Sonntag dem 3. an der Spitze
entgegen. Schäfer, der ſich ebenfalls ſehr verbeſſert hat, tritt gegen
Nitſcher an, und werden die Paare Grimm=Schütze und Schäfer=
Lau=
mann ſchwer gegeneinander kämpfen, gilt es doch, jetzt die errungenen
Chancen zu halten. Aber auch Ueberraſchungen können noch kommen,
denn alle ſind beſtrebt, ihre Durchſchnittsſumme zu erhöhen und dem
an=
deren den Sieg zu erſchweren. Es treten an: Ritſcher gegen Rohde,
Berghöfer gegen Schneider, Schäfer gegen Laumann, Schütze gegen
Grimm. Die Reſultate weren am Montag an derſelben Stelle bekannt
gemacht. — Freunde und Gäſte ſind freundlichſt eingeladen. Gut Schuß!
Schwimmen.
Vereinsmeiſterſchaften d. Schwimmſportvereins „Möwe‟ Darmſtadt e. V.
Am Montag, den 18., und am Donnerstag, den 21. Januar 1926,
abends ½8—½10 Uhr, hält der S. S. „Möwe” zwei interne
Wettkampf=
abende ab, bei welcher Gelegenheit zugleich die Vereinsmeiſterſchaften
für das Jahr 1926 ausgetragen werden. Bei den Wettkämpfen
wer=
den alle Altersklaſſen, von den 9jährigen Knaben bis zu den alten
Her=
ren, zu Worte kommen; auch für ſolche, die voriges Jahr erſt
ſchwim=
men gelrnt haben, ſind einige Wettkämpfe vorgeſehen. Die
Vereins=
meiſterſchaften werden diesmal zum größten Teile von der Jugend
be=
ſtritten, die im vorigen Sommer unter ſachgemäßer Leitung gute
Fort=
ſchritte gemacht hat. Die Wettkampfmannſchaft, die der Verein aus
Knaben, ja ſogar aus Nichtſchwimmern, ſich herangezogen hat,
berech=
tigt zu großen Hoffnungen. Die Vereinsmeiſterſchaften werden dies
beweiſen, da wohl die Jugend die Leiſtungen, welche voriges Jahr von
den Herren erreicht wurden, bedeutend verbeſſern wird, mit Ausnahme
der Meiſterſchaften im Springen und Tauchen, bei welchen die alten
Kämpen Pfordte und Hedtler auch in dieſem Jahre wieder den Sieg an
ſich reißen dürften. Die Eltern unſerer Knaben und Jugendmitglieder
ſind beſonders herzlichſt eingeladen, damit ſie ſich ſelbſt von dem
Fort=
ſchritt überzeugen können. Ein Waſſerballſpiel zwiſchen der 1.
Jugend=
mannſchaft und eine kombinierten Herrenmannſchaft, bei welchem die
Jugend, nach den letzten Trainingsleiſtungen zu urteilen, leicht einen
Ueberaſchutngsſieg erringen kann, bilden den Schluß der Wettkämpfe,
Für die Vereingmeiſter gibt es Plaketten, für die übrigen Sieger Diplome.
A.B. A. 0.
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Eſchollbrücken. (*1426
Donnerstag, den 21. Januar
1926, vormittags 10 beginnend,
werden im Saale des Gaſtwiits Joh
Hrch. Laumann I. aus dem hieſigen
Ge=
meindewald, Forſtort I,
Gemeindswäld=
chen, Abtl. I, ſowie Forſtort II,
Hügel=
teil 2 u. 5, und das Dürr= und
Wind=
fallholz aus verſchiedenen Abtl. des
Ge=
meindswäldchens und Abtl. 9—15
Hügel=
tiel, verſteigert:
Scheiter, rm: 1 Buche, 1 Eiche, 3 Birke,
64 Kiefer; Knüppel, rm: 12 Buche,
9 Eiche, 141 Birke, 228 Kiefer;
Knüp=
pelreiſig, rm: 2 Buche, 99 Birke, 15
Kiefer; 80 Stück Buchen=Wellen; 28 rm
Kiefern=Stöcke.
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Engel=Meſſel.
(841
Meſſel, den 15. Jan. 1926.
Bürgermeiſterei Meſſel.
Heberer.
Montag, den 25. Januar 1926,
von vorm. 9 Uhr ab, wird im
Gaſt=
haus zum Saalbau bei Georg
Ave=
mary, Mörfelden, Bahnhofſtraße 5, das
Er nnholz der Staatswaldförſterei der
Sensfelder Tanne, Abteilungen 4 und 5
unter Nr. 1—530 verſteigert, und zwar:
1. Scheiter, rm: Buche 226, Hainbuche
52, davon 31 rund, Eiche 126, davon
9 rund, Birke 1, Ulme 4, Erle 77,
da=
von 9 rund, Linde 40, davon 29 rund
Kiefer 35, davon 18 rund:
2. Knüppel, rm: Buche 95, Hainbuche
93, Eiche 55, Erle 31, Linde 46.
Kiefer 28;
3. Reiſig, 100 Wellen: Buche 28,9,
Hain=
buche 6,1, Eiche 10,1, Erle 6,8, Linde
6,7 Kiefer 7,7:
4. Stöcke, rm; Buche 21, Hainbuche 13,
Eiche 52, Erle 18, Linde 12, Kiefer 28,
Blau unterſtrichene Nummern
kom=
men nicht zum Ausgebot.
zu Forſthaus Apfelbachbrücke.
(839
Mörfelden, den 15. Jan. 1926.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.
Bennhaltz Verſteigerwg.
werden nachmittags 3 Uhr im Gaſthaus
„Zur Krone” in Zell aus Revier Zell
Abteilung Litzert 12 und 15, öffentlich
meiſtbietend verſteigert:
etwa 350 Rm. Buchen=Scheit= und
Prügelholz (888ge
etwa 1600 Stch. Buchen=Wellen.
Erbach, den 16. Januar 1926.
Gräfl. Forſtamt Erbach.
Ferannntäcang!
Durch die Verlegung unſerer
Verwaltungs=
büros in den Neubau Luiſenſtr. 18 (
Rück=
gebäude) ſind wir gezwungen, unſere
ſeitherige behelfsmäßige
Ausſtellung
„Die Elektrizität im Haushalte‟
ab Montag, den 18. Januar,
voll=
ſtändig zu ſchließen. Im neuen Gebäude
iſt ein überſichtlicher Ausſtellungs= und am Dennerstag, den 21. Januar 1926,
Vorführungsraum vorgeſehen, der bis
jetzt noch nicht fertig geſtellt iſt. Die
Er=
öffnung desſelben werden wir noch bekannt
geben. Rat und Auskunft wird auch
weiterhin bereitwilligſt in denneuen Büros
1878) (Auskunftſchalter) erteilt.
Heſſiſche Eiſenbahn A. G.
Nächſten Montag, den 18.
Ja=
fangend, werden im Saale vom Darm=/800 mm, ca. 50 Bohrmaſchinen, ca 30
ſteigert:
2. 390 Rm. kiefern Knüppelholz
Das ſämtliche Holz ſitzt im Diſtrikt
Röder Sand und Viehtrieb. Es empfiehlt
ſich, das Holz an Ort und Stelle vorher
einſehen zu wollen.
Nähere Auskunft erteilt Förſter
Nr. 7.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Seeheim
Roßmann, Bürgermeiſter.
Auskunft erteilt Herr Förſter Köhres! Hierdurch werden die Rohbau= und
Ausbauarbeiten zu Neubauten in
Darm=
ſtadt, Gernsheim, Jugenheim, Alsbach.
Zwingenberg, Bensheim, Lorſch im Wege
öffentlichen Wettbewerbs vergeben.
Angebotsunterlagen, Zeichnungen und
Bedingungen liegen auf dem
Geſchäfts=
zimmer zur Einſicht offen.
Tag der Einlieferung Dienstag,
lagen werden zum Selbſtkoſtenpreis
ab=
gegeben.
(840
Reg.=Baumeiſter
K. Wilhelm Kohl, Architekt.
V. D. A. J.
Zwingenberg a. d. B, Darmſtädterſtr. 2
Fernſprech. 494, Amt Bensheim.
Im Auftrage der Firma Kaſſewitz & Cie.,
Frankfurt a. M., verſteigere ich in
deren Geſchäftslokal
im Hauptgüterbahnhof, Güterſtr. 8
Straßenbahnhalteſtelle der Linien 12 und
16: Mainzer Landſtraße (Güterplatz)
am Mittwoch, den 20. Januar 1926,
beginnend vormittags 9/. Uhr
und
beginnend vormittags 9½, Uhr
über 700 Stück
Werkzeug=, Blech= und
Holzbearbeitungs=Maſchinen
und zwar:
ca. 70 Dreh=, Drück= und Mechanikerbänke,
ca. 20 Revolverbänke und Automaten, ca.
30 Fräsmaſchinen aller Art, ca 126
Ex=
zenter=, Friktions=, Spindel= und
Fußtritt=
preſſen, 8 Shapingmaſchinen, 2
Hobel=
nuar 1926, vormittags um 9 Uhr an= ma chinen, davon eine ca. 2700X840 X
ſtädter Hof zu Se heim aus dem Kaltkreis= u. Bügelſägen, cn 125 Sckleif=
Seeheimer Gemeindewald (Ebne) folgende und Poliermaſchinen, ca. 100 Blechbear=
Sortimente Brennholz öffentlich ver= beitungsmaſchinen aller Art, wie: Rund=/
Abkant= und Wulſtmaſchinen bis 2000 mm,
Sickenmaſchinen für Hand und Kraft, Kreis=,
1. 120 Rm. kiefern Scheitholz Streifen= und Tafelſcheeren ete., ca. 10
Ho zbearbeitungsmaſchinen, 2
Gewinde=
ſchneidmaſchi en, 4 Kurbelſcheeren, 1000
3. 213 Rm. kiefern Stockholz. mm Schnittlänge, bis 5 mm Stärke, 2
Doſenverſchlußmaſchinen, 1 ſchwere
Kreis=
ſcheere für Kraft, Fabrikat Kircheis, bis
5mm, 1Kegelradhobelmaſchine, 2
Schmiede=
häm uer, ca. 60 Lochſtanzen und
Blech=
ſcheeren, 5. Reifenbiegmaſchinen, cn. 5o
Ventilatoren und Kompreſſoren, 2 Papier=
Eiſinger zu Seeheim, Alte Bergſtraße ſchneidmaſchinen, ca. 30 Amboſſe in allen
Ausführungen und Gewichten, ca. 20 Feld=
12428 ſchmieden und Schmiedeherde owie viele
Spezial=Maſchinen, Transmiſſionsteile
Flaſchenzüge, Winden, Richt= und
Loch=
platten, Schraubſtöcke uſw.
freiwillig meiſtbietend
Beſichtigung an den Verſteigerungstagen
ab vormittags 8 Uhr. (I832
Simon Wolf, Auktionat. u. Taxator
Telephon: Römer 5938.
Montag, den 1. Februar d8. Jahres
nachmittags 2 Uhr, wird die
Feld= u. Waldiagd
der Gemeinde Steinau, umfaſſend 192
Hektar, im Gemeindeſaal im Schulhaus
den 2. Februar 1926. Angebotsunter= auf weitere ſechs Jahre öffentlich
ver=
pachtet.
Steinau, am 15. Januar 1926
Heſſ. Bürgermeiſterei Steinau
Schmidt.
Iſchläfig. Bett zu Eine Kaute
Pferde=
verk. Pr. 20 ℳ. Kies= miſt zu verk. 413. 78g
ſtraße 31, III, (e13221 Kiesſtr. 13.
* Die Wirtſchaftswoche.
Voreiliger Optimismus der Börſe? — Die Notwendigkeit
des Eiſentruſtes. — Die Lage der Kreditmärkte. —
Zwiſchen=
kredite für die Landwirtſchaft. — Die Millionenziffer der
Erwerbsloſen.
Die zweite Januarwoche brachte eine Fülle
wirtſchaft=
licher Ereigniſſe, die hier im einzelnen nur kurz
charakteri=
ſiert werden können. Wenn man die Bewegung der
Börſe als Maßſtab annimmt, dann ſtand die abgelaufene Woche
im Zeichen eines ausgeſprochenen Optimismus und bedeutete
in dieſem Sinne eine verſtärkte Fortſetzung des Tendenzwechſels,
der kurz nach Neujahr eingetreten war. Wir hatten ſchon in der
vergangenen Woche darauf hingewieſen, daß wohl eine Korrektur
des dem vorhergehenden tiefſten Peſſimismus entfloſſenen
Bör=
ſenniveaus am Platz ſei, daß jedoch für einen völligen
Stim=
mungswechſel und eine die Ausſicht auf Dauer gewährende
Hauſſebewegung die realen Unterlagen einer ſinnfälligen
Beſſerung unſerer Wirtſchaftslage fehlten. Man kann nicht
daran zweifeln, daß auch unſere Bank= und Börſenkreiſe ſich
dieſer Sachlage bewußt ſind, wenn auch die gegenwärtige
Auf=
wärtsbewegung durch die Möglichkeit weitgehender Entlaſtung
der Effektenbeſtände und den dadurch gegebenen
privatwirtſchaft=
lichen Optimismus unter Umſtänden den Blick der beteiligten
Kreiſe für den volkswirtſchaftlichen Geſamtkomplex trüben kann.
In erſter Linie ſcheinen ja kapitalkräftige ausländiſche
Käufer den Impuls zur augenblicklichen Hauſſe gegeben zu
haben und noch zu geben; bei der mit Recht zuverſichtlichen
Ein=
ſchätzung der deutſchen Wirtſchaftsentwicklung à 1a longue, auf
lange Sicht, können ſich unternehmungsluſtige ausländiſche
Finanzgruppen bei dem heutigen Kursſtand der deutſchen Aktien
ſicherlich zu einem für ſie nicht ſchwer zu tragenden Aufwand
einen Anteil an dieſen Zukunftsmöglichkeiten ſichern. Aber
es fragt ſich doch, ob nicht bei einem eventuellen Einſchrumpfen
dieſer Käufe die ſchlimme Gegenwartslage unſerer Wirtſchaft
wieder ihren Einfluß auf das Börſenbarometer erlangt
Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtanden neben den
Schiff=
fahrtswerten (wieder günſtigere Ausſichten der
amerika=
niſchen Freigabe, Käufe von beſtimmter Seite zur Vereinigung
der deutſchen Schiffahrtsaktien in feſten Händen?) vor allem die
Papiere der Montangeſellſchaften. Daß innerhalb der
geſamtdeutſchen Kriſe die Betriebe der erſten induſtriellen Stufe,
namentlich der Steinkohlenbergbau und die Eiſeninduſtrie, einen
beſonders ſchweren Stand haben, iſt bekannt; die unfreundliche
Färbung des Wortes „Schwerinduſtrie”, wie ſie der
Linksradi=
kalismus zu verwenden beliebte, iſt heute einer mehr objektiven
Betrachtungsweiſe gewichen. Die Erwerbsloſenziffern in
Rhein=
land=Weſtfalen reden eine deutliche Sprache. Und es geſchieht
unter dem Druck der wirtſchaftlichen Not, wenn die
be=
deutendſten. Werke ſich heute zu einem Montantruſt
zu=
ſammenſchließen, ähnlich wie es vordem die ſogen.
Anilingeſell=
ſchaften in der chemiſchen Induſtrie getan haben. Die
Notwen=
digkeiten, die zu dieſer Gründung geführt haben, und die
Hoff=
nungen, die man an die praktiſche Durchführung des Begriffes
„Nationaliſierung” knüpft, ſind genugſam erörtert worden. Die
Tatſache der Gründung nach Ueberwindung recht erheblicher
Mei=
nungsverſchiedenheiten und vor allem die ausſichtsreichen
Verhand=
lungen über eine amerikaniſche
Großkreditbeteil=
gung haben an der Börſe dem Montanmarkt eine kräftige
Bewe=
gung gegeben. Ohne den Wert amerikaniſcher Anleihen unter den
ge=
gebenen Verhältniſſen mindern zu wollen, iſt es doch im Grunde
ein trauriges Zeichen der Zeit, daß der Umſtellungsprozeß
un=
ſerer größten und früher am beſten fundierten Induſtrien nur
mit ausländiſcher Hilfe bewerkſtelligt werden kann. In
Paran=
theſe ſei hier eingeſchaltet, daß wir der heute ſo inflatoriſch
blühenden franzöſiſchen Eiſeninduſtrie, ein ähnliches Schickſal
prophezeien, womit denn allmählich deutlicher werden wird, wer
eigentlich den vielberufenen „Kampf um den Rhein” gewonnen
hat. Um zum nüchternen Alltag zurückzukehren, ſo ſei nur auf
die Geſchäftsberichte und Dividendenloſigkeit etwa von „
Rhein=
ſtahl” und „Phönix” verwieſen, um eine übertriebene
Aufwärts=
bewegung an der Börſe als verfehlt zu erkennen.
Der Geldmarkt war auch in der verfloſſenen Woche
ſehr flüſſig, eine Flüſſigkeit, die etwa in Berlin zuweilen
geradezu groteske Formen annahm. Natürlich tragen die „ſchwim= des neuen Jahres einen auffallenden Rückgang aufweiſen.
Wäh=
menden” öffentlichen Gelder zu dieſem Ueberfluß bei,
ein im Grunde ſehr unerwünſchtes und unfruchtbares Moment,
da dieſe Gelder überwiegend der Wirtſchaft zu viel entzogene
Steuerſummen darſtellen. Aber auch ſonſt iſt der Ueberfluß
kurz=
friſtiger Gelder inſofern nur relativ und bedingt, als die
Un=
ſicherheit der wirtſchaftlichen Lage das Material etwa an
wirk=
lich erſtklaſſigen Wechſeln und damit die Leichtigkeit ſicherer An= z
lage kurzfriſtiger Gelder in engen Grenzen hält. Die an dieſer
Stelle ſchon beſprochene Herabſetzung des
Reichsbank=
diskonts entſpricht durchaus den Verhältniſſen des Marktes.
Daß im Einklang mit dieſer allgemeinen Bewegung auch die
Sätze für Kontokorrentkredit, die gerade in der
Pro=
vinz oft noch überraſchend hoch liegen, eine baldige Senkung
erfahren ſollten, erſcheint uns nicht nur volkswirtſchaftlich
drin=
gend erwünſcht, ſondern auch vom Standpunkt der privaten
Kreditinſtitute vorteilhaft; freilich würde dieſe Entwicklung noch
gefördert werden, wenn die Reichsbank durch eine endgültige
Beſeitigung der Kreditrationierung den Banken wieder die pſy=
Ghologiſch wertvolle Möglichkeit des freien Rückgriffs auf
die Reichsbank geben würde.
Im übrigen erhofft man ganz allgemein von der
gegenwär=
tigen leichten Verfaſſung des Geldmarktes eine Belebung des
lagen und liegen bekanntlich die Sätze unter Berückſichtigung der
langjährigen Bindung des geldnehmenden Schuldners vielfach
ſo hoch, daß z. B. die deutſche Landwirtſchaft ſich mit Recht
ſcheut, ſolche Kredite aufzunehmen, deren Zinſenlaſt mit den
Rentabilitätsmöglichkeiten der Betriebe, in keinem Verhältnis
ſteht; man denke an die relativ geringen Abrufungen bei dem
Amerikakredit der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt. Es iſt
daher jede Tendenz und jede Maßnahme zu begrüßen, die
dar=
auf hinausläuft, das heimiſche Angebot am langfriſtigen
Kreditmarkt zu beleben und damit zugleich einen Druck auf das
Ausland in der Richtung der Senkung ſeiner Zinsforderungen
auszuüben. Wir haben in dieſem Sinne bereits über das
Ab=
kommen zwiſchen der Deutſchen Golddiskontbank und der
Renten=
bank=Kreditanſtalt berichtet, das eine umfangreiche
Gewäh=
rung hypothekariſcher Zwiſchenkredite an die
Landwirtſchaft vorſieht. An dieſen Krediten, die
bekannt=
lich mit 7 Prozent verzinslich ſind und 3 bis 5 Jahre laufen
ſollen, iſt auch bemerkenswert, daß der kreditnehmende Landwirt
ſie jederzeit zurückzahlen kann, wenn er z. B. durch anderen
billigeren Hypothekarkredit dazu in die Lage kommt. Die
Land=
wirtſchaft wird durch die geplante Maßnahme von der
drängen=
den Notwendigkeit befreit, ihre ſehr hohen kurzfriſtigen
Verbind=
lichkeiten vielleicht zu ſehr ungünſtigen Bedingungen in
lang=
friſtigen Realkredit umwandeln zu müſſen; es wird eine Art
Zwiſchenzuſtand geſchaffen, der dem Schuldner
Gelegen=
heit gibt, die ſehr wahrſcheinlich günſtigere Entwicklung des
An=
lagemarktes abzuwarten Im übrigen ſteht natürlich der
volks=
vierung der deutſchen Landwirtſchaft allen anderen voran.
Die Golddiskontbank iſt ſeinerzeit am Ende der Inflation zur
Förderung des Exports und zur Schaffung von Deviſen
gegrün=
einer intenſiven heimiſchen Agrarproduktion teilnimmt, ſo zeugt
dies von der richtigen Einſicht, daß Deviſen ſparen auch für
die Valutapolitik ebenſoviel bedeutet wie Deviſen ſchaffen.
Aus der gedrängten Fülle wirtſchaftlicher Ereigniſſe (
wieder=
beginnende Handelsvertragsverhandlungen!) ſei noch die
tief=
bedauerliche 1½ Millionenziffer der Arbeitsloſen
am Ende des Jahres 1925 erwähnt; allein dieſe Ziffer ſollte
ge=
nügen, um jeden voreiligen Optimismus im Hinblick auf unſere
wirtſchaftliche Geſundung zu verdrängen. Wenn die vielgenannte 6prozentige Kurserhöhungen für die Werte der Farbinduſtrie.
Rationaliſierung der Produktion und Verteilung zunächſt einmal Schiffahrtsaktien lagen ruhig; geſucht waren Hypothekenbankaktien und
eine Entlaſſung von Arbeitern und Angeſtellten notwendig
machte, ſo wird die ganze im Gang befindliche Umſtellung
unſerer Wirtſchaft doch nur dann ihr notwendiges ſoziales und
werbsloſen Hunderttauſenden wieder einen Platz zum Arbeiten hervorzuheben,
und Leben zu ſchaffen. Und wenn heute unter dem Eindruck
ſchlimmer Erlebniſſe bei Vielen, allzu Vielen das Gefühl des
Ueberflüſſigſeins aufkommt, ſo werden diejenigen, die
heute arbeiten können, Unternehmer und Arbeiter, Bauern
und Beamte, ihre ganze Energie auf die Herſtellung ſolcher
Zuſtände in Staat und Wirtſchaft richten müſſen, daß wieder
unſer ganzes Volk nützliche Arbeit und friedlichen Erwerb
finden kann.
Dr. J. B.
Der Rückgang der Reichsbahneinnahmen.
Berlin, 16. Januar.
Die Einnahmen der Reichsbahn ſollen ungefähr ſeit Beginn
rend noch im Dezember eine durchſchnittliche Tageseinnahme von
15 Millionen Mark zu verzeichnen war, betrug beiſpielsweiſe am
vergangenen Donnerstag die Tageseinnahme nicht mehr als 10,1
Millionen und ſtellt damit die niedrigſte Ziffer ſeit Beſtehen der
Reichsbahngeſellſchaft dar. Dieſe nach unten zeigende Tendenz
der Reichsbahneinnahmen wird die Bahngeſellſchaft daher auch
zwingen, das ſchon ſeit langem vorgeſehene Bauprogramm, vor
allem die Elektrifizierung der Berliner Stadtbahn, zurückzuſtellen.
Lahnkraftwerke A. G.
Frankfurt a. M., 16. Januar.
Heute wurde hier die „Lahnkraftwerke A.=G.” mit einem
Aktienkapital von 2,5 Millionen mit dem Sitz in Limburg a. d.
Lahn gebildet. Zweck des gemiſchtwirtſchaftlichen Unternehmens
iſt die Elertrifizierung der Lahnwaſſerkräfte.
Teilhaber ſind mit der Konzeſſion das Reich und mit Geld
Preu=
ßen, der Bezirksverband Wiesbaden, die meiſten an der Lahn
liegenden Kreiſe und Städte, die Lahmeyergeſellſchaft und die
Mainkraftwerke A.=G. Zunächſt wird die Waſſerkraft bei
Bal=
duinſtein ausgebaut, die bis zu 4000 PS oder im Jahr 15000
Kilowattſtunden liefern wird. Den Bau übernimmt die
Lah=
meyergeſellſchaft, die die Erd= und Betonarbeiten be=
Angebotes für langfriſtige Kapitalanlagen: Hier reits an Holzmann und Dyckerhoff u. Widman
ver=
geben hat. Den Betrieb führen die Mainkraftwerke A.=G.
Der Ausbqu weiterer Stauſtufen iſt geplant, wodurch die
Lahn=
kangliſierung ihrer Vollendung ein gut Stück näher gebracht
wird.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 16. Januar.
Die Wertſteigerung der Effekten an der Börſe machte auch heute
wieder Fortſchritte. Von der einheimiſchen Kundſchaft liegen aber faſt
keine Kaufaufträge vor, vielmehr treten nur ausländiſche
Käu=
fer als Intereſſenten auf. Die Meldung von der Schaffung einer
Bun=
desreſervebank für Europa, die heute von der „Morning Poſt” verbreitet
wird und ſcheinbar auch zu den Auslandskäufen anregte, machte einen
guten Eindruck. Gleichzeitig waren Gerüchte verbreitet von der
Bil=
dung einer neuen Kreditgeſellſchaft (die ſich inzwiſchen
beſtätigten) für deutſche Induſtriegeſellſchaften, die zu klein ſind, um ſelbſt
große Darlehen aufzunehmen, unter Führung der Diskonto=
Ge=
ſellſchaft Berlin, des Bankhauſes Mendelsſohn u. Cie.=
Amſterdam, des Bankhauſes Mendelsſohn u. Cie.=Berlin
und des bekannten New Yorker Bankhauſes Dillon, Read u. Cie.
Von der ſtarken Aufwärtsbewegung profitierten heute in erſter Linie
die chemiſchen Verte, die bereits zum erſten Kurs Gewinne von
5 bis 6 Prozent aufwieſen und dieſe im Verlaufe noch weiter ſteigern
konnten. Nächſt den Chemiewerten ſtanden die Montanaktien und
außer=
dem die Aktien der Hypothekenbanken im Vordergrund.
Mon=
tanwerte gewannen bis 4 Prozent und Hypothekenbanken bis 5 Prozent.
Starke Kursſteigerung erfuhren auch noch verſchiedene Spezialwerte wie
Zellſtoff Waldhof plus 3 Prozent. Wahß u. Freytag plus 8 Prozent
uſw. Von den Banken waren Berliner Handelsgeſellſchaft ſtark verlangt
wirtſchaftliche Geſichtspunkt einer möglichſt großen Intenſi= und 4 Prozent höher, außerdem zogen Deutſche Bank um 2 Prozent an.
Schiffahrtswerte lagen anfangs faſt 3 Prozent höher, im Verlaufe gingen
ſie aber auf die alten Kurſe zurück. Ueberhaupt, war die Stimmung
ſpäter etwas weicher. Deutſche Anleihen und ausländiſche Renten
ſchloſ=
ſen ſich der Aufwärtsbewegung nur in geringem Umfange an. Auf dem
det worden; wenn ſie heute an der Kreditaktion zur Erhaltung / Pfandbriefmarkt war dagegen die Stimmung ſehr lebhaft und feſt mit
Kursſteigerungen um 30 bis 40 Pfennige, vereinzelt ſogar um bis 80
Pfennige. Zum Schluß war die Tendenz wieder feſter. Anilinwerte
ſchloſſen 122½. Tägliches Geld mit 7 Prozent ſtark angeboten,
Monats=
geld bedang dagegen weiter 9½—10 Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 16. Januar.
Die Börſe eröffnete in feſter Haltung. Im Vordergrund ſtanden
einige elektriſche Werte. Im weiteren Verlauf der Berliner Börſe trat
eine Beruhigung ein auf Realiſationen. Immerhin ſetzte eine
Reihe von Spezialpapieren, namentlich die Nebenmärkte, ihre
Steigerung fort. Von den ſpäter prozentweiſe höher gehenden Werten
wirtſchaftliches Ziel erreichen, wenn es gelingt, den heute er= ſind Ilſe Bergbau, Deutſcher Eiſenhandel, Weſteregeln und Oberkoks
An der Nachbörſe bröckelten Montanaktien auf
Gewinnſicherun=
gen leicht ab. Dagegen lagen Kaliaktien, außergewöhnlich feſt.
Ebenſo Vorkriegspfandbriefe, und landſchaftliche Goldpfandbriefe. Die
internationalen Röhrenſyndikatsverhandlungen ſtimulierten für
Mannes=
mannaktien. Stark befeſtigt lagen auch wieder die Aktien der
Hypothe=
kenbanken.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 16. Januar.
Weizen: Der Markt zeigte eine ſchwächere Haltung auf
niedrigere Liverpooler Notierungen und eine geringe ausländiſche
Loko=
nachfrage. Später trat eine Befeſtigung ein, doch ſchließen die Termine
mit Abgaben von 1—2 C.
Mais: Der Makt verkehrte auf größere Zufuhren und geringe
Nachfrage in abgeſchwächter Haltung. Die Termine gaben 1—1½ C.
nach.
Hafer: Auch dieſes Marktgebiet zeigte einen ſchwächeren Verlauf.
Baumwolle: Der Markt verkehrte in ſtetiger Haltung,
be=
ſonders in nahen Terminen fanden Deckungskäufe ſtatt. Auch die
Feſtig=
keit am Lokomarkt regte an. Die Termine zogen bis zu 20 Pkt. an.
Kaffee: Auf Glattſtellungen und neue Erntetaxen aus Santos
ver=
kehrte der Markt in ſchwacher Haltung. Die Preiſe gaben 15
bis 20 Pkt. nach.
Zucker: Deckungskäufe der Baiſſiers und gebeſſerte europäiſche
Nach=
frage riefen ein weiteres Anziehen der Preiſe hervor.
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Darmſiadi, den 16. Januar 1926.
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Bleichſtraße 17, 1912
Nummer 12
Sonntag, den 12. Januar 1926
Seite 13
Adr. Brantfärter Karboeriiht boir 10. Sandue Lend.
a) Deutſche
5% Reichsanleihe ........"
3½8 „
„
Dollar=Gld=Anleihe d. 1935
groß e Stücke
Dollar=Gld=Anl. per 1932
große Stücke
Dollar=Schatzanweiſungen
Dtſch. Schtzanw. Klu. IIv. 23
Klu. IIv. 24
4½% IV. u. V. Schatzanw.) —
4½½ HI.—IX.
4½ D. Schutzgb. v.08-11 u. 13
v. 14
Sparprämienanleihe ...."
Zwangsanleihe .. . . . . . . ..
49 Preuß. Konſols ......"
8½%0
......
3%0
4 % Bad. Anl. alte ......
B½½ „ ......."
„ v. 1896 ...
3% „
4½ Bahern=Anleihe ...."
3½½ „
20
8:16% Heſſen R. XXXv1
untilg. b. 28 ........
4% Heſſen unk. 1924. . . . .
4% „ alte ......."
3½% ......."
.
% Württemberger alte
b) Ausländiſche
% BosnienL.-E.=B.v. 1914
5% „ L.=Inveſt.=Anl. 1914
½% v. 1898 ...
½% v. 1902 ......
5% Bulgar Tabal 1902
½% Oſt. Staatsrente 1913
ab 1918
4½% Oſt. Schatzanweiſ.ſtfr.
v. 1914
4% Oſt. Goldrente .....
41/s% „ Silberrente. . .
4% einh. Rente (konv
3% Portugiel.(Spez./S. II.
5% Rum. am Rente v. 03
½% Goldr v. 13 ..
4½ „ am. , konp..
4½ am. v 05
A.
Jo
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(Bagdad) Ser.
(Bagdad) Ser, II
1911 Bollanl
4½% Ung. Staatsr. v. 191,
4½
Staatsr. v. 14
Goldrente
Staatsr v. 10
Kronenrente
(Eilern Tor)G!
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Außereuropäiſche.
9 Mexik amor innere
konſäuß. v.99
„ Gold v. 04 ſtfr.
konf inner.
Irrigationsanl
½%
5½ Tamaulipas. Serie I.
Nach Sachwert verzinsliche
Schuldverſchreibungen
Mit Zinsberechnung
6% Dollar Goldanl.v.1932
große Stücke
6% Dollar Goldan! v. 1935
große Stücke
8% Frlitr. Hyp.=Bi.
Gold=
pfandbrie R
8½ Frkrft. Hyp.=Bk.
Gold=
pfandbrie: Em 3
5% Frkitr. Hyp.=B1.
Gold=
pfandbriet Em 2
5% Neckar A.=G. Stut:gart
Goldanieihe von 1923
8 % Pfälzer Hyp.=Bk.=Gold.
pfandorief von 24
8% Rhein Hyp. B:. Gold=
If andbrief von 24
6% Rhein=Man=Donau=
Gold=Anleihe von 23....
Ohne Zinsberechnung
6 % Baden=Baden=Holzwert
Anleihe von 23
5 % Badenw. Kohlnwranl. 23
5% Frkftr. Pfandbrieſ=Bk.
Goldoh Em.
320
15
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90.25
35
33.5
84
62.5 62.5
14.1
10.52
90.2*
85
84
84
1.50
Borkriegs=Hypothekenbank
Pfandbrief=
Bay. Vereinsbank München
Bay. Handelsbanf München.
Bay. Hyp. u. Wechſelbank
Frankfurter Hypothef.=Bk.
Frankfurter Pfandbrief=Bk.
Hamb. Hypothef.=Ban ..
Meininger Hyp.=Bank .. .."
Pfälziſche Hyp.=Ban . . . ..
Preuß. Pfandbrief=Bk. ...."
Rhein. Hypothk.=Bank ..
Südd. Bodenkredit=Anſtalt
Württemberg. Hypoth.=Bank
Staatl oder provinz ia!
garantiert
Heſſiſche Landes=Hyp.=Bank
Landeskreditanſtalt Caſſel..
Naſſauiſche Landesbank
15. 1.
6.55
7. 275
jos
5.50
6.05
5.75
6.425
5.73
6.15
4.62
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſt. . d
Badiſche Bank
Bank fü. Brauinduſtrie. ..0
Barmer Bankverein
Bay. Hyp.: u. Wechſelb.
Berl Handelsgeſellſchaft e
Kommerz= u Privatbanf . .0
Darmſtädter u. Nationalbk.o
Deutſche Ban:
Deutſche Ef u. Wechſelbk..0
Deutſche Hyp.=Bf. Mein.
Deutſche Vereinsban .. . . O
isconto-Geſellſchaft .. . . .0
Dresdener Bank .. . . . . . . .0
Frankfurter Bank .. . . . . . . 0
Frrf. Hyv.=Bank .... ...."
Franff Pfandbrief=Br. ....
Gotha Grund fredit=Ban!
Metallbanf
."
Mitteldeutſch. Creditbank ..0
Oſterr Creditanſtalt
Pfälz. Hypoth.=Bank
Reichsbank=Ant.
Rhein Creditbani
8
Rhein Hypothekenbank .. .O
Südd. Disconto=Geſellſch. O
Wiener Bankverein".
Bergwerks=Aktien.
Berzelius
Bochumer Bergbau.. .. . .0
Buderus
0
Dt. Luremburger ..
.0
Eſchweiler Bergwerks=Akt.
Gelſenkirchen Bergw.
Harpener Berghau
Fſe Berabau Stamm. . . . . O
„ie Bergbau Genußſcheine O
Kaliwerke Aſchersleben .. . 0
Kailiwerke Salzbetfurt
.O
Kaliwerke Weſteregeln
Klöcknerw. ab. Lthr.=Hütte)0
Mannesmann Röhren .. . .O
Man2fe der
Oberbedarf
Oberſchle Eiſen(Car
Otavi M.nen u. Eb.=Ant.
Vhönix Bergbau
Rhein Braunk u. B
Rhein Stahlwerke
Rombacher Hütte
Stinnes Riebeck Montan
Tellus Bab.= u. Hütten=Akt.o
Ver. Laurahütte
Artien induſtrieller
Anternehmungen.
Brauereien.
Eichbaum (Mannh. .... .
Henninger Kemp=Stern..
Löwenbräu München ....
Mainzer Aktienbrauerei ..
Schöfferhof (Binding) ..."
Schwarz=Storchen
Werger
Geſch.=/Sas
Jahr
3S
Arkumular. Berlin.
Adler & Oppenheimer
Ad erwerke (v. Kleher
A. E. G. Stamm
6% A.E. G Vorzu / Lit. A O
5% A.E. G Vorzug Lit B
Amme Gieſecke & Konegen.O
Anglo=Continantal=Guano.
Anilin=B.n.=Treptow
Aſhaffenburger Zellſtoff ..0
Badenia (Weinheim).
Bad. Anilin= u. Sodafabr. O
Bad. Maſchf. Durlach O
Bad. Uh enfahr. Furtwang.O
Bamag=Meguin Berlin O
1. 4
1. 1
1. 1.
1. 1
1. 1
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1. 10
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1. 1
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160
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1. 7./ 600
50
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79
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Bayriſch Spiegel ..... . . . 0 1. 1
Beck & Henkel (Caſſel) ... .0 1. 4./ 50
Bergmann El Werke .. . .0 1. 1
Bing. Metallwerke . . . . . ."
Bremen=Beſigh=Olfabr . . .0 1. 1
Cementwer: Heibelberg ..O 1. 1
Tementwert Karlſtadt .. . ." 1. 1./ 150
Cementwerf Lothr (Karis.)o/ 1. 11 40
Chem. Werke Albert
Chem. Brockh „Nd. Walluf. O 1. 1
Chem: Griesheim=Elektron O/ 1. 1
Chem Fabrik Milch
Chem Weiler=ter=mer .. . .0/ 1. 1
Daimler Motoren".
Deutſch Eiſenhandel Berl.o/ 1. 1
Deutſche Erdöl.
D. Gld.- u. Silberſcheideanſt.
Dingler Zweibrücken
Dresdener Schnellpreiſen O/ 1. 6
0
Dürrfopp /Stamm)
Dürrwerke Ratingen
Dyckerhofl & Widm. Stammo / 1. 1
81.5 Eiſenwerl Kaiſerzlautern Of 1. 4
72.5 Eiſenwerk 2. Meyer,
Elberfeld. Farbw.v.Baher O/ 1. 1./ 20)
Eleftr Lieferungs=Geſ.
Eleltr. Licht= u. Kraft .. . . .01. 10
Elſäſſ. Bab.=Wolle
Emag, Frankfurt a. M. .. .0 1. 1
Email EStanzw Ullrich ..0 1. 7
Enzinger Werke. .."
Eßlinger Maſchinen
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Ettlinger Spinnerei
Faber Joh. Bleiſtift
Faber & Schleicher.
Fahr Gebr Pirmaſens ..0/ 1. 1
Felten EGuilleaume, Carls.0
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Feinmechanik (Jerter)
Feiſt. Sekti Frankf. M.0
Franrfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.M Pokorny & Witteto/ 1. 1
Fuchs Waggon Stamm . . . O/ 1. 7
Ganz Ludw. Mainz .. . . . O
... . . .0
Geiling & Cie
Germania Linoleum .. . . . " 1 1
Gelſenkirchen Gußſtahl .. .0
Goldſchm dt. Th
.....0 1. 1
Gotha Waggdn
.... C
Greffenius Maſch. Stammo
Gritzner. Maſchfbr. Durlacho 1. 1.
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Fran ff. (M./ 0/ 1. 7.
Hammerſen (Osnabrück) ..O
Hanfwerke Füſſen
..6
Hartm. &Braun, Frankf. .O
Heyligenſtgedt. Gießen . . O
Hilvert Armaturenfbr.
Hindrichs=Auffermann .. . .
Hirſch Kupfer & Meſſ. .. . . 0
Hoch= und Tiefbau ..
..O
Höchſter Farben ..
Holzmann. Phil
Holzverk. Induſtr.
Hydrometer Breslau ....." 1 1
Fnag
Junghans Stamm . . . . . O 1. 7
Kammgarnſp. Katerslauterno
Karisruher Maſchinen . . . . 0
Karſtadi R.
Klein, Schanzlin & Becker ol 1. 7./ 80
Knorr, Heilbronn
..0 1. 4
Konſernenfabrit Braun . . .O
Krauß & Co., Lokom. . . . . .O
Lahmener & Co
...0 1. 7.
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Lech Augsburg
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Lederwerte Spicharz
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Lingel Schuhw Erfurt . . . 0
Löhnberger Mühlc ... . . . .O 1 1
Ludwigsyar. Walzmühle
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Luther, M.= u Mühlenbau o
Lurſche Induſtrie
Mainkraftwerke Höchſt ....0 1
Metallge) Frankfurt .. . . .0 1. 10
Meyer Dr. Paul
Miag. Mühlenb. Frkf. a. M.0
Moenue Stamm
Motorenfabrik. Deutz
Motorenfabr Oberurſel .0
Neckarſulmer Fahrzeugw. O 1 1.7 100
Neckarwerke Eßl Stamm O
Sleawerke, Frankfurt a. M.0
Beters Unvon Frankf. a. M.0/1 10.
Pfälz. Näh Kayſer
*
...6
Philipps A.=G.
Porzellan Weſſel.
Prometheus Frrf. M.
Reiniger, Gebbert & Schall e
Nhein Elektr Stamm .. . . 6 1 1
Rhein Metall=Vorzüge
O
Rhenania Aachen
Rückforth Stettin
Rütgerswerke
Schleußner (Franff. a. M.) o/ 1. 1.
Schneider & Hanau
Schnel preſſen=Frankenthal 0
Schramm u. Megerle Lackf.0
Schriftg Stempp Ffm O 1. 1./ 12)
Schuckert Elertr” (Nürnb.).
Schuhfabr Berneis=Weſ ele/ 1. 1/ 40
Schuyfabrt: Herz
Schuhf Leander Offenb..o/ 1. 7.
Schultz Grünlack Ndsh. „O 1 1.
Seilinduſtrie Wolff
...O
Sichel &Co. Mainz
.O
Siemene Eleftr. Betriebe Ol1. 10.
Siemens Giasinduſtrie . . . O 1. 1.
Siemens & Halsfe
Südbeitſche Immobilien Ol 1 1.
Thür elektr. Lief.-G. Gotha
ſihrenfabrik Furtwängler O
Beithwerke in Sandbach
Verein. f. Chem Ind. Frrft O/ 1. 1.
Verein. d. Olfbr. Mannh. O 1. 1.
Verein. Faßfabrit Caſſe
0
Ver Gummif Bln =Frkft. O
Verein Pinſelf. Nürnberg O/ 1. 1
Verein Ultramarin
Verein. Zellſtofn Berlt
O
Vogtl. Machinen
Voigt & Haeffner Stämme6
Volthom. Seil
O
Wunß & Freytag
Wegelin Nußfubrit . . . . . . .O
Zellſtoff Wa dhof Stamm
Zuckerfbr Waghäuſel ... . .01 10.
Zuckerſbr Frankenthal ..."/1 10. 40
Zuckerfbr. Heilbronn . . . . O 1. 10
Zuckerfbr Offſtein ......."
Zuckerfbr Rheingau ......"
Zuckerfbr. Stuttgart .. . . .0 1. 9
Transport= und
Verſicherungs=Aktien
Allg. Deutſche iſenbahn O
Deutſche Eiſenb=G. Fftm.
Elektr. Hochbahn Berlin
Schan tung E. B....."
Südd. Eiſenbahn=Geſ. . . . . O
Hapag (Paketfahrt) .. . . . .0/ 1. 1
Nordd. Lloyd . .. . . . . .. ."
Frkft. Allg. Verſich.=Geſ.
Frankona Rück= u. Mitv.
Darmſtädter Wer
Bahnbedar
Dampfkeſſel Rodberg ...."
Helvetia Konſervenfabr.
Gebr Luß
Mot orenjabrik Darmſtadt
Behr. Roeder
Venuleth & Ellenbere
Unnotierte Aftien.
Apt.
Beckerkohle
Beckerſtahl
Ben:
Brown Boverie
Deutſche Petroleum .."
Diamond Shares
Großtrftw Württ. (Growaa/0
rßkrftw Unterfr Ufra) a
Krügersha u Kali .. . . . . . O
Ifa Film
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Jahr Tag Divid. 15. 1. 16. 1. * 1. 1. 50 8% 63 63 ...0 1.1 100 19 197 140 75 76 120 8‟ 94.75 94.75 1. 1 10 9.5 9.5 1. 1. O 83 8o 1. 1. 30 63 30 32.5 1. 7. 250 1 7. 250 31.5 30.25 3.3.5 38.75 1 1. 100 8o 79.5 7„6 1. 1 20 22 30 53 53.5 1 10 50 4 41 43 1 10. 100 27 ....0 1. 1 100 44 44 ..0 1. 1 40 1. 8 30 42 42 100 63.5 63 1. 7. 150 21.5 22 1. 1. Gu 32.5 36.5 1 1. 10 ( 1. 1./ 16 68.5 69.5 60 10 10.1 1. 1 100 4. 50RM 1. 100 49 52 1. 11 60 62 61.5 108 78 79 1. 10. 70) 70 70.5 5% 6) 20.6 20.7 2.G 20 22 22 1 12) 2...5 26.25 1 7.1 40 2.75 100 53 20 89 .Of1 10. 200 86 85.5 83.33 52.5 10- 8% *5 73.75 40 20.5 O 1.1 60 33 33 10 6‟ *3 95 404 09 20.5 29 1. 6 60 1RM 46.5 48 1. 1. 4 00 200 6% 62 1 200 71 70.5 1 50 53.5 56.5 1. 45 20 8% 62 65 1.! 50 21 22.75 O 1. 2 40 16% 68.5 77 1. 7. 40 89 90.5 1. 1. 100 6% 91 94 40 2 RM 41 45 2.40RM 47 48.5 2 RM 43.5 1.9 40 2 RM 43 44.5 1 10 44 2 RM 40 2 RM 44 45 1. 1. 1000 5u 1 61 51 1 1 10.0 5i 1. 1. 1.60 1. 1. 810 87 300 0% 109.75 1o8 1 1. 40 O% 117 116.25 80 73.75 74.75 11 60 10% 50 22 1. 1 20 20 A 111 1c 60 10.5 11.5 1. 1 40 2. 40RM 1. 5 300 27.75 28.5 1. 7. 1a0 1. 1. 120 8%0 66.5 63.5 15. 2 300 20 80 10 5. 60 1. 1. 24 O1.1. 16— 1. 1 80 1 6 150
Zeichenerklärung: X — Mark für eine Million nominal. — Mark
für eine Milliarde. — Mark pro Stück. 0 — Gold=Kurs;
Schlitten, 1 u. 2ſp
Rodelſchlitten und
Schneeſchuhe z. vk. b.
Ad. Hofmann ! „Eberſtad
Heidelbergerſtraße 17
1*1402goi)
Stellengeſuche
Weiblich
Aelt. beſſ. Fräulein,
in allen Fächern des
Haushalts bewand
ſucht Stellg., a. I. in
frauenl. Haush. Ang
G235Geſchſt. /* 346s9
Solides, tücht.
ſucht baldmönl
zum Eerv eren
ſolid. Kaffee od
reſtaurant.
nitmt eventl. etwas
Mitarbeit im
halt Ang u. G 241
an d. Geſchſt
Fräul
Stelle
in nuin
Wein=
Ueber=
Hau
Suche f. m Tochter
19 Jahre alt. evgl
zum 1. Mär; Stelle
als Haustochter
zur Ausbild ng
Küche und Haushalt.
w. Mädchen vorh
Enyſter Familienan
ſchluß u. Taſchengel=
Bedin zung. Angeb
an Gg. Nicklas, Mai
Rhein, Kaiſer=Karl=
Ming 15.
(21391
Jüngere
Kinder gartnerin
mit Srellenerf. ſuch
Stellung, für nachm
An eb. unter H 7
Geſchäftsſt.
Mädchen
Würtiemb, das auch
nähen und bügein k.,
ſucht z 1. Febr. Stell.
in gut. H als
Allein=
od. zweit. Mädchen
Nähs. unt. H 13 d
je Geſchſt. (*143
Stellen ſuhen
in Herrſchaftshäuſern
perfekte Köchinnen,
perf. Hausmädchen,
Jungferperf.
Schnei=
derin, Stützen, die
kochen könn,
Kinder=
fräul. Alleinmädch
die koch, könn,
Mäd=
chen v. Lande,
Taus=
hälterinnen, f. Hotel
u. Reſt Köchinn,
Bei=
u. Kaffeeköchin,
Zim=
mermädchen. Haus
und Küchenmädchen,
für hier u. auswärts,
Mädchen u. Frauen
für tagsüiber. Bü ett=
und Servierfräulein
MinnaDingeldein
geiverbsm. Stellen
büro,
Eliſabethen=
ſtraße 5. Tel 3365
Saub. Mädchen vom
Lande ſucht Stellef
tagsüber Zu erfragen
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Ge räftsſt. (*145:
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empfiehlt ſich im
An=
fertig von Damen=n
Kirderkldg. jed. Art
in u. außer d. Hauſe
Egly, Grafenſtr. 18,IV
21730
JungeSchneiderin
empf. ſich, auch Um
änd. u. Fl. Tag 2.814
Frankenſteinſtr. 48, p
*1427
Tücht Schneiderin
außer d. H. nimmt
noch einige gute
Fa=
milien an. Angeb. u.
( 249 Geſrſt. (*137
Fraulein
Stellea Empfangs=
Dame od. Sprehſt.
Gehilfin. Ang. unt
H5 Geſchſt. (*1411
Männlich
Jüngerer
Kaufmann
aus der Eiſenbranche
mit gedieg. Kenntn.
in Stab=,Form=„
Kurz=
eiſen u. Werkzeuger
ſow inS atiſtik,
Lohn=
nd /kordweſen gut
bewandert, ſucht paſ
Stellung. Ang. unt
H 2 Geſchſt. (*140
Tüchr, Fachmann
der Buch=, Papier= u
Druck=Branche (ruch
Ztg.) ſ. Siellg. (auck
Außendienſt). Ang. u.
G248 Geſchſt (*1374
Offene Stellen
Weiblich
ſuht zum bald. Ein
trtt jüng. Fräulein
aus gut. Fim., perf
in Stenoar.
Schreib=
maſch, u Buchhaltg
Bewerbungsſchr mit
Zeugnisabſchr u
Licht=
bild unter H 22 ar
(88:
die Geſch.
Intelligenterredegew
Propagandiſtin zum
Verabreichen v. Koſt
proben ſof. geſucht
Angeb. unt. H 23 an
die Geſchſt (1478
Mädchen für alle
Hausarbeit. b. einem
Kinde von 2 Jahrer
geſ. Vorzuſt.
Soder=
raße 48, I., Sonntag
vorm v. 9—2 (*141:
Zuverläſſ. (*13,30g
Auleinmädchen
welch. ſelbſtänd kocht
zum 1. Febr. geſuch
Wilhelmſtr. 23, I.
Zum ſofortigen
Ein=
ritt eine gewandte,
durchaus ſelbſtändig
geſucht, die auch flott
Maſchine ſchreibt. —
Damen geſetzten
Al=
ters wollen Angebote
mit Bild u.
Gehalts=
anſprüchen u G 245
an die Geſchſt. d. B!
( 8‟
richten
WegenErkrankung
meines Mädv. ſuche
ich zu ſof od. 1. Febr
tüchtig., ſol. (*137
mit gut. Zeugn. Frau
Bankdirektor Becker
Landskronſtr. Nr. 81.
Wo
konn Mädchen
welches 1 Jahr die
Aliceſchule beſuchte
die Damenſchneiderei
erlernen? Angeb. u.
( 244 Geſchſt. (*1392
Tücht., ſolides
Alleinmäd chen
das kocheu kann,
mi=
nur gut Zengn. zum
15. 2. geg hon Lohn
geſucht
Heidelberger=
ſtraße 39, pt (*140
Bur Führung eines
kl. Haushaltes (
Fa=
milie auswärts) ſuche
zum ſofort gen
Ein=
ritt ene durchaus
ehrliche, gewi ſenhafte
(*1370
und ſolide
Haushälterin.
Damen aus nur gut
Familie wollen
An=
gebote mit Ref., Bild
u. Gehaltsanſprüchen
richten unter G. 239
an d. Geſchäftsſteile.
F
chen mit guten
Zeug=
niſſen für ſofort od.
ſpät geſ. Dr. Berger,
Ernſt=Ludwigſtr. 10,
(*1365)
Für Levensmittelgeſchaft
tüchtige Verkäuferin
um 1. Februar geſucht. Nur gelernte
Kräfte kommen in Frage. Angebote mit
Ge altsanſprüchen unter G 246 an die
Geſchäftsſtelle erbeten.
(* 1381
Perfelte Stenotypiſtit
zum ſofortigen Eintritt von hieſiger
Groß=
firma geſucht. Angebote mit Gebaltsai
ſprüchen unter H 21 Geſchäftsſtelle. (8*
Tücht., ſolid. (*1371
nicht unter 20 Jahr
d. gut bürgerl. kochen
kann, bei hohem Lohn
per 1. Febr geſucht.
Näh. Geſchäftsſtelle
Geiucht nach Bingen
Rhein) zuverläſſige,
einfache Stütze oder
tüchtig. Erſtmädchen,
ſelbſtändig i. Koven
uind erfahren in alten
Haushal tarbeiten
Vertrauensſtellung.
Bewerbungen mit
Zeugniſſen, Bild u
Gehaltsanſpr unter
H 15 an die Ge
ſchäftsſt. ds. Blattes
(*1436g0)
Geſ brav. Mädchen
v. L. nicht u. 17
Liebigſtr. 3:, I (e1434
U
G ſucht gew.
Haus=
mädchen mit guten
Zeugniſſen. (* 1406 gi
Am Erlenberg 21
Männlich
Architekt
energ., z Kontrolle u.
Inſtandhalt mehrer
Häuſer geſ. Ang u
G 211 Geſchſt (*1270
Lehrling
für eine Eiſenhandlg
en gros geſ. Ang. u
G 215 Geſchſt (*1278
Lehrling
zu Oſtern ge ſucht.
Karl Kämmerer,
Spenglermeiſter und
Inſtallateur, Darmit.
Parcusſtr. 10. 20800a
Einfache Stütze
in Küche u Hausarb
erfahr., gut empf. u.
zuverl., zum 1. Febr.
jeſucht. Hausmädch.
vorhand. Vorzuſt. v
9—10 und 4—5 Uhr
Frau v. Weber
Schießhausſtraße 25.
Ehrl. Mädchen
oder Fran für vorm.
2Std u. nachm. 2 Std.
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Das Tagesgespräch in Darmstadt
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Sonntag, den 12. Januar 1926
Nummer 12
Theagen
Ferner wirken mit:
Marg. Kid / Eilen Plessow / Paul Morgan
Hans Junkermann / Harry Halm
Hugo Flink
Löwen an Bord, Fox-Lustspiel 2 Akte
Gunnar Tolnaes u. Karina Bell
in dem Prunk-Großfilm:
Die Liebliagstrag
des Makaradscha
Ein indischer Liebesroman in 9blend. schön. Akten
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Leitung: M. Weber St.758
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Eintritt 50 Pfg. und Steuer
7 Akte!
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Die Geschichte einer Mesalllance
In den Hauptrollen:
Mady Christians, Lilian Hall-
Dauis, Eduard Burns.
Regie: Joe May
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Sonntag, 31. Januar, 611Uhr
im Festsaale (Woogsplatz)
Bamen- u. Herrensitzung
Vorverkauf beim Hausmeister
und Wirt der Turngemeinde
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Muſikliteratur mit Begleitung der alten ind. Inſtrumente Vina und Sttar. Konzeri
am Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr
im Mathildenhöhſaal, Dieburgerſtraße 26.
Karteh Mk. 3.50, 2.45, 2.—, 1.50 inel. Steuer
bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtr. 9 (
Tele=
phon 2560), und an der Abendkaſſe.
Samstag, 30. Januar, 1926, abends 8 Uhr
Vereinshause
II. Tanzabend
Gesellschaftsanzug — Nur für Hitglieder
Karten vorher bei dem Hansmeister gegen Vorzeigung
der Mitgliedskarte.
(869
Das für Ende Februar vorgesehene Winterfest im
Saalban findet nicht statt.
Der Vergnügungsausschuß.
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Voranzeige!
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Maskenbafl
Iindet Fastnachts-Samstag,
den 12. Februar 1926,
Rummelbräu statt.
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Beſſungen 1905
Am Sonntag, 31. Januar 1926
abends präzis 7.11 Uhr
Große Damen=u. Herren=Sitzung
in der Beſſunger Turnha le, Heidelbergerſtraße
Nur unſere beſten Karnevalredner kommen zu Wort,
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Der große
Rheingold=Maskenball
findet am 30. Januar auf dem „Heiligen Kreuz” ſtatt
Das närriſche Komidee
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Sonntag, 17. Januar
Großes Haus.
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Mouſorgsky und
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„Der Glückspilz”
Perſonen:
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Deutſch Amerikaner . . Oscar Groß a. G.
Wolter Wachtel, Proviſor,
ſein Jugendfreund . . . Robert Klupp
Brown, Rechtsanwalt aus
St. Franziseo. Hans Schultze
Fean Ohlſen, Weinhändler Paul Maletzki
Ulrke Ohlſen, ſeine Frau Käthe Meißner
Grete, deren Tochter. . . Jeiſie Vihrog
Ohlſen, Juſtizrat . . . . K. Weſtermann
Aurelie Ohlſen .. . . . Käthe Gothe
Müller, Hotelbeſitzer . .. Richard Jürgas
Oberbürgermeiſter Dr.
. . . HansBaumeiſter
Werner .
Sanititsrat Dr. Heuer. . Hans Schalla
Otto, Voritzender des Re chsbanners
„Schwarz=Not=Gold‟. Max Nemetz
Biermann, Vorſitzender des
Geſang=
vereins „Harmonie‟. Hans Ausfelder
W. Mayenknecht
Pöhler .
Jacob Levi, Vorſteher der
jüdiſchen Gemeinde. Hugo Keßler
Adelheid von Kummersdorf, Vorſteherin
des „Magdalenenſtifts” Margar. Carlſen
Der Standesbeamte . . . Willy Krichbaum
Ein Küer... .. . . . Friedrich Kinzler
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Ein Kellner".
Ein Stubenmädchen . . . Martya John
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Nummer 12
Sonntag, den 12. Januar 1926
Seite 15
Schminke.
18)
Ein Roman im Rampenlicht.
Von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
„Stimmt, das ſagten Sie.”
„Nämlich ein uralter, vergilbter Onkel von mir —
mütter=
licherſeits, über’n großen Zeh, irgend ine ganz entfernte
Ver=
wandtſchaft unwahrſcheinlichen Grades — fühlt ſein letztes
Stündlein nahen. Und da weiter keine Agnaten vorhanden ſind,
bin ich der Erbe ſeines Rittergutes von annähernd dreitauſend
Morgen, das in der Provinz Hannover liegt. Dem alten Herrn
geht’s bereits zum Gotterbarmen. Dieſer Tage ſchrieb er mir,
daß er mich vor ſeinem Tode noch ſehen möchte; außerdem könne
ich mich doch immer ſchon in meinen künftigen Pflichtenkreis
einleben. Alſo, da hab ich denn ſchleunigſt meine Stellung im
„High life=Tatterſall” gekündigt. Ein geeigneter Nachfolger ließ
ſich aber bis heute nicht auftreiben. Iſt auch ſchwer: denn für
ſolch Poſition braucht man ja nicht bloß Pferdeverſtand, ſondern
auch Pſychologie und angeborenes Taktgefühl und
unerſchütter=
liche geſellſchaftliche Routine. Derartige Bewerber ſind düinn
gelät. Trotz dauernden Inſerierens hat ſich noch keiner
gefun=
den. — Was meinen Sie, welche Freude in Trojas Hallen
herrſchte, wenn ich da morgen vormittag mit Ihnen angetrudelt
käme!“
„Ich denke, Sie wollen ſchon um acht Uhr früh fahren?”
„Dann geb’ ich eben Telegramm, daß ich einen Tag ſpäter
komme, und ſahre erſt übermorgen. Was ſpielt das ſchon für
ine Rolle, wenn ich an dem einen Tage ſo viel Vormünftiges
zuſtande kriege und dabei noch einem Kameraden helfe, der es
weiß Gott verdient, daß man ihm nach beſten Kräften beiſpringt.
Alſo erledigt, die Choſe?”
Darauf antwortete Klaus von Longartt nicht ſoſort. Irgend
etwas arbeitete mächtig in ihm. Und dann ſagte er mit tiefem
erlöſten Aufatmen — und wie eine Erſchütterung durchflog es
ſeinen Körper:
„Alſo, Torganny — Sie ſind der anſtändigſte Kerl, der mir
ſeit langem über den Weg gelaufen iſt! Wenn die Verhältniſſe
ſo liegen, wie Sie ſagen, dann nehme ich mit tauſend Freuden
an. Was Sie mir damit geben, das können Sie überhaupt nicht
ermeſſen. Gerade, wie es ſeit Monaten in mir ausſieht und
was für eine wüſte Ungeheuerlichkeit ſich vor vier Tagen
abge=
ſpielt hat! Herrgott — wieder Direktion in die Knochen
kriegen — und nicht mehr das Gefühl zu haben brauchen, daß
man als Tagedieb und überflüſſiger Freſſer durch die Welt läuf=
— und vielleicht kommt dann auch mal der Moment, wo man
den ganzen Dreck, der geweſen iſt. endgültig vergißt und die
Bruſt wieder freibekomt . . . Alſo das vergeß’ ich Ihnen nie
Und wenn ſich mir irgendwann mal Gelegenheit zu einer
Re=
panche bie en ſollte . .
„Was heißt, irgendwann”, Jungchen?‟ ... hakte der Graf
ein, der nur das letzte gehört zu haben ſchien. . . „Hie Rhodus
— hie salta! Ich wiederhole zuen drit en Male: ich wollte heute
Abſchied von Berlin feiern. Jetzt feiern wir nicht nur den,
ſon=
dern auch unſer Wiederſehen und Ihren Sprung ins bürgerliche
Leben. Einverſtanden?”
„Um ſo mehr. als Ihnen nach Ihrer verunglückten
Herzens=
aventiure eine Ablenkung dringend not zu tun ſcheint. Gift
be=
kämpft man am beſten durch Gegengift. Namentlich, wenn’s in
das Sondergebiet der mit Recht in weiteſten Kreiſen ſo
belieb=
ten Erotik fällt.”
„Nee, nee — um Gottes willen!“
„Abwarten, lieber Freund. Im übrigen ſind wir
mittler=
weile endlich da angelangt, wohin ich ſchon ſeit einer Stunde
will.”
„Hierher ins „Eden' etwae" fragte der andere verblüfft
und blieb vor dem Prunkbau des Hotels ſtehen . . . „Wiſſen
Sie, ich hab gegen dieſe Rie enkarawanſereien was einzuwenden.
Das iſt wohl ſone gewiſſe Idioſynkraſie.”
Worauf aber heute keine Rüſicht genonnnen wird!” lehnte
die Erlaucht ab und ſchob, den Kameraden durch die gläſerne
Drehtür „Hier bin ich nämlich Stammgaſt bei den
Haus=
bällen, die immer Montags abend ſtattfinden. Wenn ich’s
nach=
träglich überlege, dann war’s eigentlich der einzige Luxus, den
ich mir in dieſen vier Jahren leiſtete. Aber alle acht Tage
brauchte mein hochſürſtlicher Kadaver ſolche Auffriſchung, wenn
er nicht Stockflecke anſetzen ſollte. — Ich habe ſtändig meinen
reſervierten kleinen Tiſch. Heute natürlich auch. Hin und
wieder finden, ſich Bekannte da an, manchmal bleib’ ich auch
mutterſeelen allein und ſchau herab von meinem Tier auf das
Gehudel unter mir”. Jedenfalls ein paar amüſante Stunden,
die mich für den Reſt der Woche immer erfriſchten. Auf Grund
meiner erlauchten Protektion läßt ſich’s glatt managen, daß Sie
mein Stammtiſchlein von mir erben und ſolange zieren und
ſchmücken, bis Sie ſich den traditionellen Goldfiſch geangelt haben.
Bei Ihrer Figur und Ihrem Ausſehen natürlich ne Kleinigkeit.”
In der Garderobe hatten ſie ſich inzwiſchen ihrer
Ueber=
ſachen entledigt. Jetzt betraten ſie den großen Saal, der ſonſt
als Gaſtraum diente.
Blendende Lichtfluten. Irrſinnig hackende Rhythmen einer
Jazzband. Männer im Frack oder Smoking. Frauen im
De=
kelleté. Aufreizender Duft von Puder und Parfüms und
Zi=
garetten. Geſchminkte Lippen. Atropinbrennende Augen. Sanft
geſchwungene Nacken. Verwirrende Schultern. Juwelengeglitzer.
Perlendes Lachen. Tiefe ſonore Männerſtimmen. Im Tanz wie
trunken durcheinadertorkelnde Menſchenleiber. Die Atmoſphäre
geſchwängert von Begehrlichkeit. An blendendweiß gedeckten
Sonpertiſchchen= das Klirren der Sektkelche und Beſtecke. —
Theater, Fihm, Halbwelt und der jüngſte Reichtum, der noch
keine Diſtanzierungsfähigkeit gelernt hatte.
„Na, die Leutchens hier verſtehen s, was?‟ . . . meinte der
Graf lachend und legte ſeinen Arm in den des Dragoners, der
an der Saaltür den Schritt verhalten hatte und ſich ſkeptiſch das
feſtfrohe Tohuwabohu beäugte . . . „Das Publikum als
Ver=
kehrsſtockung! Kommen Sie man jetzt weiter, Longartt, in mein
philoſophiſches Genießereckchen. Mein Oberleibmundſchenk ſieht
uins ſchon. Bemerken Sie, wie er ſignaliſierend mit der Serviette
wedelt? „Das Mutteraug hat ihn doch erkannt!“ Der lebendige
Leuchtturm, zu dem wir uns im Vertrauen auf Gott und unſere
gute Sache durchſchlagen müſſen. Hilft niſcht, wenn s auch ine
ſebensgefährliche Aufgabe iſt, in dieſem unglaublichen Gewühl
die dreißig Schritte bis dahin zu ſchaffen.”
So weit aber kam es gar nicht.
(Fortſetzung folgt.)
Hannheims grosser Haskenball
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Marke eingeſtempelt.
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Bezirks=Berein Martinsviertel.
Einladung
zur ordentlichen Hauptverſammlung am
Montag, den 18. Januar 1926, abend?
8 Uhr, im Reſt urant Nagel, Ecke Mauer=
und Lauteſchlägerſtr. ße
Tagesordnung:
1. Tätigkeitsbericht; 2. Bericht des Rechners;
3. der Reviſoren; 4. Neuwahl des
Vor=
ſtandes; 5. Anträge; 6 Vortrag des
Stadt=
verordneten San =Rat Dr. Kolb über
ſtädtiſche Angelegenheiten, insbeſondere
iber die elektr. Straßenbahn; 7. Verſchied
Für den Vorſtand des Bezirks=Bereins
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Martinsviertel:
J. H. Möſer, 1. Vorſitzender
(gez.)
Berſammlungen
des Predigers Walz, Möttlingen
im Vereinshaus Feierabend, Stiftsſt.54
von Sonntag, den 17. bis einſchl.
Sonntag, den 24. Januar 1926
abends 8½ Uhr.
Außerdem von Montag, 18. bis Sonn=
tag, 24. Januar, na hmittags 4 Uhr:
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Stadt Coburg, Pfungſtädter
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Hauptverſammlung
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1. Jahresbericht. 2. Erhänzungswahl.
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InDarmstadt, Adolph Rad), Zimmerstr
(ein Teil befindet sich noch unentdeckt im Konsum) haben ihren Zweck erreicht:
Die Kreise derjenigen, die bisher den Unterschied zwischen schlechten Zündhölzern
und den guten „Welt‟-Hölzern kannten, haben sich erheblich erweitert! Man
weiß heute allgemein, daß die Imprägnierung der „Weit‟-Hölzer das
Abfallen glühender Köpfe nach dem Abbrennen und damit ein Versengen
von Kleidern, Dccken, Teppichen und dergl. verhütct und auch das
Weiter-
glühen des ausgeblasenen Holzes unmöglich macht! Die Färbung des Holzes
hat mit der Imprägnierung nichts zu tun. Oft verbirgt die schönste Parbe
ein minderwertiges Holz! „Welt‟-Hölzer werden niemals gefärbt, damit sich
jeder von ihrem erstklassigen Material überzeugen kann.
Kaufen Sie in Ihrem eigenen Interesse nicht schlechthin Zündhölzer, sondern
be-
stehen Sie darauf, nur die guten „Welt‟-Hölzer zu erhalten. Sollten Sie wider
Erwarten bei Ihrem Lieferanten „Welt‟-Hölzer nicht bekommen können, so
wer-
den wir Ihnen gern eine Bezugsguelle mitteilen.
Millionen kluger Hausfrauen verlangen nur noch „Welt‟-Hölzer. Damit Sie
sich einen Begriff von der Menge der in einem Jahr hergesteilten „Weit‟-
Hölzer machen können, wollen Sie sich vor Augen führen, daß zum Anstecken
und Abbrennen dieser Hölzer in ununterbrochener Folge mehr als
hooge Jahre
notwendig wären.
Die Liste der glücklichen Finder kann hier von jedermann eingesehen werden.—
An dieser Stelle danken wir auch herzlichst für die vielen freundlichen
Anerkennungs-
schreiben, die wir leider wegen ihrer großen Zahl nicht einzeln beantworten können.
Auflösung des lctzten „Welt‟-Holz-Rätscls= (Von nebenstehender Pigur
Q nehme man drei Hölzer hinweg und lege nur 2 hinzu, es muß aber
wie-
der dieselbe Pigur entstehen?) Men legt die 5 zuerst fortgenommenen
Hölzer als Dreieck zusammen und figt die beiden andern dann hinzu.
Drittes „Welt‟-Hoz-Rätsel.
Wie kann man möglichst schnell aus 4 „Welt”-Hölzern 12 machen? (Aufösug
in der nächsten Anzeige).
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