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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilufkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſitattet.
187. Jahrgang
Nummer 206
Samstag, den 26. Juli 1924.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr
jede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
A
Bei
aufträge und Leiſtung von Schabenerſatz,
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibuns fällt jede
Rabatt wes. Dankkonto: Deutſche Dank und
Darm=
ſtädter 8 Nationaſbank.
* Die Nervenprobe.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Aus Morgen und Abend iſt wieder ein neuer Tag geworden,
e daß in London etwas geſchehen wäre, was für den weiteren
lauf der Konferenz beſtimmend ſein könnte. Man erſchöpft
in Einzelverhandlungen und Privatbeſprechungen.
Her=
t hat die Hoffnung, daß er die Bankiers
rbe bekommt. Die Bankiers aber laſſen von
en Forderungen bisher nicht ein Tüpfelchen
ren. Das Ganze wächſt ſich alſo zu einer
Nerven=
obe aus, bei der vorausſichtlich die Geldmächte auf die
ter die Stärkeren ſein müßten, wenn nicht Herriot
Paris aus Gegengift gereicht wird. Durch die=
Syſtem des Hinauszögerns iſt allerdings die Kriſe, die
dar=
entſcheiden ſoll, ob Europa wieder geſunden oder dem
end=
igen Untergang entgegengehen ſoll, auf die nächſte Woche
agt.
Einladung Deutſchlands grundfätzlich beſchloſſen.
SD. London, 25. Juli. Die Führer der
Delega=
nen haben heute vormittag von 10 bis 12 Uhr unter dem
ſitz von Macdonald ihre tägliche Befprechung abgehalten.
) Anhörung der beiden juriſtiſchen Sachverſtändigen iſt die
tladung Deutſchlands zur Konferenz
grund=
lich beſchloſſen worden. Die offizielle Einladung an
tſchland wird erſt verſandt werden, ſobald die Kommiſſionen
ihren Arbeiten weiter fortgeſchritten ſind. Die Einladung
zvermutlich am Montag im Anſchluß an die Plenarſitzung
geſandt werden, wenn die Kommiſfionen eine
Verſtändi=
g in den ſtrittigen Fragen erzielt haben.
Nach dem Berichterſtatter des „Daily Telegraph” wird
all=
ein behauptet und ſogar erwartet, daß Hurſt und Fromagot
hrem gemeinſamen Bericht den Standpunkt des
Dawes=
chts aufrecht erhalten würden, und daß Deutſchland ein wil=
* Teilnehmer an dem darin dargelegten Plan ſein müſſe, und
es Deutſchland daher geſtattet werden müſſe, ihn frei zu
er=
rn, „allerdings nicht in unnötiger Ausdehnung”,
erhandlungen mit den Deutſchen am Donnerstag?
OD. London, 25. Juli. Die nächſte Vollſitzung
auf kommenden Montag, nachmittags 4 Uhr,
tgeſetzt worden. Auf dieſer Sitzung ſoll die Frage der
utſchen Einladung behandelt und entſchieden
den. Es iſt daher mit einer Einladung Deutſchlands zu rech=
Sollten inzwiſchen keine neuen Hinderniſſe auftreten, ſo
fte die Ankunft der deutſchen Delegation am Mittwoch und
erſte Konferenz unter ihrer Beteiligung etwa am Donnerstag
tfinden.
Mittelbar ergibt ſich daraus eine Ueberbrückung der
genſätze. Wenn auch keine Sitzung des politiſchen Komi=
8 ſtattgefunden hat, jedenfalls keine offizielle Verhandlung mit
Bankwelt, ſo ſind die vertraulichen Beſprechungen
rtgeſetzt worden und werden, wie man hofft, im Laufe der
hſten Tage ſoweit gefördert werden, um die Vollſitzung
d auch die Einladung der Deutſch en zu ermögilchen.
iſt aber klar, daß die vorhandenen Schwierigkeiten noch
neswegs überwunden ſind. Insbeſondere iſt die Bankwelt
ch nicht zufrieden geſtellt. Aber die
Vermittlungs=
tion der Belgier hat Ausſicht auf Erfolg. Man rechnet
mit, daß die Paragraphen des Friedensvertrages, wonach die
parationskommiſſion ihre Rechte auf weitere Kommiſſionen
ertragen kann, die Brücke bilden werde. Morgen tritt das
itte Komitee noch einmal zuſammen. Das erſte Komitee iſt
tech=
ſch in der Lage, ſeinen erſten Bericht, welcher von der
Voll=
ſung noch nicht entgegengenommen worden iſt, auch heute noch
berändern. Die juriſtiſche Kommiſſion macht ebenfalls gute
ortſchritte. Im ganzen iſt alſo ein gewiſſer Umſchwung
verzeichnen. Nach wie vor wird die Möglichkeit einer
griſer Reiſe Herriots energiſch beſtritten. Die „Großen
anf” traten wie gewöhnlich heute morgen im Hauſe des
Pre=
kerminiſters zur Beſprechung zuſammen.
Der Handel um die Sachlieferungen.
London, 25. Juli. (Europapreß.) Die franzöſiſche
Dele=
ltion der Kommiſſion für den Zahlungsmodus beſtrebt ſich
Behwärtig, einen Vorſchlag durchzubringen, wonach die deutſche
Shierung die Sachlieferungen zu garantieren hätte, wenn der
Aſche Lieferant ſich ein Manko zuſchulden kommen laſſe. Die
ngländer weiſen aber dieſen Vorſchlag ab. Die Franzoſen
Eſſen dieſer Frage große Bedeutung bei. Sie machen geltend,
:ß unter dem Regime des Dawesplanes die Barzahlungen in
7 Hintergrund treten, und daß die Sachlieferungen zum größ=
N. Teil die Reparationen darſtellen werden.
Erweiterung der juriſtiſchen Kommiſſion.
London 25. Juli. (Enropapreß.) Das juriſtiſche
Ziitee, beſtehend aus Sir Cecil Hurſt und Fromageot, wird
ch morgen mit den Punkten k und der engliſch=franzöſiſchen
De hon Paris vom 9. Juli befaſſen, das heißt mit der Frage,
en beſonderer Organismus eingeſetzt werden ſoll, der den
tan Dawes' in Streitfällen auszulegen hätte. Der juriſtiſchen
Dmmiſſion ſind noch der Belgier Bourquin und der Italiener
nDi heute zugeteilt worden. — Die Sanktionskommiſſion hat
B8 nachmittag nach kurzer Beratung ihre Sitzung verſchoben.
Die Eiſenbaunfrage.
Arworih gegen die franko=belgiſche Eiſenbahner
im Ruhrgebiet.
SD. London, 25. Juli. Von dem Problem der
Ver=
fehlungen und Sanktionen abgeſehen, iſt bekanntlich die Frage
der ſtrategiſchen Eiſenbahnlinien noch ungelöſt. Die mit dem
Studium dieſer Frage betrauten Eiſenbahnſachverſtändigen
Lefevre und Acworth ſind, wie in Londoner Meldungen
aus=
drücklich feſtgeſtellt wird, zu entgegengeſetzten Schlußfolgerungen
gelangt. Während der franzöſiſche Sachverſtändige die
An=
weſenheit von mindeſtens 5000 franko=belgiſchen Eiſenbahnern im
rheiniſch=weſtfäliſchen Eiſenbahnnetz im Hinblick auf die
Sicher=
heit der Beſatzungstruppen für unbedingt geboten hält,
be=
hauptet Acworth, eine ſolche Maßnahme verfehle von
vorn=
herein ihren Zweck. Ein Beſchluß in dieſer Frage wird
voraus=
ſichtlich von den Führern der Delegationen ſelbſt gefaßt werden.
*
Nach dem „Daily Telegraph” ſei der Bericht des
ſtändigen Unterſtaatsſekretärs im Foreign Office und des
Gene=
rals Godleeys über die militäriſche Seite der geplanten
Ver=
ſchmelzung deutſcher Eiſenbahner mit den alliierten
Eiſen=
bahnern für eine praktiſche Durchführung ungünftig geweſen.
Die Premierminiſter könnten vielleicht der Behandlung dieſes
Problems grundſätzlich zuſtimmen, wenn ſie eine weit geringere
Zahl, als ur ſprünglich vorgeſchlagen war, vorſehe.
Die Belgier vermitteln.
Paris, 25. Juli. (Wolff.) Die Sonderberichterſtatter der
Pariſer Blätter in London ſtellen in ihren letzten Berichten feſt,
daß in der Angelegenheit der Garantien und
Sanktio=
nen, die das erſte Komitee behandelt, geſtern kein Schritt
vorwärts getan worden iſt. „Wird die Konferenz
heute aus der Sackgaſſe herauskommen, in der
ſie ſeit drei Tagen feſtſitzt?” ſo fragt der „Quotidien”,
den man ganz allgemein als Herriot=offiziös bezeichnet.
Im Laufe einer Zuſammenkunft zwiſchen Theunis, Hymans.
Herriot, Clementel und Nollet werde der belgiſche
Außen=
miniſter Hymans nochmals Vorſchläge ſeitens der
Bel=
gier vorbringen, er werde Zen belgiſchen Vorſchlag, der bereits
bekannt geworden, wiederholen, lediglich deshalb, um eine
all=
gemeine Diskuſſion herbeizuführen, denn niemand könne
ab=
leugnen, daß die amerikaniſchen und engliſchen Bankiers
dieſes Kompromiß nicht annehmen werden, da ſie
der Anſicht ſeien, daß § 7, Abſchnitt 2, Anhang 8 des
Friedens=
vertrages der Reparationskommiſſion das Recht gibt, ihra
Be=
fugniſſe vollkommen auf das vorgeſchlagene Komitee zu
über=
tragen. Sie fordern, daß die alliierten Mächte endgültig auf jede
iſolierte Aktion zur Anwendung von Sanktionen verzichten. Die
Bankiers Norman und Lamont würden
keines=
wegs heute annehmen, was ſie geſtern
abge=
lehnt hätten. Noch geſtern vormittag hätten ſie neue
Vor=
ſchläge zurückgewieſen, denen zufolge ſich jede Macht verpflichten
ſoll, von ſich aus nicht allein die Verzinſung und Tilgung,
ſon=
dern das Kapital der Anleihe ſelbſt zu garantieren, für den Fall,
daß ſie andere Sanktionen durchführten als ſie das zweite, aus
fünf Sachverſtändigen beſtehende Komitee vorſchlagen würde,
deſſen Einſetzung Theunis angeregt hat.
Die Belgier für ein Tauſchgeſchäft.
Pakis, 25. Juli. (Wolff.) Der Sonderberichterſtatter
der „Information” in London ſchreibt über die
Vermittlungs=
verſuche der Belgier in der Frage der Anleihe=Garantien, der
Standpunkt der Belgier, die bei der Rückkehr Herriots aus
Chequers Wert darauf legten, daß das diplomatiſche
Druck=
mittel der Ruhrbeſetzung erhalten bleibe, gehe dahin, daß in
London ein Tauſchgeſchäft abgeſchloſſen werden ſollte. Sie
ſtell=
ten eine Reihe von Tatſachen feſt, an denen ſich nach ihrer
Auf=
faſſung nichts mehr ändern laſſe:
1. daß die Reparationskommiſſion in den Vereinigten
Staa=
ten und in England völlig diskreditiert ſei, was nicht allein die
Bankiers, ſondern auch die Regierungen, insbeſondere
Staats=
ſekretär Hughes, ausſprechen,
2. daß Zwangsmaßnahmen gewaltſamer Art im Nuhrgebiet
oder auf dem linken Rhein nicht mehr nötig ſeien und daß im
übrigen am 10. Januar 1925 England mit Sicherheit die Kölner
Zone räumen werde:
3. daß die Micum=Verträge ohne eine interalliierte
Ver=
ſtändigung nicht mehr verlängert werden könnten und daß für
den Augenblick mit der Möglichkeit von franzöſiſch=deutſchen
Sonderabmachungen nicht gerechnet werden dürfe, falls nicht
Deutſchland noch größere Konzeſſionen als die in London
ver=
langten gemacht würden.
Unter dem=Zwang der Notwendigkeit ſtelle ſich infolgedeſſen
die belgiſche Delegation auf den Standpunkt, daß die
gegen=
wärtige Diskuſſion in Verbindung mit den anderen Fragen
behandelt werden ſollte, die nicht auf der Tagesordnung der
Konferenz ſtänden und in denen Frankreich und Belgien
Kom=
penſationen für die Zugeſtändniſſe erlangen könnten, die ſie
etwa dem angelſächſiſchen Standpunkt gegenüber machen
wür=
den, mit anderen Worten, die Belgier wünſchten poſitive
For=
derungen von greifbarerem Inhalt als die 800=Millionen=Anleihe
für Deutſchland zu ſtellen.
Der Berichterſtatter hält es im übrigen für wahrſcheinlich,
daß die Verhandlungen über die Anleihe ſich nicht unter
Zu=
ziehung der Pariſer Bankiers zur Londoner Konferenz
voll=
ziehen würden. Es brauche nicht hinzugefügt zu werden, daß
die Italiener den belgiſchen Standpunkt vollkommen teilten;
ſie hätten bereits am vorigen Sonntag in Chequers die
Auf=
nahme der interalliierten Schuldenfrage in das Programm der
Kpnferenz durchgeſetzt.
* Wer hat die Londoner Kriſe
verutſacht?
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die einzelnen Delegationen der auf der Londoner Konferenz
vertretenen Mächte haben begreiflicherweiſe ein Intereſſe daran,
die Verantwortung für die ausgebrochene ſchwere Kriſe von ſich
auf andere abzuwälzen. Profeſſor Keynes richtet ſchwere
An=
griffe gegen Macdonald, der in der Frage der territorialen
Sank=
tionen dem alten Poincaréſchen Geiſt gegenüber nicht ſtandhaft
genug gewefen ſei. Die Mehrzahl der Londoner
Konferenzteil=
nehmer hält die franzöſiſche Delegation für den ſchuldigen Teil.
Die Franzoſen und Belgier ihrerſeits ſind empört über die
Hal=
tung der Bankiers, des plötzlich aus den Kuliſſen tretenden
amerikaniſchen Staatsſekretärs Hughes und des engliſchen
Schatz=
kanzlers Snowden. Intereſfant, weil weniger Partei, ſind die
Vorwürfe, die von der Preſſe der einzelnen Länder gegen ihre
Regierungen erhoben werden. So iſt die Auffaſſung einer
Pa=
riſer Zeitung beachtlich, der zufolge die franzöſiſche Regierung
bei dem gegenwärtigen außenpolitiſchen Dilemma die Schuldige
ſei, weil ſie im Herbſt 1923, nach Abbruch des paſſiven
Wider=
ſtandes, nicht alsbald eine Verſtändigung mit Deutſchland ſuchte.
Für den unbefriedigenden Verlauf der Londoner Konferenz
ſind zweifellos Macdonald und Herriot in erſter Linie
verant=
wortlich. Ihre Abmachungen vom 23. Juni in Chequers und
vom 9. Juli in Paris haben eine Verſtändigungsgrundlage
ge=
ſchaffen, mit der ſich die Vertreter der internationalen Finanz
nur dann hätten einverſtanden erklären können, wenn ſie die nach
ſo vieler Mühe erworbene wirtſchaftspolitiſche Einſicht reſtlos
verleugnet hätten. Herr Herriot hat von vornherein ſeine
Politik darauf abgeſtellt, reichlich 50 Prozent des
Poin=
caréſchen Programms zu übernehmen und damit die
Oppoſition ſeiner ſchärfſten Gegner lahmzulegen. Er hat den
Entſcheidungskampf geſcheut, vor der dritten
Alter=
natide entweder den Kernpunkt ſeiner politiſchen Ideen
preis=
zugeben, oder aber doppelzüngig und unzuverläſſig hingeſtellt
zu werden. Macdonald hat diefe Politik feige
ausweichend mitgemacht, weil er Herriot unter allen
Umſtänden an der Macht erhalten wollte.
Daneben ſind aber auch auf der Londoner Konferenz ſelbſt
ſchwere Fehler gemacht worden. Die Wahl des
amerika=
niſchen Botſchafters in London, des Herrn Kellog,
zum amerikaniſchen Hauptdelegierten, hat ſich als
wenigglück=
lich erwieſen. Wenn Staatsſekretär Hughes Zeit hatte, zu
glei=
cher Zeit in London an einem Anwaltskongreß teilzunehmen, ſo
iſt nicht recht einzuſehen, warum er nicht ſelbſt den Vorſitz in der
amerikaniſchen Delegation auf der Londoner
Reparationskon=
ferenz übernahm. Die Befugniſſe, welche Präſident Coolidge
ſeinem Vertreter auf dieſer Konferenz erteilt hatte, waren ſelbſt
für einen Kabinettschef anſehnlich genug. Immerhin muß es
Staatsſekretär Hughes hoch angerechnet werden, daß er aus der
Rolle des Privatmannes heraustrat, ſowie die Dinge eine
un=
erfreuliche Wendung zu nehmen drohten. Ein großer Schaden
war allerdings ſchon angerichtet, Kellog und Owen Young,
die Väter des zweifelhaften Kompromiſſes in
der Sanktionsfrage, ſind an erſter Stelle dafür
verantwortlich, daß nach den erſten drei
Verhandlungs=
tagen in London, bei dem franzöſiſchen Volk, die Illuſion
ent=
ſtehen konnte, daß Frankreich nach wie vor das Recht zu
iſolier=
tem Vorgehen gegen Deutſchland behalten ſollte. Hätten ſich die
amerikaniſche Delegation und die internationalen Bankiers von
vornherein mit Klarheit, wenn auch nur bedingt, gegen künftige
Friedensbrüche ausgeſprochen, ſo wäre dem franzöſiſchen
Mini=
ſterpräſidenten die Stellung gegenüber ſeinen Parlamenten
er=
heblich erleichtert worden.
Auch der jetzt mit Vorliebe als Vermittler auftretende
bel=
giſche Miniſterpräſident Theunis hat ſeinen Teil zu
der gegenwärtigen Kriſe beigetragen. Er hat
durch Formulierung zweifelhafter
Kompro=
miſfe den Anſchein erweckt, als gäbe es zwiſchen den beiden
grundſätzlich verſchiedenen Auffaſſungen einen Ausgleich, der
beide Teile befriedigen könnte und Kolliſionsgefahren für die
Zukunft ausſchlöſſe. Als die franzöſiſche Delegation und die
internationalen Bankiers ſich auf ihre Standpunkte zu verſteifen
be=
gannen, wurde in der deutſchen Preſſe verſchiedentlich feſtgeſtellt,
daß ſich die Bankiers deutſcher Argumente bedienen. Dies
ent=
ſpricht genau den Tatſachen. Dabei drängt ſich jedoch dem
un=
befangen Urteilenden der Gedanke auf, daß dem Staatsſekretär
Hughes, Schatzkanzler Snowden, dem Bakier Lamont und den
meiſten ſeiner Kollegen ſehr viel mehr Beweismaterial zur
Ver=
fügung geſtanden hätte, wenn deutſcherſeits ein ausführliches
Gegengutachten vorgelegt worden wäre. Es iſt zwar nicht
an=
zunehmen, daß ſich die Bankiers alle deutſchen Einwände zu eigen
gemacht hätten. Sie hätten aber mit noch ſchärferem Nachdruck
die Erfüllung der Vorausſetzungen fordern können, ohne welche
die angebahnte Reparationsentſcheidung keinerlei praktiſchen
Wert für Deutſchland beſitzt.
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Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Juli 1924.
Rummer 206.
Das Memorandum des 2. Komitees.
„Die militäriſche Frage ſoll unberührt bleiben”
Der geſtern beendete und der Vollſitzung unterbreitete
Be=
richt des Unterausſchuſſes des zweiten Komitees über die
Maß=
nahmen bezüglich der wirtſchaftlichen Räumung des Ruhrgebiets
beſtehe in ſeiner abgeänderten Form aus etwa 10 Seiten. Ihm
gehe ein Paſſus voraus, in dem die Sachverſtändigen erklären,
daß ſie von der Vorausſetzung ausgegangen ſeien, daß ſie nicht
von der Haltung abgehen könnten, die ihre Regierungen ſeit dem
Einmarſch in das Ruhrgebiet eingenommen hätten, und daß die
militäriſche Frage unberührt bleiben müſſe, daß ſie aber die
An=
weſenheit eines amerikaniſchen Mitgliedes in der
Reparations=
kommiſſion für gewiſſe Fälle angenommen hätten. Der Bericht
ſelbſt iſt in ſieben Artikel eingeteilt. Es wird darin angeraten,
daß während der vorgeſchlagenen Uebergangsperiode von zwei
Monaten der Generalagent in jedem Monat von den alliierten
oder deutſchen Einſammlern die Summe erhalten ſoll, die dem
12. Teil der Jahresannuität gleich ſei, außerdem noch gewiſſe
Arbeitsausgaben. Die Zahlungen ſollen alle 10 Tage erfolgen.
Auf dieſe Weiſe werde der Generalagent in der Lage ſein, alle
Laſten nach dem Plan einſchließlich der Sachlieferungen zu zah
len. Artikel 6 ſehe gemeinfame deutſch=alliierte Kommiſſionen
vor, die in Kohlenz und Düſſeldorf tagen ſollen. Artikel 7 ſehe,
abgeſehen von den Sachlieferungen, eine Amneſtie für deutſche
politiſche Beſchuldigte vor, die von den Alliierten ins Gefängnis
geſetzt oder ausgewieſen worden waren; desgleichen eine
Am=
neſtie für Deutſche, die von deutſchen Gerichtshöfen unter der
Beſchuldigung, die Alliierten unterſtützt zu haben, verurteilt
wur=
den. Ferner enthält der Bericht einen Artikel für
ſchiedsgericht=
liche Entſcheidungen. Dieſes Memorandum nähere ſich dem
ur=
ſprünglich franzöſiſch=britiſchen.
Vom Tage.
Morgans Standpunkt.
London, 25. Juli. (Europapreß.) Der Direktor der
Pg=
riſer Filiale der Bank Morgan, Harjes, iſt heute nachmittag in
London angekommen. Er erklärte, daß ihm Morgan eine
Mit=
teilung für die Preſſe telegraphiert habe, die Folgendes beſagt:
„Unſer Standpunkt iſt ſehr einfach. Man hat uns über unſere
Anſicht über die Bedingungen erſucht, deutſche Obligationen in
Amerika zu plazieren. Wir haben unſere Anſicht bekannt
gege=
ben. Wir wünſchen aber nicht, politiſche Forderungen zu ſtellen, dung des Geſetzes geſtellt wird. Die Verkündung erfolgt in zwei oder
Dies wäre auch übrigens nicht unſer Gewinn. Es iſt an den drei Tagen.
alliierten Regierungen, zu beſtimmen, in wel=
Die Räichsindexziffer für die Lebenshaltung beträgt nach
den amtlichen Feſtſtellungen für den 23. Juli das 1,16
billionen=
fache der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche (1,15) iſt alſo eine
Steigerung um 0,9 Prozent zu verzeichnen.
Wie wir aus Eſſen erfahren, iſt auch geſtern eine Einladung
an die Vertreter des Ruhrbergbaues zu neuen
Mieumverhand=
lungen ſeitens der Micum nicht erfolgt.
Der Vorſtand der Deutfchen Studentenſchaft teilt amtlich mit, daß der
diesjährige, für Ende Juli nach Innsbruck einberufene 6.
ordent=
liche Studententag ins Winterſemeſter verſchoben wird.
Am Samstag werden zwei Vertreter der Pariſer
Bank=
welt in London eimtreffen, nämlich Sergegnt und Finali. Sie
werden mit den engliſchen und amerikaniſchen Bankiers über die
Garan=
tien für die Anleihe unterhandeln. Dieſer Meinungsaustauſch wird aber
außerhalb der Konferenz ſtattfinden.
Die Arbeitgebev der Londoner Bauinduſtrie haben
be=
ſchloſſen, die Arbeiter vom Samstag mitternacht an auszuſperren.
Der belgiſche Miniſterrat hat beſchloſſen, eine
Amneſtie=
vorlage, die für den Abg. Hubin eingereicht worden iſt, zu unterſtützen
Der „Daily Mail” zufolge beſteht angeblich die Möglichkeit, da
die Reparationskommiſſion nach London kommt, un
leichter zu Rate gezogen zu werden, ferner um Sitzungen in all der
Fällen abzuhalten in denen ſie irgendetwas mit dem zu tun habe, was
im Dawesbericht enthalten ſei.
Der iriſche Freiſtagt hat Profeſſor Smiddly, der bereits
ſei=
einiger Zeit in den Vereinigten Staaten die Intereſſen des iriſchen Frei
ſtaats vertritt, zum iriſchen Bevollmächtigten in
Waſ=
hington ernannt.
Eine Gruppe von etwa 80 amerikaniſchen Bankiers, die
eine Europareiſe unternimmt, ſtattete Genf einen Beſuch ab, an den
ſich eine Beſichtigung des Völkerbundsſekretariats anſchloß.
Der Große Rar der Faſziſtiſchen Partei hat ſein=
Julitagung abgeſchloſſen. Zum Schluß wurde durch Zuruf eine Reſo
lution angenommen, in der die Befriedigung hinſichtlich der ſtarken Ge
walt aller derjenigen Organiſationen ausgeſprochen wird, die die natie
nale Diſziplin ſicherſtellen.
In einem Tagesbefehl an die Truppen in Marokko hebt River
hervor, es ſei nötig, das ſpaniſche Wirtſchaftsleben vor weiteren
E=
ſchütterungen zu bewahren, aber die Marokko=Aktion müſſ
durchgeführt werden.
Das neue griechiſche Kabinett iſt unter dem Vorſitz von
Sovulis endgültig gebildet worden.
Habas berichtet aus Tokiv, daß die Regierung mitgeteilt habe,
daß die vor dem 5. Juli exportierten Baren nicht dem neuen
Zoll=
tarif unterliegen, wenn ein entſprechendes Geſuch vor der Verkün=
Die Lage am Geidmarft.
Erklärungen Or. Schachts im Reichsbank=
Zentralausſchuß.
Berlin, 26. Juli. In der geſtrigen Zentralausſchußſitzut
der Reichsbank betonte der Reichsbankpräſident Dr. Schacht, de
chem Maße unſrer Anſicht über die Bedingungen
für die Plazierung der deutſchen Anleihe in
Amerika Rechnung getragen wird oder nicht.”
Harjes fügt hinzu, daß die von gewiſſen Zeitungen ausgedrückte
Meinung, wonach die Bankiers von derfranzöſiſchen unter dem Litel: „Die Konferenz macht keine
Fort=
leihe gefordert haben, bedauerlich ſei und zwar aus dem ein= einem Dilemma. Die informatoriſchen Beſprechungen ſind
gegenwär=
fachen Grund, weil ſie nicht der Wahrheit entſpreche.
Beirachtungen zur Konferenz.
ſich nach den Wochenausweiſen vom 24. Juni bis 15. Juli 1
Lage der Bank weiter günſtig entwickelt habe. D
Zahlungsmittelumlauf habe zwar eine mäßig
Erhöhung erfahren, bewege ſich aber noch immer unter d:
Milliarden Goldmark. Ueber die Lage am Geldmarkt ſpre
ſich Dr. Schacht dahin aus, daß die Situation nicht mehr
britiſch anzuſehen ſei, wie vor einigen Wochen. Die Zinsſät
zeigten eine ſinkende Tendenz und die Anlage
bei den Banken eine erfreuliche Steigerung. Von En
Dezember bis Ende April ſei ungefähr eine Verdoppelung 1
Kreditoren eingetreten. Inzwiſchen dürfte ſich dieſes Anwachſ
fortgeſetzt haben. Wenn auch grundſätzlich an der bisher
gen Politik der Kreditbeſchränkung feſtgeha
en werden müſſe, ſo ſei doch die Reichsbank nach wie vor
trebt, in allen Einzelfällen, in denen ein Kredit angebracht u
om Standpunkt der Währungspolitik vertretbar ſei, zu helfe
Auf dringende Vorſtellungen des Reichsminiſters für d
jährung und Landwirtſchaft habe ſich die Reichsbank außerde
ntſchloſſen, der Landwirtſchaft die Finanzierung der Ernte 2
urch zu ermögilchen, daß ſie der Seehandlung Rückendecku
is zur Höhe von 200 Millionen Goldmark für an die Landwi
chaft zu gewährende Kredite gegeben habe. Die Seehandli
verde die ihr zufließenden und anders ſchwer unterzubringend
äglichen Gelder durch Vermittelung der in Frage kommend
Zentralinſtitute in wirtſchaftlichen Wechſeln anlegen und
ringendem Bedarf dieſe Wechſel bei der Reichsbank diskontier
ind lombardieren. Um die Kapitalbildung für länge
Friſten zu begünſtigen, wolle die Reichsbank den Kr
der lombardfähigen Papiere durch Einbeziehung von auf Sa
werten baſierenden Anleihen erweitern. Dieſe wertbeſtändig
Wertpatiere ſollen zu denſelben Bedingungen beliehen werde
wie bisher die Anleihen des Reiches und der Länder, das he
unter Zugrundelegung einer Quote von 50 Prozent des an
lichen Kurswertes bei Wertpapieren auf Warengrundlage.
Darlehen können im allgemeinen, auf die Dauer von 6 bis
Wochen erteilt werden. Für Banken und Geldinſtitute wer
die Entnahme auf höchſtens 3 Tage beſchränkt. Die dem Zentre
ausſchuß vorgelegte Liſte der dafür in Frage kommenden We
papiere ſei gebilligt worden. Zum Schluß machte der Präſide
noch vertrauliche Ausführungen über die neue Goldnotenbank
Regierung politiſche Garantien für die deutſche An= Einigung erzielt werden konnte; die Führer ſelbſt befinden ſich in
London, 25. Juli. (Europapreß.) Die Times” ſchreiben
ſchritte‟: Die Kommiſſionen haben diskutiert ohne daß eine
tig das wichtigſte Element der Konferenz. Niemand kann mit
Sicher=
heit vorausſagen, was daraus werden wird und wie lange die
Kon=
ferenz dauern wird. Es iſt ein außergewöhnliches Bild: Führende
Staatsmänner und Finanzleute ſind in London in einem beſonders
kritiſchen Augenblick der Weltgeſchichte verſammelt und können zu
Paris, 25. Juli. (Europapreß.) Der Korreſpondent der keiner Einigung gelangen. Die Zukunft der Biviliſation hängt von
„Chicago Tribune” in London meldet, daß Montagu Morgan ihren Argumenten ab. Die Politiker wiſſen auch daß ihre
Regie=
geſtern dem Gouverneur der Bank von England vorgeſchlagen zungen mit dem Erfolg der Konferenz ſtehen oder fallen werden. Die
habe, den Vermittlungsvorſchlag Theunis in der Sanktionen= Pinanzleute ſind ſich der Wirkung der Konferenz auf Induſtrie und
Handel bewußt. Niemand gibt ſich Illuſionen hin oder glaubt, daß
frage anzunehmen. Dagegen ſeien die amerikaniſchen Bankiers, ; eine Regelung mit leeren Worten erzielt werden kann, nach Art der
nach wie vor entſchloſſen, den Vorſchlag abzulehnen. Sie wollen / früheren konventionellen Abkommen, mit denen die vorangegangenen
nichts von einer Anleihe wiſſen, ſolange die Reparationskom= internationalen Konferenzen ſich mit dem Druck der Zeit und der
Vermittelungsvorſchlag zur Sanktionenfrage.
miſſion das Recht habe, über die Verfehlungen zu entſcheiden
und Sanktionen zu beſchließen. Sie erklären, daß die 800
Mil=
lionen Goldmark=Anleihe nur der Anfang einer Reihe weitaus
größerer Anleihen ſeien, und daß es unmöglich ſei, in Amerika
das Publikum für dieſe Anleihe zu interefſieren, wenn die
Re=
parationskommiſſion irgend welche Macht beſitze, die Abkommen
über den Haufen zu werfen.
öffentlichen Meinung jeweils abgefunden haben.
Neue Bedingungen der amerikaniſchen Finanz.
Prüfung der Reichstagsvorlage durch die Repko
Paris, 25. Juli. (Europapreß.) Die Rexarationskom=
miſſion hat heute vormittag in halbamtlicher Sirzung mit der
Prüfung der Reichstagsvorlage über die Ausgabe von Induſtrie=
Obligationen im Betrage von 5 Milliarden Goldmark begonnen.
Dieſe Vorlage iſt von einem Komitee ausgearbeitet worden,
das ſich wie folgt zuſammenſetzt: „Alix (Frankreich), Bianchini
(Italien) — beide von der Reparationskommiſſion ernannt —
Bücher und Trendelenburg aus Deutſchland — beide von der
deutſchen Regierung ernannt —, Wallerbork (Schweden), der
von den vier vorbenannten Mitgliedern beſtimmt wurde. Die
von dieſem Komitee ausgearbeitete Vorlage muß von der
Repko genehmigt werden, bevor ſie dem Reichstag zur
Ratifi=
zierung unterbreitet wird.
UU. New York, 25. Juli. Finanzielle Kreiſe und auch ein
großer Teil der politiſchen Preſſe äußern ſich ziemlich ungehalten
über die Stellungnahme Herriots in London und greifen die
Haltung Frankreichs in der Frage der Ruhrbeſetzung ſcharf an.
Herriot wird, falls es in London ſchief geht, für alles weitere
ver=
antwortlich gemacht. Die Skepfis der Finanzkreiſe wächſt und es
werden auf Frankreich gemünzte Vorausſetzungen für die
An=
leihe aufgeſtellt:
1. Frankreich gibt die Sicherung, daß es Invaſionen in
Deutſch=
land unterläßt, da dieſes ſonft nicht kreditfähig iſt.
2. Der Dawesplan ſtellt in ſeiner augenblicklichen Form das
äußerſte Zugeſtändnis an Frankreich dar.
3. Sicherung gegen einen neuen Krieg.
4. Die Reparationsfrage muß augenblicklich den Politikern
entwunden und einem internationalen Komitee unterbreitet
werden.
5. Der Zweck der Anleihe muß genaueſtens umſchrieben werden.
6. Hypothekariſche Sicherheiten im Falle einer deutſchen
Ver=
ſäumnis.
* Panideal.
Das Seelenleben und ſeine ſoziale Neugeſtaltung.
In keiner Zeit wohl, als in der nach dem Kriege bis heute,
war die fühlende, denkende Menſchheit mehr erfüllt, ergriffen
von oft unwiderſtehlichem Drang, ſich neue Weltanſchauungen
zu ſchaffen, zu neuen religiöſen und philoſophiſchen Erkenntniſſen
zu gelangen, kurz, mehr denn je den Dingen nachzuforſchen, die
unſer Seelenleben erfüllten, dem letzten Sinn des Seins
nachzu=
ſpüren. Und keine Zeit wohl brachte mehr Enttäuſchungen,
Ent=
täuſchungen immer, ſelbſtiger Art und ſolche, die falſche,
irrefüh=
rende Propheten bereiteten. So viele fühlten ſich als Wegweiſer
berufen, und ſo wenige ſind auserwählt! Zuviel hatte das Raſen
des Weltkrieges, deſſen Geißel die Menſchheit der ganzen Welt
in Nöte und Leiden trieb, an inneren wie äußeren Werten
zer=
ſtört, zerſchlagen, vernichtet! Und in keinem Volke wohl,
viel=
leicht ausgenommen in Rußland und den morgenländiſchen
Völ=
kern, der Drang, das Sehnen nach einer neuen ſinnvolleren,
be=
greifbareren Weltanſchauung ſtärker und lebendiger als im
deut=
ſchen, dem der Dichter und Denker. In dem Volke, das in
ma=
terieller Hinſicht, in umfaſſendſter Deutung des Begriffes,
durch ein halbes Jahrzehnt Leiſtungen vollbrachte, Dinge
ge=
ſchaffen und — vernichtet, wie vor ihm und vor dieſer Zeit kein
anderes der Welt. Dem Volke, das nach dieſer Kraftentfaltung
am meiſten verloren. Das vor der nackten, klaren Erkenntnis
ſtand, daß all dieſe materielle Kraftentfaltung vergeblich war und
dann mit dieſer Erkenntnis auch die bis dahin es erfüllenden
inneren Werte zerfallen glaubte.
Dieſem Volke ward erſchreckend klar, daß äußere
Kraftent=
faltung immer den Stärkeren unterwerfen, daß nur der
inner=
lich ſtarke Menſch Herrſcher ſein kann und daß eins vor allem
not: Befreiung vom Materialismus und Egoismus, dafür
Neue=
rung des inneren Menſchen — Verinnerlichung. Und
wil=
lig ſchenkte das deutſche Volk neuerſtehenden „Führern” ſein
Ohr. Sotiel ihrer aber entſtanden, ſoviel Enttäuſchungen.
In dieſer inneren Not trat Rudolf Maria
Holz=
apfel, dieſer ſeltene Menſch, mit einer Neubearbeitung ſeines
unvergleichlichen Werkes „Panideal” das Seelenleben und
ſeine ſoziale Neugeſtaltung, der Menſchheit zur Seite. In zwei
ſtattlichen Bänden von 1000 Seiten Umfang liegt das Werk vor
uns, das der mißtrauiſch und zweifelnd Gewordene kritiſch zu
durchblättern, dann zu leſen beginnt und das ihn dann bald
völ=
lig in Bann ſchlägt. Ein Buch freilich, das ſich nicht jedem ſofort
und leicht erſchließt. Dazu iſt es zu tief, zu ernſt und fordert
zu viel. Ein Buch; mit dem man ringen muß, ernſt und heiß,
das aber dem Denkenden, dem ernſt Ringenden, bald kein
Geg=
ner mehr, ſondern ein Führer von ſtärkſter Leiteigenſchaft.
*
Wer iſt Rudolf Maria Holzapfel?. Wer und was berief ihn
zum Führer? Es iſt notwendig und klug, dieſe Frage zu ſtellen
Vor der Anerkennung Sowjetrußlands durch Frankrei
Paris, 25. Juli. (Wolff.) Der „Matin” veröffentlicht f.
gende Richtigſtellung zu den in den letzten Tagen veröffentlicht
Nachrichten über die franzöſiſch=ruſſiſchen Bezi
hungen:
1. Die franzöſiſche Regierung iſt entſchloſſen, 1
Sowjetregierung rechtlich anzuerkennen.
2. Sie iſt entſchloſſen, nach der Londoner Konferenz ſobn
wie möglich Verhandlungen mit Moskau aufzunehmen, um
zwiſchen Frankreich und Rußland ſchwebenden Fragen zu regel
Bis jetzt ſind jedoch keinerlei Verhandlungen eingeleitet worde
ebenſowenig habe Herriot die franzöſiſchen Unterhändler ernann
Schließlich iſt auch nicht Beſchluß darüber gefaßt worden, ob 1
Anerkennung der Sowjetregierung den vorgeſehenen Verhan
lungen vorausgehen, während dieſer Verhandlungen oder e
ſpäter erfolgen ſoll.
Die ruſſiſch=japaniſchen Beziehungen.
und die Antwort zu geben, bevor wir uns mit ſeinem Werke ſelbſt
befaſſen. Zunächſt dies: Holzapfel iſt kein Gelehrter, kein
Wiſſen=
ſchaftler, kein Philoſoph, dem dieſe Berufung von vornherein
den Lebensweg vorzeichnete. Er iſt kein „Schüler”, kein Epigone,
kein Nachſchaffer. Er iſt ein — profan ausgedrückt — Produkt
ſeiner ſelbſt. Als Sohn eines vielgebildeten öſterreichiſchen
Arz=
tes 1874 geboren, ward ihm vielleicht die geiſtige Potenz zum
Geſchenk. Schwer drückende Verhältniſſe ſtellten ihn ſchon im
Knabenalter auf, ſich ſelbſt, er ward ein Einſamer, ging mit
16 Jahren nach Südafrika, und Jahrzehnte ſtand er in härteſtem
Lebenskampf, immer einſam, immer ringend, nicht für ſich
für alle.
Was ein Leben in jahrelangem, unermüdlichen Ringen, in
Not und Entbehrung, in Abhängigkeit von gemeinen, gierigen
Ausbeutern und im täglichen Kampf mit brutalen Abenteurern
einem Menſchen an Qual und Elend bieten kann, das hat Rudolf
Maria Holzapfel in ungeahntem Maße erfahren. In eine
Wirr=
nis primitiver Völker verſchlagen, hat er ſich als Buchbinder,
Spengler, Verkäufer unter mühſeligſter Arbeit durchgeſchlagen,
oft noch des Nachts in den Matroſenſchenken zum Tanz
auf=
ſpielend.
Aber obwehl die fortwährende Berührung mit
verſchieden=
ſten Völkern, Raſſen, Typen, mit allerlei Berufen, Sitten,
Län=
dern eine Flut von Erfahrungen in ſein Leben brachte, trug die
lebendige Anſchauung der zahlreichen Schickſale, Konflikte,
un=
barmherzigen Kämpfe zwiſchen raubgierigem Ausbeutertum und
erliegenden edleren und feineren Tendenzen und die Abgründe
des ſozialen Elendes nur noch dazu bei, ſein inneres Ringen noch
vertiefter, noch ſchärfer, noch großzügiger zu geſtalten. Nicht mehr
für ihn allein war die Löſung der brennendſten Probleme nötig,
eine Welt um ihn ſchrie nach Erlöſung.
Vondon, 25. Juli. (Europapreß.) Nach einer Meldun
aus Tokio hat der Miniſterrat beſchloſſen, gegenüber Rußläu
eine neue Politik einzuleiten. Man glaubt, die Regierung
entſchloſſen, die Sowjetregierung anzuerkennen. Die neuen Ve
handlungen werden wahrſcheinlich vom ruſſiſchen Botſchaft
Karakhan und für Japan von Yoſhizawa geführt. Die Unte
handlungen zwiſchen den beiden Ländern wurden bekanntl
vor einigen Wochen abgebrochen. Die neue Wendung iſt de
Umſtande zuzuſchreiben, daß die japaniſche Regierung ſeit ein
gen Wochen eine andere iſt.
London, 25. Juli. (Europapreß.) Die Blätter teilen m
daß der neue ruſſiſch=japaniſche Vertrag folgen
Beſtimungen enthalten werde: 1. Wiederaufnahme der gege
ſeitigen diplomatiſchen Beziehungen. 2. Räumung des nör
lichen Teiles der Inſel Sachalin durch Japan. 3. Unterzeichnut
eines Handelsvertrags. 4. Verbot aller politiſchen Propagand
die der inneren Politik jedes der beiden Ländern ſchaden könn=
5. Konzeſſionen an Japan auf Nord=Sachalin, ſobald es geräut
ſein wird, und in Oſt=Sibirien.
Schon damals erwachten hier und dort Vorahnungen zu
ſeinen ſpäteren Erkenntniſſen. Gleichſam im Keime rührten ſich
ganz neue Betrachtungsweiſen der Gewiſſenserlebniſſe, neue
dichteriſche Perſpektiven und jenes Problem, das zu einem der
größten, mächtigſten und umwälzendſten im „Panideal” werden
ſollte: das Problem von der Rettung und Förderung der größten
und geiſtigſten Kräfte in der Geſellſchaft und in jedem einzelnen.
Aber bevor es ihm vergönnt war, im „Panideal” auch dieſe große
und befreiende Löſung einer bisher niemals, in ihrer ganzen
Größe und Tragik aufgerollten Frage zu finden, mußte er noch
viele Jahre in aufreibenden Kämpfen, die ihn nach Zürich zu
vieljährigem Studium, nach London, nach dem Süden Rußlands
trugen, und unter ſelten ſchweren Schickſalen ſeinen Weg ſuchen,
eines Auffatzes auch nur annähernd erſchöpfend behandeln
wollen. Nur um einen Hinweis auf das Werk kann es ſich ha
deln. In einer völlig neuen, unerſchütterlich objektiven Weiſeh
Holzapfel die Seele bis in ihre verſchlungenſten Tiefen dure
forſcht und ſo die wundervollen Pſychologien der Einſan
keit, der Sehnſucht und Hoffnung, des Gebetes u.
Kampfes geſchaffen. Und weiter, bis zu den weſentlichſte
Wurzeln der morgliſchen Prozeſſe eindringend, hat er es ve
mocht, das uralte, geheime Rätſel des Gewiſſens zu löſe
Hier hat Holzapfel jenes Gebilde, das einſt Kant neben de
geſtirnten Himmel zu den größten Wundern gezählt hat, un
dem in der Tat an Kompliziertheit und Gewichtigkeit für de
Leben kein zweites gleichkommt, bis in ſeine fernabliegende
Tiefen für alle Zeiten durchleuchtet und wie eine Wunderwe
vor uns bloßgelegt. Kaum vermöchte man zu glauben, daß d
Beobachtung ſo feiner, vielverzweigter, ſo flüchtig ineinand
übergehender Prozefſe durch ein Menſchenauge möglich iſt, un
daß ſie mit voller Deutlichkeit heraufgeholt zu werden vermöge
Aus einer Verborgenheit, in der wir ſie zwar oft noch fühle
können, aber nicht die Fähigkeit beſitzen, ſie zu faſſen, geſchweis
denn lebentig darzuſtellen.
Mit einer Schilderung des Beſtehenden, mit etwelcher Krit
hat ſich Holzapfel nicht begnügt. Das gab ihm nur die Grun!
lage zu neuer Erkenntnis, zu neuer Lebens= und
Entwicklung=
form. So kam er dazu, der Menſchheit ein neues Gewiſſen
ſchenken, „das aus tieferem menſchlichen Verſtehen und volleret
Ueberſchauen der Mannigfaltigkeit der Verhältniſſe gewachſei
differenzierter, opferreicher und verantwortungsvoller, aber au
harmoniſcher, kräftiger und einheitlicher iſt, als alle früheren &
waren. In der trotz ihrer abſtrakten Form unvergeßlich lebei
digen und erſchütternden Darſtellung von dem allmählichen Au
ſteigen des Gewiſſens beginnt der Hauch einer neuen Welt 3
wehen. Einer Welt, die durch ihre feſtbegründete Realität kräfti!
und anſpornt, ihrer überwältigenden Mannigfaltigkeit beglüe
und befreit und in ihrer Sublimität wie mit einem Licht ung
ahnter Heiligkeit umſtrahlt iſt”.
Moral und Kunſt erreichen im „Panideal” eine unvergleick
liche Verfeinerung und Durchgeiſtigung. Er zeigt uns eine ur
erſchöpfliche Fülle neuer Arbeitsmöglichkeiten zum Bau der Mö!
lichkeit eines neuen Ideals, das alle Kräfte und Tendenzen 9e
Seele durchgeiſtigt und zu höchſter Steigerung führt.
Das letzte, größte geiſtige Refultat bieſes Lebens iſt das
„Panideal”, ein kultuxphiloſothiſches Werk von größtem
Ausmaß, mehr als das, eine pihhologiſche Grundlage künftigen
neuen Menſchentums. Es iſt unnöglich, das Werk im Rahmen
Wer ſich mit dieſem Werke auseinanderſetzen will, finde
übrigens im gleichen Verlage EugenDiederichs in Jena ein ſel
gutes Hilfsmittel in dem eben erſchienenen Buche „Ein Künde
neuer Lebenswege. Einzelbilder der Seelenforſchung Rudo
Maria Holzapfels”, das Hans Zbinden herausgegeben hat un
in dem Zbinden, Hausherr, Kocherhans, Debrunner und Herwi
die Hauptideen Holzapfels darſtellen und zuſammenfaſſend
M. Str.
läutern.
Anmmer 206.
Darmſtädter Tagblatt, Somstag, den 26. Juli 1924
wermmiit der Auieit
TMrage
* Berlin, 25. Juli. (Eigener Bericht.)
Im Regierungstiſche: Arbeitsminiſter Dr. Brauns.
Kräſident Wallraf eröffnet die Sitzung 12 Uhr 25 Minuten.
äge des Abg. Kube (Natſoz.) über das Verbot der völkiſchen Schle=
Volksſtimme in Breslau und Koenen (Komm.) über das Verbot
Niederſächſiſchen Arbeiterzeitung in Hannover ſollen, entſprechend
Antrage des Abg. Loebe (Soz.), mit der Beratung des Not=
verbunden werden.
das Geſetz über die Temperaturſkala und Wärmeeinheit wird
an=
nmen, ebenſo das Handelsabkommen mit Portugal.
t” zu fagen „Reichswehr und Marine”, weil man unter bewaffneter
t auch Stahlhelm, den Wehrwolf und andere faſziſtiſche
Organiſa=
verſtehen könne. Der Redner droht mit der Schaffung
erroten Armee.
(bg. Schmitz=Hannover (Dnatl.) ſtellt feſt, daß aus allen
kommu=
hen Neden ein abgrundtiefer Haß gegen alles ſpricht,
mit der deutſchen Wehrkraft zuſammenhängt. Aber auch
ſozialdemokratiſche Abg. Lübbring, der früher in Königsberg
Poli=
zſident war und jetzt in Dortmund ſei, habe am Donnerstag ebend
ner Tumultſzene ausgerufen: „Alle Offiziere ſind Lumpen!” (Stür=
Pfuirufe rechts und große Erregung. Anhaltende Unruhe.)
Lüb=
habe damit nicht nur die Ehre des alten kaiſerlichen Heeres
belei=
ſondern auch die Offiziere der Reichswehr und der Schutzpolizei.
ſafte Zuſtimmung rechts.) Das muß mit aller Entſchiedenheit
zu=
wieſen werden. (Erneuter Beifall rechts.) Es ſei ſehr unklug von
Sozialdemokratie, jetzt in dieſer Weiſe vorzugehen, da ſie im
Be=
ſtehe, das Reichsbanner ſchwarz=rot=gold ſelber militäriſch aufzu=
Zur Perſonalpolitik Severings, der dieſen Lübbring im Amte
könne man kein Vertrauen haben.
lbg. Lübbring (Soz.) erwidert, er habe nur geſagt, ſolche Offi=
(wie der nationalſozialiſtiſche Sprecher Ahlemann) ſeien Lumpen.
zer Lärm rechts. Zurufe: Gemeiner Lügner!)
(bg. Jakob (Natſoz.) erhält einen Ordnungsruf.
die Vorlage wird darauf in 2. und 3. Leſung angenommen.
Jas Haus wendet ſich dann wieder den ſozialen Angelegenheiten zu
etzt die Einzelbeſprechung bei der
Erwerbsloſenfürſorge
Mitel
lich.
ſeit
lbg. Breh=Hannover (Soz.) hält die Unterſtützungen für die
ver=
teten Erwerbsloſen für unzulänglich.
(bg. Eſſer=Köln (Ztr.) beſpricht die Notlage der Kurzarbeiter
rritt für Hilfsmaßnahmen ein.
Reichsminiſter Dr. Brauns
igt, daß die Nor der Kurzarbeiter immer beunruhigender werde.
chlich ſtänden jetzt viele Kurzarbeiter mit ihren Bezügen unter denen
Jollerwerbsloſen. Die Hilfe ſei nicht nur wegen der Finanznot,
rn auch deshalb ſchwierig, weil die Wiedereinführung der
Kurz=
erunterſtützung einer Unterſtützung aus Reichsmitteln gleichkom
würde. Die Regierung ſei bereit, dem Zentrumsantrag entſpre
den beſonders belaſteten Gemeinden die erforderlichen Mittel zur
trbeiterfürſorge aus dem Beitragsaufkommen der
Erwerbsloſen=
ge zuzuführen.
ſa verſchiedene Parteien überhaupt auf das Wort verzichten, und
über die vorliegenden Eingaben nichts Neues zu ſagen war, wurde
inzelberatung über die Erwerbsloſenfürſorge verhältnismäßig raſch
et. Die Ausſchußanträge wurden in allen drei Leſungen angenom=
Die übrigen, über die Ausſchußanträge hinausgehenden Anträge
en abgelehnt gegen die Stimmen der Kommuniſten,
Sozialdemokra=
nd Nationalſozialiſten.
S folgte hierauf die Beratung verſchiedener Anträge über die
Fürſorgepflicht,
eſtern noch nicht erledigt worden ſind.
im weiteren Verlauf der Einzelberatung über die Fürſorgefrage
keichsarbeitsminiſter Dr. Brauns die Erklärung ab, er halte es
alſch, die Leiſtungen der Fürſorge für Sozialrentner und
Klein=
er uſw. als Armenunterſtützung im Sinne des Gerichtsverfaſſungs=
„8 zu betrachten. Es wäre zu wünſchen, daß in den Parlamenten
Länder den Fürſorgefragen das gleiche Intereſſe entgegengebracht
wie im Reichstag. Die Reichsregierung werde die ihr gegebenen
gungen den Landesregierungen übermitteln.
Schließlich wurden die Ausſchußanträge angenommen und damit die
politiſche Beratung endgültig abgeſchloſſen.
Es folgte
itung des nationalſozialiſtiſchen Antrags auf Aufhebung des
Diſziplinarverfahrens gegen den Abgeordneten Dr. Frick,
gegen Frick in der Eigenſchaft als Oberamtmann wegen ſeiner
Be=
ung am Hitlerputſch eingeleitet worden war. Der Geſchäftsord=
Sausſchuß beantragt Ablehnung des nationalſozialiſtiſchen Antrags
einer ziemlich polemifchen, aber unweſentlichen Debatte wurde der
ag gegen die Stimmen der Deutſchnationalen, Nationalſozialiſten
Kommuniſten angenommen.
Mittlerweile war es faſt 6 Uhr geworden. — Nunmehr folgte der
igſte Punkt der Tagesordnung:
*Oas Problem des Barock.
Von
Dr. Otto Ernſt Heſſe.
Wer die kulturmorphologiſchen Schriften des letzten
Jahr=
nts einigermaßen aufmerkſam verfolgt hat, wird zu einer
wich=
n Feſtſtellung kommen müſſen. Es bildet ſich eine neue
kul=
morphologiſche Terminologie heraus. Alte Begriffe und
lagworte wandeln ſich, erhalten neue Inhalte und ſtellen alles
herige auf den Kopf. Es iſt nicht mehr ganz einfach, ſich da
auszufinden. Ich habe kürzlich an anderer Stelle verſucht, die
indlungen, die der Begriff Renaiſſance in den letzten Jahren
chgemacht hat, darzuſtellen, und man muß die Forderung
er=
ſen, daß einmal ein Berufener möglichſt bald eine
Entwick=
igsgeſchichte der kulturmorphologiſchen Begriffe ſchreibt,
wo=
es darauf ankäme, gerade das letzte Jahrzehnt, etwa ſeit
Ilfflins Neubeſtimmung von „Klaſſiſch” und „Barock”, an
tau zu prüfen. Man dürfte erſtaunt ſein, welche bedeutſamen
ſultate eine ſolche Unterſuchung zeitigen würde.
Hier ſoll von der Umbildung des Begriffs Barock geſprochen
rden, wie er ſich zu vollziehen beginnt. Seit Jakob Burckhardt
das Intereſſe am Barock neu erwacht, und ſeitdem Wölfflin
38 ſeine Unterſuchung „Renaiſſance und Barock” herausgegeben
tte, iſt das Problem nicht wieder zur Ruhe gekommen. Auch
n ſeiten der Literaturgeſchichte iſt es neu aufgegriffen worden.
ins Heinrich Borcherdt und Janentzky haben große
Monogra=
ten geſchaffen, Werner Mahrholz hat in ſeiner
Entwicklungs=
cichte der Autobiographie das Barock betont, Walther Uanus
eine Barock=Anthologie herausgegeben und Nadler iſt zum
ten Male der Barockdichtung als Geſamterſcheinung, geradezu
bewußten Gegenſatz zur klaſſiſch=einſeitigen Literaturwertung,
recht geworden.
Nun erſcheint im Verlage H. Haeſſel in Leipzig als erſte
Oße Geſamtdarſtellung des literariſchen Barock das Buch von
kbert Cyſarz: „Deutſche Barockdichtung”, In
ter Reihe von prinzipiellen Kapiteln eingebettet ſind
ausführ=
he Darſtellungen der führenden Geiſter des Barockzeitalters
IO der Geſamtſtimmung dieſer Epoche. Neben Zeſen, Gryphius,
melshauſen, Scheffler werden Nürnberg, Sachſen, Schle=
* und Oeſterreich in ihren Sonderausbildungen ſeziert. Für
Külturmerphologie, als der Zuſammenleitung aller
Stil=
tiekungen zu einer Lebensſtil=Analyſe der einzelnen Zeitalter,
* die ein= und ausleitenden Kapitel „Renaiſſance und Barock”
eſormation und Barock”, „Rationalismus und Barock”, ſowie
Oarock und Aufklärung” „Barock und Rokoko” „Barock und
„Fik” von fundamentaler Bedeutung. Ihnen ſoll in folgendem
BEgangen werden, wobei von vornherein betont ſei, daß die
etgriſchen Mittelunterſuchungen immer im Nerne mit den
Löwiellen Feſtſtellungen dieſer und letzten Abſchnitte vollzogen
derden.
die erſte Beratung des Notetats für 1924,
mit der auf Antrag der Oppoſition eine große außenpolitiſche Ausſprach
vorgenommen werden ſoll. Nachdem der Reichsfinanzminiſter kurz die
Notwendigkeit des vorgelegten Notetats nach dem Ablauf des alten am
31. Juli betont hatte, verlas der Abg. Fehrenbach (Ztr.) eine Er
klärung, in der es heißt, die Fraktionen des Zentrums, der Demo
kraten und der Deutſchen Volkspartei hielten eine große außenpolitiſch=
Debatte in dieſem Augenölick niht für zuläſſig. (Unruhe und Aharuf
rechts.) Die genannten Fraktionen beſchrinkten ſich auf die Erklärung
daß ſie die Politik des Kabinetts billigen, für deſſer
Ziel ſie die Regelung der Rezarationsfrage auf der Grundlage des
Sach=
verſtändigengutachtens betrachten. (Zuruf der Nationalſozigliſten: Lan
desverrat!) Das Gutachten dürfe aber nicht nur inſoweit durchgeführt
werden, als es Dentſchland Laſten auferlege, ſondern es müffe auch den
Beſtimmungen Rechnung getragen werden, die auf Deutſchlands Lage
Rückſicht nehmen. Dazu gehöre, daß das beſetzte Gebiet wist
ſchaftlich und militäriſch geräumt, der vertragliche
Zuſtand wiederhergeſtellt, die Gefangenen befreit und die
Aus=
gewieſenen zurückgeführt würden; ferner Sicherheiten gegen
feindliche Eingziffe in die deutſche Souderänität und das Rheinlandab
kommen gegeben würden. (Beifall.) Dazu gehöre wefter, daß die
Zah=
lungen von Deutſchland nur in dem Maße geleiſtet würden, als der
Lebensſtandard des beutſehen Volkes nicht unter den der übrigen Völker
finke und die deutſehe Währung nicht erſchättert werde. Die Löſung der
Reparationsfrage, bei der das Sachverſtändigengutachten über den
Ver=
failler Vertrag hinausgehe, könne nur geſchehen im Wege des freien
Ver=
trages. Wir billige, es, fo führte der Redner weiter aus, daß die
Reichs=
regierung die Kri ſchulöfrage aufgegriffen hat. Wir ſind bereit, die
Regierung mit allen Krüften zu uuterſtützen. (Lebhafter Beifall bei der
Mehrheit)
Reichskanzſer Dr. Marz
gab hierauf eine kurze Erklärung ab, in der er darauf hinweiſt,
daß der Außenminiſter in der letzten Sitzung des Auswärtigen
Aus=
ſchuſſes auf zahlreiche an ihn gerichte „Fragen eingehende Auskunft
be=
reits gegeben und auch ſonſt die Auffaſſung der Regierung über die
außenpolitiſche Lage in eingehender Weiſe dargelegt habe. Angeſichts
der außenpolitiſchen Lage und namentlich der Tatſache, daß zur Zeit
über die Ergebniſſe der Londoner Konferenz noch nichts beſtimmt Feſt
ſtehendes zu ſagen ſei, halte die Reichsregierung es nicht für zweckmaßig,
in eine engere Darlegung einzutreten, namentlich da der Standpunkt der
Regierung genau derſelbe ſei, wie in der Regierungserklärung vom 4. 7.,
in der auch bezüglich der Schuldlüge eine Stellung eingenommen worden
ſei, die dann noch ausgiebig vom Außenminiſter erläutert worden ſei,
und die ſo ſei, daß heute auch nicht das Geringſte abzuſetzen ſei. Der
Kanzler beſchränke ſich deshalb heute auf die Erklärung, daß die Wünſche
und Forderungen, die der Vorredner zur Sprache gebracht habe, und
die ſicherlich von der großen Mehrheit des Hohen. Hauſes und von de
geſamten deutſchen Volke gebilligt würden, von ihm gerne
entgegenge=
nommen würden, und daß die Reichsregierung beſtrebt ſein werde, ſich in
allen Fällen für die Durchführung einzuſetzen.
Die Schuldlüge.
Abg. Berndt (Dntl.) hätte eine etwas entſchiedenere Erklärung
der Reichsregierung erwünſcht, gerade jetzt, wo die Blicke der ganzen
Welt auf den Reichstag gerichtet ſeien. Leider hat es der Außenminiſter
unterlaſſen, ſich erſchöpfend zu außern. Da die Reichsregierung eine
klare Stellungnahme vermieden habe, halte ſeine Fraktion ſich
eben=
falls ihre Haltung durchaus vor. Gegen die Schuldlüge müſſe der Kampf
mit aller Kraft aufgenommen werden. Mit dem Schuldbekenntnis ſtehe
und falle der Verſailler Vertrag. Damit ſei der in London zu gehende
Weg vorgeſchrieben. Deutſchland ſei vollkommen unſchuldig am Kriege.
Sein Fehler war nur die grenzenloſe Gutgläubigkeit. Der Redner gibt
einen längeren geſchichtlichen Rückblick, um die Kriegsſchuld Frankreichs
und Englands nachzuweiſen, Frankreich habe jetzt ein Heer fünfmal ſo
groß wie vor dem Kriege. Der Redner fordert, daß die Regierung in
London ihre Pflicht tue. Es gelte die Ehre des deutſchen Namens.
(Stürmiſcher Beifall rechts.)
Abg. Scheidemann (Soz.). (Mit großer Unruhe von der
Rech=
ten empfangen) betont, daß ſich in der Zurückweiſung der
Kriegsſchuld=
lüge das ganze deutſche Volk einig fei. Aber im Ausland ſei die
Situ=
ation leider ſo, daß dieſer Kampf vorläufig ausſichtslos. ſei. Nach der
Rede des Abg. Berndt wiſſe man bereits, daß dieſe Debatte im
Aus=
land nur ſchaden werde. Wenn man behaupte, Deutſchland ſei am Kriege
völlig unſchuldig, ſo höre die Gemeinſamkeit auf. Wie groß die Schult
der einzelnen Regierungen ſei, werde man erſt nach Oeffnung der
ein=
zelnen Archive erkennen können. Der Redner fordert, daß man nicht
dem Ausland täglich Gelegenheit gebe, Artikel und Bilder über deutſche
Mannöver und Paraden abzudrucken. Die Schuldfrage ſei eine deutſche,
nicht eine Parteifrage (Beifall). Der Redner bezeichnet die Alldeutſchen
als am Kriege mitſchuldig. Das deutſche Volk ſei unſchuldig. Bei der
Prüfung der Kriegsſchuld finde man, daß ſtets der Dirigent Ludendorff
war, und wenn man die Schuld am Zuſammenbruch prüfe, ſo ſei es
wieder Ludendorff (Lärm bei den Nationalſozialiſten). Ohne eine
deutſch=
franzöſiſche Verſtändigung ſei Europa nicht zur Ruhe zu bringen. Es
ſei eine Heuchelei, wenn die Deutſchnationalen jüngſt durch Herrn
Har=
nich im „Lokalanzeiger” erklären ließen, ein großes Wunder werde ge
ſchehen, ſtarke Männer würden eine neue Regierung bilden. Der
Red=
ner erklärte ſich zum Schluß für das Sachverſtändigengutachten und den
Achtſtundentag und gegen eine Verteuerung des Brotes durch
Lebens=
mittelzölle.
m
Um es kraß zu ſagen: Cyſarz wirft die bisherigen Formeln
gründlich über Bord. Hat man bisher das Barock durchweg als
Nachfolge der Renaiſſance angeſehen — Wölfflin fußt
urſprüng=
lich ganz in dieſer Auffaſſung —, ſo faßt Cyſarz das Barock vor
allem als Vorſtufe der Klaſſik auf. Barock iſt alſo nicht mehr
Verfallserſcheinung, ſondern erſter Verſuch zu neuem
Lebens=
gefühl. Man wird ſich erinnern, unter welchen Kämpfen
Wölff=
lin ſchließlich von der früheren rein negativen Beurteilung des
Barock zu einer poſitiven Wertung vorgedrungen iſt. Cyſarz
führt — über das Spezialiſtiſche hinaus — dieſe Linie weiter.
Nicht daß er nun zu einer poſitiven Stellungnahme dem Barock
gegenüber käme, wie ſie von anderer Seite vertreten wird. Er
hütet ſich ſehr klug vor dem Extrem. Am beſten erkennt man ſeine
Haltung aus der Art, wie er nun einerſeits den Begriff des
Barock zu
der Renaiſſance in Beziehung ſetzt. Er biegt dazu
den Begri
enäiſſance um oder vielmehr er erweitert ihn.
tce, von der byzantiniſchen und der karolingiſchen
„Alle Renc
Welle bis z1 reuzzugs= und zur Raffgelzeit, iſt ein Ringen nach
Einwelt un Einform, nach Allnatur und Allbeſeeltheit, mögen
nun religiöfe, künſtleriſche oder theoretiſche Gegenſtände den
Vor=
wurf bilden: ſie iſt Verſchmelzung von Antikem und Chriſtlichem,
Auflöſung des Widerſtreits von mathematiſch=vernünftiger und
organiſch=übervernünftiger Geſetzlichkeit, von rationell
erarbeite=
ter und religiös=geoffenbarter Kosmologie‟. Der Begriff
Renaiſ=
ſance wird entzeitlicht und verewigt. Für Cyſarz iſt die wirkliche
deutſche Renaiſſance das Zeitalter der Klaſſik in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieſe Epoche nennt er direkt die
deutſche „Hrchrenaiſſance‟.
In Beziehung zu ihr iſt das vorangehende Zeitalter des
Barock eine „Pſeudorenaiſſance‟. Das Barock iſt ein Verſuch,
die oben geſchilderte Syntheſe zu ſchaffen. „Barock iſt immer
und überall ein Ringen nach dem Lorbeer der Antike‟. Aber
die=
ſem durchgehenden Ringen der Epoche gelingt die große
Ver=
mählung noch nicht. „Dieſe barocke Gemeinentwicklung . .
führt vermittels philologiſcher Nachahmung der von gelehrten
Autoritäten empfohlenen Vorbalder, vermittels ſchlauer
Prak=
tiken und gewitzter Kritik nur eine Pſeudo=Renaiſſance herauf.”
Auf dieſem Grundbegriff des Barocks als einer Pſeudorenaiſ
ance oder, weniger negativ ausgedrückt, eines
Renaiſſancever=
ſuchs baut er ſein Buch auf. Er betont ausdrücklich: „Solche
vor=
wiegend negative Wertung liegt unſerer geſamten Darſtellung
zugrunde. Wir beſähren uns damit ſkeptiſch gegen neuere
Auf=
faſſungen, die auch im Barock eine Art organiſchen Zentrums
entdecken wollen: den Punkt, von dem aus die barocke Form als
einer naiven und wüchſigen Seelenlage und einer autonomen
Geſtaltungsnotwendigkeit entſpringend ſich durchſchauen läßt.
Unter dieſem Geſichtspunkt betrachtet Cyſarz das Verhältnis
des Barock zur Vorzeit, ſein Aufſteigen aus Renaiſſance (hier
als Zeitbegriff verſtanden), Reformation und Rationalismus,
und unter demſelben Geſichtspunkte bezieht er es auf die Folge=
Abg. Dr. Roſenberg (Kom.) hält der Reichsregierung vor, ſie
ſei hilflos, ratlos und ſprachlos.
Ein nationalſozialiſtiſcher Mißtrauensantrag.
Inzwiſchen iſt ein Mißtrauensantrag der
National=
ſozialiſten eingegangen: Der Reichstag möge erklären, der
Reichs=
kanzler und die Reichsminiſter beſitzen nicht das Vertrauen des
Reichs=
tages.
Abg. Graf Reventlow (Natſoz.) erklärt, die Entſcheidung über
die Schuldfrage müſſe von einer neutralen, internationalen Kommiſſion
getroffen werden. Die Fraktion der Nationalſozialiſtiſchen
Freiheits=
partei erhebt Einſpruch gegen die Preisgabe deutſcher Belange durh die
deutſche Regierung. Sie betrachtet die von, der Regierung gegebene
Zuſage nicht als bindend und behält ſich gegebenenfalls gegenüber den
Alliierten alle Rechte vor. Das Dawesgutachten iſt der teuflichſte Plan
zur Ausfaugung des deutſchen Volkes. Mitarbeit an dieſem Gutackten
zedeutet Mitarbeit an der Verſkavung der deutſchen Nation. Wir
for=
dern von der Reichsregierung die Befragung der deutſchen Nation und
rwarten vom Reichstag, daß er die Zuſtimmung zu den bevorſtehenden
Geſetzen verweigert oder zur Auflöſung ſchreitet. Der Kampf gegen den
Dawesplan iſt jetzt die oberſte Pflicht der nationalſozialiſtiſchen
Frei=
heitsbewegung. (Beifall rechts.)
Da es inzwiſchn 10 Uhr abends geworden iſt, verzichten der Abg.
Graf Lerchenfeld (Bayr. Bhd.) und Dr. Brett (Wirtſch.=Vergg.) unter
dem Beifall des Haufes auf das Wort.
Abg. Kunze (Deutſchſoz.) fordert Befreiung des deutſchen Volkes
von der Zinsknechtſchaft.
Die erſte und zweite Leſung werden zu Ende geführt. Am
Sams=
tag ſoll die dritte Leſung des Notetats ſtattfinden.
Am Samstag Vertagung des Reichstags?
Berlin, 25. Juli. Der Alteſtenrat des Reichstages befaßte ſich
in ſeiner Sitzung am Freitag nachmittag mit den Dispoſitionen für
die Folgezeit. Man hofft, am Samstag den Notetat, nachdem er den
Haushaltsausſchuß paſſiert hat, in dritter Leſung verabſchieden zu
können. Dann tritt die Möglichkeit einer längeren Vertagung ein, die
jedoch durch eine Wiedereröffnung des Reichstages zur Erledigung der
Geſetze zum Dawes=Gutachten vorausſichtlich unterbrochen werden
muß. Dieſer. Fall könnte vielleicht in 8 bis 14 Tagen eintreten. Doch
iſt eine beſtimmte Vorausſage noch nicht möglich.
* Aus Bagern.
Der Landtag und die Eiſenbahnen. — Die
„Frankfurter Gelder.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
*München, den 25. Juli.
Der Abgeordnete Rothmeier von der Bayeriſchen
Volks=
partei begründete heute im Landtag die von ihm eingebrachte
Interpellation über die Beſeitigung der Lokalbahnzuſchläge in
Bayern. Seine Ausführungen gipfelten in der insbeſondere von
ihm bisher mit Entſchiedenheit vertretenen Forderung einer
ſelbſtändigen Eiſenbahngruppe Bayern. — Der Handelsminiſter
v. Meinel teilte in ſeiner Erwiderung mit, daß die
Auf=
hebung der Lokalbahnzuſchläge bereits in der
näch=
ſten Zeit zu erwarten ſei. Was die Beſtellung von Lokomotiven
und Fahrzeugen für die Reichsbahn anbetreffe, ſo könne man
nicht von einer Benachteiligung Bayerns ſprechen. Die
baye=
riſchen Werke ſeien bei der Erteilung von Aufträgen nach dem
Maße ihrer Leiſtungsfähigkeit berückſichtigt worden. — Man
hofft, in den nächſten Tagen die
Eiſenbahnverhandlun=
gen zwiſchen Bayern und dem Reich, die bereits für
dieſe Woche feſtgeſetzt waren, beginnen zu können. Vorausgeſetzt,
daß die Londoner Konferenz die nötige Klarheit geſchaffen hat.
Der Finanzausſchuß des bayeriſchen Landtages befaßte ſich
heute unter anderem mit mehreren Anträgen über die
Beſei=
tigung der Kreditnot des Handwerkes und
Ge=
werbes. Im Verlaufe der Debatte fragte ein
ſozialdemokra=
tiſcher Redner, ob die bekannten Frankfurter Gelder der
Staats=
bank in Zuſammenhang ſtünden mit der Million Goldmark, die
Herr v. Kahr als Generalftaatskommiſſar anforderte. Ferner ob
es richtig ſei, daß die nach Frankfurt überwieſenen Gelder in der
Hauptſache abgehoben wurden von einem gewiſſen Michael
Rau=
lino, der damit die Ehrhardt=Truppen in Franken finanziert
habe. Der Regierungsvertreter erklärte, von ſolchen
Ueberweiſun=
gen für ſolche Zwecke nichts zu wiſſen. Es handele ſich bei den
Frankfurter Geldern um Beträge, die die Staatsbank bei
ver=
ſchiedenen Banken hinterlegte, um ſie zur Deckung von
Verbind=
lichkeiten aus Effektenkäufen ihrer Kundſchaft zu verwenden. Da
der Redner ſich mit dieſer Regierungserklärung nicht zufrieden
gab, wird ſich der Finanzausſchuß in der nächſten Woche noch
einmal mit dieſer Angelegenheit beſchäftigten.
zeit, die Aufklärung, das Rokoko und ſchließlich die deutſche
Hochrenaiſſance, die Klaſſik. Der Sturm und Drang iſt die große
Erſchütterung der dualiſtiſch in ſich zerfpaltenen
Pſeudorenaiſ=
ſance des Barock. „Das Barock bedarf, um die Sendung der
gro=
ßen Renaiſſance zu erfüllen, einer letzten ſittlichen Durchdringung
und zugleich Einſchmelzung zur menſchlichen Totalität im
Stil=
geſetz, Naturbegriff, Charakterbildung.” Hamann, Herder,
Winckelmann ſind die Vorkämpfer zu dieſer Vollendung, die ſich
dann in der Klaſſik vollendet. Die Tragödie des Vorläufertums
liegt über dem Barock. Es hat Waffen geſchmiedet und Pfade
geebnet, ohne ſelbſt zum abſoluten Schöpfertum vorſtoßen zu
können. Aber: „Wie es keinen Fauſt gibt ohne Luther und
Hut=
ten, ohne Abdreä und Friſchlin, ſo gibt es keine Iphigenie und
keinen Taſſo ohne Opitz und Flemming, ohne Zeſen und Stieler,
ohne Gryphius und Hofmannswaldau.” So ſchließt das Buch.
Cyſarz iſt viel zu lebendig, um zu ſchematiſieren. So löſen
ſich ſeine Unterſuchungen in tauſend feine Nebenſtrahlen auf.
Manchmal vergißt er ſogar ſein oben beſchriebenes negatives
Leitmotiv. Man möchte beinahe ſagen: erfreulicherweiſe. Denn
bei aller Bejahung dieſes ganz außerordentlichen Werkes kann
man ſich doch hin und wieder nicht dem Eindruck verſchließen,
daß Cyſarz ſich zu ſtark und ausſchließlich in eine klaſſiziſtiſche
Blickrichtung hat einfangen laſſen. Es will ſcheinen, als ob er
die Komponente unſerer Miſchkultur, die von der Antike kommt,
zu ſehr betont und die nordiſche Komponente ein wenig
ſtief=
väterlich behandelt. Darüber aber könnte nur eine weit
ausführ=
lichere Behandlung ſeines Buches entſcheiden, eine Behandlung
die heute vielleicht noch gar nicht möglich iſt. So, wie das Buch
uns entgegentritt, iſt es ein eminenter Wurf, fruchtbar auf jeder
Seite, Probleme anrührend, die ſchöpferiſch geſehen ſind, und
neue Perſpektiven ſchaffend — ein großes Werk der deutſchen
Literaturgeſchichte und darüber hinaus ein Beitrag zur
Kultur=
morphologie, der nicht ohne bedeutſame Wirkungen bleiben kann.
* Radiumfunde auf Bornev und Sumatra. Der holländiſche
Geologe Dr. Giſolf, der ſeit längerer Zeit als Leiter
geogra=
phiſcher Uinterſuchungen in Niederländiſch=Indien tätig iſt, hat
an der Weſtküſte von Sumatra umfangreiche Lager in hohem
Grade radicaktiver Mineralien entdeckt. Außerdem ſind durch
die holländiſche geologiſche Staatskommiſſion große Monazit=
Erzlager im weſtlichen Borneo feſtgeſtellt worden. Auch Monazit
iſt radioaktiv.
C.K. Der letzte Höhlenbewohner. Der Buſchmann Syria,
der behauptete, 130 Jahre alt zu ſein, und als der letzte
Buſch=
mann galt, iſt dieſer Tage in Kapſtadt geſtorben. Er ſoll in der
Zeit geboren ſei, als die Kapkolonie von den Engländern
er=
obert wurde, alſo ums Jahr 1795. Während des Burenkrieges
ſtand er im perſönlichen Dienſt des verſtorbenen Präſidenten
Krüger. Man nimmt an, daß er der letzte Buſchmann iſt, der
noch das Leben eines Höhlenbewohners führte.
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n
*
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Inli 1924.
Zum Streit um die Schutzölle.
Von geſchätzter Seite werden uns zu dieſer Frage, die
im Augenblick mehr denn je größeres Allgemein=Intereſſe
beanſprucht nachſtehende Ausführungen zur Verfügung
geſtellt. Wir glauben, ſie unſeren Leſern nicht
vorent=
halten zu dürfen, ohne uns jedoch mit den Ausführungen
im Einzelnen zu identifizieren. Die Schriftleitung.
Die Reichsregierung hat einen Geſetzentwurf über Zölle
und Umſatzſteuer dem Reichswirtſchaftsrat und dem Reichsrat
zugehen laſſen. Die Schutzzölle wurden bekanntlich während
des Krieges ſuspendiert, und zur Wiederherſtellung der agra
riſchen Schutzzölle bedarf es nach dem im Jahre 1922 gefaßten
Beſchluß eines Geſetzes. Die autonomen Induſtriezölle ſind
bereits ſeit zwei Jahren wieder eingeführt, Agrarzölle dagegen
nicht. Vor kurzem legte die Reichsregierung dem
Reichswirt=
ſchaftsrat einen Geſetzentwurf vor, wonach etwa 150 Poſitionen
des Zolltarifs — es handelt ſich hier in erſter Linie um
Er=
zeugniſſe der chemiſchen und Textilinduſtrie — eine
Verände=
rung erfahren ſollten. Der Reichswirtſchaftsrat beſchloß, daß
man nicht in Verhandlungen über die einzelnen Zollpoſitionen
eintrete, ſondern dem Reichstag empfehle, für die
Reichsregie=
rung das bisherige diesbezügliche Ermächtigungsgeſetz, das vom
30. Juni dieſes Jahres ab lief, auf eine kurze Zeit zu
ver=
längern. Gegen einen einſeitigen Zollſchutz für die Induſtrie
trat der Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft,
Graf Kanitz, ein. Er verlangte, daß im Hinblick auf die
Be=
triebsmittelpreife auch der Landwirtſchaft ein Schutzzoll gewährt
werden müſſe. Er betonte jedoch, daß die Einführung von
Zöllen keineswegs ideal, ſondern ein notwendiges Uebel ſei.
Die Schutzzollfrage iſt ganz gewiß keine Weltanſchauungs=,
ondern eine Zweckmäßigkeitsfrage. Nichtsdeſtoweniger rühren
ſich beſonders die Wächter der geheiligten Parteidogmen in den
politiſchen Lagern. Die Sozialdemokratie ſagt ſchärfſten Kampt
jedem an, der für den Schutz der nationalen Arbeit in
Land=
wirtſchaft und Induſtrie eintritt; bei den Demokraten machen
ſich Stimmen geltend, die zwar die Agrarkrife als beſtehend und
gefährlich anerkennen, trotzdem aber von einem Zollſchutz für
die Landwirtſchaft nichts wiſſen wollen. Dieſe Haltung der
Sozialdemokratie und der politiſch linksſtehenden Kreiſe unſeres
Volkes entſpricht ihrer inneren Einſtellung, die kosmopolitiſch
iſt und die einem ſeßhaften, an der Scholle hängenden
konſer=
vativen Volksteil ſeine wirtſchaftliche Poſition nicht ſtützen
will. In den Kreiſen der chriſtlich=nationalen
Arbeitnehmer=
ſchaft wird die Bedeutung der Agrarkriſe für unſere
Volkswirt=
ſchaft klar erkannt und gewürdigt. Dieſe Arbeitnehmerkreiſe
halten ſich zudem vor Augen, daß in der deutſchen
Landwirt=
ſchaft nach der letzten Berufs= und Betriebszählung ca. 98000
Angeſtellte und über 7 Millionen landwirtſchaftliche ſonſtige
unſelbſtändige Arbeitskräfte beſchäftigt ſind, deren Wohl und
Wehe vom Aufſtieg und vom Niedergang der deutſchen
Land=
wirtſchaft direkt abhängt. Eine Verärgerungspolitik, wie ſie
hie und da bei den Zollſchutz=Verhandlungen bemerkbar wird,
lehnen die chriftlich=nationalen Kreiſe aus
Verantwortungsge=
fühl ab; ſie verlangen allerdings von der Landwirtſchaft, daß
ſi ihren Arbeitnehmern ausreichende tarifliche Entlohnung und
würdige Arbeitsverhältniſſe gewährt und daß ſie Verſtändnis
zeigt auch für die ſozialpolitiſchen Belange, der induſtriellen
Arbeiter= und Verbraucherſchaft. Die chriſtlich=nationale
Rich=
tung tritt, die augenblickliche Notlage der Landwirtſchaft klar
ſehend, dafür ein, daß der Landwirtſchaft Kredite bzw.
Kredit=
verlängerung gewährt werden, daß ſie Ausfuhr= und
Steuer=
erleichterungen erhält; ſie wirkt mit der Landwirtſchaft
zuſam=
men auf eine geſündere Preisbildung und auf eine Reinigung
des Zwiſchenhandels hin. Beide wenden ſich gemeinam gegen
eine ſehr anfechtbare Kartellpolitik, die den geſunden Grundſatz
der Konkurrenz zu ſtark einſchnürt. Sie wollen mit der
Land=
wirtſchaft auf eine von der Wirtſchaft tragbare Tarifpolitik in
den deutſchen Verkehrsinſtituten hinwirken und mit der
Land=
wirtſchaft dafür ſorgen, daß der Weg vom Erzeuger zum
Ver=
braucher, beſonders hinſichtlich der Nahrungsmittel; erheblich
verkürzt wird. Wollte doch die Landwirtſchaft nur endlich im
Ernſte damit anfangen und ſich auf dem Wege der
genoſſen=
ſchaftlichen Selbſthilfe mehr vom unnötigen Zwiſchenhandel
G
G
reimachen! Sollten die genannten Mittel nicht ausreichen und
weiſt die Landwirtſchaft überzeuged nach, daß ſchon vor
An=
wendung des in Arbeit befindlichen Generalzolltarifes und
be=
vor wir unſere Weſtgrenze wieder in der Hand haben, die
Mög=
lichkeit zur Einführung von Schutzzöllen gegeben werden muß
und daß ihr ferner jetzt ſchon daraus ein greifbarer Nutzen
erwächſt, dann werden die chriſtlich=nationalen Arbeitnehmer
ihr dieſen Schutz nicht verſagen. Zudem müßte ja ſchließlich
die Reichsregierung vor der Fertigſtellung des
Generalzoll=
tarifs, die ſich leider ſehr verzögert, bei den wirtſchaftlichen
bezw. Handelsvertretungsverhandlungen, die jetzt ſchon
an=
dauernd ſtattfinden, irgend etwas in der Hand haben. Die
Reichsrgierung hat, wie ſie betont, keineswegs die Abſicht, eine
geſchloſſene Mauer von hohen Schutzzöllen für die Induſtrie
und die Landwirtſchaft aufzurichten. Das wäre auch ſchon aus
außenpolitiſchen Gründen eine bare Unmöglichkeit. Außerdem
kann die Reichsregierung mit dem roheſten Mittel der Wirt
ſchaftsregulierung, den Einfuhrverboten, nicht allein arbeiten
Reſtlos aufheben kann ſie dieſelben auch nicht. Eine Regulie
rung durch Zölle iſt deshalb unter Umſtänden vorzuziehen.
Aus den Darlegungen geht hervor, daß die Frage des
Schutzzolls für Landwirtſchaft und Induſtrie bei der derzeitigen
wirtſchaſtlichen Lage des deutſchen Volkes ſich wirklich nicht
dazu eignet, an Parteidogmen und =doktrinen gemeſſen oder
als politiſcher Köder benutzt zu werden. Hilft man der
Land=
wirtſchaft nicht und beſchränkt ſich lediglich auf platoniſche
Sympathieerklärungen, dann geht ſie gezwungenermaßen zur
Extenſivität in ihrer Wirtſchaft über. Die Folge davon wäre,
daß ein großer Teil ihrer Arbeiterſchaft brach gelegt und die
Ernährung des deutſchen Volkes, in der Hauptſache auf eigener
Scholle, glatt gefährdet wird.
Abgeordneter Bepp zur Zollſitugtion.
Berlin, 25. Juli. Der Präſident des Reichslandbundes
Reichs=
tagsabgeordneter Hepp (D.V.P.) gewährte einem Vertreker der
Tele=
graphen=Union eine Unterredung über die augenblickliche zollpolitiſche
Situation und die Geſetzesvorlage der Reichsregierung über Zölle und
Umſatzſteuer.
Frage: Halten Sie es für richtig, daß die Zollfrage jetzt aufgerollt
wird, und welche Zuſammenhänge beſtehen zwiſchen Zollfrage und der
Agrarkriſe?
Antwort: Bei der jetzt in Angriff genommenen Frage der
landwirt=
ſchaftlichen Zölle handelt es ſich nicht um Neueinführung von
Schutz=
zöllen, ſondern lediglich um Aufhebung der am 4. Auguſt 1914 als
Kriegs=
maßnahme erfolgten Suspenſion
andwirtſe ftlichen Poſitionen des
gegenwärtig beſtehenden Zolltarif
ſe Maßi Ime entſpricht nur der
Gerechtigkeit für die Landwirtſch
egenüber der Induſtrie, die mit
wenigen Ausnahmen ununterbroche
inen Schus ihrer Produktion ge
noſſen hat; eine Reihe induſtriell Zollpoſitionen ſind in den letzten
Jahren teilweiſe nicht unerheblich erhöht worden. Dazu kommt der
Schutz der induſtriellen Produktion durch Einfuhrverbote für Erzeugniſſe.
die zum Teil gerade für die Landwirtſchaft als Produktionsmittel
un=
entbehrlich ſind. Darauf u. a. iſt das bekannte Mißverhältnis zwiſchen
den Preiſen landwirtſchaftlicher Produktionsmittel und Produkte
zurück=
zuführen, welches bereits jetzt zahlreiche landwirtſchaftliche Betriebe zum
Erliegen zu bringen droht und die geſamte Landwirtſchaft zur
Extenſi=
vierung zwingt. Extenſivierung der Landwirtſchaft bedeutet aber
Aus=
lieferung der deutſchen Verbraucherſchaft an die willkürlichen
Preisforde=
rungen des Auslandes. Heute ſchon drückt die Konkurrenz des
Aus=
landes auf die Preiſe der landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe. Wohl ſteht
das Auslandsgetreide in den weſtlichen Hafenplätzen zur Zeit noch höher
als das einheimiſche Getreide; das liegt aber, abgeſehen von den
viel=
fachen ſpekulatiten Momenten, im weſentlichen an der Ungeklärtheit der
Produktions= und Marktlage auf dem Weltmarkt und in Deutſchland.
Der augenblickliche Hochſtand der Weltmarktpreiſe, der in den letzten
Tagen ſchon ſtarken Schwankungen unterlag, kann angeſichts der Berichte
über die Ernteausſichten und die erneute Vermehrung der Anbauflächen
in wichtigen überſeeiſchen Produktionsgebieten nur von kurzer Dauer
ſein. In jedem Falle muß aber die bevorzugte Hereinlaſſung
ausländi=
ſchen Getreides den Abſatz der einheimiſchen Erzeugniſſe erſchweren, alſo
preisdrückend wirken. Im Oſten wird ſo wie ſo ſchon, insbeſondere aus
Polen, Getreide weit unter dem deutſchen Marktpreis angeboten. Am
gefährlichſten wirkt aber auf die Getreide= und Mehlpreiſe die Einfuhr
von Mehl, welches als ausgeſprochene Dumping=Einfuhr über das beſetzte
Gebiet im erſten Halbjahr 1924 in einer Menge von rund ſechs Millionen
Zentnern hereingekommen iſt. Am nachteiligſten macht ſich zur Zeit die
Einfuhr von Vieh und Fleiſch geltend. Die etwa am 19. Juli in Berlin
gezahlten Preiſe von 32 Pfg. für ein Pfund Lebendgewicht Ochſen= und
Rummer 20
56 Pfg. für ein Pfund Lebendgewicht Schweinefleiſch reichen nicht efr.
zur Deckung der Produktionskoſten. In welchem Umfange der
druck auf die Einfuhr zurückzuführen iſt, beweiſt der Auftrieb g
Kieler Schlachthof, wo mehr als die Hälfte des Viehs däniſcher
kunft iſt. Die Landwirtſchaft braucht daher eine ſofort wirkſam 7.
politiſche Gleichſtellung mit den anderen Wirtſchaftszweigen.
Frage: Glauben Sie nicht, daß angeſichts der Zollpraktike,
Beſatzungsmächte im beſetzten Gebiet der erwartete Zollſchutz illu py
wird?
Antwort: Die Wirkſamkeit des Zolles kann ſelbſtverſtie *
durch das Loch im Weſten bis zu einem gewiſſen Grade beeintr
werden. Die Erreichung der vollen Wirkſamkeit hängt im weſen m
von der Geſtaltung der außenpolitiſchen Situation Deutſchland
Im übrigen könnte aber auch bei dem jetzigen Zuſtande dem
der Umgehung des Zolles unter dem Protektorat der Beſatzungs
hadurch wirkſam entgegengetreten werden, daß an der Grenze de
etzten Gebietes eine Nachverzollung erfolgt, welche vor allem fü s
ländiſche Weine von der größten Bedeutung iſt. Man darf aber b
Zollfrage auch das wichtige pſychologiſch=produktionspolitiſche M „x
nicht überſehen. Wenn mit Recht verlangt wird, daß auf die Pſhck 5e
der Verbraucherſchaft Rückſicht genommen werden muß, ſo gil
gleiche für den landwirtſchaftlichen Produzenten. Es kommt im 2
n=
blick darauf an, der Landwirtſchaft den Mut dazu zu geben, die n
blickliche Intenſität beizubehalten und nach Möglichkeit zu ſteigern g.
bei iſt die Zollfrage nur ein Teil aus dem geſamten Komplex der
L=
politik auf weite Sicht. In dieſem Sinne wird bereits die grundſ ve
Annahme des Zolltarifs ſich bei der Herbſtbeſtellung heilſam fü Er
machen.
Frage: Hat die Vervollſtändigung des Zolltariffchemas nich I
im Hinblick auf die zu erwartenden Handelsvertragsverhandl im
eine Bedeutung?
Antwort: Wenn jetzt nach der Vorlage der Reichsregierur
g=
nächſt die Zolltarife von 1914 voll wiederhergeſtellt werden, ſo be 2
das noch keineswegs eine endgültige Regelung des Zolles. Soba ke
Lage der Produktion auf dem Weltmarkt und in Deutſchland fü Fe
Virtſchaftszweige überſichtlicher iſt als im Augenblick, wird eine
Neubearbeitung des ganzen Zolltarifs notwendig werden. Im
Af=
blick kann nur eine Grundlage geſchaffen werden, auf der dann
zu arbeiten iſt. Beſonders gilt das für die Handelsvertragsver
lungen, die zu Januar nächſten Jahres in größtem Umfange wiede
F=
genommen werden müſſen und bei denen Deutſchland, angeſicht n
Hochſchutzzollperiode in der Wirtſchaftspolitik eine geſchloſſene C
lage braucht, um überhaupt verhandlungsfähig zu ſein. Wenn ohne
Grundlage irgendwelche Bindungen eingegangen werden,
ſich nachhaltige Schädigungen der betreffen en deutſchen Wirtſ
zweige nicht vermeiden laſſen. Hier iſt insbeſondere hinzuweiſen a g
augenblicklich mit Spanien und Griechenland eingeleiteten Ver
lungen über Weineinführung ſowie auf die Verhandlungen
mit=
reich über die Erweiterung des Handelsabkommens.
Die braſilianiſchen Wirren
Der Angriff der Bundestruppen auf S
Paolo mißglückt.
London, 25. Juli. (Europapreß.) Man meldet
Buenos Aires, daß der Angriff der Bundestruppen au
Paolo mißglückt iſt. Die Belagerung wird aus dieſem Gr
fortgeſetzt. Durch das erſte Bombardement ſeien in der (
die hauptſächlichſten Gebäude zerſtört worden, darunter der
der Gouverneurs. Die Verluſte ſollen auf beiden Seiter
deutend geweſen ſein. Es ſoll an Aerzten und Pflegeper
fehlen. Bis jetzt werden keine Verluſte in den ausländi
Kolonien von Sao Paolo gemeldet. Man glaubt aber, da
meiſten Ausländer vor dem Bombardement die Stadt verl
haben.
Das Urteil im Prager Benzinprozeß.
Prag, 25. Juli. (Wolff.) Das Reviſionsgericht fällte
Benzinprozeß das Urteil. Verurteilt wurden: Stabskapitän
Bo=
zu vier Jahren Kerker, der Oberſt des Juſtizdienſtes Adam zu
Monaten Kerker mit einer Bewährungsfriſt von zwei Jahren,
kapitän Doſtal zu zwei Jahren Kerker, Kapitan Kuttelwaſcher
dreizehn Monaten Kerker, Kapitän Mottl bedingt zu ſechs Mon
Kerker mit einer Bewährungsfriſt von zwei Jahren und zum
von 40 000 Kronen an die Militärbehörde. Sämtliche Verurteilte
den degradiert und verlieren das Wahlrecht. Freigeſprochen wu
Oberſtleutnant Rieger, die Majore Prſchib und Kaplan und
leutnant Pokorny.
Ein kräftiger Junge
angekommen
Joſetzh Maher u. Frau
Darmſtadt
Eliſabethenſtraße 56, II.
Seltih,
Heute wurde uns ein geſundes,
kräftiges Mädchen geboren.
Dies zeigen in dankbarer Freude
an
Karl Rühl u. Frau Marie
geb. Nagelſchmitt
Darmſtadt, 24. Juli 1924
Kiesſtraße 93
A
Statt Karten.
Donnerstag, den 24. Juli, ging unſere
herzensgute und treuſorgende Mutter
im Alter von 31 Jahren nach einer ſchweren
Operation zur ewigen Ruhe.
Ell: Laue, geb. Schaffner
Robert Laue
Heinz Schaffner.
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 27. d3. Mts.,
nachmitt. 3 Uhr, auf dem Friedhof in Jugenheim a. d. B.
(vom Elternhauſe aus) ſtatt.
(*21387
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Statt beſondrer Anzeige
Am 24. Juli,9 Uhr abends,
verſtarb mein innigſigeliebter,
herzensguter Mann, unſer
lieber Schwager und Onke
nach kurzem ſchweren Leiden
im Alter von 78 Jahren.
Ober=Allmannshauſen
am Starnbergerſee
25. Juli 1924.
In tiefer Trauer:
Charlotte Hochſtätter
221441) geb. Schott.
wird während ſeines
Urlaubs v. folgenden
Herren gütigſt
ver=
treten:
(9520sg
Dr. Draudt
S.=R. Dr. Göring
Dr. Otto Gros
Geh. Rat Dr. Habicht
S.=R. Dr. Nebelthau
Dr. Degen (nach ſein.
Rückkehr).
Reklamebreis
Erſtklaſſiges
A
von der Reiſe
zurück! K.5i
Motorrad
Mk. 300.— (95688g0
3. Donges & Wieſt
Belerlnättnr Hrungoffer
von der Reiſe zurück.
Telephon ſ93
za3s Lismarckſtr. 44.
(*21189dk=
Telephon
B238
OOOCOO COCRe
Habe meine Tätigkeit
wieder aufgenommen
Dr. M. GRAB
prakt. Zahnärztin,
Slisabethenstr. 54. Teleph. 1541. (*20001ims
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Georg Beſt
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Uhrmacher und Juweller
25 Ernst-Ludwigstraße 25
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(elektriſeher Beirleb)
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Metall=, Holz= u. Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größe
Nerkanfertigen und Aufarbeite:
aller Beiten und Polſtermöbe
Jakob Heymann
Ta/ierermeiſter, Seſſungerſtr. 55 (B,239
Wir vergüten z. Zt. für Guthaben auf
Papiermark=
wie auf Rentenmark=Konten mit täglicher Kündigung
DA
8’o Jahrlich.
Einzahlungen können wir künftig nur dann per
einzahlungstag gutſchreiben, wenn es ſich um An=
Haffungen für Käufe von Wertpapieren und
aus=
indiſchen Zahlungsmitteln handelt und wenn die
jahlungen bis 12 Uhr eingegangen ſind. (P,9525
Darmſtadt, den 23. Juli 1924.
Vereinigung
Darmstädter Banken u. Bankiers.
Rummer 206.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Juli 1924.
Seite 5.
land
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 26. Juli.
— Ernannt wurde am 19. Juli der Polizeioberwachtmeiſter Peter
Schuch aus Zwingenberg zum Polizeikommiſſar mit Wirkung vom
Auguſt 1924 an.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde, am 23. Juli der Bankinſpektor
ſei der Landeshypothekenbank Paul Rode zu Darmſtadt vom 1. Aug.
ſ. Js. ab.
— Sommerſpielzeit Bruno Harprecht. „Die vertagte
Kacht”, ein Schwank von Arnold und Bach. Der Höhepunkt
er Saiſon iſt mit dieſem Schwank erreicht. Was an Witz,
Situgtionskomik und ſprudelndem Dialog aufgeboten werden
onnte, iſt von den Autoren in ſolchem Maße geſchehen, daß
ogar Schwänke wie „Spaniſche Fliege‟, „Der keuſche Lebemann”
jie ja bekanntlich von denſelben Verfaſſern ſtammen, und „
Mei=
terboxer” überboten werden. Die glänzende Beſetzung
nit Bruno Harprecht an der Spitze wird unter Franz
Squers bewährter Spielleitung auch hier für eine ausgezeichnete
Aufführung ſorgen, ſo daß jeder Beſucher ſich wieder einmal
üchtig auslachen kann. Anfang 8 Uhr. — „Die
Henkers=
nahlzeit” ein Kriminalfall in drei Bildern von Hans
Bach=
pitz. Im Anſchluß an die Abendvorſtellung wird am Samstag
ind Sonntag, abends 10½ Uhr, als Nachtvorſtellung
ieſe nicht minder intereſſante Angelegenheit, die überall einen
Zombenerfolg brachte, nochmals wiederholt.
— Der Bühnenvolksbund, ſchreibt uns: Die verfloſſene Spielzeit
rachte uns nicht die reſtloſe Erfüllung unſerer Wünſche, und vor allem
tachte die Inflation die Durchführung unſeres Programms unmöglich,
im kommenden Spieljahr dürfen wir endlich auf Gehör bei dem Herrn
Zeneralintendanten hoffen. Wir haben die Verſicherung, daß er auch
nſeren Anregungen Folge geben wird. Wir fördern chriſtlich=deutſches
heater und ſetzen uns zum Ziel, den Mitgliedern unſerer
Theater=
emeinde ausgewählte Schauſpiele und Opern zu bieten, Altes und Neues,
denn möglich auch Stücke von Autoren unſeres Verlags in geſchloſſenen
Jorſtellungen bei genügender Beteiligung. Die Preiſe werden ſich bei
rößerer Mitgliederzahl gegenüber den Mieten verbilligen, umſomehr,
denn wir in der Lage ſind, ein Haus zu füllen wie in anderen Städten,
um Beiſpiel Frankfurt, München, Köln, auch Karlsruhe und Mainz.
Inmeldungen nimmt die Geſchäftsſtelle bei Chriſtian Arnold (Am weißer
urm) entgegen; Fernruf 1283. Dem Vorſtand gehören an:
Land=
erichtsrat Raab, Pfarrer Vogel, Sanitätsrat Dr. Kocks, Bergrat Hundt,
ie Profeſſoren Kalbfleiſch und Dr. Köſer und Oberreviſor Schneider,
ämtliche Herren ſind zur Auskunft bereit. Der Spielplan wird nach
bſchluß der Ferien beraten werden; augenblicklich können deshalb
hier=
ber keine Mitteilungen erfolgen. Wünſche über unſere
Spielplangeſtal=
ing nehmen wir gern entgegen, doch bitten wir um ſchriftliche Erledigung.
ie chriſtlichen und deutſchen Vereinigungen und Verbände ſind
beſon=
ers herzlich eingeladen. Je mehr Mitglieder, deſto mehr Einfluß bei
em Theater und um ſo billiger die Plätze!
Feu
Kirchenmuſikaliſche Feierſtunde. An der kirchlichen Morgenmuſik
der Beſſunger Kirche werden am nächſten Sonntag (Beginn
CF11½ Uhr) außer dem Organiſten, Herrn Muſikdirektor Stammler,
err Rudolf Fey (Tenor) und Herr Schneidewind (Klarinette,
itwirken. Zum Vortag kommen u. a. ein Adagio aus dem
Klarinetten=
onzert Op. 107 von Mozart, als Geſangsnummer „Die Berge mögen
teld
eichen” von Roſé und „Selig ſind die Toten” von Stammler, das
Moll=Präludium von Bach und das Adagio=Cantabile aus Op. 13 von
eethoven.
Bundestag der Beamtenvereine ehemal. Militärmuſiker
Deutſch=
nds e. V. (Sitz Berlin). Der Bund der Beamtenvereine ehem.
Militär=
uſiker Deutſchlands begeht vom 4.—7. Auguſt ds. Js. ſeine
Bundes=
iſammenkunft im Städttſchen Saalbau in Darmſtadt, wie dies auf dem
undestag 1923 in Dresden beſchloſſen wurde. Nach den bereits
vor=
genden Anmeldungen verſpricht auch der diesjährige Bundestag eine
ge Beteiligung aus allen Teilen Deutſchlands. Der Bund ehemaliger
tilitärmuſiker iſt im Oktober 1919 in Berlin gegründet worden mit dem
weck, die ehem. Militärmuſik zu pflegen und zu erhalten, die verlorene
Cilitärmuſik zu erſetzen und ſich vorzugsweiſe in den Dienſt der
Wohl=
tigkeit zu ſtellen. Der Bund umfaßt jetzt 70 Ortsgruppen. Die
Orts=
uppe Darmſtadt wurde am 3. März 1923 gegründet und zählt heute
der 100 Mitglieder. Anläßlich des Bundestags findet nach Erledigung
* geſchäftlichen Verhandlungen am Dienstag, den 5. Auguſt, abends
Uhr, im Städtiſchen Saalbaugarten ein Großes Militäär=Doppel=
Feſt=
onzert ſtatt. Hierzu werden ein Infanterie= und ein Kavallerieorcheſter
ifgeſtellt, welche abwechſelnd ſpielen. Die Ortsgruppe Darmſtadt gibt
r Erwartung Ausdruck, daß der Bundestag in Darmſtadt, gleich
ie in den anderen Feſtſtädten, eine weitgehende Unterſtützung ſeitens
*Bevölkerung finden und ſie ihre alte Anhänglichkeit zur Militärmuſik
trch ein ausverkauftes Haus bei dem oben erwähnten Militär=
Doppel=
eſtkonzert beweiſen möge. Ueber Einzelheiten wird ſpäter Näheres in
en Zeitungen bekannt gegeben.
— Schule der Weisheit. Für die nächſte Tagung der Geſellſchaft für
reie Philoſophie, die vom 14.—19. September ſtattfindet, wird wieder
ie im vergangenen Jahre eine große Anzahl Privatquartiere benötigt
erden. Die Quartiergeber werden daher gebeten, ſich möglichſt bald
it der Geſchäftsſtelle, Paradeplatz 2, in Verbindung zu ſetzen (
Geſchäfts=
unden von 9—1 und 3—6 Uhr).
Zum Gedächtnis an den Beginn des Weltkrieges vor
ehn Jahren und zum Gedenken an die gebrachten Opfer,
in=
onderheit an den Tod der Gefallenen, hat das
Landeskirchen=
mt für Sonntag, den 3. Auguſt, angeordnet: 1. Der
Haupt=
ottesdienſt iſt dem Gedächtnis des Tages uſw. gewidmet
Wo dies durchführbar iſt, findet in der Zeit von 11.30 bis
2 Uhr vormittags ein Geläute ſtatt, das zu ſtillem Gebet
ber die Lande rufen ſoll und insbeſondere für diejenigen
be=
immt iſt, die dem Hauptgottesdienſt nicht anwohnen können.
— Auszeichnung. Wie bereits mitgeteilt, findet zur Zeit in Marien=
P
urg in Weſtpreußen die große Ausſtellung für Bienengerätſchaften uſw.
att. Bei dieſer Ausſtellung hat auch die hieſige Firma Gottfried
öchwarz u. Co. den Ehrenpreis erhalten.
— Die Kraftſportvereinigung 1895 hält am Sonntag, 27. Juli, einen
Sport= und Werbetag, verbunden mit erſtklaſſigen
Einladungs=
ämpfen, wie Stemmen, Ringen und Boxen, außerdem Auftreten ihrer
reisgekrönten Muſterriege und Mannſchafts=Tauziehen. Keiner
ver=
äume dieſe ſeltene Veranſtaltung. Die Eintrittspreiſe ſind ſo gering.
amit jedem Gelegenheit geboten iſt, das wirklich erſtklafſige Programm
u ſehen. Vorverkauf im Sporthaus Adelmann (Rheinſtraße) und im
Bereinslokal Reſtaurant Zum Landsberg (Ballonplatz). Näheres in
ſer heutigen Anzeige und durch Plakate.
— Vorſicht! Falfchgeld! Seit einigen Tagen ſind gefälſchte
Nen=
enmarkſcheine über 10 Rentenmark im Verkehr feſtgeſtellt
vorden. Bei näherer Betrachtung ſind dieſe Falſchſtücke ohne weiteres
ils ſolche kenntlich. Sie trugen die Reihenbezeichnung D 00 773 755;
hr Papier iſt auffallend glänzend. Der rechte grünliche breite Rand
nit der großen Ziffer 10 iſt dunkler als bei den echten Scheinen.
Außer=
dem ſcheint die Schrift der Rückſeite auf dieſem Rande nach der Vorder
eite durch. Das Waſſerzeichen iſt, wenn man den Schein gegen
das Licht hält, bei den Falſchſtücken von der Vorderſeite her nicht
ſicht=
dar, während es auf der Rückſeite ſogar beim Auflegen auf den Tiſch
deutlich als aufgedruckt erkennbar iſt.
Lokale Veranſialtungen.
Die dherunter erſtenenden Neiigen ſind asfchtiefüch als Hhweife auf Argeigen zu bchsdten,
mn brinem Faſis irgendwie als Beſrochung oder Kritd.
— Geſangverein Sängerluſt. Wie bereits bekannt
ge=
geben, feiert die „Sängerluſt” am 26., 27. und 28. Juli ihr 75jähriges
Beſtehen. Aus der Feſtſchrift iſt zu erſehen, daß der Verein unter den
Geſangvereinen Darmſtadts dem Alter nach an vierter Stelle ſteht und
allezeit dem Sinne ſeiner Gründer treu geblieben iſt, ſtets eine
Pflege=
ſtätte des deutſchen Liedes zu ſein. In dem Konzert am Samstag, den
Sb. Juli (heute) wird auch der aktive Chor unter der Leitung ſeines
Chormeiſters Herrn Karl Grim zeigen, daß auch in der jetzigen ſchweren
BZeit nichts verſäumt wurde, Herz und Sinn geſund zu erhalten durch
die Pflege unſeres ſchönen Liedes. Außer einigen Kunſtchören wird
auch ſelbſtverſtändlich unſer ſchönes Volkslied vertreten ſein. Der Ver=
Ein ſelbſt, unter der Leitung des bewährten Präſidenten Herrn Kar
Nahrhof, hat nichts verſäumt, um jedem Beſucher einige genußreiche
Stunden zu bereiten.
Am Sonntag, den 27. Juli, findet das 40jährige Stiftungsfeſt
des Vereins für naturgemäße Lebens= und Heilweiſe
ſtark. Unter gütiger Mitwirkung der Turngemeinde 1846, ſowie Mit=
Atiedern und Freunden des Vereins hoffen wir, einige frohe und
genuß=
reiche Stunden bieten zu können. Gerade jetzt, wo ſo viele unſerer
Mit=
lieder uſw. nicht in der Lage ſind, eine Sommerfriſche zu beſuchen, wird
Eine ſolche Ablenkung von den Sorgen des Alltags doppelt wohltuend
Füpfunden werden. Das Feſt findet bei jeder Witterung ſtatt. Bei
gutem Wetter im Luftbad, bei Regen in der Turnhalle am Woogsplatz.
AFfang 3 Uhr. Wir bitten, recht zahlreich zu dieſer Feier zu erſcheinen,
damit dieſe zu einer würdigen Kundgebung für unſere
Naturheilbeweg=
ung wird. (Siehe Anzeige.)
Kleingärtner aus Darmſtadt und Umgebung. Sonntag,
den 27. Juli, vormittags 10 Uhr, im Saal „Zum heſſiſchen Hof”
Zertretertagung. Erſcheinen aller Kleingärtner iſt wichtig!
4Arbeitsſchule und Religionsunterricht.
Von D. Dr. Martin Schian.
Eins der modernſten pädagogiſchen Loſungsworte iſt das
Wort Arbeitsſchule. Es geht ihm, wie es ſolchen
Schlag=
worten meiſt ergeht: der Sinn ſteht nicht feſt; der eine braucht
es in dieſer, der andere in jener Bedeutung. Oft hat man
da=
bei an Handarbeit gedacht; allmählich aber hat ſich ein anderer,
tieferer Sinn herausgebildet. Danach iſt Arbeitsſchule die
Schule, die alles Gewicht auf geſteigerte Kraftentfaltung und
Selbſttätigkeit des Schülers legt. Auch damit iſt längſt noch
nicht alles klar: Daß dieſe „Arbeitsſchule” oft in Gegenſatz zur
„Lernſchule” geſetzt wird, entſpricht allerdings der ſoeben
feſt=
gelegten Deutung. Dem Wort Arbeitsſchule liegt dieſer
Gegen=
ſatz fern.
Die moderne Pädagogik will die Arbeitsſchule als Schule
der geſteigerten Selbſttätigkeit der Schüler. Auch wenn nicht
alles, was im Geleit dieſer Loſung jetzt an neuen pädagogiſchen,
insbeſondere methodiſchen Gedanken geht, ſich durchſetzt
ſicher wird die nächſte Entwicklung ſtark von ihr beeinflußt ſein,
darum iſt es eine Frage von außerordentlicher Wichtigkeit, wie
der Religionsunterricht ſich zum Gedanken der
Arbeitsſchule ſtellt. Verträgt er ſich mit ihr? Oder
nicht? Wenn nicht, ſo wäre ſeine Lage in der Schule der
Zu=
kunft ſehr ſchwierig. Er müßte gewiſſermaßen vom Standpunkt
der Pädagogik aus das Todesurteil empfangen.
Tatſächlich begegnet das Urteil, daß der Religionsunterricht
mit der Lernſchule ſtehe und falle, in der Arbeitsſchule habe
er keinen Platz. Als die Lehrerſchaft einer Dortmunder Schule
(bereits 1911) ein Buch, betitelt „Dortmunder Arbeitsſchule‟
herausgab, ließ ſie, wohl aus ähnlichen Leitgedanken heraus,
den Religionsunterricht völlig beiſeite. Später iſt das
Ver=
ſäumte nachgeholt worden. Aber in jedem Fall iſt es hohe
Zeit, daß die Stellung des Religionsunterrichts zur
Arbeits=
ſchule geklärt wird. Dieſe Arbeit hat namentlich der Greizer
KO
* Verein für naturgemäße Lebens= und Heilbeiſe
Naturheilverein E. V., Darmſtadt
nunauagannnanannnannnnnnanssssassassansanasnasaanannnnnassasanannnnganer
Zu dem am Sonntag, den 27. d8. Mis., nachmittags 3 Uhr
im Luftbade am Lichtwieſenweg (hinter dem alten Schießhaus) (
ſtattfindenden
S
40jagrigen Ottftungs=Feſte
laden wir unſere Mitglieder und Freunde unſerer Beſtrebungen
herzlichſt ein. Bei Regenwetter iſt die Feier in der Turnhalle am
Woogsplatz um die gleiche Zeit
Für Kaffee, Kuchen uſw. iſt geſorgt
N. Eintritt für unſere Mitglieder und derjenigen der Turngemeinde
(1846) gegen Ausweis frei; für Nichtmitglieder 50 Pfg.
Der Vorſtand
Um zahlreiche Beteiligung bittet
(9541)
OR
Schulrat Otto Eberhard auf ſich genommen; eine Reihe
wertvoller Schriften hat das Problem nach ſehr verſchiedenen
Seiten hin behandelt. Auch der Darmſtädter Profeſſor D
Heinrich Matthes hat der gleichen Frage Aufmerkſamkeit
geſchenkt*.)
Natürlich iſt es ganz unmöglich, hier, wo ich nicht für
Fach=
männer ſchreibe, auf Einzelheiten einzugehen. Aber es muf
doch eigentlich jeder, der ſich an ſeinen eigenen
Religionsunter=
richt erinnert, etwas Intereſſe dafür haben, was für neue
Methoden jetzt vorgeſchlagen werden. Eberhard will auch die
Handbetätigung für den Religionsunterricht fruchtbar
machen=
das Kind mag einmal bibliſche Szenen zeichnend darſtellen und
ſo Abwechſlung gewinnen! Es mag ſich vor Weihnachten im
Modellieren der Vorgänge der Weihnachtsgeſchichte betätigen!
Die Hauptſache iſt das natürlich nicht. Vielmehr kommt es vor
allem auf die Frage an, ob der Grundſatz ſelbſttätiger
Erarbei=
tung auch auf den Religionsunterricht ausgedehnt werden kann.
Eberhard ſtellt als Grundgeſetz der Arbeitsſchule auf: „Der
Schülern dürfen keine fertigen Geiſteserzeugniſſe zugeführt
wer=
den, die ſie ſich ſelbſt erarbeiten können.‟ Der Satz iſt vor
ſichtig formuliert; man beachte den Nebenſatz; „die ſie ſich
ſelbſt erarbeiten können‟ Wo das nicht möglich iſt,
muß ſelbſtverſtändlich der Lehrer auch nach Eberhard mitteilend,
vortragend, ergänzend, nachhelfend, fortführend eingreifen. Es
mag Neuerer geben, die in der Arbeitsſchule den Lehrer ſich ſelber
ſo gut wie ganz ausſchalten laſſen; die Kinder führen ſelber ein
freies Lehrgeſpräch. Auf dieſe Weiſe allein würden allerdings
weder die Bibliſche Geſchichte noch die Kirchengeſchichte noch gar
der (in dieſer Beziehung am ſtärkſten umſtrittene) Katechismus
zu ihrem Recht kommen. Aber das verlangt der
rechtverſtan=
dene Arbeitsſchulgedanke gar nicht. Die Schilderung und die
Erzählung iſt auch in der Arbeitsſchule eins der wichtigſten
Mittel, dem Kind zum eigenen Erleben zu helfen. Es gibt
ge=
ſchichtliche Stoffe, wie z. B. die Bekehrung des Paulus, Luthers
Kloſtererlebnis, die gar nicht in Geſprächsform behandelt
wer=
den ſollten; das „tätig=empfangende Lernen” iſt dabei das
ein=
zig Richtige. Aber bei vielen anderen Stoffen wird die eigene
Tätigkeit der Kinder, ihr fragendes Mitarbeiten die Wirkung
nicht ſchwächen, ſondern vertiefen.
Ich möchte hier abbrechen. Allzu ausführlich darf man dieſe
Fragen in den Spalten einer Tageszeitung nicht behandeln.
Aber ich meine wirklich, es müßte auch unter den
Nichtfach=
männern manchen geben, der ſich einmal die Frage vorlegt, ob
nicht der Religionsunterricht gewinnen könnte, wenn die Kinder
ſelber mehr mitarbeiten. Natürlich bringt das neue Prinzip
Gefahren mit ſich. Natürlich wird es hier und da einſeitig,
vielleicht auch ſtümperhaft gehandhabt werden und dadurch
Schwierigkeiten bekommen. Aber es ſteckt doch wohl ein richtiger
Grundgedanke darin. Wenn die Schule dieſe Wege geht — der
Religionsunterricht kann ſie mitgehen. Wenn die Schule Nutzen
davon zieht, ſo mag er auch dem Religionsunterricht zugute
kommen!
*) Ich nenne folgende Schriften Eberhards: Arbeitsſchule
und Religionsunterricht. Berlin, Deutſche Verlagsgeſellſchaft Union
1921, 1,60 Mark. Der Katechismus als pädagogiſches Problem im Licht
des Arbeitsſchulgedankens. Oſterwieck, Zickfeldt. 1,40 Mark.
Arbeits=
ſchulmäßiger Religionsunterricht. Stuttgart, Steinkopf, 7 Mark. Von
H. Matthes: Der evangeliſche Religionsunterricht im Lichte der
pädagogiſchen Beſtrebungen der Gegenwart. Göttingen, Vandenhoek
und Ruprecht 1923.
Auszeichnungen füc treue Dienſileiſtungen.
— Die Landwirtſchaftskammer hat für langjährige und treue Dienſte
an landwirtſchaftliche Dienſtboten nachſtehende Auszeichnungen verliehen:
a) Verſilberte Medaille: dem Schweitzer Heinr. Dietz,
42 Jahre bedienſtet bei Landwirt Peter Hahn, Blödesheim; dem
Ge=
meindeſchäfer Wilh. Sann, 54 Jahre bedienſtet bei der Bürgermeiſtere
Holzheim; dem Taglöhner Joh. Hoffaller, 40 Jahre bedienſtet bei
Bürgermeiſter Hahn, Heßloch; dem Schweizer Frdr. Adam
Hart=
mann, 43 Jahre bedienſtet bei Oekonomierat Heil, Wickſtadt.
Bronze=Medaille: dem Knecht Georg Nagel, 26 Jahre
bedienſtet bei Oekonomierat Heil, Wickſtadt; dem Taglöhner Heinrich
Kliehm, 25 Jahre bedienſtet bei Oekonomierat Heil, Wickſtadt; den
Schweizer Georg Overmatt, 26 Jahre bedienſtet bei Oekonomierat
Heil, Wickſtadt; dem Gärtner Hch. Pfaff, 26 Jahre bedienſtet bei
Oekono=
mierat Heil, Wickſtadt; dem Taglöhner Gg. Dauernheim, 26 Jahre
be=
dienſtet bei Oekonomierat Heil, Wickſtadt; dem Brennmeiſter Max
Ret=
tig, 36 Jahre bedienſtet bei Oekonomierat Heil, Wickſtadt; dem
Tag=
löhner Karl Ewald, 31 Jahre bedienſtet bei Landwirt Kurt Schilling,
Dittelsheim; dem Knecht Joh. Bapt. Miclo, 27 Jahre bedienſtet bei
Landwirt Ph. Wirthwein, Hillesheim.
c) Bronze=Broſche: der Taglöhnerin Marie Gutſchalk
Ww., 32 Jahre bedienſtet bei Landwirt Hch. Ludw. Löſch I.,
Lampert=
heim; der Taglöhnerin Eliſabeth Hartmann Ww., 39 Jahre
be=
dienſtet bei Landwirt Hch. Löſch I., Lampertheim.
Sämtlichen Ausgezeichneten wurden auch Anerkennungsurkunden
für ihre treue Dienſte verliehen.
* Kinderfeſt zu Erbach i. O.
anläßlich des Eulbacher Marktes, am Donnerstag, den 24. Juli b. J.
Der geſtrige Tag gehörte den Kindern. Bietet doch für ſie der
Eulbacher Markt das Hauptereignis des Jahres nächſt Weihnachten
und iſt es in der Schule doch ſchon oft vorgekommen, daß die Kleinen,
wenn ſie die Hauptfeſttage im Unterricht aufſagen ſollten, den
Eul=
bacher Markt an erſter Stelle nannten.
Der Himmel war in tiefes Grau gehüllt. Als ſich aber um 1½
mittags der Feſtzug der kleinen Schar in Bewegung ſetzte, da brachen,
wenn auch nur für kurze Zeit, die erſten Sonnenſtrahlen durch die
Wolken, es ſah gerade ſo aus, als hätten ſich die Englein droben in
den Wolken ein Loch gemacht, um den Feſtzug ihrer kleinen Freunde
mit anſehen zu können.
Vier Herolde zu Pferd eröffneten den Feſtzug. Ihnen folgten die
Trommler und Pfeifer. Nach dieſen kam der Bretzelwagen. Die Stadt
Erbach ſtiftet ihren kleinen Bürgern alljährlich zum Kinderfeſt eine
große Bretzel. Dieſe, ca. 500 an der Zahl, waren über der gewölbten
Plane eines Wagens befeſtigt, daß vor lauter Bretzeln von dem Wagen
nichts zu ſehen war. Einem ſolchen Wagen folgte die kleine Schar
natürlich gerne. Die nächſte Gruppe ſtellte das Märchen: Hahn und
Hühnchen dar. Die Allerkleinſten der Schule waren als Hühnchen
ver=
kleidet und ihr Gezwitſcher klang genau ſo, als ob kleine Kücklein
*
piepſten. Als ſechſte Nummer war eine Singgruppe in den Erbache
Farben eingeſchoben. Dann folgte Schneewittchens Hochzeitszug.
Schneewittchen war zwar ſehr jung, aber ſie ſah trotzdem ſo ſchön
und lieblich aus, daß es kein Wunder war, daß der kleine Königsſohn,
der ſie führte, ſehr ſtolz auf ſeine kleine Braut war. In feierlichem
Zuge folgte die kleine Hochzeitsgeſellſchaft. Dicht hinter dem
Hoch=
zeitszug marſchierte eine Muſikkapelle, ich glaube, ſie ſpielte gerade
den Hochzeitsmarſch aus „Lohengrin‟ Dann kam ein Wagen
mit=
einem kleinen Häuschen. Das Dach war mit Pfefferkuchen gedeckt,
Marzipan und andere Süßigkeiten erſetzten die Schindeln. Drinnen
war eine abſcheuliche Hexe, an der Ture aber ſtanden Hänſel und
Gretel und ließen es ſich gut ſein. Das „Knuſper, knuſper, Knauschen”
der alten Hexe wurde übertönt von einer Singgruppe kleiner Erbacher,
die mit hellem Geſang ihre Weiſen herausſchmetterten. Hierauf war
ein Bub zu ſehen, der hatte eine weiße Zipfelmütze auf, eine rote
Weſte an, ſchwarze Höschen und weiße Strümpfe mit ſchwarzen
Schuhen. Er ſah ganz glücklich aus, obgleich er einen ſchweren
Klum=
pen Gold ſchleppte. Es war Hans im Glück. Dann ſah man den
glücklichen Hans noch ein paarmal in allen Stadien ſeines Glückes.
Erſt auf hohem Roſſe, das er gegen ſeinen Goldklumpen eingetauſcht
hatte, dann mit einer Kuh, für die er ſein ſchönes Pferd dran gegeben
hatte, ſchließlich war er in einem Wagen, und hinter ihm das
Glücks=
ſchwein, die Gans und all die anderen Sachen, die er noch eintauſchte,
fehlten nicht.
Trommler und Pfeifer im Zuge übertönten das Glück von unſerm
Hans, dann folgte das Märchenſpiel „Die Tanzgeige” das nachher
auf der Feſtwieſe aufgeführt wurde. Nach einer Singgruppe kamen
die ſieben Schwaben, die ſich mit einer mächtigen Lanze abſchleppten
worauf wieder eine Singgruppe folgte. Die nächſte Märchengruppe
ſtellte Frau Holle dar. Auf hohem Wagen ſaßen Goldmarie und
Pechmarie vor Frau Holles Haus, ein kleines Engelein ſtreute mit
ſeinen winzigen Händen ſeinen Segen über die Goldmarie aus,
wäh=
rend ein ſchwarzes Teufelchen, unter deſſen ſchwarzer, mit Hörnern
gezierter Kappe ein paar goldene Löckchen fürwitzig hervorſchauten,
aus ſeinen kleinen Fäuſtchen langſam Pech auf die arme Pechmarie
herabrieſeln ließ. Stilwidrig war nur, daß die Pechmarie gar kein
trauriges Geſicht machte, ſondern ganz vergnügt zu ihrem kleinen
Teufelchen aufblickte. Die ganze kleine Frau Holle=Geſellſchaft war
kaum ſieben Jahre alt. Luſtig klangen die Weiſen des nun folgenden
Mandolinenklubs. Laut müſſen ſie nicht geſpielt haben, denn
Dorn=
röschen in ihrer Burg wachte von ihrem Spiel nicht auf. Sie lag
ſchlafend auf wunderſchönen Seſſel, und kleine Landsknechte, wohl ihre
Leibgarde, lag ſchlafend um ſie herum. Der nachfolgende Prinz hatte
ſie noch nicht wachgeküßt. Nachher muß er es getan haben, denn ſie
lief ganz vergnüglich auf dem Feſtplatz herum. Radfahrer der Er
bacher Jugend auf ſchönen Rädern, geſchmückt mit den republikaniſchen
Farben, beſchloſſen den Zug.
Der ganze Zug rollte wie ein Traum an uns vorüber.
Märchen=
haft im wahrſten Sinne des Wortes,
Auf dem Feſtplatz wurden viele ſchöne Lieder geſungen, Reigen
aufgeführt und Freiübungen ſowie Wettkämpfe ausgeführt. In der
ſchönen neuen Feſthalle wurde Kakao getrunken und die große Bretzel
verzehrt. Für jedes Kind hatte Graf Konrad zu Erbach=Erbach einen
ſchönen Becher mit luſtigem Bilde in ſeinen keramiſchen Werkſtätten
machen laſſen, der der kleinen Geſellſchaft viel Freude machte.
Leider regnete es manchmal. Und als das Feſt vorbei und die
kleine Geſellſchaft zu Hauſe in ihren Bettchen war, da zogen im Traum
all die ſchönen Märchenbilder: der Hahn mit den Hühnchen,
Schnee=
wittchen, Hänſel und Gretel uſw. an ihnen vorüber. Es iſt auch
ge=
wiß wahr, denn mein kleiner Junge — das Teufelchen von der Frau
Holle — hat es mir heute morgen erzählt.
Um das Feſt hat ſich vor allen Dingen Herr Rektor Weber, der
Leiter unſerer Schule, ſowie Herr Fabrikant Kumpf verdient gemacht,
denen in erſter Linie der Dank gebührt: All den vielen Helfern und
Helferinnen, die in unermüdlicher Arbeit zu dem Gelingen des
Feſt=
zuges und der Feier am Feſtplatz beitrugen, perſönlich zu danken,
reicht der Raum hier nicht aus. Sie werden ihn ſchon geſtern aus
ſtrahlenden Kinderaugen in Empfang genommen haben. Wir wollen
aber nicht vergeſſen, dem Grafen Konrad zu Erbach=Erbach an dieſer
Stelle zu danken für die Ueberraſchung, die er den Kindern mit den
hübſchen Bechern machte.
*
Das „Schwarzwaldmädel” in Erbach.
Unſerm rührigen Feſtausſchuß hatten wir am Donnerstag eine
Operettenvorſtellung zu verdanken. Uns Erbachern iſt ja leider — bei
dem chroniſchen Mangel einer genügenden Bahnverbindung — ein
Beſuch des Heſſiſchen Landestheaters in Darmſtadt faſt unmöglich. Das
Unternehmen des Feſtausſchuſſes verdient deshalb unſeren Dank um
ſo mehr, als die Vorſtellung ſelbſt den lebhafteſten Beifall des
aus=
verkauften Hauſes fand.
Von den einzelnen Darſtellern nennen wir an erſter Stelle die
Vertreterin der Titelrolle, Frl. Erna Monti vom Landestheater in
Coburg. Ihr munkeres Weſen, gepaart mit einer hervorragend
ge=
bildeten Stimme, errang ihr im Sturm die Herzen aller Zuſchauer.
Alles war Natürlichkeit und geſanglich tief empfunden. Den
Dom=
kapellmeiſter ſpielte Herr Hohmann mit großer Routine und gab der
Rolle eine perſönliche Note. Frl. Rauſchenberg als Malvine flott und
temperamentvoll. Die fahrenden Muſikanten Zieſing und Federlin
gaben in flottem Humor und guten geſanglichen Leiſtungen ihr Beſtes.
Den Wirt Jürgen ſpielte Herr Hans Ausfelder vom Landestheater
mit köſtlichem Humor und machte aus dieſer Rolle ein Kabinettſtück.
Die Erbacher Orcheſtervereinigung unter der temperamentvollen
Lei=
tung des Herrn Kammermuſikers Sturmfels war in jeder Hinſicht
tapfer und verdient ein ganz beſonderes Lob. Die erſten Kreiſe
un=
ſerer Stadt, voran die geſamte gräfliche Familie, wohnten der
Vor=
ſtellung bei und bewies der ſtarke Applaus, der den Künſtlern gezollt
wurde, daß ſie gerne geſehene Gäſte ſind. Die erſte Vorſtellung war
ausverkauft und fand am Freitag eine Wiederholung ſtatt.
Ré
Ber dane unstfkang
in der Reifenfabrikation war die
Einführung des Cordgewebes;
Cordreifen sind geschmeidiger,
schneller und haltbarer als solche
aus veraltetem Vollgewebe. Der
erprobte deutsche Cordreifen heißt
„Fahrt nach der neuen „Continental-Straßenkarte‟.)
zut
ſſor 1.
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zuletz.
und
Ac
nal.
*
päiſche
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vürde,
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tbaues
Han=
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e der
kennt,
Iffent=
ein=
inden
ſtho
Sreſh)
dicht=
klei
klei=
eit
de
inge=
platz
die
aß
der
Ver=
leite=
Ver=
ank
ank=
chen,
ang
iſche
and=
das
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Juli 1924.
Rummer 206.
Aus Heſſen.
H. Eberſtadt, 25. Juli. Gemeinderatsſitzung. Dem
Ge=
ſuch der Franz Reinhardt Ehefrau um Erteilung der Erlaubnis für die
Errichtung einer Kantine in der Heidelberger Straße wird unter der
Vorausſetzung jederzeitigen Widerrufs ſtattgegeben. Die Errichtung einer
Gerätehalle auf dem Waſſerwerksplatz wird beſchloſſen, ebenſo die
Er=
bauung einer Einfriedigungsmauer dortſelbſt. Die Arbeiten hierzu
ſollen in öffentlicher Submiſſion vergeben werden. Den Anträgen des
Hch. Adam Müller, Albert Schneider, Ludwig Meyer 6. und Wilhelm
Knörnſchild um Bewilligung von Baukoſtenzuſchüſſen und Ueberlaſſung
von Baugelände wird ſtattgegeben. Der Kredit für die Beſchaffung von
100 Ifd. Meter 59 Millimeter weiter gummierter Hanfſchläuche für
Feuer=
löſchzwecke wird genehmigt. Dem Schwimmverein wird das
Schwimm=
bad am 3. Auguſt aus Anlaß des Gauwerbetages von 12 Uhr mittags
bis 6 Uhr nachmittags überlaſſen. Der Antrag des gleichen Vereins
auf anderweite Einteilung der Badezeiten wird abgelehnt. Die
An=
lieferung von 500 Zentner Koks vom Gaswerk wird beſchloſſen, ebenſo
die alsbaldige Anſchaffung von je einer Tuchhoſe, einer Bluſe und eines
Mantels als Dienſtbekleidung für die Schutzleute und Nachtwachtmänner.
Die Beſchaffung je einer Sommerhoſe und eines Umhangs ſoll bis zum
Turnier des Odenwälder Reitervereins
zu Erbach i. O.
am Sonntag, den 27. Juli 1924, nachmittags 1.30 Uhr.
gelände als Gegenwert für das einzutauſchende fiskaliſche Gelände am ſich ebenfalls mit ſeinen guten Pferden beteiligen wird. Zahl=
Lämmchesberg ſoll mit der Oberförſterei in Verhandlung getreten
wer=
den. In Ausſicht genommen für den Tauſch iſt das von Karl Hofmann reiche weitere Teilnehmer werden am Start erſcheinen, ſo daß
weg und an der Pfungſtädter Straße. Die Neueinteilung der Feld= verſpricht.
ſchutzbezirke findet nach den Vorſchlägen des Feld= und Waldausſchuſſes
Genehmigung. Der Peter Draudt Witwe werden auf Antrag zwei
Hechler 2. Witwe um Austauſch von Siedlungsgelände gegen ihr Grund= dernummer herausgegeben. Neben den Tagesereigniſſen und
ſticl Flur II Nr. 114 an der Pfungſtädter Straße ſoll zu gegebener Zeit gewöhnlichen Beilagen enthält dieſe Nummer eine ganze
An=
entſprochen werden. Wegen Kaufs oder Tauſchs von Gelände für die
Erweiterung des Schwimmbads ſoll alsbald mit den an das Schwimm= zahl Abhandlungen, die ſpeziell den Eulhacher Markt zum
bad anſtoßenden Beſitzern verhandelt werden. Für die Beſchaffung von Gegenſtand haben. So widmet zunächſt der Archivrat Karl
heimer Weg bereitgeſtellte Schulgarten ſoll eingefriedigt und die Liefe= Franz, Graf zu Erbach (1754—1823), einen längeren Aufſatz
Geſangvereins „Germania” um Erlaß der Gebühr für die Benutzung falls auf das Schloß Erbach am 25. Juni 1622. Der Redakteur
men ſeitens der Verwaltung abgeſtellt und zwei Sommerdecken für die harten Michelſtadt iſt kurz wiedergegeben. Hervorgehoben zu
Pferde des Leichenwagens beſchafft werden. Eine Reſolution des Haus= werden verdienen noch die Zeichnungen des Prof. Albert
Hart=
beſitzervereins, die ſich in einem Proteſt gegen die auf Grund des
Ge=
meindevoranſchlags für das Rechnungsjahr 1924 vom Gemeinderat feſt= mann (Darmſtadt), die neben anderen Abbildungen aus Erbach
geſetzten Ausſchlagſätze der Grund= und Gebäudeſteuer richtet, wird ihrer und ſeiner näheren Umgebung die Feſtnummer ſchmücken.
Form und ihrem Inhalte nach einſtimmig zurückgewieſen. Da dieſe
erſt nach Ablauf der Offenlegungsfriſt des Gemeindevoranſchlags
einge=
gangen iſt,, muß beſtimmungsgemäß Vorlage beim Kreisausſchuß mit elendes wäre hier die Erbauung von 6 Vierzimmerwohnungen und von
dem Antrage auf Entſcheidung erfolgen. Anläßlich der Kriegergedenk= 50 Kleinwohnhäuſern unbedingt von Nöten. Bei der derzeitigen
miß=
feier am 3. Auguſt und der Verfaſſungsfeier am 10. Auguſt wurde von lichen Lage auf dem Geldmarkte beſchloß der Gemeinderat, vorerſt und
Nachdem am Montag, den 21. d. M., in Erbach i. O.
an=
läßlich des Eulbacher Marktes die alljährlichen
landwirtſchaft=
lichen Rennen ſtattgefunden haben, veranſtaltet der rührige
Odenwälder Reiterverein kommenden Sonntag, nachmittags
1.30 Uhr, auf dem Feſtplatz ein kleines Turnier. Zur
Entſchei=
dung gelangen eine leichte und eine ſchwere Springkonkurrenz
ſowie eine Eignungsprüfung für Jagdpferde. Anſchließend
hieran wird die Schutzpolizei Darmſtadt eine Quadrille in
hiſto=
riſchen Uniformen zur Vorführung bringen. Die
Springkon=
kurrenzen weiſen quantitativ wie qualitativ eine ſehr gute
Be=
ſetzung auf. Aus Darmſtadt kommt Major Freyer von der
Schutzpolizei mit einem ganzen Aufgebot guter Pferde, die
Pferde des Gräflich Erbachiſchen Geſtüts Eulbach werden unter
Sr. Erlaucht dem Erbgrafen zu Erbach, dem bekannten
Sports=
mann Herrn Hans Andrege, ſowie unter Stallmeiſter Rettig
Jahre 1925 zurückgeſtellt werden. Wegen Bereitſtellung von Gemeinde= ſtarten, während aus der Würzburger Gegend Herr Heinz Carl
Erben erworbene Waldgelände am Prömſter, das Gelände am Löfflers= die Veranſtaltung in ſportlicher Beziehung erſtklaſſig zu werden
*
Gelegentlich der Jahrhundertfeier des „Eulbacher
weitere Erbbegräbnisplätze zu den in der Friedhofs= und Begräbnis= Marktes” hat der Redakteur und Verleger des „
Central=
ordnung feſtgeſetzten Gebühren überlaſſen. Dem Antrag der Ludwig / anzeiger für den Odenwald” E. Franz eine umfangreiche Son=
Waſſermeſſern wird ein Kredit von 800 Mark bewilligt. Der am Gries= Morneweg=Erbach dem Begründer des Eulbacher Marktes
rung des erforderlichen Drahts ausgeſchrieben werden. Das Geſuch des und gibt weiter eine intereſſante Schilderung des
Kroatenüber=
des Feſtplatzes im Walde wird abgelehnt. Im Beerdigungsweſen in Ernſt Franz befaßt ſich eingehend mit den alten Eulbacher
Zei=
letzter Zeit aufgetretene Mißſtände ſollen durch entſprechende Maßnah= ten und dem Marktleben ſelbſt. Auch die Geſchichte des benach=
Heppenheim (Bergſtr.), 24. Juli. Zur Behebung des Wohnungs=
Gemeinderat Gärtner die Beſchaffung zweier Fahnen, die an zwei dor im Nahmen der verfügbaren Mittel die Erſtellung neuer Wohnhäuſer
dem Rathauſe aufzuſtellenden Maſten bei genannten und künſtigen An= in Angriff zu nehmen. Demgemäß wurde die Baugenoſſenſchaft
ermäch=
läſſen aufgezogen werden ſollen, beantragt. Der Antrag wurde angenoml= tigt, mit dem Bau dreier Häuſer zu je 2 Wohnungen ſofort zu beginnen.
men. Eine Anzahl Geſuche und Petitionen werden den Ausſchüſſen 3u: Die Häuſer werden in die neue Schulhausſtraße zu ſtehen kommen.
Vorberatung überwieſen. In geheimer Sitzung: Wohlfahrtsangelegen=
Aus dem Weſchnitztal, 24. Juli. Getreideernte. Am
näch=
heiten.
ſten Montag werden die Ernteferien an den meiſten Volksſchulen be=
II. Eberſtadt, 26. Juli. Der deutſche Stenographenbund „Gabels= ginnen und damit wird auch die Vollernte des Getreides
berger” veranſtaltete im Mai ein Fernwettſchreiben. An allen ihren Anfang nehmen. Im allgemeinen wird die Ernte befriedigend bis
Orten wurde zu gleicher Zeit derſelbe Stoff unter ganz gleichen Be= gut ausfallen. Gutgebaute und gepflegte Aecker geben einen guten
Er=
ſchreiben dar, das überhaupt bis jetzt ſtattgefunden hatt, 9432 Arbeiten tropiſche Hitze wurde auch eine Schnellreife erzeugt, welche die
Körner=
konnten mit Preiſen ausgezeichnet werden. An dieſem erfreulichen Er= bildung ungünſtig beeinflußte. — Trotz der anhaltenden großen Hitze
Mitglieder Anna Bär, Helene Meidinger „Heinrich Schmitt, Georg Froh= durchweichender Regen müßte nun unbedingt einſetzen, wenn die
Knol=
nert, Philipp Hechler, Kätchen Schanderl, Helene Bühr. Emil Schmidt, lenbildung und Entwicklung nicht gefährdet werden foll. Dasſelbe gilt
außerordentliche Generalverſammlung ab, in welcher die Goldbilanz als man zur Blütezeit vermutete, denn die Bäume, die voriges Jahr
auf 1. Januar d. J. einſtimmig genehmigt wurde. Die Molkerei war reichlich trugen, verſagen dieſes Jahr faſt vollſtändig. Reich behangen
Goldwertes aufzuwerten.
ſchafts= und Gewerbebank e. G. m. b. H. hielt dieſer Tage befriedigende bis gute Ernte.
ihre außerordentliche Generalverſammlung ab, in welcher die Gold=
dingungen diktiert. Dieſes Wettſchreiben fand eine Beteiligung von trag, während ſandige und an den Bergabhängen liegende Felder weni=
10942 Vereinsmitgliedern und ſtellt das bei weitem größte Wet= ger befriedigen und zu wünſchen übrig laſſen. Durch die anhaltende
gebnis iſt der hieſige Verein mit 8 Preiſen beteiligt. Es ſind dies die ſtehen unſere Kartoffelfelder noch friſch und geſund da, aber ein
Groß=Umſtadt, 24. Juli. Die Molkereigenoſſenſchaft, auch von den übrigen Hackfrüchten. — Mit dem Obſtertrag wird
Groß=Umſtadt hielt am 19. Juli eine von ca. 150 Mitgliedern beſuchte man im ganzen zufrieden ſein können. Aepfel gibt es wohl weniger
in der Lage, die Geſchäftsguthaben der Mitglieder auf 50 Prozent des ſind dagegen die meiſten Birnbäume, die wohl ein volle Ernte liefern
dürften und die jetzt ſchon mit Stützen verſehen werden müſſen. Auch
Michelſtadt, 24. Juli. (Genoſſenſchaftliches.) Die Landwirt= die Zwetſchenbäume ſind teilweiſe ſchwer behangen und verſprechen eine
* Viernheim, 23. Juli. Tödlich verunglückk iſt heute auf einer
bilanz einſtimmig genehmigt wurde. Zum Rendanten der bankmäßig Bauſtelle in Mannheim der hieſige Maurer Auguſt Koob, Vater von
entwickelten Genoſſenſchaft wurde Herr Richard Jockel, bis dahin Ab= ſechs Kindern. Man bringt der Familie und der hochbetagten Mutter
teilungsleiter bei der Landesgenoſſenſchaftsbank zu Darmſtadt, gewählt, des Verunglückten die herzlichſte Teilnahme entgegen.
Hofheim, 24. Julit. Die fortgeſetzten Einbrüche hier u
in der Umgebung, die bisher ungeſühnt waren, ſcheinen nun ihre A
klärung zu finden. Dem Gendarmeriewachtmeiſter von Groß=Ro
heim iſt es gelungen, zwei hieſige Einwohner als Täter zu verhaft
wodurch ein Teil der Verbrechen aufgeklärt wird, doch ſcheinen auch
weiteren Fälle auf deren Konto zu gehen.
— Dreieichenhain, 24. Juli. Am 20. Juli beſuchte der Geſangt
ein „Sängerkranz” mit 54 Sängern den Geſangswettſtreit zu Büdin=
und errang in der erſten Landklaſſe mit 175 Punkten den 1. Pr
Auch der 1. Ehrenpreis und der höchſte Ehrenpreis fielen demſel
infolge ſeiner ausgezeichneten Leiſtungen zu. Der Verein ſteht un
der Leitung des Herrn Muſiklehrers Würz, Dreieichenhain.
Gießen, 23. Juli. Gegen die Kriegsſchuldlüge.
Dienstag abend hatte der Gießener Hochſchulring deutſcher Art zu ei
Proteſtkundgebung gegen die Kriegsſchuldlüge und den Schandvert
von Verſailles in die Turnhalle am Oswaldsgarten eingeladen, zu
auch zahlreich die Studenten und Bürger der Stadt erſchienen wa=
Nach herzlicher Begrüßung führte der Leiter der Verſammlung k
aus: „Zehn Jahre ſind vergangen ſeit dem Morde von Serajewo
fünf Jahre ſeit der Unterzeichnung des Friedensvertrags. Und
im=
noch werden wir hart bedrückt von unſeren Gegnern. Solange
Deutſchland in Knechtſchaft lebt, ſolange müſſen wir Haß predigen,
wir uraltes deutſches Land wie Elſaß=Lothringen und Danzig wiel
gewonnen haben.” Hierauf folgte ein von einem Studenten geſproche
Prolog, der in markigen=Worten an die tiefe Not unſeres deutſe
Vaterlandes erinnerte. Als Redner war Herr Prof. Dr. Platzh
Frankfurt a. M. gewonnen. „Vor fünf Jahren,” ſo führte er
„wurde uns der Frieden diktiert, durch deſſen Unterzeichnung Millio
von Deutſchen unter die Fremdherrſchaft kamen. Die Bedeutung
Schuldparagraphen iſt uns erſt in den letzten fünf Jahren
aufgegan=
der eine Lebensfrage für das deutſche Volk iſt.‟ Darauf kam der 9
ner auf die Kriegsurſachen zu ſprechen: „1870 wurde das Deutſche R
neu gegründet. Wir Deutſche ſehen darin die Wiederherſtellung
Reiches, während die Feinde immer in Deutſchland den Tummelplatz
ihre Machtgelüſte erblicken. Schon damals ſagte ein engliſcher Diplo
zu einem Franzoſen, daß eine Koalition gegen Deutſchland zuſta
käme. Bismarck wahrte damals den Frieden in Europa; Kaiſer 2
helm II, hielt zwar an dieſer Politik Bismarcks feſt, betrat aber die
fährliche Bahn der Weltpolitik. Dazu wurden wir durch die Uebert
kerung und durch die Aufwärtsbewegung unſerer Induſtrie gezwung
Schon 1913 drohte der Krieg durch die Marokkokriſe. 1914 wurde
der Appell an die Waffen aufgezwungen. Zwei Strömungen trie
zum Kriege: die franzöſiſche Revancheluſt und der ruſſiſche Panſla
mus, die beide auf den Krieg hinarbeiteten. In dieſe Wirren wu
Deutſchland durch das Bündnis mit Oeſterreich hineingezogen. Und
Hauptträger dieſer Kriegspolitik war Poincaré. Poincaré, eeſt
guerre. Da Deutſchland eine Annäherung Englands ablehnte, ſo kau
1904 ſchon Abmachungen zwiſchen Frankreich und England zuſtat
Das letzte Bindeglied für die „Entente cordiale” war ein im Jahre 1
abgeſchloſſenes engliſch=ruſſiſches Marineabkommen. Oeſterreich ging
Vertrauen auf deutſche Bundeshilfe gegen Serbien vor. Oeſterreich tu
deswegen ein großer Teil Schuld an der Entſtehung des Weltkrie
Um Oeſterreichs willen ſind wir in den Krieg eingetreten. Noch h.
ſtehen wir in der Welt als ſchuldig am Weltkriege da. Deshalb
unſer Kampf der Kriegsſchuldlüge. Dieſer kann nur ſiegreich gefü
werden, wenn Einigkeit im Innern vorhanden iſt. Einſt wird komr
der Tag.” (Nicht endenwollender Beifall.) Der Leiter dankte im Nau
der Verſammlung dem Redner für ſeine intereſſanten Ausführun
und ſchloß mit den Worten: „Haß gegen Frankreich. Deutſchland n
leben, ſelbſt wenn wir ſterben müſſen.” (Toſender Beifall.) Eine
ſprechende Entſchließung fand einſtimmige Annahme durch die Verſan
lung, und mächtig brauſte zum Schluß das Deutſchlandlied durch den Sa
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Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Juli 1924.
Seite 2.
Reich und Ausland.
Der Reichspräſident und die europäiſche Stubentenhilfe,
Beylin. Der Reichspräſident richtete an die dritte
Jahreskon=
enr deu europätſchen Studentenhilfe des chriſtlichen
Studentenwelt=
ndes, die vom 24. bis 31. Juli in Schloß Elmau bei Garmiſch=
Parten=
hen ſtattfindet, folgendes Telegramm: Der Europäiſchen
Studenten=
fe des chriſtlichen Studentenweltbundes ſende ich anläßlich ihrer drit=
Jahreskonferenz meine beſten Grüße und Glückwünſche. Es iſt mir
Bedürfnis, an dem Tage, an dem die Konferenz auf deutſchem Boden
ammentritt, der Europäiſchen Studentenhilfe aufrichtigen Dank des
utſchen Reiches für das bewundernswerte Hilfswerk zum Ausdruck
bringen, das die Europäiſche Studentenhilfe zur Linderung der Not
ſtudierenden deutſchen Jugend vollbracht hat. Möge die
verdienſt=
ſe Tätigkeit der Europäiſchen Studentenhilfe auch durch die
gegen=
rtige Tagung eine weitere ſegensreiche Förderung erfahren.
* Der Ausbau der Murgtalbahn.
Karlsrühe. Wie wir erfahren, betragen die Baukoſten für den
kſtändigen Ausbau der Murgtalbahn etwas 2 Millionen Mark und die
uzeit atwa 1½ Jahre. Der Reichsverkehrsminiſter verſprach der in
elin vorſtellig gewordenen Kommiſſion, dieſen Betrag im nächſten
hre in den Voranſchlag der Reichsbahn einzuſtellen. Wie ſchon
mit=
eilt, empfahl er aber, einen Betrag von etwa ½ Million Mark als
rlehen der Reichsbahn zu geben, damit ſofort mit dem Weiterbau
vynen werden könnte. Es iſt gedacht, daß Württemberg als
Haupt=
ereſſent 200 000 Mark vorſchießt, Baden 100 000 Mark, die Städte
ſtadt und Freudenſtadt je 50 000 Mark. Auch die Städte Gernsbach
Gaggenau ſollen ſich an dem geforderten Darlehen beteiligen. Der
„rdtrat von Raſtatt hat beſchloſſen, ein Darlehen von 50 000 Mark zu
jähren. Wenn ſich die anderen beteiligten Stellen dieſem Vorgehen
chließen, wird die Vollendung der Murgtalbahn bald zur
Wirklich=
werden,
2 Landung eines franzöſiſchen Flugzeuges.
Barlsrube. Wie aus Gernsbach berichtet wird, überflog geſtern
z ein franzöſiſches Flugzeug die Stadt und landete auf der Eſſel.
iſt anzunehmen, daß die Franzoſen bei dem ſtark bewölkten Wetter
Orientierung verloren hatten. Die in dem Flugzeug befindlichen
den franzöſiſchen Militärperſonen verſtanden und ſprachen kein
rt deutſch. Die Gendarmerie wurde ſofort benachrichtigt. Im Laufe
Vormittags traf eine Kommiſſion von Naſtatt ein, um die näheren
ſtellungen zu machen. Bevor dieſe nicht beendet ſind, bleibt das
gzeug an Ort und Stelle.
Der Mord an Studienrat Merz.
München. Der Gymnaſiaſt Kurt Keßler hat bei der
Polizei=
ktion München ein volles Geſtändnis über den Mord an dem
Stu=
rat Merz abgelegt. Danach hat ev den Ermordeten kurz vor der Tat
einem Spaziergang kennen gelernt. Am Tage der Tat ſei ihm auf
Wege zum Luſtheimer Wald der Gedanke gekommen, Merz zu
er=
den, um ſich Geldmittel zu verſchaffen. Der Tätev flüchtete dann
Nürnberg und von dort nach Regensburg. Ergänzend wird noch
chtet, daß Keßler ſich 12 Tage nach dem Morde abermals nach
Berch=
aden begab. Er überfiel dort eine Dame aus Zwickau, ſchleppte ſie
in Gebüſch, verletzte ſie durch Meſſerſtiche ſchwer und raubte ihr die
ſtaſche
Drohbriefe unb ihre Folgen.
Der Gutspächter Cölle in Warſow bei Schwerin erhielt Drohbriefe,
enen er aufgefordert wurde, an einer beſtimmten Stelle eine
Geld=
me nieberzulegen. Cölle bat in Schwerin und gleichzeitig in
Hage=
um polizeiliche Hilfe. Zwei Hagenower Gendarmeriekommiſſare
n ſich daraufhin an der bezeichneten Stelle auf die Lauer. Aber
die Schwerinen Polizei wollte die Verbrecher abfangen. Man hielt
gegenſeitig für die erwarteten Erpreſſer und es entſpann ſich
zwi=
den beiden Polizeimannſchaften ein Feuergefecht, in deſſen Verlauf
eine der beiden Hagenower Kommiſſare durch Schüſſe in den Unter=
und in die Schulter ſchwerverletzt wurde. Der andere Kommiſſar
et in dem darauffolgenden Handgemenge einen Hieb mit einem
Re=
er auf den Kopf der ihn beſinnungslos niederſtrechte. Als die beiden
mehr unſchädlich gemachten vermeintlichen Verbrecher von ihren
veriner Kollegen feſtgenommen wurden, ſtellte ſich der Irrtum
u9. Die erwarteten Erpreſſer dagegen blieben aus.
Unregelmäßigkeiten bei der Koblenzer Reichsvermögensverwaltung.
Koblenz. Ueber die Unregelmäßigkeiten bei der
Reichsvermögens=
haltung und dem Reichsneubauamt erfahren wir folgendes: Ein
tragsangeſtellter Schlicker hat im Jahre 1923 ſeine dienſtliche
Tätig=
in der Bearbeitung von Einquartierungsangelegenheiten dazu
be=
um ſich Vermögensvorteile zu verſchaffen, indem er durch
Vor=
elung falſcher Tatſachen amtliche Beſcheinigungen erwirkte und
zandte. Außerdem hat er reichseigene Gegenſtände ſich angeeignet
ſteht im Verdacht, in mehreren Fällen im dienſtlichen Verkehr mit
rtiergebern ſich Vermögenswerte verſchafft zu haben. Die
Ange=
nheit iſt der Staatsanwaltſchaft zur Verfolgung übergeben worden.
icker iſt zur Zeit in Haft. Soweit ſich zur Zeit überſehen läßt, ſind
ere Vertragsangeſtellte oder Beamte des Reichsvermögensamtes in
Sache nicht verwickelt. Bei dem Reichsbauamt ſind im Jahre 1933
h einen Unternehmer für Lieferungen Zahlungen erfolgt, deren
e ſich nicht rechtfertigen läßt. Die Reichsvermögensverwaltung hat
Unterſuchung eingeleitet und die Sache ebenfalls der
Staatsanwalt=
ſt übergeben. Verhaftet ſind zunächſt ein Beamter und ein
Ver=
sangeſtellter des Reichsneubauamts. Dieſer war geflüchtet, iſt
je=
zurückgekehrt und hat ſich geſtellt.
Die Not der Landwirtſchaft im Saargebiet.
Saarbrücken. In einer ſtark beſuchten Verſammlung der
ien Bauernſchaft des Saargebietes in Saarbrücken wurde aufs neue
die Regierungskommiſſion der Appell gerichtet, ſich um die
Bereit=
ung von Krediten für die Landwirtſchaft zu bemühen, damit auch
Saargebiet, dem Kinde des Völkerbundes, ähnlich wie Oeſterreich
anderen Staaten durch den Völkerbund finanziell geholfen würde.
her ſei von der Regierungskommiſſion für die Landwirtſchaft nichts
an worden, obwohl deren Schwierigkeiten ſchon mit dem Eindringen
franzöſiſchen Franken im Jahre 1920 begonnen hätten. Obwohl der
nzöſiſche Franken nunmehr eingeführt ſei, habe die Banque de France
immer keine Filiale im Saargebiet errichtet. Für eine
Kredit=
vährung konnten die Banken des Saargebiets nicht in Betracht
kom=
n, da ihre ungeheueren Zinsſätze — 30 bis 40 Prozent — für die
ndwirtſchaft untragbar ſeien.
Als weiterer Kriſenfaktor wurde auf die hohe ſteuerliche Belaſtung
Landwirtſchaft hingewieſen, die bei einem Betriebe von 30 Morgen
Prozent der Geſamteinnahmen ausmache. Mit Nachdruck wurde die
*Anpolitiſche Tagesſchau.
Die vor einigen Wochen gemeldete drohende Hungersnot in
Ruß=
land wurde in der Preſſe von der Sowjetregierung auf das entſchiedenſte
bekämpft. Es wurde lediglich zugegeben, daß einzelne kleinere Teile
vollſtändige Mißernten gehabt hätten, während andererſeits behauptet
wurde, daß in weitaus den größten Gebieten Rußlands eine gute Ernte
geſichert ſei, ſodaß keinerlei Anlaß über Befürchtungen für eine
man=
gelnde Ernährung oder auch nur für eine ſchlechte Ausſaat gegeben
wäre. Nun verlautet aber, daß Rykow in einer Unterredung, die er dem
Moskauer Korreſpondenten des „Daily Expreß” gewährt hat, erklärte,
daß die große Dürre dieſes Sommers eine
Mißernte in Sowjetrußland
verurſacht habe. Die dadurch verurſachte Hungersnot erſtrecke ſich über
ein Gebiet mit der Anbaufläche von 5 500 000 Morgen, und die Zahl der
betroffenen Bewohner betrage 6 Millionen. Da dieſe Zahlen auf
ruſſi=
ſcher Schätzung beruhen, dürften ſich die Folgen der Mißernte in
Wirk=
lichkeit noch viel weiter erſtrechen. —
Die Ueberſchwemmungen in Nordching haben nach den neueren
Meldungen faſt die gleiche Ausdehnung angenommen, wie zur Zeit der
großen Ueberſchwemmungskataſtrophe des Jahres 1917. Der Schaden,
den die Fluten auf einem Gebiet von nahezu 5500 engliſchen
Quadrat=
metern anrichteten, iſt unermeßlich. Der Hauptgrund für dieſe ſich
faſt alljährlich wiederholende Ueberſchwemmungskataſtrophe ſieht, man
in dem ſogenannten Kaiſerkanal, der in nordſüdlicher Richtung an
Tientſin vorbeizieht und durch Ablenken der Stromläufe auf die Stadt
zu eine natürliche Entwäſſerung des Landes unmöglich macht. —
Aus Simla wird berichtet, daß auch
große Ueberſchwemmungen in Indien
ſtattgefunden haben, die durch andauernde Regengüſſe hervorgerufen
wurden. Namentlich die Stagten Trowankore und Coſin ſind davon
be=
troffen. Eiſenbahnlinien und Gebäude haben bedeutende Schäden
erlit=
ten, die Ernte und eine Menge Vieh iſt in Mitleidenſchaft gezogen
wor=
den. Ueber 100 Perſonen ſind dabei ums Leben gekommen.
Grindell=Matthews, der als Erfinder der ſogenannten Todesſtrahlen
berühmt geworden iſt, ſcheint das Schickſal vieler großen Männer teilen
zu müſſen. In letzter Zeit wurde ihm ſtark die Urheberſchaft der neuen
Erfindung angezweifelt, und mehrere Gegenkandidaten ſtreiten ſich noch
heute um den Erfindertitel. Matthews, der ſich nach Ruhe ſehnt, iſt
nach den Vereinigten Staaten gefahren. (Ob dies das Land iſt, in dem
ein überarbeiteter Menſch Ruhe finden kann, dürfte noch bezweifelt
wer=
den!) Gleich bei ſeiner Ankunſt beſtürmte ihn ein Schwarm Reporter
mit allerlei möglichen und unmöglichen Fragen. Im Laufe des „
Ver=
hörs” erfuhren die wißbegierigen Amerikaner, daß
das erſte Opfer der „Todesſtrahlen” — der Erfinder
geweſen iſt. Matthews trägt nämlich eine übermäßig große Brille mit
der Begründung, daß er im Verlaufe ſeiner Verſuche auf dem einen
Auge die Sehkraft vollſtändig eingebüßt habe und auch das andere ſtark
gägegriffen ſei. Er müſſe fürchten, daß er im Laufe der Zeit vollſtändig
erblinden werde.
In Leiceſter in England hat man ein Skelett ausgegraben, das ſich
eine eingehende Unterſuchung durch berühmte engliſche Profeſſoren
ge=
fallen laſſen muß. Es rührt ohne Zweifel von einem verwachſenen
Menſch her. Dieſer Umſtand allein genügt allerdings nicht, um ein
Pro=
feſſovenherz in Erregung zu bringen. Der Hauptgrund der peinlichen
Behandlung dieſes Knochenfundes iſt vielmehr die Vermutung,
das Skelett König Richards 11!.
ausgegraben zu haben. Dieſer „Klumpen ſchnöde: ißgeburt” wurde
be=
kanntlich in der Schlacht von Bosworth am 22. Auguſt 1485 erſchlagen
und erhielt ſpäter durch Shakeſpeares Drama die Unſterblichkeit
ver=
liehen. Nach der Schlacht wurde die Leiche Richards III. in ſeiner Burg
bei Bow Bridge begraben und dabei ein Stein aufgeſtellt, mit einer
In=
ſchrift, die angibt, daß das Königsgrab in der Nähe davon ſei. Jetzt
hat man in der Nähe dieſes Gedenkſteins das Skelett ausgegraben und
es zunächſt in das Lokalmuſeum übergeführt. Zur Ehre der engliſchen
Altertumsforſcher muß angenommen werden, daß die Knochen dem
König Richard III. gehören und nicht etwa einem ausgedienten
Hand=
wverksburſchen, deſſen Knochen in der Näſſe verbogen gingen, königliche
Huldigungen erwieſen werden.
Schweres Autounglück.
Am Dienstay, nachts, verunglückte ein mit 5 Perſonen beſetztes Auto
auf der Straße Zittau-Groß=Schönau. Der Autoführer, ein
Kauf=
mann aus Zittau, war ſofort tot, die anderen Inſaſſen wurden ſämtlich
ſchwer verletzt. Eine Frau iſt auf dem Transport nach Zittau geſtorben.
Die Urſache des Unglücks iſt darauf zurückzuführen, daß das Auto nicht
auf der Chauſſee, ſondern auf einem ſchmalen Weg fuhr, wo es abglitt
und eine Böſchung herunterſtürzte.
Vom Blitz getroffen.
In Hagelsberg, einem Berliner Ausflugsort an der Oberſpree,
ſchlug ein Blitz in eine Gruppe Badender, die von dem Gewitter
überraſcht worden waren. 2 Frauen und 2 Mädchen wurden von dem
Blitz getroffen. Ein 12jähriges Mädchen war ſofort tot. Die übrigen
drei getroffenen Perſonen erlitten ſchwere Brandwunden. In
unmittel=
barer Nähe wurden zwei Kinder von einem anderen Blitz getroffen.
Sie mußten dem Krankenhaus zugeführt werden.
Ein ſchamloſer Vater.
Caſſel. In unglaublich gemeiner Weiſe verging ſich der Maurer R.
E. an ſeiner 13jährigen Tochter. Nicht nur, daß er unſittliche Handlungen
mit ihr vornahm, er glaubte ſie auch aufklären zu müſſen, und tat das
in einer Weiſe, die jeder Erziehung Hohn ſpricht. Der Staatsanwalt
ſprach dem Angeklagten nochmals mildernde Umſtände zu und
bean=
tragte 2 Jahre 6 Monate Gefängnis und zehn Jahre Ehrberluſt. Das
Gericht war anderer Auffaſſung. Die Handlungsweiſe des Angeklagten
ſeiner leiblichen Tochter gegenüber ſei ein Verbrechen, das an dem
Kinde überhaupt nicht mehr gut zu machen ſei; bis in ſein ſpäteres
Leben hinein werde die ruchloſe Tat des Vaters dem Kinde vor Augen
ſtehen. Aus dieſen Gründen konnte ſich das Gericht nicht entſchließen,
dem Angeklagten mildernde Umſtände zuzubilligen, ſondern ſteckte ihn
ins Zuchthaus. Wegen Vergehens gegen 8 176, B Str.=G.=B. erhielt der
Angeklagte ein Jahr neun Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverluſt.
Der Angeklagte nahm das Urteil ſofort an. — Wegen eines gleichen
Vergehens — nur nicht an Blutsverwandten — erhielt der Arbeiter
H. eine Gefängnisſtrafe von ſechs Monaten. Auch ihm konnte
einwand=
frei die Tat nachgewieſen werden, obwohl er ſelbſt durch eine
angeb=
liche Betrunkenheit ſich nicht mehr erinnern wollte.
69-
1200 edſe Weingtäſer
verteile ich ohne Einſendung irgendwelcher Geldſumme an 100
Einſender einer paſſenden Wortzuſammenſtellung und
außer=
dem noch bares Geld!
Sie kennen die berühmten Vierka=Weinhefen zur
Hauswein=
bereitung, ſei es aus eigener Erfahrung, ſei es von Ihren
Be=
kannten, die ſtolz waren, Ihnen ſelbſtbereitete. Vierka=Weine
vorſetzen zu können, und ſich diebiſch freuten, daß Sie dieſe für
echte, edle Traubenweine tranken, oder auch nur von den oft
in den Drogerien und Apotheken geſehenen Vierka=Plakaten her!
Das Wort Vierka hat Ihnen vielleicht, wie ſo manchem
anderen, Kopfzerbrechen gemacht, weil Sie nicht wiſſen, woher
es kommt, wie es gebildet wurde, aus welcher Sprache es
ſtammt! Und doch iſt die Sache ſo herzlich einfach: Einen
ſchutzfähigen Namen muß jeder Artikel doch haben, damit nicht
Hinz und Kunz ernten, was andere ſäeten! Ich ſehe nun gar
nicht ein, weshalb ich für meine Weinhefen, die doch eine
deutſche Erfindung und Deutſches Reichspatent ſind, ein
Fremd=
wort wählen ſollte. Ich nahm daher einfach die
Anfangsbuch=
ſtaben des Mottos: Köſtlich für Kenner, Kinder und Kranke,
das heißt alſo vier K, und daher der Name — Vierka! Die
Sache ift alſo herzlich einfach, genau ſo einfach wie die
Eigen=
weinbereitung im Haushalt mit Vierka=Hefen! Ein ſolcher
Eigenwein iſt der Vierka=Wein und dieſer iſt: Köſtlich für
Kenner, Kinder und Kranke!
Nun gibt es aber ſehr viele, welche dies nicht leſen und
die nicht immer Verſtändnis für eine derartige Wortbildung
haben. Ihnen muß man das Wort Vierka und den Zweck der
Vierka=Weinhefen ſo einbläuen, daß ſie es nicht mehr vergeſſen,
und zwar durch einen kurzen, netten Vers oder ein ſozuſagen
Sprichwort. Dieſe ſoll man nicht vergeſſen, ſoll man Tag und
Nacht wiſſen und weiter ſagen! Solche Verſe oder
Sprich=
wörter ſuche ich, und die Einſender ſollen von mir je 12 edle
Weingläſer als Dank erhalten, im ganzen 100 Einſender mit
zuſammen 1200 Gläſern.
Sind Sie Vierka=Kelterer, ſo wird Ihnen dies nicht weiter
ſchwer werden, denn erſtens trinken nur — intelligente
Men=
ſchen Vierka=Wein und zweitens begeiſtert Sie ſicher eine
Flaſche dieſes ſelbſtgekelterten Trankes zu den ſchwerſten Sachen!
Und ſind Sie es nicht, ſo können Sie ſich einesteils beſſern,
anderſeits es wenigſtens verſuchen, d. h. ſich an meinem
Aus=
ſchreiben zu beteiligen! Es koſtet Sie ja nichts.
Außerdem erhält jeder Einſender, alſo ebenſo der, der
Gläſer bekam, wie der nicht Bedachte, je ein „Das neue
Wein=
buch” zuſammen mit der Liſte der Preisträger zugeſandt.
Frei=
lich an und für ſich iſt dieſe Gabe nicht groß, denn ſolch ein
Buch kann man in den Buchhandlungen und in den
Verkaufs=
ſtellen der Vierka=Hefen ja für 25 Pfennig erhalten. Aber —
es bietet ſich ſo manchem die Gelegenheit, noch außerdem je 100
Goldmark zu gewinnen, wieder ohne einen Pfennig einzuzahlen!
Nämlich: Dieſes „Das neue Weinbuch” wurde bisher in 100
Auflagen gedruckt. Jede Auflage zu je 10 000 Exemplaren! In
der hundertſten Auflage alſo befindet ſich das einmillionſte Buch.
Eine ſolche hohe Buchauflage iſt ſelten, man kann ſie getroſt
als Jubiläum bezeichnen, und deshalb ſoll derjenige, welcher
das einmillionſte Exemplar erhält, als Jubilar betrachtet
wer=
den und 100 Goldmark in bar erhalten und mit ihm von je
1000 weiteren Einſendern je ein weiterer 100 Goldmark, alſo
z. B. werden bei 3100 Einſendern verteilt: 1200 Weingläſer und
3 X 100 Goldmark.
Aber es iſt Glücksſache, wer dieſe Geldpreiſe erhält: Ich
lege in ſo viel Bücher, wie 100 Goldmark zur Verteilung
ge=
langen, je einen Gutſchein, auf 100 Goldmark lautend, und
ſtecke dieſe genau wie die übrigen in Umſchläge. Dieſe
Um=
ſchläge werden dann wahllos mit den Anſchriften der Bewerber
verſehen, und wenn der glückliche Empfänger dann einen ſolchen
Zettel findet, hat er ihn nur an mich einzuſenden, um den
Be=
trag dann in bar zu erhalten. Die Einſendungen müſſen bis
zum 1. Dezember in meinem Beſitz ſein, die Preisverteilung
erfolgt dann ſpäteſtens bis zum Weihnachtsfeſte.
(I. Bln9559
Friedrich Sauer, Gotha.
Rche
Th. Sch. Sie müſſen zunächſt feſtſtellen, ob Ihr Bruder, als er den
beſchlagnahmten Betrag an die Finanzkaſſe zahlte, von der Freigabe
benachrichtigt war oder nicht. War er benachrichtigt, ſo iſt ſeine
Zah=
lung Ihnen gegenüber nicht wirkſam und er iſt Ihnen zur Aufwertung
verpflichtet. War er nicht benachrichtigt, ſo haftet Ihnen der
Reichs=
fiskus für den Schaden, der Ihnen durch Pflichtverletzung des
Kaſſen=
beamten erwachſen iſt. In beiden Fällen kommt nicht die Entſtehung
Ihrer Forderungen, ſondern deren Freigabe durch den Finanzminiſter
für die Höhe der Aufwertung oder des Schadens in Betracht.
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Sonntag, 27. Juli:
Veränderlich mit Aufheiterung, Winde aus weſtlicher Richtung, wärmer.
Tageskalender.
Landestheater, Kleines Haus, Sommerſpielzeit Bruno Harprecht,
abends ½8 Uhr „Alt=Heidelberg”. — Freilichtſpiele (
Oran=
geriegarten), abends 7 Uhr: Hans Sachs=Spiele. —
Oberwald=
haus ab 4½ Uhr: Gartenkonzert. — Deutſch=
Demokrati=
ſche Jugend Darmſtadt: Landesjugendfeſt in Zwingenberg. —
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Hauptſchriftleitung: i. V. Max Streeſe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: i. V. Andreas Bauer
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantworilich für den Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwoxtlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Lruch und Verlag: 2. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
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dicht
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Nummer 30
* U U * U 7
2
Beilage zum Darmſtädter Tagblatt
26. Juli 19
* Ein heſſiſcher Schriftſteller.
Von Dr. Ella Menſch.
E
Durch das vielverſchlungene Dickicht unſerer Romanliteratur
bahnt Karl Neurath ſich ſtetig und ſicher ſeinen Weg, mit
jedem Buch eine Station bezeichnend. Er, der jetzt ſeine Arbeit
in Bremen tut, wurzelt ſeiner ganzen Anlage nach in
rheinheſſi=
ſchem Boden, dem er nach Geburt und Neigung zugehört. Sein
jüngſter Roman „Der Preußenkaplan” (Verlag
Greth=
lein u. Co., Leipzig) kann mit vollem Fug eine
Rheinland=
dichtung genannt werden, in der Landſchaft, Menſchen und
Verhältniſſe zu einem organiſchen Gebilde, zuſammenwachſen.
Ohne irgend einen Aufwand von Rhetorik zeigt Neurath in
die=
ſem Buch, was das Rheinland für jeden echten Deutſchen war,
iſt und ſein wird. Einer gewiſſen Wehmut kann man ſich kaum
erwehren, wenn man gerade in dieſen trüben Zeiten das Buch
lieſt und Stellen aufnimmt wie: „Eine ſelige Stille umfing das
ganze Land, das ſich in Pracht und Fülle bis hin zur Bergſtraße
dehnte und mit ſeinen üppigen Fluren dalag wie ein gewaltiger
Garten unter ſilberblauem Himmel.” Oder: „Ueberall doch war
die Welt eine einzige Pracht, überall doch war Sonne über
Ber=
gen und Bäumen und Blüten, überall war Duft und Ruh. Aber
der Rhein, das war nun doch ein anderes, ein Stärkeres und
Heiligeres. Nicht auszudenken war es und nicht zu ergründen;
es war einfach da und zwang.
Neue Bücher
Die Fabel heftet ſich an die Jahre der Reaktion, die auf
den mißglückten badiſchen Aufſtand folgten. Die politiſchen
Vorgänge werfen Licht und Schatten auf den Figurenkreis, aus
dem ſich als Hauptperſon der junge, kampfesfrohe Wolfgang
Nebukadnezar, der König der Könige. Roman aus den letzten Tagen
Jeruſalems. Von Heinz Welten. Bilderſchmuck von Erich
Sturte=
vant. (Verlag von Rich. Bong, Berlin und Leipzig.)
Der ſoeben erſchienene zweite Band der großen, von Heinrich
Voll=
rat Schumacher begonnenen aſſyriſch=babyloniſchen Trilogie „Der Kampf
um Babylon” behandelt den Untergang Jeruſalems. Welten hat den
überaus ſchwierigen Stoff in dichteriſcher Vollendung gemeiſtert und
zeichnet ein plaſtiſches, farbenſprühendes Bild vom Untergang der heiligen
Stadt. Nach dem Siege über die Aegypter ſteht Nebukadnezar mit ſeiner
Gemahlin Amuhea, die ihm den Thronerben ſchenkte, in der Sonne des
Glücks. Doch der Herrſcher iſt nicht glücklich. In Sehnſucht verzehrt er
ſich nach Nitokris, der einſt Geliebten, die ihm einen Sohn gebar. Durch
Amuheas Tod, die bei der Geburt der Prinzeſſin Parendi ihr Leben
laſſen muß, erfüllt ſich Nebukadnezars Herzenswunſch raſcher, als er
ſelbſt geahnt; er führt die einſt Verlaſſene als Königin in ſeinen Palaſt.
Der Reichtum der Schatzhäuſer und prächtige Bauten zeugen von der
weiſen Herrſchaft des „Auserwählten der Götter”; ſichtbar wächſt
Baby=
lons Ruhm unter ſeinem Zepter. Aber auch jetzt findet der König der
Könige keine letzte Befriedigung. In ſeinem Hauſe gärt der Unfriede;
die Söhne der Amuhea und Nitokris befehden einander. Jeder will Erbe
des ſtolzen Reiches werden. Als Nebukadnezar einen neuen Feldzug
wider die Aegypter rüſtet, weigert Zedkia, der König in Juda, dem
Babylonier die Vaſallentreue. Des Propheten Jeremias Stimme
ver=
hallt ungehört. In ſicherer Zuverſicht über den Ausgang des Krieges
befragt Nitokris das Orakel, um jeden Zweifel zu zerſtören. Aber der
giftige Opfertrank tötet ſie wider Erwarten; vor dem Altar des großen
Gottes Marduk ſinkt ſie entſeelt zu Boden. Unter dem Druck dieſes
tragiſchen Schickſals zieht Nebukadnezar z nerfüllt gegen Jeruſalem.
Nach hartnäckiger Belagerung gelingt es ihm endlich, die feindliche Macht
zu brechen. Jeruſalem fällt in Trümmer. Nebukadnezar kehrt im
Triumphzug heim. Doch der alternde Herrf”er iſt müde und einſam
ge=
worden; bald nach dem Siege über Jeruſalem entfällt ſeinen Händen
das Zeßter des mächtigen Reiches. Mit dem Tode des großen Königs
ſchließt dieſer feſſelnde Band, der den Leſer bis zur letzten Zeile in
Hochgeſandt herauslöſt. Durch den Wunſch der Mutter zum Spannung hält. In die von Kriegslärm und Waffengeklirr, von Sieg
zum geiſtlichen Berufe nicht tauge, empfängt aber trotzdem die Liebesgeſchichte der Königstochter Parendi zu dem griechifchen Dichter
Weihen und glaubt noch eine Zeitlang, daß er auf dem gewählten /
Poſten die Reformideen, von denen ſeine Seele erfüllt iſt und
mit welchen er ſich in den Dienſt der Zeitaufgaben geſtellt hat, Kultur trennen, mutet doch alles ſo gegenwartsgleich an, als ob wir es
in Wirklichkeit umſetzen könne. Den Beinamen „Preußen=
Kaplan”, den ihm gegneriſcher Spott anhängt, erwirbt er
Heil nur in einem Anſchluß an Preußen erblickt: Der Staat iſt gelegte Trilogie zu Ende führen; er liegt bereits druckfertig vor.
doch nichts weiter als ein Zweckverband zum Ausgleich der
ſozialen Gegenſätze. Die Preußen, die haben das erfaßt, und
wenn wir mit unſerem ſüddeutſchen Hochmut noch ſo ſehr über
ſie räſonieren, wartets einmal ab! Das ſind die Römer der
Neuzeit!” Solche Worte eines älteren Freundes zünden in
Wolfgangs Seele, der den Gedanken, daß aus den deutſchen
Kleinſtaaten Stämme werden müßten, nun nicht mehr fahren
läßt. Als ihm ſeine politiſchen Anſichten eine Strafverſetzung
eintragen, entzieht er ſich, kurz entſchloſſen, dieſem Druck, legt
das Prieſtergewand ab und begibt ſich nach Paris, wo bereits
eine Schar gleichgeſinnter Emigranten weilt. Heute dünkt es
uns faſt eine Fabel, daß Paris jemals eine Freiſtatt für
Deutſche geboten haben könne. Aber auch Wolfgang, der zuerſt
als Muſiker, als Chordirigent und dann als Arzt ſein Glück an
der Seine verſucht, kommt ſehr bald zur Erkenntnis des
unüber=
brückbaren Raſſegegenſatzes. „Ich haſſe all dieſe ernſtloſen
Men=
ſchen. Das Leben zu einem kleinen Amüſement gemacht, das
iſt Paris! Da iſt z. B. ein anderer großer Unterſchied: Der
Deutſche verehrt auch in der Dirne noch das Weib; der Franzoſe
verehrt in jedem Weib die Dirne. Er ſieht alles unter dem
Ge=
ſichtswinkel der Koketterie. Wir ſuchen unſere Reife in der
Ueberwindung des Animaliſchen oder wenigſtens in ſeiner
Dämpfung.”
Wolfgang Hochgeſandt iſt kein Tugendſpiegel. Schon vor
ſei=
ner Primiz hat er ein regelrechtes Verhältnis mit einem friſchen,
heißblütigen Mädchen aus ſeinem Städtchen, das nicht viel
da=
nach fragt, ob der Liebhaber ihr auch den Trauring anſtecken kann.
Dann iſt es eine hochgebildete Künſtlerin, die ihm die Tore zur
Welt des Schönen aufſchließt, die er ſpäter dann auch in Paris
aufſucht, um dort nun zarte Bande mit einer anmutigen
Franzö=
ſin zu knüpfen. Daß das alles in ſeinem Leben nur Epiſode
bleiben kann, ſteht für ihn von vornherein feſt, wenn er auch
die Auffaſſung ſeines Doktor=Freundes Scholz: „Wer es zu
etwas bringen will in der Welt, darf ſich mit dem Weibszeug
nicht zu tief einlaſſen. Spielzeug iſts, nicht mehr!” keineswegs
teilt, denn ihm war jede Frau etwas Neues, Unerhörtes, ein
unfaßliches Glück, das ihn manchmal taumelig machte in all
ſeiner unendlichen Fülle und ihn doch immer mit tiefſter,
lauter=
ſter Seligkeit erfüllte. Schließlich, als für Wolfgang die Stunde
der Heimkehr ſchlägt, als unter Donnerhall, unter Glockenlaut
das neuerſehnte, geeinte Deutſchland erſteht, findet er in der
blonden Rheinlandstochter Liſelotte die paſſende
Lebensgefähr=
tin. Die erſte Liebe gibt immer der Zufall, aber die letzte
be=
ſtimmt die freie Wahl. An klugen, gütigen, auch keck burſchikoſen
Bemerkungen iſt Neuraths „Preußen=Kaplan” reich. Jede
be=
deutſame Wendung des Romans begleitet der Feuerſaft der
Reben, und die Duckmäuſer, die Geſundheitsapoſtel werden mit
Sprüchlein bedacht wie: „Das ſind alles Burſchen, die ihren
ſchwindſüchtigen Leichnam für den normalen halten und aus
der Welt ein Spital mit Kohldiät und Zuckerwaſſer machen
wollen.” Wenn es dann freilich weiter heißt: „Weißt Du, was
ich immer glaube? Die erſten Chriſten, das muß auch ſo eine
ausgemergelte Geſellſchaft geweſen ſein. Darum waren ſie den
geſunden Heiden auch ſo verhaßt”, — ſo möchte man dieſen
Ab=
leger Nietzſches doch nicht ſo ohne Widerſpruch hinnehmen, denn
der Genuß des Weins war den Chriſten ſchon durch die
Abendmahlsfeier keineswegs verpönt, ſondern hatte durch die
Einſetzungsworte ihres göttlichen Meiſters eine beſondere Weihe
erlangt.
Ueber den befreienden Segen der Arbeit enthält der Roman
eine Fülle guter Worte. Nur die Bemerkung auf Seite 305, daß
der orientaliſchen Weisheit der Bibel die Arbeit ein Fluch
er=
ſcheine, wird klar widerlegt durch das Pfalmenwort: „Und wenn
es köſtlich geweſen, ſo iſt es (das Leben) Mühe und Arbeit
ge=
weſen” und noch durch andere Beiſpiele.
Angenehm berührt, daß Neuroth mit ſeinem ehrlichen
Glau=
ben an die deutſche Kulturmiſſion ſich hütet, ſeinen Perſonen
billige Prophezeiungen in den Mund zu legen, ſie vielmehr nur
das ausſprechen läßt, was aus der Stimmung ihrer Zeit
hervor=
gehen konnte. So viel aber ſteht feſt, daß man in den fünfziger
und ſechziger Jahren einer deutſchen Einheit, einer völkiſchen
Intereſſengemeinſchaft unendlich näher war, als in unſeren
Tagen, wo die Parteiprogramme Schranken aufrichten, die
ſchrof=
fer ſcheiden als es ehemals Grenzpfähle tun konnten.
Unbeſchadet der ſtarken mutigen Lebensbejahung, die aus
dem Roman ſpricht, geht als Unterſtrömung doch eine Melodie
der Leiderkenntnis, die von der Nichtigkeit des Irdiſchen
durch=
drungen iſt und ſich in Worte kleidet wie: „Wir ſind doch nichts
anderes als arme verlorene Menſchen, die froh ſind, wenn ſie
ſich ein Endchen Hausglück aus dem Schiffbruch ihrer Jugend
gerettet haben!"
Prieſter beſtimmt, erkennt er ſchon auf dem Seminar, daß er und Niederlage, von Neid und Zwietracht erfüllte Szenerie trägt die zarte
Alkäos ſinnige Töne hinein. Heinz Welten führt uns mit ſeiner reifen
Dichtung in eine längſt verklungene Epoche des Weltgeſchehens zurück.
Obwohl uns Jahrtauſende von dieſer hochentwickelten, altorientaliſchen
miterlebt hätten. Durch die handlungsreiche Darſtellung klingt in
ge=
waltigen Akkorden die hohe Lebensphiloſophie der Alten, die auch heute
ſich, weil er auch für ſeine geliebte ſüddeutſche Heimat politiſches ihre Geltung nicht verloren hat. Ein dritter Band wird die großan=
H. Francé. Das Buch, eines L
(R. Voigtländers Verlag, Leipzig.)
ebens. Von Hanns Fiſe
Zur Ehrung des 50. Geburtstages des berühmten Naturforſo
und Begründers der Lebenslehre (Objektive Philoſophie) erſcheint di
neue Werk über R. H. Francé aus der Feder eines der beſten Ker
ſeiner Werke und ſeines Lebens. Mit aller Schlichtheit erzählt, w
aus den Schilderungen des ſeltſamen und durch köſtliche
Geſcheh=
packend belebten Werdeganges Francés Werk heraus. Auch zu den ſch
rigſten Fragen wird der Leſer ſpielend durch die Darſtellungskunſt
Verfaſſers hingeführt und mühelos mit den wichtigſten Kulturbeſtrebut
und Wiſſenſchaftsfragen der letzten 30 Jahre vertraut gemacht. So
rollt ſich nicht nur ein Bild der Perſönlichkeit Francés, ſeines Lel
und der Strömungen ſeiner Zeit, ſondern das vornehm ausgeſta
Geſchenkwerk bildet eine volkstümliche Einführung in Francés Geſe
werk, beſonders in ſeine Lebenslehre, ſo daß alle, welche nach Vollend
des Lebens ſtreben, in dieſem Buche einen zuverläſſigen Führer fin
Ein Haus ohne
Reichsdrudke
Ist kaum mehr denkbar
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Ausnahmnen finden Sie ständig vorrätig bei
Heinrich Schroth, vormals Karl Buchner
Hofbuchhandlung
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Peter und Hans. Roman von Guy de Maupaſſant. (Kurt Wolf Ve
München.)
In der Reihe ausländiſcher Autoren die der Verlag Kurt 2
jetzt herausgibt, iſt vor kurzem Guy de Maupaſſants Peter und 6
erſchienen. Die deutſche Uebertragung von Erik Ernſt Schwabach
deutet eine ausgezeichnete Verdeutſchung des Werkes, ohne ihm ſe
A.
typiſch franzöſiſchen Charakter zu nehmen.
Mozart. Ein Künſtlerleben. Roman von Ottokar Janetſchek. (Ve
von Richard Bong, Berlin.)
In der Reihe der Nomane berühmter Männer und Frauen br
der Verlag Richard Bong ſoeben einen Mozartroman heraus, dem
eine weite Verbreitung beſchieden ſein dürfte. Iſt Ottokar Janetſche
der etwas holperiges und manchmal weitſchweifigen Sprache, die
eigen iſt, nicht jedermanns Geſchmack, ſo ſtell= dech dieſer Roman in
Art, wie weiteſtgehende hiſtoriſche Forſchungen und Ideen eingehende
achtung finden, und ſo in Romanform ein erſchöpfendes
Leben=
nicht nur Mozarts gegeben wird, ſondern auch aller, die in ſein L
beſtimmend eingegriffen, ja des ganzen geſellſchaftlichen, muſikali
und Hoflebens des muſikbegeiſterten Wien zu ſeiner Zeit gibt, eine
rariſche Meiſterleiſtung dar. Einen ſehr weiten Raum fand in
Roman naturgemäß Mozarts Ningen um Anerkennnug ſeiner muſi
ſchen Neuerungen und fein liebes, etwas leichtſinniges, aber nicht in
leichtes Künſtlerleben. Der Leſer erlebt alle Empfindungen und Sch
zen mit ihm durch, die er zu erleben hatte, um ſeine erſte Oper in A
„Die Entführung aus dem Serail”, zur Aufführung zu bringen.
große Anzahl hiſtoriſcher Schriftſtücke, Abbildungen, Fakſimiledrucke
ſind dem Roman beigegeben, der tatſächlich ein Geſchichtswerk e=
Ranges darſtellt.
Neue Reklambücher. Triſtan. Novelle von Thomas Mann. Mit ei
Nachwort von Rudolf K. Goldſchmit. (Verlagsbuchhandlung Phi
Reclam jr. Leipzig.)
Mit Thomas Mann gewinnt die Univerſalbibliothek für die N
ihrer modernen Autoren einen Namen allererſten Ranges. Seine K.
iſt höchſte Reife und ſeine Form wird als Muſter anerkannt. Eu
wie Rudolf K. Goldſchmit in ſeinem Nachruf zum „Triſtan” ausft
den deutſchen Roman zu europäiſcher Geltung erhoben. Durch „Trif
iſt ſein Können würdig repräſentiert. Dieſe ausgezeichnete Novelle,
in einem Sanatorium ſpielt und deren Hauptfiguren eine wunder
poetiſche Frauengeſtalt und ein bizarrer überſchwenglicher Schriftſt
ſind, iſt von einer lebensvollen Plaſtik, wie ſie in ſolcher Vollend
ſelten erreicht wird, und entzückt ebenſo durch die geiſtreiche pſycholog
Darſtellung wie den köſtlichen Humor und die feine Satiere, die übe
in ihr aufleuchten. Ein Kunſtwerk von der erſten bis zu der letzten 3
iſt ſie jedoch von der Art, daß auch der gänzlich Ungeſchulte ſich der
türe mit demſelben Genuß hingeben wird wie der literariſch Gebild
Geſchichte der Philoſophie. Von Profeſſor Dr. A. Meſſer. Band I.
Geſchichte der Philoſophie im Altertum und Mittelalter, 6. verbeſſerte
Auflage. (Wiſſenſchaft und Bildung Nr. 107.) 162 Seiten. Verlag
von Quelle & Meher in Leipzig. 1923.
Die Geſchichte der Philoſophie von Prof. Meſſer, von der der I. Band
in neuer Auflage vorliegt, iſt längſt für einen großen Kreis philoſophiſch
intereſſierter Leſer unentbehrlich. Welche Verbreitung ſie innerhalb der
Studentenſchaft und in weiteren Kreiſen gefunden hat, das beweiſen die
Auflagenzahlen. Profeſſor Meſſer hat es vorzüglich verſtanden, ſeine
Leſer in das Verſtändnis der großen Denker der Antike und des
Mittel=
alters und ihrer philoſophiſchen Syſteme einzuführen. Vor allem iſt zu
bewundern, wie klar er die philoſophiſche Entwicklung in ihrem
geſchicht=
lichen Zuſammenhang und ihren Beziehungen zur allgemeinen
Kultur=
lage aufzeigt. Das Buch zerfällt in ſechs Kapitel, wovon vier ſich mit
der antiken, zwei mit der mittelalterlichen Philoſophie befaſſen. Der
beſondere Vorzug von Profeſſor Meſſer zeigt ſich auch hier in der
Ueber=
ſichtlichkeit der Anlage und der ſchönen Darſtellung. Im allgemeinen
ſind zuerſt die Werke und das für das Leben der einzelnen Philoſophen
Wichtigſte behandelt. Die Erklärung ihrer Hauptgedanken und ihre
ob=
jektiv gehaltene Würdigung bilden den Abſchluß. Die ganze
Behand=
lungsweiſe iſt in hervorragendem Maße geeignet, den Leſer zu eigener
Arbeit anzuleiten.
Anker Kirkebi, Rufſiſches Tagebuch. Autoriſierte Uebertragung aus dem
Däniſchen v. Erwin Magnus. Mit Einführung v. Otto Flake, Elena
Gottſchalk Verlag, Berlin W 62.
Der bekannte däniſche Publiziſt, Redakteur an „Politiken”
Kopen=
hagen, gibt in ſeinem umfaſſenden Werke: Ruſſiſches Tagebuch, das in
wenigen Tagen im Verlage Elena Gottſchalk, Berlin, erſcheint, eine
ſtatiſtiſche genaue Zuſammenſtellung aller Veränderungen, die in
Ruß=
land des letzten Jahrzehnts vor ſich gegangen ſind: Politiſierung der
Maße, das neue Wirtſchaftsſyſtem, der Genoſſenſchaftsgedanke, das
Agrarproblem, die Elektriſierung Rußlands, der Geſundheitszuſtand des
Volkes, Volksbildung und Theater, die neue Kunſt, die Wirkung des
Umſturzes auf alle Völker, alle Volksſchichten des weiten Reiches, die
be=
ſondere Stellung der Frau und der neuen Jugend werden ſcharf und mit
der Objektivität des Neutralen beleuchtet, die Perſönlichkeiten der neuen
Machthaber eingehend gewürdigt. Das Buch kann den Anſpruch erheben,
als erſtes das wichtigſte ſtatiſtiſche Material über das neue Weltreich
zuſammengebracht zu haben. Otto Flake ſchrieb eine Einleitung dazu,
in der er die Erfolge des ruſſiſchen Maximalismus würdigt, die
deut=
ſchen Kommuniſten aber vor einer Nachahmung des ruſſiſchen Rezeptes
warnt, da es nicht den deutſchen Verhältniſſen angemeſſen ſei.
R. L. Stevenſon, Die verkauften Träume. Drei Geſchichten nebſt einem
Kapitel über Träume. Neuübertragung von Ilſe Schneider.
Umſchlag=
zeichnung von Franz Wacik, Herz=Verlag A.=G., Wien=Leipzig 1924.
8‟. 249 S. Pappbd.
Stevenſon, der gern geleſene Autor der „Schatzinſel” und der „
Süd=
ſeenachtgeſchichten”, erſcheint hier mit einigen ſeiner glänzenden Novellen,
zum größten Teil in erſtmaliger Uebertragung, vor der deutſchen
Leſer=
welt. Es ſind mächtige Kunſtwerke, die durch ihren Geiſt und ihre
pſycho=
logiſche Tiefe den höchſten literariſchen Anſprüchen genügen und zugleich
durch blendende Phantaſtik und hinreißendſte Spannung den Leſer
nimmer loslaſſen. Dies gilt vor allem von dem „Sonderbaren Fall
Dr. Jekyll=Mr. Hyde‟. Ein genialer Arzt vermag durch einen
Zauber=
trank all das Urböſe in ihm ſelbſt in der Geſtalt eines ſcheußlichen
Un=
holdes ins Leben zuſetzen und zerbricht an dem verbrecheriſchen
Doppel=
daſein. „Markheim” die Eingangsnovelle, iſt ein Raskolnikow in
No=
vellenform „Ollala”, ein wildſchönes Phrenäenabenteuer voll ſeltſamſter
Leidenſchaften und zugleich eine Verkörperung der Vererbungslehre. Ein
geiſtreich=anmutiges Schlußkapitel „Ueber Träume” half dem äußerſt
auber gedruckten und mit einer ausgezeichneten Umſchlagzeichnung von
Franz Wacik verſehenen Band zu eſinem Namen. Die ebenſo gewandte
als ſorgſamſt ausgefeilte Ueberſetzung Ilſe Schneiders folgt dem
Ori=
ginal in allen ſeinen Wendungen des Geiſtes und der Phantaſtik, ein
dankenswertes Nachwort unterrichtet über Leben und Schaffen des
genialen Autors.
Weltwenden. Von Hans Fiſcher. (Verlag R. Voigtländer, Leipzig.)
Die Sintflut in ihren kosmiſch=irdiſchen Urſachen, das Große Waſſer
der Indianervorväter, die Flut, welcher der ſagenhafte Atlantis und das
Oſterinſelreich zum Opfer fielen, werden in dieſem packend und ſpannend
gehaltenen Werke aufgedeckt und eine überraſchende Fülle
naturwiſſen=
ſchaftlicher Neuerkenntniſſe erarbeitet. Das Schickſalsbuch der Erde und
des Lebens ward hier geſchrieben, bis in fernſte Zukunft ſchauend und auf
jenen warmen Ton echten Menſchentums geſtimmt, der den Verfaſſer
auszeichnet.
Fräulein Muthchen und ihr Hausmeier. Eine Erzählung von Luiſe
Francois. Mit einem Nachwort von Dr. Hermann Hoßfeld. (
lagsbuchhandlung Philipp Reclam jr., Leipzig.)
Wie in einem kleinen Spiegel, ſo fängt ſich in dieſer Meiſternol
die große Zeit der Befreiungskriege. Im Hintergrunde die Leipz
Schlacht, die Sehnſucht nach Freiheit und Vaterland; im Vordergr
eine Liebesgeſchichte: ein junger begeiſterter Student, der bei G
görſchen die Rechte verliert und mit der linken weiterfechtet, währ
ſein Bruder dem Korſen dient, gewinnt ſich das Herz des tapferen F.
leins, das von dem „Hausmeier” wahr und treu, „echt teutſch” erze
worden iſt. Ein Werk, wie nur die vielbewunderte Kunſt der Fran
es zu ſchaffen vermochte.
Erläuterungen zu Puccini, Die Bohéme. Von Chop. Szenen aus He
Murgers „Vie de Bohéme” in 4 Bildern. Geſelichtlich ſzeniſch
muſikaliſch analyſiert, mit zahlreichen Notenbeiſpielen.
Die Opern Giacamo Puccinis zählen neben den Dramen Rick
Wagners zu den meiſtaufgeführten Bühnenwerken. Aus dieſem Gru
läßt der Verlag als 33. Band der beliebten Chop’ſchen „Erläuterun
zu Meiſterwerken der Tonkunſt” der Analyſe zu „Madame Butterf
die zu Puccinis beſter Partitur, zur „Bohéme” folgen. Der erſchöpfen
Darſtellung nach ſtofflicher und ſzeniſcher Anlage iſt wiederum eine
feinem Verſtändnis für das aktuelle geſchriebene Einführung in
pſychologiſch ungemein reizvolle feinnervige Muſik angegliedert,
durch reiches Beiſpielmaterial unterſtützt, als beſtorientierender Fül
gelten darf.
Die Zigarette. Ein Vademekum für Raucher von Stefan Dirk. (Vei
für Induſtciekultur, Leipzig.)
Ein Buch, das die Zigarette behandelt vom Standpunkt des Ta
kenners, Mediziners, Pſychologen und Philoſophen und das die
ſtrebungen verfolgt, die die führende deutſche Zigaretteninduſtrie
Jahren verfolgt, die darauf gerichtet ſind, in ehrlicher Weiſe den 9
ſumenten über die von ihm gerauchten Tabake und deren Eigenat
zu orientieren. Wenn man auch wohl die Frage aufwerfen darf, ob
Herausgabe dieſes äußerlich hübſchen und geſchmackvollen Buches
Notwendigkeit war, ſo muß doch zugegeben werden, daß ſein Inh
N. s
zum mindeſten für jeden Raucher, intereſſant iſt.
Buch an z
Das Schwalbenbuch. Von Ernſt Toller. (Verlag Guſtav Kiepenhe=
e i gen
Potsdam.)
Die Fahne. Ein Führer zu Dichtern und Denkern. 5. Jahrgang, Hef
Januar 1924. (Verlag von Walter Seifert in Stuttgart und 4
bronn a. N.)
Enropäiſche Geſpräche. Hamburger Monatshefte für auswärtige Pol
Nr. 1, Jan./Febr. 1924. (Deutſche Verlagsanſtalt Stuttgart Berl
Die deutſche Dichtung ſeit Goethes Tod. Von Oskar Walzel: (Askaniſ
Verlag, Berlin 1920.)
Schwarzwaldwinter. Ferienbriefe von Robert Jakober und 28 Feil
zeichnungen von Karl Bieſe. Preis geh. 1.80 Mk. (Verlag Alexar
Fiſcher, Tübingen.)
Flemmings Generalkarte von Polen. Maßſtab 1:100 000. Preis Mk. *
(Verlag Carl Flemming und C. T. Wiskott, A.=G., Berlin W.
Zeitſchrift für Geopolitik. 1. Jahrgang, Heft 1, Januar 1924. Ein
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Deutſchlands Wirtſchaft, Währung und Finanzen. Im Auftrag
Reichsregierung den von der Reparationskommiſſion eingeſetzten S
verſtändigenausſchüſſen übergeben. Preis Mk. 2,50. Zentralver
G. m. b. H., Berlin W 35.)
Der Berg. Monatsſchrift für Bergſteiger, 2. Jahrgang, Heft 1,
1923/24 Hochalpenverlag, München.)
Tauſend Jahre Franzoſenpolitik. Von Jakob Behhl. Preis Mk. —
(Druck und Verlag von R. Oldenburg, München und Berlin 191
Verordnung über das Schlichtungsweſen vom 30. Oktober 1923 n
Einleitung, Anmerkungen, Sachregiſter von Dr. Wenzel Goldba
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Kartellrecht und Kartellgericht. Verordnung gegen Mißbrauch I
ſchaftlicher Machtſtellungen nebſt Verordnung über das Verfahren
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lag Joſeph Köſel u. Friedrich Puſtet K.=G., Verlagsabteilung Kempk.
Rummer 206.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Inli 1924,
Seite 9.
Sport, Spiel und Turnen.
Leichtathletik.
200 Teilnehmer an den Jugendwettkämpfen.
9Shunf
Bahnsz
M
Durch einige Nachzügler hat ſich die Zahl der Teilnehmer auf faſt
rhöht. Hier iſt vor allem die vom Vorjahre bekannte Mannſchaft
V.f.R. Heilbronn, die in einer Stärke von 13 Mann erſcheint, zu
en. „Jahn”=München hat ſich dem Sportverein München
ange=
ſſen und iſt in der jüngſten Jahresklaſſe vertreten. Gießener
Sport=
iſt jetzt ebenfalls in der Meldeliſte.
Die in den letzten Tagen genannten großen Vereine mit beträcht=
Beteiligungsziffer zeigen den Schwung an Idealismus, der in
Leitung dieſer Vereine herrſcht. In dieſem Zuſammenhange kann
erwähnt werden, daß der Hamburger Sportverein, ebenſo wie ein
ver Berliner Verein, der Sportklub Komet, von ihrer urſprünglichen
ht. nach Darmſtadt zu kommen, zurücktreten mußten, da ihnen von
aus keine ausreichende Hilfe gegeben werden konnte. Um ſo
an=
nenswerter und anfeuernder für die Darmſtädter muß das
Er=
en der 200 jugendlichen Gäſte aus Berlin, Bingen, Mainz, Gießen,
ikfurt, Mannheim, München, und Heilbronn wirken. Ueber den
lichen Wert einer ſolchen Veranſtaltung ließe ſich eine große
Vor=
bringen, wenn es ſich nicht ausſchließlich um jugendliche Teilnehmer
elte. Daß dies nicht geſchehen kann, darin liegt der ſportliche Reiz
Wert der Kämpfe. Denn wir wiſſen, daß die Senioren des Deut=
Sportklubs Berlin, der Turnſportgeſellſcheft Mannheim,
Eintracht=
kfurt, Binger Fußballverein, die erſten deutſchen
Athletikmann=
en darſtellen. Wie weit aber die Jugend dieſen Spuren folgt,
dar=
können uns erſt die Sonntagskämpfe erzählen. Andererſeits ſind
ine darunter, die ſchon durch ihre Jugend bekannt ſind. München,
nz, Heilbronn, Darmſtadt uſw. Die Kämpfe im Stadion werden
n Teilnehmer und Zuſchauer den Vergleich der Leiſtungen offen=
Sportliche Veranſtaltungen in Viernheim.
U. Am letzten Sonntag veranſtaltete die hieſige Sportvereinigung
tieitia 09” eine groß angelegte Meiſterſchaftsfeier, verbunden
Vereinswettkämpfen und Sommernachtsfeſt. Vormittags 11 Uhr
be=
der Staffellauf „Rund um Viernheim”, an dem ſich die
Sportver=
en .” fung „Amicitia”, der Turnerbund und die D. J.K. beteiligten.
Nach=
den F längere Zeit der Turnerbund in Führung war, konnte in prachtvol=
Endſpurt die D. J. K. den Sieg an ſich reißen. Am Nachmitrag wur=
MF Vereins= und Mannſchaftsmeiſterſchaften ausgetragen. Am Abend
auf dem Feſtplatz im Walde die Preisverteilung ſtatt. Hierzu hatte
chn/ 4 in Erwartung des Feuerwerks, das zur allgemeinen Zufriedenheit
ha. iel, ein zahlreiches Publikum eingefunden. Nachdem dieſes Feſt ſo
zvoll verlaufen, lautet für nächſten Sonntag wieder die Parole:
zum Sportfeſt im Walde‟. Der hieſige Stemm= und Ringklub
nſtaltet einen großen nationalen Wettſtreit und ladet alle Freunde
Sports hierzu ein. Nach den getroffenen Vorbereitungen hierzu
auch dieſer Wettſtreit ein großartiger zu werden. Hunderte
Teilnehmern aus allen Gauen Deutſchlands und der Schweiz haben
Zuſage erteilt. Ununterbrochen vom frühen Morgen bis zum ſpä=
Abend werden die Kämpfe ausgefochten werden. Dem Verein iſt ein
ſenbeſuch zu ſeiner Veranſtaltung zu wünſchen.
Internationale Kämpfe in Düfſeldorf.
Die Abendveranſtaltung des Düſſeldorfer S.=C. 1899 am Dienstag
ef in Anweſenheit von ca. 3000 Zuſchauern recht intereſſant. Wenn
ſo gute Athleten wie Martin=Schweiz; Paulen=Holland,
Peltzer=
ichen und Bedarff=Düſſeldorf am Start fehlten, ſo ſorgte doch die
ſe der übrigen Teilnehmer dafür, daß die Spannung ſtändig
wach=
lten wurde. Das ſchönſte Rennen des Abends war die deutſche
fel über 1500, 800, 400, 200 und 100 Meter, die nach wechſelvollem
auf der Kölner Ballfpiel=Klub gewann. Houben zeigte durch ſeinen
leichten Sieg über 100 Meter in 10,7 Sek., daß er wieder ganz der alte
iſt. Der deutſche Meiſter Steinbrenner erreichte im Diskuswerfen die
gute Leiſtung von 42,90 Meter. — Die Reſultate: 4mal 100 Meter=
Staf=
fel: 1. Preußen=Crefeld 43,8 Sek.; 2. Italien 3 m. — Hochſprung: 1.
Ewer=Eſtland 1,70 Meter: 2. Praatz=Barmen 1,65 Meter;3. Tomaſi=
Italien 1,65 Meter. — 400 Meter: 1. Renell=Berlin 51,4 Sek.; 2. Ufer=
Bonn 2 Meter; 3. Bonini=Italien 2 Meter. — 1500 Meter: 1.
Fer=
rario=Italien 4:14,2; 2. Ufer=Bonn 6 Meter; 3. Simon=Charlottenburg
5 Meter. — Speerwerfen: 1 „Clemente=Italien 56,95 Meter; 2.
Klum=
berg=Eſtland 56,70 Meter; 3. Lüdecke=Berlin 55,50 Meter. — 100 Meter:
1. Houben=Crefeld 10,7 Sek.; 2. Dreibholz=Eſſen 3 Meter; 3. Moregati=
Italien 1 Meter. — 5000 Meter: 1. Walpert=Magdeburg 16:03,8 Sek.;
2. Heite=Eſſen 90 Meter: 3. Ohren=Köln. — Diskus: 1. Steinbrenner=
Frankfurt a. M. 42,90 Meter; 2. Pighi=Italien 41,94 Meter; 3.
Hof=
meiſter=Münſter 40,37 Meter. — Weitſprung: 1. Kkumberg 6,83 Meter;
2. Tomaſi=Italien 6,72 Meter; 3. Ewer 6,62 Meter. — Deutſche Staffel
1500, 800, 400, 200, 100 Meter: 1. Kölner BC. 8:02,6; 2. Turu=
Düſſel=
dorf 90 Meter; 3. Düſſeldorf 1899.
Holland—Weſtdeutſchland.
Zu dem am 3. Auguſt im Duisburger Stadion ſtattfindenden
Leicht=
athletikkampf Holland—Weſtdeutſchland hat jetzt auch der holländiſche
Verband ſeine Vertreter nominiert. Es ſind dies: 100 Meter: Broos,
d. Berge, de Vries, Van Kampen (Houben, Dreibholz); 400 Meter:
Paulen, Menſo, Bolten (Mattonet, Gertz); 800 Meter: Paulen, Menſo,
Klop (Klotz, Ufer): 110 Meter Hürden: van Rappard, Spel (Hoffmann,
Stöckmann); 1500 Meter: Zeegers, Rotteveel (Böcher, Ufer); 5000 Meter:
de Boer, Dullard (Bedarff, Cornelius); Speerwerfen: Schild, Knol
(Hofmeiſter, Hauer); Diskuswerfen: Selmann, de Keyſer (Hofmeiſter,
Junghenn); Hochſprung: v. d. Knip (Pottmeier); Weitſprung: Boot, de
Boer (2); Stabhochſprung: de Keyſer, Ruma (Adams, Baltes); 4mal
100 Meter Staffel: Broos, v. d. Berge, de Vries, Van Kampen (Houben,
Dreibholz, Dr. Zörner, Neuhaus). Die eingeklammerten Namen ſtellen
die Vertreter Weſtdeutſchlands dar.
Revanchekampf Houben—Carr.
Der auſtraliſche Sprintermeiſter W. Carr hat die von ſeinem
Gotenburger Bezwinger Hubert Houben erlaſſene Herausfordeung
an=
genommen. Carr iſt bereit, mit Houben Anfang Auguſt in einem
neu=
tralen Ort, wie beiſpielsweiſe Berlin, zuſammenzutreffen.
Automobilſport.
Der A. D. A.=C., Gau IIIa, Frankfurt a. M., beranſtaltet am
17. Auguſt 1924 in Friedberg i. H. — Bad=Nauheim ein Automobil=
und Motorrad=Turnier in großem Stile. — Die Veranſtaltung iſt
ſeitens der Arbeitsgemeinſchaft zur einheitlichen Regelung der
Auto=
mobilwettbewerbe in Berlin zur Reklame für die Induſtrie freigegeben
und wird in großzügigſter Weiſe durchgeführt. Es liegen bereits eine
große Anzahl von Nennungen der bekannteſten deutſchen Sportleute
vor. Die Veranſtaltung, die urſprünglich nur für Nauheim beſtimmt
war, wurde letztmalig im Jahre 1922 dortſelbſt durchgeführt und hatte,
wie noch in allen damals beteiligten Sportkreiſen erinnerlich iſt, einen
großen Erfolg zu verzeichnen.
Es findet ein Bergrennen über 5 Kilometer und ein Flachrennen
über 6 Kilometer ſtatt und eine Geſchicklichkeitsprüfung. Bei dem
Berg= und Flachrennen wird die Rennzeit für beide Rennen zuſammen
gewertet, für die andere Veranſtaltung iſt Sonderbewertung
vorge=
ehen. Eine große Anzahl von Preiſen iſt bereits geſtiftet, auch ſind
folgende Wanderpreiſe zu verteidigen: 1 Silberpokal, geſtiftet von der
Hupfeld=Diele, Bad=Nauheim, Verteidiger Herr Otto Glöckler,
Frank=
furt a. M., 1 Broncebüſte, Mädchenkopf, geſtiftet von der Firma Jakobi,
A.=G., Frankfurt a. M., Verteidiger Herr Fritz Kleemann, Bad=
Hom=
burg., 1 Goldpokal, geſtiftet von der Agrippina, Verteidiger Herr Ewald
Kroth, Frankfurt a. M.. Ausſchreibung und Programm werden auf
Wunſch jedem Intereſſenten zugeſandt und ſind von dem Ganſportleiter,
Hern Ewald Kroth, Frankfurt a. M., Forſthausſtraße 35, zu verlangen,
woſelbſt auch jede weitere Auskunft erteilt wird.
Pferdeſport.
Turnen.
Sportwerbefeſt in Griesheim.
Der Sportklub Viktoria 1906 veranſtaltet am 2. und 3. Auguſt ein
Sportwerbefeſt. Faſt ſämtliche Sportvereine Griesheims haben ihre
Mit=
wirkung zugeſagt. Als intereſſante Fußballſpiele ſind die Kämpfe gegen
Liga=Reſerve Olympia=Worms und gegen Sportvereinigung Arheilgen
zu nennen.
Jugendwetturnen des 3. Bezirks des Main=Rheingaues.
Am kommenden Sonntag wird der dritte Bezirk des Main=
Rhein=
gaues D.T. ſeine jugendlichen Turner, ſowie Schüler und Schülerinnen
zu einem ſchlichten Wettkampfe nach Eberſtadt ſenden, um im
Wett=
ſtreit ihr turneriſches Können meſſen zu laſſen. Veranſtalter iſt der
Turnverein 1876. Am Wetturnen, das am Sonntag früh beginnt,
wer=
den insgeſamt etwa 400 Perſonen teilnehmen, die zur Einteilung und
Bewertung der Uebungen ein großes Kampfrichteraufgebot erfordern,
das bereits Samstag nachmittag in einer vorbereitenden Sitzung
an=
weſend ſein wird. Dem Einzelwetturnen am Sonntag vormittag folgt
nachmittags ein Feſtzug nach dem Sportplatz im Walde, wo
Sondervor=
führungen der Bezirksvereine, Maſſenfreiübungen und
Siegerverkündi=
gung den turneriſchen Teil des Feſtes beſchließen.
1231 Pferde für Baden=Baden.
Ebenſo wie die Hauptnummern ſchnitten auch die anderen
Konkur=
renzen der Großen Baden=Badener Rennwoche bei dem jetzt erfolgten
Meldeſchluß ganz hervorragend ab. Für die 30 Rennen des am 22. Aug.
beginnenden fünftägigen Meetings liegen insgeſamt 1231 Unterſchriften
vor, was den glänzenden Durchſchnitt von 41 Meldungen pro Rennen
ausmacht. Am ſtärkſten iſt naturgemäß die Beſetzung der Handikaps.
Das Alte Badener Jagdrennen über 5600 Meter fand 23, das Große
Badener Jagdrennen über 5000 Meter 37 Bewerber.
Tennis.
Mannheimer Turnier.
Das Mannheimer Tennisturnier iſt durch ſchlechte Organiſation in
ſeiner Abwicklung ſtark verzögert worden. Die beiden noch ausſtehenden
Einzelſpiele des Länderkampfes Deutſchland — Schweden wurden
gleich=
falls eine leichte Beute der Deutſchen. Froitzheim ſchlug Wennengren
6—1 6—3 6—3, und Kreutzer ſiegte gegen Henning=Müller 6—1 6—2 6—4,
Im Herren=Einzelſpiel um die Meiſterſchaft der Pfalz ſtehen
Oppenhei=
mer und Fuchs im Endſpiel, da Kreutzer und Dr. Buß verzichtet haben.
Auch in der Meiſterſchaft von Mannheim zog Kreutzer zurück. Hier
ge=
wann Dr. Buß gegen Oppenheimer 6—3 6—2 zurückgezogen. Das Herren=
Doppelſpiel um die Meiſterſchaft von Baden ſah Froitzheim=Kreutzer
6—4 2—6 6—4 6—2 gegen Dr. Buß=Lorenz ſiegreich. Im gemiſchten
Doppelſpiel hatten Fr. Friedleben=Kreutzer gegen Frl. Weihermann=
Oppenheimer 6—0 6—3 einen leichten Stand. Stubbe=Berlin getvann
das Herren=Einzelſpiel mit Vorgabe für Klaſſe A 6—2 6—1 gegen ſeinen
Landsmann Schleſinger.
Handball.
Bockenheimer Turngemeinde-Turngemeinde Befſungen.
Nach längerem Pauſieren, das größtenteils durch die bisherigen
Turn= und Sportfeſte verurſacht wurde, treffen ſich am Samstag abend
7 Uhr auf dem Sportplatz Heidelberger Straße die 1. Mannſchaften
obi=
ger Vereine zu einem Freundſchaftsſpiele. Die Bockenheimer Mannſchaft
iſt als gut bekannt und wird ſomit ein intereſſantes Treffen zu erwarten
ſein. Jedenfalls muß ſich die Beſſunger Elf gewaltig ins Zeug legen,
um dem Gegner die Stange halten zu können. Allen Handballanhängern
ſei daher dieſes Spiel empfohlen.
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Seite 10.:
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Juli 1924.
Rummer 2(
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 11. Juli: Guſtav Stammler, Profeſſor i. R. Am
Erlenberg 15, 65 Jahre. Am 12. Juli: Eduard Ziegenhain, 21 Tage,
Lauteſchlägerſtr. 3; Chriſtian Gilbert, geb. Franz, Witwe des
Poſt=
verwalters, 78 Jahre, Erbacher Straße 25; Märie Bauer geb. Dewald,
Witwe des Schneiders 59 Jahre, aus Biebesheim. Am 13. Juli:
Kaufmann Oskar Wolff, 63 Jahre, Rheinſtr. 46: Eliſe Müller, ohne
Beruf, 75 Jahre, Magdalenenſtr. 5; Philipp Diehl, 5 Monate, aus
Langſtadt: „Wilhelm Küchler, Landgeſtütsfouragemeiſter i. R., 78 J.,
Eckhardtſtr. 5; Melchior Palägyi, Oberſtudiendirektor a. D., Proſ.,
Dr., 64 Jahre, Alexandraweg 23; Margarethe Neumeiſter, geb.
Fried=
rich, Ehefrau des Landwirts, 51 Jahre, aus Nieder=Ramſtadt. Am
14. Juli: Emma Sanderbeck, 5 Monate, Beſſungerſtr. 70;
Bankbeam=
ter Moritz Löb, 21 Jahre, aus Lengfeld i. O. Am 15. Juli:
Marga=
rete Eliſabethe Lewerenz, geb. Keil, Ehefrau des Tapezierwerkmeiſters,
41 Jahre, Eliſabethenſtr. 49; Architekt Georg Emil Adolf Ludwig
Wagner, 46 Jahre, Wilhelminenſtr. 35; Hans Michael Pommer, 3 J.,
Liebfrauenſtr. 115. Am 16. Juli: Lina Eliſabeth Burkhardt, 23 J.,
aus Nieder=Ramſtadt; „Johanna Sinn, geb. Schütz, Witwe des
Ne=
ſtaurateurs, 75 Jahre, Pallaswieſenſtr. 35; Heinrich Rudolph Emich,
4 Monate, aus Arheilgen. Am 17. Juli: Heinrich Kahn, Kaufmann,
57 Jahre, Frankfurter Straße 24.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
6. Sonntag nach Trinitatis, den 27. Juli 1924.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lauten=
ſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr
nachmittags zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm, 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Reinhardt.
Schloßkirche: Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte.
Vorm, 9½ Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei; um 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls. Oberhofprediger
a. D. Ehrhardt, Pfarrer zu Hirzenhain. — Abends 6 Uhr:
Abend=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Müller,
Amtshandlungen an Auswärtigen bis 31, Juli: Pfarrer
Marx; vom 1. Auguſt an: Pfarrer Goethe.
Martinskirche: Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für den Oſtbezirk
in der Kirche: Pfarrer Beringer; für den Weſt=(Aſſiſtenten=/Bezirk
im Gemeindehaus: Pfarraſſiſtent Müller. — Um 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Müller,
Johanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Goethe.
Beſſunger Kirche (Betrusgemeinde): Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre
(I. Gruppe), Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. — Um 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. — Um 11½ Uhr:
Kirchen=
muſikaliſche Feierſtunde.
Pauluskirche: Vorm, 10 Uhr: Hauptgottesdienk. Pfarraſſiſtent
Wolf.
Häusliche Pflege don kranken Männern (Aushilfe am Tage und
Nachtwachen) übernehmen die Brüder (Diakonen) der Männerkranken=
pflege=Station im Evang. Männerheim, Forſtmeiſterſtraße 9.
Fern=
ſprecher 2883.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel,
Der Kindergottesdienſt fällt aus. — Evang. Sonntagsverein
(Chriſtl. Verein junger Mädchen): Sonntag, nachm. von 4 bis 7 Uhr:
Vereinsſtunden. — Donnerstag, den 31. Juli, abends 8 Uhr: Betſtunde,
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24): Sonntag, vorm. 7 Uhr: Hofmiſſion.
Um9 Uhr: Gebetsſtunde. — Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde, Miſſionsp,
Neuber. — Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Montag, abends
8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Männer. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Blaukreuzbibelſtunde. — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Diakon Petig. — Freitag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadt
mädchenſchule, Beſſungen. — Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor,
Jugendbund für E. C., Mühlſtraße 24: Sonntag, nachmittags
2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge. — Um 4½ Uhr:
Bibelbe=
ſprechſtunde für Jungfrauen. — Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. —
Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge und
Gebetsſtunde, für Jungfrauen. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Freundeskreis. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Ge=
betsſtunde für Jünglinge. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Unterhaltungs=
abend für Jünglinge, — Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Wartburgverein Darmſtadt (C. B. J. M.). Vereinslokal:
Ge=
meindehaus der Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr. 6 (Mollerſtr. 23).
Sonntag, den 27. Juli, vorm. 6 Uhr: Fahrt der Radfahrer in die
Berg=
ſtraße. Ziel: Schloß Schönberg. Treffpunkt: Marienplatz, — Nachm.
8 Uhr: Geländeſpiel. — Abendfeier im Wald, Waldandacht unter
Mit=
wirkung des Poſaunenchors. Treffpunkt ½9 Uhr abends am
Woogs=
damm. Rückmarſch mit Muſik bei Lampionsbeleuchtung. — Dienstag,
den 29. Juli, abends 8½ Uhr: Familienbibelſtunde. Pfr. Wagner II.
Ehriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt, E.V.,
Alexander=
ſtraße 22 (Infanterie=Kaſerne, 1. Hof links): Sonntag: Sang und Klang
im Heim.
Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. — Donnerstag,
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde im Familienkreiſe.
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, I.): Jeden
Mittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Teſprechung der Offenbarung
Johannes).
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 27. Juli 1924.
Kollekte für die St. Fideliskirche.
St. Ludwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. ½6 Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe. — Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. — Um 8 Uhr:
Singmeſſe mit Predigt. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. — Um
11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. — Nachm. 3 Uhr: Andacht zum Troſt
der armen Seelen. — Abends 6 Uhr: Herz=Mariä=Bruderſchaftsandacht
mit Predigt. — Donnerstag, nachm. 5 Uhr: Beichtgelegenheit. —
Frei=
tag, vorm. 8½ Uhr: Segenamt. — Abends 6½ Uhr: Herz=Jeſu=Andacht.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm. ½7 Uhr:
Heil. Meſſe. — Nachm. 2 Uhr: Roſenkranzandacht. — Um ½4 Uhr:
Verſammlung der Jungfrauen=Kongregation.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Heil. Meſſe
Kapelle zu Griesheim: Sonntag, vorm. 9½ Uhr: Hochamt mit
Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, nachm, um 5 Uhr und (F3.
8—9 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte,
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beie
Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr: Heil, Meſſe. — Um ½1—
Hochamt. — Nachm. 2 Uhr: Andacht.
Kapelle zu Arheilgen: Vorm. ½10 Uhr: Hochamt.
St. Martinskapelle am Herdweg: Samstag, nachm. von 5— „Eu
und abends von 8—½9 Uhr: Gelegenheit zur heil, Beichte,
Sonntag, vorm. 6½ Uhr: Heil, Beichte. — Um 7½ Uhr
Meſſe. — Um 7¾ Uhr: Predigt. — Um 8½ Uhr: Heil. Meſſe.
9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre.
2½ Uhr: Andacht. — An allen Werktagen, vorm. 6½ Uhr: Heil, s
St. Fideliskirche: An allen Sonn= und Feiertagen morg,
heil. Meſſe und Predigt in der Kapelle der Engliſchen Fräulein 5.
Waldſtraße,
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm, 5 Uhr, und abends Sm
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. 6 Uhr: Beichtgelegenheit. — Um 6½ Uhr
teilung der heil. Kommunion. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit P
Nachm. ½2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um 2 Uhr: Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg, ½
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. ½9 Uhr: Beichtge
heit. — Um 9 Uhr: Hochamt und Predigt,
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag; den 27. n
vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 4½ Uhr: Ver
gung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 23. Juli, abends 81
Gebetsſtunde, — Freitag, den 1. Aug., abends 8½ Uhr: Bibeli,,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag=
27. Juli, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. — Abends 8½ Uhr: G
dienſt. — Donnerstag, den 31. Juli, abends 8½ Uhr: Bibelſ
Pred. Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sor
den 27. Juli, vorm. ½10 Uhr: Heiligungsſtunde, — Um 11 Uhr:
tagsſchule. — Abends 8 Uhr: Evangeliſation. — Dienstag, al
½9 Uhr: Bibelſtunde, — Freitag, abends ½9 Uhr: Gebetsſtunde
Gemeinde der Siebentent ag8=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.:
tag, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. ½10 Uhr: Oeffentl. G
dienſt. — Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag,
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſt 7
Sonntag, den 27. Juli, vorm. 10 Uhr: Gebetsſtunde,
4 Uhr: Predigt. — Abends 8 Uhr: Jugendſtunde. — Donnerstag
31, Juli, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darm k
Nieder=Ramſtädterſtr. 13: Sonntag, den 27. Juli, vorm. 10½
Sonntagsſchule. — Abends 7½ Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch
30, Juli, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann willkommen,
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3, Sonntag, vorm. 10 Uhr:
gungs=Verſammlung. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt, — Al /
8 Uhr: Eine beſondere Verſammlung.
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 27.
vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. — Um 11½ Uhr: Sonntagsſchule
sie kann niemals durch
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Glaſerarbeiten zu den Reichswohnbau
am Martinsplatz — Worms.
Los I. Erdgeſchoß=Rundbogenfenf
des Geſamtblocks einſchlie
Kellerfenſter;
Los II. Obergeſchoß= und Dach
ſchoßfenſter der Häuſer I,
und III;
Los III. Obergeſchoß= und Dach
ſchoßfenſter der Häuſer INu.
Los II. ſämtliche Fenſter der Hofe
ſichten einſchl. Abſchlüſſe 1
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am Montag, den 4. Auguſt 192
für Los I.. . 10 Uhr
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Den Bewerbern kann der Zuſchle
nur auf 1 Los erteilt werden. (95
Worms, den 24. Juli 1924.
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Bauleitung=Worms, Hochheimerſtr. *
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Stadf. Narktwage.
Als öffentlicher Wieger für die vo
Samstag, den 26. d8. Mts., ab auf de
Wochenmarkt zur Aufſtellung kommen
Markt=(Dezimal=)Wage iſt der Obſthän
ler Fr Bauer, dahier, eidlich verpflic
tet worden. Er iſt gehalten, Verwi
gungen gegen Entrichtung der in de
Wochenmarkttarif vom 8. Juli ds. J
feſtgeſetzten Wiegegebühren vorzunehme
und über jede bezahlte Verwiegung eine
Wiegeſchein zu verabfolgen.
Mit der Aufſtellung der amtliche
Wage auf dem Marktplatz ſind Verwie
gungen fremder Waren auf Privatwage
nicht mehr ſtatthaft. Die von Verkäufer
ausſchließlich für den eigenen Geſchäfts
betrieb aufgeſtellten Dezimalwagen kör
nen nur mit Genehmigung des Obel
bürgermeiſters weitergeführt werden.
Darmſtadt, den 25. Juli 1924. (st954
Der Oberbürgermeiſter.
Nummer 14
Beilage zum Darmſtädter Tagblatt
26. Juli 1924
— —
Lindenfels.
1*
Von E. Katto.
(Schluß.)
Nach Weſten grenzt an das „Heſſiſche Haus” der alte
Markt=
platz mit dem Marktbrunnen von 1714. Darin auf einem
gfeiler ein drolliges Löbchen, das Wappenſchild mit dem „
Wolen=
haubt” in den Pranken. Hieran ſchließt ſich der Knebelhof
(jetzt Rathaus) an der Gaſſe, die zum Fürther Tor hinabführt.
Ehe man zu dieſem Tor kommt, links das köſtlich mit Efeu
umkleidete ehemalige Pfarrhaus mit der ſchönen
deut=
ſchen Aufſchrift:
Haus Baureneck bin ich genannt,
Schau weit hinaus ins deutſche Land.
Gott ſegne die Sippe, ſchütze das Haus
Und Alle, die gehen ein und aus!
Das Haus iſt dadurch bemerkenswert, daß es die beiden
einzigen Ueberreſte der alten, im 14. Jahrhundert erbauten, 1823
abgebrochenen evangeliſchen Kirche birgt. Es ſind: ein
Chriſtuskopf in Relief, auf ſteinerner Kreisſcheibe mit
Kreuznimbus, der wohl früher die Giebelfläche eines ſpätgotiſchen
Sakramentshäuschens zierte, an der Hofſeite des Hauſes in die
Schindelwand eingelaſſen, und die Reſte eines alten
Tauf=
ſteins, unter Efeu im Hofe verſteckt. Das Haus birgt im
Innern ſehenswerte Sammlungen, die von dem
Eigen=
tümer, Herrn Oberſt Baur von Betaz, in der
liebenswür=
digſten 2 eiſe gezeigt werden. Wer irgendwie Zeit hat, darf dieſe
einzigartige Gelegenheit nicht verſäumen.
Die neue evangeliſche Kirche wurde von
Laute=
ſchläger=Darmſtadt 1823—1825 erbaut, und zwar im
klaſ=
ſiziſtiſchen Stile, den auch Moller pflegte. Sie hat
dem=
nach große Aehnlichkeit mit den Kirchen Mollers, z. B. in
Schwan=
heim bei Bensheim, Schönberg, Birkenau und Eppertshauſen,
ſowohl im einzelnen wie dem Geſamteindruck nach.
Rundbogen=
fenſter mit Kämpfergeſimſen, auch am Turm, und das
Halb=
kreisfenſter an der Schlußwand des Chors. Der Turm trägt
vierkantigen Spitzhelm, darum ein Geländer. Im Innern
ver=
fehlen die feierlichen Reihen doriſcher Säulen mit farbig
zart getönten Kapitälen, auf denen die Emporen ruhen, nicht ihre
Wirkung. Zu beiden Seiten des im Triumphbogen ſtehenden
Altars gedenken Ehrentafeln in ſchönen deutſchen Lettern der
Helden des Weltkrieges.
An der linken Querwand ehrt eine beſondere Tafel das
Andenken des berühmten Lindenfelſer Theologen und
Schrift=
ſtellers Generalſuperintendenten D. Wilhelm Baur, dem
Lindenfels als Kurort ſo ſehr viel verdankt. (Seine „
Lebens=
erinnerungen” bilden Band 10 und 11 der „Heſſiſchen
Volks=
bücher”.) Seine Gattin entſtammte der waadtländiſchen Familie
Betaz, welchen Namen ſein Sohn, der obengenannte Beſitzer
des Hauſes Baureneck, aus Pietät dem ſeinigen zuſetzte.
Unterhalb Haus Baureneck beginnt die für die Art der
mittelalterlichen Befeſtigungskunſt ſo lehrreiche Fürther
Tor=
anlage. Zwei Tore mit einem langen ummauerten Wegſtück
dazwiſchen bilden eine richtige Falle. Wer von außen das
erſte Tor trotz Zugbrücke und Guß aus dem Gußerker erkämpft
hat, wird unaufhörlich von der Zwingermauer beſchoſſen und
hat dann ein zweites Tor vor ſich mit denſelben Schwierigkeiten.
Mit Recht zeigen die beiden Geſichter der Erkertragſteine dem
Feinde die Zunge. Zum Ueberfluß führt eine Treppe in einem
der Zwingertürme von der Burg herab, ſo daß von dort ſofort
Hilfe kommen konnte.
In dem inneren Fürther Tor iſt an der Oſtſeite eine
unheim=
ſiche Stätte, die mit Tür und Riegel verſchloſſene
Betzenkam=
mer. Man pflegt hier Ahnungsloſe zum Betreten des Raums
zu veranlaſſen, dann den Riegel vorzuſchieben und ſo eine Weile
die Schrecken des Burgverließes genießen zu haſſen. Dichter
laſ=
ſen ſich über Nacht freiwillig einſperren, um das „Gruſeln” zu
ernen.
Die ganze Partie bietet entzückende Vorwürfe für
Ma=
ler, die den Bildern von Rothenburg und Dinkelsbühl kaum
nachſtehen dürften. Beſonders großartig wirkt der Blick vom
äußeren Fürther Tor zur Oſtkante des Schloſſes hinauf, wo
üppige Schlinggewächſe die mächtigen Bäume in wildem Gewirr
urwaldartig umranken und Felſen, Mauern, Berg und Wald
ſchier himmelhoch ſich aufbauen. Lindenfels gewährt dabei den
großen Vorzug, daß die Motive noch nicht ſo verbraucht ſind wie
die anderer maleriſchen Städte. (Was auf die Verkäuflichkeit
der Bilder von Einfluß ſein kann!)
In der oberen Burgſtraße fallen noch einige Gebäude aus
dem 18. Jahrhundert in die Augen: Das frühere
Kreis=
amt (Präparandenanſtalt) von 1723, der Rentamtshof,
jetzt Oberförſterei, ein ſtattlicher Barockbau aus der Mitte des
18. Jahrhunderts, und das katholiſche Pfarrhaus aus
derſelben Zeit.
Daneben die katholiſche Kirche mit der breiten
Frei=
treppe, einem Kabinettſtück der Städtebaukunſt. Geweiht im
Jahre 1745, zeigt ſie ganz den Stil der Zeit: die ſchlichte Faſſade
mit dem Krüppelwalm, dem Reiterchen, den ellyptiſchen
Fenſter=
chen und der Bildniſche über der Tür, das Ganze kräftig gehoben
durch die ſtattliche Freitreppe, die zum Gotteshauſe
hinauf=
führt. Das Innere überraſcht durch ſeine einheitliche und
ge=
ſchmackvolle Ausſtattung. Die drei ſchönen zweiſtöckigen Altäre,
Kanzel und Orgelgehäuſe in ſchwungvollem Barock, alle von
braunem Nußbaumholz geſchnitzt, mit ihren feierlichen Figuren
und den köſtlich auf den Kanten ſitzenden lieblichen Engelein
wirken auf jedes empfängliche Gemüt. Das durch bunte
Glas=
fenſter fallende Licht verſtärkt den weihevollen Eindruck des
Raums und ſtimmt von ſelbſt zur Andacht.
Von den Schauern der Romantik durchrieſelt, betreten wir
das äußere Burgtor und gelangen in den die ganze Burg
umſchließenden Zwinger. Mächtige Bäume, dichtes Laubgewirr
verbreitet trotz ſtrahlender Sonne ein myſtiſches Dunkel und
erhöht den Zauber, dem der empfindſame Deutſche in ſolchen
Augenblicken ſich fraglos hingibt. Links herrliche Ruheplätze auf
hohen Baſtionen mit prachtvollen Ausblicken auf Weſchnitztal
und Odenwald vom Stotz bis zur Wachenburg bei Weinheim!
Vor uns hebt ſich aus dem Grün ein Gedenkſtein in
ſchwar=
zem Granit mit der in heimatlichen Schriftzeichen eingegrabenen
Inſchrift: „Seinem geliebten Kaiſer Wilhelm I., das
dank=
bare Lindenfels 1893.‟ Das Denkmal ehrt die Stadt Loppelt,
denn die urſprünglich auf dem Sockel ſtehende Bronzebüſte wurde
während des Krieges auf dem Altar des Vaterlandes geopfert.
In der Nähe zeugt auch die „Kaiſer Wilhelms=Eiche, gepflanzt
22. März 1888” von dem vaterländiſchen Sinn der
Stadt=
bewohner.
Dem Zwinger ſind hier zwei kräftige, mehrgeſchofſige
Türme vorgelagert, die erſichtlich für tief aufgeſtellte
Außen=
artillerie beſtimmt waren, alſo erſt im 16. Jahrhundert erbaut
wurden. Neben dem ſüdlichen befindet ſich ein ſchräg in die
Mauer geſchnittenes Ausfallstor, das, ſeit jener Zeit
ver=
mauert, jetzt wieder geöffnet, ein Zugang zu dem ſchattigen
Schloßwald bildet. Der nördliche heißt der
Eiſengrüns=
turm. Er diente zuweilen als Gefängnis. Ein gewiſſer
Eiſen=
grün, der hier einige Tage vergeſſen worden war und auf dem
Heimweg nach Fürth, wo der ſteinerne Bildſtock ſteht, vor
Er=
ſchöpfung ſtarb, gab ihm den Namen.
Von der weſtlichen Zwingmauer hat man eine prachtvolle
Ausſicht auf den Knoden, das Seidenbuch mit dem
Kreh=
berg, den Heppenheimer Wald und die Berge weiter ſüdlich bis
zum Oelberg bei Schriesheim und Weißen Stein bei
Heidelberg.
Am zugeſchütteten Schloßbrunnen vorbei, durch das
innere Burgtor mit Rundbogenfries, Gußerker und Hohnmasken
in die eigentliche Burg. Wir ſtehen in einem weiten, von
Mauerreſten umgebenen Raum: „Leergebrannt iſt die Stätte.”
Sie iſt aber nicht leergebrannt. Die Zerſtörer waren die eigene
kurpfälziſche Regierung und ihre Amtmänner. Lindenfels hat
überhaupt iemals das Los der Zerſtörung erteilt, wie die Städte
an der Bergſtraße. Es wurde zwar in der pfälziſchen Fehde von
Landgraf Wilhelm II. von Heſſen genommen (1504), auch im
Dreißigjährigen Kriege und den Raubkriegen Ludwigs XIV.
hatten die Bewohner viel zu leiden, aber Schloß und Stadt
blie=
ben underfehrt. Zuletzt war das Schloß noch von einer
Inva=
lidenabteilung belegt, und als dies im Jahre 1779 aufhörte,
wurde der Abbruch beſchloſſen.
Schon vorher ließ man dem Verfall freien Lauf, und ſchon
zum Bau der katholiſchen Kirche wurden die Steine hier
ge=
brochen. Wer Steine brauchte, holte ſie ſich, den Wagen voll für
30 Kreuzer. Auch die uralte Schloßlinde, das Wappen= und
Patenbild der Stadt, mußte dran glauben. Als der alte Zeuge
der Vergangenheit, der ſo viele junge Lindenfelſer unter ſeinem
Schatten hatte groß werden ſehen, in der Mühle zu Ellenbach
zerſchnitten werden ſollte, da zerſpranden die Sägeblätter, „vor
Schmerz” würde der Dichter ſagen. Tatſächlich zerſprangen ſie
an den Nägeln, die die Invaliden hineingeſchlagen hatten, um
ihre Kleider zum Ausklopfen dran zu hängen.
Links vom Tore die hohe Giebelwand und die Mauern mit
den Fenſteröffnungen auf mächtigen Kellergewölben ſind die
Reſte des Herrenhauſes, des Palas. Es folgen dann die
Spu=
ren mehrerer Wohnbauten mit einem Erkerfenſter mit
Renaiſ=
ſanceprofil, ferner an der Südſeite der Mauer die Reſte der dem
Erzengel Michael geweihten Schloßkapelle, weiter eine
Schmiede, dann die Oberamtmannswohnung und die „Kaſerne‟,
ehemals noch die Wachtſtube und die „Münze‟. In der Mitte
des Burghofs zeigt ein großer Steinkreis die Stätte des rieſigen
Bergfrieds.
Am meiſten feſſeln die hohen Mauern des Palas' unſere
Aufmerkſamkeit. Der romaniſche Quaderverband zeigt, daß ſeine.
Erbauung in die erſte Zeit der Burganlage zurückreicht. Hier
ſaßen ſchon die erſten Herren „auf hohem Väter Saale‟. Später
verbrachten hier die Pfalzgrafen und Kurfürſten ihre
Sommerfriſche und zechten mit ihren Burgmannen, den Grafen
von Katzenelnbogen, Schenken zu Erbach, Herrn von Bickenbach,
von Rodenſtein, von Moßbach, von Hebeſtreit, von Kreiß, von
Wißkreis und andern, deren Höfe ſchon oben genannt wurden.
Aus dieſen Fenſtern mag die ſchöne Klara Dettin, die
Witwe Friedrichs des Siegreichen von der Pfalz, als
Gefan=
gene ſehnſüchtig in die Ferne geſchaut haben, bis die
Ausſöh=
nung ihres Sohnes Ludwig mit ſeinem Vetter Kurfürſt Philipp
ihr die Freiheit wiedergab. Friedrich hatte ſich nämlich 1452 als
Vormund ſeines unmündigen Neffen Philipp von den Ständen
des Landes die Regierung als Kurfürſt auf Lebenszeit mit der
Bedingung übertragen laſſen, daß er ſich nie ſtandesgemäß
ver=
mählen und ſein Mündel nicht in der Thronfolge behindern
würde. Demzufolge heiratete er die genannte ſchöne Augsburger
Bürgerstochter und erhob ſie zum Fräulein von Dettingen.
Be=
kanntlich kam dergleichen damals öfter vor, und Uhlands
an=
mutige Ballade „Goldſchmieds Töchterlein” iſt nicht ſo aus der
Luft gegriffen. Nach dem Tode Friedrichs 1476 machte ſein und
der ſchönen Klara Sohn Ludwig aber trotzdem dem Philipp die
Erbfolge ſtreitig. Daher die Gefangenſchaft der Mutter bis zur
Ausſöhnung der beiden Nebenbuhler.
Noch ein anderer hoher Gefangener ſchaute aus dieſen
Fen=
ſtern und beſchloß hier 1504 ein wildbewegtes Leben: der von
ſeinen Württembergern vertriebene Herzog Eberhard II.
Er konnte nicht „mit viel ſchönen Reden” das Kleinod rühmen,
um das die deutſchen Fürſten einſt zu Worms im Kaiſerſaal
ſei=
nen Vater als den Reichſten glücklich prieſen.
Eine entzückende Ausſicht genießt man aus den Fenſtern
des Palas, die durch eine beſondere Treppe zugänglich gemacht
ſind. — Zunächſt muß der gewiſſenhafte Berichterſtatter feſtſtellen,
daß die Windroſe auf der Giebelſeite, wie ſo vieles heutzutage,
etwas verdreht iſt, ungefähr um einen halben Rechten. Das W.
zeigt nach Nordweſten und das O. nach Südoſten („anſtatt
um=
gekehrt” würde der ſelige Wippchen geſagt haben). — Im
Nor=
den (nach Weſten verdecken die Gipfel der Bäume die Ausſicht)
die Ausläufer der Neunkircher Höhe bei Kolmbach, dann
die prachtvolle Kuppe des Buchs (530 Meter, alſo höher wie der
Malchen) mit den Windungen der von Bensheim kommenden
Landſtraße, rechts davon auf der Lützelröder Höhe die markigen
Formen der Bismarckwarte. Dann die grüne Kuppel des
Schenkenbergs, des herrlichen Waldidylls, mit ſeinen
mäch=
tigen Felsgruppen, niedlichen Tempeln, plätſchernden
Brünn=
chen, ernſten Gedenkſteinen, heiteren Spazierwegen und
freund=
lichen Ausſichtspunkten! Rechts davon in der Nähe der
Steck=
wald mit den traulichen Häuſern des Kinderheims, das
ein edler Menſchenfreund, Edm. A. Stirn, aus eigenen Mitteln
unterhält.
In der Ferne rechts vom Schenkenberg der Morsberg
und Hohe Zorn, dann der Stotz, Erzberg, Tromm
uſw. Davor der weite Blick auf das Weſchnitztal mit den
ſchmucken Dörfern und lachenden Auen, in denen die Saat dem
Schnitter entgegenreift, fürwahr ein wunderbares Bild, um ſo
großartiger, da wir 200 Meter über der Talſohle unſeren
Stand=
platz haben. Dann zu unſeren Füßen die Stadt ſelbſt, wie aus
einer Spielzeugſchachtel ausgeſchüttet, mit ihren Dächern und
Türmern, verträumt altersgrauen Mauern und lebendgrünen
Bäumen! Aus Allem hervorragend unſere alten Bekannten, das
trauliche Dach des „Heſſiſchen Hauſes” im luſtigen
Schweizerhaus=
ſtil, die hellen Wände des ſtattlichen Gaſthofs „Odenwald” mit
den einladenden grünen Läden vor den Fenſtern, und links die
ſchmucken Häuſer des Sanatoriums Dr. Schmitt jr.*) Aus dem
neuen Schulhaus tönt es gerade von friſchen Kinderſtimmen:
„Der Jäger aus Kurpfalz.” Luſtige Sommerfriſchlerinnen, die
den Schloßhof zur Occhi= und Filet=„Spinnſtube” gemacht haben,
ſtimmen ein! — — Fröhlich Pfalz, Gott erhalt’s!
Noch berückender wird das Bild, wenn man auf dem
Schen=
kenberg ſeinen Standpunkt wählt. Von dort geſehen, bildet das
Kleinod von Lindenfels, die Burg, den Hintergrund. Von da
aus entfalten ſich erſt erſchöpfend die Reize der herrlichen Lage.
Wie ein Diadem von Diamanten im Haare einer ſchönen
Frau, ſo bekrönt die Burg mit ihren Zinnen das ganze Gemälde.
Und wenn die Demanten erſtrahlen in magiſchem Feuer,
wie die Schloßbeleuchtung beim Burgfeſt es verwirklichen
wird, und die ſchöne Braut erglüht in holdem Erröten, wer
möchte da nicht hineilen und ſein Herz geſund trinken an dem
vonnigen Schauſpiel?
Drum auf zum Burgfeſt nach Lindenfels!
*) Das Sanatorium iſt eine durchaus neuzeitlich eingerichtete
An=
ſtalt und wurde in ſeiner jetzigen Geſtalt erſt vor 27 Jahren von dem
früheren Beſitzer, Sanitätsrat Dr. Schmitt, neu erbaut. Das Haus
„Klauſe” gehört übrigens nicht zum Sanatorium.
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Handel und Wandel in Heſſen.
erloſchen. Der Sitz der Geſellſchaft iſt nach München verlegt.
Für die 26. ordentliche G.=V. der Geſellſchaft am 12. Auguſt in Halle Die Geſchäftsſtelle befindet in München, Jſabellaſtraße 40.
iſt folgende Tagesordnung vorgeſehen: 1. Vorlage der Bilanz und
Ge=
winn= und Verluſtrechnung für das Jahr 1923 ſowie der Berichte des
Vorſtandes und des Aufſichtsrates für dieſe Zeit, 2. Beſchlußfaſſung
über dieſe Vorlagen und die Verteilung des Reingewinns. 3. Ent=
Beſchlußfaſſung über die Umſtellung der Geſellſchaft auf Goldmark.
Satzungen (Vergütung des Aufſichtsrates).
den Geſchäftsanteil, mit dem ſich die einzelnen Genoſſen beteiligen können unterhält. Auf der Aktivſeite erſcheinen u. a.: Kaſſe 100 639 000 Doll.,
und nach Maßgabe der Vorſchriften beteiligen müſſen, auf 300 Goldmark. Guthaben bei anderen Banken 147 833 000 Doll., diskontierte Wechſel,
mit 2½ Mill. in Soll und Haben figurierenden Guthaben AAnleihe) 32 000 000, andere Wertpapiere 60 500 000 Doll., Beteiligung an der
227 000 Mark aufgenommen.
bank e. G. m. b. H.
zahl 492 (i. V. 452),
bei Worms a. Rh. (Aſphalt=, Dachpappen= und Teerprodukten=Fa= ſich nur auf 36 Millionen Dollars bezifferten.
briken.) Dem Bericht für 1923 zufolge war die Geſellſchaft gezwungen,
ihre Fabrikation ſehr einzuſchränken, zeitweiſe ſogar ganz ſtill zu legen. Die ſichtbaren Weltvorräte an Zinn haben ſich im Juni um 383 To. gegen
gen wird. (50 Proz. Div. plus 50 Proz. Bonus.) In der Bilanz ſtehen
bei einem Kapital von zuſammen 12 Mill. M., Bankſchulden mit 16 201
Bill. M. (10,8 Mill. M.), Gläubiger mit 38 978 Bill. M. (115,6 Mill.
M.), gegen Schuldner mit 16 898 Bill. M. (66,9 Mill. M.) und
Waren=
vorräten mit 40 850 Bill. M. (68 Mill. M.) zu Buch. Durch die
Errich=
tung der Zollgrenze fei die Geſellſchaft von dem größten Teil ihres
Abſatzgebietes abgeſchnitten, wodurch es ſchwer ſei, über die Ausſichten
für das laufende Jahr etwas zu ſagen.
Wiriſchaftliche Rundſchau.
* Induſtrie und Großhandel gegen die Befreiung der
Genoſſenſchaften von der Umſatzſteuer. Der
Reichsver=
band der Deutſchen Induſtrie und der Zentralverband des Deutſchen
Großhandels haben in einem dringenden Telegramm die Mitglieder des
Reichswirtſchaftsrats darauf hingewieſen, welche große Beunruhigung
erneut durch den Beſchluß des Umſatzſteuerausſchuſſes des
Reichswirt=
ſchaftsrats, die Genoſſenſchaften von der Umſatzſteuer zu befreien, in die
Wirtſchaft hineingetragen worden iſt. Schon wiederholt hatten der
Reichstag und die deutſche Reichsregierung dahingehende Anträge
abge=
lehnt mit dem Hinweis auf die Nichtberechtigung einer ſteuerlichen
Be=
vorzugung der Genoſſenſchaften. Der gefaßte Beſchluß bedeute die
Ver=
letzung des verfaſſungsmäßigen Grundſatzes der ſtaatlichen Neutralität
gegenüber allen Wirtſchaftsgruppen und allen Organiſationsformen der
Wirtſchaft. Eine ſteuerrechtliche Bevorzugung würde eine
Benachteili=
gung von nicht ausmeßbarem Umfange aller nicht auf genoſſenſchaftlicher
Baſis arbeitenden Erwerbsgruppen und der Privatwirtſchaft in ihrer
Geſamtheit ſein.
Verſicherungsweſen.
* Aufwertung von Lebensverſicherungen. Vom
Schutzverband der Lebens= und Feuerverſicherten e. V. in München
wird uns geſchrieben. In, München wurde dieſer Tage der
Schutzver=
band der Lebens= und Feuerverſicherten e. V. gegründet, der den
Haupt=
zweck verfolgt, eine Höherwertung der zum größten Teil in Goldmark
einbezahlten Lebensverſicherungen bei den maßgebenden geſetzgeberiſchen
Stellen durchzudrücken. Es wäre ſehr zu begrüßen, wenn recht viele
Lebensverſicherte, auch ganze Verbände und Vereine dem Schutzverbande
Handelsbiat
beitreten würden, um durch eine wuchtige Mitgliederzahl günſtige
Reſul=
tate ſicher herbeiführen zu können. Man hat es z. B. in Oeſterreich
— Deutſche Landwirtſchafts= und Handelsbanr jetzt ſchon erreicht, daß eine nachträgliche Höherwertung erfolgt. Außer=
Darmſtadt. Die Vorſtandsmitglieder Joſef Nothis und Ludwig dem werden die Mitglieder des Verbandes auch bei Brandſchäden fach=
Hirſch ſind, wie die „B. B. Z.” mitteilt, ausgechieden. Georg Kraus, männiſch koſtenlos beraten und in ihren Anſprüchen unterſtützt. In
München, iſt als Vorſtand beſtellt und die Prokura von Georg Jayme ſtrittigen Fällen führt der Verband die Prozeſſe ſeiner Mitglieder auf
eigene Koſten. Zum Vorſitzenden des Verbandes wurde Herr H. Keim,
Kaiſer Friedrich=Quelle A.=G. in Offenbach a. M. München, gewählt. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 2 Goldmark.
Wirtſchaft des Auslandes.
BR. Starke Liquidität der amerikaniſchen
Groß=
laſtung des Vorſtandes und des Aufſichtsrates, 4. Aufſichtsratswahlen. banken. Die Liquidität der amerikaniſchen Großbanken hat ſich
ſeit Anfang Juni ſtark erhöht, da auf der einen Seite der Wechſel=
5. Vorlage der Goldmark=Eröffnungsbilanz auf den 1. Januar 1924 beſtand einen beträchtlichen Rückgang erfahren hat, während auf der
ſowie des Prüfungsberichtes des Vorſtandes und des Aufſichtsrates und anderen Seite die Depoſitengelder ſich rapide vermehrt haben. Die
6 Beſchlußfaſſung über die infolge der Umſtellung notwendigen Satzungs= Zwiſchenbilanz der National City Bank in New York ber 30. Juni
geſtattet einen Einblick in die Struktur der großen Finanz=Inſtitute,
änderungen. 7. Beſchlußfaſſung über die Aenderung des 8 23 der die ſich durchweg in einer ſehr günſtigen Situation befinden. Die
Aktiven dieſer größten amerikaniſchen Bank haben zum erſten Male
Mainzer Volksbank, e. G. m. b. H. Die G=V. der den Betrag von einer Milliarde Dollars erreicht, ohne daß das In=
Mainzer Volksbank, e. G. m. b. H., ſetzte, wie die „Frft. Ztg.” meldet, ſtitut Verbindlichkeiten bei der New Yorker Federal Reſerve Bans
feſt. In der Bilanz vom 31. Dezemebr 1923 erſcheinen rund 366 Bill. Bankakzepte und kurzfriſtige Kredite 537 000 000 Doll., amerikaniſche
M. als Umſtellungsrücklage. In die Goldmark=Eröffnungsbilanz ſind die Regierungs=Bonds 80 000 000 Doll., ſtaatliche und Munizipal=Bonds
mit 233 000 Mark, die Banggebäude in Mainz und Oberingelheim mit Internationalen, Banking Corporation 8 500 000 Doll. und
Bankge=
bäude 13 000 000 Doll. Unter den Paſſiven werden aufgeführt: Kadi=
— Kredit= und Sparverein, Gau=Algesheim e. G. tal 40000 000 Doll., Surplus 45 0000 000 Doll., Reſervefonds
m. u. H. Die Genoſſenſchaft hat, einer Meldung der „B. B. Z.” zufolge, / 12 400 000 Doll., nicht zur Verteilung gelangte Dividende 9 100000
den Namen ihrer Firma geändert in Gau=Algesheimer Volks= Doll. und Depoſiten 841 000 000 Doll. Die liquiden Mittel bezw. alle
ſofort realiſierbaren Aktiven belaufen ſich nach den Angaben der
— Genoſſenſchaftsbank zu Flörsheim e. G. m. b. H. Bankleitung auf 830 000 000 Doll., ſind alſo nur 11000 000 Doll. ge=
Die Goldmarkeröffnungsbilanz weiſt nach Verrechnung von 2536 Bill. ringer als die Depoſitengelder. Dieſe wiederum überſteigen das Ka=
Mark Reingewinn von 1923 1443 Goldmark Stammanteile aus neben pital um mehr als das Zwanzigfache und laſſen erkennen, welche ge=
2119 Bill. Mark offenen, Reſerven. Die Guthaben der Kontoinhaber waltigen Mengen flüſſiger Gelder ſich in den Reſervoirs der New
betragen 5203 Mark gegenüber 5064 Mark Forderungen. Mitglieder= Yorker Großbanken angeſammelt haben. Der Aufſchwung, den das
Inſtitut in den letzten Jahrzehnten genommen hat, wird am augen=
Philipp Weickel A.=G. Weinsheimer Zollhaus ſcheinlichſten, wenn man berückſichtigt, daß die Aktiven vor 30 Jahren
B.R. Zunahme der ſichtbaren Weltzinnvorräte.
Nach Abzug von Unkoſten, Zinſen, Abſchreibungen und Sonſtigem von 688 To. im Mai erhöht. Insgeſamt wurden Ends Juni 20 094 Tonnen
insgeſamt 21 319 Bill. M. ergibt ſich ein Reingewinn von 7817 Bill. M. regiſtriert, und zwar 9091 To. Beſtände in Lagerhäuſern und 11 003 To.
(i. V. 7,9 Mill. M.), von dem 390 Bill. M. (500 000 M.) der Reſerve ſchwimmende Vorräte. Zur Anlieferung gelangten im Juni 8441 To.
zu überweiſen und der Reſt von 7426 Bill. M. vorzutragen vorgeſchla= (9548 To. im Mai), zur Ablieferung 8058 To. (8860 To. im Mai).
26. Zuli 1924 Nr. 206
auf Deutſche Renten und auf alle ſonſtigen Werte, die mit der
Aufwer=
tungsfrage in Zuſammenhang gebracht werden. Das Geſchäft war hier
zeitweiſe außerordentlich lebhaft, beſonders in Preußiſchen Konſols, die
große Kursſteigerung erzielen konnten und zu den höchſten Preiſen mit
615 ſchließen; aber auch Pfandbriefe, Städteanleihen und
Induſtricobli=
gationen zeigten lebhaften Verkehr und waren in großen Beträgen
ge=
ſucht. Bemerkenswert iſt noch die Feſtigkeit von Miſſouri=Zertifikationen
die mit 37 Billionen Prozent gefragt waren.
w. Berliner Börſenſtimmungsbild. Da die bei der
Londoner Konferenz beſtehenden Schwierigkeiten zur Zurückhaltung
Veranlaſſung gaben, obwohl das Vertrauen auf einen befriedigenden
Abſchluß der Konferenz nach wie vor beſtehen bleibt, ſo wählte die
Spekulation ſich Spezialgebiete zur Betätigung aus. Das geeignete Feld
bot ihnen der Markt der deutſchen Anleihen, und es gelang durch die
Tatſache des Zuſammentritts der Aufwertungskommiſſion genügend
Mie erle ei den aifn ene uete eit
arden, 4Proz. Reichsanleihe um 35 Milliarden und preußiſche Konfuls
(3proz.) ſogar um 60 Milliarden. Ein weiteres geeignetes Papier für
ihre Zwecke fand die Spekulation in Canada=Aktien, die bei große
Umſätzen um 4 Billionen Prozent in die Höhe gerrieben wurden. Sonf
bewegten ſich die Schwankungen in ſehr beſcheidenen Grenzen bei mäßig
belebtem Verkehr.
Oeviſenmarkt.
Barenmarkte.
wb. Amtliche Notierungen der Frankfurter
Börſe, Abteilung Getreide, vom 28. Juli. Getreide, Külſenfrüchte
und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit
Sack. Preis je 100 Kilogramm: Weizen (Wetterau) 19,50 bis 20,25,
Roggen 17,25 bis 17,75, Sommergerſte für Brauzwecke 17,75 bis 18,25,
inl. Hafer 17,50 bis 18,
Weizenmehl (ſüdd., Spezial 0) 31 bis 32,
Roggenmehl 25,25 bis 26, Weizen= und Roggenkleie 10 bis 10,25.
Tendenz: ruhiger.
w. Berliner Produktenbericht. Ebenſowenig wie geſtern
die Hauſſe der amerikaniſchen Märkte machte heute die Abſchwächung
keinen beſonderen Eindruck auf den hieſigen Produktenmarkt. Weizen
erzielte bei hervortretender Kaufluſt ſogar etwas höhere Preiſe. Roggen
hatte ruhiges Geſchäft bei mäßigem Angebot und behaupteten Preiſen.
Wintergerſte wurde mehr begehrt, aber es war auch andererſeits
ge=
nügend Ware am Markte. Hafer konnte in guten Qualitäten ziemlich
leicht untergebracht werden. Das Mehlgeſchäft hat ſich nicht gebeſſert;
aus Sachſen hat das Angebot leicht nachgelaſſen. Roggenmehl iſt in den
Berliner Märkten zu leichten Preiſen zu verkaufen, Provinzmehl
da=
gegen ſchwieriger. Der Futtermarkt war ruhig.
Börſen.
* Frankfurter Börſe vom 25. Juli. (Eigener Bericht.)
Die freundliche Stimmung der letzten Tage hielt auch an der heutigen
Börſe an. Die Geſchäftstätigkeit zieht allgemein an, und es ſteht zu
hoffen, daß bei einem einigermaßen günſtigen Ausgang der Londoner
Konferenz mit einer Belebung des Börfengeſchäfts zu rechnen iſt. Wenn
auch vorübergehend heute die Aktienmärkte etwas in den Hintergrund
traten, ſo iſt doch zu bemerken, daß die erzielten Kursgewinne überall
behauptet blieben. Im Vordergrunde des Intereſſes ſtanden
Chemie=
aktien, von denen beſonders die Anilinwerte in großen Beträgen
um=
geſetzt wurden; auch Rütgers waren anfangs ſtark gefragt und konnten
ihren Kurs weſentlich erhöhen, mußter alerdings ſpäter einen Teil des
Gewinnes wieder hergeben. Für Kanada Shares beſtand neuerdings
ein ſtarkes Kaufintereſſe von ſeiten Berlins, ſie zogen bis 27 Billionen
Prozent an. Das Hauptintereſſe der heutigen Börſen konzentrierte ſich
Ai iith
eidI. DR
G A iicht ife
nier
* Amſterdam=Notterdam. 15 1 20
7 161.00 voll Brüſſel=Antwerpen ..... 19 * Chriſtianig. . ..........." 55.9 vol Kopenhagen . . . . . . . . .. 67. Stockholm ...... . .. . ... 111.47 11203 11. Heiſingfors ........... 1.4 10.53 10,47— 17 Italien ..............." 18.075 18.1 18.10— 18.20— vo London ............. 18.32— 18.51. 18,45 18.5. New=York ........... .. 4.19 4.19 Paris.... . . . . . . . . . . . .. 21.4 234— 2150 2 Schweiz ............." 76.91— A— 190 Spanien .............." 55.81 Wien (i. D.=Oſterr. abg.) 54 vI Prag ................. 12.49= 1. 12.51 vo. Budapeſt. . . . . . . . .. . . .. 5.16. 5 Buenos=Aires. . . . .. . . . vo Eulgarien. . ......... .." 3.01- 3.33 — G= Japan . . . . . . . . . . ..... 1.715 17 Vo. Kio de Janeiro ......." 9.385 0.385 Lelorad. . . . . . . . . . . . . . . 4.9- 4. 4.9. A Liſſabon .............. 11.27 11.27 11.3 voll Danzig ..... ... ......." 73.68 74.64 73.78 7415 voll Berliue= Furſe. (Eigene telegr. Meldung,
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000.
Aktiengeſ. für Anilinfr.
Aſchaffenburger Zellſtoff
elugsb.=Nürnb. Maſch..
Berl.=Anhalt=Maſchinen
Berl. f.Elektr. W.vorzug.
Bismarckhütte ....."
Braunkohlen=Briketts .
Bremer Vulkan ......"
Wolle. . ......
Chem. Heyden ......."
Veiler ......."
Deutſch=Atlant. Tel..
Deutſche Maſchinen. .
Deutſch=Niedld. Tel. ..
Deutſche Erdöl .......
Deutſche Vetroleum ..
dt. Kaliwerke .. ..."
Dt. Wafſen u. Munition
Donnersmarckhütte ..
Hynamit Nobel ......
Eiberfelder Farben. . . .
Flektr. Lieferung ....
R. Friſter ..........."
Eaggenau Vorz. . ..
Aelſenk. Gußſtahl ....
Beſ. f. elektr. Untern...
Halle Maſchinen .....
Han. Maſch.=Egeſt.. . . .
1 a Dampfſch. . . . . . 11 moor Zement ..... 109 dirſch Kupfer ........" böſch Eiſen .........." ohenlohe Werke. . . . . rahla Porzellan .....
indes Eismaſch. . . . . 183e4 * Lingel Schuh .. . . . . ." 700 Linke u. Hofmann .... . Loewe u. Co. ....." Vorenz ........... ſeguin ........... jederländiſche Kohle: 27000 Gummi ...... 3350 drenſtein. .
...." athgeber Waggon... 26504 Rombacher Hütten. . . . Roſitzer Zucker ......."
Rütgerswerke ....... z M 19 Sachſenwerk ........ 11009 1 jächſiſche Gußſtahl . .. 17 Siemens Glas ....... 11500 zr 3a Steaua Romana . . . . Ver. Lauſitzer Glas .. 10 Volkſtedter Porzellan. 2009 141 Weſtf. Eiſ. Langendreer 1100 8a0e 8500 Vittener Gußſtahl .... 230 40000 38600 Wanderer=Werke .. ..." 6300
Frankenkurs in London:
Markkurs
„ *
85.95
18.50
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
Frankfurter Kursbericht vom 25. Juli 1924.
Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ..........."
„........
13=
........
Dollar=Golbanleihe per 1935 ..
1932..
Dollar=Schatzanweiſungen ...
178 Schaßzanweiſg.
4½
WI.—IK.
4% Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u.13
v. 14
Sparprämienanleihe .........
Zwangsanleihe . .............
Preuß. Konſols ........."
8
„
..
Bab. Anl. unk. 1935 .....
3½% — „ b. 1907 „..
1896 ..... ..
8e
48 Bahern Anleihe ........
.....
3½%
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rch. 28 ." Faffl
—16% Heſſen Reihe X.
untilgb. b. 28.. . . . . . . . . . . . .
4% Heſſen unk. 1924.. . . . . . . .
% .................
.....
4% Württemberger alte .....
b)Ausländiſche.
6% Bosnien L.=E.=B. v. 1914.
L.=Inbeſt.=Anl. v. 1914
„ v. 1902 ..... ......"
4;
4‟
. .
% Bulgar. Tabak 1902... . ...
13, % Griech. Monopol ......"
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
b 1918 ...............
4½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 ................
4½ Oeſt. Goldrente .........
4% „ einheitl. Rente ......"
5% Rum. am. Rente v. 03 ....
4½% Goldrente v. 13 ...
„ am. Goldrente konv.
49
am. v. 05 ... .. ....
42
(Admin.) v. 1903..
(Bagdab) Ser. I
II.
v. 1911, Bollanl. ..
4½% Ung. Staatsr. v. 14 ...
Goldrente ........
4
Staatsr. v. 10 ....
So
Kronenrente ......
4½
Außerenropäiſche.
2 Mexik. amort. innere . .. . ..
konſ. äuß. d. 99.....
Gold v. 04, ſtfr. . .. .
48
82
konſ. inner. ......"
4½%
Frrigationsanleihe
5½ Tamaulipas. Serie l......"
Oblig. v. Transportanſt.
4½ Eliſabethbahn ſtfr. . . . . . . . .
47 Gal. Carl Ludw.=Bahn.. ..
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. ..
3. 5,5 7l= — — 4,75 4,75 07 — — 3 3 — 19 6.9
2,6% Alte Oeſt. Südb. (Loms.
qNeue
Oeſt. Staatsb. v. 1883 ....
3% Oeſt. „ 1. b. 8. Em..
„ . 9. Em. ....
v. 1885 ....
3% Deſt. Staatsb. b. Erg. Netz,
4% Nudolfb. (Salzkammerg.) ..
4½% Anatolier I............
2% Salon. Conſt. Jonction ...
820 Salonique Monaſtir ......
% Tehuantepee. „ naaaaan
4½½ „ .........
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
I. Em. . . . . . . . . . . . . . . . . ."
% Fſter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. 0
........... .......
kraftwerk Mannheim
6% C
Kohlenwertanl. v. 23 ....
Heſſ. Braunk.=Rogg. Anl. b.
ſteckar A.=G. Stuttgart Gol
anl. v. 23... . . . . . . . . .... .."
5% Pfähzer Hyp.=Bank. Gold=
Pfdbr. v. 94........... . . . ."
Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
Roggenwert=Anl. . .
2
Rhein. Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. b. 2t .............."
5% Rhein=Main=Donau
Gold=
anl. v. 23................"
5% Sächſ. Braunk.=Anl. v. 23
er. I u. II...... ........"
Sächſ. Roggenwertanl. v. 23
5%0
5% Südd. Feſtwertbk. Goldobl,
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......
Barmer Bankverein. . . .... ...
Baher Hhpotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft . ..
Commerz= und Privatbank ...
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank ..............
kten= u. Wechſelban!
Deutſche
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. .
Deutſche Vereinsbank .......
Discont=Geſelſchaft .........
Dresdner Bank. . . . s....
Frankfurter Bank ..........
Hypotheken=Banl
Metallbank. . . . . .
........
Mitteldeutſche
mk. . . . . .
Oeſterreichiſche Creditanſtalt . . .
Reichsbank=Ant. .. . .. . . . .. . .
Rhein. Creditban ..
..
Hypothel
t.....
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank .... .. . .. .. .. ......"
Wiener Banlerein ..........
Bergwerkö=Aktien.
Berzelius ... . . . ... ........."
Bochnmer Bergb. ...........
Buderus... . . .. .. .... . .. ....
dt. Duxemburger ...........
Eſchweiler Bergwverks=Akt. . .
Gelſenkirchen Bergw. .... . ...
Harpener Bergbau.... . . . ...."
102o
2.1
0.300
i=
R8
3,3
0.250
0.25
45,5
66
48,5
25-7.
73
7
2,3
1,4
Kaliwerke Aſchersleben ......."
Salzdetfurth . . . . . . .
Veſteregeln .....
glöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Lannesmann Röhren ........
Mansfelder ................."
Oberbedarf ...... aaaaanaao
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ......
Otavi Minen u. Eb.=Ant. ...
Phönir Bergbau ...........
Rhein. Stahlwerke . .. ... . .. . .
Niebeck Montan.. . . . . ... . . . ..
Rombacher Hütte . . . . ...... ..
Tellus Bergb.=u. Hütten=Akt. . .
Ver. Laurahutre . ... .. . . . . . ."
Altien induſtz. Anternehmung,
Brauereien
Henninger Kempf=Stern. . . . . .
Löwenbräu München ........
Schöfferho: (Binding)..... ..."
Verger ............
80
4.
6
3"
3
—
0,259
u.25
4,2
D— Fauſend M— Mſlioner M4— Milliarden 0U ohne Umſaz X —rationiert,
Rkkumulat. Berlin .........."
Adler & Oppenheimer .......
dlerwerke (v. Kleher) .....
A. E. G. Stamm. . . . . . . . .
6% Vorzug Lit. 4 ...
Vorzug Lit. B...
5% „
Amme Gieſecke & Konegen ....
Anglo=Tontinental=Guano ....
Anilin Bln.=Treptow. . . . . . . . .
Aſchaffenburger Zellſtoff .....
Vadenia (Weinheim) ........
Badiſche Anilin=n. Sodafabrik
Bad. Maſchf. Durlach ........
Bad. Uhrenfabr. Furtwangen..
Baldur Piano. . .. ... . .. .. ..
Baſt Nürnberg ..............
Bahriſch. Spiegel ............
Beck & Henkel (Caſſel) ........"
zmann El. Werke ........
Bing. Metallwerke ...........
Brockhue
jes, Nieder=Walluf.....
Eementwerk Heidelberg.. ...
arlſtadt ........
Lothringen (Metz).
Chem. Werke Albert. . . ... ....
Griesheim Elektron ....
fabrik Miſch ........."
Beilerzter=mer ........
Daimler Motoren ..........
Deutſch. Eiſenhandel Berlin.
Deutſche Erdöl ..............
t. Gold= u. Silberſcheideanſt.
Dingler, Zweibrücken ........
Dresdener Schnellpreſſen ....
dürkoppwerk (Stamm) ......"
Düſſeld. Natinger (Dürr) .....
Dyckerhof & Bidm. Stamm ..
Siſenwerk Kaiſerslautern .....
L. Meter jr. ......
Elberfelder Farbwv. v. Baher.
Kupfer=u. Meſſingw.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. .....
Licht und Kraft . . . . . . .
Elſäſſ. Bad. Wolle.. ........ ."
Emnag, Frankfurt a. N.,. .....
Email. & Stanzw. Ullrich ....
Enzinger Werke ..... .. ......"
Eßlinger Maſchinen .........."
Etlingen Spinnerei „.......!
Caber, Foh: Bleiſtift „.,773
Faber & Schleicher ...... ...."
Fahr, Gebr., Pirmaſens ....
Felten & Guilleaume, Carlsw...
Feinmechank (Fetter). ........
Feiſt Sektkellerei Frankf. a. M.
Frankfurter Gas.. ..........
Frankfurter Hof............
Frf. Maſch. Pokornh & Wittek.
Fuchs, Waggon Stamm ....
Banz. Ludwig. Mainz ......
Geiling & Cie. ..............
Germania Linoleum ....... ..
Gelenkirchen Gußſtahl .....
Goldſchmidt, Th. ... . . . ......"
Gotha Waggon............ .."
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. ..
Grün & Bilſinger ...........
Hammerſen (Osnabrüch) ......
Hanfwerke Füſſen ..........."
jeddernheimer Kupfer ......"
Hegligenſtaedt, Gießen .......
Hilpert Armaturenf. . ........
Hindrichs=Auffermann. . ......
Hirſch Kupfer u. Meſſ.......
und Tiefbau ........."
ter Farben .............
Holzmann, Phil. ....... . . . . .
Holzverk.=Induſtr. .. . .. . . . ...
Hydrometer Breslau ......."
Inag .................."
Junghans Stamm. . . . . . . . . . .
Karlsruher Maſchinen ........
rſtadt N..................
ein, Schanzlin & Becker ...
Knorr, Heilbronn. ...n7.
olb & Schüle Spinn. . ......
Konſervenfabrik Braun ......
Krauß & Co., Lokom. ... .. . .
Lahmeyer & Co. ............
Lech, Augsburg ....... ......"
Roth
....
68
dert=
charz ........"
Zede
Huee ne
hw. Erfurt ....."
Löhnberger Mühle ..........
idenſcheid Metallw. . ......
uther, Maſch.=u Müh enbau..
Lux’ſche Induſtrie ..........."
Mainkraftwerke Höchſt......."
Meguin, Butzbach ..........."
Metallgeſ. Frkſt. . . . . ..... . .."
teher, Dr. Paul ...........
kiag, Mühlenb., Frankf. a. M.
denus Stamn .. . . . . . . . . . ."
Notorenfabrik Deutz ........."
Motorenfabrik Oberurſel .....
Reckarſulmer Fahrzeugwerke ...
Neckarwerke Eßl. Stamm .. ...
awerke Frankfurt a. M....
eters Union Frankfurt a. M.
Bfälz. Nähm., Kahſer ........
Philipps A.=G. ............
Porzellan Weſſel ............
Reiniger, Gebbert & Schall.. .
Rhein. Elektr. Stamm .. . . . . . .
Metall Vorzüge .. .....
Rhenania, Aachen ...........
Riedinger, Maſchinen .........
Rückforth, Stettin .........."
Rütgerswerke ...............
Schleußner (Frankfurt a. M.) ..
Schneider & Hanau. . ..... .
Schnellpreſſen Frankenthal. . .
Schramm Lackfabrik. . . . . . . .
Schriftgießerei Stempel, Ffm.
Schuckert Elektr. (Nürnberg) ..
25, 7 42o 13 12. 13 19,75 105 (41 66 6.
14. 15,25 825 18 3,25 10. 2,6 Si, I. z. 25 65 3. *9 8.5 8.37 46 46 1 4,7 14 8.25 85 12,5 12,5 0.5‟ 0.59 0,700 0.,738 1,75 — 11 11 3.; 3,65 3.65 2,75 1.15 1.I 1 *
4 10 1a, 0.490 19. 1,78 3,25 2,75 5,1 5,4 30,5 30,6
Schuhfabrik Berneis=Weſſel ...
Schuhfabrik Herz ............"
24,
Sichel & üo. Mainz .........
Siemens Glettr. Bei
be.....
jiemens Glasinduſtrie .......
Siemens & Halske.. ........
Stöckicht=Offenbach=Gummi ...
Süddeutſche Immobilien ..
Fhüring. elettr. Lief.-Gef., Go
fabrik Furtwängler .....
*
zwerke in Sandbach ...."
ein f. Chem. Induſtr. F.
V
ein de
Olfabr. Mannk
Fa
ken Caſſel ..."
Gummifabr. Bln.=Frkf.
Pinſelfabr. Nürnberg ..
Ultramarin .... . . . . . .."
Zellſtoff, Berlin ......"
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ....
tämme . . ..
Voigt & Haeffner Stämme .,
Voltohm, Seil......... .. . ..
Wagß & Frehtag. . . . . . ... . .."
Wegelin Rußfabrik ........."
Zeliſtoff Waldhof Stamm ....
Znckerfabr, Waghäuſel........"
„ Frankenthal .....
Heilbronr. . . ... ...
Offſtein .........."
Rheingau ........."
Stuttgark . . . . . . . . .
—
D
Transport=Rktien.
Deutſche Eiſenb.=Geſ. Fftm. . .
Schantung E. B............"
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ. .
Hapag (Paketfahrt) ..........
Nordd. Llohd. . . . . . . . . . . . .. ..
Darmſtädter Werte,
Bahnbedarf .. . . . .. .. .......
Dampfkeſſel Rodberg.. .. . .. ..
Helbetia Konſervenfabrik. . . . . .
Hebr. Lutz .................."
Notorenbfarik Darmſtadt .. . ..
Gebr. Roeder ..............
Venuleth & Ellenberger ......
Unnotierte Aktien.
Api .. . . .. ... .. . .. .....
Beckerkohle ... . . . . . . . .. . . ...."
jeckerſtahl ..................
enz.. . . . . ............
vivn 9
ert .... ... .. .. ..."
Chem. Andrege „nnnnnn..
Deutſche Petroleum ... ... ....
mond Shares ............"
Entrepriſe ..................
Falconwerke
............
Großkraftwv. W
mb. (Growag;
Unterfranken (Ufra) ..........
Hanſa Lloyd ... .. . . . .. .....
Hero Conſerven .............
Holfatiawerke, Altona . . . . . R
Kabel Rheydt .............."
Krügershall Kalt ........."
Metall Starkenburg ... . .. ..."
Otto & Quanz... . . . . . . . . . . .
Raſtatter Waggon ..........."
Textil=Ind. Barmen (Tiag)....
Ufa Film ... . . . . . . .. .. ......
25,
11
1,6
0,510
4,05
821
Ge
2,7
17
0,85
2,21
0.9
21,6
1
065
2e
2.4
*
2,35
70
[ ← ][ ][ → ]Rummer 206.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 26. Juli 1924.
Seite 13.
Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)
Friedrich hielt ſeine Hände vor das Geſicht und ſtöhnte.
Aber er faßte ſich, um alles zu erfahren.
Er wollte Geld von mir erpreſſen?”
„Deshalb kam er.”
„Warum nich früher?”
„Er wurde als Landsknecht von den Türken gefangen und
rſt frei geworden.”
„Er hat aber doch wie du und ich und die andern alle au
Evangelium den Eid geleiſtet, daß er ſchweigen werde bis
den Tod?"
„Der Eid bindet ihn nicht mehr, denn er hat Chriſtum
ab=
zworen und bekennt ſich zu Mohammed. Darum wurde
rei.
„Wo iſt er jetzt? Liegt er im Turm?”
Eure Frau —
„Hat ſie ihn geſprochen?”
„Zu zweien Malen. Zuerſt war ich dabei, dann waren ſie
n.
„Iſt er im Turm?”
„Er war darinnen. Aber Eure Frau hatte Mitleid. Er war
k und begehrte in ein Spital. Die Herrin gab mir für ihn
Beutel voll Gold und befahl mir, ihn über das Gebirg
Seligenſtadt zu weiſen. Ich führte ihn nach Seligenſtadt
einem ſehr kurzen Weg.”
„Nikolaus!
—
Die Männer ſahen ſich ſchweigend an.
Dann reckte Friedrich ſeine Hände gen Himmel und jagte
Inbrunſt:
„Gott behalte ihm dieſe Sünde nicht! Wirf ſie auf mein
hlecht!”
Nikolaus ſtreckte die geſpreizten Finger beider Hände gen
Boden. Friedrich ſah es, lächelte trüb und ſagte: „Es nutzt dich
nichts!”
„Doch, es nutzt,” ſagte Nikolaus. „Ich habe Euer Gebet
unwirkſam gemacht.”
Friedrich ging im Zimmer auf und ab.
„Hat er meiner Frau erzählt?”
„Alles.”
„In welcher Art hat er davon geſprochen?”
„Wie wenn jenes Weib eine Kapſel geweſen wäre, die er in
einen Grundſtein mauerte.”
„O!—
„Nikolaus!”
„Herr?”
„Warum haſt du ihn nicht vorher —?‟
„Ich habe daran gedacht; aber dann zuckte mir durch den
Sinn: es wird gut ſein, wenn ſie es hört. Sie geht ſonſt über
dem Ahnen und Suchen zu Grund. Auch für Euch iſt es gut.
Jetzt dürft Ihr darüber reden. Nicht für alle iſt das Schweigen
etwas, das zu tragen iſt. Euch hätte es das Herz zerdrückt. Unſer
Eid lautet: Schweigen vor jedem, der es nicht weiß. Nun könnt
Ihr davon reden mit Eurem Weibe, und was zwiſchen Euch
war, iſt weggetan. Und nun geht hinauf zu ihr. Ihr werdet
ſie im Gange finden, vor ihrer Mutter Grab. Tröſtet ſie! Sie
bedarf des Troſtes. Ihr zweie werdet euch wieder haben. Ich
aber —"
„Was iſt mit dir, Nikolaus?”
„Ich traue meiner Zunge nicht mehr. Seit ich die Toten
ver=
laſſen habe, bin ich geſchwätzig geworden. Wer weiß, was ich
einmal reden würde, wenn das ſo weitergeht? Zu mir ſelber
vielleicht, oder zu einem Gaul. Drum muß ich dafür ſorgen, daß
ich ſchweige.”
Der Totengräber hatte dieſe Worte zu ſich ſelber geſagt. Er
war in der Tat redſelig geworden. Friedrich hatte ſich zum Fen=
ſter gewendet und nach der Stube hinaufgeſehen, in der das
Nachtlicht mitten am Mittag brannte.
Plötzlich fühlte er, wie jemand ſein Gewand ſtreichelte. Er
drehte ſich um. Nikolaus ſtand vor ihm. Er hatte Tränen in
den Augen. Mit einem Male legte er ſeinen eisgrauen Kopf
an Friedrichs Bruſt. Der Junker ſchloß die Arme um ſeinen
Knecht.
„Du liebe, treue Seele!” ſagte er und wiederholte die Worte
immer von neuem.
„Komm, wir gehen miteinander hinauf zu meiner Frau und
reden zu dritt von dem, was ſchier unſer Herz zerſprengt hat.”
Geht, Herr,” ſagte Nikolaus und wiſchte ſich die Augen.
„Ich habe andres zu tun. Ein Grab habe ich zu graben.”
„Ein Grab? Für wen? Wer iſt geſtorben?
„Ich grabe zum Vorrat, Herr!“
Nikolaus ſchaute den Junker an mit eniem langen, langen
Blick. Dann verließ er ſtille das Gemach.
Zwölftes Kapitel.
Unheimlich genug war der Empfang, der dem Junker auf
ſeiner Burg zuteil wurde. Die Geſichter der Leute hellten ſich
auf, als ſie ihn ſahen, aber ſchauten dann ſcheu und beklommen
zur Seite. Es war, als ob die Menſchen, die beſchäftigungslos
in der Burg herumgingen und =ſtanden, ſich freuten, daß der eine
erſchienen war, der alle Sorge und Verantwortung auf ſich zu
nehmen habe, und nun mit einem Gemiſch von Neugier und
Furcht ihn beobachteten, mit welcher Miene und Haltung er ſich
unter der Laſt gehabe. Der Knecht, den er zu ſeiner Frau geſchickt
hatte, kam ihm verlegen entgegen, die Mütze zwiſchen den
Hän=
den drehend. Der Junker winkte ihn ſtumm hinweg. Als er auf
die Türe zuſchritt, ſchlichen ſich etliche, die vor ihr beiſammen
geſtanden waren, ſcheu davon. Auf das Geräuſch, das die
ver=
ſchloſſene Pforte verurſachte, drehten ſie den Kopf und gingen
eiliger.
(Fortſetzung folgt.)
Ato-Anhänger
liefert kurzfriffig (TV.6514
oh. Schmahl
ſchinenfabrik u. Keſſelſchmiede
Abt. Wagenbau
Mainz=Mombach 20
tellengeſiche
Weiblich
. m. Nichte
E (Halbwaiſe)i
nd. Hauſe
Stel=
zum Erlernen
Hausarb. und
hlung v. Mk. 30
ttl. (unbeſ. Geb.
u Clara Rapp
Ffurt am Main
eckſtr. 27, I1 (I1,058
tere, geb. Dame
ellung z. 1. 9. als
ausdame
einſtehend. Herrn
rmſtadt v. Nähe.
u. E6 Geſchſt. (*
beſſ. Fräul.
ellung als
Haus=
rin in frauenloſ.
zh. vd. z. ält. Ehe=
Karol. Beck, ge=
Sm.
Stellenver=
erin „Karlſtr. 25. (*
ſere Frau,
oh. Anh., ſehr
ſren u.
gewiſſen=
in allen Zweigen
uushalts, wünſcht
nden
Wirkungs=
in beſſer. Hauſe.
ebote unter E 31
Geſchſt. (*21457
F.
Flickfrau
ntn. Kunden an;
. ölt. Mädch., in
ſausarb. erfahr.
über Beſchäftig
dſtr. 7, II. (*21427
Männlich
Für Berlin
tüchtig. Kaufm.
Vertret. in gangb.
k., beſte
Referenz=
ebote unter F 15
Geſch. (*21422
G
ud
Kt
hauffeur
. Auto= u.
Elek=
lonteur, zuverl.
zenführer, beſte
renzen, ſucht ſich
zu verändern,
auswärs. /*2102ids
igebote u. D 35
ie Geſchäftsſt.
rl., fleiß, Mann
tkund., Radfahr.)
gendwelche
Be=
tigung (Kaſſierer,
)twächt. etc. .
An=
u. E4Geſchfſt. (*
Weiblich
heerfahrenes, gut
empfohlenes
(
Buchhalter(in)
mit ſchöner
Hand=
chrift, gut im Rechn.,
vetr. mit Stenogr.
und Maſchinenſchr.,
rfahren in
Lohnbuch=
haltung,” welche ſich
mit einigen tauſend
Mark beteiligen kann,
für Fabrikbetrreb mit
ſofortigem Eintritt
ge=
ſucht. Ausführliche
Angebote unter E 11
an die Geſch. (*21428
Reifeäumen
für eine neuartige
hy=
ieniſcheDamenbinde
aus Gummi mit
Dauereinlage bei hoh.
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R. L. Spryſch
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A3ßt53