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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 319
Sonntag, den 16. November 1924. 187. Jahrgang
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auffräge und Leiſtung von Schadenerſaßz. Be
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Rabatt weg. Bantlonto: Deutſche Bank und Darm
Nacier 8 Rationalöuni.
Am die 26prozentige Reharationsabgabe.
Der Gilbertbrief.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Generalagent für die Reparationszahlungen Parker
Gilbert hat an den Reichsfinanzminiſter Dr. Luther einen
Brief gerichtet, der, ſo kurz er iſt, doch nicht allein der
Ueber=
tragung in unſer geliebtes Deutſch, ſondern darüber hinaus noch
eines längeren Kommentars bedarf, wenn man ihn verſtehen will.
Einſtweilen iſt wohl nicht zuviel geſagt, wenn man behauptet,
daß die Reichsregierung ihn noch nicht ganz verſtanden hat und
ſich ehrliche Mühe gibt, das geheimnisvolle Bild zu enthüllen, das
Herr Gilbert vor ihr errichtet hat. Die Geſchichte iſt an ſich ganz
einfach.
Der Sinn des Londoner Abkommens beſtand darin, daß der
Abfluß des Geldes aus Deutſchland durch das Transferkomitee
geregelt werden ſollte, um zu verhindern, daß zuviel Deviſen aus
Deutſchland abflöſſen und auf Grund der Kriegsentſchädigungen Wenn die deutſche Theorie durchdringe, könne man tatſächlich
unſere mühſam ſtabiliſierte Währung wieder ins Wanken gerate.
Deswegen war beſtimmt worden, daß die Geſamtleiſtung
Deutſch=
lands in einem feſten Betrage zuſammengefaßt werden ſollte, aus
dem dann die Gegner alle ihre Forderungen zu beſtreiten hätten.
Nach welcher Schlüſſelzahl das geſchieht, geht uns nichts an. Wir
hatten nur die Aufgabe, eine beſtimmte Anzahl von Milliarden
auf den Tiſch des Hauſes zu legen. Weil man ſich aber doch zentige Abgabe hat nichts mit irgend einer Beſtimmung des
Ver=
ſagte, daß der Aderlaß, dem die deutſche Wirtſchaft in den letzten
Jahren unterzogen worden iſt, zu ſchwer war, um ſofort die
Neu=
bildung des Blutes zu ermöglichen, ſollte uns eine Atempauſe
bewilligt werden, ſo daß wir in dem erſten Jahr nur eine
Mil=
liarde — davon 300 Millionen aus der Reparationsanleihe — zu
zahlen hätten, und im zweiten Jahre noch nicht viel mehr.
Und zwar waren dieſe Beträge von uns an das
Reparations=
komitee und ſeine Organe abzuführen. Nicht lange dauerte es,
bis England ſich eine Extrawurſt briet und die 26prozentige
Reparationsabgabe auf Grund des Recovery=Aktes wieder
ein=
führte, und unmittihar darauf iſt Frankreich dieſem Vorbild
nachgeeifert. An deutſchen amtlichen Stellen wurde damals
er=
klärt, das ſei im Grunde ziemlich gleich und bedeute nur eine beeinfluſſen laſſen wird und es auch ferner ablehnt,
etwas kompliziertere Verrechnung, denn die 26prozentige Abgabe
wurde von der deutſchen Regierung an die deutſchen Exporteure
gleichung der Jahreszahlungen angerechnet. Ganz ſo lagen nun
freilich die Dinge nicht. Es blieb auch zu bedenken, daß in dieſer
Sonderabgabe eine Schikane lag, die den deutſchen Export mit
einer Sonderſteuer belaſten ſollte, die zumal als moraliſcher
Boy=
kott wirken konnte, weil ſie nicht nur den deutſchen Exporteur,
ſondern auch den ausländiſchen Importeur deutſcher Waren zu und zwar mit der Begründung, daß es ſich bei dem Recoverh=Akt
einer doppelten Buchführung zwang, die zudem umſtändlich war
und infolgedeſſen den Wettbewerb fremder Induſtrie erleichterte.
Die eigentliche Abſicht der Engländer und nachher der
Fran=
zoſen war natürlich, dieſe Deviſeneinnahme aus den deutſchen ſchaftsverhandlungen am kommenden Montag wieder aufgenom=
Waren erſt einmal in die Hand zu bekommen, ſich von dem
Transferagenten unabhängig zu machen und es ihm dann zu
überlaſſen, wie er mit dem Reſt der deutſchen Zahlungen fertig
werden würde. Der eigentliche Stoß richtete ſich alſo deshalb in
ſeinen Wirkungen unmittelbar gegen das Londoner Gutachten.
Die Repräſentativen des ganzen Londoner Syſtems durften ſich
alſo nicht gefallen laſſen, daß ihnen der Aufbau ihrer ganzen
Organiſation auf dieſe Weiſe zerſchlagen wurde. Das hat Owen
Young auch ſehr raſch begriffen, und als der erſte Proteſt ſeitens
Deutſchlands nach Paris ging, hat er gleichzeitig von ſich aus ſehr
ſcharfe Verwahrung gegen die Abſicht der franzöſiſchen Regierung
eingelegt.
Ob der jetzt bekannt gewordene Brief des Generalagenten
Gilbert in derſelben Linie liegt, das iſt zunächſt noch nicht genau
feſtzuſtellen. Aus ihm ergibt ſich nur, daß an ſich der deutſchen
Regierung das Recht beſtritten wird, fernerhin die deutſchen
Ex=
perten zu entſchädigen. Dieſes Recht fällt dem Generalagenten
zu, der auch zu weiteren Entſcheidungen von dem
Transfer=
komitee ermächtgt iſt, Zahlungen auf Grund der 26prozentigen
Reparationsabgaben zu leiſten. Die deutſche Regierung iſt alſo
jetzt ausgeſchaltet. Der einzelne Exporteur hat es jetzt mit
dem Reparationsagenten zu tun, wodurch ſeine taltiſche Lage
zweifellos nicht gebeſſert wird. Zudem wird auch erklärt, daß
dieſe Zahlungen nur bis auf weiteres erfolgen ſollen. Sie
kön=
nen demnach jeden Tag eingeſtellt werden auf Grund einer
dop=
pelten Möglichkeit: entweder die fremden Regierungen verzichten
auf dieſe Sonderbeſteuerung oder die deutſchen Exporteure müſſen
die Abgabe aus eigener Taſche bezahlen, was ſomit die
Unter=
bindung der geſamten deutſchen Ausfuhr nach dieſen Ländern,
aber auch den Londoner Plan illuſoriſch machen würde. Wie ſich
das der Generalagent vorſtellt, darüber ſchweigt er ſich vorerſt
noch aus. Man erhält aber vielleicht einen Anhaltspunkt, wenn
man ſich vergegenwärtigt, daß gerade im Augenblick die
Han=
delsvertragsverhandlungen Deutſchlands mit Frankreich und mit
England in ein kritiſches Stadium getreten ſind, weil
Deutſch=
land mit allem Nachdruck die Beſeitigung der 26prozentigen
Re=
parationsabgabe verlangt. Der Brief des Generalagenten kann
eine moraliſche Unterſtützung der franzöſiſchen Unterhändler
be=
deuten. Wir wollen das aber vorläufig noch nicht annehmen,
können es auch nicht glauben; denn darüber muß ſich das
Trans=
ferkomitee klar ſein, daß eine Vorwegnahme des vierten Teiles
aller aus dem Ausland ſtammenden Deviſen gleichzeitig eine
Verminderung der ganzen deutſchen Kriegsentſchädigung um
mindeſtens ein Viertel bedeutet, und daß dann nicht daran
zu=
denken iſt, die Kriegsentſchädigung auch nur annähernd in den
Grenzen des Londoner Ultimatums zu halten, wenn gleichzeitig
der eben erſt mühſam aufgebauten deutſchen Währung der Boden
entzogen werden ſoll.
Die franzöſiſche Theſe.
Eine inſpirierte Havasmeldung. — Der franzöſiſche
Geſchäfts=
träger bei Sir Eyre Crewe.
Paris, 15. Nov. (Wolff.) Havas verbreitet eine offenbar, der Tiefe des völligen Zuſammenbruchs wieder zur Höhe führen
von dortigen intereſſierten franzöſiſchen Stellen beeinflußte
Mel=
lungen ſich beſonders auf die Frage des jetzt mit Deutſchland
ab=
die von Deutſchland verlangte Aufhebung der 2öprozentigen Ab= freies, ungehindertes Deutſchland im Herzen Europas eine
uner=
gabe. Die franzöſiſche Theſe ſei, daß es ſich hier um eine
Maß=
nahme handele, deren Anwendung aus dem Verſailler Vertrag iſt.” Nicht viel länger als ein Jahr iſt’s her, daß Dr.
Streſe=
herrühre und die infolgedeſſen politiſcher Art ſei, alſo nicht ver= mann das deutſche Staatsruder ergriff, in dem Augenblick, in
rung, ſo glaubt Havas zu wiſſen, ſtimme mit der der
franzöſi=
ſchen Regierung überein. Man finde einen Reflex davon auch
bereits in der engiſchen Preſſe.
Der Havasvertreter iſt von der Stelle, die dieſe Depeſche
inſpiriert hat, ſehr mangelhaft unterrichtet worden. Die 2pro= des” werde nur eine ausgeſprochene Regierung der Linken
ge=
ſailler Vertrages zu tun. Sie iſt die Folge des Londorer Ab= letzten Jahres ſind Erfolge der deutſchen Linken, während die
kommens von 1921, iſt alſo keine politiſche, ſondern eine rein
Frankreich und der Gilbertbrief.
FU. Paris, 15. Nov. Der Brief des Generalagenten für
die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, an den Reichsfinanz= deutſche Volk nützlich zu ſein.
miniſter Dr. Luther hat hier beträchtliches Aufſehen
er=
regt und bildet in amtlichen Kreiſen den Gegenſtand lebhafteſter
Auseinanderſetzungen. Am Quai d’Orſah wurde dem Vertreter
rung ſich durch die Stellungnahme des Generalagenten nicht.
die Erhebung der 26prozeutigen Ausfuhrabgabe, die ſyſtematiſch
zurückvergütet und der deutſchen Regierung wieder bei der Be= ſiſchen Handelsvertrags in Verbindung zu bringen. Die Mög= dadurch nicht gerade feſtigt.
lichkeit eines Konfliktes zwiſchen der franzöſiſchen Regierung
und dem Transferausſchuß iſt damit in unmittelbare
achten vorgeſehene Schiedsgericht in Tätigkeit treten. Auf
franzöſiſcher Seite beſteht aber die Abſicht, nur die
Entſchei=
dung der Reparationskommiſſion gelten zu laſſen,
nahme handele.
TU. Paris, 16. Nov. Die geſtrigen Abendblätter geben
der Erwartung Ausdruck, daß die deutſch=franzöſiſchen
Wirt=
men werden. „Journal des Debats” äußert den Wunſch, daß
Staatsſekretär Trendelenburg mit verſöhnlichen Weiſungen aus
Berlin zurückkehre, die es ermöglichen, die Verhandlungen
er=
folgreich fortzuſetzen. Man darf nicht außer acht laſſen, ſagt das
Blatt, daß der deutſche Zolltarif, der für franzöſiſche Artikel einen
durchſchnittlichen Zuſchlag von 300 Prozent und für gewiſſe
Luxusgegenſtände einen Zuſchlag von 1000 Prozent feſtſetzt, in
den Händen der deutſchen Delegation eine mächtige Waffe
dar=
ſtellt.
Trendelenburgs Bericht.
Der Wortführer der deutſchen Regierung bei den
Handels=
vertragsverhandlungen mit Frankreich, Staatsſekretär
Tren=
delenbug, hat am Samstag dem Kabinett über den
gegenwär=
tigen Stand der Verhandlungen berichtet. Nur durch den Zufall
einer franzöſiſchen Indiskretion hat man ja überhaupt etwas
davon erfahren, daß die Verhandlungen auf dem toten Punkt
angekommen ſind, während beide Teile ſich die Zuſage gegeben
hatten, daß ſie vollſtändiges Stillſchweigen bewahren wollten,
um unnötige Reibungen zu verhindern. Es ſcheint, als ob der
Streit um die 26prozentige Reparationsabgabe der einzige Stein
des Anſtoßes ſei. Wahrſcheinlich liegen aber dahinter noch eine
ganze Anzahl anderer Hemmniſſe, über die man ſtolpern kann.
Durch den bekannten Brief des Generalgenten Gilbert iſt die
Frage der Exportabgabe in Fluß gebracht worden. Wie wir
hören, wird das Transferkomitee am 28. November
zuſammen=
treten, um zu den Entſcheidungen zu kommen, die dann auch die
Grundlage für die weiteren deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen
zu bilden hätten. Wir nehmen vorläufig an, daß das
Transfer=
komitee ſich dabei dem deutſchen Standpunkt anſchließen und eine
Verewigung der Exportabgabe, für ein Unding erklären wird.
Inoffiziell ſind die Verhandlungen mit den Franzoſen aber
wei=
tergegangen, auch über die für Frankreich wichtigſte Frage, der
Weiterbewilligung der nur bis, zum 5. Januar 1925 beſtehenden
Sonderkontingente der Elſaß=Lothringer. Das wird wohl auch
der Hauptgegenſtand geweſen ſein, über den Staatsſekretär Dr.
Trendelenburg ſich mit dem Kabinett unterhalten hatte, weil er
wiſſen mußte, ob und in welchem Umfang überhaupt auf
deut=
ſcher Seite Neigung beſteht, den Franzoſen hier
entgegenzukom=
men. Da gleichzeitig von franzöſiſcher Seite angekündigt wurde,
daß die Verhandlungen kommende Woche wieder aufgenommen
werden, ſoll offenbar verſucht werden, den ganzen Fragenkomplex
einmal durchzuſprechen, um zu ſehen, wo die Möglichkeiten einer
Verſtändigung überhaupt gegeben ſind, um dann zuletzt im Wege
eines Kompromiſſes die noch irgendwie beſtehenden Differenzen
auszugleichen. Die deutſche Regierung hat ſich bis jetzt auf den
Standpunkt geſtellt, daß Frankreich, eben weil es für die
elſaß=
lothringiſche Induſtrie Erleichterungen erreichen muß, an dem
Zuſtandekominen eines Handelsvertrages mehr intereſſiert iſt als
wir.
Die Woche.
Auf dem Parteitag der Deutſchen Volkspartei zu Dortmund
hat der Reichsaußenminiſter die Bilanz der deutſchen
Außen=
politik des letzten Jahres gezogen und damit die Bilanz ſeiner
Die Berhandlungspaufe in Aarig. eigenen Tätigkeit. Der Nechenſchaftsbericht eines erfolgreichen
Staatsmannes, dem die Bevölkerung der von der
Fremdherr=
ſchaft befreiten Stadt durch einen überaus herzlichen Empfang
ihren Dank zum Ausdruck brachte.
Steinig und ſteil iſt der Weg, welcher das deutſche Volk aus
ſoll. London war Anfang, nicht Ende. „Das Ziel der deutſchen
dung aus London. Der franzöſiſche Geſchäftsträger habe geſtern Außenpolitik kann nur ſein, in vertrauensvoller und ſachlicher
mit dem ſtändigen Sekretär im Foreign Office, Sir Eyre Crewe, Zuſammenarbeit mit dem Ausland überall für die
wirtſchaftli=
verhandelt. Man habe Grund, anzunehmen, daß die Verhand= chen und nationalen Bedürfniſſe unſeres Volkes Verſtändnis zu
ſchaffen und für Deutſchland die Stellung wieder zu erringen,
zuſchließenden Handnlsvertrages bezogen haben, vor allem auf die ihm zukommt. Die Welt wird und muß einſehen, daß ein
läßliche Vorausſetzung für Fortſchritt und Gedeihen aller Völker
bunden werden könne, mit der Frage des Handelsvertrages, welchem die endgültige Kataſtrophe unausbleiblich ſchien. Mit
Befriedigung durfte er auf die unſtreitigen Erfolge ſeiner
ziel=
noch andere, ähnliche Klauſeln des Verſailler Vertrages in Frage bewußten Arbeit hinweiſen. Rückblicke können zu Zeiten recht
ſtellen, was unannehmbar ſei. Die Auſicht der engliſchen Negie= nützlich ſein. Sie bewahren vor alzu großer Vergeßlichkeit,
einer Vergeßlichkeit, die bei uns in beſonderem Maße vorhanden
zu ſein ſcheint. Sonſt wären manche Wahlkundgebungen unſerer
Linksparteien kaum verſtändlich. Das „Vertrauen des
Auslan=
nießen. Die Ergebniſſe der deutſchen Außenpolitik während des
Perſönlichkeit Streſemanns, wie die „Frankfurter Zeitung”
letzt=
finanzielle Maßnahme, die zudem noch dem Gebiet und dem hin bekanntlich feſtſtellte, nur eine Belaſtung des deutſchen An=
Buchſtaben von Beſtimmungen des Dawesplanes widerſpricht, ſehens bedeutete. Sozialdemokratiſchen Kabinetten wurden die
harten Bedingungen des Waffenſtillſtandsabkommens und des
Verſailler Diktats auferlegt, und die Erfüllungspolitik Dr.
Wirths wurde durch den Raub Oberſchleſiens belohnt. Nicht in
allen Fällen ſcheint alſo das „Vertrauen des Auslandes” für das
Deutſche Wahlreden benutzt man im Ausland unter
Umſtän=
den gern als geeignetes Material. Allerdings nicht gerade im
deutſchen Sinne. Wenn unſere geſamte Liuke ſtets ſo tut, als
der Tel.=Union mitgeteilt, daß die franzöſiſche Regie= ob alles, was jenſeits der Demokratiſchen Partei ſteht, nichts
anderes zu, tun habe, wie den Revanchekrieg für übermorgen zu
predigen, ſo darf man ſich über die Wirkung ſolch törichten
Ge=
redes im Ausland eigentlich kaum wundern, und man ſollte ſich
fortgeſetzt werden ſoll, mit dem Abſchluß des deutſch=franzö= iusbeſondere darüber klar ſein, daß man die Stellung Herriots
Die Stellung des franzöſiſchen Miniſterpräſidenten hat ſich
Nähe gerückt. In einem ſolchen Falle müßte das im Dawesgut= iü letzter Zeit nicht gebeſſert. Zwei unſtreitige Erfolge in der
Außenpolitik haben innerpolitiſche Kriſenſtimmungen nicht
über=
winden können. Auf die ernſthafte Gefahr, welche dem
derzeiti=
gen franzöſiſchen Kabinett von der finanziellen Seite her droht,
wurde an dieſer Stelle ſchon mehrfach hingewieſen. Von nicht
um eine politiſche, aus dem Verſailler Vertrag herrührende Maß= unerheblicher Bedeutung für das Kabinett Herriot dürſte daher
das Ergebnis der deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertragsverhand=
lungen ſein, die man zurzeit mit Unterbrechungen in Paris
führt. Man kann vielleicht verſtehen, daß die franzöſiſche
Regie=
rung an der Weitererhebung der 26prozentigen Exportabgabe
feſthalten möchte, um auf dieſem Wege die franzöſiſchen
Staats=
einnahmen zu ſteigern. Auf der anderen Seite aber liegt
natür=
lich auſ der Hand, daß man deutſcherſeits die Forderung nach
Aufhebung dieſer Abgabe, welche die deutſche Ausfuhr, nach
Frankreich zu erdroſſeln droht, unmöglich fallen laſſen kann.
In England ſcheint man die deutſch=franzöſiſchen
Verhand=
lungen jetzt etwas ruhiger anzuſehen, als noch vor einer Woche.
Im übrigen war es recht bemerkenswert, daß der neue engliſche
Premierminiſter in ſeiner großen Programmrede anläßlich des
Lord Major=Banketts in London einige beſonders
liebenswür=
dige Bemerkungen für ſeinen franzöſiſchen Kollegen für
ange=
bracht hielt. Einen beſcheidenen Platz allerdings nur nahm die
Erörterung des europäiſchen Problems in Baldwins Rede ein.
Die engliſche Regierung werde in der auswärtigen Politik ihre
Hauptaufgabe in der Erhaltung der Stabilität und Stetigkeit
ſehen. Sie ſtehe auf dem Boden des Friedensvertrages (eine
Verbeugung vor Frankreich!) und werde gute Beziehungen mit
allen frenden Ländern auf der Grundlage dieſes Vertrages
pflegen. Auf das Dawes=Gutachten und die Londoner
Konfe=
renz übergehend, betonte Baldwin dann beſonders, daß letztere
den bedeutungsvollen Wiedereintritt der Vereinigten Staaten in
die europäiſche Politik gebracht habe. Es würde verfehlt ſein,
auf Grund der Rede Baldwins die zukünftigen deutſch=engliſchen
Beziehungen zu erörtern. Die Einſtellung des Kabinetts
Bald=
win zu den Fragen der europäiſchen Politik wird ſehr weſentlich
durch die Entwicklung der Dinge außerhalb Europas beſtimmt
werden. Feſtzuſtehen ſcheint allerdings, daß weder das Genfer
Protokoll noch der Ruſſenvertrag „in dieſer Form” ratifiziert
werden. Dabei dürfte der Ruſſen=Vertrag wichtiger ſein, wie
der Geufer Sicherheitspakt. Mehr und mehr ſcheint ſich
heraus=
zuſtellen, daß die Entwickelung der Dinge in China einen vollen
Erfolg der ruſſiſchen Politik bedeutet, und jene neue
Mächte=
gruppierung, die wir an dieſer Stelle bereits vor einiger Zeit
andeuteten, eine ruſſiſch=japaniſch=franzöſiſche Entente, gewinnt
greifbarere Geſtalt. Um die amerikaniſchen Farmer für die
Re=
publikaniſche Partei zu gewinnen, erhöhte man den
Getreide=
preis, und der deutſche Konſument mußte die amerikaniſchen
Wahlen mit einer weſentlichen Erhöhung des deutſchen
Brot=
preiſes bezahlen. Die Auswirkung auch ſcheinbar fernliegender
Dinge auf die gauze Welt kann kaum beſſer illuſtriert werden,
wie durch die Anführung dieſer einen Tatſache, und wenn man
ſich heute kaum durch die Namen der ſtreitbaren chineſiſchen
Ge=
neräle durchfinden kann, ſo ſollte man ſich doch ſtets vor Augen
halten, daß die Entwickelung der Dinge im fernen Oſten eines
Tages die geſamte Weltpolitik entſcheidend beeinfluſſen kann.
Im allgemeinen aber haben wir gar keine Zeit, uns mit
ſol=
chen Dingen zu befaſſen. Der Wahlkampf mit all ſeinen
Uner=
freulichkeiten und kleinlichen Gehäſſigkeiten nimmt alle Gemüter
in Anſpruch — ſoweit ſie ſich überhaupt mit Politik befaſſen.
Auf dem Parteitag der Deutſchen Volkspartei in Dortmund
ſprach auch ein Vertreter der Deutſchen in der Tſchechoſlowakei,
Seite 2.
Sonntng, Zeu 1G. Robeaber 1924.
Nummer 319
der Aögeordnete Lodgemann. Schwer ringen die
Sudeten=
deutſchen unter fremdem Joch um ihre Exiſtenz. Im ganzent
deutſchen Volk ſollten die Worte fenes Delegierten Widerhall
finden: „Wir fragen in uſerem Glauben nicht nach der
Reli=
gion, wir fragen nicht, ob Monarchie, ob Republik, ob rotz, ſchwarz
oder grün, ob reich oder arm, wir fragen nur: Deutſchland,
wobiſt Du?‟
Die (innahzzen und Ausgaben
des Generalagenien.
Berlin, 15. Nod. Der Geueralagent für die
Reparations=
zahlungen, St. Parker Gilbert, hat heute abend einen offiziellen
Bericht über die Einnahmen und Ausgaben während der Monate
September und Oktober veröffentlicht. Nach dieſem Bericht
wei=
ſen die Einnahmen einen Geſamtbetrag von 169 712577,01
Gokdmark, die Ausgaben eine Summe von 143 079 431,59
Goldmark auf. Deutſchland hat einen Betrag von 69 Millionen
Goldmark in bar bezahlt. Der nächſt größte Einnahmebetrag,
unge=
fähr 30 Millionen, ſtammit aus dem engliſchen Recovery=
Akt. Dieſe Summe beweift, wie weſentlich die britiſche Steuer / ſchrankungen.
auch den deutſchen Exporteuren für England iſt. Die Einnahmen
aus der franzöſiſchen Regie betrugen 23 Millionen. An England
wurden für die Lieferung von Farbſtoffen, chemiſchen Produkten,
ferner für Beſatzungskoſten und für Koſten aus dem
Rheinland=
abkommen, ſowie für den Reparations=Recovery=Akt zuſammen
37 051 633,91 GMk. bezahlt. Frankreich erhielt für
Sachlieferun=
gen (Kohlen, Chemikalien, Düngemittel, Farbſtoffe uſw.) einen
Betrag von 60841 570,55 GMk., Italien für Sachlieferungen
uſw. 13 343 330,04 GMk., Belgien für ähnliche Zwecke 15 819 437,95
Goldm. Schließlich bekam Japan für Farbſtoffe 2237,25 Goldm.
Für die verſchiedenen interalliierten Kommiſſionen wurden
folgende Zahlungen geleiftet: 1. Reparationskommiſſion:
1747 990,90 GMk., 2. Rheinlandkommiſſion: 2 500 000 GMk.,
3. Militärkontrollkommiſſion: 2 000000 GMk., 4.
Marinekontroll=
kommiſſion: 70 000 GMk., 5. Abſchlagszahlung für Verwaltung
des Bureaus des Generalagenten: 207 206,38 GMk.
Abwaxiende Haltung in England.
London, 15. Nov. (Europapreß.) Die Abendblätter
ber=
öffentlichen eine Meldung aus Berlin an die United Preß,
wo=
nach der neue Generalzahlungsagent Parker Gilbert erklärt
habe, er würde in Zukunft die Summe, die ſich aus der 26proz.
Ausfuhrabgabe deutſcher Waren an Frankreich ergeben, nicht
mehr auf das Reparationskonto ſetzen. Dieſer Beſchluß ſcheine
zu bedeuten, daß Parker Gilbert dieſe Abgabe desavouiere und
den deutſchen Standpunkt teile, wonach eine Einfuhrabgabe
überflüſſig ſei und mit dem Dawesplan nicht vereinbart werden
könne. — In engliſchen offiziellen Kreiſen ſpricht man die Anſicht
aus, daß man dieſer Meldung gegenüber vorerſt noch Reſerve
bewahren müſſe, bis eine Beſtätigung eingetroffen ſei, oder aber
eine genaue Auslegung der Meldung. Die Evening News
ver=
öffentlichen eine Unterredung mit einer hohen politiſchen
Perſön=
lichkeit, die angeblich an den Verhandlungen an dem Dawesplan
beteiligt war, die erklärt haben ſoll, daß, wenn die Meldung der
United Preß richtig wäre, ſie bedeuten würde, daß das Londoner
Abkommen wieder zur Diskuſſion gebracht werden müſſe, da der
Veſchluß Parker Gilberts mit dem Plan Dawes in Widerſpruch
ſtehe.
Die Reparationsanleihe von der Schweiz
108 mal überzeichnef.
FU. Baſel, 15. Nov. Wie jetzt bekannt wird, wurde die
deutſche Reparationsauleihe in der Schweiz 108mal überzeichnet.
Der ſchweizeriſche Anteil, der 3 Millionen Pfund Sterling
be=
trug, wovon jedoch von vornherein 1½ Millionen Pfund
Ster=
ling abgetrennt wurden, ſo daß nur 1½ Millionen Pfund
Ster=
ling oder 37,5 Millionen ſchweizeriſche Franken zur Zeichnung
aufgelegt wurden, ergab 3,9 Milliarden ſchweizeriſche Franken.
An dieſer Zeichnung haben ſich beſenders ausländiſche
Kapita=
liſten beteiligt.
Dawesplan und Kriegsſchuldenfrage.
Paris, 15. Nov. (Wolff.) Die „Chicago Tribune” meldet
aus New York: Der frühere anterikaniſche Beobachter bei der
Neparationskommiſſion, Boyden, erklärte in einer Rede in der
Akademie für politiſche Wiſſenſchaft, daß die Grundzüge des
Dawesplanes auch für die Löſung der alliierten Schuldenfrage
angewandt werden ſollten. Indem er den Vorſchlag des
Staats=
ſekretärs Hughes in Erinnerung brachte, ein
Sachverſtändigen=
komitee für die Reparationen einzuſetzen, ſtellte er die Frage,
warum Staatsſekretär Hughes nicht den gleichen Vorſchlag dem
amerikaniſchen Volke hinſichtlich der alliierten Schulden gemacht
habe, wie er es gegenüber dem franzöſiſchen Volke hinſichtlich
der Reparationen gemacht habe."
Vom Tage.
Geſtern iſt der frühere britiſche Unterſtaatsſekretär für Indien Lord
Montague geſtorben.
Ein Berliner Abendblatt berichtete in großer Aufmachung, daß
Reichskanzler Marx die Abſicht habe, bei der bayeriſchen Regierung auf
eine Reviſion des Fechenbach=Verfahrens zu drängen. Wie wir hören,
iſt dieſe Meldung glatt aus der Luft gegriffen. Der Reichskanzler trägt
ſich nicht mit dem Gedanken, in München einen derartigen Schritt zu
unternehmen.
Die beiden Generale de Metz und Denoignes, die in Speher und
in Mainz in Garniſon ſtanden und dort das Oberkommando
aus=
übten, ſind, wie aus Koblenz berichtet wird, für andere Poſten beſtimmt
worden. Sie werden durch zwei Beamte der Rheinlandkommiſſion
namens Ballot und Daſtiani erſetzt.
Die deutfch=ruſſiſchen Handelsvertragsverhandlungen haben geſtern
in Moskau begonnen. Tſchitſcherin gab zu Ehren der deutſchen
Dele=
gation in Anweſenheit der deutſchen Geſandtſchaft ein Abendeſſen. Die
Verhandlungen dürften einen Zeitraum von 2 Monaten in Anſpruch
nehmen.
Auf den Halden des Mähriſch=Oſtrauer Kohlenreviers liegen
be=
reits 1½ Millionen Meterzentner Koks und eine Million Zentner
Koh=
len. Die kritiſche Situation hat eine bisher noch nicht dageweſene Höhe
erreicht. Die Unternehmer denken an Arbeitseinſtellungen und Ein=
Die Tranſitkommiſſion des Völkerbundes wird in ihrer nächſten
Sitzung einen der drei Direktoren für den Memeler Hafen ernennen.
Die beiden anderen Direktoren werden durch den Memeler
Oberkom=
miſſar und die litauiſche Regierung ernannt werden.
Offiziell wird bekannt gegeben, daß Kraſſin zum Botſchafter in
Paris ernannt wird und gleichzeitig Volkskommiſſar für den
Außen=
handel bleibt.
Die Chicago Tribune meldet aus Waſhington, geſtern abend ſei ein
Abkommen zur Konſolidierung der polniſchen Schulden an die
Vereinig=
ten Staaten unterzeichnet worden. Die Bedingungen ſeien die gleichen,
wie ſie Großbritannien gewährt worden ſeien.
Meſſaggero berichtet aus London, daß bei dem erſt Geſpräch, das
der italieniſche Botſchafter mit dem neuen engliſchen Miniſter des
Aus=
wärtigen hatte, drei Fragen, welche bisher endlos hingeſchleppt worden
waren, ihre endgültige Regelung gefunden haben, nämlich die
Juba=
landfrage, die Frage der Bezahlung gewiſſer Holzſchiffe ſowie ſchließlich
die Frage des Sequeſters dreier größerer öſterreichiſcher Schiffe im
Hafen von Zara.
Blättermeldungen zufolge iſt der Bauernführer Raditſch in der
Schweiz angekommen und hält ſich augenblicklich in Geaf auf.
Dem Journal wird aus San Sebaſtian gemeldet, daß die Polizei
geſtern abend vier Perſonen feſtgenommen hat. Dieſen Verhaftungen
käme eine große Bedeutung zu. Der ehemalige republikaniſche
Abgeord=
nete Marcelliono Domingo, der Anfang dieſer Woche verhaftet wurde,
iſt wieder freigelaſſen worden.
Einer Meldung aus Kairo zufolge hat das Miniſterium Zaglul
demiſſioniert.
Nach einer Meldung des Daily Telegraph aus Tokio macht Japan
ſeit der Aufhebung des engliſch=fapaniſchen Bündniſſes große
Anſtren=
gungen zur Herbeiführung einer Entente mit Frankreich.
Aus Teheran wird gemeldet, daß die perſiſche Regierung gegenwärtig
mit der ruſſiſchen Regierung über die Einrichtung eines
Luftpoſtdien=
ſtes verhandele.
Zur Lebergabe der Regie.
Aufruf des Generaldirektors der Reichsbahngeſellſchaft.
Berlin, 15. Nov. (Wolff.) In einem an die Eiſenbahner
an Rhein und Ruhr gerichteten Aufruf ſpricht der
Generaldirek=
tor der Reichsbahngeſellſchaft dem geſamten Eiſenbahnperſonal
des beſetzten Gebietes für ihr opferfreudiges Verhalten ſeinen
Dank und ſeine Anerkennung aus. Der Aufruf warnt vor jeder
öffentlichen Freudenkundgebung. Die innere Genugtuung
da=
rüber, daß der wertvollſte Teil der deutſchen Bahnen endlich
wie=
der deutſch geworden iſt, müſſe genügen. Der Aufruf betont, daß
das Verhältnis der Reichsbahn zu ihrem Perſonal unverändert
geblieben ſei, und appelliert an die Arbeitsfreudigkeit der
Eiſen=
bahner für die Löſung der bevorſtehenden ſchwierigen Aufgaben
zum Wiederaufbau der Bahnen.
Ordonanzen.
Paris, 15. Nov. (Wolff.) Die Rheinlandkommiſſion hat
geſtern in Ausführung der Beſchlüſſe der Londoner Konferenz
eine Ordonnanz erlaſſen, derzufolge die belgiſch=franzöſiſche
Eiſenbahnregie heute nacht um 12 Uhr zu funktionieren aufhört.
Die Rheinlandkommiſſion hat Vorkehrungen hinſichtlich der
Liquidierung der Regie getroffen, ſowie ferner eine Verordnung
über die Zurückziehung der Schatzſcheine, die die Eiſenbahnregie
im beſetzten Gebiet ausgegeben hat, erlaſſen.
Die Rheinlandkommiſſion hat nach der Havasagentur
fer=
ner im Einvernehmen mit der Militärbehörde eine Ordonnanz
erlaſſen, die die Militärkontrolle über die Eiſenbahnen der
be=
ſetzten Gebiete in Anpaſſung an die durch das Londoner
Ab=
kommen geſchaffene Lage regelt. Es ſcheint, daß alle
Beſtim=
mungen wieder in Kraft treten, die vor dem 11. Januar 1923,
alſo vor der Ruhrbeſetzung, Geltung hatten.
* Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Samstag, den 15. November.
Konzert des Roſé=Quartetts.
E.N. Nicht kritiſieren kann man nach ſo herrlichen Leiſtungen,
wie ſie das Roſé=Quartett wieder bot, ſondern nur verſuchen,
einiges von dem Schönen und Wertvollen, was man genießen
durfte, in Worte zu faſſen. Unerhört reich ſind die Klangfarben,
über die das Roſé=Quartett verfügt. Bei völliger Ablehnung
jedes ſentimentalen Portamentoeffektes, hört man alle
Schattie=
rungen vom zauberhaft weichen Pianiſſimo bis zum wildeſten,
faſt brutal=orcheſtralen Forte. Die rhythmiſche Präziſion iſt
wun=
dervoll und das künſtleriſche Ausſchöpfen der Werke geradezu
genial.
Smetanas Streichquartett „Aus meinent Leben”, dieſes
wech=
ſelvolle, rein romantiſche Perſönlichkeitsbild, wurde zu einer
Be=
deutung erhoben, die wir dem liebenswürdigen, oft gehörten Werk
kaum zugetraut hätten. Im Es=Dur=Quartett von Dittersdorf
war die Feinheit der Wiedergabe ſchlechthin unübertrefflich. Sehr
mit Unrecht werden die leider wenig zahlreichen Quartette des
mit Haydn gleichzeitig wirkenden öſterreichiſchen Meiſters ſtark
vernachläſſigt. Wenn bei Haydn neben der volkstümlichen
Melo=
dik vieler Sätze vor allem die für die Zukunft ſo wichtige Technik
der thematiſchen und motiviſchen Durchführung intereſſiert, ſo
finden ſich bei Dittersdorf um ſo mehr Verbindungen mit dem
Singſpiel, zu deſſen Meiſtern er gehört. Die Gegenſätze ſtehen
mehr epiſodiſch als thematiſch einander gegenüber, und die
For=
men ſind oft wie eine Vorahnung von Sätzen von Dvorac oder
Grieg, wo auch das Einſchieben heterogener Zwiſchenſätze eines
der wichtigſten Stilelemente bildet. Als Muſterbeiſpiel eines
genialen Wurſes dieſes Altmeiſters im Streichquartett verdient
das Finale beſonders hervorgehoben zu werden, bei dem das
wirklich witzige Hauptfätzchen unerhört kühn von den breiten
Klängen des Mittelteils unterbrochen wird.
Zuletzt erklang Opus 109 von Max Reger mit der
pracht=
vollen Schlußfuge. Bemerkenswert ſchnell hat ſich dieſes
Quar=
kett einen feſten Ehrenplatz unter den Meiſterwerken der
Streich=
quartettliteratur errungen, immer von neuem feſſelt die innere
Steigerung, die alle vier Sätze durchzieht. Und in dem Maß,
wie der Stil Regers dem Hörer durch die Gewohnheit vertraut
wird, und das Neue, das beim Erſcheinen vor anderthalb
Jahr=
zehnten noch überraſchte und zum Teil verwirrte,
ſelbſtverſtänd=
lich wird, weitet ſich die Auffaſſung für das rein Künſtleriſche
und
den Meiſter. Erfreulicherweiſe war
de
zertes bedeutend beſſer als des
Zuhörer äußerte ſich in
zahl=
eicher
ichneten Künftler.
* Darmſtädter Herbſtausſtellung
in der Kunſthalle am Rheintor,
veranſtaltet vom Ortsverein der Allgemeinen Kunſtgenvſſenſchaft.
III.
Von den bisher noch nicht genannten Künſtlern — auf jedes
der ausgeſtellten Werke einzugehen iſt uns räumlich unmöglich —
ſeien noch erwähnt die lebendigen, gut ſtudierten Holzſchnitte von
Eliſabeth Conſentius=Berlin, deren harmoniſche Farbengebung
den Blättern eine intereſſante Bildwirkung verleiht. Ed.
Dieffen=
bach=Darmſtadt iſt mit Städtebildern in Aquarell aus Wertheim
und Wimpfen gut vertreten, Ernſt Dietze=Dresden mit einem
mehr eigenartig als gerade künſtleriſch großen „Frau in
Land=
ſchaft” das höchſtens farbig intereſſieren kann. Ed. Diſchler=
Hanau mit einem ſehr fein herausgearbeiteten Selbſtbildnis.
Ferdinand Dorſch=Dresden mit einer intereſſant gemalten
weib=
lichen Studie. Carry van Biema=Hannover mit einer eigenartig
ernſt aufgefaßten, gut durchgearbeiteten Studie Bauernfrau aus
der Lüneburger Heide. Erich Frees=Dresden mit einer ſehr
flot=
ten Skizze „Mutter”, in der allerdings die Löſung des Vorwurfes
wohl gut angelegt, jedoch ein Letztes ſchuldig bleibt. Ebenſo
Guſtav Fenkohl=Berlin in ſeinem Bild Itzehoe. Robert Fuchs=
Darmſtadt hat zwei Herrenbildniſſe aus Privatbeſitz zur
Ver=
fügung geſtellt, gute, allerdings etwas akademiſche Arbeiten,
Margret Gengnagel=Darmſtadt hat ein Stilleben in Holzſchnitt,
das gute techniſche Veranlagung verrät, Robert Hahn=Dresden
eine flotte Studie von ſtarkem koloriſtiſchen Reiz (zwei Neger),
Erna Halleur=Berlin recht gute koloriſtiſche Holzſchnitte (
Still=
leben). Weiter ſind vertreten Joſef Hegenbarth=Dresden, Karl
Hennemann=Charlottenburg, Karl Hilß=Eberſtadt, Dora Hitz=
Berlin, Jul. Kaufmann=Darmſtadt, deſſen Radierungen
beſon=
dere Anerkennung verdienen, Kayſer=Eichberg=Potsdam,
Mel=
chior Kern=München, Freiherr von König=Berlin, Ernſt Kolbe=
Berlin, Carl Langhammer=Berlin, Otto Meiſter=Dresden,
Jo=
hanna Mezzner=Berlin, Joſef Müller=Darmſtadt, Bernhard
Müller=Tresden, Fritz Büchner=Eberſtadt, Bruno Breil=Berlin,
Wilhelm Oeſterle=Charlottenburg, Nudolf Otto=Dresden,
Jo=
ſeph Plenk=München, Paul Plontke=Berlin, Gg. W. Roeßner=
Berlin, Auguſte Roll=Kichler=Darmſtadt, Hugo Rouge=
Darm=
ſtadt, Anton Scheuritzel=Charlottenburg, Willy Schmidt=Heubach=
Berlin, Clara Schubart=Darmſtadt, Auguſt Schwab=Darmſtadt
mit ſehr guten Scherenſchnitten, Joſef Seché=München, Friedr.
Tiſchler=Charlottenburg, Ernſt Wichert=Berlin, Georg Wüſt=
Darmſtadt, Heinrich Zernin=Eberſtadt.
Bildhauerwerke, Kleinplaſtik.
Weun wir der Plaſtik zuletzt unſere Betrachtung zuwenden,
ſo gilt hier Shakeſpeares Wort „Laſt not leaſt” dgs Letzte, aber
Präſident Tentze über Stabiliſierung
und Kreditfragen.
Der Leiter des Deutſchen Handelsdienſtes hatte eine
Unter=
redung mit dem Präſidenten der Deutſchen Rentenbank, in der
Exzellenz Lentze u. a. ansführte:
Die Hauptaufgabe der Rentenbauk war, dafür zu ſorgen,
daß die Papiermark nicht weiter fiel, aber auch die Rentenmark
durfte nicht fallen. Es iſt der Rentenbank nicht immer leicht
ge=
weſen, dieſe Aufgabe zu erfüllen, und es iſt ihr nur gelungen,
indem ſie dem Anſturm von Kreditgeſuchen, dem ſie aus allen
Reſſorts ausgeſetzt war, Widerſtand leiſtete und Kreditgeſuche
im Rahmen der Rentenbankgeſetzgebung nur durch Vermittlung
des Reichsfinanzminiſters gewährte. Exzellenz Lentze wies
wei=
ter auf die außerordentlichen Verdienſte hin, die ſich der
Reichsfinanzminiſter durch die Unterſtützung
der Rentenbankverwaltung nach allen Richtungen hin
erworben habe. Durch die Dawesgeſetzgebung iſt nun der
Ren=
tenbank ein vorzeitiges Ende bereitet worden. Die
Hauptſchwierigkeiten bei der Liquidation der Rentenbank
ſieht Exz. Lentze darin, daß der der Wirtſchaft gewährte
Kredit innerhalb von 3 Jahren getilgt ſein muß.
Da in dieſen Krediten die Landwirtſchaft den größten Anteil
hat, hat man bekanntlich den Gedanken aufgenommen, die
Ueber=
ſchüſſe der Rentenbank dazu zu verwenden, der Landwirtſchaft
bei der Ablöſung der Kredite zu helfen und aus den
Ueber=
ſchüſſen gemeinſam mit dem Vermögen der Rentenbank ein
neues Inſtitut zu ſchaffen,
die Reichsbauk=Kreditanſtalt.
Bekanntlich hat die Induſtrie hiergegen zunächſt proteſtiert, da
ſie nach dem Rentenbankgeſetz an den Ueberſchüſſen in Form von
dauernden Zahlungen teilnehmen ſollte. In bezug auf das neu
zu ſchaffende Inſtitut herrſchten außerordentlich viele irrige
An=
ſichten und Vorausſetzungen. Es ſoll eine Aufgabe erfüllen, die
keine der beſtehenedn Organiſationen zurzeit erfüllen kann. Es
tvill und ſoll keiner dieſer Organifationen Konkurrenz machen,
ſondern ſie vielmehr, ſoweit ihm die Mittel zur Verfügung
ſtehen, befruchten und unterſtützen. Das neue Inſtitut iſt ſomit
als Geſellſchaft gedacht, und die in Arbeit befindlichen Statuten
ſehen vor, daß alle intereſſierten Kreiſe gleichmäßig zur
Mit=
arbeit herangezogen werden und auch gleichmäßig ihren Einfluß
geltend machen können. Bei der außerordentlich wichtigen
Auf=
gabe, die die Rentenbank=Kreditanſtalt ſich ſtellt, der
Land=
wirtſchaft für die demnächſt fälligen Kredite
Hilfe zu ſchaffen, iſt es bedauerlich, daß die Auflöſung des
Reichstags die endgültige Gründung des Inſtituts zu verzögern
ſcheint, und es ſei eine Lebensfrage für die Landwirtſchaft, daß
die Gründung alsbald durch eine Neuverordnung geſchieht.
* Gerhart Hauptmanns Wahlbotſchaft.
Die Demokratiſche Partei hatte die Abſicht, auch die
Perſön=
lichkeit Gerhardt Hauptmanns in der Wahlpropaganda in Anhalt
einzuſetzen. Gerhart Hauptmann hat jedoch abgelehnt und ſeine
Stellung in einem Brief präziſiert, der offenbar den Wünſchen
der Parteileitung nicht entſpricht In dieſem Schreiben heißt
es u. a.:
„Ich ſtehe dort, wo die Wartburgjugend, wo Fritz Reuter
und wo, mit ſeinen letzten Gedanken, Bismarck geſtanden hat.
Ich ſtehe unter denen, die belehrbar ſind und die aus dem
über=
aus grauenvollen, vergangenen Kriege eine Lehre gezogen haben.
Under denen, die je eher je lieber den ganzen Jammer erneutern
wollen, oder unter denen, die ihn vergeſſen haben, ſtehe ich nicht.
Freilich habe ich auch mit jenen nichts gemein, die in alle
Ewig=
keit den Buckel hinhalten wollen.”
Das iſt ein Programm, wie ihm im Grunde alle Deutſchen
zuſtimmen können, wenn man es will, das Programm der Mitte,
Vertagung der Lohnverhandlungen bei der Reichspoſk.
Berlin, 15. Nov. Die Verhandlungen über die Erhöhung
der Löhne bei der Deutſchen Reichspoſt mußten, wie wir
erfah=
ren, abgebrochen werden, da bisher eine Verſtändigung nicht zu
erreichen war. Die Zugeſtändniſſe der Verwaltung wurden von
den Vertretern der Arbeitnehmerorganiſationen als unzureichend
und als nicht genügenden Ausgleich für die eingetretene Teuerung
bezeichnet. Verwaltung und Arbeitnehmervertreter vereinbartem
ſchließlich eine Vertagung der weiteren Verhandlungen auf
Frei=
tag, den 21. November. Der Reichspoſtminiſter Dr. Höfle wird
dann wieder in Berlin ſein.
Die Lohnempfänger bei der Reichspoſt ſind im weſentlichen
die Telegraphenarbeiter.
nicht das Geringſte, denn die Plaſtik, die auf der Ausſtellung
ge=
zeigt wird, ſteht durchſchnittlich auf anerkennenswerter Stufe,
Während in allen anderen Zweigen der bildenden Kunſt,
nament=
lich in ihren modernen Richtungen, ſich Einflüſſe von
Anſchau=
ungen geltend machen, die primitiven Kunſtübungen entlehnt ſind
oder ſich im Ideenkreis des Expreſſionismus bewegen, ſo iſt die
Plaſtik in dieſer Beziehung am zurückhaltendſten geblieben. Sie
verzichtet nicht ſo leicht auf eine klare Formenſprache, und dent
Phantaſtiſchen und Symboliſchen gibt ſie nicht ſo leicht nach. Die
nicht gerade zahlreich zu nennenden plaſtiſchen Arbeiten auf der
Ausſtellung ſind hierfür Zeugen. Da die Räume der Kunſthalle
in ihren Ausmaßen nicht groß ſind, bieten ſie auch wenig
Ge=
legenheit, Bildhauerwerke aufzuſtellen; daher ſind es vorwiegend
Schöpfungen der Kleinkunſt, die zu ſehen ſind. Unter den
wirt=
ſchaftlichen Schwierigkeiten der Inflationszeit haben von den
Künſtlern wohl die Bildhauer am meiſten zu leiden gehabt; viele
von ihnen haben die hohen Materialpreiſe gar nicht mehr
er=
ſchwingen können und haben zeitweilig ſogar ihren Beruf
auf=
geben müſſen. Die teueren Materialpreiſe ſind wohl auch die
Ur=
ſache, daß die Kleinplaſtik gegenwärtig in der Bildhauerkunſt das
Feld beherrſcht und daß der Kunſtſtein jetzt vielfach verwendet
wird; er iſt bei den Plaſtiken, der Ausſtellung der Zahl der
Kunſtwerke nach mehr verwendet als der natürliche Stein.
Ein Beiſpiel für die Anlehnung an eine primitive Kunſt iſt
Eduard Enckes (Berlin) Steinrelief „Circe”, das die Zauberin
liegend darſtellt und die Gefährten des Odyſſeus in Schweine
verwandelt zeigt, allerdings von recht kleinem Format. Man
möchte faſt glauben, hier ein Schauſtück aus einem Muſeum
früh=
griechiſcher Kunſt vor ſich zu haben. Bildwerke wie dieſe und
einige andere, darunter auch die Bronce=Gedenkmedaille 1914/1924
desſelben Künſtlers, die durch Abbildungen in den illuſtrierten
Zeitungsbeilagen — auch in der „Gegenwart” des Darmſtädter
Tagblatts — weithin bekannt wurde, ſind ein Beweis für die
Wahrheit von Goethes Behauptung: „Plaſtik wirkt eigentlich nur
auf ihrer höchſten Stufe.”
Dieſe haben wir vor uns in den Arbeiten von Robert Cauer
(Darmſtadt). Hier iſt nichts von einem Suchen nach beſonderen
Effekten, vielmehr findet das Seeliſche in klaren Formen ſeinen
Ausdruck. Der Ideenmalerei mancher Ausſtellungsbilder ſtellt
ſich hier eine Wirklichkeitskunſt gegenüber, geſchult durch
Natur=
beobachtung. Wie lebensvoll ſind nicht die Züge eines
Frauen=
bildniſſes, das im großen Saale des erſten Stockwerks ausgeſtellt
iſt! Weiche Formen laſſen dieſe Plaſtik als geradezu typiſch
weib=
lich erſcheinen. Drei Bildnisſtatuetten, junge Leute darſtellend,
feſſeln durch ihre Geſamtcharakteriſtik; Haltung und
Geſichtsaus=
druck einer geſunden, ſelbſtſicheren Jugend ſpiegeln ſich hier
wie=
der, ähnlich wie in Fritz Erlers Bildnis ſeines Sohnes, das
nebenan im großen Sgale hängt. Zwei Skizzen zu einem Fries
Nummer 319.
Sonntag, den 16. November 1924.
Seite 3.
Noch keine Löſung der öſierreichiſchen Kriſe.
Lord Grey
Verteauensbotum für Muſſolini.
Giolitti in der Oppoſition.
delgänge wie eine Bombe Giolittis Erklärung hinein, er
gewohnt zu Fuß im Monte Cittorio erſchienen und hatte eine
Stunde lang die Reden über das Budget des Aeußern angehört.
Dann war er in die Wandelgänge getreten. Sofort umringte ihn
eine große Zahl Abgeordneter, die geſpannt waren, ſeine Anſicht
tete das Geſpräch auf die Frage des Tages und fragte Giolitti:
„Welche Haltung nehmen Sie ein, Herr Präſident?” Giolitti
er=
widerte ruhig: „Ich ſtelle mich zur Oppoſition und ſtimme gegen
die Regierung.‟ Dieſe Erklärung rief allgemeine Verblüffung
litti erklärte: „Nach dem Preſſe=Edikt und den Entwürfen zur
Verfaſſungsreform kann ich mich natürlich nur zur Oppoſition
ſtellen. Das Preſſe=Edikt verletzt die Verfaſſung, weil es den
Präfekten die Befugnis gibt, eine verfaſſungsmäßige Freiheit zu
unterdrücken. Auf jeden Fall hätte die Maßnahme gegen die
Preſſe vorher von der Kammer genehmigt werden, ſollen und
man hätte die Kammer auch zu Rate ziehen müſſen, bevor man
eine Verfaſſungsreform in die Wege leitete.”
tikers wird in parlamentariſchen Kreiſen eine noch nicht
abſeh=
bare moraliſche Auswirkung haben. Giolitti beſitzt in allen
Gruppen treue Anhänger, die durch dieſe Stellungnahme unſicher
Nachfolge nicht zu kurz zu kommen. Unmittelbare Folgen dürfte
der Entſchluß Giolittis wohl kaum haben, weil die
Regierungs=
mehrheit immer roch überwiegend faſziſtiſch iſt und die Faſziſten
ſtraff zuſammenhalten. Immerhin erregt Giolittis plötzliche
Auf=
gabe ſeiner wohwollenden Neutralität gegenüber der faſziſtiſchen
Regierung gewaltiges Aufſehen. Die Regierung hatte ihn zwar
einladen laſſen, aber er hatte mit ſeinen Freunden und den
Kriegsteilnehmern dieſer Einladung nicht Folge geleiſtet. Er
muß ſich ſeine Stellungnahme wohl überlegt haben, da er als
er=
fahrener Politiker nicht der Mann überſtürzter Beſchlüſſe iſt.
Die Blätter glanben daher, daß er, wenn er nun zur
Oppo=
ſition übergehe, die Lage, wenn nicht in der Kammer, ſo doch im
Lande für verändert hält.
Die auswärtige Politik Muſſolinis iſt heute nachmittag nach
Abſchluß der Debatte mit einem Vertrauenspotum von
347:6 Stimmen genehmigt worden. Dagegen
ſtimm=
ten auch Giolitti, der frühere Miniſter Solerie und der Exfaſziſt
Rocca. Muſſolini hatte vor der Abſtimmung erklärt, wer die
all=
gemeine Politik der Regierung nicht billige, ſolle ſchon jetzt gegen
ſie ſtimmen und nicht erſt bis zur Budgetberatung über die innere
Politik warten. — Er gab weiter eine Erklärung ab über die
Grundſätze ſeiner Außenpolitik, wobei er unter anderem dafür
eintrat, daß Deutſchland zur Erfüllung ſeiner
Reparations=
leiſtungen nach Möglichkeit entgegengekommen werde. Es wäre
aber natürlich ungerecht, wenn Deutſchland mehr geholfen würde
als Italien und Frankreich. Italien ſei nicht nur für die
Auf=
nahme Deutſchlands in den Völkerbund, ſondern es möchte auch,
daß Deutſchland eine Stimme im Völkerbundsrat erhalte, um
die gegenſeitigen Garantien der Großmächte zu vermehren. —
Giolitti erklärte nach der Abſtimmung, daß er nur deshalb gegen
Muſſolini geſtimmt habe, weil er gleichzeitig über die innere
Poli=
tik abgeſtimmt habe. Mit der Außenpolitik Italiens ſei er
ein=
verſtanden.
Neue Richtlinien der Faſziſien.
TII. Rom, 15. Nov. Infolge der Zuſpitzung der
inner=
politiſchen Lage hat der große Faſziſtenrat in einer Nachtſitzung
neue Richtlinien für die politiſche Tätigkeit der Partei aufgeſtellt.
„Corriere della Sera” meint dazu, daß bei dieſer Sitzung der
gemäßigte Flügel allein den Ausſchlag gegeben, während der
extreme Flügel faſt gänzlich geſchwiegen habe. Mehrere Blätter,
darunter auch der „Nuovo Pgeſe”, behaupten, die faſzſtiſche
Par=
tei werde ihren Namen ändern.
Das Programm der franzöſiſchen Oppoſitionsparteien.
Millerand hat geſtern abend, vor dem Verband chriſtlicher
junger Männer eine lange Anſprache gehalten und das
Pro=
gramm der Oppoſitionsparteien vorgetragen. Millerand iſt 1.
gegen jegliche Reviſion des Friedensvertrages, 2. gegen die
An=
erkennung Sowjet=Rußlands, 3. gegen die Aufgabe der
Geſandt=
ſchaft beim Vatikan, 4. gegen die Herabſetzung der
Militärdienſt=
zeit.
Wien, 15. Nov. (Wolff.) Ueber die heutigen Beratungen
mit Vertretern der Länder verlautet aus Kreiſen der Teilnehmer
an dieſer Konferenz, daß man den Eindruck gewonnen habe, daß
Ron, 15. Nov. (Europapreß.) Während in der Kammer die in Verfaſſungs= und Verwaltungsfragen be= geſtern abend mittels drahtloſer Telephonie verbreiteten
Aus=
das Budget des Aeußeren behandelt wurde, platzte in die Wan= ſtehenden Schwierigkeiten leicht zu überbrücken ſein werden, um ſprache über die Dominions und die Außenpolitik, es müſſe eine
ſo mehr, als ſich in den grundſätzlichen Richtlinien im weſentlichen
ſtelle ſich nun zur Oppoſition. Der 88jährige Politiker war wie eine Uebereinſtimmung ergeben hat. Dagegen konnte in der
Frage der Reform der Bundesfinanzverfaſſung
morgen fortgeſetzt werden. In parlamentariſchen Kreiſen rechnet
über die Lage zu hören. Der faſziſtiſche Abgeordnete Lanzillo lei= man damit, daß die Verhandlungen über die Löſung der und nur durch verſönliche Fühlungnahme. Jm Nate mit den
und daß demzufolge die für Dienstag anberaumte Sitzung des
Nationalrats bertagt und die Wahl der Regierung erſt in der werdenl. Die Beratung mit den Premierminiſtern der
Domi=
zweiten Hälfte der kommenden Woche erfolgen wird. Von der
hervor. Mehrere Abgeordnete ſtellten weitere Fragen und Gio= Regierung wird erklärt, daß es ſich heute darum handele, neue wegen der beſtehenden Entfernungen ſei dieſe Beratung in
endgültige Fundamente für die Sanierungspolitik zu
finden, wokei die Frage, ob Seipel ſelbſt oder ein anderer das
Sanierungswerk zum Abſchluß bringt, erſt an zweiter Stelle ſteht.
Zur Umbildung des Kabinetts Grabſki.
Miniſterpräſidenten Grabſki, die zur Umbildung ſeines Kabinetts
Dieſe Schwenkung des angeſehenen und einflußreichen Poli= führen ſollen, geſtalten ſich recht ſchwierig. Der geſtrige Tag
bloß die Berufung des früheren Führers der Radikalen
Volks=
werden und von der Negierung abrücken könnten, um bei einer partei, des Abgeordneten Thugutts, zum Vizepremier bevor, doch
ſchlugen bis heute alle Verſuche fehl, eine geeignete Perſönlichkeit
für den Poſten des Innenminiſters zu gewinnen. Der
Abgeord=
nete Phacinſki vom chriſtlich=demokratiſchen Klub und der
Poſe=
ner Stadtpräſident Nataſki lehnten einen entſprechenden
Vor=
ſchlag des Miniſterpräſidenten ab. Ebenſo gelang es nicht, die
Unter dieſen Umſtänden beurteilt die heutige Morgenpreſſe die
Lage eher peſſimiſtiſch. Man rechnet noch mit einer längeren
Dauer der Kriſe.
Um Belgiens Integrität.
London 15. Nov. (Wolff.) Der diplomatiſche
Bericht=
erſtatter des „Daily Telegraph” bemerkt zu der Nede des
belgi=
ſchen Außenminiſters Hymans, es ſei von einiger Bedeutung,
daß dieſer von einem anglo=franko=belgiſchen Pakt geſprochen
habe, während ſein Amtsvorgänger Jaſpar nur einen
anglo=
belgiſchen Pakt erwähnte. In britiſchen Kreiſen werde über die
Frage eines allgemeinen oder regionalen Paktes große
Zurück=
haltung gezeigt und auch in Zukunft gezeigt werden. Soweit
man feſtſtellen könne, würde Jaſpars Anſicht die größere
Aus=
ſicht auf eine günſtige Aufnahme haben. Belgiens territoriale
Integrität ſei eine Haupttradition der britiſchen Außenpolitik.
Der Entwurf eines anglo=belgiſchen Paktes ſei nichts anderes
geweſen als die Bekräftigung der traditionellen Garantie der
belgiſchen Integrität.
Der Berichterſtatter fügt hinzu, indirekt würde die britiſche
Garantie zugunſten Belgiens von unſchätzbarem Wert für
Frank=
reich ſein, da es eine evtl. franzöſiſche Front auf den
Nieder=
rhein und die Vogeſen beſchränken würde, die die Deutſchen 1914
nicht anzugreifen gewagt hätten.
Schwierige Stellung des japaniſchen Kabinetts.
EP. Tokio, 15. Nov. Die Stellung der Regierung gilt
im Hinblick auf die Budgetdebatte als kritifch, weil große
Mehr=
ausgaben gefordert werden, insbeſondere eine ſolche von 50
Mil=
lionen Yen. zur Verbeſſerung des Eiſenbahnſyſtems. Es iſt
fraglich, ob die Regierung eine Mehrheit erhält, wenn es ihr
nicht gelingt, die Billigung dieſer Poſten im Parlament
durch=
zuſetzen. Auch für das Verkehrs= und Marinebudget ſind
Mehr=
ausgaben vorgeſehen. Das Parlament tritt am 24. Dezember
wieder zuſammen, beginnt aber ſeine eigentlichen Arbeiten erſt
Mitte Januar. Die nächſten 50 Tage werden für Japan eine
ge=
ſteigerte politiſche Tätigkeit bringen. Man erwartet die Bildung
einer neuen Parteikombination, wenn Baron Kato von ſeinem
Budget nicht abgehen ſollte.
Ein Eingreifen europäiſcher Mächte in China?
FU. Paris, 15. Nov. Nach dem Journal ſind zur Zeit
zwiſchen Paris, London, Tokio und Rom Beſprechungen über ein
Eingreifen europäiſcher Mächte in China im Gange. Das Blatt
dementiert, die Berichte, wonach Frankreich Truppen in China
landen würde, verzeichnet dagegen Meldungen aus privater
Quelle, die befagen, daß England die Initiative ergreifen wird.
über die Dominſen und die Außenpoliſk.
London, 15. Nov. (Wolff.) Lord Grey erklärte in einer
auswärtige Politik für alle Teile des Neiches geben. Sie müßte
gegenüber dem übrigen Teile der Welt eine gemeinſame Front
darſtellen. Ein Teil könne nicht in einen Streit mit einem
aus=
wie überhaupt in finanziellen Fragen in der heutigen Beratung wärtigen Lande verwickelt werden, während die übrigen Teile
keine Annäherung erzielt werden. Die Beratung hierüber wird unberührt erſcheinen. Eine auswärtige Politik für das ganze
Reich könne nur erzielt werden durch gleichzeitiges Zurateziehen
Regierungskriſe noch einige Tage in Anſpruch nehmen Premierminiſtern der Dominions könnten große Beſchlüſſe gefaßt
nions ſei weſentlich, wenn eine plötzliche Kriſe entſtehe. Aber
einem plötzlichen Augenblick unmöglich. Großbritannien ſei,
nicht mehr eine Inſel im früheren Sinne. Der Kanal könne für
die frühere Schiffahrt nicht aufrecht erhalten werden, wenn große
Geſchütze an der Südlüfte des Aanals in feindlichen Händen
liegen. Die Luftfahrzeuge könnten zu feindlichen Zwecken den
Kanal mit weniger Schwierigkeiten überfliegen, als die Heere
Warſchau, 15. Nov. (Wolff.) Die Verhandlungen des über Flüſſe ſetzen. Die Gefahr, daß Großbritannien in
kontinen=
tale Verwickelungen hineingezogen werde, ſei größer als zuvor.
Die Frage, mit der ſich jede Reichskonferenz befaſſen müſſe, ſei,
brachte nicht, wie gelegentlich der Demiſſion der drei Miniſter wie eine Uebereinkunft erzielt werden könne, die für
unvorher=
halboffiziell angekündigt war, die Eutſcheidung. Bis jetzt ſteht, geſehene Kriſen Vorſorge treffe. Die britiſche Regierung könne
beiſpielsweiſe jetzt zu den Dominions ſagen: Wir verſprechen,
daß bei jedem Streit mit einer auswärtigen Nation wir
vor=
ſchlagen werden, die Angelegenheit einem interalliierten
Gerichts=
hof, dem Völkerbund, oder einem Schiedsſpruch zu unterbreiten.
Dies wird eine Garantie für Euch ſein, daß Ihr nicht plötzlich
berufen werdet, Euch an einem Streit zu beteiligen, deſſen
Be=
freigewordenen Juſtiz= und Arbeiterportefeuilles zu beſetzen, ſchaffenheit zu beurteilen Ihr noch nicht Zeit gefunden habt.
Grey fuhr dann fort: Der Völkerbund werde aufrecht erhalten
und geſtärkt, um den Frieden zu ſichern. Der Völkerbund oder
die Schiedsgerichtsbarkeit könne in großem Maße dazu beitragen,
das Problem der Erzielung der Einheitlichkeit zwiſchen allen
geographiſch getrennten Teilen des britiſchen Reiches zu löſen.
Die Verbindungen zur See ſeien das Nervenſyſtem des
briti=
ſchen Reiches. Großbritannien mit ſeiner Flotte ſei das
Nerven=
zentrum dieſes britiſchen Reiches. Die Erhaltung dieſes
Nerven=
zentrums ſei lebenswichtig für das geſamte britiſche
Gemein=
weſen.
Senator Borah für eine außerordentliche
Kongreß=Seſſion.
Waſhington, 15. Nov. (Europapreß.) Senator Borah hat
ſich geſtern in das Weiße Haus begeben und dem Präſidenten Coolidge
die Einberufung einer außerordentlichen Seſſion des Kongreſſes
vorge=
ſchlagen, die ſich mit der Frage der Unterſtützung der Landwirtſchaft, der
Herabſetzung der Steuern und der Teilnahme Amerikas am
internatio=
nalen Schiedsgerichtshof beſchäftigen ſoll. Senator Borah, der der
Kommiſſion des Senats für Auswärtige Angelegenheiten wahrſcheinlich
präſidieren wird, iſt ein Gegner der Teilnahme der Vereinigten Staaten
am Haager Schiedsgericht, wenn dasſelbe nicht vollkommen unabhängig
vom Völkerbund gemacht wird. Man glaubt, daß Coolidge erklärt habe,
er ſei nicht geneigt, eine außerordentliche Seſſion des Kongreſſes
einzu=
berufen. In dieſem Falle wird in der nächſten Seſſion des Kongreſſes
über eine Teilnahme der Vereinigten Staaten am Haager Schiedsgericht
verhandelt werden. Man wird ſich auch mit der Lage der
Handels=
marine befaſſen. Es iſt gleichfalls ſicher, daß Borah eine der erſten
Sitzungen dazu benutzen wird, um die Frage der Anerkennung
Sowjet=
rußlands zur Sprache zu bringen. Um die Löſung dieſer Frage nicht
vom Zaune zu brechen, wird er, wie verlautet, zuerſt auf einer
Unter=
ſuchung über die Zweckmäßigkeit einer ſolchen Anerkennung beſtehen, mit
dem Hinweis darauf, daß bereits alle Mächte mit Nußland
Handels=
beziehungen aufgenommen haben, während Amerika bis jetzt im
Hinter=
treffen geblieben ſei. Coolidge ſeinerſeits ſoll ſich mit der Abſicht tragen,
eine internationale Abrüſtungskonferenz in Waſhington einzuberufen.
Die Konferenz, die der Völkerbund in der Abrüſtungsfrage einberufen
will, wird der Abrüſtung zu Lande gewidmet ſein, diejenige, die
Coo=
lidge in Waſhington einzuberufen wünſcht, der Abrüſtung zur See und
zur Luft, ſodaß die Waſhinatoner Konferenz ein vollkommen anderes
Programm als diejenige des Völkerbundes haben wird.
Anerkennung Rußlands durch die Tſchechoſlowakei.
Prag, 15. Nov. (Wolff.) Preſſemeldungen zufolge ſoll
die Anerkennung der Sowjets ſpäteſtens in den erſten
Januar=
tagen erfolgen. Mit Ausnahme der tſchechoflowakiſchen
National=
demokraten ſind ſämtliche Koalitionsparteien und beinahe alle
Oppoſitionsgruppen des Parlaments für die Anerkennung. Im
übrigen wird auch die Haltung der tſchechiſchen
Nationaldemo=
kraten nicht völlig ernſt genommen, da die wirtſchaftlichen Kreiſe
dieſer Partei gegen die Anerkennung ſich nicht mehr ſperren.
Be HAIch
Erſcheinung treten, aber ein Entwurf zu einem Grabdenkmal in
Form einer griechiſchen Stele zeigt eine Geſtalt in faltenreichem
Gewand. Broncefigürchen, die Steinwerfer, Frühling, Elſchen
und Der Dieb benannt ſind, erweiſen ſich als Leiſtungen einer
reifen Kunſt. Der Dieb iſt ein wahres Kabinettſtück mit ſeinem
verſtohlenen Blick und ſeinem ſchleichenden Gang.
Noch auf einen anderen Darmſtädter Künſtler ſei beſonders
hingewieſen, auf Friedrich Scheich. Sein Bildnis Willem de
Haans in Kunſtſtein gereicht der Ausſtellung zur Zierde. Das
Markante in den Geſichtszügen ſowie das geiſtige Leben ſind in
der Wiedergabe recht zur Geltung gekommen. Unter den
mehr=
fachen Darſtellungen des Madonnenmotivs (Mutter und Kind).
an dem ſich auch andere Ausſteller verſucht haben, wie Alexander
Kraumann (Frankfurt) und Otto Placzek (Verlin), möchten wir
der Kunſtſteinplaſtik Schleichs den Vorzug geben. Ein Entwurf
des Künſtlers für ein Kriegerdenkmal iſt nicht gerade glücklich
aufgeſtellt; er zeigt einen todwunden Menſchen, der
zuſammen=
ſinkt. Mittelalterlicher Holzſchnittart iſt eine farbige Gipsbüſte
angenähert; ſie ſtellt einen Johannes dar und iſt von ungemein
packender Wirkung durch den Ausdruck des Schmerzes und des
Leides, der aus dieſen Geſichtszügen ſpricht. Stört auch etwas
die altdeutſche Manier, ſo iſt doch das Seeliſche dieſer Kunſt ſo
zwingend, daß man gerne darüber hinwegſieht.
Das Gewand aſiatiſcher Kunſt, das Marie Eliſabeth Fränkel
(Berlin) ihren Kleinplaſtiken umgehängt hat, läßt uns indeſſen
keine näheren Beziehungen zu ihrer Kunſt gewinnen. Wieviel
unmittelbarer und lebendiger wirken dafür ein Mädchenkopf von
Albert Hartmann (Darmſtadt) und eine weibliche Büſte von
Johannes Koedding (Gießen).
Wenn auch nicht zur Plaſtik gehörig, aber in plaſtiſch ſchönen
modernen Formen ſtellen ſich die Möbel dar, die von der Firma
Roſt u. Fiſcher (Darmſtadt), für die Ausſtellung zur Verfügung
geſtellt worden ſind.
Kunſt und Keramik.
Darmſtädter Gruppe.
Gegenwärtig iſt an Ausſtellungen, ſowie an
Ausſtellungs=
möglichkeiten kein Mangel. Es ſteht dies in umgekehrtem
Ver=
hältnis zu unſerer wirtſchaftlicher Lage, die für die Kunſt nicht
gerade als günſtig zu bezeichnen iſt. Mit den
Ausſtellungsmög=
lichkeiten wird es im nächſten Jahre anders werden, denn das
ſtädtiſche Ausſtellungshaus auf der Mathildenhöhe wird während
des nächſten Sommers den Künſtlern nicht zur Verfügung ſtehen.
Man wir dann allſeitig dankbar anerkennen, daß die Näume
der „Kunſt und Keramik” ſich darbieten. Sind ſie auch nicht
ur=
ſprünglich für Ausſtellungszwecke geſchaffen, ſo wurden ſie doch,
ſoweit dies ging, mit Erfolg dafür hergerichtet. Was ihren Beſuch
beſonders empfiehlt, iſt ihre Lage, am Luiſenplatz Ecke der
Wil=
helminenſtraße, dem Mittelpunkte der Stadt. Die
Ideenverbin=
dung zwiſchen dem ſtädtiſchen Ausſtellungshaus und der „Kunſt
und Keramik”, die hier berührt wurde, beſteht jetzt ſchon in einer
Ausſtellung der Darmſtädter Gruppe, die in die Näume am
Luiſenplatz eingezogen iſt. Es handelt ſich um dieſelben Künſtler,
die zurzeit auch auf der Mathildenhöhe in der
Qualitätsausſtel=
lung vor die Oeffentlichkeit getreten ſind. Alexander Poſch, Lothar
Toller, Marcel W. Richter, Hofferberth und Hallerſtede ſind die
Namen derer, die auch hier den Betrachtern der Bilder
entgegen=
treten. Ein Vergleich der beiden Ausſtellungen, wie er ſonſt
nahe=
gelegen hätte, erübrigt ſich daher. Immerhin gewährt die
Bilder=
ſchau in der „Kunſt und Keramik” einen ruhigeren und
einheit=
licheren Geſanteindruck. In den kleineren Näumen wirken die
Bilder intimer, nicht ſo galeriemäßig kühl und durch benachbarte
Gemälde geſtört. Manche der Schöpfungen läßt die Eigenart
eines Künſtlers ſtärker hervortreten als die Ausſtellung auf der
Mathildenhöhe, die alſo nicht unweſentlich ergänzt wird. Im
großen und ganzen läßt ſich über die Künſtler nichts neues ſagen,
denn entſcheidende Entwicklungen in der Kunſtauffaſſung und in
der Malweiſe laſſen ſich bei keinem nachweiſen; es ſei daher auf
die Beſprechung der Mathildenhöh=Ausſtellung verwieſen, wo die
Weſensart der Künſtler näher umſchrieben iſt.
Nur einige Einzelheiten ſeien hier geſtreift. In dem erſten
Raum hat Poſch zwei Schöpfungen ſeiner Porträtkunſt
aus=
geſtellt: den Schauſpieler Kurt Weſtermann und ein „Gretchen”
betitiltes Bildnis. Das männliche Porträt zeigt lebhafte
Farb=
wirkungen, doch gibt das Glatte und Faltenloſe dem Antlitz
etwas Starres. Der Vorzug ſtarker Farbwirkungen iſt auch dem
Gretchen=Porträt eigen. Der fliederfarbige Stoff des Kleides und
ſeine Schattierungen ſind mit virtuoſem Können gemalt. Von
Tollers Landſchaften iſt beſonders ſein „Dauernhof” von feiner
Stimmung; er liegt faſt unter Bäumen verſteckt, Felder ſind ihm
vorgelagert, über die hinweg ſich der Blick ins Weite verliert.
Hofferberth iſt auf der Ausſtellung in erſter Linie mit Stilleben
vertreten, die erkennen laſſen, wie ſehr ſich der Künſtler mit dem
Problem der Farbe beſchäftigt und wie er dabei zu überraſchend
glücklichen Löſungen kommen kann. In den Sälen begegnen wir
auch charakteriſtiſchen Proben von Nichters Kunſt. Wohl ſein
ſtäriſtes Bild hängt im zweiten Raume, das einen Blick auf ein
Dorf und eine Landſchaft bietet. Das kraftvolle Grün iſt hier
be=
ſonders in die Augen fallend. Auf Hallerſtedes Illuſtrationen zu
Boccaccios „Geſchichte zweier Liebenden” ſei nachdrücklich
auf=
merkſam gemacht, ſowie auf ſeine Blumenſtücke (Geranien als
Aquarell und als Holzſchnitt). Den Beſchluß der Ausſtellung
bil=
den zahlreiche bemerkenswerte Tuſchzeichnungen von Gottfried
Nichter (Offenbach), die vornehmlich in den beiden letzten
Räu=
men untergebracht ſind.
Gerr ſtreift das Auge auch die zahlreichen Porzellanplaſtiken
und weidet ſich lange Zeit an den Tafelſervicen, die auf
kuns=
gerecht gedeckten Tiſchen ſtehen. Das Beſichtigen dieſer Schätze
macht allein ſchon einen Beſuch lohnend.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Dramaturgie des Films. Dr. Guido Bagier wird
im Auftrage der Deutſchen Verlagsanſtalt in Stuttgart nach
mehr=jährigen umfaſſenden Studien bei einem großen deutſchen
Filmkonzern ein der kulturellen und wirtſchaftlichen Bedeutung
des Films entſprechendes Werk über die techniſchen, äſthetiſchen
und ſoziologiſchen Grundlagen der Kinematographie verfaſſen.
C.K. Die Entdeckung eines Diana=Tempels. Einem
italie=
uiſchen Archäologen, der ſich dieſem Studium aus Liebhaberei
widmet, Moroſini, iſt eine bedeutſame Entdeckung am Ufer des
Nemi=Sees gelungen, über die aus Rom berichtet wird. Er hat
die Ueberreſte des berühmten Tempels der Diana Nemorenſis
aufgefunden. Vom Nemi=See ſtammen ja bekanntlich berühmte
antike Funde, die ſich jetzt im römiſchen Thermenmuſeum
befin=
den. Moroſini deckte nun bei ſeinen Grabungen Mauerſpuren
auf, die auf ein Gebäude in Tempelform hinweiſen. Man hatte
ſchon früher im Nemi=See Spuren des Diana=Tempels finden
wollen, aber die neue Fundſtätte ſtimmt mit den Angaben
über=
ein, die Ovid von dem ehrwürdigen Heiligtum gemacht hat. Man
hofft, bei den weiteren Grabungen wichtige Funde ans Licht zu
fördern.
C.K. Die Rettung von Handſchriften Maria Stuarts für
England. Eine Sammlung iſt ſoeben unter dem Patronat der
Herzogin von York in England eröffnet worden, um die Summe
von 2250 Pfund aufzubringen, die zum Ankauf eines wichtigen
Handſchriftenſchatzes notwendig iſt. Es handelt ſich um 30
Doku=
mente und Briefe der Königin Maria Stuart, die bisher in den
Archiven der Familie Mure of Rowallen lagen. Dieſe
Manu=
ſkrivte, die von großem nationalen Wert ſind, ſollen dem
eng=
liſchen Volke erhalten werden. Sie ſind unveröffentlicht und
waren noch niemals zum Kauf angeboten. Nun aber ſollen ſie
veräußert werden, und wenn man in England die Summe nicht
aufbringt, werden die Schätze wahrſcheinlich nach Amerika gehen.
Seite 4.
Rummer 319
Sonntag, den 16. November 1924,
Der Kampf der Sudetendeutſchen.
Von unſerem Korreſpondenten.
B. Prag, Mitte November.
Am 24. September d. J. waren fünf Jahre verfloſſen, daß
die von Deutſchöſterreich eingeſetzten Landes= und
Kreisregierun=
gen Deutſchböhmen, Sudetenland, Südmähren und Böhmerwald
auf Grund des Gewaltfriedens von St. Germain in einem
feier=
lichen Staatsakte von dem damaligen öſterreichiſchen
Staats=
präſidenten Karl Seitz verabſchiedet wurden. Damals ſagte Seitz
zu den Vertretern der deutſchen Sudetenländer: „Die ganze
deut=
ſchen Nation trauert mit Ihnen, meine Herren, ganz
Deutſch=
land klagt heute über die underſtandene Willkür, die die
viel=
hundertjährige ſtaatliche Gemeinſchaft und volkliche
Gemeinbürg=
ſchaft der Alpen= und Sudetendeutſchen zerreißt. Der gewaltſame
Riß zwiſchen dieſen zwei deutſchen Stämmen geht mitten durch
das Herz jedes einzelnen Deutſchen. Aber iſt auch das
ſtaats=
rechtliche Band, das die deutſchen Sudetenländer mit der
Repu=
blit Deutſchöſterreich vereinigt hat, zerſchnitten, unzerreißbar ſind
die Bande des Blutes, der Sprache, der Kultur und Sitte, die
das deutſche Volk ſüdlich und nördlich der Thaya verbinden.
Daher bin ich auch überzeugt, daß die unaufhaltſame Entwicklung
der Völker und Staaten in Europa unſeren Brüdern in den
Sudetenländern eines Tages das Selbſtbeſtimmungsrecht
wieder=
bringen wird, welches ihm der Verſailler Frieden geraubt hat.
Staaten werden und dergehen — davon ſind wir lebende Zeugen.
Die Völker aber bleiben, und auch davon legen unſere Tage ein
unbeſtreitbares Zeugnis ab: Völker, welche die Willkür zerſtückt
und erniedrigt hat, erheben ſich wieder.”
Fünf Jahre ſind ſeit dem Tage vergangen, an dem die
Sudetendeutſchen endgiltig dem tſchechoſlowakiſchen Staate
ein=
verleibt worden ſind. Es ſind Jahre unſäglichen Leidens
ge=
weſen, denn ſie haben das deutſche Volk in Böhmen, Mähren und
Schleſien in ein Joch gezwängt, von dem ſich das Ausland nur
ſchwer eine Vorſtellung machen kann. Dem deutſchen Volke in
der Tſchechei fehlt bisher immer noch die Stelle, die es auf ſich
nehmen würde, das Ausland über die Vorgänge im Staate des
Demokraten Maſaryk zu informieren und die irrige Meinung,
daß es in Böhmen nur „Böhmen” (reichsdeutſche Umſchreibung
für Tſchechen) gäbe, ſo zu widerlegen, daß ſich Fälle nicht
wieder=
holen könnten, wo ſelbſt den gebildeten Ständen angehörige
Reichsdeutſche ſich erſtaunt darüber zeigen, daß es in Böhmen
„auch Deutſche” geben ſoll. Das deutſche Volk in der
Tſchecho=
ſlowakei — es zählt 3½ Millionen Köpfe — iſt nach wie vor mit
dem Herzen bei Deutſchland. Es nimmt an den Vorgängen im
Reiche größeren Anteil als an den innerpolitiſchen der
Tſchecho=
ſlowakei, weil die Stimme des Blutes in ihm, das
Zugehörig=
keitsgefühl zum Volke im Reiche, ſtärker ausgeprägt iſt als das
Empfinden, einem Staate anzugehören, der von ſeinen
erbittert=
ſten Feinden gegründet worden iſt und dem es wider ſeinen
Willen einverleibt wurde. Vergeblich haben die deutſchen
Poli=
tiker in der Tſchechoſlowakei verſucht, in den Tagen nach dem
Umſturz im Jahre 1918 in den deutſchen Gebieten des Landes
eine Volksabſtimmung für oder gegen den Anſchluß der deutſchen
Grenzgebiete an das Deutſche Reich durchzuſetzen; die tſchechiſche
ſelbſternannte Regierung hat dieſen Plan zu durchkreuzen
ge=
wußt und in St. Germain ihren Willen durchgeſetzt: 3½
Millio=
nen Deutſcher, die keinen ſehnlicheren Wunſch in ſich trugen, als
Deutſchland angehören zu dürfen, wurden mit einem Federſtrich
dem tſchechiſchen Staate einverleibt. Trotz aller Not, die auf dem
Reiche laſtete, waren ſie bereit, an der großen Laſt, die eine Welt
von Gegnern der deutſchen Nation aufbürdete, mitzutragen, den
gleichen Leidensweg wie das Volk Deutſchlands zu gehen um
das Bewußtſein: Deutſchland iſt unſere Heimat!
Dieſes Volkes heiße Sehnſucht iſt ohne Erfüllung geblieben.
Der St. Germainer Schiedsſpruch fegte die letzten vagen
Hoff=
nungen hinweg, und von da an begann der Verfall des deutſchen
Volkes in der Tſchechoſlowakei. Was iſt übrig geblieben von
die=
ſem Dreieinhalbmillionenvolk, das einſt ſein Deutſchtum ſo
hoch=
gehalten hat wie der Bayer, der Preuße, der Märker? Eine
ver=
zweifelte Maſſe, mehr und mehr der Reſignation anheimfallend,
geknechtet von tſchechiſcher Willkür, ohnmachtig unter dem Joch
einherſchreitend und bar jeder Hoffnung. Den Tſchechen wird die
Verwirklichung ihrer Pläne, die vor allem auf die Durchſetzung
der deutſchen Gebiete des Landes — hauptſächlich der
Grenz=
gebiete — mit tſchechiſchen Elementen gerichtet ſind, von Tag zu
Tag leichter gemacht; denn von Tag zu Tag wird der Widerſtand
der Deutſchen geringer, läſſiger, kraftloſer. In den rein
deut=
ſchen Gebieten von Saaz, Marienbad, Eger und Aſch faſſen die
Tſchechen immer mehr Fuß. Sie errichten für fünf, ſechs
tſchechi=
ſche Kinder Schulen und ſchicken Agenten von Haus zu Haus.
Dieſe Agenten beſuchen die ärmeren deutſchen Familien und
ver=
ſprechen ihnen, daß Kleidungsſtücke und Lehrgegenſtände für die
Kinder umſonſt bereitgeſtellt werden für den Fall, daß die Kinder
in die tſchechiſche Schule eingeſchrieben werden. Und ſo kommt
es, daß in den deutſchen Gebieten der Tſchechoſlowakei tſchechiſche
Schulen mit einer Mehrheit von deutſchen Kindern beſtehen; den
Tſchechen iſt es dann ein Leichtes, auch die deutſchen
Staats=
angeſtellten zu zwingen, ihre Kinder in die tſchechiſchen Schulen
zu ſchicken, und ſo wird eine deutſche Schule nach der anderen
geſchloſſen und die deutſchen Kinder erhalten einen Unterricht,
der ſie zwar nicht zu guten Tſchechen, wohl aber zu ſchlechten
Deutſchen großzieht.
Die deutſche Preſſe in der Tſchechoſlowakei weiſt täglich auf
die Gefahren dieſes Kleinkrieges hin, der von den Tſchechen mit
Vorliebe gepflegt wird. Die deutſchen Parlamentarier faſſen
ge=
harniſchte Entſchließungen und führen lärmende Szenen im
Ab=
geordnetenhauſe und im Senat auf. Aber bisher hat ſich noch
keine einzige deutſche Stelle gefunden, die dem
Vernichtungsfeld=
zug gegen die deutſche Jugend mit gleichen Waffen
entgegen=
getreten wäre. Sollte es nicht möglich ſein, unter 3½ Millionen
Deutſchen in der Tſchechei nicht ein paar vermögende Leute zu
finden, die ſich zu Opfern bereit finden und jene Beträge zur
Verfügung der deutſchen Schutzvereine ſtellen würden, die nötig
ſind, um das tſchechiſche Locmitel der Gratisverteilung von
Klei=
dern und Lehrgegenſtänden wirkungslos zu machen? Hier wäre
der Hebel anzuſetzen, hier hätte der Abwehrkampf zu beginnen.
Die deutſche Jugend, die heute in tſchechiſchen Schulen
heran=
wächſt, bleibt für das Deutſchtum verloren!
In den deutſchen politiſchen Parteien wird die Abkehr von
der bisher betriebenen aktiviſtiſchen Politik immer offenkundiger.
Von bauernbündleriſcher Seite wurde die Bildung eines
oppo=
ſitionellen Blocks angeregt, dem ſich auch die Sozialdemokraten
anſchließen ſollten. Aber ſchon zeigen ſich wieder die erſten
Zer=
ſplitterungsſymptome; es wird wieder beim guten Vorſatz
blei=
ben, und die lang erſtrebte Einheitsfront der Deutſchen, die allein
imſtande wäre, die tſchechiſchen Vorſtöße zu parieren, rückt wieder
in weite Ferne.
Es iſt ein trauriges Bild, das die Sudetendeutſchen bieten;
von dem einftigen ſtolzen Traum, aufgenommen zu werden im
großen Brudervolke im Reiche, iſt nicht nur nichts in Erfüllung
gegangen, ſondern die geiſttötende Hoffnungsloſigkeit, die dieſe
Menſchen erfaßk hat, iſt das Grab, in welches in Deutſchböhmen,
Sudetenland, Südmährenland und Böhmerwald das
Volks=
bewußtſein geſenkt wird.
Die unruhige Welt des Islam.
Die „Times” für eine gezneinſame Aktion der
europäiſchen Mächte.
London, 15. Nov. (Wolff.) Die „Times” unterſtützt in
einem Leitartikel die Auffaſſung des Marſchalls Lyautey
be=
treffs der Notwendigkeit einer gemeinſamen Aktion der
euro=
päiſchen Mächte, die in engſter Fühlung mit der unruhigen
Wel=
des Iſlam ſeien, beſonders Großbritanniens und Frankreichs.
Eine ſolche gemeinſame Aktion könne von Spanien nicht als
unfreundlich angeſehen werden, im Gegenteil, ſie werde ihm
viel=
leicht ſehr vorteilhaft ſein in einem Augenblick, wo ſeine
Forde=
rung nach einer ſtabilen Regierung ſo innig verbunden ſei mit
dem Ausgang des Konfliktes mit den Mauren.
Die Blätter melden aus Kairo, nach den letzten Berichten
aus Dſchidda ſeien die Streitkräfte des Königs Ali von den
Wahabiten vollſtändig geſchlagen worden. Man erwarte, daß
die letzteren binnen kurzem den Vormarſch auf Dſchidda
begin=
nen würden.
Dr. I. Alexandria (Aegypten), 14. Nov. (Priv.=Tel.)
Das Haupt des Stammes der Senuſſi, der Scheich Sidi
Ach=
med, der augenblicklich noch in Anatolien reſidiert, hat dem
König von Aegypten ein wertvolles Geſchenk übermittelt,
das in einer Luxusausgabe des Korans beſteht. Man wird ſich
erinnern, daß der Scheich der Senuſſi Tripolis während des
Weltkrieges verlaſſen und ſich an Bord eines deutſchen
Unter=
ſeebootes nach Konſtantinopel begeben hatte, um dort mit den
Mittelmächten in näherem Zuſammenhang zu ſein. Seitdem
befand er ſich immer in der Türkei, und zwar meiſtens in
An=
gora. Es ſcheint aber, daß ihm das härtere Klima Kleinaſiens
nicht gut bekommt denn er beabſichtigt, jetzt wieder nach der
Oaſe von Kufra, in ſeine Heimat, zurückzukehren. Dort
befin=
det ſich noch ſeine geſamte Familie, die er ſeit ſeiner Abreiſe von
Kufra nicht wiedergeſehen hat.
Das tſchechoſlowakiſche Militärbudget.
Prag. 15. Nov. (Wolff.) Das tſchechoſlowakiſche Militärbudget
für 1925 beläuft ſich auf rund 281 Millionen Schweizer Franken. Im
Jahre 1921 bezifferte ſich das Militärbudget auf rund 146 Millionen.
Im Laufe dieſer Zeit und danach ſind die tſchechoſlowakiſchen
Heeres=
ausgaben um 92.5 Prozent geſtiegen. Die bisherigen Geſamtausgaben
der tſchechoflowakiſchen Regierung für die Armee belaufen ſich ſeit 1918
auf 17 Milliarden tſchechiſche Kronen. Der von der Regierung vorgelegte
Armee=Etat verſchlingt 9,5 Prozent des geſamten Staatsaufwandes. Da
die Tſchechoflowakei 13 Millionen Einwohner hat, entfallen pro Kopf
jährlich 140 tſchechiſche Franken für militäriſche Zwecke.
Prag, 15. Nob. (Wolff.) Die Meldung, daß die leitenden Stellen
des tſchechoſlowakiſchen Generalſtabes ganz in franzöſiſche Hände
über=
gehen, wird von amtlicher Stelle dahin berichtigt, daß die Ernennung
des Generals Rozet zum Erſten Stellvertreter des Generalſtabschefs nur
eine interimiſtiſche Maßnahme iſt. Dem Generalſtabschef Mittelhauſer
wurde der tſchechoſlowakiſche General Syrovy zugeteilt, der zu ſeinem
Nachfolger beſtimmt iſt, während ſein erſter Stellvertreter der
tſchecho=
ſlowakiſche General Gajda werden wird. Nur bis zum Amtsantritt
Gaj=
das bekleidet Rozet dieſen Poſten. Aus dieſem Stande geht hervor, daß
der tſchechoſlowakiſche Generalſtab allmählich in tſchochoſlowakiſche Hände
übergeht.
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Exp. D. Frenz, G.m.
v.H., in Wiesbaden,
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(F. W. 15372)
Beſſerer, älterer
Pri=
vatter ſucht beſſere
Witwe der 50er Jahre
zwecks Heirat
kennen zulernen. Nur
ernſtgemeinte, nicht
anonynte Angeb, it.
L 48 Geſchſt. (*33635
Soeben erschien:
Alfred Bock
Wirtena. Wüneer. —
Novellen.
Geb. in Halbl.: 50 J.=M./Auf holzfr. Papier gedruckt
Wer die Erählungskunſt Alfred Bocks
einmal liebgeſvounen hat wied in illen
Stunden immer wieder zu ſeinen
Büchern greifen. Durch ſeine Werke
flutet ein Strom warmer Menſchlichkeit.
Läßt man ſeine in echter
Holzſchnitt=
manier gezeichneten Geſtalten auf ſich
wirken, wird man ſie nicht mehr
ver=
geſſen. Auch in dem Novellenband
Wirren und Wunder”, den er jetzt
ſeiner von Jahr zu Jahr wachſenden
Leſergemeinde ſchenkt, bewährt ſich aufs
neue ſeine Charakteriſierungskunſt, ſeine
ab eklärte Darſtellungsweiſe. Und
wiederum wird Alfred Bocks ſeltenes
ſprachliches Können offenbar. Die
Schickſale, die der Dichter in den
Er=
zählungen aufze gt, ſind
außerordent=
liche, alle Vorgänge iind zu
konzen=
tri rtem Leben geformt, Töne erklingen
von geſunder Friſche und Natürlichkeit.
Mit dieſen Novellen ſind einige Stücke
aus einem vergriffenen Erzählungsbuch
Alfred Bocks vereint. (IV 15369
Verlagsbuchhandlung J. 3. Weber
Leipzig 25.
„Effas DEtteliEit4 HESSENI
1I.15375
Rummer 319.
Sonntaa, den 16. November 1924.
Seite 5.
Die Leistungstahlakeit unserer Pelzabteilung
genießt
Der Geschmack, die Größe, sowie Vielseitigkeit und Preiswürdigkeit unserer Auswahl in Pelzwaren
kann nicht übertroffen werden. Durch den großen Zuspruch sind wir in die Lage gesetzt, direkt im
Ursprungsleng die wichtigsten Fellsorten einzukaufen. In eigener Kürschnerwerkstätte, die von
alt-
bewährten Fachleuten geleitet wird, findet die sorgfältigste Herstellung von nur allererster Oualitätsware
stett. Trotz niedriger Preise stehen deher unsere Erzeugnisse auf höchster Stufe.
(15267
Auszug aus unserer Prelsllste:
Persianer-Jacken und -Mäntel
nur moderne Formen, in guten Qualitäten, uni oder mit Skunks, Fuchs oder austral.
fFrAuu f4uu 18s0 Lauu
Opossum besetzt. .
Nutria-Jacken und -Mäntel
fesche jugendl.- Formen in guten Ouelitsten und geschmackvoller Ausstattung, Mk. Guu
Iou fauu Lou
Fohlen-Jacken und -Mäntel
Gu
braun und schwarz, uni oder mit jedem erdenklichen farbigen Besatz vorrätlg, Mk.
Leu
480
Nerzmurmel-Jacken u. -Mäntel
Gau
Mk.
Bo0
9ou
....
2
in vielen flotten Formen.
Biberette-Jacken und -Mäntel
*
U
Juu
180
. M0k.
in grosser Auswahl in leder begehrenswerten Form und Ausstattung".
Sealelectric-Jacken u. -Mäntel
B8U
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20t
MZZk
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in allen modernen Farben und Formen.
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höher
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höher
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höher
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Pelzschals Felle für Pelzbesätze jeder Art in jeder Größe und Preislage zu äußersten Preisen
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Orößte Spezial-Abteilung für Pelze allerfeinster und mittlerer Art
Anzahlungen werden angenommen. — Unsere Schaufenster sind sehenswert.
Seite 6.
Souutag, den 16. November 1924.
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Nummer 319.
Sonntag, den 16. Robember 1924.
Seite 2.
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Darmſtadt, 16. November.
— Perſonalnotiz. Wie wir hören, iſt das ſtellvertretende
Vorſtands=
mitglied der Darmſtädter Nationalbank, Herr H. Kredel, als
ordent=
liches Vorſtandsmitglied an die Filiale dieſer Bank in Remſcheid verſetzt.
— Morgenfeiern im Kleinen Haus. Die Solomitglieder des
Lan=
destheaters veranſtalten in dieſem Winter unter künſtleriſcher Aufſicht
eines aus ihrer Mitte gewählten Ausſchuſſes im Kleinen Haus des
Lan=
destheaters Morgenfeiern. Die erſte dieſer Veranſtaltung findet
am Sonntag, den 23. November, ſtatt und bringt, entſprechend dem Ernſt
des Totenſonntags, geiſtliche Geſänge, vorgetragen von den Herren
Biſchoff und Deharde, am Flügel Joſeph Roſenſtock. Um
den Beſuch dieſer Veranſtaltung weit ſten Kreiſen zu ermöglichen, wurde
der Eintrittspreis auf 50 und 80 Pfg. feſtgeſetzt. Die Morgenfeiern
be=
ginnen um 11½ Uhr. Genaues Programm der erſten Morgenfeier folgt
zeitgerecht.
— Rechtswiſſenſchaftliche Vorträge am Oberlandesgericht. Am 14.
dieſes Monats hielt Rechtsanwalt Dr. Mainzer vor Richtern und
Anwälten am Oberlandesgericht einen Vortrag über
Goldmarkeröff=
nungsbilanzen und die Umſtellung bei Aktiengeſellſchaften. Er gab ein
kurzes Bild der wirtſchaftlichen Lage zu Ende des Jahres 1923, als die
Reichsregierung ſich entſchloß, durch die Goldbilanzverordnung vom
98. Dezember 1923 die goldmäßige Errechnung von Vermögen und die
Aufſtellung von Goldbilanzen für die zum 1. Januar 1924
aufzuſtellen=
den Eröffnungsbilanzen einzuführen und damit einen Markſtein in der
Geſchichte der Wirtſchaft zu ſetzen. In einer überſichtlichen Darſtellung
der durch die Verordnung und ihre ſechs Durchführungsbeſtimmungen
gegebenen Rech sſätze erörterte er die rechtliche und wirtſchaftliche
Be=
deutung der Goldbilanz, die auf dem Grundſatz der Nichtkontinuität
beruhe, alſo unabhängig von den bisherigen Papiermarkbilanzen
errich=
tet werden könne. Mit Recht ſei in der Verordnung beim
Bewertungs=
problem die wirtſchaftliche Seite unbeachtet geblieben, um den
Geſell=
ſchaften in dieſer für ſie ſchwerwiegenden Frage möglichſt freie Hand zuu
laſſen. Nach einer Schilderung der Ausnahmen, welche durch die
Neu=
vegelung gegenüber den Bilanzgrundſätzen des Handelsgeſetzbuchs
ge=
ſchaffen ſeien, behandelte der Redner die Umſtellung ſelbſt und die
Um=
ſtellungsmethoden bei Aktiengeſellſchaften, wie ſie ſich ergeben, je
nach=
dem das Goldkapital größer, gleich oder kleiner ſei, als das bisherige
Grundkapital. Im Zuſammenhang damit beſprach er das formelle
Ver=
fahren bei der Umſtellung und die Tätigkeit des Regiſterrichters,
ins=
beſondere den Umfang ſeines Prüfungsrechts. Nach der Auffaſſung des
Vortragenden dürfen dieſe Befugniſſe nicht überſpannt werden, ſondern
müſſen ſich darauf beſchränken, im weſentlichen nur bei einer Verletzung
der Rechtsſätze des öffentlichen und des Formalrechts die Beſchlüſſe als
nichtig zu beanſtanden. Cs gehe nicht an, daß der Richter der
freiwilli=
gen Gerichtsbarkeit ſich mit einer Nachprüfung der zum Schutze von
Privatintereſſen gegebenen Beſtimmungen befaſſe. Die knappen und
doch ſcharfen und klaren Ausführungen des Redners waren von einer
glänzenden Beherrſchung der wirtſchaftlichen und rechtlichen Fragen
ge=
tragen. Er verſtand es, den Zuhörern einen ganz vortrefflichen
Ein=
blick in das auch für Juriſten wichtige Problem zu geben und ſie in
meiſterhafter Weiſe mit den Einwirkungen der Verordnung auf das
Aktienrecht vertraut zu machen. Mit vollem Recht und unter allſeitigem
Beifall konnte daher Oberlandesgerichtspräſident Lang dem
Vortragen=
den den Dank der Verſammlung und zugleich die Hoffnung ausſprechen,
ihn bald wieder zu einem weiteren Vortrag über die
Induſtrieobliga=
tionen begrüßen zu können.
Dr. M.
— Inſtrumentalverein. Unter den Liebhabervereinen, die ſich der
Muſikpflege in Darmſtadr widmen, ſteht der Inſtrumentalverein, deſſen
muſikaliſcher Leiter der rührige ſtädtiſche Muſikdirektor Herr Wilhelm
Schmitt iſt, mit an erſter Stelle. Der Verein hat die Schwierigkeiten
der Inflationszeit überwunden und neuen Zugang an Mitgliedern
er=
halten. Der bisherige Vorſitzende, Herr Geheimer Juſtizrat Hallwachs
hat vor einiger Zeit, aus Geſundheitsrückſichten, ſein Amt niedergelegt,
an ſeine Stelle wurde Herr Fabrikant Ferdinand Schmidt zum
Vor=
ſitzenden gewählt. Am Dienstag fand im Saale der Städtiſchen Akademie
für Tonkunſt die Hauptverſammlung des Vereins ſtatt, die erſte unter
der Leitung des neuen Vorſitzenden; ſie war zahlreich beſucht. Herr
Fabrikant Schmidt machte zunächſt einige Mitteilungen über das
ab=
gelaufene Vereinsjahr und über die Kaſſenverhältniſſe. Der
ſtell=
vertretende Vorſitzende, Herr Oberregierungsrat Knöß, gab hierauf
be=
kannt, daß der Vorſtand beſchloſſen habe, den bisherigen Vorſitzenden
des Inſtrumentalvereins, Herrn Geh. Juſtizrat Hallwachs, der aus
Ge=
ſundheitsrückſichten ſein Amt niederlegte, zum Ehrenvorſitzenden zu
er=
nennen. Eine Deputation habe dieſe Ehrung übermittelt, worauf Ge.
Rat Hallwachs ſeinen Dank ausgeſprochen und erklärt hatte, daß er mit
dem Herzen nach wie vor bei dem Inſtrumentalverein ſei und, ſoweit es
ſeine Kräfte erlaubten, wolle er ihm mit Rat und Tat zur Seite ſtehen.
Herr Oberregierungsrat Knöß gab dann ſeiner Freude Ausdruck, daß die
Wahl des Vorſitzenden auf die Perſon des Herrn Fabrikanten Ferdinand
Schmidt gefallen ſei; er bat die Mitglieder, dieſen mit allen Kräften zu
unterſtützen, damit ſeine Ideen zum Wohle des Vereins zur Tat werden
könnten. (Lebhafte Zuſtimmung.) Nachdem der Vorſitzende hierfür
ge=
dankt und erklärt hatte, ſein Amt zur Förderung der Vereinsintereſſen
zu führen, wurde der Bericht des Vorſtandes genehmigt und ihm
Ent=
laſtung erteilt. Es folgten die Wahlen. Der bisherige Vorſtand wurde
wiedergewählt; für ein Mitglied, das wegen Wegzugs ausſcheidet, wurde
Herr Dr. Hemmes gewählt und Herr Siegfried May neugewählt. Eine
Satzungsänderung wurde in der Weiſe vorgenommen, daß der
Mitglieds=
beitrag 6 Mark jährlich betragen ſoll; Angehörige der Städtiſchen
Aka=
demie für Tonkunſt ſind von der Beitragszahlung befreit. Nach
Er=
ledigung des geſchäftlichen Teiles fand noch eine längere, anregende
Aus=
ſprache ſtatt in der Vereinsangelegenheiten und namentlich muſikaliſche
Aufgaben für die Zukunſt beſprochen wurden.
gabe gemacht hat, unſere im Ausland lebenden Landsleute insbeſondere
durch Einrichtung und Unterhaltung von Schulen zu unterſtützen, iſt in
ſeiner Tätigkeit im Ausland durch die Kriegs= und
Nachkriegsverhält=
niſſe lange Jahre behindert geweſen. Er hat aber ſeine Tätigkeit im Woche und teilte insbeſondere mit, daß intenſiv an dem Zuſtandekommen
Ausland nunmehr wieder aufgenommen, und die Ortsgruppe Darmſtadt
des Vereins gibt uns bekannt, daß ſie mit ihrer Werbetätigkeit in Star= dieſes Unternehmens gearbeitet und bereits ein vielverſprechendes
Pro=
kenburg wie in früheren Jahren einſetzen werde. Die Darmſtädter
Orts=
gruppe beſteht aus einer Männergruppe mit Herrn Fabrikant Dr. Otto
Röhm, einer Frauengruppe mit Frau Dr. Koepke, einer Mädchengruppe
mit Frau Regierungsrat Dr. Keller und einer Akademiſchen Gruppe
mit Herrn Studioſus Krug als Vorſitzenden. Die Leitung des
Landes=
vereins für Heſſen, ruht in den Händen des Herrn Studienrats Dr.
Weckerling in Friedberg. Wenn man berückſichtigt, daß Frankreich einen
Verein mit gleichen Zielen beſitzt und jeder Franzoſe es für ſeine
Ehren=
pflicht hält, der Alliance frangaiſe anzugehören, ſo mag es wohl
ange=
zeigt ſein und im Intereſſe der Erhal ung des ſchwerbedrängten
Deutſch=
tums liegen, wenn der Verein für das Deutſchtum im Ausland die
Unterſtützung weiteſter Kreiſe findet. Wir wünſchen deshalb der wieder Aufgaben geſtellt hat, iſt den wenigſten bekannt. Der Mozart=Verein
einſetzenden Werbetätigkeit, die ſich an alle Deutſchen ohne Unterſchied
Erfolg!
n. Hefſiſche familiengeſchichtliche Vereinigung. In der nächſten
Monatsſitzung am Dienstag, 18. November, abends, im „Heſſiſchen Hof”
(Wilhelminenſtraße, im erſten Stock), ſpricht Prälat D. Dr. Diehl über
„Heſſen=Darmſtädtiſche Lehrerfamilien‟. Der Vortragende iſt bekannt= „Skolion” des Schweizer Komponiſten G. Weber werden dieſe
inter=
lich nicht bloß ein hervorragender heſſiſcher Geſchichtsſchreiber, ſondern
auch der Begründer der heſſiſchen Schulgeſchichte und Herausgeber des
monumentalen Werkes der heſſiſchen Schulordnungen. Aus der Fülle
ſeiner Erkenntniſſe wird er das Leben der altheſſiſchen Lehrerfamilien,
in denen ſich oft der Beruf jahrhundertelang forterbte, eingehend
ſchil=
dern. Gäſte ſind willkommen.
— Orpheum — Bunte Bühne. Der heutige Sonntag bringt den
mit Spannung erwarteten Programmwechſel für die zweite
November=
hälfte. An erſter Stelle ſteht das Gaſtſpiel der ruſſiſchen
Kleinkunſt=
bühne „Das Karuſſel”, mit hochkünſtleriſchen Darbietungen. Das
Enſemble, welches in Berlin ein eigenes Heim beſitzt, befindet ſich
gegen=
wärtig auf einer deutſchen Gaſtſpielreiſe, welche überall von großen Troitzſch geſungen. Das Cembalo wird von Frau Elſe Hofmann=Althen,
künſtleriſchen Erfolgen begleitet iſt. Dieſem bedeutſamen Gaſtſpiel, wel= die Orgel von Kammermuſiker Storch geſpielt. (S. Anz.)
ches enderwärts den Abend vollſtändig ausfüllt, geht noch ein erſtklaſſiger
Varietéteil voraus mit Ueberraſchungen artiſtiſcher Kunſt, ſo daß für
die zweite Monatshälfte ein „Groß=Erfolg” zu erhoffen ſteht. Anfang
8 Uhr. Karten: Verkehrsbureau von 10—12 Uhr und Orpheumskaſſe
ab 3 Uhr. (S. Anz.)
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Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
von Sonntag, den 16., bis Sonntag, den 23. November.
Großes Haus.
Sonntag: 3. Vorſtellung der Sonntags=Fremdenmiete. Anfang
7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr: „Ein Volksfeind”,
Schau=
ſpiel von Ibſen. Preiſe 1—10 Mk.
Montag: Geſchloſſen.
Dienstag: A 6, a 3. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10 Uhr: „Leben
Eduards II. von England.” Preiſe 0,80—8 Mk.
Mittwoch: H 5, Schülermiete braun 2. Anfang 7 Uhr, Ende
nach 9½ Uhr: „Orpheus und Eurydike‟, Oper von
Gluck. Preiſe 1—10 Mk.
Donnerst.: K 6. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: „Ein
Masken=
ball”, Oper von Verdi. Preiſe 1—10 Mk.
Freitag: Geſchloſſen.
Samstag: Konzert der vereinigten Männergeſangvereine.
Sonntag: D 5, d 2. Anfang 6 Uhr, Ende nach 10 Uhr: Neu
einſtudiert und neu inſzeniert: „Wallenſteins Lager”,
„Die Piccolomini”, Schauſpiel von Schiller. Preiſe
1—10 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag: Zuſatzmiete VIT (4). Anfang 7½ Uhr, Ende 9½ Uhr:
„Die neugierigen Frauen.” Preiſe 1,50—7,50 Mk.
Montag: 2. Sonderkonzert des Muſikvereins.
Dienstag: G 5 (— Zuſatzmiete IX). Anfang 7½ Uhr, Ende
nach 10½ Uhr: „Figaros Hochzeit.” Pr. 1,20—6 Mk.
Mittwoch: Zuſatzmiete VI (5). Anfang 7 Uhr, Ende 934 Uhr:
„Die Journaliſten.” Preiſe 1—5 Mk.
Donnerst.: Geſchloſſen.
Freitag: Zuſatzmiete IV (4), Schülermiete gelb 2. Anfang
7½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Die Entführung aus dem
Serail.” Preiſe 1,20—6 Mk.
Samstag: Zuſatzmiete I (4). Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„Poſtamt” — „Er iſt an allem ſchuld” — „
Heirats=
antrag”. Preiſe 1—5 Mk.
Sonntag: Zuſatzmiete V (4). Anfang 6½ Uhr, Ende gegen
10 Uhr: „Figaros Hochzeit.” Preiſe 1,20—6 Mk.
Für die Alters= und Hinterbliebenenverſorgung der früheren
Mitglieder des Landestheaters wird ein Zuſchlag zum
Karten=
preis erhoben, der im Großen Haus für 1. und 2. Galerie=Karten
je 5 Pfg., für alle übrigen Karten je 10 Pfg., im Kleinen Haus
für 2. Perterre 5 Pfg., für alle übrigen Karten je 10 Pfg. beträgt.
Weihnachtsausstellung
Ein Teil unserer Parterre-Räume ist heute
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der Auslagen
Heute bis 9 Uhr abends beleuchtet
Gm.
Darmsttdier Haufnans b. H.
Darmstadt (15395 Ludwigstr. 12
— Der Vorſtand des Verkehrs=Vereins hielt am Freitag abend eine
beachtenswerte Sitzung ab. Zu Beginn der Verſammlung widmete der
Vorſitzende dem verſtorbenen Vorſtandsmitglied Herrn Dr. Oſann einen
tiefempfundenen Nachruf, in dem er die beſonderen Verdienſte, die ſich
Herr Dr. Oſann um den Verkehrs=Verein erworben hat, gebührend
würdigte. Zu Ehren des Verſtorbenen erhoben ſich darauf alle
Anweſen=
den von ihren Sitzen. — Sodann wurde in die Tagesordnung eingetreten
und zunächſt zu verſchiedenen Proteſten gegen das neue Adreßbuch, die
dem Verkehrs=Verein zugegangen waren, Stellung genommen. Nach
einer eingehenden Ausſprache, in der die Stadtverwaltung durch Herrn
Bürgermeiſter Mueller und Herrn Amtmann Bohländer den ganzen
Werdegang und die unglaublich ſchwierigen Verhältniſſe, unter denen
das Adreßbuch zuſtande kam, ſchilderte, kam man zu dem Beſchluß, eine
Erklärung in den Tageszeitungen zu veröffentlichen, die nicht den Zweck
haben ſoll. die berechtigten Klagen ob der Fehler, die in dieſem
Nach=
ſchlagewerk zutage getreten ſind, zu beſchönigen, von der aber erhofft
— Der Verein für das Deutſchtum im Ausland, der es ſich zur Auf= wird, daß ſie eine beruhigende Wirkung auf die Darmſtädter
Einwohner=
ſchaft ausübt und den Abſatz des in vielen Beziehungen doch ſo
wert=
vollen Nachſchlagewerkes fördern wird. — Sodann entwickelte der
Vor=
ſitzende ein Bild über die Vorarbeiten für die nächſtjährige Darmſtädter
gramm ausgearbeitet ſei. — Weiter wurde feſtgeſtellt, daß die
Beſtre=
bungen des Verkehrs=Vereins wegen Schaffung beſſerer
Verkehrsverhält=
niſſe auf der Eiſenbahn bedeutende Fortſchritte gemacht haben. So wird
z. B. bereits am 3. Dezember ein neues Eilzugspaar von Darmſtadt
nach Mainz eingelegt, das an ſich ſchon eine weſentliche Verbeſſerung
des Verkehrs darſtellt. Außerdem iſt in der nächſten Zeit mit ganz
be=
deutenden Fahrplanverbeſſerungen zu rechnen, die den
Vorkriegsfahr=
plan faſt erreichen.
— Mozart=Verein. In den Bruckner=Feiern dieſes Jahres wurde
hauptſächlich des Symphonikers gedacht. Daß Bruckner als Leiter eines
Männerchors dem Männerchor in gehaltvollen Kompoſitionen dankbare
wird mit dem Landes heaterorcheſter in ſeinem Konzert am 24.
Novem=
des Alters, des Geſchlechts, der Partei und des Glaubens richtet, vollen ber Bruckners „Germanenzug” und das „Hohe Lied” zu Gehör bringen.
Den Tenor=Solo in dem letzten Chor hat Herr Deharde vom
Landes=
theater übernommen. Zum erſten Male werden ferner Kompoſitionen
von S. v. Hausegger vorgetragen werden: „Das Neuweinlied”
„Schmied, Schmerz und der Totenmarſch”. „Das beſte Schickſal” und
eſſante Vortragsfolge ergänzen.
— Muſikverein. Zweites Sonderkonzert. Die Tatſache,
daß auch die auswärtige Preſſe bereits mehrfach auf die Uraufführung
der Beckſchen Kantaten hingewieſen hat (u. a. die Frankfurter Zeitung),
daß ferner Vertreter Frankfurter kultureller Vereine der Veranſtaltung
am Montag im Kleinen Haus beiwohnen werden, beſtätigt deren
Be=
ſonderheit. Möge ſich alſo ein zahlreiches Publikum einfinden um der
Wiederbelebung einer lange vergeſſenen echten Kunſt im Bewußtſein
eines hiſtoriſch bedeutſamen Geſchehniſſes beizuwohnen. Vortrag und
Leitung des Konzerts liegen in den Händen Dr. Bodo Wolfs. Die Soli
werden von Frau Aga Zeh=Landzettel, Hans Höffin und Kammerſänger
— Weihnachtsausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor. Wie in
früheren Jahren, ſo veranſtaltet der Kunſtverein auch in dieſem Jahre
eine Weihnachtsausſtellung für heſſiſche Künſtler (ſiehe Einladung zur
Beſchickung dieſer Ausſtellung im Anzeigenteil). Die Herbſtausſtellung
in der Kunſthalle am Rheintor bleibt bis Ende November geöffnet.
— Reichskurzſchrift. Die beim Gabelsberger Sienographen=Verein
1861 in der Ballonſchule eröfneten Kurſe für Einführung in die
Reichs=
kurzſchrift ſowohl für Stenographiekundige als auch für
Gabelsber=
geraner, die das neue Einheitsſyſtem erlernen wollen, erfreuen ſich eines
außerordentlich ſtarken Beſuchs, ſo daß auf vielſeitigen Wunſch neue
Kurſe eröffnet werden müſſen. Dieſe Kurſe beginnen, wie aus dem
An=
zeigenteil erſichtlich iſt, am Montag, den 17. November, in der
Ballonſchule, 1. Stock, unter Leitung eines älteren, erfahrenen Praktikers.
— Jubiläum. Herr Prokuriſt Hch. Roßler, Leiter der
Spedi=
tions= und Möbeltransport=Abteilung der Firma Alters Möbel= und
Kunſtgewerbehaus G. m. b. H., feierte geſtern ſein Bjähriges
Dienſt=
jubiläum. Dem Jubilar zu Ehren wurde auf ſeinem Bureau eine kleine
würdige Feier abgehalten und ihm hierbei von den Geſchäftsinhabern
ſowie Kollegen und Kolleginnen reichliche Geſchenke überreicht.
* Bei den umfangreichen Diebſtählen in einer hieſigen Großfirma
waren beteiligt eine im Lager beſchäftigte Arbeiterin und 4 Arbeiter der
Firma. Die geſtohlenen Gegenſtände konnten inzwiſchen wieder alle
bei=
gebracht werden.
* Wo bleibt die Siraßenbahn nach Arbeilgen
und Griesheim?
Es iſt ſonderbar, daß zwei ſo dicht bei Darmſtadt gelegene Orte,
wie Arheilgen und Griesheim, ohne jede Straßenbahnverbindung mit
der Landeshauptſtadt ſind. Bekanntlich beſtand bis in die
Inflations=
zeit hinein, als der Betrieb ſich zu koſtſpielig geſtaltete, ein ſehr reger
Verkehr auf der Dampfbahn von und nach dieſen beiden Orten. In
weiten Kreiſen iſt es unverſtändlich, daß die elektriſche Straßenbahm
zwar bis zum Waldfriedhof fährt, aber die Strecke nicht bis Griesheim
ausgebaut wurde. Ebenſo wird die neue Linie der Straßenbahn in der
Frankfurter Straße nur bis zur Firma Merck führen. Unwillkürlich
fragt man ſich: Warum werden dieſe Linien nicht weitergeführt, und
wo ſind die Widerſtände?
Daß die Stadt Darmſtadt der Verkehrsentwickelung kein Hindernis
in den Weg ſtellt, iſt ſelbſtverſtändlich, hatte doch die
Stadtverordneten=
verſammlung in ihrer Sitzung am 3. Auguſt 1922 ihre Zuſtimmung
dazu gegeben, die Dampfbahnſtrecken nach Arheilgen und Griesheim
für elektriſchen Betrieb umzuwandeln. Der Ausbau ſollte noch im
glei=
chen Jahre ſtattfinden, wenn die Gemeinden Arheilgen und Griesheim
zuſtimmten. Es wurde auch beſchloſſen, zur Koſtendeckung den Erlös
aus dem Material der Dampfbahn zu verwenden. Daß aus den
Bahn=
wagen, Lokomotiven uſw., die noch aus der Zeit der „Süddeutſchen”
ſtammten, nicht viel zu erlöſen war, iſt ſelbſtverſtändlich, außerdem ſetzte
bald in verſtärktem Maße die Inflation ein. In den Verhandlungen
mit den beiden Vororten ergab es ſich, daß Arheilgen zuſtimmte,
Gries=
heim aber nicht. Insbeſondere war Griesheim nicht zu bewegen, das
Unternehmen durch ſeinen Beitritt zu unterſtützen, obgleich das
Kreis=
amt und der Bürgermeiſter von Griesheim ſich dafür einſetzten jedoch
der Gemeinderat verhielt ſich in ſeiner Mehrheit ablehnend. Die Heag
war ermächtigt, auch bei einer Ablehnung Griesheims die Straßenbahn
bis zum Hauptfriedhof ſogleich auszubauen und zu betreiben. Nun
aber machten ſich die verhängnisvollen Einwirkungen der Inflation
gel=
tend, und der Darmſtädter Stadtverordnetenverſammlung wurde im
Oktober durch den Beigeordneten Nitzert bekannt gegeben, daß wegen
der hohen Koſten die Umwandlung der beiden Strecken für den Verkehr
der elektriſchen Straßenbahn zurückgeſtellt werden müſſe.
Inzwiſchen haben ſich die Verhältniſſe auf dem Geldmarkt ſoweit
gebeſſert, daß die Koſten für den Ausbau der neuen Linien aufgebracht
werden konnten. Stadtverwaltung und Heag waren rührig; die Bahn
nach dem Hauptfriedhof verkehrt bereits und die Eröffnung der Linie
von der Bismarckſtraße durch die Frankfurter Straße bis zur
Merck=
ſchen Fabrik iſt wohl nur noch eine Frage von einigen Tagen. Bei den
erneuten Verhandlungen mit Griesheim und Arheilgen verharrte
Gries=
heim auf ſeinem früheren ablehnenden Standpunkt; auch Arheilgen iſt.
jetzt nicht mehr für den Anſchluß zu haben. In beiden Orten ſind
zweifellos erhebliche Mehrheiten unter der Bevölkerung, die für die
Verkehrsverbindung mit Darmſtadt durch eine Straßenbahn ſind, denn
ein großer Teil der Arbeiter in beiden Vororten findet nur in
Darm=
ſtadt Beſchäftigung und Verdienſt. Von dem ablehnenden Verhalten
haben ſchließlich beide Orte größere wirtſchaftliche Nachteile als
Darm=
ſtadt. Uebrigens wäre der Koſtenbeitrag der Gemeinden gar nicht ſo
hoch; im weſentlichen hätten ſie wohl eine Zinsgarantie zu leiſten.
Hoffentlich werden die vielen Intereſſenten an der Verkehrsverbindung
die Frage nicht ruhen laſſen.
Bezirksſchöffengericht. Die ſeit 3. Oktober 1924 in
Unterſuchungs=
haft befindliche Val. Metzger Ehefrau, hier, ſteht unter der Anklage,
im September 1924 zu Darmſtadt durch Eigennutz der Unzucht ihrer
Tochter Franziska F. Vorſchub geleiſtet zu haben. Es ſind nur zwei
Zeugen geladen. Die Oeffentlichkeit wird ausgeſchloſſen. Das Urteil
lautet auf Freiſprechung. Da die Tochter der Angeklagten das
Zeugnis verweigert hat, war derſelben die ihr zur Laſt gelegte,
ſtraf=
bare Handlung nicht mit Sicherheit nachzuweiſen. Der erlaſſene
Haft=
befehl wird aufgehoben. Der Vorſitzende bedeutet die Augeklagte, daß
ein Anſpruch auf Entſchädigung für unſchuldig erlittene
Unterſuch=
ungshaft gemäß 8 1 des Reichsgeſetzes vom 14. Juli 1904 nicht in Frage
komme, da immerhin für die Begangenſchaft Verdacht beſtehe.
* Oeffentliche Sammlungen in Darmſtadt
Winter 1924/25.
O
Eintritt
1. Landesmuieum.
(Paradeplatz)
Sonntag 10—1
Mittwoch 11—1
Freitag
11—1
Dienstag 11—1
Donnerst. 11—1
Samstag 11—1
außer Beſuchszeit von 19 Uhr an,
von 1—3 Uhr geſchloſſen
Hochzeitsturm täglich 10—12 3—5 6. Porzellanmuſeum.
(Herrngarten) täglich
Sonntag
Montag 9—1
3—5
11—1
E
geſchloſſen
2. Gewerbemuſeum
(Neckarſtraße)
3. Schloßmuſeum mit
Hohlbeinſcher Madonna
(Reſidenzſchloß)
4, Stadtmuſeum
(Schloßgraben)
7. Jagdſchl. Kranichſtein
frei=
1 Mk.
1
*.
täglich 11—121
Sonntag 11—1
Wie
täglich 11—111
Samstag geſchloſſen
Führung 1.4
Sonntag 11—1
2—4
frei.
0.20 Mk.
tägliche Führungen
Führung u.
Kart durch d.
Hausmeiſter
0.50 Mk.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Kinweiſe auf Anzeigen zu betrachien,
m keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Naturwiſſenſchaftlicher Verein Darmſtadt. Ju
der 322. Sitzung, Dienstag, 18. November, abends 8 Uhr pünktlich, im
Hörſaal des botaniſchen Inſtituts der Techniſchen Hochſchule, ſpricht
Hochſchulafſiſtent Dr. Heil über „Das Leuchten der Pflanzen und
Blitzen der Blüten”. Mit Lichtbildern. Nur für Mitglieder zugänglich.
— „Der Menſch und die Sonne!” Auf dieſen Vortrag von
Paul Iſenfels mit ſeinen mehr als 100 herrlichen Lichtbildern, der heute,
Sonntag, nachmittags 5 Uhr pünktlich, im Mathildenhöhſaal beginnt,
ſei nochmals hingewieſen. Der Vortrag wird jedem Freund von Sport
und Spiel, jedem Erzieher und vor allem der reiferen Jugend viel
Neues ſagen. Iſenfels, der als glänzender Redner bekannte Freund
und Mitarbeiter Surens, verſteigt ſich nicht in leere Phraſen und
Schön=
rederei, ſondern ſpricht als gereifter Mann aus Erfahrung und Praxis.
Eine gleichmäßige Durchbildung des männlichen wie des weiblichen
Kör=
pers iſt von unendlichem Wert für Erhaltung von Geſundheit und
Jugendfriſche; vor allem kann Gymnaſtik, mit dem rechten Ernſt unter
geeigneter Führung betrieben, die Grundlage einer feſten ſittlichen
Lebensanſchauung ſein. In vorbildlicher Weiſe hat Suren in der
Heeresſchule für Leibesübungen gewirkt, der von ſeinen Leuten ſagen
konnte: „Dieſe Körper, von einem feſten Charakter beherrſcht geben
Gewißheit für eine beſſere Zukunft.” — Karten ſind noch an der
Abend=
kaſſe zu 1 Mk. zu haben, Karten zu 50 Pf. für Verbände, ſoweit
Vor=
rat reicht.
— Die Kleiderſchau der Nürnberger Werkſtätte
ſ. Anz.) erſtrebt die Förderung einer geſunden und ſchönen, dem
deut=
ſchen Weſen entſprechenden Frauenkleidung bei Anlehnung an die
je=
weilige Mode; ſie erzieht zur Geſchmacksbildung und Materialkenntnis
der Frauen aller Kreiſe, um ſie urteilsſicher gegen Schundware und
Modctorheiten zu machen. Allen Freunden und heranwachſenden
Töch=
tern ſei die Vorführung empfohlen.
von der einfachsten bis zur feinsten Ausführung
den
reichhaltiger Auswahl
ück von Mk. 0.80 an bei
M. Kattler, Barmstadt
Rheinstz. 3
15404
Rheinstr. 3
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Aus Heſſen.
* Die Gräflich Erbach’ſchen Keramiſchen
Werkſtätten in Erbach i. O.
Den Wanderer, der vom Bahnhof Erbach i. O. in die Stadt geht,
führt ſein Weg an den Gräflich Erbachſchen Keramiſchen Werkſtätten
vorbei. Das freundlich und ſauber gehaltene Gebäude, das an ſeiner
Straßenſeite den Namen und das Zeichen der Fma — zwei
verſchlun=
gene E mit der Fürſtenkrone — trägt, füllt jedem Beſucher ſofort in die
Augen.
Durch das Hoftor treten wir ein. Der Beſitzer, Graf Konrad zu
Erbach=Erbach, hat uns freundlicherweiſe die Beſichtigung geſtattet. Gleich
rechts iſt die große Maſſemühle. In zwei mächtigen Trommelmühlen,
getrieben von dem Benzſchen Dieſelmotor, der im Keller emſig arbeitet,
wird die Maſſe durch Flintſteine unaufhörlich gemahlen. Früher
weich=
ten die Töpfer ihren Ton e.n und traten ihn barfuß ſolange, bis er weich
war. Heute ſchaltet die Maſchine die menſchliche Kraft aus und miſcht
und mahlt die Tone viel beſſer, als dieſe es vermochte. Nachdem der
Ton gemahlen iſt, wird er in die Rührbecken abgelaſſen, und zwar durch
Schüttelſiebe, die in lauten harten Tönen ſich bemerkbar machen und die
letzten harten Rückſtände der Maſſe zurückbehalten. Von dort aus wird
ſie mittels einer großen Pumpe in die Filtrierpreſſe gedrückt. Hier
wird die Maſſe durch Tücher gepreßt und vom Waſſer geſchieden. Die
runden Kuchen, die übrig bleiben, werden dann noch durch den
Ton=
ſchneider geſchickt, um als fertige Maſſe in die Dreherei zu wandern.
Wir begleiten ſie dorthin.
An langen Tiſchen ſtehen dort die Arbeiter und formen Teller,
Taſſen, Krüge, Bierkrüge, Aſchenſchalen uſw. Da die Gipsformen, in
denen dieſe Gegenſtände geformt werden, alle gleich ſind, ſo ſind die
Ge=
ſchirre auch alle gleich. Die Henkel für die Taſſen, Bierkrüge uſw.
wer=
den alle beſonders hergeſtellt und nachträglich angarniert. Dieſe
An=
ſetzarbeiten ſieht man auch bei den Figuren, die oft aus einer ganzen
Reihe von Teilen beſtehen. Ein Elefant iſt gerade in Arbeit. Aus
vie=
len Stücken wird er zuſammengeſetzt, verputzt, um ſpäter als ein Ganzes
das Auge ſeines Käufers zu erfreuen. Nben der Maſchinendreherei
be=
findet ſich die Kunſttöpferei. Ein Arbeiter dreht Puppengeſchirr. Ob
die Kinder, deren Eltern es für ſie bei Faix, Olitzſch oder Zetzſchke in
Darmſtadt kaufen, ahnen, wo es herkommt? Nebendran dreht ein junger
Töpfer Leuchter, Vaſen, Teller uſw. alles aus freier Hand.
Stunden=
lang könnte man den geſchickten Händen zuſehen, aber wir müſſen weiter
in die Gießerei.
In Gipsformen, die meiſt aus drei Teilen — den beiden
Seiten=
teilen und dem Boden — beſtehen, wird eine breiige Maſſe eingegoſſen.
Der Gips iſt porös und ſaugt das Waſſer aus. Haben die Wände des
zu gießenden Gefäßes eine genügende Stärke erreicht, dann wird der Reſt
der Maſſe ausgegoſſen, die Form trocknet aus und die Kaffee=, Teekanne
oder der Sahnegießer, die Vaſe, je nachdem, iſt fertig.
Von der Gießerei geht’s in die Malerei. Hier haben die Künſtler
ihr Reich. Mit dem Pinſel und dem Malhorn tragen ſie die Farbe auf.
Ganz einfache Malereien, die Kunſt der alten Odempälder Töpfer ſehen
wir hier neben der feinen Malerei auf Fayencen. Krüge, Teller, Doſen,
Tabak=, Biskuittöpfe mit prachtvollen Figuren, Tieren, ja ſogar
Jagd=
ſzenen werden da bemalt. Wahrlich, wir hätten nicht gedacht, daß ſich
hinter der einfachen Inſchrift der Firma ſoviel Kunſt verbirgt. S.
Von der Malerei kommen die Geſchirre in den Ofen, ſie werden erſt
einmal vorgebrannt oder geſchrüht, wie der Fachmann das nennt. Nach
dem Schrühbrande werden die Waren glaſiert. In mächtige Kübel wird
jedes Stück einzeln getaucht, um auch ganz mit der Glaſur überzogen
zu ſein. Der Laie ahnt nicht, wieviel Verſuche notwendig ſind, um für
jede einzelne Maſſe eine paſſende Glaſur zu finden.
Aus dem Glaſierraum kommen die Geſchirre wieder in den Ofen.
Damit ſie beim Brennen unten nicht anhängen, muß erſt der Boden
ſorgfältig wieder von Glaſur gereinigt werden. Der große Rundofen
wird gerade gefüllt. Die einzelnen Geſchirre werden in ſogen. Kapſeln
verbracht, die verſchieden groß ſind, und zu mächtigen Stößen bis an
die Decke des Ofens aufgetürmt werden.
Das Brennen muß wohl der ſchwierigſte Prozeß der ganzen
Fa=
brikation ſein, auf ihn kommt alles an. Nachdem der Ofen ganz mit
Kapſeln gefüllt iſt, wird er zugemauert. Nur an vier Seiten ſind kleine
verſchließbare Gucklöcher. Da wir über Nacht in Erbach bleiben, gehen
wir abends noch einmal in die „Keramiſche” wie die Erbacher ſagen.
Behagliche Wärme empfängt uns im Brennhaus. Der Ofen iſt in
voll=
ſter Glut. Unſer freundlicher Begleiter vom Morgen iſt auch zur Stelle.
Er öffnet uns ein Guckloch. Als ich hineinſchauen will, fahre ich zurück,
ſolch eine heiße Glut ſchlägt mir entgegen. Nun ſchaue ich ein wenig
vorſichtiger. Inwendig iſt alles in roter Glut. 20—30 Stunden dauere
pft ſolch ein Brand, bis die nötige Temperatur erreicht ſei. Unſer
Be=
gleiter teilt uns mit, daß man ſehr vorſichtig brennen müſſe, damit ſich
nicht Rauch entwickle, die Ware rußig werde, oder daß durch zu ſchnelles
Feuer und frühzeitige Glut gar das G=ſchirr ſpringt. Dann wird eine
Probe gezogen, d. h. ein Stück wird durch ein größeres Loch
heraus=
genommen, um die Glaſur zu prüfen. Befriedigt die Probe, dann wird
das Feuern abgeſtellt. Sowie der Ofen abgekühlt iſt, wird er geöffnet.
Die Geſchirre ſeien aber immer noch ſo heiß, daß ſie nur mit Lappen
angefaßt werden könnten. Unſer Führer erzählt uns, daß es für ihn
immer ein Feſt ſei, wenn er einen gebrannten Ofen öffnen laſſe. Oft
ſeien die Stücke durch den Brand viel ſchöner, als man ſich vorher vor=
zuſtellen gewagt hätte.
Die aus dem Ofen genommene Ware wird ins Lager gebracht,
ſor=
tiert, verpackt und in aller Hernen Länder verſandt. Gerade jetzt zu
Weihnachten ſei die Nachfrage recht groß. Auch wir in Darmſtadt haben
eine Verkaufsſtelle der Gräflich Erbachſchen Keramiſchen Werkſtätten, und
zwar bei Louis Noack Nachf. in der Eliſabethenſtraße, die gerade in
dieſen Tagen in ihren Schaufenſtern eine Ausſtellung der Erbacher
Er=
zeugniſſe veranſtaltet.
A Pfungſtadt, 15. Nov. Das Männerquartett beging am
Sonntag in Geſtalt eines einfachen, aber künſtleriſch hochſtehenden
Kon=
zerts ſein 50jähriges B ſtehen. Den älteſten Mitgliedern, den Herren
P. Hofmann und W. Wacker, wurden wertvolle Anerkennungstafeln
überreicht. Die Darbietungen des Vereins ſowie des zu Gaſte
weilen=
den Heidelberger Doppelquartetts und nicht zuletzt die Leiſtungen einiger
Soliſten fanden den ungeteilten Beifall des Publikums.
— Ober=Ramſtadt, 16. Nob. Auf den heute Sonntag im „Löwen”
ſtattfindenden heiteren Vortrags= und Unterhaltungsabend des
Schau=
ſpielers Hellborn ſeien nochmals alle Mitglieder und Freunde des
Oden=
waldklubs hingewieſen.
8 Michelſtadt. 15. Nov. Soziale Fürſorge. Der
Gemeinde=
rat hat 800 Mark für die Sozial= und Kleinrentner bewilligt, die zur
Einkellerung von Wintervorräten bewilligt werden ſollen. Den gleichen
Betrag hat die Kreisfürſorgeſtelle Erbach zur Verfügung geſtellt.
Sonntag, den 16. November 1924.
Nummer 319.
2 Aus dem Odentualde, 14. Nob. Der von Worms in den
Oden=
wald zugewanderte 24jährige Kaufmann Bruno Scheller, aus Berlin
verübte in der Nähe der Roten Hütte am Hirſchkopf mittels Revolvers
einen Selbſtmordverſuch, indem er ſich eine ſchwere Schußwunde im
Unterleib beibrachte. Das Motiv war große Not wegen
Stellungsloſig=
keit. Die ſofort benachrichtigte Freiwillige Sanitätskolonne überführte
den Schwerderletzten ins Weinheimer Städtiſche Krankenhaus.
Heppenheim (Bergſtr.), 15. Nov. (Bürgermeiſterwahl.)
Iu der vorgeſtrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der 1.
Bei=
geordnete der Stadt Siegburg, Herr Schiffers, zum Bürgermeiſter der
Stadt Heppenheim gewählt. Bei der Wahl der Beigeordneten erhielt
im erſten Wahlgang Prof. Rupp (Zentr.) 14 Stimmen, 7 Zettel wurden
unbeſchrieben abgegeben. Im zweiten Wahlgang fielen 19 Stimmen
auf den der wirtſchaftlichen Vereinigung angehörenden Landwirt Joh.
Wuttendorf und 2 Stimmen auf Prof. Nupp. Zu dem heißumſtrittenen
dritten Vorſchlag hatte die Demokratiſche Partei auf Anregung für den
Cüzelhandel und der Gewerbtreibenden den Buchdruckereibeſitzer Guſtav
Stto (Demokr.), die Deutſche Volkspartei, die Sozialdemokraten und der
Bürgerverein den gleichfalls der Demokratiſchen Partei zugehörigen
Regierungsrat Schneider und die Kommuniſten den Lederarbeiter Otto
Kraſtel vorgeſchlagen. Es erhielten. Otto 12 Stimmen, Schneider 6
Stimmen und Kraſtel 3 Stimmen. Die Herren Prof. Rupp, Wattendorf
und Otto ſind hiermit zu Beigeordneten gewählt worden.
* Heppenheim (Bergſtr.) 15. Nov. Die Beſtrebungen der
Reichs=
regierung hinſichtlich der Preisſenkung findet bei den hieſigen Metzgern
volles Verſtändnis. Sie haben innerhalb weniger Tage den Preis von
erſtklaſſigem Rindfleiſch zuerſt auf 80 Pfg. dann auf 70 Pfg. und
ſchließ=
lich auf 60 Pfg. herabgeſetzt. Warum geht’s denn jetzt?
— Heute —
Sonntag, 16. November
Vollständig neuer Spielplan im
Orpheum
Gastspiel der russischen Kleinkunstbühne
„Das Karussel‟
sowie ein erstklassiger Varieté-Teil
* Von der Bergſtraße 14. Nov. Lebensmüde. Auf dem
Bahn=
hofe in Ladenburg wurde die 35 Jahre alte Frau Schreckenberger vom
Zuge überfahren und morgens tot aufgefunden. Ob hier ein Unglück
vorliegt oder der Tod freiwillig geſucht wurde, wird die eingeleitete
Unterſuchung klarſtellen.
* Gernsheim, 15. Nov. Ein bedauerlicher Unglücksfall
ereig=
nete ſich in der Nähe der Zuckerfabrik Frankenthal (Fabrik Gernsheim),
indem ein junger Mann unter die Räder eines ſchwer mit
Zucker=
rüben beladenen Wagens geriet. Ein Bein wurde ſchwer verletzt. —
Der Kirchengeſangd rein Cäcilia hielt im Gaſthaus Geſchwiſter
Strohmeyer eine gutbeſuchte außerordentliche Generalverſammlung ab.
Punkt 1 der Tagesordnung: Rechnungsablage ür 1923, fand raſche
Er=
ledigung. Ein kleines Aktivvermögen iſt noch vorhanden. Zu Punkt 2:
Dirigentenfrage, bedurfte es keiner weiteren Erörterungen mehr,
nach=
dem der Dirigent, Herr Lehrer Jung, die Dirigentſchaft mittlerweile
niedergelegt hat. Worte der Anelkennung und d.8 Dankes für die von
Herrn Jung geleiſteten Dienſte im Intereſſe der guten Sache wurden
ſeitens des Vorſtandes ausgeſprochen. Unter Punkt Verſchi denes kam
die Abhaltung eines Familienabends zur Sprache. Als geeigneten
Zeit=
punkt wählte man den Monat Januar. Neben Chorgeſängen und
Ein=
zelvorträgen, ſollen heitere Theaterſtückchen die Beſucher erfreuen. Im
großen und ganzen nahm die Verſammlung einen guten Verlauf. —
In den 1830er und 1840er Jahren wanderten ein Peter Anton und
Sebaſtian Eſſelbach, Söhne von Peter Eſſelbach und Ehefrau
Barbara, geb. Schneider, von hier nach Böhmen aus und legten den
Grundſtein zu der heute in Gablonz (Böhmen) gut entwick=lten
Tuch=
induſtrie. Der Reichenberg=Gablonzer Induſtrieverband beabſichtigt, eine
induſtrielle Heimatkunde herauszugeben und dabei den Pionieren, wie
die beiden Obengenannten dort genannt werden, zu gedenken. — Das
Hochwaſſer hatte in hieſiger Gemarkung eine Fläche von 230 Hektar
überſchwemmt, und zwar vornehmlich mit Zucker=Futterrüben und
Rog=
geneinſaat beſtellte Grundſtücke.
* Viernheim, 14. Nov. Lieb Vaterland magſt ruhig
ſein! Die hieſigen Volksſchulklaſſen wachſen wie Pilze aus der Erde,
und haben bereits die Zahl 40 erreicht, während ma nur über
32 Klaſſenſäle zu verfügen hat. Trotzdem es ſehr erwünſcht wäre, für
dieſe vielen Schülerklaſſen eine Turnhalle zu beſitzen, muß man vorläufig
davon abſehen, da man vor allen Dingen, daran denken muß, neue
Klaſſenſäle zu erbauen, um die acht fliegenden Volksſchulklaſſen und die
noch zwei fliegenden Fortbildungsſchulklaſſen unterzubringen.
Viern=
heim hatte in 1910 noch 8500 Einwohner mit 28 Schulklaſſen, heute hat
es etwa 12500 Einwohner und 40 Schulklaſſen. Daß die große
Ge=
meinde Viernheim noch keine Turnhalle beſitzt, dürfte im ganzen
Heſſen=
lande einzig daſtehen.
* Aus dem Neckartal, 14. Nov. Kulturhiſtoriſches
Bau=
denkmal. Bei in der Gemarkung Neckarſteinach vorgenommenen
Grundarbeiten wurde das alte Judenbad freigelegt. Das Bad,
ein etwa 6 Meter tiefes, unterirdiſches, maſſiv gebautes Gewölbe, iſt
durch einen Kanal mit dem nahen Neckar verbunden, wodurch der
rituel=
len Forderung des Badens in fließendem Waſſer Rechnung getragen
war. Es wäre zu wünſchen, daß das Gewölbe, als Wahrzeichen einer
vergangenen Zeit, erhalten bliebe und unter Denkmalſchutz geſtellt würde.
8 Langen, 15. Nov Finanzamt. Zum Chef des hieſigen
Finanzamtes und der Finanzkaſſe wurde Herr Regierungsrat Platz
ernannt. Herr K. Platz iſt ein Sohn des ehemaligen hieſigen
Poſtmei=
ſters Platz.
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Geschäftszeit: 8!),—7 Uhr durchgehend.
(15346
Mörfelben, 15. Nob. Schulſtreik. Anläßlich der
Zwangsven=
ſionierung mit ſofortiger Beurlaubung des freireligöſen Lehrers
Kling=
ler durch das Landesamt für das Bildungsweſen fanden am Montag
ſowie am Mittwoch abend je zwei überfüllte Bürgerverſammlungen ſtatt,
die zu dem Fall Klingler Stellung nahmen und ſich mit den zu
treffen=
den Gegenmaßnahmen beſchäftigten. So wurde ſchon am Montag abend
aus den Verſammlungen heraus ſtürmiſch der Schulſtreik verlangt, doch
beſchloß man vorerſt, am Mittwoch eine aus drei Mann beſtehende
De=
putation nach Darmſtadt zu entſenden, die mit dem Landesamt für das
Bildungsweſen Rückſprache pflog zwecks Rückgängigmachung der
Maß=
nahmen gegen Klingler. Die Deputation konnte jedoch nichts erreichen,
da das Landesamt unter dem Vorſitz des Miniſterialdirektors Urſtadt
erklärte, Klingler ſei auf Grund der vorliegenden Akten als Lehrer und
Erzieher in Mörfelden unmöglich und an den getroffenen Maßnahmen
nichts mehr zu ändern. Nach B.kanntgabe dieſes Ergebniſſes durch die
Deputation in den beiden Bürgerverſammlungen am Mittwoch abend,
in denen ungefähr 1200 Perſonen anweſend waren, wurde der
Schul=
ſtreik für Donnerstag bei zwei Stimmenenthaltung beſchloſſen und eine
Streik= oder Abwehrkommiſſion von 6 Mann gewählt.
+ Groß=Gerau, 15. Nov. Arbeitsmarkt. Die Geſamtzahl der
unterſtützten Erwerbsloſen beträgt gegenwärtig 123, davon 15 Frauen.
2 Offenbach, 15. Nov. Es gibt wohl keine Stadt in Heſſen, in der
ſich die kommuniſtiſche Jugend ſo breit als hier macht. Zuerſt
ſtand der Kommuniſtiſchen Partei die Turnhalle einer ſtädtiſchen Schule
für die Beeinfluſſung der Jugend in ihrem Sinne zur Verfügung.
Sie mißbrauchte, das Gaſtrecht, das ihr die Stadt gewährte, indem
ſie bei den abendlichen Verſammlungen ihrer Jugend ein Flugblatt
ver=
breitete, das ſich gegen die Schule und die Lehrerſchaft richtete. Der
zuſtändige Schulvorſtand entzog ihr deshalb die Turnhalle. Von der
ſtädtiſchen Verwaltung wurde ihr dann ein anderer Naum überlaſſen,
da die Partei doch ein Recht habe, ihre „Ideale” unter der Jugend
zu pflegen. Der Jugend iſt neuerdings wieder unterſagt worden, ſich
bei den bevorſtehenden Wahlen in den Dienſt, der Parteien zu ſtellen.
Die kommuniſtiſche Jugend ſtört ſich daran nicht. Sie hat mit
der verbotenen Tätigkeit bereits begonnen. Unter Vorantragen einer
roten Fahne zog ſie erſt vorgeſtern abend um neun Uhr,
kom=
muniſtiſche Lieder ſingend, in zwei Abteilungen durch die Straßen
der Stadt. Die Polizei iſt ſtaatlich. Es wäre deshalb an der Zeit,
daß Vater Staat etwas mehr auf die nächtlichen Umzüge der
komumniſti=
ſchen Jugend achtete, zumal man unter den Sängern mit Beſtimmtheit
die Stimmen von ſchulpflichtigen Kindern, mögen es nun
Volks=
oder Fortbildungsſchüler geweſen ſein heraushören konnte. Dieſe
Kin=
der gehören um dieſe Zeit zu Bett, ſind aber nicht berechtigt, durch ihren
Geſang die Nuhe der übrigen Kinder, der Kranken oder auch der
ſonſtigen Bewohner zu ſtören.
* Offenbach, 15. Nov. Die Wahlbewegung kommt hier
all=
mählich in Fluß. In dieſer Woche finden bereits Verſammlungen der
Sozialiſten und Kommuniſten ſtatt. Für die
Demokta=
ten ſpricht heute abend Oberbürgermeiſter Luppe aus Nürnberg. Die
Sozialdemokraten hatten ſich als Redner den preußiſchen
Miniſter Severing verſchrieben. Sie erhoben ein Eintrittsgeld von
50 Pfennig. Die Kommuniſten warfen daraufhin den Brüdern von
rechts vor, ſie wollten durch das für einen Arbeiter unerſchwingliche
Eintrittsgeld das „arbeitende Volk” von dem Beſuche der
ſozial=
demokratiſchen Verſammlung abhalten. Die Sozialdemokraten mußten
kürzlich auf Wunſch der bürgerlichen Parteien den Spruch:
Proletarier aller Länder vereinigt euch!” aus dem
Saalbau entfernen, da die Konzertgeſellſchaft ſonſt nicht
den Saal für ihre Konzerte benutzt hätte. Für die Herrichtung des
Saal=
baues als Konzertſaal erhielt, aber das Gewerkſchaftskartell von der
Stadt ein zinsloſes Darlehen von 30 000 Goldmark auf
fünf=
zehn Jahre. Die Kommuniſten behaupten nun boshafterweiſe,
die Sozialdemokraten würden während ihrer Verſammlungen den
Spruch vorübergehend wieder anbringen. Die Demokraten ſuchen
in einer großen Zeitungsanzeige zu beweiſen, daß die Flucht aus ihren
Reihen nur eine irreführende Ausſtreuung der rechtsſtehenden Parteien
ſei. Die Deutſchnationalen leiten ihre Tätigkeit mit kleinen
„Knallerbſen” in der Preſſe ein, womit ſie die Wähler auf die
Vorzüge ihrer Partei aufmerkſam machen.
I Offenbach 15. Nov. Selbſtmord. Im Bett erſchoſſen hat
ſich hier ein 22 Jahre alter Mann. Man nimmt an, daß der junge
Mann aus Liebeskummer in den Tod gegangen iſt.
* Trebur, 15. Nov. Nachdem nun die Reichskurzſchrift eingeführt
iſt, hat der hieſige Stenographenverein Gabelsberger beſchloſſen, den
Unterricht nach der neuen Schule einzuſtellen und in der nächſten Zeit
einen Anfängerkurſus abzuhalten. — Die Wählerliſten zur Reichs= und
Landtagswvahl liegen vom 16. bis 23. November auf der Bürgermeiſterei
offen. An Sonntagen von vorm. 9½—1 Uhr nachm. Einwendungen
können während dieſer Zeit dortſelbſt gemacht werden.
* Biſchofsheim a. Rh., 15. Nov. Neue Kirchenglocker.Die
hieſige Ev. Kirchengemeinde hat drei neue Glocken erhalten.
* Gießen, 15. Nov. Die Erſatzglocke für die im Kriege
eingeſchmol=
zene Glocken im Kölner Dom paſſierte heute den hieſigen Bahnhof.
Zahlreiche Zuſchauer fanden ſich auf dem Bahnhof ein, um die
Rieſen=
glocke zu beſichtigen; das Gewicht beträgt 450 Zentner. Herſteller iſt
Firma Glockengießerei Gebr. Ulrich in Apolda (Thüringen). Zahlreiche
Hadten, nacheu, die Stchterpoglung des — Hotel. Deutſche
Haus” für 45 000 Mark von der Nationalbank käuflich erworben hat.
Der Saal ſoll einen Anbau erhalten und zu einem großen Feſtſaal mit
Bühne erweitert werden. Als Verſammlungslokal und zu
Theater=
zwecken wird er ſich vorzüglich eignen. Auch der Turnverein hat die
Turnhalle durch eine Bühne vergrößert, ſodaß nunmehr zwei große
Lokale zur Verfügung ſtehen.
* Vogelsberg, 15. Nov. Neu erwachender Sparſinn.
Allenthalben wird von der Landbevölkerung trotz der ſchweren Zeit
wieder geſpart. In Lauterbach wurden in die Bezirksſparkaſſe
allein in den Monaten September und Ok. ober 100 000 Mark eingelegt,
es ſind faſt durchweg kleine Sparer. Auch in Nidda und Umgegend
hat ſich der Sparſinn erheblich gebeſſert, es wurden 500 neue
Einlage=
bücher ausgeſtellt und 80 000 Mark eingezahlt. Im Kreie Schotten
haben Behörden und Schulen den Sparſinn neu angeregt. Aehnlich
vie in Lauterbach ſteht die Sache in Alsfeld. Dadurch ſind die Kaſſen
in die Lage verſetzt. Darlehensgeſuche befriedigen zu können. Die
Bau=
tätigkeit kann dadurch gehoben werden.
Byröde und rote Haut
Aufſpringen der Hände und des Geſichts, Wundſein und unreinen Teint
beſeitigt
Dieſes bewährte Haut=”
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Schon ſeit vielen Jahren, immer mehr anerkannt, ſicher und unaufhaltſam, bahnbrechend mit ſiets
ſieigen=
dem, herrlichem Erfolg, wirkt unſere hervorragend ſolide, erſiklaſſiſche Herren= und Knabenkleidung an
immer größeren Maſſen von Menſchen, die mit ihr genau ſo ſchön und gut, wie mit den ſchönſien
Maßſücken für einen Bruchteil des Geldes bekleidet ſind. Geringe Waren führen wir grundſätzlich nicht.
Goiden
Rieſen=Auswahl
Große helle
Verkaufsräume
Grafenſtr. 23=
Drmſtädt
Rummer 819.
Sonntag, den 16. November 1924
Seite 9
Die Stuttgarter Tagung
des Südweſideutſchen Kanalbereins.
Stuttgart, den 14. Nov.
Zum erſten Male ſeit drei Jahren hielt heute der
Südweſt=
deutſche Kanalverein fur Rhein, Donau und Neckau
e. V. wieder ſeine Mitgliederverſammlung im Stuttgarter Handelshof,
deſſen ſchöner Feſtſaal dicht gefüllt war. Der Wichtigkeit der Tagung
entſprechend, hatten Reich, Länder, Gemeinden und wirtſchaftliche
Kor=
prrationen ihre Vertreter entſandt. Neben den Mitgliedern der
würt=
ten=bergiſchen Regierung bemerkt man Geheimrat Konigs vom
Reichs=
verkehrsminiſterium, Oberbaurat Alteher vom badiſchen
Finanzminiſte=
rium, Baurat Kölle von der Frankfurter Handelskammer. Die
Ver=
handlungen werden eröffnet vom Vorſitzenden Geheimrat Dr.=Ing.
Bruckmann (Heilbronn), der in ſeinen einleitenden Worten zunachſt
das Gedächtnis der verſtorbenen Mitglieder ehrt und dunn den
Vertre=
tern des Reichs und der Länder für ihre Mitarbeit dankt. Nur ſo ſei
es möglich geweſen, in ſchwerer Zeit durchzuhalten. Nun aber frehe der
Verein organiſatoriſch und finanziell feſtgegründet da, bereit zu ſeinen
neuen Aufgaben. Wie ſehr dieſe an Umfang und Bedeutung
zugenom=
men haben, das zeigen die Dawes=Geſetze. Gerade Südweſtdeutſchland,
fern von Kohle und Erz und den großen Hafenplätzen, ſtehe vor der
un=
bedingten Notwendigkeit, die Verkehrswege zu verbilligen. Dazu
brauche man vor allem den Ausbau der Waſſerſtraßen. Baden, Heſſen
und Württemberg müſſen alſo die Verbindung zwiſchen Rhein und Donau
über den Neckar ausbauen. Man habe die Arbeit aufgenommen, zunächſt
mit dem Zweck, die Kraftwerke zu errichſten, die Erſatz für die Kohle
ſchaffen. Die Zukunft werde aber das Waſſerverkehrsnetz bringen, das
Nordſee und Schwarzes Meer, Nordſee und Mittelmeer durch
Binnen=
waſſerſtraßen verbinden werde. Möge das auch Zukunftspolitik ſein,
gerade jetzt ſei der Zeitpunkt, die Wichtigkeit dieſer Pläne zu betonen
und in dieſer Erkenntnis den durch die Inflation verzögerten Bau des
Neckarkanals, wenn auch etappenweiſe, fortzuführen. Dabei kann und
darf es ſich aber nicht um einen Stichkanal von Mannheim bis Heilbronn
handeln. Das Werk muß weitergeführt werden. Gerade weil uns durch
die Dawes=Geſetze die volle Einwirkung auf die Reichsbahnen entzogen
iſt, müſſen wir ein Verkehrsgebiet haben, wo wir ſouverän ſind: die
deut=
ſchen Waſſerſtraßen. Dabei muß geſorgt werden, daß Südweſtdeutſchland
nicht ausgeſchaltet wird durch die Kanalpläne Bayerns. Der Redner
ſchließt mit der Mahnung, aus der letzten Zeppelinfahrt möge der
Kanal=
verein lernen, für ſein keineswegs phantaſtiſches, ſondern überaus reales,
wirtſchaftlich notwendiges Arbeitsziel energiſch einzutreten. (Lebhafter
Beifall.)
Den Geſchäftsbericht gab G. Stotz, den
Rechenſchafts=
bericht Direktor Helbing, der ſich durch ſeine K.iſſenführung beſondere
Verdienſte erworben hat. Als Kaſſenprüfer werden gewählt: Dr. Bartſch
(Nauheim) und Oberbaurat Feuchtinger (Ulm). Die Einnahmen
betra=
gen für das laufende Jahr 29 600 Mk. Vom Vereinsvermögen ſind noch
10000 Mk. erhalten. Die Beiträge ſind nun folgendermaßen
feſtge=
ſetzt: Einzelperſon 10 Mk., kleine Firmen 30 Mk., größere Firmen und
Behörden 60 Mk., Gemeinden bis 3000 Einwohner 25 Mk., bis 15000 150
Mk., bis 20 000 200 Mk., bis 100 000 Mk. 1000 Mk., über 100 000 für je
1000 Einwohner 5 Mk. Dabei iſt dann mit einer Jahreseinnahme von
28 000 Mk. zu rechnen.
Vorſtand und Ausſchuß wurde durch Zuruf wiedergewählt. Für das
nächſte Jahr iſt vor allem eine Beteiligung an der Deutſchen
Verkehrs=
ausſtellung in München geplant, wofür 5000 Mk. angeſetzt werden. Zum
Schluſſe nurde einſtimmig eine Entſchließung angenommen, welche
die Regierungen und Volksvertretungen des Reichs und der Länder
Ba=
den, Heſſen und Württemberg bittet, „mit aller Eenergie ſo raſch als
möglich und ohne Unterbrechung den begonnenen Ausbau der
Neckar=
waſſerſtraße vom Rhein zur Donau durchzuführen‟ Die Begründung
erfolgt ganz im Sinne der Rede Bruckmanns. Weiter wendet ſich die
Entſchließung an die Regierungen und Volksvertretungen Badens,
Heſſens und Württembergs mit der dringenden Bitte, eine Beteiligung
an der Finanzierung der Kanalbauten nicht zu verweigern, wenn die
Reichsregierung weitere Mittel zum Ausbau der Neckarwaſſerſtraße zur
Verfügung ſtellt unter der Bedingung, daß auch die Neckaruferſtagten ſich
entſprechend an der Finanzierung beteiligen. „Ein ablehnender Beſchluß
könnte für die Entwicklung des ſüdweſtdeutſchen Wirtſchaftslebens die
verhüngnisvollſten Folgen haben, wie auch ein ſolcher Beſchluß in weiten
Kreiſen der ſüdweſtdeutſchen Bevölkerung und darüber hinaus kein
Verſtändnis finden würde‟.
Nach dieſer Entſchließung wurde noch ein Antrag des Ausſchuſſes
angenommen, der den Aufgaben des Kanalvereins auch die Unterſtützung
des Ausbaues von Waſſerkräften zuweiſt, die der Verbindung Rhein=
Neckar=Donau und Ulm=Bodenſee ſowie dem Großſchiffahrtsweg der
Donau bei Ulm dienen.
Als Ort für die nächſte Mitgliederverſammlung wurde U Im gewählt.
Kurz nach der Mitgliederverſammlung fand die öffentliche
Verſammlung ſtatt. Wie groß das Intereſſe an den Kanalplanen
iſt, zeigte von neuem der ſtarke Beſuch dieſer Verſammlung. Der
würt=
tembergiſche Innenminiſter Bolz überbrachte die Grüße der
Württem=
bergiſchen Regierung und führte dann aus: In wenigen Monaten müſſe
es ſich entſcheiden, ob das hoffnungsvoll begonnene Werk der Schiffahrt
liegen bleibe oder zu Ende geführt werde. Die Verſammlung könne
ge=
ſchichtliche Bedeutung gewinnen, wenn es ihr gelinge, die Bevölkerung der
Neckaruferſtaaten ſo zu beeinfluſſen, und aufzuklären, daß eine
Fort=
ſetzung des Werkes möglich ſei. Geheimrat Konigs vom
Reichsverkehrs=
miniſterium betonte, das Reichswaſſerſtraßenamt unterſtütze lebhaft die
Beſtrebungen des Kanalvereins.
Der nötigen Aufklärung, von der Miniſter Bolz geſprochen hatte,
dienten dann vortrefflich zwei Borträge. Ueber den Stand der
Arbeiten am Neckarkanal ſprach Strombaudirektor Konz,
der als Kenner und Mann der Praxis ein höchſt anſchauliches Bild von
dem wirtſchaftlichen und techniſchen Fragenkomplex des Kanalbaues gab.
Nachdem er die Vorgeſchichte des Unternehmens und ſeine wirtſchaftlichen,
techniſchen und vertraglichen Vorausſetzungen behandelt hatte, gab er,
von guten Lichtbildern unterſtützt, eingehenden Bericht über den
gegen=
wärtigen Stand der Kanalarbeiten. Der Bauentwurf erſtreckt ſich auf
die 212 Km. lange Neckarſtrecke von Mannheim bis Plochingen.
Durch Seitenkanäle und Durchſtiche könnte dieſe Strecke auf 200 Km.
ver=
kürzt werden. Hiervon liegen 40 Prozent auf badiſchem, 7 Prozent auf
heſſiſchem 53 Prozent auf württembergiſchem Gebiet. Die
Aus=
führung der Arbeiten, in der Vorkriegszeit auf 150 Millionen
veran=
ſchlagt, würde bei den jetzigen Lohnſätzen und Materialpreiſen etwa das
1,5fache erfordern. Das Bauprogramm vom Jahre 1921 ſieht für die
Bauzeit von 12 Jahren die Ausführung folgender Stauſtufen vor,
die zu den wirtſchaftlich günſtigſten der ganzen Strecke gehören:
Laden=
burg (jährlicher Kraftgewinn 35,9 Millionen Kilowattſtunden),
Wieb=
lingen (39,7), Neckarſulm (27,0), Horkheim (22,5),
Unter=
türkheim, Obertürkheim, Obereßlingen (10,5). Mit dem Ausbau dieſer
ſieben Stauſtufen werden von den 200 Km. der Geſamtſtraße etwa 60
für die 1200 Tonnen=Schiffahrtsſtraße fertig und damit im Jahre 130
Millionen Kilowattſtunden gewonnen. In der Inflationszeit konnte
zunächſt nur an den Stauſtufen Wieblingen, Neckarſulm, Unter= und
Obereßlingen die Arbeit weitergeführt werden. In Wieblingen ſind
Oberkanalſchleuſe, Kraftwerkgebäude und Unterkanal nahezu fertig. Die
Eiſenbahnbrücke der Debenbahn Mannheim=Heidelberg muß umgebaut
werden. Bei Neckarſulm iſt das neue Neckarbett in Betrieb genommen,
die große Wehrbrücke bis auf zwei Gewölbe fertiggeſtellt, ebenſo die neue
Kammerſchleuſe bei Kochendorf. Bei Untertürkheim und Obertürkheim
ſind Neckarverlegung und die Brückenneubauten fertig. Bei
einiger=
maſen normalem Wetter= und Waſſerſtand können die beiden gro en
Stauſtufen bei Wieblingen und Neckarſulm in den nächſten Monaten
fertig ſein. Die erſehnte Großſchiffahrt auf dem Neckar iſt
jedoch damit noch nicht erobert. So bleibt es wichtigſte Aufgabe der
Neckar=A=G. und der beteiligten Regierungen, die Neckarwafſerſtraße
zunächſt von Mannheim bis Heilbronn für den Verkehr von 1200 Tonnen=
Schiffen auseubauen.
Nach dieſen, mit lebhafteſtem Beifall aufgenommenen Ausführungen
ſprach Regierungsrat Dr. W. Teubert (Potsdam) über „Verkehr
und Ertrag der Neckarwaſferſtraße‟ Er kommt bei
gründlicher Beherrſchung des Zahlenmaterials und der wirtſchaftlich=
tech=
niſchen Bedingungen zu ſehr optimiſtiſchen Schlüſſen, die er auf Grund
der Denkſchrift des Reichsminiſteriums vom Jahre 1920 und ſeiner
eige=
nen Unterſuchungen über die veränderten Kräfteverhältniſſe aufbaut. Auch
dieſer Redner fordert den Neckarausbau von Mannheim bis Plochingen,
wobei er eine jährliche Verzinſung von 6,6 oder 5.8 Prozeit errechnet.
Dazu kommt noch die erhebliche Frachterſparnis, die ſich auch zwiſchen
6 und 8 Prozent bewegen dürfte.
In einem temperamentvollen Schlußwort warb Geheimrat
Bruck=
mann noch einmal für die tatkräftige Fortführung des begonnenen
Kanalwerkes. Die Tagung, auf der viel Wille und feſter Entſchluß
kund=
gegeben wurde, endet mit einer Beſicktigung der Stauwerke Neckarſulm,
Kochendorf und der Hei bronner Hafenbauten.
Das echte Homburger Salz
Wer’s geb aucht, wird Dir’s ſagen —
hilft bei Erkranknn; von Galle, Darm und Magen.
Werlange aber ſtets dis Originalprodukt, hergeſtellt aus dem berühmten
Eliſabethen Brunnen. Heiiquellen G.m b H, Bad Homburg, (7.12864
Reich und Ausland
Rund=Funk=Programm
* Künſtlerhilfe und Weihnachtsliebeswerk.
S. Frankfurt. Die alte Reichsſtadt Frankfurt iſt immer eine
Stadt geweſen, die das Wirken im Dienſte ſozialer Aufgaben für eine
ihrer erſten Pflichten angeſehen hat. Jetzt hat die Frankfurter
Künſt=
lerhilfe ihre Tätigleit beendet, die mit den von der
Stadtverord=
netenverſammlung bewilligten 100 000 Mark notleidende Frankfurter
Künſtler unterſtützt hat. Im ganzen wurden die Arbeiten von 164
Künſt=
lern honoriert und die Kommiſſion hat eine Doppelaufgabe gelöft, indem
ſi ſowohl kunſtfördernd für das Stadtbild, als auch charitativ für den
Frankfurter Künſtlerſtand wirkte. — Für das Frankfurter
Weihnachts=
liebeswerk haben ſich alle ſozialen Vereine und Behörden zu einer
großzügigen und einheitlichen Organifation zuſammengeſchloſſen, damit
die Gebenden nicht durch einen ungeregelten Chor von Bittſtellern und
Sammlern beläſtigt werden und ſich dadurch ganz von der guten Sache
abwenden. So iſt eine einmalige große Sammlung geplant.
* Unſaubere Wahlpropaganda.
S. Frankfurt. In den Wochen vor den Wahlen glauben oft
gerade die Anhänger der extremen Parteien ihrer Sache dadurch zu
nützen, daß ſie die Empfehlungen ihrer Kandidaten an allen möglichen
und unmöglichen Stellen anbringen. Neben der Verſchandelung des
Straßenbildes entſteht oft durch das Beſchmieren mit Farbe ein
mate=
rieller Schaden, der von den Tätern natürlich ohne weiteres zu
er=
ſetzen iſt. Aber auch ſonſt können derartige Propagandiſten zur
Rechen=
ſchaft gezogen werden, was ein ſehr bemerkenswertes Urteil des
Frank=
furter Schöffengerichts zeigt. Ein zur kommuniſtiſchen Partei
gehörender Eiſenbahnaſſiſtent war beim Ankleben eines Hetzplakates
be=
troffen worben. Da nach dem preußiſchen Preſſegeſetz vor Anbringung
von Plakaten die Zuſtimmung der Ortspolizeibehörde eingeholt werden
muß, hatte ſich der Beamte ſtrafbar gemacht und das Schöffengericht
ver=
urteilte ihn zu vier Wochen Gefängnis.
Eifenbahnunglück bei Chemnitz.
Berlin. Der Lok.=Anz. meldet aus Chemnitz, daß der München=
Dresdener Schnellzug vor dem Bahnhof St. Egidien infolge
Ueberfah=
rens des Einfahrtsſignals auf ſechs von einem Güterzug losgelöſte
Wag=
gons auffuhr. Die erſte Vorſpannlokomotive des Schnellzuges ſtürzte
vom Bahndamm, während die zweite Maſchine und der Packwagen auf
das zweite Geleis geworfen wurden. Zwei Perſonen wurden verletzt.
Erdbeben auf Java.
Berlin. Die Voſſ. Ztg. meldet aus dem Haag: Das Büro Anota
meldet, daß am Mittwoch ein ſtarkes Erdbeben in Mittel=Java
ſtattge=
funden hat. Die Amtsgebäude ſind eingeſtürzt.
„Hallo Verlin!“ — Im nächſten Jahr.
Bei der Verwaltung der britiſchen Hauptpoſt wurde von
Geſchäfts=
leuten angeregt, direkte telephoniſche Verbindung zwiſchen Verlin und
London herzuſtellen. Vor einiger Zeit wurde angeküdigt, daß dies in
zwölf Monaten begonnen werden würde, jetzt hofft man jedoch, die
Verbindung ſchon Anfang 1925 fertigzuſtellen.
Es iſt darauf hingewieſen worden, daß man in London mit dem
kleinſten belgiſchen Dorf telephoniſch ſprechen könne, während Geſpräche
mit Berlin und Hamburg unmöglich ſind. Im Savoy=Hotel, in dem
ſich augenblicklich über hundert prominente deutſche Induſtrielle
auf=
halten, erhielt die Telephonzentrale häufig den Auftrag, Berlin
anzu=
rufen; die Gäſte waren ſehr erſtaunt zu hören, daß Berlin keinen
An=
ſchluß hat, obgleich man z. B. mit dem weiter entfernten langweiligen
Genf direkt ſprechen kann.
Die britiſche Poſtverwaltung ſtimmt mit den deutſchen Beſuchern
überein, daß dieſem Zuſtand möglichſt bald abgeholfen werden muß.
Dr. Karl Arnſtein und 12 Ingenieure begeben ſich nach den Vereinigten
Staaten.
TU. Bremen. Dr. Karl Arnſtein, der bekannte Konſtrukteur der
Zeppelinwerft und Miterbauer des „Z. R. 3” wird am Samstag, den 15.
November, an Bord des „George Waſhington‟ Deutſchland verlaſſen, um
ſich nach den Vereinigten Staaten zu begeben. In ſeiner Begleitung
be=
finden ſich 12 Ingenieure des Zeppelinbaues.
Ein Baby Mannequin.
Das jüngſte Mannequin der Welt wurde neulich im Berkeleh=Hotel
gezeigt, wo in einem Privatzimmer eine Modeparade ſtattfand. Dieſes
„Mannequinchen” war ganze 18 Monate alt. Es erſchien mit einem
Fräulein und einer Flaſche, und wenn es an die Reihe kam, ſpazierte es
mitten ins Zimmer hinein und zeigte die neueſte Mode in Babykleidung
während die Muſik Wiegenlieder ſipelte.
Die Berliner Reiſe des bayeriſchen Miniſterpräſidenten.
München, 15. Nov. Die M.=A.=A.=Ztg. meldet zu dem Beſuch
des baheriſcher Miniſterpräſidenten Dr. Held beim Reichskanzler, daß
Dr. Held im großen und ganzen befriedigt zurückgekehrt ſei. Die
Ver=
ordnung des Reichspräſidenten vom 9. November habe nicht den
Haupt=
gecenſtand der Beſprechungen gebildet, ſondern in erſter Linie ſei der
Geſamtfragenkomplex „Bayern und das Reich” erörtert worden. Der
baheriſche Miniſterpräſident werde auch in Zukunft derartige politiſche
Beſuche unternehmen, da er der Ueberzeugung ſei, daß durch perſönliche
Unterredungen manches vermieden werden könne, was bei einem
Noten=
wechſel zu Mißverſtändniſſen und Meinungsverſchiedenheiten führen
könne und tatſächlich auch geführt habe,
Gegen die geplante Ortler=Bahn.
EP. Chur. Die Regierung des Kantons Graubünden hat ſich mit
den Regierungen der anderen oſtſchweizeriſchen Kantone in Verbinßung
geſetzt, um die durch die ſchweizeriſchen Verkehrsintereſſenten geforderte
Gegenaktion gegen die geplante Ortler=Bahn vorzubereiten, die einen
großen Teil des deutſch=italieniſchen Tranſitverkehrs von den
ſchweizeri=
ſchen Linien ablenken würde.
Zug=Zuſammenſtoß in Süditalien.
EP. Rom. Im ſüditalieniſchen Bahnhof Noicattaro ſind infolge
ilſcher Signalſtellung zwei Perſonenzüge zuſammengeſtoßen. 19
Per=
onn wurden mehr oder weniger ſchwer verletzt; ein Poſtbeamter iſt
geſtorben.
Ein Erdbeben.
EP Mailand. Auf der Inſel Uſtica im thrrheniſchen Meer iſt
ſeſtern Morgen 7 Uhr 40 Minuten ein heftiger Erdſtoß verſpürt worden,
er eine kurze Wiederholung hatte. Der Leuchtturm erlitt mehrere
tiſſe; ſonſt entſtand kein Schaden.
Die Shingle=Mode für Herren.
Die „Shingle”=Mode, der jetzt 99 Prozent der Londoner Damen
verfallen ſind, hat jetzt ſogar auf die Heirenwelt übergegriffen. Man
ſollte meinen, daß dieſe Haartracht bei Herren einen weichlichen
Ein=
druck macht. Das iſt aber nicht der Fall, ſondern die Mode, ſteht den
meiſten ausgezeichnet und wird überdies raſch populär. Natürlich iſt
dieſe Haartracht vor allem bei jungen Männern b liebt, die ſtarkes Haar
haben, ſie tragen das Haar vorn lang und den Hinterkopf raſiert und
„geſhinglet”. Im Fr ſierſalon des Savoy=Hotels, in dem ſich nahezu
50 Perſonen täglich nach der Shingle=Mode friſieren laſſen, wurde
feſt=
geſt It, daß diefe Idee in London von einem jungen Amerikaner
aus=
gegangen iſt.
Es wurde hier beobachtet, daß eine Anzahl deutſcher Damen, die
mit der früher üblichen Haartracht in London ankamen, nach ein paar
Tagen „geſhinglet” erſchienen. Sogar die ſchöne Frau Braun aus
Ber=
lin, die Gattin des Künſtlers, der ſeine Frau mit den wundervollen
rötlichen Haaren für hunderte von Umſchlagsbildern von Zeitſchriften
in Deutſchland und Amerika malte, machte Mr. Fernandez im Savoh=
Hotel einen B ſuch und das Reſultat war ein hübſcher, knabenhafter
Shinale=Kopf. Frau Braun und ihr Gatte hielten ſich in den letzten
zwei Monaten in England auf und ſind nun nach Spanien abgereiſt.
Die Taufe b:s „Z. R. 3‟.
New York, 15. Nov. (Kabeldienſt.) Die erſte Probefahrt des
„Z. R. 3” iſt wegen des ſchlechten Wetters auf Mittwoch verſchoben
worden. Ende der Woche wird dann wahrſcheinlich die Fahrt nach
Waſhinaton erfolgen, wo unter Teilnahme des Präſidenten Coolidge und
der Regierung die Taufe des „Z. R. 3” ſtattfindet. Frau Coolidge wird
bei dem Taufakt eine weiße Taube als Zeichen des Friedens aufſteigen
laſſen.
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Konzert. — 5—6 Uhr: Kinderſtunde. — 7—7.30 Nhr: Die Beſprechung I (Literar
Teil) Herr Bleek lieſt aus „Die Arche” von Max Bruns und aus der Sammlung
„Der Volksmund”. — 8 Uhr: Stunde der Frankfurter Zeitung. — 1. Luigi
Piran=
dello: Der Schlaf des Alten. 2. Walter Petry: Verwandlung der Stunde. Sprecher:
W. 1t. — 8.30—10 Uhr: Sinfonie=Konzert (Mozart=Abenb). 1. Ouvertüre zur
Oper „Figaros Hochzeit”: 2. Konzert für Violine und Orch eſter in 4-Dur: 3. Sinfonie
in D=Dur, Muſikaliſche Leitung: Herr Dr. Ludwig Rottenberg, erſter Kapellmeiſter
der Frankfurter Oper. Mitwirkende: Herr Konzertmeiſter Kelberg (Bioline. Orcheſter
aus Mitgliedern des Frankfurter Opernorcheſters. — 10 Uhr: Nachrichtendienſt,
Wettermeldung, Sportbericht.
Berlin (430, bzw. 500 m). 9 Uhr: Morgenfeier. 1. Trio B-Dur, Satz 2 (Larghetto),
Mozart; (Trio=Vereinigung Friedhelm Willſch); 2. Vortrag des Herrn Pfarrer
Dr. Hoppe, Nowawes: 3. Trio op. 1 Nr. 8, C-Moll, Satz 2 (Andante cantabile eon
Variazione), Beethoven (Trio=Vereinigung Friebhelm Wilſſch). Hans=Bredow=
Schule (Abt. Hochſchulkurſe der Funk=Stunde): 10—10.20 Uhr: Geh. Reg. Rat
Prof. Dr. Miethe, o. Prof. an der Techn. Hochſchule Berlin: Die Bedeutung der
Photographie. 2. Vortrag: „Obiektiv und Augenblicksverſchluß” 10.30—10.50 Uhr:
Prof. Dr. phil. Deſſoir, o. Prof. an der Univerſität Berlin: Einführung in die
Philo=
ſophie. 2. Vortrag: „Philoſophie und Leben”. — 11—11.20 Nhr: Geh. Reg.-Rat
Prof. Dr.=Ing. J. Brix,o. Prof. an der Techn. Hochſchule Berlin: Die Stadt. 2.
Vor=
trag: „Die Stadt als Gebilde” — 11.30—11.50 Nhr: Prof. Dr. nhil. Bock, o. Prof
an der Techn. Hochſchule Berlin: „Deutſche Kunſterziehung” (2 Hr.4rag). — 3.30 Uhr:
Die Funkprinzeſſin erzählt: Luſtige Tiermärchen: 1. Silbe iſch und Goldſiſch
2. Frau Amſels eigenartiges Ei, 3. Fritze Grün, der Laubſroſch D. Wenſar (Die
Funk=
prinzeſſin, Adele Proesler). — 4.39—3.15 Uhr: Unterhaltungsmuſik (Berliner Funk=
Kapelle): 1. Andelonse und Aubade aus „Cid” Maſſenet: 2. Ouverture zu der Oper
Cosi kan tutte‟, W. A. Mizart: 3. Gebet und Tempeltanz aus „Olav Tryguaſon”
Grieg; 4. Walzer aus der Oper „Eigen Onegin”, Tſchaikowskif; 5. Dem Andenken
Beethovens, Fantaſie, Urbach; 6. Gopaka aus der Oper „Der Jahrmarkt von
Sarot=
ſchingk”. Muſſorgskii; 7. Ballett=Suite, L. Siede; 8. Weaner Madeln, Walzer, Ziehrer;
9. Mein brauner Schaß, Shimmy, L. Maaß.—6.20 Nhr: Ratſchläge fürs Haus. —
7.45 Nhr: Vortrag des Herrn Geheimen Legationsrat Dr. Simon: Die
Entwicklungs=
linien der Revarationsfrage. — 8.30 Nhr: Konzert des Ruſſiſchen Balalaika=Orcheſters
aus Petersburg, Leitung: L. Leonidoff: 1. Sehnſucht nach der Heimat, Marſch;
A. Dagmaroff: 2. Potpourri: a) Die Wolga entlang, rufſ. Volkslied, Gurileff, b)
Koro=
botſchka, ruſſ. Bolkslied, c) Gritzo, ukrainiſches Volkslicb, d) Rasſpoſch l, ruſſ. Romanze,
Warlamoff; 3. a) Ein Eichenbaum ſteht, ruſſ. Volkslieb, b) Am Kamin, Romanze
Batorin 4. Der fidele Kaufmann Variation über ein ruſſ. Volkslied Leonidoff 5.
Ver=
blühte Chrhſanthemen, ruſſ. Romanze, N. Harito; 6. Anjuſchka, ruſſ. Fortrott; 7.
Warum denn leiden, warum denn lieben, ruſſ. Walzer=Romanze, Jewſejeff: 8. a)
Weiße Akazien, ruſſ. Romanze, Steinberg, b) Buben, ruſſ. Volkslied mit Variationen;
9. Sonja, ruſſ. Ballade, Partos; 10. Kasbek, kaukaſ. Volkslieder 11a) Kutſcher, jag nicht
die Raopen, ruſſ. Romanze, b) Tiefes Leid, Zigeunerlieb (Soloſängerin Orlowa);
12. In der Kirche Tſchaikowskij 13. a) Vergeſſen ſind die zarten Küſſe ruſſ. Romanze
Andreieff, b) Troika, ruſſ. Lied, Bachmeteff; 14. a) Uhnem! ruſſ. Burlakenlied
Leonidoff, b) Im Garten, ruſſ. Volkslied, Variationen, Leonidoff: 15. Potponrri:
a!Schnell wie die Wellen, ruſſ. Studentenl., b) Des Nachbars weiße Hütte, ukrainiſches
Volkslied, c) Liebſte Mutter, tadle mich nicht, Zigeunerlieb, Dübüque, d) Gopak,
ukrainiſche Tanzweiſe; 16. Romanze, Feldmann; 17. a) Stenka Raſin (Wolgalied),
ruſſ. Volkslied, b) Mondſcheinliedchen, ruſſ. Volkslied mit Variationen, Andreieff. —
Anſchließend: Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten, Zeitanſaga Wetterdienſt,
Sportnachrichten, Theaterdienſt.
England (MEZ.) London (365), 3.30 Uhr: im Zoo — Abertragung aus dem Londoner
Zoologiſchen Garten an alle Stationen. — 9.15 Nhr: Gipſy Smith=Abend, übertragen
von Nohal Albert Hall. — Birmingham (475), 10 Uhr: Kammermnſikabend.
Eine Entfettungskur ſollten alle Korpulenten vornehmen. Wir raten
Ihnen, in Ihrer Apotheke 30 g Tobula=Kerne zu kaufen, die völlig
un=
ſchädliche, fettzehrende Stoffe enthalten.
I. Bln. 14478
Geſchäftliches.
Auszeichnung. Der Kukirol=Fabrik Groß=Salze bei Magdeburg, der
größten und zweifellos bekannteſten Sp=ziel=Fabrik der Welt, wurde
kürzlich in Bukareſt (Rumänien) für hervorragende Leiſtungen auf dem
Gebiete der Fußpflege die ſilberne Medaille verliehen. Dieſe, in der
heutigen Zeit für ein deutſches Werk ſeltene Auslands=Auszeichnung
er=
kennt erneut die hochwertige Qualität deutſcher Erzeugniſſe an, beſtätigt
aber gleichzeitig die von der Kukirol=Fabrik auf dem Gebiete der
Fuß=
pflege geleiſtete Kulturarbeit, die erſt ſpätere Generationen voll zu
wür=
digen wiſſen werden.
„Verdirb Dir Deine Augen nicht”, fürſorglich oft die Mutter ſpricht,
wenn die Tochter in ziemlicher Entfernung von der Tiſchlampe oder bei
noch unge ügenderer Beleuchtung unter dem viel höher hängenden
Gas=
oder elektriſchen Licht an der Nähmaſchine arbeitet. „Ja, liebe Mutter,
wie ſoll ich es denn machen, ich muß die Sachen morgen abliefern, und
im Winter ſind doch die Abende die längſte und auch die ruhigſte
Arbeits=
zeit”.
Da plopfte es, eine Freundin trat ein, und das abg=brochene
Ge=
ſprächsthema wurde zu Dreien weiter ausgeſponnen. Plötzlich fragte die
Freundin: „Nicht wahr. Du haſt doch eine Singer Nähmaſchine?‟ Auf
die bejahende Antwort erwiderte ſie: „Als ich mir neulich Maſchinenöl
und verſchiedene fehlende Dinge in einem Singer=Laden holte, wurde mir
eine verblüffende Neuheit, das „Singer Nählicht” gezeigt, welches mich
ſehr intereſſierte. Es iſt eine praktiſch eingerichtete elektriſche Lampe, die
ſich am Arm einer jeden Singer=Nähmaſchine neueren Syſtems
anbrin=
gen läßt. Die Lichtſtrahlen fallen direkt auf die Naharbeit und ſomit
wird jede ſtörende Schattenbildung vermieden. Das Singer Nählicht hat
zudem einen ganz geringen Stromverbrauch.” Freudig wurde dieſe
An=
regung angenommen und ſogleich zur Anſchaffung eines Singer Nählichts
geſchritten.
Auch eine Reklame!
Ein Münchener, der kürzlich auf einer Wanderung durch Altötting,
das bayeriſche Maria=Zell, kam, berichtet von folgendem Kurioſum:
An einer Straße des Wallfahrtsortes befindet ſich eine Wegkapelle.
Das Bild, das darin aufgeſtellt iſt, iſt ziemlich groß, primitiv, aber
ori=
ginell: die Muttergottes ſteht an einem Waſchfaß und ſeift Wäſche ein,
hinter ihr ein Engel, der auf geſpannter Leine die Sachen zum Trocknen
aufhängt. Joſef und Klein=Jeſus ſtehen neben Maria und ſchauen
ihrem hausmütterlichen Wirken andächtig und mit gefalteten Händen zu.
Davor hängt eine Tafel mit den Verſen:
Wo Maria ſelbſt tut waſchen
Will dabei auch Jeſus ſein.
Willſt du gleiches Glück erhaſchen,
Halte deine Seele rein
Unter dieſes Gedicht hatte ein Spaßvogel mit Bleiſtift vermerkt:
Mög deine Seele ſtets ſo rein
Wie friſchgewaſch’ne Wäſche ſein!
Erreichen wirſt du dieſes Ziel
Nimmſt du zum Waſchen nur Perſil! P.M
Geschlechtsleiden
Hautleiden, Frsuenleiden
ohne Ouecksilber ohne Berufsstör spezialärztl. Behandlg.
Spezialarzt Dr. med G Hollaenders Amb.,
Frankfurt a. M, Bethmannstr. 56. (1.11722
111—1, 13—7 Uhr, Sonntass 10—12 Uhr
Tageskalender. Sonntag, den 16. November.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10
Uhr, (Sonntags Fremdenmiete, 3. Vorſtellung): „Ein Volksfeind‟. —
Kleines Haus. Anfang 7½ Uhr, Ende 9¾ Uhr, (Zuſatzmiete
VII,4): „Die neugierigen Frauen”. — Orpheum, abends 8 Uhr:
„Das Karuſſel”. — Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele: Kino=
Vorſtellungen. — Saalbau z. Schwanen, Eberſtadt,
nach=
mittags 4 Uhr: Jazz=Band=Kapelle Java (Mainz) — Tanz — Zum
goldenen Löwen, Roßdorf: Nachkirchweihe. —
Mauer=
ſtraße 5, abends 8 Uhr, Vortrag: „Kennſt Du die Geiſter, die um
Dich werben?” — Evangeliſcher Arbeiter= und
Hand=
werker=Verband E. V., abends 7½ Uhr, im Vereinshaus
„Feierabend”, Stiftſtraße 51: Feier des 34. Stiftungsfeſtes. — Kath.
Geſellenverein, Friedrichſtraße 30, abends 6 Uhr: Weiſer Ball.
Ludwigshöhe, Darmſtadt, nachmittags 4 Uhr: Orcheſter=Konzert.
Filmvorführung: „Martin Luther” für die Johannesgemeinde,
abends 8 Uhr, in der Johanneskirche. — Orplid, Bund der Geiſtes=
und Körperkultur, Darmſtadt, nachmittags 5 Uhr, im
Mathildenhöh=
ſaal, Vortrag P. Iſenfels mit 100 Lichtbildern: „Der Menſch und
die Sonne‟ — Zitherkranz Darmſtadt 1920, nachmittags
4 Uhr, im Konkordiaſaal: Stiftungsfeſt.
Verfteigerungskalender. Montag, den 17. November 1924
Schilfrohr=Verſteigerung, nachmittags 2 Uhr, im
Rathaus=
ſaale zu Pfungſtadt.
Brennholzverſteigerung, vormittags 9 Uhr, in der
Wirt=
ſchaft „Zum heiligen Kreuz”
Haupt criftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortl für Politik und Witiſchaft: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Feuill ton und Heſſiſch= Nacrchten Max Strseſ,
Verantwortlich ſür Srort: Dr. Eucen Blmann
Verantwortlich für Sclußd n : Andreas Bauer
Verantw rilich für den nſ ratente 1: Wlliy Kunle
Druck und Verlag: 2 C. Wittich ſämtlich in Da mſtade.
Die heutige Ziummer hae 20 eiten
[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Sonntag, den 16. Nobember 1924.
Nummer 319.
Familiennachrichten
Statt Karten
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Jean Zilch und Frau
Lisbeth, geb. Veith
Darmſadt, Obergaſſe 9.
Kirchliche Trauung nachm. /,2 Uhr
St. Ludwig.
233779
Todes=Anzeige.
Nach längerem Leiden
ver=
ſchied heute unſer guter Vater,
Schwiegervater und
Groß=
vater
im 86. Lebensjahr.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Habitzheim, New=Jork
Die Beerdigung findet Dienstag,
12‟, Uhr, von Habitzheim aus ſtatt.
Dankſagung.
Für alle Liebe und die
über=
aus zahlreichen Beweiſe
auf=
richtiger Teilnahme und freund.
lichen Gedenkens während der
langen Teidenszeit und beim
Heimgange unſerer teueren
Ent=
ſchlafenen ſagen wir unſeren
Freunden und Bekannten auf
dieſem Wege herzlichen Dank
Darmſtadt, 15. Nov 1924.
Im Namen der Hinterbliebenen:
A. Ewald
Kanzler i. R., Geh. Hofrat.
(*33731
Mariechen Wurm
Willi Löſch
Verlobte
Darmſiadt, im November 1924
N.=Ramſtädterſtr. 54 Lagerhausſir. 28
(*33714
Als Verlobte empfehlen ſich
Käthe Gwiaſta
Wilhelm Kumpf
Darmſiadt, 16. November 1924
((33752
Für alle erwieſene herzliche Teilnahme bei
dem Heimgange unſerer lieben
Frau W. Hoffmann
ſpreche ich im Namen der Hinterbliebenen meinen
herzlichen Dank aus.
Olga Moeller.
Darmſtadt, im November 1924. ((33845
Dankſagung.
Für die herzlichen Beweiſe
auf=
richtiger Teilnahme an dem ſchweren
Verluſte unſeres lieben Sohnes und
Bruders
Wilhelm
ſprechen wir hiermit unſeren
tiefge=
fühlten Dank aus Beſonderen Dank
dem Hochwürdigen Herrn Kaplan Dr.
Kunz für die teilnehmenden
Kranken=
beſuche ſowie den tröſtenden Worte
am Grabe Auch den Ehrwürdigen
Schweſtern für die liebevolle Pflege,
dem Jünglingsverein St Michael und
dem Jungmännerverein, ſowie für die
Blumen= und Kranzſpenden und allen,
welche ihm die letzte Ehre erwieſen
haben, ſei hiermit aufs herzlichſte
( 33846
gedankt.
Darmſtadt, den 15. Nov. 1924.
Die trauernde Familie:
Anton Gehring.
Ich habe die
Weber’sche Augenklinik
des verstorbenen Herrn Dr. Ollendorf
übernommen.
Trotzdem die Klinik von Grund auf
renoviert wird, wird die Prazis in vollem
Umiange weitergeführt.
Sprechstunden 9½—12½ u. 2½—5 Uhr.
Augenarzt Dr. med. Engelbrecht
langjähr. I. Assistent d. Univers.-Augen-
klinik zu Halle a. d. S.
Frankfurterstr. 42.
Darmstadt, den 15. 11. 24.
(153688
Ungeheilte
die ſchon viel u. alles
vergebl. verſucht,
wend. ſich an mich.
Magen=, Nerv.=,
Lungen=,Leber=,
Nier.=,
Wurm=
leid.,
Rheuma=
tis,Gicht
Jsch=
jas, off. Beine,
Bett=Näſſen,
Keuchhuſten
uſw. uſw.
Gallenſteine
ſchmerzloſe
Entfernung
i. 24 Stund.
Erfolg gar.
Verlang. Sie
meinen Rat.
Briefl.1 Mart.
Sprechſt. 9.1,
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Gebrauchen Sie ein Haarpflegemittel, dem Sie vertrauen können.
Es iſt nicht gleichgültig, welche Beſchaffenheit und Zuſammenſetzung
das von Ihnen regelmäßig verwendete Kopfwaſſer hat. — Es handelt
ſich um die Ihnen ſicherlich am Herzen liegende Geſundheit und
Schön=
heit Ihres Haarcs, deshalb vergeſſen Sie nicht, daß ein einmal
an=
gerichteter Schaden ſchwer oder gar nicht wieder gut zu machen iſt.
Dr. Dralle’s Birken-Wasser
iſt kein Produkt der letzten Zeit. Es hat ſich wegen ſeines inneren
hohen Wertes ſeit etwa 40 Jahren ſeinen Weg über den Erdball
ge=
bahnt, von Arzten und Taien gelobt und angewendet. Eben deshalb
„erfreut” es ſich unzähliger Nachahmungen.
Auf 6 Weltausſtellungen (Wien, St. Touis, Mailand, Brüſſel,
Curin und Dresden) erhielt es die höchſte Auszeichnung, den „Großen
Preis‟. Wählen Sie alſo vertrauensvoll das Nichtige, das Bewährte.
Sie tun es im Intereſſe Uhres Wohlbefindens und guten Ausſehens.
Fordern Sie aber ausdrücklich: Dr. Dralle’s, das echte.
Preis: Mk. 2.— u. Mk. 350, 1), Ltr, Mk. 5.50, /. Ltr. Mk. 10.—.
18 Pfd. Gewichtszunahme
Seit meiner Entlaſſung aus der Klinik, am 5.
9. 23, trinke ich regelmäßig Köſtritzer
Schwarz=
bier. Ich habe an Gewicht 18 Pfund
zuge=
nommen, trotzdem ich mein jüngſtes Kind täglich
nähre, auch heute noch, und außerdem meinen
Haushalt und die anderen Kinder zu verſorgen:
habe Frau B. G., Bremen, Heer raße.
Ge=
nießen Sie das echte Köſtritzer Schwarzbir. Es
fördert den Stoffwechſel, regt die Nerven an,
bildet neue Blutkörperchen, hat bei ſtillenden
Müttern eine ausgeze hnete Wirkung auf die
Milchabſonderung. Ee iſt nährkräfti; und
voll=
würzig und ganz einzigartig in ſeinem Charakter
und ſeinen beſond ren Eigenſchaften, herb,
ape=
tittanregend, nicht ſüß. Man erhät das echte
Köſtritzer Schwarzbier bei
Flaſchenbicr=
handlg. Gg. Herth, Darmſtadt, Stiftsſtr. 9,
Tel. 1244 und in allen durch Schilder und
Pla=
kate kenntlichen Geſchäften.
(I. Bln 14938
Anzi und Kukinol.
„Ich bin, verehrter Herr Kollege, von jeher ein scharfer Gegner aller
Präparate gewesen, die mit großer Reklame an ekündigt wurden, ein rlei,
ob sie marktschteierisch war, oder ob ihr ein wissenschaftliches Mäntelchen
umgehängt wurde.
Die Reklame der Kukirol-Fabrik aber ist ein Verdienst um die
Volks-
gesundhett. Seit meir als hundert Jahren predigen wir und unsere
Vor-
änger dem Volke die Wichtigkeit der Fuspflege. Wie wenig wir damit
usgerichtet haben, das konnten Sie in jeder Sprechstunde beobach en.
*s lst ja auch besreillich. Wir reden in Sprechstuncen
nmer nur zu einer einzelnen Person. Die Kuktrol-Fabrik aber spricht
äglich zu ganzen Volke.
Es ist schon jetzt, nach verhältnismäßig kurzer Zeit, deutlich
bemerk-
af, da3 sich das Publikum mehr für seine Füße interesstert, als früher.
an sieht, daß sie nicht nur eigens für den Besuch beim Ärzte gewaschan
erden und
daß auf beginnende Enßleiden viel
mehr geachtet wird,
als früher.
lch bin deshalb sehr damit einverstanden, daß alle Apotheken und
Drogerien das Kukirol-Fußbad des Kollegen Dr Campe führen. Es ist ein
tadelloses Praparat und nicht teuer. Auch das Kukirol-Hähneraugen-
Pflaster ist zweckmäßig und ich habe es schon selbst mit Erfolg gebraucht.”
Das ist die Ansicht nicht nur eines Arztes, sondern wir hörten solche
Aeußerungen schon oft. Sanitätsrat Dr. med. Campe’s Kukirol-Fußbad
ist tatsächlich eine Wohltat für die Füße, denn es verhütet übermädiges
Schwitzen, infolgedessen auch das Brennen und Wundlaufen der Füße.
Das ärztlich empfohlene Kukirol-Hühneraugen-Pflaster entfeint jedes
Hühnerauge in wenigen Tagen unblutig, also ohne Schneiden und ohne
Entzündung. Lassen Sie sich keine minderwertigen Ladenhüter aufreden!
Verlangen Sie bestimmt Kukirol und achten Sie auf die Schut-marke
Hahnenkopf mit Fuß”. Für Ihr gutes Geld können Sie die beste Wan
verlangen! Verbitten Sie sich jedes Dreinreden des Verkäufers, denn wer
ihnen ein anderes Präparat als -auch sehr schön; aufreden will, der hat:
nicht Ikren, sondern seinen Vorteil im Auge. Merken Sie sich das beim
Einkauf!
Unsere lehrreiche Broschüre „Die richtige Fußpflege” erhalten Sie
auf Verlangen gratis und portofrei ohue jede Verbindlichkeit für Sie-
Hukiral-Fährik Groß-Salze hei Hagdeßurg.
Nummer 319.
Sonntag, den 16. Robember 1924.
Seite 11.
Spoth Shler und Tarnen.
Der Sport des Sonntags.
Pferdeſport: Die letzten Galopprennen des Jahres werden
in Neuß gelaufen. Das Programm ſetzt ſich gemäß Beſtimmung der
Rennordnung nur aus Hinderniſſen zuſammen. In Berlin=
Ma=
riendorf, Hamburg=Farmſen und München=
Dagl=
fing ſind unabſäſſig die Traber am Werke. Die Bahn in der
Reichs=
hauptſtadt bietet als Hauptnummer den Großen Herbſt=Preis im Werte
von 10 000 Mark. Die unſeren beſten Inländern vorbehaltene Prüfung
zerfällt in zwei Vorläufe. Die ſechs erſten Pferde jeden Vorlaufes
ge=
langen in die Entſcheidung. — Das Berliner Reit= und
Fahr=
turnier im Sportpalaſt bringt am Sonntag abend die üblichen acht
Jagdſpringen. Nachmittags iſt die Große internationale Dreſſurprüfung
das wichitgſte Ereignis.
Fußball: Im Vordergrunde des Intereſſes ſtehen allerorts die
Punktkämpfe um die Verbandsmeiſterſchaft. Die ſchwediſche
Nationalmannſchaft, die in Wien und Innsbruck nur wenig
befriedi=
gende Ergebniſſe von 1:1 herausholen konnte, tritt in Mailanb gegen
die italieniſche Länderelf zum Kampf an. Da Italien acht Tage
ſpäter in Duisburg den deutſchen Repräſentativen entgegentritt, iſt der
Ausgang des Treffens in Mailand von größter Bedeutung. Einen
neuen Schritt zur Wiederherſtellung der internationalen Beziehungen
unternimmt der 1. F. C. Freiburg, der in Straßburg i. E. ein
Freund=
ſchaftsſpiel austrägt.
Hockey: Die Berliner Verbandsſpiele führen Sportfreunde=
Potsdam und Berliner Sportverein 92 ſowie Berliner Sport=Club und
Brandenburg zuſammen.
Handball: Der S. C. Charlottenburg hat vier Mannſchaften
des Dresdner S. C. Dresdenſia zu Gaſte. Der TSV. Spandau 1860
trägt gegen die Berliner Turnerſchaft ſein 100. Spiel aus.
Schwimmen: Zu einem Dreiſtädtekampf Berlin=
Leipzig=Hamburg verſammeln ſich die Vertreter der D. T. um 3 Uhr
nachmittags im Berliner Stadtbad, Schillingbrücke. — Der Bremiſche
Schwimmverband ladet zu Jugendkämpfen zu Gaſte, während der S. V.
Gelſenkirchen und die Schwimmabteilung des 1. F. C. Nürnberg für den
Sonntag verbandsoffene Wettkämpfe ausgeſchrieben haben, die jedoch
mehr lokalen Charakter tragen.
Boxen: Der Hamburger Punching=Club tritt neuerlich mit einer
großen Veranſtaltung an die Oeffentlichkeit. Im Hauptkampf treffen ſich
der Europameiſter im Halbſchwergewicht Clement=Schweiz und Kompa=
Königsberg. Funke=Berlin gegen Bennies=Hamburg, Noak=Berlin und
Kompa=Königsberg. Funke=Berlin gegen Bennies=Hamburg, Noak=
Berlin gegen Edu Schmidt=Bremen ſind die weiteren Paarungen.
Volk=
mer, der gegen Beyerling boxen ſollte, kann wegen einer ſchweren
Er=
kältung nicht antreten.
Ringen: Die drei beſten Berliner Vereine S. C. Heros 03,
Berliner Sport Club und „Alt=Wedding” halten im Berliner
Langen=
beckhaus ihren zweiten Ringkampfabend ab, der wieder ausgezeichneten
Sport auf der ganzen Linie verſpricht.
Fechten.
Die Fechtabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846 hält im
Kneibſaal des Turnhauſes am Woogsplatz ihr diesjähriges
Vereinswett=
fechten um den Wanderpreis der Abteilung ab. Montag, den 17.
No=
vember, abends 8 Uhr, meſſen ſich im leichten Säbel, die Jungmannen
und im Florett ſtehen ſich die Altmannen gegenüber. Donnerstag, den
20. November, ebenfalls 8 Uhr abends, Seniorenfechten in leichtem
Säbel. Gäſte zu beiden Abenden willkommen. Eingang am
Treppen=
turm.
V. K.
Boxen.
Breitenſträter gegen Gobdarb.
Am 28. November wird Hans Breitenſträter im Berliner
Sport=
balaſt den Hauptkampf beſtreiten. Sein Gegner wird — einem früher
geäußerten Wunſch entſprechend — der engliſche Schwergewichtsmeiſter
Frank Goddard ſein, der im Frühjahr d. Js. gegen Paul Samſon
Körner nur knapp nach Punkten verlor.
Fußball.
Sp. V. Darmſtadt 1898.
Die Liggerſatzmannſchaft empfängt heute auf dem Uebungsplatz die
1. Mannſchaft des Sp. V. Erbach. Die 3. Mannſchaft ſpielt auf dem
Platz am Finanzamt gegen die 2. Mannſchaft der „Eintracht‟ Darmſtadt.
Spiele der Jugend= und Schülermannſchaften:
1a Jugend gegen „Boruſſia” Frankfurt 1. Jugend.
1b Jugend gegen „Olympia Lorſch 2. Jugend hier.
1a Schüler gegen Fußballverein Sprendlingen 1. Schüler hier.
Ib Schüler gegen Fußballklub 07 Bensheim 1. Schüler dort. D.
F. C. Union Darmſtadt.
Die Verbandsſpiele in der A=Klaſſe nehmen ihren Fortgang. Union
erwartet heute vormittag 10.30 Uhr den A=Klaſſenneuling Sportverein
1920 Eppertshauſen. Der Ausgang des Spiels iſt ungewiß, umſomehr
die bisherigen Reſultate keinen Maßſtab für die Spielſtärke der Vereine
bilden. Union tritt mit einer Neubeſetzung der Stürmerreihe auf, da
die Spielberechtigung einiger Spieler eingeſetzt hat. Ein Beſuch des
Spieles dürfte ſich lohnen.
Akabemiſcher Sport=Klub.
Endlich iſt nach langen Wochen das Feld der Pokalkämpfe vom
grünen Tiſch auf den Raſen zurückverlegt worden. Nach der
Diffen=
zierung Münſters tritt heute Sonntag, den 16. November, Dornheim I
auf dem Hochſchulſportplatz gegen A. S. C. I. an. Beginn 11 Uhr.
Der Sieger ſpielt als Vertreter des hieſigen Gaues gegen „
For=
tung” Heddesheim um die Pokalmeiſterſchaft des Odenwaldkreiſes,
Pferdeſport.
Berliner Reit= und Fahrturnier.
Das Ergebnis, der Großen Gebrauchsprüfung, die ſich aus
Jagd=
ſpringen, Dreſſurprüfung, Geländeritt über 50 Km. mit anſchließendem
Jagdgalopp über 3000 Meter zuſammenſetzte, ſteht jetzt feſt. Den erſten
Preis errang Prinz Friedrich Sigismund von Preußen auf Heiliger
Speer, dicht gefolgt von Frhr. v. Langen auf Goliath. An dritter Stelle
rangiert Rittm. Seer auf Kirſche vor Hrn. Ohlſen auf Frhrn. v.
Lan=
gens Emir und Oblt. de Mortanges auf Johnny Walker. — Die
Jagd=
ſpringen um den N.A.G.=Preis am Donnerstag abend bildeten einen
Höhepunkt des Turniers. Acht Hinderniſſe von 1,40 Meter Höhe waren
zu nehmen, die, wie ſich herausſtellte, ungeheure Anforderungen an Roß
und Reiter ſtellten, da ſie auf dem räumlich begvenzten Platz dicht
auf=
einander folgten. So gute Springpferde wie Saſcha, Auerhahn,
Schwa=
benjunge, Rauhreif, Symphonie, Kreon, Enzian, Goliath, Sylveſter,
Aribert, Mitternachtsſonne, Tommy und wie ſie alle heißen, konnten ſich
nicht durchſetzen. Erſt im vierten Springen gab es zwei fehlerloſe
Par=
cours von dem jungen v. Knollendorff mit Erlaucht und dem Holländer
Rittm. Labouchere mit Gamin. Beim Stechen um den erſten Platz
wur=
den die Hinderniſſe auf 1,50 Meter erhöht. Sowohl Erlaucht als auch
Gamin machten am letzten Hindernis je 5 Fehler. Unter allgemeiner
Spannung folgte das zweite Stechen bei Erhöhung des erſten Sprunges
auf 1,60 Meter. Erlaucht ſtieß jetzt dreimal mit den Vorderbeinen an
und machte 15 Fehler, während Gamin zwar alles fehlerlos überwand,
aber zweimal refüſierte. Mit 8 Fehlern blieb der Holländer Sieger der
wertvollen Konkurvenz. Ausländiſche Reiter und Pferde konnten ſich an
hervorragend bewährt bei:
Gicht,
Rheuma,
Jschias,
Grippe,
Verven= und
Kopfſchmerzen.
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Kliniſch erprobt. — In allen Apotheken erhältlich.
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dieſem Wbend wiederholt bemerkbar machen, ſo der Schweizer Herm.
Herrſche auf ſeinem Eſperance und E. R. Mivilles Siegfried, Frhr. v.
Langen auf E. R. Mivilles Apache, der Ungar Koto v. Fabinhi auf
Al=
kotmany und deſſen Landsmann Rittm. v. Kereſztes, der im dritten
Stechen mit Turnierſtall Preußens Ombrello die ſenſationelle
Sieg=
quote von 1775:10 brachte. — Die Ergebniſſe: Jagdſpringen
(Klaſſe L), 1. Abtlg.: 1. 3. Esk. R. R.3 Bahnfrei (Sb.=Wchtm. Freiſe);
2. Hunte (Lt. Raguſat); 3. Artur (Frhr. v. Waldenfels); 4. Stobenell
(Hartke). Tot. 41; Pl. 16, 27, 29, 55. 11 Teiln. — II. Abtlg.: 1. 3. Esk.
R. R.8 Ameiſe (Wachtm. Lange); 2. Attaque (Beſ.). Tot. 26: Pl. 15,
18. 6 Teiln. — III. Abtlg.: 1. Frhr. v. Edelsheims Tunichtgut (Beſ.);
2. Bodo (v. Waldenfels); 3. Sabine II (Frhr. v. Broich); 4. Rittersmann
(Beſ.). Tot. 39; Pl. 19, 51, 44, 23. 13 Teiln. — IV. Abtlg.: 1. Gen.=Lt.
E. Haſſes Siegfried (Rittm. Dufah); 2. Exzellenz (Beſ.); 3. Diabolo
(Beſ.); 4. Jickey (Beſ.). Tot. 51; Pl. 21, 41, 14, 17. 16 Teiln. — N. A. G.=
Preis, I. Abtlg.: 1. Frhr. v. Buddenbrocks Zinasko (Lt. v.
Wieters=
heim); 2. Zauberflöte (Beſ.); 3. Siegfried (Hptm. Herrſche); 4.
Alkot=
many (Hptm. v. Cſeh). Tot. 74: Pl. 34, 39, 30, 30. 16 Teiln. —
I. Abtlg.: 1. E. R. Mivilles Apache (Frhr. v. Langen); 2. Romanzo
(H. Fick); 3. Granit (A. Holſt); 4. Harras II (Graf Görtz). Tot. 33;
Pl. 17, 75, 39, 37. 14 Teiln. — III. Abtlg.: 1. Turnierſtall Preußens
Ombrello (Rittm. v. Keresztes); 2. Eſperance (Beſ.); 3. Jakob (G.
Hel=
lenberg); 4. Spanier (Lt. Momm). Tot. 1775; Pl. 155, 38, 58, 26.
17 Teiln. — TV. Abtlg.: 1. v. Knobelsdorffs Erlaucht (K. Chr. v.
Kno=
belsdorff); 2. Gamin (Beſ.); 3. Aribert (A. Holſt); 4. Tommy (Graf
Hohenau). Tot. 57; Pl. 18, 18, 16, 14. 14 Teiln.
Der Freitag brachte am Nachmittag das Hochſpringen
für die beſte Klaſſe, das ſieben Teilnehmer fand. Von dieſen kamen
Hanko, Apache, Henry Fortunello und Spanier ohne Fehler über
1,90 Meter. Bei 2 Meter ſchied der Italiener Apache aus, der ſich beim
Sprung angeſchlagen hatte. Ueber 2,05 Meter kamen nur noch Hanko
und Fortunello, während Henry und Spanier zu Fall kamen, ohne daß
fedoch Reiter und Pferde Schaden nahmen. Dann wurden noch 2,10
Meter von Fortunello ohne Erfolg verſucht. Es erhielt daher durch
Punktwertung Hanko (Frhr. v. Langen), der ſeinen großen Tag
hatte und alle Sprünge ohne Fehler abſolvierte, den erſten Preis,
wäh=
rend Fortunello, auf dem einer unſerer älteſten Turnierreiter, Frhr.
v. Buddenbrock ganz bemerkenswerte Bravour zeigte als Zweiter
pla=
ziert wurde. Hanko der das Hochſpringen im Vorjahre mit 1,97 Meter
gewonnen hatte, ſtellte mit ſeiner diesmaligen Leiſtung von 205 Meter
einen neuen deutſchen Rekord auf, der allerdings noch bedeutend
hinter dem Weltrekord von 2,36 m zurückbleibt. Die Ergebniſſet
Hochſpringen: 1. Frhr. v. ,Langens Hanko (Beſ.) 2,05 Meter; 2. Frhr.
v. Buddenbrocks Fortunello (Beſ.) 2,05 Meter; 3. Hptm. Schelles
Spa=
ier (Lt. Momm) 1,90 Meter; 4. M. J. Van der Veldes Henry (Graf
Hohenau) 1,90 Meter. 7 Teiln. — Materialprüfung für 3j. Reitpferde:
a) leichte Pferi);: 1. Turnierſtall Beermanns Delila (Steckling), 2. Frl.
Scheidemantels Dolly (Kummer), 3. Geſt. Lopshorns Vertraute (5
Teil=
nehmer); b) mittlere Pferde: 1. Rittm. Fremereys Kronprinz (Quetkat),
2. E. F. Hirſchs Roland II. (Zengöer), 4 Teiln.; c) ſchwere Pferde: 1.
Geſt. Cadenberges Draufgänger II. (Frhr. v. Süßkind), 2. Geſt.
Kien=
bergs Nothelfer (Maj. Erlenwein), 4 Teiln. — Reiter=Neulingsklaſſe
(Eignungsprüfung): 1. Dr. Dobrins. Addi (Bef.), 2. Fr. Kom.=Rat
Loewenſteins Noſtradamus (Löwenſtein), 3. Sands Kyrill (Johannſen),
5 Teiln. — Einſpänner, Eignungsprüfung: 1. Frhr. v. Borchs Neger
(Beſ.), 2. Frhr. v. Kettenburgs Goudluck (Beſ.), 5 Teiln. —
Dreſſur=
prüfung: 1. Oberlt. Gerteis” Goldregen (Becker); 2. Frau Dir. Hans”
Wan II. (H. Sack), 3. Maj. Gottſchalks Abendſonne (Frau Gottſchalk).
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In dem Konkursverfahren über das
Vermögen der Firma Richard Heyd.
in Darmſtadt iſt infolge eines von den
Gemeinſchuldner gemachten Vorſchlags
zu einem Zwangsvergleiche
Vergleichs=
termin und nachträglicher
Prüfungs=
termin auf Montag, den 1. Dezember
1924, vormittags 10 Uhr, vor dem
Heſſ. Amisgericht in Darmſtadt, Zimmer
Nr. 207, anderaumt.
Der Vergleichsvorſchlag iſt auf der
Gerichtsſchreiberei des Konkursgerichts
an jedem Werktage während der
Dienſt=
ſtunden von vorm. 8—1 Uhr und
nach=
mittags von 3—6‟, Uhr zur Einſicht
der Beteiligten niedergelegt. (15353
Darmſtadt, den 7. Nov 1924.
Der Gerichtsſchreiber Heſſ. Amtsgerichts I.
Auffrieren von Regenrohren.
Die an Kanäle angeſchloſſenen
Regen=
rohre ſind dem Auffrieren ausgeſetzt,
wenn der Ablauf des Regen= und
Tau=
waſſers infolge Verſtopfung erſchwert iſt.
Auf Grund der Polizeiverordnung, betr.
die Entwäſſerung der Grundſtücke,
for=
dern wir daher, zur alsbaldigen
gründ=
lichen Reinigung der in den Fußſteigen
vorhandenen Regenrohrſinkkaſten auf.
Darmſtadt, den 13. Nov. 1924. (st15354
Städt. Tiefbauamt.
Achtung!
Kränze u. Sträuße
empfiehlt zu weit herabgeſetzten Preiſen.
Beſtellungen für Totenſonntag
werden frühzeitig erbe
Seip, Mauerſtraße 1½2.
gimgiterberkehrbe
Regel
Un
Uebergabe der Reichsbahnen.
Für die Uebergangszeit ſind für die
Berechnung und Erhebung der Frachten
ſowie Nebengebühren und für die
Aus=
zahlung der Nachnahmen beſondere
Vor=
ſchriften getroffen, die durch Aushang
bdei den Güterabfertigungen
bekanntge=
geben werden
tungsanträge und Anſprüche weger ver=) prakt. Heilmagnetopath, Naturbeilkund.
wegen Beſchädigung, die vor dem
Ueber=
gabetag, von Regieſtationen abgefertigte Darmſtadt, Frankfurterſtr. 40
(J Bln.15410
ſtändig.
Darmſtadt, den 12. Nov. 1924,
Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft
Reichsbahndirektion Mainz.
Dienstag, den 18. ds. Mts.,
vor=
mittags 11 Uhr, verſteigere ich im Ho
der Kaſerne am Marienplatz (15394
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und einen
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öffentlich meiſtbietend gegen fofortige
Zahlung. — Verſteigerung
vorausſicht=
lich ſicher.
Darmſtadt, den 15. Nov. 1924.
Lein
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
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Darmſtadt, Rhönring z. verk. Dſtdt., Gra=
Nr. 8, pt. r. (*337171fenſtr. 23½. (*3375‟
bei Kopfſchmerz, Lungenkrankheit,
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DA Blaſen= Gallenſtein=, Herz=,
Ner=
ven=, Gemütsleiden, epileptiſche
Krämpfe, Jschias, Rheuma, ſowie
Beinieiden verſchiedener Art, wie
22 unden, Senk= u. Plattfuß, auch
bei ſoichen alten Fällen, wod. and.
Behandlung keine Heilung erfolgte.
(*33821
Für die Erledigung aller Frachterſtat=/Friedr. Hornberger’s Heilinſtitut
päleter Lieſerung, wegen Verluſtes oder 30jähr. prakt. Erfahrung, 6 Fachprüfungen
Sendungen betreffen, iſt die Regie zu= / Sprechſt 10-12u 3.6, Samst. 9-12. Tel. 3447
iſt oft ſchon in 14 Tagen
durch meine vorzügl.
Me=
thode beſeitigt. Glänzend.
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ließ ich meine Frau nochmals vom Arzt untersuchen und er
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Verlangen Sie Prospekt Nr. 50
Nummer 319.
Sonntag, den 16. November 1924.
=Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
Wann mer deß bische Humor net hedd un ſei Schulde, kaa
Menſch dhet an aam denke. Gewiß, s is wohr, der Humor un die
Schulde, deß is noch des aanziche, was aam uffrecht halde dhut.
Leider nimmt awwer de Humor im gwaddradiſche Verhältnis zu
de Schulde immer mehr ab, weshalb die Redensarde vun de
Menſchheid immer „dunkler” wärrn un diräckt ans Mieſtiſche
grenze. Odder was ſoll mer ſich drunner vorſtelle, wann mer
aan freegd: „No, wie gehts?”, un er macht e Geſicht wie de zweide
Kaiſerling un neigd ſei Haubd, daß mer de Kullminatzionspunkt
bun ſeine Gedankefawrick ſieht un ſeegt: „Beſcheide mal Indäx!”
Ich hab deßhalb aach gor net erſt agefange, erauszurächene,
wvieviel deß gibt, „beſcheide mal Indäx”, dann uff de
Rächen=
ſchiewer verſteh ich mich net un mit=em Zendimeder kann mer’s
jedenfalls net noochmäſſe. Daß awwer bei dere Rächnerei nix
Gudes erauskimmd, deß kann ich mer aach ohne Rächenſchiewer
an de zehe Finger abklaviern. Ich ſag bloß: Indäx!, do hab
ich die Nas ſchun voll. Nemlich den Indäx, den hab ich gefreſſe.
s iwwerlaafd mich ſchun, wann ich an e Eidäx denk; awwer beim
Indäx krick ich diräckt e Genshaud. Denn es is net vun de Hand
zu weiße, ſeidem ſe den uffgebracht hawwe, ſeidem ſtimmts net
mehr, mer derf’s wenne un drehe wie mer will, 8 is hinne wie
vorne ſo hoch, un hiwwe wie driwwe ſo knabb. Zu was mer den
iwwerhaubd gebraucht hawwe, den Indäx, deß mecht ich emal
wiſſe. Awwer deß is weider nix wie die verflucht
Großmanns=
ſucht. Indäx, wann ich ſo was heer, wo doch aach de
Sprach=
verein ſo=wie=ſo ſo gäche die verflixde Fremdwerder weddert,
be=
ſunners wann mer ſich nix drunner vorſtelle kann. Wann ich
was zu ſage hedd, ich hedd den Indäx ſchun lengſt als läſtiche
Auslenner ausgewieſe. Odder ich hedd=en de Franzoſe uff’s
Rebberatzionskondo geſchriwwe, die hedde’s valleicht gor net
ge=
märkt, die Allmei, die habgieriche, wann merin den Indäx unner
die Widdergudmachungsliwwerunge geſchmuggelt hedde.
Awwer naa, mir hawwe’n emal un behalte’n aach, un faſt
macht’s den Eidruck, als weer er in de Verfaſſung verankerd.
Jedenfalls, er hodd uns in e ſchee Verfaſſung gebracht, der Herr
Indäx. Un wann er aach in de letzte Monade ſich e bische im
Hinnergrund gehalde hodd, ſo dhut er ſich neierdings widder
muckſe un ſpielt ſich als de Große uff un hodd net ehnder Ruh,
bis mer widder in de ſcheenſte „Infulatzion” ſtecke. Was
bekannd=
lich e Krankheid is, bei däre wo aa Brozend vun de Patziende
an moralicher Unnerernehrung fäddſichdich wärrd, währendem
die annern neuunneunzich Brozend am kroniſche Schwund
lang=
ſam, awwer ſicher in die Binſe geh.
Nu weer jo des letztere allerdings die gläddſt Leeſung, do
weer mer im Handumdrehe alles los. Freilich, den Luxibuß derf
mer ſich net leiſte, daß mer erſt noch emal im Spidal die Hack
unnerſtellt, weil „kraſt Ermächdichung vun de Stadtverordnete=
Verſammlung” die Borjemaaſterei iwwer Nacht noch ſchnell die
Verflägungsgebiehrn e bische in die Heeh geſetzt hodd.
Iww=
richens, unſer Stadtverordende mache ſich’s leicht, die gäwwe
noblens koblenz de Borjemaaſterei „die Ermächdichung” un die
ſetzt ei fach in die Heeh, was=er baßt, un kaaner vun unſere
Stadt=
vädder brauch noochher ſeine Wehlerſchaft gächeniwwer de Buckel
hiezuhalde; es kann’s aaner uff de annere ſchiewe. Meines
Wiſſens dadiern die „Ermächdichunge” noch aus de
Infulatzions=
zeid, warum do heid noch druff geſindicht wärrd, deß es mer e
bische ſchleierees. Un wann mer uns nu ſchun emal ſo e
koſt=
ſpielich Maſchinerie vun ſächzich Stadträt leiſte, dann kennde
mer for unſer Geld aach en richdichgehende „Beſchluß” verlange,
damit mer waaß, an wen mer ſich zu halde hodd. Obgleich ich
zwar, dorch mei Erfahrunge gewitzicht, vun dene „Beſchliß” net
viel hald, die wo do owwe uff dem Radhaus gefaßt wärrn.
Dann wann ſo e Beſchluß dem aane odder dem annere net in de
Kran baßt, wärrd er jo doch umgeſtoße odder er gild nig.
Alſo, wie geſagd, wann ich ſchun emal die Abſicht hedd, mir
den ganze Klamauk aus de Vogelsſpärreſpäckdief azugucke, do
Seite 13.
wann ichs erläb, dann loß ich mich verbrenne. uff Grund
wel=
cher Ermächdichung nu der Waldfriedhofsdezärnend dezu kumme
is, aam aach noch den Spaß zu verdärwe, indem er eo ibſilon
die Verbrennungsgebiehrn in die Heeh ſchraubd, deß is mer noch
e Reedſel. Ich kann mer’s net annerſter vorſtelle, als wie daß
die Herrn Dezärnende uffenanner neidich ſin, un wann der aane
ſich en Scherz erlaubd un ſetzt die Spidalgebiehrn in die Heeh, ſo
denkt der anner: Worſcht, widder Worſcht, un macht mit de
Verbrennungsgebiehrn hinnenooch, odder umgekehrd. Dodorch
wärrd nadierlich däre gudglaiwiche Berjerſchafd des Stärwe elend
verdeierd. Un ich kann mer’s zum Beiſpiel ſehr gud denke, daß
aaner, der wo dere neie Infulatzion zeidich aus em Wähk geh will,
daß der mit ſeim Koſtevora’ſchlag for ſei Beerdichung elend ei geh
kennd.
Zum Beiſpiel ich, wo ich vun Kind uff an Ordnung gewehnt
bin, ich dhet zum Beiſpiel im Ernſtfall mei Haus beſtelle un dhet
dehaam Haifcher mache (wie ſeller Studend) un dhet ſage: So,
deß is for’s Audo, deß is for die Redd, deß is for de Bradofe
un deß is for de Flannerds. Un dann dhet ich ſeelevergniechd
mei bische Geiſt uffgäwe, was mer näwebei bemärkt gor net
ſchwer falle dhet, weil ich zu de geiſtich Minderbemiddelte zehl, un
dhet mich aus em Staab mache. Soweid weer deß alſo ganz
gud un weer aach ganz ſchee. Awwer weer garandierd mer defor,
daß es valleicht, wann ich mer’s in dem Backofe ſchee gemiedlich
gemacht hedd, dem Dezärnend in de Kobb kemmd, raſch widder
mol die Gebiehrn zu erheehe, am End ſogar uff Grund vum
Er=
mächdichungsgeſetz mit rickwirkender Kraft. Noochher dhet
mei ganz Beerdigungsbiddſchee net mehr ſtimme un am
End dhet mich der „Schießer” aus dem Backofe widder raus=
dhet ich net erſt noch des Spidal bemiehe; deß ſin unneediche
Koſte. Sundern ich dhet mich uff em ſchnellſte Wähk aus de Aeſt
mache. Wann’s bräſſierd, kann mer ſein letzte Gang neierdings
ſogar im Audo adräde, dann wie ich mer hab ſage loſſe, hodd
de Bichler Ernſt dem Wunſch ſeiner Kundſchafd Rächnung
ge=
drage un hodd ſei ſchwazze Schimmel abgeſchaffd un ſich e
Audo=
mobbel zugelecht. Jetzt flutſcht’s. Awwer offe geſtanne, mir
weern dem Bichler Ernſt ſei Leichewagegickel, mit ihrm
laad=
miediche Schridd am Leib noch lang gud gewäſe, dann mir
per=
ſeenlich bräſſierd’s noch net ſo aſch. Erſtens hab ich noch
Ver=
ſchiedenes zu erlediche un zweidens blogd mich die Neigier, weil
ich for mei Läwe gärn wißt, wie eichentlich die Sach noch
aus=
geht mit däre Wohnungszudeilungskommiſſion, mit=em
Rads=
keller, mit de neie Gewärweſchul uff em Schwimmbadplatz,
mit=
em Valleegadde, mit=em Sparzwang, mit de „Darmſtädter Woch”
un ſo Ard Sache.
Un iwwerhaubd driddens mecht ich noch e bische worde, weil ſe
neierdings aach noch owwedrei, außer mit de
Verflägungs=
gebiehrn im Spidal, aach mit de Verbrennungs gebiehrn
uffgeſchlage ſin. Un ich hab mer’s doch emal in de Kobb geſetzt:
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zoddele un dhet zu mer ſage: „Bimmbernellſen, ſo laad mer’s
dhut, awwer wann de weider verbrennd wärrn willſt, mußte noch
was drufflege.” No un dann dhet ich doſteh mit meim korze
Hemdche un kennd mer die ſcheenſt Lungeendzindung zuziehe.
Dann daß aach nor aaner vun meine lachende Erwe un vun
meine Dauſende vun Freunde in dem Fall ins Portmannee greife
dhet, deß halt ich for genslich ausgeſchloſſe. Die dhete mich
liewer widder haamlaafe loſſe, die Speebrenner; ſo gebſchnitzich
ſin die dann doch net.
No, ich kennd mich jo ſchließlich aach auswärts verbrenne
loſſe, zum Beiſpiel in Offebach, dann do iſſes de driddelſte Daal
billiger wie hier un mer wärrd ſehr „heeflich” bedient. Awwer
die Schand will ich unſern Waldfriedhofsdezärnend doch net
aduh, liewer word ich, bis er widder in ſich geht un ſetzt (aach
ohne Friedhofsdebbedatzion) die Gebiehrn widder runner. Ich
wärr do zwar noch lang worde kenne, awwer no, was mich
abe=
langd, ich hab Zeid. —
Schließlich gild aach bei mir der Grundſatz: Kaufe am
Platze! Deſſendwäche dhet ich mich, ſchun aus Prinzibib, net
in Offebach verbrenne loſſe, un wenn ich’s geſchenkt kreegd.
Aller=
dings: Kaufe am Platze! Deß is leicht geſagd. Awwer, wo du
nicht biſt, Herr Orkaniſt, da ſchweichen alle Fleeden! Den
Kann=
duß ſinge unſer wärktätige Hausfraue jetzt in alle Tonorde. Dann
mir läwe äwe widder mal in ere Zeid, wo mei” verheiradede
Mitſchweſtern net wiſſe, wo en de Kobb ſteht weshalb ſe dauernd
die Hied verkehrt uffhawwe, wos die Mannsbilder nadierlich uff
die Mode ſchiewe. Awwer deß waaß ich beſſer, dann wann mer
ſo in de Haushaldunge erum kimmd wie ich, do waaß mer, wie
die Haſe laafe. „Ich ſag nix, ich ſag gornix, ich ſag bloß:
Haus=
haldungsgäld! un do wärrd mer wiſſe, wo ich enaus will.
Nadierlich, die Mannsbilder, die woäwe widder alle Awend in ſo
ebollidiſch Verſammlung renne, um, wie ſe ſage, 8 Vaderland zu
redde od der die Rebublik, em Richdiche nooch awwer nor, umen
Vor=
wand zu hawwe, mit ihre Speetzel aan hinner die Bind zu gieße
— Godd, mer kennd deß, die Schwachmadiker miſſe immer feiſcht
gehalde wärrn, ſunſt rutſcht en des ganze Geſtell zuſamme, wie=en
läſcher Zuwwer — alſo die Mannsbilder wolle nadierlich vum
Haushaldungsgeld nix heern; ſäh wie’ſte aanich wärrſt, ſage die
eifach zu ihre wandelnde Geſchäftsuffſicht. Wann’s awwer hinne
un vorne net langd, dann wärrn ſe kratzich un ihr Blud dhut ſich
in gährend Drachengifd verwannele, un dann dhun ſe ſich erſtrecht
aan eiflöße, damit’s en widder beſſer wärrd.
Allerdings in viele Famillje, wo ich hiekumm, do is es
ſchließ=
lich aach annerſt. Do gild des Schlagword: Nurder Gehalt
macht’s! Un — je nooch dem — endwedder ſinn die dann ihrm alde
Glauwensbekenndnis drei gebliewwe, indem daß ſe ſage: „Deß
beſte Gemies werd im Stall”, un „die Kadoffel geheern in Keller,
awwer net uff de Diſch”; odder ſie hawwe — un deß ſin die
meiſte — widder en Glauwenswexel vorgenumme un ſin zu de
Feſchedarianer iwwergedrete; ſie eſſe Kadoffel, gereeſt, gedembd,
gegwellt un in de Schal bis en die Keime em Hals eraus waxe.
Awwer deß mag nu alles ſei, wie’s will, jedenfalls is net
ewägzuleiſchne, daß unſer wärktätiche Hausfraue kaum noch wiſſe,
wie ſe mit dem ſogenannde Haushaldungsgeld haushalde ſolle,
wo alles un jedes, die Läwensmibdel ſowohl, wie aach „die
Gächenſtände des däglichen Bedarſs” langſam, awwer ſicher, in
die Heeh ſchnerrn wie=en Luftballong. Die Mais laafe bereits
ſchun widder händeringend im Brodkaſte erum un ſchnalle ſich
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de Leibriehme enger. Korzum, s is widdermal zum
Lais=
krieje, un wer’s waaß, weſcht ſich de Kobb mit „Cuprex”.
Die Reichsreſchierung drifft zwar Maßnahme gäche die
Teierung un gibd neie Verordnunge raus, odder hebt
alde uff; de Landdag hodd ſogar Eidruck geſchunne un hodd
ſich neilich mit ere Teierungsdebadde verabſchied, un ſämtliche
Redner, vun rechts bis links, warn ei’ſtimmig der A’ſicht, daß
un=
bedingt was geſchähe mißt (was. hawwe ſe nadierlich net
ver=
rade), ſelbſt uff=em Radhaus macht als hie un do ganer den
ſchichderne Verſuch, die Teierung uffs Dabeed zu bringe (was
die Stadtverwaldung net abhal”e dhut, die vorerwehnde
Ge=
biehren „kraft Ermächdichungsgeſetz” in die Heeh zu ſetze!) un
ſogar unſer Therjaderdiräcktzion will de Nodlag vun de
ſoge=
nannde Altpenzionär fimf= un zehefennigsweis uff de Leib ricke,
währendem die Sozialrendnercher duſchur in de Hoffnung läwe,
ſie kreegte was mehr; ſtatt dem hawwe ſe wenicher krickt.
Was nu die ganze Maßnahme bedrifft, ſo maan ich, daß die
ſo langſam uff e Dockder Eiſebard=Kur enauslaafe: Opperatzion
glenzend gelunge, Patziend dod!
Daß mer dodebei ſtädtiſcherſeits aach noch uff den Gedanke
kimmd, en Sparzwang eizufiehrn, deß ſollt aam eichentlich
wunnern. Awwer vun dere Seid wunnerd mich eichentlich gor
nix mehr, un mei Zwangsmiedern hodd gemaand, den Vorſchlag
braicht mer aach net ernſt zu nemme. Awwer ich kenn deß,
ſo=
was wärrd emal vorſichdich a gedidde un in die Debadde
ge=
worfe, un wann ſich net gleich jemand dagäche emberd — is es
ſo gud wie a genumme un beſchloſſe. Deshalb will ich es
nechſte=
mal mei Verſpräche eileſe, un will noch raſch, eh’s Unglick
ge=
ſchähe is, mein Semfd dezu gäwwe un e paar Dutzend Vorſchläg
mache in bezug uff die Erſchließung vun neie Einahmegwelle,
valleicht geht dann der Kelch mit dem Sparzwang noch emal
gnädich an uns vorriwwer.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Iwwer unſer Reichspoſt
herrſche im gewehnliche Publigumm noch allerhand Unklarheide.
Die aane ſin noch vun frieher her der Maanung, die Poſt wer=e
Aſtald for de effentliche Verkehr un dezu da, de Menſchheid des
Läwe zu erleichdern un ohne lange Umſchweif for die ſchnellſte
Befriedichung ihrer Kundſchaft zu ſorje. Die annern huldiche
mehr der Aſicht, die Poſt weer die Gwelle allen Aerjers un e
Muſter an Umſtendlichkeid. Ganz iwwerzwärche Menſche
be=
haubde ſogar, die Poſt weer e Reglamea’ſtald un wunnern ſich
bloß, daß die Tiräckzion noch net druff kumme is, un dhut aach
noch die Bladdkebb vun ihre Schalderbiamte zu Reglame=
zwäcke ausnutze un vermiede, ſundern leßt die koſtbare Fläche
brach lieje, anſtadds ſe de effentliche Abreiſung zugenglich zu
mache. Uff ſo=ere ſpiejelblitzeblanke Bladd ließe ſich doch die
ſcheenſte Reglame abringe, deß dhet jeder läſe un es dhet doch
net ſo aſch uffalle, wie zum Beiſpiel die markſchreieriche
Schil=
der an de Außefrond; vun dene mer widder behaubd, daß ſe
unſer klaaner Darmſtädter Redslob bloß noch net geſähe hedd,
ſunſt weer er de Poſtdiräckzion wäche Verſchandlung des
Straße=
bilds lengſt uff de Bindel gerickt un hedd e paar ſchaffe
Verord=
nunge erloſſe.
Alſo, welch vun dene drei Baddie mit ihre Aſicht iwwer die
Poſt recht hodd, deß waaß ich net, ich will mich uff die aa odder
die anner net feſtlege. Ich neig awwer der middlere Linie zu,
die wo behaubde dhut, unſer Poſt hedd ſo e bische e Fäwl for
Umſtendlichkeide. Daß ſe uns neilich emal en fonediſche
Zahle=
ſprachunnerricht gäwwe wollt, deß hodd ſe middlererweil widder
uffgeſteckt, noochdem ſe die Umſtendlichkeid vun däre
Ziffern=
kauerei eigeſähe hodd (ich mecht nor wiſſe, was der Erfinder vun
der Zahleausſproch for=en Tiddel krickt hodd).
Awwer zugenglich is ſe alſo doch, die Poſt, un deſſendwäche
kann mer immer noch uff Beſſerung hoffe. Allerdings, wann die
Beſſunger un die Mathildeheehvärrdelſer glaawe, es kemd noch
ſoweit, daß ſe aach vun „ihre” Poſtaſtalde dellegrafiern
derfde, deß hald ich vorerſt for ausgeſchloſſe. Ich geb’s zu, daß
die Poſtbiamte in de Stiftſtroß un die in de Hermannſtroß genau
ſo gud dellegrafiern kenne, wie die in de Rheinſtroß, un glaab’s
aach, daß ſe maſchinäll druff ei gericht ſin. — Awwer die in de
Rheinſtroß wolle hald, wie alle Zendralbeheerde, was
Exdra=
nes ſei un wolle hawwe, daß mer nor bei ihne dellegrafiern
kann; die hawwe hald ihrn Graggel. Un die Labbingshaiſer un die
Mathildeheehvärrdelſer ſolle vorerſt froh ſei, wann ſe noch e
Briefmack un e Poſtkadd uff „ihre” Poſtemder krieje. Wann ſe
e eilich Dellegramm uffgäwwe wolle, dann ſolle ſe äwe uffs
Haubdpoſtamd laafe, deß bische Bewegung ſchadd en nir
un uff die Ard kumme ſe aach emal in die Stadt. Un ſo eilich
wärrd deß mit ihre Dellegramme aach net ſei, daß ſich ärdra die
Haubdpoſt e bische druff eiſtellt un dhut den Abberad widder in
Schwung bringe.
Im iwwriche hodd die Poſt genuch dodermit zu dhu, for die
annern Leid Reglame zu mache. Daß ſe aach e bische mit ſich
Reglame macht, deß hodd ſo gor net needich.
Zweidens: Wen ich neilich mit däre Aktemabb gemaant hab?
— No, wen kann ich annerſter gemaant hawwe als „Ihn”!
Do brauch mer noch zu froge.
Bie ArRlärung des Hunders!
Alle kennen es, alle haben sich schon darüber
den Kopf zerbrochen und den Mund wund geredet.
Es hängt hinter irgend einer blanken Fensterscheibe
und lässt sich bestaunen. Es verkörpert sich in Gestalt
einer gewöhnlichen, an Drähten freischwebenden
Katteekanne, die ihren Inhalt freigiebig und
uner-
schöpflich in eine Kaffeetasse Hiessen lässt — und
nimmt kein Ende
(J. Bln. 15371
Des Rätsels Lösung
Keine Augentäuschung, sondern einfach ein
kleiner Motor, der den Kaffeestrahl in Gang hält.
Es würde Ihnen sicherlich den ganzenSpass verderben,
liessen wir Sie den Rest des Geheimnisses nicht
selbst erraten.
Und die Nutzanwendung? Sie ergibt sich in
jedem Haushalte alle Tage. — Ein Rätsel bleibt auch
die zielsichere Methode der Kaffeebereitung, bis
man die rechte Lösung kennt: ein Zusatz von „Weber’s
Carisbader”. — Denn die Kaffeebohne braucht als
Schlüssel zur Entfaltung ihres besonderen Aromas
eine Beihilfe, die aber keinen Eigengeschmack
be=
sitzen darf: Webers Garlsbader „mit der Krons”.
Probieren Sie’s gleich, ein Versuch überzeugt!
Otto E. Weber, G. m. b. H., Radebeul-Dresden.
16 November 1924
Die Kapitalumſtellung
im Aftienweſen.
Von Eduard Butzmann, Berlin=Wilmersdorf.
Durch die Goldbilanzverordnung (G.B. V.) und die
anſchlie=
ßend erlaſſenen Durchführungsverordnungen (D. V.), deren fünfte
inzwiſchen erſchienen iſt, wird die Umſtellung der bisher in
Pa=
piermark geſührten Kapitalkonten auf Goldmark geregelt. Schon
lange, bevor die geſetzlichen Beſtimmungen erlaſſen waren, haben
kleinere Geſellſchaften es unternommen, ſich in Goldmark
um=
zuſtellen, ebenſo waren auch größere Unternehmungen ſchon im
vergangenen Jahre dazu übergegangen, ihre Bücher in
Gold=
mark zu führen. Die Umſtellung des Aktienkapitals war aber
erſt nach Erlaß der Durchführungsverordnungen möglich und
unterliegt infolge der ungeklärten Frage der Aufwertung immer
noch Hemmungen, die beſonders bei großen Aktiengeſellſchaften
die Hauptſchuld daran tragen, daß dieſelben mit der
Heraus=
bringung ihrer Goldmarkeröffnungsbilanzen zögern.
Infolge=
deſſen iſt das Bild, welches die bisherigen Veröffentlichungen von
Goldkilanzen ergeben, unvollſtändig und läßt dementſprechend
eine abſchließende Beurteilung noch nicht zu. Dennoch iſt es aber
ſehr lehrreich, die nun ſeit etwa ſechs Monaten zur Kenntnis der
Oeffentlichkeit gelangenden Goldmark=Eröffnungsbilanzen einer
kurzen Betrachtung zu unterziehen.
Es muß vorausgeſchiat werden, daß in den
Veröffentlichun=
gen unſerer Aktiengeſellſchaften ſichtbar zum Ausdruck kommt,
wie Geſetzgebung und Staatsautorität in der Nachkriegszeit
ge=
litten haben. Die mangelhafte Geſetzgebung, die in der
Schnellig=
keit ihrer Arbeit ihre Urfache hat, machte ſich ſchon nach kurzer
Geltung der Geſetze dadurch bemerkbar, daß in ihren Vorſchriften
der wirklichen Sachlage und den Bedürfniſſen des
Wirtſchafts=
verkehrs viel zu wenig Rechnung getragen wird. Dadurch ſind
häufige Aenderungen und Nachträge zu den Geſetzen bedingt,
wie dies die G.B.V. beweiſt, zu deren Durchführung bereits fünf
weitere Verordnungen vorliegen, ohne daß damit ein Abſchluß
erreicht wurde. Die gelittene Staatsautorität findet aber in der
täglich zu beobachtenden Nichtachtung der Geſetze und ihrer
Be=
ſtimmungen ſichtbaren Ausdruck. Das macht ſich zum Beiſpiel bei
der Veröffentlichung der Goldmark=Eröffnungsbilanzen in
un=
liebſamer Weiſe bemerkbar, wenn man aus dieſer feſtſtellen
möchte, in welcher Weiſe bzw. in welchem Umfange das
Kapital=
konto der Geſellſchaft durch die Inflationszeit gelitten hat.
Nach dem Willen des Geſetzgebers ſollte die Goldmark=
Eröffnungsbilanz ein Spiegelbild der Geſamtlage und
Ver=
mögensverhältniſſe der Geſellſchaft ſein. Die Bezeichnung „
Er=
öffnungsbilanz” konnte in dieſer Beziehung einen Zweifel auch
nicht obwalten laſſen. Unterzieht man die Bekanntmachungen
von Goldbilanzen einer entſprechenden Prüfung, ſo muß man
jedoch feſtſtellen, daß unter hundert ſich im Durchſchnitt kaum
drei Bilanzen finden, welchen die Bezeichnung einer
Eröffnungs=
bilanz zulemmt. Die Kommentatoren ſind ſich darin vollſtändig
einig, daß zum Beiſpiel jede Eröffnungsbilanz das zum
Zeit=
punkte ihrer Aufſtellung vorhandene Papiermarkkapital aufweiſen
muß. Von den wvenigen Ausnahmen abgeſehen, zeigen die
Bilan=
zen aber durchgehend nur das Goldmarkkonto für das Kapital
an. Man kann dieſe Nichtachtung der geſetzlichen Vorſchriften um
ſo weniger begreifen, als es ſich bei vielen Bekanntmachungen der
Geſellſchaften nachweiſen läßt, daß die Aufſtellung von
Sachver=
ſtändigen vorgenommen wurde. Neben den Reviſions= und
Treu=
handgeſellſchaſten ſind beſonders vereidigte Bücherreviſoren als
Verfaſſer oder mindeſtens als Prüfer für die Bilanzen erkennbar.
Ein Irrtum in der Auslegung des Geſetzes kann nicht in
Frage kommen, weil die berufenen Juriften ſich hierin
vollkom=
men einig ſind und von allen Buchſachverſtändigen ohne jeden
Zweifel als maßgebend betrachtet werden. Aber auch ohne die
Kenntnis der Auslegung durch die Kommentatoren ergibt eine
einfache Prüfung des zeitlichen Herganges der Umſtellung des
Kapitalkontos, daß die Goldmark=Eröffnungsbilanz Aufſchluß
darüber geben muß, in welchem Umfange das Kapital von
Papiermark in Goldmark herabzuſetzen iſt.
Die Aufſtellung der Eröffnungsbilanz hat nach den
Vorſchlä=
gen der Direktion unter Mitwirkung bzw. im Einverſtändnis mit
dem Aufſichtsrat zu erfolgen. Sie wird aber erſt dadurch
recht=
lich wirkſam und zum Ausgangspunkte für die ſpätere Aufſtellung
der Jahresbilanzen, daß ſie von der Generalverſammlung
geneh=
migt wird. Erſt wenn die Eröffnungsbilanz genehmigt iſt, kann
die Umſtellung auf Goldmark beraten, und beſchloſſen werden.
Schon hieraus geht hervor, daß die Goldmark=Eröffnungsbilanz
in Papiermark aufzuſtellen iſt.
Hat die Generalverſammlung nunmehr beſchloſſen, wie das
in der Eröffnungsbilanz ausgewieſene Papiermark=Kapitalkonto
in Goldmark umzuſtellen iſt, ſo iſt damit erſt der erſte Schritt für
die Umſtellung getan. Denn nunmehr muß der
Umſtellungs=
beſchluß erſt an das Handelsregiſter weitergegeben und zur
Ein=
tragung angemeldet werden. Mit der Eintragung durch den
Regiſterrichter iſt die Umſtellung dann rechtswirkſam erfolgt. Und
jetzt erſt kann man von einem Goldmark=Kapitalkonto ſprechen
und ein ſolches in der Bilanz aufweiſen.
Die Nichtbeachtung der Geſetze und das Beſtreben, die
Gold=
mark=Eröffnungsbilanz nach Art der Jahresbilanzen
aufzuſtel=
len und der Allgemeinheit bekannt zu geben, haben den großen
Nachteil, daß der Aktionär oder ein ſonſtiger Intereſſent dadurch
nicht in die Lage verſetzt wird, ſich ein auch nur einigermaßen
ſchlüſſiges Urteil über die Bilanz zu bilden. Dies wird aber
außerdem dadurch noch erſchwert, daß unter den Paſſiven auch
andere Poſten aufgeführt werden, die ebenfalls in eine
Eröff=
nungsbilanz nicht hineingehören. Hierbei wird ganz beſonders
an die verſchiedenen Arten von Reſerven gedacht. Auch nach den
D.V. zur G. B. V. iſt die Bildung einer Reſerve bei der Umſtellung
geſtattet, nämlich dann, wenn ſich bei der Herabſetzung des
Nenn=
betrags der Aktien bzw. ihrer Zuſammenlegung überſchießende
Spitzenbeträge ergeben. Da dieſe aber erſt durch die Umſtellung
entſtehen können, ſo iſt die Aufnahme eines Reſervekontos in der
Eröffnungsbilanz grundſätzlich falſch. Dasſelbe dürfte erſt in der
Bilanz in die Erſcheinung treten, die ſich nach erfolgter
Umſtel=
lung ergibt. .Es muß deshalb geradezu als ein Unfug
bezeich=
net werden, wenn ein Aktienunternehmen neben der
offenſicht=
lichen Bildung großer ſtiller Reſerven bei der Bewertung der
Aktiven unter den verſchiedenſten Bezeichnungen eine ganze
Reihe von Reſervepoſten in die Paſſiven einſetzt. Da gibt es eine
Reſerve I und eine Reſerve II, ein Spezialreſervefonds I und II,
eine Rücklage I und II, einen Erneuerungsſtock und ein
Werk=
erhaltungsionto, ein Amortiſationskonto und Abſchreibungen auf
Forderungen und wie die ſonſtigen Konionamen noch lauten
mögen. Alle dieſe Poſten haben in einer Eröffnungsbilanz weder
nach dem Willen des Geſetzgebers noch nach der allgemeinen
Auf=
faſſung über Bilanzwahrheit Raum. Darum wäre es
wünſchens=
wert, wenn in den noch zu erwartenden Eröffnungsbilanzen der
maßgebenden deutſchen Aktienunternehmungen den kleineren ein
gutes Beiſpiel gegeben werden würde.
Optimismus der amerikaniſchen Schiffahrtskreiſe.
B.R. Die Lage am Frachtenmarkt wird, in den amerikaniſchen
Schiffahrtskreiſen ſehr zuverſichtlich beurteilt. Sowohl die privaten
Schiffahrtsgeſellſchaften, wie auch der Shipping Board erwarten für den
Spätherbſt eine Verknappung des verfügbaren Schiffsraums und be=
Handelsblatt
Das engliſche Währungsproblem.
zehn Tagen zu einer Beſſerung des Pfundkurſes um 2½ Prozent monatlich zwei Millionen Franken Zuſchuß erforderlich ſeien, machten bis
geführt hat, iſt die Frage, ob die baldige Rückkehr Großbritan= Ende dieſes Jahres die Entlaſſung bezw. Penſionierung von 800 Ar=
Während in Wallſtreet und einigen kontinentalen Börſenplätzen. Arbeiter wurde demgegenüber zum Ausdruck gebracht, daß man bereit
ſtark mit der Möglichkeit gerechnet wird, daß das konſervative ſei, an der Herabſetzung der Betriebskoſten mitzuarbeiten. Die Frage
Kabinett in abſehbarer Zeit das Pfund wieder auf Goldparität
bringen werde, verhält ſich die City dieſen Erwartungen gegen= Berechnungen wurden in der Zeit vom 2. bis 8. November im Ruhr=
Gerüchte, daß eine Aenderung der britiſchen Währungspolitik be= Kokereien) in ſechs Arbeitstagen 1 978 943 To. Kohle gefördert. Die
vorſtehe, nicht näher ein, ſondern begründet die feſte Tendenz des Kokserzeugung ſtellte ſich in ſieben Tagen (in den Kokereien wird auch
Pfundes mit dem Regierungswechſel und jenen markttechniſchen Sonntags gearbeitet) auf 431 055 To. Die arbeitstägliche Kohlenförde=
Treffen geführt werden. Den Anlaß zu der rapiden Aufwärts= die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 61 579 To. (68 377 To.).
bewegung des Pfundes haben jedoch nicht die Dispoſitionen
Wallſtreets gegeben, die Guthaben der New Yorker Banken in
London haben ſich ſeit Ende Oktober nicht nennenswert erhöht —
ſondern die Sterlingskäufe europäiſcher Finanz= und Induſtrie= Im allgemeinen lagen alle Metallprodukte im Preiſe feſter infolge der
konzerne, die ihre in New York deponierten flüſſigen Mittel von etwas höher liegenden Metall=Notierungen. So wurden Bleifarben etwas
dort abgezogen und nach London überwieſen haben. Da die be= höher bewertet; auch Antimon=Produkte lagen weiter höher. Das
Ge=
aufsmäßige Spekulation ſich ſofort als Mitläufer einſchaltete, zog ſchäft in Kupfervitriol brachte etwas größere Umſätze. Auch auf
Chlor=
die Deviſe London ſo ſcharf an, daß ein Rückſchlag nicht aus= zink haben die höheren Zinkpreiſe ihren Einfluß ausgeübt und den Markt
bleiben konnte. Am internationalen Deviſenmarkt macht ſich in= etwas mehr befeſtigt. Das Geſchäft in Bromſalzen iſt etwas abgeflaut;
folgedeſſen eine ſtarke Unſicherheit hinſichtlich der weiteren Ent= 8 wurde Bromkali mit 8 63 und Bromnatrium mit 8 69 umgeſetzt.
Ka=
wicklung der Sterlingsvaluta geltend. Eine Klärung der un= neuen, bevorſtehenden Preiserhöhung, doch iſt genaues noch nicht
be=
durchſichtigen Verhältniſſe iſt jedoch zu erwarten, ſobald ſich her= kannt. Der Chlormagneſium=Markt iſt außerordentlich ruhig. Man
ausgeſtellt hat, ob die Wiedereinführung des Goldſtandards tat= kann mit X 4,5 bei größeren Poſten bequem kaufen. In
Bariumver=
ſächlich vorbereitet wird oder nicht. Wenn — was wahrſcheinlich bindungen, abgeſehen von Bariumnitrat, war das Geſchäft
außerordent=
iſt — vorläufig alles beim alten bleibt, dann fehlt der gegen= lich ſchleppend. Im allgemeinen war auch die letzte Woche in Bezug auf
wärtig relativ hohen Bewertung des Pfundes jede innere Be= Auſträge und Abſchlüſſe etwas beſſer.
rechtigung, denn man darf nicht überſehen, daß die Beſſerung des
Pfundes auf die Kaukkraft des engliſchen Geldes ohne Einfluß Aetzkali 88/929 .. . . / 13.25 Bitterſalz techn. kriſt. . . & 3. 2. 6
geblieben iſt. Die Inderziffern laſſen erkennen, daß die Groß= Bariumearbonat 98/100% „ 3.25
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10477a)
handelspreiſe im November des Vorjahres in Großbritannien
51,9 Prozent und in den Vereinigten Staaten 52 Prozent über
dem Vorkriegsniveau lagen, während ſie gegenwärtig den Stand
von 1914 in Großbritannien um 64 Prozent, in den Vereinigten
Staaten um 51 Prozent überſchreiten. Trotzdem ſich der
Ster=
lingkurs innerhalb des letzten Jahres um 20 Cents gebeſſert hat,
zeitig der Preisindex in England eine Steigerung um 12 Prozent,
in der Union einen Rückgang um 1 Prozent. Selbſt wenn man
die Verſchlechterung der ſogen. Kaufkraftparität nicht überſchätzt,
ſo muß doch berückſichtigt werden, daß ſie eine konſequente
Defla=
tionspolitik, die erforderlich wird, ſobald die Bank von England
die Disparität des Sterlings beſeitigen will, ganz erheblich
er=
ſchwert. Die Wiedereinführung der Goldwährung bedingt einen
Preisabbau um 10 bis 12 Prozent, die Herabſetzung des
Preis=
niveaus wiederum läßt ſich ohne Beunruhigung der Wirtſchaft
nicht durchführen. Da die engliſche Regierung ſich ſchwerlich zu
überſtürzten Maßnahmen entſchließen dürfte, fehlen gegenwärtig
alle Vorausſetzungen für die Abkehr von der bisherigen
Wäh=
rungspolitik. In der City glaubt man infolgedeſſen, daß der
Sterling in Kürze ſeinen Kursgewinn wieder einbüßen wird,
zu=
mal die Ende des Jahres fällig werdenden Rohſtoffwechſel, ſowie
die am 15. Dezember zu leiſtende Ratenzahlung auf die engliſche
Kriegsſchuld an die Vereinigten Staaten ſich ſchließlich am
Deviſenmarkt auswirken müſſen.
Börſen.
— Berliner Börſe. Die Haltung am geſtrigen
Börſenruhe=
tag im Verkehr von Bureau zu Bureau iſt faſt für alle Märkte feſt.
Die leichte Abſchwvächung am Anleihemarkt, die aus Glattſtellungen
reſul=
tierte, iſt behoben, ſo daß auch Kriegsanleihe ebenſo wie die anderen
Ren=
ten erhöhte Kurſe aufwieſen, Hproz. Kriegsanleihe 1025—1035, 3½proz.
Preußiſche Konſols 1675—1685. Das Geſchäft ſelbſt iſt kaum nennenswert,
wie gewöhnkich am Samstag. Mit einigem Argwohn beurteilt man in
Bankkreiſen den Brief des Generalagenten Gilbert an den
Finanzmini=
ſter Luther, in dem nochmals ausdrücklich auf die Regelung der
Rück=
erſtattung der 2prozentigen Reparationsabgabe in der Weiſe
hingewie=
ſen wird, daß dieſe Rückzahlung durch den Generalagenten bzw. das
Transferkomitee geſchieht. Den Optimiſten muß man immer wieder
ſagen, daß nur eine wohlwollende Handhabung dieſes Termins eine glatte
Ausübung ſichert. Feſtzuſtellen iſt jedenfalls, daß der Standpunkt dieſes
Briefes kurz vor Weiterführung der franzöſiſchen Verhandlungen zwecks
Handelsvertrages recht ungeeignet für die deutſchen Unterhändler iſt.
Trotzdem iſt die Stimmung an den ſonſtigen Märkten eine durchaus
poſitive. Auch geſtern morgen galt das beſondere Fntereſſe den
Montan=
werten. Phönig 44. Auch für Bankaktien hält die Nachfrage an, ohne
jedoch nennenswerte Umſätze und Kursſteigerungen zu bringen. Am
Deviſenmarkt macht ſich für das Pfund eine weitere Steigerung
bemerk=
bar. Man nannte das Pfund gegen Paris 87—87,60, das Pfund gegen
New York mit 4,63. Der deutſche Markt liegt faſt durchweg unverändert.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Aus der Reichshauptkaſſe. Nach dem Ausweis der
Reichshauptkaſſe betragen für den 1. bis 10. November in Millionen
Reichsmark die Einzahlungen 117,5, die Auszahlungen 82,7, ſo daß ſich
ein Ueberſchuß von 34,8 ergibt und ſich der Geſamtüberſchuß dadurch
für das laufende Finanzjahr vom 1. April bis zum 10. November auf
205,4 erhöht. Der Stand der Reichsmarkſchuld aus der Begebung von
Reichsmarkwechſeln hat ſich vom 31. Oktober um 15 auf 85 am 10.
No=
vember erhöht.
Nr. 319
— Reorganiſation des Neunkirchener
Eiſen=
werkes. In einer Arbeiterausſchußſitzung hat die Direktion des
Neun=
tirchener Eiſenwerkes bekanntgegeben, daß ſich eine Reorganiſation des
B.R. Angeſichts der Sterlinghauſſe, die innerhalb von vier= Werkes nicht umgehen laſſe. Die Geſchäftslage und die Tatſache, daß
niens zur Goldwährung zu erwarten ſei, wieder akut geworden, beitern ſowie Lohnerſparniſſe notwendig. Von den Vertretern der
der Lohnerſparnis und der Arbeiterentlaſſung ſei jedoch nicht diskutabel.
— Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen
über recht ſkeptiſch. Auch die engliſche Finanzpreſſe geht auf die gebiet (einſchließlich der bisher von der Regie betriebenen Zechen und
rung betrug in der Zeit vom 2. bis 8. November im Ruhrgebiet 329 894
Momenten, die ſeit Monaten bei jeder Hauſſebewegung ins Tonnen (gegen 378 779 To. im Durchſchnitt des ganzen Jahres 1913),
* Export=Chemikalien=Marktbericht.
Gegen die Vorwoche zeigte die vergangene kaum ein anderes Geſicht.
liumpermanganat zeigte etwas Bewegung und man ſpricht von einer
Nachſtehend die heutigen Notierungen der hauptſächlichſten
Chemi=
kalien:
Chlorbariumkriſt. 98/100% „ 4.35 Bleizucker weiß
dto Kriſtallmehl
3.80
Chlorſ. Kali pulv.
61.—
Rotblauſ. Kali kriſt.
Glauberſalz feinkriſt.
Glycerin 280 Bé chem rein, 35.— Carbolſäure 39/400
Kaliumbichromat .
„15.50
Natriumbichromat
Salmiakſalz 98/100%
Schwefelkohlenſtoff”
Weinſteinſäure.
43 —
Aetznatron 125/128
Ameiſenſäure 8590 techn. „ 86.10.— Sulfat gem. 96/98%6 loſe „ 3.—.—
Anilinſalz .
7.5.—
Antichlor gew. kriſt.
Antimon erudum . . . . .41.—.— Kupfervitriol 98/9920 ., 21.5.—
Antimonoxyd . . . . . . 63.—— Kalialaun Stücke.
Betanaphtol pulv. . . . . 67—— dto Kriſtallmehl ., 7.5.—
Pottaſche cale, gem. . . . 21.—— Schwefelnatrium 60/62%0 11.——
Schwefelſ. Tonerdel4/15%on 5. 10.— Tetrachlorkohlenſtoff „ 43.—,
dto u. S. P. lX.., 5.10.—
„44—.—
„38.10.—
dto braun
8.40 Brom flüſſig".
16b.—
Bromkali
72.—.—
1.10 Bromnatrium
T49.——
3.15.—
19.— Chlorcalcium 70/75‟
Chlormagneſium geſchm. 4.5.—
18.5.—
9.70 Chromalaun 15%
38.—
8.50 Eſſigſäure 80%0
dto 98/100%
„45.—.—
„58.—.—
*15.5.— Gelbblauſaures Kali
„68.10.— Hirſchhornſalz pulv. . . . 26.—.—
dto Stck. . . . 31.—.—
dto Perlform . . . . 10.—— Kaliumpermanganat . . . 46.10.—
7. 17. 6
Oxalſäure 98/100% .. . . 21.15.— Phosphor rot amorph „340.—.—
Die 8=Preiſe verſtehen ſich per 100 kg, die L=Preiſe per 1000 kg
einſchließlich üblicher Verpackung, bei Lieferung fob Hamburg.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenmarkt. Die flauen
amerikani=
ſchen Meldungen wirkten heute nicht in dem erwarteten Maße
preis=
drückend, da hier ſchon geſtern die Rückgänge im Verhältnis zu den
Welt=
marktpreiſen größer geweſen waren. Der Preisunterſchied zwiſchen dem
direkten amerikaniſchen Angebot und den zweithändigen Forderungen iſt
wefentlich geringer geworden. Für Dezemberlieferung von
Inlands=
ware blieb bei ſtarkem Angebot die Nachfrage größer, wogegen wegen —
des ſtockenden Mehlabſatzes für prompte Inlandsware, die ebenfalls
ſtärker angeboten war, ſo gut wie keine Aufnahme beſtand. Weizen lag
matt. In Gerſte war die Provinz mit großem Angebot am Markte.
Auch in Hafer war das Angebot umfangreich, das aber nur in guter
Ware unterzubringen war.
Von den ſüddeutſchen Waren= und
Produkten=
märkten. Mannheim. Nachdem die amerikaniſchen Börſen am
11. November Feiertags wegen geſchloſſen waren und am 12. November
niedrigere Kurſe kamen, konnten am 13. November an der Mannheimer
Börſe einlaufende höhere Kurſe von Liverpool eine Erhöhung der Preiſe
nur in recht mäßigem Umfange herbeiführen. Im ganzen waren die
Käufer zurückhaltend. Angeſichts der fortſchreitenden Druſcharbeiten
wird jetzt auch Landware reichlicher als bisher angeboten, zumal zu
Mar=
tini, als ländlichem Zahlungstermin, auch der Geldbedarf ſich geltend
machte. Insbeſondere lagen vermehrte Angebote vor aus Württemberg,
dem baheriſchen Franken und aus der Pfalz. Mais blieb ſehr feſt; es
wurden dafür ea. 22 Mk. mit Sack bezahlt. Zugenommen hat auch
namentlich das Angebot in Landhafer, beſonders in minderwertigen
Qualitäten, die ſtark vernachläſſigt ſind, wogegen für gute Qualität ſich
Intereſſe erhielt.
Bei Gerſte ſind einwandfreie helle Qualitäten wie bisher begehrt
geblieben; ſie wurden bei 27—28 Mk. die 100 Kilo ſchlank aus dem
Markte genommen, dagegen nimmt das Geſchäft in mittleren und
minde=
ren Sorten nur einen ſchleppenden Verlauf; badiſche Gerſten wurden
ab diverſen Stationen mit 23—24 Mk. die 100 Kilo geahndelt. Im
Mehl=
geſchäft blieb es weiterhin ruhig, weil der Konſum weiter noch
aus=
reichend verſorgt iſt. Die Mühlenforderungen lauteten für Weizenmehl,
Spez. 0, auf 38,50 (Vorwoche 36,75), für Roggenmehl 36 (33,25), bei
der zweiten Hand koſtete Weizenmehl 36,50 (35), Roggenmehl 33,50 (30)
Mark. Je nach Qualität handelte man mit Weizenfuttermehl mit 17
(zweite Hand 16,50), Roggenfuttermehl 16,50 (16), Kleie 12,50 (11,25)
Mark. Bei einer Verſteigerung von bitterem amerikaniſchen Brotmehl
erfolgte der Zuſchlag bei 23,25 Mk.; 15 000 Kilo franzöſiſches
Weizen=
mehl, 70prozentige Ausmahlung, Fabrikat der Grand Moulin de la
Loire in Nantes, laut Gutachten durch Feuchtigkeit und Schimmel
be=
ſchädigt, ſo daß es nur zum Teil für menſchliche Nahrung, im übrigen als
Futtermittel verwendbar iſt, wurden ab Grenze Wintersdorf mit 240
Mark die 100 Kilo zugeſchlagen. Hinzu treten die Gebühren für die ſeit
6. November bahnſtehende Ware und die Umſatzſteuer.
Das Geſchäft in Futtermitteln bewegte ſich im Laufe der Woche in
beſcheidenen Grenzen. Malzkeime waren zu Wochenanfang angeboten,
ſpäter beſſer verlangt zu etwa 16 Mk. die 100 Kilo ab ſüddeutſche
Stati=
onen, mit Sack, und Biertreber mit Sack zu 19.50—20 Mk. franko
Mann=
heim=Ludwigshafen a. Rh., Trockenſchnitzel ſind mit 11 Mk. von der
zweiten Hand ab Zuckerfabrikſtation angeboten; die Forderungen für
Torfmelaſſe ſtellten ſich auf 7,50—8 Mk., für Haferſchalenmelaſſe auf
9,50—10 Mk. die 100 Kilo. Das Geſchäft in Oelkuchen lag auch ruhig.
Es wurden ea. 15 Mk. für Rapskuchen, 25 Mk. für Erdnußkuchen und
Seſamkuchen, 19—20 Mk. für Palmkuchen ab Fabrikſtationen die 100
Kilo verlangt.
Das Malzgeſchäft hat ſein, bisheriges Ausſehen bewahrt. Gute
Quali=
täten, die aus der diesjährigen Gerſte erzeugt ſind, werden nach wie vor
von den Großbrauereien geſucht, wogegen minderwertige Sorten nur
ſchwer verkäuflich ſind. Die Forderungen lauten auf 48—51 Mk. die
100 Kilo für gute Charaktermalze, wogegen Malze aus ausgewaſchener
Gerſte 2—4 Mk. die 100 Kilo billiger erhältlich ſind. Hopfen hatte
an=
fangs der Woche etwas feſtere Tendenz infolge vermehrter Umſätze. Im
weiteren Wochenverlauf trat dann jedoch wieder ſchwächere Haltung auf.
Die Preiseinbuße dürfte etwa 10—20 Mk. je Zentner betragen. Das
Angebot in roten und ſcheckigen Hopfen iſt ziemlich groß, ohne daß
ſich Käufer dafür finden, weil der Handel ſich den grünfarbigen
Prima=
qualitäten zuwendet und auch der Export geringer Qualitäten zur Zeit
ſtill liegt. Von elſäßigen Hopfen wurden wieder einige Partien la
Hopfen zu ca. 1000 Franken ab Hagenauer Gegend gehandelt. Belgiſcher
Hopfen und nordfranzöſiſcher (Aloſter) Hopfen, ebenſo amerikaniſcher
Hohfen, die angeboten wurden, begegnen hier zur Zeit kein
KurdenenEif euns Leldif dende Eodf dr aufauf De
ſchleppendem Geſchäft ſind davon etwa 1000 Zentner zu 34—40 Mk. je
Zentner verkauft worden. Auch in einigen anderen Orten wurde der
Tabak abgehängt. Verkauft wurden in Groß=Sachſen einige 100 Zentner
zu je 33 Mk. in der Pfalz zu Jggolheim zu 40 Mk. Der Einkauf von
Sandblatt geht nur ſehr langſam. Verwogen wurden Sandblätter in
Ladenburg zu 45—55 Mk., in Pnackſtadt zu 55—60 Mk., in Seckenheim
zu 55 Mk., in Leutershauſen zu 52 Mk., in Sandhofen zu 65 Mk. Die
Forderungen der Pflanzer betrachtet der Handel als zu hoch, zumal
ſo=
viel Material vorhanden iſt, daß jeder ſeinen Bedarf decken kann, und
weil auch das Geſchäft in der Fabrikation ſehr ruhig iſt, abgeſehen von
der Zigarrenfabrikation, in der es etwas lebhafter gewvorden iſt. Alte
Tabake wurden zu 58—62 Mk. der Zentner gehandelt. Rippen
um=
verändert.
Rummer 319.
Sonntag, den 16. Rovember 1924.
Lebenswogen.
Seite 15.
Roman von Paul Lindenberg.
(Nachdru & verboten.)
31)
Die Fahrt ging zunächſt am Meer entlang, dann, allmählich
ſteigend, etwas landeinwarts, immer neue herrliche Bliae auf
die blauen Fluten, auf ſanfte Einbuchtungen und zaaige, von
der Brandung umſpülte Felsvorſprünge, auf in dichtes Grün
gebettete weiße Landhäuſer, auf eng zuſammengedrängte
Fiſcherdörfchen und trutzige Ruinen einſtiger ſtolzer
Herren=
ſitze eröffnend. Ringsum geſegnete Fruchtbarleit mit Wein= und
Obſtpflanzungen, mit Gärtnereien, Ollvenwaldungen, ſchattigen
Feigen= und Orangenha nen, aus dem buſchigen Geſtrüpp längs
der Straße üppiger Blumenzauber ſprießend.
„Ecco, la villa de Comte Bruſſati!” rief der Kutſcher, der
lebhaft ſeine Fahrgäſte unterhalten hatte, und wies mit der
Peitſche nach einem etwas oberhalb eines Seitenweges
gele=
genen großen Landhauſe, an das ſich ein weiter, von niedriger
Mauer umgebener Park ſchloß. Eine Rampe führte zu dem
ſchlichten, nur mit einem Wappen geſchmückten Portal, aus dem
jetzt, als der Wagen flott vorfuhr, eine hohe Männergeſtalt
heraustrat, mit großen, dunllen Augen, in denen es noch
jugend=
lich flammte, mit langem, weißem, ſorgfältig gepflegtem Bart
und kurzgeſchnittenem weißen Haar, in der ganzen Erſcheinung
imponierend Würdiges und doch auch Mildes vereint.
Der Kutſcher hatte tief den Hut gezogen und ſtrahlte übers
ganze Geſicht, als der Graf ihm ſagte: „Nun, Beppo, haſt du
meine Freunde gut hergebracht? Das iſt brav! Gönne dir und
deinem Pferdchen etwas Ruhe, du weißt ja Beſcheid!“
Mit ausgeſtreäten Händen trat er Wolf und Klaus
entge=
gen, in gutem, nur wenig fremdartig gefärbtem Deutſch ſie
be=
grüßend: „Willkommen, herzlich willkommen, meine Herren! Ich
freue mich, deutſche Gäſte zu ſehen — mußte lange dieſes
Ver=
gnügen entbehren! Bitte, treten Sie ein und fühlen Sie ſich
bei mir wie zu Haus!”
In einer großen Vorhalle, an deren Wänden zahlloſe
ſel=
tene Waffen, Schilde, Fahnen hingen, nahm ein Diener die
Sa=
chen entgegen und öffnete die Tür zu einem kleinen Vorzimmer,
von dem man in ein weites Bibliotheks= und von dieſem in das
lichte, behagliche Arbeitsgemach des Hausherrn gelangte.
Hier ſchüttelte dieſer den Freunden nochmals die Hände,
wiederum ſeine Freude ausdrückend, daß er ſie, auch als
Ver=
treter der tapferen deutſchen Nation und Mitkämpefr des
gro=
ßen Krieges, begrüßen könnte. Als man in bequemen Seſſeln
Platz genommen, ſagte er: „Ich fühle tief mit Ihrem armen,
nicht durch die Waffen niedergerungenen Vaterlande, und ich
weiß, daß meine Geſinnung viele meiner Landsleute teilen,
wahr=
lich nicht die ſchlechteſten! Dankbar erinnere ich mich meiner
Stu=
dienzeit in Heidelberg und in Bonn und beſinne mich deutlich
noch heute, mit welcher Ehrfurcht ich in Frankfurt das Geburts=
und in Weimar das Sterbehaus Ihres großen Goethe betreten,
der den Deutſchen die Liebe zu Italien in die Herzen pflanzte
— jetzt wohl eine unglückliche Liebe, die bekanntlich am längſten
hält. Sie müſſen nur viel erzählen, ich habe viel zu fragen!
Aber zunächſt das Wichtigſte: der Zweck Ihrer Reiſe hierher!
Mein alter Freuno Replin hat mir brieflich manches angedeutet,
und was er nicht geſchrieben, las ich zwiſchen den Zeilen. Es
handelt ſich in erſter Linie um die verſchollene Tochter des
Groß=
fürſten Andreas, die junge Tatjana. Hier möchte ich einſchalten,
daß ich meinem treuen Replin und dem Großfürſten zu tiefſtem
Dank verbunden bin. Sie ſehen nämlich vor ſich einen alten
Frei=
heitskämpfer. Als blutjunges Bürſchlein focht ich unter
Gari=
baldi bei Mentana, wurde dort ſchwer verwundet, aber durch die
Hilfe eines deutſchen Arztes gerettet. Vor zwei Jahrzehnten
mußte ich aus politiſchen Gründen nach Rußland gehen und
ward auch dort, empört über die Willlürherrſchaft, in allerlei
Händel verwickelt. Monatelang ſaß ich in der Peter=Pauls=
Feſtung, dann ward ich auf Lebenszeit nach S.birien verbannt.
Da trat Replin, der als junger Diplomat im Hauſe meiner
El=
tern in Rom verkehrt, für mich ein, aber ſeine Fürſprache hätte
wenig genutzt, ausſchlaggebend war jene des von Replin
benach=
richtigten Großfürſten Andreas. Eines Abends fand ich meine
Kerkertür nicht verſchloſſen, nachdem der Wärter ein Paket
hin=
terlaſſen, in welchem ſich neben Geld und Paſſierſchein
Kleidungs=
ſtücke und Wäſche befanden. Ich war frei! lnd nach drei Tagen
weilte ich in Schweden! Die Freundſchaft mit Replin, den
ſpä=
ter auch dieſes Haus als teuerſten Gaſt oft beherbergte, hat ſich
bis heute erhalten und ſoll bis zu unſerem Lebensende währen!
Auch den Großfürſten ſah ich wiederholt hier — ich lernte ihn als
einen freien, vorurteilsloſen, tief gebildeten Menſchen kennen,
der mir wiederholt ſeine Empörung über die Zuſtände in ſeiner
Heimat ausgeſprochen, dabei klagend, daß man alle ſeine
Rat=
ſchläge als jene eines Phantaſten betrachtet. Hätte man ſie doch
befolgt — nie wäre der Krieg ausgebrochen! Replin
benach=
richtigte mich von dem Unglück ſeines fürſtlichen Freundes, vom
Verluſt ſeiner Tochter und ſeines Sohnes. Daß letzterer noch
lebt, iſt kaum anzunehmen; aber ich fand Spuren, die es mir
glaubhaft erſcheinen laſſen, daß ſeine Tochter auf italieniſchem
Boden iſt, gar nicht weit von hier, in einem Gebirgskloſter. Mehr
darf ich auch Ihnen nicht ſagen, den Grund dafür ſpäter, ich bin
durch mein Wort gebunden. Nur hervorheben möchte ich noch,
daß es ſich hier nicht bei mir um die Tochter eines Fürſten
han=
delt, ſondern um die eines durch ein unerbittliches Geſchick
tief=
getroffenen, ſorgenerfüllten Vaters, der Jahr um Jahr um ſein
Teuerſtes bangt. Und dem ich helfen möchte — wie ich dies bei
jedem andern auch tun würde — ſoweit dies in meinen Kräften
ſteht. Nun möchte ich Sie bitten, mir alles zu erzählen — Sie
können mit voller Offenheit reden, hier haben die Wände keine
Ohren, kein Lauſcher iſt zu befürchten!
Wolf erſtattete eingehenden Bericht von der Stunde an, in
der er in Berlin mit dem Geheimrat Replin zuſammengetroffen,
von den Beziehungen desſelben und des Großfürſten zu ſeinem
Vater, von der Aufgabe, die ihm und ſeinem Freunde Klaus
übertragen worden. Dann ergänzte letzterer die Erzählung durch
die Begegnung mit Aſta, was er von dieſer gehört, über das Ge=
ſpräch der beiden Ruſſen beim Maskenfefeſt, von den Erlebniſſen
an Bord der „Weſer”
Graf Buſſati, in ſeinem Schreibſeſſel zurückgelehnt, das edle,
ausdruasvolle Haupt in die eine Hand geſtützt, hatte aufmer ſam
zugehört. Er verblieb einige Minuten in tefem Nachdenten;
dann ſagte er: „Die Ruſſen hat man auf Ihre Fährte gehetzt —
das Auffinden der Großfürſtentochter wiro ihnen gleichgultig
ſein, ſie haben es einzig auf die Ihnen anvertrauten
Koſtvarlei=
ten abgeſehen. Da muſſen Sie beide auf alles geſaßt ſein. Auch
in Neapel, wie in Rom und in anderen unſerer Städte gibt’s
eine Geheimorganiſation ruſſiſcher Verſchwörer, ſehr liſtige, zu
allem bereite Menſchen mit vielen Verbindungen. Daß die junge
Dame, von der Sie mir erzählen, und um die Sie mit Recht
be=
ſorgt ſind, in Gefahr ſchwebt, fürchte ich nicht; ſie war nur auf
dem Schiff den Schurken hinderlich. Ich glaube, daß dies
Fräu=
lein .."
„Aſta”, ergänzte Klaus innigen Tones.
„Daß dies Fräulein Aſta Ihnen von großem Nutzen ſein
kann, um Ihr Ziel zu erreichen. Während dieſes Berichtes faßte
ich einen Plan, den wir noch ſpäter erörtern. Jetzt handelt’s ſich
um Ihre Sicherheit. Und da möchte ich Ihnen vorſchlagen, Sie
wohnen die nächſten Tage bei mir — hier wird Ihnen nichts
geſchehen! Wenn ich auch in Neapel manchen Beiſtand gewähren
kann, ſo ſind Sie dort doch leicht heimtückiſchen Angriffen
aus=
geſetzt. Bei mir bürge ich für Ihren unbedingten Schutz!”
Wolf und Klaus ſchienen mit der Antwort zu zögern.
Warmen Tones fuhr der Graf fort: „Wenn Sie auch
viel=
leicht nicht ſelbſt um ſich beſorgt ſind, ich bin es um Sie! Und
den en Sie an das, was Sie vorhaben! Alſo: machen Sie einem
einſamen, alten Manne die Freude, Sie in ſeinem Hauſe
beher=
bergen zu können. Es iſt groß genug. Und es gibt ja noch vieles
zu plaudern, ich möchte noch vieles von Ihnen und Deutſchland
erfahren. Außerdem habe ich heute früh einen Boten ins Gebirge
geſandt, nachdem Sie mir geſtern Ihre Ankunft mitgeteilt, der
kaum vor drei Tagen zurück ſein kaun, und deſſen Nachrichten
für unſere ferneren Entſchlüſſe ſehr wertvoll ſein dürften.
Mor=
gen abend aber — ja, auch davon ſpäter! Alſo, meine lieben
jungen deutſchen Freunde: einverſtanden?”
„Einverſtanden, Herr Graf! Und mit innigem Dank:
noch=
mals einverſtanden!
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*Wahlpflicht —Frauenpflicht
Es iſt nur zu verſtändlich, daß die Frauen nach der
Reichs=
tagsauflöſung ſeufzten: O Gott — ſchon wieder wählen! Sie
ſtehen der Parteipolitik, die dieſes Ereignis nötig machte,
ver=
ſtändnislos gegenüber. Sie ſehen und ſpüren nur die
Beunruhi=
gung, die der Wahlkampf überall verurſacht und können nicht
be=
greifen, daß die angeblich ſo klugen und im Gegenſatz zu ihnen
ſo „politiſch” denlenden Männer dieſen Zuſtand, der wichtige
ſtaatsbürgerliche Arbeit zum Stillſtand verurtei t, die Köpfe und
Gemüter erhitzt und letzten Endes auch wieder große materiele
Opfer fordert, nicht haben vermeiden können. Eine naheliegende
Schlußfolgerung läßt darum viele Frauen erklären: ich wähle
nicht — es iſt ja immer dasſelbe. Da gibt man ſeine Stimme
ab und glaubt mit ſeiner Entſcheidung etwas zum Wohl des
Vaterlandes beigetragen zu haben, hofft, daß das Parlament zu
fructbarer Arbeit kommt und auf einmal iſt alles wie vorher.
Zank und Streit auf der ganzen Linie, Neuwahlen und dasſelbe
Spiel. Ich Ein es müde
Eines nun muß man dieſen Frauen auch jetzt wieder ſagen,
das ihnen die außerordentliche Tragweite ihrer ſtaatsbürgerlichen
Pflicht klar macht, ein Argument, das ſie aus aller Mißſtimmung
und Wahlmüdigieit herausreißen muß: in den Händen der
Frauen liegt auch diesmal die Entſcheidung über
die nächſte Zukunft des Vaterlandes, da ſie die
überwiegende Mehrheit der deutſchen
Bevölke=
rung ausmachen! Ihre zahlenmäßige Ueberlegenheit gibt
ihnen eine beſondere Verantwortung, der ſie ſich unter keinen
Umſtänden entziehen dürfen. Hat die unſelige innere
Zerriſſen=
heit des deutſchen Volkes auch diesmal die, man möchte ſagen.
Kataſtrophe der Neuwahlen heraufbeſchworen, ſo iſt es gerade die
Pflicht der Frauen, ihr durch eine eindeutige Wahlentſcheidung
für lange Zeit ein Ende zu machen.
Die bürgerlichen Frauen ſind es, die letzten Endes dieſe
Entſcheidung herbeizuführen haben, und gerade die bürgerlichen
Kreife — darin ſind Mann und Frau beider gleichgeartet
neigen dazu, ſich vom politiſchen Entſchluß fernzuhalten und
bie Geſtaltung der Innen= und Außenpolitik dem lieben Gott
und — den anderen zu überlaſſen. Jeder nicht abgegebene
Stimm=
zetlel aus bürgerlichen Kreiſen aber erhöht indirekt die
Stimmen=
zahl der Linksparteien. Da nun, wie geſagt, auch in den
bürger=
lichen Reihen die Zahl der wahlberechtigten Frauen höher iſt
als die der Männer, trifft ſie in erſter Linie die Verantwortung
am Ausgang der Wahl.
Die furchtbare Zerſplitterung der deutſchen Wähler in 27
Parteien, Gruppen und Grüppchen, wie wir ſie bei den
Mai=
wahlen ſchaudernd erlebten, ſcheint diesmal vermieden. Das
er=
leichtert die innere Einſtellung und konzentriert ſie auf wenige
Parteien. Die Wahlparole heißt jetzt eindeutig: bürgerliche oder
ſoxkaliſtiſche Weltanſchauung. Nicht Bürger gegen Arbeiter, wie
man von links die Tatſache umzufälſchen liebt, es geht um die
Weltanſchauungen ſelbſt, die ihren politiſchen Ausdruck in den
Parteien findet. Bürgerliche Weltanſchauung, d. h.: Ehrfurcht
vor der nationalen Vergangenheit, Aufſtiegsmöglichkeiten für den
Einzelnen wie für das Volk, Ueberwindung der Klaſſengegenſätze,
Wirtſchaftsfreiheit, chriſtliche und deutſche Kultur, will Evolution.
Sozialiſtiſche Weltanſchauung heißt: Verleugnung und
Verächt=
lichmachung der deutſchen Geſchichte, Bindung und
Schema=
tiſierung der Leiſtung, Klaſſenkampf, Sozialiſierung,
internatio=
nale Einſtellung, derſchwommene „Menſchheitsideen” und will
ſtatt Volksgemeinſchaft innerhalb der eigenen Nation dauernden
Kampf, Revolution. Daß es diesmal nur um die beiden großen
Geſichtspunkte geht, unter die das Schickſal der Nation geſtellt iſt,
erleichtert auch „unpolitiſchen” Frauen die Entſcheidung. Weniger
denn je wäre es entſchuldbar, wenn die bürgerliche Frauenwelt
ihre nationale und politiſche Pflicht verriete.
Wahlpflicht iſt Frauenpflicht. Nicht Wille, Wunſch oder
Freude. Pflicht ſchlechthin, von der ſie nichts losſprechen kann.
Frauen=Rundſchau
Der Landesverband Thüringer
Hausfrauen=
bereine gegen die Preisſteigerung. Auf ſeiner in
Greiz ſtattgefundenen Tagung ſtellte der Landesverband
Thürin=
ger Hausfrauenvereine mit Beſorgnis feſt, daß die Preiſe für die
wichtigſten Lebensmittel wieder in erſchreckender Weiſe anziehen.
Er richtete deshalb an das thüringiſche Miniſterium das
drin=
gend Erſuchen, baldmöglichſt Mittel und Wege zu finden, dieſer
Preistreiberei hindernd entgegenzutreten und ungerechtfertigte
Aufſchläge zu verhüten.
Schaffen und Streben iſt Goites Geboi;
Arbeit iſt Leben, Nichtstun iſt Tod.
Mut und Hoffen ſedem Streben!
Ernſtem Wollen Heil und Preis.
Vorwäris ſehen, vorwärts ſireben,
Reinen Raum der S.hwäche geben.
Arbeit iſt des Blutes Balſam,
Arbeit iſt der Tugend Quell.
Arbeit iſt des Bürgers Zierde,
Segen iſt der Mühe Preis.
* Wie die Schönheit vergeht
Es iſt eine alte Erfahrung, daß ſich im Ausſehen der
Men=
ſchen eine große Wandlung vollzieht. So erkennt man Leute,
di=
als Kinder ſehr ſchön waren, ſpäter kaum wieder, weil ſich ihre
Geſichtsbildung zum Nachteil verändert hat. Der Volksmund
erklärt dieſe Veränderung mit dem Verwachſen. Auch
Lom=
broſo war ſchon dieſer Anſicht. Er ſagt darüber:
„Bei den meiſten Kindern fallen uns die großen ſchönen
Augen auf, die ſo erſtaunt in die Welt blicken. Wie ſelten iſt es
aber der Fall, daß ein Erwachſener dieſe großen Augen hat. Das
kommt daher, daß das Auge eines der Organe iſt, das zuerſt ſeine
volle Entwickelung erreicht. Mit ſieben Jahren haben die Augen
ihre volle Entwickelung erreicht, während das Geſicht noch lange
weiter wächſt. Es iſt daher klar, daß Kinder, die von Natur aus
Anlagen zu einem großen oder zu einem fetten Geſicht haben,
im erwachſenen Zuſtande nur ganz kleine Aeuglein haben
wer=
den. Ein anderes Organ, deſſen Entwickelung oft unangenehme
Ueberraſchungen zeitigt, iſt die Naſe. Im Gegenſatz zu den
Augen hat die Naſe die Tendenz, die Vorherrſchaft im Geſicht
zu erlangen. In Anbetracht dieſer Tatſache bildet die Naſe bei
einem Kinde eine ſchwere Gefahr, da ſich dieſelbe im Laufe der
Entwickelungsjahre zu einem wenig äſthetiſchen Riechorgan
aus=
bildet. Die ſchöne griechiſche Naſe kann nur das Produkt eines
kleinen und ſchmalen Näschens des Kindes ſein. Auch der Mund
artet gewöhnlich nach der häßlichen Seite aus, und zwar
mei=
ſtens unter dem Einfluß der Bitterkeiten und Leidenſchaften des
Lebens. Das Kind hat im allgemeinen in den erſten Jahren
ſeines Lebens nur Glück und Vergnügen und wenig Schmerz.
Bei dem Erwachſenen aber prägen der Kampf um das Daſein,
das Jagen und Kämpfen um den Beſitz, Enttäuſchungen,
Ent=
behrungen uſw. unlöſchliche Spuren um den Mund und ändern
ſo die natürliche Schönheit, indem ſie dem Geſicht einen
ande=
ren Ausdruck geben.
Aber es iſt doch nicht unmöglich, eine angegebene Schönheit
mehr oder weniger zu erhalten. Die beſte Anleitung hierzu geben
dem erwachſenen Menſchen Feuchtersleben und Kant. In ſeiner
„Diätetik der Seele” lehrt Feuchtersleben die Kunſ, alle
Wider=
wärtigkeiten des Lebens als etwas zu betrachten, deſſen
Abwen=
dung nicht in der Macht des Menſchen ſteht. Daher ſoll er es
als eine Schickung anſehen, die einen beſtimmten, wenn auch
un=
verkennbaren Zweck hat. Durch dieſe gewinnt der Menſch die
Kraft, ſeine Seele frei zu halten von allen ſchädlichen Einflüſſen,
die ſich ſchließlich im Geſicht ausprägen und ſeine Schönheit
be=
einträchtigen. Auch Kant zeigt in ſeiner „Macht des Gemüts”
wie man trotz aller Bitterkeiten des Lebens froh und heiter
blei=
ben kann. Selbſt das Volk hat in ſeinen Sprichwörtern einen
reichen Schatz zur Erhaltung des ſeeliſchen Gleichgewichts. „Wer
weiß, wozu es gut iſt!” heißt es oft, und ein anderes ſagt:
„Glücklich iſt, wer vergißt, was doch nicht zu ändern iſt.” Wenn
alſo auch die Vergänglichkeit der Schönheit, ſoweit ſie durch das
Wachstum bewirkt wird, nicht verhindert werden kann, ſo kann
doch ihrer Vergänglichkeit durch Fernhaltung nachteiliger
Einwirkungen auf Gemüt und Geiſt vorgebeugt werden. Schon
dem heranwachſenden Kind muß die Kunſt gelehrt werden, die
Diätetik der Seele” zu üben und die Macht, des Gemüts zu
brauchen, damit ſeine Schönheit nicht vergeht.”
II. N.
Der Geburistagstiſch
(Eine erziehliche Plauderei.)
Je höher die Wellen wilden Lebens draußen um uns
ſchlagen, deſto mehr müſſen wir den Frieden unſeres Hauſes
ſuchen. Das iſt ein barer Schatz, den man heute oft als Troſt hört
und den man ja ſelber ſchon genügend befolgen muß, weil das
Sparen einfach zum Daheimſein zwingt. Gott ſei Dank! Aber
leider; die meiſten wiſſen aus dem Alltag nichts zu machen, und
es dauert nicht lange, da hat das Einerlei ſie in die Tretmühle
eines gleichförmigen Lebens genommen, das man möglicherweiſe
und ungerecht mit „Familienſimpelei” bezeichnet. Man weiß ja,
wie es im Durchſchnitt mit dem „geiſtigen Mitleben” mit Kindern
und Frau beſtellt iſt. Wie der Vater, müde und abgehetzt, froh
iſt, „ſeine Ruhe daheim zu haben, ungeachtet deſſen, daß ſo
viele ſehnſuchtsliebende Augen ſeiner Worte und ſeines
Strei=
cheins warten. Wie arm, wie grenzenlos arm iſt doch ſolch ein
Daſein zwiſchen Arbeit und Nacht in Gleichgültigkeit und
ſchlech=
ter Laune! Und wie wundervoll reich ſind die Menſchen, denen
ein gütiges Eeſchick ſonnenfrohe Herzen gab, die mit den Freuden
der Kinder aufjauchzen und dem Lebensgefährten treulich die
Hand reichen, wenn der einmal müde den Kopf ob des ewigen
Kampfes gegen dieſe Zeit hängen laſſen will.
In ſolch einem Sonnenhauſe wird der Frohſinn auch heute
noch ein lieber Gaſt ſein. Man ſoll es doch nur einmal verſuchen,
die Freude zu zwingen. Wer des Malers Larſon Buch je
geleſen, der wird wiſſen, daß zwiſchen dem Grau der
Gleichmäßig=
keit ganz helle bunte Farben unſer Leben erfüllen können. Wir
müſſen es nur verſtehen, die Feſte in unſerem häuslichen Kreiſe
zu ſeligen Stunden zu geſtalten.
Das können, um nur eines zu nennen, zum Beiſpiel die
Ge=
burtstage ſein. Aus denen kann man einen langweiligen
Tag oder einen herrlich=feſtlichen, einen mühſamen Kaffeeklatſch
oder ein fröhliches Spiel machen. Das liegt an dem, was die
Tiſche zeigen. Wir müſſen uns nur angewöhnen, das Feſt der
Neſthäkchen genau ſo wichtig und ernſt zu nehmen wie das eigene.
Eigentlich noch wichtiger. Denn dann kommt mehr Freude dabei
heraus.
Schon das Gewiſper am Vorabend! Irgendwo duften
ver=
ſteckt die Geburtstagsblumen, und wenn alles in den Federn
liegt, reiht die „Mutti” mit aller Freude im Herzen eine Blüte
an die andere, um den großen Kranz zu winden. Glückspilze
ſind das, die im Herbſt ihr Wiegenfeſt feiern, da das
Blüten=
wogen der Aſtern und Dahlien, der Chryſanthemen und ſpäten
Reſeden die Krüge und Schalen mit feierlich weißen und
lachend=
bunten Farben erfüllt. Den: Blumen ſoll man dem „Feſtkindle‟
wie man ſo ſchön in Franken ſelbſt zum Großvater ſagt, auf
den Tiſch ſtellen. Das üppige Schenken verbietet die Zeit, aber
Blumen geben billige Freuden. Das Kränzlein der Mutter
um=
rahmt den Feſttagstiſch; links und rechts ſtehen in ſtark getönten
Tonſchalen weiße und dunkle Aſtern von Schweſter und Bruder.
Und in der Mitte, als Krönung des Ganzen, liegt das beſcheidene
Geſchenk des Vaters, der ſich ſchon wochenlang das Schönſte für
ſeinen Buben erdacht hat.
Langt es nicht zu einem Gabentiſch, dann ſoll aber
wenig=
ſtens der Kuchen auf dem Frühſtückstiſch prangen. Er hat um
ſeine braune Rundung auch ein Kränzlein aus gelbem
Chryſan=
themum gezogen, und aus der Mitte heraus wächſt das
Lebens=
licht. Der Junge hat auch um ſeine Taſſe eine artige
Blumen=
freude gelegt bekommen, und wenn er beſonders brav geweſen
iſt, ſteht ein zweiter Gugelhupf an ſeinem Platz.
Man muß ſich nur Mühe geben und um die Seinen mehr
be=
ſorgt ſein, als der Alltag und das Darüberhingleiten geſtatten.
Ich weiß einen, der kam ſpät und müde von ſeiner Arbeit und
es war ſchon Mitternacht. Als er leiſe die Tür aufmacht, um den
Schlaf ſeiner Lieben nicht zu ſtören, da ſtehi im
mitternachtdunk=
len Raum ein Jemand und ein Lichtlein lockt und winkt vom
weißen Tiſch, der in froher Erwartung und ſtiller Freude gebaut
wurde. Und ich kenne zwei Menſchen, die das erſte Wiegenfeſt
ihres Bübchens wie eine ſtrahlende Hochzeit feierten und die im
Feſtkleid früh mit dem Bürſchlein am Tiſche ſaſſen, und vor
Seligkeit kaum den Kuchen fanden. Und ich kenne noch andere,
die ein gaſtliches Haus ihr eigen nannten, am Wiegenfeſt ihrer
Kleinen aber für alle Menſchen „nicht daheim” waren.
Das ſind dann die Feſte, die unſern Kindern lebelang die
Liebe zum Elternhaus ins Herz legen und die wie ein leuchtendes
Muttergottesbild in den dunklen Gängen des Daſeins ſtehen
Wer über den bunten Blumen und dem ſtillen Lichifchein eines
ſolchen Tages in die Seelen ſeiner Kinder ſchauen konnte, der
wird ſeine Herzensheimat gefunden haben. Hans Heiling.
* Oie Hühnergräf in
Von Alfred Bock.
Bei einer Wanderung in felſigem Geklüfte hatte ich einen
böſen Fall getan, hatte mich am Arm verletzt. Ich ſchleppte mich
aus dem Gebirge durch einen wildromantiſchen Wald zu Tal.
Unter einer Wettertanne ſchöpfte ich Atem. Hart neben mir
rauſchte ein ſchäumender Bach. Von den Berghängen klang
un=
heimliches Gepolter, wie wenn Rieſen mit Steinblöcken würfen.
Ich zitterte vor Kälte, kanterte weiter. Ein ſchmuckes
Bauern=
mädchen, das vom Felde kam, wies mir einen bequemen Pfad
in die nahe Stadt, wo ich Quartier zu nehmen gedachte. Im
Krankenhaus ward meine Wunde, die beträchtlich blutete,
ver=
näht und verbunden. Da ich große Schmerzen hatte, meinte die
Oberſchweſter, ſie werde mir eine Droſchke beſtellen, die mich in
meinen Gaſthof bringen ſolle. Ich war damit einverſtanden.
Die Schweſter telephonierte. Ich wartete und wartete, die Droſchke
kam nicht. Endlich rollte ein Leichenwagen heran, hielt vor dem
Tor des Krankenhauſes. „Das iſt ein Mißverſtändnis!” rief die
Schweſter erſchrocken. „Die Frau des Fuhrhalters war am
Tele=
phon, ſie hatte die Ohren anderswo.” „Ich mache mich halt zu
Fuß auf den Weg” erwiderte ich, ging hinaus und richtete an den
alten Mann auf dem Kutſcherſitz des Leichenwagens das Wort=
Es war ein Mißverſtändnis. Die Schweſter hatte für mich eine
Droſchke beſtellt. „So, ſo,” ſchwaderte der Graubart, jetzt bin ich
einmal da, fahren Sie doch mit. Fahren iſt beſſer als Laufen!“
Ich war zuerſt, das geſtehe ich offen, ob der Aufforderung ein
wenig betroffen, ſchwieg eines Atemzuges Länge, rief aber dann
kurz entſchloſſen: „Ich fahre mit!‟ Der Alte half mir hinauf, hob
die Peitſche, die Rößlein zogen an. Wir fuhren durch enge Gaſſen
an ſchönen Renaiſſancebauten, an Fachwerkhäuſern mit
runz=
ligen Geſichtern vorbei. Der Alte an meiner Seite, dem der lang
herabtvallende Bart ein würdiges Ausſehen gab, bediente ſeit
drei Jahrzehnten im Städtchen den Leichenwagen. Zwiſchen
ſeinen Augen, die einen merkwürdig klaren Ausdruck hatten, grub
ſich eine Denkerfalte ein. Er hatte in hohen Jahren einen
Stand=
punkt gewonnen, von dem aus er mit erſtaunlicher Ruhe die Welt
rin sher betrachtete. Die Mammonsdiener, klagte er, nahmen
er=
ſchreckend zu, auch die Neidharte, die da glaubten, wenn der
Nach=
bar ein Bein brach, könnten ſie beſſer gehen. Gott behüte, daß er
all ſeine Mitbürger ſchwarz machen wollte, aber die Guten waren
dünn geſät. Das lag an der troſtloſen Zeit. Oder wars immer ſo
geweſen? — Von einer ſeelenguten Frau erzählte er mir danach,
die vergangene Woche dahingeſchieden war.
„Auf dem Altkircherweg”, ging ſeine Rede, „hat die Gräfin
Frankenſtein gewohnt. Die Leute haben ſie die Hühnergräfin
geheißen. Die alte Dame war um den größten Teil ihres
Ver=
mögens gekommen. Daß ſie in zwei ärmlichen Stübchen hauſen
mußte, war ihr wahrſcheinlich nicht an der Wiege geſungen
wor=
den. Sie fand ſich damit ab. Eins gönnte ſie ſich trotz ihrer
Armut: ſie hielt ſich Hühner und einen Hahn, einen barbariſch
ſtolzen Kerl. Die Tiere waren in einem müffigen Stall
unter=
gebracht. Für ein richtiges Hühnerhaus auf dem Hofe war der
Hausherr nicht zu haben. Der Gräfin tat das Herz weh und ſie
fuhr ihre Hühner Tag für Tag in einem mit Draht überzogenen
Handwägelchen ſpazieren, durch die Anlagen über die
Gänſe=
wieſen auf die Bergkaut, daß ſie droben ihr Pläſier haben und
ſich gehörig im Sand baden ſollten. Der Gockel blieb daheim,
bekam zur Belohnung allerlei Grünes. Viele Jahre hat ſich die
Gräfin mit ihrem Federvieh auf der Straße ſehen laſſen.
Be=
gegneten ihr Bckannte, ſagte ſie ganz glücklich: „Schauen Sie ſich
meine Hühner an, wie vergnügt ſie ſind. Sie ſind dantbar dafür,
daß ſie an die friſche Luft geführt werden. Wenn ſie es könnten,
würden ſie Eier mit zwei Dottern legen!” Als die alte Dame
geſtorben war, haben ihr nur wenige die letzte Ehre erwieſen,
aber ihre Hühner ſaßen mit geduckten Köpfen auf ihren Stangen,
und der Gockel ließ die Flügel hängen. Die Tiere wiſſen, daß ſie
ſich vor den Menſchen ducken müſſen. Sicher kennen ſie ihre
Feinde und ihre Freunde!”
Juſt paſſierten wir den Altkircherweg. Der Graubart zeigte
mir das kleine Haus, wo die Gräfin ihr Leben beſchloſſen hatte.
Von ihrer Verwandſchaft wurden die Hühner ſamt dem Gockel
an einen Schmied verkauft. Der lachte: „Sie haben alle Tag
Faſtnacht gehabt, das iſt nun vorbei!“
So erzählte der Alte. Nachdenkſam, den Nacken gebeugt, ſaß
er da. Ich ließ ihn in einiger Entfernung von meinem Gaſthof
halten, drückte ihm ein Trinkgeld in die Hand und ſtieg ab.
„No”, ſagte er, die Schultern hebend, „wars nicht ganz
gemüt=
lich hier oben? Die Leute fürchten ſich vor meinem Wagen wie
der Maulwurf vorm Weg. Wie unverſonnen! Wenn ihre Stunde
kommt, nimmt er ſie mit”
DerBarbar
Fliegende Blätter aus meinem Kriegstagebuch.
Von Franz Adolf.
Der Feldwebel hatte mir gemeldet, daß aus der Front ein
Mechaniker zurückgekommen ſei, den ich zum Einbau von
Signal=
einrichtungen in Luftſchiffe verwenden könne. Ich wollte mir den
Mann einmal anſehen und ging durch die Luftſchiffhalle nach
dem Mannſchaftszimmer.
Schon von ferne vernahm ich die gewaltig erhobene Stimme
meines lieben Feldwebels, gegen die ein Unglücklicher mit unver
kennbarer Erregung vergeblich beſcheidene, dienſtliche Einwände
verſuchte.
„Erzähl” mir bloß keene Romane, mein Sohn! Et jeht Dir
ſonſt nur noch dreckiger! Den Apparat haſte eben einfach jeklaut!”
„Aber, ſe hat mir doch den Brief jejeben, Herr Feldwebel!
Se könn’n ja leſen!“
„Wat? Brief jejeben? Kann’n leſin? Menſch! Du willſt
mir wohl noch verulken? Natierlich kann ich’n leſ’n! Aba, Du
weeſt doch, ick leſe nur janz jutes Franzeſch! Un det Franzeſch!“
„Aba, ſe war doch ne Baronin, Herr Feldwebel!”
„Wat? Baronin? Mit der Klaue? Nee, weeſte mein Sohn,
ick wer doch wohl wiſſen, wie ne Baronin ſchreibt! Weiß Gott,
von welcher Kaſchemmenziege De Dir de Fleppe haſt machen
laſſen!“
Ich trat raſch ein.
„Na, was iſt denn los, Herr Feldwebel?”
„Morjen, Herr Oberingenieur! Sehn Se ſich bloß mal de
Klamotte da an. Kommt zurück aus dem Felde, keenen Knopt
mehr am Waffenrock und hat’n Apparat in ſeim Jepäck mit echte
Perln! Ick wer doch nun wohl wiſſin, was echte Perln ſind!“
„Na, zeigen Sie mal her!”
Der Feldwebel reichte mir das Ding und ſagte: „Ine
Uhr=
kette is et nich! Aba, zu was der Apparat ſonſt wohl jut is, dat
weeß ick nun ooch nich!"
„Nee, ine Uhrkette is et nich!” meinte der Mann beſcheiden.
„So—vo! Det weeſte ooch?” ſchnauzte der Feldwebel. „Und
haſt et doch jeklaut? Det ſirkt ſtrafverſchärfend, wenn ma klaut
Sonntag, 16. November 1924
2e 21ocke derr Beutte
Nummer 45
*Bluſen. und Weſten
Iſt auch das Kleid mehr und mehr in den Vordergrund
ge=
treten und mit dazu paſſender Jacke als die Form des
Straßen=
kleides feſtgelegt, ſo iſt doch die Bluſe noch immer ein
unentbehr=
liches Kleidungsſtück zur Vervollſtändigung von Jackenkleidern
für viele Damen, die dem Rock treugeblieben ſind. Auch in
Zuſamenſtellung mit Röcken, einem älteren Kleidungsſtück
ent=
ſtammend, ergeben ſie für viele Frauen die typiſche Form des
Hausauzuges. Zur Wahrung der modernen Linien werden ſie
ausnahmslos über dem Rock getragen. Paſſenartige
Schnittfor=
men treten wieder häufiger auf, entſchieden zum Vorteile der
Figur. Die Hemdbluſen zeigen eingebügelte Faltengruppen und
lange Bündchenärmel, ſowie einen Abſchluß durch einen glatt die
Hüften umſpannenden Gärtel. Dieſer ermöglicht auch die
Mo=
derniſierung der älteren Bluſen. Eine andere Möglichkeit, alte
unmoderne Bluſen auftragen zu können, bieten Weſten aller Art,
die auch erlauben, Bluſen aus Wäſcheſtoff und dünnem
Seiden=
ſtoff in kalten Wintertagen zu tragen. Nur wenig Stoff gehört
zu ihrer Anfertigung, und mit Hilfe eines Beyer=Schnittes iſt
ſchnell aus einem Reſtchen Brokat, Duvetine, Trikotſtoff, Leder,
Pelzſtoff oder Samt eine Weſte gearbeitet. Treſſeneinfaſſung
bil=
der beliebten und praktiſchen Abſchluß der Ränder. Der ſpitze
Ausſchnitt mit und ohne Kragen iſt ihnen allen eigen, während
die Bluſen noch vielfach den runden Ausſchnitt zeigen. Bei
die=
ſen iſt das unliebſame Hervorrutſchen der Achſelträger der
Wäſche ſehr häufig. Man empfindet immer das Bedürfnis, ſie
hineinzuſtecken, und doch iſt dem Uebel dadurch nur auf Minuten
abgeholfen. An der Hand der nebenſtenden Abbildung iſt es
leicht möglich, dieſem Umſtand zu wehren. Man fertigt ſchmale
Blenden aus dem Stoff der Bluſe, die eine Länge von 5
Zenti=
metern und eine Breite von ½ Zentimeter haben. Dieſe näht
man auf Achſelhöhe, 2 Zentimeter vom Ausſchnitt möglichſt
un=
ſichtbar an und befeſtigt an ihrem Ende den einen Teil des
Druckknopfes. Nun näht man in 5 Zentimeter Entfernung den
anderen Teil des Druckknopſes auf die Achſelnaht und ſpannt
vermittels dieſer Schlinge die Träger der Unterwäſche feſt.
Die gangbarſte Form einer Weſte iſt mit Abb. 8535
veranſchaulicht, deren Vorderteile bunt beſtickt ſind und deren
Rücken=Aermel und Taſchenpatten aus einfarbigem Trikot
be=
ſtehen. Treſſe ergibt auch hier die Einfaſſung der Ränder, die
einſeitig geknöpft werden. Erf.: 75 Zentimeter Wolltrikot, 140
Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 96 und 104 Zentimeter
Oberweite.
Fältchengruppen bilden den Ausputz der Schlupfbluſe
Abb. 7521. Die Gürtelteile ſchließen ſeitlich durch Drücker
oder Knöpfe. Bluſenärmel mit Bündchen. Erf.: etwa 2 Meter
Stoff, 100 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 44, 48 und 52
Zentimeter Oberweite.
Kreuzſtickerei belebt die ärmelloſe Bluſe aus ſtahlblauem
Seidenkrepp, Abb. 18 143, die oben mit einem gefällten
Paſ=
ſenſtreifen abſchließt. In origineller Weiſe iſt rechts eine über
den Bluſenrand hängende Taſche mit einem Franſenabſchluß
aufgeſetzt, während linksſeitig der ſchmale Stoffgürtel unter einer
beſtickten Patte hindurchgleitet und zu einer Schleife gebunden
iſt. Erf.: 1,95 Meter Stoff. 110 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte
für 46 Zentimeter Oberweite. Typenmuſter: Beyers farbige
Kreuzſtichmuſter, Blatt 81.
Mit V 7956 iſt eine gemuſterte Weſte mit kleinen Taſchen
gezeigt. Der Umlegekragen kann auch ganz geſchloſſen werden.
Knopf und Knopfloch vermitteln den vorderen Schluß der Weſte,
die im übrigen durch einen aufgeknöpften Gürtel
zuſammenge=
halten wird. Erf.: 1 Meter Stoff, 130 Zentimeter breit. Beyer=
Schnitte für 42 und 46 Zentimeter Oberweite.
Die für kalte Winter ſehr geeignete Weſte, Abb. 18 123,
kann aus bunter Wolle geſtrickt oder gehäkelt werden oder aus
Wolltrikot zugeſchnitten und ganz und gar beſtickt werden. Ihre
Ränder ſind ganz mit farbiger Treſſe eingefaßt, die Vorderteile
werden übereinandergeſchlagen zugeknöpft und ſind mit Taſchen
zu verſehen. Erf.: 85 Zentimeter Stoff, 140 Zentimeter breit.
Beyer=Schnitte für 88 und 96 Zentimeter Oberweite.
Die Bluſe aus gemuſtertem Velvet, Abb. 7837, kann mit
einem auswechſelbaren Tüll=Latz auch von älteren Damen
getra=
gen werden. Eine dunkle Blende ſäumt die vorderen Ränder
und das herabhängende Ende ein, das unter eiem Stoffknoten
angeſetzt iſt. Erf.: 3 Meter Velvet, 45 Zentimeter breit. Beyer=
Schnitte für 48 und 52 Zentimeter Oberweite.
Mittelfarbiger Wollſtoff oder leichte Seide eignet ſich für die
ſchlichte Bluſe, Abb. 7432, die vorn und hinten jederſeits in
ſchmale Falten gebügelt iſt. Stäbchennaht verbindet ſämtliche
Teile miteinander. Erf: etwa 2 Meter Stoff, 100 Zentimeter
breit. Beyer=Schnitte für 42 und 46 Zentimeter Oberweite.
Berliner Modebrie
Es iſt jetzt Brauch geworden, daß die großen Modehäuſer
ihre Kundinnen zur Modeſchau einladen. Meiſt iſt im eigenen
Heim ein ſchöner Raum vorhanden, wo man in aller Ruhe und
Behaglichkeit die neuen Schöpfungen bewundern kann. Fehlt
ſolch ein Raum, ſo wird die Modeſchau in einem vornehmen
Hotel veranſtaltet, Erfriſchungen werden gereicht und bei dem
Klange der Muſik kann man dies Neueſte an ſich vorüberziehen
laſſen. Aber, meine Damen, denken Sie nur nicht, daß die Sache
nicht anſtrengend iſt! So viel Schönes gibt es zu ſehen, daß man
zuletzt gar nicht mehr weiß, welcher Schöpfung man den Preis
zuerkennen ſoll. Da wird auch verſucht, neue Formen
herauszu=
ſtellen, und es kann geſchehen, daß man im Anfang noch im
Dunkeln tappt, was eigentlich angenommen, was verworfen
wird. Aber wenn die Jahreszeit ſchon etwas vorgerückt iſt, dann
haben die Damen ſich entſchieden. Und ſo kann man jetzt auch mit
Beſtimmtheit ſagen, was getragen wird.
Da iſt zuerſt die Straßenkleidung. Der Mantel herrſcht auf
der ganzen Linie. Eng umſchließt er die Geſtalt der Trägerin.
Die dunklen Farben herrſchen vor: dunkelbraun, dunkelgrau,
dunkelgrün. Breite Pelzkragen, ſehr breite Pelzmanſchetten, die
aneinandergeſchoben die Stelle des Muffs vertreten, und am
unteren Rand meiſt ein breiter Pelzſtreifen als Abſchluß. Ein
Modell ſah ich im Direktoireſtil mit doppeltem Pelerinenkragen.
Die Pelzbeſätze ſind keine Edelpelze. Die werden für koſtbare
Abendmäntel aufgeſpart. Auch die Jacken der Koſtüme ſind lang
und eng, zeigen viel Pelzbeſatz und ſind nur wenig kürzer als der
Rock, der ſtets kurz, eng und glatt iſt. Die Bluſe zum Koſtüm iſt
verſchwunden, an ihre Stelle tritt die Kaſack, die oft ſo lang iſt
wie die Jacke. Man arbeitet ſie gerne aus demſelben Stoff wie
das Jackenfutter, aus ſchöner, bunter Seide oder einfarbig zum
Koſtüm paſſend. Man ſieht da kleine Kunſtwerke mit Perl= oder
Metallſtickerei und faſt alle mit Pelzbeſatz. Beliebter als Koſtüme
ſind in dieſem Jahr Kleider mit dazu paſſender Jacke. Auch dieſe
iſt eng und lang, einem Mantel ähnlich. An einigen Mänteln und
Jacken fiel mir das Futter auf, das aus Wollrips gearbeitet war,
eine ſehr praktiſche und wärmende Neuerung!
Die Nachmittagskleider ſind ebenfalls dunkel gehalten, ſehr
einfach in der Form. Die enge, glatte Hemdform iſt noch immer
ſehr beliebt. Man ſchlüpft aber in dieſe Kleider nicht mehr
hin=
ein. Einige waren auf der Achſel geſchloſſen, die meiſten zeigten
neuartigen Rückenſchluß, aber nur in etwa 30 Zentimeter Länge.
Manche Kleider hatten unten einen glockigen Anſatz. Sehr viel
getragen werden auch Kaſackkleider, deren unterer Rand mit
Stickereien, meiſt aber mit Pelz berandet iſt. Die Aermel ſind
eng und lang. Nicht mehr ſo allgemein wie bisher herrſcht der
runde Ausſchnitt. Der ſpitze und viereckige taucht wieder auf, und
— vielen gewiß willkommen — das hochgeſchloſſene Kleid mit
Stehkragen. Sehr beliebt iſt der Schal zum halsfreien Kleide.
Oft iſt er an einer Schulter feſtgenäht, und die Trägerin kann
ihn ganz nach Laune und Geſchmack umſchlingen. Immer aber
muß er zum Kleide paſſen. Alle Formen, die ich ſah, waren ſehr
einfach, aber eins war allen gemeinſam: das gute Material. Jetzt
erſt wird uns klar, was wir in dieſer Beziehung in den
Nach=
kriegsjahren entbehren mußten, jetzt, da wir wieder eine Fülle
von Geweben ſehen, die an Schönheit nichts zu wünſchen übrig
laſſen. Da der Stoffverbrauch gering iſt, wird es auch der Frau,
die nicht allzuviel für ihre Kleidung ausgeben kann, möglich
ſein, ſich gut und geſchmackvoll zu kleiden. Etwas ängſtlich machte
mich beim Beſchauen die ſehr knappe Rocklänge. Sehr viele
Kleider reichten nur wenig über das Knie. Die jungen,
ſchlan=
ken Damen, die ſie trugen, ſahen ſehr gut darin aus. Aber alle
Frauen ſind doch nun einmal nicht gertenſchlank. Allerhand
Be=
denken ſtiegen mir da auf. Aber ich habe feſtſtellen können, daß
die Damen den rechten Weg gefunden haben. Wohl ſieht man auf
der Bühne den ſehr kurzen Rock, aber was auf der Straße und
in der Geſellſchaft getragen wird, zeigt eine vernünftige Rocklänge.
Ein paar Worte noch von den Hüten. Klein, das iſt die
Loſung! Zum Koſtüm paſſend oder aus ſchwarzem Zylinderſamt
gearbeitet, mit einer kleinen flotten Garnitur, z. B. mit
Strauß=
federtuff, Bandroſette oder Metallſpange, mit hohem Kopf und
Krempe. Noch immer ſitzt der Hut tief in der Stirn. Man muß
es dieſen ſo anſpruchslos anſehenden, kleinen Gebilden laſſen,.
ſie ſind ſehr kleidſam. Aber ſchon tauchen zur abendlichen
Geſell=
ſchaftskleidung die größeren, ſo maleriſchen ſchwarzen Samthüte
auf, — doch davon ſoll nächſtes Mal die Rede ſein. C. W.
un weeß nich wozu! Aber, ſei nur man ſtille, mein Sohn! De
wirſt noch unanjenehm jenug jefragt wer’n!“
Ich hielt eine hübſch und geſchmackvoll gearbeitete Kette in
der Hand mit zahlreichen Perlen. Und die Perlen waren
zweifel=
los echt. Aber Silber ſchien die Kette nicht zu ſein. Ich verſuchte
die Härte; es war zweifellos Platin.
„Nein, Feldwebel,” ſagte ich, „ne Uhrkette iſt es nicht. Aber
ein Noſenkranz.”
„Wat? Womeeglich noch wat Heiliges! Aus de Kirche? Na,
Menſch, ick ſage Dir — —
„Na, nur ruhig, Herr Feldwebel, wir wollen den Mann doch
erſt hören. Wertvoll iſt das Ding ja. Echte Perlen und Platin.
So ein= bis zweitauſend Franken kann wohl ſein!“
„Herr Jott! Et is de Meeglichkeit!” ſchrie der Feldwebel auf.
„Menſch, wenn det dat Kriegsjericht jewahr wird, dann wird et
der iebernächſte Krieg bis de wieder friſche Luft ſiehſt — wenn ſe
Dir nich etwa jleich an de Wand ſtell n!“
„Aba, de Baronin hat mir doch den Apparat jeſchenkt und
mir ooch noch — —” wollte der Mann einwenden.
„Wat?” unterbrach der Feldwebel und wandte ſich an mich:
„Jeſchenkt? Herr Oberingenieur! Wat ne richtig jehende Baronin
is, de ſchenkt doch ſon Pferd keene echten Perln!”
„Aba, ſe hat es mir doch beſtätigt”, verſuchte der Mann noch
einmal einzuwenden und hielt mir den Brief hin.
„Geben Sie mir bitte mal den Brief!” ſagte ich und nahm
ihn aus ſeinen Händen.
Hm! Das Papier ſchmeckte nicht nach Baronin. Ein
irgend=
wo abgeriſſenes Notizblatt. Aber, wir haben ja Krieg! Und da
wird’s mit dem Briefpapier wohl auch knapp geworden ſein. Die
Schrift: ſteile, große Züge. So lernen ſie im „sacré coeur”
ſchrei=
ben. Wie geſtochen. Ich überlas den Brief und überſetzte:
„Affirmation! — Beſtätigung.
Ich bin eine alte Frau, die nichts zu verlieren hat! Meine
Kinder ſind geflohen. Ich blieb. In meinem Heim, von dem ich,
eine alte Frau, mich nicht trennen kann. Die Aufregung der Tage
warf mich auf’s Krankenlager. Da kam der brave Soldat zu mir
in’s Quartier. Den Gott mir ſchickte. Er hat mich gepflegt, wvie
nur ein Sohn ſeine Mutter pflegen kann. Ich verſtand ſeine
Sprsche nicht, er nicht die meine. Und doch! Er war mir wie ein
lieber Sohn! Er iſt ein armer Menſch! Wenn ſein Vaterland
wird nicht mehr ſeiner Dienſte bedürfen, wird er hart kämpfen
müſſen um ſein Brot! Das habe ich in ſeinen Augen geleſen. Ich
wünſche ihm zu helfen. Aber, es iſt mir nichts verblieben, an
Geld und Geldeswert, was ich ihm geben könnte, als dies
Schmuckſtück. Es iſt wertvoll. Mein Offizier, der Sie dieſen Brief
leſen, ſagen Sie dem braven Soldaten den Wert und ſagen Sie
ihm, daß an der Gabe der Segen einer Mutter hängt.
madame la baronne de X.‟
In den Augen meines guten Feldwebels, der trotz ſeiner
rauhen Schale eine Seele war, ſchimmerte es feucht. Er zog ſein
rotgeblumtes Schnupftuch, ſchneuzte ſich dreimal heftig — wie um
die ihm undienſtlich ſcheinenden Gefühle zu verbergen. Dann
ſchnaubte er den Mann an:
„Menſch! Det de Olle Dir den Brief jejeben hat, det is nu
wahrhaftig Dein Jlück jeweſen!“
4Der zeitgemäßeHaushalt
Inlettflecke aus Kinderwäſche zu entfernen.
Die nahezu unvermeidlichen roten oder blauen Farbflecke in der
weißen kleinen Kinderbett= und =leibwäſche, die keinem Mittel
weichen wollen, ſind auf nachfolgende Weiſe raſch zu beleitigen:
Zunächſt legt man das farbbefleckte Wäſcheſtück in Waſſer, dem
man auf 1 Liter 10 Gr. Kriſtallſoda zuſetzt. Nach einigen
Stun=
den aus dieſem Sodabad genommen, legt man es nun in eine
Miſchung von 80—100 Gr. Burmol, auf 1 Liter Waſſer gerechnet,
und läßt es einige Stunden in der Löſung liegen, die man
mög=
lichſt bei einer Temperatur von 20—25 Grad Celſius erhält, alſo
am beſten in der warmen Ofenröhre gut zugedeckt aufſtellt.
Schließlich ſpült man das Wäſcheſtück gründlich mit öfter
er=
neuertem Waſſer und blaut und trocknet es wie die übrige Wäſche.
In dieſer konzentrierten Löſung können nach Zuſatz von neuem
Burmol noch weitere Wäſcheſtücke nach obiger Anweiſung
nach=
behandelt werden, ehe man ſie völlig ausgenutzt wegſchüttet. L.
Vorweihnachtliche Honig= und
Lebkuchen=
bäckerei. Die meiſten Hausfrauen laſſen es ſich nicht nehmen,
neben leckeren Weihnachtsſtollen, auch Honig= und Lebkuchen im
Hauſe zu backen, die nun einmal zu rotbäckigen Weihnachts=
äpfeln und Nüſſen auf den Feſttiſch gehören. Allerdings erfordert
die Honig= reſp. Pfefferkuchenbäckerei, daß neben einwandfreien
Zutaten, der Teig genügend lange Zeit, etwa 2—3 Wochen zum
Durchgären hat. Und zwar wird er in kühlem Raume zugedeckt
aufbewahrt und erſt am Tage des Backens in die Wärme
ge=
bracht, damit er weich und geſchmeidig wird (denn der richtige
und gut verarbeitete Teig iſt während der wochenlangen Lager=
und Gärzeit feſtgeworden). Einen vorzüglichen Grundteig zu
al=
lem lleinen Weihnachtsgebäck bereitet man wie folgt: ½ Pfund
Bienen= und ½ Pfund Kunſthonig kocht man mit 1 Liter Waſſer
auf, läßt die Miſchung etwas abkühlen, fügt 3 Eßlöffel
Süßſtoff=
löſung (1 H=Päckchen Kriſtallſüßſtoff in ½ Liter Waſſer gelöſt)
bei, läßt unter ſtändigem Rühren 3 Pfund feines Weizenmehl
damit aufkochen und ſtellt dann den Teig zur Seite.
Aus ihm ſind dann in 2—3 Wochen, unter Zuſatz der
ver=
ſchiedenſten Gewürze, nicht nur die mannigfachſten Arten von
Leb= und Honigkuchen, ſondern auch die ſo beliebten
Chriſtbaum=
kringel und Süßigkeiten, für den Weihnachtsteller zu bereiten.
Wie man bei der Teigbereitung den Zucker durch Süßſtoff
er=
ſetzte, kann man ihn auch bei den Glaſuren ganz oder teilweiſe
erſparen, ohne den Geſchmack aller dieſer Weihnachtsbäckereien
zu benachteiligen.
E. L.
Rinderherz auf ſpaniſche Art. Gekochtes
Rinder=
herz wird der Länge nach in fingerdicke Scheiben geſchnitten, die
man in einer Marinade wendet, die man aus mit Pfeffer und
Salz verrührter Milch (Büchſenmilch) herſtellte. Darauf in
ge=
riebener Semmel gewendet, bäckt man dieſe Scheiben in heißem
Fett ſchön braun und reicht ſie entweder zu dickem Reis,
aus=
gequollenen Makkaroni, Nudeln, auch ſchaumigem Kartoffelmus,
wie zu Salzkartoffeln, nachdem man den Bratenfond mit wenig
Waſſer loskochte und mit Kartoffelmehl leicht ſämig machte. R.
Speiſen=Zettel.
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe, Haſchee von Rinderherz
zu Makkaroni.
Montag: Möhren mit grünen Erbſen und Grießabſtechklößchen.
Dienstag: Birnenklöße mit Schwarzfleiſch.
Mittwoch: Weiße Bohnen mit Möhren (ſauerſüß).
Donnerstag: Linſen.
Freitag: Fiſchauflauf.
Samstag: Selleriekartoffeln.
Nummer 319.
Sonntag, den 16. Nobember 1924.
Seite 19.
Hauptkaſſe des Hefſ. Landestheaters
Miete L.
10 Vorſtellungen
Die Generaldirektion des Heſſ.
Landes=
kheaters legt am 1. Dezember bs. J3 eine
weitere iete (Miete L zu 10 Vorſtellungen
auf, um denienigen Intereſſenten noch
Ge=
legenheit zu geben eine Miete abzuſchließen,
deren Anmeldungen in den Voll= und
Sondermieten nicht berückſichtigt werden
konnten.
Die Intereſſenten, beſonders diejenigen,
die mit einer Mietkarte ein
Weihnachts=
geſchenk zu machen beabſicht gen, werden
gebeten, ſich bis ſpätenens 29 November bei
der Hauptkaſſe des Landestheaters in der
Zeit von 9—12½ Uhr vormittags
anzu=
melden. Da es ſich um eine neuaufgelegte
Miete handelt, können bei frühzeitiger
An=
meldung de Wünſche bezüglich der Plätze
weit gehendſt berücknichtigt werden
Die erſte Vorſtellung der Miete L fällt
in die erſte Hälfte des Monats Januar 1925
Es werden vorausſichtlich fünf Vorſte
lungen in das Große, und fünf Vorſtellungen
in das Kleine Haus (Opern u. Schauſpiele)
ge egt werden.
Die Preiſe für die Plitze, 10 Vorſtel
lungen, einſtließlich Zuſchlag für die Alters
verſorgung ſind:
Orcheſterlogen . . . Mk. 61.—
Mittellogen . . .
Sperrſitzlogen . .
4e-
Balkonlogen . . :
Orcheſterſeſſel
36.—
I. Sperrſitz . ...
II. Sperrſitz.
„ „ 29.—
I. Parterre (1. Reihe) /
II Nang (1.—3. Reihe . / *3.
II. Rang (4.—7. Reihe
II. Parterre (2.—6. Reihe) / 18—
Die Zahlung erfolgt in fünf Raten,
jeweils bis zum 20. eines Monats. Die
Mietkarten werden gegen Entrichtung der
erſten Nate ausgehändigt. Der Zeitpunkt
der Auehändigung wird in den
Tages=
zeitungen bekannt gegeben. Im übrigen
gelten die Beſtimmungen der Hausmiet=
und Platzordnung für die Mieter des Heſſ.
Landestheaters Umſhreibungen au:
bi=
jetzt beſtehenden Mieten in dieſe Miete
können nicht ſtattfinden.
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Montag, den 24. Nob. 1924, abends 8 Uhr
im Großen Haus des Hefſiſchen
Landes=
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Leitung: Kapellmeiſier Fr. Rehbock.
Soliſt: Kammerſänger Julius Gleß von der
Staatsoper in München.
Chor: der Chor des Mozart=Vereins.
Orcheſter: das Landestheater=Orcheſter.
Chöre mit Orcheſier von Anton Bruckner,
S. von Hausegger und Guſiav Weber
Lieder mit Orcheſier von R. Strauß,
Pfitzner, Löwe.
Ludwigshöhe
Heute ab 4 Uhr:
Eintritiskarien bei Heinrich Arnold
Wilhelminenſinaße.
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Muſikverein
2. Sonderkonzert
Montag, den 17. 11., 8 Uhr, Kleines Haus
Der Muſiklehrer d. Fr. Rat Goethe
Heinr. Val. Beck
I. Vortrag, II Kantaten für Soli, Chor
und Orcheſter
Leitung: Dr. Bodo Wolf
Abonnements bei Bergſträßer, Rheinſtraße
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von 1—5 Mk.
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Leitung: F. Mick ey.
I. Teil: Opern: im II. Teil: Humoriſtiſche
Vorträge und Solis auf dem Xubus=
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Für Nichtkonzertbeſuche ſind die oberen
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Ortskartel Darmſtadt d. 9. B.B.
Mitgliederverſammlung
am Montag, den 17. Nov., abends 8 Uhr,
im „Feierabend”, Stiftſtraße.
Referent: Herr Dr. Claß.
Berichterſtattung über die
Bundes=
tagung in Berlin und die Wirtſchaftstagung
(15384
in Stuttgart.
Der Geſchäftsf. Vorſtand des Ortskartells
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Sonntag, den 16. November 1924
nachm. 4 Uhr, im Konkordiaſaale
33 Waldſtraße 33
4 jähriges
Ftifkungsfest
beſiehend aus Konzert, Theater
und humoriſtiſchen Vorträgen
Ab 8 Uhr TANZ
Es ladet freundlichſt ein
(33724
Der Vorſtand.
Dg
O
Naturwiſſenſchaftlicher Verein
zu Darmſtadt.
322. Sitzung. Dienstag, 18. November,
abends 8 Uhr, pünktlich,
im Hörſaal des botaniſchen Inſtituts der
Techn. Hochſchule, Eingang 24 eſtportal.
Hochſchulaſſiſtent Dr. Heil:
Vom Leuchten der Pflanzen und
Blitzen der Blüten”. „Mit Lichtbi dern.
Nur für Mitglieder. (15348
Tand80hA10 Johanna Eaorg
Ballettmeisterin
Darmstadt — Rheinstr. 41, III.
Zu einem im Laufe ds. Its beginnenden
Kursus
sind gefällige Anmellungen höfl. erbeten.
Sämtliche Tänze aiter und neuester
Rich-
tung werden gelehrt.
Ebenso beginnt ein Kursus nur für
modlerne Tänze
am
Bhutorlan
wie sie wirklich war
7. Nov. 1924,
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Mk. 1.20
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Kartloffeln
Spageti in Butter
Nachtisch
Mk. 2.50
Suppe
Mk. 1.50
Cabliau ebacken
Kraftbrühe mit Einlage
Sce Remoulade
Re keule Sce. Creme
Lendentilet rach Js-erait
Rast enlengunee
Gebackene Kartoffeln
Kartoffeleroquetts
Blumenkohl. überkrustet
Senokol den-Creme
Nachtisch
Im Ausschank Rummelbräu-Spezialbier
Ia offene und Flaschenweine
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Snontags ab 4 Uhr, an Wochentagen ab 8 Uhr Konzert
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Obergaſſe 3 Darmſtadt Telephon 1802
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Ab 5 Uhr Konzert
Reichskurzſchrift
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Neue Kurſe beginnen auf vielſeitigen Wunſch
am Montag, den 17. November, abends 8 Uhr
n der Ballonſchule, I. Stock. Anmeldungen
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In der Kunsthalle am Rheinkor
Einladung.
Der Kunſtverein für Heſſen beabſichtigt auch in
dieſem Jahre eine Weihnachtsausſtellung für
heſſiſche Künſtler zu veranſtalten und beehrt ſich
hierdurch zur Beſchickung dieſer Ausſtellung
er=
gebenſt einzuladen. Die Ausſtellung ſoll von Mitte
Dezember bis Mitte Januar ſtattfinden.
An=
meldeformulare ſind in der Kunſthalle am
Rhein=
tor erhältlich. Es wird gebeten, die
auszuſtellen=
den Werke in der Zeit vom 1. bis 6. Dezember
an den Kunſtverein (Kunſthalle am Rheintor)
einzuſenden.
Darmſtadt, den 14. November 1924
Kunſiverein für Heſſen.
15396