G
zuithter 15 Goldgfennige
Bezugspreis:
m tlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Auguſt
uguſf 2.18 Goldmark und 22 Pfennig
ihr, abgeholt 2.25 Goldmark, durch die
2.40 Goldmark frei Haus. Poſtbezugs=
Beſfellgeld monatlich 2.30 Goldmark.
ichkei für Aufnahme von Anzeigen an
Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
nzelner Nummern infolge höherer Gewalt
en Bezieher nicht zur Kürzung des
28. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
ſe Verbindlichkeit für uns. Poſtiſchecktonto:
Frankfurt a. M. 1301.
Hefſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeskauttſtadt
Wöchentliche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bils und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmft. Tagbl.” geſtattet.
187. Jahrgang
Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Nummer 235
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpig.
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg., Reklamezeile (92 mm
breit) 1 Goldmark. Anzeigen von auswäris 30 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfg., 92 mm breie
Reklame=
zeile 1.50 Goldmark. Alle preiſe in Geſtmart
(1 Dollar — 4.20 Mark). — Im Falle höherer
Gewali, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſfung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beilreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Banf und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbank.
O
„Bellellere.
Da plitiſch
Der Reichsfanzler einpfiehlt Annahme der Londoner Beſchtüſſe.
ing
Annahmet
RegierungserFlärung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
2 Reichstag hat heute den großen Tag gehabt, der geſtern
grch . Obſtruktion der Kommuniſten und dielleicht auch durch
e geſchickte Führung ſeines Präſidenten verhindert wor=
Die Kommuniſten machten zu Beginn auch heute
ſiedee ffallend auf ſich aufmerkſam, aber der Lärm legte ſich
uch .. Der Kanzler konnte ſeine Rede beginnen. Was Herr
arx Hauſe ſagte, iſt an ſich nicht neu. Im weſentlichen
nterxe) er noch einmal die Verantwortung, die auf den
Ab=
ord n laſtet, jetzt, wo ſie eine Entſcheidung treffen ſollen.
anzsiht war es dem Kanzler nicht, ſich durchzuſetzen. Seine
Porty uigen vielmehr häufig in dem Schwarm der
Zwiſchen=
fe r. Auch der Reichsfinanzminiſter Dr. Luther mußte
ſh. & hiedentlich Unterbrechungen durch die Oppoſition
ge=
lleny ſen. Aber ſchließlich waren ſeine Ausführungen doch
h S beinahe trockenen Sachlichkeit, ſo daß ſachlich dagegen
ſichtsi tichhaltiges vorzubringen war. Das Bild, das Dr.
ürthse on unſeren Staatsfinanzen und unſerer Wirtſchaft
ent=
arf, * ſicherlich nicht zu ſchwarz gehalten, und doch ſtand
hinz Das Geſpenſt der Situation, die eintreten würde, wenn
LZoner Vereinbarungen nicht angenommen werden.
A8 atlich temperamentvoller war natürlich die Rede des
ſeichsg zenminiſters Dr. Streſemann. Er entwickelte noch
ein=
um ſtarken, breiten Strichen den Gang der Londoner
Ver=
indlle en. Er ſchilderte die ſchweren Kämpfe namentlich nach
r d ſchen Seite hin, und der Beifall, der ihn am Ende
hnte! igte, daß ſeine Ausführungen einen ſtarken Eindruck
f ds Haus gemacht hatten. Vielleicht nicht auf das ganze
uts, en die Oppoſition warf ſich zu oft zwiſchen ſeine Rede,
Edaßs Bild ſich mehr verſchob, als es vom deutſchen
Stand=
inkt t. gut iſt. Denn dadurch wurde der Reichsaußenminiſter
n 4 herein in eine Verteidigung des Dawes=Gutachtens
SMert
d de Tondoner Konferenz hineingedrängt, während es nach.
ßen u, doch ſicherlich nützlicher geweſen wäre, wenn er über
Swahl
dehen Grenzpfähle hinaus, noch einmal hätte
unter=
eichel önnen, wie ſchwer die kommende Belaſtung für
eutſoſ rd ſein wird und mit welchem ſchweren Herzen das
utſchh olk hierzu ſeine Zuſtimmung gibt. Immerhin bekam
1s Ho doch einen ſtarken Eindruck von dem ſchweren Kampf,
in d4 utſche Delegation und namentlich der Außenminiſter
Lona: geführt hat.
Ar! imenden Montag werden nun die Parteien zu Worte
mmon Vorausſichtlich dürften die Regierungsparteien ſich
f eiz urze Erklärung beſchränken, während die Oppoſition
f eixi atsgiebige Debatte noch nicht zu verzichten ſcheint. Ob
zu Auflöſung des Reichstages kommen wird, was in der
utige? Norgenpreſſe noch beinahe ziemlich ſicher angenommen
urde Doch immerhin fraglich. Nicht etwa, weil die Regierung
O Rut zu dieſer äußerſten Maßnahme aufbringen würde,
dern eil offenbar unter der Hand doch noch
Vermittlungs=
den =onnen werden. Es mehren ſich die Stimmen aus dem
ſetzten Zebiet, die ſtark auf eine Annahme drängen, und auch
di ders rtſchnationalen Fraktion dürften eine Reihe von
Kund=
uing) ihrer Parteifreunde aus dem Weſten vorliegen, die
W ruck bringen, daß man es im beſetzten Gebiet ſchwer
ſtelzl rwürde, wenn die Deutſchnationalen das Erreichte
jeder ſtören würden. Vielleicht iſt dieſer Druck aus dem
Seſtenn einzige Möglichkeit, doch noch eine Kompromißformel
fins) die auch für die Deutſchnationalen tragbar iſt. Man
z. B. denken, daß der Reichstag noch einmal in einer
jarun en Entſchließung die deutſchen Bedenken gegen den
ondoc Pakt und namentlich aus nur allzu berechtigtem
Miß=
ſaueny gen alle franzöſiſchen Verſprechungen zuſammenfaßt,
id. d auf dieſer Baſis, auch die Deutſchnationalen bereit
dären ! nigſtens dem Eiſenbahngeſetz, auf das es für die
wvei=2: el=Mehrheit ankommt, ihre Zuſtimmung zu geben,
imal / auch von ihnen anerkannt wird, daß mit dem
Ver=
win:! Der Regie und mit der Beſeitigung der 4000
Eiſen=
aihnerkr der deutſchen Delegation auf dieſem Gebiet ein
ein=
andf-‟‟ Erfolg erzielt worden iſt. Ob ein derartiger
Löſungs=
rſuckb einem Erfolg führt, das muß man allerdings zunächſt
au Eten. Vorſichtigerweiſe läßt ſich im übrigen nur
feſt=
die Situation nicht mehr ganz ſo hoffnungslos zu
ſch),wie noch geſtern.
EEine Gewiſſensfrage.
Sei ehnung größte Gefahr für ganz Deutſchland”.
Had
leichste
ianrt
ungsris
Dod
Jaal.
Prl
ntit de
es Aw!.
ausrof
bruch
Vortlanl
war m.
* Berlin, 23. Ang. (Eigener Bericht.)
tnd Tribünen ſind gut beſetzt. Am Regierungstiſch:
er Marx Reichsaußenminiſter Dr. Streſe=
Reichsarbeitsminiſter Dr. Branns,
Reichsernäh=
ker Graf Kanitz, Reichswirtſchaftsminiſter Hamm.
mmuniſtiſche Abg. Schwarz befindet ſich nicht im
ant Wallraf eröffnet die Sitzung um 10,20 Uhr
klärung, der Abg. Dr. Schwarz, den er auf Grund
S 28 da Reichsverfaſſung kraft des ihm zuſtehenden
3 ausgeſchloſſen habe, habe einen ſchriftlichen Ein=
Treicht. Der Präſident verlieſt den bereits bekannten
es Einſpruchs. Er fügt hinzu, der Einſpruch ſtehe
auf der Tagesordnung, er bitte aber um das
Ein=
des Hauſes, ihn noch auf die Tagesordnung zu
zwar an die zweite Stelle, (iſnruhe bei den Kom=
Darauf erhält
Reichskanzler Dr. Marz.
das Wort zur Erklärung der Regierung. Sofort ſetzen wieder
die Rufe der Kommuniſten ein: „Amneſtie, Herr Reichskanzler!
Zuchthauskanzler!‟ Der Reichskanzler beginnt trotzdem ſeine
Rede, worauf die Kommuniſten ſofort verſtummen.
Reichs=
kanzler Dr. Marx:
„Die Reichsregierung tritt vor ſie hin, um Ihnen das
Er=
gebnis der Londoner Konferenz vorzulegen und Ihre
Zuſtim=
mung zu erlangen. Die Mehrheit des Hauſes hat die Erklärung
der Regierung bewilligt, daß das Gutachten der
Sachverſtän=
digen eine geeignete Grundlage für die Löſung der
Reparations=
frage ſei. Die ſchweren Bedenken gegen das Gutachten ſind von
mir nie verkannt worden. Unſere heutige Beſchlußfaſſung hat
eine weitergehende Bedeutung als jene, die das Gutachten als
Grundlage zur Löſung des Reparationsproblems annehmen.
Jetzt handelt es ſich um tiefgehende organiſatoriſche
Aende=
rungen im Deutſchen Reiche, die in einem Punkt ſogar eine
Abweichung von den Verfaſſungsbeſtimmungen erfordern.
Die Reichsregierung wird ſich angelegen ſein laſſen, das ganze
Material eingehend darzulegen und allen Parteien Rede und
Antwort zu ſtehen. Wir rühmen uns nicht eines Erfolges, den
wir in London errungen hätten. Wir ſind uns bewußt, daß
die Arbeit, die wir in London zu vollbringen hatten, nicht derart
war, daß ſie große Erfolge hätte davontragen können. Das
Gutachten der Sachterſtändigen iſt für das deutſche Volk in
ſeinem innerſten Weſen ebenſo wenig erfreulich wie der
Ver=
ſailler Vertrag.
Weder der Verſailler Vertrag noch der Sachverſtändigen=
Bericht als ſolcher werden wohl von irgend jemand in
Deutſchland als eine Wohltat für das deutſche Volk
ange=
ſehen werden.
Unſere Aufgabe beſtand nur darin, Milderungen zu erſtreben,
und ich glaube feſtſtellen zu dürfen, daß die deutſche Delegation
in London in keinem Falle eine Verſchlechterung gegenüber dem
jetzigen Zuſtand, in mancher Hinſicht aber eine Verbeſſerung
erreicht hat. Wir haben uns keinen Augenblick beſonnen, mit
Entſchiedenheit und Offenheit die deutſchen Bedenken und
Aus=
ſtellungen an den Beſchlüſſen der Alliierten vorzubringen. Zum
erſten Male ſeit Beendigung des Krieges haben wir als
Gleich=
berechtigte gehandelt. Ein großer Teil unſerer Gegenvorſchläge
wurde als berechtigt anerkannt. Es iſt mir ein Bedürfnis, auch
hier die objektive und unparteiiſche Leitung der Konferenz durch
den engliſchen Miniſterpräſidenten anzuerkennen, und ich lege
Wert auf die Feſtſtellung, daß der Vorwurf, es ſei uns ein
Ultimatum geſtellt oder ein Diktat vorgelegt worden, durchaus
unbegründet iſt.
Die Londoner Beſchlüſſe ſtellen gegen den bisherigen
Zu=
ſtand einen Fortſchritt dar.
Wie dem ganzen deutſchen Volk, ſo lag auch der deutſchen
Dele=
gation in London vor allem die Sorge am Herzen, deutſches
Land von der Beſatzung durch fremde Truppen zu befreien.
Wenn unſere Bemühungen nicht das erſtrebte Ergebnis
gezeitigt haben, ſo iſt das in erſter Linie dem Umſtand
zu=
zuſchreiben, daß den Parteien in London nach vielen
Rich=
tungen hin die Hände gebunden waren und ſich Faktoren
in den politiſchen Verhandlungen geltend machten, die ſich
ſtärker erwieſen, als der Verſtändigungswille der Führer,
in erſter Linie das Problem der interalliierten Schulden.
Auf der Londoner Konferenz hat zum erſten
Male ſeit Kriegsende wieder ein Geiſt der
Ver=
ſtändigung und der ernſthafte Wille zur friedlichen
Rege=
lung der traurigen Kriegshinterlaſſenſchaft geherrſcht. Dieſer
Geiſt und dieſer Wille haben ſich angeſichts der immer noch
vor=
handenen Widerſtände noch nicht reſtlos durchgeſetzt. Aber
durfte die deutſche Delegation durch ſtarres
Feſthalten am deutſchen Rechsſtandpunkt, durch
eine Alles= oder Nichts=Politik die
offenkun=
dig ſich anbahnende Verſtändigung hindern,
durch Unnachgiebigkeit ſich erneut als
Stören=
fried hinſtellen laſſen? Die deutſche Delegation war
nach Ausſchöpfung aller zur Verfügung ſtehenden Mittel
einmütig der Ueberzeugung, daß eine Ablehnung der
franzöſiſch=belgiſchen Zugeſtändniſſe in
der Näumungsfrage auf abſehbare Zeit nicht eine
Beſſerung ſondern eine Verſchlechterung der
Ver=
hältniſſe in den beſetzten Gebieten verurſacht
haben würde und daß zugleich auch die durch das Gutachten
und die Londoner Konferenz erſtrebte erträgliche Löſung
der Reparationsfrage in unabſehbare Ferne gerückt wäre.
Die Verantwortung dafür haben wir nicht übernehmen können.
Wirhaben von den Miniſterpräſidenten
Frank=
reichs und Belgiens, die bedingungsloſe
Zu=
ſage, daß das Ruhrgebiet ſpäteſtens am 15.
Au=
guſt 1925 geräumt ſein wird. Wir erhalten weiter
vom Miniſterpräſidenten Herriot das
Ver=
ſprechen, daß die Räumung des Ruhrgebietes
viel ſchneller durchgeführt werden ſoll, wenn
die Verſtändigung zwiſchen Deutſchland und
Frankreich weiter fortgeſchritten ſei. Zum
Be=
weiſe ſeiner ehrlichen Abſicht, gab Herriot am
Tage nach Unterzeichnung des Londoner Paktes den Befehl zur
Räumung der Zone Dortmund, Hörde, Lünen. In der gleichen
Zeit ſollen auch die nach dem 11. Januar 1923 außerhalb des
Ruhrgebietes beſetzten Ortſchaften und Länderſtreifen
rheinauf=
wärts und rheinabwärts geräumt werden. Dadurch werden
rund 900 000 Deutſche ſofort von der fremden Beſatzung frei.
Weiter haben wir von Frankreich, Belgien und England die
Zuſage, daß die Sanktionsgebiete von
Düſſel=
darf, Duisburg und Rühraxt ſpäteſtens am Tage der
Ruhrräumung frei ſein werden. Daß die deutſche Regierung
die ſo getrofſene Regelung der Räumungsfrage nicht als
end=
gültig anſieht, es vielmehr als ihre Aufgabe betrachtet, die in
Ausſicht geſtellte ſchneile und vollſtändige Räumung des
Ruhr=
gebietes zu erreichen, iſt ſelbſtverſtändlich, und ich hoffe, daß eine
befriedigende Regelung der Räumungsfrage vielleicht bald
er=
zielt werden wird, wenn auf Grund der Londoner Beſchlüſſe
eine Regelung des Reparationsproblems und eine Befriedigung
Europas eingeleitet iſt. Indem ich Ihnen das Geſamte zur
An=
nahme empfehle, möchte ich abſchließen, einen Gedanken
aus=
ſprechend, der bei Ihren Entſchließungen eine gebührende
Be=
rückſichtigung finden muß. Es iſt der Gedanke an die ernſte
Alternative, vor der wir ſtehen:
Welche Folgen haben wir für unſer Volk und unſere
heimat=
liche Wirtſchaft zu erwarten, wenn die in London erzielte
Regelung nicht zur Wirklichkeit wird, ſondern der
gegen=
wärtige Zuſtand auf unbeſtimmte Dquer fortbeſteht?
Auch die Umſtellung der amerikaniſchen Politik, die ſich unter
dem Banner des Dawesgutachtens wieder zur aktiven
Mitar=
beit an den europäiſchen Problemen entſchloſſen hat, droht zu
ſcheitern, wenn das Gutachten ſelber von einem der
Hauptbetei=
ligten in Europa abgelehnt wird. Auf dieſe Gefahren
hinzu=
weifen und an alle Parteien die ernſte Mahnung zu richten, ſich
der Verantwortung der zu treffenden Entſcheidung bewußt zu
ſein, halte ich für meine höchſte vaterländiſche Pflicht.
Wer es verantworten zu können glaubt, die
Durchführung der Londoner Vereinbarung zu
verhindern, hat die ernſte, heilige Pflicht,
einen anderen Weg zu weiſen, der unſer Volk
aus feiner wirtſchaftlichen und finanziellen
Not herausführen kann und uns die Befrejung
des beſetzten deutſchen Landes ſichert. Dieſer
Weg muß aber gleich beſchritten werden können und kurz ſein,
fonſt wird er Deutſchland ins Verderben führen, denn
eine Ablehnung des Londoner Vertrages bedeutet zunächſt
jedenfalls die Zerſtörung all der Hoffnungen, die das
deutſche Volk und etwa unſere Brüder im beſetzten Gebiet
hegen.
Induſtrie und Landwirtſchaft werden noch mehr unter der
Kreditnot zu leiden haben, ob auch unſere bisher mühſam
ge=
haltene Währung nicht neuem Verfall entgegenſchreitet, iſt eine
bange Frage.
Die Zunahme der Arbeitsloſigkeit aber iſt eine
ſichere Folge. Der furchtbare militäriſche Druck
twird auf dem beſetzten Gebiet unvermindert weiter laſten.
Hunderte gefangener Deutſcher, die ſich für ihr
Va=
terland eingeſetzt haben, werden weiter in den
Gefäng=
niſſen ſchmachten. Vielen Tauſenden von
Aus=
gewieſenen wird die Nückkehr in die Heimat weiter
verwehrt bleiben.
Die Entſcheidung des Reichstags wird für Deutſchland
Segen oder Fluch bedeuten.
Das ganze deutſche Volk, die ganze Welt richten ihren Blick
auf uns. Das beſetzte Gebiet, dem unſere heißeſten Wünſche
gelten, hat ſeinen Willen kundgetan, ſeine Hoffnung iſt erwacht,
ſie darf nicht betrogen werden.”
Die Rede des Reichskanzlers wurde wiederholt durch
Ge=
lächter und höhniſche Zwiſchenrufe der
Kommu=
niſten und auch einigen Deutſchnationalen unterbrochen,
na=
mentlich an den Stellen, wo von Deutſchlands nationaler Würde
und von Deutſchlands Souveränität die Rede iſt. Auch die
Rufe „Zuchthauskanzler” wiederholten ſich. Der Schluß
der Rede rief bei der Mehrheit lebhaften Beifall
hervor, der von den Kommuniſten mit Pfuirufen beantwortet
wurde. Die Deutſchnationalen enthielten ſich
jeglicher Kundgebung.
Als nunmehr.
Reichsfinanzminiſter Dr. Luther
die Rednertribüne betrat, rufen ihm die Kommuniſten zu:
„Oberſchieber‟. Da er ſich nicht vernehmlich machen kann,
ſo ruft der Finanzminiſter den Kommuniſten erregt zu: „Ihnen
ſcheint die Wahrheit außerordentlich unangenehm zu ſein‟. Die
Zwiſchenrufe der Kommuniſten werden darauf nur noch lauter.
Präſident Wallraf verwarnt die Rufer und erklärt, das Land
habe ein Recht, und ebenſo der Reichstag, die Aufſtellung der
Regierung zu hören. Der Abg. Eppſtein (Kom.) erhält für einen
beleidigenden Zwiſchenruf einen Ordnungsruf. Endlich kann der
Miniſter beginnen:
Reichsfinanzminiſter Dr. Luther führt aus: „Ich will
vor Ihnen die Tatſachen darlegen, die Sie in den Stand ſetzen
ſollen, zu ſehen, was wäre, wenn wir dem Londoner Abkommen
nicht zugeſtimmt hätten.
Unſere geſamte Wirtſchaft befindet ſich in einer furchtbaren
Kriſe.
Ein guter Gradmeſſer für den Zuſtand des
Wirtſchafts=
lebens iſt die Bewegung der Arbeitsloſigkeit. Seit dem Januar
hat dieſe erheblich zugenommen. Nahezu 60 Prozent, ſogar
in=
nerhalb der letzten zwei Monate, in denen ſonſt regelmäßig die
Erwerbsloſenzahl abgenommen hat, wegen des erheblichen
Be=
darfs der Landwirtſchaft an Hilfskräften. Im Ruhrgebiet ſind
heute ſchon rund 20 000 Kohlenarheiter erwerbslos. Dieſer Zug
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Bedin
„Selb
hält z
von d
Quadr
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit
ung d
Freier
Satzes
wertie
hat ſi
ſen
Hüte.
geſchl
Bew=
loſen
We
Ang
allen
mit
gont
die
San
gege
mae
teile
der Erwerbsloſigkeit geht durch unſere ganze Bilanz. In der
erſten Hälfte des vergangenen Vierteljahres haben wir, einen
Einfuhrüberſchuß von einer Milliarde, ſechshundert Millionen
gehabt. Unſere Ausfuhr hat ſich in all dieſen Monaten nicht
weſentlich verändert. In der Einfuhr ſind beſonders ſtark die
Rohſtoffe und Halbfabrikate zurückgegangen. Das Reich wird
ſogar in der Lage ſein, für eine begrenzte Uebergangszeit die
er=
wartete Anleihe zu bevorſchuſſen, nachdem es ihm gelungen war,
ſeine laufenden Verpflichtungen zu erfüllen.
Etwas ganz anderes aber iſt die Frage, wie ſich die
finan=
zielle Lage geſtaltet im Falle einer Ablehnung des
Lon=
doner Abkommens.
Das Reich hat bei Stabiliſierung der Mark ſeine dringenden
Verpflichtungen erfüllt, allerdings jetzt, nachdem es durch die
Notgeldgeſetzgebung des Winters auch einen ſehr erheblichen
Betrag an ſich berechtigter Zahlungen teils eingeſtellt, teils
aus=
geſetzt hat. Außerdem hat das Reich bis heute eine Goldanleihe
von 570 Millionen herausgegeben. Auf der anderen Seite hat
das Reich einen erheblichen Betrag einmaliger Einnahmen
ge=
habt, die nicht wiederkehren, wie den Kredit von rund einer
Mil=
liarde, ſowie den Gewinn von hundertachtzehi Millionen aus
der Prägung von Silbermünzen, ebenſo eine einmalige
Steuer=
einnahme in erheblichem Umfange, zuſammen etwa 330
Millio=
nen. Hierzu kommen die Beträge der Abſchlußzahlungen auf
die Einkommenſteuer für 1922/1923 mit ungefähr 175 Millionen.
Die ganze Summe von zuſammen mindeſtens 1,6 Milliarden
iſt bis auf einen kleinen Reſt verbraucht. Wir haben alſo ſeit
der Stabiliſierung keineswegs allein von laufenden Einnahmen
gelebt. Nun hat ſeit einigen Monaten, im Zuſammenhang mit
der Not unſerer Wirtſchaft, die Steuerfähigkeit offenſichtlich
ab=
genommen, und der Reichsfinanzminiſter hat möglichſt
weiteſt=
gehende Rückſichtnahme auf die Wirtſchaft des Einzelnen
an=
geordnet.
In der Wirtſchaft hat ſich, zum Teil unter Führung großer
Wirtſchaftsverbände, eine Bewegung entwickelt, die grundſätzlich
Hinausſchiebung von Steuerterminen oder allgemeinen Nachlaß
erſtrebt. Daß ſogar Fälle vorgekommen ſind, in denen zum
Steuerſtreik aufgefordert wurde, will ich hier nur erwähnen, nicht
ohne hinzuzufügen, daß gegen ſolche Erſcheinungen
ſelbſtver=
ſtändlich mit der größten Schärfe des Geſetzes eingeſchritten macher für weitere langfriſtige ausländiſche
wird. Jedenfalls muß man aber aus allem ſchließen, daß in der
deutſchen Bevölkerung durchaus die objektiven und die
ſubjek=
zialen Unterſtützungsbeträge ſtehen die ſchwerſten Bedenken
ent=
mit ſteigenden Ausgaben zu rechnen.
verzichten würden.
Die Wirtſchaft des beſetzten Gebiets kann die
Micum=
wird die Regierung eingreifen müſſen, und wenn die Mittel benswürdigen Bedingungen endlich den Wiederaufſtieg beginnen
dazu nicht vorhanden ſein werden, ſo wird ein vollkommener wird.”
wirtſchaftlicher und ſozialer Zuſammenbruch
dem Ruhrgebiet drohen und damit die größte
Ge=
fahr für ganz Deutſchland. Unſerer Wirtſchaft fehlt,
wie allgemein bekannt, der Kredit. Bei Nichtannahme der
Abmachungen würde die Kreditnot unvermeidlich ſtärker ſteigen. Hierauf erhielt
Die Kreditpolitik der Reichsbank müßte
erheb=
lich eingeſchränkt werden. Auch das Vertrauen zur
Rentenmark würde leiden und die Reichsbank würde
ihr Hauptaugenmerk darauf richten müſſen, den Kurs der Ren= das Wort. Er wandte ſich gegen die äußerſte Rechte
tenmark zu halten. Der Plan, durch Umgründung der Renten= und wies darauf hin, daß gerade von jener Seite immer
behaup=
bank die hunderte von Millionen kurzfriſtiger landwirtſchaftlicher tet worden ſei, die Franzoſen dächten gar nicht daran, das
Kredite in längfriſtige zu verwandeln, würde gegenftandslos. Die Ruhrgebiet zu räumen. Herriot, der ſich verpflichtet hatte, über
zahlreichen,in Deutſchland laufenden kurzfriſtigen ausländiſchen die Räumungsfrage nicht zu verhandeln, habe dieſes ſchließlich
dingungen verlängert werden. Die Verſchärfung der der Londoner Verhandlungen beweiſe aber, daß Deutſchland
Ich wage es nicht einmal auszumalen, welche politiſchen
Folgen das haben würde. Der Ausweg aus der
Kredit=
not durch eine neue Inflation iſt durchaus unmöglich. Wir
Geld machen. Die Folgerung aus dem von mir
Entwickel=
ten liegt für mich auf der Hand. Trotz aller Bedenken
zwingt uns der geſamte Zuſtand unſerer Wirtſchaft zur
Annahme der Londoner Abmachungen.
und die deutſche Geſamtregierung geleitet worden. Durch das liche Vorteile in der Räumungsfrage gebracht.
Londoner Abkommen hören Rhein und Ruhr auf, Reparations= Die Rechte bezeichne auf der einen Seite Herrn Herriot als einen
ſicher, daß nur bei Annahme der Londoner Abs der anderen Seite ſtellen ſie ihn wieder als einen
harmlos=
machungen unſerer Wirtſchaft Erleichterungen, friedlichen Menſchen hin, der aus einer Ablehnung des
Dawes=
verſchafft werden können, nach denen ſie mit Recht verlangt, Gutachtens gar keine Konſequenzen ziehen würde. Wenn auch
lichen und ſozialen Notwendigkeiten und ein fühlbarer Abbau hang zwiſchen handelspolitiſchen Wünſchen Frankreichs und der
der Eiſenbahntarife.
Nummer
Vom Tage.
Deſ Reichspräſident hat den deutſchen
Mitglie=
dern des Organiſationskomitees für die Reichsbank, die
Induſtrieobligationen und die Reichsbahn im Namen des Reiches
An=
erkennung und Dank ausgeſprochen.
Die demokratiſche Reichstagsfraktion hat folgenden
Geſetz=
entwurf eingebracht: 8 1. Der 11. Auguſt wird zum
Na=
tionalfeiertag beſtimmt. 8 2. Die Ausführung des Geſetzes wird
der Reichsregierung übertragen.
Der „Derniere Heure” zufolge wird die militäriſche
Räu=
mung von Dortmund in der erſte Hälfte des Monats
September erfolgen. Im Laufe der erſten Hälfte des Monats
September wird ferner der belgiſche Zollpoſten auf der
Lippebrücke gegenüber Weſel zurückgezogen werden.
Miniſterpräſident Herriot hat Anordnungen gegeben, daß der
Prozeß gegen die Kommuniſten im Rheinland, der am
28. Auguſt in Wiesbaden zur Verhandlung kommen ſollte, auf
un=
beſtimmte Zeit vertagt wird.
Nach einer Meldung aus Eſſen ſind die nnch St. Martin de Ré
beportierten Ruhrgefangenen, etwa 30 an der Zahl, nach
Saar=
brücken, verbracht worden; einer von ihnen, ein Monteur Hugo
Klitter aus Eſſen, der am 11. Juli 1923 wegen Spionage zu zehn
Jahren Zuchthaus verurteilt worden iſt, iſt bereits freigelaſſen
worden und in die Heimat zurückgekehrt.
Der Handels= und Induſtriebeirat der rheiniſchen
Zentrumspartei hat dem Vorſitzenden der Zentrumsfraktion, Abg.
Feh=
renbach, gedrahtet, daß er die Annahme der Londoner
Ab=
machung für eine notwendige und unerläßliche Maßreger
halte.
Der Regierungsrat im Auswärtigen Amt, Preſſeabteilung der
Reichsregierung, Hans Saller iſt zum vortragenden
Legations=
rat ernannt worden.
Neapel iſt ſeit den Vorgängen am letzten Sonntag noch nicht
zur Ruhe gekommen. Es ereigneten ſich wieder
Zuſammen=
ſtöße zwiſchen der Oppoſition und Faſziſten. Die Behörden verſtärkten
heute die Sicherheitsmaßnahmen.
Die 800 Millionen=Anleihe wird Schritt=
Kredite zu tragbaren Bedingungen ſein. Die
tiven Vorausſetzungen für eine Geſamtſteigerung der Steuerbe= Unterzeichnung der Anleihe konnten wir natürlich nicht aus
Lon=
laſtung fehlen. Die ſachlichen Grundlagen für ein längeres don mitbringen, aber die Feſtſtellung iſt erreicht, daß beim Nicht=
Durchhalten ſind unter den jetzigen Verhältniſſen nicht gegeben. zuſtandekommen der Anleihe für Deutfchland keine Verpflichtung
Einer erneuten Herabſetzung der Beamtengehälter und der ſo= zur Ausführung der Londoner Abmachungen beſteht. Außerdem
gegen. Die Ausgabe=Droſſelungen bei den Sachreſſorts dürften haben die alliierten Regierungen von ſich aus den Wunſch
prokla=
auch nicht immer aufrecht zu erhalten ſein. Es wäre zweifellos miert, daß der Anleiheplan zur Wirklichkeit wird, und auch die
erforderlichen praktiſchen Schritte getan, womit ſie eine politiſche
„Ich kann mir nicht vorſtellen, daß bei einem Abbruch der Verantwortung für das Zuſtandekommen der Anleihe mit über=
Verhandlungen die Beſatzungsmächte auf eine Fortſetzung nommen haben. Nach allem erſcheint mir der Weg der
Zuſtim=
der Gewaltpolitik zur Auspreſſung der deutſchen Wirtſchaft mung unvermeidlich. Ich wage der Hoffnung Ausdruck zu
ge=
ben, daß das deutſche Volk, wenn es zähe arbeitet und tapfer
verträge nicht mehr weiter tragen. Infolgedeſſen ſpart, auf der Grundlage des Londoner Abkommens unter le=
Abgeſehen von einigen Zwiſchenrufen, konnte der
Reichs=
finanzminiſter in Ruhe ſprechen. Zum Schluß ſpendeten ihm die
Mittelparteien lebhaften Beifall.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
Kredite würden entweder nicht, oder nicht zu den gleichen Be= doch mit Zuſtimmung ſeines Miniſterrates getan. Der Verlauf
Kreditnot bedeutet weitere Arbeitsloſigkeit, nicht einfach die Ruhrräumung erreichen konnte, wenn es ſie
Schließlich muß der Zeitpunkt kommen, daß Reich, Länder und verlangte. (Lärm bei den Nationalſozialiſten und Rufe: „Vor=
Gemeinden ihre einfachen Aufgaben nicht mehr erfüllen können, her haben Sie anders geſprochen.”) Ich habe im Auswärtigen
Ausſchuß ſchon vorher geſagt, daß die ſofortige Räumung kaum
zu erreichen ſein werde. Wir würden darauf dringen, daß ſie in
einer Friſt erfolgt, die nicht nach Jahren, ſondern nach Monaten
köunen nicht zum zweiten Male in Deutſchland künſtlich zählt. Der Miniſter ſchildert dann, von nationalſozialiſtiſchen
Zwiſchenrufen unterbrochen, den
Verlauf der Verhandlungen über die Ruhrräumung.
Im Vergleich zu dem urſprünglichen franzöſiſchen Standpunkt
Durch dieſe Erwägung iſt die deutſche Delegation in London in der Näumungsfrage habe London doch ſehr
weſent=
provinz zu ſein. Die Laſten ſind gewiß groß, aber es iſt auch Mann, deſſen Räumungsverſprechungen nicht zu trauen ſei, auf
nämlich die Anpaſſung unſeres Steuerſyſtems an die wirtſchaft= nicht formell, ſo habe doch tatſächlich ein gewiſſer Zuſammen=
Räumungsfrage beſtanden.
Die deutſche Delegation habe London verlaſſen, uhr
in handelspolitiſchen Fragen irgendwie zu binden
war für Deutſchland ſicher beſſer, in bezug auf den
termin der militäriſchen Räumung etwas nachzugeben.
für die künftigen wirtſchaftlichen Verhandlungen die Tr
vorher aus der Hand zu geben.
(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Es iſt in 8
erreicht worden, daß die Friſt für die Räumung 6 bis
früher läuft, als die übrigen Friſten. (Zuruf eines
niſten: „Das iſt ja fabelhaft!“) Das iſt nicht fabell
das wird von denjenigen im beſetzten Gebiet gewürd
für die 6 bis 8 Wochen eine Rolle ſpielen. (Lebhaf
mung in der Mitte.) Wenn von der Rechten geſagt
Gerechtigkeit hätte die ſofortige Räumung erfordert
das ſeltſam im Munde von Leuten, die ſonſt immer
daß ſich die Entwickelung der Geſchichte nicht nach Theo
dern nach den realen Machtverhältniſſen richte. (Sehr
der Mehrheit.)
Herriot wollte uns durch die ſofortige Räumung von
burg und Appenweier einen ſichtbaren Beweis ſeines
Willens geben, und er hat ſein Wort gehalten. Das
erkennen, nehme ich keinen Anſtand.
(Lärm bei den Nationalſozialiſten, Beifall bei der 9
Wir können die auswärtige Politik nicht immer ſo treil
wir den Gegner als wortbrüchigen Schuft bezeichnen.
bei der Mehrheit.) Die Rechte hat immer behauptet,
werde immer am Poincarismus feſthalten. (Sehr richtig
Der Londoner Pakt iſt jedenfalls kein A
des Poincarismus. (Widerſpruch rechts, Beifall
Mehrheit.) Daß der 15. Auguſt 1925 der allerletzte Te
die militäriſche Ruhrräumung iſt, daran beſteht gar ke
(Rufe rechts: Abwatten!) Sie (nach rechts) geben ie
ten in Frankreich das beſte Material. (Sehr wahr!
Mehrheit.)
Der Kampf um die Befreiung unſerer Gebiete iſt mit
don nicht beendet, ſondern er hat damit begonner
(Lebhafte Zuſtimmung bei den Deutſchnationalen.) Die
Regierung betrachtet es als ihre Pflicht, auf eine Be
gung der Räumung hinzuwirken. Sie handelt damit n
im Einvernehmen mit dem bekannten Brief Macdonal
dern auch mit den Erklärungen Herriots. Es
falſch, zu behaupten, das Ruhrgebiet
noch ein volles Jahr beſetzt. Es iſt ein unbeſt:
Erfolg, daß ein ganz beſtimmter Endtermin für die B.
erreicht worden iſt. Von den Leuten, die das erreicht
ſollte man nicht mit den Worten der „Pommerſchen Ta,
ſagen: „Los von den Landesverrätern!” (Entrüſtun
gebungen der Mehrheit.)
Die Machtbefugniſſe der Reparationskommiſſion, unter
Deutſchland ſo ſchwer gelitten hat, ſind ſeit London dur
verändert
(Frankreich hat damit nicht mehr die entſcheidende M
Die Zuziehung des Amerikaners iſt deshalb für u
von Bedeutung, weil der Gläubigerſtaat Amerika auch
ſchaftliches Intereſſe hat an dem Wohlergehen ſeines Ech
Deutſchland. (Zuſtimmung.) In der Sanktions
ſind weſentliche Erleichterungen fürur
langt worden. Ein großer Fortſchritt iſt die Lurd
des Schiedsgerichts für alle dieſe Fragen. Das iſtdo
ganz anderer Geiſt, als der Geiſt des 9ik
unter dem wir bisher gelitten haben. Deut
befindet ſich gegenwärtig in einer Vertrauenskriſe des K
Deutſchlands Wirtſchaftsinſtrument iſt zum Glück duche
takt, aber es laufen jetzt in der Wirtſchaft 1,5 Millarden
mark als kurzfriſtige Kredite, die durchaus von der
Ele=
des Gutachtens abhängen. Die Mitglieder des Nchsver
det deutſchen Induſtrie, die politiſch meiſt weit rahtz ſiher
ben ſich gewiß nicht aus Gefühlsgründen für das AMueaß
ten ausgeſprochen, ſondern weil der Verſtand es ihneſ
Das Ruhrgebiet hört damit auf, das Reparationsgehiet 31
(Rufe rechts: Ganz Deutſchland wird Reparationsprohnz
und das ſoll ſo ſein. Deutſchland hat die Pflicht, für die
rationslaſten zu haften, es darf das nicht der Bevölleru
beſetzten Gebietes überlaſſen. Mit Zuſtimmung der
wollte ſchon das Kabinett Cuno aus der Spezialchll
Ruhrgebiets eine Generalſchuld des Deutſchen Reiches 1
Zum Segen des beſetzten Gebiets haben wir das jent
(Lebhafter Beifall!)
Von Verſailles bis London war ein weiter Aeß
Demütigung. London iſt nicht der Schluß. Es war
Anfang einer neuen Entwicklung, deren Ziel der Bei
einer Aera der Verſtändigung der Völker iſt.
(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit. Zwiſchenrufe .
äußerſten Rechten und Linken.)
Präſident Wallraf ſtellt feſt, daß damit der erſte PI
Tagesordnung erledigt ſei.
Es folgt dann noch die Beratung des Einſpruchs dee *
Schwarz (Kom.) gegen ſeine Ausſchließung.
Der Einſpruch des Abg. Schwarz wird darauf, gegen oe
der Kommuniſten, abgelehnt. (Lärm bei den Kommunſten
Nächſte Sitzung Montag, 12 Uhr. Erſte und zweſte
der Gutachtengeſetze. — Schluß nach 1 Uhr.
w
*Gammerſpielzeit Bruno Harprecht.
Kleines Haus. — Samstag, 23. Auguſt.
Das Glück im Winkel.
Schauſpiel von H. Sudermann.
Sommertheater iſt Sommertheater, aber Frau Horn=
Harprecht iſt doch eine zu ſcharmante Schauſpielerin, als daß
ſie Sudermanns „Glück im Winkel” zu ihrer Abſchieds=
Vorſtel=
lung wählten ſollte. Es gibt ſo viele ſchöne Rollen, die der
liebenswürdigen Begabung von Frau Horn entſprechen und
die ſie in einem fympathiſcheren Rahmen zeigen würden, als es
der arg veraltete Sudermann iſt. Ich denke an das
Rollen=
gebiet von Leopoldine Konſtantin, in dem ſich auch Frau Horns
Eigenart am ſchönſten entfalten dürfte.
Suderman hat „Das Glück im Winkel” als ein
durch=
aus ernſtes Schauſpiel aufgefaßt und geſchrieben. Der
theatra=
liſche Zug ſeiner Geſtalten und die Unglaubwürdigkeit der
Situationen kam in der geſtrigen Aufführung dadurch zum
Ausdruck, daß ganze Szenen in den beiden erſten Aufzügen von
freudigem Lachen der Zuſchauer begleitet wurden; namentlich
die Kraftausbrüche des Freiherrn von Röcknitz=Harprecht
wur=
den mit lauter Heiterkeit aufgenommen. Der Schritt vom
Er=
habenen zum Lächerlichen iſt getan. Hierin liegt die klarſte
Be=
urteilung des Falles.
Das hindert nicht, anzuerkennen, daß ſpeziell Frau Horn
der Rolle der unglücklichen „Frau Wiedemann” durchaus
ge=
recht wurde; die Töne verhaltenen Leides, wie ſie die Ausſprache
mit dem Gatten brachte, ließen die Schwäche des Stückes für
den Augenblick vergeſſen. — Bruno Harprechts „Junker
Röcknitz” ſchwankte zwiſchen Schwank und Schauſpiel; zwei Akte
Schwank, ein Akt Schauſpiel. — Eine ſympathiſche Friſche und
Natürlichkeit des Spiels bekundete Eva Biſchoff in der Rolle
der jungen, blinden „Helene”, wie auch Robert Fitz als „Lehrer
Dang” den rechten Ton traf. Lily Runge ſprach die Worte
der blaſſen Frau Betina, Franz Sauer verkörperte den „
Rek=
tor Wiedemann”, den Ritter von der traurigen Geſtalt, der
ſei=
ner Frau zum Weggange bei Nacht und Nebel das Tor offen
läßt. — Frau Horn wurde am Schluſſe mit Beifall und Blumen
geſeiert.
*Herders Heimat —eine geweihte Stätte
Zu ſeinem 180. Geburtstag, 25. Auguſt.
„Geweihte Stätten” hat man die Orte genannt, an denen
die größten Geiſter geboren wurden oder geſtorben ſind, im
Leben gewandelt ſind und gewirkt haben, denn nirgends ſonſt iſt
das Weſen dieſer abgeſchiedenen Genien noch ſo lebendig, und
es iſt ein Zug berechtigter Pietät, wenn man nach Marbach oder
Frankfurt a. M. zu Schillers oder Goethes Geburtshaus pilgert,
wenn man nach Weimar oder Bayreuth wallfahrtet. Unter
die=
ſen geweihten Stätten fehlt aber ein Ort, der „wie wenige andere,
einen ergreifenden Eindruck, eine unvergeßliche Stimmung
ver=
mittelt. Es iſt die ſtille Kirchſtraße in dem oſtpreußiſchen
Städt=
chen Mohrungen, in der Herders Geburtshaus liegt. Es iſt
begreiflich, daß dieſer Erdenfleck, der am äußerſten Nordoſten
unſeres Vaterlandes fernab von der großen Straße der
Reiſen=
den liegt, ſo wenig gekannt, ſo wenig gewürdigt iſt. Aber
nir=
gends ſonſt, nicht in dem ſtattlichen Wohnhaus Herders in
Wei=
mar, nicht an ſeiner Grabſtätte, offenbart ſich uns ſo
unmittel=
bar das tiefſte Weſen dieſes genialen Mannes, wie in der
melan=
choliſchen Landſchaft der alten Ordensſtadt, wie im Schatten des
mächtigen Gotteshauſes, in dem das junge Genie zuerſt ſeine
Schwingen regte. Blicken wir bei der 180. Wiederkehr ſeines
Ge=
burtstages nach dieſem engen Winkel Preußens, von dem aus
der weltweiteſte Geiſt unſeres Schriftums ſich zum Sonnenflug
der Gedanken aufſchwang. „Die Kleinſte im dürren Land” hat
Herder ſeine Vaterſtadt genannt. Da liegt die 1302 gegründete
Stadt, noch heute von turmbewehrter Mauer umgeben, deren
alte Kirche mit dem mächtigen Turm noch als Wahrzeichen
gro=
ßer Verganger heit aufragt. Hier, ganz nahe der Kirche, in einem
ſchmalen Häuschen, das dem Vater Herders, dem Lehrer und
Küſter, gehörte, iſt Johann Gottfried in der letzten Stunde des
25. Auguſt 1744 geboren worden. Schon lange ſteht an Stelle
dieſes alten Geburtshauſes, das vor mehr als 100 Jahren
ab=
gebrochen wurde, ein neuer Bau, und an dieſem wurde zu
Her=
ders 130. Geburtstag die Gedächtnistafel angebracht mit der
etwas wunderlichen Inſchrift: „Johann Gottfried Herder wurde
in dieſem Hauſe geboren d. 26. Anguſt 1744 und ſtarb als
Prä=
ſident des Oberkonſiſtorii zu Weimar am 18. Dezember 1803.
Ihm, dem gediegenen Schriftſteller, Dichter, Philoſophen und
Orientaliſten, zum Andenken und der Jugend zu Mehrungen
zur Nacheiferung.‟ Dem Hauſe gegenüber auf dem kleinen
„Herderplatz”, dem alten Pfarrgarten, hebt ſich ernſt von einem
Kranz duikler Tannen das Herderdenkmal ab, das aus Bei=
trägen der Verehrer Herders und durch die Freigehichl.”
rich Wilhelms IV. geſchaffen wurde: eine Granitſäule.
von W. Wolff modellierten erzenen Koloſſalbüſte Herde.
Es iſt ein tiefes Symbol, daß der Geiſt, der zuerſt d.
heuere Fülle der Weltgeſchichte im Ganzen umfaſſen, de.
ſammenhänge der Länder und Völker über dem weiteh.
ſpüren ſollte, aus ſolcher Enge entſtanden iſt. Das G04
dieſer ehrwürdige gotiſche Bau, der eine geſchloſſene *
ſich iſt, weitete ſich ihm zu einer überirdiſchen Welt M”
ihn zum Theologen, der er bei aller Weite ſeines Vile
Denkens ſtets geblieben iſt. Aber der dunkle Schaten de
der über ſeinem Geburtshaus lag, breitete ſich zugleich 4
ſein Leben; die ſchwermütige Landſchaft ſeiner Heſlt.
ſeinem Werk den Stempel auf, und etwas Gehehlit.
engtes haftete ihm bei all ſeiner Sehnſucht nach Ai
Licht an. Mag er auch nie wieder, nachdem er da dirche.
Fuß gefaßt und hohen Ruhm gewonnen, nach dei. 2
zurückgekehrt ſein: im tiefſten wurzelte er in der Heiſhlt.
die Erinnerungen an die Jugend, bald ſchwerwls.
bald finſter=unheimlich, tauchen überall in ſeinen Scht
Die „Trümmer des ritterlichen Schloſſes”, der „09le
Turm” zauberten ihm das Mittelalter vor; vom Se.L
die Geiſter des Waſſers mit ihren dämoniſchen Krall.
Natur eiklang ihm die Stimme der Dichtung. IOS
auf,” ſchreibt er ſpäter in einem Brief an ſeine Bral.
ich mich nichts als Szenen der Empfindſamteit 10l
oder eines einſamen Gedankentraumes, der meiſtens
des Ehrgeizes belebt wurde, die man in einen Rihd.
Ich dachte frühe, frühe riß ich mich los von der mehie.
ſellſchaft und ſah im Waſſer eine neue Welt hange.
um einſam mit der Frühlingsblume zu ſprchen. L
ſtundenlang mit mir ſelbſt. „So lauſcht er in deihl e
Baumes, mit einem Buch in der Hand, dem Geſahde.
heißt es in einem Lebensbild, das aus ſeinen Erſhle.
ſammengeſtellt wurde. „So macht er, wie oſt, ſei
weg um den Mohrunger See und durch das Berd.
chen. Es war eine Landſchaft voll Anmutzg voſl. i
Wäldchens erblickte man den See mit ſeiner Jnſe. d
des Sees erhob ſich die Stadt mit ihrer Riche 1.
Schloß im Vordergrunde, umrahmt von niedrie.
terraſſenförmig aufteigenden Gärten. „Mihſan, Noce
arme Küſtersſohn mit dem ungeheueren Wiſſensdurt
Feſſeln dieſer Mohrungen Kleinwelt befreien: ober ſe=
Knaben auch Kräfte, die den Mann zu ſeinent he
Lebenswerk befähigten,
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Seit: 3.
Jumi 235.
gsho der Rechtfertigungsreden.
Be ger Preſſe zur Regierungserklärung.
erlii 23. Aug. Die Regierungserklärungen in der heutigen
tagsfr-) werden bisher nur von einem Teil der Berliner
blätte ſprochen.
Dr „liner Lokalanzeiger” ſagt, daß es Marx nicht
en ſes tvas zu Gunſten des Londoner Abkommens zu ſagen.
ie R= des Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann übergehend,
s Bl.) als Peinlichſtes bleibt zurück, das bedrückende Gefühl ob
gonurn s optimiſtiſchen Wärme, womit er einen großen, ja
idende eil ſeiner Rede zu einem Plaidoher machte für
Her=
ſaad D—u glands Schickſal auf die Gutmütigkeit dieſes
zweifelhaf=
darkule D auf ſeine treuen Augen geſtellt ſein läßt. Die Zeit
daicht — Jahren, nicht nach Monaten, nicht nach Wochen
ſon=
nur ry Tagen, die verfloſſen ſind, ſeitdem dieſer an ſich ſehr
iſche beneidenswerte Optimismus Herrn Streſemanns ihn
ns zuu etztenmale furchtbar betrogen hat.
„Itſche Zeitung” erklärt es für überflüſſig, ihre
ignah= gegen die Reden der Miniſter noch einmal kundzutun
u. Die drei Reden zeigen klar und deutlich die Einſtellung
Rec ngsmänner und ihrer Gefolgſchaft. Eine
unüberbrück=
ft — it dieſe Weltanſchauung von der unſrigen. Dort ſtehen
ute, — ſen Glauben an das deutſche Volk verloren oder noch
s beſ haben. Bei uns ſtehen die, die in der augenblicklichen
ſinen riſchen Moment ſehen, die an die Verantwortung
den=
de maru ht nur den Lebenden, ſondern auch den kommenden
Ge=
ern ar üüber hat.
„Suzzeitung” ſchreibt, Herr Marx kennt nur den
n g. nur Verſtändigungswillen und Verſöhnungsbereit=
Es geſagt werden, wir ſchämen uns der gegenwärtigen
n R—1 ung.
S liner Tageblatt” ſtellt feſt, daß die drei
Dele=
auf 1. Londoner Konferenz mit ihren Rechtfertigungsreden
zuten e gehabt haben, und daß das Echo im Lande nicht
aus=
wir
Dſiſche Zeitung” weiſt auf den ſtarken Beifall am
ſe der— de des Reichsaußenminiſters Streſemann hin, findet das
Verkyn der Deutſchnationalen auffallend und erklärt
ſchließ=
ie Re rngserklärungen und die beiden Reden, mit denen das
tt da — ndoner Werk vertrat und verteidigte, waren erfüllt von
Geiſt r Verantwortung, den die ſogenannte nationale
Oppo=
ſtark E ermiſſen laſſen.
Briand für Herriot. — Fabry kritiſiert die Aufgabe der Ruhr. — Dubois übt Kritik an der
Verminderung der Rechte der Repko.
Reichs=Oiſziplin.
erm bi dem Reich, was des Reiches iſt.
ſi zu terprs; nit Held klärt den Landtag über die Haltung der
mn iſchenn gierung bezüglich der Londoner Ergebniſſe auf.
ſanunif; und Völkiſcher Block verſagen der Regierung das
auens ſm. — Die übrigen Parteien, einſchließlich der
„chnatr: Len, verzichten auf jede Erklärung. — Abſtimmung
am Dienstag.
Dra l ericht unſeres Korreſpondenten.
* München, 23. Auguſt.
„er 38 Genausſchuß, den der baheriſche Landtag für die
der 22 tagsferien eingeſetzt hat, wurde heute
zuſammen=
en, umt h von dem Miniſterpräſidenten Dr. Held über die
„ner Handlungen auf Grund der Miniſterkonferenz in
n und f Grund des Berichtes des bayeriſchen Mitgliedes
deu u m Delegation unterichten zu laſſen und ſeinerſeits
r Hc g der bayeriſchen Regierung im Reichsrat ſein
n abs0 ben. Dr. Held erklärte das Ergebnis von
don s wenig erfreulich. Wie der bayeriſche
eter 5 er deutſchen Delegation iſt auch er der Anſicht,
„nehriitte erreicht werden können, wenn eine
2: tik eingeſchlagen worden wäre. Ehe man aber
m düü en Ergebnis, das übrigens auch als recht
bedenk=
zeichb werden könne, Nein ſagen wollte, müßte man
Beſſü, dafür ſetzen können. Deshalb habe die
baye=
e R- erung, wenn auch nicht freudig, durch ihren
eter F Reichsrat die Stimme für Unterzeichnung
Abkonry’s abgeben laſſen. Die unerträgliche Lage der
hen B ſchaft, die durch Kredite friſches Blut bekommen
vor irn aber die Stimmen, die auch nach Bayern aus
ganzero ſetzten Gebiet gekommen ſeien, hätten dabei den
ben. Dem im Zuſammenhang mit dem
Dawes=
hten X uden Geſetzentwurf über die
Eiſen=
n. Bahern nicht zuſtimmen können, weil
die=
intwurke wiederholt zugeſagte Wahrung der bayeriſchen
in : n einer eigenen Verwaltung nicht erfülle. Aber
für da Nein gegen das Geſetz konnte ſich die bayeriſche
gerung i en der Gefährdung des Ganzen nicht entſchließen.
baheri i. Regierung habe damit dem Reich gegeben,
das R zurStundebrauche, und habe Bayerns
te füf bätere, geänderte Verhältniſſe und Zeiten
ge=
rt. — ie Vertreter der Kommuniſten und des Völkiſchen
s ſpro”, ſich gegen dieſe Haltung der Regierung aus und
gten i.i as Vertrauensvotum. Die übrigen Parteien,
ein=
ßlich 2 Deutſchnationalen, verzichteten einſtimmig auf jeg=
Erklä5 g. Die Abſtimmung über die Haltung der
erung arde auf Dienstag nächſter Woche verſchoben.
ſt kein, 1eifel, daß die Regierung, mit Ausnahme der
Kom=
iſten u. Völkiſchen alle Parteien für ihre Stimmabgabe
ſeichsrr” uf ihrer Seite finden wird.
Paris, 23. Aug. (Europapreß.) Die geſtrige Kammerſitzung /
dauerte bis heute morgen 2.10 Uhr. Die Kammer hat beſchloſſen, die
Debatte heute, Samstag, vormittags 10 Uhr, fortzuſetzen.
Briand erklärte, daß die interalliierte Militärkontrolle ſolange
funktioniert habe, als die Ruhr noch nicht beſetzt worden ſei.
Infolge der Ruhrbeſetzung ſei die Einigkeit unter den Alliierten
geſtört worden.
Es habe ſich wieder einmal ergeben, daß Frankreich eine Niederlage
erlitten habe, als es ſich in der Welt iſoliert habe. Die Iſolierung
be=
deute eine Gewaltpolitik. Eine Gewaltmaßnahme löſe aber eine andere
aus, und ſo gelange man in ein Räderwerk der Gewalt hinein, von
dem gerade das ermüdete Europa nichts mehr wiſſen wolle. Er
be=
glückwünſche vor allem die Regierung, daß ſie die Sicherheitsfrage nicht
aus dem Auge verliert und es verſtanden habe, daß, um die
Sicher=
heitsfrage zu löſen, die Iſolierung Frankreichs in der Welt aufhören
müſſe. Aus dieſem Grunde werde er für die Regierung ſtimmen.
Der frühere Kolonialminiſter Fabry kritiſierte die Aufgabe der
Ruhr. Er wies darauf hin, daß Frankreich als einzige
Sicherheitsgarantie
nur noch den Rhein haben werde. Bevor man dieſe letzte Garantie
aufgebe, muß man ſich verſicher, im Austauſch nicht irgend etwas
Wertloſes entgegenzunehmen. Aus dieſem Grunde müſſe der
Garantie=
vertrag, der vom Völkerbund vorbereitet werde, mit größter Sorgfalt
geprüft werden. Es ſei ein Fehler, wenn man erkläre, die Nuhr dürfe
nicht als Sicherheitspfand betrachtet werden; nachdem England und
Amerika den in Verſailles 1919 abgeſchloſſenen Garantiedertrag nicht
ratifiziert hätten, habe Frankreich Anrecht auf ein gleichartiges,
ergän=
zendes Sicherheitspfand gehabt.
Zum Schluß ergriff Herriot das Wort. Er erklärte, daß
Na=
poleon beſiegt, worden ſei, weil er die elementarſte Politik nicht
ein=
geſehen habe, wonach
ein beſiegtes Volk zum mindeſten das Recht habe, zu leben.
Die Regierung werde im Namen der demokratiſchen Elemente des
Lan=
des wachſam ſein. Sie werde die Entwaffnung des alten Deutſchland
überwachen, das zugrundegehen müſſe, um dem neuen Deutſchland Platz
zu machen. (Starker Beifall.) Herriot erklärte er ſei bereit, die
Si=
cherheitsfrage in der Kammer diskutieren zu laſſen, wenn die Kammer
dieſe wünſche.
In der Kammerſitzung von Samstag vormittag hat der frühere
Prä=
ſident der Rebarationskommiſſion Leon Dubois die
Interpellations=
debatte fortgeſetzt. Der Abgeordnete kritiſierte vor allem die
Vermin=
derung der Kompetenzen der Reparationskommiſſion. Herriot habe in
London auf alles verzichtet, ohne im Austauſch etwas Ernſthaftes
er=
halten zu haben.
Herriot erwiderte ſofort auf dieſen Vorwurf, daß die Londoner
Konferenz den Zahlungsplan von 1921 nicht berührt habe. Dieſer bleibe
aufrecht. Wenn die Redner beſtändig von den Rechten der
Reparations=
kommiſſion ſprächen, ſo vergeſſe man, daß
die Reparationskommiſſion bis jetzt faſt nur theoretiſchen Charakter
gehabt habe. Trotz der Rechte der Reparationskommiſſion habe
Frankreich faſt nichts an Reparationen erhalten. Das franzöſiſche
Volk aber ſei der Theorie ſatt. Es wolle flüſſige Geldev. Die
Londoner Konferenz bringe aber Frankreich bedeutende Vorteile auf
dem Gebiet der Sachleiſtungen.
Der Abg. Dubvis erwidert, daß es ſich dabei lediglich um
Ver=
ſprechungen handele. Er will auch nicht gelten laſſen, daß die
Repa=
rationskommiſſion es bis jetzt verpaßt habe, von Deutſchland Geld zu
erhalten.
Die Reparationskommifſion habe Gelder erhalten. Dieſe Gelder
ſeien aber für die Beſetzungskoſten verwendet worden.
Dieſes Eingeſtändnis wird von der Linken mit höhniſchen Rufen
und ſtarkem Lärm aufgenommen, worauf Dubois die Rednertribüne
mit Proteſt verläßt.
Die Sitzung wird auf ſechs Minuten unterbrochen.
Nach ihrer Wiederaufnahme ſetzt Dubois auf Erſuchen Herriots
ſeine Ausführungen fort. Er kritiſierte die neuen Beſtimmungen für
die Sachleiſtungen und die Ueberweiſungen. Die bisherigen
Beſtim=
mungen ſeien weit einfacher geweſen.
Herriot ſtellte feſt, daß die Sachleiſtungen durch das Londoner
Ab=
kommen über den Termin hinaus fortgeſetzt werden. Das ſei ein gar
weſentlicher Vorteil beſonders für die franzöſiſche Farbwareninduſtrie.
Um ſich davon zu überzeugen, genüge es, die engliſchen
Preſſekommen=
tare der letzten Tage zu leſen.
Wenn man überhaupt etwas von Deutſchland erhalte, ſo werde das
nur ſehr ſpät erfolgen. Er möchte darum die Regierung vor den
Fol=
gen der Londoner Beſchlüſſe warnen.
Die Sitzung wird darauf auf den Nachmittag vertagt.
In der Nachmittagsſitzung der Kammer ergriff der frühere
Wieder=
aufbauminiſter Raibel das Wort. Er proteſtierte gegen die
Ueber=
ſtürzung, mit der man die Kammer die Londoner Beſchlüſſe beraten
laſſen wolle. Es genüge nicht, zu ſchreien „Es lebe der Frieden!” um
den Krieg zu beſchwören. Das Verdienſt um den Dawesplan komme im
übrigen der Regierung Poincaré zu. Die gegenwärtige Regierung
könne für ſich nur das Londoner Abkommen beanſpruchen. Die
gegen=
wärtige Regierung habe auf die Ruhrbeſetzung
ver=
zichtet, und zwar ſowohl auf die wirtſchaftliche als
auch auf die militäriſche.
Herriot erwiderte: Erinnern Sie ſich an das Wort, das
Frankreich gegeben hatte. Ein gegebenes Wort muß doch
gehalten werden.
Es ſtehe dem Redner, der der vergangenen Regierung angehört
habe, ſehr ſchlecht an, die Londoner Beſchlüſſe zu kritiſieren, die doch
nur die logiſche Folge des von der Regierung Poincaré angenommenen
Dawesplanes ſeien. Die franzöſiſchen Unterhändler in London
brauchten auch nicht Lehren von einem Miniſter zu empfangen, der im
Jahre 1922 das franzöſiſche Sachleiſtungsguthaben im Betrage von 750
Millionen Franken hintertrieben habe, während doch z. B. ein kleines
Land wie Serbien es verſtanden habe, ſeinen Anteil voll zu erhalten.
Gleichermaßen habe er die Wiesbadener Abkommen hintertrieben. —
Dieſe Zurechtweiſung wird von den Regierungsparteien mit
brauſen=
dem Beifall aufgenommen.
Reibel erklärt zum Schluß, daß er gegen die Regierung ſtimmen
werde.
Der nationale Abg. Louis Marin zweifelt daran, daß
Deutſch=
land in einigen Jahren die Bevormundung ſeiner Eiſenbahn, ſeines
Budgets und ſeiner Bank kaum noch dulden werde. Er kritiſiert ferner,
daß Herriot im Austauſch gegen die Ruhrräumung nicht wenigſtens
Vorteile in der Frage der Kriegsſchulden geſichert habe. Herriot habe
hier eine nicht wiederkehrende Gelegenheit verpaßt. Er kritiſiert auch
die Aufgabe von Düſſeldorf, Ruhrort und Duisburg. Die Aufgabe dieſer
drei Städte ſei nicht gerechtfertigt, da ſogar Lloyd George ſeine
Zuſtim=
mung für die Beſetzung gegeben habe.
Herriot veranlaßt darauf den General Deſticker, der als
Re=
gierungskommiſſar den Sitzungen beiwohnte und als großer Freund des
Marſchall Foch bekannt iſt, die Meinung Marſchall Fochs über die Ruhr
als Sicherheitspfand bekannt zu geben. Der General beſtätigt, daß
Marſchall Foch nicht der Anſicht ſei, die Beſetzung der Ruhr müffe aus
Sicherheitsgründen aufrecht erhalten werden. Foch ſei einer Räumung
der Ruhr nicht abgeneigt und er befürworte ſogar eine progreſſive
Näumung des linken Rheinufers, ſofern die militäriſchen Beſtimmungen
des Verſailler Vertrages erfüllt würden.
Der Senat hat geſtern mit 232:32 Stimmen das Majorz=Syſtem
bei den Kammerwahlen mit einigen kleinen Aenderungen angenommen.
Die Zoligrenze.
Fortfall der Zollgrenze zwiſchen beſetztem
und unbeſetztem Gebiet.
In der Oeffentlichkeit beſteht noch Unklarheit darüber, wie nach den
Beſtimmungen des Londoner Paktes die Aufhebung der Zollgrenze
zwiſchen beſetztem und unbeſetztem Gebiet geregelt iſt. Dieſe Unklarheit
iſt vermehrt worden durch die unrichtigen Auskünfte einzelner
franzöſi=
ſcher oder belgiſcher Beſatzungsbehörden.
Hierzu weiſt der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie auf
folgen=
des hin: Die Beſtimmungen des Londoner Paktes über die Aufhebung
der Zollarenze zwiſchen beſetztem und unbeſetztem Gebiet ſetzen voraus,
daß die Reparationskommiſſion feſtgeſtellt hat,
„daß die für die Ingangſetzung des Planes erforderlichen deutſchen
Geſetze in der von ihr gebilligten Faſſung verkündet worden ſind;
ferner, daß der Generalagent der Reparationszahlungen ſeine
Ob=
liegenheiten aufgenommen hat.” (Anlage III Artikel 3 Ziffer 2 des
Londoner Paktes.)
Dieſe Feſtſtellung ſollte die Reparationskommiſſion ſpäteſtens am
15. Auguſt 1924 durch beſonderen Beſchluß vornehmen. Da die
Lon=
doner Beratungen länger gedauert haben, als bei Abfaſſung dieſer
Vorſchrift angenommen wurde, iſt im Schlußprotokoll der Londoner
Konferenz beſtimmt worden, daß dieſer Zeitpunkt — wie übrigens alle
Termine der Anlage III des Londoner Paktes — um 17 Tage
hinaus=
geſchoben wird. Die Feſtſtellung der Reparationskommiſſion würde
hier=
nach fpäteſtens 17 Tage nach dem 15. Auguſt, d. h. am 1. September
1924, zu erfolgen haben.
Von dieſem Zeitpunkte ab laufen die Friſten für die Aufhebung
der Zollgrenze zwiſchen beſetztem und unbeſetztem Gebiet, und zwar in
folgender Weiſe: Acht Tage nach dieſer Feſtſtellung wird die Erhebung
von Abgaben aufhören, alſo etwa am 9. September 1924.
Zwanzig Tage nach dieſer Feſtſtellung „und wenn möglich, früher”,
müſſen die franzöſiſch=belgiſchen Behörden alle ſonſtigen Hemmungen
des Warenverkehrs an der Zollgrenze zwiſchen beſetztem und
unbeſetz=
tem Gebiet beſeitigen. Hierzu gehört insbeſondere die Regelung der
Zulaufsbewilligungen und Ablaufsbewilligungen zwiſchen beſetztem und
unbeſetztem Gebiet. Ferner ſind ſie verpflichtet, zu dieſem Zeitpunkte
für alle im beſetzten Gebiet erhobenen Abgaben ausſchließlich die im
unbeſetzten Gebiet geltenden Geſetze und Tarife anzuwenden,
insbeſon=
dere alſo den deutſchen Zolltarif. Dieſe Verpflichtungen würden
ſpäte=
ſtens etwa am 21. September 1924 fällig werden.
Im übrigen iſt vorgeſehen, daß die Durchführung dieſer Vorſchriften
durch techniſche Konferenzen geregelt wird, die zwiſchen Vertretern der
franzöſiſch=belgiſchen Behörden und den deutſchen Behörden ſtattfinden
werden. Dieſe Konferenzen ſollen demnächſt in Koblenz und Düſſeldorf
zuſammentreten.
Beratungen des Zentrums.
Berlin, 23. Aug. Die Zentrumsfraktion, die gleichfalls
nach der Sitzung des Reichstags zu einer Fraktionsſitzung
zu=
ſammentrat, erörterte unter dem Vorſitz des Abg. v. Guérard
die Zollvorlage, die Geſetze zur Durchführung der Londoner
Ab=
machungen und die Maßnahmen, die zu ergreifen wären, falls
ſich für dieſe Geſetze keine Zweidrittel=Mehrheit ergeben ſollte.
Beſchlüſfe wurden heute nicht gefaßt.
in diei
viel uru
weitve
izliches‟
ungen
veraturzl
hat, jci
Die 22
t, wie
wennyt
halten R
Die hol
7 Marsl
ſig ergil!
19 übereii!
irme ettt!
Wan zu 56
Das Mars=Gebeimnis.
Tagen ſteht der Mars in größter Erdnähe, und
ttene Marsproblem wird überall lebhaft erörtert.
itete Anſicht, daß auf dem Mars tieriſches oder
ben gedeiht, läßt ſich nach den neueren
Unter=
t mehr aufrecht erhalten, weil die tiefe
Mars=
man auf Grund folgender Ueberlegungen gefun=
Leben töten muß:
eratur der Oberfläche eines Planeten läßt ſich
berühmte ſchwediſche Forſcher Spante Arrhenius
dem lex chen Werk „Der Lebenslauf der Planeten” (
Aka=
iſche 22. gsgeſellſchaft m. b. H., Leipzig) ausführt,
berech=
der Lufthülle keine Wärme zurückhaltenden Gaſe
ächlichſten derartigen Gaſe ſind der Waſſerdampf,
en Me — in der Marsatmoſphäre äußerſt geringfügig iſt,
die K2 enſäure, die wahrſcheinlich ebenfalls nur ganz
pach vei ten ſein kann. Solche Rechnungen hat zuerſt
iſtianſes)- Kopenhagen ausgeführt. Er hat die
Sonnen=
ſtante, iſt der Energiegehalt einer Sonnenbeſtrahlung,
eine Aöl e lang auf eine ſenkrecht gegen ſie gerichtete Fläche
einemyl radratzentimeter in der mittleren Entfernung der
de von Sonne fällt, gleich 2,5 Kalorien angenommen. Auf
rägt unter entſprechenden Verhältniſſen die
Ener=
der Sc” rbeſtrahlung nur 1,1 Kalorien. Die Oberfläche
er=
rmt ſich5 Tange, bis ſie ſelbſt ſo viel Wärme in den kalten
„6 um aus) Hlt, als ſie von der Sonne empfängt. Die
Rech=
rie mittlere Temperatur von — 37 Grad für die
/ize Maxy erfläche. Die Gebiete, für die die Sonne im Zenith
ſtſt könny, wenn keine Wärme von ihnen fortgeleitet wäre,
Mittel / Tag und Nacht etwa + 8 Grad erreichen, um die
ſittagszers öglicherweiſe etwas mehr. Wahrſcheinlich aber
enmt es kaum bis zum Gefrierpunkt, weil die Wärme von
leichtb)i glichen Luft ſchnell entführt wird. Die oben
an=
ſebene r 2xe Temperatur von — 37 Grad ſtimmt im ganzen
iht gut r: Tampbells Beobachtungen auf dem Mount Whit=
Neuer; riaue Beſtimmungen der Stärke der
Sonnenſtrah=
inig von A ot zeigen, daß die obige Schätzung der Sonnen=
O Prozent zu hoch iſt. Rechnet man die Sonnen=
„ſtante z —nd 2 Kälorien, was etwas zu hoch iſt, ſo kommt
rad unter Null für die mittlere Temperatur auf
m Mars) äe äquatorialen Gebiete können eine mittlere Tem=
veratur von — 8 Grad erreichen und zur Mittagszeit auf einige
Grad über Null kommen. An den Polen hingegen, wo die Sonne
monatelang über dem Horizont ſteht, könnte die Temperatur
höher, bis + 8 Grad, ſteigen, wenn keine Wärme durch
Luft=
ſtrömungen weggeführt würde. Selbſtverſtändlich geſchieht das,
und die Temperatur wird wohl ziemlich in der Nähe des
Ge=
frierpunktes bleiben. Man kann ſich daher leicht vorſtellen, daß
an den Marspolen irgendwelche niedrigen Gewächſe (
Schnee=
algen u. dgl.) während des kurzen Hochſommers ſich entwickeln
könnten.
Bis jetzt nahmen Lowell, Very und andere — 10 Grad als
die mittlere Temperatur auf dem Mars an, weil große Mengen
wärmeſchützender Gaſe in der Marsatmoſphäre vorausgeſetzt
werden. Dieſe Vorausſetzung iſt nicht mehr zuläſſig, ſie iſt es
ebenſowenig, wie der Glaube an eine hohe Temperatur auf dem
Mars. Wahrſcheinlich iſt die mittlere Temperatur des Mars
ebenſo wie diejenige der Erde, etwa 10 Grad höher, als die eben
erwähnten Rechnungen ergeben. Sie wird etwa — 40 Grad
be=
tragen, da die ſehr klare Marsluft alle Sonnenſtrahlen
durch=
läßt und ſich jedenfalls weder Waſſerdampf noch vielleicht auch
Kohlenſäure oder andere Wärnie enthaltenden Gaſe in derſelben
befinden. Die mittlere Sommertemperatur am Marsäquator
düfte ungefähr 13 Grad höher ſein als die mittlere Temperatur
des ganzen Planeten. Das entſpräche ziemlich den irdiſchen
Ver=
hältniſſen, indem hier die höchſte mittlere Temperatur am
Aequa=
tor im Juli 27 Grad beträgt bei einem Mittel von 16 Grad ſür
die ganze Erde.
Wir müſſen alſo unſere Anſicht vom Mars gänzlich
um=
ändern. Der Glaube, daß Lebeweſen auf dem Mars exiſtieren
können, iſt in das Reich der Träume zu verweiſen. Demzufolge
fällt auch die Theorie von den Marskanälen, die vernunftbegabte
Weſen gebaut haben ſollen, in ſich zuſammen.”
bandwickel. Die Beine ſelbſt boten einen grauenhaften Anblick.
Offenbar litt der Aermſte in höchſtem Maße an freſſenden
Ge=
ſchwüren oder offenen Adern. Auf jeden Fall zeigten beide
Beine ungefähr in der Mitte je eine langgeſtreckte Wunde von
gefährlichſtem Ausſehen, weit offen, mit bläulich=ſchwarzen
Rän=
dern, tief vereitert. Die Adern liefen von ihnen aus, gleich
auf=
getriebenen, bis zum Platzen prallen Regenwürmern. Die
Wunden waren mit einem dünnen Gazeſchleier bedeckt, deſſen
eine Ecke jedoch der Wind umgeſchlagen zu haben ſchien, ſo daß
keinem der Paſſanten der Anblick und damit notgedrungen das
Opfer eines Obolus erſpart blieb.
Ich kam mit meinem Freunde, dem Chirurgen vorüber. Auch
ich konnte mich nicht enthalten, einen Groſchen zu zücken,
wäh=
rend mein Freund den abſonderlichen Fall mit kurzem,
fachkun=
digen Blick ſtreifte. Der Groſchen war ſchon in den Hut
ge=
trudelt, als mein Freund ſtehen blieb und ſich dem Unglücklichen
zuwandte. „Was haben Sie denn da für eine dolle Sache?”
„Sie ſehen ja, mein Herr”, war die klägliche Antwort, und über
das Stoppelfeld der Wange lief wahrhaftig eine Träne, wie nie
Glycerineneres echter über die Leinwand des Kinos gelaufen iſt,
„das iſt nun der Dank des Vaterlands, kein Verdienſt, keine
Rente, kein Krankengeld — nur ein bißchen Sonnenſchein kann
ich mir kaufen, der ſoll ja gut ſein für — —‟. Er vollendet
nicht — — er war ſchon auf und davon. Mein Freund hatte ſich
niedergebückt, um die Wunden näher in Augenſchein zu nehmen
und die aufgetriebenen Adern zu betaſten. Er kam nicht dazu.
Mit der Geſchicklichkeit eines Akrobaten war der Mann, direkt
aus ſeiner Sitzlage geſtartet. Meinem Freunde blieb nur etwas
ekliger bläulicher Schmutz am Finger hängen. „Beſte
Fett=
ſchminke!”, ſagte er gleichmütig und wiſchte ſeinen Finger an
einem alten Straßenbahnbillet ab.
*Berliner Brief.
Die Heilung.
Er lag am Eingang zu dem ſtark frequentierten
Unter=
grundbahnhof. Ein Bild des Jammers. Monotones, von
äch=
zenden Wehlauten unterbrochenes Wimmern klang
mitleidhei=
ſchend in die Ohren der Borübergehenden. Ab und an, wenn
gar zu ſchneidend der Schmerz das Geſicht zur Grimaſſe
ver=
zerrte, bedeckte er es ſchayhaſt mit der einen Hand, indes die
andere unentwegt den Hut hielt — Die Unte chenkel waren
ent=
blößt, neben ihnen lagen zizei
blutgetränkte Ver=
* Ein amerikaniſches Kunſtarchiv. Die Tochter des vor
einigen Jahren verſtorbenen Großinduſtriellen und Sammlers
Frick, Miß Helen Clay Frick, hat jetzt die von ihr mit größter
Liebe und Hingebung zuſammengebrachte Nachſchlagebücherei für
Kunſt, die bereits zirka 40 000 Illuſtrationen und 12 000 Bücher
und Kataloge umfaßt, der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht.
Sie hat für die Bücherei einen beſonderen Anbau an das
ehe=
malige muſeumartige Wohnhaus ihres Vaters errichten laſſen,
das ſpäter mit all ſeinen großartigen Kunſtſchätzen der Stadt
Newv York zufallen wird. Die Nachſchlagebücherei umfaßt die
Kunſt vom 12. Jahrhundert an bis zur Gegenwart und ſtellt ſich
der gegenwärtig freilich noch viel umfänglicheren des Sir Robert
und der Lady Witt in London würdig an die Seite.
4
von d
Quadr
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit e
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
dieſen
loſen
zit
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Nummer
Die Perhandlungen im Auswärtigen Ausſchuß.
Berlin, 23. Aug. Der Auswärtige Ausſchuß ſetzte heute
nach=
mittag ſeine Beratungen über die Gutachtengeſetze fort. Zu dem
Entwurf eines Privatnotenbankgeſetzes
erklärte Reichswirtſchaftsminiſter Hamm auf Befragen, die Reichsbank
und die Reichsregierung könnten dem Wunſche auf Zulaſſung von
Pri=
vatbanknoten im Betrage von 20 Mark nicht entſprechen. Die frühere
Mindeſtgrenze von 100 Mark ſei ſchon auf 50 Mark herabgeſetzt worden.
Noch weiter könne nicht, herabgegangen werden, wenn nicht die mühſam
erreichte Währungsordnung gefährdet werden ſolle. Ohne weitere
De=
batte wurde dann die Vorlage angenommen. Hierauf kam
die Vorlage über die Liquidierung des Umlaufes der Rentenbankſcheine
zur Beratung. Abg. Dietrich (Dntl.) bemängelte die Haltung des
Reichsbankpräſidenten, der offenbar kein großer Freund der Rentenmark
ſei. Die Deutſchnationalen müßten die Vorlage ablehnen. Die Drohung
des Reichsbankpräſidenten mit Einſchränkung des landwirtſchaftlichen
Kredites bei Ablehnung des Dawesgutachtens ſei wirtſchaftlich nicht
be=
gründet und könne nur als politiſche Revanchedrohung aufgefaßt
wer=
den. Ein Vertreter des Reichsbankpräſidiums erwiderte, die Wünſche
des Vorredners könnten nicht berückſichtigt werden, weil man an das
Sachverſtändigengutachten gebunden ſei.
Abg. Graf Lerchenfeld (B. V.=P.) regt an, daß durch einen
beſonderen Geſetzentwurf eine Anzahl von Kreditanſtalten zu ſchaffen
ſei, die vor allen Dingen das Kreditbedürfnis des mittelbäuerlichen
Be=
ſitzes befriedigen könnten.
Abg. Dr. Bredt (Wirtſch.=P.) wünſcht die Schaffung einer
Kredit=
hilfe auch für Kleingewerbe und Handwerk, auf derſelben Grundlage,
der Rentenbank, wie für die Landwirtſchaft geſchaffen werden ſolle,
Reichswirtſchaftsminiſter Hamm
erwidert auf weitere Bemerkungen des Abg. Dietrich (Dntl.), das Geſetz,
das den landwirtſchaftlichen Kreditbedürftigen Rechnung tragen ſolle, ſei
noch in Vorbereitung. In dieſem Agrarbankgeſetz werde auch für
gleich=
mäßige Berückſichtigung der Landwirtſchaft in allen Gebieten des Reiches
im Sinne der Wünſche des Grafen Lerchenfeld volle Vorſorge getroffen.
Das Wirtſchaftsminiſterium werde ſich bemühen, gleichzeitig auch eine
Kreditſtärkung des Handwerkes zu erreichen. Was der
Reichs=
bankpräfident über die Folgen einer Ablehnung
des Gutachtens für die Wirtſchaft ſagte, ſei keine
Drohung. Die Ausführungen des Reichsbankpräſidenten ſagten
nichts anderes, als was die beteiligten Kreife ſich ſelbſt in ihrem
Ge=
wiſſen ſagen müßten.
Der Geſetzentwurf wurde ohne weitere Ausſprache erledigt.
geſetzes. Hierauf wurde die
Beratung des Geſetzentwurfes über die Londoner Konferenz
fortgeſetzt bei den Transferabmachungen der Anlage II.
Abg. Dr. Reichert (Dntl.) führte aus, die über den Transfer
ge=
troffenen Abmachungen ſeien noch ungünſtiger als die Vorſchläge des
Reparationsgutachtens. Das Schiedsgericht iſt hier keine Minderung der Ordonnanzen der Rheinlandkommiſſion.
Gefahr der Ueberfremdung.
Reichsfinanzminiſter Dr. Luther, führte auf die verſchiedenen
Fragen der Abgeordneten aus: Das Sachlieferungsproblem iſt
zweifel=
los das ernſteſte des ganzen Gutachtens in währungs= und
wirtſchafts=
politiſcher Beziehung. Es wäre weder ein Gutachten noch ein Londoner
Pakt zuſtande gekommen, wenn man die Sachlieferungen nicht
zugeſtan=
den hätte. Unſere Aufgabe in London war es, nicht die Sachlieferungen
abzulehnen, ſondern die Gefahren, die ſie bilden, nach Möglichkeit zu
mildern. Der Schiedsgerichtsgedanke, der die ganze Londoner Konferenz
durchzog, iſt auch hier wirkſam geworden. Dr. Luther ſprach dann noch
eingehend über die Regelung der Transferfrage.
Es kamen dann die in Anlage III des Gutachtens behändelten
Fragen der
Amneſtie und Räumung
zur Sprache. Auf eine Frage des Abg. Dr. Hoetzſch (Dntl.) erklärte
der Reichsfinanzminiſter, das ganze Werk des Gutachtens und alle damit
zuſammenhängenden Geſetzesvorlagen können, natürlich nur in Kraft
treten, wenn die Anleihe zuſtande kommt. Dr. Hoetzſch erklärte es für
notwendig, dieſe Bedingung auch in den Geſetzen auszuſprechen.
Abg. Stöcker (Komm.) weiſt darauf hin, daß bei Annahme der
Geſetze die Kommuniſten den verfaſſungsmäßig zuläſſigen Einſpruch
gegen ihre Verkündigung erheben würden. Dann müßten die Geſetze
einem Volksentſcheid unterworfen werden, wenn die Regierung ſie nicht
für dringlich erklärt. Der Redner fragt die Regierung, ob ſie auf die
Dringlichkeitserklärung verzichten wolle.
Geſandter Dr. Ritter erklärt, ohne einen Kabinettsbeſchluß dieſe
Frage nicht beantworten zu können. Eine Verzögerung der
Verkün=
digung würde aber dazu führen, daß auch alle Friſten für die
Ruhr=
räumung uſw. entſprechend hinausgeſchoben werden.
Auf Befragen des Abg. Stöcker wurde von der Regierung
er=
klärt, daß
die Zollüberwachung an der Weſtgrenze
wieder den deutſchen Zollbeamten übertragen werde. Die aus Anlaß
des paſſiven Widerſtandes von der Rheinlandkommiſſion erlaſſenen
Spezialverordnungen würden generell aufgehoben werden. Bezüglich
der übrigen Verordnungen ſei zugeſagt worden, daß die
Rheinlandkom=
miſſion zu einer Berichtigung veranlaßt werde. Die in Deutſchland
aufgehobenen Abgaben, Kohlenſteuer uſw. ſollen im beſetzten Gebiet
nicht weiter erhoben werden. Die übrigen Abgaben werden nach dem
deutſchen Tarif erhoben werden.
Zur Amneſtiefrage fragt Abg. Repp (Dntl.), wie es mit dem
Weiterbeſtehen der Militärgerichtsbarkeit
im beſetzten Gebiet ſei und ob nicht auf dieſe Weiſe die durch die
Am=
neſtie geleerten Gefängniſſe mit neuen Opfern gefüllt werden könnten.
Die Frage der Rückkehr der Ausgewieſenen ſei nicht klar genug geregelt.
Haben ſich Frankreich und Belgien verpflichtet, neue Ausweiſungen
nicht mehr vorzunehmen?
Frau Gohlke fragt die Regierung, ob die harten Zuchthausſtrafen
von franzöſiſchen und deutſchen Gerichten im beſetzten Ruhrgebiet
ver=
urteilter Kommuniſten gleichfalls unter die Amneſtie fallen und ebenſo
der große Hochverratsprozeß der jetzt gegen die ehemalige Zentrale der
Kommuniſten ſchwebe. Die Sozialdemokraten könnten die von ihnen
er=
wartete Reichstagsauflöſung auch dann erreichen, wenn die
Deutſch=
nationalen in letzter Stunde umfallen.
Abg. Graf Verchenfeld vermißt gleichfalls eine
Garantie gegen weitere Beſtrafungen und Ausweiſungen
bei Fortdauer der militäriſchen Beſetzung um ein Jahr,
Abg. Haas (Ztr.) bezweifelt, daß durch den Wortlaut des
Lon=
doner Paktes tatſächlich die ungeſtörte Ausführung der deutſchen
Ge=
richtsbarkeit geſichert ſei. Die Rücknahme der Ausweiſungen gelte nur
für die nach dem 1. Januar 1923 Verfolgten. Die Abmachungen über
Ausweiſungen ſeien zweifellos zu allgemein gehalten. Die deutſche
Regierung müſſe darauf dringen, daß die lokalen franzöſiſchen Stellen
Ebenſo ohne Ausſprache der Entwurf eines Münz= die entgegen ihrer Regierungsanweiſung die Separatiſten beſchützt habe,
erſetzt werden.
Abg. Sollmann (Soz.) ſchließt ſich den Bedenken des
Vor=
redners an
Abg. Stöcker (Kom.) fragt, ob eine größere Achtung vor der
Preſſefreiheit im beſetzten Gebiet durchgeſetzt worden ſei.
Abg. Dr. Spahn=Köln (dntl.) wünſcht eine Nachprüfung aller
Reichskanzler Dr. Marx
ging zunächſt auf die Frage der Ausweiſungen ein. In der
Durch=
führung der Abmachungen werden ſich ſicherlich viele Schwierigkeiten
er=
geben, die bei den Londoner Verhandlungen nicht vorauszuſehen
wa=
ren. Es kommt alles auf den Geiſt, den Willen und die Geſinnung der
Ausführenden an. Es iſt uns zugeſagt worden, daß über dieſe Frage
von Regierung zu Regierung verhandelt werden ſoll. Es werden auch
die Ordonnanzen vor 1923 geprüft werden. Das alles geſchieht
natür=
lich nur, wenn die vorgelegten Geſetze angenommen werden. Die
deutſche Verwaltungs= und Juſtizhoheit wird nach den Abmachungen in
vollem Umfange wieder hergeſtellt. Der Reichskanzler richtet zum
Schluſſe an die Oppoſitionsparteien die dringende Mahnung, durch die
Art ihres Kampfes gegen das Gutachten nicht die Atmoſphäre der
Ver=
ſöhnung unter den Nationen zu zerſtören, wie ſie ſich in London in
erfreulicher Weiſe gezeigt habe.
Abg Breitſcheidt (Soz.) erklärt, die von der Sozialdemokratie
in der Kritik geübte Zurückhaltung ſei nicht ſo zu erklären, als ob ſie mit
allen Einzelheiten einverſtanden wäre. Die Amneſtie gelte ebenſo für
die Kommuniſten, wie für die Angehörigen aller übrigen Parteien.
Die Regierung ſollte den Begriff, des politiſchen Verbrechens möglichſt
weit faſſen. Aus freien Stücken ſollte ſie die Amneſtie auch für das
übrige Deutfchland ausſprechen.
Nach den Erklärungen Breitſcheids nahm Mimniſterialr.
das Wort, der erwiderte, ein formelles Abkommen über
Verhandlungen der Beſatzungsarmee konnte in London
werden weil Deutſchland dadurch ja im Gegenſatz zu
tretenen Rechtsſtandpunkt die Ruhrbeſetzung als leg
würde. Eine mittelbare Sicherung böte die Beſtimmung.
Gerichtsbarkeit wieder in normaler Weiſe arbeiten ſolle
vorlage umfaſſe alle politiſchen Verbrechen und Vergehr
ſetzten Gebiet begangen worden ſind, nicht etwa nur ſeh
antiſeparatiſtiſche Handlungen. Ein Agarement brauche
kehrenden höheren Beamten nicht eingeholt zu werden.
Abg. v. Graefe (Natſoz.) erkennt an, daß der Reich
lich von dem ehrlichen Friedenswillen der gegenwärtige
Frankreichs und Englands überzeugt ſei. Die National
gen von einer ganz anderen Beurteilung der Menſchen
Situationen aus. Sie könnten die furchtbaren Erfahrung
nicht vergeſſen. Wenn das Gutachten dennoch angen
ſollte — und zu der Durchhaltekraft meiner ehemalig
nalen Freunde habe ich recht wenig Vertrauen (Heiterkei
es für den Reichskanzler bei ſeinen Verhandlungen nur
ſein, wenn er auf unſere nationale Oppoſition verweiſe,
Abg. Frau Gohlke verlangt nochmals von der Re.
wort auf die Frage der allgemeinen Amneſtie. Sie rie
gegen die Sozialiſten und tritt für eine Koalition Deutf
land ein.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann erklärt zu
der Kommuniſten: Es iſt eine etwas ſtarke Zumutung, wven
Fraktion alle ihre Kräfte einſetzt, um ein Abkommen zu
gen, aber gleichzeitig von der Regierung verlangt, daß
der Annahme nicht nur Konſequenzen aus der Annahme
ſich dazu ſchon vorher verpflichtet. Wir werden der Frag
nähertreten, wenn das Londoner Abkommen angenommer
Amneſtiegeſetz würde dann natürlich eine volle unpareiſg
nach allen Seiten bringen und auch Perſönlichkeiten treff
ganz anderem Boden als die Kommuniſten ſtehen. Eine
Abg. Zapf (Dtſch. Vpt.) beantwortet der Miniſter dahit
Meinungsverſchiedenheiten über die Ordonnanzen dem
vorgelegt werden können.
Abg. Dr. Spahn=Köln (Dntl.) wendet ſich gegen ein
kungen des Abg. Graefe und meint: „Wenn Sie wiſſen woll
uns verhalten, müſſen Sie ſich noch einige Stunden
(Heiterkeit.)
Abg. Dr. Spahn (Zentr.) dankt der deutſchen Delegati
Arbeit und ſtellt einige Fragen über die Form der künftige
lungen, die vom Reichskanzler beantwortet wurden.
Damit iſt die Anlage III erledigt.
Am Schluſſe der Beratungen fragt der Abg. Freytag
hofen (Ontl.), warum die Regierung nicht ebenſo wie das
geſetz auch das Mantelgeſetz über die Londoner Vere
in der Erläuterung ausdrücklich als verfaſſungs
bezeichnet habe. Eine Verfaſſungsänderung ſei zweife
Uebertragung der Zölle und Steuerhoheit auf einen ausländ
miſſar enthalten.
Miniſterialdirektor Gauß erklärt dazu, juriſtiſchſe
gierung überhaupt nicht verpflichtet, deng
Pakt als ſolchen dem Reichstag vorzulegen. rmume
das nur aus dem Zweckmäßigkeitsgrund getan, daß nicht ei m benſ
ſchnitte des Abkommens als Geſetzentwürfe vorgelegt zu we . 9
chen. Die Unterzeichnung des Londoner Paktes als ſolcher mm
der Reichsregierung an ſich ohne parlamentariſche Mitwrk m
nommen werden.
Gegen 8 Uhr abends war das Mantelgeſetz über das Lor mde
kommen erledigt. Nächſte Sitzung Sonntag morgen, 10 Uh zF ſtali
Tagesordnung ſteht die Induſtriebelaſtung und das Eiſenbal
Ein Mörder Erzbergers identiſzie
Budapeſt, 23. Aug. (Europapreß.) Heute
wurde der in polizeilichem Gewahrſam befindliche hein !. Elt
ſter mit den vom Offenburger Unterſuchungsrichter na ſiehe
rtri
peſt entſandten deutſchen Kriminalbeamten konfranlert. Aiber
Gegenüberſtellung wurde feſtgeſtellt, daß Heinrich Fo. ſchile
dem an der Ermordung Erzbergers beteiligten Kauſmak ne
rich Schulz identiſch iſt. Das Ergebnis der Kuſtona4
in hieſigen politiſchen Kreiſen ungeheures Aufehen enee
G
Gebr. Wenglein, Weinhandlang
Fernſprecher 212 * Ecke Karls= und Sieinackerſiraße 1
Gut ausgebaute flaſchenreife rheinhefſiſche Weintel
Kelterung / Preiswerte Auswahl in den Jahrgängel 4
1921, 1922 / Abgabe in beliebigen Quanitäteh
Oelmühle
Pauengagfen
Der Betrieb iſt
wieder eröffnet
Moderne große Anlage
Höchſte Ausbeute
Gutes Oel
Raſche und reelle Bedienung
Sofortiges Umtauſchen
von Lelfrucht gegen Oel
(TV. 10652
G
NaDa
Bah
Tauſch!
Schöne 3 Z.=W. mit
Manſardenz Balkon,
Speiſekammer und
ſonſt Zubehör in gut.
Hauſe geg. eine
gleich=
wertige größere 3—4
Z.=W. zu tauſchen geſ.
Gefl. Angebote unter
I., 54 a. d. G. (zuz5s,
Ve
Geſucht:
Geräum. 7—8 Zim.=
Wohn m.all. Zubehör
in guter Lage.
Geboten:
Schön. 6 Zim.=Wohn.
mit großer Veranda
u. reichl. Zubehör im
Herdwegviert. Ang u.
T. 90 Gſchſt. (*24301
0.90
22er Edenkobener
22er Weſthofner
1.40
22er Nierſteiner
22er Dürkh. Rotwein . 1.20
1.50
22er Medoc.
einſchl. Steuer, bei 10 Flaſchen pro Fl.
10 Pfg. Nabatt, (10644gms
Alfred Hammer
Weinhandiung
Fernruf 1116
Eliſabethenſtr. 48
Wohnungs=
tauſch!
Geſucht: Geräumige
6 Zimmer=
Woh=
nung mit allem
Zubehör, in gut.
Lage. (iwdedg
Gieboten:
Komfor=
table 5 Zimmer=
Wohnung mit
Badezimmer,
elektr. Licht uſw.
(Moſerſtraße).
Alter’s Möbel= u.
Kunſtgewerbe=
haus, G. m. b. H.,
AbteilungWohnungs=
tauſch,
Eliſabethen=
ſtraße 34,
Wet
Wohnungstauſch.
Einfamilienhaus
in Bensheimod.
Auer=
bach zu mieten
ge=
ſucht geg, gleiches in
Eberſtadt. (10574880
Angeb. u. I. 56 an
die Geſchäftsſtelle.
Tauſche meine geräum.
und komf. 5
Zimmer=
wohn. mit Garten in
beſter Lage bei mäß.
Friedensmiete gegen
geräum., mit all.
Zu=
behör verſ. 6
Zimmer=
wohn, mit Garten in
nur beſt. Viertel, evtl.
auch entſprech.
Einfa=
milienhaus. Ausführl.
Angeb. mit
Zimmer=
zahl, Miete und Lage
unter I. 83 an die
Geſchäftsſt. (*24297
Möbl. Zimmerg
Vornehm. möbl.
Zim., ſof. beziehbar
Fremdenheim,
Hügel=
ſtr. 15, Laden. (7966a
Neckarſtolz Luxus
15 Pfg.
Finnenmädel
2, 3,4 Pfg.
Haus Klein
6 Pfg.
din Marlen dan Sruuutn
Aune Moittenn amtan kaatstig
Klein’s Tabak= u. Sigarettenfabriken o. H. G., Schifferſtadt?
tätutlltttitttutttltututututututift
OttlNe
färhen kärhen ſt
aller Art Kleider,
Vorhänge, Handſchu
Beſie Ausführut
Flotte Lieferut
Billigſie Prei
II. St. 10404
Bauarbeiten.
Die bei der Errichtung von
Wohn=
hausneubauten am Rhönring, Gruppe II,
vorkommenden Erd=, Maurer=,
Stampf=
beton= und Steinhauerarbeiten ſollen
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Samstag, den
6. September 1924, vormittags
10 Uhr, einzureichen.
(st10618
Darmſtadt, den 22. Aug. 1924.
Städt. Hochbauamt.
agerplatz
ca. 2000 gm
unmittelb. a. Bahngel. zu verp.
Ang. erb. u. D. B. 386 an Rudolf Moſſe,
Dresden.
(I. L. 10639
Liebfrauenſtr. 95
Stock (k24294
ſchönes, großes möbl.
Zimmer zu vermiet.
Ohlyſtr. 58
2 gut möbi. Zimmer
auf 1. September zu
vermieten, (24311
Hügelſtr. 2, I., b Bille,
gut möbl. Wohn= u.
Schlafzimmer zu
ber=
mieten, evtl. Klavier
benutzung.
2433
2 möbl. Zimmer
m herrl Ausſicht evt.
m. Küche, auf 1. Sept.
in Bensheim z. vm.
Näh. bei Kuhn,
Ger=
vinusſtr. 79, (*24261
Mathildenſtr. 53, pt.,
bei Schad. gut möbl.
Wohn= u. Schlafzim.
z. 1. Sept. z. verm.
Dame find, in feinem
muſik. Hauſeb. 2 Dam.
Mittagtiſch
geg.1ſtünd
leichteMit=
hilfe evtl. 1 leer, Zim.
Angeb. unt. I. 92 an
die Geſchſt. (*24303
In zentr. Lage können
3 Dam. od. Hrn. an
gut. Mitagtiſch
teiln. Zuſchr. u. I. 47
an d. Geſchſt. (*24202
100 Mark
zu leihen geſucht geg.
erſtklaſſige Sicherheit
u. zeitgemäße Zinſen.
Angeb. u LI. 87 a. d.
beſchſt. erbet. (*24272
Suche mich mit
500 — 600 Mark
an geſund.,
ausbau=
fähigem Geſchäft ete.
tätig zu beteiligen.
Angebote unter 1. 91
an die Geſchſt. (*24305
Gelddarlehen
Gartenvorſtadt, Im jede Höhe, Ratenrück=
Emſer 13, b. Dieferich, zahlung, ſchnellſtens
frdl. möbl. Zimm. ar
ſol, Herrn ſof. z. vm.
durch Neuland,
Berlin,
Heiligegeiſt=
ſtraße 7. (IV,8102
Bekanntmachung.
Die ſeitherigen Inhaber der Firma
Darmſtädter Speditions= und Lagerhaus,
W. Schwinn und A. Reſch in Darmſtadt,
haben ſich durch gerichtliche Vereinbarung
vom 22. Auguſt 1924 dahin geeinigt, daß
ihre ſeitherige gemeinſame Firma
aufge=
löſt wird und daß jeder Inhaber jetzt für
ſich allein ein Geſchäft gleicher Art betreibt.
Zum Zwecke der Auseinanderſetzung
haben die genannten Inhaber unter ſich
eine Verteilung ihrer ſeitherigen
Kund=
ſchaft vorgenommen.
Ich betreibe mein Unternehmen nun
unter der Firma
(*24283
Wilhelm Schwinn, Spedition
und Möbeltransport.
Meine Geſchäfts= und Lagerräume
be=
finden ſich wie ſeither Kirſchenallee Nr. 86,
mein Telephonanſchluß iſt unverändert
Rummer 3180.
Ich empfehle mich dem verehrlichen
Publikum für Speditionsgeſchäfte und
Möbeltransporte aller Art.
Wilhelm Schwinn
Spedition und Möbeltransport
Kirſchenallee Nr. 86 Teleph. Nr. 3180.
Telephon 736
Für die Landes=Heil= un
anſtalt „Philippshoſpital”
helt
lau ſoll im Wege des öffentl.
bietens vergeben werden:
1. 18000 Kilo Roggenmehl
2. 9000 Weizenbroime
3. 7000 „ Weizenaus
(Spezial"
460 „ Margarine
5. 300 „ Kokosfett
6. 300 „ Rinderſeit
7. 200 „ Mohnöl
8. 1000 Bohnen
9. 1000 „ Erbſen
10. 500 „ Linſen
Kakao
11. 100
geſchälte
12. 300
ceil
300
300
1000
500
1000
18. 1500
19. 1500 „ Meliszick”
grüne
gerſ
Malzkaſſe
Gemüſehudetr.
Reis
Gries
20. 1000 „ Marmelade.
Die Lieferungsbedinand g
hier pffen. Angebot „min, 2
bis zum Eröffnung”t rmittag
tember ds. Js., vorn
einzureichen. Die Lie statorn
entweder Anſtalt oder
Erfelden anzubieten.
g. 1
Goddelau, den 22.
Direktio
P ASr
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Seite 5.
Rum r 235.
gas der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 24. Auguſt.
— E-nt wurden: am 28. April 1924 der Lehrer Wilh. Welde
Gau=2 heim zum Lehrer an der Volksſchule zu Nieder=Ingel=
, K—— Bingen; am 14. Auguſt 1924 die Polizeiwachtmeiſter auf
be G-”. Wilhelm aus Siegen mit Wirkung vom 1. Auguſt
Lude) Frank aus Steinbach (Kreis Erbach) mit Wirkung vom
eptemn zu Polizeiwachtmeiſtern.
der Do if Een ochider 3i Mkuaf zain Gicher Rit
—Era t iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
Volks8 e zu Rodheim im Kreiſe Gießen. Dienſtwohnung iſt
dandern
— Scy erſpielzeit Bruno Harprecht. Eliſabeth Horn ſpielt
de zum en Male vor dem Darmſtädter Publikum um 7½ Uhr in
ermar Schauſpiel „Das Glück im Winkel” und um 10½
in L/r Schmidts Luſtſpiel „Nur ein Traum‟. Die
Nacht=
ellungg bet zu kleinen Preiſen ſtatt. — Die letzte Woche der
dies=
gen merſpielzeit bringt morgen Montag noch ein köſtliches
ſpiel der guten, alten Zeit: „Die ſelige Exzellenz”.
in 2 etzten Jahren „Komteß Guckerl” „Goldfiſche” und „
Bal=
a dess nigs” war, iſt für dieſe Spielzeit dieſes reizende Werk
olf P— rs und Leo Walter Steins, für das nochmals das geſamte
onal, verſtärkt durch Gäſte, aufgeboten werden mußte. Von
Hautu en ſeien nur erwähnt: Bruno Harprecht, der auch
Res ührt, Frieda Eichelsheim als Gaſt, H. Hiltrop, Eva
ff. 2 Sauer, Robert Fitz, Paul Peterſen als Gaſt und Hans
ſelder— e Aufführung, die nach allen Richtungen hin
ausgezeich=
zu we— verſpricht, beginnt um 8 Uhr.
— Rü n=Uraufführung im Kleinen Haus. Die Direktion Bruno
pres im Kleinen Haus bringt uns noch am vorletzten Tage
Seit die Uraufführung des Schwanks Das
Schützen=
von—. Rüthlein und Hans Peters. Hch. Rüthlein dürfte
ſein— armſtädter Lokalpoſſen „Der Glasſchrank”. „Die Brief=
„23 illa” u. a. m. für Darmſtadt keine unbekannte
Perſönlich=
ſein. der iſt durch die große Ueberlaſtung des Perſonals nur
einzigi ufführung möglich, und es iſt daher der Leitung des
merth =8 hoch zu bewerten, daß ſie trotzdem die Uraufführung
usbrir ind dadurch unſeren bekannten Darmſtädter Lokaldichter
ſandess ter zu Worte kommen läßt.
— Ge— e=Ausſtellung. Im Kunſtſalon H. Sonnthal,
Eliſa=
mnſtraßs,, iſt zurzeit eine Kollektion von ſechs Gemälden von Erich
rcke— nchen ausgeſtellt. Die Motive entſtammen dem Stubaier
et ſom Imgebung der Starkenburger Hütte und dürften für die
flieder hieſigen Alpenvereins von beſonderem Intereſſe ſein.
ferner— 5. vier neue Arbeiten, Landſchaftsmotive, von Marcell
hter, nennen.
StSi he Akademie für Tonkunſt. Im Laufe der letzten Jahre
die Erung gelehrt, daß ein gediegener Klaſſenunterricht ſich
er ſchr3 ger geſtaltet, da die richtige Klaſſenzuſammenſetzung durch
verſchre artigen Nachmittagsunterricht in den Schulen unmöglich
Der ſenunterricht in der Muſik hat aber nur dann Erfolg,
dreif f gleicher Stufe ſtehende Schüler zuſammen
rrichter rden. Aus den oben angegebenen Gründen iſt eine der=
Zuſz enſetzung nicht mehr zu erreichen. Um aber den
Schü=
er S ifchen Akademie für Tonkunſt nach wie vor eine gediegene
alifche) sbildung zu gewährleiſten, hat ſich die Leitung der
An=
entſcha r, ab 1. September d. Js. den Klaſſenunterricht
aufzu=
n und dr Schülern im Hauptinſtrument Einzelunterricht
len zuzi en. Der Klaſſenunterricht bleibt nur für den
theore=
en terricht beſtehen. Dadurch, daß in Zukunft jeder
r ei=fr unterrichtet wird, iſt ein ihm perſönlich zukommender
rricht Ɨhrleiſtet. Auch laſſen ſich auf dieſe Art etwaige Wünſche
iltern u dezug auf die Auswahl oder eines Wechſels der Lehrkraft
bers chtigen. Durch dieſe Neueinrichtung hat ſich der ganze
eb de ſtalt naturgemäß verteuert; es mußte deshalb ab 1.
Sep=
eine entſprechende Schulgelderhöhung eintreten. Jeder
ded bteilung für Dilettanten erhält in Zukunft wöchentlich
tundn f ſeinem Inſtrument (Einzelunterricht) und eine Stunde
ſches aterricht (in Klaſſen). Der theoretiſche Unterricht iſt ſo
ſaut, ;. er den Schülern nach vollendetem Studium eine
allge=
ſikav• Bildung bietet. — Das Sekretariat der Städtiſchen
F öffnet wochentäglich von 8—12½ Uhr vorm., und
nach=
boc —6½ Uhr. Die Sprechſtunden des Direktors ſind
vor=
voro —12½ Uhr; für die Eltern der Schüter und
Neuanmel=
nacl tags von 4—5 Uhr (außer Samstags).
Schru ſchädigte Beamtenſchein=Inhaber. Man ſchreibt uns:
gaben. : lich ven einer Anfrage des Reichstagsabgeordneten Thiel
3 Re= rbeitsminiſterium unter dem obigen Titel Kenntnis. Die
ort de‟ A.M. iſt inzwiſchen eingegangen. Danach ſind beſondere
hrungr timmungen von den für die Unterbringung von
Schwer=
gtem: nehmlich in Betracht kommenden Stellen (Poſt und
jahn) ( + zu erwarten, da der Reichsminiſter des Innern
ent=
nde — rdſätze erlaſſen und bekanntgegeben hat (Reich=geſetzblatt
Seiri 72 ff.). Für die Zahlung der einmaligen Entſchädigung
Rückh des Beamtenſcheins uſw. gilt die Verordnung vom
tober 3 (N. G.Bl. 1923 Teil I S. 1050). Sie findet nur
An=
g ay Zerſorgungsanwärter, die entweder aufgrund
rſon:n Jauverordnung vom 27. Okt. 1923 ohne Wartegeld oder
alt 1. aſſen worden ſind oder beim Inkrafttreten dieſer Ver=
(38 ). 23) bei einer Behörde vorgemerkt waren, ſowie auf
n do Zehrmacht, ſoweit ſie nicht nach dem 2. Teil des Wehr=
Sgeſetzes verſorgt werden, die mit dem Anſpruch auf den
nſtſoſ, nach dem 31. März 1923 entlaſſen ſind und bis zum
noch entlaſſen werden. Die ſich hiernach ergebenden
ſing) egenſtand von Verhandlungen mit dem
Reichsarbeits=
jumm e Ergebnis muß abgewartet werden. Nach dieſer
Ant=
d ao rur die Verſorgungsanwärter, die ſich den Anſpruch auf
12—3jähriger Dienſtzeit vertraglich erdient haben, die
=en. Die Reichsregierung, die in der beſten Abſicht
uel offenbar, daß mit der Gewährung der einmaligen
zuu gegen Rückgabe des Scheins demjenigen
Verſorgungs=
ach ſeinem Ausſcheiden aus dem Heeresdienſt keine
An=
finkl uf andere Weiſe hinreichend geholfen werden muß. Nun
leider Tatſache, daß der Verſorgungsanwärter, der den
gegest e Abfindung zurückgibt, damit ſeinen Anſpruch an den
kol Und was ſchließlich den Hinweis auf
Unterſtützungs=
der Verordnung vom 30. Okt. 1923 betrifft, ſo iſt ſchon
af hingewieſen worden, daß faſt alle Geſuche von Ver=
—un wegen fehlender Mittel abgelehnt werden. Wir
offri rnd wünſchen, daß Herr Reichstagsabgeordneter Thiel
tion, die ſchon immer für die wohlerworbenen Rechte
Banwärter eingetreten iſt, auch bei den demnächſtigen
lun” über dieſe Angelegenheit, im Reichstage ſeinen ganzen
gelI macht zugunſten dieſer Schwerbeſchädigten.
Vorx” ufwertungsausſchuffe. Nach einem ſozialdemokratiſchen
ſol) utſchädigungsberecktigt ſein diejenigen phyſiſchen und
onen, die bis 31. Dezember 1920 im Beſitz von auf
ark tenden Forderungen aus Hypotheken, Obligationen,
St- und Kommunglanleihen, Sparkaſſeneinlagen,
Lebens=
ungr Oer Penſionskaſſen waren. Die Aufwertung der Hypo=
1. 25 Prozent erhöht, auch für diefenigen Forderungen,
1922 zurückgezahlt wurden. Für die erſten 15 Prozent
bleiben die Beſtimmungen der 3. St.N.V. in Kraft.
Prozent fließen in Sozialfonds. In Sozialfonds fließt
ag der „neu einzuführenden Vermögenszuwachsſteuer.
gen der Sozialfonds werden den Lebensverſicherungs=
* ons= und Sparkaſſen Beiträge gewährt zu dem
aus=
eck der Aufwertung der Forderungen der Verſicherten
Die Aufwertung findet zunächſt in einer Höhe von 15
ſta=t Die Mittel der Fonds werden in erſter Linie verwandt
Aufverr3 der Beträge bis 5000 Mark bei denjenigen Perſonen,
Einkau en 3000 Mark nicht überſchreitet. Die über dieſen
Be=
verbler3 en Mittel der Sozialfonds werden in erſter Linie
ver=
t zur hung der ſozialen Renten des deutſchen Volkes. Dieſe
vedl den Unterausſchuß beſchäftigen, der nach Erledigung
der” erwes=Gutachten zuſammenhängenden Fragen durch den
ſ./ Arbeiten beginnen wird.
er 3 tralverband deutſcher Kriegsbeſchädigter, Kriegsteilneh=
Shinterbliebener, Ortsgruppe Darmſtadt, ſcheibt uns:
Denen es nicht vergönnt war, in Steiermark geweſen zu
en Lind
tet. /Belegenheit, auf dem Sommerfeſt im Nummelbräu eini=
9 Idigt zu werden. Alle Mitglieder, ſowie Freunde und
eins werden gebeten, mit ihren Kindern recht zehlreich
heines) Mäheres ſiehe heutige Anzeige.)
Neuzu eerſonenzug. Ab 25. Auguſt d. J wird an Werktagen,
ein neuer Perſonenzug 3. bis 4. Klaſſe zwiſchen
Darm=
roß=Zimmern wie folgt regelmäßig befördert: Darmſtadt
* nachm., Darmſtadt Nord ab 6.03 Uhr nachm., D77!
r nachm., Groß=Zimmern an 6.48 Uhr nachm.
Die Tagung des Landesverbandes des Heſſiſchen Einzelhandels.
In den Tagen vom 23.—25. Auguſt tagt in Darmſtadt der
Landes=
verband des Heſſiſchen Einzelhandels. Aus Anlaß des Verbandstags iſt
eine reichhaltige Feſtſchrift erſchienen, in der der Vorſitzende des
Landesverbandes, Herr Wilhelm Kalbfuß, den Teilnehmern
den nachſtehenden Willkommengruß entbietet:
„Zum erſten Male ſeit 1914 tritt der Landesverband des Heſſiſchen
Einzelhandels zu einer Tagung zuſammen. Schwer hat der Krieg und
die Nachkriegszeit auch auf unſerer Handelsorganiſation gelaſtet, und
nur mit unendlichen Mühen war es möglich, auf den Trümmern des
alten Heſſiſchen Detailliſten=Vereins die neue Organiſation aufzubauen.
Nicht nur wirtſchaftliche Gründe haben Schuld daran, daß unſer
Ver=
band ſich nicht ſo ſchnell entwickeln konnte, als dies bei anderen
Landes=
verbänden geſchehen war. Die für eine Organiſation nicht beſonders
günſtige Lage unſeres engeren Vaterlandes, der Umſtand, daß ein Teil
davon vom Feinde beſetzt iſt, ſind die Urſachen, warum auch heute noch
nicht alle Kreiſe des heſſiſchen Einzelhandels zuſammengeſchloſſen ſind.
Und trotzdem eine erfreuliche Entwicklung! Mehr als 2000 Kollegen
ſind in unſerem Verband vereint. Sie haben erkannt, daß nur durch
Zuſammenhalten und Zuſammenarbeiten Erfolge erzielt werden können,
daß der Einzelne ſich heute mit ſeinen Wünſchen und Forderungen nicht
mehr durchſetzen kann.
Unſer Stand hat infolge der bekannten handelsfeindlichen
Geſetz=
gebung unendlich zu leiden gehabt. Wenn es heute etwas beſſer
gewor=
den iſt, wenn immer mehr von jenen Geſetzen aufgehoben werden, die
für die Kriegszeit notwendig waren, wenn die Reichs= und
Landesregie=
rungen mehr wie früher ſich der Mitarbeit der Führer unſeres Standes
bedienen, ſo vedanken wir dies allein der Macht unſerer Reichs= und
Landesorganiſatienen.
Die Tagung in Darmſtadt ſoll einen Ueberblick gewähren über das,
wvas erreicht wurde, ſoll aber auch Anregung geben zu neuer
unermüd=
licher Arbeit.
Aber wir wollen nicht in einſeitiger, engherziger Weiſe nur unſerm
Stande dienen. Auch wir ſind nur ein Glied in der großen Kette der
deutſchen Wirtſchaft. Und die deutſche Wirtſchaft zu fördern und zu
ſtärken, das muß Wunſch und Wille aller Angehörigen unſeres Standes
ſein. Denn nur bei einer ſtarken geſunden Wirtſchaft dürfen wir auf
eine Geſundung und ein Wiederaufblühen unſeres deutſchen Vaterlands
hoffen.
Dieſen Gedanken zu fördern, dafür zu arbeiten, iſt die vornehmſte
Aufgabe unſerer Organiſation! Und ihm ſoll auch die Tagung des
Heſſi=
ſchen Landesverbands dienen.
In dieſem Sinne heiße ich e Kollegen und Freunde herzlichſt
willkommen!"
Mit dem Verbandstag iſt eine
Handelsſchau 1924
im Beſſunger Orangeriegarten verbunden, die geſtern
vormittag in Gegenwart geladener Herren feierlich eröffnet wurde. Als
Vertreter der Staatsbehörden wohnte Provinzialdirektor Dr.
Kranz=
bühler, als Vertreter der Stadt Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
der Eröffnungsfeier bei. Die Herren verſammelten ſich zunächſt in dem
ſchönen, farbenfrohen. Zelt der Firma Kathreiners Malzkaffee. Von
hier aus begab ſich die Verſammlung in die erſte Halle im
Orangerie=
haus, wo Herr Theodor Stemmer jun. als Vorſitzender der
Aus=
ſtellungsleitung die Herren herzlichſt willkommen hieß. Er führte u. a.
aus:
„Nach 10jähriger Pauſe, hervorgerufen durch Kriegs= und
Nach=
kriegszeit, hält der Landesverband des Heſſiſchen Einzelhandels wieder
eine Hauptverſammlung ab, und es wurde der Wunſch laut, dieſe
Tagung mit einer Warenſchau zu verbinden. Es war nicht leicht, alle
die Schwierigkeiten, die ſich dem Plan entgegenſtellten, zu überwinden,
denn die meiſten Firmen waren ausſtellungsmüde, und dazu kam die
ſchwere wirtſchaftliche Lage infolge der Geldknappheit. Wenn es
trotz=
dem gelungen iſt, 45 Ausſteller hierher zu bringen, ſo war dies wohl
nur dadurch möglich, daß das Vertrauen in die hieſige Organiſation des
Einzelhandels alle dieſe Bedenken in den Hintergrund haben treten
laſſen. Das Hauptargument, dem wir immer wieder begegneten, war
die irrige Auffaſſung, daß die großen Ausſtellungen der
Lebensmittel=
branche dieſes Jahres, in München und Köln, eigentlich genügen
müß=
ten. Demgegenüber haben wir feſtgeſtellt, daß von den uns
angeſchloſ=
ſenen 1200 Lebensmittelgeſchäften in München nur 5 und in Köln
viel=
leicht 10 vertreten waren. Wir haben aber als Organiſation die Pflicht,
auch den übrigen 1195 Mitgliedern Gelegenheit zu geben, ſich an Hand
einer Warenſchau davon zu überzeugen, daß die deutſche
Nahrungs=
mittelinduſtrie die Beeinträchtigungen der Kriegswirtſchaft und der
Nachkriegszeit überwunden hat und heute wieder auf der früheren Höhe
in bezug auf Qualität ſteht. Aber noch ein anderes Intereſſe haben
wir vertreten, und das iſt das Intereſſe unſerer Heimatſtadt und
unſe=
res Heimatlandes! Zuerſt ſchwebte uns vor, nur heſſiſche Induſtrie zu
der Handelsſchau zuzulaſſen, aber leider iſt der Plan an den
Beſetzungs=
ſchwierigkeiten geſcheitert.
Leider ſtanden uns für die Ausſtellung keine beſſer ausgebauten
Räumlichkeiten zur Verfügung und haben wir viel Arbeit und große
Koſten in dieſe Räume ſtecken müſſen. Aber dank dem Entgegenkommen
der Oberförſterei Beſſungen und der Beamten iſt es uns gelungen, das
Bild ſchön zu geſtalten. Hoffentlich hat der Staat bald die Mittel, um
dieſen Garten wieder zu dem zu machen, was er einſt war, nämlich zu
einer Perle von Darmſtadt. Vielleicht trägt auch unſere Ausſtellung
dazu bei, daß das Intereſſe in der Bevölkerung und bei den Behörden
für dieſen ſchönen Platz wieder geweckt wird.
Wenn ich Ihnen ſage, daß alles, was hier aufgebaut iſt, in drei
Tagen geſchaffen wurde, dann verſtehen Sie, daß es mich drängt, den
Darmſtädter Handwerkern und beſonders den künſtleriſchen Geſtaltern
eines großen Teils, dem Architekten Soeder, meinen Dank auszuſprechen.
Und ſo hoffen wir, daß alle die Mühe und Arbeit, ſowohl der
Aus=
ſteller wie auch des Verbandes, nicht vergebens waren, ſondern durch
das Intereſſe des Publikums und der Geſchäftswelt belohnt werden.
Ich bitte den Herrn Oberbürgermeiſter, die Ausſtellung zu eröffnen.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ſprach namens der
Stadtver=
waltung herzlichſten Dank für die freundlichen Begrüßungsworte aus
und gab ſeiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß es möglich war, die
ſchöne und wertvolle Ausſtellung in der kurzen Zeit von drei Tagen
fertigzuſtellen. Dieſe Leiſtung ſpreche tatſächlich außerordentlich
über=
zeugend für das Darmſtädter Handwerk. Redner erinnerte an die
Gar=
tenbau=Ausſtellung im Jahre 1906, die damals ſo recht gezeigt habe, ein
wie hervorragendes Ausſtellungsgelände der Orangeriegarten für
Darm=
ſtadt darſtellt. Wenn der ſeit damals ſchon beſtehende Plan, den
Orangeriegarten und die dazu gehörigen Gebäude zu einem ſtändigen
Ausſtellungsplatz für Darmſtadt herzurichten, bis heute noch nicht
ver=
wirklicht werden konnte, ſo ſei das ſelbſtverſtändlich außerordentlich zu
bedauern, doch trage di. Stadtverwaltung keine Schuld daran,
ebenſo=
wenig wie an der Tatſache, daß die vor zwei Jahren geplante
Gewerbe=
ausſtellung nicht zuſtande kommen konnte. Die Ungunſt der Verhältniſſe
habe dieſen Plan ins Waſſer fallen laſſen. Er ſchließe ſich der Hoffnung
an, daß es in abſehbarer Zeit gelingen möge, dieſen Plan nunmehr in
irgend einer Form zu verwirklichen. Für die Stadtverwaltung könne er
die Verſicherung abgeben, daß ſie alles tun werde, was ſie zur
Verwirk=
lichung als ihre Pflicht betrachte. Es müſſe unbedingt erreicht werden,
daß hier auf einem außerordentlich ſchönen und geeigneten Terrain
künftig alljährlich eine Ausſtellung ſtattfindet, was für Darmſtadts
Zu=
kunft von außerordentlicher Bedeutung wäre. Redner ſchloß mit dem
Wunſch und der Hoffnung, daß der Handelsſtand, auch der heſſiſche,
wie=
der aufblühen möge. Er wünſchte den Teilnehmern an dem
Unter=
nehmen, daß alle Hoffnungen, die daran geknüpft werden, in Erfüllung
gehen mögen, und erklärte die Ausſtellung ſodann für eröffnet.
An den Eröffnungsakt ſchloß ſich der
Rundgang
unter Führung der Ausſtellungsleitung, der nicht nur außerordentlich
Intereſſantes und Sehenswertes bot, ſondern auch vielfach Gelegenheit
zur Einnahme von Koſtproben, ſoweit es ſich um die
Genußmittelfabri=
kation handelte. Es handelt ſich ausſchließlich um eine Ausſtellung von
Fabrikanten, die zum Teil große Opfer an Geld und Arbeit gebracht
haben, ſo daß das geſamte Bild der Ausſtellung nicht nur ſchön und
geſchmackvoll iſt, ſondern auch eindringlichſt zum Beſchauer ſpricht.
Be=
ſonders wirkungsvoll ſind die Stände verſchiedener Schokolade= Kaffee=
und Teefirmen, ferner die der Maggi=Geſellſchaft, der Helvetia A. G.,
der Kognakbrennerei Scharlachberg, der Firma Stoltenkamp G. m. b. H.,
die u. a. einen ſchmackhaften milden Likör unter dem Namen Bienche
Bimbernell neu in den Handel bringt. Ausgeſtellt haben ferner:
Adler=
werke; Margarinefabrik Frankfurt a. M.; Gebr. Bauer,
Malzkaffee=
fabrik, Eberſtadt; Gebr. Bickelhaupt, Papierwarenfabrik. „Eberſtadt;
Bütel, Zündholzfabrik, Pfungſtadt; Cehovis, Nährmittelfabrik,
Mün=
chen; J. J. Diefenbach, Eſſig= und Likörfabrik, Darmſtadt; W. Edel,
Malzkaffeefabrik, Hähnlein; Effax, Schuheremefabrik, Bensheim; Fauth
A.=G., Nährmittelfabrik, Dotzheim bei Wiesbaden; Frank Söhne,
Malz=
kaffeefabrik, Ludwigsburg; Henkel u. Co., Waſchmittelfabrik, Düſſeldorf;
W. Henſel, Teigwarenfabrik, Weinheim; Heſſ. Papierinduſtrie, Darmſtadt;
J. Hildbrand, G. m. b. H., Malzkaffeefabrik Pfungſtadt; Dr. Hofmann
A.=G., chemiſche Fabrik, Auerbach; Jakobi A.=G., Seifenfabrik.,
Darm=
ſtadt; Kathreiner G. m. b. H., Malzkaffeefabrik, Berlin; C. G. Kiebe,
Papierwarenfabrik, Eberſtadt; Gg. Korbus, Sauerkrautfabrik.
Darm=
ſtadt: May Söhne, Seifenfabrik, Groß=Zimmern; Pfeiffer u. Diller,
Kaffeeeſſenzfabrik, Horchheim; Radolfwerke, Teigwarenfabrik.
Radolf=
zell; Roetherdruck G. m. b. H., Buchdruckerei und Verlag, Darmſtadt;
J. Ronnefeldt, Teeimport, Frankfurt; Speher u. Grund,
Eſſigeſſenz=
fabrik, Frankfurt: Spor, Schokoladenfabrik. Barleben bei Magdeburg;
Sunlicht A.=G., Seifenfabrik Mannheim; Teigwarenfabrik A.=G.
Hom=
burg v. d. H.; Harry Trüller, Keeksfabrik, Celle; Vorndran,
Bureau=
einrichtungen, Frankfurt; A. Weinberg, Schokoladenfabrik, Herford.
Nach dem Rundgang verſammelten ſich die Teilnehmer in dem
Re=
ſtaurationszelt, deſſen Bewirtſchaftung Herr Schnellbacher
über=
nommen hat. Hier wurde ein einfaches Frühſtück geboten. Herr
Pro=
vinzialdirektor Dr. Kranzbühler nahm hierbei Gelegenheit, im
Namen der eingeladenen Gäſte herzlichſt für die Einladung zu danken
und ſich des Auftrags der zuſtändigen Miniſterien zu entledigen, ihr
Fernbleiben zu entſchuldigen wegen dringender dienſtlicher Abhaltung.
In launigen Worten ſprach der Redner dann namens der Gäſte die
An=
erkennung und den Dank für das Geſchaute und Genoſſene aus, und
gratulierte den Veranſtaltern zu dem Mut, den ſie bewieſen haben, in
einer ſo ungünſtigen Zeit, ſowvohl was die Witterung und die geſamte
wirt=
ſchaftliche Lage anbelangt, ein derartiges Unternehmen zu wagen. Daß
es beſtens gelungen iſt, hat der Rundgang bewieſen. Er hat
gleich=
zeitig den Beweis abgelegt für den außerordentlich hohen Stand der
einſchlägigen heſſiſchen und außerheſſiſchen Gewerbe. Mit einem Hoch
auf den heſſiſchen Einzelhandel ſchloß der Redner.
Von 3 Uhr nachmittags war die Ausſtellung für die Allgemeinheit
geöffnet und war während des ganzen Nachmittags erfreulich zahlreich
beſucht.
* Zur Warnung! Ein Beſucher des Waldfriedhofes teilt
uns mit, daß er geſtern, nach Ueberſchreiten der Sperre, trotz
Vorzeigen ſeines Paſſes, von einem franzöſiſchen Ziviliſten
an=
gehalten wurde, der in barſchem Ton ſeine Brieftaſche zu
ſehen wünſchte, und auf die Weigerung des Paſſanten ſich als
franzöſiſcher Poliziſt legitimierte. Der betreffende Paſſant
mußte mit auf die Wachtſtube gehen, wo er peinlichſt befragt
viſion unterzogen wurden.
Chriſtusreligion im Unterſchied von der außerchriſtlichen Religioſität
dargeboten werden. Als Nedner ſind gewonnen: Prof. D. Matthes übrigen Eintrittskarten, für die zur Deckung der Unkoſten 25 Pfg.
über „Chriſtusreligion und philoſophiſche Religion”, Lehrer Helmreich
„Helden chriſtlicher Liebe‟. Geheimerat Prof. D. v. Schubert=Heidelberg
hat für denſelben Tag einen weiteren Vortrag über den Einfluß der
Chriſtusreligion auf Goethes Frühentwickelung in Ausſicht geſtellt. Am
Dienstag, den 16., und Mittwoch, den 17. September, finden vor= und
nachmittags wiſſenſchaftliche Ausſprache und Austauſch von Gedanken
und Erfahrungen im Kreiſe derer ſtatt, die ſich für die Vertretung der
chriſtlichen Wahrheit im Geiſtesleben der Gegenwart intereſſieren.
— Aenderung der Erwerbslofenfürſorge. Am 2. September tritt
ein Geſetz in Kraft, das § 21 der Verordnung vom 16. Februar 1924
folgende Faſſung gibt: „Als Grundlohn gilt das Doppelte des Betrags,
den der Erwerbsloſe als Erwerbsloſenunterſtützung für ſeine Perſon
erhielte, wenn er nicht erkrankt wäre. Die Leiſtungen der Krankenkaſſe
beſtimmen ſich nach den Vorſchriften der RVD. Das Krankengeld darf
werbsloſe für ſeine Perſon erhielte, wenn er nicht erkrankt wäre. Streit
über Beiträge und Leiſtungen wird im Verfahren nach der RVO. ent= und mit ſeltenem Geſchick für eine würdige Aufmachung geſorgt; die
ſchieden.”
— Deutſche Jugendherbergen, Zweigausſchuß Odenwald.
Die Loſe der großen Warenlotterie zum Beſten der deutſchen
Jugend=
herbergen finden guten Abſatz. Darum empfehlen wir, ſich bald mit Schwerin, Breslau, Liegnitz, Dresden, Oldenburg, Wilh=lmshaven,
Lofen zu verſehen. Die Käufer unterſtützen damit nicht nur die gute
winne zu erlangen. Ein Teil des Hauptgewinnes, das Speiſezimmer Mainſtadt im geſegneten Frankenland bieket, wie vor allem durch die
der Dreizimmerwohnung, iſt im Möbelhaus Alter, Eliſabethenſtraße,
ausgeſtellt. Weitere Gewinne, wie ein Faltboot, ein Motorrad und viele
mann, Rheinſtraße. Die Verkaufsſtellen, die durch Aushang gelber
Plakate kenntlich gemacht ſind, ſind in der geſtrigen Anzeige
bekannt=
gegeben worden. Weitere Verkaufsſtellen befinden ſich noch in der
Papier=
handlung. Weiß an der Techniſchen Hochſchule und in der
Papier=
handlung Lina Paul an der Johanneskirche.
8 Bezirksſchöffengericht. Der Arbeiter Fritz Uhl von Ober=
Nam=
ſtadt ſteht unter der Anklage der fahrläſſigen Tötung. Ihm wird zur beiden allgemein politiſchen Vorträge, die ſich mit der Stellunynayme
Laſt gelegt, durch Handlungen, die auf Abtreibung abzielten, den Tod
eines Mädchens (ſeiner Braut Marg. Rauſch), mit der er Umgang hatte, der weiblichen Abgeordneten in allen Parteien und die Pläne der
Auf=
fahrläſſig herbeigeführt zu haben. Das Mädchen hat erſt im
Kranken=
hauſe dem behandelnden Perſonal gegenüber zögernd Mitteilungen
ge=
ſtreitet. Die Oeffentlichkeit wird für die Dauer der Verhandlung
aus=
geſchloſſen. Das Urteil lautet auf Freiſprechung. Das
freiſpre=
chende Urteil gründet ſich hauptſächlich auf das Gutachten des Herrn
Dr. Schneider, der ſich dahin ausſprach, daß die gemachten Eingriffe und Verhärtung des Parteilebens von ſeiten der Frauen
entgegenwir=
eine gewiſſe Sachkenntnis vorausſetzen und verraten, deren
Vorhanden=
ſein bei dem Angeklagten fehlt.
Zwangsanleihe. Wie uns von der hieſigen Reichsbankſtelle
mit=
geteilt wird, können die gezeichneten Zwangsanleiheſtücke bei den
Stellen, wo ſie ſeinerzeit gezeichnet worden ſind, von den
Inter=
eſſenten abgeholt werden.
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei. Am Freitag, den 29. Auguſt,
wurde und ſeine geſamten Briefſchaften einer eingehenden Re= abends, ſpricht im Fürſtenſaal (Grafenſtraße) der Vorſitzende unſerer
hieſigen Ortsgruppe, Abg. Dingeldey, über „Unſere Stellung
— Eine evangeliſche Weltanſchquungswoche ſoll in Darmſtadt in zur Londoner Konferenz‟. Es handelt ſich dabei um eine
den Tagen vom 15. bis 19. September veranſtaltet werden. Am Abend Mitgliederverſammlung, doch ſoll Freunden der Partei, auch wenn ſie
jedes dieſer Tage wird ein Vortrag über die Eigenart der evangeliſchen noch nicht eingeſchrieben ſind, aufgrund einer Einführung durch
Partei=
mitglieder die Teilnahme ermöglicht ſein. Karten hierfür, ſowie alle
erhoben werden (für Minderbemittelte unentgeltlich) auf der
Partei=
über „Chriſtusreligion und Religionsunterricht”, Pfarrer Hickel über geſchäftsſtelle, Wilhelminenſtraße 5. Wir wiſſen, daß der angekündigte
Vortrag gerade jetzt, in den Tagen bedeutungsvollſter Entſcheidungen,
über „Chriſtusreligion und deutſche Religion”. Profeſſor v. Schubert in unſeren Mitgliederkreiſen größtem Intereſſe begegnen wird. Wir
bitten alle Parteifreunde dringend, ſich umgehend mit Eintrittskarten
verſorgen und eifrig für den Beſuch des Vortrags werben zu wollen.
Tagung des Geſchäftsführenden Ausſchuſſes der
D. V. P. Der Geſchäftsführende Ausſchuß der Deutſchen Volkspartei,
Landesverband Heſſen, iſt für Sonntag, 31. Auguſt, zu einer Tagung
nach Darmſtadt einberufen worden.
— Deutfch=Demokratiſche Partei. Eine ſtattliche
An=
zahl Frauen hatte ſich am Donnerstag zu einer behaglichen Teeſtunde
im Parteilokal zuſammengefunden und nahm mit lebhaftem Intereſſe
den Bericht über die Reichsfrauentagung in Würzburg entgegen. Die
unermüdliche und verdienſtrolle Vorſitzende der hieſigen Frauengruppe,
Frl. Rahaus, ſchilderte den allgemeinen Rahmen und Verlauf der
jedoch nicht höher ſein als die Erwerbsloſenunterſtützung, die der Er= Tagung, nachdem ſie die Organiſation des Reichsfrauenausſchuſſes
klar=
gelegt hatte. Die Würzburger Damen hatten mit großer Hingebung
Berliner Geſchäftsſtelle hatte ein reiches, feſſelndes Programm
aufge=
ſtellt, ſo daß die überaus zahlreichen Delegierten aus Nord, Süd, Oſt
und Weſt — ſoga Tilſit, Königsberg i. Oſtpr., Marienburg i. Weſtpr.,
Oldenburg, Bremen, Lübeck, Aachen uſw. waren vertreten — ſich reich
Sache, ſondern haben auch Gelegenheit, für wenig Geld wertvolle Ge= belohnt fühlten ſowohl durch die mancherlei Anregungen, die die ſchöne
geiſtige und ſeeliſche Bereicherung, die in einem mehrtägigen
Ausſpre=
chen mit Geſinnungsgenoſſen gewonnen wird. — Frl.
Poepper=
andere kleine Gegenſtände, ſtehen im Schaufenſter des Sporthauſes Adel= ling referiete über den Vortrag von Frau Miniſterialrat Dr. Gertrud
Bäumer: „Schule und Elternhaus in der gegenwärtigen pädagogiſchen
Bewegung”. Sie hob beſonders hervor, mit welchem Eifer man ſich in
Preußen über die Frage der Gemeinſchaftsſchule und der Elternbeiräte
auseinanderſetzt, brachte auch die in Würzburg angenommene Reſolution
zur Verleſung, die ſich für die dem.=republikaniſche Verfaſſung, gegen
den Antiſemitismus ausſpricht. — Frau Buckſath berichtete über die
der Frauen zur Geſamtpartei befaßten. Die Tatſache des Rückganges
ſtellung von beſonderen Frauenliſten, die ſogar ſchon bei einigen
Stedt=
verordnetenwahlen Möglichkeit geworden ſind, machen die
Stellung=
macht, ſo daß wohl ebjektiv die Tat feſtſteht, die der Beſchuldigte be= nahm zu dieſem Problem zur Pflicht jeder denkenden Politikerin.
Politiſche Erziehung, politiſche Begeiſterung, intenſives Mitleben der
Frauen, Mut zur Eigeninitiative, Opferbereitſchaft, Pflichtgefühl, das
ſind die Haupterforderniſſe, die der drohenden Verarmung, Verengung
ken müſſen. Beteiligung an beſonderen Frauenliſten müſſen die demo=
Fratiſchen Frquen ablehnen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Anguſt 1924.
meſie.
nehmi
Bedin
„Selb
häl
ſtaltur
Zeit
ung d
Freier
Su
loſen
allen
mit
gont
die
San
wärt
Bun
Heſiſcher
Schuhmachermeiſter=Verband.
In den Tagen des 23. bis 25. Auguſt hält der Heſſiſche
Schuhmacher=
meiſterVerband in Darmſtadt ſeine 9, ordentliche Tagung ab. Mit dem „Von unſerem nach Butzbach entſandten Sonder=
Verbandstag iſt eine Fachausſtellung im Städtiſchen Saalbau
verbun=
berichterſtatter.
den, die am geſtrigen Samstag, um 11½ Uhr, eröffnet wurde. Der
heutige Sonntag wird geſchäftlichen Beratungen gewidmet ſein, und am
s In Butzbach fand am 23. Auguſt vor einem engeren Kreis ſtützungsſätze für den Monat Auguſt betragen: für Inbal
morgigen Montag wird ein allgemeiner Schuhmachtertag abgehalten, von Intereſſenten die Vorführung einer hochbedeutſamen techniſchen tersrentenempfänger 7.60 ℳ Witwenrentenempfänger
Die Fachausſtellung im Städtiſchen Saalbau bietet auch vieles, was Neuerung ſtatt, die geeignet iſt, in der Braunkohlen=Bergwerksinduſtrie rentenempfänger 4.50 ℳ. An der Aleinrentner=Fürſorg
für die Allgemeinheit von Intereſſe iſt, ſo daß ſich ein Beſuch ſehr lohnt, große Umwälzungen hervorzurufen. Es handelt ſich um die prattiſche
Der große Saal iſt ſehr geſchmackvoll hergerichtet, reich mit Lannengrün, Durchführung der Brikettierung der bisher unbrikettierbaren Blätter=
Girlanden und Fahnen geſchmückt. An der Brüſtung der Galerien ſind, kohle des Weſterwaldes und des Odenwaldes. Die Firma Reform dant. Wilhelm Koch 3. iſt zum Brandmeiſter ernannt
Aus Heſſen.
Briketierung der Blätterkohle des
Oden=
waldes und des Weſſewaldes.
Numnzs
werbsloſen beträgt zurzeit 273, darunter 272 männliche ui
Witwe. Die wöchentlichen Unterſtützungsſätze betragen.
ledige, männliche Perſonen über 21 Jahre 6.12 „, unte
ein; Proben von Leder uſw., die größeren Raum erfordern, ſind in amtlich geſchütztes Verfahren erfunden, mittels deſſen, wie der heutige,
einem Veſtibül vor der Garderobe untergebracht. Was die Ausſtellung in allen Teilen erfolgreich verlaufene Demonſtrationsverſuch bewies, es
ſehenswert macht, ſind nicht allein die handgefertigten Stiefel und endlich gelungen iſt, auch die bisher für unbrikettierbar gehaltene Braun=
Spezialarbeiten für Sportzwecke und für verſchiedene Berufe, Ferner und im Weſterwald vorkommt, zu brikettieren.
ſind zu ſehen Schäfte, Schuhpflegemittel (Schuhereme uſw.) und
Schuh=
macher=Bedarfsartikel.
für Arbeit und Wirtſchaft, Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ſowie deutſchland; die Heſſiſche obere Bergbehörde hatte einen Vertreter
ent=
der Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft.
und Gedanken über die Ausſtellung niedergelegt ſeien, die allgemeine einer, wenn auch beſchränkten Oeffentlichkeit, nicht herangezogen worden,
Billigung fanden und die auch in dieſer Ausſtellung verwirklicht ſeien, mit Ausnahme des Darmſtädter Tagblattes.
Dieſe habe den Zweck, nicht allein den Fachleuten, ſondern auch dem
tigen Zeit das Schuhmachergewerbe zu leiſten imſtande ſei.
Keines=
ſein, ſondern das Schuhmacherhandwerk wolle nur in friedlichem Wett= 20 Jahren mit einem Meiſter und zehn Arbeitern in Dillingen a. d.
bewerb ſeine Leiſtungsfähigkeit dartun.
Anſprache darauf aufmerkſam, daß ſeit Beſtehen des Heſſiſchen Schuh= Bahnhof im Werk, das Areal einer kleinen Stadt bedeckt und in der
unterbreite er zum erſten Male die Leiſtungen ſeiner Mitglieder dem der Kohle, mit Ausnahme der chemiſchen Prozeſſe, auch nur irgendwie
Urteil der Oeffentlichkeit. Die Kriegszeit habe ſchwer auf dem Schuh=
Handwerksembleme angebracht. Die Stände nehmen den ganzen Saal Brikett G. m. b. H.” in Köln (Michgelsſtraße 24) hat ein patent= verpflichtet worden.
Hausſchuhe, die in großer Zahl vertreten ſind, ſondern beſonders die kohle, wie ſie als Blätterkohle in Deutſchland beſonders im Odenwald
Die Vorführung wurde bei der Firma Meguin A. G. in
Butz=
bach veranſtaltet, die ihre vorzüglich eingerichtete Verſuchsaaſtalt zur
Zur Eröffnung der Ausſtellung hatten ſich viele geladene Gäſte ein= Verfügung geſtellt hatte. Eingeladen und erſchienen waren Intereſſen= blattern aufgetreten. — Anläßlich der Einführung
gefunden, darunter Herr Oberregierungsrat Karcher vom Miniſterium ten, vor allem natürlich auch Berawerksbeſitzer, aus Südweſt= und Weſt= Lichtes feierte dieſer Tage die kleine Gemeinde Hebſte
mehrere Stadtverordnete, ferner Vertreter der Handwerkskammer und ſandt, ebenſo die Verwaltung der Braunkohlengrube „Prinz von Otto Kaſtell aus Mainz, ein Stündchen gebracht, der ſich
Heſſen” bei Darmſtadt. Der Staatskommiſſar für die wirtſchaftliche
Der 1. Vorſitzende des Heſſiſchen Schuhmachermeiſter=Verbandes, Demobilmachung in Heſſen, der ſchon den bisherigen Verſuchen lebhaf=
Herr Wilhelm Weber=Darmſtadt, hieß in einer Begrüßungsanſprache tes Intereſſe entgegenbrachte, haite ſich infolge anderweitiger dienſtlicher, nur drei Beine hat; ein Vorderbein fehlt, ſonſt iſt das Vi
die Anweſenden willkommen und erwähnte ein Schreiben des Ober= Ingnſpruchnahme entſchuldigt. Nicht vertreten war, obwohl eingeladen,
bürgermeiſters aus Anlaß der Tagung, worin einige Betrachtungen die Stadt Darmſtadt. Die Preſſe war zu dieſem erſten Verſuch vor
Generaldirektor Dr. Möhring von den Meguinwerken begrüßte
großen Publikum einmal vor Augen zu führen, was in der gegenwär= im Namen der gaſtgebenden Geſellſchaft die Erſchienenen und gab einen
wegs ſolle dieſe Ausſtellung eine Kampfanſage an die Schuhinduſtrie kurzen Ueberblick über die Entwicklung der Meguin=Werke, die vor Burſche ſtürzte von einem Tenngerüſt und zog ſich neben
Saar zur Fabrikation gelochter Bleche gegründet und 1919 nach
Butz=
bach verlegt, ſich in verhältnismäßig kurzer Zeit zu dem gewaltigen Be= + Groß=Gerau, 22. Aug. Der Städt. Voranſch
Diretor Schüttler von der Handwerkskammer machte in einer trieb entwickelt haben, der heute bei Butzbach, mit eigenem kleinen iſt nunmehr von dem Stadtvorſtand genehmigt worden.
machermeiſter=Verbandes dies ſeine erſte Fachausſtellung iſt; damit Fabrikation aller Maſchinen, die mit der Gewinnung und Verarbeitung
machergewerbe gelaſtet, gleichwohl ſei erreicht worden, daß jetzt wieder zuſammenhängen, führend iſt und wegweiſend wirkt. Dr. Möhring
Qualitätsarbeit geleiſtet wird. Ganz beſonders laſſe das die Maß= wies auf die Wichtigkeit der Brikettierung für die Eiſenbahnen, den
Hausbrand und Kleinverbrauch und darauf hin, daß die bisher ver=
Handarbeit erkennen, die auf der Ausſtellung zu ſehen iſt. Der Redner
ſprach in ſeinen weiteren Ausführung von der Bedeutung des Schuh= wandten Bindemittel, wie Hartpech. Zelluloſe, Abfallſtoffe aus der
machergewerbes, das ein Kulturfaktor ſei; ferner redete er einem fried= Gemiſchen Induſtrie teils zu teuer ſeien, teils in der Praxis verſagt
lichen Zuſammenarbeiten mit der Schuhwareninduſtrie das Wort, dantte hätten. Für die Meguin=A.G. als Maſchinenfabrik ſei die Aufgabe
der Stadt und den verſchiedenen Korporationen für die geſtifteten gegeben, eine möglichſt praktiſche und gute Brikettierungsmaſchine zu
Ehrenpreiſe und ſchloß mit den Worten aus Wagners „Meiſterſingern”; bauen, im übrigen ſei es erforderlich, ein billiges und überall zu
erhal=
tendes Bindemittel zu finden. Oh. dies gelungen ſei, möge der heutige
„Ehret Eure deutſchen Meiſter / Dann bannt Ihr gute Geiſter!”
Im Anſchluß an die Eröffnungsanſprachen folgte ein Rundgang, Demonſtrationsverſuch zeigen. Hierauf wurden in der Verſuchsanſtalt
bei dem die einzelnen Stände mit lebhaftem Intereſſe beſichtigt wurden, der Meguin=Werke die einzelnen Verſuche vorgenommen. Die Leitung
Wir laſſen hier ein Verzeichnis der Ausſteller folgen; hatte der techniſche Verater der Neform Brikett G.m.b.H. Herr Zivil=
Franz Adlberger, Sportſchuhfabrik, Neckarſteinach: „Berg=, Ski= und ingenieur Reinicke; weitere Erläuterungen gab der Geſchäftsführer
Jagdſtiefel; Atlas=Kleinmaſchinen= und Chemikalien=Vertrieb Edmund der Firma, Herr Wenner. Es wurde dann mit den verſchiedenen
Stein, Frankfurt a. M.: Ago=Preſſen und Chemikalien; Paul Bayer, Braunkohlenſorten rperiert; erſt mit der Darmſtädter Kohle
Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 37: Leder= Schäfte, Schuhmacher=Bedarfs= von der Grube Prinz von Heſſen), dann mit Weſterwälder und mit
artikel, ſowie Schuhwaren=Handarbeit (die Firma hat kürzlich ihr 95= Wölfersheimer Kohle, ſchließlich auch mit Braunkohlen=Halbkoks. Trotz
jähriges Jubiläum begangen); „K. Birkenſtock, Schuheinlagenfabrik, des großen Waſſergehalts der einzelnen Kohlenſorten und obwohl die
Friedberg i. H.: Schuheinlagen, Ferſenkiſſen; Joſef Broß, Lenzkirch: Brikettmaſchine, die für den Verſuch nicht beſonders beſtimmt und her=
Handgefertigte Stiefel: Eberhard Cuntze, Köln=Ehrenfeld: Schuhputz= gerichtet war, wurden die Briketts verlenartig wie an einer Schnur
mittel; S. Dillenburger, Frankfurt: Schuhbedarfsartikel; Eri=Geſell= herausgepreßt und die Stücke abgebrochen, ſo daß am Anfang und
ſchaft, Göpingen: Schuhpflegemittel; Heinrich Otto Faber u. Co, Ende eines jeden Stückes keine Bruchſtellen blieben. Der Verſuch gelang
Frankfurt a. M.: Sportſchuhe; Gebr. Ganzhorn, Werkzeugfabrik, Sin= in allen Fällen vollkommen. Die Stücke kamen in einer den bekannten
delfingen: Schuhmacherwerkzeuge; Auguſt Glöckner, Worms: Gummi= Eiformbriketts ähnlichen Form aus der Maſchine heraus, erwieſen ſich
ſohlen und Abſätze, Turnſchuhe, Gummiſchuhe; „Hauneck G. m. b. H., als hart und vollgepreßt, unempfindlich gegen Druck und Stoß und
„Teufel”=Schuhmaſchinenvertrieb= G.mb.b., Maſchinenfabrik, Hünfeld: ſollen nach Angabe der Firma mindeſtens drei Jahre lang haltbar ſein.
Schuhmaſchinen; Fritz Heinzmann, Schuhfabrik, Mönchweiler; Fertige Nach dem Erkalten wurden die Briketts dann noch lackiert. Bei der
Schuhe; Richard Heß, Verkzeugfabrik, Magſtadt: Werkzeuge, Hilfs= Darmſtädter Braunkohle gelang die Brikettierung beſonders gut. Das
maſchinen; Joſef Höfels, Sonthofen: Allgäuer Sportſtiefel: Junker Mittel, das der pulveriſierten Braunkohle, bevor ſie in den
Vermiſch=
u. Ruh=Werke A.G., Karlsruhe: Handledernähmaſchine; M. Katz, hier= ungsraum der Brikettierungsmaſchine eingefüllt wird, beigemiſcht wird,
Collodin=Freihandpreſſen, Lederwalze, Schuhmachermaſchine, Leder= und iſt teils feſt, teils flüſſig. In ſeiner chemiſchen Zuſammenſetzung iſt es
Schuhmacherbedarfsartikel: Theodor Keller, Frankfurt: Verkeo=Straßen= natürlich Geheimnis der herſtellenden Firma. Es wird der Menge der
ſtiefel und Hausſchuhe Alfons Koch, Sümmern: Schuhe einſchließlich zu brikettiereden Kohle mit 4—8 Prozent beigemiſcht und iſt in ſeiner
Schäfte; Richard Krauſe Berlin: Maßarbeit: Eugen Lang, Singenz Zuſammenſetzung verſchieden je nach der Struktur der Kohle und je was bisher nötig war, da ſich die Gemeinde faſt nit 0t
Berg= und Skiſchuhe; Johannes Lupp Söhne, Tuttlingen; Schuhmacher= nachdem, ob lange oder kurze Flamme verlangt wird.
Bedarfsartikel, Werkzeuge und Stanzmeſſer; Jak. Marx, Groß=Gerau:
Die Verſuche der Firma haben bewieſen, daß die Brikettierung
Leder Schuhmacherartikel und Schuhmachermaſchinen; Fr. Metklein, von Kohle mit einem Waſſergehalt bis zu 30 Prozent möglich iſt. Fach=
Neutlingen: Schuhmaſchinen: Franz Müller u. Sohn, Lederwaren= leute ſind übrigens der Anſicht, daß die Darmſtädter bzw. die Oden= willigte die Gewährung einer einmaligen Unterſtützung
fabrik, Oberurſel: Lederſchuhriemen; J. u. S. Nußbaum, Frankfurt; wälder Braunkohle am beſten zu brikettieren iſt. Amtlich iſt feſtgeſtellt ten und Angeſtellten der Beſoldungsgruppen 1—3, da bereit
Schuhwaren; Karl Oetzel, Frankfurt: „Hax”=glebepreſſen, „Hax”=Leder= worden, daß die brikettierte Weſterwälder Blätterkohle einen Heizwert
färber, „Rudol”=Kitt; Osra, Chem. Fabrik, G.m. b. H., Frankfurt; von 4557 Kalorien, alſo erheblich mehr als die rheiniſche Braunkohle, erfolgt ſei. Den Familien mit 3 und mehr Kindern ſolen 6
„Nuos”, Schuhputzmittel und Schuhmacherbedarfsartikel; Pfälzer hat. Der Heizwert der Darmſtädter Braunkohle iſt demjenigen der
Gummigeſellſchaft m. b. H., Mannheim: Gummiabſätze, Gummiſohlen. Weſterwälder aber mindeſtens gleichzuſetzen. Die volkswirtſchaftlich Ledigen 25 Mk. Eine Forderung der ſtädtiſchen Arbeſter
Turnſchuhe und Hausſchuhe: Chriſtian Rohe, Darmſtadt: Schäfte, Leder große Bedeutung der Vorführung liegt darin, daß es bisher nur ge=
und Schuhbedarfsartikel; Roth u. Co. Heilbronn: Filzſchnallenſtiefel, lungen war, diejenige Braunkohle zu brikettieren, die wie z. B. die Löhne um 30 Prozent höher ſeien als hier, während die 2
Kinderſtiefel, Ober= und Bodenleder; Sächſiſche Klebſtoffwerke G.m. b. rheiniſche und mitteldeutſche, bituminös genug iſt. Bei dem neuen Ver= bedeutend billiger ſeien. Mit einem Betrage von 600 Mk. tre
H., Pirna: ,Bärenkleber”, „Aſolin=Kitt”, waſſerfeſter Lederkitt, Kappen= fahren mit Hilfe der patentamtlich bereits geſchützten Bindemittel der
ſteife „Aſolin”, „Eska=Teerfilz” uſw.; Siebenborn u. Co. Hannover= „Reform Briket G.m.b.H.” iſt es nun möglich, die ſogen, Lignit= und und Lahngebiet. G. m. b. H., bei. Auf Antrag der Lom
Frankfurt: Ausputzpräparate, Schuhkreme, Wachſe und Schuhmacher= Blätterkohle zu brikettieren, und auch den Kohlengrus, der bis jetzt
bedarfsartikel; K. Siegel, Maſchinenfabrik, Zuffenhauſen: Kombinierte wertlos war und zur Haldenaufſchüttung verwendet wurde. So wird ſteckte Angriffe der Kommuniſten gegen die Wohnungskonn
Fräß= und Ausputzmaſchinen: Friedr. Soeder. Darmſtadt: Schuhwaren, jetzt die reſtloſe Aufſchließung der Odenwälder und der Weſterwälder, den energiſch zurückgewieſen und ein Antrag zur Beſchaffult
Strümpfe, Kreme; Süddeutſche Schuhkremefabrik Herm. Joſeph u. Co., Braunkohle möglich ſein. Eine Anlage, die zur täglichen Fabrikation
Darmſtadt: Chem=techn. Produkte, Schuhkreme und Lederfett, Ledee= von etwa 50 Tonnen ausreicht (Brikettierungsmaſchine einſchließlich För= ſtandslos abgewieſen.
appreturen Marke „Hermanda”, 9. Schigur, Berlin: Herren= und derungsanlage von und zum Waggon) wird etwa 25—30 000 Goldmark
Damenſchuhe, Metalleinlagen; Paul Steinbach, Ebersbach: Fußheil= koſten. Falls die Kohlen ſtark waſſerhaltig ſind und eine Trocknung ſchiffahrtsverkehrs. Die Köln=Düſſeldorfer A9ei
artikel; Siegfried Strauß u. Co., Kreuznach: „Schuhwaren; Gebr. durch Luftrocknung nicht genügt, ſondern eine Trocknung durch Trom=
Teufel, Spezialmaſchinenfabrik für Ausputzmaſchinen, Zuffenhauſen; mel vorgenommen werden muß, wird ſich der Anſchaffungspreis um
Schuhmaſchinen; Julius Ullmann, Lahr: Schuhbedarfsartikel, Leder, etwa 5000 Goldmark erhöhen. Nach den Berechnungen der Firma dürſte wieder eingeſtellt.
Maſchinen Vereinigte Leder= und Schuhfabrik G.mb.H., Wiesloch: ſich die Anſchaffung mit Rückſicht auf den geringen Preis des neuen
Schuhe und Leder; Auguſt Wagner, Heidelberg: Schuhkreme „Urbin”. Bindemittels innerhalb ganz kurzer Zeit rentieren und bezahlt machen, hen befinden ſich in den Weinbergen des Winzers horg,
Lederappretur, uſw.; Ludwig Waldſchmidt, Darmſtadt: Schuhmacher= Die Nentahilitätsberechnung wird ſich ſelbſtverſtändlich je nach den Ver= ſich um Frühburgunder. Auch die ſogen, Portugieſer Are
maſchine und Schäfteſteppmaſchine; Gg. Ph. Veber, Darmſtadt: Leder hältniſſen des betreffenden Betriebs (Grube, Gaswerk, Fabrik) ſehr ver=
und Schäfte.
ſchieden geſtalten können.
Maß= und ortopädiſche Arbeiten haben ausgeſtellt:
Für Darmſtadt hat das neue Verfahren eine beſondere Bedeutung
A. Ackermann, Karl Benn, M. Biſchoff Andreas Bohn, Hans Brunner,
9. Daubenfeld. Ad. Ealy. Fritz Joſef. Ernſt Früh, Hch. Gahl. A. Holler, dadurch, daß die Stillegung der Braunkohlengrube „Prinz von Heſſen” abſichtigt, im Winterhalbjahr vier Lehrfilme vorzuſhen
Joſ. Guber, Alois Kittl, Wilh. Kohle, H. Krauskopf, J. Lotz, Th. Moll, in bedrohliche Nähe gerückt iſt und vielleicht durch die Anwendung der
Adam Nelge, Karl Rothe, L. Nuß, Adam Schönberger, Emil Späth, Brikettierung abgewendet werden kann. Jedenfalls ſollten die zuſtändi=
Georg Späth. Phil. Stephan, G. Voltz. Georg Wiederhold, Karl Wurm gen Inſtanzen die ganze Frage einer ſehr ſorgfältigen Prüfung unter= ſind von der Bildſtelle im Zentral=Inſtitut zu Berlin al.
in Darmſtadt; Wilh. Blaum=beßloch, Jakob Brinkmann=Auerbach Karl ziehen. Zur Zeit ſind die Kohlen nicht knapp, wenn aber infolge der
Buck=Weſthofen, Heinrich Fülberth=Neuſtadt i. Odw., Nob. Funke=Mainz, Reparationslieferungen und der neuen Auslandskredite eine Belebung Die deutſche Nordſee und die Tierwelt der Nordſe=
Gg. Geiſinger=Höchſt i. Odw., Gg. Göbel=Ober=Ramſtadt, Jakob Ham= unſerer Induſtrie einſetzt und dieſe mehr Kohlen konſumiert, dann dürſte
mann=Erfelden, Jokab Haupt=Offenbach a. M. Heinr. Heinz=Erzhauſen, die Nachfrage nach Braunkohlenbrikets bei Induſtrie und für den jagt. Sie verſendet ein Rundſchreiben, wonach 9.,
Leonh. Hofmann=Viernheim, Jof, Hofſtätter=Worms, Karl Hunzinger= Hausbrand ſtark anſteigen.
Pfungſtadt, Georg Krämer=Meſſel. Lutz=Lengfeld. Heinrich Martine=
Ein gemeinſames Mittageſſen vereinte in Butzbach den größten höht wird. Kleine Beamte und Arbeiter werden da vo9
Gorzheim Heinr. Neubauer=Offenbach a. M. Ludwig Ort=Eberſtadt, Teil der Erſchienenen. Hierbei wurde der Dank an die Firma Meguin aus den höheren Schulen nehmen müſſen. Sie ſind dann 1.
Eduard Ott=Heidesheim, K. Otto=Pfungſtadt. Math. Joſ. Nachor=Seli= für die Bereitſtellung ihrer vorbildlichen Verſuchsanlage und an die die Neichen da. Das ſieht nicht aus wie „Freie Bahn dem
genſtadt, Reininger=Ober=Modau, Richter=Offenbach a. M., Karl Scheu= „Reform Brikett G.m.h. H.” für die hochintereſſante und volkswirtſchaft=
Ober=Ramſtadt, Heinr, Siebert, Steiger, Voigt u. Sohn, F. Winkler= lich vielverſprechende Vorführung in herzlichen Worten zum Ausdruck auf dem Hoherodskopf geht ihrer Vollendung entgegen, oe
Offenbach a. M., Paul Ullrich=Rüſſelsheim, Gg. Wendel=Worms, gebracht.
Wiemer u. Sohn, Nieder=Ramſtadt.
A.B. Verband heſſiſcher Zimmermeiſter. In einer kürzlich in
Frank=
furt a. M. abgehaltenen außerordentlich gut beſuchten Verſammlung
des Verbandes heſſiſcher Zimmermeiſter wurde beſchloſſen, den
Ver=
bandsſitz von Darmſtadt nach Mainz zu verlegen. Die
Geſchiftsfüh=
rung hat die Zimmermeiſterinnung Mainz übernommen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſchelnenden Nofizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu befrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krik.
W Der Katholiken=Verein veranſtaltet am Sonntag, den
31. Auguſt, gemeinſam mit dem katholiſchen Kirchengeſangderein „St.
Ludwig” und dem katholiſchen Kaufmänniſchen Verein „Konſtantig” ein
Familienfeſt, verbunden mit Konzert, Preiskegeln, Kinderbeluſtigungen
und darauffolgendem Tanz. Der Beginn iſt auf 4 Uhr angeſetzt. Das
Programm liegt in guten Händen, und werden den Mitgliedern einige
genußreiche Stunden geboten ſein. Der Eintritt iſt nur gegen
Vor=
zeigung einer perſönlichen Einladung, die noch folgen wird, geſtattet.
Kunſtnotizen.
Ueber Werte, Künſiler und künſtieriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchiebt, behält ſich die Redakion ibr Urteil vor.
— Berg des Schickſals kommt! Das Berliner Achtuhr=
Abendblatt ſchreibt über dieſen wundervollen Film: „Atemberaubende
Kietterleiſtungen, die an Tollkühnheit und totverachtendem Wagemut
alle Trickſenſationen des Harold Lloyd im „Wolkenkratzer”=Film weit
hinter ſich laſſen, wechſehn in raſcher Folge mit Naturaufnahmen von
ſo erhabener Schönheit und ſo erleſenem Stimmungszauber, daß das
Auge wie berauſcht ſich richt ſatt ſehen kann an dieſer herrlich=wilden
Tiroler Felswelt, die ſo unbezwinglich ſcheint, und die doch der üb
glementare Naturgewalten triumphierende Menſch ſich unterwirft.”
m= Griesheim, 21. Aug. Statiſtiſches. Die 9e
3.72z, für verh, männl. Perſonen über 21 J. 8.22, für V
1 Kind 9,72 ℳ. mit 2 Kindern 11.22 ℳ. mit 3 Kindern.
4 Kindern 14.22 ℳ. mit 5 Kindern 15.72 ℳ, mit 6 Kinf
für Witwen über 21 Jahre 5.58 ℳ desck. mit 1 Kind
des weitere Kind 1,50 ℳ mehr. Die Sozialrentnerfürſo
95 Perſonen in Anſpruch genommen, darunter: Empfäng
den= und Altersrente 62. Witwenrente 8, Waiſenrente 3.
Empfänger teil. Die Unterſtützung für den Monat Auguſt
— König i. O., B. Aug. Neuer Feuerweh
* Michelſtadt i. O., B3. Aug. Die Beigeordn
findet am kommenden Sonntag ſtatt. Es kandidieren
dr=
für die Demokraten der Glaſermeiſter Heinrich Pfaff.
ſtehenden Parteien Gemeinderat Ludwig Groll 2. und
demokratie Landtagsabgeordneter Karl Neff.
8 Erboch i. O., 23. Aug. Schweinerotlauf
und Affhöllerbach ausgebrochen. In Unter=Gerſprenz ſind.
tiges Lichtfeſt. Dabei wurde dem anweſenden Jagdpächt
Hinſicht um die Sache verdient gemacht hat. — Vor ei
brachte in Steinbuch ein Mutterſchwein ein Ferkel
und munter.
— Schöllenbach i. O., 23. Aug. Gedenkſtein.
für die Gefallenen unſeres Ortes einſchließlich der Na
Kailbach ſoll hier errichtet werden. Die Einweihung duü
Oktober vor ſich gehen.
3 Erfelden a. Rh., B. Aug. Unfallchronik.
letzung eine Gehirnerſchütterung zu. — Ein drei Jahre
chen fiel aus dem Bett und brach das Gelenk des linten
Einnahme und Ausgabe mit 426 263,50 Mk. ab. Es iſt
einer Umlage von 178000 Mk. vorgeſehen, deren Ausſch
Gemeinderat mit Ausnahme der Stimmen der Kommuniſt
turde. Die Erhebung der Umlage erfolgt in ſechs Ziele
erhoben werden: Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz
100. 20 Pfg. von den bebauten Grundſtücken und der
Pfg. von den land=, forſtwirtſchaftlich oder gärtneriſch
ben=
ſtücken, 2 Pfg. pro 1000 Mk. des gewerblichen Betriebslab
Bürgermeiſter iſt ermächtigt worden, einen weiteren Vee
von 5000 Mk. für die Bezirksſparkaſſe zu unterzeichnen.
„ Groß=Gerau, 2. Aug. Falſchgeld. In der letz
hier mehrfach gefälſchte 1= und 2=Billionenſcheine aufgete
aber mit Leichtigkeit von den echten unterſcheiden laſſen, d
ſchlechte Nachahmungen handelt. Beſonders die 2Billo
auf ſehr plumpe Weiſe gefälſcht.
X Kelſterbach a. M., 22. Aug. Stromſtörung.
ſchlags in die elektriſche Leitung lag geſtern abend ganz K
um 10 Uhr im Dunkeln. Selbſt die für dieſen Aber
Gemeinderatsſitzung mußte deswegen ausfallen.
8 Langen, 21. Aug. Soziale Fürſorge. An
bemittelte wird auf Beſchluß des Gemeinderates Gas zu eir
ten Preiſe abgegeben. Ferner erhalten 92 Perſonen Br
billigeren Preiſe, da die Gemeinde hierzu einen Zuſchuß li
Offenbach, 23. Aug. Morgen, 24. Auguſt, ſind es 40
in dem Stadtteil Bürgel evangeliſcher Gottes
halten wird. Bürgel gehörte bis zum Jahre 1908 zum 9.
Mainz und kam dann zum Fürſtentum Iſenburg, mit dem
ſen einverleibt wurde. Die erſten evangeliſchen Einwohner
Offenbach eingepfarrt. Als das benachbarte Bieber 189
liſche Kirche erhielt, fanden die Evangeliſchen dort ihre See
Jahre 1884 erhielt die Gemeinde eine Kleinkinderſchule, 1
gottesdienſtlicher Verſammlungsraum dienen mußte. Der
liſche Pfarrer in Bürgel zog 1896 auf. Die evangeliſche K
1903 erbaut. Seit 1. April 1930 bildet die Bürgeler Ge
7. Offenbacher Kirchengemeinde. Von da ab brauchte ſe
ſtützung des Guſtav=Adolf=Vereins nicht mehr in Anſteruch
Fabrikarbeitern bildete.
* Mainz, B. Aug. In der Stadtverordnetenteſunflut.
als, weiterer Stellvertreter für den Vorſitzenden des euſher
Herr Verwaltungsinſpektor Hellwig beſtellt. Der Funzu
ren umliegenden Städten eine Unterſtützung an dieſe Gu
mit 2 Kindern 50 Mk. und den übrigen 40 Mk. gewäht n
folgen. Es wurden Beiſpiele angeführt, wonach z. 9.
Pfungſtadt, 23. Aug. Torfverſteigerung. Bei der
letz=
ten Torfverſteigerung wurden von den zur Verfügung ſtehenden 200 000
Mainz zur Gemeinnützigen Möbelverſorgung für das 99e
Partei wurde die Wohnungskommiſſion von 11 auf 12 Size *
nungen durch eine vorzunehmende Wohnungskontrolle mude
X Mainz, 23. Aug. Einſchränkung des P
geſellſchaft hat mit Rückſicht auf die vorgeſchrittene Jahrszei
mäßigen Verkehr der Abendfahrt von Mainz nach Bungen
* Nieder=Olm (Rheinh.) 23. Aug. Die erſtenreif
ihrer Reife entgegen.
* Gießen, 21. Aug. Nach Beendigung der Inflation ht
Lehrfilmarchiv ſeine Vortragstätigkeit wieder aufgenomme
Herbſt bis Weihnachten und zwei von Neujahr bis
Oſterſ=
giſcher Lehrfilm ſoll mit einem geographiſchen
abwechſeln=
richtlichen Wert hin geprüft. Zunächſt ſind in Ausſicht
* Gießen, 21. Aug. Die Oberrealſchule hat durch ein 9.
den Eltern der Schüler einen nicht geringen Shte
Schulgeld für einen Schüler monatlich auf 12=
O Ulrichſtein Vogelsberg), 8. Ang. Die 3uge1d
günſtige Sommerwetter eine Verzögerung der Arbeiten 3u.
Immerhin werden die Schreiner= und Zimmerarbeiten 1o.
Tage in Anſpruch nehmen.
* Alsfeld, 23. Aug. Groß iſt die Zahl der Liebezn
kohlenbriketts zurückzuführen.
iſt auf das ſtarke und verhältnismäßig billige Angebot von Braun= gegeben, die Zahl der Tagesportionen ſtand zeitweiſe
Stück Torf nur zirka 10 000 Stück verkauft. Für 1000 Stück wurden im letzten Jahre an die wirtſchaftlich Schwachen geleiſtet.
4 Mk. gelöſt. Den Reſt des Torfes ſoll zum Preiſe von ebenfalls 4 Mk. Volksküche, welche im Weinhaus vom 98. Nobenbe
für je 1000 Stück abgeſetzt werden. Die geringe Nachfrage nach Torf gen Wochen beſtand, hat insgeſamt 18 300 Portionen Mic=
Arbeiten wurden ehrenamtlich verrichtet. Vertzolle 2e
Volksküche leiſteten der Bauernbund, der Kreisberein Als
wirtſchaft des Kreiſes und viele einzelne Gemeinden. d
der Frauenverein zu Eifa. Große Mengen Gemüſe, durd
Dörrfleiſch. Eier, Butter, Mehl, Erbſen, Del. Frucht 1ſce
Neu-Eindand
den Dörfern, des Kreiſes geſammelt. In den Schulen
ſchwächliche Kinder Milchfrühſtücke verteilt. An Bed
Lebensmittel und Heizmaterial zur Verteilung, kinderreig
hielten Kleidungsſtücke. Die heimattreuen Alsfelder
ſandten dauernd beträchtliche Unterſtützungen. Veſohdet=
Deutſch=Amerikaner, die reichlich Liebesgaben und beſieh
Inzudstoffenete.
ſandten.
* Vom Weſtabhang des Vogelsberges, 21. Auc e,
nur anerkannt erstklassig bewährte Fabrikate
des unaufhörlichen Regenwetters ſiod
billigste Preise — reelle fachm. Bedienung
ſo da
recht übel. Auf den Wieſentälern der Nida, Nider u.
der Wetter ſteht ſchon tage=, ja wochenlang das Vaſſe.
Adressen bester Schneider, weiche die bei mir gekauften
erſäuſt. Auch in den Furchen der tiefgelegenen Kutze sch
— Stoffe verarbelten, WVerden Nachgeniesen
fach Waſſer” Kartoffelkrankheiten, wie Mehltau und
ſind die Folgen. Da es faſt empfindlich kalt iſt, entwickeit fi
Etagengeschäft
nur langſam, die Süße fehlt, das Steinobſt platzt aub.
hängt faulend an den Bäumen. Am ſchlimmſten iſt cher 9e
die Getreideernte. Kaum iſt der Landwirt auf dem Ach.
fällt ein Platzregen, der jede Arbeit unmöglich machte
Richard Lune
die Frucht auf den Aeckern, die Körner begiunen
wachſen oder faulen infolge des langen Liegens; die
udw
sse 9,I., gege Der der Marktpassage
treten, und ſchnellſtes Einbringen loſize Zrjugend not
R
Schaden nicht noch größer wisd.
elephen 3084
Gegründet 1901 tosei
Seite 2.
Rötier 235.
Darmſtädter Tagblatt, Sonutag, deit 24. Anguſt 1924,
Aru
Norwegiſcher Reiſebrief.
Voc unſerem nach Norwegen entſandten
Sonderberichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Drontheim, Ende Juli.
Eit ſelbſtverſtändlich, daß es dem Ferienwanderer in
iem ſide gefällt, wo ihm, dank einer klug durchdachten und
lig chgeführten Verbindung von Eiſenbahn, Schiff und
ttom), die ſchönſten und machtvollſten Reize der Natur:
erge zu 3000 Meter, mit ewigem Schnee und Eis bedeckt,
etſchh die bis zur Meereshöhe heruntergehen, Tauſende von
end /Waſſerfällen, aus ſchwindelnden Höhen, ungezählte
orde it dem Aufblick an ſenkrecht aufſteigenden,
himmel=
ſtreE en Felswänden, nur ſo auf dem Präſentierteller
dar=
bote= erden. Wo die Verpflegung ſo den Hunger eines
hal=
in 2 bannen kann. Schließlich kann man das alles
an=
rsw. denn auch mit größeren Opfern und Anſtrengungen,
ſch hwt. Aber Norwegen bietet mehr, und darum wurde es
bei ders wert.
mi i. en 1½ Millionen Tonnen einen Wert von 1½ Mil= induſtriellen vollzählig anweſend waren.
rden oldkronen repräſentieren, und die Namen der 1253
S des Zölkerbund laut wurde.
De/ he wird mit leichter Mühe überall verſtanden; die hundert Metzger gehen. Wie die Frankfurter Preſſe mitteilt, ſollen
Ar!.
ſerdirü, haben die Autos ein nicht zu verachtendes Tempo, einem ſo ſenſationell angekündigten Maſſen=Wucherſtrafverfahren ſein.
d es bt derer relativ viele, denn in Norwegen entſiel im
hre bereits auf 184 Einwohner ein Auto, während ſich
malsl ch 660 Deutſche in eines teilen mußten. Aber
Nor=
gen I. nur etwas über 2½ Millionen Einwohner, die ſich
32—” radratkilometer, alſo auf ein Gebiet, größer wie
Groß=
itanmu und Irland zuſammen, verteilen. Norwegen iſt das
dürü en beſiedelte Land Europas, und es erſtreckt ſich mit
endeſr” einem Drittel ſeiner Fläche über den Polarkreis
ch NZ hinaus. Und die nördliche Lage bedingt, trotz des
fſtrar s, die Ruhe der Bewohner. Ich habe in den kangen
ſocheny nes Aufenthalts keinen Streit geſehen. Ja, ſelbſt die
rlamey riſchen Kämpfe, die doch in Deutſchland und auch
derstt: die Erregung bis zur Siedehitze ſteigern können,
voll=
gen in Kriſtiania mit einer ſtaunenswerten Gelaſſenheit.
wwi e den Verhandlungen über die Regierungsvorlage,
treffers ie Aufhebung des Alkoholverbotes im Storthing bei,
unrn elbar zur Regierungskriſe und zum Rücktritt der
ſechtsr; cung Berge führten. Jede Partei vertrat in Ruhe
ten S Hpunkt, jeder Redner konnte ſein Sprüchlein bis zu
ide ſeſ= und — man höre und ſtaune — kein Zwiſchenruf
urde Nicht aus Intereſſeloſigkeit, denn das
beſchluß=
hige 2 3 war bei der Sache. Man verſicherte mir daß dieſe
elbſtdi” lin auf Tradition beruhe, die ſich auch auf die
Kom=
uniſte 2) ſtreckt. Man ſollte ihre deutſchen parlamentariſchen
adaubli er zu ihnen in die Lehre ſchicken.
Amru iſten aber erfreute mich das ſtarke nationale Gefühl,
s diei rize, wenn auch kleine Nation erfüllt, und dem ſich
lbſt do ſTehrzahl der Kommuniſten nicht entziehen kann,
ge=
hweige) rin die Sozialdemokraten. Das ganze Volk iſt ſtolz
ſein; nabhängigkeit, die es ſich gegenüber Dänemark und
ſchweds riach jahrhundertelangem Ringen ertrotzt hat. Es
klami z ſelbſtbewußt ſeine alten Rechte auf Grönland und
Fä 1.=Inſeln, die ihm bei der Trennung von Dänemark
zerlorer ingen. Freudige Genugtuung erweckte die endlich
runge/ Souveränität über Spitzbergen. Weite Kreiſe ſuchen
gar m Leidenſchaft die däniſch=norwegiſche Landesſprache
urch d5 lte norwegiſche zu erſetzen. Für die Aenderung des
lamen uer Hauptſtadt Kriſtiania, der auf den däniſchen
Kö=
ig Chel in IV. zurückgeht und an die däniſche Herrſchaft
er=
inert, ie alte Bezeichnung „Oslo” fand ſich ſofort eine ſtarke
Nehrheen Storthing. Vom 1. Januar 1925 ab wird die Stadt
dieder len alten Namen tragen. Und Spitzbergen, das
ſei=
en Neſr ſeinem zweiten Entdecker, dem Holländer Wilhelm
Zarent i, aus dem Jahre 1596 verdankt, wird ſich bald.
Svalb=) nennen müſſen, wie es bereits 1194 in isländiſchen
Irkunds) geheißen.
Ma)rag dieſe Umtaufungen als etwas kleinlich empfinden,
ber ſie) D doch als Symptome einer ſtarken nationalen Welle
u wer=” Und wir Deutſche könnten froh ſein, wenn wir heute
ür un ) nationalen Belange eine ſolch relativ ſtarke Mehrheit
m eigel Volke hätten, wie das kleine Norwegen.
Tr.7 er demokratiſchen Verfaſſung iſt der König der
Expo=
tent de/ ation und auch die Erinnerung an Kaiſer Wilhelm,
gra., Freund des norwegiſchen Volkes, iſt immer noch nicht
verblaß3‟ Der Kronprinz Olav, der ſoeben ſein 21. Jahr erreicht
hat un M kindig geworden iſt, iſt der Liebling des Volkes, das
ſtolz iſt), die demokratiſche Geſinnung und die ſportliche
Tüch=
tigkeit Königsſohnes.
Imi em Punkt hat aber die Mehrheit des
ſtimmberechtig=
ſen Vu) über das Ziel hinausgeſchoſſen. Sie glaubte, die
Alkohoko rnenz durchführen zu können. Aber das
Alkoholver=
bot muſ, ſich aus außenwirtſchaftlichen Gründen eine
Durch=
löcheru u rach der anderen gefallen laſſen, und die natürliche
Beſchaf” eit der Landesgrenzen, die mit den zahlloſen
Fjor=
den eini Enge von 20 000 Kilometern — die Hälfte des
Erd=
umfang) —m Aequator — erreichen, macht die wirkſame
Be=
kämpfm) Des Alkoholſchmuggels unmöglich. Es wird noch
einige dauern, bis ſich dieſe Ueberzeugung durchgeſetzt hat
— die /.ytsregierung des Miniſters Berge iſt bei ihrem Ver=
Das 9. deutſche Sänger=Bundesfeſit.
* Hannover, 23. Aug. (Priv.=Tel.) Ganz Hannover
ſteht im Zeichen des 9. deutſchen Sänger=Bundesfeſtes. Seit
heute früh laufen ununterbrochen die Sonderzüge in Hannover
ein, um die Scharen der Sänger aus allen deutſchen Gauen in
die Feſtſtadt zu bringen. Am Bahnhof wurden die
ankommen=
den Vereine mit ihren Bannern und Fahnen von Herolden mit
ſchmetternden Fanfaren begrüßt. Dann ging der Weg durch
die Straßen der Stadt, die reichen Feſtſchmuck aufwieſen. Auf
dem Marktplatz am alten Rathaus fand die erſte offizielle
Be=
grüßung der Vereine durch Redner des Feſtausſchuſſes ſtatt.
Nachmittags 4 Uhr 30 fand im Kuppelſaal der Stadthalle das
große Begrüßungskonzert durch den Verband niederſächſiſcher
Männergeſangvereine ſtatt. Im Laufe des Abends werden die
Miniſter Dr. Jarres und Dr. Boelitz erwartet.
Aus Frankfurt.
AE. Der Reigen der Kongreſſe und ſonſtigen Veranſtaltungen will
in Frankfurt jetzt gar nicht abreißen. Kaum ſind die Kindertage
verklungen, die einen für die heutigen Verhältniſſe nicht unweſentlichen
M wird als Deutſcher tatſächlich mit offenen Armen auf= Ueberſchuß von 30 000 Mark zugunſten der Notgemeinſchaft
nom) . Paß= und Zollreviſion, die bösartigen Schikanen Kinderhilfe ergeben haben, ſo tritt der Feſtherold ſchon wieder mit einer
ur N:1=iegszeit, werden hier mit einer vornehmen Handbe= andern Ankündigung vor die Oeffentlichkeit: Frankfurt, ſowohl die
Be=
gun s Bagatelle abgetan. Man wird als Gaſt des Landes hörden wie die geſamte Preſſe von rechts bis links, begrüßt den geſtern
mit einem „Deutſchen Abend” im Palmengarten einſetzenden
Deut=
han— bereitwillig betreut und belehrt, man fühlt ſich nach ſchen Angeſtelltentag des Gewerkſchaftsbundes der
nigel tunden wohl, ſo wohl, wie — in Deutſchland vor dem Angeſtellten, den Rechtsnachfolger des Verbandes Deutſcher
Hand=
iege- Tach dem Reiſegepäck ſtreckt ſich keine unberechtigte lungsgehilfen Leipzig und des Hamburger 1858er Kaufmänniſchen
uind r aus. Von Uebervorteilung iſt keine Rede, ſelbſt der Vereins, die politiſch neutrale Einheitsorganiſation der kaufmänniſchen,
l=Le, ſo heißt zur Abwechſelung hier der Auto=Chauffeur, techniſchen und intellektuellen Angeſtellten (beſonders auch des Apotheker=
„iſt ir fgefordert ſeine Tabelle vor, wonach ihn die Entwer= verbandes. Die Tagung dauert vom 22. bis 26. Auguſt. Sie ſoll vor
ig 2 Krone zu einer Mehrforderung von 10 Prozent be= den Toren des beſetzten Gebietes, aus dem viele Gäſte anweſend ſind
ghtigr/ u Norwegen ſcheint man den Krieg vergeſſen zu ha= wie auch aus allen andern deutſchen Gauen, ein Bekenntnis zum
ur u ill auch nichts von ihm hören. Man war neutral, die Deutſchtum darſtellen und der Behandlung der großen ſozialen und
hiffes tßte man in den Entente=Dienſt ſtellen, weil einem wirtſchaftlichen Fragen der Zeit gewidmet ſein. Parallel damit läuft
eine Feier mehr lokaler Bedeutung, die aber für Darmſtadt inſofern
iſt O Tebensmittel= und Kohlenzufuhr geſperrt wurde. Nur auch von Intereſſe iſt, als einer ihrer Ehrengäſte der ehemalige
Groß=
erne 3 minen bitten in den weſtlichen Seeſtädten mit einer herzog Ernſt Ludwig von Heſſen iſt: das 25jährige Jubiläum
hmi in Aufſchrift um ein Opfer für die Kriegshinterblie= des Frankfurter Automobilklubs, zu deſſen ſportlichen
Ver=
nen, .o im Leſeſaal des Reichstages in Kriſtiania bergen anſtaltungen am Samstag und Sonntag als Auftakt eine interne Feier
abier Lupferplatten die Namen der 832 verſenkten Schiffe, ſtattfand, auf der unſere hervorragenden ſüdweſtdeutſchen Automobil=
Die von uns kürzlich angekündigte Milchprozeßpolonaiſe
rweg en Seeleute, die in ihrem Berufe den Tod gefunden, hat jetzt durch einen weiteren Prozeß ein vorzeitiges Ende
ge=
rweo weiß jetzt, warum die Entente den Krieg geführt hat funden. Einer der angeklagten Milchhändler legte gegen ſeine Verurtei=
„d wuder ſogenannte Völkerbund für die kleinen Staaten in lung wegen Preiswuchers Berufung ein. Die landwirtſchaftlichen
Sach=
verſtändigen, insbeſondere der Vorſitzende der heſſiſchen
Landwirtſchafts=
nem 1ſoße birgt. Im norwegiſchen Storthing war es, wo kammer, Oekonomierat Henſel=Dotzenrod, traten für den
An=
ubſt a der linken bürgerlichen Seite der Ruf nach Austritt geklagten ein, zumal der ſeinerzeitige Verkaufspreis im März ebenſo
hoch geweſen ſei wie der der Milchverſorgungs=A.=G. Die Strafkammer
Tra der ſtarken Verwandtſchaft der deutſchen und norwegi= erkannte denn auch auf Freiſprechung, womit die noch
ſchweben=
en S che hört man ſich aber nur ſchwer in ſie hinein; doch den Verfahren ebenfalls ihre Erledigung finden. — Ebenſo wird es
einem Maſſen=Preis=Wucher=Verfahren gegenüber
eutſche prache gehört in den mittleren und höheren Schulen dieſe Strafverfahren auf Grund der von der Polizei gemachten
Preis=
im Witfach. Norwegiſche Zeitungen verſteht der Deutſche feſtſtellungen anhängig ſein. Die Metzgerinnung verwahrt ſich aber ener=
Enell, „i beim gedruckten Wort ſpringt die Aehnlichkeit ſofort, giſch gegen dieſe Darſtellung in der hieſigen Preſſe und teilt mit, daß es
ſich lediglich um Feſtſtellungen der Polizei im Einvernehmen mit der
Umu elch eine vornehme Ruhe herrſcht in dieſem Lande! Preiskommiſſion der Metzger handle, es könne alſo keine Rede von
Immer noch Ausweiſungen.
Wiesbaden. Vom Militärpolizeigericht ſind 51 Perſonen aus
dem unbeſetzten Gebiet zu Geldſtrafen=bis zu 50 Mark verurteilt
wor=
den, weil ſie ohne genügende Ausweispapiere angetroffen worden waren.
Das gleiche Gericht verurteilte einen Franz Thomas aus Höchſt a. M.
wegen Waffenbeſitzes zu zwei Monaten Gefängnis. — Die
Rheinland=
kommiſſion hat aus dem beſetzten Gebiet wiederum zwei Perſonen
aus=
gewieſen.
Die ſüdamerikaniſche Lebensmittelhilfe für Deutſchland.
Hamburg. Die Hilfsorganiſationen zugunſten der Notleidenden
in Deutſchland, die ſich in Argentinien, Uruguah und Chile gebildet
haben, haben bis jetzt Lebensmittel im Geſamtgewicht von 304 375 Kg.
aus Argentinien, 61 853 Kg. aus Uruguay und 122 481 Kg. aus Chile
jach Deutſchland zum Verſand gebracht. Während die argentiniſche
Lebensmittelſpende für Deutſchland aus Milch und Talg beſtand, wurde
von Uruguay vor allen Dingen Cornedbeef und Fett überwieſen; die
chileniſche Spende ſetzte ſich außer aus Mehl aus Erbſen, Bohnen und
anderen Hülſenfrüchten zuſammen. Alle Kreiſe, die in Fühlung mit
privater Wohlfahrtspflege ſtehen, wiſſen, welch großes Elend überall in
Deutſchland herrſcht, und mit Dankbarkeit wird darum den argentiniſchen,
uruguayiſchen und chileniſchen Gaben gedacht, deren Spender auch weiter
ihre Stammesbrüder helfend unterſtützen.
Ein hiſtoriſches Schloß unter dem Hammer.
Das altberühmte Schloß Balkow (Weſternberger Kreis) wird
dem=
nächſt öffentlich verſteigert werden. Das Schloß iſt im 13. Jahrhundert
von den Johanniter=Rittern erbaut worden. Friedrich der Große hat
das Schloß nach der Schlacht bei Kunersdorf für den General von
Tauentzien umbauen laſſen und dem General geſchenkt. Im Laufe der
letzten Jahrhunderte hat das Schloß verſchiedentlich den Beſitzer
gewech=
ſelt. Augenblicklich gehört es einem Kaufmann, der aus finanziellen
Gründen gezwungen iſt, den Beſitz zu verkaufen.
Eine neue Luftlinie in Belgiſch=Kongo.
Brüſſel. In Belgiſch=Kongo wird in den nächſten Tagen eine
Luftlinie Leopoldville—Eliſabethville eröffnet und ein regelmäßiger
Paſſagier=, Poſt= und Warenverkehr eingerichtet werden. Die 1900 Km.
lange Strecke kann nun in zwei Tagen zurückgelegt werden, während bis
jetzt dazu, auf dem gewöhnlichen Landwege, 45 Tage nötig waren.
Match zwiſchen Pferd und Läufer.
London. Das Sechstagerennen” zwiſchen dem Berufsläufer
Hart und dem Pferd „Big Ben” hat im Kriſtallpalaſt von Lydenham
be=
gonnen. Beide Konkurrenten haben pro Tag 10 Stunden
zurückzu=
legen; wer die größere Strecke zurücklegt, iſt Sieger und gewinnt den
Einſatz von 300 Pfund Sterling. Am erſten Tage hat Hart, der bereits
59 Jahre alt iſt, ſchon einen großen Vorſprung über ſeinen vierbeinigen
Konkurrenten erzielt, indem er 124 Km. zurücklegte, während das Pferd
nur 109 Km. totaliſierte.
Waldbrände in Finnland.
Stockholm. In den letzten Tagen wüteten in Finnland
aus=
gedehnte. Waldbrände, die auch mehrere Dörfer bedrohten. Das Feuer
konnte bis jetzt, trotzdem Militär und eine große Anzahl
Feuerwehr=
korps zu ſeiner Bekämpfung entſandt wurden, nicht gelöſcht werden.
WeSa ionen derſalfe eanin Dierlilie Seätee
fehler rnich aber weder auf dem Lande noch auf dem Meer
geſtört.,) wrwegen iſt mir wert geworden ich habe dem Lande
und ſe3, Bewohnern zu danken.
gegen Nervenschwäche, Erschöpfungs-
TRIM zustände: sek. Neurasthenie ein
anregen-
ndes Fohimbin-Hormon-Präparat. Fachärztlich begut-
Sehr empfahlen, In ieder Apotheke erhältlieh, (LK,3732
A Tromaiiseh und ausgleb y, DiNIg Im Verdrauel
Opiginalpackungen
zum Wiederverkaut mit höohstem Rabatt
Ceylon. China und Indischer Tee
In Kisten sowie lose, zu billigsten Tagespreisen
Franko-Lieferung von8 Pfd. an.
Reklamematerlal zu Diensten.
Tee-Elnfuhr u T. Ronnefeldt, Frankfurt a. M.
Geſchäftliches.
—Das Motorpferd. Wir berichteten vor einigen Tagen von
der Probefahrt eines Traktors der Motorenwerke Mannheim vorm.
Benz auf die Spitze des Königſtuhls mit 100 Zentnern
An=
hängelaſt. Wir haben dazu noch folgendes in Erfahrung gebracht:
Die Prüfungsfahrten von Zugmaſchinen, welche vor einigen Wochen auf
dem Klingenteichwege mit 76 Zetnern ſtattfanden, veranlaßten die
Moto=
renwerke Mannheim A.=G. zu gleichen Verſuchen mit ihrem „
Motor=
pferd”, einer Zugmaſchine mit Dieſelantrieb von 15—18 P.S. und 100
Zentnern Anhängelaſt. Nach einwandfreier Probefahrt auf dem 13
Prozent ſteigenden Klingenteichwege wurden die Verſuche weiter
aus=
gedehnt und führten am 25. Juli und im Beiſein von Sachverſtändigen
am 26. Juli bis auf die Spitze des Königſtuhls. Die Fahrt muß als
beſondere Leiſtung angeſprochen werden, da bei durch ſtändigen
ſtrömen=
den Regen aufgeweichten Boden
Steigungsverhält=
niſſe von 46 bis 18 Prozent zu überwinden waren.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keinerlei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandi, die Ablehnung nicht begründet werden.
Das Syſtem derOrtszuſchläge.
Vor drei Wochen nahm der Kreistag des Kreiſes Darmſtadt — wie
bereits berichtet — einen Antrag des Kreistagsmitgliedes,
Oberpoſtſekre=
tär Völſing=Ober=Ramſtadt, einſtimmig an, der die ungerechtfertigte
Ein=
teilung in willkürliche Ortsklaſſen und Sonderzuſchläge zum Gegenſtand
hatte. Auf den diesbezüglichen Antrag des Kreisamtes Darmſtadt hat
jetzt das Miniſterium der Finanzen folgenden Beſcheid gegeben:
„Für die Einteilung der Wohnorte in Ortsklaſſen ſind die von der
Reichsregierung getroffenen Anordnungen maßgebend. Es kann damit
gerechnet werden, daß noch im Laufe des Jahres 1924 das bisherige
Syſtem der Ortszuſchläge geändert und für dieſe ein Wohnungsgeld
ge=
ſetzt wird. Welche Grundſätze für die Feſtſetzung des Wohnungsgeldes
Anwendung finden werden, iſt zurzeit noch nicht bekannt.
Augenblick=
lich finden dafür ſtatiſtiſche Erhebungen ſtatt. Anträge auf Beſeitigung
oder Verringerung der Ortsklaſſen und der ört’ichen Sonderzuſchläge
ſind von hier ſchon öfters geſtellt worden. Ein dahingehender
noch=
maliger Antrag verſpricht keinerlei Erfolg.”
Hoffentlich gibt es für die Landbeamten, die ſich jetzt mehrere 100
Mark ſchlechter ſtellen als die Stadtbeamten gleicher Art, bei der
Ein=
führung des Wohnungsgeldes endlich eine Gerechtigkeit. Begründete
Anträge und Wünſche ohne Zahl ſind genug geſtellt worden. Unſere
berechtigten Wünſche ſind jetzt jedem bekannt.
— Darmſtädter Stadtanleihen. Bis jetzt iſt in den
Zeitungen wegen der Aufwertung immer nur von den Vorkriegs=
Anleihen die Rede geweſen. Im Sommer 1923 wurde eine neue
An=
leihe zur Zeichnung aufgelegt. In dem betreffenden Proſpekt war die
Einführung der Anleihe bei der Börſe zugeſagt; Einzahlungen ſind
er=
folgt, auch die Stücke geliefert. Wenn auch die Einzahlungen in ſogen.
Papiermark bewirkt wurden, haben die Beträge für die Stadt doch einen
Wert gehabt. Wie ſteht es nun mit dieſer Anleihe bezüglich einer
Aufwertung? Die Inhaber der Stücke, die ſeinerzeit auf Treu und
Glauben ihr Geld der Stadt zur Verfügung geſtellt haben, müſſen doch
eher oder ſpäter entſchädigt werden. Ein Zeichner der Anleihe.
Etwas über die Vorgärten.
Wenn Darmſtadt nicht nur als Kunſtſtadt, ſondern auch als Stadr
des guten Geſchmacks gelten ſoll, lohnt es ſich wohl, das Augenmerk
auch einmal auf die Vorgärten zu lenken. Die meiſten derſelben ſind
während des Krieges zu Unkrautſtätten geworden und bieten einen gar
troſtloſen Anblick. Früher beſtand wohl in Darmſtadt ein
Preisaus=
ſchreiben für die ſchönſten Blumenfenſter, Balkone und Vorgärten, aber
warum muß es denn immer dieſer „Preis”=Anregungen bedürfen, wenn
es gilt, das Straßenbild verſchönern zuz helfen? Wenn ſo ein
Vorgärt=
chen im Herbſt mit Dünger, der ja auf der Straße liegt, umgegraben
wird, iſt es leicht, im Frühjahr nach nochmaligem leichtem Umgraben
oder Hacken Blumenſamen einzuſäen, denn Blumen, Blumen ſollen in
die Vorgärten! Unſere Samenhandlungen könnten ſicher
Blumenſorti=
mente zu billigem Preis zuſammenſtellen. Setzlinge von vielen Blumen
gibt es auch auf dem Markt zu erſchwinglichen Preiſen zu kaufen. Am
beſten wirken alle Staudengewächſe. Als Einrahmung der Rabatten
ſind wunderbar Veilchen. In der Wenckſtraße ſind einige Vorgärten,
die im Frühjahr durch ihre Veilchenpracht und den Duft jeden
Vorüber=
gehenden erfreuen. Wunderſchön ſind auch manche Gärtchen, ganz als
Roſengärtchen angelegt; in der Blütezeit ein herrlicher Anblick für jeden.
Das Vorgärtchen Ecke Gutenberg=Lichtenbergſtraße, Jahr um Jahr
ſchön und ſauber wie ein Schmuckkäſtchen, lenkt ſofort die
Aufmerkſam=
keit auf ſich. Wenn im Vorgarten ein ſo reich behangener Birnbaum
ſteht wie in der Taunusſtraße, wer möchte einen ſolchen Vorgarten wohl
nicht ſein eigen nennen?
Ein einzelner Baum, der die Wohnungen verdunkelt und im
Gärt=
chen ſelbſt nichts als Unkraut aufkommen läßt, kann nicht als ſchön
gel=
ten. Ein Obſtbaum, als Spalier an der Sommerſeite des Hauſes
ge=
zogen, wird immer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. In
der Hauptſache ſollten aber nur Blumen in die Vorgärten kommen. Vor
allen Dingen ſollte energiſch dafür geſorgt werden, daß die Bäume und
Sträucher der Vorgärten ſo verſchnitten werden, daß man mit einem
Regenſchirm darunter gehen kann. Dieſem Uebelſtand begegnet man
in allen Stadtteilen.
Finden meine Anregungen Beachtung und hört endlich das
Ver=
kritzeln und Bemalen der Häuſer durch unnütze Hände auf, ſo dürſte
ein kleiner Schritt vorwärts getan ſein, um Darmſtadt als freundliche,
ſaubere Stadt gelten zu laſſen.
F.B.
wöchentlich kostet eine Kopfwäsche mit dem seit Jahrzehnten glänzend
bewährten „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf‟. Diesen kleinen
Betrag kann wohl jeder Einsichtige für die Pflege seines
Haares erübrigen. Waschungen mit „Schaumpon”
be-
freien Haar und Kopfhaut von allen Unreinlichkeiten und
sind die wichtigste Bedingung für eine naturgemäße
Haarpflege. Verlangen Sie beim Einkauf ausdrücklich
„Schaumpon Marke Schwarzkopf‟
mit der bekannten Schutzmarke,,SchwarzerKopf”. Weisen
Sie Nachahmungen oder als ebensogut angepriesene Fabrikate zurück.
Montag, den 25. Auguſt 1924.
Frankfurt a. M. (467 m). 11.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen.
11.55 Uhr: Zeitangabe. — 12 Uhr: Nachrichtendienſt. — 4.10 Uhr:
Wirtſchaftsmeldungen. — 4.30—6 Uhr: Rundfunknachmittag in
Muſik und Wort. — 7.30 Uhr= Vortrag von Herrn Kriminal=
Ober=
inſpektor Hader (Polizeipräſidium Frankfurt a. M.): Rundfunk und
Kriminaliſtik. — 8 Uhr: Vortrag von Herrn Ad. Stahl: Nückblick
auf die Hans=Sachs=Spiele. — 8.30 Uhr: Kammermuſik der Bläſer.
1. Klavierquintett für Flöte, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier,
Spohr. — 2. Lieder mit Begleitung der Klarinette, Spohr. — 3.
Kla=
vierquintett (für Oboe, Klarinette Fagott, Horn und Klavier), W.
Gieſeking. — Mitwirkende: Frau Elſe Liebhold, Geſang; die
Frank=
furter=Bläſer=Vereinigung, die Herren: Naumann (Flöte) Hönſch
(Sboe), Liebhold (Klarinette), Ruge (Horn), Türk (Fagott). — Am
Grotrian=Steinweg=Flügel: Dr. Merten. — 9.30 Uhr:
Narichten=
dienſt, Wettermeldung, Sportbericht und Tagesbericht des Rhön=
Se=
gelflug=Wettbewerbs. — 9.50 Uhr: Fünf Minuten Technik.
9,55 Uhr: Zeitvorbereitung. — 9,56 Uhr: Drei Minuten der
Haus=
frau. — 10 Uhr: Zeitangabe. — 10—11 Uhr: Volkslieder
ver=
ſchiedener Völker, vom Orcheſter geſpielt.
Berlin (430 bzw. 500 m). 10 Uhr: Bericht über die Kleinhandelspreiſe
der wichtigſten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. — 10.15
Uhr: Erſte Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten. — 12.15 Uhr:
Kurzer Tendenzbericht der Berliner Vorbörſe. — 12,55 Uhr:
Uebermittlung des Zeitzeichens. — 1.05 Uhr: Zweite Bekanntgabe
der neueſten Tagesnachrichten. — 2.15 Uhr: Kurzer
Tendenz=
bericht der Berliner Börſe. — 5.30—7.00 Uhr:
Unterhaltungs=
muſik (Berliner Funk=Kapelle). — 7.30 Uhr: Sprachunterricht
(Engliſch). — 8.10 Uhr: Vortrag des Herrn Prof. Hans Philipp
Weitz: „Aus des Handwerks Jugendzeit” (nach vompejaniſchen
Aus=
grabungen), 2. Teil. — 9—10 Uhr: Liebe alte Lieder.
Mitwir=
kende: Traute Lieb, Rezitation. Max Kuttner, Geſang. Das
Horn=
quartett des Orcheſters der Staatsoper. Einführende Worte und
Be=
gleitung am Steinwah=Flügel: Dr. Felix Günther. — Anſchließend:
Dritte Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten, Zeitangabe,
Wet=
terdienſt, Sportnachrichten.
London (365 m). 8 Uhr MEZ.: „The Blackſmith’s Serenade” und
Stücke von Dickens.
Mateue
Landestheater, Kleines Haus Sommerſpierlzeit Bruno
Harp=
recht, abends 7½ Uhr: Abſchied E. Horn, Sudermannabend, „Glück
im Winkel” abends 10½ Uhr: „Nur ein Traum”. — Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. — Herrngarten,
ab 11 Uhr: Promenadekonzert. — Gaſthaus „Zum Goldnen
Löwen”, Traiſa: „Kirchweihfeſt. — Behrens=Hufnagel,
Traiſa: Kirchweihfeſt. — „Kühler Grund”, „Zum Anker”, „Zur
goldnen Krone” in Jugenheim: Kirchweihfeſt. — Café Aſtoria:
Konzert.
Mf
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: i. V. Andreas Bauer
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſ=
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für den Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Die heutige Nummer hat 16 Seiten
[ ← ][ ][ → ]
„Selb
hält n
von d
Quad=
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
loſen
Ang
allen
mit
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Anguſt 1924
Nummer
Familiennachrichtett
O
Elegante Damenh
Filz u. Velour / Die große
Slse mit Herrn Dr.=Ing. Paul // Slse Pauly beehre ich mich er=
Schlosser beehren wir uns ers gebenst anzuseigen
gebenst anzuzeigen
CarlAffred Pauly u. Frau
Dr.=Ing. auloſchlosser
Slse, geb. Doerken
Darmstadt
2½. Rugust 192½
Heinrichstraße 2
(0iesbaden
(10598
Kar6
DieGerlobung unserer Cochter / 2/Ceine Oerlobung mit Fräulein
Von weiß bis zu den feinsten Farben-Des
Empfehle allerletzte Neuheit in Lederhüten zu en
Annahme von Umpreßhüten auf die neuen
Frau Dohmen
udwigstraße 10, I. Stock
Im Hausse Nietschmann
Probieren Sie bitte meine
SUMATRI-CtEARR
Da-Nu-Da Hausmarke 12 Pfg
Hamburger Da-Nu-Da 15 Pfg.
Hamburger Da-Nu-Da 29 Pfg.
und überzeugen Sie sich von deren O
D. Numrich, Münlstr. 76
und Bismarckstraße 27, Eringang Wendelstadts
Dankſagung
die glückliche Geburt eines
2 geſunden Töchterchens
zei=
gen in dankbarer Freude an
Ludwig Herbert u. Frau
Eſſe, geb. Werner
Darmſtadt, Beſſungerſtr. 49, II.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
un=
ſerer lieben Entſchlafenen
Frau
Die neuen
ULLSTEIN-ALBEN
geb. Weigandt
ſagen wir allen Verwandten und
Be=
kannten ſowie Herrn Pfarrer Draudt
für die troſtreichen Worte am Grabe,
herzlichen Dank.
(10646
Gundernhauſen, den 23. Auguſt 1924.
Die trauernden Hinterbliebenen.
A
sind heraus!
Zablungs-Erileiehterung!
Sie zei gen 2000 neue Modelle für Herbst
und Winter zum Selberschneidern.
„Damenmoden”, „Jugend- und
Kinder-
kleidung”, „Das große Ullstein-Album
(alles vereinigt!”. Vorrätig bei
Frieda Ranft
Ludwig Jakob
Verlobie
Darmſiadt, 24. Aug. 1924
Frankfurterſtr. 131 Mühlſir. 40
Nusskohlen • Fettschrot • Koks
Stein- und Braunkohlenbriketts
Brennholz und Bündelholz
Verlangen Sie Preise
Gebr. Rothschild G. m. b. H.
Markt 2 DARMSTADT Markt 2
10603
Für die zahlreichen Beweiſe
herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgange unſrer lieben Mutter
ſagen wir unſeren innigſt. Dank.
Darmſtadt, 22. Aug. 1924.
2435u) Familie Lehn.
Obergasse
VOFelnS-AOter „AOSBIA —12—
(nächſt der Inf.=Kaſerne, Alexanderſtraße). Telephen 1767.
Anerkannt gute Kiſche / Mittag= u. Abendeſſen (5387a
zu Mk. 0.70 u. höher / Schöne helle Räume
Kein Trinkgeld . . . . . . . Kein Trinkzwang.
Neuhergerichtete Fremdenzimmer mit u. ohne Penſion b. mäßig. preiſen
Große und kleine Säle für alle Peranſtaltungen
Landwehrstraße 21/23 (10615a) Fernrut 23
hre am 23. Auguſi in der
DMartinskirche ſtattgefundene
Trauung beehren ſich anzuzeigen
Karl Haun
u. Frau Martha Haun
geb. Roſier
Darmſtadt, Pankratiusſtr. 48
Ai
Billigste Preise
Prinate Höhere Handels-Lehrans
von Dr. Wilh. Siedersleben, Diplomhandel
Fernrut 923 Darmstadt
Neue Kurse beginnen am 7. Oktob
Anmelduvgen werden täglich von
genommen.
KMagerkeit
Schöne, volle Körper
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem herben Verluſte unſres lieben Entſchafenen
2. Parterre, ab?
An=
gebote unt, L. 76 an
die Geſchſt. (24252
form durch unſere
oriental. Kraftpillen
(für Damen
pracht=
volle Büſte),
preis=
gekr. mit gold.
Me=
daille u. Ehrendipl.,
in kurzer Zeit große
Gewichtszun. — 25
Jahre weltbekannt.
Garant, unſchädl. —
Aerztl. empfohlen.
Streng reell. Viele
Kat und Hilt
Meine Verlobung mit Fräulein
Lina Häusler
Heidelberger Straße 72
erkläre ich hiermit für
aufge=
hoben
Otto Diehl
Peinbergſtraße 46
Habe meine
Tä=
tigkeit wied.
auf=
genommen. Esg
ohne Berufsstörung bessern und eveatel k.
erfahren Sie kostenlos durch briefliche Ar
bei
H.Schäfer. Hänchen, Arnnktet!
Büro=Direktor i. R.
ſowie für die große Beteiligung bei der
Beerdi=
gung unſeren innigſten Dank.
Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarraſſiſi.
Reinhardt für die zu Herzen gehenden, den Toten
ehrenden Worte, dem Verein der ehemaligen
Teibgardiſien, den Herren Beamten des
Amts=
gerichts Darmſtadt II und dem Verband der heſſ.
Juſtizamtmänner, ſowie Allen denen, die ſeinen
Sarg ſo reich mit Blumen ſchmückten und ihm
die ehrenden Nachrufe widmeten.
Darmſtadt, den 23. Auguſi 1924.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Carl Peith
Willi Peith.
10647)
Dentiſt
Aexanderſtraße 9, I.
Von der Reiſe
zurück (10473mf
Carl F. Lips
Dentiſt
Karlſtraße 97.
Fern=
ruf 1162.
Ac
Kauskur zur
Entfernung
224326) von Oaurhſit
linnerhalb 24 Stund, empfiehlt Bohl!
Vertr. Darmſtabt, Heidelbergerfik. 1, 2
Todes=Anzeige.
Gott der Allmächtige erlöſte
nach langem ſchweren mit großer
Geduld getragenem Leiden meine
liebe Tochter, unſere Schweſter,
Schwägerin, Tante und Couſine
Fräulein
Koſtenl. geg. Briefport.
belehr, Schriften für
ANerven=,
Magen=,
Lungen=,
Bein=ete.
2Kranke.
Rheinstrasse 4
Billige Bezugsaue
für
Damen- u. KinderHü
HERMINE STREUBER
Werkstätte für Damenpufz
Schleßhausstraße 57
Neuanfertigung, Umändern,
Umpressen von Hüten
aller Art (*24271
Um ſtille Teilnahme bittet
Eliſe Borger Wwe.
Heinheimerſtr. 1.
Die Beerdigung findet Montag,
den 25. Auguſt, um 3 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man
abzuſehen. (*24270
Wer iſt Abnehmer v.
mehr. hund. Gurken
u. and. Lebensmitteln
wöchentl. Angeb. unt.
L 75 Geſchſt. (*24256
nach 30jährig. Praxis,
überraſch.Heilerfolge.
Hornberger’s
Heilinſtitut
Darmſtadt,
Frank=
furterſtr. 40. (*23963dg
1 U
LIMA ADLER
MAUERSTRASSE 20
10625
Schneiderin empf ſich
im Anfert. u. Umänd.
von Kleid, u. Wäſche
in u. auß. d. Hauſe.
24348) Karlſtr. 23, II.
T Iorpalenn W
Fettleibigkeit, wird
durch „Tonnola”
be=
ſeitigt. Preisgekr. m.
gold. Medaill. u. Ehr.=
Dipl. Kein ſtarker
Leib keine ſtarken
Hüften, ſond.jugendl.,
ſchlanke, eleg. Figur.
Kein Heilmittel, kein
Geheimmittel. Ga=
Ke
1 Pfaff=Nähmaſchine,
1nußb. Kommode m.
(*24296
Aufſatz
Bismarckſtr. 53, I.
Bettſtelle
mit Sprungrahmen
Waſch= u. Nachttiſch
zu vk. Stiftſtr. 95. G
Alſo bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volke Gottes übrig.
Wir, die wir geglaubt haben, gehen in die Ruhe ein.
(Hebr. 4,9.3.)
Geſtern nachmittag entſchlief unerwartet
ſanft im Herrn mein lieber Gatte, unſer
lieber Vater
Uhrmachermeiſter
Überraſchende
Heilerfolge
erzielen Sie bei Nervenleiden aller Art,
Grippe, Kopfſchmerzen,
Rheumatis=
mus,Gicht, Ischias, Ohrenleiden, Leber=
Gallenleiden, Nierenleiden,
Magen=
geſchwür, alte Beinleiden, Krämpfe,
Fallſucht, Bleichſucht, Blutarmut,
Schwächezuſtände chron.
Stuhlverſtop=
fung, Aſthma, Flechten,
Arterienver=
kalkung, Blähungsbeſchwerden,
Blaſen=
leiden, Drüſen, Engliſche Krankheit,
Frauenleiden, Haarausfall, Herzleiden,
Lähmung, alter Huſten, Magenkrampf,
Schwindel, Schlafloſigkeit uſw. ſpeziell
für ganz veraltete Fälle. — Eine
Be=
handlung wird Sie davon überzeugen!
Heilinſtitut für Magnetismus
Augendiagnoſe, Nervenmaſſage
Zahlreiche Dankſchreiben vorhanden,
Langjähr. Praxis, Geringes Honorar,
Sprechſt.: 9½—12 Uhr, 2—5 Uhr.
Sonntags 9—12 Uhr. (*24335
M. Schießlinger
geprüfter Magnetopath
Vikioriaſtraße 25 (Ecke Landwehrſtraße)
rant. unſchädl. Aerztl.
empfohl. Keine Diät.
Viele Dankſchr.,
vor=
zügl. Wirkung. Seit
25 Jahr. weltbekannt.
Paket 3 Mk. Porto
extra. D. Franz
Steiner& Co., G. m.
b. H., Berlin W 30/9
F.171. — In
Darm=
ſtadt zu haben i. d.
Medizinal=Drogerie
Beckenhaub, Schul=
(IV.8270
ſtraße.
Frau Sehnatterioh
Bei einer Segelfahrt an der Küste Siziliens ist Frau Schnatterich nach Werdallih.
worden, und, nachdem ihre Barke untergegangen war, als großer Fettfleck a0l
geblieben. Da Korpulenz im Orient als höchste Schönheit gilt, s0 wird sie von elle."t
Senussen als ganz besondere Rarität seiner Sammlung wohlgeformter Frauen eihle""
sie ihn mit Kukirol von seinen überlebensgroßen Hühneraugen befreit hat, zu Selle
erhoben. Sie darf ihm täglich die Füße mit Kukirol-Fußbad behandeln, und 42 3ie Iit
mehr schmerzen, brennen und schmitzen, so gestaltet sich die Ehe mit dem Ateh Rict
Jussuf ben Hassan sehr harmonisch. Besonders angenehm empfindet er es, 446 Sch Fche.
langem Reiten das qualvolle Brennen der Fußsohlen nicht mehr bemerklich maeit, 10l.
ae ene
Müste keine Drogerien und Apotheken gibt, so läßt er durch Frau Schnatterich eile
Rukirol-Hühneraugen-Pflaster und Kuktrol-Eußbad in der Kukirol-Fabrik Groß-Sde P die zu
erläßt ein Gebot, daß ihm kein Mann seines Stammes mehr mit Hühneraugel
treten dürfe. Einige Tage nach Empfang liegt die Wüste voller abgefallener Riesehht.
die Frauen seines klarems schätzen das Kukirol-Fusbad mehr, als alle köstlichen Salle."
Frau Schnatterieh aber mird in Trlpolis bleiben und nimmt hiermit von den schchel Se.
und geneigten Lesern Abschied.
Wollen Sie Ihre Füße pflegen und gesund erhalten, dann lesen Sie zunächsl Silite
Broschüre „Die richtige Fußpflege" die wir jedem Interessenten kostenlos und Poll
Unsere, unter der leitung eines alten, erfahrenen 4rstes stehende ſlissenschaftliche zbte 30*
gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle FregeinV"
pflege und Fußleiden beziehen.
In Deutschland und allen anderen Kulturstaaten slnd die beiden KukliodlT.e
Apotheken und witrklichen Fachdrogerien zu haben. Bezchten Sie zber gengl. L
Hahnenkopf mit Eus, damit Sie nicht durch eine der vielen, minderwertigen MNachalt.
werden, die, wie uns in vielen Zuschriften mitgeteilt wird, mit den echten RuKl
zu vergleichen sind.
Soeben erschien der „Kukirol-Walzer”, Verlag Erust Hug0 Beckel, Neit
allen Musikalienhandlungen.
Re
im Alter von faſt 78 Jahren.
Darmſtadt, 23. Auguſt 1924.
Die trauernden Hinterbliebenen
Matilde Kolb, geb. Achard
Paul Kolb
Eliſe Kolb
Hellmuth Kolb
Erich Kolb.
(*24266
beſeit.
Lräfzursau ſchnelt
unauffäll., mild,
un=
ſchädl. Jucken u. faſt
alle Hautleid. (8206a
Drog. Beckenhaub
Schulſtr. Auch Verſd.
Lichtanlage?
Welches Geſchäft lief
Die Beerdigung findet ſtatt am Montag, den 25. Auguff,
nachm. 3 Uhr, vom Portal des alten Friedhofs.
gegen Weißbinder= u.
Lackierarbeit?
Ange=
bote unt. 1, 109 an
Geſchäftsſt. (*24337
Kukirol-Fabrik Groß-Galze bei HA8!
[ ← ][ ][ → ]imer 235.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Seite 9.
Sport, Spiel und Turnen.
Der Sport des Sonntags.
Motorſport.
T ichtigſten Entſcheidungen auf dem grünen Raſen werden
zur=
it 77 Taden=Baden abgehalten. Der zweite Tag der
inter=
tior; Rennwoche in Iffezheim bringt als bedeutendſte Prüfung das
ugu ᛋ rtſchari=Erinnerungs=Rennen im Werte von 40000 Mark, das
der „Derbydiſtanz von 2400 Meter führt. Hier bsſitzen Oſtrea und
undir) iiſere derzeit beſten Dreijährigen, ein Engagement, doch
er=
ſeint— mehr als zwefielhaft, ob ſie hier ſchon wieder herausgebracht
rde— in ihrer Abweſenheit muß Pelide, der lange Zeit pauſiert hat,
zt a—vieder im Vollbeſitz ſeiner Kräfte iſt, eine erſte Chance haben.
on Dd ursländiſchen Pferden Midland, Akadekos, Banduſia und
Scar=
ino, / fre der Letztere, ein Halbbruder des beſten älteren italieniſchen
Jerdes copas, ein ernſtes Wort bei der Entſcheidung mitſprechen.
eben em ſollten Hornbori, Falſum, Habicht und Barde die
ſchärf=
nGe für Pelide abgeben. Der Große Preis von Magdeburg
er — Meter ſcheint eine reife Frucht für Pikdame zu ſein, die nur
aunn er und Chriſtel gegen ſich hat. — Die Berliner Turfgemeinde
ſuß ſiesmal mit der reichlich mageren Strausberger Koſt
gnücy — Horſt=Emſcher iſt der Treffpunkt der weſtdeutſchen
nng /rde, in Bremen und Kolberg wechſeln Voll= und
Halbblut=
inen—) finter Reihenfolge. — Der Traberſport wird in
Altona=
ihrerr München=Daglfing und Pfarrkirchen gepflegt. —
Rad=
or— y bietet die Berliner Olympiabahn ein großes Programm.
wa lieger, darunter unſere Beſten, wie Lorenz, Rütt, Mayer,
abe, rr, Arend gehen an den Start. Die drei Dauerrennen
wer=
vo wvanow, Bauer, Stellbrink, Schubert und Wegmann beſtrit=
— . itere Radrennen ſind in Dortmund und Breslau vorgeſehen.
G Preis von Kopenhagen führt eine Reihe internationaler
Zößer Fliegerſport zuſammen. — Auf ſtraßenſportlichem
bietes en wir folgende Bundesveranſtaltungen hervor: Rund um
Sogau— 3 Km.), Rund um Luckenwalde (175 Km.), Rund ums
Mün=
land 2,5 Km.), Quer durchs Bayriſche Hochland (205 Km.), Gro=
Frlelchten
Jr=ie=Preis der Stadt Barmen (135 Km.), Großer
Göricke=
leis * remen (100 Km.) und der Silberpokal vom Rhein, ein 100
omec Tannſchaftsfahren in Köln. — Im Automobil= und
oto o dſport muß die klaſſiſche Bergprüfungsfahrt auf dem
belbei ei Ilmenau (Thür.) an erſter Stelle genannt werden, die
AI
e ſeh tte Beſetzung aufweiſt. Auf der 3,3 Km. langen Bergſtrecke
eine Höhenunterſchied von 260 Meter wird in allen Klaſſen
erbit=
um Sieg gekämpft werden. Die internationalen Schnelligkeits=
Her Inſel Fanö (Dänemark), an denen vorausſichtlich auch
ſchinen teilnehmen, ſollen am Sonntag abgeſchloſſen werden.
Geferlin des ADAC. hat auf der Trabrennbahn Mariendorf
e gr— Veranſtaltung angeſetzt, die Motorrad= und
Kleinauto=
nen 2 eine Flugzeugverfolgung bringt. Gut beſetzte
Motorrad=
nren u gehen in Chemnitz und Köln vor ſich. — Der
Fußball=
ort vorläufig noch im Zeichen der Geſellſchaftsſpiele. Von
be=
derem itereſſe iſt die Begegnung des 1. F.=C.=Nürnberg mit
arta=2. — Die Spielvergg. Fürth tritt gegen Wacker=München in
„ttgari r, der VfR.=Mannheim gegen den Düſſeldorfer BV. 04.
Mas haften von Stettin und Magdeburg ſowie Rotterdam und
Atmurr iefern ſich Städteſpiele. — In der Leichtathletik iſt
inte s onale Feſt des SC.=Charlottenburg im Deutſchen Stadion
del8-LAſch diei ilnahme zahlreicher guter Ausländer zu einem großen
Er=
tis go =den. Geſpannt darf man allgemein ſein, wie ſich unſer
er ben gegen ſo ſchnelle Leute wie Carr und Porritt halten
O gr es ihm, im 100 Meter=Lauf auch dieſe beiden
inter=
istad
onalel rößen aus dem Felde zu ſchlagen, dann wird man in aller
no e ehr aufhorchen, als es ſchon bei ſeinem jüngſten Siege über
rchiſwſrd Paddock geſchehen war. — Gute nationale Beſetzung aus
Te: des Reiches hat das Feſt des SC.=Schleſien in Breslau
ge=
en. in Duisburg und Münſter ſind leichtathletiſche Wettkämpfe
eſehed — Die Ruderer und Schwimmer haben nach
Er=
gung 9. Meiſterſchaften kein großes Betätigungsfeld mehr. Die
auest rbſt=Regatta auf dem Langen See iſt recht gut beſetzt und
richtt=reſſante Kämpfe, doch ſind nur die Einheimiſchen unter ſich.
deſſ) Mannheim und Bingen kommt der Ruderſport gleichfalls
Jort+ wimmſportlich beanſpruchen die Kämpfe in Berkin, Eſſen,
ermy Königsberg und M.=Gladbach kaum mehr als lokales
reſſe.2 In Salzbrunn (Schleſien) wird ein Golf=
Ländeu=
ipf itſchland=Ungarn, der am Freitag begonnen wurde, zu
gefrf Für Ungarn ſpielen v. Gyur, Kowich, Dr. Kovach, Lauber
Zar Satvany, für Deutſchland H. Samek, Gerb, Reinicke und
Krähbergrennen.
Wie jedes Jahr, ſo veranſtaltet der Heſſiſche Automobil=Klub auch
heuer wieder im Odenwald ſein Krähbergrennen für Automobile und
Motorräder. Zum erſten Male iſt damit eine ſogenannte
Straßlen=
fahrt (eine ganz neue, ſehr intereſſante Art automobilſportlichen
Wett=
bewerbs) verbunden, für welche Ihre Erlaucht Frau Gräfin zu Erbach=
Erbach einen wundervollen Ehrenpreis gegeben hat.
Die Ausſchreibungen für das Rennen und die Strahlenfahrt folgen
demnächſt.
Das Sekretariat des Heſſiſchen Automobil==Klubs, ſowie der 1.
Vor=
ſitzende desſelben, Landwehrſtraße Nr, 36, Tel. 139, erteilen jetzt ſchon
Auskunft.
Der Termin, an welchem die Vexanſtaltungen ſtattfinden, iſt der
4. und 5. Oktober 1924.
Mannheimer Herbſt=Pferderennen.
Die jetzt beendete Aufmachung ſämtlicher Nennungen für das
Mannheimer Herbſtmeeting hat das erfreuliche Reſultat ergeben, daß
genau wie zum Julimeeting 257 Pferde engagiert ſind. Zum
Mai=
rennen wurden für 192 Pferde=Nennungen abgegeben, alſo ein ausg:
zeich=
netes Intereſſe der Ställe für die Mannheimer Bahn und ihr
Pro=
gramm. Aus Norddeutſchland nannten 28 Trainer, aus München 8, aus
dem Rheinland 9, aus Frankfurt und Nachharſchaft 6. Daß unter dieſer
überaus ſtarken Beteiligung das beſte Flach und Hindernismaterial
ent=
halten iſt, bedarf keiner beſonderen Erläuterung; es genügen dafür die
Namen Horalek, Streit, Schläfke, Thiede, Johnſon, Richter, Noſak,
Winkler, Long, Reinicke, Hoffmann, Henkel v. Herder, v. Zobeltitz, v.
Moßner, Becker, Hecke, Seiffert, Wondruſch, Reith, Hatz, Barleben,
Baum=
gärtner, Trollſen, Janſen, Baumeiſter, Printen, Mätzig, Seibert
John u. a. m.
Wandern.
Deutſcher Wandertag in Hersfeld.
Der alljährliche Wandertag des Verbandes deutſcher
Ge=
birgs= und Wandervereine, der im vorigen Jahre der
un=
ſicheren Geldverhältniſſe wegen ausfallen mußte, wird ſeine Vertreter
vom 6.—8. September in Hersfeld vereinigen. Neben den
geſchäft=
lichen Angelegenheiten wird auch noch reichlich Zeit ſein, ſich dem
Feſt=
orte, der durch ſein Alter und ſeine intereſſanten Baudenkmäler
leb=
haftes Intereſſe erwecken dürfte, zu widmen. Eine Führung durch die
mittelalterliche Stadt, ein Beſuch der gewaltigen Stiftsruine, die eine
der ſchönſten Kirchenruinen Deutſchlands iſt, Konzerte in dem prächtigen
Kurpark und in der Stiftsruine, Spaziergänge in der näheren und
lpei=
teren Umgebung ſind vorgeſehen. Für die Führung durch die
Stifts=
ruine hat ſich in dankenswerter Weiſe Prof. Dr. Vonderan=Fulda zur
Verfügung geſtellt. Er wird auch über ſeine intereſſanten
Ausgrabun=
gen in der Ruine berichten. So dürfte der Wandertag ſeinen
Teilneh=
mern viel Schönes und Intereſſantes bieten. Anmeldungen ſind an
Konrad Vockrodt, Hersfeld, Seilerweg, zu richten,
Flugſport.
Frankfurter Fliegertag am 6. und 7. September 1924.
Im Anſchluß an die vom 2. bis 5. September ſtattfindende Tagung
der wiſſenſchaftlichen Geſellſchaft für Luftfahrt wird auf dem Flugplatz
Rebſtock am 6. und 7. September ds. Js. ein „Frankfurter
Fliegertag” veranſtaltet. Die Veranſtaltung erfolgt zur
Unter=
ſtützung des deutſchen Flugweſens, unter Förderung der Stadt Frankfurt
veranſtaltet vom: Frankfurter Verein für Luftfahrt, Frankfurter Aero=
Club E. V., Frankfurter Modell= und Segelflugverein, unter
Mitwir=
kung: der Südweſtdeutſchen Luftverkehrs A.=G., der
Wirtſchaftsdepu=
tation der Stadt Frankfurt a. M. und des Frankfurter Motorradklubs
(D.M. V.)
Die Feſtveranſtaltung iſt mit Schau= und Rundflügen verbunden.
Außer den Rundflügen in den Junkers=Ganz=Metall=Verkehrs=
Limou=
ſinen der Südweſtdeutſchen Luftverkehrs A.=G., werden von den
Leicht=
flugzeugen der Dietrich=Gobiet=Werke Caſſel der Udet=Werke=München
und des Stahlwerkes Mark Brandenburg Schau=, Kunſt= und
Sturz=
flüge verſchiedenſter Art vorgeführt. Auch iſt beabſichtigt, von den
Leicht=
flugzeugen Fallſchirmabſtürze ſtattfinden zu laſſen. Neben
Freiballon=
aufſtiegen mit anſchließender Verfoglung durch Motorräder ſowie der
Vorführung von Flugzeugmodellen mit Preisverteilung werden auch die
Rhönſegelflugzeuge auf dem Flugplatz zur Vorführung kommen. Herbſt=
und Modeſchauen werden die Veranſtaltung auf dem Flugplatz Rebſtock
ergänzen, welcher für die beiden Nachmittage für jeden
Durchgangsver=
kehr geſperrt wird.
Fußball.
Verein für Raſenſpiele E. V., Darmſtadt.
1a. Jgdm. V. f. R.—1a. Jgdm. Union=Darmſtadt, 2 Uhr, Rennbahn,
1b. Jgdm. V. f. R.—1b. Jgdm. V. f. R. Mannheim in Mannheim.
2a. Jgdm. V. f. R.—1. Jgdm. V. f. B. Ober=Ramſtadt, 2 Uhr,
Exerzierplatz.
2b. Jgdm. V. f. R.—1. Jgdm. Sportverein Roßdorf in Roßdorf,
1a. Schlm. V. f. R.—1a. Schlm. Germania 94 Frankfurt a. M.,
10 Uhr, Exerzierplatz.
1b. Schlm. V. f. R.—1. Schlm. Sportverein Roßdorf in Roßdorf.
Das Spiel Union-V. f. R., 1. Jugendmannſchaften, beginnt
nicht, wie irrtümlich angegeben, um 12 Uhr, ſondern um 2 Uhr auf
der Rennbahn.
Dentſchland——Schweden.
Die für den vierten Fußball=Länderkampf
Deutſch=
land—Schweden am 31. Auguſt im Deutſchen Stadion zu
Ber=
lin vorgeſehene deutſche Mannſchaft hat eine Aenderung erfahren.
Riſſe, Schumann und Harder ſind aus dem Gebilde herausgenommen
worden. Für Riſſe ſpielt Vache in der Verteidigung, den Läuferpoſten
von Schumann nimmt Lang ein. Auf den Mittelſtürmerpoſten tritt
Hartmann für Harder, wührend Kirſey den urſprünglich für Hartmann
vorgeſehenen Poſten halblinks einnimmt. Die Mannſchaft zeigt
nun=
mehr folgendes Bild: Kuhnt (Berlin); Bache (Berlin), Müller (
Ham=
burg); Eſchenlohr, Lux (Berlin), Lang (Hamburg); Leip, Reißmann
(Dresden), Hartmann (Hamburg), Kirſey (Berlin), Paulſen (Leipzig).
Erſatz: Riſſe (Hamburg), Feier (Berlin).
Länderkampf Deutſchland—Schweiz.
Eine neue Abſage.
Zu dem am 31. Auguſt in Düſſeldorf ſtattfindenden Leichtathletik=
Länderkampf iſt durch Startverweigerung Peltzers eine
Mannſchafts=
änderung notwendig geworden. Der Stettiner wurde im Einvernehmen
mit dem Beſtdeutſchen Spielverband durch Ufer=Bonn erſetzt. Die
gleichzeitig erfolgte Suspendierung Peltzers ſcheint ihre Wirkung nicht
verfehlt zu haben, denn der deutſche Mittelſtreckenmeiſter hat ſich
darauf=
hin jetzt Ler DSB. zur Verfügung geſteut. Eine Entſcheidung, ob auf
Peltzer zurückgegriffen wird, iſt noch nicht gefallen, ebenſo bleibt die
Suspendierung bis auf weiteres noch beſtehen. Auch der deutſche
Mei=
ſter im Speerwerfen, Lüdecke=Verlin, hat die DSB. im Stich gelaſſen.
Der Berliner, der ſich auf der Reiſe nach Vergen (Norwegen) befindet,
hat — ausgerechnet vom Fährſchiff Saßnitz=Trelleborg — die DSB.
wiſſen laſſen, daß er wegen geſchäftlicher Ueberlaſtung am Länderkampf
nicht teilnehmen kann. Auch dieſe Angelegenheit wird die DSB. noch
be=
ſchäftigen. — Fürwahr ein trauriges Zeichen für die ſportliche
Geſin=
nung einiger Größen. Wie wir erfahren, iſt Lüdecke, durch Salmon=
Frankfurt a. M. erſetzt worden.
Schwimmen.
Einen neuen Weltrekord
ſtellte das amerikaniſche Schwimmwunder Johnny Weißmüller
anläßlich der Wettkämpfe im Wiener Dianabad im 100 Meter=
Freiſtilſchwimmen auf. Er verbeſſerte ſeinen erſt kürzlich in
Amſterdam mit 58,2 Sek. aufgeſtellten Weltrekord um /o0 Sekunden auf
57,8 Sekunden. Den zweiten Platz hinter dem Amerikaner beſetzte
Hilmar=Magdeburg in 1:08,6. — Auch im 200 Meter=Freiſtilſchwimmen
ſiegte Weißmüller, überlegen in 2:24,8, dem in reſpektvollem Abſtande
Gieſecke=Magdeburg in 2:46 als Nächſter folgte. Der Amerikaner Krüger
legte in 1:19,6 auf das 100 Meter=Rückenſchwimmen Beſchlag, während
Deutſchland in der Länderſtaffel über 6 mal 33½z Meter gegen die in
1:52,5 ſiegenden öſterreichiſchen Vertreter knapp (1:53) unterlag. Die
Waſſerballmannſchaften von Hellas=Magdeburg und W.A.F.=Wien
trennten ſich 2:2 unentſchieden, nachdem der Kampf bis zum Wechſel
torlos verlaufen war.
Länderkampf Deutſchland—Ungarn.
Der fünf Wettbewerbe umfaſſende Schwimmerkampf Deutſchland—
Ungarn in Budapeſt iſt von den Ungarn mit 4:1 gewonnen worden, die
am zweiten Tage in allen drei Konkurrenzen ſiegreich blieben. In den
beiden letzten Staffeln lagen die Deutſchen bis zum dritten Mann ſtets in
Führung aber der Schlußmann Rademacher konnte gegen den
unga=
riſchen Rekordmann Baraby nicht beſtehen, der ſeine am erſten Tage
aufgeſtellte Beſtzeit über 100 Meter von 1:02,8 auf 1:02,2 verbeſſern
konnte. Die Zeiten waren: 4mal 66”½ Meter Staffel: Ungarn 3:00,6,
Deutſchland 3:01,6; 4mal 100 Meter Staffel: Ungarn 4:185,
Deutſch=
land 4:19. Im Waſſerballſpiel ſiegten die Ungarn mit 3:2. Nademacher
im Tor verhinderte eine größere Niederlage.
Eine Kur in
a. d. Taube
Mergentheim
(Württemberg
wirkt Wander bei
Gallensteinen, Leberleiden, Stoffwechsel-
erkrankungen, wie Zuckerkrankheit,
Fettsucht, Gicht u. a.,
Magen-
u. Darmleiden, chronischer
Verstopfung u. s. W.
durch den Ge-
brauch der
rühmlichst bekannten
I. St. 10048
Berkäufeß
Mergentheimer Karlsduelle
zensiei von Mk. 6.— an. / Auskunft u. Prospekte durch die Kurverwaltung
höner Oen für
jagerzeme
indeſter . qm
äche, zu u =enod.
Beſchlag 0 refreie
4 Zim.)ohng.
Eberspt zu
eten geF‟.
ingebot 1
unmök”
Zimy e
garrengg i.
Zen=
en geſ
EL8C
2428
ßerhalb 1 Stadt,
kaufen gl Ungeb.
L IEln die
häftsſtſ 2433.
mit 1 oder 2
Schau=
fenſtern, event. mit
Einrichtung, möglichſt
in guter Lage, ſofort
zu mieten geſucht.
Zahle hohe
Friedens=
miete. Ang. erb. an
W. Weſtphal,
Wolfen=
büttel, Poſtf. 30. (IW 1088
Beſchlagnahmefreie
425 3.Wohnung
zu mieten geſ. Kleine
ſchöne 4Z.=Wohnung
kann in Tauſch gegeb
werden. Ang. u. L. 78
an die Geſchſt. (*24280
L 72
möbl. Zimmer
rtes
von ruhig. Herrn
ge=
ſucht, mögl. m. elektr.
te ge= Licht u. ſep. Eingang.
L 82 Angeb. an Wankow,
*24298 Techn. Hochſchule. (*
2 od. mehr
Zimmer
leer od. teilw. möbl.,
mit Kochgelegenheit
od. Küchenbenutzung
ſofort geſucht.
Ange=
bote unter I. 95 an
die Geſchſt. (*24309
Giuf. nöhl. Zim.
Nähe Rheinſtr. von
ſol. Beamten geſucht.
Angeb. unt. L 93 an
die Geſchſt. (224302
Berufst. ig. Frl. ſucht
einf. möbl. Zimmer,
kompl. Bett kann geſt.
werden. Angeb. an
Schäfer,
Lauteſchlä=
gerſtr. 48, I. (*2431=
Möbl. Zimmer ruhig. Mieter, event.
mögl. Zentrum, mit Manſ., w.m. ſep., per
gebote unter L 84 an! Angebote an Roth,
die Geſchſt. (*24295 Kiesſtr. 13, II. (*24258
Meiiel Tauen
in beſter Lage, als Filiale von alter,
ange=
ſehener Firma geſucht.
Zuſchriften an H. Möſer, Wiesbaden,
Bismarckring 10.
(IV. 10637
Dauermieter
ſuchen 1 gr., ſauber
möbl. Zimmer mit
2 Betten, elektr. Licht
evtl. 2 Einzelzimmer.
Angebote u. L. 98
Geſchäftsſt. (*24321
Gut möbl. Zimmer
(el. Licht) mögl. ſepar.
ſucht Stud. (*24319
cand. med. Löwenfeld,
Prinz=Chriſtianw, 11.
Gr. leer. Zimmer
od. 2 kl. Zimmer v.
Klavier geſucht. An= ſof. od. ſpät. geſucht.
Ingenieur ſucht (*
möbl. Zimmer
mögl. ſep. Eing. Nähe
Oſtbahnh., elekt Licht
u. Heiz. Bed. Ang. an
P. Reuter,
Falcon=
werke, Ob.=Ramſtadt.
Möbl. evtl. teilw.
möbl. Wohn= und
Schlafzimmer mit
Kochgelegenheit von
jungem, kinderloſem
Ehepaar geſucht. —
Preisangeb. u. L. 3.
an d. Geſchſt. (*2417
Große
Preierndßdgrig
Teilzählung wird ge=
(105538g
währt.
Möbelhaus Menger
Bleichſtraße 17.
1 kl. Herd, 1 Bett,
ompl., z. vk. Schwartz,
Grafenſtr. 12, III. (
Kücheneinrichtung
faſt neu, zu verkauf.
Saalbauſtr. 60, II. (
Zu verkaufen
1 rund. Tiſch, 1
vier=
eckiger Tiſch und ein
Säulenofen (*24308
Hochſtr. 10, part.
Schreibmaſchine
Neuheit, farbbandlos,
direkt von der Fabr.,
240 Gm.
Weyprecht=
ſtraße 2, zwiſch, kath.
Kirche u. Saalb. ſangs2
* Reiſe= 3
Schreibmaſchine
für Mk. 120.—
abzu=
geben (10611gid
Müller & Ober
Rheinſtr. 39.
Wenig gebr. dunkelbl,
Kinderwagen
mit Gummibereifung
aus gutem Hauſe zu
verkaufen. Näh. in
der Geſchſt. (*24269
Feldgraue Joppe,
H.=Stiefel, Gr. 43, zu
verkauf.
Lichtenberg=
ſtr. 26, I., v. 1-3 Uhr. (*
Gutes Klavier
bei angem.
Barzah=
ung ſof. abzugeben
Schießhausſtraße 14,
1. Stock. (*24281
D
HERBKT 193
31.AUc.Bl8 6.SEPT.
Auskunft erteilen
der ehrenamtliche Vertreter des Meßamts Fün
den Handelskammerbezirk Darmstadt: Georg
Arnold, i. Fa. C. Arnold & Sohn, Darmstadt,
Ecke Erbacher Straße, Fernsprecher Nr. 2457,
die Handelskammerin Darmstadt, Fernsprechen
Nr. 514 und die Vertretung des Norddeutschen
Lloyd in Darmstadt, Frankfurter Straße 12/14.
Fahrkarten
für die Meß-Sonderzüge mit
Fahrpreisermäßi-
gung bei der Vertretung des Norddeutschen
Lloyd: Darmstadt, Frankfurter Straße 12/14,
Meßabzeichen
zu Vorzugspreisen durch den ehrenamtlichen
Vertreter, den Norddeutschen Lloyd
und das
MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IMLEIPZIG
N.
[ ← ][ ][ → ] mei
nehmie
Ernſt
Bedin=
„Selb
hält n
von d
Quad:
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit
ung d.
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
dieſer
loſen
mat
Welt
Ange
allen
mit
gonr
die
San
wärt
Bun
vere
abſt
Abt
beſo
ge
mac
teile
Her
lung
mer
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, dent 24. Auguſt 1924,
Rültiiter
Strickwes
solide gearbeitet, beste
Eigne Herstellung von
material an!
Auf Wunsch Anfertigung ne
SABELE
Oberhessische, handgewebte
Bis auf Weiteres verkaufen /
an Private.
Billigste Freise! Große
Textilwerk Darm
Helmenstein & Hering, G.r
Wollspinnerei / Färberei /
Sandbergstraße 16—20,
Stenographen=Verein
Darmſtadt
gegr. 1861
Neue Anfängerkurſe in
Maſchinenſchreiben
und Stenographie
beginnen am
Montag, den 25. Augufk und
Donnerstag, den 28. Auguft
abends 8 Uhr
in der Ballonſchule, Saal 9, 1. Stck.
Anmeldungen dortſelbſt in den erſten Stunden.
Syſiemwiederholung, (10632gm
Satzkürzungs= und Diktatlurſe jederzeit.
10619
Rein Uberſee 250g 5
B. HUMRIe
Mühlſtr. 76 (Ecke Nieder=Ramſtäd
Grosse Ausstellung in meinen Schaufenstern
Bismarckſtraße 27, Eingang Wer
KURSUS
zur Erlernung der
Damenschneidere
ANFERTIOUNG EGE
GARDEROBE
beginnt am 1. Septembe
Anmeldungen vorm. von 10-1
Olara Bley. Nacht
Anna Heil, geb. Be
Wilhelminenstrasse 31,
DEM ROMLRESSUKLOSE
NStA
Vor Ankauf eines
Aotorrades
ſeit über 20 Jahren
Bankbeamter, Mitte
30er, in
Vertrauens=
ſtellung, feſt angeſt.,
ſucht für ſeine beiden
herzigen Kinderchen
(2j. Söhnchen u. 8j.
Mädchen) eine
treu=
ſorg., liebev. Mutter.
Damen (mögl. nicht
über 30 J.), hierzu
wirklich befähigt und
von makelloſer
Ver=
gangenheit, woll.
Zu=
ſchriften u. K. M. 35
an die Ann.=Exped
Bernh. Bopelius, Jena
a. 5., richten, (IV,1003‟
Motor.
Täder
bitlen wir, unsere neuen
Bedingungen einzuholen.
Bis zu //4 Jahren Ziel
gewähren wir Ihnen.
Eigene fugenlose Fabrikat.
in 8, 14 und 18 Kar.
Anfertigung und Umarbeite
Juwelenstücke sowie alle Rep
und Gravierungen in eigener V
Spez.: Schwer versilberte Tisch
aus ersten Fabriken:
Hermann Macholdt, 8
aller Fabrikate.
prompt, billig u. gut.
Unſer
Reparaturbe=
trieb ſteht unter
fach=
männiger Leitung u.
verfügt über geſchulte
Spezialmonteure
Großes
Erſatzteile=
lager. — Einbau vou
elektriſchen
Lichtan=
lagen, Signalhörnern
Verlangen Sie
Koſten=
voranſchlag.
Venzin u. Oel=Station.
Renun
Generalvertreter der Deutschen
Werke, Berlin.
(9571a
DTO
Viele reiche
Aus=
länderinnen, v.
ver=
mög. deutſche Damen
a. m. Realitäten,
Be=
ſitz etc.wünſch. Heirat.
Ausk. koſtenl, Herren,
auch ohne Vermögen,
Stabrey, Berlin 113,
Stolviſcheſt 48, (98502
Preiswerte
Qualitätsweine
Darmſtadt
Grafenſtraße 20/22.
Telephon 1239. (10211a
ca, 1mlg., aus Winterfällung 23/24
ſowie
*24117f
Arbeiter 35 Jahre alt,
wünſcht die Bekantſch.
eines Fränleins, nicht
über 30 Jahre, zwecks
ſpäter. Heirat. Angabe
möglichſt m. Photogr.
gegen ſtrengſte.
Dis=
kretion unt. L 69 a. die
Geſchäftsſt. des Blatt.
Anonymzweckl. *2u4sg
Lalsegencher.
Dachdecker=
arbeiten
werden prompt,
fach=
männiſch und billigſt
ausgeführt.
Max Boglar
Neugaſſe 1, 2. Stock,
alt. Schlachthausplatz.
Poſtkarte gen. (*24274
auf Ofenlänge geſchnitten, prima
trocken, liefert waggonweiſe
Holz-
Bogef Gefkl handlung
Tel. 3199 Darmstadt Stiftstr.9
Bechtheimer Deig
Vollkräftig, naturrein
Fl. 0.95
(I. Bln
Heirat. 1o6os
Hübſche 23jähr.
Guts=
beſitzerstochter init
250 000 G.=Mk. ſofort,
ſpäter mehr, wünſcht
ſich mit Herrn auch
ohne Vermögen zu
verheiraten dch. Frau
Sander, Berlin C 25.
Kaufe zu Liebhaberpreiſen
erſtklaſſige Antiquitäten wie: Möbel, Bilder,
Bronzen, Miniaturen u. Silbergegenſtände.
Alle Gegenſtände müſſen mindeſiens 100
Jahre alt ſein. Ang.u I. 33 Gſchſt. (*241528
Oeſtricher Aflenzer
Prachtvoller beſſ. Tiſchwein
/, Fl. 1.60
WOTORENFABRIK DARMSTADT AG
DARMSTADT.
in einer Stunde (20a
billig und gut.
MALAGA rot
MUSCATELLERG
Ausgesuchte Oua
Fl. 2.50
zum
Anfertigen
inA eigener OAl
im Zuſchneidekurſus
Sohlen und Fleck
nur Bleichſtr. 9, Tel 1912
und alle Schuhreparaturen werden
ſchnell=
ſtens erledigt
(*24328
35 Eliſabethenſtraße 35
Böſche Seitenbau rechts
Fräulein
Anf. 30,
gute Erſcheinung, mit
etwas Möbel und
30 Stück erſtklaſſige
Beiladung nach
Frankfurt und zurück
ſowie ſonſtige Fuhren
nimmt an B4a
Joh. Kugler
Liebfrauenſtraße 33
Telefon 1011.
Anmeldungen vormittags. (*24317
Einſchl. Ste
Wäſcheausſt., wünſcht
mit beſſerem Herrn
gleichen Alters und
ſicherer Stellung
be=
kannt zu werden zw.
jeden Schlages
ſtehen ab Sonntag unter den kulanteſten
Bedingungen zum Verkauf. Alle Pferde
werden auf Wunſch auf hartem u. weichem
21
Boden vorgefahren.
EES
Mah-iongg
Das sensationelle Spiel des Ostens.
aller Art wird, an= Der Schlager der kommenden Winter
Saison. Auskunft: Pension Gaulé,
beſſern in u. auß, d. Heinrichstr. 55, vorm. 11—1 Uhr, nach-
Hauſe. Näh. Gſchſt (*mittags 5—7 Uhr.
(*24291
eintost
43jährige, gut ausſehende, ſolide DAME.
nicht ganz unvermög., berufstät., auch
wirt=
ſchaftlich würde einem ſolid Mann mit gut.
Charakter eine
gute, treue Lebenskameradin
werden. Am liebſten Beamten. Habe auch
Intereſſe für Gartenbau Frd. J. 336
Berl. Tagbl., Frankfurt a. M. (I BIn. 10607
Beine
7 Wäſche
gefertigt, auch Aus=
Angeb. unt. I. 107
an die Geſchäftsſtelle
ds. Bl. erb. (*24332
Telephon Wiesbaden 6226.
Gleiche Stückgröſe.
Cahen weitestgehen:
de Härmeausnutzufg
Handliche Foniſ.
Sparsamster Brennstolf.
für häusliche, geherei
che und industrielle,
Feuerungen!
VoFzüglich für
Zentrol=
heizungen und Bäcke.
reien!
Geningen Teer- und
*2
Schwefelgehalt,
da-
her rußfreieund
ge-
ruchlose Verbpennung
Geningen
Aschenge-
halt, keine Schlacken.
daher gleichmäßiges
Feuer janganhaften.
de Glufs
Nr. 33, Sonntäg, 24. Auguſt 1924
Darmſtädter Tagblatt
Die Ehe von morgen
A— er „großen und grundlegenden Erkenntnis, daß auch
EKur eine der vielen Funktionsformen des Lebens iſt”
Schriftſtellerin und Dichterin Annie
Francé=
grr= in dem Büchlein „Die Ehe von morgen” (Band 2
BrZücherei, 1924, R. Voigtländer=Leipzig) eine kurze Pſy=
Slogi-) O Phyſiologie der Ehe auf. Mit dem zitierten
Grund=
ſtelh ſich auf den Boden der Bioslehre, die ihrerſeits ſelbſt
* d beglückenden Gemeinſchaft Annie Harrars mit dem
iloſen und Naturforſcher Raoul Francé entſtammende,
tiale nizeption einer einheitlichen und organiſchen
Lebens=
taltriſt. — Klarlegung der biologiſchen Bedingtheiten, oder
ſer SIt: Unbedingtheiten für alle Lebensäußerungen iſt der
und der Bioslehre, der dann auch der zitierte
Fundamen=
ſatz ſeiner nur ſcheinbar materialiſtiſchen Tendenz
voll=
mmer itſpricht. Auf ſolcherweiſe unverrückbar feſtgelegten
ndariken baut dann der „plasmatiſche” der den
phyſio=
iſches atſachen ſich bewußt und zielklar ein= und damit
zu=
ich x ordnende Geiſt das Gebäude des Lebens und der
rſönet it auf. Es iſt ein kluger, befreiender, tapferer Geiſt,
hiers Eheproblem ins Auge faßt, doppelt wertvoll, weil
gefSi che Verkettung der Ideologie der Ehe mit den
bru=
en 22 chlichkeiten europäiſcher „Kultur” mutig in den
Vor=
grunt=ſtellt wird. Wie weit und tief die Verfaſſerin die Ge=
Irdun1 er Ehe durch unſere überzüchtete Kultur erfaßt,
zei=
die fenden Abdrücke, die wir mit Genehmigung des Ver=
UAles d. (Buche entnehmen.
Diesrpergeſchmeidigkeit der Südſeeinſulanerin iſt für ihren
unn X tig. Denn ſie muß oft die ſteilen und hohen Stämme
Paky beſteigen, um Kokosnüſſe herabzuholen. Tut ſie es
ct odc rnn ſie es nicht, ſo wird er deshalb vielleicht hungern
„ſſen. . 2 Bewohnerinnen der Pampas müſſen treffliche
Rei=
nneri n, was wieder beſondere Anpaſſung des
Körper=
tes & uisſetzt. Die kleinen Perlenfiſcherinnen der
Ceylon=
ſch=d anen und tauchen ſeit Generationen wie Fiſche.
Wür=
ann iachl” und hnen Herz= und Lungenkrankheiten an der
Tages=
nung rr, ſo vermöchten ſie dieſem gefährlichen und
anſtren=
iden uife nicht mehr nachzugehen und das Eheglück der
layifof. Männer wäre auf lange hinaus vernichtet.
So rigt ſich in einem unbeſchreiblich reichen Wechſel, bald
Preiste
E2 äuche, bald durch Lebensweiſe, dann wieder durch
ueifläizlte u, immer noch nachwirkende Traditionen ein ganzer
ve örperlichen, ſeeliſchen und geiſtigen Anpaſſungen um
Prcin Ehe. Und alle münden ſie darin, das Leben beſſer,
192
Zemn haft dauernder und angenehmer, die Fortpflanzung
ſe= ur! orgenloſer zu geſtalten. Keines will unglücklich
wer=
keiru ill Nachteile eintauſchen, alle wollen ſie Freude am
ammu in, Glück der Nachkommenſchaft haben. Leicht ſcheint
bei i. Primitiven, den Unwiſſenden, den noch ganz in den
thmry krer heimiſchen Natur Eingeordneten zu ſein. Denn
ſteherr einfachen Notwendigkeiten des Lebens wie ſchlichte
gütät Bötter und lenken die Menſchen nach den
Erforder=
en des eibes. Keine Schwierigkeit, keine ſeeliſchen Konflikte,
Eir; chung materieller und ſozialer Zwiſtigkeiten ſtiften
jetracl nd Enttäuſchung. Unverwirrt und klar wie Leben
Todo auch die Liebe, die Zeugung, das Zuſammenwohnen
die — teilung der Tätigkeit, welche dem Mann als dem
erlicht ärkeren Jagd und Fiſchfang, Hausbau und Krieg
ißt u dem behenderen, geſchickteren und ausdauernderen
be L 9wirtſchaft, Haushalt, Kindererziehung und die
zahl=
en Kuz rtigkeiten des Schmuck= und Luxusbedürfniſſes.
Aber; das iſt ſchwer, unſagbar ſchwer in Europa, wo
lturew: mehr denn zweitauſend Jahren wie ein ungeheurer
herbenn übereinander gehäuft ſind, und wo von all dem
eweſenen nd Längſtvergangenen noch hunderte Geſpenſter in
erem +, unſeren Sitten und Gewohnheiten, unſeren
Rech=
ichten tückiſch und wie heimliche Störenfriede um=
Sglaube, daß es nicht zuviel geſagt iſt, dies alles ſo
murn ei, daß hier die grundlegende Urſache geſucht
wer=
mußi arum Europa (und ebenſo Amerika, da dieſe
Tor=
ten uru ämpfe und Belaſtungen vollzählig mit dem Strom
ſerer 2 edler in ſich aufnahm) jener Kontinent iſt, der die
iſten — Licklichen, weil unzuſammengehörigen Ehen
aufzu=
iſen hal /icht nur iſt der Lebensraum des einzelnen hier von
ſer ſchrr =hen und oft durch ihre Qualität noch verſchlimmer=
Uebse ölkerung bedrängt, nicht nur drohen alle Beſtien
ſoziav Frage ſich Augenblick um Augenblick von den
Feſ=
des ates und der Geſellſchaft loszureißen, nicht nur iſt
allen iten der Horizont von Kriegskataſtrophen wie von
barzeru ſichern verdüſtert geweſen und die fortwährende
rſtörug der Naturverhältniſſe verhängte Mißernten und
Bodenerſchöpfung und Hungersnöte — nein, auch all das
Vor=
beigelebte von der Lex Carolina bis zu den Vorſchriften
früh=
chriſtlicher Fanatiker miſcht ſich als feindſelige Phantome in
un=
ſere Gegenwart.
Wenn alſo in den einfachen Lebensformen „wilder” Völker
die Ehe nur eine weitere Einordnung in die natürliche und noch
heute von keiner menſchlichen Disharmonie geſtörte Umwelt
be=
deutet, ſo kann in Europa der Sinn der Ehe nur Ausgleich
heißen. Ausgleich mit Heute und Geſtern, Ausgleich mit den
ſozialen Nöten, Ausgleich mit Vererbung und Krankheiten,
Aus=
gleich mit Uebervölkerung und Naturausrottung. Ausgleich auch
mit den Religionen, den ethiſchen und ſtaatlichen Prinzipien,
Ausgleich mit Raſſenvermiſchung und Familienideen.
Das alles fordert unſere Umwelt von uns. Das alles heißt
für uns Vorbereitung zur Vermählung, zur Entſcheidung über
die Nachkommenſchaft, über Leidenſchaften und Zuneigung, über
die körperliche und geiſtige Einheit, die wir uns von einer
wah=
ren Ehe wünſchen.
*Verſteigerte Frauen.
Die kürzlichen Vorfälle von der Verſteigerung einer Braut in
der Schweiz und einer rumäniſchen Frau, die ihr Ehemann für
drei Flaſchen Bier abtrat, zeigen, daß die uns ſo merkwürdig
an=
mutende Verauktionierung von Frauen noch immer vorkommt, In
England, iſt es noch bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts
üblich geweſen, ſich einer läſtigen Ehegattin auf dieſe ebenſo
praktiſche wie einfache Weiſe zu entledigen. Dieſer Volksbrauch
wurde von den ärmeren Klaſſen Englands als ein unerlaubtes
Mittel angeſehen, um ſich nach gütlicher Uebereinkunft von der
Frau zu trennen. Wie in einem Londoner Blatt berichtet wird,
war dieſe Anſchauung fo tief im Volke eingewurzelt, daß das
ſtrenge Verbot des öffentlichen Verkaufs von Frauen allgemeine
Entrüſtung und Aufſtände in einzelnen Dörfern heryorrief
1882 verkaufte noch ein Gatte zu Alfreton in Derbyſhire ſeine
Frau für den überaus billigen Preis von einem Glas Ale. Ein
anderer ſchlug 1887 in Sheffield ſeine „beſſere Hälfte” an den
Meiſtbietenden für 5 sh los. Es beſteht allgemein die Anſicht,
daß ein ſolches Vorgehen geſetzmäßig ſei, wenn der Mann bei der
Auktion ſeiner Frau eine Schlinge um den Hals legt. Im Jahre
1887 führte auf dieſe Weiſe ein Schlächter ſein Eheweib auf den
Markt von Smithfield und verkaufte ſie an einen
Schweine=
treiber für drei Guineen und eine Krone. Eine Zeitung jener
Tage berichtet darüber: „Wie wir hören, werden die Frauen
jetzt bald bei Chriſtios (dem bekannten Londoner
Verſteigerungs=
haus) verſteigert werden. Die Preiſe ſind auf dem Markt von
Smithfield ſehr geſtiegen und man zahlt jetzt ſtatt einer halben
Guinee 3 und eine halbe.” 1802 wurde ein „gemiſchtes Angebot”,
beſtehend aus einer Frau, einem Kind und einigen Möbelſtücken,
in Derbyſhire für 11 Schilling zugeſchlagen, und in den nächſten
10 Jahren wurden in allen Teilen Englands Ehefrauen
verſtei=
gert für Preiſe, die zwiſchen 4 sh und einem Glas Punſch und
einem halben sh nebſt einem Pfund Tabak wechſelten. Eine
dieſer verkauften Frauen wird beſchrieben als „zwiſchen 20 und
25 Jahr alt, ſtattlich, aber ein Mannweib”; eine andere wird
an=
geprieſen mit der Bemerkung: Lieſt Romane und melkt Kühe‟
doch geſteht der verauktionierende Gatte offen ein, daß ſie „
ſchreck=
lich zankſüchtig” ſei. Trotzdem fand dieſe gebildete Panthippe
einen Käufer, der 1 Pfund und einen Neufundländer für ſie
an=
legte. Ein Mann, der ſeine Frau für 5 Guineen verſteigerte, gab
ihr in der Freude über das gute Geſchäft eine Guinee, damit ſie
ſich neue Kleider kaufen könne, und ließ dann in der benachbarten
Stadt die Glocken läuten, um das Ereignis gebührend zu feiern.
Ein wirklich brauchbarer Brennſtoffſparer
Immer noch ſind die Kohlen ſehr teuer und das Gas nicht
nur teuer, ſondern ſchlecht. Die Notwendigkeit, im Haushalt zu
ſparen, beſteht heute mehr denn je und wird in abſehbarer Zeit
für die Hausfrau beſtehen bleiben. Der Heiz= und Brennſtoff.
leibt Winter und Sommer in Wohnung und Küche eine der
ſchwerſten drückenden Sorgen, und gerade auf dieſem Gebiete
ſind ja noch eine ganze Reihe von neuen Erfindungen
prophe=
zeit worden, die alle mehr oder weniger Erſparniſſe
gewähr=
leiſten ſollen, von denen aber nur ſehr wenige wirkliche Erfolge
aufzuweiſen hatten. Nunmehr hatten wir Gelegenheit, eine
Neuerung auf dieſem Gebiete in wochenlanger Benutzung ſelbſt
zu erproben und geſtehen, daß das Reſultat geradezu
über=
raſchend war. Nicht nur inbezug auf die tatſächlich, erreichte
Sparſamkeit, ſondern in erſter Linie auch in der Erzielung eines
beſſeren Brandes in Herd und Ofen. Uns liegen praktiſche
Er=
fahrungen von über vier Wochen täglichen Gebrauchs vor, die
tatſächlich überraſchten, und man beſtätigt uns die gleichen
Er=
fahrungen auch in ganz großen Haushaltungen (Wirtſchaft,
Meierei uſw.) Dieſe Brennſtoffſparer=Neuheit iſt als Roſtkorb
mit verſtellbarem Einlegeroſt (G.=M.=Sch.) von der Zentral=
Luftheizungsgeſellſchaft m. b. H., Ludwigshafen=
Darmſtadt nach langjährigen Erfahrungen und ſorgfältigen
Ausproben konſtruiert und koſtet neun Mark das Stück.
Nach jetzt vielfach betätigten Benutzungen dieſes Roſtkorbes,
der mit einfachſten Mitteln und ohne weſentliche Aenderung des
Feuerbettes an Stelle des vorhandenen alten Flachroſtes
einge=
ſetzt werden kann, bezeugen die ganz hervorragenden Erfolge,
daß dieſe weſentliche Neuheit infolge Verkürzung der Koch=,
Brat=, Back= oder auch Ofenanheizungszeiten, ſowie durch
ſtun=
denlang anhaltende Gluten und Wärmeaufſpeicherungen uſw.,
etwa 50 Prozent Brennſtoff erſpart und geradezu verblüffende
Einfachheit in der Bedienung und Ausnützung der geſamten
Herdplatte mit Nebeneinrichtungen gewährleiſtet.
Rauchbeläſti=
gungen und Rückſtände von unverbrannten Brennmaterialien
ſind ausgeſchloſſen.
Dieſer Sparer iſt jetzt vielfach erprobt worden und alle
Ver=
ſuche beſtätigen die Wahrheit des Geſagten.”
„Der Einſatz des Sparroſtes garantiert mindeſtens die
Hälfte weniger Brennmaterialanſchaffungen jeder Art, wie in
früheren Wintern, ſo daß ſich die Anſchaffungskoſten des Roſtes
ſofort erſparen; ganz abgeſehen von den ſonſtigen vielen
An=
nehmlichkeiten und langjähriger Haltbarkeit dieſer Anlage,
Dieſe Neuheit hat ſich nicht nur in Kochherden und Oefen uſw.
ganz vorzüglich bewährt, ſondern iſt auch äußerſt ſparſam für
Zentralheizungen und Retorten ze. jeden Syſtemes.
Beratun=
gen erfolgen unverbindlich und unentgeltlich.”
Zeitgloſſen
Von Heinz Scharpf.
Zehn Seiten Konverſationslexikon ergeben noch immer ein
Schaf, aber drei Schlagworte genügen für einen Leithammel.
*
Es gibt Menſchen, die ſchweigen ſo lange auf uns ein, bis
ſie alles aus uns herausgelockt haben.
Leicht iſt es, Freiheit zu predigen. Schwer, zur Freiheit zu
erziehen. Unmöglich, in Freiheit zu leben.
Ich habe im Leben nicht zwei Menſchen gefunden, die ſich
völlig gleich waren, — und nicht einen, den nicht einmal die Luſt
angewandelt hätte, Millionen gleich zu machen.
Alles Geſcheite iſt ſchon gedacht worden, aber alles Dumme
noch nicht genügend erprobt.
Menſchen ſind vielleicht gleich zu machen — Götter nie.
Von Dummköpfen bewundert werden, iſt noch lange kein
Grund, an ſich zu verzweifeln. Man hüte ſich nur, die
Bewun=
derer für keine Dummköpfe zu halten.
Den ungeſchliffenſten Leuten hängt immer die geſchliffenſte
Zunge aus dem Maul.
Schrecklich, dieſe Titulaturen heutzutage. Früher ſagte man
zu einem einfach: „Sie Kamel!” aber heute genügt kaum mehr:
„Sie Oberkamel!"
zur turgeſchichte des „Pagenhaars”
Man/ ceibt uns: Bekauntlich mehren ſich die Damenköpfe
it abgei ttenen Haaren, und es wird prophezeit, daß dieſer
de diöikunft gehöre. Einſtweilen trägt alles, was zum
geater rt oder angeſchaut ſein will, Artiſtinnen und
natür=
h auch &. Halbwelt, den Pudelkopf. — Wie iſt dieſe Mode
itſtandes‟ Vor dem Kriege ſah man ſolche Köpfe nur bei den
einen 2 hen in den romaniſchen Ländern, z. B. in Ita=
Grund war ſehr unäſthetiſch: Die romaniſchen
aul und ſchmutzig. Das kurzgeſchnittene Haar hatte
Daß die Mütter ſchneller mit dem Kämmen fertig
. ein Ordnen des Haares, Zöpfeflechten und
der=
nötig war. Außerdem, und das war die
Haupt=
ichte es eine leichtere Bekämpfung des in
romani=
ä hni ſo verbreiteten Ungeziefers, der Kopfläuſe uſw.
ſpätsi. Alter überwog dann bei den Mädchen die
weib=
de Eite), und ſie ließen die Haare wachſen.
im ge machten ſich dieſelben Gründe in den
romani=
hen Lär) r, vor allem auch im Lande der Mode, in
Frank=
eich, aypei den erwachſenen Mädchen und den Frauen
eltend. des Ungeziefers auf be ueme Weiſe Herr zu
wer=
en, mac) rnian aus der Not eine Tugend und ſtempelte das
urze Ha Jas= Produkt der Faulheit und Unſauberkeit, k. H.
ur MoSd iter dem ſchönen Namen des „Pagenhaares”, wie
s die Pr des Mittelalters und auch noch ſpäter tatſächlich
ſetragen / en.
die Entſtehungsgeſchichte des „Pagenhaares”, iſt,
iſt auch dieſe Friſur. Nomeo kann nicht mehr,
o unpoe
vie von / rranchem Maler verherrlicht, das lange, bis zu ihm
herabwaln e Haar ſeiner auf dem Balkon ſtehenden Julia
Schwärmerei von den „herrlichen Flechten der Ge=
„Netz der fliegenden Locken” iſt vorbei. Und was
Hoſtel Paulus ſagen, wenn er jetzt wieder unter
träte. Heißt es doch in dem erſten Brief an die
11. Pers 6, daß es übel ſteht, wenn ein Weib
verſchnittene Haare habe oder beſchoren ſei, und Vers 15, daß es
dem Weibe eine Ehre iſt, lange Haare zu zeugen; denn das
Haar ſei ihr von der Natur als Decke gegeben.
Ueberhaupt: Die Natur! Und nicht zum Wenigſten:
Der Naturtrieb! Ob ſich die Männer doch nicht auch in
Zu=
kunft mehr zu den von Natur mit ſchönen langen Haaren
begabten Frauen hingezogen fühlen werden, wie es ſeit Adam
var? Erinnere ich mich doch, erſt kürzlich wieder in großen
franzöſiſchen Blättern Heiratsgeſuche geleſen zu haben, die mit
den Worten ſchloſſen: „Si pas bonne chevelure, inutile‟! Und
das im Lande der Mode, in Frankreich! Die törichten deutſchen
Frauen, die die welſche Mode nachäffen, werden ſich alſo erſt
ihre Haare abſchneiden und dann wieder ſtehen laſſen, wenn die
Franzöſinnen ihre Erfahrungen gemacht haben. — Jedenfalls
iſt der „Pagenkopf” ein Kind romaniſcher Trägheit und
Un=
ſauberkeit. Eine deutſche Frau ſollte das nicht mitmachen.
* Lebenskampf
Von A. B.
Nacht iſt es, grauenerregend heult der Wind. Die alten
Bäume im Park des St.=Moritz=Hoſpitals biegen ſich vor ſeiner
Wucht und krachend ſtürzen die dürren Aeſte zu Boden. Ein
ſchwertönend, gigantiſches Lied. — Im Krankenhaus ſelbſt herrſcht
große Stille. Nur im Seitenflügel brennt ein abgedunkeltes Licht.
Hier kämpft ein junges Menſchenleben mit dem Tode. Mit
weit=
geöffneten Augen, fiebrig=heißen Wangen, die Hände krampfhaft
in die Decke gepreßt, liegt da ein in der Blüte der Jugend
ſtehen=
des Mädchen. Wild kommt es von ihren Lippen: „Horch —
horch — wie er tobt, der ſchaurige Tod! Mich will er holen. —
Nein — ich gehe nicht mit! — Leben — o ſüßes Leben, du biſt
ſo ſchön! — Ich will noch leben, ich will mich freuen an dir! —
Hörſt du es, Tod? Ich will leben!“
Erſchöpft ſinkt die Kranke in ſich zuſammen. Die Schweſter
legt kühlende Aufſchläge auf die heiße Stirn und ſucht die
Patien=
tin zu heuuhigen.
Plötzlich ſtürzt draußen im Garten ein Baumrieſe unter
fürchterlichem Geächze zuſammen, der Wind heult zum
Ohren=
zerreißen. Mit lautem Aufſchrei ſitzt die Kranke in ihrem Bett.
„Schweſter, Schweſter, hilf mir, er kommt! Siehſt du ihn, wie er
zur Tür hereinkommt? O, wie er lächelt, wie er ſich freut
übe=
die Beute, die er jetzt machen willl! O nein, ich gehe nicht
mi=
ihm, ich will leben! Hörſt du es, Tod? Ich will leben — leben
—leben!“
„Ruhig, mein Kind, das iſt der Wind, der ſo heult. Nieman)
iſt im Zimmer,” beruhigt die Schweſter.
„O, du ſiehſt ihn nicht, hier ſteht er ja, jetzt kommt er auf
mich zu!” Unruhig wirft ſich die Kranke hin und her. „Geh fort,
du garſtiger Tod! Jetzt will er mich packen. Nein, nein, du
kriegſt mich nicht!” Schnell wirft ſie ſich auf die andere Seite.
Verzweifelnd ruft es aber ſogleich: „O, nun hat er mich doch
gepackt! Wie kalt iſt deine Hand, Tod. Laß mich los — laß
mich los — laß mich los!” Zuerſt zornig, dann kommt es ganz
flehentlich heraus: „Laß mich doch los!‟ Darauf verlaſſen ſie die
Kräfte und Stille herrſcht im Zimmer.
Auch draußen läßt der gewaltige Kampf der Natur langſam
nach. Nach einer Weile öffnet die Sterbende die blutleeren Lippen
und flüſtert: „Tod, lieber Tod, iſt es wahr, was du mir eben
erzählt haſt? Wenn ich nicht mehr hier auf dieſer Erde bin
komme ich dann wirklich dahin, wo Friede iſt? Iſt das wahr,
Tod? Komme ich zu meinen Eltern ins himmliſche Paradies?
Tod, ei, dann bis du ja gar nicht grauſam. Ich gehe mir dir.”
„O, was höre ich da?‟ Verklärt ſchaut ſie an die Decke. „O,
wie — ſchön! Welch — ſchöne — Muſik — — was — für — ein
Glanz. — — Der Himmel iſt ja offen. Die Engel kommen
herab=
geflogen. O — zu mir kommen ſie! — Mich holen ſie! — Tod
— ich — darf — ja — — — heim!” Beglückt und ſelig kommt
dies von ihren Lippen, dann ſchließen ſie ſich für immer.
Stille iſt nun eingekehrt. Auch draußen iſt das gewaltige
Naturſpiel vorüber. Mit einem Ruck haben ſich die Wolken
ver=
teilt und voll und klar leuchtet der Mond in das kleine
Kranken=
zimmer und zeigt der Dahingeſchiedenen den Weg zur ewigen
Heimat.
mae
teile
lun
4Das herbſtliche StraßenkleidltSchwarz=weiß, die Uebergangsmode
Das Sommerkleid wird zunächſt durch das Mantelkleid
ab=
gelöft, das ſich weiter dauernder Beliebtheit erfreut und einen
feſten Platz im Garderobenſchrank jeder Frau geſichert hat. Ihm
kommt die ſchlanke, loſe Hemdform beſonders zuſtatten, die trotz
welliger Falbeln und Schrägblenden, trotz ein= und aufgeſetzter
Pliſſeeteile ihren geradlinigen Charakter bewahrt. Durch
ge=
muſterten Stoff, anders gekönten Duigetin oder Ledertuch,
ſchmale und breite Treſſe, Stepperei und Bieſen werden
eigen=
artige Schnittformen beſonders hervorgehoben, oder die lange
Fläche eines Kleides aus Rippen= oder Velourſtoff in Querlinie
unterbrochen. Das ſo ſehr beliebte Karomuſter beſchränkt ſich
auf Säumchen=, Knopf=, und Ligierſchmuck. Bei Mantel= wie
bei Jackenkleidern herrſcht noch die tiefe Gürtellinie vor, die auch
für ſtärkere Figuren die bisher vorteilhafteſte Kleidform bildete.
Eine grundſätzliche Veränderung der Linie, wie ein
Saiſon=
wechſel gern mit ſich bringt, iſt daher ein gewagtes Experiment
und ohne die ſchlanke loſe Silhouette zu verlieren, verſucht man
durch ſtarkes Hinaufrücken eine neue Note zu ſchaffen, die teils”
an den Direktiven=, teils an den Empireſtil erinnert. Ob ſich
dieſe wohl für jugendlich ſchlanke Geſtalten reizvolle Neuheit
durchſetzen wird, bleibt abzuwarten.
Tief gegürtet iſt das auch für ältere Namen geeignete
Man=
telkleid aus nußbraunem Gabardin, Abb. 8136, das eine
durch=
laufende, nach links übergreifende Vorderbahn zeigt. Der
rück=
wärtige Rockteil aus Futterſtoff wird durch loſe fallende
Ober=
ſtoffteile überdeckt, deren obere mit einem Vorſtoß aus
gemuſter=
ter Seite umrandet iſt. Kragen und Gürtel aus gleichem Stoff
ergeben im übrigen den belebenden Ausputz des einfachen
Klei=
des. Erf.: etwa 3,75 Meter Stoff, 120 Zentimeter breit, 25
Zenti=
meter Seide, 50 Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 92, 104,
112 und 120 Zentimeter Oberweite.
Schwarze Treſſeneinfaſſung betont die Schnittform der
Rock=
falbeln und Aermelanſatzteile des hübſchen Mantelkleides aus
dunkelblauem Wollrips, Abb. 7317. Durch Abnäher an beiden
Achſeln iſt das Kleid der Figur angepaßt. Es wird ſeitlich durch
Bindeſchluß zuſammengehalten. Erf.: etwa 5 Meter Stoff, 120
Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 84 und 92 Zentimeter
Oberweite.
An dem Hemdkleid aus mittelgrauem Gabardin, Abb. 7400,
iſt durch quergeſetzte, leicht eingehaltene Treſſe und
Kettenſtich=
reihen die glatte Hemdform wohluend unterbrochen. Durch
Dop=
pelknöpfe zuſammengehalten, öffnen ſich die vorderen Ränder
über einem Latz aus weißem Krepp=Georgette, mit dem der
Vor=
ſtoß an den Aermeln übereinſtimmt. Erf.: etwa 3,50 Meter Stoff,
130 Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 92 Zentimeter
Ober=
weite.
Karierter, weicher Wollſtoff findet eine geſchmackvolle
Ver=
arbeitung in dem Mantelkkeid, Abb. 8000. Seitlich eingenähte
Falten geben dem durchgehend geſchnittenen Kleide, eine gute
Linie. Dem rechten vorderen Rande, der durch einen Knopf
ge=
halten wird, ſowie den Aermeln iſt eine zackige Preßfalbel aus
weißem Schleierſtoff eingeheftet. Erforderlich: etwa 3 Meter
Stoff, 130 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 92 Zentimeter
Oberweite.
Wie an Abb. 7841 gezeigt iſt, liebt man es noch immer, ein
Kleid durch einen kleinen Umhang in Pelerinenform zu
vervoll=
ſtändigen. Für unſere Vorlage war feiner, weicher Wollpopeline
verwendet. Das Kleid iſt hinten durchgehend geſchnitten und
auf der Vorderbahn aus Futterſtoff mit drei breiten
Preßſal=
beln bedeckt. Mit dieſen ſtimmt der Umhang überein, für den
ein 3 Meter weites, gerades Stück oben in eine beſtickte Blende
gefaßt iſt, die ſich vorn als Bindeband fortſetzt. Erf.: etwa 5.50
Meter Stoff, 120 Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 92
Zenti=
meter Oberweite.
Durch ſchmale Stoffblenden gehaltene Preßfaltenſtreifen
er=
geben die moderne Garnitur des Jackenkleides, Abb. 8138, aus
marineblauem Gabardin. Die in tiefer Gürtellinie mehrmals
gereihte Jacke tritt breit bis zum linksſeitigen Bindeſchluß über,
harmonierend mit dem Einbahnenrock. Erf.: etwa 4,50 Meter
Stoff, 130. Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 88, 96 und 104
Zentimeter Oberweite.
Wo keine Schnittverkaufsſtelle am Ort, ſind alle Schnitte zu
beziehen durch die bekannten „Beher=Schnitte‟, Leipzig,
Rathaus=
ring 13.
Spricht man ſchon vom Herbſt? Wie voreilig doch die Mode
iſt! Noch voreiliger als ihre ſchönen Vertreterinnen, die Frauen,
die ſich noch gar nicht gern von ihren hellen Kleidern, Hüten und
Sonnenſchirmen trennen wollen. Immerhin iſt es gut, ſich auf
Unabwendbares langſam vorzubereiten, und dieſes
Unabwend=
bare, iſt der Herbſt und mit ihm die ſchwarz=weiße Mode.
Schwarz=weiß iſt immer kleidſam, immer originell Weniger
ſtreng als das klaſſiſche Koſtüm iſt das „dreiteilige”, das auf
un=
ſerer Abbildung aus ſchwarzem Wollſtoff iſt und aus Rock, Jacke
und weißem, mit ſchwarzen Knöpfen verzierten Jumper beſteht.
Das dreiteilige Koſtüm hat den Sommer glücklich überſtanden
Elegantes Nachmittagskleid, Koſtüm aus ſchwarzem Wollſtoff;
aus ſchwarzem Crepe Georgette
weiß abgeſetzt.
mit weißem eingeſetzen
Dazu weißer Wollſweater
Vorderteil
mit ſchwarzen Knöpfen.
und ſegelt mit den beſten Ausſichten auf weitere große Erfolge
in den Herbſt hinein. Der Grad ſeiner Eleganz hängt natürlich
von der Wahl des Stöffe und der Anwendung ſeiner
Garnie=
rung ab. Der weiße Wollvorſtoß, der Saum und Seidenteile
des Rockes, Aufſchläge, Gürtel und Taſchen umrandet, iſt durch
den unvermutet kraſſen Gegenſatz zu der ſchwarzen Wolle ganz
beſonders wirkſam.
Sehr viel eleganter — dient es doch auch nachmittäglichen
Zwecken — iſt das Kleid aus ſchwarzem Crepe=Georgette, bei
dem die moderne gegenſätzliche Note durch ein Vorderteil aus
weißem Crepe=Georgette erreicht wird. Der Verſuch, die Taille
wieder etwa zu heben, wird durch eine aparte Drapierung
ge=
macht, doch ſind wir vom Direktoireſtil, der am Modehorizont
auftaucht, noch ziemlich weit entfernt. Intereſſant iſt es, daß die
Mode den großen Hut wieder zu Ehren bringen willll.
Be=
ſonders für nachmittags und abends. Man hat ſich die kleine,
jungenhafte Glocke doch etwas übergeſehen und will ihren
bubi=
haften Charakter durch den Glorienſchein, den ſchwarzer Samt
um ein Frauenantlitz legt, erſetzen,
Renate Ramm.
NeueModeſtoffe für
Spätſommer und Frühher
So vielſeitig, wie die Sommerſtoffe nach Webart un
ſterung waren, werden auch die ſtärkeren Spätſommer und
herbſtſtoffe erſcheinen. Für Kleider einfachen Genres: für
ßen= und einfache Nachmittagskleider, werden außeror?
viel geſtreifte Stoffe mit feinem Nadelſtreif in den verſcl
ſten Farben angeboten. Höchſt originell wirken Streife
mit darüber gebreitetem, phantaſtiſchem Muſter, in vorw
orientaliſchem Geſchmack und ebenſolchen Farbenzuſamm
lungen. Marocains mit neuen Zeichnungen und Muſert
farbig garniert, werden ſcharfe Konkurrenten in Ripsjoffe!
Ripsmouline, der letztere teilweiſe ſtark kontraſtierend), cha
rend, erhalten, Cotele und Burberry, werden neben Gahar
weichem Tuch und einem ungemein ſchmiegſam, aſtzleſtend
lendem Kaſchmir, für dieſe Art Kleider zur Verfügung
während für die Uebergangsmäntel, Moos=, Matallſe
äußerſt reizvolles Gewebe, neben ausgeſprochenem Niſher
namentlich das vornehmer Genre vertreten wird. Für die
ſommer= und Frühherbſt=Abendkleider bietet die Mode 0.
glänzende Kunſtſeidenſtoffe, die in Verbindung mſt r
Pelzbeſatz, entzückende Neuheiten ergeben.
Die Farben Blau, zart Sand= und Lehmfarbig, Bra
allen Schattierungen, ein ſtumpfes Mandelgrün, für die T
Mattziegelrot, für die Frau in mittleren Jahren Na
Schwarz=weiß, und ein ſtumpfes Blaugrün, werden ute!
anderen Farben vorherrſchen. In ganz auffallender Wei)”
die erſt vor kurzem ſtark in Aufnahme, gekommene 904
Strohgelb auch im Frühherbſt noch von der Mode bevorzus
den. Ja, es ſcheint, als plane ſie noch allerlei Ueberroſch.
mit dieſer ihrer augenblicklichen Modefarbe, die vom ſo be
pliſſierten= oder Faltenrock, mit dazu paſſender oder auc
ſtändig abſtechender loſen Sakkojacke, ſich auch auf das C1
Nachmittagskleid: das große und kleine Geſellſchaftskled.
dehnen verſpricht. Ja, ſogar ſchon wärmende Abendhüllen
viertellange, weite Mäntel, mit Schulter= oder langer hu
rine, weite, faltenreiche, bis auf oder über den Rockſaum 1.
Abendcapes, mit übereinanderfallenden Glockenvolauté ooe
wenigſtens deren Abſeite, fein pliſſiert, graziös gebufft 1
reiht, am koſtbaren Modell ſogar von Spitzenfalbela Al=
Eva
M=
chen, ausgeſtattet.
Ei
4Der zeitgemäße Hausſ
ueber Spanferkel. Auguſt und September Iio.
den Genuß des Spanferkels die beſte Zeit. Seine Aube
auf der Tafel geſtaltet die Mahlzeit zu einem beſonder.
Die gewöhnlichſte und vielleicht auch die beſte Weiſe Ner. 24
tung gibt La Reyniere in ſeiner Gaſtronomie folgell.
an: Nachdem man das Spanferkel in kochendem Voll.
brüht hat und ihm ein ſchönes Stück Butter mit Schlt
Zivollen, Gewürznelken, geſpickten Zwiebeln uſw. i I.
geſteckt hat, zieht man es auf den Bratſpieß und lab.
dem Feuer, gleich einem mannbaren Mädchen, keinen As
aus den Augen. Sich bildende Bratenblaſen betzubl.
ſorglich mit einem Stück Butter und übergießt 22 ſol
mit dem eigenen abfließenden Safte, damit es eine
bekommt. Will man das niedliche Tierchen aber noch Pe.
reiten, dann füllt man die Leibeshöhle mit einer Füle.
haclten eigenen Lerer, abgekochtem Speck, Trüffeln. S
nons, feinen Kapern, gehackten Sardellen, feinen Krölte.
kenpfeffer und Salz (am beſten Seeſalz wegen des Ni.
ſchmacks). Sobald der junge Freund dieſe zubor 1..
Farce im Leibe hat, bindet man ihn mit Bindiode.
ihn dann in der Pfanne. Er kommt zur Tafel, . ”
ſcharf=ſüßlichen Orangenſoße.
Beim Schlagen von Eiweiß erhält, vo
den nötigen Stand des Schnees, wenn man zum Schle.
ſtatt des üblichen Porzellan= oder Tontopfes einel. L.
Aluminium verwendet. Dann dem Eiweiß etwſs. O
und erſt langſam und ſchließlich immer ſchneler ichlcs.
Maſſe ſo ſteif iſt, daß man ſie mit dem Meſſer ſchneiden kot.
Eine einfache Art des Eierkonſerhi.
zuvor mit einem in Eſig getauchten Läppchen gereih.
und zum Abtöten etwa anhaftender Bakterien in eine we.
Löſung von übermanganſaurem Kali gelegten Sict L
vor gut durchleuchtet, in ein fauberes Gefäß ben Oics. 2
lan oder Steingut geſchichtet, worauf man ſie mit O.
aus 10 Liter lauwarmem, wieder abgekühltem Waſſe
gam Natronwaſſerglas (Drogerie erhältlich) üherdeb.
von der Flüſſigkeit bedeckt ſind. Mit Pobier pechl.
ſich die Eier in dieſer Flüſſigkeit ½—34 Jahr unverooe
im Geſchmack und laſſen ſich auch kochen.
2 nmer 235.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
Seite 13.
Sandags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
bin bloß froh, daß die Vorſehung net uff den Gedanke
kum is un hodd mich zu=eme Vereins= odder
Verbandsvor=
ſitze geſtembelt, dann nemlich die Sorje hedde mich
heechſt=
wak inlich vollichſter um de Verſtand gebracht. Seidem’s
nem modern geworrn is, die Veraſtaldunge unner freiem
Hinz abzuhalde, do hodd ſo e Vorſtand außer all dene
an=
nerr ywierichkeide, als da ſind: Erlaubnis, Ehrendame, Fahne
un iche, Danzzeddel, Muſick, Feſtbrodäckder, Feſteſſe,
Feſt=
redde/ eſtziech un was waaß ich noch vor Feſtdeiwelszeich, ohne
dem heid unner kaane Umſtende mehr abgeht — — alſo do
ZhodS• Vereinsvorſtand noch mit=eme Faggdohr zu rächne, der
zwo letzte Moment die ganz Veraſtaldung iwwern Haufe
werf) ut. Un deß is des Wädder.
— deß Wädder in dem Summer unſeres Mißvergniechens,
wo f rn jedem aanslinge Dag die ſemtliche vier Johreszeide
mit ihre ſchlächte Agewohnheide e Rangdewuh gäwe, alſo
Geß E, ſo en arme Vereinsvorſtand an de Rand vun
Heppen=
heim— rge. Sogar de Schwimmvereine, die wo doch im
Allge=
mein- s Naſſe gewehnd ſin, dene war deß zuletzt e bißche
zu=
biel, ſie hawwe deshalb äxdra die Badhofe fiddern un
im=
bräſc en loſſe. Die Billjedeer un Kondrolleer am große Woog
ziehe, ar langſam Worzzel, un ich for mei Daal bin nor froh,
oaß 2 ääche net aach noch vun unne kimmt, dann ich wißt in
em waaß Godd net mehr, wie ich noch de Schärm halde ſoll.
Alſo mit dene Vera’ſtaldunge
unner freiem Himmel, deß hodd
Dißjohr ſei Nauwe un, wie
ge=
ſagd, ich bin deßhalb meim
Schickſal vun Herze dankbar, daß
ich net de Willäm Kalbfuß bin.
Nemlich ich hab mer ſage loſſe,
der hedd in ſeine Eichenſchaft
als Vorſitzender vum heſſ.
Aan=
zelhannel die ganz Woch kaa Aag
vun ſeim Brifadbaromeder
ge=
dha un hedd deßhalb in ganer
Duhruffde Mackbrunne geguckt,
ob der net iwwerlaafd odder
gar uff= un devoſchwimmt un
haamdickicherweis ſein Standord
verennerd, ohne ſich lang an den
ſtädtiſche
Mackblatzverſcheene=
rungsbebauungsblan zu kehrn.
Nemlich dodraus hedd=er
ge=
ſchloſſe, de Herr Kalbfuß, daß
ſich dann aach bei ſo=ere
imbro=
fiſierde Sinnflud de
Orrangerie=
gadde net mehr an die
Ab=
nachuru un Bollezeivorſchrifde halde dhut, ſundern eifach uff
Land aft geht, mit allem, was drum un dra henkt. — Un
ſo wei nadierlich Eſſich gewäſe mit dere „
Handels=
cham
inſſtauſendnoihnhuhndärrtfieärrund=
wari h” (1924, des is geſchriwwe nooch de neie
Orddegra=
ieh, B3 vo die Owwerpoſtdiräcktzion Darmſtadt for de
Fern=
rächrz hr erausgäwwe hodd; ich kumm noch druff zu redde!).
Na) n’s korz zu mache, mit dere imbrofiſierde Sinnflud
ar’s de Mackbrunnebaromeder ſteht noch uff dem alte
llatz, Drrangſcheriegadde aach, un ſo konnd die „
Handels=
hau K.!, geſtern morjend in meim Beiſei feierlichſt ereffend
ſärrn. war mit reichlicher Verſpedung, weil de Herr
Owwer=
orjemm r ſo lang hodd uff ſich warde loſſe, awwer deß is
n nett Sel genumme worrn, dann er hodd als
Ausſtellungs=
bjäckd d— Sunn mitgebracht, die ſtädtiſch Sunn, un des war
ach wie verth. Wann: jemand bezweifelt, mei Zwangsmiedern
immti f ihrn Dienſteid, dann die war aach debei, die
Na=
ſern. 7. die nimmt, wann fe freigehalde wärrd un wann’s nis
bes rtlich alles uff ihrn Dienſteid. Die Koſtbrowern,
habs ich, die hodd ſich do geſtern widder emal gud gedha
hods it=eme Eifer „verſucht”, als kreegd ſe’s uff Aggord
— — — Awwer ich will net vorgreife, ſundern
im=
ſch=/ — Reih nooch.
Alſ.) er e klaa bische ſei Aage uffgemacht hodd, die Woch,
is nn ie e verſchlofener Laabfroſch dorch’s Städtche gehibbt,
wS”, alſo deß blaßblaue, vergißmeinnichtfarwiche Blaggad
fgefall) i, mit dem ullgiſche Kaafmannsſtift druff, der wo e
ſicht yt wie de Dood vun Ibbern, jedenfalls weil er
ver=
e hoo rvas er eichentlich in die Dudd eneiwieche ſoll; odder
er 7 grad dodriwwer klar is worrn, daß er valleicht doch
gan u. richdiche Räbräſſendand is for ſo e großziechich
Ver=
ſtalduru Zum Glick hodd’s wenichſtens unne dra geſtanne,
demu aggad, um was ſich’s eichentlich hannelt. Un
drotz=
m is nir jedenfalls ſo gange wie noch viele annern, die
o vunu n Blaggad uff die Veraſtaldung geſchloſſe hawwe,
mit 1 che gemiſchde Gefiehle bin ich gäſterd
enausgeſtiw=
delt in . Orrangſcheriegadde. Wie geſagd, der Ooſe=
Kaaf=
annsſrſt hodd mer wie e beeſer Alb uff de Bruſt geläche un
b uffs Schlimmſte gefaßt gemacht.
s +. halb ſo wild. Die „Handelsſchau” is nemlich nis
jehr urz wenicher wie e richdichgehend Ausſtellung. Un zwar
ndlich C e Ausſtellung, in däre wos aam net ſchlächt
verrd. deß will bei dene Ausſtellunge, die wo ſunſt hier
raſſiernyf unn was haaße. Un es is aach net bloß e gewehnlich
lusſtelle-) ſundern es is, um mich uff gud Deitſch auszudricke,
Add=' tzion brima Ranges. Dodermit kann
Darm=
ſadt wr” mal Brulljes mache un de Herr Vorſtand vun de
urbladiſteverbendler, der hedd’s gor net needich
ge=
ſaſ ſcheide zu ſchreiwe „Handelsſchau Darmſtadt”
ſun=
ruhig ſchreiwe derfe: „Ha=Scha=Da!‟. Deß weer
lich uff aans erauskumme, awwer es hedd doch er=
heblich großmogeliſcher ausgeſähe. Awwer no, ſo ſin mer hald
emal, mir Darmſtädter, wann mer werklich emal mit ebbes de
dicke Willäm maggiern kenne, ausgerächend dann ſin mer
be=
ſcheide.
Alſo die „Handelsſchau” die is vorablich e Ausſtellung vun
Kononial=, Läwens= un Genußmiddel. un Sie
brauche net glei zu erſchrecke un in de Angſt an Wageſchmier zu
denke, die wo mer fälſchlich als „Marmelade” bezeichne dhut,
odder an nadurrein Kunſtbudder, die wo ſich in=eme Afall vun
Greeßewahn als „ächde Margarine” uffſpielt, odder an Nidro=
Glizerien, deß wo mer in de Verzweiflung als „Weinbrand” in
ſich eneiſchidde muß, odder an alte Seegrasmaddratze, die wo
mer ſo ſchluckſeſiefe als „ſchineeſiſche Tee” verkonſumierd, odder
an eigedrickt Beddſtroh, deß wo aam als „Sauerkraud”
uffge=
ſchwäzzd wärrd, odder an ächte Bohnekaffee, der wo ſich
hinne=
nooch als gebrennd Geeleriewebrieh endpubbt, odder an „
Spag=
geddi” aus Babierkordel, odder an en Zemendbrabſch, der wo
aam als „Eiernudel” ſärwierd wärrd, odder an „ächte”
iwwer=
ſeeiſche Buchelaab=Kanaſter, un wie all die viele un ſcheene
Läwens= un Genußmiddel ſchrecklichen Agedenkens aus de
Kriegs= un Noochkriegszeid benamſt warn. Die Zeid is
goddſei=
dank vabei, wos gehaaße hodd „Gold gab ich fier Eiſen” un
„Babbedeckel fier
Led=
der” un „Ich kenne
keine Baddeien mehr,
ich kenne nur noch
Marmulade‟. Die
fragwärdiche un
err=
fiehrende. Wahlſprich
ſin genslich
iwwer=
wunde, un for de
hei=
diche Kaafmannsſtand
gild als Dewieſe
od=
der ſozuſage als
Feld=
geſchrei widder der
alte dreie Wahlſpruch
„Vom Guden das
Beſte” odder „Nur
der Gehalt macht’s”
odder „Gud, viel un
M billich‟. — Deß ſin
Hfdd-ad
imn hie Wahlſprich,
die wo ſich ſchließlich bei jeder aſtendiche Fa enagelung ſähe
loſſe kenne, weil mer ſich nemlich dodrunner aach was
vor=
ſtelle kann.
Awwer, un deß is grad des, wo’s in dem Fall druff akimmt,
nemlich mer wärrd in dere Läwens= un Genußmiddel=
Handels=
ſchau=Ausſtellung net bloß mit ſcheene Sprich abgeſpeiſt, ſundern
mer kann ſich ringsdicherum ſadd eſſe un drinke. Un wie
ge=
ſagd: alles for nix! Es embfiehlt ſich bloß, daß mer ſich Deller
un Löffel un Gawwel mitbringd; am beſte is e Kochgeſchärr un
e Kriegsbeſteck, wo de
Löf=
fel un die Gawwel
ge=
wiſſermaße als ſiameſiſche
Zwilling gleich anennaner
gewachſe ſin; un dann
val=
leicht noch e klag
Schnabs=
gläsche (un wann’s bloß e
Värrdelche hellt!), un e
Kaffeekobbche, un en
Ruck=
ſack. Mit dere Ausriſtung
kann mer’s dodraus im
Orrangeriegadde ruhig mit
ſemtliche
Weldmeiſter=
ſchaftsmetzelſuppe=
Schambinjongs ufſnemme
un kann ſich vun ganer
Baddallie in die anner
ſtärtze, ohne daß mer
pauſiern muß. Gäſterd
bei de Eiweihung, do hawwe deß nadierlich die verſchiedene
Ehrengäſt noch net gewißt, un wann mir’s die klaa Krawutſch
vun=eme Sindiguß net verrode hedd, do weer ich nadierlich aach
mit leere Hend an dene Koſtbrowepaffeljong um die Brenn erum=
gange un hedd worde miſſe, bis aaner odder die anner ferdich
war. Dann die hawwe ſich Zeid genumme zum „verſuche”! Un
beſunners beim Stoltenkamb do hadde verſchiedene Herrn de
Geſchmack aſch weid hinne .. . . Kunſtſtick! Nemlich äwe
der Stoltenkamb, der hodd mich, ausgerächend mich, uff
Flaſche gezoge un behaubt vun mir, ich weer e Ligehr un aus de
„feinſte” Kraiter zuſammegeſetzt (hodd der e Ahnung!) un ich
weer deshalb des Ligehr for den „väſtenndiche Genießer”, un
mei „lieblicher Duft” deht noch lang noochſchmecke, un
beſun=
ners nooch em Eſſe dhet ich „des Wohlbefinde hewe”, dhet die
„Läwensfreude ſteigern”, de „Geiſt areeche” un die „Geſellichkeit
fördern”, weßwäche ich net bloß bei de „Herrn beliebt” weer,
ſundern aach „im Kreiſe ſcheener Frauen”. — Alſo wann deßkaa
Injuhriebeleidichung is, dann mecht ich emol wiſſe, wie aa
aus=
ſieht, die wo aa is. Kann ich wos defor, daß ich ſo en a ziegliche
Name hab, der wo ſich im Digläckt gornet widdergäwwe leßt?
Un brauch mer deß aam vorzuſchmeiße? No, in de erſte Raaſch
wollt ich nadielich dem Schnabbsbrenner an de Krage, awwer
do hodd mich aaner vum Ehrenausſchuß uff die Seid genumme
un ſeegt, deß weer net bees gemaant un deß weer doch ſozuſage
als e „Ehrung” uffzufaſſen.
No, iwwer die „Ehrung” war ich mit Recht einichermaße
per=
bläx; noch verbläxerer war awwer mei Zwangsmiedern, dann wie
die geſähe hodd, wie ſich die Menſchheid um mich reiſt, do hadd
ſe mer widdermal die Freundſchaft gekindicht un hodd geſagd,
mit Leid, die wo en Schnabsname hedde, mißt ſe de Verkehr
ab=
bräche, un wann de Herr „Owwer” un die annern „Spitze” beim
Verſuche aach kaa Mien, verzoge hedde, es gebt grad genug
Leid, dene wo ich ſchun im Maage lieje dhet — ohne
Schnabs. Dodermid is ſe eniwwer geſchuſſeld zum Schallachbärch
un hodd ſich an Klagne eigewickelt. Wobei ſich’s noch net emal
genau feſtſtelle leßt, wieviel Portzione Nudel, Bulljong, Kaffee,
Tee un Konnſärfe, als ſe, im Rooches un vor lauder Angſt, ſie
kem zu korz, in ſich eneigewärcht hodd, deß habgieriche Geſteck,
des verhuzzelte. Jedenfalls, wie ich ſe de Awend näwer dem
Webſtuhl gefunne hab, den wo ſe in ihre Verwirrung for en
Radioabberad ageguckt hodd, do war’s heechſte Zeid, daß es
duſter worrn is. Ich war ſelbſt net mehr ganz ſicher uff de Baa
vun dem viele gucke un ſo — — — no un mei Mudder ſeelich
hodd immer geſagt, wann’s am ſcheenſte weer ſollt mer haamgeh.
Un deß hawwe mer aach gemacht, wobei mer noch uffgefalle is,
daß die Karlsſtraß vun Dag zu Dag ſchmäler wärrd, un die
Haiſer immer äxbräſſioniſtiſcher.
Alſo wann Se heid enausmache, in de Orrangſcheriegadde
uff die Handelsſchau — vergeſſe Se des Kochgeſchärr net, un die
ſiameſiſche Zwilling, un e Schnabsgläsche, meeglichſt net greeßer
wie e Schobbedibbche. Awwer ſorje Se immer defor, daß die
Ausriſtung in de Famillje bleibt, was Se nemlich aus de Hand
gäwe, ſin Se los un dann kenne Se in de Mond gucke, odder
meinswäche aach in de Mars, was in dem Fall uff aans eraus
kimmt.
Zuſammefaſſend un gewiſſermaße als Reſumee, odder als
Nutza wendung, odder meintswäche als Bauernreechel kann ich
vun dere „Handelsſchau=Läwens=un=Genußmiddel=Geſchmacks=
Ausſtellung” doch ſage: alſo es unnerliggd net dem geringſte
Zweifel, daß unſer Induſtriefawrigaddzion un alles, was
dode=
mit verwandt odder verſchwächert is, widder uff de Heeh is. Un
wer als noch glaabt, die Darmſtädter Aanzelhennler kennde nis
uff die Baa ſtelle, un weern mit ihrm Geſchmack noch drei Stund
hinner Fui Deiwel dehaam, dem is net zu helfe — der ſoll halt
in Goddesname nooch Frankfort geh, wenn er ſei drei Drumbel
los werrn will. Und der, der wo die Woch im Bladd ſo
ſchich=
dern gefragd hodd, ob’ hier noch Kinſtler gebd, der ſoll ſich die
Ausſtellung agucke, un do wärd er die ſunnerbar Erfahrung
mache, daß es hier noch Kinſtler un Kunſthandwerker gibd,
die wo aus em Nix eraus was „Muſtergildiches” hiebringe, ohne
daß mern „ſo vun owwe runner” Ziel un Richdung gibd — un
zwar innerhalb zwag Dag! Deß ſoll dene mal aaner
nooch=
mache! Unnern annern Umſtend hedd mer do drei Monad dezu
gebraucht.
Korz un gud, de Willäm Kalbfuß kann mitſamſt ſeine ganze
Handelsſchau=Ausſchißler uff ſeine Loorbiern ausruhe; un wann
de Heer Owwerborjemaaſter die Stadtſunn widder mitgenumme
ſollt hawwe, die Ausſtellung brauch mer deßhalb net ärdra
deggadiern zu loſſe, mag’s rächene wie’s will, die geht net
ei! Jedenfalls, mich bringe in de nechſte acht Dag do kaa zehe
Gail mehr eraus, mehr kann ich gornet verdiene. Un weer mich
zu ſpreche winſcht, ſoll in de Orrangeriegadde kumme — de
Stoltekamp un de Schallachbärch wiſſe Beſcheid — —
Bienche Bimmbeinell.
Pöſtſchkribbdumm: Jetzt hedd ich im Eifer beinoh
vergeſſe, daß gäſterd noch e Ausſtellung eigeweiht is worrn,
un zwar die „Schuhmacherei=Fachausſtellung” im Saalbau.
Märkwärdicherweis hodd mich der Feſtausſchuß dodezu net
eigelade. Hab ich die Herrn vun de Schuſter=Innung valleicht
emol verkrummbelt? Meines Wiſſens net. Jedenfalls hawwe
ſe gemaand, ich dhet vun ihrm” Fach doch nir verſteh (als wann
mer aach alles deß verſteh mißt, wo dezu mer bflichtgemäß ſein
Semfd gäwwe muß!). Awwer do ſin die Herrn doch e bißche
ſchief gewiggelt, jawohl „Abſatz mit Stifde”, grad in ihrm
Fach bin ich dehaam, wenn aach net ſo gud, wie de Hans Sachs.
Nemlich vor alle Dinge bin ich vun Geburd aus ſchun e „Bäch”, driddens behaubde derſchiedene Leid, mei Geiſt un mei
Witz, den wo ich alle Sunndag uff die Menſchheid losloſſe dhet,
der weer ſo zeh wie „Wiener Babb”; annern dodegäche ſage
widder, ich dhet Manchen „e paar ameſſe”, die dhete „ſitze”, un
mei „unſichtbare Nieſter” weern de Staat all; noch annern ſage
mer nooch, ich weer e bidderbees „Schaffdeſtebbern” un e ganz
egelhafd „Drahtziehern”, un wann ich aan „verſohle” dhet, kennt
er ſich net mehr ſähe loſſe unner de Leid; ſogar die klagne Kinner
rufe mer nooch: „Hä, ſie hodd die Zugſtiwwel a, Bächknolle
dra, Bächknolle dra!” — Awwer deß is mer alles ganz egal, die
Haubtſach is, daß mei Kundſchaft mit meine Arweid zufridde is,
ſunſt kemt net ganz Darmſtadt ausgerächend zu mir, „wann ſe
de Stiwwel drickt”
Vun de Schuhmacher=Fachausſtellung uff’s Summertheater
zu kumme, is allerdings e bische en gewagder Saldo mordal.
Awwer vun de Schuſter uff die Poete, deß is kaa Kunſtſtick.
Un ſo därf ich, wann mer kaaner was uffgebunne hodd, heid
meine Drawande am Blatz!
BOlbTAl
de Laalitätsmarkef
Achten Sie beim Einkauf genau auf den Hamen „MAGGl”” und die rotgelbe Packung. Andere Würfel stammen nicht von MAGGl.
O
en, Briketts
Holz
empfiehlt
mi. Schwertigen Qualitäten
untesl rantie für ſtreng reelle
u. rompte Bedienung
zu beil end ermäßigten Preiſen
Axer Walter
rnſprecher 2222
T: Arheilgerſtraße 130. 18)
Büro und St dtlager
Bjetzt Liebfrauenſtr. 32.
Auf Wunſch (10649
Aichen Vertreterbeſuch.
O
Land=
Achtung wirte!
Nur 6 Tage verkaufe
ichLandw. Maſchinen
u. =Geräte, Elk.=
Mo=
tore, Lampen und
Birnen, Gabeln,
Hacken, Schaufeln u.
Spaten weit unterm
(10604sm
Preis.
Albin Bezella,
Kranichſteinerſtr. 11,
Häufel
Wir ſuchen 1-2 D
Wirtſchaftsſtühle
2420
zu kaufen.
KorſetzfbrGündnerLang
Telephon 894.
Darmſtadt—Frankfurt-
Vilbel und zurück
am Dienstag mit Laſtauto
Beiladung erwünſcht (1066o
Gutenbergſtraße 5
Schmttt Telephon 2660
LadenRegale
zu kaufen ge
An=
geb. u. 1. 100 an d.
Geſchäftsſt (24323
Größerer
Porzellan=Ofen
gut erhalt, zu kauſen
geſucht. Angeb. mit
Preis unt. L. 108 an
d. Geſchäftsſt. /724349
Wer erteilt
italieniſchen
Anfangs=Unterricht
gegen Unterricht in
der engliſch. Sprache?
Angebote unter L. 85
an die Geſchſt. (* 24294
Gründliche
Nachhilfe
Math., Lat., Engl.,
Franz., bis Oberſek.,
darſtell Geometrie,
erteilt Student.
An=
fragen unter I. 86
an die Geſchſt. (*24283
We
Ingenieur
erteil Unterricht in
allen Fächern d.
Ma=
ſchinenbauſchule.
Angebote u. L. 102
Geſchäftsſt. (*24331
Engländerin
gibt Unterricht i
Eng=
liſchen für Anfänger
und Fortgeſchrittene.
Angebote u. 1. 110
Geſchäftsſt. (24342
Mathematik reine u.
angewdt, d. akad, geb.
Lehr, Vorber, a, alle
Ziele, Nachh.
Witt=
mannſtr. 60, I./B 8134
Vee
übernimmt
Privatunterricht
einſchl. Engl. u. Franz.
ſowie Klavierſtunden.
Angeb. unt. 1. 66 an
die Geſchſt. (*242388g
Wer bet. ſ. an franz.
od engl.Konv.=Zirk.*
224314)Luiſenſtr. 34,I.
ABertauſcht
vertauſcht
in d. Buchhandlg, v.
Schlapp, Schulſtraße.
Umtauſch erbet.
Bis=
marckſtr. 78. Seſeph.4
neilen M
Pureh!
Schuhmacherei Wilhelm Hübner
Mathildenplatz 10, II. (1
(9710
Ständige
Ankaufsstelle
von Brillanten, Gold= u.
Silber=
waren, Perſerteppichen,
Kunſt=
gegenſtänden ::
:: befindet ſich
gogſtraße 2, Tel. 1202.
„Selb
hält n
bon d
Quad:
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
dieſen
loſen
Ae
Wekt
Ang
allen
mit
gonr
die
San
wärt
Bun
vere
beſo
me
teile
Darmſtädter Tagblatt
Handelsblatt
24 Auguſt 19247
Nachgeben der Reichsregierung in der
Aufwertungsfrage.
In den Verhandlungen des Aufwertungsausſchuſſes iſt am
19. d. M. eine bedeutſame Wendung eingetreten. Der
Vor=
ſitzende Dr. Steiniger (Deutſchnatl.) brachte einen formellen
An=
trag auf Aufhebung der 3. Steuernotverordnung ein (ſ. unten)),
während das Zentrum, das ſich bis jetzt zurückhaltend gezeigt
hatte, einen Antrag vorlegte, aus dem hervorgeht, daß auch die
Vertreter der ſtärkſten Regierungspartei eine Aenderung der
3. Steuernotverordnung fordern. Zur intenſiven Förderung
einer Neuregelung der Aufwertungsbeſtimmungen hat der
Aus=
ſchuß, wie wir bereits am Donnerstag mitteilten, einen
Unter=
ausſchuß eingeſetzt und ihm für dieſe Arbeiten feſt umriſſene
Richtlinien vorgeſchrieben. Unter dem Eindruck der oben
er=
wähnten und nächſtehend veröffentlichten Anträge hat dann auch
die Reichsregierung ihren Widerſtand gegen eine Neuordnung
der Aufwertungsbeſtimmungen aufgegeben. Miniſter Dr. Luther
und Staatsſekretär Joel haben unſerer Mitteilung vom
Don=
nerstag zufolge im Aufwertungsausſchuß entſprechende
Erklä=
rungen abgegeben, wobei erſterer ſich etwa wie folgt äußerte:
Er begrüße die Einſetzung des Unterausſchuſſes und ſei bereit,
deſſen Arbeiten nach Kräften zu fördern.
Dem Unterausſchuß, der unmittelbar nach den
Reichstags=
beratungen über das Londoner Abkommen zuſammentreten wird,
gehören an: Dr. Steiniger Deutſchnatl.), Vorſitzender, Dr.
Schetter und Dr. Fleiſcher (Ztr.), Profeſſor Dr. Bredt
(Wirtſchaftspartei), Dr. Dernburg (Dem.), Dr.
Hilfer=
ding (Soz.). — Zur Aufwertung liegen folgende Anträge vor:
Antrag Dr. Steiniger (Deutſchnatl.):
1. Die dritte Steuernotverordnung wird mit dem
30. September 1924 — mit rückwirkender Kraft — aufgehoben.
Für den etwaigen Entwurf neuer Vorfchriften über die von ihr
geregelten Rechtsverhältniſſe wird die Beachrung folgender Geſichts=
punkte erwartet:
a) Die durch die Verordnung beſeitigten oder beeinträchtigten
Rechte ſind wieder herzuſtellen und in ihrer Wirkſamkeit
nur ſo weit zu beſchränken, als dies mit der Rückſicht einerſeits auf
Treu und Glauben, andererſeits auf die Billigkeit, insbeſondere die
wirtſchaftliche Lage der Gläubiger und Schuldner
verträglich erſcheint;
b) in erſter Linie iſt darauf Bedacht zu nehmen, daß für die
wie=
derherzuſtellenden Schuldverpflichtungen ein Zinſendienſt
auf=
genommen wird, deſſen Umfang für das Reich
alljähr=
lich feſtgeſtellt werden mag und auch im übrigen verſchieden
bemeſſen werden kann. Der Rentendienſt des Neiches (§ 42)
und die Verpflichtungen der Gemeinden für ihre Spau=
kaſſen, ſowie aus den aufgenommenen Anleihen ſind grundſätzlich
in vollem Umfang wiederherzuſtellen.
c), auf möglichſt raſche Wiederbelebung des öffentlichen Vertrauens
und beſchleunigte Klarſtellung der Grundſtücksbelaſtung iſt ebenſoſehr
Bedacht zu nehmen, wie darauf, daß die laufenden Verpflichtungen der
Grundſtückzeigentümer aus den Grundſtücksverträgen erfüllt werden
können.
Antrag Dr. Fleiſcher (Ztr.):
1. Artikel 1 der dritten Steuernotverordnung vom 14. Febr. 1924
(Reichsgeſetzblatt I S. 74) wird dahin abgeändert, daß für
An=
ſprüche aus Rechtsverhältniſſen, die vor dem Inkrafttreten dieſer
Ver=
ordnung begründet ſind, die Zahlung einer beſtimmten, in Reichswäh=
Handel und Wandel in Heſſen.
* Die Zahl der Konkurſe im Bezirk der
Handels=
kammer Darmſtadt hat im Juli Ifd. Js. die gleiche Höhe
behal=
ten, wie im vergangenen Monat, nämlich 4. Die meiſten der in Konkurs
geratenen Firmen ſind erſt während der Nachkriegs= oder
Inflations=
zeit gegründet worden. Das Geſchäftskapital iſt nicht ſehr bedeutend.
Es war daher für ſie beſonders ſchwer, über die jetzige Ebbe am
Geld=
markt hinwegzukommen. Falls im laufenden Monat keine weitere
Ver=
ſchlechterung der allgemeinen Wirtſchaftslage eintritt, dürfte mit einem
Rückgang der Zahlungseinſtellungen zu rechnen ſein. — Auch die Zahl
der Geſchäftsaufſichten hat im Juli keine Steigerung gegen
den Vormonat erfahren. Verhängt wurde auf Antrag die Aufſicht
über 4 Firmen. Obwohl es ſich auch hier um jüngere Unternehmen
handelt, ſo befinden ſich doch darunter ſehr rührige Werke, die gezeigt
haben, daß ſie Gutes zu leiſten in der Lage ſind. Es iſt zu hoffen, daß
ſie über die jetzige Kriſe ſchnell hinwegkommen und den Betrieb voll
aufnehmen können. Die dadurch bewirkte Entlaſtung des
Arbeitsmark=
tes kann dieſer ſehr vertragen. Doch muß vorerſt abgewartet werden,
wie ſich die Londoner Ergebniſſe und die eingeleiteten
Anleiheverhand=
lungen auf die innere Kaufkraft und den Geldverkehr auswirken. Bö.
— Heſſiſche Staatsanleihen. Die auffällige Steigerung
der Kurſe der 2ſta 9 Heſſiſchen Staatsanleihe, die in den letzten Tagen
zu beobachten geweſen iſt, veranlaßt, wie die B. B. Z3. zu berichten
weiß, das heſſiſche Finanzminiſterium zu der Mitteilung, daß der Staat
dieſer Kursbewegung vollſtändig fernſteht. Irgend eine reale Unterlage
für eine Höherbewertung beſteht nach Meinung des Miniſteriums in
keiner Weiſe. Dagegen ſind, wie das heſſiſch Finanzminiſterium meint,
Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß von intereſſierter Seite aus mi rein
ſpekulativer Abſicht dieſe Bewegung künſtlich in Szene geſetzt worden iſt.
— 6prozentige Holzwertanleihe der Stadt
Of=
fenbach a. M. v. 1923. Der für die Verzinſung der Anleihe vom
1. Oktober 1923 bis 1. Oktober 1924 maßgebende Holzpreis iſt einer
Be=
kanntmachung der Bürgermeiſterei zufolge auf 32 Goldmark pro
Feſt=
meter feſtgeſtellt worden. Für den am 1. Oktober 1924 fälligen 2.
Zins=
ſchein werden daher bezahlt: bei 1 Feſtmeter 2 Goldmark, bei ½
Feſt=
meter 1 Goldmark, bei ¼ Feſtmeter 0.50 Goldmark.
Wirtſchaft des Auslandes.
E.P. Die ſchweizeriſchen Bundesbahnen.
triebseinnahmenüberſchuß der ſchweizeriſchen Bundesbahnen
Juli betrug 14 875 000 Fr., der Betriebsüberſchuß über die erf
nate d. J. beträgt 72 208 613 Fr., d. h. bereits 16 Millione
als in derſelben Periode des Vorjahres.
* Die franzöſiſchen Einfuhren. Die franzüf
fuhren in den erſten 7 Monaten 1924 betrugen 22 R2632000
5 680 940 000 Fr. mehr als im Vorjahr. Die Ausfuhr beli
24 296 013 000 Franken, d. h. 7 734 789 000 mehr als im Vor
Gewicht nach betrug die Einfuhr 33 551 406 Tonnen oder
mehr als im Vorjahr, die Ausfuhr 16 034 628 T. oder 2 739
als 1923.
BR. 7680 Millionen Pfund Sterling
Staatsſchuld. Aus einem vom britiſchen Schatzamt ſoebe
gegebenen Blaubuch geht hervor, daß ſich die geſamte
Großbritanniens am 31. März auf 7 680 623 355 Pfund
zifferte. Davon entfielen 6 554 810 014 Pfund Sterling au
Schuld und 1 125 813 339 Pfund Sterling auf die äußere
Sch=
der inneren Staatsſchuld ſind 5 561 100 193 Pfund Sterling
fundiert.
Die Halle. Eine neue Tageszeitung für Lebens
Landesprobukte. Ab 15. Auguſt erſcheint in Gebr. Richters
anſtalr, Erfurt, eine Tageszeitung für Lebensmittel und Lande
die neben intereſſanten Fachartikeln einen umfaſſenden Nachri
über alle Produkten= und Lebensmittelmärkte des In= und
bringt.
Warenmärkie.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
rung ausgedrückten Geldſumme zum Gegenſtand haben und bei denen
es ſich um Vermögensanlagen handelt, die durch den Währungsverfall
entwertet find, der Zinſendienſt in Höhe von 0,5 v. H. des
Goldwertes der Forderung am Tage der
Begrün=
dung des Schuldverhältniſſes für das Jahr am
1. Januar 1925 mit der Maßgabe beginnt, daß an dieſem Tage
die Zinſen ab 1, Julf 1924 gezahlt werden. Weitere rückſtändige Zinſen
ſind als erlaſſen zu betrachten. Der Zinsſatz ſteigert ſich ab 1. 1.
1926 um je 0,1 v.H. für das Jahr bis zum Höchſtſatz von 1 v.H. Bei
mündelſicheren Anlagen ſteigert ſich der Zinsſatz um 0.1 v. H. jährlich bis
zum Höchſtſatz von 1,5 v.H. Vereinbarungen höherer Zinſen zwiſchen
Gläubiger und Schuldner ſind zuläſſig. Als Vermögensanlagen gelten
die im Artikel 1 8 1 Abſ. 2 bezeichneten Anſprüche.
2. Die Zahlung der gemäß vorſtehender Beſtimmungen verzinſten
Hauptſchuld kann nicht vor dem 1. Januar 1932 verlangt
wer=
den. Der zu zahlende Betrag berechnet ſich nach den Grundſätzen, die
für die Kapitaliſierung einer Nente maßgebend ſind (das 25fache des
Höchſtzinsſatzes). Durch Geſetz wird beſtimmt, unter welchen
Voraus=
ſetzungen Gläubiger und Schuldner eine frühere Zahlung der Schuld
verlangen können.
3. In § 12 Abſatz 2 iſt folgender Satz anzufügen: „Ferner werden
Anſprüche aus familien= und erbrechtlichen Auseinanderſetzungen nicht
als Vermögensanlagen angeſehen, auch wenn ſie nicht in
wiederkehren=
den Leiſtungen beſtehen und durch Hypothek geſichert ſind.
II.
1. Für die Anleihen des Reichs und der Länder,
die vor dem Inkrafttreten dieſer Verordnung aufgenommen worden
ſind und auf Reichsmark lauten, wird der Zinſendienſt zunächſt in
Höhevon 0,5 v. H. des Nennwertes für das Jahr am 1. Jan. 1925
mit der Maßgabe wieder aufgenommen, daß an dieſem Tage die Zinſen
ab 1. Juli 1924 gezahlt werden. Dies gilt nur für
Schuldverſchrei=
bungen und Schuldbuchforderungen, ſowie für ſolche Anleihen, bei denen
nicht eine Verpflichtung zur Rückzahlung der ganzen Anleihe innerhalb
zweier Jahre nach der Aufnahme der Anleihe beſteht. Dieſe
Vorſchrif=
ten gelten auch für Gemeinden und Gemeindeverbände,
ſoweit nicht durch Reichsgeſetz ein anderes beſtimmt wird. In
Einzel=
fällen kann die oberſte Landesbehörde, falls beſondere Vevhältniſſe
vor=
liegen, für die Anlage einer Gemeinde oder eines Gemeindeverbands eine
Regelung treffen, die von den vorſtehenden Vorſchriften abweicht. Die
Reichsregierung kann mit Zuſtimmung des Reichsrats die für
Gemein=
den geltenden Vorſchriften auf die Anleihen öffentlich=
recht=
licher Körperſchaften und Anſtalten, ſowie auf die in
8 41 des Hypothekenbankgeſetzes bezeichneten
Schuldver=
ſchreibungen für anwendbar erklären. Weitere rückſtändige Zinſen aus
der Zeit vor dem 1. Juli 1994 ſind als erlaſſen zu betrachten. Eine
Einlöſung der Hauptſchuld kann bis auf weiteres vom
Gläubiger nicht gefordert werden.
2. Die in Ziffer 1 vorgeſehenen Zinſen ſind auch denjenigen zu
zahlen, die ihre Anleiheſtücke bis zum Nennwert von 20 000 Mark auf
Grund der Verordnung der Reichsregierung vom 19. Mai 1923
zurück=
gegeben haben. Die Finanzämter ſind anzuweiſen, bedürftigen
Kleinrentnern die Steuer zu erlaſſen, die ſich aus der
Umwertung der Reichs= und Staatsanleihen ergeben. Sollte die
Natu=
ralrückgabe der Anleiheſtücke techniſch unmögkich oder aus ſonſtigen
Gründen untunlich ſein, ſo ſind dieſe Perſonen in angemeſſener Weiſe
zu entſchädigen. Inwieweit die Träger der Sozialverſicherung für die
früher in ihrem Beſitz geweſenen, während der Inflationszeit im Jahre
1923 veräußerten Anleiheſtücke hierbei zu berückſichtigen ſind, bleibt einer
beſonderen Regelung vorbehalten.
Antrag Dr. Düringer (Dtſch. Vpt.):
Einen Unterausſchuß einzuſetzen, der die dem Ausſchuſſe
vorgeleg=
ten Anträge nach folgenden Geſichtspunkten nachzuprüfen hat:
1. Inwiefern iſt eine Verzinſung der öffentlichen
An=
leihen (Reich, Länder, Gemeinden) und der Vermögensanlagen der
3. St. N.V. möglich.
2. Inwieweit iſt eine Erhöhung des
Umwertungs=
ſatzes (15 Proz.) bei den Vermögensanlagen der 3. St. N.V. möglich.
3. Inwieweit iſt eine Rückwirkung der
Aufwertungs=
vorſchriften möglich.
4. Was hat zu geſchehen, um im Gegenſatz zur 3. St.N.V. eine
gleichartige Behandlung, aller Gläubiger
herbeizu=
führen?
Um nrch einmal auf die Erklärungen des
Reichsfinanz=
miniſters (ſiehe oben) zur Einſetzung des Unterausſchuſſes
zu=
rückzukommen, ſo iſt feſtzuſtellen, daß dieſe keine ſachliche
Stellungnahme enthält. Weite Kreiſe des
Hypotheken=
gläubiger= und Sparerſchutzverbandes erblicken darin jedoch ein
Nachgeben der Regierung und glauben, daß die
Regie=
rung mit dieſer Erklärung nunmehr ihren grundſätzlichen
Widerſtand gegen jede Neuaufrollung der
Aufwertungs=
frage aufgegeben habe,
* Stand der Geſchäftsaufſichten. Der Zentralverband
des Deutſchen Großhandels e. V., Berlin W. 8, Budapeſter Straße 21,
der am 20. 8. ſeine fünfte Liſte der unter Geſchäftsaufſicht ſtehenden
Firmen herausgegeben hat, teilt uns aus dieſer mit, daß die Zahl der
bisher unter Geſchäftsaufſicht Geſtellten heute 2870 beträgt, von denen
bis jetzt 579 wieder aufgehoben worden ſind. Die Zunahme ſowohl
wie auch die Abnahme der Geſchäftsaufſichten war innerhalb der
letz=
ten zwei Wochen weſentlich geringer als in der gleich langen Vorperiode.
Zulaſſung wertbeſtändiger Wertpapiere zur
Beleihung bei der Reichsbank. Das Reichsbankdirektorium
hat beſchloſſen die nachſtehend aufgeführten wertbeſtändigen
Wert=
papiere zur Beleihung bei der Reichsbank zuzulaſſen. 5proz.
Gold=
hypothekenpfandbriefe der Bayeriſchen Handelsbank in München, Reihe
1—5, 5proz. Roggenpfandbriefe der Bayeriſchen Hypotheken= und
Wech=
ſelbank in München, 6proz. Goldhypothekenpfandbriefe der Baheriſchen
Hypotheken= und Wechſelbank in München 5proz. Goldpfandbriefe der
Bayeriſchen Vereinsbank in München, Serie 1—12, 5proz. Roggen=
Kommunalſchuldverſchreibungen der Braunſchweig=Hannoverſchen=
Hypo=
thekenbank in Hannover, 8proz. Goldhypothekenpfandbriefe Reihe 1 der
Deutſchen Genoſſenſchaftshypothekenbank A.=G. in Berlin, 10proz.
Gold=
hypothekenpfandbriefe Reihe 2 ber Deutſchen
Genoſſenſchaftshypotheken=
bank A.=G. in Berlin, 10proz. Feingold=Pfandbriefe des Erbländiſchen
Ritterſchaftlichen Creditvereins in Sachſen, 5proz.
Goldhypothekenpfand=
briefe der Pfälziſchen Hypothekenbank in Ludwigshafen, 6proz.
Gold=
pfandbriefe der Preußiſchen Zentral=Stadtſchaft in Berlin, 8proz.
Gold=
pfandbriefe der Preußiſchen Zentral=Stadtſchaft in Berlin, 10proz.
Goldpfandbriefe der Preußiſchen Zentral=Stadtſchaft in Berlin, 5proz.
Goldpfandbriefe der Rheiniſchen Hypothekenbank in Mannheim, 5proz.
Roggen=Kommunalſchuldverſchreibungen von 1923 der Rhein.=
Weſtfäli=
ſchen Bodenkreditbank in Köln, 5proz. Goldpfandbriefe von 1923 der
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Bodenkreditbank in Köln, 5proz. Gold=
Kommu=
nalverſchreibungen von 1923 der Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Bodenkredit=
bank in Köln, 10proz. Gold=Kommunalſchuldverſchreibungen von 1994
der Rheiniſch=Weſtfäliſchen Bodenkreditbank in Köln, 5proz.
Goldhypo=
thekenpfandbriefe Reihe 1 und 2 der Sächſiſchen Bodenkreditanſtalt, in
Dresden, 6proz. Goldhypothekenpfandbriefe Reihe 1 der Süddeutſchen
Bodenkreditbank in München.
* Von den ſüddeutſchen Waren= und Prof
märkten. Am Getreidemarkt waren die Vorgänge an den
bezw. nordamerikaniſchen Märkten für die Tendenz ausſchl
Von den amerikaniſchen Märkten wurden zunächſt feſtere Kur
der, doch trat in den folgenden Tagen, ſpeziell gegen Wochener
dem Druck umfangreicher Zufuhren eine Abſchwächung zuta
meiſte Intereſſe fanden wieder die Angebote in Hard=Winterwv
billiger zu beſchaffen iſt als andere Provenienzen. Die F.
lauteten für die 100 Kg. Hardwinter zweite Auguſtverſchiffung
für ſeeſchwimmende Ware auf 14,25 hfl. eif. Rotterdam.
15,75, desgl. II 15,40, desgl. III 15, 79 Kg. Barletta Ruſſo
79 Kg. Roſafé 14,55 hfl. eif. Rotterdam. Weſtern=Noggen 10,
Roggen, ſeeſchwimmend, 11,10 hfl. eif Rotterdam. Gerſte hatte
haften Markt. Ruſſiſche Gerſte 63/64 Kg. ſchwer,
verladeberei=
terdam, war zu 12,85, 67/68 Kg. ſchwere Donauware zu 12,80
100 Kg. eif. Rotterdam offeriert. In Hafer lagen Angebot
Weſtern=Hafer II, ſeeſchwimmend, zu 11,50, Plata=Hafer 46/4
9,35—9,45 und Plata=Clipped=Hafer, Naturalgewicht 52 Kg. 9,7
100 Kg. eif. Rotterdam. Mais blieb gefragt, man zahlte für
i=
dam disponiblen Platamais 9,85—10 und für ſeeſchwimmen
9,85—9,90 hfl. für die 100 Kg. eif. Rotterdam.
Das Geſchäft in Inlandsgetreide war lebhafter al
Vorwoche und es wurden bedeutende Umſätze getätigt. Die
über die einheimiſche Ernte lauten nicht befriedigend. In der
näheren Umgegend iſt die Kornfrucht im allgemeinen gut in d
nen gekommen, während in rauheren und höher gelegenen Geg?
Kornferucht teils geſchnitten am Bod liegt und infolge des Rege
ſtark gelitten hat. Die an der Börſe gezeigen Muſter der dies
Ernte enttäuſchen hinſichtlich der Beſchaffenheit. Intereſſe
für gute, geſunde, trockene Waxe.
Die Getreidepreiſe im hieſigen Verkehr lauteten zuletzt
100 Kg. waggonfrei Mannheim für Weizen, inländiſcher, 23—23
ländiſcher 25—27,50, Roggen, inländſicher, 18—18,25, ausländi
Gerſte 21,50—24, Hafer 19,50—20, Mais 18,50—18,75 GM.,
Am Mehlmarkte richtete ſich die Preisbewegung ne
Brotgetreideofferten. Da die letzteren anfangs der Woche höl
teten, ſo ging der Mehlpreis für Weizenmehl, Vaſis Nul, bs
GM., wurde dann aber auf 34 GM. von den Mühlen emäß
der zweiten Hand wurden anfangs der Woche 34, Ende der M
GM. gefordert. Das Hauptgeſchäft wickelte ſich wiederm mt
diſchem Weizenmehl ab, und zwar wurde argentiniſches Weizine
31 GM. für die 100 Kg. waggonfrei Mannheim umgeſet. Eſe
Konkurrenz für die ſüddeutſchen Mühlen iſt in den elfäſſiſchen in
— Auflöſung der Außenhandalsſtelle der Me= zöſiſchen Weizenmehlen entſtanden. Die Offerten aus dem
tallwirtſchaft. Die Außenhandelsſtelle der Metallwirtſchaft, der aus Frankreich ſtellen ſich infolge der von der franzöſiſchen ge
bereits ſeit längerer Zeit die Befugnis zur Erteilung von Ein= und bewilligten Ausfuhrprämie weſentlich niedriger, als das Fahnia.
Ausfuhrbewilligungen entzogen iſt, wird nunmehr durch die in dieſen Mühlen. Für elſäſſiſches und franzöſiſches Weizenmehl, 8o”
Tagen im Reichsanzeiger zur Veröffentlichung kommende Verordnung werden 7,50—7.80 Dollar für die 100 Kg. frei Grenzſtationn ge
des Reichswirtſchaftsminiſters endgültig aufgelöſt. Soweit Waren aus dem Nordamerikaniſche Patentmehle fanden zu 34 GM. die 100 Gh. 1
Zuſtändigkeitsgebiet dieſer Außenhandelsſtelle noch dem Ein= oder Aus= frei Mannheim Aufnahme. In Noggenmehl intereſſeren, in de
fuhrverbot unterliegen, iſt für Ein= und Ausfuhrbewilligungen der ſache die ſchleſiſchen und norddeutſchen Fabrikate. Für ſchleſch
Reichskommiſſar für Aus= und Einfuhrbewilligungen zuſtändig.
* Geſchäft sbelebung in der Damenkonfektion. Kg. bezahlt.
Nach einer ſeit mehreren Monaten anhaltenden allgemeinen
Geſchäfts=
ſtockung zeigt ſich gegenwärtig wieder eine Belebung in der Damen= Nachfrage, beſonders für Kleie und Futtermehle. Aleie eio)
konfektion. Namentlich die Damenmäntelfabriken erhielten anläßlich der bis 11,50 GM., Weizenfuttermehl 14,25—14,50, Nachmehl
d-
jetzt in Berlin ſtattfindenden „Durchreiſe” einen ſehr zahlreichen für je 100 Kg. frei Waggon Mühle. Trockenſchnitzel auf Lieſe
Einkäuferbeſuch. Nachdem ſich der Einzelhandel ſo lange von den Dis= tober—November—Dezember ſind zu 10,50—11 GM. ab öuc
poſitionen für Herbſt und Winter zurückgehalten hat, ſtellt ſich nun= ſtationen angeboten. Rapskuchen werden mit 12,50 und Lehlit”
mehr, wo der Beginn der neuen Saiſon nahe bevorſteht, die
Notwendig=
keit der Beſchaffung von Neuheiten um ſo dringender ein. Aus allen
Teilen des Reichs kam die Kundſchaft nach Berlin, um die neuen
Mode=
erſcheinungen kennen zu lernen und Beſtellungen zu machen. Es ward
mit großer Vorſicht gekauft und die ſonſt um dieſe Zeit erteilten
Nieſen=
orders blieben diesmal aus. Indeſſen ergaben die vielen mittleren
und kleinen Abſchlüſſe einen Auftragsbeſtand insgeſamt, der die
Damenmäntelkonfektion für die nächſte Zeit beſchäftigt. Da die
Lager=
beſuche ſich noch fortſetzen werden, dürfte es an Arbeit nicht fehlen. In
Anbetracht der geſchwächten Kaufkraft des Publikums wurden
aus=
nahmslos billige Mäntel aus Velours und Eskimo beſtellt. Die dafür
kalkulierten Preiſe wurden allgemein als zu hoch von den Käufern
ab=
gelehnt, ſo daß ſich die Konfektion gezwungen ſah, die Forderungen bis
auf die Selbſtkoſten zu ermäßigen, um zu Abſchlüſſen zu kommen. Die
Notwendigkeit dazu liegt in den bedeutenden Stoffvorräten der
Damen=
konfektion, die außer den ſchon vorhandenen Geweben noch bedeutende
Mengen von den Tuchfabriken zu erwarten hat. Bekanntlich mußten
auf Anordnung der Deutſchen Tuchkonvention die Webereien,
die ihr faſt ſämtſich angehören, jede Annullierung oder Minderung der
gegebenen Aufträge zurückweiſen. So iſt denn die Damenkonfektion
gezwungen, die Stoffe abzunehmen. Um ſie verwerten und bezahlen
zu können, müſſen dieſe Waren verarbeitet werden, und ſo hat man ſich
entſchloſſen, ohne jeden Nutzen die Aufträge der Einkäufer anzunehmen.
Allerdings iſt die Mäntelkonfektion der Meinung, daß ſchon Anfang
Oktober infolge der ſpäten und unzureichenden Dispoſitionen der
Ab=
nehmer ine Knappheit an Stoffen und daher auch an
Damen=
mänteln eintreten wird, die dann zu einer weſentlichen
Preiser=
höhung führen muß. Bemerkenswert iſt die augenblickliche
außer=
ordentlich rege Nachfrage nach waſſerdichten Damenregenmänteln noch
für den Sommer. Sie werden von allen Seiten dringend verlangt, und
die Damenkonfektion konnte den größten Teil ihrer Vorräte abſtoßen.
genmehl, 70prozentige Ausmahlung, wurden 23—23,50 GM, füt
Für Futtermittel beſtand, auch in dieſer Woche
22 GM. die 100 Kg. ab Oelfabrikſtationen genannt. Nauhſte
Erwerbsgeſeliſchaften.
* Rheiniſche Automobilbau A.=G., Deutſche
Ge=
ſellſchaft für die Lizenz E. Bugatti (Rabag)
Mann=
heim=Düſſeldorf. In der Generalverſammlung wurden durch
5 Aktionäre 19 190 Stamm= und 5000 Vorzugsaktien vertreten. Die
Vor=
ſchläge der Verwaltung fanden einſtimmig glatte Erledigung. Vorſtand
und Aufſichtsrat wurde Entlaſtung erteilt und der rechnungsmäßige
Ueberſchuß von 1,521 Bill. Mark auf neue Rechnung vorgetragen. Der
Vorſitzende des Aufſichtsrates, Generaldirektor Rud. Funke=Düſſeldorf
machte über den gegenwärtigen Stand der Automobilinduſtrie
bemerkens=
werte Ausführungen, denen wir u. a. entnehmen: Die Lage der
deut=
ſchen Automobilinduſtrie iſt heutzutage durch den ſcharfen. Wettbewerb
des Auslandes eine gerade traurige. Man könnte zwar den Wettbewerb
mit dem Auslande wohl aufnehmen, wenn man nicht gar zu ſehr von
den Einzelteilfabrikanten, die die Vergaſer, elektriſchen Anlagen, Näder,
Bereifungen uſw. herſtellen, abhängig wäre. Dieſe Einzelteilfabrikanten
betreiben eine Preispolitik, die den Abſatz nach dem Auslande ganz
un=
möglich macht. Es iſt ſchon viel darüber geſchrieben und geſprochen
worden, ob die Grenze für die Auslandsware geöffnet wird. Im
be=
ſetzten Gebiet wurden die ausländiſchen Waren hereingelaſſen. Da hat
ſich die Tatſache ergeben, daß die Konkurrenz nicht groß war. Die
Qualität der deutſchen Ware iſt eben doch ſo hervorragend, daß die
Deutſchen immer wieder die deutſchen Waren bevorzugen. Wenn die
Grenze geöffnet wird für Einzelteilfabrikate, dann ſtünde die
Automobil=
induſtrie beſſer da. Was die Bugattiwagen betreffe, fo habe man auch
aus der Preſſe erſehen, daß die Wagen mit erſten Preiſen aus den
Rennen hervorgingen.: Der Wagen ſei ſehr beliebt, aber die Kundſchaft
wünſche, daß man ſich den Auslandspreiſen anpaſſe. Der Ablatz ſei
des=
halb ſehr erſchwertz=
unveränderten Markt.
Für Malz beſtand ſtärkere Nachfrage für letztjährige Ve
gegen die diesjährigen Malze weniger verlangt werden. Die P=.
la. Ware ſtellen ſich auf 42—44 GM., mittlere Sorten auf. 3—
und geringere Quglitäten auf 35—36 GM. die 100. Kg. 0b Nc.
ſtationen.
Für alte Hopfen, beſtand weiter lebhaftes Interelſe
Preiſe ſind auf 250—300 GM. geſtiegen. Anregend wirkten de
über unbefriedigenden Ausfall der diesjährigen Ernte. Dieſe*
ſowohl quantitativ als auch qualitativ bei weitem nicht ſo gu.
wie man urſprünglich angenommen hatte, da der langanhaleno.
recht nachteilig war. In den Ortſchaften Forſt, Weiher, Rirtcce
hauſen, Walldorf, St. Leon und Railingen wurden Käufe vol
der Händler gemacht und für gute Ware wurden 280 GM, ſüt de
ner angelegt.
Hülſenfrüchte lagen ſehr ruhig, doch haben die Pre
flußt durch die ſchlechten Ausſichten für die diesjährige Ernte, C.
Von Delſaaten hatte Raps ſehr feſten Markt und d.
ſind gegenüber der Vorwoche um 1,5—2 auf 35,50—36 G9, De
bahnfrei Mannheim geſtiegen.
Im Tabakhandel hat ſich das Geſchäft in der
Woche etwas gehoben. An verſchiedenen Gundi= und
Herbſino=
auf der Haardt gingen größere Quantitäten, von den Pſl.
fermentierte Tabake, in Hände der Händler über. Die Beſe
der Rauchtabakfabrikation hat ſich in den letzten 14 Tagen Eio
und infolgedeſſen treten die Verarbeiter am Inlandsmarkt, A.
als Käufer auf. — Die Berichte über den auf dem Felde ſteg,
lauten bis jetzt günſtig, doch wäre trockenes Wetter erwühlie.
dieſe Pflanze ſonſt Schaden erleiden wird.
Börſen.
* Frankfurter Börſe. Wochenbericht in dei
bis 23. Auguſt 1994. (Eigener Bericht.) Die Tatſache,
doner Konferenz nunmehr zu einem poſitiven Ergebnis 0
kam an der Börſe nicht ſo ſtark zur Auswirkung, wie ho
wartet hatte, da die baldige Durchführung des Dabeshio
unklaren innerpolitiſchen Verhältniſſen Deutſchlands vod
als geſichert angeſehen werden kann. Immerhin war
zu Beginn der Berichtswoche im allgemeinen recht feſt, 10
Aktienmärkte hatten anſehnliche Kursſteigerungen
auſd=
erſter Linie gilt das von den weſtlichen Montanwerten,
wirtſchaftliche Näumung des Nuhrgebiets die Befreiung vo.
ren Belaſtung bedeuten würde. Daneben waren auch gerdhe.
vorzugt, für die man ſich aus der nunmehr erfolgten. 2
zwiſchen den elſäſſchen und deutſchen Werken eine ſtat.
bung verſpricht. Die Haltung der Aktienmärkte wit
Verlauf der Woche ſchwankend. Die Befürchtung, daß
löſung des Reichstags kommen könnte, veranlaßte die Spel
fach zur Löſung ihrer Engagements. Auch das Aus
und da zu Gewinnregliſationen geſchritten zu ſein. 2
hielten ſich die Kursrückgänge jedoch in mäßigen Grel
Ende der Woche konnte ſich wieder eine leichte Erholi.
Weſentlich größer als an den Aktienmärkten waren de.
am Markte der inländiſchen Nenten. Hier ſetzte zuhh.
Rückgang der Kurſe ein, da Nachrichten von verſched.
Ausſichten für eine Aufvertung ſehr gering erſcheine.
feſtigte ſich ſpäter die Tendenz unter vielachen ſtare g
wieder und der Markt verließt am Ende der Woche 2.
feſter Haltung=
Nätter 235.
Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924.
S-it=
Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruxk verboten.)
kacht brach ein, als Hans ſeine Mutter vom Pferde hob.
rw. /bgeſprungen, um ſeinem Vater mit dieſem Ritterdienſt
vor. rimen. Während die Knechte die Gäule in Empfang
hmey ilte der Schloßhüter mit einem Lichte die Treppe
her=
iter. ſtand unter der Türe und ſchützte mit der hohlen Hand
e Fr re vor dem Zug.
„— iſt geſchehen?” fragte Urſula erſchrocken. „Du ſiehſt
gann rſtört aus.”
„S inme Poſt!” erwiderte der alte Mann, und Tränen
tra=
rihr die Augen
F— ich machte eine abwehrende Gebärde und fragte: „War
nanzü er?”
„Sja. Eine reiſende Frau war drunten im Dorf. Sie
mhsi in einer Kutſche, die ausſah wie der Zwilling von der
rrim er, und fuhr gegen Gundelsheim weiter. Ihr müßt
beglet ſein. Kaum war ſie fort, ſo kam der Bote mit der
eſen richt. Er wartet drinnen.”
„Sich die Dame aufgehalten?”
„Tten im Dorfe, ja. Aber wißt Ihr denn ſchon, was der
Muf, te a cht hat? Er hat es doch niemand geſagt als uns.”
„W hat die Frau drunten im Dorf getan?”
„S at nachgefragt nach —‟
„Y= teiter! Komm! Ich will dich allein ſprechen."
„AH twißt Ihr denn —
Fr— ich ging raſch voraus. Der alte Mann folgte
vorſich=
mir ni flackernden Licht.
RäFfte. „J3 erſteh’ den Herrn nicht,” murrte er. „Was geht ihn
n fr— en Weibsbild ihr Sohn an? Wär’ er nicht ins Heu,
wär—, nicht verbrannt. Aber warum hat ſie nicht ihren
ords: 4 em umgedreht dem Rheine zu, um ihre Enkeltochter zu
hen, Urſa? Ich glaube, daß ſie weiß, was dort
geſche=
iſt:
„SSeiß ſie von Urſa?” fragte Hans.
Des ushalter blieb, ſtehen und wollte antworten. Da kam
ſulg Treppe herauf. Sie hatte gehört, was der Alte vor
hinw ummt hatte, und fragte ahnungsvoll:
„Jai einſt du mit deiner böſen Poſt nicht die Schlacht, die
Prar eſchehen iſt!“
„Aoldas geht Euch Prag an? Dort habt Ihr keinen Le=
18hoffeo keinen Hausvogt. Aber in Oppenheim —
„WAſt dort geſchehen?” rief Hans.
Da vholl von oben Friedrichs ſcharfe Stimme: „Daniel!”
Urſf und Hans fanden den Boten am Tiſche ſitzend. Er
ſchob Teller und Glas zurück, ſtand auf, kaute und ſchluckte eine
Weile, dann trat er der Herrin ein paar Schritte entgegen und
ſagte mit der Miene und im Tone eines Leichenbitters ſeinen
Bericht her.
Spaniſches Fußvolk war mit bielen Stücken vor Oppenheim
Jedes der drei hing ſeinen Gedanken nach. Hans ſchaute
in das Licht und dachte an Urſa. Mit der ganzen Selbſtſucht der
Jugend ordnete er das Gehörte um den Mittelpunkt ſeines
Ver=
langens. Urſa im Heerlager zu wiſſen war ihm weniger bitter,
als ſie ſich als Gattin des früheren Torwarts zu denken. Ich
gezogen. Die Bürger hatten ſich einige Tage gewehrt, da ſie hoff= gönne ſie lieber einem tapferen Soldaten als dem Knollfinken,
ten, durch die evangeliſchen Bundestruppen entſetzt zu werden, ſagte er zu ſich und nagte an der ſchmalen Unterlippe. „Wenn es
Als aber die erſten feurigen Kugeln in die Stadt fielen, verglich auch an jedem Tag ein anderer wäre! Nun weiß ich doch, wie ich
ſich der Rat mit dem Feinde. Spinola ſagte der Stadt
Sicher=
heit der Perſon, des Eigentums und der Religion zu und
ver=
bürgte die Gerechtſame der Bürgerſchaft; darauf huldigte der Rat
dem Kaiſer und nahm eine ſpaniſche Beſatzung in die Stadt auf.
Die Welſchen ſeien zuerſt manierlich geweſen. Bald aber ſeien
Klagen an den Rat gekommen. Am häufigſten und lauteſten habe
der Vogt im Hirſchhornſchen Lehenshof lamentiert und
Be=
ſchwerde über Beſchwerde auf der Kanzlei vorgetragen. Er ſei
dadurch dem Rate überläſtig geworden. Den welſchen Offizieren
aber, die ſeinetwegen viel Unmuß gehabt, ſich aber trotzdem, und
zwar um ſeiner Frauen willen, täglich im Lehenhof umgetrieben
hätten, ſei er verhaßt geweſen. In einer Nacht ſei ein Trupp in
ſein Haus eingebrochen: os es die Soldaten auf Geld und
Koſt=
barkeiten oder auf das Weib des Vogts abgeſehen gehabt hätten,
wiſſe man nicht gewiß. Hannes habe ſich ihnen männlich
gegen=
übergeſtellt und habe den wilden Burſchen den Eintritt in ſeines
Herrn Eigentum mit einer langen Rede und einem langen Spieß
gewehrt. Die Eindringlinge hätten ſich weder um das eine noch
um das andere gekümmert. Da ſeien die einquartierten
Sol=
daten von Urſa zu Hilfe gerufen worden. Sie hätten ihrem
Hauswirt wacker beigeſtanden und es ſei zu einem Kampf in den
Stuben und im Hof, gekommen. Die Räuber ſeien
hinausge=
drängt worden, aber unter dem Hoftor habe ſich ein Offizier
um=
gedreht und dem Vogt, der allen voran geſtanden hätte, die
Hellebarde in die Bruſt geſtoßen, ſodaß er tot hintenüber
gefal=
ſen ſei.
„Und Urſa?”
Die Welſchen ſind auf ſie toll wie auf alle weißen und
blon=
den Weiber. Die Kompagnie, der die Uebeltäter angehören — es
ſind Neapolitaner, und die Spanier mögen ſie nicht leiden —, ſind
zur Strafe aus der Stadt in das Lager, das auf dem andern
Rheinufer aufgeſchlagen iſt, gelegt worden. Mit ihr iſt des toten
Burgvogts Weib verſchwunden. Ob ſie gewaltſam mitgeführt
worden oder ob ſie freiwillig mitgegangen iſt, das weiß man
nicht gewiß.”
Friedrich, der während der Erzählung des Boten eingetreten
war, erkundigte ſich noch, wie es mit ſeinem Eigentum ſtehe. Als
er beruhigenden Beſcheid empfangen hatte, winkte er dem Boten,
er ſolle verſchwinden, und trat ans Fenſter.
ſie ehrlich finden und gewinnen kann: im Bezirk des
Trommel=
ſchlags und unter der wehenden Fahne.”
Auch Urfula dachte an die Witwe des Vogtes. Sie konnte
ſich eines Gefühls der Erleichterung nicht erwehren, ſo aufrichtig
ſie ſich deſſen ſchämte. Sie hatte bisher mit Sorgen daran
ge=
dacht, wie leicht es ihrem Sohne fei, ſich in das Hirſchhornſche
Haus zu Oppenheim einzulegen, und es grauſte ihr bei der
Vor=
ſtellung, wieviei Häßliches und Sündliches daraus entſpringen
würde. Jetzt iſt ſie geworden, wozu ihre Natur ſie beſtimmt hat.
Finden ſie ſich einmal wo in der Welt, dann iſt ihr Wille frei.
Sie verweilte einen Augenblick bei dieſem Gedanken. Aber
ſo=
fort errötete ſie und ſchalt ſich ſchlecht, und es quollen ihr die
Trä=
nen auf über Urſas Geſchick, und ſie klagte ſich an, daß ſch in
ihren Gedanken und Wünſchen dieſe Wendung von Urſas Leben
vorausgebildet habe.
(Fortſetzung folgt.)
Nearfteit5
Heitmanns Entfärber
ausgelaufene Farben
entfernt
entfärbe
beseitigt E
aus bunter und weißter Wäsche
farbige Stoffe
E
seibst die zartesten Gewebe
Flecken
(I. K. 10141
von Obst, Rotwein, Kaffee, Kakao und dergl.
Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung.
Man achte auf die Marke „Fuchskopf im Stern”.
Erhältlich in Drogerien und einschlägigen Geschäften.
Zteſke2 uuche
Ric
* g. Mdiſtin
eſ-) 2 tätig,
ſich ei-Sept.
veränkn.
An=
mit O Itsang.
W (:24316
ungg rau
Stleichtti ſchäft.
ushilf7l Hneider,
lonblay II.(
enge ame
guter 1 r. ſucht
llung
Haus=
t„Geſeslrfterin,
ſebeglesl nr oder
batſekren
Kennt=
in allM evarb.,
inEnglo Franz.,
etzter E. gem.
jeb. unu 94 an
Geſchſrſ 224310
Jgs. Mädchen
v. Land ſucht Stel
lung in ruhig.
Haus=
halt, Angeb. u. L. 89
an d. Geſchſt. (*24286
Miich
Student
ſucht Beſchäftig., am
liebſten halbe Tage.
Anfr. u. T. 88 Gſchſt (*
Funger Mann,
ge=
lernter. Inſtallateur,
gepr. Heizer, ſucht für
ſofort oderſpäter
Stellung, event, als
HilfsarbeiterinFabrik
od. Krankenhaus.
An=
gebote unter L. 81 an
(*24360
Geſchäftst
Schriftliche
Heimarbeit
geſucht. Angeb. unt
L. 101 Gſchſt. (*24330
Gewiſſenhaft jung.,
beſſeres Fräulein
tagsüb, zu 2 Kindern
geſucht. Näh. in d.
Geſchäftsſt. (10648
Zuverläſſ., älteres
Mädchen
das kochen kann, geſ.
Aeußere Ringſtr. 108,
Ecke Dieburgerſtr.
Männtich
Tüchtiger.
Kohlenfackmann
zuverläſſ. Buchhalter,
in Vertrauensſtellung
geſucht. (105698g
Bewerbungen unt.
L 34 Geſchſt. erbet
Dam kefſel Sngenien
fere D.6 keſſelfabrik ſucht als
Stell=
reter E Zürochefs einen erfahrenen,
theore-3 Horgebildeten Ingenieur
ſcher imy trenommierten Werken im
Damn elbau längere Zeit mit
Folg tätig war,
verbun rnit Angabe der
Gehalts=
prüche, /E des Eintritts,
Zeugnisab=
iften, W enzen und Lichtbild erbeten
er L 100, die Geſchſt. d. Bl. (10630
Offene 1 en
Weili
ſebils Frl.
Stützest
Ge=
ellſchafte” rrach
ddeutſchrb =ſucht.
Cp. erbe” ngeb.
106Gf N r24334
Eüch ch
einmi ven
derliebeu!
klei=
en Hau=A, nach
raben=2 Jach
bſel) persi rr
ge=
ſt. Vorzsl
Tonn=
vorm. 1O bis
Uhr Steis” „
Hei=
bergerſtrrll. (kaus=
cht. Alls) Tdch.
gut. W iſſen.
ſelbſtän n Ht.p.
Sept. ge 24346
nas, Hoe0 42, I.
Braves, fleiß, (*241
Mädcher
per1. Sept. geſ.
Zeug=
niſſe bitte mitzubrine
Vorzuſt. Sonntag
Montag Kahlertſt 21, I.
Ich ſuche zum
bal=
digen Eintritt (224:
Alleinmädchen
m. gut, Zeugn., ehrl
zuverläſſ.u kinderlieb.
Gt. Behandl. zugeſich.
Herbert Noach,
Brief=
markenhölg., Darmſtadt
Mathildenplatz 8
tagsüber geſucht
Dr. Gallas
Bismarckſtr. 23, (1S
pr. Schnyl in n. Sücht. Rädchen
das alle Arbeit v
Hausſchn=N gi an/ Haushalt tagsüber
ehrmälten ſteht, für meinen
bergſtr. 4 4 —mfs geſ. Näh.
22)
Tüchtie
gerig
ürStri are ſofort geſucht.
Heſſ. wllwarenfabrik
P. Alber/ web, Alexanderſtr. 2,
Vertreter
für „Kali”
Seiten=
wagen für den hieſig.
Platz geſ. Es kommen
nur Herren in Frage,
die mit
Motorrad=
handlgn, in dauernd.
lebhaft.
Geſchäftsver=
bindung ſtehen u. die
vereits Auto=Zubehör
oder ähnliche Artikel
erfolgreich vertreten
Kalinowski & Eo.
G.m. b. H., Frankfurt a. M.
Mainzerlandſt.259.,(1oet
Tücht
LSchriftſetzer
firm in Tabellenſatz,
ſofort geſucht.
An=
geb u. L. 96 an die
Geſchäftsſt. (24315
Einige tüchtig,, ältere
Elektro=
Monteure
gaas
geſucht.
Schul=
L. Lange, ſtr. 6.
5g. Laufburſche
geſ. Bismarckſtr. 5.
Zum Beſuiche von Konditoreien und
Bäckereien wird von leiſtungsfähiger
Fa=
brik für Frucht= und Gewürz=Extrakte
gut eingeführter Vertreter
gegen hohe Proviſion geſucht.
Bewer”; unt Dr. E. 2147 än Mudolf
(I.K.10655
Moſſe, 2üſſeldorf.
Suche gegen
Barz ahlung
Haus inſonnig, Lage,
beziehbar (4 Z.=Woh.
kann getauſcht
wer=
den), mit Toreinfahrt,
etwas Garten. Ang.
m. Preisangabe, näh.
Beſchr., unt I. 44 an
die Geſchſt. (241948g
von
TOeerle—10
DAMEN- UND HERRENHUTEN
nach neuesten eigenen Modellen
UMARBEITEMVOMNSAMTHÜTEN
AMBERT OELEE
udwigsplatz 3
Darmstadt
Am Bismarckdenkmal
Für die Vorkalkulation von Dampfkeſſel=
Armaturen, Dampfkeſſeln und
Feuerungs=
anlagen wird von erſtklaſſigem Eiſenwerk
ein ſelbſtändig, arbeitender Kalkulator zum
baldigen Eintritt geſucht. Herren, die
länge e Zeitin größeren Werken tätig waren
und ſelbſtändig zu kalkulieren vermögen,
werden gebeten. Angebote mit
Zeugnis=
abſchriften, Lichtbild, Gehaltsanſprüchen,
Referenzen und Angabe des Ein
rittster=
mines unter L. 104 an die Geſchäftsſtelle
dieſes Blattes zu richten.
10629go
Eberſtadt
Villa Mühltal, 6 B.;
Badez., groß. Okſtg.,
Stallg. zu vk., Wohn.
v. 5 Z. muß in Tauſch
gegeb. werd.
Villen=
art. Landh., 2X5 Z.,
Stallg., Nebengeb.,
4000 qm Obſtg., 5 8.=
W. beziehb. Haus m.
Wirtſch., Saal, Gart.,
Scheuer, Stalla, ſof.
zu übern. Mehvere
Landh., 283 3. 4 3.
u. 5 3., z. T. bezie hb.,
zu verk durch (=4318
L. Rothermel
Immobilienbüro
Lauteſchlägerſtr. 5, I.
h
Kaufleute oder Beamte a. D. als
Allein=
vertreter unſeres Unternehmens (D. R.
G. M., für dort und andere Städte. Bei
ſelbſtſtändiger Tätigkeit hohes
Jahres=
einkommen garantiert. Zur Uebernahme
2-3000 — GM. erforderlich. Angeb. mit
Lebenslauf und Rückporto an (10628
Spar-Porto- Reklame-Verlag
Dresden, Wormſerſtr. 7.
Neben= d. ſchr. Tätigk, Proſp. d. I.Iln Be
erwerb „Vitalis-Verlag” München NW. 17
VERTRETER
Schokoladen=Großhandlung ſucht
eingeführten, tüchtigen Vertreter
für Darmſtadt u. Umgegend. Ang.
unt. I. 74 a. d. Geſchäftsſt. 424257
Sichere Erisenz!
Gutgeh.
Zig.=Geſchäft
an kurzentſchl. Käufer,
der über 5—6 Mille
bar verfügt, ſofort zu
verk. Näheres unrer
I. 99 an die
Ge=
ſchäfteſtelle. Horcher
Papierkorb. (*24324
Verkauf!
Grundſtück
338 qm, Ludwigshöh=
(*24264
weg.
Adolf Müller
Schwanheim a. Main.
Für Lederwaren und Reiſeariikel
wird eine durchaus tüchtige und
erfahrene
Verkäuferin
die ſelbſtändig Schaufenſter
dekoriert, für bald geſucht.
Angebote unter K 148 Geſchſt. (10533fg
Krankenkaſſe ſucht allerorts
Damen und Herren, Kaufleute,
Beamte, Rentner und
Gewerbe=
treibende mit gutem, ſicherem
Auftreten bei hohem Verdienſt
für den Außendienſt. Bei guter
Eignung feſten Gehalt.
An=
gebote unter I. 113 an die
Geſchäftsſtel
10657
iſtes für jeden Geſchäftsmann zu wiſſen, daß
Inſerate im „Darmſtädter Tagblatt” das beſie
Propagandamittel zur Kundenwerbung ſind/
Durch weiteſteVerbreitungbürgt das „
Darm=
ſtädter Tagblatt” für unbedingten Erfolg
Proviſionsvertreter
f d. Stadtbezirk von
hieſig. Engros=Firma
für gut verk.
Konſum=
artikel geg, hohe Prov.
geſ. Herren, weiche
intenſiv. Arbeiten
ge=
wohnt ſind, wollen
Angebot und Angabe
der bisherigen
Tätig=
keit richten unt 1. 79
an die Geſchſt. (*24279
Immobilien
Achtung!
Ich ſuche ein Haus
zu kauf, Roßdörfer=,
Kiesſtraße od. Grüner
Weg, gegen bar. Eilt
ſehr. Ang. m. Preis
unt. L 103 an die
24329
Geſchäftsſt.
Sch., eingefr.
Bau=
platz m. Bäumen an
d. Hauptſtr. i. Vill.=
Viertel Eberſtadt zu
verk. Löſch, Darm
ſtadt, Tannenſtr. 45
2 Uhr.
285g
mögl Zentr., zu kauf
geſucht. Angeb. unt.
K140 a. d.
Geſchäfts=
ſtelle.
(10519a
Für Studenten=
Verbindung
Haus mit beſchlag
nahmefreierParterre=
Wohn ,„5 Zim., Küche
ſof. zu verk. (*24345
Georg Kern
Immobilien
Lichtenbergſtr. 74.
Aaer
an der Windmühle,
2500 gm, preisw.z vk.
Angebote u. L. 77
Geſchäftsſt. (1o617
Kauf
oder
Beteiligung
m. borerſt 10-20 000 ℳ
an ſolidem
Fabrikun=
ternehmen oder
Ge=
ſchäft von tüchtigem
jungen Ingenieur mit
reichen kaufmänn
Er=
fahrungen geſucht.
Angeb. unt. L112
Geſchäftsſt. (10651
Gh
Maite7
Ia Hern=Seifen
Seifenpulver
alle Waſchmittel zu
den billigſten
Tages=
preiſen nur
Seifen=Zentrale
Waldſtraße 11.
Wiederverk. höchſte
Rabatte. (8297a
Landhaus, Nähe Darmſtadt
5 Zimmer, Küche u. Zubehör, 650 am
Obſt=
garten, weiteres Gelände kann erworden
werden. Preis: 13000 Goldm. Anzahlung:
8000 Goldm. Wolff, Moos & Co., Fmmo=
(T1. 10640
bilien in Bensheim (H.)
3 gr. Gärten
(Bauplätze) in ſehr
beliebter Lage, Nähe
Orpheum, ſof. z. vk.
Georg Kern
Immobilien
Lichtenbergſtr. 74,
Gegen Barzahlung geſucht:
(6—8 Zimmer mit Garten, möglichſt zentral
gelegen. Entprechende Tauſchwohnung
vorhanden. Angebote unter I. 68 an die
Geſchäftsſtelle, (*24241sg
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Auguſt 1924
Bedin
„Selb
hält n
von d
Quadr
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit c
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſi!
dieſen
Beiw
loſen
man
Wek
Ange
allen
mit
gont
die
San
wärt
Zun
bere
ab
Al.
beſo
ge
mae
teile
Palast-Lichtspiele
Nach vollständiger Renovierung
Beginn der neuen Spiel-Saison!
Den Reigen eröffnet der große
Richard-Oswald-Film
Allee-Restaurant „Rummelbräu
Telephon 2519
Rheinstr. 101
2 Minuten vom Bahnhof-
Speisefolge für Sonntag, 24. August:
Mk. 0.80
Mk. 1.20
Mocturtſe -Suppe
Kalbsfrikassee mit Mudeln
Mk. 1.50
Suppe
Huhn mit Reis nach
indischer Ant
Nachtisch
Mocturt
Suppe
Roastbeef umlegt m. Gemüs
Mk. 2.50
Suppe
Omelett m. Geflügelleber
Roastbeef umlegt m. Gemüsen
Dommes frites
Nachtisch
Rummel-Spezialbier im Ausschank,
Ia offene und Flaschenweine.
Ab 4 Uhr KONZERT ab
Eintritt frei!
8 Uhr
Inh.:
Eintritt frei!
K. Heidenreich-
Karlos und Elisabetk
Ein Drama von Liebe und Eifersucht
6 fabelhafte Akte!
Uber 3000 Meter!
In den Hauptrollen:
(105558g0
Dagny Servaes, Aud Egede Missen,
Conrad Veidt, Eugen Klöpfer,
Wilh. Dieterie, Friedrich Kühne,
Adolf Klein, Otto Taube
Lustspiel-Einlage
ladet alle Freunde und Bekannte zum
Sonntag, den 24. Auguſt 1924 zur
eignen Hausſchlachtung freundl. ein.
Um gütigen Zuſpruch bittet
Gg. Chriſt jr.
(*24213sg
Herrngarten
Heute ab 11 Uhr (10627
Großes Promenade=Konzert
ausgeführt von dem verſtärkt.
Philharmoniſchen Orcheſter.
O
Ludwigshöhe
Telephon 591
Heute nachmittag 4 uhr 18
KONZERT
ausgeführt vom
Philharmoniſchen Orcheſter
Leitung: Konzertmeiſter Finke
Bei ungünſtiger Witterung findet /8
das Konzert beſtimmt in den Sälen /0.
(B10826
ſtatt.
Ab 7 Uhr Tanz im großen Saal.
O
Böllentalltor
(Sportplatz-Restaurant)
Heuie Sonntag, ab 4 Uhr
Kaffee-Konzert
10658)
ab 8 Uhr
Abend-Konzert
Kommerſpielzeit
Brund Harproolt
Abſchied Eliſabeth
Horn (1972sg
abds. 7½ Uhr
Sudermannabend
Glück im Winkel
abds. 10½ Uhr
Nur ein Traum.
Pianiſtin
übernimmt künſtler,
Begleitung,
Kammer=
muſik. Ang. u. T 95
an d. Geſchſt. (*24278
Kragen, Hemden=, Bluſenwäſcherei
Rei n g.o 1 d
lieferi ſchnell — gut und billig
Die Wäſche wird auch abgeholt
Telephon 736 Reingold Telephon 736
Wilhelminenſtraße 6 Kranichſteinerſtraße 28
Der große Jagd- und Sportfilm mit starker
dramatischer u. sensationeller Handlung
TOrT
Geschildert in 6 hochinteressanten Akten.
Jagden, und herrl. Naturschönheiten
zeigt der Film.
Der reichliche Wildbestand wurde
auf freier Wildbahn aufgenommen.
In den Hauptrollen: (*24338g0
Lia Eibenschütz, Charlotte Ander
Rudolf Forster, Heinrich Schrofh
Kagalierkochzeft
Lustspiel in 2 Akten mit Gerhard Dammann.
Residen-
Lucleno 1
j
ranch
Edelbirnen
Mirabellen
Bohnen
im Groß. u. Kleinverk.
Weicher
Friedhof=Allee 82.
Fernſpr. 298. (*24299
nicht aufgehoben!
Dringl. Päſſe f. d.
beſ. Gebiet ſof; durch
Spezialkurier Reis,
Zigarrengeſchäft,
Landwehrſtr. 31. (*gm
Grosser Propaganda-Verkauf
Eine wichtige Mitteilung
betrelfend
Von einem bedeutenden Fabrikanten
er-
hielten wir eine Musterkollektion zur
Verfügung gestellt, umfassend:
Blusen-
u. Wiener-Schürzen, Jumper-Schür-
10610
zen, Zierschürzen aus Baumwollzeug,
Satin u. Cretonne, schwarze Schürzen
aller Art, Kinderschürzen. Wir
ver-
kaufen die ganze Kollektion, ca 500 Stück
zu Original-Fabrikpreisen
Hierdurch bieten wir eine ganz
ausser-
gewöhnliche Einkaufsgelegenheit, zumal
es sich um ganz erstklassige Qualitäten
in tadelloser Verarbeitung handelt.
Da es sich in der Hauptsache um
Einzelstücke handelt, ist eine
Preis-
angabe nicht gut möglich. Wirbitten
deshalb um zwanglose Besichtigung.
(Auslage auf Extra-Tischen.)
Beueitch 5ie Mita, uuer Sehzuſonter.
Beginn morgen
Montag früh
8½ Uhr
Tällknas
Ldisstine
strasse 1
Die billigen Kurzwaren-Täge
nur noch Montag u. Dienstag
DerVerkaufzu dem
Einheits-
preis von 95 S geht weiter
Enograph
Stenographie-Kurse
für Anfänger und Vorgeschritten
Anfangs-Unterricht, Fortbildungs-, Diktat-
Redeschrift-Kurse bis zu den höchst. Leis
Privat-Unterricht.
Maschinenschreib-Unterricht
für Anfänger und Vorgeschritten
Beginn jederzeit!
Auskunft durch unsere Geschäftsstelle:
Mathildenplatz 8
(10—12, 2—4 und 7—10 Uhr abends
Kaufmänniſche Stenographen-Geſellſe
Sabelsbergery E. ). Mathildenple
Laafäfenäften
Eilige
Paßbilder
Photogr. Werkſtätte
Schuchardſtr. 14, part.
Offen v. 9-7 Uhr. (100g
Eintritt frei.
leichſtr. 91
Zentralverband deutſcher
Kriegs=
beſchädigter, Kriegshinterbliebener
und Kriegsteilnehmer e. V.
Ortsgruppe Darmſtadt
Am
Sonntag, den 24. Auguſt
großes Sommerfest
in ſämtlichen Räumen des
RUMMELBRAU
im großen Saale
TANZ
große Kinderbeluſtigungen aller Art
Preiswürfeln und ſonſtige Beluſtigungen
wozu höflichſt einladet
der Vorſtand. (10609
Woog, 23. Aug. 1924,
Waſſerhöhe . 3,88 m.
Luftwärme 122 C,
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 170 C.
Kad
Hert
Sept.—Oft. 19
Dche
Sonderwoche des Bad. Landestheaters
Große Chor= und Orcheſterkonzerte / Kammermuſikabende / Freilichtaufführungen in
Durlach und Etilingen /Kunſt=, Induſtrie=, Architektur= und gewerbliche Ausſtellungen:
Badiſches Landesmuſeum / Badiſche Kunſthalle / Badiſcher Kunſiverein / Karlsruher
Gemäldegalerien/ Badiſches Landesgewerdeamt / Städtiſche Ausſtellungshalle
/Aus=
ſtellung d. geſ. Hans=Thoma=Graphik in d. Orangerie/Landwirtſchaftliche Ausſtellungen
hier und in Durlach /Techniſche Woche /Wiſſenſchaftliche Vorträge mit Exkurſionen / A
Alemanniſch=pfälziſch=fränkiſcher Sonntag / Heimatlicher Feſtzug
Sport und Turnen (Jugend=Turn= und Sporiſonntag mit Feſtzug)/
Schaufenſter=
wettbewerb / Pferderennen / Märkte.
II. Krh. 10638
44 Auskunft und Programmbuch Verkehrsverein Karlsruhe, Rathaus.4
Peitschengamaschen
Marke eingestempet!
I.Bn.774
Ia Qualität
billig abzugeben
Ripper
Erbacherſtr. 12. (5994a
S
Zum Einmachen
Mirabellen (*24262
Reineclauden
Königspflaumen
Bieler Zwetſchen
täglich friſch gepflückt
Hermannſtr. 51
Ecke Heidelbergerſtr.
Katholiken=B
Kath. Kirchengeſang=Verein,&
Kath. Kaufm.=Verein Kon;
veranſtalten gemeiniam Gon
31. Auguſt 1924 ei
— Familienfeſt
verbunden mit Konzert, PT
Kinderbeluftigungen und TA
KONKORDIA.IA
Beginn 4 U. / Der Eintriſt efe
perſänliche Einladung
mit Garantie
von 3 Mk. an
bei (9701a
Wurz, Uhren
Dieburgerſtraße 8.
Triumph=
Motorräder
ſofort billigſt
lieferbar (5221
J. Donges& Wieſt.
Maurerarbeiten
werden raſch u. billig
auf Teilzahlung
aus=
geführt. Angeb unt.
L. 25 a. d. Geſchäfts=
(*10562sg
ſtelle.
Tanzinſitut Johanna Georg
Ballettmeiſierin * Rheinſtr. 41, III.
Zu einem Anfang September 4
beginnenden Kurſus ſind gefl.
Anmeldungen höflichſt erbeten
Sämtliche Tänze alier und
neueſterRichtung werden
ge=
lehrt=Privatunterr. jederzeit (* 8
Leib= u. Bettwäſche z.
Waſch. u. Bügeln
beiGar, beſt. Behandl.
wird angen. H. Rothe
Geiſtberg 7, II, (7843a
Mingee
Maſchinenſchreibſtube
liefert („5isA
nur Qualitätsarbeit
Rheinſr.3 — Tel. 1223
der das-Sparherd!
Rosttag
Kocht alle Speiſen im Wasserdampf bei Erhaltung aller Nährſtoffe!
Brät!
Bäckt!
75Gas-Ersparnts
Sterilisiert!
Kein Anbrennen, Ueberkochen, Verrußen oder Dunſtentwicklung
Dienstag, 26. ds. Mts.
Koch=Porfuhrung: Mittwoch, 27. ds. Mis.
von 8 Uhr vorm. bis 6 Uhr abends im
Geſchäfts=
lokal der Firma W. Caſtan, Kirchſtraße 5.
Erleichterte Zahlungsbedingungen!
Verkaufsstellen in Darmstadt:
L. Breitwieſer, Nieder=Ramſtädterftr. 54 S. Möller, Karlſtraße 73
W. Caſian, Kirchſiraße 5
Müller 8 Dilling, Kaſinoſtraße 27
Alexander Gunfrum, Roßdörferſtraße 14 J. Rühl, Saalbauſtraße 24
H. G. Ludendorff, Frankfurterſtraße 64
(*2353289
„LIEDERTAF
Montag den 2. I
Wiederbegit
Singstunde
Stimmbegabte Herren ſindfr.
eingeladen. Probelokal ,Bü
Kirchwe
in Traiſa.
ſindet Sonntag, den 24.
Montag, den 25. Auguff
wozu freundlichſt einl
Gaſtwirt Pa
„HeſſiſcherH.
Kaaaaaaa
Zentral=
P Heizungs=Beſitz
decken Sie Ihren Beda=
jetzt ein, da Preiſe z. 3t. äuße‟
Verlangen Sie Spezial=Ang
ferung aller ſonſtigen Brennma.
Hausbrand und Gewerbe helt
beſtens empfohlen.
Philipp Diehl s Caß
Büro und Stadtlage:
zel
auteſchlägerſtr. 30
Sn
Billige
Schuhbesohlk
bei Verwendung voll
nur gutem Materidl
* Bei mir arbeiten !&.
heißt ſperen!
Schuhmachere!
Heinrich Hil
Rheinstr. 4
erttrrr