Darmstädter Tagblatt 1924


07. Dezember 1924

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigeven Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſfattet.
Nummer 340
Sonntag, den 2. Dezember 1924.
187. Jahrgang

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ſtädter
8 Natlenaldani.

Wahlrecht iſt Wahlpflicht.

Streſemanns letzter Appell.
De Parole: Fortführung der bisherigen Außenpolitik.
Stettin, 6. Dez. Eine Rieſenverſammlung hörte heute
nicktag in der Zentralhalle in Stettin den Reichsaußenminiſter
Nt. Streſemann. Dr. Streſemann wandte ſich zunächſt ſcharf
exen die Kampfweiſe, wie ſie ihm bei den Deutſchnationalen
Fommerns entgegengetreten ſei, um dann weiter unter anderem
uszuführen: Wir treiben nicht internationale Politik, aber wir
ſepmen internationale Hilfe zum nationalen Aufbau. Das iſt
ſit Außenpolitik, die ſir getrieben haben, und an dieſer Politik
au ß auch in Zukunft feſtgehalten werden. Im Kampfe um den
Ik ein haben wir durch London eine wichtige Etappe ſeeliſch ge=
iainen
. Es wird geſagt, die ganze Frage der Hinzuziehung der
ditſchnationalen zur Regierung ſei eine Frage der Rechts=
unwicklung
der Deutſchen Volkspartei. Solange ich die Ehre
abe, Führer der Deutſchen Volkspartei zu ſein, bleiben wir die
berale Partei Deutſchlands, die mit pommerſchem Konſervati=
ſi
mus nichts zu tun hat, ſo wenig wie mit Demokratie. Wenn
ſne Partei aufgefordert wird, Regierungspartei zu werden, ſo
ian, das nichts mit Geſinnungsgemeinſchaft zu tun. Weshalb ich
inſche, ja geradezu fordere, daß die Deutſchnationalen in die
tesierung kommen, das iſt der Wunſch, daß diejenige Partei,
fünf Jahre lang in der Oppoſition geſtanden hat, endlich
ſuenal Gelegenheit bekommt, in der Regierung zu beweiſen, ob
die halten kann, was ſie verſprochen hat. Das war vielleicht einer
größten Fehler des alten Deutſchlands, daß es nicht über
vermocht hat, viel früher die Sozialdemokratie zur Verant=
ertung
heranzuziehen. Ich bin der Meinung: Wir können unſe=
n
. Feinden in der Welt keine größere Freude bereiten, als wenn
ir= uns in zwei Hälften reißen laſſen. Es liegt mir fern, die
arbe Schwarz=Rot=Gold irgendwie zu beſchimpfen oder zu
ſtern. Ich trage ſie ſelbſt als alter Burſchenſchaftler; aber mit
eni Geiſte eines Herrn Hörſing in Magdeburg haben dieſe alten
anben Schwarz=Rot=Gold nichts zu tun. Wir kommen nur in
Höhe durch Zuſammenſtehen aller der Parteien, die ernſtlich
ewillt ſind, ehrlich für Deutſchland mitzuarbeiten.
Um Chre und Paterland.
Die Deutſche Volkspartei hielt am Samstag, dem Vorabend
Wahlen, im Großen Schauſpielhaus in Berlin ihre letzte
zahlverſammlung ab, die einen glänzenden Beſuch aufwies. Die
ffnungsanſprache hielt, Reichsminiſter a. D. Raumer, der
die Gegenſätze zwiſchen Demokraten und Deutſche Volkspartei
wies und ſeine Rede mit den Schillerſchen Worten Wir ſind
einig Voll und einig wollen wir bleiben ſchloß. Nach dem
ſtürmiſchem Beifall aufgenommenen Einzug, der Fah=
n
in den alten Reichsfarben ergriff Reichsaußen=
iniſter
Dr. Streſemann das Wort. Er hob hervor, die
Seit im deutſchen Vaterlande ſei der entſcheidende Geſichts=
uinkt
in dieſen Wahlkämpfen. Die alten Farben Schwarz= Rot=
ad
ſeien von anderen Gedanien getragen, als ſie jetzt in den
us führungen des Vorſitzenden des Reichsbanners Schwarz= Rot=
arld
, des Oberpräſidenten Hörſing enthalten ſind. Das Jahr
67 habe darüber entſchieden, ob man dem
egma folgen ſolle oder der Perſönlichkeit. Da=
tills
ſei die Nationalliberale Partei entſtanden, die in Bismarck
hten Führer ſah. Dieſe Partei der Reichsgründung habe die
ru ßen grundlegenden Geſetze im neuen Reich mitgeſchaffen. Im
fymiern ſah man zwar, daß man ein Weltreich wurde, wenn aber
n den deutſchen Kolonien Eiſenbahnen gebaut werden ſollten,
ann überlegte ſich der Deutſche, daß das Glas Bier einen halben
ſennig teurer werden ſollte. Regierung und Kriegsminiſter er=
ſickten
nicht die zwei oder drei Armeekorps, die der Generalſtab
ür notwendig erachtete. Dieſes Philiſtertumhat das
utſche Volk mit Blut und Tränen und dem
rluſtſeiner Großmachtſtellungbezahlen müſ=
i
. Die Gegenwart hat uns ungeheuer ſchwere Aufgaben auf=
rlegt
. Im Vordergrund muß aber die Idee Deutſch=
ani
d ſtehen. Von unſerer Wirtſchaft ſelbſt wird es abhängen,
v die Lage der arbeitenden Klaſſen ſich beſſert. Durch ſeine
aridelspolitik muß Deutſchland in der Welt wieder feſten Fuß
tſſen. Das alte Deutſchland werden wirimmer
ben. Die Liebe zu den alten Fahnen werden
r uns nicht nehmenlaſſen. Herr Dr. Streſemann
ing dann auf die Frage einer Verfaſſungsänderung ein
uw erklärte, daß ein Artikel, wie der Artikel 18 der Reichsver=
iſ
ng, der die Bildung eines neuen Staates auf
und einer Volksabſtimmung vorſieht, verſchwin=
en
müßte. Das ſei ein Privileg auf die Zerſchlag=
g
Preußens und des Reiches. Nie iſt ein Volk ſo
gerecht behandelt worden, wie das deutſche im Jahre 1918. Aber
ihm lebt die Kraft ehrlicher Arbeit, kühnen Wagemutes und
indergeiſtes. Die Verſenkung unſerer Flotte in Scapa Flow
e uns Sanktionen gekoſtet, aber ich kann die Menſchen nicht
ieln, die es getan haben. Die Flotte ſank in die Tiefe, aber
ſuis der Tiefe ſtieg die deutſche Ehre hervor.
Wahlkundgebung des Reichskanzlers.
Berlin, 6. Dez. Der Reichskanzler Marx richtet am Tage
vr der Wahl einen letzten Appell an die deutſchen Wähler, in dem
u. g. heißt: Das deutſche Volk braucht einen Reichstag, der
ſe Regierung unterſtützt. Der Reichstag muß die Jutereſſen des
ſeſetzten Gebiets vertreten, die Steuerlaſten unter Schonung der
ſchwachen gerecht verteilen, die Sozialpolitik fortführen, den
frieden zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und den Aus=
leich
zwiſchen Stadt und Land erſtreben. Seine Handelsver=
ragspolitik
muß den wirtſchaftlichen Frieden zwiſchen den Natio=
er
fördern und unſere Wirtſchaft zu neuer Blüte führen. Zum
5 betont der Kanzler, daß Wahlrecht Wahlpflicht
ite 1.
var zu vernünftiger Wahl und wendet ſich dann
itterparteien. Mit einem Appell an die
g der Wähler ſchließt die Kundgebung.

* Ein nachdenklicher Vergleich.
In einer Wahlverſammlung der Deutſchen Volkspartei
Badens hat ein ehemaliger Offizier auch über die Offiziers=
penſionen
geſprochen und dabei auf folgendes Beiſpiel hin=
gewieſen
: In Hanover leben zwei ſehr bekannte Männer: Gene=
ralfeldmarſchall
v. Hindenburg und der ehemalige Oberbürger=
meiſter
Leinert. Der Sozialdemokrat Leinert bezieht nach drei=
jähriger
Bürgermeiſterzeit, von der er bekanntlich einen ziem=
lich
unrühmlichen Abſchied nehmen mußte, eine jährliche Penſion
von 23 000 Mark, während der Generalfeldmarſchall v. Hin=
denburg
, der dem Staate 55 Jahre gedient hat und auch nach
Auffaſſung der Sozialdemokraten nicht unerhebliche Verdienſte
ſich erworben hat, noch nicht einmal zwei Drittel die=
ſes
Betrages erhält. Kommentar überflüſſig!
* Breitſcheids Erzählungen.
Herr Dr. Breitſcheid er möchte gar zu gerne
Außenminiſter werden muß unter allen Umſtänden
den Ruhm für ſich in Anſpruch nehmen, daß ihm eigentlich Gene=
ral
v. Nathuſius ſeine Freilaſſung zu verdanken habe. Er er=
zählt
darüber im Vorwärts jetzt ſchon einen ganzen Noman,
der beweiſen ſoll, daß das deutſche Auswärtige Amt und die
deutſche Botſchaft in Paris fyſtematiſch geſchlafen hätten, daß
von deutſcher Seite aus gar nichts für die Befreiung des Gene=
rals
geſchehen ſei, nur die franzöſiſchen Sozialiſten und Herr
Dr. Breitſcheid hätten Herrn Herriot zu dem Entſchluß der Be=
gnadigung
bewogen.
Soweit wir wiſſen, hat die deutſche Regierung mit
allem Nachdruck die ſofortige Freilaſſung des
Generals v. Nathuſius verlangt. Eine Begnadi=
gung
hat ſie allerdings nicht beantragt, weil ſie auf dem Stand=
punkt
ſtand, daß in dieſem Falle nicht Gnade, ſondern
Recht zu herrſchen habe. Aus dieſem Grunde iſt auch der auf
dem Umweg über die Sozialiſten an den deutſchen Botſchafter
und von da nach Berlin weiter gelangte Vorſchlag abgelehnt
worden, daß als Entſchädigung für die Freilaſſung des Generals
nun auch von Deutſchland einige franzöſiſche Gefangene frei=
gelaſſen
werden ſollten. Auf dieſes Austauſchſyſtem konnte und
wollte die deutſche Regierung ſich nicht einlaſſen. Sie hat es des=
halb
vorgezogen, darauf gar nicht zu antworten. Hierauf wurde
von Frankreich der General bedingungslos in Freiheit, geſetzt.
Wir können nicht finden, daß daraus dem Auswärtigen Amt
ein Vorwurf ge acht werden kann. Im Gegenteil! Wir würden
es nicht verſtehen, wenn die deutſche ämtliche Politik durch ein
offizielles Begnadigungsgeſuch den Franzoſen aus der ſelbſtge=
ſchaffenen
Verlegenheit geholfen hätte.
Der äghptiſche Attentatsplan.
Weitere aufſehenerregende Mitteilungen über
das Komplott.
TU. London, 6. Dez. Das Miniſterium des Innern hat im
Laufe des heutigen Tages weitere aufſehenerregende
Mitteilungen über das Komplott der ägyptiſchen Natio=
naliſten
gemacht, das während der Unterſuchung des Atentats
gegen den Sirdar aufgedeckt worden iſt. Die ägyptiſchen Natio=
naliſten
haben die Abſicht gehabt, drei Miniſter des eng=
liſchen
Kabinetts und eine Anzahl höherer Be=
amte
der engliſchen Miniſterien durch Bomben und Gift
zu ermorden. Ferner iſt beabſichtigt worden, am Tage der
Parlamentseröffnung durch den König am 9. Dezember,
gleichfalls Attentate zu verüben und öffentliche Ge=
bäude
durch Bombenwürfe zu zerſtören.
Die Miniſter, gegen die Attentate von den ägyptiſchen Natio=
naliſten
geplant ſind, werden auf Schritt und Tritt von Kriminal=
beamten
begleitet. Auch die Miniſterien werden bewacht. Die
Kriminalbeamten haben den Auftrag, ſobald ſich Perſonen in ver=
dächtiger
Weiſe den Miniſtern nähern, ſofort zu ſchießen.
In ägyptiſchen politſchen Kreiſen weiß man dagegen
nichts über eine Verſchwörung gegen die engli=
ſchen
Miniſter. Man läßt in Kairo in offiziellen Kreiſen her=
ausfühlen
, daß eine ſolche Verſchwörung ſehr unwahr=
ſcheinlich
ſei, da ſelbſt die heftigſten Gegner Englands nie den
Mut hätten, im Auslande ein Verbrechen zu begehen, wo die
Möglichkeit eines Gelingens ſehr gering ſei.
Hinrichtung dreier ägyptiſcher Offiziere.
Kairo, 6. Dez. (Europapreß.) Drei ägyptiſche Offiziere
ſind geſtern bei Anbruch der Morgendämmerung in Khartum er=
ſchoſſen
worden. Die Anklage hatte dahin gelautet, daß die Ver=
urteilten
an der Meuterei anläßlich der Räumung des Sudans
durch die Aegypter beteiligt geweſen ſeien. Ein vierter Offizier,
der ebenfalls zum Tode verurteilt worden war, wurde zu 15
Jahren Gefängnis begnadigt.
Man befürchtet, daß die Hinrichtung der 3 ägyptiſchen Of=
fiziere
, die an der Revolte in Khartum teilgenommen haben,
ernſte Schwierigkeiten nach ſich ziehen wird. In einem Augen=
blick
, in dem Henderſohn beauftragt iſt, mit Ziwar Paſcha zu
unterhandeln, gefährde dieſes Urteil das bereits erzielte Ein=
verſtändnis
, und ſo ſei es möglich, daß es den Sturz des Kabi=

netts Ziwar Paſcha zur Folge haben wird.

Die Woche.

Wenn man bei uns nicht ſo ausſchließlich mit den Wahlen
beſchäftigt wäre, würde man wohl in der deutſchen Oeffentlich=
keit
die politiſchen Vorgänge in der Welt mit größerem Intereſſe
verfolgen, als dies leider zurzeit der Fall iſt. Am Freitag hat
Auſten Chamberlain, der Miniſter des Auswärtigen im neuen
konſervativen engliſchen Kabinett, ſeinen erſten offiziellen Beſuch
in Paris abgeſtattet. Ohne Zeugen fand die etwa zweiſtündige
Unterredung mit Herriot ſtatt, und ſo iſt die Oeffentlichkeit hin=
ſichtlich
des Inhaltes jener Unterredung mehr oder weniger auf
das amtlichen Communiqué angewieſen, welches die Kanzlei des
franzöſiſchen Miniſterpräſidenten herausgab. Das in ſolchen Fäl=
len
übliche Einverſtändnis iſt wieder einmal erzielt worden
über diejenigen Fragen, die eine ſofortige Löſung erfordern
und gewiſſe Angelegenheiten, die eine lange Prüfung in An=
ſpruch
nehmen ſollen im Geiſte der freundſchaftlichen Beziehun=
gen
, die zwiſchen Frankreich und Großbritannien beſtehen ge=
führt
werden. Die liebenswürdigen allgemeinen Wendungen die=
ſer
amtlichen Veröffentlichungen deuten näturgemäß mit keinem
Wort die gewaltige Fülle der Aufgaben und Schwierigkeiten an,
die zwiſchen den beiden Staatsmännern ſtehen, und die in einer
zweiſtündigen Unterredung kaum alle berührt, geſchweige denn
gelöſt werden können. Das engliſch=franzöſiſche Verhältnis iſt
während der letzten Jahre ſicherlich nicht beſſer geworden und die
Sorgen des britiſchen Weltreiches tragen nicht zu einer Beſſerung
bei. Daß Herr Herriot zur Feſtigung ſeiner Stellung einen
außenpolitiſchen Erfolg wieder einmal gut gebrauchen könnte,
unterliegt keinem Zweifel, und es iſt daher durchaus verſtänd=
lich
, wenn man in Paris zum Beiſpiel die ägyptiſchen Schwie=
rigkeiten
Englands auszunützen verſucht. Die Lage erinnert ſtark
an die des Jahres 1904. Der Beſchluß der Spanier, große Teile
der ſpaniſchen Zone in Marokko zu räumen, beeinflußt ſtark die
Machtverteilung im weſtlichen Mittelmeer, und insbeſondere tritt
damit die Frage von Tanger in ein neues Stadium ein. Der
Gedanke, ſich die franzöſiſche Nichteinmiſchung in Aegypten durch
Zugeſtändniſſe in Marokko bezahlen zu laſſen, liegt alſo für die
franzöſiſche Außenpolitik nahe genug. Auf der anderen Seite
aber dürfte man ſich in London wohl fragen, ob eine Nichtein=
miſchung
Frankreichs in Aegypten wirklich einen ſo hohen Preis
wert iſt. Eine ſchwere Belaſtung für die zukünftigen engliſch=
franzöſiſchen
Beziehungen iſt auch das Genfer Protokoll, deſſen
Nichtannahme durch die konſervative engliſche Regierung einen
ſchweren Preſtigeverluſt für den franzöſiſchen Miniſterpräſidenten
bedeuten würde, nachdem dieſer ſich für die Genfer Verhand=
lungen
auch perſönlich mit ſtarkem Nachdruck eingeſetzt hat. Man
darf alle dieſe Dinge nicht vergeſſen, wenn man die überaus
ſchwierige Situation erörtern will, die hinſichtlich der Räumung
der Kölner. Zone beſteht. Daß die Kölner Zone am 10. Januar
vertragsmäßig zu räumen iſt, kann von niemanden beſtritten
werden, und die Engländer haben an ſich wenig Intereſſe daran,
die Beſetzung über den vertragsmäßigen Termin hinaus zu ver=
längern
. Für die Franzoſen würde aber eine Räumung der
Kölner Zone inſofern recht unangenehm ſein, als dann die Ver=
bindungen
der franzöſiſchen Truppen im Ruhrgebiet durch un=
beſetztes
deutſches Gebiet gehen müßten. Die franzöſiſchen mili=
täriſchen
Stellen erklären, daß eine Räumung der Kölner Zone
erſt nach der Räumung des Ruhrgebietes in Frage kommen
könne. Die bei der klaren Rechtslage einzig mögliche Folgerung
hieraus, daß nämlich die franzöſiſchen Truppen dann eben das
Ruhrgebiet ebenfalls bis zum 10. Januar räumen, möchte man
aber in Paris nicht ziehen. Wenn alſo in der amtlichen Verlaut=
barung
über den Beſuch Chamberlains in Paris erklärt wird,
daß über die Fragen, die eine ſofortige Löſung erfordern, ein
Einverſtändnis erzielt worden ſei, ſo geht man wohl nicht fehl,
wenn man annimmt, daß in Paris wieder einmal ein Kompro=
miß
abgeſchloſſen wurde auf Koſten Deutſchlands.
Nicht nur für die Durchführung der überaus ſchwierigen und
weittragenden Handelsvertragsverhandlungen iſt es alſo unbe=
dingt
erforderlich, daß in Deutſchland der innerpolitiſche Schwebe=
zuſtand
endlich und endgültig beſeitigt wird und daß der Wahl=
ausgang
des heutigen Tages dem deutſchen Volke die feſte Regie=
rung
gibt, die allein eine Gewähr für den Wiederaufſtieg bietet.
Eine ſichere Baſis für die Fortführung der durch den gegen=
wärtigen
Reichsaußenminiſter eingeleiteten und durchgeführten
Außenpolitik oder eine Regierung der Linken, geführt von den
Herren Wirth und Breitſcheid, das iſt die Frage, über welche das
deutſche Volk am heutigen Tage zu entſcheiden hat. Bei der weit=
tragenden
Bedeutung dieſer Frage für das geſamte deutſche Volk
muß noch einmal in letzter Stunde darauf hingewieſen werden,
daß Wahlrecht auch Wahlpflicht ſein ſollte. Auch wenn man
ſich von vagen Prophezeiungen grundſätzlich fernhält, das eine
dürfte jedenfalls gewiß ſein, daß die ertremen Flügelparteien,
Deutſchvölkiſche und Kommuniſten, aus dem heutigen Wahl=
kampf
ſtark geſchwächt hervorgehen werden. Nach den Erfahrun=
gen
früherer Wahlen aber muß man damit rechnen, daß ein gro=
ßer
Teil derjenigen, die bei der letzten ihre Stimme dieſen extre
men Parteien gegeben haben, in ihrer an ſich berechtigten Ent=
täuſchung
nun nicht etwa ihre Stimme anderen Parteien geben,
ſondern einfach bei der Wahl zu Hauſe bleiben, und ſo iſt es nicht
ausgeſchloſſen, daß die Partei der Nichtwähler unter Umſtänden
die Parteikonſtellation im kommenden Parlament entſcheidend
beeinflußt. Gerade die vielen Hunderttauſende, die nicht auf eine
Partei unter allen Umſtänden eingeſchworen ſind, ſie ſollten ſich
unbedingt ihrer Verantwortung und ihrer Wahlpflicht bewußt
ſein. Die überaus rührige Wahlagitation der beiden Linkspar=
teien
, der Demokraten und Sozialdemokraten, läßt mit Sicher=
heit
darauf ſchließen, daß ſie auch den letzein Mann an die Wahl=
urne
bringen werden. Um ſo mehr ſollten alle diejenigen ſich
ihrer Wahlpflicht bewußt ſein, die unbeſchadet ihrer Einſtellung
zu irgendwelchen Sonderfragen, erkannt haben, daß die Fort=
führung
unſerer bisherigen Außenpolitik eine Lebensrage für
das deutſche Volk iſt.

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Seite 2.

Sonntag, den 6. Dezember 1924.

Nummer 340

* Das Problem des
tſchecho=ſlowakiſchen Staates.
Von
Profeſſor Dr. W. Schüßler.
Der Austritt ſämtlicher deutſcher Parteien aus dem Parla=
ment
des neuen tſchechoflowakiſchen Staates, dem derjenige der
übrigen Nationalitäten des Landes folgte, hat die Aufmerk=
ſamkeit
mit vollem Recht auf die tiefe Problematik dieſer Staats=
gründung
der Entente und Amerikas gelenkt. Iſt doch jetzt erſt
der Oeffentlichkeit Europas klar geworden, daß der ſogenannte
tſchechiſche Nationalitätenſtaat nichts anderes iſt als eine Neu=
auflage
des alten Oeſterreich, d. h. er iſt ein Nationalitätenſtaat
wie jenes, der bedeutendſte von allen heute beſtehenden gemiſcht=
ſprachigen
Staaten. Zu einer tſchechiſchen Bevölkerung von eiwa
6 Millionen wurden 2 Millionen Skowaken aus dem ehemaligen
Ungarn aufgenommen die zwar eine ähnliche Sprache reden,
aber ſich ihrer Beſonderheit recht bewußt ſind; ferner 1 Million
Magyaren, eine halbe Million Ukrainer und vor allem zwangs=
weiſe
hineingepreßt die 3½ Millionen Deutſchen der ehemals
öſterreichiſchen Provinzen Böhmen, Mähren, Schleſien.
Man ſieht, der tſchechiſche Nationalſtaat iſt durchaus ein
Oeſterreich im kleinen, nur mit dem Unterſchied, daß das alte
Oeſterreich nie ein Nationalſtaat, ſondern immer nur ein Völker=
ſtaat
ſein wollte, während die Tſchechen den Plan gefaßt haben,
alle ihre unterworfenen Völker zu entnatnionaliſieren. Zu die=
ſem
Zwecke werden in dem deutſchen Sprachgebiet deutſche Schu=
len
und Theater geſchloſſen, tſchechiſches Militär in deutſche
Quartiere gelegt, tſchechiſche Beamte hingeſchickt, die tſchechiſche
Sprache als Staatsſprache eingeführt und was der Schikanen
mehr ſind.
Wenn man nun erſtaunt fragen ſollte, wie es denn im Zeit=
alter
des Selbſtbeſtimmungsrechts der Völker möglich war, 3½
Millionen Deutſche wider ihren ausgeſprochenen Willen in den
tſchechiſchen Staat hineinzuzwingen, ſo lautet die Antwort: Die
Deutſchen ſind nach dem Kriege die Parias der Welt; und dazu
haben es die Herren Maſaryk, Kramarſch, Beneſch und Konſorten
verſtanden, den Präſidenten Wilſon und die übrigen Staats=
männer
der Entente durch Vorlegung falſcher Nationalitäten=
karten
von Böhmen einfach zu betrügen. Bis zum heutigen Tage
wird das Daſein eines geſchloſſenen deutſchen Siedlungsgebietes
in Böhmen von den Herren Tſchechen einfach geleugnet, obwohl
es ſehr gut möglich wäre, das deutſche Gebiet ganz reinlich vom
tſchechiſchen zu ſcheiden, wenigſtens in den Randgebieten Böh=
mens
. Aber die Regierenden in Prag legen einige Kompagnien
tſchechiſche Legionäre in deutſche Städte und beweiſen dan
den Miſchcharakter jener Gebiete.
Ein beſtimmtes Argument gegen die Deutſchen in Böhmen
wird auf Wilſon jedenfalls Eindruck gemacht haben. Daß näm=
lich
die Sudetendeutſchen angeblich Nachkommen von Koloniſten
ſeien, die dem unſchuldigen Tſchechenvolk das Land genommen weſen angehören.
hätten (wofür die heutigen Deutſchen noch nach ſieben Jahrhun=
derten
beſtraft werden müſſen!). Es gibt allerdings Gebiete, die nalismus andererſeits, haben ſie 1918 nach der Niederlage der
in denſelben Zeiten von Deutſchen koloniſiert wurden, in denen
die oſtelbiſchen Lande der deutſchen Geſittung gewonnen wurden.
Aber es iſt feſtzuhalten, daß es die böhmiſchen Könige ſelbſt
waren, die jene Anſiedler herbeizogen. Ja, der glänzendſte aller
böhmiſchen Könige des Mittelalters, Ottokar II., durch ſeine
Mutter ein Nachkomme Barbaroſſas, war drauf und dran, ganz
deutſch zu werden und ſein Volk zu germaniſieren! Da wurde
leider nicht er, der mächtigſte Fürſt des Reiches, ſondern Rudolf
von Habsburg zum König gewählt, was ſo betrachtet ein furcht=
bares
Verhängnis war. Und ſo blieb es dann dabei, daß die Parlament klar gemacht; was hier auf dem Spiele ſteht: das
hineinragen. Ein Glück, daß es faſt immer deutſche Herrſcher=
geſchlechter
waren, die die Krone Böhmens trugen und die Tſche= zoſen geleiteten großen Armee zwar für verkehrt halten, an der
chen ſo gleichſam neutraliſierten. Das iſt bis 1918 nicht das ge=
ringſte
Verdienſt des Hauſes Habsburg geweſen. Ja, die Habs=
burger
haben ſchließlich glauben können, daß es gelingen werde,
die Tſchechen ganz mit dem Staate Oeſterreich zu verſchmelzen.
Aber im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebten, wie ſo viele
andere Völker, die Tſchechen ihre nationale Auferſtehung. Zu=
mens
innerhalb der öſterreichiſchen Monarchie und forderten, als
1867 das engere Oeſterreich ein zentraliſtiſcher Staat mit Ueber=
macht
des deutſchen Elements wurde, die Föderaliſierung des
Reiches.
Da aber fand ſich eine merkwürdige Unklarheit in ihrem
föderaliſtiſchen Programm: einmal verlangten ſie, daß das
Land Böhmen mit Nebenländern (Mähren und Schleſien) rela= maßen zu ſichern: daß ſie ihren Nationen volle nationale Frei=
tib
ſelbſtändig würde; andererſeits wünſchten ſie, daß dieſes
rein territoriale Programm durchbrochen würde zugunſten des
völkiſchen dadurch, daß auch die Slowaken in Ungarn ihrem ten und was jetzt der Führer der Deutſchböhmen drohend wieder=
Staate einverleibt würden. Was alſo ihnen recht ſein ſollte, das
nationale Programm, das ſollte den Deutſchen in Böhmen ihm ſein!

* Konzerfe.
F.N. Der 2. Kammermuſikabend des Schnurr=
buſch
=Quartetts im Kleinen Haus des Landestheaters er=
freute
ſich regſten Intereſſes. Dieſes galt den beiden Quintetten,
die zur Aufführung gelangten, einem Frühwerk von Max Reger,
das erſt kürzlich vor die Oeffentlichkeit gelangte und hier zum
erſten Male erklang, und Schuberts berühmtem Forellenquintett.
Regers Opus 21 iſt in ſich ſchon ein völlig ausgereiftes und ab=
geklärtes
Kunſtwerk. Es iſt intereſſant, hier mit beſonderer Deut=
lichkeit
die beiden Hauptlinien, die durch des Meiſters Schaffen
gehen, klar nebeneinander zu erblicken, den Geiſt der Romantik,
für den hauptfächlich Brahms der Vermittler machte, und den
kontrapunktiſcher, Bachiſcher Kunſt. Gleich im erſten Satz zeigt
die Entwicklung nach dem Erklingen der klaren und leicht faß=
lichen
Themen alle ſpäteren Eigenarten der Regerſchen Harmonik
und Steigerungskunſt. Das leiſe Flüſtern und Heimlichtun des
Jutermezzos läßt den Verfaſſer der zahlreichen feinſinnigen
lavierſtücke vorausahnen. Das Adagio über das Thema von
Trahms mit Variationen wird von einem Wohlklang beherrſcht,
wie ihn der Komponiſt ſpäter nur ausnahmsweiſe anwendet,
meiſt bleibt er herber. Von hohem Intereſſe iſt ſchließlich die
Verſchmelzung klaſſiſcher Sonatenform und ſugierter Arbeit im
Schlußſatz. Sicher wird das Werk einen feſten Platz in der Quin=
tettliteratur
einnehmen.
Das Schnurrbuſch=Quartett und Herr Guſtav Beck ( Kla=
vier
) haten das Quintett mit großer Sorgfalt ſtudiert und tru=
gen
es in ſeiner großen Form in vorzüglicher Abrundung und
mit ſtarkem Temperament vor. Auch die großen techniſchen
Schwvierigkeiten und die Fülle der geiſtreichen thematiſchen Detail=
arbeit
wurden ausgezeichnet klar bewältigt.
Es folgte Schuberts Forellenquintett, in dem Herr
W. Fricke den Kontrabaß ſpielte. In dieſem herrlichen, ſon=
nigen
Werk ſpielt Humor und Frohſinn eine große Rolle, und
es war eine Freude, zu hören, wie begeiſtert, hingebungsvoll und
warm die Künſtler ihren Aufgaben gerecht wurden. Die gute
Rhythmik aller Spielenden und die klare, feinabgetönte An=
ſchlagskunſt
von Guſtav Beck ſeien beſonders hervorgehoben.
2
Der Beifall war ſehr herzlich.

Bühnenchronik.
Staatstheater Wiesbaden. Im Wiesbadener
Staatstheater wird für den 10. Dezember die Erſtaufführung
von Stralvinskys Geſchichte vom Soldaten vorbereitet. Die
muſike
tiſche Carl Hage=
man

Vom Tage.
Der Geſchäftsführer des parlamentariſchen Unterſuchungsausſchuſſes
Dr. Eugen Fiſcher veröffentlicht eine Erklärung, nach der die Ver=
öffentlichungen
über den Inhalt von dem Gutachten des
Unterſuchungsausſchuſſes gegen den Willen der Geſchäfts=
führung
erfolgten.
Eine beſondere Reichshandwerksordnung iſt in Aus=
arbeitung
begriffen. Die Arbeiten ſind bis zum zweiten Referentenent=
wurf
gediehen der dertraulich den Spitzenorganiſationen des deutſchen
Handwerks und dem Reichsverband des deutſchen Handwerks zuge=
gangen
iſt.
Die für den Monat Januar 1925 fälligen Verſorgungsge=
bühren
werden bereits am 27. Dezember (ſtatt am 29.) aus=
bezahlt
.
Im Zuſammenhang mit der Erhöhung der Beamtengehälter ſind
auch die Verſtümmelungszulagen und die den Hinter=
bliebenen
von Berufsoffizieren oder Beamten der Wehrmacht an=
ſtelle
der Kriegsverſorgung gewährten Zufchläge zu dem Witwen=
und Waiſengeld, die bei den letzten Beſoldungsänderungen unverändert
geblieben waren, nunmehr mit Wirkung vom 1. Dezember 1924
ab um rund 25 Prozent erhöht worden.
Ebenſo wie der Abgeordnete Poehner hat auch der aus dem
Völkiſchen Block ausgeſchiedene Landtagsabgeordnete Roth die Auf=
forderung
des Völkiſchen Blocks ſein Landtags=
mandat
niederzulegen, entſchieden abgelehnt.
Die Handelskontrolle der Micum in Düſſeldorf ſtellt am 13. Dezem=
ber
ihre Tätigkeit ein.
Die franzöſiſche Regierung beſchloß, der deutſchen
Regierung durch den franzöſiſchen Botſchafter in Berlin eine offizi=
elle
Einladung Deutſchlands zur Internationalen Kunſt=
gewerbeausſtellung
in Paris im Jahre 1925 überreichen zu laſſen. Mit
der Einladung wurde Deutſchland ein geeigneter Platz auf dem
Ausſtellungsgelände zur Verfügung geſtellt.
Die griechiſche Kammer hat geſtern mit 153 gegen 112 Stim=
men
den Antrag der republikaniſchen Union, betr. unverzügliche Schaf=
fung
eines Senats, abgelehnt.
Im Kongreß hat ein republikaniſches Mitglied eine Geſetzes=
vorlage
eingebracht, durch die Coolidge ermächtigt werden ſoll,
beſchlagnahmtes Eigentum den früheren Kriegs=
gegnern
zurückzuerſtatten oder den bei dem Verkauf ſolchen
Eigentums erzielten Gewinn denſelben auszuzahlen.
Am Freitag wurde von dem Bankhaus Morgan u. Co. Gold im
Betrage von fünf Millionen Dollars nach Deutſch=
land
als ein Teil des Ertrages der deutſchen Anleihe abgeſandt.
Es verlautet, daß die Deutſche Reichsbank ſich entſchloſſen hat, etwa die
Hälfte des Ertrags der deutſchen Anleihe abzuheben.
Reuter meldet aus New York: Der franzöſiſche Botſchafter
Iuſſerand ſagte in einer Anſprache, Frankreich zahle ſeine
Schulden an Amerika, erwarte aber die Berückſichti=
gung
der Tatſache, daß alles Geld für den Krieg bis auf ein Sechſtel
in Amerika ausgegeben wurde und daß Frankreich mehr Blut als die
übrigen Allierten geopfert hat.

nicht billig ſein. Dieſe ſollten vielmehr, weil das Land angeblich
nicht geteilt werden könne, den nationalen tſchechiſchen Staats=
Dieſes Programm des Imperialismus einerſeits, des Natio=
Mittelmächte durchſetzen können, weil der Haß gegen den deut=
ſchen
Namen auch bei der Entente zügellos war.
Aber es ſollte ſich ſehr bald zeigen, daß die Tſchechen ſich
zu viel zugetraut hatten: Die Aufgabe, 3½ Millionen kampf=
geſtählte
und ſelbſtbewußte Deutſche zu tſchechiſieren, war zu
ſchwer! Nach außen hin wurde zwar getan, als, ſei alles in
ſchönſter Ordnung und als ſei die Oppoſition des kleinen Häuf=
leins
der Deutſchen ganz bedeutungslos. Jetzt aber iſt der Welt
durch den Austritt der Deutſchen aus dem tſchechoſlowakiſchen
Tſchechen als ein drohender ſlawiſcher Keil tief in deutſches Land Daſein des Nationalſtaates überhaupt! Man möchte es an=
geſichts
des tſchechiſchen Imperialismus und der durch die Fran=
Dauer dieſes Staates zu zweifeln. Aber haben nicht die Tſche=
chen
ſelber während des Weltkrieges das klaſſiſche Beiſpiel ge=
geben
, wie eine ſelbſtbewußte Nation ſich den militäriſchen Ver=
pflichtungen
eines verhaßten Staates entzieht? Glauben die
Tſchechen ernſthaft, daß ein im Bunde und auf Heißung der
Franzoſen unternommener Krieg geen Deutſchland möglich
nächſt verlangten ſie die Wiederherſtellung der alten Rechte Böh= iſt? Vergeſſen ſie, daß viele Millionen nationalbewußter Deut=
ſcher
im Lande leben und in ihrem Heere dienen? Ob Legionen
nach tſchechiſchem Muſter bei Deutſchen ganz unmöglich ſind?
Ein Staat aber, gegen den eine ſo ſtarke Minderheit in
Feindſchaft ſteht, der in ſeiner auswärtigen Politik ſo ſtark ge=
hemmt
iſt, muß als höchſt problematiſch bezeichnet werden. Es
gibt nur eine Möglichkeit für die Tſchechen, ihren Wert einiger=
heit
geben. Sonſt gilt von der Tſchechei, was früher die Tſche=
chen
im Wiener Parlament gegen den öſterreichiſchen Staat ſag=
holte
: Wir waren vor dieſem Staate und werden auch nach

Intendant Dr. S. Schmitt der Vereinigten Stadt=
theater
Bochum=Duisburg hat das Schauſpiel Wili=
bald
Pirckheimer von Hanna Rademacher zur Ur=
aufführung
erworben.

*Badiſches Landestheater.
Deutſche Uraufführung Dr. Guilletin.
Schauſpiel in drei Akten von Ludwig Winder.
Das hiſtoriſche Schauſpiel des Wiener Schriftſtellers Ludwig
Winder, das in manchem mehr zum Film geboren ſcheint und
dem man keinen beſonderen literariſchen Nährwert zuſprechen
kann, erlebte am Freitag abend im Künſtlerhaus als Kammer=
ſpiel
ſeine deutſche Uraufführung. Da das Stück über ſpannende
Momente verfügt, gewährte ihm das Publikum gern eine bei=
fällige
Aufnahme. Ludwig Winder holt den menſchenfreundlichen
Erfinder der Hinrichtungsmaſchine Dr. Guilletin aus der fran=
zöſiſchen
Revolution hervor und zeigt, wie dieſer Mann ganz in
ſeiner Idee aufgeht, der Menſchheit eine raſche und nahezu
ſchmerzloſe Todesart zu verſchaffen und dadurch ſeiner entzücken=
den
Gattin Charlotte verluſtig geht, die ihr Herz einem Tenor
ſchenkt. Der betrogene Ehemann klagt ſeine Frau dem Konvent
des Hochverrats an, und es rückt die Gefahr in gruſelige Nähe,
daß gerade Charlotte das in feierlicher Aufmachung der Guilletine
zu bringende tauſendſte Opfer wird, wenn nicht ja wenn nicht
in dem Spiel wie im Film das Unmögliche eine Leichtigkeit wäre:
der übrigens tatſächlich menſchenfreundliche Tenor entwendet die
Henkersmaſchine und vernichtet ſie, wodurch die Rettung Char=
lottes
perfekt wird. Jeder damalige Revolutionär würde ſich im
Gegenſatz zum Verfaſſer gefragt haben: Wie iſt ſo etwas mög=
lich
? Die Guilletine läßt das ganze Stück hindurch ihren
Schöpfer nicht in Ruhe, bis ſie auch ihn als Opfer bekommt. Die
Gelegenheit hierzu ergibt ſich im letzten Akt, wo ſich der be=
trogene
Ehemann und der an der Verlogenheit des Lebens ver=
zweifelnde
Dr. Guilletin dem Gericht ſtellt und die Schuld des
Guilletine=Diebſtahls auf ſich nimmt, nicht ohne ſich vorher in
grotesker Weiſe mit dem Tenor um den Vortritt zu ſtreiten.
Die Aufführung in der Inſzenierung von Herrn Beug war
eine erfreuliche abgerundete Leiſtung, der man Beifall nicht ver=
ſagen
kann. Herr v. d. Trenck=Ulrici als Dr. Guilletin und
Frl. Clement als Charlotte boten treffliche Charakterdarſtel=
lung
, bis ins kleinſte verſtehend herausgearbeitet. Herr Kloeble
machte aus der Rolle des Opernſängers, was eben nur zu machen
war. Die übrigen Mitwirkenden paßten ſich dem Geſamtrahmen
an. Den gern geſpendeten Beifall, den auch der anweſende Autor
entgegennehmen durfte, verdiente ſich wohl mehr die Aufführung
als das Stück ſelber,
fm.

Handelsvertragsverhandlungen.
Die deutſch=italieniſchen Verhandlungen.
* Rom, 6. Dez. (Priv.=Tel.) Die deutſch=italieniſchen
Wirtſchaftsverhandlungen finden zunächſt ganz
vertraulich ſtatt, um die Anbahnung einer Verſtändigung
durch die Einſprüche der vielen Intereſſengruppen nicht zu ſtören,
Eine offiziöſe Meldung will wiſſen, daß die Verhandlungen
einen raſchen Fortgang nehmen und mit großem Entgegen=
kommen
auf beiden Seiten geführt werden.
Die italieniſche Preſſe beſchäftigt ſich natürlich ausführlich
mit dieſen Verhandlungen und weiſt auf das ſtarke Intereſſe der
italieniſchen Landwirtſchaft und des Südfrüchte=Exportes an
einem günſtigen Handelsvertrag mit Deutſchland hin. Gleich=
zeitig
müſſe aber auch genügend Schutz für die junge italieniſche
Induſtrie geſchaffen werden. Die Schwierigkeiten Deutſchlands
in ſeinen Abſatzverhältniſſen werden nicht verkannt. Wie die
Preſſe weiter mitteilt, ſoll das Abkommen wegen des bevor=
ſtehenden
neuen deutſchen Tarifes nicht für eine längere
Zeitſpanne abgeſchloſſen werden. Bis zum Inkraft=
treten
des neuen deutſchen Zolltarifes hätte man aber dann ge=
nügend
Erfahrungen geſammelt. Einige Blätter wollen wiſſen,
daß die deutſche Delegation von Italien das Meiſtbegünſtigungs=
recht
gefordert hätte. Bemerkenswert iſt, daß Italien im letzten
Jahre nach Deutſchland mehr ausgeführt hat, als Deutſchland in
Italien importierte.
EnglandsBeitritt zu einer deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchaftsgemeinſchaft vorbehalten.
Paris, 6. Dez. (Wolff.) Aus London wird gemeldet, die
franzöſiſche Regierung habe die britiſche Regierung offiziell da=
von
in Kenntnis geſetzt, daß, wenn man zur Bildung einer
deutſch=franzöſiſchen Intereſſengemeinſchaft für die Eiſen= und
Stahlerzeugung gelange, den britiſchen und belgiſchen Intereſſen=
ten
die Möglichkeit der Beteiligung vorbehalten bleibe. Die Ver=
handlungen
über dieſe Intereſſengemeinſchaft ſchwebten jedoch
zurzeit noch.
Schwerer Vorſtoß der italieniſchen Oppoſition
gegen den Faſzismus.
Rom, 6. Dez. (Europapreß.) In hieſigen politiſchen Kreiſen
erregt eine Anzeige die der Direktor Donati vom katholiſchen
Oppoſitionsorgan Popolo für den Senatspräſident verbreitet
hat, gegen den Senator General de Bono gewaltiges Aufſehen,
Laut Serano wird darin auf Grund von Erklärungen des
früheren Staatsſekretärs Finzi und des Direktor Fillipelli vom
Corriere Italio der derzeitige Generaldirektor des Sicherheits=
dienſtes
de Bono als einer der Hauptſchuldigen an
der Beſeitigung des Abg. Matteotti bezeichnet und
ihm vorgeworfen, in der Organiſation des Verbrechens geholfen
den Schuldigen vorher Strafloſigkeit zugeſichert und an der Ver=
bergung
der Spuren des Verbrechens und an der Verbringung
der Leiche mitgewirkt zu haben. Finzi will ſſogar verſichert
haben, daß im Miniſterium des Innern eine Art Tſcheka der
Faſziſten beſtanden habe. Nach der Ermordung habe dann
de Bono die Unterſuchung an ſich geriſſen und
jedes energiſche Vorgehen gegen die Mörder
verhindert. De Bono habe wiederholt in Gegenwart von
Zeugen im Gefängnis mit den Angeklagten Fillipelli und Roſſi
konferiert. In der Anzeige wird der Zuſammentritt des Unter=
ſuchungsausſchuſſes
des Senats verlangt, der als oberſter Ge=
richtshof
zur Aburteilung des Beſchuldigten de Bono zuſammenz
treten müſſe. Die Anzeige bildet in Rom das Tagesgeſpräch,
Die Oppoſitionsblätter erſcheinen in Extraausgaben groß auf=
gemacht
. Die faſziſtiſchen Blätter nehmen die Anzeige mit Vor=
behalt
auf und bezeichnen ſie als ein neues Manöver der
Oppoſition.
Beneſch über die iſchechiſche Außenpolitik.
Prag, 6. Dez. (Wolff.) Außenminiſter Beneſch übergab
der Preſſe das Referat, das er auf dem heutigen Kongreß der
tſchechiſchen nationalſozialiſtiſchen Partei zu halten gedenkt, in
dem es u. a heißt:
Unſere wirtſchaftlichen Bedürfniſſe nötigen uns, zu einem
guten Verhältnis zu Deutſchland, das erfordert jedoch ein gutes
Verhältnis zwiſchen Frankreich und Deutſchland. Wir betonen
daher von neuem, daß wir durch die Verhältniſſe und die ganze
europäiſche Situation an Frankreich gebunden ſind, aber uns
um eine gute Zuſammenarbeit zwiſchen Frankreich und Deutſch=
land
bemühen wollen, in unſerem Intereſſe und im Intereſſe
des Friedens. Das Beſtreben, mit Polen zu einem ſolchen Ueber=
einkommen
zu gelangen, das beide Staaten nebeneinander
freundſchaftlich, ohne Rivalität und ohne gegenſeitige zweckloſe
Schädigung leben können, war ſtets die Politik, die unſere
Partei wünſcht und unterſtützt.

* Konverſation und Unterhaltung.
Eine gute Konverſation in Fluß zu bringen, ſie friſch und
angeregt erhalten und harmoniſch rechtzeitig ausklingen zu
machen, iſt eine Kunſt, die jede Geſelligkeit adelt. Es gibt Länder,
da iſt man Meiſter in ſolcher Kunſt, da hat man Techniken und
Ueberlieferungen dafür, da gefällt man ſich geradezu in einer
gewiſſen Virtuoſität der Konverſation. In Deutſchland, wo man
ernſt und ſchwer iſt, wo man ſich ungern an feſte Formen bindet
und Individualität und Produktivität immer beſonders ſchätzt,
iſt Konverſation kein wohlgepflegter Lebensfaktor. Uneinheitlich
wie die Geſelligkeit uneinheitlich die Geſprächsformen! Man
kennt Unterhaltungen, Mitteilungen, Unterredungen, wohl auch
Plaudereien, man hat Gedankenaustauſch der verſchiedenſten
Art, aber man hat keine eigentliche Konverſation, kein irgendwie
einheitliches Geſprächsniveau, keine ganz feſt beſtimmten Normen
über das, was geſprochen und wie es geſprochen werden darf.
Konverſation iſt für uns ein Fremdwort das iſt charakteriſtiſch,
denn Konverſation iſt uns auch weſentlich ein Fremdkörper!
Wenn man einer blitzenden, funkelnden romaniſchen Konver=
ſation
beiwohnt, dann ſieht man das deutlich, dann bedauert
man auch wohl, daß es bei uns dergleichen nicht gibt.
Damit ſoll natürlich nicht geſagt ſein, daß unſere Unter=
haltungsart
durchaus gering zu achten ſei auch die eigentliche
deutſche Unterhaltungsform hat ihre Reize: ſie iſt freier, un=
mittelbarer
und durch ihre Unbewußtheit oft ſympathiſch. Im=
merhin
tun wir gut, im Hauſe auf eine verfeinerte Geſprächs=
weite
, ſei ſie, wie ſie will, Wert zu legen, ſelbſtverſtändlich ohne
dabei in öden Formalismus zu verfallen. Es iſt pädagogiſch
richtig, es iſt menſchlich richtig, denn in einer Atmoſphäre, wo
eine gute, ſaubere Unterhaltung gepflegt wird, gedeiht die Ju=
gend
vortrefflich und bildet ſich für den künftigen Beruf und den
Umgang mit Menſchen; das ſollte von Vätern und Müttern nicht
verkannt werden.
Die beſten Kriſtalliſationspunkte für eine gute Unterhaltung
bilden die politiſchen und künſtleriſchen Ereigniſſe des Tages
und die gemeinſame Lektüre guter Bücher. Hierbei iſt dann m.
wpeſentlichen nur darauf zu achten, daß ſich die Beteiligten immer
der nötigen Beherrſchung befleißigen, die in Zuſtimmung oder
Widerſpruch nie die Grenze geſellſchaftlicher Anmut und Achtung
vergißt, und in Plumpheit oder Uferloſigkeit ausartet.
Damit ſind die Grundlagen geſchaffen, ans einfacher Unter=
haltung
allmählich eine Kunſt der gonverfation zu entfalten, die
dazu beiträgt, das Leben ſchön und reich zu machen
Giaf Hardenberg

[ ][  ][ ]

Ront Mag

Der Kampf um Köln.
Ingünſtiger Bericht der Militärkontrollkommiſſion über
die Entwaffnung Deutzchlands.
rankreich macht alle Anſtrengungen, um die Räumung Kölns
zu verhindern.
London, 6. Dez. (Wolff.) Der diplomatiſche Berichter=
cäter
des Daily Telegraph ſchreibt: Wir erfahren von zuverläſſi=
er
Seite, daß der Tenor der Berichte der Interalliier=
en
Militärkontrollkommiſſion über die Ent=
zaffnung
Deutſchlands weniger günſtig für
deutſchland iſt, als allgemein behauptet wurde. Unter die=
Umſtänden kann die Frage der Räumung Kölns am
4. Januar mit einigen Schwierigkeiten verbunden ſein.
Köln von den britiſchen Truppen am 10. Januar geräumt
ſrd oder nicht, jedenfalls wird eine weitere heikle Frage
uu ſtehen, wenn die Räumung ſtattfinden würde, nämlich die des
e jen Bezirks in der zweiten oder dritten Zone, nach dem die
z tiſchen Truppen gebracht werden ſollen. Koblenz wird vor=
e
chlagen und wird in London allgemein begünſtigt. Der letzte
uFormelle Vorſchlag, der von alliierter Seite ſtammt, iſt Düren.
* Die amtlichen Mitteilungen, die über die Ausſprache zwi=
en
Herriot und Chamberlain ausgegeben wurden, ſind wie im=
nix
ziemlich nichtsſagend. Um ſo mehr weiß die geſchwätzige
uledardpreſſe zu berichten, die ſelbſtverſtändlich alle Ergebniſſe
franzöſiſchen Sinne umdeutet. Es iſt deshalb auch eine gewiſſe
epſis am Platze gegenüber den Behauptungen, wie ſie
oei Matin verbreitet werden, daß England ſich bereits
u einem Kompromiß habe breitſchlagen laſſen,
Durch die Freigabe Kölns bis in das Frühjahr
ini vertagt ſei. Auf dieſem Umwege erfährt man auch,
ſaß der Bericht der Interalliierten Militärkom=
ſſion
über die Entwaffnung Deutſchlands, in
ſiren weſentlichen Punkten bereits fertiggeſtellt ſei und nicht
günſtig für Deutſchland ausfalle, wie allgemein angenom=
ſern
werde. Das bedeutet auch für uns eine Ueberraſchung.
Wir ſtehen vor der Tatſache, daß die Militärkontrollkom=
iſſion
trotz eingehender Unterſuchungen, außer einigen alten
ſoriſervenbüchſen und ein oder zwei alten unbrauchbaren
iaionenrohren nichts gefunden hat und auch nicht finden
ſymite, weil verborgene Waffen bei uns nicht mehr vorhanden
ſie. Trotzdem ſcheinen die Herren noch Schwierigkeiten
chen zu wollen und die Andeutungen, die der Matin
arht, laſſen es zum mindeſten nicht ganz ausgeſchloſſen er=
hänen
, daß die Forderungen, die geſtellt werden, in der
ſchtung jenes von den Franzoſen aus be=
reiflichen
Gründen dementierten Referenten=
nickwurfes
gehen, den man wohl zu Unrecht ein Memoran=
ſur
Herriots genannt hat. Soviel iſt jedenfalls ſicher, daß
ankreich alle Anſtrengungen macht, um die
umung Kölns zu verhindern. Nicht nur, weil da=
ja
zugegeben werden müßte, daß die Entwaffnung Deutſch=
unws
beendet iſt, ſondern auch, weil dann die Frage akut würde,
ſo dann die aus Köln abziehende engliſche Beſatzung unterzu=
ingen
iſt. Vertragsmäßig ſind die Engländer verpflichtet,
ſen Teil ihrer Truppen in den beſetzten Gebieten zu halten.
ſelbſt ſcheinen an Koblenz zu denken. Aber da wollen
Franzoſen nicht mehr heraus, wie ja überhaupt
Franzoſen nur ſehr ungern ein Stück deutſchen Bodens räu=
er
. Da man aber jetzt nach den Wahlen auf die deutſchen
tinnmungen glaubt keine Rückſicht mehr nehmen zu müſſen, wer=
wir
wohl bald Näheres erfahren. Deutſchland denkt
d enfalls nicht daran, ſich einer neuen Verge=
ltigung
zu fügen.
Engliſch=franzöſiſche Uebereinſtimmung auf
ſeſien Deutſchlands. Der PariſerKuhhandeſ.
TU. Paris, 6. Dez. Die Morgenblätter bringen aus=
iheliche
Angaben über die geſtrige Zuſammenkunft Herriots mit
hemberlain. Der engliſche Außenminiſter Chamberlain ſteht=
dem
Standpunkt, daß die Militärkontrolle zu einem
friedigenden Ergebnis führen müßte, ehe

England die Kölner Zone geräumt. England ſei
bereit, Frankreich im gegebenen Augenblick den Vorſitz über
die Kontrollausfchüſſe einzuräumen, die entſprechend dem Völ=
kerbundsentwurf
vom Dezember 1923 von Paul Boncourt unter=
breitet
, zur Ueberwachungder deutſchen Abrüſtung
gebildet werden ſollen. England verpflichtet ſich
weiterhin, in der Zwiſchenzeit keinerlei Maß=
nahmen
zu ergreifen, die irgendwelche franzö=
ſiſche
Truppenbewegungen behindern könnten.
Der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph weiß
zu melden, daß nach deutſcher Meinung das eng=
liſcheHauptquartierin
Trier aufgeſchlagen werden ſoll.
Der Vorwand zur Nichträumung. Die Militärkontrolle
ein Vorwand für interalliierte polikifche Tauſchgeſchäfte.
New York, 6. Dez. (Wolff.) Der Berliner Berichterſtatter
der Chicago Dail News meldet u. a. es ſei bekannt, daß
die Franzoſen die Räumung der Hölner Zone
nicht wünſchten, ſolange ſie ſelbſt nicht aus der Ruhr her=
ausgegangen
ſeien, da ſonſt ihre Truppen ſozuſagen in der Luft
hängen würden. Der Vertrag von Verſailles beſtimme aber
ausdrücklich, daß die Kölner Zone am 10. Januar geräumt
werden müßte. Es wäre möglich, daß ein Vorwand geſucht
würde, Deutſchland bezüglich der Erfüllung ſeiner Vertrags=
verpflichtungen
in Verzug zu erklären und zwar könnte ein ſol=
cher
Vorwand in dem bevorſtehenden Bericht der alliierten Mili=
tärkontrollkommiſſion
gefunden werden, in dem Deutſchland
der Nichterfüllung und eines abſichtlichen
Bruches der Entwaffnungsbeſtimmungen bezich=
tigt
würde. Ein ſolcher Bericht würde aller Wahrſcheinlichkeit
nach in Deutſchland eine heftige Gegenwirkung auslöſen. Die
militäriſche Kontrolle ſei überhaupt keine wirkliche Garantie für
den Frieden Europas und der ganzen Welt, ſondern dieſe Ga=
rantie
läge nur in einem zufriedenen, in voller Entfaltung ſeiner
Arbeitskräfte und induſtriellen Entwicklungsmöglichkeiten tätigen
Deutſchlands. Sowohl die alliierten Offiziere wie das deutſche
Volk hätten erwartet, daß die gegenwärtige Kontrolle die letzte
ſein würde. Wenn das nicht zutreffe und die alliierten Offiziere
unter dem politiſchen Druck ſeitens ihrer Regierungen einen
Bericht vorlegten, der eine Reihe deutſcher Sünden
aufzählte, und wenn dieſe Sünden heuchleriſch zum Vorwand
für Nichträumung der britiſchen Zone am 10. Januar genommen
würden, dann würde die deutſche Erbitterung tief=
gehend
ſein und vielleicht die Ausführung des ganzen Dawes=
planes
gefährden. In amerikaniſchen Kreiſen Berlins ſei man
ſich dieſer Gefahr bewußt und teile die Meinung der Mehrzahl
der deutſchen Gläubiger und Friedensfreunde in aller Welt, daß
die Frage der Militärkontrolle nicht zu einem Vor=
wande
für interalliierte politiſche Tauſchge=
ſchäfte
gemacht werden dürfe.
Vorder Völkerbundsratsſitzung
in Rom.
Montag vormittag erſie Sitzung.
TU. Rom, 6. Dez. Der Generalſekretär des Völkerbundes
Sir Erie Drumond iſt heute morgen in Rom eingetroffen. Heute
abend wird Chamberlain und der japaniſche Delegierte
Zuly erwartet. Briand Hymans und die Delegierten
Braſiliens Mello und Feonco, der ſpaniſche Delegierte
Quinones werden morgen eintreffen. Beneſch kommt erſt
am Montag kurz vor der auf 11 Uhr angeſetzten Sitzung an. Die
Sitzung des Völkerbundsrates findet im Palazzo Doria ſtatt.
Chamberlain wird morgen Muſſolini einen Beſuch ab=
ſtatten
und gegen 12 Uhr vom König im Quirinal empfangen
werden. An den Empfang ſchließt ſich ein Frühſtück. Während
des Nachmittags wird Chamberlain mit Salandra konferieren,
um einige Punkte im Arbeitsprogramm feſtzuſetzen. Für den
Abend iſt ein Eſſen in der engliſchen Botſchaft angeſetzt, an dem
Muſſolini, Salandra, Federzoni und die Präſidenten der Kam=
mer
und des Senates teilnehmen werden. Im Konſulat glaubt
man, daß Chamberlain außer dem engliſchen Standpunkt
zu der Frage des Genfer Protokolls, der ſich nach Anſicht
der italieniſchen Preſſe dem franzöſiſchen Standpunkt
genähert haben ſoll auf Grund der Ausſprache in Paris, auch
Erklärungen über die ägyptiſche Frage abgeben
werde.

Aus Carl Spitzwegs Welt.
Ein alter Meiſter in neuer Zeit.

Da iſt ſie wieder, die enge Dachkammer=Wohnung in dem
ato dlerhauſe Alt=Münchens am Jakobsplatz. Und aus dem
teierfenſter ſchaut verſonnen, das Geſicht des alten Jung=
ſtllen
, der nie ſo ſehr im Gemüt der Deutſchen lebte, als ſeit
Tagen, da ſie den geruhſamen Eigenbrödler die winkligen
ſriwpen hinunter zur letzen Ruhe trugen. Ein Eigenbrödler
ſar Carl Spitzweg, der in ſeinem geblümten Schlafrock ſeinen
mmen Sonderlingen voranſchritt, gewiß, aber einer, der mit
ſingenr eigenen Brod viel Menſchenkinder erquickte. Einer,
u in ſeiner Kunſt gerade uns, in unſerer glückshungrigen Zeit,
einem Glück zu ſagen und zu geben hat, das, fern von dem
uchenden Lärm des Lebens und, der unruhvollen Hetze des
es, uns bereichert mit ſeiner inneren Geſundheit, mit ſeiner
ſelsſtgenügſamkeit, mit ſeinem ſtillen Sichverſenken in all die
end heimlichen Schönheiten der Welt, in ihr harmoniſches
mmenklingen in einer geruhigten Seele, in ihre humordurch=
Iten Zwiſchenſpiele. Humor, wirklicher Humor, quillt nur
iefen, reinen Quellen. Lächelnde Erfahrung ſitzt daran und
iwft aus ihnen mit ſilbernem Becher. Wie aus einem märchen=
en
Geſundbrunnen. Daß es uns wohl ums Herz wird und
behaglich=gurmütige Lachen, das ſo verſöhnend mit all den
nen Mißgeſchicken des Lebens aus der Seele des Künſtlers
uing, in unſeren Herzen mit wohligem Klange weitertönt.
Es iſt nicht, als ob Karl Spitzweg erſt hätte tot ſein müſſen,
als Lebender zu wirken. Auch damals ſchon trugen ſeine
Freude in manches Haus hinein, als er mitten in der
ügſamkeit biedermeieriſchen Kleinſtadtlebens das ihn auch
neiner Münchener Wohn= und Wirkungsſtätte umgab das
findungsleben und die Typen ſeiner Gegenwartstage im
egel ſeiner köſtlichen Kunſt auffing und da an bis in die
llierende Zeit der ſiebziger Jahre mit dem gleichen Schauen
Zeiterleben feſthielt. Aber es war dazumal wohl des öfteren
Freude am Gegenſtändlichen ſeiner Malerei, an dem erzäh=
ſen
Bild, wie man es heutzutage genannt hat, die das Her=
geben
ihrer großen künſtleriſchen, zeichneriſchen und farbigen
te, das Erkennen einer tieferen Bedeutung ihrer Charakte=
rungskunſt
überwog. Seitdem hat man zu Spitzweg eine
Einſtellung gewonnen, und der Maler iſt nicht ſchlecht dabei
hren. Denn es hat ſich dabei herausgeſtellt, daß er nicht
der Maler ſeiner Zeit war, ſondern der Maler des zeitloſen
ſſchen Gemüts ſchlechtweg, und dazu ein Künſtler, deſſen feine
ſtaltungsart und ſonnige Farbigkeit ihm unter den deutſchen
aklern eine auch mit all ſeiner Abſonderlichkeit hervorragende
Allung gibt.

Es iſt die Kunſt= und Verlagsanſtalt Peter Luhn in Barmen,
die ſich die Populariſierung des etwa 480 Gemälde umfaſſenden
Lebensweikes Spitzwegs zum beſonderen Ziel ſtellte und hierfür
in den entzückenden farbigen Poſtkartenſerien Spitzwegſcher Bil=
der
ſchon früher einen ganz anßerordentlich begrüßten Beitrag
gab. Jetzt hat der Verlag auf dieſer Bahn einen Schritt weiter
getan und in einem Geſchenk= und Prachtwerk erſten Ranges
allen Freunden unalternden deutſchen Gemütslebens das Reich
des Künſtlers neu erſchloſſen. Er hat ſich dazu der Mitwirkung
eines unſerer feinſinnigſten Kunſtſchriftſteller verſichert. Fritz
von Oſtini, der mit ſeinem eigenen dichteriſchen Gemüt das
Innenleben der Spitzwegſchen Kunſt ganz umſchließt und in
ſeinen jungen Jahren ſelbſt noch zum Bekanntenkreiſe des
Malers gehörte. Aus dieſem, von innerſter Liebe zu dem ſinnig
heiteren Geſtalter deutſcher Biedermeierzeit gefügten Bündnis
zwiſchen Verleger und Schriftſteller iſt das wundervolle Buch
hervorgegangen, das eben in das deutſche Land hineinzieht und
gleich bei ſeinem Erſcheinen ſchon ſolch herzlichen Willkomm fand,
daß ſogleich an die Herſtellung einer neuen Auflage gegangen wer=
den
mußte. Das in Großquart erſchienene Werk führt den Titel
Aus Carl Spitzwegs Welt 100 ſeiner ſchönſten Bilder
mit Porträt und Biographie des Malers ſowie verbindendem
Text von Freiherrn Fritz von Oſtini (München), Druck und
Verlag von Peter Luhn G. m. b. H., Barmen. Es umfaßt 232
Seiten mit 12 Bildern in Vierfarbendruck und 88 Bildern in
dreifatbigem Druck. (Halbleinen Goldmark 25. Ganzleinen
Goldmark 30, Halbleder Goldmark 45,, Ganzleder Goldmark
60,.) Seine Ausſtattung iſt ebenſo geſchmackvoll wie tadellos,
würdig der ſchönen künſtleriſchen Aufgabe, die es ſich geſtellt.
Der alte Meiſter lebt mit all ſeinen Lieblingen ganz in die=
ſem
Buch, in dem ſeine Kunſt in ſo ſorgfältigen Reproduktionen
zu uns ſpricht. Jede Seite redet von Carl Spitzwegs Welt,
Da ſind die idylliſchen Bilder aus der deutſchen Landſchaft, mit
den Märchenträumen ihrer Wälder, Schluchten und Höhen und der
zierlich=keden Staffage darin, die ihnen einen beſonderen, erzäh=
lenden
Inhalt gibt. Da ſind die hochgiebeligen alten Stadtneſter
mit der Eigenart ihrer kleinſtädtiſchen Beſvohner. Die wunder=
lichen
Käuze des Lebens erſcheinen in all ihren vielfachen, uns
ſo vertrauten Geſtaltungen, die fahrenden Leute und das Volk
ſelbſt in ſeinem urſprünglichen Sichgeben, die frommen Brüder
der Kirche mit ihrer ſtillen Freude am Weltlichen, die Originale
der alten Vürgerwehr und dann die ſanſten und lächelnden
Wonnen der Mondſcheinſtunden, mit ihren Serenaden, Nacht=
ſächtern
und ſchrierigen Heimwegen, mit der ganzen Romantis
traumhafzer Zeiten. Friedſam und launig, in gemütvollem
Ernſt und beſchaulichem Scherz. Und alles ſo durch und durch
deutſch gefühlt und geſtaltet, daß es ſchon darum in unſeren
Tagen ſeine Miſſion für ſich hat. Daß es ſchon darum in deut=

Teite 3.

Auf Reparationskonto.
Deutſchland ſoll franzöſiſche Waſſerſkraßen Herſtellen.
Paris, 6. Dez. Der franzöſiſche Miniſter für öffentliche
Arbeiten hat vor dem Generalrat des Seinedepartements erklärt,
er werde ſich mit ſeiner ganzen Autorität dafür einſetzen, daß die
Negulierung der Seine mit unter die Arbeiten ein=
bezogen
wird, die Deutſchland als Sachleiſtungen
auf Reparationskonto auszuführen hat.
* Gegenwärtig tagt in Paris das Organiſationskomitee für
Sachlieſerungen, das ſich insbeſondere auch mit der Frage der
Arbeitsdienſtleiſtungen Deutſchlands beſchäftigt. Aus obiger Er=
klärung
geht hervor, daß Frankreich jedenfalls den Plan
Le Trocquers aus dem Herbſt 1922 wieder aufgegrif=
fen
hat und dem Organiſationskomitee vorzulegen beabſichtigt.
Dieſes Trocquer=Projekt ſieht eine großzügige Kanaliſie=
rung
und Ausnützung der Waſſerkräfte der fran=
zöſiſchen
Ströme vor. Die erforderlichen Arbei=
ten
ſollen von Deutſchland auf Reparations=
konto
vorgenommen werden. Ehe aber die deutſch=
franzöſiſchen
Verhandlungen über dieſen Plan beginnen konnten,
wurde im November 1922 von Deutſchland ein Moratorium be=
antragt
. Zu dieſem Zweck weilten ſeinerzeit ſogar Mitglieder der
Repko in Berlin. Eine Möglichkeit, über das Projekt zu verhan=
deln
, ergab ſich aber nicht mehr. Inzwiſchen iſt nun das Lon=
doner
Abkommen in Kraft getreten. Es fragt ſich aber, in wel=
chem
Maße im Rahmen dieſes Abkommens das Sachlieferungs=
komitee
von der deutſchen Arbeitsdienſtleiſtung Gebrauch machen
wird. Uns kann es jedenfalls recht ſein, wenn man auch außer=
halb
des Vertrages unſere Arbeitsleiſtung in Anſpruch nimmt.
Auf der einen Seite ergeben ſich für unſere Induſtrie neue Ab=
ſatzmöglichkeiten
, auf der anderen Seite erhalten unſere Arbeits=
loſen
Lohn und Brot. Schon bei früheren, ähnlichen Gelegen=
heiten
zeigte ſich aber, daß franzöſiſche Induſtriellen und Gewerk=
ſchaftler
gegen ſolche Pläne Einſpruch erhoben. Auch jetzt wird
das ganze Problem lebhafte und heftige Widerſtände in Frank=
reich
hervorrufen.
Die deutſch=beſgiſchen Verhandlungen.
Wie man hört, glaubt man Grund zu der Annahme zu
haben, die Handelsvertragsverhandlungen mit
Belgien noch in dieſem Jahre zu Ende führen zu
können. Die bisherigen Verhandlungen wurden von einer
Unterkommiſſion geführt, die Zollwünſche der beiden Parteien
entgegennahm und durchberiet. Die 26prozentige Aus=
führabgabe
iſt bisher noch nicht zum Gegenſtand
der Beſprechungen gemacht worden, ſondern wird erſt
nach dem Zuſammentritt der Kommiſſion am 15. Dezember
auf die Tagesordnung geſetzt werden.
Amerika und Japan.
Aufregung in Japan über das amerikaniſche
Flottenmanöver im Stillen Ozean.
London, 6. Dez. Reuter meldet aus Waſhington, daß die
Pläne für die amerikaniſchen Flottenmanöver, die im nächſten
Sommer im Stillen Ozean ſtattfinden follen, die Entſendung der
mächtigſten amerikaniſchen Armada, die je zu den Antipoden ent=
ſandt
wurde, umfaſſen. Die Schiffe würden nach Auſtralien und
Neuſeeland geſandt.
London, 6. Dez. (Wolff.) Die Daily Mail meldet aus
Tokio, daß ein anſcheinend inſpirierter Artikel in den Blättern
erkläre, daß in Marinekreiſen die geplanten amerikaniſchen Flot=
tenmanöver
im Stillen Ozean als bei weitem die von der Bot=
ſchaft
des Präſidenten Coolidge geſetzte Grenze überſchreitend
angeſehen würden. In ſeiner Botſchaft hätte Coolidge dieſe
Uebungen und Manöver als notwendig für eine wirkſame Ver=
teidigung
bezeichnet. Die imaginäre Mitwirkung der auſtraliſchen
Flotte werde nach der Daily Mail für beſonders bedeutſam
und als eine Andeutung von Offenſivabſichten gegen
Japan betrachtet.
Nach einer Meldung des Daily Telegraph aus Tokio iſt
für heute eine Proteſtverſammlung gegen die ame=
rikaniſchen
Flottenmanöver im Stillen Ozean an=
beraumt
. Unter den Rednern befinden ſich eine Anzahl hervor=
ragender
Parlamentarier aller Parteien.

ſchen Häuſern überall die Türen offen finden ſoll, wo nur die
Möglichkeit vorhanden iſt, ihm Heimrecht zu geben.
Dadurch, daß Fritz von Oſtini in ſeiner ſtimmungsſchönen
Art jedes Bild mit einem feinen Miniaturaufſatz begleitet, in dem
die Stimmung des Gemäldes gleichſam in Worten nachgemalt
iſt, hat dieſe Spitzwegſche Welt noch eine Beleuchtung von beſon=
derem
Reiz erhalten. Sie iſt eins mit uns, ſo nahe, als lebten
wir ſelbſt in ihr und mit ihr. Als empfänden wir plötzlich, daß
hier in der Stille der Spitzwegſchen Welt eine deutſche Welt
wieder wach wurde, aus der wir auch für uns ſelbſt neue Friſche,
neue Kräfte ziehen könen: die Welt des deutſchen Gemüts, in
der ein gut Stück deutſchen Weſens, das uns zu unſerem Unheil
verloren ging, uns zurückgeſchenkt wird.
Albert Herzog.

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Aibert Paß: Las Rheinland. Nr. 3 und 4.
Hld= Zimmermann: Haus und Hausrat. Frankſche Verlagshand=
Stuttgart.
Robert Lieſtmann: Kartelle u. Truſts. Ernſt Heinr. Moritz, Stuttgart.
dr. Rabert Wilbrandt: Der Alkoholismus als Problem der Jolkswirt=
ſchaft
. Ernſt Heinrich Moritz, Stuttgart.
Berichte aus dem Knopfmuſeum, Jahrbuch IV. Selbſtverlag, Prag.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Rummer 340.

Sonntag, den 2. Dezember 1924.

Die Wacht am Nil.
Von
Otto Corbach.
Aegypten hat ſich den Geboten der Machthaber in England
gefügt, die die Ermordung des Sirdars zum Anlaß nahmen, alle
Fragen diltatoriſch zu löſen, die nach den Vereinbarungen des
Jahres 1922 zu gegebener Zeit auf dem Wege freundſchaftlicher
Verſtändigung geregelt werden ſollten. Obendrein hat ſich
Aegypten auch noch weitere Einſchränkungen der ihm damals
zuerkannten, an und für ſich recht problematiſchen Selbſtändig=
keit
gefallen laſſen müſſen. Nun hat der britiſche Imperialismus
den Sudan feſt in der Hand, in Aegypten ſteht ſtatt des wider=
ſpenſtigen
Zaghlul Paſcha der leichter lenkbare Siwar Paſcha
an der Spitze eines Kabinetts, das fürs erſte kaum wieder den
Stachel engliſcher Kommiſſare löcken wird. Daß man in London
dennoch der mit rücſichtslos durchgreifender Gewalt hergeſtellten
Ruhe und Ordnung am Nil wenig vertraut, verrät ſich darin,
daß die ägyptiſche Frage nach franzöſiſchen Preſſeſtimmen bei
der Pariſer Zuſammenkunſt des engliſchen Außenminiſters Cham=
berlain
mit Herriot die Hauptrolle geſpielt haben ſoll. Was am
Nil geſchieht, das ſoll künftig für Frankreich und jede andere
nichtbritiſche Macht, erſt recht für den Völkerbund, dem nur mehr
beſcheidene Nachtwächterdienſte für den zwiſchenſtaatlichen Ver=
kehr
vergönnt ſein ſollen, tabu ſein. Frankreich wird nichts da=
gegen
haben, wenn es ihm erlaubt iſt, für Tunis und vor allem
Marokko, auch das ſpaniſch ſprechende, Monroe=Doktrinen auf=
zuſtellen
und wenn es ſich vorbehalten darf, an Englands ägyp=
tiſchen
Standpunkt zu erinnern, wenn an Rhein und Ruhr mal
wieder Streitfragen auftauchen, bei denen es anderer Anſicht iſt
als ſeine Allierten.
An und für ſich läßt ſich das Vorgehen Englands wohl be=
greifen
. Es kann um der Anſprüche ägyptiſcher Nationaliſten
willen nicht die Lebensintereſſen des britiſchen Weltreiches ver=
nachläſſigen
. Es kann den Schutz des Suezkanals und damit
eines ungeſtörten Verkehrs mit Indien nicht einer noch ſo freund=
ſchaftlich
geſinnten nationalen ägyptiſchen Regierung überlaſſen.
Auch die engliſchen Gründe für die Abtrennung des Sudans von
Aegypten laſſen ſich hören. Der Sudan wurde einſt durch den
Aufſtand des Mahdi von Aegypten getrennt und verblieb nach
deſſen Tode noch 13 Jahre unter dem deſpotiſchen Regiment ſei=
nes
Nachfolgers Khalifa, der jede Spur ägyptiſcher Autorität
vernichtete. Vielleicht hielt ihn nur die Furcht vor England da=
von
ab, Aegypten mit ſeinen Horden zu überrennen. 1896 bis
1898 wurde der Sudan durch engliſche und ägyptiſche Streitkräfte
unter dem Befehl eines engliſchen Generals wiedererobert. Die
Rechte Englauds und Aegyptens am Sudan wurden durch ein
Abkommen geregelt, das alle adminiſtrative und geſetzgeberiſche
Gewalt in die Hände eines vom Khediven ernannten, aber von
England vorgeſchlagenen Generalgouverneurs legte. Das be=
deutete
praktiſch die unmittelbare Kontrolle durch England. Viel=
leicht
hätte ſich Aegypten ohne engliſche Hilfe den Sudan nie
wieder angliedern können, und daher, meint man in London,
dürfe es nicht beanſpruchen, in dieſem Gebiete ſeine Provinz zu
ſehen. Da aber ſelbſt die Regierung Ramſay Macdonalds zu
keiner Verſtändigung mit den ägyptiſchen Nationaliſten über die
beiderſeitigen Rechte gelangen konnte, glaubte die jetzige konſer=
vative
Regierung die einzig mögliche Löſung in einem rückſichts=
loſen
Hinauswurf der Aegypter aus dem Sudan ſehen zu müſſen.
Hätte ſich an dem Weſen der britiſchen Herrſchaft ſeit dem
Ausbruch des Weltkrieges nichts geändert, ſo brauchte man in
London um die Folgen dieſes gewaltſamen Vorgehens nicht be=
ſorgt
zu ſein. Das Schlimme iſt, daß England lange nicht mehr
in dem Maße wie früher in der Lage iſt, Wunden, die es als
Gebieter über farbige Völker ſchlägt, auch heilen zu können, daß
es vielmehr wie das niedergehende Rom genötigt iſt. Raubzüge

zu unternehmen, um die Mittel zu erlangen, die Nuhe und Ord=
nung
im Stammlande aufrecht zu erhalten. Es iſt bezeichnend
genug, daß eine mit gewaltiger Mehrheit gewählte konſervative
Regierung in England ſich doch gezwungen ſieht, die beſten kon=
ſervativen
Traditionen zu verleugnen, und durch liberale Regie=
rungsmaximen
wie die Einſetzung von Kommiſſionen, in denen
Landlords, Pächter und Landarbeiter einträchtlich über Möglich=
keiten
zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion bei Ver=
minderung
der landwirtſchaftlichen Produktionskoſten zugunſten
der Konſumenten beraten ſollen, um die Gunſt der breiten Maſ=
ſen
zu buhlen. Und dabei macht man gleichzeitig den Dominions
Hoffnung auf zollpolitiſche Bevorzugung ihrer Erzeugniſſe auf
dem engliſchen Markte, als ob es ſich dabei nicht vorwiegend um
landwirtſchaſtliche Erzeugniſſe handele, die man den breiten
Maſſen doch nicht verteuern will. In dem Maße nun, wie gerade
ein konſervatives Kabinett in England die Dominions bei guter
Laune zu erhalten fuchen muß, um von ihnen nicht im Stich ge=
laſſen
zu werden, wenn eine wagemutige imperialiſtiſche Politik
mit Waffengewalt ausgefochten werden muß, in dem Maße muß
es die farbigen britiſchen Untertanen um ſo ſchonungsloſer zu
berauben ſuchen, damit die britiſche Herrenraſſe einen Lebens=
ſtandard
aufrecht erhalten kann, den ihr bisher nur eine fort=
geſetzte
Ausplünderung auch der weißen Bevölkerung in den
Kolonien geſtattete. Was den Sudan anlangt, ſo handelt es ſich
hier um das Problem, die engliſche Textilinduſtrie von dorther
mit billiger Baumwolle zu verſorgen, da ſowohl die Vereinigten
Staaten wie die britiſchen Dominions in einem größeren Um=
fange
die auf ihrem Gebiet gewonnene Baumwolle ſelbſt ver=
arbeiten
. Um aber den Anbau von Baumwolle im Sudan groß=
artig
genug betreiben zu können, muß das Waſſer des Nil in
einem Maße für Bewäſſerungsanlagen in Anſpruch genommen
werden, daß die Staubecken in Aegypten nicht mehr genügend
mit Waſſer verſorgt werden, geſchweige denn, daß noch davon die
Rede ſein könnte, jenes Projekt auszuführen, wodurch zwei Mil=
lionen
Acres Oedland durch Bewäſſerung kulturfähig gemacht
werden ſollten. Schon 1920, 21 ſtellte die mit dem Studium die=
ſer
Frage betraute Kommiſſion feſt, daß es für die Bevölkerung
Aegyptens ein Lebensintereſſe ſei, ſich die ihr bisher zugute kom=
mende
Waſſermenge aus dem Nil durch wachſende Anſprüche des
Sudaus nicht ſchmälern zu laſſen. Dennoch hatte die ägyptiſche
Regierung ihre Zuſtimmung dazu gegeben, daß im Sudan
300 000 Feddans (1 Feddan etwa 2½ Morgen) unter Bewäſſe=
rung
geſtellt würden. Und nun ſoll unverzüglich mehr als die
dreifache Fläche für den Anbau von Baumwolle erſchloſſen
werden. Das iſt gleichbedeutend mit einem Todesurteil für Mil=
lionen
der Bevölkerung Aegyptens und des Sudans. Daher die
große Erregung der ägyptiſchen Nationaliſten, die in Zukunft
nur immer weiter anwachſen kann, weil der Hunger der eng=
liſchen
Textilinduſtrie nach billigem Rohſtoff ebenfalls immer
größer werden muß. Von den 630 000 engliſchen Textilarbeitern
waren 1921: 14 000, 1922: 67 000, 1923: 98200 arbeitslos. Seit
Februar 1924 wird in dem Fabrikationszweig, der mit amerika=
niſcher
Baumwolle arbeitet, mit einer 26½=Stunden=Woche Kurz=
arbeit
gemacht. Der Geſamtlohnausfall während der letzten drei
Jahre wird auf über 75 Millionen Pfund geſchätzt, und die
ganze engliſche Textilinduſtrie ſoll in den letzten vier Jahren mit
einem Verluſt von 200 Millionen Pfund gearbeitet haben. Darum
muß das Problem einer ausgiebigen Verſorgung der Textilindu=
ſtrie
mit billiger, innerhalb des britiſchen Weltreiches erzeugten
Baumwolle unter allen Umſtänden gelöſt werden. Dazu eignen
ſich aber nur Gebiete, die England unmittelbar beherrſcht, da
ſonſt, wie die in Indien und Aegypten gemachten Erfahrungen
lehren, ſich raſch ein Unternehmertum entwickelt, das die Baum=
wolle
im Lande ſelbſt verarbeitet. So muß die Annexion des
Sudans dazu führen, daß die Wacht am Nil Englands Kräfte
immer ſtärker in Anſpruch nimmt, ohne zu verhindern, daß einer
der Hauptpfeiler der britiſchen Weltherrſchaft von revolutionären
Kräften immer weiter unterwühlt wird.

Die Kommuniſten in Frankreich.
Große Aktion der Regierung Herriots gegen
den Kommunismus.
Paris, 6. ez. (Wolff.) Der Matin veröffentlicht über
den Miniſterrat vom Donnerstag eine Meldung, in der er=
klärt
wird, daß die Regierung ſich lange mit der Frage der
ſeit einiger Zeit durch die kommuniſtiſche Gruppe in
Frankreich unterhaltenen Organiſation beſchäftigt habe.
Der Miniſter des Innern Chautemps habe mehrere Berichte
zur Kenntnis gebracht, aus denen hervorgehe, daß dieſe neue
bolſchewiſtiſche Offenſive unter Mitwirkung
zahlreicher Ausländer geführt werde. Die Regie=
rung
habe beſchloſſen, alle notwendigen Maßnahmen
zu ergreifen, dieſer Propaganda ein Ende zu bereiten, die die
Sicherheit des Staates und die individuelle Freiheit bedrohe.
Sie habe ferner beſchloſſen, daß der Unterrichtsminiſter keine
kommuniſtiſchen Lehrer, die einmal früher vom Amte
ſuspendiert worden ſeinen, wieder einſtellen dürfe. Es
wurden ſchließlich mehrere Ausweisbefehle gegen auslän=
diſche
Kommuniſten erlaſſen. Der Matin glaubt, daß ſchon
von heute ab etwa 50 Ausländer, deren Aufenthalt in
Frankreich nicht wünſchenswert ſei, über die Grenze ab=
geſchoben
würden.
Rozzia auf ausländiſche Kommuniſten in Paris.
TU. Paris, 6. Dez. Die Pariſer Polizei veranz
ſtalte heute nachmittag ein Keſſeltreiben auf die hier
anſäſſigen ausländiſchen Kommuniſten. Es wurde
eine ganze Anzahl mißliebiger Ausländer verhaf=
tet
. Sie ſollen ſofort über die Grenze abgeſchoben
werden. In politiſchen Kreiſen befürchtet man, daß die Kom=
muniſtiſche
Partei Gegenkundgebungen veranſtalten könnte. Vor=
ſichtsmaßregeln
ſollen jedoch in ausreichendem Maße getroffen
ſein, um allen Ueberraſchungen gewachſen zu ſein.
Kraſſin erkennt die Schulden des alten
Rußland an Frankreich nicht an.
Paris, 6. Dez. (Wolff.) Der neue Sowjet=Botſchafter
Kraſſin erklärte einem Vertreter des Oeupre hinſichtlch
der Schulden des ehemaligen Rußlands bei Frankreich, die
Grundlage der Gegenſeitigkeit ſei die einzige Möglichkeit, um zu
einer Verſtändigung zu gelangen. Grundſätzlich weigerte ſich
ſeine Regierung, die Schulden des alten Rußland anzuerkennen.
Wir müſſen auch die Frage der Schulden aufwerfen, die uns
durch die Armen Koltſchak und Wrangel verurſacht wurden,
Wir haben unſeren Standpunkt bereits dargelegt, vor allem in
Genug. Wir erkennen die Schulden des ehemaligen Rußlands
nicht an, ſind aber bereit, eine Löſung zu ſuchen, die es geſtattet,
in gerechter Weiſe dieſe Frage zu regeln. Damit wir bezahlen
können, müſſen wir Einkünfte haben, alſo ein Induſtrie, einen
Handel und eine Landwirtſchaft, die proſperieren. Das iſt nicht
der Fall. Auf die Frage, ob Rußland ſich an ausländiſches Kapi=
tal
wenden wird, antwortete Kraſſin: Ja! Wenn man uns hilft,
daß wir wieder hoch kommen, dann können wir die Schuldenfrage
regeln. Wenn man aber zuerſt will, daß wir die Schulden des
alten Rußland bezahlen, dann ſtößt man auf materielle Un=
möglichkeiten
. Ausländiſches Kapital kann übrigens in gemiſch=
ten
Geſellſchaften bereits angelegt werden, um unſere Reich=
tümer
, die in den Wäldern, in den Petroleumquellen uſw. liegen,
auszubeuten. Wir werden, ſo erklärte Kraſſin, ſchließlich in
Paris, eine Handelsvertretung einrichten.

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Empfang 14. Dezember.

AGf 5

Geſtern abend wurde unſer
lieber Sohn und Bruder
Ludwig
durch einen ſanften Tod im nahe=
zu
8. Lebensjahre von ſeinem kur=
zen
ſchweren Leiden erlöſt.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Johannes Besper.
Darmſtadt, den 6. Dez. 1924,
Landwehrſtr. 43.
Beerdigung Montag, den 8. Dez.,
nachm. 3 Uhr, auf dem Waldfried=
hof
. (*36335

((nſeren lieben Freunden und Be=
Okannten und allen, die uns an un=
ſerem
Silbernen Hochzeitstage in ſo
reichem Maße mit Geſchenken, Blu=
men
und ſonſtigen Aufmerkſamkeiſten
erfreuten, ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank.

KarlDarmſtädter u. Frau

30305) Sandbergſtraße 66.
O

Dankſagung.

Für die uns anläßlich des Ab=
lebens
unſeres fleißigen und braven
Sohnes

Joſef Sturm

Student der Techn. Hochſchule

intgegengebrachte innige Teilnahme,
ferner, für die liebevolle Pflege im
Städt. Krankenhauſe, die mütter=
iche
Treue der Frau Geheimen
Rat Walbe, die wir leider zu ſpät
kennen lernten, herzlichen Dank.

In herbem Schmerz:

Familie Anton Sturm
Eiſenbahn=Oberſekretär
*36357) Rhönring 101.

Bei Tuberkuloſ
Au. Lungenleiden
auch alten Fällen (*363
mache man ſofort eine Kur mit meinen

Bio=Lungenpulber
Erfolg überraſchend! 1 Doſe 1.10 mMt
gegen Voreinſendung oder Nachnahm

Todes=Anzeige.

Nach langem ſchweren mit
großer Geduld ertragenem Lei=
den
entſchlief heute vormittag
3½ Uhr im 25. Lebensjahre
unſere liebe Tochter u. Schweſter

Heiltundiger, Darmſtadt,
A. Vogel Georgenſtraße 3 pt.
Sprechzeit: täglich 912, 38 Uhr.

Maria Karelina Wienold.

Darmſtadt, den 6. Dez. 1924.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Wienold.

Die Beerdigung finder Montag,
den 8. Dez., nachm. 3 Uhr, auf
dem alten Friedhof, Niederram=
ſtädterſtr
., ſtatt. (*36327
Von Beileidsbeſuchen bitten wir
abzuſehen.

(*36 344

BaZ
aller Art auf Teilzahlung
Kiesstraße 341r
Darmſtadt
Heute Sonntag von 1Guhr geöffnet

die ſchon vielu. alles
vergebl. verſucht,
wend. ſich an mich.
Magen=, Nerv.=,
Lungen=,Leber=,
Nier.=, Wurm=
leid
., Rheuma=
tis
,Gicht, Jsch=
ſas
, off. Beine,
Bett=Näſſen,
Keuchhuſten
uſw. uſw.
Gallenſteine
ſchmerzloſe
Entfernung
f. 24 Stund.
Erfolg gar.
Verlang. Sie
meinen Rat.
Briefl.1 Mark.
Sprechſf. 9-1,
3-5 tägl. außer
Sonnt. Homöop.
Heilanftalt
Wilhelm Stoll
Zugenheim a. d. B.30
Darmſtädterſtraße 44
Pſele Dankſchreiben.

W Vorpalenu W
Fettleibigkeit, wir
durch Tonnola be=
ſeitigt
. Preisgekr. m.
gold Medaill u. Ehr.=
Dipl. Kein ſtarker
Leib keine ſtarken
Hüften, ſond. jugendl.
ſchlanke, eleg. Figur.
Kein Heilmittel, kein
Geheimmittel. Ga=
rant
. unſchädl. Aerztl.
empfohl. Keine Diät.
Viele Dankſchr., vor=
zügl
. Wirkung. Seit
25 Jahr. weltbekannt
Paket 3 Mk. Porto
extra. D. Franz
Steiner& Co., G. m.
b. H., Berlin W 30/9
F.171. In Darm=
ſtadt
zu haben i. d.
Medizinal=Drogerie
Beckenhaub, Schul=
ſtraße
. (IV. 14961

Rodha=Froſtkur

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Darmſtadt
Ballonplatz 11.(15538a

An alle Asthmaleidende!

Hören Sie das Urteil Ihrer Leidensgefährten:
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M. P. in Ch., Kreisausschussobersekretär.
Bin sehr erstaunt über die Wirkung Ihres vortreff-
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L. V. in K.
So und ähnlich lauten die fast täglich bei uns eingehenden Dank‟
schreiben Best.: Bals. Myr. cps 30 Na. br. 2%. Malt. 24%=
Sacch. 16%, f. emuls. Preis pro Flasche 3., Zu haben in
Engelapotheke.
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Alleinhersteller: Nymphosan A.-G., München 38 L 9.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und wertvollen
Kranzſpenden beim Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen

Herrn Peter Ebert, Uhrmacher
Brensbach i. Odenwald

ſagen wir hiermit auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Ganz beſondere Anerkennung gebührt den behandelnden Aerzten
ſowie Schweſtern und Wärtern des Städt. Krankenhauſes zu
Darmſtadt für die treue Hilfe bis zum letzten Augenblick, wo
Menſchenhände keine Rettung mehr bringen konnten. Für die
erhebenden Worte des Herrn Pfarrer Kentzer, Brensbach, am
Grabe danken wir herzlichſt. Ebenſo für den in feierlicher Weiſe
bei Niederlegung des Kranzes von Herrn Uhrmacher F. Horn,
Brensbach, namens der Uhrmacher=Vereinigung des Kreiſes
Dieburg und Erbach gewidmeten Nachruf.

16608)

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fran Katharine Ebert, geb. Beber.

MMagerkeit.

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Am 4. Dezember verſchied im 73. Lebensjahre
meine liebe Mutter

Hau Teita Titer

geb. Brunner.

Im Namen der Hinterbliebenen:
Julius Trier.

Frankfurt a. M., Oezember 1924.

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Gegenüber der Erklärung des Vor=
ſtandes
des Hhpgl. u. Sp.=Schverb.,
halte ich den Ausdruck zu Unrecht
in meiner Erklärung aufrecht. Sinn
und Grund ergaben ſich aus meinem
Briefe vom 2. Dezember 1924 an den
(*36284
Herrn Vorſitzenden.
Darmſiadt, den 6. Dezember 1924.
Prof. J. Luley.

Der elegante
Schuh braucht
Plege, um elegant
zu bleiben.
WAII
Effax it des Megendttt
Schuh=

HEhsrELCER. CHENTFAARKk Effav BeichrM RESST

(I.16542)

[ ][  ][ ]

Nummer 340.

Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 7. Dezember.
Heſſiſches Landestheater. In der zweiten Morgenfeier heute vor=
mättag
11½ Uhr, im Kleinen Haus, ſingt Frau Gertrud Callam alt=
ſtunlieniſche
Arien von Agoſtino Steffani, Ginlio Caccini, Antonio Lotti,
Praiſiello, Donizetti, Gluck und Bellini. Preiſe 0.500.80 Mark.
ſn chard Strauß Oper in einem Akt und einem Vorſpiel Ariadne
tauf Naxos wird am Freitag, den 12. Dez., wieder in den Spielplan
VB Landestheaters (Kleines Haus) aufgenommen. Muſikaliſche Leitung:
Fsſeph Roſenſtock.
Vortragsgemeinſchaft techn.=wifſenſchaftl. Vereine. Mittwoch, den
. 12. 1924, abends 7½ Uhr, findet im Hörſaal des elektrot. Inſtituts
ſ Techn. Hochſchule ein Vortrag von Herrn Geheimerat Wegele über
Dieeiſenbahntechniſche Tagung in Seddin, mit Film=
ſirführung
ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Ausſtellung Künſtlerhilfe 1924. Auf der Ausſtellung wurden bis
etst verkauft: Von Hofferbert: Wagen unter Bäumen (Aquarell), Still=
esen
mit Buch (Aquarell), Dorfſtraße (Zeichnung); von Hallerſtede:
Lmnzig (Litographie), Kaſtanienallee (Lithographie), Geranien ( Holz=
nitt
), Waldlandſchaft (Holzſchnitt); von Scheld: Bauernwagen (Oel=
Isze), Rennpferde (Oelſkizze), Zur Schwemme (Oelſkizze), Viehweide
Gquarell); Teichmann: Ballſpielende Mädchen (Lithographie); Luthmer:
ESdenſee 1 (Aquarell), Bodenſee 2 (Aquarell); Vielmetter: Mappe mit
Liriginal=Lithographien aus Sizilien (handkoloriert) zweimal; Walther:
FlId an der Bergſtraße (Handzeichnung); Marcell Richter: 3 Handzeich=
inngen
; Seck=Carton: Frühling (Handzeichnung), Ginsheim am Altrhein
Bquarell); Heydt: Dorfeingang (Handzeichnung); Maria Ziegler:
EFhafe (Aquarell); L. Megeſt: 3 Buchzeigen; S. Groſch: Winter im
Fartal (Radierung).
Der Deutſche Oſtbund e, V., Ortsgruppe Darmſtadt, ſchreibt uns:
Immeldung deutſcher Sparkaſſenguthaben in Po=
en. Wir machen unſere Mitglieder und alle Intereſſenten darauf auf=
narkſam
, daß Polen jetzt, nach uns zugegangenen amtlichen Mitteilun=
ſem
, auf Grund der polniſchen Aufwertungsverordnung vom 14. Mai
ſ.5J. die Sparguthaben deutſcher Reichsangehöriger freigegeben hat und
neh bei der Auszahlung aufwertet. Anträge auf Auszahlung der in
Bl len noch befindlichen Guthaben ſind bis zum 31. Dezember d. J. in
zu niſcher Schrift und mit polniſcher Anſchrift verſehen durch Einſchreibe=
m
ef anzumelden. Unſere Mitglieder, ſowie alle Intereſſenten wollen ſich
chere Informationen in unſerer Geſchäftsſtelle bei Landsmann H. Plötz,
4önring 101 V., holen oder unſere nächſte Monatsverſammlung am
urhſten Mittwoch, den 10. d. M., im Reſtaurant Zur Sonne, Luiſen=
hrße
6, in welcher auch dieſe Angelegenheit eingehend durchgeſprochen
d beſuchen.
Das Verſchieben von Briefen und Poſtkarten in Druckſachen=
ei
dungen bildet fortgeſetzt die Urſache unliebſamer Briefverſchleppun=
ſm
und Briefverluſte. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen durch
ſie Preſſe und trotz unmittelbarer Einwirkung der Poſtanſtalten auf die
Itſender werden viele Druckſachenſendungen leider immer noch in ſo
nangelhafter Verpackung zur Poſt eingeliefert, daß ſie leicht zu Fallen
ü kleine Sendungen werden. Als beſcrders gefährlich in dieſer Be=
ishung
erweiſen ſich, wie neue Feſtſtellungen beſtätigen, die häufig zur
Surſendung von Druckſachen benutzten offenen Briefumſchläge, bei
eien die Abſender die am oberen Rande oder an der Seite vorhandene
emppe nach innen einſchlagen. In den dadurch entſtehenden Spalt ver=
ATeben ſich unbemerkt Briefe, Poſtkarten uſw., die dann in der Druck=
ſaOe
oft weite Irrfahrten machen. Im eigenſten Intereſſe des Publi=
umis
muß eindringlich davor gewarnt werden, die Klappe ſolcher Um=
chäge
nach innen einzuſchlagen; viel beſſer iſt es, die Klappe über
ne Rückſeite loſe überhängen zu laſſen. Als recht zweck=
ntßig
haben ſich Umſchläge bewährt, die an der Verſchlußklappe einen
ungenartigen Anſatz haben, der in einen äußeren Schlitz des Umſchlags
ekeckt wird. Sie ſichert den Inhlt vor dem Herausfallen und verhin=
ſett
das Einſchieben anderere Sendungen; re möglichſt ausgedehnte
8 wendung iſt im allgemeinen Intereſſe zu wunſchen. Verhältnismäßig
ſäuufig verſchieben ſich auch Briefe uſw. in Zeitungen, die unter Streif=
anrd
verſchickt werden. Es iſt dringend zu raten, die Zeitungen zunächſt
u umſchnüren und dann die Streifbänder ſo feſt wie möglich um die
Zütungen zu legen.
Kunſt und Leben im Darmſtadt von heute betitelt ſich das neue,
utstrefflich ausgeſtattete und überaus reich illuſtrierte Buch, das nunmehr
12. Dezember d. J. im Buchhandel erſcheint und aus der Feder füh=
ſel
.der Darmſtädter Perſönlichkeiten aus allen Bevölkerungsſchichten in
zen aktuellen Aufſätzen über das moderne Darmſtadt auf über 300
Seäten Text ausführlichen Aufſchluß gibt. Kommunale, ſoziale und wirt=
Vrftliche Fragen und Einrichtungen werden behandelt, der Hauptteil
bir iſt den kulturellen Leiſtungen der Stadt gewidmet. Das auf beſtem
ermiſtdruckpapier gedruckte, vorzüglich ausgeſtattete Werk, iſt nichts weni=
e
wie ein amtliches Handbuch; es iſt lebendige Gegenwart. Obgleich
ein buchhändleriſcher Wert viel höher iſt wurde der Ladenpreis nur auf
50) Mk. feſtgeſetzt, um weiteſten Kreiſen die Anſchaffung zu ermög=
ſſichen
. Es eignet ſich vorzüglich als Weihnachtsgeſchenk für jeden Darm=
doter
, der ſeine Vaterſtadt lieb hat.
Vom Landesſchiedsgericht. Zur Sicherung einer einheitlichen Rege=
urg
der Beamtenbeſoldung auf Grund Reichsgeſetzes vom 21. Dezember
200 iſt am 30. September 1922 ein Heſſiſches Geſetz in Kraft getreten,
: die Errichtung dieſes Sondergerichts mit Sitz in Darmſtadt zum
wenſtand hat. Die bezüglichen Verfahrensvorſchriften ſind am 18. März
94 in Kraft getreten. Danach iſt das Gericht dem Heſſiſchen Verwal=
urgsgerichtshof
angegliedert. Angerufen wird es durch eine bei dem
Zurſitzenden (dem Präſidenten des Verwaltungsgerichtshofes) einzurei=
hunde
ſchriftliche Erklärung, die in tatſächlicher und rechtlicher Beziehung
nyglichſt erſchöpfend ausführen ſoll, inwieweit und aus welchen Gründen
beanſtandete Vorſchrift nach dem Reichsgeſetz für zuläſſig gehalten
viled. Die Entſcheidung kann ohne mündliche Verhandlung erfolgen,
ndeß der Vorſitzende ſolche anordnen. Sie muß ſtattfinden, wenn ſie
oin der beteiligten Gemeinde oder dem Innenminiſterium beantragt
vied. Die mündliche Verhandlung iſthöffentlich. Be=
aunung
und Beſchlußfaſſung des Gerichts wird durch ein den Mitgliedern
Gerichts vorher zur Kenntnis gebrachtes Referat vorbereitet. Die
Enttſcheidung iſt mit Gründen zu verſehen. Der ziemlich kompliziert zu=
amimengeſetzte
Gerichthof entſcheidet in der Beſetzung von 7 Mitgliedern.
Lun Vorſitz führt der Präſident des Verwaltungsgerichtshofs oder ein
oin ihm beſtelltes Mitglied dieſes Gerichts; zwei ſtändige Beiſitzer (und
Stlellvertreter) ernennt der Präſident des Verwaltungsgerichtshofs aus
Zahl von deſſen Mitgliedern. Von den übrigen Beiſitzern werden
eſzwei vom Innenminiſterium und der beteiligten Gemeinde ( Körper=
chlaft
) von Fall zu Fall berufen. Die Gemeinde (Körperſchaft)
mrennt einen der beiden von ihr zu berufenden Beiſitzer aus der
Zochl der beteiligten Beamten nach Anhörung der Be=
imntenorganiſation
. Werden die Beiſitzer ſeitens der Gemeinde
rigt friſtzeitig ernannt, ſo beruft ſolche unter Beachtung der vorſtehen=
eir
Beſtimmungen der Präſident des Landesſchiedsgerichts. Wie man ſich
runnern wird, ſind ſolche Beanſtandungen hinſichtlich der Regelung der
Zaamtenbeſoldung erfolgt und dadurch Verfahren vor dem Landesſchieds=
ſent
icht in Gang gebracht worden. Es wird deshalb vorausſichtlich i
äühſter Zeit das Landesſchiedsgericht zur Entſcheidung einzelner Fälle
enufen ſein.
Darmſtädter Wochenmarktpreife am 6. Dezember 1924. (Preiſe pro
Zſirund, bzw. pro Stück in Pfennigen.) Kartoffeln und Gemüſe
5reiſekartoffeln 4,55, Blumenkohl 50150, Winterkohl (Bündel) 8,
(Fenkohl 3540, Wirſing 56, Weißkraut 2,56, Rotkraut 1012,
Eeflrabi (oberird.) 5, Kohlrabi (unterird.) 5, Spinat 20, Tomaten 60 bis
Zwiebeln 15, Gelbe Rüben 5. Knoblauch 120, Rote Rüben 10, Weiße
liben 6, Schwarzwurzeln 3040, Feldſalat 60 Endivien 510, Rettiche
0, Meerrettich 7080, Sellerie 540, Kaſtanien 25. Nüſſe 5060.
ſ ſt: Eßäpfel 1020, Fall= und Kochäpfel 812, Eßbirnen 1015,
Luckhbirnen 812, Trauben 7080, Apfelſinen 1015, Zitronen 510.
trot (4 Pfd.) 76. Fleiſch: Schweinefleiſch 120 Kalbfleiſch 100,
kundfleiſch 7090, Hammelfleiſch 80, Hackfleiſch 90, Hausm. Wurſt 80
uo 120. Fiſche: 3050. Geflügel: 120140. Sonſtige
Imren: Süßrahmbutter 260, Landbutter 230240, Eier 1720, Hand=
äſe
512, Schmierkäſe (1 Pfd.) 3540, Limburger Käſe (1 Pfd.) 130.

Erſchöpfte Nerben,
Bre Kräftigung und Wiederauffriſchung.
Für alle Vorgänge und alles harmoniſche Zuſammenarbei=
enr
der Organe im menſchlichen Körper ſind die Nerven von
deir allergrößten Bedeutung. Arbeit wie Genuß, die doch beide
dus Menſchenleben regieren und geſtalten, verlangen Kraft und
Leäſtung der Nerven. Friſche des Geiſtes und des Körpers,
Asohlbefinden und Leiſtungsfähigkeit, ein frohes Gemüt, ſelbſt
einn guter Appetit das alles ſind Folge und Aeußerungen
wahrhaft geſunder Nerven. Ihre Geſundheit aber hängt eng
zuſſammen mit der Ernährung des Körpe.s, Nervengeſundheit
letzten Endes die Löfung eines Ernährungsgeheimniſſes.

Sonntag, den 7. Dezember 1924.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
vom Sonntag, den 7., bis Sonntag, den 14. Dezember.
Großes Haus.
Sonntag: Sonntags=Fremdenmiete 4. Vorſtellung. Anfang
5½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr: Die Walküre.
Oper von R. Wagner. Preiſe 1,2012 Mk.
Montag: Vorm. 10½ Uhr: Oeffentliche Hauptprobe zum
3. Sinfoniekonzert. Preis 2 Mk. Abends 7½ Uhr:
3. Sinfoniekonzert des Landestheaters.
Preiſe 110 Mk.
Dienstag: A 9. Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr: Der
luſtige Krieg Preiſe 110 Mk.
Mittwoch: B 8. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: Carmen.
Oper von Bizet. Preiſe 110 Mk.
Donnerst.: K 9, Schülermiete gelb 3. Anfang 7 Uhr, Ende 10½
Uhr: Wallenſteins Lager! Die Piccolo=
mini
. Schauſpiel von Schiller. Preiſe 110 Mk.
Freitag: Geſchloſſen.
Samstag: Außer Miete: Anfang 2½ Uhr, Ende gegen 5 Uhr:
Uraufführung des Weihnachtsmärchens Das
Chriſtſternlein Von Vicki Baum. Preiſe
0,50, 1, 1,50, 2, 3 Mk. H 6. Anfang 7½ Uhr,
Ende 10 Uhr: Tiefland Preiſe 110 Mk.
Sonntag: E. 8. Anfang 6 Uhr, Ende 10 Uhr: Aida. Oper
von Verdi. Preiſe 1,2012 Mk.

Sonntag;

Montag:
Dienstag:

Mittwoch:

Donnerst.:
Freitag;

Samstag:
Sonntag:

Kleines Haus.
Vorm. 11½ Uhr: Zweite Morgenfeier:
Gertrud Callam. Preiſe 15 Mk. Zuſatz=
miete
VII (5). Abends 7½ Uhr, Ende nach 9½ Uhr:
Ein Glas Waſſer Preiſe 15 Mk.
Geſchloſſen.
Zuſatzmiete V (5). Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
Poſtamt,. Er iſt an allem ſchuld,
Heiratsantrag. Preiſe 0,804 Mk.
G 6 ( Zuſatzmiete IX), Schülermiete rot 3. An=
fang
7½ Uhr, Ende nach 9½ Uhr: Ein Glas
Waſſer. Preiſe 15 Mk.
Geſchloſſen.
Zuſatzmiete TV (5). Anfang 8 Uhr, Ende 10 Uhr:
Ariadne auf Naxos. Oper von R. Strauß.
Preiſe 1,206 Mk.
Zuſatzmiete I (5). Anfang 7½ Uhr, Ende nach
9½ Uhr: Ein Glas Waſſer Preiſe 15 Mk.
Zuſatzmiete III (6). Anfang 7 Uhr, Ende 9½ Uhr:
Die Journaliſten. Luſtſpiel von G. Frey=
tag
. Preiſe 15 Mk.

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(16547)

Einen Chriſtlichen Bahnhofsdienſt hat die Geſellſchaft zur Für=
ſorge
für die zuziehende männliche Jugend als Ergänzung zur Evang.
Bahnhofsmiſſion für die alleinreiſenden jungen Mädchen in etwa 30
größeren Städten eingerichtet. Die Arbeit lehnt ſich eng an die chriſtliche
Jugendbewegung, wie ſie in den chriſtlichen Vereinen junger Männer
ausgeprägt iſt, an. Die Helfer tragen auf den Bahnhöfen eine weiße
Armbinde mit der Aufſchrift: Chriſtl. Bahnhofsdienſt und tun ihren
Dienſt mit ausdrücklicher Genehmigung der Eiſenbahnbehörden. In
einem Flugblatt, das auf den Bahnhöfen verteilt wird, Ratgeber für
junge Männer, ſind ſechs kurze Ratſchläge für die Fremden enthalten
und die Adreſſen von etwa 80 Vertrauensmännern in den größeren
deutſchen Städten. Der Chriſtliche Bahnhofsdienſt will nicht nur den
Jugendlichen ſelbſt Rat und Auskunft über die örtlichen Verhältniſſe und
alle Fragen des täglichen Lebens erteilen, ſondern ſtellt ſich auch forgen=
den
Eltern, Vormündern, Geiſtlichen, Lehrern, Jugend= und Wahlfahrts=
ämtern
zur Verfügung. Bei der Anmeldung für Abholungen empfiehlt
ſich die Angabe eines Erkennungszeichens. Bei Feſtſtellung der Wohnun=
gen
von unbekannt gewordenen Jugendlichen iſt nur Vor= und Zuname,
Geburtstag und Jahr ſowje der Geburtsort erforderlich. Anfragen ſind
zu richten an die Geſellſchaft zur Fürſorge für die zuziehende männliche
Jugend, Berlin, Sophienſtraße 19.
Anſprüche aus Unfallverſicherungen unterliegen nicht der Aufwer=
tung
auf Grund der 3. St.=N.=V. So hat das Reichsgericht (6. Zivilſenat
grundſätzlich entſchieden. Die in der 3. St.=N.=V. ausgeſprochene Selbſt=
ermächtigung
der Reichsregierung über die Zeit der Gültigkeit des Er=
mächtigungsgeſetzes
hinaus (wie ſolches in der 4 Verordnung zur Durch=
führung
des Art. 1 der 3. St.=N.=V. vom 28. Auguſt 1924 geſchehen iſt)
fei nichtig, die Reichsregierung habe nicht das Recht, Aufwertungsfragen
ſoweit ſie die Unfallverſicherung betreffen, in die 3. St=N.=V.
einzubeziehen, da die Anſprüche der Unfallverſicherten keine Vermögens=
anlagen
im Sinne der 3. St.=N.=V. ſeien (8 1, Abſ. 2, 3. 10 der 3. St.=
N=V. ſpricht nur von Lebensverſicherungsverträgen). Da ſomit die
Anſprüche der Unfallverſicherten nicht unter die Vermögensanlagen im
Sinne der 3. St.=N.=V. fallen, iſt bei einem Streit über die Höhe der
Aufwertung der ordentliche Rechtsweg zuläſſig.
* Grober Schwindel. Von zuſtändiger Stelle wird dem D.D. ge=
ſchrieben
: Die Arbeitsloſigkeit in Deutſchland wird von gewiſſenloſen
Deutſchen in Spanien in unverantwortlicher Weiſe ausgenutzt. In zwei
bisher bekannt gewordenen Fällen wurden durch Inſerate in deutſchen
Zeitungen Korreſpondenten, Buchhalter, Chemiker und Ingenieure für
ein Unternehmen in Spanien geſucht. Nach Einſendung der verlangten
3 Mk., bzw. des Auslandsrückportos hören die Anfragenden nichts mehr
von der Angelegenheit. Vor derartigen Betrugsmanövern muß nach=
drücklichſt
gewarnt werden. In Spanien ſind die Ausſichten für Stel=
lungsſuchende
aller Berufsklaſſen denkbar ungünſtig, da das Land ſchwer
unter einer wirtſchaftlichen Kriſe leidet.

Quälende Sorgen, körperliche und geiſtige Ueberanſtren=
gung
, Schlafloſigkeit und manch anderer Kummer des irdiſchen
Lebens reizen und erſchöpfen die Nerven vor der Zeit. Ner=
vöſe
Beſchwerden aller Art ſtellen ſich ein. Mattigkeitsgefühl,
Arbeitsunluſt, Aufgeregtheit und Reizbarkeit, Appetitloſigkeit,
Verdauungsſtörungen und derlei Uebel mehr folgen ſich und
wechſeln ſich ab. Bald macht ſich ihr
zerſtörender Einfluß auf das Aeußere
geltend. Das Geſicht erhält eine nervöſe Prägung, leidende
Züge, den Ausdruck des Gequältſeins, die unvermeidlichen vor=
zeitigen
Alterserſcheinungen.
Will man nun etwas Energiſches tun, dann ſollte man mit
einer Nerven=Nähr= und Auffriſchungsmethode
ganze Arbeit machen, und das geſchieht durch die richtige Ver=
wendung
von
Biomalz mit Leeithin.
eine Nerven=Nahrung von denkbar größter Vollkommenheit.
Biomalz mit Lecithin iſt durch Deutſches Reichspatent

Seit 2.
Darmſtädter Fahrplanbuch. Verzögert durch die völlige
Neugeſtaltung des Buches, nicht zuletzt auch durch die Wäy=
len
, iſt nun endlich das Darmſtädter Fahrplanbuch
erſchienen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Verzögerung
hat auch ihre guten Seiten gehabt. Bis in die letzten Tage
hinein ſind die Berichtigungsblätter und endgültigen Fahrpläne
der einzelnen Eiſenbahndirektionen eingetroffen. So konnten
dieſe noch berückſichtigt werden, während alle anderen uns zu
Geſicht gekommenen privaten und amtlichen Fahrpläne, das
Reichskursbuch vom 30. November ſamt ſeinen vier Seiten Nach=
krag
einbegriffen, dieſe Aenderungen zumeiſt nicht aufweiſen.
Das erſte, was jeder beim Aufſchlagen des Darmſtädter
Fahrplanbuchs wohltuend empfinden wird, iſt die ſchöne
klare Ziffernſchrift, ſich vorteilhaft auszeichnend vor
bielen anderen Fahrplänen. Eine Streckenüberſichts=
karte
auf farbigem Papier ermöglicht raſche Orientierung. Der
Fahrplanteil ſelbſt iſt durchgreifend geändert. Die kleinren
Strecken ſind nicht mehr mit nur wenigen Stationen in die
Hauptſtrecken eingeſchaltet, ſondern unter beſonderer Nummer
mit allen Stationen und den beſten Anſchlüſſen nach und von
Darmſtadt aufgeführt. Mit wenigen Ausnahmen ſind darin wieder,
wie vor dem Krieg, ſämtliche Eiſenbahnſtationen
Starkenburgs, Rhein= und Oberheſſens enthal=
ten
. Darüber hinaus ſind wieder aufgenomen die Fernver=
bindungen
mit faſt allen Teilen des Reiches, nicht nur mit
Schnellzügen, ſondern zumeiſt auch mit allen günſtig gelegenen
Perſonenzügen. Der Anhang umfaßt Preis= und Entfer=
nungstafel
von Darmſtadt Haupt= und Oſtbahnhof, den
Gepäcktarif und die vollſtändige Aufſtellung aller Sonn=
tagskarten
, die zwiſchen Rhein, Main und Neckar auf
Stationen des Direktionsbezirks Mainz aufliegen, mit Preis=
angabe
. Ueber hundert Seiten iſt das Darmſtädter Fahr=
planbuch
diesmal ſtark und zum geringen Preis von
50 Pfennigen von Montag ab überall erhältlich.
Neue Beweiſe für die Wiederkehr früherer Zeiten: Man ſchreibt
uns: Die Geſchäftswelt regt ſich, um Darmſtadt ſeinen guten Ruf als
geeignete Bezugsquelle für alle Waren der Bekleidungsbranche zu er=
halten
. Neben großen Firmen der Textilbranche hat nun auch die Schuh=
branche
unſerer Stadt ein großſtädtiſches Unternehmen beſchert. Die
Firma Speiers Schuhwarenhaus, Ludwigſtraße, feiert ihr 25jähr. Ge=
ſchäftsjubiläum
und eröffnet zugleich ihre vergrößerten und ausgebauten
Geſchäftslokalitäten, welche eine Sehenswürdigkeit des Geſchäftsviertels
darſtellen.
Neue Tiere im Zoo zu Fraukfurt. Ein beſonderes Glanzſtück er=
hielt
neuerdings durch eine günſtige Tauſchgelegenheit die Affenſamm=
lung
, nämlich eine der ſchönſten und bunteſten Meerkatzen=Arten, die
ſogen. Diana=Meerkatze aus Weſtafrika. Die Diana=Meerkatzen
ſind beſonders durch den ſpitzen Kinnbart gekennzeichnet. Mancherlei
Neues zeigt auch das Vogelhaus, ſo zwei prächtige mexikaniſche
Grünhäher, eine der ſchönſten füdeuropäiſchen Droſſelarten, den Stein=
Röthel, einen mexikaniſchen Mantel=Habicht, der mit ſeinem leuchtend
weiß und ſchiefergrauen Gefieder zu den reizvollſten Erſcheinungen der
kleinen Raubvögel gehört.

Kunſknotizen.

deber Warſe, Künfier und Hünftiertſche Deranſtaktungen, deren lim Nachſtehenden Grwähnung
gefichlebt, bebält ſich die Rebattien ihr Uirtell vor.

Palaſt=Lichtſpiele. Findelkind‟. Hier iſt dank
einer ganz hervorragenden Regie und einer noch weit beſſeren Darſtel=
lung
ein Werk entſtanden, das nicht nur billigen Publikumserfolg zu ver=
buchen
hat, ſondern auch wirklich künſtleriſche Qualitäten in hohem Maße
birgt. In Beſſie Love lernen wir eine junge Darſtellerin kennen, der
man ebenſo gerne das abſolute Kind wie das junge Weib zu glauben
vermag. Ihr Spiel iſt von einer ſo rührenden Schlichtheit und Eindring=
lichkeit
, daß man ſich dem Zauber ihrer liebreizenden Erſcheinung ebenſo=
wenig
verſchließen vermag, wie insbeſondere dem ihrer ſo ſprechenden
Augen. Da iſt eine Reihe von Szenen, wo tatſächlich, bei ſtarrſter Mi=
mik
, nur noch dieſes prächtige Augenpaar zu uns redet. Daß gerade ſie
die ſtärkſten des ganzen Films ſind iſt erſtens ein Beweis für das fabel=
hafte
ſchauſpieleriſche Können der Kleinen, weiter aber auch für die alte
Forderung, daß Darſteller von Qualitäten auf die große Geſte und Mi=
mik
verzichten können und müſſen, wo es ſich um die Wiedergabe echte=
ſten
Gefühls handelt. Neben dieſem wirklichen Stern im beſten Sinne
des Wortes müſſen die übrigen Leiſtungen trotz hoher Eigenſchaften zu=
rücktreten
. Georg Hughes iſt ein lieber, zwar nicht hübſcher, aber durch=
aus
ſympathiſcher Junge. Unbeſtritten glänzend ſind die Darſtellerin der
jungen Mutter und der alte blinde Muſikant. Das glänzende Talent
amerikaniſcher Regie, auch kleine Typen ſo auszuwählen, daß ſie für Mo=
mente
die Hauptdarſteller überſtrahlen, bewährte ſich hier in einer Szene
zwiſchen dem alten Waiſenhauswärter und ſeiner Frau. Ein kleiner
Fixköter heimſte eigentlich die Haupttriumphe des Films durch allerliebſte
Dreſſurſtuckchen ein. In dem anſpruchsloſen Werk ſteckt ſo unendlich
viel rührende Menſchlichkeit, daß wir es als wirklichen Publikumsſchlager
beſtens empfehlen können.
Lokale Veranſkaltungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchlleßlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu befrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.

D. O. B. Der für vergangenen Donnerstag anläßlich des Bier=
abends
des D.D.B. vorgeſehene Vortrag mußte leider ausfallen, ſo daß
ſich die zahlreich erſchienenen Teilnehmer zu gemütlicher Ausſprache bei
einem Glas Bier vereinigten. Der nächſte Bierabend wird wegen des
Neujahrstages auf Donnerstag, den 8. Januar 1925, verſchoben. Außer=
dem
gab der Vorſitzende, Herr Oberſt a. D. Krauſe, noch bekannt, daß
der Turnverein Jahn den Deutſchen Offizier=Bund zu ſeiner am 11. 1.
1925 im Mathildenhöhſaal ſtattfindenden Fahnenweihe eingeladen hat.
Ferner veranſtaltet der Deutſchorden am 18. Januar 1925 in der Turn=
halle
am Woogsplatz eine Reichsgründungsfeier. Zu allen dieſen Ver=
anſtaltungen
werden die Herren Kameraden gebeten, vollzählig zu er=
ſcheinen
.
Orpheum. Der Kartenverkauf findet ſtatt: Verkehrsbüro; von
1012 Uhr, de Waal, Rheinſtr. 14: bis 6 Uhr abends, Orpheumskaſſe:
ab 3 Uhr.
Die nächſte volkstümliche Sonntagsmorgenmuſik
von Oberregierungsrat Grospietſch findet am 14. Dezember, um
11½ Uhr, im Realgymnaſium ſtatt und bringt Klaviervorträge
des Pianiſten Graf von Wesdehlen, der die Bachſche Chaconne
in der Klavierbearbeitung von Buſoni, Rob. Schumanns Fis=Moll=Sonate
und die großen Variationen über ein Händelſches Thema von Brahms
ſpielen wird.
Ludwigshöhkonzerte. Heute nachmittag von 4 Uhr ab
findet Konzert der Künſtlerabteilung des Orpheumsorcheſters ſtatt. Das
Programm iſt ſehr unterhaltungsreich. Von 5 Uhr ab werden die Wahl=
ergebniſſe
durch Funkſpruch bekanntgegeben. (Siehe Anzeige.)
Auf den Bücher=Verkauf und die Bücheraus=
ſtellung
, die in der Dieburger Straße 26, 1. Stock, ſtattfindet, ſei
nochmals hingewieſen. Der Beſuch der Ausſtellung lohnt ſich. Für wenig
Geld ein ſchönes Weihnachtsgeſchenk.

VORANAEIGE: 16546

Mit Kurbel=Kamera und Büchſe
im Sumpf und Arwald von Afrika.
Erſtaufführung in Darmſtadt am Donnerstag, den11 Dezember
Vorverkauf ab Montag: Verkehrsbüro und Volkshochſchule.

geſetzlich geſchützt und ſeine Erfindung ermöglicht die völlige
Aufnahme des Leeithinſtoffes in die Säfte, die die Nerven er=
nähren
, zu gleicher Zeit mit dem Einſetzen der kräftigenden Wir=
kung
des Biomalzes auf den geſamten Körper. Biomalz mit
Lecithin iſt in langen Stoffwechſelverſuchen in der Chemiſchen
Abteilung des Rudolf=Virchow=Krankenhauſes ſorgfältig unter=
ſucht
und hat ſich mehrere Jahre hindurch in der ärztlichen Pra=
ris
bewährt. Es hat ſeine Feuerprobe in jeder
Prüfung überſtanden und iſt wiſfenſchaftlich unanfechtbar.
Es iſt reſtlos verdaulich. Das ſteigende Kraftgefühl, das friſche
Ausſehen, die
Anzeichen der Verjüngung
legen Zeugnis davon ab, wie tiefgreifend der Nervennährſtoff
auf das Wohlbefinden des ganzen Körpers zu wirken vermag
Preis einer Doſe Biomalz 1,90 Mark, mit Leeithin 5 Mark,
mit Eiſen (für Blutarme und Bleichſüchtige) 2,20 Mark, mit
Kalk extra (für Lungenleidende) 2,50 Mark. Hoffmanns Bio=
malz
=Schokolade Tafel 60 Pfennig. Druckſachen koſtenfrei von
Gebr. Patermann, Teltow=Berlin 110.
(TV.16576

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Sonntag, den 7. Dezember 1924.

Rummer 340.

Zu den Wahlen.

* Die Deutſche Volkspartei
hatte geſtern abend noch einmal in letzter Stunde ihre Wähler und Par=
teifreunde
in der Turnhalle verſammelt, um auch dem Reichsminiſter
Dr. Jarres Gelegenheit zu geben, die Gedanken zu entwickeln, in
denen die D. Vpt. in den Wahlkampf tritt und in denen ſie ſich die Politik
der Zukunft denkt. Der große Saal der Turnhalle war dicht beſetzt,
trotz der frühen Anfangsſtunde, die manchem den Beſuch verleidet
haben mag.
Die Verſammlung wurde von Herrn Rechtsanwalt Dingeldey
geleitet, der die zahlreich Erſchienenen herzlichſt begrüßte und erklärte,
daß Herr Dr. Jares alsbald nach der Verſammlung gbreiſen muß, um
in Berlin morgen dienſtlich anweſend zu ſein.
Reichsinnenminiſter Dr. Jarres
führte aus, er ſei gern in letzter Stunde noch nach Darmſtadt gekommen,
veil er als Rheinländer ſelbſt am ſchwverſten unter der Beſatzung mit=
gelitten
und am beſten die Stimmung mitempfinden könne, unter der
Heſſen zu drei Fünfteln beſetzt ſtand und ſteht. Der von der Ver=
ſammlung
mit lebhaftem Beifall begrüßte ſympathiſche Redner ging
dann kurz auf die Innenpolitik ein und warf zunächſt einen ſchnerzliche
Grinnerungen wachrufenden Rückblick auf den Beginn der Ruhrbeſetzung
und deren Weiterbeſtehen mit den furchtbaren wirtſchaftlichen Folgen,
die uns an den Nand des Abgrundes gebracht haben. Dazu kamen im
Innern rollkommen der Auflöſung zuſtrömende Tendenzen. Der Kom=
munismus
arbeitete im Sowjetſinne zerſtörend und vernichtend. Dazu
kam die radikale Rechtsbewegung und vieles andere. Die Hauptſache
lag allerdings immer im Weſten. Es wollte keinen Frieden geben mit
den Gegnern von Verſailles. Die Franzoſen unterſtützten das Separa=
tiſtengeſindel
. Der Nuhrkampf, der heroiſchſte, den je ein Volk ausfocht,
mußte zu Ende gehen. Es ergibt ſich das betrübliche Bild, daß eine
Partei der anderen die Schuld am Ruhrkampf aufbürdete‟. Wie grund=
falſch
war dasl. Jede Partei hätte ſtolz ſein ſollen und können, für
dieſen Ruhrkampf die Verantwortung zu tragen. Der Nuhrkampf kam
und mußte kommen, weil er im Programn des Feindes ſtand. Daß wir
ihn aufnahmen, war der erſte Akt, der eine Wendung in unſerem Ge=
ſchick
bedeutete. Daß wir ihn aus finanziellen Nöten aufgeben mußten,
ändert daran nichts. Er brachſte die Wendung und den erſten kleinen
Schritt zur Beſſerung. Daß und wieweit wir ihn tatſächlich verloren
haben, iſt noch lange nicht entſchieden. Ich und mit mir die Partei, der
anzugehören mir eine große Ehre iſt, ſind von den Sozialdemkraten,
beſonders von Herrn Breitſcheidt, ſchwer angegriffen worden. Wie war
es denn in Wahrheit?. Wohl hatte Poinearé erklärt, wenn das deutſche
Volk den Widerſtand aufgeben würde, werde die Welt die Großmütigkeit
Frankreichs kennen lernen. An dieſe Großmut habe ich nie geglaubt.
Es hat ſich erwieſen, daß ſie tatſächlich nicht beſtand. Es kamen Ver=
handlungen
. Wir hatten, alle Deutſche, gemeinſam gekämpft im Nuhr=
kampf
; es gab keine Parteiunterſchiede, und ich habe ſtets in den Vorder=
grund
der) Verhandlungen geſtellt, daß dieſer heroiſche Kampf keine
Parteiſache werden dürfe. Zur Sache ſelbſt habe ich ſtets den Grundſatz
vertreten, daß der Ruhreinbruch ein Vertragsbruch der Gegenſeite war.
Nur durch eine außenpolitiſche Aktion konnte er beendet werden. Wir
haben vor aller Welt feierlich erklärt, daß, ſo lange Frankreich und Bel=
gien
nicht den Vertragsbruch aus der Welt ſchaffen, auch Deutſchland
nicht an den Vertrag dieſer beiden Gegner gegenüber gebunden ſein
könne. Gewiß war es mir klar, daß die Sachlage vielleicht für Deutſch=
land
noch ſchwere Bedrückungen bringen konnte, aber die ganze Lage
mußte ſich dadurch ſo zuſpitzen, daß die übrigen Weltmächte nicht mehr
tatenlos zuſehen konnten. Nun wagen Sozialdemokraten, voran Herr
Breitſcheidt, der meine Gedankengänge unbedingt richtig kennen mußte,
mir vorzuwerfen, ich wolle das Rheinland verraten. (Pfui!) Was an
derartigen Aeußerungen von meinen Gegnern mir in den Mund gelegt
wird heute im Wahlkampf, iſt frei erfunden, aus der Luft gegrif=
fen
. Auch Demokraten und Sozialdemokraten haben meinen Stand=
punkt
als durchaus gut und männlich bezeichnet. Ein Führer der Ge=
werkſchaften
hat mir geſagt, er habe die höchſte Hochachtung vor meinem
Standpunkt. (Hört, hört!) Ich ſage das nur, um die Stimmung zu
kennzeichnen damals und heute. Ich habe damals wie immer in vor=
derſter
Linie des Kampfes zur Erhaltung des Rheinlandes an Preußen
und Deutſchland geſtanden. Wer heute das beſtreitet oder mir anderes
unterſtellt, den bezeichne ich vor aller Oeffentlichkeit als einen poli=
tiſchen
Heuchler und Lügner!. (Anhaltendes Bravo!)
Es iſt möglich, daß ich damals die Nervenkraft des deutſchen Volkes
überſchätzt habe, iſt auch möglich, daß ich ſachlich geirrt habe, an meinen
Abſichten ändert das nichts. Mein Vorſchlag wurde dem damaligen
Reichskanzler Streſemann unterbreitet. Er mußte ſeine Durchführung
erwägen und eventuell verantworten. Wenn er ihn nicht zur Durch=
führung
brachte, fo beweiſt die Tatſache, daß Streſemann mich alsbald
danach in ſein Kabinett berief, daß er meine Abſichten richtig er=
kannte
und ſchätzte. Die größte Not nur konnte den Kabinettsbeſchluß
herbeiführen, alle Leiſtungen für die beſetzten Gebiete ſofort einzuſtellen.
Ich habe mich damals energiſch gegen dieſen Beſchluß gewehrt, und es
wurde daraufhin noch eine Uebergangszeit geſchaffen. Wie es geſchah,
darüber kann ich heute nicht ſprechen. Jedenfalls wurde durch dieſes
eigentlich untragbare Opfer verhindert, daß das Rheinland verloren
ging. Herr, Helferding und der ſozialdemokratiſche Miniſter Braun
waren es, die für die ſofortige Einſtellung der Zahlungen für das beſetzte
Rhein= und Ruhrgebiet eintraten. Den drakoniſchen Maßnahmen Dr.
Luthers gelang es, die Währung der deutſchen Mark zu feſtigen, unſere
Wirtſchaftsverhältniſſe zu ſtabilieren. Dadurch wurde das Rheinland
gerettet. Wir hatten damals fünf Millionen Erwerbsloſe, die bezahlt
werden mußten. Mit Reichsmitteln konnte das nicht geſchehen; der
Feind lehnte jede Lerhandlung mit der Regierung ab. Damals legte
ſich die Induſtrie ins Mittel; durch die Micumverträge gelang es, die
Arbeitsloſigkeit ſtark herabzumindern. Endlich kam hinzu, daß es doch
gelang, die Außenwelt für uns und für die notwendigen Vernunſtgründe
zu gewinnen. Die Welt überzeugte ſich davon, daß eines der wichtigſten
und komplizierteſten Glieder der Weltwirtſchaft verloren ging. Dieſen
reinen Vernuftüberlegungen iſt es zu danken, daß wenigſtens die An=
fänge
zu einer Beſſerung erreicht wurden. Es kamen die Sachverſtän=
digengutachten
, die zunächſt unerträglich und unerfüllbar. Allein die
deutſche Bahn ſollte 950 Millionen jährlich im Beharrungszuſtande ab=
liefern
, die deutſche Induſtrie 5 Milliarden; die Steuern auf Alkohol
und Tabak 1250 Millionen jährlich uſw. Derartige Leiſtungen wurden
noch nie im Leben einem Volke auferlegt. Dabei war in dieſem Sach=
verſtändigengutachten
die politiſche Seite die Ehrenſache, nicht erwähnt.
Das alles mußten wir erſt durchſetzen. Räumung, Zurücklaſſung der Aus=
gewieſenen
uſw. uſw. Den Verhandlungen gelang es, den einheitlichen
Wirtſchaftskörper Deutſchlands wiederherzuſtellen, die Grenzen zu be=
ſeitigen
, die deutſche Verwaltung wieder einzuführen, vor allem die
Zurücknahme der Ausweifungen, die Räumung des Einbruchsgebietes,
wenn auch nicht ſofort, ſondern erſt zum Auguſt 1925. Immerhin ſo
viel, daß es uns möglich war, mit Ja zu antworten, um der Freiheit

willen. Dann kamen die Wahlen und der neue Reichstag. Die Deutſch=
nationalen
hatten das Gutachten bekämpft. Ich kann es jedem nachfüh=
len
, der es nicht auf ſich nehmen konnte, die furchtbaren Laſten zu über=
nehmen
. Auch uns wurde es ſehr ſchwer. Aber es mußte ſein. Eine
Ablehnung hätte zur Folge gehabt, daß eine weitere Konferenz frühe=
ſtens
im Frühjahr nächſten Jahres zuſtande gekommen wäre. Bis da=

Eiude Dir calchene e e een eufe der
einer Auflöſung des Reichstags hätte die Deutſche Volkspartei die größ=
ten
Vorteile gehabt. Dafür mußte zugeſtanden werden, daß die Deutſch=
nationalen
mit in die Regierung eintreten.
Auf einen hier einſetzenden Zuruf: Warum denn gleich 4 Mann!
erklärt Redner, daß hiervon nie die Rede geweſen iſt, daß ein Feſtlegung
forderndes Schreiben der Deutſchnationalen ohne weiteres zurückgegeben
wurde. (Lebhaftes Bravo!) Die Zahl der Sitze ſollte ſich nach der Zahl
der mit Ja ſtimmenden Deutſchnationalen richten.
Redner ſprach dann von der Koalition mit den Sozialdemokraten.
Man hatte gehofft, daß dieſe Partei endlich einmal ſachlich und praktiſch
mitarbeiten würde. Es mußte gehandelt, gearbeitet werden, die Zeit
des nur Nedens, der Phraſen war vorbei. Da hat die Partei verſagt,
Nicht die in der Regierung ſitzenden Herren, dieſe hatten den beſten
Willen, aber ihre Partei ging nicht mit. Ich ſage das nicht um Vor=
würfe
zu machen, weil ich überhaupt auf dem Standpunkt ſtehe, daß die
Gehäſſigkeit aus dem Wahlkampf verſchwinden ſollte. (Lebh. Bravo.)
Es ging aber nicht anders, auch in der Politik kann niemand über ſeinen
eigenen Schatten ſpringen. Gehandelt aber mußte werden. Es gab
ſchwere Stunden im Kabinett. Nach Jahren erſt wird die deutſche Welt
erkennen, was ſie dem Finanzminiſter Luther zu danken hat. Die furcht=
bare
, verantwortungsvolle Arbeit konnte das Kabinett machen, auch mit
eier kleinen Mehrheit. An dieſe Dinge machen ſich die Parteien nicht
gerne heran. Nachdem das Dawes=Gutachten angenommen, mußte al=
lerdings
wieder parlamentariſch regiert werden, mußte eine tragbare
Mehrheit geſchaffen werden. Das größte Unglück für uns iſt
der ſtete Regierungswechſel. Sehr richtig!) So vieles
bliebt liegen. Niemand, der ein wichtiges Geſetz bearbeitet und ein=
bringt
, hat die Gewähr, daß er es durchſetzen kann. Das muß anders
werden. Es gilt heute unbedingt, dem deutſchen Volke
eine Mehrheit zu ſchaffen, mit der gearbeitet wer=
den
kann. Das kann geſchehen einmal durch Stärkung der Mittel=
parteien
. Sie iſt kaum zu erhoffen, zumal angeſichts der ſtarken Span=
nung
zwiſchen der Deutſchen Volkspartei und den Demokraten. Eine
ausgeſprochene Linksregierung bis zu den Demokraten einſchließlich
würde für die Demokratie das Ende bedeuten. Der dritte Weg wäre die
große Koglition, wie ſie Dr. Streſemann ſeinerzeit geplant hatte. Ich
halte ſie für praktiſch unmöglich. Endlich könnte kommen eine Erweite=
rung
der Negierung nach rechts. Sie wäre möglich und gangbar. Die
Entſcheidung hierüber liegt bei den Wählern. Ich bin gewiß kein ein=
geſchworener
Parteimann, aber ich habe die feſte Ueberzeugung, daß die
Politik der Deutſchen Volkspartei, die Dr. Streſemanns, die vernünf=
tigſte
, folgerichtigſte iſt, daß ſie die Auffaſſung des Volkes trägt.
(Bravol) Schwere Jahre der Sorgen und Arbeit ſtehen noch vor dem
deutſchen Volk. Es wird ſie bewältigen können, wenn es ſeine Lage
richtig erkannt hat. Darum wollen wir Realpolitik. Aber neben
dieſer Realpolitik muß ein ſtarker nationaler Ein=
ſchlag
unſer ganzes Handeln, und Denken beherr=
ſchen
. (Langanhaltendes Händeklatſchen.) Es iſt unverſtändlich, wie
eine Partei, die deutſche Sozialdemokratie von der gleichgeſinnten in
Frankreich, ein Glückwunſchtelegramm mit Stolz akzeptiert.
Zuruf eines Einzelnen: Iſt es nicht gut, daß Herriot am Ruder iſt!
Gewiß iſt das gut, darum handelt es ſich nicht. Ich frage nur, iſt es
denkbar, daß im umgekehrten Fall, eine Partei in Frankreich, das von
Deutſchland beſiegt und unterdrückt wäre, ein Glückwunſchtelegramm
einer deutſchen Partei entgegengenommen hätte? (Lebh. Bravo.)
Redner ſchließt: Ein Volk, das vor kurzem Dr. Eckener mit der
größten techniſchen Errungenſchaft der Welt einer deutſchen über
den Ozean ſchicken konnte, iſt nicht zum Sterben, ſondern
zum Leben da! (Langanhaltender Beifall.)
Herr Generalſekretär Kollbach ſprach dem Redner den herzlich=
ſten
Dank der Verſammlung aus.
Zweiter Redner war.
Rechtsanwalt Dingeldeh.
Er beſprach vorzugsweiſe die heſſiſche Politik, die wir über den großen
Dingen der Außenpolitik nicht vergeſſen dürfen. Wir wählen in Heſ=
ſen
einen Landtag, der nicht, wie der Reichstag, nur 5 Monate, ſondern
3 Jahre alt iſt. In dieſen 3 Jahren haben ſich die Dinge doch gewaltig
geändert. Wir haben erlebt, daß im Jahre 1921 die Oppoſition verdop=
pelt
, die demokratiſche Partei von 13 auf 5 Sitze herabgedrückt wurde.
Von einer Aenderung der Politik nach dem Willen des Volkes war aber
nichts zu ſpüren. Die Deutſche Volkspartei war immer bereit die Ver=
antwortung
mittragen zu helfen, aber ſie konnte es nicht, um die ſozial=
demokratiſch
=demokratiſche Regierung zu ſtärken: Man bot uns an,
einen 5. Miniſterpoſten zu ſchaffen. Dazu kam aber, daß die ſozial=
demokratiſchen
Miniſter bei gewiſſen Abſtimmungen noch eine Stimme
mehr haben ſollten. Da war denn doch das Gefühl für Sauberkeit zu
ſtark in unſerer Partei, um ein derartiges Angebot anzunehmen.
(Bravo!) Auch damals, als der Herr Finanzminiſter Henrich ſeinen
Abſchied genommen hatte ſind wir in Verhandlungen eingetreten. Da=
mals
wollten die Sozialdemokraten ſchon ohne Demokraten regieren.
Angeſichts dieſer Gefahr aber zog Herr Henrich ſein Rücktrittsgeſuch
wieder zurück. (Hört! Heiterkeit.) Für uns blieb wieder nur der 5. Mi=
niſterpoſten
der der Juſtiz. Wir dankten abermals. Wir ſtehen heute
auf dem Standpunkt, daß das ſozialdemokratiſch=demokratiſche Mehrge=
wicht
in der Regierung ſchwinden muß. Wir ſtehen vor der ſeltſamen
Tatſache, daß in Heſſen die kleinſte unter den größeren Parteien, den
größten Einfluß in der Regierung ausübt, nämlich die demokratiſche.
(Hört! Hört!) Da ſind zunächſt die Finanzen. Ich beſtreite, was Herr
Henrich ſagte, die Erzbergerſche Finanzpolitik habe den Reichsgedanken
geſtärkt. (Sehr richtig!) Das Gegenteil iſt der Fall. Verantwortungs=
bewußte
und verantwortungsfreudige Länder ſind viel eher geeignet,
den Reichsgedanken zu ſtärken. Wir haben die unglückſelige Steuergeſetz=
gebung
Erzbergers ſtets bekämpft, und heute iſt der Wunſch, an deren

Stelle eine klare, ukomplizierte Steuergeſetzgebung zu ſetzen, bei allem
Einſichtigen allgemein geworden. Für uns ergibt ſich ohne weiteres di:
Forderung, die Steuern nach der Tragfähigkeit des Wirtſchaftskörper=
zu
verteilen. Die Sätze in Heſſen ſind die höchſten von allen deutſchem
Bundesländern. Früher konnte der heſſiſche Finanzminiſter ſich dargu
berufen, daß der reichſte Teil Heſſens der Steuer durch die Beſetzun=
entzogen
ſei. Das ſtimmt heute nicht mehr. Heute ſind die Reichs
ſteuern, die Heſſen überwieſen werden, weit höher, als wir ſeiner Zeft
angenommen. So iſt es gekommen, daß in einer Zeit allge=
meiner
Wirtſchaftsnot ſich beim Staat und auch be=
einzelnen
Gemeinden Summen angeſammelt ha=
ben
, die nun zu hohen Kinſen wieder an den Birt=
ſchaftskörper
verliehen werden. (Hörtl Hört!) Der Her=
Finanzminiſter wollte angeſichts dieſer Tatſache das dritte Steuerzig
ſtunden. Auch damit konnten wir uns nicht zufrieden geben. W5.
ſtehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß hier eine Stundung nich
ausreicht, genau ſo wenig, als die Steuerbelaſtung ſeinerzeit berechtis,
war. Wie mit der Steuer, iſt es mit vielen anderen Gebieten, in denes
Heſſen vorangeht, ich erinnere nur an die Miniſterpenſionen. Ich geb=
ſicher
nicht ſo weit wie früher oft der heutige Staatspräſident Uric
der erklärte, nach ſeiner Anſicht könne Heſſen von einem einzigen M.
niſter regiert werden. Ich möchte aber angeſichts der ſtändigen Abbau=
forderungen
doch einmal daran erinnern, daß die heſſiſche Verwaltungg
art heute um 16 Millionen Goldmark höher iſt al
früher, mit Einſchluß der Zivilliſte des Großher
zogs. (Hört! Hört!) Von der Sozialdemokratie wird mir immes
zum Vorwurf gemacht, daß ich Rechtsbeiſtand des früheren Großhew
zogs in ſeinem Rechtsanſpruch an den Staat bin. In dieſem Sinm
vergeſſen die Herren ganz ihren demokratiſchen Standpunkt, der gleich=
Recht für alle fordert. (Sehr richtig!) In vielen anderen Ländern ſim
die Schadensanſprüche an die Staaten bedeutend höher geworden. E
handelt ſich hierbei für uns um keinerlei politiſche Frage, ſondern einziü
und allein um eine Rechtsfrage.
Vielfach hat ja die Selbſtändigkeit des Staates, des Einzellandes=
zugunſten
des Reiches Einſchränkungen erfahren. Auf einem Gebietztz
haben wir noch volle Bewegungsfreiheit, das iſt das kulturelle und Err
ziehungsgebiet. Unſere Arbeit muß hier die ſein, daß wir den Kamp
um die deutſche Jugend führen in dem Sinne, daß wir ein gutes un
körperlich und geiſtig geſundes Geſchlecht leranziehen. Ich wende mich
gegen jede Politiſierung der Schuljugend, ganz gleich, von welcher Setz
ſie kommt. Aber wenn unſere Jugend in der Zeit, da unſer Vaterlan=4
daniederliegt, ſich erinnern und erheben will an Zeiten, da Deutſchlmi4
Achtung und Wertſchätzung in der Welt fand, ſo darf ſie daran nichs
gehindert werden. Wir wenden uns gegen alle Verhetzung und Undulchd
ſamkeit in der Schule. In einer Zeit des Uebergangs ſollte man ſiche=
nicht
mit allen möglichen Strafen und Drangſalierungen vorgehen gegen
Schuljugend, die ſchwarz=weiß=rote Bändchen trage. (Bravol) Hie=
müßte
es genügen, belehrend einzuwirken. Man erreicht durch ſchikao
nöſe Beſtrafungen ganz etwas anderes: die Heranziehung von Streber
tum und Geſinnungslumperei, die zum Nachteil des ganzen Bolkes aus
ſchlagen wird. Wenn man erleben mußte, daß in einer höheren Lehs=
anſtalt
ein Lehrere ſich ſchriftlich von Schülern berichten ließ, was ſem
Geſchichtsunterricht erteilender Kollege über die Repuhlik geſagt hab=
ſo
iſt das ein höchſt bedenkliches Reſultat dieſer Erziehungsmethode. Au=
dem
Gebiete der Schule iſt der demokratiſche Einfluß unendlich vies
größer, als die Bedeutung dieſer Partei das rechtfertigt.
Redner geht dann gleichfalls auf die Reichspolitik ein und ſtellt feſti!.
daß es durchaus unangebracht und ungerechtfertigt iſt, dieſen Wahlkamp=
zu
führen unter der Parole Monarchie oder Republik. Keiner alle=
Politiker, die heute dafür eintreten, daß die Deutſchnationalen in d
Regierung eintreten, iſt ſo töricht, heute, da es ſich einzig um die Exft
ſtenz des Vaterlandes handelt, gleichzeitig Verfaſſungskämpfe einzuleiterr
Kein vernünſtiger Menſch denkt daran. Darum iſt dieſe Wahlparoll
eine unwahre. Im weiteren wies Redner die Behauptung zurück, dar
auch Dr. Streſemann Erfüllungspolitik genau wie Wirth betreibe. E.
iſt ein gewaltiger Unterſchied. Damals, als das Londoner Abkommen
mit ſeinen 136 Milliarden unterzeichnet wurde, ſollte dieſe Erfüllumg=
Oberſchleſien retten; zwei Monate ſpäter war es verloren. In dem Ver=
trag
aber, der Streſemanns Unterſchriſt trägt, ſteht auf der Habenſeitt
die Räumung des Ruhrgebiets, die Nückgabe der Eiſenbahnen, die Fres=
laſſung
der Gefangenen und Zurücknahme der Ausgewieſenen. ( Hör=
hört
! Sehr richtig!)
Die Aufgabe, die dem deutſchen Volk jetzt geſetzt iſt, iſt einfach din
ob es ſich freimachen kann von einer Schlagwortpolitik, und ſeine Zc
kunft aufbaut auf vernünſtige, beſonnene, praktiſche Realpolitik. De
Weg, den wir gehen, iſt noch lange Zeit ſchwer und entſagungsreich
ohnmächtig inmitten waffenſtarrender Gegner. Aber jede kleine Etapey
bringt uns vorwärts auf dem Wege zu der Möglichkeit, daß einſtmal
wieder unſere Jugend ſagen kann: O Deutſchland hoch in Ehrens
(Langanhaltender Beifall.)
Herr Kollbach ſprach auch dieſem Redner den herzlichſten Dar
der Verſammlung aus und betonte, daß manches Unangenehme in dieſem
Wahlkampf vermieden worden wäre, wenn die Vertreter der Regierungs
parteien ſich der gleichen Sachlichkeit befleißigt hätten, wie die bedem
heutigen Redner. (Sehr richtig! Bravo!)
Es folgte eine.
Diskuſſion:
Frau Pringsheim erklärt, nicht im Auftrage ihrer der ſoziall
demokratiſchen. Partei zu ſprechen. Sie ſtellt feſt, daß die beiden Redners
obwohl ſie ſachlich bleiben wollten, ſtarke Angriffe gegen Führer hre=
Partei gerichtet haben. Sie trat dann im weſentlichen für die Vertiefunm
des republikaniſchen Gedankens ein.
Herr Rechtsanwalt Staedel beanſtandet, daß in den ſozialdenon
kratiſchen Wahlverſammlungen kein Rechtsſtehender ſich zum Wort ges
meldet hat. Er polemiſiert dann des längeren gegen Redner und Kanu
didaten der Deutſchen Volkspartei, von denen er eine reinliche Scheidung
von den Deutſchnationalen verlangt. Schließlich ſprach noch Herm
Ernſt Müller, der aber nicht zu verſtehen war.
Ein kurzes zündendes Schlußwort des Herm Dingeldeh be=
endete
die wirkungsvolle Verſammlung mit einem dreimaligen Hoch ar4
das deutſche Vaterland.
9.
Deutſche Demokratiſche Partei: Treffpunkt arz
Wahltag: Kaiſerſaal in der Grafenſtraße. (S. Anz.)
Zentrumspartei. Unſere Mitglieder und Freunde ſaup
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[ ][  ][ ]

Nummer 340.

Sonntag, den 7. Dezember 1924.

Aus. Heſſen.

2 Pfungſtadt, 3. Dez. Vereinsgründung. Hier hat ſich ein
Schachklub gegründet. Am Bahnübergang hätte ſich dieſer
Lage beinahe ein ſchweres Unglück ereignet. Kurz vor einem den
Uebergang paſſierenden Fuhrwerk (öbelwagen) konnte der von Eber=
adt
kommende Zug noch zum Halten gebracht werden. Das eine Pferd
ar bereits von der Maſchine am Kopf verletzt worden.
* Ober=Ramſtadt, 7. Dez. Viehzählung. Die am 1. d. M.
wattgefundene Viehzählung hatte folgendes Ergebnis: 198 Pferde, 472
(stück Rindvieh, 242 Schafe (darin einbegriffen eine auswärtige Herde),
(40 Schweine, 972 Ziegen und 5958 Stück Federvieh.
* Nieder=Ramſtabt, 6. Dez. Heute Morgen gegen 4 Uhr wurde die
Erinwohnerſchaft durch Sturmläuten und Feueralarm auf die Beine
bracht. Der Operationsſaal beim Krüppelheim, ein vollſtändig aus
olz hergeſtellter Bau, ſtand in hellen Flammen und brannte ganz und
grar nieder. Das ſofortige Eingreifen der freiwilligen und Pflichtfeuer=
mehr
, konnte trotz eifriger Bemühungen nicht verhindern, daß der Bau
an Raub der Flammen wurde. Das Feuer fand in dem Holzbau, der
zuidem noch mit Dachpappe abgedeckt war, ſowie in den reichlichen Vor=
yäten
an Operationsmaterial, wie Aether, Verbandwatte uſw, reichliche
Mahrung. Dank dem Eingreifen einiger beherzter Männer, darunter
Tich der Anſtaltsarzt Herr Dr. med. Georgi, die das lebensgefährliche
Wagnis unternahmen, in das bereits in Flammen üehende Gebäude ein=
undringen
, konnten noch die ſehr wertvollen Operationsinſtrumente und
Meles Material gerettet werden. Immerhin iſt der Schaden ein ganz
hi=deutender. Auf welche Art der Brand entſtanden iſt, konnte noch nicht
erufgeklärt werden. Dem Vernehmen nach ſoll in dem Gebäude über
Oacht ein Ofen gebrannt haben, um den Raum für die Vornahme der
otwendigen Operationen vorzuwärmen; auch ſoll Wäſche zum Trock=
ren
dortſelbſt aufgehängt geweſen ſein. Hierin dürfte wohl die Brand=
ſache zu finden ſein.
9 Auerbach, 5. Dez. Gemeinderatsſitzung. In der geſtern
au end ſtattgefundenen Sitzung gedachte der Vorſitzende Bürgermeiſter
Eickensdörfer vor Eintritt in die Tagesordnung des erkrankten Bei=
wrdneten
H. Fuchs, der ſich einer ſchweren Operation im Krankenhaus
Darmſtadt unterziehen mußte, in teilnehmenden Worten mit dem
Lrunſche, daß er bald wieder geneſen möge. Zur Verhandlung kamen
u.gende Gegenſtände: Die Grafenſtraße ſoll nun vollſtändig Waſſer=
ſttung
erhalten, was einen Koſtenaufwand von etwa 2600 Mk. erfordert.

Tre Summe wird genehmigt, und zwar mit Rückſicht auf den nicht mehr
ange währenden Ausbau der Straße. Es wurden ſogar von einer Seite
Andeutungen gemacht, daß der Verkauf einiger Bauplätze bevorſteht.
dber die Verlegung eines Rohrſtranges der Waſſerleitung zur Fabrik
Dretallwerke Starkenburg konnte ſich der Gemeinderat nicht entſchließen
rid erfolgte Ablehnung. Die Laubverſteigerung im Gemeindewalde
parde genehmigt. Nach einem Antrag des Betriebsamts 3 der Reichs=
igenbahn
ſoll der Bahnübergang am Bahnhof verlegt werden, und zwar
twa 240 Meter in der Richtung nach Zwingenberg. Ein Verlegungs=
unn
wurde vorgelegt. Dieſer Antrag rief große Entrüſtung hervor,
nE ſämtliche Redner waren erſtaunt, daß die Bahnverwaltung mit einer
ochen Zumutung an die Gemeinde herantreten konnte. Man denke ſich,
ie direkte Straße nach dem Fabrikviertel und der großen Feldgemark=
ung
jenſeits des Bohnkörpers höre am Bahnhof auf einmal auf, men
mrſſe eine lange Strecke bis zu dem projektierten Uebergang zurücklegen
nich dann auf der anderen Seite der Bahn wieder zurückgehen oder
fichren, um auf die alte Fahrſtraße zu gelangen. Dieſe Aenderung wird
ich, die Gemeinde unter keinen Umſtänden bieten laſſen, und keine Mit=
el
ſcheuen, damic dieſes unſinnige Projekt hinfällig wird. Eine Unter=
ü
rung der Bahn wäre hier dringend am Platze. Genehmigt wurde
Verlegung von Gas in die Räume der männlichen Fortbildungs=
Arile im Schulhauſe. Der Saal in dem Anweſen Schrameck=Seige im
Mihltal, der für Wohnzwecke beſchlagnahmt und auch ſchon bewohnt iſt,
ſo in Zimmer abgeteilt werden, wofür 500 Mk. vorgeſehen ſind, was
beichloſſen wurde. Die Abteilung ſoll durch Bretterwände erfolgen. Die
ſerr vernachläſſigte untere Wohnung in der früher Gagelſchen Mühle
o T ebenfalls wieder wohnbar hergerichtet werden. In beiden Fällen
yügern ſich die Beſitzer, etwas zu tun, und muß daher die Gemeinde
nwlge der Wohnungsnot die Wohnungen herrichten laſſen. Als
Aartegeld wurde den beiden Hebammen je 150 Mark pro Jahr bewil=
iar
. Ueber die Beſchaffung von Wohnungen fand eine ſehr lebhafte
12sſprache ſtatt, und alle Redner erklärten, daß in dieſer Hinſicht etwas
ſeöchehen müſſe. Man kam zu dem Beſchluß, daß Bauluſtige Bauzu=
iſſe erhalten ſollen, und glaubt man, daß ſo eine ganze Anzahl von
öauſern erſtehen könne. Nähere Auskunft erhalten Intereſſenten au
. Bürgermeiſterei. Bewerbungen um Zuſchüſſe ſind aber baldigſt auf
er: Nathaus vorzubringen. Das Gruppengaswerk Bergſtraße in
Zmsheim erfordert dringend eine Erneuerung, und ſoll ein Kammer=
far
erbaut werden, der etwa 250 000 Mk. erfordern wird; dazu hat die
5 mneinde Auerbach 23 000 Mk. beizutragen. Man beſchließt, des ver=
argte
Kapital zu bewilligen. Dem Beſchluß des Gruppengaswerks, das
vDrderliche Kapital nicht durch Anleihe, ſondern durch Ausgabe neuer
ien aufzubringen, wurde zugeſtimmt. Hierauf wurde die öffentliche
äiizung geſchloſſen.
* Auerbach, 5. Dez. Sterbefall. Beigeordneter Hch. Fuchs
fimmermeiſter, der in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch mittels
Luto in das Krankenhaus nach Darmſtadt gebracht und ſofort operiert
urrde, iſt letzte Nacht geſtorben. Der Verſtorbene war viele Jahre Bei=
en
rdneter und verſah dieſes Ehrenamt zur vollen Zufriedenheit der
mneinde. Frei und ohne Rückſicht nach irgend einer Seite hin vertrat
* ſſeine Anſicht, ließ ſich aber auch gerne anders beſtimmen, wenn er ſah,
as die gegneriſche Meinung eine beſſere geweſen iſt. Ebenſo war er
ufh ein tüchtiger Geſchäftsmann, mit dem es jedermann gerne zu tun
ſette. In der ganzen Gemeinde wird man dieſem außerordentlich
rüurndlichen Manne ein treues Gedenken bewahren.
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tſheute das oft ſcheinbar unerreichbare Ziel Tauſender. Wir bieten
Fhmen durch niedrigſte Preisſtellung und Zahlungserleichterungen ver=
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Heppenheim GBergſtr), 6. Dez. Motſtandsgebiet) Unter
den hieſigen Landwirten macht ſich eine große Erregung bemerkbar, weil
die hieſige Gemeinde nicht unter die Notſtandsgebiete aufgenommen wor=
den
iſt. Das anhaltende Regenwetter während und nach der Erntezeit
hat die Einbringung des Getreides nahezu unmöglich gemacht. Die
Körner waren infolgedeſſen ausgewachſen und das Stroh minderwertig
geworden, ſo daß kaum mehr als ein Viertel der normalen Ernte zu
rechnen war. Das anhaltende Regenwetter hat auch) das Wachstum der
Herbſtfrüchte ſehr beeinträchtigt. Da ein großer Teil der Gemarkung
unter Waſſer ſtand, ſind die Kartoffeln größtenteils ausgeblieben oder
waren beim Einernten ſchon von der Ackerfäule befallen. Durch den
Dammbruch der Weſchnitz wurden weite Strecken Ackerlandes über=
ſchvemmt
, ſo daß die Herbſtſaat nicht ausgebracnt werden konnte. In
einer unlängſt ſtattgehabten Verſammlung des Bauernvereins wurden
alle dieſe Umſtände erörtert und beſchloſſen, bei dem Landesfinanza at
die nachträgliche Anerkennung der Gemarkung Heppenheim als Not=
ſtandsgebiet
zu beantragen.
* Heppenheim (Bergſtr.), 6. Dez. Die Viehzählung in der
hieſigen Stadt ergab am 1. Dez. 139 Pferde, 514 Stick Rindvieh, 27
Schafe, 577 Schweine, 1061 Ziegen und 5957 Stück Federwieh. Gegenüber
der Zählung am 7. Ootkber 1923 ſind im allgemeinen nur geringfügige
Aenderungen aufgetreten. Bei den Ziegen iſt eine Zunahme von 47 zu
verzeichnen, dagegen ſind die Schweine um 345 Stück zurückgegangen.
Der Rückgang mag wohl zum Teil auf den Ausfall der Inflations=
ſchweine
zurückzuführen ſein, zum anderen Teil iſt er dadurch verur=
ſacht
, daß die diesjährige Zählung um zwei Monate ſpäter vorgenom=
men
wurde und in der Zwiſchenzeit viele Schweine abgeſchlachtet worden
ſind. Die Zahl der Hausſchlachtungen bei Privaten in der Zeit vom
1. Dez. 1923 bis 1. Dez. 1924 beträgt 397 Stück.
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Seite 9.

* Aus bem vorderen Odenwald, 4. Dez. Treibjagden. Die
bis jetzt abgehaltenen Treibjagden hatten einen recht mageren Erfolg.
Brachten doch die Jagden kleinerer Gemeinden mit mehreren Schützen
nur ein Häslein und einen Faſanen zur Strecke; andere in größeren
Gemarkungen abgehaltenen Treibjagden ergaben kaum ſo viele Haſen,
als ſich Schützen dabei beteiligten. Daß einmal ein Neh oder ein Fuchs
dabei erlegt wird, iſt wohl eine Seltenheit.
*K Beerfelden, 6. Dez. Einen recht bewegten Verlauf nahm die
Mittwoch abend im Saal zum Ochſen abgehaltene Verſammlung der
Nat.=Soz. Freiheitspartei; Redner war Landtagsabgeordneter Ph. Hauck
(Schaafheim). Von auswärts hatte ſich ein Gegenredner mit der nötigen
Begleitung eingefunden. Die einzelnen Zuſammenſtöße verdichteten ſich
zu einem Schlußakte, in dem Bierflaſchen und andere Wurfgeſchoſſe das
entſcheidende Wort ſprachen. Vermutlich werden die Getroffenen ein
Nachſpiel einleiten. Es iſt bedauerlich, daß der politiſche Kampf ſolche
Formen annimmt.
j. Beerfelden, 6. Dez. Hier beſtand bis zur Einbeziehung der ge=
werblichen
Fortbildungsſchule in die obligatoriſche Fortbildungsſchule
eine Sonntags=Zeichenſchule, die auch älteren Schülern Ge=
legenheit
bot, ſich nach dem 17. Lebensjahre beſonders im Zeich ien weiter
auszubilden. Seit einigen Jahren iſt dies nicht mehr der Fall. Auf
Anregung von verſchiedenen Seiten plant der hieſige Ortsgewerbeverein,
aufs neue jene Gelegenheit zu bieten durch Wiedereinführung des Sonn=
tags
=Zeichenunterrichts. Dieſen können hauptſächlich die der obligatori=
ſchen
Fortbildungsſchule entwachſenen jungen Leute beſuchen. Um die
Zahl der Schüler zu beſchränken, ſind Schüler im volksſchulpflichtigen
Alter ausgeſchloſſen, fortbildungsſchulpflichtige werden in entſprechender
Zahl zugelaſſen werden. Es werden gegenwärtig Anmeldungen ent=
gegengenommen
, um feſtzuſtellen, wieviele Lehrkräfte nötig ſind.
( Walldorf, 3. Dez. Ortsbauplan. Die Gemeindeverwaltung
beabſichtigt, den Ort zwiſchen Frankfurter und Kelſterbacherſtraße zu
erweitern. Die notvendigen Verhandlungen mit den Anliegern, ins=
beſondere
mit der Forſtverwaltung, ſind bereits in die Wege geleitet.
8 Langen, Straßenſperrung. Der Götzenhainer Weg iſt
wegen Vornahme von Chauſſierungsarbeiten für den Fuhrwerksverkehr
bis auf Weiteres geſperrt. Für die Wahlen iſt unſer Ort in vier
Abſtimmungsbezirke eingeteilt. Die hieſige Haushaltungs=
ſchule
hat nach Beendigung des letzten Kurſes eine Schlußprüfung
abgehalten, die in Gegenwart der Herren Uebel und Henſel ( Landwirt=
ſchaftskammer
) einen guten Verlauf nahm.
*: Guſtavsburg, 3. Dez. Elektriſches Licht. Immer mehr
Intereſſe findet ſich hier für die Einführung des elektriſchen Lichtes.
Auch der Gemeinderat wird ſich in Kürze mit den notwendigen Vor=
arbeiten
befaſſen. Dieſer Tage fand auch eine Verſammlung aller Inte=
reſſenten
ſtatt, in der man ſich für die Einführung des elektriſchen. Lichtes
tatkräftig einſetzte.
Worms, 1. Dez. Ein Gewerbeheim ſoll hier errichtet
werden. Das Heim ſoll zur Unterbringung aller Innungen dienen und
als Gewerbehalle zu Ausſtellungszwecken Verwendung finden. Die
Wormſer Volksſchule, die älteſte Simultanſchule in Heſſen, kann Mitte
dieſes Monats auf ein hundertjähriges Beſtehen zurückblicken.

Die Falſchgeſd=Abteilung der Reichsbank.
DD. Berlin. Da3 Erſcheinen der neuen Reichsbanknoten, ließ
ungewöhnlich lange a: ſich warten. Dies liegt daran, daß dem eigent=
ſſchen
Druck der Poten eine ſehr langwierige und weit mühevollere
Arbeit vorausgeh’a mußte, um ſie einmal in techniſcher Vollkommenheit
und andererſe s auch möglichſt nach künſtleriſchen Geſichtspunkten her=
zuſtellen
. De Reichsbank legt nach den Erfahrungen der zurückliegenden
Zeit au die techniſche Vollkommenheit der Noten den größten Wert.
Das eberhandnehmen der Fälſchungen mußte zu einer Unſicherheit im
gar gen Geſchäfts= und Zahlungsverkehr führen und zu einer Gefahr
a den nach Kriegsende ſich wieder anbahnenden Handelsverkehr mit
dem Auslande, das damals ja noch Zahlungen in deutſcher Mark in be=
trächtlichem
Umfange gelten ließ. Aus dieſen Erwägungen heraus wurde
bei der Reichsbank im Juli 1919 eine beſondere Falſchgeld=Abteilung
errichtet. Ihr Beſtreben war es zunächſt, den Fälſchern die Abſatzmög=
lichkeit
zu erſchweren. Das Publikum mußte zur Mithilfe gewonnen,
es mußte beſonders an der Bekämpfung des Falſchgeldunweſens intereſ=
ſiert
werden. Die von der Reichsbank angewandten Mittel, aufklärende
Zeitungsartikel und öffentliche Auslobung von Belohnungen für zwea=
dienliche
Angaben, die zur Ergreifung und Unſchädlichmachung von
Falſchgeldherſtellern und gewerbsmäßigen Vertreibern führen, haben
die gewollte Wirkung gehabt. Der Polizei floß ſeitdem reiches Material
zu, deſſen Wert allerdings ſehr verſchieden war. Bei ſeiner Verarbei=
tung
durch die einzelnen kriminialpolizeilichen Dienſtſtellen ſtellte es ſich
heraus, daß die Kriminalbeamten häufig eine ausſichtsvolle Spur aus
Mangel an Geldmitteln nicht weiter verfolgen konnten. Darum ſah ſich
die Reichsbank veranlaßt, auch hier helfend einzugreifen. Den Polizei=
ämtern
an Orten mit erheblichem Falſchgeldumlauf wurden Unkoſten=
fonds
überwieſen, aus denen den Beamten jederzeit die erforderlichen
Mittel zur Verfügung ſtehen. Die verausgabten Beträge müſſen uur
ordnungsmäßig belegt werden, worauf die Fonds wieder aufgefüllt
werden. Wenn nun ein Falſchgeldvertreiber feſtgenommen iſt, hat
die örtliche Polizei ſofort der Falſchgeldabteilung der Reichsbank die
beſchlagnahmten Noten zur Prüfung einzuſenden. Die Falſchgeldabtei=

ſchung handelt, wird ſofort ein Merkblatt in gutachtlicher Form her=
geſtellt
, das die beſonderen Merkmale der Fälſchung, ihre Herſtellungs=
art
uſw. angibt. Handelt es ſich bei den Falſchſtücken um Exemplare
einer bereits bekannten Fälſchung, enthält das Mertblatt weitere Angaben
darüber, wo und wann bisher gleiche Fälſchungen angehalten wurden,
ob Herſteller oder wiſſenſchaftliche Verbreiter bereits ermittelt wurden,
wo und unter welchem Aktenzeichen gerichtliche Verfahren geſchwebt
haben oder noch ſchweben. Das ſind für die Polizei äußerſt wertvolle
Angaben, die ihren Kombinationen den Weg weiſen und falſche Maß=
nahmen
verhüten können. Kommt es nun gegen Banknotenfälfcher oder
=Vertreiber zu einem Gerichtsperfahren, dann ſtellen wir dem Anklage=
vertreter
in der Perſon des Sachverſtändigen der Falſchgeldabteilung
eine wertvolle Stütze. Dieſer verſteht nämlich aus dem Falſchgeld=
material
allerhand herauszuleſen, was dem Laien ſonſt verborgen bleibt.
In den größeren Städten ſind überall Sonderdezernate für Falſchgeld=
angelegenheiten
bei den Polizei= und Gerichtsbehörden errichtet. Selbſt=
verſtändlich
werden die Erfahrungen der Falſchgeldabteilung aus dem
ihr zufließenden Material für die Herſtellung neuer Noten nutzbar ge=
macht
und die eingehenden Vorſchläge zur techniſchen Verbeſſerung
unſerer Noten in engſter Fühlung mit der Reichsdruckerei ſorgfältig
geprüft.
Aſtheim a. Rh., 3. Dez. Durch das Hochwaſſer iſt unſere
tiefgelegene Gemarkung und die Gemeinde ſchwer geſchädigt worden. Die
meiſten Koſten verurſacht wohl die Reparatur am Pumpwerk. Ein
gutes Drittel der Gemarkung kann noch nicht bebaut werden. Tauſende
von Zentnern Dickwurz ſind verfroren. Viel Heu iſt ernichtet worden,
* Gießen, 4. Dez. Die Kriegerkameradſchaft Haſſia
organiſiert gegenwärtig ihre Kriegsbeſchädigten= und Kriegshinterbliebe=
nen
=Verbände in einzelne Vereins= und Bezirksgruppen. Bis zum
1. Januar iſt die Organiſation durchgeführt. Das Verbandsorgan Heſſi=
ſcher
Kamerad erſcheint jetzt in Gießen. Die Leſerzahl hat bedeutend
zugenommen, ein Zeichen, daß das Intereſſe für die Kriegervereine und
die Haſſia wieder im Steigen begriffen iſt.
* Gießen, 4. Dez. Von der Landesuniverſität Gießen.
Der ordentliche Profeſſor für neuteſtamentliche Theologie an unſerer
Univerſität Dr. Karl Ludwig Schmidt hat einen Ruf an die Univerſität
Jena erhalten. Der außerplanmäßige außerordentliche Profeſſor für
Philoſophie an hieſiger Univerſität Dr. Kurt Koffka wurde von der
Cornell Univerſity in Ithaca im Staate New York U. S. A. für das
akademiſche Jahr 1924/25 zum aoting professor of education ernannt.
* Heuchelheim b. Gießen, 4. Dez. Unter ſehr großer Beteiligung
wurde der Altveteran Gorr beerdigt. Der Kriegerverein gab ihm das
letzte Geleite, Pfarrer Dörr hielt die Grabrede. Gorr hat bei der 25er
Artillerie (Darmſtadt) den Feldzug mitgemacht. Er begleitete das Amt
eines Ortsgerichtsmannes und war 40 Jahre Kontrolleur der Sparkaſſe.
* Lauterbach, 4. Dez. Eine ſehr vernünftige Anſicht hat
er Stadtvorſtand kundgetan, welcher beabſichtigt, für die neuen Straßen
keine politiſche Straßennamen einzuführen, ſondern bei der Benennung
nur nach der reinen Zweckmäßigkeitsfrage zu handeln. Die Wach=
uind
Schließgeſellſchaft Fulda hat am 1. Dezember hier ein Zweigunter=
nehmen
eröffnet. Für die Winterbeihilfe an die Sozial= und Klein=
rentner
bewilligte die Stadt 400 Mark, für die Sannitätskolonne vom
Noten Kreuz 40 Mark.

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Sonntag, den 7. Dezember 1924.

Nummer 340.

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Mummer 340.

Sonntag, den 7. Dezember 1924.

Seite 14.

Graf Spee.
Zum 8. Dezember.
ſomn Kapitänleutnaut Joachim Lietzmann, Wilhelmshaven.
Im ſüdlichſten Teil des Atlantiſchen Ozeans, während des
et taus größten Teils des Jahres von Eisbergen umſchifft,
igen die zackigen Felſen der Falklandsinſeln troſtlos und öde
uis der grauen Meereseinſamkeit empor. Jahrhundert über
ſgrhundert iſt über ſie dahingegangen, nur ſelten belebt durch
Sfahrer, welche den letzten Bedarf für ihre Südpolarreiſen dort
cänzten und froh waren, wenn ſie dieſer ungaſtlichen Stätte
Rücken kehren konnten.
Der 8. Dezember des Jahres 1914 jedoch hat die beſchauliche
Ahe der wenigen Bewohner ſeit 1832 unter engliſcher Herr=
huft
jäh unterbrochen. Sie verſuchen, von den Höhen der
es sketten etwas von der ungeheuerlichen Tragödie zu erſpähen,
e ſich dort fern im Oſten auf hoher See abſpielt. Aber es ge=
niet
ihnen nicht. Die ſcharf gezogene Horizontlinie gebietet ihren
ſ cken Einhalt, und nur ein fortlaufendes dumpfes Dröhnen
acht die Luft erzittern, nun ſchon drei Stunden lang.
Drei Stunden lang tobt die Schlacht bei den Falklandsinſeln.
Ss Kreuzergeſchwader des Grafen Spee hat nach einer Kriegs=
art
halb um die Erde hier in ein Weſpenneſt geſtoßen, und ein
mrefaches Verhängnis hat es gewollt, daß auch der Feind, der
ſuig ere Schiffe auf einem ganz anderen Fleck des Erdballs ver=
iuttet
hat, ſchon am Abend desſelbigen Tages nach kurzer Kohlen=
gänzung
dieſe Gegend verlaſſen hätte, wenn wir nicht aus=
ewechnet
an dieſem Tage ihm hier am Ende der Welt in die
mne gelaufen wären! Unſer bisher ſo muſtergültiges Nach=
iät
tenweſen dies eine einzige Mal hat es unſere Kreuzer im
ſdch gelaſſen, und die längſt abgegangene Meldung erreicht uns,
es zu ſpät iſt.
England hat den Schlag von Coronel nicht verwinden kön=
err
. Mit überwältigender, ja erdrückender Uebermacht hat es
u unſer Geſchwader zur Schlacht geſtellt. Graf Spee hat in
arer Erkenntnis der Lage die drei kleinen Kreuzer entlaſſen.
kann, ſo Gott will, der deutſche Aar weiterhin die ſüdlichen
7n ere in Atem halten und in friſch=fröhlichem Kreuzerkrieg, dem
it ſte unſeres Admirals getreu, dem Feinde ſchweren Schaden
uüigen. Während ſich nun weit im Süden Nürnberg, Leip=
g
und Dresden mit den überlegenen Panzerkreuzern Kent
nwo. Cornwall, ſowie dem ebenfalls weit überlegenen geſchütz=
Kreuzer Glasgow herumſchlagen, ſteht Graf Spee mit
2rharnhorſt und Gneiſenau den modernen britiſchen Schlacht=
ertzern
Inflexible und Invineible und dem Panzerkreuzer
rarnavon in hoffnungsloſer Vernichtungsſchlacht gegenüber.
Aurnählich iſt es ihm gelungen, den mit ſchwerſtem Kaliber feu=
inlden
Gegner in den Bereich unſerer Artillerie zu bringen, und
ab und Verderben hagelt es drüben.
Doch der Kampf iſt zu ungleich. Der Feind ſchießt zwar
zuumervoll. Doch ſeine von Zeit zu Zeit einſchlagenden Grana=
machen
ganze Arbeit. Bangen Herzens ſehen wir auf der
Gmeiſenau durch den bräunlichen Qalm und die grellen Blitze
eigenen Artillerie hindurch, wie unſer Flaggſchiff leidet.
aigſamer wird die Fahrt. Die Takelage hängt in Fetzen von
Maſten nieder, das Aufbaudeck gleicht einem Trümmer=
arfen
, die Bordwände tragen klaffende Oeffnungen und alle
unzeichen deuten darauf hin, daß auch unter der Waſſerlinie
Gunden entſtanden ſind, die das Ende beſchleunigen. Zeitweilig
il en Geſchütze aus, doch ſchnell ſind die Störungen beſeitigt
no Salve auf Salve blitzt dem Gegner entgegen.
Unbeugſam, mit unerſchütterlicher Ruhe trifft unſer Admiral
eine Anordnungen. Er ſteht am Sehſchlitz des Kommando=
arndes
und weiß, daß es für ihn kein Entrinnen aus dieſer ver=
mreifelten
Lage mehr gibt. Scharnhorſt iſt nicht mehr zu retten.
dach kann er vielleicht dem im Kielwaſſer folgenden Waffen=
eſährten
, der Gneifenau, das Entkommen ermöglichen. Unſere
fſagge wird weiterhin dem Sturmwind Trutz hieten, dem Vater=

land bleibt ein weiteres Schiff erhalten und der Mutter
die beiden Söhne!
Sein Entſchluß iſt gefaßt. Er will ſich mit der Scharnhorſt
aufopfern, den Feind abdrängen und ſo unſerer Gneiſenau
Luft machen.
Verſuchen zu entkommen! Das iſt das letzte, was wir von
unſerem Führer auf dieſer Welt vernehmen.
Unmittelbar darauf es iſt 4 Uhr nachmittags dreht
Scharnhorſt ſenkrecht auf den Feind zu und läuft mit der höch=
ſten
ihr noch zu Gebote ſtehenden Geſchwindigkeit in ſeinen ſich
verſtärkenden Granatenhagel hinein. Eine volle Viertelſtunde
währt dieſes grauſame Spiel, dann iſt es ſoweit. Aufrecht, wie
es uns immer vorangefahren iſt, geht das ſtolze Schiff um 4 Uhr
17 Minuten in die Fluten. Die Wellen überſpülen das Achter=
ſchiff
. Aber noch ragt ein Teil des Vorderſchiffes aus dem Waſſer,
und die brave Bedienung des vorderen Geſchützturmes feuert in
ungebrochener Kraft weiter, bis die hereinbrechende See ihrem
Heldentum ein Ziel ſetzt.
An den beiden Maſtſpitzen winken uns die zerfetzten Flaggen
ein letztes trauriges, aber doch ſo ſtolzes und ſieghaftes Lebe=
wohl
zu, dann hat ſie das Meer verſchlungen. Wir haben unſer
Flaggſchiff verloren und mit ihm neunhundert tapfere Kriegs=
kameraden
, an der Spitze unſeren hochherzigen Admiral, der uns
ein wahrer Vater geweſen iſt und uns die Treue gehalten hat
bis in den Tod.
Ich hatt’ einen Kameraden, einen beſſern find’ſt du nicht.
Gneiſenau hat den letzten Befehl des Geſchwaderchefs nicht
mehr ausführen können. Schwer getroffen, hat ſie noch zwei
Stunden lang allein der Uebermacht ſtandgehalten und dann un=
weit
ihres Schweſterſchiffes ihr Wellengrab gefunden, aus Muni=
tionsmangel
von der eigenen Beſatzung geſprengt, bevor der
herannaherde Feind von ihr Beſitz ergreifen konnte. Nur eine
geringe Zahl von Ueberlebenden konnte von den Engländern
gerettet werden.
Leipzig und Nürnberg ereilte ein ähnliches Schickſal.
Das aus dem Häuflein der auf dem Waſſer treibenden Ueber=
lebenden
dem Feind entgegenbrauſende Flaggenlied zeigte der
Welt, was deutſche Mannesart iſt.
Nur der ſchnellen Dresden gelang es, ſich dem Feinde zu
entziehen. Sie wurde ein Vierteljahr ſpäter in einem neutralen
chileniſchen Hafen von den Briten vernichtet, ohne daß die zivili=
ſierte
Welt in die bei jeder noch ſo geringfügigen Gelegenheit
gegen Deutſchland beliebte Entrüſtung ausgebrochen wäre.
Fern der Heimat blickt bei den Falklandsinſeln in leuchtend
klarer Reinheit das Kreuz des Südens auf die Stätte nieder,
die den Grafen von Spee, ſeine beiden Söhne und mehr als
zweitauſend ſeiner Getreuen deckt. Es iſt der ſtumme Zeuge
längſt entſchwundener Zeit, aber unvergänglichen Ruhmes für
die Braven, die mit ihrem letzten Gedanken an die deutſche
Heimat und unter dem Geſang des Flaggenliedes, welches gleich
einem Ruf wie Donerhall die Lüfte erzittern machte, auf der
Walſtatt blieben.
Sollen ſie umſonſt in den Tod gegangen ſein? Soll das
Heldentum jener Gefallenen, das alle, vom Admiral bis zum
letzten Mann ſo ſtolz beſeelte, ein leerer Wahn ſein, wert, daß
er in Vergeſſenheit gerate? Deutſche Jugend, du haſt eine tiefe
Schuld abzutragen. Das Meer bei den Falklandsinſeln, der
Zeuge deutſcher Größe und Heldenhaftigkeit, muß und wird dir
ein Heiligtum bleiben, auch über die Zeit hinaus, da du dich
würdig erwieſen haben wirſt des Grafen von Spee.

Die Filmindufſfrie
in den Vereinigten Staaten.
Von O. P. Auſtin,
Statiſtiker der National City Bank, New York.
Während des am 30. Juni abgelaufenen Fiskaljahres wur=
den
aus den Vereinigten Staaten ſo viele Films ausgeführt, daß
ihre Länge genügen würde, um mehr als zweimal die Erdkugel
am Aequator zu umſpannen. Der Wert dieſer Filme belief ſich
auf etwa 8 Mill. Doll., und der Geſamtwert der Films, die ſeit
dem Aufkommen des internationalen Filmhandels aus Amerika
exportiert wurden, beträgt annähernd 100 Mill. Doll.
Es iſt kaum zwanzig Jahre her, ſeitdem der Film ein Faktor
im Außenhandel der Vereinigten Stagten wurde. Und es iſt
weniger als dreißig Jahre her, ſeit Thomas Ediſon und ſeine
Gefährten das Syſtem der Bewegungs=Photographie durch die
Erfindung des Rapidverſchluſſes vervollkommneten, mit deſſen
Hilfe man von einem in Bewegung befindlichen Gegenſtand eine
Reihe von Aufnahme in raſcher Aufeinanderfolge machen konnte,
daß ſich dem Auge eine fortlaufende Bewegung darbot. Die Ent=
wicklung
dieſes völlig neuen Gedankens und ſeine praktiſche Ver=
wertung
in der Weiſe, daß man die Herſtellung der Photo=
graphien
und ihre Schauſtellung zu einer Induſtrie vereinigte,
machte nur langſame Fortſchritte, und erſt im Jahre 1912 ſah ſich
das Handelsdepartement veranlaßt, Films auf die Liſte der Ex=
portartikel
zu ſetzen. Seitdem iſt der Filmexport von 62 Mill.
Fuß (rund 18600 Kilometer) im Jahre 1912 auf mehr als 200
Mill. Fuß (rund 60 000 Kilometer) im Jahresdurchſchnitt geſtie=
gen
, in dem Rekordjahr 1919 ſogar bis auf 272 Mill. Fuß (rund
81600 Kilometer).
Aber ſelbſt dieſe ungeheure Filmausfuhr mit einem Export=
wert
von mehr als 10 Mill. Doll, ſtellt nur einen Bruchteil der
heimiſchen Filminduſtrie und der Verwendung der Films in den
Vereinigten Staaten dar; denn die Filmfabrikation wird auf
durchſchnittlich 65 Mill. Fuß (rund 19 500 Kilometer) im Monat,
das heißt 238 000 Kilometer im Jahr, geſchätzt, von denen alſo
zwei Drittel im Inlande verwendet werden.
Die Filmfabrikation iſt natürlich nicht auf irgend ein einzelnes
Land beſchränkt, doch ſind nach aufgeſtellten Schätzungen die Ver=
einigten
Staaten bei weitem der größte Produzent: auf ſie ent=
fallen
wohl rund zwei Drittel der geſamten Weltproduktion. Die
Geſamtzahl der in Betrieb befindlichen Lichtſpielthegter in den
Vereinigten Staaten wird von unterrichteter Seite auf 17000
geſchätzt, gegen rund 4000 in Deutſchland, 4000 in Rußland, 3500
in Großbritannien und 3000 in Frankreich. Die gleichen Sach=
verſtändigen
ſetzen die Geſamtzahl der Lichtſpieltheater der Welt
auf rund 50 000 an, wovon alſo ein volles Drittel auf die Ver=
einigten
Staaten, das Geburtsland des Films, entfällt.
So jung die Induſtrie iſt, ſo repräſentiert ſie doch große
Kapitalsanlagen auf Seite der Fabrikanten wie der Vorführer.
Die Zählung von 1919 ergab als Kapital der 15 Fabriken, welche
die einfachen Films herſtellen, 44 Mill. Doll., und als das der
50 Fabriken, die fertige Projektionsfilms herſtellen, 37 Mill.
Doll, gar nicht zu reden davon, daß die bloße Herſtellung der
Maſchinen ein Kapital von 2½ Mill. Doll. erforderte. Der Er=
trag
dieſer drei Fabrikationsgruppen einfache Films, Projek=
tionsfilms
und Maſchinen zu ihrer Herſtellung betrug im
Jahre 1919 zuſammen 110 Mill. Doll.

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Dr. Beſt steht an abſolut ſicherer Stelle auf der Reichsliſte der: Deutſchnationalen.
Ihr braucht ihm in Beſſen Eure Stimme nicht zu geben. Er kommt ohne Sure
Stimme zweifellos in den Reichstag, Wenn Ihr in Beſſen die deutſchnatio-
nale
liſte wählt, ſo gebt Ihr Gure Stimme einem Kandidaten, deſſen Stellung Ihr
nicht kennt, und Ihr ſtimmt für dlie Partei der Sroßagrarier und der Schwerincluſtrie,
von der Uhr kein Verſtändnis für die Höte der Kleinrentner und Sparer erwarten
dürft. Baltet der Partei die Creue, die im Aufwertungsausſchuß praktiſche Arbeit
geleiſtet hat, und die im Segenſatz zu den Deutſchnationalen den Wiederaufbau des
Daterlandes und damit dlie alleinige Grundlage für eine Aufwertung geſichert hat
Dem Demokraten, dem Reichsbankpräfidenten Dr. Schacht, haben wir die
Stabiliſierung der Währung zu verdanken. Vergeßt es nicht, daß damit überhaupt
erſt die Vorausſetzung für eine Aufwertung geſchaffen wurdle.
Wählt Beutſch=Hemokratiſche Bartel,

DeutſchsDemokratiſche Partei,

[ ][  ][ ]

Eeite 12.

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per pfund 2.80, 3.20, 3.80 ud 4.20

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Hummer 340.

Sonntag, den 7. Dezember 1924.

Seite 1 3

Lebenswogen.

Roman von Paul Lindenberg.
(Nachdru d verboten.
Eine neue Odyſſee, meinte der Großfürſt. Was alles
isen Sie drei durchgemacht, was haben Sie für mich, für meine
vihter gewagt!
Und das größte Wagnis ſteht mir noch bevor, ſprach Wolf
ſchend, dann aber freimütig den Großfürſten anſchauend: Ich
ſtirm dieſen Ring, und er wies auf den Schlangenring an ſei=
n
. Hand, Tatjana gab ihn mir ich ſollte ihn behalten als
aüsman o möchte er doch auch ein Talisman ſein zum Her=
des
Vaters wie es Tatjana, wie ich es wie wir es ſo
hoffen!
Es iſt kühn, was ich erbitte, fuhr dieſer fort, dort die ver=
äonte
Prinzeſſin, hier der arme Balte, der ſich erſt ſeinen neuen
ibensweg zimmern muß ich weiß nicht, wie meine, wie
nieere Bitte aufgenommen wird, aber das weiß ich, daß, daß
Daß Tatjana an Ihrer Seite glücklich werden wird, fuhr
Großfürſt bewegt fort. Sie lieben mein Kind und es
ſitt Sie?
Wir lieben uns ſehr!
Treu und überzeugend klangen die Worte.
Wolf war, vor innerer Erregung, aufgeſtanden.
Der Großfürſt hatte ſich gleichfalls erhoben.
Willkommen auch als Sohn, rief er freudig und küßte
ſAf, welch Würdigerem könnte ich mein Kind anvertrauen!
a iſts in guter Hut! Und groß iſt meine Freude, daß meine
fjana ihrem Herzen gefolgt iſt das iſt die freie, die edle
gon, die zum wahren Glück führt! Replin mein guter,
ſelger Replin, der mir den Sohn meines alten Freundes zu=
frhrt
, da mußt du ſchon ein Fläſchchen vom beſten heraufholen
ſen, daß wir auf das junge Paar anſtoßen mein Junge,
em lieber Junge, und der Großfürſt, Tränen in den Augen,
n chloß aufs neue Wolf.
Der Wein war gebracht worden und perlte in den fein=
ichliffenen
Kelchen, die hell und freudig zuſammenklangen.

Dal c ine Abhiſche 1ah Besrans auifgehenf Hacte.
Wolf.
Natürlich darfſt du rief der Großfürſt fröhlich. Und dort
ſoll auch die Hochzeit ſein, eine Doppelhochzeit! Denn dein
Freund wird es wohl auch eilig haben aber wo bleibt er?
Er wollte ncch allerhand Wichtiges erledigen bald muß
er kommen.
Und habt Ihr ſchon Zukunftspläne? erkundigte ſich der
Großfürſt.
Wolf berichtete, daß nahe kinderloſe Verwandte von Klaus
ein Gut in Oſtpreußen beſaßen; ſie hätten ſchon oft Klaus drin=
gend
gebeten, zu ihm zu kommen, um es ſpäter ganz zu über=
nehmen
, da es ihm zugeſchrieben ſei, Klaus hätte ſich aber nicht
binden wollen: Das iſt jetzt anders! Wir wollen hinfahren und
alles beſprechen. Klaus und ich ſind auf dem Lande aufgewachſen,
wir haben Freude an der Landwirtſchaft und möchten uns ganz
ihr widmen. Oſtpreußen braucht ſtarke Arme als Wall gegen
die herandrängende Polenflut!
Ganz einverſtanden, meinte der Großfürſt. Uebrigens
iſt Replin während deiner Abweſenheit auch für dich tätig ge=
weſen
, mit Erfolg.
Der Geheimrat berichtete, daß er ſich mit Hilfe dienſtlicher
Berliner Stellen mit der lettiſchen Regierung in Verbindung
geſetzt und daß ſichere Ausſicht für Wolf beſtände, den Wert des
väterlichen Gutes erſetzt zu erhalten; auch das von ſeinem
Vater in Petersburg niedergelegte Kapital würde noch zu retten
ſein.
In der lebhaften Unterhaltung hatte man das Vorfahren
eines Autos überhört.
Der Diener meldete Klaus.
Strahlenden Geſichts trat dieſer ein Wolf ſah daraus,
er brachte guten Beſcheid, ſein Herz pochte ungeſtüm vor freu=
diger
Bewegung.
Der Großfürſt dankte Klaus gerührt, beglückwünſchte ihn
zu Aſta, erzählte von der geplanten Doppelhochzeit.
Freilich, ſetzte er hinzu, nganz vollkommen iſt ja nie ein
Glück wie werden wir des verlorenen, geliebten Sohnes ge=
denken
! Alle meine Nachforſchungen waren vergeblich, vergeblich
alles Hoffen und Wünſchen!

Und wenn ich eine Spur des Erſehnten gefunden? ſtieß
Klaus ungeſtüm hervor. Eine recht ſichere Spur
Sie eine Spur reden Sie o bitte was wiſſen
Sie? rief der Großfürſt mit zitternder Stimme.
Klaus bezwang ſich, ruhig zu bleiben, um den Fragenden
vorzubereiten. Er berichtete kurz von ſeinem Erlebnis an der
Oberſpree, wie er dann Georg gefunden, wie ihm erſt durch
Tatjanas Erzählung der Gedanke eines Zuſammenhangs auf=
geſtiegen
, ſie nach dem Erkennungszeichen, dem Glückspunkt im
Auge, gefragt, wie er heute Frau Maſchke und dann ihren
Mann aufgeſucht, der ihm erzählte, daß er in Nikolsk gefangen
geweſen, daß einige andere Gefangene einen Fluchtverſuch unter=
nommen
, der mißglückt ſei, daß ſie ſich aber nach Nikolsk vor den
Koſaken gerettet, mit einem Knaben, dem das Bein gebrochen
geweſen, daß ſich ein Freund von ihm des Jungen erbarmt und,
als endlich der Abtransport erfolgte, ihn mitgenommen, da er
während des Krieges einen gleichaltrigen Sohn verloren hatte.
Auf der Fahrt aber wäre der Freund geſtorben, und nun hätte
er, da ſie keine Kinder gehabt, den Jungen bei ſich behalten
eine goldene Münze hätte er damals um den Hals getragen,
als ſie ihn im Wald aufgeleſen, einen Ritter Georg darſtellend,
und ſie hätten daher das Kind Georg genannt.
Mein Sohn iſt’s, mein Sohn, rief der Großfürſt, der
atemlos der Erzählung gelauſcht, lebt er noch wo iſt er
o quälen Sie mich nicht länger
Klaus war hinausgeeilt, nun kam er vom Empfang3zimmer
wieder herein, auf die Tür zu dieſem weiſend: Georg iſt dort!
Der Großfürſt ſtürzte hinein.
Boris Boris! hörte man den Ruf. Dann einen Freu=
denſchrei
und ein faſſungsloſes Schluchzen.
Der Geheimrat ſchloß leiſe die Tür.
Auch hier haben ſich die Herzen gefunden, ſagte er voll
tiefer Bewegung und reichte den Freunden die Hände. Wohl
uns, daß wir dies erleben konnten, daß ſich die Rätſel, die uns
ein unerforſchbares Geſchick auferlegt, ſo glücklich gelöſt! Wohl
Ihnen beiden, die Sie ſo tapfer und treu die Löſung herbei=
geführt
das wird und muß Ihrem ferneren. Lebensweg
Segen bringen!
(Schluß.)

9e Ternesserer Sekleltwaferlftdes
Heute Eröftnung unserer erweiterten Verkaufsräume!




Mit diesem Erweiterungsbau haben wir unser Geschäftshaus in ein Schuhwaren-Spezialgeschäft

größten Stils umgewandelt und begehen damit unser 25jähr. Geschäfts-Jubiläum.

Ein strenges Prinzip, nur Schuhwaren erster Oualttät zu führen, hat unser Unternehmen
zu dieser Höhe emporgeführt, sodaß wir heute zu den
Größten u. leistungstähigsten Spezialgeschäften für mod, u. sol. Schuhwaren
zählen, Treu unserem alten Grundsatz:
Nur das Beste vom Besten
Gerecht gegen unsere Kunden
Gerecht gegen unsere Lieteranten.
eröffnen wir die neuen Verkaufsräume mit einer Auswahl in allen Arten Schuhwaren, wie sie
größer nicht geboten werden kann.
(16476
Von einer der größten deutschen Kinderschuhfabriken wurde uns ein
Prozent unter Preis
Marke: Ada-Ada‟
zur Verfügung gestellt, es sind dieses allererste Oualitäten
Wir offerieren:
Große Pottea: Kinder-Stiefel Ada-Ada‟ ..
jeder Faus 3.50
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Große Posten: Weiße u. graue Wildleder-Kinderstiefel Ada-Ada ſedes Faa- 6.50
Große Posten: Damen-Halbschuhe moderne Formen, gute Ooalittt
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Große Posten: Herren-Stietel fäe Straße und Toureo, zweisohlis
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Seite 14.

Sonntag, den 7. Dezemtber 1924.

Rummer 340.

Die im Bewußtſein ihrer gradlinigen, weitſichtigen Politik,
mit dem feſten Willen zum Erfolg voranſchreitende Deutſche
Demokratiſche Partei hat am Mittwoch abend in Leipzig eine
Schlacht gewonnen und wichtiges Terrain erobert. Die von der
rechtsſtehenden Preſſe voreilig geäußerte Hoffnung, der Reichs=
wehrminiſter
ſei aus der ſterbenden Partei ausgetreten,
iſt zwar, wie ſo manches andere, in nichts zerronnen, aber man
nahm Dr. Geßler gleichwohl gern für ſich in Beſchlag, um damit
der Demokratiſchen Partei einen unheilvollen Zwieſpalt anzudich=
ten
, der ja ſo ſchön zu den perfiden Verleumdungen und Be=
ſchimpfungen
mit Hilfe des gefälſchten Memorandums Herriots
paſſen würde. Und nun trat Dr. Geßler, der ſich bisher in=
folge
eines Todesfalles in ſeiner engſten Familie zurückhalten
mußte, in einer großen Verſammlung vor 2500 Perſonen in
den Wahlkampf ein: offen, ruhig ſachlich, dann und wann von
ſüddeutſchem Humor überſpielt, doch fern jeder dialektiſchen
Polemik und daher um ſo überzeugender in der echten verhaltenen
Leidenſchaft und dem klaren Bekenntnis zur ſchwarz= rot=
goldenen
Republik, und um ſo kräftiger nicht nur in
der anklagenden Abwehr der von rechts gegen die Republik
gerichteten moraliſch ſo oft unqualifizierten Angriffe. Mit dieſem
rückhaltloſen Eintreten für den neuen deutſchen Staat, ferner
mit der unzweideutigen Zurückweiſung der
Bürgerblockidee, der unbedingten Ablehnung des
Revanchegedankens und ſchließlich mit einer herzlichen,
von Hochachtung eingegebenen Würdigung des Reichspräſidenten
hat Geßler unter dem einmütigen Beifall der Verſammlung eine
Geſinnung ausgeſprochen, die alle auf der Rechten an ihn ge=
knüpften
Spekulationen in Stücke ſchlägt.

Dr. Geßler entwickelte in ſeiner zweiſtündigen Rede im
weſentlichen folgenden Gedankengang:
Mich zu dieſem Staat und zu dieſem Volk zu bekennen
und ihm zu ſagen, daß es ſchwer iſt, nur das zu erhalten, was
uns der Zuſammenbruch gelaſſen hat: das iſt meine Abſicht an=
geſichts
der Zerriſſenheit des deutſchen Volkes nicht nur im Wahl=
kampf
, ſondern auch unter dem außenpolitiſchen Druck,
den man in Deutſchland als Schmähung gegen eigene Volks=
genoſſen
weiterzugeben pflegt. Ich bekenne mich offen zu der Auf=
faſſung
, daß es in allen Parteien Leute gibt, deren größte Sorge
die Zukunft des deutſchen Volkes iſt und die zur politiſchen Ver=
nunft
zu ſammeln, unſere vornehmſte Aufgabe ſein muß. Der
Weg in die deutſche Zukunft geht jedoch nicht zurück,
ſondern vorwärts. Wirtſchaftlich hat der Deutſche des alten
Syſtems weit geſehen, aber ſtaatspolitiſch unter engſter egoiſtiſcher
Perſpektive. Wir waren überhaupt keine Nation. Wir wollen un=
ſere
demokratiſche Verfaſſung in die Tat umſetzen, jeder ſoll
das Gefühl haben, dieſer Staat iſt mein Staat, ich bin für ihn
mitverantwortlich. Es gibt weder eine monarchiſche Glückslehre,
noch eine republikaniſche.
Der monarchiſche Staat hat ſich als Irrtum erwieſen in
dem Augenblick, wo der Träger der Krone unfähig und
eine Schmarotzerſchar ſeine Umgebung war.
Die Republik braucht ein ſtaatspolitiſch denkendes Volk, an das
ſie von allen Staatsformen die höchſten Anforderungen ſtellt.
Die 25 Wahlvorſchläge und fortgeſetzten Regierungskriſen bewei=
ſen
, daß wir noch nicht ſoweit ſind. Hier muß eine Reform
des Wahlſyſtems die Erziehung unterſtützen.
Der Redner kam ſodann auf die letzte Regierungs=
kriſe
zu ſprechen und führte aus:
Der Bürgerblockgedanke hat mir und der Minderheit, die
meine Anſicht teilte, abſolut ferngelegen. Ich habe ſchon
vor dem Kriege mit Sozialdemokraten zuſammengearbeitet,
und dies nicht umſonſt.
Allerdings darf ſich die Sozialdemokratie am allerwenigſten über
die Bürgerblockidee beſchweren, die ja nur die logiſche Folge der
von der Sozialdemokratie ausgebildeten Klaſſenkampftheorie iſt.
Freilich ſind die Sozialdemokraten in Sachſen und Thüringen
nicht aus Freude mit den Kommuniſten gegangen, ſondern nur,
um an den Moskauern eine Erziehungskur vorzunehmen.
Das Reſultat ſpricht zwar gegen eine Wiederholung des Experi=
ments
nach der anderen Seite, aber die Deutſchnationalen, ſind
überhaupt keine Partei, ſondern ein Gemengſel verſchiedener
Gruppen, darunter der Depoſſedierten und Intereſſenten, doch
auch jener, die ohne Ueberlegung glauben, einer nationalen Pflicht
zu genügen, wenn ſie deutſchnational wählen. Für dieſe Grup=
pen
, habe ich mir gedacht, müßte eine Kur durch verantwortliche
Mitarbeit heilſam ſein. Wir haben ja der Deutſchen Volkspartei
dieſelbe Kur verordnet.
Eine Sammlung der Reden Streſemauns wäre ein intereſ=
ſantes
Dokument. Immerhin, ſoll man niemand einen
Vorwurf daraus machen, daß er gelernt hat.
Eigenſinn iſt die Energie der Dummheit, und Eigenſinn, ſo fuhr
Dr. Geßler in humorvoller Doppelbedeutung fort, kann man Dr.
Streſemann wirklich nicht vorwerfen. (Große Heiterkeit.) Daß
man es unſererſeits ablehnt, ſich mit den Deutſchnationalen an
einen Regierungstiſch zu ſetzen, iſt, von anderen Gründen abge=
ſehen
, kein Wunder, weil man uns von rechts her in nicht zu
überbietender Weiſe beſchimpft, verleumdet und mit Schmutz be=
worfen
hat, weil man Tauſende unſerer Freunde verfehmt, boy=
kottiert
und geſchädigt hat. Solche Wunden vernarben nicht von
heute auf morgen. (Lebhafte Zuſtimmung.) Es iſt ein Skandal,
wenn ſelbſt ein Mann wie Kardorff zu ſagen wagt, kein natio=
naler
Mann könne der deutſch=demokratiſchen Partei ſeine Stimme
geben. Gerade wegen dieſes unerhörten Anwurfs bin ich hier
erſchienen. (Stürmiſcher Beifall.) Wenn es national ſein ſoll,
an den Gräbern des Vergangenen zu ſtehen und zu jammern
oder auch nach dem Auslande hin zu proteſtieren und aufzu=
trumpfen
und ſonſt nichts zu tun, dann allerdings ſind wir
es nicht.
Wenn es aber national iſt, Hand anzulegen, die Trümmer
wegzuräumen und ſelbſtlos, mit dem Blick auf die Zukunft
für unſere Kinder einen neuen Staat zu bauen, dann haben
wir den erſten Anſpruch auf nationale Geſinnung.
Wir wehren uns mit Entſchiedenheit und Entrüſtung dagegen,
als Parias des Volkes frech beſchimpft zu werden. Und wir haben
ein Recht dazu auf Grund unſerer hiſtoriſchen Leiſtungen. ( Stür=
miſcher
Beifall.)

In dieſen Wahlkampf iſt die Parole Schwarz=iveiß=rot gegen
Schwarz=rot=gold geworfen worden. Wir achten die ſtolze Ge=
ſchichte
unſerer Nation und mit ihr die Farben Schwarz=weiß=rot
und bedauern es, daß man ſie zur Parteifahne erniedrigt hat.
(Sehr richtig!) Aber
Schwarz=rot=gold ſind die Farben der Verfaſſung, und wer
die beſchimpft, der iſt kein nationaler Mann.
(Lebhafte Zuſtimmung.) Doch Schwarz=rot=gold iſt mehr. Es
ſind die alten Reichsfarben, es ſind die hiſtoriſchen Farben
des deutſchen Ringens um Freiheit und Einig=
keit
und das Symbol für unſere Zuverſicht, daß einſt Oeſterreich
zur Mutter Deutſchland heimkehren kann. Wenn es national iſt,
die Reichsfarben zu beſudeln, dann iſt es natürlich auch national,
den Reichspräſidenten zu beſchimpfen. Ich halte es für
meine Pflicht, zu erklären: Es iſt ein großes Glück für Deutſch=
land
, daß dieſer vornehme, ruhige und durch und durch national
geſinnte Mann an der Spitze des Reiches ſteht. (Stürmiſcher Bei=
fall
.) Er gehört zu den wenigen, die den Richterſpruch der Ge=
ſchichte
ruhig abwarten dürfen. Er hat es nicht nötig, dicke Ver=
teidigungsſchriften
und geheime Akten zu publizieren. In ſeinen
Akten ſteht viel, aber, wie ich ihn kenne, iſt er zu vornehm, ſie zu
veröffentlichen, ſoweit ſie andere belaſten. Ich ſehe die nationale
Pflicht darin, einem Staat mit Herz und Verſtand zu dienen, und
da ſteht zuerſt die außenpolitiſche Notwendigkeit auf, in die Soli=
darität
der Völker hineinzuwachſen.
Ich bekenne mich offen zu dem Gedanken der europäiſchen
Solidarität, ſchon aus der nüchternen Erwägung der wirt=
ſchaftlichen
Lage Deutſchlands heraus. Den Revanche=
gedanken
lehne ich unbedingt ab.
Ich möchte nicht, daß ihm auch nur ein einziges deutſches
Kind geopfert werde. (Stürmiſcher Beifall.) Aber wir verlangen
von der Entente die Einlöſung des Verſprechens, daß das deut=
ſche
Volk als gleichwertiges Glied in den Kreis der übrigen Na=
tionen
aufgenommen werde, und wir warnen das frühere feind=
liche
Ausland davor, uns den Platz an der Sonne zu verbauen.
Der Reichsminiſter ſchloß unter demonſtrativem Beifall der
Verſammlung mit herzlichen Werbeworten für den Leipziger
demokratiſchen Spitzenkandidaten, Geheimrat Profeſſor Goetz.
Nach den Ausführungen des ſächſiſchen Finanzminiſters Dr.
Reinhold ſchloß die Verſammlung ohne Ausſprache mit dem
Geſang des Deutſchlandliedes, das ſpontan angeſtimmt wurde.

Schwarz=Rot=Gold!
Rot wie die Liebe ſei der Brüder Zeichen,
Rein wie das Gold die Treu, die uns durchglüht
Und daß wir ſelbſt im Tode auch nicht weichen
Sei ſchwarz das Band, das unſre Bruſt umzieht.

(1848)

Rn

Führer=Worte.
Ein bißchen demokratiſcher Mauerfraß.

Der deutſche Rhein wird niemals frei
Durch Deutſch=Nationale und Volkspartei.
Friede und Freiheit, wer ſichert ſie?
Nur deutſche Republik und Demokratie!

In einer demokratiſchen Verſammlung führte der badiſchn
Staatspräſident aus, daß neben allem Guten, was in der Zei
von 1870 bis 1914 von dem kaiſerlichen Deutſchland geſchaffen
worden ſei, man nicht vergeſſen dürfe, daß beſonders in den letz=
ten
20 Jahren vor dem Kriege durch den wilhelminiſchen Geiſtt
der ſich in der Knebelung freier Staatsbürger und andererſeit=
in
der Hochzüchtung von Lakaientum dokumentierte, der Keim
zum Zuſammenbruch dieſes Regimes gelegt worden ſei. Es ſe
unverſtändlich, heute noch für jenen Geiſt einzutreten, den ſchox
damals die hervorragendſten Politiker als verderbenbringen=)
für die Entwicklung Deutſchlands erkannt hatten. Gegen dieſen
Geiſt müſſe die ganze Nation ſich auflehnen.
(Staatspräſident Dr. Hellpach am 2. Dezember in Halle.)

Gegen die Reaktion.
Sind im Kriege zwei Millionen deutſcher Männer geſtorber;
ſind drei Millionen zu Krüppeln geworden, damit nun alles wie=
der
wird wie 1914?. Wir Lebenden haben die Aufgabe, dafür zu
ſorgen, daß es nicht wieder ſo werde wie 1914, und müſſen den
Krieg anſagen denen, die nichts gelernt und nicht vergeſſen haben.,
(Erkelenz, Hilfe vom 1. 11. 24.)

Anhängſel der Sozialdemokratie?
Wir haben kein Anlehnungsbedürfnis an di:
Sozialdemokratie gehabt, denn wir haben keine Verhandlungem
in dieſer Richtung verlangt; aber die Deutſche Volkspartei ha

ein Anlehnungsbedürfnis nach rechts gehabt.
(Miniſter a. D. Dr. Koch, Parteitag Berlin, 2. 11. 24.)
Zweierlei Maß.
Wir werden kein einiges Volk, wenn es uns nicht gelingtt
das Gefühl, daß bei uns mit zweierlei Maß gemeſſen wird, au=s
den deutſchen Maſſen herauszubringen. Deshalb können win
uns keinen deutſchnationalen Innenminiſter leiſten, der zwar je=
den
armen Teufel von Kommuniſten an die Wand ſtellt, der ſich
durch ruſſiſche Irrlehren verleiten ließ, einem hochgeſtellten Put=
ſchiſten
dagegen erklärt: Pardon, Exzellenz, bei Ihnen iſt das
etwas ganz anderes."
(Miniſter a. D. Dr. Koch, Parteitag Berlin, 2. 11. 24.)
Und hier ein Letztes, von dem ich wünſchen möchte, daßß
es auch im Norden Deutſchlands durch den Wahlkampf mitklinge
nämlich den Begriff des Vaterlandes über die Staatsgrenzery
unſerer deutſchen Republik hinauszudehnen und Schwarz=Rot=
Gold als das
großdeutſche Symbol
zu ehren und zu begreifen. Eine kleine Geſchichte: Ich war vor!
ein paar Jahren in Innsbruck und ging zum Berge Iſel an das
Denkmal von Andreas Hofer. Dort war ein Kranz niedergeleg)
mit ſchwarz=rot=goldener Schleife, auf der in großen Lettern etwa
dies ſtand: In Zeiten des großen Niederbruchs
der Nationdem Vorkämpfer Deutſchlandsl Zwe
Mitglieder der Deutſchen Volkspartei in Wei=
mar
. (Lebhaftes hört, hört!) Das heißt, in dem Augenblickh
wo die Propaganda für die Erneuerung von Schwarz=Weiß= Ro=
in
Deutſchland herumzulaufen begann, haben Parlamentarier:
dieſer ſchwarzweißroten Partei, als ſie über die Grenze nacht
Oeſterreich kamen, ſehr gut gewußt, daß dort eben nur
die Farbe Schwarz=Rot=Gold die Farbe den
Vergangenheit und die Farbe gläubiger Hoff=
nung
iſt. (Dr. Theodor Heuß bei der großen demokratiſcher
Kundgebung in Berlin.)

Künſtler, Gelehrte und die anderen
Geiſtesarbeiter für die Demokratie.

Vor der Wahl im Mai ſchieden bei der Deutſchen
Volkspartei eine Reihe Abgeordneter und führen=
der
Leute aus. Heir Vögler ſchied aus der Partei, Herr Quaatz,
Maretzki, Lent, ſpäter auch Kemnitz. Vorher war ſchon
Geisler verſchwunden. In Weſtfalen, im Rheinland ſchieden
ganze Ortsgruppen aus. Der rechte Flügel ſchwenkte ab. Die
demokratiſche Preſſe hat wenig mehr getan, als von dieſen Din=
gen
Notiz zu nehmen. Sie hat nicht von Maſſenflucht nicht
von Zuſammenbruch geredet. Das alles tut die volkspartei=
liche
und deutſchnationale Preſſe ſchon ſeit der Stunde, als Herr
Dr. Böhme in die vierte oder fünfte der Parteien abwanderte,
zu denen er in den 20 Jahren ſeiner politiſchen Exiſtenz ſchon ge=
hörte
. Das Wandern iſt des Böhmes Luſt‟. Er iſt
immer unterwegs. Seitdem ihm Gerland, Keinath, Schiffer
gefolgt ſind, taumelt die ganze Rechtspreſſe vor Freude. Jeder
kleine Mann wird ſofort zu einer erſten politiſchen Größe beför=
dert
, wenn er aus der Demokratiſchen Partei austritt. Es war
nie ſo leicht, berühmt zu werden. Wir lehnen es ab, ſolche
Vorkommniſſe auf die leichte Achſel zu nehmen. Und von der
Redensart von der Reinigung von Parteien halten wir wenig.
Aber es gibt bisher nicht eine einzige und ſei es noch ſo kleine
Organiſation der Partei, die ſich dem Standpunkt der Wandern=
den
angeſchloſſen. Nie iſt ein Austritt von Leuten, unter denen
wenigſtens einige mit Namen und Verdienſten ſind, ſo ſang=
und klanglos bei den ihnen naheſtehenden Parteiverbänden vor=
übergegangen
, als dieſer. Wo zehn Leute austreten, melden ſich
hundert neue an. Es geht eine Umſchichtung und Verſtärkung
in der Partei vor ſich.
(Erkelenz in der Hilfe‟.)
Als im Frühjahr dieſes Jahres die Herren v. Lersner,
Dr. Maretzki und Dr. Quaatz aus der Deutſchen Volkspartei
austraten, als in Rheinheſſen der ganze volkspar=
teiliche
Vorſtand abſchwenkte, da haben wir Demokraten
weder in Verſammlungen, noch in der Preſſe daran gedacht, das
auszupoſaunen. Heute aber regiſtriert die Deutſche Volkspartei
jedem Demokraten, dem in dem ſchärferen Wind bei uns der Atem
vergangen iſt, und läßt ihn in ihrer Preſſe gegen uns los. Wer
ſich die geiſtigen Argumente von Deſerteuren zu
eigen macht, der muß um ſachliche Argumente im Wahlkampf
verlegen ſein.
An dem Verhalten der Deutſchen Volkspartei aber kann
man erkennen, wie weit die Moraſ der Parteipolitik ent=
fernt
iſt von den einfachſten Begriffen der Vürgermoral.
(Pfarrer Korell in ſeiner Rede am 3. Dezember in Darmſtadt.)

Aufbau und Ausbau
der deutſchen Republik.
Von Bernhard Kellermann.

Die Tage der Könige ſind endgültig dahin. Sie haben ſich
überlebt, die Zeit hat ſie überholt, und ſie werden nicht wieder=
kommen
, ebenſowenig wie die geharniſchten Ritter wieder aufer=
ſtehen
werden. Wo wir heute in Europa noch Staatsgebilte=
mynarchiſtiſcher
Prägung erblicken, handelt es ſich mehr oder weni=
ger
um Scheinmonarchien, die morgen verſchwänden, wenn derr
Monarch es wagte, die enggezogenen Befugniſſe mit einem klei=
nen
Schritt zu übertreten.
Kabinette, verwurzelt in den Parlamenten, die wiederun
tief im Boden des Volkes verwurzelt ſind, regieren heute die größ=
ten
Nationen. Die politiſchen und wirtſchaftlichen Probleme mo=
derner
Großſtaaten ſind derart ungeheuer (faſt erſcheinen ſie uns
lösbar), daß ein Monarch, ſelbſt genialer Veranlagung, nicht im= wäre, ſie auch nur zu überblicken, geſchweige denn, ſie zus
meiſtern. Das ganze Volk, bis in die feinſten Verzweigun=, muß an ihrer Löſung mitarbeiten, indem es ſeine Wüuſche=
und Nöte, Anſichten, Inſtinkte und Ziele unaufhörlich durch tau= Kanäle dem aus der Nation geborenen Parlament zuleitet
das feinerſeits wiederum die Regierung inſpiriert. Dieſer Prozeß:
iſt ſtetig und ohne Pauſe und wirkt ſich vermanent aus in der:
Umformung, Neuformung der politiſchen und wirtſchaftlichen:
Körperſchaften, der Aenderung, Veränderung, Ergünzung des;
Kabinettes. Dieſe, durch unaufhörliche Wachſamkeit uud Wach=
heit
des ganzen Volkes erzeugte Spannung und Anſchauung der
Verantwortlichkeit und Umſicht ſichert allein den überlegten
Kurs des Staatsſchiffes und die ſofortige Kurrektur die=
ſes
Kurſes bei bedenklichen Ausſchlägen des Nuders. Es iſt ua=
türlich
keine Kunſt, ein Staatsſchiff mit einem forſchen Volldampf
voraus! geradewegs gegen die Klippen zu jagen. Das:
deutſche Volk hat dieſe Höllenfahrt hinter ſich
und kann ein Lied davon ſingen.
Die Republik allein bietet die Gewähr, daß das deutſche
Volk einen Weg geleitet wird, der aus tanſend Nöten und Gefah=
ren
einer glücklichen Zukunft entgegenführt; ſie allein, die
Republik, weil ſie allein den lebendigen Einſatz aller Kräfte der
Nation ermöglicht und ſichert.
Noch iſt freilich die deutſche Republik erſt im Grundriß und
Umriß entworfen wir alle wiſſen es. Um ſo wehr iſt die
Pflicht eines jeden deutſchen Bürgers, dem an ſeinem Volke ge‟
legen iſt, ſeine Kräſte für Aufbau und Ausbau der Republik ein=
zuſetzen
.
Bauſteine herbei, ihr Werkleute, und die Arme gerührt, daß
jenes Gebäude des Rechts, der Menſchenwüide
und der Freiheit entſtehen möge, als das wir uns diß
deutſche Republik der Zukunft ertränmen!.

[ ][  ][ ]

nErwartung des Weihnachtsfeſtes
Schon vor Beginn der Adbentszeit traf die vorſorgliche Haus=

voll weiſer Umſicht ihre Vorbereitungen für das Weihnachts=
Die pekunjären Mittel, die ihr zur Ausgeſtaltung desſelben
Gebote ſtehen, ſind zumeiſt beſchränkt. Der große Rahmen, den
rrüher dieſem ſchönſten aller Feſte verleihen konnte, muß in
ſer Notzeit wegfallen. Dafür ſollte und müßte ſie aber dafür
ſuge tragen, daß das Feſt ſelbſt, den jener einſt umſchloß, um ſo
iger und gehaltvoller geſtaltet wird. Nicht große und prächtige
(ſcenke, nicht Befriedigung aller Wünſche, nicht ein Uebermaß
n Gaumenreizen und Tafelfreuden machen glücklicherweiſe den
föſten Wert desſelben aus, ſondern Herzlichkeit und Innigkeit,
n der das gegenſeitige Beglücken und Beſchenken beſeelt wird.
terreichſte Spende, das koſtbarſte Geſchenk können im Empfänger
üsAusbruch der erwarteten Freude verhindern, wenn ſie gleich=
uun
ggewählt und kalt und gefühllos überreicht werden. Dagegen
uin eine kleine, beſcheidene Spende, mit dem feinen Spürſinn
Seele und des Herzens gewählt und ob ihrer ſpäteren Wir=
hi
0, im Beſitze der Empfänger erforſcht, dieſe tiefinnerſt beglücken
zo erfreuen. Gerade beim weihnachtlichen Vorſorgen wirkt ſich
recht das ſchöne Dichterwort aus:
Erwartung iſt ſelbſtändig Glück für uns, in der Erwar=
kkung
liegt das ganze Bild von dem, was Du erwarteſt,
Gundertfach.
SBraucht alſo der Geldwert der Weihnachtsgeſchenke ebenſo
hru g, wie der Umfang der Gaumengenüſſe, angefangen vom
äſt agskuchen und =braten, bis hinab zum unerläßlichen Bei=
ur
.: den Honigkuchen, Aepfeln und Nüſſen, der Hausfrau nur
ginge Sorge zu machen, ſo ſollte ſie dafür um ſo mehr beſtrebt
ſu, in das troſtloſe Dunkel des ſorgenvollen Lebens lieber ver=
ſan
er Anverwandter, Bekannter oder alleinſtehender Perſonen,
ſrch eine kleine Weihnachtsfreude etwas Weihnachtslicht und
Bärme zu bringen. Seit wir wieder in der glücklichen Lage ſind,
5 werſchiedenen Lücken im Beſtande des Kleider= und Bäſche=
ſtankes
, des Schuhfaches und Strumpfkaſtens nach und nach
azeifüllen, können wir auch wieder ruhiger und unbedenklicher
hr ausſcheiden und dort davon nehmen, was noch wertvoll
gug iſt, völlig umgearbeitet und mit neuem Beſatz, neuem Zier=
verſehen
, als erwünſchtes oder hochwillkommenes Geſchenk zu
dnen. Die nötige Zeit zu dieſen Weihnachtsarbeiten für die
ebgen Nächſten findet auch die vielbeſchäftigte Hausfrau jetzt
ſadeen langen Abenden. Noch trennen uns ja Wochen vom Weih=
uhrsfeſt
, lange genug, uns nach einem ſorgſam aufgeſtellten Be=
ſemingsplane
die ſo notwendigen Arbeiten nacheinander in
Ahe und Ueberlegung ausführen zu laſſen. Der ſüße Weih=
rhu
=Steller, der jedem dieſer praktiſchen Geſchenke, ſei es hier ein
chal, eine warme Mütze, ein molliges Kiſſen, ein Ueberziehjäck=
en
, dort ein Ueberrock, eine Bluſe, ein Seelenwärmer, ein
ar warme Hausſchuhe, Pantoffeln u. ä. m. beigeſellt werden
iſt bald geſüllt. Eine kleine Weihnachtsſtolle von der glei=
Art, wie für den eigenen Tiſch beſtimmt, nicht die mit Recht
ſcheelen Augen in Empfang genommene Geſchenkſtolle von
zumelteig, iſt neben verſchieden einfachen Gaumengenüſſen
frutem Willen der Hausfrau, durch rechtzeitigen Einkauf auch
zu beſchaffen.
Die wahre Feſtesfreude beſteht ja für ſie, wie für jede mütter=
geſinnte
Frau, doch in der beglückenden Gebefreudigkeit. Un=
nite
Quellen erſchließen ſich ihrem Gemüt in dieſen Wochen
eir und emſiger Feſtevorbereitungen für ihre Angehörigen, wie
Die lieben Nächſten. Nichts kommt dem Reichtum gleich, der
Gurch dieſes ſtändige, unabläſſige Bemühen um kommende
uden anderer, zufließt. Die Schätze des Herzens und der Seele,
ielleicht lange Zeit hindurch ungehoben in ihr ſchlummerten,
ſich unter den Sorgen und Nöten dieſer Zeit keine Gelegen=
twazu
bot (wie ſie meinte), ſie zu heben und zum Beſten ihrer
zmilie wie lieber nahe= und fernſtehender Menſchen auszuwir=
1, ſie können ſich gerade in dieſen Vorweihnachtswochen in
iem ganzen Umfang offenbaren, wenn ſie ſelbſt den feſten
Allen dazu hat. Sie muß nur lernen, ſich einmal mit allen in ihr
ahnienden Kräften der Mütterlichkeit über ſich ſelbſt und die
lracbziehende Alltäglichkeit der häuslichen Pflichten zu erheben
id ſich einmal bewußt werden, daß ſchließlich ihr Daſein als
zusfrau, Mutter und Menſch nicht nur darin beſteht, die über=
mnenen
Pflichten ſorgſam und korrekt auszuführen und
frü ber alles andere zu vergeſſen. Gerade die Vorweihnachtszeit
Erwartung des Weihnachtsfeſtes, ſollte ihr, der ſorgenbelaſte=
ninimmermüden
, ſchaffenden Hausfrau recht eindringlich wie=

Deutſcher Mann iſt wohl gezogen,
und wie Engel ſind die Frauen ſchön;
wer ſie tadelt, hat gelogen,
anders kann ich’s wahrlich nicht verſieh’n.
Walther v. d. Vogelweide.

der nahe legen, daß ſie als ein Glied des Volksganzen, über die
Familie hinaus ſich auch für dieſes einſetzen muß, und in ihrer
Menſchenliebe ein wertvolles Band beſitzt, Getrenntes zu einen,
Gelöſtes von neuem zu feſſeln.
Alice Günther.
A dvent und Freu de
Von Reinhold Braun.
Adventszeit iſt die beſte Lehrmeiſterin der Freude. Wir müſ=
ſen
nur der guten Willen zeigen, uns belehren zu laſſen.
Jede Adventszeit unſeres Lebens muß ein Stück Entwick=
lung
unſeres inneren Menſchen in ſich bergen. Je älter wir wer=
den
, je mehr müſſen wir dahin kommen, daß Weihnachten nicht
nur ein Feſt der ſchönen Stimmungen iſt, ſondern das Feſt, das
ein lichtervolles, tannenumgrüntes Tor iſt zur Freude und
Schönheit des weſentlichen Menſchen. Denn zur Weihnachtszeit
iſt der Urgrund des weſentlichen Menſchen, das Kind, das wun=
derſam
und göttlich umgnadet aufgetan. Von dieſem Stand=
punkte
erfaßt, gewinnt Weihnachten erſt für uns die rechte Höhe.
Freilich iſt ſolch ein Weihnachtserlebnis ein Werk tief innen
in der Seele, ein gar ernſtes Werk, aber ein wunderbar beglücken=
des
. Und es geſchieht ſo ohne Zehrhaftigkeit, unter dem Lichte
und der feinen, ſtillen Art der echten Freude. Es iſt ein Blühen
des Geheimſten und Schönſten in uns. Wir müſſen nur die wahr=
haft
Aufgeſchloſſenen ſein, die Einkehrsfrohen und =frommen,
die zur Weſentlichkeit Inbrünſtigen!
Und die Adventszeit iſt zu alle dem ein liebe, wunderfeine
Helferin. Sie zeigt uns das rechte Schritt=für=Schritt. Der Weg
ins Wunder iſt ein Weg empor mit vielen Stufen. Aber dem
willigen und ergriffenen Herzen ſchenkt jede Stufe ein neues Er=
lebnis
, das eine Gnade ſein kann.
Ja, Adventszeit iſt ſtille Wanderzeit an der Hand der Freude.
Nur die Augen des Kindes haben, nur ſich nicht deſſen ſchä=
men
, daß das Herz nach Goethe der mannigfaltigſte beweglichſte,
erſchütterlichſte Teil der Schöpfung iſt! Nein, enan muß richtig
darauf ſtolz ſein, ſolch ein Herz in der Bruſt zu tragen! Man muß
recht fähig zu dieſem ſeinem Herzen werden! Man muß ſich zu
ihm ſammeln mit aller Klarheit und Weſensinnigkeit!
Dann lernt man auch das rechte Herzensfreuen, das ſo ganz
von innen kommt, daß ſich die Augen von der Seele her ganz mit
Licht füllen, daß der ganze Menſch wie eine Blüte iſt, voll Geheim=
nis
und Schönheit, voll Anmut aus Ergriffenheit.
Ja, das Herzensfreuen iſt die Sichtbarkeit unſerer Weſent=
lichkeit
, denn es iſt das Freuen der Höhe, des Gott=Erfülltſeins,
der ſelig tiefen Stille, der tauſend Wunder in uns, die wir nun
erſt entdecken! Ja, Adventszeit kann Entdeckerzeit ſein bei dir
ſelbſt und deinen Lieben!
Das Herzensfreuen iſt voll ewigen Zaubers!
Wie geſagt, man lernt es nicht gleich, nicht auf einmal! Man=
cher
braucht recht lange dazu, und oft muß ein Umweg gegangen
werden! Aber wenn man es kann, weiß man erſt, was man ge=
wonnen
hat, und weiß um die Schönheit und die Gnade der
königlichen Dinge.
Erſt das Herzensfreuen ſchenkt uns den Reichtum des Menſch=
ſeins
. Es iſt eine Quelle unverſieglicher Kraft, des Mutes, des
Bezwingertums, der Treue und was das Höchſte bleibt, der gro=
ßen
, tiefen Liebe.
Zu der Kunſt des Herzensfreuens, als der Notwendigkeit
zum weſentlichen Menſchen, will uns die Adventszeit bereiten
und leiten!
O, daß auch dieſe Adventszeit uns wieder ein Stück vorwärts
brächte in der Kunſt des Herzensfreuens! Wir haben es ſo bitter
notwendig!
Wir alle, alle!

Fürſorge für weibliche Auswanderer
Die Oeffentlichkeit hat im allgemeinen keine Vorſtellung da=
von
, wieviel junge Mädchen ſich immer noch zur Auswanderung
entſchließen, weil ſie im fremden Land Arbeit und Fortkommen
zu finden hoffen, die ihnen die Heimat oft verſagt. Namentlich
wiſſen die mit der Auswanderungsbewegung vertrauten Kreiſe
von einem verhältnismäßig lebhaften Abſtrom von weiblicher
Landjugend aus Mittel= und Süddeutſchland zu berichten. Die
Gefährdung und die Notlage, der ſolche jungen, in der Großſtadt
fremden Mädchen während der zwei bis drei Tage ausgeſetzt ſind,
in denen ſie vor der Ausreiſe des Schiffes ſich zu den amtlichen
Formalitäten Kontrolle der Papiere, ärztlichen Unterſuchung,
Impfung in den Hafenſtädten einzufinden haben, iſt oft groß
Um hier zu helfen, hat der Verein Freundinnen junger Mäd=
chen
der ſchon ſeit faſt fünfzig Jahren die alleinreiſende weib=
liche
Jugend betreut, in den letzten Jahren in allen Teilen
Deutſchlands neununddreißig Auswandererberatungsſtellen ein=
gerichtet
und krönte kürzlich dieſes Hilfswerk durch die Anſtellung
einer Auswanderer=Fürſorgerin in Hamburg (Hbg. 26, Gries=
ſtraße
55). Wenn auch die Bahnhofsmiſſionarinnen Tag und
Nacht auf den Bahnhöfen tätg ſind, ſo war dieſe Fürſorgeerwei=
terung
eine dringende Notwendigkeit. Die Miſſionarin kann
natürlich ihr Wirkungsfeld, den Bahnhof, nicht verlaſſen. Hier
ſetzt die Tätigkeit der Fürſorgerin ein. Sie holt die Ausreiſende,
nachdem ihr die Ankunftszeit von der Beratungsſtelle oder der
Reiſenden ſelbſt gemeldet wurde, vom Bahnhof ab, bringt ſie in
ein gutes Nachtquartier, begleitet ſie zur Schiffslinie, zur ärzt=
lichen
Unterſuchung und am Einſchiffungstage zum Hafen. Und
was ſehr wichtig iſt: ſie meldet die Deutſche drüben, in Amerika
an und bittet, ihr bei der Ankunft im fremden Weltteil behilflich
zu ſein.
Da der Freundinnen=Verein mit den beiden großen Schutz=
organiſationen
Young Women’s Chriſtian Aſſociation und der
Travellers Aid Society in ſtändiger Zuſammenarbeit ſteht, iſt es
ihm möglich, in allen nennenswerten amerikaniſchen Orten Ver=
trauensadreſſen
zu finden und zu nennen.
Namentlich die Young Women’s Chriſtian Aſſociation hat
in Amerika ein ausgedehntes Fürſorgenetz ausgeſpannt und bietet
alleinſtehenden Mädchen in eigenen Boardinghäuſern preiswerte
Unterkunft, Verpflegung, Geſelligkeit und Anſchluß an Gleich=
ſtrebende
. Den Young Women’s angeſchloſſen zu ſein, iſt ſchon
eine Art Legitimation.
Sehr hart, namentlich für die alleinreiſende weibliche Aus=
wanderin
, ſind die amerikaniſchen Einwanderungsbeſtimmungen.
Wenn auch ihr Paß und das Viſum vollſtändig ordnungsgemäß
ſind, die Einreiſeerlaubnis des amerikaniſchen Konſulats vorliegt
trotz alledem kann ſie bei der Landung zurückgewieſen werden.
Tatſächlich kann kein Informationsbureau, kein Geiſtlicher, kein
Angeſtellter einer Schiffslinie, kein Auswandererverein vorher
ſagen, ob man ſchließlich zugelaſſen wird oder nicht, denn den
endgültigen Entſcheid treffen die Einwanderungsbehörden in den
Vereinigten Staaten von Amerika.
Im vorigen Jahr ſind 20000 Menſchen bei der Landung zu=
rückgewieſen
worden! Wenn man auch Amerika die Ausleſe zu=
geſtehen
muß, ſo ſollte es doch eine Möglichkeit geben, die end=
gültige
Sichtung und Prüfung ſchon in Europa vorzunehmen,
das unendliche Zurückgewieſenenelend wäre damit gemildert.
Immer wieder muß auf die großen Gefahren und das Riſiko hin=
gewieſen
werden, das die Auswanderung bedeutet, am meiſten
natürlich für junge unerfahrene Mädchen.
Frauen=Rundſchau
New Yorker Studentinnen gegen die Mode=
auswüchſe
. In einer Verſammlung der Hörerinnen der New
Yorker Univerſität gelangte, eine Reſolution zur einſtimmigen
Annahme, in der ſich die jungen Damen verpflichteten, auf alle
Kunſtmittel der Toilette zu verzichten. Die Studentinnen wollen
in Zukunft weder kurze Röcke noch kurzärmelige Kleider tragen,
und ebenſowenig wollen ſie etwas von irgend welchen Schönheits=
mitteln
wiſſen, weder von Schminke, noch von ſchwarzer Unter=
malung
der Augen, ſelbſt Puder iſt geächtet. Auch dem Gummi=
kragen
ſagen ſie Fehde an.

Aluf der Suche nach einer Schreibmaſchine
Von Heinz Scharpf.
BWer vierhundert Rentenmark wie einen Pappenſtiel hinlegen
der braucht ſich wegen eines Schreibmaſchinenantaufs nicht
Ropf zu zerbrechen, wer aber um billiges Geld Gutes erwer=
svill
, dem verurſacht eine Wahl in dieſem Artikel ſchon einige
MI.
Junge, Junge, belehrt uns Freund Meier mit ei, der Alles=
GBeſſerwiſſer, laſſe Dich nicht übers Ohr hauen. Eine Maſchine
einem Freude machen, man iſt mit ihr beinahe wie verhei=
, hat ſie länger als eine Frau. Darum laß‟ Dir die neueſten
tirloge ſämtlicher Marken ſchicken und verliebe Dich in irgend
MModell.
MMan läßt ſich ſchicken und prüft ewig, bevor man ſich bindet.
ſhei macht man die überraſchende Entdeclung, daß ſämtliche
ſwen Firmen, alle ſtaatlichen Aemter, profane und künſtleriſchen
rmife, die Herren Rechtsanwälte und Aerzte faſt ausnahmslos
größten Zufriedenheit, auf jener Schreibmaſchine ſchreiben,
en Proſpekt man gerade in den Händen hält. Man erfährt,
ßman ſich nur auf der Blitz zum preisgekrönten Blitzſchreiber
steilden kann und die kleine Pikkolo links in der Weſtentaſche
hat. Da man aber weder Blitzſchreiber werden will, noch
Schreibmaſchine für die linke Weſtentaſche benötigt, kommt
Herr Maier mit ai gerade recht, der uns aus ſeiner reichen
ſtrhrung erklärt, wie nur Amerika an der Spitze der Schreib=
hickhinenproduktion
marſchiert, da es alle neuen Patente auf die=
Gebiete ſofort aufkauft und demzufolge alle Konkurrenz
ſegt. Schon will man ſein Auge nach der neueſten neunmal
tumitierten Underwood ſchielen laſſen, da ſtürzt Genoſſe Mayer
ſich auf uns zu und tippt uns an die Stirne.
Menſch, ſagt er, wer im Leben kauft ſich eine neue Schreib=
gſt
hine? Wo eine gebrauchte ganz dieſelben Dienſte tut? Gerade
n täglich die ſchönſten, faſt noch funkelnagelneuen Maſchinen
unſerer Zeit, da eine Firma nach der anderen pleite geht, wer=
Sehen Sie nur in den Zeitungen täglich nach, da finden Sie
grebote in Hülle und Fülle.
Richtig, Mayer mit y hat recht. Eifrig ſtudieren wir die An=
ziucen
. Finden ſofort eine faſt nicht gebrauchte, eine tadellos

erhaltene, eine Umſtändehalber billig abzugebende und noch
manche andere, die ſchlecht und recht nur Vorzüge hat. Klopfen=
den
Herzens eilt man zur Beſichtigung. Die faſt nicht gebrauchte‟
ſtammt aus vorchriſtlicher Zeit, die tadellos erhaltene hat zwar
einen friſch lackierten Kaſten, aber die Typen ſtehen wie die An=
gehörigen
einer Feuerwehr in Reih und Glied, und was die Um=
ſtändehalber
billig abzugebende betrifft, müßte ſie erſt zur Gene=
ralreparatur
, da ihre Hebel bis auf einen eingeroſtet ſind. Wei=
tere
Begehungen verkaufsbereiter Maſchinen führen zu ähnlichen
Reſultaten, denn, wie uns wieder ein Herr Mejer mit j verſichert,
kaufen die wirklich noch brauchbaren ſofort die Händler auf, und
ſo früh kann einer gar nicht aufſtehen, daß er denen zuvorkäme.
Aber, gibt uns beſagter Mejer einen Tip, kehren Sie den Spieß
um, annoncieren Sie ſelbſt. Da iſt es nicht unmöglich, daß ſich
jemand ſeiner gänzlich unbenützten Schreibmaſchine erinnert und
ſie zum Verkauf anbietet. Man kehrt alſo den Spieß um und
annonciert ſelber.
Da melden ſich dann prompt alle jene, auf die man ſchon
hereinfiel, die vorchriſtliche, die Typenſchiefe, die Generalsbedürf=
tige
und außerdem ſämtliche Schreibmaſchinengeſchäfte der Stadt.
Nur die eine, die vergeſſene, unbenützte, die ſehnſüchtig erhoffte,
meldet ſich nicht.
Darauf wendet man ſich endlich an einen Fachmann. Was
man von allem Anfang an nicht unterlaſſen hätte dürfen. Der
Fachmann hat ein ungeheuer ſicheres Weſen und nimmt uns ziel=
bewußt
ins Gebet. Mein Herr, beginnt er, Sie können an
ihren Kleidern ſparen, ſie können an Ihren Zigaretten ſparen,
aber niemals bei der Schreibmaſchine, das wäre gänzlich ver=
fehlt
. Und er empfiehlt uns die teuerſte Maſchine nach dem
Grundſatz: Das Beſte iſt das Billigſte! Mein Herr, ſchließt
er, bei der allgemeinen Geldentwertung lohnt es ſich, jeden
Pfennig in Schreibmaſchinen anzulegen. Die Schreibmaſchine iſt
die beſte Kapitalsanlage ich habe geſprochen. Kaufen Sie!
Schon überlegt man, ob man nicht bei ſeiner Erbtante einen
Vorſchuß aufnehmen ſoll, da ſtellt ſich zur rechten Zeit ein freund=
licher
Ratenhändler ein. Einer, der ſich mit einem mäßigen
Ankaufsbetrag und bequemen monatlichen Ratenzahlungen be=
gnügt
. Da er außerdem eine erſtklaſſige Marke vertritt, iſt man
ſchon im Begriff, ſeine Füllfeder zu zucken, um ſeinen Namen
unter den Kaufvertrag zu ſetzen, da miſcht ſich zur Abwechſlung
diesmal ein Mayr ohne e, ein Tiroler Mayr, ein und rechnet

uns an den Fingern vor, daß wir durch die Ratenzahlungen die
Maſchine um beinahe ein Drittel ihres Wertes überzahlen wür=
den
. Hehe, nur damit der Herr Agent ſich einen Wanſt anmäſtet!
Was aber das Ideale für uns wäre, erfahren wir jetzt aus dem
Munde dieſes uneigennützigen Ratengegners: Die kleine Reiſe=
ſchreibmaſchine
! Und er hätte eine und gäbe ſie zum Selbſt=
koſtenpreiſe
ab.
Da aber ſtellt es ſich wieder heraus, daß die kleine Schreib=
maſchine
zwar ſehr ſchön ſchreibt, aber ohne große Durchſchlags=
kraft
, an der uns ſehr gelegen iſt. Mit unſeren Anforderungen
würden wir die Maſchine binnen wenigen Monaten in Grund
und Boden hineinklopfen.
Was aber fängt ein Menſch mit einer in den Grund und
Boden hineingeklopften Maſchine an? Alſo heißt es: weiter=
ſuchen
, weiterlaufen, weiterwählen.
Bald wird uns ein erſtklaſſiges engliſches Modell angeboten,
aber es hat eine verdeckte Schrift, was weniger angenehm iſt als
ein verdecktes Orcheſter, dann will man uns eine wenig beliebte
Marke mit gotiſchen Typen aufſchwatzen, und je mehr Maſchinen
man beſichtigt, deſto weniger weiß man, welche man ſchließlich
kaufen ſoll. Hätte man aber einmal eine nach ſeinem Herzen
gefunden, ſtellt es ſich heraus, daß ihr die Polizei auf den Ferſen
iſt und wir ſie ſamt unſerer Anzahlung nie mehr zu Geſicht be=
kommen
.
Zum Schluß iſt man dann feſt entſchloſſen, mit teilweiſe ge=
pumptem
Gelde die neueſte amerikaniſche Maſchine zu kaufen, da
läuft uns wieder wie im Anfang der AllesnochbeſſerwiſſerNeier mit
ei in den Weg und rüttelt unſer Gewiſſen auf. Er macht es uns
beinahe zur Pflicht, keine ausländiſche, ſondern eine deutſche
Marke anzuſchaffen und rät uns, unverzüglich Kataloge und
Preisliſten einzuholen.
So, da wäre man nun wieder glücklich dort, wo man im
Anfang geſtanden und ſo klug als wie zuvor.
Nun läßt man ſich aber in Drei=Teufels=Namen von keinem
Merſchen mehr ein Wort dreinreden und kauft die nächſte beſte
Maſchine, die nicht immer die beſſere iſt.
Aber das macht nichts. Man tauſcht ſie doch nach drei Mo=
naten
wieder um. Totſicher gegen eine ſchlechtere; die man aber
eventuell wieder gut verkaufen kann, falls man an keinen ſchlechten
Zahler gerät.

[ ][  ][ ]

Sonntag, den 7. Dezember 1924,

Nummer 340.

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Rummer 340.

Der Haarmann=Prozeß.
Haarmann geſiehi weitere Morde zu.
Hannover, 6. Dez. Um 9.5 Uhr wird die Samstagsverhandlung
röffnet. Der 13. Fall iſt der des 17½jähr. Adolf Hannapel aus
Düſſeldorf, der ſeit dem 29. November 1923 vermißt wird. Es handelt
ſch hierbei um einen Fall, bei dem Grans der Anſtiftung zum Mord
eſchuldigt wird. Haarmann kann ſich auf dieſen Fall nicht genau be=
rnnen
. Grans erklärt, Hannapel auf dem Bilde nicht zu erkennen. Im
weiteren Verlauf der Vernehmung erklärt Haarmann auf Aufforderung
des Vorſitzenden, wie er Hannapel kennen gelernt habe. Er habe ihn
bends wie die anderen getötet. Grans behauptet, Hannapel nicht zu
tennen. Er habe ihn nur bei Haarmann geſehen. Oberſtaatsanwalt
Dr. Wilde erſucht, den Angeklagten Grans zu fragen, ob es ihm nicht
ariffiel, daß die jungen Leute verſchwanden und in allen Fällen nur die
A leidungsſtücke da waren. Grans erklärt, Haarmann habe ihm öfter er=
ählt
, daß er die Sachen für Koſt, Logis und Reiſegeld erhielt und ſie
drann verkauft habe. Er habe immer geglaubt, was Haarmann ihm ſagte.
Im weiteren Verlaufe entſpinnt ſich eine Auseinanderſetzung über
die Frage der Abſetzung der Sachen der Opfer, was in der Verbrecher=
ſorache
abtrampeln bezeichnet wird. Auf Grund der Ausſagen von
E=rans ſetzt der Begriff abtrampeln niemals eine verbrecheriſche Mani=
z
ulation voraus. Es wird beſchloſſen, die früheren Ausſagen von Grans
zu verleſen. Oberſtaatsanwalt Dr. Wilde beantragt die Ladung des
Arnterſuchungsrichters, um zu beweiſen, daß Grans in dieſen Ausſagen
inamer ſchwankend geweſen iſt und ſich in Widerſprüchen verwickelt hat.
Stie Vernehmung des Unterſuchungsrichters wird beſchloſſen.
Es folgt nun der Fall des 19jahrigen Schülers Adolf Hennies=
(mannover. Hier beſtreitet Haarmann, der Täter zu ſein und ſchiebt
e Tat Witkowski und Grans zu. Auf die Frage des Vorſitzen=
din
bemerkt Haarmann unter anderem: Ich kam morgens nach Hauſe
und ſah den Toten. Auf meine Fragen ſagten Grans und Witkowski:
Das ſind wir doch nicht geweſen, das biſt Du geweſen! Darauf ſagte
ſs: Seid Ihr denn verrückt? Dann gingen ſie weg. Auf die Frage
dss Vorſitzenden, wie die Beiden Hennies getötet haben ſollten, erwidert
Kaarmann: Wenn ich es geweſen wäre, hätte er einen Stich gehabt. Er
htte aber keinen. Grans beſtreitet, den Menſchen auf dem Bilde zu
inen. Er habe ihn nie geſehen.
Auf die Feſtſtellung des Staatsanwaltſchaftsrats Wagenſchief=
f
r, ob es richtig ſei, daß Grans bei der Vernehmung im Polizeipräſi=
dumm
Spitzel gerufen habe, erklärt, Haarmann, daß Grans ſchon immer
gfſagt habe: Wenn mal was paſſiert, dann ſage nichts! Wenn man
Tär vorhält, Grans hätte das und das ſchon zugeſtanden, dann ſage Du:
2nn lügt er! Rechtsanwalt Lotze beantragt, den zuſtändigen Be=
aiten
zu laden, um zu beweiſen, daß es techniſch unmöglich ſei, eine
ſilche Verſtändigung zwiſchen den Angeklagten herbeizuführen. Die
9hörung dieſes Zeugen wird beſchloſſen.
In dem Falle Ernſt Spieker gebt Haarmann zu, dieſen ge=
ietet
zu haben, wenn die Eltern die Sachen, die beigebracht wurden,
as die ihrer Söhne erkennen würden. Grans erklärt, Spieker nicht
gEkannt zu haben. Die Ermordung des Heinrich Koch geſteht
Emarmann ohne weiteres zu. Grans erklärte auch hier, den Verſchwun=
dimien
nicht zu kennen. Auch im Falle Hogreſe aus Lehrte iſt Haar=
nrnn
geſtändig. Dagegen beſtreitet Haarmann den Mord an Senger
annover) und an Hermann Beck (Hannover). Zu dem Falle
A ittig bemerkt Haarmann, daß Grans ihm wiederholt geſagt habe,
dcfß er den Anzug von Wittig haben müſſe. Als Haarmann bei der Zer=
*=ckelung der Leiche geweſen ſei, habe er ſich auf den Bettrand geſetzt
d geſagt: Was iſt denn mit mir los, was bin ich denn für ein Menſch,
hbe ich denn zwei Seelen! Grans habe ihn darauf beruhigt. Grans
eiElärt, daß Haarmann die Unwahrheit ſage. Der Vorſitzende ſtellt dann
Frage, wie Haarmann dazu komme, ihn zu belaſten, worauf Grans
etlärt, Haarmann wolle ſeine Sachen nur verſchönern. Er ſage wohl,
et, wolle geköpft werden, und doch klammert er ſich an das Naturgeſetz
ſiewes Menſchen, das Leben. Was Haarmann ſagt, iſt lediglich Mani=
ſol
lation, nur Komödie. Haarmann bemerkt, als er die Leiche zerſtüchelt
gIbe, habe Grans ihm geſagt: Fritz, Du biſt doch der Beſte! Staats=
mwalt
Wagenſchieffer befragt den Angeklagten darüber, ob es richtig
ſies, daß Haarmann ein Kuppler für Homoſexuelle aus beſſeren Kreiſen
guveſen wäre, was Haarmann mit Entſchiedenheit in Abrede ſtellt, wie
noch, daß er jeden Abend 4050 Jugendliche um ſich verſammelt habe
nid dadurch veranlaßt worden wäre, Leute zu töten, damit ſie nichts
assſagen könnten. Darauf tritt die Mittagspauſe ein.
Die Nachmittagsverhandlung.
Nach 1 Uhr werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Im
Vrhandlungsſaal ſind zu Beginn der Nachmittagsſitzung Kiſten mit
enſchenknochen und Schädeln, die in der Leine und anderswo gefunden
vrden ſind, ebenſo Büchſen mit Menſchenfleiſch aufgeſtellt. Haarmann
uktreitet, an ſeinem Laden ein Schild gehabt zu haben, auf dem ſtand:
zen Franzoſen und Belaiern wird nichts verkauft! wie ein Pariſer
Byatt behauptete. Auf die Frage, ob Haarmann politiſch gearbeitet und
u. Ruhrgebiete Formatienen aufgeſtellt habe, erklärte der Angeklagte,
uiter großer Heiterkeit: Nein, ich habe bloß mal was von Leinert ge=
t, der doch Maler geweſen iſt.
Es wird dann Geh. Medizinalrat Dr. Schlackwitz als Zeuge
nommen, der Auskunft über die zu ihm gebrachten Fleiſchſtücke gibt
uſd erklärt, daß er das Fleiſch ohne weiteres als Tierfleiſch erkannt
ſwe. Die Vorſtellung, daß Menſchenfleiſch zu Würſten verarbeitet wor=
ſem
ſei, ſei ſuggeſtiv entſtanden.
Geheimer Medizinalrat Dr. Brandt wird über die in der Leine
*undenen Knochen verhört. Es handelt ſich um 285 Stücke, darunter
Oberſchenkelknochen; die ſämtlichen Knochen ſtammen im weſentlichen
m: Jugendlichen.
Im Falle Wilhelm Akel=Kleinhauſen, ſowie im Falle Robert
ſitzel=Hannover iſt Haarmann geſtändig. Ebenſo gibt er die Mög=
jahkeit
zu, den Heinz Martin aus Chemnitz, 14½ Jahre alt, getötet
haben. Auch im Falle des 16 Jahre alten Friedrich Koch=Hannover
ſt Haarmann geſtändig, ebenſo im nächſten Falle, dem des 17jährigen
nich de Vries=Hannover. Haarmann beſtreitet dagegen, den 10½
FƗhre alten Friedrich Abeling=Hannover getötet zu haben. Der
verſtaatsanwalt richtet, was dieſen Fall anbetrifft, an Haarmann die
Funge, ob für Haarmann das Alter maßgebend war, was dieſer dahin
einntwortet, daß er ſich ſolche kleinen Jungen nicht ausgeſucht habe. Auf
di weitere Frage des Oberſtaatsanwalts, ob er Wert auf die körper=
ioge
Entwicklung gelegt habe, antwortete Haarmann bejahend; weiter
elllärte er, er habe niemanden getötet, ohne ihn ſeziert zu haben. Im
ei ten zur Verhandlung kommenden Falle handelt es ſich um den 17½
jahre alten Fritz Wittig=Kaſſel. Hier iſt Grans der Anſtiftung be=
ſchildigt
. Beide erklären, Wittig an Hand des Bildes widerzuerkennen
uſd Haarmann gibt zu, Wittig getötet zu haben. Als er und Grans
At=ttig kennen lernten, habe Grans zu Haarmann ſofort geſagt: Don=
ie
wetter, den Anzug muß ich haben!"

Sonntag, den 7. Dezember 1924,
Reich und Ausland.
Für den Preisabbau.
S. Frankfurt. In einer gemeinſamen Beſprechung von Indu=
ſtrie
und Handwerk hat man ſich eingehend mit der Frage beſchäftigt,
wie ſich eine weitere Verteuerung der Erzeugniſſe von Induſtrie und
Handwerk vermeiden läßt und wieweit ei Abbau der Preiſe für Lebens=
mittel
und Bedarfsartikel möglich iſt. Es ſoll mit allen Mitteln ver=
ſucht
werden, ein weiteres Anzichen der Preife unmöglich zu machen,
damit die ſchon vorhandene Teuerung nicht zu einer neuen Inſlation
führt. Durch Einwirkung auf die Kartelle und Rohſtoffſyndikate ſoll
ein weiteres Anſteigen der Rohſtoffpreiſe verhindert werden. Vor allem
ſoll jeder unnötige Zwiſchenhandel ausgeſchaltet werden. Mit einer
für das Frankfurter Wirtſchaftsleben ebenfalls ſehr wichtigen Maß=
nahme
beſchäftigte ſich Bürgermeiſter Gräf in einer Vollverſammlung
des Handwerks. Es handelt ſich um die Fürſorge für die jungen
Leute, die zu Oſtern aus der Schule entlaſſen werden. Dieſe 8000
jungen Menſchen ſollen in Frankfurt beim Handwerk als Lehrlinge unter=
gebracht
werden. Es ſoll verhindert werden, daß Lehrlinge von aus=
wärts
zum Nachteil von ortsanſäſſigen Bewerbern Lehrſtellen in Frank=
furt
bekommen. An Lehrmeiſtern, die eine beſondere Eignung zur Aus=
bildung
von Lehrlingen zeigen, ſollen Prämien ausgegeben werden.
Kleine Frankfurter Chronik.
Die ſtädtiſche Bekleidungsſtelle, gegen die beſonders aus den Kreiſen
der Handwerker proteſtiert wurde, iſt endgültig abgebaut worden.
Der Fachbeirat für Grundſätze und Hypothekenverkehr der Handels=
kammer
hat ſich einſtimmig dahin ausgeſprochen, daß jeder Abbau
der Miete=Zwangswirtſchaft begrüßt werden müſſe, denn
die Zwangswirtſchaft ſei die letzte Urſache der gegenwärtgien Wohnungs=
not
. Um den neuen Straßenbahntarif iſt es im Hauptaus=
ſchuß
noch nicht zu einer Einigung gekommen und es iſt unter dieſen
Umſtänden fraglich, ob er noch zum 1. Januar in Kraft treten kann.
Ein Antrag des Stadtverordneten Heiſter erſucht den Magiſtrat, die
Januargehälter der ſtädtiſchen Beamten ſchon vor den Weih=
nachtstagen
zur Auszahlung zu bringen. Im Monat November wur=
den
1813 Fälle von der Frankfurter Kriminalpolizei bear=
beitet
. In fünf Fällen handelte es ſich um Mordverſuch, in zwei Fäl=
len
um Totſchlag und in ſieben Fällen um Raub. Einbrüche und Dieb=
ſtähle
wurden 483 gemeldet, Betrugsfälle und Unterſchlagungen 339.
Außerdem kamen 69 Münzverbrechen und 159 Sittlichkeitsverbrechen zur
Anzeige, ſo daß man alſo täglich mit fünf Sittlichkeitsverbrechen in
Frankfurk rechnen kann. Sittlichkeitsübertretungen kamen 561 zur
Kenntnis der Behörde. 156 Wucherfälle und 23 Nahrungsmittelfälſchun=
gen
wurden bearbeitet. Selbſtmorde wurden 12 gezählt, feſtgenommen
wurden 883 Perſonen. Die Gemeinnützige öffentliche Auswanderungs=
beratungsſtelle
hatte im Monat November 238 Anträge zu erledigen.
Es gingen 140 ſchriftliche und 160 mündliche Anfragen ein, die ſich au
folgende Bezirke verteilten: Heſſen=Naſſau 185, Heſſen 90, Baden 60,
Rheinvfalz 45. Die meiſten Anfragen bezogen ſich auf Braſilien, Nord=
amerika
und Argentinien. Die Beratung erfolgt koſtenlos. An der
Frankfurter Oper ſind in Vorbereitung: Pique Dame Oper in
drei Akten von Tſchaikowskn, die Overette Der ſüße Kavalier, von
Leo Fall und die Oper von Richard Strauß Die Frau ohne Schatten,
Der Ring der Nibelungen wird neu einſtudiert.
Großfeuer in Säckingen.
*fm. Karlsruhe. Wie aus Säckingen gemeldet wird, brach am
Freitag früh gegen 5 Uhr in dem Sägewerk Kähny Großfeuer aus, das
ſich mit rafender Geſchwindigkeit ausbreitete und ſchon nach ganz kurzer
Zeit die großen Vorräte an Brettern, ſowie ſoeben erſt eingetroffene
nene Maſchinen ergriff. Das Feuer legte das geſamte nach dem Kriege
erſtellte neue Werk in Aſche. Reiche Nahrung fand das Feuer in den

D haftrecht
Das nird ſeine
(ouptÜberraßhtrz
Derden:

NA

Teiſteebrans=Metſter-Liogeun:
Weinbrennerei Scharlachber, A.-G.

Bingen 2Nbee

Seite 19.
Benzinvorräten, die ſich für die Laſtautos im Werk befanden und mit
maſchinengewehrfeuerähnlichem Getöſe explodierten. Die von mehreren
Feuerwehren der Umgebung aufgenommenen Löſcharbeiten waren er=
ſchwert
durch den Mangel an Hilfsmitteln und durch die ungünſtige
Lage des Werks, das auf der einen Seite vom Rhein, auf der anderen
vom Bahndamm begrenzt wird. Der Schaden iſt ſehr erheblich,
Fiſcherlatein.
Mühldorf. Wie das Mühldorfer Tageblatt mitteilt, wurde im
Ifenfluſſe ein mächtiger Hecht gefangen, auf deſſen Rücken ſich das halbe
Skelett eines Raubvogels befand. Die Krallen und der Schnabel des
Vogels waren ſo feſt in den Rücken des Fiſches verwachſen, daß ſie nur
mit Gewalt entfernt werden konnten. Vermutlich war der Raubvogel
aus der Höhe auf den emportauchenden Fiſch geſtoßen. Dieſer hatte in
dem ſich entſpinnenden Kampf die größeve Stärke und zog den Vogel
mit in die Tiefe. Der Raubvogel krallte ſich in dem Fiſch feſt und ward
ſpäter von anderen Fiſchen zur Hälfte abgenagt und in ein Skelett
verwandelt.
Geſchäftliches.
Bei der Wahl der Bereifung für Fahrrad, Motorrad oder Auto=
mobil
muß der Käufer darauf bedacht fein, ein Fabrikat zu erhalten,
das ihm abſolute Gewähr für Haltbarkeit und beſtes Material bietet.
Er darf ſich nicht irreführen laſſen durch übermäßige Reklame. Der
Wert eines Reifens liegt in der Verwendung des geeignetſten und beſten
Rohmaterials. In dieſer Beziehung ſtehen Dunlop Cord Reifen an
1. Stelle. Ihr Stammbaum geht zurück bis auf J. B. Dunlop, den
Erfinder des Pneumatiks und den Gründer der Pneumatik=Reifen=
Induſtrie. Alle Fortſchritte und Errungenſchaften auf dem Gebiete
der Reifentechnik ſind bei Dunlop=Reifen zur Nutzanwendung gelangt.
Die Weltmarke bürgt für Qualität ſie gibt Brief und Siegel für
größte Haltbarkeit.

Die Sprechmaſchine wurde erſt zu einem künſtleriſchen Muſikinſtru=
ment
, als ſie die Pflege ernſter Muſik ſich angedeihen ließ. Heute iſt die
Sprechmaſchine ein Faktor im Muſikleben geworden, den kein wahrer
Muſikfreund mehr miſſen möchte. Denn ſie ermöglicht uns, Orcheſter=
werke
, die wir bisher nur bei ſeltenen Gelegenheiten in langen Zwiſchen=
räumen
zu hören bekamen, nun in unſeren vier Wänden zu hören,
wann und ſo oft es uns beliebt. Nur mit Hilfe der Sprechmaſchine
kann der muſikliebende Laie die Schönheit dieſer Werke gründlich ſtudie=
ren
. Die Deutſche Grammophon A.=G. hat in Bezug auf klaſſiſche
Orcheſterplatten glänzende Proben ihrer Leiſtungsfähigkeit gegeben.
Sie brachte alle Symphonien Beethovens, die 2. (Auferſtehung) Sym=
phonie
von Mahler, die 7. von Bruckner die großen ſymphoniſchen
Werke von Richard Strauß, ſie brachte Symphonien von Haydn, Mozart,
Schubert, Schumann und Brahms, um nur die wichtigſten zu nennen.
Die beſten Orcheſter Deutſchlands und die beſten Dirigenten der Gegen=
wart
ſtanden ihr zur Verfügung, und es iſt ein beſonderer Genuß, die
Kunſt von Arthur Nikiſch, von Richard Strauß, von Bruno Walter,
von Oskar Fried oder Otte Klemperer an Hand der Platte zu ſtudieren.
Sie wird ebenſo in der Platte erkenntlich, wie das Timbre der Stimme
eines großen Sängers. Mit der Wiedergabe großer Orcheſterwerke hat
die Sprechmaſchine mehr für die Muſikliebe und das Muſikverſtändnis
getan, als irgendein Inſtrumen:, das je der Muſik gedient hat.

Magerkeit und welke Haut ſollten namentlich Frauen beſeitigen.
Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke 30 Gramm echte Avora=
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Tageskalender. Sonntag, den 7. Dezember.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 5½ Uhr, Ende gegen 10
Uhr (Sonntagsfremdenmiete, 4. Vorſtellung): Die Walküre‟.
Kleines Haus, vormittags 11½ Uhr: Zweite Morgenfeier. Anfang
7 Uhr, Ende 93 Uhr (Zuſatzmiete VTI,5): Ein Glas Waſſer.
Orpheum, abends 8 Uhr: Varieté. Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. Ehem. 6ler Artillerie,
nachm. 4 Uhr, Konkordiaſaal: Weihnachtsfeier mit Kinderbeſcherung.
Sportplatz Heidelbergerſtraße, nachmittags 3 Uhr:
Münſter gegen Union. Spaniſche Bodega zum Palais,
ab 8 Uhr: Konzert (auch im 1. Stock).
Verſteigerungskalender. Montag, den 8. Dezember.
Verſteigerung von 7 überzähligen Ziegenböcken, vormittags 11 Uhr,
im Faſelſtall zu Griesheim.

Hauptichriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Pokitik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Fonill ton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
Verantwortlich füir Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortiich für Schinßd ent: Andreas Bauer
Verantwertſich für den Inſ=ratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: 2. C. Wittich ſämthich in Darmſtadt.

Die heutige Nummer hat 2B Seiten

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[ ][  ][ ]

Seite 20.

Sonntag, den 7. Dezember 1924,

Nummer 340.

Sport, Spiel und Turnen.

Der Sport des Sonntags.
Der Wahlſonntag hat naturgemäß zur Folge gehabt, daß die ſport=
liche
Betätigung etwas eingeſchränkt wurde. Die Hauptveranſtaltungen
wurden auf den Samstag verlegt, wie die Breslauer Box=
kämpfe
mit dem Treffen George Cook-Larry Gains als Haupt=
nummer
, die Eröffnungsradrennen auf der Winterbahn im Berliner
Sportpalaſt, die deutſchen Fechtmeiſterſchaften im Mannſchaftsfechten
in Hanover uſw. Im Pferde= und Radſport herrſcht daher voll=
kommen
Ruhe. Im New Yorker Madiſon Square Garden pird in der
Nacht vom Samstag zum Sonntag das 32. New Yorker Sechstage=
rennen
beendet. Auf fußballſportlichem Gebiet intereſſant iſt das
Treffen der Verbandsmeiſterſchaft von Mittel= und Weſtdeutſchland, die
ſich in Caſſel gegenüberſtehen. Im übrigen werden in allen Landes=
verbänden
die Punktkämpfe um die Meiſterſchaft fortgeſetzt. Auch die
Hockeh= und Handballſpiele werden allerorts gefördert. Die Liga=
Hockeymannſchaft von Brandenburg weilt am Sonntag in Hannover
beim Hockey=Klub Herrenhauſen zu Gaſte, eine Mannſchaft der Stutt=
garter
Kickers tritt in Zürich einer Mannſchaft des dortigen Hockey=
Klubs gegenüber. Die Handballſtädtemannſchaften der D. T. von
Bremen und Hannover liefern ſich in der Leineſtadt einen Städtekampf.
Auf leichtathletiſchem Gebiete iſt nur der 10 Kilometer=Streckenlauf der
letzte des Jahres, zu erwähnen, der in Charlottenburg gemeinſam vom
SC. Charlottenburg und SC. Komet durchgeführt wird. Das Rennen
wird mit Zeitvorgabe ausgetragen und ſieht die beiden Marathonläufer
Hempel und Pohl als Malleute. Der Berliner Lawn Tennis=Turnier=
Klub Rot=Weiß entſendet eine Mannſchaft, beſtehend aus den Herren
Rahe, Lüdke, Zander, Schöneich und Dr. Dolling ſowie den Damen
Frl. Kaeber, Frl. Uhl und Frl. Heymann nach Bremen zu einem
Freundſchaftsſpiel gegen den Bremer Tennis=Verein von 1886, der in
der Bremer Tennishalle am Samstag und Sonntag zur Durchführung
gelangt. Die Ausſichten für die Ausübung des Winterſports ſind vor=
läufig
noch recht trübe, da aus faſt allen Teilen des Reiches wärmeres
Wetter und Niederſchläge gemeldet werden. Ob daher die vom Nord=
baheriſchen
Eislaufverband ausgeſchriebenen Vorkämpfe um ſeine Eis=
hockeymeiſterſchaft
ſtattfinden werden, iſt nicht wahrſcheinlich. In
Stockholm ſind an den dortigen Amateurboxkämpfen der deutſche Halb=
ſchwergewichtsmeiſter
Niſpel=Berlin und deſſen Klubkamerad Schröder
beteiligt.
Fußball.
Sportverein DarmſtadtMannheim Waldhof.
Mannheim=Waldhof ſpielt heute um 2,30 Uhr auf dem Stadion.
Sportverein Darmſtadt muß unbedingt ſeinen ungünſtigen Tabellen=
ſtand
verbeſfern. In auswärtigen Spielen wird es ihm nur ſehr ſchwer
gelingen, Punkte zu erringen, deshalb muß Sportverein mindeſtens
die noch ausſtehenden Spiele auf eigenem Platz gewinnen. In Sp.=V.
Waldhof ſteht ihm eine Mannſchaft gegenüber, die ſich den Sieg nur durch
Aufbieten aller Energie und alles Könnens entreißen läßt. In den
vorjährigen Schlußſpielen um die ſüddeutſche Meiſterſchaft vermochte
Waldhof als einziger Verein Süddeutſchlands den Deutſchen Meiſter
1. F.=C. Nürnberg einwandfrei zu ſchlagen. Waldhof verfügt über
einen ungeheuer ſchnellen Sturm, der von vielen Fußballkennern heute
noch als durchſchlagskräftiger bezeichnet wird, als der des V. f. R.
Mannheim. Seine Läuferreihe iſt vorzüglich im Verteidigen, jedoch
weitaus gefährlicher im blitzſchnellen Einleiten von Angriffen. Manchen
Sieg verdankt Waldhof dem hervorragenden Können ſeiner Läufer=
reihe
und viele Spiele wurden durch unverhoffte Schüſſe der Läufer
für Waldhof ſiegreich geſtaltet. Seinen letzten Sieg in den diesjährigen
Verbandsſpielen mit 2:0 errang der Altmeiſter des Rheinbezirks ledig=
lich
durch zwei Prachtſchüſſe ſeines Mittelläufers. In der Verteidigung
iſt beſonders P. Traude zu erwähnen, der durch ſein langjähriges
Spielen im Sportverein Darmſtadt allen Darmſtädtern wohl bekannt
iſt. Daß Sportverein das Vorſpiel in Waldhof trotz größter Anſtren=
gungen
knapp verlor, war in erſter Linie der hervorragenden Abwehr
dieſes Verteidigers zuzuſchreiben dem ſein Partner Lidy in nichts
nachſteht. Waldhofs Tor hütet Wittemann, der mit vollem Recht einer
der beſten Torwächter Süddeutſchlands genannt wird. Sportverein
Darmſtadt iſt ſich bewußt, was auf dem Spiele ſteht, Deshalb iſt ein
Kampf zu erwarten, wie man ihn in Darmſtadt ſchon lange nicht mehr
ſah. Das Spiel verdient um ſo größeres Intereſſe, als es vorausſicht=
lich
das letzte ſein wird, das Sportverein in dieſem Jahre auf eigenem
Platze austrägt. Das nächſte Spiel auf dem Darmſtädter Stadion führt
dann Sportverein mit der bekannten ungariſchen Mannſchaft Vaſas,
Budapeſt zuſammen. Der Neujahrstag wird in dieſem internationalen
Großkampf zeigen, was Sportverein Darmſtadt in den diesjährigen
Verbandsſpielen gelernt hat.
Die Spannung mit der man allgemein auf dieſes Spiel wartet,
läßt auf guten Beſuch ſchließen. Hoffen wir, daß das Stadion eie
Zuſchauermenge aufweiſt, die den ungariſchen Gäſten zeigt, daß Darm=
ſtadt
auch Intereſſe für Fußball beſitzt. Rieſige Zuſchauermengen ſind
die beſte Ehrung, die die Stadt Darmſtadt ihren ſportlichen Gäſten
erweiſen kann.
Von den übrigen Mannſchaften Sportvereins ſpielt die Liga=Erſatz=
Mannſchaft um 2,30 Uhr in Pfungſtadt. Bei einigermaßen gutem Spiel
iſt ihr mit ihrem Können der Sieg ſehr wahrſcheinlich. Die 3. Mann=
ſchaft
tritt um 2,30 Uhr auf dem Uebungsplatze gegen die 2. Mann=
ſchaft
des Sp.=V. Dieburg an. Die Junioren=Mannſchaft ſpielt um
2,30 Uhr in Roßdorf gegen die 1. Mannſchaft des dortigen Sport=
vereins
. Die Junioren ſind wohl von allen Mannſchaften Sportvereins
die beſtändigſten m Aufſtellung und Spiel. Ein Sieg über die als
ſehr gut bekannte Mannſchaft Roßdorfs iſt zu erwarten.
Verein für Raſenſpiele DarmſtadtSchupo Darmſtadt.
Der Verein für Raſenſpiele Darmſtadt bietet ſeinen Mitgliedern
und allen Fußballanhängern am heutigen Sonntag, 7. Dezember eine
intereſſante Abwechſlung nach einer Reihe harter Verbandsſpiele in
Geſtalt eines Freundſchaftstreffens einer Mannſchaft der Schupo Darm=
ſtadt
gegen die Ligamannſchaft des V. f. R., die in ſtärkſter Beſetzung
antreten wird. Niemand ſollte die Gelegenheit verſäumen, dieſes Spiel,
das frei ſein wird von all den üblen Folgeerſcheinungen eines Punkt=
kampfes
, ſich anzuſehen. Die Spielſtärke der Schupomannſchaft iſt zur
Genüge bekannt, hat ſie doch mehrfach in Darmſtadt Proben ihres guten
Könnens abgelegt. Das Spiel findet vormittags 10,30 Uhr auf dem
V. f. R.=Platz ſtatt.
Vor dieſm Treffen begegnen ſich die 2. Jugend des R.=Sp.=V. Ger=
mania
03 Pfungſtadt und die 1a Schülermannſchaft des V. f. R. Nach=
mittags
empfängt die 12 Jugend des V. f. R. die 1. Jugend des F. C.
Union Darmſtadt. Ebenſo wie im Vorſpiel, das 1:0 für V. f. R. endete,
wird es auch diesmal einen harten Kampf geben. Ferner ſpielen die
1b Jugend vorausſichtlich gegen Kickers Frankfurt und die 2a Jugend
gegen Germania Eberſtadt 2. Jugend.
W.
Akad. Sportklub Darmſtadt Akad. Sportklub Friedberg.
Heute nachmittag 2½ Uhr treffen auf dem Hochſchulplatze beide Ver=
eine
zum zweiten Male aufeinander. Daß Friedberg ſeinen auf eigenem
Platze und im Waſſer errungenen Glücksſieg wiederholen kann, iſt kaum
anzunehmen. Die Stärke der Mannſchaft liegt im Hintertrio, vor allem
im Torwart. Die hieſigen treten in ſtärkſter Aufſtellung an.

F.=C. Union Darmſtadt.
Die Entſcheidung der Spielſtärke zwiſchen Sportberein 1919 Mün=
ſter
und Union fällt am Sonntag, den 7. d. M., nachmittags 3 Uhr, auf
dem Sportplatz an der Heidelberger Straße. Münſter der Spitzenkandi=
dat
der A=Klaſſe des Gaues Bergſtraße, iſt kein leichter Gegner, er er=
zielte
bisher in der Verbandsrunde beachtenswerte Reſultate. Auf
eigenem Platze unterlag ihm Eintracht Darmſtadt mit 3:0 Toren. Das
erſt am vergangenen Sonntag erzielte Reſultat gegen Weiterſtadt mit
10:1 Toren gibt ſehr zu denken. Münſter erhebt nach ſeiner Spielweiſe
Anſpruch auf die Meiſterſchaft und dürfte Union die erdenklichſten An=
ſtrengungen
machen müſſen, will ſie das Spiel zu ihren Gunſten ent=
ſcheiden
. Auch die Mannſchaft der Union hat in letzter Zeit eine Form=
verbeſſerung
angenommen, der 2. Platz in der Tabelle beſtätigt dies.
Dieſes wichtige Treffen bringt die Entſcheidung in der Vorunde, beide
Vereine wiſſen deshalb dem Spiele die erforderliche Beachtung bei=
zumeſſen
Es gibt ein intereſſantes und aufopferndes Spiel, welches
ſich beide Mannſchaften leiſten werden. Der Wunſch aus der Runde als
Meiſter hervorzuheben, iſt bei beiden Vereinen gleich ſtark, doch die glück=
lichere
Manſchaft wird ſiegen. Es iſt unſer Wunſch, daß dem Spiele das
große Intereſſe nicht mangele.
Vormittags 10,30 Uhr begegnen ſich ebenfalls die 2. Mannſchaften.
Auch dieſes Treffen bringt die Entſcheidung des Tabellenerſten.
1a=JugendVfR.
Sonſtige Spiele: 1b=JugendSp.=V. Darmſtadt 2. Jugend; 1a=
SchülerSp.=V. Darmſtadt 1. Schüler; 2a=JugendGerm. Eberſtadt
2. Jugend.

Handball.

Endſpiel um die Meiſterſchaft des F. V. f. L.
Die Mitteilung in der Samstags=Nummer ließ im Unklaren, wo
das Spiel ſtattfindet. Um 1 Uhr treffen ſich heute Sonntag 7. Dezember,
Sportverein Darmſtadt und D. J. K. Sachſenhauſen im Entſcheidungs=
ſpiel
um die Bezirksmeiſterſchaft auf dem Stadion am Böllenfalltor.
Wer die Gäſte nach ihrer 4=wöchigen Ruhepauſe ſpielen ſah, muß ge=
ſtehen
, daß ſelbſt unſere Sportvereinler in ihrer jetzigen Spielſtärke
alles aus ſich heraus geben müſſen, um die Niederlage im Vorſpiel
wieder wettzumachen. Ein unentſchiedenes Ergebnis genügt unſeren
Darmſtädtern zwar zur Meiſterſchaft, aber damit werden ſich die Platz=
beſitzer
hoffentlich nicht zufrieden geben. Die Darmſtädter Sportgemeinde
wird hoffentlich zahlreicher als ſonſt als Zuſchauer vertreten ſein, ob=
wohl
hier nur Handball geſpielt wird!
Leichtathletik.
HeſſenV. f. L. Darmſtadte. V. Waldlauf.
Eine beſtimmte Vorausſage der Sieger in dem erſten Waldlauf von
Heſſen zu machen iſt ſchwer. In der A=Klaſſe wird es zu einem
ſcharfen Kampfe zwiſchen Sportvereinigung 04 Arheilgen, Sportverein
98 Darmſtadt und Heſſen V. f. L., kommen. Es geht hier um die
Vormachtſtellung im Frankfurter Verband, in dem Arheilgen und Darm=
ſtadt
bisher die beſten Mannſchaften ſtellten. Ueber unſere Sportfreunde
aus Weſtdeutſchland läßt ſich noch garnichts ſagen, doch iſt anzunehmen,
daß bei der immerhin beträchtlichen Entfernung, nur gute, ausſichtsreiche
Läufer am Start erſcheinen werden. Als Einzelläufer geſellen ſich noch
zu obengenannten Vereinen, die des V.f.B. Marburg und der mehrjäh=
rige
Verbandsmeiſter, Kaufmann, Boruſſia=Frankfurt. In der A=Klaſſe
iſt ſomit wohl das beſte Langſtreckenmaterial des Frankfurter Verbandes
zur Stelle. Als Favorit für Einzelläufer kann man Kaufmann bezeich=
nen
, jedoch dürften auch hier Ueberraſchungen gezeitigt werden können.
In der B=Klaſſe treffen ſich Turn= und Sportverein Höchſt, Viktoria=
Walldorf, Sportverein der Schutzpolizei Hanau, Haſſia=Dieburg, Sport=
vereinigung
04=Arheilgen und der A.S. C.=Darmſtadt. Dieſer war der
Sieger in dem Frühjahrswaldlauf des Frankfurter Verbandes, und wird
alles daranſetzen, auch dieſes Mal ſeine Ueberlegenheit zu behaupten.
In der Jugendklaſſe werden V.f.B. 05=Marburg, ferner Sportverein
Höchſt, Arheilgen 04, Sportverein 98 und 2 Mannſchaften von Heſſen,
um den Sieg ringen. Die Ausſichten, die Karl Müller von Heſ=
ſen
, V.f. L., hat, werden durch die Marburger Läufer, deren Qualitäten
vollkommen unbekannt ſind, ſtark in Frage geſtellt. In der Klaſſe D für
Nicht=Leichtathleten ſind die Meldungen nicht in dem gewünſchten Maße
eingelaufen. Gemeldet haben: der Schwimmverein 1912 Hanau, Athleten=
klub
1910 Groß=Umſtadt, Fußballklub Eintracht, Darmſtadt und der Ver=
anſtalter
ſelbſt. Schwimmer, Fußballer und Ringer zuſammen im
Wettkampf. Auf den Sieger darf man geſpannt ſein. Alle verfügen
durch ihren Spezialſport über große Ausdauer, jedoch dürften die Fuß=
baller
, an das Laufen gewöhnt; einen kleinen Vorteil haben.
Der Ausgang der Wettkämpfe dürfte noch ſehr offen ſein. Für
den erſten Mannſchaftsſieg der Klaſſe A iſt ein Wanderpreis geſtiftet,

DHR
OUEROCHHIHA

Litchaan den
Westichchet
Ai
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IM PROPTLAEN-VERLAG
WERLIN

der bei den nunmehr regelmäßig ſtattfindenden Waldläufen von Heſ=
ſen
, P.f.L. dreimal hintereinander oder, wenn außer der Reihe.
viermal errungen werden darf, um in den endgültigen Beſitz der ſieg=
reichen
Mannſchaft überzugehem. DDie übrigen Sieger werden mit
Plaketten bedacht.
Zum Schluß ein Wort an das Publikum. Das Zuſchauen ſteht
jedem frei und koſtet nichts. Bei derartig, der Zeit entſprechenden, nied=
rigen
Eintrittspreiſen, ſollte ſich wohl jeder Sportfreund, den gewiß
intereſſanten Waldlauf anſehen. Start iſt Sonntag, den 7. Dezember.
nachmittags 3 Uhr, auf der Brücke an der Rheinallee. Der Lauf geht
vollkommen durch unbeſetztes Gebiet, ſüdlich der Strecke Start= Wald=
friedhof
. Ziel iſt auf dem Uebungsplatz von Heſſen V.f.L. Start
und Ziel ſind ſomit kaum hundert Meter voneinander entfernt. Gleich
nach dem Lauf iſt Preisverteilung und gemütliches Zuſammenſein im
großen Saal des Rummelbräu.

Schießſport.

Heſſiſcher Schießſport=Verbanb, Sitz Darmſtabt.
Der H. S. S. V. entſtand aus hieſigen Zimmerſchützen=Vereinen,
die ſchon lange vor dem Kriege beſtanden (Erbach 1904). Dieſe ſchloſſen
ſich zuſammen in der Erkenntnis, daß ein breites Feld für unſeren
Schießſport geſchaffen werden müßte. Unſere Waffe war die Scheiben=
büchſe
mit 6 Millimeter=Geſchoß und insbeſondere das Schießen im
Lokalen das bevorzugte. Nun war ſchon vor dem Kriege das Be=
ſtreben
vorhanden, Schießſtände im Freien anzulegen, die man auch in
Landgemeinden bei Schützenfeſten der Zimmerſchützen=Vereine vorfand,
Daneben betrieben auch die ſogenannten Feuerſchützen den Schießſport
mit großkalibrigen Gewehren auf weitere Entfernung. Beide Richtungen
legen großen Wert darauf, ihre Uebungen nur als Sport und nicht
etwa nur als Unterhaltung eingeſchätzt zu ſehen. Während die Feuer=
ſchützen
ſchon frühzeitig den Wert des Zuſammenſchluſſes erkannten,
ſchloſſen ſich der HSSV. vor wenigen Wochen erſt dem Kartell für Jagd=
und Sportſchießen in Berlin an, der dem Reichsausſchuſſe für Leibes=
übungen
angegliedert iſt.
Der Verband hat ſich folgende Aufgaben geſtellt:
1. Erlangung eines Geländes zur Errichtung von 30 und 50 Meter=
Ständen und Stände für laufendes Wild, Adler= und Sternmaſten,
2. Anſchluß an einen großen Verband, der dem Reichsausſchuß für
Leibesübungen angegliedert iſt.
3. Ein weiteres Feld vorzubereiten, um mit allen erreichbaren Schützen
in Konkurrenz treten zu können.
4. Heranziehung der Jugend zu herzhaften und entſchloſſenen Männern.
5. Auch die Pflege ſonſtiger Sportzweige, wie das Bogen= und Arm=
bruſtſchießen
, der Waffe Wilhelm Tells . Dieſe Waffe wurde
hier in Deutſchland nie beſonders beachtet und dennoch hat auch das
Schießen mit einer ſolchen Waffe ſein Gutes. Es wird dadurch
die Waffe, die die Schweizer aus ihrem Joch erlöſte, wieder zu
Ehren gebracht und der H. S. S. V. darf ſtolz darauf ſein, dieſen
Sportzweig aufgenommen zu haben.
Daß Kleinkaliber ſeine Zukunft hat, iſt ohne allen Zweifel, was
auch ſeine Gegner ſehr bald erkennen dürften. Nur Einigkeit, wie über
all, ſo auch im Schießſport kann zum Ziele führen. Der H. S. S. V.
wird nichts unverſucht laſſen, Gegenſätze zu überbrücken. Einen Platz
haben wir jetzt glücklich im Beſitz. Die Vorarbeiten zur Errichtung der
Stände ſind im Gange. Im übrigen hoffen wir die Eröffnung vor=
nehmen
zu können, verbunden mit einer kleinen Feſtlichkeit. In der
Darmſtädter Woche 1925 ſollen alle, die vom Kartell für Jagd= und
Sportſchießen genehmigten Meiſterſchaften zum Austrag kommen.
Alle Konkurrenzen werden nach den Schießregeln des K. K. S. aus=
geſchoſſen
. Auch ausländiſche Mannſchaften, ſo aus der Schweiz und
aus Oeſterreich treten einer deutſchen Mannſchaft im Länderkampf gegen=
über
. Ein großes Werbeſchießen wird ſeinen Zweck nicht verfehlen.
Wir hoffen, hierbei alle Schützen von Heſſen begrüßen zu können, zumal
die Meiſterſchaft in Heſſen im Kleinkaliberſchießen zum erſten Mal von
der deutſchen Schießſportbehörde genehmigt iſt und darum nicht nur
lokalen Charakter trägt. Deshalb auf, ihr Kleinkaliberſchützen, er=
kennt
gleich uns, daß nur eine große geſchloſſene Maſſe ein Ziel ſchnell
erreichen kann und bei den Behörden Anerkennung findet. Helft mit am
großen Werk, welches vom K. K. S. gegründet wurde und deſſen Ver=
treter
in Heſſen nur der Heſſiſche Schießſport=Verband iſt.
Auskunft erteilt die Geſchäftsſtelle, H. Schmidt, Darmſtadt, Alexan=
derſtr
. 15, ſowie der 1. Vorſitzende Kurt Rohde, Darmſtadt, Kiesſtr. 124.
Re.=Schm.

Boxen.

Breitenſträter ſchlägt Gobdard.
Bei den Boxkämpfen im Berliner Sportpalaſt wurde der Englän=
der
Frank Goddard von Hans Breitenſträter in einem Zehnrunden=
kampf
nach Punkten geſchlagen. Goddard zeigte ſchlechte Form; e
mußte in der erſten Runde viermal und in der ſiebenten Runde einmal
zu Boden.

Frankfurter Rund=Funk=Programm.
Montag, den 8. Dezember 1924, 11.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen: Ber=
liner
und Hamburger Produkten (Vorbörſe), amerikaniſche Produkten
(Anfangskurſe). 11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Nachrichtendienſt.
4.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen: Amtliche Produktenbörſe Hamburg,
Berlin, Köln, Magdeburger Zucker und Nürnberger Hopfen Deviſen=
kurſe
. 4.306.00 Uhr: Rundfunknachmittag in Muſik und Wort.
6.006.30 Uhr: Die Leſeſtunde (Die Novelle): Die zerbrochene Laute‟
von Kin=ku=ki=kuan. Sprecher: O. W. Studtmann. 6.30 Uhr: Vor=
tragszyklus
des Stadtgeſundheitsamts über Erſte Hilfe, 3. Vortrag,
Referent: Herr Stadtmedizinalrat Dr. Fiſcher=Defoy. 78 Uhr:
Vortrag von Herrn Dr. W. Heinitz, Aſſiſtent am Phonetiſchen Labo=
ratorium
der Univerſität Hamburg: Prüfung der muſikaliſchen Be=
gabung
. 8 Uhr: Engliſcher Unterricht, erteilt von Herrn Paul
Olbrich, Studienrat an der Muſterſchule. 8.30 Uhr: Gaſtſpiel Mün=
chener
Künſtler (nachgeholt vom 2. Dezember 1924). 1. Arie der Pa=
mina
aus der Oper Die Zauberflöte Mozart. 2. Drei Lieder (Franz
Adam): a) Im Lenz, b) Wie traumverloren klingt dein ſüßes Lied,
c) O füßes Glück. 3. Arie der Eleonore aus der Oper Doktor und
Apotheker. Wie kann wohl Freude noch. . ., Carl Ditter von Dit=
tersdorf
. 4. Arie der Serpina aus der Oper La ſerva padrona Per=
goleſi
. 5. Der Hirt auf dem Felſen, Schubert. 6. Trio für Klavier,
Klarinette und Viola, Op. 14, Nr. 2, in Es=Dur (Andante. Menuetto,
Allegretto), Mozart. 9.30 Uhr: Nachrichtendienſt Wettermeldung,
Sportbericht. 9.40 Uhr: Die Spätankündigung: Rot=weiß. 9.,55
Uhr: Zeitvorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau.
10 Uhr: Zeitangabe. 1011 Uhr: Halali! Konzert des Hornquar=
tetts
der Frankfurter Oper.
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[ ][  ][ ]

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Sonutag, den 2. Dezember 1924.

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Rummer 340.

Sountag, den 2. Dzzenber 1924.

Seite 23.

Sunndags=Roochmiddags=Bedrachdunge.
Eichendlich hodd ſe jo rächd, mei Zwangsmiedern, un es
er net grad needich geweſe, daß ſe aam dauernd mit ihre
pche Wehlerei aach noch um die paar Sunndäg bringe. Ich
unn, ſie hedde aam grad ſchun um genug gebracht. Un aach
ug owwedrei um ſo en ſcheene driebſeeliche Advendsſunndag,
o:mer ſo=wie=ſo bloß vier devo hawwe. So hedd deß ſchließlich
H bräſſierd mit däre äbſche Reichs= un Landdagsquehlerei
ſeilerei, hab ich ſage wolle, un do weer nooch de Weihnachte
iche noch Zeid genug dezu geweſe. Ganz abgeſähe devo,
es eichendlich aach ſo geht, ohne daß jemand gewehlt is.
ann offe geſtanne, mir macht’s ganz ſo den Eidruck, als wie
urns bei uns aach in eichener Zuſtendichkeid ſchief gingd,
unerlag, ob die Diäde abgeſäſſe wärrn odder net.
Schließlich hedd ich mer’s aach noch gefalle loſſe, wann ſe die
lechl uff gäſtern verleecht hedde, alſo uff de Niggelosdag. Deß
ſtw doch wenichſtens noch en gewiſſe Sinn gehadd, weil ſich die
ſri hrlichde Herrn Reichs= un Landdagskandidade mehr un mehr

Nickeleeſer uffſpiele un for die brave Kinner alſo deß
ſen dem Fall die, die wo’n ihr Stimm gäwe en ganze Sack
ſ4 Geſchenke in Päddo hawwe; währendem ſe de beeſe Kinner
Adeß ſin in jedem Fall die annern! mit ihre Ruhd elend des
R1 gärwe wolle. Zwar ich for mei Daal hab dene rauhbautziche
ſisniggel ſchun in meine friehſte Jugend nie ſo recht gedraut.
ſtyen wäche dene paar Ebbel un Niß un dem verhuzzelde Leb=
9½e vum Johr vorher, do hodd mer in ſeine Gudglaiwichkeid
ſtewroche, ja recht brav un orndlich zu ſei; un noochher durft
bei ſich aſtelle wie mer wollt, mit dem Reiſerbäſem hodd mer
4. Bekanndſchafd gemacht. Ich ſpräch do aus Erfahrung.
Un was nu die Reichs= un Landdagswahl=Niggeleeſer be=
iſd
, ſo wärrd ſich dene ihr Sack voll Geſchenker hinnenooch
ſich, als e Hand voll faule Ebbel un daawe Niß endbubbe, un
ſ6 ganziche, uff deß mer mit aller Wahrſcheinlichkeid rächene
tire, wärrd ſchließlich der Reiſerbäſem ſei. Ob do awwe:
ſtorhher e ſchwazz=weiß=rod odder e ſchwazz=rod=goldern Schlibb=
Srumm gewiggelt is, deß halt ich for mei Daal gor net emal
ſitefſo ſehr wichdich. Ich kennd mer, waaß Godd, wichdicheriche
ſigrlächenheide denke
E8 nechſt Wichdichſte is nu nadierlich, daß mer heid kaa Wahl=
ſeSichkeid
vorſchitze, ſundern daß vor alle Dinge mal mir Weibs=
15 Mann for Mann an de Wahlurne erſcheine. Was bekannd=
ſllang
net ſo gefehrlich is, als wie wann mer zu=eme Rang=
Ihuitz geht. Dann wäche warum? Bei ſo=eme Rangdiwutz
Inn’s aam baſſiern, daß mer in de Dunkelheid maand, mer hedd
Iichdiche verwiſcht un ſpeder dhut er ſich doch als de Ver=
hGe
endbubbe. Awwer dann is meiſtens nix mehr draa zu
ſuche, weil ſich in de meiſte Fäll bereits des Standesamd in
ſiner iwwerdriwwene Gewiſſenhafdichkeid do eneigemiſchd hodd
b Hodd die Wahl verbriefd un beſiecheld. Deshalb is bei ſo=ere
Ba5l immerhie einiche Forſicht gebode. Erſt briefe,
Un, ſich ewich binded, hodd drum der Dichder mit Recht be=
eigt
. Un daß ſich die Bemergung net uff die Wahl vun de
tichsdagskanndidade bezoge hodd, deß ſteht heid zweifelsfrei
ſit ſunſt hedd=er net im Nachſatz dezu gefiecht, ob ſich das Härz
zm. Härzen finded‟. Dann nemlich der Nochſatz hodd en gewiſſe
äck un is net bloß, um damit, daß ſich’s hinne reimd.
Iwwrichens mecht ich kiehn behaubde, daß der Schiller bei
Abfaſſung vun ſeim Lied vun de Glocke, in dem doch ſo ziem=
1 alles drinn vorkimmt, was aam ſo im gewehnliche Läwe all
iſtoße kann, daß alſo de Schiller net im endferndeſte dodebei
e Reichsdagswahl gedenkt hodd. Un wann er dra gedenkt
5o, ſo hedd ſich ſelbſt der Dichterferſcht iwwer ſo e Wehlerei
an Vers mache kenne. Un wann=er ſich ſein Vers driwwer
machd hedd, ſo hedd ſich’s ſicher hinne net gereimd; was
ewrichens beim Schiller aach widder kag Säldenheid is, weil
als geberdicher Schwob bekanndlich mit de deitſche Sproch net
rächd ford konnd. Am beſte is er eichendlich noch in ſeine.
Umf fießiche Jammbe. Do hodd=er allerdings aach dem deitſche
ſork ſo ziemlich alles geſagd, was em ſchließlich mal geſagd ge=
erd
hodd. Un wann heid unſer bollidiſche Wärrkebb, aanerlaa,
ſofſe monachiſch odder räbublikaniſch agehaucht ſin, e bische

RONCHIO

Wenn Husten, Heiserkeit Dich plagt,
So ninm Bronchiol, das nie versagt.
Deutschlands führendes Hustenpräparat
rasso-Niederlage: Schmitt & Wildenhavn, Darmstadt. (15056a

mehr ihr Nas in de Schiller ſtecke dhete, dann dhet ſich valleicht
der unvermeidliche Wahlkambf odder =Krambf, wie Se wolle
in e bische aſtendichere Forme abſpiele.

Wann awwer aach dem Schiller ſchließlich uff die Reichs=
dagswahl
kaan richdiche Reim ei’gefalle is, ſo will ich wenich=
ſtens
noch ſchnell des Verſäumde noochhole un will for alle Fäll
ſo e klaa Merkversche zum Beſte gäwwe, alſo:
Vun Werder, die es gibt uff ahl,
Is kaan’s de Leid heid ſo egal
Als wie die Reichs= un Landdagswahl.
Ich glaab zwar net, daß mich wäche dem Vers die heſſiſch Rechie=
rung
mit=em Schorſch=Bichner=Breis auszeichne dhut. Awwer
nix deſto drotz, ſei Richdichkeid hodd’s! Un mich wunnerd’s
eichendlich bloß, daß die Wahlgegner net druff kumme ſin,
äwenfalls e paar zimfdiche Kanndidade uffzuſtelle. Freilich, die
Wahlfaule, die gewerbsmeßiche Wahlſchwenzer, die hedde die
aach net an die Wahlurn genäxd un wann=ſen deß Blaue vum
Himmel erunner verſproche hedde. Dene muß mer mit ganz
annere Lockmiddel kumme.
Un do hodd mei Zwangsmiedern widder de Finger uff de
richdiche Effnung. Nemlich wie ich däre ausenanner geſetzt hab,
daß ſe unbedingt, aach wann zufellicherweis die Wahl uff en
Unglicksdag falle dhet, daß ſe unner alle Umſtende vun ihrm
Wahlrecht Gebrauch mache mißt, ſchun aus dem Grund, weil
mer äwe ſo=wie=ſo kaa Rechte mehr hedde, un däſſendwäche dank=
bar
ſei ſollte, daß ſe aam wenichſtens noch deß Wahlrecht geloſſe
hawwe alſo wie ich=er deß ſo ausenanner geſetzt hab, do hodd
ſe gemaand, deß weer ihr alles ganz duttmem=egal, die Wahl=
vera’ſtaldunge
hedde kaan Reiz mehr for ſie, die weern=er zu
langweilich worrn mit de Zeid.
Uff mein Eiwand, wie ſie ſich dann gegäwenenfalls ſo e
Wahlvera’ſtaldung nooch ihrm Guſto denke dhet, do hodd ſe ge=
maand
, wann ſie zu beſtimme gehadd hedd, do hedd ſe de
Heinz Heberer zum Wahlkummiſſeer ernennd, der hedd doch
wenichſrens for=e bische Unnerhaldung un Bedrieb geſorgd, un
deß weer allaa de gegäwene Mann, ganz Darmſtadt uff die Baa
un an de Wahlurn zu bringe. An Eifäll dhet’s dem net fehle,
im Gächedaal, der kennd däglich for ſich allag e Brilljandfeier=
werk
vun Eiffäll veraſſtalde un kennd ganz Sied=Weſt= Deitſch=
land
mit Iddeje verſorche. Un wann ihm ſchließlich ausnahms=
weis
emal nix eiffalle dhet, dann weer ſie jo aach noch do, hodd
ſe gemaand, mei Zwangsmiedern, ſie kennd=em Heberer im Ernſt=
fall
beiſtringe. No, ſag ich zu=er, do bin ich doch emal geſpannd,
wie e ald Säg mit=ere neie Korddel, un es dhet mich verflucht
indräſſiern, wie ihr däre Wahlmiedigkeid beikumme wollt.
Nix leichder wie deß, ſeegd dodruff mei Zwangsmiedern, nir
leichder wie deß. Alſo erſtens: in jedem Wahllogahl muß was
los ſei, damit die Wehlerſchafd hiegeluxd wärrd. Wann ſe erſt
emal dort is, wehlt ſe dann aach. Deßhalb kennd mer im aane
Wahllocahl e Modeſchau vera’ſtalde, im annern e Scheenheids=
kongurenz
, im dritte e Danzdunier, im vierde e Kabarädd, im
fimfde mißt des Drumm=Kwadädd moderne Schlager ſpiele,
Zwaa Meder lang un ſo, im ſechſte mißt mer e paar Nacht=
vorſtellunge
uffiehr, un im ſiwwede dhet mer ärchend en ver=

boddene Film lagfe loſſe. Ferner kreegd jeder fimunzwanzichſte
Wehler e Therjaderbilljädd, jeder fuffzichſte zehe Flaſche ſtädtiſche
Reſchiewei, jeder fimfunſibbzichſte en Gudſchei for=en Freiflug,
jeder hunnerdſte e goldern Uhr un jeder dauſendſte e Audo.
Selbſtredend mißte in de Wahllogähler Bifädds uffgeſtellt wärrn,
damit ſich die Wehlerſchafd aach drinn wohl un heimiſch fiehle
dhet. Dann wann die Brieder erſt emal gewehlt weern, dhete
ſe doch ihr ſogenannte barlamendariſche Awende, for ſich
abhalte. Un ſo hedde die Wehler doch aach emal en gude Dag.
Un wer, hab ich ſchichdern mei Zwangsmiedern gefragd, un
wer ſoll deß alles bezahle?
Ja, hodd dodruff mei Zwangsmiedern geſagd, dodrum
kenne mir uns net aach noch bekimmern, es is ſchun genuich, wann

mer unſer Iddeje gradis zur Verfiechung ſtelle; wann mir aach
noch’s Geld dezu uffdreiwe ſolle, dann kennd ihr eich mit Eifäll
verſorche loſſe, vun wem daß derr wollt.
Do hodd ſe nu’ allerdings aach widder recht, mei Zwangs=
miedern
, große Geiſter kenne ſich mit ſo näweſächliche Frage, wie
wo’s Geld herkimmt, net aach noch befaſſe. Da ich verſeenlich
awwer zufellicherweis zu de klagne Geiſter geheer, die wo mit
ihrm Elleboge net ins Portmannee kenne, bin ich doch froh, daß
wenichſtens for dißmol noch de Himmel und die Rechierung e
Eiſſähe un mei Zwangsmiedern nix zu ſage hadd. Uff die Ard
un Weis is de Heberer un Ferderer um des Pöſtche als Wahl=
kummiſſeer
kumme un es bleibt noch emal beim Alde. Bis zu
de nechſte Reichsdagswahl wärrd mer dann widder weider ſähe.
Valleicht miſſe ſich daun die Kanndidade ihr Stimme verfeenlich
eiſſammele. Deß weer noch valleicht des gläddſte, do dhete ſe
defor gedho krieje, alleridd de Reichsdag zu ſprenge un e Wahl=
bewechung
in Zehne zu ſetze un die Leid um ihr ſauer verdiende
Sunndäg zu bringe.
Heid awwer wolle mern noch emal die Gunn adhu un
wolle’n unſer Stimm gäwe, damit’s endlich widder Ruh gibd
un unſer Blagaddafeln u Liddfaßſaile widder e Aſähe krieje,
wie’s unner ziffeliſierde Velker jeblich is.
Un nann Se nu’ noch wiſſe wolle, wen mer wehle muß,
do halde Se ſich nor am Bäckermagſter Finger ſein Wahltyb,
der is heichſt eifach, nemlich: de Richdiche‟! Daß mir
Wahleſel do awwer aach net ſchun lang druff kumme ſin? Deß
is doch en glenzender Gedanke! Ja, mer ſieht doch glei, wos en
Stadtrad is. Do kann mer wärklich widdermol mit Rächt ſage:
Was nicht der Verſtand der Verſtändichen ſieht, das fiehled in
Unſchuld ein kindlich Gemied
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Deß Samekorn, deß wo unſer
Stadtverwaldung in=ere gude Stund ausgeſtreihd hodd, deß
ſcheind doch Worzzel zu ziehe. Ich maan die Sach mit däre
Darmſtädter Woch 1925. Aus der Fille der Geſichde,
die damals uff=em Nadhaus de Zweide vun unſere Vier
unner’s Volk geworfe hodd, ſcheelt ſich langſam aa Iddee nooch
de anner eraus: Indernatzionale Audomobillrenne, Flugwedd=
bewärb
, Jagd=Ausſtellung, Gaddebau=Ausſtellung, Muſick= Aus=
ſtellung
, Landwerdſchafts=Ausſtellung, Konggräſſe, Bundesfeſte,
Spordfeſte un was waaß ich noch all. Nadierlich alles in Iwwer=
läwensgreeß
! Detz ſin nadierlich alles Veraſtaldunge, die e
Maſſe In= un Auslender hierherloodſe un net bloß e paar
Dutzend uff e knabb Stund, gewiſſermaße ſo im Vabeigeh, wie’s
bei dene ſogenannte Kunſtausſtellunge ieblich war die Johrn do=
her
. Sundern die Fremde wärrn ſich dagelang hier erumdreiwe
un wärrn, wos mit Beſtimmdheid agenumme is, aach Geld hier
ſitze loſſe. Hoffendlich ſin bis dohie die Droddewah in=eme Zu=
ſtand
, der wo uns de Name als Fremdeſtadt eibringd. Bis
jetzt berdiene mer, nooch unſere Droddwah zu ſchließe, bloß de
Name als Kunſtſtadt dann es is werklich in gewiſſe Stadt=
värrdel
un Stroße e Kunſt, uff dene hiwweliche Droddewahs
erum zu balangſiern. Valleicht wärrds aach radſam ſei, wann
mer e paar gewiefde Kondrolleer un Schaffner vun de Heag,
un e paar vum Bollezeiamd mit ere leichde Uffaſſungsgab de
Winder iwwer nooch Berlin odder Minche ſchicke, damit ſe ſich
e bische an den großſtädtiſche Verkehr gewehne un ſehe, wie’s
gemacht wärrd.
Nadierlich koſt ſo e Reglame=Summer nooch e ſchee Stang
Gäld Gold kann mer noch net ſage, dann deß ſolle uns die
Auslenner erſt mitbringe. No, un wann ſich die Stadt, un val=
leicht
aach de Staat, net grad lumbe leßt, in die Haubdſach miſſe
die am ſtärkſte indräſſierde Kreiſe die Nowele mache. Soviel ich
hinnerum erfahrn hab, ſoll’s do aach net habern. Im Gäche=
daal
. Die Darmſtädter Wärrd un Gaſthalder ſolle jo bereits en
ganz barwariche Bedrag als Garandiefong gezeichent hawwe.
Odder hodd mer do aaner was uffgebunne? Deß mecht ich
net glaawe, dann deß meiſte Gäld, wo ausgäwe wärrd, wärrd
de Wärrd geheern. Folglich
No, wenn alle Streng reiße, weer ich emol die Sach in die
Hand nemme miſſe mit dem Garandiefong

J. CarlSchmidt
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Nummer 37

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſie Nachrichten

7. Dezember 1924

Almanache, Kalender

Kelender ſen derc
Greifenkalender 1925, herausgegeben von Willi Geißler (Greiſen=Verlag
Nudolſtadt i. Thür.)
Ein Jahreskreis für junge Kunſt nennt der Herausgeber dieſen
wöchentlichen Abreiß= und Notizkalender, der nunmehr im 6. Jahrgang
erſcheint. Mit Richt. Zu guten kernhaften Holzſchnitten gejellen ſich
gleich kernhaſte Dichtungen. Unter beiden ſind junge deutſche Künſtler=
namen
von beſtem Klange vertreten.
Politiſche Kalender ſind dieſe:
Kalender für Deutſche. Abreißkalender in 53 Kunſtblättern und beglei=
tenden
Wochentexten. Herausgegeben von Anton Mützel unter
Mitwirkung von Fritz und Johann Döllgaſt. Anton Eſcher, Rudolf
Frieß, Heinrich Straſſer und Andreas Ut. Preis Gm. 2,50. Verlag
Haas und Grabherr in Augsburg.
Tag für Tag das deutſche Volk an die Schmach des Vaterlandes zu
erinnern, nimmer vergeſſen zu laſſen, welch blutende Wunden Feindes=
willkür
uns geſchlagen, dieſer Forderung des Tages wird der Kalender
für Deutſche gerecht, den Anton Mützel unter der künſtleriſchen Mit=
wirkung
von Fritz und Johann Döllgaſt, Anton Eſcher, Audolf Frieß,
Heinrich Straſſer und Andreas Utz im Verlag Hags und Grabherr in
Augsburg erſcheinen läßt. Jedes einzelne Blatt, das wir im Jahre
deutſcher Not 1925 von dieſem Kalender abreißen, iſt eine Mahuung
an die Ketten, die Verſailles und die Schuldlüge uns geſchmiedet, eine
Mahnung, in ernſter und einiger Aufbauarbeit für die Freiheit des
Vaterlandes zu ſchaffen, wie es der einleitende Geleitſpruch von Geueral=
feldmarſchall
von Hindenburg in knappen Worten trefflich kennzeichnet.
Franzofenkalender auf das Jahr 1925. Herausgegeben von Rumpel=
ſtilzchen
(,4) in Abreißform, reich illuſtriert. 2,50 Gm. Katender=
rückwand
in 4 Farben nach künſtleriſchem Entwurf von Fritz Koch=
Gotha. (Brunnenverlag Berlin SW. 68, Zimmerſtr. 8).
Ein Abreißkalender auf das Jahr 1925.
Ein Abreißkalender, deſſen abge iſſene Blätter niemand wegwerfen
wird; auf jedes einzelne Blatt, auf jeden einzelnen Tag wird man
ſtarnen, ſo wie die Franzoſen ſeit 1871 auf das Loch in den Vogeſen
geſtarrt haben.
Ein Abreißkalender, der uns Deutſchen dickleibige Geſchichtswerke
erſetzt; was uns ſeit 98, ſeit dem eiſten Franzoſenemfall ins Ryeinland
mitten im Frieden, in tauſend Jahren angetan worden iſt, das wird
hier gekündet.
Kalender mit künſtleriſcher Tendenz ſind folgende:
Rob. Forbergs Tonkunſt Kalender 1925 wird den Beifcl jeden
Muſikers und jeden Muſikfreundes finden, nicht nur wegen ſeities ge=
ſchmackvollen
Aeußeren, das ihn auf den erſten Blick empfiehlt, ſondern
mehr noch in Anbetracht des reichen Inhalts. Ueber 50 unſerer neu=
zeitlichen
Komponiſten und ausführenden Künſtler, ferner Muſikſtätten
und Handſchriften ſind in vortrefflichen z. T. noch nirgends veröffend.
lichten Aufnahmen (Furtwängler, dAlbert, Nich, Strauß, Schillings) mit
kurzen, gut orientierenden Angaben vertreten. Jedes Blatt des Abreiß=
kalenders
umfaßt eine Woche und bringt außer dem Bilde das übliche
Kalendarium nebſt Gedenktagen.
Der wohlfeile Ladenpreis von Mk. 1,80 dürfte Rob. Forbergs Ton=
kunſt
Kalender noch beſonders viele Freunde gewinnen. (Leipzig, Tal=
ſtraße
19.)
Frankenkalender 1925, künſtleriſcher Wandabreißkalender für fränkiſche
Kunſt, Natur und Kultur. Lorenz Spindler=Verlag, Nürnberg, Preis
2,50 Gm.
Der Frankenkalender 1925 erſcheint heuer zum erſten Male und es
ſei gleich vorneweg geſagt, daß er ein voller Erfolg iſt. Der Gedanke,
einen fränkiſchen Kalender herauszugeben, iſt unbedingt glücklich zu nen=
nen
: denn Franken iſt eine der ſchönſten und auch vielbeſuchteſten Gegen=
den
in Deutſchland. Wer kennt nicht das altertümliche Rothenburg, das
Weltruf genießt, wer nicht das ſtolze Nürnberg, die mittelalterliche
Kaiſerſtadt, wer war noch nicht in Dinkelsbühl, dem mauerumwehrten
und wer noch nicht in Würzburg, der Stadt des Frankenweines und
der glanzvollen biſchöflichen Erinnerungen. Das werden nicht viele ſein!
Und allen dieſen Freunden Frankens und vor allem jedem Franken
ſelbſt, iſt dieſer Kalender gewidmet.
Badiſcher Kalender 1925. Zum neunten Male iſt der vom Badiſchen
Verkehrsverband (Karlsruhe) herausgegebene Kalender für das Jahr
1925 ſoeben erſchienen. Der neue Kalender reiht ſich ſeinen Vorgängern
würdig an. Schon das von Maler Hoffmann=Heidelberg entworfene
Titelbild iſt ſehr geſchmackvoll und anſprechend. Es verſinnbildlicht neben
den Schönheiten des badiſchen Schwarzwaldes den Beginn der weltbe=
kannten
und bedeutenden Schwarzwalduhren=Induſtrie. Gleich dem an=
ſprechenden
Titelbild ſind aber auch die übrigen in Tiefdruck hergeſtellten
Bilder des Kalenders glücklich ausgeſucht, die neben den Naturſchön=
heiten
eine Fülle der im ſchönen Badnerland in ſo reichlichem Maße vor=
handenen
Kultur= und Baudenkmäler wiedergeben.

Bildende Kunſi, Theater, Muſik.

* Wilhelm Vershofen: Der Hohe Dienſt. Greifenverlag, Rudolſtadt.
Vershofens Der Hohe Dienſt iſt ein eigenartiges Werk nach ſeiner
Form ebenſo, wie nach ſeinem Inhalt. Es iſt kein Drama und, wie der
Verfaſſer im Nachwort erklärt, wurde es auch nicht zur Aufführung be=
ſtimmt
. Man könnte es am treffendſten als dramatiſches Gedicht be=
zeichnen
, und zwar als ein ſolches in Proſa. Die Handlung, oder rich=
tiger
bezeichnet, die Bilderreihe von Handlungen (Szenen) ſpielt in der
bewegteſten, unruhigſten und ereignisreichſten Anfangszeit der Revolu=
tion
. Der Schauplatz iſt das nüchtern ausſehende, aber umſo myſteriö=
ſere
Haus des Hohen Dienſtes, das ſein Erbauer gleich am Anfang des
Stückes vollendet hat. Dieſes Haus, als Schauplatz oder Ort der Hand=
lung
, wäre an und für ſich nicht wichtig, wenn es nicht die einzige in=
nere
Einheit und Feſtigkeit des Stückes bieten würde. Denn leider ent=
ſteht
aus den zahlreichen, mit großer Lebhaftigkeit gezeichneten, oft ſehr
ergreifenden und wirkungsvollen Szenen kein einheitliches Werk. Das iſt
nicht gerade darauf zurückzuführen, daß die Handlung blutarm wäre,
ſondern lediglich auf den Mangel an einem Mittelpunkt. Man kann da=
gegen
einwenden, daß auch das Volk oder die Menſchheit als Held
eines Dramas aufgefaßt werden kann, allein eben die Vielheit muß immer
durch einen entſprechenden Repräſentanten möge er noch ſo ſymbo=
liſch
oder verallgemeinert ſein vertreten werden. Die ſtarke, mächtige
Perſönlichkeit fehlt dem ſonſt ſo lebensvollen Werke, welches dadurch in
kleine Einzelſtücke zerfällt, und auch das rätſelhaſte Haus des Hohen
Dienſtes vermag ihm keine Einheit zu gewähren.
Die Darſtellung iſt etwas übertrieben realiſtiſch, was auch ſchon
darum ſehr von Nachteil iſt, da es in dem Leſer anfangs den Gedanken
erweckt, daß das ganze Werk nur einer Tendenz diene. Die Anhäufung
und Wiederholung der draſtiſchen, etwas zu ſtark volkstümlichen Aus=
drücke
raubt uns auch biel von der Illuſion, daß wir es mit einem
ſinnvollen, poetiſchen Werke und nicht mit einer einſeitigen Milieu= Schil=
derung
zu tun haben. Die zahlreichen Geſtalten ſind mit ſtarken Linien
gezeichnete Typen unſerer Zeit, ſympatiſch oder antipathiſch, aber immer
Durchſchnittsmenſchen, von denen keiner den anderen zu überwinden oder
zu überragen vermag. Sie können weinen, lachen, töten, rauben, mit=
leidfühlen
, begeiſtert oder ſkeptiſch ſein, aber keine großen Taten voll=
bringen
. Menſchen, denen wir überall begegnen, bemitleidete, verachtete
oder ſympatiſche, die aber weder Haß noch Bewunderung erregen kön=
nen
. Allerdings, es ſind Geſtalten aus Blut und Fleiſch, und nicht aus
Papier. Die realiſtiſche und naturaliſtiſche Eigenart des Werkes wird
im Laufe der Entwicklung immer mehr boetiſch verfeinert, rätſel= und
myſterienhaft, um endlich einen ſymboliſchen und feierlichen Schluß zu
ſinden. Nach viel Unruhen und Zerſplitterung, Beruhigung und Be=
jahung
. Das Werk Vershofens wird zweifellos auf den Leſer einen
ſtarken Eindruck machen, eine Vertiefung dabei iſt aber Bedingung, da
viele Einzelheiten dabei ſtörend wirken.
UT.D.
Hans Otto Becker: Der Oekonomierat. Odenwälder Volksſtück in zwei
Akten. Darmſtadt. Verlag H. L. Schlapp. Preis 1 Mk.
Das bereits einigemal mit gutem Erfolg aufgeführte Volksſtück iſt
nun im Druck erſchienen und damit der Allgemeinheit zugänglich. Die
Vereine unſerer engen Heimat haben damit ein leicht aufführbares Stück
zur Verfügung, das bei ſeiner wirkungsvollen Komik in den Charakteren
der Odenwälder Bauerngeſtalten und bei dem luſtigen Humor vieler Si=
tugtionen
ſeines Erfolges ſicher iſt. Keine Unwahrheit, keine Rührſelig=
keit
, die ſo manches Volksſtück in überreichem Maße aufweiſt, eine friſche,
fröhliche Handlung mit ergötzlicher Verwechſelung, ſchildert das Leben
und Treiben in einem Odenwaldort zur Zeit der Kerb und zeigt einen
Bürgermeiſter Gaſt= und Landwirt, deſſen ſehnlicher Wunſch die Erlan=
gung
kes Oekonomierattitels iſt. Man lacht über die Schwächen der
Menſchen und freut ſich über die ungeſchminkte Darſtellung des heimat=
lichen
Volkslebens.

Zugendſchriften, Bilderbücher

Wilhelm von Kügelgen: Der Dankwart. Ein Märchen. Mit 6 Farben=
bildern
in Offſetdruck, Kopfleiſten und Schlußſtücken von Profeſſor N.
Poetzelberger, 80 Seiten. Großoktav. In Ganzleinen mit
Farbſchnitt gebunden 5 Mk. In Halbvergament mit Goldſchnitt gebun=
den
7.50 Mk. Chr. Belſer A.=G., Verlagsbuchhandlung, Stuttgart.
Als Märchendichter war Wilhelm von Kügelgen bis heute noch nicht
bekannt. Sein bisher unveröffentlichter Dankwart wird aber mit den
feinen Offſetfarbenbildern und dem künſtleriſchen Buchſchmuck, wie mit
ſeinem ritterlichen Geiſte und Humor ein beliebtes Geſchenk für Erwach=
ſene
und reifere Jugend werden. Hunderttauſende der begeiſterten Le=
ſer
der Jugenderinnerungen, wie Lebenserinnerungen des alten
Mannes werden dieſes köſtliche Märchen mit Freuden begrüßen und von
Inhalt wie Ausſtattung entzückt ſein. Man verlange die illuſtrierte
Ausgabe Belſer.

SOEBENERSCHIENEN

J. W. GOETHE

EROTICA
ROMANA

Die Römischen Elegien mit Radierungen
von F. W. Kleukens

48 Seiten in 8 Gewicht 145 g
In Seide gebunden . . . . . ord. Mk. 27., nettoMk. 21.50
hHalbpergament gebunden ord. Mk. 18.,nettollk. 13.50

Goethes Römische Elegien erscheinen hier unter ihrem
ursprilnglichen Namen als siebenter Druck der Ratio-Presse
in 200 numerierten Exemplaren. Anordnung,Schrift und
Titelradierung von Frolessor F. W. Kleukens machen die
Ausgabe in ihrem zarten Druck zu einem reisvollen Bänd-
chen
, das imn seinem anmutsvollen Gewand jeden Bücher-
Liebhaber und Goethe-Freund entzücken wird.

ANTHOINE DE LA SAIE
DIE
FUNFZEHN
FREUDEN DER
EHE

Ubertragen von Franz Blei / Mit 35 Vollbildern und
Hgürlichen Initialen nach Zeichnungen von F. W.
Heukens, in Holz geschnitten von O. Bangemann

138 Seiten in 8 Gewicht 510gr
In Ganzleder gebunden ord. Mk. 135., netto Mk. 100.
In Halbleder gebunden ord. Mk. 105., netto Mdk. 75.

Alssechster Druck der Rato-Presse erscheint diese Ausgabe
im 300 numerierten Lsemplaren auf Rntio=Bütten.
Wer fein pointierte Weisheiten über Frauen und Liebe
aus der Feder des galanten Kenners von 1450 schätzt, wird
zu diesen Freuden greifen, zumal wenn sie eich in F. Bleis
Hüssiger Übertragung und von F. W.Klenkeno mit dem
Reichtum übermütiger Künstlerphantasie im Kolont der
Zeit zeichnerisch gestaltet, wie Gebilde modernster Präeung
darstellen. Durch die figürlichenlnitialen wird die vorzüglich
erreichte Zusammenstimmung von nhalt. Schrift und Hols=
schnitt
zu einer in ihrer Art einsigen Komposition, zu dem
=Buch derBicher, wieesjedler Liebhaber muicht.

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sind bekannt als Erzeugnisse vornehmer Gediegenheit und
zeichnensich aus durch wertrollen lnhalt e gute Schrikten,
schönen Sats einwandkreies Papier 4 zauberster Druck,
handverksgerechte Buchbinderarbeit.

RATIO-PRESSE
DARMSTADT / RHEINSTR. 23

v. Waldeher=Hartz, Hugo: Werkſtudent und Burſchenbanb. Ein Roman
aus dem Studentenleben der Nachkriegszeit. Ganzl. 5,50 Mk. Leipzig
1924. 8. F. Koehler.
Als warmer Freund der ſtudentiſchen Korps hat der bekannte natio=
nale
Schriftſteller in dieſem Roman feſtgehalten, wie ſich die alten Tra=
ditionen
dieſer Verbindungen in den ſchweren Nachkriegszeiten bewährt
haben. Im Mittelpunkt der Handlung ſteht ein durch lange Kriegsge=
fangenſchaft
ſeeliſch niedergedrückter junger Offizier, der im kamerad=
ſchaftlichen
Verkehr der Korps Arbeitsfreudigkeit, Lebensfreude und kör=
perliche
Kraft wiederfindet. Generalſtreik und Poleneinfall geben Ge=
legenheit
zur Aufopferung für das Gemeinwohl und zur Betätigung
vaterländiſcher Geſinnung. Das mit viel Liebe geſchriebene Buch mit
ſeinen prächtigen Geſtalten, Alten Herren, jungen Burſchen und mit
lebensfriſchen Mädels wird jeden erfreuen, der perſönlich oder als Vater,
Bruder, Schweſter dem Studentenleben naheſteht.

Schöne Literatur

Alexander Moszkowski: Der Vennspark. Phantaſien über Liebe ms
Philoſobhie. 1923. Verlag von F. Fontane u. Co., Berlin SW. 84
Es iſt geſagt worden, daß A. Moszkowski mit jedem neuen Werk!
eine neue Gattung ſchafft. Hier vollends im Venuspark, iſt literariſches
Neuland, mit keinem bisher bekannten vergleichbar. Vor uns entwickelt
ſich eine Erzählung mit Momenten eines ereignisreichen, höchſt ſpannen=
den
Romans, der ſich auf dem Prinzip der Seelenwanderung aufbau=
Frauen des Morgenlandes. Die ſchönſten Liebesgeſchichten aus 1001 Nacht:
Neu ausgewählt und bearbeitet. Mit vielfarbigen Kunſtblättern vom
Lutz=Ehrenberger. 19 Bogen. Schöner Halbleinenband mit 6farbigem
Künſtlereinband. Verlag Dieck u. Co., Stuttgart.) Preis 4,80 Maru
Mit den Frauen des Morgenlandes wird eine wirklich volkstüm= Ausgabe der unvergänglich ſchönen Liebesgeſchichten aus 1030 Nachut
geboten. Die Bearbeitung iſt voll gelungen. Das alles hat Graue, der=
meidet
die langatmige Ausmalung der Nebenſächlichkeiten und bietet das
Liebeserlebnis in den Mittelpunkt gebettet wie die Perle in der Muſchel.
Auch das Sinnliche iſt prächtig gegeben, glutvoll und friſch, wie fungs
Menſchenkinder eben empfinden. Lutz=Ehrenberger ſchuf acht wundervolls
farbige Tafelbilder und einen farbigen Künſtlereinband dafür. Die Ne= erfolgte in ſechsfarbigem, leuchtendem Offſetdruck. Schn:
dieſe Ausſtattung macht den ſchönen Band za einer Augenfreude, nichtt
nur für den Bibliophilen, ſondern für jedermann.

* Alfreb Bock: Wirren und Wunder. Leipzig, Verlagsbuchhandlung!
J. J. Weber,

Einige ſeiner beſten, vergriffenen und ſchmerzlich vermißten Erzäb=
lungen
hat der Dichter mit mehreren neuen Novellen zu einem ſtattlichen,
mit feſſelndem Umſchlagsbild gefchmückten und von der Verlagsdruckerei!
hervorragend ausgedruckten Geſchenkbändchen vereinigt. Alfred Bock ſt;
im Heſſeilande zu bekannt, als daß es notwendig wäre, auf das hinzu:
weiſen, was er ſeither geſchaffen und was er für die gemeindeutſche Lite=
raturgeſchichte
bedeutet. Wir wiſſen aber, daß die in dieſem neueſten
Bande ſeiner zahlreichen Werke geſammelten Novellen eine Weihnachtz,
fieude für ſeine Leſergemeinde und ein ebenſo vornehmes, wie treflichs
Mittel zur Gewinnung weiterer Anhänger innerhalb und außerhalb der
rot=weißen Grenzpfähle bilden werden. Ueber die Neuzugaben ſei in:
valler Abſicht kein Einzelhinweis gebracht. Doch daß der Dichter den
Neigen ſeiner Muſenkinder durch das unvergleichliche Konrädchen klug
eröffnet und durch die im Heime Alfred Bocks einſt ſelbſt vernommene
Albertine Grün verſchönt hat, gebührt ihm warmer Dank ſeiner alten
Freunde.
Dr. Friedrich Liſt.

Roda Noda: Ein Frühling in Amerika. Gunther Langes Verlag, Mün=
chen
. Preis geh. 4 geb. 5 Goldmark.
Aus den zahlreichen Büchern über Amerika ſticht dies eine ſchon durch
die Perſönlichkeit des Autors hervor. Man kennt ſeine Art: den reich=
ſten
Inhalt in knappſte Form zu preſſen. Roda Noda ſieht mit den :
Augen des Satirikers: darum lieſt ſich das Buch, ſelbſt wo der Verfaſſer
ernſte, ja ſchwere Themen behandelt, amüſant von der erſten bis zur
letzten Zeile. Noda ſcheidet wie er ſelbſt im Nachwort ſchreibt, von
Amerika begeiſtert und dieſe Miſchung von Satire und Anerkennung
gibt ſeinen Schilderungen den größten Reiz. Wir lernen das Stadtbild
von New York kennen, die große Geſellſchaft, das häusliche Leben die
Kirchen Theater, Zeitungen, Schulen, Lohnverhältniſſe. Roda fühn
uns dann aus New York nach Baltimore, Waſhington (das beſonders
eiugehend beſchrieben wird) und über den Niagarafall, Chicago weit
hinaus nach dem Miſſiſſippi. Die Anekdoten am Schluß, kleine Meiſte
ſtücke des Humors, runden das Bild aufs angenehmſte.

R. W. Kraus: Der verlegte Nullpunkt. Unverbindliche Gedankengänge.
Herz=Verlag A.=G., Wien=Leipzig 1924. 8. 111 S. Pappband.
Ein höchſt apart und liebevoll ausgeſtattetes Büchlein mit dem neu
gierig machenden Titel: Der verlegte Nullpunkt. Eine neue Lebent
philoſophie der Selbſtbeſinnung und unverlierbaren Freude iſt hief
aufgebaut, die bald von geiſtreichſter, ſtets überraſchender Gedanklick
keit, bald von herzerguickendem Humor erfüllt iſt. R. W. Kraus A
innert an beſte Namen, an Webers Demokritos, an Emerſon und Mul=
ford
, und begnügt ſich nicht mit einzelnen Eſſahs, ſondern ſchließt die
Kapitel zuſammen zu einer Weltanſchauung des zielbewußten Schaffenz,
des Intereſſes und der Heiterkeit. Seinen Nullpunkt verlegen, heiſt
unenttäuſcht, erwartungsvoll und ſelbſtſicher bleiben und kluger Hunor
beſchreibt uns das Feſt der Nullpunktverlegung in drolliger Aus=
malung
des Wortſpiels.

Richard Voß: Aegyptiſche Geſchichten. Engelhorns Romanbibliothlel,
37. Reihe, Band 20/21). Broſchiert 1.50 Gm, in Ganzleinen gebunden
2,50 Gm. Verlag J. Engelhorns Nachf. Stuttgart.
Sechs Jahre nach dem Tode des Verfaſſers des berühmten Romanz
Zwei Menſchen gibt der verdienſtvolle Verlag eine Novellenſammlung
des Dichters heraus, in denen uns das große Können Richard Voß noch
einmal in ſeinen Bann zieht. Ganz beſonders ſtaunen wir aber bei
den Novellen Der goldene Tod und Königin Makere über die Seher=
gabe
, mit der Voß ſchon 1911 die Ereigniſſe um das Königsgrab Tut=
Ench=Amons vorausahnte und dichteriſch geſtaltete. Der Sonnenglaſt
des glühenden Wüſtenſandes liegt über dem ganzen Buche und die
eigenartig ſchwermütige Melodie des heiligen Nillandes. Jetzt, wo
wieder alle Blicke auf Aegypten gerichtet ſind, ein beſonders empfehlens=
wertes
Buch!

Louiſe v. Frangois: Die letzte Reckenburgerin. Roman. Mit einem
Nachwort von Dr. Hermann Hoßfeld (381 S.) Heft 1.20, Band 19
Mark. (Reclams Univerſal=Bibliothek.)
Die letzte Reckenburgerin, bleibt unzweifelhaft übrig, wenn man
die Unmaſſe der deutſchen Romane durch das engſte Sieb ſchüttet, ſagt
ein bekannter Literarhiſtoriker, ein Schickſal, das von den Romanen
nach Goethe wohl kaum ein Dutzend teilen wird. Wie Fräulein Muth=
chen
, ſo ſpielt auch dieſes klaſſiſche Sitten= und Charakterbild in der
Zeit zwiſchen der franzöſiſchen Revolution und Befreiung Deutſchlands,
doch ſpricht aus ihm eine Wahrheit, die keiner Zeit unterworfen iſt.
Scharf geſehene Geſtalten von heißem, atmendem Leben erfüllt, man
lich=kräftige Schilderungsgabe, die unwiderſtehlich den Leſer bezwingt,
weil ſie mit Poeſie durchtränkt iſt und kluge, geläuterte Lebensauſ
faſſung vereinigen ſich in dieſem Werke.
Abelheid Weber: An der Grenze. (Engelhorns Romanbibliothek,
37. Reihe, Band 17/18.) Broſchiert 1,50 Gm., in Ganzleinen gebunden
2,50 Gm.
Adelheid Weber, die bekannte und beliebte Schriftſtellerin hat ſich
ſchon durch ihre in Engelhorns Romanbibliothek erſchienenen Romane
Ueber den Tälern und Die dumme Ruth einen großen Leſerkreis
erworben. Ihr neues Buch ſchildert in meiſterlicher Weiſe den Kampf
einer edeln Frau zwiſchen aufflammender Leidenſchaft und treuer
Pflichterfüllung. Lebenswahr treten uns die Perſönlichkeiten entgegen
auf den Gütern Oſtpreußens wie in Berliner Künſtlerkreiſen, fein
beobachtet und ſcharf gezeichnet. Ein in jeder Beziehung empfehlens=
wertes
Buch. Der Verlag hat alles getan, um auch durch ein geſchmach
volles Aeußere: guten Druck, ſchönes weißes Papier und einen äußerſt
geſchmackbollen Ganzleinenband, dem jeder Seriencharakter fehlt, das
Buch zu einer Zierde der Hausbibliothek zu machen.
Alfons Petzold: Das letzte Mittel und andere Geſchichten. Mit einem
Nachwort von Franz Karl Ginzkeh. (Reelams Univerſal=Bibliothel,
Leipzig.)
Alfons Petzold, ein Dichter der Liebe und Güte, zugleich ein von
hartem Geſchick Verfolgter, iſt leider von einer Krankheit hingeraſt
worden, noch ehe ſeine Werke den Weg weit über die öſterreichiſche
Heimat hinaus gefunden hatten. Die Univerſal=Bibliothek betrachtet 8
als Ehrenpflicht, dem Schaffen dieſes Arbeiterdichters zu der verdienten
Anerkennung zu verhelfen.

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7. Dezember 1924
* Der Preisabbau auf dem Textilmarkt.
Von unſerem fachmänniſchen Mitarbeiter.
Von fachmänniſcher Seite wird uns geſchrieben: Ueber den Preis=
abbau
auf dem Textilmarkte ſind allgemein viel falſche Vorſtellungen
verbreitet und es iſt deshalb angebracht, über die Ausſichten eines
Preisrückganges in Webwaren und daraus hergeſtellten Gegenſtänden
einige Aufklärungen zu geben. Zuvor muß jedoch darauf hingewieſen
werden, daß die jetzt ſchon häufiger wahrnehmbaren Preisermäßigungen
für gewebte Stoffe und Kleidungsſtücke nicht etwa auf ein Sinken ihrer
Geſtehungskoſten zurückzuführen ſind, ſondern durch Geld= und Kredit=
not
der Verkäufer zumeiſt verurſacht wurden. Man muß den realen
Tatſachen nachgehen, um feſtzuſtellen, ob ein weſentlicher Preisabbau,
wie er in weiten Kreiſen erwartet wird, in abſehbarer Zeit überhaupt
eintreten kann. Zunächſt wird dabei der Preisſtand der Rohſtoffe von
größter Bedeutung ſein, denn er bildet den Hauptfaktor für die Preis=
bemeſſung
der aus ihnen hergeſtellten Erzeugniſſe. Es kommt dabei noch
die Frage hinzu, wie weit die Spinner und Weber gewillt ſind, ein
etwaiges Fallen der Rohſtoffe auch auf ihre Produkte zu übertragen.
Es iſt intereſſant, die Preisveränderung der Rohſtoffe und der Gewebe,
namentlich bei Baumwolle, während des laufenden Jahres zu ver=
folgen
. Im Jahre 1913 koſtete 1 Kilo amerik. Rohbaumwolle fully
middl. 1,295 M., im Januar 1924 3,45 M., im Oktober d. J. 2,44 M.,
alſo ein Rückgang von Januar bis Otober um 30 Prozent. 88 Zenti=
meter
Renforcé=Gewebe koſtete im Januar d. J. 0,65 M. p. m., im Okto=
ber
dagegen 0,57 M., alſo ein Unterſchied von nur 13 Prozent. Bei Kat=
tunen
zeigt ſich das gleiche Verhältnis. Man erſieht daraus, daß ſich
die Gewebepreiſe bei weitem nicht den fallenden Baumwollpreiſen an=
gepaßt
haben. Es liegt dies zum Teil an den zu höheren Preifen ein=
gekauften
Rohſtoffen der Spinner und Weber, die den teueren Preis
in ihre Kalkulation einſtellten. Baumwollwaren, die heute noch immer
um das doppelte höher im Preiſe ſtehen als 1913, könnten demnach
einen Preisabbau vertragen, umſomehr, als die Tendenz auf dem
Baumwollmarkt ſich deutlich wahrnehmbar abzuſchwächen beginnt.
Anders ſieht es jedoch mit Wollſtoffen aus, bei denen ein Preisrück=
gang
fürs erſte kaum anzunehmen iſt. Auch hier wirkt der Rohſtoff=
kurs
auf die Preisſtellung weſentlich ein. Deutſche prima Wolle koſtete
1913 das Kilo 5,25 Mark, im Januar 1924 10,75 und Oktober d. J. 13,90
Mark. Im Gegenſatz zur Baumwolle iſt Wolle alſo in dieſem Jahre
um 30 Prozent geſtiegen. Die Gewebe haben die Aufwärtsbewegung
mitgemacht und das iſt der Grund, weshalb Wollſtoffe heute das Drei=
fache
des Friedenspreiſes koſten. Da der Weltvorrat an Wolle infolge
des enormen Rückganges des Schafbeſtandes ein verhältnismäßig ſehr
geringer iſt, kann kaum mit einem belangreichen Fall der Rohwollpreiſe
gerechnet werden.
Die Steuern und ſozialen Laſten bilden beſonders hemmende Ele=
mente
im Streben nach dem Preisabbau. Wohl hat die Regierung auf
Verbilligung der Kohlenpreiſe, Eiſenbahntarife, Poſtgebühren und
Kreditzinſen, ſowie auf eine Herabſetzung einiger Teile der Kapital=
verkehrsſteuer
hingewirtt, auch die Umſatzſteuer auf 1½ Prozent nor=
miert
, aber all dieſe Erleichterungen reichen bei weitem nicht aus, um
den Preisabbau ſchnell und radikal zu fördern. Am bedeutungsvollſten
iſt jedenfalls die Ermäßigung der Umſatzſteuer um 1 Prozent, denn in
ihrer 79maligen Erhebung vom Rohſtoff bis zum fertigen Gewebe
oder Kleidungsſtück liegt zweifellos eine Verbilligung der Fertigware
um den gleichen Prozentſatz. Nur darf dabei nicht überſehen werden,
daß inzwiſchen um mindeſtens ebenſoviel Arbeitslöhne und Gehälter er=
höht
werden mußten, und wo dies noch nicht geſchehen iſt, in abſehbarer
Zeit Aufſchläge vorgenommen werden müſſen. Dadurch wird aber der
durch die bisher eingeräumten Erleichterungen mögliche Beginn des
Preisabbaues wieder zurückgehalten, ſie haben nur den einzigen Effekt
gehabt, die weitere Preisſteigerung zu unterdrücken. Damit iſt man
jedoch dem Ziel einer weitgehenden Verbilligung aller Textilwaren
noch um keinen Schritt näher gekommen. Es ſind alſo weitere wirkungs=
volle
Maßnahmen nötig, um burch entſprechende Preisſenkungen den In=
landsverbrauch
zu vermehren und den Export wieder ſtärker in Fluß
zu bringen. Der Reichsfinanzminiſter wird ſich daher entſchließen müſſen,
mit Hilfe des Artikels 48 der Reichsverfaſſung weitere Entlaſtungen
der mit Abgaben übermäßig belegten Induſtrie= und Handelskreiſe ein=
treten
zu laſſen. Man braucht nur auf die Einkommenſteuerbemeſſung
nach dem Umſatz und die Art ihrer Einziehung hinzuweiſen, um einen
Fingerzeig zu geben, wo die weitere Steuerreform einzuſetzen hat. Völ=
liger
Veränderung bedarf auch die Höhe der Gewerbe=, Mietzins=, Auf=
wertungs
= und Grundſteuer. Die Umſatzſteuer muß noch weiter er=
mäßigt
werden, wenn ſie erträglich ſein ſoll. Heute iſt jeder Geſchäfts=
betrieb
mit mindeſtens 15 Prozent des Umſatzes an Steuern belegt,
ein Schwergewicht, das ſchon ſo manches Unternehmen zerdrückt hat.
Aber auch die rigoroſe Einforderung der Steuerbeträge, namentlich der
Einkommenſteuer mit ihren hohen Summen, mußte die finanziellen
Betriebsmittel vieler Firmen in Induſtrie und Handel derart ſchwächen,
daß ſie nicht mehr weiterarbeiten konnten und zuſammenbrachen. Die
günſtiger gewordene Finanzlage des Reſches, das erhebliche Ueberſchüſſe
aufweiſen kann, die infolge des Dawesgutachtens erfolgte bedeutende
Steuerpolitik. Hier liegen die Wurzeln der Teuerung und hier muß
mit energiſcher Hand eingegriffen werden.
Was bisher zur Erleichterung der wirtſchaftlichen Kräfte getan
wurde, iſt völlig unzureichend. in den Textilwarenfabriken fühlt man
den Druck der hohen Abgaben noch allzuſchwer. Er verhindert es,
Qualitätswaren hervorzubringen, die zu teuer ſein würden, um von den
großen Maſſen der Verbraucher bezahlt werden zu können. Die Ein=
kommen
in Deutſchland ſtehen heute weit unter dem Friedensſtand,
während alle Gebrauchsartikel das Vielfache der Vorkriegszeit koſten.
Kein Preisabbau, ſondern ein Qualitätsabbau iſt auf dem Textilmarkt
vorgenommen worden, um ſo Waren zu erzeugen, die der geſchwächten
Kaufkraft der Bevölkerung einigermaßen entſprechen. Nicht das Beſte,
ſondern, das billigſte ſpielt heute die erſte Rolle, aber ſelbſt dieſes
Billigſte iſt noch, an früheren Zeiten gemeſſen, viel zu teuer. Am eheſten
kann eine Preisherabſetzunf bei Baumwollwaren eintreten, da hier
der Rohſtoff eine ſinkende Preiskonjunktur aufweiſt. Die Wollwaren=
fabrikation
ſucht ihre Erzeugniſſe durch Beimiſchung von Baumwolle
und Kunſtwolle aufnahmefähiger zu machen, denn der reinwollene
Stoff iſt bei der feſten Preistendenz auf dem Wollmarkt zu koſtſpielig
für den großen Konſum geworden. Seide und Leinen haben ebenfalls
ſteigende Kuiſe auf dem Rohſtoffmarkt zu verzeichnen, ſie bilden unter
den gegenwärtigen Verhältniſſen Luxusartikel, für die nur ein Bruch=
teil
des Publikums als Käufer in Frage kommt.
Will man zu einem wirklichen Preisabbau gelangen, dann ſind
folgende Vorausſetzungen dazu nötig. Zunächſt müſſen ſämtliche Steuern
und ſozialen Abgaben ſo heruntergeſetzt werden, daß Induſtrie und
Handel ſie ohne Einbuße ihrer Leiſtungsfähigkeit zahlen können. Ferner
iſt eine äußerſt rationelle Fabrikationstätigkeit nötig, die die Produk=
tionskraft
aufs vollkommenſte ausnutzt und die durch moderne Betriebs=
führung
zur ſtärkſten Verbilligung der Erzeugniſſe beiträgt. Von hoher
Wichtigkeit iſt es auch, den Kredit zu erleichtern und die Verzinſung ſo
zu geſtalten, daß ſie nicht warenverteuernd wirkt.
Nur wenn dieſe Forderung reſtlos erfüllt werden, kann die Textil=
wirtſchaft
wieder eine von allzuhohem Druck befreite vegemäßige Funk=
tion
ausüben und als ihre Auswirkung wird der Preisabbau dann ſicht=
bar
in die Erſcheinung treten.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
*B.R. Starke ZunahmedesKupferverbrauchs. Nach
den Berechnungen des American Bureau of Metal Statiſties hat ſich der
Kupferverbrauch in allen Teilen der Welt ſo gehoben, daß in den erſten
neun Monaten des Jahres die Erzeugung um durchſchnittlich 15 Millio=
nen
Pfund im Monat hinter dem Konſum zurückgeblieben iſt. In Ame=
rika
gelangten bis Ende September im Monatsdurchſchnitt 219 Millionen
Pfund in den Konſum, bzw. zur Ausfuhr, in den übrigen Ländern zu=
ſammen
36 Millionen Pfund, ſo daß der Weltkonſum an Kupfer ſich auf
255 Millionen Pfund pro Monat ſtellte. Der Weltkupferverbrauch für
das ganze Jahr wird auf 3 100 000 000 Pfund veranſchlagt, gegen
2 668 000 000 Pfund in 1923 und den im Krieg erzielten bisherigen Rekord
von 3 064 000 000 Pfund. In den erſten neun Monaten wurden insge=
ſamt
1 082 509 To. Kupfer erzeugt, von denen auf die Vereinigten Staa=
ten
667 153, Mexiko B 448, Kanada 19 720. Chile und Peru 169 900, Ja=
pan
50 892, Auſtralien 11 956. Europa 63 400, Kongo 68856 und Rho=

Handelsblatt
deſiia 2 184 To. entfielen. Der Kupferverbrauch der Vereinigten Staaten / engliſchen Handelsbertrages. Wiederum ſtanden Montan= und Chemie=
in
1924 wird auf 1 600 000 000 Pfund gegen 1 407 000 000 Pfund in 1923 werte im Vordergrund des Intereſſes und konnten teilweiſe erheblichn
Pfund, gegen rund 800 000 000 Pfund in den letzten Vorkriegsjahren ver= machte ſich eine weitere Befeſtigung geltend. Beſonders Kriegsgnleihe
anſchlagt. Die feſte Tendenz am Kupfermarkt findet alſo in der ſtati= wurde lebhaft umgeſetzt und bis 860 Md.=Prozent geſteigert.
ſtiſchen Poſition eine ſtarke Stütze. Dazu kommt, daß die Kupferaus=
fuhr
nach Europa ſeit einigen Wochen die kühnſten Erwartungen über=
trifft
. Allein nach Deutſchland ſind im November an einzelnen Tagen
bis 500 To. Kupfer verſchifft worden. Metallhandel und Spekulation
ſtellen ſich bei Termingeſchäften ganz auf weitere Preisſteigerungen ein,
da ſie mit einem Rückgang der ſichtbaren Beſtände, teilweiſe ſogar mit ſondere Veränderungen bei im allgemeinen ziemlich ruhiger Geſchäfts=
einer
merklichen Verknappung der Vorräte rechnen.
menſchluß der polniſchen Petroleuminduſtrie in dem polniſchen Petro= Chlormagneſium, auch Chromalaun liegen außerordentlich flau. Be
leumkartell iſt erſt nach langwierigen Verhandlungen zuſtande gekommen, feſter Grundſtimmung ſind Kupfervitriol und chin. Antimon etwas
da einzelne Naffinerien ſich durch die Quotenverteilung geſchädigt fühlten ruhiger geworden, was ſich auch gleich in kleinen Preisnachläſſen be=
und eine Preisbindung grundſätzlich ablehnen wollten. Trotzdem ſind merkbar macht. Beſonders feſt lagen Gelbnatron und Gelbkali. Fün
ſchließlich alle polniſchen Geſellſchaften teilweiſe allerdings mit Vor= beide Produkte ſind die maßgebenden Werke bis auf weiteres aus= dem Kartell beigetreten, während mit einer von franzöſiſchem verkauft; auch die holländiſchen Konkurvenz hat ihre Preiſe erheblig
Kapital abhängigen Naffinerie noch verhandelt wird. Formal hat die auf heraufgeſetzt. Gelbnatron koſtet heute 3536, Gelbkali 62 Pfund Ster= Jahre erfolgte Bildung des Petroleumkartells zwar als freiwillige ling. Der Aetznatron=Markt iſt infolge der Erhöhung der amerikaniſcher,
Bindung zu gelten, in Wirklichkeit kann man den Zuſammenſchluß aber Forderung auf 7,05 Dollar wieder ausgeglichen, nachdem vorher durch
als ein Zwangskartell betrachten, da die maßgebenden Regierungsſtellen den amerikaniſchen Preis von 6,70 Dollar gegen 15,5 Pfd. Sterlg. fün
auf alle Raffinerien, die ihre Bewegungsfreiheit nicht aufgeben wollten, engliſche Ware mehrfache Umſätze ermöglicht worden waren. Nach=
einen
ſtarken Druck ausübten und den Eintritt aller Intereſſenten in das ſtehend die heutigen Notierungen der hauptſächlichſten Chemikalien:
Kartell durchſetzten. Die Ausfuhrpreiſe ſind feſtgeſetzt auf 250 Dollar
für 10 To. loko Grenzſtation, mit Ausnahme der für Deutſchland be= Aetzkali 88/92%0
ſtimmten Lieferungen, für die ein Aufſchlag von 5 Dollars vereinbart Bariumcarbonat 98/100%, 3.25
worden iſt.

Banken.

Die Goldmark=Eröffnungs=Bilanz der Dis=
conto
=Geſellſchaft, Berlin, weiſt nach Abzug der Schulden
ein Reinvermögen von Goldmark 136 000 000 auf. Dem ſteht ein Kom=
mandit
=Kapital von 666 667 000 Mk. Kommandit=Anteilen gegenüber,
nachdem von der im Dezember 1922 geſchaffenen 290 000 000 Mk. Kom=
mandit
=Anteilen 233 333 000 Mk. gegen Erſtattung des Goldmarkwertes
ihrer Einzahlung zum Einzug gelangt ſind.
Es wird der Generalverſammlung zum Vorſchlag gebracht werden,
dieſes Kommandit=Kapital im Verhältnis von 62½:1 auf 100 000 000
Goldmark umzuſtellen und eine offene Reſerve von 36 000 000 Goldmark
zu bilden, von denen 2 000 000 Goldmark der Fürſorge für die Angeſtell=
ten
der Geſellſchaft gewidmet werden ſollen.
Die Durchführung dieſer Umſtellung ſoll den geſetzlichen Vorſchriften
entſprechend in der Weiſe erfolgen, daß jeder Kmmandit=Anteil über
600 Mk. auf 50 Goldmark abgeſtempelt und daneben ein neuer Komman=
dit
=Anteil von 40 Goldmark gewährt, jeder Kommandit=Anteil über
1200 Mk. auf 180 Goldmark und jeder Kommandit=Anteil über 1000 Mk.
auf 150 Goldmark abgeſtempelt wird. Der einzige Kommandit=Anteil
über 1600 Mk. wird auf 150 Goldmark abgeſtempelt und daneben ein
neuer Kommandit=Anteil über 40 Goldmark gewährt, nachdem der In=
haber
dieſes Kommandit=Anteils auf den ihm zuſtehenden Mehrbetrag
von 50 Goldmark verzichtet hat.
Die ſich hieraus ergebende Goldmark=Eröffnungs=Bilanz für den 1.
Januar 1924 weiſt im einzelnen folgende Ziffern auf:

Aktiva.
Kaſſe, fuemde Geldſorten, Coupons und Guthaben bei
Noten= und Abrechnungsbanken . . . . . ..
Wechſel und unverzinsliche Schatzanweiſungen des
Reichs und der Bundesſtaaten . . . . ..
Noſtroguthaben bei Banken und Bankfirmen . . .
Reports und Lombards gegen börſengängige. Wert=
papiere
.
*
Vorſchüſſe auf Waren und Warenderſchiffungen . . .
Eigene Wertpabiere ...... ......
Konſortial=Beteiligungen
..
Beteiligung bei der Norddeutſchen Bank in Hamburg
Beteiligung bei dem A. Schaaffhauſen’ſchen Bankverein
A.=G. in Köln
Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bank=
firmen

.
*
Schuldner in laufender Rechnung .
Außerdem Adal=Schuldner Goldmark 7 776 367,87
Einrichtung
*
Bankgebäude

Sonſtige Liegenſchaften
..!
Ehemaliges Bankgebäude des A. Schaaffhauſeniſchen
Bankvereins Berlin (im März 1924 verkauft) ..
Paſſiva:
Kommandit=Kapital .
..
Allgemeine (geſetzliche) Reſerve . . .
Gläubiger . ...
Akzerte ..........
Außerdem Aval=Verpflichtungen: Goldmk. 7 776 367,87
Wohlfahrtsfonds für die Angeſtellten . . ..

Goldmark
10 551 161,59
7 495 617,98
74336 236,70

6 807 490,58
4830 518,13
20 526 359,68
12000 000.
25 000 000,
22 807 755.
7 467 477,29
1
30 000 000.
3 280 000.
7 500 000

Miag

100 000 000.
34 000 000
163 352 269,87
250 388,08
2000 000.

Mirage

Einſchließlich der Norddeutſchen Bank in Hamburg und des A.
Schaaffhauſenſchen Bankvereins A. G., deren geſamtes Aktienkapital ſich
bekanntlich im Beſitze der Diskonto=Geſellſchaft befindet, ſtellt ſich die
Goldmark=Eröffnungs=Bilanz für den 1. Januar 1924 wie folgt:

Aktiva:
Kaſſe, fremde Geldſorten, Kuvons und Guthaben bei
Noten= und Abrechnungsbanken.
Wechſel und unverzinsliche Schatzanweiſungen des Reichs
und der Bundesſtaaten
.-
Noſtroguthaben bei Banken und Bankfirmen . . . . .
Reports und Lombards gegen börſengängige Wertpapiere
Vorſchüſſe auf Waren und Warenverſchiffungen . . .
Eigene Wertpapiere.
. ...
Konſortial=Beteiligungen .
Dauernde Beteilig, bei anderen Banken u. Bankfirmen
Schuldner in laufender Rechnung
Außerdem Aval=Schuldner: Goldmark 9 792 380,72
Einrichtung .. . . . . .. ..
Bankgebäude
........
Sonſtige Liegenſchaften . ..
Ehemaliges Bankgebäude des A. Schaaffhauſenſchen
Bankvereins, Berlin (im März 1924 verkauft) ..
Paſſiva:
Kapital . . .....
Allgemeine (geſetzliche) Reſerve .
Gläubiger . . . . *
Akzepte .
. . . . . . .
Außerdem Aval=Verxflichtungen: Goldmk. 9 792 380,72
Wohlfahrtsfonds . . . .

Goldmark:
16 388 389,70
9808 071,66
109 742 944,74
8 472 785,50
11600 335,67
24 476 283,07
24 472617.
24 472 617.
3.
41000 000.
3 580 000.
7 500 000

363 977.14104

100 000 000,
45 000 000.
216 725 276,75
250 864,29

2000 000

363 977 14104

Börſen.
* Wochenbericht der Frankfurter Börſe (vom 2. bis
5. Dezember 1924.) (Eigener Bericht.) Die am Ende der Vorwoche zu
Tage getretene Aufwärtsbewegung der Aktienwerte ſchien ſich zu Beginn
der neuen Woche zunächſt nicht fortzuſetzen, ſondern es machte ſich viel=
mehr
eine leichte Reaktion geltend infolge Abgaben der Spekulation.
Als aber ſpäter der Markt, der nur zu Einheitskurſen notierten Werte
durchweg feſte Haltung aufwies, ſetzte ſich eine einheitliche Befeſtigung
durch. Beſonders lebhaft wurden Montan= und Chemiewerte gehandelt.
An der Dienstagsbörſe ſetzte ſich die Aufwärtsbewegung nicht mehr fort,
es trat vielmehr bereits zu Börſenbeginn eine Abſchwächung ein, da
namentlich am Montanmarkt zum erſten Kurſe umfangreiche Verkaufs=
orders
vorlagen. Im weiteren Verlauf hielten die Kursabſchwächungen
an. Die amtlichen Kurſe waren die niedrigſten Tageskurſe und auch
nachbörslich konnte ſich keine Erholung durchſetzen. Auch an der Mitt=
wochsbörſe
war die Tendenz zunächſt ſchwächer. Das an den Markt zum
Verkauf kommende Material war zwar keineswegs erheblich, doch gingen
die Kurſe durchwegs zurück, da die bisherigen großen Käufe nicht mehr
in Erſcheinung traten. Zum Schluß wurde die Stimmung eher etwas
feſter, was beſonders an der Nachbörſe zum Ausdruck kam. An der
Donnerstagsbörſe überwogen die Kaufaufträge und es konnten ſich die
meiſten Werte wieder von den Kursrückgängen erholen. Auch der deutſche
Anleihemarkt, der in der erſten Hälfte der Woche bei weichenden Kurſen
recht ruhig lag, konnte von dieſer Erholung profitieren. Die letzte
Börſe in dieſer Woche verkehrte in feſter Haltung bei lebhaftem Geſchäft,
da die Entwicklungsmöglichkeiten der deutſchen Induſtrie verhältnismäßig
optimiſtiſch beurteilt werden, im Hinweis auf den Abſchluß des deutſch=

Nr. 340

berechnet, die Kupferausfuhr der Union wird in 1924 auf 1000 000 000 Kursbeſſerungen durchſetzen. Auch am Markt der deutſchen Anleihem
* Export=Chemifalien=Marktbericht.
Die vergangene Woche brachte dem Chemikaliengeſchäft keine be=
tätigkeit
. Die Nachfrage und die Beſtellungen aus dem Auslande ſinch
weniger geworden, doch iſt die Preislage im großen und ganzen rechn
*B.R. Das polniſche Petxoleumkartell. Der Zuſam= feſt. Nur einige Produkte wvie Barium=Verbindungen, Bitterſalz

. 8 13.25
Chlorbarium kriſt. 98/100%, 4.50
3.80
dto Kriſtallmehl".
8.90
Chlorſ. Kali pulv.
60.
Rotblauſ. Kali kriſt,
Glauberſalz feinkriſt.
1.10
Glycerin 280 B6
34.
Kaliumbichromat
9.
Natriumbichromat
15.50
9.70
Salmiakſalz 9811000
Schwefelkohlenſtoff
8.50
Weinſteinſäure.
Aetznatron 125/128
205.
6.
Ameiſenſäure 85%t
Anilinſalz
Rf
Antichlor gew. kriſt,
7.5.
dto Perlform,
9.15.
Antimon crudum . .
44..
Antimonoxyd rloko-
61.10.
Betanaphtol pulv.
69..
Oxalſäure 981100%
21.15.
Pottaſche calc. gem. . . . 22.5.
Schwefelſ. Tonerdel4/15% 5.10.

Bitterſalz techn. kriſt. . . & 3.
dto u. S. P. IX. . . 5.5.
Bleizucker weiß . . . . . 45 10.
dto braun . . . .. 40.
Brom flüſſig . . . . . 200.
Bromkali . . . . . . . 868.
Bromnatrium . . 75.
Carbolſäure 39/400 . K49.
Chlorcalcium 70/7500 .. 3.15.
Chlormagneſium geſchm. , 4. 2.c
Chromalaun 15% . . . . 17.10
Eſſigſäure 80% .. . . . 38.
dto 98/100% . .. 45.
Gelbblauſaures Kali... 62.
Sulfat gem. 96/98 loſe 3.
Hirſchhornſalz pulv. . . . 26.,
dto Stck. . . ., 31.
Kaliumpermanganat . ., 47.10.
Kupfervitriol 98/99% . .,21.10.
Kalialaun Stücke . .. .. 7. 17. G
dto Kriſtallmehl .n 7.10
Phosphor rot amorph . 340.-
Schwefelnatrium 60/62%, 10,15.
Tetrachlorkohlenſtoff ...42

Die s=Preiſe verſtehen ſich per 100 kg, die Z=Preiſe per 1000 kg
einſchließlich üblicher Verpackung, bei Lieferung fob Hamburg,
Warenmärkte.
* Von den ſüddeutſchen Waren= und Povdükten=
märkten
. In Auslandsgetreide wurde von der erſten Hand wenigg
offeriert, weil die Preiſe hierher immer noch nicht in Frage kommen.
Man hält aber im Auslande an ſeinen Forderungen feſt und ſtützt ſich
dabei auf die ſtatiſtiſche Lage. Immerhin bleibt die Möglichkeit offen.
daß das Erträgnis der amerikaniſchen Ernte unterſchätzt iſt und daß auc=
die
in Argentinien niedergegangenen Regen die Ernte dieſer großem
ſüdamerikaniſchen Republik umfangreicher ſich geſtalten laſſen, als ſie=
nach
den letzten Schätzungen zu erwarten wäre. In Süddeutſchland haßt
die Ausſaat des Wintergetreides gute Fortſchritte gemacht. Die frühem
Saatfelder zeigen ein gutes Ankeimen, die ſpäteren Sagten ſehene da=
gegen
noch unregelmäßig aus. Vom Auslandsgetreide bot die zweits
Hand zuletzt u. a. an: Kanſasweizen II, rheinſchwimmend, mit 16,25 Fl=
eif
Mannheim, Plataweizen (Baruſſo), 79 Kilo, 16 Fl. eif Mannheim
desgleichen Roſario, 79 Kilo, rheinſchwimmend, mit 16,25 Fl. eif Mann=
heim
. Argentinien, das ſich etwas nachgiebiger hielt, verlangte im direl=
ten
Geſchäft für Weizen von 80 Kilo Hektolitergewicht per Dezember bis
erſte Hälfte Januar 16,15 Fl. eif Rotterdam. Roggen, Gerſte, Hafer uns
Mais haben gegen die Vorwoche etwas im Preiſe nachgegeben. Der
Verkauf von Inlandsgetreide geſtaltete ſich ſehr ſchleppend. Die Land=
wirtſchaft
führt Klage darüber, daß ein Vermiſchen von Inlandsgetreide
mit Auslandsgetreide das Geſamtquantum umſatzſteuerpflichtig mach,
wodurch der Abſatz von Inlandsgetreide naturgemäß ſehr erſchwert
wird. Gerſte guter Qualität wurde wieder wenig angeboten; geringe
Sorten ſind ſchwer verkäuflich. Pommerſche Gerſten beſter Beſchaffen=
heit
wurden mit 27,50 Mk. ab Mannheim gehandelt. Wegen der reichlich
vorhandenen Futtermittel in Form von Rüben und wegen der Gefahr
des Faulens zu verfütternder Kartoffeln werden geringe Sorten Gerſte
und Hafer reichlich angeboten. Der Markt darin liegt infolgedeſſen
flau. Die letzten amtlichen Preiſe vergleichen ſich mit der Vorwoche wie
folgt: Weizen inländiſcher 23,30 (Vorwoche 2323,50), ausländiſcher
2830 (2830), Rrggen inländiſcher 22,50 (23,50), ausländiſcher 252
(2526), Braugerſte 25,5028 (2628,50), Hafer inländiſcher 182
(1820,50), ausländiſcher 1820,50 (1923), Mais mit Sack 2121,7
(21,50) Mark je 100 Kilo. Am Mehlmarkt, war die Tendenz wie=
derum
ſehr ruhig. Der Abruf auf frühere Abſchlüſſe blieb befriedigend.
Erſt muß jedoch die Abladungsware bis Mitte Januar hinaus weg ſein,
ehe man mit einer Belebung rechnet; dann allerdings glaubt man gleich=
zeitig
an ein Anziehen der Preiſe. Die Mühlenforderungen, die ſich auf
dem Weizen= bzw. Roggenpreis kalkulieren, betragen für die 100 Kild
Weizenmehl Spezial Null 38 Mk. (Vorwoche 38,25 Mk.), Noggenmehl
3535,50 (Vorwoche 35,50) Mark. Die zweite Hand gibt ſüddeutſches
Weizenmehl, füddeutſches Fabrikat, mit 36,50 Mk., je nach Qualität, auch
bis herunter zu 35.50 Mk. (Vorwoche 36 Mk.) und Noggenmehl mit 30,30
bis 31,50 (Vorwoche 31,50) Mk. Von Auslandsmehlen waren angeboten
franzöſiſcher Herkunft mit 8,20 Dollars ab Grenze, amerikaniſche Weizen=
mehle
in deutſcher Währung mit 36,50 Mk. eif Mannheim, und hollände=
ſches
Roggenmehl mit 20 Fl. eif Mannheim, ohne daß Geſchäfte zuſtande
kamen. Von Futterartikeln waren Biertreber und Malzkeime
geſucht, Trockenſchnitzel und Melaſſefutter vernachläſſigt. Auch Kleie
gefragt die jetzt bis nach Oſtpreußen rentiert und dorthin gehandelt wor=
den
iſt. Verlangt wurden für die 100 Kilo Weizenkleie 12,5013 Mk.,
Roggenkleie 1212,50 Mk. Biertreber 20,5021 Mk. mit Sack, Malz=
keime
16,5017 Mk. mit Sack frei Mannheim. Von Württemberg und
Bahern lagen Offerten in Malzkeimen zu 13,5014 Mk. ohne Sack ab
Verladeſtation vor, in Biertreber ab Württemberg und Bahern zu 17
Mark. Man verlangte für Trockenſchnitzel 1111,25 Mk., für vollwertige
Zuckerſchnitzel 2122 Mk., Rapskuchen 16,5016,75 Mk., Leinkuchen B
Mark ab rheiniſchen Stationen, Erdnußkuchen 26 Mk. ab norddeutſchen
Stationen, Kokoskuchen 26 Mk. ab rheiniſchen Stationen, Palmkuchen
1920 Mk. ab nordweſtdeutſchen Plätzen. Malz kaufen die Braue=
reien
nur langſam ein; ſie beſchränken ſich dabei auf beſte Ware aus
auswuchsfreier Gerſte mit einem garantierten Extraktgehalt von 80 Pro=
zent
, die ſich im Endergebnis wegen ihrer Ausgiebigkeit am billigſten
ſtellt. Minderwertige Malze ſtärker angeboten. Alte Brennmalze wur=
den
ab Franken mit 3335 Mk. die 100 Kilo gehandelt. Am Hop=
fenmarkt
hat ſich für Primaware wieder beſſere Haltung eingeſtellt;
geringe Sorten noch wenig beachtet. In Baden wurde in Walldorf eine
Partie Ia Hopfen an ein großes Kundſchaftshaus von einem Spekula=
tionslager
zu 272 Mk. der Zentner abgegeben. Nach Holland wurde ein
Poſten amerikaniſcher Hopfen 1923er Ernte zu zirka 50 Fl. der Zentner
verkauft. In Württemberg hat die Nachgiebigkeit der Pflanzer mit der
geringen Beſſerung des Marktes ſofort wieder nachgelaſſen; man zeigt
ſich nur noch im Falle von Geldbedarf abgabegeneigt. Die Tabak=
käufe
wurden weiter fortgeſetzt. Es erfolgten Umſätze in 1924er Ta=
baken
in Heddesheim zu 40 Mk., an anderen badiſchen Ortſchaften zu 4
bis 45 Mark. Für Zigarrentabake letzter Ernte hat der Einkauf im
Neckartal begonnen; es ſind etwa 5000 bis 8000 Zentner zu 3545 Mark
zum Teil ab Dach verkauft worden; auch in Bruhrain einige tau=
ſend
Zentner zu obigem Preiſe. Hauptkäufer iſt die Badiſche Tabak=
A. G. in Kehl. Der Verkauf im Handel iſt ruhig; nennenswerte Umſätze
finden nicht ſtatt. Auch in Rippen ſind nur kkleine Umſätze zu ver=
zeichnen
.
w. Berliner Produktenmarkt. Die höheren Amerika=
notierungen
und die damit in Zuſammenhang ſtehenden Meldungen aus
Liverpool wirkten ſich heute im Lieferungsgeſchäft in einer leichten Preis=
beſſerung
aus, doch ließ die Lebhaftigkeit des Marktes zu wünſchen
übrig. Für Weizen wurde vom Rhein einiges Angebot auf den Markt
gebracht. Für Roggen machte ſich eher etwas Kaufluſt geltend, doch
wurde im allgemeinen in der Geſchäftstätigkeit große Vorſicht beobachtet,
ſo, daß die getätigten Umſätze die Tendenz nur wenig beeinflußten.
Das Inlandsangebot von greifbarer Ware in Roggen und Weizen war
nur gering, aber auch der Abſatz hielt ſich in den engſten Grenzen, da
das überaus ſchlechte Mehlgeſchäft den Mühlen äußerſte Zurückhaltung
auferlegte. Nur ganz vereinzelt bekundeten die Bäckereien einige Nach=
frage
für Mehl. Gerſte war wenig verändert. Hafer in geringen Quali=
täten
ſtand reichlich im Angebot, dagegen bleibt gutes Material nach wie
vor knapp. In Futterartikeln hielt die Geſchäftsſtille weiter an.

[ ][  ][ ]

Nummer 340.

Sonntag, den 2. 2 zeinber 1924.

Reichslags-I1. Landtagswahl 1924
Tahnefniinie
Schneliſte Bekanntgabe durch direkten Zuruf des Darmſtädter Tagblatts am Sonntag abend im
Darmstadt
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Was iſt wahr?
Undwasiſtnichtwahr?
Es iſt nicht wahr,
daß die Juden Drückeberger ſind. Eine halbe Million Juden gibt
es in Deutſchland. Von ihnen ſind 12000 für das Vaterland gefallen.
Alſo haben die Juden die gleichen Blutopfer wie die Geſamt=
bevölkerung
gebracht.
Es iſt nicht wahr,
daß die Juden das internationale Großkapital in Händen haben.
Ford, Morgan, Rockefeller, Stinnes, Thyſſen ſind keine Juden.
Wahr iſt,
daß es unter Nichtjuden und Juden Gute und Böſe, Reiche und
Arme, Gerechte und Ungerechte gibt.
Wahr iſt,
daß ein Volk ſich ſelbſt entehrt, wenn es einen Teil ſeiner Mit=
bürger
entrechtet.
Wahr iſt,
daß jedermann, ob Jude oder nicht, nach ſeinem eigenen Wert
geſchätzt werden muß, aber nicht nach der Zugehörigkeit zu einer
Klaſſe, Raſſe oder ſonſtigen Zufallsgemeinſchaft!
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Seite 28.

Sonntag, den 7. Dezember 1924.

Nummer 340.

die Deutſche Volkspartei die Partei des erfolgreichen Wiederaufbaus iſt.
Weil
Ruhe und Ordnung im Reich, Wiederherſtellung
der Staatsautorität, feſte Währung, wirtſchaft=
verdanken
ihrer kraftvollen Reichspolitik lichen Miederaufbeu=
Wir
Toßeg beweiſen, darum entſcheidet Euch alle für die Deutſche Volkspartei.
müſſen wir alle die außenpolitiſchen Erfolge Dr. Streſemanns, des Führers der
Teststellen deutſchen Volkspartei:

Befreiung des Dortmunder Bezirks, alsbaldige Geſamträumung des Ruhrge=
bietes
, ſofortige Räumung rechtsrheiniſcher Gebiete in Preußen, Heſſen und
Baden. Heimkehr der Vertriebenen, Freiheit der Eingekerkerten, Beſeitigung
der Eiſenbahn=Regie, Fortfall der Micumlaſten, Aufhören des Paßzwanges.

Antwort: die ſozialiſtiſch=demokratiſch gefärbte Regierungskoalition.

Die Deutsche Volkspartei kämpfte für Euch:
gegen das Parteiregiment im Heſſiſchen Staatsleben,
gegen die zahlloſen parteipolitiſchen Stellenbeſetzungen,
Seoen den ſchematiſchen Perſonalabbau,
gegen die verſchwenderiſche Ausgabenwirtſchaft,
gegen die ungeheuerliche Steuerpolitik und alle Sonderſteuern,
Segen den undeutſchen Geiſt des Internationalismus.
Wegen dieſes aufrechten Kampfes hat man am 27. Juni 1922 die organiſierte feige Mordhetze
gegen unſere Führer betrieben. Vergeßt das nicht am 7. Dezember.
Die Beutsche Volkspartei kämpfte im Landtag:
Tr. Anerkennung unſeres Berufsbeamtentums
Tdn gerechten Ausgleich zwiſchen Stadt und Land
den kaufmänniſchen und gewerblichen Mittelſtand
Tär
Tr Aufhebung der ungerechten Steuerlaſten
Unterſtützung aller Bedürftigen
AR
Für eine echt deutſche Erziehung unſerer Jugend
Her gefährdet die Wiederaufbauarbeit?
1. Der Sozialismus und die Extremen Links und Rechts, denn ihnen geht das Parteiwohl über alles!
2. Die Demokraten, denn ſie ſind nach dem Urteil ihrer beſten Führer zu einem Anhängſel der
Sozialdemokratie geworden. Die bedingungsloſe Erfüllungspolitik der Demokraten hat
uns von Mißerfolg zu Mißerfolg, von Diktat zu Diktat geführt; darum verlaſſen ihre An=
hänger
in Maſſen dieſe Partei. Die nationale Realpolitik der Deutſchen Volkspartei da=
gegen
brachte uns den erfolgreichen Auftakt zur Befreiung von Rhein und Ruhr.
3. Alle Parteiſplitter wie z. B. die Wirtſchaftspartei, die lediglich gegründet wurde, um den
perſönlichen Ehrgeiz Einzelner zu befriedigen. Die Splitterparteien ſind die beſten Wahlhelfer
der Sozialdemokraten! Nur die Deutſche Volkspartei hat von allen Parteien in Heſſen
einen Handwerker an abſolut ſicherer Stelle ihrer Kanditatenliſte geſetzt und auch ſonſt allen an=
deren
Berufsgruppen Rechnung getragen.
4. Alle Aufwertungsdemagogen, die nur bodenloſe Verſprechungen machen und durch ihre Politik
die durch die Deutſche Volkspartei geführte praktiſche Aufwertungsbewe ung zum Schaden
der Entrechteten bedrohen.
Hänzend, Aerechtfertigt ist die Volieif der Heutschen Holkspartei,

Helft dieſer Politik auch weiterhin zum Siege
und wählt alle

(16627

Geutsche Tolsparten

Landtag