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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit x verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 291
Sonntag, den 19.Oktober 1924.
187. Jahrgang
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Be=
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Nabait weg. Banſtonto: Deuiſche Bant und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbani.
(in letzter Perſach am Montag.
Der Kampf um Geßler.
Von unſerer Berliner Redaktion.
2ienn Herr Geßler könnte, wie er wollte, dann wäre die
Re=
gfun gskriſe jetzt ihrer endgültigen Löſung handgreiflich nahe
gehtt, denn es iſt bekannt, daß er ſich im Kabinett ſelbſt für
eif (rweiterung der Regierung nach rechts ausgeſprochen hat,
mes ſich ergibt, daß er grundſätzlich bereit iſt, ſich an einer
ble- Regierung zu beteiligen. Andererſeits hat er ſich in der
2kaTratiſchen Fraktion zum Prinzip der Parteidiſziplin be=
4nt die er ohne Zuſtimmung der Fraktion nicht umſtoßen
düe, während gleichzeitig der Reichskanzler das Geſchäft mit
eiseutſchnationalen nur machen will, wenn mindeſtens ein
eytsatiſcher Miniſter — auf Herrn Dr. Hamm wäre man unter
märiden zu verzichten bereit — als Beruhigungspulver für
d/küimken Flügel des Zentrums bei der Stange bleibt. So zerrt
Dr. Geßler hin und her. Die Vertreter der Demokratiſchen
fetion, die am Samstag mittag beim Kanzler waren, haben
Fkr”, daß ſie ihren Miniſter nicht zur Verfügung ſtellen könnten.
igraktion ſelbſt hat es vorgezogen, nicht Präſenz zu ſein,
unheird erſt am Montag vormittag ihre Beratungen wieder
ienmen. Wenn bis dahin die Kriſe unverändert bleibt, dürfte
19Xmoch ein letzter Verſuch gemacht werden, Herrn Dr. Geßler
4/4.ſſen.
jazwiſchen hat Herr Dr. Marx ſich feſtgerannt. Seine ganze
Zung wird allmählich unlogiſch. Er behauptet, daß er ein
mi=tt ohne Bindung der Parteien bilden will. Er verhandelt
u5 rrotzdem ofiziell mit Deutſchnationalen und kann deshalb
Eneinzigen Ausweg nicht wagen, der ihm bleibt, ſich mit einer
eEicmational ergänzten Regierung vor den Reichstag zu ſtellen,
Iw ann abzuwarten, ob die Demokraten den Mut haben
wer=
mien zu ſtürzen. Allerdings iſt das Gebiet der
Perſönlich=
ioch nicht angeſchnitten, auf dem mancherlei unklar iſt. Die
onationalen ſind nicht beſcheiden in ihren Forderungen.
ſihz ben bisher vor allem überſehen, daß durch den Rücktritt
nnenminiſters Dr. Jarres die Deutſche Volkspartei einen
n. Kabinett verliert, alſo künftig nur mit Herrn Dr.
Streſe=
in wertreten iſt, da Herr Dr. Luther als
Deutſchvolkspartei=
nicht zu rechnen iſt. Wir glauben nicht, daß die Deutſche
Bmartei ſich auf einen Sitz zurückziehen will. Sie dürfte
ver=
urich noch eine weitere Forderung anmelden, wenn wirklich
rlaniſterſitze parteimäßig ausgehandelt werden ſollen.
süne unbekannte Größe iſt ſchließlich auch noch der Einfluß,
rücer Umſtänden vom Reichspräſidenten ausgeht. Der amt=
Zwparat hat ſich zwar dazu hergeben müſſen alle
Meldun=
tucni einem Eingreifen des Reichspräſidenten am Mittwoch
w, als die Rechtskoalition faſt ſchon ſicher war, zu
dementie=
um die eigentliche Tatſache aber geht er ſehr ſicher herum.
mi ja auch nicht gut leugnen, daß im Reichskabinett ſelbſt,
wir nicht irren, von Herrn Dr. Jarres der Antrag geſtellt
euten iſt, die weiteren Verhandlungen unter der offiziellen
ehung des Reichspräſidenten zu führen. In
parlamen=
unerr Kreiſen ſpricht man viel davon, daß der
Neichspräſi=
gen tſchloſſen ſei, den deutſchnationalen Miniſtern die Beſtä=
Wtzu verſagen. Daß er es ſoweit kommen laſſen wird,
hal=
ur für ausgeſchloſſen. Dagegen ſickert durch, daß Herr
yedroht habe, er würde für den Fall einer Rechtsregierung
onſequenzen ziehen und ſein Amt niederlegen. Inwieweit
3ämmungsmache iſt, läßt ſich natürlich ſchwer entſcheiden.
s hrit ſich im Augenblick auch nicht, den verfaſſungspolitiſchen
hierigkeiten, die ſich hier zeigen, nachzugehen, weil
vorder=
dre Ausſichten, daß Herr Marx auf dem Wege zum Ziele
mi, ſehr gering ſind.
genüber Meldungen demokratiſcher Blätter, in denen
nanzminiſter Dr. Luther als Mitglied der Deutſchen
partei bezeichnet wird, betont der Preſſedienſt der Deut=
N.olkspartei, daß Dr. Luther nicht Mitglied der
chen Volkspartei ſei.
Reichstagspräſident hat nunmehr die nächſte
Plenar=
frigendgültig auf den 22. Oktober, nachmittags 3 Uhr,
ficnt.
Ergebnisloſe Miniſierbeſprechung.
rlin, 18. Okt. In der zweiten Nachmittagsſtunde fand
Reichskanzlei eine Miniſterbeſprechung ſtatt, die
enn Ergebnis erzielte. Die Sitzung wurde auf heute abend
ſoh en.
Ze Regierungsbildung erneut verſchleppt.
rlin, 18. Okt. Ueber den heutigen Empfang der
chnationalen beim Reichskanzler wird gemeldet, daß
uie nicht dazu gekommen iſt, daß die deutſchnationalen
Ver=
er ihre Sitze dem Reichskanzler unterbreiteten. Gegenſtand
err eiprechung ſcheint vielmehr ernent die parlamentariſche
ge=
m2age geweſen zu ſein, die dadurch verwickelt iſt, daß die
2mämten ihr Ja und Amen zu dem Verbleib Dr. Geßlers im
ccimeis noch nicht gegeben haben und daß das Zentrum wie
bis=
err iauf Wert legt, daß die Demokraten in der Regierung
blei=
err oen. Die demokratiſchen Abgeordneten ſind zum guten
n Augenblick nicht in Berlin. Eine verbindliche
Fraktions=
nateid ung über dieſen Punkt iſt alſo im Augenblick nicht zu
rmüſichen, ſo daß auch die demokratiſchen Abgeordneten
Erke=
ene ns Kainert, die heute nachmittag vom Reichskanzler
emp=
ar u wurden, nichts Entſcheidendes ſagen konnten. Dadurch
hru die Löſung der Regierungskriſe erneut verſchleppt worden
hurſiwas, wie naturgemäß begreiflich iſt, bei der Rechten, alſo
ſehein Deutſchnationalen, Deutſcher und Bayeriſcher
Volkspar=
eisir werſtimmt hat.
Die Ablehnung der Demokraten.
Berlin, 18. Okt. Der Reichskanzler Marx empfing am
mals über die Stellung der demokratiſchen Reichstagsfraktion
zu einem nach rechts erweiterten Kabnett zu unterrichten. Wie
wir erfahren, erklärten die beiden Vertreter der demokratiſchen
Fraktion, die Demokraten hielten unbedingt an ihrem früheren
Beſchluſſe feſt, daß ſie keinem Mitgliede der Partei die
Zugehörig=
keit zu einem durch die deutſchnationalen ergänzten Kabinett
ge=
ſtatten könnten. Es ſei keine Rede davon, daß die demokratiſche
Fraktion einer ſolchen Regierung mit wohltuender Neutralität
begegnen würde. Sie werde zwar nicht ſofort auf den Sturz
hinarbeiten, werde aber ihren politiſchen Grundſätzen getreu, eine
Politik unterſtützen, die ſich in der bishergen Richtung bewährte.
Die demokratiſche Fraktion behalte ſich aber in der Innenpolitik. Faſt hat es den Anſchein, als ob man davor in Paris doch
zurück=
jede Handlungsfreiheit vor und fühle ſich als Gegnerin des Kabi= ſchrecke. Das Pariſer „Fournal” war es, welches dieſer Tage
netts, wie es nach den bisherigen Mitteilungen geplant iſt. Die die interallierten Mächte wenden könne, die nach Artikel 204
demokratiſche Fraktion iſt für Montag zu einer Sitzung um 10
Uhr zuſammenberufen worden, in der vor allem die Frage
end=
gültig geklärt werden wird, ob die politiſche Lage ein Verbleiben
Dr. Geßlers auf ſeinem Miniſterpoſten erforderlich macht. Dr.
Geßler war nach dem Empfang der demokratiſchen Fraktion zum
Reichskanzler gebeten worden. Am Samstag vormittag hatte er
dem Abgeordneten Erkelenz gegenüber die ſchon vorher in der
Fraktionsſitzung abgegebene Erklärung wiederholt, daß er nicht
in einem Kabinett bleiben werde, das durch die Deutſchnationalen
erweitert werde. Die Mitglieder der Deutſchnationalen
Volks=
partei verſammelten ſich zur Mittagsſtunde zu einer Konferenz,
die informatoriſchen Charakter hatte.
Auch Geßler lehnt ab.
Berlin, 18. Okt. Uieber den Beſuch der Demokratie beim
Reichskanzler verlautet: Gegen halb 12 Uhr kehrten die
demolra=
tiſchen Vertreter von der Unterredung mit dem Reichskanzler
zurück. An dieſer Unterredung nahm auch außer den Herren
Kai=
nert und Erkelenz der Reichswehrminiſter Geßler und die
Mini=
ſter Dr. Streſemann, Dr. Braun und Dr. Luther teil. Erkelenz
präziſierte noch einmal den ablehnenden Standpunkt der
demo=
kratiſchen Partei und dieſer Stellungnahme ſchloß ſich Dr. Geßler
ausdrücklich auch für ſeine Perſon voinhaltlich an. Damit
ſcheint auch der letzte Verſuch des
Reichskanz=
lers zur Bildung einer Rechtsregierung
ge=
ſcheitert zu ſein.
Die deutſchnationalen Forderungen.
Berlin, 18. Okt. Die Deutſchnationalen haben heute
vor=
mittag dem Kanzler mitgeteilt, daß ſie auf folgende vier
Miniſter=
poſten Anſpruch erheben:
Innenminiſterium, vereinigt mit der
Vize=
kanzlerſchaft,
Wirtſchaft,
Verkehr,
Landwirtſchaft.
Berlin, 18. Okt. Die Reichstagsfraktion der
Deutſch=
nationalen hielt am nachmittag nochmals eine kurze Sitzung
ab. Hierzu erfahren wir noch von der Fraktion, daß bisher von
den Deutſchnationalen noch keine Miniſterliſte dem Reichskanzler
überreicht worden ſei, weil die Vorausſetzungen dazu noch nicht
erfüllt ſeien. Die bisherigen Preſſeveröffentlichungen hierüber
entbehrten jeder Grundlage. Im übrigen machte ſich in der
Fraktionsſitzung großes Befremden über die Haltung der
Demo=
kratiſchen Partei bemerkbar, da dieſe eine weitere
Hinausſchie=
bung der Entſcheidung verurſacht habe. Wie wir weiter erfahren,
halten ſich die Führer der Deutſchnationalen Fraktion zur
weite=
ren Verfügung des Reichskanzlers.
Die Tagesordnung zur Mittwochſitzung.
Berlin, 18. Okt. Der Präſident des Reichstags hat auf
die Tagesordnung der am Mittwoch ſtattfindenden
Reichstags=
ſitzung folgende Punkte geſetzt: Geſetzentwurf über Aenderung
der Perſonalabbauverordnung in Verbindung mit Anträgen
ver=
ſchiedener Parteien über Beamtenangelegenheiten, Anträge über
Vorlage eines Beamtengeſetzes und Errichtung von
Beamten=
vertretungen.
Ferner ſoll über eine größere Anzahl von Anträgen über
Wohnungs= und Siedlungsfragen beraten werden, darunter
be=
ſonders über einen Antrag auf Aenderung des Geſetzes über die
eines Bodenreformgeſetzes.
zuſtande kommt iſt zu erwarten daß noch die Entgegennahme
der Regierungserklärung auf die Tagesordnung geſetzt wird.
Sierüber wird der auf Dienstag nachmittag 5 Uhr einberufene
Aelteſtenrat entſcheiden.
Zuſammentritt des badiſchen Landtags
und Staatspräſidentenwahl.
*fm. Karlsruhe, 18. Okt. (Priv.=Tel.) Wie bereits
kurz mitgeteilt, wird der badiſche Landtag in der erſten
Novem=
berdekade zuſammentreten. In dieſem Zeitraum hat man
bis=
her den Staatspräſidenten immer gewählt. Dieſe Uebung wird
auch in dieſem Jahre beibehalten, und zwar iſt in Ausſicht
ge=
nommen, die Wahl des Staatspräſidenten in einer öffentlichen
Vollſitzung des Landtags am 7. November vorzunehmen. An
den beiden vorhergehenden Tagen werden die Fraktionen ſich
zu Sitzungen zuſammenfinden.
Die Woche.
Der deutſche König der Luft im ſchimmernden Licht der
Herbſtſonne in majeſtätiſchem Fluge kreuzend über der Hauptſtadt
der neuen Welt, begrüßt von dem nicht endenwollenden Jubel
der Hunderttauſende — nicht nur ein neuer deutſcher Weltrekord,
wie der Führer des Luftrieſen bei der Landung — zu Amerika=
Samstag die Abgeordneten Erkelenz und Kainert, um ſich noch= nern — ſagte, ſondern eine Tat von weltgeſchichtlicher
Bedeu=
tung, eine Tat, welche eine neue Epoche der Menſchheitsgeſchichte
einleitet. In ein neues Stadium tritt die menſchliche
Ueberwin=
dung von Raum und Zeit. Am Heck des ſtolzen Luftſchiffes aber,
welches 9060 Kilometer in 80 Stunden zurücklegte, flatterte
Deutſchlands Flagge, deutſche „Barbaren” waren abermals
Pio=
niere der Menſchheit.
Niedergeriſſen werden die Werſtanlagen von Friedrichshafen,
ſo hatte finſterer Vernichtungswille es im Verſailler Diktat
be=
ſtimmt. Jubelnde Anerkennung der ganzen Welt begrüßte den
gewaltigen Ozeanflug der neueſten Schöpfung der Zeppelinwerft.
Wollen die Franzoſen wirklich verſuchen, gegen den Willen der
ganzen Welt abermals einen Akt des Vandalismus durchzuſetzen?
wiederholt darauf hinwies, daß die deutſche Regierung ſich an
des Verſailler Vertrages ſich vorbehalten hätten, die
Ent=
ſcheidungen zu treffen, die ſie für nützlich halten. Die
deut=
ſche Regirung könnte verlangen, daß man auf die
Vernich=
tung der Halle verzichte. In dieſem Falle würden die
Alli=
ierten ſich im Oberſten Kriegsrat mit dieſer Angelegenheit
be=
faſſen, in dem ſämtliche Vertreter ihre Anſicht, „die ſich
offen=
bar geändert habe”, zu äußern hätten. Die franzöſiſche
Regierung, ſo glaubt die Zeitung zu wiſſen, wird ſich dem Urteil
des Oberſten Rates unterwerfen. Eine akademiſche Erörterung
nur oder ein ernſthafter Verſuch, aus der nicht gerade
angeneh=
men Lage herauszukommen, in die ſich die Franzoſen ſelbſt
hinein=
manövriert haben? Eine Politik der friedlichen Verſtändigung
der Völker wollte die Regierung Herriot betreiben. Der
fran=
zöſiſche Miniſierpräſident hat die Gelegenheit, ſein Programm in
die Praxis umzuſetzen. Unzweifelhaft hat ſich die außenpolitiſche
Lage Frankreichs in den letzten Monaten, während denen der
Bürgermeiſter von Lyon am Ruder ſteht, nicht verſchlechtert. Um
ſo mehr Anlaß hat die franzöſiſche Regierung, dem franzöſiſchen
Volle zu zeigen, an welchen Abgrund es die Politik Poincarés
geführt hatte, als ſich die innerpolitiſchen Schwierigkeiten des
franzöſiſchen Kabinetts ſtetig ſteigern. Die wachſende
Uuzufrie=
denheit weiter Kreiſe mit der Wirtſchaftslage und die
Enttäu=
ſchung, daß viele Verſprechungen nicht gehalten werden konnten,
machen den gegenwärtigen franzöſiſchen Regierungskreiſen ernſte
Sorge. Die bevorſtehenden Budgetdebatten, bei denen die
Un=
möglichkeit von Steuerverminderung und die Unmöglichkeit der
Erfüllung vieler dringender und an ſich gewiß berechtigter
Wünſche gerade der breiteren Volksſchichten offen zutage treten
muß, werden für den Linksblock vorausſichtlich ſtellenweiſe recht
unangenehm werden. „Die Strafe für jede radikale Demagogie‟
ſo ſchrieb letzthin das Journal des Debats, Poincarés
zuverläſ=
ſige Stütze, „beſteht darin, daß dieſe Nadikalen, ſobald ſie
ein=
mal zur Macht gelangt ſind, wenn ſie nicht einen kläglichen
Ban=
kerott machen wollen, zu Verteidigern der öffentlichen Finanzen
werden müſſen, deren Verſchwendung zu populären Zwecken ſie
früher dem Volk verſprochen hatten.‟ Die franzöſiſche Regierung
iſt nicht in der Lage, manchen durchaus berechtigten Wünſchen
Rechnung zu tragen. Sie iſt nicht in der Lage, die von der
Regie=
rung Poincaré noch eingeführte allgemeine Steuererhöhung
rück=
gängig zu machen. Der Gefolgſchaft Millerands und Poincarés
aber, deren Politik die Grundlagen der franzöſiſchen Wirtſchaft
und Währung unterhöhlt hat, ihr kann man das moraliſche Recht
zur Kritik kaum zuerkennen. Es war kein reiches Erbe, welches
Poincaré ſeinem Nachfolger hinterließ. Daß der Sturz des
Kabinetts Macdonald in England mit den gegenwärtigen
Schwie=
rigkeiten der franzöſiſchen Regierung nur ſehr mittelbar im
Zu=
ſammenhang ſteht, wurde an dieſer Stelle, bereits vor einer
Woche erörtert.
Mit beiſpielloſer Heftigkeit tobt in England die Wahlſchlacht
in einem Augenblick, in welchem dem engliſchen Weltreich an
mehr als einer Stelle ernſte Schwierigkeiten erwuchſen. Im
Wetterwinkel Aegypten braut ſich künftiger Sturm zuſammen.
Um Lebensintereſſen des britiſchen Weltreiches handelt es ſich
hier. Eine intereſſante Epiſode aus den Verhandlungen zwiſchen
Macdonald und Zaglul Paſcha erzählt man ſich in London. Man
könne ja, ſo ſchlug der Aegypter vor, den Suezkanal der
Ueber=
wachung des Völkerbundes anvertrauen, wenn Großbritannien
nicht, wie es eigentlich richtig ſei, die Wache den Aegyptern
über=
laſſen wolle. Wortlos lächelnd ſchüttelte der engliſche
Miniſter=
präſident das Haupt. Ihre Lebensintereſſen
ver=
tritt jede Großmacht, und die engliſche in erſter Linie,
ſelbſt. Der ſtarke Einfluß Frankreichs im Völkerbund iſt
be=
kannt. Den Suezkanal in die Hand zu bekommen iſt franzöſiſches
Streben ſeit einem halben Jahrhundert. Ueber Paris reiſte
Zaglul Paſcha nach London. War die Völkerbundskontrolle des
Suezkanals ſeine Idee oder die des Quai dOrſay? Wichtiger
Wohnungsywangswirtſchaft und über einen Antrag auf Vorlage noch für England iſt die ägyptiſche Frage als der akut gewordene
engliſch=türkiſche Gegenſatz in der Frage von Moſſul. Die Grenze
Der Präſident hat ſich vorbehalten, weitere Punkte auf die zwiſchen der Türkei und dem engliſchen Gebiet des Frak ſollte
Tagesordnung zu ſetzen; falls bis dahin eine neue Regierung nach dem Vertrag von Lauſanne im Verhandlungswege feſtgeſetzt
werden, und für den Fall, daß dieſer keine Einigung ergebe, war
die Regelung durch den Völkerbund vorgeſehen. Gleichzeitig
verpflichteten ſich beide Negierungen, in der Zwiſchenzeit nichts
zu unternehmen, was den derzeitigen Gebietsſtand ändern
könne. Die Verhandlungen führten nicht zum Ziel. Der
Völker=
bund wurde im September in Genf angerufen, wo Lord
Par=
moor und Fethi Bey übereinkamen, daß ein dreigliedriger
Aus=
ſchuß des Bundes die Grenze ziehen ſollte. Ein merkwürdiges
„Mißverſtändnis” bildet den Kern des gegenwärtigen Zwiſts.
Unter dem Gebietsſtand, der bis zur Entſcheidung des
Grenz=
ausſchuſſes nicht geändert werden darf, verſtand der engliſche
Vertreter den Gebietsſtand, wie er beim Abſchluß des Vertrages
von Lauſanne beſtand, während der Türke den Gebietsſtand
meinte, wie er beim Abſchluß der Vereinbarungen mit Lord
Parmoor, d. h. am 30. September 1924 beſtand. Ein recht
erheb=
licher Unterſchied, da in der Zwiſchenzeit die Türken einen Teil
des Wilajet Moſſul beſetzten. Weniger um den Beſitz eines
Strei=
fens Landes handelt es ſich bei der ganzen Frage, als um das
Seite 2.
Sonntag, den 19. Oktober 1924.
Preſtige des engliſchen Weltreiches. Mehr denn je hat die
eng=
liſche Regierung darauf zu ſehen, daß ihr Anſehen im nahen
Oſten nicht unheilbaren Schaden erleidet, nachdem die
Erobe=
rung Mekkas durch die Wahabiten das ganze Syſtem zerbrach,
mit dem England bisher die arabiſchen Völker beherrſchte. Nicht
allzu lange wird es dauern, bis die Aufmerkſamkeit der
eng=
liſchen Oeffentlichkeit ſich vom innerpolitiſchen Streit wieder den
außenpolitiſchen Sorgen zuwendet. Was aber jenfeits des Kanals
nur Epiſode, Zwiſchenſpiel iſt, ſcheint bei uns zum Selbſtzweck
geworden.
Faſt 14 Tage bietet man mittlerweile in Berlin das
uner=
freuliche Schauſtiel äußerſter Willens= und Entſchlußloſigkeit.
Reſtloſes Verſagen auf der ganzen Linie. Sind das des
deut=
ſchen Volkes Führer, die jetzt am Königsplatz in wochenlangem
Hin und Her ihren letzten Kredit verſcherzen?
Klar lagen die Dinge vom erſten Tage an, klar liegen die
Notwendigkeiten auch heute noch zutage. Uinſer Weg iſt uns
vor=
gezeichnet. Der über Erwarten große Erfolg der deutſchen
An=
leihe ſchafft die Vorausſetzung für die Durchführung des Dawes=
Gutachtens. Alle aufbauenden Kräfte gilt es zuſammenzufaſſen
für die ſchweren Aufgaben, welche uns bevorſtehen. In Berlin
aber werden in troſtloſem Parteigezänk Tage und Wochen
frucht=
los vergeudet. Geduld iſt eine deutſche Tugend. Auch Tugenden
können zum Unheil werden.
M.
Nas Batern.
Hitſer — Ludendorff.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
+ München, 18. Oktober.
Auf wiederholte Preſſemeldungen, daß der öſterreichiſche
Staat Hitler das öſterreichiſche Staatsbürgerrecht abſpreche, um
ſeinen Uebertrit auf öſterreichiſches Gebiet im Falle ſeiner
Frei=
laſſung zu verhindern, erklärte Hitler dem „Völkiſchen Kurier”
er empfinde den Verluſt der öſterreichiſchen Staatsbürgerſchaft
durchaus nicht ſchmerzlich. Er habe ſich ja nie als öſterreichiſcher
Staatsbürger, ſondern immer nur als Deutſcher gefühlt. Trotz
ſeiner großen Heimatliebe ſei ſeine Abneigung gegen den
öſter=
reichiſchen Staat tief. Er ſehe in dem öſterreichiſchen Staat ebenſo
wie früher im alten habsburgiſchen Reich nur ein Hindernis für
den Zuſammenſchluß des deutſchen Volkes. Er lehne es aber
ab, um das Gewähren einer Staatsbürgerſchaft in Deutſchland
zu bitten, die er ſich durch einen mehr als vierjährigen Einſatz
ſeines Lebens auf dem Schlachtfelde erworben habe.
In der gleichen Nummer des „Völkiſchen Kurier”, in der
dieſe Erklärung Hitlers gebracht wird erſcheint ein Leitartikel,
der Hitler in aller Form als Führer der völkiſchen Bewegung
ab=
ſchüttelt. Die lange Haft Hitlers, heißt es, habe zur
Zerſplitte=
rung der Partei geführt, die ſo lange ohne eigentliches Haupt
geweſen ſei. Man könne nicht länger auf den „deux ex machina‟
aus Landsberg warten. General Ludendorff, der die
Reichs=
führerſchaft der Völkiſchen mit der Verſchiebung des
Schwer=
gewichts in der Pareti nach Norden auf Wunſch aller dölkiſchen
Kreiſe übernommen habe, ſei nunmehr auch zum Führer in
Bayern ernannt, dem ſich alle Völkiſchen zu fügen und
unterzu=
ordnen haben.
Ueberdies hat die völkiſche Fraktion des Bayeriſchen
Land=
tags eine Interpellationsnote eingebracht, die von der bayeriſchen
Regierung verlangt, ſie ſolle beim Reich Proteſt gegen das
Ver=
halten der öſterreichiſchen Regierung wegen des Falles Hitler
erheben.
Vom Tage.
Die Eiſenwerk=Geſellſchaft Maximiliansbütte in
Noſen=
berg hat auf Grund des Beſchluſſes des Arbeitgeberverbandes für die
Metallinduſtrie ihre Arbeiter ausgeſperrt und den Betrieb
ſtillgelegt.
Die Times erfährt, daß der jüngſte Beſuch des Direktors für das
zivile Flugweſen Brancker in Deutſchland hauptſüchlich mit der Frage
der Ausdehnung des britiſchen Handelsluftdienſtes nach
Ber=
lin zuſammenhänge. Die Anweſenheit eines Mitgliedes des Deutſchen
Luftverkehrsamts in London gelte ausſchließlich dem Studium des
eng=
liſchen Syſtems der Kontrolle des drahtloſen Verkehrs.
Der engliſche Admiral Scott iſt geſtorben.
Der Senat des iriſchen Freiſtaates hat eine
Reſolu=
tion zugunſten der Regelung der Grenzfrage angenommen,
wo=
nach die Frage durch eine Uebereinkommen mit der Regierung
von Ulſter geregelt werden ſoll.
Die für heute angeſetzte Ausweiſung von Schulz=Förſter
erleidet, da der Ausweiſungsbefehl ſeine Rechtskraft noch nicht erlangte,
eine Verzögerung um einige Tage.
Laut Giornale d’Italia hat Frankreich die Auslieferung des
in die Affäre Matteotti verwickelten Milizhauptmanns Malacria
abgelehnt, da es ſich um ein politiſches Verbrechen handelt.
In der mit der Kopenhagener Handelshochſchule verbundenen Ver.
ſicherungs=Hochſchule hielt als erſter ausländiſcher Gaſtdozent
Profeſſor Alfred Mane3 von der Berliner Hochſchule mit großem
Er=
folg einen Vortrag, der von zahlreichen Zuhörern aus den höchſten
Krei=
ſen beſucht war. Manes reiſt von Kopenhagen zu Vortragszwecken nach
Finnland.
Wie der Gaulois mitteilt, wird wegen der engliſchen Wahlen die
Zuſammenkunft der alliierten Finanzmänner, die
nach dem Londoner Schlußprotokoll vorgeſehen iſt, und die urſprünglich
am 29. Oktober ſtattfinden ſollte, auf einen ſpäteren Termin verſchoben.
Anfang November ſoll in Amerika eine Flugausſtellung
ſtattfinden, auf der Amerika, England, Deutſchland und Frankreich
ver=
treten ſein ſollen. Chemalige Kriegsflieger dieſer Länder werden in
Flugwettbewerben gegeneinander konkurrieren.
Wie aus New York gemeldet wird, iſt es höchſt unwahrſcheinlich, daß
die franzöſiſche und belgiſche Anleihe in Amerika vor
drei oder dier Wochen aufgelegt werden wird.
Ein braſilianiſcher Deutſchfreund in Berlin.
Berlin, 18. Okt. Vor einigen Tagen traf hier der
braſilia=
niſche Politiker Dunshee de Abranches, der als
Bundesdeputier=
ter für den Staat Mananhoa während des Krieges mehrfach für
Deutſchland eingetreten war, ein. In Zeitungsartikeln und in
den Verhandlungen der braſilianiſchen Deputiertenkammer hat
Abranches ſich unermüdlich gegen die deutſchfeindliche
Hetzpropa=
ganda, insbeſondere gegen die Behauptung von der deutſchen
Kriegsſchuld, gewandt. Im Jahre 1916 brachte er in der
Kam=
mer einen Geſetzentturf ein, der die Entfernung ausländiſcher
Geſandter und Konſuln, die die Handelsfreiheit hemmten,
ver=
langte und jede Boykottierung von Firmen verbot. Ferner war
der genannte Deputierte im Jahre 1916 für die
Friedensvermitt=
lung an der Seite der Echweiz und der Vereinigten Staaten tätig.
Morgan wurde geſtern von Herriot zum Nachteſſen
emp=
fangen, auch Finanzminiſter Clementel war anweſend. Die
Unter=
redung drehte ſich wahrſcheinlich um die Ausgabe einer franzöſiſchen
An=
leihe in den Vereinigten Staaten.
Die franzöſiſche Botſchaft in Waſhington teilt mit, daß der frühere
Botſchafter in Bukareſ: Emile Daeſchner als Nachfolger von
Tufſerand zum Botſchafter in Waſhington ernannt wurde.
Eine Negierungszeitung teilt mit, daß die ſpaniſchen
Ban=
kiers ein Angebot der belgiſchen Bankiers abgelehnt haben, einen
Betrag von 450 000 Pfund Sterling deutſcher Anleiheſcheine zu
über=
nehmen, die von Belgien ausgegeben werden ſollen.
Wie berichtet wird, iſt über die drei Gouvernements Minsk,
Wi=
tebsk und Smolensk der Belagerungszuſtand verhängt
wvorden, weil ſich die Landwirte weigerten, Getreide zugunſten der von
der Hungersnot betroffenen Wolgagebiete zu liefern.
Die deutſche Anleihe in Amſterdam war nach ihrem
Auflegen überzeichnet, ſo daß den einzelnen Zeichnern ein ganz
geringer Betrag zur Verfügung geſtellt werden konnte.
Senator René de Besnard, Unterſtaatsſekretär im
Kriegsmini=
ſterium im Kabinett Briand, gilt als Nachfolger des franzöſiſchen
Bot=
ſchafters Barere in Rom.
General Calles, der Präſident von Mexiko, hat Paris verlaſſen
und ſich zur Ueberfahrt nach Amerika nach Cherburg begeben.
Neue türkiſche Note an England.
London 18. Okt. Der „Daily Telegraph” meldet aus
Konſtantinop=l, daß am Donnerstag abend eine neue türkiſche
Antwort bem engliſchen Geſaudten in Konſtantinopel überreicht
worden ſei. Die Note Geftätigt, daß dem türkiſchen
Kommandan=
ten an der M=ſſulgrenze der Befehl erteilt worden ſei, den
mili=
täriſchen Status quo nicht zu verletzen. Außerdem wird
mitge=
teilt, daß eine dreigliedrige Kommiſſion ernannt worden iſt, die
ſich nach Genf oder nach dem noch zu beſtimmenden Konferenzort
begeben toerde, um dort den Verhandlungen des
Völkerbunds=
rates zu feigen.
Das geſamte franzöſiſche Kabinett und ſämtliche
Unter=
ſtaatsſekretäre traten geſtern zu einer Kabinettsſitzung
zuſam=
men. Herriot machte Angaben über ſeinen heutigen Vortrag auf der
Schlußſitzung des Radikalen Parteitags.
Ehrung der Zeppelinpioniere.
„Freundſchaftliche Gefüßle für Deutſchland.”
New York, 18. Okt. (Wolff.) Die glückliche Ankunft des
„Z. N. 3” wurde heute abend durch ein Feſteſſen gefeiert,
wel=
ches die Goodyear Zeppelin Corporation den Zeppelinhelden
Dr. Eckener, Lehmann, Flemming, v. Schiller, Wittemann, Scherz,
Siegle und die amerikaniſchen Beobachter Steele, Kennedy, Kraus
und Klein im Waldorf=Aſtoria=Hotel gab. Es waren etwa
fünf=
zig Perſonen anweſend. In den Neden wurden die freundlichſten
Gefühle für Deutſchland ausgedrückt, deſſen Tüchtigkeit in der
Luftfahrt unerreicht ſei und der Zeppelintyp als der Typ des
Luftſchiffes der Zukunft gefeiert wurke. Mehrere Redner
nah=
men entſchieden gegen die Zerſtörung der
Fried=
richshafener Zeppelinwerft Stellung.
Heſfiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 18. Oktober.
Der Troubadour.
Oper von Cammerano, Muſik von G. Verdi.
„Ich halte es für keinen glücklichen Gedanken, von Verdi zwvei
Werke feiner mittleren und älteren Schaffensperiode innerhalb
von acht Tagen hintereinander folgen zu laſſen. In der
vorjäh=
rigen erneuerten Inſzenierung hat das abgeſchlifſene Werk ein
gutes neues Gewand und würde auch trotz ſeines Alters wie
immer und überall gut gewirkt haben, wenn wir durchweg ein
Stimmaterial einzuſetzen hätten, wie es Verdi verlangt. Man
kann den „Troubadour” mit ſeinen theatraliſchen Szenen, der
ſchmetternden Melodik, der hanalen Inſtrumentation noch hören,
wenn das Stück als Vorwand genommen wird, um die Größe,
die Höhe, die Pracht ſinnlich glänzender Stimmen leuchten zu
laſſen. Die Durchführung dieſer romaniſchen Auffaſſung der
Oper iſt uns Deutſchen ſchver erreichbar. Die Rolle des Manrico
fällt Herrn Hoefflin zu, da Glanz und Höhe ſeiner Stimme
ihn unter unſeren Tenören beſonders geeignet dazu machen. Der
beliebte Sänger gab eine gefangliche Leiſtung von beachtlicher
Reife. Lyrik, Wärme, Sinnlichkeit des Tons und gute innerliche
Beſeelung — die Stretta mußte er wiederholen — halfen über
das Fehlen heldiſcher Erſcheinung und heldiſchen Stimmklangs
hinweg
Dies gerade zeichnete die Leiſtung Dr. Barzinskis als
Graf Lung aus und mußte bei ihm wiederum für den Mangel
an Tongröße entſchädigen, wie ſie für alle Verdiſchen
Bariton=
rollen erſordert werden. Indes der Künſtler beherrſcht wie
wenige andere den Stil der italieniſchen Oper und hat die Gabe,
ſobald er auf der Bühne ſteht, zu feſſeln. Geſanglich bot er eine
Leiſtung, die ſeine vorjährige des Gaſtſpiels weit übertraf.
Rollen des Ferrando, Ruiz und der Inez waren durch die Herren
Hölzlin, Vogt und Frl. Annelies Roerig lobenswert
be=
ſetzt. Die Chöre klangen gut. Die ſchwungvolle Vorſtellung
ſtand unter muſikaliſcher Leitung Rudolf Ephraims und der
Regie Joſeph Schlembachs.
v.HI.
Heſſiſche Landeswanderbühne.
Feſtvorſtellung;
Roſe Bernd.
Schauſpiel in 5 Akten von Gerhart Hauptmann.
Daß die Heſſiſche Landeswanderbühne ſich an die
Auffüh=
eines Werkes wvie „Noſe Bernd” wagt, und
Die Räumung von Dortmand
Ein Aufruf des Oterpräſidenten von Weſifalen
Münſter 18. Okt. Der Oberpräſident von Weſtfale
Gronowſki hat an die Bevölkerung von Dortmund=Hör5
folgenden Aufruf gerichtet: Am 22. Oktober räumen die fra
zöſiſchen Truppenteile einen Teil des Gebietes von Dortmur
ind Hörde. 21 Monate mußte die freinde militäriſche
Beſetzur=
mit allen ihren Folgen von der deutſchen Bevölkerung ertrags
werden. Groß waren die Opfer und Entbehrungen, größer no)
die Seelennot im beſetzten Gebiet. Allen, die in notvoller Zxi
in der Liebe und Treue zum deutſchen Vaterlande nicht wankt
und nicht wichen, gebührt die aufrichtige Anerkennung und
her=
licher Dank der Bewohner der jetzt frei werdenden Gebietstei-=
Wir mit ihnen ſind erfüllt von tief innerlicher Freude über Oe
glückliche und endlich wiedererlangte Freiheit. Dieſe Freude
äußern, werde ich niemanden vertvehren wollen, bitte aber Oe
Bevölkerung ernſt und dringend, immer überall würdevol=
Zurückhaltung zu bewahren und insbeſondere bei und nar
dem Abmarſch der Beſatzungstruppen jede Kundgebung zu unte
aſſen. Nichts darf geſchehen und kein Wort geſprochen oder
ſchrieben werden, das die Freiheit gefährdet. Alles, aber au
alles muß vermieden werden, was die Lage der unerlöſten der
ſchen Vollsgenoſſen nachteilig beeinfluſſen könnte. Gerade
dieſen Tagen muß uns der Gedanke einer geſunden
Volksgemei-
ſchaft und Schickſalsverbundenheit davor bewahren, in dr
Freude des Augenblids über Maß und Ziel hinauszugehen.
dieſer Geſinnung ruſe ich dem Bezirk Dortmund und Hörde nog
mals ein dankbares und herzliches Glückauf zu.
Unſichtbarmachung der Beſatzung.
Düſſeldorf, 18. Okt. Es verlautet, daß an die W.
fatzungstruppen im neubeſetzten Gebiet der Befehl erging, S=
Beſetzung unſichtbar zu machen, vor allem die öffentlichen Auu
märſche, Paraden, das Aufziehen der Wachen mit Muſik
uſr=
möglichſt zu vermeiden. Die vorgeſtrige Düſſeldorfer Abſchied
parade für General Degoutte dürfte vorausſichtlich die leiz
Parade der Beſatzungstruppen im neubeſetzten Gebiet g.
weſen ſein.
Für eine ſchnelle Räumung des Ruhr gebietes!
TU. Brüſſel 18. Okt. Der Brüſſeler Berichterſtatter de
„Weſtminſter Gazette” meldet, im belgiſchen Parlament beſte*
die Abſicht, auf die belgiſche Regierung einen ſtärkeren Druck au
zuüben, damit ſie auf der bevorſtehenden Konferenz der Finauy
miniſter der Entente darauf hinwirke, daß das Ruhrgebiet ſchnar
ler geräumt wird, als es im Londoner Vertrage vorgeſehen in
da ſonſt ein großer Teil des Ertrages nach dem Dawesvler
durch die Beſatzungskoſten verſchlungen würde.
Räumung Limburgs am 23. Oktober.
TU. Limburg, 18. Okt. Die franzöſiſchen Poſten
werde=
am 19. Oktober aus Eſchhofen zurückgezogen. Am 23. Oktobn
wird die Stadt Limburg geräumt. Nachdem inzwiſchen die bi.‟
her beſetzt geweſenen Orte des Kreiſes Limburg von der fran
zöſiſchen Befatzung verlaſſen worden ſind, wird ab 23.
Okteb=
der Kreis Limburg wieder zum unbeſetzten Gebiet gehören.
Zur wirtſchoftlichen Zuſammenarbeit
Frankreich- Deutſchlend.
Paris, 18. Okt. (Europapreß.) Der Direktionsausſchur
des republikaniſchen Komitees für Handel, Induſtr:
und Landwirtſchaft, welches die größte Organiſation der Arbeitn
geberverbände Frankreichs mit politiſchem. das heißt mit natiae
naliſtiſchem Anſtrich iſt, hat eine Entſchließung angenommer:
worin gefordert wird, daß Deutſchland die Meiſtbegümn
ſtigung nicht gewährt wird und daß lediglich efs
modus vivendi für die Dauer von höchſtens einem Jahr angs
nommen werde, und daß derſelbe nicht auf alle Waren
Bezi=
haben würde, ſondern nur auf einige wenige. Es müſſe zuer!
ein Verſuch einer loyalen wirtſchaftlichen Zuſammenarbeit mi
Deutſchland gemacht werden.
Vextrauenspotum für Herriot.
Paris 18. Okt. (Europapreß.) Der Kongreß der Racd
kalen von Bologne hat einſtimmig und mit Beifall eine Tage:
ordnung angenommen, in welcher Herriot das Vertrauen d00
Parteitages ausgedrückt wird. Außerdem wurden mehres
Entſchließungen angenommen, in welchen der Reihe nach a
Wiedereinſetzung der entlaſſenen Eiſenbahner, die Cinführuuk.
der franzöſiſchen Geſetze in Elfaß=Lothringen, die Einführun
des offenen Wahiverfahrens bei der Wahl des
Staatspräſide=
ten und der Kammerpräſidenten durch Annahme eines
Geſetze=
gefordert wird, wodurch den Staatsbeamten das Gewerkſchaft.
recht ausdrücklich zugeſichert wird.
tiſche.
alle Verdiſchen Heldinnen kennzeichnet. Wenn ihr noch ſtimm
angenehme Künfilerin hat gelernt, ſich ohne Befangenheit frei zu
geben. Nun erſt ift eine Entfaltung ihrer Perſönlichkeit möglich.
Die Azucena iſt Eugenie Stefanowas beſte Rolle.
Stimmlage und =ſtärke, Erſcheinung und fremdartiges Idiom
machen ſie für dieſe Bombenrolle beſonders geeignet. Ihr, wie
Herrie Hoefflins Erfolg doar groß und verdient. Die kleinen
ſpiel auch auf das Land hinaustragen will, iſt an ſich ein Beweis
dafür, daß man zu der eigenen Leiſtung ſtarkes Vertrauen hat.
Und das iſt richtig ſo. Gerade die Landeswanderbühne muß,
wenn ſie ihrer kulturellen Aufgabe gerecht werden will, auf dem
Standpunkt ſtehen, daß nur das Beſte gerade gut genug iſt. Die
Qualität der geſtrigen Aufführung, die vor geladenem Publikum
im Kleinen Haus ſtattfand, war überraſchend, auch für den, der
den Leiſtungen der Landeswanderbühne wenn auch wohlwollend,
ſo doch kritiſch gegenüberſteht. Dieſe Aufführung hatte ein ſo
ſtarkes Niveau, daß ſie einer erſten Bühne zur Zierde gereicht
hätte.
Als ſelbſtverſtändlich iſt dabei vorauszuſetzen, daß Rückſicht
darauf genommen wird, daß die Heſſiſche Landeswanderbühne
techniſch und räumlich ſich außerordentlichen Beſchränkungen
unterziehen muß, daß ihr nicht der große umfangreiche Apparat
an techniſchen Hilfsmitteln und Ausſtattungsmöglichkeiten zur
Verfügung ſteht, wie einer großen ſtehenden Bühne. So wurde
auch die geſtrige Aufführung ganz in dem Rahmen gegeben, den
ſie behalten kann und behalten ſoll auch da, wvo
Raumbeſchrän=
kung das äußerſt Mögliche verlangt. Die Dekorationen müſſen
ſich hier vielfach auf Andeutungen beſchränken, und der Beſucher
dieſer Vorſtellungen muß guten Willens ſein; was aber in
die=
ſem Rahmen zu leiſten irgend möglich iſt, das, dünkt uns, iſt hier
geſchehen. Die Dekorationen und Möbel wurden, was intereſſant
iſt zu wiſſen, in eigener Werkſtätte (Leitung: Aug. Mühlig)
an=
gefertigt, und reichen vollſtändig aus, um das in jedem Theater
notwendige Maß von Illuſion zu erwecken, wo nicht die Szenen,
wie in Wohnräumen, reſtloſe Wirklichkeit geſtatten.
Iſt alſo in dieſer Richtung notwendig die kritiſche Einſtellung
zu mildern, ſo verträgt die Darſtellung, wie ſie geſtern gegeben
trurde, guich den ſtrengen Maßſtab der Kritik. Die Roſe Bernd,
wie Charlotte Schreies ſie gab, war in ihrer Schlichtheit ur ?
warmen Lebensbetonung eine Leiſtung von bezwingender Groſtt
Die Künſtlerin hat ſich in dieſe ergreifend tragiſche Geſtalt eil.
gelebt, und gab ſie in der ganzen Schwere des auf ſie einwuchtel
den Schickfals wieder, b=ei wurde die naive Mentalität der
ihe-
giſchen Heldin auch in keinem Moment von einem Schimmer de
Gekünſtelten beſchattet. Der Arthur Streckmann Erich Rar”
ſcherts, der ſelbſt dieſem abſtoßend robuſten Charakter einé
Zug menſchlichen Verſtehens lieh, war eine ausgezeichnete Le
ſtung. Otto Dierichs Keil und H. Rudorfs Bernd ſchlias
aber in dieſer Schlichtheit außerordentlich lebendige Verkörperu.”,
dieſer beiden echt Hauptmannſchen Geſtalten, ebenſo Käte W0
dau als Frau Flamm, die etwvas Madonnenhaftes gab, o9
dadurch aus dem realiſtiſchen Rahmen herauszutreten, und
en=
lich der kernhafte und temperamentvolle Chriſtoph Flamm Alh.
Herrmanns fürgten ſich in der Einzeldarſtellung wie im 5 wohltuend harmoniſch dem Rahmen des Ganzen A.
Es ging ein kernhafter Erdduft durch das Ganze, Menſchen ſiad
den auf der Bühne, nicht Schauſpieler. Ueber dieſe Träger;ge
Hauptrollen hinaus war auch die übrige Beſetzung der kleine
Rollen ſo, daß das Ganze eben zu dem Niveau der Aufführue
beitrug.
Im Programm ſtand die Bemerkung: „Etiaigen
Herhe-
rufen leiſten die Darſteller erſt am Schluſſe der Vorſtellung Folge.
So beſchränkte ſich das Publikum auf den Beifall am Schluld
der erſt nach einigen Sekunden des Ergriffenſeins ſtark und dai”
bar einſetzte und die Darſteller vielfach vor die Rampe rieſ.
Wenn die Leiſtungen der Wanderbühne in allem ſo blelg”
wie dieſe Probe, dann können wir ihr ein aufrichtiges „Glück 9.
mit auf den Weg geben, dann iſt ſie wahrhaft berufen, die Rue
If.
St-
ins Volk zu tragen.
Hartungs Schwierigkeiten in Köln.
es Guſtav Hart
über zugab, hat er i
Schauſpielhausinten
keiten zu kämpfen
Verſchiedene ſeiner Inſzeniernugen, o.
reaktionäre Magiſtrat Kölns nicht wohlwollend gegenüber.
ſen Aeußerungen Hartungs iſt zu entnehmen, daß er ſich I.
Stellung nicht ſicher fühlt und eventmeſl mit dem Gedanken Ihie
Köln wieder zu verlaſſen.
[ ← ][ ][ → ]Mumuter 291.
Sonntag, den 19. Oktubez 1924.
„Tagung der Internationalen
Eiſenbahnunion.
Generaldirekior Oeſer in Paris.
Paris, 18. Okt. (Wolff.) Das geſchäftsführende Komitee
Internationalen Eiſenbahnunion hält augenblicklich ſeine
hrestagung in Paris ab. Die meiſten europäiſchen Länder ſind
Dieſem Ausſchuß vertreten, vor allem auch Deutſchland, das bei
gegenwärtigen Beratung durch den Generaldirektor der
ächseiſenbahngeſellſchaft, Oeſer, vertreten wird. Auch ein
Dele=
wter der Eiſenbahnen von Sowjetrußland beteiligt ſich an den
Thandlungen. Die umfangreiche Tagesordnung umfaßt
haupt=
glich techniſche Fragen zur Vervollkommnung des Betriebes
ſo=
ſe Fragen der kommerziellen Ausbeutung der Eiſenbahnen.
nn hat beſchloſſen, ein zentrales Ausgleichsbüro zu ſchaffen, das
zi 1. Januar 1925 ab in Brüſſel tätig ſein ſoll, und deſſen
Auf=
e darin beſteht, die Verrechnung der gegenleitigen Konten
Eiſenbahnverwaltungen durchzuführen.
FGrung der amerikaniſchen Verkehrsfachleute
in Berlin.
Berlin, 18. Okt. Zu Ehren der amerikaniſchen
Verkehrs=
igleute, die als Vertreter der größten
amerika=
iſchen Eiſenbahn= und
Schiffahrtsgeſellſchaf=
eni gegenwärtig in Berlin weilen, fand geſtern abend im
el Eſplanade ein Feſteſſen ſtatt, zu dem die deutſche
ichsbahngeſellſchaft eingeladen hatte. In
Vertre=
g des zurzeit von Berlin abweſenden Generaldirektors
er begrüßte Dr. v. Siemens die Gäſte in einer Anſprache,
ider er die Beziehungen zwiſchen Verkehr und Kultur,
an=
ipfend an den erfolgreichen Zeppelinflug, den er als einen
terkſtein in der Geſchichte der Verkehrsentwicklung bezeichnete,
allegte. Der Redner drückte die Hoffnung aus, daß auch das
eue Verkehrsmittel dazu beitragen würde, Brücken von Land
1Wand zu ſchlagen. Dies habe auch ſchon die Eiſenbahn getau,
die Völker und Menſchen einander näher gebracht habe. Der
werne Verkehr habe die ſoziale und politiſche Struktur von
nind aus verändert, die moderne Fabrikation ermöglicht und
Preis ihrer Erzeugniſſe verringert. Der Redner ſchloß mit
m Wunſche, daß Amerika ſeine Macht und ſeinen Einfluß
ropa nicht entziehen, ſondern zu ſeiner Geſundung
beitra=
werde. Für die Gäſte dankte Mr. Calloway von der
timore and Ohio Railroud Cy., der u. a. erklärte, der
nach=
rige Eindruck von dem Aufenthalt in Deutſchland werde dazu
ſrragen, den Verkehr über den Ozean nach Europa und nach
entſchland zu ſtärken. Mit einem gemeinſam geſungenen
we zu Ehren der deutſchen Gaſtgeber wurden die herzlich
laltenen Ausführungen beſchloſſen.
Die deutſche Minderheit im däniſchen
Reichstag.
Kopenhagen, 18. Okt. (Wolff.) Der Vertreter der deut=
7 Minderheiten im däniſchen Reichstag, Schmidt=
Mod=
hielt geſtern bei der Etatsberatung eine Rede, in der er
zu=
sſt auf die in Kopenhagen zurzeit ſtattfindenden
Verhand=
ingen zwiſchen Dänemark und Deutſchland über die
ulverhältniſſe im ſchleswigſchen
Grenzge=
t hinwies und erwartete, daß er durch ſeine Rede nicht
ſtö=
in den Gang der Verhandlungen einzugreifen beabſichtige,
eehr nur feſtſtellen wolle, daß bei den beiderſeitigen
Unter=
lern Einigkeit darüber herrſche, daß eine Entſpannung
Grenzverhältniſſe wünſchenswert ſei. Die
zonale Minderheit müſſe das Recht haben, ihre kulturellen
eiegenheiten ſelbſt zu regeln, das ſei billiges Recht, von dem
Haube, daß es ſich allmählich durchſetzen und Bedeutung
erhal=
cverde, nicht allein für die deutſch=däniſchen Beziehungen,
ſon=
ra für die europäiſche Lage überhaupt. Darauf ging er auf den
der Regierung eingebrachten Abrüſtungsvorſchlag
den er als ein Mann, der ſich als zum deutſchen Volk gehörig
tuichte, durchaus mit Sympathie begrüßen könne. Er
be=
ich nete den Vorſchlag als einen ehrlichen Verſuch, den Abrüſt=
Sgedanken zu verwirklichen im Gegenſatz zum Verſailler
Ver=
der Deutſchland zu einer Abrüſtung gezwungen habe, die in
r Geſchichte einzig daſtehe. Die däniſche Vorlage rücke die
un=
rte Tatſache erſt in das rechte Licht, daß Deutſchland unter
unng habe tun müſſen, was Dänemark freiwillig anbiete. Zum
ölkerbund habe er kein Vertrauen; er hoffe aber, daß das Bei=
Dänemarks bei den anderen Mitgliedern des Völkerbundes
Hahmung finden werde. Er betrachte den
Abrüſtungsvor=
lu=g als einen ehrlichen Verſuch zu einer jehrlichen Politik auch
euttſchland gegenüber, daher könne er ihn mit Sympathie
be=
üßen.
Die Dauerkriſe in Jugoflavien.
Von unſerem Budapeſter Korreſpondenten.
P. Budapeſt, 17. Okt.
Wieder einmal iſt in Jugoflawien die ſeit langem ſchleichende
Krife alut geſorden, und die Oeffentlichkeit erwägt die
Aus=
ſichten der Regierungserweiterung oder der Neuwahlen, je
nach=
ſem die Temperamente peſſimiſtiſch oder zuverſichtlich geſtimmt
ſind. Es iſt wohl nicht unnötig, einmal die Frage aufzuwerfen:
wie kommt es, daß in dieſem Lande, dem ſeine mächtigen
Protek=
toren ſcheinbar alle Wünſche erſüllt haben, die Bildung eines
Ka=
dinetts, das auf ſeſten Grundlagen ſteht, unmöglich iſt?
Seit dem Sturze des alten Paſitſch, der mit ſeiner Partei ein
Symbol der großſerbiſchen Idee war und den eigentlich der König
fallen ließ, durch den Entſchluß, ein Kabinett herbeizuführen, das
eine Kooperation mit den Kroaten möglich macht, hat ſich dieſe
Zuſammenarbeit als ein hoffnungsloſes Traumgebilde erwieſen.
Als die unmittelbare Urſache der jetzigen Kriſe iſt unzweifelhaft
die ſchwankende Haltung der Kroaten der Raditſchpartei
anzu=
ſehen. Durch ſeine Vergangenheit, ſeine Verſprechungen und
ielleicht auch durch ſeine Parteileute gebunden, war Raditſch
nicht ſähig, die von ihm erwartete Wendung durchzuführen. In
den neuen Verhältniſſen iſt er der Alte geblieben, der
verant=
wortungsloſe Oppoſitionsführer, der ſeine Meinung frei
heraus=
ſagt, ob das der Regierung angenehm iſt oder nicht. So iſt es
leicht zu verſtehen, daß der konſervativer geſinnte Teil der
Re=
gierung nicht mit Raditſch zuſammenarbeiten wollte. Anläßlich
einer allzupazifiſtiſchen Rede hat der Kriegsminiſter ſeine
Ge=
duld verloren und ſeine Demiſſion eingereicht. Dem König war
dieſe Wendung der Dinge nicht ganz unſympathiſch, iſt er es doch,
der „ein Kabinett auf breiterer Grundlage”, das heißt, ein
Kabi=
nett, in dem guch die radikale Partei vertreten ift, gefordert hat.
Diefes Kabinett hat aber auch die Aufgabe, eine Politik der
Pazi=
fizierung, Ordnung im Inneren, Bekämpfung der Korruption und
endgültige Verſtändigung zwiſchen Serben, Kroaten und
Slowe=
nen durchzuführen. Welches Kavinett wird in Jugoſlawien dieſe
nicht ganz beſcheidenen Wünſche des Königs erfüllen? Die
Ant=
wort auf dieſe Frage ſcheint uns in tiefes Geheimnis gehüllt. In
Belgrad ſpricht man von einem Konzentrationskabinett mit
Jo=
wanowitſch an der Spitze. Ob in ein ſolches Kabinett alle jetzigen
Regierungsparteien zuſammen mit den Radikalen eintreten
wer=
den, oder nur ein Teil derſelben, ſteht noch nicht feſt. Jedenfalls
iſt man beſtrebt, eine Regierung zu bilden, die von der
parla=
mentariſchen Unterſtützung der Raditſchpartei nicht abhängen
würde. Es iſt aber leicht möglich, daß die Aktion zur Bildung
einer Konzentrationsregierung ſcheitert, weil die jetzigen
Regie=
rungsparteien darüber verſtimmt ſind, daß ſie, obwohl ſie über die
parlamentariſche Mehrheit verfügen, die Regierungsgewalt
nie=
derlegen mußten. Für den Fall des Scheiterns eines
Konzen=
trationskabinetts rechnet man damit, daß der König den
Senats=
präſidenten Jovanowitſch mit dem Mandat zur Durchführung der
Neuwahlen betrauen werde. Jedenfalls möchte man die
Davido=
vitſche Politik der Verſtändigung fortführen, obzwar man bis
jetzt damit keine allzu großen Erfolge erreicht hat. Soviel
ſchei=
nen aber die letzten Tage bewieſen zu haben, daß Raditſch als
Freund der Regierung nicht weniger unangenehm iſt, als
Ra=
ditſch in der Oppoſition.
Das neue ſüdſlawiſche Kabinett.
Mailand, 18. Okt. (Europapreß.) Wie der Corriere della
Sera aus Belgrad meldet, betrachtet man nach dem mißlungenen
Verſuch zur Bildung eines Koalitionskabinetts die Rückkehr
von Davidowitſch als geſichert. Bei ſeiner umfaſſenden
Kabinettsbildung werde Marinkowitſch Miniſter des Aeußeren
bleiben. — Der italieniſche Geſandte General Bodrero iſt nach
Belgrad gekommen, um die Zuſammenkunft Marinkowitſch=
Muſ=
ſolini in Venedig vorzubereiten, wohin er dann auch den
ſdüſla=
wiſchen Außenminiſter begleiten wird.
Kohlenförderung und Kokserzeugung
im Ruhrgebiet.
Eſſen, 17. Ot. Nach vorläufigen Berechnungen wurden
in der Woche vom 5. bis 11. Oktober im geſamten
Ruhr=
gebiet (ohne die von der Regie betriebenen drei Zechen und
10 Kokereien) in 6 Arbeitstagen 2 048 844 Tonnen Kohle
gefördert (auf das beſetzte Eebiet entfallen davon 1885 830
Tonnen), gegen 1985 606 (1830 565) Tonnen in der
vorhergehen=
den Woche bei ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die
Kokserzeu=
gung ſtellt ſich in der Berichtszeit, in ſieben Tagen (in den
Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 407 997
Ton=
nen (beſetztes Gebiet 372621) gegen 406 763 (371576) Tonnen
in der vorhergehenden Woche. Die arbeitstägliche
Kohlenför=
derung — immer ohne die beſetzten Betriebe — betrug in der
Woche vom 5. bis 11. Oktober im geſamten Ruhrgebiet 341 474
Tonnen (geg. 330934 Tonnen in der Woche vorher und 368 681
Tonnen im Durchſchnitt des ganzen Jahres 1913), die tägliche
Kokserzeugung ſtellte ſich auf 58285 Tonnen (58 109 bzw. 62 718
Tonnen.)
Burpfreie Kunſtſchau Berlin 1924.
Die ſo oft ſchon totgeſagte Juryfreie Kunſtausſtellung hat in
ſen Tagen wieder den Ausſtellungspalaſt am Lehrter Bahnhof
gen. Man mag über ihre Berechtigung in der heutigen Zeit,
er wohl keinem Künſtler mehr die Oeffentlichkeit verſchloſſen
wenken, wie man will, man muß der Energie der
Ausſtel=
gsleitung Anerkennung zollen, daß ſie trotz widriger Umſtände
„Juryfrcie” nicht nur zu erhalten, ſondern auch auszubauen
te. Es iſt ihr gelungen, viele bekannte tüchtige Kräfte des
und Auslandes, die eine Jury nicht zu ſcheuen brauchen,
rurnzuziehen und das Niveau der Ausſtellung gegen früher
be=
rend zu heben. Ob dies Endzweck der „Juryfreien” iſt, mag
hangeſtellt bleiben. Als Kunſtſchau im großen Rahmen hat ſie
drirch gewonnen.
Wenn man auch diesmal wieder eine gewiſſe räumliche
Schei=
g zwiſchen Kitſch und Können vorgenommen hat, ſo macht
doch inmitten wertvoller Arbeiten noch die Menge jener
rſtmiſcher breit, die etwas Talent und ein reichliches Maß
heblicher Anmaßung zu kunſtähnlichen Blendwerken vereini=
Auf ihrem Grunde lebt kein Erlebnis. Abſicht, etwas
Ge=
rack, Anlehnung, um nicht zu ſagen Plagiat, ſchaffen ein
jerbild, in dem man meiſt umſonſt nach der Seele ſucht. Das
die geſchäftigen Vielſeitigen, die heute wie Pechſtein und
ſchnnidt=Rottluff, morgen aber wie Céſanne oder Vlaminck
zien. Jene Kunſtſchwatzer, die laut reden, weil ſie nichts
Eige=
zu ſagen haben. Das iſt die künſtleriſche Münzſtraße, in der
die geſtohlenen Waren feilbietet. Sie läßt ſich leider aus
ſerr jurufreien Ausſtellung nicht verbannen. Man muß ſie als
Sſtverſtändliches hinnehmen. Aber ſie ſtört oft den Genuß
die Freude am Echten.
Einen beſonderen Raum hat man in dieſem Jahre dem
er Franz Nadziwill eingeräumt. Im erſten Augenblick
lüfft die ſtarke Kontraſtwirkung ſeiner Bilder, die er auf tie=
Schwarz und hartes Weiß einſtellt. Aber er arbeitet meiſt
auf die Wirkung. Und das verſtimmt. Hier und dort lehnt
ich an japaniſche Vorbilder an. Das iſt gewiß kein Nachteil.
—man fragt oft umſonſt nach dem tieferen Erlebnis. Alles iſt
kühner Virtuoſität erdacht und geſtaltet, nichts ohne kühle
chtlichkeit geſchaffen. Es iſt ſchade um ein ſtarkes Talent, das
Wirkung über alles ſtellt. Nur in dem „Selbſtbilönis” und
den beiden „Frauen auf dem Balkon” hat er ſein Selbſt
ge=
nit ihm und gibt die Hofſnung, daß er
der Okerfläche in die Tieſe zu tauchen.
Freude bereitet Georg Scholz mit ſeinen
Kleinſtadtſchilde=
rungen. Mit einer minutiöſen Genauigkeit und einer grauſamen
Charakteriſtik zeichnet er das Leben des Spießbürgers bei Tag
und bei Nacht. Es unterliegt ſeiner künſtleriſchen Viviſektion.
Jeder Pinſelſtrich iſt zugleich ein Keulenſchlag gegen den
trieb=
haften Stumpfſinn eines inhaltleeren Daſeins. Er baut die
nichtsſagenden Kuliſſen der Alltäglichkeit vor uns auf, um ſie im
gleichen Augenblick mit beißendem Sarkasmus wieder zu
zer=
ſtören. Daß er außerdem malen und geſtalten kann, zeigt das
Porträt eines Großkaufmanns am Schreibtiſch. Alles in allem,
ſeine Bilder ſind eine Erfriſchung, wenn ſie auch vielen — nicht
gefallen werden.
Nadziwill und Scholz dürften die beiden Senſationen dieſer
Kunſtſchau ſein, die auf den erſten Blick die Aufmerkſamkeit auf
ſich ziehen. Andere Leiſtungen wählen ſtillere Wege. Da ſind vor
allem die vortrefflichen Bilder, die das Ehepaar Carl Caſpar
und Maria Caſpar=Filſer aus München geſandt hat. Die
Innerlichkeit, mit der Karl Caſpar ſich ſeinen bibliſchen Motiven
hingibt, ragt weit hinaus über die religiöſen Spielereien
jünge=
rer Künſtler, mit denen wir in den letzten Jahren nur zu oft
be=
läſtigt wurden. Ueber das maleriſche Motiv hinaus findet er ſich
in einer geiſtigen Welt wieder, ebenſo wie Maria Caſpar=Filſer
in ihren italieniſchen Landſchaften, die ihr mehr als maleriſche
Vorwürfe bedeuten. Ihnen zur Seite ſtellt ſich der Salzburger
Anton Faiſtauer mit ſeinem Votivaltar, der in ſchlichtem
Empfinden tiefe Religiöſität offenbart. Die „Verſuchungen des
Antonius” die Willy Jaeckel geſchickt hat, ſind dagegen weniger
überzeugend. Ihnen fehlt der innere Aufbau der Geſichte. Das
„Selbſtporträt” auf rotem Hintergrunde und die fein empfundene
Landſchaft „La mare morte” aber zeigen das ſtarke Können des
Künſtlers auf jener Stufe, die frei von gewaltſamen
Konſtruk=
tionen iſt. Auch Egon v. Kameke erfreut durch die ſchlichte
Selbſtverſtändlichkeit, mit der er mit wenigen ſtarken Farben
ſeine Landſchaften aufbaut. Um Neinhold Ewalds Bilder
ſchweben die Träume junger Menſchen. Sie ſind von
muſika=
liſchen Stimmungen getragen, die aus Fernen kommen und doch
nahe ſind. Nealiſtiſcher iſt Jvo Hauptmann, der den
Poin=
tilismus abgeſchworen hat und nun in leichten Strichen einen
ſicheren Farbengeſchmack verrät. Erik Richter hat ſich ein
ge=
ſundes Ziel geſetzt, indem er ohne Nebenabſichten mit vornehmem
Sinn die Natur in dezente Farben überſetzt. Erich Waske
wiederum iſt nun von ſeinen Geländefalten und Urlandſchaften
bei den Kakteen gelandet. Kein Bild ohne Kakteen im Vorder
oder Hintergrund. Das iſt ein bißchen viel, wenn auch die Wahl
der Farben eine ſtarke Anziehungskraft beſitzt. Außer Ch. Cro=
Seite 3.
Ein amerikaniſch=ruſſiſcher Konſlikt.
Amerika beſetzt die Wrangel=Inſel.
Paris, 18. Okt. Havas berichtet aus Waſhington, daß,
vbwohl man in offiziellen Kreiſen in Bezug auf die Erhebung der
Inſel Wrangel zur amerikaniſchen Kolonie
Still=
ſchweigen bewahxe, es kaum wahrſcheinlich fei, daß die
ameri=
kaniſche Regierung von ihrer Haltung, dort nicht zu intervenieren,
abweichen werde.
Rußlandvertreibt die gmerikaniſchen Koloniſien
London 18. Oft. Das Neuterſche Büro berichtet aus New
York: Einer Nachricht aus Nome (Alaska) zufolge, hat ein
be=
waffnetes ruſſiſches Transportſchiff die amerikaniſchen Koloniſten
von der Wrangelinſel vertrieben und dort die rore Flagge gehißt.
Zu den amerikaniſchen Wahlen.
Von unſerem Londoner Korreſpondenten.
C.M. P. London, 18. Okt. (Durch Flugpoſt.)
Man ſollte ſich durch die Wahlen in England nicht dazu
ver=
leiten laſſen, die Augen gänzlich von der amerikaniſchen
Präſi=
dentenwahl abzulenken. Eines der wichtigſten Ergebniſſe in
bei=
den Wahlkämpfen iſt ſchließlich für uns die Entſcheidung, ob das
Freihandels= oder das Schutzzollprinzip in den Vordergrund
kom=
men ſoll. Dieſe Frage iſt aber in England ſchon dor der
Ent=
ſcheidung zu beantworten. Der Sieg kann nur den Konſervativen
oder Macdonald zufallen, den Liberalen keinesfalls. Aber gerade
die Liberalen ſind die Freihandelspartei. In Amerika jedoch
liegt die ganze Sache jetzt wieder im Dunkeln. La Follette und
Davis haben ſich überzeugt dahin ausgeſprochen, daß ſie die
Ent=
ſcheidung nicht dem Kongreß zutreiben wollen. Aber ſie können
beide gar nichts anderes dazu tun. Jede Stimme für La Follette
geht automatiſch Coolidge verloren. Das wiſſen die Regiſſeure
der Wahlkampagne des Präſidenten nur zu gut, und ſie ſind
eifrig bemüht, mit dem Geſpenſt der „Drei Parteien” die Leute
einzuſchüchtern, und in Wallſtreet ſcheint rechtzeitig ihr Einfluß
gebrochen worden zu ſein. Gerade aber weil La Follette mit
ſei=
nem Appell an die Extremen Fortſchritte macht, werden die
ande=
ren beiden Hauptparteien ſich immer mehr nähern und es wird
tatſächlich zur Möglichkeit, daß die Entſcheidung in den Kongreß
getrieben wird. Hier kann aber merkwürdigerweiſe jetzt erſt recht
alles ins Unklare kommen.
Die Parteien ſtehen ſich im Senat auf dem Papier
Repu=
blikaner zu den Demokraten wie 49:42 gegenüber. Zwei
Sena=
toren gehören der Arbeiterpartei an. Von 49 gehen aber 4 ab,
nämlich einmal La Folette und die Senatoren Whaller,
Brook=
hard und Norris, die ſich offen gegen den Präſidenten und gegen
General Davis erklärt haben. Da man nicht ſicher weiß, wie
man ſich zu den genannten Zwei ſtellen wird, dürfte die Partie
immerhin 45:42 ſtehen. Ein eigentümlicher Zufall will es nun,
daß zwei Republikaner des Kongreſſes plötzlich geſtorben ſind.
Der Senator Braudehee von Connekticut, der Führer der
Re=
publikaner in Senat, wurde tot in ſeinem mit Gas angefüllten
Badezimmer aufgefunden, der Republikaner Sidney Mutt,
ebenfalls ein republikaniſcher Führer, ſtarb ebenfalls plötzlich.
Im Senat ſteht es alſo nunmehr 43:42, abgeſehen von 3
Ar=
beitermitgliedern. Mithin könnte der Senat im Falle einer
Nichteinigung gezwungen werden, von Coolidge wie von Davis
abzugehen und einen von beiden Vizepräſidenten, Gouverneur
Brian von Lebraska oder den General Dawes zu wählen.
Im Repräſentantenhaus iſt die Situation eher noch unklarer.
Die Parteien ſtehen: 22 Republikaner zu 21 Demokraten zu 5
Unabhängigen. Wenn nun an Stelle des verſtorbenen
Republi=
kaners Mutt ein Demokrat gewählt werden ſollte, ſo ſtände die
Partie 22 : 22. Es würde alſo ohne Verſchiebungen in der
Par=
teiſtellung keine von beiden Parteien die vorgeſchriebene
Stim=
menzahl von 25 erreichen.
Die Situation in beiden Häuſern hat darum die Spannung
aller Parteien auf ſich gelenkt, denn es handelt ſich nicht mehr
um zwei Möglichkeiten ſondern um vier.
Das Budget der Sowjetunion.
Moskau, 17. Okt. ( Wolff.) In einer Unterhaltung mit
einem Korreſpondenten der „Roſta” erklärte der Volkskommiſſar
für Finanzweſen, Sokolnikoff, daß das Budget der
Sowjet=
union für 1924—25 2 Milliarden 91 Millionen
Gold=
rubel betragen werde, gegenüber einer Milliarde 912 Millionen
im vorigen Jahre. Die geringe Zunahme des Budgets erklärte
Sokolnikoff durch die Mißernte, die dem Budget im ganzen 108
Millionen Rubel entzog. Das Budget ſchließt mit einem
Defi=
zit von 120 Millionen, das durch Kreditoperationen
voll=
kommen gedeckt wird. Der Rat der Volkskommiſſäre beſtätigte
den Vorſchlag des Volkskommiſſars für Finanzen, die Emiſſion
von ſtaatlichen Papiernoten für budgetäre Zwecke vollſtändig
ein=
zuſtellen.
dels ſehnſüchtigen Landſchaften und Richard Janthurs
fein=
ſinnigen Batikarbeiten verdiente ſicher noch der eine oder der
andere Künſtler beſonderer Erwähnung. Aber es iſt ſchwer, die
Grenze zu ziehen.
Auf die zahlreichen Bluffiers näher einzugehen, verlohnt ſich
nicht. Nur auf jene unreife politiſche und ſoziale Kritik mit den
Mitteln der Kunſt, die beſonders bei Nichtskönnern heute beliebt
iſt, ſei beſonders hingewieſen. Es iſt verſtändlich, wenn
Künſt=
ler wie Otto Dix und George Groß, die ihre Weltanſchauung
mit ernſtem künſtleriſchen Können durchzuſetzen verſuchen, alle
Dinge in den Schmelztiegel ihrer Kunſt werfen. Sie können es
wagen, denn ſie verſtehen, Neues daraus zu formen. Wenn aber
Stümper nur dadurch das Intereſſe an ihren Machwerken
wach=
zurufen verſuchen, daß ſie mit einer vorgetäuſchten
Weltanſchau=
ung politiſche Entwicklungen beſudeln oder ſich als
Menſchen=
freunde ſozialen Elends aufſpielen, dann kann man ſich des Ekels
vor ihrer pſeudohumanen Welt= und Kunſtanſchauung nicht
er=
wehren. Dieſes betonte Hinneigen zu dem Elend der Welt und
die Kritik an ſozialen Mißſtänden iſt ſelten inneres Bedürfnis
und Liebe zur Menſchheit, iſt meiſt weiter nichts als eitle Abſicht
und Mode. Es iſt Schwindel und gehört darum tiefer gehängt
zu werden.
Einige Schreckenskammern des graſſen Dilettantismus ſind
auch in dieſem Jahre wieder vorhanden. Sie gehören in jede
juryfreie Ausſtellung, geben ihr noch eine beſondere Note und
machen ſie amüſant. Hier herrſcht meiſt viel Liebe zu dem Objekt,
aber geiſtiger Tiefſtand. Offen geſtanden ſind mir dieſe harmloſen
Leutchen mit ihrer anſpruchsloſen Welt lieber, als beiſpielsweiſe
die forſchen Stümper, die uns mit kubiſtiſchen Mitteln etwas
vorzulügen verſuchen, was ſie ſelbſt nicht glauben. Da ſteht ein
braunes Nehlein mit Holzbeinchen am Waldesrand, oder am
Tore (von Rothenburg und Dinkelsbühl) winkt die Lore, und ihr
Liebſter winkt auch. Oder man malt gar den biederen Onkel
Auguſt als Coriolan. Ein Sonnenuntergang am Meer fehlt
nie=
mals, ebenſowenig wie die leckeren Trauben und Aepfel und
end=
lich der rote, rote Mohn. Dieſe Art „Kunſt” wird niemals
aus=
ſterben, ſolange es Menſchen gibt, die freie Zeit haben und ſich
berufen fühlen. Erſtaunlich iſt nur die Kritikloſigkeit, die ſich mit
jenen Machverken an die Oeffentlichkeit drängt. Aber eine
juro=
ſreie Kunſtſchau darf ihr nicht die Tore verſchließen. Auch tvenn
die Ausſtellungsleitung darüber in Verzweiflung gerät! .
Die Plaſtik iſt diesmal ſehr ſpärlich vertreten. Milly
Ste=
ger, Georg Kolbe, Totila Albert und Egon . Kamele
zeigen beachtenswerte Arbeiten, die über die anderen hinnnsragen.
Dr. Walter Georgi.
Seite 4.
Sonntag, den 19. Oktober 1924.
Rummer 291.
Regierungsſturz und Wahlkampf
M England.
v. Kr. London, 14. Oktober 1924
Aus London wird uns geſchrieben:
Nun hat den vielgewandten, vielerfahrenen und gut
beſchla=
genen Ulyſſes der Arbeiterpartei das Schickſal erreicht. Viele
Niederlagen und Fährniſſe hat er glücklich überſtanden, um im
letzten, entſcheidenden Augenblick eine kapitale politiſche
Dumm=
heit zu machen, die ihm ſein politiſches und miniſterielles Leben
gekoſtet hat. Noch am Mittwoch abend in der vorigen Woche
hoff=
ten ſeine Freunde und Anhänger, es würde ihm gelingen, die
Gefahr zu bannen. Er hat verſagt. Die Liberalen hätten ihm gar
zu gerne goldene Brücken gebaut. Aſquith bot in letzter Stunde
eine der Regierung genehme Form des Unterſuchungsausſchuſſes
an, die Liberalen wollten nicht einmal darin vertreten ſein. Es
hat nichts genützt. Man ſagt, Macdonalds Schwäche wäre eine
übertriebene perſönliche Eitelkeit, zu große Empfindlichkeit. Und
es ſcheinen dieſe ſeine Kritiker recht zu haben.
Nun hat der Wahlkampf eingeſetzt. Er befindet ſich bei der
Plötzlichkeit ſeines Auftretens noch in der Entwicklung. Der
poli=
tiſche Aufmarſch der Parteien iſt noch nicht vollendet. Doch zeigt
ſich heute ſchon, daß die Regierung in die Defenſive gedrängt iſt.
Sie kann der erſtaunlicherweiſe ziemlich einmütigen liberal=
kon=
ſervativen Front keine zugkräftige Parole entgegenſtellen. Die
offenſichtliche Verachtung, Feindſeligkeit und Verbiſſenheit, mit
der Macdonald ſeine liberalen Freunde bisher behandelt hat,
bewirkten das Wunder, auf das das engliſche Bürgertum bisher
vergeblich wartcte: eine Annäherung zwiſchen Liberalen und
Konſervativen.
Eine Annäherung iſt es bisher nur, noch keine Einigung.
Zwar hat man ſich in einzelnen Wahlkreiſen ſchon tatſächlich
ge=
einigt, aber die Verhandlungen zwiſchen den Führern der
gan=
zen Parteien haben eben erſt begonnen und befinden ſich noch im
nichtamtlichen Stadium. Es ſind Verſuche, man taſtet. Aber
die öffentliche Meinung iſt entſchieden für eine ſolche Annäherung,
und das iſt vielleicht entſcheidend. Der Grund für dieſe
Beſtre=
bungen iſt keicht zu finden. An 70 Wahlkreiſe ſind bei der letzten
Wahl an die Arbeiter verloren gegangen, weil die beiden
bür=
gerlichen Parteien ſich gegenſeitig bekämpften. Eine in einem
zweifelhaften Wahlkreiſe aufgeſtellte Zählkandidatur kann bei dem
engliſchen Wahlverfahren den Verluſt des Wahlkreiſes an die
dritte Partei mit ſich bringen. In nicht weniger als 70
Wahl=
kreiſen iſt das am 6. Dezember vorigen Jahres geſchehen. Die
rund 193 Sitze zählende Arbeiterfraktion im Unterhauſe iſt alſo
um 70 Sitze zu ſtark. Ohne dieſe Zerſplitterung wäre heute
viel=
leicht ein korſervatives Kabinett am Ruder und kein ſozialiſtiſches.
Die Aufmerkſamkeit bei dieſem Kampfe richtet ſich naturgemäß
in erfter Linie auf die konſervative Partei. Sie war auch im
bis=
herigen Parlamente die zahlenmäßig ſtärkſte mit faſt 260
Stim=
men. Die letzte Wahlniederlage im vergangenen Winter hat ihr
über 100 Sitze gekoſtet. Wie wird ſie diesmal abſchneiden?
Kein Zweifel, die Partei wird hier nicht beſonders glücklich
geführt, und die in ihr vorhandenen politiſchen Talente ſind nicht
beſonders zahlreich. Indeſſen verfügt die Partei über den beſten
Durchſchnitt an politiſchen Köpfen, verfügt zudem über eine große
Tradition und last not least über ein politiſches Programm, das
nicht doktrinär iſt. Zudem iſt ſie vorzüglich organiſiert. Die bei
den letzten Wahlen gemachten Fehler werden ſicher vermieden
werden. Bleibt alſo letzten Endes nur die Frage, ob es gelingen
wird, eine einheitliche und beſonnene Führung zu ſchaffen.
Hier=
über ſind die Akten noch nicht geſchloſſen. Gut informierte
Per=
ſönlichkeiten verſichern aber, daß man ſich alle Mühe gibt, um
dieſes Schwächemoment zu beſeitigen, und daß dieſe Mühe alle
Ausſicht auf Erfolg habe.
Die Sozialiſten werden den Verſuch machen, den durch die
Nachgiebigkeit der Liberalen erzielten guten Eindruck für ſich im
Lande auszubeuten und ſich gleichzeitig wieder der ſozialiſtiſchen
Parolen zu bedienen, die man für die Regierungszeit begraben
hatte und deren Zugkraft noch nicht geſchwunden iſt.
Verſtaat=
lichung der Bergwerke, Agrarreform, Witwenfürſorge ſind die
Köder, auf deren Wirkung man vertraut.
Auch die anderen Parteien haben natürlich ihre poſitiven
Vorſchläge. Die Liberalen wollen die Wähler mit einem großen
Programm der Bewirtſchaftung der nationalen Energiequellen
bezaubern. Die Konſervativen mit Verſicherungsplänen,
Haus=
bau, Eeziehungsreform und gleichfalls einer Agrarreform. All
das ſind Wahlplakate. Die engliſchen Wählermaſſen ſind damit
nicht ſo leicht zu beeinfluſſen. Weit mehr Wirkung erwartet man
von der peinlichen Tatſache, daß Maedonald bei der
Beantwor=
tung einer Anfrage im Unterhauſe wegen der Aufhebung der
Strafverfolgung des Herausgebers des kommuniſtiſchen
Wochen=
blattes nicht die Wahrheit geſagt hat, wodurch der peinliche
Ein=
druck entſtanden iſt, er habe gelogen. Der Eindruck wurde dadurch
verſtärkt, daß er ſich ausdrücklich noch einmal für die Entgleiſung
entſchuldigte. Dieſe Imponderabilien ſind es, von denen in
England viel, wenn nicht alles, abhängt.
Umgekehrt hat die Regierung auch ihrerſeits Möglichkeiten,
an die gefühlsduſeligen Maſſen zu appellieren. Man habe, ſo
ſagt man, eine Verſchwörung gegen die Arbeiterpartei gebildet,
habe neidiſch ihre Erfolge geſehen und die Regierung geſtürzt,
weil man nicht wünſchte, daß ſie zu groß würde. Daran iſt ein
Körnchen Wahrheit. Aber leider hat Macdonald mit der
brüs=
ken Ablehnung der liberalen von der Angſt um das Schickſal der
Partei eingegebenen Kompromißformeln in dieſem Punkte den
Gegnern Waffen in die Hand gedrückt, das heißt,
Gegenargu=
mente geliefert, die er nicht wird entträften können. Er brauchte
ja nur den Unterſuchungsausſchuß anzunehmen, und alles wäre
gut gegangen. Man hat durchaus nicht unrecht, wenn man ſagt,
Macdonald habe die Neuwahlen heraufbeſchworen. Seine
Geg=
ner ſagen, er habe das aus Angſt getan, weil er nicht die
Wahr=
heit geſagt und weil er viel zu verbergen habe. Ob das ſo iſt oder
nicht, bleibe offen. Aber es bewahrheitet ſich wieder die alte
Er=
fahrung, daß es die innere Palitik iſt, an der die Größen der
Nachkriegszeit ſcheitern: Poincaré, Wilſon, Lloyd George,
Bald=
win und nun Macdonald. Die gegenwärtige engliſche Kriſis iſt
innenpolitiſch und nur innenpolitiſch. Arbeitsloſigkeit, Hausbau,
Sozialiſierung, Steuerpolitik ſind die Fragen, die jetzt letzten
Endes wichtiger geworden ſind als das Schickſal von Singapore,
— denn Singerpore liegt ſo fern und die inneren Sorgen ſind
ſo nah und drückend!
Das neue ſchwediſche Kabinett.
Stockholm, 18. Okt. (Wolff.) Die neue, rein ſozialiſtiſche
Regierung, die ernannt wurde, hat folgende Zuſammenſetzung:
Miniſterpräſident: Branting, Auswärtiges: Oſtenunden, Juſtiz:
TNoothin, Wehrminiſter: P. A. Hanſſon, Soziales: Guſtav
Möller, Vurkehr: Viktor Larſſon, Finanzen: Thorſſon, Kultus:
Olaf Olſſen, Landwirtſchaft: Spen Linder, Handel: R. Sandler,
ohne Portefeuille: Ernſt Wigforß und Levinſſen. Sämtliche
Mit=
glieder des neuen Kabinetts gehören mit wenigen Ausnahmen
dem früheren Kabinett Branting an.
Verſchlimmerung in China.
Mordtaten und Plünderungen in Kanton.
London, 18. Okt. (Wolff.) Die Times berichtet aus
Hongkong über die Kämpfe in Kanton, daß nach der
Ueberwältigung der freiwilligen Verbände der Kaufleute dunch
die Truppen Sun=Yat=ſens Mordtaten und Plünderun
gen eingeſetzt hätten. Mindeſtens 10 000 Kaufläden ſeien
zerſtör=
worden. Der Schaden werde auf 5 Millionen Pfund geſchätzt.
Das Reuterſche Büro meldet aus Schanghai, daß die
Lage eine Wendung zum Schlimmeren genommen habe.
5000 gut bewaffnete, führerloſe und ſchlecht ernährte Truppen des
geſchlagenen Tſchekiang=Heeres hätten ſich ſich an der
Bahnlini=
eine viertel Meile von der nordweſtlichen Grenze der
internatio=
nalen Niederlaſſung entfernt verſchanzt und es abgelehnt, ſich zu.
ergeben. Einige Plünderungen ſeien vorgekommen.
*
Der Oberbefehlshaber des Kiangfu=Heeres lehnt es
ab, die führerloſen Truppen mit Waffengewalt zu zerſtreuen.
weil ſie, wenn ſie geſchlagen würden, plündern und vielleicht di
chineſiſchen Städte einäſchern würden. Man biete ihnen 10 Dor
lar je Mann für ihre Heimbeförderung, falls ſie die Waffen nie
derlegen.
Fliegerangriff Tſchang So=lins auf die Flotte Wu=pei=fus.
London 18. Okt. (Wolff.) Der Berichterſtatter der Dail=
Mail in Mukden will erfahren haben, daß Wu=Pei=fu,
de=
die Streitkräfte der Pelinger Regierung im Kampfe gegem
Tſchang=So=lin befehligt, ſein Hauptquartier auf einem
Kriegsſchiff im Haſen von Tſchin=wan=tao in der Nähe de
Oſtendes der großen Mauer aufgeſchlagen habe. Am
Donnersta=
hätten 30 Flugzeuge Tſchang=So=lins die Kriegs
flotte der Pekinger Regierung im Hafen von Tſchim
wan=tao angegriffen, und verſucht, feſtzuftellen, auf welcher.
Schiffe ſich Wu=Pei=fu befinde. Die Flugzeuge hätten
vielſac=
den Haſen umkreiſt, dann eine große Zahl von einhundern
pfündigen Bomben abgeworfen. Die Kriegs
ſchiffe Vu=Pei=fus ſeien daraufhin
unverzüg=
lich in See geſtochen. Zwei von ihnen ſeien jedoct
getroffen und brennend geſunken.
Reuter meldet aus Schanghai, daß die Verhandlungen
mit den führerloſen Tſchekiangtruppen, die in der Nähe der Stado
ſtehen, abgebrochen worden ſind. Die Lage gibt weiteren
Anla=
zu ernſten Beſorgniſſen.
Amerikaniſche Kriegsſchiffe nach Kanton beordert.
TU. Paris, 18. Okt. Wie New York Herald mitteilt, har
das Marine=Staatsdepartement die Kriegsſchiffe „Sacramento
und „Pampaga” nach den ſüd=chineſiſchen Gewäſſern beordert, um
das Leben und die Sicherheit der Amerilaner in Kanton zu
ge=
währleiſten. Ein offizielles Kommuniqué aus Peling teilt mich
daß die Truppen Tſchang=So=Lins an die große chineſiſch
Mauer zurückgeworfen wurden.
Moskau, 18. Okt. Das ruſſiſche Kriegsſchiff „Worowski;
hat auf der Reiſe nach Wladiwoſtok den chineſiſchen Hafen Swa
ton öſtlich von Kanton, angelaufen. Sun=Dat Sen hat an den
Kommandanten des Schiffes ein Begrüßungstelegramm
ge=
richtet.
Familiennachrichten
Statt Karten.
Elſe Reichert
Ludwig Schuchmann
Verlobte
Darmſiadt, den 19. Okt. 1924
Emlſtr. 27 Schleiermacherſir. 20
(13662
*hre am Samstag in Frank=
O furt vollzogene Vermählung
zeigen an
Juſtus Laun und Frau
Elfriede, geb. Heinlein
vecwiw. Karl Fah.
Darmſtadt, den 18. Okf. 1924
Zeughausſtr. 3, II.
(*30157
Todes=Anzeige.
Heute morgen ½2 Uhr entſchlief
ſanft infolge eines Schlaganfalls
mein innigſtgeltebter Mann, unſer
treuſorgender Vater, Schwieser
vate., Großvater, Bruder,
Schwa=
ger und Onkel
Herr Lezpold Sperb
im 68. Lebensjahre.
Darmſtadt, 1 . Okt. 1924.
Teichhausſtr. 51.
Um ſtille Teilnahme bittet
Eliſe Sperb. geb. Zeh
nebſt Kindern und Enkel.
Die Beerdigung findet Montag,
11 Uhr, auf dem Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtr. ſtatt.
Es wird gebeten, von
Beileidsbe=
ſuchen Abſtand zu nehmen.
Nach kurzem ſchweren Leiden
verſchied geſtern unſere geliebte
Schweſter, Schwägerin und Tante
Fräul. Ernſtine Bernhard
im Alter von 59 Jahren.
Darmſtadt, den 18 Okt. 1924,
Kahlertſtr. 25.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Familie N. Muhn.
Die Beerdigung findet Montag
nachmitt. ½3 Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt. (13658
Todes=Anzeige.
Meine innigſtge iebte,
herzens=
gute Frau, unſere liebe Tochter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Hennh Preſſer
verw. Horn, geb. Nothermel
hat uns der Tod nach kurzer
über=
aus glücklicher Ehe, nach der
Ge=
burt eines toten Jungen, geſtern
abend jäh entriſſen.
Darmſtadt, 18. Okt. 1924,
Wendelſtadtſtr. 43.
OHerpoſtinſpettar Georg Preſſer
Rechnungsdirektor Otto Rothermel
und Lieſel Rothermel
Oberlandmeffer Heinrich Schätz
und Familie. (13618
Die Beerdigung findet Montag,
den 20. d. Mts nachmittags 3 Uhr,
auf dem Friedhof, Nieder=
Ram=
ſtädierſtraße, ſtatt
Wir bit en herzlichſt von
Beileids=
beſuchen abſehen zu wollen.
Dankſagung.
Für die anläßlich des
Hinſchei=
dens meines lieben Gatten, unſeres
lieben Vaters, Croßvaters,
Schwie=
gervaters, Bruders, Schwagers
und Onkels
Bernhard pullmann Il!.
in ſo ſehr reichem Maße erwieſene
Teilnahme ſowie Kranz= u.
Blumen=
ſpenden ſagen wir allen auf dieſem
Wege herzl. Dank. Beſonderen Dank
Herrn Dekan Knodt für die ſo
troſt=
reichen Worte am Grabe. (13617
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Ellſe Pullmann Wwe., geb. Hepp.
Groß=Zimmern, im Okt. 1924.
Ia ſchwz. H.=Mantel,
ſtadt, Wenckſtr 62 I.(* Gas=Heiz=Oen
w. neu, z. vk. Darm= zu verk. Herdweg 64,
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Sprechstunden 11—1 u. 3—6 Uhr.
Heute morgen 10 Uhr erlöſte ein ſanfter Tod
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alles geliebten Mann, unſeren aufopfernden Vater,
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Geh. Kommerzienrat, Kgl ſpaniſcher Konſal.
Mainz. Malmö. Barmen. Darmſtadt, Heidelberg, Berlin,
den 16. Oktober 1924.
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Eima Wickman, geb. Preetorius
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Grafenſtr. 48. 112567g
Bekanntmachung.
Die Holzverſteigerung Nr. 1 vom
D. Franz Eteiner 17. Oktober 1994 iſt genehmigt. Die
Abfuhrſcheine ſind vom 21. ds. Mts. ab
bei den Kaſſenſtellen einzulöſen.
Ueberweiſung und erſter Abfuhrtag
i. d. Medizinal=Dro: Dienstag, den 21. ds. Mts. (13631
Darmſtadt, den 18. Okt. 1924.
Forſtamt Beſſungen.
Delp.
Einträge in das Handelsregiſter 4:
Am 15. Oktober 1924: Neue Firma:
Ludwig Bendheim in Darmſtadt.
Inhaber: Ludwig Bendheim, Kaufmann
in Darmſtadt; am 11. Oktober 1924:
Friedrich Techel in Darmſtadt:
Kauf=
mann Hans Schmähling in Darmſtadt
iſt in das Geſchäft als perſönlich
haf=
tender Geſellſchafter eingetreten. Die
offene Handelsgeſellſchaft hat am 1. April
1924 begonnen. Die Prokura der Frida
Techel iſt erloſchen. Kaufmann Fritz
Schmähling in Darmſtadt iſt zum
Pro=
kuriſten beſtellt; am 15. Oktober 1924:
Fritz Fratſchner & Eo. in Darmſtadt:
Emil Schiller, Kaufmann in Eberſtadt
bei Darmſtadt. iſt, zum Prokuriſten
be=
ſtellt; Darmſtädter Speditions= und
Lagerhaus Schwinn u. Reſch in
Darmſtadt: Die Geſellſchaft iſt aufglöſt.
Die Firma iſt erloſchen: Heinrich
Sa=
mes, Baugeſchäft in Darmſtadt: Die
Prokurg des Chriſtian Möſer iſt er=
(13611
loſchen.
Darmſtadt, den 16. Okt. 1994.
Heſiſches Amtsgericht I.
Prima bayr Fleiſch= u. Wurſtwaren:
13577)
Pfund
Hausmacher Preßkopf . 1.35
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Rollſchinken . . . . . . 1.85
Rauchſleiſch, Seitenſtücke . 1.70
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Arheilgen b. D.,
Darmſtädter Straßg
Nr. 2. (aö
Nummer 291.
Sonntag, den 19. Oktober 1924.
Seite 7.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 19. Oktober.
— Ernannt wurden: am 18. Auguſt der Lehrer an der Volksſchule
zu Worms Adam Chriſtmann zum Rektor an der Volksſchule
da=
ſelbſt; am 3. September: der Lehrer Anton Ahl zu Groß=Gerau mit
Wirkung vom 1. April 1924 ab zum hauptamtlichen
Fortbildungsſchul=
lehrer an der Fortbildungsſchule daſelbſt; der Lehrer Adam Müller
zu Worms mit Wirkung vom 1. April 1924 ab zum hauptamtlichen
Fortbildungsſchullehrer an der Fortbildungsſchule daſelbſt; der Lehrer
Jakob Weinheimer zu Mörfelden (Kreis Groß=Gerau) mit
Wir=
kung vom 1. Juni 1924 ab zum hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer
an der Fortbildungsſchule daſelbſt; die Lehrerin Emma Schmeel zu
Worms mit Wirkung vom 1. April 1924 ab zur hauptamtlichen
Fort=
bildungsſchullehrerin an der Fortbildungsſchule daſelbſt; der Lehrer
Hermann Möbius zu Mainz mit Wirkung vom 1. April 1924 ab zum
hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer an der Fortbildungsſchule
da=
ſelbſt; die Lehrerin Eliſabeth Mayr zu Mainz mit Wirkung vom
1. April 1924 ab zur hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrerin an der
Fortbildungsſchule daſelbſt; am 14. Oktober: der Lehrer Ludwig
Kel=
ler an der Volksſchule zu Dieburg mit Wirkung vom 1. Oktober 1924
ab zum hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer an der
Fortbildungs=
ſchule daſelbſt; der Lehrer Joſef Sahm an der Volksſchule zu Biblis
(Kreis Bensheim) zum hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer an der
Fortbildungsſchule daſelbſt mit Wirkung vom 1. September 1924 ab;
der Lehrer Ludwig Rüfer an der Volksſchule zu Bönſtadt (Kreis
Friedberg) zum hauptamtlichen Fortbildungsſchullehrer an der
Fort=
bildungsſchule zu Friedberg, mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 ab.
— Erledigt ſind: eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
der Volksſchule in Leuſel (Kreis Alsfeld). Dienſtwohnung iſt
vor=
handen, aber noch nicht beziehbar; eine Lehrerſtelle für einen
katholi=
ſchen Lehrer an der Volksſchule in Ruhlkirchen (Kreis Alsfeld).
Dienſtwohnung iſt vorhanden, aber noch nicht frei.
— Der zum Generalkonful von El Salvador für das Deutſche Reich
mit dem Amtsſitz in Hamnburg ernannte Dr. Arcadio Rochae Velado,
dem namens des Reiches das Exequatur erteilt worden iſt, iſt von der
heſſiſchen Regierung anerkannt und zur Ausübung konſulariſher
Ver=
richtungen für das Gebiet des Volksſtaates Heſſen zugelaſſen worden.
— Kirchliche Dienſtnachricht. Am 13. Oktober wurde dem
Pfarr=
aſſiſtenten Martin Dehlinger zu Mümling=Grumbach die
evan=
geliſche Pfarrſtelle zu Georgenhauſen übertragen.
— Techniſche Hochſchule. Das Winterſemeſter 1924/25 beginnt am
Dienstag, den 21. Oktober. Vorleſungen allgemein bildender Art über
Geſchichte und Literatur, Philoſophie, fremde Sprachen,
Volkswirt=
ſchaftslehre, Rechtswiſſenſchaft, Naturwiſſenſchaften u. a. können aus
dem Stundenplan, der im Erdgeſchoß der Techniſchen Hochſchule
aus=
gehängt iſt, erſehen werden; auch iſt der Stundenplan beim Pförtner
der Hochſchule gegen eine Gebühr von 20 Pfg. erhältlich. Der Beſuch
einzelner Vorleſungen und Uebungen nach freier Wahl kann auch
ſol=
chen Herren geſtattet werden, die bereits in einem Lebensberuf tätig
ſind. Damen können ebenfalls vom Rektor zu einzelnen Vorleſungen
und Uebungen als Gäſte zugelaſſen werden. Die Einſchreibungen
haben bereits begonnen; ſie finden noch bis einſchließlich Mittwoch, den
5. Nov., im Sekretariat (Zimmer 210), vorm. von 9—12 Uhr ſtatt.
— Darmſtädter Herbſtausſtellung im Kunſtverein, Rheintor.
Die Veranſtaltung der Deutſchen Kunſtgenoſſenſchaft, die infolge
ihrer würdigen künſtleriſchen Haltung die größte Anerkennug der
Sachverſtändigen gefunden hat, kann bis heute fogende Verkäufe
verzeichnen: Weide am Judenteich von Ferdinand Barth, Motiv
aus Wimpfen von Eduard Dieffenbach, Landſchaft bei Oldenburg
von Richard Eſchke, Stilleben von Hans Vielmetter, Villenkolonie
von Heinrich Zernin, ferner Steile Gaſſe und Motiv aus Schlitz,
Radierungen von Prof. Otto Heinrich Engel. Die gediegenen
modernen Möbel, die der Ausſtellung einen ſo wohnlichen
Cha=
rakter geben, ſind von der Darmſtädter Firma Roſt u. Fiſcher
ausgeſtellt.
„Zur Sonne empor‟. Dieſer am Samstag abend im Feierabend
gehaltene Vortrag von Max Weber im „Bund der Lichtfreunde”,
um=
rahmt von ſtimmungsvollen Muſikſtücken, war für die Zuhörerſchar eine
Aufrüttelung, ein Erlebnis. Ein junger Idealiſt ſprach zu dem ſtill
lauſchenden, überraſchten Publikum von dem Sinn neuer Jugend, neuer
eiſtigkeit, neuer Geſelligkeit, neuem bewußten Körpergefühl. Er wies
„leuchtende Wege empor zum Licht, zum Leben”, zu dem in uns liegen=
Den Quell der Seele, in die beglückende Natur. Nicht zurück zur Natur,
aufwärts zu neuem Anſchauen der Natur, um ſie in Harmonie zu
Bringen mit unſerer Umwelt und Innenwelt. Er wies auf die Schäden
und Hinderungen unſerer ſo hochgeprieſenen Kultur und einſeitigen,
Derkappten „Moral” und Sitte und zeigte die Pfade, die aus dieſem
EWirrnis führen. Die Lichtbilder haben wirklich ein „Licht”=Bild aus
Her ſchönen, ſinnigen, kraftvollen Gemeinſchaft, in der Sonne herrſcht,
in der tiefe, zielſtrebige „Moral” und Sitte regiert, echte Kameradſchaft
Zwiſchen beiden Geſchlechtern in keuſcher Natürlichkeit. Infolge anderer
„eranſtaltungen war der Vortrag, der wirklich Gutes und Brauchbares
Sot, leider ſchwach beſucht.
Die Vereinigung der gemeinnützigen Baugenoſſenſchaften der
Kreiſe Groß=Gerau, Darmſtadt und Offenbach hält am Sonntag, den
Oktober, vormittags 9 Uhr, im Rathaus in Mörfelden, eine
TTegung ab. Zu dieſer Tagung ſind alle Bürgermeiſtereien und die
ge=
wieinnützigen Baugenoſſenſchaften eingeladen. Es werden folgende
Bleferate gehalten: 1. „Kalkulationsfragen” Referent Herr Zwilling=
Mörfelden. 2. „Die Finanzierung des Wohnungsbaues und die zentrale
Materialbeſchaffung”, Referent Herr Verbandsdirektor Saal=Darmſtadt.
„Wie kann und muß man bauen und was muß jetzt zur Durchführung
es Bauprogramms für 1925 geſchehen?” Referent Herr Miniſterialrat
(Tlump vom Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft Darmſtadt. 4. „
Ka=
italabfindung der Kriegsbeſchädigten, die einer Baugenoſſenſchaft
an=
ehören”, Referent Kreisvorſitzender Wolf=Gernsheim. 5. „Wie baut
tan gut und billig?” Referent Herr Dipl.=Ing. Konr. Eurich=Frankfurt
M. 6. Verſchiedenes.
— Jubiläum des Bonifatius=Vereins. Der über ganz Deutſchland
werbreitete Bonifatius=Verein kann in dieſem Jahre ſein 75jähriges
Be=
ßehen feiern. In den Kirchen wurde dieſes Jubiläums bereits im Laufe
es Sommers gedacht. Für die Katholiken der Stadt wird nunmehr auch
ene außerkirchliche Gedächtnisfeier am nächſten Mittwoch, 22. Oktober
Abends um 7 Uhr im Städtiſchen Saalbau abgehalten. Dabei ſpricht
Höerr Generalſekretär Legge aus Paderborn. Die Schülerinnen des
1Inſtituts der Engl. Frl. werden danach ein entſprechendes Feſtſpiel
auf=
fihren, das uns das Wirken der Heiligen Lioba, einer Anverwandten
des Heiligen Bonifatius, in vier Bildern vorführt. (Näheres ſ. Anz.)
— Vereine ehemaliger 221er. Der Wunſch aller ehemaligen
Ange=
hGrigen des Reſerve=Infanterie=Regiments 221 nach einer gedruckten
ATegimentsgeſchichte wird demnächſt in Erfüllung gehen. Die
umfang=
ichen Vorarbeiten für das Erinnerungswerk ſind nahezu beendet, ſodaß
dras Buch vorausſichtlich gegen Ende dieſes Jahres erſcheinen wird.
twa 300—350 Textſeiten und 50 Seiten mit Bildern, Skizzen und
Kar=
uen werden die Kriegstaten des Regiments behandeln, das von allen
ſſiſchen Truppenteilen die meiſten Verluſte aufzuweiſen hat. Um
nen annähernden Ueberblick über die Anzahl der zu druckenden
Exem=
lare zu erhalten, bitten wir alle ehemaligen Regimentsangehörigen,
ewie die Eltern unſerer gefallenen Kameraden, das Werk ſchon jetzt zu
hieſtellen unter Angabe der genauen Anſchrift und Anzahl der
gewünſch=
ian Exemplare an den Schriftführer des Vereins, Herrn Ed. Klein,
garmſtadt, Beckſtraße Nr. 53.
— Verein Hefſiſcher Dentiſten. Am 25. und 26. Oktober feiert der
Vrrein Heſſiſcher Dentiſten E. V., jetzt Großbezirk „Heſſen” des
Reichs=
darbandes Deutſcher Dentiſten E. V., im Hotel „Traube” in Darmſtadt
ſein 25jähriges Beſtehen. Neben einer Reihe von gediegenen
Fachvorträgen werden auch ſoziale Probleme den Inhalt der Vorträge
blden. Von namhaften Firmen der Dentalbranche wird eine
Aus=
ſtlellung veranſtaltet, welche die neueſten Fortſchritte auf dem Gebiet
dar Zahnheilkunde und Zahntechnik zeigen wird. Neben dem
fach=
mäſſenſchaftlichen Teil iſt dafür Sorge zu tragen, daß alle Teilnehmer
einn paar genußreiche Stunden verbringen können.
— Wegfall der Ausfuhrerklärungen. Wie uns von der
Handels=
kammmer mitgeteilt wird, hat der Reichsminiſter der Finanzen im
Ennvernehmen mit dem Reichswirtſchaftsminiſter durch Nundſchreiben
ham 8. Oktober beſtimmt, daß bei der Ausgangszollabfertigung die
bisher vorgeſchriebenen Ausfuhrerklärungen nicht mehr erforderlich ſind.
* Die Provinzialausſchüſſe der Heff. Zentrumspartei tagten
ver=
eimigt zum Landesausſchuß am Freitag im Konkordiaſaale, um die
Krundidatenfrage zu erledigen. Eine Einigung über verſchiedene
Grundſätze konnte nicht erzielt werden. Die Sitzung wurde daher
ab=
gesbrochen und wird am Sonntag vormittag in Mainz fortgeſetzt.
A.
V
I 3
Der bekannte Schweizer Prähiſtoriker Dr. Q. Hauſer bringt am Montag
med Dienstag ſeinen inhaltlich ſehr reichen naturwiſſenſchaftlichen Film
Die Schöpfungsgeſchichte
abends 8 Uhr im Städtiſchen Saalbau Darmſtadt.
Glänzende Bilder von den neueſten Ausgrabungen!
(13637
Das Leben der Urmenſchen!
Amn.
Zur Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung am
Donners=
kag, den 23. Oktober, nach nittags 5 Uhr, iſt dieſe Tagesordnung
feſt=
geſetzt: 1. Erweiterung von Krediten der Rubrik 40. 2. Beitritt der
Stadt zum Oberſchleſiſchen Hilfsbund. 3. Darmſtädter Woche 1925.
4. Beſchaffung von Schneepflügen für das Tiefbauamt. 5. Reinigung
der Straßen und Fußſteige vor ſtaatlichen Gebäuden. 6.
Straßenbau=
liche Aenderungen auf dem Luiſenplatz. 7. Die gärtneriſche Anlegung
des freien Platzes ſüdlich des Paulusplatzes. 8. Herſtellung des Hauſes
Kleine Kaplaneigaſſe Nr. 9. 9 Herſtellung der ſtädtiſchen Häuſer
Schwanenſtraße 8 und 10. 10. Inſtandſetzung der Dächer der Baracken
auf dem Exerzierplatz. 11. Bauliche Herſtellungen am Wieſenwärterhaus
Weiterſtädter Straße 160. 12. Einzäumung des Teiches an der ehem.
Müllerſchen Ziegelei. 13. Verhütung von Ueberſchwvemmungen in der
Altſtadt; hier Vertrag mit dem Heſſiſchen Staat über die Benutzung
des Grabens an der Oſtſeite des Schloſſes zur Unterbringung von
Regen=
abflüſſen. 14. Erhebung von Gebühren für Benutzung von Straßen
und Plätzen zu Bauzwecken. 15. Neufaſſung der Beſtimmungen des
Ortsbauſtatuts, der Baupolizeiordnung und der zugehörigen
Polizei=
verordnung. 16. Ergänzung verſchiedener Deputationen und Ausſchüſſe.
17. Aenderung der Satzungen des Gewerbe= und Kaufmannsgerichts.
18. Mitteilungen.
Kartoffelverſorgung. Auf die in heutiger Nummer
erlaſ=
ſene Bekantmachung der Stadtverwaltung wegen Verſorgung
Minderbemittelter mit Kartoffeln werden Intereſſenten
aufmerk=
ſam gemacht.
— Darmſtädter Wochenmarktpreiſe am 18. Oktober. Kartoffeln
und Gemüſe (Die Preiſe gelten pro Pfund bzw. Stück):
Speiſekar=
ſoffeln 5 und 6 Pfg., Salatkartoffeln 5, Stangenbohnen 30, Blumenkohl
50—120, Roſenkohl 35—40, Wirſing 6—8, Weißkraut 4—6, Rotkraut 10
bis 12, Kohlrabi (oberirdiſche) 5, Spinat 20, Tomaten 30, Zwiebeln 12
bis 18, Gelberüben 5, Roterüben 10. Weißerüben 10, Knoblauch 60—90,
Kopfſalat 7—10, Feldſalat 70—80, Endivien 10—15, Einmachgurken (100
Stück) 300—400, Salatgurken 50—60, Radieschen (Bündel) 5, Rettiche
5—10, Meerrettich 90—110, Sellerie 10—50, Pilze 25—40 Pfg. Obſt
Eßäpfel 12—20, Fall= und Kochäpfel 8—12, Eßbirnen 12—20, Kochbirnen
8—12, Trauben 40—45, Quitten 25, Pfirſiche 10—18, Pflaumen 40,
Ka=
ſtanien 28—30, Nüſſe 40—50 Pfg. — Schweinefleiſch 140, Kalbfleiſch 110,
Rindfleiſch 70—100,Hackfleiſch 80—90, Fett 80, Hausmacherwurſt 95 und
140 Pfg. — Brot Vierpfundlaib 75 Pfg. — Süßrahmbutter 2,70 Mk.,
Landbutter 2,40 Mk., Eier 17—20 Pfg., Handkäſe 6—12, Schmierkäſe
(Pfd.) 35—40, Limburger Käſe (Pfd.) 130, Geflügel (Pfd.) 110—140 Pfg.
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Darmſtadt
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136
T7
TT.
* Arbeitsgemeinſchaft Darmſtädter Jugendverbände. Das Haus der
Jugend verſendet zur Zeit die erſten Teile des Winterprogramms.
Soweit die Gruppen dasſelbe nicht zugeſtellt bekommen haben, bitten
wir, das Programm in der Geſchäftsſtelle abzuholen. Die Anmeldung
zu den Kurſen hat ſofort zu erſolgen, da ſie teilweiſe ſchon kommende
Woche beginnen. Beſonders verweiſen wir auf den Vortrag am
kom=
menden Freitag abend, in welchem Herr Regierungsrat Dr. Krebs
über „Die Jugendbewegung im Dienſte der Jugendwohlfahrt” referiert.
— Arbeitsjubiläum. Am 17. Oktober beging Herr Martin Heß
aus Weiterſtadt ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum als Mechaniker in den
Werkſtätten der Fahrradhandlung Benz u. Co. in der Grafenſtraße. Der=
Jubilar wurde von ſeiten ſeiner Arbeitskollegen durch Geſchenke reich
geehrt und erhielt von der Firma eine wertvolle Uhr mit Kette als
Jubiläumsgabe. Der Nachmittag vereinigte das geſamte Perſonal als
Gaſt bei dem Inhaber.
— Orpheum. Der Kartenvorverkauf findet ſtatt: Verkehrsbureau
von 10 bis 12 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr.
Lokale Veranſtaltungen.
Ole blerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritlk.
— Lenau=Morgenfeier. Die heute vormittag, pünktlich
111/, Uhr, ſtattfindende Morgenfeier in der Aula der
Landesbaugewerk=
ſchule (Neckarſtraße) iſt dem Andenken Lenaus gewidmet. Aus Briefen
und Tagebüchern wird ſeine Liebe zu Sophie Löwenthal erſtehen
und aus Gedichten und Dramen (Don Juan und Fauſt) wird der
Dichter für ſein Leben und ſein Werk zeugen. Frau Liesbeth
Achatz=Kraft wird liebenswürdigerweiſe einige Brahms=Lieder
ſingen, am Flügel von Karl Dietrich begleitet. Eintritt für
Jedermann frei. Nach 11½/ Uhr hat niemand mehr Zutritt. Wir
bitten dringend, darauf zu achten, damit unliebſame Enttäuſchungen
vermieden werden.
— Wir machen nochmals auf die am Montag, den 20. Oktober,
be=
ginnende Wiederholung der Spezial=Backkurſe von Frau Dr.
Jürgenſen aufmerkſam. Der beſte Beweis für den hohen Wert
dieſer Kurſe iſt der außerordentlich ſtarke Zuſpruch, dem die
Wieder=
holung auch zu danken iſt. Anmeldungen und Auskunft im Stadtbureau
der Städtiſchen Betriebe, Grafenſtraße 30.
— Die Heſſiſche familiengefchichtliche
Vereini=
gung tagt von jetzt ab wieder jeden dritten Dienstag im
Monat abends 8 Uhr im Heſſiſchen Hof (Wilhelminenſtraße 1 im
1. Stock). Am nächſten Dienstag, den 21. Okt., wird Herr Profeſſor Dr.
Ed. Becker über die Geſchichte und Genealogie der Freiherrn Riedeſel
zu Eiſenbach ſprechen. Gäſte ſind willkommen.
— Evangeliſche Jugendgemeinſchaft Darmſtadt.
Die muſikaliſche Veranſtaltung der Harlan=Lucas Spielleute aus
Mark=
neukirchen findet nicht am 2., ſondern Samstag, 25. Oktober, abends im
Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſium ſtatt. Sie geben mit ihren
Inſtrumenten (Gitarre und Quinton — 5ſaitige Bratſche) einen ſeltenen
Genuß mit einer Lautenhausmuſik alter Komponiſten bis J. S. Bach.
Wir verweiſen ſchon jetzt darauf hin, ebenſo auf die Plakate, die über
genaue Folge und Preiſe Aufſchluß geben.
— Auf den heute abend in der Beſſunger Turnhalle fattfindenden
Konzert= und Theaterabend des Bürger=Geſangvereins
Beſ=
ſungen ſei hiermit nochmals hingewieſen. Karten im Vereinslokal
(Reſtauration Lind), Beſſunger Straße 39, und an der Abendkaſſe.
— Schöpfungsgeſchichte. Ueber die Vorführungen dieſes
Films berichteten die Karlsbader Zeitungen wie folgt: „Ueber
all=
gemeines Verlangen wurde vom Karlsbader Volksbildungsverein eine
Wiederholung dieſes großartigen Filmwerkes in den ſtädtiſchen
Licht=
ſpielen angeſetzt.” — „Nach einem ſehr gut beſuchten und glänzend
auf=
genommenen, vom Akademikerverband in Karlsbad veranſtalteten
wiſſenſchaftlichen Hochſchulvortrag im großen Kurhausſaal eröffnete
der bekannte Schweizer Urgeſchichtsforſcher Dr. O. Hauſer ſeinen
dies=
jährigen Zyklus populär=wiſſenſchaftlicher Veranſtaltungen mit dem
Filmvortrage „Die Schöpfungsgeſchichte‟. Die Erſtaufführung fand im
„Apollo=Kino” ſtatt. Der große Saal vermochte die Menge nicht zu
faſſen; weit über hundert Perſonen mußten auf eine ſpätere
Wieder=
holung vertröſtet werden. Am nächſten Tage war der Anſturm der
Wiſſenshungrigen in Roßbach bei Eger womöglich noch größer; im
Kino mußten doppelt ſo viel Perſonen untergebracht werden, als der
Raum zuließ, und für die Vielen, die nicht untergebracht werden
konn=
ten, iſt eine Wiederholung vorgeſehen.” Auch für Darmſtadt wird
die=
ſer Filmvortrag ein Ereignis bilden. Leider kann er nur an zwei
Terminen, nämlich Montag und Dienstag, abend 8 Uhr, vorgeführt
werden. Den Vorverkauf haben übernommen: Das Verkehrsbureau
und die Volkshochſchule.
Aus den Parteien.
— Deutſche Demokratiſche Partei, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Montag, den 20. Okt.: Kommunalpolitiſcher Abend. Außer der
Tagesordnung Beſprechung über die Organiſation der Wohlfahrtspflege.
Landesparteitag 1924 der Deutſchen
Solfspariei, Tandesvervand Heien.
Erſter Tag.
Geſtern, Samstag, vormittag eröffnete im großen Saale des
„Rummelbräu” in Darmſtadt der Landesvorſitzende der Deutſchen
Volkspartei Heſſens, Rechtsanwalt Dingeldey, M. d. L., Darmſtadt,
mit einem Hoch auf das deutſche Vaterland den Landesparteitag.
Vor=
her gedachte er nach herzlicher Begrüßung der ſchweren Verluſte, die
die heſſiſche Landespartei in der letzten Zeit betroffen haben. In erſter
Linie der Tod des Abgeordneten und Wormſer Oberbürgermeiſters
Köhler, eines der ſcharfblickendſten Politiker Heſſens, ausgezeichnet
durch außerordentliches Wiſſen, beſonders auf dem Gebiet der
Verwal=
tung. Zu Ehren des Verewigten erhoben ſich die Anweſenden von den
Plätzen. Sodann erinnerte der Vorſitzende an den Fortzug von D. Dr.
Schian, Landtagsabgeordneten und Univerſitätsprofeſſor in Gießen,
der als Genralſuperintendent in ſeine Heimatprovinz, nach Schleſien,
berufen wurde. Nie werden die Parteifreunde vergeſſen, wie
unermüd=
lich Schian mit ſeiner von hohem ethiſchen Gewiſſen erfüllten
Weltan=
ſchauung für unſere Sache tätig war. Schließlich gedachte Herr
Dingel=
deh noch mit warmen Worten der beiden Abgeordneten und
Partei=
freunde, Oberſtaatsanwalt Wünzer, den ſein körperlicher Zuſtand,
und Dr. Oſann, den ſchwere Erkrankung heute am Erſcheinen
ver=
hindern. Beiden Herren, dem Vorſitzenden der Landstagsfraktion und
langjährigen Führer der alten Nationalliberalen Partei, Dr. Oſann,
und dem überall, bis in die Reihen der Gegner hinein beliebten
Ober=
ſtaatsanwalt. Wünzer wie auch D. Dr. Schian ſollen die herzlichſten
Grüße des Parteitages übermittelt werden.
Hierauf wurde die Wahl der Leitung des Parteitages vorgenommen.
Zum erſten Vorſitzenden, als Vertreter Rheinheſſens und
zu=
gleich in Würdigung der überaus ſtarken Beſchickung des Parteitages
aus dem beſetzten Gebiet, wurde M. d. L. Scholz, Mainz, gewählt,
zum zweiten Vorſitzenden und für Oberheſſen Landgerichtsdirektor
Schudt Gießen, zum dritten Vorſitzenden, für Starkenburg und als
Vertreterin der Frauen Frau Bierau, Darmſtadt. Nachdem die Wahl
der Vertreter für den Laa4esausſchuß auf Grund der Vorſchläge der
Kreisverbände vorgenommen war, übernahm Abg. Scholz den Vorfitz
und erteilte ſogleich Reichsminiſter a. D. Exzellenz Becker, der Heſſen
für die Deutſche Volkspartei im Reichstag vertritt, das Wort zu ſeinem
Referat über „Die politiſche Lage im Reich”.
Exz. Becker gab einen bis ins einzelne gehenden Ueberblick über
die Geſchichte der Regierungsbildungen und Regierungskriſen in den
letzten beiden Jahren. Die politiſche Lage wechſelt ſtündlich, faſt noch
öfter. Wenn wir die Ergebniſſe der letzten Reichstagswahl betrachten,
ſo können wir nur ſagen, daß wir aus dem Wahlkampf herausgeholt
haben, was unter den widrigen Verhältniſſen nur herauszuholen war.
Die Geſchichte des Ruhrkampfes, die Frage der Berechtigung des
paſſi=
ven Widerſtandes und die wichtigſten Grundzüge des Dawes=Gutachtens
ſtreifte der Redner kurz, um dann ſich der Verbreiterung der
Reichs=
regierung durch Einbeziehung der Deutſchnationalen Volkspartei
zuzu=
wenden. Wir brauchen heute verantwortungsvolle Männer, jeder der
mithelfen will, iſt recht. Die Oppoſition der Deutſchmationalen, ſo ſcharf
ſie auch zuweilen war, hat uns in London bei den Verhandlungen ſicher
nicht geſchadet. Die beſte Unterſtützung waren dort freilich die
Richt=
linien, die in Frankfurt auf der Tagung des Zentralvorſtandes der
Deutſchen Volkspartei in politiſcher, moraliſcher und ethiſcher
Hinſicht aufgeſtellt wurden. Auf dieſe Forderungen der eigenen Partei
konnte Streſemann in London in den ſchweren Verhandkungen
erfolg=
reich hinweiſen. Gewiß konnte das Ergebnis von London uns nicht
befriedigen, aber es darf nicht überſehen werden, was doch alles erreicht
worden iſt; ſo die Rückkehr der Ausgewieſenen, die Befreiung der
Eingekerkerten, die Auflöſung der Eiſenbahnregie und die reſtloſe
Ab=
löſung der fremden Eiſenbahnbeamten. Zur Schilderung der letzten
Kriſenwochen zurückgehend, geißelte der Redner das Hin und Her in
Berlin. Nachdem die Deutſchnationale Volkspartei auf ihrem letzten
Parteitag ihre Stellung zum Dawes=Gutachten geändert und die
Richt=
linien des Reichskanzlers im großen und ganzen angenommen hat, liegt
kein Grund mehr vor, dieſe ſtarken nationalen Kräfte zurückzuweiſen.
Was können wir denn, wenn keine Einigung zuſtande kommt, von
Neu=
wahlen erhoffen? Sicherlich keine großen Verſchiebungen im
Stärke=
verhältnis der einzelnen Parteien zueinander. Dann ſtehen wir vor
derſelben Frage wie heute. Die ganze Welt, unſere Wirtſchaft wartet
darauf, daß wir arbeiten, nicht, daß wir agitieren und wählen!
Auch die Regelung der Aufwertungsfrage, bei der ein
Sach=
verſtändiger, das Herz, vielleicht zu kurz gekommen iſt, würde durch
eine Neuwahl um Monate hinausgeſchoben. Und wer will das
eigent=
liche Ziel der Neuwahlen richtig benennen?
Mag der politiſche Rückblick auch intereſſant ſein, der politiſche
Ausblick iſt dunkel und überaus trübe. Wenn es zum Wahlkampf
kommt, wir werden unſeren Mann ſtehen. Zum Verzweifeln iſt kein
Anlaß, je größer die Schwierigkeiten und die Sorgen, deſto größer iſt
auch bei uns die Luſt an der Arbeit und am Kampf.
Wirtſchaft=
lich iſt der Ausblick nicht ſo trübe, die glänzende Siegesfahrt des
Silberſchiffes über den weiten Ozean und ſeine glückhafte Ankunft in
der neuen Welt ſind ein ehrendes Zeugnis deutſchen Wagemutes und
deutſcher Technik. Und das Ergebnis der in verſchiedenen Ländern
mehrfach überzeichneten deutſchen Anleihe zeigt, daß die Welt doch noch
Vertrauen zu uns hat und glaubt, daß wir wieder emporkommen. Und
da ſollen wir ſelbſt nicht an uns glauben? Arbeit und wieder Arbeit
wird uns wieder in die Höhe bringen.
Glückliche Fahrt für Deutſchland!
Lebhaftes Händeklatſchen dankte dem intereſſanten und inhaltreichen
Referat. Senator a. D. Beythien, M. d. R., ſprach hierauf über
„Gewerblicher Mittelſtand und Deutſche
Volks=
partei‟ Aus dem überreichen Zahlenmaterial, das er brachte, ſei
erwähnt, daß 145 Kriegsgeſellſchaften allmählich entſtanden,
an derem endlichen Abbau nicht zuletzt die Deutſche Volkspartei ein
Verdienſt hat. Das deutſche Volk hat rund 8400 wirtſchaftliche
Geſetze und 33000 wirtſchaftliche Verordnungen über
ſich ergehen laſſen müſſen! Unſere Hilfe und Fürſorge muß den
1 700 000 noch beſtehenden ſelbſtändigen handwerklichen Betrieben gelten,
die mit ihren männlichen und weiblichen Geſellen und Lehrlingen doch
mit den geſundeſten Teil unſeres ganzen Wirtſchaftslebens bilden. Die
geſetzlichen und wirtſchaftlichen Beſtimmungen müſſen Allen
gegen=
über gleichmäßig angewandt werden, auch die großen Bilanzen ſind
genau ſo zu prüfen wie die kleinen. Bei der Ausführung des
Para=
graphenwerkes, in dem wir noch leben, darf es nicht dahin kommen,
daß zum Beiſpiel, wie mir heute mitgeteilt wurde, ein kaufmänniſcher
Betrieb ſechsmal an einem Tage von verſchiedenen Behörden
kontrol=
liert wurde. Verlangen müſſen wir ferner, daß mit der längſt
über=
holten Preistreibereigeſetzgebung ein Ende gemacht wird. Nach der
Ver=
faſſung ſoll darüber gewacht werden, daß der Mittelſtand nicht
auf=
geſaugt und überlaſtet wird. Wachen wir darüber, daß dieſe Worte
nicht nur auf dem Papier ſtehen bleiben. Redner wandte ſich gegen die
Unzahl der kleinen, drückenden, ſchikanöſen und doppelt belaſtenden
Steuern. Wir brauchen wenige, große, einfache und klare Steuern,
aufgebaut auf gerechten Grundſätzen. Dieſe Forderungen gelten auch
für die Länder und die Stadtverwaltungen. Wenn auch z. B. bei der
Einkommenſteuer dank dem Eintreten der Deutſchen Volkspartei in
mancher Hinſicht eine Milderung der Vorauszahlungsprozente erreicht
wurde, ſo darf es nicht geduldet werden, daß, wie gerüchtweiſe verlautet,
bei der endgültigen Einkommenſteuer=Veranlagung für 1924 etwa zuviel
vorausbezahlte Beträge nicht erſtattet werden! Vollſtes Intereſſe in
der Zuhörerſchaft fanden die durchdachten und praktiſchen Vorſchläge des
Redners in der Miet= und Wohnungsbaufrage, ſowie über die
Neuge=
ſtaltung des Steuerweſens.
Mit dem Wunſche, die Deutſche Volkspartei möge ſich auch weiter,
wie bisher, als Bahnbrecher für die Eigenarten des deutſchen
Mittel=
ſtandes einſetzen, ſchloß Senator Beythien ſeine wirkungsvolle, beifällig
aufgenommene Rede.
Der Punkt der Tagesordnung „Geſchäftsbericht”, der zuerſt
zurück=
geſtellt war, wurde mit Rückſicht auf die vorgeſchrittene Zeit auf den
H. W. W.
zweiten Verhandlungstag verſchoben.
— Reichsausgleichsamt. Die nachbenannten Zweigſtellen ſind mit
Wirkung von den in Klammern angegebenene Zeiten aufgelöſt:
Leip=
zig (1. Nov.), H'amburg (1. Dez.), Köln und München (1. Jan.
1925). Die bezüglichen Geſchäfte gehen auf die Berliner
Haupt=
ſtelle über.
— Preisſchilderzwang für Großhändler. Die Vorſchriften des 2.
Abſchnittes (Preisſchilder und Preisverzeichniſſe) der Verordnung über
Handelsbeſchränkungen vom 13. Juli 1923 finden auf Großhändler nur
inſoweit Anwendung, als Waren unmittelbar an Verbraucher abgeſetzt
werden.
— Der kath. Geſellenverein, Friedrichſtraße 30, feierte ſein 67jähr.
Stiftungsfeſt. Morgens beteiligten ſich die Mitglieder des aktiven
Vereins ſehr zahlreich an der Generalkommunion in der „St.
Ludwigs=
kirche‟. Abends war im Vereinshaus ein Familienabend. Das
wohl=
vorbereitete Programm gelang glänzend, bei gutbeſetztem Saal. Die
Feſt=
rede hielt Herr Pfarrer Kopp von Arheilgen. U. a. gingen „Die Treue‟,
ein vaterländiſches Weiheſpiel, und „Höllenqualen” (Luſtſpiel) in
muſter=
gültiger Weiſe über die Bretter. Von den Theaterſpielern ſei beſonders
Herr Savelsberg und Herr Matheis genannt. Erſterer war Spielleiter
und entledigte ſich ſeiner übernommenen Arbeit aufs Beſte. Der
Vereins=
leitung gelang es, einen wohlgelungenen Abend zu veranſtalten und
ſeinen Beſuchern einige genußreiche Stunden zu bieten.
Seite 8.
Sountag, den 19. Oktober 1924.
Rummer 291.
Bezirksſchöffengericht.
Wegen fahrläſſiger Transportgefährdung hat das Schöffengericht
Lampertheim am 3. Juli 1924 den Landwirt Gg. Wilh. Winkenbach,
ledig, von Viernheim, in Anwendung des 8 316 R. St.G. zu einer
Geld=
ſtrafe von 200 Gmk. verurteilt. Der Lokomotivführer Hch. Nemmlinger
in Weinheim wurde freigeſprochen.
Dem Urteil liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Am 10. Sept.
1923, abends 8 Uhr 12 Min., ſtieß bei eingetretener Dunkelheit der aus
Richtung Lampertheim kommende Perſonenzug auf der Ueberfahrt der
Lorſcher Straße in der Nähe des Bahnhofs Viernheim mit dem mit
Heu beladenen, auf der Fahrt nach Viernheim begriffenen Fuhrwerk des
Winkenbach zuſammen. Die Lokomotive traf den Heuwagen etwa in der
Mitte und trennte ihn in zwei Teile. Das Pferd blieb unverletzt.
Win=
kenbach, ſowie deſſen beide Schweſtern wurden infolge des
Zuſammen=
ſtoßes vom Wagen herabgeſchleudert. W. und ſeine Schweſter Eliſe
wurden leicht, die Schweſter Katharina lebensgefährlich verletzt. Ein
Teil des Heus wurde von der Lokomotive mitgeſchleift und wickelte ſich
unter die Vorderachſe. In dieſem Heu unter der Lokomotive wurde
nach dem Unfall die ſchwerverletzte Katharma Winkenbach vorgefunden.
Ein Teil des mitgeſchleiften Heus hatte ſich anſcheinend an der einen
beſchädigten Lokomotivlaterne entzündet, wurde aber gleich gelöſcht.
Die Zuglokomotive hatte nur die Beſchädigung der einen vorderen
La=
terne aufzuweiſen. Als der Zug zum Stehen kam, war die Spitze der
Lokomotive etwa 100 Meter von der Unfallſtelle entfernt. An dem
Uebergang ſind keine Schranken angebracht. Das
Heran=
nahen des Zuges wird durch Glocken= und Pfeifenſignal angezeigt. Auf
beiden Seiten des Bahnkörpers an dem Uebergang ſind Gaslaternen
angebracht.
Remmlinger war Führer des eifahrenden Zuges, der mit dem
Fuhrwerk des W. zuſammenſtieß; er ſoll mit übermäßiger
Fahr=
geſchwindigkeit den Bahnübergang überfahren haben. Während ein Teil
der in erſter Inſtanz vernommenen Zeugen bekundet, der betreffende
Zug ſei an dieſem Abend „etwas ſchneller” oder etwis „ſtrammer als
ſonſt” gefahren, erklären andere Zeugen, daß die Geſchwindigkeit die
„vorſchriftsmäßige” geweſen ſei, oder, daß es auffiel, wie langſam der
Zug einfuhr oder, daß die Geſchwindigkeit ermäßigt war. Remmlinger
iſt, da Verufung bezüglich ſeiner nicht verfolgt iſt, rechtskräftig
freige=
ſprochen. Ein Verſchulden des R. hat das erſte Gericht nicht feſtzuſtellen
vermocht und ſich inſoweit dem Gutachten des Sachverſtändigen Reg.=
Baurat Göritz angeſchloſſen.
Winkenbach will vom anfahrenden Zug überhaupt nichts, weder
Lich=
ter noch die beleuchteten Abteile geſehen haben; er muß deshalb als
Lenker eines Fuhrwerks die erforderliche Sorgfalt außere Acht gelaſſen
haben. Die Gefährlichkeit des Uebergangs war ihm bekamnt. Am
Un=
fallstage war es ſehr dunkel, weshalb der Zeuge Adler vom Nad
ab=
ſtieg und zu Fuß ging, da er ohne Laterne war. Ob W. auf dem
Heu=
wagen tatſächlich geſchlafen hat, konnte nicht feſtgeſtellt werden. Das
Gericht erſter Inſtanz war der Anſicht, daß W. vom Wagen aus
un=
bedingt den Zug, leſſen Maſchine mit zwei brennenden
Petroleum=
laternen verſehen war und deſſen Abteile (19 Achſen) hell erleuchtet
waren, hätte ſehen müſſen, da das Gelände zwiſchen Lorſcher Straße
und der Bahnſtrecke auf mehrere hundert Meter vollkommen
überſicht=
lich iſt.
Winkenbach iſt noch unbeſtraft und ſteht in noch jugendlichem Alter,
weshalb das Gericht 1. Inſtanz eine Geldſtrafe von 200 Goldmark für
entſprechend hielt.
Die in zweiter Inſtanz wiederholte Beweisaufnahme gibt im
weſent=
lichen kein anderes Bild, als wie ſolches die Verhandlung in dem erſten
Rechtszuge aufrollte.
Bemerkenswert iſt eber die Ausſage des Viernheimer
Bür=
germeiſters Lambert. Dieſer betont, daß ſchon bei der
Eröffnung der Bahn man in Viernheim darauf
hinge=
wieſen habe, daß der hier in Rede ſtehende Uebergang
nahe der Station unbedingt mit einer Zugsſchranke
ver=
ſehen werden müſſe. Es ſei aber immer die finanzielle Not des
Reichs vorgeſchützt worden. Ein Gemeinderatsbeſchluß habe die
Schvan=
kenanlage gefordert, da öfters Karambolagen ſtattfanden. Der
Eiſen=
bahnfiskus hat ſich ablehnend verhalten wegen der Koſtſpieligkeit der
Bedienung einer Barriere. Die Verhandlungen mit der
Bahnverwal=
tung werden auch nach dem Unfall noch weitergeführt.
Die Verteidigung will die Verurſachung des ſchädigenden Erfolgs
in dem übermäßig raſchen Fahren des Zugs finden und beantragt die
Freiſprechung, gegebenenfalls die Herabſetzung der erkannten Geldſtrafe,
während der Staatsanwalt die Verwerfung der vom Angeklagten
er=
hobenen Berufung fordert. Die von der Staatsanwaltſchaft eingelegte
Berufung iſt verſpätet bei Gericht eingelangt.
Das Urteil verwirft die Berufung mit der
Maß=
gabe, daß die erkannte Geldſtrafe auf 150 Gmk.
her=
abgeſetzt wird.
Kalender für Aquarien= und Terrarienkunde
für Oftober 1924.
Jetzt iſt es höchſte Zeit, ſeine gleichartigen Fiſche im
Geſellſchafts=
aquarium unterzubringen, um die Ausgaben für die koſtſpielige
Hei=
zung zu ſparen. Vor allen Dingen achte man darauf, daß immer
ſau=
beres Altwaſſer in den Becken iſt, dem man möglichſt in Zeiträumen
von 8—10 Tagen temperiertes Friſchwaſſer zuſetzt. Iſt zuviel Mulm
auf dem Boden, ſo ſaugt man dieſen durch einen Saugheber ab. (
Waſſer=
ſchlauch). Wer Anhänger des Mulms iſt, mag ihn ruhig im Behälter
laſſen, doch zuviel von dem Zeug ſchadet und iſt der Herd mancher
Fiſchſeuchen. Gerade in den Monaten von Oktober bis Dezember iſt
die Sterblichkeit unſerer Zierfiſche am größten. Darum ſoll jeder
Lieb=
haber beſtrebt ſein, dieſem Maſſenſterben einen Damm entgegenzuſetzen:
er ſoll allen Krankheiten korbeugen dadurch, daß er ſeine Fiſche
natur=
gemäß pflegt. Schau die Fiſche in der Natur und du wirſt nie kranke
Tiere im Waſſer beobachten. Darum müſſen auch wir unſeren
Agug=
rienfiſchen einen Vehälter geben, der wirklich einen Teich im
kleinen=
darſtellt, in dem das ſpezifiſche und biologiſche Gleichgewicht durch die
Mikroflora und Mikrofauna, Flora und Fauna geſchaffen iſt. Den
Krankheiten beugen wir vor, wenn wir die Aquarien ordentlich
be=
pflanzen, damit die Tiere ßets genügend Sauerſtoff haben. Im
Winter=
bepflanze man nicht ſo dicht, denn während der langen Dunkelheit
ent=
wickeln die Pflanzen Kohlenſäure, ud viele Pflanzen ſterben ab und
verpeſten das Waſſer. Die Fäulnis nimmt den wenigen Sauerſtoff
aus dem Waſſer und die Fiſche erſticken. Der Erſtickungstod tritt
aber=
auch dann ein, wenn die Becken mit Fiſchen übervölkert ſind.
Anfänger=
können nie Fiſche genug in ihr Becken bekommen und ſind erſtaunt,
morgens viele Leichen in den Becken zu finden. Iſt der Sauerſtoff des
Waſſers verbraucht, dann hängen die Tiere ängſtlich an der Oberfläche
und ſuchen den fehlenden Sauerſtoff aus der Luft zu nehmen, ſie
ſchnap=
pen und ſchnalzen ordentlich nach ihm, die Kiemendeckel fliegen und
bald ſinkt der Fiſch erſchöpft auf den Boden. Das aufgeſperrte Maul
gibt Zeugnis, daß das Tier erſtickt iſt und durch die Unwiſſenheit, oft
auch durch die Gleichgültigkeſt ſeines Pflegers.
Der Sterblichkeit und Erkrankung der Fiſche liegt aber auch daran,
daß zuviel gefüttert wird. Gehe an einen Daphnientümpel und frage
einen Schlingel oder Nimmerſatt: Wieviel Fiſche haſt Du reſp. haben-
Sie? Antwort 6 Guppy uſw. Und ein Blick in den Behälter! Futter
für die ganze Arche Noah und noch für 7 Dörfer. Ja es iſt wirklich
Wahrheit: ſie können den Hals nicht vollbekommen! Tote Futtertiere,
Ueberreſte des Trockenfutters und die Exkremente verderben das Waſſer
beſonders in den kleinen Aquarien ſehr ſchnell, auch Fiſchreſte und nicht
entfernte tote Schnecken ſind die Urſache von Sauerſtoffmangel,
Waſſer=
fäulnis u. a. Bosmiden, Cyklops und Daphhnien in großen
Mengen=
nehmen den Fiſchen den Sauerſtoff und laſſen dieſe beſonders des-
Nachts erſticken
Aus den Tümpeln draußen, wo die Natur reges Leben entfaltet,
kamn man ſich auch allerlei intereſſantes Getier holen. Wir erinnern
z. B. an die Waſſerſpinne und verweiſen gleichzeitig auf die
Waſſer=
wanzen, wie auf die räuberiſchen Schwimmkäfer, die wir ſelbſt unter
dem Eiſe in Begattung ſehen. Der größte und ſchlimmſte unter ihnen
iſt der Gelbrandkäfer, der in mehreren Arten die Gewäſſer
Deutſch=
lands bewohnt. Sie haben durchweg die Größe vom Vorderglied eines
Daumes der Manneshand. Die Vorderbeine der Männchen ſind mit
großen, runden Haftſcheiben verſehen, mit deren Hilfe ſie ſich zur
Paarungszeit am Körper des Weibchens feſthalten, und die ihnen auch
beim Raube vorzügliche Dienſte leiſten. Den Weibchen fehlen dieſe
Haftorgane, außerdem erkennt man ſie meiſtens an den
längsgefurch=
ten Flügeldecken. Faſt noch ſchlimmere Unholde als dieſe ausgebildeten
Käfer ſind ihre mit mörderiſchen Freßzangen ausgerüſteten Larven.
(Mitgeteilt vom Verein für Aquarien= und Terrarienkunde „
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a.
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Sauber,billig , allbegehrt.
[ ← ][ ][ → ] Griesheim, 18. Okt. Die Schießtage für die nächſte Woche ſind
von der Beſatzungsbehörde vie folgt feſtgeſetzt worden. — Montag, den
20. und Dienstag, den 21. Oktober, von 1—5 Uhr nachmittags: Mittwoch,
22. Oktober, vormittags 7—11 Uhr, nachmittags 1—5 Uhr; Donnerstag,
den 23. Oktober, 7—11 Uhr vormittags, 1—5 Uhr nachmittags; Freitag,
den 24. und Samstag, den 25. Oktober, 7—11 Uhr vormittags.
Griesheim, 17. Okt. Gemeinderatsbericht. Der
Ge=
meinderat iſt mit der Erweiterung des Ortsbauplans im Anſchluß an die
Hofmann=, Gehaborner=, Waldſtraße und angrenzende Teile nach
vor=
liegender Skizze einverſtanden und wurde die Bürgermeiſterei beauftragt,
wegen Einholung der Genehmigung das Erforderliche zu veranlaſſen.
— Der Gemeinderat hat gegen die definitive Anſtellung des gewerblichen
Fachlehrers Philipp Engel IX. hier nichts zu erinnern. — Zwei
Bewer=
bern wurden Baukoſtenzuſchüſſe in Höhe von 500 Mk. und 2000 Mk.
be=
willigt. — Dem Gemeinderat wurde von dem erfolgten Abbau des
Gas=
preiſes auf 22 Pfg. pro Kubikmeter Kenntnis gegeben. — Der
Turn=
egemeinde wurde aus Anlaß ihres 25jährigen Stiftungsfeſtes eine
Gratifi=
kkation von 100 Mk. aus der Gemeindekaſſe bewilligt. — Einige
Armen=
fachen wurden in zuſtimmendem Sinne erledigt.
H. Eberſtadt, 17. Oft. GGemeinderatsſitzung) Die
Aus=
ſſchußbeſchlüſſe ſeit der letzten Gemeinderatsſitzung wurden ohne Debatte
ggutgeheißen. Die Beratungen des Siedlungsausſchuſſes ſind noch nicht
Su Ende geführt. Die Verhandlungen mit dem heſſiſchen Fiskus wegen
des Geländetauſchs dürften demnächſt zum Abſchluß kommen, nachdem
Die dort vorſtellig gewordene Deputation eine Einigung nach jeder
Michtung erzielte. Gegen entſprechenden Wert an Gemeindegelände
(Bauplatz und Waldparzelle), gibt der Fiskus 38344 Quadratmeter
Eckergelände. Am Lämmchesberg” der Gemeinde in Tauſch. Ein
da=
swiſchenliegendes Privatgrundſtück von etwa 5000 Quadratmeter ſoll
„on dem Eigentümer angekauft und dieſerhalb mit ihm alsbald in Ver=
Sindung getreten werden. Auf dem Siedlungsgelände beabſichtigt die
EHemeinde zu Beginn nächſten Jahres eine Anzahl Kleinwohnungsbau=
Een zu errichten, wobei die Bauluſtigen in einer noch nicht feſtgelegten
Form beteiligt werden ſollen. Das Siedlungsgelände wird zu einem
nnöglichſt geringen Preiſe abgegeben werden. Die Bau= und Lagepläne
ſoes Miſſionsſeminars S.T.A. auf der Marienhöhe für einen
Schüler=
wohnhausneubau mit einer Front von etwa 51 Meter finden
Genehmi=
ſgung. Ein von dem Heidelberger Straße 41 wohnhaften Heinrich
Saller erhobener Vorwurf gegen die Gemeindeverwaltung wird unter
woer Feſtſtellung, daß die beanſtandete Wohnung von ihm ſelbſt und
jehne von dem Wohnungsamt zugewieſen zu ſein, bezogen wurde,
(l8 mithin ungerechtfertigt, zurückgewieſen. Das von dem
Ober=
mgenieur Kalbfuß als Sachverſtändiger auf Erſuchen der Gemeinde
arſtattete Gutachten gibt dem Gemeinderat zu erkennen, daß ſich die
Bremer Gaswerke an die Abmachungen mit der Gemeinde wenig oder
par nicht kehren. Auf Grund der vereinbarten Kohlenklauſel hätte
näm=
läch ſchon am 1. September eine Ermäßigung des Gaspreiſes um etwa
90 Prozent eintreten müſſen, während das Gaswerk nur eine 10
pro=
zentige Herabſetzung, und zwar erſt vom 1. Oktober eintreten ließ. Es
wurde ein Antrag angenommen, wonach unverzüglich die gemäß des
Gutachtens errechnete Ermäßigung des Gaspreiſes (20 Pfg. per
Kubik=
meter) gefordert wird. Außerdem wird Entſchädigung der bisher
hier=
prach zuviel erhobenen Beträge bzw. Verrechnung dieſer bei der
näch=
ßen Erhebung verlangt. Die kreisamtlichen Bemerkungen zum
Vor=
amſchlag der Gemeinde und zum Voranſchlag des Gemeindewaſſerwerks
werden nach den Beſchlüſſen der Finanzkommiſſion gutgeheißen. Die
z—nlieferung waſſerdichter Umhänge für die Feldſchützen wird dem
Schneidermeiſter Gg. Wilhelm Veith zum Angebotspreiſe übertragen.
an geheimer Sitzung: Bürgſchaftsgeſuch, Stundungsgeſuche,
Wohl=
juhrtsangelegenheit und Genehmigung der Niederſchlagung
uneinbring=
ſacher Rückſtände.
H. Eberſtadt, 18. Okt. Heinrich Dächert II. †. Geſtern
wurde unter zahlreicher Beteiligung der Ziegeleibeſitzer Heinrich
Wächert II., der weit über Eberſtadt hinaus bekannt war, und in
gro=
em Anſehen ſtand, zu Grabe getragen. Ein ſchweres, durch Erkältung
z gezogenes Leiden, hatte den erſt 57jährigen in kurzer Zeit dahingerafft.
Lnächert gehörte vor dem Kriege lange Zeit der Gemeindevertretung an
und war bei der letzten Gemeinderatswahl von neuem in dieſe
Körper=
caft gewählt worden, zog ſich aber im Sommer d. J. freiwillig von
ſn inem Amte zurück. Sein klarer Blick und ſein gerechtes Urteil ſicherten
Im Anerkennnung und Wertſchätzung auch der politiſchen Gegner. Er iſt ihnen dies heuer mit geringen Ausnahmen unmöglich. Dunch Händ=
Leß ſich in ſeinen Anſchauungen über Gemeindeangelegenheiten ſtets nur ler wird der fehlende Bedarf von auswärts bezogen. Der Preis ſtellt
ton ſachlicher Kritik und nur dem Gedanken des Allgemeinwohls leiten
2Zit ſeiner ausgedehnten Bautätigkeit vor dem Krieg am hieſigen Platze
war er an der Entwicklung Eberſtadts hervorragend beteiligt. Für ſeine
Arrbeiter zeigte er ſtets ſoziales Verſtändnis. Die Ziegelei in der
Mor=
durch iſt ſein Werk. Ueber ein Jahrzehnt wirkte er als Vorſitzender des ren iſt der weithin bekannte Gaſtwirt Theodor Kauſt, der Gründer des
Luufſichtsrats der Backſteinverkaufsſtelle Darmſtadt, die in dem
Entſchlafe=
men einen Mann von ausgezeichnetem Können und Charakter verliert, ginnt ihr Winterſemeſter am Montag, den 3. November.
Luch dem ebang. Kirchenvorſtande gehörte er an. Vorübergehend war er
Dwrſitzender des vor einigen Jahren gegründeten Hausbeſitzervereins. Dem
Surnverein E. V. gehörte der Verſtorbene 77 Jahre als Mitglied an.
Am ſeinem Grabe ließen die genannten und weitere Vereine und
Körper=
ſepaften durch Vertreter Blumen= und Kranzſpenden niederlegen, wobei
ds Verdienſte des Mannes durch Nachrufe gefeiert wurden.
9 Pfungſtadt, 18. Okt. Fahrrad=Diebſtahl. Aus dem Strolch überfallen und zu Boden geworfen. Als ſich aber das Mädchen
Arplatz des Hauſes der Zigarrenfabrik Vetter und Büttel wurde von
en iem Unbekannten ein Fahrrad geſtohlen.
* Nieder=Ramſtadt. Gemeinderatsbericht. Einen langen
Britraum beanſpruchte der Bericht der Baukommiſſion, welchen
Ge=
meinderat Bernhardt erſtattete. Die Arbeitsvergebung betr. Reparatur überfahren und ſchwer verletzt. — Brand. Zwei Buben in
Neuluß=
dss Schulſaales im alten Nathaus wurde nach einigem Für und Wider
gs tgeheißen. Zu Punkt Badeanſtalt wurde beſchloſſen, die nachträglich
m- Einvernehmen mit dem Bauführer getroffenen Abänderungen hin= und wurde in Aſche gelegt. Das Vieh konnte noch gerettet werden. Der
ſitlich der Errichtung eines Warteraums zu genehmigen. Der Punkt angerichtete Schaden iſt bedeutend.
Vergebung der Inſtallationsarbeiten wurde, da noch nicht genügend
gelärt, an die Baukommiſſion zur nochmaligen Beratung
zurückver=
nzeſen. — Einem ſchon längſt gehegten Bedürfnis wird jetzt Rechnung loſen=Abteilung Gräbenputzer legte ein Geſuch vor, das Geſchirrgeld zu
grtragen. Die Brücke über den Mühlgraben in der Kilianſtraße ſoll
nunmehr ſofort errichtet werden und damit zugleich auch die Herſtellung Georg Stork XIV. möchte ſeine ſeitherige Vergütung von 6 Mark pro
eures Fußſteiges auf der einen Straßenſeite. — Das Baugeſuch des Woche erhöht haben. Dieſe Vergütung bezieht derſelbe außer ſeiner
boch. Ströher dahier wird genehmigt. — Das aufgearbeitete
Windfall=
z ſoll nunmehr alsbald öffentlich verſteigert werden. — Einem An= putzer erhält eine einmalige Zuwendung für Schuhe und Kleider, weil ſie
irmen der Verwaltung entſprechend genehmigt der Gemeinderat einen dauernd im naſſen Erdreich beſchäftigt iſt; außerdem erhalten ſämtliche
in=maligen Beitrag zu den Anſchaffungskoſten eines Polizeihundes für Arbeitsloſen für Geſchirrgeld einen Zuſchlag von 1,50 Mk., alſo im
gan=
zu Gendarmerieſtation Ober=Ramſtadt. — Um die ausgeſchriebene
Leh=
ieminnenſtelle haben ſich 9 Bewerberinnen gemeldet. Der Gemeinderat gütung anſtatt ſeither 6 Mk. jetzt 10 Mk. Begründet iſt die höhere
Ver=
wt=ſchied ſich für die bereits hier tätige Schulverwalterin Lantelme. —
Fri Geſuch um Gewährung eines Darlehens zum Zwecke des Ankaufes
in es Hauſes gegen Stellung von Bürgſchaft und Sicherheit wird ab= für die Familie Spengler, Obergaſſe 11, in ſeinem Gartenanteil Schaden
criglich beſchieden, da auf Grund des ergangenen
Gemeinderats=
zſſchluſſes, der nur an Bauluſtige dachte, das Darlehen nicht gewährt Sache anſehen und darüber berichten. Georg Volz II. und Philibp
varden kann und der Konſequenzen halber neuerdings auch nicht
ge=
vährt werden ſoll. — Dem Geſuch des K. Freederich dahier um
Ertei=
ug der Erlaubnis zum Aufſtellen einer Schiffsſchaukel am kommenden / .
innntag wird ſtattgegeben. — Die Pachtzeit der Grundſtücke am Bruch= werden ſoll, keine Seitenſtraße geplant iſt und vorläufig auf
Waſſer=
ſdter iſt abgelaufen. Der Gemeinderat beſchließt Neuverpachtung auf
itere 6 Jahre unter den üblichen Bedingungen. — Weiter wird noch
eſt=hloſſen, mehrere dürre Obſtbäume auf den gemeindlichen Grund=
„ckken entfernen zu laſſen und durch junge Obſtbäumchen zu erſetzen.
Zum Schluß wurden noch verſchiedene kleine Anfragen erledigt
ſonvie einige Rechnungen genehmigt.
* Ober=Ramſtadt, 16. Okt. Gemeinderatsſitzung. Zunächſt zeitig bis zur Obergaſſe durchgeführt werden. Die Gemeinde übernimmt
alom der Gemeinderat von dem vor dem Heſſiſchen Amtsgericht II Darm= die Zinsgarantie,
alet am 8. ds. Mts. in der Sache Gemeinde Ober=Ramſtadt gegen
Mat=
ges Nieder=Modau wegen Fällen von Pappeln abgeſchloſſenen Vergleich
guntnis und genehmigt dieſen. — Für die zur definitiven Beſetzung
u geſchriebene Lehrerinnenſtelle an der hieſigen Volksſchule ſchlägt der
denneinderat die Bewerberin Frl. Karoline Breitwieſer von Ober
Nam=
allt vor. — Die Herrichtung des Feldweges am Orgelzipfen wird nach
er vorgelegten Skizze beſchloſſen unter dem Vorbehalt, daß ſich die
denneinde Roßdorf zur Hälfte an den Koſten beteiligt. — Die
Ueber=
zpeibung der Bauplätze Heinrich Weber UIII. und Heinrich Heiſel V.
uund beſchloſſen. — Die Bauenden 1924 (7 an der Bahl) ſollen das
Ge=
terndebaudarlehen in Geſamthöhe von 3000 Mk. jetzt erhalten. — Für
as als Allemendfeld notwendige Gemeindgrundſtück in der Aue ſoll dem
ſächter gegenüber ſeitens der Gemeinde die Kündigung aufrecht erhal=
ten und der Acker in Allemendloſe eingeteilt werden. Die weiter bereits
gekündigten 3 Grundſtücke bleiben den Pächtern zunächſt weiter belaſſen.
— Die Abſtimmung über die Auszahlung der den Staatsbeamten bereits
im Juli gewährten einmaligen Beſoldungsausgleichszulage für die
Grup=
pen 1—6 an die Gemeindebeamten ergab 9 Stimmen für, 1 Stimme gegen
und 6 Enthaltungen. — Die Hilfsfeldſchützen Greiß und Böhmig ſollen
bis 1. November 1924 weiter beſchäftigt werden. — Die von der
Ver=
waltung feſtgeſetzten Bedingungen über Herrichtung des Sportplatzes am
Buchwald wurden dem Gemeinderat zur Kenntnis gebracht und von die= ten Teil aus eigener Kraft aufgebracht waren, traten ganze 23
Mit=
ſem beſchloſſen, alle in Betracht kommenden Arbeiten zum öffentlichen
Wettbewerb hier auszuſchreiben. — Auf einen Antrag des
Schäferei=
beſitzers Hartmann, Romrod i. Oberh, wegen Verpachtung der
Schaf=
weide, hält der Gemeinderat an ſeinem früheren Beſchluß der
Nichtver=
pachtung feſt. — Die Beratung einer Anzahl Wohlfahrtsſachen bildete
den Schluß der Sitzung.
A. Nieder=Klingen (Odenwald), 17. Okt. Es dürfte wenig bekannt
ſein, daß die Standesherrſchaften vor hundert Jahren nicht
nur das Vorſchlagsrecht (Präſentationsrecht) bei der Beſetzung
von Pfarr= und Schulſtellen beſaßen, ſondern daß ihnen auch
bei Neuwahlen von Bürgermeiſtern an Stelle der
Staatsregie=
rung das Beſtätigungsrecht zuſtand. Davon gibt für unſere Gemeinde
eine Urkunde Kenntnis, die ſich noch heute im Beſitze der Nachkommen
des einſt Beſtätigten befindet und die folgendermaßen lautet: „
Nach=
dem des Herrn Fürſten Karl zu Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg
Durch=
laucht auf vorgängige geſetzmäßige Wahlhandlung den Georg Saal
zu Nieder=Klingen als Bürgermeiſter daſelbſt für die Dauer
der nun eintretenden ſechsjährigen Periode gnädigſt zu beſtätigen
ge=
ruht haben, wird demſelben hierüber dieſes Dekret zu ſeiner
Legitima=
tion erteilt. Wertheim, den 18. März 1837. Aus, hohem Auſtrag:
Fürſtlich Löwenſtein=Roſenbergiſche Domänen=Kanzlei.‟ Die
Wieder=
wahl des Bürgermeiſters wurde durch folgendes Schreiben beſtätigt:
„Wir Karl Fürſt und Herr zu Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg, Herr
zu Breuberg uſw., haben uns bewogen gefunden, den nach Vorſchrift
der Gemeindeordnung durch Abſtimmung wieder erwählten bisherigen
Bürgermeiſter Georg Saal l. zu Nieder=Klingen, in dieſer
Eigenſchaft für die nächſten ſechs Jahre zu beſtätigen und erteilen
dem=
ſelben hierüber gegenwärtiges Dekret, wonach ſich gebührend zu achten
iſt. Wertheim, den 29. November 1843. Aus hohem Auftrage:
Fürſt=
lich Löwenſtein=Roſenbergiſche Domänen=Kanzlei.” Aus beiden
Ur=
kunden geht auch hervor, daß auch damals die Bürgermeiſter auf ſechs
Jahre gewählt wurden. Was man 1919 als etwas Neues einführte, iſt. Am beſten illuſtriert wird dieſer Umſtand durch die Tatſache, daß bei
Ein=
alſo in Wirklichkeit nur ein Rückgriff auf frühere Beſtimmungen.
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letzten Modeschopfungen und bitten um
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N. Aus dem Gerſpenztal, 18. Okt. Beendigung der
Kar=
toffel= und Gemüſeernte. Die Kartoffel= und Gemüſeernte
iſt nun beendigt. In manchen Feldern bedingte die Kartoffelfäule
einen erheblichen Ausfall der Ernte. Auch der Ertrag an Gemüſe ließ
viel zu wünſchen übrig. Während in früheren Jahren die Landwirte
an die Verbraucher der hieſigen Gegend Kartoffeln verkaufen konnten,
ſich auf 4—4.30 Mk. für den Zentner. Auch Waggonladungen von
und wirkte nach Kräften an der Löſung aller ſchwierigen Probleme mit. Gemüſe werden durch ſie beſchafft und verkauft. Im einzelnen wird
der Zentner Weißkraut zu 3.70 Mk. und der Zentner Rotkraut zu 7 Mk.
verkauft.
+ Michelſtadt i. O., 18. Okt. Todesfall. Im Alter von 69 Jah=
„Altdeutſchen Hofes” geſtorben. — Die hieſige Gewerbeſchule be=
CErbach i. D., 17. Okt. Ab 15. Oktober wird die Stelle der
Kreis=
fürſorgerin in Beerfelden für den Bezirk des Amtsgerichts Beerfelden
von der Kreisfürſorgerin, Schweſter Henny Schütt aus Worms,
beſetzt.
* Von der Bergſtraße, 17. Okt. Ueberfall. In der Nähe des
Nächſtenbacher Weges bei Weinheim wurde ein Fräulein von einem
ganz energiſch zur Wehr ſetzte, nahm der Angreifer Reißaus. Die Mütze
des Rohlings hatte das Mädchen noch in Händen. — Schwer
ver=
latzt. In der Rote=Turmſtraße wurde das 10 Jahre alte Töchterchen
des Gefängnisaufſehers Fröhner von einem unbekannten Radfahrer
heim ſpielten mit „Feuerle‟. Dadurch geriet die mit Stroh, Heu und
Kartoffeln gefüllte Scheuer des Polizeidieners Kuppinger in Brand
* Wixhaufen, 16. Okt. Gemeinderatsſitzung. Es wurden
verſchiedene Rechnungen genehmigt und unterſchrieben. Die
Erwerbs=
erhöhen, auch der mit der Führung der laufenden Geſchäfte betraute
Arbeitsloſenunterſtützung. Es wird beſchloſſen, die Abteilung
Gräben=
zen an Geſchirrgeld 4,50 Mk. pro Woche. Georg Stork erhält an
Ver=
gütung, da derſelbe durch Benutzung ſeines Fahrrades.
Unterhaltungs=
koſten hat. Georg Volz II. hat durch die Erbauung einer Notwohnung
erlitten und bittet um Vergütung. Die Finanzkommiſſion ſoll ſich die
Wannemacher wollen ein Doppelwohnhaus an der Kreisſtraße über der
Station errichten und bitten um Baugenehmigung; ſie wird genehmigt
unter der Bedingung, daß an der Stelle, wo das Wohnhaus gebaut
leitung, elektriſches Licht und die ortsübliche Bekanntmachung verzichtet
wird. Franz Geitzenauer und Ludwig Petry IIII. bitten um
Pachtnach=
laß in der Hahnhecke wegen Mißernte infolge von Waſſerſchäden. Es
werden 50 Prozent Nachlaß beſchloſſen, gleichzeitig wird der Beſchluß
gefaßt, daß von jetzt ab keine derartigen Geſuche mehr genehmigt werden.
Die Freyzſtraße ſoll aufgemacht werden und die Waſſerleitung gleich=
Send4
Euafn Fiaße
Seite 9.
Mörfelden, 18. Dkt. Schafft Vohnungen! Man ſchreibt
uns: In Mörſelden iſt dank der Tätigkeit der Gemeinnützigen
Bau=
genoſſenſchaft auf dieſem Gebiet ganz Hervorragendes geleiſtet worden,
trotzdem den Gründern dieſer Bewegung von vielen Seiten
Shwierig=
keiten gemacht wurden. Ueber alle Schwierigkeiten hinweg hat ſich die
Gcmein. Baugenoſſenſchaft mit Energie und Zielſicherheit ihren Weg
geſucht. Im Gründungsjahre 1921 waren es nur wenige, die die Zeit
erfaßt hatten. Mit beſcheidenen Geldmitteln ausgeſtattet, die zum
größ=
glieder an das ſchwer Werk heran, um ſich in jahrelanger, mühevoller
Arbeit, nach vollbrachtem Tagewerk, durch Selbſthilfe ein Eigenheim zu
errichten. Oeffentliche Mittel ſtanden der Genoſſenſchaft im
Gründungs=
jahre nicht zur Verfügung. Die Gemeinde Mörfelden hatte lediglich bei
der Kommunalen Landesbank eine kleine Bürgſchaft übernommen.
Trotz=
dem gelang es den Wenigen, im erſten Jahre zwei Doppelhäuſer
be=
zugsfertig herzuſtellen, obwohl man erſt Ende Mai mit dem Ausheben
der Baugruben beginnen konnte. Die Frucht des Erfolges war
wach=
ſendes Vertrauen. Als die Genoſſenſchaft im Januar 1922 die
Bauluſti=
gen Mörfeldens zum Beitritt aufforderte, wuchs die Zahl der Mitglieder
auf 53. Feinde wurden zu Freunden und Zweifler zu Mitgliedern. Die
erhöhte Mitgliederzahl hatte erhöhte Bautätigkeit zur Folge, ſo daß am
Schluſſe des Jahxes 1922 wiederum 6 Doppelhäuſer bezugsfertig werden
konnten. Die Aufbringung der hierzu erforderlichen Geldmittel machte
beſondere Schwierigkeiten. Der damalige Gemeinderat hatte in
anerken=
nenswerter Weiſe außer dem geſetzlichen Baukoſtenzuſchuß, einen
Sonder=
zuſchuß bewilligt. Die Geſamtbaukoſten wurden in folgender Weiſe
zu=
ſamufengebracht: Aus eigenen Mitteln der Genoſſenſchafter 50 Prozeut,
Leihkapital 30 Prozent, Gemeindezuſchuß 15 Prozent und Staatszuſchuß
5 Prozent. Im Jahre 1923 ſtieg die Zahl der Mitglieder auf 93. Die
durch den Ruhrkampf hervorgerufene große Arbeitsloſigkeit verſetzte die
Genoſſenſchaft in die Lage, bis zum Jahresſchluß 10 Doppelhäuſer
be=
zugsfertig herzuſtellen. Jedoch iſt die in dieſem Jahre eingetretene
völ=
lige Zerſtörung der deutſchen Währung auch an der Gemein.
Baugenoſſen=
ſchaft Mörfelden inſofern nicht ſpurlos vorübergegangen, als dieſelbe
durch die eingetretene Geldknappheit ſowohl, als auch durch die
Trans=
portſchwierigkeiten, gerade in den Mongten der Bauſaiſon gezwungen
war, ihren Betrieb wochenlang ſtillzulegen. Die damals von der
Reichs=
regicrung benilligten Baukoſtenzuſchüſſe zerfloſſen durch den ſich
über=
ſtürzenden Währungszerfall wie Butter an der Sonne, nur mit dem
Unterſchied, daß ſtatt dem Fettfleck ein wertloſer Papierfetzen übrig blieb.
treifen eines Fünf=Millionenzuſchuſſes, die Genoſſenſchaft für dieſen
Be=
trag gerade noch jage und ſchreibe zwei ganze Sack Zement kaufen konnte.
Im laufenden Baujahr iſt es der Genoſſenſchaft bis jetzt gelungen, ſechs
Doppelhäuſer im Rohbau fertigzuſtellen, von denen 4 bereits bezogen
ſind, die anderen 2 kurz vor ihrer Vollendung ſtehen. Sechs weitere
Doppelhäuſer ſind bereits in Angriff genommen, ſo daß
höchſtwahrſchein=
lich auch in dieſem Jahre 10 Doppelhäuſer bezogen werden können.
Das Neſultat dieſer vierjährigen Tätigkeit wäre dann insgeſamt die
Neu=
errichtung von 56 Einfamilienwohnungen. Nimmt man eine
durch=
ſchnittliche Familienſtärke von 5 Köpfen an, ſo ſind durch die Tätigkeit
der Baugenoſſenſchaft 20 Menſchen untergebracht, die ſeither zum
weit=
aus größten Teil in den engſten Verhältniſſen gelebt haben. Wer aber
glaubt, daß durch dieſe Bautätigkeit eine nennenswerte Linderung der
Wohnungsnot eingetreten iſt, irrt gewaltig. Tatſache iſt, daß von den
durch die Genoſſenſchafter freigewordenen alten 40 Wohnungen ganze
11 übriggeblieben ſind. Alle übrigen gingen dem Wohnungsamt
ver=
loren. Dieſes ungünſtige Verhältnis trifft auch bei den
Prioatbau=
luſtigen zu. Der oben angeführte geringe Gewinn wird mehr als
aus=
geglichen durch die vermehrten Eheſchließungen in den Nachkriegsjahren.
Wohl hat ſich die Einrohnerzahl Mörfeldens während und nach dem
Kriege verringert. Daßegen hat ſich die Zahl der ſelbſtändigen
Haus=
haltungen um ungefähr hundert vermehrt, (Mörfelden zählt zurzeit zirka
1200 Familien), ſo daß immerhin der Bedarf an Neuwohnungen ſich
auf ungefähr 80 beläuft. Soll dieſes Ziel in den nächſten Jahren erreicht
werden, ſo iſt es vor allem Pflicht der Gemeindevertretung und
Ver=
waltung, die Bautätigkeit mit allen Mitteln zu fördern und auf jede
Weiſe zu unerſtützen.
* Groß=Rohrheim, 18. Okt. Der hieſige Obſt= und
Garten=
bauverein veranſtaltet am morgigen Sonntag eine Obſt= und
Gemüſeausſtellung, verbunden mit Prämiierung. Allem Anſcheine
nach wird die Ausſtellung gut beſchickt.
+ Raunheim a. M., 18. Okt. Leichenländung. An dem
Nachtwehr wurde eine männliche Leiche, die ſchon längere Zeit im
Waſſer lag, geländet. — Die Gemeinde hat den neuen
Stromlieferungs=
vertrag unterzeichnet. Bezüglich der Zeitpacht wurde beſchloſfen, den
Erlös von 1914 und die Pachtſumme von 1921 zugrunde zu legen
und dann prozentual auszuſchlagen, damit die Friedenspacht wieder
erzielt wird.
* Fauerbach bei Friedberg, 17. Okt. Der Entwurf zum Denkmal
für die im Weltkrieg gefallenen Soldaten iſt fertiggeſtellt und zur
Be=
ſichtigung ausgeſtellt. Das Modell findet allgemeinen Beifall. Der
Denkmalsausſchuß hat die Geldſammlung begonnen.
* Gießen, 16. Oktober. Dierſeuchen= und Tierzucht=
Inſtitut Gießen. Glücklich gelöſt iſt jetzt die Frage der
Unter=
bringung des Inſtituts für Tierzucht an der Landesuniverſität. Damit
iſt der heftige Streit abgetan, der damals entſtand, als Profeſſor Dr.
Krämer den Schiffenberg für das Inſtitut beanſpruchte. Den Hardthof
hat die Stadt vor wenigen Wochen erworben und dieſer Tage der
Uni=
verſität auf die Dauer von achtzehn Jahren verpachtet. Sämtliche
Ge=
bäude, Tiere, Geräte, Maſchinen und Vorräte übernimmt die
Univerſi=
tät. Das Gelände beträgt rund 500 Morgen. Die Univerſität wird außer
dem Tierzucht= und Seuchen=Inſtitut dem landwirtſchaftlichen Inſtitut
(Pflanzenbau=Abteilung) Gelände überlaſſen. Der Hardthof befindet ſich
etwa 3 Km. weſtlich der Stadt in der Richtung nach dem Gleiberg.
* Gießen, 14. Okt. Eine größere Bauanlage am
Bahn=
hofsplatz wird zurzeit errichtet, ſie wird dem Bahnhofsplatz den
fehlenden Abſchluß geben, die Bahnhofsſtraße in architektoniſcher Hinſicht
verſchönern und dem Straßenbild am Eingang der Stadt ein gefälliges,
freundliches Ausſehen verleihen. Bei der Errichtung des Neubaues
han=
delt es ſich um ein modernes Café mit Konditorei, Verkaufs=,
Ausſtel=
lungs= und Geſchäftsräumen. Es beſteht die Abſicht, das Café ſchon zu
Weihnachten zu eröffnen.
* Gießen, 17. Okt. Die älteſte hieſige Zigarrenfabrik F. B. Noll,
welche 1000 Arbeiter beſchäftigte, hat in dem preußiſchen Nachbarort
Altenvers eine neue Zigarrenfabrik eröffnet.
* Laubach, 15. Okt. Ein Opfer der Geldentwertung
iſt ein älteres Fräulein geworden. Sie hatte von den Eltern ein ſchönes
Stück Geld geerbt, ſodaß ſie davon hätte leben können. Da kam die
Inflation, heute beſitzt ſie nichts mehr. Man fand ſie tot vor uter
Umſtänden, die einen freiwilligen Tod vermuten laſſen.
* Vom Hoherodskopf, 13. Okt. Erſchließung des
Vogels=
berges. Die Einweihung der Jugendherberge, 200 Meteu
vom Klubhaus bedeutet einen weiteren Schritt zur Erſchließung unſeres
Gebirg3, das Viele bisher nur als einen braunen Flecken auf der
Land=
karte kannten. Am Sonntag wurde das Gebäude durch eine einfache
Feier eingeweiht und ſeiner Beſtimmung übergeben. Anſprachen hielten
Beigeordneter Dr. Frey=Gießen als Vorſitzender der Gießener
Jugend=
organiſation, Dr. Flörke der eigentliche Vater des Gedankens, auf dem
Hoherodskopf eine Herberge zu errichten, und Dr. Bruchhäuſer=Schotten
als Vertreter des Vogelsberger Höhenklubs. Zahlreiche junge und
ältere Wanderer wohnten der Feier bei. Die Beſichtigung zeigte im
Erdgeſchoß eine Küche und Zimmer für Mädchen, im erſten Stock die
Schlafſtellen für Buben. Bis jetzt ſind 17 Betten fertiggeſtellt. Im
Frühjahr, wenn das Wandern beginnt, gedenkt man ungefähr 35 Betten
bezw. Matratzenlager zur Verfügung zu haben. Die Herberge ſteht auch
den Schneeſchuhläufern zur Verfügung. Klubwirt Stein iſt
Hausver=
walter.
hervorragend bewährt bei:
Grippe,
Sicht,
Rheuma, Nerben= und
Kopfſchmerzen.
Sschias,
ogal ſtillt die Schmerzen und ſcheidet die Harnſäure aus.
Kliniſch erprobt. — Iu allen Apotheken erhältlich.
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Agn aa
A
100 Am
Seite 10.
Sonntag, den 19. Oktober 1924,
Nummer 291.
Reich und Ausland.
Dr. Faber geſiorben.
Magdeburg. Dr. Faber, der Seniorchef der
Magdeburgi=
ſchen Zeitung, iſt geſtern früh 9 Uhr geſtorben. Friedrich Robert
Guſtav Faber, Mitinhaber der Faberſchen Buchdruckerei, Verlag der
Magdeburgiſchen Zeitung in Magdeburg, wurde geboren am 12. April
1869 in Magdeburg. Er war ausgezeichnet durch reiche Bildung und
Erfahrungen, die er ſich zum Teil durch langjährigen Aufenthalt im
Auslande erworben hatte. Unter ſeiner Leitung hat die Magdeburgiſche
Zeitung eine ſtetig aufteigende Entwicklung genommen. Im Vorſtande
des Vereins deutſcher Zeitungsverleger war Dr. Faber bereits ſeit
jun=
gen Jahren tätig, und zwar als Vertreter ſeines häufig kräntlichen
Vaters Alexander Faber, der von 1895 bis 1900 das Vorſitzende=Amt
inne hatte. Nach Alexander Fabers Rücktritt vom Amte wurde Dr. R.
Faber in den Vorſtand aufgenommen. Hier iſt er immer an erſter Stelle
ein Jahrzehnt hindurch tätig geweſen, bis er im Februar 1912 als
Nach=
folger Dr. Jaenickes das Vorſitzende=Amt antrat. Durch ſeine große
Begabung und ideale Auffaſſung von Beruf und Wirken des modernen
Zeitungsverlegers iſt es möglich geweſen, daß die ganze deutſche
Zei=
tungswelt die Autorität des Vereins deutſcher Zeitungsverleger
aner=
kamte und ſich feſt geſchloſſen hinter ſeine Ziele ſtellte. Seiner Tatkraft
und Umſicht iſt es auch gelungen, den Verein über die harten Kriegs=
und Nachkriegsjahre geſchloſſener als je hinüberzuretten.
Geſundheits=
rückſichten zwangen Dr. Faber im Oktober 1921, das Amt des
Vorſitzen=
den niederzulegen. Einmütig ernamte ihn der Vorſtand des Vereins
deutſcher Zeitungsverleger zum Ehrenpräſidenten, in welchem Amte er
dem Schickſal der deutſchen Verlegerſchaft, ſo lange es ſein
Geſundheits=
zuſtand geſtattete, nahe blieb.
Kleine Frankfurter Chronik.
Im Zirkus Krone ſollte am Donnerstag ein Dompteur
lebens=
gefährlich verletzt ſein. Die Verletzungen beſtehen aber mehr in leichten
Schrammen. — In der Heideſtraße ſtürzte, ein Arbeiterin in einen
Schacht. Sie wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in das
Kran=
kenhaus gebracht. — Die Frankfurter Bäckerinnung hat beſchloſſen,
vorerſt keine Erhöhung des Brotpreiſes vorzunehmen — Die vereinigte
evangeliſchelutheriſche und evangeliſch=reformierte Synode haben
be=
ſchloſſen, ſtatt 6 Prozent künftig 10 Prozent als Ktrchenſteuer zu
er=
heben. Es heißt, daß in anderen Bezirken weit höhere Sätze erhoben
werden; ſo ſind z. B. vom Wiesbadener Konſiſtorium 20 Prozent der
Einkommenſteuer als Kirchenſteuer feſtgeſetzt worden. — Auf dem Obſt=
und Gemüſemarkt hier waren die Preiſe durchſchnittlich um 10—20
Pro=
zent höher. Dies gilt beſonders bei Gemüſe, während ſich die Obſtpreiſe
ungefähr auf dem letzten Stand bewegten.
Einbruch in die franzöſiſche Botſchaft in Berlin.
Berlin. Vorgeſtern abend gegen 10 Uhr iſt in dem Gebäude der
franzöſiſchen Botſchaft ein Einbruchsdiebſtahl entdeckt worden. Der Täter
drang zu einer Zeit, als ſich niemand in den vorderen Näumen befand,
ein und nahm einen Skunkskragen, drei Brillantringe, 1000 franzöſiſche
Franken und 300 Mark deutſches Geld mit. Erleichtert wurde dem Täter
das Eindringen dadurch, daß gegenwärtig in dem Gebäude gebaut wird
und der Zugang nicht ſo ſtreng überwacht wird wie früher.
Verurteilter Raubmörder.
Hagen. Das Hagener Schwurgericht verurteilte geſtern nach 14 Sitzung den 26 Jahre alten Schleifer Otto Sinn aus
Mein=
erzhagen, der in der Nacht zum 29. Juni d8. J8. ſeinen Freund, einen
12jährigen Schuhmachergeſellen ermordet und beraubt hatte, zum Tode.
Trauerzug durch die Luft.
Vor wenigen Tagen ſtarb die Frau des Kommandanten der erſten
engliſchen Rheinbrigade in Köln, Oberſt Maxwell=Skott. Der Oberſt
ſcheute die vielen Formalitäten, die mit einer Ueberführung der Leiche in
die Heimat verbunden geweſen wären. Durch ein drahtloſes Telegramm
beſtellte er von dem Flugplatze Croyden einen Aeroplan, der noch am
gleichen Tage die ſterblichen Ueberreſte ſeiner Gattin nach England
ver=
brachte. Der Oberſt ſelbſt begleitete den Trauerzug durch die Luft.
Tödliche Unfälle.
Mannheim. Am Montag abend 6 Uhr iſt in M. 7 hier ein
zweieinhalb Jahre altes Kind — Mädchen — in unbewvachtem Augenblick
in der Küche der elterlichen Wohnung rücklings in einen auf dem Boden
ſtehenden, mit heißem Waſchwaſſer gefüllten Eimer gefallen und hat ſich
derartige Brandwunden zugezogen, daß es am nächſten Abend im
Städ=
tiſchen Krankenhaus geſtorben iſt. — Geſtern vormittag iſt ein 21 Jahre
alter Schiffsjunge aus Mülheim a. d. Ruhr in Rheinau über Bord
ge=
fallen und ertrunken. Die Leiche konnte erſt nach längerem Suchen
ge=
funden und geborgen werden.
Ans grauer Vorzeit.
Bei Bauarbeiten fand man in der Nähe von Frankenthal ein
Skelettgrab vom Ende der Bronzezeit 1400—1200 vor Chriſti!. Das
Skelett hatte an Beigaben ein Bronzeſiegel, Bronzemeſſer und zwei
leider zerbrochene Gefäße. Die Funde werden ins Erkenberg=Muſeum
zur Aufbewahrung gebracht.
Görges am Grabe Schlageters.
*km. Karlsruhe. Wie aus Schönau im Wieſenthal berichtet
wird, weilte dieſer Tage am Grabe Schlageters einer ſeiner
Leidens=
genoſſen, Landwirtſchaftslehrer Görges, der durch die
Unterzeich=
nung des Londoner Uebereinkommens ſeine Freiheit wieder erlangt hat.
Görges wurde ſeinerzeit von den Franzoſen wegen eines
Sabotageber=
ſuchs auf der Ludwigshafener Rheinbrücke kurz nach Schlageters
Er=
ſchießung zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde dann in eine
ſchwere Zuchthausſtrafe umgewandelt. Görges benutzte die erſte Zeit
ſeimer Freiheit zu einem Gang zum Grabe Schlageters, des großen
Hel=
den Deutſchlands.
Ein betrügeriſcher Schriftſteller.
München. Der Münchener Schriftſteller Künſtler hatte in
den Jahren 1919 und 1920 in Berlin unter dem Namen Teig=Erdöl A.G.
eine Geſellſ haft gegründet. Um ſich Geld zu verſchaffen, ließ Künſtler
ler wertlofe Aktien drucken, die er gegen Wechſel und
Dar=
lehen abſetzte. Durch dieſe Manipulationen wurde ein Kaufmann und
eine Kaufmannsfrau um namhafte Summen geſchädigt. Die
Unter=
ſuchung ergab, daß Künſtler entgegen ſeinen Angaben gar keine
Oel=
felder in Rumänien beſitzt. Das Strafgericht München verurteilte nun
Künſtler wegen zweier Vergehen des Betrugs zu einer Geſamtſtrafe von
zehn Monaten. Die beſchlagnahmten Aktien der Teja=Erdöl=A.,G. Zürich
und Bukareſt wurden eingezogen.
Hamlets Grab.
In „Politiken” veröffentlicht der däniſche Schriftſteller Anker
Mir=
keby einen längeren Artikel über Hamlets Grab. Anker Mirkeby hat
die Hamlet=Mythen in Jütland unterſucht und glaubt, in der Nähe
des Hafens von Randers Hamlets wirkliches Grab gefunden zu haben.
Das Grabmal, das in der Nähe von Hölſingör gezeigt wird, iſt
bekannt=
lich unecht.
Ueber das Vererbungsproblem.
Ueber das Vererbungsproblem in der gerichtlichen Medizin ſchreibt
Dr. Meh in der „Schweizeriſchen Mediziniſchen Wochenſchrift”: In
einem Alimentationsprozeß ſollte ärztlich entſchieden werden, ob aus
der Aehnlichkeit zwiſchen Vater und Kind auf die Vaterſchaft bindende
Schlüſſe gezogen werden könnten. Die Form der Hände zeigte beim
Vater und beim Kinde gewiſſe Aehnlichkeiten, ebenſo war die Haut bei
beiden auffallend ſpröde; ſonſt waren aber auch erhebliche Unterſchiede
vorhanden. Die Klage auf die Vaterſchaft wurde abgewieſen. Nach
des Verfaſſers Meinung werden ſich nur wenige Fälle ergeben, in denen
aus vererbten Anlagen auf die Vaterſchaft geſchloſſen werden kann;
wohl niemals aber wird ein abſolut ſicheres ärztliches Gutachten dafür
abgegeben werden können.
Das glückbringende Schwälbchen.
Ueber originelle Zeichen des Aberglaubens, die im „Z. R. 3”
unter=
gebracht ſind, wird berichtet: In der Gondel des Führerſchiffes hängt
ein unſcheinbarer, hölzerner Vogel, ein Schwälbchen, ſo grau und
ver=
ſtaubt, oftmals geſpalten und geleimt. Dieſer glückliche Vogel hat ein
be=
ſonderes Schickſal hinter ſich. Er gehört dem Höhenſteuermann a. D.
Bruß und dem Navigationsoffizieer v. Schiller, die während des ganzen
Krieges immer auf demſelben Zeppelin=Luſtſchiff Dienſt gefahren und
die über dreihundert Fahrten, darunter dreißig Angriffe gegen England
mitgemacht und acht Gefechte erfolgreich beſtanden hatten. Nicht
wemi=
ger als viermal war der Talismann durch einſchlagende Granaſplitter
getroffen und ſogar einmal der Länge nach aufgeriſſen worden. Aber
immer wieder iſt die Schwalbe mit großer Mühe geflickt und geleimt
worden und nun hat ſie als glückbringendes Zeichen den Zeppelin auf
ſeiner großen Fahrt begleitet. Das originellſte Amulett trug zweifellos
der Ingenieur Siegle, der als beſonders erfahrener Luſtfahrer bekannt
iſt. Seit vielen Jahren hat er ſich bei keiner ſeiner zahlreichen Fahrten
auf Zeppeliu=Luftſchiffen von ſeinem grauen Cutawey getrennt und es
erregte beträchtliche Heiterkeit, als Siegle das Schiff beſtieg, angetan
mit langen, ſchwarzen, an der Hoſe braunen Lederlappen und dazu mit
ſeinem im Laufe der Jahre etwas grünlich gewordenen Cutaweh.
Ein Kongreß der Feinſchmecker.
fm. In Straßburg wurde dieſer Tage der Kongreß der
Gaſtronomiſchen Geſellſchaft abgehalten, in der ſich die Feinſchmecker
zuſammengeſchloſſen haben. Die Vereinigung verfolgt das lobenswerte
Ziel, die kulinariſchen Traditionen, die in den einzelnen Gegenden von
Frankreich lebendig ſind, zu pflegen und in einer Zeit, die alle
Erſchei=
nungen vereinheitlichen möchte, zu erhalten. Dieſe merkwürdige Tagung,
die unter dem Vorſitze des Grafen von Crozé ſtattfand, erfreute ſich
ſogar miniſteriellen Wohlwollens. Der franzöſiſche Arbeitsminiſter hatte
ſein warmes Verſtändnis für die Arbeiten des Kongreſſes ausgedrückt
und um die Ausarbeitung eines Programms gebeten, das eine
Erneue=
rung des Kochbuchs und eine ſyſtematiſche Feſtlegung der Lehrzeit der
Köche darſtellen ſoll.
Ein deutſch=amerikaniſches Kabel über die Azoren.
Paris. Der New York Herald meldet aus New York, daß die
Verhandlungen zwiſchen der Deutſch=Atlantiſchen Telegraphengeſellſchaft
und der Commercial Cable Cy. hinſichtlich der Führung des
deutſch=
amerikaniſchen Kabels über die Azoren mit Erfolg zu Ende
geführt worden ſind. Das direkte Weſtern Unio=Kabel nach Spanien
iſt fertiggeſtellt und wird am 1. November in Betrieb genommen
wer=
den. Das Kabel nach Italien wird wahrſcheinlich am 1. Januar 1925
fertiggeſtellt ſein.
Die Wiener Vergnügungsſtätten vor einer Kataſtrophe.
Eine Blättermeldung aus Wien beſagt, daß infolge der Luxusſteuer
die Wiener Vergnügungsetabliſſements vor einer Kataſtrophe ſtehen. Die
großen Vergnügungsſtätten Ronacher, Apollo und Bernits ſind
geſchloſ=
ſen; das Tabarin ſoll am 1. November ſchließen, ebenſo zwei der
bekann=
teſten Kabaretts; ferner wurden die großen Tanzlokale Pariſien,
Revue=
theater, Feming, die Reichshallen und viele andere Lokale geſchloſſen.
Verbrennungstob.
Wie aus Budapeſt gemeldet wird, iſt die Baronin Charlotte
Feher=
barh, die geſchiedene Frau des ehemaligen Miniſterpräſidenten Baron
Geza Feherpary, einem Unglück zum Opfer gefallen. Die achtzigjährige
Dame, die bei ihrer Nichte Baronin Gerliezy, auf Schloß Deſzk weilte,
hatte, im Bett liegend, eine Zigarette (1) geraucht und war dabei
einge=
ſchlafen. Die brennende Zigarette ſteckte die Bettwäſche in Brand,
wo=
durch die Baronin ſo ſchwere Brandwunden erlitt, daß ſie nicht mehr
gerettet werden konnte.
Der Brillantenſchatz der Sowjetregierung.
Die Berliner ruſſiſche Zeitung „Rul” erklärt, aus beſonders
zu=
verläſſiger Quelle folgende Einzelheiten über den ſagenhaften
Brillant=
ſchatz der Sowietregierung erfahren zu haben: Der Hauptbrillantfonds
befindet ſich in Moskau und umfaßt ungefähr dreihundert deutſche Pfund
(zehn ruſſiſche Pud). Die Verwaltung des Schatzes liegt in den Händen
des politiſchen Büros der ruſſiſchen kommuniſtiſchen Partei. Die
Bril=
lanten werden im Kreml aufbewahrt, und jede Entnahme aus dem
Fonds muß mit 5 Unterſchriſten quittiert ſein. Anfang vorigen Jahres
brachten diplomatiſche Kuriere einen Teil dieſer Brillanten zwecks
Ver=
kaufs nach Berlin, wo ſie der Botſchafter Kreſtinski in beſondere
Ver=
wahrung nahm. Dieſe, in Berlin befindlichen Brillanten, ſollen etwa
ein Zehntel des geſamten Schatzes ausmachen, alſo etwa ein Pud. Den
Verkauf leitet Kreſtinski perſönlich. Er hat Agenturen in Paris,
Lon=
don und New York errichtet. Ein Teil des Schatzes iſt nach Kanada
ge=
bracht worden, um von dort aus nach den Vereinigten Staaten
einge=
ſchmuggelt zu werden. Für den Schmuggel finden beſonders Frauen
Verwendung, die in der niedrigſten Klaſſe fahren und angelernt werden,
die Aufmerkſamkeit der Zollbehörden ſo wenig als möglich auf ſich zu
lenken.
Geschlechtsleiden
Hautleiden, Frsuenleiden
ohne Quecksilber ohne Berufsstör., epesiglärztl. Behandlg.
Speziglarzt Dr. med G. Hollaenders Amb.,
Frankfurt a. M, Bethmannstr. 56. (1.11722
„Iif Haman, 577
Rund=Funk=Programm.
Sonntag, den 19. Oktober 1924:
Frankfurt a. M. (467 m). 8 Uhr: Morgenfeier, veranſtaltet vom Männerchor der
Methodiſiſchen Gemeinde l, unter Leitung von Herrn Martin Pommer, 1. Lied:
Pſalm 100 (Fauchzet dem Herrn), O. Stein; 2. Unter dem Kreuz, Fr. Liebig; 3.
Mor=
genandacht: Herr Prediger Alerander Goebel: 4. Lied: Worauf bauſt du (Paul
Umlanft); 5. Mein himmliſehes Vaterland, E. Ruh. — 4—5 Uhr: Kinderſtunde. —
5—6 Uhr: Sonntags.Nachmittags=Konzert. — 8 Uhr: Stunde der Frankfurter
Bei=
tung: Herr Dr. Ludwig Klages ſpricht über „Graphologie”. — 8.30 Uhr: Der Sopran,
1. Rezitation und Aire der Hanne aus dem Dratorium „Die Jahreszeiten”, Hahdn;
2. Alelujah, Mozart; 2. Vier Arten aus der Oper „Figaros Hochzeit”, Mozarti;
a) Ich weiß nicht, wo ich bin (Cherubin), b) Voi cho gapete (Cherubin), e) Heilige
Quelle (Suſanne), 4) Endlich nahet ſich die Stunde (Suſannel; 4. Konzertarie „45
verkldo”, Beethoven; 5. Arie ber Luiſe aus der Oper „Louiſe”, Charpentier; 8. Drei
Lieder, Schubert; a) Suleika: „Was bedeutet die Bewegung”, b) Wiegenlieb, e)
Erl=
könig. Ausführende: Frau Kammerſängerin Anna Kaempfert. — Mitwirkende:
am Grotrian=Steinweg=Flügel: Herr Dr. Merten von der Frankfurter Oper — Ein
Kammerorcheſter. — 9.30 Uhr: Nachrichtendienſt, Wettermeldung, Sportbericht. —
10.10 Uhr: Zweiter Fernhörverſuch: Italien (vereinbart mit der Sendeſtation Rom).
1. Begrüßungsanſprache in italieniſcher Sprache (Herr Dr. von Gorup): 2. Arie aus
„Zaza”, Leoncavallo; (Herr Permamn von der Frankfurter Oper); 8. Auftrittsarie des
Herzogs aus „Rigoletto”, Verdi, (Herr Gläſer von der Frankfurter Oper); 4.
Auf=
trittsarie des Figaro aus „Barbier von Sevilla”, Roſſini, (Herr Permann); b. ,Ia
Mattingta”, Bsoncavallo. (Herr Gläſer); 6. Duett aus „la gforza del desting”, Verdi,
(die Herren Gläſer und Vermann); ein Kammerorcheſter.
Montag, den 20. Oktober 1924:
Frankfurt a. M. (467 m). 11.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen: Berliner und Hamburger
Probukten „Vorbörſe), amerikaniſche Produkten — Anfangskurſe. — 11.55 Uhr:
Zeitangabe. — 12 Uhr: Nachrichtendienſt. — 4.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen:
amt=
liche Produktenbörſe, Hamburg, Berlin, Köln, Magdeburger Zucker und Nürnberger
Hopfen — Deviſenkurſe. — 4.30—8 Uhr: Rundfunk=Nachmittag in Muſik und Wort,
—6—0.30 uhr: Die Leſeſtunde (Die Novelle): „Tonio Kröger” von Thomas Mann,
— 3uhr: Ubertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Hoffmanns Erzählungen,
Oper in 8 Akten von Jacques Offenbach.
Berliu (430, bziv. 500 m). 10 Uhr: Bericht über die Kleinhandelspreiſe der wichtigſten
Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. — 10.15 uhr: Erſte Bekanntgabe der neueſten
Tagesnachrichten, Wetterdienſt. — 11.35 Uhr: Funkbörſe (die Notierungen der
Ber=
liner und Hamburger Produktenvorbörſel auf Welle 500. — 12.16 Uhr: Kurzer
Ten=
denzbericht der Berliner Vorbörſe. — 12.55 Uhr: Ubermittlung des Zeitzeichens. —
1.05 Uhr: Zweite Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten, Wetterdienſt. —
Z.ub uhr: Kiurzer Tendenzbercht der Berliner Börſe. — 2uhr: Funlbörſe Gdie
amt=
lichen Notierungen der Berliner und Hamburger Produkten= und Viehbörie; amtliche
Deviſen) auf Welle 500. — 4 Uhr: Funkbörſe (Getreibe eif. Hamburg; Berliner
Kolonialwaren=Großhandelspreiſel auf Welle 500. — 4.30—3.30 Uhr:
Unterhaltungs=
muſik (Berliner Funkapelle): 1. Serenade des Pierrot, Burgwein; 2. Quverture zu
der Oper „Der ſchwarze Domino” Auber; 3. Siesta, Walzer, Waldteufel; :4. Prelude,
Rachmaninoff; 5. Serenade, Toſti; 6. Fantaſie aus der Oper „Mignon”, Thomas;
7. Orientaliſche Serenade Cello=Solo), Popper; 8. 1. Indiſche Suite, Lüling;
9. Märchen aus dem Orient, Walzer, Joh. Strauß: 10. Auf Wiederſehn, Marie; ein
Wanderlied, 6. May. Während der Pauſen: „Ratſchläge fürs Haus. — 7 Uhr: 1000
Borte Engliſch. — 7.45 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Johannes Breger,
Oberregierung=
rats im Reichsgeſundheitsamt: „Der Segen der Pockenimpfung”. — 8.30—10 nhr:
Volkstümlicher Abend: 1a) Das Mühlrad (aus dem 17. Jahrhunbert): b) Da unten
im Tal; e) Ach, Modder, ich will ein Ding haln, Brahms: 4) Luſtig iſt’s Matroſenleben
(Volksliedchen von der Lahn); Willi Weiß (Geſang). 2. Gellertſche Fabeln 9o
Normann (Rezitation). 3a) Das Schäfermädchen und der Kuckuck (Volkslied aus dem
18. Jahrhundert); b) Mutter Maria daheime (Wallfahrtslied): ) Die Lehre vom
Kuß, A. Hammerſchmidt (1650) d) Das ſteinalte Füngferlein (Volkslied aus Schleſien),
Elſa Gregory (Geſang zur Laute), 4a) Wie komm’ ich denn zur Tür herein, b! Mein
Mädel hat einen Roſenmund, Brahms; 6) Soldatengoſſen (Solbatenjungen), (ſchwed.
Volkslied), Pacius, 4) Die Muſik kommt, Text von Liliencron, Muſik von OZear
Straus, Willi Weiß (Geſang). 5a) Der Doppelkümmel, Weitsmann (18. Jahrh.),
D) Ein Kaffeeklatſch, Viktor Reichenberg, e) Die drei Geſellen, Zimmer (1865), 4)
Hei=
ratsfrage in verſchieb. Altern, Haizinger, Lo Normann (Rezitation). 6a) Das Lob des
Eheſtandes, Walzerlied aus Oſterreich: b) Auf Porzelan, Alerandra b. Klitzung;
c Bei Goldhähnchen, Elie Gregorh. Elſe Gregory (Geſang zur Laute). Am
Schwech=
tenflügel: Kapellmeiſter Otto Urack. Anſchließend: Dritte Bekanntgabe der neueſten
Tagesnachrichten, Zeitanſage, Wetterdienſt, Sportnachrichten, Theaterdienſt.
Geſchäftliches.
Wir weiſen an dieſer Stelle auf das in der heutigen Nummer
erſchie=
nene Preisausſchreiben vom Tennis= und Hockeh=Club Aſchersleben
noch=
mals hin. Es unterſcheidet ſich von anderen inſofern, daß es behördlich
genehmigt iſt. Der Erlös dient zur Förderung der Jugendpflege.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Vielen Fahrgäſten des Perſonenzugs 7.56 Uhr vormittags von hier
nach Frankfurt war es an einem der letzten Tage unmöglich geweſen,
Fahrkarten zu löſen, ohne den Zug zu verſpäten; obwohl ſie auch
min=
deſtens ſchon 10 Minuten vor Abgang des Zuges ſich an den Schalter
bemühten. Trotz ihrer Beuruhigung und des großen Andranges
konnten ſie das Oeffnen eines weiteren Schalters nicht bezwecken. In
letzter Minute verwies man die Eiligen mit einem Nachlöſeſchein zum
Zuge mit dem Auftrag, ſofort beim Schaffner nachzulöſen. Rechtlich
wurden dem Schaffner ſofort alle Meldungen gemacht. In Anbetracht
der vielen Nachlöſungen ſtellte der Veamte für ſämtliche in einem
Ab=
teil ſich befindlichen Nachlöſer eine Karte aus. In meimem Wteil
wurden 5 Perſonen, mit je 90 Pfennig Fahrpreis und 50 Pfennig
Schreibgebühr (Fahrpreis 4.50 Mark). (Schreibgebühr 2.50 Mark),
zu=
ſammengeſtellt. Warum wird der Reiſende in ſolchem Falle
unverſchul=
det mit 30 Pfennig „Strafe” belaſtet? Bei 50 Pfennig pro Perſon konn
doch von einer Schreibgebühr nicht die Rede ſein, wenn man dieſen
Be=
trag mit dem Stundenlohn eines Beamten, Angeſtellten oder Arbeitens
vergleicht.
6. T.
Briefkaſten.
H. K., hier. Das betr. Regiſter wird beim Kreisamt geführt.
Aus=
kunft daraus erfolgt nur, wenn ein berechtigtes Intereſſe im Einzelfalle
glaubhaft gemacht wird.
Fanleee Haten MMM
Landestheater, Großes Haus, Anfang 6 Uhr, Ende 10 Uhr
(Sonntags=Fremdenmiete Fr. 1,1): „Tannhäuſer”. — Kleimes Haus,
Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr (Zuſatzmiete V,2) „Die
Journa=
liſten”. — Orpheum, abends 8 Uhr: „Schwiegervater u. Co.”
Union= Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele: „Kinovorſtellungen.
Reichsbund der Zivildienſtberechtigten:
Herbſt=
ſpaziergang nach Nieder=Ramſtadt. Abmarſch 2 Uhr nachmittags am
Böllenfalltor. — Turnhalle am Voogsplatz, abends 8½
Uhr: Große Internationale Ringkampf Konkurrenz. —
Lieder=
kranz, Darmſtadt, nachmittags 4 Uhr: Konzert; abends 8 Uhr: Ball.
Saal, Mauerſtraße 5, abends 8 Uhr Vortrag: „Jeſus kommt
wieder!”— Bayernverein, nachmittags halb 4 Uhr, im Konkon
diaſaal: Herbſtfeſt — Bürgergeſangverein Beſſungen,
abends 7½ Uhr, in der Beſſunger Turnhalle: Konzert= und
Theater=
abend. — Klauſenmühle in Gronau i. D.: Kirchweihe. —
Hotel Heſſiſches Haus in Lindenfels i. D.: Kirchweihe.
HotelOdenwald, Lindenfels: Kirchweihe. — Ludwigshöhe,
nachmittags 4 Uhr: Konzert, ab 7 Uhr: Tanz. — Rummelbräu
Konzert und Tanz. — Sportplatz=Reſtauration Böllen
falltor, ab 4 Uhr: Konzert.
unſere 5 Pfg. Zigarette
wird in neuer Packung geliefert. d Dieſe rein außerliche Anderung ſoll
zum Ausdruck bringen daß die Bberſtolzauch innerlich d.h. in der Gute
der Miſchung eine noch beſſere gewworden iſt. d Man kann es der
Ziga=
rette ſelbſt nicht anſehen, aber eine Rauchprobe bringt die Beſtätigung.
KßauK
ZCARETTENEABRIK Meuerburg H4US NEUERBURG OHG.
igarettim
Seite 11
S. *.. 19 Sftaber 1924.
Die Matbach=Motoren des 3.R. 3.
Das Luftſchiff „Z. R. 3” iſt nach 80ſtündiger Fahrt glücklich
Amerika gelandet. Die fünf 400 PS. Maybach=Motoren, von
eien wohl in erſter Linie das Gelingen der Fahrt abhing, haben
zne jegliche Störung gelaufen. — Wenn auch mit dieſem
Luft=
pif das 126ſte mit Ausnahme der erſten fünf ausſchließlich mit
techbach=Motoren ausgerüſtet war und im Krieg mehrere
Dauer=
hrten von annähernd 100 Stunden gemacht wurden, ſo iſt
die=
ſriFlug für die Motoreninduſtrie von großer Bedeutung.
Be=
mritlich ſind für dieſes Luftſchiff nicht die bisher üblichen und
jelFach ausprobierten Flug= und Luftſchiffmotoren verwendet
fofden; es ſind vielmehr mit den fünf 400 PS. Motoren
Kon=
f:.2tionsgedanken verwirklicht worden, welche im
Leichtmotoren=
ih. in mancher Hinſicht die Begehung eines neuen Weges
be=
lu en. Man hat es gewagt, zugunſten der Betriebsſicherheit die
jrroren ſchwerer zu bauen, als dies bisher für derartige Zwecke
F erlaubt angeſehen wurde. Mit dieſem vermehrten Gewicht
1man aber nicht nur die Lebensdauer um ein Mehrfaches
ge=
zi ert, ſondern auch die Motoren mit Einrichtungen verſehen,
rliche ein abſolut ſicheres Anlaſſen und Umſteuern derſelben
er=
ö=lichen. Dabei ſchafft ſich der Motor die für dieſe Manöver
endige Druckluft ſelbſt. Es dürfte dies der erſte
Leicht=
uginmotor größer Leiſtung ſein, welcher bei verhältnismäßig
ringem Gewicht große Betriebsſicherheit, große Sparſamkeit im
rwrauch und eine ſichere Manövrierfähigkeit hat; dieſe
Eigen=
fauten wurden bisher nur von den Maſchinen des ſchwereren
lait hinienbaus erreicht.
DDr. Eckener beſtellte unterwegs funkentelegraphiſch ſeinen
4a1 bach=Wagen an den Landeplatz des Schiffes, um mit dieſem
ſay cholt zu werden. Der Maybach=Motorenbau hat den richtigen
Eiwunkt gewählt, gleichzeitig mit dem die ganze ziviliſierte Welt
zieveſſierenden Ozeanflug den Maybach=Wagen in Amerika ein=
*üren. Zweifellos wird dieſer Wagen mit ſeinen bequemen
ihreigenſchaften gerade bei dem Amerikaner großen Anklang
ſiban. Erleichtert doch die ſpielend gehende Lenkung, die
zu=
alt=ſſige Vierradbremſe, das Ueberflüſſigwerden der Schaltung
das Fahren ſehr erheblich. Auch die geräumige Karoſſerie, die
auf dem Chaſſis Platz hat, dürfte den verwöhnteſten
amerika=
niſchen Anſprüchen gerecht werden. Möge dem Maybach=
Motoren=
bau, den die Herſtellung des neuen Luftſchiffmotors, des
Triumphes der deutſchen Motoreninduſtrie, große Opfer an Geld
und Nerven gekoſtet hat, mit dem Maybach=Wagen auch in
Ame=
rika ein guter Erfolg beſchieden ſein.
Es iſt wohl Zufall, daß gleichzeitig mit dem Ozeanflug ein
Erzeugnis des Maybach=Motorenbaus auch auf
eiſenbahnverkehrs=
techniſchem Gebiet das Aufſehen der Fachwelt erregt. Bei der
Eiſenbahn=Verkehrs=Aus tellung in Seddin zeigt die Firma einen
raſchlaufenden Rohölmotor von bisher ungewohnt geringem
Gewicht. Dieſer Rohölmotor hat in mancher Beziehung dieſelben
Konſtruktionsgedanken wie der Luftſchiffmotor, nur daß dieſer
Motor wieder ſpeziell den von ihm zu erfüllenden Zwecken
an=
gepaßt iſt.
Die Maſchinenanlage, die in dem von der Waggonfabrik
Wismar hergeſtellten Rohöltriebwagen eingebaut iſt, wird von
den Eiſenbahnfachleuten als das Neueſte auf dem Gebiet und als
die beſte Löſung des Antriebsproblems für Eiſenbahnfahrzeuge
bezeichnet. Der Maybach=Rohölmotor eignet ſich infolge ſeiner
hohen Elaſtizität, ſeiner abſoluten Betriebsſicherheit, ſeiner
gro=
ßen Sparſamkeit im Verbrauch ganz beſonders für den
Trieb=
wagen. Mit dem von der Firma gebauten Triebwägen=Getriebe
iſt er imſtande, Zugleiſtungen aufzubringen, welche bisher nicht
für möglich gehalten wurden. Von der Reichsbahn wurden
be=
reits zwei derartige Wagen beſtellt und es iſt wohl anzunehmen,
daß die Beſtellung einer größeren Anzahl erfolgt, ſo bald die
Probefahrten ihre Brauchbarkeit im praktiſchen Betrieb weiter
erwieſen haben.
Auch für Schiffswerften dürfte ein derart leichter
Rohöl=
motor von Intereſſe ſein zum Antrieb von Booten, Schleppern,
Yachten, Bordhilfsmaſchinen uſw., und ſchließlich dürfte er für
ſtationäre Zwecke mit Vorteil vielfach an Stelle des ſchweren
Dieſelmotors treten.
Nummer 291.
Deutſche Verkehrsausſtellung
München 1925.
Die Liliputbahn.
Die Liliputbahn auf der Deutſchen Verkehrsausſtellung München
1925 wird einen Hauptanziehungspunkt für das Publikum bilden. Das
Projekt wurde ſchon ſeit längerer Zeit von der Ausſtellungsleitung
er=
wogen und bearbeitet. Bau und Betrieb iſt der Münchener
Lokomotiv=
fabrik Krauß übertragen worden. Der Hauptzweck der Bahn iſt,
eine Verbindung zwiſchen Ausſtellungspark=Haupteingang und Südpark
bezw. Ausſtellungsbahnhof herzuſtellen und für Rundfahrten zu dienen.
Die Lokomotiven werden naturgetreue Nachbildungen von
Vollbahn=
lokomotiven ſein.
Der Gedanke ſolcher Bahnen wurde ſchon früher auch in
Deutſch=
land angeregt, aber zu ſehr als Spielerei betrachtet. Dieſe Auffaſſung
iſt umſo weniger verwunderlich, als die techniſchen Leiſtungen und
Er=
folge der engliſchen Garteneiſenbahnen in Deutſchland faſt völlig
unbe=
kannt ſind und andererſeits Verſuche auch bei uns Miniatur=
Eiſen=
bahnen auszuführen, faſt ausnahmslos, klägliches Fiasko machten. Der
Grund war der, daß geſchäftige Leute, die mit der Idee leicht Geld
verdienen zu können glaubten, in höchſt primitiver Weiſe
Rund=
bahnen anlegten, die in ihrer kitſchigen Ausführung nur zu deutlich den
Baurollbahncharakter trugen. Die Folge war, daß die Frequenz
aus=
blieb. Die Rundbahn in Hagenbecks=Tiergarten in Hamburg=Stellingen
ſcheidet durch ihre zu große Spurweite aus dem Rchmen der
eigent=
ichen Miniatur=Eiſenbahnen aus. Daher iſt es begrüßenswert, daß das
die weiteſten Kreiſe inteveſſierende Unternehmen einer Liliputbahn
auf der Deutſchen Verkehrsausſtellung München 1925 eine techniſch
vollendete Durchführung finden wird. Für Bau und Betrieb ſtehen
Direktor Krauß zur Seite: Oberingenieur Martens, der
zuſam=
men mit dem Engländer Greenly der Begründer des engliſchen
Modelleiſenbahnweſens iſt und Regierungsbaumeiſter Dr.=Ing.
Flü=
gel, der durch ſeine Arbeiten auf dem Schmalſpurgebiet bekannt iſt.
Für die einwandfreie Durchführung der Aufgaben bürgen die
ausge=
zeichneten Erfahrungen auf dem Gebiet des engliſchen
Modelleiſenbahn=
weſens, die der Firma zur Verfügung ſtehen. Die Liliputmaſchinen
werden die ſtärkſten Maſchinen ſein, die je auf der Garteneiſenbahnſpur
von 381 Millimeter gebaut wurden und werden alle engliſchen an
Lei=
ſtungsfähigkeit übertreffen. Ebenſo werden die vierachſigen Wagen
eine gediegene Aufmachung zeigen.
Die größten Schwierigkeiten bot die Linienführung der Bahn. Wie
bei den Wagen und Lokomotiven mußte auch bei der Geſamtanlage die
Münchner Ausſtellungstradition gewahrt werden. Die Unterbringung
der Traſſe im Ausſtellungspark ohne Beeinträchtigung des
Geſamt=
bildes, ohne Störung des Künſtler= und Marionettentheaters,
Vermei=
dung von Eingriffen in den Baumbeſtand uſw. war keine leichte Sache.
Nach mehrfachen Aenderungen, iſt es ſchließlich doch gelungen, eine
Traſſe zu finden, die den techniſchen, wie den künſtleriſchen Belangen
gerecht wird. Die Schwierigkeiten ſind daraus zu ermeſſen, daß die
Bahn genau wie eine Vollbahn mit Rückſicht auf die langen Züge und
die Geſchwindigkeit, die ſtreckenweiſe 20 Kilometer beträgt, aus
ver=
kehrspolizeilichen Gründen vollſtändig abgetrennt vom Publikum
ver=
läuft. Die wenigen gekreuzten Fußwege werden durch niedrige,
ge=
ſchmackvolle Holzbrücken überführt. An einer Stelle wird ein
Haupt=
verkehrsweg durch einen zirka 50 Meter langen Tunnel unterfahren.
Die Sicherung der Strecke erfolgt durch Flügelſignale mit ſelbſttätiger
Blockeinrichtung.
Neben ihrer Beſtimmung als Verkehrsmittel wird die Bahn auch
für die Belehrung von Jung und Alt eine wichtige Rolle ſpielen,
neben=
bei werden die „Reiſenden” ein großes Vergnügen daran finden, wenn
ſie ſehen, mit welcher Sicherheit und Schnelligkeit ſie die kleine
Schnell=
zugslokomotive über Weichen, unter Brücken und ſogar durch einen
Tunnel hindurchzieht.
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Sport, Spiel und Zurnen.
Der Sport des Sonntags.
Pferdeſport. Die letzte große Zweijährigen=Prüfung des Jahres
ſteht auf der Grunewald=Bahn zur Entſcheidung an. In dem
mit 27000 Mark ausgeſtatteten Ratibor=Rennen über 1400 Meter gibt
ſich die Elite unſerer Youngſters noch einmal ein Stelldichein. Nach der
Papierform müßten Weißdorn und Olympier, die Vertreter der Ställe
Oppenheim und Weinberg, in Front enden. Der Dark Ronald=Sohn
Aditi des Hauptgeſtüts Altefeld gewann ſein letztes Rennen in ſo
über=
zeugendem Stile, daß man ihm auf Grund ſeines Gewichtsvorteils von
14 Pfund gegenüber Olympier und Weißdorn erſte Ausſichten einräumen
muß. Der Leipziger Rennklub beſchließt das Rennjahr mit einer
zweitägigen gemiſchten Veranſtaltung, die guten Sport erwarten läßt.
ſammelt, ſo daß mit intereſſanten Entſcheidungen gerechnet werden kann.
In Schlochau, Trakehnen und Saarbrücken iſt dem Halbblut der
über=
wiegende Teil der Rennen vorbehalten. Den Trabern bietet ſich in
Hamburg=Farmſen und Gelſenkirchen Gelegenheit zur
Betätigung.
Radſport. Auf der Treptower Bahn meſſen Wittig, Bauer,
Weiß und Lewanow ihre Kräfte in dem Dauerrennen „Die Hundert”, hoſen befriedigt haben, ſind auch diesmal in das Mannſchaftzgefüge ein=
Ein großes Programm hat Leipzig aufgeſtellt. Saldow, Sawall,
Wegmann, Dickentman, Guignard und Leiour ſind die Gegner im inter=
Vermeer Bohours, Martin, Feja, Rommel und Berger an den Ablauf
gehen. Weitere Radrennen ſind in Eſſen, wo Krupkat, Blekemolen,
vorgeſehen. Amateurbahnrennen gehen in Düſſeldorf, Bochum
der Jap Meher und Watereus, die Gebrüder Zuchetti=Italien, der
Fran=
zoſe Galvaing in Wettbewerb.
Motorſport. Das 800=Kikometer=Rennen um den Großen Preis
von Italien gelangt nunmehr nach Ueberwindung zahlreicher
Schwierigkeiten zum Austrag. Durch den Rücktritt von Figt hat ſich
die ſchwere Prüfung auf der Bahn von Monza bei Mailand auf ein
am Start erſcheinen werden. Die übrigen Teilnehmer kommen für den
näheren Ausgang kaum in Betracht. Die Steuerung der Mercedes=
Maſetti und Graf Zborowſki. — Der Kölner A. C. hat zu ſeinem
Auſtro=Daimler, Delage, Bugatti durch Privatwagen vertreten ſind. — veranſtalten ſämtliche Mannſchaften auf dem Sportplatz einen Propa=
Juternationale Motorradrennen finden auf der Opelbahn und
in Hannover ſtatt. In der Leineſtadt werden zu den
internatio=
nalen Rennen des A. D. A. C. u. a. Buſſak=Frankreich,
Herkuleyns=
van Gert=Belgien am Start erwartet. Bei dem DMV.=Rennen auf
land die intereſſanteſte Erſcheinung ſein.
Fußball. Die Beziehungen zwiſchen Frankreich und Deutſchland,
dir im Radfahren und Boxen ſchon ſeit langer Zeit wieder
aufgenom=
meu ſind, dehnen ſich durch den in Paris ſtattfindenden Vereinskampf
zviſchen Tennis=Boruſſia=Berlin und Club Fran= vermeiden, was ſich eines anſtändigen Sportsmannes nicht geziemt.
caiſe=Paris jetzt auf den Fußballſport aus. Eine Pariſer Arbei=
„Städtemannſchaft erwidert den vor acht Tagen erhaltenen Beſuch
fcher Arbeiter=Fußballer in Dresden. Im geſamten Gebiet des
ung erwarteten Kampf.
en Akad. SC., am Sonntag gegen den Leipziger SC. Ebenſo wie im
unde des Intereſſes.
Leichtathletik. Die Vertreter der D. S. B. f. L. ſind bereits ſeit
„uſtaltungen zu beſprechen, Rekorde zu genehmigen und Maßnahmen
zu den Beſchlüſſen des Deutſchen Turntages zu treffen. In der Reichs= aus früheren Gehen gutbekannte Wilhelm Völger, ſowie der aus
letzt=
zauptſtadt veranſtaltet der VBAV. ſeinen alljährlichen
Herbſtwald=
auf mit guter Beſetzung.
Boxen. In Stettin beſtreitet Ex=Meiſter Breitenſträter den
Hauptkampf mit dem Engländer Rings, während bei der Dres=
Deiters zu erwähnen ſind.
Schwimmen. Der Münchener SV. von 1899 hat zu ſeiner
Jubi=
läumsveranſtaltung recht regen Zuſpruch nicht nur aus dem engeren Vorteil des eigenen Platzes dürfte Seeheim den Sieg bringen. Spiel=
Unſere Vorausſagen.
Grunewalb. 1. Da capo — Makte; 2. Melantho — Habicht;
3. Jean de France — Manlius; 4. Aditi — Olympier — Weißdorn;
5. Sinir — Ciprivi; 6. Palma — Rebus; 7. Felſenriede — Sarazener.
Leipzig. 1. Raubritter — Trugſchluß; 2. Namen — Frigga 2:
3. Ilſenſtein — Hüteger; 4. Colberg — Palette; 5. Lobredner — Riſtil;
6. Doktor — Primavera; 7. Manuela — Traumlieſe.
felsbraut — Beſt Girl; 4. Stall Suckow — Geſtüt Mydlinghoven;
5. Rotdorn — Der Sogenannte; 6. Schneekönig — Cyrano; 7.
Lei=
ſtung — Trajan.
München=Nien. 1. Champagner — Goldelſe; 2. Trapper — Snob;
3. La Paludiere — Hexenmeiſter; 4. Stall Gerteis — Strumen; 5. Stall
Bébié — Südwind; 6. (Hexenmeiſter) — Stall Weber — Stall Bébié.
Fußball.
Verein für Raſenſpiele Darmſtadt — Sp.=Cl. Viktoria Griesheim.
Heute vormittag um ½11 Uhr treffen ſich auf dem Exerzierplatz die
Ligamannſchaften obiger Vereine zum fälligen Verbandsſpiel. Da beide
Gegner Punkte bitter nötig haben, ſo werden ſie ſich einen äußerſt hart=
In Süddeutſchland ladet München=Riem, in Weſtdeutſchland Kre= näckigen Kampf liefern, über deſſen Endreſultat eine Vorausſage
unmög=
feld zu Gaſte. Hier ſind zahlreiche Pferde aus Hoppegarten ver= lich iſt. Viktoria Griesheim, das wohl in techniſcher und taktiſcher
Hin=
ſicht gegen Arheilgen 04 enttäuſcht hat, beſitzt aber einen unermüdlichen
Eifer, der, wenn V. f. R. nicht mit der nötigen Energie und
Durch=
ſchlagskraft ſpielt, ihm leicht verhängnisvoll werden kann. Einen ſtarken
Rückhalt beſitzt Griesheim in dem Mittelläufer Schneider und dem
Tor=
hüter Deuker, der nicht leicht zu überwinden iſt. V. f. R. wird in einer
etwas veränderten Aufſtellung antreten; die jungen Kräfte, die in
Sand=
gereiht worden. Das Schmerzenskind des V. f. R. iſt der Sturm, der
wohl über ein gutes Kombinationsſpiel verfügt, deſſen Schußvermögen
nationalen 100=Kilometer=Rennen, während in den Rennen der Klaſſe B und Energie aber viel zu wünſchen übrig läßt. Hier muß unbedingt
ein Wandel geſchaffen werden, wenn Erfolge nicht ausbleiben ſollen.
Auch die Hintermannſchaft hat in den zwei verfloſſenen Verbandsſpielen
nicht mit dem früher gezeigten Können geſpielt. Auch hier heißt es:
Chr. Müller und Noſellen die Klingen kreuzen, ſowie in Mainz ſich des Ernſtes der Lage bewußt und mit etwas mehr Liebe und Luſt
und Köln vor ſich. In der rheiniſchen Domſtadt ſind u. a. die Hollän= bei der Sache ſein. Steht das Spiel unter der Leitung eines guten
Schiedsrichters, ſo werden alle Freunde des Fußballſportes auf ihre
Rechnung kommen. Spielbeginn ½11 Uhr.
Sportvereinigung 04 Arheilgen.
Ein Tag unſerer Jugend!
Da die Sportvereinigung am kommenden Sonntag mit ihren
Duell Mercedes=Alfa Romeo zugeſpitzt, die mit je vier Wagen altiven Mannſchaften ſpielfrei iſt, widmet ſie dieſen Tag ihrer Jugend
und tritt mit einer großzügigen Werbeveranſtaltung auf den Plan. Die
Jugendabteilung hat ſich in den letzten Monaten ſehr vergrößert und
wagen liegt in ſo bewährten Händen wie Werner, Neubauer, Graf zählt bereits über 100 Mitglieder. Sie ſtellt zurzeit drei Jugend= und
zwei Schülermannſchaften. Vormittags 9 Uhr ſpielt die 22 Jugend,
Eifelrennen” 33 Meldungen erhalten, unter denen die bekann= anſchließend 1b Jugend gegen 12 Jugend Meſſel. nachmittags um 2 Uhr
teſten Automobilfirmen, wie Mercedes, Steiger, Adler, Stoewer. NAG., ſpielt die 1. Schülermannſchaft gegen Union Darmſtadt, anſchließend
gandalauf und nach dieſem Lauf ſpielt die 1. Jugendmannſchaft gegen
Verein für Raſenſpiele, Mannheim.
Dieſem Spiel dürfte wohl das meiſte Intereſſe entgegengebracht
Holland, Borgotti und Vertug (Italien) K. Martin=England und werden, ſtehen ſich doch zwei Jugend=Gaumeiſter gegenüber. Der
Aus=
gang des Spiels iſt ungewiß, ſicher iſt jedoch, daß Mannheim Arheilgen
der Opelbahn dürfte der weltbekannte AJS.=Fahrer Simpſon=Eng= körperlich überlegen iſt trotzdem dürfte dies nicht ausſchlaggebend ſein,
und der Sturm von Arheilgen, der der beſte Teil der Mannſchaft iſt,
wird ſich ſchon durchzuſetzen wiſſen.
Hoffen wir aber auch, daß ſich alle Mannſchaften bewußt ſind, daß
ſie für unſeren Sport werben und Propaganda machen ſollen und alles
Gleiches Intereſſe verdient das von den Leichtathleten veranſtaltete
12=Kilometer=Wettgehen.
Das Wettgehen iſt in den letzten Jahren in Süddeutſchland immer
„3. werden im übrigen die Punktkämpfe um die Vereismeiſterſchaft mehr und mehr verſchwunden und erfreut ſich größtenteils uur noch
geſetzt. In Prag liefern ſich DFC. und Slavia den mit Span= in Norddeutſchland größerer Beliebtheit. Die Veranſtaltung der
Leicht=
athleten, die dazu beitragen wollen, daß ſich dieſer Sport auch bei uns
Sockeh. Der Nürnberger HC. ſpielt in Leipzig am Samstag gegen wieder mehr und mehr verbreitet, verdient deshalb volle Anerkennung.
Da auch ſie zur Werbung beitragen ſoll, fügt ſie ſich in den Rahmen der
ndballſport ſtehen im Hockey die Verbandsſpiele im Vorder= Jugendveranſtaltung ſehr gut ein. Das Meldeergebnis iſt ein überaus
gutes. Bis zum Dienstag hatten bereits 20 Teilnehmer gemeldet,
dar=
unter der beſtbekannte norddeutſche Meiſter Schmidt=Aſchaffenburg,
ſo=
tag in Eiſenach zur fälligen Wahlverſammlung vereint, um zu wie der 33jährige Taunusmeiſter Hugo Weuninger=Aſchaffenburg. Seit
en ſchwebenden Fragen Stellung zu nehmen und die laufenden Ver= 1909 ſind 30 Siege die Erfolge ſeiner ſportlichen Tätigkeit. Auch von
Arheilgen ſind 3 Geher am Start. In der Altersklaſſe beteiligt ſich der
jährigen Veranſtaltungen bekannt gewordene Heinrich Ruhl und
Wil=
helm Andres.
Fußball in Seeheim.
Zu einem entſcheidenden Spiel um die Meiſterſchaft der C=Klaſſe
dener Matinee beſonders die Treffen Ziemdorf=Spears und Herſe= im Gau Ried empfängt der Fußball=Sportverein Seeheim die beiden
Mannſchaften des Sportvereins Vorwärts=Bobſtadt, welcher neben
See=
heim die meiſten Ausſichten auf Erringung der Meiſterſchaft hat. Der
ſüddeutſchen Gebiete, ſondern auch aus Nord= und Mitteldeutſchland. beginn der 1. Mannſchaft 2 Uhr, der 2. Mannſchaft 12½4 Uhr. Die
Jugendmannſchaft ſpielt vormittags 11 Uhr in Eberſtadt gegen die
2. Jugendmannſchaft des F.=C. Germania.
Handball.
Tgf. Eberſtadt — T.= u. Sp.=V. Langen.
Heute Sonntag nachmittag ſtehen ſich auf dem Sportplatz in
Eber=
ſtadt die 1. Mannſchaften der Tgſ. Eberſtadt und des Turn= und Sport=
Krefeld. 1. Geiſenheim — Maß; 2. Prinz — Jugendliebe; 3. Teu= vereins 1862 Langen gegenüber. Vorausſichtlich fällt der Langener
Mannſchaft der Sieg zu.
Turnen.
Darmſtädter Turnerſchaft — Stadwerband der D. T. angeſchloſſenen
Vereine.
Im Hauſe der Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt fand am 17. 10. 94
eine Sitzung obiger Vereinigung ſtatt. Den Hauptanteil obiger Sitzung
nahm das am 2. November 1924 im Hallenbad ſtattfindende.
Deutſch=
offene Schwimmfeſt der Darmſtädter Turnerſchaft” in Anſpruch. Nach
den Ausführungen über die Ausgeſtaltung ſowie Wettkampffolge konnte
man erfahren, daß auf dieſem Gebiete bis jetzt ſehr gute Fortſchritte
zu verzeichnen ſind. An Meldungen von auswärtigen Vereinen liegen
bis jetzt 133 vor, beſonders aus Nord=, Mittel= und Weſtdeutſchland iſt
eine ſehr gute Beteiligung zu verzeichnen. Außerdem ſind zahlreiche
Vormeldungen von Süddeutſchland ſchon eingetroffen. Die rege
Anteil=
nahme von den Vereinen der D. T. gibt den klaren Beweis, daß der
Schwimmſport innerhalb der Deutſchen Turnerſchaft ſchon feſten Fuß
gefaßt hat. Und in dieſem Sinne wünſchen wir der Veranſtaltung am
2. November einen würdigen Verlauf. Nach einigen internen
Vereins=
fragen wurde die Sitzung durch den 1. Vorſitzenden, Herrn Rechtsanwalt
Kalbhenn, geſchloſſen.
Kof.
Jugend=Abteilung der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
Am kommenden Samstag, den 25. Oktober, veranſtaltet die Jugend
des Vereins einen Eltern=Abend im kleinen Saale des Vereinshauſes
(Dieburger Straße Nr. 26), abends 8 Uhr. Am genannten Abend will
die Jugend den Eltern ſowie Mitgliedern des Vereins zeigen, was ſie
in den Uebungsſtunden der Sommermonate gelernt hat. Vorführungen
am Barren der Schülerinnen, Pferdſprünge der Schüler ſowie
Pyra=
miden und Freiübungen letzterer werden neben Volkstänzen und
Stab=
übungen den Abend verſchönern helfen. Aber nicht nur Vorführungen
auf turneriſchem Gebiet werden gezeigt, ſondern auch Vorträge heiterer
und ernſter Art werden die Darbietungen umrahmen. Die
Vorturner=
ſchaft bittet deshalb die Eltern ſowie Mitglieder, die Veranſtaltung durch
guten Beſuch zu unterſtützen. — Die nächſten Turnſtunden der Jugend
finden Mittwoch und Freitag ſtatt.
Kof.
Boxen.
E.P. Der Weltboxmeiſter Dampſey hat ſich vertraglich
ver=
pflichtet, ſich mit dem franzöſiſchen Boxer Paolino zu treffen.
Damb=
ſeh ſind 20 000 Pfund Sterling garantiert, unabhängig vom Ausgang
des Matches. Paolino, ein ehemaliger Hausarbeiter, iſt ein erſt vor
wenigen Monaten bekannt gewordener Boxer.
Automobilſport.
Am Großen Preis von Italien,
der am Sonntag in Mailand zur Entſcheidung kommt, nehmen, wie
jetzt feſtſteht, zwölf Wagen teil, die in folgender Reihenfolge auf
die 800 Kilometer lange Reiſe geſchickt werden: 1. Alfa Romeo (
As=
cari), 2. Mercedes (Werner), 3. Schmid (Goux), 4. Chiribiri (
Marcon=
cini), 5. Alfa Romeo (Campari), 6. Mercedes (Neubauer), 7. Schmich
(Foreſti), 8. Chiribiri (Dr. Cirio), 9. Alfa Romeo (Wagner), 10.
Mer=
cedes (Maſetti), 11. Alfa Romeo (Minoja) 12. Mercedes (Zborowski).
Probefahrten zum Großen Preis von Italien.
Mailand, 16. Okt. (Europapreß.) Auf der Rundbahn von
Monza haben die offiziellen Probefahrten für das internationale
Auto=
rennen um den großen Preis von Italien begonnen. Am erſten Tage
betätigte ſich namentlich Werner auf dem Mereedeswagen.
Er legte 15 Runden mit einer durchſchnittlichen Geſchwindigkeit von
156½ Kilometer zurück. Ebenfalls mit einem Mercedeswagen wurde eine
Nunde von Wagner in einer Geſchwindigkeit von 240 Kilometer in
der Stunde durchfahren.
Amerikaniſche Baſeballſpieler in Deutſchland.
ks. Die New York National und die Chicago=Baſeballmannſchaften
haben eine große Reiſe angetreten, die ſie u. a. auch nach Deutſchland
führen ſoll. Die beiden Mannſchaften abſolvieren erſt in Kanada, und
zwar in Montreal und Quebee, zwei Gaſtſpiele und ſchiffen ſich dam
nach Liverpool ein. Während der europäiſchen Tournee wollen die
Amerikaner in England, Irland, Schottland, Frankreich, Belgien, in
Deutſchland und Italien ſpielen.
* Vom Krähberg=Rennen. Man ſchreibt und: In Nr. 28 erſchien
die Mitteilung, daß ſämtliche Fahrer den Betriebsſtoff „Jkolin”
ver=
wendet hätten. Dies entſpricht nicht den Tatſachen, vielmehr hat Herr
Paul Jörns von Opel, der die beſte Leiſtung aufzuweiſen hatte,
„Cofix” gefahren.
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Sonntag, den 19. Oktober 1924.
Seite 13.
„Hier waggelt die Wand, hier muß ſvas los ſei!” Unner
däre Dewieſe hab ich un noch e paar Dutzend Härrn un Dame
aus de verſchiedene Greiſe vun de Darmſtädter
Bevelkerungs=
ſchichde die vorich Woch uff=em Nadhaus e dransformadoriſch
EAusenannerſetzung gehadd, die wo bis ins nechſte Johr eniwwer
fſpiele dhut. Nemlich es hannelt ſich um die „Darmſtädter Woch
1925” die wo alle Kallennermächer zu Drotz rund zwaa Monad
ſdauern un zum Dank ins Friehjohr un zum Daal in de Herbſt
geneifalle ſoll. Bei dere Ausenannerſetzung hodd uns de Herr
SBorjemaaſter Mueller in=ere Eifiehrungsredd, ſo aus em
Hand=
ggelenk eraus, emol im Bauſch un Boge ausenannergeſetzt, wie er
Kich die Sach denkt. Un do muß ich dann doch ſage: Allerhand
Sochachdung!
Wie er uns ſo erzehlt hodd, de Herr Borjemaaſter Mueller,
Daß Darmſtadt unbedingt widder langſam aus ſeim unfreiwilliche
DDornreeschesſchloof uffgeweckt, mißt wärrn un daß mer den
EMagge, der wo uns als „dode Stadt” ahafde dhet, auswetze
rnißte, wann mer uns net bun de annere Städt im Deitſche Reich
t.wwer die Axel agucke loſſe wollte — alſo wie er uns deß alles
to in ſeine ſamfde, liewenswärdiche Ard un Weis verglickert
ſodd, do hab ich des Geſiehl gehadd, als wie wann ſelbſt der
Ozonirrigadohr, der wo im Nadhausſäälche a geblich die Luft
Serbeſſern ſoll, un der wo doch ſchun Manches geheerd un iwwer
ſich ergeh hodd loſſe miſſe, alſo, als wie wann ſelbſt der for=en
Mommend ſchneller gelaaſe weer, als es ſunſt ſei
Gewohn=
eid is. Un wann die Schwungkraft von ſo borjemaaſterliche
Fddeje ſelbſt en Irrigadohr befliechelt, der wo in dem „bau=
Felliche” Sitzungszimmerche gewehnlich mit ſeim eiſchlefernde
Ge=
ſarmm, die gude Rede begleide dhut, damit die Arweid munder
wortfließt, alſo dann brauch ſich kaa vernimfdicher Menſch driwwer
mi verwunnern, wann aach wenicher geiebde Zuheerer vun dene
Fddeje beſeelt worrn ſin. Un ſo därf ich dann unnerm Siechel
der Verſchwiechenheit braaddräde, daß ſowohl ich, wie aach die
annern mit dene Ei= und Ausfiehrunge vum Herrn Borjemaaſter
Mueller im große ganze ei verſtanne warn. Wann aach hie un
uo e bißche vun dem unvermeidliche Waſſer, in den geiſtiche
Teſchiewei’ gegoſſe is worrn, ſo konnt mer am Schluß vun däre
Lusenan nerſetzung doch ſage: Achdung, hier waggeld die Wand,
jer muß was los ſei! Die „Darmſtädter Woch 1925” is geborn,
„Sunkdumm, ſchdrei Sand drum=erum!
Aa Bemärggung hodd iwwrichens de Herr Borjemaaſter
Neueller noch falle loſſe, in däre wo ich=em vollſtendich beiflichde
ſiet. Nemlich er hodd geſagd, wann e Meenzer vun ſeine
Vadder=
tIdt ſchwäzze dhet, dann dhet er immer um 25 Prozent
iwwer=
meiwe wohärngäche de Darmſtädter, in ſeine ſelbſtkriddiſche
Ver=
lagung, der dhet fuffzig Prozend abziehe; wann mer alſo ſelbſt
inſſer Leiſtunge erunnerſetze dhete, do kennde mer die
Auswär=
iuhe ſchwerlich zum Hierherkumme begeiſtern. Deß is unbedingt
iwdich. Wann nadierlich aaner ſeegt, „de beſte Kunne vun de
fyankforder Geſchäftswäld weer de Darmſtädter”, ſo ſin deß
nidenſtens hunnert Brozend. Un wann e annerer behaubde
hrit, „de Schweineſtall im Schlachthaus weer en Feſtſaal
gächen=
mver dem Sitzungszimmer vum Radhaus”, ſo ſin des unner
Znieder gud un gern zwaahunnerd Brozend. Deß ſoll mer
ene Herrn, die wo in Rede un Schrift ſo leicht aus em Gerick
umme, emol ſchonend beibringe.
Annerſeits hodd awwer ſo e bische Selbſtkriddick gor nix zu
age, dann bei Brojäckte, die wo in die Zukumfd enei raache, do
immt’s net druff aa, wer recht hodd, ſundern wer recht
be=
ellt! In Bezugnahm bedräffs vun däre „Darmſtädter Woch
93:5” hab ich zwar heid ſchun des Gefiehl, als wie wann dißmal
e Herr Borjemaaſter Mueller recht behalte dhet.
Zweifelhafd is mer die Sach jedoch wäche dem Brojäckt, deß
zu ſich mit de Bebauung vum alde Balleegadde befaſſe
hnt. Nemlich deß Geſpenſt, deß wo ſchun ſeid Johrn in de
(Hb vun de Darmſtädter Bevelkerung erumgeiſterd, deß hodd
bletzlich maddrialiſierd un hodd ſich in Geſtald vun=ere
lnnongs neilich dem Darmſtädter Bubbligumm bräſſendierd.
zie Miniſtralbauabdeilung hodd emol die Kuh am Horrn krickt
n nu waaß mer doch offiziäll, daß die Agelächenheid akuhd
Un do mecht ich nu in zwelfder Stund alle Heiner
männ=
lichen un weiblichen Geſchlächds, ſowohl de altei geſäſſene, wie
aach de a geſchwemmde, zuruffe: Velker vun Darmſtadt, wahred
Eiere heiligſten Gieder un loßt Eich de Balleegadde net zubaue!
Erhebd flammende Brodäſt gäche die Vergewaldichung vun Eiere
Geſundheid un ſteht einmiedich zuſamme un ſingd, wann alles nix
mehr hilft, des Niederlendiſche Dankgebäd: Herr, mach uns frei
— vun dene Brojäckdemächer, die wo aus Eichennutz un reinem
Maddrialismus altiwwerlieferde Kullduhrwärde dem Erdboddem
gleichmache wolle. Glaabt’s en net, wann ſe Eich ſage, mer wollt
bloß widdermol e bische des Stadtbild verſchennern. Als wann
ebbes des Stadtbild ſcheener verſchennern kennt, als en ſchee
agelegder Gadde. Gewiß, ’s is wohr, in dem Zuſtand, in dem
wo ſich äwe der Gadde befinne dhut, do kann mer allerdings
ſage: Schee is annerſter! UIn mir macht’s mehr un mehr de
Eidruck, als wann mer in unſerm neie Staat kaan große Wärd
druff lege dhet, emol „in Scheenheid zu ſtärwe‟ . . . . De
Härrn=
gadde in ſeim heidiche Zuſtand is en Schandfläcke in unſerm Ruf
als Kunſtſtadt. Naa, Herr Borjemaaſter Mueller, in bezug vun
unſere Gärde, do brauche mer kag fuffzich Prozend abziehe. Die
Dauſende vun Fremde, die wo mer es nechſte Johr dorch die
„Darmſtädter Woch” hierherluxe wolle, die wärrn, wann ſe de
Härrn= un de Balleegadde in dem Zuſtand ſähe, en ſcheene
Be=
griff vun uns krieje. Zu allem aach noch die Schand, daß
ſchließ=
lich mir for Schlambe a gegudt wärrn, wo mer doch gornix dezu
kenne!
Zwar, was die zwaa Gärde bedräffe dhut, ſo is an dem
ſchauderreeſe Zuſtand dißmol die Stadtverwaldung unſchuldich
un ich muß ſe unbedingt in Schutz nemme. Die Härrngaddefrag
kennd lengſt zum beſte vun de geſamde Berjerſchaft geleeſt ſei,
wann ſich die ſuberkluge Baddeibonze im Landtag net ſo
bocks=
baanich geſtellt hedde und ſich eigebild hedde, die Stadt dhet
em Staat den Härrngadde aach noch abkaafe! Ei, der is for
geſchenkt zu deier! Deß is es awwer, jeder will heid e Geſchäfd
mache, un deß Wort „Gemeinwohl” is ſcheinbar aus dem
rebub=
blikaniſche Werderbuch geſtriche. Bei derardiche „Geſchäfde” hodd
mer awwer ganz entſchiede des Geld verkehrd im Zins un die
Kortzſichdichkeid wärrd ſich ſpeter emol bidder räche. So aach bei
dem Balleegaddebrojäckt.
Unbegreiflich is mer’s allerdings, wie aach noch geborene
Darmſtädter fage kenne, mir hedde genug Beem in Darmſtadt
und kennde uff die paar im Balleegadde verzichte. Beem hodd e
Stadt nie genug un beſunners Darmſtadt net. Die paar
Bäum=
cher in unſer Muſteralag am Exert, die mache de Kohl net fädd.
Un wann mer unſer ganze Straße mit dene beliebde „Bäumcher”
duuard un kann ſich denooch eiſſtelle.
beblanze, ſo kann uns des net vor=em Verſande ſchütze, ſundern en
geſunde Baumbeſtand is erforderlich, beſunners im Weſte vun de
Stadt. Odder is es dene gelehrde Brojäckdemächer net bekannd,
daß Darmſtadt, ſo vun de katholiſch Kärch ab, eniwwer nooch em
Bangertsvärrdel zu, weſtwärts vollſtendich uff Flugſand gebaut
is, der wo for ſo un ſobiel dauſend Johr nooch un nooch wedder
die letzte Auslaifer vum Odewald geweht is worrn? Is es dhene
Herrn net bekannd, daß mer heid noch aus Weſte her mit drucke
Luft, Sand un Staab verſorcht wärrn? — Daß mer der
End=
wiggelung vun unſere Stadt, nooch Weſte zu, dorch de Bahnhof,
de Waldfriedhof, Arweiderkolonnie un Induſtrievärrdel, Platz
un Raum gäwwe hodd, deß wärrn uns unſer Nachfahrn emol
eglich a’ſtreiche, wann ſe ſich for lauder Staab net mehr
rädde=
riern kenne.
Nu hodd jo allerdings der Himmelsvadder in unſerm
Stadt=
barlamend alläßlich vun=ere Straßereinichungs=Staabdebadde
emol erkleerd, mit dem Staab in Darmſtadt dhet vieler zu viel
Jagd gemacht wärrn, der weer gar net ſo gefehrlich, wie des
Bubbligumm in ſeine Angſt anemme dhet, ſunſt weer kaa
Straße=
kehrer mehr ſeines Läwens ſicher. — No, unner uns geſagd, mit
dene Medizinmenner hab ich ſchun recht eichentiemliche
Erfah=
runge gemacht un ich drau dene ihre Gudachte nor noch halwer.
Zum Beiſpiel im Krieg, wie ſe uns langſam des Fleiſcheſſe
ab=
gewehnt hawwe, do hodd mer aus dem Mund vun de
mede=
zieniſche Kabbazidhäte geherrt, die meiſte Krankheide, an dene
die Menſchheid in Deitſchland leide dhet, weern uff de
Fleiſch=
genuß zuriczufiehrn. Mir hawwe’s geglaabt un hawwe kaans
mehr geſſe, wos uns zimmlich leicht gemacht is worrn, weil mer
kaans mehr krickt hawwe. Nooch em Krieg, wann mer do zu
de Dockder gewankt is, do hodd’s gehaaße: Uinnerernehrung
in=
folge Fleiſchentzugs! — Seid däre Zeid heeg ich, in Bezugnahm
uff die ärztliche Diabrognoſe, en gelinde Zweifel in meine Bruſt.
Un ich bin, dorch meine Erfahrunge gewitzicht, dehinnerkumme,
daß die Menſche jedenfalls an dene Krankheide ſtärwe, vun dene
wo die Dockder läwe.
Nu' will ich dodermit unſerm ſtadträtliche Medizienmann
dorchaus net zu nah dräde, beileib net. Awwer ich for mei Daal
hab nu emal gäche den ungefehrliche Staab e uniwwerwindlich
Abneichung. Un wann ich aach mit meine bollezeiwiedriche
Ge=
ſundheit, un vielleicht aach dorch mei Immunidhäd, gäche Staab
in jeder Form gefeid bin, ſo kenn ich doch e Maſſe
Darm=
ſtädter Aerzt un e ganz Maſſion Darmſtädter Eiwohner, die
däre „druckene Luft” in Darmſtadt dorchaus kaan Geſchmack ab=
gewinne kenne. Un die deßhalb der Jwwerzeichung ſin, daß die
Lungefliechel in unſere Stadt unner alle Umſtend erhalte
bleiwe miſſe, wann mer ſich net an de Geſundheit vun de
ge=
ſamde ſteierzahlende Bevelkerung verſindiche will. Un wer gibd
mir die Gewähr, daß deß, was jetzt mit dem Balleegadde geſchähe
ſoll, net eines ſcheenen Dags aach mit unſere annere Gardealage
un Gärde geſchieht? Erzehlt mer ſich doch bereits, daß ſe im
Härrngadde, de lange Wähk an de Frankforder Stroß, e „Kaffee‟
hiebaue wolle ..
Deßhalb, Darmſtädter Menner un Fraue: Auf zum Kambf
um die Erhaltung vun unſere Lungefliechel! Loßt Euch net vun
e paar, die wo nor ihre eichene Indräſſe im Aaag hawwe,
bladderdings wie e Relljäff an die Wand dricke. Noch immer
hodd die effentliche Meinung geſiegd, wann ſe
feſt un ſtandhaft gebliwwe is! Allerdings, ſo wie der
Gadde äwe is, kann er net bleiwe. Ewäck mit däre chineeſiſche
Mauer, die is iwwerfliſſiſch — ſeidem mer ſe hinner de Paulus=
kärch um die Beamdehaiſer erum widder neiuffgebaud hodd,
(heilicher Konnfudſe, ſei dem Archidäckt, der wo dodefor
ver=
andwortlich zeichent, gnädich!).
Iwwrichens hab ich ſo was leide heern, als wenn endlich
ſich der Blan verwärkliche ſollt, daß mer unſere Gefallene e
wär=
dich Ehrenmal ſetze will. Deß gehert net, wie beabſichdicht, uff
den ſogenannte Waldfriedhof, ſundern midde in die Stadt!
Gibt’s en geeigendere Blatz wie de Balleegaadde? Do is en
ſtar=
ker Verkehr, do wärrn mir, unſer Kinner un Kinneskinner
dag=
dächlich dra erinnert. Un mir kenne gor net oft genug an die
Zeid erinnert wärrn .. .!
So, ich hab mei Maanung geaißert, dann es ſoll in hunnerd
Johr net haaße, die Bimmbernellſen hedd ſich net gäche des
Balleegaddebebauungsbrojäckt geembert. Un jetzt, Darmſtädter,
macht wos derr wollt, zeichent Eich beim Buchhennler Säng in
die Liſt ei odder loßt’s bleiwe — mir is es Worſcht. Awwer
kummd mer nor net hinne nooch un greint, ſunſt — — — Noja,
Ihr wißt Beſcheid!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Die Woch hab ich oft un viel an
de alde Graf Zebbelin denke miſſe. Ach, wann er doch deß noch
erlebt hedd, daß mer dorch ſei Erfindung Ameriga aach uff em
Luftwähk endecke kann! Es is jo ſchun e paarmal endeckt worrn,
deß Ameriga. Bekanndlich hodd’s de Kolummbuß, ſeelich, des
erſtemol vor rund vierhunnerd Johr endeckt. Awwer deß gild
eichendlich nix, weil’s ſtreng genumme e Verſähe war, dann es
war net ſei Abſicht un ſchließlich de reinſte Duhſel. Noochher
hawwe mirs noch e paarmol endeckt. Im Krieg un nooch em
Krieg. Deß war awwer ſchun kaa Endeckung mehr, ſundern en
gladde Reifall. Un jetzt hawwe mer’s glicklich uff em Luftwähk
endeckt. Un daß die Sach gladd abgeht, deßhalb hab ich die Woch
in aaner Duhr de Adem gehalde un die Daume eigeſchlage un
hab alſo uff die Ard aach e klaa bische Adeil an dem große
Erfolg.
Un wann ich aach bis jetzt noch kaa Glickwunſch=Dellegramm
krickt hab, ſo hodd deß faſt gar nix zu ſage. Ich binn deßhalb
doch ſtolz uff unſer Leiſtung. — Herrgodd, was meeche die
Ameri=
ganer gelinſt hawwe! Die meeche emol net ſchlecht verſchrocke
ſei, wie’s uff aamol iwwer ihre Kebb geſchnorrd hodd. Awwer
recht hodd’s en geſchehe un ich gunn ſen, daß ſe mal widder
ge=
zeigd hawwe krickt, daß iwwer de große Pitſch aach noch Leit
wohne, die mer net links lieje loſſe derf. Indräſſiern dhet’s mich
bloß, ob ſe de „Zebbelin” aach uff Alkehohl un ſo unnerſucht
hawwe. No, de Dockder Eckener werrd ſo ſchlau gewäſe ſei un
wärrd ſei Puddelche, wann er aans bei ſich hadd, ſauwer
leer=
gemacht hawwe, eh daß er ganz driwwe war. Uff den edwaiche
„Weigeiſt” kimmt’s jo aach in dem Fall net a. — Awwer den
„Geiſt”, den annere „Geiſt”, den kenne ſe net beſchlagnahme.
Un der lebt un webt im deitſche Volk. Drotz alle dene, die da
maane, mit=em Reddehalde un Sprichklobbe kennt, mer des
deitſche Volk widder in die Heeh bringe. Ach, was ſin ſe ſo klaa,
die Baddeiherrgedder, gäche die Zebbelinmenner! Un erſt die
Franzoſe mit ihrm bornierde Graggel, die ſtehe do un mache e
Geſicht wie drei Dag Räächewedder un maggiern widder mal die
blamierde Eirobäer! No, deß is en jo nix Neies. Uns degäche
ſoll’s widder mal wos Neies ſei, daß mer de Kobb hoch hewe
derfe, wann mer aach heit ſo arm ſin wie e Kerchemaus. Die
Ozeanfahrt vum Zebbelin, un awwer aach der Friedensbreis,
den ſich de Dockder David geholt hodd, ſoll de Wäld zeiche, daß
mer den deitſche Geiſt dorch nixnutzige Verdräch net knewele kann.
Uns awwer ſoll’s des Herz froh un leicht mache im Verdraue
uffe beſſer Zukumfd — drotz alle Haamduckſer un Kwehrdreiwer!
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19. Oftober 1924
Nr. 291
* Deuiſchlands Wollkäufe in Südamerika.
Die Wollausfuhr Argentiniens vom 1. Oktoker 1923 bis 31. Juli
1924 belief ſich auf 274 363 Ballen gegen 343 642 Ballen in der gleichen
Zeit des Vorjahres. Während die Einfuhr der Vereinigten Staaten
von 89 790 auf 28 692 Ballen zurückgegangen iſt, haben die
Verſchiffun=
gen nach Deutſchand ganz erheblich zugenommen. Deutſchland ſteht
gegenwätig als Verbraucher argentiniſcher Wolle an erſter Stelle, denn
in den erſten 10 Monaten der Saiſon gingen 86 000 Ballen nach
deut=
ſchen Häfen, 61 143 Ballen nach Groß=Britannien, 50 978 Ballen nach
Frankreich, 27 227 Ballen nach Belgien, 14 088 Ballen nach Italien
und 5 169 Ballen nach Holland und Skandinavien. Die Wollausfuhr
Uruguahs betrug in dem gleichen Zeitraum 99 728 Ballen gegen
92 677 Ballen im Vorjahr. Mehr als 40 Prozent dabo wurden nach
Deutſchland verſchifft, wie aus nachſtehender Ausfuhrſtatiſtik
hervor=
geht: Amerikaniſche Häfen 7491 (45 301), Hamburg 36 185 (21 510),
Bremen 3468, (1841), Liverpool 14 452, (2731), Dünkirchen 14 533
(8585), Le Habre, Marſeille, Bordeaux zuſammen 624, (484), Genua
8925 (3758), Antwerpen 8319 4293), Amſterdam und Notterdam 3098
(3332), Trieſt 1327 (206), ſchwediſche Häfen 1066 (320), Barcelona 152
(203) Ballen. Im Auguſt und September waren die deutſchen
Woll=
käufe in Südamerika umfangreicher als die der übrigen europäiſchen
Länder.
B.R.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
— Das unnötige Verfeuern von Nutzholz. Die
holzverarbeitende Induſtrie verhandelt zur Zeit mit den Braunkohlen=
Shndikaten über die Möglichkeiten, das unwirtſchaftliche Verbrennen
von Nutzholz zu verhindern, andererſeits den Abſatz von Braunkohlen
zu heben. Aus den Verhandlungen geht hervor, daß jährlich
Millio=
nen Goldmark geſpart werden könnten. Es wird feſtgeſtellt, daß nicht
mr auf dem Lande, ſondern auch in den Städten noch aus alter
Ge=
wohnheit außerordentlich viel Brennholz verbraucht wird, ohne daß
man ſich klar macht, wie teuer dieſer Luxus dem Volke zu ſtehen kommt.
Die Syndikate führen als Beweis folgende Zahlen an: 1 Raummeter
Buchen=Brennholz koſtet heute in der Großſtadt, frei Keller 20 bis 22
Mark, den gleichen Heizwert erzielt man mit 5½/ Zentner
Braunkoh=
lenbriketts, 1,40 Mk. pro Zentner, frei Keller 7,35 Mk. Steinkohlen
und Torf bringen etwa das gleiche Ergebnis; bei Verwendung von
Nadelholz wird die Rechnung noch weſentlich ungünſtiger. Das
un=
nötige Verfeuern eines jeden Raummeters Holz bedeutet alſo eine
Ver=
ſchwendung von 12 bis 15 Mark. Beſonders auf dem flachen Lande
werden Unmengen von Brennholz, darunter ſehr viel Nutzholz,
ver=
brannt, gleichbedeutend mit einem Verluſt von mindeſtens 6 Mark je
Raummeter Holz, wenn man die Anfuhr und die Aufarbeitungskoſten
ganz niedrig in Anſatz bringt.
*B.R. Zunahme der däniſchen Kohleneinfuhr
aus Deutſchland. Die Kohlenemfuhr Dänemarks in den erſten
8 Monaten des Jahres bezifferte ſich auf 2 319 950 Tonnen gegen
1968 943 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Davon wurden
2235 430 Tonnen (1856 304 Tonnen i. V.) aus Groß=Britannien und
35 615 Tonnen (24 906 Tonnen i. V.) aus Deutſchland eingeführt.
— Die vorläufigen Verſandzahlen über die
deutſchen Reparations=Kohlenlieferungen im
Auguſt d. Js. Es empfingen:
Braunkohlen= zuſammen
Frankreich und Kohle Koks Briketts effektiv umgerechnet
Luxemburg . 455844,7 207 409,1 32 864 766 117,8 775 234,1
360 861,0 625080 6998 430 367,0 451 203,0
Belgien
395563,0 11 7670
407 330,0 411 252,3
Italien.
imsgeſamt: 12222687 B16841 39 862 1543 814,8 1637 709,4
Banken.
— Wochen=Ueberſicht der Deutſchen
Golddis=
kontbank vom 15. Oktober 1924. Aktiva (in Pfund Sterling):
4. Goldbeſtand 9000, 2. Noten ausländiſcher Banken 585.7.4, 3. Täglich
fällige Forderungen im Ausland 715 294,7.2, 4. Wechſel und Schecks
6 422 049.—.9, davon kurzfriſtig 1 361 527.—2, 5. Noch nicht
eingezahl=
tes Aktienkapital 3 352 800, 6. Sonſtige Aktiva 52 114.—,6 zuſammen
10 551 842.15.9. Paſſiva: 1. Grundkapital 10 000 000, 2. Neſervefonds
—, 3. Banknotenumlauf —, 4. Täglich fällige Verbindlichkeiten
49901.78, 5. Sonſtige Paſſiva 501 941 8.1. zuſammen 10 551 842.15.9.
Giroverhindlichkeiten 5 395 793,5.11.
Wirtſchaft des Auslandes.
* Schweizeriſche Sichtvermerke. Die Induſtrie= und
Handelskammer Frankfurt a. M.=Hanau iſt an einflußreicher Stelle
da=
hingehend vorſtellig geworden, daß bei der Erhebung der
Sichtvermerks=
gebühr ſeitens der ſchweizeriſchen Vertretungen in Deutſchland eine dem
tatſächlichen Wertverhältnis der Franken= und Markwährung
entſpre=
chende Umrechnung der Mark erfolgen möge. Bis dahin war die
deut=
ſche Mark grundſätzlich 1 Mark gleich 1 Schweizer Frankea berechnet
worden. Wie uns nun mitgeteilt wird, iſt die Schweizeriſche
Geſandt=
ſchaft in Berlin ermächtigt worden, eine für alle Schweizeriſchen
Konſu=
late i Deutſchland geltende, dem ungefähren Tageskurs entſprechende
Berechnung der Goldmark in Anwendung zu bringen.
* B.R. Verlängerung des däniſchen Valutakredits.
Der am 15. Dezember ablaufende Valutakredit, den die Däniſche
Natio=
nalbank bei den 5 Londoner Großbanken ſowie der New Yorker National
City Vank und der Hambros Bank im Betrage von 2.7 Millionen Pfund
Sterling bzw. 10 Millionen Dollars aufgenommen hatte, iſt Ende voriger
Woche auf 1 Jahr verlängert werden. Der Däniſchen Nationalbank iſt es
gelungen, erheblich günſtigere Bedingungen zu erzielen. Während bisher
der Mindeſtzinsſatz für den Sterlingkredit ſich auf 5 Prozent und für den
Dollarkredit auf 534 Prozent belief, iſt jetzt ein einheitlicher Mindeſtſatz
von 5 Prozent vereinbart worden. Außerdem iſt die Bankproviſion, die
bisher 1½/ Prozent betrug, auf ½ Prozent ermäßigt worden, ſodaß ſich
der Zinsfuß für das amerikaniſche Geld um 1½ Prozent und für das
engliſche Geld um 34 Prozent billiger ſtellt.
B.R. Steigerung des engliſchen
Nationalein=
kommens. Nach den Berechnungen des „Economiſt” belief ſich das
Nationaleinkommen Groß=Britaniens in 1923 auf netto 3 470 000 000
Pfd. Sterling gegen 3 140 000 000 Pfd. Sterling in 1922. Die
Stei=
gerung um 330 000 000 Pfd. Sterling iſt als eine durchaus reale zu
betrachten, da ſie nicht auf die allgemeine Erhöhung des Preisniveaus,
ſondern auf die Zunahme der Produktion zurückzuführen iſt.
— Die amerikaniſche Ausfuhrziffer geſtiegen.
Im September iſt die Ausfuhrziffer wiederum weſentlich geſtiegen, und
zwar von 331 Millionen Doll. im Auguſt auf 427 Mill. Doll (gegen
381 Mill. Doll. im September vor. Js.). Die Einfuhrziffer weiſt zwar
auch eine Zunahme auf, doch iſt ſie nur geringfügig. Der Wert der
Einfuhr betrug 285 Millionen Doll. gegen 270 Mill. Doll. im Auguſt
und 255 Mill. Doll. im September 1923. Die Ausfuhr von Gold
er=
reichte einen Wert von 4 850 000 Doll. gegenüber 2 397 000 im Auguſt
bzw. 1 024 000 im September des Vorjahres, die von Silber 10 345000
Doll. gegen 8 632 000 bzw. 8 123 000 Doll. Die Einfuhr von Gold hat
rapide abgenommen, während ſich der Wert derſelben im Auguſt auf
18 150 000 Doll. und im September 1923 auf 27 804 000 Doll. belief,
wurde im verfloſſenen Monat Gold im Werte von 6 555 000 Doll.
im=
portiert. Der Wert der Silbereinfuhr ſtellte ſich auf 6 916 000 gegen
7 042 000 bzw. 8 532 000 Dollars.
* Die bedeutende italieniſche Textilfirma
Vit=
torio Fregoſi, Via Unione 12, in Mailand hat ihren
Kon=
kurs erklären müſſen. Durch das Eingreifen einer belgiſchen Bank,
die der Sicherheit der ſeit etwa 4 Jahren erſt beſtehenden Firma nicht
mehr traute, wurde der Zuſammenbruch unabwendlich. Die Paſſiva
betragen ungefähr 8 Millionen Lire, von denen ein Teil Lieferanten
aus Belgien und Nordfrankreich trifft.
Erwerbsgeſellſchaften.
* Die Vereinigung kurheſſiſcher, waldeckiſcher
und benachbarter weſtfäliſcher Kalkwerke, Fritzlar, hat
mit Wirkung ab 15. Oktober die Preiſe für Baukalk und Düngekalk in
Stücken um weitere 10 Mark für 200 Zentner herabgeſetzt. Seit einiger
Zeit iſt auch die frühere Zahlungsbedingung: Kaſſe netto, umgeändert
worden in Barzahlung mit 6 Prozent Skonto oder drei Monate
zins=
freies Ziel. Dadurch wird zur Belebung der Bautätigkeit beigetragen
und die Landwirtſchaft in den Stand geſetzt, den Ackerboden vor
voll=
ſtändiger Verſauerung und Deutſchland vor Mißernten zu bewahren.
— Glockenſtahlwerke A.G. vorm. Rich, Lindenberg
in Nemſcheid=Haſten. Die Verwaltung der Glockenſtahlwerke
Handelsblatt
5. November einberufenen ordentlichen Generalverſammlung neben der in badiſchen Ortſchaften Partien zu 20—25 Mk. gewogen worden, d.
Papiermarkbilanz für 1923/24, in welcher ein Gewinn nicht ausgewieſen, meiſt an Fabrikanten übergingen, wogegen ſich der Handel zurückhie!.
Das Stammaktienkapital ſoll auf 6,3 Mill. Goldmark feſtgeſtellt und ſo= Jentner umgeſetzt. Rippen zu bisherigen Preiſen geſucht.
mit jede Stammaktie über 1000 Mk. auf 140 Gmk. umgeſtellt wverden.
Die Umſtellung der Vorzugsaktien erfolgt gemäß den geſetzlichen Be= Samstagen, war der Produktenverkehr ſtill. Unternehmung
ſtimmungen.
werke wurden laufende Angelegenheiten behandelt. Außerdem fand bedeutende Abweichungen; für die von Noggen und Weizen bots,
Verhältnis, in welchem die Umſtellung erfolgen ſoll, wird in einer war in beiden Artikeln nur geringfügig angeboten. Von Gerſte wu
ſpäteren Sitzung Beſchluß gefaßt. Andre hierüber umlaufende Mit= den in der Hauptſache wiederum nur feine Qualitäten verkauft. 2.
teilungen ſind, wie ausdrücklich bemerkt wird, unzutreffend.
Perſicherungsweſen.
* Deutſche Glas=Verſicherungs=Aktiengeſell= tin, handelsübliche Ware, das Gramm 14.45 Mk. (Geld), 14.90 M
ſchaft in Berlin. Die obige, mit einem Aktienkapital von einer (Brief), Fein=Kornſilber, das Kilogramm 99 Mk. (Geb.
Million Goldmark gegründete Geſellſchaft hat die Reichskonzeſſion er= 101 Mk. (Brief), Barrenſilber, 160/1000 f., das Kilogramr,
halten und nunmehr ihren Geſchäftsbetrieb in Berlin SW. 11, König= 98.50 Mk. (Geld), 100 Mk. (Brief). Tendenz: Silber weiter feſt. Feſe
grätzer Straße 90, aufgenommen. Der ſeitherige Vorſtand Herr Nechts= geſtellt 3 Uhr nachmittags. — In Pforzheim wurden folgendo
anwalt Dr. Michalski hat das von ihm proviſoriſch verwaltete Amt Edelmetallpreiſe notiert: Barrengold, das Gramm 2,81½ Mk. (Geld
niedergelegt. Wie wir aus der Ankündigung der Geſellſchaft erfahren, 2.89:/, Mk. (Brief), Platin, das Gramm 14.75 Mk. (Geld), 14.95 Mf
wird der definitive Vorſtand aus den Herren Direktor Ad. Alicke, ſeit= (Brief), Feinſilber, das Kilogramm 100.2 Mk. (Geld), 100.75 Mk.
heriger erſter Direktor der Mitteldeutſchen Verſicherungsaktiengeſellſchaft (Brief). Tendenz: feſt,
in Halle a. S. und Direktor O. Keppler, zuletzt Abteilungsvorſtand des
Deutſchen Lloyd in Berlin gebildet. Die neue Geſellſchaft, die eine
Gründung des Vereins deutſcher Spiegelglasfabriken G.m. b.H. in Köln,
der alleinigen Verkaufsorganiſation der ſämtlichen deutſchen
Kriſtall=
deutende Induſtriegruppe als Nückhalt, und es verdient deshalb dieſe waren. Im Großen und Ganzen ſcheinen die Preisrückgänge ſo ziemn
Gründung in Verſicherungskreiſen ernſteſte Beachtung, zumal die Lei= lich am Ende angelangt zu ſein, und es greift eine feſtere
Preistenden=
tung in den Händen bewährter und tüchtiger Fachleute liegt.
Transport und Verkehr.
geführt wird, daß die Gütertarife der konkurrierenden Nachbarſtaaten Qualität mit 15,5 Lſtrlg. ab Lager Freihafen gegen den engliſchen ei=”
nur die Hälfte oder gar nur ein Drittel der deutſchen betragen. Die Preis von 16 Lſtrlg. angeboten wurden. Für Weinſteinſäure kriſt. und
Wettbewerbsfähigkeit der deutſchen Waren auf dem Auslandsmarkt pulveriſiert herrſcht eine etwas gebeſſerte Nachfrage bei Preiſen von 4.1
werde dadurch immer mehr gefährdet und der innere Abſatz mehr und Brom und Bromſalze ſind weiter feſt bei guter Nachfrage.
mehr eingeſchränkt. Es iſt leider die Befürchtung nicht von der Hand
zu weiſen, daß die Reichsbahngeſellſchkaft die geforderte Ermäßigung kalien:
nicht eintreten laſſen, ſondern im Gegenteil die Frachtſätze erhöhen Aetzkali 88/92% .. . 12,75 Bitterſalz techn. kriſt. . . .T 3. 2, 6ä
wird, da nach der Annahme der Dawes=Geſetze die Einnahmen aus der Bariumcarbonat 98/100% „ 3.40 dto u. S. P. IX. . . 5.10.——
Reichsbahn teilweiſe für die Neparationen in Anſpruch genommen Chlorbariumkriſt 98/100% „ 4.40. Bleizucker weiß
werden müſſen. Anders liegt der Fall bei den Reichswaſſerſtraßen, zu dio Kriſtallmehl
denen auch die künftige Binnenſchiffahrtsſtraße Rhein—Neckar—Donau Chlorſ. Kali pulv.
gehört. Hier, wo ſich der Frachtverkehr für Maſſengüter an und für Notblauſ, Kali kriſt.
ſich weſentlich billiger geſtaltet, kann durch eine den Intereſſen Süd= Glauberſalz feinkriſt.
weſtdeutſchlands angepaßte Tarifpolitik die Konkurrenzfähigkeit der Glycerin 280Bé chem rein, 35.—
deutſchen Ware und, in erhöhtem Maße die Konkurrenz= und Abſatz= Kaliumbichromat
fähigkeit unſerer ſüdweſtdeutſchen Fertigfabrikate geſteigert werden. Natriumbichromat
Denn Süddeutſchland ſelbſt, ohne großen Reichtum an Bodenſchätzen, Salmiakſalz 98/100%
iſt auf billige Einfuhr der zur Verarbeitung gelangenden Rohſtoffe an= Schwefelkohlenſtoff
gewieſen, ſoll nicht ſeine, hochentwickelte Verarbeitungs= und Vered= Weinſteinſäure
lungsinduſtrie und damit auch der Handel mit dieſen Erzeugniſſen Aetznatron 125/1280
zum Erliegen kommen, ſoll nicht der Stamm hochqualifizierter Arbeits= Ameiſenſäure 859 t
kräfte zur Auswanderung gezwungen werden, wie es leider in manchen Anilinſalz
Induſtrien ſchon in erſchreckendem Maße geſchehen iſt. Welche un= Antichlor gew. kriſt.
geheure Bedeutung in dieſer Lage der raſche Ausbau des Neckars als dto Perlform",
Binnenſchaffahrtsſtraße gewinnt, liegt auf der Hand, und die im Wirt= Antimon erudum.
ſchaftsbereich des Neckars gelegenen Länder und deren Regierungen Autimonoxyd
müſſen alles daran ſetzen, um das Reich zu einer intenſiven Förderung / Betanaphtol pulv.
des bedeutſamen Unternehmens zu gewinnen. Denn Verbilligung der Oxalſäure 98/100% . . . „ 22.10.— Phosphor rot amorph . „375.—=
Frachten bedeutet hier geſteigerte Produktionsmöglichkeiten, geſteiger= Pottaſche calc, gem. . . . 21.—
ten Handel und verringerte Arbeitsloſigkeit.
Warenmärkie.
* Von den ſüddeutſchen Waren= und
Produkten=
märkten. In Süddeutſchland iſt die Kartoffelernte voll im Gange.
In den günſtig gelegenen Bezirken wird ſie in 8—10 Tagen beendet ſein.
Soweit bisher Nachrichten über ihren Verlauf vorliegen, wird ſie ſehr
reichlich ſein. Auch die Dickrüben werden zur Zeit eingeerntet; ſie ſind
gleichfalls gut geraten. Ebenſo iſt das Welſchkorn ausgereift und
ver=
ſpricht einen ſchönen Ertrag. Auch aus Frankreich liegen jetzt
Meldun=
gen vor, daß die Kartoffelernte derart reichlich ausgefallen iſt, daß der
Landwirtſchaftsminiſter eine Abänderung der Verordnung traf, nach der
ſeit 15. September die Kartoffelausfuhr verboten war. Dieſe Tatſache
hat man angefangen auch an der Produktenbörſe in Betracht zu ziehen.
Im Verein mit dem Umſtand, daß die Geldknappheit den Handel
viel=
fach zwingt, die jetzt zum Abruf fällige Ware auf nahe Termine
abzu=
ſtoßen, um ſich flüſſig zu halten, trage ſie dazu bei, daß man bei uns
wenig Neigung mehr bekundet, den Aufwärtsbewegungen der
amerika=
niſchen Märkte zu folgen, von denen wieder höhere Forderungen
vor=
lagen. Die Spannung zwiſchen den direkten Auslandsforderungen und
den Preiſen der zweiten Hand verringert ſich immer mehr. Tatſächlich
iſt im Cif=Geſchäft z. B. Kanſasweizen zum gleichen Preis in
Mann=
heim zu kaufen, der ven Nordamerika eif Rotterdam gefordert wird, ſo
daß alſo die ganzen Speſen Rotterdam-Mannheim wegfallen. Man
verlangte für Kanſas II 16,85 Gulden eif Mannheim, Kanſas I 17,50
Gulden eif Mannheim, Roſa Fé 17,50 Gulden, Baruſſo 17 Gulden eif
Mannheim für 79 Kilo per Hektoliter ſchweren Plataweizen; Bahia
Blanca, Barletta=Ruſſo, übergeladen Antwerpen, ſchwimmender
Damp=
fer, 16,65 Gulden die 100 Kilo. Die Forderungen für Weſternroggen II
lauteten auf 15,80 Gulden, ſchwimmend Oktober eif Mannheim; für
Plata=Hafer, clipped, 51—52 Kilo 12,50 Gulden eif Maunheim, für
Kanfas=Hafer III 14,50 Gulden eif Mannheim. Im Waggongeſchäft
des Großhandels wurden die Preiſe amtlich zuletzt wie folgt für je 100
Kilo eif Mannheim Waggon ermittelt: Weizen inländiſcher 24—25, do.
ausländiſcher 2—30 Mk., Roggen inländiſcher 24 50—25, do.
ausländi=
ſcher 26,50—27 Mk., Braugerſte 27—29,50 Mk. Hafer inländiſcher 19
bis 23 Mk., do. ausländiſcher 21,50—25 Mk., Mais mit Sack 21 Mark.
Im Braugerſtegeſchäft war wieder merkliches Nachlaſſen im Angebot
wirklich guter Beſchaffenheiten feſtzuſtellen, ſo daß die Spannung
zwi=
ſchen Prima=Qualitäten und minderen Sorten immer größer wird. Für
Hafer war die Haltung in guter Ware etwas feſter, geringere
vernach=
läſſigt. Der Konſum richtet ſich mit Vorliebe auf den Bezug guten
aus=
ländiſchen Hafers ein, der jetzt vielfach an den Markt kommt. Mais
hatte etwas feſtere Stimmung.
In Futtermitteln lag der Markt infolge ſtarker
Zurückhal=
tung der Käufer und ſtärker gewordenen Angebotes ruhig. Die Eigner
der Ware ſind zu Preiskonzeſſionen bereit, insbeſondere ſoweit
Melaſſe=
futter in Frage kommt. Man verlangte zuletzt für Torfmelaſſe ab
Fabrik Frankenthal 8 Mark, Haferſchalenmelaſſe 10—11 Mark,
Weizen=
futtermehl 16,50 Mk. Trockenſchnitzel 12 Mk., Rapskuchen 15—15,50 Mk.,
Seſamkuchen 25,50 Mk. im Großhandel. Runkelrüben wurden mit 1,20
Mark der Zentner franko Mannheim angeboten. Für Wieſenheu
wur=
den 9—9,50 Mk., neues Luzernekleeheu 9,50—10,50 Mk., Preßſtroh 5,40
bis 5,80 Mk., gebundenes Stroh 3,80—4,60 Mk. die 100 Kilo franko
Mannheim verlangt.
Das Mehlgeſchäft blieb ruhig; die vorverkauſte Ware wird
weiter flott abgerufen, vor neuen Geſchäften ſchreckt man dagegen bei
den jetzigen Preiſen zurück. Die direkten Mühlenforderungen lauteten
im Großhandel für die 100 Kilo Weizenmehl Spezial Null 39—39,50,
Roggenmehl 37,75 Mk., beides jedoch ohne Käufer. Bei der zweiten
Hand lagen Angebote zu 37 Mk. bzw. 36 Mk. vor, Nachmehl koſtete 24
Mark, Weizenkleie 13 Mk., Roggenkleie 12,50—12,75 Mk., je nach
Qug=
lität. In ausländiſchem Mehl lagen diesmal nur wenig Angebote vor,
weil ſich die Ware bisher zu teuer ſtellte.
Hülſenfrüchte waren wenig verändert. Man verlangte für
die 100 Kilo im Waggongeſchäft: Reis Burmah 35 Mk., Bruchreis 30 25
Mark, Donaubohnen 41 Mk., gelbe Viktorigerbſen 42 Mk., Linſen 45 Mk.
— alles eif Mannheim.
Saaten hatten weiter feſten Markt, doch gehen die Forderungen
iemlich weit auseinander. Je nach Beſchaffenheit wurden für die 100
Kilo verlangt: Provencer Luzerne 210—240 Mk., Italiener Luzerne 200
bis 220 Mk., Rotkleeſamen 220—280 Mk., Wicken 25 Mk. ab ſüddeutſchen
Stationen.
Malz hatte beſonders feſten Markt, die Forderungen blieben
je=
doch unverändert 50—53 Mk. die 100 Kilo; geringere Sorten
entſpre=
chend billiger.
Für Hopfen iſt die Einkaufsſaiſon in Süddeutſchland ſo ziemlich
beendet. Prima Sorten unverändert feſt, glattgrüne Sorten 330 Mk.
der Zentner, geringere 240—270 Mk.; elſäſſiſcher Hoofen mit 1000 bis
1200 franzöſiſche Franken an Hagenau am Markte. Der Pfälzer
Hop=
fen iſt im Beſitz des Handels.
Im Tabakgeſchäft vollzog ſich der Einkauf von 1924er
Sand=
blatt auf der badiſchen Haardt zu 70—75 Mk. je Zentner, in der Rhein=
A. G. vorm. Nich. Lindenberg in Remſcheid=Haſten wird der auf den pfalz zu 65—80 Mk. in Reilingen zu 70 Mk. Von Sandgrumpen ſin
war, eine Goldmark=Eröffnungsbilanz auf den 1. Juli 1927 vorlegen. Einige hundert Zentner 1923er Tabake wurden zu 60—65 Mark duß
— Berliner Produktenbericht. Wie gewöhnlich a.
luſt beſtand nur ſehr wenig, da ſich das Mehlgeſchäft noch nicht gebeſſen
—In der Aufſichtsratsſitzung der Daimler= hat. Die Preiſe für die meiſten Artikel zeigten gegen geſtern nur un
auch eine Vorbeſprechung über die Goldmarkbilanz ſtatt. Ueber das feſtere amerikaniſche Notierungen eine gewiſſe Stütze. Inlandswan/
Umſätze in Hafer und Futtermitteln blieben ſpärlich.
*fm. Süddeutſche Edelmetallnotierungen.
Stuttgart wurden am Freitag folgende Edelmetallpreiſe notierd
Feingold, das Gramm 2.81 Mk. (Geld), 2.83 Mk. (Brief), Pla=
* Export=Chemikalien=Marktbericht.
Das Geſchäft hat auch in der vergangenen Berichtswoche kein ſeh=)
ſpiegelglashütten, iſt, hat demzufolge eine äußerſt leiſtungsfähige, be= viel lebhafteres Ausſehen bekommen, wenn auch die Umſätze etwas beſſer=
Platz. So iſt bei gutem Abſatz Kalialaun in Stücken kaum noch unter=
7.10 Lſtrlg. in 100=Kilofäſſern zu haben. Auch Chlormagneſium befeſtiag
ſich in der zweiten Hand wieder mehr. Bei etwas geſteigerter Nachfragen
iſt mehrfach zu 4,5 und 4,7,6 Lſtrlg, je nach Quantum umgeſetzt wordenn
* Handel, Induſtrie und Neckarkanal. Von berufe= Antimonoxyd iſt weiter erheblich geſtiegen; während November eintrf=f
ner Seite wird uns hierüber geſchrieben: „Vor kurzem wurde bekannt, fende Ware noch mit 50 Lſtrlg. angeboten wird, iſt der Preis für Lolo=t
daß der Außenhandelsverband eine Eingabe an den Verwaltungsrat der ware ſchon 57 Lſtrlg. In Aetznatron iſt der Preis etwas geſunken, zu=
Reichsbahrgeſellſchaft beſchloſſen hat, worin der zahlenmäßige Nachweis mal nicht unbedeutende Mengen ruſſiſcher Herkunft in 76—Fprozent.
Nachſtehend die heutigen Notierungen der hauptſächlichſten Chemi=
„42.———
„B7.——
dto braun
„104.—.—-
8.50 Bromflüſſig
848.———
Bromkali
„——-
Bromnatrium
LA——-
Carbolſäure 39/460
.. 3.85
„6
4250
70.—
Schwefelſ. Tonerdel4/15% 5.—
Die 8=Preiſe verſtehen ſich per 100 kg, die =Preiſe per 1000 bg
einſchließlich üblicher Verpackung, bei Lieferung fob Hamblirsg.
Börſen.
* Wochenbericht der Berliner Börſe für die 3
vom 13. bis 18. Oktober 1924. (Eigener Bericht.) Die
eröffnete die neue Woche in etwas freundlicherer Stimmung, da man
aus dem Abſchluß der deutſchen internationalen Anleihe auch ein
Anregung für die Börſe erhoffte. Die Anfangskurſe lagen
infolge=
deſſen etnas feſter, doch ſchrumpften die Umſätze trotz der leichten
Ver=
faſſung des Geldmarktes bald wieder ſehr zuſammen und die Kurſe
bröckelten zumeiſt eine Kleinigkeit wieder ab. Auch am Rentenmart
hatte das Geſchäft ſehr nachgelaſſen. Die Dienstagsbörſe zeigte
im Großen und Ganzen das Bild der Montagsbörſe. Lediglich auf
dem Rentenmarkt war das Geſchäft etwas lebhafter, da die an dieſem
Tag ſtattgefundene Sitzung des Aufwertungsausſchuſſes erneut die
Hoffnung auf eine baldige Aufwertung bzw. Zinszahlung der
öffent=
lichen Anleihen auslöſte. Beſonders Preuß. Konſols ſtanden im
Vor=
dergrunde des Intereſſes und wurden in großen Poſten aus dem
Markt genommen. An der Mittwochs= und
Donnerstags=
börſe waren die Umſätze am Aktienmarkt ſehr gering, nur einige
wenige Spezialwerte wurden etwas lebhafter umgeſetzt, auch das
Ge=
ſchäft am Nentenmarkt ließ etwas nach. Für Preuß. Konſols beſtand
weiter Intereſſe. Die Freitagsbörſe brachte am Rentenuart
recht lebhaftes Geſchäft in deutſchen Vorkriegsanleihen; insbeſondere
Preuß. Konſols wurden in großen Poſten umgeſetzt und bis 1375 Md.
Prozent geſteigert. Angeblich, ſollen große Auslandsorders vorgelegen
haben. Der Aktienmarkt lag ſehr ruhig bei wenig veränderten Kurſen.
Fachliteratur.
— Aktienzuſammenlegung 1:2. Bei dem Finanz=
Ver=
lag G.m.b.H. Berlin C. 2 iſt eine Broſchüre erſchienen, die es ſich zur
Aufgabe macht, dem durch die Kapitalszuſammenlegungen betroffenen
Aktienbeſitzer die Wege zur Nachprüfung der bei der Kapitalsumſtellung
in die Goldmarkbilanz eingeſetzten Anlagewerte der Geſellſchaften in
zuſammengedrängter Form zu zeigen und ihn gegebenenfalls in den
Stand zu ſetzen, die gewonnene Einſicht formgerecht in der
Generalver=
ſammlung zu vertreten.
* Bayeriſche Induſtrie= und Handelszeitung
(Verlag F. C. Mayer, G. m. b. H., München,
Brienner=
ſtraße 9). Aus dem Inhalt von Heft 39. Auswirkungen der
Lon=
doner Vereinbarungen auf die Wirtſchaft von Dr. M. Grasmann,
München. — Zur Wohnungsfrage, von Dr. P. Helfrich, München.
Mitteilungen der Handelskammer München: „Geſchäftsaufſicht und
Zwangsvergleich. Entwurf einer Kleinhandelsſteuer.
Perſonalverhält=
niſſe der Juſtizbehörden. Veröffentlichungen Bayeriſcher
Handelsge=
ſellſchaften und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften. — Konkurſe und Geſchäftt
aufſichten in Bayern. — Mitteilungen des Baheriſchen
Induſtriellen=
verbandes und der Baheriſchen Arbeitgeberverbände:
Durchführungs=
beſtimmungen für die Herabſetzung der Umſatzſteuer. Die Bewertung
von „Maſchinen, die zum Anlagekapital gehören, bei der Vermögens
ſteuer 1924. Gebührentarif bei Privatgleisanſchlüſſen. —
Sozial=
politiſche Rundſchau: Verbeſſerung der Produktionstechnik. — Aus
Induſtrie und Wirtſchaft. Wirtſchafts= und Steuerrecht. —
Schiffe=
fahrtsnachrichten. — Steuernachrichten der Bayeriſchen Induſtrie und
Handelszeitung. — Steuer. — Sprechſaal. — Perſonal= und
Vek=
bandsnachrichten. — Monatliche Preistafel der wichtigſten
Handels=
artikel. — Wochentendenzbericht der Münchner Börſe. —
Deviſſen=
kurſe. — Wiederanknüpfung von Geſchäftsverbindungen mit dem
Aus=
lande.
t. Das neue Frachtenſtundungsverfahren. Das
neue Frachtenſtundungsverfahren, das ſich auf einem Vertrag zwiſchen
der Neichsbahnverwaltung und der Deutſchen Verkehrskredit A. G. in
Berlin aufbaut, gelangte ab 4. Oktober vorläufig im unbeſetzten Gebiet
des Reichsbahndirektionsbezirks Köln und mit Aufhebung der Regie im
geſamten Reichsbahndirektionsbezirk Köln zur Einführung. Die Zweig”
niederlaſſung der Deutſchen Verkehrskreditbank in Köln wird die
Ob=
liegenheiten einer Abrechnungsſtelle übernehmen. Das neue Verfghren
beruht auf einer automatiſchen Stundung der Frachten für 15 Tage,
wobei die mit der Reichsbahnverwaltung vereinbarten Koſten auf die
Erhebung von 6 pro Mille als Proviſion für die tatſächlich in Anſpruchl
genommenen Frachten beſchränkt ſind. Das Stundungsverfahren ſol
unabhängig von den jeweiligen Einrichtungen der
Reichsbahnverwal=
tung auf dem Gebiet der Frachtſtundung durch Fracht= und Eilguttaſſen
der Reichsbahn am Zahlungstag angenommen werden. Dadurch
wek=
den den Verfrachtern die Vorteile einer völlig bargeldloſen Verrechnung
im Handelsverkehr in erhöhtem Maße ermöglicht. Die Abrechnung der
Deutſchen Verkehrskreditbank mit den Kunden erfolgt nur zweimal im
Monat, und zwar am 1. und 15. uuter Vorlegung der Leffe. Dem ſire
ditgeber der Verfrachter wird diuſh dieſe Stundunn der mit den Heſte
in Anſpruch genommenen Fracht=Beträgen weitgehendſte Rechnuna Be=
Lebenswogen.
Roman von Paul Lindenberg.
5)
(Nachdruck verboten.)
Wolf erhob ſich, doch der Großfürſt drückte ihn auf den Stuhl
mieder: „Bleiben Sie noch ein wenig. Es handelt ſich um eine
kweite Miſſion — und ich weiß nicht,” fuhr er nach kurzem Zögern
wrt — „ob Sie ſich derſelben mit der gleichen Bereitwilligkeit
an=
rehmen wollen, wie der erſten, für mich perſönlich viel wichtigeren.
Bn Berlin iſt ein Teil ſehr wertvoller Edelſteine untergebracht, die
Fernweilenden Mitgliedern der Kaiſerfamilie gehören; ſie leben in
er Verbannung und im Unglück. Nicht nur ihr Los gilt es zu
grleichtern, ſondern auch jenes zahlloſer Flüchtlinge, die ſich ihnen
angeſchloſſen oder die ſonſtwo zerſtreut wohnen, arm und
ver=
lſſen. Auch dieſe Pretioſen ſollen in die Hände des genannten
Ubtes gelegt werden, der unterrichtet iſt und für die gewünſchte
18erwendung Sorge tragen wird. Würden Sie auch dies
über=
wehmen? Der innige Dank vieler Leidender und Bedrängter wäre
Phnen gewiß! Aber es iſt meine Pflicht, Sie aufmerkſam zu
unachen, daß auch hier Gefahren drohen — — es gibt genug
mifſiſche Spione, ſie haben vielleicht Kenntnis von dem
Vorhan=
denſein der Koſtbarkeiten, Nachſtellungen ſind möglich . . .. Sagen
GSie mir ganz offen Ihre Meinung!”
„Auch hier ſtelle ich mich freudig zur Verfügung,” ſagte Wolf
entſchloſſenen Tones. „Ich weiß, wie hart das Brot der
Verban=
mung iſt, wie elend man ſich in der Fremde fühlt, verlaſſen und
mittellos. Wie gern helfe ich da!‟
Der Großfürſt hatte ſich erhoben und ſchütelte Wolf die Hand:
„IIch freue mich, ich freue mich ſehr, daß ich Sie kennen gelernt.
umd ein geheimes Gefühl ſagt mir, daß der Wille des
Allmäch=
tingen Sie mir gefandt. — Und ich brauche ja kaum zu wiederholen:
Berſchwiegenheit gegen jedermann! Das heißt — — verfügen Sie
ür=er einen Freund, über einen treuen, erprobten Freund, auf den
Sae ſich verlaſſen können, wie auf ſie ſelbſt, ſo nehmen Sie ihn
nät. Es wäre mir ſogar lieber, wenn Sie nicht allein reiſten —
ſo wies auf alle möglichen Gefahren hin! Vier Augen ſehen mehr
ie zwei und vier Arme packen beſſer zu wie zwei, ſagt eins
un=
er Sprichwörter. Und nun Gott befohlen — ich ſpreche noch
hrute mit Replin, den ich zu mir gebeten, und Sie erhalten ſchon
rwrgen Nachricht. Innigen Dank im voraus!“
3. Kapitel.
Ein Wiederſehen.
Wolf ging die Linden hinunter, dem Brandenburger Tor zu,
n tiefe Gedanken verſun en; er hatte nicht beachtet, daß gleich nach
hrn ein jüngerer Mann, der den Kragen ſeines Mantels hoch
auf=
feiſchlagen hatte, das Hotel verließ und ihm unauffällig folgte.
Die Unterhaltung mit dem Großfürſten beſchäftigte Wolf
fort=
je etzt. Sein augenblicklich recht inhaltloſes Leben, das ihm ſelbſt
ſchal und nüchtern erſchien, hatte plötzlich eine beſondere und
hm willkommene Aufgabe erhalten. Würde er ihr aber gewachſen
em? Er verhehlte ſich nicht, mit welchen Schwierigkeiten die
Lö=
wig derſelben verknüpft war. Freilich auch in ihm ſteckte ein
—4 Stück Abenteurerluſt, und den verwunſchenen Ritter zu
ſpie=
ei=, der die ſchöne Prinzeſſin — denn ſchön mußte ſie natürlich
em! — erlöſen ſollte aus ſchlimmer Umgebung oder gar
Gefan=
enſchaft, lockte ihn ſehr. Er hatte ja hier nichts zu verſäumen,
ſatrte niemanden, der ſich um ihn kümmerte, der ihm nachtrauerte,
veun ſeine Spuren auf dieſer kurioſen Erde verwiſcht und für
nmner ausgelöſcht wurden, er konnte alles wagen und verlieren,
Sonntag, den 19. Oktober 1924.
aber auch gewinnen. Hoffentlich! Und er ſollte in die Weite
flie=
gen können, aus den engen Verhältniſſen der bedrängten und
be=
drückten Heimat hinaus — die Meere durchſtreifen, Neapel
wie=
derſehen, wo er einſt mit ſeinem Vater ſo ſchöne, erinnerungsvolle
Tage verlebt, Raguſa, Lacroma, den ſonnigen Süden, während
hier die Winterſtürme brauſten und die meiſten Menſchen
frie=
rend vor Kohlennot ſich in engen Räumen zuſammenpferchten!
Verführeriſche Bilder tauchten vor ihm auf, während kalte
Regen=
tropfen ihm, ohne daß er’s merkte, ins Geſicht ſchlugen, Bilder von
hochragenden Palmen, von goldenen Orangen im grünen Laub,
von duftenden Roſengewinden, vom Flammenkegel des Veſuv,
von blauen Wogen, in denen Delphine ſpielten . . . „Und dann
ſagte er lächelnd zu ſich: O du Phantaſt, deine Einbildung narrt
dich wieder einmal gehörig, wie ſchon ſo oft. Was du erſehnſt,
ſiehſt du bereits als Wirklichkeit an! Kehre zurück aus deinem
er=
träumten Wollenkuckucksheim in das reale Daſein! — Und noch
einmal durchſann er, was ihm der Großfürſt geſagt, auch wie gut
es wäre, wenn er einen treuen Freund hätte, der ihn begleitete.
Wo den aber finden? Seit acht Tagen erſt weilte er in Berlin,
hatte ſich noch gar nicht umgeſehen, nur ſich um ſeine eigenen
In=
tereſſen gekümmert, dann den Geheimrat Replin getroffen
„Puz. biſt du’s wirklich, biſt du’s leib= und leibhaftig?” rief
eine friſche Stimme.
Wolf hatte gar nicht bemerkt, daß ein Herr, der ihm
ent=
gegen gekommen, ihn ſcharf angeſehen und, nachdem er einige
Schritte weitergegangen, kehrtgemacht hatte, um ihn nun
anzu=
rufen.
Helle Freude ſtrahlte über ſein Geſicht: „Muz, mein alter,
guter Muz — ja, ich bin es, und du biſt es, mein Gott, welch ein
liebes, unerwartetes Wiederſehen!“
„Alter, lieber Junge,” ſagte Klaus Düring freudig, „der
Kaiſer von China in vollem Ornat, der Geiſt des Alten Fritz
hoch zu Roß, die goldſchimmernde Viktoria der Siegesſäule
hät=
ten bei dir vorbeiwandern können, und du hätteſt es nicht
be=
merkt! Was biſt du, Fernando, ſo trüb und ſo bleich, und
wan=
delſt hier unter den Linden? — wie wir es einſt in der Schule,
wenn auch nicht ganz ſo, vom ſeligen Kolumbus gelernt hatten
Puz, mein braver Puz, das nenne ich einen herrlichen Zufall”.
und er drückte immer wieder mit ſeiner Rechten die Hand des
Freundes.
„Iſt’s wirklich nur ein Zufall?” dachte Wolf. „Iſt’s nicht,
wie es vorhin der Großfürſt geſagt, eine höhere Fügung, die mir
gerade jetzt den liebſten und vertrauteſten Freund in den Weg
führt?
„Ich habe dir vieles zu erzählen,” ſagte er zu Klaus. „Ich
bin erſt ſeit einer Woche in Berlin und hatte keine Ahnung, daß
auch du hier weilſt — Muz,” und ſein Geſicht ſtrahlte hell, „die
Stunde ſei geſegnet!“
„Jawoll, und der Himmel gibt ja ſchon ſeinen Segen friſch
vom Faß dazu,” lachte Klaus und wiſchte ſich einige
Regentrop=
fen aus dem Geſicht. „Uebrigens, mein Junge, wollen wir hier
feſtwurzeln und als Bildſäulen nach der neugierigen Frau Lots
Muſter von Neu=Sodom, Pardon Berlin, bewundert werden?
Lot wollte nach Kanaan ziehen, ich glaub’ es wenigſtens — in
Bibelkunde war ich immer etwas ſchwach —, auch wir wollen
nach einem Kanaan pilgern, um unſer Wiederſehen zu feiern,
einem Kanaan, wo es zwar nicht die Rieſentrauben, aber einen
guten Saft von ihnen gibt: mein Kanaan heißt Habels
Wein=
ſtuben, und in fünf Minuten ſind wir dort! Einige erſt heute
erhaltene Moneten — aus Verdienſt um den Staat, was, da
machſt du Augen, jawoll, was aus deinem verbummelten Muz
Seite 15.
geworden iſt — ſchwellen meine Taſche und drängen nach
nütz=
licher Verwendung! Alſo komm mit: wenn dich dein böſer Bube
lockt, ſo hänge dich in ſeinen Arm — aber bitte, in den rechten,
der linke hat das zeitgemäße Streikgelüſt und ſabotiert jegliche
Anſtrengung — und begleite mich zu meinem Kanaan!”
Wolf ſah erſt jetzt, daß Klaus einen ehemaligen grauen
Militärmantel umgeſchlagen hatte und unter dieſem ſein linker
Arm in einer Binde hing, daß ferner verſchiedene Pflaſter ſein
hübſches, frohſinniges Geſicht und ſeinen oberen Hals bedeckten.
„Biſt du auf der Menſur geweſen, daß du jene
Verſchöne=
rungsmittel brauchteſt?” fragte er.
„Ja, aber auf der Menſur des Lebens,” klang die Antwort,
„und da geht’s öfter heißer zu, wie einſt auf unſerem
Heidel=
berger und Münchener Fechtboden. Aber davon und von vielem
anderen, wenn wir erſt im Trockenen und bei einem guten
Rot=
ſpon ſitzen!“
Die beiden Freunde ſchritten ihrem Ziele zu. Sie hatten ſich
früh in Heidelberg kennen gelernt, mehrere Jahre zuſammen
ſtudiert, denſelben Verbindungen angehört — woher auch ihre
Beinamen Puz und Muz, von einem Theaterſtück, in dem ſie in
dieſen Rollen mitgewirkt, ſtammend, herrührten — waren bei
Kriegsbeginn in dasſelbe Jägerbataillon eingetreten, Freud
und Leid ſtets gemeinſam teilend, bis ſich ihre Wege trennten.
Wolf hatte verſucht, nach Mitau zu gelangen, um über das
Schick=
ſal der Seinen und des väterlichen Beſitztums Gewißheit zu
er=
halten, Klaus war nach mancherlei Irrfahrten nach Berlin
ver=
ſchlagen worden, zunächſt um ſein Studium zu beenden. Aber
wie bei vielen, die vier Jahre im Felde gelebt, war auch ihm das
Sitzen in den Amtsſtuben verleidet. Durch einen
Waffengefähr=
ten, welcher der Berliner Kriminalpolizei angehörte, knüpfte er
zu letzterer Beziehungen an, die nach einer Probezeit zu einer
feſten Anſtellung führten.
„So, mein alter Puz, unſer Kanaan haben wir erreicht,”
rief Klaus, vor einem nahe dem Café Bauer befindlichen,
alter=
tümlichen Hauſe, das ſchon vor j eit über einem Jahrhundert
erbaut war, ſtehen bleibend. „Und nun: laß alle Plagen
daru=
ßen und kehre fröhlich ein, hier gibt’s den Sorgenbrecher aus
Franzland und vom deutſchen Rhein!”
„Immer der alte, der Frohe und Durſtige,” meinte Wolf
und folgte dem Freunde, der den ſchmalen Hof überquerte und
in der Ecke des erſten der beiden rechtsliegenden Gaſtzimmer,
das um dieſe Stunde noch leer war, Platz nahm, vom Küfer als
Bekannter begrüßt.
„Den Burgunder, lieber Weihrauch,” fagte Klaus, „und da
wir zwei Augen zwei Ohren, zwei Hände, zwei Beine haben
und zwei ſo famoſe Kerls ſind, bringen Sie man gleich zwei
Pul=
len. — Er heißt zwar Weinberg, unſer netter Ganymed,” ſetzte
Klaus hinzu, „aber da man hier, wenn man die richtige Sorte
intus hat, dem Bacchus und Noah am liebſten Weihrauch opfern
möchte, in ſtiller Dankbarkeit, haben wir den Jüngling
umge=
tauft.”
„Du biſt Efter hier?” fragte Wolf. „Das verſteh ich!
Furcht=
bar gemütlich. Es erinnert mich an unſer Münchener
Winzer=
ſtübl, wo wir ſo manch Stündlein verbracht.”
Die ganze Einrichtung des warmen und anheimelnden
Rau=
mes paßte ſich dem Alter an: derbe ungedeckte Eichentiſche und
=Stühle, auf dem Fußboden kein Teppich, an den Wänden alte
Oelbilder preußiſcher Könige und Helden ſowie ſchmal
einge=
rahmte lithographiſche Anſichten aus dem früheren Berlin, mit
manch derben komiſchen Volksſzenen.
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[ ← ][ ][ → ]Nr. 41, Sonntag, 19. Oktober 1924
Neue Bahnen der häuslichen Geſellſchaft
Mit den zahlloſen Sommerfreuden und Zerſtreuungen iſt
S längſt zu Ende. Allenthalben künden ſich künſtleriſche Kräfte
n, die dazu beitragen wollen, uns durch ihre Darbietungen
auf Stunden die täglichen Sorgen und Nöte vergeſſen zu machen
nid dem Alltag mit ſeinem Heer herabſtimmender Eindrücke
un „Schnippchen” zu ſchlagen. Oeffentliche Gaſtſtätten
wett=
fern mit ihnen, den Beſuchern möglichſt wechſelvolle „
Ge=
äiſſe” und Reize der Zerſtreuung, der Unterhaltung und des
ergnügens zu bieten und ſich auf dieſe Weiſe einen möglichſt
treuen „Kundenſtamm” zu ſichern.
Auch die Hausfrau, die nach guter, echter deutſcher Frauen=
2t ſchon ſeit langem mit dem Gedanken ſpielte, im Laufe des
immenden Winters öfters in völlig zwangloſer Weiſe liebe
äſte bei ſich zu ſehen und mit ihnen anregende Stunden zu
rleben, muß die entſprechenden Vorbereitungen dazu treffen.
lücklicherweiſe iſt ein gründlicher Wandel der Meinung
ein=
treten, daß bei der häuslichen Geſelligkeit die Bewirtung oder
—htiger die „Magenfrage” eine Hauptrolle ſpiele. Heute kann
nch die unbemittelte Hausfrau daran denken, ihr Heim, und
n es räumlich noch ſo beſchränkt, von Zeit zu Zeit einem
weundeskreiſe zu öffnen. Freilich dafür, daß der reich und
ſtlich gedeckte Tiſch mit einem üppigen Mahl und einem guten
eltenen Tropfen” fehlt, muß ſie andere Genüſſe in die
Wag=
coale werfen, die kaum weniger anziehend wie jene für die Ge=
Denen zu ſein brauchen, ja vielleicht noch ungleich höher wie
geſchätzt werden, die in vergangenen Zeiten eigentlich zumeiſt
inr indirekt zum Lob der Hausfrau Veranlaſſung gaben, da
zahlte Kräfte ſie bereiteten. Nein, heute muß die Hausfrau
lbſt ihr Talent, ihre Geſchicklichkeit und ihr Verſtändnis für
e ungeſchriebenen Forderungen ihrer Gäſte an Bewirtung,
erſtreuung und Unterhaltung in ihrem Heim in die Wagſchale
terfen, wenn anders nicht ſtatt der erwarteten gemeinſamen
ſelligen Freuden grenzenloſe Langweile, ödeſte Leere und
berdruß als Ergebnis der Zuſammenkunft von ihr ſelbſt und
wen Gäſten gebucht werden ſollen.
Worin beſteht nun das Geheimnis der geiſtigen Anregung
her? Wie nennt ſich das undefinierbare Fluidum, das, wenn
mmal vorhanden, ſich blitzſchnell allen mitteilt, alle in ſeinen
mnn zieht, anregt, belebt und mit fortreißt? Es nennt ſich
jinfühlungsvermögen und muß in erſter Linie der
ausfrau zu eigen ſein, die das Wagnis unternimmt, trotz
ein=
ſter Gaumengenüſſe ihre Gäſte derart an ihr Heim zu feſſeln,
ß ſie jeder Einladung immer wieder mit Freuden Folge
ſten.
Einfühlungsvermögen! Das ſetzt voraus, daß ſie ihre
Be=
inten und Freunde in ihrer Weſensart ſoweit zu ergründen
rſtand, daß ſie widerſtrebende Geiſter, mit allzu ſchroffen,
ent=
gengeſetzten Anſichten ihrem Kreiſe fernzuhalten verſteht.
Wei=
befähigt es ſie, jeder ihrer Zuſammenkünfte ein beſonderes,
m den vorangegangenen abweichendes Gepräge zu verleihen,
vrezu es ebenfalls keiner großen Koſten oder Umſtände bedarf,
So kann z. B. ſchon das Umſtellen kleiner Möbel und
Zuſam=
nrücken zu reizvollen Plauderecken oder =winkeln in der Nähe
S Ofen an kalten Wintertagen, eine andersfarbig verſchleierte
Lampe, ein beſonders ſinnig geſchmückter Teetiſch, ſtändige
Ab=
röchſelung in der Verabreichung der gebotenen Gaumengenüſſe,
vhe vor allem auch das zielbewußte, aber nicht fühlbare
Diri=
juren der Unterhaltung auf einen beſtimmten, alle
intereſſie=
caden Punkt hin, ungemein belebend und anregend auf die
gridigen Beſucher wirken, daß ſie, von der Rückerinnerung der
weren angeſteckt, jedes, ſelbſt unfreiwilliges, Fernbleiben von
heem Kreiſe bei ſich als einen merklichen Verluſt buchen. Aber
Einführungsvermögen muß noch weitergehen, ſie muß ſelbſt
em ſchüchternſten Gaſt zur tatkräftigen Mitarbeit oder
Unter=
ltung aller heranzuziehen verſtehen. So geiſtig ſchwerfällig iſt
en: Menſch, daß er nicht, wenn ihm künſtleriſche Talente fehlen,
uuss dem Schatze ſeiner Erfahrungen heraus irgend ein Erleb=
nis, irgend eine Begebenheit zur Belehrung, Unterhaltung und
zum Nachdenken für die anderen zum Beſten zu geben hätte.
In dieſer Beziehung macht ſich ganz beſonders ihr gutes
Ge=
dächtnis „bezahlt”, in dem ſie getreulich alles das aufnotierte,
was ſie einmal von dieſem oder jenem ſelbſt oder durch andere
erfahren konnte. Sorgſam ſollte ſie dagegen alles vermeiden
oder raſch dabei möglich unmerklich aus der
Allgemeinunterhal=
tung wieder ausſchalten, was politiſche oder konfeſſionelle
Gegenſätze oder gar Unduldſamkeit mit Andersdenkenden als
verborgene Klippen blosiegen könnte, an denen ſchließlich bei
Vertiefung aller in das Thema die Harmonie des Kreiſes
un=
rettbar ſcheitern würde.
Immer ſollte der Hausfrau bei der Veranſtaltung
häus=
licher Geſelligkeit der Hauptzweck derſelben gegenwärtig ſein:
die Fackel der Freude während des gemeinſamen
Beiſammen=
ſeins auf dieſe oder jene Weiſe zu entzünden und hellbrennend
zu erhalten, ſo daß ihre Gäſte beim Scheiden einen Abglanz
da=
von mit hinaus in ihre Alltagspflichten nehmen.
Eliſabeth Thielemann.
Sierbender Herbſt
Von Emmy Becker. Nachdruck verboten
Der Herbſt zog durch das Land und malte Blätter rot,
braun und gelb.
Sterbensmüde iſt die Natur. Müde ſteht die Sonne am
Himmel und ſtreicht noch einmal liebkoſend, lächelnd über die
bunte Welt. Hier und da noch qualmender Rauch von
beißen=
dem Kartoffelfeuer, ſonſt Acker und Feld öde und leer.
Im Garten ſtirbt die letzte Aſter. Kein Vogelſang, nichts
ihr zum letzten Gruß, alles totenſtill.
Feucht und kalt kommt die Nacht. Weißer Nebel ſteigt in
Gründen und Wieſen auf. Blutrot neigt die Sonne ſich. —.
Verſunken iſt der feurige Ball, noch leuchtet der Himmel
blutigrot.
Klar und hell kommt die Nacht. Leuchtend ſind die Sterne,
greifbar nah. Laut dringt jeder Ton durch die kalte, herbe Luft.
Und dann ſingt einer das Totenlied. Leiſe, langſam rauſcht
das Laub zur Erde, ſchaurig, monoton. Kahl und frierend
ſteht die Welt, endlos traurig, müde.
Da kommt der Sturm und rüttelt ſie auf und fegt durch die
Aeſte, die Erde entlang, im tollen Wirbel die Blätter er faßt
zum wilden Reigen, zum Totentanz. Mit tollem Lachen jagt er
ſie dahin. Im Totenreigen die ſterbende Welt.
Der Ruin der Wirtſchaft
(Ruinen des Haushalts — Ruin der Familie.)
In den Jahren der Sorge um die Ernährung der Familie
und Deckung des dringendſten Lebensbedarfs mußte der
Haus=
rat und ſeine Forderungen naturgemäß hinter jenen
zurück=
treten. Mochten die entſtandenen Schäden noch ſo ſehr fühlbar
werden und Abhilfe erheiſchen, jene ging ihnen doch vor und
mußte in erſter Linie ſichergeſtellt werden. Daß ſich dann im
Laufe der Jahre die einzelnen Schäden an Möbeln, Polſtern,
Decken und anderen Ausſtattungsſtücken des Heims, im Wäſche=
und Geſchirrſchrank, am Koch= und ſonſtigen Wirtſchaftsgerät
vielfach ins Ungemeſſene ſteigerten, iſt ſelbſtverſtändlich.
Seit langem bietet ſich nun der Hausfrau wieder
Gelegen=
heit zur Deckung dringendſten Bedarfes auch dieſer Dinge. Aber
— ſo manche hat dabei am verkehrten Ende angefangen und
zu=
nächſt da eingeſetzt, wo die entſtandenen Lücken auch anderen
kund geworden ſein mußten — an der Kleidung. In der Freude
an der Auffüllung des Kleiderſchrankes und am Erſatz lange
getragener, oft gewendeter, immer wieder neu verarbeiteter
Kleidungsſtücke vergaß ſie ſchließlich ganz, daß auch jede andere
Art ihres Beſitzes dringend der Erneuerung beburfte. So
ſchleppt ſie ſich denn noch jetzt mit defektem Koch= und
Speiſe=
geſchirr, verbrauchten Beſtecken, völlig abgenutzten
Reinigungs=
geräten wie Beſen, Bürſten, Möbelkkopfern uſw. herum, ärgert
ſich täglich über abgetretene, faltig und unanſehnlich gewordene
Teppiche, Vorleger und Felle, über verblaßte Vorhänge, Decken
und Kiſſen, hat auch heute noch an Wäſchebeſtänden vielfach
nur das Notwendigſte im Beſitz und kann ſich doch nicht zum
allmählichen Erſatz dieſer Stücke entſchließen. Man wende nicht
ein, daß die Not der Zeit zu groß ſei, das ſo ſtark beſchränkte
Einkommen nicht ausreicht, und auch heute noch die Ernährung
das Wichtigſte für die Hausfrau ſein müſſe. Ohne dieſe
Tat=
ſachen leugnen zu wollen, müſſen wir wieder auf die ſchon oden
angeführten Erfahrungen hinweiſen, daß dem „äußeren Schein”
zuliebe oft Notwendigſtes vernachläfſigt wird und zur
Aufrecht=
erhaltung desſelben vielfach Einſchränkungen in der Ernährung
gemacht werden, die weit über das zuläſſige Maß hinausgehen.
Das aber ahnen viele Hausfrauen nicht, daß der ſichtbare
Ver=
fall der Hauswirtſchaft oder ihr bevorſtehender völliger Ruin
dem Ehemanne wie den erwachſenen urteilsfähigen Kindern
vielfach ganz allein das Heim verleiden und ſie zur Flucht aus
dieſem und dem Familienkreiſe veranlaſſen. Sie haben oft
genug Gelegenheit, Vergleiche zwiſchen Freunden und
Bekann=
ten anzuſtellen, und es bedeutet weder Liebloſigkeit noch
einſei=
tiges Urteil, wenn ſie ſchließlich als allein Verantwortliche für
dieſen Verfall bei ſich ſelbſt die Mutter bezeichnen und danach
zu handeln beginnen. Wieviel Söhne und erwerbsrätige
Töch=
ter oft nur aus dem einen Grunde: dem Haushalt wieder ſein
früher gewohntes ſolides und ordentliches Ausfehen zu
ver=
leihen, bei jedem Familienfeſte, zum vielleicht ſtillen
Leidweſen=
der Mutter, nur praktiſch=nüchterne Gebrauchsgegenſtände als
Geſchenk bieten, kann man immer wieder, namentlich vor
Weih=
nachten, als ſtiller Beobachter feſtſtellen, da ſelbſt noch ſehr
jugendliche Glieder der Familie Teller, Taſſen, Töpfe, Beſtecke
und ſonſtigen proſaiſchen Hausrat erſtehen. Sie wollen ſich
da=
heim bei den Eltern als Tiſchgaſt nicht geringer eingeſchätzt
ſehen wie in der einfachſten Speiſewirtſchaft, und verſchaffen
ſich ſchließlich ſelbſt alles dazu Nötige, wenn es die Mutter nicht
tut. Würde jede Hausfrau einmal nach dieſen
Geſichtspunk=
ten gründlich und ſchonungslos alles Verbrauchte ausſchalten,
dann würde ſie ſich nur ihre Haushaltsführung von unnützem,
zeitraubendem Ballaſt befreien, (da ſchadhafte Geräte entweder
nur unvollkommene Hilfe leiſten oder, wie defektes Geſchirr,
be=
ſonders ſchonungsvoll angefaßt ſein wollen), ſondern auch ihr
Heim viel leichter und gründlicher wieder traulich, ordentlich,
ſauber und ſchön geſtalten können, ſo daß es in des Wortes
wahrſter Bedeutung wieder jene Heimſtätre wird, in der es ſich
Exika Menzel.
alle gern wohl ſein laſſen.
Oerfalſche Emin
Eine faſt wahre Künſtlergeſchichte von Richard Rieß.
Der Künſtlerbund. Apollo” hatte im Café ſeit Jahren ſeinen
Zimmmtiſch. Ihm gehörten die Maler der Apollogruppe an, ein
anr Bildhauer und zwei oder drei Leute der Feder. Man kam
Uriachmittäglich um 4 Uhr zuſammen und blieb bis zur
Abend=
tzeit. Während nun an den erſten Wochentagen meiſt nur ein
nerer Teil der Mitglieder ſich einfand, galt der
Samstag=
ſochmittag als offizieller Tag der Zuſammenkunft.
Man hatte es dem Freund Peter Steiger ſehr übel
genom=
um, daß er ſich monatelang nicht ſehen ließ und ſogar den
Zamstag verſäumte. Der Bowleabend, den Steiger vor einem
erteljahr auf ſeinem Atelier gegeben, hatte den ganzen Kreis
urn letzten Male vereinigt. Ein paar Tage ſpäter hatte Steiger
verheiratet. Verheiratet und war nicht mehr gekommen.
uner Steiger!
Armer Steiger, du wurdeſt nicht ſchlecht gehänſelt, als du
einem ſchönen Juli=Tag wieder am Apollo=Stammtiſch
er=
knenſt. Peter ließ alles über ſich ergehen. Er duldete es, daß
im ihn einen Ehekrüppel nannte, denn Frau Monika zuliebe
dime er auch gern ein Krüppel geworden. Er hörte, ohne zu
er=
ören, daß er „unter den Pantoffeln” ſtehe. Denn Monikas
ceuhnummer war 36 und Peter dachte: Unter einem Pantoffel
iefer Größe . .. Und als Dr. Lorenz davon ſprach, daß die
gitte blonde Frau die „Hoſen anzuhaben” ſcheine, da antwortete
er, daß er dafür den Malerkittel trage, tüchtig geſchafft habe
uſo ſich wohl fühle wie nie. Wie viele Porträtaufträge er jetzt
und von den höchſten Herrſchaften
Doch da kam die Kollnerin und rief Steiger ans Telephon.
Awa, machten die böſen Brüder, Peter aber ſprang nur, ſo auf
ade ſtürzte, nachdem er zwei Stühle, drei Glas Waſſer und vier
Hüte zu Boden geworfen hatte, auf und davon.
„Unſer Steiger macht ſich”, ſagte Lorenz. „Die höchſten
rſchaften".
Freudeſtrahlend kehrte Steiger an den Tiſch zurück.
„Natürlich hat „ſie” angerufen”, ſagte der Nadierer Funk,
eben erſt gekommen war.
„Grüß dich Gott, alter Bazi”, erwiderte Steiger. „Jawohl!
e: war ſo frei. Und wißt ihr, was ſie geſagt hat? Daß
ſo=
i die „Reichsgräfin von Vinzenti” bei uns war. Ich ſoll ſie
en. Die Reichsgräfin von Vinzenti. Was ſagt ihr nun?”
„Haſt’s auch ſchon geſehen, deine Reichsgräfin?” ſagte
Steiger fühlte ſich in ſeiner Laune bedroht: „Euch ſoll man
s erzählen . . . Dazu hätt’ſt du auch nicht zwei Stunden zu
ät- an den Stammtiſch zu kommen brauchen nur um hier
ſſaatſch zu reden.”
„Ja, Teurer . . . auch Junggeſellen haben ihre
Abhaltun=
en. Wer ſagt dir denn, daß ich eben nicht auch eine
Fürſtlich=
fit porträtiert habe? Haſt du noch nicht gehört, daß der Emir
von Afghaniſtan in München weilt? Na alſo, warum ſoll ich den
Emir von Afghaniſtan nicht radieren?“
Die Herren am Stammtiſch fühlten, daß Funk irgend etwas
plane, und ſtimmten ihm bei: „Da ſiehſt du, wie weit ab von
aller Welt du lebſt. Dabei iſt der Emir ſchon über eine Woche
hier.”
Steiger hörte intereſſant zu, aber noch mehr beſchäftigte ihn
die Reichsgräfin. Weil er als Anwohner der Villenkolonie Solln
auf die Eiſenbahn angewieſen war, fand er bald einen
plau=
ſiblen Grund zum Aufbruche
Daheim erfuhr er, daß die Reichsgräfin nochmals
ange=
läutet habe. Sie wollte Montag gegen Abend Näheres von ſich
hören laſſen. — „Großartig!” ſagte Steiger und klatſchte in die
Hände. Dann war es Zeit, Monika einen Kuß aufzudrücken.
Da ... wieder das Telephon:
in Betrieb iſt das bei uns! n Betrieb!” Und war ſchon
am Apparat.
Steigers Geſicht wurde immer breiter, während er ſprach.
Er machte unaufhörlich Verbeugungen in den Apparat. Als
das Geſpräch ſchließlich beendet war, nahm er Haltung an, trat
feierlich vor Monika und ſagte: „Alſo, ich ſoll den Emir von
Afghaniſtan malen. Montag vormittag elf Uhr. Im „
Bayeri=
ſchen Hofe” — Was ſagſt du nun?”
Frau Monika ſagte gar nichts. Sie war ſtolz auf ihren
Maler. Und ſie wunderte ſich auch gar kein bißchen, als Peter
ſagte, der Emir wünſche inmitten von Palmen gemalt zu
wer=
den. Um recht heimatlich auszuſchauen. Und Peter müſſe die
Palmen beſorgen, zwölf Stück davon in den Bayeriſchen Hof”
bringen, Zimmer Nr. 167. Appartement ſelbſtverſtändlich.
Na, man kennt ja die Emire. Die ſpinnen doch alle ein wenig.
Und morgen, am Sonntag, da wollte Steiger in die Sradt,
die Palmen beſorgen und ein Laſtauto mieten für den
Transport.
So geſchah es. Zwölf Prachtſtücke von Palmen hatte Peter
gemietet, und am Montag fuhr der Maler damit vor das Hotel.
Leicht ſprang er aus dem Wagen und eilte, ſieggewiß, ohne
erſt Portier oder Boy zu fragen, in den erſten Stock. „Nr. 167‟
las er. Ahal Uind klopfte. Sie wünſchen?” fragte eine
weiß=
haarige Dame, die damit beſchäftigt war, in einer
Schlummer=
rolle „Ruhe ſüß” die ü=Punkte auszuſticken.
Welch ſinnige Aufmerkſamkeit für den Emir!
„Ich komme zur Sitzung”, ſagte Steiger. Mein Name iſt
nämlich Steiger. Iſt Seine Hoheit zu ſprechen
„Ich heiße Meier,” erwiderte die Dame, „Frau
Kommiſ=
ſionsrat Meier,” und „Sie haben ſich wohl im Zimmer geirrt.”
„1672” ſtammelt Steiger. Da nickte Frau Meier. „Gewiß 167.
Da vergaß Steiger ſeine gute Erziehung, machte kehrt und
rannte ins Veſtibül. „Melden Sie mich dem Emir von
Afghani=
ſtan”, ſagte er zu dem Liftboy. Der Liftknabe fragte den
Por=
tier, ob hier ein Herr Emil ſoundſo wohne. Der Portier ſah
einmal im Buche nach. Aber er fand nur einen Emil, und der
hieß Lehmann. „Der Emir . . . Seine Hoheit . .. der Emir von
Afghaniſtan”, ſagte Steiger, der hinzutrat. Seine Stirn war in
Schweiß gebadet. — Der Portier wollte eben verächtlich die
Achſeln zucken und etwas wie Spinneter Tropf” in ſein
glatt=
raſiertes Geſicht murmeln, da kam das Brieffräulein aus ihrer
Kabine hervor und hielt etwas in der Hand. „Dieſes Kuwert
ſoll ich dem Herrn geben, der nach dem Herrn Emir fragen
würde.”
So kam Steiger zu dem Briefe. Er kannte die Handſchrift.
So ſchief ſchrieb auf der ganzen geſegneten Erde nur Hugo Funk,
der Radierer! Und Steiger las:
„Liebwerter Peter!
Der Emir von Afghaniſtan läßt ſich bei Dir entſchuldigen.
Er mußte plötzlich abreiſen. Armer Peter! Was tuſt Du jetzt
mit Deinen Palmen? Indem ich Dir nur wünſche, daß die
Reichsgräfin nicht etwa den Emir begleitet hat, bin ich Dein
alter Freund Funk.”
Es iſt mir nicht bekannt, in welchem Dialekte Peter Steiger
nun fluchte. Sicher iſt aber, daß ſein Kraftwort einen halben
Meter lang war.
Grimmig kam er heim. Zum erſten Male in dieſen
Honig=
monaten vermochte auch Frau Monikas Lächeln ſeine Laune
nicht aufzubeſſern. Im Gegenteil, er wurde grob, als ſie
mit=
teilte . . . die Reichsgräfin habe wiederholt angerufen.
Er ſagte etwas, das auf gute Goethekenntnis deutete. Da
ging das Telephon wieder.
„Hier Reichsgräfin von Vizenti.”
Da tat Peter das Entſetzliche. Er hatte genug! Der Spaß
mußte doch ſchließlich mal ein Ende nehmen. So ſchrie er in den
Apparat:
„Ihr ſeid gemeine Lumpen . wenn Ihr glaubt, daß ich
Euer Narr bin, dann irrt Ihr Euch. Verfluchte Bande!” Und
hing den Hörer wieder an.
Ihm war wohl nach dieſer Entladung. Er erzählte nun
Frau Monika ſein Erlebnis. Dabei kehrte ſeine gute Laune
zurück, und er dachte nur darüber nach, wie er ſich rächen könnte.
Denn auch die Reichsgräfin war natürlich eine Erfindung
Funks.
Anderntags wünſchten zwei Herren, im Zylinder und mit
einem trauerfeierlichen Gehrock bekleidet, den Kunſtmaler
Stei=
ger zu ſprechen: Im Namen des Reichsgrafen von Vinzenti und:
auf Piſtolen! Die ſeiner Gattin am Telephon zugefügten
Belei=
digungen wollte der Graf gebührend ſühnen.
Uinſchlüſſig ſtand Peter vor dem Sekundanten. Er ſuchte
nach Worten. Da kam Frau Monika aus der Portiere.
„Halt! Nicht ſchießen!” ſagte ſie lächelnd. Und erzählte die
chichte vom Palmen=Porträt. Und die Herren, die zuerſt
jeden Stuhl abgelehnt hatten, ſtellten die Zylinder auf den
Tep=
pich und machten es ſich in den bequemſten Seſſeln behaglich.
Und als ſie ſich ausgelacht hatten, nahmen ſie gern eine
Auffor=
derung zum Frühſtück an. Und zu vier beriet man Peters Nache.
Aber das iſt eine andere Geſchichte.
RB43.
„NeueWintermäntel und=Jacken
Auf der ganzen Linie hat der Mantel geſiegt und das
Jacken=
kleid in den Hintergrund gedrängt. Zu den verſchiedenſten
For=
men mit und ohne Gürtel, ganz und dreiviertellang, aber doch ſtets
ſchlicht und geſchmaavoll, weiß er ſich bei jeder Gelegenheit ſtilvoll
in den Dienſt der Mode zu ſtellen. Noch nie brachte die Induſtrie
einen ſolchen Reichtum verſchiedenartiger Stoffe, die ſich zu dieſem
Zweck eignen, wie in dieſer Saifon. Alle ſind ſie weich wie Samt,
plüſchartig, flauſchig oder imitierend, Seal, Slinks, Nutria,
Breit=
ſchwanz, Leoparde und andere der vielen für den Winter ſo
be=
liebten Pelzarten. In prattiſcher Weiſe ſind die Mäntel alle am
Hals hoch verſchließbar, meiſt mit feitlichem Schluß, dem ſich der
lange Kragenſchal oder ein hoher Steh= oder Stehumlegekragen
anfügt. Faſt alle eleganteren Mäntel haben Pelzbeſatz. Eine
be=
ſondere Note weiſen, die diesjährigen Abendmäntel auf. Aus
ſchwarzem Seidenkotelé oder Samt gearbeitet, erhalten ſie einen
wir ungsvollen Ausputz von weißem Pelz.—Die ärmelloſe Mode
geſtattet ihnen einen engen Aermel, der den entblößten Arm warm
umhüllt. Beſonders intereſſant, iſt ſeine Innenausſtattung mit
weißer Seide und ſchwarzem Blendenbeſatz oder gemuſterter Seide
ſowie Brokat über einer warmen Wattelineinlage.
Feſche Pelzjacken in kurzer Form oder ſolche aus
Pelzimita=
tion und Plüſchſtoff werden ſich ganz beſonderer Beliebtheit
er=
freuen, ſiehe Abb. 8433, und eignen ſich hervorragend zum
Winter=
ſport, falls man ſie hierfür nicht aus Leder wählt, wie Abb. 9434
zeigt, und mit einem Pezfutter verſieht. Dieſe Lederjacken ſind
in praltiſcher Weiſe mit aufgeſetzten Faltentaſchen ausgeſtattet
und mit einem ſchmalen Lederriemen umgeben. Solche halten
auch unten die Paſſenärmel zuſammen. Man gebraucht davon
1,70 m von 130 cm Breite und Lederknöpfe. Die Beyer=Schnitte
ſind für 88, 96 und 104 cm Oberweite erhältlich. — Abb. 39 111
zeigt einen ſchlichten Mantel aus holzfarbenem Wollſamt. Der
rechte vordere Rand iſt ſeitlich übertretend gerafft und wird hier
mit Knopf und Stofföfe gehalten. Der gerade, mit
Bieſenſäum=
chen verzierte Kragen kann auch ganz geſchloſſen werden, wofür
ein Knopfloch in der Anfatznaht offen bleibt. Erf.: etwa 2,75 m
Stoff, 140 cm breit. Beyer=Schnitte für 96 und 104 cm
Ober=
weite. — Mit Abb. 39 141 iſt die für den Winter beliebteſte
Man=
telform gezeigt. Er beſteht aus grauem, grünkarierten Velours
de Smyrne und hat an allen Konturen" grüne Ledereinfaſſung.
Den Taſchen ſind in eigenartiger Weiſe lang herabreichende
Stoff=
ſtreifen aufgeknöpft. Auch einfarbiger Velours de laine eignet
ſich zur Herſtellung des hübſchen Mantels, der dann an den
Ta=
ſchenrändern, auf den Aufſchlägen und dem Kragen mit einem
paſſenden Pelz verbrämt wird. Erf.: etwa 2,65 m Stoff, 130 cm
breit. Beyer=Schnitte für 96 und 104 cm Oberweite. — Aus einem
langhaarigen Pelz iſt die Jacke Abb. 8433 gearbeitet und mit
pelz=
überzogenen Knöpfen geſchloſſen. Durch den enganliegenden Gurt
und dem Hochſchluß am Hals wird ſich die Jacke als ſehr mollig
erweiſen. Erf.: bei Stoff etwa 2,75 m, 130 cm breit. Beyer=
Schnitte für 96 und 104 cm Oberweite. — Die dreiviertellange
Form des Mantels Abb. 39 135 läßt ſich ſowohl aus Wollſtoff wie
aus Plüſch oder einer Pelzimitation herſtellen und in erſichtlicher
Weiſe dem Material entſprechend mit echtem oder unedlem Pelz
garnieren. Eine 4 cm breite, doppelte Blende faßt die vorderen
Ränder ein. Erf.: 2.30 m Stoff, 130 cm breit. Beyer=Schnitte
für 96 und 104 cm Oberweite. — Jugendlich feſch wirkt der
Man=
tel Abb. 39 132 aus doppelſeitigem Stoff, deſſen abweichende
Rück=
ſeite an den Enden des Kragenſchals zur Geltung kommt.
Links=
ſeitig verdeckter Knopfſchluß. Erf.: 3 m Stoff, 130 cm breit.
Beyer=Schnitte für 92 und 100 cm Oberweite.
Wo keine Schnittverkaufsſtelle am Ort, beziehe man ſämtliche
Schnitte u. Muſter durch „Beyer=Schnitte”, Leipzig, Rathauspl.
Die Perle imVerlobungsring
C.K. Da Perlen nach einem uralten Aberglauben Tränen
bedeuten, ſo hat man bisher dieſen Schmuck vom
Verlobungs=
ring ſorgfältig ferngehalten; ebenſo vermied man Smaragden,
die ja bekanntlich Unglück bringen ſollen. Aber die modernen
Bräute ſind, wie es ſcheint, nicht mehr abergläubiſch, denn die
Perle iſt jetzt zur Modezierde des Ringes geworden, den der
Bräutigam ſeiner Erwähltn an den Finger ſteckt. Der neue
Verlobungsring enthält eine einzig ſchöne Perle, obwohl die
Juweliere das Bedenken haben, daß die Perle durch das
be=
ſtändige Tragen am Finger beſchädigt werden kann. Auch
Sma=
ragden werden gewählt, die einen eckigen Schnitt haben.
An=
dere Neuigkeiten der Schmuckmode ſind große Saphire, die zu
beiden Seiten des Ringes von rechteckigen kleinen Diamanten
eingefaßt ſind. Die Ohrringe, die mit Armbändern und
Bro=
ſchen derſelben Ausführung als Hochzeitsgeſchenk beliebt ſind,
werden länger getragen als je und baumeln faſt bis auf die
Schultern herunter. Broſchen werden gerade über der
Hüft=
linie angebracht, da die Taille ja ſo weit heruntergerutſcht iſt.
Mit Diamanten beſetzte Bänder ſind ſowohl im Haar als auch
am Arm ein begehrter Schmuck.
Die neueſten Pelzmoden
C.K. Da die Pelzmode jetzt auch im Sommer anhält, ſo
muß ſie im Herbſt mit beſonderen Neuigkeiten kommen, damit
die Damen auch merken, daß ſie ſich jetzt mit den Winterpelzen
ſchmücken müſſen. Die neuen Pelzmäntel ſchmiegen ſich, ebenſo
wie die Kleider, ganz eng dem Körper an und bilden lange, enge
Futterale, die bis zu den Knien reichen. Die Pelzkragen ſind
ſehr hoch und verbergen das Geſicht faſt völlig. Die
Pelz=
manſchetten reichen vielfach bis zu den Ellbogen. Die Muffs
ſind in der Regel klein, meiſt in Tonnenform, und werden in
dieſem Winter beſonders in Aufnahme kommen, da ſie ein
wich=
tiger Beſtandteil der gegenwärtig wieder auflebenden
Direc=
toire=Mode ſind. Die elegante Frau trägt ſchon jetzt im Herbſt
einen kleinen runden Muff von Zobel, Hermelin oder Seal, der
zu dem Pelzkragen paßt, mit dem ſie den tiefen Ausſchnitt des
Abendkleides umhüllt. Das Gazellenmuſter der Pelze, das ſehr
beliebt iſt, wird noch in ſeiner bizarren Wirkung verſtärkt durch
Beſatz mit Eichhörnchen und Kolinski. Die Färbungen der
Pelze verlaſſen jede natürliche Tönung und bewegen ſich in den
grellſten Farben. So werden z. B. die Kragen= und
Man=
ſchettenbeſätze von Pelz an den Koſtümen tief grün gehalten.
Sehr elegant iſt weißer Affenpelz, der mit ſchwarzen
Straußen=
federn beſetzt wird. Auch mit Goldſpitzen und ſchwarzen
Moiréebändern werden die Pelze garniert.
Ohrgehän ge
Ohrgehänge als Schmuck des Kopfes ſind die augenfälligſte
Möglichkeit zur Unterſtützung der Perſönlichkeitswerte einer
Frau. Ich ſage abſichtlich: „die augenfälligſte” und nicht „die
ſtärkſte‟. Die ſtärkſte liegt in der Hand und iſt deshalb bei der
Wahl des Ringes von größter Bedeutung. Doch davon ein
andermal. Beim Kopf ſprechen viele Dinge mit: Geſichtsſchnitt,
Haarfarbe, Friſur, Schnitt und Farbe der Augen und der Ohren.
Das roſige, feine Ohrläppchen einer aufs Zierliche geſtellten
Schönheit verlangt ſelbſtverſtändlich anderen Schmuck als das
mit feinen und vielfachen Windungen verſehene einer aufs
Gei=
ſtige geſtellten Frau.
In der Geſtaltung des Ohrgehänges hat ſich in der letzten
Zeit eine weſentliche Aenderung durchgeſetzt. Man hat gelernt,
mit dem Ziel einer guten Wirkung des Ohrgehänges darauf zu
achten: 1. das Ohrloch zu verdecken, 2. zu vermeiden, daß der
Ohrrinamechanismus irgendwie ſichtbar wird, und 3. hat man
verſtanden, die Steifheit der Verbindungsglieder in eine gefällige
Form aufzulöſen. Man hat von der Befeſtigungsſtelle über das
Kettchen hin nach dem Anhänger eine harmoniſch verlaufende
Verbindungslinie geſchaffen, die keinerlei ſchroffe Uebergänge an
irgend einer Stelle mehr zeigt, und ſo ſind erſt die
Vorbedingun=
gen für die Möglichkeit des jetzt ſo beliebten langen Ohrgehänges
geſchaffen worden. Nachdem man zu dieſer Durchgeſtaltung des
Ohrgehänges gekommen iſt, hat man auch weitere Schritte
unter=
nommen und das Gehänge als ſolches umgeſtaltet, gegliedert
und reicher gemacht. Es zeigt ſich eine Phantaſie von großem
Umfange, die in Formen und Farben wechſelt, bald ein Oval
mit ſtarker Mittelpunktwirkung wählt, bald einfache,
linien=
betonte Reihen, gleichförmig einen Stein in Abſtänden
umlau=
fend, bald einen tropfenartigen Hängeſtein, der aber ſo gut in
Uebergänge eingefügt iſt, daß er nicht als Schwergewicht an einer
Kette hängt, ſondern mehr wie eine duftige Blüte an zartem
Silberkelch. Neben dieſer Erſcheinung findet man die feinen
Goldkettchengehänge mit Lapis und Koralle. Der Wechſel im
Material, Heranziehung von Farbenwirkungen ergeben neue
Mo=
mente, bei denen reiche Goldarbeit mit Ziſelierungen den
Eigen=
charakter des Stückes ergeben. Die wechſelnde Größe der Kugeln,
die Verſchiedenheit der Farben je nach dem Material des
Stei=
nes, die Wahl zwiſchen einfachem Gehänge und Doppelgehänge
geben auch hier Variationsmöglichkeiten ohne Begrenzung.
Das lange Ohrgehänge paßt für den Typ der lebhaften
Frau. Zierlichkeit und Beweglichkeit ſind ſein Charakter und
paſſen zur fein zugeſpitzten Unterhaltung, aufgeputzt mit feinen
Lichtern des Witzes und des Geiſtes, zum leichten Flirt, der
intereſſiert und nicht verpflichtet. Ruhe und Selbſtbewußtſein
bevorzugt den Brillanten, Raſſe die Perle, temperamentvolle,
tiefe, dunkle Augen finden in Kreolen eine prachtvolle
Ergän=
zung. Tiefſchwarzer Onyx mit kleinen Brillanten ergibt
Stim=
mungsparallelen und Augenſprache einer Schönheit ſüdlichen
Charakters, und der moderne Bubenkopf findet in ihm oft ſeine
kapriziöſe und dadurch reizvolle Ergänzung.
Das moderne Ohrgehänge iſt in ſeiner Wirkung nicht von
der Echtheit des Materials abhängig. Auch die
Imitationsmate=
rialien, wie Doublee, Platinin uſw., ſind in der
Zuſammenſtel=
lung mit Galalith und anderem Buntmaterial infolge allerfeinſter
Präziſionsarbeit der Maſchinen durchaus geeignet. Stücke in
billiger Preislage herauszubringen, die infolge guter
Farbabſtim=
mung und ſauberſter Materialbearbeitung durchaus ein Artikel
von geſchmackvoller Wirkung ſind.
Die Abhärtung der Kinder im Herbſt. In der
Uebergangszeit, wenn die Zimmer noch nicht regelmäßig geheizt
werden, wird die gewöhnte Abreibung der Kinder meiſt aus dem
Grunde eingeſtellt, weil dieſe nach ihr leicht fröſteln und nicht ſo
ſchnell warm werden, wie im Sommer. Deshalb pflegt auch die
Abneigung der Kinder gegen die ſie ſonſt ſo erfriſchende Prozedur
im Herbſt ſtändig zuzunehmen, ſo daß ſchließlich die Mutter ein
Ende damit macht, obgleich ſie weiß, daß es zum Nachteil ihres
Lieblings iſt. Das folgende Verfahren ſetzt ſie nun inſtand, die
tägliche Abreibung ihres Lieblings auch an kühlen Tagen, ohne
Widerſtand von dieſem zu befürchten, fortzuſetzen. Wenn das
Kind erwacht, breitet ſie ſchnell ein Bade= oder Wolltuch unter
dieſes, zieht ihm das Nachtröckchen aus, reibt mit feuchtem dicken
Frottierhandſchuh erſt Arme, Bruſt, Leib und Beine blitzſchnell
ab, dreht das Kind herum, daß es auf den Leib zu liegen kommt,
reibt mit friſch eingetauchtem Lappen auch Nacken, Rücken, Geſaß
und die Beine ab, ſchlägt dann das Tuch dicht um den Körper
und läßt das Kind, wieder auf den Rücken gelegt, gut zugedear
im Bett liegen, während ſie ihm nun das Geſicht wäſcht. Die
be=
hagliche Wärme, die den Körper des Kindes nach dieſem ſchnelen
Verfahren durchſtrömt, wird ihm ſo wohltuend ſein, daß es am
anderen Tage von ſelbſt nach dieſer Abreibung im Bett verlangt.
Natürlich darf es nur ſolange darin zubringen, bis alle
Feuchtig=
keit verdampft iſt, was 5 bis 8 Minuten dauert. Dr. Ebner.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Modebrie
Liebe Freundin!
Alſo Dein neuer Beruf befriedigt Dich vollſtändig (was ich
mir ſchon im voraus denken konnte) und Du haſt allerlei aul
dem Herzen, zu dem Du wieder meinen Nat brauchſt. Ich wurde
Dir empfehlen, da Dir Deine Auftraggeber die Wahl
von=
ſtändig freigeſtellt haben, für die Abendlleider Erepe Marocain.
und zur Ausſchmückung derſelben entweder Pelzbeſatz, Schwan
oder ſarbigenMarabou im gleichen Ton wie das ſchöne Gewehe
eingefarbt oder Perlbeſatz als Borte, Einzelmotiv oder Abſchluß
und Schmuckſtück für den Gürtel mit langen Perlfranſen zu wa9. Iſt der dafür beſtimmte Betrag nicht zu tnapp bemeſſehn
dann nimmſt Du vielleicht beides als Garnitur. Ich ſah
do=
einigen Tagen ein entzügendes, dabei hochelegantes, ja direkt
hol=
nehm wirkendes Geſellſchaftskleid aus Crepe Marocain in leugle
tend pfauenblauer Unifarbe, das am tiefen Armloch des mit hie”
ter Schulter geſchnittenen, ſonſt ärmelloſen Kittelkleides, am
Hals=
ausſchnitt und rechts und links an markierten Einſatzteilen Me
etwa zweifingerbreitem tiefbraunen Biberettepelz beſetzt wak, de.
ſich an Hals und Armloch ein ſchmales, zackig gehaltenes
Pell=
börtchen aus weißen Schmelzſtabperlen und geſchmackvoll dazcle
ſchen verſtreuten, ſchwarzen Jettſteinchen, in aparter Weiſe Aie
ſchmiegte, während die ſeitlichen Einſatzteile bis zum Rüſ
hinauf, in wundervollem Flächenmuſter perlbeſät erſchienen. Welaſt
Du dagegen von jeglichem Beſatz abſehen, dann ſteht Dir
oco=
auch der hochmoderne bunte Crepe Marocain, in künſtleriſchen
Handdruck zu Gebote, den Du ſicher wieder, wie den erſteren,
de=
nicht nur in hellen, ſondern auch in dunklen Uni=Farben zu häbe”
iſt, am Ludwigsplatze bei Deinem Lieferanten Wilhelm Lanz Iie
den wirſt. Für die Stilkleider würde ich Dir Velour de laine 90.0
beſonders warm empfehlen. Du wirſt ihn ſicher im gleichen Oe
ſchäft in den heutigen Hauptmodefarben und Muſterungen, c
mentlich kariert, braun in braun und in ſchönen Streifenmuſte.”
finden, ſodaß Deine Auftraggeberin einer beſonderen Modelaug.
nachgebend, den Rock des Kleides quergeſtreift anfertigen 1a0M
da die Breite des Stoffes die ganze Rocklänge ergibt. Ein ſe9 Modell dieſer Art war mit einem ſchmalen Weſteneinine
im Leibchen von der hellſten Farbe des Streifens ausgeſtattet ?0
mit großen Kugelknöpfen in der Farbe des
Stoffuntergrunde=
auf der linken Seite bis hinauf, zum Kragenrande beſetzt. 2e
konnte ſowohl hochgeſchloſſen wie nach Belieben mehr oder we‟ſ
ger „offenherzig” getragen werden. Vorn und im Rücken lieſ 9e
Leibchen in ſtumpfer Schneppe aus und ein mäßig weiter, eind”
ſetzter Bluſenärmel, ebenſo wie das Leibchen ſenkrecht geſtkel!”
war vom Ellbogen abwärts durch eine tiefe, eingelegte Falke.d"
enganliegender Manſchette verengt, die ebenfalls wieder dicht.!
Kugelknöpfen beſetzt war, während etwa 5 cm lange, den Kndr
ſchlingen nachgebildete Stoffſchlingen von ſchräg genommelle.
Stoff äußerſt exakt gearbeitet, wie eine Art Franſenbeſatz Um.
der nach hinten gelegten Falte geordnet waren, die ſich über 9.
Handgelenk wieder zu einer weiten, den Handrücken decene‟
Tellermanſchette öffnete. Auch als engpliſſierter Rockan/ah."
langer Kaſakbluſe wirkt quergeſtreifter Velour de laine aulsn.
zeichnet, während karierte Kleider, namentlich für junge Mc”
chen, gern mit weißen Leinen=, Rivs= oder Seidenumlegtr0t.”
(13630
und =manſchetten ausgeſtattet werden.
Auch für dieſe Einkäufe beſte Erfolge wünſchend, grüßt. 20
Deine treue Lore.
vielmals
ſut umer 291.
Sonutag, den 19. Oktober 1924.
Seite 19.
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Das Ehrenkomitee beſteht aus den Herren
Geheimrat Otto Beſtehorn,
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beſitzer, Dr. Arthur Bunde,
Ober=
bürgermeiſter, Dr. Hans Heckner
Stadtbaurat, Dr. Otto Müller,
Rechtsanwalt und Notar
Eduard Nielow,
Stadt=
rat a. D., Dr. Fritz Koppehl,
prakt. Arzt, Nicolaus
Rasmuſſen, Bankier,
Paul Wittmeyer,
Bankdirektor, ſämtliche
in Aſchersleben am Harz.
Die Feſtſtellung d.
Preis=
träger erfolgt durch den
Rechtsanwakt und Notar
Herrn Dr. Otto Müller
in Aſchersleben am 31.
Ok=
tober 1924. Die Feſtſtellung
der Preisträger iſt endgiltig
und unanfechtbar. Durch die Ein= A
ſendung der Löſungen
erwächſtkeiner=
lei Rechtsanſpruch gegenüberdem T. H. C.
Die Löſung ergibt den Wahlſpruch des T. H. C.
An dieſem Preisausſchreiben kann ſich
jeder=
mann mit einer beliebigen Anzahl
Löſungen beteiligen. Jede Löſung
muß auf einem beſonderen Zettel,
auf deſſen Rückſeite die genaue
Adreſſe des Einſenders
an=
gegeben iſt, eingeſchickt werden.
Die Löſungen müſſen bis
30. 10. 1924 im verſchloſſenen
Briefumſchlag unter
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nichtBrief=
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die Geſchäftsſtelle d. Tennis=
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En/ Aſchersleben, Lindenſtr. 7, I.
gelangen. Die namentliche
„C) Veröffentlichung der
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träger 1—20 erfolgt in der
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