Darmstädter Tagblatt 1926


16. Januar 1926

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuffrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 16
189. Jahrgang
Samstag, den 16. Januar 1926.

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Die Hochwaſſerſchäden vor
dem Reichstag.

* Um das Innenminiſterium.
Geßlers Abſage.
Von unſerer Berliner Redaktion.
ſtatten, als urſprünglich angenommen wurde. Das hat auch der
Freitag gezeigt, der eigentlich keinen nennenswerten
Fortſchritt brachte. Dr. Luther hatte im Laufe des Tages
verſchiedene Beſprechungen mit den Parteiführern, die ſich in
der Hauptſache um die Beſetzung des Innenminiſteriums dreh=
ten
. Es wurde zuerſt von demokratiſcher Seite verlangt, daß
Herr Koch das Amt des Innenminiſters übernehmen ſollte, Als werden ſollen. Dann wandte ſich das Haus den zahlreichen Anträgen
aber die Demokraten ſahen, daß das Zentrum damit nicht ſon=
derlich
einverſtanden war, traten ſie zu einer Fraktionsſitzung
zuſammen, die dann die demokratiſchen Forderungen um einen
Punkt zurückſchraubte, ſich aber darauf feſtlegte, daß unbedingt
das Innenminiſterium ein der Republik treu ergebener Mann
inne haben müſſe. Damit hatten ſie auch die Zuſtimmung des
Zentrums gewonnen, das wiederum ſeinerſeits erklärte, es lege
keinen Wert darauf, für dieſes Miniſterium einen Zentrums=
mann
zu ſtellen; es ſei damit einverſtanden, wenn nach der von
den Demokraten ausgegebenen Parole gehandelt würde. Die
Volkspartei ſtand nun ziemlich allein mit ihrer Forderung, das
Innenm niſterium zu erhalten, für das ſie den Abg. Curtius
vorgeſchlagen hatte. Herr Scholz machte alle Anſtrengungen, um
die beiden anderen Parteien doch noch für den Standpunkt zu
gewinnen, daß die Deutſche Volkspartei entſprechend ihrer
Stärke auch im Kabinett vertreten ſein müſſe. Eine Einigung
konnte aber bis zum Abend nicht erzielt werden.
Die Beſprechung mußte abgebrochen werden und Herr Dr.
Luther begab ſich, wie am Donnerstag, zu dem Reichspräſiden=
ten
von Hindenburg, um ihm Bericht zu erſtatten. Herr von
Hindenburg ſcheint mit dem bisherigen Verlauf der Bemühungen
um ein Zuſtandekommen der Regierung ziemlich unzufrieden zu
ſein, um ſo mehr, als er allen Parteien eindringlich ans Herz
gelegt hat, nun doch endli=s einmal alle kleinlichen Bedenken zu=
rückzuſtellen
und ſich möglichſt raſch zu entſcheiden. Um den
Fraktionen eine entſprechende Beſchlußfaſſung zu erleichtern,
hatte er auch die Theſe von dem neutralen Kabinett der Mitte‟
aufgeſtellt, von der man aber ſchon längſt wieder abgekommen
iſt und ſich wieder in das parlamentariſche Fahrwaſſer begeben
hat. Herr von Hindenburg hatte lediglich ein Kabinett aus Par=
lamentariern
gebildet im Auge, das weder nach rechts noch nach
links hin Anſchluß habe. Seine Abſichten ſind durch die Demo=
kraten
durchkreuzt worden, die den ſehr weit links ſtehenden
Heirn Koch in das Kabinett hineingenommen wiſſen wollten, wo=
durch
die parteipolitiſchen Geſichtspunkte und Intereſſen wieder
in den Vordergrund gedrängt werden. Allgemein ſieht die ganze
Sitnation wenig günſtig aus.
Herr Dr. Geßler hat ſein letztes Wort geſprochen und
ſeine Ablehnung aufrecht erhalten. Sein ablehnender Be=
ſcheis
wird zwar dahin auszulegen verſucht, daß er ſich ſolange
zusſickhalten will, bis die neue Regierung gebildet und einiger=
maßen
eingelaufen iſt. Es wird aber wohl ſchwer halten, das
Reichswehrminiſterium unbeſetzt zu laſſen, es ſei denn, daß ſich
die Parteien damit einverſtanden erklären, daß der Kanzler die=
ſes
Portefeuille mitverwaltet. Durch die Abſage Geßlers
ſind die Schwierigkeiten nur noch verſchlimmert worden. Für
Samstag vormit ag 10 Uhr iſt eine neue Sitzung anberaumt
werden, die vorausſichtlich die letzte ſein wird. Die Demo=
kraten
nehmen allmählich eine drohende Haltung ein
und wollen ihre Entſchlüſſe in der für Samstag mittag 12 Uhr
angeſagten Fraktionsſitzung von dem Verlauf der Vormittags=
beſprechungen
mit dem Kanzler abhängig machen. Kommen ſie
zu dem Ergebnis, weitere Beſprechungen als hoffnungslos auf=
zugeben
und ſich nicht mehr an den Bemühungen Dr. Luthers
zu beteiligen, dann iſt ſehr leicht damit zu rechnen, daß auch das
gen noch offenen Miniſterien hat ſich bisher nichts geändert.
Man ſcheint ſich aber im großen Ganzen einig zu ſein.
Die Freitags=Verhandlungen.
Berlin, 15. Januar.
Wie wir erfahren, wurden die Verhandlungen, die Dr.
Luther heute nachmittag mit den Parteiführern gepflogen hat,
nach 6 Uhr auf Samstag vormittag vertagt. Um 7 Uhr begab tung des Voranſchlags um rund 700 Millionen Mark bedeuten.
ſich der Kanzler zum Reichspräſidenten, um ihm über den Ver=
lauf
des Tages wie üblich Bericht zu erſtatten. Die heutigen
Verhandlungen drehten ſich vorwiegend um die Beſetzung des
Innenminiſteriums und des Reichswehrminiſteriums. Dr. Geß=
ler
hat dem Reichskanzler mitgeteilt, daß er doch nicht in der
Lase ſei, weiter im Amt zu verbleiben. In politiſchen Kreiſen
würde man ſeinen Austritt von einer Stelle, die in beſonderem
Maße eine ruhige und ſichere Führung verlangt, außerordentlich
bedauern. So hofft man noch immer, daß er ſeine Entſcheidung
doch noch revidieren werde, zumal die Vorſtellungen des Reichs=
präſidenten
ſo ſtarken Eindruck auf Dr. Geßler gemacht haben,
daß er heute nachmittag eine endgültige Entſcheidung von der
Zuſammenſetzung des neuen Kabinetts abhängig machte. Das
Innenminiſterium wurde von den Demokraten wieder heftig um=
kämpft
, die dafür Herrn Dr. Koch präſentieren. Herr Dr. Luther
machte, das Innenminiſterium gewiſſermaßen zu neutraliſieren,
indem es mit einer nicht parteipolitiſch abgeſtempelten Perſön=
lichkeit
beſetzt werde. In politiſchen Kreiſen iſt man ohnehin
der Auffaſſung, daß der Kanzler bereits ſehr weit von der Richt=
linie
ſeines Auftrages, ein neutrales Kabinett der Mitte zu er=
richten
, abgewichen ſei, nachdem er ſich bei ſeinen Verhandlungen
ſo ſehr auf parteipolitiſche Bindungsverſuche eingelaſſen hat. Ein
Fortſchritt des Tages iſt darin zu verzeichnen, daß Dr. Marx
für das Juſtizminiſterium nunmehr offiziell zu=
geſagt
hat.

Die Regierungsbildung geht viel langſamer von Die Not im Rheinland. Vorerſi 3 Millionen
für die Geſchädigten.
* Berlin, 15. Januar. (Eigener Bericht.)
Der Reichstag behandelte am Freitag zunächſt eine Vorlage zur
Erwerbsloſenfürſorge, wonach auch die höher beſoldeten Angeſtellten
mit Gehältern bis zu 6000 Mark im Jahr in dieſe Fürſorge einbezogen
und Interpellationen aller Parteien über die Hochwaſſerſchäden
zu. Auf dem Tiſch des Hauſes waren zahlreiche Bilder aus den be=
troffenen
Gebieten niedergelegt. Die Redner aller Parteien wieſen
auf die ſchweren Schäden hin, die das Rheinland be=
ſonders
erdulden mußte. Seit dem Jahre 1784 ſei ein gleich
hoher Waſſerſtand nicht mehr vorgekommen. Allein in der Rheinpro=
vinz
ſind durch die Fluten 30000 Perſonen neu erwerbslos geworden.
Gewaltig ſind die Schäden aller Art. Der Viehbeſtand hat ſchwer ge=
litten
, Ernte und Düngemittelvorräte ſind zerſtört, die Frühjahrsbeſtel=
lung
gefährdet überall Not und Sorge. Die Gemeinden ſind nicht in
der Lage, zu helfen, ſie wiſſen nicht ein noch aus. Da iſt es Aufgabe,
vor allem der Länder, hilfreich einzugreifen. Einmütig fanden ſich die
Sprecher aller Parteien in dem dringenden Erſuchen an die Regierung
zuſammen, raſche Hilfe den ſchwer bedrückten Landesteilen zu bringen.
Es waren ergreifende Schilderungen, die die Abgeordneten aus ihren
von den Waſſermaſſen verwüſteten Heimatbezirken gaben.
Der Reichsverkehrsminiſter Dr. Krohne wies darauf hin, daß
die Neichsregierung mit großer Anteilnahme und Sorge die Hochwaſſer=
kataſtrophe
verfolgt habe. Er erinnerte an die Spende des Reichsprä=
ſidenten
und kündigte an, daß Mittel aus der Erwerbsloſenfürſorge für
öffentliche Notſtandsarbeiten verwendet werden können. Bei der Steuer=
zahlung
ſollen Stundung und Erlaß weitgehend berückſichtigt werden.
Weiter kann vom Reich aus nichts veranlaßt werden. Das übrige iſt
Aufgabe der Länder, die aufgefordert werden, ſchnelle Arbeit zu leiſten.
Die Urſache der Hochwaſſerkataſtrophe liegt an ungünſtigen Witte=
rungsverhältniſſen
gegen Ende des Jahres am Ober= und Mittelrhein
und geſaltigen Mengen Schnee, niedergegangenem Regen und Schnee=
ſchmelze
. Sie führten dazu, daß die Fluten anſchwollen. Zu gleicher
Zeit trafen die drei Hochwaſſerwellen von Rhein, Main und Mofel
zuſammen, ſo daß die Fluten die niederrheiniſche Ebene verſchlangen.
Der Miniſter konnte feſtſtellen, daß der Hochwaſſerſchutz und die Be=
hörden
ihre Pflicht getan haben. Es ſoll geprüft merden, ob die Be=
baung
des Rheintales Einfluß auf die Hochwaſſerverhältniſſe, gehabt
habe, ob die Abholzungen die Gefahr geſteigert haben und ob nicht ein
großer Hochwaſſerregulierungsentwurf notwendig iſt. Der Miniſter
ſchloß mit einem Dank an den Hochwaſſerdienſt, die Wetterwarte in
Aachen und die Reichstelegraphenverwaltung.
In der umfangreichen Ausſprache nahmen die Abgeordneten von
Guerard (Zentr.), Thabor (Soz.), Dr. v. Drhander (Deutſchnat.), Rie=
ſeberg
(Deutſchnat.), Dr. Moſt (D.V.P.) Weber (Komm.), Dr. Joe=
riſſen
(W. V.), Roeder (B. V. P), Ziegler (Dem.), Alpers (Deutſch=Hann.)
und Stöhr (Völk.) das Work.
Schließlich wurde ein Zentrumsantrag, ſoforr drei Millionen für die
Hochwaſſergeſchädigten zu bewilligen, faſt einſtimmig angenommen. Die
übrigen Anträge wurden dem Hauptausſchuß überwieſen.
Die nächſte Reichstagsſitzung findet erſt am Mittwoch ſtatt. In
ihr ſoll die neue Regierung, falls ſie bis dahin gebildet iſt, ihr Pro=
gramm
entwickeln.
Die Finanzlage des Reiches.
Berlin, 15. Januar.
Das Reichsfinanzminiſterium veröffentlicht einen Ueberblick
der Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben
für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1925. Danach ſind
in dieſen neun Monaten an Einkommenſteuern (aus Lohnab=
zügen
, Steuerabzug vom Kapitalertrag und anderen) rund
1 748 000 000 Mark eingegangen, gegen 1,7 Milliarden Mark des
Voranſchlags für das ganze Jahr. Die Einnahmen aus den
Zentrum denſelben Weg einſchlägt. An der Beſetzung der übri= Beſitz= und Verkehrsſteuern in dem gleichen Zeitabſchnitt be=
tragen
3,829 gegen 4,729 Milliarden, die Einnahmen aus Zöllen
und Verbrauchsabgaben 1.454, gegen 1,515 Milliarden des Jah=
res
=Voranſchlages. Die Geſamteinnahmen dieſer neun Monate
betragen rund 5,283 Milliarden, gegen 6 Milliarden 343,75 Mil=
lionen
des Jahresvoranſchlages für das ganze Rechnungsjahr.
Bei gleichbleibenden Einnahmen würde dieſes eine Ueberſchrei=
Verſtändigung
in der Fürſten=Abfindung?
Einſetzung eines Schiedsgerichtes.
Berlin, 16. Januar.
Wie der Lokalanzeiger hört, ſind geſtern zwiſchen den an
den Verhandlungen über die Regierungsbildung beteiligten
Parteiführern auch Beſprechungen, über eine Ver=
ſtändigung
in der Errichtung eines Schiedsgerich=
berſuchte
, die Lage dadurch zu entſpannen, daß er den Vorſchlag tes entſprechend einem früheren Vorſchlag des Rechtsaus=
ſchußvorſitzenden
Prof. Dr. Kahl aufgetaucht, vor dem alle
ſchwebenden Auseinanderſetzungen entſchieden und
die bereits getätigten Vergleiche nochmals über=
prüft
werden ſollen. Man hält es deshalb für wahrſcheinlich,
daß unter Zurückziehung des dem Rechtsausſchuß vorliegenden
demokratiſchen Antrages über die Fürſtenabfindung ein entſpre=
chender
Kompromißantrag der Mittelparteien
eingebracht wird.

Nationale Geldfälſchung.
Bemerkunge n zu der ungariſchen Frankfälſchungsaffäre
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
V. B. V. Budapeſt, 12. Jan. 1926.
Jetzt, drei Wochen nach den erſten Verhaftungen, läßt ſich
der Tatbeſtand der ganzen Verſchwörung ſo ziemlich wiederher=
ſtellen
. Es zwar noch immer nicht alles klar, aber ſoviel ſteht
unbedingt feſt, daß der frühere Miniſter, Seiner Majeſtät wirk=
licher
Geheimer Rat und Großgrundbeſitzer Prinz Ludwig Win=
diſchgrätz
der intellektuelle Urheber und das Oberhaupt des
Komplottes iſt, das falſche franzöſiſche Franknoten fabrizieren
ließ, nach eigenen Angaben mit patriotiſchen Abſichten. Die=
ſer
politiſche Zweck iſt beim fürſtlichen Rädelsführer ſehr ſtark mit
eigennützigen materiellen Plänen untermiſcht geweſen, ebenſo bei
einem großen Teil ſeiner Helfershelfer, denn es iſt nachgewie=
ſen
, daß Windiſchgrätz und alle jene Mittäter, die die Unter=
bringung
der auf etwa 25000 Stück geſchätzten gefälſchten 1000=
Franknoten im Ausland übernommen haben, ſtark verſchuldete,
zum Teil ganz exiſtenzloſe, auf jeden Fall um ihren vorkriegs=
zeitlichen
, luxuriöſen Lebensſtandard verzweifelt ringende Lebe=
männer
geweſen ſind. Neben dieſen Kavalieren haben jedoch
von der hirnverbrannten Aktion gewußt, beziehungsweiſe haben
dieſelbe unterſtützt die meiſten Direktoren und Beamten der
ſtaatlichen Kartographiſchen Anſtalt, wo die Noten gezeichnet und
gedruckt worden ſind, der Landespolizeichef von Nadoſſy, eine
ſehr mächtige Perſönlichkeit, dann der Feldbiſchof Zadravetz und
der geſchäftsführende Vizepräſident eines vornehmen Verbandes
geſellſchaftlicher Vereinigungen, Oberregierungsrat Szötſey. Das
iſt die Liſte der bis heute Verhafteten und die Regierung läßt
mitteilen, daß damit die Unterſuchung im großen und ganzen
abgeſchloſſen iſt.
Wie iſt ſowas möglich geworden und wie läßt es ſich er=
klären
? Iſt das Machiavellismus oder moral insanity?
Es iſt eine ziemlich gemiſchte Geſellſchaft, die nun gemein=
ſam
im Gefängnis ſitzt. Ihre Tat läßt ſich nicht eindeutig aus=
legen
.
Was vor allem die Angeſtellten der Kartographiſchen Anſtalt
anbelangt, ſo iſt deren Schuld gewiß die kleinſte. Sie haben
ganz offenbar ohne jedes Entgelt das getan, was ihnen als
Pflicht genannt worden iſt. Ein geweſener Miniſter und der
höchſte Chef der geſamten Polizei haben ihnen Befehle erteilt.
Dieſe Axweiſungen kamen ihnen zwar nicht in der gewöhnlichen
vorſchriftsmäßigen Weiſe und auch nicht von ihren eigentlichen
Vorgeſetzten zu, aber durchführende Organe, die ihr ganzes Le=
ben
gearbeitet haben, ohne denken zu dürfen, haben es verlernt,
ſich ein eigenes Urteil zu bilden. Und im Weltkrieg, aber noch
mehr in der Zeit der darauf folgenden Revolutionen ſind ihnen
ſo zahlreiche Befehle gegeben worden, die für ſie unverſtändlich
waren, und die mit den Begriffen von Gut und Böſe, die ihnen
vor dem Krieg geläufig waren, im Widerſpruch ſtanden, daß man
ſich nicht ſo ſtark wundern darf, wenn ſie auch diesmal blind ge=
horcht
haben.
Die in Holland, Hamburg und Mailand verhafteten Janko=
vies
, Genergloberſt a. D. Marſchovſzky, Parteiſekretär der Rechts=
radikalen
, Olchvary, und die anderen ſind ausnahmslos herunter=
gekommene
Individuen. Es kann ſein, daß ſich dieſe Vertreter
der Falſifikate niemals zu einem ganz ordinären Verbrechen
herbeigelaſſen hätten, aber es entſprach ihrer Mentalität, etwas
zu unternehmen, wobei man ohne Arbeit zu Geld kommt, wobei
man ſchön leben kann, und wobei man ſich noch als Patriot
an die Bruſt ſchlagen kann. Man muß nur wiſſen, wie furchtbar
die ungariſche Mittelklaſſe durch die Zerſtückelung des Landes in
ihrer privateſten Exiſtenz getroffen worden iſt. Heute gibt es
in Rumpfungarn z. B. gewiß mindeſtens dreimal ſoviel Juriſten,
als ſie nötig wären. Nicht nur die magyariſchen Verwaltungs=
und Gerichtsbeamten, auch die Grundbeſitzer und die meiſten
Rechtsanwälte ſind von den Nachfolgeſtaaten hinausgeekelt und
direkt verjagt worden. Der Mittelſtand kann keinen bewaffneten
Aufſtand machen, ſelbſt wenn er in der unſagbarſten Not iſt.
Der Mittelſtand verhungert, verproletariſiert oder verliert ſeine
bürgerliche Moral. Leider gibt es auch hierzulande, wie anders=
wo
ſehr viele Intellektuelle, die ſich mit der verarmten Lebens=
weiſe
, die ihnen aufgezwungen iſt, nicht zufriedengeben wollen,
ſondern lieber von dem erlaubten Wege abweichen, um doch viel=
leicht
das zu erraffen, was ihnen fehlt. Man darf in dieſem
Zuſammenhang daran erinnern, daß das hiſtoriſche Ungarn
kein geſchloſſener Nationalſtaat war, ſondern ein typiſcher Natio=
nalitätenſtaat
, in dem etwa 10 Millionen Magyaren die Führung
über weitere 10 Millionen Andersſprachige innehatten. Die
Magyaren ſind geborene Politiker, und der magyariſche Mittel=
ſtand
entwickelte ſich in der Vorkriegszeit ſo ſtark und üppig,
daß er auch für die Bauernvölker der Slowaken, Rumänen und
Serben einer großen Teil der Oberſchicht darſtellen konnte. Da=
durch
entſtand hier durch das Friedensdiktat eine Sorge, die
im ſelben Maße weder in Deutſchöſterreich noch im Deutſchen
Reich vorhanden iſt wie rette ich die überſchüſſige Intelligenz?
Die Sanierung, die der Völkerbund und die ungariſche Regie=
rung
ſeit anderthalb Jahren auf finanziellem Gebiete mit hervor=
ragendem
Erfolge durchführen, erſtreckt ſich nicht auf die Sanie=
rung
der Mittelklaſſe, der zugrunde gegangenen Herrenklaſſe.
Wenn in dieſer bitter traurigen Frankfälſchungsangelegenheit die
ungariſche Regierung für irgend etwas verantwortlich iſt, dann
muß man ſagen, daß ſie Schuld daran trägt, wenn ſo zahlreiche
jüngere und ältere Elemente der ſogenannten beſſeren Kreiſe‟
brotlos daftehen und zugleich ohne jede Hoffnung, ihre materielle
Lage zu beſſern. Allerdings, die Verantwortung der Regierung
Bethlen iſt dadurch zum großen Teil entlaſtet, daß der Völker=
bund
, der derzeit einen großen Teil der ungariſchen Souveräni=
tät
ausübt, garnicht daran denkt, der ungariſchen Beamten= oder,
wie man hier ſagt, Lateiner= oder Honoratioren=Klaſſe zu
helfen. Man ſtellt ſich offenbar die Löſung ſo vor, daß die
Ueberflüſſigen ſterben ſollen, wie das Clemenceau für das
deutſche Volk geplant hat.
Neben den kleineren Ertappten, für deren verbrecheriſches
Verhalten ihre Verzweiflung als Erklärung unbedingt heran=
gezogen
werden muß, gibt es jedoch auch einzelne Perſönlich=
keiten
, bei denen habſüchtige Motive als ausgeſchloſſen gelten

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Seite 2

Samstag, den 16. Januar 1926

Nummer 16

können. Prinz Windiſchgrätz iſt ſtets ein Deſperado geweſen,
aber was ſuchen der Landespolizeichef, eine Stütze des jetzigen
Regierungsſyſtems, was ſucht der Feldbiſchof Zadravetz, ein
alter Freund und Anhänger des Reichsverweſers Horthy, in
dieſer Bande?
Da muß man vorerſt bedenken, daß das Verſchwörerweſen
überall dort blüht, wo eine Nation unterdrückt iſt. Ganz Ungarn
fühlt ſich heute von der Großen und Kleinen Entente erbar=
mungslos
geknebelt. Mit den Waffen in der Hand läßt ſich
gegen die Uebermacht nichts machen. Nicht das erſtemal iſt es,
daß man die Mittel für patriotiſche‟ Zwecke durch die Fabri=
kation
falſcher Noten eines feindlichen Staates ſich verſchaffen
will. Kurz vor dem preußiſch=öſterreichiſchen Krieg, im Jahre
1865, wurde eine ſiebenbürgiſch=magyariſche Verſchwörung ent=
deckt
, an deren Spitze der bekannte Freiheitskampfgeneral Klapka
ſtand, und die die Abſicht hatte, den Oeſterreichern beim Aus=
bruch
der Feindſeligkeiten mit Preußen von Siebenbürgen aus
in den Rücken zu fallen. Zwei ſiebenbürgiſch=magyariſchen
Grundbeſitzern, von Iſzaj und von Cſüdör, wurde nun bei der
Entlarpung der Klapkaiſchen Konſpiration deswegen der Prozeß
gemacht, weil ſie verdächtigt wurden, falſche Lei=Noten für die
Zwecke der Rebellen verfertigt zu haben. Wie geſagt, das Unter=
nehmen
mißglückte auch damals. Wie denn auch in dieſem Lande
jeder geheime Anſchlag dazu verurteilt iſt, zu mißlingen. Denn
der Magyare, plauſcht alles aus. Das iſt nun einmal ein
Nationalfehler.
Darum iſt es auch nur ein künſtlicher Spektakel, der jetzt von
Beneſch gegen Ungarn losgelaſſen wird. Der Friede Europas iſt
hier nicht gefährdet.
Beginn der engliſch=italieniſchen
Schuldenverhandlungen.
Der Streit um die italieniſchen Schulden.
Italieniſche Anleibe=und Stabiliſierungspläne.
TU. London, 15. Januar.
Geſtern nachmittag fand eine Vollſitzung der engl ſchen und der
italieniſchen Delegationen ſtatt. Nach Auffaſſung Großbritanniens ſchul=
det
Italien England 592 Millionen Pfund Sterling ohne Zinſen. Ueber
den italieniſchen Standpunkt verlautet von maßgebender italieniſcher
Seite, daß Italien der Auffaſſung ſei, nur 381 Millionen Pfund Ster=
ling
von Großbritannien erhalten zu haben. Die Geſamtverpflichtungen
einſchließlich Zinſen belaufen ſich auf 610 Millionen Pfund Sterling.
Für die Zahlungsmethode ſollen wahrſcheinlich die engliſch=franzöſiſchen
Abmachungen als Vorbld dienen. We der Evening Standard be=
richtet
, wird Italien mit verſchiedenen Finanzhäuſern der City über die
Aufnahme einer Anleihe und über einen Plan für die Stabiliſierung der
italieniſchen Lira verhandeln.
Italien beruft ſich auf ſeine Opfer.
In der geſtrigen Vollſitzung der engliſcheitglieniſchen Schuldenver=
handlungen
im engliſchen Schatzamt hielt der Graf Volpi eine Rede,
in der er auf die großen Opfer hinwies, die Italien während des Krieges
gebracht habe. Die finanziellen Opfer hätten aber bisher fortgeſetzt den
Kurs der italieniſchen Währung gedrückt. Volpi ſchloß mit dem Ausdruck
der Hoffnung, daß der Geiſt der Solidarität und der Freundſchaft nie=
mals
verdunkelt werden möge, und den Arbeiten der Konferenz als
beſtes Vorzeichen diene.
Jugoſlawiſche=griechiſche Spannung.
Der jugoſlawiſche Geſandte in Athen hat geſtern nachmittag
der britiſchen Regierung eine Note überreicht, in der Jugoſlawien
gegen die Verfolgung der Serben im Gebiet in Mazedonien
Einſpruch erhebt. Gleichzeitig übergab der jugoſlawiſche Ge= allen Stimmen gegen die des Abg. Graf Reventlow (völkiſch) bei Stimm=
ſandte
eine weitere Note, in der die griechiſche Regierung er=
ſucht
wird, Verhandlungen wegen einer Freizone im Hafen von
Saloniki ſofort zu beginnen.
In Verbindung mit dem Schritt der Belgrader Regierung
erſchienen geſtern im Miniſterium des Aeußern der Geſandte von
England und der von Italien, um ſich über die Gründe des landzone auf etwa 75 000 Mann feſtzuſetzen. Eine Verwirklichung die=
jugoſlawiſchen
Schrittes zu unterrichten. Wie weiter gemeldet
geſchlagenen Verhandlungen über einen Balkanpakt bis zur Be=
reinigung
der Frage der Eiſenbahnlinien GewabeliSaloniki, 1935: Erhebliche Herabſetzung der Beſatzungsſtärke auf annähernd nor=
deren
Uebergang in den Alleinbeſitz Jugoſlawiens gefordert
wird, abgelehnt.
Das neue Direktorium des Memellandes.
EP. Wien, 15. Januar.
Das unter dem Vorſitz von Simonaitis gebildete Landes=
direktorium
für das Memelgebiet ſetzt ſich folgendermaßen zu=
Landtagsabgeordneter Baldszus und Kaufmann Scharfetter.

*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Freitag, den 15. Januar.
Mamſell Angot.
Operette von Clairville, Muſik von Ch. Lecog.
Wir dürfen dankbar ſein, einmal eine Operette außer der
gewohnten Reihe zu hören, die zu den klaſſiſchen Anfängen dieſer
Gattung zurückführt.
An die kleinen Spielopern Aubers anſchließend, ſind es in
Paris Planquette, Barbier, Lecog geweſen, die in den Jahren
1855 bis 1866 etwa die franzöſiſche Operette geſchaffen haben,
beeinflußt und beflügelt vom Zeitgeiſt des zweiten Kaiſerreichs.
Ihre Werke ſind ausgeſprochene Kinder franzöſiſcher Art, wäh=
rend
Offenbach gleichzeitig, beſonders aber in ſeiner zweiten
Schaffensperiode 1872 bis 1876, eine mehr internationale Form
fand, zu der ihn ſein jüdiſches Blut beſonders befähigte. Von
1862 an nahm alsdann der Dalmatiner Suppé die Form in einer
an Wien angenäherten Weiſe auf, während Strauß von 1874 bis
1899 ihr den Deutſch=Wiener Ausdruck gab, der mit ähnlichen
Gebilden von Genée, Zeller, Dellinger und ihrer Nachfolger bis
geſtern herrſchend wurde.
Bei Lecogs Mamſell Angot haben wir es jedenfalls mit
einer rein franzöſiſchen Operette zu tun, die in Stoff, Text und
Muſik nur von dieſem Geſichtspunkt zu beurteilen iſt. Ihren
Stil zu finden, fällt uns Deutſchen ſchwer, und die Aufführung
ſolcher national gebundener Werke kann immer nur einen An=
näherungswert
beſitzen.
Ihr Stoff liegt uns heute fern. Auch ſeine dramatiſche und
textliche Faſſung, an der kaum etwas geändert wurde, dünkt uns
verjährt. Um ſo feiner und wertvoller iſt die Muſik. Sie hat
zwar weder Farbe noch Herz, faſt nur Zeichnung und Verſtand.
Sie iſt wie Graphik. Es gibt in ihr kaum eine gemütvolle‟
Stelle. Das Schmalz brachten erſt die Wiener. Aber um ſo
mehr Klarheit und Form. Und dieſe wird in allen Themen und
Rhythmen mit größter Knappheit und Sicherheit beherrſcht.
Ganz ſchüchtern tritt der Walzer auf, noch ohne Schwung und
Schmeichelmelodie, und wird im zweiten Akt bewußt als frei=
heitliche
Losſagung vom Contre eingeſetzt. In der deutſchen
Operette iſt dann ſpäter der Walzer zum tragenden Gerüſt ge=
worden
. Die muſikaliſche Erfindung iſt wohl etwas dünn, oft
banal, aber köſtlich leichtſinnig und übermütig. Die Rollen ſind
ſchwer geſchrieben, finden im Orcheſter meiſt nur dünne Stützen

Vom Tage.
Reichsernährungsminiſter Graf Kanitz erſuchte Reichskanzler
Dr. Luther von ſeiner Wiederberufung in das neue Kabinett abzu=
ſehen
, da ſein Geſundheitszuſtand eine längere Erholungszeit unbedingt
notwendig mache.
Die Räumung der nördlichen Rheinlandzone wird
nicht vor dem 20. Februar abgeſchloſſen werden. Die Gründe liegen in
Quartierſchwierigkeiten in der Wesbadener Zone.
Wie wir hören, dürften die Finanzämter angewieſen werden, keine
Verzugszuſchläge zu erheben, wenn die Einkommenſteuererklä=
rung
und die Vorauszahlungen bis 25. d3. Mts. erfolgt ſind.
New Yorker Blätter berichten übereinſtimmend, daß in der nächſten
Woche eine Anleihe in Höhe von 2 Millionen Dollar
ſüir Unternehmungen des Stahltruſtes aufgelegt wer=
den
ſoll.
Der amerikaniſche Bankier Mac Garrah, Mitglied des
Generalrates der deutſchen Reicksbank, äußerte ſich vor amerikaniſchen
Bankiers ſehr optimiſtiſch über die Zahlungsfähigkeit
Deutſchlands.
Die griechiſch=jugoſlawiſchen Beziehungen haben eine
nicht unweſentliche Verſchärfung erfahren.
Die Verhandlungen über die Konſolidierung der griechi=
ſchen
Schulden haben am Donnerstag in Waſhington begonnen.
In gut unterrichteten Kreiſen Moskaus verlauter, daß die Leitung
der füngſt vereinigten Volkskommiſſariate für Außen= und Binnen=
handel
Kameneff übertragen werde. Zu ſeinem Stellvertreter ſoll
neben Kraſſin der bekannte Volkswirtſchaftler Frunkin ernannt werden.
Das liberale Giornale d’Italia iſt von ſeinem ſeitherigen
Beſitzer, dem Führer der liberalen Partei Borzino in faseiſtiſche
Hände übergegangen.
Im Zuſammenhang mit der Abdankung des rumäniſchen
Kronprinzen wurden 40 Generale, die mit ihm ſympathiſier=
ten
, in den Ruheſtand verſetzt.
In der franzöſiſchen Finanzkommiſſion wurden
geſtern Briand und Doumer gehört und die Verhandlungen nahmen
einen etwas ruhigeren Verlauf, zumal ſich auch die Kammer entgegen
dem Wunſch der Kommiſſion auf Dienstag vertagt hat.
In den engliſch=italieniſchen Schuldenverhand=
lungen
wurde zwiſchen den Sachverſtändigen ein vorläufiges Ab=
kommen
fertiggeſtellt, das nunmehr den Delegationen vorgelegt wer=
den
ſoll.
Die britiſche Delegation ſür die vorbereitende Abrüſtungskonferenz
wird von Lord Ceeil, der von mehreren Experten begleitet ſein wird,
geführt werden.
Nach fünftägiger Debatte hat das kanadiſche Parlament
mit 123 Stimmen der Liberalen und Progreſſſten gegen 120 Stimmen
der Konſervativen dem liberalen Miniſterinm mit dem in
den letzten Wahlen durchgefallenen Premierminiſter King an der Spitze,
das Vertrauenausgeſprochen.
Die Kämpfein Chinahabenwieder begonnen. Gene=
ral
Lutſchinglin hat den Vormarſch auf Tientſin angetreten. Es ſoll
bereits ein erbitterter Kampf ſtattgefunden haben.
Die Meldung über die Unabhängigkeitserklärung der
Mandſchurei durch Tſchang Tfo Lin wird von Tokio dementiert.

Locgrnodebaite
im Auswärtigen Ausſchuß.
Proteſt gegen die ungewöhnlich große Beſatzungsſtärke
Berlin, 15. Januar.
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstages ſetzte heute die Beſpre=
TU. Belgrad, 15. Januar. chungen über den Stand der Auswirtungen von Loearno fort. An der
Ausſpruche beteiligten ſich die Abgeordneten v. Rheinbaben (Otſch. Vt.),
Dr. Roſenberg (Komm.), Dr. Breitſcheid (Soz.), Graf Bernſtorff (Dem.),
Graf Lerchenfeld (Dtſch. Vp.), v. Graefe (völkiſch), Graf Weſtarp (Dntl.),
Dr. Kaas (Zentr.) und Dr. Landsberg (Soz.). Zum Schluß wurde mit
enthaltung der Kommuniſten folgende Entſchließung des Abg. Freiherrn
v. Rheinbaben (Dtſch. Vp.) angenommen:
Der Ausſchuß nimmt in einer Debatte über die Auswirkungen
des Vertragswerkes von Locarno von den Preſſenachrichten Kenntnis,
wvonach der Untcrausſchuß der Botſchafterkonfereuz beſchloſſen haben ſoll,
die Truppenzahl der Beſatzungsmächte in der zweiten und dritten Rhein=
ſes
Beſchluſſes würde berechtigte deutſche Erwartungen auf das ſtärkſte
wird, hat die jugoſlawiſche Regierung die von Griechenland vor= enttäuſchen. Sie würde nicht nur die in früheren langwierigen Ver=
handlungen
zwiſchen Deutſchland und den Beſatzungsmächten bereits
erzielten Ergebniſſe (Note der Botſchafterkonferenz vom 16. November
male Stärke chiffre normux, d. h. annähernd deutſche Friedensſtärke)
wieder umſtoßen, ſondern überhaupt in kraſſem Widerſpruch zu der poli=
tiſchen
Lage ſtehen, die durch die Unterzeichnung der Verträge von Lo=
carno
geſchaffen werden ſoll. Der Auswärtige Ausſchmß richtet auch im
Hinblick auf weitere außenpolitiſche Entſcheidungen das nachdrückliche
Erſuchen an die Reichsregierung, ihren augenblicklichen Bemühungen
auf Herabſetzung der franzöſiſchen Beſatzungsſtärke auf die Zahl der
früheren deutſchen militäriſchen Belegurg von 4550 000 Mann und
ſammen: Simonaitis Präſident, als Landesdirektoren Amts= um eine dem Zweck des Vertragswerkes von Locarno entſprechende Re=
gelung
des Beſatzungsregimes auf das energiſchſte fortzuſetzen und dem
gerichtsrat Kainis (Heidekrug), Direktor Stumberg (Memel), Auswärtigen Ausſchuß baldmöglichſt von dem Erfolg ihrer Schritte
Mitteilung zu machen.
Em
und erfordern, um zu wirken, kunſtgeübte Kräfte. Das Kalte,
gänzlich Unſentimentale gleicht der Franzoſe durch ſeinen ſicheren
Geſchmack und elegante Beweglichkeit aus. Unſere Darſtellungen
haben Mühe, dieſen Ton zu treffen. Wenn es zum großen Teil
gelang, wird es der geſchickten Regie Heinrich Kuhns und der
flüſſigen muſikaliſchen Leitung Berthold Sanders verdankt;
vor allem aber den glänzenden Bühnenbildern Schenck von
Trapps und den kleidſamen Zeit= und Phantaſiekoſtümen, die
beide hauptſächlich in geiſtreichen Variationen die Trikolore ver=
wendeten
. Die angehefteten Plakate am Hallenbogen im erſten
Akt und der blauweiße Prellbock im Straßenbild des letzten
brachten den Lokalwitz nicht übel zum Ausdruck. Es fragt ſich
nur, ob dieſe Inſzenierung nicht ſchon zu ſchwer und farbig iſt,
anſtatt graphiſch, andeutend, flüchtig dem Weſen des Stückes
und ſeiner Muſik zu entſprechen. Und die weitere Frage tut ſich
auf, ob dieſe feine künſtleriſche Leiſtung das ausgegrabene Stück
wert iſt, das doch kein ſehr wichtiger Teil unſeres Spielplans
ſein kann. Freilich iſt es noch nicht lange her, das Mamſell
Angot in aller Munde war. Sie war das erſte Werk, das das
Ruſſiſche Künſtleriſche Theater in Moskau im Jahre 1919 her=
ausbrachte
, als es vom Schauſpiel aus die Oper reformieren
wollte. Den beiſpielloſen Erfolg, den es damals errang, ver=
dankte
es indes äußerlichen und jedenfalls anderen Urſachen,
als ſeinen eigenen Vorzügen. Denn bei der umſtürzleriſchen
Neubearbeitung des Stückes blieb nur die Muſik, auch dieſe
anders geordnet, beſtehen, Stoff, Handlung, Text alles wurde
geändert. Eine ſolche rückſichtsloſe Willkür gegenüber einem
fertigen, abgeſchloſſenen Werk anerkennen wir nicht, obwohl eine
teilweiſe Anpaſſung von Stoff und Text an die heutige Zeit, die
nicht leicht, aber möglich iſt, ſehr vorteilhaft erſcheinen würde.
Die Handlung ruht auf zwei weiblichen und zwo männlichen
Hauptperſonen. Paula Kapper, die nie Verſagende, lieh der
frechen Clairette Angot in ſehr kecken Koſtümen ihre durchtrie=
benſte
Koketterie. Die Mondaine Mlle. Lange ſpielte und ſang
Annelies Roerig recht nett und ſah blendend aus. Schade,
daß ihr ſtimmliches und geſangliches Vermögen nicht ausreichen.
Guſtav Deharde, wie immer gewandt und ſicher, iſt für den
Straßenſänger und Volksverführer Ange Pitout allzu zahm. Aus
dem jammerlappigen Friſeur Pomponnet machte Eugen Vogt
noch alles Mögliche, ebenſo wie Heinrich Kuhn den farbloſen
Larivandiere einigermaßen rettete. Diefe drei Figuren ſind es
hanptſächlich, die durch Improviſationen ungemein gewinnen
könnten. Sie müßten, wenn wir Courage hätten, aktuelle Tages=
färbung
erhalten. Karl Eberts Stutzer Trenitz war ſehr

* Der Münchener Räte=Prozeß.
Vernehmung Noskes.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
+ München, 15 Januar.
Am dritten Verhandlungstage des Prozeſſes aus der Mün=
chener
Rätezeit wurde zunächſt der Sohn eines der Eiſchoſſenen,
der junge Konrad Zeller, vernommmen, der zugleichk; mit ſei=
nem
Vater in der Nacht vom 4./5. Mai verhaftet worden war.
Die Behandlung bei der Verhaftung durch die Soldaten des
Freikorps bezeichnet er als durchaus korrekt. Aus ſemer Er=
innerung
kann er nicht mehr feſtſtellen, ob auch die übrigen Ver=
hafteten
in München einem Verhör unterzogen wurden, hält
dies jedoch für wahrſcheinlich.
Mit großer Spannung verfolgten ſodann die Zuhörer die
Vernehmung des Oberpräſidenten Noske, der u. a. ausführte:
Als Reichswehrminiſter, dem für das ganze Reichsgebiet, die
Vollmacht zur Niederwerfung der Aufſtände im Frühjahr 1919
übertragen war, ſah ich mich vor die Notwendigkeit geſtellt be=
züglich
der Aburteilung von Gefangenen und bezüglich der Zu=
ſtändigkeiten
der militäriſchen Behörden beſondere Erliſſe
herauszugeben. Dieſe wurden auch den nach München geſand en
Truppen mitgegeben. Die erteilten Beſehle konnten micht meir
auf eine einfache Form gebracht werden. Für ihre Anwendung
bildete ſich erſt allmählich aus den gegebenen Lagen eine Pra.
xis heraus. Es galt, die Aufſtände auf das ſchnellſte niederzu=
werfen
. Dazu gehörte ein Mindeſtmaß von Maßnahmen, um
dem Bluwergießen ein raſches Ende zu bereiten. Leute konn=
ten
von den Truppen, die bald da, bald dort verwandt und im
ganzen Reiche herumgehetzt wurden, nicht immer den Gefäng=
niſſen
übergeben werden. Wo es geſchah, wurden die Gefan=
geeien
oft zu Unrecht freigelaſſen. Es mußte infolgedeſſen die
Möglichkeit geſchaffen werden, fie ſchnell abzuurteilen. So kam
es zur Notwendigkeit des Schießerlaſſes vom 9. März 1919. Der
Erlaß wurde von mir perſönlich niedergeſchrieben und lautete
etwa: Die zunehmenden Grauſamkeiten und
Beſtialitäten der Spartakiſten und Kommuniſten
zwingen zu dem Befehl, alle Perſonen; die mit
der Waffe in der Hand angetroffen werden, ſo=
fort
zu erſchießen. Ich weiß, daß über die Auslegung
dieſes Erlaſſes ſpäter oft geſtritten worden iſt, und der Befehl
konnte ja auch manchem der urteilsloſen Leute zum Verderben
werden. Wer die Tage von damals miterlebt hat, und wer, wie
ich, die Veranwwortung für die raſche Beendigung der ſcheuß=
lichen
Zuſtände trug, mußte hauptſächlich das Ziel der ſo=
fortigen
Niederwerfung der Unruhen im Auge
behalten. Wenn der Erlaß auch damals manches ge=
zeitigt
hat, was uns heute wit Schrecken erfüllt, ſo
iſt er doch damals richtig geweſen. Mißſtände mußten mit
in Kauf genomen werden, und wer ſich heute darüber moraliſch
entrüſtet, ſollte nicht vergeſſen, welche Verantwortungen und
Notwendigkeiten damals nötig waren. Iſt habe für die ein=
zelnen
Aktionen, die damals in vielen Städten des Deutſchen
Reiches notwendig waren, den Truppenführern meiſt freie
Hand gelaſſen, da es ſchwer war, vorher Weiſungen zu
geben. Aus der jeweiligen Sachlage heraus mußten eben
die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden.
In der Frage, ob nur Leute erſchoſſen werden durften,
die mit der Waffe in der Hand betroffen wurden, oder ob Ge=
fangene
auch nachträglich zu exekutieren waren, ließ ſich keine
Norm aufſtellen. Die Offiziere mußten tun, was der militäriſchen
Lage im Augenblick entſprach. Die Meinungsverſchiedenheiten
darüber gehen ſehr weit auseinander. Auf Grund der mir be=
kannten
Tatfachen aus der Vorunterſuchung glaube ich nicht,
daß der Fall der Erſchießung der zwölf Perlacher als korrekt
aufgefaßt werden kann. Aber ich habe hier nicht die Zeugen ge=
hört
und kann mir daher kein klares Bild über die Einzelheiten
machen. Ich weiß aber, daß es viele ähnliche Beiſpiele damals
gegeben hat. Aber wo kein Kläger, da iſt kein Richter. Es kann
wohl ſein, daß ein unterer Offizier in einem ſolchen Falle, wie
dem vorliegenden, auf Grund der allgemeinen Befehle der Mei=
nung
ſein konnte, er habe hier einen Befehl zu vollziehen, und
zum Anſtellen tiefſinniger Betrachtungen blieb wohl damals
keine Zeit.
In der Nachmittagsverhandlung wurde der Zeuge Opper=
mann
vernommen, der als damaliges Mitglied des Freikorps
dem Erſchießungskommando zugeteilt war, daher eine ſehr aus=
führliche
Darſtellung der Vorgänge zu geben vermochte. Er er=
klärt
, die Erſchießung ging ohne Haſt und Heimlichkeit vor
ſich und erweckte unbedingt den Eindruck einer militäriſchen
Dienſtverrichtung.
Es folgte ſodann die Vernehmung des Generalé
von Möhl, der im Jahre 1919 die bayeriſchen Truppen be=
fehligte
. Er erklärt, daß die Truppen Befehl hatten, alle mit
der Waffe in der Hand betroffenen Perſonen ſofort zu erſchießen.
Nach weiteren unweſentlichen Zeugenvernehmungen wird die
Verhandlung auf morgen vertagt.
paſſend, und dem Poliziſten Louchard gelang es Walter Hag=
ner
, wirkſame humoriſtiſche Lichter aufzuſetzen. Ueber kleine
Mängel der Perſonen und der Darſteller half jedoch ein flottes
Zuſammenſpiel hinweg und ſchuf die richtige Stimmung, die
zum Erfolg führte. Die Damen Liebel, Welzel, Kar=
ſtedt
Müller=Wiſchin, Janſon, Herbach und
Fleiſchmann, ſowie die Herren Ney, Strzletz und
Baumgarten ergänzten glücklich den Perſonenzettel in klei=
neren
Rollen. Das kleine, von Manda v. Kreibig geführte
Ballett im dritten Akt war in ſeiner Anordnung gut am Platze.
v. HI.

Kleines Haus. Freitag, den 15. Januar.
Junge Bühne.
Luſitania
Drei Szenen von Alfred Döblin.
In das Bild der Literatur der Gegenwart gehört auch Alfred
Döblin. Sein Weſen iſt zu vielſpältig, als daß es auf eine
einfache Formel zu bringen wäre.
Im Sturm, Herwarth Waldens kämpferiſcher Zeitſchrift,
wurde man zuerſt auf ihn aufmerkſam. Seine Skizzen, die Sein
und Schein, Leben und Traum in vollem Wirbel verknüpften,
verrieten den jungen Mediziner. 1878 in Stettin geboren, führte
ihn das Leben fruh nach Berlin. Mit fünfzehn Jahren ſah ich
auf einer Landpartie den erſten Kirſchbaum. Mich um Tiere,
um das Land zu bekümmern, ſchien mir lächerlich, romantiſche
Faxerei, alberne Zeitvergeudung. Preußiſche Strenge, Sachlich=
keit
, Nüchternheit, Fleiß iſt mir auf dem Berliner Gymnaſim
anerzogen worden. Ich kann mich noch erinnern meiner faſt
atemloſen Freude, als die erſten Drähte für die Elektriſche in
Berlin ausgeſpannt wurden, und daß ich zum Spott einiger
Kameraden mit wirklichem Entzücken ein halbes Dutzend mal
nach Kroll zog, nicht aber zum Theater, ſondern um neben dem
Eingang in den Kellerraum zu ſehen, wo eine Maſchine ſtand,
die ich gar nicht verſtand, aber die mich auch gar nicht losließ.
Der Glaube an die Maſchine, an die Wunder der Technik blieb
ihm in ſeinem ſpäteren Leben treu. Er ſteigert ſich in dem
Islandbuche Berge, Meere und Giganten zu glän=
zenden
Schilderungen, die in himmelſtürmender Technik die Erd=
haut
Islands aufreißen, Berge zuſammenſtürzen und Feuer=
ſtröme
hervorbrechen laſſen, um das Land zu enteiſen.

[ ][  ][ ]

Nummer 16

Samstag, den 16. Januar 1926

Seite 3

Eine falſche Behauftung des Herrn
Mindellatdtrettots Arſtavt.
* Wir leben in einem demokratiſchen Staat. Freiheit der
Forſchung, Freiheit der Wiſſenſchaft! Hohe Ideale der Demo=
kratie
ſeit altersher. Wenigſtens in der Theorie. In der Praxis
Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt war eine neu geſchaffene
ordentliche Profeſſur für Philoſophie zu beſetzen. Die Hochſchule
hat nach altem Brauch ein Vorſchlagsrecht. Die Profeſſoren wer=
den
vom Staat ernannt, und der Staat hat zweifellos das for=
male
Recht, von dem Vorſchlag der Hochſchule abzuweichen.
Das iſt in früheren Zeiten, in jenen Zeiten des Obrigkeits=
ſtaates
, manchmal vorgekommen, beſonders in Preußen, nie=
mals
in Heſſen. In allen jenen früheren Fällen waren es die
Parteien der Linken, die Sozialdemokraten und die Rechtsvor=
gänger
der heutigen Demokratiſchen Partei, die am ſchärfſten
ſolches Vorgehen des Staates als Uebergriff brandmarkten. Sie
ebenſo wie übrigens auch manche anderen Parteien be=
tonten
, daß ein ſolches Vorgehen des Staates die Freiheit der
wiſſenſchaftlichen Forſchung aufs höchſte gefährde. Das war
früher und iſt ſchon lange her. Im heſſiſchen Landtag ſtand
geſtern der Präſident des Landesbildungsamtes, ein Demokrat,
vor der etwas ſchwierigen Aufgabe, das Vorgehen der heſſiſchen
Regierung im ſogenannten Fall Goldſtein zu rechtfertigen. Es
dürfte ſich erübrigen, auf die Einzelheiten hier nochmals einzu=
gehen
, die wir ja bereits früher eingehend erörtert haben. (Vgl.
Nr. 299 vom 29. 10. 1925.) Sehr zum Kummer des Herrn Mini=
ſterialdirektors
Urſtadt. Die ganze Sache hätte überhaupt nicht
dieſe Ausmaße angenommen, wenn ſich nicht die Zeitungen der
Sache bemächtigt hätten." Wir können den Kummer des Herrn
Miniſterialdirektors verſtehen. Das Regieren wäre ſicherlich
viel ſchöner, wenn die öffentliche Meinung und als ihr Organ
die Preſſe nicht vorhanden wäre. Mit Emphaſe verſicherte Herr
Urſtadt, daß Herr Profeſſor Heidebroek nicht der Verfaſſer jenes
Artikels im Darmſtädter Tagblatt geweſen ſei. Herr Profeſſor
Heidebroek habe das auf das beſtimmteſte verſichert. Herr Mini=
ſterialdirektor
Urſtadt hat während ſeiner langen Ausführungen
im Landtag recht viele Behauptungen aufgeſtellt. Hoffentlich
beruhen ſeine anderen Behauptungen auf feſterer Grundlage.
Jener Artikel nämlich, Landesamt für das
Bildungsweſen und Techniſche Hochſchule der
in ſachlichſter Form zu dem Vorgehen der heſſi=
ſchen
Regierung Stellung nahm und erheb=
liches
Aufſehen erregte, ſtammt, wie uns Herr
Profeſſor Heidebroek mitzuteilen ermächtigt,
von ihm! Man möchte die Dinge gern ſo darſtellen, als
ob die ſcharfe Kritik an dem Vorgehen der heſſiſchen Regierung
im Falle Goldſtein parteipolitiſchen und antiſemitiſchen Wurzeln
entſpränge. So gab es denn auch einige Bewegung im Hauſe,
als der Abgeordnete Dingeldey geſtern feſtſtellte, daß im engeren
Senat der Techniſchen Hochſchule, der ſich bekanntlich einſtimmig
gegen die Ernennung des Herrn Profeſſor Goldſtein ausge=
ſprochen
hatte, ſowohl Angehörige der verſchiedenſten politiſchen
Parteien als auch der verſchiedenſten Konfeſſionen, ſowohl Partei=
freunde
als auch Glaubensgenoſſen des Herrn Profeſſor Gold=
ſtein
ſitzen. Die Methode, jede Kritik an einer demokratiſchen
Regierung als den Ausfluß finſterſter reaktionärer Geſinnung
oder des Antiſemitismus hinzuſtellen, iſt nachgerade etwas abge=
braucht
. Klar und unmißverſtändlich hat der Abgeordnete Din=
geldey
die Gründe dargeſtellt, welche die ſcharfe Kritik an dem
Vorgehen der heſſiſchen Regierung hervorgerufen. Mit Recht
wies er darauf hin, daß in all jenen Vorkriegsfällen die Sozial=
demokratie
ſich auf genau die gleichen Gründe geſtützt habe, ſtehung verdank= und was es für die Entwicklung des wiſſenſchaftlichen Be=
Ich fordere Sie auf, meine Herren Sozialdemokraten, ſich heute
auf den gleichen Standpunkt zu ſtellen, wie Sie das in jenen
früheren Zeiten ſtets getan haben. Man ſah einige, allerdings
wenige, betretene Geſichter, aber ſchließlich iſt ja das Parlament
von heute nicht zum Zwecke ſachlicher Erörterung da. Recht
oder unrecht, meine Koalition. Sicherlich eine berechtigte Para=
phraſe
des bekannten alten Wortes. Der Präſiden des Landes=
bildungsamtes
ſprach ſehr lange. Auch das Verleſen alter
Privatbriefe kann die mangelnde Beweiskraft vorgetragener
Gründe nicht immer erſetzen. Es ſoll vorkommen, daß im Eifer
des Gefechts manchmal Redewendungen dem Gehege der Zähne
entfahren, über die der Redner ſich hinterher ſelbſt wundert.
Aufgabe der neuen Philoſophieprofeſſur iſt auch die philoſophiſche
daß nur eine Perſönlichkeit in Frage kommen könne, die auf
Grund eigener Forſchungen die Hörer zum ſelbſtändigen Denken
auregt; darauf kommt es doch garnicht in erſter Linie an! Ob
die Volksſchullehrer damit einverſtanden ſind, daß ſie ſelbſtän=

Doch an äußerer Technik blieb Döblin nicht haften. Sein
Sinn drängt weiter: Hin zu den Quellen, zum Sinn
des Lebens, zur Religion! Das Zentrum finden. Sich
reinigen, ſich erkennen! ruft er in Jenſeits von Gott aus.
Aus den alten Formen der Religion treibt es ihn zu einer neuen
Myſtik. Das Myſtiſche wird ihm ein Grenzbegriff der Natur=
wiſſenſchaſt
.
Wie aus einem ſtändig ſprühenden Krater brechen aus Döblin
mit jedem neuen Werk neue Formen, neue Gefühle, neue An=
ſchauungen
.
Auf die grotesken Novellen Ermordung einer Butterblume‟
folgten 1915 Die drei Sprünge des Wang=lun die
Erzählung von den wahrhaft Schwachen, die öſtliche Sehnſucht
mit neuem weſtlichen Weltgefühl verknüpft; geſchrieben auf der
Hochbahn, in der Unfallſtation bei Nachtwachen, zwiſchen zwei
Konſultationen, auf der Treppe beim Krankenbeſuch; bis jetzt
Döblins ſtärkſter Erfolg.
An der Front des Weltkrieges ſtieg ihm der Dreißigjährige
Krieg als ein Sinnbild des neuen Geſchehens auf; ſeine Geſichte
fanden Form in dem Roman Wallenſtein.
Auch dramatiſchen Arbeiten wandte Döblin ſich nun zu. Im
Jahre 1919 (nicht 1921, wie vielfach angegeben wird) entſtan=
den
die drei Szenen Luſitania. Sie ſtehen mit dem Krieg
in keinem inneren Zuſammenhang. Der Untergang der Luſi=
tania
bildet nur den äußeren Rahmen für die inneren Vor=
gänge
. Der Menſch ſtrebt in das Abenteuer, in eine unſichere
Zukunft. Trotz Warnung vertraut er ſein Schickſal der unſicheren
Fahrt auf der Luſitania an. Das Abenteuer ſtürzt ihn in den
Strudel des Meeres. In der Tiefe der Fluten herrſchen Schuld=
loſigkeit
und Reinheit. Die Meeresgeſchöpfe nehmen ſich der
ſinkenden Menſchen an In der Geſtalt des Alten des Rich=
ters
tritt die reine, unberührte Natur auf dem Boden des Meeres
den Menſchen entgegen, bereit, ſie bei ſich aufzunehmen. Doch
die Menſchen ſind dieſer ſchuldloſen Reinheit noch nicht gewachſen.
Sie drängen nach Buße, ſie zerfallen in Unfrieden. Das Meer
gibt ſie als Schiffbrüchige an die Erde zurück. Als Schiffbrüchige
wanken ſie durch die Stadt. Erſt als die Stimme des Todes ihr
Gewiſſen anruft, erkennen ſie den Ausweg: Beten! Ihr!
Lernt Beten! In den Ruf zur Ergebung, zur Demu:
klingt das Spiel aus.
Nur wenn man Döblins Werk und Weſen kennt und ſich
mit Bemühen in den Sinn der Szene verſenkt, ſind dieſe grund=
legenden
Gedanken zu erkennen. Döblins dramatiſche Handſchrift
Ein dieſen Szenen zu kraus und zu zerriſſen, als daß es ihm

diges Denken nicht brauchen? Noch vieles Erbauliche war zu
hören. Auf den Tribünen ſah man vergnügte Geſichter. Man
ſoll es dankbar begrüßen, wenn eine heitere Stunde die Menſchen
in dieſer triſten Gegenwart vorübergehend über den Ernſt der
Zeit hinwegtäuſcht.
Sitzungsbericht.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 9 Uhr 45 Minuten.
Eine Kleine Anfrage des Abg. Heinſtadt betrifft die Rotlauf=
bekomen
die Dinge manchmal ein anderes Geſicht. An der impfanſtalt in Cießen. Die Regierung antwortet, daß die Notwendig=
keit
des Neubaues anerkannt worden ſei, daß dieſer jedoch aus finan=
ziellen
Gründen nicht möglich ſei.
Die durch den Bau einer Waſſerkraftanlage bedingte ſchwierige Finanz=
lage
der Gemeinde Schönnen (Kreis Erbach) iſt der Gegenſtaud einer
Kleinen Anfrage des Abg. Leuſchner. Nach Mitteilung der Regie=
rung
ſind zwiſchen der Gemeinde Schönnen, der Heag und der Regierung
Verhandlungen im Gange, die nach einer Sanierungsmöglichkeit ſuchen.
Auf den Antrag des Bauernbundes, der die Regulierung der Nidda
und Nidder in den Kreiſen Friedberg und Büdingen betrifft, hat die
Regierung nach Mitteilung des Miniſters Raab bisher noch keine Ant=
wort
erteilt mit Rückſicht auf die über die Regulierung ſchwebenden Ver=
handlungen
.
Das Haus tritt ſodann in die Tagesordnung ein.
Zur Beratung ſteht der Antrag der Abgg. Dr. Keller und Birn=
baum
, betr. Ausführungsbeſtimmungen zu Artikel 53 des Volksſchul=
geſetzes
, der ſich mit den Wahlen der Lehrerſchaft zum Schulvorſtand,
Lehrerausſchuß, Kreisſchulamt und Stadtſchulamt befaßt. Die in Be=
tracht
kommende Beſtimmung ſoll folgenden Wortlaut haben:
Für die Wahl iſt das für die öffentlichen Wahlen geltende Verhält=
niswahlverfahren
mit gebundenen Liſten anzuwenden. Zur Einreichung
einer Liſte iſt die Unterſchrift von fünf Hundertſtel der Wahlberechtig=
ten
, höchſtens aber von zehn Perſonen, erforderlich.
Abg. Frl. Birnbaum erſtattet den Ausſchußbericht. Der Ausſchuß
hat mit 6 gegen 6 Stimmen die Ablehnung beſchloſſen.
Der Antrag wird mit 25 gegen 25 Stimmen abgelehnt.
Die Vorſtellung des Fachverbandes der ſeminariſtiſch gebildeten
Lehrerinnen an den höheren Schulen Heſſeus bezweckt eine Zuſammen=
faſſung
aller an höheven Schulen angeſtellten ſeminariſtiſch gebildeten
Lehrerinnen zu einer in ſich geſchloſſenen beſonderen Gruppe, ferner als
Anfangsgruppe dieſer Lehrerinnen die Gehaltsgruppe VIII.
Abg. Frau Birnbaum (D. Vpt.) ſetzt ſich für die Vorſtellung ein.
Miniſterialdirektor Urſtadt äußert Bedenken und macht darauf
aufmerkſam, daß durch die vorgeſchlagene Regelung 4 Lehrerinnen aus
der Gruype IIII in die Gruppe VIl zurückverſetzt werden müßten.
Die Vorſtellung wird abgelehnt.
Nach einer kurzen Pauſe teilt Präſident Adelung mit, daß der
Landtag am kommenden Donnerstag und Freitag tagen werde. Am
Montag wird der Sechſerausſchuß tagen, am Dienstag beginnen die Be=
ratungen
des Finanzausſchuſſes.
Das Haus ſtimmt dem geſtern verhandelten Antrag Heinſtadt
Weckler, betr. die Schreinerwerkſtätte in Bad=Nauheim, zu.
Der Fall Goldſiein.
Die Vorſtellungen der Abgg. Dr. Werner (Dnl.). Dingeldey (D.
Vpt.), Kaul (Soz.) und Reiber (Dem.), die die Ernennung des
Prof. Dr. Goldſtein zum außerordentlichen Profeſ=
ſor
an der Techn. Hochſchule zum Gegenſtand haben, ſtehen
ſodann zur Veratung.
Miniſterialdirektor Urſtadt gibt Kenntnis von einem Schreiben
der Techn Hochſchule, worin der Senat es ablehnt, die Akten zur Ver=
fügung
zu ſtellen, da Berufungsverhandlungen vertraulich ſeien.
Abg. Dr. Werner (Onl.) ſchildert die Vorgeſchichte des Falles
Goldſtein und verlieſt einen Artikel zum Konflikt der Darmſtädter Techn.
Hochſchule mit dem Heſſ. Landesamt für Bildungsweſen aus dem Heft 11
der Mitteilungen des Verbandes der Deutſchen Hochſchulen.
Abg. Dingeldey (D. Vpt.) führt zu der Frage der Ernennung
von Herrn Prof. Goldſtein u. a. aus: Es habe niemals eine Meinungs=
verſchiedenheit
über das formale Recht der Regierung, Hochſchulprofeſ=
ſoren
nach eigenem Ermeſſen zu berufen, beſtanden. Ueber dieſen Punkt
ſei alſo eine Diskuſſion nicht notwendig. Intereſſanter ſei es, einmal die
Frage zu erörtern, aus welchen Erwägungen das Vorſchlagsrecht der
Deu=ſchen Hochſchulen ſeir die Berufung von Profeſſoren ſeine Ent=
triebs
bedeute. Dabei müſten polit ſche Ueberlegungen ausgeſchaltet
werden. Das Höckſtmaß riſſenſchaftlicher Leiſtungen hänge davon ab,
daß über die Qualifikation der Lehrkräfte nur die entſcheiden könnten,
die ſelbſt dazu die Qualifikation beſäßen. Das ſeien die Senate und
die Profeſſoren. Ueber die Berechtigung und Begründung des Vor=
ſchlagsrechts
beſtehe wohl bei keiner Partei ein Zweifel. Somit könne
es ſich nur um Ausnahmefälle handeln, wenn die Regierung die Vor=
ſchläge
der Hochſchule nicht berückſichtige und von ihrem formellen Er=
nennungsrecht
Gebrauch mache. Es ſei daher zu prüfen, ob die Gründe
für dieſen Ausnahmefall berechtigt ſeien. Man habe auch in dieſem
Fall wieder auf Fälle, die ſich in der Vergangenheit ereignet hätten,
zurückgegriffen, ſogar bis zum Jahre 1817. Wenn das früher falſch ge=
weſen
ſei, ſo erſt recht in einem demokratiſchen Staat, denn ſonſt habe
die Demokratie keinen Sinn. Frühere Mißgriffe könnten den vorliegen=
den
nicht entſchuldigen. Man habe lediglich Zweckmäßigkeitsgründe an=
Ausbildung der Volksſchullehrer. Die Hochſchule hat geſagt, zuführen verſucht, ohne Rückſicht auf die Qualifkation des Berufenen
zu nehmen. Man habe erklärt, für die Lehrerbildung brauche man eine
Lehrkraft, die ſich einer leichtb=greiflichen Sprachweiſe bediene im Ge=
genſatz
zum wiſſenſchaftlichen Sprachgebrauch der Hochſchullehrer. Es
ſei fraglich, ob man dem Lehrerſtand, der eine gkademiſche Vorbildung
erſtrebe, damit einen Gefallen getan habe. Der Lehrerſtand werde ſich

gelänge, die Idee zu plaſtiſcher Klarheit zu geſtalten. Ekſtat’ſche
Schreie, grauſige Erſcheinungen erfüllen die Luft. Symbole
drängen ſich auf Symbole. Der unvorbereitete Zuſchauer ſteht
vor einem Rätſelraten, und dies iſt nicht der Zweck des Dramas!
Unſere Zeit reitet ſchnell. Die Szenen ſind 1919 geſchrieben.
Es war die Zeit ſtärkſter Erſchütterungen, die Zeit von Un=
ruhs
Platz und Unruhs Stürmen. Unſerem Gefühle nach
liegt dieſe Zeit des Chaos, der Ekſtaſen ſchon lange hinter uns.
Wir drängen nach Klarheit, nach neuer Sachlichkeit, nach ethi=
ſcher
Befeſtigung. Der Weg, den Döblin in der Luſitania
eingeſchlagen hat, hat nicht weitergeführt. Er war der Ausdruck
einer Uebergangszeit, und ſo war die geſtrige Aufführung nicht
mehr ein literariſcher, ſondern ſchon ein literargeſchichtlicher
Verſuch, der auf dem Weg der jungen Bühne an einem ſchon
überholten Meilenſtein liegt. Dieſer Zerriſſenheit der drama=
tiſchen
Form wird keine Zukunft winken.
Um ſo ſtärker iſt die Leiſtung der Spielleitung und der Dar=
ſteller
anzuſchlagen, die ſich in voller Hingebung für das Werk
einſetzten. Als Regiſſeur verſtand es Jacob Geis, die grund=
legenden
Gedanken, ſoweit irgend möglich, zu betonen und die
Darſtellung dem Stil der Dichtung anzupaſſen. Sprach aus dem
Schiffsdeck des erſten Aufzuges vielleicht noch allzuviel Gegen=
ſtändlichkeit
, ſo war die Stimmung des Meeresgrundes in ihrer
Sinnbildlichkeit, in ihrem Schweben und Fluten ausgezeichnet
getroffen. Nicht minder kam das Wanken der Schiffbrüchigen
in der nächtlichen Stadt und ihre Erlöſung durch die übermäch=
tige
Erſcheinung des Todes bannend zum Ausdruck. Die Deko=
rationen
des zweiten und dritten Aufzuges, von Arthur Pohl
ohne Vorbild entworfen, waren glänzende Zeugniſſe einer
ſtarken, ſelbſtſchöpferiſchen Begabung. Erich Riede gab eine
geſchickt abgeſt mmte Begleitmuſik.
Die Leiſtung der Schauſpieler iſt um ſo mehr anzuerkennen,
als die Dichtung Döblins keine äußerlich dankbaren Rollen gibt,
ſondern in erſter Linie die Einordnung des anonymen Einzelnen
unter die Wirkung des Ganzen verlangt. Mit künſtleriſcher Hin=
gebung
unterzogen ſich die Darſteller ihrer Aufgabe. Wir nennen
unter den Meergeſchöpfen Ernſt Legal und Beſſie Hoffart,
unter den Offizieren des Schiffes Büttner und Schultze,
unter den Paſſagieren Käthe Gothe, Jeſſie Vihrog. Eliſa
Tuerſchmann, Klupp, Weſtermann, Kinzler,
und ſchließlich die überragende Erſcheinung des Todes, verkör=
pert
von Max Nemetz.
Während die Aufführung ſelbſt im weſentlichen ungeſtört
verlief, gab es nach den Aktſchlüſſen ſcharfe Kämpfe. Dem Bei=

für eine populär wiſſenſchaftliche Vorbildung bedanken. Wenn die Re=
gierung
weiter argumentiert habe, daß eine naturwiſſenſchaftliche Be=
trachtungsweiſe
für den philoſophiſchen Lehrſtuhl nicht in Frage kommen
könne, ſo müſſe demgegenüber betont werden, daß der Senat der Hoch=
ſchule
mit Recht anderer Meinung ſei im Intereſſe der Volks chullehrer
wie auch der Studenten, die ſich für den Oberlehrerberuf in der natur=
wiſſenſchaftlichen
Fakultät vorbilden wollten. Was nun die wiſſenſchaft=
liche
Qualifikation von Prof. Goldſtein anlange, ſo könnten darüber
nur Fachleute urteilen. Die Profeſſoren Troeltſch und von Eucken, die
in der Regierungsantwort genannt wurden, hätten niemals daran ge=
dacht
, dem Herrn Goldſtein einen Ruf auf eine deutſche Hochſchule zu
verſchaffen. Die Heſſ. Regierung habe dieſe Qualifikation entdeckt. An
23 deutſche Hochſchullehrer ſei um eine Aeußerung über die Qualifikation
des Herrn Goldſtein vom Senat der Techn. Hochſchule geſchrieben wor=
den
, als das Landesbildungsamt im Jahre 1922 die Berujung erwogen
habe. Während ein Teil ſich ausgeſchwiegen habe, hätte der größere
Tel geantwortet, daß ihnen wiſſenſchaftliche Leiſtungen des Herrn Gold=
ſtein
nicht bekannt ſeien und wieder andere hätten ihn ſcharf abgelehnt.
Nur Zweckmäßigkeitsrüchſichten hätten das Verhalten der Regierung be=
ſtimmt
. Das ſei eine Gefahr für den wiſſenſchaftlichen Betrieb der
Hochſchule.
Was nun die politiſhe Seite der Frage anlange, ſo habe man dem
Senat zum Vorwurf gemacht, er laſſe ſich von parteipolitiſchen Rückſich=
ten
leiten, weil Herr Profeſſor Goldſtein Demokrat und Jude ſei. Dem
ſei entgegenzuhalten, daß im Senat der Techniſchen Hochſchule, der Herrn
Goldſtein abgelehnt habe, Demokraten und auch Juden ſeien. Von
einem Antiſemitismmis könne alſo keine Rede ſein, wie überhaupt ge=
rade
zahlreiche Profeſſoren der Philoſophie an deutſchen Hochſchulen
Juden ſeien. Für den Senat ſei nur die Beurteilung der wiſſenſchaft=
lichen
Qualifikation ausſchlaggebend geweſen. Die Regierung möge
doch einmal beweiſen, daß es andere Beweggründe geweſen ſeien. Es
ſei die Pflicht der Regierung geweſen, die Hochſchule gegen unſachliche
Angriffe zu ſchitzen. Man habe i einer geradezu verletzenden Weiſe
ſich über das Vorſchlagsrecht hinweggeſetzt, man habe die Vorſchlags=
liſten
des Senats unbeachtet gelaſſen. Gerade die Sozialdemokratie
habe in früherer Zeit ſo argumentiert, wie der Redner heute. Redner
ſchließt mit einer Aufforderung an die Sozialdemokratiſhe Partei, ſich
auf den Standpunkt zu ſtellen, daß allein die wiſſenſchaftliche Qualifi=
kation
für die Berufug von Hockſchullehrern maßgebend ſein müſſe
im Intereſſe der deutſchen Jugend, der deutſchen Hochſchulen und des
deutſchen Volkes.
Miniſterialdirektor Urſtadt gibt einleitend eine chronologiſche
Schilderung des Verlaufes. Die Gutachten über Herrn Profeſſor Gold=
ſtein
ſeien günſtig geweſen. Er habe mit drei Vertretern der Hochſchule,
darunter dem Rektor, über dieſe Frage eine Unterredung gehabt. Der
von Herrn Abg. Werner verleſene Artikel habe dieſen falſch dargeſtellt.
Der Artikel könne nicht von der Hochſchule ſtammen. Er habe in der
Unterredung lediglich erklärt, die Techniſche Hochſchule dürfe nicht den
Ehrgeiz haben, den beſten Mann zu bekommen, ſie dürfe nicht beſtrebt
ſein, einen Forſcher zu erhalten, der dicke Bücher ſchreibe und Spezial=
philoſophen
ausbilden könne.
Im Januar 1925 habe der Herr Staatspräſident mit dem Herrn
Rektor eine Unterredung gehabt, in der erſterer erklärt habe, wenn die
Techniſche Hochſchule nicht den Beweis erbringe, daß Profeſſor Goldſtein
minderwertig ſei, werde die Regierung daran feſthalten, ihn zu er=
nennen
. Namentlich hätten auch bei der Ernennung finanzielle Gründe
eine Rolle geſpielt. Man habe doch nicht Herrn Goldſtein, der über 20
Jahre tätig geweſen ſei, entlaſſen können. Deshalb habe das Geſamt=
miniſterium
grundſätzlich die Ernennung beſchloſſen. Da man im Ruhr=
konflikt
zugeſagt habe, eine Liſte anzufordern, habe man dieſe verlangt,
wobei man ausdrücklich betont habe, daß das Geſamtminiſterium grund=
ſätzlich
zu der Frage bereits Stellung genommen habe, und daß man es
anheimſtelle, ob der Senat unter dieſen Umſtänden noch eine Liſte ein=
reichen
wolle. Von einer Ueberrumpelung der Hochſchule könne alſo
keine Rede ſein. Die Anfrage, ob die Hochſchule eine Liſte einreichen
wolle, ſei nur deshalb erfolgt, weil man es einſt verſprochen habe, ob=
wohl
das Verſprechen längſt überholt geweſen ſei. Am 10. Oktober ſei
dann das Dekret erfolgt. Er habe auf die nun folgenden Zeitungs=
artikel
nicht reagiert. Wenn die Zeitungen ſich nicht eingemiſcht
hätten, wäre der Fall Goldſtein nicht entſtanden, vor allem nicht, wenn
das Darmſtädter Tagblatt, einen Artikel geſchrieben hätte. Auf
einen Zuruf, daß der Artikel von Herrn Profeſſor Heidebroek ſei, er=
klärt
Redner, das ſtimme nicht. Herr Profeſſor Heidebroek habe beſtrit=
ten
, daß er den Artikel geſchrieben habe.
Die Beratungen werden ſodann abgebrochen und auf kommenden
Donnerstag, 9 Uhr, vertagt.
Schluß der Sitzung 1 Uhr 10 Minuten.
Dem Landtag iſt folgender Antrag der Deutſchen Volks=
partei
zugegangen: Wir beantragen, der Landtag wolle beſchließen,
die Regierung zu erſuchen:
Bei Schätzungen in Brandfällen ſeitens der Brandverſicherungskammer
nicht die Friedenspreiſe, ſondern die tatſächlichen Geſtehungskoſten zu
Grunde zu legen und die Entſchädigungen demgemäß auszuzahlen.
Ferner ein Antrag des Abg. Dr. Niepoth (D. Vpt.) mit
Unterſtützung der Abgg. Joſt. Blank und Dr. Werner:
Wir beantragen, der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu
erſuchen, alle Maßnahmen zu treffen, damit die Landeshypothekenbank
in aller Kürze möglichſt am 1. Februar ihr Hypothekengeſchäft wieder
aufnehmen kann.
Der Antrag wird folgendermaßen begründet: Der Mangel an lang=
friſtigem
Kredit, der beſonders für die Landwirtſchaft eine Lebensfrage
bedeutet, iſt bekannt. Während die anderen Hypoth kenbanken ihre =
tigkeit
mit gutem Erfolg längſt aufgenommen haben, hat die Heſſ.
Hypothekenbank keinerlei neuen Geſchäfte gemacht, anſcheinend veranlaßt
durch die Verhandlungen wegen eines Zuſammenſchluſſes der öffentlichen
Kreditinſtitute in Heſſen. Da bei dem jetzigen Stand der Verhandlungen
gar nicht abzuſehen iſt, ob und wann eine Einigung in dieſer Frage er=
zielt
wird, muß eine längere Untätigkeit der Hypothekenbank, ſchwere
Nachteile im Gefolge haben. Um die im Gang befindlichen Verſchmel=
zungsverhandlungen
nicht zu ſtören, haben wir davon abgeſehen, zu ver=
langen
, daß die Hypothekenbank ſofort auch Kommunalobligationen aus=
geben
ſoll.

fall antwortete eine von einer Trillerpfeife unterſtützte lebhafte
Oppoſition. Inmitten der Kämpfe erſchien Dr. Döblin auf der
Bühne, die Kampfluſt der Parteien, und namentlich der Oppo=
ſition
, durch ſein Erſcheinen ſteigernd. Premieren=Stimmung in
Darmſtadt!
Z.

Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Alpen=Schneehaſen (Lepus varrenis), ſehr bemer=
kenswerte
Bewohner der hohen Regionen der Schweizer Alpen,
die nur ganz ausnahmsweiſe einmal in Tierhandel erſcheinen,
ſind im Laufe der letzten Tage im Zoologiſchen Garten in Frank=
furt
a. M. eingezogen. Schneeiges Weiß, nur unterbrochen durch
die ſchwarzen Ohrränder, iſt die Winterfarbe der Tiere. Dieſe
Anpaſſung an den Schnee behält die nordiſche Form des Schnee=
haſen
das ganze Jahr bei, während die der Alpen etwa im März
in einen Härungsprozeß eintritt, ſo daß ſie im Mai wieder
haſenfarbig erſcheint. Am liebſten hält ſich der Schneehaſe
zwiſchen der Tannengrenze und dem ewigen Schnee auf. Unter
1000 Meter geht er nur ausnahmsweiſe einmal herab. Auffal=
lenderweiſe
iſt der Schneehaſe leichter zu zähmen als ſein nächſter
Verwandte, unſer heimiſcher Lampe, mit der er in Gefangen=
ſchaft
ſchon gekreuzt worden iſt. Große Neuerwerbungen zeigt
die Vogelſammlung; genannt ſeien u. a. Nymphenſittiche, Kali=
forniſche
Schopfwachteln, ein Weißkopfhäher und eine Hahnen=
ſchweifwida
.
C.K. Seide aus dem Meer. Da trotz der gewaltigen Zu=
nahme
in der Fabrikation von Kunſtſeide echte Seide auch heute
mehr als je begehrt wird, ſo hat man ſich nach anderen Inſekten
umgeſehen, deren Geſpinſt ebenfalls dafür verwendet werden
konnte. Man hat Verſuche mit Spinnen und anderen Raupen
unternommen. Die merkwürdigſte Quelle aber, aus der man
Seide gewinnt, iſt ein kleines Muſcheltier, das im Mittellän=
diſchen
Meer vorkommt und Pinna genannt wird. Dieſes Ge=
ſchöpf
befeſtigt ſich ſelbſt an dem Felſen mit feinen und ſtarken
Fäden, die zu einer prächtigen, goldfarbenen Seide geſponnen
werden können. Aber leider iſt der Faden ſehr kurz und man
braucht das Geſpinſt von 3000 dieſer Tiere, um ein Pfund Seide
zu gewinnen. Daber iſt dieſe Muſchelſeide ſehr t=uer und wird
nur in einigen Dörfern an der ſizilianiſchen Kuſte hergeſtellt.

[ ][  ][ ]

Nummer 16

Seite 4

Samstag, den 16. Januar 1926

Zur Eröffnung
der franzöſiſchen Kammer.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 15. Januar.
Die Eröffnung der Kammer geſchah, in einer eigenartigen
politiſchen Situation. Der Kongreß der Sozialiſten hat den Auf=
tatt
dazu geliefert. Die Folgen dieſes Kongreſſes laſſen ſich jetzt
noch nicht endgültig überſehen; jedoch wurde die Lage der Re=
gierung
durch ihn für den Augenblick befeſtigt; ſonſt aver löſt der
Kongreß nicht jene wichtigen Wirkungen aus, die viele von ihm
erwactet haben.
Keineswegs aber iſt die Lage der Regierung gut zu nennen.
Die größte Gefahr habe für ſie ja niemals die Sozialiſten, ſon=
dern
ſteis die Finanziommiſſion bedeutet. Und auch jetzt ſind in
der Finanzkommiſſion ſehr ernſte Schwierigleiten vorhanden,
welche unter Umſtänden auch die Poſition Doumers gefahrden
könnten. Die fremden Deviſen ſind mit der Eröffnung der Kam=
mer
auch entſprechend in die Höhe geſchnellt.
Doumers Projekte laufen Gefahr, von der Finanzkommiſſion
in der die Perſon des Finanzminiſters wenig voltstümlich
iſt umgeſtoßen zu werden. Zwei Abſtimmungen in der Kom=
miſſion
haben ergeben, daß die Kommiſſion das Gleichgewicht des
Budgets nicht für die Vorausſetzung der Sanierung achtet
theoretiſch iſt dieſe Stellungnahme ſehr bemerkenswert und
daß die drei Milliarden, welche durch die proviſoriſchen Erſatz=
ſteuern
eingenommen wurden, nicht zu den Einnahmen des Bud=
gets
gerechnet werden dürfen. Um letzteres zu verſtehen, muß
man ſich vor Augen halten, daß dieſe Summe eigentlich für die
Deckung der Inflation verwendet, werden ſollte wenigſtens
nach radikalſozialiſtiſcher Auffaſſung. Die Finanzkommiſſion hat
alſo dem Finanzminiſter einen ſehr empfindlichen Schlag verſetzt,
Doumer wird wirklich alle ſeine elaſtiſchen Verhandlungskünſte
brauchen müſſen, um ſich zu erholen.
Auf den erſten Anſchein ſieht die Haltung der Finanzkom=
miſſion
ſo aus, als ob ſie nur die Folge einer Meinungsverſchie=
denheit
über die Methoden wäre. In Wirklichkeit iſt aber die
Haltung der Finanzkommiſſion in der Haltung der radikalſozia=
liſtiſchen
Partei begründet. Bei der Zuſammenkunft dieſer Par=
tei
iſt ſchon die Oppoſition gegen Doumer offener zutage getreten.
Man war gegen jeden Schein der Inflation. Dies iſt auch eine
der Urſachen, weshalb die Finanzkommiſſion das Gleichgewicht
des Doumerſchen Budgets bei der Votierung jener drei Milliar=
den
umwarf. Aber der ſchwerſte Schlag gegen den Finanzmini=
ſter
wurde dadurch geführt, daß die Partei ſich auch gegen die
umgetaufte Umſatzſteuer ausſprach. Herriot und Malvy waren
bei dieſer Zuſammenkunft zugegen.
Der Finanzminiſter iſt alſo nicht gerade auf Roſen gebettet.
Aber auch für Briand iſt eine gefährliche Situation entſtanden.
Bekanntlich iſt der Miniſterpräſident einer neuen Finanzminiſter=
kriſe
durchaus abgeneigt. Die Radikalſozialiſten haben ihre fi=
nanzpolitiſchen
Forderungen ſtreng formuliert. Dieſe Forderun=
gen
durchkreuzen aber die Doumerſche Finanzpolitik. Würde alſo
eine Einigung zwiſchen ihnen und dem Finanzminiſter unmög=
lich
ſein bei aller Elaſtizität und allem realen Sinn Doumers
iſt dies leicht möglich , ſo müßte unbedingt der Sturz Doumers
oder wenigſtens eine äußerſt heikle parlamentariſche Lage ent=
ſtehen
. Wenn die Radikalſozialiſten in der Finanzpolitik ſich ge=

gen die Regierung wenden würden, dürften ſie unbedingt auf die
Unterſtützung der beiden Flügel der Sozialiſtiſchen Partei rech=
nen
. Einzelne Stimmen würden dann das Schickſal der Regie=
rung
entſcheiden. Die kommuniſtiſche Gruppe in der Kammer
könnte bei den Abſtimmungen unter Umſtänden die Zunge an
der Wage bedeuten.
Franzöſiſche Vorkriegspolitik.
Poincaré ſein eigener Ankläger.
Poincaré beabſichtigt, in nächſter Zeit ein Werk unter dehn
Titel Die Folgen von Agadir erſcheinen zu laſſen, das ſich mit
der diploma iſchen Geſchichte von 1912 bis 1914 und der Ent=
ſtehungsurſache
des Krieges befaſſen wird. Ein Auszug in der
Revue de France befaßt ſich mit dem deutſch=franzöſiſchen
Vertrag von 1911 über Marokko und den Kongo. Eine beſon=
dere
Rolle hat dabei ein deutſcher Agent namens Ronne geſpielt,
der in Berlin als Zwiſchenträger zwiſchen der Wilhehnſtraße
und der franzöſiſchen Botſchaft gedient hat. Durch Vermittlung
dieſes Agenten ſei auch von deutſcher Seite eine Annäherung
beider Länder auf Grund einer weitgehenden Autonomie für
Elſaß=Lothringen angeregt worden. Der franzöſiſche Botſchafter
Cambon habe jedoch ſofort die Falle erkannt, und Poincars
ſeinerſeits habe an Cambon geſchrieben, daß der Vorſchlag Ron=
nes
nur dazu führen könnte, daß Frankreich ſich mit England
und Rußland entzweie und dadurch alle Vorteile verliere, die
es ſeit vielen Jahren durch ſeine Politik erſtrebe. Dazu meint
die Deutſche Allg. Ztg., Poincaré erweiſe Deutſchland mit der
Veröffentlichung des angekündigten Buches, den allergrößten
Dienſt, aus dem wir faſt alles, was wir zur Belaſtung Deutſch=
lands
in der Frage der Kriegsſchuld finden, zu Deutſchlands
Entlaſtung und der ſchwerſten Belaſtung Poincarés und der an=
deren
vor dem Kriege, in Frankreich führenden Männer ent=
nehmen
können. Poincaré teilt mit, daß von Deutſchland auf
eine Annäherung zwiſchen Deutſchland und Frankreich auf
Grund einer weitgehenden Autonomie Elſaß=Lothringens hin=
gearbeitet
worden ſei. Damit gibt Poincaré Deutſchlands Frie=
densliebe
und das Fehlen einer deutſchen Angriffsabſicht zu.
Und weiter heißt es zu der Feſtellung, daß Frankreich ſich mit
England und Rußland entzweien könne: mit dieſen Worten gibt
Poincaré klipp und klar Frankreichs Kriogsabſichten voll und
ganz zu.
Das neue Kabinett Ramek.
EP. Wien, 15. Januar.
In der heutigen Sitzung des Nationalrats wurde das Ka=
binett
Ramek neu gewählt. Die Miniſterliſte der Regierung
wurde mit 83 Stimnen der Mehrheitsparteien gegen 50 ſozial=
demokratiſche
Stimmen angenommen. Die Landbündler hatten
ſich der Stimmabgabe enthalten. Zum Finanzminiſter
wurde Joſef Kollmann, zum Ackerbauminiſter der Tiroler
Andreas Thaler gewählt. Das Portefeuille des Agußern
bleibt unbeſetzt. Alle übrigen Miniſter des erſten Kabi=
netts
Ramek bleiben auf ihren Poſten. Die neue Regierung
wird in der Nachmittagsſitzung ihre programmatiſche Erklärung,
namentlich bezüglich der Richtlinien" für die Bekämpfung der
Wirtſchaftskriſe, abgeben.

Neuer Kohlenkonflikt in England.
Die Bergarbeiter fordern Nationaliſierung
der Bergwerke und der Nebeninduſirien.
* London, 15. Jan. (Priv.=Tel.)
Die letzten Sitzungen der engliſchen Kohlenkommiſſion, in
der ſowohl die Bergarbeiter als auch die Bergwerksbeſitzer mit
beratender Stimme teilnahmen, haben über die künftige Haltung
der beiden Parteien nunmehr Klarheit gebracht. Das Bemer=
kenswerteſte
iſt die Tatſache, daß die Führung der Verhand=
lungen
nicht mehr lediglich in den Händen der radikalen Leiter
der engliſchen Gewerkſchaftsbewegung liegt, ſondern in denen der
gemäßigten und in vieler Hinſicht auch einſichtigeren Elemente
der Labour=Party. Die neuen Vorſchläge der Bergarbeiter=
gewerkſchaften
ſehen nicht nur eine Nationaliſierung der Berg=
werke
, ſondern auch der Nebenbetriebe des Kohlenbergbaues vor.
Der ſpringende Punkt hierbei iſt der Verſuch, bei etwaigen Lohn=
verhandlungen
auch die von den Beiprodukten erzielten Profite
heranzuziehen. In Lohnfragen wollen ſich die Bergarbeiter in=
deſſen
einem neutralen Komitee unterwerfen, ohne aber das
Recht des Streiks als letztes Hilfsmittel aufzugeben.
Der neue Plan der engliſchen Grubenarbeiter.
Die Delegierten der Grubenarbeiter haben, wie bereits ge=
meldet
, heute der königlichen Unterſuchungskommiſſion einen
neuen Plan für den engliſchen Bergbau unterbreitet. Dieſer
Plan ſieht eine völlige Umwälzung in der engliſchen Kohlen=
induſtrie
vor. Die Hauptempfehlungen ſind die folgenden:
1. Die Kohleninduſtrie wird, anſtatt wie bisher ſich nur mit
der Kohlenproduktion zu beſchäftigen, ſich auch auf deren Ver=
arbeitung
einſtellen.
2. Der Staat wird Eigentümer ſämtlicher Kohlengruben, da
die neue Organiſation einen zu großen Umfang einnehmen wird,
um von privaten Geſellſchaften verwaltet zu werden.
3. Dieſe Umwandlung der Kohleninduſtrie in eine Induſtrie,
die ſich auch mit der Entwicklung der Energiequellen, Erzeugung
von Gas und Verwertung der Unterprodukte befaſſen wird, darf
in keiner Weiſe dem Kohlenverkauf in Großbritannien und im
Auslande Abbruch tun.
4. Es wird die Schaffung folgender Kommiſſionen vorge=
ſehen
: a) einer Kommiſſion, die ſämtliche mit der Entwicklung
der Energiequellen zuſammenhängenden Fragen zu prüfen hat;
b) eines Ausſchuſſes, aus Vertretern der Konſumenten, der die
Behandlung aller mit Kohlentransport zuſammenhängenden
Fragen regeln ſoll; c) eines Nationalrates zur Feſtſtellung der
beſten Kohlengewinnungsmethoden; 4) einer Kommiſſion für
Kohlenausfuhr. Die Frage der Lohnfeſtſetzung wird dem ge=
meinſamen
Ermeſſen des Konſumenten=Ausſchuſſes und des Na=
tionalrates
überlaſſen werden.
Der Plan der Grubenarbeiter enthält keinerlei Hinweiſe auf
die Entſchädigung für die gegenwärtigen Grubenbeſitzer, da die
politiſchen und induſtriellen Verbände der Labour Party ſich in
dieſer Frage noch nicht einigen konnten. Die Grubenarbeiter
geben zu, daß ihr Plan vorerſt nicht zu zufriedenſtellenden Er=
gebniſſen
führen, daß er aber ſpäteſtens in zwei Jahren volle
Wirkung zeitigen wird. Schließlich lehnen die Arbeiter die Zu=
ſtändigkeit
der obligatoriſchen Schiedsgerichte für Lohnſtreitig=
keiten
ab und halten an dem Streikrecht feſt.

Familiennachrichten

Statt Karten.

P Die glückliche Geburt eines kräf=
K tigen Jungen zeigen in dankbarer
Freude an
Hans Flach, Baupraktikant
und Frau Lina.
Erbach j. O. 14. Jan. 1926 Darmſiadt
z. Zt. Frauenklinik
Dr. Hoffmann u. Dr. Wolf.
*1353)

Ihre am Samstag, den 16. Januar,
nachmittags 3 Uhr, in der Stadikapelle
ſtattſindende Trauung beehren ſich an=
zuzeigen

Hans Tidau und Frau
Greiel, geb. Eckle.
Darmſtadi, Saalbauſtr. 40. (*1277

Fritz Mähler
Käti, geb. Ewalt
Vermählie
Darmſtadt
Grafenſtr. 16.
(*1253)

Todes=Anzeige.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute nachmitta 1½ Uhr ent=
ſchlief
ſanft nach längerem Leiden
meine liebe Schweſter, unſere liebe
Tante
Hot
Marie trmann.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Die tieitrauernden Hinterbliebenen:
David Herrmann
Karl Herrmann, Dipl.=Ing.
Darmſtadt den 14 Januar 1925
Ernſt=Ludwigſtr. 21.
Die Beerdigung findet am Mon=
tag
, den 18 Januar, nachmittags
3 Uhr, auf dem Friedhof an der
Nieder=Ramſtädierſtraße ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet, wir
abſehen zu wollen.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigſt=
geliebte
Gattin, meine liebe, gute Mutter, meine treue
Tochter, Schwiegertochter, Schweſter, unſere Schwägerin,
Nichte, Kuſine und Tante
Gertrud Freifrau Löw von und zu Steinfurth
geb. Schirmer
am 13. Januar plötzlich und unerwartet zu ſich zu
nehmen.
Namens der Hinterbliebenen:
Auguſt Freiherr Löw von und zu Steinfurth
Großherzoglich Heſſiſcher Kammerherr
Fürſilich Solms=Lichiſcher Kammerdirektor
Gertrud Freiin Töw von und zu Steinfurth
Antonie Gail, geb. Knorr.
Lich und Gießen, den 14. Januar 1926.
(752
Die Beiſetzung findet in aller Stille in Nieder=Florſtadt ſtatt.

Chafse longue
und Divan
billig zu verkaufen
Bg. Koch, Hochſtr. 20
624a
Tel. 1517

Herren=Ueberzieher
10 , Gummimantel
8 , Damenhalb= u.
Spangenſchuhe (39)
4 2,50, Knabenanzug
t. Stiefel f. 10j. 5
Bismarckſtraße 57,
(*1258
1. Stock.

Gut erhaltener
Behrockanzug
f. mitt, ſchl. Fig ſehr
preisw. z. verk. (*1291
Luiſenſtr. 6, III.

Ein gut erhaltener
Pelzmantel
preisw. z. verk. (*1284
Taunusſtr 12 UIr.

2 verrenmantel
Eckſofa ſehr billig
zu verkaufen. Näh.
(e1288
Geſchäftsſt.

Neue

bi lig abzugeb. ( 1328
L. Haas
Beſſungerſtraße 88

Am 14. ds Mis entſchlief nach kurzer
Krankheit im 60 Lebensjahr

Tochter des verſiorbenen Geh. Forſtrats Bingel
und deſſen verſiorbenen Ehefrau Zuiſe, geb.
Metz.
Im Namen der trauernden Verwandten:

*1321)

Guſtav Bingel
Hamburg.

Die Beerdigung findet Samstag, den 16. ds. Mts.,
nachmittags 2½. Uhr, auf dem alten Friedhof an
der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.

Umſonſt ſage ich jebem, wie ich von meinem
Aſthma=Bronchial=Katarrh
mit Huſtenreiz auf ganz einſache Weiſe ge=
heilt
worden bin, ohne Inhalation und
Mäubern, wel bes nur augenblickliche Lin=
derung
verf hafft, den Kranken aber nicht
von ſeiner Du I befreit. Koſtenloſe Aus=
kunft
. Karl Johannſen, Halle a. d. S.,
(T.Mg 781
Bernhardyſtraße 83.

Liefer=Aut

10 Ztr. Tragfähigkeit
z. ve kauf Zahlungs=
erleihterung
Heinr.
Rüller, Wilhelm=
nenſtr
. 35, I (*1120d-

Todeg=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft
im 82. Lebensjahre inein geliebter
Mann, unſer guter Vater, Schwie=
gervater
, Großvater, Schwager,
Bruder und Onkel
Chriſtian Alt
Häfnermeiſter.
In tiefer Trauer:
Loniſe Alt, geb Lehrian
Franz 2lt
Babette Alt, geb. Schuchmann
Krarl Alt
Heinrich Alt
Eliſabeth Alt, geb. Ziergbbel
und Enkel.
Darmſtadt, Steinackerſtraße 15, den
15. Januar 1:26.
(*1360
Die Beerdigung findet Montag,
den 18. Januar, nachm ½3 Uhr,
auf dem Friedhofe an der Nieder=
Rainſtädterſtraße ſtatt.
Beileidsbeſuche werden dankend
abgelehnt.

Verkaufe Pian=
(Nußbaum) zum
Preiſe von 400 Mk
Näh. Geſchſt. (*1279

Singer=Nähmaſchine
gebr, volle Garant.
4: .4, zu verk. (*1314
Grafenſtraße Nr 4,

R
WOLLSAMNE

Uarsnstin
Din oddbunpöihstv atn
Truenssden

der

Sternwoll=Spinnerei Bahrenfeld
8. m. b. H.
Altona=Bahrenfeld

Ueberall erbältlich!
Auf Wunſch
Bezugsquellen-
Nachweis
Man beachte bie 2
nebenſtehenden
Schutzmarkenl Bddkzeicß

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Schlafzimmer
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beit
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igen
Preiſen abzu=
geben
.
Zahlungserleichterung.
Möbelhaus
L. Menger
Darmſtadt
Bleichſtraße 17. (91a

Jagdgewehr Drillin
beſte Ware, billig z
verkrufen Näh. Lie=
bigſtr
. 75, III (:803e

Arg. Maſtochſe
Si. 050
le S
Hammelfleiſch Pfund0.4

kafeln

Planzenfett= fund 9.70
Hausm. Wurſt gr. 1.00
Louis Hein
(804
Schuſtergaſſe 19

Packung 75 Pfg. Verkaufsstellen:
Fast alle Apotheken und Drogerien, (V.us

[ ][  ][ ]

Nummer 16

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 16. Januar.
Ernanut wurden: am 22. Dez. 1925: der Steuerinſpektor bei der
Reichsfinanzverwaltung Jakob Kuntz zum Juſtizinſpektor bei eincm
noch zu beſrimmenden Gericht mit W.rkung vom 1. Januar 1826: am
7. Januar: zu Oberaſſiſtenten mit Wirlung vom 1. Januar
1926; der Kanzleiaſſiſtent Eduard Acer bei dem Amtsgericht Offenbach,
der Kanzlejaſſiſtent Peter Gärtner bei dem Amtsgericht Michelſtadt,
der Kanzl ſt Peter Jakob Göttmann bei dem Amsgericht Zwingen=
berg
, der Kanzleiaſſiſtent Karl Huckelmann bei dem Landgericht
Darmſtadt, der Kanzleiaſſiſtent W.lhelm Mandel bei dem Amts=
gericht
Lampertheim, der Kanzle aſſiſtent Franz Müller bei dem
Amtsgericht Bingen, der Kanzleiaſſiſtent Wilhelm Pauli bei dem
Amtsgericht Vilbel, der Kanzleiaſſiſtent Krrl Reifſchneider bei
dim Amtsgericht Büdingen, und der Kanzleiaſſiſtent Engelbert Stau=
bach
bei dem Amtsgericht Friedberg.
Zum Regierungsrat ernannt wurde Dr. phil. Wilhelm Lip=
poldes
beim Landesfinanzamt Darmſtadt, Abteilung für Beſitz= und
Verkehrsſteuern.
Erled’gt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der
Volksſchule in Biſchofsheim Kreis Groß=Gerqu. Dienſtwohnung
iſt nicht vorhanden, Mietwohnung ſür einen grö zeren Haushalt iſt in
abſehbarer Zeit kaum zu erhalten.
H. ſſiſches Landestheater. In der Morgenveranſtaltung am näch=
ſten
Sonncag im Kleinen Haus des Landestheaters wird Eugenie
Stephanowa die ſelten gehörten Liederzyklen Muſſorgſkys: Lieder
und Tänze des Todes und Szenen aus der Knderſtube zum Vortrag
bringen. Muſſorgſky, zu Lebzeiten und lange nach ſeinem Tode von der
muſikaliſchen Welt faſt unbeachtet, iſt erſt in den letzten Jahren in ſeiner
Bedeutung, für die Entnicklung der neueren Muſik erkandt worden.
Seine Nacht auf dem kahlen Berge erregte im letzten Sinfoniekonzert
lebhaftes Intereſſe. Die beiden Liederfolgen ſind eigenart,g in der
S.immung, und packend im gefanglichen Ausdruck. Anſchließend ſingt
Frau Stephanowa ſelten gehörte Lieder von Guſtav Mahler. Die Be=
gleitung
hat Herr Kapellmeiſter Riede übernommen.
Ausſtellung Kunſthalle am Rheiutor. Zu der neuen Ausſtellung
in der Kunſthalle am Rheintor, die am Sonntag, den 10. Jqnuar,
eröffnet wurde, und die als Fortſetzung der Heſſiſchen Künſtlerhilfe
d.ent, iſt von der Künſtlerſchaft vollkommen neues Material geliefert
worden, ſo daß ein ganz vortreffliches Geſamtergebnis erzielt wurde.
Unter anderen ſind folgende Künſtler beteiligt: Paul Theſing, Ernſt
Eimer, Math. Huber, Marie Ziegler (Mainz), Anna Bornemann, Math.
Stegmaher, Ludw. Enders (Offenbach), Throll IOffenbach), Karl Scheld,
Werner Theſing, N. von Enk=vort, W. Reitzel, Haus Vielmetter, K.
Deppert. Es folgen noch die Leute der Darmſtädter Gruppe, Alexan=
der
Poſch V. W. Richter, W. Hofferbert, UI. Hallerſtede, G. Breitwieſer,
L. Toller und G. Richter (Offenbach). Die Plaſtk iſt durch A. Anthes
und Huber (Offenbach) vertreten. Das Kunſtgeſverbe vertritt Frau Ella
Margold, Frl. Schent u. a. m. mit Stickereicn, handgemalten Stoffen,
vorzüglichen Bucheinbänden und Ledexarbeiten. Dann folgen noch die
Werkſtätten Lützelbach und Erbach i. O. mit Elfenbeinſchnitzereien.
Bei der Vielſeit gkeit und guten Qualitäten, iſt die Ausſrellung bei dem
niederen Eintrittspreiſe von 50 Pfg. dringend zu empfehlen.
Skklub Darmſtadt=Odenwald. Sonntag, den 17. Januar, bei
guten Schneeverhältniſſen Skikurſus Neuntirchen. Abfahrt mit Sonder=
kraftwagen
7,45 Luiſenplatz, 7.49 Uhr Ecke Hermann= und Karlſtraße,
7,55 Uhr Ecke Nieder=Ramſtädter= und Schießhausſtraße, 8,05 Uhr Kur=
haus
Trautheim. Anmeldung unter Einzahlung des Fahrpreiſes bis
Samstag nachmittag 5 Uhr bei Sporthaus Adelmann, Darmſtadt, Rhein=
ſtraße
12½. (Erwachſene Mitglieder 3. Jugendmitglieder 2.70, Nicht=
mitglicder
3.50 Mk.) Mit Rückſicht auf die augenblicklich ſchwierigen
wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſüihrt der Klub ſeinen diesjährigen Haupt=
ſkikurſus
nicht wie in den beiden letzten Jahren in den Alp., ſondern
im Schwarzwald durch. Als Kursort iſt das 1000 Meter hochgelegene
Dorf Altglashütten im Feldberggebiet des ſüdlichen Schwarzialdes
vorgeſehen. Der Kurſus findet in der Zeit vom 14. 2. bis 27. 2. ſtatt.
Die Koſten betragen einſchließlich Reiſe 4. Klaſſe beſchleunigter Per=
ſonenzug
bis Titiſee auf Geſellſchaftsfahrſchein, Gepäcktransport von dort
nach Altglashütten, volle Penſion einſchließlich Heizung, die bei genügen=
der
Beteiligung auf 4 M. vereinbart iſt, Kurſusbeitrag, jedoch ausſchließ=
lich
Getränke 95 bs 100 Mk. Der Kurſus, welcher unter Leitung des
Herrn Gießmann ſteht, w.rd für Anfänger und Fortgeſchrittene ourch=
geführt
. Anmeldungen ſind bis zum 1. Februar in eine im Sporthaus
Adelmann aufliegende Liſte einzutragen. Ein weiterer alpiner Touren=
kurſus
mit beſchränkter Teilnehmerzahl iſt für die Woche vor Oſtern
in den Lechtaleralpen bei Lech in Voralberg vorgeſehen. Dieſer Kurſus,
an welchem nur fortgeſchrittene Läufer teilnehmen können, wird von
Herrn Dr. Bittel geleitet. Anmeldungen ſind ebenfalls im Sport=
haus
Adelmann abzugeben.
Stähtifches Orcheſter. Am Sonntag, den 17. Januar, abends
8Uhr, findet im Feſtſaale der Turngemeinde (Woogsplatz) der zweite
dieswinterliche Rheiniſchen Abend ſtatt. Das Städtiſche Orcheſter
wird auch diesmal mit einem abwechſlungsreichen Programm aufwarten,
wobei es an echt rhciniſchen Liedern (gemeinſam geſungen) und den
neueſten Schlagern nicht fehlen wird. Beim letzten Rheiniſchen Abend
im November konnte der angekündigte Tanz wegen der eingetretenen
Adventszeit nicht ſtattfinden, und ſei ausdrücklich erwähnt, daß diesmal
nach dem Konzert beſtimmt Tanz ſtattfindet. Die Leitung hat Math.
Weber. (Siehe auch Anzeige und Plakate.)

* Kaplan Fahſel üser Die heilige Johanna
Freie Literariſch=Künftleriſche Geſellſchaft.
Vernard Shaws Heilige Johanna hat den bis dahin der
Oeffentlichkeit unbelannten Kaplan Fahſel angeregt, ſich aus
einanderzuſetzen mit der Hiſtorie der Jeanne d’Are und der Art
wie Bernard Shaw dieſe Hiſtorie mit der dichteriſchen Geſtalt
der Johanna einerſeits, und den in der Hiſtorie handelnden Per=
ſonen
andererſeits in Beziehung gebracht zum Geiſt der Zeit
was allerdings nicht reſtlos gelungen iſt zu beweiſen, daß die
Menſchen ſich gleich bleiben, daß im gleichen Falle die gleiche
ohanna auch heute das gleiche, oder zum mindeſten ein ähn=
liches
Schickſal erleiden würde wie vor drei Jahrhunderten. Dieſe
innere Auseinanderſetzung entſprang bei Kaplan Fahſel wohl
ſeiner philoſophiſchen Veranlagung. Sie ſoll in erſter Linie wohl
die Tendenz haben, den gläubigen Katholiken die erſt 300 Jahre
päter erfolgte Heiligſprechung der Johanna, an der zu ihren
Lebzeiten die Katholiken Frankreichs, vor allen Dingen aber die
Engländer wirklich nicht ſchön gehandelt haben, zu rechtfertigen
und menſchlich zu erklären durch die in anerkennenswerter Weiſe
zugeſtandene menſchliche Unzulänglichkeit der Zeitgenoſſen
Johannas.
Der Vortrag des Herrn Kaplan Fahſel, den er bisher in
berſchie enen Städten gehalten, fand, begründet wohl auch durch
kein äußere Umſtände, dann durch die Tatſache, daß ein Kaplan
der katholiſchen Kirche öffentlicher Vortragsredner in literariſchen
Dingen ward, eine gewiſſe auffehenerregende, faſt ſenſationelle
Beachtung. Für die berufene Kritik war wohl die ſympathiſche
Offenheit und Klarheit der gedanklichen Durchdringung des
Themas Grund, daß auch ſie dieſen Vortragsredner mit einer
gewiſſen Senſation umgab. Das iſt im Intereſſe der Sache und
des Herrn Kaplan Fahſel ſelbſt, der ſicher niemals die Abſicht
hatte, durch ſeinen Vortrag ſenſationell zu wirken oder gar durch
dieſe ſchenbare Senſation irgendwie materielle Intereſſen zu
vertreten, im Grunde genommen zu bedauern. Es darf als
ſicher angenommen werden, daß von den über 1000 Beſuchern
des Vortrags min ſtens 50 Prozent nicht der Sache, ſondern
der Senſation, des Nervenkitzels wegen, dieſen Vortrag beſucht
haben. Das ſollte man nie tun, und wenn feſtgeſtellt werden
kann, daß die auf Nervenkitzel ſpekulierenden Hörer nicht auf
ihre Rechnung kamen, ſo kann dieſe Feſtſtellung mit einer ge=
wiſſen
Genugtuung erfüllen.
Herr Kaplan Fahſel, der ein nicht unbeſiechliches Aeußere
hat, in der Soutane am weißgedeckten Rednertiſch ſtand, ſprach
jehr gut, ohne daß in dieſem ſehr gut etwa eine faszinierende
Rhetorik zu verſtehen ſein ſoll. Die Form ſeiner Rede, ſeiner
Worte und ſeiner Satzbildung iſt klar und verſtän lich und darf
nuit als Beweis dafür angezogen werden, daß es ihm tatſächlich
um rein ſachliche Erörterung des Geiſtigen in dem Problem
Heilige Johanna zu tun iſt.

Samstag, den 16. Januar 1926

* Heſſiſche Grönland=Expedition 1925. Zu einem Vortrag
des Herrn H. K. E. Krüger und des Herrn Prof. Dr. Klute
über das Thema Heſſiſche Grönland=Expedition 1925 hatte der
Präſident des Heſſiſchen Landtags die Regierung, den Landtag,
Vertreter der Wiſſenſchaft und Behörden ſowie die Preſſe für
geſtern nachmittag eingeladen. Nach mehr als einſtündiger Ver=
ſpätung
, die durch den Aufbau des Projektionsapparates bedingt
war, begrüßte Herr Prof. Dr. Steuer die erſchienenen Gäſte
und ſpricht den Dank aus für die Ermöglichung der Expedition
durch Bereitſtellung der Mittel. Während Herr Krüger den
Verlauf der Exdedition ſchilderte, der unſeren Leſern aus den
Anfang Dezember veröffentlichten Artikeln bekannt ſein dürfte,
beſchäftigte ſich Herr Prof. Dr. Klute mit den für die Wiſſenſchaft
wertvollen Ergebniſſen. Zahlreiche Lichtbilder illuſtrierten den
intereſſanten Vortrag, den lebhafter, herzlicher Beifall belohnte.
Landtagspräſident Adelung dankte den beiden heſſiſchen
Gelehrten für ihre Vorträge über ihre Forſchungsfahrt. Es ſei

vorragendem Maße teilzunehmen. Man dürfe auf das Ergebnis
der Vorerpedition ſtolz ſein und hoffen, daß die Ergebniſſe ihrer
weiteren Forſchung den Vorergebniſſen entſprechen würden. Er
beglückwünſche die beiden Herren zu dieſem Ergebnis.
Heſſiſches Rotes Kreuz. Das Heſſiſche Rote Kreuz verleiht auch
in dieſem Jahre wieder Ehrenzeichen an Hausangeſtellte mit mehr als
20jähriger Dienſtzeit; Bewerbungen ſind vor Ablauf dieſes Monats
durch Vermittlung unſerer Zweigvereine einzureichen.
Bom Deutſchen Hochſchulring wird uns geſchrieben: Der Führer=
ausſchuß
der im Deutſchen Hochſchulring zuſammengeſchloſſenen großen
Mehrheit der deutſchen Studentenſchaft hat mit großer Entrüſtung da=
von
Kenntnis genommen, daß ein fasciſtiſcher Reichsitaliener, Dr.
Bertholdy, zum Lektor der italieniſchen Sprache an die deutſche Uni=
verſität
Bonn berufen worden iſt. Die völkiſch=nationale deutſche Stu=
dentenſchaft
verſteht es nicht wie die Bonner Profeſſorenſchaft einen
Fasciſten als Kollegen dulden kann zu einer Zeit, da unſere deutſchen
Volksgenoſſen in Südtirol die ſchmachvollſte Unterdrückung ihrer Sprache
ihres Gebetes, ihres Volkstums täglich von den Fasciſten erdulden muß
Die Kaufmänniſche Stenographen=G=ſellſchaft Gabelsberger
die in dieſem Jahre auf ein 28jähriges Wirken für die Verbreitung der
Kurzſchrift zurückblickt, hält ihre Hauptverſammlung für 1925
am kommenden Sonntag, den 17. Jan., nachmittags im Fürſtenſaale
(Grafenſtraße) ab. Nach Erledigung des geſchäftlichen Teiles findet in
dem genannten Saale eine geſellige Unterhaltung mit Tanz ſtatt.
Möbli rte Zimmer. Der Verband der Zimmervermieter ſchreibt
uns: Raus aus den Kartoffeln! Das Geſamtminiſterium hat ſe nen
Beſchluß, wonach die Wohnungsmiete für Januar von 88 auf
93 Prozent der Friedensmiete zu erhöhen iſt, wieder aufgehoben. Da=
mt
entfällt auch unſere Berechnung der Miete für ein einfach möblier=
tes
Durchſchnittszimmer für Januar mit rund 26 Mk. Die Miete für
ein derartiges Zimmer bleibt auch für Januar die gleiche, wie ſie bisher
geweſen, nämlich 25 Mk. Hiervon entfallen 14,75 Mk. auf leeren Raum
und Stener, 4,50 Mk. auf die Einrichtung, 5 75 Mk. auf die in Zurecht=
halten
des Zimmers beſtehende geſvöhnliche Bedienung. Frühſtück. Bett=
wäſche
, Stiefelwichſen, Feueranzinden uſw. extra.
Tätigkeit der Sanitätswache Säalbauſtraße 4 (Tel. 400) in dem
Monat Dezember. Es wurden folgende Transporte und Hilfeleiſtun=
gen
ausgefüihrt: 134 Transporte mittels Krankenauto, davon 25 von und
nach auswärts, 10 Fahrſtuhlausfahrten, 3 Alarme, 9 Hilfeleiſtungen
durch Mitglieder der Kolonne, 8 Verbände auf Wache angelegt. Gleich=
zeitig
ſei auf die Verle hanſtalt von Krankenpflegebedarfsartikeln hin=
gewicſen
, ſowie die Stellenvermittelung von Krankenpflegeperſonal bei=
derlei
Geſchlechts.
Das Buch Winters Vor und hinter den Kuliſſen hat bei allen
Mitgliedern großen Beifall gefunden und auch viele Nichtmitglieder
haben ſich zu dem Bezug des, für die Theatergeſchichte Darmſtad’s, ſo
wichtigen Werkes entſchloſſen. Diefenigen, die ihre Jahresgabe noch
immer nicht abgeholt haben, werden hiermit zum letzten Male gebeten,
dieſe im Laufe der kommenden Woche abzuholen. Falls dieſes nicht ge=
ſchieht
, erfolgt die Zuſendung per Nachnahme, wodurch eine Erhöhung
der Koſten von 3 Mk. auf 3,60 Mk. entſteht.

dille Helull!

G
Gr
Mehr denn jebesteht heute da- Bedürtnis, sich in seinem Heim durch
gute Musik zu zerstreuen und sich, seiner Familie und seinen Freunden
frohe Stunden zu verschaffen Uabefriediat kein Ridio odersonstiger
Apparatso, wie das ei ene Können am Klavier Um dieses sich an-
zueienen
, jchit vielen in der Jugend dieGelegenheit Aber Versäumtes
kann nachgeholt werden Nach der in Fachkreisen bestens bekannten
Miethode von Musikdirektor Fay lernt auch noch jeder Erwachsene
efiektvoll Klavierspielen. Nach 12 Unterricht stunden bringt
unter Garantie Jedermann gefällige Hausmusik zum Vortrag. Nur
Einzel-Unterricht. Die
½ und Umgebung
Allein-Vertretung für WaFMSladt Kirchstraße 12, I.
erklärt die Methode Jeliermann kostenlos und nimmt Anmeldungen
für die neuen Kurseentgegen nur noch diesen Freitag und Samstag
(1V 736
von 27 Uhr, Sonntag von 102 Uhr.

Aufbewahren!
Ausſchneiden! * Steuerkalender
für die Zeit vom 15. bis 31. Januar.
15. Januar: vgl. den Steuerkalender in Nr. 5 des Darmſtädter Tagblatt
vom 5. Januar 1926.
17. (18.) Jan.: Letzter Tag, an dem folgende, am 10. Januar fällig ge=
weſene
Steuern noch zuſchlagsfrei entrichſtet werden können.
a) Umſatzſteuer für die monatlichen und die Viertel=
jahrszahler
.
b) Einkommen= und Körperſchaftsſteuer für
das 4. Kalendervierteljahr 1925.
c)Kirchenſteuer für das 4. Kalendervierteljahr 1925.
d) Gewerbeſteuer vom Ertrag (Staat, Kreis und
Stadt).
Die 4 Prozent Gewerbeſteuer vom Ertrag
der Propinz Starkenburg werden ab 10. Ja=
nuar
1926 nicht mehr erhoben!
5. Januar: Abſtihrung der in der Zeit vom 11. bis 20. Januar (zweite
Januardckade) einbehaltenen Lohnalzugsbetrage,
ſoweit dieſe (für ſich allein oder zuſammen mit den in der
erſten Januardekade enbehaltenen Lohnabzugsbeträgen) den
Betrag von 50 Rm. überſteigen. (Keine Schonfriſt.)
Die Termine, die Abgabe der Einkommen=, Körperſchafts=
ſteuer
= und Umſatzſteuererklärungen betreffend, ſtehen noch
nicht feſt.
H. W. Wohmann.

Unter dem Namen Nymphaea hat ſich hier ein neuer Verein
für Aquarien= und Terrarienkunde gebildet, der es ſich zur Aufgabe
macht, alle noch keinem Verein angeſchloſſenen L.ebhaber durch Vorträge,
Exkurſionen und Austauſch von Erfahrungen zu fördern.
Die Mitglieder der Turngemeinde Darmſtadt 1846 werden auf
die heute abend 8 Uhr ſtattfindende Hauptverſammlung aufmerkſam ge=
macht
. (Siehe Anzeige.)
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künſiler und fünſfleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Palaſt=Lichtſpiele. Liebe und Trompeten=
blaſen
. 8. Akte. Ein großer und wohlverdienter Erfolg! Ein Er=
folg
, in den ſich der Verfaſſer Hans Sturm, der Regiſſeur Richard Eich=
berg
und ſämtliche Darſteller teilen dürfen, an dem aber auch die Tech=
niker
, Kurt Richter als Architekt, ſowie Willy Hameiſter und der vor
wenigen Tagen ſo tragiſch geendete Erich Grimmler als Kameraleute
erheblichen Anteil haben. Dazu kommt eine Handlung, ſo flott, humo=
riſtiſch
und voller Situationskomik, daß man aus dem Schmunzeln über=
haupt
nicht herauskommt. Beim Schmunzeln allein aber bleibt es nicht.
Oft genug aber lacht man aus vollem Halſe; und was das Schöne iſt,
dieſes Lachen hat nirgendswo etwa Bösartiges an ſich. Es wird geboren
aus Freude an prächtigen Menſhen, famos ſkizzierten Charakteren und
Wortwitzen, die in äußerſt geſchickt gemachten Titeln ſich harmoniſch dem
liebenswürdigen Werk einfügen. Die Palme unter den Darſtellern ge=
bührt
Hans Junkermann, der einen Feſtungskommandanten von unüber=
trefflicher
Komik auf die Beine ſtellt. Lilian Harvey war von hinreißen=
der
Liebenswürdigkeit (ihre Schönheit braucht nicht betont zu werden).
Mary Kid gab die kokette Salonſchlange auch in den gewagteſten
Sitnationen mit feiner Dezenz. Glänzend auch Fritz Spira als jovialer
Erzherzog. Harry Halm und Hugo Flink als Offiziere. Paul Morgan
gab mit Geſchick und derbkomiſchem Einſchlag einen jüdiſchen Offiziers=
burſchen
. Harry Liedtke wie immer ſympathiſch, ſtrahlend und ein Her=
zensbrecher
, wie er im Buch ſteht. Das Publikum kam nicht aus dem
Lachen heraus und nahm den Film beifallsfreudig auf.
Reſidenz=Theater. In den Reſidenz=Lichtſpielen läuft
mit großem Erfolg der indiſche Prunk=Großfilm Die Lieblings=
frau
des Maharadſcha, der bisher ſtändig ein ausverkauftes
Haus brachte. De Beſucher waren alle reſtlos befriedigt und haben
ſich zur Gerlige davon überzeugt, daß dieſes gewalige Filmwerk erſt
in allerfüngſter Zeit an der prachtvollen Riviera uſw. neu aufgenommen
wurde und mit dem vor Jahren gelaufenen gleichnamigen Film tat=
ſächlich
nur den Titel gemein hat. Die Geſchichte einer bildhübſchen
Europäerin, die einem indiſchen Maharadſcha nach ſeiner Heimat folgt, iſt
der Inhalt dieſes Films. Schwereäußere und innere Kämpfe hat ſie zu be=
ſtehen
, bis ſie erkennt, daß der Maharadſcha der Mann iſt, zu dem ſie
in Wahrheit gehört. Sie bleibt ſeine Frau und wird ſeinem Kinde eine
zweite Mutter.
Aus den Parteien.
Deutſchnationale Volkspartei, Ortsgruppe Darm=
ſtadt
. Wir machen darauf aufmerkſam, daß von Samstag abend 7 Uhr
ab Karten zu der Reichsgründungsfeier nur noch an der Theaterkaſſe
zu haben ſind.

Eine Epiſode aus dem Haremsleben,
wie ſolche ſelten wieder geboten werden dürfte, ſpielt ſich vor
unſeren Augen in dem wundervollen Film Die Lieblings=
frau
des Maharadſcha ab, welcher uns an die Riviera und
nach Indien führt. Der in der ganzen Welt, beſonders von
den Damen vergötterte Gunnar Tolnaes und ſeine Part=
nerin
, die entzückende Karina Bell, ſpielen die Hauptrollen.
Dieſer Prunk=Großfilm in 9 Akten iſt der Liebesroman einer
modernen Europäerin und eines indiſchen Maharadſcha und
wird im Reſidenztheater vorgeführt.
(*1325

Er leitete ſeinen Vortrag ein mit philoſophiſchen Betrach
tungen über die Kirche, ſelbſtverſtändlich nur über die katho
liſche Kirche, über die Myſtik, der berufene Kämpfer für das
Chriſtentum ſeit Leben der Apoſtel her immer wieder anheim=
fallen
, weil Menſchen, die von Gott ſich berufen fühlen, ſeine
Slreiter zu ſein, dem gewöhnlichen Sterblichen gegenüber im=
mer
möſtiſch ſein werden und ſein müſſen. In dieſe philoſophi=
ſchen
Berrachtungen hinein bezog der Vortragende die Denken=
den
niht unbekannte Tatſache von der menſchlichen Unzuläng=
lichkeit
, der auch die Größen eines Volkes anheimfallen. Er
bezog weiter Betrachtungen über die Entſtehung, und zwar nach
ſeiner Anſicht, die von Gott gewollte Entſtehung des Staats=
weſens
in ſeine Betrachtungen, gründend auf die gottgewollte
Tatſache, daß der Menſch nicht allein als Individuum zu
leben und zu wirken berufen iſt, ſondern daß er ſein Leben und
Wirken erſt als Gemeinſchaftsweſen erfüllen kann.
In dieſe philoſophiſchen Betrachtungen, in denen Kaplan
Fahſel von ſeinem Standpunkt durchaus verſtändlich das
Vorhandenſein des lebendigen Gottes ebenſo als ſelbſtverſtänd=
liche
Tatſache hinſtellte, wie die weitere, daß Johanna, gleich wie
andere Menſchen im Laufe der Jahrhunderte, von Gott berufen,
vom heiligen Eeiſt beſeſſen war und direkt auf Gottes Gebote,
die ihr ohne Mittelsperſon zuteil wurden, handelte, behandelte
der Vortragende dann weiter die Hiſtorie der Johanna deren
Aktenmater al offenbar ein Spezialſtudium von ihm war. Dann
das Vorhandenſeinmüſſen von Spannungen, von ungelöſten
Dingen, die letzten Endes keiner Löſung zugeführt werden dür=
fen
und denen, weil keines dieſer von Gott berufenen Weſen,
auch Chriſtus ſelbſt nicht, die überkommene Aufgabe bis zum
letzten Ende durchführen durfte, ſondern immer wieder der
Menſchheit die letzte große Frage offen ließ, ihr wohl den Weg
wies, aber es der Menſchheit doch nicht ſo bequem machen durfte,
dieſen Weg glatt zu gehen, ſondern ſie immer wieder vor neue
Kämpfe zu ſtellen. Führen dieſe Kämpfe wiederum in die Wirr=
nis
, dann erſteht der irregehenden Menſchheit auch wieder ein
neuer Führer. Dieſer Spannungen gibt es zum Pro=
blem
der Heiligen Johanna im weſentlichen drei. Nämlich die
Spannung zum religiöſen Bekenntnis und zur Kirche, zum an=
deren
zu Königtum und Ständetum (Engländer!) und zum drit=
ten
die zwiſchen Ständen und Nationalität, die zwiſchen Nation
und Nation. Tieſe Faktoren werden immer in irgend einer
Weiſe gegenfätzlich ſtehen, die Spannungen werden alſo immer
da ſein und müſſen da ſein. Dieſer Teil des Vortrags, der
eine ſeiner Grundfeſten bildete, könnte zu weitgehenden Betrach=
tungen
Anlaß geben, die aber aus dem Rahmen dieſes Referats
herausfallen würden. Auf jeden Fall war dieſe freimütige Feſt=
ſtellung
des Vortragenden von erheblicher Bedeutung.
In zwei weiteren Dingen verlangt der Vortragende von
ſeinen Hörern, daß ſie ehne Beweisführung ſeinerſeits ſih ſeiner
eigenen Anſchauung reſtlos anſchließen. Er ſagt nämlich Jo=
hanna
unterſchrieb das Schuldbekenntnis und nach Shaw
zerriß ſie es in dem Augenhlick als ſie erfuhr, daß ſie nunmehr
nicht verbrannt, aber auf Lebenszeit eingekerkert werden

ſoll. Dem ſei nicht ſo, ſondern Johanna zerriß das Schuldbe=
kenntnis
, weil in demſelben Augenblick die Erkenntnis kam,
daß ſie dadurch ihre göttliche Miſſion verließ. Hierfür exiſtiert
keinerlei Beweis, der Vortragende ſtellt das als feſtſtehend hin.
Zum anderen ſagt Kaplan Fahſel, Johanna war ein Menſch wie
jeder andere, ſie fühlte ſich eben nur göttlich berufen, ſie war
in Wirilichkeit nicht, was Schiller in ſeiner Jungfrau von
Orleans aus Johanna gemacht hat, ein überirdiſches Weſen.
Schiller aber hat keineswegs ein überird ſches Weſen aus der
Jungfrau von Orleans geſtaltet. Er ließ ja vielmehr ihre ver=
meintliche
Gottesmiſſion ſcheitern am rein menſchlichen, aller=
dings
am höchſten, das Menſchentum und Weibtum zu
empfinden und zu erfüllen vermag, an der Liebe, ſcheitern.
Intereſſant war aber, die ausführliche Wiedergabe würde
hier zu weit ſühren, das, was Kaplan Fahſel über die hiſtoriſche
Johanna ſprach, wie er in ganz trockenen, klaren Worten ſagte,
daß man die arme Jeanne d’Arc wirklich undankbar und ſchlecht
behandelt habe, indem man ſie den rachſüchtigen Engländern,
die aus rein egoiſtiſchen Gründen heraus ſie unbedingt vernich=
ten
mußten, auslieferte. Er ſtellte dann einiges aus der Hiſtorie
der Bernard Shawſchen Handlung gegenüber, vertrat letzten
Endes aber den gleichen Standpunkt wie dieſer, den nämlich,
daß, wie oben bereits angedeutet, die Johanna auch heute unter
den gleichen Umſtänden einem gleichen Geſchick anheim fallen
würde, daß alſo die Menſchen auch in dieſer Beziehung ſich nicht
geändert haben und ſich nie ändern werden.
Von gleichem Intereſſe war die Rechtfertigung des
Krieges durch den Kaplan Fahſel, ſoweit es ſich um einen
gerechten Krieg handelt. Auch hier berief ſich der Vortragende
mit Recht auf Jefus Chriſtus ſelbſt, der dem Hauptmann von
Kapernaum durchaus nicht ſein Kriegshandwerk verbot und
durch Nichtverbieten dieſes Handwerk als berechtigt anerkannte,
alſo auch den Krieg nicht verbot. Ein gerechter Krieg kann ein
Offenſiv= und ein Defenſiv=Krieg ſein. Gerecht iſt der Krieg,
wenn heiligſtes Gut angegriffen wird oder verloren gegangen
und wieder gewonnen werden muß.
Bliebe noch die Rechtfertigung der Heiligſprechung der
Johanna durch die katholiſche Kirche nach 300 Jahren. Nach den
Ausführungen des Vortragenden in dieſer Richtung bedeutet die
Heiligſprechung als ſolche nicht, daß erſt von dem Augenblick der
Heiligſprechung an, der Heilige für den katholiſchen Gläubigen
ein ſolcher iſt. Die Heiligſprechung iſt vielmehr formell nichts
anderes, als einerſeits eine Autoriſierung der Gläubigen, die
heilig Geſprochenen als ſolche in jeder Beziehung zu erkennen,
und andererſeits für die Heiliggeſprochenen nichts anderes als
eine Authent zität, d. h. alſo es liegt kein Grund vor, die Tat=
ſache
daß Johannas Heiligſprechung erſt 300 Jahre nach ihrem
Tod erfolgte, irgendwie vom Standpunkt des katholiſchen Glau=
bens
aus zu beanſtanden
e aufmerkſam dem Vortrag folgenden Hörer ſpendeten
am Schluß freundlichen Beifall für den intereſfanten Abend.
M. St.

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Nummer 16

Geite 6

Samstag, den 16. Januar 1926

fſiſche Landwietſchaſtliche Woche.
9

Schlußvorträge des Kurſus der Landwirtſchaftskammer. Jahreshauptverſammlung
Vereins zur Förderung der Grünlandwirtſchaft.

Dr. Q. Auch am geſtrigen Vormittag, der intereſſante Fachvorträge
vorſah, hate ſicz eine ſehr große Zahl von Landwirten und Intereſſen=
ten
im Saalbau verſammelt, die mit geſpannter Aufmerkſamkeit den
Ausführungen der Referenten lauſchten. Herr Präſident Henſel lei=
tete
die Verſammlung und erteilte alsbald Herun Geheimrat Profeſſor
Dr. Falke vom Landw. Inſtitut der Univerſität Leipzig das Wort.
Der Neferent behandelte die Frage: Unter welchen Ver=
hältniſſen
iſt die einſeitige Milcherzeugung heute
am Platze? Der Vortragende kam zu dem Ergebnis, daß eine ein=
ſeitige
Milcherzeugung genz allgemein zunächſt nicht mehr am Platze iſt.
Die heutige Milchverſorgung ſetzt eine unbedingte Intenſität der Er=
zeugung
voraus. Eine intenſive Erzeugung kann aber nur dann betrieben
werden, wenn die Preiſe ſteigen. Damit iſt aber heute gar nicht zu
rechnen, ſondern ganz im Gegenteil iſt die Tendenz ſtetig: Fallende
Preiſe aus dem einfachen Grunde, weil einmal heute allgemein eine
ſtarke Milcherzeugung in der Landwirtſchaft ſtattfindet, und dann zum
anderen, weil die Konkurrenz im Auslande die gleiche Tendenz verfolgt.
Zieht man einen Vergleich der Kaufkraft der Milch im Verhältnis zu
den Preiſen der Kraftfuttermittel, ſo iſt feſtzuſtellen, daß dieſer durchaus
ungünſtig ausfällt. Die Kaufkraft der Milch iſt heute bedeutend nied=
riger
als in der Vorkriegszeit. Heute ergeben ſich bedeutend höhere Er=
zeugungskoſten
. Das darf nicht ſein, aber eine Verbilligung der Er=
zeugung
iſt nur mit Hilfe von wirtſchaftseigenen Futtermitteln möglich.
Mit guter Milch kann jeder Konkurrenz begegnet werden, nicht durch
die Maſſe der gewonnenen Milch. Ein Betrieb, der gute Milch liefert,
wird ſehr bald diejenigen Kreiſe der Landwirtſchaft, die noch Milch von
ungenügender Beſchaffenheit liefern wollen, als auch die Konkurrenz
der Auslandslieferanten aus dem Felde ſchlagen, da heute in Deutſch=
land
für Qualitätsware von den Verbrauchern ein kleiner Preisaufſchlag
lieber in Kauf genommen wird, als ſchlechte Ware zu niedrigeren Prei=
ſen
. Es muß im Zukunſt unbedingt Propaganda für die beſſere Beſchaf=
fenheit
der Milch gemacht werden, da dies ebenſo im Intereſſe der Kon=
ſumenten
wie der Produzenten liegt. Zum Schluſſe ſeines Vortrags
wurde noch die Milchverwertung im Abſatz behandelt. Dieſe kann nach
Anſicht des Vortragenden nicht dem Einzelnen überlaſſen bleiben, ſon=
dern
muß Sache der Berufsvertretung der Länder, Provinzen und des
Reiches ſein, damit auch hier für eine entſprechende Ausfuhr in das Aus=
land
planmäßig Sorge getragen werden kann. Dem Anbau geeigneter
Futtermittel muß die größte Aufmerkſamkeit geſchenkt werden, alſo be=
ſonders
dem Anbau und der Beſtellung der Wieſen. Iſt hier eine er=
hebliche
Beſſerung eingetreten, dann iſt mit Hilfe der wirtſchaftseigenen
Futtermittel auch eine erhebliche Beſſerung der Beſchaffenheit der Milch
zu erwarten. Daß die Beſchaffenheit der Milch noch ganz bedeutend
gebeſſert werden muß, ſteht außer allem Zweifel. Unbedingte Reinheit
bei Behandlung des Viehes, unbedingte Reinheit in den Ställen iſt neben
einer zweckentſprechenden richtigen Fütterung die Vorausſetzung für die
Erreichung einer höchſten Qualitätsmilch. Nur unter reſtloſer Beachtung
dieſer wichtigſten Faktoren wird die Geſundheit des Viehes und ſomit
die gewünſchte gute Qualität der gewonnenen Milch erreicht werden.
Das Ziel der zukünftigen Milcherzeugung muß ſein: größtmöglichſte
Güte, nicht größtmöglichſte Menge. Zuſammenfaſſend iſt alſo noch=
mals
zu ſagen, daß Güte der erzeugten Milch die Haupthedingung iſt,
daß abgeſehen von einzelnen Betrieben eine einſeitige Milcherzeu=
gung
nicht am Platze iſt, und daß auf dem Gebiete der Milchwirtſchaft,
wenn Fehler, die gemaht wurden, durch richtige, zeitgemäße Betriebs=
weiſe
wegfallen, viel erreicht werden kann.
Anſchließend ſprach Herr Dr. Schindler, Deutſcher Landwirt=
ſchaftsrat
, Verlin, über: Die Preisbildung in der Land=
wirtſchaft
. In anſhaulicher Weiſe ſchilderte er die Erfahrungen
und Lehren, die er auf dieſem Gebiete auf einer Amerikareiſe geſam=
melt
hatte, und führte u. a. folgendes aus:
In einem kurzen Vortrag kann es ſich nicht darum handeln, die
Preisentwickelung der letzten Jahre zu geben, ſondern darum, welche
Möglichkeiten bieten ſich dem Landwirt, auf die Preisbildung einzuwir=
ken
und die Nentabilität ſeines Betriebes zu erhöhend In den Ver=
einigten
Staaten verſtehen es die Farmer beiſviellrs, ſich einen Ein=
fluß
auf die Preisbildung zu ſichern. Wir könner zwar die dortige
Methode nicht ohne weiteres einführen, aber wir können daraus lernen.
Ein rentabler Betrieh muß ſich unbedingt auz eigener Kraft
tragen können. Drei Wege können zur Beſſerung führen, und zwar
der organiſatoriſche, wirtſchaftliche und techniſche Weg. Eine Beſſerung
der Preiſe wird zunächſt auf dem organiſatoriſchen Wege geſuchl.
Alle Verſuche auf organiſatoriſchem Wege, waren
ſeither erfolglos. Dagegen wird der zweite Weg, die reſtloſe
techniſche Durchführung der Produktion. Wandel ſchaf=
fen
können. Trotz unſerer Verarmung werden in Deutſchland nur beſte
Qualitäten, feinſte Waren gekauft, auch wenn höhere Preiſe verlangt
werden. Alſo nur eine Qualitätsverbeſſerung kann zum Erfolg füh=
ren
. Natürlich können nicht alle Waren, z. B. Weizen, Hafer uſw. er=
heblich
verbeſſert werden, aber z. B. ſind die holländiſchen Kartoffeln
wegen ſorgfältigerer Sortierung und Reinigung bedeutend beſſer wie
die deutſchen, alſo erzielen die holländiſchen höhere Preiſe. Auch die
däniſche Butter iſt teurer wie die einheimiſche, wird aber gekauft, weil

ſie beſſer iſt. Die Schleswig=Holſteiniſche Landwirtſchaftskammer gibt
für im Lande hergeſtellte Butter eim Papier heraus, in das die von
ihr für gut befundene Butter verpackt wird. Dieſe ſo als Qualitäts=
ware
kenntlich gemachte Butter erzielt dieſelben hohen Preiſe wie die
ausländiſche holländiſche Butter. Dieſe einfache Methode, Qualitäts=
ware
nicht nur zu ſchaffen, ſondern auch nach außen durch Verpackung
gewiſſermaßen amtlich als prima Ware kenntlich zu machen, hat eine
Hebung des Umſatzes ſolcher Waren zur Folge. Die Frage der einheit=
lichen
Verpackung als Garantie für Qualitälsware iſt in Amerika beſon=
ders
gut gelöſt, und eine ſolche Löſung ſollte auch imn Deutſchland gefun=
den
werden. Gute, ſchöne Verpackung hebt unbedingt den Abſatz. Der
Käufer ſchließt vom Ausſehen einer Ware auf ihre Güte. Man hat in
Amerika beſondere Maſchinen zur Polierung von Aepfeln. Die Ameri=
kaner
verbrauchen das beſte Obſt im Lande, das geringere verſchichken ſie
ins Ausland, und dort Gbeſonders in Deutſchland) wird es auf Grund
ſeiner Aufmachung, alſo des beſſeren ſchönen Ausſehens wegen, noch
immer lieber gekauft, als das einheimiſche Obſt. Bei der Verarbeitung
der Produkte gibt es noch ſehr viel zu beſſern. In Amerika beſteht eine
geradezu fabelhafte Technik in der Verarbeitung. Intereſſant war die
Erklärung der techniſchen Einrichtung eines Schlachthausbetriebes in
Amerika. Auch in Deutſchland müßte allmählich ein ähnlicher Weg
rationeller Arbeitsverwertung wie in Amerika geſchaffen werden, und
hier müßte beim Fleiſch angefangen werden. In Oldeuburg iſt eine
große Fleiſchfabrik, die bereits nach amerikaniſcher Methode arbeitet und
ſolche Erfolge hat, daß ſie die däniſchen Waren auf dem Markt üher=
flügelt
hat. Ein weiterer Weg iſt der, durch die wirtſchaftliche Beſſe=
rung
eine Beſſerung der Preiſe herbeizuführen. Der Preis richtet ſich
nach der Meinung von Angebot und Nachfrage. Die Meinung beſteht
aber bei den Händlern, nicht bei den Landwirten. Es iſt den Händ=
lern
kein allzu großer Vorwurf zu machen, wenn ſie bei den unorien=
tierten
Landwirten einen vorteilhaften Preis zu erzielen ſuchen, wohl
aber den Landwirten, wenn ſie über die Preiſe nicht orientiert ſind.
Landwirte, die gute, glänzende techniſche Betriebe hatten, ſtanden ſich
oſt, wenn ſie über die Abſatz= und Preisverhältniſſe keinen Ueberblick
hatten, ſchlechter als Beſitzer von geringeren Betrieben, die über die
Preiſe orientiert waren. Eine Orientierung muß raſcheſtens erfolgen.
In Amerika werden durch Rundfunk alle halben Stunden die höchſten
und niedrigſten Preiſe mitgeteilt. Auch in Deutſchland haben wir einen
Rundfunk, der täglich nachmittags alle Preiſe mitteilt. Für Heſſen
kommt der Frankfurter Sender in Frage. Eine raſche Aufklärung über
die gezahlten und gebotenen Preiſe, die augenblickliche Tendenz, und
welche Schlüſſe aus dieſer Tendenz zu ziehen ſind, muß ſich der Land=
wirt
ſtets verſchaffen. Die praktiſche Landwirtſchaft muß die Landwirt=
ſchaftskammer
weitgehendſt in ihrer Arbeit unterſtützen, denn nur dann
kann ſie die Landwirte genau orientieren. In Amerika werden die
Schweinepreiſe und der Preis für Hafer auf 6 Wochen vorhergeſagt.
Und dieſe Vorherſage traf mit ganz geringen Abweichungen mit faſt
abſoluter Sicherheit ein. Unbedingt nötig iſt eine Steigerung der land=
wirtſchaftlichen
Produktivität und mit ihr eine Steigerung der Ren=
tabilität
.
Die Ausführungen der beiden Referenten fanden lebhaften Beifall
der Anweſenden. Nachdem die beiden Herren Referenten in der an=
ſchließenden
Diskuſſion die eingelaufenen Fragen beantwortet hatten,
wurden die Tagung von Herrn Präſident Henſel geſchloſſen.
Jahreshauptverſammlung des Vereins zur
Förderung der Grünlandwirtſchaft.
Um 3,15 Uhr eröfnete in dem dichtbeſetzten Saalbau der 1. Vor=
ſitzende
, Herr Gutspächter Ruoff.=Konradsdorf, die Tagung des Ver= zur Förderung der Gründlandwirtſchaft in Heſſen und Umgebung,
begrüßte die ſehr zahlreich erſchienenen Fachvertreter und Zuhörer und
erteilte dann dem Referenten, Herrn Direktor Oekonomierat Dr. Ha=
mann
(Darmſtadt) das Wort zu ſeinem Vortrag über die Frage: Iſt
die ſeither im Vogelsberg, und in einem Teil des
Odenwaldes übliche Betriebsweife gerechtfertigt,
oder iſt eine Umſtellung dieſer Betriebsweiſe er=
forderlich
, und nach welcher Richtung?
Beginnend mit der Erklärung der geographiſchen Beſchaffenheit des
Vogelsverges im Vergleich insbeſondere mit der Beſchaffenheit des Oden=
waldes
, beleuchtete der Redner insbeſondere die klimatiſchen und vege=
tariſchen
Verhältniſſe. Der Vogelsberg hat den Nachteil, daß er einen
bedeutend längeren Winter hat. Die durchſchnittlich= Jahrestemperatur
auf dem Vogelsberg iſt verhältnismäßig tief. Beſonders im Frühjahr
iſt die Temyeratur ſehr nieder. Auch der ſehr ſcharfe Wind, der im
Vogelsberg faſt dauernd weht, beeinträchtigt ſtark die Vegetation. Die
verhältnismäßig geringe Zahl der froſtfreien Tage iſt auffallend Un=
günſtig
für die Entwickelung der Pflanzen iſt auch die große Menge
Niederſchläge. Atril, Mai und Juni ſind die Hauptwachstumsmonate
im Vogelsberg. Eine frühe Heuernte iſt im Vogelsberg die
günſtigſte. Lieber früher und weniger ernten, als zu lange warten
und eine Mißernte riskieren. Von den Landwirten im Vogelsberg wird

inde enfchen in Oe.
Unterſchied der Ausſaat zu uns beträgt nach Beobachtung von Profeſſor
Ihne 34 Wochen. Der Getreidebau hat im Vogelbergs noch zu große
Ausdehnung. Die Erträge des Ackerbaues im Vogelsberg werden den Ver=
hältniſſen
nach immer gering und unſicher ſein und ſelbſt wenn auch
ein oder zwei gute Erntejahre zu verzeichnen ſind, müßten ſich die Land=
wirte
doch umſtellen. In ſeinen weiteren Ausführungen brachte der
Redner einen Vergleich der Verhältniſſe beſtimmter Gegenden des Odeu=
waldes
mit denen des Vogelsberges. Der Vortragende kommt
zu dem Reſultat, daß Betriebe, die in über 500 Meter Höhe
liegen grundſätzlich überhaupt keinen Ackerbau mehr
treiben ſollten. Zu erwägen wäre auch, ob nicht der Flachsbau
in dieſen Gegenden wieder eingeführt werden ſoll. Die Verhältniſſe in
den beſtrochenen Gebieten ſind auch deshalb ſo ungünſtig, weil die
landwirtſchaftlichen Arbeiter fehlen. Bis 1900 nahm die Abwanderung
deuernd zu, die Gemeindeeinwohnerzahl wurde immer kleiner. Venn
die Wirtſchaftsweiſe in der erwähnten Form mehr auf Grünlandwirt=
ſchaft
eingeſtellt wird, dann wird der Arbeitsbedarf geringer. Die Land=
wirte
werden ihre Scholle nicht mehr halten können, wenn ſie ihre
wirtſchaftliche Betriebsweiſe nicht den Verhältniſſen anpaſſen. Auch
die einſeitige Milcherzeugung wird von dem Redner ver=
worfen
. Im Anſchluß an den Vormittagsvortrag des Herrn Geh Nat
Dr. Falke erklärt der Nedner, daß deſſen Ausführungen unbedingt zu
beachten ſind. Für die Viehzucht und die Landwirtſchaft iſt es um ſo
beſſer, je mehr Milch zur eigenen Verwendung zurückbehalten wird, ein
Uebermaß von Milchverkauf ſoll alſo vermieden werden. Der Vogels=
berg
und die angeführten Teile des Odenwalds müßten eigentlich der
Vieh ieferant für das ganze Land ſein. Viehzucht wird aber nur auf
ausgedehnten Grünflächen mit Erfolg betrieben. Durch beſſere Pflege
und Lüngung kann (ine rentable Grünlandfläche entſtehen. Auf dem
Selchenuhof und auf anderen Pachtgütern werden durch die Landwirt=
ſchaftskammer
in dieſer Beziehung Beiſpielverſuche unternommen, die
reſtlos günſtige Erfolge hatten. Auch die Hutweiden müſſen für die
Allgemeinheit und von ihr mehr ausgenützt werden, die Einzelhut muß
verſchwinden, an deren Stelle müſſen Gemeindeweiden treten. Das
Vieh kann bis zum Herbſt bei jeder Witterung im Freien bleiben. Wenn
auch für weite Gebiete des Odenwalds Viehzucht mehr rentiert, ſo
kann man das nicht auf einmal durchführen, aber es muß doch damit
begonnen werden. Und dazu muß der Staat helfen, er muß in Einſicht
der Notwendigkeit dieſer Umſtellung Mittel zur Durchführung zur
Verfügung ſtellen. Mit der Umänderung der Wirtſchaft muß Hand in
Hand eine Umänderung der Wirtſchaftsweiſe gehen. Es muß dabei
extenſiv gearbeitet werden, im übrigen kann die intenſive
Arbeitsweiſe beibehalten werden. Dieſe angeführte Umwandlung muß
möglich ſein und iſt auch möglich.
Anſchließend ſprach Herr Dr. Könekamp=Bonn über Die
Bauernberatung im Grünlandverein. Ein Rück=
blick
und Ausblick in Heſſen. Seinen Ausführungen ent=
nehmen
wir folgendes: Der Vortrag ſoll den Wert der Grünland=
organiſation
zeigen und ein Blick in die Zukunft geben. Die Hilfe,
die die Landwirtſchaft braucht, kommt nur aus der Bauernſchaft ſelbſt.
Als der Grünlandverein entſtand, war man ſehr peſſimiſtiſch, man
konnte nicht an einen Erfolg einer ſolchen Beratung glauben. Heute
iſt das Vertrauen in die Organiſation alſo zwiſchen dem Grünland=
berater
und dem beratenen Landwirt ſtark geſtiegen. Die Zahlen, die
der Redner anführte, bewieſen am deutlichſten die Arbeit, die der Grün=
landverein
geleiſtet hatte. Die Beobachtungen des Grünlandvereins
ſind von außerordentlichem Wert. Mit Kopf= und Fleißmaßnahmen
laſſen ſich große Fortſchritte erzielen, und zwar zunächſt muß eine
ordentliche Waſſerwirtſchaft geſchaffen werden, ferner müſſen die Vor=
ausſetzungen
(Kalkfrage) einer richtigen Düngungsweiſe gründlich ge=
löſt
werden. Eine gute Kompoſt= und Stallmiſtdüngung darf niemals außer
acht gelaſſen oder unterſchätzt werden bei der Grünlandwirtſchaft. Ein
größeres Augenmerk muß auf die Unkrautbekämpfung gerichtet werden.
Auch ſind die Erntemethoden beſonderer Beachtung zu empfehlen. Die Ar=
beitsweiſe
mit Trockengerüſten iſt ſehr günſtig zu beurteilen. Berech=
nungen
von Prof. Rößler haben einen günſtigen Erfolg bei Benützung
von Trockengerüſten ergeben. Der Luzerneanbau ſollte nicht in dem
Maße vergeſſen werden, wie dies heute geſchieht, dazu gebört die boden=
ſtändige
Bodenfutterſaatzucht in jedem einzelnen Betrieb. Die Bera= des Grünlandvereins ſollten immer noch viel mehr berückſichtigt
werden, dann wird ein günſtiger Enderfolg nicht ausbleiben. Die Grün=
landbewegung
zeigt immer mehr ihre Exiſtenzberechtigung, ja ihre
Notwendigkeit. Der Grünlandbund will demnächſt wirkſame Reklame
für die einheimiſchen Erzeugniſſe machen.
Der Verſammlungsleiter, Herr Ruoff, dankte den beiden Refe=
renten
für ihre tiefſchürfigen, weithlickenden und klaren Ausführungen,
die auch, wie der große Beifall bewieſen, hatte, für die anweſenden
Landwirte von größem Wert und Intereſſe waren, und wünſchte Herrn
Dr. Könekamp alles Glück für die Zukunft. Bei dieſer Gelegenheit
ſtellte er der Verſammlung für den ausgeſchiedenen Geſchäftsführer des
Grünlandvereins deſſen Nachfolger, Herrn Dr. Stoll. vor An der
ſich anſchließenden Ausſprache beteiligten ſich u. a. die Herren Ober=
bergrat
Schottler, Oekonomierat Glaſer, Direktor Dr. Schul= Heppen=
heim
, Schneider=cleeberg, Hauſer=Nieder=Weiſen (der beſonders der
Leitung des Grünlandvereins und den beiden Referenten für ihre
Mühe und Arbeit den Dank der Landwirte ausſprach) und Landwirt=
ſchaftslehrer
Kunkel.
In einem kurzen Schlußwort dankte der Vorſitzende für das ent=
gegengebrachte
Intereſſe und betonte, daß nur der Zuſammenſchluß und
die Zuſammenarbeit aller Landwirte und der landwirtſchaftlichen In=
ſtitute
zum Erfolg führen könne. Damit wurde die Tagung kurz nach
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Nummer 16

* Eberſtadt, 15. Jan. Generalverſammlungen. Am
ber Turnverein 1876 E. V. ihre Generalverſammlungen ab. Am Sonn=
tag
mittag findet die Hauptverſammlung des Muſikvereins Edelweiß
ſtatt.
* Pfungſtadt, 14. Jan. Der neue Gemeinderat hat ſeine
erſte Sitzung abgehalten. Sie wurde vom Beigeordneten Weigel ge=
Gemeinderat eingetreten ſind Georg Rorh, Ludwig Steinmetz 9., Peter
Frankenberger und Wilhelm Martin. In der erſten Sitzung wurde die
Bildung der Ausſckiſſe vorgenommen. Es wurden zehn Kommiſſionen
gebildet, die durchſchnittlich aus fünf Mitgliedern beſtehen. Nur der
Wohnungsausſchuß beſteht aus zehn Mitgliedern. Zum Gemeindekon=
trolleur
wurde Gemeinderat Wenz wiedergewählt. Im Schuloorſtand
iſt der Gemeinderat durch ſechs Herren vertreten.
* Pfungſtadt, 14. Jan. Arbeitsmarkt. Die Zahl der Er=
werbsloſen
beträgt hier ungefähr 500. Die Nachwahl zur Beige=
ordnetenwahl
, ſoll am 31. Januar ſtattfinden Die Ver=
gnügungsſteuerſätze
ſür karnebaliſtiſche Veranſtaltungen wur=
den
vom Gemeinderat verdoppelt.
* Hahn bei Pfungſtadt, 14. Jan. Feuer in der Zelluloid=
fabrik
. Im Keſſelhaus der Zelluloidwarenfabrik in der Hahnmühle‟
brach Feuer aus, das bereits das Dachgebälke erfaßt hatte, als es durch
ſchnelle Anwendung von Gegenmaßnahmen gelang, die Flammen zu
löſchen.
* Nieder=Ramſtadt, 14. Jan. Bei der geſtern im Gemeindewalde
abgehaltenen Holzverſteigerung, wurden wieder ganz anſehn=
liche
Preiſe erzielt. Durchſchnittlich ſtellten ſich die erzielten Preiſe wie
folgt: Buchenſcheiter 2632 Mk., Buchenknüppel 1521 Mk., Buchen=
ſtöcke
1215 Mk. für je 2 Rm., Buchenreiſig für 50 Stück 78 Mk.
* Nieder=Ramſtadt, 14. Jan. Gemeinderatsbericht. Die
neu eingetretenen Gemeinderatsmitglieder Bender, Reitz, Rückert, Baher,
Breitwieſer und Wittersheim wurden zunächſt nach entſprechender Be=
lehrung
in ihr Amt eingeführt und durch Handſchlag an Eidesſtatt ver=
pflchtet
. Zu Punkt 1 der Tagesordnung beantragt Gemeinderat Keil,
die Finanz=, Bau= und Elektrizitätskommiſſion mit je 6 Mitgliedern,
alle übrigen Kommiſſionen mit je 4 Mitgliedern zu beſetzen. Dieſer
Antrag wird einſtimmig angenommen. Es werden darauf in die ein=
zelnen
Komiſſionen berufen: a) Finanzkommiſſion die Gemeinderats=
mitglieder
Bertſch, Steiger, Breitwieſer, Bender, Reitz, Krautwurſt;
5) Baukommiſſion die Gemeinderatsmitglieder Bernhardt, Baher, Breit=
wieſer
, Bertſch, Nückert, Wittersheim; ) Elektrizitäts= und Waſſer=
werkskommiſſion
die Gemeinderatsmitglieder Krautwurſt, Rückert, Bern=
hardt
. Steiger, Wittersheim, Keil; 0) Feld= und Waldkommiſſion die Ge=
meinderatsmitglieder
Müller, Bayer, Keil, Breitwieſer; e) Friedhofs= und
Beſtattungskommiſſion die Gemeinderatsmitglieder Müller, Reitz, Bertſch,
Breitwieſer: k) Faſelviehkommiſſion die Gemeinderatsmitglieder Müller,
Bayer, Wittersheim, Keil; g) Wohlfahrts= und Fürſorgekommiſſion:
Beigeordneter Regalia und die Gemeinderatsmitglieder Neitz, Steiger,
Bertſch; b. Badekommiſſion die Gemeinderatsmitglieder Bender, Keil,
Rückert, Bertſch. Zu Punkt 2: Beſtellung des Gemeindekontrolleurs,
erfolgt Abſtimmung, da zwei Vorſchläge gemacht wurden. Gemeinderat
Müller wurde mit 8 gegen 4 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen
zum Gemeindekontrolleur gewählt. Die Neubildung des Schulvor=
ſtandes
konnte nicht vorgenommen werden, weil zwei ſchroff gegenüber=
ſtehende
Anträge mit aller Entſchiedenheit vertreten wurden. Die ſo=
zialdemokratiſche
Gemeinderatsfraktion beantragte, die Zuſammen=
ſetzung
in der bisherigen Weiſe zu belaſſen. Dieſer Antrag wird mit
9 gegen 5 Stimmen abgelehnt, worauf die ſozialdemokratiſche Gemeinde=
ralsfraktion
die Erklärung abgab, auf ſämtliche Kommiſſionsſitze zu ver=
zichten
. Daraufhin wird die Wahl der Schulvorſtandsmitglieder aus=
geſetzt
. In den neu zu wählenden Steuerausſchuß beim Finanzamt
werden gewählt: a) als Vertreter der Landwirtſchaft: die Gemeinderäte
Müller und Baher, ſowie als Erſatzmänner hüir dieſe Hch. Bender I.
und W. Heppenheimer II.; b. als Vertreter des Gewerbeſtandes: Frd.
Bender UIII. und Gemeinderat Keil, ſowie als Erſatzmänner für dieſe
Frd. Luckhaupt II. und Jean Wittersheim; e) als Vertreter der freien
Berufe: die Gemeinderatsmitglieder Steiger und Breitwieſer, ſowie
das Gemeinderatsmitglied Bertſch und W. Schaller als deren Erſatz=
männer
. Einer Anregung des Kreisamts entſprechend wird den
Grundbeſitzern das Bepflanzen ihrer an die Ortsſtraßen angrenzenden
Hauswände und Mauern mit Spalierobſt auf Gemeindegelände ge=
ſtattet
nach den von der Gemeind=verwaltung in jedem Einzelfalle an=
miniſteriums
über die Bereitſtellung von Notſtandsarbeiten für Er=
werbsloſe
wird zur Kenntnis genommen und beſchloſſen, im Rahmen
desſelben zunächſt die Befeſtigung und Kanaliſierung der Stiftſtraße als
Notſtandsarbeit ausführen zu laſſen. Die am 1. Februar l. Js. ein=
tretende
neue Gemeindeſchweſter ſoll zunächſt vorübergehend im
Schneiderſchen Hauſe, und zwar in der Wohnung der Frl. Schmeider
untergebracht werden. Bei dieſer Gelegenheit wurde auch zur Sprache
gebracht, daß H. Wiehe dahier das Obergeſchoß ſeines mit ſtaatlichen
und Gemeindebaudarlehen neu errichteten Wohnhauſes nicht auszubauen
beabſichtige, und ſich weigere, zu vermieten. Es wurde dies ſcharf ge=
vigt
und die Verwaltung beauftragt, auf Wiehe einzuwirken, daß er
ſeinen Verpflichtungen nachkommt. Die Neuanſchaffung eines Faſel=
hullen
und eines Ebers wird heſchloſſen. Stundungsgeſuch= rück=
ſtändiger
Steuern und Holzgelöſchldigkeiten werden an die Finanz=
kommiſſion
verwieſen. Die am 12. d3. Mts. abgehaltene Holzverſteige=
rung
wird genehmigt. Die Steuerfreiheit der zu Polizeiſchutzwecken
ſuch des Bahnwärters Fornoff um Erlaß der Gemeindehundeſteuer wird
abſchlägig beſchieden, weil der Gemeinderat es ſir Sache der Bahn=
verwaltung
hält, für den Schutz ihrer Beamten zu ſorgen. Nach Er=
herbeizuführen
. Beide Parteien beharren aber auf ihrem Standpunkte.
wurde, ſich an keiner Kommiſſionsarbeit zu beteiligen.
* Roßdorf, 15. Jan. Am Samstag, den 16. Ifd. Mts., vormittags
Gemeindekaſſe ausbezahlt.
die Beiträge zur Handwerkskammer ſpäteſtens bis Ende d. M. an die
Gemeindekaſſe bei Meidung der Beitreibung zu entrichten ſind.
Roßdorf, 15. Jan. Am Sonntag, 17 Jan. abends 8 Uhr, ſpielt
der Sportverein 1922 eines ſeiner gern geſehenen Theaterſtücke im
Saale des Darmſtädter Hofs (Inh. Joh Krämer). Zur Aufführung
kommt das oberbaheriſche Bauernſtück Der Gwiſſenswurm, in drei
Alten und fünf Bildern.
r. Babenhauſen, 14. Jan. Sein Winterfeſt verbunden mit Ball
hielt am Sonntag der Sportverein Germania 1912 im großen Saalbau
Deutſcher Hof ab. Der Beſuch war wohl infolge der wirtſchaft ichen
Verhältniſſe und der ſich häufenden Veranſtaltungen ſehr ſchwach. Nach
kurzen herzlichen Begrüßungsworten durch den Vorſitzenden, Herrn Fritz
Klein, und einigen gut vorgetragenen Muſiktücken der Kapelle Lautz
erſchien auf der Bühne, aufs lebhafteſte von den Kunſtfreunden begrüßt,
der Darmſtädter Operettentenor Herr Hans Ney. Alle ſeine Dar=
bietungen
, ſeine hübſch vorgetragenen Rheinlieder und ſeine mit feinem
Humor genüirzten Rezitationen ernteten ſtürmiſchen Beifall. Auch die
gelungenen Nachahmungen Charlie Chaplins durch Fräulein Roſe er=
weckten
große Heiterleit. Die Stimmung zum Winterfeſt der Germanen
war hergeſtellt, die reich geſpickte Tombola erfreute ſich eines ſehr guten
Zuſpruches, und die ſtarkvertretene Jugend konnte ſich über Platz=
mangel
nicht beklagen und die Tanzluſt mit vollen Zügen auskoſten.
rBabenhauſen, 15. Jan. Der erſte diesjährige Maskenball in
unſerem Städtchen wird dieſen Samstag abend im Gaſthaus zum Löwen Januar, vormittags 6 Uhr: 100 Zentimeter.
von der Kegelgeſellſchaft Alle Neun veranſtaltet. An demſelben Abend
bält der Geſangverein Eintracht unter Leitung ſeines Chormeiſters
Sahm ſeinen Jahresball ab, dem ein Konzert, in üblicher
Form vorangeht.
* Asbach i. Odw., 14. Jan. Der Turnverein veranſtaltet am
2 Januar einen Ball. Die Muſik wird ausgeführt von der bekannten
herrſcht eben ein reges Sportintereſſe. Zur vollſtändigen Ausbildung
der Körperkräfte unſerer Jugend fehlen jedoch noch manche Sportgeräte.
Die Einnahmen des Balles dienen zur Anſchaffung dieſer Gegenſtände.
Eine Unterſtützung von ſeiten der Nachbarvereine wird daher ernünſcht.
* Reichelsheim i. Oöw., 15. Jan. Der hieſige Geflügelzucht=
verein
hält bis einſchließlich Sonntag, 17. Jan, ſeine 3. große all=
gemeine
Geflügelausſtellung, verbunden mit Tombola= Ver=
loſung
im Gaſthaus. Zum Adler ab. Die Ausſtellung umfaßt die
ſtattliche Zahl von 250 Doxpelnummern, und ſind Züchter aus allen
Teilen Heſſens mit ihren Tieren auf dieſer Ausſtellung vertreten. Es
iſt jedem, der Intereſſe am Geflügel und Gefligelzucht hat, der Beſuch
dieſer Ausſtellung aufs wärmſte zu empfehlen, insbeſondere da bei der=
ſelben
günſtige Einkaufsgelegenheit für Raſſegeflügel geboten iſt. Die Priraten. Vonllillionenim Gebrauch. Appettanregende feinschmeekende
Ausſtellung iſt geöffnet, am Samstag von vorm. 10 Uhr ab und Sonn=
tags
von vorm. 9 bis nachm. 6 Uhr. Der Reichelsheimer Geflügelzucht= Nur in Paketen zu 40 Pfg., Dosen 90 Pfg aber nie often. L.ssen Sie
verein, durch ſeine rege Tätigkeit überall bekannt, wird alles aufbieten,
um den Beſuchern der Ausſtellung in jeder Weiſe gerecht zu werden.

Samstag, den 16. Januar 1926

Seite 7

Delchalſit e e ich imn Sermchiht. eaen ih
Sonntag, den 17. Januar, hält hier Privatdozent Dr. Friedrich Noack
Dirigentenkurſus ab, der Chordirigenten auf dem Lande Ge= Geißler auf eine 40jährige und Herr Jakob Hamm auf eine 50jährige
legenheit geben ſoll, im Intereſſe der Arbeit an ihren Vereinen theore=
kommenden
Samstag abend halten der Geſangverein Frohſinn und tiſch und braktiſch ihre Fähigkeiten weiterzubilden. Der Samstag, nach=
mittags
um 4 Uhr, beginnende Kurſus umfaßt Vorträge, Chorübungen
zu denen ſich ein hieſiger Verein zur Verfüigung geſtellt hat, und
Diskuſſion über alle Fragen des Gebiets.
Werſau, 14. Jan. Auf allgemeinen Wunſch brinat der Sport=
leitet
, da Bürgermeiſter Schwinn immer noch erkrankt iſt. Neu in den verein 1930 Werſau am kommenden Sonntag, den 17. d. M., im Saale
des Herrn H. Trautmann zum wiederholten Male den Glockenguß zu
Breslau und das Luſtſpiel Ich heirate nicht zur Aufführung. Er=
freulicherweiſe
hat die vorangegangene Vorſtellung einen derart guten
(indruck hinterlaſſen, daß von allen Seiten lebhaft der Wunſch um
Wiederholung laut wurde.
* Erbach i. Odw. 14. Jan. Vor der Odenwälder Vereinigung für
Kunſt und Wiſſenſchaft hält am Freitag, 15. d. M., abends 8.15 Uhr, im
Anker zu Stockheim. Herr Pfarrer Berger=König einen Vor=
trag
über Bibliſche Erzählungs= und Liederkunſt. In der Brücken=
ſtraße
hier ereignete ſich vorgeſtern abend ein ſchwerer Unfall.
Eine alte, faſt taube Frau hörte die Hupenſignale eines auswärtigen
Laſtautos nicht und wurde don den Schutzblechen in der nicht breiten
Straße ſo unglücklich geſtreift, daß ſie zu Boden fiel. Die bedauerns=
der
Nacht ſtarb. Den Lenker des Wagens trifft leine Schuld. Holz=
verſteigerungen
im Odenwald. Verſteigerung von gefäll=
ten
Bäumen an Kreisſtraßen: Samstag, 16. Jan., vorm. 11.15 Uhr,
vor dem Hauſe des Herrn H. Rudolph zu Langenbrombach (1 Ahorn= geſchloſſen wird. Dem Antrag auf eine weitere Kreditaufnahme von
ſtamm, 2,50 Meter lang, 0.33 Fm.; 1 Ahornaſt, 2,50 Meter lang. 0.10
Feſtmeter; 1 Ahornſtämmchen, 500 Meter lang, 008 Fm.: 1 Los Ahorn=
Oberholz. Montag, 18. Jan., 1 Uhr nachmitags, oberhalb der Hutz=
wieſe
: 1 Nußbaumſtamm, 3,80 Meter lang, 127 Fm.. 1 Nußbaum=
ſtamm
, 4 Meter lang, 155 Fm., mehrere Nußbaumäſte, zuſammen 085
Prügelholz, 9 Loſe Reiſigholz. Sämtliche Stämme ſind mit der Ninde, zittelfreiheit iſt kis auf weiteres zurückgeſtellt. Dem Erſuchen der
gemeſſen. Brennholzverſteigerungen des Gräl. Forſt= Gemeinde Groß=Geran um Uebernehme der ſachlichen Koſten der Fort=
amtes
Erbach: 1. Tag Montag, 18. Jan, im Gaſthaus Zu den drei
Haſen in Michelſtadt, nachmittags 5 Uhr, aus dem Nebier Zell, wer= nungsangelegenheit von Führer wird der Baukommiſſion überwieſen.
den meiſtbietend öffentlich verſteigert etwa 180 Nm. Laubholz=Brennholz
und 100 Rm. Nadelholz=Brennholz. 2. Tag Mittwoch, 20. Jan., nach=
mittags
5 Uhr, im Gaſthaus. Zum Hirſch in Erbach aus Revier Er= entfallenden Viertelteil übernimmt. Auf das ſtaatliche Darlehen foll
bach etwa 160 Nm. Laub= und Nadelholz=Brennholz. Holzverwertung verzichtet werden. Zur Düngung der Wieſen, ſollen 350 Zentner
rollen von 1924/25 und 75 Rm. Birkenrollen von 1923/94, lagernd bei
Schöllenbach. Verkauf findet ſtatt am 19. Jan. im Geſchäftslokal der
Firma in Michelſtadt. Die Heſſiſche Bürgermeiſterei Ober=Moſſau ratsſitzung und die Einführung drei neugewählter Gemeinderäte
verſteigert am Samstag, 16. Jan., nachm. 3 Uhr, auf ihrem Bureau
zirka 20 Fm. Stammbolz und zirka 20 Fm. Nutzſcheiter. Jagdver=
pachtungen
im Odenwald: Freitaa 22. Jan, wird im Gaſt= Pet Berk, K. Gaußmann, K. Becker. H. Lotz, Jakob Wannmacher.
hans von F. Katzenmeier zu Kirch=Beerfurth auf ſechs Jahre die Jagd
der Gemeinden Kirch=Beerfurth, Bockenrod und Gerſprenz verſteigert.
Der Wildbeſtand iſt gut. Samstag, 2. Jan., Verpachtung der Ge=
Nieder=Kinzig. Größe des Jagdreviers 900 Morgen.
* Michelſtadt, 15. Ja. Neue Straßenbezeichnungen.
auch wurden alte Straßenbezeichnungen durch neue erſetzt. So haben wurden in die Finanzkommiſſion gewählt: Leiſer, Becker, Deuſer, Berk
wir früher bereits eine Rathenau=Alle erhalten, und gleich anderen und Lotz, welch letzterem zugleich das Amt des Fürſorgekommiſſars über=
an
den verſtorbenen Reichspräſidenten. Ferner haben wir eine Alfred=
In jüngſter Zeit wurde nun eine Straße nach einer alten verdienſtoollen. Wannemacher für Zeitvergütung 30 Mk. pro Jahr bewilligt. Derſelbe
Familie, deren Rame in unſeren Mauern große Bedeutung hat, be= wurde auf die Dauer der Wahlperiode gewählt. 5. Wahl von 4 Schulvor=
nannt
und trägt die Bezeichnung d Orbilleſtraße,
)( Lindenfels, 14. Jan. Bahnbau Bensheim- Linden=
fels
. Die überall herrſchende Arbeitsloſigkeit hat erneut die Bahnſache
in Fluß gebracht. Im Lautertal bis hinauf nach Lindenfels ſtehen die
Arbeitsloſen in kleinen und größeren Grutpen und erheben die berech= 7. Bereitſtellung von Notſtandsarbeiten für Erwerbsloſe wurde an die
Vorarbeiten beginnen?. Oder iſt bei den Gemeinden, im Kreis oder allgemeinen und gehobenen Fürſorge. Die erſte Kommiſſion wurde
zugebenden Nichtlinien. Der Erlaß des Arbeits= und Wirtſchafts= die Arbeitsloſen ausbezahlt werden kann?. Wir wollen arbeiten! Wir Nichtſätze aufzuſtellen. Zu Mitteilungen wurde bekannt gegeben, daß
ſchon wochenlang. Und wie wir hören, ſind die Arbeiten zum Bahnbau
BensheimLindenfels erneut aufgegriffen worden. Hoffentlich gelingt bildeten den Schluß der Sitzung. Dieſelbe war ſeit langer Zeit ſehr
es den neuen jungen Kräften, das Werk endlich einmal zur Wirklichkeit zahlreich beſucht.
werden zu laſſen. Grimmige Kälre. Nachdem die letzten war=
men
Tage an den Südabhängen die Kätzchen hervorbrachten, iſt wider klubs Friſchauf‟. Der hieſige Arbeiter=Nadfahrerklub veranſtaltete am
Erwarten eine Kältewelle raſch gefolgt. 14 Grad Celſius zeigte geſtern letzten Samstag bei Rühl ein Wintervergnügen. Der große Saal war
Händlern verlangt wurde, haben die Bauern von dem benachbarten Freunde des Vereins. In buntem Wechſel folgten darauf Jugendrei=
ſen
Produkten vorzuliegen.
* Hirſchhorn a. N., 14. Jan. Vorgeſtern fand hier im Gaſthof Zum werten Leiſtungen des Berufs= und Kunſtfahrers Herrn Hammer. Nach=
von
dem Polizeiperſonal gehaltenen Hunde wird genehmigt, ſofern der Naturaliſten die diesjährige Haupttagung des Neckar=Verkehrs= dem der Sängerchor Eintracht noch einige hübſche Chöre zu Gehör
Hund der Raſſe und Größe nach als P.=Schutzhund anzuſehen iſt. Das Ge= Verbandes (Sitz Wimpfen a. N.) ſtatt. Die vom Neckar und den gebracht hatte, folgte der Tanz.
angrenzenden Gebieten, namentlich auch aus dem Odenwald ſtark be=
ſuchte
Verſammlung erbrachte neuerdings den Beweis, daß der vor der Gemeinderat zum erſten Male in ſeiner neuen Zuſammenſetzung.
ledigung verſchiedener kleinere Anfragen verſucht der Bürgermeiſter nes Vorſitzenden Direktor Wienkötter außerordentlich wertvolle Arbeit Amtseinführung der neu eingetretenen Gemeinderatsmitglieder durch
nochmals eine Verſtändigung in Sachen der Wahl des Schulvorſtandes geleiſtet hat. Eine ganze Reihe von weſentlichen Verkelrsverbeſſerun= Handſchlag und eine Anſprache eröffnet. Als Schlvorſtandsmitglieder
worauf von Seiten der ſozialdemokratiſchen Fraktion wiederholt erklärt ſicht. Die Werbearbeit des Verbandes kann als vorbildlich bezeichnet. Wilhelm Friedrich,
werden. Für den Heſſiſchen Verkehrsverband war deſſen Vorſtandsmit=
glied
Bürgermeiſter Schellhaas=Licktenberg ſowie der ſtellbertre= wiſſen Tragik nicht entbehrt inſofern, als es beinahe einen blutigen
von 2 bis 12 Uhr, werden die Zuſatz, Klein= und Sozialrenten bei der Odenwald=Verkehrsbund vertrat. In einem längeren Vortrag gab der Appenheim ab. Jnhren da am Sonntag abend zvei auswärtige Pferde=
* Noßdorſ, 14. Jan. Die Bürgermeiſterei hat bekanntgegeben, daß das Odenwald= und Neckargebiet. Zum Vorſitzenden wurde A Stelle. Bollerſchen Mihle, um dort einen Pferdehandel zu tätigen. Der ſchlechte
des leider als Kurdirektor, nach Bad=Soden verziehenden Drektors Weg geſtattete es nicht, bis zum Ziel mit dem Wagen zu fahren, und ſo
Wienkötter Bürgermeiſter Sailer=Wimpfen a. N. gewählt. Der
einen Vertreter der Stadt Heidelberg, die zu algemeiner Genugtuung wurde er des Autos anſichtig. Er fragte den Chauffeur, was los ſei
zu gemeinſamer Arbeit im Verband bereit iſt. Bei dem die Verſamm=
lung
aufs angenehmſte abſchließenden vortrefflichen gemeinſamen Mit= worauf dieſer ihm zur Antwort gab: Sie ſind hinten herum‟. Dieſe
tagsmahl fand der allen Verkehrsfregen ein dankbar empfundenes ſtar= Vorte verſtand der Frageſteller falſch, denn er nahm an, es handle ſich
les Intereſſe entgegenbringende Kreisdirektor, des Kreiſes Heopenheim, um einen Ueberfall und er hatte nun nicht eiligeres zu tun, als den
verkehrs bewähren.
Januar 1.30 Meter, am 15. Januar 1,38 Meter. 5 Grad Kälte
haben kürzlich in den Herren Brotbeck und Kirſtein neue Inhaber er= haben. Einträchtig ſaſſen die drei Herren bei Speiſe und Trank zu=
halten
.
WSN. Viernheim, 15. Jan. Tötlich verunglückt. Der 14 Schüler Ludwig Hoock von hier, der auf einem Nollwagen
ſaß, der bei Planierungsarbeiten verwendet wurde wurde, als dieſer kataſtrophe iſt wiederholt darauf hingewieſen worden, in den oberen
wegen zu ſchnellen Fahrens aus dem Gleiſe ſprang, mit dem Leib gegen. Flußläufen der Vogelsberger Gewäſſer Stauwerke und Talſper=
die
Eiſenwand des Wagens geſchleudert. Dabei erlitt er ſo heftige Vor= ren anzulegen, um einmal die Waſſermaſſen zuwckzuhalten und ſo die
Muſikapelle Treuſch=Fränkiſch=Crumbach. In unſerem kleinen Verein letzungen, daß er berſtarb, ohne das Bewußtſein wiedererlangt zu haben, der Gewinnung von Elektrizität. Ein ſolches Projekt iſt bereits aus=

Segen stiftet
die Frau durch Kaiser’s
Brust-Garamellen mit den
3Tannen. Sie vertreibt damit.
sicher Husten, Heiserkeit,
Verschleimung, Keuchhusten,
Brust- und Rachenkatarrh und
beugt Erkältungen vor. Be=
weis
7000 not beglaubiste
Zeugnisse von Zersten und
Bonbons. Zu haben in Apotheken, Droserien und F0 Plakate Sichtbat
sich nichts anderes aufredlen.
1I. St. 19159
Vertretuns
d Lager: Heinrich Hochstätter, Riedeselstr 17. Tel. 3297

Weiterſtadt, 15. Jan. Die Sängervereinigung Weiter=
ſtadt
feiert Sonntag, 17. d. M., im Cagſthaus Zum weißen Schwanen
im Auftrage der Zentralſtelle für Volksbildung und Jugendpflege einen mit ihren Familienangehörigen ein ſeltenes Feſt, indem Herr Nikolaus
aktive Tätigkeit zurückblicken düirfen.
* Weiterſtadt, 15. Jan. Turnwerbeabend. Die hieſige
Turngemeinde hält am kommenden Samstag abend einen turneriſchen
Verbeabend ab.
Kl. Büttelborn, 15. Jan. Gemeinderatsſitzung. Der
Ortsvorſtand war vollzählig erſchienen. Die neugewählten Ortsvorſtands=
mitglieder
Hirſch und Thon wurden durch Bürgermeiſter Barthel an
ihre Pflichten gemahnt und durch Handſchlag verpflichtet. Als Schrift=
führer
wurde der Gemeinderat Barthel beſtimmt; Kontrolleur iſt G.=R.
Friehl. Die Kommiſſionen ſetzen ſich wie folgt zuſammen: Baukom=
ziſſion
: C.=N. Hirſch, Barthel, Görlich und Hartung; Finanzkommiſ=
ſion
: Beig. Eifert, C.=R. Wulf, Nau und Gölzenleuchter; Faſelkommiſ=
ſion
: G.=N. Nau, Friehl, Bierach und Petry; Wohnungskommiſſion:
G.=R. Wulf, Thon, Petry, Scheuermann: Fürſorgekommiſſion: G.=R.
Wulf. Nau, Thon, Hirſch, Görlich und Scheuermann. In Erwerbs=
loſenangelegenheiten
werden Philivp Matthes und Philitp Schilling 4.
zugezogen. Als Mitglieder des Schulvorſtandes wurden beſtimmt von
ſeiten des Gemeinderats Thon und Scheuermann, außerdem Peter Noth=
nagel
und Heinrich Jockel. Die Uniformierung der Feldſchützen wurde
einſtimmig abgelehnt. Der Antrag des Heſſiſchen Landgemeindetags
werte Frau erlitt eine ſo ſchwere Gehirnerſchüitterung, daß ſie noch in betr. Zuſchuß zur Ausbildung der Gemeindebeamten wurde abgelehnt.
Dem Antrag der Baugenoſſenſchaft betr. Baugelände wurde dahin
entſprochen, daß der Ortsbauplan am Weſtausgang (Mainzer Straße)
erweitert und die nördliche Seite dieſes Ausganges als Bauplätze auf=
10 000 Mark bei der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau, für die die Gemeinde
die Bürgſchaft übernehmen ſoll, wurde zugeſtimmt. Für das der Bau=
genoſſenſchaft
von der ebangeliſchen Kirchengemeinde überlaſſene Darlehen
von 700 Mk. wird die Bürgſchaft von ſeiten der Gemeinde übernommen.
Das Geſuch der Bauluſtigen Georg Friedmann 1., Philivp Schilling 4.
Feſtmeter; 1 Kaſtanienbaum, 3.75 Meter lang, 190 Im.; 1 Laſtanien= und der Baugenoſſenſchaft betr. Abgabe von Müſtholz und Gerüſtſtangen
ſpitze, 8,90 Meter lang, 174 Im.; 3 Nm. Nußbaum= und Kaſtanien= iſt der Baukommiſſion überwieſen. Das Geſuch des Kartells um Lehr=
bildungsſchnle
in Höhe von 215 Mk. wurde zugeſtimmt. Die Woh=
Die Zuſchriſt des Kreisamts Groß=Gerau betr. Winterbeihilfe für
Hilfsbedürftige wurde dahin erledigt, daß die Gemeinde den auf ſie
Starkenburg, Verſteigerung von 165 Nm. Birken= und 110 Nm. Eichen= Wieſendinger beſtellt werden. Einige Geſuche um Stundung von
Steuern und Rechnungen von Geſchäftsleuten wurden genehmigt.
7. Erzhaufen, 14. Jan. Geſtern abend fand die erſte Gemeinde=
ſtatt
. Das jetzige Gemeindeparlament ſetzt ſich aus folgenden Herren
zuſammen: G. Becker 6., Ludw. Leiſer 4, H. Deuſer 3., Ph. Shmitt,
Dieſe wurden auf ihre frühere Verpflichtung verwieſen. Die drei neu=
gewählten
Herren: H. Jak. Pohl, Phil, Vollrat und Joh. Haaß 5.
Die drei Jaaden liegen an der Bahnſtrecke Reinheim-Reichelsheim, wurden auf Grund des Art, 84 Abſ. 4 des Wahlgeſetzes vom Bürger=
meiſter
durch Handſchlag verpflichtet. Aus der Mitte des Gemeinderats
meindejagd Nieder=Kinzig in der Wirtſchaft von Adam Hofferberth in wurde Vollrat gegen ſeinen Willen zum Protokolführer gewählt und
Gaußmann als deſſen Vertreter. Trotzdem es etwas ſtürmiſch herging,
konnte doch zur weiteren Beratung übergegangen werden. Als dritter
In letzter Zeit hat Michelſtadt verſchiedene nue Straßen erhalten: Punkt ſtand auf der Tagesordnung Bildung von Kommiſſionen. Es
Städten beſitzen wir, nun auch eine Friedrich=Ebertſtraße zum Gedenken tragen iſt. Für die Feld=, Wald= und Betriebskommiſion wurden be=
ſtimmt
Beigeordneter Seibold und die Gemeinderäte Lotz Gaußmann,
Maulſtraße, die uns an den lange Jahre in Michelſtadt anſäſſig ge= Pohl, Wannmacher und Haaß, womit auch die frühere Baukommiſſion
weſenen Vorkämpfer des deutſchen Turnweſens erinnert; eine Veſtalozzi= mit einbegriffen iſt. In die Friedhofskommiſſion wurden Seibold, Voll=
ſtraße
, die uns den Namen des großen Erziehers nicht vergeſſen läßt, rat und Schmitt gewählt. Zu 4 wurde dem Gemeindekontrolleur Jak.
ſtandsmitgliedern zwei Gemeinderäte: Leiſer und Berk und aus der
Reihe der Eltern: Konr. Wembacher und Pet. Breidert. 6. Einführung
der Quäkerſpeiſung. Es ſollen 20 Kinder geſtpeiſt werden und die Spei=
ſung
wird 1213 Wochen dauern. Die Mittel wurden genehmigt.
tigte Frage: Warum läßt man uns dieſen Winter nicht ſchon mit den zueite Kommiſſion verwieſen. 8. Durchführung der Nichtſätze in der
Land immer noch ſoviel Geld vorhanden, daß es wüchentlich nutzlos an beauftragt, mit den Vertretern der Klein= und Sozialrentner uſw. neue
wollen produktive Arbeit ſchaffen, ſagen dieſe arbeitsloſen Gruppen jetzt der Erlös der letzten Holzverſteigerung (140 Meter) 1057 Mk. und 80 Pf.
betrug. Genehmigung von Rechnungen und Wohnungsangelegenheiten
* Gobbelau, 13. Jan, Unterhaltungsabend des Radfahrer=
vormittag
die niedrigſte Temperatur an Butterpreiſe. In ſchon zu Beginn bis zum letzten Platze beſetzt. Nach einem flotten
den letzten Tagen ſind die Butterpreiſe faſt um die Hälfte gefallen. Marſch, geſpielt von der Hauskapelle des Philipphoſpitals begrüßte
Während letzte Woche noch 1,80 Mk. und vorher über 2 Mk. von den Herr Kreuzer als Vorſitzender die zahlreich erſchienen Gäſte und
Gumpen dieſer Tage nur noch 120 Mk. pro Pfund verlangt. Da nun gen, Dreierkunſtfahren und komiſche Vorträge. Den Glanzpunkt des
die Milchpreiſe ebenfalls geſunken ſind, ſcheint ein Ueberangebot in die= Abends bildeten ſowohl die wunderbaren, mit Eleganz ausgeſührten
Solotänze der fünfjährigen Hedwia Hammer, als auch die ſtaunens=
* Nackenheim, 14. Jan. Gemeinderat. Geſtern abend tagte
einem Jahre gegründete Verband unter der zielbewußten Leitung ſei= Die Sitzung wurde durch Herrn Bürgermeiſter Zimmermann mit der
gen iſt bereits zu verzeichnen, weitere Verbeſſerungen ſtehen in Aus= wurden gewählt die Herren Paul Lenz, Jakob Hebling, Paul Bender,
U. Bingen, 14. Jan. Ein gar löſtliches Geſchichtchen, das einer ge=
tende
Vorſitzende Dr. Roeſener erſchienen, weich letzterer auch den Ausgang genommen hätte, ſpielte ſich bei der Haſſemerſchen Michle bei
letztgenannte einen Ueberblick über weitere Verkehrsverbeſſerungen für händler und ein Schmiedemeiſter von Gau=Algesheim im Auto nach der
Arbeitsausſchuß Vorſtand) wird ergänzt durch Direktor Wienkötter, ließ man dieſen unter Zurücklaſſung des Chauffeurs bei dem Kraſt=
wagen
an der Haſſemerſchen Mühle ſtehen. Als nun der Sohn des
dem für ſeine Geſchäftsführung herzlicher Dank geſagt wird, ſovie durch Mühlenbeſitzers Haſſemer um dieſe Zeit in das Elternhaus zurückehrte,
Herr Pfeiffer herzliche und launige Worte, die darin gipfelten, das eben gemachten Weg ſchnell zurückzulaufen und die Einwohner von
ſchöne Neckartal, an dem ja mehrere Länder ſo glücklich beteiligt ſeien. Appenheim zu glarmieren. Cs verbreiteten ſich die abenteuerlichſten
möge ſich ſtets als Einheit fühlen und in der Einigkeit ſeine Anziehungs= Gerüchte von Ueberfall, Mord, Totſchlag uſw. Die Glocken der beiden
kraft auch auf dem volkswirtſchaftlich ſo wichtigen Gebiete des Fremden= Kirchen läuteten Sturm, die Feuerwehr in voller Ausrüſtung fand ſich
ein, die Dorfbewohner bewaffneten ſich mit Miſtgabeln, Knüppeln uſw.,
und dann gings los zur Mühle. Man errichtete dort ſogar alsbald eine
Hirſchhorn, 15. Jan. Waſſerſtand des Neckars. Am 14. Barrikade aus zwei Wagen, um den Näubern bei der Flucht den Weg
zu verſperren. Den Ausſagen des Chauffeurs, daß die Inſaſſen des
* Auerbach, 15. Jan Brotpreis. Die hieſigen Bäcker backen. Autos ſich in der Bollerſchen Mühle befinden würden, um dort einen
nun auch Ganzroggenbrot zum Verkaufspreis von 65 Pfg. den Laib von Pferdehandel abzuſchließen, wurde kein Glauben geſchenkt. Die verdutz=
vier
Pfund. Die Bäckerei in der Dorfmühle iſt in Betrieb geſetzt. Die ten Geſichter, als man die Vehauptungen des Chauffeurs beſtätigt fand
Bäckereien von L. Bauer an der Hauptſtraße und Rotermel, Neuer Weg, und ſo der große Irrtum aufgeklärt war, müßte man einmal geſehen
ſammen mit der Familie Boller, keine Ahnung von der ganzen Ge=
Bernsheim, 15. Jan. Wafſerſtand des Rheins am 15. ſchichte habend, die ſich ihretwegen abſpielte. So nun die ganze Ge=
ſchichte
aufgeklärt war, zogen ſich die wackeren Helden von Appenheim
wieder in ihre Behazſungen zurück.

* Vom Vogelsberg, 14. Jan. Gelegentlich der letzten Hochwaſſer=
furchtbaren
Ueberſchwemmungen zu mildern, dann aber auch zum Zwecke
gearbeitet, und die Vorarbeiten oder vielleicht beſſer, die Verſuchsarbei=
ten
fanden 1924 und 1925 ſtatt. Es handelt ſich um die Anlage von drei
Sammelbecken, deren größtes eine halbe Million Kubikmeter Nutzinhalt
faſſen ſoll. Im Kreiſe Lauterbach, zwiſchen dem Städtchen Herbſtein
und dem Dorfe Stockhauſen, liegen die drei Täler, in denen durch um=
fangreiche
Erdarbeite:: Feſtſtellungen über die Bodenverhältniſſe, die
Lage des feſten Felſens, in die man die Mauern der Stauwerke ver=
ankern
will, gemacht wurden. Leider ſtieß man erſt bei einer Tiefe von
910 Meter auf feſtes Gebirge, ganz im Gegenſatz zur Annahme nam=
hafter
Geologen, Ueber das ganze Projekt ſei noch folgendes bemerkt:
die Alte Haſel ſoll zwiſchen Schadges und Rirfeld, das Prinzenbachtal
weſtlich von Stockhauſen, die Altfell zwiſchen Altenſchlirf und Schlech=
tenwegen
geſperrt werden. Am Abhang des Schönbergs bei Stock=
hauſen
und Müs foll das Kraftwerk entſtehen. Ob und wann das Werk
gebaut wird, hängt jedenfalls von der Geldbeſchaffung ab. Vorläufig
ſind die 10 Meter tiefen Stollen wieder zugeworfen, die Vorarbeiten
eingeſtellt worden.

[ ][  ][ ]

Reich und Ausland.
Auswanderungsluftige nach Braſilien, Vorſicht!
Die von dem braſilianiſchen Landagenten Otto Iſernhagen wäh=
rend
ſeines Aufenthalts in Deutſchland begonnenen und ſeitens der
Auslandsſtelle des Bundes für Siedlungen in Ueberſee, unter dem
Decknamen Ten Haan von Amſterdam aus fortgeſetzten Werbungen
für die Auswanderung nach Braſilien auf Freifahrt werden neuerdings
in erheblichem Umfange von in Holland anſäſſigen Agenten, wie Dr.
Zengler, H. Frank und Pach betrieben. Es haben ſich bereits zahlreiche
deutſche Familien bewegen laſſen, auf das Angebot einzugehen. Der
ihnen von den Agenten gegebenen Weiſung gemäß, haben dieſe Aus=
wanderer
bei der Beantragung des Paſſes falſche Angaben über ihr
Zielland gemacht und ſich der Auskunftserteilung bei den amtlich an=
erkannten
Beratungsſtellen entzogen. Während einige der Agenten in
ihren Werbeſchreiben offen zum Ausdruck bringen, daß es ſich um Wer=
bung
für die braſilianiſchen Kaffeepflanzungen handelt, haben Iſern=
hagen
und ſeine Helfer dies verſchwiegen und den Auswanderungswil=
ligen
ihr künftiges Daſein als Landpächter und Beſitzer in den roſigſten
Farben gemalt.
In Wirklichkeit iſt die Triebfeder aller dieſer Agenten Gewinnſucht.
Sie beziehen aus dieſem Menſchewhandel nicht nur ein beträchiliches
Kopfgeld von dem mit der Verſchiffung betrauten Königlich Hollän=
diſchen
Lloyd, ſondern zum Teil auch noch Kopfgelder von den in Be=
tracht
kommenden Kaffeepflanzern. An dem Wohl und Wehe der Aus=
wanderer
iſt ihnen nichts gelegen.
Es muß immer wieder betont werden, daß Deutſche ſich für die im
Hinblick auf das heiße Klima ſchwere Arbeit auf Kaffeepflanzungen im
Allgemeinen nicht eignen, und daß ſie infolge geringer Bezahlung erſt
nach einer Reihe von entbehrungsreichen Jahren im günſtigſten Falle
es zu einer beſcheidenen eigenen Heimſtätte bringen können. Die Aus=
wanderer
, die in ihrer Unwiſſenheit ſich als Arbeiter auf Kaffeepflan=
zungen
verpflichten, erleben in der Regel die größten Enttäuſchungen.
Viele geben dieſe Arbeit nach kurzer Zeit auf und begeben ſich nach der
Stadt Sao Paolo, um dort ein Unterkommen zu finden. Dort aber
ſind die Verdienſtmöglichkeiten außerordentlich beſchränkt, ſo daß vielen
nichts übrig bleibt, als ſich als ungelernte Arbeiter zu einer für deutſche
Lebensanſprüche ganz ungenügenden Bezahlung zu verdingen. Gar
mancher, der auf dieſe Weiſe nach Braſilien ausgewandert iſt, hat zu
ſpät erkennen müſſen, daß dieſer Entſchluß einen Fehlſchlag bedeutete,
der nicht wieder gutzumachen iſt.
* Das Hochſtapler=Genie Teſter.
S. Frankfurt a. M. Wir berichteten geſtern über die raffi=
nierten
Schwindeleien des Kaufmanns Teſter in Wiesbaden, aus deſſen
Vorleben wir erfahren, daß Teſter es ſchon immer verſtanden hat, eine
Doppelrolle zu ſpielen. Als der Krieg ausbrach, machte er ſich plötzlich
zum Engländer, und ohne daß jemand etwas merkte, blieb er
den ganzen Krieg über im Internierungslager. Damit hatte er ſeine
Fähigkeiten als Schauſpieler bewieſen, und ſein nächſter Weg führte
ihn ans Theater in Wiesbaden. Er betätigte ſich ſofort als Spion
im Dienſte der Franzoſen, reiſte mit beſonderen Ausweiſen und ver=
ſiegeltem
Gepäck und benützte die Gelegenheit, einen großzügigen
Schmuggel zu treiben. Er kaufte ſich bald eine Villa, betätigte ſich an
verſchiedenen geſchäftlichen Unternehmungen, bis er jetzt als Einkaufs=
geſellſchaft
der Beſatzungsarmee ſeinen letzten Coup mit zwei Millionen
Mark machen wollte. Das iſt ihm zwar nicht gelungen, aber ſeine
Flucht war ſo ſorgfältig vorbereitet, daß man Herrn Teſter nicht mehr
ſehen wird.
* Von der Frankfurter Wegſcheide.
S. Frankfurt a. M. Die Wegſcheide bei Bad Orb iſt ſeit
langem die Erholungsſtätte für die Frankfurter Kinder aller Stände.
Kürzlich bildete ſich eine Vereinigung von Freunden der Wegſcheide,
die in der kurzen Zeit ihres Beſtehens auf 800 Mitglieder angewachſen
iſt. In der erſten Verſammlung wurde folgende Reſolution angenom=
men
: Die Vereinigung von Freunden der Wegſcheide hält feſt an der
bisher gewährten gemeinſamen Beſchickung der Wegſcheide mit Knaben
und Mädchen. Sie vermag auf Grund langjähriger Erfahrung der
Führerſchaft die dagegen erhobenen Bedenken nicht zu teilen, ſondern
iſt vielmehr der Ueberzeugung, daß durch das gemeinfame, natürliche,
unter ſtändiger Aufſicht ſtehende Leben der Kinder die etwa beſtehenden
Spannungen beſeitigt werden und das ſittliche Empfinden geſtärkt wird.
Sie iſt gewiß, daß das geſunde Gemeinſchaftsleben der Wegſcheide ein
Gegengewicht bildet gegen die zahlreichen ſittlichen Gefahren der Groß=
ſtadt
. In vollem Bewußtſein der ſich hieraus ergebenden Verantwor=
tung
der Führerſchaft lehnt ſie jede Aenderung in der Beſchickung der
Wegſcheide ab.
Ein falſcher Steuererheber.
WSN. Frankfurt a. M. Es treibt wieder ein Schwindler ſein
Unweſen mit Erhebung von Steuern. Er hat vorgedruckte Formulare
des Inhalts, daß im Auftrage der Stadthauptkaſſe oder einer Steuer=
zahlſtelle
infolge zu niedriger Einſchätzung für das Rechnungsjahr 1924
bzw. 1925 noch ſtaatliche oder ſtädtiſche Steuern nachzuzahlen ſeien. Der
leicht als falſch erkennbare, ſchon mit Quittungsvordruck verſehene
Steuerzettel enthält noch den Hinweis, daß alle inzwiſchen zugegangenen
Steuerzettel ihre Gültigkeit verloren hätten, und daß bei Nichtzahlung
des geforderten Betrages ſofort Pfändung in Kraft treten müſſe. Vor
dem Schwindler, der als von mittelgroßer Statur geſchildert wurde, und
dem bereits Perſonen in der Gegend der Eſchersheimer Landſtraße zum
Opfer gefallen ſind, wird gewarnt. Die im Außendienſt tätigen Steuer=
beamten
, namentlich die ſtädtiſchen Steuererheber und Vollſtreckungs=
beamten
, müſſen ſich einwandfrei durch Dienſtmarke oder Vollſtreckungs=
auſtrag
legitimieren. Beim Auftreten des Schwindlers wird gebeten, die
nächſte Polizeiſtelle zu benachrichtigen.
Inangriffnahme der Mainkanaliſierung.
WSN. Aſchaffenburg. Die Inangriffnahme der Mainkana=
liſierung
von Aſchaffenburg ab aufwärts wird nach einer Mitteilung des
Vayeriſchen Kanal= und Schiffahrtsvereines im Frühjahr dieſes Jahres
beginnen und zwar gleichzeitig an vier bis fünf Stauſtufen und den
dazwiſchen gelegenen Stromſtrecken. Da die Rhein=Main=Donau=A.G.
auf ihre 20 Millionen Dollaranleihe die erſte Nate von 6 Millionen
bereits erhalten hat, kann ſomit das Werk raſchen Fortgang nehmen.
Die Verhandlungen wegen einer Induſtrieabgabe auf Schiffe ſind bisher
recht günſtig verlaufen. Für den Ausbau kommt zunächſt nur die
baheriſche Strecke AſchaffenburgMiltenberg in Frage. Die übrigen
Projekte, die u. a. Stauſtufen in Freudenberg, Faulbach und Eichel
vorſehen, werden zurzeit ausgearbeitet. Durch den Beginn der Kana=
liſation
dürfte der großen Arbeitsloſigkeit im Maintal etwas abgeholfen
werden.

Der Gedenktag für die Opfer des Krieges.
TU. Berlin. Der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge hat
mit Zuſtimmung des Deutſch=evangeliſchen Kirchenausſchuſſes und des
Fürſtbiſchofs von Breslau beſchloſſen, die von ihm im Jahre 1925 am
ſechſten Sonntag vor Oſtern veranſtaltete Gedenkfeier für die Opfer des
Krieges im Jahre 1926 auf den fünften Sonntag vor Oſtern, den B.
Februar, zu verlegen. Auf ſeine Anregung hat die Reichsregierung die
Landesregierungen wie im vergangenen Jahre gebeten, darauf hinzu=
wirken
, daß dieſer Tag als allgemeiner Gedenktag, für die Opfer des
Krieges begangen und die Anordnungen hierzu im Verwaltungswege ge=
troffen
würden, insbeſondere dafür zu ſorgen, daß aus Anlaß dieſes
Tages die Gebäude halbmaſt flaggen. Für die Beflaggung der Reichs=
gebäude
iſt eine entſprechende Anordnung der Reichsregierung ergangen.
Die Fememorde.
Berlin. Der B. Z. zufolge iſt die Polizei noch mit der Auf=
klärung
der erſt jetzt bekannt gewordenen weiteren Fememorde beſchäf=
tigt
. In Hamburg wurde der Oberfeldwebel Voß verhaftet. Insbeſon=
dere
beſchäftigt ſich die Polizei mit der Unterſuchung des Mordes an
dem Oberfeldwebel Wilms. Wilms, der Feldwebel einer Kompanie der
Schwarzen Reichswehr in Döberitz war, ſoll, wie die B. Z. ſchreibt,
der Kompanie gehörende Stiefel geſtohlen haben und von zwei Unteroffi=
zieren
der Schwarzen Reichswehr erſchoſſen worden ſein, die den Kame=
raden
gegenüber angaben, Wilms ſei von Kommuniſten erſchoſſen
worden.
Berlin. Zu der Meldung, daß ein Mitglied der Geſchäftsführung
der Vereinigten Deutſchen Arbeitgeberverbände ein Darlehen zur Be=
freiung
des Oberleutnants Schulz, der in die Fememord=Angelegenheit
verwickelt iſt, hergegeben habe, berichtet die B. Z., daß nach Mittei=
lungen
des Polizeipräſidiums dies der Leiter der Propagandaabteilung
von Zengen war. Von Borſig behauptet, von der ganzen Angelegenheit
nichts gewußt zu haben. Das Blatt hält es für wahrſcheinlich, daß
außer Zengen niemand von der Tatſache des Darlehens und deſſen Ver=
wendung
wußte.
Bim und Bom als Hochverräter.
. Moskau. Falls Sie geneigter Leſer des amüfanten Teils
Ihrer Zeitung, auch ab und an einen Blick in die gewiß langweilige
Politik geworfen haben, ſo werden Sie wiſſen, daß augenblicklich ein Krieg
beſteht zwiſchen den beiden roten ruſſiſchen Machthabern Sinowiew und
Stalin. Dieſer Krieg ſieht heftige Kämpfe, die aber vor dem geehrten
Publikum hier in Rußland nicht beſprochen werden dürfen. Dieſes
Verbot wurde einem ruſſiſchen Clownpaar, das den klaſſiſchen Namen
Bim und Bom trägt, der geheiligt iſt, durch die beiden beſten Clowns,
die Nußland je ſah, zum Verhängnis. Denn als Bim hier in Moskau
in die Manege geſtolpert kam, traf er juſt in der Mitte mit ſeinem
Bruder Bom zuſammen und erzählte ihm als neueſte Neuigkeit, daß
er ſich ein Bild von Sinowjew gekauft habe. Ueberraſcht erklärte Bom,
daß er gerade ein Bild Stalins erſtanden hätte. Bim: Und was haſt
Du mit Stalin gemacht? Ich habe ihn an die Wand geſtellt!
So, ich habe Sinowjew aufgehängt. Die Folge war ein hochnot=
peinliches
Gerichtsverfahren, das zwar keine Verurteilung ergab, das den
beiden Spöttern aber die Rückkehr in die Hauptſtadt verbot. Dieſe
Geſchichte erinnert an jene Anekdote, die man ſich von dem Stadthaupt=
mann
von Petersburg, Groeſſer, erzählt. Dieſer Groeſſer erfveute ſich
einer großen Unbeliebtheit, jede öffentliche Kritik an ihm aber war
unter dem damaligen Zarenregime natürlich verboten. Da kam eines
Tages der Zirkusdompteur Durow zu ſeiner Nummer in die abendliche
Vorſtellung mit drei Schweinen. Er ſtellt ſich hin und ſagte: Dies
Schwein iſt groß. Dies Schwein iſt größer. Dies Schwein iſt das größte.
Auch er wurde des Landes verwieſen.
Zur Fälſchung der portugieſſchen Banknoten.
Amſterdam. Die Blätter bringen weiterhin Einzelheiten be=
züglich
der im Haag im Zuſammenhang mit der betrügeriſchen Herſtel=
lung
portugieſiſcher Banknoten erfolgten beiden Verhaftungen. Dem=
nach
ſcheint feſtzuſtehen, daß der eine der beiden Verhafteten, Marrang
Yſſelveere, Teilhaber einer niederländiſchen Handelsunternehmung iſt,
die Handel mit der portugieſiſchen Kolonie Angola treibt. Er foll der
Londoner Firma Waterloo perſönlich den angeblich von der portugie=
ſiſchen
Regierung herrührenden Auftrag zum Druck der Bankaoten
überbracht haben. Der Auftrag war gefälſcht, doch behauptet Yſſelveere,
von der Fälſchung dieſes Auftrages keine Kenntnis gehabt zu haben.
Die Polizei hat das Erſuchen ſeiner Anwälte, ihn vorläufig in Freiheit
zu ſetzen, abgelehnt, weil ſie glaubt, daß der Verhaftete von der Fäl=
ſchung
der Docmente wußte. Der zweite Verhaftete ein zürkiſcher
Staatsangehöriger, wurde inzwiſchen wieder in Freiheit geſetzt, da ſich
herausgeſtellt hat, daß er nur inſofern in die Angelegenheit verwickelt
iſt, daß der Koffer mit den Banknoten ihm zur Aufbewahrung über=
geben
worden war. Wie die Blätter weiter melden, fiel bereits vor
einiger Zeit im Haag auf, daß die dortige, inzwiſchen wegen der Ange=
legenheit
der Angolabank vom Haag abberufene portugieſiſche Geſandte,
Souſa Bandeiro, plötzlich über viel Geld verfügt hat. Dieſe Geld=
mittel
wurden ebenfalls mit den gefälſchten Banknoten in Verbindung
gebracht. Im Haag iſt inzwiſchen ein höherer portugieſiſcher Kriminal=
beamter
eingetroffen.
Zuſammenſtoß zwiſchen Torpedoboot und Segler.
DD. Paris. Wie aus Madrid gemeldet wird, ſtieß Mittwoch nacht
an der ſpaniſchen Küſte ein engliſches Torpedoboot mit dem norwegi=
ſchen
Sealer Miarka, zuſammen. Unter großen Schwierigkeiten ge=
lang
es, die Mannſchaft des Seglers zu retten. Der zweite Offizier des
Torpedoboots, der die Rettungsarbeiten leitete, iſt ertrunken. Das Tor=
pedoboot
gehörte einem größeren Verbande von Torpedobootzerſtörern
und Unterſeebooten an, der an der ſpaniſchen Küſte kreuzte.
Eine ideale‟ Ehe.
a. New York. Bei der Razzia in einem Vorſtadthotel wurde
eine ſchlanke Polin, Doris M. aus Warſchau, als läſtige Ausländerin
aufgegriffen und mit auf das Polizeirevier genommen, zumal ſie ſich
über die Legitimität ihres Gatten nicht auszuweiſen wußte. Die Polin,
der die Ausweiſung als läſtige Ausländerin drohte, proteſtierte ganz
energiſch und behauptete, rechtmäßige Gattin eines amerikaniſchen
Staatsbürgers zu ſein. Der verwunderte Polizeibeamte ſchnappte ein
paarmal nach Luft, ſchlug dann einen anderen Ton an und verſuchte,
die etwas myſteriöſe Angelegenheit aufzuklären. Das tat er alſo: Wo
hält ſich Ihr Mann derzeit auf? Die verlegene Antwort: Ich weiß es
nicht . . ." Da miſchte ſich erklärend der illegitime Gatte ein, der ſich
bereit erklärte, beglaubigte Papiere herbeizuſchaffen. Und was ſtellte
ſich dabei heraus? Fräulein Doris hatte bei ihrer Ankunft in New York
ſich an ein Bureau gewandt mit der Bitte, ihr einen bequemen Gatten
zu beſorgen. Das war innerhalb weniger Stunden geſchehen. Ein
Meſſenger=Boy wurde herbeigeſchafft und ließ ſich mit der Ausländerin
nach amerikaniſchem Recht ſofort trauen. Dann erhielt er 200 Dollar,
die vermittelnde Geſellſchaft das Doppelte, der Boy beſtieg ſein Fahr=
rad
und die Polin war amerikaniſche Bürgerin. Der ſittlich entrüſtete
Polizeirichter aber ließ ſich nicht blenden und verurteilte Frau Doris
wegen bewußter Irreführung der Behörden zu mehreren Tagen Ge=
fängnis
aber des Landes verweiſen konnte er ſie nicht.

Briefkaſten.
Gerechtigkeit. Anſprüche der von Ihnen geſchilderten Art fallen
nicht unter das Aufwertungsgeſetz, unterſtehen, weil keine Vermögens=
anlage
, nicht der prozentual beſchränkten Aufwertung. Liegt kein Ver=
gleich
vor und hat die Urkunde den von Ihnen angegebenen Wortlaut,
ſo würden wir nicht anſtehen, in der Erklärung einen nach allge=
meinen
Rechtsgrundſätzen rechtswirkſamen Ver=
zicht
auf weitere Anſprüche zu finden.
Geſchäftliches.
Eine ſoziale Errungenſchaft iſt auf dem Gebiete der
Möbelbeſchaffung durch die Einführung des Gruppenſyſtems erreicht
worden. Das bisher übliche Möbelteilzahlungsſyſtem hat für den Käu=
fe
= bekanntlich den Nachteil, daß er erhöhte Preiſe, mindeſtens ein
Drittei der Kaufſumme ſofort und den Reſt kurzfriſtig zahlen muß Auf
dieſer Baſis ſind nur wenige in der Lage, ſich eine gediegene Ausſtat=
tung
in Qualitätsausführung zu beſchaffen. Es iſt bei den heutigen
Teuerungs= und Gehaltsverhältniſſen beinahe eine Unmöglichkeit, die
oben erwähnte Anzahlung für wirklich gute Möbel aufzubringen. Außer=
dem
iſt die kurzfriſtige Abzahlung für die meiſten Kreiſe nicht erſchwing=
lich
. Die Folge davon iſt, daß die Klaſſe des Mittelſtandes und die der
Arbeiter darauf angewieſen iſt, ſogenannte Stapelware in minderwer=
tigen
Ausführung zu kaufen. Unverbindliche Aufklärung und Beſich=
tigung
der Ausſtellung bei Roſt & Fiſcher. Darmſtädter Werkſtät=
ten
für Wohnungseinrichtungen, Darmſtadt, Alexanderſtraße 10.
Rund=Funf=Programme.
Frankfurt.

ein heller Klang. O. 4.30: klausoreh.: Oeereter, O. 6: uüleister Reineeke von
Ewald (Sprecher: W. Studimaun). 8 6.30: Frausf. Tereinig. f. Heimatkunde. 8
6.45: Briefkasten. 6 7: Dr. Ferber: Die

Uebertr. aus Berlin: lanzmusie dr Verliner Tunskausle.
Siuttgart.
Samstag, 16. Januar, 3: 1s Gretele von Strümpfelbach erz. O 4: Un-
terhaltungskronzert
. Hitw.: Helene Wachter (4lt); G. Ler (Sopran);
Funkorch. O 6.30: Dramaturg. Funkstunde (Oper). O 7: Geflügelzucht.
O 7.30: K. Grässle: Die Wünschelrute und ihre prakt. Anwendung
im Gelände‟. O 8: Kammermusikvereinig, d. Phllharmonischen
Orchesters. Sonate f. Violine u. Klarier, Mozart. Doppelkonzert k. rwei
Violiven, Bach. Streichquartett op. 19, Beethoven. Ausf.: Prok. Indig
(Violine); Frau Indig (Violine); 4. Hess (Bratsche); H. Weil (Cello);
A. Haagen (Klav.). O 9.30: Funkkabarett (Strure), Uitw.: Kitty Bolken,
Martha Arendt, Hilde Binder, C. Struxe, H. Werder, Funkorch. Tele-
funkenmarsch
, Ebert. Die Mieze und der Fritze, Nelson. Das kannst
du deiner Gro-mama erzählen. Billy, mp Darling, Benatzky. I bin a
echter Weaner, Herzog. Rezit. Wein, Weih, Gesang. Rosemarie, Frieme.
Keluz, Velson. Es tam-tam Gistanzeln, Sioly. Warum, Leonhard. Our.
Fledermaus Strauß. Bezit. Einmal kommt der Tag, Benatzky.
Akghanistan, Richards. Wenn man ein Mädchen küssen will. 4. Egen.
Lra, Tango, Carere. Czardas, Kempner. Das Modell, Nelson. Durch
Berlin kließt immer noch die Spree. Kollo.
Berlin.
Sonnabend. 16. Januar 3.45: Oito Kähler: Aus dem Lande der
Pharnonen. 4.306: Nachmittagskonzert der Runkkanalle. X 6.50:
Dr. Daun: Arnold Böeklin (xum 25 Todestas) + 715: Panaranto. *
745: Geh. Reg-Rat Dr. Miethe: Ziele und Wege der Vaturfarben-
kotografie‟
Wie und mas sieht der Mensch? + 8.3010 (aunch Welle
1300): Heiteres. 1. a) Sausa: IInter dom Sterneshanner. Morsch: h1 OFen-
hach
: Qur. Orpheus in der IIntarwelt, 2. a! Prwin; Frühlingstraum=
h
) Zenler: Nis ram Bonrhell: Ratfstein Auf der Rodelhahn: 41 Der
jackische Schneider, Sächs Volksslied (Roh Konnel, Beriton). 3. TäImän:
Dorfkinder, Walzer, 4. a) NAmhrasis: Romanze: h) Manén: Der Pächer
5. a) Translatenr: Nur wer die Selnsuelt kennt: k) Farler; Bilde die
ein. gliicklieh zu sein Walzer, 6. a1 Alla7: Eute Nacht. Warie ans der
Rerue Von 47; h) Tecgca: Ja. gradl die Blanden (Puchs): 1 Das
Queselchen, holländisches Vollsslied: d) Confrer; Tah hahl kein Fell (Roh-
Fonnel). 7. a) Helmhursf-Rolmes: Die Gardinennredigt: h) Weran=
Kannst du mir bis ühermorgen 100 000 Dollars horgen? Onosten. *
in 79. 19: Wamarm

Tageskalender für Samstag, den 16. Januar 1926.
Landestheater, Großes Haus, nachm. 3 Uhr, Ende 6 Uhr: Die
heilige Johanna. Kleines Haus, Anfang 7 Uhr, Ende
10 Uhr, Zuſatzmiete V (7): Der Wildſchütz. Orpheum,
abends 8 Uhr: Die Frc ohne Schleier. Darmſtädter
Männergeſangverein, abends 7.11 Uhr, im Städt. Saal=
bau
: Großer pompöſer Maskenball. Turngemeinde Darm=
ſtadt
1846, abends 8 Uhr, im Kneipſaal: Hauptverſammlung.
Deutſchnationale Volkspartei, abends 8.15 Uhr, im
Großen Haus des Landestheaters: Reichsgründungsfeier Ver=
einigte
Darmſtädter Männergeſangvereine, abds.
8 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz: Lieder=Abend. Verein
f. Naſenſpiele, abends 8 Uhr, im Vereinslokal Löffler: Außer=
ordentliche
Haupt=Verſammlung. Logengebäude, Sand=
ſtraße
10 Vortrag des Dr. Alfred Heidenreich=Frankfurt über: Das
Weihnachtsbild auf dem Iſenheimer Altar des Math. Grünewald als
Spiegel moderner religiöſer Probleme. Kinovorſtellungen:
Unien=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.

Wetterbericht.
Wettervorherſage für Sonntag, den 17. Januar 1926.
nach der Wetterlage vom 15. Januar 1926.
Mäßiger Froſt, halb bis ganz bedeckt, einzelne Niederſchläge (Schnee).
Von Südfrankreich ſind Tiefdruckſtörungen nördlich vorgedrungen
bis ins Nordmeergebiet. Die Zufuhr ſüdöſtlicher Winde hat Anſteigen
der Temperatur hervorgerufen, das ſich in ſtärkerer Bewölkung und
Niedergehen von leichten Schneefällen auswirkt, die zunächſt anhalten.
Die Heſſ. Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Jeuilleton und Heſſiſche Nachrchten: Mar Streeſe
Verantwortlich für Sport; Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für Schlußd en:: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratente !: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Eine Umwälzung

auf dem Gebiet der Rasiermittel. Peri-Rastercreme ist eine Rasierseite in Cremeform, die durch den wunderbar sahnigen Schaum, den
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[ ][  ][ ]

Technischer Rüokblick
auf das Jahr 1925
Von
Dipl.=Ing. S. G. Mann-Darmstadt.
Im Zeitalter des Verkehrs häufen ſich die Erfindungen, die
der Ueberwindung von Raum und Zeit dienen. Das zeigt deut=
lich
auch das Jahr 1925, deſſen Ausbeute an techniſchen Errun=
genſchaften
keine geringe iſt.
Die Eiſenbahn, immer noch unſer wichtigſtes Beförderungs=
mittel
, geht dazu über, den Hochdruckdampf in Lokomotivbetriebe
einzuführen. Die Deutſche Reichsbahn unternimmt zur Zeit
Probefahrten mit einer Hochdruckdampflokomotive die man auch
auf der Verkehrstechniſchen Ausſtellung in München ſehen konnte,
und hofft, mit ihr eine Kohlenerſparnis von 20 Prozent zu er=
zielen
. Intereſſant iſt, feſtzuſtellen, daß die Elektriſierung der
Bahnen über den Dampf noch keineswegs endgültig geſiegt hat;
arbeitet man doch in verſchiedenen Ländern zur Zeit noch mii
den verſchiedenſten Syſtemen elektriſcher Bahnen, ohne vor allem
in der Wirtſchaftlichkeit vorwärts zu kommen.
Im Eiſenbahnoberbau iſt das Herzſtück mit ſanftem Einlauf
von Dr. Vogel=Mannheim zu nennen, das Beſeitigung von
ſeitlichen Schlägen und Abnutzung der Fahrzeuge und Flügel=
ſchienen
bezweckt. Beſondere Bedeutung hat die Bauart für
gekrümmte Herzſtücke. Die Wirbelſtrombremſe von Dr. Baeſe=
ker
=Thoma iſt von wirtſchaftlicher Bedeutung für den Ab=
laufbetrieb
auf Schiebebahnhöfen. Neben den Schienen befeſtigte
Bremsbacken, durch die Strom von geringer Spannung fließt,
erzeugen Wirbelſtröme in den Rädern des durchrollenden Wagen,
die dem Drehſinn der Räder entgegenläufen. Durch Betätigung
eines elektriſchen Schalters kann der Wagen zum Stehen gebracht
oder in ſeiner Fahrt gebremſt werden. Um die Löſung des
Sicherheirstroblemes wird heiß geworben; man verſucht zur
Zeit, am Vorſignal auf drahtloſem Wege im Führerſtande Zei=
chen
erſcheinen zu laſſen.
Die drahtloſe Zugtelephonie wurde 1925 auf den Reichs=
bahnſtreclen
Hamburg-Berlin und BerlinMünchen eingeführt.
Auch im Automobilverkehr geht man hier raſch vorwärts. Bei
der Batſchari=Fahrt erreichte man telephoniſchen Wechſelverkehr
zwiſchen feſter Station und fahrendem Wagen bis zu 100 Kilo=
meter
, zwiſchen zwei fahrenden Wagen bis zu 40 Kilometer Ent=
fernung
.
Es ſei hier auch der Entſendung menſchlicher Lebeweſen in
die geheimnisvollen Meerestiefen gedacht, die durch den deutſchen
Tiefſeeteucher für Waſſertiefen bis 250 Meter einen großen Fort=
ſchritt
erfahren hat. Das weſentlich Neue an dieſem Apparat
iſt die Aufnahme des Waſſerdruckes durch den metallenen Tau=
cheranzug
, ſo daß der Taucher im Innern des Gehäuſes unter
normalen Drucderhältniſſen arbeiten kann. Viele Sympathien
erwarben uns in politiſcher Hinſicht unſere neuen Tiefſeetaucher
bei den Verſuchen zur Hebung des engliſchen Unterſeebootes
M. 1.
Die deutſchen Chemiker waren auch raſtlos und haben zwei
neute Elemente, Rhenium und Maſurium, aufgefunden, auch die
Verflüſſigung der Kohle nach Bergin iſt in der Verſuchsanſtalt
in Mannheim ihrer Vollendung nahe gerückt. Ein neuer Stahl
wurde nach Angaben des Schweizers Boßhardt in der Ber=
liner
Maſchinenfabrik Freund hergeſtellt, der um zwei Fünftel
leichter iſt als der bisherige Stahl, was etwa ein Drittel Ver=
billigung
bedeutet und es z. B. erlaubt, Hängebrücken jetzt bis
zu Spannweiten von weit über 1 Kilometer herzuſtellen.
Die Leiſtungen unſerer Kraftmaſchinen ſteigern ſich von Jahr
zu Jahr. So erbaute Blohm u. Voß, die bekannte Ham=
burger
Schiffswerft, jetzt den bisher größten Dieſelmotor mit
15 000 PS. Leiſtung. Die Einführung von Maſchinen ſolcher
Stärke auf den Schiffen verſpricht neue Rekorde auch auf dem
Waſſer. Das geplante Großkraftwerk der Stadt Berlin ſoll
Dampfturbinen von je 100 000 PS. Leiſtung erhalten.
Die großartigſten und populärſten Erfindungen werden zur
Zeit auf dem Gebiete der elektriſchen Uebertragungen gemacht.
Im vergangenen Jahre eroberte ſich der Radio die Gaue des
deutſchen Vaterlandes, ſeit kurzem ſtehen ihm auch die beſetzten
Gebiete mit gewiſſen Einſchränkungen offen. Der neue Sende=
turm
in Königswuſterhauſen iſt 280 m hoch und damit Deutſch=
lands
höchſtes Bauwerk; der Kurzwellenſender in Nauen iſt in der
Lage, auf 26 m Wellen einwanofrei mit Japan und Java zu
verkehren. Eine Verbeſſerung übertragener Klänge, die dem
menſchlichen Ohr in ihrer natürlichen Klangfarbe erſcheinen ſol=
len
, verſpricht das Ultraphon, bei dem ſein Erfinder, H. Küchen=
meiſter
, den ſtereoakutiſtiſchen Effekt anwendet. Auch im Zei=
tungsweſen
werden neue Rekorde durch die photographiſche Setz=
maſchine
der Engländer Auguſt und Hunter erreicht werden.
Dieſe läßt die Leiſtungen der bisherigen Linotyp= und Monotyp=
ſetzmaſchinen
weit hinter ſich.
Nicht nur der Druck wird verſchnelligt, vervollkommnet und
drahtlos weitergeleitet, auch was geſprochen wird, kann beliebig
oft und weit gehört und wiederholt werden. Hier iſt die wichtigſte
Neuerung die elektromagnetiſche Diktiermaſchine: das geſpro=
chene
Wort wird, ſtatt wie bisher auf einer Wachsrolle, auf einem
Stahldraht mittels magnetiſcher Stöße feſtgehalten, die ihrerſeits
drahtlos weitergeleitet und am Empfangsort in Sprache zurück=
verwandelt
werden. Wenn dieſe Erfindung alle Verſprechungen
erfüllt, wird ſie noch die des ſprechenden und ſingenden Briefes
überflügeln, der als Gelatineplatte das menſchliche Wort auf=
nimmt
, in einen Umſchlag geſteclt und mit der gewöhnlichen Poſt
ſeinem Beſtimmungsorte zugeleitet wird, wo ihn der Empfänger,
ähnlich wie eine Grammophon=Platte, wieder zum Erklingen
bringen kann.
Somit nähern wir uns der bedeutſamen und heißumwor=
benen
Erfindung des Fernſehens. Ein Abzweig dieſer Erfin=
dung
hat zur Konſtruktion eines die Methoden der Webſtühle
enorm verbilligenden und vereinfachenden Apparates geführt.
Während ein Webmuſter bisher mühſam zerlegt und in einzelnen
Teilen auf die Maſchinen übertragen werden mußte, wird jetzt das
Bild des Entwurfs auf eine Mattſcheibe geworfen, die dort vor=
handenen
Helligkeitsdifferenzen mittels Selenzellen in Strom=
ſchwankungen
umgewandelt und ſchließlich über einen magneti=
ſierten
Stahldraht auf eine Wachswalze aufgedrückt, die, in den
Webſtuhl eingeführt, den ganzen Webvorgang leitet.
Während für die Fern=Uebertragung feſter Bilder ſchon ver=
ſchiedene
Methoden beſtehen, gelang es dem Amerikaner Hen=
kins
neuerdings, lebende Bilder drahtlos bis zu 8 Kilo=
meter
Entfernung zu übermitteln. Hier iſt die bedeutendſte letzte
Erfindung, die des Dr. Karolus=Leipzig, dem es gelang, mit

einer trägheitsloſen Zelle das Problem reif für die Praxis zu
machen, bei der es jetzt noch eine Frage des Geldes iſt. In unſe=
rer
erſten Nummer des vergangenen Jahres (16. Januar 1925)
ſprachen wir im Ausblick unſere Hoffnung aus, daß das Fern=
ſehen
ähnlich dem Fernhören ſich bald die Welt erobern möge.
Nach Verlauf eines Jahres können wir jetzt feſtſtellen, daß wir vom
tönenden Fernkino im eigenen Heim tatſächlich nicht mehr
weit entfernt ſind. Was wird uns 1926 bringen?
Die Einweihung des vergrößerten Deutſchen Muſeums in
München zur Zeit der großartigen Verkehrsausſtellung ſicherte
uns die Bewunderung der ganzen Welt. Auf unſere techniſchen
Taten in 1925 dürfen wir mit Recht ſtolz ſein; ſie ſind hervor=
ragend
beteiligt, uns unſere Weltgeltung wieder zu erringen.
Der Rohölmotor
Brennstoffzuführung bei kompressorlosen
Dieselmotoren
Von
Dr. phil. u. beratender Dipl.=Ing W. Lehmann-Richter, Frankfurt a. M
In der Patentſchrift von Rudolf Dieſel aus dem Jahre
1892 war an einen mit brennbarer Flüſſigkeit bzw. mit Kohlen=
ſtaub
betriebenen Motor gedacht, unter der Annahme der
Strahleinſpritzung bzw. der Drückluft zur Zerſtäubung. Dieſel
unternahm gemeinſchaftlich wit der Maſchinenfabrik Augsburg
Prüfungen nach den obigen Methoden. Es zeigte ſich, daß der
Kohlenſtaubbetrieb nicht durchführbar war, und ging man zum
flüſſigen Brennſtoffbetrieb, und zwar mit Druckluft, über. Der
erſte Verſuch erfolgte mit Petroleum. Da man eingeſehen hatte,
daß man beim flüſſigen Brennſtoffbetrieb ohne Druckluft nicht
auskam, ſo wurde der mehrſtufige Luftkompreſſor zur Verdich=
tung
der Einblaſeluft für die Brennſtoffzerſtäubung auf zirka

Dieselmotor der Maschinenfabrik Deutz. Type MKV.
75 Atm. allgemein angewandt. Durch die weiteren notwendigen
Zubehörteite für den Betrieb war zunächſt an eine einfache und
billige Betriebsmaſchine nicht zu denken. Mit der Type MKV.
der Motorenfabrik Deutz wurde eine ſehr gute Löſung der kom=
preſſorloſen
Dieſelmaſchine erreicht. Die Wirkung erfolgte unter
Einſpritzung des Oeles bei etwa 75 Atm. Druck in den Verbren=
nungsraum
, woſelbſt ein erzeugter Luftwirbel auf den Strahl

Abb. 2: Typische Einspritzverfahren.
ſo einwirkt, daß die Oeltropfen im Luftraum verteilt werden
in analoger Weiſe, wie es bei den Kompreſſor=Dieſel= Maſchi=
nen
durch die vorher beigemiſchte Einblaſeluft der Fall war
(Siehe hierzu Abb. 1.) Dieſe Ausführung ergab ſich ſpeziell bei
der liegenden Maſchine von Deutz die wegen der ſtehenden

Anordnung der Ventile einen eingeſchnürten Zylinderkopf hatte,
in welchen ein Kolbenauſſatz von zirka 3 m/m Spiel eindrang
wodurch der notwenige Luftwirbel erzeugt wurde als ſehr
brauchbar. Für die Schiffsmaſchinen, ſowie alle ſchnellaufenden
Antriebe (wie z. B. Dynamomaſchienen uſw.) mußte ein anderes
Syſtem geſchaffen werden. Die Hauptfrage, wie die zerſtäubende
Wirkung der Druckluft erſetzt werden kann, ergab eine Reihe von
Löſungen für die kompreſſorloſe Dieſelmaſchine, und zwar be=
ſtanden
urſprünglich drei Verfahren, und zwar das Vorkammer=,
Wirbel= und Drudlverfahren (ſiehe hierzu Abb. 2).
1912 wurde von Deutz ein Motor geſchaffen, der dem unter
kleinem Druck zerſtäubten Brennſtoff einen vom Kolben durch Ab=
ſchnürung
erzeugten
Luftkegel entgegen=
ſandte
, wodurch der
Brennſtoffkegel zerteilt
wurde. Vickers war
der erſte, welcher die
luftloſe Einſpritzung
in den ungeteilten
Brennraum praktiſch
durchführte. DerBrenn=
ſtoff
wurde unter ei=
nem
Druck von zirka
400 Atmoſphären akku=
muliert
und trat ſo=
dann
durch ein von
Nocken geſteuertes Na=
delventil
in den Zy=
linder
ein. Leißner
Abb. 3:
führte den Brennſtoff
Zündkammermotor
in eine Vorkammer,
nach dem Patent
worin durch ein Glüh=
rohr
die Zündung
von Benz.
erfolgte. Der übrig=
gebliebene
Brennſtoff,
welcher nicht an der Exploſion in der Vorkammer beteiligt war,
wurde von den brennenden Gaſen durch eine Düſe im Boden
des Glührohres in den Zylinder gejagt. Das Worthington=
Syſtem beruht auf Abtrennung des Brennraumes in der Vor=
kammer
mit weiter Verbindungsöffnung und iſt ſonſt analog
dem Leißner=Verfahren. Das Price=Syſtem beſteht darin, daß
unter kleinem Druck zwei Brennſtoffſtrahlen gegeneinander ar=

beiten und daß hierdurch eine geeignete Vermiſchung mit der
Zylinderluft eintritt. Deutz hat den offenen Brennraum durch
eine retortenartige Form des Kolbenbodens vorteilhaft geſtaltet.
Das Breti öl wird automatiſch unter niedrigem Brennſtoffdruck
durch Nadelventil eingeſpritzt (ſiehe hierzu die Arbeit von
F. Schultz=Köln=Deutz über Kompreſſorloſe Dieſelmotoren).
Aus dieſen Ausführungen erhellt, welche Syſteme die einzelnen
Geſellſchaften vertreten. Der Erſatz für die zerſtäubende Wirkung

Abb. 5: Brennstoffverbrauch und mech, Wirkungsgrad
Deutzer V. M.-Motore

der Druckluft iſt durch ſehr viele verſchiedene Löſungen gefunden
worden Es iſt hier nicht der Platz, auf dieſe Einzelheiten ein=
zugehen
; ich verweiſe auf die oben angeführte Arbeit von
Schultz. Nur auf die zwei Hauptverfahren, nämlich auf das
Vorkammer= und Strahlungs=Zerſtäubungsverfahren ſoll näher
eingegangen werden.
Beide Verfahren wurden erſt nach dem Kriege weiter aus=
gebildet
, und zwar das erſte Verfahren ſpeziell für kleinere und
das Letztere für größere Typen. Das Vorkammerverfah=
ren
iſt im Patent von Benz 1909 näher ausgeführt (ſiehe hierzu
Abb. 3). Es wurde erſtrebt durch eine heiße Vorkammer
die vermittelſt enger Bohrung vom Arbeitszylinder abgeſchnürt
war den Brennſtoff hindurchzuſpritzen. Hierbei verbrennt

[ ][  ][ ]

Nummr 1.

Technik der Gegenwart

artige Maſchinen nach dem Viertalt=Syſtem.

Tend
Calinden

Brefui/ooffpeunge-

Steuierwelle

Abb. 6: Breunstoffznführung bei der kompressorlosen
M.4 N. Dieselmaschine.
Möglichkeit einer bedeutend niederen Kompreſſion. ca. 25 Atmo=
ſhären
, nicht nur in Bezug auf die Luft=Dieſel=Maſchinen, ſon=
dern
auch der Zündkammer=Maſchinen gegeben, wodurch eine
vorteilhafte Verbreunungslinie erzielt wird. Die von Profeſſor
Maier von der Techniſchen Hochſchule Stuttgart angeſtellten Ver=
ſuche
an Deutzer Motoren ergibt eine hohe Breunſtoffausnutzung
und Erhalung der Brennſtoff=Oekonomie bei ausgedehnten Be=
laſtungsgrenzen
. Ein Brennſtoffverbrauch von 166 s/PSe=St.
wird bei einer Belaſtung von ½ bis II, der Normallaſt nur um
ca. 6,6 Prozent überſchritten (ſiehe hierzu Abb. 5). Derartig
gute Ergebniſſe werden nur bei Dieſelmaſchinen erreicht; bei der
Dampfmeſchine wird bei höheren Belaſtungen die Brennſtoff=
ökonomie
durch kleinere Expanſion, bei niederen Belaſtungen
durch geringeren Nutzeffekt des Keſſels vermindert.
An Hand der Abbildung 6 ſoll noch näher das Verfahren
zur Einführung des Brennſtoffes bei einer Maſchine der reinen
Druckeinſpritzungsgruppe erläutert werden. Die Zeichnung ſtellt
die Bauart der Maſchinenfabrik Augsburg=Nürnberg A.=G. dar.
Die Einſpritzung des Brennſtoffes erfolgt unmittelbar durch die
Brennſtoffpumpe unter hohem Druck ohne Zuhilfenahme von
Druckluft. Der Motor abreitet im einfach wirkenden Viertakt=
Syſtem. Beim erſten Niedergang des Kolbens wird reine Luft
in den Zylinder geſaugt, die auf 25 Atmoſphären beim Rückwärts=
gaug
verdichtet wird. Die erzielte Temperatur führt auch bei
kalter Maſchine zur Entzündung des im Zylinder befindlichen
Brennſtoffes. Die Zuführung des Brennſtoffes wird vor dem
oberen Totpunkte bewirlt und geſchieht durch eine offene Düſe
von einer mit Nockenantrieb geführten Breunſtoffpumpe unter
hohem Druck in einer ſtakwandigen Rohrleitung. Das Motor=
anlaſſen
erfolgt bei ca. 20 Almoſphären Spannung, welche ver=
rittelſt
einer Anlaßluftpumpe oder eventuell von einer anderen
Anlage erzeugt wird. Die Brennſtoffpumpe wird ſoſort nach An=
gen
ein, und ſodann wird der normale Betrieh bewirkt. Hohe
fürchten. Direkt nach Anlaſſen des Motors kann derſelbe belaſtet
guliert.
Der heutige Stand des
68
Ferngehens
Von
Dipl.=Ing. A. Lion-Berlin
Es iſt in der letzten Zeit viel über Fernſehen geredet und
geſchrieben worden, und es ſcheint daher angebracht zu ſein, dar=
auf
hinzuweiſen, daß wir bis heute durchaus nicht in der Lage
nen nicht in der Lage ſein werden, Dinge zu ſehen, die mit dem
vor zwiſchen Fernſehen und Fernſchreiben. Fernſchreiben können
wir ſchon, ſolange die Drahttelegraphie bekannt iſt. Faſt ebenſo
alt ſind die erſten Verſuche, nicht nur die Zeichen des Morſe=
alphabets
, ſondern auch Bilder und Dokumente auf dem Draht=
wege
und neuerdings auch drahtlos zu übertragen. Man
kann das mit Ferndrucken oder Fernſchreiben bezeichnen, nicht
ſuche, die Dr. Karolus=Leipzig gemeinſam mit der Telefunken gefunden.
G.m. b. H., Berlin, gemacht hat, derart vervollkommnet, daß es
den Vorarbeiten von Korn=Berlin, Peterſen und anderen. Man

rung von Clementen in die im Weſentlichen underänderte Apa=
ratur
, die eine Erhöhung der Uebertragungsgeſchwindigkeit und
damit die praltiſche Verwendung ermöglichen.
Die übertragenen Bilder zeigen zwar noch eine feine Lini=
jerung
, die aber bei einer weiteren Vervollkommnung der Me=
thode
auch noch verſchwinden wird. Der weſentlichſte Fortſchritt
liegt in der hohen liebertragungsgeſchwindigkeit. Man benötigt.
nur 5 Sekunden für 1 Quadratdezimeter, d. h. ein normales Zei=

ein kleiner Teil, welcher auf die Wandung auftrifft und bewirkt tungsblatt kann in wen r als einer Minute in jede beliebige während nach Jirotka zur Erziehung des gleichen Reſultats nur
den Uieberdruck, durch welchei die größere Menge des hindurch= Gegend der Erde gefunkt werden. Die Sende= und Empfangs= wenige Minuten erforderlich ſind. Hiermit aber nicht genug,
geſptitzten Brennſtoffes in den Arbeitszylinder hineinzerſtäubt, apparatur ſoll hier nur kurz beſchrieben werden: Die Umwand= kann eine nach dem neuen Verfahren behandelte Karoſſenie mit
wi. d. Das Vorkammer=Verſahren hat ſich für die kleinen Typen lung des zu übertragenden Bildes geſchieht durch ſogenannte größter Leichtigkeit, und zwar mit heißem und mit kaltem Waſſer,
a.s ſehr vorteilhaft erwieſen und wird von den Colo=Dieſel= Lichtabtaſtung‟. Das Bild wird auf einem rotierenden Zylinder ſowie unter Benutzung von Bürſten und Lappen, gereinigt wer=
motoren
A.=G., Gasmotorenſahrik Deutz, Friedrich Krupp, Kör= befeſtigt, der ſich mit gleichförmiger Geſchwindigkeit vorſchiebt, den, während ſonſt bekanntlich beim Reinigen die allergrößte
ting, Manrheimer Motorenwerke, Gebrüder Sulzer und vielen Wird nun ein ſcharfer Lichtſtrahl auf den Zylinder gerichtet, dann Vorſicht geboten iſt.
auderen Firmen, ſowohl im Zweitakt= als auch im Viertakt= teilt er das Bild in einer Schraubenlinie auf und berührt damit
Syſtem, und zwar als liegende und ſtehende Maſchine ange= dauernd Bildpunkte verſchiedener Helligkeit, die ihrerſeits Licht Bronze und anderen Metallen und Metallegierungen hergeſtellt
wendet. Die Bauart zeichnet ſich durch große Einfachheit aus, verſchiedener Helligkeit reflektieren und über eine lichtempfindliche wurden, können vorausgeſetzt, daß Aluminium die erforder=
da
bei dieſem Motor (Zweitaktverfahren) weder Luft= noch Aus= Zelle, d. h. einen lichtelektriſch empfindlichen Widerſtand, den liche mechaniſche Feſtigkeit beſitzt mit Vorteil aus derartig
puffventile beſtehen. Die Motorenſabrik Darmſtadt baut gleich= Sendeſtrom beeinfluſſen. Die träge, langſam reagierende Seelen=
zelle
der bisherigen Verſuchsanordnung iſt jetzt durch die Tele=
Das Strahlungs=Zerſtäubungsverfahren der funken=Photozelle erſetzt, die praktiſch trägheitslos iſt und aufjede
Maſchinenfabrik Deutz bewirkt eine größtmöglichſte Brennſtoff= Helligkeitsänderung augenblicklich reagiert. Dieſe Zelle iſt ring=
ausnutzung
duich die Vereinigung einer ſelbſtſteuernden Streu= ſörmig ausgebildet: ſie liegt mit dem Rücken zur Richtung, aus gefäße, Zierflieſen, Chriſtbaumſchmuck, Spielſachen und vieles
diſe mit Hohlkolben (ſiehe hierzu Abb. 4). Aus dieſer Figur der der Lichtſtrahl kommt, der durch ſie hindurch geht, den Bild= andere erwähnen.
iſt die Anordnung nach Dieſel reine Selbſtzündmaſchine mit punkt auf dem Zylinder trifft und diffus zur Photozelle reflek=
diretter
Einſtritzung in den Zylinder und Anlaſſen in kaltem ticrt wird. Entſprechend iſt die Anordnung auf der Empfänger=
Zuſtande ohne Juanſpruchnahme einer Hilfszündung am ſeite, auf der die Zuſammenſetzung des Bildes auf einem mit appargte mechaniſchem Einfluß genügenden Widerſtand bieten.
beſten zu eikennen. Durch Vermeidung der Zündkammer iſt die dem erſten Zylinder ſyuchron laufenden zweiten Zylinder gleichen Da ſie ferner bei den höchſten Luſttemperaturen und bei der
Durchmeſſers erfolgt. Hier iſt eine Lichtſteuervorrichtung vor=
handen
, die von den Empfangs römen beeinflußt wird: die peu ihrer Verwendung nichts im Wege.
Karolus=Zelle. Dieſe Zelle erſetzkgewiſſermaßen in einem nor=
malen
Rundfunkgerät den Kopfhörer und iſt ein trägheitsloſer
Lichtſchreiber ohne mechaniſch bewegte Teile, der mit Hilfe des
tes geſteuert wird. Die Karolus=Zelle beſteht aus zwei Metall=
platten
in Nitrobenzol, durch deren Spalt das polariſierte Licht iſt, entſpricht es einem vollswirtſchaftlichen Bedürfnis, immer
hindurchgeht, wo es durch die Empfangsſchwingungen beeinflußt neue Verwendungsmöglichkeiten zu finden, und ſchon aus dieſem
werden kann. Die Zelle kann bei geringem elektriſchem Leiſtungs=
aufwand
ſehr helles Licht zwiſchen Null und Maximum ſteuern,
das nun lichtempfindliches Papier auf dem Empfangszylinder
der Beeinfluſſung auf der Senderſeite eutſprechend belichtet. Das
belichtete Papier oder der Film wird in der üblichen Weiſe ent=
wickelt
und ergibt ein vollkommenes Abbild des übertragenen
Dokumentes, Zeitungsausſchnittes, Fingerabdruckes uſw.
Die Ausſichten dieſer von Telefunken=Karolus ausgebauten nungen der Teuerung begegnen kann, faßt der Amerikaner die Sache
die Praris. Wenn wir auch nicht fernſehen können, wie der normen. In Deutſchland haben wir zwar auch ſchon ſeit einigen Jah=
Laie geneigt iſt, zu glauben denn die geſandten und geſteuer=
ten
Schwingungen beeinfluſſen das Auge nicht unmittelbar dadurch bezweckten Verbilligung der Produktion. Die amerikaniſche
ſo beweiſt doch die oben augeführte Möglichkeit, heute ſchon eine zwölf verſchiedenartige Ausführungsformen erſetzt wurden, und den
Nachricht von der Größe eines Zeitungsblattes in einer Minute
übertragen zu können, die große Ueberlegenheit der Bildüber=
tragung
über die übliche Methode der Nachrichtenübermittlung, beleuchtung zur Herſtellung kommen.
die Morſetelegraphie. Ein weiterer Vorzug dieſer Methode iſt
ihre Unabhängigkeit von atmoſphäriſchen Strömungen. Ein Aus=
fallen
ganzer Zeichen, das das Telegramm unleſerlich machen
kann, iſt hier unmöglich; einzelne falſch übertragene Bildpunkte
verwaſchen höchſtens das Bild oder ſchwächen es können es aber teren in Vorbereitung befindlichen Typen alle bisher für Innenbeleuch=
nicht
zerſtören; und auch die ſo entſtandenen, kleinen Fehler tung verwendeten Lampen von 15100 Watt erſetzen ſoll. Es wird alio
können durch eine wiederholte Uebermittelung ausgemerzt wer= der Anſchein erweckt, als ob Amerika uns auf dem Wege der Normung
den. Der dritte und vielleicht bedeutendſte Vorteil dieſer Me= voraus ſei. Es ſei deshalb darauf hingewieſen, daß in der deutſchen
thode iſt, daß die Nachricht ſofort druckfertig geſetzt vorliegt, und
ſo beſteht heute ſchon die Möglichkeit, daß dieſelbe Zeitung
zum Beiſpiel faſt gleichzeitig in der ganzen Welt erſcheinen kann, lampe in 3 Typen für 15, 25 und 40 Watt auf den Markt gebracht,
von einer Zentralredaltion aus überallhin übertragen.
zweifellos erreichen, vor allem bei Anwendung kurzer elektriſcher
Wellen. Die heute nöch notwendige Entwicklung des belichteten
Films kann, ohne weiteres mit derſelben Geſchwindigkeit fort=
laufend
erfolgen. Dieſer Teil des Fernſchreibens iſt mehr eine
Aufgabe der Organiſation als der Technik. Vielleicht werden
auch bald Wege geſunden, ohne die Notwendigkeit des Ent=
wickelns
der beſchriebenen Papiere oder Filme auszukommen, lediglich an dem Umſtand, daß naturgemäß die fabrikatoriſch= Unſtellung
Auch die Aufgabe des Fern=Kinos iſt mit Hilfe der Anordnung
Telefunken=Karolus lösbar. Eine Uebertragungsgeſchwindigkeit,
hoch genug zur Uebertragung der Bilder eines kinematogra=
phiſchen
Films in einer Zehntelſekunde, hat Dr. Karolus bereits dürfte bis jetzt der Menſcheit zur Verfügung ſtehen. Allerdings hat
digkeit zur Uebertragung kinematographiſcher Filme überallhin Menge von Chemikalien verarbeitet werden. Zu dem Prozeß waren
eines Karrlusſchen Lichtſteuerapparates, begleitet von einer dazu
raumer Zeit nicht mehr fremd iſt. Natürlich ſind das nur einige dium hat alſo etwa den hunderttauſendfachen Wert des Goldes.
der Anwendungsmöglichkeiten der Bildübertragungsmethode
Telefunken=Karolus, deren Bedeutung heute noch gar nicht ab=
zuſehen
iſt.
Veredeltes Alaminium
Von
Dr. A. Gradenwitz-Berlin-Friedenau
laſſen eingeſchaltet, die Zündung tritt bei den erſten Umdrehun= zu beſichtigen, die durch ihre bunt barierten Mealfarben auf= eine ganz allgemeine techniſche Bildun sanſtalt. Im Jahre 1832
ſielen. Die einen beſtanden anſcheinend aus Kupſer, Meſſing wurde durch die ſchöpferiſche Kraft des badiſchen Miuiſterialdirektors
Zündungsdrücke ſind bei dem gegebenen Verfahren nicht zu be= oder Bronze, andere wieder waren von maſſivem Gold und Nebius das Vorbild unſerer heutigen tachmiſchen Hochſchulen geſchaffen.
werden. Durch Fliehkraſtregler wird die Brennſtoffzufuhr re= und durch ihr beſonders niedriges Gewicht an ein Metall erinnert Das 60 Seiten ſtarke Heftchen iſt mit den Bildern der fünf Männer
dem man nach dem bisherigen Stand der Technik kaum einen Zu= Hochſchule in Deutſchland beteiligt ſind.
ſammenhang vermuten konnte.
Und doch beſtanden alle dieſe Gegenſtände und ebenſo auch der Deutſchen Bauzeitung, 1925. Preis geh. 0,60 Mk.
andere mit durchaus unmetalliſcher Oberfläche ſehr wohl aus
Aluminium und hatten nur eme dünne Oberflächenſchicht aus Berlin=Gharlottenburg, iſt als eifriger Verfechter einer Hochſchulreform
anderem Metall.
flächenbehandlung von Aluminium und ſeine Vereinigung mit ſei das Büchlein warm empfohlen.
anderen Metallen.
Wenn Aluminium einer derartigen Vereinigung bisher hart=
näckigen
Widerſtand entgegengeſetzt hatte, ſo lag dies an ſeiner
ſind, fernzuſehen, es ſei denn durch ein Fernrohr, und daß wir bekanntlich überaus ſtarken Oxydation, demſelben Umſtand, der
auch wahrſcheinlich mit den heute bekannten Mitteln und Maſchs auch das Löten dieſes Leichtmetalls bis in die jüngſte Zeit un= erhebliche Fortſchritte dank der Tätigkeit unſerer Wiſſenſchaft und ihrer
möglich gemacht hat. Dieſes ablehnende Verhalten hat Jirotka Unterſuchungsmethoden gezeitigt hat, beweiſen die Erfolge beim Segel=
bloßen
oder dem bewaffneten Auge nicht wahrnehmbar ſind. Es durc) ein auf den erſten Blick überaus einſaches Verfahren flug und der Flettner=Rotor. Ob die von Fiſcher gezogenen Schlüſſe bei
liegt hier offenbar, eine weit verbreitete Begriffsverwechſlung durch bloßes Eintauchen in eine Flüſſigkeit, ohne Anwendung ſeinem Blätterſpeichen=Windrad richtig ſind, bedarf noch der Klärung
elektriſcher Ströme zu überwinden verſtanden. Das Ver= durch den Verſuch.
Mangan, Zinn, Zink, Blei, Gold, Silber, Nickel und vielen an= bitſch, Düſſeldorf=Rath. Erſcheint monatlich. Preis vierteli, 2,00 Mk.
deren Metallen zu überziehen, und das nur (je nach der Natur
des gerade gewählten Metalls) einige Sekunden bis einige Mi= doppelzüngig an die Drahtloſen wendet. Der Herausgeber iſt zwe fel=
aber
mit Fernſehen‟. Das Ferndrucken iſt heute durch die Ver= Metallſchutz auf deſſen Jahresverſammlung viel Beachtung funkgerät beim Nachbauen vor ſchwierige, oft unlösbare Fragen geſtelltg
praltiſch verwertkar iſt und in abſehbarer Zeit allgemein ein= züge in den üblichen Metallfarben, ſondern auch um ſolche mit ringes Entgelt in natürlicher Größe zu den beſchriebenen Apparaten
geführt werden wird. Narolus hat ſeine Verſuche aufgebaut auf beſonderen Effekten. Unter anderem wird es möglich verſchieden geliefert. Die Baſtler werden die neue Zeitſchrift mit Freude benutzen.
behandelte Aluminiumſtreifen nebeneinanderzuſtellen und hier=
durch
einen ganzen Regenbogen zu erzielen. Außer rein metal=
liſchen
, z. T. prächtig ſchillernden, Farben ſah ich zum Beiſpiel
auch eine graublaue Farbe, die das Metall vollkommen deckt,
das Ausſehen ſehr gut glaſierten Porzellans hat und infolge, deutſcher Ingenieure, Geheimer Baurat Prof. Dr. phil. Dr.=Ing. e, h.
ihrer Unempſindlichkeit gegen Kratzen und Stoß einen vorzüg= Georg Flingenberg. Er war Vorſtandsmitglied der A.C.G.
lichen Ueberzug für Auto=Karoſſerien darſtellt. Gerade dieſe
gsweiſe dürfte vom wirtſchaftlichen Standpunkt aus
e deutung beanſpruchen, Leſin das Färben und mehr=
malige
Las eren einer Karoſſerie, das durch das neue Verfahren
überflüſſig wird, beanſprucht bekanu lich mehrere Wochen, und
verhindert in der Zwiſchenzeit jede Verwendung des Wagens, Schwediſchen Akademie der Wiſſenſchaften ernannt.

Samstag, 16. Januar 1926.
Alle Gebrauchsgegenſtände, die früher aus Kupfer, Meſſing,
veredeltem Aluminium hergeſtellt werden. Wir wollen nur Be=
leuchtungskörper
aller Art, Maſchinenteile, Apparate und In=
ſtrumente
, Koffer, Käſtchen und Schachteln, Bijouterien, Bilder=
rahmen
, Wandſchmuck Nippesſachen, Vaſen und andere Zier=
Aus einem kürzlich ausgefertigten Gutachten geht hervor,
daß die Jirotka’ſchen Ueberzüge für Telephon= und Telegraphen=
größten
Feuchtigkeit unverändert bleiben, ſteht auch in den Tro=
Aluminium, das noch vor gar nicht langer Zeit zu den ſel=
teneren
Metallen zählie, hat im Laufe der letzten Jahre die um=
fangreichſten
Verwendungen gefunden. Da das Metall im Lande
ſogenannten Kerr=Effektes, der Doppelbrechung polariſierten Lich= in unbegrenzten Mengen zur Verſügung ſteht und überall dort
gewonnen werden kann, wo eine geeignete Kraftquelle vorhanden
Grunde iſt das Jirotka ſche Verfahren von weitreichender Be=
deutung
.
KURZEMITTEILUNGEA
* Preisabbau in Amerika. Während man ſich in Deutſchland die
Köpfe zerbricht, wie man durch Negierungsmaßnahmen und Verord=
Bildübertragungsmethode ſind ganz außerordentliche, auch für großzügiger an. Man iſt dort gegenwärtig dabei, die Glühlampen zu
ren einen Normausſchuß, das große Publikum merkt aber nichts von der
Glühlampeninduſtrie hat 25=Wat=Einheitslampen geſchaffen, wodurch
Preis dadurch um 30 Prozent ermäßigt. Für Lampen zwiſchen 15 und
100 Watt ſollen in Zukunft nur noch fünf verſchiedene Modelle für Innen=
Wir erhalten hierzu von der Osram=G. m. b. H. folgende intereſſante
Zuſchrift:
Durch einen großen Teil der Tagespreſſe geht eine Notiz über die
neue amerikaniſche 25 Watt=Einheitslampe, die zuſammen mit 4 wei=
Glühlampen=Induſtrie ſchon ſeit längerer Zeit ſolche Normungsbeſtre=
bungen
beſtehen. Die Osram=Geſellſchaft hat bereits im Herbſt vorigen
Jahres unter der Bezeichnung Osram=N=Lampe eine neue Einheits=
iſt
alſo ſchon viel weiter in der Durchbildung der Typen ihrer Einheits=
Dabei läßt ſich eine weitere Steigerung der Geſchwindigkeit lampen als die Amerikaner, die erſt eine Type herausgebracht haben.
Die neue Osram=Lampe hat auch eine neue äußere Form, durch welche
die bisherigen Birnen= und Kugelformen erſetzt werden. Den amerika=
niſchen
Glühlampenfabriken hat dieſe neue Birnenform anſcheinend auch
als Vorbild gedient. Der neue, durch Patente geſchützte Wendeldraht ermög=
licht
eine hisher bei luftleeren Spiraldrahtlampen unerreichte Oekonomie
und Lichtkonſtanz, ſeine Anordnung eine vorteilhafte Lichtverteilung.
Daß die neue Osram=Lampe noch nicht allgemein verbreitet iſt, liegt
auf die neue Lampe nur langſam vor ſich gehen kann, aber der deutſchen
Einheitslampe gehört die Zukunft.
* Nur ein halbes Pfund Radium oder ſogar noch etwas weniger
in ſeinem Laboratorium erreicht, und da jeder Bildeindruck über, dieſe kleine Menge einen Wert von etwa 60 Millionen Mark. Um dies
eine Achtelſekunde im Auge haften bleibt, genügt dieſe Geſchwin= zu grreichen, mußten etwva 125000 Tonnen Erz mit etwa der gleichen
außerdem 250 000 Tonnen Kohlen und 2500 000 Tonnen deſtilliertes
von einim Zentralkino aus ohne Vorführungsapparate mit Hilfe Waſſer notwendig. Gs iſt deswegen auch nicht verwunderlich, wenn
ſich der Kilopreis für Radium auf etwa 240 Millionen Mark ſtellen
paſſenden Fernmuſik durch Rundfunk, die uns ja ſchon ſeit ge= würde gegenüber dem Kilopreis für Gold von 3800 Mark. Das Na=
NEUE BÜLHER UND ZEITSCHRIETEN
* Die Anfänge des techniſchen Hochſchulweſ.ns. Von Dr. F. Schnabel.
Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1925. Preis geh. 2,00 Mk.
Das Heft ſt=llt einen Teil der Feſtſchrift dar, die anläßlich des 100 Beſtehens der Techniſchen Hochſchule in Karlsruhe heraus=
gegeben
wurde, und iſt die Arbeit des Ordinarius für Geſchichte. Ueber
die erſten Anfänge techniſchen Hochſchulweſens leitet uns der Verfaſſer
zu der Eeole volrteehnigue in Paris, der Bauakademie und der Ge=
wverbegkademie
in Berlin und endlich zu der Karlsruher Hochſchu’e. Aus
Vor kurzem hatte der Schreiber dieſer Zeilen Gelegenheit, verſchedenen Vorläufern (der Bauſchule Weinbrenners und der In=
bei
Chefingenieur B. Jirotka in Berlin eine Anzahl Gegenſtände, genieurſchule Tullgs) entſtand hier als erſte auf deutſchem Boden 1825
Nebius folgte Bedtenbacher und dieſem Grashof, der bekannte Gründer
Silber nicht zu unterſcheiden: Bis man ſie in die Gand nahm des N.o, als Vorſtand und Drganiſator der Karlsrußer Hochſchule.
wurde, dem ſie äußerlich nicht im mindeſten glichen und mit geſchmückt, die hervorragend an der Gründung der erſten techniſchen
* Ratgeber für das Studium der Baukunſt. Von E. Rüſter. Verlag
Der Verfaſſer, ordentlicher Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule
bekannt. Er will in der vorliegenden Arbeit den Studenten beim Stu=
dium
den rechten Weg weiſen, um ſie vor unnötigem Lehrgeld zu be=
Es war Firotka ſomit gelungen, ein Problem zu löſen, an wahren. Es emibrigt ſich, auf die im Einzelnen ſehr klaren und ſach=
dem
ſich ſchon ſo mancher erfolglos verſucht hatte: die Ober= verſtändigen Anregungen einzugehen. Allen Studierenden der Baukunſt
* Windkraft. Neue Wege und praktiſche Vorſchläge zur Gewinnung der
Windenergie für Induſtrie und Haushalt. Von L. Fiſcher. Verlag
N. Pflaum, Müncken. 1925. Preis 080 Mk.
Daß unſere heutige Kenntnis von der bewegten Luft ſchon ſehr
fahren, nach dem es möglich wird, Aluminium mit Kobalt. Eiſen, * Beſtelbri=fe der Drahtloſen, Herausgeber und Verlag Alfred Dam=
Wieder einmal eine neue Radio=Zeitſchrift, diesmal eine, die ſich
los ſelbſt ein tüchtiger Baſtelbruder; er will allen denen helfen, die
nuten beanſprucht, hat kürzlich vor dem Reichsausſchuß für durch die in Einzelheiten meiſt ungenügenden Schilderungen von Nund=
werden
. Nur von Baſtlern hergeſtellte Geräte werden beſchrieben, Blau=
Wie ſchon erwähnt, handelt es ſich keineswegs nur um Ueber= pauſen der Drahtführung und der Montageplatten werden gegen ge=

DERSONLICHES AUS DER TECHVIK
Im Dezember 1925 verſtarb in Berlin der Vorſitzende des Vereins
*
Der ſchwediſche Erfinder des Kugeldruckverſuches J. A. Brinell
ſtarb im Alter von 76 Jahren.
Oskar von Miller wurde zum auswärtigen Mitglied des

[ ][  ][ ]

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A

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R

Samstag, den 16. Januar 1926

Seite 14.

Holänderin z. verleih
Schulſt. 5, II. /112efsg

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Pankratiusſtr 65, 11I
(*1114dsm)

Einige ſchöne D.=Mask
u. H=Pierrot z. verl.o z
verk. Viktoriaſtr 59, I
(*1006ds)

Maskenkoſtüme für
Herren u Damen bill.
zu verleihen Wendel=
ſtadtitr
. 47, I (r1076dfe

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b. zu verl. Erbacher=
ſtraße
5, I. (*1299

H=Mierrott
Bied. Pierette, Ba=
jazze
, Holländerin,
H= u. D.=Dominos
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Nr 19. (*1251

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3. Stock (*1274

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1. Film Regie: Ioe May
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Die Geschichte einer Mesalliance in 7 Akten
In den Hauptrollen:
Mady Christians, Lilian Hafl-
Dauis, Eduard Burns.
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II. Fiim Regie: Ernst Lubitsch
Ene m meise
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Der grosse Sitten- und Gesellschaftsroman
in 5 Akten
In den Hauptrollen: Marle Prevost,
Florence Vidor und Monte Bluc.

Fintenmännchen im Varieté

Landestheater
Samstag, 16 Januar
Großes Haus.
Nachmittags 3 Uhr
Ende 6 Uhr.
Samstags=Fremdenmiete
(t. Vorſtellung)
Die heiligeSohanna
Draiatiſche Chronik
von B. Shaw.
Preiſe: 0,707 Mk.
Abends 8½ Uhr
( Reichsgründungs=
feier
der
Deutſchnationalen
Volkspartei)
klein. Haus. (V. 806
Zuſatzmiete V, 7.
Der Wildſchütz
Oper v. Lortzing
Anfang 7, Ende. 10 Uhr.
Dreiſe: 1.207,20 Mk

Theatermiete A
Sperrſitz, 9. Reihe
mit Zuſatzmiete 1, ab
zug. Näh Gſchſt (*1275

Jugend
zugelassen!

Jugend
zugelassen!

Bibliſche Vortrage
werden gehalten von Sonntag, den 1T. bis Sonntag, den 24. Januar
1926 einſchl. abends 8½/. Uhr im Saale des Bürgerhofs (früher Zur
Stadt Pfungſiadt‟), Eliſabethenſiraße 2.
Themata:
Sonntag: Des Menſchen Elend und Gottes/ Donnerstag: Das Leben nach dem Tode.
Liebe und Heil in Chriſto.
Freitag: Das Kommen des Herrn Jeſus.

Montag: Das Kreuz von Golgatha.
Dienstag: Die Gewißheit der Vergebung
meiner Sünden.
Mittwoch: Was muß ich tun, um erreitet zu
werden?

Samstag: Die gegenwärtigen und zukünf=
tigen
Ereigniſſe im Lichte der
Bibel.
Sonntag: Der ſüngſie Tag.
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Außerdem von Dienstag bis Sonntag, jeden Nachmittag 4 Uhr:
Bibelſtunde: Waldſtraße 18, H.
Thema: Die Sendſchreiben (Offenbarung 2 und 3).
Sämtliche Vorträge, mit Ausnahme vom erſien, werden vom Evan=
geliſten
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(Ohne Gewähr)
Die heilige Johanna
Perſonen:
Johanna . . . . Mir am Lehmann= Haupt
Der Dauphin ſpäfer
Karl eII von Fran reich Robert Klupp
Dunois,Baſtardv Orleans Heinr. Heilinger
Richard von Beauchamp, Graf von
Warwick, engl Feldherr Max Nemetz
La Tremouille, Marſchall
von Frankrei.h . . . . Paul Maletzki
Hauptmann La Hire . . Georg Mundt
Robert von Beaudricbürt,
Schloßhauptmann . . Richard Schultze
Bertrand de Poulengey , Friedrich Kinzler
Gilles de Rais, Blaubart. Hans Schalla
Herzogin von Tremouille. Käthe Meißner;
Der Erzbiſchof von Reims HansBaumeiſter
Peier Cauchon, Biſchof
von Beauvais . . . . Ernſt Legal
Kaplan von Stogumber, Hans Baumann
Der Inquiſitor.
KurtWeſtermann
Bruder artin Ladvenu . Peter Stanchina
DiEſtivet, Domherr Paul Maletzki
Conrcelles, Domherr von
Paris .. . . . . . Walter Bluhm
Ein Schloßverwalter . . . Hugo Keßter
Der Scharfrichter . . . . Hans Ausfelder
Ein engliſcher Soldat . . Richard Schultze
Ein Herrans demJahr 1920 Hans Schalla
Edelfnabe des Dauphin. Liſa Janſon
Edelknabe des Dunvis . Nuth Hoffmann
Edelknabe des Warwick, Frieda Herbach
Höflinge, Mönche, Soldaten, Henkersknechte
Der Wildſchütz
Perſonen:
Graf von Eberbach . . . Leo Barczinskt
DieGräfin, ſeine Gemahlin Martha Liebel
Baron Kronthal, Bruder
der Gräfin . . . . . . Karl Jörn, a. G.
Baronin Freimann, eine junge Witwe,
Schweſter des Grafen . Paula Kapper
Nanette ihrKammermädch. Annelies Noerig
Baculus, Schulmeiſter auf
einem Gute des Grafen Heinrich Kuhn
Gretchen, ſeine Braut . . Ma gar. Albrecht
Pankratius, Haushofmei=
ſter
auf dem Schloſſe . . Han3 Neh
Ein Bauer .
. . . Ludwig Wenzel
Dienerſchaft und Jäger des Grafen
Dorfbewolner Schuljugend

Darmſtädter Volksbühne
Sonntag, 24. Januar d. J., vorm. 11½ Uhr
Matinee im Kleinen Haus.
Klaus Mann, der Dichier des
vielumſtrittenen Ania und Eſther
lieſt ſeine Dichtungen
Karten zu außerordentlich ermäßigten Prei=
ſen
ſind beiden Zah’ſtellen und der Geſchä ts=
ſtelle
, Bismarckſtr. 19, Zentralverband der
Angeſtellten) bis Montag, den 19 Januar,
zu beſtellen. (754) Der Vorſtand.

Samstag und Sonniag

Heinrich Katzenbach, Kaſtanien=Allee

Heute Samstag

morgens Wellfleiſch
mit Kraut
wozu freundlichſt einladet
Joſeph Stocker
Reſtauration z. Sonne
Lniſenſtraße 6

Heute Samstag (*1348
Metzelſuppe
wozu einlade
Heymann
Gaſthaus. Zur Maulbeerallee‟
20 %ig. Miſchkaſfee, ½. Pfd. 55 D, empf.
ſccher Nachf., Ludwigéhöhſtraße 1, (B.557

Liebe und
Trompetenblasen
Harzy Liedtze: Lilian Haruey
Im Beiprogramm:
Fox-Lustspiel, 2 Akte (748
Heueste Wochenschau!

Nummer 16

Spielfolge ab Sonntag, den 17., bis
einschließl. Freitag, den 22. Januar
Der sechsaktige Groß-Film:
Hein melel Kapfan
In der Hauptrolle Baby Peggy
(747
Beifilm:
Uas tut man nicht alles nus Liebe
Hauptrolle: Buster Keaton
Groteske in zwei Akten

Am Samstag, den 23. Januar, läuft der Film
Mit der Hapag von Hamburg
nach New Vork und sonstiges‟

Bockshaut
über die Fastnachtszeit
jeden Samstag u. Sonntag (417a
Rolttt!

[ ][  ][ ]

Nummer 16

Samstag, 16. Januar

Die Amerikaanleihe des Montantrufis
Berlin, 15. Januar.
Die Verhandlungen der Dillon Read u. Co.
mit der Rhein=Elbe=Union wegen der Umwandlung
des 6=Millionen=Dollar=Kredits aus dem Vorjahre in eine lang=
friſtige
25=Millionen=Dollar=Anleihe ſtehen nach Meldungen aus
New York nahe vor dem Abſchluß. New York Times
berichten, daß die Anleihe im Zuſammenhang ſteht mit der Ver=
ſchmelzung
der ſieben rheiniſch=weſtfäliſchen Eiſengeſellſchaften.
Die Auflegung der Anleihe ſoll in der nächſten Woche erfolgen.
Sie iſt mit 7 Prozent verzinslich. Die Bonds ſollen
auf die Deutſch=Luxemburger Bergwerksgeſellſchaft, den Bochumer
Verein und die Gelſenkirchener Berawerks=Geſellſchaft lauten.
Die Bonds werden auch in London, Amſterdam, Kopenhagen und
in der Schweiz angeboten. Dieſe Anleihe ſoll die einzige Art der
amerikaniſchen Finanzierung des deutſchen Stahltruſtes ſein. Die
anderen zum Stahltruſt gehörenden Firmen, an denen Dillon
Read u. Co. intereſſiert ſind, ſollen ſpäter beträchtliche Anleihen
in Londen erhalten.
Perlegung des Kohlenkonters nach Mannheim?
Efſen, 15. Januar.
In der geſtrigen Beiratsſitzung des Kohlenkontors, die endgültig
entſcheiden ſollte, ob der zukünftige Sitz von Mülheim (Ruhr) nach
Duisburg oder nach Mannheim kommen ſoll, ſprach ſich eine knappe
Mehrheit, nämlich 18 gegen 16 Stimmen, für die Sitzverlegung des
Kohlenkontors nach Mannheim aus. In vierzehn Tagen ſoll nun
die Angelegenheit vor eine Geſellſchafterverſammlung der Komman=
ditiſten
des Kohlenkontors kommen. Zur endgültigen Entſcheidung iſt
eine Dreiviertelmehrheit notwendig. In der Beirats=
ſitzung
ſprachen ſich die großen Montangruppen, die große Handels=
organiſationen
in Süddeutſchland aufgezogen haben, für Mannheim aus,
ſo die Rhein=Elbe=Union, Thyſſen und Harpen. Für Duisburg waren
der Bergfiskus, Klöckner, Haniel und Rheinſtahl.
Ein Geſetzentwurf zur Unterſachung der
deutſchen Wirtſchaftsgrundlagen.
Aus der Begründung eines Geſetzentwurfes
zur Unterſuchung der deutſchen Wirtſchafts=
grundlagen
berichtet die Tägliche Rundſchau‟: Die erſte
Veranlaſſung zur Aufſtellung des Geſetzentwurfes hat der han=
delspolitiſche
Ausſchuß des Reichstages gelegentlich ſeiner Be=
ratung
der Zolltarif=Novelle gegeben. Auch im wirtſchaftspoli=
tiſchen
Ausſchuß des Reichswirtſchaftsrates iſt ein Plan zu einer
umfaſſenden Wirtſchaftsenquete aufgeſtellt worden. Der Vor=
ſtand
des Vereins für Sozialpolitik und andere Wirtſchaftsorga=
niſationen
ſind gleichſalls vor einiger Zeit an die Reichsregie=
rütng
herangetreten, um ſie zur Durchführung einer grundſätz=
lichen
Unterſuchung der Lebensbedingungen der deutſchen Wirt=
ſchaft
anzuregen. In dem neuen Geſetzentwurf ſoll die Mög=
lichkeit
gegeben werden, ein wirklich zuverläſſiges
Gutachten über die Grundlagen der deutſchen
Geſamtwirtſchaft aufzuſtellen. Dieſes Gutachten
wird zweifellos für die kommende Wirtſchafts=, Steuer= und
Handelspolitik von weittragender Bedeutung ſein. Die Aufſtel=
lung
eines beſonderen Geſetzentwurfes zur Duichführung dieſer
Enquete iſt deswegen notwendig geworden, weil das Geſetz über
den endgültigen Reichswirtſchaftsrat, deſſen Aufgabe ein ſolches
Gutachten eigentlich iſt, noch nicht in Kraft iſt. Der Verein für
Sozialpolitik erwartet, wie er in ſeiner Eingabe an die Reichs=
regierung
ausführt, von dem Gutachten, daß die Kämpfe
zwiſchen Arbeitnehmern und Arbeitgebern über
mannigfache Fragen der Sozial= und Wirtſchaftspolitik gemin=
dert
werden könnten, wenn gewiſſe umſtrittene Tatſachen
auf Grund zuverläſſiger Ermittelungen eindeutig feſtgeſtellt wer=
den
würden. Hierzu gehört insbeſondere der Einfluß der Arbeits=
zeit
auf die produktiven Leiſtungen und der Einfluß der Ent=
lohnungsmethoden
(Akkord, Tarif) auf dieſelben. Aus der Be=
gründung
ſind noch folgende beachtenswerte Punkte hervorzu=
heben
: Die Reichsregierung glaubt, daß auf Grund des Ergeb=
niſſes
der von allen behördlichen Stellen geförderten Unter=
ſuchungen
zuverläſſige Unterlagen" für etwaige geſetzgeberiſche
oder verwaltungsmäßige Maßnahmen beſchafft werden können.
Außerdem dürfte das Material ſich zur Vorbereitung der vom
Völkerbund in Ausſicht genommenen Weltwirtſchafts=
konferenz
eignen. Zu den Aufgaben des Ausſchuſſes ſoll auch
die Unterſuchung des Kartellweſens gehören. Von Eaggenau Vurz.
großer Wichtigkeit ſind die Beſtimmungen des Geſetzentwurfes

ſtellen. Die Verhandlungen des Ausſchuſſes ſollen grund=
ſätzlich
öffentlich geführt werden. Nach Abſchluß
ſeiner Arbeiten kaun der Ausſchuß ſeinen Bericht im Einver=
nehmen
mit der Reichsregierung veröffentlichen.
Zu den Verluſten der Deutſchen Raiffeiſenbank A.=G., Berlin. Die
Deutſche Raiffeiſenbank A.=G. teilt zu den in der Preſſe verbreiteten
Meldungen über die bei ihr entſtandenen Verluſte folgendes mit: Die
Deutſche Naiffeiſenbank A.=G. hat allerdings Verluſte erlitten, die aus
Zahlungsſchwierigkeiten einiger außerhalb des genoſſen=
ſchaftlichen
Geſchäftz liegender Schuldner herrühren.
Dieſe Verluſte können ſich aber auch im Höchſtfalle nur in einem Rahmen
halten, der den Fo tbeſtand der Bank nicht gefährdet. Die glatte Weiter=
arbeit
der Bank iſt vollkommen gewährleiſtet. Eine Inanſpruchnahme
der Genoſſenſchaften kommt unter keinen Umſtänden in Frage. Die
Deutſche Raiffeiſenbank iſt eine A.=G., bei der die Aktionäre für die
Schulden der Geſellſchaft nicht haften.
Nähere Angaben über die Höhe der entſtandenen Verluſte waren von
der Verwaltung nicht zu erhalten. Es wurde vielmehr darauf hinge=
wieſen
, daß durch den eingetretenen Wechſel im Vorſtand zunächſt
eine Ueberſicht über die nicht beizutreibenden Fo derungen nicht möglich
ſei. Der bisherige Generaldirektor, Geh. Juſtizrat Dietrich, trete nicht
nur aus dem Vorſtande der Raiffeiſenbank, ſondern auch aus dem Vor=
ſtande
des Genexalverbandes der deutſchen Raiffeiſengenoſſenſchaſten aus.
Für ihn tritt nen in den Vorſtand der Raiffeiſenbank Reg.=Präf. z. D.
Freiherr v. B.aun ein. Außerdem wurden für die ausſcheidenden Vor=
ſtandsmitglieder
Dr. Seelmann und Direktor Schwarz neu gewählt der
Abgeordnete Petry=Siegmaringen und Direktor Emil Wieglob.
Die Porzellanfabrik Fraureuth unter Geſchäftsaufſicht. Die bekannte
Porzellanfabrik Fraureuth A.=G. hat nach einer Mitteilung der B. 3.
den Antrag auf Geſchäftsaufſicht geſtellt, um Verhand=
lungen
wegen Beſchaffung von Krediten nicht durch Zwangsmaßnahmen
von Gläubigern zu gefährden.
Der Verkauf der Koholtt verfekt. Wie wir erfahren, iſt der Verkauf
der Koholyt=Aktien an die Gruppe Inveresk Paper Cy. in Lon=
don
von den zuſtändigen Verwaltungsorganen beſtätigt worden und da=
mit
zum Abſchluß gelangt. Der Preis für das geſamte Aktienkapital
de: Koholyt A.=G. von 17,6 Millionen beträgt 16 Millionen Mark
und wird bar bezahlt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. Januar.
Nachdem ſchon an der geſtrigen Abendbörſe auf einzelnen Gebieten
eine ſehr feſte Tendenz zum Durchbruch gekommen war, hat der
Verlauf der heutigen Börſe gezeigt, daß die Intereſſenten der letzten
Zeit über ein ſehr ſtartes finanzielles Rückgrat verfügen müſſen, denn
die nicht unbeträchtliche Ware, die ver Medio abzunehmen war, hat
weder auf die Geldverhältniſſe einen Einfluß ausgeübt, noch zu dem

üblichen Liquidationsangebot geführt. Im übrigen hat auf die Tendenz
die Beſtätigung der anerikaniſchen 25 Millionen=Dollaranleihe für den
Ruhrtruſt günſtig eingewirkt und auch die Vorſchüſſe der Golddiskont=
bank
zugunſten der Landwirtſchaft haben ihre Rückwirkung nicht ver=
fehlt
. Daraufhin waren auf ſehr dielen Gebieten heute Aufwärts=
bewegungen
wahrzunehmen von ſolchen Ausmaßen, wie ſie lange
nicht mehr feſtgeſtellt werden konnten. Im Vordergrund des Intereſſes
ſtanden Schiffahrts= und Montanaktien mit Kursbeſſerun=
gen
bis zu 5 bis 6 Prozent. Auch die Elektrowerte, insbeſon=
dere
Schuckert und Siemens u. Halste, waren ſtark favoriſiert und hatten
ähnliche Kursſteigerungen aufzuweiſen. Eigentümlicherweiſe waren aber
A. G. G. und Bergmann etwas vernachläffigt. Von den Banken waren
wieder Reichsbaukanteile und Berliner Handelsgeſellſchaft ſtark an=
ziehend
, Reichsbank erreichten 148. Der Chemiemarkt blieb während
des ganzen Verlaufes ſehr vernachläſſigt. Die erſten Kurſe konnten etwa
um 1 Prozent anziehen, doch blieb dann die fortgeſetzte Hauſſe in allen
anderen Werten auf die Anilinwerte ohne jeden Einfluß. Erſt nach=
börslich
wurden ſie mehr verlangt. Eine ausgeſprochen feſte Hal=
tung
trat auch auf dem Pfandbriefmarkt hervor, indem grö=
ßere
Aufnahmen für ſcheinbar informierte Kreiſe ſtattfanden. Beſonders
ſüddeutſches Publikum trat als Käufer auf. Von den ausländiſchen
Renten waren wieder Ungarn, ferner Türken und auch Mezikaner, von
den letzten 5proz. Silbermexikaner, gefragt und höher. Deutſche An=
Angebot bemerkbar. Auch auf dieſem Markte waren heute wieder an= Kilo für Abladung Februar März. Das Geſchäft in Inlandroggen
ſehnliche Gewinne feſtzuſtellen.
abend weiter große Fortſchritte. Namentlich die mittags
im Kurſe zurückgebliebenen Werte zogen kräftig an. Chemiewerte worin das Angebot bei etwa 2222,50 Rm. für badiſch= und nordpfälzi=
gewannen
? Prozent auf Bereitſtellung der Mittel für die Landwirt= ſche Herkünfte noch ziemlich bedeutend iſt. Prima Sorten erz elten da=
ſchaft
, die in der Hauptſache dem Ankauf von Stickſtoff dienen ſollen.
die Banken waren lebhaft gefragt. Von den Nebenmärkten zeichnete ſich gute Gerſte, die nur knapp angeboten wird, ſind kaum nachgiebiger.
Kurſen aus.
Berliner (ffektenbörſe.
w. Berlin, 15. Januar.
anſcheinend im Zuſammenhang damit bei der Rhein=Elbe=Union nun= teuer ſtellten. Die Nährmittelfahr ten treten kaum als Käufer auf, da
zum Abſchluß gekommen, der Geldſtand unverändert ſehr flüſſig
der Beteiligung erneut in ausgeſprochen feſter Haltung.
Unter, dem Einfluß der zunehmenden Beteiligung ausländiſcher Kreife einer großen Welternte rechnet. Das Geſchäft am Mehlmarkt
verſtärkt ſich dieſe trotz gelegentlicher beträchtlicher Realiſationen der
Spekulation. Wiederum ſtanden Montan= und Schiffahrts=
werte
im Mittelpunkte des Intereſſes. Bei erſteren betrugen die
Kurserhöhungen 1 bis 2 Prozent für Gelſenkirchener, Deutſch= Luxem=
burger
und Bochumer Guß 4 bis 5 Prozent. Bei letzteren gingen ſie
linie bis auf 6 Prozent. Für die Bewegung war maßgebend, daß die
beſonderen Widerſtand in Amerika bald zum Abſchluß kommen dürften.
Auch für Kali, chemiſche Elektrizitäts=, Maſchinenfabrik, Metall= und
fänglich leichte, im Verlauf zumeiſt aber meiſt ausgeglichene Rückſchläge
eingetreten waren, das Kaufintereſſe mit dem Ergebnis 1= bis 2 prozen=
tiger
Kursbeſſerungen, die ſich ſpäter vereinzelt noch bis 3 Prozent, bei
Siemens u. Halske bis 5 Prozent erhöhten. Auch Bankaktien wurden
bei größeren Umſätzen um 1 bis vereinzelt 2 Prozent und Reichsbank=
anteile
5 Prozent in die Höhe geſetzt. Am Rentenmarkt erfuhren die
Anleihen der Länder, namentlich Kriegsanleihen, weitere Kursbeſſerun=
gen
. Vorkriegshypothekenpfandbriefe ſtiegen neuerdings um 15 bis 30
Pfennige und auch Goldpfandbriefe, wurden bei großen Umſätzen erneut
höher bezahlt. Geld unverändert ſehr flüfſig. Tagesgeld 6 bis 8 Pro=
zent
, Monatsgeld 8½½ bis 9½ Prozent.

9.=6. I. Anilinfhr.
Aſck affb. Zellſteff
Augsb.=Mürzb. Maſch.
Lamag=Meguin.
Berl C. W. Vurzu
Beilin Korlsruhe Zud
Braunkohlen=Briketts
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle
Chem Levden..
Chem. Weiler
Teutſch =Atlant. Tel.
Teuticke Maſck inen
Teutſck.. Nied. Tel
Teutſcke Erdil...
Teuticke Petroleum
Tt. Kalirerie
Tonnersmardkütte.
Tynamt Nobel.
Elbert Farben ..
Cleſtr. Lieferung...
& Kriſter.
Eelſenk Eußſtahl
f eleftr. Untern.
Solle Mgichinen
Ran. Maſck.Cgeſt. .

14. 1 115. 1. 12,5 125 Sanſa Lampfſch. 120. S8. F8.855 Semoor Zement 15 71. 72. Eirſch Kupfer .... 30,5 30. böſch Eiſen 57.25 hohenlobe Verke. *= 52.5 En. Kahla Vorzellan 43. 50.5 91. 93.5 Lindes Eismaſch. ... 47. 51.- Lingel Schuhe 25. 83. 85. Linte & Kofmann. 31.75 60. 114.5 2. Loene & Co... 113. 112,75 114.5 C. Loren; 76.5 37. Ndl. Kohle 97.5 103. 39. a1. Nerdd Gumm 8.25 10. Trenſtein. 655 85.5 88. Rothgeber Wag 22.25 73. Rombacker Gütten 14. 1112.- 1121e5 Roſitzer Zucker 63. 50. 52.5 Rütgerswerke. 65. 82.5 F3.75 Sackſenwert . 42. :12. 1145 Sächi Gußſtahl.. 77.5 39.5 Siem n Elas 3. 3.125 Ver Lauſitzer Gigs. 80. 31.75 32.5 Volkitedter Vorzelt. 28. 25.- 25. Weſti. E. Langendreer 113.75 115. Wittener Gußſtahl. 41.- 39.75 101.-
39.75 Wanderer=Werke. 83.

139.
77.5
9125
170. 1112.125
24.5
40 25
118.
77.5
67.5
25 5
15 125
63.
67.5
45
42.75 40.
141 - 84.3
25.-

R.

Deriſenmarkt.

Am ſierdam=B.
Buenos=Aires
Brüſiel=Anttr.
Tslo
Koxenhagen
Stockholm..
Eel ingfors ...
Jtalien ...
London
New=York. .
Pariß. ...
Echreßz.....
Gpinien...

15. 1.
Geld Brie
i53.81 133 03
1.7371 1.741
12 343 1 08
85 49 85.71
a: 3319361
M:2.36 N26*
.s55 11.583

15 1
1.7353 7.740
13.07 19.08
65 54 3579.
197. 57 10: 63
11233 112 69
79 53 17.59 Bclarad
15.97 15.351 15.93. 15.97Konſtantinopel

121.374 27.726/19. 336 0.-438/Liſſabon ..... !
1.795 1.307 4.195 4.205 Dauzig ......!
z5 71 15.751 15.70 15 701
31,63, 31 B31 81.031 H1. 25 Kanada. . . ....
53.33 53 ER 53 f0, 53.541

183.68 153.03 Vien D.=Oſt.abe
Prag
Zudapeſt.
Japan
Nio de Janeiro
zulgarien
iben ......
Uruguay. . . . . .

16. 1.
Geld /B.
53 03 53.19
12.41312 455
5.91
5.331
152:
7.72
223 2.279 2.21 15

15 1.
Geld
59 04 59 13
12.419 12.459
S2k 5.39
1.850 1.8541 1.851 1.835
d.E33 7.635
2315 2 32 2.8i5 2.935
1.ä8 7ül 7.43

2i.3 5 21.37 177.325 21 375
837 33.33) 51.81 87 6
1713 5-733 5.71 57
4.183 4.153 Tjß8 4.198
43 f.35 13i *32

Frankfurter Produktenverkehr.
Frankfürt a. M., 15. Januar.
Im Einklang mit den etwas höheren ausländiſchen Notierungen
wurden trotz geringer Umſatztätigkeit die Preiſe etwas erhöht.
Weizen 25,7526, Roggen 17,5017,75, Sommergerſte für Brauzwecke
22,5025, Hafer (inl.) 18,5021,50, Hafer (ausl.) , Mais 21, Weizen=
mehl
(jüdd. Spezial) 4141,50, Roggenmehl 2626,50, Weizenkleie 11,10
bis 11,30, Roggenkleie 11,3511,50.
Berliner Produktenverkehr.
TU. Berlin, 15. Januar.
Die Erzeuger hatten ſchon am geſtrigen Nachmittag und auch heute
am frühen Morgen höhere Offerten in Uebereinſtimmung mit den merk=
lich
höheren Preiſen aus dem Auslande. Im Zeithandel eröffnete Wei=
zen
und Roggen gegenüber dem amtlichen Vortagsſchluß unverändert.
Für Hafer ſind die Forderungen zu hoch gegangen, Gerſte ruhig. Das
Mehlgeſchäft bleibt klein, Fnttermittel im großen und ganzen ſtill.
Amtliche Notierungen.
Getreide und Oelſaaten je 1000 Kg., ſonſt je 100 Kg.: Weizen, märk.
247253, do. pomm. 247253, Jan. , März 272273, Mai 377,50 bis
279, feſt; Roggen, märk. 145152, pomm. 144151, Jan. , März 174,50
bis 175,50, Mai 186,50188, feſter; Sommergerſte 182209, Winter=
gerſte
und Futtergerſte 150164, ruhig; Hafer, märk. 160171, Jan.
März 189. Mai ruhig; Mais, La Plata Weizenmehl 32,7536,B5,
ruhig, Roggenmehl 22,25- 24,25, ruhig; Weizenkleie 11,2511,50, ſtill,
Roggenkleie 9,7510,25, ſtill, Raps 3,503,55; Leinſaat , ſtill; Viktoria=
erbſen
2634, kleine Erbſen 25, Futtererbſen 252; Peluſchken
1920; Ackerbohnen M21; Wicken 20,5023; Lupinen, blau 1212,50,
do. gelb 1415; Seradella, alt 1319, do. neu ; Rapskuchen 18,75,
Leinkuchen 23,5023,60; Trockenſchnitzel 88,20; Sohaſchrot 20,402,50;
Torfmelgſſe 8,2.8,40; Kartoffelflocken 14,7015,40.

eFfHeueſte.

Von den ſüddeutſchen Waren=
und Produktenmärkten.
Mannheim, 15. Januar.
Am ſüddeutſchen Getreidemarkt entwickelte ſich in der zweiten
Wochenhälfte etwas mehr Geſchäft als bisher. Das Intereſſe erſtreckte
ſich namentlich auf nahe ausländiſche Ware, von der ſich weder auf den
Lagerhäuſern noch in den Schiffsräumen nennenswerte Mengen be=
fnden
; durch das Hochwaſſer war außerdem Zufuhr auf dem Rhein=
ſchiffahrtswege
unterbunden und auf die Verarbeitung von Inlands=
weizen
allein ſind die großen ſüddeutſchen Mühlen bekanntlich nicht ein=
geſtellt
. Die guten mittel= und norddeutſchen Qualitäten Weizen
laſſen außerdem zur Zeit hierher keine Rechnung. So wurden in dieſer
Woche größere Poſten ſächſiſcher Weizen mit ca. 28 Mk. frei Hamburg
und mitteldeutſcher We zen aus der Gegend von Hannover mit etwa
V.50 Rm. Par tät Hannover nach dem Ausland, insbeſondere Holland,
Be

verzeichnen. Dagegen nird berichtet, daß Chile diesmal eine ausgezeich=
leihen
ſchloſſen ſich der Aufwärtsbewegung an. Der Geldmarkt blieb nete Weizenernte beſter Qualität c zielt hat. Es offeriert ſeine Ware
leicht. Auf dem Kaſſamarkt macht ſich allmählich ein knapperes eif kontinentaler Häfen mit 280 sh per Tonne ca. 16,80 Fl. die 100
war hier unbedeutend; ruſſiſcher Roggen 70/71 K.lo wurde bordfrei
Bei fehr lebhaftem Geſchäft machte die Aufwärtsbewegung heute Notterdam mit 1130 Fl. angeboten. In Gerſte war das Geſchäft die
ganze Woche ruhig bei uickgängigen Preiſen für mindere Qualitaten,
gegen 2324 Rm., Fehmarn=Gerſte wurde mit 24 Rm. die 100 Kilo,
Alle anderen Marktgebiete zeigten ähnliche Gewinne, beſonders auch Parität eif Rotterdam, gehandelt. Die Forderungen der Landwirte für
Futtergerſte war bereits mit 1718 Rm. franko Mannheim zu haben;
beſonders der Pfandbriefmarkt durch lebhaftes Geſchäft bei ſteigenden an der Karlsruher Börſe wurde eine Partie Futtergerſte bereits mit
15 Rm. im Verſteigerungswege zugeſchlagen. Hafer hatte ruhiges
Geſchäft zu etwa ſeitherigen Preiſen für gute Ware, wogegen geringere
Qualitäten nachgiebiger wurden. Auch die Auslandsforderungen für
beſſere Sorten ſind feſter geworden. Aus Württemberg lagen hier An=
Da die Gründung des Ruhrmontantruſtes nunmehr geſichert und gebote deu Landwirtſchaft von der rauhen Alb vor, die ſich jedoch zu
mehr auch die langfriſtige Anleihe von 25 Millionen Dollar in Amerika ſie ihren Bedarf offenſichtlich bereits eingedeckt haben. Mais iſt mit
20,2520,50 Rm. waggonfrei Mannheim gehandelt worden. Gelber
und die Medioliquidation vorüber iſt, verkehrte die Börſe bei wachſen= La Plata=Mais, disvonibel, war mit 9,609,65 Fl. tranſito Mannheim
angeboten. Die Stimmung für dieſen Art kel iſt ruhig, da man mit
lag unverändert ruhig; in den Kreiſen der Großmühlen iſt man
jedoch der Anſicht, daß ſich die Mehlpreiſe automatiſch in dem Zeitpunkt.
erhöhen miſſen, wenn die nach ihrer Auffaſſung ohne jede Berechtigung
beſtehende Spannung zwiſchen Inlands= und Auslandsweizen, die in
Mannheim zurzeit ca. 6 Rm. die 100 Kilo, in Württemberg und Bayern
noch mehr beträgt, aufhört. Die Forderungen der ſüddeutſchen Mühlen
von 2 bis 4 Prozent und im Verlaufe bei Nordd. Lloyd und Noland= lauteten zuletzt für die 100 Kilo mit Sack waggonfrei Mannheim:
Weizenmehl, Spezial 0, 41,2541,50 Rm., Weizenbrotmehl 31,25 bis
Verhandlungen für die Freigabe deutſchen Eigentums ohne 31,50 Nm., Noggenmehl, ſſproz., 27 Rm., 60proz. 28,50 Rm., Nachmehl
17. Rm.
Am Futtermittelmarkt hat die kalte Witterung offenſichtlich
Petroleumperte erhielt ſich, trotzdem in einigen wenigen Papieren an= die Konſumenten etwas aus ihrer ſeitherigen Zurückhaltung heraus=
treten
laſſen; von Einzelfällen abgeſehen, beſchränken ſie ſich jedoch
noch immer auf die Deckung des allernotwendigſten Be=
darfes
. Hauptſäcklich gefragt war Leinkuchenmehl bei ungefähr 25
bis 26 Rm. die 100 Kilo ab Rheinſtationen; für Trockenſchmitzl wurden.
10.,5011 Rm. ab füddeutſcher Fabrik verlangt, wogegen zweithändig
ſür ſofort abzunehmende Partien unter dieſem Preiſe anzukommen war.
Viertreber argentiniſcher und engliſcher Herkunft wurden mit 18,50 Rm.
mit Scck franko Mannheim, aus Württemberg mit 1717.50 Rm. Sonſt
verlangte man für die 100 Kilo Erdnußkuchen 22,5023 Rm. franko
Mannheim, Palmkuchen 14, Rapskuchen 15,5016 Rm., Torfmelaſſe=
futter
9 Rm., Haferſchalenmelaſſe 10,50 Rm., Malzkeime mit Sack 15
Rm., Weizerfuttermehl 122513,50 Rm. je nach Fabrikat, Kleie 1112
Rm., je nach Fabrikat. Rauhfutter hatte wenig Geſchäft. Die Preiſe
bewegen ſich zwiſchen 4 bis 4,50 Rm. per Zentner ab Verladeſtation.
Franzöſiſches Heu war mit 33,25 Rm. der Zentner, unverzollt, an=
geboten
.
Nachdem die Tabakpflanzer der Südpfalz in den letzten Tagen
beſchloſſen haben, angeſichts der gebotenen Preiſe jeden Verkauf von
Tabak einzuſtellen und die Tabakb ſtände durch eine beſondere Kom=
miſſion
zum Verkauf zu bringen, iſt in dieſer Woche der Einkauf.
im allgemeinen ſehr lebhaft geworden, ſo daß drei Viertel der Ernte
von den Pflanzern an den Handel übergegangen ſein fürften. In der
Rheinpfalz wurden 2025 Rm., im Neckartal 2326 Rm. und im badi=
ſchen
Oberland 2528 Rm. pro Zentner angelegt. Es ſcheint, daß aus=
länd’ſche
Firmen man ſpricht von holländiſchen Firmen Kapital
zu deſen Käufen hergegeben haben, da ja die Einkaufspreiſe der diverſen
Tabake faſt unter Friedenspreiſen ſich bewegen.
Deutſch=amerikaniſcher Wirtſchaftsverkehr. Aus Frankfurt wird uns
geſchrieben: Der Board of Trade for German=American
Commerce, Inc. New York, der, wie gemeldet, ſeit Beginn des
laufenden Jahres eine deutſche Vertretung in Frankfurt
a. M. unterhält, iſt keine Handelskammer im üblichen Sinne, ſondern
die maßgebende Spitzenvertretung aller am Wirtſchaftsleben Mittel=
europas
intereſſierten Wirtſchaftskreiſe der Vereinigten Staaten. Eben=
ſowenig
handelt es ſich um eine bloße Repräſentation derſelben, ſondern
um eine rein geſchäftlich auf breiter G.undlage arbeitende Sammel=
ſtelle
für den deutſch=amerikaniſchen Wirtſchafts=
verkehr
. Bereits vor dem Kriege beſtehend und während des Krieges
ſuspendiert, hat ſich die Organiſation, hinter welcher die führenden
Bank=, Handels= und Induſtrieunternehmen der Vereinigten Staaten
ſtehen, mit dem wachſenden Intereſſe am deutſchen Markt nach dem
Kriege auf erweiterter Baſis neu konſtituiert, um nunmehr erſtmalig
eine eigene Vertretung in Deutſchland ſelbſt zu errichten. Zweck des
Deutſchen Bureaus iſt es, den gegenſeitigen Geſchäfts= und Kreditverkehr
auch in Deutſchland an einer einzigen überſichtlichen Stelle möglichſt zu
konzentrieren und auf dieſe Weiſe ein direkte und ſchnellſte wirtſchaft=
liche
Zuſammenarbeit der beiden Länder in die Wege zu leiten.
Phönix A.=G., Düſſeldorf. Die G.=V. genehmigte den bekannten
Abſchluß per 30. 6. der den dividendenloſen Vortrag des Rein=
gew
nns auf neue Rechnung vorſieht; ein Aktionär mit 11 Stimmen gab
Proteſt zu Protokoll. Es wurde eine Vereinbarung mit der hollän=
diſchen
Phönix Truſt Mj. mitgeteilt, derzufolge das im Beſitz dieſer
Geſellſchaft befindliche Paket Phönixaktien vom freien Markt fern=
gehalten
und ſir den evtl. Rückkauf reſerviert werden ſoll. General=
direktor
Dr. Fahrenhorſt ſagte u. a., daß die rationelle Organi=
ſation
der Produktion und des Abſatzmarktes der wirtſchaftlichen Ent=
wicklung
der nächſten Jahre ſeinen Stempel aufdrücken werde. Die Ge=
ſellſchaft
habe bereits 23 Millionen für techniſche Verbeſſerungen auf=
gewendet
. Die Zahl der Arbeitsträfte ſei von 46 000 auf 38 000 zurück=
gegangen
. Bei der Durchführung des am Tage zuvor in Eſſen ge=
gründeten
Montantruſtes hoffe man auf eine erträgliche Behandlung
der Steuerfragen ſeitens Reich und Gemeinden, da doch die wirtſchaft=
liche
Not zu dieſer Fuſion dränge.
Die Dividenden im Frankfurter Metallkonzern betragen vorausſicht=
lich
für Metallbank und Scheideanſtalt je 7 Prozent, für die Metall= Ge=
ſellſchaft
8½ Prozent.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 15. Januar.
Weizen: Der Markt begann in ſchwächerer Haltung auf
Liquidationen und langſame Nachfrage für Lokoware ſeitens des Aus=
landes
. Ferner lagen aus Liverpool ermäßigte Preiſe vor. Die Termine
ſchließen mit kle nen Abſchwächungen.
Mais: Auf Liquidationen und kleine heimiſche Nachfrage für Loko=
ware
verlief der Markt in abgeſchwächter Haltung. Die Termine gaben
12 Pkt. nach.
Hafer: Der Markt verlief in abgeſchwächter Haltung infolge der Ab=
ſchwächung
am Weizen= und Masmarkt.
Baumwolle: Der heutige Markt verkehrte in ſehr jeſter Hale
tung auf das Bekanntwerden des ginſtigen Woch=nberichtes. Vor
allem ſind es die nahen Termine, die über 30 Pkt. gewannen.
Kaffee: Die ſtetige Haltung machte anfangs weitere Fortſchritte.
Beſonders waren nahe Lieferungsmongte begehrt. Am Schluſſe trat eine
Abſchwächung auf Reglkigtionen ein.

[ ][  ][ ]

Nummer 16

Samstag, den 16. Januar 1926

Seite 13

r. Bränzfärter Karsöetiche bout Le. Bandar Lesb.

.......! 0.25 0.2851
0.33

Europäiſche Staatöyapieer 14. 1. 15 1.
a) Deutſche
5% Reichsanleihe .. .... . 0.236/ 1.24
....
3½%
Dollar=Gld=Anleihe v. 1935
groß e Stücke
Dollar=Gld=Anl. per 1932
große Stücke
Dollar=Schatzanweifungen
98.45
Dtſch. Schtzanw. KIu. IIv. 23
Klu. IIv. 24

4½% IV. u. V. Schatzanw. 0.185
4½% VI.lK.
4½ D. Schutzgb. v. 08-11 u.13/ 4.5
v.14/ 4.5

Sparprämienanleihe ...."
Zwangsanleihe .. . . . . . . . .
4% Preuß. Konſols ......!

3½

4 % Bad. Anl. alte ......"
........
81,%
v. 1896 ..
4½ Bahern=Anleihe .....

31
8
8-16% Heſſen R. XXXv1
untilg. b. 28 ....."
49 Heſſen unk. 1924.. ....
4% alte .........."
3½%0 ........."
...........
3
4% Württemberger alte
b) Ausländiſche
6% BosnienL.=E.=B.v. 1914
5% L.=Inveſt.=Anl. 1914
4½% v. 1898 ......
4½% b. 1902 ........
49 ..."

0.115

0.131
0.24

1.252

0.195 0.23

30.5

1.6

5% Bulgar. Tabat 1902
4½% Oſt. Staatsrente 1913
ab 1918 ...."
4½% Oſt. Schatzanweiſ,ſtfr.
v. 1914
.
4% Oſt. Goldrente ....."
4Ü=% Silberrente. . . ..
4½ einh. Rente (konv.

8% Portugtel./Spez.)S. II.

680 Rum. am Rente v. 03
4½½ Goldr v. 13 ..."
4½ am. , konp.. . . .
am. v 05 ..
4½

6.1

5.05
1.05

1.7
1.6

17=
13.75
z.5
6.2)
1.90
5.05
1.02

14. 1.
D Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23 .. . . .! 9.9
6% Heidelberger Holzwertanl.
von 23
6%H. Braunk.=Rog.=Anl.v. 23
5% H. Roggenanleihe v 1923 5.25
6% Mannh. Stadt= Kohlen=
wertanl
. v. 1923
9.61
%0 Offenbach (M.) Holzwert=
anl
. v. 1923
14.9
5%0 Pfälzer Hyp. Bank Gold=
Pfdbr v. 24..
5%0 Preuß. Kaliwert=Anleihel 3.7
% Preuß. Roggenwert=Anl.
5% Rhein. Hypoth. Bk. Gold=
Pfdbr. v. 24..
1.7
%o Sächl. Braunk.=Anl. v. 23,
Ser. I u. II.

2.1
20 Sächſiſche Roggenwertan=
leihe
von 23
Südd. Feſtwverthl. Golbobl 1.6

15. 1
19.1
14.75
5.25
9.61

33

1.7
2.175

Vorkriegs=Hypothekenbank
Pfandbriefe
Bay. Vereinsban: München=
Bah. Handelsbank München
Bay. Hyp. u. Wechſelbank.
Frankfurter Hypothef.=Bk.
Frankfurter Pfandbrief=Bk.
Hamb. Hypothek.=Ban . .. ."
Meininger Hyp.=Bank .. .."
Pfälziſche Hyp.=Ban . . . . ."
Preuß Pfandbrief=Bk. ...
Rhein. Hypothk.=Bank
Sidd. Bodenkredit=Anſtalt
Württemberg. Hypoth.=Bank
Staatl oder provinz ia!
garantiert
Heſſiſche Landes=Hyy.=Bank
Landeskreditanſtalt Caſſel.
Naſſaniſche Landesbank.

14. 1.

6.8
6.35
7.07.
7.85
6.9
5.23
6.05
6.34
5.5

4.5
4.50

15. 1.

6.55
7.275)
7.05
5.50
6.05
5.75
6. 425
5.70
6.15

4.62
4.5

Obligationen von
Transportanſtalten.

4% Eliſabethbahn, ſtfr. . . .
4½ Ga Carl Ludw.=Bahn .. 1.25
5% Oſt. Südb (Lomb.) ſtfr.
2,6% Alte Oſt. Südh. ( Lomb.)
2.6% Neue Oſt Südb. (Lomb.)
4% Oſt. Staatsb. v. 1883
3% Oſt Staatss 1.b.8.Em..
3% Oſt. Staatsb. 9 Em.
3%0 Oſt Staatsb v 1885 .../ 15.52
3% Oſt. Staatsb. Erg. Netz .. 15.8
4½ Rudolfb u. Silber ſtfr. . .
4½ Rudolfbr Salzkammerg.) 1.3
4½% Anatolier Serie l....."
4½% Anatolier Serie II..
4½% Anatolier Serie III ...
3% Salonique Monaſtir. . . .
5% Tehuantepec ......."
4½½ Tehuantepee ... . . ..

40 Tür.
49
48
49

(Admin.) v. 1903
(Bagdad) Ser. I
(Bagdad) Ser. III
v 1911 Zollan!

6.7
8.175

D Ung. Staatsr. v. 1913/ 10.5
Staatst. v. 14 15.25

Goldrente 12.6
Staatsr. v. 10 0.775
Pronenrente
(Eiſern Tor/Gl.

3.30
10
15.3
13
12.2
0.80

33.75

Außereuropäiſche.
52 Mexik amor innere . 22
22.5
5% konſ äuß.v.99 42.5 427
Gold v 04 ſtfr. 26.25 26e
8% kon) inner.
17.75 15
4½% Frrigationsanl
5% Tamaulipas Serie I.
Nach Sachwert verzinslichel
Schuldverſchreibungen.
Mit Zinäberechnung.
6% Dollar Goldan!.v. 19321
große Stücke
6% Dol=ar Goldanl v. 1935
große Stücke 90.25 90.25
8% Frlitr. Hyp.=Bi. Gold=
pfandbrie
R.1/85 85
8½ Frkrft. Hyp.=Bf. Gold=
pfandbrie
: Em 3
5% Frkitr. Hyp.=B1. Gold=
pfandbrief
Em 2
5% Neckar A.=G. Stuttgart
Goldanleihe von 1923
8 % Pfälzer Hyp.=Bk.= Gold=
pfandbrief
von 24
83.5
8% Rhein, Hyp. Bk. Gold=
vandbrief
von 24 .. 84 84
5% Rhein=Ma’n=Donau=
Gold=Anleihe von 23.. 63 62.5
Ohne Zinsberechnung
2Baden=Baden=Holzwert
Anleihe von 23 ....
5 % Badenw. Kohlnwranl. 23/ 10.1 10.52
5% Frkftr. Pfandbrieſ=Bk.
Goldob Em."
1.85 1.70

Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſt. . O
Badiſche Bank
Bank . Brauinduſtrie..
Barmer Bankverein
Bay. Hyp.= u. Wechſelb. e
Berl Handelsgeſellſchaft e 1. 1
Kommerz= u Privatbanf . O
Darmſtädter u. Nationalbk.o
Deutſche Ban!
O
Deutſche Ef u. Wechſelbk..0
Deutſche Hyp.=Bk. Mein.
Deutſche Vereinsban . . . . O
Disconto=Geſellſchaft .. . . .0 1. 1
Dresdener Bank .. . . . . . . . O
Frankfurter Bank .. . . . . . .0 1 1.
Frkf. Hyv.=Bank.... ...."
Franff Pfandbrief=Bk.
Gotha Grund kredit=Ban:
Metallbank
....!
Mitteldeutſch. Creditbank ..0 1. 1
Oſterr Creditanſtalt . . . . . .."
Pfälz. Hypoth.=Bank ....."
Reichsbank=Ant. . . . . . . . . 6
Rhein Creditbank . . . . . . . . O
Rhein Hypothekenbank .. . 1. 1.
Südd. Disconto=Geſellſch. O
Wiener Banfverein",
Bergwerks=Aktien.
Berzelius
Bochumer Bergbau. . .. . .0
Buderus
.O
Dt. Luremburger .. . . . . . .0
Eſchweiler Bergwerks=Akt..
Gelſenkirchen Bergw.
Harpener Bergbau ..
...
Fſe Bergbau Stamm. . . . . O
IeBergbau Genußſcheine o 1. 1.
Kaliwerke Aſchersleben . . .O
Kailiwerke Salzbetfurt
Kaliwerke Weſteregeln
Klöcknerw ab. Lthr.=Hüttele
Mannesmann Röhren
Man2fe. der

Oberbedarf
0
Oberſchle Eiſen(Ca=
O
Otavt Minen u. Eb
Bhönix Bergbau
Rhein, Braunk. u.
Rhein Stahlwerle
Rombacher Hütte
Stinnes Riebeck Montan
Tellus Bgb.= u. Hütten-Akt.6
Ber. Laurahütte.
Altien induſtrieller
Unternehmungen.
Brauereien.
Eichbaum (Mannh. . ..
Henninger Lemp=Stem . . . 6
Löwenhräu München .. . . .0
Mainzer Aktienbrauerei .. .O
Schöfferhof ;Binding)".
O
Schwarz=Storchen.
0
Werger

Akkumulat. Berlin. . . . . .
Adler & Oppenheimer .. .."
Ad erwerte (v Klegen
A. E. G. Stamm.
5
1%0 A.E. G Vorzu/ Lit. 4
5% A.E. G. Vorzug Lit. B
Amme Gieſecke & Konegen.O
Anglo=Continantal=Guano.
Anilin=B.n.=Treptow".
Aſchaffenburger Zeulſtoff ..0
Badenia (Weinheim)
Bad. Anilin= u. Sodafabr. 6
Bad. Maſchſ Durlach O
Bad. Uhrenfabr. Furtwang.O
Bamag=Meguin Berlin O

Geſch.=
Jahr Tag

*S Divid. 14.1. 15.1. Geſch.
Jahr 2
Re
S! 1. 40
3331.
20
./ 16
40 8% 82 82.5 Baſt Nürnberg ....."
A 1. 10 ./60 1. 34.5 34.5 Bayriſch Spiegel .. . . . . . ." 1. 1. 60 1. 4 86.5 87 Beck & Henkel (Caſſell ....O 1. 4. 1. 1 18.5 0
Bergmann El Werke
87
Bing Metallwerke . . . . . . ..6 1. 1. 1. 1. 10% 1. 1. 200
/60
100
50
100
150
80 RM 10 133.75 142.25 Bremen=Beſigh=Olfabr . . . O 1. 1 / 340 1. 1 200 100 Cementwert Heidelberg ..O 1. 1. 300 1. 1 100 10% 11.5 13.5 Tementwert Karlſtadt .. ..O 1. 1. 1. 1 10% 112.5 11a.25 / Cementwerk Lothr. (K tri8. 10 1. 1 1.1 8% 7a a.5 Chem Werke Albert .. ..O 1. 1. 1.1 3. n5 Chem. Brockh. .Nd. We luf. . O 1. 1. 1. 1 60 0
Chem. Griesheim=Ele ktron O 1. 1. 108 1 10.75 Chem Fabrik Milch.. .. . . 9 11 11. 1. 1 08 129.2. 1 Chem. Weiler=ter=mer .. . . O 1. 1 2 61 62 Daimler Motoren .. . . . . . . O 1. 1 268 1. 1 120
100
831,
160
20 65 67 Deutſch Eiſenhandel Berl. 1. 1. 80 1. 1 70 Deutſche Erdöl.
O 1. 1 400 1. 1 D. Gld.= u. Silberſcheid eanſt.6 1. 10 1. 10
83 34
Dingler, Zweibrücken 6 1 4 95
95.5 Dresdener Schnellpreiſen .O 1. 6 1. 1 100
40
100
100 Zio 67 6 Dürrkopp (Stamm) . . . . . O 1. 10. 150 1. 1. 0% 68.5 6:75 Dürrwerke Ratingen . . . .." 1. 1. 20 1. 1 500 10% 1 42.75 48 Dnckerhoft & Widm.é tamme 1. 1 1 1 8% 1.25 81.5 Eiſenwerl Kaiſerslaut ern O 1. 4. O 65 Eiſenwerf L. Meher, n ...O 1. 1 1 1 8 85 Elberfeld. Farbw.v.B aher O 1. 1 1. 1. Kr8.00 lo 4: Eleftr Lieferungs=Gef. .. .O 1. 1 30 Elettr. Licht= u. Kraft ....." 1. 10 60 Elſäſſ. Bad.=Wolle ......." 1. 1. 100 1. 1
1. 10.
1. 1.
1. 10.
1 7
1 10.
1. 1
1. 1. 100
7. 21 75
34.75
77.5
124.5
84
10..2:
91 Emag Frankfurt a. M. .. .4
Email, EStanzw Ullrich .. C 1. 1.
1.* 6
160 20
70.
800
700
1c00
200
200
140
160
1. 1./ 150
1. 7./ 600
1. 7./ 600 33.5
72.5
123.75
78
102.5
69
108
124 Enzinger Werke. . . . . . . . . &
Eßlinger Maſchinen .. . . . . O
Ettlinger Spinnerei.
Faber Joh. Bleiſtift.
Faber & Schreicher ......."
Fahr Gebr Pirmaſens ..O
Felten EGuilleaume, Carls.O 1. 4
1. 1.
1. 1.
1. 1.
1. 1.
1. 1
1. 1 100
100
140
80
100
300 0.75 7
128
8.75
141.
7 * (Jetter .... el 1. 1. 120 5%
Frankf. M.e/ 1/7./ 80
has ..... . . . .O 1 1./ 50 1 1
1. 1 1. 1./ 50
1. 10
1. 10./ 120
1. 4. Frantfurter He 607
64 Frif. M Pokor
66
Fuchs Waggor
69.25 51.
Ganz Ludw.
41.75 32.75 Geiling & Cie
40 39.75 Germania Line nn &9
Stam
Mainz
eum 11
1. 7.
1 7.
1. 4
1. 1.
1 7. s00
300
590
(
Gellenkirchen Gußſtal
1.73 Goldſchm dt. Th
32 Gotha Waggon ......"
59.75 Greffenius Maſch. S 1:..
....O
...4
amme 1. 8
1. 1.
17.
1. 1. 200
400
37.50
83.33. 1

2 . 15
Gritzner. Maſchfbr. D
Grün & Bilfinger
0
Hafenmühle Fran fi. (2
2:75 Hammerſen (Osnabrü arlach&
6
7.4
c 1. 1.
1. 1.
1. 7.
1 1. Hanfwerke Füſſen . . . . . . .O 1. 1. 200 Hartm. & Braun, Frankf. . .O 1. 1. 200 Heyligenſtgedt. Gießen . ..O 1. 50 Hilvert, Armaturenfbr. . .* 1. 1 80 1. 10 Aa Hindrichs=Auffermann .. . . 1 4 120 20RM 54 A Hirſch Kupfer & Meſſ. 1. 1. 150 1. 10. 10% 11: 8 16 119.5 1. 9./ 600
1101 10 3331,
1 1:/1006 8%o Höchſter Far
1 1.
1. 1
1 1 1. 10. 250 S 159.5 163.5 Holzvert. Induſtr. 1. 4. 1 10.
(1 10. 300
200 12RM
10 8..5
88 85.5 1
88 Hydrometer Breslau ..
Inag 1. 1
1. 1.
1. 7 8
20
140 Junghans Stamm . . . . . O 1. 1 500 5% Fammgarnſp. Katſerslauterne 1 1. 120 1. 250 Karlsruher Maſchinen . . . . O 1. 1. 50 11 11 40 32.25 34 Karſtadi R.
...O 1. 2 40 1 10 100 927. 93 Krein, Schanzlin & Becker 6 1. 7. 80 1 10 0 20.5 20.5 Knorr, Heilbronn
.. . .O 1. 4 50 1. 10 75 59.75 59.75 Konſervenfabrit Braun . . . O 1. 5. 15 1 50 62 62 Krauß & Co., Lokom. . . . . . O 1. 1. 50 100 Lahmeyer & Co. 1. 7 15 200 114.75 Lech Augsburg I. 1 250 1. 1. 300 68 E8 58.5 Lederw Rothe 1. 1 500 1. 1. 16 Leverwerte Spicharz 50 1. 1. 200 8%o 114 114 Lingel
Frfurt. . . . O 1. 20 7. 200 13 120 döhnberger Mühlc ..
..9 1 1 166 7. 400 16.5 16.5 Ludwigsg
Walzmühle ... 1. 500 1. 7. 100 23.5 29.5 Lüdenſcheid Metallw . . . O 1. 5. 60

Divid.

2.40R7

83
123
6%

8%
5%

1 RM
0%
68
6%

228

1i

103,
8%
1 RM
1.RM
5%

6%
0%

108,

66

14.1. 15. 1. 1.5 13. 10.80 10.80 6. 4.3. 15 16.10 ../15.75 16.25 16.10 16.10 1.25 1.25 1.55 7.6 12.5 12.5 18.4 18.5 9.25 14.1. 15. 1. 6: 61 41 28 z. 74.25 39.75 4) 26 26.5 66 67.25 85 86 73.9 73 34.5 36 113.75 114.75 31 113.75 115 30 34.5 33.75 37 86.25 90 87 87 5.5 * 71 39 36 36.5 29.75 30.5 14.25 14 10 113.75 1.15 76 29 96 97 0.15 0.155 22.5 32 200 200 62 65 48.25 46.5 105 48 23 23 75 78 70 n0 30.5 30 0.20 0.15
R. 108 102.5 24. 2 1.25 60 62.5 28.25 27.5 6o 60 88.5 90 81 19 50 50 81.5 83 48 54 54 18 17 19.5 19.5 27.5 77.5 43.5 45.5 113.75 115 50.75 54.25 50 51 34 35 0.35 0.35 62 64 64 64 30 31.75 97.5 10).25 28
25.25 48 49 40 73.25 74 25.5 20 20 24
24 44 44 31 30

Luther, M.= u Mühlenbau
Luxſche Induſtrie
Mainkraftwerke Höchſt...."
Metallgeſ Frankfurt ....."
Meyer Dr. Paul
Miag. Mühlenb. Frkf. a. M.
Moenus Stamm
Motorenfabrik Deutz
Motorenfabr Oberurſel
Neckarſulmer Fahrzeugw.
Neckarwerke Eßl Stamm
Oieawerke, Frankfurt a. M.
Peters Union Frankf. a. M.
Pfälz. Näh Kayſer .....
Philipps A.=G. .. . . .
Porzellan Weſſel...
Prometheus Frkf. M. ....."
Reiniger, Gebbert & Schall
Rhein Elektr Stamm
Rhein Metall=Vorzüge ...
Rhenania Aachen".
Rückforth Stettin
Rütgerswerke
Schleußner (Frankf. a.M.).
Schneider & Hanau
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1. 10.
1. 1.
1. 1.
1 1.
1 1.
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1 10
1 10
1. 1.
1. 1.
1. 8.
1 1.

1. 7.
1. 1
1 1.
1. 1.
1. 1.
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1. 11.
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1. 1.
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1
1.1
1. 2
1. 7.
1. 1
10.
1. 10.
1. 10.
1. 9.
1 10.
1. 9.

1. 1.
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1. 1.
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1. 5
1. 7.
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15. 2.

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100
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60
10
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60
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50
40
40
40
40
40
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40

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40
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120
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1.1
1.6.

20
80
10
60
20
16.

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[ ][  ][ ]

Seite 14

Nummer 16

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Sterbefälle. Am 4. Jan.: Georg Koch, Tapeziermeiſter, 62 J.,
Hochſtr. 30. Am 3.: Eliſabeth Ungeheuer geb. Neff, 61 J., Bleich=
ſtraße
45. Am 4.: Oskar Wahrheit, Kaufmann, 28 J., Müllerſtr. 23;
Valentin Karl Sachs, Buchdruckereibeſitzer, 77 J., Karlſtr. 105; Georg
Wilhelm Lang, Fnanzrat i. R., 66 J., Kiesſtr. 125; Chriſtian Fr.
Biermann, Händler, 74 J., Mornewegſtr. 23; Gerhard Zeibig,
24 J., von Reinheim, hier Stadtkrankenhaus. Am 5.: Chriſtian Fr.
Kraft, Lehrer, 53 J., Am Erlenberg 16: Emilie Bindernagel,
80 J., Heinrichſtr. 148. Am 6.: Chriſtine Rexroth geb. Göckel, 78 J
Große Ochſengaſſe 16; Chriſtoph Otto Cramer, Privatmann, 84 J.,
Rheinſtr. 63. Am 7.: Henrich Franz, Rechnungsrat, 37 J., Guten=
bergſtr
. 27; Crescentia Fiſcher geb. Götz, 52 J., Ludwigshöhſtr. 34;
Edmund Rudolf Schnellbacher, 10 T., Pankratiusſtr. 61. Am 6.:
Johannes Herrling, Zigarrenarb., 59 J., Seeheim, hier Stadtkran=
kenhaus
. Am 7.: Maria Katharina Armsheimer geb. Becker, 67 J.,
Viktoriaſtr. 79; Kathar, Jäger geb. Gerhard, 44 J., Eſchollbrücken,
hier Stadtkrankenhaus.

Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
2. Sonntag nach Epiphanigs, den 17. Januar 1926.
Stadtkirche: Samstag, den 16. Jan abends 8½Ur: Andacht.
Sonntag, den 17. Jan., vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Vogel. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lauten=
ſchläger
.
Die Stadtkirche iſt von vorm. 9 bis nachm. 3 Uhr zu ſtiller An=
dacht
geöffnet.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Lauten=
ſchläger
. Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Um
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. Abends 5 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Weinberger. Um 11½ Uhr: Kinderyottesdienſt. Pfarrer Zimmer=
mann
. Dienstaa, den 19. Jan., abends ½6 Uhr im Konf=Saal
(Schloß): Vorſtandsſitzung des Frauenvereins.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17), Sonntag, den 17. Jan., abends 8 Uhr:
Frauenverein der Lukasgemeinde. Vortrag von Fran Pfr. Strauch
aus Gießen über: Luthers Auslegung des Vaterunſers, unter Mit=
wirkung
des Kirchengeſangvereins der Stadtlir he Eintritt frei Gäſte
willkommen. Mittwoch, den 20. Jan., abends 6 Uhr: Bibelſtunde:
Die Kämpfe des Apoſtels Paulus mit ſeinen Gegnern (1. Kor, 3
und Galaterbrief). Pfarrer Zimmermann.
Martinskirche: Vormittags 10 Uhr; Hauptgottesdienſt Pfarrer
Beringer. Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk.
Pfarrer D. Waitz. Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarr=
aſiſtent
Weinberger. Mittwoch, den 20. Jan", abends 8 Uhr, im
Martinsſtift: Bibelſtunde (über Pſalm 103). Pfarraſſiſtent Müller.
Fohanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Mittwoch, den
20. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfr Marx
Zeſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Schäfer. Um 11½ Uhr: Kindergoites=
dienſt
Pfarraſſiſtent Schäfer. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt.
Pfarrer Zimmermann. Mittwoch, den 20. Jan., abends 8 Uhr:
Bibelſtunde im Gemeindehaus Pfarraſſiſtent Schäfer.

Samstag, den 16. Januar 1926

Panluskirche: Vorm 10 Uhr: Haupigottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Umn 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert. Mittwoch
den 20. Januar, abends 8 Uhr: Teeabend des Frauenvereins mit Vor=
trag
von Bankdirektor Weiler über Sparſamkeit in ihrer Bedeutung
für das deutſ he Haus.
Stiftskirche: Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel
Un 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Donnerstag, den 21. Jan.,
abends 8 Uhr: Betſtunde.
Evangel. Kirche in Eberſtadt: Vorm 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarrer Paul. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt Nachm.
5 Uhr: Bibelſtunde. Mittwoch, den 20. Januar, abends 8 Uhr:
Frauenabend bei den evang. Schweſtern mit Andacht.
Evang. Gemeinde Traiſa: Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. ½1 Uhr: Kindergottes=
dient
der Kleinen. Montag: E. J. G. Singabend Mittwoch:
Bibelſtunde Donnerstag: E. J. G Jungengruppe (Schule). Der
Mädchenabend der E J. G. fällt aus.
Kirche zu Nieder=Ramſtadt: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Dienstag: Kirchenchor Mittſpoch: Jungmädchenverein Donners=
tag
: Frauenverein Freitag: Lichtbildervortrag von Pfr. Schäfer=
Wiesbaden (Sudan=Pionier=Miſſion) über: Eine Winterreiſe durch
Aegypten.
Evang. Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebetsſtunde. Um 11½ Uhr: Kindergotresdienſt. Nachm. 3½ Uhr:
Bibe’ſtunde. Prediger Maute. Abends 8½ Uhr: Evangeliſation
Köhler). Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde ( Krieger=
dankbund
). Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben und
Mädchen. Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde Prediger
Neuber. Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde und
Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule Beſſungen. Prediger Maute.
Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor,
Vom 17 24. Januar: Evangeliſation in Griesheim (Kirche). Pre=
diger
Semmel (4 Uhr: Bibelſtunde, 8 Uhr: Vortrag
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2½ Uhr:
Bibel eſprechſtunde für Jünglinge. Um 4¾ Uhr: Bibelbeſprech=
ſtunde
für Jungfrauen. Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für
Jünglinge und Gebetsſtunde für Jungfrauen. Mittwoch, abends
8 Uhr: Freundeskreis für Jünglinge. Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für Jünglinge. Freitag, abends 8½ Uhr: Freundes=
kreis
für junge Mädchen. Um 8 Uhr: Turnſtunde für Jünglinge
in der Turnhaile der Realſchule.
Ehriſtlicher Verein Junger Männer Darmſtadt, e. V., Alexander=
ſtr
22 (Infanterie=Kaſ., Hof links): Sonntag, den 17 Jan., vorm.
9 Uhr: Morgenwa he. Nachm. 3 Uhr: Gemütlihes Beiſammen=
ſein
. Abends 8 Uhr: Sadhu Sundar Singh, Vortrag von Herrn
Gengenbach. Montag, den 18 Jan", abends 8½ Uhr: Klampfen
und Laufen Dienstag, den 19. Jan abends 8½ Uhr: Bibelſtunde
(Luk 19, 2440 Mittwoch, den 20 Jan, abends 8½ Uhr: Jugend=
bibelſtunde
, Fahrtenlieder, Singübung Donnerstag, den 21. Jan.,
abends 8½ Uhr: Miſionsſtunde für Familien (Miſſionar Rottmann)
Freitag, den 22 Jan., abends 810 Uhr: Turnen. Samstag,
den 23. Jan nachm 35 Uhr: Jungſcharſtunden, 5 7 Uhr: Vio=
inſpielen
, Hauzorcheſter Das Heim iſt täglich geöffnet ab 7½ Uhr,
Samstags bis 7 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr.
Möttlinger Freunde=Kreis: Jeden Montag, abends 8½ Uhr, im
Feierabendſaal (Ecke Stiftſtr. und Meßplatz): Bibelſtunde,
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtraße 26, I.):
Sonntag, vorm. 9 Uhr: Morgenwache Nachm. 5 Uhr: Lichtbilder=
vortrag
für Jugendli he; abends 8 Uhr: für Erwachſene. Montag,

abends 81z Uhr: Gebetsgemeinſchaft. Dienstag, abds. 1719 Uhr=
Turnen in der Turnhalle der Müllerſchule; von 8½10 Uhr: Poſaunen=
chor
. Mittwoch, nachm. 57 Uhr: Jungſchar: Geſang, Spielen, Vor=
leſen
, Andacht; abends 8½ Uhr: Jugend=Bibelſtunde. Donnerstag,
abends 810 Uhr: Männerchor; um 8½ Uhr: Familien=Bibelſtunde.
Freitag, abends 8½ Uhr: Leiter= und Helferverſammlung,
Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Katholiſcher Gottesdienſt.
Sonntag, den 17. Januar 1926.
St. Martinskapelle und Liebfrauenkirche.
Samstags und vor Feiertagen, nachm, von 57 und 88½ Uhr;
Beichtgelegenheit in der Martinskapelle.
Sonn= und Feiertags, vorm. 6½ Uhr: Beihtgelegenheit in der
Martinkapelle. Um 7 Uhr: Heil. Meſſe ebenda. Um 8 Uhr:
Heil. Meſſe mit Predigt ebenda. Um 9½ Uhr: Hochamt mit Pre=
digt
in Liebfrauen. Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre in der Martins=
kapelle
. Um 2½ Uhr: Andacht ebenda.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 10. Jan.;
vorm. 11¼ Uhr: Sonntagsſchule. Vom 17. Januar bis einſchließ=
lich
24. Januar jeden Abend 8½ Uhr bibliſche Vorträge im Saale des
Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2 (früher Stadt Pfungſtadt). Vom
19. Januar ab jeden Nachmittag um 4 Uhr Bibelſtunden im Saale
Waldur. 18 (Die ſieben Sen ſchreiben). Jedermann iſt freundlich ein=
geladen
. Eintritt frei,
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
17. Jan., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Donnerstag, den 21. Jan.;
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. red. Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40): Sonntag=
den
12. Jan vorm. 10 Uhr: Heiligungsſtunde. Um 11 Uhr: Sonn=
tagsſchule
. Nahm. 4 Uhr: Jugendbund. Abends 8 Uhr: Evan=
geliſation
. Dienstag, den 19. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Kirche Feſu Ehriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 17. Jan., vorm. 10½ Uhr:
Sonntagsſchule. Abends 7½ Uhr: Gottesdienſt. Mittwoch, den
20. Jan., abends 7½ Uhr: Fortbildungsverein. Jedermann will=
kommen
.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17.
Sonntag, den 17. Jan, vorm. 10 Uhr: Pred Conrad: Die Kenn=
ze
chen der Wiedergeburt. Un 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nach=
mittasg
5 Uhr: Herr van der Smiſſen: Evangeliſationsvortrag.
Abends 6½ Uhr: Jugendvereinsſtunde. Mittwoch, den 20. Jan",
abends ᛋ½ Uhr: Geſangſtunde Donnerstag, den 21. Jan , abends
8½ Uhr: Bibelerklärung (Römerbrief) Jedermann iſt herzlich will=
kominen
.
Methodiſtengemeinde (Eliſabethenſtr. 25½). Sonntag, 17. Jan.;
fällt der Gottesdienſt aus.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heili=
gungsſtunde
. Abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. Oberſt Cooke
leitet am Donnerstag abend 8 Uhr, Freitag, den 22. Jan., nachm.
Uhr und abends 8 Uhr, Samstag um 8 Uhr und Sonntag, den
24. Jan, alle Verſammlungen
Die Heilsarmee Pfungſtadt, Pfarrgaſſe 19: Sonntag, morgens
10 Uhr: Heiligungsſtunde. Abends 81 Uhr: Oeffentl. Heilsver=
ſammlung
. Mittwoch, abends 8½ Uhr: Oeffentl. Heilsverſammlung.
Freitag, abends 8½ Uhr: Heiligungsverſ. Adjudantin Land

Ausden Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 brauner Herrenhalbſchuh
1 Fahnenträger=Bandolier. 1 br Herren=
Glacéh ndſ huh 1 grauwollene Stauche.
1 weißer Kinderpelz. 1 gelbes Brillen=
Futteral aus Hol;. 1 Brille in Futteral
1 weißer Knderhandſchuh. 4 Schlüſſel u
1 Drücker am Ring 1 Kinder= Korallen=
kette
1 ſchwarzer Damenpelz. 1 ſchwarz
Damen=Glacéhandſchuh. 1 Hundeleine
(Riemen). 1 grauer Wildlederhandſchnh.
Eine Anzahl verſchiedene Schlüſſel. Ein
Päket, enth. 1 ſchwarzgeſtreiftes Kinder=
höschen
und 1 blaues und graues Kinder=
j
.ickchen. 1 flaches goldenes Kettenarm=
bändchen
. 2 Zehnmarkcheine. 1 Peitiche
1 Zirkel. Zugelaufen: 1 grauer Schäfer=
hund
1 junger rehfarbiger Hund. ſchw. Baſtard. 1 grauer Wolfsſpitz. Ein
junger Fox.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
16. Jan. bis einſchließlich 23. Jan. den
Nachtdienſt die Apotheke am Juſtizpalaſt,
Bismarckſtraße 9, die Einhorn=Apotheke,
Kirchſtraße 10½.

Bekanntmachung.
Holzverſteigerung Nr. 2 ( Nutz=
holz
) iſt genehmigt. Abfuhrſcheine
können ab 18. Januar 1926 bei den zu=
ſtändigen
Bezirkskaſſen, bezw. Unterer=
hebſtellen
eingelöſt werden. Erſter Ab=
fuhr
= und Ueberweiſungstag: Montag,
18. Januar 1926.


Darmſtadt, den 15. Jan. 1926.

Heſſ. Forſtamt Beſſungen.
Delp.
(800

Botzortſteigerang s. 9.
(Brennholz.)
Donnerstag, 21. Januar 1926,
vormittags 9 Uhr, werden auf der
Ludwigshöhe bei Darmſtadt ver=
ſteigert
:
1. Aus den Domanialwalddiſt
rikten der Förſterei Böllenfalltor: Lud
wigshöhe,Paul=Trinkglas, Klipſteinseiche
Spitze und Dachsberg:
Scheiter Rm.: Birke 2, Buche 72

Eiche 22, Kiefer 1.
Knüppel Rm.: Buche 57, Eiche 24,
Erle 6, Fichte 15½,, (darunter 12 Rm.
3. Mtr. lange Gartenpfoſten), Lärche 1.
Reiſig H. W.: Buche 22,80, Eiche
1,00, Kiefer 0,25.

Stöcke Rm.: Buche 81, Eiche 5,
Fichte 66.

2. aus den Waldungen des Phi=
lippshoſpitals
der Diſtrikre Eichbaum=
eck
, Saufang, und Texas: Scheiter Rm.:
Buche 1, Eiche 1, Kiefer 10: Knüppel
Rm.: Eiche 2, Kiefer 41: Reiſig H. W.:
Eiche 2,00, Kiefer 9,50; Stöche Rm.: Eiche
2, Kiefer 32.
Das Holz iſt vorher einzuſehen,
blau unterſtrichene Nummern kom=
men
nicht zum Ausgebot.
Nähere Auskunft erteilt zu 1. Herr
Förſter Klipſtein zu Forſthaus Böllen=
falltor
(Fernruf 3445) und zu 2. Herr
Förſter Schimpf, Beſſungerſtraße 117 zu
(753
Darmſtadt.
Darmſtadt, 14. Januar 1926.
Forftamt Beſſungen
Delp.

An der Städt. Akademie für Ton
kunſt in Darmſtadt findet am 15. und
16. März eine
Prüfung für Muſiklehrerund
Muſiklehrerinnen
auf Grund der Prüfungsordnung vom
15. Oktober 1922, ſtatt. Die Geſuche um
Zulaſſung zur Prüfung ſind zwei Monat=
vor
dem Prüfungstermin ſchriftlich bei
der vorgenannten An’talt einzureichen
Den Geſuchen ſind die nach § 5, Abf. II
der Prüfungsordnung erforderlichen
Unterlagen beizufügen. Die Prüfungs=
gebühr
beträgt für In= und Ausländer
50. Rm.
(St. 782
Darmſtadt, 12. Januar 1926.
Der Vorſitzende des Prüfungsausſchuffes.
Mendelsſohn.

Montag, den 25. Januar Ifd.
Js., 10 Uhr vormittags, wird au
unſerem Geſchäftszimmer, Holzhof=
allee
10, der mit der Stadt Darmſtadt
gemeinſchaftliche Jagdbezirk C der Ge=
markung
Darmſtadt mit rund 622 ba
Wald und Feld, begrenzt im Oſten durch
die Straße nach Eberſtadt, im Süden
durch die Gemarkung Eberſtadt, im
Weſten durch die Gemarkung Griesheim,
im Norden durch den Beſſunger Weg,
Main=Neckarbahn, den Kugelfangpfad,
Damen= und Kapellſchneiſe, auf 12 Jahre
verſteigert. Nähere Auskunft durch unter=
zeichnetes
Forſtamt. Auswärtige Steig=
liebhaber
haben ſich über ihre Perſon
auszuweiſen.
(799
Darmſtadt, den 15. Jan. 1926.
Heſſ. Forſtamt Beſſungen.
Delp.

Nächſten Montag, den 18. Ja=
nuar
1926, vormittags um 9 Uhr an=
fangend
, werden im Saale vom Darm=
ſtädter
Hof zu Se heim aus dem
Seeheimer Gemeindewald (Ebne) folgende
Sortimente Brennholz öffentlich ver=
ſteigert
:
1. 120 Rm. kiefern Scheitholz
2. 390 Rm. hiefern Knüppelholz
3. 213 Rm. kiefern Stockholz.
Das ſämtliche Holz ſitzt im Diſtrikt
Röder Sand und Viehtrieb. Es empfiehlt
ſich, das Holz an Ort und Stelle vorher
einſehen zu wollen.
Nähere Auskunft erteilt Förſter
Eiſinger zu Seeheim, Alte Bergſtraße
Nr. 7.
(751s8
Heſſiſche Bürgermeiſterei Seeheim
Noßmann, Bürgermeiſter.

2.

Am Mittwoch, den 20. Januar
ds. Js., werden nachm. 5 Uhr im
Gaſthaus zum Hiiſch in Erbach aus Re=
vier
Erbach, Abteilungen Tiergaiten 1,
2, 7. 8, Sauloch 5, 8, öffentlich meiſt=
bietend
verſteigert:
(641mt
etwa 160 rm Laub= und Nadolholz
Brennholz.
Erbach, den 11. Jan 1926.
Gräfl. Forſtamt Erbach.

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Bekanntmachung.
Vom 18. Januar ds. Js. ab be=
finden
ſich die kaufmänniſchen und tech
niſchen Büros ſowie die Kaſſen unſerer
Geſellſchaft in den Hintergebäuden
Luiſenſtraße 18.
(7014
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Donnerstag, 21. Januar 1926,
vorm. 10 Uhr, zu Burg Frankenſtein
aus Forſtort Kohlwald, Abt. 32 gute
Abfuhr nach Seeheim u. Ober=Beerbach
Nutzholz: Stämme Lärche 2 V. Kl.
einkunft. Näh Adolf 0,36 Fm., Derbſtangen Lärche 4
Stück zu Gartenpfoſten geeignet. Nutz=
ſtr
. 39 pt. Telef. 2067) ſcheiter: Eiche Wagnerholz 2 Rm.
Brennholz: Scheiter Buche 172,
Eiche 14, Knüppel Buche 145, Eiche
9. Knüppel=Reiſig Eite 5 Rm.,
Gew. Reiſig Buche 1970 Wellen,
Stöcke Buche 19.
Holzberſteigerung M. 2.
Freitag, den 22. Januar 1926,
vorm. 10 Uhr, zu Burg Frankenſtein
aus Forſtort Dornbach, 21 und 24 und
Kohlwold 27
Nutzholz: 1 Lärchenſtamm V. Kl.
0,23 Fm. Zaunpfoſt.n. Brenn=
holz
: Scheiter Buche 243, Eiche 23,
Knüppel Buche 245, Eiche 16, Buche
2, Knüppelreiſig Eiche 19, Gew.,
Reiſig Buche 2675 Wellen, Stöcke
Buche 5, Eiche 6.
Blau unterſtrichene Nummern kommen
nicht zum Ausgebot. Auskunft erteilt
Herr Förſter Pfänder, Forſthaus Som=
mersgrund
bei Eberſtadt.
(750

Eberſtadt, den 11. Januar 1926
Heſſ. Forſtamt Ebe ſtadt.

Am Montag, den 18. Januar
1926, nachmittags 1 Uhr, wird die
Jagd der Gemeinde Hetſchbach im
Gaſthaus Wölfelſchneider zu Hetſchbach
i. O. auf weitere 6 Jahre öffentlich ver=
pachtet
.
NB. Das Jagdrevier iſt in 10 Min.
vom Bahnhof Höchſt i. O. zu erreichen.
Hetſchbach, den 6. Jan. 1926.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Raitz.
(265dds

Ozffrl. Chemisch. Laboratorium
von Prof. Dr. W. Vanbel
vereidigter Handelschemiker
Darmstadt, Heinrichst. 98. Tel. 1645
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GVMMASTIK-UNTERRICHT
Unter Leitung von Fräulein Manda von Kreibig
foll ein Lehrgang für (777sm
RHTIHMISCHE GVMNASTIK
für Kinder im Alter von 616 Jahren ein=
gerichtet
werden. Unterricht 2 mal wöchentlich,
Mittwochs und Samstags von 4 6 Uhr,
nachmittags, im Landestheater.
Beitrag: monatlich 4. Mark.
Anmeldungen bis 27. Januar ſchriftlich oder
jeden Mittwoch von 56 Uhr, nachmittags,
perſönlich bei der Leiterin im Landestheater.

[ ][  ][ ]

Nummer 16

Samstag, den 16. Jcnuar 1926

Seite 15

Schminke.
Ein Roman im Rampenlicht.
Von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
17
. . . Elf Schläge dröhnten dumpf von der Kaiſer=Wilhelm= Ge=
dächtniskirche
her; der kleine Graf zählte ſie mit, warf auch noch
einen Blick auf ſeine Uhr . . . Willſt du ſchon gehen, der Tag
iſt noch ſo fern, hat ſchon der biedere olle Shackeſpeare gequängelt.
Alſo nun rücken Sie endlich raus mit Ihren Heinmlichkeiten, Lon=
gartt
. Oder ſoll ich noch weiter raten?
Treiben Sie nicht ſolch leichtſinnigen Raubbau mit Ihrer
Phantaſie, Torganny. Ich bin weder Barmirer noch Spieltlub=
leiter
noch Conférencier. Ich hab jeider überhaupt keine Be=
ſchäftigung
, trotzdem mir wahrhaftig allerhand daran gelegen
wäre. Aber bei dieſen kataſtrophalen Zeiten der Arbeitsloſigkeit
und des Abbaus auf allen Gebieten ...
Da kicherte die dicke Erlaucht vergnügt auf.
Sprechen Sie kein Wort weiter, Jungchen. Jetzt endlich
bin ich im Bilde und weiß auch, weshalb Sie von einer Nervoſi=
tät
ſind, die ich früher nicht an Ihnen kannte. Nämlich: Wenn
zwei füreinander beſtimmt ſind, dann trennt keine Macht ſie der
Welt! Was zwar leider Blödſinn iſt, ſich aber in der Thsorie
ganz nett macht. Alſo Sie haben ganz einfach ein Rendezvous.
Mulier, ka femme, the woman, virgo das Mädchen, das Weib,
die Jungfrau! Komm den Frauen zart entgegen, wo du ſie
packſt, da ſind ſie intereſſant!!
Der ehemalige Kurprinz=Dragoner ſah, an dem andern
vorüber, den Kurfürſtendamm entlang, deſſen weißglühende
Bogenlampen über dem Fahrdamm wie eine endloſe Perlenkette
ſchimmerten.
Dann legte er den Kopf zurück und ſagte mit widerwilligem
Achſelzucken:
Ein Spürtalent wie ein Jagdhund beſitzen Sie, Torganny!
Bloß ganz treffen Sie’s nicht. Allerdings hatte ich ein Rendez=
vous
. Aber ſchon um fünf Uhr nachmittags; hier er hob die
Hand hier ſchräg gegenüber im Riviera=Palais. Ich bin
jedoch nicht hingegangen.
Solch polizeiwidriger Mießnick war dieſe Jeneveva?
Sie ſind wahnſinnig die bezauberndſte Frau, die ich je
geſehen habe!
Und trotzdem ohne Intereſſe für Sie?"
Ich wüßte keinen Menſchen und keine Frau auf der Welt,
die mich brennender intereſſierte.
Dann verſteh’ ich Sie nicht.
Ich verſteh’ mich ja ſelber nicht.
Iſt ja unmöglich! Muß doch irgendein plauſibler Grund
für Ihre impoſante Entſagungsfähigkeit vorhanden ſein.
Der Grund . .. ſagte der andere zwiſchen den Zähnen
. . . liegt vielleicht darin: daß ich die Frau unter Verhältniſſen
kennen lernte, über die ich innerlich nicht hinwegkomme. Aber
ich könnte Ihnen nicht um’s Verrecken erzählen, was das für
eine Situation war.
Der Graf winkte ſchleunigſt ab.
Bloß keine Geſtändniſſe aus irgendeiner momentanen De=
preſſion
heraus. Man bereut das nachher immer. Und ſowas
muß auch jeder mit ſich allein abmachen. Lediglich das eine
begreif’ ich dann aber nicht: Weshalb Sie in ſolcher Gemits=
ftimmung
heute abend den Smoking angezogen haben."
Weil ich irgendwohin wollte, um mich zu betäuben und
darüber hinwegzukommen, daß ich die Frau vergebens warten
ließ.
herum, wo Sie ihr unvermutet doch noch begegnen könnten?"

Vielleicht murmelte Klaus von Longart wielleicht
hab ich heimlich darauf gehofft, oder es geht mir wie einem Ver=
brecher
, den es inſtinktiv auch ummer wieder an den Ort ſeine:
Untat hintreibt.
Die fidele Unbekümmertheit des Kleineren wich nachdenk=
lichem
Ernſt.
Hi demnach iſt das Ganze ſozuſagen ne pſychologiſche
Chofe?"
Beinah’ ſchon ine pathologiſche.
Na, ma!
Verlaſſen Sie ſich getroſt darauf.
Sie verhielten den Schritt. Vor ihnen reckte ſich die wirr
überladene Ornamentik der Kaiſer Wilhelm=Gedäch niskirche in
die müde Spätſommernacht. Auf= und niederdrängende Men=
ſchenſtröme
überfluteten die breite Prunk=Eſplanade des Kurfür=
ſtendamms
. Autos raſten über den ſpiegelnden Aſphalt. Auf
den überfüllten Terraſſen der Cafés drängten ſich die Gäſte. Vom
Zoo her kamen verwehte Muſüüklänge. Und ein heimwehkranker
Löwe brüllte durch das Dunkel.
Nämlich . . . ſagte der Graf unvermittelt den Smo=
king
hab’ ich deshalb an, weil ich heute abend von Berlin und
meiner bisherigen Tätigkeit Abſchied nehmen wollte. Noch mal
ine fidele Berliner Nacht und morgen früh um acht Uhr ſtartet
mein D=Zug. Richtung Braunſchweig-Hannover. Indem, daß
ich.
Moment! . . . unterbrach der andere . . . Wenn ich recht
verſtanden habe, ſprachen Sie eben von einer Tätigkeit, die Sie
ausgeübt hätten, Torganny?
Der nickte philoſophiſch.
Stimmt auch. Oder dachten Sie am Ende, ich habe die ſechs
Jahre ſeit der Revolution von Luft, Liebe und Sprintwaſſer
reſpektive meiner Oberleutnants=Penſion mit fehlender Kompag=
nieführer
=Zulage gelebt? Denn andere Möglichkeilen hätt’ ich
doch nicht gehabt. Ach nee, Jungchen ſo gewiſſermaßen als
trauernder Hinterbliebener der Monarchie durch die Welt=
geſchichte
zu geiſtern oder mich in die Sofaecke zu ſetzen und übel
zu nehmen das war verdammt wenig nach meinem Geſchmack.
Hm.
Da hab ih mich acht Tage lang mit dem traditionellen hoch=
konſervativen
Feudalismus in mir herumgebalgt und dann ver=
geſſen
, daß die Laun zu Torganny eigentlich ein mediatiſiertes,
ehemals reichsunmittelbares und reichsgräfliches Geſchlecht ge=
weſen
ſind, denen aus ihrem wirtſchaftlichen Verfall lediglich noch
die Erlaucht geblieben war. In früheren normaten Zeiten
und ſolange man Uniform trug, deckte man mit dieſem dekora=
tiven
Etikett ſelbſtverſtändlich jede Blöße, ſelbſt die kataſtrophalſte
finanzieller Natur. Aber ſeit der Revolution lock’ ich damit keinen
Hund mehr hinterm Ofen vor. Gewiß troſtlos doch im Mo=
ment
nicht zu ändern. Die geliebten deutſchen Vaterländer ſind
vorübergehend eben halt demokratiſcher geworden.
Er erwartete offenbar gar keine Antvort. Er ſprach ſchon
weiter. Die Worte trieben einander. Faſt ſchien es ihm eine
Erlöſung, ſich endlich einmal nach Jahren des Schweigens
alles von der Seele herunterſprechen zu können.
Dieſerhalb und derowegen, ſehen Sie, hab ich damals
als nach dem infamen Verſailler Diktat die Auflöſung der
Armee begann meinen Abſchied genommen, hab meine ganze
hochariſtokratiſche Vergangenheit bis zur Wiederkehr beſſerer
Zeiten in die tiefſten Tiefen meiner Erinnerung verſtaut und
bin mit beiden Beinen in das ſogenannte praktiſche Leben hinein=
geſprungen
.
Reſpektable Energie!
Hat mit Energie gar niſcht zu tun. Der Bien’ mußte
einfach! Na, die Auswahl war gering. Niſcht geiernt als das
bißchen Leutnant; viereinhaly Kriegsjahre an der Front; als
Und da geiſtern Sie ausgerechnet am Kurfürſtendaum einziges Beſitztum einen Ballaſt von allerlei ganz beſtimmten
politiſchen Anſichten und nationaliſtiſchen Ueberzeugungen, die

plötzlich alle nicht mehr einen Pfifferling wert ſein ſollten da
mußte ich ſchon nehmen, was ſich mir bot. Und ſo ſehen Sie in
mir denn einen Mann, der ſeit vier Jahren den unterſchiedlich=
ſten
Madames und Mademoiſelles Raffke und Konſorten ein
lichtſpendender Führer durch das duſtere Labyrinth hippolo=
giſcher
Probleme geweſen iſt.
Jetzt ſprechen Sie in Hieroglyphen.
J wo, ich ſpreche in ortsüblichem Deutſch. Drüben im
High life=Tatterſall' am Bahnhof Zoo hab ich mir die ganze
Zeit über in treuer Pflichterfüllung und lauterer Gewiſſenhaf=
tigkeit
meinen etatsmäßigen Hafer als Stallmeiſter und ſozu=
ſagen
equeſtriſcher Tanzmaitre verdient . . . er lachte kurz auf
... Nun machen Sie Stielaugen, lieber Junge, und beglupſchen
mich, als ſei ich das ſiebente Weltwunder.
Ich ſtaune bloß über Ihre Initiative.
Was gibt’s da zu ſtaunen? Ueberlegen Sie: der an=
geborene
und mit der Muttermilch eingeſogene Pferdeverſtand
iſt noch das einzige, was unſereins in dieſen lieblichen Zeitläuf=
ten
nutzbringend verwenden kann. Stinmt’s? Na alſo! Da
führt doch zwangsläuſige und ganz primitive Logik zu ſolchem
Entſchluß. Oder halten Sie den Beruf eines ſtiliſierten Stall=
knechts
etwa für nicht ſonderlich dekorativ? Er iſt es mindeſtens
ſo, als wenn andere im Bureau ſitzen und Adreſſen ſchreiben oder
Marken anlecken oder Briefe regiſtrieren. Außerdem geſünder
und bor allen Dingen amüſanter. Denn was mir da im
Verlauf dieſer vier Jahre ſo alles unter die Finger geraten iſt
dieſe Elefantengrazie, dieſe verſchämte Bouillonkeller= Ariſto=
kratie
, dieſe Altkleiderladen=Atmoſphäre, gegen die ſelbſt das
teuerſte Pariſer Parfüm wirkungslos bleibt alſo wenn man
eine ge unde Doſis Humor und äſthetiſcher Dickfelligkeit beſitzt,
dann kommt man aus dem heimlichen Lächen nicht heraus. Im
übrigen beginnen die Verhältniſſe, ſich zu beſſern. Denn wie
man ſich räuſpert und wie man ſpuckt, das gucken uns die Herr=
ſchaf
en mit dem hohen Bankonto allmählich doch ab. Soviel
Las Menſchenherz auch ſinnt und dichtet mit dem Auto allein
und dem erbſengroßen Solitär im Frackhemd erwirbt man ſich
eben noch längſt nicht die Aktiblegitimation zu geſellſchaftlicher
Geltung. Deshalb werden wir auch keine zwohundert Jahre
mehr brauchen, dann ſteht die kaiſerlich deutſche Nepublik kul=
turell
wieder auf Vorkriegshöhe. Ich aber darf dann in meinem
reichsgräflichen Erbbegräbnis mit dem erhaltenen Bewußtſein
pennen, zu ſolch rapider Entwicklung derzeit gleichfalls mein
Scherflein beigetragen zu haben. Wie wär’s, Longartt,
wollen nicht auch Sie ſich ſchon bei Lebzeiten ſolch nachträgliche
ſtolze Genugtuung ſichern?
Alſo wiſſen Sie, geſtand der ehemalige Dvagoner, das
imponiert mir, was Sie da gemacht haben. So allen heimlichen
Läſterungen der verehrten Standesgenoſſen hundeſchnäuzig kalt
die Kehrſeite zuzudrehen; innerlich ſich ſelbſt treu zu bleiben und
nach außen hin doch . . . alſo Reſpekt! Tatſächlich iſt aller=
hand
! Bloß der geiſtvolle Schnörkel, mit dem Sie Ihre Rede
ſchloſſen ich meine: was ſie nun eigentlich von wir wollen,
das verſteh ich nicht.
Die Gelegenheit beim Schopf packen! . . . definierte die
Erlaucht und kreuzte den Damm vor der Gedächtniskirche ...
Weil Sie nämlich vorhin bedauerten, keine Beſchäftigung zu
haben. Menſchenskind, wie wär’s, wenn Sie als mein Nach=
folger
im High life=Tatterſall' die Stellung des erſten Stall=
meiſters
übernehmen würden?
Sie dort zu verdrängen? Ich denhe nicht daran.
Kommt gar nicht in Frage. Hören Sie doch erſt weiter zu
und entſinnen Sie ſich, daß ich vorhin ſagte, ich wollte heut Ab=
ſchied
von Berlin feiern.
(Fortſetzung folgt.)

die letzten Tage unseres Saison-Ausverkaufs mit seinen
äußerst günstigen Einkaufs-Gelegenheiten auszunutzen.
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Seite 16

Samstag, den 16. Januar 1926

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