Darmstädter Tagblatt 1924


14. September 1924

[  ][ ]

Einzelnummer 15 Goldpfennige


re
Bo
ſeſt

Bezugspreis:
zentlich 2 maligem Erſcheinen vom 1. September
September 2.18 Goldmark und 22 Pfennig
gebühr, abgeholt 225 Goldmark, durch die
zm 2.40 Goldmark frei Haus. Poſibezugs=
hne
Beſitelgeld monatlich 2.30 Goldmark.
ortlichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
en Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
einzelner
Nummern infolge höherer Gewalt
den Bezieher nicht zur Kürzung des
reiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
ohne Verbindlichkeit für uns. Poſiſchecktonto:
Franffurt a. M. 4304.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landesbauptſtadt
Wöchentliche iAuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X berſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſfattet.
Ruinmer 256
Sonntag, den 14. September 1924. 187. Jahrgang

Anzeigenpreis:

27 mm breſte Zeile im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg., Reklamezelle (92 mm
breit) 4 Goldmark. Anzeigen von auswärts 30 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfg., 92 mm breite Reflame=
zeile
1.50 Goldmark. Alle preiſe in Goldmart
(1 Dollar 4.20 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Streik uſw., erliſcht
jede Vorpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbank.

Die Lage in Schangſaz.
Schanghai, 13. September 1924.
Kabeltelegramm
inſeres eigenen Sonderberichterſtatters.
Ko und Eigentum der Fremden geſichert. Kiangſus Sieges=
ſaruſten
. Noch keine Entſcheidung. Schwierige Wirtſchaftslage.
Nahrungsmittelteuerung. Der Hafen offen.
ür das Leben und Eigentum der Fremden in Schanghai
Dan Gbs keine Gefahr. Die fremden Mächte haben genügend Trup=

u. Herne

be landet außerdem wird das Freiwilligenkorps alarmbereit
geen. Die chineſiſchen Behörden haben zudem ihren Schutz
Br gt. Man ſpricht hier allgemein davon, daß der Whanko=
Fw die Forts und das Arſenal für neutral erklärt werden.
ber den endgültigen Ausgang der Wirren läßt ſich kaum
ſis ſicheres voraus ſagen. Trotzdem beſteht die größte Wahr=
ſch
ichkeit, daß Kiangſu ſiegreich bleiben wird, weil Tſchekiangs
Ga5 utellen an Menſchenmaterial zu gering ſind und die Hilfe
Eſgſolin infolge der Ueberſchwemmung der nördlichen Provin=
ßer
deifelhaft iſt.
e ſüdlichen Provinzen haben nur untergeordnete Bedeu=
lun
da ſie mit der Niederwerfung eigener Unruhen voll in An=
ſpr
genommen ſind.
r einer Entfernung von 15 engliſchen Meilen von Schanghai
ſor in ſchon ſeit einer Woche der Kampf. Die Entſcheidung, die
noch nicht gefallen iſt, dürfte ſofort in dem Augenblick
in dem Peking beträchtliche Hilfe bringt. Bleibt Kinga ſu
h, dann werde mit ziemlicher Sicherheit die nördlich von
Ses jhai ſtehenden Truppenkontingente ſich zurückziehen. Unter=
aber
, ſo dürfte ſich der Krieg noch ſehr in die Länge ziehen,
ar Folge hätte, daß ganz China in den Kampf verwickelt

n Strom von Flüchtlingen aus der Kampfzone über=
mt die europäiſchen Niederlaſſungen.
is Geſchäftsleben iſt vollkommen gelähmt. Die chineſiſchen
a ſind ſehr vorſichtig und geben chineſiſchen Firmen keinen
rS mehr. Wenn auch die Nahrungsmittel von Tag zu Tag
werden, ſo iſt doch keine Hungersnot zu befürchten, da der
noch offen iſt und auch kaum blockiert werden kann.
hanghai, 13. Sept. An der Weſtfront ſind die King=
furtreitkräfte
geſtern nachmittag auf ihre Hauptſtellung
changtſchau zurückgegangen. Dieſer Ort wird von
ſder) ekiang=Streitkräften bedroht, die bereits Ihing, 23 Meilen
ſſürh von Tſchangtſchau, eingenommen haben. An der Süd=
un
1 ſtfront keinerlei Veränderungen. Die Chekiang=Truppen
ſie hätten zwei Bataillone in Ihing gefangen genommen.
Pekinger Kreifen iſt man der Anſicht, Tſchangſolin könne
Mann gegen die Provinz Tſchili ſenden, ohne die Ueber=
Eig der Mandſchurei zu gefährden. Die gut bewaffneten
m Yohldiſziplinierten Tſchili=Kräfte, die unter dem Befehl des
e ls Fenjuhſiang ſtehen, ſind faſt ebenſo ſtark wie die geg=
erſen
Kräfte. In ihren Reihen kämpfen 25 000 Chriſten.
A Ihnung der Intervention der Großmächte.

S chineſiſche Kabinett hielt heute eine Kabinettsſitzung
welcher es ſich eingehend mit einer möglichen Intervention
eE) oßmächte befaßte. Es wurde der Beſchluß gefaßt, jede
chung anderer Mächte auf das Entſchiedenſte abzulehnen.
ynt wurde auch die Einberufung einer internationalen
onferenz. Sollte eine ſolche zuſammentreten, dann wird
der Regierung Chinas aufs ſchärfſte bekämpft werden.
ſchließen ſich immer neue Provinzen der Bewegung an.
Euverneure verſchiedener weiterer Provinzen haben in den
Bi krieg eingegriffen.
Der neue Miniſterpräſident.
2 Wahl Dr. Yens zum chineſiſchen Premiermini=
mit
Zweidrittelmehrheit des Parlaments erfolgt. Mar=
Lu=pci=fu und der Präſident Tſchaokun hatten die Wahl
u ins energiſch befürwortet. Dr. Yens, deſſen chineſiſcher
Huſi Ching lautet, iſt im Jahre 1877 geboren und hat in
reinigten Staaten ſtudiert. Er war Profeſſor der eng=
Sprache in Schanghai. 1920 wurde er Außenminiſter, von
der 1921 bis Juni 1922 ſtellvertretender Premierminiſter.
de auf verſchiedenen diplomatiſchen Poſten verwandt.
Japan und die Mandſchurei.
S Tokio wird gemeldet, daß der japaniſche Außenmini=
lärt
habe, er werde die japaniſchen Intereſſen in der

Amerikas Haltung.
diklomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph
daß die Waſhingtoner Regierung endgültig zum chine=
Konflikt Stellung genommen habe. Die amerikaniſchen
ibc in China ſeien angewieſen worden, aus eigener Initia=
notigen
Maßnahmen zu ergreifen, um die Intereſſen der
* iner zu verteidigen.
Der Verteidigungstag und Japan.
*hington, 13. Sept. (Europapreß.) Heute iſt in den
Sken Staaten der Verteidigungstag gefeiert worden, der
* augemeine militäriſche und induſtrielle Mobilmachung
tbar. Man weiß, daß die Ankündigung dieſes Verteidi=
ges
in Japan böſes Blut geſetzt hat und daß die Japa=
ON haben, ſie würden, wenn der Verteidigungstag wirk=
Efinde, mit einem
idigungstag im Okto=

Vom Tage.
Der am 21. Auguſt bzw. 2. September gefällte Schiedsſpruch für die
ſüdlichen Randzechen des Ruhrbergbaues iſt vom Reichs=
arbeitsminiſter
für verbindlich erklärt worden.
Nach Rückkehr des Reichskanzlers Dr. Marx wird am Montag ein
Kabinettsrat über die politiſchen Tagesfragen ſtattfinden.
Die Bank von Danzig hat mit Wirkung ab 11. September
ihren Diskontſatz von 12 auf 10 Prozent und den Lombardſatz von
14 auf 12 Prozent herabgeſetzt.
Lloyd George iſt unerwartet von Wales nach London zu=
rückgekehrt
. Er hatte eine Konferenz mit dem Vorſitzenden des
Ausſchuſſes für den libexalen Feldzug Sir Alfred Mond. Die Beſpre=
chung
betraf hauptſächlich die energiſche Wahlkampagne, welche die
liberale Partei gegenwärtig führt.
Herriot reiſt am Montag abend mit dem Marineminiſter nach
Toulon, um den Manövern des Mittelmeergeſchwaders an Bord
eines Kriegsſchiffes beizuwohnen. Dienstag abend kehrt Herriot wieder
nach Paris zurück.
Zu Ehren des in Paris anweſenden tſchechoſlowakiſchen Kriegsmini=
ſters
hat Kriegsminiſter General Nollet ein Frühſtück gegeben, an
dem außer Miniſterpräſident Herriot faſt ſämtliche in Paris anwefen=
den
Marſchälle und Generäle teilgenommen haben.
Der franzöſiſche Bauarbeiterverband veröffentlicht einen
Proteſt gegen die maſſenhafte Einwanderung ausländiſcher Ar=
beiter
nach Frankreich.
Der Dampfer Skagen aus Kriſtiania iſt bei dem orkan=
artigen
Sturm der letzten Tage untergegangen. Die aus 15 Mann be=
ſtehende
Beſatzung iſt umgekommen.
Der Generalrat des Gewerkſchaftskongreſſes und der Vollzugsaus=
ausſchuß
der Arbeiterpartei Englands ſandten gemeinſam ein Zirkular
an die angefchloſſenen Arbeiterorganiſationen, in dem zu einem energi=
ſchen
Eintreten für die Ratifizierung des engliſch=ruſſiſchen
Vertrags durch das Parlament gefordert wird.
Wie die Journée Induſtrielle mitteilt, hat der franzöſiſche Han=
delsminiſter
eine Kommiſſion ernannt, die die Frage der Zölle für
Farbſtoffe, für chemiſche und pharmazeutiſche Erzeugniſſe einer
Prüfung unterziehen ſoll, da eine Reviſion der Tarifierung dieſer Waren
in Ausſicht genommen iſt.
United Preß meldet aus Waſhington, daß der Staatsſekretär Mel=
len
dafür eintritt, daß die 800 Millionen=Anleihe in den Währungen der
verſchiedenen Länder, in denen ſie aufgebracht wird, ausgeliehen werde,
hierdurch wird eine ausſchließliche Dollar= und Pfund=Anleihe vermieden.
Daily Mail meldet aus Konſtantinopel, daß mehrere ſowjet=
ruſſiſche
Kriegsſchiffe in Batum mit großen Truppen=
verſtärkuiigen
eingetroffen ſeien. Die Truppen nehmen gegenwärtig
blutige Repreſſalien vor. Die Gefangenen werden maſſenhaft hin=
gerichtet
.

Zur Erinordung Caſalinis.
Kundgebungen der Faſziſten.
Rom, 13. Sept. Die Ermordung des faſziſtiſchen Abgeord=
neten
Caſalini hat großes Aufſehen erregt. Der Ermordete war
Vater von fünf Kindern, wovon ein 14jähriges Mädchen das
älteſte iſt. Was den Mörder anbelangt, ſo ſoll dies ein anormales
Individuum ſein. Bei ſeiner Verhaftung erklärte er der ihn um=
gebenden
Menge: Matteotti, der mein Bruder iſt, würde ich nicht
getötet haben, aber ich wollte Caſalini töten.
Sofort, nachdem die Ermordung des Faſziſten Caſalini be=
kannt
wurde, iſt
ein Kabinettsrat
zuſammengetreten, um ſich mit der Lage zu beſchäftigen. Es
wurden Maßnahmen getroffen, um zu vermeiden, daß verbotene
Schritte ſeitens der Faſziſten ergriffen werden.
Nach dem Miniſterrat hatte Muſſolini mit Federzoni und
dem Generaldirektor des Sicherheitsdienſtes die
Maßnahmen
vereinbart. Das Direktorium der faſziſtiſchen Partei hat ſich eben=
falls
gegen jede Ausbeutung des Verbrechens und gegen die Aus=
führungen
von Repreſſalien erklärt. Die Kriegsteilnehmer ver=
öffentlichen
einen Aufruf zur Ruhe. In Rom verſuchten Scharen
von Faſziſten die Oppoſitionsblätter zu ſtürmen, die von ſtarken
Abteilungen von Karabinieri und Truppen bewacht waren. Ein
Umzug von Faſziſten begnügte ſich mit einer Sympathiekund=
gebung
für Muſſolini. Immerhin wurde das Vereinslokal der
republikaniſchen Partei verwüſtet.
In Mailand
nehmen die Kundgebungen wegen der Ermordung des faſziſtiſchen
Abgeordneten größeren Umfang an. Starke Abteilungen von
Polizei und Militärradfahrern bewachten ſofort nach der Tat das
Verlagsgebäude des Corriere della Sera, vor dem ein Umzug
von Faſziſten eine feindſelige Kundgebung inſzenierte, aber nicht
in das Gebäude eindringen konnte. Einige Faſziſtengruppen von
Mailand wurden beim Direktor des Blattes vorſtellig, wegen der
Erregung in Mailand ſolle der Coriere della Sera zur Vermei=
dung
von Zwiſchenfällen nach einer anderen Stadt überſiedeln.
Der Direktor der Zeitung, Albertino, lehnte jedoch jede Maß=
nahme
, die als Unterwürfigkeit oder Feigheit ausgelegt werden
könnte, ab. Er weigerte ſich auch, als Folge dieſer Aufforderung
und wegen der Drohung der Demonſtranten, die Fahne auf Halb=
maſt
zu ſetzen. Ein Poliziſt nahm die Fahne herunter, um weitere
Zwiſchenfälle zu vermeiden. Der Stadtrat von Mailand
beröffentlichte einen beruhigenden Aufruf. Auf der Polizeidirektion
wurde ein ganzes Infanterieregiment für den Ordnungsdienſt in
den verſchiedenen Stadtteilen bereitgeſtellt, um Unruhen zu ver=
meiden
. Große Verwüſtungen von Faſziſtenſcharen in der Drucke=
rei
und Adminiſtration der ſozialiſtiſchen Die Juſtizia wurden
angerichtet, wo alles über den Haufen geworfen wurde. Ferner
ſtürmten die Faſziſten eine Freimaurerloge, zertrümmerten alle
Möbel und verwüſteteten den Verſammlungsſaal. In einem
äußeren Stadtviertel ſtürmten die Faſziſten ein Vereinslokal.
Alle Möbel wurden zertrümmert und die Anweſenden blutig ver=
prügelt
. Ein Sturm auf die Arbeitskammer konnte von der
Polizei verhindert werden.
Die feierliche Beſtattung
des ermordeten faſziſtiſchen Abgeordneten Caſalini findet unter
Teilnahme aller faſziſtiſchen Abgeordneten und Senatoren am
Montag ſtatt. Zur Warung der Ruhe werden alle Truppen in den
Kaſernen bereitgehalten . Auf die Stadtviertel wurden zahlreiche
Karabinieriabteilungen verteilt.
Caſalini gehörte im Faſzismus der gemäßigten Richtung
an. Er iſt politiſch nie beſonders hervorgetreten da er ſich ganz
der organiſatoriſchen Arbeit widmete.

Die Woche.

Mit verſchiedenen Zügen trafen damals entgegen der ur=
ſprünglichen
Abſicht Herriot und Maedonald in Genf ein, gemein=
ſam
verließen ſie die Stadt Rouſſeaus. Eine kleine Bahnhofs=
ſzene
: An zwei benachbarten Fenſtern des internationalen Schlaf=
wagens
ſtehen die beiden Miniſterpräſidenten. Herriot raucht
eine Pfeife, Macdonald eine Zigarre. Herriot ſagt: Eine eng=
liſche
Pfeife, Macdonald ſagt: Eine franzöſiſche Zigarre,
dann begibt ſich Herriot, nach ſeinem Salonwagen. Doch nach
wenigen Augenblicken ſieht man den kleinen korpulenten Herrn
den Bahnſteig daherlaufen und Maedonald, Macdonald! rufen.
Herriot hält es ohne ſeinen Freund nicht aus und entführt ihn
in ſeinen Wagen. Dann ſehen ſie wieder aus zwei Fenſtern des
franzöſiſchen Salonwagens heraus, bis ſich unter Opationen des
Püblikums der Zug in Bewegung ſetzt. Amüſantes Theater!
Mit Mühe nur iſt nach langwierigen Verhandlungen jene
Kompromißformel zuſtande gekommen, welche die Divergenz zwi=
ſchen
engliſcher und franzöſiſcher Auffaſſung wenigſtens nach
außen hin überkleiſterte. Auf die Rede Macdonalds, in welcher
dieſer dringendſt den Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund
verlangte, hatte ſein Freund Herriot in ſeiner Antwortrede
davon geſprochen, daß ſich die deutſche Regierung, wenn ſie in
den Völkerbund eintreten wolle, ſich an deffen Satzungen halten
müſſe, jene Satzungen, die ſeinerzeit von den Siegerſtaaten auf=
geſtellt
wurden mit dem ausgeſprochenen Ziel, Deutſchland end=
gültig
aus der Reihe der Großmächte zu ſtreichen, und es für
immer unter den Willen der Sieger zu zwingen. Herr Herriot
war ſich natürlich der Bedeutung ſeiner Ausführungen durchaus
bewußt. Es lag, wie wir ſicher wiſſen, tatſächlich in ſeiner Ab=
ſicht
, den Entſcheid über eine Aufnahme Deutſchlands noch
etwas hinauszuſchieben und erſt auf Vorſtellungen ſeiner fran=
zöſiſchen
Freunde Paul Boncour an der Spitze bequemte er
ſich zu der nachträglichen Interpretation, daß er in ſeiner Rede
keine Einwendungen der franzöſiſchen Regierung gegen einen
ſofortigen Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund habe er=
heben
wollen.
Ueber die deutſche Auffaſſung des Völkerbundproblems iſt
an dieſer Stelle bereits vor einer Woche eingehend geſprochen
worden, über die ernſten Bedenken, die gegen einen Eintritt
Deutſchlands in den Völkerbund beſtehen. Die Herren Hilfer=
ding
, Breitſcheid, v. Gerlach, Georg Bernhardt, Dr. Foerſter,
Dr. Gumpel und noch einige andere zufällig in Genf weilende
deutſche Politiker haben es für richtig befunden, Herrn Herriot in
Genf aufzuſuchen, und dieſer Beſuch wurde der Ausgangspunkt
für eine ſcharfe Agitation mit dem Ziel, die Reichsregierung in
der Völkerbundsfrage dorwärts zu ſtoßen. In einem offenen
Brief forderte der frühere Reichstagspräſident und ſozialdemo=
kratiſche
Abgeordnete Loebe den Reichsaußenminiſter auf, alle
ſeine Bedenken fallen zu laſſen, und die ganze Preſſe der Linken
hallt wieder von Vorwürfen, daß Deutſchland den günſtigen
Augenblick verpaßt habe. Hand in Hand mit dieſer Agitation
aber geht der Verſuch, die Reichsregierung davon abzubringen,
daß ſie die feierliche Zurücknahme des in Verſailles erpreßten
Kriegsſchuldgeſtändniſſes ſämtlichen Signatarmächten des Ver=
trages
notifiziert. Auch hierbei ſpielen jene oben ſchon genannten
zufällig in Genf weilenden Politiker eine nicht unerhebliche
Rolle. Möglich, daß Herr Herriot ſich nicht gerade entzückt über
dieſe in Ausſicht geſtellte Note geäußert hat, möglich und ver=
ſtändlich
. Für die Entſcheidung der deutſchen Regierung aber
kann das doch wahrlich nicht ins Gewicht fallen.
Immer unerquicklicher hat ſich, wie das in Deutſchland lei=
der
ſo üblich, der Streit innerpolitiſch zugeſpitzt. Nicht mehr um
eine Auseinanderſetzung über zwei bedeutſame außenpolitiſche
Fragen, ſondern um einen erbittert geführten Kampf gegen den
Bürgerblock handelt es ſich mittlerweile, einen Kampf, in dem
auch die vergifteten Waffen perſönlicher Verleumdung nicht feh=
len
. In mühſeligen Verhandlungen hatte man nach den Mai=
wahlen
verſucht, die Stellung der Reichsregierung für die kom=
menden
außenpolitiſchen Auseinanderſetzungen durch eine breite
barlamentariſche Baſis zu verſtärken. An der Haltung der
Deutſchnationalen allzuſehr feſtgelegt durch den vorausgegan=
genen
Wahlkampf ſcheiterte der Verſuch. Die Verhandlungen
der Parteien über die Gutachtengeſetze brachten auch die Frage
der Regierungserweiterung wieberum in Fluß und die Ein=
beziehung
der Deutſchnationalen in die Regierungskoalition
wurde in Ausſicht genommen. Es iſt verſtändlich, daß die Sozial=
demokratiſche
Partei die Ausſicht auf den Bürgerblock nicht
gerade freudig begrüßte. Bitter rächt ſich jetzt das völlige Ver=
ſagen
im vergangenen Herbſt. Umſomehr aber erſcheint es an=
gebracht
, durch ſachliche Klarſtellung dem vorzubeugen, daß aber=
mals
durch eine ſkrupelloſe Agitation das Geſicht der Dinge völ=
lig
verändert wird. Herr Wirth, der einſt als deutſcher Reichs=
kanzler
im Reichstag das berüchtigte Wort prägte: Der Feind
ſteht rechts, Herr Wirth iſt wieder auf dem Plan erſchienen und
kämpft gegen den Bürgerblock, welcher dem Beſitz und ſeiner
Zuſammenfaſſung einen ſtaatspolitiſchen Vorrang über diejenigen
geben werde, welche über kein feſtes Einkommen verfügen. Die
Erklärung des Reichsparteivorſtandes ſo war dieſer Tage in
einem Bericht der Germania zu leſen , daß die Zentrums=
partei
ſich ſtets bemühe, alle politiſchen Kräfte zur Verantwortung
heranzuziehen, löſte allgemeine Befriedigung aus. Man glaubt
dieſe Erklärung in dieſer Stunde als eine grundſätzliche Ableh=
nung
des Bürgerblockes auffaſſen zu müſſen. Das iſt doch
wirklich merkwürdig. Herr Wirth und ſeine Gefolgſchaft iſt ſich
mit der Sozialdemokratie völlig darin einig, daß unter keinen
Umſtänden die Deutſchnationalen einen Platz in der Regierung
finden dürfen. Grundſätzlich verlangt man den Ausſchluß
der doch immerhin zurzeit ſtärkſten Partei. Die Erklärung des
Reichsparteivorſtandes der Zentrumspartei könnte alſo eigentlich
mit mehr Recht gegen Herrn Wirth und ſeine Gefolgſchaft ge=
deutet
werden.
Wir haben oft genug erörtert, daß es ein Kernproblem
unſerer Zeit ſei, die tiefe Kluft zu überbrücken, elche die wirt=
ſchaftliche
Entwicklung eines Jahrhunderts zwiſchen Arbeit=
nehmer
und Arbeitgeber aufgeriſſen hat. Der grundſätzliche Aus=
ſchluß
der Sozialdemokratie von der Regierung im Deutſchland
der Vorkriegszeit war ein verhängnisvoller Fehler. Das heißt
aber natürlich doch nicht, daß nun in jeder Regierung des parla=
mentariſch
regierten Deutſchen Reiches der Nachkriegszeit unbe=
dingt
die Sozialdemokratiſche Partei vertreten ſein muß. Und
wenn man es heute ſo darzuſtellen verſucht, als ob eine Regie=

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 14. September 1924.

Rummer 256.

rungskoalition der bürgerlichen Parteien gleichbedeutend wäre
mit einer Regierung gegen die Arbeiterſchaft, ſo zeugt das
nicht gerade von allzu großem politiſchen Verantwortungsgefühl.
Parteihader droht von neuem das deutſche Volk zu zerfleiſchen,
während draußen die großen weltpolitiſchen Entſcheidungen
heranreifen.
Europa iſt nicht mehr die erſte Bühne, ſondern das Schwer=
gewicht
der Weltpolitik hat ſich nach dem Stillen Ozean ver=
ſchoben
. Treffend zog der ſüdafrikaniſche Vertreter auf der erſten
britiſchen Reichskonferenz in London das Fazit des Weltkrieges. In der engliſchen Eiſen= und Stahlinduſtrie ſcheint ſich eine
Nicht um den Streit einiger Generale handelt es ſich bei dem
derzeitigen Kampf in China, ſondern hinter den Kämpfenden
ſtehen die großen Mächte, die in dem gewaltigen Länderkompler Beſorgten wiederholt klar und deutlich erklärt, daß es ganz bei
ein neues Land der unbegrenzten Möglichkeiten ſehen. Ein erſtes
Wetterleuchten kommender Entſcheidungen von unabſehbarer
Tragweite!
Wann werden wir in Deutſchland lernen, die Lehren der
Geſchichte zu verſtehen?
M.

Die Preisabbauaktion.
Ein Interview Dr. Luthers.
Berlin, 13. Sept. (Wolff.) Reichsfinanzminiſter Dr.
Luther gewährte einem Vertreter, des Wolffbureaus eine
Unteredung über die Preisabbauaktion. Die Unterredung ver=
lief
wie folgt:
Frage: Welche Wirkungen verſprechen Sie ſich, Herr Reichs=
miniſter
, von den heute morgen angekündigten Maßnahmen der
Neichsregierung zur Erleichterung des Wirtſchaftslebens? Mi=
niſter
: Darauf muß ich Ihnen zunächſt antworten, daß ich mir
keine Wunderwirkungen verſpreche. Die Zeit der Illuſionen iſt
vorbei. Jetzt muß der zähe, mühſame Wiederaufbau beginnen.
Dieſer Wiederaufbau wird zweifellos allmählich Früchte tragen,
und zwar dauerhafte Früchte. Leute freilich, die zu meinen
ſchienen, daß nach der Annahme der Geſetze über das Londoner
Abkommen bei uns ſozuſagen über Nacht ein rieſiger wirtſchaft=
licher
Aufſchwung einſetzen werde, waren ebenſo große Illuſio=
niſten
wie die anderen, welche glaubten, wir hätten unſer Leben
als Wirtſchaftsvolk aufrecht erhalten können, wenn wir das Lon=
doner
Abkommen abgelehnt hätten.
Frage: Sind die Vorausſetzungen für den allmählichen Wie=
deraufbau
nicht aber ſchon durch die Markſtabiliſierung im vori=
gen
Herbſt geſchafen worden? Miniſter: Ja und Nein! Ohne
die Maßnahmen des vorigen Herbſts und Winters, alſo beſon=
ders
die Schaffung der Rentenmark, und ohne die harten finanz=
politiſchen
Eingriffe durch die Steuererhöhungen und Ausgaben=
erdroſſelungen
würden heute für den Wiederaufbau die Grund=
lagen
fehlen. All das waren Notmaßnahmen Deutſchlands, das
mit den letzten Reſten ſeiner eigenen Kraft, die durch den Nuhr=
einbruch
, an der wichtigſten Stelle abgebunden, und durch die un=
ſelige
Inflation völlig aufgezehrt waren. Jetzt dagegen wird
Deutſchland nach dem Londoner Abkommen nach und nach wieder
in den Beſitz ſeiner eigenen Wirtſchaft kommen, ſoweit ſie durch
den Vertrag von Verſailles ihm belaſſen iſt. Das Verſchwinden
der Binnenzollinie im Weſten iſt der erſte Schrit nach dieſer
Nichtung.
Steuererleichterung für die rheiniſche Landwirtſchaft.
* Köln, 13. Sept. (Priv.=Tel.) Geſtern fand hier eine Be=
ſprechung
der Präſidenten der Landesfinanzämter Köln und
Düſſeldorf mit Vertretern des rheiniſchen Winzerderbandes ſtatt.
Zur Erörterung ſtand die Frage über die Herabſetzung der Steu=
ern
, da die Landwirtſchaft außer ſtande iſt, die vollen Steuern
zu zahlen. Es wurde vereinbart:
1. Alle Zwangsbeitreibungen von Steuern werden ſofort
eingeſtellt.
ſtundet. Zur Nachprüfung der Stundungs= bzw. Erlaſſungs=
anträge
werden Kommiſſionen gebildet, beſtehend aus je einem
Vertreter des Finanzkataſteramtes, dem Gemeindevorſteher und
ſachverſtändigen Landwirten.
3. Die Erhebung einer weiteren Vorauszahlung für die
Umſatzſteuer ſoll in den Fällen unterbleiben, in denen glaubhaft
gemacht werden kann, daß infolge der Witterungsſchäden der
Steuervorlagen entſpricht. Der Rheiniſche Bauernverein hat bei
einzelnen Regierungen angeregt, das Ergebnis der Kommiſſionen
rung in Köln hat ſich für ihren Bezirk bereits mit dieſem Vor=
gehen
einverſtanden erklärt.
Um die Perlängerung des Kehlenſyndikats.
Eſſen, 13. Sept. (Wolff.) Zu den Verhandlungen über den=
Syndikatsvertrag wird weiter gemeldet: Die in den Sonderver=
handlungen
gemachten Kompromißvorſchläge ſind in der großen
Verſammlung zum Vortrag gekommen; Abſtimmung fand jedoch
nicht ſtatt. Es ſcheint, daß auch in der großen Verſammlung weit=
Kompromiſſe herrſcht. In der Sonderfrage, die ſich auf den Aus=
landshandel
bezieht, werden nach der Unterbrechung der Zechen=
beſitzerverſammlung
noch mit den Vertretern der verſchiedenen
Richtungen Verhandlungen geführt.

9n
Hat
9
Eine dechertenswerte Wendung !4
der engliſchen Schwerinduſtrie.
Von unſerem Korreſpondenten.
London, 13. Sept. (Durch Flugpoſt.)
bemerkenswerte Aenderung anzubahnen. Von gewichtigſten Ex= geben wurde. Die Schuld beläuft ſich auf 3300 Millionen Dyl
perten wurde den wegen der kommenden deutſchen Konkurrenz
ihnen liegen würde, der Gefahr entgegenzutreten dadurch, daß ſie
ihre Herſtellungskoſten verringerten. Wodurch? Einmak durch vom Dawesplan erwartet, daß er Deutſchland in den Stand ſet
billigere Beſchaffung und ſodann durch billigere Bearbeitung des
Rohmaterials. In beiden Fällen würde man die Heilmittel auf
dem Kontinent finden. Dort ſolle man ſich umſehen, wie viel neue
leiſtungsfähigere und dabei mit geringeren Koſten arbeitende Ma=
ſchinen
verwendet würden, ſowie die Methoden der Fabrikation
in denſelben Richtungen vorgeſchritten ſeien, vor allem aber auch,
wie ſich die großen Werke zur Kooperation aneinander geſchloſſen
häten.
Dieſe Mahnungen ſind an den Leitern der großen britiſchen
Werke nicht ſpurlos vorüber gegangen. Wie berichtet wird, ſind
ſie mit Erwägungen beſchäftigt, über die Zweckmäßigkeit eines
Planes, zur Durchführung eines kooperatvien Zuſammenſchluſſes,
einen zentralen Kontrollausſchuß zu ſchaffen, der einen gemein=
ſamen
Einkauf und die Verteilung der Rohmaterialien organi=
ſieren
könnte, der andererſeits die Beſtellungen ſammeln und in
gerechter, der Fabrikationseigenart der angeſchloſſenen Werke ent=
ſprechenden
Weiſe verteilen würde. Es handelt ſich zunächſt na=
türlich
noch nicht um direkte Verhandlungen, aber doch ſchon um
einen privaten Meinungsaustauſch unter einer Anzahl von gro=
ßen
Werken. Daß ſich auf dieſe Weiſe eine große Herabſetzung der
Herſtellungskoſten erzielen ließe, liegt nahe.
Beſonders wichtig iſt, daß ſich auch die Arbeitnehmer für die=
ſen
Kooperationsplan lebhaft intereſſieren. Sie hoffen, daß ein denden Geſandten der argentiniſchen Republik, Exzellenz
Teil der Erſparniſſe auch eine Erhöhung der Lohnſätze und eine
Verminderung der Kündigungen, nicht nur, ſondern auch ver= feierliches Abſchiedseſſen ſtatt, zu dem ein Ehrenausſchuß mit
mehrte Einſtellungen ermöglichen könnte. Die Britiſh Fron,
Steel and Kindred Trades Aſſſocciation iſt eine der bedeutend=
ſten
Trade Unions. Sie hat einen ihrer Vertrauensleute, Mr. R.
Denniſon, nach dem Kontinent entſandt, und dieſer berichtete nach
ſeiner Rückkehr, er habe ſich bei großen Syndikaten, z. B. der Co=
lumeta
Export=Geſellſchaft in Luxemburg, informiert, die zehn gab den Empfindungen der Reichsregierung gegenüber dem
der größten Eiſen= und Stahlkonzerne in Luxemburg, Südweſt=
deutſchland
, dem Saargebiet, Belgien und Frankreich (2) zuſam= Ausdruck, indem er darauf hinwies, daß General Sarmiento
menfaſſe, und geſehen, welche Menge von Aufträgen bei ihr ein= nerzeit die adee der Ritterlichkeit, Freundſchaft und Treue
gingen, welche alle Teilnehmer der Gruppe mit ausreichender Be= bolitiſchen Leben und im Privatleben ſich zur Richtſchnur ſe
ſchäftigung verſorgten. Das ſei ein überzeugendes Muſterbeiſpiel
für die britiſche Schwerinduſtrie.
Zuſammentritt des engliſchen Parlaments.
London, 13. Sebt. (Wolf.) Der parlamentariſche Korreſpon= dem Deutſchen Reich und das argentiniſche Volk gegenüber
dent des Daily Telegraph meldet: Da der Premierminiſter von Ulſter, deutſchen Volk. In den vierzehn Jahren ſeines Wirkens in
James Craig, ſich noch immer weigert, einen Vertreter in die iriſche
Grenzkommiſſion zu ernennen, werde das engliſche Parlament ſtatt am der Weltgeltung, dann im Weltkriege, den das deutſche Volk
28. Oftober bereits, wie ſeinerzeit vorausgeſagt, am 30. September zu= gewollt, den es nicht herbeigeführt hat, und ſchließlich in Ku
ſammenkommen. Man glaube nicht, daß die Seſſion länger als zehn
Tage dauere. Sie werde mit der Parteikonferenz der Unioniſten in und Elend geſehen! Der argentiniſche Geſandte habe vielen 2?
New Caſtle zuſammenfallen.
Macdonalds Biskuitfabrikanteilſcheine.
London, 13. Sept. (Wolff.) Reuter berichtet: Kürzlich wurde Ueberfluß Argentiniens zur Verfügung geſtellt. Dieſe moral
mitgeteilt, daß Macdonald 30 000 Ein=PfundAnteilſcheine einer bekann= Anleihe werde ihm vom deutſchen Volke in Jahrzehnten ver
ten Edinburger Biskuitfabrik erhalten habe. In einer heute veröffent= werden. Der erſte freundſchaftliche Beſuch den Deutſchland
lichten Erklärung legt Macdonald dar, daß ihm die Anteilſcheine von
2. Alle rückſtändigen Steuerzahlungen werden zunächſt ge= dem Chef der Firma, Alegander Grant, als Unterhaltungsgeld für ein dem Kriege empfing, ſei der des argentiniſchen Anegsſchi
Automobil ausgehändigt wurden, das ihm von Grant geſtiſtet wurde, Preſidente Sarmiento geweſen. Der Geſandte Noli
das er aber nach ſeinem Austritt aus dem Miniſterium nicht werde be= habe ſtets dem guten Einverſtändnis zwiſch
halten können. Beim Tode Macdonalds würden die Anteilſcheine an ſeinem Vaterlande und Deutſchland gedient.
Grants Familie zurückgehen.
Der Londoner Beſuch Zaglul Paſchas.
London, 13. Sept. (Europapreß.) Aus Kairo wird gemeldet,
Jahresumſatz nicht größer ſein wird, wie er den bisher geleiſteten, daß ein Miniſterrat einberufen wurde, bevor Zaglul Paſcha ſich entſchloß,
die Einladung Maedonalds, nach London zu kommen, anzunehmen.
Zaglul Paſcha unterbreitete ſeinen Kollegen die geſamte Korreſpondenz,
zur Prüfung der Stundungs= bzw. Erlaßseſuche auch für die die er mit Macdonald ausgetauſcht hatte, und erſuchte ſie um ihre An=
ſicht
, as Kabinett unterſtützte ihn, worauf er ſein Telegramm an den heimer Medizinalrat, Univerſitätsprofeſſor
preußiſche Grundvermögensſteuer gelten zu laſſen. Die Regie= engliſchen Premier abſandte. Der Privatſekretär Zaglul Paſchas, Ali
Betz Jsmail, iſt bereits mit den nötigen Dokumenten nach London ab=
gereiſt
. Die Dauer des Aufenthalts Zaglul Paſchas in London iſt nicht Berlin, dem Gefeierten in ſpaniſcher Sprache den Dank derh
heſtimmt. Sie wird von dem Reſultat der erſten Unterredung mit Mac= ſchaftlichen und künſtleriſchen Kreiſe für Förderung der
donald abhängig gemacht werden.
Auslegung des Artikels 260 des Verſailler Vertrages.
Berlin, 12. Sept. (Wolff.) In dem mit der Reparationskom= indem er die Huldigungen nicht für ſich, ſondern für das
miſſion vereinbarten Schiedsverfahren über die Auslegung des Artikels annahm, das er vertrete. Er ſprach über ſeine vierzehnie
260 des Verſailler Vertrags iſt der Spruch des Schiedsrichters, des nou= Tätigkeit in Deutſchland und zollte dem tapferen deutſchen
wegiſchen Hofgerichtspräſidenten von Drontheim und Erſatzrichters am hohe Achtung, das ſich in ſchwerſten Tagen mit Ruhe und
gehende Neigung zur günſtigen Aufnahme, der vorgeſchlagenen, ſtändigen Gerichtshof in Haag Reichmann eingegangen. Er umfaßt 177 ſchiedenheit durchgekämpft hat. Molina ſchloß mit einem
Seiten und gibt eine umfaſſende Regelung zahlreicher rechtlich und wirt=
ſchaftlich
äußerſt bedeutungsholler Streitfragen. Sein Inhalt wird zur auf den Reichspräſidenten und auf das Gedeihen des de
Zeit geprüft. Es kann jedoch ſchon jetzt mitgeteilt werden, daß nach der argentiniſchen Wirtſchaftsverbandes und auf die Stärtun
Entſcheidung der Artikel 260 auf die von Deutſchland an Polen abgetre= freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen beiden Völkern, 4.
tenen Gebiete Oberſchleſiens keine Anwendung findet.

* Familienforſchung.
Von Rudolf Schäfer.
In den letzten Jahren, iſt das Intereſſe an der Familien=
forſchung
bei weiten Kreifen unſerer Bevölkerung beträchtlich ge=
wachſen
. Die Familienforſchung iſt geradezu Mode geworden;
aber ſie iſt keine Modekrankheit. Vielmehr iſt die Steigerung des
Intereſſes an ihr als eine ganz natürliche Zeiterſcheinung zu er=
klären
. Während nämlich früher die Familienforſchung im
weſentlichen nur als ein Sport des Adels und der vornehmen
Familien galt, hat man in der jetzigen Zeit des Eindringens
einer umfaſſenden Bildung in alle Volkskreiſe allgemein ihre
praktiſche und ideelle Bedeutung für jeden einzelnen von uns
wohl erkannt, ſoweit man erſt mit dem Begriff Familienforſchung
vertraut geworden iſt und ihre Ergebniſſe zu würdigen verſteht.
Familienforſchung iſt diejenige Tätigkeit, durch welche
die Abſtammungsverhältniſſe der Menſchen und ihre rechtlichen
und biolociſchen Verhältniſſe zu einander feſtgeſtellt werden. Im
Mittelpunkt der Familienforſchung ſteht immer eine einzelne Ver=
ſon
, durch deren Verbindung mit einer anderen Perſon im Wege
der Zeugung oder Geburt die engere Familie zuſtande kommt.
Dieſe beſteht aus Mutter, Vater und Kindern. Erſt dadurch, daß
die einzelnen Kinder ihrerſeits wieder Familien bilden, entſteht
die Familie im weiteren Sinne.
Die Ergebniſſe der Familienforſchung treten in zwei von ein=
ander
ganz verſchiedenen Darſtellungsweiſen, der Nachfahrentafel
und der Vorfahrentafel, in Erſcheinung.
Das Weſen der Nachfahrentafel iſt eine Verzweigung
von der Vergangenheit zur Gegenwart. Sie enthält die Nach=
kommen
einer an ihrer Spitze ſtehenden Perſon des Stamm=
paters
, und zwar entweder ſeine ſämtlichen Nachkommen oder,
als Stammtafel einer beſtimmten Familie, nur die durch
Zeugung vom Stammpater abſtammenden Perſonen ſeines
Namens.
Im Gegenſatz dazu geht die Vorfahren= oder Ahnen=
tafel
von der Gegenwart oder einem beſtimmten früheren Zeit=
punkt
zurück in die Vergangenheit. Sie verzeichnet alſo nicht die
Nachkommen, ſondern die Vorfahren einer in ihrem Mittelpunkt
ſtehenden Perſon des Probanten , und zwar alle ſeine
Vorfahren aus allen verſchiedenen Familien, von denen der
Probant männlicher= und weiblicherſeits abſtammt, von denen er,

mediziniſch geſprochen, Keimzellen geerbt hat oder doch geerbt
haben kann. Während der Umfang einer vollſtändigen Stamm=
tafel
allein von der Fruchtbarkeit der betreffenden Familie ab=
hängt
, iſt der Umfang einer Ahnentafel, je nachdem ſie mehr oder
weniger weit zurückgeht, ganz genau zahlenmäßig feſtgelegt.
Jeder Menſch hat auf ſeiner Ahnentafel, wenn man ihn nach
genealogiſchem Gebrauch ſelbſt als erſte Reihe annimmt, in der
zweiten Geſchlechtsreihe ſeine beiden Eltern, in der dritten Ge=
ſchlechtsreihe
die vier Großeltern, in der vierten Geſchlechtsreihe
die acht Urgroßeltern uſw. Mit jeder Geſchlechtsreihe der Ahnen=
tafel
verdobpelt ſich die Anzahl der Ahnen, ſo daß wir in der
21. Reihe bereits auf 1048576 einzelne verſchiedene Ahnen kämen,
wenn uns die Ahnen dieſer Reihe noch alle bekannt und keine
Ahnenverluſte (d. i. mehrfaches Auftreten derſelben Perſonen als
Ahnen durch nähere oder entferntere Verwandtſchaſtsehen) ein=
getreten
wären. Vielfach werden Ahnentafeln allerdings nur bis
zu einer beſtimmten Geſchlechtsreihe begrenzt aufgeſtellt.
Der praktiſche Wert der durch die Familienforſchung gewon=
nenen
Stamm= und Ahnentafeln liegt auf verſchiedenen Gebieten.
Zunächſt ſind in der Rechtswiſſenſchaft zum Beweiſe der
auf Verwandtſchaft beruhenden geſetzlichen Erbfolge und zum
Nachweiſe der Berechtigung an Stiftungen und dergleichen Nach=
fahrentafeln
unerläßlich. Die Auftellung von Ahnentafeln er=
weiſt
oft die Abſtammung von Familien, für die Stiftungen be=
ſtehen
, und ermöglicht hierdurch den ſodann in Form eines Aus=
zugs
aus der Nachfahrentafel des Stifters zu führenden Beweis
der Berechtigung an der betreffenden Stiftung.
Für den Geſchichtsforſcher iſt es ſchon eine alte Er=
fahrung
, daß ſowohl in der hohen Politik der Völker wie in der
politiſchen und in der Wirtſchafts=, Kultur= und Sittengeſchichte
der Staaten und auch der kleinſten Gemeinweſen und der Stände
die Kenntnis von den Verwandtſchaften der einzelnen Perſonen
und Familien zum Verſtändnis geſchichtlicher Ereigniſſe vielfach
von Wichtigkeit iſt. Man hat daher die Genealogie ſchon früh=
zeitig
ganz allgemein ebenſo wie die Heraldik als eine ge=
ſchichtliche
Hilfswiſſenſchaft bezeichnet.
Die Hauptbedeutung aber hat die Familienforſchung in
neuerer Zeit auf dem Gebiete der Medizin gewonnen. Mit dem
Fortſchreiten der mediziniſchen Wiſſenſchaſten, insbeſondere der
Pathologie, Pſychiatrie und der gerichtiichen Medizin, hat man
immer mehr erkannt, daß für jedes einzelne gſüidibiduuzn ein Stu=
dium
ſeiner Verwandtſchaftsbeziehungen zur Erklärung des

Fafkteichs Schulden an Aneriſt.
Ein Tilgungsplan.
Paris, 13. Sept. (Europapreß.) Der Temps beſtätigt
Nachricht aus Waſhington, der zufolge der Schuldenkommiffi
von Edward Hurley durch den Finanzminiſter Mellon ein Pl
zur Konſolidierung der franzöſiſchen Schuld an Amerika ub
ohne Zinſen. Sie ſoll innerhalb 67 Jahren abgetragen werd
Mit den Zahlungen ſoll in 5 Jahren begonnen werden, weil u
werde, die franzöſiſchen Schulden abzutragen. Der Zinsfußz
auf 2½ Prozent veranſchlagt. Während der nächſten 5 Jahren
den jedoch noch keine Zinſen berechnet.
Franzöſiſcher Diplomatenwechſel.
Paris, 13. Sept. (Wolff.) Wie der Matin ankündigt,
den die Veränderungen in den diplomatiſchen Poſten, die in nac
Zeit vor ſich gehen, ſich auf die Poſten von Berlin. London, N
Madrid, Brüſſel und Konſtantinopel beziehen. An Stelle Perett:
Rocas, der an Stelle Barreres nach Rom gehen werde, werde der Un
direktor am Quai dOrſay, Laroche, Miniſterialdirektor des Quai dD,
werden. Der Abgeordnete Henneſft ſei Kandidat für den Vo
in Madrid, während der Vorſitzende der Kommiſſion für auswär
Angelegenheiten, Franaois Bouillon, den Wunſch habe, der erſte f.
zöſiſche Botſchafter in Angora zu ſein.
Die Abſchiedsfeier des argentiniſchen
Geſandten im Berlin.
Berlin, 12. Sept. (Wolff.) Zu Ehren des nach 1417
riger Amtstätigkeit in Verlin von Deutſchland ſe
Louis Molina, fand am Freitag abend im Hotel Adlon
Streſemann und Oberbürgermeiſter Böß an der Spitze die
treter der amtlichen, wirtſchaftlichen und kulturellen Beziehun
zwiſchen Argentinien und Deutſchland, geladen hatte.
Dr. Streſemann
gentiniſchen Volke und gegenüber dem Geſandten Dr. No
Handelns gemacht hat. Als Argentinien den großen Kriet
führen hatt, habe eine führende Perſönlichkeit dem Gedanken 9
druck gegeben, daß auch der Sieg ſeiner Grenze in den Geda
des Rechts finde. Dieſen Grundſätzen des argentiniſchen e
tes ſei auch der Geſandte Dr. Molina treu geblieben gegen
Reichshauptſtadt habe Molina das deutſche Volk in Sonneng
ſchen eine neue Heimat gegeben. Dem Wirtſchaftsverkehr ſ.
den Einzelperſönlichkeiten, die drüben eine neue Heimat ſud
ſei er ein treuer Helfer geweſen.
In Zeiten der Not habe der Geſandte in Deutſchland
großem Bedauern ſehe ihn Deutſchland ſcheiden. Seine Exzel
der argentiniſche Geſandte, lebe hoch. Mit lebhaftem Be
ſtimmte die Feſtverſammlung dreimal in das Hoch ein.
Namens des deutſch=argentiniſchen Zentralverbandes
deutſchen Wirtſchaſt rühmte Geheimer Kommerzienrat
Dr. Konrad von Borſig
die berdienſtvolle Tätigkeit des Geſandten Molina, während
Dr. Fedor Kreuſe,
Beziehungen zwiſchen Argentinien und Deutſchland ausſ
Auf das ihm gebrachte Hoch dankte
Molina,
Wiederaufbau und die Größe Deutſchlands.

Erhngneir
und zu ihrer Behandlung unerläßlich iſt.
Wegen ihrer ſchon hervorgehobenen Umfaſſung aller
fahren eines Menſchen iſt hierbei die Ahnentafel zur Betra
einer Perſönlichkeit für den wiſſenſchaftlichen Geneglogen, 4
mit Vererbungslehre befaßt, von weit höherem Wert 1
Stammtafel. Denn ſie läßt uns die geiſtigen und körpe
Anlagen und Eigenſchaften des Probanten nicht, wie die S
tafel, nur aus einer einzelnen Familie, beziehungsweiſſe !.
nur von einigen Gliedern derſelben herleiten, von denen de
bant gerade abſtammt, ſondern von einer ſich mit jeder w.
Geſchlechtsreihe verdoppelnden Anzahl von lauter verſchi
Familien aus den verſchiedenſten Landſtrichen und Beruls!
Auch iſt es für den Mediziner und ebenſo bei Beurteiln
rühmter Leute für den Hiſtoriker jedenfalls viel wichtige
einer Perſon zu wiſſen, wer ihre acht Urgroßeltern waren
Keimzellen in ihr zuſammengefloſſen ſind, als nur feſtz;
wer ihre päterlichen Vorfahren vor mehreren hundert
gewefen ſind, von denen nur noch wenige, durch zahlreie
flüſſe vermiſchte Keimzellen in der Perſon vorhanden ſein ?
Durch das Zuſammentreffen von vielfach durchaus u.
artigen Elementen und durch den dadurch entſtehenden N
geneglogiſch überraſchender Tatſachen kann übrigens die
fafel auch den Nichtmediziner, der nur als Menſch de
und ihre Eigenſchaften ſtudiert, oft mehr feſſeln, als eine
in früheren Jahrhundetten meiſt in denſelben Ständen u
ſelben Gegend bewegende Stammtafel.
Hiermit kommen wir auf die ideelle Bedeutu
Familienforſchung. Durch die Beſchäftigung mit ihr wird
einzelnen Familie der Familienſinn geweckt; es entſteht
das wieder eine Hebt

feſtgefügten Staatsweſens iſt ein ſolcher Zuſammenſchk
Familie als ein gewiſſes Gegengewicht gegen die äußeren
eine Lockerung der Familienbande bewirkenden Einflüſſe

liſch von ungeheuerem Wert. Daß dieſer Familienzuſamm=
durch
die Erweckung des Intereſſes an der Familiengeſchi
beſten gefördert wird, hat wohl maucher erkannt und er
g im vollen Betl
gerade deshalb mit der Fau
zi der Kulturk

[ ][  ][ ]

Rummer 256.

Die Genfer Konferenz.
Lusſprache über Reſolution Herriot Macdonald.
Genf, 13. Sept. (Wolff.) Die allgemeine Ausſprache über
Reſolution HerriotMacdonald wurde heute mittag im drit=
Unterausſchuß (Abrüſtungsfragen) abgeſchloſſen. Der Prä=
zit
dieſes Ausſchuſſes, Duca=Rumänien, der heute Genf ver=
y
. und den Vorſitz an Politis=Griechenland abtreten wird, faßte
GErgebniſſe der Ausſprache folgendermaßen zuſammen:
Alle Redner hätten faſt einſtimmig den engen Zuſammenhang
chen den drei Fragen
Schiedsgericht,
S erheit und Abrüſtung anerkannt.
Zur erſten Frage ſei vor dem der Wunſch nach einer Zuſam=
ay
arbeit mit dem Erſten Ausſchuß, der dieſe Frage in erſter
Sezu beraten habe, geäußert worden.
Zur zweiten Frage,
wei
Sicherheit,
F lebereinſtimmung über die Notwendigkeit wirtſchaftlicher
S tionen erreicht worden, während über die militäriſchen Sank=
ti
n noch Meinungsverſchiedenheiten beſtänden. Die Aufgaben
H’Ausſchuſſes, der jetzt in die Einzelberatung eingetreten ſei,
ſ93, in dieſen Fragen zu einer Einigung zu kommmen. Volle
Siütigkeit habe dagegen darüber geherrſcht, daß der Völker=
b’
spakt die Grundlage, für die Löſung der Sicherheitsfrage
gmüſſe.
Teber die dritte Frage,
die Abrüſtungsfrage,
S verhältnismäßig wenig Vorſchläge gemacht worden, weil
ſich klar darüber geweſen ſei, daß die Abrüſtung nur die
der Löſung des Problems des Schiedsgerichts und der
rheit ſein könne. Alle dieſe Gedankengänge müßten jetzt in
5i Unterausſchuß konkrete Formen annehmen.
luf Vorſchlag des holländiſchen Delegierten Loudon wurde
If ein
Unterausſchuß
olgender Zuſammenſetzung gewählt: Lord Parmoor=
ind
, Paul Boneour=Frankreich, Schanzer=Italien,
nting=Schweden, Beneſch=Tſchechoſlowakei, Fille=
Chile, Kalkoff=Bulgarien, Poullet=Belgien, Di=
Sku=Rumänien, Matſuda=Japan, Lange=Norwegen
us Strzinsky=Polen. Dieſer Unterausſchuß tritt heute
nc littag bereits zuſammen.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 14. September 1924.

Seite 3.

ſe Danziger Frage vor dem Völkerbund.
der Völkerbundsrat beſchäftigte ſich am Samstag mit der
der aus Kleinaſien geflüchteten Griechen. Der amerika=
Botſchafter in Konſtantinopel berichtete über die Lage der
ſen.
er zweite Gegenſtand der Tagesordnung war die Auswei=
von
vier Danziger Staatsangehörigen aus Polen. Der
che Vertreter Quinones de Leon legte einen längeren Be=
ric
bor, der einleitend das Urteil des Oberkommiſſars von
Do g bringt, das zugunſten Polens ausgefallen iſt. Danzig
he gegen das Urteil Einſpruch erhoben. Quinones de Leon
be =agte, das Urteil durch drei juriſtiſche Sachverſtändige,
Engländer, einen Franzoſen und einen Italiener, nach=
t
zu laſſen.
ii deutſcher Sprache gab Präſident Sahm folgende Erklä=
ab
: Die zur Erörterung ſtehende Frage iſt für Danzig von
ordentlicher Wichtigkeit. Sie hat eine generelle Bedeutung
Freic Stadt Danzig, und zwar einmal für das Verhältnis
en Danzig und Polen und ferner ſür das Verhältnis
1s zum Völkerbund, deſſen Schutz es anruft. Weil die
ger Regierung ſelbſt keine diplomatiſche Vertretung in
ſau hat, kann ſie weder bei den polniſchen Zentralinſtanzen
Sceunternehmen, noch kann ſie Repreſſalien ausüben; denn
n1 uem Beſchluß des Rates ſind zwiſchen Danzig und Polen
iden Seiten keinerlei Repreſſalien zuläſſig. Danzig kann
h aus keinerlei wirkſamen Schutz ſeinen Staatsangehörigen
en angedeihen laſſen, ſondern iſt auf den Schutz des Völ=
des
angewieſen. Ein weiteres wichtiges Argument möchte
ich ſh anführen: Danzig hat im Jahre 1922 ſich durch einen
beß eren Vertrag mit Polen bereit erklärt, hinſichtlich der Aus=
wes
g polniſcher Staatsangehöriger aus Danzig ein Verfah=
rei
1izuwenden, welches der polniſchen Regierung die Nach=
1Egder Gründe der Ausweiſung ermöglicht. Diefer Vertrag
in den zwei Jahren ſeines Beſtehens glänzend bewährt.
ſch te, dieſe Darlegungen den Sachverſtändigen zur Prüſung
gen. Mit der vorgeſchlagenen Reſolution erkläre ich mich
eits tanden,
* Vertreter Polens erklärte hierauf, jeder Staat hätte
da echt, Ausländer auszuweiſen. Danzig hätte weitaus mehr
PSausgewieſen, als umgekehrt. Darauf trat der Rat zu einer
9eE) en Sitzung zuſammen, welche die Veröffentlichung der
Froll= der erſten Sitzung des Rates zum Gegenſtand hatte.
m

Die Koblenzer Verhandlungen.
* Düſſeldorf, 13. Sept. (Priv.=Tel.) Die deutſche Ab=
ordnung
für die Durchführung der Londoner Vereinbarungen
im beſetzten Gebiet arbeitet unter dem Vorſitz des Landeshaupt=
manns
Dr. Horion in zwei Abteilungen, und zwar in Kob=
lenz
und in Düſſeldorf. Die Koblenzer Abteilung leitet Mini=
ſterialdirektor
Dr. Diltſey, die Düſſeldorfer Abteilung Dr.
Clauſſen.
In Düſſeldorf haben nunmehr auch die Verhandlungen be=
gonnen
, und zwar haben geſtern zunächſt Vertreter der preußi=
ſchen
Regierung mit Vertretern des Generals Degoutte über die
Rückkehr der aus dem franzöſiſch beſetzten Sanktions= und Ein=
bruchsgebiet
ausgewieſenen Beamten in ihre Aemter verhandelt.
Nach dem Ergebnis der Verhandlungen können, abgeſehen von
ſeches Beamten, deren Ausweiſung vorläufig noch nicht wieder
aufgehoben iſt, alle aus dem fraglichen Gebiet ausgewieſenen Be=
amten
ihr Amt ſofort wieder aufnehmen, mit Ausnahme des
Bürgermeiſters Schmid=Düſſeldorf, des Oberregierungsrats
Oexel=Düſſeldorf, des Polizeipräſidenten Melza=Eſſen, des
Stadtbaurats Dieffenbach=Bochum, des Kriminalkommiſ=
ſars
Ware=Herne, des Kriminalwachtmeiſters Severnich
und der uniformierten Beamten der ſtaatlichen Schutzpolizei. Da=
bei
iſt vorläufig für die Leiter der ſtaatlichen Polizeiverwaltung
die Einſchränkung gemacht, daß ſie bis zur endgültigen Entſchei=
dung
über die Organiſation der Staatspolizei in den beſetzten
Gebieten, über die weitere Verhandlungen noch vorbehalten ſind,
ihren Dienſt nur aufnehmen dürfen, wenn der Beſatzungsbehörde
gegenüber die Oberbürgermeiſter allein verantwortlich bleiben.
Bezüglich der danach noch verbleibenden Beſchränkungen der
Rückkehr in die Heimat und in das Amt wurde ſeitens des Ver=
treters
des Generals Degoutte in Ausſicht geſtellt, daß die ſei=
tens
der preußiſchen Vertreter geäußerten Wünſche auf ihre Be=
ſeitigung
in naher Zukunft erneut der Prüfung unterzogen wer=
den
würden.
Ueber die Rückführung der aus der belgiſchen Zone des
Sanktions= und Einbruchsgebiets ausgewieſenen Beamten in
ihre Aemter ſei eine entſprechende Regelung in den allernächſten
Tagen zu erwarten. Bemerkt ſei noch zur Vermeidung von Miß=
verſtändniſſen
, daß die Erlaubnis zur Rückkehr in das franzöſiſch
beſetzte Sanktions= und Einbruchsgebiet ſich auf alle Zivilper=
ſonen
und Beamten einſchließlich der Angehörigen der Schutz=
polizei
mit Ausnahme der bereits früher veröffentlichten ſechs
Begufte:: erſtreckt.
Zur Räckfehr der Ausgewieſenen.
Koblenz, 13. Sept. Die bereits angekündigte Liſte der Aus=
weiſungen
, die jetzt durch die interalliierte Rheinlandkommiſſion
aufgehoben worden ſind, iſt endlich fertig gedruckt und von der
Koblenzer Behörde den örtlichen Delegierten gegeben worden.
Dieſe haben den Auftrag erhalten, den aus ihrem Amtsbereich
ſtammenden Ausgewieſenen die Wiederzulaſſung durch Vermitt=
lung
der Gemeindebehörden mitteilen zu laſſen. Das iſt wieder
ein bedauerlich ſchwerfälliges Verfahren. Warum veröffentlicht
man nicht ſofort von Koblenz aus die ganze, ja ſchon gedruckte
Liſte, Sehr wünſchenswert wäre auch eine amtliche Angabe über
die Zahl der bisher noch nicht erledigten Ausweiſungen und vor
allem ſollte endlich von der Interalliierten Rheinlandkommiſſion
die Liſte der Ausnahmen überreicht werden.
Die Abgeltung der Ruhrſchäden.
Berlin, 13. Sept. (Wolff.) Der Reichsanzeiger veröffent=
licht
eine Bekanntmachung über die Ruhrſchäden, über deren Ab=
geltung
unter anderem folgendes beſtimmt wird: Eine Vergütung
wird nur geleiſtet, wenn der Antrag auf Entſchädigung für die
bis zum 18. September 1922 einſchließlich entſtandenen Schäden
bis zum 30. Februar 1923, für die in der Zeit vom 29. September
1923 bis zum 31. Oktober 1923 entſtandenen Schäden bis zum
31. Dezember 1923 bei der Reichs= Landes= oder Gemeindebehörde
eingegangen iſt. Die nach den bisherigen Beſtimmungen mangels
verordnungsmäßiger Anmeldung abgelehnten, nach vorſtehender
Regelung aber als in der gehörigen Form und Friſt geſtellt an=
zuſehenden
Anträge können bis zum 25. Oktober 1924 bei beſtimm=
ten
Feſtſtellungsbehörden wiederholt werden. Nach dem 31. Ok=
tober
1923 entſtandene Schäden werden nicht vergütet. Bezüglich
der Auszahlung der feſtgeſtellten Vergütung bleibt es bei den bis=
herigen
Beſtimmungen.
Zölle für Spiritus und Tabak.
Dortmund 13. Sept. Die Dortmunder Induſtrie= und Han=
delskammer
weiſt darauf hin, daß der Verkehr mit Wein, Spirituoſen
und Tabakerzeugniſſen auch nach Aufhebung der Zollgrenze zwiſchen dem
beſetzten und unbeſetzten Gebiet erheblichen Einſchränkungen unterliegt.
Dieſe Waren müſſen beim Ueberſchreiten der Grenze von einem Paſſa=
gierfchein
begleitet ſein. Die Beſteuerung findet weiterhin durch die
interalliierte Zollbehörde ſtatt. Die aus dem beſetzten Gebiet ausge=
führten
Weine und Tabakwaren, die aus einer genehmigten Fabrik
oder einer genehmigten Niederlaſſung ſtammen, ſind bei Führung des
Umlaufpaſſaſchierſcheines von der inneren Steuer befreit.

Zur Stllegung der Roechlingwerke.
Saarbrücken, 13. Sept. (Wolff.) Wegen der bevorſtehenden
Schließung der Roechling=Werke hat die Sozialdemokratiſche Partei des
Saargebiets an die Regierungskommiſſion eine Eingabe gerichtet, in der
dieſe erſucht wird, den Wohngemeinden der Roechlingſchen Arbeiterſchaft
die nötigen Zuſchüſſe zu gewähren, um ſie inſtand zu ſetzen, die Ausge=
ſperrten
mit gemeinnützigen Arbeiten zu beſchäftigen, ſowie mit der In=
ſtandſetzung
der Landſtraßen ſofort zu beginnen, die Erwerbsloſenunter=
ſtützungsſätze
mit Wirkung ab 15. September um 100 Prozent zu erhöhen
und unverzüglich den geſetzlichen Achtſtundentag feſtzulegen gemäß dem
Waſhingtoner Abkommen. Ferner wird die ſofortige Einberufung des
Landesrates gefordert.
In einem Antrag der ſozialiſtiſchen Stadtratsfraktion an die Stadt=
verwaltung
Saarbrücken wird gefordert, in allen Werkſtätten und auf
allen Arbeitsplätzen der Stadt Saarbrücken ſofort Vorſorge zu treffen,
um in weitgehendſtem Umfange neue Arbeitsplätze zu ſchaffen, die die
durch die Betriebsſtillegung der Roechling=Werke arbeitslos gewordenen
Kräfte aufnehmen können. Aehnliche Anträge ſind auch an die betreffen=
den
Gemeinden geſtellt worden.
Inzwiſchen haben die Roechlingwerke nun tatſächlich den Betrieb
eingeſtellt. Die Roechling=Eiſen= und Stahlwerke und das Edelſtahlwerk
Roechling in Völklingen geben ihren Belegſchaften bekannt, daß ſie zur
Einſtellung der Arbeiten gezwungen ſind, da die Be=
mühungen
, eine Ermäßigung des Kohlenpreiſes zu er=
wirken
, ohne Erfolg geblieben ſind. Die Löhne für eine
Tonne Eiſen ſeien heute um 82,5 Prozent geſtiegen, die Koſten für eine
Tonne Kokskohle um 54 Prozent und die Koſten für eine Tonne Fett=
ſtückkohle
um 60 Prozent. Dagegen ſei der Eiſenpreis gegenüber der
Vorkriegszeit nur um 20 Prozent geſtiegen. Eine Aufrechterhaltung des
Betriebes ſei zur Zeit nur unter folgenden Bedingungen
möglich: Die achtſtündige Arbeitszeit bleibt beſtehen für die Feuerarbei=
ter
; allerdings müßte man hier einen Lohnabbau um 15 Proz.
in Kauf nehmen. Auch ſeien Ueberſtunden nach den Erforderniſſen des
Betriebes zu leiſten. An allen anderen Stellen müſſe man
ſich entweder mit einem Lohnabbau von 25 Proz. oder mit der
Mehrleiſtung von zwei Ueberſtunden über die Achtſtun=
enſchicht
hinaus einverſtanden erklären. Die Geſamtſumme für die
ſozialen Zulagen werde um 25 Prozent gekürzt und
dieſe ſind neu zu regeln. In ihrer Bekanntgabe ſprechen die Werke die
Hofnung aus, daß die franzöſiſche Grubenverwaltung ſich nicht dauernd
den wirtſchaftlichen Notwendigkeiten im Saargebiet verſchließt und daß
in Kürze auch der erforderliche Preisabbau für Kohle eintrete, denn es
ſcheine auf die Dauer ungeheuerlich, daß die Bergwerksverwaltung in
Jahre monatlich einen Reingewinn von Millionen Franken ein=
der
ihr nachgerechnet werden könnte, während die Großinduſtrie
n der Saar monatlich mit Millionen Franken Verluſt arbeiten müſſe.
Por der Konſkitzierung der Reichsbahngeſellſchaft.
Berlin, 13. Sept. Nachdem nunmehr die ausländiſchen Ver=
treter
für den zukünftigen Generalrat der deutſchen Reichsbahn=
geſellſchaft
ernannt ſind, wird in der allernächſten Zeit,
vorausſichtlich bereits in der kommenden Woche, die
Ernennung der deutſchen Mitglieder
des Eiſenbahngeneralrates durch das Reichskabinett erfolgen,
müſſen, da deſſen erſte Sitzung für den 25. September
vorgeſehen iſt. In dieſer Sitzung wird nach Konſtitierung des
Generalrates die Wahl des Generaldirektors der Reichsbahngeſell
ſchaft ſowie die Bildung der notwendigen Ausſchüſſe erfolgen.
Es iſt damit zu rechnen, daß zum Generaldirektor der bisherige
Reichsderkehrsminiſter Oeſer gewählt werden wird, der dann
aus dem Reichskabinett ausſcheiden wird. Ueber die Namen der
neuen deutſchen Vertreter verlautet noch nichts beſtimmtes. Das
Reichskabinett hat die Auswahl unter einigen hundert Kandidaten.
Wahrſcheinlich wird ihre Ernennung nach dem Geſichtspunkt er=
folgen
das in dem Generalrat von deutſcher Seite nach Möglichkeit
die Länder, Induſtrie, Handel, Gewerbe, Landwirtſchaft, evtl.
das Reichsfinanzminiſterium und möglicherweiſe auch das Perſo=
nal
der Eiſenbahn vertreten ſein werden.
Nach der für den Anfang Oktober vorgeſehenen Ueberleitung
der deutſchen Reichsbahn in die Hände der deutſchen Bahngeſell=
ſchaft
wird die Frage erneut akut, Was wird aus dem Reichs=
verkehrsminiſterium
? Es beſtehen darüber mehrere Verſionen.
Einmal rechnet man mit der Möglichkeit, daß das Miniſterium als
ſolches, wenn auch vielleicht unter anderem Namen, beſtehen
bleibt, einmal als Aufſichtsbehörde des Reiches über die Reichs=
bahngeſellſchaft
gemäß den Beſtimmungen des Dawesgutachtens
dann aber auch zur Verwaltung der Waſſer= Luft= und Kraft=
wagen
=Verkehrsangelegenheiten, ſowie der öffentlichen Bauten.
Auf der anderen Seite wird auch der Gedanke erwogen, die nach
Bildung der Reichsbahngeſellſchaft übrig bleibenden Verwal=
tungszweige
des Verkehrsminiſteriums anderen Miniſterien an=
zugliedern
und zwar wird in dieſem Zuſammenhange ſowohl das
Reichswirtſchaftsminiſterium wie das Reichsfinanzminiſterium
und das Reichspoſtminiſterium genannt. Im letzteren Falle würde
ſich das Reichskabinett um einen Sitz verringern. In maßgebenden
Kreiſen iſt man übrigens der Auffaſſung, daß in der neuen Reichs=
bahngeſellſchaft

das Eiſenbahnzentralamt
als die techniſche Hauptverwaltungsſtelle, einen weit größeren Ein=
fluß
als bisher erhalten wird, da die Geſellſchaft im Intereſſe der
Wirtſchaftlichkeit ihrer Betriebe auf eine möglichſt hohe Stufeinihren
techniſchen Einrichtungen kommen müſſe. In dieſem Zuſammen=
hang
dürfte auch den techniſchen Leitern in den verſchiedenen
Reichsbahndirektionsbezirken größere Vollmacht eingeräumt
werden.

VEl n Heinrich Riehl in Land und Leute geſagt: Familien=
N en charakteriſieren ein ſtarkes und geſundes Geſchlecht.
)tsloſigkeit in der Familie erzeugt Geſchichtsloſigkeit in
und Geſellſchaft.
lEſtverſtändlich darf die Familienforſchung, wenn ſie für
ein)eſunde Erſtarkung unſeres Volksbewußtſeins mitwirken
ſolE ht nur in einzelnen Familien betrieben werden und ihnen
A=fugute kommen, ſondern ſie muß Gemeingut aller Kreiſe
der völkerung werden, die auf ein Wiedererſtarken des Stan=
de
2 ußtſeins unſeres deutſchen Volkes bedacht ſind. Iſt die
Veenforſchung erſt einmal etwas Selbſtverſtändliches in unſe=
Zi nide geworden, ſo wird vielleicht auch das erreicht werden,
Des jetzt nur als ein ſchöner Zukunftstraum erſcheint, näm=
ß
die durch die Aerzte gewonnenen Ergebniſſe der Fami=
* chung für das ganze Volk allgemein nutzbar gemacht wer=
Dr Jährend ſie bisher im weſentlichen zu theoretiſchen Stu=
eIfer
die Vererbungslehre und nur in Einzelfällen zur Be=
Maing von Krankheiten benutzt werden, iſt der endliche ideale
Za der Familienforſchung vom Standpunkt des Mediziners

wie des Volkswirtſchaftlers die Höherzüchtung der Raſſe,
urch bewußte Förderung und Häufung wertvoller Eigen=
e
, ſei es durch Unterdrückung und Ausſchaltung ſchädlicher
S haften. Im Intereſſe der Erhaltung eines lebenskräftigen
2e ammes wäre es ſehr zu wünſchen, wenn die Ergebniſſe

rſcher und insbeſondere der Aerzte mit der Zeit Veran=
x
geben würden, daß zunächſt freiwillig durch jeden einzel=
ſeinem
Teil, dann aber auch von Staatswegen praktiſche
94 nkunde inſofern getrieben würde, als durch eine richtige
2 ahl die Vererbung von körperlichen und Geiſteskrank=
Nr2 u verhindern verſucht wird.
Ute nach dieſen Ausführungen nun die natürliche Frage
DE tverden, wie man eigentlich die ſo geprieſene Familien=
19 braktiſch betreibt, ſo iſt die Beantwortung allerdings
e anz einfach. Abgeſehen davon, daß zur Erzielung einer
ihen Umfang abgeſchloſſenen Familiengeſchichte oder
Del geſchichtliche, insbeſondere loka geſchichtliche Kennt=
N Drelange Ptaris, ein gewiſſes Geſchick und viel Liebe zur
Syoten, kommit es gauz auf die Verhältniſſe des Einzel=
wie
man jeweils die Arbeit anfangen muß. In der
*2 Hiif der Durchſicht der Kirchenbücher zu beginnen ſein,
** Gorſcher den Grundſatz haben ſoll, von der Gegenwart
S geuheit zurück, aber nicht umgekehrt zu arbeiten. Nach

den Kirchenbüchern und zu ihrer Ergänzung kommt dann aber
noch eine ganze Reihe anderer archivaliſcher Quellen in Betracht.
Vielfach werden auch ſchon geſchriebene und gedruckte Vorarbeiten
vorhanden ſein, die dem Forſcher durch ſachverſtändigen Rat er=
ſchloſſen
werden können. In Heſſen hat ſich ſeit einigen Jahren
eine beſondere Heſſiſche familiengeſchichtliche Ver=
einigung
als Zweigverein des Hiſtoriſchen Vereins gebildet.
Sie bezweckt die Pflege der heſſiſchen Familien= und Stammes=
geſchichte
durch Sammlung und Veröffentlichung familien=
geſchichtlicher
Aufzeichnungen und Literatur ſowie durch Unter=
ſtützung
ihrer Mitglieder bei Familienforſchungen vermittels
gegenſeitigen Austauſches der Forſchungsergebniſſe und Ertei=
lung
von Ratſchlägen in Einzelfällen. Ihre Geſchäftsſtelle be=
findet
ſich im Staatsarchiv Darmſtadt.

* Konzert

Das Feſtkonzert des Geſangvereins Melo=
manen‟
Darmſtadt zur Feier ſeines 80jährigen Stiftungs=
feſtes
, leider etwas verſpätet anfangend und nicht allzu zahlreich
beſucht, nahm im großen ganzen einen glänzenden Verlauf. In
den beiden erſten Nummern der Vortragsfolge brachte der Ge=
ſangverein
Melomanen zwei Chöre: Sängergruß und An
der Wolga von Hugo Jüngſt zum Vortrag, von denen beſon=
ders
der letztere abwechſlungsreich und ſtimmungsvoll genannt
werden kann. Wenn auch noch nicht genügend ausgeglichen, be=
ſonders
in der Tenorlage, wurde dieſer Chor unter der Leitung
ſeines tüchtigen, muſikfreudigen Dirigenten Herrn A. F. Volz
im allgemeinen recht gut zu Gehör gebracht. Die Klavierbeglei=
tung
dieſes an Melodien und Harmonien kontraſtreichen Werkes
lag in den bewährten Händen des Herrn A. Weber, der mit
feinem Verſtändnis und muſikaliſchem Empfinden begleitete,
ebenſo wie auch die Rezitation des Herrn Hans Dang geſchickt
auf den Stimmungsgehalt der einzelnen Geſänge vorbereitete.
Als dritte Nummer folgten drei Lieder, von Fräulein
Ellen Kiesling vorgetragen, und zwar: Die Forelle, von
Franz Schubert, Feldeinſamkeit von J. Brahms und Der
Gärtner von Hugo Wolf. Fräulein Kiesling, die übrigens
etwas indisponiert ſchien, verfügt über eine nicht ſehr große,
aber warme, ſympathiſche Sopranſtimme, die ſpäter bei dem
Vortrag der alten Weiſen Waldvögelein, Roſenſtock und

Der Hirſch noch an Glanz gewann und Zeugnis davon ab=
legte
, daß ſich die Künſtlerin in einer guten Schule befindet.
Möge ihr der geſtrige warme Beifall ein Anſporn zu weiterem
Schaffen ſein. Herr A. F. Volz zeigte ſich in der Begleitung von
Fräulein Kiesling als ein feinfühlender, zurückhaltender Kla=
vierſpieler
. Herr Konzertmeiſter Otto Drumm, der als vierte
Nummer der Vortragsfolge La Folia von A. Corelli (ein Werk
in Variationenform) zum Vortrag brachte, erfreute ebenſo wie
in dem Adagio aus dem Violinkonzert Opus 8 D=Moll von Rich.
Strauß durch ſeine ſeelenvolle Kantilene, während er in den teil=
weiſe
wilden, prickelnden Zigernerweiſen von P. Saraſate ſeine
virtuoſenhafte Technik in Formvollendung zum Ausdruck brachte.
Die Klavierbegleitung, die auch hier Herr A. F. Volz übernom=
men
hatte, hätte in Saraſates Kompoſition vielleicht noch etwas
mehr Schritt halten können mit dem Feuer des Violinkünſtlers.
Der Männergeſangverein Liedertafel Mainz= Koſt=
heim
unter der Leitung ſeines vortrefflichen Muſikdirektors
J. Müller gab als fünfte Nummer der Vortragsfolge Maien=
nacht
von Krämer, ferner Schwedenviſion von W. Sturm und
als Zugabe Wenn der Vogel naſchen will zum beſten. Der
Chor (zirka 150 Mann ſtark) zeigte, daß er auch unter der Fran=
zoſenherrſchaft
die Pflege des deutſchen Männergeſangs noch
nicht verlernt hat. Wenn auch bei dem Chorwerk Schweden=
viſion
, das viele polyphone Schwierigkeiten aufweiſt, infolge
fehlerhaften Einſatzes ein kleines Malheur paſſierte, ſo zeigte
doch der ganze weitere Verlauf des Konzertes, daß die Lieder=
tafel
Mainz=Koſtheim über ein ausgezeichnetes Stimmaterial
und einen glängenden Dirigenten verfügt, der den Chor zum
ſtärkſten Fortiſſimo anſchwellen und zum feinſten Pianiſſimo ab=
ebben
laſſen kann, wie man es ſelten hört. Auch die Melo=
mania
Aſchaffenburg unter Leitung ihres Muſikdirek=
tors
Herrn B. Schchwarzer zeigte in ihrem harmoniſch nicht
ganz leichten Nordmännerlied daß ſie ſchon einen hohen Grad
der Vollkommenheit im Männergeſang erreicht hat und erntete,
ebenſo wie der Liederkranz Mainz=Koſtheim, reichen Beifall.
Nach einigen Rezitationen durch Herrn Hans Dang fand das
Feſtkonzert gegen Mitternacht ſeinen Abſchluß durch den von
der Singmannſchaft der Turngemeinde 1846
Darmſtadt und die Melomanen‟ Darmſtadt gemein=
ſam
geſungenen Männerchor Eine Wieſe voller weißer Mar=
gueriten
, der unter Leitung von Herrn A. F. Volz klangſchön
zur Aufführung gelangte.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 14. September 1924.

Rummer 256.

* Am Macht und Preſtige.
Zur Sudanfrage.
Aus Kairo wird uns geſchrieben:
Nur in engen Kreiſen iſt man ſich heute deſſen bewußt ge=
worden
, von welcher Weltbedeutng die Löſung der Sudanfrage
in dem einen oder anderen Sinne geworden iſt.
Für England handelt es ſich nicht nur um eine territoriale
und wirtſchaftliche Frage der Vormachtſtellung in Afrika, und
ſobald England ſich gezwungen ſehen wird, dieſe aufzugeben, ſo
bedeutet das auch gleichzeitig den Verluſt der Weltmachtſtellung
des engliſchen Kolonialreiches. Im Falle einer engliſchen Nieder=
lage
würden ſich die Türkei, Arabien und Indien dieſe ſofort
weitgehend zunutze machen und Rückwirkungen in China und
Japan wären gleichfalls unausbleiblich.
Es liegt aber auf der Hand, daß ſich die Folgen einer derart
grundlegenden Veränderung in der afrikaniſchen Politik Eng=
lands
, die ja in der Hauptſache in der Aufrechterhaltung der
Machtlinie Kairo-Kapſtadt beſteht, nicht nur bei den Nationa=
liſten
des Oſtens auswirken würden, ſondern auch bei den
übrigen afritaniſchen Kolonien Englands, insbeſondere der ſüd=
afrikaniſchen
Union und Weſtafrika.
Südafrika würde die Gelegenheit benutzen, um die ſeit den
letzten Wahlen bereits locker gewordenen Bande zu Großbritan=
nien
endgültig fallen zu laſſen, und in Weſtafrika würde die
heute ſchon an offenen Aufruhr grenzende englandfeindliche Be=
wegung
mit einem Schlage die Oberhand gewinnen.
Aber abgeſehen davon, daß Englands ſo krampfhaft aufrecht=
erhaltenes
Preſtige nach einer Schlappe im Sudan zuſammen=
brechen
würde, hätte es im Sudan auch einen empfindlichen wirt=
ſchaftlichen
Verluſt zu beklagen, und hier in dieſem Punkt iſt es,
wo die ägyptiſchen Intereſſen mit denen Englands aufeinander=
prallen
und die grundlegende Urſache des Kampfes um den Be=
ſitz
dieſes Gebietes bilden.
Im Sudan ſind alle Gegebenheiten für ein Wirtſchaftsland
erſten Ranges vorhanden. Durch Errichtung einer weiteren gro=
ßen
Nilſperre die von den Engländern jetzt auch unlängft ſüd=
lich
von Omdurman fertig geſtellt worden iſt laſſen ſich Rieſen=
flächern
bewäſſern, die den denkbar günſtigſten Boden für den
Anbau von Weizen und vor allem Baumwolle bieten. Während
der letzten Jahre hat England mit dem ihm eigenen Zielbewußt=
ſein
auf die Hebung der Baumwollkultur hingearbeitet, und
wenn man die Ausfuhrzahlen des erſten Viertels im Vorjahre
mit denen dieſes Jahres vergleicht, ſo kann man feſtſtellen, daß
die Ausfuhr und ſomit auch der Anbau um das rund Zehnfache
geſtiegen ſind.
Die Eiſenbahnlinie von Atbara=Junction nach Port Sudan
gewährleiſtet Unabhängigkeit von Aegypten hinſichtlich des Ab=
transportes
und droht außerdem, bei entſprechender Frachtpolitik
dieſer Linie, der ägyptiſchen Baumwolle mit gefährlicher Kon=
kurrenz
, wozu noch die auf niedrigere Arbeitslöhne und billigeres
Leben als in Aegypten begründeten geringeren Entſtehungs=
koſten
kommen.
Man ſtößt vielfach auf die Meinung, daß die Aufhebung der
militäriſchen Beſetzung Aegyptens an und für ſich ſchon eine
Niederlage der Engländer bedeute. Dieſe Annahme iſt jedoch
irrig, denn die Zurückziehung der engliſchen Truppen ſtellt wei=
ter
nicht dar, als einen politiſchen Schachzug zur Befriedigung
der ägyptiſchen Nationaliſten, durch welchen ſich England faſt
nichts in ſeiner Machtſtellung in Aegypten vergeben hat. Wirt=
ſchaftlich
behält England die Vormacht in Aegypten, denn faſt
ſämtliche Unternehmen befinden ſich in engliſchen Händen oder
ſind vom engliſchen Kapital abhängig.
Dieſe wirtſchaftliche Machtſtellung wird ſtrategiſch einerſeits
durch die offene Lage Alexandriens, das von Malta aus in kür=
zeſter
Zeit zu erreichen iſt, geſichert, andererſeits durch den Sudan

als von Aegypten unabhängigem militäriſchen Stützpunkt und
die engliſchen Beſatzungstruppen in Paläſting. Auf dieſe Weiſe
kann England jederzeit gegen Aegypten militäriſch vorgehen,
ohne daß die Aegypter es irgendwie hindern könnten. Ferner
iſt nicht zu vergeſſen, daß England durch die bereits erwähnte
neue Nilſperre die wahrlich ein Meiſter= und Rieſenwerk der
Technik genannt werden kann die Waſſerverſorgung der ägy=
tiſchen
Landwirtſchaft vollſtändig in der Hand hat und das
weiß jedes Kind, welche Lebensbedeutung das Nilwaſſer für
Aegypten beſitzt.
Aegypten iſt ſich deſſen voll und ganz bewußt, daß es ohne
den Sudan nichts iſt und nichts werden kann, und daß vor allem
ſeine Unabhängigkeit auf dieſe Weiſe ſtets nur illuſoriſch bleiben
wird. In ihren Anſprüchen auf den Sudan ſtützen ſich die
Aegypter auf die Tatſachen, daß der Sudan mit Aegypten ſowohl
geographiſch als auch wirtſchaftlich ein unteilbares Ganzes bil=
det
. Auch die ethnographiſche Grenzlinie iſt durch das Eindringen
ſudaneſiſchen Blutes nach Aegypten ſtark verwiſcht worden.
Abgeſehen davon, daß der Sudan für Aegypten eine Quelle
des Reichtums und der Macht bedeuten würde, muß ſich Aegyp=
ten
bei ſtändig wachſender Bevölkerungszahl und durch ſein
Beſtreben, ein Induſtrioſtaat im weiteren Sinne des Wortes zu
werden, auch darauf einrichten, daß es binnen einer gewiſſen
Friſt aus einem Getreideausfuhrſtaat zu einem Einfuhrſtaat wer=
den
muß und daher auch in hohem Maße auf das ſudaneſiſche
Korn angewieſen ſein wird.
Außer dieſen volkswirtſchaftlichen Gründen, aus denen die
Notwendigkeit einer Vereinigung mit dem Sudan klar hervor=
geht
, begründet Aegypten ſeine Anſprüche noch durch die Tat=
ſachen
, datz Nubien mit Aegypten von jeher nach jeder Richtung
verwachſen ſei und daß an der Eroberung des Süd=Sudans
ägyptiſche Truppen den weitaus größten Anteil genommen haben,
wie auch der Sudan erſt durch die Beſetzung durch die Truppen
des unternehmenden und genialen Khediven Mehmet Ali für die
übrige Welt erſchloſſen worden iſt.
England dagegen ſtützt ſich hauptſächlich darauf, daß der
Sudan mit ſeinen Verkehrswegen zu Waſſer und zu Lande, ſei=
nem
Handel und Gewerbe, ſeiner ſteigenden Kultur und inneren
Ordnung lediglich durch engliſche Unternehmungsluſt und Ini=
tiative
zu dem geworden iſt, was er heute darſtellt und bedeutet.
Hierbei wird freilich nie ausgeſprochen, von welcher politiſchen
Wichtigkeit das Gebiet für die engliſche Kolonialmacht im beſon=
deren
und die britiſche Weltmacht im allgemeinen iſt.
Die ſudaneſiſchen Stämme, die Schilluk, Denka, Kabiſch=
Araber, Schukarie, Tudſch und alle übrigen, werden von den
Briten wohlweislich nicht um ihre Meinung gefragt, denn letz=
tere
wiſſen zu genau, daß dieſe trotz des Einfluſſes des Gordon=
College in Khartum und ſonſtiger Segnungen der engliſchen
Herrſchaft nicht zugunſten des britiſchen Weltreiches ausfallen
würde. Die ägyptiſchen Politiker unter der Führung Jaghone
Paſchas und Wacyf Paſcha Ghali ſind ſich das wohl bewußt, daß
ſie gegen England nichts mit offener Gewalt unternehmen kön=
nen
, ſondern nur auf diplomatiſchem Wege. Und dieſen Weg
ſchlagen ſie über Paris ein, denn die einzige Möglichkeit des Er=
folges
beſteht für Aegypten nur dann, wenn es von Frankreich,
Englands größtem und gefährlichſtem Gegner, weitgehend unter=
ſtützt
wird. Frankreich hat Faſchoda noch nicht vergeſſen!
Es bleibt alſo abzuwarten, wie ſich die dritte große Sudan=
kriſe
löſen wird, nachdem die beiden erſten, die Mahdiſtenauf=
ſtände
in den achtziger Jahren und der Zwiſchenfall von Faſchoda
zu Anfang dieſes Jahrhunderts, auf eine für England denkbar
günſtigſte Art beigelegt werden konnten. Bei der gegenwärtigen
Haltung der ägyptiſchen Nationaliſten und ihrem ungeahnt ſtar=
ken
Einfluß auf den Sudan dürfte es kaum ſo glatt gehen, wie
England es ſich wünſchen mag! Ausſchlaggebend für die Löſung
der Frage wird heute jedoch ſein, in welchem Ausmaße Frank=
reich
auf England eine Druck auszuüben vermag.

In jedem Falle würde es England unmöglich ſein, eine zei
weilige Trennung des Sudans von Aegypten nach ſchwere
Kampfe zu erzielen, doch würde Aegypten auch dann gerade ein!
Rolle beſchieden ſein wie gegenwärtig der ſüdafrikaniſchen unio
die, im Ablöſungsprozeſſe von England begriffen, ein national
Bollwerk gegen die engliſche Weltkolonialmacht zu bilden anfän/
Der Aufſtand der Georgier.
Nach wiederholten, aber ſtets wieder blutig niedergeſch
genen kleineren Putſchen in Georgien hat es jetzt den Anſche
als ob der diesmal ausgebrochene Aufſtand ſich über das gau
Land ausgedehnt hat. Nach unkontrollierbaren und bisher a
unbeſtätigten Meldungen ſcheinen die Aufſtändiſchen gute Fo
ſchritte gemacht zu haben. Die Kämpfe wickeln ſich aber auf !
den Seiten mit namenloſer Grauſamkeit ab, da einerſeits
Georgier wohl wiſſen, was ſie von den Bolſchewiſten zu erw
ten haben und infolgedeſſen keine Milde walten laſſen, und
Sowjettruppen andererſeits die ihnen verhaßten Georgier
aller Rückſichtsloſigkeit niederzuwerfen verſuchen. Bedeute
Verſtärkungen rollen aus dem inneren Rußland nach dem 9
kaſus, um die Lage möglichſt raſch wieder zugunſten der M
kauer Regierung herzuſtellen. Das dürfte allerdings bei die
Aufſtand längere Zeit dauern, zumal die Aufſtändiſchen :
reiche Waffen= und Munitionslager verfügen und ſich ihnen
mehrere bolſchewiſtiſche Regimenter angeſchloſſen haben ſol
Daß aber trotzdem auch dieſer Aufſtand von der Moskauer
gierung niedergeſchlagen wird, liegt auf der Hand. Eine Af
dung zugunſten der Georgier könnte höchſtens der Völkerb
herbeiführen, an den ein Hilferuf der Aufſtändiſchen ergar
iſt. Wie weit aber Rußland, das doch immer nicht zu die
Bund gehört, auf eine Intervention des Völkerbundes reagi
wird, bleibt abzuwarten, zumal darüber noch keine Klarheit f
ſteht, ob es ſich bei dem georgiſchen Aufſtand um einen ſol
ohne fremde Hilfe handelt, oder ob hinter den Aufſtändi
eine intereſſierte europäiſche Macht ſteht.
Um die Räumung Sachalins.
New=York, 13. Sept. Die ruſſiſch=japaniſchen Verh
lungen über die Räumung der Sachalin=Halbinſel ſtehen
einer Meldung auf offizieller Quelle vor ihrem Abſchluß.
einzige Streitpunkt in den Verhandlungen iſt noch die Frag
Kontrolle der Oelfelder. Eine Zurückziehung der japan:
Truppen aus den in Betracht kommenden Gebieten iſt 1
in dieſem Jahre nicht mehr möglich, da der Winter bereits
Einzug in Sachalin gehalten hat.
Die Arbeitszeitfrage in Poſen.
Warfchau, 13. Sept. (Europapreß.) Die Vertreter der
browaer Hütten= und Grubeninduſtrie fuchten beim Handels= und
ſtrieminiſter Kiedron die Einführung des 10=ſtündigen Arbeitztages
Der Miniſter verſprach die Befürwortung von Zoll= und Tarifer.
rungen, lehnte jedoch jede Verlängerung der Arbeitszeit mit de
gründung ab, daß die Hoffnung vorhanden ſei, die Vetreter En
und Frankreichs würden anläßlich der Beratungen über die
rung des Waſhingtoner Uebereinkommens einen Druck auf Deuti
ausüben, um die Durchführung der 8ſtündigen Arbeitszeit in
land zu garantieren. In dieſem Falle könnte der achtſtündige
tag automatiſch in Oherſchleſien durchgeführt werden, womit ſich
der polniſchen Induſtrie, die gegenwärtig trotz=der hohen Zo
bereits unter der deutſchen Konkurrenz zu leiden be
würde.

AAAAANU A
NAt

An der Markthalle 6, I. Stock
Größtes Textil-Etagen-Geschäft Frankfurts u. ältestes Deutschlands. Geschäftszeit ununterbrochen von 86½, Uhr.

In Damenkleiderstoffen haben wir eine reichhaltige Auswahl, die Oualitäten sind gut und die Preise billig.
Als ganz besonders empfehlen wir:
Hauskleidersteffe doppeltbreit, in nur gnten dunklen Gualitäten ...... lleter 0,70 0.95 1.20 1.35 1.65 2.40 2.60
Blusenstoffe in gans enorm großer 4usnahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ueter 0.75 0.95 1.20 1.50 2.10 2.95 3.95

Schoften tür Finderkleider, doppeltbreit und Streifen

Meter

1.00 1.50

Moderne Karos

für Kostüme, 105 cm breit . . . . . . . . . . . . . . . . . . Meter

3.00 3.35 4.50 5.80 6.75 7.50 7.80

130/140 cm breit, in gran 4
Kostämsteffe ud Homespnn Ntr. 1:95 2.75 2.95 Kanstseide schönen Streifen, garantiert maschecht.
Kammgarn mit Madelstreiten, schmarz=
130 R4
em Kostümstoffe neis und blanneis . .. .. . . . Utr. 6.50

Karos in Helour de laine reine Wolle, 110 cm breit .... . . . . . . .. . .......... . . . . . Ileter

4.20 4.80 5.20

das boeste deutsche Tabrikat, in 17 verschiedene
Utr. 3.50
g elegante Nenheit, Seide mit.
Seiden-Kreop maroe, Banmmolle . . . Utr uur 9:8
. ............. . . Ueter 4.80 6.50 8.00 9.50 12.50
..
Gabardine 130 em breit, reine Wolle ........"

Utr. 3.00

Mänt, 130
Wolle........ . .. Utr. 4.50 6.00 Velour de laine em br. utr 6.00 8.00 10.50 12.00 14.50

reine Wolle, 105 om breit, in vielen
Popeline Larben .... .. . . . . Utr. 4.70 5.50 6.25 Cogertoats 140 em breit ....
130 cm breit, Flauschnare, reine
Kantelss
Herven-Ansuugstoffe 10en brsi, in gus berant grol, zunzl. ut. 2.95 3.80 4.80 5.80 6. 75 8.00 10.50 14.50
Helouf fir Hanskleider, Uasenröcke, Pnen .....llf.. .. leter 0.88 1.00 1.20 1.45 1.65 1.95 2.25
1.45 1.95
...... Ma 0.58 0.85 0.95 1.20
Hemdenflanelle kariert ..........
Ein Posten 140 em breite TFMolstoffe, Ratine in rosa, neiß, lila, grau, hellblan und grün, für Morgenröcke und Kindermäntel . . .. . lleter uur K.80
Mieder eingetrotten: Hin Posten unserer feinsten
Gualitzt, garantiert rein Madko-Wäsche-Batiste mit Hleinen Webefehlern, Abgabe bis zu 10 Ueter ..... lleter nur U.0
Hin Posten Memdenkuche s0 om breit, hervorragend gchöne Ware für Leibnäsche mit kleinen Fehlern .... . . . . . . . . . . . . . . . . Ieter nur U.de

Ein Posten 8
2.95 3.50
Weit unter prachtrolle B4OTes.
Preis
Madras-Garnituren steilis . ... 8.50
UV,11710

Stores

in echt Handt

und

1.

[ ][  ][ ]

Rumuter 256.

Tgblatt, Souuiag, den 14. September 1924.
Dattſtidt=

Palast

Oié

Der Großfilm der Fox Film Oorporation
IA
miaim van S

8 fabelhafte Akte 8
8 fabelhafte Akte 8
Ein Filmphänomen, wie es die

Welt noch nie gesehen!

ca. 500000 Darsteller!

Ca. 500000 Darsteller!

Der Reichtum vergangener Cäsarengrösse!
die sich dem fremden Tyrannen zum Weibe gibt,
der ihre Schwester in den Tod getrieben, und
Jeng Saba! ihn dann in der Brautnacht erdolcht. Die
alle Mänuer abschlägt, um in einer wilden Glut für
den großen König Salomo gefangen zu werden.
Die stärksten Wirkungen wurzeln in den
Massenszenen!
Ein Wagenrennen von ca. 60 Pferden!
Kampiszenen!
Das Wesen dieser hohen Regiekunst besteht darin, daß jede Szene
den entsprechenden Rhythmus hat. Zielbewusst wird jeder Auftritt in
ansteigender Kurve bis zu dem Gipfel geführt, wo eine Steigerung
nicht mehr möglich ist.
Höwom Im P.AHA
Fox-Komödie in 2 Akten.

HOTEL SCHMIIA
Telephon 192
Rheinstraße 50

Erstklassige preiswerte Küche
MMittagstisch zu 90 Pfg., 1.20 Mk., 1.50 Mk., 2.50 Mk.
und höher, Sämtlich mit Nachtisch
Küchenchef nur erster Häuser
Münchener Löwenbräu hell und dunkel
Rummelbräu

Separates Weinrestaurant
la offene und Flaschenweine erster Firmen
UNTERHALTUHGSMUS

Uniomalhegter

Nur noch 2 Tage:

Kassenöffnung 3 Uhr.

Anfang /,4 Uhr.

Ngshöht
Telephon 591
je nachmittag 4 Uhr

3harmon. Orcheſter
tung: Obermuſikmſtr. Mickley
2 Uhr ab TANZ
m grogen Sagl. Bun)

ee-Restaurant
Rummelbräuſ

Café Astorig
Alexanderstraße 5 (*26510
Täglich 8 Uhr abends
Sonntags 4 u. 8 Uhr
Künſiier=Konzert

Zur Nachkirchweihe
Zwingenberg

,6

aſchenbiere
Maſäitsiete

Bickäler=Elberfelder=Pilſener
Kulmbacher Rarkgrafenbräu
Erlanger Reiſbräu / Hochſchul=Ale
Hochſchul=Porter

Geschildert in 5 Akten mit herrl.
Naturaufnahmen vom Rhein.
Die gesangl. Begleitung hat
Herr Kammersänger
Siegfried Adler
von der Volksoper Wien übernommen.
Das Milliardensouper
Komödie in 5 Akten mit
Ossi Osswalda
Hanni Reinwald, Victor Janson
Georg Alexander
Heute Anfang 2½ Uhr. Letzte Abendvorführ.
8 Uhr. Jugendliche haben Zutritt, (*26600

Wesidenz vAheater

Kapitän Kidd
2. T.: Die Urkunde ohne Schrift, 6 Akte
Hauptdarsteller: EDDIE POLO
Der Mann aus dem Westen
Schauspiel in 5 Akten (*26483
In der Huptrolle Mabel Taliaferro.

11724

Hüigelſtraße 27.

Telephon 2468.

K
Darmſtädter
Kammerorcheſter
ſucht noch einen
tüchtigen
Gellisten
Nur geübte Dilettanten
mögen ſich melden:
Heidelbergerſtr. 28.

Orpheum 4 8

Kölner Luſtſpieleé
Der neue Wochenſchlager
(1772

Der Stolz

Granmo-
phone

u.Platten
die
m nenosten
Lachen
Reparaturen
an allen Muſik=Inſtr
ſachgemäß und billig,
11121a V. Bund,
Schuchardſtr. 9.

enographi

Vorzügl. bürgerl. Küche
gstisch von Mk. 0.80, Mk. 1.20,
Mk, 1.80, Dk, 2.50.
Heute großes
arten-Konzert
Htifrei!
Eintritt frei!
ngunstiger Witterung Konzert in
gemüfl, Restaurations-Räumen,
K. Heidenreich.

ringarten
Heute ab 11 Uhr
menade=Konzert
(11700
Leitung: Hauske.
ox eintritt nur gegen Eintrittskarte,
öllenfalltor
Portplatz=Reſtaurant
Heute Sonntag, von
Z u. 1a811 Uhr
onzert

Gute GetränketStimmung
* * Gute Küche
Es ladef ergebenſt ein
26516) Guſiav Hilgers.

11

Moderne Berſonen=Autos
in eleganter Ausführung.
Gütting 2656

äche und Fäſſer
Angeb. /426466
E kauft und erb
Aliceſtr, 16.
Fapian, zeleph. 19, Schuchardſtr. 10 : Schuchardſtr. 10

Stenographie-Kurse
für Anfänger und Vorgeschrittene
Anfangs-Unterricht, Fortbildungs- Diktat- und
Redeschrift-Kurse bis zu den höchst, Leistungen.
Privat-Unterricht
Maschinenschreih-Unterricht
für Anfänger und Vorgeschrittene
(11694a
Beginn jederzeit!
Auskunft durch unsere Geschäftsstelle:
Mathildenplatz 8
(1012, 24 und 710 Uhr abends)
KaufmänniſcheStenographen-Geſellschaft
Sabelsberger, E. P. Mathildenplatz 8

Peitschensamaschen
Marke eingestempetl)
I.Bn. 774

Seuek
mit Garantie
von 3 Mk. an
bei (9701a
Wurz, Uhren
Dieburgerſtraße 8.

Ein Spiel aus vergangenen Tagen
(Nur bis 16. September)
Heiterkeit in Permanenz 0
Karten: Verkehrsbüro v. 1012
Orpheumskaſſe ab 3 Uhr.

Rontag, 15. Sept.
Re
abends 8½ Uhr
Monats=
Verſammitng
in der Breuerei
zum Anker
& Tagesordnung:
1. Käfigbeſchaf=
Sfung. 2. Vortrag
überHagenbecks
Tierſchau und den Hamburger Zoo. 3. Ver=
11688
loſung.

Haſchinenſchreiben

nur beſte Marken,
kaufen Sie auf be=
queme
Ratenzahlung
zu konkurrenzlos bil=
ligen
Preiſen im Fahr=
radyaus
B. Drio, Karl=
ſtraße
14. (r2649789
Ve

Religiöſe Borträge,
Der bekannte Evangeliſt C. Dölken, aus Thun (Schweiz)
ſpricht vom 14.21. September, je abends 8 Uhr, und an
den beiden Sonntag=Nachmittagen je 4 Uhr im Verſammlungs=
lokale
, Mquerſtraße 17.
Themen ſiehe Anſchlagſäulen.
Eintritt frei! Jedernann iſt herzlich willkommen,
Die Vorträge finden vom 14. September, abends 8 Uhr
ab, im Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2, ſtatt (früher
(*26511
Stadt Pfungſtadt).

Kragen=, Hemden=, Bluſenwäſcherei
Rei n go l d.
liefert ſchnell gut und billig
Die Wäſche wird auch abgeholt
3 Teletzhon 736 Reingold Telephon 736
Wilhelminenftraße 6 Kranichſieinerſtraße 28

Doppeiflinten
Selbſtſpanner
180.
mit Hähnen, Kal. 16,
N 120,
mit Hähnen, Kal. 12,
MN 100 (uzsßa
Zahlnugserleichterung.
Robert Hübner,
Büchſenmachermſtr.,
Ernſt=Ludwigſtſtr. 11

Flottweg=
Motorräder
1 PS. u. 2 PS. neueſte
Modelle, ſofort liefer=
(5882.
Donges 2 Wieſt.

Freitag, den 19. September 1924
abends 8 Uhr Fürſtenſaal
(Grafenſtraße)
1ar1 Banz
Lieder zur Laute

Karten zu Mk. 3., 2., 1.
einſchl. Steuer bei Konzert=
Arnold, Wilhelminenſtr. 9
(11692

Bei mir arbeiten laſſen
heißt ſparen! Leuschl.
Schuhmacherei Wilhelm Hübner
Mathildenplatz 10, II.

Pelze
auf Teilzahlung geg.
kl. Naten Roßdörfer=
(*26
ſtr. 75

Bolle, feſte
Büſte!
Gebe umſonſt ein=
faches
Mittel zur Er=
langung
einer ſolchen
bekannt. Frl. Irene
Müller, Stuttgart
D 63, Sängerſtraße
8567

Ladengeſchäft
in günſtigſter Lage im Zentrum
übernimmt nebenbei
für einen auswärts oder abſeits
gelegenen Betrieb

Ausſtellgelegenheit an der Straße
kann eventl. geſtellt werden,
Intereſſenten richten Angeb. a. d.
Geſchäftsſtelle u. R 57. (1169

Hessische

Ne Kerafaa

Phon 2832 Gräb & Schuaß Telephon 2832
Moosbergstraßes?
Halfestelle der ekektrischen Skraßenbahn
Bitte genau auf Straße

Spezial-

Reparaturen an Last- und Luxuswagen
aller Systene
Anfertigung von Ersatzteilen für in- u. ausländische Wagen
AAURAAR Grössta bosteinger. Werkstätte am Platza unter fachm, Leitang
Reelle Bedienung bei soliden Preisen
Beste Referenzen von Behörden und Privaten Bttaig
TALML UAA Kostenvoranschläge Stehen auf Verlangan gerne zi Diensten.
nd Hausnumm er zu achten! EEm
Ue

[ ][  ][ ]

Seite

ziſtiidtes Zagblett, Sonutag, den 14. September 1924.

Rummer 256


D
9
9
N0

Die klaxe und feſte Ueberzeugung davon, daß wir eine hervorragend erſtklaſſige Herren= und Knabenkleidung in Maſſen
führen und zu den weitaus niedrigſten Preiſen verkaufen, hat Tauſende zu unſeren feſten und treuen Kunden gemacht.

Große keiſe
Verkaufsräume

Geafenſtrate 23

O

Heute entſchlief nach ſchweren Kriegs= und
Leidensjahren mein inniggeliebter Mann, der
Major a. D.
Ga 4
Richard Körner
Inhaber des Eiſernen Kreuzes.
In tiefer Trauer:
Frau Wilhelmine Körner.
*26553)
Die Einäſcherung findet in aller Stille ſtatt.
Kranzſpenden ſind nicht im Sinne des Verſtorbenen.

Altbewährt und stets begehrt
Rottig
Suppen-Erzeugnisse

Eines präge gut die ein
Aber RöTri
muß es sein
In allen einschlägigen Geschäften erhältlich, General-Vertreter
Hermann Streit, Darmstadt, Alexanderstr. 13. Fernspr. 193. (11271a

R
Die uns in ſo überreichem Maße zuteil A
z T gewordenen Glück= und Segens=
wünſche
in Wort, Schrift, Blumen und
Geſchenken aus Anlaß unſeres Silber=B
3 Jubiläums, haben große Freude bei uns
ausgelöſt, ſodaß wir auch gerne an die=
ſer
Stelle Anlaß nehmen, für alle Auf 8) Hüller-Arägeloh
merkſamkeiten unſeren herzlichſien und
Z innigſten Dank zum Ausdruck zu bringen.
Darmſtadt, im Sept. 1924.
(11689
Beckſtraße 71, pt.
5
C. A. Lattreuter u. Frau
aus Nierſkein a. Rh.
OP
Bis 1. Oktober verreiſt ſowie ſonſtige Fuhren
BT. Rechel, Ohrenarzt Siebfrauenſtraße 33
Vertreter Dr. Groos, Heinrichſir. 24
(*26238dg

Von der Reiſe zurück
Br. I9aak
Facharzt für Haut= und Harnkrankheiten
Rönigen= u. Lichtbehandlung
Caſinoſtraße 10 (*26385gm

Facharzt für innere Krankheiten
von der Reise zurück.

in den modernſten Muſtern
Kaffeelöffel mattiert 6 Stück 5.30
Lafelmeſſer aus roſtfreiem Stahl
6 Stück 13.
M. KATTLER
Rheinſtraße 3
(11736g1

Überraſchende
Heilerfolge
erzielen Sie bei Nervenleiden aller Art;
Grippe, Kopfſchmerzen, Rheumatis=
mus
,Gicht,Jschias,Ohrenleiden,Leber=
Gallen=, Nieren= u. Lungenleiden, Ma=
gengeſchwür
, alte Beinleiden, Krämpfe,
Fallſucht, Bleichſucht, Blutarmut,
Schwächezuſtände, chron, Stuhlverſtop=
fung
, Aſthma, Flechten, Arterienver=
kalkung
, Blähungsbeſchwerden, Blaſen=
leiden
, Drüſen, Engliſche Krankheit,
Frauenleiden, Haarausfall, Herzleiden,
Lähmung, alter Huſten, Magenkrampf,
Schwindel, Schlafloſigkeit uſw. ſpeziell
für ganz veraltete Fälle. Eine Be=
handlung
wird Sie davon überzeugen!
Heilinſtitut für Magnetismus
Homöopathie
Augendiagnoſe, Nervenmaſſage
Zahlreiche Dankſchreiben vorhanden,
Langjähr. Praxis, Geringes Honorar,
Sprechſt.: 9½12 Uhr, 25 Uhr.
Sonntags 912 Uhr. (k26580
M. Schießlinger
geprüfter Magnetopath
Viktoriaſtraße 25 (Ecke Landwehrſtraße)

von (uBta
Damen Hiten
billigst
Rheinstraße 4
Paßbilder
in einer Stunde (1100a
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. 9. Tel. 1912
Beiladung nach
Franffurt und zuräck
nimmt an. BSa
Joh. Kugler
Telefon 1011.
Habe meine Sprech=
ſtunden
wieder auf=
genomnmen
. (11731

Dentiſt
Heinrichſtraße 46
Telephon 1846.
Staatl. gepr. (*26513
y und Heil=
Maſſetr gehilfe,
lviele Jahre tätig,
vor dem Kriege in
der Klinik Dr. Loſſen,
nach dem Kriege bis
zur Auflöſung im
Verſorgungskranken=
haus
, empfiehlt ſich
für alle Arten von
Maſſage u. Verrich=
tung
in der Kranken=
pflege
. Göhring,
Hoffmannſtr. Nr. 1.

NHer.
Sett.-Oft. 192
Kar
che
Sonderwoche des Bad. TCandestheaters
Große Chor= und Orcheſterkonzerte / Kammermuſikabende / Freilichtaufführungen in
Durlach und Ettlingen /Kunſt=, Induſtrie=, Architektur= und gewerbliche Ausſtellungen:
Badiſches Landesmuſeum / Badiſche Kunſthalle /Badiſcher Kunſtverein / Karlsruher
Gemäldegalerien /Badiſches Landesgewerbeamt / Städtiſche Ausſtellungshalle /Aus=
ſtellung
d. geſ. Hans=Thoma=Graphik in d. Orangerie/Landwirtſchaftliche Ausſtellungen
hier und in Durlach / Techniſche Woche /Wiſſenſchaftliche Vorträge mit Exkurſionen /
Alemanniſch=pfälziſch=fränkiſcher Sonntag / Heimatlicher Feſizug
Sport und Turnen (Jugend=Turn= und Sportſonntag mit Feſizug) / Schaufenſter=
wettbewerb
/ Pferderennen / Märkte.
II. Krh. 10638
r Auskunfi und Programmbuch Verkehrsverein Karlsruhe, Rathaus. 44

Damen-Hüte
von der einfachsten bis zur

elegantesten Ausführung!
Hüte
werden nach den neuesten
Modellen umgearbeitet

Ahna Befso

Schuchardstrasse 13

LMch. 9851)

Pallahona-Puder
reinigt u. entfett. d. Haar
auf trockenem Wege,
macht es lock. u. leicht z.
frisieren, verleiht feinen
Duft. Zuhaben i. Friseur.
geschäften, Parfümerien,
Drogerien u. Apotheken.

Bameh- und
Herrenhüte
werden nach den neuesten Formen
(11695a
umfassoniert
Hutumpreßenstalt
Hans Hartmann
Luisenstraße 2
(auch Eingang Zeughausstreß

STEHMER KAFFEE
STEHMER TEE

Elisabethenstr. 14

Tot /,81.30
Gelb /,8 1.40
Rosa /g 1.60

W Torpalen W
Fettleibigkeit, wird
durch Tonnola be=
ſeitigt
. Preisgekr. m.
gold. Medaill. u. Ehr.=
Dipl. Kein ſtarker
Leib keine ſtarken
Hüften, ſond,jugendl.,
ſchlanke, eleg. Figur.
Kein Heilmittel, kein
Geheimmittel. Ga=
rant
. unſchädl. Aerztl.
empfohl. Keine Diät.
Biele Dankſchr., vor=
zügl
. Wirkung. Seit
25 Jahr. weltbekannt.
Paket 3 Mk. Porto
extra. D. Franz
Steiner& Co., G. m.
b. H., Berlin W 30/9
B.171. In Darm=
ſtadt
zu haben i. d.
Medizinal=Drogerie
Beckenhaub, Schul=
ſtraße
.
(V.8770

Torelns-Bie AOSBIA 19

mil Chorg
(nächſt der Inf.=Kaſerne, Alexanderſtraße). Telephon
Anerkannt gute Küche / Mittag= u. Abendeſſen
zu Mk. 0.70 u. höher / Schönze helie Räume
Kein Trinkgeld . . . . . . . Kein Trinkzwäig.
Neubergerichtete Fremdenzimmer mit u. ohne Berſion b. Mäßig. R
Große und kleine Säle für alle Zeranſtaltun

Nach

iſt

überſtandener Reanfheit
Blut= und Nervenli

das ideale Bluibildungs= und Nervenkräftigungsmittel.
In allen Apotheken. Steis vorrätig: Engele, Einhorn, Hirich,2
Apoiheke, Darmſiadt. Flaſche Mk. 3.50, III.IIn
Sagittawerk, G. m. b. H., München SW. 2
Narund Aiit
Mie
wir Ihre Bückgratvarkrünm
ohne Berufsstörung bessern und eventuell
erfahren Sie kostenlos durch briefliche A
bei
Arnulet
I.

As Ktiit

Aer. fa

M0ged-
R4R

erfahren Sie die Gründe der A Kursveränderungen
stets sofort aus dem täglich erscheinenden mit wert-
volſen
Beiagen ausgestatteten Börseninformationstlatt
Hrage
Beofäggeg ottoge-
Beriufate
e.
Aaa Lene
Beitin C 2. An der Spandauer Brücke 10
Henlangen Sie Probenummenn!

Ständiger

O erſeln

nach und von
Frankfurt a. M.-Offenbach-Friedberg-Bad-Nauheim.
G
Sonstige Autotransporte bis zur Enfernung von 100 Kilometern.
R
AlBeR TOg. darmstadt
Gutenbergstr. 37/39 Abtlg. Spedition Telephon 2050.

sBort und Padpktes

1.
Das Pfefd ist ein gehr ungebärdiges Tier, und wenn es nlete
man leleht herunter. Aber auch nenn man sehon recht 2*
ist kommen Gelegenheiten, no. man gern ein Stllek zu ku4t
nämlich, wenn bei Sonnenhitze nach längerem Ritte die F0ße 21
zu brennen, als hätte der leibhaftige Satan die Steisbügel gehelst
man mit klühneraugen begabt ist, so ist es besonders schlimm, 10.
Fällen gibt es niehts Besseres, als bei nüchster Gelegenhelt d
erguickende Santätsrat Dr. med. Campes Kuktrol-Fußbad zuzul
von dem ein bekannter Schriftsteller sagt, daß es ein nähtes Mc
für die Füße sei. Besser noch wendet man es vorher au, denn
hütet das Brennen, ebenso vie das Schwitzen und Wundlaute!
genötigt ist, uicht einen so frommen, schon beinahe zu kommt
zu reiten, wie den hier abgebildeten, sondern einen sogenannt /a
brecher und sich bei dem Bemühen, ihn Mores zu lehren, übera
hat, bekommt, besonders wenn er nach heißen Ritten getroren 12
licherweile leicht die lästigen Waden- und Zehenkrämpfe. Dage ſ.
ausgezeichnet ein recht warmes Rukirol-Futzbad. Es ist etw (
anderes als ein gemöhnliches Seifenbad, und wie notwendis e2
beweist die Tatsache, daß jeder, der es versucht hat, es ni0
missen mil.
Um Alle von der Wichtigkett und Notmendigkeit der Fußp /
überzeugen, bringt die Kukifol-Fabrik jetzt eine neue Packung he
mun 30 Prennig kostet.
Jeder sollte sie sofort versuchen und wird erstaunt sein, W
kraftvoll und elastisch dann der Gans wirdt, um mienſel deger
große Anstrengungen vertragen. Hat man dann die Fiße abge Nt
s0 kann man auf etwa vorhandene Hühneraugen oder Hauts h.
gleich das millionenfach bewährte, ürstlich empfohlene Kuklol f
augen-Pflaster auflegen und man ist in wenigen Tagen auch Eig
famen Schmerzensknöpfe oline Eutzündung, ofne Schnaiden un
ohue Gefahr einer Blutvergiktung losgeworden. Ihre Be-
kannten
werden es Ihnen bestäligen.
Sanitätsrat Dr. mei. Campe’s Kukirol-Fußbad und
Kukirol-Hühneraugen-Pflaster bekommen Sie in jeder
Apotheke und wirklichen Fachdrogerie. Verlangen Sie
aber ausdrücklich die echten Kükirol-Präparate und


achten Sie schon beim Einkauf auf die bekannte Schutz-
marke
: Hahnenkopf mit Euß‟.
.

[ ][  ][ ]

Datmſtädter Lngblatt, S3444

Meurtztmer 256.

nt Muſtern

fr eilſe 9.

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 14. September.
je Reichsgedenkmünze für die Kriegsopfer
und die deutſche Rechtſchreibung.
Man ſchreibt uns: Die von Profeſſor Emcke entworfene Reichs=
nkmünze
für die Kriegsopfer zeigt auf der einen Seite eine bildliche
ſtellung und auf der anderen eine Widmung. Dieſe iſt zwar in ſchö=
deutſcher
Schrift ausgeführt, weiſt aber einen groben Verſtoß gegen
amtliche deutſche Rechtſchreibung auf, wie er bei keinem Schüler, ge=
eige
bei einer amtlichen Kundgebung vorkommen dürfte. Die Wid=
aglautet
: Dem lebenden Geiste unſerer Toten 19141924. Geiſte‟
5 Ubſtverſtändlich mit ſt, und dieſes als Koppelung zu ſchreiben. Ge=
die verſchiedenen ſ, 6, ſſ, ſch, s, ſind der Grund, daß die deutſche
o ift bezeichnendere Wortbilder ergibt als die lateiniſche, überhaupt
edie deutſchen Wörter verſtändlich macht: In Massen genoſſen iſt der
santwein bekömmlich. Maſſen oder Maßen?. Wachstube oder Wach=
s
2. Windeseile oder Windeſeile? Winterstücke oder Winterſtücke?
Augenarzt Prof. Dr. Schackwitz weiſt in Experimentelle Löſung
HSchriftfrage‟, 2. Aufl., Leipzig 1915, nach, daß bei deutſcher Schrift
is 30 Prozent weniger Augenarbeit geleiſtet zu werden braucht als
ateiniſcher, auch bei Verſuchsperſonen, die als Ausländer nur latei=
Schrift gewohnt ſind. Daran ſind beſonders die verſchiedenen
716 ſchuld. Auch geſchichtlich läßt ſich das Schluß=s inmitten der Worte
rechtfertigen. Man unterrichte ſich in Könnecke, Bilderatlas
deutſchen National=Literatur und ähnlichen Werken. Niemals bis
findet man inmitten der Wörter ein Schluß=s. Im Gegenteil:
ſer Karolingerſchrift und in den erſten Zeiten der Fraktur gab es
hließlich lange ſ, auch am Schluſſe der Wörter. Sogar im Latei=
ryn
, Franzöſiſchen, Italieniſchen wurden bis ins 18. Jahrhundert in=
ryn
der Wörter nur lange ſ gedruckt.
das Auffallende bei der Sache iſt nicht, daß dieſer Fehler Herrn
ſſor Emcke paſſierte man kann dieſem nicht genug danken, daß
verhaupt deutſche Schrift zur Ehrung unſerer deutſchen
gewählt hat das Auffallende iſt, daß dieſer Fehler nun zum
ten Male bei einem Werk der Reichskunſt gemacht wird.
war es die 15=Pfennig=Marke mit der Aufſchrift Deutsche Natio=
rrsammlung
1921 war es auf der Ziffermarke von Profeſſor Gei=
Deutsches Reich 1922 war es auf dem Geldſchein Tausend
und jetzt 1924 iſt es auf der Reichsgedenkmünze. Schon 1922
v der hervorragende Schriftzeichner Lueian Bernhard, der
fer der Bernhardſchrift hierüber: Der Fehler s ſtatt ſ ſteht lei=
icht
einzig da, ſondern es hat ſich allgemein eine Verwilderung
er Anwendung unſerer deutſchen Fraktur in letzter Zeit bemerkban
ht. für den Freund unſerer deutſchen Schriftkultur ein ſehr
ger Anblick. Die Unterſcheidung eines langen ſ und eines Schluß=s
r weſeutlicher Beſtandteil der deutſchen Rechtſchreibung und keine
ſche Frage. Wird ja doch auch bei Antiqua=Schriften, die in
hland geſchnitten werden, ein langes und ein kurzes 8 geliefert.
rſache zu dieſer Verwilderung ſehe ich einerſeits in der Entwöh=
vom
langen ſ durch den Gebrauch von Schreibmaſchinen, die, vom
nd kommend, die lange Form nicht kennen, und andererſeits in der
haften orthographiſchen Bildung vieler Kunſtgewerbler.
22 ſchrieb die Kölniſche Zeitung (Nr. 771): Bei den
u von 1919 konnte man noch ein Auge zudrücken. Es gab noch 77.
Reichskunſtwart. Seitdem haben wir dieſe verantwort=
eigen
=Prozeß und kürzlich bei dem Dombauhüttenſkandal in Mün=
Selbſt ſozialiſtiſche Blätter haben mit abfälligem Urteil nicht zu= einzuſehen und zu empfinden, daß man über der Pflege des Intereſſes
heEch.

Camannt wurden am 4. September 1924: der Militäranwärter
Pe Kehrmann aus Heubach, Kreis Dieburg, zum Amtsgehilfen
9/K am) Landesuniverſität Gleßen mit Wirkung vom 1. September 1994 ab;
an 1 September 1924: der Bibliothekar an der Bibliothek der Landes=
1nd Nei
1 tät Gießen Profeſſor Dr. Hugo Hepding in Gießen zum Ober=
ekar
an der Bibliothek der Landesuniverſität Gießen mit Wir=
om
1. September 1924 ab; am 10. September 1924: der Hilfs=
ekar
an der Bibliothek der Landesuniverſität Gießen Dr. Wil=
ehmann
in Gießen zum Bibliothekar an der Bibliothek der
niverſität Gießen mit Wirkung vom 1. September 1924 ab.
In den endgültigen Ruheſtand verſetzt wurde am 29. Juli 1924:
einſtweiligen Ruheſtand befindliche Lehrer Karl Brendel zu
igelheim, Kreis Bingen, mit Wirkung vom 1. Juli 1924 an.
Erledigt ſind die nachſtehenden mit Lehrern zu beſetzenden Schul=
n
den Volksſchulen im Kreiſe Friedberg: zwei Stellen für katho=
ihrer
zu Ockſtadt, Dienſtwohnungen nicht frei, Mietwohnungen
beſchaffen; eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer zu
nbergen, eine Wohnung iſt nicht vorhanden; eine Stelle für
itholiſchen Lehrer zu Friedberg, Mietwohnung iſt ſchwierig
affen; zwei Stellen für evangeliſche Lehrer zu Nieder=Eſch=
1Dienſtwohnungen nicht frei, Mietwohnungen kaum zu beſchaffen;
elle für einen evangeliſchen Lehrer zu Nieder=Florſtadt,
die ohnung nicht vorhanden, Mietwohnung nicht zu beſchaffen; eine
r einen evangeliſchen Lehrer zu Staden, Dienſtwohnung wird
chtlich bald frei; eine Stelle für einen evangeliſchen Lehrer zu
I. Dienſtwohnung nicht frei, Mietwohnung ſchwer zu beſchaffen;
elle für einen evangeliſchen Lehrer, zu Schwalheim, eine
Tohnung iſt vorhanden; eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen
an der Volksſchule zu Heimersheim, Kreis Alzey. Die
ohnung iſt nicht frei.
rovinziglausſchuß. 1. Berufung des Kreisdirektors des
es Darmſtadt gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes des
Darmſtadt vom 21. Mai 1924 wegen Erteilung der Konzeſſion
riebe einer Kaffeewirtſchaft mit Alkoholausſchant an den Franz
in Eberſtadt. Für die Waldvillenkolonie in Eberſtadt hat
Sausſchuß dem Franz Henn die Konzeſſion erteilt, da das Orts=
* dem beabſichtigten Gewerbebetrieb nicht entgegenſteht und ein
is durch den Beſchluß des Gemeinderats Eberſtadt nachgewieſen
ſchriftliche Berufung meint, der Villenteil ſolle nach dem Sinne
unten Statuts auch von Wirtſchaften befreit ſein, an die Prüfung
ſirfnisfrage müſſe nach Erlaß des Notgeſetzes vom Februar 1923
gerer Maßſtab angelegt werden. Urteil: Die Berufung
erworfen und die Konzeſſion, aber mit Aus=
des
Branntweinausſchanks, erteilt. 2. Geſuch
Maldinger Wwe, zu Darmſtadt um Erlaubnis zum
einer Kaffeewirtſchaft mit Alkoholausſchank im Hauſe Stift=
Das Geſuch wird abgelehnt. 3. Berufung des
aufer zu Frankfurt a. M. gegen die Entſcheidung des
ſchuſſes Offenbach vom 18. Oktober 1923 wegen Nichterteilung
ihrerſcheines für Kraftfahrzeuge. Die Sache wurde bereits am
av 1924 verhandelt. Die Berufung wird derwor=
4. Klage des Auguſt Rehwinkel zu Offenbach, Hoſpital=
gegen
den Beſchluß des Kreisamts Offenbach vom 5. Juni 1994

erſagung des Wandergewerbeſcheins. Die Klage wirdab=
en
. 5. Die Berufung des Zeitungsverlegers Wilh. Keck in
Ramſtadt gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes Darmſtadt
Mai 1924 wegen Anfechtung eines Gemeinderatsbeſchluſſes iſt
ickng

E Warnung. Wie bekannt geworden iſt, wird der Fernſprech=
verkehr
von und nach Orten des beſetzten Gebietes und innerhalb Soinmezaßſchiuß der Driiich=amerifaniſchen
des beſetzten Gebietes von der franzöſiſchen Beſatzung abgehört.
Bei Ferngeſprächen mit dem beſetzten Gebiet und innerhalb des
beſetzten Gebietes iſt daher Vorſicht geboten.
auf Forſthaus Wildbahn an der rechtmäßigen Ausübung des Amtes Seinen Höhepunkt erreichte das Hilfswerk im Juni dieſes Jahres, als
gegriffen, wider Hals und Leib geſchlagen, dann habe er (Moo3) erſt
mit der Fauſt geſchlagen. Die vernommenen Zeugen haben die ver= Schulkinder. Aus den Berichten aller Teile Deutſchlands geht hervor,
unter Annahme mildernder Umſtände, verneint der Verteidiger, daß
Sinne der 88 117, 118 R.St.G. für erwieſen. Zimmermann habe nicht
in der rechtmäßigen Ausübung des Amtes gehandelt.

Reſtaurant Bender
Spezial=Ausſchank
Münchner
Franziskaner=Leiſtbräu
(hell)
eines der beſten Münchner Biere
Täglich friſch: Münchner Spezialwürſichen
mit Champagnerkraut
das Paar mit Kraut 50 Pfennig
11631


Evangeliſche Woche. Die fünf Vorträge, die in den Tagen vom
Stelle, und kein Entwurf darf ausgeführt werden, ohne die aus= 15.19. September jedesmal abends 8 Uhr in dem Feſtſaale des Gym=
che
Genehmigung des Reichskunſtwarts Dr. Redslob. naſiums dargeboten werden, kommen gerade in dieſen Tagen, in denen
oll man nun jetzt ſagen? Wie bekannt, hat im vorigen Jahr auch ſowohl durch die Vorträge des Oberſtudiendirektors Dr. Vogel über
usland über die tollen Markenbilder ſeinen Spott ausgegoſſen. Kants Lebenswerk als auch durch die Tagung der Geſellſchaft fürr freie
denke ferner an Redslobs Kampf gegen das Eiſerne Kreuz im Philoſophie die tiefſten Lebensfragen geweckt und in Fluß gebracht wer=
ſchen
Muſeum zu Gera, an ſeine Stellungnahme im Venuswagen= den, deshalb, weil ſie es unternehmen, in Beantwortung wichtiger Ein=
zelfragen
zu ſagen, was evangeliſches Chriſtentum iſt. Denn man beginnt
alten. Noch mehr die geſamte Zentrumspreſſe. Die Kölniſche für philoſophiſch geartete Religionen, die von den Lehren unſerer Denker
Szeitung‟ Nr. 867 von 1921) nannte Dr. Redslob einen äſthe= und Dichter aus in tauſend Kanälen in alle Schichten unſeres Volkes bis
Schwätzer. Der Reichskunſtwart koſtet mit ſenen Sachverſtän= in die Bauern= und Arbeiterhäuſer getragen ſind, unterlaſſen hat, die
Reſerenten, Bureaubeamten uſw. dem Reich jetzt mehrere Mil= evangeliſche Chriſtusreligion kennen zu lernen und ihrer tatſächlichen
Könnte das Geld wirklich nicht mit Nutzen anders verwandt wer= Bedeutung entſprechend zu würdigen, während der Katholizismus weit
Angeſichts der neueſten Leiſtung kann man dieſe Frage nur beſſer bekant iſt. In die zentralſte dieſer Fragen wird am Montag, den
holen, beſonders jetzt zur Zeit des allgemeinen Abbaus. Was 15. September, der von Prof, D. Matthes, übernommene Vortrag
wis jetzt mit einem Kanzliſten geſchehen, der die Rechtſchreibung nicht über Chriſtusreligion und philoſophiſche Neligionen einführen. Die
vier anderen an den folgenden Tagen ſtattfindenden Vorträge werden
nachweiſen, daß die Chriſtusreligion mehr als jene nur philoſophiſchen
Religionsformen dem Wirklichkeitsſinn des Gegenwartsmenſchen entſpricht
und auf das geſamte Leben geſtaltend einwirkt, auf den Unterricht, auf
das Wirtſchaftsleben und auf die Uebung praktiſcher Menſchenliebe, für
welche Themata die Herren Lehrer Helmreich, Dr. jur. Wagner
und Pfarrer Hickel gewonnen ſind, während der als Kirchenhiſtoriker
bekannte Geheimerat D. v. Schubert aus Heidelberg am 19. Sept.
über Deutſcher Glaube reden wird. Eintrittskarten zu 50 Pfg. für
den einzelnen Vortrag und zu 2 Mk. für ſämtliche fünf Vorträge ſind
zu haben. Für Studenten und Schüler, ebenſo für Schweſtern im
Dienſte der Gemeinde= und Krankenpflege iſt der Eintritt frei.
* Vogelsberger Höhenklub. Der diesjährige Herbſtausflug des Ge=
ſamtvereins
findet am 2. und 21. September 1924 ſtatt und führt nach
dem prächtig gelegenen Birſtein. Nach den Ausführungen im Friſchauf
verſpricht der Ausflug recht lohnend zu werden, beſonders für diejenigen
Wanderer, die Birſtein mit ſeiner ſchönen Umgebung noch nicht kennen.
Hier ſei nur das Jagdſchloß Aurora mit ſeinen herrlichen Teichanlagen
erwähnt. Rede Beteiligung wird allen V. H. C.ern beſtens empfohlen.
Wegen Kürze der Zeit iſt umgehende Anmeldung bei Mitglied Neudecker,
Ernſt=Ludwigſtraße 9, erwünſcht. Späteſter Termin hierfür iſt bis zum
Dienstag, den 16. September, nachmittags 5 Uhr, feſtgeſetzt.
Aufwertungsverfahren in Bayern. Wer in Bahern Aufwertungs=
anſprüche
nach der 3. St.N.V. durchzuführen hat, ſei auf die am 5. d.
erlaſſene Verordnung aufmerkſam gemacht. Wir geben im Nachſtehenden
die weſentlichen Beſtimmungen wieder: Aufwertungsſtelle iſt das Amts=
gericht
. Anträge und Erklärungen an die Aufwertungsſtelle können bei
dem Gerichtsſchreiber des als Aufwertungsſtelle zuſtändigen Amtsgerichts
oder beim Gerichtsſchreiber eines anderen Amtsgerichts zu Protokoll
gegeben werden. Im letzteren Falle ſind ſie der zuſtändigen Aufwer=
tungsſtelle
zu überſenden. Für Entgegennahme der Anmeldung der Gut=
haben
bei einer öffentlichen Sparkaſſe iſt anſtelle des Amtsgerichts die
Sparkaſſe zuſtändig. Iſt bereits eine Anmeldung beim Amtsgericht er=
folgt
, ſo iſt der Anmeldepflicht dadurch genügt. Das Amtsgericht hat
die Anmeldung der Sparkaſſe zuzuleiten. Der Entſcheidung des Amts=
gerichts
iſt anzufügen, daß gegen ſie binnen zweiwöchiger Friſt nach Zu=
ſtellung
ſofortige Beſchwerde an das Oberſte Landesgericht in München
zuläſſig iſt und daß die Beſchwerde nur darauf geſtützt werden
kann, daß die Entſcheidung auf Verletzung eines Geſetzes beruhe,
Die Beſchwerde muß zu Protokoll des Gerichtsſchreibers (des Amtsge=
richts
oder des Oberſten Landgerichts) oder durch Einreichung einer von
einem Rechtsanwalt unterſchriebenen Beſchwerdeſchrift bei einem dieſer
Gerichte eingelegt werden. Vergleicht man mit dieſer in Bahern von
den Staatsminiſterien der Juſtiz, des Innern und der Finanzen getrof=
fenen
Regelung die Verordnung des Heſſiſchen Geſamtminiſteriums vom
4. Juni 1924, ſo vermißt man in letzterer zwei Beſtimmungen, deren
Aufnahme in die heſſiſchen Vorſchriften ſich aus Zweckmäßigkeitsgründen
empfehlen ſollte: Anträge und Erklärungen an die Aufwertungsſtelle
ſollten auch in Heſſen beim Gerichtsſchreiber eines anderen Amtsgerichts
zu Protokoll gegeben und dann an die zuſtändige Stelle weiter geleitet
werden können. Wie oft kann es vorkommen, daß ein Antrag oder eine
Erklärung an die falſche Adreſſe gerichtet wird oder die Zuſtändigkeit im
Einzelfalle zweifelhaft iſt. Die Partei darf nicht darunter leiden, wenn
ſie die Rechtsbehelfe unrichtig handhabt. Auch die weitere Beſtimmung
Baherns erſcheint durchaus praktiſch: Iſt bereits eine Anmeldung, die an
die Sparkaſſe zu richten iſt, dem Amtsgericht eingereicht, ſo iſt der An=
meldepflicht
dadurch genügt. Die behördlichen Beziehungen zwiſchen
Amtsgericht und Sparkaſſe erleichtern es, daß die Anmeldung dann an
die Sparkaſſe weitergegeben wird. Bei der Bedeutung der Aufwer=
tung
dürfte es ſich ſchließlich auch empfehlen, daß die in den einzelnen
Ländern erlaſſenen Ausführungensbeſtimmungen im ganzen Reich ge=
hörig
bekannt gemacht würden, damit die Intereſſenten ſich über die
Wahrung ihrer Rechtszuſtändigkeiten ausreichend informieren können.
Die Handelskammer Wiesbaden erläßt folgenden Aufruf an
Induſtrie und Handel: Wiesbaden iſt wieder frei!. Mit ihm
die anderen Kur= und Badeplätze des beſetzten Gebietes. Die Paß= und
Zollſchranken ſind gefallen! Jetzt gilt es wieder aufzubauen, dem ge=
ſchwächten
Wirtſchaftskörper wieder neues Blut zuzuführen. Wir be=
trachten
es als Pflicht des unbeſetzten Gebietes, nach Kräften mitzuhel=
fen
, nicht mit Worten, ſondern mit Taten. Jeder der es einigermaßen
ermöglichen kann, verbringe ſeine Erholungszeit dieſen Herbſt und Win=
ter
im beſetzten Gebiet! Es wird nicht zu viel von ihm verlangt! Die
Gewerbetreibenden im beſetzten Gebiet haben unberechenbaren Schaden
während der Zeit des mangelnden Fremdenbeſuchs erlitten. Aber ihre
Arbeitsfreudigkeit, ihre Leiſtungsfähigkeit ſind unverſehrt geblieben.
Wohlerhalten iſt die Schönheit der Bäder im Taunus und am Rhein,
ungeſchwächt iſt die Heilkraft der Quellen. Benutzt ſie zur Wiederher=
ſtellung
Eurer Geſundheit!. Wiesbaden, die alte Bäderſtadt, iſt durch ihre
Hotels und Badehäuſer, Kurhaus und Thaater auch im Herbſt und Win=
ter
in der Lage, gute Unterhaltung zu bieten. Drum folget dem Nufe
und bezeuget Eure Dankbarkeit für das willig von uns für die Geſamt=
heit
Deutſchlands Ertragene.

Kinderſpeiſung.
Seit 4½ Jahren iſt nunmehr die deutſch=amerikaniſche Kinder=
* Bezirksſchöffengericht. Der Händler Val. Jak. Moos I. von ſpeiſung ununterbrochen durchgeführt worden. Bis zum Sommer d. J.
Lampertheim ſteht unter der Anklage, den Förſter Zimmermann wurden insgeſamt 540 000 000 Mahlzeiten in den Schulen verabreicht.
gehindert, tätlich angegriffen und wörtlich beleidigt zu haben. Moos täglich 1 120 000 Mahlzeiten verabfolgt wurden. Jedes Kind in Deutſch=
hatte
im Walde Kienholz geholt, das Zimmermann beſchlagnahmte. M. land weiß heute, daß dieſes Hilfswerk von den Quäkern ins Leben
gibt an, Zimmermann ſei betrunken gewefen und habe ihn zuerſt an= gerufen und von ihnen als Treuhänder der großen amerikaniſchen Spen=
den
in Deutſchland durchgeführt wurde. Den größten Vorteil hatten die
ſchiedenen Phaſen der Rauferei zwiſchen dem Förſter und Moos wahr= mit welcher Freude und Dankbarkeit die Schulen für ihre unterernähr=
genommen
; Moos hatte insbeſondere dem Förſter ſeinen Namen kor= ten, müden und daher häufig wenig leiſtungsfähigen Kinder die ameri=
rekt
angegeben, ein Zeuge beſtätigt zudem, daß der Förſter, wie öfter, kaniſche Hilfe aufgegriffen haben und wie lebhaft der Wunſch in den=
angetrunken
geweſen und daß Zimmermann bei der ganzen Sache mehr jenigen Städten und Gemeinden, die nicht unter die Speiſung fielen,
Verſchulden gehabt habe wie Moos. Gegenüber dem ſtaatsanwaltlichen war, auch berückſichtigt zu werden. Das Reichsminiſterium und die
Antrag auf Erkennung einer Gefängnisſtrafe von 4 Monaten 3 Wochen Miniſterien der Länder haben in Anerkennung der großen Bedeutung
der Schulſpeiſung für die heranwachſende Generation Deutſchlands mit
eine rechtmäßige Ausübung des Amtes bei dem Förſter vorgelegen, allen Mitteln das Hilfswerk gefördert und unterſtützt. Nicht nur große
Moos habe in Notwehr gehandelt und könne nur wegen wörtlicher Be= Geldmittel wurden auch von deutſcher Seite zur Verfügung geſtellt, ſon=
leidigung
behandelt werden. Urteil: Moos erhält wegen Beleidigung dern es haben auch die Verwaltungsbehörden und die Schulen ſich ſeit
100 Mk. Geldſtrafe, im übrigen wird er freigeſprochen. Das Ge= Beginn des Hilfswerks bereitwillig und freudig in den Dienſt der Sache
richt hält nur eine Beleidigung, nicht dagegen einen Widerſtand im geſtellt, und jede Arbeit, die die Verteilung, Herſtellung und Abgabe
erforderlich machte, gern geleiſtet. Insbeſondere ſei hier die Mitarbeit
der Lehrerſchaft genannt, die unermüdlich neben ihrer Schultätigkeit
zum Beſten, der Kinder mitgewirkt haben. Ganz ſelbſtverſtändlich iſt
es daher, daß nun, wo das Hilfswerk in dem bisherigen Umfang ſeinen
Abſchluß findet, aus der Bevölkerung heraus der Wunſch entſteht, dem
amerikaniſchen Volke ſeinen Dank zum Ausdruck zu bringen. In ganz
Deutſchland rüſten ſich die Schulen, um Ende dieſes Monats alle diejeni=
gen
zu ſammeln, die im verfloſſenen Jahr die Kinderſpeiſung genoſſen
haben, und den fernen Freunden über das Meer hinüber einen Dankes=
gruß
darzubieten. Nicht wenig beteiligt an den Sammlungen ſind die
amerikaniſchen Schulkinder, an deren Ohr vor allen Dingen die fröh=
lichen
Lieder und Gedichte unſerer deutſchen Kinder klingen ſollen. Wie
man im vergangenen Jahre in Alzey geſungen hat, ſo wird es auch bei
uns in dieſem Jahre aus 25 000 dankbaren Herzen klingen:
Hohio, wie flattern die Fahnen im Wind von jenes Schiffes Maſt.
Hohio, wie geht die Fahrt ſo geſchwind trotz all der großen Laſt.
Viel gute Herzen ſpenden zu Hauf für Deutſchlands Kinder in Not,
Sie luden Lebensmittel darauf; nicht bangt uns fürs tägliche Brot.
Dank rufen wir euch, ihr Quäker, zu; es ſchalle von Fels zu Fels.
Dank, ruft das ganze Kinderheer in Alzey an der Selz.
Wir werden nie Verächter ſein der tadelloſen Sseiſen,
Euch wollen wir ein Liedlein weihn, das ſoll die Güte preiſen.
Orpheum. Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt: Verkehrs=
bureau
von 1012 und an der Orpheumskaſſe von 3 Uhr ab.
Jubelfeier der Melomanen. Man ſchreibt uns: Pünktlich 6 Uhr
trafen geſtern abend zur Jubelfeier der Melomanen die Liedertafel=
Mainz=Koſtheim und Melomania=Aſchaffenburg hier ein. Herr Winter
(Melomanen) begrüßte mit herzlichen Worten die beiden Vereine. Wir
verweiſen nochmals auf das Konzert der Mainzer Sänger vor dem
Landesmuſeum heute mittag um 12.30 Uhr.
Nächſte Dampfer=Expeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen.
1. BremenNewYork ab Bremerhaven: D. Columbus am
9. September, D. München am 13. September, D. George Waſhington
am 19. September, D. Bremen am 20. September, D. Republic am 22.
September, D. Preſident Rooſevelt am 24. September, D. Stuttgart
am 25. September, D. Ameriea am 29. September, D. Columbus am
2. Oktober. 2. Bremen-PhiladelphiaBaltimore
Norfolk: MS Königsberg, ab Bremen am 16. September, D. Nien=
burg
, ab Bremen am 1. Oktober, 3. Bremen Cuba: D. Sehdlitz,
ab Bremen am 3. Oktober, 4. Bremen-Braſilien: D. Horn=
cab
, ab Bremen am 4. Oktober, 5. BremenLa Plata: D.
Werra, ab Bremen am 14. September, ab Hamburg am 18. September,
Paſſagiereinſchiffung in Bremerhaven am 20. September, D. York, ab
Bremen am 21. September, ab Hamburg am 25. September, Paſſagier=
einſchiffung
in Bremerhaven am 27. September, D. Gotha, ab Bremen
am 28. September, ab Hamburg am 2. Oktober, Paſſagiereinſchiffung in
Bremerhaven am 4. Oktober. 6. Bremen-Oſtaſien: D. City of
Lahore, ab Bremen am 6. September, D. Coblenz, ab Bremen am 13.
Sebtember. D. Preußen, ab Bremen am 20. September, MS. Vogt=
land
, ab Bremen am 27. September, 7. BremenAuſtralien:
D. Holſtein, ab Bremen am 24. September.
Lokale Veranſialtungen.
Die blerunter erſcheinenden Noſizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Ludwigshöh=Konzert. Bei dem heute nachmittag ſtatt=
findenden
Konzert hat die Leitung desſelben Herr Obermuſikmeiſter
Mickley übernommen. Ein beſonders gewähltes Programm wird zu
Gehör gebracht.
Auf die religiöſen Vorträge des Herrn C. Dölken=
Thun (Schweiz), der vom 14. bis 21. September allabendlich und an den
beiden Sonntag=Nachmittagen über packende Themen ſprechen wird,
wird hingewieſen.
Kunſknotizen.
Ueber Werte, Künſtier und künftleriſche Deranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchiebt, bebclit ſich die Redaktion ibhr Urteil vor.
Palaſt=Lichtſpiele. Königin von Saba‟. Es iſt nicht
nötig, viel Worte über dieſes Werk zu verlieren, denn noch nie iſt ein
Film ſo übereinſtimmend in allen Ländern der Erde gewürdigt worden,
wie es bei Königin von Saba der Fall iſt. Prunk und Pracht an Aus=
ſtattung
, nervenaufregende Handlung und Spannung bis zur letzten
Szene, hervorragendes Spiel, das unübertroffene Wagenrennen und noch
tauſend andere Einzelheiten halten den Beſchauer von Anfang bis zu
Ende im Banne und Entzüchen. Wer ſich einmal davon überzeugen will,
daß die amerikaniſche Filmproduktion nicht nur in Senſationen, Hinter=
waldromantik
und Sketſch Stimmung macht, ſondern auch imſtande iſt,
ernſthaft an ein hiſtoriſches, wenn auch ſtark dichteriſch verarbeitetes
Thema heranzugehen, ſehe ſich dieſen Prunkfilm an. Wenn die Reklame
mit großen Worten arbeitet, ſo ſagt ſie nicht zu viel.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffenilichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redattion keinerlei Ver=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund des 8 24 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortiſch.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründst werden.
Seitdem haben die Kleinrentner ihre paar Pfennige monatlich
zweimal in den Räumen des Pfandhauſes abgeholt. Die Auszahlung
hat ſich zur vollſtändigen Zufriedenheit der Empfängex raſch und ohne
Störung vollzogen. Nun wurde durch Anſchlag bekannt gemacht, daß
am 1. Oktober die Zahlung für Kleinrentner bei der Stadtkaſſe, Grafen=
ſtraße
, zu empfangen iſt. Warum muß das Gute, das ſich bewährt hat,
geändert werden?. Das Pfandhaus iſt in zentraler Lage und die Aus=
zahlungen
an der Stadtkaſſe ſind niemals ſo glatt geweſen als beim
Pfandhaus. Es wird die Stadtverwaltung gebeten, dieſe Einrichtung
im Pfandhaus beſtehen zu laſſen.
Mehrere Kleinrentner.
Briefkaſſen.
K., hier. Der Berichtigungsantrag iſt bei dem Finanzamt hier zu
ſtellen, da dieſes Sie zur Vermögensſtener veranlagt hat.
Alter Abonnent in H. Da es uns an Zeit und Perſonal gebricht, um
dieſe Dinge nachzuprüfen, iſt es das einzig Richtige, wenn Sie ſich in der
Angelegenheit an das Amtsgericht wenden.
K. K., hier. Das Waſſergeld hat nach den neuerlichen Feſtſetzungen
der Vermieter zu tragen; Sie ſind alſo berechtig: geweſen, die Anfor=
derung
zurückzuweiſen. Ueberlaſſen Sie ruhig weitere Schritte zu tun
dem Vermieter.
P. J. hier. Auf der Geſchäftsſtelle liegen die Nummern unſerer
Zeitung gebunden auf, die Sie nachſchlagen wollen.
Alter Abonnent, hier. Der Mietzins iſt dem Vermieter jeweils zu
überbringen.
A. in Reichenbach. Wenden Sie ſich an die Ambi=Maſchinenbau=
A.=G., Berlin S.W. 68, Kochſtraße 18, die Ihnen den nächſtgelegenen
Vertreter angeben wird.

Privat-Handelsschule Merkur
Dr. Oarl Weide, Dipl.-Handelslehrer
Darmstadt, Karlstraße 21
halb-, ganz- und zweijährige Tages- und Abendkurse
in allen kaufmännischen Fächern
Auf Wunsch Privatunterricht, einzeln und in Gruppen.
Anmeldungen täglich zu jeder Zeit. (11693a

[ ][  ][ ]

Atttt 936,

Dattſtätter Tagblatt, Solntag, Bett AZ. Seßtember Hy24.

SSeite?ß,

Aas Heſſen.

H. Eberſtadt, 13. Sept. (Gedächtnisſtätte für die Ge=
fallenen
). Geſtern abend konſtituierte ſich in einer vom Bürgermeiſter
einberufenen Sitzung auf dem Rathauſe ein Ehrenausſchuß, der ſich die
Aufgabe geſtellt hat, die Frage der Schaffung einer Gedächtnisſtätte für
die im Weltkriege Gefallenen einer endglütigen Löſung entgegenzuführen.
Außer den in der Gemeinderatsſitzung vom 28. Auguſt gewählten Ge=
meinderatsmitgliedern
Gärtner, Meidinger, Kaltwaſſer, Heißt und Mahr
waren als Vertreter des Reichsbundes für Kriegsbeſchädigten ( Orts=
gruppe
Eberſtadt), die Herren Anton Pritſch und Thomas Kern und als
Vertreter des Vereins Soldatenkameradſchaft die Herren Ludwig Oſt
und Förſter Thomas Kirſchner erſchienen. Nachdem der Antrag des
Herrn Anton Pritſch auf Zuwahl einer Kriegerwitwe zum Ausſchuß an=
genommen
worden war, ſtellte der Bürgermeiſter feſt, daß der Ausſchuß
ſich konſtituiert habe. Darauf wurde Bürgermeiſter Schäfer zum Vor=
ſitzenden
, Ludwig Oſt zum ſtellvertretenden Vorſitzenden, Gemeinderat
Heißt zum Schriftführer und Thomas Kern zum Rechner des Ausſchuſſes
einſtimmig gewählt. In der Debatte wurden die Anſichten über Form
und Ausführung der Gedächtnisſtätte ausgetauſcht ſowie die Platz= und
Finanzierungsfrage erörtert. Als Ergebnis der Ausſprache kann die ſehr
erfreuliche Tatſache verzeichnet werden, daß hinſichtlich der grundlegenden
Fragen, ohne daß zunächſt ein Beſchluß gefaßt wurde, eine einmütige
Uebereinſtimmung erzielt worden iſt. Die Bergtungen werden in einer
demnächſt ſtattfindenden Sitzung fortgeſetzt.
* Von der Bergſtraße, 12. Sept. Lebensmüde. Der Lade=
meiſter
Georg Schmitt in Lützelſachſen hat ſich in einer der letz=
ten
Nächte auf dem Speicher ſeiner Wohnung erhängt. Schwermut ſoll
den Beamten zu dem bedauernswerten Entſchluſſe geführt haben.
Im Streit erſtochen. Kürzlich geriet der 36 Jahre alte, verhei=
ratete
Bäckermeiſter Heinrich Frey von Handſchuhsheim mit
dem dortigen, 23 Jahre alten Unterlehrer Theodor Herrmann in
Streit, der damit endete, daß letzterer dem Bäckermeiſter einen Meſſer=
ſtich
verſetzte, ſo daß der Schwerverletzte anderen Tages ſtarb. Die
völlige Klarſtellung des Sachverhalts muß nun dem Gericht überlaſſen
bleiben. Der unglückliche Vorgang erregt allgemeine Aufregung.
* Von der Bergſtraße, 13. Sept. Bluttat. Peter Röſch
und deſſen Ehefrau in Bensheim leben ſchon längere Zeit in geſpann=
ten
Verhältniſſen, da der Ehemann glaubt, Grund zur Eiferſucht zu
haben. Geſtern nachmittag kam es wieker zu Auseinanderſetzungen
zwiſchen den Eheleuten, in deſſen Verlauf der Ehemann einen Revol=
ver
nahm und ſeine Frau durch eine Kugel am Kopfe ſchwer verletzte.
Er ſtellte ſich dann ſelbſt der Polizei. Die in Lebensgefahr ſchvebende
Frau wurde ſofort ins Krankenhaus gebracht.
R. Zwingenberg, 12. Sept. Um der herrſchenden Wohnungs=
not
abzuhelfen, iſt beabſichtigt, am nördlichen Ortsende, nahe der
Annaſtraße, eine Reihe von Wohnbauten zu errichten, zu welchem Zwecke
eine Baukommiſſion gebildet wurde. Man beabſichtigt die Errichtung
von Doßpelwohnhäuſern, wozu die Gemeinde Aecker erwerben bzw. ein=
tauſchen
will. Dabei iſt insbeſondere auch an die Unterbringung von
Kriegsbeſchädigten gedacht.
R. Zwingenberg, 13. Sept. Die Frage der Errichtung eines
Krieger=Ehrenmals zum Gedächtnis der im Weltkriege gefalle=
nen
Zwingenberger, die ſchon einmal, 1915, akut geweſen war, iſt nach
längerer Pauſe wieder in den Vordergrund des öffentlichen Intereſſes
getreten. Es liegen verſchiedene Projekte vor, die teilweiſe ſchon öffent=
lich
ausgeſtellt waren, doch beſteht noch keine Einigkeit darüber, welchem dieſer Art aufzuſtellen ſind, iſt hier ſchön und wuchtig gelöſt. Redende
Gedanken der Vorzug gegeben werden ſoll. Ein Plan wünſcht die An=
lage
an der proteſtantiſchen Kirche auf dem Berg, ein anderer einen
Heldenhain im Orbistal uſw. Mit dem Denkmal ſoll zugleich eine ſinniger Weiſe von einſt, da man die Kirche baute. Die neuen Glocken
muſtergültige Anlage verbunden ſein.
* Heppenheim, 12. Sept. Verunglückt. Dieſer Tage verun= den evangeliſchen Bewohnern gemeſſen und feierlich. Bald war das
glückten im Steinbruch zu Sonderbach drei Arbeiter dadurch, daß Gotteshaus dicht beſetzt und Gottes Sonne leuchtete von oben. Eine
ein Sprengſchuß ſich zu früh entlud. Ein Arbeiter wurde nur leicht ver=
trugen
, daß ſie ſofort in das akademiſche Krankenhaus nach Heidelberg
übergeführt werden mußten.
* Viernheim, 11. Sept. Sein ſilbernes Dienſtjubiläum
feierte geſtern Herr Polizeioberwachtmeiſter Kühne vom hieſigen Po=
den
dem Jubilar unter Ueberreichung wertvoller Geſchenke und ſonſtiger Abolf=Verein ſtärkt durch den Glauben, die Liebe und die Hoffnung.
Ehrungen die herzlichſten Glückwünſche ausgeſprochen. Herr Polizei=
inſpektor
Ludwig feierte in einer Anſprache Herrn Oberwachtmeiſter
Kühne als einen jederzeit dienſteifrigen, pflichttreuen Beamten, der ſich
ſondern auch die Liebe und Hochachtung ſeiner Untergegebenen zu er= dem Ernſt der Zeit angepaßt und in warmem Aufruf an das evange=
werben
gewußt habe. Auch aus den Kreiſen der Bürgerſchaft wurden, liſche Gewiſſen bei Jung und Alt, hinweiſend auf das, was einem Volke
dem Jubilar zahlreiche Ehrungen und Glückwünſche dargebracht.
* Lindenfels, 12. Sept. Verſetzung. Herr Pfarrer Laubner,
der eine lange Reihe von Jahren in hieſiger Pfarrei ſo überaus ſegens= führer, Pfarrer Briegleb von Groß=Umſtadt, erſtattet. Für den Haupt=
Gau=Biſchofsheim bei Mainz anzutreten. Die Parochianen bedauern von Darmſtadt, der in äußerſt ſinniger, herzlicher Weiſe der Feſtgemeinde
ſehr lebhaft den Weggang ihres beliebten und in allen Kreiſen hochgeach= den Gruß, den Dank und die Bitte des Vorſtandes übermittelte. Der
wende man ſich an das hieſige Pfarramt.
Michelſtadt auf eine weitere Kandidatur verzichtet hat, wird bei den im
Bürgermeiſter Ritzel=Michelſtadt als Kandidat aufgeſtellt werden.
gruppen des genannten Klubs ſind eingeladen. Am Abend vorher iſt glieder. Anfragen und Mitteilungen: Ein rheumatiſcher Eber ſoll ab=
in
Schmerkers Garten eine Vorfeier. Die Hauptfeier findet am Sonn= geſchafft und ein geſunder angeſchafft werden; wird der Landwirtſchafts=
tag
an der Deckelquelle ſtatt.
Die bis jetzt abgehalten Grummetgrasverſteigerungen erzielten wieder Die Gemeinderechnung für 1922 weiſt in Einnahmen 27 Millionen, in
ſehr hohe Preiſe. So kamen bei der Verſteigerung des Graſes der in Ausgaben 60 Billionen Papiermark auf, mithin ein Oefizit von rund
der Gemarkung Hornbach gelegenen Wamboltſchen Wieſen einzelne Loſe
auf 4048 Mk., alſo etwva das 34fache des Vorkriegspreiſes. Ein leibige Bände, ſoll gelegentlich nachgeprüft werden. Betreffs Ueber=
von
vorzüglicher Qualität, trotz des naſſen, mit Waſſer getränkten graben herzuſtellen. 2 Alle damit in Verbindung ſtehenden Gräben zu
Bodens.
Ortsgruppe Groß=Umſtadt teilnahmen, mit dem gegenwärtigen Stand und ſoll bereits nächſten Montag, 15. September, damit begonnen wer=
ſes
Dieburg Verſammlungen zur Aufklärung der durch die 3. Steuer= verſteigert werden. Das Düngen der Gemeinde=Obſtanlage am Kuh=
notverordnung
ſo ſchwer Geſchädigten zu veranſtalten, wie es auch in
anderen Kreiſen geplant iſt. Sollten ſich in dieſen Orten bereits Mit= berg ſoll vorerſt nochmals mit flüſſigem Dünger geſchehen, die eingegan=
glieder
des Heſſiſchen Schutzverbandes oder andere Perſonen befinden, genen Bäume ſollen erſetzt werden. Seitens des evangeliſchen Pfarr=
haben
, ſo werden ſie erſucht, mit der Ortsgruppe Dieburg (Auskunfts=

ſtelle Frankfurter Straße 32) ins Benehmen treten zu wollen.

Geschlechtsleiden
ohne Ouecksilber, ohne Berufsstör spezialärztl. Behandlg.
Spezialarzt Dr. med. G. Hollaenders Amb.,
Frankfurt a. M., Bethmannstr. 56, (1.11722
Berlin, Leipzigerstrasse 108. Hamburg, Kolonaden 26.
Unentgeltliche Beratung für Unbemittelte.
457 Uhr Sonntags 1012 Uhr

r. Babenhauſen, 13. Sept. Bekanntlichffindetiinder Zeit=vom220.MAug.
bis 20. Okt. dieſes Jahres in ganz Deutſchlend eine Jubiläums=
ſammlung
für das deutſche Rote Kreuz ſtatt. Der Ertrag
dieſer Sammlung unter Abzug der Organiſaionskoſten dient den Friedens=
aufgaben
des Roten Kreuzes, dem Schutz der Volksgeſundheit und der
Fürſorge für Leidende und Hilfsbedürftige. Mit Genehmigung des
Kreisamts Dieburg wird in unſerer Gemeinde die Jubiläumsſammlung
dieſen Sonntag, den 14. d. M. von Mitgliedern der hieſigen freiwilligen
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz vorgenommen. Von dem Sammel=
ergebnis
ſollen 50 Proz, der örtlichen Sanitätskolonne, 20 Proz. der
Hauptſtelle des Roten Kreuzes und 30 Proz. dem Heſſiſchen Roten
Kreuz zufließen. Auf dem Exerzierplatz fanden die Reichsjugend=
wettkämpfe
unter großer Beteiligung von Schülern und Schülerin=
nen
der beiden hieſigen Schulen ſtatt. Beamte der Polizeiwachtabteilung
waren von der Lehrerſchaft als Schiedsrichter bei der Bewerbung zu=
gezogen
. Die Vorbereitungen zu der Ende dieſes Monats hier ſtatt=
findenden
landwirtſchaftlichen Ausſtellung, verbunden
mit Tierſchau, Obſt= und Geflügelausſtellung, ſind in vollem Gange. Mit
einer ſtarken Beteiligung aus Induſtrie= und Landwirtſchaftskreiſen iſt
auf Grund der ſchon eingegangenen Meldungen zu rechnen.
* Hergershauſen, 12. Sept. In der ſchönen, vor Jahren unter ſach=
verſtändiger
Leitung reſtaurierten Kirche zu Hergershauſen fand das
Jahresfeſt des Umſtadt-Babenhauſer Zweigvereins der Guſtav=
Adolf=Stiftung ſtatt. Wer einmal ſehen will, was die Heimat=
kunſt
bedeutet, was die Dorfkirche im Dorfbild iſt, welche Stimmungen
das Ganze bei empfänglichen Gemütern hervorruft, der ſuche unſer Dorf
auf. Der Gang durch dieſen Landort und die Beſichtigung dieſes Gottes=
hauſes
entſchädigen für alle Mühe. Schon die Lage der Kirche zeigt den
verſtändigen Sinn der Vorfahren, die vor 200 Jahren gerade hier bau=
ten
. Von der breiten Straße her, wie durch Gäßchen, wie ſie nur die
Dorfgemeinde kennt, ſind die Zugänge zum grünumgebenen Kirchenplatz,
wo zunächſt die Ehrendenkmäler für die Gefallenen aus dem Kriege 1870
und dem Weltkrieg ihre Sprache reden. Die Platzfrage, wo Denkſteine

(10996a

AusVerKauf
wegen Umbau
Enorm billige Preise!
Sebr. Höslein
Damen-Konfektion / Kleiderstoffe

Steine! An der Hauptſeite redet ein eingebauter Stein wohl in
etwas verſchnörkelter, aber guter deutſcher Frakturſchrift in ſehr
riefen um 1½ Uhr zum Feſte. Gäſte von Nachbargemeinden kamen mit
andächtige Feſtgemeinde feierte in heiliger Stille! Der Ortsgeiſtliche,
wundet, während die beiden anderen ſo ſchwere Verletzungen davon= Pfarrer Buttron von Sickenhofen, verſah nach einleitendem Gemeinde=
geſang
den Altardienſt. Liturgiſche Gefänge und Kinderchor wechſelten
mit Schriftwort und Gebet. Feſtprediger war Pfarrer Hartmann aus
Groß=Umſtadt, und Offbg. Joh. 3, 2: Werde wacker und ſtärke das an=
dere
, das ſterben will lag der Predigt als Text zugrunde. In einer
lizeiamt. Seitens des Vorſtandes und der übrigen Polizeibeamten wur= tief zu Herzen gehenden Predigt wurde da gezeigt, wie der Guſtav=
Der Vorſitzende des Zweigvereins, Dekan Knodt, begrüßte die Feſt=
gemeinde
, dabei ſeinen Eindrücken und Erlebniſſen in ſchleſiſchen
Diaſporagemeinden, die der Redner kürzlich beſucht hatte, eine Schilde=
nicht
nur die Achtung und Wertſchätzung ſeiner vorgeſetzten Behörde, rung gebend. Knapp und doch das Weſentliche ſcharf hervorhebend,
in Heimat und in der Fremde ſeine Kirche gerade unter jetzigen Zeit=
verhältniſſen
iſt ſo war der Rechenſchaftsbericht von dem Schrift=
reich
wirkte, wird uns nächſtens verlaſſen, um ſeine neue Pfarrei in verein ſprach deſſen Vorſtandsmitglied Studienrat Dr. Zimmermann
teten Seelſorgers, verſtehen aber wohl auch den Entſchluß desſelben, Ortsgeiſtliche faßte zuletzt in herzlichen Dankesworten die Eindrücke des
die hieſige ſchwierige Pfarrei mit ihren zwanzig Gebirgsfilialen mit Tages zuſammen unter Hinweis auf die vor 8 Tagen in München ſtatt=
einer
günſtigeren zu vertauſchen. Sie wünſchen deshalb dem Scheiden= gehabte Tagung des Evangeliſchen Bundes. Ein Jungfrauenchor unter
den Gottes reichen Schutz und Segen in ſeinem neuen Wirkungskreiſe. Leitung des Organiſten Mahla, der Männergeſangverein und ein ge=
Höchſt i. O., 12. Sept. Der nächſte Taubſtummengottes= miſchter Chor unter Leitung des Muſikmeiſters Volk aus Meſſel trugen
dienſt findet nicht am 21., ſondern am 28. September, nachmittags weſentlich zum Gelingen des Ganzen bei. Die Kollekte von 42 Mk. er=
1½ Uhr, im evangeliſchen Gemeindehaus hier ſtatt. Wegen Ausweifes hält die evangeliſche Gemeinde Hüttenfeld. Alles in allem: Es war ein
geſegnetes Feſt. Mit Dank ſchieden die Gäſte von auswärts, denen die
* Michelſtadt i. O., 12. Sept. Da der ſeitherige Abgeordnete Neff= Bewohner von Hergershauſen liebevolle Gaſtfreundſchaft erwieſen hatten.
* Mörfelden, 10. Sept. Gemeinderatsſitzung. Nachdem die
kommenden November ſtattfindenden Landtagswahlen von der S.P.D. für geſtern anberaumte Sitzung wegen Beſchlußunfähigkeit des Gemeinde=
rats
ausfallen mußte, fand dieſelbe gemäß Art. 104 Abſ. 3 der Land=
* Michelſtadt i. O., 12. Sept. Am nächſten Sonntag, den 14. d. M., gemeindeordnung heute abend erneut ſtatt. Anweſend waren: Beigeord=
findet
hier eine Tagung des Jung=Odenwald=Klubs ſtatt. Alle Jugend= neter Klingler als Bürgermeiſterſtellvertreter und 12 Gemeinderatsmit=
kommiſſion
übertragen. Der Zuſchlag für Lieferung von 10 Ztr. Hafer
* Aus dem Weſchnitztal, 12. Sept. Teures Grummetgras. laut Angebot zu 12,50 Mk. per Ztr. wird dem Gg. Avemary erteilt.
59 Billionen Papiermark oder 59 Goldmark. Die Rechnung, drei dick=
auswärtiger
Kartoffelverkäufer aus der Ebene kommt ſchwemmung im ſog. Sachſenhauſen wurde nach vorheriger Beſichtigung
allwöchentlich mit einer Wagenladung Kartoffeln in unſer Tal. Der durch einen Vertreter des Kreisbauamts ſowie zweier Gemeinderatsmit=
letzte
Verkaufspreis betrug pro Zentner 4 Mk., dabei ſind die Knollen, glieder nach Angabe des Erſteren folgendes beſchloſſen: 1. Einen Zufluß=
reinigen
, ſoweit die Reinigung der Gemeinde obliegt. 3. Den Müller
* Dieburg, 12. Sept. Der Vorſtand der Ortsgruppe Dieburg des zu veranlaſſen, das ihm obliegende Grabenteil zu putzen. 4. Die Brücke
Hypothekenglänbiger= und Sparer=Schutzverban= bei Haas zu heben. 5. Die Brücke bei Scherer (Groß=Gerauer Straße)
des befaßte ſich in ſeiner Sitzung, an der auch Vorſtandsmitglieder der tiefer zu legen. Die Arbeiten ſind als kleine Notſtandsarbeiten gedacht
der Aufwertungsfrage, und beſchloß, in den größeren Orten des Krei= den. Das Grummet von den nicht verpachteten Gemeindewieſen ſoll
die ein beſonderes Intereſſe an der Aufwertung der Goldſchulden amts wird die Neparatur des Kirchendaches ſowie Herſtellung der aus
dem Leim gegangenen Türe zur Sakriſtei gefordert. Wird der Baukom=
miſſion
zur Beſichtigung überwieſen; desgleichen noch mehrere Repara=
tuven
an Gemeindehäuſern. Tagesordnung: 1. In Punkt Vergnü=
gungsſteuer
hebt der Gemeinderat alle bisher gefaßten diesbezüglichen
Beſchlüte auf und beſchließt die Annahme der vom Reichsrat erlaſſenen
Normalbeſtimmungen. 2. Das Geſuch der freien Turner zwecks Er=
laſſung
des Zuſchlags für nicht rechtzeitig entrichtete Vergnüungsſteuer
wird nach Annahme des Punkt 1 zurückgezogen. 3. Das Baugeſuch
Karl Knoblauch, außerhalb des Ortsbauplanes zu bauen, wird genehmigt.
4. Die Gemeinnützige Baugenoſſenſchaft ſchuldet der Gemeinde für
Tauſchgelände den Betrag von 6703,65 Mk. Erſtere hatte die Abſicht, die
Schuldſumme mit dem jeweiligen Reichsbankdiskont zu verzinſen. Der
Gemeinderat drängt jedoch in Anbetracht der troſtloſen Finanzlage der
Gemeinde auf baldige Tilgung der Summe. Ein anweſender Vertreter

der Genoſienſchaft erklärte, däß der in AusſichtFſtehende geſetzliche B
koſtenzuſchuß in Höhe von 2000 Mk. ſofort der Gemeinde zur Verfüg)
geſtellt werden ſolle, der Reſt ſolle durch eine Hypothek bei der komt
nalen Landesbank aufgenommen werden. 5. Das Geſuch der Erwer
loſen wurde von Geſuchſteller zurückgezogen. 6. In Verſchiedenes hi
Phil. Janz, ſein Geſuch auf 14 Tage zurückzuſtellen. Alles übrige wu
unter Anfragen und Mitteilungen erledigt. 7. Nichtöffentliche Si
Mörfelden, 11. Sept. Reichsjugendwettkämpfe. Auf
anlaſſung des Neichsminiſteriums des Innern maßen auch in unf
Ort ca. 140 Schüler und Schülerinnen ihre Kräfte in friedlichem
kampf. Die Knaben hatten einen Fünfkampf, beſtehend aus 100 M=
Lauf, Weitſprung, Schlagballweitwurf und je einen Reck= und Ba
übung, die Mädchen einen Dreikampf, beſtehend aus 75 Meter=9
Weitſprung ein Schlagballweitwurf zu beſtreiten. Eine Glanzle
war der Ballweitwurf des erſten Siegers mit 56 Meter, der ſich da
11 Ueberpunkte ſicherte, ebenfo derjenige der erſten Siegerin mit 45 Me
Da lt. Verfügung nur 10 Prozent der Teilnehmer mit Preiſen bed
werden können, erhalten nachſtehende Sieger die Ehrenurkunde mit
Namenszug des Reichspräſidenten: 2) Knaben: 1. Ludw. Fritz 109
2. Hch. Meffert 99 P., 3. Hch. Küchler und H. Zwilling je 9 P., 4.
Reitz und Otto Auerhammer je 96 P., 5. Hans Schrader und Martin R
je 93 P.; b) Mädchen: 1. Eliſe Dammel 57 P., 2. Lorchen Jordan 53
3. Eliſe Gernandt 52 P., 4. Marie Dickhaut 50 P., 5. Gretel Müller /
P., 6. Eliſabeth Schulmeyer 47 P. Bemerkenswert iſt die Tatſache.

die Sieger und Siegerinnen durchweg den Schülerabteilungen der
gen Turn= und Sportvereine angehören. Ein Beweis mehr, daß es die
mit der körperlichen Ertüchtigung unſerer Jugend größter Ernſt
Notſtandsarbeiten. Die Ueberſchwemmungsgefahr im Orte
Sachſenhauſen ſoll durch die Anlage eines Entwäſſerungsgrabens
Groß=Gerauerſtraße bis zur Bach hinter der Mühle) ca. 200 Meter
hoben werden. Die Arbeiten ſind als kleine Notſtandsarbeiten
daran ausſchließlich verheiratete Erwerbsloſe beſchäftigt werden ſo
Sie nehmen nächſten Montag bereits ihren Anfang.
* Mainz=Koſtheim, 12. Sept. Die Floßſchiffahrt mach
gegenwärtig wieder ſtark bemerkbar. Trotz des anhaltenden
wetters ſind die Waſſermaſſen von Main und Rhein erheblich zu
gegangen, ſo daß der jetzige Waſſerſtand für die Flößerei ſehr
iſt. Zwei große Flöße von je 220 Meter Länge und 20 Meter
gingen dieſer Tage rheinabwärts. Die Holzſtämme gehen zum Ze
das Ruhrgebiet und zum Teil nach Holland.
O Lauterbach (Oberh.), 13. Sept. Selbſtmordverſuch.
75 Jahre alter Arbeiter warf ſich auf der Bahnſtrecke von hie=
Blitzenrod vor einen Perſonenzug. Er wurde von der Maſch
Seite geſchleudert und am Kopf und Oberkörper verletzt.
* Ober=Rosbach i. Taunus, 13. Sept. An dem Römerturm.
in der Nähe der Kaiſergrube am Winterſtein neu erſteht, ſind die
beiten wieder aufgenommen worden, nachdem der Stifter des Lurn
ein Deutſch=Amerikaner, weitere Geldſummen zur Verfügung
hat. Rundgang und Dach ſind noch aufzuſetzen auf dem bis jetzt
acht Meter hoch gediehenen Turm. Der Turm ſoll nach ſeiner Fer
ſtellung als Ausſichtsturm dienen; man hat von hier aus einen ſcht
Fernblick ins Ufatal und in den nördlichen und weſtlichen Taunus.
Turm wird für Wanderer, Natur= und Altertumsfreunde gewiß ein
deutender Anziehungspunkt werden.
X Hungen (Oberh.) 10. Sept. Pachtpreiſe. Die Gemeinde
wurde ſeitens des Gemeinderates auf 80 Prozent von dem Durchſchn
erlös der Jahre 1913 und 1914 feſtgeſetzt. Ebenſo iſt die Pacht für
Teiche und die Fiſcherei in der unteren Horloff für 1924 auf 80 Pro
bi Kunſt= und
des Pachterlöſes von 1914 feſtgeſetzt worden.
* Vom Lande, 10. Sept. Die Schwalben, die gewöhnlich Ayicuitäten,
um Mitte September herum uns verlaſſen, ſind ſchon ſeit mehr

Tagen ſpurlos verſchwunden. Das ſtändige Unwetter hat die
auch andere Vogelarten zu ihrer diesjährigen frühzeitigen Wan
ſchaft veranlaßt.
* Abänderungen im Umſatzſienergeſet.

frrughme der
Hauf im 2
Ober

Dem Reichstag liegt der Entwurf eines neuen Schutzollgeſts
der auch nicht un eſentliche Veränderungen in der Umſatzſteuerge
gebung bringen wird. Die Obſtruktion der Sozialdemokratie ver
derte, daß er in der letzten Tagung des Reichstags behandelt nyd, Behanz
Der Satz der allgemeinen Umſatzſteuer ſoll von 2½
auf 2 Prozent ermäßigt und ſo der Zuſtand nach 8 13 des Geſetze. Die durch d
der Faſſung vom 8. April 1922 wiederhergeſtellt werden.
E und Wirtſ
Die Begründung des Entwurfs ſagt: Die Reichsregierung
Be zu den
für geboten, den Folgen, die die Zollerhöhungen auf die Verbrau/
ſchaft ausüben können, nach Möglichkeit auf anderem Wege zu
Dies kann insbeſondere auf dem Gebiete der Umſätzſteuer
die als allgemeine Verbrauchsſteuer alle Umſätze des Wirtſe
belaſtet. Es wird deshalb vorgeſchlagen, den geltenden Ut
ſatz in Höhe von 2,5 Prozent auf 2 Prozent herabzuſetzen. Bei d
Gelegenheit erſcheint es erwünſcht, noch einige andere Aenderunge
Umſatzſteuergeſetzes mit vorzunehmen.
Den ſchutzbedürftigen Intereſſen der verarmten Kreiſe der
kerung trägt die Einſchränkung der Privatluxusſte:
und die Aufhebung der Privatbeherbergungsſte=
Rechnung.
Die erhöhte Umſatzſteuer auf die Lieferung beſtimmter Luxus
ſtände im Kleinhandel entfällt im Falle des 8 23 Z. 1, wenn die ent
liche Lieferung im Inland durch Perſonen, die keine gewerbliche 2.
keit ausüben und außerhalb einer Verſteigerung erfolgt. Es be
dies die Lieferung von Gegenſtänden aus unedlen Stoffen, die mit

tin, Gold oder Silber belegt (plattiert oder doubliert) oder Pnt
vergoldet oder verſilbert ſind; weiter die Gegenſtände aus
bindung mit Bernſtein, Gagat (Jet), Korallen, Elfenbein, M
Perlmutter oder Schildpatt, ſowie Schmuckſachen aller Art. Gs
weiter die Ausführungsluxusſteuer auf Kunſtwerke.
Die Aufhebung der Privatbeherbergungsſteuer wird ſich da
drücken, daß die 10prozentige Beſteuerung des Entgelts fürderhi
erfolgen ſoll bei Gewährung eingerichteter Schlaf= und Wohnräun
Gaſthöfen. Penſionen und Privathäuſern zu vorübergehendem
halte, wenn das Entgelt für den Tag oder die Uebernachtung m
als 2 Goldmark (z. Zt. 40 Mk. oder mehr) beträgt.
Das ſind, im Grunde beſehen, recht mäßige Konzeſſionen der R
regierung, und wvir glauben kaum, daß gerade ſie den ſchutzbedürt
Intereſſen der verarmten Kreiſe der Bevölkerung in dem Maße
nung tragen, wie es die Not der Zeit verlangt.
Zahlreiche Angehörige des Mittelſtandes ſind zudem bei de
ſcheidenen Sätzen öffentlicher Fürſorge und, ſolange die Zwand
ſchaft im Wohnungsweſen beſteht, angeſichts der Unvermögenheit,
nere Wohnungen zu beziehen, auf die Untervermietung möblierter
mer für längere Zeit als Nebenerwerb geradezu angewieſen. Sie 1.
nach der Faſſung des Geſetzes (deſſen Sinn nur die Beherbergur
Gewerbsausübung urſprünglich treffen wollte) 2½ und
Folge 2 Prozent Umſatzſtener zahlen. Warum befreit
dieſe Kreiſe nicht einfach von der ungerechten Steuer:
Geſetzgeber würde durch ſolche Tat zu erkennen geben, daß er
des Mittelſtandes richtig einſchätzt und würdigt. Man wende a.
ein, daß der Untervermieter dieſe Steuer ja auf den Untermiete
wälzen kann. Dieſe Kreiſe (Studenten, Angeſtellte uſw.) ſetzen ſic
gerade aus Kreiſen zuſammen, die eben gerade ſo herumkommen
Es wird Sache der bezüglichen Berufsoganiſationen, ſein i
die Beratung des Schutzollgefetzentwurfs zu benützen, um die Ae=
freiung
von der allgemeinen Umſatzſteuer gerichteten Wünſche A.
zu machen,

daß Ihre Wäsche nicht durch Reiben und Bürsten oder scharfe Wasch-
mittelsverdorben
, sondern nur mit Dr.=Thoupsons Seifenpuluer (Harke Schwan)
gerßigigt wird. äDr. Thompsons: Seifenpuiver in Verbindung mit dem modernen Bleichmittel
2Seifix vereinfacht die/Arbeit auf verblüffende Weise und liefert nach viertel-
stündigem
Kochen eine prachtvoll gebleichte, tadellose Wäsche.

O, wie muß man sich dach
Seifixe darf hicht wieder fchlen

Marke Schwan) das Paket 3
SEIFlK; modernes Bleichmittel, das Paket 15 Pfg.
Dr. Thompsons Seifenpulve

Heu-Anfer
Um-Arbeita

billigst!
Georg
str. 3 0or

Eilige
Paßbils
Photogr. We=
Schuchardſtr. 1=
Offenv:9:7

[ ][  ][ ]

mmer 256.

20

Daruſtädter Ta bin i, Gaufs: 2, Ben 14. Septeinber 1924.

Sei

diche jeder Art
werden kunſigerecht
ausgebeſſert. (26194dsd
rei Léonie König
Sliſabethenſtraße 14

Sohlen
ihreparaturen, und Fkeck
ſen ſchnell u. billig ausgeführt.
chuhbeſohl=Werkſtätten
Seitenbau
Fliſabethenſtk. 30 rechts unä
eibmaſchinenarbeiten
werden prompt und
billigſt ausgeführt
Tarlié, Papiergeschäft
Rheinſtraße 47. 11345a

nbrennholz und Stangen.
außerordentlich günſtige Einkäufe
ir in der Lage, Kiefernbrennholz,
enlänge geſchnitten, zu bedeutend
err igtem Preiſe abzugeben. Ebenſo
en und Pfoſten, bis 10 Mtr. lang,
zum Brennholzpreiſe. (11739 mit elektr. Licht in
er Walter, Telephon 2222.
er Berkauf erfolgt ſolange Vorrat,
Aeuntnat
L9Arin
des 2 vereins für Frauenbildung u. Er=
werE
itgl. d. Deutſchen Fröbelverbandes)
Martinſtraße 28
Staat2 Prüfung. Beginn: Oktober und April,
Der Vorſtand.
11978
Spres inde: Montag u. Donnerstag von
112r. Auskunft u. Anmeldungen durch
(11378a
d. Ls in Elſe Meywald.
An iche ſtädtiſche An=u.
Verkaufsſtelle.
von imſt= und Wertgegenſtänden
(Any uitäten, Brillanten, Gold= u.
Silberwaren), (st11668
Ann me der Gegenſtände von jetzt
ab im
St. Leihamt, Kirchſtraße 9
äglich von 8121/, Uhr.
Verm f im Laden Grafenſtr. 30.
Diſtadt, den 12. Sept. 1924.
er Oberbürgermeiſter.
kanntmachung.
urch das Miniſterium für Ar=
heit
/ Wirtſchaft genehmigten Nach=
träge
den Satzungen des Gewerbe=
und Kaufmannsgerichts ſind in den ſtadt. (11708g0
ſtädton Aushängekaſten zum Aus= Geboten wird: 1. ſch.
rächt.
ſtadt, den 11. Sept. 1924.
er Oberbürgermeiſter
erdingung

2enputzarbeiten rd. 4100 qm
ar n Kaſernen=Erweiterungsbauten
im F7 rlager Wackernheim am 20. Sep=
temb
924, vorm. 11 Uhr, beim Reichs=
verm
isamt Mainz=Land in Mainz, Zimmer b. ſofort zu
(J.11719
Schil raße 19.
Apote werden, ſoweit Vorrat reicht,
zum iſe von 5 Mk. abgegeben.
Reies ermögensamt Mainz=Land.
Deieigerungs Anzeige
Astag, den 16. September
1924 rmittags 11 Uhr, verſteigere
ich ir) of der Kaſerne am Marienplatz:
ein Bücherſchrank, einen Kaſſe=
ſchR
, zwei Schreibmaſchinen
um in Kontorpult
fen
meiſtbietend gegen ſofortige
(11741
Lein
Ge isvollzieher in Darmſtadt,
Mathildenplatz 15.

Fohnungstauſch.
esbaden=Darnſtadt
ne 3 Zim.=Wohn. m. Küche,
ilk., 2 Keller, Manſ., elektr.
f. 1. Stock, gegen gleiche od.
m.=Wohn, in Darmſtadt zu
hen geſ. Umzugsvergütung.
.b. u. S. 39 a, d. Geſchäftsſt.
(11740

13 unmöß!.
Zimmes
m. Kochgel. v. fried=
fert
. Ehep. geſ. Eine
Perſ. kann ev. mit=
verpflegt
w. Ang. u.
S27 G. (*26590gid
Geſucht
für jung verheiratetes
Paar (*26454sg
2 Zimmer
möbl. od. unmöbl. m.
Küche. Lage mögl
Mitte der Stadt. An=
geb
. nebſt Preis an
Rechell, Mühlſtr. 44, I.
12 leere od. möbl
Manſarden
(ſep.) ſofort zu miet.
geſucht. Aliceſtr. 43,I,
Mohr. (*26592
Einfaches Zimmer
für Baufachſchüler p.
1. Okt. geſucht, evtl.
m. Verpflegung. An=
gebote
mit Preis an
Spindler, Sandberg=
ſtraße
68.
*26320
Junger
Staatsbeamter
(Dauermieter) ſucht
gut möbl. Zimmer
ruhiger Lage und nur
gutem Hauſe. Gefl.
Angeb. an Schell,
Pareusſtr. 7, I. (*7001
Kinderloſes Ehepaar
ſucht per Okt. o. Nov.
möbl. Wohnung
(Schlafzimmermöbel
u. Küche kann evtl.
geſtellt werden) mit
Küche und Zubehör.
Angeb. u. S 4 an die
Geſchäftsſt. (*26537
K
Student.=Anstauſch
Darmſtadt=Köln.
Für Arztſohn, beſch
erz., Unterk, in einf,
geb. Fam. in Darmſt.
geſ., a. l. m. voll. Penſ.
Im Austauſch g.
Darmſt. Studenten v. Damenſahrrad,
Studentin, d. in Köln
ſtud. wollen, (*26546
Ang. an Dr. med, R 95 a. d. Geſch. (*og
Fritz Reuter
Köln=Kalk
Breuerſtraße 7.
Wohmungstanſch)
Wohnungstauſch!
Geſucht: 34Zimm.=
Wohnung in Darm=
(st11734 3Zimmerwohng, in Schmiedemeiſter Beg
Worms a. Rh., gute
Lage, od. 2, ſchöne
3Zimmerwohng, in
Heilbronn a. N.
Angeb. unter S 16
an die Geſchäftsſt,
1Numer g

Großes, helles möbl.
v. Eliſabethenſtr. 39,
Rathgeber. (*26498

Soderſtr. 45, I.; bei
Leißler, Zimmer mit
Penſion zu verm. (*
Mauerſtraße 3, bei
Gerſtenſchläger, gut
möbl. Zimmer zu
vermieten. (*26508
Vornehm. möbl.
Zim., ſof. beziehbar.
Fremdenheim, Hügel=
ſtr
. 15, Laden. (110362
Gut möbl. Wohn= u.
Schlafzimmer, elekt.
Licht, zum 1. Okt. zu
vermieten. (*262651g
Schenzer, Heidel=
bergerſtr
. 65, part.
Kleines Wohn= und
Schlafzimmer z. ver=
mieten
. Schäfer,
Neckarſtr. 4. (*26523
Wohn= und Schlaf=
zienmer
,
ſchön möbl., m. elektr.
Licht, an ſolid, Herrn
per 1. Okt. zu verm.
Biktoriaſtr. 42, II.,
(Kaiſer), (*26575gms
Karlſtraße 30, I., bei
Müller, ſchön möbl.
Zimm. ſof. z. vm. (*
Gut möbl. Wohn= u.
Schlafz. mit elektr.
Licht zu vermieten.
Bierenbach. Liebig=
ſtraße
24,I. (*26595

Hemag
Zugmaschinen

mit eigenem

Kompressorlosen Dieselmotor

sind
die orsten und
Tollkommensten
auf dem Markt
Sofortige Fahrbereitschaft
Besondere
Grösste Zugleistung
Vorzüge:
auf ebener und steller Strasse
Gummibereifung auf allen Rädern
Geringster Brennstoffverbrauch.

Wir
gewähren

auf

Bamen- u. Herxen-Gäsche
nur noch bis Mittwoch
HENLLIONN

LUDWISSTRASSE 6

11714g1)

Aiigemeikegrtsträntekraffeshrnſtäbe
(Stadt) Blumenthalſtraße 7.

12/14 PS

Typen

20/22 P5

Hessische
MotorenbauAkt.-Ges.
Darmstadt
Bachgangweg 20

Die Lieferung des Bedarfs an Koßs für unſere Dampf=
heizung
iſt zu vergeben. Es kommen
400 Zentner Zechenkohs Qualität I
in Frage. Angebote mit Preisangabe ſind verſchloſſen und
mit der Aufſchrift Kokslieferung bis 20. September 1924
(11690
im Verwaltungsgebäude abzugeben.
Darmſtadt, den 12. September 1924.
Der Vorſtand:
Knoblauch, 1. Vorſitzender.

gut erhalten, zu kauf
geſucht. Angeb unt.

Gutes Jagdgewehr
zu kaufen geſucht.
Angebote u. R 125
Geſchäftsſt. (*26456sg

R
alte Kartoffeln
Heidelbekgerſtr.
Art.=Kaſerne (B11716

Kee Reinroter, kurzhaar.,
einjähriger
(Strolch vom Buſch)
Stammbaum, eing. i.
St. B. u. T. St. B., z.
verkaufen. Gutenberg=
ſtraße
34, 3. St. 2 ſchöne diesjährige! Dackel
Gänſe zu verkauf.
Zu erfragen in der
Geſchäftsſt. (*26547 Maulwurfſcha
auf Teilzahlung geg.
kleine Raten (*26549
Roßdörferſtr. 75, I Zu kaufen geſucht:
Serlier Kaue
169 Mon., hausrein,
wachſam. Ang. unt
8 1 a. d. G. (26504 Kaffee Ml6

Reinraſſ. Dackel
(Rüde in gute Hände
zu verkaufen (*26583
Heinrichſtraße 100, I.

IMfe
(eine Rüde braun,
eine Hündin ſchwarz)
zu verkaufen. Frank=
furterſtr
. 115. (*26524

Schreibmaſchinen=
Arbeiten
jeder Art werden an=
gefertigt
(11104a
Eliſabethenſtr. 57, pt.

Kroderssnmttan sarmnaur
(*26369sg
Saalbauſtraße 8.
Allen Familien, deren Töchter einen Beruf ergreifen wollen, ſei hier=
mit
zur Kenntnis gebracht, daß die Nachfragen nach Fröbel’ſchen
Erzieherinnen nur zum kleinen Teil befriedigt werden können, und
daß die Stellung derſelben auch in der Familie bei reſchlichem
Honorar eine angenehme und ſelbſtändige iſt.
Nähere Auskunft erteilt täglich von 24 Uhr die Vorſteherin
Th. Schultz=Gora, Bismarckſiraße 18.

Private Höhere Handels-Lehranstalt
von Dr. Wilh. Siedersleben, Diplomhandelslehrer
Fernrut 923 Barmstadt Saalbaustr, 73
Neue Kurse beginnen am 7. Oktober
Anmeldungen werden täglich von 36 Uhr entgegen
(19593a
genommen.

Der koffeinfreie Bohnenkaffee
iſt wieder zu annehmbaren Preiſen in der bekannt guten Qualität
in folgenden Geſchäften erhältlich:

Rnungstauf

Nau Darmſiadt!
Bimmer=Wohnung mit Manſarde
gem Zubehör in Hanau a. M.
Dgroße oder 4 Zimmer=Wohnung
kadt zu tauſchen geſucht. Eventl.
2 über Aſchaffenburg, Bergen bei
a. M., Erfurt, Friedberg i. H.,
Sießen, Gelnhauſen, Heidelberg,
Mannheim, Schlüchtern oder
gen. Angebote an Starck,
t, Ballonplatz 10, II. (22655

Hgeſicht
der Lader
z1 geſucht.

Srei
ienrner

Möbl. Zimmer
in gutent Hauſe vor
ruhig., älteren Ehe=
paar
geſ. Engraff,
Kittlerſtr. 43. (*26569
1 Stallung
für 2 bis 3 Pferde
nit Heuboden oder
Scheune zu mieter
gefucht. Ang. u. S3
n. d.
J. (*26514

Möbel, Nachläſſe
gen ſof. Kaſſe
J. Lich, Alexander=
ſtraße
3. (11534a

2½ bis 4 PS., z. kauf.
geſucht. Ang. m. Pr.
u. R 146 a. d. G
Neit. Schrank
Tiſch, Stühle,
Diwan, Vertiko,
auch einzeln, für ein
Zimmer einzurichten
geg. bar zu kauf geſ.
Angeb. m. Preis u.
R 34 Geſchſt. (*26160
Flaſchenankauf
W. Feldmann,
Karlſtr. 73. (*26301fg

Anton Braunwarth,
Heinrich Brandſtätter,
Bhilipp Bertſch,
Georg Ewald,
Fritz Eichberg,
Heinr. Eckert,
A. Faßbender & Co.;
N. Faßbender & Co.,
L. A. Fertig,
L. A. Fertig,
Martin Fiſcher,
Georg Germann,
Wilh, Hartlaub,
Adolf Haag,
Bernhard Held,
Helfrich=Frei,
G. V. Heß,
Friedr. Haberinehl,
Ludw. Höbel,
Georg Hübner,
L. Jung=Diefenbach,
Hans Joos,
Wilh. Kölb,
Kilian Kleinſchmidt,
Moritz Landau,
Hans Latz,
Hans Latz,
Adam Lulay,
D. & E. Matzelt,
Paul März,
M. W. Praſſel,
Wilh. Preußer,
A. Reichardt Nachf.
Heinr. Roßmann,
Georg Roth Wwe.
Theudor Stemmer,
Friedr. Schäfer,
Ehriſt. Schwinn,
Karl Steinhäuſer,
Phil. Secker Nachf.
Jakob Schellhaas,
Schulze & Zernhardt,
Karl Wagner,
Welz & Ohler,
Guſt. Weſterhove,
Hermann Zoll,

Ernſt=Ludwigſtraße 3
Erbacherſtraße 1
Gutenbergſtraße 1
Frankfurterſtraße 6
Ernſt=Ludwigſtraße 6
Holzſtraße 26
Eliſabethenſtraße 6
Ludwigſtraße 6
Marktplatz 4
Karlſtraße 47
Moosbergſtraße 49
Grafenſtraße 35
Beſſungerſtraße 1
Taunusſtraße 15
Karlſtraße 24
Nieder=Ramſtädterſtraße 29
Saalbauſtraße 41
Eliſabethenſtraße 14
Liebfrauenſtraße 104
Karlſtraße 56
Grüner Weg 36
Saalbauſtraße 29
Karlſtraße 69
Saalbauſtraße 63
Mathildenplatz 2
Grafenſtraße 16
Heidelbergerſtraße 46
Heinrichſtraße 70
Schulſtraße 4
Landwehrſtraße 19
Schulſtraße 10
Roßdörferſtraße 5
Kaſtnoſtraße 10
Inſelſtraße 29
Dieburgerſtraße 9
Eliſabethenſtraße 14
Ludtsigsplatz 7
Rheinſtraße 8
Mühlſtraße 78
Ludwigshöhſtraße 1
Karlſtraße 50
Karlſtraße 102
Grafenſtraße 8
Ludwigſtraße 8
Alexanderſtraße 17
Eliſabethenſtraße 17

Der praktiſche Ratgeber
im Obſt= und Sartenbau
Relteſte
Gartenbau=Zeitſchrift Deutſchlands
Mit Beilage Geftügel= u. Kleinvſeh=
Wirtſchaft
Unentbehrlich für Gartenbeſitzer

Probenummern und berzeichnis von
Gartenbau=Titeratur vom derlag
Trowitzſch & Sohn, Frankfurt=Oder.

Eberſtadt bei Darmſtadt:

(11746

Otto Bender,
Phil. Eyſenbach,
Adam Rettig,

Alte Darmſtädterſtraße 44
Heidelbergerſtraße 33
Alte Darmſtädterſtraße 22

Man verlange in Hotels, Kaffees und Konditoreien nur
Kaffee HA6

General=Vertreter Herm
Dgrmſtast, Alexanderſtraße 13. /

Fernſpr. 195.

von Selbſtgeber zu
leihen geſucht. Angeb.
unter R 148 an die
Geſchäftsſt. (*2650
Erfinder!
Geſchäftsmann ſucht
ſofort 400 Mark auf
5 Wochen, gegen
30 fache Sicherheit,
12% Binſen. Angeb.
u. S 35 Geſchſt.
Für ein lukr. Unter=
nehmen
wird ein
Teilhaber mit
45000 Mark
geſucht.
Angeb. unt. S 20 ar
die Gſchſt. (*2655
Beteiligung.
Wer beteiligt
ausſichtsvoll. Geſchäft
mit 2= bis 3000 Mk.?
Angeb. unt. S 8 ar
Geſchſt. (*26
Hypotheken
Betrieb
Tk. anfwärts ſchnell=
durch
Reuland
Ber

(IK.11750
Büter=, Wohn=u. Geſchäftshäuſer,
ausgeſchloſſen Fabriken,
Ludolf Marx
RSln, Agrispinahaus.
Sppotheken und Darlehn
von der Friedenstage auf unbelaſteten
Grundbeſitz zu 8½½ Jahreszinſen werden
bis Mitte Oktober b. J. unter ſtreng reeller
Bedienung beſorgt. Anträge unter S 38
an die Geſchäftsſt. erbet
117
Bh
Wer gibt
gehäkelte ginder- MrMAtMidkell
kleidchen in Kom= an Rolläben
miſſion? Angeb. u. und Jalouſien
R 112 Geſchſt. (*
werden von tüchtigem
Fachmann gut und
Fleitr. Material billig ausgeführt.
Beſtellungen nimmt
Be
derr Gräfe, Päd=
(Bl1
aſt
zu
reiſen
hinenſchreib
Starch
liefert
uur Quali=ä’s

[ ][  ][ ]

Rummer 256

Darmſtädter Tagblatt, Sountag, den 14. September 1924.

Heize, koche, backe
Schmore
nur noch mit Briketts
Hallore

Das Grammophon im Dienfte
deg Zurnſportes
Neu erſchienen:

HalIe

Zwölf verſchiedene Freiübungs=Gruppen
mit Orcheſterbegleitung auf 3 doppel=
ſeitig
, 25 cm=Schallplatt. in einem Album.
Dazu 12 Uebungstafeln in einem auf=
klappbaren
Block mit 59 praktiſchen
Bild=Beiſpielen. (11489mg
Komplettes Album 15. Mk.
Vorführung ohne Kaufzwang.

Georgenstr. 71

(11348a

Herner Stähle
G. m. b. H.
Kohlenhandlung
Darmstadt, Emilstrasse 21
Fernruf 3283

aller Art Kleider, Stoffe,
Vorhänge, Handſchuhe uſw.
Beſte Ausführung
Flotte Lieferung
Billigſte Preiſe

Kranichſteinerſtr. 28 Bilhelminenſtr. 6
Telephon 736. (7733a

Bäckerei Heinrich Jöff
Kranichſteinerſtraße 15
FilialeGutenbergſtraßez4.

WGß

Paßbilder
für die Reiſe
in nur beſter Ausführung
Photographiſches Atelier
Caxtharius
Ludwigsplatz 6 Telephon 1703

preiswerte und solide
chlafzimmer Wohnzimme
peisezimmer Küchen
errenzimmer Einzelmöbe
in nur guter und gediegener Ausführun

in vielen Farben und neuen Formen für das Alter von 1218 Jahren

solide gearbeitet, beste Ware.
Eigne Herstellung vom Roh-
material
an!
Auf Wunsch Anfertigung nach Maß.
Bis auf Weiteres verkaufen wir direkt
an Private.
Billigste Freise! Große Auswshl!
Textilwerk Darmstadt
Helmenstein & Hering, G. m. b. H.
Wollspinnerei / Färberei / Strickerei
Sandbergstraße 1620. (B10169

Einheitspreis

Friedrich Eissenhauet

Bleichstraß 51
nh. der Firma Adam Karn Nachf. (nächst d. alten Bahn
Auf Wunsch Zahlungserleichterung!
Lagerbesuch lohnend und erwünscht!

besonders dauerhafte u. elegante Herbst-Anzüge in 8 verschiedenen
aparten Dessins, äuch für große starke u. kleine dicke Herren am Lager
Einheitspreis 48.00

Hyproxit

A
Re wctt
Hndert Schrnen
IHascheßkäuet iet
einte billige

Bfagnesinm peroxyd)
Wer glok elend, krank,
matt fühlt hat meist
Hagenbeschwerden und
ungegundes, krankes
Blut. Eine 34 wöchent-
liche
Kur mit Blnt=
reinigungs
- u. Hagen.
pulver Hyproxit wirkt

bei Verwendung von
nur gutem Material
Beimir arbeitenlaſſen,
heißt ſparen!
Schuhmacherei
Heinrich Hübner
Rheinſtraße 47. (*.m
DEERANETEBEE ENBR AEÄRR

meist Wunder, sodags fieusspobele
de Kranken sich wie
K
veugeboren fühlen.
Man verlauge überall ausdrücklioh Carmol

hochfeine, schwere Kammgarn-Qualität, erstklassige Verarbeitung.
ferner hochfeine Nadelstreifen, auch für große starke und kleine
dicke Herren am Lager

Carmal-Fahrik, Rheinsbory (Kark)

Einheitspreis

Oidym-Shampoon
Dr. Böhm

Eigene fugenlose Fabrikation
in 8, 14 und 18 Kar.
Anfertigung und Umarbeiten feiner
Juwelenstücke sowie alle Reparaturen
und Gravierungen in eigener Werkstätte
Spez.: Schwer versilberte Tischbestecke
aus ersten Fabriken (6631a
Juwelier
Hermann Macholdt, Schulstr. 4

Benutzen Sie diese nie wiederkehrende Kauf-
gelegenheit
und besichtigen Sie ohne jeden
Kaufzwang meine Rlesen-Warenläger

Wenn Sie Oldym-Shampoon noch nicht verwende
haben, so wissen Sie gar nicht, wie schän ſinte
Haare sind!
Mk. 0.20 der Beutel Erhältlich
in allen einschlägigen Geschäften
Hersteller: Röhm & Haas, A.-G., Darmstad
(10922:

Empfehle alle Sorten
Kern=, Stein= und Beerenobſi
Roſen, ſowie Stauden
bei zeitiger Besteifeng zur
Herbstpfianzung
Abernehme Neuanlagen, Inſtandhaltung von
Gärien, ſowie Obſtbaumſchnitt und Schäd=
lingsbekämpfung
uſw.
Koſkenvoranſchlag unentgeltlich
Dekoration und Binderei für Freud
und Leid
Ernst Bader
Soderstr. 85, II. (*26501
Siaatl. geprüfter Gäriner

Kleinverkaufsstelle

Znn EHrrnn

interbedart enpiehle
sskohlen Fettschrot Koks
in- und Braunkohlenbriketts
ennholz und Bündelholz
Verlangen Sie Prelse

Schloßgraßen 18a
direkt hinterm Schloß

Friedrich Ganß
Landwehrstraße 21/23 (10615a)/ Ferurut 23-

11745

Miriße Kiae

[ ][  ][ ]

Beilage zum Darmſtädter Tagblatt

AMmer 256

Sonntag, 14. Septemßer

Reichsſtädtebund.
Im Freitag vormittag trat der Reichsſtädtebund zu ſeiner 14. Mit=
rverſammlung
zuſammen.
kachdem der Vorſitzende die Erſchienenen, namentlich die Vertreter
ps kegierung, begrüßt hatte, hielt.
Vberregierungsrat Lehmann vom Preußiſchen Miniſterium für
Wwohlfahrt ei Referat über die Wohnungsfrage, ins=
be
dere über den Wohnungsneubau in den nächſten Jahren. Redner
wdarauf hin, daß entgegen den immer wieder hervortretenden Ge=
rün
im Augenblicke an eine Aufhebung der Wohnungszwangswirt=
ſch
natürlich nicht gedacht werden könne. Gleichwohl müſfe jetzt nach
dS hintritte ſtabiler Währungsverhältniſſe das Ziel aller Maßnahmen
jrr ſetzgebung und Verwaltung darauf gerichtet ſein, den Uebergang
zuu eien Wirtſchaft vorzubereiten. Zum mindeſtens müſſe, für das
: Jahr unter Heranziehung öffentlicher Mittel ein Bauprogramm
br 20 000 neuer Wohnungen für das Reich, d. h. etwa der Hälfte der
dus hnittlichem Jahresproduktion, feſt ins Auge gefaßt werden. Um
dr= zu nötigen Mittel zwecks Gewährung zweier Hypotheken zu beſon=
de
ünſtigen Bedingungen zu gewinnen, ſei eine Inanſpruchnahme der
Au ten mit etwa 15 v. H. für Zwecke des Wohnungsbaues unerläßlich,
wönd in dieſem Jahre Sachſen erſt 10 v. H., Preußen und Bayern
5. und die übrigen Länder noch erheblich viel weniger für dieſen
841 zur Verfügung geſtellt hätten. Nur wenn inbezug auf die Woh=
nrz
wirtſchaft von jetzt ab das Endziel ganz klar in das Auge gefaßt
we könne erreicht werden, was wir alle erſtreben müßten: Ein Heim
all Volksgenoſſen, Freiheit auch der Wohnungswirtſchaft!
ev Geſchäftsleiter des Reichsſtädtebundes, Du. Haekel, ſprach
as Thema: Die Aufrechterhaltung der Gemeinde=
eitverwaltung
in ihrem Verhältnis zu Reich, Län=
s
und den übrigen kommunalen Selbſtverwal=
ySverbänden
. Der Redner legte ſeinem Referat folgende
e zugrunde: Die Aufrechterhaltung der gemeindlichen Selbſtver=
g
bildet den Mittelpunkt der Mitgliederverſammlungen aller gro=
nmunalen
Verbände. Die Selbſtverwaltungen der Gemeinde haben
ſas er Reichsverfaſſung und den Landesverfaſſungen gegenüber Reich
u taat das verfaſſungsmäßige Recht auf Daſein und auf Uebertra=
ines
eigenen Wirkungskreiſes, der ihnen die Erfüllung ihres Da=
ſeckes
ermöglicht. Die ſtädtiſchen Selbſtverwaltungen fordern da=
hes
n der Reichsregierung und dem Reichstag die Wiedereinführung
der neindlichen Finanz= und Steuerhoheit, ſoweit ſie zur Erhaltung
virtſchaftlichen Exiſtenz erforderlich iſt, und zwar im einzelnen:
Beſeitigung des Dotationsſyſtems auf dem Gebiet der Einkom=
nd
Körperſchaftsſteuer uned Erſatz durch ein Zuſchlagsrecht der Ge=
n
zu dieſen Steuern als Regulator für den örtlich verſchiedenen

bedarf. 2. Beteiligung der Länder und Gemeinden mit zuſammen
zent am Ertrag der Reichsumſatzſteuer zur Deckung ihres notwen=
Einnahmebedarfs. 3. Selbſtändige Ausſchöpfung des Zuſchlags=
zur
Einkommenſteuer, Hauszinsſteuer, den Realſteuern, der Ge=
und Verzehrsſteuer, durch die Länder bezw. Gemeinden ohne
ſetzliche Beſchränkung. Weiter wird gefordert die Aufhebung der
3 6 des Finanzausgleichsgeſetzes (Ausſchluß von Landes= und Ge=
teuern
, die die Steuereinnahmen des Reiches zu ſchädigen geeig=
), wenn überwiegende Intereſſen der Reichsfinanzen entgegen=
und Vorlage von Steuerordnungen mit Einſpruchsrecht des Reichs=
iniſteriums
. 8 62 desſelben Geſetzes, Koſtenübernahme oder an=
te
Zuſchüſſe ſeitens des Reiches, wenn Ländern oder Gemeinden
erträge, Geſetze oder Verwaltungsmaßnahmen des Reiches beſon=
zſten
erwachſen, ſoll ſtreng beachtet werden. Die ſofortige Auf=
des
Beſoldungsſverrgeſetzes wird verlangt. Kein reichsgeſetz=
wang
, ſoll gegenüber Ländern und Gemeinden ausgeübt werden

dieten, die nicht zu den Aufgaben des Reiches gehören.
einem zweiten Leitſatz fordern die ſtädtiſchen Selbſtverwaltungen
Landesregierungen und Landesparlamenten zur Erhaltung ihrer
ftlichen Exiſtenz keine Beſchränkung des Zuſchlagsrechts der Ge=
zur
Einkommen= und Körperſchaftsſteuer, Beteiligung der Ge=
an
der Reichsumſatzſteuer mit mindeſtens 15 Prozent, ſtärkere
ung der Gemeinden an der Hauszinsſteuer, keine landesgeſetz=
chranken
der Gemeinden für die Ausſchöpfung der Realſteuern,
= und Vergnügungsſteuer oder zum mindeſten Erweiterung der
den geſetzlichen Schranken; verſtändnisvolle Berückſichtigung der
lichen Notlage bei Genehmigung von Steuerbeſchlüſſen der Ge=
Bereitſtellung von Mitteln bei Zuweiſung neuer Aufgaben oder
rung bereits beſtehender Aufgaben und ſchließlich keine ſtaatlichen
ungsgebühren für Amtshandlungen, deren Arbeit und Laſten von
allein getragen werden. Zur Erhaltung ihrer Selbſtver=
eit
fordern die ſtädtiſchen Selbſtverwaltungen eine Be=
r
Staatsaufſicht auf Eingriffe wegen Geſetzverletzung oder
rechterhaltung einer ordnungsmäßigen Verwaltung mit endgül=
itſcheidung
im Verwaltungsſtreitverfahren und zur Ausübung
tsaufſicht in einer dem Geiſt der Selbſtverwaltung entſprechen=
Im Intereſſe des Staatsganzen und der Selbſtverwaltung
ordert ſofortiger Verwaltungsabbau, allgemeine Staatsverwal=
orm
mit folgenden Hauptzielen: Vereinfachung der Landesver=
durch
Zuſammenlegung von Miniſterien und
ngung der Inſtanzen (Zentralinſtanz, eine Mittelinſtanz,
rnz); Aufrechterhaltung der Regierungen als alleinige Mittel=
n
Preußen; weitgehende Abgabe von ſtaatlichen Geſchäften.
ereſſe der Selbſtändigkeit der Selbſtverwaltung der kreisange=
Städte wird gefordert: Keine Uebertragung der Staatsaufſicht
nachgeordnete Inſtanz. Im Intereſſe einer möglichſt frucht=
etätigung
der ſtädtiſchen Selbſtverwaltung wird gefordert: Keine
nnung des parlamentariſchen Syſtems in der Selbſtverwaltung
r Bürgermeiſterverfaſſung durch etwaige Beſeitigung des geſetz=
orſitzes
des Bürgermeiſters in der Stadtverordnetenverſamm=
vollem
Stimmrecht; 2. durch etwaige Forderung der Zuſtim=
v
Stadtverordnetenverſammlung zur Anſtellung der ſtädtiſchen
durch den Gemeindevorſtand. Die bisherige Anhörung der
ordnetenverſammlung erſcheint ausreichend.
dritter Leitſatz beſagt, daß die Aufrechterhaltung oder beſſer
Ziederherſtellung der gemeindlichen Selbſtverwaltung, für die
Br Selbſtverwaltungen, eine erhöhte Verantwortlichkeit ergibt
e Beſchlüſſe auf finanziellem und ſteuerlichem Gebiet, insbeſon=
Beobachtung äußerſter Sparſamkeit im Rahmen des Notwen=
für
eine Selbſtverwaltungspolitik, die als oberſtes Geſetz das
ohl der Gemeindebürgerſchaft unter Berückſichtigung der Ge=
* eſſen von Reich, Stagt und Wirtſchaft anerkennt.
nommen wurden folgende Entſchließungen:
ie Gemeinden finden für ihre Auslagen, zu denen ſie bei aller
keit gezwungen ſind, aus den Steueranteilen des Reiches und
gen Gemeindeeinnahmen, bei weiter nicht genügende Deckung.
4 zur vollſtändigen Deckung des individuellen geldlichen Mehr=
Dat gen Gemeinden die Möglichkeit gegeben werden, über den ihnen
* zuſtehenden Gemeindeanteil am der Reichseinkommenſteuer

Reich=und Ausſand.
Zur Tagung der deutſchen Auslandshandelskammern.
Wie bereits angekündigt, hat der Deutſche Induſtrie= und Handels=
tag
die deutſchen Auslandshandelskammern auf den 23. bis 25. Sep=
tember
1994 zu einer Tagung nach Berlin eingeladen. Es wird dies die
erſte deutſche Veranſtaltung dieſer Art ſein. Die Tagung wird mit einem
Begrüßungsabend eingeleitet, welcher der Fühlungnahme der Teil=
nehmer
untereinander und mit den maßgebenden Vertretern der Regie=
rung
, des Parlaments, des Wirtſchaftslebens und der Preſſe dienen
ſoll. Hauptverhandlungstag wird der 24. September ſein. Die Ein=
ladung
hat bei allen deutſchen Handelskammern im Ausland freudige
Zuſtimmung gefunden. Eine große Zahl von Teilnehmern iſt bereits
unterwegs. So werden u. a. auch Vertreter der deutſchen Wirtſchafts=
kreiſe
aus Hadana, aus Südamerita, insbeſondere Buenes Aires und
Rio de Janeiro, ſowie aus dem fernen Oſten erwartet. Alle deutſchen
Auslandshandelskammern in Europa haben bereits die Entſendung von
Abordnungen angekündigt. Die Präſidenten der deutſch=ungariſchen
Handelskammer in Budapeſt und der Deutſchen Wirtſchaftskammex in
Wien, fernner der zweite Vorſitzende der Deutſchen Handelskammer für
Spanien in Barcelona, Vertreter der deutſch=italieniſchen Handels=
kammer
in Mailand, der Deutſchen Handelskammer in der Schweiz,
Zürich, des deutſch=finniſchen Handelskammervereins, Helſingfors, wer=
den
an der Tagung teilnehmen.
Reichspräſident Ebert hat ſein Erſcheinen beim Begrüßungsabend,
der im Hotel Eſplanade ſtattfinden wird, zugeſagt. Den Beſchluß der
Tagung wird ein gemeinſamer Beſuch der Frankfurter Meſſe bilden,
zu dem das Meſſeamt eingeladen hat.
Angeſichts der in Ausſicht ſtehenden ſtarken Beteiligung der deut=
ſchen
Wirtſchaftskreiſe des Auslandes darf mit Recht erwartet werden,
daß die Tagung dazu beitragen wird, die Stellung dieſer unſerer deut=
ſchen
Pioniere im Auslande zu ſtärken und die Bande zwiſhen Aus=
landsdeutſchtum
und Heimat enger zu knüpfen.

Elektr. Licht- u. Kraftanlagen
gediegene Ausführung
(11702
mäßige Preise

Er.

Rinner
Rheinstra

OO.

e hren Bedarf auf dem Wege eines Zuſchlags zur Reichseinkom=
-1) Körberſchaftsſteuer zu decken.
er Reichsſtädtebund fordert die Uebertragung oder Rückübertra=
2Ir Aufgaben, die verwaltungstechniſch von den ſtädtiſchen Behör=
un
ihrer engſten Beziehungen zu der ſtädtiſchen Bevölkerung er=
den
können, an die Selbverwaltungsorgane zwecks Verein=
ind
Verbilligung der ganzen Verwaltung (z. B. ſoziale Fürſorge
Jugendfürſorge, Wohnungsbau Verwaltungspolizei) und nicht
eiteren Kommunalverbände (Landkreiſe und Provinzen).
er Reichsſtädtebund fordert für die Durchführung der neuen
ngsreform und die Neuſchaffung der kommunalen Verfaſ=
tze
die Beibehaltung der Bezirlsregierungen, weil ſie ſich unter
(rigſten Verhältniſſen bisher als das Rückgrat der Staatsver=
erwieſen
haben und weil ſie von den Städten und Kreiſen als
* Aufſchtsinſtanz ſtets anerkannt worden ſind; die Unterſtellung
dte ohne Unterſchied der Größe unter die Aufſicht der Regie=
ſidenten
, und zwar künftig auch in Auftragsangelegenheiten,
auch ſolchen polizeilicher Art; die Ausſchaltung der Möglich=
die
Regierungspräſidenten ſich bei Ausübung der Aufſicht über
* der Mitwirkung der Landräte bedienen; Herabſetzung der
rzahlgrenze, deren Ueberſchreitung das Ausſcheiden aus dem
e ermöglicht.
er Reichsſtädtebund erhebt Einſpruch gegen die beaſichtigte
C der Bürgermeiſterverfaſſung im Entwurf der preußiſchen
nung dahingehend, daß dem Bürgermeiſter bei der Bürger=
faſſung
der Vorſitz in der Stadtverordnetenverſammlung ent=
den
ſoll. Durch die Beſeitigung dieſer Vorſchrift würden die
Der Bürgermeiſterverfaſſung gegenüber der Magiſtratsberfaſ=
Tachteile berwandelt. Eine ſolche Verſchlechterung der Bürger=
faſſung
muß unter allen Umſtänden vermieden werden.
n Reichspräſidenten und an den Reichskanzler wurden Be=
me
abgeſandt.

Meſſebuchhandlung auf der Frankfurter Herbſtmefſe.
Bei den bisherigen Frankfurter Buchmeſſen hat es ſich gezeigt, daß
die Einkäuferſchaft im allgemeinen lebhaftes Intereſſe an den von den
Verlegern ausgeſtellten Werken, beſonders an Neuerſcheinungen, bekun=
dete
. Es wurde vielfach bedauert, dieſe Bücher auf der Meſſe nicht auch
einzeln kaufen zu können. Um dieſen Wünſchen entgegenzukommen und
der Verbreitung des guten Buches im allgemeinen zu dienen, wird zur
bevorſtehenden Herbſtmeſſe, die vom 21.R. September ſtattfindet der
Verlegerausſtellung zum erſtenmal eine Meſſebuchhandlung (eſſe= Sorti=
ment
) angegliedert, in der alle von den Verlegern ausgeſtellten Bücher
zu Originalpreiſen gekauft werden können. Zur Einrichtung und Füh=
rung
dieſer Meſſebuchhandlung hat ſich eine Reihe Frankfurter Sortimen=
ter
dankenswerterweiſe zu einer Sortimentergemeinſchaft zuſammenge=
ſchloſſen
.
Der Eiſenbahnverkehr zur Kölner Herbſtmeſſe.
Zur Bewältigung des Perſonenverkehrs anläßlich der Kölner Heubſt=
meſſe
(14.19. September) werden zu einer Reihe von Zügen nach und
von Köln Vorzüge gefahren und die Wagenparks der planmäßigen Züge
verſtärkt. Vorzüge laufen teilweiſe bis zu 20 Minuten vor den Haupt=
zügen
und halten an denſelben Stationen wie dieſe Um den Meſſebeſu=
chern
Gelegenheit zu geben, unmittelbar an den Ausſtellungshallen die
Eiſenbahn zu verlaſſen und auch wieder zu beſteigen, werden an den
Tagen vom 14.19. September alle ſonſt nicht in Köln=Deutz haltenden
Schnell= und Eilzüge, auch die Vorzüge, eine Minute zum Aus= und Ein=
ſteigen
daſelbſt halten. Auch der Schalterdienſt auf den Kölnev Bahn=
höfen
iſt ſo verſtärkt, daß er einem erheblichen Reiſendenandrang gerecht
werden wird. Gleichwohl wird den auswärtigen Meſſebeſuchern empfoh=
len
, ſich ſchon auf ihren Heimatbahnhöfen mit Rückfahrkarten zu verſehen,
um den hieſigen Fahrkartenverkauf zu erleichtern.
Die Forderungen des Reichsſtädtebundes.
Bad Harzburg. Heute vormittag begannen die Verhandlun=
gen
der 14. Mitgliederverſammlung des Reichsſtädtebundes.
In einer Begrüßungsanſprache dankte der Vorſitzende Oberbürgermeiſter
Belian=Eilenburg den Gäſten, insbeſondere den Vertreteren der Re=
gierungen
, für ihr Erſcheinen und bat ſie um Nat und Tat, um die
großen Nöte der kleinen und mittleren Städte abzuſtellen. Als grund=
legende
Forderungen des Reichsſtädtebundes bezeichnete der Vorſitzende
1. Beibehaltung der Bezirksregierungen, 2. Unter=
ſtellung
aller Städte ohne Unterſchied der Größe
unter die Aufſicht der Regjeyungspväſidenten,
und zwar wie bisher in kommunaler, ſo in Zukunft
auch in polizeilicher Hinſicht, 3. Verbot, an die
Negierungspräſidenten ſich bei der Ausübung der
Aufſicht über die Städte der Mitwirkung der Land=
räte
zu bedienen, 4. weſentkiche Herabſetzung der
Einwohnerzahlgrenze, deren Ueberſchreitung das
Ausſcheiden auz dem Landkreis ermöglicht.
Hierauf hielt Oberregierungsrat Lehmann vom preußiſchen
Miniſterium für Volkswohlfahrt ein Referat über die Wohnungs=
frage
, in dem er ein Heim für alle Volksgenoſſen und Freiheit auch
in der Wobnungswirtſchaft forderte. Der Geſchäftsleiter des Reichs=
ſtädtebundes
Di. Häckel ſprach über die Aufrechterhaltung der Ge=
meindeſelbſtverwaltung
in ihrem Verhältnis zu Reich,
Ländern und den übrigen kommunalen Selbſtverwaltungsverbänden.
Städtiſche Steuerprozeſſe.
Frankfurt a. M. Der Kampf gegen die übermäßige ſtädtiſche
Beſteuerunge wird von Handel und Wirtſchaft in Frankfurt a. M. in
vorbildlicher Weiſe geführt. Die Beherbergungsſteuer iſt mit vereinten
Kräften zu Fall gebracht worden. Auf dem Prozeßwege wird nun auch
einer andern ſtädtiſchen Steuer aus der Inflationszeit zu Leibe gerückt.
Die hieſige ſtädtiſche Steuerſtelle führt eine ganze Reihe von Prozeſſen
um die Durchführung der Gaſtſteuerverordnung aus dem Jahre 1923.
In zwei Fällen iſt nun wieder das Gaſtgewerbe ſiegreich aus Prozeß=
gängen
hervorgegangen.? Der Beſitzer des bekannten Kriſtallpalaſtes
wurde vom Bezirksauſchuß von dieſer Steuer freigeſtellt, da dieſer nicht
die Ueberzeugung hat, das der in ein Varicté und ein Kabaret zer=
fallende
Betrieb ein bar=, dielen=, oder animirkneipeähnlicher ſei. Auch
im Falle eines Kaffeehauſes, wo ebenfalls die Gaſtſteuer abgefordert
wurde, erkannte der Bezirksausſchuß auf Freiſtellung von der Steuer,
da dem Wirt nicht zugemutet werden könne, von einem Gaſt, der ledig=
lich
eine Taſſe Kaffee für 40 Pfennige trinkt, eine Gaſtſteuer von 2
Mark zu erheben.
Unwetter.
Hamburg. Die jetzt hier vorliegenden Berichte geben ein Bild
von den ſchweren Verheerungen, die das Sturmwetter der letzten Tage
im Gebiet der Unterelbe angerichtet hat. In der Gegend von Stade, be=
ſonders
am linken Elbufer, wurde das Land von den Wellen überflutet
und die ganze Korn= und Grummeternte fortgeſchwemmt. Bei Glück=
ſtadt
wurde ebenfalls viel Getreide fortgeſchwemmt und die Obſternte
volſtändig vernichtet; auch Vieh iſt umgekommen. Auf der Elbinſel
Krautſand wurden ſämtliche Telephonleitungen zerſtört. In Cuxhaven
war der Pier zur Hälſte überflutet, die ausfahrenden Schiffe mußten
umkehren, die Militärbadeanſtalt mußte wegen Sturmes abgebrochen
werden. Das Feuerſchiff Elbe II wurde abgetrieben. Schiffsunfälle
werden nicht gemeldet, auch ſcheinen Menſchenleben nicht verloren gegan=
gen
zu ſein. Die telephoniſche Verbindung, mit Helgoland iſt unter=
brochen
:

Internationaler Buchdruckerkongreß.
Der Internationale Buchdruckerkongreß in Hamburg hat ein=
ſtimmig
eine Entſchließung gefaßt, in der erklärt wird, daß der Acht=
ſtundentag
die normale Entwickelung der Produktion nicht hindere.
Das Argument, die Verlängerung der Arbeitszeit ſei notwendig, um
gegen die ausländiſche Konkurrenz aufzukommen, könne nicht ſtichhaltig
ſein, weil die Verlängerung der Arbeitszeit in einem Lande ſofort ihre
Verlängerung in anderen Staaten nach ſich ziehen würde. Deshalb
beſchließe der Kongreß, den Verbänden eindringlich zu empfehlen, alles
zu tun, um den Achtſtundentag aufrecht zu erhalten und jedem dafür
im Kampfe ſtehenden Verbande die weiteſtgehende morgliſche und
materielle Unterſtützung zu gewähren. Von den Regierungen aller Län=
der
werde eine baldige Ratifizierung des Waſhingtoner Abkommens
erwartet. Die Arbeitervertreter in den Parlamenten und bei den Be=
hörden
würden aufgefordert, für eine ſchnelle Erledigung der Ratifi=
zierung
einzutreten.
Eine ungewvöhnliche Flugleiſtung.
Berlin. Eine ungewöhnliche Flugleiſtung hat am Mittwoch
abend der Flugzeugführer Harder mit einer Junkermaſchine auf der
Nachtluftpoſtſtrecke BerlinWarnemünde (Stockholm) vollbracht. Har=
der
ſtartete pünktlich mit ſeinem Flugzeug, obwohl in 800 Meter Höhe
eine Windſtärke von 25 Meterſekunden gemeſſen wurde, was einer
Windgeſchwindigkeit von 90 Kilometern in der Luft entſpricht. Kaum
hatte ſich aber die Maſchine in dem Tempelhofer Feld und dem Süd=
weſten
Berlins auf einige Hundert Meter geſchraubt, als ſie auf orkan=
artigen
Gegenwind ſtieß, der ihre Vorwärtsbewegung zunächſt völlig
unmöglich machte. Bei vollaufendem Motor ſtand das Flugzeug buch=
ſtäblich
eine halbe Stunde gegen den Sturm über Berlin. Erſt als
Harder notgedrungen auf 100 Meter Höhe herunterging, gelang es ihm,
ſeinen Flug fortzuſetzen und trotz heſtigen Gegenwindes und ſtarker
Böen nach dreiſtündiger Flugzeit gegen Mitternacht in Warnemünde
glatt zu landen. Bei normalem Flugwetter wurde dieſe Strecke bisher
immer in höchſtens 1½ Stunden zurückgelegt.
Verhaftung eines Sowjetſpiones in Polen.
Bromberg. In Warſchau wurde ein Sowjetſpion verhaftet in
der Perſon eines 50jährigen Mannes namens Mjuſiurenke, der ſich in
den eleganten Salons, auf Pferdewettrennen und verſchiedenen Spa=
zierplätzen
, elegant gekleidet, aufzuhalten pflegte und auf großem Fuße
lebte. Durch Frauen, deren Herzen er gewonnen, machte er Bekannt=
ſchaften
mit höheren Offizieren und fand Eingang in Kreiſe, wo die
geheimen militäriſchen Angelegenheiten offen beſprochen wurden.
Schließlich wurde er von einigen Herren als ein ſchon einmal wegen
Spionage mit Gefängnis beſtraftes Individnum erkannt und verhaftet.
Des Kindes Schutzengel.
Geifenheim i. Rhg. Aus der verſchloſſenen Wohnung eines
hieſigen Arbeiters drangen laute Hilferufe eines Kindes. Da ſich auch
Brandgeruch bemerkbar machte, der nichts Gutes vermuten ließ, ſchlugen
beherzte Nachbarn die Türe ein und fanden Küche und Nebenzimmer in
einen dichten Qualm gehüllt, da ein neben dem brennenden Ofen ſtehen=
der
Tiſch mit Waſche Feuer gefangen hatte. Das Kind, welches in dem
Zimmer fchlief, war glücklicherweiſe wach geworden und konnte, ohne wei=
teren
Schaden zu nehmen, aus ſeiner gefährlichen Lage befreit werden.
Die Kreisfürſorgerin, Fräulein Kreis, hat mit dem 8. September d. J.
ihren Außendienſt wieder in vollem Umfange aufgenommen.
Explofion in einer Pulperfabrik in Steiermark.
Wien. Wie die Blätter aus Graz melden, explodierte geſtern in
einer Pulverfabrik in Trofeiach ein Miſchwerk. Mehrere Sachverſtändige
und Fachleute hatten das Werk gerade verlaſſen, als ſich eine Pulver=
menge
von 300 Kg. durch Reibung entzündete. Der Schaden wird auf
240 Millionen Kronen angegeben. Gleich nach dem Unglüch erſchoß ſich
der Direktor der Fabrik, obwohl ihm keine Schuld an dem Unglich bei=
gemeſſen
werden kann.
Meuterei auf einem däniſchen Kreuzer,
Kopenhagen. Vor Antritt einer langen Fahrt meuterten 200
Mann der Beſatzung des däniſchen Kreuzers Geiſer. Wie berichtet
wird, waren unter der Mannſchaft mehrere Fälle einer anſteckenden
Rückenmarkskrankheit vorgekommen und die Offiziere hatten beſchloſſen,
durch eine lange Fahrt die Matroſen zu iſolieren. Die Matroſen wei=
gerten
ſich, die Fahrt anzutreten, und die Offiziere mußten ſchließlich
nachgeben. Es iſt nicht gelungen, der Hauptſchuldigen habhaft zu werden.

Rund=Funk=Programm.
Sonntag, den 14. September 1924.
Verlin (430 bzw. 500 m). 4 Uhr: Vortrag von Hede Geber: Aben=
teuer
. 4.306.30 Uhr: Unterhaltungsmuſik (Berliner Funk=
kapelle
). 8.3010.00 Uhr: Aus deutſchen Spielopern. Dirigent:
Kapellmeiſter Otto Urack. fr. Staatsoper Berlin. 1. Quvertüre zu
Aleſſandro Stradella Flotow. 2. Leb wohl, mein flandriſch Mäd=
chen
aus. Zar und Zimmermann, Lortzing. Bernhard Bötel vom
Deutſchen Operhaus, Charlottenburg. 3. Arie des Van Bett, aus
Zar und Zimmermann, Lortzing. Eduard Kandl vom Deutſchen
Opernhaus, Charlottenburg. 4. Arie der Marie aus Der Waffen=
ſchmied
, Lortzing. Lotte Appel, vom Großen Schauſpielhaus Berlin,
5. Holzſchuhtanz aus. Zar und Zimmermann, Lortzing, 6. 2) Duett
aus Martha, b) Briganten=Duett aus Stradella, Flotow Bern=
hard
Bötel und Eduard Kandl. 7. Letzte Roſe aus Martha,
Flotow. Lotte Appel, vom Großen Schauſpielhaus, Berlin.
8. a) War einſt ein junger Springinsfeld, aus Der Waffenſchmied,
b) Vater, Mutter, Schweſtern, Brüder aus Undine‟, Lortzing.
Bernhard Bötel, 9. a) Porterlied aus Martha Flotow. b) Auch
ich war ein Jüngling, aus Der Waffenſchmied Lortzing. Eduard
Kandl. Ein KammerOrcheſter Während der Pauſe: Bekannt=
gabe
der neueſten Tagesnachrichten, Zeitanſage, Wetterdienſt, Sport=
nachrichten
.

Reehe
Friſch gekirnt lieſt man jetzt auf den Empfehlungen für die
neue Feinkoſt=Margarine Schwan im Blauband‟. Was heißt friſch ge=
kirnt
? Die Kirne iſt ein großes Butterfaß, in welchem auserwählte Roh=
ſtoffe
mit Friſchmilch und Eigelb nach einem jahrelang erprobten, beſon=
deren
Verfahren zu einer appetitlichen Emulſion vermiſcht werden, die
nach Abkühlung und entſprechender weiterer Behandlung die Feinkoſt=
Margarine Schwan im Blauband ergibt. Da die Hauptſache für die
Güte der Ware ihre Friſche iſt, legt die herſtellende Fabrik beſonderen
Wert auf die Empfehlung friſch gekirnt.

Tageskalender,
Orpheum, abends 8 Uhr: Der Stolz der 3. Kompagnie‟. Karh.
Gemeinde Beſſungen, nachmittags 5. Uhr, im Konkordiaſaal:
Familienfeier. Vortrag, Saal, Mauerſtraße 5: Die Kraft des
Evangeliums. Darmſtädter Bieheleklub 1883, vormit=
tags
7 Uhr: Wanderfahrt, vormittags ½11 Uhr: Treffpunkt aller Mit=
glieder
am Oberwaldhaus, abends ½7 Uhr: Familienabend im Klub=
heim
Perkeo. Herrngarten, vormittags 11 Uhr: Promenaden=
konzert
. Männerquartett Arion, im Rummelbräu nach=
mittags
4 Uhr: Großes Tanzfeſt. Geſangverein Melo=
manen
, im Städt. Saalbau, vormittags 11 Uhr: Akademiſche Feier,
nachmittags 4 Uhr: Gartenkonzert, abends 8 Uhr: Feſtball. Neues
Schießhaus (ähe Waldfriedhof), ab 3 Uhr: Kaffeekonzert.
Hotel=Reſtaurant Zur alten Poſt: Rheiniſcher Lieder=
und Abſchiedsabend zu Ehren der zurückkehrenden Ausgewieſenen.
Aklee=Reſtaurant Rummelbräu: Großes Gartenkonzert.
Café Aſtoria, abends 8 Uhr: Künſtlerkonzert. Zum Saal=
bau
, Zur Roſe Vetters Wirtſchaft, Rheiniſcher Hof, Zur Sonne‟,
Zum Anker. Zum Adler Zum goldenen Lamm, Frankenſteiner
Hof, Pfungſtadt: Kirchweihe. Union=, Reſidenz=Theater, Pglaſt=
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Verſteigerungskalender Montag, den 15. September.
Obſtverſteigerung, vormittags ½8 Uhr auf der Straße Nieder=
RamſtadtOber=Ramſtadt, beginnend am Ortsausgang Nieder= Nam=
ſtadt
.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſt
Verantnortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: 2. E. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die hentige Nummer hat 20 Seiten

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Dasteiſtädler Zanmintt, Sanuitag, Sen 14. Eettember 1924.

Rummer 256.

8
Liefé, Menſchen und vie Invang.
Von
Dr. Erich Mareus.
Wer das Tier liebt und darum immer wieder die Samm=
lungen
lebender Tiere aufſucht, den Zoologiſchen Garten, das
Aquarium, in denen Menſchenhand den unerſchöpflichen Reich=
tum
der Fauna eingefangen hat, frevelhaft und bewunderns=
wert
, dieſer Tierfreund, wenn er ſich ſo nennen darf, wird
am Ende auch auf die Beſucher achten, die mit ihm ſich den Tie=
ren
widmen. Eigentlich ſollte man ſich in der Beſchäftigung mit
dem Tiere durch nichts ſtören laſſen, auch durch ſchwatzende
Nachbarn nicht. Aber können wir zoa politica hindern, daß
mehr in die wachen Sinne eindringt, als wir es wünſchten?
Ich habe mich jüngſt im Berliner Aquarium ungefähr eine
Viertelſtunde lang vor jenes Wunderreich der Seeroſen, See=
nelken
geſtellt, nur um zu beobachten, was die großen und kleinen
Paſſanten dazu ſagen, und wie ſie ſich dabei benehmen würden.
Dieſe unſerem Gefühl fremdeſten Gebilde, von denen die Mehr=
zahl
der Menſchen zunächſt annehmen wird, ſie ſeien Blumen
Blumen mit Fangarmen , müßten die Phantaſie beſonders
anregen, ſo erwartete ich. Wie verhalten ſich die Leute? Sie kom=
men
heran, ſehen kurz hin, reagieren mit einem Ausruf, einem
hingeworfenen Wort, je nach Temperament und Bildung, gleiten
dann ſofort auf die Tafel, die den Namen der Tiere trägt ein
typiſcher Zug, daß man eine neue Beobachtung in die Kommode
der Erfahrung einordnen will , und ſind fertig, zumeiſt. Eine
Mutter mit ihrem Jungen, einem eben ſchulreifen Knaben mit
großen Augen, wird zu dem Ausruf hingeriſſen: Wundervoll,
die blühen jetzt .. . komm weiter! Die ganze Betrachtung
dauert 10 Sekunden, höchſtens. Der Junge, der eben etwas von
der ſelbſtändigen Bewegung dieſer blühenden Tiere bemerkt,
wird zum nächſten Schauglas geſchleift. Andere Szene: Ein
Kavalier mit einer ziemlich bemerkbar parfümierten Dame be=
müht
ſich, die ſchöne Frau naturwiſſenſchaftlich aufzuklären.
Das ſind Tiere, nein wirklich! wiederholt die verſchleierte
Stimme. Und dann folgt eine erotiſch eindeutige Anſpielung
auf die Fangarme, die dieſe Dame von Welt für etwas ande=
res
hält. Manche Paſſanten beobachten ſtumm und etwas länger
als die übrigen. Eine tiefere Hingabe an die Dinge ſchien mir
auch dann kaum vorhanden. Nur fernes Dämmern einer rätſel=
haften
Exiſtenz, vielleicht die Ahnung einer großartig unfaßlichen
Weltfülle in den Augen.
Ich ſprach mit dem Leiter des Aquariums, Dr. O. Heinroth,
dem erfahrenen Tierkenner, über das Publikum, das ſeine
Tiere im Aquarium tagsaus, tagein auſſucht. Mit einem ſkep=
tiſch
bitteren Lächeln um die Mundwinkel erzählte er mir von
ſeinen Beobachtungen aus zehn Jahren Aquariums=Praxis.
Sehen Sie, ſagt Dr. Heinroth, es iſt unfaßlich für mich,
wie es in den Kötfen dieſer Menſchen ausſieht, die ſich mit unſe=
ren
Tieren befaſſen. So gut wie niemals höre ich ein Wort, aus
dem Einfühlung in das Leben des Tieres, Umſtellung von der
anthropozentriſchen auf eine ſachliche Denkweiſe hervorginge,
Was ſagen die Beſucher des Aquariums? Entweder: Wie ſchön
oder häßlich (oder eklig), eine Beurteilung, die, von der Schöp=
ferkraft
der Natur ans geſehen, oft lächerlich erſcheint, zum Bei=
ſpiel
bei den Schlangen, die immer als eklig abgeſtempelt wer=
den
, obwohl ihnen die äſthetiſch reinſte Bewegungsform, nämlich
die ohne Ecken, gegeben iſt. Wenn nicht eine äſthetiſchere Wer=
tung
völlig ſubjektiver Art vorgenommen wird, ſo beſchäftigt man
ſich beſtimmt mit der Frage der Eßbarkeit oder des materiellen
Wertes. Vor dem Karpfenbecken höre ich immer wieder ſtaunende
Ausrufe über das Zentnergewicht dieſer Bieſter, obwohl die
Tafel ausdrücklich angibt, daß der ſchwerſte dieſer Karpfen 17½
Pfund wiegt. Aber noch keinem Betrachter iſt die ſeltſame Aus=
bildung
der Naſe beim Karpfen aufgefallen. Denken Sie nicht,

daß es ein Zeichen der Bildung ſein unuß, dom Nützlichen ab=
zugehen
und rein ſachlich zu beobachten. Ich habe als Aqua=
riumsleiter
einmal einen hohen Herrn herumführen müſſen, der
für die Erziehung auf Schulen und Univerſitäten von Staats=
wegen
zu ſorgen hat, und dieſer repräſentative Gaſt wollte bei
der Betrachtung eines beſonders ſchönen Zierfiſches auch nur
wiſſen, ob er dem Magen wohltue, während er bei den Quallen,
den Zierden des Aquariums, ausrief: Gott, wie eklig!
Die Anſchauungen der Menſchen über das Tier ſind faſt
durchweg falſch. Wo man auch etwas vom Tiere hört oder lieſt,
immer ſind es Urteile, die den Tierpfleger vor dem Kopf ſtoßen.
Da iſt zum Beiſpiel die berühmte Redensart vom Hecht im
Karpfenteiche, die in jeder zweiten Verſammlungsrede auftaucht.
Was will man damit ſagen? Doch wohl, daß der Hecht die fau=
len
Karpfen in Aufregung bringen ſoll. In Wirklichkeit ver=
nichtet
der Hecht nur die überflüſſigen Koſtgänger, die dem Karp=
fen
die Beute wegſchnappen, trägt alſo gerade dazu bei, daß die
Karpfen faul und dadurch möglichſt dick werden. Faul oder
gefräßig, daß ſind die Eigenſchaften, die der Menſch bereitwil=
ligſt
dem Tiere zuteilt. In Wahrheit gibt es nur Zweckmäßigkeit
für das Tier, dieſe großartige Oekonomie der Natur. Warum
ſoll ſich das Krokodil, deſſen Ruhe jeder Beſucher Faulheit nennt,
mehr Bewegung machen, als es für das lauernde Raubtier zur
Deckung ſeines geringen Kaltblüter=Nahrungsverbrauches not=
wendig
iſt? Und iſt der Sterlett nervös vor Gefräßigkeit, weil
er von der Natur beſtimmt, ein Nahrungsſucher zu ſein
Tag und Nacht umherſchwimmt?
Das Schlagwort ſpricht vom Krebsgang einer Sache. Aber
kein Menſch hätte jemals einen Krebs rückwärts gehen ſehen;
auch die Krabbe geht nur ſeitlich. Wohl ſchwimmt der Krebs
rückwärts, wenn er zum Beiſpiel auf einen Gegner ſtößt. So
gibt es zahlloſe ähnliche Fehlanſchauungen. Der Dichter, und
zumal die Fabeldichter, die das Tier nur benutzen, um den Men=
ſchen
in anderem Gewande die Wahrheit ſagen zu können, ſie
haben dazu beigetragen, den Blick zu verwirren. Die berühmte
Fabel Lafontaines vom Fuchs und dem Raben, der geſchmeichelt,
um ſeine Stimme zu zeigen, den Käſe aus ſeinem Schnabel fallen
läßt, kann der Tierkenner nur belächeln. Niemals läßt ein Rabe
ſeine Beute fallen, wenn er kolken will, ſondern nimmt ſie in den
Kehlſack oder unter den Fuß. Und der Fuchs, der als überaus
liſtig in der Tierfabel gilt, iſt durchaus nicht ſchlau; ſein Inſtinkt,
der ihn vor der Falle warnt, iſt nur beſonders ausgeprägt. Am
tollſten aber ſteht es um die Anſchauungen über die Schlan=
gen
. Die Furcht vor dem Schlangengift, verbunden mit dem
Geheimnis ihrer Bewegungsform, haben dieſes Tier mit einem
Zauber umgeben, der vor der klaren Beobachtung ſofort zerfällt.
Den Schlangenbeſchwörern glaubt man, daß ſie durch das Spiel
ihrer Flöte eine Brillenſchlange zum Tanzen bringen können.
Aber die Schlange kann überhaupt nicht hören: der Tanz iſt
nur die Abwehrbewegung gegen die Flöte, die das Tier wohl
für ein Angriffsinſtrument halten mag. Sagt man nicht auch,
daß die Schlange mit ihrem Baſiliskenblick die Beute hypno=
tiſiere‟
? Tatſächlich ſieht die Schlange nur etwa zwei Meter weit
und läßt das fremde Tier herumlaufen, ohne anzugreifen. Man
überträgt eben die Angſt, die der Menſch vor der Schlange emp=
findet
, auch auf das Tier und nennt dieſen Zuſtand gebannten
Grſchreckens hypnotiſieren!
Wie iſt es möglich, daß ſolche Anſchauungen aus völliger
Unwiſſenheit und leerer Phantaſie allgemein beſtehen, obwohl
ſelbſt das Volksſchulkind, einen zoologiſchen Unterricht hat?
Fragte ich Dr. Heinroth. Er meinte, es gehöre bei uns eben nicht
zur Bildung, etwas vom Tiere zut wiſſen.
Aber ich glaube, daß dieſe beſchämende Unkenntnis des
Tieres tiefe und mannigfache Urſachen haben muß. Schon der
naturkundliche Unterricht auf der Schule iſt ſchlecht oder ſogar
falſch geweſen. Er hat uns eine Fülle von Einzelheiten, von
toten Namen und Zahlen, meiſt an totem Material, ins Gehirn
gepfropft. Aber er hat uns nicht das lebendige Tier nahe=

gebracht, in ſeiner inſtinkthaſten Anpaſſug an die ihm gegeber
Lebensweiſe. Wir Großſtadtmenſchen ſehen ſeit Jahrhunderte
das Tier nur zufällig. Wir leben nicht mehr mit ihm, wie de
Bauer mit ſeiner Kuh, ſeinem Pferd, ſeinem Hund, und daru
kennen wir das Tier nicht. Naturferne und Sentimentalität, d
daraus folgt, ſchaffen die Unwiſſenheit über das Tier oder ſei
Vermenſchlichung, die doch im Grunde ſentimentale Unwiſſe
heit iſt.
Wie müſſen wieder beginnen, das Tier mit wachen Sinn
zu ſehen, wirklich zu ſehen, und ſo zu lieben, wie es iſt, nie
wie wir es möchten. Fürchten wir uns, daß dabei Geheimn
und Märchen zerbrechen?
34. Deutſcher Juriſtentag.
Die Fachgruppenſitzungen.
Heidelberg. In der Abteilung öffentlich=rechtliche Abteilu
wurde die Zuläſſigkeit und Form von Verfaſſungsänderungen
Aenderung der Verfaſſungsurkunde erörtert.
Der Berichterſtatter Prof. Dr. Graf zu Dohna=Heidelberg ſ.
folgende Leitſätze zu dieſem Thema auf: 1. Verfaſſungsänderung
weiterem Sinne iſt jedes Geſetz, deſſen Inhalt mit dem Inhalt der
faſſungsurkunde im Widerſpruch ſteht. 2. Verfaſſungsändernde C
welche ohne gleichzeitige Abänderung der Verfaſſungsurkunde erge
ſollten in allen Fällen zum Ausdruck bringen, daß der Widerſpruch
der Verfaſſung von den geſetzgehenden Organen gewußt und gew
worden iſt. 3. Dem Art. 76 der Reichsverfaſſung ſollte ein Zuſatz beige
werden des Inhaltes: Erhebt eine ein Drittel überſteigende Minder
des Reichstages gegen ein in der Beratung befindliches Geſetz Einſor
mit der Begründung, daß dieſes Geſetz der Verfaſſung widerſtreite,
der Reichspräſident vor der Verkündung die Entſcheidung des Ste
gerichtshofes einzuholen.
Bezüglich der Geſtaltung des Reichsgeſetzes über den Ausnal
zuſtand wurden Leitſätze aufgeſtellt, in denen betont wurde, daß der E
des in Art, 48 der Reichsverfaſſung angekündigten Reichsgeſetzes
ſchwere Gefahren für den Beſtand der verfaſſungsmäßigen Rechtsord
nicht weiter verzögert kann. Im Zuſammenhang mit dem Ausführur
geſetz werden folgende Verfaſſungsänderungen als erforderlich bezeie
Bei Anordnung der Auflöſung des Reichstages während des erklär
Ausnahmezuſtandes iſt der Reichspräſident an die Zuſtimmune
Reichsrates zu binden. Dem Reichspräſidenten iſt die Uebertragung
Befugnis zum Erlaß von Verordnungen praeter und contra an Lan
regierungen und geſetzlich zu bezeichnende Stellen zu geſtatten.
Landesregierungen ſind bei entſprechender Uebertragung ihrer Ve=
nungsbefugniſſe
an die Genehmigung des Reichspräſidenten zu bin
Die Erklärung des Ausnahmezuſtandes als unerläßliche Ankündig
ſchärfſter Maßnahmen der Diktatur iſt an die folgenden beſonderen 9
ausſetzungen zu knüpfen. Wie Krieg, Kriegsgefahr, Aufſtand, unmi
bar drohende Aufſtandsgefahr. Die Diktatur hat ſich in ihrer geſar
Tätigkeit an die ihr geſetzte beſondere Aufgabe zu halten und iſt
befugt, außerhalb derſelben in die ordentliche Staatstätigkeit einzugre
Die Regelung des Verhältniſſes zwiſchen Reich und Ländern im 9
nahmerecht wird ſo geſtaltet werden müſſen, daß unter Wahrung
Einheitlichkeit der Diktatur der Ausübung einer unmittelbaren Ver!
tungstätigkeit des Reiches auf Gebieten der Landesverwaltung enge
ſetzliche Grenzen gezogen ſind, aber Eingriffe der Landesregierun
die Diktatur des Reichspräſidenten verhindert werden.
Die ſtrafrechtliche Gruppe des Deutſchen Anwalt=Vereins hat fol
Entſchließung gefaßt:
Die ſofortige Einführung der Wiederaufnahmeverfahren gegen
Urteile der bayeriſchen Volksgerichte iſt vorbehaltlich einer
greifenden Reform dieſer Materie überhaupt dringendſte Notwer
keit. Das Fehlen eines ſolchen Verfahrens iſt eine unerträgliche
letzung elementarſter Grundfragen rechtsſtaatlichen Denkens. Es mu
Zukunft Sicherheit dafür gegeben ſein, daß in Deutſchland kein Ge
welcher Art es auch ſei, vorhanden iſt, gegen deſſen Urteile die Wie
aufnahme vorhanden iſt.
In der bürgerlich=rechtlichen Abteilung wurde die Frage behan
Welche Richtlinien ſind für die zukünftige Geſtaltung des ehel
Güterrechtes aufzuſtellen? Weiter handel es ſich um die Mitwi
Laien bei der Strafrechtspflege. In den Leitſätzen wurde bet
ſind zur Rechtſprechung in Straffachen nur als Schöffen
Das Geſchvorenengericht iſt abzuſchaffen. Das Schöffengerie
Strafſachen zu beſchränken. Die Hinzuziehung von Schöffen kan=
bei
ſchweren Sachen unterbleiben, wenn der Angeklagte ein ch.
Krimineller iſt und die Beteiligten keinen Einſpruch erheben.

Zur Aufklärung!
Anders lautenden Gerüchten zur
Entgegnung, daß es nur eine
Schuhmacherei
H. EHR1G
Kranlchsteinerstr. 1
gibt und ich nach wie vor Inhaber
derſelben bin. (11704

zurDa
TABAA
Rein Aberſee 250 g 50 Pfg.
D. MUMRICH 5890a
Mühlſtr. 76 (Ecke Nieder=Ramſtädterſtr.) und
Bismarckſtraße 27, Eingang Wendelſtadtſtr.

Weißstickerei
Lochstickerei
Richelieu
Namenstickerei UsM.
Pankratiusstr. 15, I. (*26503

1 Smyrnateppich
zmal 4 m
1 Dipl.=Schreibtiſch
helle Eiche, mit Seſſel
1 gr. emaill. Eſchfüllofen
6 Stühle, hell Eiche
1 flämiſcher Bücherſchrank, 2 m breit,
alles faſt ueu, wegen Umzugs zu verkaufen.
Angebote unter R 108 an die Ge=
(uu635
ſchäftsſtelle ds. Bl.

Gebildete Dame
vermittelt streng u. diskret
Heirat
in nir besseren Kreisen.
Angeb. unter S 10 a. d. Geschst.
(*26522

Mee
Teppiche
im Hauſe? Angeb. u.
R14a. d. G. (26517

O
Waſſerhöhe , 3,77 m.
Luftwärme . 10 C.
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 160 C.

Das neue Winterſemeſter in
Stenographle u. Maſchinenſchreiben

beginnt am 15, Oktober.
Anmeldungen vorm. von 9-12 U. e=
M. Nanmann, Ernſt=Ludwig

Zur Aufflärung!
Der Bezirks=Konſum=Verein Darmſtadt hatte am 7. ds. Mts. in ſeinen Räumen Eſchollbrücker=
ſtraße
die Mitglieder der Beamten=Wirtſchafts=Genoſſenſchaft Darmſtadt zu einer Propagandaausſtellung
eingeladen. Bei dieſer Gelegenheit wurde den Erſchienenen eine Warenpreis=Aufſtellung übergeben,
in der die Preiſe des Bez.=Konſ.=Vereins Darmſtadt einer Vergleichung unterzogen wurden mit den
Verkaufspreiſen einiger hieſiger Lebensmittelgeſchäfte auch den meinigen.
In dieſer Waren=Aufſtellung gibt der Bez.=Konſ.=Verein Darmſtadt die Verkaufspreife meiner
Waren mit Mark 15.79 an, währenddem dieſelben nach den Preiſen in meinem Geſchäft tatſächlich
nur Mark 14,23 betragen, wie ſich dies aus der unten folgenden Aufſtellung ergibt. Die Preiſe des
Bez.=Konſum=Vereins für die gleichen Warenmengen belaufen ſich auf Mark 14.79, betragen alſo
56 Pf. mehr, ſo daß der Bez.=Konſ.=Verein tatſächlich ca. 4½ teurer verkauft als ich. Die Waren=
preisvergleichung
des Bez.=Konſ.=Vereins Darmſtadt iſt eine offenſichtliche Irreführung der geladenen
Gäſte, und nur darauf berechnet, den Mitgliedern der Beamten=Wirtſchafts=Genoſſenſchaft Darmſtadt
den Uebertritt zum Bez.=Konſum=Verein Darmſtadt ſchmackhaft zu machen.
Preiſe am 4. September 1924

Nr. Menge
Artikel Bez.=Konſ.=Ver. Braunwarth 1 Liter Salatöl. 1.14 1.12 1 Pfund Korinthen . ... 1.10 1.20 Sultaninen . . . . .. 1.20 1.40 Kriſtallzucker . . . . . . .44 0.46 Würfelzucker ...... 0.60 1 Bohnen, weiß . . . .. 0.25 Erbſen, gelb . . .
. O.22 grün . . . . .. 0.25 Linſen, große . . . . . . 0.45 Graupen, mittel . . . . 0.30 Vollreis ..... . .." 0.25 glaſiert . . . . 0.36 Fadennudeln . ..... 0.50 Bandnudeln . . . . .. 0.24 Haferflocken . ... .. 0.20 Malzkaffee, loſe. .. .. 0.20 Röſtkaffee ... .... 2.60 Weizenmehl ſpez. 0 . . . 0.22 ...
Salz . .. 0.10 Weizengrieß, mittelgrob . 0.28 Margarine . . . . . . . 0.70 Kernſeife, gelb . . . ." 0.23 Limburger Käſe .. 1.16 1.20 24 Kakao, loſe. . 1.18 0.30 14.79 1423

Zu berückſichtigen ſind beſonders die Preiſe der lebenswichtigen Waren
wie Oel, Haferſlocken, Hülſenfrüchte, Malzkaffee, Kakao, Kaffee, die offen=
ſichtlich
in meinem Geſchäft billiger oder gieichpreiſig waren.
Anton Brgunwartk
Ernſt=Ludwigſtraße 3.
(11701
Mein großer Kundenkreis beweiſt die Reellität meiner Waren und Preiſe.

Preisabbe
Liefere Sacko=Anzüge von 80 bis
90
Eutawah=Anzüge.
80
Veberzieher .
Damen=Koſtüme und Mäntel in
Preisverhältnis. Prima Maaf.
feinſte Stoffe und Zubehör
Nicht von mir gelieferte. Stoffe
nach billigſtem Preis verarbeit
Reichhaltiges Stofflager,

A. Lagrang
in Speiers Schnhhaus. (useda) Ludwi.

Gtoeſtäg
in Rädern v. ca. 50 Pfd., beſtes Ech
Geflügel= und Hundefutter
G.=Mk. 15 per Ztr.
Hermann lost
11743gic) Dampftalgſchmelze
Pallaswieſenſtraße 153, Tele.
Einzelne antike Möbelf!
Biedermeier Bar
in wechſelnder Auswahl zu hab
Blaumen u. Ku2
Wilßelminenſtraße 10

[ ][  ][ ]

Nr. 36, Sonntag, 14. Sept. 1924

Darmſtädter Tagblatt

Die Vermännlichung der Frau
gs moderne Frauen=Ideal. Eckige Figuren. Der Sport=
thp
. Das Ewig=Weibliche.)
Die Frau unſerer Zeit, oder wie man viel häufiger zu hören
ommt, die moderne Frau, zeigt in ihrem Benehmen, Auf=
en
und in ihrer Unabhängigkeit innerlich und äußerlich das
nkundige Beſtreben nach Vermännlichung. Der Sittenrichter
d und muß dieſe Erſcheinung als Auswüchſe einer ſchranken=
n
Zeit verurteilen und verdammen. Nicht ſo der Phyſiologe,
in der Vermännlichungsbeſtrebung der modernen Frau in
er Linie das Bemühen der Frau erkennt, aus dem ſchwachen
chlecht ein, ſtarkes zu machen. Der moderne Frauengeiſt hat
derſtanden, den Goethevers:
Willſt du ſchon zierlich erſcheinen und biſt noch nicht ſicher.
Vergebens!
Nur aus vollendeter Kraft blühet die Anmut empor!
ie Praxis zu übertragen. Durch die Hingabe an Sport und
indheitsturnen iſt die Frau von heute energiegeladen und
elaſtiſch geworden und will durch dieſe männlichen Metho=
s
nicht nur geiſtige Erſtraffung für die Anforderungen der
, ſondern auch Schönheit gewinnen. Denn Schönheit
Bn die Evastöchter immer geſucht. Die Griechinnen und die
Sierinnen, ebenſo wie die Germaninnen und die Frauen von
Sem und heute. Ohne Körperkultur hat kein weibliches Ge=
Eiiht je Schönheit noch Geſundheit erreicht. Man wird alſo
s dagegen einzuwenden chaben, wenn Frauen Sport betrei=
das
heißt vernünftigen Sport und beileibe nicht Mode=
bei dem der ſchick ſitzende Schal wichtiger iſt als die voll=
nde
Lunge oder der ſpitzkappige Lackſchuh für idealer an=
en
wird als das formſchöne Schienbein. Aus dem Sort
18 iſt das moderne Frauenideal entſtanden. Leider hat es
*Node und der Geſchmack der Männer verbildet. Die merk=
ige
Vorliebe des Männergeſchlechtes für eckige Figuren,
dich von den ſogen. klaſſiſchen Idealgeſtalten des helleniſchen
Szauers meilenweit entfernt und an die in Körperumfang
ſtende Venusgeſtalt gar nicht mehr erinnert, hat zur Verküm=
nng
des Frauenkörpers geführt. Die Mode unterſtützte die=
ſe
Zeſtreben und brachte ein modernes Frauenideal zuwege, lichen das Ewige erkennen, das uns hinanzieht.
d ich durch Hüftloſigkeit, Ueberſchlankheit und Eckigkeit aus=
ze
tet. Die Kleider der Modedame müſſen hängen und
us n ſich beſtreben, in möglichſt ſalopper Weiſe das Weibliche
de Frauenkörpers zu verwiſchen. Wir können in der Geſchichte
de 2leidung beobachten, wie man ſeinerzeit das gegenteilige
Behen beobachtete. So war z. B. nach der Periode der
K line, die erfunden wurde, um Schwangerſchaft zu verber=
ge
me Zeit Mode, mit einer imitierten Schwangerſchaft ſeinen Briefen über die Pſychologie des Weibes, 1862, ausein=
inde
des 18. Jahrhunderts, wenn Frauen bei allen Gele=
n
der eckigen Schultern und der eckigen Körperkonturen
(d geworden. Gleichzeitig wurde der Schwanennacken,
nkörpers gilt als unmodern, ſo kam die Geſtalt der
rierten Frau auf die Tagesordnung!
1ete, überwogen die zarten Linien an Hals und Schulter,
zu-and Sport betreibt, deren Bruſtkaſten wird ſich erweitern,
ſichh utlich ausprägen. Es iſt aber nicht notwendig, daß die Manne findet das Umgekehrte ſtatt: er kann anderer Geheim=
mr
ne Frau dieſen Sporttyp verzerrt, als Schönheitsideal niſſe verſchweigen, iſt aber mit ſeinen eigenen Angelegenheiten
be ur darauf ausgeht, alle Sentimentalitäten und ſogenann=
ter
Yondſcheingefühle der Frau geiſtig auszuſchalten. Die Frau nirgends werden mehr Freundſchaften gebrochen, als unter die=
] beſitzt: die Weiblichkeit.
liesh nicht ein durch die Zeit geſchaffenes Körpermal, nicht 1

Das ſchwerſte für den Menſchen
iſt Selbſterkenntnis. Arabiſch.
Ließ’ſt du beim Photographen ſchon
dein Bild anfert gen je, mein Sohn,
und zwar damit er nichts verpfuſche,
ganz ohne jegliche Retouche?
Dann weißt du auch, wie der erſchricki,
der ſolcher Art ſein Bild erblickt.
Ein Grau’n zumal wenn er bejahrt
durchſchüttelt ihn, ganz eigner Art,
er ſtarrt und wendet ſich voll Graus:
Mein Gott! Säh’ ich wirklich ſo aus!
Genau ſo würd’ es uns ergehen,
könnt man ſein geiſtig Bild beſehen,
naturtreu aufs Papier gebannt,
unretouchiert von Schmeichlerhand!
Nur wen ge würden ſich getroffen nennen,
die meiſien aber gar nicht ſich erkennen.
Georg Böſtiſcher.

unbeſchreiblichen Reiz geboren, der das Aeußere der Frau als
den Abdruck des inneren Menſchen erkennen läßt. Darum hatten
die alten Römer ſehr geiſttief für Art und Sitten nur ein
Wort: mores . .
Die Frau iſt in phyſiologiſcher Hinſicht kein ſchwaches
Weſen. Aber die neue Körperkultur hat keinen geſunden Geiſt
gebraucht. Gegen den vernünftigen Sport, der die vorhandenen
Anſätze zur Körperſchönheit erblühen läßt, der die Organe und
Muskeln kräftigt, der die Verweichlichung hinwegſchwemmt und
ſchließlich die athletiſchen Formen zum Ideal des modernen
Frauenkörpers erhebt, wird kein vernünftiger Mann, keine ver=
nünftige
Frau etwas einzuwenden haben. Aber der moderne
Frauentyp mit den eckigen Konturen iſt genau ſo ſchlecht wie es
die Frau als ätheriſche Zierpuppe war und kann den Männern
nie gefallen, die mit Walter von der Vogelweide im Namen
Weib Zartheit und Reinheit leſen oder mit Goethe im Weib=
Agnes Meitner.
4Iſt die Frauder Freundſchaft fähig?
Daß die Frauen einer Freundſchaft unfähig ſind, wie ſie ſich
unter Männern findet, iſt behauptet worden, und tatſächlich ſind
die berühmten Freundſchaftspaare der Geſchichte ſtets Männer
geweſen. Die Gründe für dieſen Mangel hat einmal ein feiner
was müßiger Menſchengeiſt nicht alles erfindet! eine Kenner der Frau, der große Frauenarzt von Siebold, in
hizulaufen, und es entſpricht den moraliſchen Anſchauungen andergeſetzt, die uns jetzt durch einen ſchönen, bei Richard Weiß=
bach
in Heidelberg erſchienenen Neudruck wieder zugänglich ge=
iten
mit nackten Buſen erſchienen. Aus dem Trieb der macht werden. Nach ſeiner Daxſtellung iſt die Frau eben ſo groß
nachzuahmen iſt auch das Ideal der Modefrau von in der Liebe, wie im Haß, aber eben deshalb iſt ſie eines gleich=
hel
hervorgegangen. Es kommt aus England. Die britiſche mäßigen innigen Gefühls für die Geſchlechtsgenoſſinnen unfähig.
deren Ideal niemals Ueppigkeit war, iſt in den Körper= Der Sprachgebrauch hat dies ſchon angedeutet, ſchreibt von
Siebold. Das Weſen der Freundſchaft liegt in dem Wort
Freund, welches der Mann von einem anderen braucht. Nur
lichter beſangen, verpönt, weiche, geſchwungene Linie des der Mann kann einen Freund in der edelſten Wortbedeutung ha=
ben
. Wenn die Frau von einem Freunde ſpricht, ſo wiſſen wir,
was das heißt; ſpricht ſie von einer Freundin, ſo heißt das ſoviel
s iſt ſelbſtverſtändlich, daß die Frau und das Mädchen als: Ich gehe wohl mit ihr um, ſie begleitet mich auf meinen
ute, die ihre Muskeln durch Sport ſtärken, andere Körper= Spaziergängen, leiſtet mir ſonſt Geſellſchaft; wir ſind recht intim
7 erhalten müſſen, als die Dame von ehedem, die ihr miteinander, d. h. wir treiben das edle Handwerk der Zungenfer=
* zum großen Teil auf dem Ruhebett, in der Chaiſe oder im tigkeit zuſammen, aber von meinen innerſten Geheimniſſen weiß
11 zubrachte. Solange die Frau ihre Muskeln nicht aus= ſie doch nichts. Es iſt überhaupt eine eigentümliche Erſcheinung,
daß Frauen, was den Punkt der Mitteilung betrifft, dieſer ſelbſt
uſtkaſten war ſchmal, die Geſtalt zierlich. Der Sport kehrt, vollen Lauf laſſen, ſobald es ſich um Geſchichten ihrer Nebenmen=
da
1thletiſche auch beim Frauenkörper hervor. Die Frau, die ſchen handelt, die ihnen von anderen, ſelbſt unter dem Siegel der
Verſchwiegenheit, mitgeteilt ſind: in ihren eigenen Angelegenhei=
der
Bizeps wird ſich ausbilden, deren Schulterformen werden ten, beſonders denen des Herzens, ſind ſie verſchwiegen. Beim
an.1 int und noch weniger notweidig iſt es, daß die neue Kör= mitteilend und offen. Der Umſtand, den ich ſoeben berührte, daß
Frauen der wahren Freundſchaft unter ſich nicht fähig ſind
vet durch dieſen verkümmerten Schönheitstyp das Edelſte, ſem Geſchelcht: ein Nichts kann ſie entzweien dieſer Umſtand
hat zur Folge, daß gegen ihre Mitſchweſtern ein geringerer oder
Iffon ſagt: Der Stil iſt der Menſch! und hat damit das höherer Grad von Gleichgültigkeit ſtattfindet, die ſelbſt an Ver=
Rr3 e getroffen. Der Stil des Menſchen iſt nicht Aeußer= achtung grenzt, und da der Menſch ſich viel leichter zum Schlim=
meren
wie zum Beſſeren neigt, ſo iſt der Weg zum Haß von dieſer
M /orm und nicht Geſellſchaftsetikette, ſondern durch jenen Gleichgültigkeit aus bei dem Weibe viel kürzer, als der zur Liebe.

Zur Berufswahl unſerer Töchter
Gerecht denkende Eltern werden der Berufswahl ihrer Töch=
ter
das gleiche tiefe Intereſſe entgegenbringen wie derjenigen
ihrer Söhne. Heute wiſſen auch die weltfremdeſten unter
ihnen, daß einmal die Eheausſichten für ihre Töchter außer=
ordentlich
ungünſtig ſind, zum anderen die vielleicht doch ein=
gegangene
Ehe durchaus nicht jene Verſorgung auf Lebens=
zeit
gewährleiſtet, als die ſie früher nach landläufigen Begriffen
geſchätzt wurde. Dabei ſoll keineswegs die zunehmende Neigung
ehelich Verbundener nach einer Scheidung ihrer Ehe ins Treffen
geführt, ſondern vielmehr, auf die außerordentlich ungünſtige
wirtſchaftliche Lage hingewiefen werden, die es dem Ehemanne
vielfach, ſelbſt bei beſtem eigenen Willen dazu, unmöglich macht,
ſeiner Ehefrau jene ſorgloſe Exiſtenz zu bieten, auf die ſie bei
Cingehen der Ehe ſelbſt hoffte.
Wenn heute alſo unſere Töchter vor die Berufswahl geſtellt
werden, dann muß bei der Wahl des für ſie geeigneten Berufes
nicht nur ihre geſundheitliche Anlage, ihre Eignung und Befähi=
gung
in Betracht gezogen, ſondern faſt in gleichem Maße auch
die Möglichkeit erwogen werden, ob der gewählte Beruf im Not=
falle
auch in der ſpäter eingegangenen Ehe, neben ihren viel=
fachen
Pflichten als Ehefrau, Mutter und Hausfrau noch mit
Ausſicht auf tatſächlichen pekunjären Gewinn für ſie und ihre
Familie von ihnen ausgeübt werden kann. Gerade dieſer letztere
Punkt wird bei der Berufswahl nur wenig berückſichtigt, weil
die Hoffnung auf eine günſtige Lebensſtellung der ſpäteren Ehe=
frau
die Eltern vielfach leicht darüber hinwegſehen läßt, daß
auch dieſe Medaille eine Kehrſeite hat und unglückliche Zu=
fälle
, verſchuldete oder unverſchuldete Arbeitsloſigkeit des Ehe=
herrn
oder Krankheit desſelben, wie die heute ſtändig wechſeln=
den
, wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſchließlich mit einem gebiete=
riſchen
Muß vor die Ehefrau treten können, dem ſie ſich wohl
oder übel fügen, d. h. zur früheren Berufs= und damit zur
eigenen Erwerbstätigkeit zurückkehren muß. Je ſelbſtändiger
ſie dabei nun ſein kann, je leichter ſie mit dieſer ihre Hausfrauen=
und Mutterpflichten zu vereinen vermag, um ſo erträglicher wird
dann auch für ſie die neue Bürde ſein, die ſie gezwungenermaßen
auf ſich nehmen muß. Mit anderen Worten: übte ſie als Mäd=
chen
einen Beruf aus, den ſie ſpäter als ſogenannte Heimarbeit
in ihrer Häuslichkeit ohne eine Bindung an beſtimmte Arbeits=
ſtunden
verrichten könnte, dann würde ſie um ſo leichter der Dop=
pellaſt
von Berufs= und Hausfrauentätigkeit gewachſen ſein,
während außerhäusliche Tätigkeit der Ehefrau immer mehr
oder weniger Verfall der Häuslichkeit, Vernachläſſigung der Kin=
der
in geſundheitlicher und erzieheriſcher Hinſicht und Lockerung
der Familienbande bedeutet, wenn ſie ihr nicht ſo viel einbringt,
daß ſie ſich eine Steſllvertreterin für Haushalt und Kinderwar=
tung
und =Pflege zu halten vermag. Sehr ausſchlaggebend iſt
auch die wirtſchaftliche Leiſtungsfähigkeit der
Eltern beider Berufswahl der Töchter, namentlich
dann, wenn ſie einem Beruf zuneigen, der, wie höherer Schul=
beſuch
und Studium oder Ausbildung im Kunſtgewerbe in den
höheren Künſten, langjährige, regelmäßige Zuſchüſſe oder gänz=
liche
Unterhaltungspflichten der Eltern bedingen. Unendlich viel
bitteres Leid und ein Heer drückendſter Sorgen wurde ſchon über
ſo manche Tochter verhängt, wenn ſich die Eltern über dieſen
Punkt nicht völlig klar waren und ihre Unterſtützungspflicht in
ſolchen Fällen gegenüber der Tochter nur auf die vage Hoffnung
gründeten, daß ſie dazu wohl immer imſtande ſein würden, ohne
die Gewißheit ihrer Durchführung zu haben.
Letzten Endes müſſen natürlich auch die Berufsausſichten
bei der Verufswahl unſerer Töchter in Rechnung geſtellt werden.
Mit einem es kann und wird hoffentlich iſt nun einmal heut=
zutage
kein Beruf zu wählen. Er muß, da er in der Mehrzahl
aller Fälle der Lebensberuf für ſie werden muß, (da die
Eheausſichten zu gering ſind), für die Zukunft bei gründlichem
Wiſſen und Kenntniſſen, bei Fleiß, Ausdauer und Hingabe tat=
ſächlich
ein ſicheres Einkommen gewährleiſten. Welcher Art der
künftige Beruf ſein wird, dieſe Frage ſpielt glücklicherweiſe beim
gebildeten Mittelſtand keine Rolle mehr, ſeit der Götze Stan=
desgemäß
durch die Umwertung aller Werte alſo auch der geſell=
ſchaftlichen
Umſchichtung, endgültig von ſeinem ſo lange behaup=
teten
Thron geſtoßen wurde. Nur der Arzt, der das junge
Menſchenkind und ſeine Konſtitution möglichſt jahrelang ſchon
kennt, ſollte noch ein gewichtiges Wort mitreden dürfen, wenn
eine Reihe geeigneter Berufe zur engeren Wahl geſtellt werden,
zu deren Angabe eine der vielen vorbildlich arbeitenden Be=
rufs
=Beratungsſtellen immer bereit iſt.
Eliſabeth Thielemann.

* Die Malerin

cht allzuoft im Leben begegnet man Menſchen, von denen
MeDh mit Bedauern trennt, und noch ſeltener ſolchen, an die
mech ſpäter mit Sehnſucht erinnert. In beſonders hohem
G gilt das für den, der im fremden Lande weilt, dem die
d0c mmer teilweiſe bleibenden Schwierigkeiten der Sprache
un 1 s Weſengetrennte der fremden Volkspſyche es nur ſelten
el.n, einen ſicheren Einblick von der Seele eines Menſchen
mmen.

der
unSt
die 2
Da-n
wiri
1Ez1
vor-1
derzt
konA
See‟

ihre
ME1
Naxo
undi

meinem ſtillen Winkel, wo ich den Sommenr zugebracht
NEl abe ich bei der alten Malerin im Pavillon des verwach=
er
Schloßparkes einen Zufluchtswinkel für meine Ruheſtun=
unden
, wo ein Fremder vollaus leben und atmen kann
ein ſtarker Sinn und eine lebensbefruchtende Phantaſie
del des heutigen Lebens noch vertreiben können und das
über die Troſtloſigkeit der grimmen Zeiten heben kann.
der bunten Welt aller Werke des Ateliers kann man die
Secht, Kampf und Sorge eines langen Lebens leſen. Da
zählt von ſchweren Schickſalsſchlägen, von bitteren Eut=
igen
, von den einſamen Mühen langer Wege. Aber auch
29, von einem zähen Kampf für ein Ziel, von der pochen=
ruhe
des eigenen Herzens und der großen Muſe, die
Wenn man die Meinung des Lebens entdeckt und die
er Dinge.
Iſt nicht meine Abſicht, mich in Auseinanderſetzungen über
nſt zu verirren. Ich bin kein Kunſtverſtändiger, ſondern
anſpruchsloſer Diener der Feder. Daher beſchränke ich
f ein anderes Gebiet, wo ich als Menſch und Schriftſteller
viel zu verdanken habe.
wohne hier in einer der ſchönſten Gegenden Deutſch=
Zwiſchen den mächtigen Buchenwäldern des Gebirgs=
HI tnd den großen Weiden der ewig wechſelnden Ebene. Die
1* hier ſo verſchwenderiſch reich, zu gleicher Zeit mächtig
C ernſt und lächelnd. Die Luft iſt ſo leicht, ſo gefättigt
Di) higeruch und mein kleines Paradies ſcheint noch in dem
2Szuſtand der guten, alten Zeit ſtehen geblieben zu ſein.
Amte alſo annehmen, daß die Menſchen, die hier ihr

Leben friſten, ſich frei und glücklich fühlen würden. Aber, nein!
Hier wohnen größtenteils nur die als Flüchtlinge des Lebens
tatloſe Meditierer, die, die das Liebſte im Leben verloren haben,
die, die einmal etwas waren, aber jetzt durch die Uebermacht
des Schickſals die Jahre nutzlos verrinnen fühlen. Sie haben
keine Kraft, ſich von dem Verſchollenen zu reißen, keinen Mut,
ihre Geſichter der Zukunft zuzuwenden. Sie ernähren ſich mit
verblichenen Erinnerungen und ſinken täglich tiefer in den
Sumpf des hoffnungsloſen Augenblicks. Daher merken ſie nicht,
daß das Leben ſie ſchon längſt hat vorbeilaufen laſſen, daß ſie
ſelbſt geſtorben ſind und nur als blutloſe Schatten ein Schein=
leben
im Erwarten auf den Tod führen.
In dieſer grauen Nebelwelt gehört die alte Malerin zu den
wenigen, die noch im wirklichen Leben ſtehen, die noch eine Auf=
gabe
haben in dieſer mühevollen Welt. Ihr Haus iſt hier der
gegebene Mittelpunkt für diejenigen, die noch leben, die das Be=
dürfnis
und das Können noch beſitzen, ſich mit anderen Dingen
zu beſchäftigen, als bloß mit dem Grau des kärglichen Alltags.
Alle, die irgendeine Beziehung zum geiſtigen Leben beanſpruchen,
können es ſich zu einer gewiſſen Ehre anrechnen, hier empfangen
zu werden. Hier trifft man reiſende Berühmtheiten aller Welt,
hier verkehren Schauſpieler, Literaten, Muſiker, ſchaffende Künſt=
ler
und Wiſſenſchaftler aus den benachbarten Großſtädten und
Laien, die das Bedürfnis haben, ſich innerlich lebendig zu er=
halten
. Hier kann man immer was Neues hören aus der Welt
des Geiſtes, man darf ſeine Gedanken ventilieren und kann be=
fruchtende
Impulſe bekommen. Man kann kommen mit den
Sorgen und Kümmerniſſen des eigenen, kleinen Ichs und zu=
rückkehren
, erfriſcht und verjüngt nach einem Bad in der Quelle
des Lebens. Man hält ſich hier im Kontakt mit dem Wichtigſten
im Leben: mit der Welt der Ideen. Der kleine Pavillon iſt
der Salon der Gegend und die Frau des Hauſes macht les
Honeurs mit dem Charme ihres originellen Künſtlerweſens und
der großzügigen Gaſtfreiheit der alten Zeit. Was von zeitlichen
Dingen geboten wird, iſt bei Gott nicht großartig, denn die alte
Malerin teilt im vollſten Grade das Schickſal der Künſtlerwelt:
die materielle Entarmung. Aber ſie bietet nur vom beſten was
ſie hat, unbegrenzt und aus wärmſtem Herzen, mit einer Geſte
und einem Stil, die den Grand=seigneur=Geiſt verſchollener
Zeiten in die ſtilloſe Neuzeit fortgepflanzt hat.

Sie, deren Heim jedem Suchenden und Einſamen offen ſteht,
teilt doch das Schickſal des geborenen Gebers: die innere Ein=
ſamkeit
. Man genießt die hohe und erfriſchende Atmoſphäre,
man geht fort, den Sinn von neuen Eindrücken überfüllt, aber
wie wenig hat man ſich nicht im gedankenloſen Egoismus um
ihr innerſtes Weſen bekümmert. Ihres einſamen Lebens.
Vielleicht erklärt dieſe menſchliche Einſamkeit ihre große
Liebe zu den Tieren. Zwei Hunde und ſechs Katzen erleichtern
nicht die Arbeitslaſt einer alleinſtehenden, alten Frau, deſto mehr
als Künſtler in der Regel ſo wenig für häusliche Sorgen übrig
haben. Wie äußerſt knapp ſie es auch oftmals hat, die Tiere ver=
miſſen
nichts. Alle ſind ſie einmal zu ihrer Tür gekommen, als
arme, heimloſe Geſchöpfe, vor Hunger und Kälte winſelnd. Alle
haben ſie hier ein Heim gefunden bis zum Todestage. Wenn
jemand andeutet, ſie ſollte ihre Liebe auf eins, oder zwei be=
ſchränken
, ſagt ſie mit einem Stolz, wozu ihr vornehm gerad=
liniger
Charakter ſie berechtigt: Noch nicht einen Freund habe
ich einmal in einer Kleinigkeit getäuſcht; ſollte ich denn das un=
begrenzte
Vertrauen der Tiere zum Menſchen täuſchen und
meine Freunde töten laſſen? Vor dieſer Philoſophie der groß=
zügigen
Treue ſteht man ohne Antwort.
Mir, dem Fremden, wurde ihr Heim ein Stück meiner
Heimat. Verſtändnis, Geduld und Sympathien wurden mir da
immer entgegengebracht, und die Lehrtümer und Anregungen,
die ich da bekommen habe, haben, mich in meiner Arbeit, ein
gutes Stück weitergeführt. Mit Verſtimmung verlaſſe ich ein=
mal
meine alten, ſelbſtloſe Freundin, aber reicher und freier.
Deshalb iſt es mir immer leid, zu ſehen, wie diejenigen, die ihr
offenes, zwangloſes Künſtlerleben und die Eigenart ihres
Bohémeweſens nicht verſtehen, ſie unter dem konventionellen,
bürgerlichen Geſichtswinkel beurteilen. Großen Schaden haben
ſie einem Menſchen dadurch zugefügt, der von ſeiner Arbeit leben
muß, denn in einem Winkel iſt man mehr wie in der großen
Welt von dem Nachbar abhängig.
Aber noch größeren Schaden haben ſie ſich ſelbſt zugefügt,
indem ſie ſich ſelbſt von dem Einfluß eines ſelten warmen und
reichen Herzens ausſchalteten, das ſie über vieles hätte tröſten
können, was ſie jetzt zu Boden drückt.

[ ][  ][ ]

Hetse

*Der praktiſche Herbſimantel
Wenn auch die enge, gerade Grundform der Mäntel keine
veränderte Linie zeigt, ſo weiſen doch beſtimmte Einzelheiten au
die Neuheit des Kleidungsſtückes hin und geben ihm die moderne
Note. Da ſind zuerſt die Pelerinen=Teile. Wie Ueberbleibſel
der Cape=Mode decken ſie nur einteilig den Rücken oder ſind zwei=
teilig
an den Achſeln befeſtigt, gleichſam als Flügel den Aermel
mit dem Rückenteil verbindend oder ihn ſelbſt bildend, wie Abb.
8156 zeigt. Typiſch für die neue Herbſtmode iſt ferner der
Kragenſchal, Abb. 8155, der als gerader langer Streifen den
Halsausſchnitt begrenzt und mit den langen Enden um den Hals
geſchlungen wird, ein wärmender Erſatz für Pelz, deſſen Anwen=
dung
an dieſen praktiſchen Mänteln an und für ſich als ſtillos
gilt. Auch den Aermelaufſchlägen und =anſätzen wird bei den
neuen, meiſt gürtelloſen Mänteln beſondere Sorgfalt geſchenkt.
Ihre Garnitur wiederholt ſich faſt ſtets an anderer Stelle. Am
Kragen, an den Taſchen, den Gürtelteilen, oder am unteren
Rand. Faſt alle neuen Mäntel treten breit nach der linken
Seite über und werden hier durch einen Knopf gehalten. Be=
ſonders
intereſſant geſtalten ſich die Taſchen, die in unzähligen
Variationen geformt und verziert werden, den Abſchluß von
Gürtelteilen bilden oder auch die unter ihnen durchgeleiteten
Schalenden feſthalten. Die Modelaune, die Mäntel zu kürzen,
ſo daß ein Streifen des Kleides ſichtbar wird, wie an Abb. 8155,
wird nicht viel Anhänger finden. Und mit Recht! Denn ein ele=
ganter
Mantel verliert dadurch an Linie, ein einfacher an prak=
tiſchem
Wert, ſoll er doch warm halten, das Kleid ſchützen oder es
berdecken. Das Material, das für die Mäntel verarbeitet wird,
zeichnet ſich durch beſonders mollig, weiche Qualität aus. In
allen Holztönen und gedeckten Farben ſtehen Velours de laine,
Velours de Smyrne (ein in Art der Smyrnateppiche geknüpftes
Gewebe), Plüſch und flauſchartige Stoffe zur Verfügung, unter
denen die Karomuſterung ſich ganz beſonderer Beliebtheit er=
freut
.
Beſonders als praktiſcher Reiſemantel eignet ſich die Abb.
8156. Die Neuheit des Mantels beſteht in den umhangartigen
Teilen, die oben paſſenartig die gereihte Vorderachſel mit dem
Rückenteil verbinden. Dem unteren Aermelrand iſt eine Blende
aufgeſteppt, die vorn einen Knopf, in etwa 50 Zentimeter Ent=
fernung
ein Knobfloch erhält. Dies ermöglicht, den umhangar=
tigen
Teil zuſammenzuknöpfen, ſo, daß er den Eindruck eines rich=
tigen
Aermels macht und auch den gleichen Schutz gewährt. Der
durch eine aufgeſetzte Blende vervollſtändigte Kragen ſchließt mit
Knopf und Knopfloch. Erf.: etwa 4,70 Meter imprägnierter
Gabardine, 120 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 84,92 und
100 Zentimeter Oberweite.
Auch als Reiſe= oder Sportmantel anzuſprechen, iſt Abb.
88283. Geſtreifter, karierter oder melierter Stoff eignet ſich
gleichwertig für die hübſche Form des Mantels, die rückwärts
glockig ausfällt, vorn durch den durch Einſchnitte geleiteten Gür=
tel
gehalten wird und nach Belieben mit Pelz unterfüttert wer=
den
kann. Erf.: etwa 3,60 Meter Stoff, 130 Zentimeter breit.
Beher=Schnitte für 46 und 52 Zentimeter halbe Oberweite.
Noch immer iſt die Raglanform für einen einfachen, prakti=
ſchen
Wettermantel beliebt, wie ihn Abb. 8034 zeigt. Lodenſtoff.
imprägnierter Gabardine, Cover=Coat oder anderer waſſerdichter
Stoff bilden geeignetes Material für dieſe Form, die durch einen
ſchmalen Stoffgürtel zuſammengehalten wird. Apart ſind die
aufgeſetzten großen Taſchen mit zuknöpfbaren Längsſchlitzen.
Erf.: 3,75 Meter Stoff, 130 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für
92,96 und 104 Zentimeter Oberweite.
Der in ganz gerader Schnittform gearbeitete Mantel aus
kariertem Wollſamt, Abb. 38114 kann offen und geſchloſſen ge=
tragen
werden. Durch Biefenſäumchen auf den Achſeln paßt er
ſich der Figur an. Ueber den längs der Mitte mit einer Tollfalte
ausgeſtatteten Rückenteil ſpannt ſich ein Gürtel, der rechtsſeitig
der aufgeſetzten Taſche aufgeknöpft iſt. Aus einem Einſchnit un=
terhalb
des Eingriffes hängt eine unten aufgeknöpfte Stoffpatte.
die ſich an den Aermeln wiederholt. Erf.: etwa 3,60 Meter Stoff
139 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 46 und 52 Zentimeter
halbe Oberweite.
M. 8155 zeigt einen karierten, kurzen Mantel für die Reiſe
mit Kragenſchal aus kariertem Flauſchſtoff. Die Achſelärmel ſind
am Handgelenk durch Knopfſpange zu verengen. Seitlicher
Schluß durch längliche Knöpfe. Durch Knöpfe geſchloſſene, mit
Vorſtoß verſehene Taſchen. Erf.: etwa 3,75 Meter Stoff, 120
Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 88, 96 und 104 Zentimeter
Oberweite
Wo keine Schnittverkaufsſtelle am Ort, ſind alle Schnitte und
Muſter zu beziehen durch Beyer=Schnitte, Leipzig, Rathaus=
z
.

WA0S4

*Die neue Mode
Die Koſtüme bieten einen neuen Anblick durch die Länge
der Jacke, die oft nur einen kleinen Teil des Rockes ſichtbar wer=
den
läßt. Der Jackenkragen iſt häufig mit Pelz beſetzt. Der
Schalkragen iſt wiederum an zahlreichen Modellen zu ſehen. Die
Jacken ſind meiſt ganz gerade, erweitern ſich zuweilen nach unten
zu. Im Stil bleiben ſie ſtreng. Große Knöpfe bilden häufig den
Aufputz. Noch immer herrſcht die Gürtelloſigkeit vor. Den
Gürtel wendet man hauptſächlich bei den Sportkoſtümen an,
aber man ſetzt ihn ſchon ein wenig höher, als es bisher der
Fall geweſen und ſchließt ihn mit einer großen Schnalle. Die
Aermel ſind eng, in der Schulter eingeſetzt, die Manſchetten wer=
den
mit Pelz oder mit geknüpften Patten garniert.
Der Mantel umſchließt eng wie ein Futteral den Körper
aber er wird nicht mehr mit der Hand gehalten, ſondern ſeitlich
durch einen oder mehrere Knöpfe geſchloſſen. Daneben beginnt
bereits der Directoire=Stil ſich in die Modelinie einzuſchleichen,
ein neues Modell zeigt vier Knöpfe, die den Taillenſchluß hoch
markieren, während von den Hüften der Stoff in beginnender
Weite fällt. Die Mannigfaltigkeit der Stoffe ſelbſt iſt ſchier un=
endlich
. Wir ſehen als letzte Modeneuheit die boppelſeitigen
Stoffe, auf der einen Seite einfarbig, auf der Abſeite ſchottiſch
oder kariert, wodurch ſehr gute Wirkungen erzielt werden können,
daneben den dicken Seidenrips, glänzenden Atlas, ſowie ſchwarze
Samtarten und ſolche in matten Farben.
Die meiſten Mäntel ſind mit Pelz verbrämt, was ebenſo prak=
tiſch
, wie kleidſam iſt. Man ſieht ſchwarze und weiße Pelze und
viel Chinchilla oder ähnlich gefärbten Haſen, der weniger koſt=
ſpielig
iſt und gleichfalls ſehr hübſch wirkt.
Die Tageskleider weiſen einen jugendlich flotten Stil
auf. Ihr Schnitt iſt ſehr einfach. Man trägt dieſe Kleider ſehr
kurz und eng eine größere Bewegungsfreiheit wird durch ſeit=
lich
eingeſetzte Falten oder durch Einſchnitte erreicht. Die Aer=
mel
ſind lang und glatt. Der Kragen zeigt ſich in den verſchie=
denſten
Arten. Man ſieht viel angeſchnittene Schals, den neuen
chineſiſchen Stehkragen und ſchließlich immer wieder den Bubi=
kragen
. Oft wird der Kragen auch nur von einem Pelzſtreifen
angedeutet, der ſich auf der einen Seite des Kleides fortſetzt.
Alle dieſe einfachen Kleidchen beſtehen faſt immer aus Seide
oder Samt, man ſieht viel Satinkrepp, Rips und Kunſtſeide. Für
den Abend bietet uns die Mode eine großzügige Auswahl al=
ler
Arten. Viele große Häuſer zeigen hübſche Modelle mit ſtark
erhöhter Taillenlinie. Einige pliſſierte Volants, die ſich nach un=
ten
zu verengen, wirken an dieſen neuen Kleidern ſehr graziös.
Für diejenigen Frauen, welche ſich dieſem Stil nicht anpaſſen
wollen, gibt es gerade, gürtelloſe oder tiefgegürtete Kleider aus
Perlſtoff, Brokat oder Samt, die mit breiter Feder= oder Pelz=
garnitur
abſchließen. Neu ſind ebenfalls gerade pliſſierte Hänger
aus Georgettekrepp, welche auf einem mit Perlen beſtickten Unter=
kleid
gearbeitet ſind. Der Ausſchnitt der modernen Abendkleider
iſt wieder tiefer geworden, die Aermel exiſtieren nach wie vor
nicht. Man trägt dazu lange breite Tüllſchärpen in abgeſtimmter
Farbe oder jene großen geſtickten oder bedruckten Tücher, welche
oft kleine Wunder an Koſtbarkeit ſind.
Blumen ſind wieder ſehr beliebt, man erzielt gute Wirkungen
durch Roſen in lebhaften Farben, oder kleine Biedermeierbuketts
in alten Tönen.
Als modernſte Farbe kann wieder ſchwarz gelten, aber wir
ſehen tagsüber auch viel braune und grüne Töne, während am
Abend ſämtliche Farben der Malerpalette erſtrahlen dürſen.
Sehr elegant und vornehm wirkt auch dann ſtets die Zuſammen=
ſtellung
ſchwarz=weiß.
Die Hüte behalten ihren kleinen Rand, während der Kopf
immer höher wird. Man biegt den Rand in allen erdenklichen
Arten und wählt unter den mannigfaltigen Garnituren: Band=
ſchleifen
, Geſtecke, lang herabfallende Federn, Ledermotive und
vieles andere mehr. Die Hüte werden meiſt aus glänzendem
ſchwarzen Atlas oder aus Samt verarbeitet, auch Filz erfreut ſich
weiter großer Beliebtheit. Phantaſtiſche Fächer, originelle Hand=
taſchen
und auffallend großer Schmuck tragen zu dem ſo be=
liebten
exotiſchen Anſtrich der Mode bei.
Eine reichhaltige Modeüberſicht geben die neuen Ullſtein=
Modealben (erhältlich in Buch= und Papierhandlungen und an
den Schnittmuſterſtänden der großen Kaufhäuſer). Die Vorlagen
ſind ſämtlich zur Selbſtſchneiderei beſtimmt und ermöglichen je=
dem
ohne große Koſten flott und modiſch gekleidet zu ſein.

A81SS

Der zeitgemäße Haushal
Wander= und Windjacken zu reinigen. Die U:
verwüſtlichkeit dieſer Kleidungsſtücke verführt leider oft zu eine=
gänzlich
unhygieniſchem, allzu langem Gebrauch derſelben. Au
ſie müſſen, ebenſo wie die Leibwäſche, regelmäßig gereinigt we
den, wenn nicht der typiſche, ſcharfe, oft geradezu beißen!
Schweißgeruch entſtehen ſoll, der nach lang ausgedehnten Wa
derungen die Umgebung des Wandernden direkt peinigen kan
Dieſe Reinigung wird am beſten und zweckmäßigſten auf folgen!
Weiſe ausgeführt, um zugleich den Staub und Schweiß der Kle
dungsſtücke gründlich zu entfernen, zu desinfizieren und dab
doch glatt und faltenlos, alſo ohne ſcharfe Knittern und Brüc
zu erhalten. Zunächſt weiche man ſie am Abend zuvor in reie
lich Bleichſodawaſſer ein. Am nächften Morgen bürſte mar
mit einer fetten, mäßig heißen Löſung, ſtrichweiſe von links ur
rechts gleichmäßig durch, die man aus 5 Litern Waſſer und 3 C
löffeln Perſil bereitet. In einer halb ſo ſtarken, gut handwe
men Löſung, läßt man ſie darauf noch eine Viertelſtunde
durchziehen, ſpült darauf in reinem Waſſer, bis dieſes klar
läuft und läßt ſie über einem Bügel, tadellos in Form gez09
und geſtreckt, namentlich an den Rändern gut ausgezogen, Hlei‟
mäßig austropfen und trocknen. Im Notfall können derarti.
reinigte Leinwandwindjacken von blauem oder grauem gio
Leinen auch ohne Bügeln wieder getragen werden.
Farbige Lederſchuhe aufzufriſchen. Zuvor II.
das Leder gründlich von alter Schuhereme durch Abreiben
Benzin oder Benzol befreit werden. Schwarze Streifen
Flecken, die durch Schmutz oder Anſtoßen der Sohlenränder
ſtanden, weichen einer Behandlung mit roher Milch, die
mit einem Leinenläppchen aufreibt. Danach behandele man,
Schuhe mit leichtem Seifenwaſſer und einer Strumpfſocke,
ſie gut austrocknen und überziehe ſie dann gut und gleichme
im gewünſchten Farbton mit Wilbra (Drogerie). Iſt auch d.
Ueberzug getrocknet, dann reibe man ſie mit wollenem Lak
mattglänzend oder durch Ueberreiben mit Bohnerſpagls
glänzend.
Ameiſen aus Schränken und Vorratsräun
zu vertreiben. Ein einfaches Mittel, Ameiſen aus Sc
ken und der Speiſekammer zu entfernen, iſt das Aufſtellen
flachen Schalen mit Fenchelöl, noch beſſer jedoch trantt
Zeitungspaßierbogen mit dieſem; dieſen Geruch fliehen
Ameiſen.
* Das Säubern der Zimmertüren. Beim 81.
lichen Reinewaſchen der einzelnen Wohnräume kommen
die Zimmertüren an die Reihe, denen nach täglich nur flucht.
Abſtauben von Zeit zu Zeit eine ſorgfältige Säuberung Io.
Gut gereinigte Zimmertüren verleihen aber dem ganzen. 2
gemach etwas leuchtend Sauberes. Wir haben in unſeren
nungen hell= und dunkelgeſtrichene, lakierte, tapetenuherd:
Türen oder auch mit Glasſcheiben verſehene Schieberre.
verſchiedenartige Reinigungsbehandlung gebrauchen. Hi=
berung
der weiß=oder hellgraugeſtrichenen Türen verwenge.
zweckmäßig warmes Seifenwaſſer, das mit einem Schuß Sl.
ſpiritus gemiſcht iſt und die damit abgewaſchenen
blendend ſauber macht. Eine kleine Bürſte hilft dabei die
reinigen. Nachdem die Tür bis zum oberſten Abſatz abgele
wird ſie mit klarem Waſſer abgeſpült. Die dunkelgenie
Türen werden nur feucht abgewiſcht. Nachdem ſie vollig !
net ſind, reibt man ſie, um ſie etwas aufzufriſchen, mir Eiu
Oel ab. Hierzu tränkt man ein Läppchen mit Speiſeol ooe
Terpentinöl und poliert die Tür. Die ſchwarz= oder
lackierten Zimmertüren werden ebenfalls feucht abgelede"
dann mit ein wenig Petroleum glänzend gerieben, Ia
ſie vorher völlig übertrocknet waren.
Räucherwaren vor dem Schimmeln zu bei
ren. Mit einer Salzmiſchung aus Kochſalz mit w.
Waſſer breiartig angerührt, ſtreiche man die Fleiſchwaren."
Pinſels gleichmäßig ein. Nach ein paar Tagen hat ſich un
eine dünne Schicht von Salzkriſtallen gebildet, die dem Sch
wirkſam vorbeugen. Hat man jedoch dieſes Verfahren zu
ken Zeit verſäumt und über ſchimmelbedeckte Räucherwa!
rlagen, ſo waſche man dieſe mit lauem Waſſer ſorgfältig e
ſie auf gleiche Weiſe zu behandeln.
Speiſezettel.
Sonntag: Pflaumenſuppe. Hammelragdut zu Ka=
mus
. Geſchmorte Birnen.
Montag: Pilzauflauf mit Peterſilienſoße.
Dienstag: Linſen mit Backpflaumen und Schware
Mittwoch; Birnenkartoffeln, ſauerfüß mit Brühwü
Ohnnerstag: Gelbe Erbſen mit Sauerkraut und
Zwiebeln.
Freitag: Fiſchbällchen mit Kapernſoße.
Samstag: Dicke Nüdeln mit Tomatenſoße und ger!
Schweizerkäſe,

[ ][  ][ ]

Etet 286.

Darmſtädter Tagblatt, Sonutag, ben 14. September 1924.

Seite 15.

*iunndags=Roochmiddags=Bedrachdunge.
Bekanntlich gibt’s im große allgemeine drei Sorde vun Groß=
m
. Un zwar: erſtens ſolche, die wo’s ſin; zwadens ſolche, die
! gern ſei mechte; un drittens ſolche, die wo’s nie wärrn.
Serſte Baddie zehlt zu de große Großſtädt, die zwadd zu de
E.e un die dritt Sord zu de ganz klaane Großſtädt.
Zu welchere bun dene drei Sorde mir zehle, deß leßt ſich
mirlich ſo aus em Handgelenk net ſage. Deß kimmd nemlich
ge druff aa, ob mer die Frag aus de olimbiſche Gefilde vun=
en
Owwerborjemaaſterspoſte aus beaagabbelt, odder ob mer
ab hundsgewehnlicher Berjer im Schweiße ſeines Ageſichts
ſe rod ißt un Staab ſchluckt, als wann mer’s bezahlt kreegt.
necht in dem Fall vorſichtshalwer emol kaa Endſcheidung
da= un kaa Dawäß=Gudachte driwwer abgäwwe; fielmehr:
ich elle anheim!, wie’s als ſo ſchee bei de klagne Afrage im
N13dag haaße dhut.
Jann mich awwer doherngäche ganer freegd, zu wos for=e
S vun Großſtädt ich unſer Haubdſtadt rächen, ſo halt ich
norlich mit meim Urdaal net zurick un ſag im Bruſtdon der
Fy rzeichung: mir zehle zu dene Großſtädt, die wo noch kaa
ſix vwei gern ſei mechte un nie werrn. Dann warum? Nem=
lies
iz aafach, weil zwaa Seele, ach, in unſerer Bruſt wohne;
dre a hellt’s un die anner leßt’s net geh. Odder, um mich
ge nverſtändlich auszudricke, die aane mechte aus Darmſtadt
geſoe Ard Frankford mache, un die annern mechte Weimar
de ing ablaafe. Un deß leßt ſich nu’ bladderdings net mitnanner
ve zbele. Ganz gleichgildich, ob mer als beſorchter Owwer=
br
naaſter im Indräſſe vum Stadtſäckel deß Reedſel bun de
fix bollidiſche Vogelspärreſpäckdief, aus leeſe will, odder ob
me 18 weimarianiſch a gehauchter Stadtbaurat die Endwigge=
lung
vum ſtreng=kinſtleriſche Geſichtswinkel
aus beeiflußt; odder ob mer als ſtaubgebo=
rener
, freier Berjer un Steierbezehler ſich
gäche jeden Fortſchridd ſtemmd.
Daß mag awwer aach ſchließlich ſei, wie’s
will, jedenfalls de Verkehr leßt ſich net
uffhalde, un die ſcheene Zeide, wo uff unſere
braade Rheinſtrooß einſam un goddverloſſe
e Akſeſiſt erumgewimmelt is, un die Droſchge=
kutſcher
ſin im Summer dem Schadde vum
Mullemend noochgefahrn, damit ſe kaan
Sunneſtich krickt hawwe, die ſin endgildich da=
hien
. Heid, wann heid aaner nor vum Land=
dags
=Stendehaus eniwwer uff die Poſt will,
dann kann=er ruhich
ſei Dodehemd a ziehe
un kann ſei Deſta=
mend
mache un kann
Abſchied nemme vun
ſeine. Ageheeriche,
dann bei dere Raas
geht’s uff Dod un
Läwe, un wann mer
aach bloß iwwer die
Gaß zu geh brauch.
Korz un gud de Ver=
unſere
Haubdſtadt,
der nimmt äwe For=
die
wo mer, meines Davierhaltens nooch, diräckt als groß= ſprunge un wollt ſchnell dem Wagefiehrer mein Standpunkt klar
ſch aſpreche kann. Un wann ſe aach noch kaa weiße Strich
wa vie er ohne Läwensgefahr iwwer die Gaß ſtolbern kann, ſo hadd. Deß hodd mich nadierlich e Stick mitgeſchleift un hodd
ſieh= er doch ſchun an einiche Blätz die Schutzleid, äxkieſe, Wacht=
mach
, mit de Aerm ſchlenkern wie verrickt, un Freiiewunge
mac in ſo, daß mer ſich diräckt nooch Berlin verſetzt glaabt; aach ſchun ſo e verflixder Benzinſchorſch rechts iwwer mich
ſor mer dene Leid draue kann, die wo ſchun emol dort worn, eweggefalle. In dere Siddewatzion hedd mich nadierlich e Schutz=

z nadierlich bei dere Endwiggelung unſer Bollezeiamd,
for’s richdiche Fungzioniern vun de Ordnung in de
Str ) verandwordlich is, kag ruhig Stund mehr hodd un in aam
Stisl ie Verordnunge un ſo erausknowele muß, deß is emol
ſe wie Kleesbrieh, wann net noch klorer. Un ich muß ſage,
Whſelocher Bollezeidiräckder macht=en äwe gaſchdich nvoch, dene
Aus) zbbillerich un dene Modohrradknadderer, un er dhut
dau-3, neie Bekanntmachunge erſinne in Bezugnahm bedräffs
bun) che=m Verkehr. Daß nadierlich die Bekanntmachunge un
Ber tunge vum Bollezeiamd hie un do als ſprachlich und im
Sas), net ganz ſtielgerecht ausfalle, deß leßt ſich bei dere Hatz,
wo jezu aa Verordnung die anner jagd, net ganz vermeide;
ſwi ens hawwe deß die Bollezeiverordnunge ſchun vun alders
her n ſich. Newebei bemerggd, ich will mich jo net grad vor=
drerl
awwer valleicht halte ſich, was des Sprachgefiehl abe=
lang
je hoche Beheerde, die wo ſich beruflich mit de Abfaſſung
bun kanntmachunge befaſſe, e bißche an große Vorbilder, zum
Bei 1 an . . . . . (Mei Beſcheidenheid verbied mer’s, den Name
e, awwer ich denk, wann ſe heecheren Orts noch e Weil
ie Lrlaudbarunge läſe, dann wärrn ſe ſchun wiſſe, wen ich
mae
geſagd, an Vorſchrifde un Verordnunge fehlt’s net, un
ftfahrzeugfuhrwerkslenker miſſe en Kobb hawwe wie e
Duir), wann ſe deß alles behalde wolle. Dene gächeniwwer
we tir aaffelliche Fußgenger diräckt als Stiefkinner behannelt,
Mr Te, ohne Verordnung, uff de Gaß erum ſchuſſele un derfe
verfahrn loſſe, wie un wann’s uns gefellt; nooch uns
Hahn, Un deßhalb mecht ich bei dere Gelächenheit

unſer hohes Bollezeipräſidentzium, deß wo ohne Zilinder um
eines Haubdes Länge alles Volk iwwerraacht, rächt freundlich un
inſtendich bidde, un es mecht doch ſo gud ſei un mecht, wann’s
Zeit hedd, doch aach emol for uns arme Fußgenger e paar Ver=
ordnungen
erlaſſe loſſe, damit mer doch ſähe, daß mer uns net
ganz vergeſſe hodd, un daß mer aach noch an uns denkt, un daß
mer uns net links lieje leßt, ſo daß mer net am End noch in
unſere Ahnungsloſigkeit zwiſche dem großſtädtiſche Fahrdamm=
verkehr
genzlich uffgeriwwe un verkrimmelt wärrn; mit aam
Word, e paar Verordnunge, damit mir Plaſterdibbler doch endlich
aach emol wiſſe, was Rechts und Links is, un wo mer im
Ernſtfall hiegeheern, um damit, daß mer net unner die Räder
kumme.
Nemlich mir, die wo mir zum Geſchlächt der Fußgänger ge=
heern
, mir derfe’s ewe mache, wie mer wolle, un do mache mer’s
verkehrt. Un wann mer, wie zum Beiſpiel ich, ſchun diräckt als
Verkehrshinnernis uff die Wäld kimmt, noochher is mer nadier=
lich
im Wähk, mer derf geh un ſteh wo mer will. So hab ich
neilich am Faixe Eck mit noch e paar Bekannde ſo e klaa Genfer
Velkerbundskunnferens abgehalde. Glaawe Se, daß mer in Ruh
aach nor aa Word hedde mitnanner redde kenne? Alleridd is
aaner midde zwiſche uns dorch gerennt, un hodd aam in die
Ribbe geſtumbt; ich mecht nor wiſſe, warum ſe’s all ſo eilich
hawwe, aach noch am Faixe Eck, wo ſich’s ſo wie ſo ſchun drickt.
No, mir hawwe uns net ärr mache loſſe un hawwe dodruffhie
unſer Kunnferens uff die Midde Stroß verleegt. Do war’s nadier=
lich
kaa Haar beſſer, im Gächedaal, do ſin ſe mit ihrne Audos,
Modohr= un Fahrräder an uns vorbei geſpritzt, hawwe aam
halwer mitgenumme un hawwe owwedrei aach noch räſſenierd.
Ei, es hedd net viel gefehlt, do hedd’s ſchließlich noch es greeßte
Unglick gäwwe. No, um alle Weiderunge aus em Wähk zu geh,
hab ich mein Velkerbund im Stich geloſſe un bin vorſchriftsmeßig
rechts zwiſche de Drammbahnſchiene die Rheinſtroß enunger=
gedabbd
und hab die Elektriſch ſtolz an meine linke Seid vabei=
fahrn
loſſe. ½s hodd net lang gedauert, do hodd’s hinner mer
geſchellt wie verrickt; awwer ich hab mich net in Drabb bringe
loſſe un hab gedenkt: Du kannſt mich gern hawwe. Ich war ja
in meim Recht, dann ich bin vorſchriftsmeßich rechts gange.
Awwer der elektriſche Drammbahnkutſcher hodd net noochgäwwe
un hodd uff die Schäll gedräde, als wann ſe ſei weer un hodd

kehr in de Ziddi vun mer zugerufe: Bimmbernellſen, gehſte vorne wäg! Wie ich
dann dem ſein Wage wedder meine Puffer geſpierd hab, hab ich
nadierlich des Spiel uffgäwwe un bin uff die link Seid ge=
mache
. Dodezu is es leider net mehr kumme, weil mich zwiſche=
Plaſterſtag gemolt hawwe, damit der ſimble Fußgenger zeidich vun rechts ſchun widder e Audo uff=em Drittbrädd ſitze
mich dann edwas unſanfd links wedder e Droddwakand ge=
feierd
, un eh ich nor gewißt hab, was eichendlich los is, is derr
mann aach nis mehr nitze kenne un wann=er mit de Aerm ge=
ſchlenkert
hedd wie e Windmiehl, daun ich hab zuletzt iwwer=
haubd
net mehr gewißt, wo rechts und wo links is.
Nu’ kennt mer jo ſage, de Fußgenger hodd nix uff em Fahr=
damm
zu ſuche, dann do hodd er nis verlorn, weil for den aanzich
un allag es Droddwa gemacht is. Awwer aach do kann mer
biddere Erfahrunge mache un mer is vor Zuſammeſteß net ſicher.
So gibt’s Leid, die wo ausgerächent ihr Zeidung uff de Straß
läſe miſſe, un die wo nadierlich kaa Aagemerk hawwe for deß,

was um ſe erum vorgeht. For die is nadierlich ſchun es klennſte
Kind e Verkehrshinnernis, die dabbe eifach druff los, aanerlag,
ob ſo alle Dag ſo e paar Wärmcher doddräde odder net. Un
dodebei gehn ſe grundſätzlich links und wann ſe bollidiſch noch
ſo weit rechts ſtehn. Meechlicherweis hawwe ſe aach noch
wagerächt de Rejeſcherm odder de Spazierſtock unnerm Arm un
ziehle domit ihre Mitmenſche in die Aage. Un wann uns Fuß=
genger
aach ſchun emol des Droddewa geheert, dann ſollte mer
uns aach was druff eibilde un ſollte net allen Dreck, den wor mer
grad net brauche kenne, druff ſchmeiße, wie zum Beiſpiel faule
Biern, Quetſchekern un Ebbelkrotze ätzäddera pepe. Daß aach e
Fahrrad nix uff=em Droddewa zu dhu hodd, aanerlaa, ob aans
druff ſitzt odder net, deß is ganz ſelbſtverſtändlich.
Bekanntlich is awwer des Selbſtverſtändliche grad deß, wos
mer mit konſtander Bosheid außer acht loſſe dhut. Awwer als
agehende Großſtädter, die wo mer ſei wolle, do ſollte doch mir
Fußgenger aach emol zeige, daß mer uff=em Damm ſin, awwer
um Gotteswille net uff=em Fahrdamm, dann der is eichens for
de Fahrverkehr do. Un wann ich aach kaa vun dene bin, die wo
bei jeder Gelächenheid nooch de Bollezei rieft, ganz im Gächedaal,
ſo is valleicht doch de Herr Bollezeidiräckder ſo gud wann er
ſchun in ſeim gnädiche Langmud kaa geharnichte Verordnunge
uff uns Fußgenger losloſſe will un hellt uns im Klaane Haus

emol en ſcheene Lichtbildervortrag iwwer des Thema: Der
agehende Großſtädter un wie er ſich als Fußgenger zu benemme
hodd. Unſer Bollezeidiräckder is bekanntlich e geborener
Meenzer un im allgemeine kaa Unmenſch, dodraus ſchließ ich, daß
ſei Vordrag ganz luſtich werrn kennt. Dann do kapiern ſe’s
beſſer, die Fußgenger, die dreidrähdiche.
Iwwrichens, mit ſo=eme Vordrag, wann=er ſchee uffgeſetzt
is, do kann ſich aaner beim Bubbligumm elend erausreiße.
Dann nor der Vordrag macht des Redners Glick, wie de
Geedhe im Schiller ſeim Fauſt ſchun ſo ſchee un dräffend ge=
ſagt
hodd. Deß hab ich die Woch deitlich geſähe, wie de Legal,
unſer neier Teßbibkarrnſchoffeer, ſei ureichenſte Gedanke iwwer
des kitzeliche Thema Therjader, Kredick un Bubbligumm vun
ſich gäwwe hodd. Wann ich aach ſage muß, daß ich bloß die Hälft
vun dem verſtanne hab, was=er geſagd hodd, weil dreivärrdels
bum Bubbligumm des reinſte Waldfriedshofsorradorium uff=
gefiehrt
hodd un hodd in alle Sprache gehuſt. Freilich, mei
Zwangsmiedern, die Gebirchsnelk, die mißginſtich, die hodd ge=
ſagd
, ich hedd deß ſowieſo net verſtanne, aach wann die Leid net
gehuſt hedder dann, ſeegt ſe, ich weer doch aa vun dene Parra=
ſiede
, die wo ſich bloß unnerm Therjader erumdricke dhete, als
godderſprich was krawweld do; un ich weer doch aach bloß aus
Neichierde in den Vordrag gange, weil ich ſähe wollt, wie ſo=en
Scheneralindendand in Wärklichkeid eichentlich ausſieht, un weil
ich mich bloß devo iwwerzeiche wollt, ob dann de Legal dadſäch=
lich
aach ſo en Kobb hedd, mit dem wo=ſen neilich in unſerm
Bilderbläddche abfoddegrafiert hadde; un iwwerhaubd, ſeegt ſe,
ich ſollt mich nor net ſo uffſpiele, ſie wißt, wer ich weer, un daß
ich vum Therjader en Dreck verſteh dhet, un daß ich bloß ins
Therjader un in die Vordräch gingd, damit die Leid ſähe dehte,
ich weer aach do, un am liebſte dhet ich mich, wie ſo=en ixbeliewiche
Brahlheinz, uff de äxbonnierdſte Blatz ſetze, bloß weil ich die
Leid weiß mache wollt, es gingd net ohne mich, un bamit mer
glaawe ſollt, ich weer de Spiriduß Räckduß; un ich weer iwwer=,
haubd net ernſt zu nemme un ihr kennt ich noch lang kaa Icks
for=e Uh vormache, do ſollt ich mer gefellichſt e anner ſuche.
No, goddſeidank, unſer Abonnemende kenne jo mei Zwangs=
miedern
un wiſſe, was ſe vun dere Raachſchwalb zu halde
hawwe. Un iwwrichens, wer mich am Middwoch beim Legal
ſeim Vordrag gefähe hodd, der waaß, daß ich mich net vornehie
gedrickt hab, ganz im Gegedaal, ſundern ich hab do geſotze, wo
ich meim Stand nooch hingeheer: nemlich uff de Juchhä. Un
wann ich aach dodorch eichentlich noch e bische heecher geſotze hab,
wie unſer Landesbabba un wie unſer Stadtowwerberger, ſo war
deß, wenichſtens vun mir aus, unbeabſichdicht; dann ich bin net
ſtolz, deß is mer net gäwwe.
Unſer erhawener Scheneralindendand iſſes ſcheints awwer
aach net, dann er hodd mer gor net denooch ausgeſähe. Un
ich muß offe ſage, ich hadd mer’n eichentlich e bische annerſter
vorgeſtellt, greeßer un geſetzter, un mit=eme ſchaffe Scheidel uff
de linke Seid bis in die Ank, un mit=eme Monogel un ſo, un
mit ärchend=ere bollidiſche Vorſtecksnadel uff=em Rockkrage. Nix
vun allem dem, ſundern er hodd im Grund genumme eichentlich
net viel annerſter ausgeſähe wie unſeraaner aach, nor vielleicht e
bische geſcheider. No freilich, er kimmt ja aach vun Berlin!
Wie er awwer erſt mit uns geſchwätzt hodd, ſo liſcheer, gor
net e bische ei gebild un affäckdiert un vun ſich eigenumme, alſo
do hab ich doch im Stille for mich hiegedenkt: wärrd=er dann die
Kiſt aach ſchmeiße?! Un ich hab ganz inſchtingdief die Daume
for=en ei geſchlage, damit’s em ſchun vun vornerei net ſo geht,
wie er in ſeim Vordrag den Allerwältsfigahro hodd ſtehne loſſe:
Zuviel, zuviel, ich kann ne=mehr, zuviel!
Iwwerhaubd, un deß muß ich aa chnoch ſage, nemlich er hadd
ſein Vordrag dadellos geſpickt mit Zidade un ſo. Un deß is doch
e beruhichend Gefiehl, wann mer waaß, aha, der Mann hodd
Bildung un is in ſeine Klaſſicker dehaam.
Un wie er erſt uff die Kredick un uff=em Bubbligumm erum=
geridde
is un hodd=en dorch die Blum ſo e paar liewenswärdiche
Grobheide geſagd un hodd alles ſo ſchee umſchriwwe, was er uns
unner die Nas geriwwelt hodd alſo, do muß ich dann doch
ſage, der Mann hodd Geiſt, un for dem mußte die Seechel ſtreiche.
Un ich hab ſe geſtriche. Wenichſtens vorerſt. Jetzt wolle mer
emol ſähe, was er uns biede dhut, wann emol ſein Lade richdich
uff is. Ich dhu=en jedenfalls net beeiffluſſe, deß
ſei färne vun mir, un deß meecht ich deshalb gleich vun vornerei
erkleern. Wann=er awwer net ſpiele dhut, was ich hawwe will,
dann ſoll=en doch die Krodd pätze, un dann kann=er ſich heilich
un deier druff verloſſe, daß ich dann aach e Therjadergemein=
ſchaft
grinde dhu, un en Biehnevolksbund. E' paar ham=mer ja
ſchun, zum Daal mit=em Kurs halb=ganz=halb=rechts un ganz=
halb
=ganz=ganz=links. Dann grind ich alſo die Biehnetherjader=
volksbundgemeinſchaft
Gradee aus! Ich hab aach Leid
hinner mer, un do mißt’s doch de Deiwel ſei, wann mer den
Teßbiskarrn net aus=em Dräck kreechte, ich un de Legal.
Zuſammefaſſend mecht ich alſo zum Schluß mit unſerm
Bollezeidiräckter in Bezugnahm uff die Fußgenger, vun unſerm
Scheneralindendand in Bezugnahm uff die Therjadergenger noch
emol des beriehmde Word varriiern: Wann mir nor wolle, dann
wärrn mer aach noch zu Großſtädter!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Vun=eme Poſtſchkribbdumm muß
ich heid abſähe, indem weil mein Addickel ſich ſowieſo ſchun e
bißche in die Läng gezoge hodd (wann nor de Widdich net ſchillt,
weil ich=em widder e ganz Seid vun ſeine Zeidung vollgemacht
hab!). Meine Freunde aus=em unbeſetzte beſetzte Gebied dank
ich awwer eweil for die Zuneichung un for die Eiladunge, un
ich wärr bei Gelechenheid druff zurickkumme mir halde feſt un
drei zuſamme!

Fabriklager
Tosef Horicn
Vulkanisieranstalt
Telephon 842.
(11347a)
Waldstraße 32.

Wiſſen Sie, was die Qualität einer
Seife beſtimmt!
Der Settgehalt!
Feurio hat 86 Fettgehalt,
dagegen weiße Rernſeiſe nur ca. 662o
Fekrio iſt daher die beſte Haushaltſeife
bereinigte Seifenfabriken Stuttgart K.=G.

TA

Kieinserfaufspreis 40 Pfg.

F741682

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 14. September 1924.

Rummer 256.

Sport, Spiel und Turnen.

O

A. O. A. C. Reichsfahrt 1924.
Stettin, den 11. September 1924.
In bereits zur Gewohnheit gewordener Schlafloſigkeit erhob man
ſich wieder mitten in der Nacht, um in der Dämmerung zum Start zu
eilen, an deſſen früher Stunde feſtgehalten werden mußte, weil auch
heute von den Wagen und ſchweren Rädern 447 Kilometer über Krieſchr,
Landsberg, Küſtrin, Soldin, Pyritz nach Stettin zurückgelegt werden
mußten. Die Strecke hatte in letzter Stunde geändert werden müſſen, weil
die Behörden die Freigabe der urſprünglichen Route wegen Senkung
einer Oderbrücke infolge des Hochwaſſers wieder aufgehoben hatte. Die
leichten Räder hatten, da ſie die abgekürzte Strecke von Lübben über
Frankfurt, Krieſcht, Küſtrin und Schwedt fuhren, nur 308 Kilometer zu
bewältigen.
Das Wetter war zwar nicht regneriſch, aber es herrſchte ſtarker
Sturm, der insbeſondere die Räder ſtark behinderte und große Mengen
Obſt auf die Fahrſtraße warf..
Bei Krieſcht begann für die Wagen und ſtarken Räder ein Flach=
rennen
über 6 Kilometer, deſſen Organſation etwas zu wünſchen übrig
ließ, insbeſondere hätte die Abſperrung ſtärker durchgeführt und ver=
hindert
werden müſſen, daß Pferdefuhrwerke während des Rennens die
Strecke kreuzten. An Sanitätsperſonal in ausreichender Zahl fehlte es,
obwohl nur eine flache Kurve auf der Rennſtrecke vorhanden war und mit
glattem Verlauf gerechnet werden konnte. Beſſer wäre die Strecke um
500 Meter gekürzt worden, um zu vermeiden, daß ein Höcker innerhalb
des Rennens und ein weiterer ſehr ſtarker Höcker 50 Meter hinter dem
Ziel lag, ſodaß ſich daraus eine außeretatmäßige und beſonders ſchwere
Materialprüfung ergab.
Bei dem Flachrennen ſchnitten beſonders gut Brudes=Nürnberg, auf
Viktoria ab, der mit 3,242/ Minuten die beſte Zeit aller Räder und des
Tages fuhr, während Caracciola auf Mercedes mit Kompreſſor in 3,243/,o
Minuten die beſte Zeit aller Wagen erreichte.
Dann ging es weiter durch Flachland auf faſt durchweg vorzüglichen
Straßen. Die Orientierung war meiſt gut, insbeſondere bewährte ſich die
Neuerung, daß vor gefährlichen Stellen anſtatt der blauen Flaggen,
welche zuweilen überſehen werden können, Leute mit Pfeiltafeln aufgeſtellt
waren, welche durch Bewegen dieſer die Aufmerkſamkeit auf ſich lenkten.
Zweckmäßig wäre die Rückkehr zur einheitlichen Verwendung blauer und
gelber Flaggen, wobei blau Achtung und gelb unter allen Umſtänden
Halt bedeutet.
Einen traurigen Anblick gewährten kilometerlange Waldſtrecken,
welche dem Raupenfraß zum Opfer gefallen waren. An einem beſonders
unglücklichen Eiſenbahnübergang rief ein Junge bei unſerer Annäherung:
Achtung Preſſe, worauf ein anderer, während wir über die Schienen
hüpften, hinzufügte: Schreibts nur in die Zeitung, was hiermit
geſchieht.
Kurz vor Belgard paſſierten wir in einer Kurve einen verunglückten
Preſto=Wagen, der aber nicht zu den Teilnehmern gehörte. Er war aus
der Kurve hinausgetragen worden und umgeſtürzt.
Die Kontrolle wurde durchweg genau ausgeübt; auch Nichtprofeſſio=
nals
gaben ſich dieſer nützlichen Tätigkeit hin. So ſah man einen ſolchen,
der nicht viel größer war als das Programm, und gewiſſenhaft alle
Fahrer notierte, die vorüberkamen.
Auf der Strecke bleiben heute eine Grade=Wagen, der an einer
ſcharfen Kurve dicht hinter dem Ziel des Flachrennens geſtürzt war,
ferner ein Selve, deſſen Lager ausgelaufen ſind, ſchließlich der Mölkamp
wegen andauernder Reifenpanne, die nicht mehr gut gemacht werden
konnte, und von den Krafträdern eines wegen Rahmenbruches. Soweit
Stürze vorgekommen ſind, hatten ſie keine ernſte Verletzungen der Be=
treffenden
im Gefolge.
Was die Leichtkrafträder anbetrifft, ſo ſei noch nachgeholt, daß in
Kronach am erſten Tage 36 und in Lübben am heutigen zweiten Tage
der Reichsfahrt 29 geſtartet ſind. Im allgemeinen ſind die Leicht= Kraft=
räder
infolge ihrer ſchmalen Reifen gut über die ſchlechten Straßen hin=
weggekommen
. Insbeſondere bewältigten ſie auch die vorkommenden
Steigungen ohne Schwierigkeiten und überholten auf dieſe ſogar ver=
ſchiedentlich
Wagen. Techniſch intereſſant iſt die Tatſache, daß die Klaſſe I
(bis 150 ccm Zylinderinhalt) und die Klaſſe II (bis 250 ccm Zylinder=
inhalt
) außerordentlich verſchieden in ihren Leiſtungen ſind. Während die
kleinſten kein ſehr hohes Tempo entfalten konnten, leiſtete Klaſſe II 7080
Kilometer in der Stunde und einen Durchſchnitt, der bis zu 60 Kilometer
ſteigt, ſich aber durchweg auf 45 Kilometer hält. Die Fahrer der Klaſſe II
baten ſogar ausdrücklich um ein ſchärferes Tempo des Führungswagens.
Naturgemäß ſind die kleinen Maſchinen durch die Schwierigkeiten der
Straßen und durch das hohe Tempo außerordentlich beanſprucht worden.
Wie hoch entwickelt die kleinen Räder aber ſind, zeigt der Umſtand, daß
ſogar eine Dame, nämlich Frau Schlüter=Hamburg, auf ihrem kleinen
NSU. zum ſogenannten Verein gehört, d. h. einer Gruppe raſſiger
Fahrer, die ſtets dicht hinter den Führungswagen liegen. Als intereſſante
neue Fabrikate ſeien hervorgehoben T X, Schuttoff und Velocette.
Das Geſamtergebnis war bis zum Abend das Eintreffen von 45
Wagen und 34 Rädern. Jedoch iſt damit zu rechnen, daß insbeſondere
von den Leicht=Krafträdern noch manche einlaufen werden, zumal, da in
der vorigen Nacht die letzten erſt um 2 Uhr nachts eintrafen.
Kurt Bernhard.
Ergebniſſe der 2. Sonderprüfung (Flachrennen bei Krieſcht.)
Kleinkrafträder
Klaſſe I: 6 geſtartet, 6 am Ziel. 1. Rud. Schirmer, Neu Tempelhof
(Grade) 5:32,1; 2. Greulich, Berlin (Eichler) 6:00,0; 3. P. Roſenkranz,
Schweinfurt (DWK.) 6:16,3.
Klaſſe II: 18 geſtartet, 18 am Ziel. 1. Fred Henn, Düſſeldorf ( Velo=
cette
) 4:05,0; 2. Damhorſt (Wikro) 4:25,1; 3. Hans Fiſcher, München
(Flottweg) 4:48,3; 4. Tſiris, Hannover (LWD.) 4:49,3; 5. Dorſt, Düſſel=
dorf
(Velocette 4:55,2.
Krafträder.
Klaſſe III: 6 geſtartet, 6 am Ziel. 1. Tag, Willy, Nürnberg (Hecker)
4:08,4; 2. Hecker, Nürnberg (Hecker) 4:30,3; 3. Beſt, Dießen (Hecker) 4:45,1.
Klaſſe IV: 7 geſtartet, 7 am Ziel. 1. Brudes, Nürnberg ( Viktoria)
3:24,2; 2. Feiſtmann, Offenbach (BMW.) 4:21,4; 3. Mayr, Plauen ( All=
right
) K. G. 4:36,0.
Klaſſe V: 8 geſtartet, 8 am Ziel. 1. Wenzel, Höſel (NSu.) 3:44,3;
2. Becka (NSU.) 4:28,2; 3. Meißner, Charlottenburg (Mars) 4:28,4.
Klaſſe II: 4 geſtartet, 4 am Ziel. 1. Kornmann, Karlsruhe (Wanderer)
4:21,4; 2. Jackſch, Berlin=Dahlen (Nimbus) 5:19,3.
Kraftwagen.
Klaſſe VIIt 3 geſtartet, 3 am Ziel. 1. Lefrere (Amor) 5:36,2; 2. Pol=
lack
, Köln (Amor) 5:43,3.
Klaſſe VIII: 5 geſtartet, 5 am Ziel. 1. Jörns, Rüſſelsheim (Opel)
4:22,2; 2. Breckheimer Rüſſelsheim (Opel) 4:31,3; 3. Jordan, Rüſſels=
heim
(Opel) 4:45,3.
Klaſſe X: 9 geſtartet, 9 am Ziel. 1. Caracciola, Dresden (Mercedes)
3:94,3 (mit Kompreſſor); 1. Feuerſtein, Eiſennach (Dixi) 3:26,1; 2. Büchel,
Gotha (Dixi) 3:43,4,

Klaſſe XI: 14 geſtartek, 14 am Ziel. 1. Sporkhorſt, Varel (Hanſa)
3:29,2; 2. Janßen, Oldenburg (Hanſa) 3:52,2; 3. Broyer, Hannover
(Dürkopp) 3:52,4; 4. Kittſteiner, Charlottenburg (Fafner) 3:56,4.
Klaſſe XII: 2 geſtartet, 2 am Ziel. 1. Huth, Chemnitz (Preſto) 3:40,4.
Klaſſe XIII: 8 geſtartet, 8 am Ziel. 1. Farenkopf, Stettin (Stoewer)
3:27,1; 2. Deilmann,Kurl (NAG.) 3:37,4; 3. Schmidt, Charlottenburg
(Mercedes) 3:43,1.
Beſte Zeit aller Räder ſowie des Tages: Brudes, Nürnberg (Viktoria)
3:24,2. Beſte Zeit aller Wagen: Caracciola, Dresden (Mercedes) mit
Kompreſſor 3:24,3.
Die Länge der Rennſtrecke betrug 6 Kilometer. Sie wies nur an
einer Stelle eine Kurve auf und verlief im übrigen vollſtändig eben und

gerade.

Kurt Bernhard.

Schwimmen.

Rudern.

Flugſport.

Der feine Wohlgeſchmack
iſt es, der neben den geſundheitlichen Vorzügen den coffein=
freien
Kaffee Hag ſo beliebt macht. Mit dem Entzug
des Coffeins, das ſelbſt geſchmacklos iſt, wird der
Kaffee zugleich gereinigt. Darum iſt Aro=
ma
und Geſchmack beim eoffeinfreien
Kaffee Hag auf’s Höchſte ver=
edelt
und das erklärt ſeine
(11752
Beliebtheit bei allen
Feinſchmeckern.

Ohne ſchlafraubende Wirkung

Der Sport des Sonntags.
Pferdeſport.
Ein Rennen von der Bedeutung des Deutſchen Saint=Legers bo
noch nie ſeine Anziehungskraft verfehlt, und ſo dürfte die Grune
waldbahn am Sonntag ein volles Haus aufweiſen. Die bedeutendſi
Herbſtentſcheidung der Dreijährigen wurde im Jahre 1881 in Hannope

Rademacher
disqualifiziert.
Der Schwimmſportklub Hel=
las
=Magdeburg hat einige ſei=
ner
beſten Mitglieder zur
Rechenſchaft gezogen und we=
gen
Nichteinhaltung der Trai=
ningsregeln
empfindlich beſtraft.
Rademacher und Benecke wur=
den
bis Ende Juni 1925 dis=
qualifiziert
, Görnemann, Hil=
mar
, Aman, Gieſecke, Riedel,
Röhr, Haueiſen bis zum Ende
dieſes Jahres. Aus dieſem
Grunde entfällt auch der für
den 12. Oktober nach Magde=
burg
angeſetzte Städtekampf
gegen Budapeſt.

5. Mittelrheiniſches Dauerrudern des R. C. Oppenheim
Auf das heute Sonntag, den 14. September, vormittags 10 Uhr,
ſtattfindende 5. Mittelrheiniſche Dauerrudern des Ruder=Klubs Oppen=
heim
wird hiermit nochmals aufmerkſam gemacht.
Von auswärtigen Vereinen ſind die Binger Ruder=Geſellſchaft, der
Mainzer Ruderverein, die Mainzer Ruder=Geſellſchaft und der Ruder=
verein
Rüſſelsheim beteiligt. Das erſte Boot fährt um 10 Uhr von Er=
felden
ab und werden die Boote im Abſtand von 4 Minuten geſtartet.
Das Ziel iſt an der Oppenheimer Rheinbleiche und wird erwartet, daß
ſich zahlreiche Zuſchauer einfinden.
Der Preis für die Plätze am Ziel iſt einſchließlich Programm auf
50 Pf. feſtgeſetzt.

Deutſcher Dauerſegelflugpreis.
Der Deutſche Luftrat veröffentlicht die Ausſchreibung für den von
Nobert und Dr. Otto Riesdorf geſtifteten Pokal. Dieſer Wanderpreis
iſt jeweils für denjenigen beſtimmt, der im Jahre 1924, 1925 und 1926
den längſtdauernden Flug mit einem Segelflugzeug mit Hilfsmotor ge=
mäß
Entſcheidung des Modell= und Segelflug=Verbandes nachweiſt. End=
gültig
zugeſprochen wird der Preis demjenigen, der nach Entſcheidung
des Modell= und Segelflug=Verbandes die wertvollſte Leiſtung der drei
Jahre vollbracht hat. Der Nachweis einer Leiſtung muß bis zum 10.
Tage des folgenden Jahres im Beſitz des Modell= und Segelflug= Ver=
bandes
ſein. Gegen die Entſcheidung des M.S.V. iſt eine Berufung
an den Luftrat zuläſſig, die innerhalb zehn Tagen abgeſandt werden
muß, die auf den Tag der Veröffentlichung im Organ des Luftrats Der
Luftweg folgen.

unter dem Titel Norddeutſcher St. Leger begründet, bis 1908 d
gelaufen und dann unter dem jetzigen Titel Deutſches Saint= Lege=
vom
Berliner Rennverein (Grunewald) übernommen. Folgende Pferk
dürften ſich am 2800=Meter=Pfoſten einfinden: Oſtrea (O. Schmidt
Heldraſtein (H. Brown), Patrizier (Otto Müller), Bardes Brude
(Teichmann), Hornbori (Tarras), Fundin (Blume), Idomeneus (Jentzſe
und vielleicht noch Palamedes als Führpferd für Oſtrea. Die beſ
Klaſſe im Rennen vertritt Oſtrea, die ſich Fundin und Horbori ſche
mehrfach überlegen gezeigt hat. Die beiden letzteren ſind, in Fran
furt a. M. und Baden=Baden reichlich ſcharf herangenommen worde
und werden deshalb noch weniger imſtande ſein, mit Oſtreg gleich
Schritt zu halten. Sehr verbeſſert hat ſich Idomeneus, in dem wir d
ſchärfſten Gegner für Oſtrea erblicken. Der Leipziger Ren=
klub
beſchließt ſeine Septemberveranſtaltung mit einem gemiſcht
Programm, in deſſen Mittelpunkt die Lipſia, ein Ausgleichs=Jagöre
nen über 4600 Meter, ſteht. Auch in Mannheim iſt den älter
Steeplern die Hauptnummer, der Mannheimer Herbſtpreis über 42
Meter reſerviert. Im übrigen handelt es ſich um den letzten diesjäh=
gen
Mannheimer Renntag. Die weſtdeutſche Rennkampagne wird
Dortmund fortgeſetzt, während in Oſtdeutſchland Danzig zu Ga
ladet. Trabrennen finden in Atona=Bahrenfeld und München=Dag
fing ſtatt.
Radſport.
Drei große Veranſtaltungen zieren die Tageskarte. Auf der Be
liner Olympiabahn beſtreiten Sawall, Wittig, Krupkat, Gu
nard, Vanderſtuyft und Dickentmann einen Steherkampf Deutſchla
gegen Ausland über 20, 30 und 50 Kilometer. Auf der Bre
lauer Bahn gelangt das klaſſiſche 100=Kilometer=Dauerrennen um
Goldpokal zum Austrag. Hier gehen Lewanow, Thomas, W
mann und Weiß an den Ablauf. Die Fliegerrennen ſind mit Spenc
Rütt, Jahn, Jenſen, Mayer uſw. ebenfalls gut beſetzt. Ueber 100 Kf
meter führt auch der Große Preis von Europa, den die Düſſeldo
fer Bahn mit der Beſetzung Saldov, Roſellen, Pariſot, Blekemo
ausfahren läßt. Lorenz und van Neck werden ſich einen Zweikampf
fern. Im Rahmen der Züricher Radrennen findet ein D.
länderkampf Deutſchland-FrankreichSchweiz ſtatt, an d
deutſcherſeits P. Kohl, Dobbrack und Schrage teilnehmen. Amate
rennbahnen ſind in Krefeld, Mannheim und Kaſſel vorgeſehen. 2
Programm der Straßenfahrer zeigt folgendes Bild: Großer Straß
preis von Weimar (122,5 Km.), Rund durchs Sauerland (150 K:
Rund um Schneidemühl (164 Km.), Großer Induſtriepreis von Bra
ſchweig (175 Km.), Rund um Breslau (240 Km.), Dresden-Zitta
Dresden (215 Km.), Rund um Bremen (240 Km.), ſowie ein Mannſcha
rennen der DRU. in Berlin (100 Km.).
Motorſport.
Die am Mittwoch begonnene Reichsfahrt des A. D. A. C.
der am Sonntag in Hannover ihr Ende. Am Vortage haben alle 2
nehmer die letzte, 368 Km. lange Etappe von Hamburg über Bren
Minden, Oeynhauſen, Pyrmont nach Hannover zurückgelegt, wo
Sonntag früh 8 Uhr eine Sonderprüfung den Abſchluß der Fahrt bi!
Am Semmering==Bergrennen des Oeſterreichiſchen A. C. neh=
zahlreiche
Mercedeswagen teil. Die Nürnberger Radrennbahn iſt
Schauplatz großer Motorradrennen, die der Gau 9a des A. D. A
zu Durchführung bringt. Auch auf der Bahn in Hannover fin
Motorradrennen in Verbindung mit Kleinauto= und Radrennen
Fußballſport.
Das ganze Intereſſe beanſpruchen allerorts die Verbandsſpiele
neben laufen zwei Repräſentativſpiele: Norddeutſchland ge
Nordholland in Bremen und Duisburg gegen Amſt
dam in Amſterdam. Dänemark und Norwegen ſtehen ſich in Kriſtia!
Oeſterreich und Ungarn in Wien im Länderſpiele gegenüber.

Leichtathletik.
Der Staffellauf Rund um Berlin über 50
elf Mannſchaften am Start verſammeln, von denen die des S. C.
lottenburg und des Polizeiſportvereins Berlin in erſter Linie für
Sieg in Betracht kommen. Der Ablauf erfolgt vormittags 10 Uhr
dem BSC.=Platz in der Ciceroraße. Von dort geht es über Grunek
Dahlem, Friedenau, Schöneberg, Neukölln, Treptow, Warſchauerb:
Friedrichshain, Geſundbrunnen, Moabir zum Ausgangspunkt zurüe
Der Hannoverſche Sportklub Bar=Kochba hat drei finniſche Sportsl
Katz, Driſin und Gourevitſch, zu ſeinem Feſt verpflichtet. Inwie
die an deutſche Meiſter ergangenen Einladungen erfüllt werden,
man abwarten.
Hockeh.
An dem internationalen Turnier, das der FC. 91
Fellow in Zürich veranſtaltet, nehmen deutſcherſeits VFR. Mann
Chemnitzer BC. und Freiburger HC. teil.
Handball.
St. Georg=Hamburg entſendet eine Mannſchaft nach Berlin=
Freundſchaftsſpiel gegen Brandenburg. Die Schlag=, Fauſte
Schleuderballmeiſterſchaften der DT. werden in Altenburg i. S=
ſchieden
. Die DSB. läßt ihre Schlag= und Fauſtballmeiſterſchaft
Berlin austragen.
Tennis.
Der mehrmals verſchobene Länderkampf Deutſchlc
Tſchechoſlowakei hat am Freitag in Prag begonnen. Aul
ſcher Seite ſpielen Froitzheim, Rahe, Heyden und Kleinſchroth.
internationalen Turnier des Rot=Weiß=Klubs zu Berlin durſtie
erſten Entſcheidungen fallen.
Rudern.
Die nach Eſſen, Trier und Halle a. d. S. angeſetzten Herbſtke
bedeuten den Abſchluß der diesjährigen Ruderſaiſon.
Schwimmen.
Die verbandsoffenen Kämpfe des Poſeidon=Gelſenkirchen habe
beſondere aus Weſtdeutſchland zahlreiche Meldungen erhalten.
Boxen.
Einige weitere Profeſſionalausſcheidungen zur Meiſterſchaft. 9
Hamburger Punching=Klub auch für dieſen Sonntag angele
Der deutſche Schwergewichtsmeiſter Samſon=Körner .o
Sonntag in Berlin eine Exhibition anläßlich der Klubmeiſterſchalt.
Berliner Sportklubs mit dem ehemaligen deutſchen Amatent
Diener=Duisburg.

halbe Arbeit billiges
Waſchen und de Wäſche
NUR INDER BEkANNTEN
Tadellos.
PACKUNG, NIEMALS 1OSE.,

Bersil das Paket 45 Pfg.

Ein erſtkl. Herren=
ſchneider
arbeitet zu
billigen Preiſen. An=
gebote
unter R 290
Geſchäftsſt. (*1174/

Leib= u. Bettwäſche z
Waſch. u. Bügeln
beiGar. beſt. Behandl.
wird angen. H. Rothe
Geiſtberg 7, II. (14215=

Tourteilnehmer ge
ſucht. Anfrage u. S.30
a. Geſchäftsſt, (*26585

Wer tauſcht (26480
Theater=M.
C oder D m. Zuſ.=K.
gegen A ein? Sperr=
ſitz
4, 5 vd. 6. Neihe.
Angebote unter P 47
an d. Geſchäftsſtelle.

und Pelze
werden mod, u. bill.
umgearbeitet. (*26564
Elſe Sturm
Mathildenplatz 3, II

Wer verkauft od. ver=
mittelt

50 bis 200 Zentner
Champagner=
Reinetten
gegen Barzahlung?
Angeb. unt. S 9 an
d. Geſchäftsſt. (*26521

= und
Kochbirnen
pfund= und zentner=
weiſe
zu verkaufen.
Barkhausſtraße 6, I.

Ke
Kein Perſonal
Deshalb
konkurrenzlos.
Große Auswahl
in 34 gr.
Kinderwagen
u. Klappwagen
aller Art, ſowie Korb=
ſeſſel
u. Tiſche billig
zu verkaufen. (*26607
Kaffenberger
Riedeſelſtr. 39,

Au verhauffen
wegen Platzmangel:
Korbmöbel=
Garnitur
(braun) Tiſch, Sofa,
2 Seſſel, 2 Stühle
für 18.0, alte Küchen=
anrichte
billig. Vorm
v. 912 Uhr. Zu er=
rag
. Geſchſt. (22657

Birnen
zum Einkochen
billigſt (*26577g1
Hoffmannſtraße 21,

Obſt.
in allen Mengen gibt
täglich ab (11583fsg
Müller, Karlshof.

Heu u. gutes Grumt
zu verkaufen.
Erbacherſtraße. 15,
Seitenbau p. (*2653

Schreibmaſchine
Neuheit, farbbandlos,
direkt von der Fabr.
240 Gm. Wehprecht=
ſtraße
2, zwiſch. kath.
Kirche u. Saalb, (anee8

2 pbale
Stüch=Fäſſer
zu verk. (*26340fsg
Kiesſtraße 32.

Gebrauchtes
Herrenrad
(Torpedo)
billig zu verk. Karl=
ſtraße
10. (*26560

Gebr, Herrenfahrrad,
Anzug u. Winter=
mantel
m. Pelz prsw.
zu verk. vormitt. be
Hochſtätter, Schulſtr.
Nr. 15, 2, Stock.

Weiß emaillierten
Herd
f. Gas= und Kohlen
feuerung (Herdfabrik
und Emaillierwere
80X130 cm, guterh.
abzugeben.
Anzuſehen 411747
Herdweg 60.

Sehr gut erhaltenes
Safrlllndier
preiswert zu verkau
Näh. Geſchſt. (*26554

Saſellabier
ſehr gut erh. Inſtru=
ment
, Firma Kaiſer
& Günther, zu ver=
kaufen
. Preis 270 .
Näheres in der Ge=
ſchäftsſt
. (11607fsg

Ein neuer leichter

komplett, ſteht zum Gut erh. 4
Verkauf bei Georg u. eiſ. Kinde
Hilbert, Mümling= v. Zu erfr.
Grumbach i, O. (11742Iſtr. 37 III. (*

Kleiderſchr
2türig, von / 4
eiſerneBett
weiß lack. ¼
Patentmatt
von 12.5

Chaiſelon
Küchenm
Alles nu
bewährter,
Ausführt
Geringe Qu=
führe
ich r
Itto K1
gr. Ochſeng.n!
Tel. 287
2 nußbaum
ſtell. m. Sp

u. 2 elektr.
lüſt. m. Zugl
Obr

[ ][  ][ ]

Amſtädter Tagblaft
Handelsbiat
Der deutſche Außenhandel im Juli 1924.
* die ſtatiſtiſche Erfaſſung der Ein= und Ausfuhr des beſetzten Ge= mitgeteilt werden. Insbeſondere wird darauf hingewieſen, daß ſie nicht
bre noch immer nur in unvollkommener Weiſe möglich iſt, enthält die geſtatten, eine einwandfreie Vilanz des Außenhandels zu ziehen. Es
Halsſtatiſtik für Juli die gleichen Fehlerquellen wie in den Vor= betrugen die
mo en. Die nachſtehenden Zahlen können daher nur mit Vorbehalt

Warengruppen

Aebende Tiere
EMebenzmittel und Getränke
Mtohſtoffe
albfertige Waren ..."
ertige Waren ....
old und Silber ....

Einfuhr Ausfuhr 1994 1994 Juli Juni Januar/Juli Juli Juni Januar/Juli nach Gegenwartswert en in 1000 Goldmark 3 173 4871 47 661 809 530 3 421 .. 151 414 138 237 1185 119 48 895 30 985 199 577 198 032 303 164 2 203 575 40 749 26 526 210 839 . 45 999 71560 486 660 36 438 33 403 217 593 : 140 730 216 443 1065081 445 369 383 013 2 760 506 16 896
18840 49 88 8 705 zuſammen 556 944 753 121 5037 929 Miffte 475 248 3400 641

n Juli iſt im Außenhandel ein bemerkensſverter Umſchwung ein=
7; zum erſten Male in dieſem Jahre iſt die Bilanz der durch die
ik erfaßten Ein= und Ausfuhr aktiv. Bilanzmäßig geſehen weiſt
li gegenüber dem Vormonat eine Verbeſſerung um rund 300 Mill.
auf; daran iſt die Einfuhr mit einer Verminderung von rund 200
Hldm. und die Ausfuhr mit einer Steigerung von rund 100 Mill.
beteiligt. Der Einfuhrrückgang erſtreckt ſich auf alle
gruppen mit Ausnahme der Lebensmittel und Getränke, die eine

leichte Steigerung aufweiſen. Dem Wert nach iſt die Einfuhr von Roh=
ſtoffen
und Halbfertigwaren am meiſten zurückgegangen. Relativ ebenſo
hoch etwa gleich ein Drittel der Vormonatseinfuhr iſt der Rück=
gang
der Fertigwareneinfuhr. Die Ausfuhr weiſt in allen Gruppen
Steigerungen auf, die Gruppe der Lebensmittel und Getränke iſt daran
relativ, die Gruppe der Fertigwaren abſolut am meiſten beteiligt
Die mengenmäßigen Ergebniſſe ſind aus den folgenden Aufſte)ungen
zu erſehen.

4) Mengenvergleich in gewogener Form (auf der Grundlage der Vorkriegswerte)

Warengruppen

ebende Tiere
TAebensmittel und Getränke
IIAT tohſtoffe
Iy ſalbfertige Waren
ertige Waren.
old und Silber ...

Einfuhr Ausfuhr Juli 1924
Juni Januar/Juli Juli 1924
Juni Januar;Juli 2975 5 154 in 1000 Goldmark
51617
1322 792 3 772 . 135 358 121 435 1060 960 37 021 25 117 155 608 156 957 215 903 1575 888 28510 19 306 164 777 . 41742 59 629 386 066 31 494 20 706 205 124 89 712 131 362 666 261 341 544 290 289 2171226 15 351
17 700 46 080 1102 8 688 zuſammen 442005 551 189 3786 859 440 993 363 043 2700 195

Warengruppen

b) Mengenvergleich nach dut
Einfuhr

Juli

ebende Tiere."
IM lohſtoffe
old und Silber

22 729

ebensmittel und Getränke . .....
3 843 224
23 362 819
albfertige Waren ..
2735 735
ertige Waren . 1264 026
2948
*

1924
Juni
36 162
3546570
23 466 576
2992280
1984 501
2

Januar/Juli Juli
in 1000 dz

341 110
29 953 601
146 227 504
19 496 059
9127 039

8 554
2444593
3 676 385
2620 668
3 233 898

Ausfuhr
1994
Juni
5 174
1405 842
2534 301
2205 739
3 021 593
(4

Januar/Juli
21 297
9388550
20 184 064
14 803 638
21 680 191
63

zuſammen: 31 230 781 32028934 205 153 599 11984 180 9172 713 66 078 376

r einzelnen iſt über die Veränderungen folgendes zu berichten:
i der Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken
Juli gegenüber dem Vormonat eine Steigerung feſtzuſtellen. Der
Tentfällt beſonders auf Mais, Mehl, Küchengewächſe, Milch,
Kaffee, Fiſche und Schmalz, bei denen mit Ausnahme der drei zu=
nannten
Waren eine Steigerung von über 50 v. H. vorliegt. Zu=
angen
iſt dagegen die Einfuhr von Roggen, Weizen, Gerſte und
Die Einfuhr von Rohſtoffen und Halbfertigwaren zeigt für
genüber dem Vormonat eine Verminderung um rund 130 Mill.
An dem Rückgang ſind faſt alle Waren beteiligt, darunter die
ohſtoffe mit rund 79 Millionen Gldm. (Wolle 44. Baumwolle 31
en Gldm.). Mengenmäßig iſt zurückgegangen die Einfuhr an
und Kammzeug von 185 300 auf 76 060 d2, an Baumwolle von
auf 182 360 d2, an Flachs, Hanf, Jute und anderen pflanzlichen
toffen von 159 580 auf 96 210 da; nur die Einfuhr an Rohſeide
ine Steigerung von 1650 auf 2280 d2. In Fortſetzung des vor=
ichen
Rückganges verminderte ſich weiter die Einfuhr von Häuten
Ulen, Tabak, Oelfrüchten und Oelſamen. Die Einfuhr von Stein=
im
Juli von 11,9 Millionen auf 13,9 Millionen du geſtiegen;
ßig tritt dieſe Steigerung nicht in Erſcheinung, weil die Kohlen=
einen
Rückgang erfahren haben. Die ſtatiſtiſch erfaßte Eiſenerz=
weiſt
einen Rückgang von 11 Millionen d2 Juni 2,/4: Juli 1,3
ten 42) auf, was aber mit Rückſicht auf die Mängel der ſtatiſtiſchen
ag, die gerade bei dieſer Poſition beſonders fühlbar ſind, keine
ſigen Rückſchlüſſe auf die tatſächliche Einfuhr zuläßt. Auch bei
nfuhr der ſonſtigen Erze iſt eine erhebliche Verminderung feſt=
mit
Ausnahme der Wolframerze, wovon im Juli das 4½fache
rmonats eingeführt worden iſt. Ebenfalls geſtiegen iſt im Juli die
von Roh= und Alteiſen, und zwar um etwa 10 b. H. gegenüber
monatsmenge, ferner die Einfuhr von Eiſenhalbzeug (Rohluppen
war von 64 570 auf 96 900 d2; dagegen iſt die Einfuhr der
talle durchweg erheblich zurückgegangen. Die Fertig=
beträgt
im Juli rund 76 Millionen Gldm. weniger
* Rückgang erſtreckt ſich auf faſt alle Warengruppen;
te Verminderung um faſt 28 Millionen Goldmark weiſt die
Waſſerfahrzeuge auf. Von den Textilwaren ſind an der Ver=

minderung hauptſächlich Woll= und Baumwollgarne beteiligt, während
die Einfuhr an Geweben aus Wolle und an Kleidung und Wäſche eine
leichte Steigerung zeigt. Die Einfuhr von Walzwerkserzeugniſſen und
Eiſenwaren ging von 1 095 130 auf 579 140 d2 zurück.
In der Ausfuhr iſt bei der Gruppe Lebensmittel und Ge=
tränke
im Juli eine beträchtliche Steigerung bei Zucker (um faſt 15
Millionen Gldm.), Reis (um faſt 2,8 Millionen Gldm.), und Salz (um
1 Million Gldm.) zu verzeichnen. Brotgetreide iſt auch im Juli nicht in
größeren Mengen ausgeführt worden; die Ausfuhr beträgt an Weizen
im Juli 13 340 dz gegenüber 750 dx im Juni, an Roggen im Juli
2420 dz gegenüber 10 d2 im Juni. Die Ausfuhr von Hafer iſt von
235 530 dz im Juni auf 131 300 dz im Juli zurückgegangen. An der Aus=
fuhrſteigerung
von Rohſtoffen und Halbfertigwaren ſind
faſt alle Warenarten beteiligt. Die Ausfuhr von Steinkohle hat ſich nahe=
zu
verdoppelt, ohne daß dieſe Steigerung wertmäßig weſentlich ins Ge=
wicht
fällt. Auch die Fertigwaren weiſen faſt durchweg Ausfuhr=
ſteigerungen
auf. Von den Textilwaren haben Wollgewebe die relativ
größte Steigerung zu verzeichnen. (von 14,83 Millionen Gldm. im Juni
auf 19,53 Millionen Goldmark im Juli); die Ausfuhr an Kleidung und
Wäſche iſt dagegen von 7,69 Millionen Gldm. im Juni auf 6,22 Millionen
Goldmark im Juli weiter zurückgegangen. Beträchtliche relative Aus=
fuhrſteigerungen
ergeben ſich bei Films und Waſſerfahrzeugen, ferner
auch bei Papier und Papierwaren. Farben und Farbwaren. Ton= und
Porzellanwaren, ſowie Glas und Glaswaren haben ſich von ihrem Nück=
gang
im Vormonat erholt. Auch die Ausfuhr von Walzwerkserzeug=
niſſen
und Eiſenwaren ſowie von Maſchinen, zeigte im Juli eine Be=
lebung
. Walzwerkserzengniſſe und Eiſenwaren weiſen eine Ausfuhr auf
von 904 160 Doppelzentnern gegenüber 844 090 Doppelzentnern im Vor=
monat
und 1930 970 Doppelzentnern im Monatsdurchſchnitt 1922, Ma=
ſchinen
eine Ausfuhr von 254 420 Doppelzentnern gegenüber 203 740 Dop=
pelzentnern
im Vormonat und 398 950 Doppelzentnern im Monatsdurch=
ſchnitt
1922. Bei dieſen Zahlen iſt wieder in erhöhtem Maße der Vor=
behalt
hinſichtlich der Vollſtändigkeit der ſtatiſtiſchen Erfaſſung zu machen.
Die Ausfuhr von Gold und Silber weiſt im Juli eine leichte Stei=
gerung
auf: die Einfuhr; namentlich von Silber zu Münzzwecken, iſt im
Juli gegenüber dem Vormongt etwas zurückgegangen.
W. T. B.

ndenzumſchwung in der rheiniſch=
weſtfäliſchen
Eiſeninduſtrie
s dem Ruhrgebiet wird uns geſchrieben:
it Mitte Auguſt iſt eine Beſſerung der Lage in der rheiniſch=
we
ſchen Eiſeninduſtrie unverkennbar. Dabei ſcheint es jedoch ſo,
alS die wirtſchaftlichen Hoffnungen, die man mancherorts auf Durch=
fül
g des Sachverſtändigengutachtens ſetzt, ſchon jetzt vorweggenom=
me
3 ürden. Zwar macht man ſich über die Untragbarkeit der Laſten
ker1 zlluſionen; man hofft aber, daß der Wegfall der Micumlaſten,
dies fhebung der Zollſchranken uſw., in Verbindung mit der durch
dies itiſche Entſpannung hervorgerufene Stabiliſierung der wirtſchaft=
lie
2 Lage neue Unternehmungsluſt aufkommen laſſen würden. Neben
die mehr ſpekulativen Moment macht ſich auch tatſächlicher Bedarf
be bar, denn man darf nicht vergeſſen, daß ein großer Teil des Be=
da
1 ſo lange künſtlich zurückgehalten worden iſt, daß er jetzt doch zu
De gen ſchreiten muß, die durch die zweifellos vorhandene Entſpan=
N der geldlichen Lage gefördert werden. Dabei iſt weſentlich, daß
die rterialangebote, die bisher von ſchwach gewordenen Händlern und
Be uchern gekommen ſind, ſeit einiger Zeit erheblich nachgelaſſen
ha Schließlich iſt auch noch wichtig, daß die geſtiegene Nachfrage
a) e relativ nur geringfügige Erzeugung ſtößt; die meiſten Betriebe
e In immer noch mit ſehr großen Einſchränkungen; im allgemeinen
T vohl nicht mehr als die Hälfte der normalen Erzeugungsfühigkeit
iert. Dieſen günſtigen Momenten ſtehen, aber auch ungünſtige
ber; die ſchon ziemlich lange dauernden Arbeitsſtreitigkeiten im
werbe, das immer eine der größten Eiſenverbraucher geweſen iſt,
Ia / Eiſenbeſtellungen für den Baumarkt faſt ganz in Wegfall kom=
M: außerdem drückt die ſchon ſehr weit fortgeſchrittene Jahreszeit
A-2 Belebungsmöglichkeiten des Marktes. Die für das Inlands=
feſtgeſtellte
Belebung gilt für das Auslandsgeſchäft nicht, dieſes
Sielmehr immer noch darnieder; die wenigen Aufträge, die herein=
werden
konnten, mußten zu Verluſtpreiſen abgeſchloſſen werden,
ſtlich die belgiſche Konkurrenz, die ihre Preife in den letzten Ta=
erdings
auch etwas heraufgeſetzt hat, macht ſich nach wie vor ſtark
bar.
e Belebung ber Nachfrage hat natürlich ein entſprechendes An=
der
Preiſe zur Folge gehabt. Stabeiſen, das vor kurzem noch für
IEh ark zu haben war, koſtet jetzt mindeſtens 120 Mark. Von Händ=
ſird
als Lagerpreis 160 Mark verlangt. Allerdings iſt nicht zu

Jen, daß noch zahlreiche Aufträge, die zu billigen Preiſen abge=

n waren auf Erledigung harren. Eine mindeſtens ſo wichtige
für die Preiſe ſpielen die Zahlungsbedingungen; hier können die
wegen der eigenen angeſpannten finanziellen Lage jedoch nur
fügige Konzeſſionen machen. Die letzthin neu hereingekommenen
ge geben den Werken für einige Wochen Beſchäftigungsmöglich=
ringend
verlangte Ware kann in 23 Wochen geliefert werden.
em auch zu hoffen iſt, daß in der Eiſeninduſtrie, deren Lage vor
Va
R Wochen noch außerordentlich bedrohlich erſchien, der tiefſte
überſchriten iſt, ſo iſt andererſeits zu einem Optimismus vor=
a
keine Veranlaſſtng vorhanden. Auch wenn die imer= und außen=
D2 Be Lage ruhig bleiben ſollte, iſt nicht zu überſehen, daß die Eiſen=
je
wegen der auf ihr ruhenden außerordentlich großen Laſten in
Sift nur in ganz begrenztem Maße erportfähig ſein wird, ſodaß
ar4 väterl
Auslandsmarkt, an dem früher ein großer Teil der
dr en
n ging, künftig als Abnehmer kaum in Betracht
n.
on der Eiſenbahn, die zu den größten Abnehmern

ſind in Zukunft größere Aufträge wohl kaum zu erwarten, wäh=
andererſe

frachtlicher Beziehung eine Erleichterung wohl
ſird. Einen güten Ruckhalr könnte der Eiſeninduſtrie

die möglichſt baldige Wiederaufnahme der Sachlieferungen geben, die
ſchon deshalb einſetzen müßte, um zu verhindern, daß die Aufträge von
der belgiſchen und franzöſiſchen Induſtrie gegen bare Zahlungen des
Reichs ausgeführt werden. Auch der Umſtand iſt weſentlich, ob und
welche Vereinbarungen wirtſchaftlicher Natur zwiſchen den auf dem
Welteiſenmarkt hauptſächlich Beteiligten künftig etwa abgeſchloſſen
werden.
Tagung der Deutſchen Stein=Induſirie.
In der vergangenen Woche hat die durch den Reichsverband der
Deutſchen Steininduſtrie vertretene Naturſteininduſtrie ihre diesjährige
Tagung augehalten, die aus allen Teilen des Reichs ſtark beſucht war.
Die Verſammlung wurde von dem Vorſitzenden des Reichsverbandes der
Deutſchen Steininduſtrie, Herrn Generaldirektor Rouſſelle= Frank=
furt
a. M. geleitet. Herr Dr, Andres=Berlin, der Geſchäftsführer
des Reichsverbandes der Deutſchen Steininduſtrie, erſtattete einen Be=
richt
über die gegenwärtige Wirtſchafts= und ſozialpolitiſche Lage, Herr
Dr. Barkhauſen=Dresden referierte über Eiſenbahntariffragen und
Herr Oberbergrat Prof. Dr. Steuer=Darmſtadt hielt einen Vortrag
über Kunſtſtein und Naturſtein.
Am Tage nach der Verſammlung des Reichsverbands der Deutſchen
Steininduſtrie hielten die zu dieſem Verband gehörenden Fachverbände
ihre beſonderen Verſammlungen ab. Die Wünſche der Naturſteinindu=
ſtrie
wurden in folgender Reſolution zuſammengefaßt: Die Lage der
Naturſteininduſtrie, die in den Zeiten der Geldentwertung nicht wie
andere Induſtrien eine Belebung ihres Geſchäfts erfahren hat, hat ſich
in den Monaten der Stabiliſierung der deutſchen Währung in geradezu
kataſtrophaler Weiſe verſchlechtert. In den Wintermonaten bis weit in
das Frühjahr hinein beſtand eine Arbeitsloſigkeit, die bis zu 90 Prozent
der Belegſchaft ausmachte. Im Frühjahr hatte zwar eine geringere
Belebung der Geſchäftstätigkeit eingeſetzt, doch bereits jetzt geht der Ab=
ſatz
in den meiſten Zweigen dere Naturſteininduſtrie, beſonders in der
Werkſteininduſtrie und im Steinmetzgewerbe, in erſchreckendem Maße
zurück, ſo daß dieſe mit ſtarken Befürchtungen dem kommenden Winter
entgegenſehen.
In dieſer Notlage wird Abhilfe nur dann geſchaffen werden können,
wenn alle Verbraucherkreiſe, die nur irgendwie dazu in der Lage ſind,
mit Aufträgen hervortreten. Dies gilt namentlich von allen ſtaatlichen
und kommunalen Stellen, die Waſſer=, Hoch=, Bahn= und Wegebauten
zu vergeben haben. Dies um ſo mehr, als gerade hier eine derartige
Zurückhaltung in der Vergebung von Aufträgen geübt wurde, daß dieſe
Bauten in ſtarken Zerfall geraten ſind, dem nunmehr mit allen Mitteln
geſteuert werden muß, nachdem Gemeinde, Staat, Reich und Reichsbahn
zum Wiederaufbau ihres Haushalts gekommen ſind. Die hierfür flüſſig
zu machenden Beträge werden beſſer angewendet ſein, als wenn ſie in
der Gewährung von Erwerbsloſenunterſtützungen verloren gehen. Unter
allen Umſtänden muß vermieden werden, daß, wie das im letzten Winter
geſchehen iſt, monatelang jeder Ankauf von Wegebaumaterialien voll=
kommen
eingeſtellt wird, da ſonſt die in dieſem Zweige der Naturſtein=
induſtrie
beſchäftigten Arbeiter monatelang ſämtlich arbeitslos würden.
Auch im Intereſſe der privaten Verbraucherſchaft liegt es, bei der Dek=
kung
ihres Bedarfs nur Erzeugniſſe der Naturſteininduſtrie zu ver=
wenden
, da dieſelben haltbarer, wertvoller und preiswerter ſind als
Erſatzprodukte.
Mit Rückſicht auf die hohe volkswirtſchaftliche Bedeutung der Natur=
ſteinbetriebe
, die die inländiſchen Bodenſchätze ohne Zuhilfenahme von
Devifen zu wertvollen Erzeugnifſen verarbeiten, muß zuverſichtlich er=
wartet
werden, daß die Behörden des Reiches und der Länder und der
Kommunen ihr Aeußerſtes tun, um die Aufträge beſchleunigt herein=
zubringen
, ſo daß eine angemeſſene Beſchäftigung der Naturſteinindu=
ſtris
Kuch in den Wintermongten gewähkleiſtet iſt.

14. Sepfember 1924 Nr. 256

Wirtſchaftliche Nundſchau.
Lauchhammer=Rheinmetall A. G., Berkin. Das
nunmehr unter vorſtehender Firma handelsgerichtlich eingetragene Un=
ternehmen
verkörpert die bisherige Intereſſengemeinſchaft zwiſchen der
Eiſen= und Maſchinenbau=Abteilung der Linke=Hofmann=Lauchhammer=
A G und der Abteilung für Hütten= und Bergwerksbau der Rheiniſchen
Metallwaren= und Maſchienfabrik. Das Arbeitsprogramm der neuen
Firma (Zweigniederlaſſungen in Düſſeldorf, Rieſa a. d. Elbe und in
Lauchhammer, Prov. Sachſen) begreift Kranbau, Eiſenbahn= und Brük=
kenbau
, Ofen= und Generatorenbau, ferner Bau von Elektroöfen, Berg=
werksanlagen
, Zerkleinerungsmaſchinen, Ausrüſtungen für Häfen, Werf=
ten
u. a. m. Durch Beteiligung an der Gröppel=Rheinmetall=
A. G. in Bochum erſtreckt ſich der Geſchäftskreis auch auf Kohlenauf=
bereitungsanlagen
.
Wirtſchaft des Auslandes.
Die ſpaniſche Ein= und Ausfuhr mit Frank=
reich
. Die ſpaniſche Ausfuhr nach Frankreich belief ſich in den erſten
ſieben Monaten des Jahres 1924 auf 483 Millionen Peſeten gegen 308
Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Einfuhr aus Frank=
reich
belief ſich, in der gleichen Zeit auf 660 Millionen gegenüber 553
Millionen im Jahre 1923. Die franzöſiſche Einfuhr, die im letzten
Jahre 225 Millionen Peſeten betrug, iſt ſomit auf 197 Millionen zurück=
gegangen
.
Warenmärkte.
* Von den ſüddeutſchen Produktenmärkten. Der
von der Nichtmehrerteilung von Unbedenklichkeitsbeſcheinigungen für die
Ausfuhr von Getreide erwartete Umſchwung auf dem Getreidemarkt iſt
nicht eingetreten. Auch einige trockene Tage, die beſſere Ausſichten auf
die Einbringung der Ernte verſprachen, hatten nur eine etwas ruhigere,
abwartendere Haltung, aler keinen Preisrückgang zur Folge. Der amt=
liche
Saatenſtandsbericht für September, wonach von den Sommerhalm=
früchten
, darunter auch Sommerweizen und Sommerroggen, noch größere
Mengen auf den Feldern, teilweiſe noch auf den Halmen, ſind und in
rauheren Gegenden das Sommergetreide noch nicht einmal ausgereift iſt,
und wonach das bereits eingebrachte Getreide in ſeiner Qualität ſehr
zu wünſchen übrig läßt, und auch die Druſchergebniſſe hinter den Er=
wartungen
zurückbleiben, die über weite Teile Badens in dieſer Woche
niedergegangenen Unwetter und die feſtgebliebenen Ausländsmärkte hat=
ten
zur Folge, daß die Haltung der ſüddeutſchen Getreidemärkte feſt
blieb. Selbſt etwas regeres Angebot minderwertigen Getreides ver=
mochte
keinerlei Einfluß auszuüben. Weizen in trockener, mahlſähiger
Ware war nur wenig offeriert; ſoweit er vorkommt, findet er ſchlanke
Aufnahme. Gegen feuchte Ware verhält man ſich ablehnend, für gute
inländiſche Ware werden heute 23,5024 Mk. (Vorwoche 23,50), für aus=
ländiſchen
Weizen 26,2527,75 Mk. (Vorwoche 2627,50) die 100 Kilo
franko Mannheim bezahlt. Das Angebot in trockenem, mahlfähigem in=
ländiſchen
Noggen läßt zu wünſchen übrig, und an der Donnerstags=
börſe
wurde bekannt, daß in Franken die Landwirte zum Teil genötigt
ſind, ſelbſt Brotgetreide zu kaufen. Verlangt werden für inländiſchen
Noggen, je nach der Beſchaffenheit, 19,5020,50, für ausländiſchen 20,00
bis 23,50 Mk. Für Gerſte hat ſich immer mehr herausgeſtellt, daß nur
ein kleiner Teil der Ernte tadelloſe Brauware darſtellt; ein bedeutender
Prozentſatz iſt infolge des ſchlechten Erntewetters geringwertige Ware
geworden. Gute Gerſte wird zu hohen Preiſen aus dem Markt genom=
men
; geringe Ware wurde in dieſer Woche für Futterzwecke, beſonders
von Norddeutſchland und Rheinland=Weſtfalen gekauft. Die Preiſe be=
wegten
ſich je nach Qualität zwiſchen 2426,50 Mk. die 100 Kilo franko.
Gute pfälziſche und unterfränkiſche Gerſte erzielte auch ab Stationen
26 Mk., Taubergerſte 25 Mk., Ausſtichqualitäten franko bis 27 Mark.
Hafer blieb infolge erſchwerter Einbringung noch beſonders lebhaft in
guter Ware gefragt und konnte ſeinen Preis verbeſſern. Während er
zu Wochenanfang noch mit 1920 Mk. zu kaufen war, mußten gegen
Wochenende für guten Hafer 22 Mk. angelegt werden. Hafer für Nähr=
mittelzwecke
ſtellt ſich teils noch höher. Außerdem wurden große Poſten
La Plata=Hafer hierher gehandelt. Von ausländiſchem Getreide war
pfferiert: Weizen, Hardwinter II, Septembererſte Hälfte Oktober 14,40
Gulden, Red Winter II September=Abladung 5,70 Dollars, Boſafé
79 Kilo, fälliger Dampfer eif Rotterdam, indiſcher choice White Karrachi,
15,5 holl. Gulden, eif Mannheim, Baruſſo, 79 Kilo, 15,40 holl. Gulden
eif Mannheim, Manitoba III 16 holl. Gulden eif Mannheim, Kaneas II
15,05 holl. Gulden eif Mannheim je 100 Kilo. Weſternroggen 12 holl.
Gulden eif Rotterdam, anderer nordamerikaniſcher Noggen 13,50 hoUlnt
Gulden bahnfrei oder frei Schiff Mannheim.
Der Mehlmarkt lag feſt; die ſüddeutſchen Mühlen haben ihre
Erzeugung für Oktober=November verkauft und ſchließen bereits auf
Dezemberlieferungen ab, wobei jedoch größere Zurückhaltung zu beobach=
ten
iſt. Die Forderungen für Weizenmehl Spezial Null belaufen ſich
auf 35,2535,75 (Vorwoche 34,2535,25), für Roggenmehl auf 29,50 bis
30,23 (2829) Mk. Die zweite Hand iſt kaum im Markte. Abſchlüſſe
vollzogen ſich noch in norddeutſchen Weizenmehlen zu 33,25 cif Mann=
heim
die 100 Kilo. Einzelne weit vorverkaufte Mühlen verlangen für
den Doppelzentner Weizenmehl 36 Mk. Weizennachmehl koſtet 2022,
Weizenfuttermehl 1516, Weizenkleie 12,2512,50 Mk. Franzöſiſches
Weizenmehl war mit 88,20 Doll. die 100 Kilo frei Grenze, holländ. mit
8 Doll. franko Mannheim, amerikaniſches 8 Doll. eif Mannheim im
Markte. Die Abſchlüſſe in franzöſiſchem Mehl erfolgten in dieſer Woche
durchweg gegen Dollars, weil die franzöſiſchen Mühlen nur in dieſer
Währung offerierten.
Futtermittel lagen feſt. Für Mais mit Sack wurden je 100
Kilo 2020,25 (Vorwoche 19,7520) verlangt, franko Mannheim; Bier=
treber
ſind kaum angeboten. Was im Markte iſt, bedingt 1515,50 Mk.
franko ohne Sack. Malzkeime 1314 Mk., pure Saukeime 16 Mk., Ha=
ferſchalenmelaſſe
11 Mk., Torfmelaſſe 8 Mk. vollwertige Zuckerſchnitzel
2224 Mk., Futterkuchen weiter befeſtigt; Rapskuchen 14 Mk. Lein=
kuchen
2425 Mk. Seſamkuchen 2425,25 Mk., Kokoskuchen 23,60 Mk.,
Palmkuchen 19 Mk.
Hülſenfrüchte infolge des ungünſtigen Ernteausfalles feſt.
Verlangt werden je 100 Kilo ab ſüddeutſchen Stationen: Gelbe Viktoria=
erbſen
3234 Mk., grüne 35 Mk., fränkiſche Linſen 55. Mk., weiße Boh=
nen
33,6034 Mk. ab Paſſau.
In neuen Saaten iſt nennenswertes Angebot nicht da. Genannt
werden Provencer Luzerne 180, italieniſche Luzerne 160170, Notklee=
ſamen
200210 Mk. die 100 Kilo.
Der Kolonialwarengroßhandel verlangte für 100 Kilo
Haferflocken 48 Mk. Perlſago 52 Mk., Salatöl 118 Mk., Schmalz 175,
Grünkerne 7590, Siede=Kochſalz 9,50, Steinſalz 7 Mk. die 100 Kilo ab
Mannheim.
Malz hatte ſehr feſten Markt, doch halten ſich die Brauereien in=
folge
des geringen Bierabſatzes zurück. Verlangt wird für neues Malz
4850 Mk., altes Malz 46 Mk. die 100 Kilo.
Die Hopfenernte wird dieſe Woche in Baden zu Ende gehen;
die anfangs ſchöne Farbe iſt verloren gegangen, doch iſt die Ware
gutes Brauereiprodukte. Die Preiſe ſchwanken zwiſchen 180200
Mark je Zentner, für Ausſtichhopfen 275 Mk. In Nußloch, Sandhauſen
wurden 225250 Mk., in Schriesheim 225 Mk. und darunter bezahlt, in
der Pfalz 225 Mk., in Württemberg 180240 Mk., im Oberelſaß 900 Fr.
und in der Hagenauer Gegend 1000 Fr. für den Zentner.
Am Tabakmarkte vollzogen ſich die Umſätze in 1923er Taba=
ken
zu gegen die Vorwoche etwas erhöhten Preiſen. Auch Rippen zogen
an. Die neue Ernte iſt bei günſtigem Wetter voll im Gang. Das neue
Material der zu erwartenden Vollernte wird jedenfalls leicht. Seine
ſonſtige Beſchaffenheit hängt vom Wetter der nächſten 14 Tage ab.
Der Säckemarkt lag feſt. Preiſe anziehend. Neue Mehlſäcke
koſten 1 Mk., alte 75 Pfg., alte Kleieſäcke 55 Pfg. das Stück.

Börſen.
* Börſenbericht für die Zeit vom 8.13. Sept. Die Be=
lebung
und Befeſtigung der Börſe, die nach der Annahme des Londoner
Abkommens eingetreten war, mußte in der abgelaufenen Woche bereits
wieder einem Rückſchlag weichen. Die Veranlaſſung dazu war der Rück=
gang
der in der Vorwoche ſtark getriebenen Anleihekurſe, der am Mon=
tag
einſetzte und an den folgenden Tagen noch anhielt. Die dadurch
bedingten Verluſte der Spekulation ſcheinen vielfach Veranlaſſung ge=
geben
zu haben zu Poſitionslöſungen an den Aktienmärkten, und ſie
wirkten natürlich auch rein ſtimmungsgemäß auf die Geſamttendenz ein.
Als dann noch einige überraſchend ungünſtige Fälle von Umſtellungen
auf Goldmark, ſo bei Gebr. Goedhart und Api, bekannt wurden, ſteigerte
ſich die Verſtimmung der Börſe ſo ſehr, daß auf allen Marktgebieten
recht erhebliche Kursrückſchläge zu verzeichnen waren. Am ſtärkſten be=
troffen
waren hiervon die weſtlichen Montanwerte und die Papiere des
Anilinkonzerns. Ganz beſonders ſchwach lagen auch Nordd. Lloyd und
Mansfelder, da man auch hier eine ſehr ſcharfe Zuſammenlegung des
Kapitals befürchtete. Erſt gegen Ende der Woche ſetzte ſich eine ruhigere
Auffaſſung durch, und die Kurſe konnten ſich im Großen und Ganzen
etwas erholen. Auch am Rentenmarkt trat wieder eine Steigerung ein,
doch erreichte das Geſchäft auf keinem Gebiete den UUmfang dev Vor=
woche
.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Sottntag, den 14. Septeiber 1924.

Rummer 256

etet

Rech
eagen

A

Die Entſcheidung des Rates des Völkerbundes vom 21. Juni
1921 gibt die Richtlinien für die am 31. Juli 1924 erlaſſene Ver=
ordnung
:
I. Alle von den beiden elſaß=lothringiſchen Verſicherungs=
1. Januar 1819 in Deutſchland wohnen, werden von dieſem Tag geſtellte in Straßburg.
an ohne Unterſchied der Staatsangehörigkeit dieſer Perſonen auf
die deutſchen Verſicherungsträger übernommen, als welche die rungsanſtalt für Angeſtellte verſichert waren und an dieſem
ruhe bezeichnet.
ſind, die in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis zum 10. Januar rungsfall nach dieſem Tage eingetreten iſt. Hierbei werden
ſchied der Staatsangehörigkeit auf die Karlsruher Anſtalten über.
rung maßgebenden Vorſchriften desjenigen Verſicherungsgeſetzes
behandelt, das im Zeitpunkt der Verlegung des Wohnſitzes gilt. Das Deutſche Reich hat dem franzöſiſchen Staat die geſetz=
Im Einzelnen iſt hier zu ſagen: Wurde ſolchenfalls die Rente
gebracht, weil der Berechtigte ſich in Deutſchland aufhält, ſo er=
halten
Deutſche früheſtens vom Beginn des auf die Wohnſitz=
verlegung
folgenden Monats im Bedürftigkeitsfalle Fürſorge
nach folgenden Grundſätzen:
1. Der Verſicherungsfall muß vor dem 10. Januar 1920 ein= Mitglieder von Erſatzkaſſen.
getreten und die Verlegung des Wohnſitzes von Elſaß= Lothrin=
gen
nach Deutſchland bis 31. Dezember 1923 erfolgt ſein.
2. Die Fürſorge beſteht in der Gewährung von Renten nach
Geſetzen.
3. Rentenempfänger hat den Anſpruch auf Kapitalabfindung,
der ihm gegen elſaß=lothringiſche Verſicherungsträger zuſteht,
an den deutſchen Verſicherungsträger abzutreten und, falls Ab=
findungskapital
bereits bezahlt iſt, den Betrag abzuliefern oder
ſich anrechnen zu laſſen.
4. Die Fürſorge wird nur für die Dauer des Aufenthalts
in Deutſchland gezahlt.
Dieſe Fürſorge obliegt den beiden Karlsruher Anſtalten.
Auch in anderen Fällen kann Reichsarbeitsminiſter zur Ver=
meidung
von Härten Fürſorge gewähren.
Anträge auf Gewährung der Fürſorge ſind nach Karlsruhe
zu richten. Gegen Sachentſcheidung und bei Entziehung der
Fürſorge iſt Beſchwerde an Aufſichtsbehörde zuläſſig.
ausſchließlich der Reichszuſchüſſe werden alljährlich auf ſämtliche
deutſchen Träger der Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung ſchiedenen Steuern ſei das direkte Gegenteil dieſer Grundſätze. d
nach Maßgabe ihrer Beitragseinnahmen im letzten Geſchäfts=
jahre
verteilt. Gleiches gilt von den Fürforgeleiſtungen.
benen von Verſicherten, die in Deutſchland wohnen und ihren
Anſpruch auf ein Verſicherungsverhältnis bei der ehemaligen
Landesverſicherungsanſtalt Baden zuſtändig, ſofern nicht nach
der Reichsverſicherungsordnung ein anderes Verſicherungsamt
ruhe anzugehen.
Angeſtellte und Arbeiter, die bei deren Penſionskaſſe freiwillig
verſichert waren oder ſich bei ihr weiterverſichert hatten und die
in Deutſchland wohnen oder bis 31. Dezember 1921 den Wohn=
ſitz
von Elſaß=Lothringen nach Deutſchland verlegt haben, können
den eine Sonderanſtalt errichtet iſt, bei dieſer, in den übrigen
Bezirk ſie beſchäftigt ſind oder ſich unbeſchäftigt aufhalten.
weſen ſein würde, in dem zur Aufrechterhaltung der Anwart= beſteuert.
ſchaft erforderlichen Umfang noch bis 31. Juli 1922 nachentrichtet
dität oder nach des Verſicherten Tode erfolgt iſt.
genoſſenſchaften gelten für die Auseinanderſetzung als franzö= Gemeinde die größten Arbeitgeber ſind, bezahlten ſie letzten
für Elſaß=Lothringen, alle übrigen gelten als deutſche.
Als Schuldner der Renten tritt anſtelle dieſer franzöſiſch ge=
wordenen
Berufsgenoſſenſchaften bezw. des elſaß=lothringiſchen
Landesfiskus das Deutſche Reich. (Vertreten durch das Ver=
ſorgungsamt
I in Berlin.)
Zwiſchen den deutſchen und franzöſiſchen Berufsgenoſſen=
am
1. Januar 1919 die erſteren Berechtigte (aus Unfällen vor ertrag bringen könne.
1. Januar 1919 Berechtigte) in Elſaß=Lothringen, die letzteren
ohne Rückſicht auf Staatsangehörigkeit.
der deutſchen Berufsgenoſſenſchaften übernommen.
Reutenempfänger, die nach dem 10. Januar 1920 den Wohn= hielten die Länder Anteile der Reichsſteuern.
ſitz aus dem Gebiet eines der beteiligten Staaten in das Gebiet
des anderen verlegen, werden nach den für den Fall der Aus= ſteuer Zuſchläge zu den Steuern der Länder nach ihrem Bedarf
ſitzes gilt.
Im einzelnen iſt hierzu zu ſagen (falls Rente zum Ruhen
gebracht war);
gen nach Deutſchland bis 31. Dezember 1923 erfolgt ſein;
deſtens 20 Prozeut der Vollrente handeln;

3, die Fürſorge beſteht in den Leiſtungen der Unfallverſiche=
rung
;
4. im Falle erfolgter Kapitalabfindung durch elſaß=lothr.
Verſicherungsträger iſt der Anſpruch daraus an zuſtändigen
deutſchen Träger abzutreten und erhaltenes Kapital an ihn ab=
zuliefern
:
5. die Fürſorge wird nur für die Dauer des Aufenthalts in
Deutſchland gewährt.
III. Angeſtelltenverſicherung. Die ſeit 11. No=
trägern
bewilligten Renten aus der Invaliden= und vember 1918 in Elſaß=Lothringen erhobenen Beiträge zur An=
Hinterbliebenenverſicherung an Empänger, die am geſtelltenverſicherung verbleiben der Verſicherungsanſtalt für An=
Deutſchen, die am 11. November 1918 bei der Reichsverſiche=
jüngſte
Verordnung die Landesverſicherungsanſtalt Baden und Tage in Elſaß=Lothringen wohnten und ihren Hinterbliebenen
die Arbeiterpenſionskaſſe U der Deutſchen Reichsbahn in Karls= werden bei Erfüllung der geſetzlichen Vorausſetzungen die Lei=
ſtungen
der Angeſtelltenverſicherung gewährt, wenn der Ver=
In gleicher Weiſe gehen die Renten, die von den beiden ſicherte bis 31. Dezember 1922 den Wohnſitz von Elſaß= Loth=
elſaß
=lothringiſchen Verſicherungsträgern an Perſonen zu zahlen ringen nach Deutſchland verlegt hat und wenn der Verſiche=
1920 den Wohnſitz nach Deutſchland verlegt haben, vom Beginn, auch die bis 11. November 1918 an die Reichsverſicherungsanſtalt
des auf die Wohnſitzverlegung folgenden Monats ab ohne Unter= entrichteten Beiträge berückſichtigt. Die etwa an die Straß=
burger
Anſtalt entrichteten Beiträge ſind nur für die Zuläſſig=
Rentenempfänger, die nach dem 10. Januar 1920 den Wohn= keit der freiniligen Weiterverſicherung, für die Aufrechterhal=
ſitz
aus dem Gebiete eines der beteiligten, in das Gebiet des tung der Anwartſchäft und für die Zurücklegung der Wartezeit
anderen verlegen, werden nach den für den Fall der Auswande= zu berückſichtigen. Die Beitragsentrichtung an den franzöſiſchen
Verſicherungsträger iſt glaubhaft zu machen. (Abſ. 1.)
lichen Beiträge zur Angeſtelltenverſicherung für die Perſonen
von einem elſaß=lothringiſchen Verſicherungsträger zum Ruhen herauszahlen zu laſſen, die bei einer Erſatzkaſſe (8 372 ABG.)
verſichert waren und die entweder vor 11. November 1918 in
Elſaß=Lothringen wohnten oder den Wohnſitz vor 1. Januar
1919 nach Frankreich verlegt haben.
Vorſtehender Abſatz 1 gilt entſprechend für die genannten
Dieſe Beiträge werden, in Höhe von 87,55 Prozent des
Wertes und zum Kurſe an der Genfer Börſe am 11. November
1918 erſtattet. Hierzu werden Zinſen und Zinſeszinſen zu 3 ½=
den
zur Zeit der Uebernahme geltenden oder ſpäter ergehenden Prozent vom Beginn des Monats ab, der auf die geſetzliche Ein=
zahlung
des Beitrages folgt, bis 1. Januar 1919 und von da ab
zu 4 Prozent berechnet.
Pereinfachung des Sieuerſyſtemns
Guſtav Jähnel=Berlin, der ſchon in der Handels=
zeitung
des Berl. Tageblatt vom 3. Jan. 1924 Vereinfachungs= namentlich bezüglich 8 241 3. 2nachgelebt wird: Die Grundle
vorſchläge hinſichtlich der Erhebung der Lohnſteuer der Oef=
fentlichkeit
unterbreitet hatte, macht nun auch in Nr. 2 der N.
St. R. vom 15. Jan. 1924 Vorſchläge zur Vereinfachung unſeres
ganzen Steuerſyſtems, das er mit Recht als unhaltbar bezeichnet.
Bei Neuordnung der Steuern, ſo führt er dort aus, müſſen vor
allen Dingen wieder die alten Wagnerſchen Grundſätze, daß
Steuern ausreichend, beguem, beſtimmt und nicht
Die von den deutſchen Anſtalten zu übernehmenden Renten, mit zu großen Hebungskoſten verbunden ſein müſſen,
maßgebend ſein. Die gegenwärtige Belaſtung mit etwa 40 ver=
Für das Reich kommen nach Jähnel nur zwei Steuerarten 4
in Frage, die Umſatzſteuer und eine Beſitz= oder Sachwertbeſteue= erſcheint auch hei Grundſteuerbeſcheiden nicht in der Ordn
Für Entſcheidung über Rentenanträge ſolcher Hinterblie= rung. Die umſatzſteuer müffe einfacher und wirkſamer geſtaltet, wenn ſie einfach auf Erben lauten, ohne daß dieſe namhaft
werden. Für beſtimmte Kleinbetriebe Kleinhandwerker, Gaſt= macht ſind.
wirte, Straßenhändler, Landwirte und für freie Berufe ſei eine
Landesverſicherungsanſtalt Elſaß=Lothringen ſtützen, iſt die Pauſchalteuer zu empfehlen. (Die Pauſchalbeſteuerung habe
ſich in Oeſterreich gut bewährt.)

Alle heute beſonders erhobenen Verbrauchsabgaben könnten
(Anſtalt) zuſtändig iſt. Hinſichtlich eines Verſicherungsverhält= durch erhöhte Umſatzſteuer auf dieſe Waren (beim erſten Ver=
niſſes
zur ehemaligen Reichsbahnpenſionskaſſe in Elſaß=Loth= äußerer im Inlande) erſetzt werden. (Die erhöhte Beſteuerung
ringen iſt die Arbeiterpenſionskaſſe U. der Reichsbahn in Karls= notwendiger Verbrauchswaren, wie Zucker, Salz, Leuchtmittel,
müßte allerdings beſſer fortfallen.) Der Eigenverbrauch müßte
Bei der elſaß=lothringiſchen Reichsbahn bedienſtete Beamte, bei Gewerbebetrieben überhaupt freibleiben, weil er mehr Aerger
und Arbeit als Steuern bringt; nur für den großen Eigender=
brauch
der Landwirtſchaft ſei ein Pauſchalbetrag nach der Kopf=
zahl
der Verbraucher feſtzuſetzen.
Der Kreis der luxusſteuerpflichtigen Gegenſtände und Be= nung des Wertes von bebauten Grundſtücken, die Wohn=
ſich
, wenn ſie in einem Eiſenbahnbetriebe beſchäftigt ſind, für triebe (Luxusſtätten) ſei ſcharf und zweifelsfrei zu begrenzen. gewerblichen Zwecken dienen, von dem Wehrbeitragswert
Die Beſitz= oder Sachwertbeſteuerung ſolle alles zugehen und von dieſem im Allgemeinen 70 Prozent Gbei ſa
Fällen bei der Verſicherungsanſtalt weiterverſichern, in deren vorhandene bewegliche und unbewegliche Vermögen ohne Rück= ter Lage und ungewöhnlicher Abnutzung der Gebäude höch
ſicht auf den Ertragswert nach dem Vorbilde der Grundvermö= 80 Prozent) abzuſchlagen.
Soweit dieſe Perſonen freiwillige Beiträge für die Zeit nach gensſteuer erfaſſen. Maßgebend ſei nur ein Maßſtab der ge=
dem
10. November 1917, deren Entrichtung wegen Ablaufs der meine auf Gold zu ſtellende Wert. Der von Jahr zu Jahr faſſung, daß 8 17 der Durchführungsbeſtimmungen zur 38
Friſt nach 8 1443 der Reichsverſicherungsordnung unzuläſſig ge= feſtzuſtellende Vermögensz uwachs wird nach einem Zuſatztarif StRV. die Handhabe zu einer weiteren Heraufſetzung
Die Einkommenſteuer, über deren Wert und Berechtigung Grundſtücken, die Wohnzwecken oder gewerblichen 3n
haben, ſind dieſe Beiträge als rechtsgültig anzuſehen. Dies gilt ſelbſt Autoritäten wie Strutz im Zweifel ſeien (vgl. Steuerrund= dienen, beſtimmt ſind, eine Berichtigung des Wehrbeitrag;
auch, wenn die Nachentrichtung erſt nach eingetretener Invali= ſchau Nr. 313 vom 12. November 1923), werde am beſten ganz tes dann ſtattzufinden hat, wenn das Grundſtück bei der V
fallen gelaſſen. Eine reibungsloſe Erfaffung an der Quelle ſei lagung zum Wehrbeitragswert ſtatt mit dem Ertragswert
II. unfallverſicherung. 8 78 (8 15) der Entſchei= nur beim Arbeitseinkommen des Lohn= und Gehaltsempfängers dem gemeinen Wert veranlagt worden iſt, ſofern der zum 2
dung des Nats des Völerbundes vom 21. Juni 191 beſtimmt: möglich. Hier ſei aber der Steuerpſlichtige niemals ſelbſt der beitragswert feſtgeſetzte Wert von dem dangligen Ertng
Von den am 11. Nohember 1918 vorhanden geweſenen Berufs= Steuerzahler, ſondern ſein Arbeitgeber, und da Reich, Staat und um mehr als 10 Prozent abweicht.
ſiſche kie drei landwirtſchaſtlichen Verufsgenoſſenſchaften Uunter= Cndes die Steuern ſelbſt. Wenn man davon ausgehe, daß das das Bfache des Miet= und Pachtertrags der in den le
Ober=Elſaß und Lothringen ſowie die Textilberufsgenoſſenſchaft Einkommen in den weitaus meiſten Fällen zur Beſtreitung des Jahren (1911, 1912, 1913) im Durchſchnitt erzielt worde
Lebensunterhalts und ſonſtiger größerer oder kleinerer Be= oder im Falle der Vermietung (Verpachtung) hätte erzielt
dürfniſſe Verwendung finde, und ſo mit Umſatzſteuern (einſchl. den können nach Abzug von ein Fünftel der Verwaltungs!
heutiger Verbrauchsſteuern) und Luxusſteuern belaſtet werde Auf dieſem 8 17 fußend veranlagen, die Finanzämter
und daß in den Fällen des Ueberſchuſſes ſich ohne weiteres ein, ſtädtiſchen Mietgrundbeſitz um vielfach nach einem entſpre l=
von
der Vermögenszuwachsſteuer zu erſaſſender Zuwachs er= dem eben ausgeführten berichtigten, d. h. höheren als dem !
gebe, ſo ſei der gänzliche Wegfall der Einkommenſtener berechtigt, feſtgeſetzten Wehrbeitragswert. Als Beiſpiel diene folg
ganz abgeſehen davon, daß die Einkommenſteuer bei der um= Fall:
ſchaften ſindet eine algemeine Auseinanderſetzung ſtatt, ſoweit ſtändlichen minutiöſen Art ihrer Veranlagung kaum einen Nin= 2) bisher auf Grund des gemeinen Wertes feſtgeſetzter
Den Ländern müßte die Grund= und Gewerbe=
Berechtigte in Deutſchland hatten. Dieſelbe erfolgt auf der beſteuerung überlaſſen werden; auf alle anderen Steuern. Das ergibt im Falle a): 90 000 Mk. Vermögensſteuerwer
Grundlage des Wohnſitzes der Berechtigten am 1. Januar 1919 insbeſondere auf die mit ganz erheblichen Zuſchüſfen 450 Mk. Vermögensſteuer und im Falle b): 105000 Mk.
wirtſchaftende Stempelſteuern muß verzichtet wer= mögensſteuerwert und 624 Mk. Vermögensſteuer (nänlie
Reuten, die an Perſonen zu zahlen ſind, die innerhalb der den. Die Gewerbeſtener, in der Form des gegenwärtigen Mark eigentliche Vermögensſteuer gemäß Art, II 8 5 un
Zeit vom 1. Januar 1919 bis 10. Januar 1920 den Wohnſitz von Preuß, Geſetzes Kombinationen von Ertrags= und Lohnſteuer, Mark Zuſchlag gemäß Art. II 8 6 2. StNV.). Das dare
Frankreich nach Deutſchland verlegt haben, werden ohne Rück= wäre auf Landwirte auszudehnen; dabei könnte ſie bei Land= Vorgehen der Finanzämter iſt unzuläſſig und ſteht im 2ſe
ſicht auf Staatsangehörigkeit der Berechtigten vom erſten Tage wirten zur Vermeidung ſchwieriger Veranlagung entweder in ſperuch zu 5 158 Abſ.6 NtbgOrdng. Nach dieſem kann n
des auf die Wohnſitzverlegung folgenden Monats ab zu Laſten Zuſchlägen zur Umſatzſteuer oder beſſer in Form einer der Steuerpflichtige in allen Fällen verlangen, daß ſtat
Flächenſteuer erhoben werden. Neben dieſen beiden Steuern er= Ertragswertes der gemeine Wert der Bewertung zugrue
Die Gemeinden ſollen neben hohen Anteilen an der Umſatz= eine nur im Verordnungswege ergangene Vorſchrift wie d
wanderung maßgebenden Vorſchriften desjenigen Verſicherungs= erhalten. Es bliebe ihnen wohl Grunderwerbſteuer und Ver= oder aufgeboben werden. Daraus folgt, daß die im 8 1.
geſetzes behandelt, das im Zeitpunkt der Verlegung des Wohn= gnügungsſteuer. Alle anderen Gemeindeſteuern (Hundeſteuer, geſehene Berichtigung des Wehrbeitragswertes nur zug
Kraftdroſchkenſteuer uſw.) deckten kaum die Hebungskoſten.
Es iſt gut, daß gerade in der Zeit des Beamtenabbaues denen der Ertragswert um mehr als 10 Prozent 19.
ſolche Vereinfachungsvorſchläge gemacht werden. Gar mancher gemeinen Wert liegt.
1. Der Verſicherungsfall muß vor 10. Januar 1920 ein= möchte wohl in Jähnels Ausführungen nur Zukunftsmuſik
getreten und die Verlegung des Wohnſitzes von Elſaß=Lothrin= wittern; aber die Tatſachen und die Not der Zeit ſprechen doch ſeine Vermögensſteuererklärung wie auch den ihm zu9e
eine beredte Sprache, und die Grundſätze, die ein Mann wie Vermögensſteuerbeſcheid des Finanzamtes an Hand LS
2. bei Verletztenrenten muß es ſich um eine Rente von min= Adolf Waguer aufgeſtellt hat, müſſen wieder zu Chren ge= ſtehend Ausgeführten nachzuprüfen und gegebenenſal=
bracht
werden.

Die Durchführang des Gemeindeumlage
geſetzes vom 15. Dezember 1922.
A Anr 25. Januar 1923 ift ein in Nr. 2 des Regierungsbla
vom 18. Januar 1923 enthaltenes Abänderungsgeſetz, betr.
Gemeindeumlagengefetz in Heſſen in Kraft getreten, das in ſe
Tragweite in den Kreiſen ſowohl der Intereſſenten wie der
teiligten Behörden noch nicht genügend erkannt zu ſein ſcheint
Es beſtimmt, daß hinſichtlich der Veranlagung der Gri
und Gewerbeſteuern die Veranlagungsvorſchriften der Rei
abgabenordnung ſinngemäß und ebenſo die reichsrechtli
Vorſchriften hinſichtlich der Rechtsmittel gegen die Veranlag
dieſer Steuerarten zur Anwendung kommen, ſoweit nicht das
nannte Geſetz etwas anderes beſtimmt.
Es hat ſich alſo das ganze Veranlagungsverf
ren, wie es ſich im Rahmen der Reichsabgabenordnung
ſpielt, nach dieſen reichsrechtlichen Vorſchriften zu richten.
gilt insbeſondere auch von den das Veranlagungsverfahren
ſchließenden Steuerbeſcheiden. Hier ſchlägt insbeſon
8 211 RAbgO. ein, der Muß= und Soll=Vorſchriften zug
enthält. Es müfſen alſo dieſe Steuerbeſcheide, die ſchrif
zu erteilen ſind, die Höhe der Steuer enthalten. Sie
len aber ferner enthalten:
1. eine Belehrung, welches Rechtsmittel zuläſſig iſt und
nen welcher Friſt und bei welcher Behörde es einzulegen iſt,
2. die Grundlagen der Feſtſetzung und Veranlagung, ſo
ſie dem Steuerpflichtigen nicht ſchon mitgeteilt ſind.
3. eine Anweiſung, wo, wann und wie die Steuer oder Si
heit zu entrichten iſt.
4. die Punkte, in denen von der Steuererklärung abgewi
worden iſt.
In der Reichsabgabenordnung von Geh. Rat Dr.
Reichsfinanzrat in München, (das neue Reichsſteuerrecht, her
gegeben von Dr. Paul Märeuſe, Rechtsanwalt in Berlin, B.
Herm. Sack=Verlag 1920) iſt nun S. 51 ausgeführt:
Der Steuerbeſcheid hat grundſätzlich den Steueranſe
zu erſchöpfen, d. h. die Steuer, die durch den ſteuerpflicht
Tatbeſtand ausgelöſt wird, vollſtändig auszuwerfen. Löſi
Tatbeſtand Steueranſprüche gegen, mehrere Steueroſic
aus z. B. ein Erbfall, ſo ſind ſoviel Steuerfeſtſtellunger
treffen, als Steuerpflichtige vorhanden ſind. Dieſe Feſtſtel
gen können in einem Beſcheid oder in mehreren einzelnen
ſcheiden getroffen werden.
Die ſeither noch in Gebrauch befindlichen Formulare
Steuerbeſcheide laſſen nicht erkennen, daß dieſen Sollvorſchri
der Feſtſetzung und der Veranlagung, ſoll der Beſcheid entha
ſoweit ſie dem Steuerpflichtigen nicht ſchon mitgeteilt ſind.
Es erſcheint nicht angängig, daß über eine Anzahl von Gr.
ſtücken ein ſummariſch gehaltener Steuerbeſcheid hin
gegeben wird, der nicht klipp und klar erkennen läßt, welche
wertung der Einzelparzelle (die namentlich aufzufil
ſind) eingetreten iſt. Der Pflichtige hat ein Recht darauf zu
ſehen, in welcher Weiſe ſich die ſpezifizierte Geſamtſteuer zuſe
menſetzt. Iſt dies nicht erſichtlich, ſo liegt hierin eine Beſcht
die den Pflichtigen berechtigt, gegen einen derartigen unvoll)
digen Beſcheid mit den zuläſſigen Rechtsmitteln anzukänpfen
Nach dieſen Ausführungen darf wohl erwartet werden,
bezügliche Anweiſungen an die Veranlagungsbehörden erge
wie ſie ſich aus dem heſſiſchen Geſetz vom 15. Dezember 192
logiſcher Folgerichtigkeit ergeben.

Die Berichtigung des Wehrbeitragswer
bei ſädiſchen Mietgrundſicken.
Dazu ſchreibt Regierungsrat Dr. Selle in NStR.:
Nach der 2. StNV. vom 19. 12. 1923 und den dazu erge
nen Durchführungsbeſtimmungen vom 8. 3. 1924 iſt bei Er
Bei den Finanzämtern begegnet man vielfach den
Wertgrenze böte. 8 17 ſchreibt nämlich vor, daß bei beb.
Als Ertragswert gilt dabei gemäß 8 152 Abf. 5 St2
beitrag eines Mietgrundſtücks z . s. 300000
b) Ertragswert desſelben Hauſes ..: / 350 000
legt werden ſoll. Dieſes dem Steuerpflichtigem durch
die Reichsabgabenordnung, gegebene Recht, kann nicht
8 17 Durchführungsbeſtimmungen, zur 2. StNV. abge
des Steuerpflichtigen, d. h. nur in Fällen erfolgen de
Der einzelne Hausbeſitzer, wird zunächſt jedenfalls gu
ſeine Veranlagung Einſpruch zu erheben.

[ ][  ][ ]

Mummer 256.

Darmſtädter Tagblatt, Sountag, den 14. Sept mber 1924.

Seite 19.

Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.
Nachdruck verboten)
Er trat zu ſeiner Gattin, ſchlug über ſie nach lutheriſcher
tte das Zeichen des Kreuzes und verließ die Stube. Er ſchloß
Tür von außen ab und ſteckte den Schlüſſel in die Taſche. Im
nge ſtanden zwei Hellebardenträger. Sie präſentierten ihre
iffen, als er vorüberſchritt. Er ſagte ihnen auf ſpaniſch, daß
in die Kirche gehe und nach kurzer Friſt wiederkehren werde.
ier der Soldaten folgte ihm nach in gemeſſener Entfernung.
ir ſind Gefangene, dachte der Junker, aber kümmerte ſich nicht
ter darum.
Friedrich verließ das Schloß und den Burghof, von Offizie=
und Kriegsknechten ſoldatiſch begrüßt, als ob er ein hoher
egeſetzter wäre, und von dem Hellebardenträger gefolgt.
Niemand wehrte ihm den Austritt aus der Burg. Er ging
r die Dorfgaſſe nach dem Kirchenplatz zu. Als er um die
rmecke bog, ſah er den Pfarrgarten voller Soldaten. Etliche
in um das Wachtfeuer, andere ſaßen auf gefällten Bäumen
auf Reiſighaufen. Vor der geöffneten Kirchtüre ſtand eine
tppe Ofiziere. Sie redeten italieniſch und ſo laut, daß der
gſam dahinſchreitende Mann jedes Wort verſtand.
Warum habt ihr ihn nicht geſchont? fragte einer.
Er wollte kein Quartier und hat um ſich gehauen wie ein
ender. Wir mußten ihn vom Pferde ſtechen.
Sie reden von meinem Sohne, dachte Friedrich und hob
Haupt höher.
Einer der Offiziere ſagte leiſe, als er vorüber war: Das
er Vater, der alte Hirſchhorn.
Die Offiziere ſchwiegen und folgten dem Eintretenden lang=
nach
.
In der Kirche brannten Holzfackeln, der Rauch wälzte ſich
den Gewölben hin. An Stelle des Geſtühles waren Stroh=
r
ausgebreitet, auf denen Verwundete lagen.
Friedrich ging durch ihre Reihen bis an das Chor der Kirche.
chaute dem ſteinernen Jüngling in das von Locken umwallte,
ermütig geſenkte Angeſicht. Er betrachtete das edle Kunſt=
mit
prüfenden Augen, nickte zufrieden mit dem Kopf und

Wolhrie. Dier inlfe Sicher grf ef eter Kanfde.
ſchuhsheim.
Dann ſenkte er die Augen und ſah vor ſich die Leiche ſeines
Sohnes. Sie lag auf dem Rücken, quer vor dem Altar, eine
breite tiefe Wunde mitten auf der Bruſt.
Friedrich zitterte, aber er wankte nicht. Er ſtand feſtgewur=
zelt
, gebeugten Nackens, mit gefalteten Händen.
Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
Urſula ſchlief derweilen, und es träumte ihr. Sie war auf
Schloß Hirſchhorn und ſtand in dem Gange zwiſchen der Keme=
nate
und dem Schlafgemach und ſchaute das Bild des Gekreu=
zigten
an. Wie ſie ſo ſtand und ſchaute, wich die Mauer zurück
und ſie ſah in eine geöffnete Pforte. Das Bild des Heilands
hatte ſich nach rückwärts in die Höhe geſchlagen und in die Wöl=
bung
geſchmiegt, ſo daß ſein Antlitz von der Decke herunterſchaute.
Sie trat unter das Gewölbe in einen kurzen Gang und ſah vor
ſich eine angelehnte Türe. Sie machte ſich auf und ſah in einem
hellen freundlichen Stübchen eine Frau ſitzen. Das Stübchen
hatte keine Fenſter und war doch voller Sonnenſchein. Die Frau
war wunderſchön, ſtrahlend von Jugend, mit hohen ſtolzen
Brauen und leuchtenden Sternenaugen und war ihre Mutter.
Wie Urſula hereintrat, ſah die Mutter auf und ſagte: Gut. daß
du kommſt, Kind. Mein Fingerhut iſt hinuntergefallen. Er iſt
dort in den Winkel gerollt. Bring mir ihn doch her
Der Fingerhut lag im Winkel. Er war von Gold. Urſula
hob ihn auf, gab ihn der ſchönen jungen Frau und fragte:
Mutter, was nähſt du denn?
Die Frau ſah ein wenig von der Arbeit auf und ſagte: Ein
Totenhemd. Noch ein paar Stiche, und es iſt fertig.
Urſula hätte gerne gefragt, für wen es beſtimmt ſei, aber
ſie ſcheute ſich und ſchwieg darum.
So ſagte die ſchöne Frau und hielt die Arbeit von ſich,
aber ſie rollte das Linnen nicht auf. Nun iſt dies auch vollendet.
Heute war ich fleißig. Drei Hemden an einem Tag, ein Manns=
hemd
, ein Kinderhemdchen und ein Frauenhemd. Komm jetzt,
wir wollen zum Vater gehen. Leonhard, wartet draußen, er
geht auch mit.
Und ſie ſtand auf und faßte Urſula an der Hand.
Aber, mein Gott, Kind, rief ſie ganz erſchrocken, wie biſt
du ſo alt geworden und haſt ja graue Haar ſieh, meine ſind

Bet im Mf Mife Ruchen, 1und Leine.
Augen, wie ſind die ſo matt!
Ja, weißt du, Mutter, ich habe auch viel länger gelebt
als du.
Die Mutter nickte mit dem Kopfe: Freilich, freilich; je mehr
gelebt, je mehr geweint.
In dieſem Augenblick erwachte Urſula. Sie glaubte, ſie ſei
auf Burg Hirſchhorn. Vom Fenſter her klang dasſelbe Raunen,
Nauſchen, Seufzen und Klagen, wie ſie es in der Hochzeitsnacht.
aus dem Hirſchhorner Burggraben vernommen hatte.
Friedrich, rief ſie voller Angſt und voller Freude, Leon=
hard
iſt da!
Sie bekam keine Antwort. Sie hob den Kopf und ſchaute
ſich verwirrt um in dem fremden, dunkeln Gemach mit ſeinen
blinden Bildern und ſeinen grauen Fenſtern.
Nein, ich habe noch nichts gelitten! ſagte Urſula und ver=
ließ
das Fenſter.
Sie ſtand vor der Türe. Der Schlüſſel ſtak. Sie faßte die
Klinke. Die Türe war unverſchloſſen. Sie überwand das
Grauen drückte auf die Klinke und zog die Türe auf.
Sie ſah in einen Gang der gerade ſo hoch, ſo lang und ſo
breit war wie der zum Schlafgemach führende Gang in der
heimatlichen Burg. Auch hier kam das düſtere Licht von einem
Fenſter her, auf das der Gang ſtieß, und auch hier war zur
linken Hand hinten, dem Fenſter nahe, die Türe, die auf Burg
Hirſchhorn zum Schlafgemach führte.
(Forfſetzung folgt.)
R
Farbflecken in der Wäsche Weinfeeken entfernt

fardige Stoffe entfärbt

(I. K. 11820

Heitmann’sEntfärber
Unschädlich für alle Stoffe, Mühelose Anwendung.
Man achte auf die Marke Fuchskopf im Stern,
Erhältlich in Drogerien und einschlägigen Geschäften.

Suppen

Man achte auf den Namen MAGGl und die gelb-rote Würfelpackung.

Santätstdlet
in den beliebten Sorten Erhs, Erhs mit Speck,
Grünkern, Pilz, Eiernudeln, Reis, Königin, Kartoffel,
Tapioka echt usw. überall zu haben.
Kurze Kochze

Vee
generWohnung
aden richten wir
eine

Film=, Detektio=
Froßſtadtromane
2 Preis 500 .
(HeAnzahlg., Reſt
ir iten bei Sicher=
he
Ort gleichgültig,
Lynde tägl. Ein=
n
en. Glänzende
Eje. Angebote m.
A ze des verfüg=
be
apitals erbittet
Wkeiſe= und Ber=
buchhandlung
,
Sg=Sell., Planſſi=
. l.11721

T.7620

jagerkeit.
e, volle Körper=
f
durch unſere
or al. Kraftvillen
F1Damen pracht=
bw
Büſte), preis=
gel
in, gold. Me=
d
) u. Ehrendipl.,
im zer Zeit große
G htszun. 25
weltbekannt.
Gt. unſchädl.
m. empfohlen.
STreell. Biele
O hr. PreisPackg,
(1.1 tüch G.M. 2,75
E extra. Poſt=
awl
ung od. Nachn.
Franz Steiner
*. G. m. b. H.,
W 30/9. In
ſtadtzuhaben
Redizinal=Dro=
Beckenhaub.
traße. (WF,9310

Zäſche
Art, von der
ſt. bis zur ele=
Ausführung,
ingefertigt
ckſtraße 5II.

MAM
kompressorlose Bieselmotoren
Jederzeit
betriebsbereit!
Unbedingt
betrlebssicher
bel garantlert gekahrlosem Betrieb
konkurrenzios
raklonell
(2½ Pfg. pro PS. und Stunde)
Bsind in allen Betriebsverhältnissen
OnBreunstofk- u. Schmierölverbrauch
die wirtschaftlich hochwertigste Antriebskraft.
Ortsfest macht der MWMl-Motor unabhängig von fremden
Krattquellen (K.-W. Stunde 46 Pfg.);
als Schiffsmotor eignet er sich für alle Schiffszwecke bis 500 PS;
als Traktor zieht er in der Ebene bis 8000 kg.
Motoren-Werke Mannheim A.-G.
vorm. Benz Abt, statiandrer Hotorenbau.

h
(Arbeiter, m.berufst.
Kindern, ſucht zur
Führung des Haus=
haltes
, ein ält. Mäd=
chen
od. unabhängige
Frau zwecks ſpäterer
Heirat.
Angeb. unt. S 41 an
die Geſchſt. (226605

Einheirat.
Aelterer Beamter in
Penſ. wünſcht ſich mit
einer Frau oder Frl.
im Alter v. 5560 J.
zu verheiraten. Ang.
u. 8. 11 a d. Geſch. (*

Ne
vm. dtſch. Damen a.
m. Reglit. Bel. uſw.,
wünſch. Heir. Ausk.
koſtenl. Herren, a. v.
Verm. Stabrey, Ber=
lin
, Stolviſche Str.
Nr. 48.
(11084a

28 Jahre, 1 Kind, in
ſicher, Stellung, ſucht
Fräul. v. Lande, zw.
Heirat kennen z. lern,
Witwe mit 1 Kind
nicht ausgeſchloſſen.
Angeb. unt. R 130
Sectitse

Nee
durch mich. Heirat!
u. Einheirat vermittelt
reell, diskr, erfolgreich
Fr. 3. Marr, My. Mom=
bach
, Körnerſtr. 3 (IFuan

Damen können ihre
Hüte
ſelbſt machen. Anlei=
tung
bei
Frau T. Hartmann
(Kredeh).
Daſelbſt werden Hüte
raſch u. billig garn.,
Samt= und Stoffhüte
umgearbeitet.
Beckerſtraße 23 II.

Habe meine Anwalts=
praxis
hier wieder
aufgenommen. Das
Büro befindet ſich
Ludwigsplatz 6
Fel. 743 (ege5segm
Sartorius
Rechtsanwalt.

Berkäniel

CEIE
garderobe, darunter
ein neuer Anzug,
Wäſche, Stiefel, zu
verkaufen. Anzuſeh.
v. 92 u. 67 Uhr
Waldſtraße Nr. 44,
1. Stock. (*26502gi

Divans
von 85 bis 130,4
Chaiſelonques
mit verſtellb. Kopftetl!
von 44 ,K an
Wollmatratzen
von 34 K an
Sämtl. Polſtermöbel
ſind in eigener Werk
ſtätte unter Verwen=
dung
nur beſten Ma=
tertals
angefertigt u.
nicht mit geringwer=
tiger
Handelsware zu
verwechſeln.
Bücherſchränke
nur 78, 95, 135 und
150
Rohrſtühle
von 5 bis 8.50
Küchen
rund vorgebaut, hüb=
ſche
Modelle
von 175. an in allen
Preislagen
Speiſezimmer
Herren= und Schlaf=
zimmer

unerreicht billig
Möbelhaus
Wilhelm
Emrich Wwe.
15 Gr. Dchſengaſſe 15
Telephon 819, (26582

Wanderer
5/15, Baujahr 1923,
guterhalten, 6fach be=
reift
, mit allen Neue=
rungen
, ſowie
1 De Lion Bonton
10/30, Gſitz,, u. ferner
1 Anhängewag.
für 4 To., gummibe=
reift
, faſt neu, zu ver=
kaufen
. Anfr. u. 8 15
an die Geſchſt. (11709

Ae
Kaufen Sie
billig und

gut

Küchen, Schlafzim.,
Speiſezimmer, Bet=
ten
, Schränke, Woll=,
Kapok=, Haarmatratz,
Deckbetten. Kopf=
kiſſen
uſw.? (26608
In der
Darmſtädter
Möbel=Zentrale
Große Ochſengaſſe 10
Telephon 2696,

Faſt neuer
Promenade=
Kinderwagen
prsw.abzug (26487gg
Barckhausſtr. 11, I. r.

Mehrere
Gaslampen
billig zu verk.; desgl.
ueberzieher u. An=
zug
für 18jähr,, zuſ.
20 Mk. Näheres Ge=
ſchäftsſtelle
. (26556

Giſernes
Kinderbett
mit Matr. bill, z. vk.
Heidelbergerſtr. 37

Bentner Miſt

150
zu verkaufen (*26593
Weinbergſtraße 41.

Zu verkaufen:
aparte neue

Wolle mit Seide, An=
ſchaffungspreis
48 -,
f. 38 , weil z. groß.
Vorm 919 U. Bu
erfr. Geſchäftsſtelle. (*

Pelz=Garnitur
Feh), wenig getrag.
preiswert abzugeben
Barkhausſtr. 1, I,F.l

Schlafz, eich, neu,
zu verk.; daſ Zimmer
m. 2 Betten zu ver=
mieten
. Jung, Beſ=
ſungerſtr
. 66, (*26550

Schöne Windjacke zu
verk. Näh. Friedrich=
ſtr
. 80 b. Hausmſtr. (*

Grummet= Ernte
auf trockener Wieſe
zu verkaufen. Auf
Wunſch gemäht. Näh.
Telephon 285, (11785

Halbſtück=
Tahfer
aus Kaſtanienholz
verkauft luea
Juan Prim
Mathildenplatz

Aup AuTklärung!
(ſm die Mitglieder der Beamtenwirtſchaftsgenoſſenſchaft für ſich zu gewinnen, hat der Bezirkskonſumverein am letzten Sonntag bei einer Ausſtellung in
ſeinen Geſchäftsräumen einen Vergleich von Preiſen einer Anzahl wichtiger Lebensmittel aus ſeinem Betrieb mit den Preiſen hieſiger Oetailgeſchäfte vorgenommen.
Dieſe Gegenüberſtellung iſt nachweisbar unrichtig und darauf zugeſchnitten, die Mitglieder der Beamtenwirtſchaftsgenoſſenſchaft zu veranlaſſen, Mitglieder
des Konſumpereins zu werden. Zu dieſem Zwecke hatz der Konſumverein teuere Sorten in den Oetailgeſchäften kaufen laſſen und ſie ſeinen biligeren Sorten
gegenübergeſtellt. So kann z. B ſich jeder davon überzeugen, daß die Firma Braunwarth auch billigeren Reis wie Mk. 0.36 hat und daß Kakao in dieſem Geſchäft
ſchon einige Monate zu Mk. 0.90 das Pfund zu haben iſt, während der Konſumperein in ſeiner Gegenüberſtellung Mk. 4.20 anführt. Bei einer Witwe in der
Heidelbergerſtraße wurden die verſchiedenen Artikel in Viertelpfunden gekauft, wobei wohl jedem Unbefangenen klar iſt, daß die Berechnung von Viertelpfunden
ſiets nach vollen Pfennigen erfolgen muß. 3. B. wenn ein Artikel das Pfund 25 Pfennige koſtet, ſo muß bei Einkauf von nur 11. Pfund 7 Pfennige berechnet
werden, wodurch natürlich bei der Umrechnung ſich ein weſentlich höherer Preis herausſtellt. Daraus ergibt ſich, daß die Gegenüberſiellung ein vollſtändig falſches
Bild darſiellt, und wäre bei richtiger Gegenüberſtellung das vom Konſumverein gegebene Beiſpiel weſentlich zu Gunſien der angeführten Oetailgeſchäfte ausgefallen.
Beamtel wahrt euch die Freiheit des Einkaufs!!!
Die Einzelhandelsgeſchäfte in Darmſtadt bieten genügend Auswahl bei guter, preiswürdiger Qualität. Der Einzelhandel fordert keine Kapital-
einlagen
und auch keine Nachzahlungen auf Genossenschaftsanteile.
Vereinigung des Einzelhandels von Darmſtadt und Umgebung E. V.

[ ][  ]

Seite 20.

1924.
Darmääbter Tagblatt, Sotntag, den 14. Sextt

Rummer 256.

Nur das Spezialgeschäft gibt die Gewähr für beste Herstellung
der Waren und individuelle Behandlung der Kundschaft.

Deckbetten mit echtfarbigem roten Inlett, Feder-, Halbdaunen
u. Dannenfüllung Mk. 22. 28. 32. 37. 42. bis 79.
Kissen ... . Mk. 7.00 9.75 11. 13.50 bis 21.-
Matratzen, eig, Anfertigung, aus besten Stoffen, 3teilig mit
Keil, Seegras, Wolle, Kapok und Rosshaar
Mk. 26. 34. 39. 44. 49. 54. bis 175.-
Reform-Unterbetten, Reform-Kissen
Boueck obodfel Aauß

Bettfedern u. Daunen
in allen Preislegen.

Bei Prüfung aller Angebote werden Sie finden, dass es keine
bessere Einkaufsmöglichkeit gibt.

Der Einkauf von BETTEN
ist VERTRAUEHSSACHE!

Steppdecken in prima Ausführung, in allen Farben, Halb-
woll
- und Wollfällung Mk. 27.50 32. 45. bis zu den
feinsten Mk. 79.
Wolldecken, erste Qualitäten, Mk. 9.75 bis 89.,
Daunen-Steppdecken in vielen Farben 11697
Metall-Bettstellen, Holz-Bettstellen in hundertfacher
Auswahl für Erwachsene und Kinder in allen Preislagen
SAtllAANIA
Darmstadt, Markt 1 1 Mainz, Flachsmarktstr. 24

AStellengeſuche F
Weiblich
Dame, m. höh. Schul=
bildung
, Kenntn. in
Stenogr., Schreibm.
u. ſämtl. Kontorarb.,
abgeb. Telephoniſtin,
ſucht halbtags Be=
ſchäftig
. Angebote u.
S 34 Geſchäftsſt. (*
Beſſeres Frl.
25 Jahre, ſucht Stelle
als Stütze od. Kinder=
fräul
. Ang. u. S 28
a. Geſchäftsſt. (*26589
Ein ält. zuverläſſiges
Mädchen
ſucht Stelle
bis 1. Okt., perf. in
Küche und Haushalt,
nur in feinem Hauſe.
Ang. unt. R 103 a. d.
Beſchäftsſt. (*26395og
Frau Deilacher hat n.
Tage frei i. Waſchen.
Kiesſtr. 5 I, Vdh. (*

Beſſ. Frau
ohne Anh., 40 J., in
allen Zweigen des
Haush. erfahr., ſeh
gewiſſenhaft, wünſcht
kleinen Haush, ſelb=
ſtändig
zu führen.
Ang. unt. S 40 an
die Geſchſt. (*26597
Wegen Einſtellung
eines älteren Dienſt=
mädchens
zur Füh=
rung
des Haushalts
ſuche für mein Dienſt=
mädchen
, 17 Jahre,
Stellung.
Angeb, unt. S 22 ar
die Geſchſt. (*11703go
Kräftig. Mädchen
ſucht tagsüber Be
ſchäftigung. Eronert
Stiftſtr. 41, Ht., r. (*
Männlich

Redegewandte Damen und Herren
für angenehme leichte Reiſetätigkeit
für den Vertrieb eines wirklichen Be=
darfsartikels
bei
hohem Verdienſt
geſucht.
Vorzuſtellen Montag u. Dienstag von
106 Uhr Roßdörferſtr. 16, II. (*26544

beiten gewöhnt, ſucht erf. zuverl. älteres

24 Jahre alt, aus der
chem. pharmaz, und
chem. =kechn. Branche,
ſucht Stellung auf
Bütro od. als Reiſender,
Angeb. u. R 27 an
die Gechſt. (26173
Anſtändiger, ſolider,
ruhiger Mann, 30 7
alt, ſucht Beſchäfti=
gung
gleich welcher
Art, Mit ſehr guten
Zeugniſſen verſehen.
Angeb. erb. u. S 29
a. Geſchäftsſt. (*26587

Jung. Chauffeur Süchtig. Mädchen
gel. Maſch.=Schloſſer, welches Luſt u. Liebe
Führerſchein Kl. II u. z. kl. Kinde hat, tags=
IIIb, ſucht Stellung, über geſucht. Vorzu=
Angeb. u. S 2 an d. ſtellen Montag von
Geſchäftsſt. (*2651919 Uhr ab. (*26981
Langgaſſe 28, Laden.
Ordentliche
JungerKondtor Patzfrau
ſucht Stellung ab 1. zum Reinigen unſerer
oder ſofort. Zu erfr. Büroräume zunächſt
Liedtke, Liebfrauen= für drei halbe Tage
ſtraße 27. (2263/428 in der Woche geſucht,
Nur ſchriftl. Adreſſen=
Junger langabe u. S19 a. d.
Geſchäftsſt. (11706
Zantbeamler Geſucht z. 1. Okt. in
an ſelbſtändiges Ar= Küche u. Hausarbeit
Stellung als Buch= Alleinmädchen
halter in Handelu. b. gut, Lohn u. Be=
Induſtrie, Ang. unt, handl. Zeugn. erford.
S 31 Geſchſt. (11727gi Vorſt. zw.4 u. 7 Heidel=
bergerſtr
. 9½, II.
Dffene Stellen
Exiſtenz!
Weiblich Wir verhelfen ehrl,
ſtrebſamen Leuten an
Beſſeres allen Orten zur ſelb=
ſtändigen
Exiſtenz.
Hausmädchen /Handel in Seifen,
das etwas näh. kann, Seifenpulver, Schmier=
zum
1. vd. 15. Okt. ſeife, Schuhereme,
bei hoh. Lohn u. frdl. /Leder= u. Wagenfett,
Behandlg. in gutes Fußbodenöl, alle
Haus geſucht. Ange=/Maſchinenöle u. Bekte
bote unter S 37 an uſw. G. Dönges & Co.,
die Geſchſt. (*26603 Seifen=, Oel= u. Fett=
fabrik
, Franhfurt a. M.=
Beſſeres
5üd. 10 Pfg. Rück=
Mädchen porto beileg. (1.11688
für Küche und Haus=
arbeit
geſucht. (11627 / Medizinal=
Näh. Hügelſtr. 9, I.
Tüchtige Frau Drogiſt.
für ſelbſtänd. Haus= Ein mit höh. Schul=
halt
(halbe od. ganze bildung verſehener
Tage geſucht, Angeb, junger Mann findet
unter S 36 an dieſin m. Medizinal=
Geſchäftsſt. (*26594 Drogen= u. Chemi=
Jüngere Weißzeng= kalien;Handlg, per
1. Oktober Aufnahme
näherin
die gut Maſchinen= als Lehrling, (11730a
nähen kann, per ſo= Fr. Beckenhaub,
Schulſtraße.
fort geſucht. (*26535

603f.

Ich ſuche einen tüchtigen; redegewandten
Kanfmann, der im Kartothekweſen Beſcheid weiß
und Organiſationstalent hat, als
1
für den Bezirk Darmſtadt und umgegend gegen
hohe Proviſion für den Alleinvertrieb eines ganz
konkurrenzloſen Artikels. Es wollen ſich nur Herren
mit obiger Fähigkeit unter Angabe der bisherigen
Tätigkeit melden.
Gefl. Offerten mit Zeugnisabſchriften unter
(M:11720
S 25 an die Geſchäftsſtelle d. Bl.

9

Arnold Obersky
Korſettgeſchäft
Ernſt=Ludwigſtraße?
Solides, tüchtiges,
gut empf.
Alleinmädchen
in Dauerſtellung per
ſofort geſucht. Wald
ſtraße 13, I. (*2654/

TAMIIAST

Anferligung feinerHerrenHedung
Nae
Straße Bpant
Geselischaft
1R-Wirkungsvolsfer - Vollenaung
Reichste Austahl moclerner Sfoſſe
SaurTRSE 9

Volksverficherung
mit monatl. feſt. Prämien (Kartenſyſtem)
Altbekannte Verſicherungs=Aktien= Ge=
ſellſchaft
, die auch alle anderen Sparten
betreibt, ſucht eventuell für obigen neu=
aufgenommenen
Verſicherungszweig al=
lein
in Akquiſition und Organiſation be=
währte
und erfahrene Herren als
Poll=Generalagenten
Auch finden bewährte Inſpektoren An=
ſtellung
. Beſonders geeignet für ehe=
malige
Viktoria=, Friedrich=Wilhelm etc.
Beamte, oder geſchäftsgewandte, reprä=
ſentable
Herren, die einen Berufswechſel
vornehmen wollen.
Gefl. Offerten, die diskret behandelt
werden, mit Angabe der bisherigen =
tigkeit
erbeten unter F. W. 4227 an Ru-
dolf
Mosse, Frankfurt a. M. (I. 11687

Suche ein gutes)
Reſtauran
für Bier oder Wein,
auch Café in einet
größeren Stadt Süd
deutſchlands oder am
Rhein alsbald zuüber= laufen. Abzue
nehmen. Angebote geg. gute Belok=
unter
S 24 an die
Geſchäftsſt. (B11718 tinspfad 72
Schöngel. Landh.
mit groß, Garten zu
verk. Barbara Bor=
ger
, Gadernheim, Kr.
Bensheim. (*26566
Haus
für Bäckerei geeignet,
ſofort zu verk. Ang
unter S 7 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (*26531

Einfamilienha
4 Zim., 1 gr. K
Waſcht., Stall f.
Vieh u. groß. C
zu verkaufen.
13 g. d.

ſehr rentab.,
Zimmer uſw.,
zu verkaufen. An
unter S 6a. d. C

Junger raſſere
Foxterrier
entlaufen.
Gegen Beloh=
abzugeben

Friedrichſtr.
Junge Ka
weiß mit roten
ſchwarzen Flecke
Mittwoch abend
bei Emmerling,

Die jugend9/
*26588) liche 91
mit dem Locke
ſt geſehen wr
als ſie das w
Kätzchen wegg
Bei Nichtablie
erfolgt Anzeige
Schießhausſtraf

Srl, Bantoeannter
24 J., repr. Erſcheinung; ſucht aus=
ſichtsreichen
Wirkungskreis in nur
gutem Unternehmen. Stelle Bar=
einlage
v. 56000 . Eventl. tät.
Teilhaberſchaft, Ia Refer. vorhand.
Gefl. Angebote unter S 21 an die
Geſchäftsſtelle erbeten. (TV11705

aus achtbarer Familie u. f. landwirtſch. Ar=
mit
guter Schulbil= beiten, 1 Familie:
dung für Großhand=/Der Mann für Vieh
lung zum alsbaldigen u. Landwirtſch, die
Eintritt geſucht. Gefl. Frau für d. Molkerei,
ſchriften unter S 43/Auskunft erteilt:
au die Geſchäftsſtelle! Gutſche
erbeten.
(11744 Reckarſtr. 15, II.

Geſucht:
für Gut, Nähe Frank=
furt
: 1 jg. Mann=
Lehrling 1620 J., z. Melken
Angeb. mit Lebens=levtl. Kinder für Ar=
lauf
und Zeugnisab= beiten auf dem Gut.

Karſwcen
Reiſender für Darmſtadt und Um
gebung geſucht. Det. Angeb. unt. 5 32
un die Geſchäftsſtelle.
(*26581

Neben=
verdienſt

auch für penſ. u. ab=
geb
. Beamte. Werk
von Mitgliedern für
beſteingef. Kranken
verſicherung. Ang.
R147 a. d. G. (

Rheinh. Weinfirma
ſucht einen tüchtiger
gut eingeführten
Dertretel
für Darmſtadt un
Bergſtr. Angebote u
R 59 Gſchſt. (*26285f

Intelligenter
Lehrling
ür kaufm. Kontor
(Genußmittel= u. Le=
bensmittelbranche
) ge=
ſucht
, Selbſt eſchrieb.
Angeb. unt. S 42 ar
die Geſeft. (*26606

BEngliſch 9
Franzöſiſch
Stenographie
Maſch. = Gchreib.
Deutſche Sprachlehre
Buchfährung.
Gründl. Ausbildung.
Anmeldg,. v. 8 Uhrom
bis 9 Uhr abds. (*2u50
Hans Schlöſſer
Schwanenſtr. 30, I.

Nehme a. 1. Okt. m.
Nähunterricht und
Zuſchneidekurſus
wieder anf. Anmeld
täglich. Bismarckſtr.
Nr. 82 II, am Alten
Bahnhof. (*25741gg

Ein tüchtiger, ehrl.
ſtadtkundiger

Mathematik reine u.
angewdt. d. akad, geb.
Lehr, Vorber, a, alle
Ziele. Nachh. Witt=
mannſtr
. 30, I. (B 8134

von hieſiger Kohlen=
handlung
für ſofort
und dauernd geſucht.
Näheres in der Ge=
ſchäftsſt
. ds. Bl. (*
D

Junge

erteilt gründl. Unter=
richt
. Std. 1,50 Mk.
A. u. R145 a. d. G.

Me
Unterr. Mäß. Honor.
aasasg0)/Hügelſtr. 37, II.


Maus
mit Laden
Lebensmittelgeſchäft
mit moderner Laden=
einrichtung
zu verkf.
ebentl. zu vermieten.
Wohnungsgelegenh. vor=
handen
. Angebote u.
S 33 Geſchäftsſt.

Vord. Odenw., Gart.
u. ev. Feld, el. Licht,
Wafferleit., 8 Zimm.,
ſof. beziehb., m. 5000
M. Anzahlung z. ver=
kaufen
. Ang. u. S 12
a. d. Geſch. (*26538

Einfam.=Häuſer
und
Villen
in beſten Lagen,
beziehbar, hat anzu=
bieten
(11732
das Immobilienbüro
Aug. Brück
Ernſt=Ludwigſtr 21, I.
Telephon 1778.

OTLAS Aſchaffen

Kt
50 Morgen ſchwerer Boden,m
und totem Inventar, und voller Ern.
unter günſtigen Bebingungen
Jahre zu verpachten, evtl. Kauf.
nahme kann ſofort erfolgen und ſind
10000 Mark erforderlich. Nur ra
ſchloſſene Reflektanten, kommen in
L. Weber, Mühlſtr. 12
Geundſtück
möglichſt mit Laden, beſtehendes
wird übernommen, zu kaufen geſuck
gebote unt. S 17 an die Geſchſt.
Suche EIB
z. Gründ. 1 Fil allerorts 1 Perſ.Ber. 2
Nebenſ. Kenntn. Kapit, Lagern. erſ.
Gew. ca. 500-600 Gm. Off. u. Ch. 2
Rud. Mosse, Charlottenburg, Kan

Ein=pder
Zweifamilien=Ha
in Darmſtadt oder näherer
Umgebung per 1. Novem=
ber
beziehbar, bis z. Preiſe
von 30 000 Mark ſofort ge=
gen
bar zu kaufen geſucht.
Gefl. Angebote unter S 18 an
Geſchäftsſtelle d. Bl. (1171

A

Geringer Teer- und.
Schnefeigehaft, da
her rußfreltund ge-
Fuchlose lerbrennung
Geningen Aschenge-
halt
, keine Schlacken.
daher deichmnäliges
(eger langanhaften.
de Gluf

Chen weitestgehen
de Märneausnatzung.
Handliche Fonm.
Sparsanster Bzennstol.
für häusliche, gewerbtis
Che und industrielle,
Feuerungen!
Vofzuglich für Zenftol,
heizungen und käcke.
Peien

I.R. 10142