Darmstädter Tagblatt 1924


05. Juli 1924

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Einzelnummer 20 Goldpfennige

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Wöchentliche illuffrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 185
Samstag, den 5. Juli 1924.
187. Jahrgang

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ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
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Konkurs oder gerſchtlicher Beitreibung fällt ſeder=
Rabat weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbank.

Sausfaſchungen bei den Ke
Im die Einberufung des Reichstages.
Die amtliche Stellungnahme.

Berlin, 4. Juli. In dem Verfahren, das gegen die
A tglieder der Zentrale der K. P. D. wegen Hochverrates,
ü beſondere wegen Bildung einer beſonderen Mordorgani=
tivn
zur Durchführung des Hochverrats anhängig iſt, hat,
von amtlicher Seite mitgeteilt wird, heute in den Räu=
n
des Reich stages und des Preußiſchen Land=
ge’s
eine Durchſuchung ſtattgefunden.
Dem Unterſuchungsrichter waren in der letzien Zeit wieder=
t
glaubwürdige Nachrichten zugegangen, wonach ſich in den
umen des Landtages und des Reichstages wichtiges Geheim=
terial
der Zentrale der Kommuniſtiſchen Partei befinde. Der
1terfuchungsrichter hat ſich darauf an die Präſidenten des
ichstages und des Preußiſchen Landtages mit der Bitte ge=
ndt
, die nach Art. 38 der Reichsverfaſſung erforderliche Zu=
fmmung
zu einer Durchſuchung und Beſchlagnahme zu erteilen.
e Präſidenten haben die Zuſtimmung zur
irchſuchung der Räume und zur Beſchlag=
hme
der auf den Mordverdacht bezüglichen
genſtände erteilt. Vei der Durchſuchung ift, abgeſehen
i einer größeren Anzahl von Sprengkapſeln für
ielhandgrangten und einer Mauſerpiſtole mit
unition, umfangreiches ſchriftliches Mate=
al
gefunden worden. Das Material unterliegt zurzeit der
8 htung und Prüfung durch den Unterſuchungsrichter.

Wie wir erfahren, haben die Kommuniſten daraufhin
9. Antrag geſtellt, ſofort den Reichstag einzu=
brufen
, um eine Beſprechung der Hausſuchung herbeizu=
fren
. Es iſt aber unmöglich, daß ſich der Aelteſtenausſchuß
bald verſammeln kann, weil die meiſten Mitglieder nicht in
Yrlin ſind und erſt feſtgeſtellt werden muß, ob es überhaupt
glich iſt, ſoviel Mitglieder zuſammenzutrommeln, daß der
sſchuß beſchlußfähig iſt. Es iſt kaum anzunehmen, daß vor
In 16. Juli das der Fall ſein wird.
Außerdem wurde heute vormittag davon geſprochen, daß die
nberufung des Reichstages eventuell zum
Fuli erfolgen ſoll, um den franzöſiſchen Verdächtigungen
gegenzutreten, die Deutſchland die Schuld für die Verzöge=
ig
in dem Abſchluß der Sachverſtändigen=Gutachten= Beratun=
zuzuſchieben
verſuchen. Aber bekanntlich hängt das Tempo
Erledigung von der Beendigung der Komiteeberatungen und
h:Fertigſiellung der Geſetzentwürfe ab, ſo daß auch eine frü=
re
Einberufung des Reichstags in dieſem Zuſammenhang
ht in Frage kommen dürfte, zumal ſie aus den eben geſchil=
iten
techniſchen Gründen außerordentlich ſchwierig wäre. Man
in deshalb damit rechnen, daß der Termin des Wieder=
ſammentrittes
des Reichstages underändert bleibt.
ſie Zuſtimmung des Reichstagspräſidenten.
Berlin, 4. Juli. Heute morgen fanden im Reichstag und
Preußiſchen Landtag in den von der Kommuniſtiſchen Par=
benutzten
Räumlichkeiken Durchſuchungen und Beſchlag=
hmungen
ſtatt. Soweit der Reichstag in Betracht kommt,
irde die Zuſtimmung des Präſidenten durch folgendes Schrei=
n
an den Unterſuchungsrichter erteilt: Euer Hochwohlgeboren
ben das in dem gefälligen Schreiben vom 26. Juni geſtellte
rſuch, in den von der Kommuniſtiſchen Partei benutzten Räu=
n
Durchſuchungen und Beſchlagnahmungen vorzunehmen,
rch wiederholte mündliche Darlegungen mir gegenüber näher
gründet. Nach den Darlegungen kam ich zu der Ueberzeugung,
ß die Aufklärung und Verhütung vollendeter und verſuchter
erbrechen des Mordes von der Erteilung der mir nach Art. 38
ſ. 2 der Reichsverfaſſung vorbehaltenen Zuſtimmung abhängig
eibt. Unter dem Zwang dieſer Sachlage erteile, ich Ihnen
erdurch die nachgeſuchte Zuſtimmung zur Durchſuchung der
nannten Räume und zur Beſchlagnahme der auf das Verbre=
m
des Mordes bezüglichen Gegenſtände mit der Maßgabe, daß
eſe Genehmigung auf den 4. Juli beſchränkt wird. gez. Wallraf.
Der Proteſt der Kommuniſten.
Berlin, 4. Juli. Der von den Kommuniſten in Form
ies Urantrages eingelegte Proteſt gegen die Durch=
ichung
der Fraktionsräume im Landtag hat fol=
nden
Wortlaut:
Heute, den 4. Juli 1924, früh zwiſchen 5 und 8 Uhr, hat eine
lizeiliche Unterſuchung der Fraktionsräume der K. P. D. im
indtag ſtattgefunden. Schränke der Abgeordneten ſind aufge=
ochen
und durchwühlt worden. Material iſt beſchlagnahmt
orden, ohne daß über das beſchlagnahmte eine ſpezialiſierte
ufſtellung gemacht worden iſt. Die Durchſuchung fand mit
enehmigung des Landtagspräſidenten ſtatt, der aber verſäumte,
lbſt anweſend zu ſein, ſowie die kommuniſtiſchen Kollegen we=
gſtens
zu Beginn der Hausſuchung zu benachrichtigen.
Der Landtag wolle beſchließen: Das beſchlagnahmte Ma=
rial
iſt ſofort von dem Geſchäftsordnungsausſchuß unter Hin=
ziehung
von drei Vertretern der Fraktion der K. P. D. feſt=
ſtellen
. Das Matertal, das den Abgeordneten in ihrer Eigen=
haft
als Abgeordnete übergeben und zur parlamentariſchen
er beruflichen Tätigkeit unentbehrlich iſt, iſt ſofort zurückzu=

Die kommunzſiiſche Reichstagsfraktion verlangt
die Einberufung des Reichstags.
Berlin 4. Juli. Der Vorſtand der Kommuniſtiſchen
Reichstagsfraktion erhob beim Reichstagspräſidenten. Wallraf
Sekretariats der Kommuniſtiſchen Reichstagsfraktion, woßei ſie
ſich beſonders ſcharf gegen die Begründung der Begünſtigung
des Mordes wandte. Der Fraktionsvorſiand fordert die ſofor=
tige
Einberufung des Aelteſtenrats und des Reichstagsplenums.
Er verlangt eine Aufſtellung der beſchlagnahmten Schriftſtücke
und die Ueberweiſung des beſchlagnahmten Materials an den
Geſchäftsordnungsausſchuß des Reichstggs.
Die Kommeniſten fordern Zuſammentriit des
Ruswärtigen Ausfchußſes.
Berlin, 4. Juli. Die kommuniſtiſchen Mitglieder des
Auswärtigen Ausſchuſſes haben den ſofortigen Zuſammentritt
des Ausſchuſſes beantragt und ihn damit begründei, daß im
Organiſationskomitee für die Induſtrieobligationen eine Kriſe
eingetreten ſei, daß ferner die Tagesordnung für die Londoner
Konferenz ſich geändert und daß der franzöſiſche Miniſterpräſi=
den
Herriot neuerdings offiziell von Deutſchland außer der An=
nahme
des Sachverſtändigen=Gutachtens noch weitere Garantien
verlangt habe. Auch die Situation zwiſchen den deutſchen In=
duſtriellen
und der Micum habe ſich geändert. Alle dieſe Tat=
ſachen
zuſammengeſchloſſen, ſchufen eine neue Sachlage.
Prüfung des beſchlasnahmten Materials.
* Verlin, 4. Juli. (Priv.=Tel.) Zu der Hausſuchung
im Reichstag und dem preußiſchen Landtag erfahren wir noch,
daß die Durchſuchung der kommuniſtiſchen Fraktionszimmer im
Landtag von Uinterſuchungsrichter beim Staatsgerichtshof, Land=
gerichtsdirektor
Vogt, perſönlich geleitet wurde, während ſie im
wacht worden iſt. Die politiſche Polizei iſt lediglich als Gehilfe
der Staatsanwaltſchaft tätig geweſen. Das im Verlaufe der
der Hauptſache aus Brieſen von zum Teil ſehr erheblicher Länge,
die anſcheinend beſtimmte Berichte aus den verſchiedenen Bezir=
ken
und Antworten auf die Anweiſungen der Parteizentrale und
die Moskauer Inſtanzen enthalten. Das ganze Material wurde
ſind. Die Prüfung der zahlreichen Schriftſtücke, die Landgerichts=
direktor
Vogt perſönlich vornimmt, dürfte geraume Zeit in An=
ſpruch
nehmen. Im Anſchluß an die Hausſuchung in den Par= Fragen geworden iſt, zwingt uns zu einer zurückhaltenden Beur=
Vertretern des Reichsjuſtizminiſteriums, die ſich auf dieſe Maß=
nahme
bezogen.
In Bayern wie in Preußen.
des Landtages beſchlagnahmten Materials, ſoweit dasſelbe
Eigentum der Abgeordneten iſt.
In der Ausſprache wurde von ſämtlichen Rednern aner=
kannt
, daß die Polizei nicht ordnungsgemäß vorgegangen ſei
und ſich vor allen Dingen in der bereits verfloſſenen Zwiſchen=
vornehmen
laſſen können, daß das Eigentum der Abgeordneten,
hätte werden können.
verboten.
Aufhebung des Ausnahmezuſtandes in Bayern einſtweilen bis
zur nächſten Woche zurückgeſtellt, damit inzwiſchen die Regie=
rung
dazu Stellung nehmen kann. Der kommuniſtiſche Antrag Schlußkommiſſion Herriot ſich weigern ſollte, die Nuhr=
in
der Ausſprache damit, daß man den Kommuniſten gerade fühlbar für uns werden. Die Folge könnte ſein, daß die von
jetzt, wo ſie den Bürgerkrieg vorbereiten wollten, nicht die freie den Sachverſtändigen als unbedingt erforderlich erklärte Wieder=

Verfügung über die Preſſe geben dürfe.
Bayeriſche Volkspartei und Zentrum.

München, 4. Juli. Zu der Frage der Zuſammenkunft von 7
Dr. Marx und zwei anderen Herren des Parteivorſtandes der
Zentrumspartei am 21. Juni in Bamberg ſchreibt die Bayeriſche Fertigſtellung von Geſetzentwürfen beſchränkt. Wir müſſen den
Volkspartei=Koreſpondenz:
Vermutungen Anlaß gegeben. Die Beſprechung hatte den Zweck,
einen Gedankenaustauſch über die ſchwebenden Eiſenbahnfragen
und Poſtfragen zu pflegen. Außerdem kam das Vorgehen der
Zentrumsfraktion bei den letzten Reichstagswahlen zur Sprache.
Dieſes Vorgehen hat bekanntlich das Verhältnis zwiſchen Baye=
riſcher
Volkspartei und Zentrum in außerordentlicher Weiſe
verſchlimmert. Das Ergebnis der Ausſprache in Bamberg über
dieſen Punkt läßt nun erhoffen, daß es mit der Epiſode des
Zentrumsverſtoßes bei den letzten Reichstagswahlen ſein Be=
wenden
haben wird. Ausdrücklich wurde von den Unterhänd=
lern
betont, daß unter den gegenwärtigen Verhältniſſen an die
Errichtung irgendeiner Art von Arbeitsgemeinſchaft, wie ſie bis
zum Januar 1923 beſtanden habe, nicht gedacht werden könne,
und daß ſich die Bayeriſche Volkspartei ihre vollkommene Selb=
ſtändigkeit
in jeder Beziehung wahren müſſe. Das hindere nicht
daran, gemeinſam vorzugehen, wenn gemeinſame Auffaſſungen
und gemeinſame Intereſſen vorhanden ſind.

* Die Rüſtung für die Londoner
Konferenz.
Von
Dr. Walther Croll, Berlin.
Aus den Hauptſtädten aller bei der Reparationsfrage betei=
ligten
Länder wird von Vorbereitungen für die bevorſtehende
Proteſt gegen die Durchſuchung der Abgeordnetenräune und des Londoner Konferenz berichtet. Bis in die erſten Julitage hinein
beſtand noch keine Klarheit darüber, ob und in welcher Art
Deutſchland bei den interalliierten Verhandlungen mitwirken
werde. Aus London und Paris iſt wiederholt gemeldet worden,
daß die Verbandsregierungen die deutſchen Geſetzentwürfe zur
Eröffnung der Londoner Konferenz, alſo zum 16. Juli, erwarten.
An ſich iſt es eine ſchwere Belaſtung unſeres nationalen Selbſt=
gefühls
, daß wir Geſetzesprojekte durch andere als verfaſſungs=
mäßige
Inſtanzen begutachten laſſen ſollen. Aber es wäre noch
unerträglicher, wenn wir bereits erlaſſene Geſetze auf Wunſch
des Auslandes ändern müßten. Wir haben uns auf den ge=
ſchäftlichen
Standpunkt geſtellt, den die Sachverſtändigen einge=
nommen
und zu dem ſich dann auch die alliierten Regierungen
bekannt haben. Einen weſentlichen Punkt im geſamten Sach=
verſtändigenprogramm
bilden die 800 Millionen Goldmark, die
wir im Auslande aufnehmen müſſen, um der zu ſchaffenden
Goldwährungsbank eine feſte Grundlage zu geben und um die
Sachlieferungen an unſere Gläubiger im erſten Reparationsjahr
bezahlen zu können. Sehen die internationalen Finanzmänner
in den deutſchen Geſetzen über die Eiſenbahn=A.G., über Die
Obligationsſchuld der deutſchen Induſtrie und über die Er=
höhung
der Reichseinnahrien keine genügende Gewähr für das
glatte Funktionieren des Dawes=Planes, ſo werden ſie ſich wei=
gern
, das Darlehen zu geben, welches das Reparationsprogramm
einleiten foll. In gewiſſer Weiſe war ja auch die Zuſtimmung
der Reichsregierung zu der militäriſchen Schlußkontrolle ein
durch vertragliche Verpflichtungen nicht zu rechtfertigendes
Opfer mit dem Zwveck, die der Neparationsentſcheidung entgegen=
Reichstag von einem Stellvertreter, einem Landgerichtsrat, über= ſtehenden Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Gelingt es,
die ins Auge gefaßten Termine innezuhalten, ſo wird der Deut=
ſche
Reichstag in den letzten Julitagen die Geſetze verabſchieden
zweiſtündigen Unterſuchung beſchlagnahmte Material beſteht in und das Reparationsprogramm am 1. Auguſt in Kraft ſetzen
können.
In Paris, wo die Oppoſition gegen den neuen Kurs in der
Reparationsfrage beſonders aktiv iſt, ſind Beſtrebungen im
nach dem Polizeipräſidium gebracht, wo dem Unterſuchungs= Gange, die Schlußkontrolle gegen die Reparationsentſcheidung
richter des Staatsgerichtshofs Näume zur Verfügung geſtellt auszunutzen. Die Tatſache, daß ein ſo leidenſchaftlicher Anhänger
der Ruhrbeſetzung wie der frühere franzöſiſche Kriegsminiſter
Maginot Vorſitzender des Kammerausſchuſſes für militäriſche
lamenten hatte der Unterſuchungsrichter eine Konferenz mit teilung der ſich au der Schlußkontrolle enventuell ergebenden
Möglichkeiten. Aus den Aeußerungen Herriots in den letzten
Tagen iſt zu entnehmen, daß die militäriſche Räumung des
Ruhrgebiets nicht gleichzeitig mit der Wiederherſtellung der
finanziellen und wirtſchaftlichen Souveränität des Reiches erfol=
gen
ſoll. Unter allen Umſtänden aber müſſen die deutſchen Ver=
München, 4. Juli. Ein kommuniſtiſcher Antrag, der treter auf der Londoner Konferenz bzw. die zuſtändigen Reichs=
heute
im Verfaſſungsausſchuß des bayeriſchen Landtages zur miniſter in ihrer Stellungnahme zu den Vorſchlägen der Allier=
Beratung kam, verlangte die ſofortige Rückgabe des kürzlich bei ten durchſetzen, daß ein genaues Programm für die militäriſche
der Hausſuchung in den Näumen der kommuniſtiſchen Fraktion Räumung der Weſtmark feſtgeſetzt und durchgeführt wird. Iſt
die mit der Schlußkontrolle zu beauftragende interalliierte Kom=
miſſion
von dem gleichen Geiſte beſeelt, den der jetzige franzö=
ſiſche
Kriegsminiſter Nollet als Vorſitzender der Entwaffnungs=
kommiſſion
bekundet hat, ſo werden Beanſtandungen der gegen=
wärtigen
Lage in Deutſchland nicht ausbleiben. Wie wenig die
zeit eine Sichtung des beſchlagnahmten Materials ſoweit hätte militäriſchen und adminiſtrativen Organe der Okkupationsmächte
die Politik Herriots und Macdonalds mitzumachen geneigt ſind,
ſoweit es nicht für die Unterſuchung in Frage kam, zurückgegeben, geht daraus hervor, daß gerade im Augenblick der Amneſtie für
Ruhr= und Rhein=Vergehen beiſpielsweiſe in Düſſeldorf und in
Wiesbaden Hunderte von Wohnungen neu beſchlagnahmt wor=
Die kommuniſtiſche Preſſe Bayzerns bleibt, den ſind. Den auf der Londoner Konferenz zu faſſenden Repa=
rationsbeſchlüſſen
droht Gefahr weniger auf wirtſchaftlichem und
finanziellem, als vielmehr auf militäriſchem Gebiet. Die Anhän=
* München, 4. Juli. (Priv.=Tel.) Im Verfaſſungsaus= ger der politiſchen Gewaltmethoden in Frankreich haben es bei
ſchuß des bayeriſchen Landtages wurde heute der Antrag auf Herriot durchgeſetzt, daß ſich das neue Kabinett auf die Poin=
caréſche
Formel von der Unſichtbarmachung der Ruhrbeſetzung
zurückzog. Selbſt wenn nach etwaigen Enthüllungen der
auf Aufhebung des Verbotes der kommuniſtiſchen Preſſe wurde beſetzung in aller Form wieder ſichtbar zu machen, ſo könnte
abgelehnt. Der Vertreter der Deutſchnationalen begründete dies die Praxis der weſtlichen Okkupationsbehörden doch wieder recht
herſtellung der wirtſchaftlichen und finanziellen Souveränität
Deutſchlands praktiſch illuſoriſch gemacht wird. Reichsfinanzmini=
ſter
Dr. Luther hat erſt kürzlich einem ausländiſchen Preſſever=
treter
gegenüber auseinandergeſetzt, wie ſchwer die Reichsfinan=
zen
unter der wirtſchaftlichen und fiskaliſchen Abſchnürung der
Vertretern der Bayeriſchen Volkspartei mit dem Reichskanzler Weſtmark vom Reiche leiden. Daher muß gefordert werden, daß
die deutſche Rüſtung zur Londoner Konferenz ſich nicht auf die
Antrag ſtellen, daß die militäriſche Näumung des Okkupations=
Dieſe Zuſammenkunft hatte zu allerlei Kombinationen und gebietes nicht durch militäriſche Vorwände ſabottert oder ver=
ſchleppt
werden darf.

Anſerer heutigen Ausgabe liegt

KKuut

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

85.

Der Graff=Prozeß in Stettin.

Die Verteidigung hat das Wort.
Stettin, 4. Juli. Der Graffprozeß wird pünktlich um
neun Uhr eröffnet. Rechtsanwalt Meyer erhält das Wort und
führt aus: Wer den Ausführungen der Staatsanwaltſchaft auf=
merkſam
folgte, wird von tiefem Mitgefühl für die Angeklagten
erfüllt ſein. Ich rechne es mir zur Ehre an, in dieſer Stunde
der Gefahr den Angeklagten zur Seite zu ſtehen. Es verlohnt
ſich, für die Männer einzutreten, die hier auf der Anklagebank
ſitzen, da es ehrenwerte Leute ſind, die für des Vaterlandes Ehre
und Beſtand ehrenvoll gefochten haben. Möge es mir vergönnt
ſein, Sie zu überzeugen, daß das von den Vertretern der An=
klage
geforderte Urteil nicht geſprochen werden darf. Auch heute
ſollen die Angeklagten durch mich nochmals in aller Oeffentlich=
keit
betonen: Wir wollen nicht, daß Unſchuldige beſtraft werden.
Die beiden, Urteile der belgiſchen Gerichte ſind
Fehlſprüche und Juſtizmorde. Feſtgeſtellt iſt auch in dieſem
Verfahren, daß zwiſchen den in Aachen Verurteilten und den
hieſigen Angeklagten keine Verbindung beſteht. Nach den Aus=
führungen
der Staatsanwaltſchaft hege ich noch die Befürchtung,
daß die Angeklagten das Opfer werden könnten derjenigen Maß=
nahmen
, die vielleicht notwendig erſcheinen, um die Aachener zu
befreien. Die Angeklagten ſind keine Mörder, und haben
keinen gemeinen Mord begangen. Sie können höchſtens we=
gen
Totſchlags beſtraft werden. Die Täterſchaft der An=
geklagten
Kaws und Engeler wurde nie von ihnen beſtritten,
aber die Beweiſe, die geführt ſind, die Angeklagten des gemein=
ſchaftlichen
Mordes zu überführen, ſind ſchwankend. Die von der
Anklagebehörde vertretene Anſicht des gemeinſchaftlichen Mordes
findet in der Beweisaufnahme keine Stütze. Die Intereſſen der
Angeklagten wurden unter dem Geſichtspunkt, den in Aachen
Sitzenden zu helfen, ſchwer geſchädigt. Die Unterſuchung war
längſt abgeſchloſſen, und der Termin hätte ſchon lange ſtattfin=
den
können, wenn man es nicht für nötig befunden hätte, das
ganze Verfahren der Belgier hier nochmals aufzurollen. Was
bei den Angeklagten darauf hindeutet, daß ſie gemeinſchaftlich
handelten, ſtützt ſich auf Protokolle, die in der Vorunterſuchung
aufgenommen ſind. Dieſe Protokolle ſind unter ganz ungewöhn=
lichen
Umſtänden zuſtande gekommen. Vertreter der Staatsan=
waltſchaft
und Regierungsvertreter waren oſt bei den Verneh=
mungen
dabei. Ganz ungewöhnlich iſt es auch, daß man den
Angeklagten die Meldung des Berliner Lokalanzeigers vorhielt,
wonach die in Aachen Sitzenden zum Tode verurteilt ſind, um ſie
zu einem ſchnelleren und umfaſſenderen Geſtändnis zu veran=
laſſen
. Hierdurch beeinflußt, gaben die Angeklagten mehr zu, als
ſie konnten und brauchten; aber wenn ſich in ihren Ausſagen von
heute und damals Widerſprüche ergaben, erklärt ſich das dar=
aus
, daß die Angeklagten dieſe Ausſagen nur in dem Bewußt=
ſein
machten, den Kameraden zu helfen. Die Reviſion in Aachen
mußte innerhalb zwei Tagen eingebracht ſein, und da arbeitete
man ſchneller, als es im Intereſſe der Angeklagten zuträglich ge=
weſen
wäre.
Schließung des Regierungsgebäudes in
Düſſeldorf.
Düſſeldorf, 4. Juli. Der Regierungspräſident teilt
ſoeben mit: Infolge der Beſchlagnahme eines großen Teiles des
Regierungsgebäudes durch die Beſatzungsbehörde iſt eine Still=
legung
der Verwaltungsgeſchäfte vorübergehend unvermeidlich
geworden. Das Regierungsgebäude iſt deshalb von Samstag,
den 5., bis Samstag, den 12. Juli einſchließlich, für jeden Publi=
kumsverkehr
geſperrt. Ob und inwieweit über dieſen Termin
hinaus einzelne Verwaltungszweige gänzlich ſtillgelegt werden,
wird noch bekannt gegeben.
Scheidemann abgebaut.
Kaſſel, 4. Juli. In der am Donnerstag abgehaltenen
Stadtverordnetenſitzung beſchloß die bürgerliche Mehrheit gegen
den Widerſpruch der Sozialdemokraten und Kommuniſten, ge=
mäß
der preußiſchen Perſonalabbauverordnung den Oberbürger=
meiſter
Scheidemann abzubauen. In der Entſchließung heißt es:
Es iſt für den Dauerzuſtand als ausreichend anzuſehen,
wenn der Magiſtrat unter Aufrechterhaltung der Magiſtratsver=
faſſung
beſteht aus einem Bürgermeiſter, deſſen Tätigkeitsgebiet
beſonders die Finanzangelegeneiten umfaſſen ſoll, ferner aus
ſechs beſoldeten Stadträten.
Der Hannoverſche Bürgermeiſter abgebaut.
* Hannover, 5. Juli. (Priv.=Tel.) Wie wir erfahren,
beſchäftigte ſich das Hannoverſche Bürgervorſteher=Kollegium in
einer vertraulichen Sitzung geſtern mit dem Abbau innerhalb
des Magiſtrats. Der kommuniſtiſche Antrag, den geſamten
Magiſtrat abzubauen, wurde gegen die Antragſteller abgelehnt.
Vom Ordnungsblock lag ein Antrag auf Abbau der Senatoren
Suchlrath Grothe und Lindemann vor. Während der
Beratung wurde von deutſch=hannoverſcher Seite der Antrag
eingebracht, entſprechend dem Kaſſeler Vorgehen den Ober=
bürgermeiſter
Leinert wegen des Unwertes ſeiner Dienſt=
leiſtungen
abzubauen. Dieſer Antrag wurde gegen die Stim=
men
der Kommuniſten und Sozialdemokraten angenommen.
Weiter beſchloß man den Abbau des Senators Gorthe.

Vom Tage.

Bu der Nachricht des Echo de Paris, daß die britiſche Einlabung
zur Londoner Konferenz auch der Berliner Regierung zuge=
ſtellt
wurde, erfährt das Wolffbureau von unterrichteter Stelle, daß der
Reißsregierung eine Einladung zu der Londoner Kon=
ferenz
ſbisher nicht zugegangen iſt.
Am Dienstag nächſter Woche findet in Berlin eine Kon=
ferenz
der Finanzmiſiſter der Länder ſtatt. Ihr Haupt=
beratungsgegenſtand
iſt wieder die Frage des Sachverſtändigengutachtens
und der ſich daraus ergebnden finazpolitiſchen Maßnahmen, die die In=
tereſſen
der Länder berühren.
Der Reichstagsabgeordnete Erkelenz iſt in Paris eingetrof=
fen
, um ſich über die politiſche Situation in Frankreich
aus eigener Anſchauung zu unterrichten.
Das franzöſiſcho Kriegsgericht in Mainz veur=
teilte
den Heinrich Joſt aus Argental im Hundsrück zu drei Jah=
ren
Gefängnis, weil gelegentlich einer Hausſuchung bei ihm
Flugblätter und verbotene Zeitungen gefunden worden waren.
Dem ausgewieſenen Oberbürgermeiſter von Duisburg und jetzigen
Reichsinnenminiſter Dr. Jarres iſt die Erlaubnis zur
Rückkehr erteilt worden.
In einer ſtürmiſchen Sitzung des Fünfzehnerrates des ſonderbündle=
riſchen
rheiniſch=weſtfäliſchen Volksbundes in Düſſeldorf iſt der bekannte
Separatiſtenführer Matthes aus der Partei ausgeſchloſ=
ſen
worden.
Nach einer Nachricht aus Köln beginnt am 7. Juli vor dem dor=
tigen
engliſchen Kriegsgericht die Verhandlung gegen den
Miniſterialrat Dr. Schneider, der ſeinerzeit im Zuſammen=
hang
mit der Beſchlagnahme gefälſchter Regiefran=
kenverhaftet
, dann aber wieder auf freien Fuß geſetzt worden war.
Aus parlamentariſchen Kreiſen wird berichtet, daß Oberſchle=
ſien
in der Zeit bis zur Nachwahl im September eine Ver=
tretung
im Reichstag geſchaffen werden ſoll.
Die Hamburger Bürgerſchaft hat einem Antrag des Se=
nats
auf Erwerb des Nachlaſſes von Detlev v. Lilien=
eron
zugeſtimmt.
Anläßlich der 50. Wiederkehr des Todestages Fritz
Reuters am 12. Juli hat der Miniſter für Wiſſenſchaft Kunſt und
Volksbildung dem amtlichen Preußiſchen Preſſedienſt zufolge angeord=
net
, daß in allen Schulen vor oder nach den Ferien in geeigneter Weiſe
d:s Dichters gedacht wird.
Bwiſchen Danzig und Polen iſt ein Abkommen über
den kleinen Grenzverkehr abgeſchloſſen worden.
Die Verhandlungen zwiſchen Jugoſlawien und
Italien bezüglich des Handelsvertrages ſind abgebrochen wor=
den
und ſollen erſt im Herbſt wieder aufgenommen werden.
Der Fall des rumäniſchen Lei auf den ausländiſchen
Börſen hat in rumäniſchen politiſchen und wirtſchaftlichen Kreiſen
größtes Aufſehen erregt, da ſich außer einem erheblichen An=
ziehen
ſämtlicher Preiſe auch eine große Kapitalknappheit
bemerkbar macht.
In ſchweizeriſchen Kreiſen rechnet man damit, daß nach dem Regie=
rungswvechſel
in Frankreich nunmehr im Laufe des nächſten Monats die
Verhandlungen zwiſchen den ſchweizeriſchen und franzöſiſchen Sachver=
ſtändigen
in der Zonenfrage wieder aufgenommen werden.
Die ungariſche Nationalverſammlung bgendete
ihre Sommerſeſſion und wurde bis zum 1. Oktober vertagt.
Der franzöſiſche Miniſterrat hat geſtern vormittag von
½10 bis 12.15 Uhr ſich mit der außenpolitiſchen Lage beſchäftigt, und
zwar insbeſondere mit der Londoner Konferenz.
Premierminiſter Hertzog richtete an den britiſchen Kolo=
nialminiſter
ein Telegramm, in dem er die Hoffnung ausſpricht,
daß die herzlichen Beziehungen zwiſchen der britiſchen Re=
gierung
und der ſüdafrikaniſchen Union zukünftig in gleicher Weiſe wie
früher fortgeſetzt werden ſollen.
überzeichnet worden.
Nach der Abſtimmung vertagte ſich der bemokratiſche Par=
teikongreß
in Amerika, ohne einen rffiziellen Präſidentſchafts=
kandidaten
gewählt zu haben.
Das amerikaniſche Finanzminiſterium teilt mit, daß
das am 30. Juni zu Ende gegangene Finanzjahr mit einem Einnah=
menüberſchuß
von 505 Millionen Pfund Sterling
abgeſchloſſen habe. Die Staatsſchuld habe ſich um eine Milliarde ver=
ringert
.

Beginn der neuen Kontrollmaßnahmen am
20. Juli.
Berlin, 4. Juli. Wie Petit Journal mitteilt, iſt im
Verlaufe der geſtrigen Botſchafterkonferenz beſchloſſen worden,
die neuen Kontrollmaßnahmen in Deutſchland
ſollten am 20. Juli beginnen. Die Botſchafterkonferenz
werde hinſichtlich des Zeitpunktes, an dem vorausſichtlich die
letzte Kontrolloperation beendet ſein werde, keine Ver=
pflichtung
übernehmen.
Bayern verlangt amtliche Bekämpfung der
Kriegsſchuldlüge.
München, 4. Juli. Der Verfaſſungsausſchuß des Baye=
riſchen
Landtages nahm heute einſtimmig einen Antrag der
Bayeriſchen Volkspartei, an, der die Staatsregierung auffordert,
bei der Reichsregierung ihren Einfluß dahin geltend zu machen,
daß der Kampf gegen die Krigesſchuldlüge auch vom Reiche amt=
lich
aufgenommen werde.

Deutſch=rufſiſche Verhandlungen.
Ausſichten auf Perſtändigung.
Berlin, 4. Juli. Der Vertreter des ruſſiſchen Auße
kommiſſariats Litwinow, der ſich mehrere Tage in Berl
aufgehalten hat, hatte bei dieſer Gelegenheit zwei ſehr ausfüh
liche Beſprechungen mit dem Außenminiſter Dr. Streſeman
Dieſe Beſprechungen galten der Beilegung des deutſch=ruſſiſche
Konfliktes. Die Einigung dürfte ſich etwa auf der Linie vo.
ziehen, daß genau zwiſchen der Nicht=Exterritorialität der eigen
lichen Handelsvertretung und zwiſchen den perſönlichen Büro
der einzelnen exterritorialen Mitglieder des Inſtitutes unte
ſchieden wird.
Ein deuiſch=griechiſches Abkommen.
Der deutſche Geſchäftsträger und der griechiſche Außer
miniſter unterzeichneten ein vorläufiges Wirtſchaftsabkommei
Das Abkommen ſichert allen wichtigen deutſchen Exportartikel
die griechiſche Meiſtbegünſtigung und den deutſchen Schiffen be
ihrem Verkehr in den griechiſchen Häfen die Gleichftellung mt de
griechiſchen Schiffen zu, insbeſondere auch bezgl. der zu entrick
tenden Gebühren und Abgaben, wohingegen deutſcherſeits de
griechiſchen Regierung ein Kontingent für die Einfuhr griechi
ſchen Weines und die Aufrechterhältung des gegenwärtigen Re
gimes für die Einfuhr griechiſchen Tabaks zugeſichert wurde. Da
Abkommen, deſſen Inkraſttreten noch bekannt gegeben wird
wurde für 6 Monate mit ſtillſchweigender Verlängerung vor
drei zu drei Monaten abgeſchloſſen. Es wird zweifellos zur Be
lebung der deutſch=griechiſchen Wirtſchaftsbeziehungen erheblid
beitragen.
Ein engliſches Konſulat für die Pfalz.
Berlin, 4. Juli. Der rheiniſche Berichterſtatter der Times
meldet aus Wie baden, er erfährt, daß beſchloſſen worden ſei
ein britiſches Konſulat für die Pfalz und den Saarbezirk zu
errichten. Dieſer Beſchluß ſei von beträchtlicher politiſcher Be=
deutung
. Magowan, der ſeit vier Jahren britiſcher Vizekonſul
in Bremerhaven ſei, ſei zum britiſchen Konſul für die Pfalz und
das Saargebiet ernannt worden. Die Konſulatbüros würden in
etwa vierzehn Tagen eröffnet werden.
Keine Vierteljahres=Vorauszahlung der
Beamtengehälter.
Berlin, 4. Juli. In den Verhandlungen, die geſtern
mit den Beamtenorganiſationen im Reichsfinanzminiſterium
ſtattfanden, teilte die Regierung mit, daß zurzeit eine neue Ver=
ordnung
ausgearbeitet werde, die die Aufrechterhaltung der
monatlichen Beamtengehälter=Vorauszahlungen beibehält. Die
ferner von den Organiſationen geforderte Ueberprüfung der
Ortsſonderzuſchläge wurde ebenfalls abgelehnt.
Waſhingtoner Beſprechungen über die
Reparationsfrage.
Paris, 4. Juli. (Wolff.) Nach einer Havasmeldung aus
Waſhington haben Präſident Coolidge und Staatsſekretär
Wie wir erfahren, iſt in Amerika die ungariſche Anleihe Hughes geſtern im Weißen Hauſe eine Beſprechung mit Ge=
neral
Dawes, und dem amerikaniſchen Botſchafter in Berlin
Houghton gehabt. Eine offizielle Erklärung iſt darüber nicht
ausgegeben worden, jedoch habe man durchblicken laſſen, daß
die Beſprechungen auf die Reparationsfrage und den
Sachverſtändigenbericht Bezug hatte, der, wie ſchon des öſteren
angeführt, die volle Zuftimmung der amerikaniſchen Regierung
finde, die ſeine baldige Durchführung wünſche.
Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen Coolidge
und Hughes.
Paris, 4. Juli. (Wolff.) Der Neu=York Herald berichtet
aus Waſhington, kürzlich ſei das Gerücht verbreitet wor=
den
, Präſident Coolidge hätte einem fortſchrittlichen Senator
erklärt, er ſtehe in Meinungsverſchiedenheiten mit Staatsſekrejär
Hughes hinſichtlich der Politik gegenüber Rußland und er
würde mit den Sowjets verhandeln, wenn die republikaniſche
Partei wieder ans Ruder kommen ſollte. Das Weiße Haus de=
mentiert
allerdings, daß Präſident Coolidge für den Fall ſeiner
Wiederwahl zu einer Aenderung der amerikaniſchen Politik ent=
ſchloſſen
ſei. Nichtsdeſtoweniger aber verlaute, daß die fort=
ſchrittlichen
Republikaner auf einer ſolchen Aenderung gegenüber
Rußland beſtänden und daß man dauernd verſichere, daß der
Präſident hinſichtlich Rußland nicht der gleichen Meinung wie
der Staatsſekretär ſei. Es ſei deshalb das Gerücht aufgekommen,
daß der Staatsſekretär nach den Wahlen zurücktreten were. Das
ſei im Augenblick glaubhafter als früher, weil das Preſtige des
Staatsſekretärs, ſo behaupten wenigſtens die Fortſchrittler, durch
die ungeſchickte Behandlung der japaniſchen Auswanderungs=
frage
gelitten und ſich durch den kürzlichen Affront Chinas nicht
gebeſſert habe.

*Heſſiſches Landestheater.
Eugen Keller.
Den ſcheidenden Künſtlern wurden in ben letzten Tagen
Abſchiedskränze in Blumen und in gedruckter Form nach Gebühr
gewidmet. Es wäre undankbar, eines Mannes zu vergeſſen,
der nicht ſichtbar mehr an die Nampe getreten iſt, dem die Darm=
ſtädter
Bühne aber ſchöne und wertvolle Gaben verdankt: des
Oberregiſſeurs Eugen Keller.
Keller, ein geborener Baſeler, kam im Herbſt 1921 vom
Schauſpielhaus in Düſſeldorf nach Darmſtadt. Er iſt ein Menſch
von einer ſtillen, verſonnenen Zurückhaltung. Nach Schweizer
Art erſchließt er ſich nicht leicht und wird erſt lebendig, wenn es
ſich um ſein eigenes Gebiet, um die Fragen der dramatiſchen
Kunſt, handelt. Dann aber glüht es in ihm auf, und es brechen
aus ihm alle die Ideen hervor, die er in langem Suchen und
Kämpfen gefunden hat.
Die Beſcheidenheit, die Keller im äußeren Leben zeigt, kenn=
zeichnet
auch ſeine künſtleriſche Tätigkeit. Er dringt in den Kern
des Kunſtwerkes ein, und vor der Dichtung tritt ſeine Regie
beſcheiden in den Hintergrund. Das Werk des Dichters ſoll zu
uns ſprechen, nicht eine laute Arbeit des Regiſſeurs. Von dem
Kern aus erfaßt er die Dichtung; von hier ſieht ſie ſein künſt=
leriſches
Auge und geſtaltet ſie ſeine künſtleriſche Hand. Wohl
klagten mir manchmal. Schauſpieler über lange und mühevolle
Proben bei Keller; ich gab ihnen niemals Recht, da der Zwölf=
Stundentag mir ſelbſt nicht fremd und die Spanne des Lebens
viel zu kurz iſt, als daß man ſie nicht mit der Freude intenſiver
Arbeit ausfüllen ſollte; ſtand die Aufführung fertig auf der
Bühne, ſo ſprachen die Künſtler unter den Darſtellern doch
alle voll Dankbarkeit und Bewunderung von dem Regiſſeur.
Kellers Inſzenierungen waren nicht alle von gleichem Erfolg
begleitet. Gegen Shakeſpeares Richard III. und Hauptmanns
Einſame Menſchen konnte man Einwendungen haben. Dann
aber ſchuf er am Schluſſe ſeines erſten Winters jene entzückende
Aufführung von Shakeſpeares Komödie der Irrungen, die,
in ſieben luſtige, bunte Bogen geſpannt, köſtlich an heiteren
Einfällen und Ueberraſchungen war. Ihm folgten des Ariſto=
phanes
beſchwingte Lyſiſtrata, Ibſens eindringlicher Brand,
von Schiller ſchöne und großzügig erfaßte Wiedergaben des
Eisko und IKabale und Liebe", Bon Soethe der G3t 1

Der letzte Winter brachte die großangelegte Darſtellung der
Antigone von Sophokles=Hölderlin in der Bearbeitung von
Wilhelm Michel und mit Shakeſpeares Viel Lärmen um
Nichts die gelungenſte Aufführung der ganzen Spielzeit. Ich
ſah kurze Zeit darauf dieſes Luſtſpiel im Berliner Staatstheater
in der neuen Inſzenierung von Jürgen Fehling. Wohl war
Fehlings Inſzenierung von einem überaus kultivierten Ge=
ſchmack
getragen und in ſchönen, vornehmen Farben gehalten,
aber die aus der Fülle des Lebens, aus dem Kerne Shakeſpear=
ſchen
Weſens geſchöpfte Stimmung war nur Kellers Inſzenie=
rung
eigen. Allerdings ſtand Keller in Eliſabeth Stieler
als Beatrice eine im Weſen verwandte Schauſpielerin zur Seite,
gegen deren ſprühende Lebensluſt Agnes Straub in Berlin als
Beatrice arg matt wirkte. Mit Cimoroſas Heimlicher Ehe‟
unternahm Keller einen Ausflug in die Oper und ließ das Vor=
Mozartſche Spiel zu duftiger Rokoko=Laune erſtehen.
Das Staatstheater in München wird Eugen Keller den
künftigen Boden für ſeine ſtille, feine Arbeit geben, die ſtets ein
ehrfürchtiger Dienſt am Werke iſt.

* Sommer=Theater.
Alt=Heidelberg.
Schauſpiel von W. Meyer=Förſter.
Um die Jahrhundertwende war Alt=Heidelberg das
meiſtgeſpielte Schauſpiel auf der deutſchen Bühne. Ohne daß
ihm ein höherer literariſcher Wert innewohnt, ſchlingt es um eine
einfache Handlung doch ſo reichen Stimmungszauber, daß es ſeine prophezeite, gaben andere etwas längere Friſt. Sie gönnen den
Wirkung auf die Zuſchauer auch jetzt nicht verfehlt. Die ſchöne
Landſchaft des Neckars, Studentenlieder, junge Liebe, geben den
romantiſchen Grundton ab, der das liebenswürdige Schanſpiel
durchzieht, und der auch durch die geſtrige Aufführung im Klei=
nen
Hauſe des Landestheaters hindurchklang.
Eva Biſchoff brachte für die Käthi ihr junges, friſch=
quellendes
Weſen mit und ſpielte ſo natürlich und herzig, daß
man ſeine rechte Freunde daran hatte. Als Erbprinz Karl
Heinz war Willy Loehr ſeinerzeit der Schwarm aller Backfiſche.
Gert Benowsky, der geſtern das Band des Erbprinzen trug,
ging in der Morgenſzene in Heidelberg" friſch aus ſich heraus,
bließ aber ſonſt bisweilen matt. Dr. Füttner, den lebens=

frohen Erzieher des Erbprinzen, ſtellte Robert Nhil durch ſein
feſſelndes, überlegenes Spiel ſtark in den Vordergrund des In=
tereſſes
und gab der Erſcheinung dieſes prächtigen Menſchen
einen faſt tragiſchen Glanz. Franz Sauer als fürſtlicher Kam=
merdiener
, Hans Ausfelder, als Heidelberger Wirt, Theo
Bögel als Fax und Kellermeiſter ſchufen charakteriſtiſche Ge=
ſtalten
.
Die Landſchaft Heidelbergs hatte in Franz Sauers Spiel=
leitung
Form und Stimmung; nur hätten die Studenten=Szenen
auf der Terraſſe am Neckar mehr Gliederung und Haltung ver=
tragen
.

Techniſche Rundſchau.
Von Dr. Albert Neuburger.
Schon ſeit geraumer Zeit weiß man, daß die Kohlenvorräte
der Erde dereinſt erſchöpft ſein werden. Man hat ſich zunächſt
noch wenig Sorgen darüber gemacht mögen ſpätere Ge=
ſchlechter
ſehen, wie ſie zurecht kommen! Nach uns die Sintflut!
Wir ſelbſt, die wir gegenwärtig auf dieſer ſchönſten aller Welten
wandeln, haben ja noch Kohlen. Nicht etwa, daß man ſich ſo
gar nicht mit dieſer Angelegenheit beſchäftigt hätte: Da gab es
z. B. Gelehrte, die ſehr ſorgfältig ausrechneten, wann das letzte
Stückchen Kohle verbraucht ſein würde. Die Ergebniſſe, zu
denen ſie kamen, zeigten, wie dies boi gelehrten theoretiſchen
Unterſuchungen ja ſo manchmal der Fall zu ſein pflegt, eine
recht erfreuliche Uebereinſtimmung: Während der eine das Ende
der Kohle und damit der Menſchheit ſchon in zweihundert Jahren
Erdbewohnern noch etwa viertauſend Jahre!
So oder ſo man kümmerte ſich zunächſt nicht darum, bis
man eines ſchönen Tages die erſten Anzeichen der herannähenden
Kataſtrophe bemerkte. Der Kohle wurde teurer und teurer, weil
man in den oberſten Erdſchichten keine mehr fand und immer
tiefer hinabſteigen mußte, um ſie zu fördern. Und nun begannen
plötzlich die erſten Abwehrmittel gegen jenes Verhängnis, das
zwar noch in weiter Ferne liegt, deſſen Hauch uns aber bereits
ſtreift. Expeditionen werden nach dem Innern unerforſchter
Erdteile, insbeſondere Aſiens und Afrikas, geſandt, um nach
Kohle zu ſuchen. Sie kehrten unverrichteter Dinge zurück. Dann
erhoffte man das Heil von der, Technit. Die dereinſtige Erſchän=

[ ][  ][ ]

Rummer 185

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924

Seite 3.

Zahlreiche Fragen noch unaufgeklärt.
London, 4. Juli. Das Reuterſche Bureau erfährt, daß,
bbgleich die Vorbereitungen für die bevorſtehende alliierte Kon=
ferenz
in London fortgeſetzt würden, doch noch zahlreiche
Fragen ungeklärt ſeien. Reuter fügt hinzu, daß der Zeit=
punkt
der Konferenz endgültig auf den 16. Juli feſtgeſetzt wor=
den
ſei. Dies ſei in der Einladung beſonders erwähnt, die an
Japan, Frankreich, Belgien und Italien geſandt
und von dieſen Ländern angenommen worden ſei; in anderer
Form ſei die Einladung auch von Amerika angenom=
men
worden. Es beſtehe der Plan, daß alle an den Nepa=
tionen
interſſierten Staaten Gelegenheit haben ſoll=
ten
, an der Konferenz teilzunehmen, aber bisher ſei in der Frage
dieſer Einladungen, die gegenwärtig geregelt werde, noch nichts
Endgültiges beſchloſſen worden. Auch die Frage der Hinzu=
ziehung
der Dominions werde gegenwärtig erörtert.
Es werde erwartet, daß einige europäiſche Länder von ihren
diplomatiſchen Vertretern in London vertreten ſein werden.
Bisher ſei jedoch nichts Endgültiges bezüglich der Auswahl der
Delegierten und des Verſammlungsortes der Konferenz bekannt.
Hinfichtlich Italiens ſtehe jetzt feſt, daß Muſſolini nicht
kommen wird. Man glaubt jedoch, daß Italien durch ſeinen
Finanzminiſter vertreten ſein werde.
Ein Meinungsaustauſch im Gange.
Die Aufregung der franzöſiſchen Rechtspreſſe über die von
der engliſchen Regierung verſandten Konferenzeinladungen wird
hier als gänzlich unbegründet bezeichnet. Macdonald habe ſich,
ſo wird betont, durchaus innerhalb ſeines Auftragekreiſes als
Konferenzveranſtalter gehalten. Er habe mit dieſen Einladungen
keinerlei Verſuche gemacht, beſtimmte Bedingungen für die Kon=
ferenz
aufzuſtellen. Dagegen gibt man zu, daß gegenwärtig
auf dem üblichen diplomatiſchen Wege ein Mei=
nungsaustauſch
zwiſchen den beteiligten Re=
gierungen
über verſchiedene Einzelfragen im
Gange wäre. Jedenfalls laſſe dieſe und ähnliche Erklärungen
erkennen, daß abermals ein ſogenanntes Mißverſtändnis zwiſchen
Paris und London beſtand.
Paris um die Reparationskemmiſſion beſorgt.
Der Pariſer Berichterſtater der Times ſchreibt, die öffent=
liche
Meinung Frankreichs ſei durch die Mitteilung des Echo
de Paris ſtark beunruhigt, daß unter den Punkten, die
der für den 16. Juli feſtgeſetzten Konferenz unterbreitet werden
ſollen, ſich die Schaffung einer neuen Körperſchaft
befinde, die vollkommen getrennt von der Reparationskommiſſion
die Verfehlungen erwägen ſoll, deren ſich Deutſchland bezüglich,
der Verpflichtungen, die außerhalb des Verſailler Vertrages
liegen, ſchuldig machen ſollte. Dem Berichterſtatter zufolge werde
dieſe Mitteilung als eine Enthüllung der Abſicht angefehen, die
Neparationskommiſſion eines ihrer weſent=
lichen
Rechte zu berauben. Es ſehe ganz danach aus.
als ob die bittere Preſſefehde entfacht werde in dem Augenblick,
wo der Streit beſonders mißbilligt werden müßte. Keinerlei
Anſtrengung dürfte geſpart werden, der franzöſiſchen Oeffentlich=
keit
klar zu machen, daß die Intereſſen Frankreichs in London
nicht geopfert werden. Ohne ein klares vorheriges Einvernehmen
über dieſen Punkt würden die Ausſichten der Konſerenz ſehr
ernſtlich bedroht ſein.
Der Pariſer Berichterſtatter des Daily Telegraph ſchreibt,
wenn die Abſichten der britiſchen Regierung in dieſem Punkte
ſo ſeien, wie dargeſtellt werde, ſo würde man, wie von gut unter=
richteten
franzöſiſchen Kreiſen bemerkt werde, auf beträchtliche
Schwierigkeiten gefaßt ſein müſſen, da jeder Verſuch, die Repa=
rationskommiſſion
auf ein Nebengeleis zu ſchieben, von keiner
franzöſiſchen Regierung, ſelbſt nicht der Regierung der Linken,
angenommen werden könne.
Die ſachlichen Schwierigkeiten.
London, 4. Juli. (Wolff.) Der diplomatiſche Korreſpon=
dent
des Daily Telegraph ſchreibt: Ueber den Charakter der von
der britiſchen Regierung ergangenen Einladung zur bevorſtehen=
den
Londoner Konferenz wurden im Ausland phanta=
ſtiſche
Berichte verbreitet. Die Einladungsnote dient zugleich
als Mitteilung des von dem britiſchen und franzöſiſchen Pre=
nierminiſter
vereinbarten Zieles der Konferenz, erhob aber kei=
nen
Anſpruch, genaue Bedingungen der Verfahrens peinlicher
Punkte feſtzuſetzen. Die Anſicht der britiſchen Regierung über
die einzuſchlagende Politik und die Methoden würde zweifellos
den verſchiedenen anderen in Betracht kommenden Regierungen
in den diplomatiſchen Beſprechungen, die gegenwärtig im Gange
ſeien, mitgeteilt. Als weſentlich werde erachtet, gewiſſe Zeit=
grenzen
auszubedingen, innerhalb welcher der
Dawesbericht in Wirkſamkeit treten ſolle. Mac=
donald
hoffte, daß dieſer Termin am 1 Auguſt ſein könne,
aber infolge gewiſſer Verzögerungen müſſe der
m

fung der Kohle wird ſie ja wohl niemals zu hindern vermögen,
aber verſchiedene Maßnahmen ſind ihr bereits gelungen, um das
Ende wenigftens hinauszuſchieben. Aus unſerer einſtigen
Kohlenverſchwendung iſt ein ſtändiges Sparen an Brennſtoffen
geworden.
Dabei tauchen ſtändig neue Vorſchläge auf, wie man weiter
vorgehen müſſe, um die Kohle möglichſt auszunutzen. Eine ganze
Anzahl dieſer Vorſchläge bezieht ſich auf die Verwertung der
natürlichen Erdwärme. Man nimnt an, daß die Erde nach
innen zu immer heißer und heißer wird, Sicheres weiß man
freilich nicht darüber. Aber ſoweit es dem Menſchen bisher ge=
lungen
iſt, in ſie vorzudringen, hat ſich überall eine ſtändige und
regelmäßige Zunahme der Temperatur feſtſtellen laſſen. Man
würde nun ganz beträchtliche Meugen an Kohle ſparen, wenn
man die Hitze des Erdinnern emporleiten und hier ausnützen,
wenn man alſo die Erde gewiſſermaßen als Ofen verwenden
könnte, von dem aus Heizröhren nach allen Richtungen hin
führen. Würde man die ganze Erdoberfläche mit einem Syſtem
ſolcher Röhren überziehen, ſo wären ſogar alle Feuerungen un=
nötig
, man hätte auf Jahrhunderte, auf Jahrtauſende und viel=
leicht
auf Jahrmillionen hinaus Wärme, ohne daß ein einziges
Stückchen Kohle verfeuert werden müßte. Bis es aber gelingt,
die Erdwärme gewiſſermaßen wie eine Quelle zu faſſen und die
neue Wärmequelle auszunutzen; können noch Jahrzehnte ver=
gehen
, während deren die verſchiedenartigſte Zwiſchenarbeit zu
leiſten wäre. Man müßte z. B. verſuchen, wie weit ein Vor=
dringen
überhaupt möglich iſt und wo es am günſtigſten erſcheint.
Die Technik müßte ſich bemühen, neue Arten feuerfeſter Stoffe
herzuſtellen uſw. uſw.
Wie ernſthaft nun dieſer Gedanke tatſächlich erörtert wird,
mag man daraus erſehen, daß die oberſte amerikaniſche Behörde
für Bergbau, das Bureau of Mines in Waſhington, Unter=
ſuchungen
darüber anſtellen ließ, ob die Verwirklichung des Vor=
ſchlags
irgendwelche Ausſichten darbietet. Bei den durchgeführ=
ten
Verſuchen hat es ſich gezeigt, daß die Hitze, die dem Fels=
geſtein
mit zunehmender Tiefe in immer größerer Stärke ent=
ſtrömt
, nicht leicht bis an die Erdoberfläche emporzuleiten ſein
dürfte. Zunächſt ergaben die vorgenommenen Meſſungen, daß
man, um das Verbrennen der Kohle in Feuerungen durch die
Ausnützung der natürlichen Erdwärme zu vermeiden, bis in
eine Tiefe von neuntauſend Meter vordringen müßte. Nun iſt
aber, wie die weiteren Forſchungen ergeben haben, die Jſola=
jangjähigkeit
der Felſen, gegen Hitze eine nur ſehr geringe. Die

1. oder 15. September die optimiſtiſchen Leute befriedigen
Ein zu erörternder Punkt ſei die Benennung der Stelle, die be=
vollmächtigt
werden ſolle, den Plan als in Wirkſamkeit befind=
lich
zu erklären oder einen Verzug ſeitens Deutſchlands gegen=
über
den Beſtimmungen des Planes feſtzuſtellen. Frankreich
würde in beiden Fällen der Reparationskommiſſion
den Vorzug geben Großbritannien hagegen im letz=
teren
Falle dem Haager Schiedsgerichtshof oder
dem Finanzausſchußdes Völkerbunds oder der aus
dem früheren Dawes=Ausſchuß hervorgegangenen Körperſchaft.
Dem Berichterſtatter zufolge ſei man ſo gut wie übereingekom=
men
, daß der Generalagent für die Neparations=
zahlungen
ein Amerikaner ſein ſolle, der mit dieſem
Poſten den Vorſitz des Transferausſchuſſes verbin=
den
werde. Bei dieſer Wahl ſoll die Waſhinatoner Regierung,
insbeſondere Staatsſekretär Hughes, Mellon und Hoover, wahr=
ſcheinlich
unformell zu Rate gezogen werden. Der Haupt=
kommiſſar
der kontrollierten Einkünfte werde
ebenfalls ein Amerikaner ſein. Dem Berichterſtatter
zufolge befindet ſich der Mitarbeiter von General Dawes, Osven
Young, wieder auf dem Wege nach London, wo ſich ſein unſor=
meller
Rat während der kommenden Konferenz als wertvoll er=
weiſen
könnte. Außerdem würde es nach der Anſicht des Bericht=
erſtatters
noch Schwierigkeiten geben in der Frage, der
Forderung nach einer beſonderen Kontrolle der rhei=
niſch
=weſtfäliſchen Vahnen und der Frage der Aus=
legung
, der Arbeiten des Transferausſchuſſes
durch die Mächte.
Der Londoner franzöſiſche Boiſchafter im
Foreign Office.
* London, 4. Juli. (Priv.=Tel.) Der franzöſiſche Bot=
ſchafter
, Graf St. Aulaire, begab ſich heute nachmittag nach dem
Foreign Office, too er in Abrreſenheit Macdonalds, der ſich in
ſeinem Wahlkreis in Wales befindet, von Sir Eric Crewe emp=
fangen
wurde, mit dem er eine längere Unterredung über die
engliſchen Suggeſtionen hatte. In der Downing=Street er=
klärt
man, daß gegenwärtig offenbar die reaktionären Kräfte in
verſchiedenen Ländern am Werke ſind, um die Londoner Kon=
ferenz
zu ſabotieren, indem der engliſchen Regierung aus der
Luft gegriffene böſe Abſichten in die Schuhe geſchoben werden
ſollen. Man beſtätigt, daß Macdonald nach der Unterredung
von Chequers, der Sir Erie Crewe beigewohnt hat, an alle eng=
liſchen
Botſchafter in den europäiſchen Hauptſtädten ein Tele=
gramm
ſenden ließ, das drei große Seiten umfaſſe und über die
Uinterredung mit Herriot unterrichtete. Darin habe Nacdonald
außerdem ſeine Gedanken über die Londoner Konferenz ent=
wickelt
. Dieſes Telegramm habe aber lediglich zur Aufklärang
her Boiſihafter gedient. Es ſei auch an den engliſchen Boifchaf=
ter
in Berlin geſandt worden, aber nur vertranlich mit der aus=
drücklichen
Anweiſung, es ſei der deutſchen Regierung nicht zu=
zuſtellen
. Man erklärt weiter, daß in Chequers kein beſtimmter
Entfchluß gefaßt worden ſei, als der, am 16. Juli in Londen
eine Konferenz abzuhalten, der der Dawesplan als Grundlage
dienen ſolle. Das oben erwähnte Telegramm ſei keinestvegs ein
Verſuch, der Londoner Konferenz von vornherein beſtimmte
Richtlinien zu geben. Es könne auch nicht von einer Abſicht der
engliſchen Regierung geſprochen werden, die Repxrationskom=
miſſion
beiſeite zu ſchieben.
London, 4. Juli. (Wolff.) Reuter meldet aus Paris,
daß der Bericht des franzöſiſchen Botſchafters in London über
ſeine heutige Unterredung mit Sir E. Creſpe bezüglich der Miß=
verſtändniſſe
über die Bedingungen der Einladung zur Juli=
Konferenz in London in Paris mit Spannung erwartet werde.
Am Quai d’Orſay drücke man die Hoffnung aus, daß eine be=
friedigende
Erklärung von britiſcher Seite erfolgen werde. Man
erkläre jedoch, daß die Schwierigkeit auf der Londoner
Konferenz eine Einigung zu erzielen, beträchtlich größer
ſein könnte, als am Tage nach der Unterredung in
Chequers erwartet wurde. Die Lage ſei äußerſt
ſchwierig für Herriot.
Der engliſch=franzöſiſche Zwiſchenfall.
* Paris, 4. Juli. (Priv.=Tel.) Das zwiſchen Frankreich
und Großbritanien aufgetauchte Mißverſtändnis in der Frage
der Londoner Konferenz wird, nach den letzten Eindrücken zu
ſchließen, von den maßgebenden Pariſer Kreiſen nicht allzu tra=
giſch
genommen. Man hätte ſich anfänglich über das Vorgehen
des Foreign Office recht erboſt und namentlich aus dem Um=
ſtand
, daß in Paris nur eine mündliche Einladung zur Lon=
doner
Konferenz, an die anderen Staaten dagegen gleichzeitig
ein Memorandum mit Erklärungen überreicht worden war, ſehr
weitgehende Schlüſſe ziehen wollen, die wie in der Pariſer
Preſſe zugegeben wird das Zuſtandekommen der Konferenz
als fraglich erſcheinen ließen. Es iſt nun eine Entſpannung
eingetreten. Der Temps beſtätigt die von einem Morgen=
blatt
gebrachte Tatſache, daß die im britiſchen Memorandum
enthaltenen Anregungen betr. der Erſetzung der Reparations=
V
heißen Dämpfe der Gaſe, die man von unten heraufholen könnte,
würden infolge der geringen Wärmeiſolation des Geſteins ziem=
lich
ſtark abgekühlt oben ankommen. Die Herſtellung einer künſt=
lichen
Iſolierung aber würde angeſichts der hier in Betracht
kommenden Temperaturen auf große Schwierigkeiten ſtoßen.
Auch der ſchon mehrfach gemachte Vorſchlag, Waſſer in tiefe, in
die Erde hinabgeführte Schächte zu leiten, auf deren Grund es
ſich in Dampf umwandeln würde, und den Dampf auszunützen,
hat aus dem gleichen Grunde keine Ausſicht auf Verwirklichung.
Man würde allerdings mehrere Kilometer unter der Erdober=
fläche
Dampf und ſogar ſolchen von außerordentlich hoher
Spannung in großen Mengen erhalten können aber was läßt
ſich da unten damit anfangen? Jeder Verſuch, den Dampf
emporzuleiten, würde aber zu ſeiner Verdichtung führen und
oben würde man höchſtens heißes Waſſer erhalten. Das Bureau
of Mines hat auch genaue Berechnungen über die Möglichkeiten
einer Dampfiſolation anſtellen laſſen und iſt zu dem Ergebnis
gekommen, daß es ganz abgeſehen von den Koſten nach
dem heutigen Stande der Technik keinerlei Art von Iſoliermittel
gibt, mit deſſen Hilfe es möglich ſein würde, Waſſer in dampf=
förmigem
Zuſtand aus den in Betracht kommenden großen Tiefen
in die Höhe zu leiten. Mit der Ausnützung der Erdwärme iſt
es alſo, wie man ſieht, ſchlimm beſtellt. Die heutige Technik ver=
fügt
noch nicht über die nötigen Mittel, dieſe Idee in die Tat
umzuſetzen. Ob ſpätere Fortſchritte auf techniſchem Gebiete ihre
dereinſtige Durchführung ermöglichen werden wer vermöchte
das heute ſchon zu ſagen?
Wie ſchnell derartige Fortſchritte zuweilen erfolgen und wie
raſch die Technik ſo manchmal für unmöglich Gehalteues möglich
macht, dafür ſtellt der jüngſte Erfolg der drahtloſen Telephonie
den beſten Beweis dar. Faſt zwei Jahrzehnte hat es gedauert,
bis es überhaupt gelang, der ſich ſo ſchnell entwickelten Radio=
Telegraphie eine Radio=Telephonie an die Seite zu ſtellen. Zwar
las man hin und wieder von neuem, daß es gelungen wäre,
über die Entfernung von hundert, ja ſogar von ſechshundert
Kilometer zu telephonieren. Es handelt ſich dabei aber immer
nur um wenige Worte, eine weitere Verſtändigung ſcheiterte
ſtets an dem Umſtand, daß ſich die Mikrophone infolge der zur
Ueberbrückung derartiger Entfernungen notwendigen Mengen
elektriſcher Energie zu ſehr erhitzten. Erſt die Einführung der
Verſtärkerröhren brachte die Löſung dieſes ſo diel verſuchten
Problems. Aber auch hier ſchienen gewiſſe Grenzen gezogen
zu ſein. Mit langen Wellen, die ſich auf weite Entfernungen

kommiſſion durch eine andere Körperſchaft Herriot in Chequers
mündlich vorgetragen wurde. Die Anregung wurde darauf in
Form eines perſönlichen Briefes ſchriftlich in leicht veränderter
Form erneut zum Ansdruck gebracht. Auf beiden Seiten ſei eine
Antwort erfolgt. Auf franzöſiſcher Seite, ſo bemerkt der
Temps, habe man das Empfinden, es ſei klar betont worden,
daß man ſich vorbehalte, zu den engliſchen Anregungen ſpäter
Stellung zu nehmen. Gleichzeitig war aber ausdrücklich betont
worden, daß ſie nicht als angenommen gelten dürfe. Die fran=
zöſiſche
Regierung habe vorläufig jede Verantwortung dafür ab=
gelehnt
, die in dem britiſchen Memorandum ausgedrückten Ge=
danken
entſprechen den in Chequers gemachten Anregungen.
Macdonalds Hoffnungen.
* London, 4. Juli. (Priv.=Tel.) Ramſay Macdonald,
der zurzeit eine Rundreiſe durch ſeinen Wahlkreis macht, erklärte
über die internationale Lage, daß auch Parteien in England vor=
handen
ſeien eine Anſpielung auf Lloyd George , die ent=
ſchloſſen
ſeien, es der Arbeiterregierung unmöglich zu machen,
zu einer Regelung der auswärtigen Politik zu gelangen, da ſie
als Ergebnis dieſer Regelung ein beſſeres Abſchneiden der Ar=
beiterpartei
bei der ja in naher Zukunft ſtehenden Neuwahl be=
fürchteten
. Er ſei der Ueberzeugung, daß die Londoner Konfe=
renz
erfolgreich ſein werde. Die Konferenz der Alliierten werde
zZſarinkentreten in dem Bewußtſein, daß eine neue Seite der
europäiſchen Geſchichte beſchrieben werden müßte, wenn Euroba
geretiet werden ſolfte, und daß es keinen Zweck habe, bei dieſer
Uktion ſich in kleinen Zänkereien zu verlieren. Er freue ſich, daß
Amerita bei der Konferenz vertreten ſein werde. Amerika werde
ſich nie an einer Regelung der europäiſchen Angelegenheiten be=
teiligen
. Es ſei auch gut, daß Amerika dies tue. Amerika ſei
viel zu kug, das zu tun. Aber es ſei gleichfalls richtig, daß
keine große Nation der Erde, keine Nation, die wie Amerika
mächtig ſei an guten Eigenſchaften ſeines Volkes und mächtig an
Reichtum und Naturſchätzen, ſich dauernd von den anderen
Völkern iſolieren könne.
Hymans über die Auswärtige Lage Belgiens.
TU. Brüſſel, 4. Juli. Die Kommiſſion für Auswärtige
Angelegenheiten hat geſtern vormittag und nachmittag über die
auswärtige Lage Belgiens beraten. Außenminiſter Hymans
ergriff das Wort zu einer längeren Ausſprache, in der er dar=
legte
, unter welchen Umſtänden das Sachverſtändigengutachten
gebildet worden wäre. Er erinnerte an die Zuſammenkunft vom
28. April mit Poincaré, in deren Verlauf Poincaré verſicherte,
daß er der Wiederherſtellung der wirtſchaftlichen Oberhoheit des
Reiches im Ruhrgebiet zuſtimme. Der belgiſche Miniſter unter=
ſtrich
dann den weſentlichen Unterſchied zwiſchen den Erklärun=
gen
Poincarés, der geſagt hat, daß die militäriſche Räumung des
Ruhrgebietes nach Maßgabe der deutſchen Zahlungen erfolgen
müſſe und der Verſicherung Jaſpars, der im Brüſſeler Commu=
nique
geſchrieben hatte, daß nach Maßgabe der Ausführung der
Repgrationsverpflichtungen durch Deutſchland die Beſatzung
aufgehoben werden ſollte.
Kein neues Diktat.
Berlin, 4. Juki. Die Zeit bezeichnet die Darſtellung
des Berliner Lokalanzeigers, daß Deutſchland, wenn der
deutſche Reichstag bis zum Zuſammentritt der Londoner Kon=
ferenz
die zur Durchführung des Sachverſtändigen=Gutachtens
erforderlichen Geſetze nicht angenommen habe, ein neues Diktat
zugehen würde, nach dem Deutſchland bis zu einem beſtimmten
Termin dieſe Geſetze annehmen müſſe, als vollkommen falſch.
Das Blatt ſagt weiter: Im Schlußprotokoll der Londoner Kon=
ferenz
werden ſich, wenn Deutſchland ſich zur Ausführung be=
ſtimmter
Gefetze verpflichtet, Frankreich und Belgien anderer=
ſeits
verpflichten, bis zu einem beſtimmten Termin ihre Ordon=
nanzen
außer Kraft zu ſetzen und die bisherigen Hemmungen
der Verwaltung, der Wirtſchaft und des Verkehrs aufzulöſen.
Der Unterzeichnung gehen Verhandlungen voraus, an denen
Vertreter Deutſchlands als gleichberechtigte Mitglieder teilnehmen
werden. Es iſt alſo ganz irreführend, das Londoner Protokoll
als einſeitiges Diktat für Deutſchland hinzuſtellen. Zum Schluß
bemerkt die Zeit noch: Nach den Mitteilungen des Journal
des Debats verlangt der deutſche Miniſter des Aeußern als
Kompenſationen für die über den Lertrag von Verſailles hin=
ausgehenden
Verpflichtungen, die vorherige oder gleichzeitige
Räumung des Ruhrgebietes. Zweifellos iſt dieſe Forderung
erhoben worden. Sie wird auch auf der Londoner Konferenz
eine Rolle ſpielen. Dabei iſt es nicht einmal nötig, die Räu=
mung
als Komdenſation für neue Verpflichtungen zu verlangen.
Düſſeldorf und Duisburg ſind ebenſo wie das Ruhrgebiet unter
dem Vorwand beſetzt worden, Deutſchland erfülle ſeine Ver=
pflichtungen
nicht. Daraus ergibt ſich von ſelbſt, daß die Räu=
gung
auch in dem Augenblick nötig wird, in dem eine allgemeine
Regelung der Vertragsbeſtimmungen zuſtande kommt. Man
ſpricht in der franzöſiſchen Preſſe noch ton einer Unſichtbar=
machung
der Beſatzung. Mit einem ſolchen Erſatz würde ſich
aber Deutſchland nicht abfinden können. Es muß ganz klar
und unzweideutig feſtgeſtellt und auch in dieſem Sinne von der
Gegenſeite verſtanden werden, daß ohne die notwendige Sicher=
heit
über die militäriſche Räumung der Ruhr und der Städte
Düſſeldorf, Duisburg und Ruhrort ein abſchließendes Ergebnis
auf der Londoner Konferenz nicht erzielt werden kann.

verbreiteten, erſcheint eine Telephonie unmöglich, weil ſich auf
ſie die Sprache nicht auflagern läßt. Kurze Wellen, die jetzt all=
gemein
für radiotelephoniſche Zwecke Verwendung finden, ver=
breiteten
ſich nur auf verhältnismäßig engen Umkreis. Immer=
hin
konnte man ſchon vor einigen Jahren von Berlin nach Mos=
kau
auf achtzehnhundert Kilometer telephonieren, dann gelang
es Marconi, vom Mittelnieer nach England auf dreitauſend Kilo=
meter
Geſpräche zu führen, am Beginn des Jahres 1924 traten
engliſche und amerikaniſche Amateure über den Atlantiſchen
Ozean auf etwa ſechstauſend Kilometer miteinander in Verbin=
dung
, und etwa um die gleiche Zeit wurden die Darbietungen
amerikaniſcher Stationen in England empfangen. Nunmehr
aber hat Marconi mit Hilfe kurzer Wellen, die er mit Hilfe von
Parabolſpiegeln ſammelte und denen er durch ſie die entſpre=
chende
Richtung gab, von London nach Sidney in Auſtralien,
alſo auf eine Entfernung von rund achtzehntauſend Kilometer,
telephoniert. Bedenkt man, daß der Fortſchritt von achtzehn=
hundert
Kilometern auf achtzehntauſend innerhalb des Verlaufs
von ſechs Monaten erfolgte, und daß damit ein Erfolg erzielt
wurde, den man noch Ende 1923 für unmöglich gehalten hatte,
ſo erkennt man ſo recht deutlich, mit welcher Schnelligkeit ſich die
Entwicklung der Radio=Telephonie vollzieht.
Die Anforderungen, die der Kraftwagenverkehr an die Be=
reifung
ſtellt, haben dazu geführt, daß man die Härte, Feſtigkeit
und Dauerhaftigkeit des Gummis immer mehr zu ſteigern ver=
ſtand
. Dadurch ergeben ſich nun neue Verwendungsgebiete für
dieſen Stoff. In Amerika beginnt man bereits, Fußböden dar=
aus
herzuſtellen. Dieſe Böden gewähren den Vorteil einer bis=
her
nie gekannten Ruhe in den Häuſern, hört man doch keinen
Tritt, und auch andere Töne und Geräuſche dringen durch die
Gummiſchicht nicht hindurch. Die für ſolche Fußböden beſtimm=
ten
Gummiplatten enthalten im Gegenſatz zu den Bereifungen
der Kraftwagen nur noch ſehr wenig Geebe. Sie beſtehen faſt
aus reinem Gummi, der in den verſchiedenſten Farben durch die
ganze Maſſe hindurch gefärbt iſt, ſo daß ſich die mannigfachſten
Muſter von Fußböden anfertigen laſſen. Die außerordentliche
Dauerhaftigkeit und Beſtändigkeit dieſer Platten wird dadurch
erreicht, daß der Gummi unter ſehr hohem Druck vulkaniſiert,
d. h. mit Schwefel verbunden wird. Dadurch wird eine erheb=
liche
Verdichtung der Maſſe erzielt. Die neuen Fußböden ſollen
angeſtellten Prüfungen zufolge überhaupt keine Abnützung zei=
gen
, ſo daß ſich die etwas höheren Koſten ihrer Herſtellung durch
die unbegrenzte Gebrauchsfähigkeit bald wieder bezahlt machen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Nummer 185.

Römiſcher Brief.

Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Ha., Rom, 30. Juni.
Das öffentliche Intereſſe in Italien iſt ſo völlig durch den
Fall. Matteotti und die daraus erwachſenen inneren Verwick=
lungen
in Anſpruch genommen, daß die Beſchäftigung mit der
Außenpolitik faſt gänzlich zurücktritt und auch die bedeutſamen
ausländiſchen Ereigniſſe oft nur flüchtig beachtet werden. So
iſt ſogar die franzöſiſche Präſidentenwahl und die Programm=
erklärung
Herriots nur nebenbei beurteilt und erklärt worden.
Bei dieſen Erklärungen aber waren die eigenen innenpolitiſchen
Auffaſſungen der Kommentatoren entſcheidend.
Die liberal=demokratiſche Preſſe, ſah durch den Rücktritt
Millerands die geſunden demokratiſchen Grundſätze beſtätigt, die
nationaliſtiſch=faſziſtiſche Preſſe nur die Schwächen des durch
Partei Intriguen beeinflußten Parlamentarismus. So ſchreibt
die liberale Turiner Stampa: Die franzöſiſche Demokratie
hat durch den Sturz Millerands, deſſen perſönliche Politik mit
dem Wahlergebnis unterhöhlt war, ihren konſervativen Grund=
zug
gezeigt; der einzige legitime Grundſatz iſt und bleibt in
Frankreich der Reſpekt vor dem durch das allgemeine Wahlrecht
ausgedrückten Volkswillen, und die Demokratie bleibt ſo über=
haupt
die einzige Form einer konſervativen Negierung für Eu=
ropa
. Millerand und Poincaré haben dunch ihr Verhalten nach
den Wahlen eine verfaſſungsmäßige Löſung der Kriſe ermög=
licht
und damit das Preſtige Frankreichs für die kommenden
Verhandlungen erhöht.
Dagegen ſchreibt das Blatt Muſſolinis, der Popolo d’Italia
Frankreich mache erſt jetzt die Epoche der Nachkriegskrankheit
durch, die Italien von 1918 bis 1922 erlebt habe, unter Nitti
und ſeinen Nachfolgern. (Alſo bis zur faſziſtiſchen Revolution.)
und die Idea Nazionale ſieht in der Wahl Doumergues zum
Präſidenten der Republik (ſtatt Painleves) den Willen des noch
am wenigſten von dieſer Krankheit angeſteckten Senats, ſich mit
der neuen Regierung nicht zu verheiraten, ſondern ſie zu kon=
trollieren
.
Gegen die Rückwirkung einer ſozialiſtiſchen Regierung in
Frankreich und eines arbeiterparteilichen Kabinetts in England
auf die internationale Polttik zeigte ſich die italieniſche Preſſe
zunächſt blind. Erſt die Verſtändigung von Chequers hat der
hieſigen Preſſe die Augen geöffnet über die Wirkungen der ideo=
logiſchen
Uebereinſtimmung der Kabinette von London und
Paris. In dieſer neuen Atmoſphäre hätte das faſziſtiſche Ita=
lien
ſich etwas kühl beurteilt finden müſſen, wenn nicht wichtige
Tatſachen das Preſtige Muſſolinis auch gegen ideologiſche Ab=
neigungen
durchſetzen könnten. Muſſolini kann ſich darauf be=
rufen
, daß ſchon in ſeiner Denkſchrift zur Reparationsfrage
Grundſätze enthalten ſind, die ſich mit den Auffaſſungen des
Dawes=Planes decken. Zudem kam die kluge und geſchickte
Politik, die den Einfluß des poincarsſchen Frankreich auf die
Kleine Entente einſchränkte, den engliſchen Intereſſen entgegen.
Macdonald mußte auch die klar ausgeſprochene Auffaſſung Muſſo=
linis
, daß die Räumung der Ruhr als Vorausſetzung deutſcher
Leiſtungsfähigkeit im Sachverſtändigen=Gutachten gegeben ſei,
als wertvolle Stütze begrüßen, vielleicht auch gegenüber Herriot.
Außerdem konnte Muſſolini beiden Staatsmännern auf ihrem
Wege nach Moskau ſagen, daß die erſten Schritte Muſſolinis
Italien getan habe. Die Außenpolitik des faſziſtiſchen Italien
kam ſomit den Kabinetten von Paris und London, insbeſondere
dem letzteren, ſo entgegen, daß die innenpolitiſchen Gegenſätze
nicht wirken konnten.
Die Rückwirkung des Falles Matteotti auf Italiens innere
Verhältniſſe aber, die Auswirkung im Ausland, am ſchroffſten
in den Proteſten der franzöſiſchen Sozialiſten und einem takt=
London, Paris und Rom eine Spannung lervorgerufen. Da Geld leihen, die ihre Schulden nicht anerkennen würden.

Parteien, die in Paris und London die Negierungen unter=
ſtützen
, den Fall Matteotti öffentlich als Folge des gegenwär=
tigen
italieniſchen Regimes brandmarkten, hat man von Rom
aus ſcharf proteſtiert; und ſo iſt der Einfluß Italiens innerhalb
der Entente doch etwas erſchüttert. Dazu kommt noch die Form
der Vertretung Italiens auf der Londoner Jult=Konferenz:
Muſſolini iſt nicht abkömmlich, und Italien wird nicht wie die
anderen ententiſtiſchen Großmächte durch den Miniſterpräſidenten
vertreten ſein. Der Botſchafter Toretta hat wohl kaum die
Qualitäten, um dieſe techniſche Rang=Unterlegenheit mit ſeiner
Perſon auszugleichen.
Für die deutſchen Intereſſen iſt dieſer mögliche Verluſt an
italieniſchem Preſtige innerhalb der Entente ungünftig. Der
politiſche Weitblick Muſſolinis hatte früher im Konzert der En=
tente
Italien in den Vordergrund geſchoben; Muſſolini hatte
auch die Bedeutung einer raſchen Erholung Deutſchlands für
die italieniſchen Intereſſen anerkannt. Daher hat Italien trotz
dem Drängen Beneſchs in dem Abkommen mit der Tſchecho=
ſlowakei
keine Klauſel über die Unverletzlichkeit des Verſailler
Vertrages dulden wollen. Muſſolini wollte ſich in dieſem Punkt
nicht feſtlegen. Er iſt Realpolitiker, unzugänglich ideologiſchen
Argumenten. Und gerade in einer Ideologie liegt die Gefahr
der Konferenz vom 16. Juli; die Gefahr, daß unter dem Deck=
mantel
pazifiſtiſcher Ideologie eine wirtſchaftliche Vergewalti=
gung
aufgerichtet wird, daß der militäriſche Schutz Frankreichs
gewiſſermaßen einen Finanzkonſortium anvertraut werde, das
über den Beſitz deutſcher Obligationen wirtſchaftlich durchſetzen
könnte, was militäriſch nicht gemacht werden ſoll.
In der italieniſchen Preſſe freilich lieſt man nichts von
ſolchen Zuſammenhänzen. Was über dieſe Dinge geſagt wird,
iſt blutiger Dilettantismus. Die faſziſtiſch=nationaliſtiſche Preſſe
kann die von den ſozialiſtiſchen Blättern grob ausgedrückte Ver=
ſchlechterung
der italieniſchen Stellung (Muſſolini kann ſich in
Paris und London nicht ſehen laſſen) nicht zugeben, und die
liberal=demokratiſchen Blättern, wollen ſcheinbar dieſe Dinge
nicht ſehen.
Die Stampa iſt ſehr optimiſtiſch, nennt Herriot den popu=

Der Kanduer Seheraiſſenhrnzeß.
Die Zengen bleiben aus. Die Verhandlung vertagt.
Hanau, 4. Juli. Bei Aufruf der heutigen Hauptverhand=
lung
ergibt ſich, daß von den 41 geladenen wiederum nur 9 er=
ſchienen
ſind. Senatspräſident Niedner gibt ein an den Ober=
reichsanwalt
gerichtetes Telegramm des Rüdesheimer Landrats
bekannt, in dem es heißt, daß es den Zeugen im Prozeß Bark=
hold
von dem franzöſiſchen Kreisdelegierten verboten wurde, zur
Verhandlung zu kommen. Ferner liegt ein Schreiben des Haupt=
zeugen
Jung vor, der das gleiche mitteilt. Senatspräſident Nied=
ner
erklärt, da die Hauptzeugen fehlen würden, bleibe nichts an=
deres
übrig, als den Prozeß zu vertagen. Die Verteidigung
ſchließt ſich dieſem Antrag an. Der Gerichtshof beſchließt dem=
entſprechend
, da es im unbeſetzten Gebiet nicht möglich ſei, den
Prozeß durchzuführen.
Die Verteidigung ſtellt nunmehr den Antrag, den Angeklag=
ten
aus der Haft zu entlaſſen, weil dringender Tatverdacht nicht
vorliegt und weil außerdem der Angeklagte unter den langen
Unterſuchungshaft ſeeliſch und körperlich ſtark gelitten habe. Fer=
ner
bittet er, den Angeklagten zu geſtatten, ſich ausführlich zur
Sache ſelbſt zu äußern.
Senatspräſident Niedner widerſpricht dem, weil das eine
Fortführung der bereits vertagten Verhandlung bedeuten würde.
Oberreichsanwalt Dr. Ebermayer bittet, den Antrag
auf Haftentlaſſung abzulehnen; eine Verdunkelungsgefahr liege
zwar nicht vor, wohl aber Fluchtverdacht, da der Angeklagte im
beſetzten Gebiet ſofort der deutſchen Gerichtsbarkeit entzogen ſei.
Nach längeren Bergtungen beſchließt das Gericht, den Haft=

lärſten Mann in England hebt die Geſinnungsverwandtſchaft entlaſſungsantrag abzulehnen, mit der Begründung, daß Flucht=
der
beiden idegliſtiſchen Miniſterpräſidenten hervor, die das
demokratiſche Deutſchland als ihren Milchb=uder betrachten, verdacht vorliege, und da der Angeklagte während der erſten
wenn auch Herriot einige Spitzen gegen Deutſchland hervor= Verhandlung ſelbſt zum Ausdruck gebracht habe, daß eine Auf=

kehren müſſe, um die franzöſiſchen Nationgliſten zu befänftigen.
Nur die römiſche Epoca, die immer eine Berſtändigung Paris=
London zum Nachteil Italiens gefürchtet hat, bieibt peſſimiſtiſch.
Das Blatt meint, daß der allgemeine Ausgleich zsiſchen Eng=
land
und Frankreich, der den konſervativen früheren Kabinetten
mißglückt ſei, den ſozialiſtiſchen oder halbſozialiſtiſchen Regie=
rungen
gelungen ſei. Soweit das feſtländiſche Problem gelöit
ſei, laufe dieſe Löfung hinaus auf eine gigantiſche G. m. h. H.
zwiſchen den Schwerinduſtrien der beiden Länder, zu denen man
auch die deutſche Schwerinduſtrie hinzufügen wolle, deren tech=
niſche
und organiſatoriſche Ueberlegenheit unentbehrlich ſei. Alſo
ein wirtſchaftlicher Dreibund, nachdem Frankreich begriffen habe.
daß ſich auch ohne Beteiligung Englands ein Nohſtoffmonopol
mit Waffengewalt nicht herſtellen laſſe.
Die engliſch=ruſſiſze Konferenz ſienlos?
London, 4. Juli. (Wolff.) Die Times fragt in ihrem
Leitartikel, welchem Zweck die lette, jetzt ſchon in Mißkredit ge=
brachte
engliſch=ruſſiſche Konferenz noch dienen könnte. Sie ſei
vollkommen ſinnlos geworden. Es ſei undenkbar, daß in Eng=
land
irgend jemand davon träumen ſollte, den Bolſchewiſten in
ihrem Dilema finanzielle Unterſtützung zu gewähren, in das ihre
eigene Zerſtörungspolitik ſie brachte. Die Banken hätten be=
reits
Stellung genommen und könnten nicht davon abgehen, ohne
die Grundlagen des Kredits zu zerſtören, auf der ihre Finanzen,
loſen Beſchluß, der engliſchen Arbeiterpartei, haben zwiſchen ihr ganzes Geſchäft beruhten. Sie könnten den Leuten nicht je 10 Jahren Gefängnis und 50 000 Goldmark Geldſtrafe ver=

Wng
Br

klärung des Sachverhalts ohne Vernehmung der Zeugen nicht
möglich ſei.
Damit ſchließt die Verhandlng.
Ein Angeklagter des Düſſeldorfer Schupo=
prozeſſes
begnadigt.
Düſſeldorf, 4. Juli. Nach den Düſſeldorfer Nachrich=
ten
wurde der im Düſſeldorfer Schupoprozeß am 27. September
1923 zu fünf Jahren Gefäingnis verurteilte Oberleutnant Hüb=
ner
nach ſeiner Begnadigung aus dem Gefängnis Zweibrlicken
entlaſſen. Von den übrigen Angeklagten bes Prozeſſes befinden
ſich noch Hausmann und Kohl im Geſängnis in Düfſel=
dorf
und Oberwachtmeiſter Berger im Gefängnis in Zwei=
brücken
in Haft.
Neue franzöſiſche Kriegsgerichtsurteile.
Dortmund, 4. Juli. Das franzöſiſche Kriegsgericht ver=
urteilte
17 junge Deutſche, die beſchuldigt waren, der hieſigen
Organiſation Wickingbund, der nach franzöſiſcher Anſicht eine
Neuauflage der Organiſation Conſul iſt, angehört zu haben,
zu Strafen von einem Monat bis zu zwei Jahren Gefängnis
und Geldſtrafen von 500 bis 1000 Mark. Vier Angeklagte, denen
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Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1927.

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[ ][  ][ ]

Rummer 185.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Seite 7.

Die Oiplonatiſchen Akten des Auswärtigen Aintes 1871-1914.
Alutoriſierter erſtmaliger Abdruck neuer Ookumente aus der jetzt erſcheinenden III. Reihe der großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes.*)

Die Erwerbung Kiautſchous durch Deutſchland
Ungedruckte Aktenſtücke zur deutſchen Politik im Fernen Oſten.
DVG. Eine ſelbſtändige und aktive Politik Deutſchlands im
Fernen Oſten wäre zur Zeit des Fürſten Bismarck und ſelbſt in
den erſten Jahren des Neuen Kurſes noch etwas ganz Undenk=
bares
geweſen. Erſt der gewaltige Aufſchwung der jungen japa=
niſchen
Macht, der ſich in den ſchnellen Siegen über das alte
China in den Jahren 1894 und 1895 zeigte, und der Wunſch,
dem ruſſiſchen Nachbarn ſich ſcheinbar ohne große Koſten gefällig
zu erweiſen und damit auch in ein beſſeres Verhältnis zu deſſen
Verbündeten, Frankreich, zu kommen, lenkte die Aufmerkſamkeit
der deutſchen Diplomaten auf dieſe dem Horizont des Europa=
Politikers ſo entlegenen Gebiete und führte zu jenem Oſt=
aſiatiſchen
Dreibund Deutſchlands, Rußlands und
Frankreichs, der die Japaner zu einer Reduktion ihrer Friedens=
bedingungen
in Schinonoſeki zwang. Einmal in den nun zwi=
ſchen
den Großmächten einſetzenden diplomatiſchen und wirt=
ſchaftlichen
Intereſſenkampf um China verwickelt, war es nur
natürlich, daß auch die Berliner Staatsmänner ähnlich wie
ihre Kollegen an Themſe und Newa ſich nach einem realen
wirtſchaftlichen und militäriſchen Stützpunkt
umſahen, wobei ſchon früh der Blick auf die Bucht von Kiaut=
ſchou
gelenkt wurde. Schon im März 1895 verließ folgendes
Schreiben das Auswärtige Amt:
Der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes Freiherr von Marſchall
an den Staatsſekretär des Reichsmarineamts Abmiral Hollmann.
Nr. 1628.
Berlin, den 11. März 1895.
Ganz geheim!
Wie Euerer pp. anderweit bekannt, hat die chineſiſche Regierung
infolge der neueren Ereigniſſe auf dem oſtaſiatiſchen Kriegsſchauplatz
einen mit umfaſſenden Vollmachten verſehenen Unterhändler zur Einlei=
tung
von Friedensverhandlungen nach Japan entſandt und ſcheint ſo=
mit
die Ausſichtsloſigkeit eines weiteren Kampfes eingeſehen zu haben.
Ueber die Friedensbedingungen, die einerſeits Japan zu ſtellen, anderer
ſeits China anzubieten beabſichtigen, iſt Zuverläſſiges nicht bekannt. In=
deſſen
liegen Anzeichen dafür vor, daß die Verhandlungen darüber große
Schwierigkeiten bieten werden. Ich halte es deshalb immerhin nicht für
ausgeſchloſſen, daß noch längere Zeit vergeht, ehe die beiden kriegführen=
den
Mächte zu einer Verſtändigung gelangen, und daß inzwiſchen die
Feindfeligkeiten ihren Fortgang nehmen.
Für dieſen Fall würde nun, namentlich bei weiteren Niederlagen
Chinas, die Möglichkeit naherücken, daß die bekannten, Beſtrebungen
einzelner Großmächne, eine gemeinſchäftliche Intervention zugunſten
Chinas zuſtande zu bringen, zur Verwirklichung gelangen, und daß dann
vielleicht die beteili ten Mächte die Gelegenheit benutzen, um, etwa un=
ter
der Form einer Entſchädigung, einzelne Punkte oder Landſtriche des
ſchineſiſchen Gebietes für ſich elbſt in Beſitz zu nehmen. Deutſchland
würde unter Umſtänden in der Lage ſein, ſich der Intervention anzu=
ſchließen
und mithin auch ſeinerſeits entſprechende Kompenſationen auf
chineſiſchem Territorium zu beanſpruchen.
Es empfiehlt ſich, für dieſen, wenn auch entfernten Fall, ſchon jetzt
Vorbereitungen zu treffen. In erſter Linie würde wohl die Erwerbung
einer oder mehrere geeigneter Kohlen= und Flottenſtationen für die
Kaiſerliche Marine in Betracht kommen.
Ueber die für dieſen Zweck geeigneten Punkte haben bereits anfangs
der ſiebziger Jahre zwiſchen der damaligen Admiralität und dem Reichs=
kanzleramt
Erörterungen ſtattgefunden, die indeſſen damals mit Rück=
ſicht
auf die politiſchen Verhältniſſe ohne praktiſche Folge geblieben
ſind.
Neuerdings hat der Kaiferliche Geſandte in Peking gelegentlich, je=
doch
ohne nähere Begründung, als für den in Nede ſtehenden Zweck
empfehlenswert die Kiautſchoubucht in der Provinz Schantung und die
Peskadoresinſeln bezeichnet. Die erwähnte Vucht wird indeſſen weil
auf dem chineſiſchen Feſtland belegen, vorausſichtlich zu ihrer Sicherung
umfangreiche Befeſtigungsarbeiten erforderlich machen, und bezüglich der
erwähnten Inſelgruppe iſt mir zweifelhaft, ob ſie brauchbare Häfen dar=
bietet
.
Außer Betracht wird, wie ich von vornherein bemerken möchte, die
Inſel Formoſa bleiben müſſen, da deren Erwverbung und Feſthaltung

(Tſungli Yamen) und ſein Leiter, Prinz Kung, den deutſchen
Wünſcher mit der Begründung aus, es dürfe gegenüber den
anderen Großmächten kein Präzedenzfall geſchaffen werden. So Habe wegen Einlaufens meiner Schiffe in Kiaoutchow beim Czaren
der Beſitzergreifung ſchreiten zu können. Indeſſen ſuchte man Kiaoutchow nichts zu erlauben oder zu verhindern habe, da er ſich erſt
ſich endgültig Klarheit über den Platz, den ma beſetzen wollte, neuerdings davon überzeugt habe, daß der Hafen nur auf Zeit von
zu verſchaffen; von entſcheidender Bedeutung wurde dabei das 18851896 in Ruſſiſchem Beſitze vorübergehend geweſen ſei. Ich habe
Geſandte in Peling, Freiherr von Heyking, berichtete darüber reizt oder zu Hilfe kommt! Jetzt oder nie.
im Sommer 1896:
Fürſten von Hohenlohe.
Ausfertigung.
Nr. 102.
Peking, den 22. Auguſt 1896.
Geheim!
(eingetroffen am 11. Oktober.)
Bei meiner Zuſammenkunft mit dem Admiral von Tirpitz in Tſchifu
ſten für den erſten Vedarf zu befeſtigen ſein würde, und Zezen Umge= deranlaßt; er telegraphierte darüher an ſeinen kaiſerlichen Herrni
bung auf dem Feſtlande, wenn man dem bekannten Richthofenſchen Werke
über China Glauben ſcherken wollte, große wirtſchaftliche Vorteilr dank Der Reichskanzler Fürſt von Hohenlohe an Kaiſer Wilhelm II.,
den in der Nähe befindlichen Steinkoslenlagern, bieten könnte. Das ver=
hältnismäßig
kühlere Klima der Kiautſchoubucht würde unſeren even=

günſtige Ergebnis einer im vergangenen Jahre gusgeſüheten Beſichti=
aung
der Kiautſchoubai bezeichnete Admiral Lirpitz als auf uagewügender folgende mündlich und ſchriftlich für ſeine ſiegierung zu eröffnen:
Beobachtung beruhend und äußerte die Abſich=, demnächſt ſelbſt die Bai

zu beſuchen und genauere Nachforſchungen anzuſtellen.
Frhr. v. Hehking.
zu einem energiſchen Vorgehen beim Tſungli Yamen, wie der
folgende Bericht zeigt:
Der Botſchafter in Petersburg Fürſt von Nadolin an Hen Reichskanzler, heim Kaiſer Nikolaus deswegen an und erhielt von dieſem die Antwort,
Fürſten von Hohenlohe.
Ausfertigung.
Nr. 590.
St. Petersburg, den 18. Dezember 1896.

ian W ertufchie deeetin e Hes e i
machen würde.
Euere pp. darf ich ergebenſt erſuchen, an der Hand des, wie ich an=
nehme
, dort vorliegenden Materials mir ſobald als möglich eine
Aeußerung darüber zukommen laſſen zu wollen, ob und aus welchen
Gründen auch gegenwärtig noch die Erwerbung von Kohlen= und Flot=
tenſtationen
in China, die unter deutſcher Gebietshoheit ſtehen, für die
Kaiſerliche Marine etwa erwünſcht iſt, und welche Punkte hierfür, falls
ſich eine Möglichkeit dazu bieten ſollte, von Ihrem Standpunkt aus in
Ausſicht zu nehmen ſein würden.
Marſchall.
Das erfolgreiche Eingreifen der Großmächte in die Friedens=
verhandlungen
, bei dem Deutſchland eine führende Rolle ſpielte,
und das die Halbinſel Liaotung für China rettete, gab Deutſch=
land
dem Hinzmliſchen Reich gegenüber einen gewiſſen mora=
liſchen
Anſpruch auf freundliche Berückſichtigung ſeiner
territorialen Wünſche den der Staatsſekretär Freiherr von Mar=
ſchall
im Herbſt des Jahres auch geltend machte:
Der Staatsſekretär. des Auswärtigen Amtes Freiherr von Marſchall
an den Botſchafter in Petersburg Fürſten von Nabolin.
Berlin, den 25 Oktober 1895.
Nr. 656.
Nachſtehendes Telegramm iſt heute nach Peking abgegangen:
Angeſichts der Notwendigkeit in Oſtaſien dauernd eine ſtarke
Flotte zu unterhalten, um unſere kommerziellen Intereſſen zu wahren
und die Politik weiterzuführen, welche unſerem Eingreifen in der Liao=
tungfrage
zugrunde lag, iſt das Erfordernis einer deutſchen Kohlen=
ſtation
in China als Stützpunkt für die Flotte unabweisbar geworden.
Größe des zu erwerbenden Gebiets kommt weniger in Betracht als gün=
ſtige
Lage und guter Hafen; eine Inſel würde vorausſichtlich geeigneter
ſein, als ein Punkt des Feſtlandes. China ſelbſt kann es nur erwünſcht
ſein, wenn Deutſchland dort ein ſtarkes Geſchwvader unterhält, um das
Gleichgewicht der Kräfte in Oſtaſien zu erhalten.
Enthalten Sie ſich vorläufig direkter amtlicher Anträge, aber be=
tonen
Sie bei geeigneter:Gelegenheit dortiger Regierung gegenüber Not=
wendigkeit
einer deutſchen Kohlenſtation von unſerem und deren Zweck=
mäßigkeit
vom chineſiſchen Standpunkt. und berichten Sie telegraphiſch
über Aufnahme Ihrer Anregung. Falls Abtretung geeigneten Territo=
rums
nicht zu erlangen, würde pachtweiſe Ueberlaſſung eventuell ge=
nügen
.
Ew. Durchlaucht bitte ich, ſich bei geeigneter Gelegenheit von ſich
aus, und ohne einen amtlichen Auftrag erkennen zu laſſen, dem dortigen
chineſiſchen Geſandten gegenüber in angloger Weiſe zu äußern und dabei
beſonders hervorzuheben, wie nützlich eine ſtarke deutſche Flotte in chine=
ſiſchen
Gewäſſern auch vom chineſiſchen Standpunkte aus ſei, indem die=
ſelbe
ein Gegengewicht gegen die Beſtrebungen anderer Mächte bilde
und ſomit zur Erhaltung des Gleichgewichts in Oſtaſien wirkſam bei=
trage
. ..
Marſchall.
Der Erfolg dieſes Appels war freilich gering, wie ſchon die
telegraphiſche Antwort des Pekinger Geſandten zeigte:
Der Geſandte in Peking Freiherr Schenck zu Schweinsberg
an das Auswärtige Amt
Telegramm. Entzifferung.
Peking, den 29. Oktober 1895.
Nr. 64.
Kohlenſtation heute angeregt. Tſungli Yamen will Erwägung
ziehen, Prinz Kung Vortrag halten; fürchtet, daß nach Vorgang
Deutſchlands andere ähnliches Verlangen ſtellen werden.
Schenc.

Die Große Politik der Europäiſchen Kabinette 18711914.
Dritte Neihe: Die Politik der Freien Hand. Im Verlage der Deut=
ſchen
Verlagsgeſellſchaft für Politik u. Geſchichte m. b. H. in Berlin W8.

moniſch miteinander gingen, lobte die ſchneidige und korrekte Haltung ſönlichkeit des Grafen Murawiew genügt, um den Verdacht zu beſeitigen,
Admiral Tyrtow kommandierte ruſſiſche Geſchluader zur gemeinſamen um uns dann plötzlich und unerwartet vor die Wahl zwiſchen einem
Aktion ſtellte, als die Japaner Widerſtand zu leiſten drohten, und ſagte politiſchen Echee oder einer Verſchlechterung unſerer Veziehungen zu
gerechtfertigten Lohn für die China geleiſteten Dienſte in derſelben Weiſe, als er jene Aeußerungen tat, den Wortlaut des Telegramms ſeines Lai=
gefordert
hat, wie es Rußland und Frankreich getau. Er fügte ſtreng ſers an den unſerigen nicht kannte. Nach Kentnis jenes Telegramms
vertraulich hinzu: Während ich und der franzöſiſche Geſandte unauf=
hörlich
auf dem Tſungli Yamen ſaßen und kein Blatt vor den Mund wird Graf Murawiew der deutſchen Politik die Gerechtigkeit widerfah=
nahmen
, um die nötige Zahlung für die geleiſteten Dienſte zu ſordern, ren laſſen, daß der Leiter derſelben, Seine Majeſtät der Kaiſer Wilhelm,
war der deutſche Geſandte nie da, als ſchien er ſich nicht um den Erfolg den ihm durch Freundſchaft wie durch Uebereinkunft auferlegten Pflich=
zu
kümmern.
China, meinte Graf Caſſini, iſt Naum für alle, für uns, für Frankreich allem, was vorhergegangen war, mit Recht als gänzlich ausgeſchloſſen
und für Deutſchland. Er hätte nie geglaubt, daß wir nach den enormen und unmöglich anſehen mußte.
Dienſt, die wir ebenſo gut wie die Nuſſen den Chineſen geleiſtet haben,
mit ſo wenigen Anſprüchen uns begnügen würden.

Mit Erlaubnis des Auswärtigen Amtes und der Deutſchen Verlagsgeſellſchaft für Politik und Geſchichte bringen wir
nachſtehend aus den jetzt erſcheinenden neuen Bänden 1315 des großen amtlichen Aktenwerkes eine weitere Folge von Doku=
menten
zum Vorabdruck.
Auch weiterhin wichen das chineſiſche Außenminiſterium Kaiſer Wilhelm II. an den Reichskanzler Fürſten on Hohenlohe,
Telegramm. Eigenhändiges Konzept.
Neues Palais, den 7. November 1897.
mußte man in Berlin auf einen anderen Anlaß warten, um zu perſönlich mich erkundigt. Derſelbe antwortet mir ſoeben, daß er über
daher Marine Cabinet angewieſen, das geſtern von mir entworfene Tele=
Kutachten des Admirals Tirpitz, der damals das gramm an Admiral abzuſenden. Wir müſſen dieſe vorzügliche Gelegen=
deutſche
Kreuzergeſchwader in Oſtaſien kommandierte. Der neue heit umgehend benutzen, ehe ein anderer Großſtagt Ching noch auf=
Text lautet: Cannot approve, nor disapprove Tour sending
Der Geſandte in Peking Freiherr von Hehking an den Reichskanzler / German Squadron to Kiantchon as I have lately learned that this
harbour only had been temporl; ours in 18851896.
Wilhelm I. B.
So ſchien alles in beſter Ordnung, als plötzlich der ruſſiſche
Außenminiſter Graf Murawiew für Nußland Anſpruch auf die
Bucht erhob unter Hiuweis auf die frühere ruſſiſche Beſetzung.
hatte derſelbe mir ſogleich von den Vorzügen der Riautſchoubucht ge= Infolge dieſes plötzlichen Umſhwunges, ſah ſich der Reichs=
ſprochen
, die einen ſicheren Ankerblatz biete, leicht und mit geringen Ko= kanzler Fürſt Hohenlohe nun aber zu einer energiſchen Sprache
z. 8. in Kuchelng in Tchleßen.
Telegramm. Enteiffevag.
tuell dort ſtationierten Maunſchaſten geſundheitlich zuträglicher jein, als
Berlie, den 11. Nobember 18971
je hohe Temperatur, die in den Südhäfen Chinaz herrſcht. Das un=
Ich erwarte den ruſſiſchen Botſch=fter um demſelhen das Nach=
Niemals, ſeit es eine Weltgeſchichts gibt, iſt eine politiſche Frage
oſfener und lohaler behandelt worden als die Niautſchoufrage ſeitens
unſeres allergnädigſten Herrn dem Kaiſer von Rußland gegenüber.
In Peterhof haben die beiden Monarchen über Erwerbungen m
Doch erhohen ſich nun divlomatiſche Bedenken; China geſprochen, der Kaiſer von Rußlend bezeichnete damals als das
von Rußland zu erſtrebende Ziel den Hafen Pingjang an der Mün=
hatten
doch ſchon im Winter 1835 ruſſiſche Schiffe in der dung des Jalufluſſes. Später erklärte Graf Lamsdorff uſerem Ge=
Bai geankert, ſo daß zunächſt feſtgeſtellt werden mußte, ob das ſchäftsträger, daß Rußland keine Recte auf Kiautſchou geltend zu
Zarenreich dort irgendwelihe Anſprüche geltend machte. An ſich machen habe. Ferner erklärte der ruſſiſche Admiral in den oſtaſiatiſchen
waren die Ruſſen einer deutſchen Erwerbung im Fernen Oſten Gewäſſern dem deutſchen Admiral wiederholt, Rußland mache keinen
keineswegs abgeneigt: befonders der in Petersburg hochange= Anſpruch auf Kiautſchou, wolle üch dort nicht einrichten, weil dieſer
fehene rufſiſche Geſandte in Peking, Graf Caſini, riet geradezu Punkt von Rußlands militäriſcher Operationsbaſis zu weit entfernt liege.
Als jetzt die Ermordung deutſcher Miſſionare nicht weit von Kiaut=
ſchou
ein deutſches Vorgehen gerade gegen dieſen Hafen dringend wün=
ſchenswert
machte, fragte Seine Majeſtät der Kaiſer noch einmal direkt
daß Kaiſer Nikolaus die deutſche Aktion weder billigen noch mißbilligen
könne, da Kiautſchou nur vorübergehend in den Jahren 1895 und 1896
in ruſſiſchem Beſitz geweſen ſei.
Nachdem ſo durch direkten Meinungsaustauſch der beiden Monarchen
Der ruſſiſche Geſandte in Peking Graf Caſſini iſt unlängſt aus feſtgeſtellt war, daß Rußland ſich von Kiautſchou desintereſſiere, ward
China über Land hier angekommen und hat mich mehrfach beſucht. Im der deutſche Geſchwaderchef dementſprechend für ſein Vorgehen inſtruiert.
aufe des Geſprächs hat er mir gegenüber hervorgehoben, welche guten
Zwei Tage nach Eingang des vom Kaiſer Nikolaus an unſeren
Beziehungen er zum Baron Hegking habe, der entſchieden die Chineſen allergnädigſten Herrn gerichteten Telegramms äußerte ſich Gref Murg=
beſſer
und richtiger verſtehe und zu nehmen wiſſe, wie ſeine Vorgänger, wiew über Rußlands Stellung zur Kiautſchoufrage in einer Weiſe,
Er gab ſeiner Freude Ausdruck, daß Deutſchland und Rußland ſo har= welche dem Telegramm ſeines Kaiſers völlig widerſprichr. Die Per=
des
Admirals Hoffmann, der ſich mit ſeinem Geſchtvader neben das von daß man ruſſiſcherſeits gewartet habe, bis unſere Aktion eingeleitet wvar,
mir ſchließlich, er begriffe nicht, warum Deutſchland nicht auch einen nur Nußland zu ſtellen. Wir ſind vielmehr überzeugt, daß Graf Murawielvo,
ten in vollſtem Umfange genügt hat und daher nicht in der Lage ſein
Eine in Euroba wohl angebrachte Delikateſſe bei Stellung von For= würde, einen für ſeine und ſeines Neiches Stellung nach innen und
derungen ſei in China nicht am Platze und würde nicht verſtanden. In außen ſchwerwiegenden politiſchen Mißerfolg zu akzeptieren, den er nach
Einen nahen Konflikt mit einer euroväiſchen Macht beſorge ich
weniger; wohl aber befürchte ich, daß Nuſſen und Franzoſen bemüht
Ich hörte ſeine Deduktion ruhig an, ohne mich auf eine Antwort ſein werden, die Chineſen gegen uns aufzuhetzen, wie ſeinerzeit die
nzulaſſen. Es fiel mir nur auf, daß er dieſelbe Anſicht äußerte, wie Abeſſinier) gegen Italien. Ein faktiſcher Kriegszuſtand mit Ching
hieſige chineſiſche Geſandte mir andeuten ließ, daß, wenn man in würde aber vor allen Dingen die Folge haben, den deutſchen Haudel
China etwas haben will, man es ohne weiteres fordern und nehmen daſelbſt auf Jahrzehnte hinaus zum Vorteil Englands zu ruinieren.
muß. .
Hohenlohe.
Radolin.
Bemerkung Kaiſer Wilhelms II. am Kopf des Schriftſtücks:
Obgleich nun der Vertreter des ruſſiſchen Außenminiſters, Einverſtanden.
Graf Lamsdorff, im Juli 1897 dem deutſchen Botſchafter ge= Eine ganz ausgezeichnet abgefaßte Note; und kann auch als ſolche ins
Auge gefaßt werden. W.
legentlich erklärt hatte, daß Rußland kein beſonderes Intereſſe. Nandbemerkung des Kaiſers:
haben könne, Kiautſchou für ſich in Anſpruch zu nehmen hielt 1 Mit dem Unterſchied, daß die Chineſen keine Krieger ſind. Ich be=
es
Kaiſer Wilhelm II. doch für eine Pflicht der Loyalität, vor fürchte nichts von China, nur feſt bleiben und feſt auftreten, was wir
dem Beginn der Aktion offen mit dem Zaren zu reden. Dazu dort noch nie gethan und jetzt erſt zum erſten Mal thun. Ich bin feſt
gab der Aufenthalt des Zaren in Peterhof vom davon überzeugt, daß alles gut zum Ende kommen wird. Aber Land=
7. bis 11. Auguſt Gelegenheit; über die politiſchen Geſpräche graf werde hart, wie ein Rocher de Bronze. W.
daſelbſt unterrichtet das folgende Telegramm Bernhard von
Die Annahme der deutſchen Note, Graf Murawiew habe
Bülows:
von dem Telegramm des Zaren an den Kaiſer keine Kenntnis
gehabt, war wohl nicht unberechtigt, jedenfalls lenkte die
Der Stellvertrtende Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes
ruſſiſche Regierung bald ein, und Graf Oſten=Sacken ſprach von
Botſchafter Bernhard von Bülowv, z. Z. in Petersburg,
an das Auswärtige Amt.
einem Mißverſtändnis. Auch deutſcherſeits ſchlug man darauf
einen verſöhnlichen Ton an und betonte gegenüber der geringen
Delegramm. Entzifferung.
St. Peterzburg, den 11. Auguſt 1897. Bedeutung des nun ausgeglichenen Streitpunktes den Wert
Nr. 10.
guter Beziehungen der beiden Länder. Einige Wochen ſpäter
Auf allerhöchſten Befehl reſümiere ich die hier ſtattgehabten polis konnte dann Rußland zur Beſetzung Port Arthurs
tiſchen Beſprechungen und den Geſamtverlauf des Beſuchs Seiner Maje=
ſchreiten
, wobei es die volle Unterſtützung des Deutſchen Reiches
ſtät des Kaiſers in Rußland wie folgt:
fand, ſo daß dieſer Abſchnitt der deutſchen Oſtaſienpolitik har=
1. Kiautſchoubucht.
moniſch in deutſch=ruſſiſcher Freundſchaft ausklingt:
Seine Majeſtät haben den Kaiſer Nikolaus gefragt, ob Rußland
Abſichten auf die genannte Bucht habe. Der ruſſiſche Kaiſer erwiderte. Der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes Bernhard von Bülow
an den Votſchafter in Petersburg Fürſten Nadolin.
Nußland habe ein Intereſſe daran, ſich den Zutritt zu dieſer Bucht ſo=
lange
zu ſichern, bis es über einen anderen, nördlicher gelegenen und Nr. 1131.
Berlin, den 18. Dezember 1897.
ſchon ins Auge gefaßten Hafen Pingjang (nicht weit von Port Arthur) Geheim.
disponieren werde. Die Frage unſeres allergnädigſten Herrn, ob Kaiſer
Ew. beehre ich mich, anbei eine vom ruſſiſchen Botſchafter infolge
Nikolaus Bedenken dagegen habe, daß deutſche Kriegsſchiffe, in Ermange= telegrabhiſchen Auftrags vom 14. ds. Mts, hier gemachte Mitteilung
lung einer deutſchen Flottenſtation, im Bedürfnisfalle und nach eingehol= ſolvie mein an den Botſchafter gerichtetes Antworſchreiben vom geſtrigen
ter Erlaubnis der ruſſiſchen Marinebehörden in der Kiautſchoubucht bor Tage in Abſchrift ergehenſt zu überſenden. Nach der ruſſiſchen Mitteilung
Anker gingen, wurde vom Zaren mit der Verſicherung, bereitwilligen
Entgegenkommens in dieſer Nichtung beantwortet. Nachdem. Seine hat der Kaiſer von Nußland in der Ueberzeugung, daß Rußland und
Majeſtät mich von dieſem Gedankenaustauſch über die Kiautſchoubucht in Deutſchland in Oſtaſien Hand in Hand gehen müſſen, und nachdem deut=
Lenntnis geſetzt hatten, wurde derſelbe von dem Herrn Reichskanzter in ſcherſeits Kiautſchon in Beſitz genommen worden iſt, den Befehl erteilt,
nachſtehender Form ſchriftlich präziſiert, dieſe Formulierung dem Iuſſi= daß ein Teil des oſtaſiatiſchen ruſſiſchen Geſchwaders in Port Arthur ein=
ſchen
Miniſter des Aeußeren vorgeleſen und endlich noch von Seiner laufen und dort bis auf weiteres ſtationieren ſoll.
Mein Antwortſchreiben gibt im allerhöchſten Auftrage der Uebei=
Durchlaucht in einem Brief an Graf Murawiew figiert
zeugung Ausdruck, daß Deutſchland und Rußland in Oſtaſien gemein=
Sa Maiesté 1Empereur dAllemagne avant demandé A. Sa
ſamen Gefahren gegenüberſtehen und denſelben gemeinſam zu begegnen
Majesté 1Pmpereur de Russie, si la Russie arait des Fues sur 14 haben. Es wird auch darauf hingewieſen, daß, wenn Rußland uns bei
baie de Kiaotehou, Sa Majesté rspondait au efkeetirement 14 Russie den Verhandlungen in Peking unterſtützt, dadurch ohne weiteres alle
arait interét de sassurer Taccés, de la dite baie jusau 2 ce auelle diefenigen Gefahren beſeitigt werden würden, die ein längerer Wider=
git
obtenn un port plus septentrional au elle arait dei4 en nue ſtand Chings bei entſprechender wachſender Gereiztheit naturgemäß
(Petchili), LBmpereur dAllemagne afant demandé si 1ULmpereur, mit ſich bringt.
Ev. wollen dem Miniſter Witte, welchem ich einen weſentlichen An=
Nicolas voxait un insonränient A ce aue les narires allemands en
eas da besoin et aprös groir pris le consentement des autorités teil an der günſtigen neuen Wendung zuſchreibe, mein an den Grafen
nanales russes, monillent dans 1a baig de Kigotehou, Sa Mlajosts dg Oſten=Sacken gerichtetes Schreiben vertraulich vorleſen und ihm wie auch
dem Grafen Murawielw, da ich keinen Punkt unſeres Programms un=
Russie r6pondit negatifement.
aufgeklärt zu laſſen wünſche, dabei ſagen, daß für die Dauer des Pacht=
Graf Murawiew bemerkte zu dieſer Deklaration, daß Rußland nicht vertrages auch die Abtretung der chineſiſchen Hoheitsrechte in Ausſicht
die Abſicht habe, die Ligutſchoubucht definitih zu behalten, wenn er auch genommen iſt. Dieſe Forderung war unſorünglich nicht begbſichtigt,
noch nicht ſagen könne, wann dasſelbe in der Lage ſein werde, die Bucht weil mit oder ohne Hoheitsrechte die tatſächliche Ausübung unſerer
zu räumen. Nach erfolgter Näumung wünſche Rußland un3 die Kiru= Machtbefugniſſe innerhalb unſeres eng umſchriebenen Gebietes doch im=
tſchoubucht
zuzuwenden, ſchon damit England nicht Hand auf dieſelbe mer die gleiche bleiben würde. Aber Kenner chineſiſcher Verhältniſſe
erklärten, daß es für uns wie für jede andere ziviliſierte Macht unmög=
Bülow. lich ſein würde, den Mandarinen das formelle Recht zum Martern und
Den Anlaß zur Beſitzergreifung der Bucht lieferte Anfang Hinrichten von Leuten innerhalb unſerer Machtſphäre einzuräumen.
November 1897 die Ermordung zweier deutſcher Nicht unerwähnt will ich laſſen, daß unſer allergnädigſter Herr bereits
vorgeſtern ein direktes Telegramm an den Kaiſer Nikolaus gerichtet
Miſſionare in der Provinz Schantung. Vorher wandte und von dieſem eine Antwort erhalten hatte, wo derſelbe ſeinen Dank
ſich Kaiſer Wilhelm nochmals an den Zaren, der keinerlei Ein= für die dem oſtaſiatiſchen deutſchen Geſchwader erteilten kategoriſchen In=
ſpruch
erhob, ſo daß die Weiſung zur Beſetzung abgehen konnte: ſtruktionen ausſpricht
Bülowv.

lege. .

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

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Seite 10.

Darmſtäster Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Mummer 185.

Aus der Darmſtädter Induſtrie.
Oie erſie Darmſtädter Herdfabrik und Eiſen=
gießerei
Gebr. Roeder A.=G.
Es iſt eine alte Erfahrung, die beſonders in Darmſtadt immer wieder
zu Tage tritt, daß bedeutende Induſtrieen den Einwohnern ſelbſt viel
weniger bekannt ſind in Art und Umfang, als der übrigen großzen Welt.
Aus dieſem Grunde iſt die Fortſetzung der Wanderungen durch die
Oeſſiſche Induſtrie ſicher von allgemeinem Intereſſe. Wir hatten Ge=
legenheit
, kürzlich der Darmſtädter Firma Gebrüder Roeder A.=G.,
Herdfabrik und Eiſengießerei einen Beſuch abzuſtatten, und müſſen ge=
ſtehen
, daß auch wir von der Größe, dem Aufbau, der vorbildlichen
Leitung und der Leiſtungsfähigkeit dieſes Induſtriebetriebes überraſcht
waren. Ein bei weitem nicht erſchöpfender Rundgang durch die weit=
verzweigten
Werkſtätten nahm annähernd 4 Stunden in Anſpruch und
hätte leicht, ohne ermüdend zu wirken auf die doppelte, vielleicht drei=
fache
Zeit ausgedehnt werden können, ſo intereſſant, inſtruktiv und lehr=
reich
geſtaltete ſich die Beſichtigung. Zwar iſt der eigentliche Induſtrie=
betweb
ausſchließlich die Herſtellung der in der ganzen Welt bekannten
und gebrauchten Roederherde. Um ſie zu erſtellen, ſind jedoch eine ganze
Reihe von Induſtriebetrieben erforderlich, die hier in der einen Firma
vereinigt ſind, ſodaß die geſamte Herſtellung der Herde vom Gießen
der Eiſenteile an bis zur Emaillierung bzw. Vernickelung und Ver=
packung
und zum Abtransport auf eigenem Bahngleis in (eigenen)
Waggons ausſchließlich innerhalb des Betriebes vor ſich geht.
Die vor etwa 60 Jahren gegründete Fabrik Gebrüder Roeder hatte
ſelbſtverſtändlich nicht ſchon von Beginn der Gründung an die Aus=
dehnung
, die ſie heute hat. Wie jedes induſtrielle Unternehmen wurde
die Fabrik, die zunächſt patentierte lackierte eiſerne Herde und gußeiſerne
Herde herſtellte, mit dem Fortſchreiten der techniſchen Errungenſchaften
vergrößert, bis ſie ihren heutigen Umfang erhalten hat, der es ihr er=
möglicht
, monatlich 2000 Herde der verſchiedenſten Größen und Syſteme
fertigzuſtellen. Dieſen Umfang hat etwa die heutige Produktion, die
jeweils de.n Abſatz entſpricht. Von dem einfachen eiſernen Herd bis zur
heutigen modernen Rieſenkochanlage für die größten Hotels und Speiſe=
häuſer
ausreichend, Kombinationen von Kohle, Gas und Elektrizität,
iſt ein gewaltiger Schritt, der das Fortſchreiten der deutſchen Induſtrie
in überzeugender Weiſe wiederſpiegelt. Intereſſant und bezeichnend
für die Arbeitsleiſtungen der Firma Roeder iſt die Tatſache, daß heute
noch die älteſten Formen ihrer Herde hergeſtellt und verkauft werden,
Herde, die ſich allerdings neben den genannten modernſten Kochanlagen,
die an ſich wahre Kunſtwerke darſtellen, an denen der Ingenieur, der
Techniker und der Chemiker Anteil haben, ſehr ſonderbar ausnehmen.
Sie ſind aber ein Beweis für die Güte und ausgezeichnete Berechnung
der techniſchen Durchführung, die im Grunde genommen bis heute bei=
behalten
iſt.
Intereſſant wie dieſe Tatſache ſelbſt iſt die Entwicklung des häus=
lichen
Herdes überhaupt. Früher war die Erſtellung des Herdes, der
Feuerſtätte in der Wohnung, ein Produkt der eigenen Geſchicklichkeit des
Beſitzers. Später kamen dann handwerkliche Unterſtützungen des Be=
ſitzers
hinzu, die ſich auf die Fertigſtellung von einzelnen Teilen, Ab=
zugsrohren
, Herdwänden und dergl. beſchränkte, bis einzelne Hand=
werker
ſich der Herſtellung ganzer Herde widmeten, die dann ein hand=
werkliches
Spezialunternehmen darſtellten, aus dieſen ſind dann die
großen Herdfabriken entſtanden, unter denen eine der bedeutendſten
und bekannteſten wohl die Firma Gebrüder Roeder A.=G. in Darm=
ſtadt
iſt. Seit über 60 Jahren befaßt ſich die genannte Firma wie ge=
ſagt
mit der Herſtellung erſtklaſſiger Herde, Koch= und Backapparate für
Haushalt, Großküchen, Konditoreien, Fleiſchereien, Speiſehäuſern, Ka=
ſernen
, Hotels uſw. Alle Erfahrungen, welche die Herdeinduſtrie in den
letzten Jahrzehnten machte, alle Errungenſchaften moderner Technik,
deren Krönung der elektriſche Herd iſt, ſind in dem Roederherd vereinigt.
In dem umfangreichen Magazinraum ſahen wir Herde verſchiedenſter
Art und Größe, von dem einfachſten bis zum komplizierteſten Modell
von rieſenhaften Ausmaßen. Sämtliche Herde werden in den verſchieden=
ſten
Ausführungen hergeſtellt, mit hohen Füßen, mit Wärmeofen, auch
tief gebaut, mit Wänden auf den Fußboden gehend, mit fahrbarem
Brennmaterialbehälter, mit Gasanhang oder Gaseinbau, für größere
Anſprüche auch mit 2 Bratöfen und Wärmeſchrank, ferner elfenbein=
weiß
emalliert. Es iſt zu verwundern, wie ſchnell der emallierte Herd
die noch vor wenigen Jahren ſo ſehr begehrten lackierten ſchmiedeeifernen
Herde verdrängt hat. Selbſtverſtändlich hat hier die Geſchmacksentwick=
lung
der Verbraucher die ausſchlaggebende Rolle geſpielt; denn ein
moderner emaillierter Herd iſt unbedingt ein Schmuckſtück für jeden
Haushalt.

Der Herſtelleung von Gaskoch= und Bratapparaten widmet die Firma
Roeder gunz beſondere Aufmerkſamkeit, umſomehr, da die Nachfrage
von Gasher en mit Bratöfen in den letzten Jahren ganz beſonders
ſtark iſt.
Sämntliche Brennſtellen, ſowohl bei Gasherden, als auch bei kombi=
nierten
Cerden, d. h. bei ſolchen, bei denen man ſowohl mit Gas als
auch mit Kohlen heizen kann, ſind bei der Firma Roeder mit einem
neuen Sparbrenner, dem ſogenannten Claſenbrenner, verſehen. Nach
einem Gutachten ve ſchiedener maßgeblicher deutſcher Autoritäten und
phyſikaliſcher Anſtalten iſt der Wirkungsgrad des Claſenbrenners allen
ſeitherigen Brennerſyſtemen weit überlegen.
Eine weitere Neuheit der Firma Roeder ſind die ſogenannten Zwil=
lings
= und Drillingsherde. Hier handelt es ſich um Herde, bei denen
neben der Kohlenfeuerung eine Beheizung durch Gas= oder Elektrizität
bzw. durch Gas und Elektrizität vorhanden iſt.

Ueberall fällt das anſprechende, mit treffſicherem Geſchmack geſchaf=
fene
Aeußere der Herde angenehm auf. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß ein
Gebrauchsſtück, wie der Küchenherd, in allererſter Linie unter dem Ge=
ſichtspunkte
größter Zweckmäßigkeit hergeſtellt werden muß. Was nützt
es, wenn er ſich in der Küche hervorragend ausnimmt und doch aller=
hand
Mängel aufweiſt. Gerade bei Küchenherden iſt ſo mancherlei zu
beachten: Die Brennſtellen ſollen ihre Aufgabe in möglichſt kurzer Zeit
erfüllen, der Brennſtoffverbrauch muß ſo gering wie nur irgend denkbar
ſein, der Herd darf keinen Rauch oder Geruch abſondern uſw. Haus=
frauen
ſind in dieſer Beziehung ſehr empfindlich und verſtehen oft von
einem Küchenherd ebenſoviel, wie ein alter Herdbau=Pionier. Das wiſſen
die Herdfabriken auch ganz genau. Deshalb iſt der Wetteifer unter unſe=
ren
großen Fabriken, das Vollkommene ſtets noch zu verbeſſern, zu ver=
einfachen
und weiter auszubauen, auch ganz gewaltig, und die Erfolge
in den letzten Jahren trotz der wirtſchaftlichen Widerſtände und Hem=
mungen
mancher Art ſind im höchſten Grad anzuerkennen. Wenn man
es trotz der techniſchen Vollkommenheit dahin gebracht hat, dem Küchen=
herd
auch noch ein Gewand zu geben, das den Anſprüchen einer äſthe=
tiſch
ſehr empfindlichen Hausfrau im vollſten Maße gerecht werden kann,
ſo iſt dies umſomehr zu begrüßen. Die vornehmſte Aufgabe wird für
den Induſtriellen bei der Herſtellung ſeiner Erzeugniſſe ſtets eine mög=
lichſt
glückliche Verbindung von Zweckmäßigkeit und äußerer Erſcheinung
ſein. Unſere heutige Generation iſt in dieſer Beziehung viel anſpruchs=
voller
als unſere Vorfahren, und ſie hat wohl ein Recht dazu, umſomehr,
als die Leiſtungsfähigkeit erwieſen iſt.
Unter dem Geſichtspunkte von Zweckmäßigkeit und Formenausdruck
kann die Firma Gebrüder Roeder A.=G. jedenfalls gut und mit vollem
Recht einen Platz in der erſten Linie beanſpruchen. Den Beweis hat ſie
ſchon dadurch erbracht, daß ſie auf allen Ausſtellungen, die ſie bisher im
In= und Auslande beſchickte, mit den erſten Auszeichnungen bedacht
worden iſt.
Die Firma Roeder beſitzt Werke in Darmſtadt und Raſtatt (Baden)
Beide Fabriken haben Abteilungen für die Herſtellung von Haushal=
tungsherden
, Apparaten für Großküchen, Konditoreien, Fleiſchereien,
ſowie Gaskochapparaten uſw., ferner eine beſondere Abteilung für
Grudeherde. Außer dieſen Erzeugniſſen werden noch Bügelöfen, Bügel=
eiſen
, Waſchkeſſelöfen in den verſchiedenſten Formen und Größen her=
ausgebracht
. Die Werke ſind mit den modernſten Maſchinen ausgeſtattet
und neuzeitlich hervorragend organiſiert, ſodaß eine möglichſt hohe
Leiſtungsfähigkeit gewährleiſtet iſt. Die Firma iſt voll beſchäftigt und
hat eine Belegſchaft von über 900 Mann. Bis auf einige kleinere Be=
ſchlagteile
werden ſämtliche Erzeuniſſe in eigenen Werkſtätten hergeſtellt,
die ſich zergliedern in: Eiſengießerei, Emaillierwerk, Stanzerei. Ver=

zinnerei, Blechnerei, Schleiferei mit Vernickelungsanſtalt, Ausmaue=
rungs
= und Lackierwerkſtätte, Schweißerei und Montagewerk. Auf das
Techniſche der verſchiedenarrigen Derde einzugehen, ſoll einer fachlaänni=
ſchen
Beurteilung in unſerer techiichen Beilage vorbehalten bleiben.
Uns intereſſiert in erſter Linie ein Rundgang durch die verſchieden=
ſten
Zweige des Rieſenbetriebes, die an ſich ſelbſtändige Fabrikzweige
darſtellen, die aber vorbildlicher Weife Hand in Hand arbeiten, ſodaß
der Beſucher die Eutſtehuny eineé Herdes verfolgen kann, vom Schmel=
zen
des Roheiſens über den Guß der Eißeiteile, deren Bearbeitung
durch Schleiferei, Vernickelung und Emaillierung, endlich die Zuſam=
menſetzung
bis zur völligen Ferligſtellung auch der rieſenhafteſten Herde
und Geſamtkochanlagen beobachten kann. Jeder einzelne Zweig des
Betriebes iſt auf den anderen eingeſtellt, ſodaß durchweg und zu jeder
Zeit produktive Arbeit geleiſtet wird, die ſich faſt ausſchließlich dem
Bedarf anpaßt, ſodaß Arbeiten auf Lager kgum in Frage kommen.
Rieſige Schwermaſchinen für die notwendigen gigantiſchen Kraftleiſtun=
gen
wechſeln ab mit komplizierten, peinlich) exekt arbeitenden Spezial=
maſchinen
, rieſige modernſt eingerichtete Muffeln (Brennöfen) für die
Emaillierung mit Sälen, in denen mit Pinſel und Feder Inſchriften und
Verzierungen gemalt werden. Der Abtransport der fertigen Herde ge=
ſchieht
jeweils Waggonweiſe direkt vom Magazin ab, von dem aus ein
eigenes Geleiſe die Eiſenbahnwaggons auf die Bahnſtrecke bringt.
Bahn und Dampfſchiffe bringen die Erzeugniſſe dieſes ebenſo inte=
reſſanten
wie großzügig geleiteten Darmſtädter Induſtriebetriebes
nicht nur in alle Gegenden Deutſchlands, ſondern weit darüber hinaus
in alle Weltteile. Vorbildliche und immer wieder zu Nenbeſtellungen
anlaßgebende Kochanlagen hat die Firma Roeder erſtellt in unzähligen
Pflege= und Heilanſtalten, Krankenhäuſern, in Großküchen für gewerb=
liche
und induſtrielle Zwecke, in Kaſernen, Lazaretten, in den größten
Hotels Deutſchlands und des Auslandes, unter anderem in Holland.
Frankreich, Luxemburg, Belgien, England, Aegypten, Kolumbien, Chile,
Batavia, ferner in Vorderindien, Teneriffa, Trinidad, weiter in Italien
und auch Amerika. Ueberall ſind deutſche Kochanlagen zu finden und
überall verbreitet ſo die Firma Roeder den Namen Darmſtadts in der
M. St.
Welt, ſich und der Vaterſtadt zum Ruhme.

Buchanzeige.

Die deutſche Volkswirtſchaft als Organismus, von Dr. Max Muß,
v. Profeſſor der Volkswirtſchäftslehre an der Techniſchen Hochſchule,
Darmſtadt. Ergänzter Abdruck eines Vortrags, gehalten am 18. Jan.
1924 bei der Akademiſchen Reichsgründungsfeier der Techniſchen Hoch=
ſchule
Darmſtadt. Verlag von W. Moeſer, Buchhandlung, Leipzig
1924; 23 S.
Wie aus dem Titel hervorgeht, ſtellt das Heftchen die erzänzte Wie=
dergabe
des ſeinerzeit mit großem Beifall aufgenommenen Feſtvortrags
dar, den der Verfaſſung im Januar d. J. bei der Reichsgründungsfeier
der Techniſchen Hochſchule im Kleinen Haus des Landestheaters gehal=
ten
hat und deſſen ſich die Zuhörer ſicher noch gerne erinnern werden.
Der Verfaſſer gibt im erſten Teil der Schrift ein plaſtiſches Bild von
der normalen Struktur der deutſchen Volkswirtſchaft, er zeigt, wie Ge=
brauchsgütermaſſe
und Geldmenge, in organiſchem Wachstum begriffen,
in einem wohlproportionierten Verhältnis zueinander ſtanden, wie die
deutſche Volkswirtſchaft tatſächlich einen lebendigen, geſunden Organis=
mus
darſtellte. Nachdem ſo an Hand grundlegender theoretiſcher Erör=
terung
und Begriffsbildung dem Leſer das Verſtändnis für die weſent=
lichen
Geſichtspunkte der Betrachtung erſchloſſen worden iſt, ein Ver=
fahren
, in welchem gerade der große Vorzug dieſer kleinen Schrift be=
ſteht
, entwirft der Verfaſſer im zweiten Teil ein anſchauliches Bild von
der Zerſtörung dieſes Organismus der deutſchen Volkswirtſchaft in der
Kriegs= und Nachkriegszeit. Schon im Kriege, durch Rückgang und
Umſtellung der Produktion ſowie Ausdehnung der Geldmaſſe vorberei=
tet
, hat der Zerſetzungsprozeß in der Nachkriegszeit in verſchiedenen
Phaſen ſich fortgeſetzt ſteigernd vollzogen, wobei als Höchſtmaß der
Schwächung der Ruhrkampf erſcheint, bis durch die Währungsreform
im Herbſt 1923 der entſcheidende Schritt zum Wiederaufbau des Orga=
nismus
der Volkswirtſchaft getan wird. Den Schluß der Schrift bilden,
gegenüber dem Vortrag neu hinzukommend einige ſehr beachtens=
werte
Ausführungen über die Wertung des Wirtſchaftlichen im allge=
meinen
Bewußtſein in den Jahrzehnten vor dem Kriege und in der
Nachkriegszeit und die Andeutung, daß die deutſche Volkswirtſchaft wohl
immer ein Organismus bleiben wird, daß ſie aber nie eine vollſtändig
organiſierte Wirtſchaft im Sinne ſozialiſtiſcher Wirtſchaft werden kann.
Das ſehr feſſelnd und flüſſig geſchriebene Schriftchen, das in ſeiner
Diktion deutlich die Lebendigkeit des mündlichen Vortrags wiederſpie=
gelt
, dürfte ſehr wohl geeignet ſein, auch dem nichi nationalökonomiſch
vorgebildeten Leſer eine klare und daber tiefergehende Einſicht in das
wirtſchaftliche Geſchehen des letzten Jahrzehntes zu geben.

[ ][  ][ ]

Rummer 185.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Eeite 11.

Hefſiſcher Landtag.
Darmſtadt, 4. Juli.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.15 Uhr.
Am Regierungstiſch: die Miniſter Henrich, v. Brentano,
Raab.
Abg. Hofmann (Ztr.) bittet in einer kleinen Anfrage um Aus=
lunft
, ob bald eine Vorlage über die Reorganiſation der Bauverwaltung
und der Bauordnung dem Hauſe vorgelegt werden könnte.
Miniſterialrat Kratz erwidert, der Antrag des Landtags vom
12. Juni 1924 würde ſo abgeändert, daß er den dringendſten Bedürfniſſen
genügt. Die Regierungsvorlage über dieſe Materie vom Jahre 1914
jedürfe einer gründlichen Umarbeitung. In abſehbarer Zeit ſei es
nicht möglich, dem Hauſe eine Vorlage hierüber zugehen zu laſſen.
Auf der Tagesordnung ſteht die
Beſoldung der Staatsbeamten.
Abg. Reiber (Dem.) erſtattet Bericht und ſchildert die bisherige
Behandlung der Angelegenheit vom Reich und der heſſiſchen Regierung.
Er weiſt darauf hin, daß die heſſiſche Regierung die vom Reich vorge=
chlagenen
neuen Sätze für die unteren Beſoldungsklaſſen zur Annahme
mpfiehlt. Der Ausſchuß ſchlägt einſtimmig Zuſtimmung vor. Der
Ausſchuß iſt zwar der Uebezeugung, daß die Sätze immer noch nicht
ozial, gerecht und zureichend ſind, beantragt aber doch Zuſtimmung
u dem Ausſchußantrag:
1. Annahme der Regierungsvorlage in Druckſache 1050;
2. Annahme der Regierungsvorlage in Druckſache 1084, mit der
Maßgabe, daß in Druckſache 1050 in Art. 2 die Zahl 20 in 30 geän=
dert
wird, und Druckſache Nr. 1084 in der Beſoldungsſkala in Gruppe 2,
Stufe 5:
3. Annahme der Reſolution in folgendem Wortlaut:
Der Landtag ſtimmt unter dem Zuange der Reichsgeſetzgebung der
Regierungsvorlage zu. Er hebt aber ausdrücklich hervor daß dieſe Be=
oldungsregelung
in keiner Weiſe den Anforderungen ſozialer Gerech=
igkeit
entſpricht. Der Landtag erſucht deshalb die Regierung, dafür
einzutreken, daß
1. das Sperrgeſetz aufgehoben wird,
2. ſolange das Sperrgeſetz beſteht:
a) die Spannung zwiſchen den einzelnen Gehaltsgruppen zu=
gunſten
der unteren und mittleren Gruppen ganz weſentlich
vermindert wird,
b) künftige Gehaltsregelungen für Reichsbeamte ausſchließlich
auf dem Wege der Geſetzgebung unter Mitwirkung des
Reichstags zu beſchließen ſind;
4. die eingegangenen Anträge und Vorſtellungen für erledigt zu
erklären.
Gleichzeitig hat der Ausſchuß beſchloſſen, die eingegangenen Anträge
ud Vorſtellungen mit der Annahme dieſer Vorlage für erledigt zu
rklären.
Abg. Dr. Oſann (Dtſch. Vpt.): Wir haben die allerſchwerſten Aus=
tellungen
an der Vorlage zu machen. Das, was den Gruppen 16
tachträglich gewährt wird, iſt ſo gering, daß von einer Behebung der
Notlage nicht die Rede ſein kann. Baden, Sachſen und Heſſen haben

ſei ſpäteren Beratungen mit dem Reich mit allem Nachdruck eine Aende=
ung
der Vorlage fordert. Wir werden unter ſchwerwiegenden Bedenken
der Vorlage zuſtimmen müſſen.
Abg. Dr. Greiner (Komm.): Unſere Forderung lautet: Gleicher
John für alle, die Arbeit leiſten. Es iſt heute noch nicht möglich, dieſe
forderung durchzuführen. Wir haben daher einen Antrag eingebracht,
n welchem wir fordern, daß die Beamten der Gruppen 17 in die
Zruppe 8 eingereiht werden und die höheren Beamten in eine Gruppe 9
uſammengebracht werden.
Abg. Stork (Soz.): Wir lehnen dieſe Vorlage ab. Sie iſt unſozial
ind ungerecht. Die Spannung iſt viel zu groß. Es iſt unverantwort=

Abg. Herbert (Ztr.): Die Zentrumsfraktion ſteht grundſätzlich
in ſcharfer Gegnerſchaft gegen die hier genannte Vorlage, weil ſie von milden Weiſe geſchehen iſt?
einem unſozialen Geiſt getragen iſt und die Notlage der unteren Be=
amten
nicht beſeitigen kann.
Abg. Kindt (Dntl.) erklärt, daß ſeine Fraktion unter den jetzigen
Umſtänden der Regierungsvorlage zuſtimmen müſſe.
Abg. Dr. Greiner (Komm.) wendet ſich gegen die Ausführungen
des Abg. Widmann und ſchildert die kommuniſtiſchen Ziele.
Der Antrag bes Ausfchufſes, einſchließlich der Reſolution, wirb
gegen die Stimmen des Bauernbundes in erſter und zweiter Leſung an=
angenommen
.

ich, daß man in einer Zeit, wo die Steuerſchraube bis zum äußerſten
ngeſpannt iſt, derartig hohe Gehälter für die höchſten Beamten bewilligt.
Vir denken uns die zukünftige Skala in einem Spannungsverhältnis
on 3:4. In bezug auf das Sperrgeſetz habe ich im Auftrag meiner
fraktion zu erklären, daß wir für Aufhebung dieſes Sperrgeſetzes ſind,
wir aber ein Sperrgeſetz wünſchen, welches eine untere Grenze
tibt und durch welches die Beamten davor geſchützt werden, daß in den
landgemeinden und Kommunen Gehälter bewilligt werden, die noch unter
ie Reichsſätze gehen. Durch die Bereitſtellung einer gewiſſen Summe
ür Unterſtützungszwecke iſt es möglich, auf dem Unterſtützungswege die
rößten Härten der Reichsbeſoldung zu beſeitigen. Wir werden aber,
venn auch nur mit großem Widerwillen, dieſer Vorlage unſere Zu=
timmung
geben.
Abg. Kindt (Dntl.): Ich habe im Auftrag der Deutſchnationalen
den Antrag geſtellt auf eie Erhöhung der Bezüge der Gruppen 16,
der im übrigen das verlangte, was die vorgelegte Erklärung beabſich=
igt
. Zu meinem Bedauern hat der Ausſchuß beſchloſſen, meinen An=
rag
für erledigt zu erklären. Mehr und mehr bricht ſich die
Einſicht Bahn: Fort von der Zentraliſation Weimars! Wir müſſen
urück zur Selbſtändigkeit der Lander, was aus den Beratungen immer
vehr hervorgeht. Zum Schluß wendet ſich der Redner gegen die Aus=
ührungen
Dr. Greiners.
Abg. Reiber (Dem.): Die Annahme dieſer Regierungsvorlage
durch meine Fraktion hat nicht den Sinn, als glaubten wir, damit ſei
tunmehr eine ſozial gerechte Beſoldungsordnung geſchaffen. Wir ſind
der Meinung, daß es ein Geſetz iſt, deſſen Annahme für uns überhaupt
nur deshalb in Frage kommt, weil wir einen anderen Weg, den Beam=
ten
erhöhte Bezüge zukommen zu laſſen, gar nicht ſehen. Wir treten
dafür ein, daß die Ermächtigung aufgehoben wird, die der Reichsregie=
rung
das Recht gibt, Beſoldungsgeſetze eigenmächtig ohne Hinzuziehung
des Reichstags zu regeln.
Abg. Glaſer (Bbd.): Wir haben uns im Finanzausſchuß der
Stimme enthalten und können dieſer Reſolution auch heute noch nicht
zuſtimmen. Wir erkennen gern an, daß die Beamtenſchaft ſich vielfach
in einer ſchwierigen Lage befindet, daß in der Regierungsvorlage in
dieſer Zeit, in der die Landwirte nicht mehr in der Lage ſind, die
Steuern zu zahlen, Gehaltserhöhungen vorgenommen werden.
Abg. Widmann (Soz.) verlieſt einen altruſſiſchen Metallarbeiter=
tarif
, um damit die Ausführungen Dr. Greiners zu widerlegen.
Vmn

Nach der Pauſe wird mit der Beratung des Kapitels 53 des Staats=
voranſchlags
(Landesamt für das Bildungsweſen) fortgefahren.
Miniſterialdirektor Urſtadt: Wir werden auf Grund des ein=
gegangenen
Materials die Stundenpläne einer ſorgfältigen Nach=
prüfung
unterziehen. Dieſe Stundentafeln ſind nur ein vorläufiger
Entwurf. Unſere Abſicht geht dahin, von den zahlreichen Stellen, denen
wir die Tafeln zur Begutachtung zugehen ließen, weitgehende Abände=
rungsvorſchläge
zu bekommen, um dieſe bei der endgültigen Entſchlie=
fung
zu benutzen. Der Verein für das humaniſtiſche Gymnaſium ver=
öffentlichte
, ſtatt uns ſeine Stellungnahme zugehen zu laſſen, einen
Aufruf zu einer großen Proteſtverfammlung. Es heißt darin, der huma=
niſtiſchen
Bildung ſolle der Todesſtoß verſetzt werden. Meine Anfrage,
ob wir bei der Kundgebung freie Ausſprache haben ſollten, wurde ab=
gelehnt
. Es wurde nur eine kurze Erklärung, die wir binſchickten, ver=
leſen
. Der beſte Beweis daß wir keine finſteren Pläne hatten, war
doch eine Tafel, die dabei war, nach welcher der ganze C5grakter des
altſprachigen Gymnaſiums mit einer ſehr unbedeutenden Veränderung
beſtehen bleiben ſoll. Ich habe in zwei Rektoren= und zwei Direktoren=
verſammlungen
klipp und klar erklärt, daß es ſich nur um einen vor=
läufigen
Entwurf handelte, daß auf Grund der eingegangenen Aeuße=
rungen
unſer endgültiger Beſchluß gefaßt würde, daß vor allen Din=
gen
die Einführung des einen oder anderen Typus der höheren Schule
von uns nirgends aufgezwungen würde, daß Lahrerſchaft, Fachleuse
und Stadt= und Gemeindeverwaltungen gebört werden ſollten. Bei
genauer Prüfung der Tafeln werden Sie ſehen, daß wir das altſpeachige
Gymnaſium viel weniger angreifen als Preußen Preußen hat für La=
tein
und Griechiſch nur 92 Stunden vorgefehen, während wir 94 bzw. 95
Stunden vorgeſehen haben. Für Meth=matik und Naturwiſſenſchaft
hat Preußen 48, Heſſen dagegen 52 Stunden vorgeſehen, die wahr=
ſcheinlich
auf Grund der eingegangenen Aeußerungen auf 54 Stunden
erhöht werden würden. Der Hauptgrund, weshalb die Freunde des
altſprachigen Gymnaſiums ſo aufgeregt wurden, war, daß bei uns
auch daneben das Reformgymnaſium vorgeſehen war. Dieſes Reform=
gymnaſium
findet vor den Augen des Vereins für das humaniſtiſche
Gymnafium keine Gnade. Die Herren finden eine Unterſtützung in der
preußiſchen Denkſchrift; denn Preußen, das bisher ſchon eine Reihe von
Reformgymnaſien hatte, will dieſen Typus von jetzt ab fallen laſſen.
Vielleicht läßt es ſie jedoch dort, voo ſie örtlich durchaus gewünſcht wer=
den
, doch beſtehen. Ich glaube nicht, daß das Reformgymnaſium in
Preußen verſchwinden wird. Man mag zu dem Reformgymnaſium
ſtehen, wie man will, es war kein Unrecht, und bedeutete keinen An=
griff
auf das beſtehende Gymnaſium, daß man dieſen Typus, der in
Preußen beſtand, theoretiſch als möglich bezeichnete. Es iſt allerdings
nicht zu vermeiden, daß das altſprachige Gymnaſium dieſelben Zuge=
ſtändniſſe
an die Forderungen der Zeit macht, die auch den übrigen
Schulen zugemutet werden müſſen. Dieſe Forderungen, denen wir uns
nicht widerſetzen zu dürfen glauben, ſind die ſtärkere Betonung des
Deutſchen, des philoſophiſchen Unterrichts, der Staatsbürgerkunde und
der körperlichen Ausbildung. Dazu kommt die Forderung, daß die
Geſamtwochenſtundenzahl 30 nicht überſchreiten ſoll. Wir ſind weniger
radikal als Preußen und Württemberg. Preußen hat 30 Stunden ein=
ſchließlich
Turnſtunden, ebenſo Württemberg. Wir haben uns begnligt
mit 30 Stunden ausſchließlich der Turnſtunden, und gewinnen alſo
noch 2 Stunden. Dieſe Dinge waren natürlich nur möglich, wenn das
Lehrziel herabgeſetzt wurde, nicht in der Qualität, aber in der Quan=
tität
. Wir wollen auf die Ueberſetzung ins Lateiniſche verzichten. Preu=
ßen
hat die Aenderung ſchon vorgenommen. Dadurch wird an dem
Charakter des Gymnaſiums als humaniſtiſche Anſtalt nichts geänderk.
Es wird vielleicht weniger Grammatik getrieben. Dafür gewinnen wir
Zeit, tiefer an die antike Kultur einzuführen. Unſere Abſicht war, nach
Feſtſtellung der Stundenzahl die Lehrpläne für die einzelnen Klaſſen
und Fächer ausarbeiten zu laſſen. Dieſe Stundentafeln ſind nur die
Vorarbeit. Wenn wir die Lehrpläne ausarbeiten laſſen werden wir
erſt recht Berater hinzuziehen. Ich hoffe, nicht nur den Abg. Lenhart,
ſondern auch das Haus und die Oeffentlichkeit beruhigt zu haben, daß
wir gar nicht ſo ſchlimme Pläne haben, und daß das, was man ur=
ſprünglich
über die geplante Reduzierung der Gymnaſien erzählte, ein
leeres Gerede und Lärmmacherei war. Die Lehrerkollegien, mit ganz
wenigen Ausnahmen, ſtimmen grundſätzlich zu. Wir ſind ſchon jetzt zu
beträchtlichen Abweichungen unſeres erſten Entwurfs in manchen Punk=
ten
geneigt. So werden wir wahrſcheinlich den einen Hauptgedanken,
daß nur zwei fremde Sprachen außer in dem altſprachigen Gym=
naſium
, wo wir den dreiſprachigen Betrieb nicht wegnehmen können
gleichzeitig getrieben werden ſollen, nicht durchführen können. Ein Be=
ſchluß
iſt noch nicht gefaßt. Feſthalten werden wir an dem Gedanken
des gemeinſamen Unterbaues, wenigſtens für die drei unteren Klaſſen,
mit Ausnahme des altſprachigen Gymnaſiums. Dieſer gemeinſame
Unterbau iſt kein rebolutionärer Gedanke. Er hat mit der Einheits=
ſchule
an ſich nichts zu tun. Es iſt dringend notwendig, daß die Ent=
ſcheidung
darüber, für welchen Schulltypus man ſich entſcheiden will, mög=
lichſt
weit hinausgeſchoben wird. Nach dem gemeinſamen Unterbau
wird in den oberen Klaſſen dafür die Differenzierung um ſo ſtärker.
Man hat gegen die Stundentafeln eingeworfen, wir hätten abwarten
ſollen, was die Länder machten, und wir dürften dem Reich nicht vor=
greifen
. Die Regelung durch das Reich geht aber nicht vorwärts, und
wenn wir warten wollten bis das Reich die Schulverhältniſſe regelt,
würden wir kein Ende erleben. Die Einheitlichkeit iſt garantiert durch
die Vereinbarungen über die gegenſeitige Anerkennung der Reifezeug=
niſſe
. Wir wollen in den Stundenplänen nur Richtlinien geben.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) richtet folgende Anfragen an die Re=
gierung
:
1. Warum werden die kriegsbeſchädigten Studienaſſeſſoren nicht,
wie in Preußen, höher eingeſtuft bzw. vordatiert, um ſie denjenigen
Studienaſſeſſoren gleichzuſtellen, die 35 Dienſtjahre älter ſind?
2. In Gießen hat ſich ein ſehr übler Fall am Realgymnaſium ab=
geſpielt
, der auch das Gericht beſchäftigt hat und noch weiter beſchäftigen
m
Gammanmnnn

wird. Iſt es richtig, daß die Vorunterſuchung in einer verhältnismäßig
3. Es ſind in dieſem Jahre 40 Jahre verfloſſen, ſeit in der Lüderitz=
bucht
die deutſche Flagge gehißt wurde. An dieſe Tatſache ſchloß ſich
eine ruhmreiche Kolonialgeſchichte an. Es wäre nicht unerwunſcht ge=
weſen
, wenn auch in Heſſen ein Hinweis an die Schulen erfolgt wäre,
dieſes Tages zu gedenken. Warum iſt von ſeiten des Landesbildungs=
amtes
nichts geſchehen?
Redner hofft, daß die Verbote der deutſchen und völkiſchen Ver=
bände
in abſehbarer Zeit fallen. Redner vermißt in den Ausführungen
des Miniſterialdirektor8 Urſtadt den Hinweis, daß man heute dem deut=
ſchen
germaniſchen Bildungsideal zuneige. Ohne Kenntnis der lateini=
ſchen
und griechiſchen Literatur ſei das volle Verſtändnis für unſere
Klaſſiker nicht möglich. Daher dürfe das humaniſtiſche Gymnaſium
nicht verſchwinden. Bei der Grundſchule fehle noch immer der Lehr=
plan
. Redner ſetzt ſich dafür ein, daß begabten Schülern es auch in Zu=
kunft
ermöglicht werde, nach drei Grundſchuljahren in die höhere Schule
überzugehen. Die Filmſtelle müſſe geſtrichen werden, ebenſo die Zen=
trale
für die Volksbildung. Redner bezeichnet als das Tollſte was
auf dieſem Gebiete geleiſtet worden ſei, den Artikel des Herrn Wilhelm
Michel im Volksfreund‟ Es ſei zu bedauern, daß man aus perſön=
lichen
Gründen die Turninſpektorſtelle geſtrichen habe. Was die Frage
der Leſebücher anlange, ſo würden die von der Linken beanſtandeten
Dinge ebenſo wenig Schaden anrichten, wie ſie in früheren Zeiten Scha=
den
angerichtet hätten. Der Schulbote ſei ein ausgeſprochen demo=
kratiſches
Organ. Die Lehrerſchaft dürfe ſich daher nicht wundern, wenn
die anderen Parteien bei den berechtigten Aufwärtsbeſtrebungen des
Lehrerſtandes Zurückhaltung übten. In Gießen ſeien 7 Rektoren für
Volks= und Fortbildungsſchulen vorhanden, was angeſichts der Größe
der Stadt ſicher zu viel ſei. Seine Partei ſei zwar kein Gegner der
Fortbildungsſchule. Sie ſei aber dagegen, daß die berechtigten Inter=
eſſen
des flachen Landes unberückſichtigt blieben. Seine Partei wehre
ſich vor allem dagegen, daß die Schulen parteipolitiſchen Zwecken dienſt=
bar
gemacht würden.
Abg. Dingeldey (Dtſch. Vpt.): Wir ſind überzeugte und ent=
ſchloſſene
Gegner jeder mechaniſchen Gleichſetzung, vor allem auf dem
Gebiete der Erziehung. Der Schlachtruf nach der nationalen Einheits=
ſchule
trägt den verhängnisvollen Fehler der mechaniſchen Vergewal=
tigung
der lebendigen Kräfte in ſich. Wir ſehen in der Erhaltung und
der Ausbildung der von einander ſcharf geſchiedenen Schultypen ein
Untersfand der Erhaltung des geiſtigen Reichstums unſeres Volkes.
An den Ausführungen des Herrn Miniſterialdirektors ſcheint mir be=
ſonders
bemerkenswert, daß endgültige Entſchlüſſe glücklicherweiſe bis
jetzt noch nichr gefaßt ſind, und daß die Abſicht, das humaniſtiſche Gym=
naſiun
zu vermindern, zurzeit nicht beſteht. Wir müſſen uns mit aller
Fraft den Beſtrehungen enrgegenſetzen, das humaniſtiſche Gymuaſium
zu einem moderniſierten, derwaſchenen Schultyp umzubilden. Das
humauiſtiſche Gynaſium iſt nach unſexer Ueberzeugung für die Er=
haltung
des Kulturniveaas unſeres Volkes notwendig. Der Humanis=
mus
ſtellt einen ganz beſtimmten geiſtigen Typus dar, der an ſich mit
der unter dem Namen der Völkerverſöhnung heute vertretenen Hunani=
tätsbeſtrebungen
gar nichts zu tun hat. Humanismus und Humanität
ſind ganz verſchiedene Dinge. Wir ſind ferner für eine ſtarke Unter=
ſtreichung
auch eines deutſchkudlichen Unterrichts. Wir ſind der Mei=
nung
, daß in den Stundentafeln der Beginn des Abbaus des Gymna=
ſiums
zunächſt vorhanden war, und halten deshalb die Bewegung, die
ſich in unſerem heſſiſchen Land zugunſten des Feſthaltens am humani=
ſtiſchen
Gymnaſium hervorgetan hat, für durchau3 berechtigt und unter=
ſtützen
ſie. Wir wünſchen, daß dieſer Bewegung der Erfolg nicht verſagt
bleibt. Wemn beim lateiniſchen Unterricht angeblich zur Entlaſtung des
Schülers und zur beſſeren Erfaſſung der Kultur der klaſſiſchen Welt
auf die Ueberſetzung vom Deutſchen ins Lateiniſche verzichtet werden
ſoll, ſo muß ich doch die Frage aufwerfen, ob dabei der Wert des lateiniſchen
Unterrichts, dem eine außerordentliche Bedeutung bei der formalen Aus=
bildung
des logichen Denkens zukommt, erhalten bleibt. Dem einheit=
lichen
Unterbau für das geſamte Schulweſen ſtehen wir mit einer ſtar=
ken
Skepſis gegenüber. Die Frage der Einheitsſchule und Grundſchule
iſt zunächſt einmal durch Reichsgeſetz entſchieden. Die Forderung der
vierjährigen Grundſchule iſt vom Standpunkt der höheren Schule, des
Kindes und ſeiner Eltern nicht erträglich. Die Erfahrung zeigt, daß
die begabten Kinder in dem 4. Schuljahr in der Regel im weſentlichen
gewaltſam zurückgehalten werden von dem, was eigentlich ihrem gei=
ſtigen
und auch ſonſtigen Reifegrad entſpricht. Wir ſind auch gegen
eine Herabminderung der Bildungsjahre auf der höheren Schule zu=
gunſten
dieſes Einheitsunterrichts auf der Grundſchule. Wir halten an
dem neunjährigen Lehrgang im Intereſſe des akademiſchen Nachwuchſes
feſt, und ſind der Meinung, daß begabten Schülern die Möglichkeit ge=
geben
werden muß, nach dreijährigem Unierricht von der Grundſchule
in die höhere Schule überzugehen. Wir haben durch einen entſprechen=
den
Antrag bereits dazu Stellung genommen. Wir ſind Anhänger der
Simultanſchule, wie ſie das Volksſchulgeſetz niedergelegt hat. Wir ſind
der Ueberzeugung, daß der geſamte Unterricht, die geſamte geiſtige Ein=
ſtellung
des Lehrperſonals an der heſſiſchen Volksſchule geleiter und
aufgebaut ſein muß auf einer poſitiven Einſtellung zur chriſtlich= reli=
giöſen
Weltanſchauung in= und außerhalb der Schule. Wir vermiſſen
das Eingreifen des Landesamts für das Bildungsweſen gegen die Volks=
ſchullehrer
, die landauf, landab reiſen und in Vorträgen und Veran=
ſtaltungen
das chriſtliche Glaubensbekenntnis in einer geradezu unwür=
digen
Weiſe herabzuziehen ſuchen. Die Einführung des Pflichtfortbil=
dungsſchulunterrichts
für die männliche und weibliche Jugend begrüßen
wir als einen Fortſchritt. Den beſtehenden wirtſchaftlichen Schwierig=
keiten
muß jedoch Rechnung getragen werden. Wir verlangen die Be=
ſeitigung
der Schulbücher, in denen immer noch die Lüge von der deut=
ſchen
Kriegsſchuld enthalten iſt. Dem Turnunterricht muß mehr Be=
deutung
beigemeſſen werden. Wir hoffen, daß wenigſtens im nächſten
Jahr eine hauptamtliche Stelle geſchaffen wird, die die Turnlehrer berät
und leitet. Wir haben die Ueberzeugung, daß ſeit einem Jahr etwa
in der Perſonalpolitik, bei der Ernennung der Kreisſchulräte, Rektoren
und neuerdings auch Leitern höherer Schulen eine durchaus parteipoli=
tiſche
Richtung eingeſchlagen wird. Wr haben daher begründetes Miß=
trauen
gegen die derzeitige Leitung des Landesbildungsamts. Sein
Abbau iſt eine logiſche Folgerung. Die Filmſtelle muß verſchwinden.
Wir bitten um Auskunft darüber, wie es kommt, daß die Stelle eines
hauptamtlichen Beraters im Werkunterricht erſcheint, ohne daß der
Landtag Gelegenheit hatte, dazu Stellung zu nehmen. Die Erziehung
zur ſtaatsbürgerlichen Geſinnung ſoll oberſtes Prinzip der Schule ſein.
Schluß der Sitzung 1,10 Uhr.
Nächſte Sitzung Dienstag, vormittags 10 Uhr.

nder Hiefel
R

Leinenartikel
jeder Art

Siewerfen das Geld
zum Fenster hinaus!
Solche Vorwürfemüssen wir immer wieder hören, natür-
lich
von Leuten, die unsern großzügigen Weltbetrieb nicht
kennen, Wir fabrizieren selbst und beliefern nur unsere
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da müssen wir doch auch Besonderes leisten. Ein
neuer Akt im Preisabbau beginnt am 5. Jull mit
unserm Safson-Ausverkauf. Man kann mit gutem
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ist natdrlich die Auswahl am größten.

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924

Rummer 185

Statt Karten.
Hiermit erfüllen wir die trau=
rige
Pflicht, bekannt zu geben,
daß unſere liebe Frau, Mutter,
Schwiegermutter u. Großmutter

geb. Herz
am 1. Juli abends in ihrem
47. Lebensjahr nach langem, un=
ſagbar
ſchwerem Leiden heim=
gegangen
iſt.
Balthaſar Ewald
Tilly Tuchtfeldt, geb. Ewald
Lina Ewald
Gerd Ewald
Ernſt Tuchtfeldt
Mechrhild Tuchtfeldt.
Die Beerdigung fand auf Wunſch
der Verſtorbenen in der Stille ſtatt.
Herrn Pfarrer Rückert, für die
wohlgemeinten, troſtreichen Worte,
den Schweſtern für die unermüd=
liche
Hilfe, ſowie die der Verſtor=
benen
entgegengebrachte Teilnahme
und die reichen Kranzſpenden ſei
nochmals an dieſer Stelle herzlich
Dank gewidmet.

Todes=Anzeige.
Am 8. d. M. ſtarb plötzlich und
unerwartet unter vegs an einem
Herzſchlag im nicht ganz vollende=
ten
21, Lebensjahre unſer lieber,
AAf
guter

In tiefer Trauer:
Familie Max Reinheimer
Eberſtadt b. D.
Die Beerdigung findet Sonntag,
den 6. d. M., vormittags 10 Uhr,
von der Leichenhalle des iſrael,
Friedhofs in Alsbach aus ſtatt.

Unſere liebe Schweſter und unvergeß=
liche
Tante
Fräulein

Lehrerin i. R.
entſchlief in ihrem 82. Lebensjahr.
Familien Eichberg u. Schulze.
Darmſtadt, Worms, Hamburg,
den 6. Juli 1924.
(*19391
Die Beſtattung fand in der Stille ſiatt.

Aus den Amtsverkündigungen des Kreisams
Darmſtadt und den Bekanntmachungen der
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Brille in Nickelgeſtenl
1 ſilberne Damenuhr in Lederarmband,
g Tüte Naphtalin. 2 Patent= und 2 mittel=
große
Schlüſſel (zuſammengebunden). Ein
1rauer Regenmantelgürtel. 1 Zeichen=
mäppchen
. 3 Schlüſſel am Ring. 1 braune
Stofftaſche mit 3 Scheuertüchern, Seifen
pulver und Meſſer und Gabel. 1 Buch
(Montaigne). 1 Herren=Regenſchirm. Ein
Fahrſcheinheftchen von der elektr. Straßen=
bahn
. 1 Kordelpferdedecke 1 graue Mütze
1 goldene Damenuhr mit Doubléglieder=
armband
. 1 ſilberne Damenuhr mit Gold=
rand
. 1 Damenſchirm. 1 weißled. Damen=
gürtel
. Zugelaufen: 1 junger grauer
Schäferhund.
Sonntag8dienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
5 Juli bis einſchließlich 12. Juli der
Nachtdienſt die Löwen=Apotheke, Ballon=
platz
11, die Adlerapotheke, Wilhelminen=
platz
17, die Hirſch=Apotheke, Nieder=Nam
ſtädterſtraße 21.
Die Erhebung d. Getränkeſteun
für von Privaten hergeſtellten
Wein, Obſt= und Beerenwein.
Es ſcheint in weiten Kreiſen der Be=
völkerung
nicht bekannt zu ſein, daß die
Derſtellung von Wein, Obſt= und Beeren=
wein
durch Private auf Grund, der be=
ſtehenden
Ortsſatzung ebenfalls der Ge
tränkeſteuer unterliegt. Es wird deshalb
vor Beginn der Kelterperiode beſonders
darauf hingewieſen, daß neben den ge=
werbsmäßigen
Herſtellern auch Private
für die von ihnen gekelterten Weine die
Getränkeſteuer bezahlen müſſen.
Wer derartige Weine auch in geringen
Mengen für ſich herſtellt, hat dies vor
Beginn der Kelterung im Stadthaus,
Zimmer 20/21, ſchriftlich oder mündlid
anzuzeigen. Die Kelterung wird wenn
es ſich um größere Mengen handelt, durch
die Aufſichtsbeamten überwacht, die be=
rechtigt
ſind, die Menge des bereiteter
Moſtes ſowohl, im Kelterhaus als im
Keller jederzeit feſtzuſtellen. Nach beende=
ter
Kelterung wird die Getränkeſteuer
nach den beſtehenden Sätzen berechnet
und erhoben.
Das Aufſichtsperſonal iſt angewieſen
die Durchführung dieſer Beſtimmungen
auf das ſchärfſte zu überwachen.
Zuwiderhandlungen werden auf Grund
der Ortsſatzung mit empfindlichen Strafen
(st8509
geahndet.
Darmſtadt, den 28. Juni 1924.
Der Oberbürgermeiſter.
Pfänderverſteigerung
im Städt. Leihamt, Kirchſtraße 9
Dienstag, den 8. d8. Mts., vormittag)
von 8½ Uhr ab.
Es kommen zur Verfteigerung: Gold=
und Silberwaren, Kleider, Wäſche uſw.
Darmſtadt, den 2. Juli 1924. (st8588
Städt. Leihamtsverwaltung.
Deffentliche Bekanntmachung.
Das 1. Ziel der ſtaatlichen Grund=
ſteuer
für das Rechnungsjahr 192
kann noch bis 10. Juli Ifd. Js. ohne Zu=
ſchlag
bezahlt werden. Bei Zahlungs=
verzug
werden die geſetzlichen Zuſchläg
(5 für je 15 Tage) ab 11. Juli If
Js. berechnet.
87
Für das 2. Ziel bleibt der FäNig=
keitstag
15. Juli Ifd. Js. beſtehen.
Darmſtadt, den 3. Juli 1924.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt.

Familiennachrichten

Billige, erſtklaſſige

Ria Hartrnann abzugeben: (870bsg
Fritz Schlldt

VERMAHLTE
Darmstadt Mühlstr. 8
Krohl. Trauung am 8. Jull, nachm. 111 Opel
2l, Uhr, in der Paulusklrche

Todes=Anzeige.
Nach kurzem mit Geduld er=
tragenem
Leiden verſchied am
Mittwoch im Alter von 73 Jahren
unſere liebe Mutter, Schwieger=
mutter
, Großmutter und Ur=
großmutter

Frau

geb. Wieſenecher.
Darmſtadt, den 5. Juli 1924.
Obergaſſe 24.
Frankfurt a. M.
Im Namen der trauernd, Hinterbliebenen:
Familie Otto Körber.
Die Beerdigung findet Samstag
nachm. 2:), Uhr auf dem Wald=
friedhof
ſtatt. (*19380

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Am Weissen Turm

Am Montag, den 7. Juli 1924,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich:

öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung.
Zuſammenkunft um 3 Uhr Ecke
Eſchollbrückerſtraße und Groß=
Gerauerweg.
(8715
Portner, Gerichtsvollzieher.

HRAAREA

Fernruf 486

Montag, den 7. Juli 1924, vor=
mittags
9 Uhr beginnend, verſteigere
ich in Dieburg öffentlich zwangsweiſe
(8729
gegen Barzahlung:
Je einen größeren Poſten: Macco=
hemden
, Einſatzhemden, Plüſchhemden,
Sporthemden mit je 2 Kragen, Frauen=
Hemden und =Weſten, Futter=Hemden=
Hoſen und =Jacken, Normalhoſen,
Leib= und Seelhoſen (300 Srück),
Unterröcke, Schlupfhoſen, Reformhoſen,
Futtertaillen, 1 Parjie Strickwolle, eine
Strickjacke u. dergl. mehr.
Die Sachen kommen einzeln zum
Ausgebot.
Die Verſteigerung findet be=
ſtimmt
ſtatt.
Zuſammenkunft beim Rathaus
in Dieburg.
Diehl
Berichtsvollzieher in Groß=Umſtadt,

Bekanntmachung.
Anläßlich der Veranſtaltung des Heſſiſchen
Antomobilklubs am 6. d8. Mts. verkehren
die Wagen der Linie 8 von Schloß nach
Eberſtadt halbſtündlich von 5: Uhr vorme
(7216
mittags ab.
Heſl. Eiſenbahn A.8.

[ ][  ][ ]

Hnanet 70

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Jull 1924.

Bft 130

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Gute . 66
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Serſe ll 4:
Stt 33

M due
Bephir=Bluſen

per Stück

3

Ein Piſten ſeidene
Trikotkleider
in allen Farben, per Stück

14

Ein poſſen weißte und ſandfarbige
Panama=Bluſen
Lendenſam, Per S0c

5

Ein Dosten gemusterte und einfarbige Wasch-Doilekleiden
A50
A 4"
19
125
14*

Mch
Frottékleider
in häbſchen Muſſern ..... .. per Stück 12.30 u.

Miceh
Dirndlkleider
in karrierten u. geſtreiften Künſtler=Stoffen, per Stück

16

Meh
Wollweſten
. ." . per Stück 12.50, 40.30,
in allen Farben

Ein grosserOosten Fückenklelden in einfarbigen und englisck gemusterten Stoffen
4900
Sfe Kf6
Gnte V .8
Serie III 293 Serie V 3500 Serſe V 4
Serie 1 720 Seie 1 15

Bin Losten W0oltkleiden in la gaßardine und Rips-Skoffen

Ein Poſten handgehltelte.
Jumper

per Stück 15.30 u.

Miſch
Woll=Jumper
in allen Farben . . . . per Stück 12.50, 7.30,

En Poſen wollne, geſticte
Sport=Röcke
2. Gcß Gſctiß, 30 53

7

B.

RC
33

00

40
K

38

900

K.

Mehere greße

Abendkleider

per Stück

Ein Poſten handgefitelte und geſticte
Kleider
per Stlick 69,00 u.

Ka Kue
Unterröcke
AGſß ſſtſc, i 650

12

Ein Losken seidene Machmittags- und Abendkleiden
700
00
400
4900
K8
W
15
A8

in Taffet, Marocaine
und erepe de chine

Ein grossen

Ein Poſten SeldenTrlot.
Unterkleider
in allen Farben, per Stück

Ein Poſten Woſche und Leinen=
Unterröcke

A6 33, 3

Mitch
echte Straußfedern
darunter ſehr große Exemplare
per Stück 10.50, 5.50, 2.00,

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50 2
25 2
95 9
Daar 2S 9

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Grff. 6. K.ſc, 5. 660

K e
Stroh= und Filzhüte
Dr Sic 32.30 950, 050

Ein Poſten

Lederhandſchuhe
Glac= und Wilbleder, Par

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30
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[ ][  ][ ]

Seite 14.
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umer 185.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924,

Seite 15.

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Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

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Beilage zum Darmſtädter Tagblatt

Nummer 185
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 5. Juli.
8 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli, bezeichnung des Odenwaldklubs iſt neuerdings auch auf das nördlich des
und 19. Dezember 1923 tritt der Aufſeher an der landwirtſchaftlichen Idenwaldes gelegene waldreiche Gebiet des einſtigen Reichsbannforſtes
Ruheſtand.
* Die 50jährige Jubelfeier des Kriegerveins. Darmſtadt 1874, die
morgen mit einer Reihe von Veranſtaltungen begangen wird, wurde nung des Schwarzwaldvereins zu wandern oder auch den das Land ſüd=
geſtern
abend durch einen Fackelzug eingeleitet, an dem außer dem
Kriegerverein Darmſtadt zahlreiche andere Vereine teilnahmen. Die berg bei Sinsheim a. d. B. leicht zu erreichen. Alle Aenderungen und
Aufſtellung erfolgte auf dem Meßplatze bei ſtrömendem Regen. Zeit= Erweiterungen der Wegbezeichnung ſind nach dem neueſten Stand in
kam. Mehrere Muſikkorps waren im Zuge verteilt, die die alten Milis Karte nebſt zugehörigen Erläuterungen ſorgfältig gewahrt.
tärmärſche ertönen ließen. Neben hieſigen Militärvereinen marſchierten
auch ſolche aus der näheren Umgebung mit; außerdem waren vater=
ländiſche
Verbände und einige Berufsvereine anweſend: im ganzen 28. und 23. Juni ds. Js. die Wanderung nach dem Heimatgebiete ſtatt.
waren es mehrere hundert Perſonen. Nach Tauſenden zählten die Zu= Der am Samstag frühmorgens niedergegangene Gewitterregen kam ſehr
ſchauer. Da die Straßen nicht bekannt gegeben waren, die der Zug zu ſtatten. Die Wege waren hierdurch ſtaubfrei und die Hitze hatte er=
paſſieren
würde, ſo ſtand das Publikum an manchen Plätzen und Stra=
ſchien
, ſo ſtrömten die Volksmaſſen dorthin und es entſtand ein gerade= Teilnehmer nach Friedberg und von da ging es per Fußmarſch nach
zu lebensgefährliches Gedränge. Gegen 10½. Uhr war die Rheinſtraße
erreicht; es war alſo mittlerweile ſchon ſehr ſpät geworden. Nach dem
Programm ſollte ſich dann der Zug auf dem Meßplatz wieder auflöſen, mit ihren prachtvollen und gut im Stande gehaltenen Gartenanlagen,
Vereinigung früherer Leibgardiſten. Man ſchreibt uns: Am
3. ds. Mts. fand in der Reſtauration Sitte (Karlsſtraße) der allmnonat=
liche
Leibgardiſtenabend ſtatt. Der Vorſtand hatte für dieſen Abend die
Kameraden zu einem Hervenabend eingeladen, wozu eine ſehr ſtattliche
Anzahl von Kameraden erſchienen war. Die fleißige Hauskapelle tat
ihr Beſtes und erntete reichen Dank für ihre vorzüglichen muſikaliſchen
Leiſtungen. Herr Ausfelder vom Heſſiſchen Landestheater ſtellte ſich
für den Abend in liebenswürdiger Weiſe zur Verfügung, erfreute die
Erſchrenenen mit ſeinen glänzenden Vorträgen und trug ſomit zur Ver=
ſchönerung
des Abends bei. Ferner ſorgten die Kameraden Euler. Mah
und Mulch ihrerſeits für die nötige Unterhaltung. Allen ſei auch noch=
mals
an dieſer Stelle der herzlichſte Dank ausgeſprochen. Sonntag,
den 6. ds. Mts, beteiligt ſich die Vereinigung an dem in Schaafheim
ſtattfindenden Kriegervereinsfeſt. Gemeinſchaftliche Abfahrt 6 Uhr vor=
mittags
ab Hauptbahnhof nach Babenhauſen (Sonntagsfahrkarten).
Der für den Monat Auguſt ſtattfindende Leibgardiſtenabend findet aus=
nahmsweiſe
ſchon Donnerstag, den 31. Juli 1924, in der Re=
ſtauration
, Bürgerhof in Form eines Familienabends ſtatt. An dieſem
Abend erfolgt die Ehrung der Gründungsmitglieder durch Verleihung
der am 10jährigen Stiftungsfeſt geſtiſteten Gründerehrennadel.
Vom Philharmoniſchen Orcheſter. Man ſchreibt uns: Ein beſon=
ders
erfreuliches Zeugnis für die Leiſtungsfähigkeit des Orcheſters wurde
ihm von den kürzlich hier im Städtiſchen Saalbau gaſtierenden Muſik=
direktor
Johann Strauß=Wien ausgeſtellt. Wir laſſen es im Wort=
laut
folgen: Als Gaſtdirigent des neuen Philharmoniſchen Orcheſters in
Darmſtadt leitete ich das Konzert desſelben am 17. Juni a. c. Das Or=
cheſter
, das in den einzelnen Stimmen gute Kräfte aufzutveiſen hat, bot
unter meiner Leitung ſehr gute Leiſtungen. Obwohl dem Konzert nur
eine ganz kurze Verſtändigungsprobe vorausgegangen war, war die
Durchführung des Programms eine vollkommen gelungene. Das Or=
cheſter
ſpielte mit Schruung und Verve und ich uruß es beſonders an=
der
Werke meiner Familie, aus denen das Programn ausſchileßlich ſich derer von einem Vortrupp des Licher Zweigvereins überraſcht wuurden.
zuſammenſetzte anzupaſſen berſtand. Meine beſten Wünſche begleiten Nach kurzer Begrüßung hatte man ſich gegenſeitig genähert und gar zu
das Orcheſter auf ſeiner ferneren muſikaliſchen Laufbahn. Johann
Strauß Muſikdirektor, z. Zt. Homburg v. d. H. Juni 1994.
die erſte Führung im Schloßmuſeum ſchon um 10 Uhr, die nächſten um mit Hochwald umgeben iſt, nach Lich angetreten. In Lich wurde man
111 Uhr und 11 Uhr ſtatt.
weicht. Außerdem ſind die bei den echten Scheinen im Papier einge= und unter ſachkundiger Licher Führung wurden die Sehenswürdigkeiten
betteten Faſern bei den Falſchſtücken nur durch Aufkleben nachgeahmt, von Lich beſichtigt. Es hieß nunmehr von den uns ſo lieb gewordenen
zu erkennen.
der Rheinlandkommiſſion iſt beſtimmt worden, daß die von dem Ober= aber trotzdem trafen alle Wanderer wohlbehalten ein. V.H.C.=Brüder
Helegierten in Wiesbaden ausgeſtellten Geleitſcheine für die Einreiſe und =Schweſtern des Gießener Zweigvereins hatten ſich bereits daſelbſt
Griesheim, ſondern auch für die ganze franzöſiſche Zone recht munter. Dieſen herrlichen Punkt verlaſſend, wurde der Muſen=
ſich
ein entſprechender Aufdruck, auf den älteren Päſſen kann dieſer Auſ= wurde von den Gießenern herzlichſt abſchiednehmend mit dem Wunſche
druck durch Neueinreichung des Paſſes vorgenommen werden.
ſen beantragt werden, denen der Verſicherte angehört. Gehört der Ver= gepflegt werden. Fernſtehende ſollten ſich, demſelben mehr zuwenden.
fahren, mindeſtens 12 Beitragsmongte entrichtet hat, wobei Beiträge rodskopf und den vielen anderen Bergeshöhen und Tälern wuar, zurück=
der
Invalidenverſicherung angerechnet werden können.
zuge vom Schöffengericht Groß=Umſtadt freigeſprochene Marie Kraus
von Mosbach ſteht unter der Anklage der Milchfälſchung begangen
liegend verneint und darlegt, daß es auch am Tatbeſtandsmoment des Diehl das Wort, um vom Erſten deutſchen Kirchentag in Bethel=
Freiſprechung, gegebenenfalls eine viel geringere Geldſtrafe. Das Ur= Ort der Tagung. Der Geiſt der Zucht und der Ordnung, gepaart mit
angenommen hinſichtlich des wohl durch das Kind der Angeklagten ge= eine Welt der Arbeit und der Liebe, eine Welt der ſozialen Gerechtig=
machten
Waſſerzuſatzes. Vorſatz hinſichtlich der entrahmten Milch. In keit geſchaffen. Als Frucht der Tagung ſelbſt, in deren Mittelpunkt zwei
Sinne des Geſetzes zu finden. Von einer Veröffentlichung des Urteils tung für die Gegenwart und Ebangeliſche Berufsgedanken und das
wird abgeſeher
Staatliche Grundſteuer. Das 1. Ziel der ſtaatlichen Grundſteuer men, in der die Evangeliſche Kirche ſich von ihrem bisherigen Stand=
ſchläge
(5 Prozent für jfe 15 Tage) ab 11. Juli lfd. J8, berechnet.
bei Meidung der Beitreibung und Koſtenzahlung bis zum 16. Juli 1924 ſelber und ſeinem engſten Kreis anfangend, daran mitwirken, kann
an die Stadtkaſte. Grafenſtraße 28, zu entrichten.
Eigentümer geſucht. Beim Polizeiamt Darmſtadt befindet ſich ein
Herrenuhr mit Doppeldeckel (geripptes Muſter), deren Eigentümer bis Der Umfang iſt auf 6 Seiten erweitert worden. Neu hinzugekommen
Zimmer 8.)
(Schlafwagen 3. Klaſſe) auf Kurſe von und nach Berlin beſchränkt. Seit Saarbrücken, Gelnhauſen-NiddaGießen, Friedbera-Nidda Schot=
den
1. Juni wird ein ſolcher Wagen auch in den Nachtſchnellzügen D 94= ten, FriedbergHungen-Laubach, GießenAlsfeld Fulda und der
an 6.22 Uhr vormittags.
Maßnahmen zur Diebſtahlsbekämpfung. Den Diebereien auf der Fahrplanüberſicht vom 1. Juni iſt mit annähernd 4000 Exemplaren im T
Eiſenbahn wird energiſch zu Leibe gegangen. Die bisher auf 20 Gmk. Umlauf. Sollten in dieſer Ausgabe irgendwelche Druckfehler aufgefun= ſt
reiz zur Erhöhung der Aufmerkſamkeit trägt hoffentlich dazu bei, den Druckerei Wittich, Rheinſtra
unſauberen Elementen das Handwerk gründlich zu legen.

Samstag, 5. Zuli

Neue Odenwaldkarte, in 14. Auflage herausgegeben vom Oden=
aus
einem in die große Karte eingezeichneten kleinen Nebenkärtchen
dio ſüdliche Fortſetzung dieſes Gebietes und damit nicht nur die Füh=
rung
der in der Umgegend von Bruchſal geſchaffenen Wegbezeichnungen, in der Titelrolle wird wohl die einzige in dieſer Spielzeit bleiben müſſen.
in Perk Zstzdeischtnd Frießt wurdei an 2. Mai 193ts: der Nette, ſondern auch der Verlauf der jetzt von Schlierbach am Neckar bis nach Da ſich eine ſtarke. Nachfrage nach Karten bemerkhar macht, dürſte es
Ea Per Zerlscilte i Aiscerigelhein im Greie Bungen, Bohans, Boarzhein, ſobie der bon Hirſchorn an Neckar bi zum Stinsberng bei enßfehlenswert, ſein, ſich möglchlt, frühzeitig Aäte zu ſchern.
Nieß auf ſein Nachſuchen vom 1. Juni 1944 ab. Auf Grund des Sinsheim a. d. E. führenden farbigen Linien zu erſehen. Die Weg=
Verſuclsſtation, Georg Joſt zu Darmſtädt, am 1. Auguſt 1924 in den Dreieich ausgebelnt, worden. An Hand von Karte und Erläuterun= tenverkauf beginnt heute Samstag.
gen iſt 3 jetzt möglich, z. B. von Frankfurt a. M., an Darmſtadt ört=
lich
vorbei, auf farbig bezeichneten, untereinander in Verbindung ſtehen=
heute
mit einem Feſtkommers mit Feſtaufführung im Saalbau und den Wegen bis Pforzheim und damit zum Anſchluß an die Wegbezeich=
lich
des unteren Neckartales beherrſchenden, weithin ſichtbaren Steins=
weilig
jedoch ſetzte dieſer aus, ſo daß doch ein geſchloſſener Zug zuſtande der in den Buchhandlungen zum Preiſe von 250 Mk. käuflichen neuen tag, deu 28, Sonntag, den 29., und Montag, den 30. Juni d. J., in
Vogelsberger Höhen=Club, Darmſtadt. Wie alljährlich fand am
heblich nachgelaſſen. Kurz geſagt, es war am Samstag ein Wetter, wie
ßen, die der Fackelzug nicht durchzog. Wenn er dann in der Nähe er= es nicht beſſer zum Wandern hätte ſein können. Die Bahn brachte die Brugal) zu haben. Wir verweiſen auf die heutige Anzeige.
Bad=Nauheim. In Friedberg ſowohl, wie in Bad=Nauheim wurden
alle Sehenswürdigkeiten und im beſonderen die herlich gelegene Burg
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ſowie die Kuranlagen eingehend beſichtigt. Mit der Bahn fuhren die
Teilnehmer alsdann durch die fruchtbare Wetterau nach bungen. Ge=
legentlich
der Fahrt konnte man das ſtaatliche Großkraftwerk in Wöl.
fersheim, das unmittelbar am Bahnkörper liegt und die Provinz Ober=
heſſen
mit elektriſcher Energie verſorgt, wahrnehmen. In Hungen
hatten ſich noch einige Wanderer hinzugeſellt und man begann alsbald
mit der Beſichtigung des Schloſſes mit ſeinen Parkanlagen. Von hier=
aus
erfolgre der Fußmarſch durch reichgeſegneten Saatenſtand über
erkennen, daß das Orcheſter ſich meinen Intentionen in der Wiedergabe Bettenhauſen, Muſchenheim nach dem Kloſter Arnsburg, wo die Wan=
bald
machte man die Wahrnehmung, daß man gute alte Bekannte vor
ſich hatte, die jetzt die alte Freundſchaft wieder erneuerten. Das Kloſter
Arnsburg iſt recht gut erhalten. Die Wetter überſchreitend, wurde der
Schloßmuſeum. Einem allgemeinen Wunſch entſprechend findet Weitermarſch durch ein prächtiges Wieſentälchen, das von beiden Seiten
in äußerſt liebenswürdiger Weiſe empfangen. Für Quartiere war
w. Falſche Nentenbankſcheine. In der letzten Zeit ſind, namentlich beſtens geſorgt. In Steinsgarten fand gemeinſchaftliches Abendeſſen
in Thüringen und in der Provinz Sachſen, Nachbildungen von Nen= ſkatt. Bald hatten ſich bunte Reihen gebildet und beim ſchönſten har= M.S. Jſis zirka 30. Auguſt. Nach Südamerika: D. Idarwald
tenbankſcheinen zu 10 Rentenmark aufgetaucht, die auf Waſſerzeichen= moniſchen Zuſammenſein verliefen nur allzu raſch die Abendſtunden
pavier gedruckt ſind, deſſen Muſter von dem der echten Scheine ſtark ab= dahin. Am Sonntag früh zur feſtgeſetzten Stunde traf man zuſammen D. Liguria am 26. Juli. Nach Cuba=Mexiko: D. Toledo am
Hält man die Falſchſcheine gegen das Licht, ſo iſt die Fälſchung leicht Licher V. H.C.ern zu ſcheiden, aber einige V.G. C.=Brüder gaben uns das 12. Juli. Nach Oſtaſien: engl. D. Machaon am 5. Juli, D.
Geleitſcheine für die Einreiſe in das beſetzte Gebiet. Durch Erlaß dem Schiffenberg. Bei dieſem Aufſtieg fiel mancher Schweißtropfen, 26. Juli, engl. D. Tydeus am 2. Auguſt, M. S. Havelland am 9. Auguſt.
n das beſetzte Gebiet nicht nur wie bisher zur Ein= und Ausreiſe über eingefunden. Die Stimmung war nach der Frühſtückspauſe bald wieder
mit Ausnahme des Ruhrgebiets und des Brückenkopfes Düſſeldorf gel= ſtadt Gießen zugeſteuert. Daſelbſt in einer ſchattigen Gartenwirtſchaft Dle blempntn eſchelnenden Noltzen ſfiad ausſchließſich als Himweiſe auf Anzeſgen zu betrachten.
ten. Auf den neu ausgeſtellten oder neu auszuſtellenden Päſſen befindet der wohlberdienten Nuhe pflegend, neu geſtählt an Körper und Geiſt,
auf ein baldiges Wiederſehen, nachmittags 5½ Uhr die Rückreiſe nach
Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat beſchloſſen, Darmſtadt angetreten. Vielen Wanderern waren Land und Leute unbe= Eſchollbrückerſtraße 25. für die Kinder ſeiner Mitglieder in Darmſtadt,
nunmehr auch das Zahnheilverfahren in dem früheren Umfang kannt, aber voll befriedigt und mit dem Bewußtſein, wieder ein ſchönes Eberſtadt und Pfungſtadt ein genoſſenſchaftliches Kinderfeſt. Auf dem
aufzunehmen. Den Verſicherten werden wieder Zuſchüſſe zu den Koſten Stück unſeres engeren Vaterlandes kennen gelernt zu haben, ſind ſie Feſtplatz ſind, neben muſikaliſchen Darbietungen und Anſprachen. Kinder=
des
Zahnerſatzes gewährt. Dieſe Zuſchüſſe müſſen bei den Krankenkaſ= zurückgekehrt. Immer mehr und mehr muß das Wandern gehegt und beluſtigungen aller Art vorgeſehen. Den Kindern wird eine Eufriſchung
ſicherte keiner Krankenkaſſe an, oder wird der Antrag von der Kranken= damit Klüftungen, die immer wieder zwiſchen Land= und Stadtbenoh= die Erwachſenen wird beſtens geſorgt durch Verabreichung von Erfri=
kaſſe
abgelehnt, dann muß der Antrag direkt bei der Angeſtelltenver= nern auftreten, volſtändig ausgeſchaltet werden. Alle Teilnehmer wer= ſchungen zu billigem Preis. Für die Kinder der auswärtigen Mitglieder
ſicherung geſtelt werden. Vorausſetzung für die Gewährung des Heil= den noch lange Zeit an die Oberheſſenwanderung, die ſo reich an wun=
verfahrens
iſt jedoch, daß der Verſicherte, wie bei den ſtändigen Heilber= derbaren Fernblicken von den einzelnen Höhen nach dem Taunus, Hohe= weiſe abgehalten werden.
denken. Den Zweigvereinen Lich und Gießen aber ſei von dieſer Stelle Samstag, den 5., Sonntag, den 6., Montag, den 7., und Dienstag, den
Bezirksſchöffengericht. Berufungsinſtanz. Die im erſten Nechts= aus nochmals herzlichſter Dank und ein kräftiges Friſchauf zugerufen. 8. Juli: Großes heſſiſches Volksfeſt in Trautheim.
Die Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſch=Evangeliſchen Frauen=
durch
Entrahmung und Waſſerzuſatz. Obiektiv ſind beide Merkmale durch bundes hielt im Gemeindeſaal der Paulusgemeinde am Mittwoch ihre heutigen Anzeige erſichtlich findet morgen nachmittag das Waldfeſt der
die chemiſche Unterſuchung nach den Darlegungen von Prof Kreutz feſt= Fahresverſammlung ab. Die Vorſitzende, Frl. M. Sonne, Turngeſellſchaft 1875 auf dem Herrgottsberg ſtatt. Der Abmarſch mit
geſtellt. Vorſätzliches Handeln iſt nicht nachzuweiſen. Der Staatsanwalt erſtattete den Jahresbericht, wobei ſie daran erinnerte, daß der Muſik erfolgt 2 Uhr pünktlich vom Turnhauſe. Dieburgerſtraße 26, aus.
will eine Fahrläſſigkeit der Angeklagten, hinſichtlich der in die Molkerei Deutſch=Epangeliſche Frauenbund in dieſem Jahr auf ſein, B5jähriges Infolge der Uebernahme der Neſtauration in eigene Regie können Spei=
Schaafheim gelieferten Milch annehmen, die die Verteidigung als vor= Beſtehen zurückblicken konnte. Hierauf ergriff Herr Prälat D. Dr. ſen und Getränke zu billigem Preiſe abgegeben werden.
Inverkehrbringens im Fragefalle fehle. Die Staatsanwaltſchaft bringt Bielefeld zu berichten. Nachdem er eine kurze Ueberſicht über die Zu= nisfeſt. Abmarſch 3 Uhr vom Gemeindehaus. Um 4 Uhr an der Kohl=
eine
Geldſtrafe von 100 Goldmark und Veröffentlichung des Urteils am ſammenſetzung des Kirchentages gegeben hatte, ſchilderte er mit anſchau= platte Waldgottesdienſt. Polaunenchor Wartburg und Kurrende wirken
Gemeindehaus in Moosbach in Antrag. Die Verteidigung beantragt lichen, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten den mit. Bei ungünſtigem Wetter Feier im Gemeindeſaal.
teil ändert das ſchöffengerichtliche Urteil dahin ab, daß auf eine Geld= barmherziger Liebe, durchweht und beherrſcht alle Einrichtungen in in Schaafheim am Sonntag, 6. Juli, erwünſcht. Babenhauſen iſt
ſtrafe von 20 Mark erkannt wird. Das Gericht hat Fahrläſſigkeit Bethel; eine große Organiſationskraft hat dort eine Welt für ſich, ebenfalls vertreten.
dem Zuführen der Milch an die Molkerei iſt ein Inverkehrbringen im Referate über. Epangeliſche Ehe= und Familienleben und ſeine Bedeu= diſchem Programm. Orcheſter der Philharmonie. Leitung: Obermuſik=
Arbeitsleben der Gegenwart ſtanden, wurde eine Kundgebung anglnom=
für
das Reclmungsjahr 1924 kann noch bis 10. Juli Ifd. J3, ohne Zu= punkt, ſich den ſozialen Fragen gegenüber reſerviert zu verhalten, los= mit Tanz, Philharmoniſches Orcheſter, Leitung: Obermuſikmeiſter
ſchlag bezahlt werden. Bei Zahlungsverzug werden die geſetzlichen Zu= löſt und künftighin bewußten Anteil nehmen will an 2a ſozialen Ent= Mickley.
wicklung unſeres Volkes. Zum Schluß betonte der Nedner, daß ein
C Mahnung der Kreis= und ſtädtiſchen Sonderſteuer. Das 2. Ziel. Aufſtieg unſeres Vaterlandes aus der gegenwärtigen Not nur auf dem
der Treis= und ſtädtiſchen Sonderſteuer für 1994 grüner Zettel iſt Wege einer ſittlichen Erneugrung möglich iſt und jeder einzelne, bei ſich Seita unter die Darmſtädter Bürgerſchaft getragene Gerücht, daß der
und muß.
Darmſtädter Fahrplanbuch. Die Fahrplanüberſicht
Herrenfahrrad. Marke Weil, FabrikNr. 51 228, und eine goldblattierte befindet ſich ſoeben im Neudruck und wird in einigen Tagen erſcheinen, tiger Tagesordnung. (S. Anz.)
jetzt nicht ermittelt werden konnten. (Näheres Kriminglabteilung, ſind folgende Strecken: Bensheim-Lindenfels, Weinheim-Fürth und Sommerfeſt auf dem Heiligen Kreuz. (S. Anz.)
Wahlen, HeidelbergWimpfenHeilbronn, Schwarzwaldbahn mit An=
Vermehrung der Liegewagenläufe, Bisher waren die Liegewagen ſchluß nach Freudenſtadt MainzVingen-Köln und Bad Münſter
69 und D 56 /93 zwiſchen Frankfurt a. M. und München über Heidelberg= Fahrplan der Darmſtädter Straßenbahn vom 10. Juli 3. Quartal 1924 ſollen umgehend auf der Parteigeſchäftsſtelle, Wilhel=
StuttgartUlm befördert. Frankfurt ab 8.45 nachm., an München um (10 Minutenverkehr auf den Linien 1 und 3). Berückſichtigt ſind ſelbſt= minenſtraße 5, zur Einzahlung gebracht werden, um dadurch den Ver=
7 Uhr morgens, und München ab 9.30 Uhr nachm., Frankfurt a. M. verſtändlich alle bekannt gewordenen Aenderungen, auch die am 1. Juli, trauensleuten ihre Arbeit nach Kräften zu erleichtern. Auch der Beitrag
1. Juni, der bei der letzten Ausgabe noch nicht erſchienen war. Die Tugen werden die Mitgliederliſten den einzelnen Bezirksleitern zum
feſtgeſetzte Belohnung für die Anzeige oder die Ergreifung eines Gepäck= den worden ſein, ſo wäre der Herausgeber für ſofortige Mitteilung ſehr zwingende Notwendigkeit einer pünktlichen Beitragszahlung vohl kein
diebes iſt mit ſofortiger Wirkung auf 50 Gmk. erhöht worden. Der An= dankbar, Aenderungen, die bis Montag früh in der Geſchäftsſtelle der 2
fen ſind, können noch berück= gliedern wird ein freiwillig
ſahtigt we=

1924

Sommerſpielzeit Bruno Harprecht. Alt Heidelberg‟.
wvaldklub. Der an den Odenwald grenzende Teil des Kraichgaues Metzer=Förſters ewig junges Schauſpiel wird nur noch heute Samstag
war ſchon in den früheren Kartenauflagen dargeſtellt. Nunmehr iſt auch und Montag gegeben. Die beiden Aufführungen finden bei Wochentags=
preiſen
ſtatt und beginnen bereits um 7½ Uhr. DerMeiſter=
boxer‟
. Die Aufführung am Sonntag mit Bruno Harprecht
Der Fehltritt Für Dienstag wird die Premiere von Fehl=
tritt
, einem ſehr ſtarken Schwank, der gerade vor wenigen Tagen in
Verlin einen großen Heiterkeitserfolg erzielt hat, vorbereitet. Der Kar=
Aus der Lukasgemeinde wird uns geſchrieben, daß die dortige Ev.
Männervereinigung ab nächſter Woche eine Nuhepaufe von ſechs Wochen
in ihrer Jahresarbeit eintreten laſſen wird. Die Schlußverſammlung
vor dieſen ſogenannten Sommerferien findet nächſten Montag, 7. Juli,
abends 819 Uhr, pünktlich im Gemeindehaus Kiesſtraße 17 ſtatt. Herr
Profeſſor Dr. Mathes ſpricht über Kirche und wirtſchaftliches Leben.
Prämiierungen der Ago, Sektion Darmſtadt. Bei den am Sams=
Frankfurt a. M. vom Deutſchen Ago=Bund veranſtalteten Ausſtellungs=
Wettbewerh über im Ago=Verfahren angefertigte Fußbekleidung, wur=
den
13 hieſigen Ago=Schuhmachermeiſtern für außerordentlich hervorra=
gende
Leiſtungen ehrende Anerkennungen zuerkannt.
Der Wein wird billiger! Nicht nur in Birkenau an der Berg=
ſtraße
und in der Pfalz, ſondern auch in Darmſtadt iſt Rheinwein im
Ausſchank zu 30 Pfg. das Viertelliter in der Spaniſchen Bodega (2.
Drei Kirſchen mit je zwei Stielen zeigte uns geſtern der Land=
wirt
Georg Saal aus Hering. Die Stiele ſind am Aſtanſatz zwil=
lingsartig
miteinander verwachſen, gehen dann auseinander, um ſich
in der Frucht wieder zu vereinigen.
Neue Gebühren für die durch die Poſt vertriebenen Zeitungen.
Am 1. Jüli traten neue Gebühren für die poſtſeitig vertriebenen Zeitun=
gen
in Kraft. Die unterſte Gewichtsſtufe iſt auf 30 Gr. erweitert. Für
wöchentlich einmal oder ſeltener erſcheinende Zeitungen, ſowie für jede
weitere Ausgabe in der Woche beträgt für die Gewichtsſtufen bis 30,
50, 100, 250, 500 und 1000 Gramm die Gebühr 3, 5, 8, 12, 16 und 20
Pfg. monatlich. Bei Zeitungen, die monatlich nur einmal oder ſeltener
erſcheinen, wird die Hälfte dieſer Gebuhren erhoben. Der Verleger hat
für jede der Poſt zum Vertrieb übergebenen Zeitung eine Gebühr von
vierteljährlich mindeſtens 30 Mk. zu entrichten. Als Sammelüberwei=
ſungen
werden Zeitſchriften bis zu einem durchſchnittlichen Nummer=
gewicht
von 30 Gramm bisher 25 Gr. zugelaſſen. Es ſind zwei
Gewichtsſtufen, bis zu 25 Gr. und über 2530 Gr., feſtgelegt. Gebühr
6 und 9 Pf. vierteljährlich. Bei wöchentlich einmal oder ſeltener er=
ſcheinenden
Zeitungen, ſowie für jede weitere Ausgabe in der Woche
werden für jedes Stück 6 Pf. Zuſtellungsgebühr bis zu einer Höchſtgrenze
von 72 Pfg., bei monatlich einmaligem oder ſeltenerem Erſcheinen 5 Pfg.
erhoben. Das Zuſtellgeld bei Sammelüberwoeiſungen von Zeitſchriften
beträgt monatlich 0 6 Pfg. Die einzuziehenden Beträge werden nach
oben auf durch 5 teilbare Summen abgerundet. Das durchſchnittliche
Nummerngewicht der Zeitungen wird vom 1. Oktober ab nicht mehr nach
dem Gewickt der Zeitungen im voraufgegangenen Rechnungsjahr, ſon=
dern
nach dem Gewicht im laufenden Vierteljahr ermittelt.
Vorausſetzung, Art und Maß öffentlicher Fürſorgeleiſtungen.
Bekanntlich iſt die Fürſorgepflicht ſeitens des Reichs durch Verordnung
auf Grund des Ermächtigungsgeſetzes vom 13. Februar 1924 neu ge=
regelt
. Die vom Reigsarbeitsminiſterium neu aufgeſtellten Grundſätze
über Vorausſetzung, Art und Maß öffentlicher Fürſorgeleiſtungen vom
N. März 1924 haben nun gerade in Kleinrentnerkreiſen Anfechtung er=
fahren
und Erregung ausgelöſt. Nun hat die Reichsregierung, am
26. Juni 1924 verfügt, daß die Geltungsdauer dieſer Grund=
lätze
bis 1. November 1924 verlängert iſt.
Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
Neu=York: D. Mount Clah am 3. Juli. D. Reliane am 8. Juli,
D. Albert Ballin am 10. Juli, D. Hanſa am 17. Juli, D. Reſolute am
22. Juli, D. Deutſchland am 24. Juli. D. Clebeland am 31. Juli, D.
Thuringia am 2. Anguſt. Nach Boſton=Philadelphia= Bal=
timore
=Norfolk: D. Emden am 4. Juli, D. Legie am 25. Juli,
D. Fürſt Bülow am 15. Auguſt. Nach. der Weſtküſte Nord=
amerika
: M. S. Oſiſis zirka 19. Juli, D. Sachſen zirka 9. Auguſt,
am 30. Juni, D. Württembera am 9. Juli, D. Eupatoria am 12. Juli,
8. Juli, D. Sachſenwald am 26. Juli, D. Holſatia am 12. Auguſt, D.
Weſterwald am 26. Auguſt. Nach Weſtindien: D. Nugia am
Geleit bis Garbenteich. Nun ging es über Hauſen, dann aufwärts nach Oldenburg am 12. Juli, D. Vity of Glasgow am 19. Juli, D. Trier am
Mitgeteilt durch den Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmer=
ſtraße
1.
Lokale Veranſtaltungen.
in leinem Falle irgendwie als Veſprrchung oder Krtll.
Der Bezirks=Konſum=Verein Darmſtadt
veranſtaltet heute nachmittag 3 Uhr in ſeiner Betriehszentrale,
in Form von Brezeln und Kaffee koſtenlos gereicht werden. Auch für
ſollen an den kommenden Sonntagen ähnliche Veranſtaltungen bezirks=
Großes heſſiſches=Volksfeſt in Trautheim. Am
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Wie aus der
Die Johannesgemeinde feiert am Sonntag ihr Johan=
Verein ehemal. 6ler. Beteiligung am Kriegervereinsfeſt
Frühkonzert im Herrngarten. Am kommenden
Sonntag, ab 11 Uhr. großes Konzert im Herungarten mit vaterlän=
meiſter
Mickleh.
Ludwigshöhkonzert. Sonntagsnachmittagskonzert fällt
aus, dafür von abends 7 Uhr ab großes Extrakonzert, Sommernachtfeſt
Krieger=Verein Darmſtadt 1874. Das von gewiſſer
Feſtzug des Vereins am Sonntag nicht genehmigt ſei, entbehrt jeder
Grundlage.
Train 28. Dienstag, abe.ds 8 Uhr, Verſammlung mit wich=
Liederzweig Darmſtadt. Samstag, abends 8 Uhr,
Aus den Parteien.
Deutſche Volkspartei. Die Mitgliederbeiträge fir das
hinzugekommenen Sommerſchnellzüge und der Fahrplan der Regie vom, für das letzte Quartal 1924 iſt zu zahlen. Nach Ablauf von vierzehn
Zwecke der Beitragserhebuns zugeſtellt. In Anbetracht der bevor=
ſtehenden
, überaus bedeutungsvollen Landtagswahlen, braucht über die
Wort geſagt zu werden. Von allen wirtſchaftlich beſſer geſtellten Mit=
ingegebene
er=

[ ][  ][ ]

U

Seite 18.

Darmſtädter Zayblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Aus Heſſen.

H. Eberſtadt, 5. Juli. Bauunternehmer Heinrich Dächert II. hat ſein
Mandat als Gemeinderat niedergelegt. An ſeine Stelle wird der
10. Kandidat des Wahlvorſchlages der Vereinigten bürgerlichen Par=
teien
, Landwirt Heinrich Dächert 4. (Bbd.), in den Gemeinderat ein=
rücken
. Auf dem geſtern ſtattgefundenen Obſtmarkt waren etwa
80 Körbe Kirſchen und Johannisbeeren aufgeliefert worden. Da die
Nachfrage weit größer war als das Angebot, war der Markt binnen
kurzer Friſt geräumt. Kirſchen 2832 Pfg., Johannisbeeren 2530
Pfg. Der Voranſchlag der Gemeinde liegt vom 4. Juli d. J. ab eine
Woche lang auf der Bürgermeiſterei zur Einſicht und Erhebung von
Einwendungen offen. Nach einer Bekanntmachung der Bürgermeiſte=
rei
dürfen anläßlich des 30jährigen Stiſtungsfeſtes des Geſangvereins
Germania am Sonntag, den 6. Juli, alle Ladengeſchäfte bis abends
6 Uhr offen gehalten werden. Die auf letzten Donnerstag einberufen
geweſene Gemeinderatsſitzung mußte, da das Kollegium in nicht be=
ſchlußfähiger
Anzahl erſchienen war, auf Dienstag, den 8. Juli, vertagt
werden.
st. Nieder=Ramſtadt, 4. Juli. Spar= und Darlehnskaſſeverein
e. G. m. u. H. In einer dieſer Tage ſtattgefundenen gemeinſamen
Sitzung des Vorſtandes und Aufſichtsrates wurden ſehr wichtige Be=
ſchlüſſe
gefaßt. In erſter Linie wurden die Zinsſätze für Spareinlagen
entſprechend erhöht. Die Kaſſe vergütet zurzeit für Einlagen auf viertel=
jährliche
Kündigung 30 Prozent Zinſen und für Gelder in laufender
Rechnung 14 Prozent Zinſen pro Jahr. Damit hofft der Vorſtand und
Aufſichtsrat, den Sparſinn noch mehr anzuregen, der ſich übrigens er=
freulicher
Weiſe allmählich zu beleben beginnt. Für ſämtliche Einlagen
garantiert die Kaſſe die Wertbeſtändigkeit. Ferner wurde beſchloſſen,
die bis zum Jahre 1918 eingezahlten Geſchäftsanteile der Mitglieder zu
einem noch durch die Generalverſammlung feſtzuſetzenden Betrag auf=
zuwerten
und den aufgewerteten Betrag als Anzahlung auf den neu in
Goldmark feſtgeſetzten Geſchäftsanteil von 5 Mk. gelten zu laſſen. Zur
Erleichterung der Einzahlung des Geſchäftsanteils werden den Mitglie=
dern
Ratenzahlungen in beliebiger Höhe geſtattet. Die Kaſſe kommt
auch damit ihren Mitgliedern auf das alleräußerſte entgegen und er=
wartet
nunmehr von dieſen, daß ſie ihren Verpflichtungen der Kaſſe
gegenüber nachkommen, ohne daß dieſe genötigt wäre, Zwangsmaß=
nahmen
zu ergreifen. Im Kaſſe=Lokal werden von jetzt ab Beſtellungen
auf Waren und Kohlen entgegengenommen. Auf dieſe Waren können
einſtweilen Abſchlagszahlungen in beliebiger Höhe getätigt werden.
Dieſe werden bis zum Eintreffen der Wanen verzinſt. Den Mitgliedern
dürſte dadurch der Warenbezug weſentlich erleichtert werden.
* Nieder=Mobau, 3. Juli. Am 26. Juni, nachmittags um 3 Uhr,
fand die Eröffnung der vom Landesverband heſſiſcher Schreinermeiſter,
Bez. Modautal, veranſtalteten Möbelausſtellung ſtatt. Der Verbands=
vorſitzende
, Obermeiſter Lautenbacher, Dieburg, begrüßte die erſchienenen
Gäſte, den Geſamtvorſtand des Landesverbandes und die Schreiner=
meiſter
. Er wies darauf hin, daß gerade das Schreinerhandwerk es
nötig hat, ſich in der Oeffentlichkeit zu zeigen, um zu beweiſen, daß der
allgemeine Standpunkt, das Schreinerhandwerk habe ſich überlebt, ein
falſcher iſt. Die Ausſtellung ſoll zeigen, daß die mit den einfachſten
Mitteln hergeſtellten Erzeugniſſe des Kleinhandwerkes ſich denjenigen
der Möbelfabriken ebenbürtig zur Seite ſtellen können. Direktor Peach
der heſſiſchen Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft gab in ſinnreichem,
klarem Vortrag ſeiner Freude Ausdruck, daß ſich die Handwerker des
Landes nun endlich zur Selbſthilfe zuſammengetan haben. Er hofft,
daß durch derartige Ausſtellungen das Handwerk wieder zu Anſehen
und Blüte gelangt und der unlautere Zwiſchenhandel ausgeſchaltet wird.
Als Vertreter der Handwerker=Vereinigung Darmſtadt dankte. Herr
Dietrich (Villenkolonie=Eberſtadt) und endigte mit den Worten; Wenn
das Handwerk blüht blüht auch das Vaterland! Schreinermeiſter
Pabſt, Nieder=Modau, der Leiter der ganzen Veranſtaltung, eröffnete die
Ausſtellung, nachdem er den Erſchienenen den Dank ausgeſprochen
hatte. Es iſt dem Bezirk Modautal das=Zuſtandekommen der Ausſtel=
lung
, die erſte ihrer Art in Heſſen, um ſo mehr anzuerkennen, da die
Anregung von den beteiligten Meiſtern ſelbſt ausging. Möge ihre
Mühe und Arbeit durch einen regen Beſuch der Ausſtellung und guten
Erfolg belohnt werden. Die Ausſtellung iſt bis zum 2. Juli täglich
geöffnet.
Seeheim a. d. B., 4. Juli. Aus Anlaß des Zwingenberger
Guſtav=Adolfsfeſtes wird am nächſten Sonntag, den 6. Juli, vormittags
14 Uhr, auch hier ein Guſtav=Adolf=Gottesdienſt abgehalten
werden. Pfarrer Storck aus Langen, der über vier Jahre in Steier=
mark
tätig geweſen war, wird predigen.

Auerbach, 4. Juli. Wohltätigkeits=Konzert. Zum
Beſten der Kinderhilfe im Kreiſe Bensheim veranſtaltet am übernäch=
ſten
Sonntag, nachmittags halb 5 Uhr, das Orcheſter der Viktoriaſchule
aus Darmſtadt im Gaſthauſe. Zur Bergſtraße dahier, ein Konzert,
das einen erſtklaſſigen Kunſtgenuß in Ausſicht ſtellt. Man erwartet in
Anbetracht des edlen Zweckes zahlreichen Beſuch.
A. Auerbach, 3. Juli. Gemeinderatsſitzung. In der
geſtern Abend ſtattgefundenen Sitzung kamen zur Verhandlung: Der
Wirtſchaftsplan für den Gemeindewald im Jahre 1925, der genehmigt
wurde. 110 Meter Holz ſollen geſchlagen werden. Die Ausgaben ſind
auf 415 Mark feſtgeſetzt. Bahnwärter Johannes Bickelhaupt hat um
einen Zuſchuß aus der Gemeindekaſſe für Vergrößerung ſeines Hauſes
im Steinweg nachgeſucht und hoffte auch einen ſolchen vom Staate zu
erhalten. Die Angelegenheit wurde eingehend beſprochen und ſchließlich
bei der Abſtimmung mit großer Stimmenmehrheit abgelehnt. Man
hätte gerne allgemein dem Geſuch entſprochen, aber der Mangel an
Geld in der Gemeindekaſſe laſſe dies nicht zu. Das Baugeſuch des
Muſikdirektors i. R. Urbach, Erbauung eines beſſeren Wohnhauſes am
Bensheimer Weg neben der Villa Leckebuſch, wurde genehmigt. Ur=
bach
muß aber noch den erforderlichen Geländeſtreifen an der Haupt=
ſtraße
von der Firma Böhringer=Waldhof käuflich erwerben. Von
der zu erhebenden Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz durch die
Gemeinde ſollen 10 Prozent für Bauzwecke zurückgeſtellt werden.
Die Preiſe der Bäder im Schulhauſe wurden etwas erhöht und ſind
auf 90, 70 30 und 25 Pfennig feſtgeſetzt worden. Wegen der Gefahr
der Inzucht ſoll der Gemeinde=Eber abgeſchafft und durch einen ande=
ren
erſetzt werden. Der Verkauf des Ebers ſoll auf dem Submiſſions=
wege
erfolgen. Zwei Ziegenböcke follen angeſchafft und auf dem
Hähnleiner Markt angekauft werden durch eine Kommiſſion, beſtehend
aus den Gemeinderäten Elpert und Blumb. Die Kaninchenplage, die
ſchon wiederholt den Gemeinderat beſchäffigte uurde geſtern abend
abermals angeſchnitten. Der Schaden, den dieſs Nager in Gärten und
Feld ſowie Weinbergen verurſachen, iſt ſo groß, daß dringend Abhilfe
geſchaffen werden müſſe. Der Jagdpächter Neinhart=Worms, bezw.
Guntrum=Bensheim, ſollen erſucht werden, die Schädlinge zu beſeitigen
oder doch möglichſt zu verringern. Die Bürgermeiſterei wurde beauf=
tragt
, die nötigen Schritte bei dem Hauptpächter Reinhart zu tun.
Man darf wohl erwarten, daß umgehend einige geeignete Perſönlich=
keiten
mit dem Abſchuß der Tiere betraut werden.
Hähnlein, 5. Juli. Bullenverſteigerung. Gelegentlich
des am 12. Juli 1924 zu Hähnlein ſtattfindenden Zuchtviehmarktes
veranſtaltet der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß erſtmals eine Verſtei=
gerung
von Jungbulen des Heſſiſchen Fleckviehſchlags. Allem Anſchein
nach wird dieſe Verſteigerung mit Tieren gut beſchickt, ſo daß Kauflieb=
habern
Gelegenheit geboten ſein dürſte, eine gute Auswahl vorzufinden.
Zur Verſteigerung gelangen nur ſolche Jungtiere, die nachweisbar von
in das Provinzialherdbuch eingetragenen Tieren abſtammen. Die Jung=
faſel
ſind im rechten Ohr mit einer Jungwieh=Ohrmarke verſehen und
erhalten beim Verkauf die Käufer den Abſtammungsnachweis ſofort mit.
Zwingenberg, 4. Juli. Von dem einfahrenden Zuge wurde ein
Mädchen, das vor dem Anhalten auf dem Trittbrett ſtand, einige Meter
geſchleifr. In bewußtloſem Zuſtande wurde das Mädchen fortgebracht.
Von der Bergſtraße, 3. Juli. Unfälle. Lehrer Weiß von
Bensheim fiel geſtern in dem nahen Gronau von einem hohen Kirſch=
baum
und erlitt ſchwere innere Verletzungen. Er fand Aufnahme im
Hoſpital in Bensheim. In dem nahen Groß=Haufen ſtürzte ein Land=
wirt
ſo unglücklich von einem Heuwagen, daß er ins Krankenhaus ge=
bracht
werden mußte. Durch einen Radbruch wurde der Unfall ver=
urſacht
.
Reichelsheim i. O., 3. Juli. Ausgewieſenen=Heimkehr.
Die Heimkehr der Ausgewieſenen ſteht bevor. Es ſind ſämtliche
hier und auf dem Reichenberg einuartierte Eiſenbahnbedienſteten aus
dem Bahnbezirk Worms von der Aufhebung ihres Ausweiſungsbefehls
benachrichtigt worden. Wenn mit der Erlaubnis zur Heimkehr auch noch
nicht die Wiederaufnahme ihres Dienſtes verknüpft iſt, ſo teilt man mit
ihnen die Freude, daß ſie ihre Heimat wiederſehen können.
Reichelsheim i. O., 4. Juli. Der Beſuch, der in unſerem Orte
Erholung Suchenden blieb bisher gegen frühere Jahre zurück. Doch
ſind für die nächſte Zeit viele Fremde in den hieſigen Gaſthäuſern
angeſagt.
r. Lindenfels, 4. Juli. Burgfeſt. Das ſchon ſeit vielen Jahren
während der Kurzeit ſtattfindende Burgfeſt findet demnächſt wieder
ſtatt. Umfaſſende Vorkehrungen werden getroffen. Das Feſt wird bei
günſtigem Wetter vorausſichtlich einen allſeits befriedigenden Verlauf
nehmen.

Rummer 185.
Aus bem Gerſprenztal, 4. Juli. Heu= und Heidelbeer=
ernte
. Die Heuernte iſt infolge der ſchönen Witterung ſchnell und
gut geborgen worden. Die Landwirte ſind mit dem Ertrage zufrieden.
Die letzten heißen Sommertage ließen die Heidelbeeren raſch reifen.
Schon beim frühen Morgengrauen begeben ſich die Sammler in den
Heidelbeerwald, der für viele erſt nach längerer Wanderung zu erreichen
iſt. Die Händler zahlen 28 Pfennig für das Pfund. Da das Mehl
billig iſt, haben die Bäcker viel Heidelbeer=Kuchen zu bachen. Auch wer=
den
viele der köſtlichen Beeren zu Wein bereitet.
Offenbach, 4. Juli. Unter eigener Lebensgefahr rettete
der Polizeiwachtmeiſter Brenner von der hieſigen Polizei an der Offen=
bacher
Schleuſe aus der unteren Schleuſenkammer ein etwa 20jähriges
Mädchen, das noch unter gellenden Hilferufen mit dem Tode des Er=
trinkens
rang. Es gelang ihm, die inzwiſchen Benußtloſe an das Land
zu bringen, wo auch die gleich von ihm angeſtellten Wieberbelebungs=
verſuche
erfolgreich waren.
Groß=Gerau, 4. Juli. Jungſchweinemarkt. Es waren
diesmal 915 Tiere aufgetrieben und iſt von denſelben nach dem Markte
ein Ueberſtand zu verzeichnen. Es koſteten Ferkel das Stück 612 Mk.,
Springer wurden mit 1423 Mk. bezahlt, Einleger waren keine gehan=
delt
. Am Mittwoch, den 16. Juli, vormittags 9 Uhr, findet der nächſte
Ferkelmarkt ſtatt.
Rüffelsheim, 4. Juli. Hier hat ſich der 43 Jahre alte Milchhändler
K. in ſeinem Heuſchuppen erhängt.
Aus Starkenburg, 4. Juli. Uns wird geſchrieben: Der Abbau
im Schulweſen iſt beendet. Das Ergebnis iſt zu überſehen. Dort, wo
die Stelle eines Abgebauten nicht auch gleichzeitig eingezogen wurde, iſt
der erhoffte Gewinn für die Staatskaſſe ſicher nicht eingetreten. Es
ſollten aber alle Lehrer und Lehrerinnen in den Ruheſtand treten, die
am 1. April 1994 das 62. Lebensjahr vollendet hatten. Der Abbau ge=
ſtaltete
ſich jedoch ſo günſtig, daß dieſe Beſtimmung nicht ſtreng durch=
geführt
zu werden brauchte. Verſtimmt hat nun in Lehrerkreiſen, daß
man die genannte Altersgrenze nun in einzelnen Kreiſen, nach oben
überſchritt. Man hätte den Ueberſchuß gleichmäßig auf das ganze Land
verteilen ſollen. Die Abgebauten, auch die im vorgeſchrittenen Alter,
traten außerdem ſang= und klanglos in den Ruheſtand über=
Mancher erfuhr erſt in dem Augenblicke, in dem er ſeinen Dienſt wieder
aufnehmen wolte, daß er abgebzut ſei, daß man auf ſeine ferneren
Dienſtleiſtungen derzichte. Aigit ſprach ihm auch nicht die Anerkennung
für langjährige treue Dienſte öffentlich aus, wie das früher die Uebung
war. Man unterließ es auch, den älteſten von ihnen etwa als äußeres
Zeichen der Anerkennung die Amtsbezeichnung Rektor zu verleihen,
obgleich die Lehrerſchaft auf die endliche Regelung ihrer Amtsbezeich=
nungen
nun ſeit Jahr und Tag wartet und man den Reallehrern, die
ſchon im Ruheſtande lebten, noch nachträglich den Oberrealleh=
rer
verliehen hat. Mehr als die Titelfrage beſchäftigt jedoch die
geſamte noch im Dienſt befindliche Lehrerſchaft eine andere Frage. Die
Abgebauten ſind meiſt auf Wartegeld geſetzt oder in den einſt=
weiligen
Ruheſtand übergetreten. Die Stellen, die ſie bisher he=
kleideten
, ſind dadurch, wie man hört, nicht endgiltig frei geworden.
Ein Aufrücken der Lehrerſchaft, die ſich noch im Dienſt befindet, in die
oberſte Gehaltsgrupe der Lehrerſchaft iſt beshalb nicht möglich. Der
Abbau hat in dieſer Beziehung für die Lehrerſchaft nicht die geringſte
Verbeſſerung gebracht. Sie wird nach wie vor etwa 57 Jahre alt, bis
ſie ihr Höchſtgehalt ereicht. Hier muß unkedingt Wandel geſchaffen
werden. Lann das Landesamt für das Bildungswpeſen nicht entſcheiden,
ob der Platz im Stellenplan, den die Abgebauten und auf Wartegeld
Geſetzten inne hatten, endgültig erledigt iſt, ſo muß der Landtag das
erlöſende Wort ſprechen. Kein Beamter gelangt an der Grenze der
ſechziger Jahre in den Genuß ſeines Höchſtgehaltes.
Worms, 4. Juli. Zugentgleiſung. Ein Perſonenwagen
des von Ofſtein kommenden Zuges der Süddeutſchen Eiſenbahngeſell=
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entgleiſte geſtern abend kurz vor der Einfahrt. Glücklicherweiſe
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Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Nummer 185.

Die verſetzte Stadt.
Uns wird geſchrieben: Der Umzug einzelner Häuſer in un=
zerlegtem
Zuſtande iſt ein Experiment, das ſchon häufiger ge=
lungen
iſt; eine ganze Stadt jedoch ohne Abbruch und Wieder=
aufbau
zu verpflanzen, blieb den praktiſchen Amerikanern vor=
behalten
. Wer etwa einmal Gelegenheit haben ſollte, in den
Vereinigten Staaten durch Ohio ſüdlich des Erieſees eine Reiſe
zu machen, der möge zum Kupeefenſter herausſchauen, wenn der
Schaffner Osborn ausruft. Man wird dann eine hübſch
gelegene kleine Stadt erblicken, mit anheimelnden Wohnſtätten
in der Art unſerer Siedlungshäuſer, die in weiten Gärten
zwiſchen ſchattigen Alleen liegen. Niemand würde auf den Ge=
danken
kommen, daß die große Mehrzahl dieſer Häuschen, die
ſich ſo anmutig in ihre grüne Umgebung ſchmiegen, nicht auf
dem Grund und Boden erbaut worden ſind, auf dem ſie jetzt
ſtehen. Das Osborn, das man heute vom Fenſter des Zuges
aus ſieht, ſcheint ein neues Städtchen und iſt doch ein altes. Noch
vor weniger als zwei Jahren war Osborn ein Ort von einigen
tauſenden Einwohnern und lag im Tal des Mad=Fluſſes, etwa
anderthalb Meilen von der heutigen Stadt entfernt. Dort würde
er noch heute liegen, wenn nicht das berühmte 30=Millionen=
Dollar=Projekt der Miami=Talſperre verwirklicht worden wäre.
Als die Pläne für die Errichtung einer Sperrmauer quer durch
den Mad=Fluß entworfen wurden, war das kleine Osborn zur
Zerſtörung verurteilt; denn nach der Vollendung des Dammes
hätte es hinter dieſem mitten in einem Staubecken gelegen, der
Gewalt jedes Hochwaſſers ausgeliefert.
Die Baubehörde zahlte den Eigentümern für ihren Grund=
beſitz
und ihre Häuſer, die abgebrochen werden mußten, natür=
lich
einen anſtändigen Preis. Aber das war nicht nach dem Sinn
der braven Osbornianer, die ihre alten Heimſtätten, ihre alten
Nachbarn und ihren alten Namen liebten. Sie verſicherten ſich
daher der Zuſtimmung der Behörde, um die Stadt als Ganzes
zurückkaufen zu können. Zu dieſem Zweck wurde die Osborn

Oevolopement Company gegründet, die ſozuſagen in Bauſch
und Bogen die Stadt übernahm. Der erſte Schritt der neuen
Geſellſchaft war der Ankauf eines entſprechend großen Land=
gebiets
, etwa anderthalb Meilen von dem alten Ort, als Sied=
lungsplatz
für das neue Osborn. Das Gelände wurde geebnet,
Straßen wurden gezogen, Waſſerleitungen uſw. angelegt, bevor
ein einziges Haus gebaut oder nach dem neuen Ort verſetzt
wurde. Von den 230 Wohnhäuſern im alten Osborn wurden
175 als kräftig genug befunden, den Umzug zu überſtehen; im
ganzen wurden 225 unzerlegte Gebäude umgepflanzt. Für den
Rieſentransport wurden vier Güterzüge mit Hilfsmaterial, Zug=
motoren
uſw. benötigt.
Zunächſt wurde quer durch das Gelände zwiſchen dem alten
und dem neuen Osborn eine Straße gezogen; dann wurde ein
Haus nach dem andern in vorſichtiger und mühevoller Arbeit
ſchwierig und machte ſtändig die Anwendung kräftiger Hebe= melden, gibt es 200 bis 300 Fuß unter dem brennenden Sand
werkzeuge und Hebel erforderlich.

Ea
Ur

haus von Osborn 100 Fuß lang und 34 Fuß breit und enthielt
unterwegs beiſpielsweiſe 35 Tonnen Eiſenwaren. Die Eimer,
Kannen uſw., die an der Decke aufgehängt waren, machten in
ihrer Art ſelbſtverſtändlich Reklame und kündigten laut und
deutlich den billigen Ausverkauf bei jeder unebenen Stelle der
Straße an. Die Koſten der Verſetzung Osborns, die übrigens
im ganzen faſt zwei Jahre in Anſpruch nahm, werden auf rund
200 000 Dollar geſchätzt. Für die glücklichen Hausbeſitzer war der
Umzug zweifellos ein gutes Geſchäft, da ſie dank der erwähnten
Genoſſenſchaftsgründung ihr Eigentum zu einem weſentlich
billigeren Preiſe zurückerwerben konnten, als ſie dafür an Ent=
ſchädigung
von der Behörde erhalten hatten. M. Büttner.

Ein Meer unter der Sahara. Gibt es unter den trockenen
angehoben und auf große, rollwagenähnliche Plattformen geſtellt, Wüſten der Sahara in der Tiefe Waſſer? Auf dieſe Frage bieten
die nun an ſtarken Drahtſeilen durch Motortrekker nach dem Beobachtungen einen überraſchenden Aufſchluß, die bei Grabun=
neuen
Ort gezogen wurden. Da dieſer etwa 20 Fuß höher ge= gen nach arteſiſchen Brunnen an verſchiedenen Punkten der
legen iſt als der alte, geſtaltete ſich der eigenartige Umzug recht nordafrilaniſchen Wüſte gemacht wurden. Wie die Pariſer Blätter
der Wüſte tieriſches Leben. Bei dem Graben nach Brunnen
ſtieß man in großen Tiefen auf Waſſer, das kleine Krabben
Beſonders originell war dieſe Ortsveränderung des Städt= und Fiſche enthielt, die alle lebendig waren; auch Muſcheltiere
chens inſofofern, als währenddeſſen das häusliche Leben der wurden entdeclt. Eine Erklärung dieſer merkwürdigen Erſchei=
Einwohner faſt zu keiner Zeit geſtört wurde. Sie nahmen regel= nung wird darin geſucht, daß früher da, wo jetzt die Wüſte ſich
mäßig, ihre üblichen Mahlzeiten ein und ſchliefen im Hauſe, dehnt, ein Meer war und daß bei einer vorgeſchichtlichen Natur=
während
es nach der neuen Heimat unterwegs war. Es war kein kataſtrophe die Tiere von den Sandmaſſen eingeſchloſſen wurden.
ungewöhnlicher Anblick, gleichzeitig drei oder vier Häuſer hinter. Dieſe Lebeweſen haben ſich nun allmählich den neuen Verhält=
den
Zugmotoren über die Landſtraße dahinkriechen zu ſehen, wo= niſſen angepaßt; da ſie in der Dunkelheit leben, ſind ſie entweder
bei die Bewohner ſich von den oberen Fenſtern aus unterhielten, ganz blind oder beſitzen beſondere optiſche Organe, die der
als ob ſie wie ſonſt feſten Boden unter ſich hätten, Sogar das Dunkelheit angepaßt ſind. Die Waſſertiere, die man im Unter=
Geſchäftsleben nahm unterwegs zum Teil ſeinen Fortgang; ſo grund der Sahara fand, gehören zu Arten, die in den Seen von
hielt z. B. das einheimiſche Kaufhaus während der Verſetzung Paläſtina leben. Tiefengrabungen der letzten Jahre in der Sa=
auf
dem ganzen Wege einen erfolgreichen Ausverkauf ab. Man hara haben gezeigt, daß ſich dort große Waſſermengen befinden,
darf dabei freilich nicht gleich an die modernen Warenpaläſte, und die Entdeckung dieſer Tiere beſtätigt nun die Annahme, daß
unſerer Großſtädte denken; immerhin war das reiſende Geſchäfts= ſich hier ein dicht bevölkertes unterirdiſches Meer befindet.
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Rummer 185.
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Vermutlich infolge Brandſtiftung brach in einem Hauſe am Lehrter
Bahnhof zu Moabit ein
Großfeuer
aus. Unter der perſönlichen Leitung des Oberbranddirektors Gempp
rückten 11 Löſchzüge nach dem brennenden Häuſerkomplex. Die Schutz=
polizei
konnte nur mit Mühe die Brandſtätte gegen eine ungeheure
ſchauluſtige Menſchenmaſſe abſperren. Sanitäter die auch ſofort in
genügender Anzahl zur Stelle waren, ſchafften einen Feuerwehrmann,
der eine ſtarke Rauchvergiſtung davongetragen hatte, ins nächſte Kran=
kenhaus
. Durch das einſtürzende Dachgeſchoß wurden einige Feuerwehr=
leute
in dem brennenden Gebäude eingeſchloſſen, konnten jedoch bald
wieder befreit werden. Durch die ſtarke Qualmentwickelung wurden die
Löſcharbeiten ſehr erſchwert. Erſt nachdem noch weitere Feuerlöſchzüge
hinzugezogen worden waren, gelang es, des Feuers Herr zu werden.
Ein anderer gefährlicher Brand rief die Wilmersdorfer Feuerwehr
nach dem Bahndamm zwiſchen den Ningbahnhöfen Schmargendorf und
Hohenzollerndamm. Dort ſtanden die Schwellen der Eiſenbahn in
Flammen. Nach einſtündiger, angeſtrengter Arbeit war das Feuer
gelöſcht.
In dem Dorfe Wittichow (Kreis Pyritz) legte ein Großfeuer 10 Ge=
häude
in Aſche. Viele landwirtſchaftliche Geräte ſind mitverbrannt.
Das lebende Inventar wurde im weſentlichen gerettet.
Auch in dem mecklenburgichen Dorfe Below (Amt Goldberg) fielen
10 Häuſer einem Brand zum Opfer. Die große Ausdehnung dieſes
Feuers iſt auf die lange Hitzperiode und den Mangel an Feuerlöſch=
geräten
zurückzuführen.
Im Januar dieſes Jahres forderte dir Behörde in Greckenhof bei
Neckarsruh einen Hausbeſitzer auf, ſein baufälliges Heim gründlich aus=
beſſern
zu laſſen. Dieſe Mahnung wurde nicht beachtet. Nun iſt die
Decke und die Außenwand des gefährdeten Hauſes eingeſtürzt, wobei
ein drei Monate altes Kind
von herabſtürzenden Trümmern erſchlagen
und ein anderes, 1½jähriges Kind lebensgefährlich verletzt wurden.
Die Mutter, die gerade mit ihren Kindern das gemeinſchaftliche Mittags=
mahl
einnahm, blieb unverletzt.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Seite 21.

Die ſoziale Botſchaft der evangeliſchen Kirche‟.
Unter dieſem Titel erſcheinen in dieſen Tagen die auf dem Biele=
felder
Kirchentag gehaltenen programmatiſchen Vorträge von Geh. Konſ=
Nat Prof. D. Tititus=Berlin Evangeliſches Che= und Familienleben
und ſeine Bedeutung für die Gegenwart, Prälat D. Dr. Schoell= Stutt=
gart
Der evangeliſche Berufsgedanke und das Arbeitsleben der Gegen=
wart
nebſt dem Wortlaut der vom Kirchentag einſtimmig beſchloſſenen
Kundgebung an das deutſche evangeliſche Volk im Druck. Beſtellungen
an den Verlag: Evang. Preßverband für Deutſchland, Berlin=Steglitz,
Behmeſtr. 8.
Generalverſammlung des Evangeliſchen Bundes in München.
D.E.K. In den Tagen vom 29. Auguſt bis 2. September wird in
München der Evangeliſche Bund zur Wahrung der deutſch= proteſtan=
tiſchen
Intereſſen ſeine 28. Generalverſammlung halten. Die Tagung
wird unter dem Leitwort Des evangeliſchen Glaubens Herrlichkeit
ſtehen, das ebenſo in den Feſtpredigten als in den Vorträgen auf zwei
evangeliſchen Volksabenden den Mittelpunkt bilden wird. Mit dieſer
Tagung wird die Feier des 25jährigen Beſtehens des Mürckener Zweig=
vereins
des Evangeliſchen Bundes und eine vaterländiſche Feier verbun=
den
werden.
Luſt= und Raubmerb.
München. Am Montag früh wurde von einem Bauern in einem
Kornfeld bei, Willertshauſen, die 60 Jahre alte Gütlerswitwe
Katharina Heil von Willertshauſen (Bez=Aut Freiſing) mit einge=
ſchlagener
Schädeldecke und aufgeſchlitztem Bauche ermordet aufgefunden.
Die Gendarmerie hat den mutmaßlichen Täter bereits aufgegriffen und
in Gewahrſam gebracht. Es iſt dies bek wu ſeiner Frau getrennt lebende
Stallſchweizer Joh. Bapt. Dengler, toi Wieſenfelden, der bei ſeiner
Verhaftung zwar die ſchauerliche Tat leugnete, in deſſen Ruckſack aber
ein ſchwarzer Schurz und drei Paax ſchwarzwollene Frauenſtrümpfe ge=
funden
wurden, die die Ermordete in einem Korb mit ſich geführt hatte=
außerdem
waren die Kleider des Verhafteten mit Blut beflect, wie auch

ſein Meſſer Blutſpuren aufwies.

Der
D.E.K. Die Frage der Konfeſſion des Reichspräſidenten Ebert
war zeitweiſe ſtark umſtritten. Seine Zugehörigkeit zum Katholizismus
galt den einen als Beweis für die Bewährung des Katholizismus in
Deutſchland, den anderen als eine weitere Etappe in der Ultramontani=
ſierung
unſerer Politik. Die ſozialdemokratiſche Preſſe beſtritt die Be=
hauptung
, Ebert ſei katholiſch, mit ſo groben Zuſätzen, aus denen nur
die Angſt um ihr negatives kirchenpolitiſches Programm deutlich zu er=
kennen
war. Profeſſor Heinrich Hermelink iſt der Sache auf den Grund
gegangen und teilt darüber in der zweiten Auflage ſeiner Schrift Katho=
lizismus
und Proteſtantismus in der Gegenwart (Verlag Friedrich
Andreas Perthes A.G., Gotha=Stuttgart) mit Der Reichspräſident
Ebert war nie offiziell aus der katholiſchen Kirche ausgetreten und war
im Reichstage der Vorkriegszeit ohne kirchenrechtliche Berechtigung als
Diſſident bezeichnet worden. Er brauchte alſo auch nicht offiziell in die
katholiſche Kirche wieder einzutreten. Seine Frau iſt eine regelmäßig
praktizierende Katholikin; ſeine Tochter wurde 1923 katholiſch getraut.
Es kann alſo nicht überraſchen, wenn der Papſt, nach vorheriger genauer
Erkundigung, ſein Glückwunſchſchreiben zum Amtsantritt Eberts mit den
Worten beginnt: Dem ausgezeichneten, ehrenwerten Manne Friedrich
Ebert Gruß und Segen.
Die Selbſtmordſeuche.
Mannheim. Am 2. Juli, nachmittags 2.10 Uhr, verſuchte ein
24 Jahre alter Kaufmann in der Abſicht, ſich das Leben zu nehmen ſich
im Neckar unterhalb der Kammerſchleuſe zu ertränken. Bewußtlos
wurde er von vorübergehenden Perſonen aus dem Waſſer gezogen.
Wiederbelebungsverſuche waren von Erfolg. Er wurde mit dem Auto
in das Krankenhaus verbracht. Grund der Tat: Lebensüberdruß
Abends zwiſchen 9 und 10 wollte ſich eine 31 Jahre alte Ehefrau in ihrer
Wohnung in der Lange Rötterſtraße wegen Familienzwiſtigkeiten durch
Einatmen von Leuchtgas das Leben nehmen. Der herbeigerufene Arzt
ſtellte feſt, daß ſich die Lebensmüde keinen Schaden zugezogen hat.
Im Käfertalerwald wurde am Mittwoch abend gegen 7 Uhr eine
31 Jahre alte Ehefrau dabei betroffen, wie ſie ziellos umherirrte und
beabſichtigte, ſich das Leben zu nehmen. Sie uurde auf die zuſtändige
Polizeiwache verbracht und von dort ihren Eltern übergeben. Auch hier
iſt der Grund der Tat Familienzwiſtigkeiten.
Am Mittwoch vormittag ertränkte ſich im Rhein beim Ludwig3
hafener Stadtpark ein verheirateter 51. Jahre alter Buregudiener
einem Anfall von Geiſtesgeſtörtheit. Die Leiche konnte alsbald geländet
werden. Eine längere Krankheit in Verbindung mit öſteren Geiſtes=
ſtörungen
geben Veranlaſſung zu der Tak. Abends zwiſchen 6 und
7 Uhr brachte ſich eine 22 Jahre alte Ehefrau in ihrer Wohnung im
nördlichen Stadtteil in ſelbſtmörderiſcher Abſicht einen Revolverſchuß
in den Leib bei. Sie wurde in bewzußtloſem Zuſtande durch die Unfall=
wache
in das Krankenhaus verbracht. Ihr Zuſtand iſt ſehr bedenklich.
Der Grund zur Tat dürſte in mißlichen Familienverhältniſſen zu ſuchen
ſein.
Eine ſchwere Bluttat.
Immendingen. Eine ſchwere Bluttat hat ſich in Tuttlingen
zugetragen. Bei einem Wirtshausſtreit hat der Schuhmacher Ernſt
Sichler von Tuttlingen den Bärenwirt Diſtel von Seitingen und deſſen
Knecht Leicht durch mehrere Meſſerſtiche getötet. Nach der Tat begab
ſich Sichler auf die Polizeiwache in Tuttlingen und ſtellte ſich ſelbſt.
Unterbrochene Flitterwochen.
Binzen (Amt Lörrach). So eine Art Flitterwochen verlebte ein
Pärchen, das ſich in einer hieſigen Wirtſchaft als Mann und Frau ein=
logiert
hatte. Als es an das Berappen der über 80 Mark angelaufenen
Rechnung gehen ſollte, ſtellte es ſich heraus, daß das angebliche Ehepaar
völlig mittellos war. Der Schlußakt ſpielte ſich nun vor dem Amtsgericht
Lörrach ab, das den 21jährigen Pſeudoehemann wegen Betrugs zu einem
Monat und ſeine mit den Gerichten bereits in Konflikt gekommene
Frau zu drei Monaten Gefängnis verurteilte.
Wenn der Storch ſich zuviel zumutet.
Ein eigenartiger Vorfall wurde vor kurzem in Friedersdorf bei Gör=
litz
beshachtet. Auf dem Grundſtück eines Hüfners niſten ſchon ſeit Jah=
ren
Stürche. Als der männliche Storch vom Ausflug mit Futter heim=
lam
und die Jungen ſpeiſen wollte, fiel er blötzlich rücklings vom Giebel
der Scheune und war ſofort tot. Herbeieilende Leute zogen ihm drei
Fröſche, eine Eidechſe und zwei Hechte aus dem Schnabel. Der größere,
etwa ein halbes Pfund ſchwerer Hecht war noch lebend; ſo iſt wohl an=
zunehmen
, daß der Storch ſich dieſes Hechtes nicht entledigen konnte und
daran erſticken mußte. Der andere Storch hat nicht nur die Jungen der=
hungern
laſſen, ſondern iſt auch ſelbſt vor Kummer geſtorben.

Eine Hochzeitsreiſe mit Hindernifſen.
Tübingen. Ein junges Ehepaar aus Osnabrück wollte ſeine
Hochzeitsreiſe in einem Faltboot von Tübingen aus neckarabwärts unter=
nehmen
. Aber ſchon einige Meter unterhalb der Luſtnauer Brücke ge=
rieten
ſie in einen reißenden Strudel des hochgehenden Neckars. Das
Boot kippte um und die Inſaſſen fielen in den Neckar. Glücklicherweiſe
hatten beide ſo viel Geiſtesgegenwart, ſich an dem Boot zu halten. Trotz
großer Anſtrengung gelang es dem Ehepaar nicht, das Boot wieder flott
zu machen. Erſt als drei Burſchen ſich in die reißenden Fluten ſtürzten
und das Boot aufhielten, konnte es mit vereinten Kräften an das Ufer
gezogen werden. Eine Geldtaſche mit erheblichem Inhalt mußte dem
Flußgott geopfert werden. Anderen Tages ſetzten die Neuvermählten
ihre Reiſe nicht mehr auf dem Waſſer, ſondern auf der Eiſenbahn fort.
Geſchlechtsvorherſage.
Lange ſchon ſucht die moderne Naturwiſſenſchaft nach der Möglich=
keit
, das Geſchlecht eines werdenden Kindes willkürlich zu beſtimmen
oder doch ſchon wenigſtens vorher zu erkennen. Das erſte Problem wird
vorerſt noch unbeantwortet bleiben, denn bisher iſt auch noch nicht die
geringſte Möglichkeit vorhanden, das zukünſtige Geſchlecht eines zu er=
wartenden
Kindes zu beeinfluſſen. In ein neues Stadium ſcheint aber
die Feſtſtellung des Geſchlechts vor der Geburt durch Unterſuchungen
an der Uniberſitäts=Frauenklinik in Halle an der Saale, die unter Lei=
tung
von Geh. Medizinalrat Prof. Sellheim ſteht, gekommen zu ſein.
Der Aſſiſtent Sellheims, Dr. Werner Lüttge, macht nämlich im Zentral=
blatt
Cynäkologie die Mitteilung, es ſei ihm bei 61 Schwangeren
jedesmal gelungen, vor der Entbindung das Geſchlecht des Kindes rich=
tig
vorauszuſagen. Das Verfahren dieſer Vorausbeſtimmung beſteht
in der Unterſuchung des Mutterblutes (des Serums) auf gewiſſe charak=
teriſtiſche
Spaltprodukte des Eiweiſes. Dr. Lüttge will ſogar mit ſeiner
neuen Methode weit über die ſogenannten Abderhaldenſche Reaktion,
die auch Vorausbeſtimmung möglich machte, ſich aber in der Praxis
doch nicht ganz bewährte hinausgekommen ſein.
Briefkaſfen.
K. W., hier. Frage 1: Der Inſtandſetzungszuſchlag iſt von dem
Vermieter für die erforderlichen laufenden Inſtandſetzungsarbeiten ſach=
gemäß
zu verwenden. Der Vermieter hat der Mietervertretung und,
wo ſolche nicht beſteht, dem Mieter, auf Antrag die Verwendung der
Gelder nachzuweiſen.
Hat der Vermieter die Ausführung notwendiger laufender Inſtand=
ſetzungsarbeiten
unterlaſſen, oder die Gelder nicht ſachgemäß ver=
wendet
, ſo müſſen ſie ſich an das ſtädtiſche Hochbauamt wenden, um die
Vornahme der Asbeiten zu erzwingen.
Frage 2: Einverſtanden; nur meinen wir. Sie dürſten Volkswirt=
ſchaftslehre
in Theorie und Praris nicht vergeſſen!

Gefs.Ftiches.
Der heutigen Auflage unſeres Tla tes liegt ein Proſpekt des Telu,
Textilhaus am Ludwigsplatz, hier, bei, auf den wir unſere Leſer beſon=
ders
aufmerkſam machen.
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Sonntag, den 6. Juli.
Keine weſentliche Aenderung der beſtehenden Witterung.

Tageskalender. Samstag, den 5. Juli.
Landestheater, Kleines Haus, Sommerſpielzeit Bruno Harprecht,
abends 7½ Uhr Alt Heidelberg. Kurhaus Trautheim:
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[ ][  ][ ]

Seite 22.

Die Eroberung des Nordpols.
Trotz der heftigſten Angriffe werden auch in dieſem Sommer
zwei bisher uneroberte Gebiete des Erdballs, abermals Sieger
bleiben: Mount Evereſt und Nordpol. Letzteres muß ganz be=
onders
lebhaft bedauert werden. Es iſt ſchmerzlich, daß der
ame Amundſens durch die Abſage ſeines diesjährigen zweiten
erſuches einen unerwünſchten Klang erhält und daß über die
erwendbarkeit des Flugzeuges in der Arktis nicht neue wert=
le
Erfahrungen geſammelt werden konnten, ganz abgeſehen
von, daß es für den deutſchen Metall=Flugzeugbau einen
ußerordentlichen Triumph bedeutet hätte, wenn ein Dornier=
Jal tatſächlich bis zum Nordpol vorgeſtoßen wäre. Es heißt,
daß die finanziellen Schwierigkeiten die Abſage des Fluges not=
ivendig
gemacht hätten. Aber ſicher iſt, daß dieſe Meldung nur
die äußere Tatſache ſeftſtellt, ohne die inneren Zuſammenhänge
vom Mißgeſchick der Nordpol=Expedition zu kennzeichnen.
Muſſolini unternahm vor einigen Wochen in einem offenen
Kampfflugzeug den Flug von Rom nach Piſa, um die Flugzeuge
Amundſens vor ihrem Start zu beſichtigen. Bekanntlich hatte die
italieniſche Regierung ſelbſt eine der drei Maſchinen der Expe=
dition
zur Verfügung geſtellt und Führer derſelben ſollte der alte
Kampfflieger und jetzige faſziftiſche Senator Locatelli ſein.
Anfangs Juni waren dieſem und dem Manager Amundſens,
Hammer, im Kaſtell Sforza zu Mailand von den Damen der
Lombardei unter Vorſitz der Frau Muſſolini die Ehrenwimpel
mit kunſtreichen Widmungen überreicht worden. Kurz, das ganze
offizielle Italien hatte ſich hinter das Unternehmen geſtellt.
So ſehr einerſeits ſchon dadurch bewieſen wird, daß unter
dieſen Umſtänden ein paar tauſend Pfund mehr oder weniger
das Unternehmen nicht beeinträchtigt hätten, ſo war doch die
Expedition auf allzuviel politiſche Stühle geſetzt: Norwegen,
vertreten in der Nationalität Amundſens und der norwegiſchen
Staatspoſt, welche durch die Konzeſſion der Nordpol=Poſtkarte
einen finanziellen Beitrag leiſtete, Amerika, mit deſſen Preſſe=
Manager Hammer Monopolverträge für die Berichterſtattung
abgeſchloſſen hatte und das außerdem in Flieger Daviſon
einen Vertreter ſeiner Flagge hatte, endlich, wie bereits dar=
gelegt
, Italien höchſt offiziell und ſchließlich und endlich
di deutſche Technik durch die Flugzeugbaufirma Dornier.
Daß Muſſolini Amundſen empfing und ſich mit ſeiner gan=
zen
Lebhaftigkeit anfangs für das Unternehmen einſetzte, war
gerade durch letzteren Umſtand verurſacht. In den Monaten, in
denen die amerikaniſche, engliſche und franzöſiſche Flugzeugindu=
ſtrie
durch mehr oder weniger glückliche Welt= und Fernflüge für
ſich Reklame machten, mußte alles daran geſetzt werden, auch
Italien zu einem Erfolge zu führen. Die Tatſache allein, daß das
Dornier=Werk in Piſa die Flugzeuge baute, konnte nicht ver=
dunkeln
, daß es ſich in Wirklichkeit trotz aller italieniſchen Auf=
ſichtsräte
um eine ausgeſprochen deutſche techniſche Erfindung
und Leiſtung handelte. Nur durch eine aktive Beteiligung an
dem Untern unen konnte der Erfolg der deutſchen Metall=
Flugzeug=Inouſtrie einigermaßen die italieniſche Trikolore er=
halten
.
Dieſe rein außerpolitiſche Propaganda=Erwägung war es,
welche Muſſolini zu ſeinem Entſchluß bewog. Dieſer Raid
konnte daher etwas koſten, wenn nur eine Bedingung erfüllt war:
daß der Erfolg in propagandiſtiſcher Hinſicht Italien zugute kam!
Eine ganz ſelbſtverſtändliche Vorausſetzung war jedoch, daß die
italieniſchen Teilnehmer des Fluges ihrerſeits über die Bericht=
erſtattung
verfügten. Als es ſich endlich herausſtellte, daß Haa=
kon
Hammer ſich bereits lange vorher durch Monopolverträge
verpflichtet hatte, eine andere Berichterſtattung unmöglich zu
machen und von diefen Abmachungen nicht abgehen konnte, ohne
auf jedwede Finanzierung des Unternehmens für ſich bzw.
Anindſens zu verzichten, ſo war es klar, daß die italieniſche Ne=
gierung
keinerlei Intereſſe mehr daran hatte, die Expedition
durchzuführen.
In einem in der Neuen Züricher Zeitung vor Monaten er=
ſchienen
Aufſatz wurde die Vermutung ausgeſprochen, daß die
Vorbereitungen für die Amundſen=Expedition ſtark an das Unter=
nehmen
des Amerikaners Wellmann erinnern, welcher, wie er=
innerlich
, es jahrelang vermocht hat, eine Weltpropaganda für
ſeinen Ballonflug von Spitzbergen nach dem Nordpol zu treiben,
ohne daß irgendeine wirkliche Leiſtung geſchehen wäre. Auch
in dieſem Falle ſpielen tatſächlich reichlich perſönliche Momente
mit, von denen freilich Amundſen ſelbſt in keiner Weiſe belaſtet
wird. Eines ſei in dieſem Zuſammenhange nur erwähnt: Ham=
mer
, weſcher an der letztjährigen Junkers=Spitzbergen=Expedition
teilnahm er hatte dazu die Anregung gegeben, um Amundſen,
welcher letztes Jahr den Flug von Alaska aus beabſichtigte, von
Spitzbergen aus zu helfen hatte in den Vereinigten Staaten
ſowohl wie in Italien von ſeinen perſönlichen Flügen in der
Arktis erzählt, welche ihn einmal ſogar bis nahzu zum Nord=
vol
unbeabſichtigt geführt hätten. In Wirklichkeit hat Hammer
indeſſen nur an belangloſen Rundflügen teilgenommen, wogegen
die großen Fernflüge von Pilot Neumann und dem Schweizer
Oberlentnant Mittelholzer durchgeführt wurden. Derartige
Miderſprüche waren von ungünſtiger Wirkung und trugen nicht
unweſentlich dazu bei, daß Locatelli immer mehr zum Entſchluſſe

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.
gegebenen Augenblick die eigentliche Führung zu ergreifen.
Die Frage, ob die Amundſen=Expedition mit ihren drei
Dornier=Flugzeugen ihr Ziel erreicht hätte, wird alſo unbeant=
wortet
bleiben. Die Erfahrungen der letztjährigen Junkers=
Spitzbergen=Expedition, bei welcher der große Diſtanzflug von
nen, daß jedes Flugzeugunternehmen, welches nicht über Groß=
Groß=Flugzeuge, welche über genügend Brennſtoff für eine Flug=
ſtrecke
von 3500 Kilometer verfügen, laſſen eine Expedition bei. Weiſe ſo ſchnell wie möglich dem Beſtimmungsorte zuzuführen.
richtiger Organiſation als berechtigt und erfolgreich erſcheinen.
Solange Flugzeuge, mögen ſie nun ein= oder mehrmotorig ſein,
nur von geringer Größe zur Verfügung ſtehen, ſo daß die Ueber= Tabelle der derzeit gültigen Sätze:
fliegung des Pols allein dadurch erreicht werden kann, daß Hilfs=
flugzeuge
auf der Strecke ihren Benzinvorrat an das andere ab=
geben
, iſt die Entdeckung des unbekannten Arktis=Gebietes nicht
möglich.
Wenngleich ſchon die Senſation des Nordfluges unterbleibt, 1. Genf= Zürich=
ſo
wird es dennoch dieſen Sommer ſo wie im vergangenen zu München= Wien=
kleineren
Forſchungsflügen auf Spitzbergen kommen. Auf Grund Budapeſt
der im vergangenen Jahre durch die Junkers=Spitzbergen= Flug=
zeug
=Expedition errungenen Erfolge iſt nämlich eine engliſche
Expedition nach Spitzbergen abgegangen, um ihrerſeits ihr Glück
zu verſuchen. Zweifellos darf man in dieſem Unternehmen nicht
nur einen geographiſchen Sport ſuchen, als vielmehr die An=
ſtrengung
der engliſchen Luftverkehrsbehörde, langſam aber zäh
alle Erfahrungen zuſammenzutragen, die geeignet ſind, die große Frankfurt a. M.
Luftverkehrslinie der Zukunft von London nach Oſtaſien vorzu=
bereiten
. Auch die Junkers=Werke ſollten in dieſem Jahre karto=
graphiſche
Forſchungen vom Flugzeuge aus auf Spitzbergen
unternehmen, doch erſchien es wegen der Anweſenheit der eng=
liſchen
Expedition und deren Zuſammenarbeit mit der norwegi= Reval= Helſing=
ſchen
Regierung nicht angezeigt, durch eine Beteiligung hier aber=
mals
politiſche Schwierigkeiten von der Art zu erzeugen, wie ſie
Amundſen bereits in dieſem Jahre zum Verhängnis gewor=
den
ſind.

Rummer 185.

Der Luftfrachtverkehr.
Durch die Preſſe ging kürzlich die Meldung, daß durch die Linie
des Deutſchen Aero=Lloyd zwiſchen Holland und Berlin der
Transport mit friſchen Blumen eingeführt werde. Es kann als erfreu=
liches
Zeichen angeſehen werden, daß der Luftfrachtdienſt einen wachſen=
den
Zuſpruch erhält und daß die Güterarten ſich mehren, für welche die
Handelshäuſer den Lufttransport wegen ſeiner Raſchheit und Wohlfeil=
heit
bevorzugen. Schon im vergangenen Jahre diente das Flugzeug der
Uebermittelung von koſtbaren Pelzſendungen Leipziger Firmen und
Modellen Wiener Modehäuſer.
Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß der Luftfrachtdienſt ſich nur
mit derartigen Sondergütern beſchäftigen kann. Freilich iſt hier der
engliſche und franzöſiſche Dienſt weit voraus oder vielmehr in glück=
licherer
Lage. Wer jemals die Expeditionshallen auf dem Flugplatz
von Le Bourget bei Paris oder von Croydon bei London geſehen hat,
der ſieht, daß auf dieſen Linien der Luftfrachtverkehr, eine
weit größere Rolle ſpielt, als die Beförderung von
Perſonen. Der engliſche und franzöſiſche Kaufmann kalkuliert die
Benutzung des Flugzeuges auch für Warenſtücke, die nicht nur koſtbaren
Sonderwert beſitzen. Zwiſchen London und Köln werden Fahrräder,
Nähmaſchinen, Autopneumatiks, ja ſelbſt lebendes Geflügel durch die
Luft befördert auf der Strecke ParisRotterdam iſt ſogar zum
zweitenmal mit durchaus gutem Erfolg ein Pferd mit dem Flugzeug
transportiert worden , und dies durchaus nicht aus bloßer Lieb=
haberei
, ſondern nach reiflicher kaufmänniſcher Ueberlegung. Freilich
handet es ſich bei den beiden Strecken um Verhältniſſe, welche den Vor=
teil
des Luftransports gegenüber dem Landtransport kraß beleuchten.
Zwiſchen London und Köln befindet ſich die franzöſiſche Zollinie auch
die holländiſche Durchfuhr würde gewiſſe Schwierigkeiten und Koſten
bedeuten. Beim Luftverkehr zwiſchen London und Paris fällt dieſer
Umſtand fort.
Dieſe Verhältniſſe haben die Handelswelt daran
gewöhnt, an den Luftransport zu denken. Die Folge davon war
dann eine kaufmänniſche Kalkulation und endlich die Einſicht der Wohl=
feilheit
des Transportes.
So kommt es, daß ſich z. B. für das Jahr 1923 die intereſſante Tat=
ſache
ergibt, daß die Perſonenbeförderung von Flugzeugen deut=
ſcher
Herkunft von keinem anderen Staat übertroffen wurde, daß
dagegen die Frachtbeförderung von England und Frankreich größer iſt
als die von Deutſchland. Frankreich 755 To., England 306 To., Deutſch=
land
102 To. Es darf freilich eines nicht vergeſſen werden, daß näm=
lich
durch die der deutſchen Flugzeuginduſtrie auferlegten Einſchränkun=
gen
im Durchſchnitt die Nutzlaſt der Flugzeuge eine geringere iſt und
daß die Ausnutzung derſelben daher mehr für die Perſonenbeförderung
als für Frachtdienſt geeignet iſt.
Die zwiſchen London und Köln beſonders im vergangenen Jahre
vorhandenen bureaukratiſchen, politiſchen Hinderniſſe
für den Landverkehr ſind in erhöhtem Maße z. B. auf der Luftverkehrs=
ſtrecke
von Berlin nach den Randſtaaten vorhanden. Die Benutzung des
Seeweges verringert dieſe freilich auch, doch muß hierbei ein derartiger
Zeitverluſt in Kauf genommen werden, daß der Transport für nur halb=
wegs
eilige Ueberſendung nicht mehr in Frage kommen kann. Es ſoll
hier nur auf die Tatſache einer Ueberſendung von Warenproben, von
wichtigen Maſchinen=Erſatzteilen und dergleichen hingewieſen werden.
Man wird nun freilich ſagen, daß der Luftweg an vielen Stellen
durch ſeine Schnelligkeit und damit verbundene Vielſeitigkeit wirklich

neigte, ſich nicht nur als Staffelflieger an der Expedition zu empfehlenswert erſcheint, daß aber die Unſicherheit wohl vor
beteiligen, ſondern gemäß der Parole Italia farä da sc im Diebſtählen, nicht aber vor Transportunterbrechungen geringer iſt. Dem=
gegenüber
kann man der Statiſtik den Gegenbeweis überlaſſen. Wenn
z. B. dieſe für den mit Junkers=Flugzeugen und den Maſchinen dei
Aero=Lloyds betriebenen Luftverkehr im Jahre 1923 kaum einen einzigen
Fall aufweiſt, an dem Frachtgüter infolge Unfalls oder anderer Zwie
ſchenfälle beſchädigt worden wären oder ihren Beſtimmungsort, ſowei
das Luftverkehrs=Unternehmen dafür verantwortlich war, nicht erreich
1000 Kilometer über Spitzbergen bis über den 80. Breitegrad haben, ſo zeigt dies die Unberechtigkeit des Einwandes. Von 3554 Ein
nach Norden führte ließen die Anſicht als berechtigt erſchei= zelfligen im flugplanmäßigen Streckenverkehr mit den erwähnten Flug
zeugen ereigneten ſich nur ½ Prozent von Flugzeugbeſchä,
digungen! Im übrigen übernimmt das Luftverkehrs=Unternehmen
flugzeuge verfügt, ein 99prozentiges Wagnis bedeutet. Nur bei Notlandungen infolge ſchlechten Wetters u. dal. die Verpflichtung
bei der Unmöglichkeit der Fortſetzung des Fluges die Güter auf andere
Daß die Frachtſätze nicht die Urſache ſein können, den Luft=
frachttransport
nur in Ausnahmefällen zu benutzen, zeigt die folgende Linien: Frachtpreis: Bemerkungen: pro kg
Genf=Bürich.
G.=M. 1.35
Bürich=München
München Wien.
Wien=Budapeſt.
(Die Frachtpreiſe betragen Iy des
Perſonen=Preiſes.) Die Abmeſſun
gen der Luftgüte
ſollen in der
Regel
50 X50 X50 cm
nicht überſteigen: 2. München-
Fürth= pro kg
München=Fürth
G.=M. 1.
Fürth=Frankfurt
1.35
(Die Frachtpreiſe betragen 1, des
Perſonen=Preiſes.) 3. Königsberg=
Memel=Riga=

fors
pro ks
Königsberg=Memel u. S. A. ct. 26
Memel= Riga
u. S. A. ct. 35
Königsberg=Riga . u. S. A. ct. 50
Riga=Reval".
U. S. A. ct. 30
Reval=Helſingfors. U. S. A. ct. 15
(Die Frachtpreiſe betragen Uo des
Perſonen=Preiſes.) 4. Berlin=
Hannover.
Amſterdam-

London Geſtaffelt wie folgt:
bis zu 3 kg . . ch. 16/
bis zu 12½ kg, sh. 56/
über 25 kg . . sh. 3/4 per kg
über 50 kg . . ch. 2/9 per k8

Danzig-

pro 4g Minimum!
5. Berlin: Berlin=Danzig G.=M. 1. G.=M. 2.
Berlin=Königsberg 1.
2.50
Königsberg Danzig=Königsberg, 1.
Dieſe Zahlen werden anfänglich hoch erſcheinen, aber wenn man die
gewonnene Zeit, die Verringerung der Zollſpeſen, der Zwiſchentrans=
porte
und vor allen Dingen des Riſikos in die Rechnung einbezieht, ſo
kommt man ohne weiteres zu einem günſtigen Reſultat.
Zwiſchen London und Köln hat ſich der Frachtverkehr ſo eingebür=, daß es zum Abſchluß von Pauſchalverträgen gekommen,
iſt, nach denen einzelne Firmen den Transport mehrerer Tonnen für=
Jahresfriſt abmachen und ihnen die Auswahl der Zeit der Güterſend= überlaſſen bleibt.
Der Luftverkehr von heute betreibt Perſonen= Fracht= und Poſt= in gemiſchtem Waggon‟. Dieſe Zeiten werden
bald überwunden ſein und eine Trennung der Beförderungs=
dienſte
iſt unausbleiblich. Aber ſchon vor dieſer neuen Periode wird!
der moderne Kaufmann die Kalkulation des Luftfrachttransportes in die=
Aufgabereihe ſeiner Expeditions=Abteilung mit Nutzen veranlaſſen.

Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(ür die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltion keineriei Ver=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund des 9 24 Abl. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Emnſender verantwortſich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zmückgeſandt, die Ablehmung nicht begründet werden.
Die Wohnungsnot
nimmt immer bedrohlichere Formen an, und es beſteht wenig Mög=
lichkeit
, dieſelbe zu mindern. Bei den hohen Zinsſätzen iſt an die Er=
richtung
von Neubauten nicht zu denken. Aber in beſtehenden Häu=
ſern
könnte heute noch eine ganze Reihe Wohnungen eingebaut wer=
den
, wenn man den Hauseigentümern Gewähr bieten könnte, daß die
angelegten Kapitalien auch verzinſt würden. Es kann natürlich nie=
mand
zugemutet werden. Summen für Wohnungen aufzuwenden, um
ſich nachher mit dem Wohnungsamt herumzuſtreiten. Hier müßten
von ſeiten der Bürgermeiſterei klare Richtlinien geſchaffen werden, daß
derjenige, der in beſtehenden Häuſern eine neue Wohnung einrichtet/
mit dieſer Wohnung nicht unter die Bwangsbewirtſchaftung fällt. Es
hat kein Menſch Intereſſe daran, Gelder in Wohnungen hereinzuſtecker,
bei denen nachher von ſeiten des Wohnungsamtes Verſuche angeſtellt
werden, um dieſelben zu erfaſſen. Wenn auch die Stadtverwaltung
immer darauf hinweiſt, daß derartige neu eingerichtete Wohnungen
nicht der Zwangsbewirtſchaftung unterliegen, ſo ſcheint das Bohnungs=
amt
doch andere Wege zu gehen, und die Folge iſt, daß Das Vertre uen
zu den Behörden immer mehr ſchwindet, und niemand mehr daran
denkt, neue Wohnungen zu ſchaffen, zum Schaden der Allgemeinheit
und zum Schaden des Baugewerbes. Wann erfolgt hier Abhilfe? Was
nützen alle Steuernachläſſe und alle Vergünſtigungen, wenn von vorn=
herein
mit Schwierigkeiten von ſeiten des Wohnungsamts gerechnet
werden muß!

Unser

beginnt heute Früh 8l Uhr

Es kommen während der ganzen Dauer des Ausverkaufes
große Posten Ware unserer bekannt guten Oualitäten zum
Verkauf, die wir im Preise bedeutend reduziert haben.
Unsere Schaufenster können nur den kleinsten, Teil der von
uns geführten Artikel zeigen, und bitten wir in Ihrem eigenen
Interesse unsere großen Verkaufsräume zu besichtigen.

8691

NädrA

Ludwigstr. 12

Darmstadt

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Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Seite 25.

Verein für Raſenſpiele E. V. Darmſtadt Jugend=Abteilung.
Die Ia Jgd. des V. f. R. begibt ſich am kommenden Sonntag zum
fälligen Verbandsſpiel nach Arheilgen. Sie wird alles aus ſich
herausgeben müſſen, um gut gegen die ſpielſtarke 1. Jgd. der Sp.=Vgg.
Arheilgen abzuſchneiden. Da dieſes Spiel die Entſcheidung in der Jgd.=
Meiſterſchaft bringen wird, ſo empfehlen wir unſeren Mitgliedern den
Sonntag=Vormittag zu einem Spaziergang nach dem Arheilger Mühl=
chen
zu benützen; ſie werden ſicherlich Zeuge eines ſpannenden Kampfes
ſein. Spielbeginn iſt 10.30 Uhr. Weiter finden am Sonntag folgende
R. Spiele ſtatt: V. f. R. Ib Jgd.2. Jgd. Sp.=Vgg. Arheilgen und
V. f. R. Ib SchülerSp. Vgg. Arheilgen Ib Schüler.
E. W.
1. Jugend Union1. Jugend Eberſtadt.
Am Sonntag trägt die 1. Jugendmannſchaft ihr letztes Verbands=
ſpiel
aus und iſt als Gegner die 1. Jugend von Germania=Eberſtadt
beſtimmt. Da Eberſtadt Meiſterſchaftskandidat iſt und im Falle eines
Sieges Meiſter der Abteilung A wird, wird die 1. Jugend Unions, die
ſich in letzter Zeit zu anſehbarer Spielſtärke emporgeſchwungen hat, alle
Regiſter ihres Könnens ziehen müſſen, um den Sieg für ſich behaupten
zu können. Da zurzeit Fuballſperre herrſcht, wird jedem Fußballinter=
eſſenten
nochmals Gelegenheit geboten ſein, ein ſchönes und ſpannendes
Fußballwettſpiel zu ſehen. Spielbeginn ½4 Uhr Rennbahn. Mann=
ſchaftsaufſtellung
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Bong Hüther
Beck
Bangert Kunze
Klippel Engel Schäfer Hinze Engelen.

Turnen.

Die Leipziger Muſterſchule kommt.
Den Bemühungen der Darmſtädter Turnerſchaft iſt es gelungen,
daß Direktor Fritz Groh mit ſeiner Turnerinnenſchar gelegentlich einer
Reiſe durch Deutſchland auch nach Darmſtadt kommt. Der Tag des
Kommens iſt endgültig auf Mittwoch, den 23. Juli, feſtgeſetzt. Direktor
Groh hat mit ſeiner Schule nicht nur in Deutſchland, ſondern auch im
Ausland höchſte Erfolge errungen. Die Vorführungsfolge enthält neben
Geräteturnen hauprſächlich künſtleriſche Reigen= und Einzeltänze, Hupf=,
Schritt= und Freiübungen. Jedenfalls bedeuten die Vorführungen der
Leipziger Muſterſchule für Darmſtadt ein großes Ereignis. Näheres
demnächſt durch Plakate und Anzeigen in dieſer Zeitung.
H. M.

2. Jugendtreffen der Deutſchen Turnerſchaft in Marburg
am 2. und 3. Auguſt.
Das zweite Jugendtreffen der Deutſchen Turnerſchaft dürfte das
erſte, das im Jahre 1922 in Weimar ſtattfand und 10 000 Jungturner
und Turnerinnen vereinte, noch erheblich an Größe übertreffen. Der
genaue Feſtplan iſt ſoeben erſchienen. Er umfaßt nachſtehende Feſtfolge:
Samstag, den 2. Auguſt: 9 Uhr vorm. Sitzung des Jugend=
ausſchuſſes
und der Kreisjugendwarte im Vereinshaus des Akademiſchen
Turnvereins Marburg. Von 9 Uhr an Spiele auf dem Juxplatz, dem
Kämpfraſen und im Stadion, Lehrer Bernett. 12 bis 2 Uhr Mittageſſen.
46 Uhr Staffeln im Stadion, Leiter Roßburg. 6 Uhr Begrüßungs=
feier
auf dem Kämpfraſen. 1. Gemeinſames Lied: Ein Ruf iſt erklun=
gen
. 2. Anſprache des Oberbürgermeiſters von Marburg. 3. Ritkers
Gedicht: Feuer. 4. Anſprache des Vorſitzenden der Deutſchen Turner=
ſchaft
. 5. Gemeinſames Lied: Wer uns ſchlägt. 7 Uhr für ältere Ju=
gendturner
und Jugendturnerinnen Abendmuſik in der Pfarrkirche,
Leiter Kuſchke. 8 Uhr für die in Marburg Einquartierten: Teeabende
in der Aula der Univerſität, Leiter Brüning; in der Aula des Gym=
naſiums
, Leiter Bernett; in der Aula des Lyzeums, Leiter Roßburg;
in der Aula der Oberrealſchule, Leiter Grabow; im Auditorium maximum
der Univerſität, Leiter Ritter; im Saale des Philippshauſes, Leiter An=
dree
. 8.30 Uhr in den umliegenden Dörfern für die dort Einquartier=
ten
: Feuer mit Anſprachen.
Sonntag, den 3. Auguſt: 7 Uhr Aufſtellung zum Feſtzuge. 7.20
Uhr Abmarſch zum Zuge durch die Stadt und zur Morgenfeier auf einer
Wieſe unterhalb des Bismarckturmes. 1. Gemeinſamer Geſang: Brüder
reicht die Hand zum Bunde, 2. Gedichtvortrag. 3. Geſang der Seb=
nitzer
. 4. Anſprache des Jugendwartes der Deutſchen Turnerſchaft.
5. Gemeinſamer Geſang. Gemeinſchaftlicher Marſch nach der Feſtwieſe.
10.301 Uhr Wimpelſtreit, Leiter Brüning. 13 Uhr Mittagspauſe.
3 Uhr allgemeine Freiübungen, Leiter Bernett. 3.307 Uhr Feſtwieſen=
betrieb
mit Tanzen, Singen, Turnen jeder Gruppe für ſich. Während=
deſſen
: Freilichtaufführungen von Hans=Sachs=Spielen und Aehnlichem,
Kaſperltheater der Sebnitzer. Scherzhafte Wettkämpfe mit Preiſen,
Leiter Bernett. Volksringen, Leiter Gaſch. 7.30 Uhr Abmarſch nach
Marburg, währenddeſſen auf den Bergen Marburgs Feuer brennen
und das Schloß beleuchtet wird.
Während des Treffens Ausſtellung von Turnbüchern (Limpert=
Dresden), von Werbeſachen aller Art (Werbeabteilung der Deutſchen
Turnerſchaft) und von Zeichnungen.

Der Heſſiſche Schießſport=Verband Sitz Darmſtadt, hält am
Sonntag, den 6. Juli, vormittags 9 Uhr, ſeinen 2. außer=
ordentlichen
Delegiertentag ab.
Schach.
Ghrung von Dr. Emanuel Lasker.
Der Gewinner des New=Yorker Schachmeiſterturniers, Dr. Emanuel
Lasker, iſt nun nach ſeiner Heimat Deutſchland zurückgekehrt. Nachdem
man dem Exweltmeiſter, der mehrmals ein Vierteljahrzehnt im Beſitze
des Weltmeiſtertitels war, bereits auf der Durchreiſe durch Holland feſt=
liche
Empfangsabende bereitet hatte, veranſtaltete der Berliner Schach=
verband
im Bürgerſaale des Berliner Rathauſes einen Ehrenabend für
Lasker. In ihren Anſprachen bezeichneten Bürgermeiſter Scholz als
Vertreter der Stadt Berlin, der Vorſitzende des Deutſchen Schachbundes
W. Robinow=Hamburg, der Berliner Verbandsvorſitzende E. Poſt und
der ruſſiſche Schachmeiſter Dr. Bernſtein Laskers New=Yorker Sieg als
einen Erfolg für das Deutſchtum im allgemeinen. Zum Schluß erläu=
terte
Lasker am großen Wandbrett ſeine als Nachziehender ſiegreich
durchgeführte New=Yorker Partie gegen Aljechin. Der Rathausſaal
erwies ſich, trotzdem die Zahl der Gäſte von vornherein vom Veranſtal=
ter
ſehr beſchränkt wurde, als viel zu klein, um die Maſſe der Schach=
freunde
zu faſſen.

Radfahren.

Ein neuer Weg im Radrennſport.
Die unhaltbaren Zuſtände im deutſchen Radrennſport haben er=
freulicherweiſe
ein Ende gefunden. Die Vertreter der Radrennbahnen
Düſſeldorf, Köln, Eſſen, Magdeburg, Chemnitz,
Dortmund, Plauen, Kiel ſowie der Deutſche Rennfahrer=
verband
und der Berufsſtraßenfahrerverband haben ſich am Mittwoch
in Berlin zu dem Deutſchen Berufsradſport=Verband
(D.B.N. V.) zuſammengeſchloſſen. Der neue Verband gilt als oberſte
Sportbehörde zur Wahrung des geſamten deutſchen Berufsradſports
und zergliedert ſich in 1. Radrennbahnen, 2. Rennfahrer. Den erſten
und ſtellvertretenden Vorſitz des D.B. R.V. übernimmt der Vorſtand der
Abteilung 1. Als Bindeglied zwiſchen beiden Abteilungen fungiert der
Sportausſchuß, der paritätiſch aus je zwei Mitgliedern des Vorſtandes
der beiden Abteilungen zuſammengeſetzt wird. Den Vorſitz im Sport=
ausſchuß
übernimmt der erſte Vorſitzende des D.B. R.V. bzw. deſſen
Stellvertreter als Referent ohne Stimmrecht. Der Sportausſchuß über=
wacht
und regelt den geſamten Sportbetrieb und entſcheidet über evtl.
Streitfälle zwiſchen Bahnen und Fahrern. Bei dringenden Fällen ent=
ſcheidet
vorläufig der Vorſitzende des D.B.R.V. und gibt ſofort die An=
gelegenheit
dem Sportausſchuß zur endgültigen Regelung weiter. Alle
internen Fragen der einzelnen Abteilungen regeln die Vorſtände
der betr. Abteilungen. Bis zur Ausarbeitung neuer Wettfahrtbeſtim=
mungen
gilt das bisherige Reglement, als Fahrtausweis bis zur Aus=
gabe
neuer Lizenzen die Mitgliedskarte des D.R.V. Für die Bearbei=
tung
von Satzungen, Wettfahrbeſtimmungen, Lizenzen uſw. iſt eine
Kommiſſion ernannt worden. Die dem neuen Verband angeſchloſſenen
Bahnen haben ihren ſofortigen Austritt aus dem V. D.R. erklärt.
Mit der geſchäftlichen Politik iſt in dem neuen Verbande aufgeräumt
worden, denn er öffnet ſeine Bahnen nicht nur B.D.R. und A. D.A. C.,
ſondern in richtiger Erkenntnis deſſen, daß Sportplätze für jedermann
zugänglich ſein müſſen, auch der D.R.U. und dem D.M.V.
Traber gegen Rennfahrer.
Die am Sonntag vom Deutſchen Rennfahrer=Verband auf der Trab=
rennbahn
Mariendorf veranſtalteten Rennen bringen dem Berliner
Sportpublikum etwas Neues, das ſicher größtes Intereſſe auslöſen wird.
Das Programm weiſt u. a. einen Kampf Traber gegen Rennfahrer auf,
mit Robert Großmann, Eugen Treuherz und Johanny
Mills im Sulky auf der einen Seite und W. Rütt, Henry
Mayer und Hahn auf der anderen. Ferner werden neben meh=
reren
Fliegerrennen drei Dauerrennen hinter Straßenmotoren über 10,
15 und 20 Kilometern gefahren, die ein Rieſenfeld von 14 Fahrern am
Ablauf ſehen werden, und zwar Saldow, Wittig, Lewanow, Bauer,
Krupkat, Stellbrink, Hoffmann, Oskar Tietz, Stolz, Schwab, Brum=
mert
, Häusler, Techmer und Schönborn. Volkstümliche Eintrittspreiſe
werden weiter der Veranſtaltung zu einem ſtarken Erfolg verhelfen.

Motorſport.

Motorradrennen auf der Avus.
Der Motorradklub von Deutſchland veranſtaltet am 21. September
im Auftrage des Deutſchen Motorfahrerverbandes große internationale
Motorradrennen auf der Avus im Grunewald, die von der Induſtrie
zur Reklame freigegeben worden ſind. Die Rennen ſind für die deutſche
Motorradinduſtrie, welche hier zum erſten Male als Nennende auftritt,
von größter Bedeutung und werden ſicherlich auch vom Auslande be=
ſchickt
werden, ſoweit die ſportlichen Beziehungen dies zulaſſen. Die
Nennen führen über die ganze Strecke der Avus, und ſind wie folgt ein=
geteilt
: Rennen I: Leichtmotorräder der Kategorie A (bis 250 Kubik=
zentimeter
) und Motorräder der Kategorie B (bis 350 Kubikzentimeter)
über 10 Runden oder 196,550 Kilometer. Nennen II: Motorräder der
Kategorie C (bis 500 Kubikzentimeter), ſchwere Motorräder der Kate=
gorie
D (bis 750 Kubikzentimeter) und ſchwere Motorräder der Kate=
gorie
E (bis 1000 Kubikzentimeter) über 12 Runden oder 235,620 Kilo=
meter
. Von jeder Marke können insgeſamt bis zu ſechs Maſchinen,
jedoch nur höchſtens vier in einer und derſelben Kategorie gemeldet
werden. Nennungen ſind bis zum 20. Auguſt 1924 an das Rennbureau
des Motorradklub von Deutſchland, per Adreſſe Avus, Charlotten=
burg
5, Verlängerte Königin Eliſabeth=Straße, einzuſenden.
Internationale Motorradrennen.
Swinemünder Bäderrennen. Die vom Deutſchen
Motorradfahrer=Verband für den 12. und 13. Juli zum zweiten Male
ausgeſchriebenen Motorradrennen bei Swinemünde haben auch diesmal
mit einem großen Nennungserfolge abgeſchloſſen. Die Meldeliſte zeigt
eine derartige Fülle von im Motorradſport bekannten Namen, daß mit
ſcharfen Kämpfen zu rechnen iſt. Die bekannten öſterreichiſchen Fahrer
Dirtl und Gall haben telegraphiſch gemeldet, doch ſteht, wie auch bei
einigen anderen Fahrern, das ausgefüllte Meldeformular noch aus.
Insgeſamt weiſt die Nennungsliſte weit über 100 Unterſchriften auf,
die ſich auf die einzelnen Rennen wie folgt verteilen: Leichtkrafträder
bis 150 Kubikzentimeter (Meiſterſchaftslauf über 98 Kilometer) 23, bis
200 Kubikzentimeter (117,6 Kilometer) 15, bis 250 Kubikzentimeter
(117,6 Kilometer) 25. Dieſe drei Rennen werden am 12. Juli ausgefah=
ren
. Zum Nennen um den Großen Wanderpreis von Deutſchland am
13. Juli ſind alle Maſchinen von 350 bis 1000 Kubikzentimeter Zylinder=
inhalt
ſtartberechtigt. In Kategorie B (bis 350 Kubikzentimeter) ſind 19,
in Kategorie C (bis 500 Kubikzentimeter) 12, in Kategorie D (bis 750
Kubikzentimeter) 9 und in Kategorie E (bis 1000 Kubikzentimeter) 6
Unterſchriften eingegangen.

Boxen.

Unentgeltliche Ausbildung.
Die unentgeltliche Ausbildung von Schwerge=
wichtsboxer
hat ſich der Berliner Sportpalaſt zur Aufgabe geſetzt,
in der richtigen Erkenntnis, daß der deutſche Volksſtamm über geeignete
Leute verfügt, die bei ſachgemäßer und richtiger Ausbildung den beſten
Schwergewichten der Welt den Rang ſtreitig machen und damit einen
ungeheuren Einfluß auf die Stellung des deutſchen Boxſports in inter=
nationaler
Beziehung ausüben können. Der Sportpalaſt fordert daher
in aller Oeffentlichkeit auf, es mögen ſich drei junge, kräftige und große
Männer zum Zwecke der unentgeltlichen boxſportlichen Ausbildung mel=
den
. Meldungen ſolcher zäher, willensſtarker, für den Boxſport geeig=
neter
Perſonen (Größe nicht unter 1,85 Meter, Gewicht zirka 170 Pfund)
ſind mit genauen Körpermaßangaben, Alter, Lebenslauf und möglichſt
Photographie zu ſenden an den Berliner Sportpalaſt, zu Händen des
Herrn Th. C. Buß, Berlin, Potsdamer Straße 72a.

Die deutſche Jugendturnbewegung.
Die Jugendturnbewegung iſt ein noch verhältnismäßig junges Reis
im Eichenwald der Deutſchen Turnerſchaft.
Wohl iſt das Turnen in ſeinen Uranfangen Jugendbewegung gee=
weſen
, als es von Fr. L. Jahn erdacht und mit werbender Kraft in die
deutſche Jugend hinausgetragen wurde. Es war mehr als eine rein kör=
verliche
Betätigung, wer ein rechter Turner ſein wollte, mußte in ſich das
Streben nach ſittlichen Werten tragen, er mußte vaterländiſchen Beſtre=
bungen
dienen und einer Verinnerlichung des Lurngedankens nachſtreben,
Es iſt bekannt, daß die faſt ein Vierteljahrhundert dauernde
Turnſperre dem friſch aufkeimenden Turnerleben die Ausbreitungs=
möglichkeiten
beſchnitten hat. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis die turne=
riſche
Bewegung die Verluſte ausgleichen konnte, die ihrer Entwicklung
durch die Turnſperre zugefügt worden iſt.
Als dann in den 50er und 60er Jahren alluberall in deutſchen Landen
die Turnvereine entſtanden, wurde vornehmlich das Männerturnen
gepflegt, erſt ſpäter wurde das Jugendturnen entwickelt und ausgebildet.
Als dann nicht zuletzt unter dem Einfluß des Sports der turneriſche
Wettkampf beſonders in den Vordergrund trat, wurde auch das Jugend=
turnen
teilweiſe in Wettkampfbahnen geleitet, die das Hauptziel des
Betriebes in den Jugendabteilungen der Turnvereine zu ſein ſchienen.
Der materialiſtiſche Gedanke der Leiſtung und des Erfolges trat in den
Vordergrund. Darüber gingen erzieheriſche Werte verloren. Manches,
was der Entwicklung und Ausbildung bedurft hatte, konnte nicht ans
Licht gelangen und mußte unbeachtet ſein Daſein friſten.
Der gewaltige Umſchwung, der im letzten Jahrzehnt in der Deut=
ſchen
Turnerſchaft Platz gegriffen hat, hat auch die kürneriſche Jugend=
bewegung
nicht unberührt gelaſſen. Im Zuſammenhang mit den großen
Jugendſtrömungen unſerer Zeit hat ſich eine eigene Jugendbewegung in
der Deutſchen Turnerſchaft entwickelt, die von dem Jugendwart der
Deutſchen Turnerſchaft, Dr. Neuendorff in Mühlheim a. Nuhr
ins Leben gerufen und durch den Deutſchen Turntag in Raſſel beſtätigt
wurde. Seitdem pulſt reiches Jugendleben in der Deutſchen Turner=
ſchaft
. In allen Vereinen, Kreiſen und Gauen bricht ſich der Jugend=

turngedanke Bahn. Ueberall werden Jugendgruppen gegründet. Der
Turnbetrieb findet eine ſtarke Ergänzung durch Wandern, Volkstänze,
Tieabende (Heimabende), an denen die Jugendlichen aus ſich heraus
gegenſeitig Anregung geben und Gemütswerte vermitteln. Dies ſind die
Hauptmerkmale des neuen Jugendturnertums, das ſelbſtverſtändlich auch
das Geräteturnen, den Turnſport und die Turnſpiele nicht außer acht
läßt, ſie aber nur als gleichberechtigt im Aufgabenkreis des Jugend=
lebens
anſieht, nicht als übergeordnet.
Wir haben alſo in der neuen Turnjugendbewegung eine Abkehr
von übermäßiger Betonung des rein Körperlichen zu ſehen, ein Streben
nach Vergeiſtigung und Verinnerlichung. Es ſoll auf das Gemüt Ein=
fluß
gewonnen und abſeits von Politik und Parteigetriebe den Jugend=
lichen
eine Möglichkeit gegenſeitigen Sichkennenlernens geſchaffen wer=
den
. Damit werden auch ſchon bei der Jugend Klaſſengegenſätze ausge=
glichen
, und vaterländiſcher Geiſt wird geweckt. Die äußeren Ausdrucks=
formen
und Höhepunkte dieſer Jugendbewegung ſind die ſogenannten
Jugendtreffen, die namentlich zur Zeit der Sonnenwende oder zu Pfing=
ſten
zur Durchführung gelangen.
Faſt jeder Gau, faſt jeder der 18 deutſchen Turnkreiſe veranſtaltet
Jugendtreffen, bei denen Weiheſtunden mit Anſprachen, gemeinſchaft=
lichem
Geſang, beſonderen Vorführungen ſtattfinden. Eine Feuerrede
wird beim Abbrennen eines Feuers gehalten. Es werden zwangloſe
Spiele und Wettkämpfe veranſtaltet. Volkstänze werden vorgeführt und
Geſangswettſtreite kommen zum Austrag.
Das erſte deutſche Turner=Jugendtreffen fand im Jahre 1922 in
Weimar ſtatt. An ihm nahmen über Zehntauſend Jugendturner und
Jugendturnerinnen teil. Das zweite Jugendtreffen wird in dieſem
Jahre am 2. und 3. Auguſt in Marburg ſtattfinden. Man rechnet bei
dieſem mit einer Beteiligung von mindeſtens der doppelten Zahl von
Jugendturnern und Turnerinnen aus allen Teilen Deutſchlands und der
abgetrennten Gebiete.
Wie das erſte Jugendtreffen wird auch dieſe Veranſtaltung der tur=
neriſchen
Jugendbewegung neue Anregungen geben und mit dazu bei=
tragen
, daß die deutſche Turnerjugendbewegung zu einem wichtigen
Bauſtein bei der Wiederaufrichtung deutſcher Volkskraft werde.

Paden=Badener Autoturnier.
Ergebnis des erſten Meldeſchluſſes.
Wenngleich das Ergebnis des erſten Meldeſchluſſes zum
4. Baden=Badener Autoturnier beweiſt, daß die Teilnahme am
diesjährigen Turnier, das vom 8. bis 13. Juli in der Oosſtadt
ſtattfindet, nicht ſo groß ſein wird, wie am vorjährigen Turnier,
ſo werden die Kämpfe doch nicht minder ſcharfe ſein. Unter den
68 Meldungen befinden ſich die Sieger der früheren Baden= Bade=
ner
Turniere und die bekannteſten deutſchen Fahrer mit den
beſten deutſchen Wagen. Wir finden unter den Gemeldeten den
Sieger des 1. Baden=Badener Turniers, R.: Schulze= Steprath,
den Gewinner des 1. Robert Batſchari=Wanderpreiſes und zwei=
maligen
Sieger des Turniers von Baden=Baden, Karl Kappler,
der auf ſeinem im Herkules=Rennen ſiegreich geweſenen Mer=
cedes
=Kompreſſor=Wagen wiederum alles daranſetzen wird, um
das Turnier ſiegreich zu beenden, finder ferner den Sieger der
vorjährigen Fahrt durch Schleſiens Berge, Dr. Tigler=Frankfurt
a. M., der einen Benz=Tropfenwagen mit hinten liegendem
Motor ſteuern wird, finden den Geſchicklichkeitsmeiſter des vor=
jährigen
Turniers, Otto Hofmann=Leipzig, der die ſportlichen
Wettbewerbe auf einem kleinen Wanderer=Wagen beſtreiten will,
finden den 1. Preisträger der 24=Stunden=Jubiläumsfahrt des
Frankfurter A. C., Altmeiſter Carl Joerns auf Opel, den Sieger
der Sachſenfahrt, des Herkules=Rennens und des Teutoburger=
Wald=Rennens, R. Caraciola auf ſeinem bisher unbeſiegten Mer=
cedes
=Kompreſſor, Alfred Köllner auf ſeinem ſchnellen. Dixi,
Rittergutsbeſitzer Schwengers, den kuragierten Privatfahrer,
Glockenbach auf Pluto, den Sieger des letzten Avus=Rennens,
W. Bleiſſem, der erſt jüngſt auf der Weſtdeutſchen Dauergebirgs=
prüfungsfahrt
ausgezeichnete Proben ſeines Könnens und ſeines
Adler=Wagens Schnelligkeit ablegte, Emil Volz auf Adler, den
Sieger der Deutſchen Dauerprüfungsfahrt 1923, das in der 24=
Stunden=Fahrt bravouriös gefahrene Ehepaar Maurice und
Ines Folville, das Ehepaar Merck=Darmſtadt, Czermack=München
u. a. Alle dieſe werden im Kampf um den Robert Batſchari=
Wanderpreis ſich erbitterte Sportkämpfe liefern, wie wir ſi=
ſchärfer
in dieſer Saiſon noch nicht geſehen haben. Wie immer in
Baden=Baden, ſo wird auch diesmal die Schönheitskonkurrenz ein
Bild der Entwicklung der deutſchen Karoſſerietechnik bieten.
Ernſt Farnſteiner=Köln zeigt hier ſeinen in Genf gelegentlich der
Ausſtellung ſenſationell aufgefallenen Mercedes=Kompreſſor
Sporttyp mit Luxuskaroſſerie, Buchholz=Köln kommt mit einem
Elite=Sechszylinder mit Kivernagel=Karoſſerie, Otto Hofmann=
Leipzig wird einen von Zſchau karoſſierten Preſto=Wagen zeigen,
Generaldirektor Baus einen wunderſchönen Audi; im Schön=
heitsweitbewerb
finden wir wieder einen von Papler karoſſierten
Adler=Wagen des Kammerſängers Michael Bohnen, einen von
Gg. Kruck geführten Sporttyp mit Kruck=Karoſſerie, einen Stoe=
wer
=Sporttyp und andere mehr. Die deutſchen Karoſſiers haben
ihre ſchönſten Karoſſerien nach Baden=Baden geſchickt, und wie
immer, ſo wird auch diesmal dem Schiedsgericht die Entſcheidung
nicht leicht ſein.
Das Turnier nimmt am 8. Juli mit der Abnahme der Wagen
ſeinen Anfang. Am 7. Juli findet eine Sternfahrt des Baye=
riſchen
A.C. von München nach Baden=Baden ſtatt, zu der ſich
21 Teilnehmer gefunden haben. Der 9. Juli ſieht mit der Flach=
prüfung
einen der entſcheidenden Wettbewerbe ſich abrollen. Für
den 10. Juli iſt die Tourenfahrt (150 Kilometer) in den Schwarz=
wald
angeſetzt. Der 11. Juli bingt die Bergprüfung über 5 Kilo=
meter
auf der ſportklaſſiſchen Bergrennſtrecke zum Kurhaus
Sandt. Am 12. Juli vereinigen ſich die Teilnehmer zu den Ge=
ſchicklichkeitsprüfungen
auf dem Kurhausplatz. Sonntag, den
3. Juli, erreicht der ſportlich=techniſche Teil mit der Geſchicklich=
keitskonkurrenz
ſein Ende. Abends findet die Preisvertei=
lung
ſtatt.
Die Teilnehmerliſte verzeichnet folgende Teilnehmer:

Ernſt Farnſteiner, Köln
Frau Folville, Frankfurt
Willi Heilbrun, Schöneberg
Richard Schulze=Steprath, Hom
Richard Schulze=Steprath, Hom=
burg
v. d. H.
Adolf Georg Schwengers, Rit=
tergut
Kalbsburg
Eugen Feitelberg; Stuttgart
Dr. Joſef Brecht, Mannheim
Fritz Auguſt Breuhaus, Bonn
Franz Papler, Köln
Mich. Bohnen, Charlottenburg
E. G. v. Wenzel=Moſſau, Schloß
Moſſau
J. v. Ganz, Schmölz
Dr. Nallinger, Mannheim
Georg Kruck, Frankfurt
Max Prinz zu Schaumburg=
Lippe, Berlin

Louis Adlon, Berlin
Hedda Adlon, Berlin
Arthur Seegers, Leipzig
Siegfried Doerſchlag, Berlin=
Pankow
Ferdinand Seidel, Mainz
Guſtav. Otto, München
Ada Otto, München

Heinrich Carl Salzmann, Kaſſel
Emil Volz, Frankfurt a. M.
Franz Hofmann, Leipzig
M. Buchholz, Brühl
Hans Ludwig, Frankfurt
Otto Hofmann, Leipzig
Daimler=Mot.=Geſellſch., Leipzig
Rittmeiſter v. Moſch, Hannover

Walter Gutbier, Köln
Toni Glasmacher, Köln
Otto Dörries, Frankfurt a. M.
Julius Diſchinger, Mannheim
Julius Holz, Grunewald
Hans Reddig, Berlin
Otto Caraciola, Remagen
Rudolf Caraciola, Dresden
Karl Kappler, Gernsbach
Dr. H. Fuchs, Heidelberg
Julius Schneider, München
Willi Bleiſſem, Köln
Andi=Werke, Zwickau
Dr.=Ing. Brecht, Mannheim
Dr. Carl Tigler, Frankf. a. M.
Wilhelm Merck, Darmſtadt
Frau Erneſta Merck, Darmſtadt
Paul Mengers, Berlin
Dr. Frommel, München
Hermann Weber, Berlin=

Adolf Weber, Berlin=
Schlachtenſee
Ernſt Baus, Zwickau
Joerns, Rüſſelsheim
Heinrich Taxis jr., Feuerbach
Alfred Zenthlerl, Berlin
Eugen Porcher, Pforzheim
Paul Graeff, Mannheim
Franz Sauer, Aachen
Hans Czermakl, München
Thoe Wiemann, Den Haag
Alfred Köllner, Frankfurt a. M.
Hans Curt Stuck, Waldhof
Otto Birkelbach, Köln
Glockenbach, Arnſtadt.

Fahrpreisermäßigung für Jugendliche.
Die Fahrpreisermäßigung zugunſten der Jugendpflege wird vom
1. Juli d. Js. ab nur noch auf Grund von Beſcheinigungen der Eiſen=
bahnverwaltung
erteilt, für die eine Gebühr von einer Mark zu ent=
richten
iſt. Wenn auch dieſe Beſtimmung zunächſt nur für Berlin gilt,
ſo iſt doch zu erwarten, daß eine ähnliche Regelung auch in den anderen
Eiſenbahndirektionen vorgenommen wird. Die Beſcheinigungen für das
Jahr 1925 werden auf Grund einer Liſte erteilt, die durch das Jugend=
amt
Berlin bis Anfang Dezember fertiggeſtellt ſein muß. Es wird daher
allen, auch außerhalb Berlins befindlichen Vereinen nahegelegt, dieſen
Hinweis ſinngemäß auch auf ſich zu beziehen und ſich nach den an Ort
und Stelle geltenden Beſtimmungen bei der einſchlägigen Eiſenbahn=
direktion
zu erkundigen. Dieſe Erſchwerung der Fahrten ſteht in ſelt=
ſamem
Widerſpruch zu der beſonders wieder in letzter Zeit betonten För=
derung
der Jugendpflege und Leibesübungen durch den Staat.
Straußenrennen auf der Grunewaldbahn.
Wie das Generalſekretariat des Union=Club mitteilt, ſteht die Ab=
haltung
von Straußenrennen auf der Rennbahn Grunewald nunmehr
feſt und zwar am 15., 17. und 20. Auguſt. Der Berliner Rennverein
hat natürlich mit der Abhaltung dieſes Schauſtücks nichts zu tun, ſondern
lediglich ſeine Rennbahn an die veranſtaltende Geſellſchaft verpachtet,
Dieſe hat vor kurzem mit großem Erfolge Straußenrennen in Italien
veranſtaltet und unternimmt ähnliche Vorführungen zurzeit in Wien,
Von dort aus werden dann ungefähr 30 Strauße nach Berlin trans=
portiert
. Es werden an jedem der drei vorgenannten Tage fünf bis
ſechs Rennen, in denen die Strauße teils unter ſich ſind, teils gegen
Rennpferde laufen, zum Austrag gelangen.

[ ][  ][ ]

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[ ][  ][ ]

Rummer 185.

Darmſtädter Dagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Seite 23.

Nachrichten des Standesamts Darmſſadt.
Sterbefälle. Am 4. Juni: Gertrude Hartmann geb. Blome, 77 J.,
Nieder=Ramſtädter Str. 31; Henriette Brutſcher geb. Dörr, 65 J., von
Pfungſtadt, hier Stadtkrankenhaus. Am 5.: Agnes Gries, 1 J., Kleine
Bachgaſſe 1. Am 4.: Friedrich Peter Pitthan, 93 J., Privatmann, Tau=
nusſtraße
24. Am 5.: Heinrich Werle, Mechaniker, 25 J., Emilſtr. 25.
Am 6.: Chriſtine Kahl geb. Schroeter, 76 J., Hügelſtr. 87. Am 7.:
Eliſabeth Weiſel geb. Friedmann, 63 J., Hochſtr. 58; Gerda Eiſenlohr,
60 J., Hobrechtſtr. 1; Johann Wolfram Hornung, 2 J., Beſſunger Str.
Nr. 104. Am 8.: Erna Neuroth geb. Schneider, 61 J., Mollerſtr. 3;
Heinrich Wilhelm Höhl, 1 Mon., von Griesheim, hier Heinheimerſtr. 21.
Oskar Köhler, 2 Monate, Kirſchenallee Nr. 83. Am 9.: Maria Kröhl
geb. Treß, 60 J., Schuknechtſtr. 53; Heinrich Johann Kiſſel, Landwirt,
von Biblis, hier Hermannſtr. 6. Am 10.: Eliſabeth Hellwig, 21 J.,
Müllerſtr. 37. Am 9.: Wilhelmine Kurz, 11 Mon., Niede==Ramſtädter
Str. 15. Am 10.: Michael Gerbig, 20 J., von Zell (Kr. Erbach), hier
Stadtkrankenhaus: Wilhelm Löſch, 19 J., Tannenſtr. 45. Am 12.: Hch.
Keidel, Lehrer i. R., 61 J., von Michelſtadt, hier Stadtkrankenhaus. Am
11.: Jakob Zimmermann. Eiſenbahnſekretär i. R., 75 J., Liebigſtr. 46;
Eliſabeth Brauer geb. Jung, 57 J., Ernſt=Ludwigsplatz 4. Am 12.:
Ludwig Wagner, 38 J., Arheilger Str. 80; Ottomar Schröder, Amtsgeh.,
42 J., Exerzierplatz (Baracke 1). Am 13.: Barbara Korwall geb. Gaß,
64 J., Exerzierplatz (Baracke 1); Wilhelm Grieb, Aktuar i. R., 66 J.,
Roßdörferſtr. 7; Maria Regner geb. Diebener, 50 J., Wenckſtraße 5.
Am 14.: Heinrich Schenck, Rechnungsrat i. R., 88 J., Sandſtr. 6. Am
13.: Jakob Gerbach, Steinbrecher, 41 J., von Sandbach, hier Eliſabethen=
ſtift
; Guſtav Fuchs, Amtsobergeh., 52 J., Lichtenbergſtr. 20. Am 15.:
Dorothea Kröh geb. Kröhl, 65 J., Liebfrauenſtr. 56; Gertrude Babette
Möller geb. Brehm, 60 J., Kiesbergſtr. 55. Am 14.: Margar. Roth geb.
Dietz, 73 J., Gutenbergſtr. 41. Am 16.: Heinz Veit, 7 Mon., Holzſtr. 15.
Am 13.: Jakob Krämer, Tagl., 74 J., Kleine Kaplaneigaſſe 2. Am 15.:
Ernſt Adam Bopp, Kaufmann, 24 J., Sandbergſtr. 33. Am 14.: Marg.
Rauſch, 20 J., von Ober=Ramſtadt, hier Stadtkrankenhaus. Am 17.:
Johann Bonifazius Weinkauf, Tagl., 63 J., Kl. Kaplaneigaſſe 2. Am 16.:
Joſef Grohmann, Kaufmann, 68 J., Ernſt Ludwigſtr. 29. Am 17.:
Eliſabeth Kröh geb. Hirſch, 69 J., Heinheimerſtr. 48. Am 18.: Erwin
Wolf, 2 Mon., Liebfrauenſtr. 35. Am 17.: Mathilde von Diemer, 83 J.,
Kiesbergſtr. 64. Am 18.: Eliſe Weigert geb. Leiſt, 78 J., Inſelſtr. 30.
Am 19.: Fritz Dietz, Oberſtudiendirektor, Dr., 59 J., Heidenreichſtr. 41.
Am 18.: Auguſt Müller, Tagl., 44 J., von Arheilgen, hier Stadtkranken=
haus
. Am 19.: Margar. Meiſter geb. Eiſenmenger, 41 J., von Wiebels=
bach
, hier Stadtkrankenhaus; Margar. Steinmetz geb. Seeger, 81 J.,
Roßdörferſtr. 28; Berta Götz geb. Dingeldein, 23 J., von Nieder= Kains=
bach
hier Stadtkrankenhaus. Am 20.: Gg. Ruths, Küfer, 64 J., Kies=
ſtraße
11; Haakon Gryn, Student, 18 J., Stiftſtr. 33. Am 22.: Eliſab.
Eckart geb. Plößer, 45 J., Rhönring 75; P. Draudt, Weichenſteller, 65 O
i. R., von Eberſtadt, hier Hermannſtr. 6. Am 20.: Anton Keller, 1 T.,
Neugaſſe 9. Am 21.: Phil. Keller, 2 T. Neusaſſe 9. Am 23.: Heinrich
Meiſter, 1 Mon., von Groß=Bieberau, hier Heinheimerſtr. 21. Am 22.:
Phil. Dieter 33 J., Sanitätsgruppenführer. Am 23.: Herm. Fr. Ernſt
Sinn, Gerichtsreferendar, 24 J., Landskronſtr. 61. Am 24.: Margarethe
Kraft geb. Mittelſtädter, 78 J., Grünerweg 23. Am 25.: Eliſab. Kehres,
Niederſtr. 7; Eliſab. Schmitt geb. Weber, 63 J., Schloßgartenſtraße 53;
Amalie Seidel geb. Groß, 62 J., Sandberaſtr. 69; Georg Geier, 20 J.,
von Goddelau, hier Stadtkrankenhaus. Am 26.: Eliſabeth Eichenauer
geb. Lorenz, 69 J., Rhönring 85. Am 28.: Kathar. Heß geb. Hoffmann,
60 J., Senßfelderweg 6; Wilh. Friedr. Stein, 11 Mon., Roßdörferſtr. 1.
Am 29.: Kathar. Hehner geb. Itzel, 23 J., von Heubach, hier Alicehoſpi=
tal
; Wilh. Leſchhorn, Kaufmann, 55 J., Waldſtr. 44; Phil. Griebel,
Rechnungsrat, 76 J., Saalbauſtr. 13. Am 30.: Friedrich Binz, Schloſſer,
65 J., Blumenthalſtr. 107; Gg. Schanz, Maſhinenmeiſter, 59 J., Hein=
heimerſtraße
84; Jakob Bolz, Hochbauaufſeher i. N., 64 J., Soderſtr. 48;
Chriſtian Dümmen, Kaufmann, 74 2 von Wefel, hier Am Erlenberg 29;
Siegfried Weitzen, Bankbeamter, 27 J., Gutenhergſtr. 66; Johann Will,
Schuhmacher, 63 J., Rhönring 31. Am 1. Juli: Kathar. Ewald geb.
Herz, 46 J., Schießhausſtr. 14; Kath. Eichberg, Lehrerin i. R., Nieder=
Ramſtädter Str. 30; Eliſab. Budnick geb. Morweiſer 28 J., Schwanen=
ſtraße
79; Apollonia Willwohl, 60 J., Roßdörferſtr. 725.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Eemeinden.
3. Sonntag nach Trinitatis, den 6. Juli 1924.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil.
Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger. Um 11½ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Pfarrer Lautenſchläger.

Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr
nachmittags zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kleber=
ger
. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſt. Clotz,
Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Beringer,
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx,
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17): Sonntag, den 6. Juli nachmittags
2½ Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer Kleberger. Montag,
den 7. Juli, abends 8½ Uhr: Monatsverſammlung der Männervereini=
gung
der Lukasgemeinde. Vortrag von Kaufmann Adolf Dillmann,
über Schutz des induſtriellen und gewerblichen geintigen Eigentums
Martinskirche: Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für den Weſtbezirk
im Gemeindehaus. Pfarrer D. Waitz. Um 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Beringer. Feier des heil. Abendmahls mit Vorbe=
reitung
. Anmeldung von ½10 Uhr an in der Sakriſtei. Um 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk. Pfarrer D. Waitz,
Altersheim: Vorm. ½10 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
Johanneskirche: Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für den Nordbezirk
im Gemeindehaus. Pfarrer Marx. Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
unter Mitwirkung des Wartburg=Poſaunenchous. Pfarrer Marx,
(Kollekte für den Wartburg=Poſaunenchor.) Um 11½ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Nachm. 3 Uhr: Abmarſch vom Gemeindehaus zum
Hartigdenkmal in der Faſanerie Um 4 Uhr daſelbſt Feier des Jo=
hannisfeſtes
. Anſprachen von Pfarrer Grein und Buhyt,
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): (Rollekte für die Epileptiſchen=
Anſtalt in Nieder=Ramſtadt. Vorm. 5:: 11hr; Chrtſtenlehre (Gruppe II).
Pfarrer Wagner. Um 10 Uhr: Hauptgo=tesdieiſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarrer Wagner. Anmeldung von ½10 Uhr
an in der Sakriſtei. Dienstag, den 8. Juli, abends 8½ Uhr, im Ge=
meindehaus
: Hauptverſamimlun des Kirchengeſangvereins.
Pauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdtenſt. Pfarraſſiſtent
Wolf. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrafſiſtent Woif.
Häusliche Pflege von kranken Männern (Aushilfe am Tage und
Nachtwachen) übernehmen die Brüder (Digkonen) der Mäunerkranien=
pflege
=Station im Evang. Männerheim, Forſtmeiſterſtraße 9. Fern=
ſprecher
2833,
Stiftskirche: Samstag, den 5. Juli, abends 8 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 6. Juli, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heil. Abendmahls, Miſſ. Bellon. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt,
Evang, Sonntagsverein (Chriſtl. Verein junger Mädchen):
Sonntag, nachm. von 4 bis 7 Uhr: Vereinsſtunden. Bei gutem Weiter
Spaziergang. Donnerstag, den 10. Juli, abends 8 Uhr: Betſtunde,
Lutheriſcher Gottesdienſt. (Selbſtändige evang.=luth. Kirche.)
Am 3. Sonntag nach Trinitatis, den 6. Juli, vorm. 10 Uhr, im Feier=
abend
, Stiftſtraße 51. Pfarrer Müller,
Stadtmiſſion (Mühlſtr 24): Sonntag, vorm. 7 Uhr: Hofmiſſion.
Um 9 Uhr: Gebetsſtunde. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde Abends 8½ Uhr: Evangeliſation.
Montag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Männer. Diens=
tag
, abends 8½ Uhr: Blaukreuzbibelſtunde. Mittwoch, nachm. 4 Uhr:
Kinderbund. Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Hohelied),
Freitag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule,
Beſſungen. Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor. Jugend=
bund
für E. C., Mühlſtraße 24: Sonntag, vorm. 9 Uhr: Weißkreuz=
ſtunde
f. Jüngl. Nachm. 5 Uhr: Jugendgottesd. im Beſſunger Herun=
garten
. Abends 8½ Uhr: Weiheſtunde. Dienstag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und Gebetsſtunde für Jung=
frauen
. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtunde für Freundeskreis.
Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für Jünglinge. Freitag,
abends 8½ Uhr: Unterhaltungsabend für Jünglinge. Samstag,
abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Vereinigung chriſtl. Eiſenbahner und Poſtbeamten,
Sonntag, nachm. 2 Uhr: Bibelbeſprechſtunde in der Mauerſtr. 5.
Wartburgverein Darmſtadt (C. B. J. M.). Vereinslokal: Ge=
meindehaus
der Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr. 6 (Mollerſtr. 23).
Sonntag, den 6. Juli, vorm. 10 Uhr: Mitwirkung des Poſaunenchors
am Gemeindegottesdienſt in der Johanneskirche. (Kollekte für den Wart=
burg
=Poſaunenchor.) Nachm. 3 Uhr pünktlich: Abmarſch vom Ge=
meindehaus
Kahlertſtraße zum Gemeindefeſt der Johannesgemeinde
unter Mitwirkung des Poſaunenchors. Dienstag, abends 8½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde. Ausſprache über Zeit= und Lebensfragen.
Ehriſtlicher Verein junger Männer Tarmſtadt, E.V., Alexander=
ſtraße
22 (Infanterie=Kaſerne, 1. Hoflinks): Sonntag, vorm. 8½ Uhr im
Heim: Morgenandacht im Familienkreis; anſchließend Kirchgang.
Abends 8½ Uhr: Mitgliederverſammlung. Dienstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde, Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde im Fa=
milienkreiſe
.

Chriſtlicher Fugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 28, I.): Sonn=
tag
, vorm. 9 Uhr: Gebetsgemeinſchaft. Um 10 Uhr: Beſuch des
öffentl. Gottesdienſtes. Abends 6 Uhr: Andacht. Mittwoch, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde für Familienkreis und Gäſte (Erklärung der
Offenbarung Johannes).
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 6. Juli 1924.
St. Ludwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. ½6 Uhr: Beichtgelegenheit Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe. Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt und Kommunion
des Männerapoſtolates; um ½11 Uhr: Verſammlung. Um 8 Uhr:
Singmeſſe mit Predigt. Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. Um
11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. Nachm. ½3 Uhr: Chriſtenlehre,
Noſenkranz=Bruderſchaftsandacht und Prozeſſion.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm, 137 Uhr:
Heil. Meſſe. Nachm. 6 Uhr: Aloyſianiſche Andacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Heil. Meſſe
Kapelle in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, vorm. ½10 Uhr: Hoch=
amt
mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, nachm, um 6 Uhr und abends
um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt und
Generalkommunion der Jünglinge. Um ½10 Uhr: Hochamt mit
Predist. Nachm. 2 Uhr: Andacht. Nach der Andacht Vortrag,
24. Vjartinskapelle am Herdweg: Samstag, nachm. von 57 Uhr
und abends von 8½9 Uhr: Gelegenheit zur heil, Beichte.
Sonntag, vorm. 6½ Uhr: Heil. Beichte. Um 7½ Uhr: Heil.
Meſſe. Um 73 Uhr: Predigt. Um 8½ Uhr: Heil. Meſſe. Um
9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr; Chriſtenlehre, Um
21. Uhr: Andacht,
St. Fideliskirche: In der Kapelle der Engliſchen Fräulein an der
8Valdſtraße an allen Sonn= und Feiertagen um. 8 Uhr: Heil. Meſſe
und Predigt.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr, und abends 8 Uhrz
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm, 6 Uhr: Beichtgelegenheit. Um 6¼ Uhr: Aus=
teilung
der heil, Kommunion. Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt,
Nachm. ½2 Uhr: Chriſtenlehre. Um 2 Uhr: Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg, ½8 Uhr:
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. ½9 Uhr: Beichtgelegen=
heit
. Um 9 Uhr: Hochamt und Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 6. Juli,
vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 4½ Uhr: Verkündi=
gung
des Wortes Gottes. Mittwoch, den 9. Juli, abends 8½ Uhr:
Gebetsſtunde, Freitag, den 11. Juli, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Svangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
6. Juli, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8½ Uhr: Gottes=
dienſt
. Donnerstag, den 10. Juli, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Pred. Erhardt.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag;
den 6. Juli, vorm. ½10 Uhr: Heiligungsſtunde. Um 11 Uhr: Sonn=
tagsſchule
. Abends 8 Uhr: Evangeliſation. Dienstag, abends.
½9 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, abends ½9 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebententags=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.: Frei=
tag
, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. ½10 Uhr: Oeffentl. Gottes=
dienſt
. Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag,
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17.
Sonntag, den 6. Juli, vorm. 10 Uhr: Gebetsſtunde. Nachm.
4 Uhr: Predigt. Abends 8 Uhr: Jugendſtunde. Donnerstag, den
10. Juli, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Saalbauſtr. 67, Bürgerhalle): Sonntag, den 6. Juli, nachm. 2½, Uhr:
Sonntagsſchule. Um ½4 Uhr: Predigt. Donnerstag, den 10. Juli,
abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3, Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heilf=
gungs
=Verſammlung. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
Uhr: Eine beſondere Verſammlung.
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 6. Juli,
vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11½ Uhr: Sonntagsſchule.

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Seite 28,

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924,

Nummer 185.

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Genofſenſchaft, nicht Sekte, nicht Partei,
Man fragt nicht, welchen Glaubens jemand ſei,
Noch welcher Farbe, welcher Richtung, nein:
Ein Friedenswerk, hoch über den Partein!
Zu einem Zweck und einem Ziel verbunden
Wird aller Haß unz Hader überwunden.

Ein Bündel Pfeile reichte der Vater den Söhnen
und ſie mühten ſich vergebens, es zu zerbrechen.
Und der Vater löſte das Bündel uud reichte die
Pfeile einzeln den Söhnen. Da zerſplitterten ſie
in der Jünglinge Hand. Was dünkt Euch von dieſer
Fabel und ihrer Lehre? Schließt Euch zuſammen
und die Not des Lebens rüttelt umſonſt an Euren Türen.
Juli 1921.
Rudolf Herzog.

Uberall in der ganzen Welt wird, ſowelt genoſſenſchaftliche Organiſationen beſtehen, der S. Juli 1924 in Form eines
genossenschaftlichen derbetags
gefeiert werden. Zweck dieſes Tages iſt, die Menſchheit auf die Bedeutung des modernen Genoſſenſchaftsweſens aufmerkſam zu machen. In früheren Jahrhunderten,
ganz beſonders im Früh=Mittelalter, war das geſamte Wirtſchaftsleben genoſſenſchaftlich gebunden und hatte der Einzelne außerhalb dieſer Bindung keine Exiſienz=
möglichkeit
. Die Genoſſenſchaften der damaligen Zeit (Zünfte, Gilden) waren Zwangsorganiſationen im Intereſſe beſtimmter Berufe oder Stände. Die modernen
Genoſſenſchaften ſind geboren aus wirtſchaftlicher Not und tragen ganz anderen Charakter. Sie beruhen auf Freiwilligkeit, ſind religiös und politiſch neutral und
geſtatten jedermann ohne Anſehen des Standes den Beitritt. Gerade dadurch, daß die modernen Genoſſenſchaften allen Bevölkerungsklaſſen offen ſtehen, ſind die großen
Erfolge erzielt worden, die die Konſumgenoſſenſchaften heute aufzuweiſen haben. Beſitzen doch in Deutſchland die zur Groß=Einkaufs=Geſellſchaft zuſammengeſchloſſenen
Konſumvereine heute 26 Fabriken (darunter Zigarren= und Seifenfabriken, Weberei, Teigwarenfabrik uſw.), ſowie 12 große Lager in allen Teilen Deutſchlands. 1275 Konſum=
vereine
mit 3 400 000 Mitgliedern ſind dem Zentralverband deutſcher Konſumpereine angeſchloſſen. Eine eigene Bankabteilung erledigt die Geldgeſchäfte der
angeſchloſſenen Vereine. Segensreich haben die Konſumgenoſſenſchaften gewirkt, doch könnten die Segnungen für die Allgemeinheit noch größer ſein, wenn die Bedeutung
des Genoſſenſchaftsweſens beſſer erkannt würde= Profeſſor Dr. Franz Staudinger ſagte: Die Genoſſenſchaft iſt der Friede! Wer dieſen Frieden will, der unſerem
Volke ſo bitter not tut, der werde Mitglied im Konſumverein, der trete ein in den
BeairkseKonsdmederein Barmstadt
eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
Derſelbe wurde 1900 unter dem Namen Daxmſtädter Konſum= Spar= und Produktionsgenoſſenſchaft gegründet und hat ſich im Jahre 1920 mit den Brudergenoſſen=
ſchaften
Ober=Ramſtadt, Arheilgen und Erzhauſen verſchmolzen. Wir können ſtolz ſein auf unſere Erfolge, zählen wir doch heute rund 15 000 Einwohner in Darmſtadt
und Umgebung als Mitglieder. Wir beſitzen in Darmſtadt, Eſchollbrückerſtraße 25, eine Betriebszentrale, in welcher ſich auch die modern eingerichtete, mit 4 Doppel=
auszügöfen
ausgeſtattete Bäckerei befindet, die unſere Mitglieder mit einwandfreien Backwaren zu verſorgen in der Tage iſt. Ein eigenes Spezial=Schuhgeſchäft,
Grafenſtraße 18, bietet den Mitgliedern Gewähr, nur erſtklaſſige, einwandfreie Schuhwaren beziehen zu können. 37 Verteilungſiellen in Darmſtadt und Umgebung
ſiehen unſeren Mitgliedern zum Bezug der benötigſten Lebensmittel und Bedarfsgüter zur Verfügung. 4 Autos mit Anhänger ſowie 4 Pferdefuhrwerke verſorgen die
einzelnen Verteilungsſtellen mit den benötigten Warenmengen. Beſchäftigt werden z. Zt. zirka 435 Perſonen.
(8896

[ ][  ][ ]

Nummer 185.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Seite 29.

E
in der
Prigcilla Bean Hauptrolle
Zirkus Sime
Zirkus-Sensationstilm in 5 Akten. (8598fsgo

Herrngarten.
Morgen Sonntag, den 8. Juli
ab 11 Uhr großes Extra= (8703
Früh=Konzert
ausgeführt von dem Philharmon. Orcheſter
Leitung: Obermuſihmſtr. Mickley
Vaterländiſches Programm.

Darmſtadt
Heute abend 8 Uhr

Aelerie, Doncheheichehaice
Um pünktliches Erſcheinen wird gebeten.
Der Vorſtand.
2711)

Unlon-IReafer

Noch einlge Tage

HIAoIAISen
HI. Teil:

Kriemhilds Auche‟
7 spannende Akte
Muglk von dottfried Hupperts
Orchesterleit.: Kapellmeister Georg Seibert

Residenz-1heuter
Bas Grrishans
im Spessurt
von Wilhelm Hauff
Drama in 7 spannenden
4ktey
Der
Güstenforscher
Plastik-Filmidee von
Karl Kopp
(*19452

NOf

trinkt man
echt Berliner Weissbier?

im
Café
Schlossg.

Restaurant Mdf Aold. Roge
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Tel. 1987.
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Kinderwegen
in großer Auzwahl
Spezialgeſchäft.
Donges &Wieſt
Euſebecherſtr. er1. weua

APALAST-LICHTSPIELER
Ein neuer Palästingfilm
Aufführung morgen
Sonntag, den 6. Juli vorm.
11bls 1 Uhr
(u9soo
FASSE-ER0FFNUNd UN 10 UIR

Bayern=Verein Darmſtadtt
Zur Aufklärung der allgemein irrtümli=
chen
Auffaſſung bemerken wir, daß der
Bayern=Verein Darmſtadt mit der
Trachtenſchau nichts zu tun hatte und
auch nicht mit ſeiner Original= Trachten=
gruppe
am Feſizuge teilnahm. (1934911
Bayern=Perein Darmſtadt
Grosse
Pferde-Bennen
in Wiesbaden
Sonntag, den 6. Jul1 1924 (F8262
Anfang 2 Uhr Totallsator Ia Restauration
E Alles weitere siehe Plakate.

n:7777

Oberwaldhaus

Jeden
Mittwoch
Samstag
. Sonntag
nachmittags 4 Uhr beginnend
GARTEN-
AONLEKT
mit verstärktem Orchester
Etnteitt feel!

Gondelfahrten aaf dem Telch
Mittag- und Abendttsch
auch ohne vorhertgeBestellang

Kogntag, 6. Zuli

Grußes

auf dem
Herrgottsberg
Kinder= und Volksbeluſtigung
Turnvorführungen
Abmarſch mit Muſik 2 Uhr Turnhaus,
Dieburgerſraße 28
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Achtung! Gewerkſchaftshaus !
Heute Samstag u. morgen Sonntag
mod. Tanz.
Eintritt 50 Pf. Tanzb. 1 Mk.
Kapelle Weſp. Cuszss

Morgen Sonntag, den 6. Julf
wegen Feſtlichkeit des Kriegervereins
nachmittags kein Konzert
dafür von abends 7 Uhr ab:
Ein
Sommernacht=Feſt
Großes Extra=Konzert m. Tanz
ausgeführt vom
Philharmoniſchen Orcheſt=
Leitung:
Herr Obermuſikmeiſter F. Mick7).
KKKRR
8 Liederzweig Darmſtadt
gegr. 1855
Samstag, den 5. Zuli
abends 8 Uhr
auffdem Heiligen Kreuz
Sommerfeſt
ZKonzeri=Chöre= Tanz.
38658)
Der Vorſiand.
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Hierdurch laden wir unſere gewählten
Vertreter zu der am
Sonntag, den 13. Juli 1924, vorm.
9 Uhr, im großen Saale des Gewerk=
ſchaftshauſes
, Darmſtadt, Bismarck=
ſtraße
19, ſtattſindenden
außerordentlichen

Metel
Tagezordnung:
1. Bericht a) des Vorſtandes b) des Auf=
ſichterates
, 2. Beſchlußfaſſung über Auf=
wertung
d. Geſchäftsanteile u. Spareinlagen.
z. Errichtung einer wertbeſtändigen Spar=
kaſſe
, 4. Herabſetzung des Eintrtsgeldes
(Alenderung des 8 7a unſerer Statuten).
3. Wahlen zum Aufſtchtbrat, 8. Anträge,
Satzungsgemäß ſcheiden aus dem Auf=
ſichtsrat
aus die Herren Drach, Geißlinger,
Jung, Lang und Stahl. Sämtliche Herren
ſind wieder wählbar. Für Herrn Schuh=
macher
findet Erſatzwahl ſtatt.
Anträge die geſtelltwerdenſollen,müſſen
bis ſpäteſtens Mittwoch, den 8. Fuli
in den Händen des Vorſtandes, Eſcholl=
brückerſtraße
95, ſein.
DadieVerhandlungen fürunſere übrigen
Mitglieder ebenfalls von großem Intereſſe
ſein dürften, laden, wir dieſelben hierdurch
höflichſt zur Teilnahme an der Vertreter=
Verſammlung als Zuhörer ein. (5663 sd
Vertreter! Note Auswelskarie nicht vergeſſen!
Der Aufſichtsrat
J Jung, Vorſitzender,

beſtehend in Konzert, Preisſchießen, Tom=
bolaverloſung
, Kinderbeluſtigung, durch
verſch. Spiele anſchließend Bretzelvertei=
lung
. Zum Preisſchießen und zur Tombola
ſtehen ſehr wertvolle Preiſe zur Verfügung,
Eintritt zum Garten, frei, Tawz im Saal.
Mitglieder, Freunde und Gönner des
glubs ladet freundlichſt ein (19246
Der Vorſtand.
Böllenfalltor
Sportplatz=Reſtaurant
Heute, Samstag, ab 8 Uhr
Abend=Kongent
Morgen, Sonntag, ( 19437
von 47 und von 811 Konzeri.
Großes 8
ſiſches
Soltn
in Trautheim
Am Samstag, den 5., Sonntag, den 6.,
Montag, den T. und Dienstag, den 8. Juli
findet wieder in bekannter Weiſe das große
Heſſiſche Volksfeſt
in Trautheim fiatt.
Im Garten große Volksbeluſtigungen:
Karuſſell, Walballa, Gekt= und Eikörftuben,
Tanz im Freien uſw.
In den inneren Räumen des Kurhauſes
Konzerte.
Dienstag abend großes Feuerwerk.
Vorzügl. Küche / Eigene konz. Schlachterei.
Erſtlaſſige, beſtgepſiegte Weine.
perſonen=Auto ſteht ſederzelt zur Verfügung.
a5aßo)
Die Direktion.

Während meines enorm billigen Sommer-Ausverkaufs jeden Nachmittag
TOM OanTRadlbagott
V
Ludwigsplatz 2 Fernruf 3201 HalOp Schdfer Ludwigsplatz 2 Fernruf 3201

[ ][  ][ ]

Darmſtädtee Tagblatt

Handelsbiatt

Badiſcher Wirtſchaftsbrief.
Von unſerem Korreſpondenten.

fm. Karlsruhe, 4. Juli.
Die burch die Kreditnot heraufbeſchworene Abſatz= und Produktions=
ſtockung
hält weiter an und verſchärft ſich in ihrem Ausmaß. Sie
äußerſt ihre einſchneidenden Wirkungen in zunehmenden Betriebsein=
ſchränkungen
und =Stillegungen, von welchen wohl am meiſten die Pfalz
betroffen iſt. Eine beträchtliche Anzahl Betriebe der verſchiedenſten
Branchen haben einen Teil ihrer Belegſchaften entlaſſen, ſo daß die Er=
werbsloſenziffer
, die noch vor kurzem um ein beträchtliches zurückgegan=
gen
war, wieder im Steigen begriffen iſt. Allgemein kommt auch in=
folge
der niedrig gehaltenen Einkommen der breiten Schichten die Lohn=
frage
ins Rollen, was wiederum Streiks und Ausſperrungen, alſo
Produktionsſtörungen zur Folge hat. Eine Ueberſicht über die Lage der
einzelnen Induſtriezweige gibt ein im großen Ganzen einheitlich ungün=
ſtiges
Bild: mit geringen Ausnahmen, wie z. B. der Lederinduſtrie; ſtehen
ſie im Zeichen der Verſchlechterung, zum Teil ſogar des völligen Still=
ſtandes
. Die in Pforzheim und Schwäbiſch=Gmünd bodenſtändige
Edelmetall= und Schmuckwaren=Induſtrie hat nach dem
zu Beginn dieſes Jahres flottem Geſchäft auf dem Inlandsmarkt einen
ſcharfen Umſchwung erleben müſſen. Die mit der Befeſtigung der Mark
einſetzende Belebung des Geſchäftsganges hat einem ſtarken Abflauen
Platz gemacht. Heute fehlen die für den Ankauf hochwertigen Rohmate=
rials
nötigen Kredite und ſelbſt, wenn dieſe zur Verfügung ſtänden, ſo
wäre es noch fraglich, ob die Erzeugniſſe der Bijouterieinduſtrie in an=
gemeſſenem
Umfang abzuſetzen wären, weil die innere Verarmung einem
größeren Abſatz auf dem deutſchen Markt entgegenſteht und anderer=
ſeits
infolge der Ueberweltmarktpreiſe die Ausfuhr von drei Vierteln
der Produktion (wie es vor dem Kriege der Fall war) ebenfalls zu er=
reichen
wäre. Die meiſten Betriebe mußten zur Kurzarbeit übergehen;
in der letzten Woche allein haben ſich die verkürzt arbeitenden Betriebe
um 52 bermehrt. Auch die Uhreninduſtrie des badiſch= würt=
tembergiſchen
Schwarzwaldes iſt durch ſtarke Betriebseinſchränkungen
gekennzeichnet, weil eine größere Ausfuhr nach England vor Herbſt,
zu welchem Zeitpunkte der engliſche Sonderzoll auf Uhren bekanntlich
fallen ſoll, nicht zu erwarten iſt. In der Textilinduſtrie iſt
die Lage nicht ganz einheitlich. Im großen ganzen iſt ſie wohl noch mit
Aufträgen verſehen, obwohl es auch ſchon ſelbſt ſeitens größerer Firmen
zu Annullierungen gekommen iſt. Beiſpielsweiſe iſt im Wieſental die
Textilinduſtrie noch befriedigend beſchäftigt. Die Seideninduſtrie iſt
teilweiſe noch mit Aufträgen verſorgt. Verſchiedene oberbadiſche Textil=
betriebe
, vor allem in der Baumwollweberei, mußten Arbeitszeitver=
kürzungen
vornehmen. Trotz der in der Textilinduſtrie des Südweſtens
noch zahlreich vorliegenden Aufträge iſt die Geſamtlage trübe. Neue
Aufträge gehen nicht ein und die vorliegenden kommen vielfach nicht zur
Abwicklung, weil der Kundſchaft die Mittel zur Begleichung der Rech=
nungen
fehlen. Einer Preisermäßigung ſtehen die Rohſtoffpreiſe und
die Umſatzſteuer entgegen. Die Lage der württembergiſchen Textil=
induſtrie
iſt mit dadurch erſchwert, daß ſie die höchſten Löhne in Deutſch=
land
bezahlt. Sowohl im Textilgroß= wie =Einzelhandel iſt der Abſatz
trotz heralgeſetzter Preiſe ſtockend. Die badiſche Lederinduſtrie
iſt noch gut beſchäftigt. Verheerend äußern ſich die Wirkungen der
Geldknappheit in der Schuhinduſtrie, beſonders im Pirmaſenſer
Bezirk. Zahlungsſtockungen, Geſchäftsaufſichten, Konkurſe, Betriebs=
ſchließungen
ſind an der Tagesordkkung. Die wenigen noch arbeitenden
Betriebe arbeiten verkürzt. In der Tabakinduſtrie iſt der Ge=
ſchäftsgang
ebenfalls ſtark rückgängig. Nahezu allgemein wird zur
Kurzarbeit übergegangen, beſonders im Bruchfaler und Lahrer Bezirk.
Mehrere kleinere Betriebe des Heidelberger und Mannheimer Bezirks
waren zu Einſchränkungen und Schließungen genötigt. Die Ausſichten
werden nicht günſtig beurteilt. In der chemiſchen, wie in der
Ziegeleiinduſtrie, ferner in der holzverarbeitenden
Induſtrie iſt es ebenfalls infolge der bekannten Gründe zu Be=
triebseinſchränkungen
gekommen. Im Baugewerbe iſt es recht ruhig ge=
worden
; verſchiedentlich wurden ſchon Bauten eingeſtellt.

Handel und Wandel in Heſſen.
Konkurſe. Ueber das Vermögen der Firma Friedrich Karl
Schlamp, Zigarren und Tabakfabrik in Lorſch wurde am 30. Juni
1924 vom Amtsgericht Lorſch Konkurs eröffnet. Verwalter: Rechtsan=
walt
Selzer in Heppenheim a. d. B. Anmeldefriſtablauf: 30. Juli
1924. Prüfungstermin: 13. Auguſt 1924 vorm. 9 Uhr, beim Amtsge=
richt
Lorſch. Konkurs iſt weiter eröffnet über das Vermögen der
Firma Otto O. Berger in Auerbach, am 1. Juli 1924. ( Zah=
lungseinſtellung
am 13. Juni 1924.) Verwalter: R.=A. Hemmes in
Bensheim. Anmeldefriſtablauf: 19. Juli 1924. Prüfungstermin:
2. Auguſt 1924, vorm. 10 Uhr, beim Amtsgericht Zwingenberg.

Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Zuſammenſtellung der unter Geſchäftsaufſicht
ſtehenden Firmen. Da trotz der Bemühungen, die amtlichen
Stellen zu veranlaſſen, eine offizielle Zuſammenſtellung der unter Ge=
ſchäftsaufſicht
ſtehenden Unternehmungen herauszubringen, dieſem
dringenden Erfordernis noch nicht Rechnung getragen worden iſt, hat
ſich der Zentralverband des Deutſchen Großhandels veranlaßt geſehen,
in zwei Liſten die unter Geſchäftsaufſicht ſtehenden Firmen zuſammen=
zufaſſen
, ſoweit ſie ihm auf Grund ſeiner Ermittelungen bisher be=
kannt
geworden ſind. Die neue zweite Liſte enthält etwa 870 Firmen
aus allen Zweigen der Wirtſchaft, während die erſte Liſte zirka 400
Firmen umfaßte. Die Liſten ſind beim Zentralverband des Deutſchen
Großhandels, Berlin W. 8, Budapeſterſtraße 21, gegen Mk. 1 je Stück
erhältlich.
* Scharfer Proteſt des Hanſa=Bundes gegen die
Steuerzinsgebarung. Der Hanſa=Bund für Gewerbe, Handel
und Induſtrie hat mit allem Nachdruck in einer Eingabe an das Reichs=
finanzminiſterium
jetzt die Forderung erhoben, daß unbedingt mit ſofor=
tiger
Wirkung die für die heutigen Verhältniſſe durch nichts mehr ge=
rechtfertigten
Steurzinsſätze weſentlich herabgemindet werden. Die Vor=
ſchläge
des Hanſa=Bundes gehen dahin, den Steuerzins in ein beſtimm=
tes
Verhältnis zum jeweiligen Reichsbankdiskontſatz zu bringen, und
zwar derart, daß der Diskontſatz zuzüglich 50 Prozent den Jahreszins=
ſatz
bei Steuerrückſtänden bilden ſoll, wobei dem Fiskus überall da, wo
eine Unwilligkeit des Steuerzahlers bei Zahlungsfähigkeit nachveisbar
iſt, das Recht zu erheblichen Strafzuſchlägen verbleiben ſoll. Der
Hanſa=Bund hat auch bei dieſer Gelegenheit Abänderungen der Umſatz=
ſteuer
, der Kapitalverkehrsſteuern und der Vorauszahlungen für die
Einkommen= und Körperſchaftsſteuer gefordert.
Schiffahrt und Verkehr.
fm. Die Regulierung des Oberrheins. Die badiſche
Rheinbauinſpektion in Freiburg hat im Einverſtändnis mit der Schweiz
neue Pläne für die Regulierung des Oberrheins ausgearbeitet. Be=
kanntlich
hat die Interalliierte Rheinlandkommiſſion vor zwei Jahren
im Zuſammenhang mit der Errichtung des Seitenkanals am Oberrhein
nachr dem Elſaß auch beſchloſſen, daß eine Regulierung des Rheines
von Baſel bis Straßburg ſtattfinden ſoll. An den Koſten dieſer Regu=
lierung
ſollen Deutſchland und die Schweiz beſonders teilnehmen, dann
auch Frankreich. Nach dem neuen badiſch=ſchweizeriſchen Plan ſollen die
Geſamtkoſten 48 Millionen Gm. betragen. Die Ausführung der Re=
gulierungsarbeiten
wird 15 Jahre in Anſpruch nehmen.
Banken.
Wochen=Ueberſicht der Deutſchen Golddiskont=
bank
vom 30. Juni 1924 (in Pfund Sterling). Aktiva: 1. Goldbeſtand
9000.; 2. Noten ausländiſcher Banken 5893,15.; 3. Täglich fällige
Forderungen im Ausland 178 235,1108; 4. Wechſel und Schecks
6 789 582,17,06; davon kurfriſtige 69 660,15,00; 5. Noch nicht eingezahl=
tes
Aktienkapital 3 557 550,00,00;6. Sonſtige Aktiva 17 038,00,03; zuſam=
men
10 557 300,04,05. Paſſiva: 1. Grundkapital 10 000 000,00,00; 2. Re=
ſervefonds
: 3. Banknotenumlauf ; 4. Täglich fällige Verbindlich=
keiten
292 114,05,02; 5. Sonſtige Paſſiva 265 185,19,03; zuſammen
10 557 300,04,05; Giroverbindlichkeiten 3 995 173,07,11.
Warenmärkte.
w. Frankfurter Getreidebörſe vom 4. Juli. Weizen
(Wetterauer) 16.5017.00, Roggen (inländiſcher) 15.2515.75, Sommer=
gerſte
für Brauzwecke 16.5017.00, Hafer (inländiſcher) 15.5016, Wei=
zenmehl
(ſüdd. Spezial) 27.7528,75, Roggenmehl 22,7523,50, Weizen=
und Roggenkleie 8.258,75. Tendenz ſtetig.
w. Berliner Produktenmarkt. Am Produktenmarkte
ſchwächte ſich die Haltung im Anſchluß an die geſtrige Nachmittagsten=
denz
weiter ab. Die Mühlen ſind Käufen wegen der ſchwierigen Geld=
verhältniſſe
abgeneigt. Doch war Getreide bei ermäßigten Forderungen
noch unterzubringen. Für neue Ernte zeigten ſich mehr Verkäufer zu
nachgebenden Preiſen. Weizen und Roggenmehl wurden eher etwas
billiger angeboten. Verhältnismäßig feſt hielt ſich Gerſte. Für Hafer
zeigte ſich wenig Intereſſe, und auch Futterartikel wurden kaum begehrt.
Heute findet wegen der Gedächtnisfeier für den verſtorbenen Ge=
heimrat
Wilhelm Kopetzky kein Produktenmarkt ſtatt.

3. Juſi 1924 Nr. 185

Schutzgebietsanleihe, 24er K.=Schätze wurden in großen Poſten zu
75 000 Prozent gehandelt. Ausländiſche Renten lagen ſtill, mit Aus=
nahme
von Türken, die auf große Käufe hin ſtark anziehen konnten. Der
Aktienmarkt lag ſehr ſtill und wenig verändert. Mitteldeutſche Kredit=
bank
=Aktien wurden, auf angebliche Intereſſenkäufe hin, mit 22,35 et=
örte
man: Becker=Stahl
was
Verkehr

0,7, Krügershall 2., Otto und Quanz 1,35, Petroleum 11, Raſtatter
Waggon 2½/, Ufa 4 ‟½=
w
. Berliner Börſenbericht. Die heutige Börfe zeigte faſt
ausſchließlich Intereſſe für die fünfprozentige Reichsanleihe. In dieſem
Papier ſetzte von neuem eine ziemlich lebhafte Kaufbewegung ein infolge
der Auffaſſung, daß darin noch umfangreiche Baiſſeengagements der
Glattſtellung harren und ferner aus dem Grunde, weil ſich allen De=
mentierungen
zum Trotz noch, immer die Gerüchte erhalten, daß der
Staat die Anleihe aufkaufe. Mangels anderweitiger Betätigung wandte
ſich die Spekulation dieſem Markte wieder zu. Der Kurs wurde vor=
börslich
mit 350, alſo mit einer Steigerung von über 50 Milliarden
Prozent gegen geſtern genannt und bewegte ſich ſpäterhin etwa zwiſchen
320 und 340. Auf den übrigen Umſatzgebieten herrſchte ausgeſprochene
Luſtloſigkeit. Die geringen Kursveränderungen waren nur Zufalls=
erſcheinungen
. Anregungen, die der Tendenz eine beſtimmte Nichtung
anweiſen konnten, lagen nicht vor. Von Einzelheiten ſind nur zu er=
wähnen
die in mäßigem Grade fortgeſetzte Erholung der Ludwig Löwe=
Aktien, die den geſtrigen anfänglichen Kursſturz wieder aufholten und
ferner der Rückgang von Stöhr u. Co. um 2 Billionen Prozent. Schiff=
fahrts
= und Bankaktien blieben faſt ganz unverändert.
Oeviſenmarkt.

Re
Geld
Brief Ke
Brie
Gelb ee Amſterdam=Notterdam.. 157,70 153,50 17.70 158.50 voll. Brüſſel=Antwerpen ....." 19.05 19.15 18.89 18.93 voll Chriſtiania. . . ...... .. ." 56.16 56.44 56.06 56.34 voll Kopenhagen .........." 66.58 65.92 66.23 66.57 voll Stockholm ............. 111.12 111.68 111.03 111.58 voll Helſingfors ..........."
Italien ..............." 10,47 10.53 10.37 10.53 voll 18,65 18.15 17.96 13.04 voll London .............." 18.135 18.225 18.135 18.225 voll New=York ........ .. . .." 4.19 4.21 4.19 4.21 voll Paris.. .. 21.65 21.75 21.35 21.45 voll Schweiz".
..."
Spanien.. 74.41 74.79 74.56 74.94 voll 54.76 55.04 55.06 55.34 voll Wien (i. D.=Oſterr. abg.). 5.31 5.93 5.91 5.93 voll Prag . ................" 12.27 12.33 12.27 12.33 volk Budapeſt. . . . . . . . . . . . . . 5.09 5.11 5.09 5.11 voll Buenos=Alres..
1.345 1.355 1.345 1.355 vonl Bulgarien. 3.03 3.0 3.03 3.05 voll Japan .. 1.765 1.775 1.76 1.775 voll Nio de Janeiro: 0.44 0.45 9.44 0.4 voll Belgrad.. 4.965 4385 4.98 5.00 voll Liſſabon .. 11.47 11.53 11.47 1153 voll Danzig".. 73.54 72.90 72.54 72.90 voll

Börſen.

* Frankfurter Börſe vom 4. Füli. (Eigener Bericht.)
Von der heutigen Börſe iſt nichts von Bedeutung zu berichten. Im Mit=
telpunkt
des Intereſſes ſtand wiederum die Kriegsanleihe, die mit zirka
340 eröffnete, vorübergehend auf 360 geng und ungefähr zum Anfangs=
kurs
ſchloß. Im Anſchluß hieran waren auch andere deutſche Renten
wieder etwas gefragt und feſter; ſo insbeſondere 3½proz. Conſols und

Berlin=
Aktiengeſ. für Anilinfr.
Bismarckhütte ..
Bremer Bulkan ...
Wollke.
Chem. Hehden...
Weiler ..
Deutſch=Aklant. Tel..
Deutſche Maſchinen.
Deutſch=Niebld, Tel.
Deutſche Erböl.
Deutſche Petroleum ..
Dt. Kaliwerke ..
Dt. Waffen u. Manition 56506
Donnersmarckhütte .
Dynamit Nobel .....
Elberfelder Farben. . .
Elektr. Lieferung ...
R. Friſter ....
Gaggenau Borz. .....
Gelſenk. Gußſtahl .... / 9006
Geſ. f. elektr. Untern., . / 15750
Halle Maſchinen .....
Han. Maſch.=Egeft.. . . .

s Kurſe, (Eigene telegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen derſtehen ſich mit 1000 000000,
3, 7.
9125 Hanſa Dampfſch. . . . . .
7625
34460
17125
29000
Berl. f.Elektr. vorzug. / 3566 3625 Hohenlohe Werkkz
15700
Kahla Porzellan
6100
Braunkohlen=Brikettz . / 17069 15750 Lindes Etsmaſch.
6008
44060 42760 Lingel Schuh
2200
75060 S5h00 Linke u. Hofmann
R700
2908 2100 1 2. Loewe u. Co.
51230
875
8900 C. Vorenz
2675

89 AſchaffenburgerZellſtoff 16536 16900 Hemoor Zement .. Augsb.=Nürnb. Maſch.. 17750 1 16500 Hirſch Kupfer. Berl.=Anhalt=Maſchinen / 4900 4375 Höſch Eiſen. 81e9 8769 3625 3750 15909 16530 3366 3850 1 25500 2ags
66a3d 83000 63000 4752 4125 3960 9860 10375 17750 2750 2125 6000 6630 8900 1125 7599 8000 1200 42060

Meguin
Nieberlkxdffche Rohle
Nordd. Gnmmi
Orenſtein..
Rathgeber Waggo
Rombacher Hütten.
Roſitzer Zuckes=
Rätgerswerke
Sachſenwerk
Sächſiſche Gußſt
Siemens Glaß,
Steana Romana
Ver. Laufitzer Glat,
Volkſtedter Porzellan,
Weſtf. Eiſ. Langendres
Bittener Gußſtahl ..
Wanderer=Berke ....

z
11509
818
887
22300
9625
100
1500
1u50

7635
3230
1720
Za6e5
15876
660
5560
2100
8135
53560
3125
Beo
Bci0
6Ba
11370
3100
93
22166
10875
1co
16500
10630

(ai

Frankenkurs in London: 83.80
Markkurs
18½½

Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Die Rotierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.

Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe .
47.
....
3½=%
..........
Dollar=Goldanleihe per 1935 ..
1932..
Dollar=Schatzanweiſungen ...
4½‟ . u. V. Schatzanweiſg.
4½V H..
42 Dt. Schutzgebiet v.0.8-11u.13
v. 14
Sparprämienanleihe .. .. . . . . ."
Zwangsanleihe ...... .. .. . . . ."
4% Preuß, Konſols ........."
8½% ......
........
4½ Bad. Anl. unk. 1935 ......
3½% v. 1907 ......."
1896 .......
8%
4% Bahern Anleihe ........."
.......
8½%
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rck. 26 .. .. . . .
816% Heſſen Reihe XXXH.
untilgb. b. 28.. . . . . . . . . . . . .
4½ Heſſen unk. 1924.. . . . . . . ..
8½% .................
3% ................
4% Württemberger alte .. ...
b)Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½ v. 1902 ..........."
4% .............."
5% Bulgar. Tabak 1902.. . . . . .
12/,% Griech. Monopol .... . . .
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ............."
4½%0 Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 ................."
4% Oeſt. Goldrente ........."
4½ einheitl. Rente ......"
5% Rum. am. Rente v. 03 ....
4½½ Goldrente v. 13 ....
4%5 am. Goldrente konv.
4½ am. v. 05 ..... .."
470 Türk. (Admin.) b. 1903....
4½ (Bagdad) Ser. T..
H...
4%0
4% v. 1911, Bollanl. ...
4½½ Ung. Staatsr. v. 14 ..,
Goldrente .. . . . . ."
4½
Staatsr. v. 10 ..
4%
4½% Kronenrente ......

Außereuropäiſche.
5% Mexik, amort. innere . . . . . .
5% konſ. äuß. v. 99.....
Gold v. 04, ſtfr. .. ..
konſ. inner. ......
Frrigationsanleihe".
aulipas, Serie T......
Oblig. v. Transportanſt.
4½ Eliſabethbahn ſtfr. . . . . . . . .
4% Gal. Carl Lud w.=Bahn.. ..
T5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. ..

3. 7. 7. 0.250 0,320 0,5 0.33 0.9* 4,2 4,2 4,2 4,2 79,75 z.
2,25 2.3 2,25 2,3 2.05 0,199 0.19 0.00d 0,9085 0,373 0.365 0.390 0,465 0,48 0.505 0,55 0,645 4,2 4,2 750 700 T 0,6 0,6 0.5 0,5
0,5
9.475 0.48 2,5 1.25 575 5,75 0,85 0,85 1,6 1,8 75 s 575 2.25 4,5 2.95 0.9 1.15

2,6% Alte Oeſt. Sübb. (Lomb. )
2.6%Neue
4% Oeſt. Staatsb. v. 1883 ....
1. b. 8. Em..
38 Oeſt.
9. Em. .. ..

v. 1885 ...."
3½ Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
4½ Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
4½% Anatolier I............"
3½ Salon. Conſt. Jonelion ...
3½ Salonique Monaſtir ......"
5% Tehuantepee. . . . . . . . . . ..."
............
4½%0
Nach Sachwert verzinzl.
Schuldverſchreibungen.
5½ Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
1. Em. . . . . . . . . . . . . ... . . ..
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em. . . . . . . . . . . . . . . . ..."
6% Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23 .. .. ..
6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
5%Neckar A.=G. Stuttgart Gold=
anl
. v. 23... . . . . . .. .. ....."
5% Pfähzer Hyp.=Bank. Gold=
Pfdbr. v. 24.. . . . . . . . . . . . . .
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
5% Roggenwert=Anl. . .
5% Rhein, Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. v. 24 ....... ..... ..
5% Rhein=Main=Donau Gold=

anl. v. 23 ........
5% Sächſ. Braunk.=Anl. v. 23
Ser. I u. II..... . .. .......
5% Sächſ. Roggenwertanl. v. 23
5% Südd, Feſtwertbk. Goldobl,
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......
Barmer Bankverein. . . ......."
Baher Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft . ..
Commerz= und Privatbank .
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank .............."
DeutſcheEffekten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. . .
Deutſche Vereinsbank ........
Disconto=Geſellſchaft .. . . . . . .."
Dresdner Bank. . . . . . . . . . . . . ."
Frankfurter Bank ..........."
Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . . . . . . . . . . ....
Mitteldeutſche Creditbank. . . . . .
Oeſterreichiſche Creditanſtalt . . .
Reichsbank=Ant. . . . . . . . . . . . . .
Rhein. Creditban ..........."
Hypothekenbank ......"
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ..................."
Wiener Bankberein..........
Bergwerk3=Aktien,
Berzelius .................."
Bochumer Bergb. ..... ... .. .
Buderus. . . . . . . . . . . . . . . ....."
Dt. Luxemburger .. . . . . . . . . .."
Eſchweller Bergwerks=Akt. . .
Gelſenkirchen Bergw. .... ...
Harpener Bergbau..

10,5
9,25
10.35

8,9
1.3
43,5
9,25

2,4
11
Uſ.
1,2
2,5
125

1,2
1.95
20"
74
7,6
2,9
0.46
ſt.
2,5
117
0335
31,5
1.55
3,3
03
0.255

3.7
51

10
6.75
n5

8,7
1.15

Kaliwerke Aſchersleben ..
Salzdetfurth.
Weſteregeln ..
Klöcknerwerke (abg, Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren.
Mansfelder ......."
Oberbedarf .. . . . . . ... ......"
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ......"
Otavi Minen u. Eb.=Ant. ...."
Phönix Bergbau ...........
Rhein. Stahlwerke . ..
Riebeck Montan.. . .
Rombacher Hütte .. . .. . . . .
Tellus Bergb.=u. Hütten=Akt. . .
Ver. Laurahütte . .
Aktien induſtr. Unternehmung.
Brauereien
Henninger Kempf=Stern. . .
Löwenbräu München ........
Schöfferhof (Binding)........
Werger ........

1.1
3.1
13
1,87
1,01
25
1,2

1.25
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19
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60
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2,55 13 135 1,2
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3.1
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2.125

10,5

0,140

2,875

43

Frankfurter Kursbericht vom 4. Juli 1924.

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2,375
19
10,5
0.135
2,75
70

[ ][  ][ ]

Nummer 185.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 5. Juli 1924.

Seite 31.

Das deutſche Herz.

19)

Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)

Endlich löſte Urſula ihre Lippen von dem Munde ihres
Mannes, hielt ſie ihm an das Ohr und flüſterte:
Du biſt nicht mehr der einzige lebendige Hirſchhorn.
Da ſchwang er ſein Barett und jauchzte: Urſula!
Urſula! Urſula! jubelten die Kinder hinter den Enteilen=
den
her.
Als ſie dem Dörflein Pleutersbach gegenüber waren, klang
eine ſingende Männerſtimme über den dunkel gewordenen Fluß.
ſie hielten die Pferde. Jedes Wort war zu verſtehen.
Mein liebes Herz,
Wa3 iſt mit dir?
Auch du haſt keine Ruh’.
Es quillt in dir,
Es ſchwillt in dir,
Es welkt und blüht,
Es friert und glüht,
Du biſt bald traurig
Biſt bald froh.
Was ängſtigt dich?
Was quält dich ſo?
Ach, was wir fehlt und was ich will,
Und was mein Sinn und Wunſch und Ziel,
Ich ſelber kanns nicht ſagen.
Es preßt und engt,
Treibt mich und drängt
Ohn: Naſt und Ruh’;
Weiß nicht wozu.
Es müht mich und zieht mich;
Weiß nicht wohin.

Sechſtes Kapitel.
Noch ehe die rauhen Tage kamen, hatte die Ueberſiedlung
von Hirſchhorn nach Zwingenberg ſtattgefunden. Die Felſenburg
war enger und unbequemer als das Herrenſchloß. Schon lange
hatten keine Frauen mehr in den Gemächern gehauſt. Hunde=
gekläff
war in den Höfen daheim und im Treppenturm der
plumpe Tritt der Knechte. Das alte Gemäuer wollte ſich nicht
recht ſchicken in die neue Art, die mit der Herrin einzog, es ſah
verdroſſen aus in dem tiefen Herbſtſchatten, aus dem nur die
Spitze des Bergfrieds in den Sonnenſchein ragte, als ob es die
rauhe Geſellſchaft der früheren wilden Tage zurückſehne. Auch
Urſula hatte Heimweh; ſie ſehnte ſich zurück auf die ſonnige
Höhe, in deren Glanz ſie den Brautſchleier getragen hatte, und
nach dem munteren Städtlein mit ſeinem Marktgewühl und
ſeinem Glockengeläute. Sie war oft allein. Der Junker ritt alle
vierzehn Tage nach Hirſchhorn zum Gericht, auch ſonſt nicht ſelten
zu Zuſammenkünften mit den Vögten, Schultheißen und Amt=
leuten
ſeiner Dörfer. Da war er immer den ganzen Tag weg
von ihr, und manches Mal war Mitternacht vorüber, bis ſie den
Hufſchlag ſeines Roſſes unter der Burg vernahm. War er von
Geſchäften frei, ſo ging er aufs Weidwerk. In der erſten Zeit
begleitete ſie ihn mitunter, bald aber wurden ihr die Gebirgs=
pfade
zu ſteil und zu beſchwerlich. Da wartete ſie dann ſehnſüch=
tig
auf den Klang ſeines Hifthorns.
Der Winter war unerfreulich. Ein raſcher hoher Schnee ver=
ſchwand
im Nu, wie er gekommen war, und dann ſtrömte Woche
um Woche unendlicher Negen herab. Aus den Höfen der Burg
entwich die Nacht kaum am Mittag, die Wolken hingen ſchwer
und dick über den Zinnen und in den Gängen heulte der Wind.
An dieſe finſteren Tage dachte ſie aber mit ganz beſonderer
Freude zurück, denn da blieb ihr Gatte zu Haus. Des Tags
über arbeitete er mit ſeinem Sekretarius in der Burgkanzlei und
ritt ein wenig, wohlverwahrt in ſeinem Wolfspelz, nach Gerach

hinauf. Aber am frühen Abend kehrte er zu ſeiner Gattin zurück.
Da ſaßen ſie beieinander vor dem warmen Kachelofen beim
traulichen Ampellicht, und ſie laſen miteinander in ſchöner Ab=
wechſlung
Lutheri Kirchenpoſtille, die Chronik des Sleidanus
und die luſtigen Büchlein des Johann Fiſchart. Mit Freuden
erkannte Urſula den überlegenen Geiſt ihres Gatten, ſeine reichen
Kenntniſſe und ſeine ehrenhafte Geſinnung.
Aber heimiſch wurde ſie nicht auf Zwingenberg. Vor allem
verlangte ſie zurück nach ihrem Hirſchhorner Schlafgemach. Wenn
ſie in ihrem Bette lag und auf das Rauſchen des Waſſers lauſchte,
das durch die Schlucht herniedertoſte, und das heiſere Heulen
der Beſtien hörte, die ſich his unter die Fenſter der Burg wagten,
dann dachte ſie an Leonhard und ſehnte ſich danach, wieder ſeine
Klage zu hören und mit einzuſtimmen in den Ruf: Mutter!
Als ſie einmal ihrem Gatten hiervon redete, fragte er ſie:
Iſt dir die Erinnerung an deine erſte Nacht auf Schloß Hirſch=
horn
nicht ein unheimliches Ding?
Im Gegenteil, ſagte ſie, die Erinnerung iſt mir wert, und
deine Burg iſt mir dadurch ein heiliger Ort geworden.
Die Weisſagung der Jäger, daß der heurige Winter kein
Ende nehmen werde, erfüllte ſich nicht. Der Frühling kam mit
den erſten Tagen des März. In der Wolfsſchlucht wurde es grün,
und zwiſchen den aufſpritzenden Wellchen blühten Anemonen.
Urſula ſaß des Tages über viel in ihrer Kemenate mit erfahre=
nen
Weibern aus dem Dorf und nähte Kindszeug. Die Gatten
hatten beſchloſſen, in der Mitte des Monats nach Hirſchhorn zu=
rückzukehren
, damit Urſula in den Tagen ihrer Niederkunft und
ihrer Wochen Hilfe und Bequemlichkeit habe. Friedrich hatte ſich
vorgeſetzt, den Einſiedler Leonhard vor der Ueberſiedlung ſeiner
Gattin aus der Gegend zu entfernen, damit die Vergangenheit,
der er entwichen war, mit dem Verſchwinden des Einſiedlers
endgültig abgetan ſei.
(Fortſetzung folgt.)

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ereſſante Beleuchtung, welche die inner=
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erfuhr, als die franzöſiſche Kammer
willigung der Ruhrkredite abzuſtimmen
mußte es ſich zeigen, in welchem Maße
zialiſtiſche Unterſtützung rechnen kann.
ſten eine recht peinliche Frage, ob ſie
u. gegen die Kredite ſtimmen ſollten.
ten eine Erklärung abgegeben hatten,
en ſeien, da eine Bewilligung der Politik
zuſtimme, proklamierte der Sozialiſten=
timmenthaltung
. Eine gefährliche Lage
Herriot ſofort erkannte und der er zu
r ausführte, daß er im Augenblick
nicht aufheben könne, ohne die Inter=
digen
. In dieſem Augenblick ertönt aus
on der Ruf: Wir werden dem Kabinett
n! Herr Bokanowſki, ehemaliger Mi=
illerands
, war es, der mit dieſem Zuruf
tzartig beleuchtet. Nur mit einer links=
rde
er regieren, ſo hatte Herriot ſtets
ihm ſomit nichts übrig, als die Ver=
mit
dem Ergebnis, daß nun 40 So=
dite
ſtimmten, während 61 ſich der Ab=
Zir haben ſchon mehrfach darauf hinge=
anzöſiſche
Miniſterpräſident allen Anlaß
oppoſition nicht zu unterſchätzen. Das
jährend dieſer Woche die geſamte oppo=
as
Kabinett in Szene ſetzte, bewies, daß
jede Chance wahrzunehmen gewillt iſt,
an in der Wahl der Mittel nicht gerade

kraft ſind und die wirtſchaftliche Tätigkeit Deutſchlands beein=
rächtigen
, zurückgezogen werden ſollen.
Die Einladung erwähnt ſodann, daß dieſer Plan bereits bei
en im Mai gepflogenen Beſprechungen in England zwiſchen
Nacdonald und den belgiſchen Miniſtern vorgeſchlagen wurde.
Das Einladungsſchreiben ſchlägt weiter vor, daß in dem Proto=
oll
die Maßnahmen vorgelegt werden, die im Falle einer ſchwe=
en
Nichterfüllung die Stelle beſtimmt, die über dieſe Nicht=
rfüllung
ſelbſt entſcheiden ſoll. Die Verpflichtungen, die Deutſch=
and
nach dem Dawesplan zu erfüllen hat, werden denen des
Ferſailler Vertrages untergeordnet ſein. Infolgedeſſen erſcheint
s der britiſchen Regierung richtig, daß die Aufgabe, über die
Schwere der Nichterfüllung zu entſcheiden, nicht der Reparations=
ommiſſion
anvertraut werden kann, da die Aufgaben dieſer
kommiſſion genau durch den Verſailler Vertrag begrenzt ſind.
lus dieſem Grunde ſchlug man vor, den Finanzausſchuß des
Jölkerbundes in Anſpruch zu nehmen. Das Protokoll müßte
jußerdem eine Klauſel enthalten, um alle Meinungsverſchieden=
ſeiten
dem internationalen Schiedsgericht zu unterbreiten.
Die britiſche und die franzöſiſche Regierung wünſchen leb=
ſaft
jede Art von Eindruck zu vermeiden, als ob dieſe Fragen
lohne vorherige Beratung mit ihren anderen Alliierten bereits
ndgültig unter ſich geregelt ſeien. Nur die hier angeführten
Brundgedanken wurden zwiſchen Herriot und Macdonald erör=
ert
, aber keinerlei Abkommen wurde unter ihnen beſchloſſen,
ſa noch nicht einmal vorgeſchlagen. Deshalb lädt die engliſche
ſegierung die italieniſche ein, an der Zuſammenkunft in Lon=
)on am 16. Juli teilzunehmen. Auf Wunſch der italieniſchen
Regierung wird die engliſche Regierung den Plan des vorge=
chlagenen
Protokolls zur Prüfung überreichen. Ma ſchlägt
or, daß, ſobald die interalliierte Konferenz einig wurde, die
eutſche Regierung eingeladen wird, auch zu erſcheinen, um mit
den Alliierten zwecks Verhandlungen und Erörterungen zu=
ammenzutreffen
, nicht, um ſie einem Diktat gegenüberzuſtellen.
Die Regierungen von Frankreich, Italien, Japan und Bel=
gien
wurden von England eingeladen, Abgeſandte zu der Kon=
ferenz
vom 16. Juli in Begleitung von Sachverſtändigen zu
eutſenden. Die kleinen Mächte werden aufgefordert, ihre diplo=
nigtiſchen
Vertreter in London zu ermächtigen, ſie zu vertreten.
Die Regierung der Vereinigten Staaten wurde eingeladen, Ver=
ireter
zu eutſenden in der Eigenſchaft, wie ſie dem Charakter der
(Konferenz entſpricht. Die engliſche Regierung vertraut darauf,
daß die itglieniche Regierung damit einverſtanden iſt, daß es
höchſt wünſchenswert wäre, wenn ein Vertreter der Vereinigten
Staaten der Konferenz beiwohnte.

genes Komitee), ſo daß in Wirrtnchreit die frangonn
nicht nur nicht im Dunkeln gelaſſen, ſondern ſogar über den
britiſchen Standpunkt noch eingehender unterrichtet war, als die
übrigen Alliierten. Der Berichterſtatter teilt mit, daß der bri=
tiſche
Unterſtaatsſekretär den franzöſiſchen Botſchafter geſtern in
Abweſenheit Macdonalds im Foreign Office empfing und erſterer
Graf St. Aulaire ſein höchſtes Erſtaunen über die in Paris
wegen eines ſehr geringfügigen Vorfalls entſtandene Erregung
ausdrückte.
Eine Note Herriots an England beſchloſſen.
TU. Paris; 5. Juli. Heute nachmittag fand am Quai
d’Orſay eine wichtige Konferenz unter dem Vor=
ſitz
Herriots ſtatt. Zugegen waren der Finanz= und Kriegs=
miniſter
, Peretti dela Rocca, Seydoux, der zweite franzöſiſche
Delegierte in der Reparationskommiſſion, ſowie der Kabinetts=
chef
des Miniſterpräſidenten. Es wurde der Preſſe folgendes
Communigug überreicht: Die Teilnehmer der Konferenz
haben ſich über die Beſtimmungen geeinigt, die in der detail=
lierten
Note, welche die franzöſiſche Regierung demnächſt vor
der Londoner Konferenz zuſtellen wird, eingeſchloſſen werden
ſollen. Der Text der Note wird am Montag ausgearbeitet
werden.
Später empfing Herriot die Journaliſten, denen er eine
Reihe von Erklärungen gab. Er ſagte, die alarmierenden Mel=
dungen
, die von einem Teil der Preſſe gebracht wurden, entſpre=
chen
nicht den Tatſachen. Er habe in London keine Verpflich=
tung
übernommen, die für die franzöſiſche Regierung irgendwie
bindend wäre. Er würde ſich in London auf den Standpunkt
der Annahme des Sachverſtändigengutachtens ſtellen. Herriot
betonte ferner nachdrücklich, daß er in keiner Weiſe Verſtöße
gegen den Verſailler Vertrag zulaſſen werde. Gleichzeitig beab=
ſichtige
er, eine Politik der Entente cordiale mit England im
Auge zu behalten. Das Ruhrpfand werde erſt aufgegeben, wenn
Deutſchland dieſes Pfand gegen die im Sachverſtändigenbericht
vorgeſehenen Garantien ausgetauſcht haben werde. Im übrigen
verwies Herriot auf die Note, die am Montag abgefaßt werde
und die den allgemeinen Standpunkt der franzöſiſchen Regie=
rung
zur Eröffhung, der Londoner Konferenz zum Ausdruck
bringe,

man dahin übereingekommen, daß zum
eine Konferenz einzuberufen ſei zum
der mit dem Sachverſtändigen=Gutachten
ragen. Der engliſche Miniſterpräſident
Zirkularnote die für die Teilnahme in
Staaten eingeladen und dieſer Einladung
des engliſchen Standpunktes angefügt.
an von der geſamten Preſſe der franzö=
nlaß
genommen worden, um gegen dhs
papierenen Entrüſtungsſturm zu ent=
o
darzuſtellen verſuchte, als ob die in der
engliſche Auffaſſung das Reſultat eines
nd Herriot in Chequers getroffenen Ab=
nliches
Spiel hat eingeſetzt, wie ſeinerzeit
Cannes, und die erſte Veröffentlichung
es Rufers im Streit, über die Beratungs=
r
Tagesordnung der Londoner Konferenz
lage geführt, welche der Entwicklung der
derlich iſt.
Hinſicht beweiſen die Pariſer Veröffent=
s
eine, daß nämlich in Chequers nur eine
ſtattgefunden hat, ohne endgültige präziſe
alſo der Londoner Konferenz in keiner
Dabei ſind es offenbar zwei Fragen, die
n.
ng Macdonalds, er könne ein Verſprechen,
Aktion im Falle deutſcher Verfehlungen
nn geben, wenn dieſe Verfehlungen ein=
n
unabhängigen Gerichtshof
man in Paris wohl nicht ganz zu Unrecht
ie Reparationskommiſſion, den man unbe=
nſcht
.
tegierung iſt der Auffaſſung, daß auf der
ein Zeitpunkt feſtgeſetzt werden muß, bis
Regierung alle erforderlichen Maßnahmen
8 Sachverſtändigenplanes getroffen haben
nach dieſem Zeitpunkt ſollen die Alliierten
map=
verpflichtet
ſein, den wirtſchaftlichen und finanziellen Sanktionen
in den beſetzten Gebieten ein Ende zu bereiten. In Paris aber
will man ſich offenbar auf eine ſolche Feſtlegung nicht einlaſſen,
weil davon auch die Eiſenbahnregie berührt werden könnte.
Frankreich müſſe in jedem Fall Herr ſeiner Entſchlüſſe blei=
ben
, erklärt der Petit Pariſien, und das Echo de Paris pro=
phezeite
, daß die Londoner Konferenz ein diplomatiſches Sedan
für Frankreich ſein werde. Es iſt im übrigen nicht unintereſſant,
daß dieſe Zeitung es als eine beſondere Unkorrektheit der eng=
liſchen
Regierung tadelte, daß das engliſche Einladungsrund=
ſchreiben
in der beanſtandeten Form auch der deutſchen Regie=
rung
überreicht worden ſei, während nach einer halbamtlichen
Feſtſtellung des Wolff’ſchen Büros der deutſchen Reichsregierung
bis zum Abend des 4. Juli eine Einladung zur Londoner Kon=
ferenz
überhaupt noch nicht zugegangen war. Es iſt merkwürdig:
Die franzöſiſche Oppoſition ſetzt alles daran, es ſo hinzuſtellen,
als ob ſich Herriot in Chequers durch Macdonald gründlich habe
einſeifen laſſen, während von der gleichen Seite aus die Stellung
des engliſchen Miniſterpräſidenten in England gefliſſentlich und
mit einer gewiſſen Genugtuung als äußerſt geſchwächt geſchildert
wird.
Eine eigenartige Rolle ſpielt gegenwärtig Belgien. Während
früher in Brüſſel die uferloſen Pläne Poincarés zeitweilig mit
gewiſſem Unbehagen angeſehen wurden, verſucht man heute ganz
offenbar, dem neuen franzöſiſchen Kabinett, nach Möglichkeit
Schwierigkeiten in die Wege zu legen. Als Herriot letzthin nach
Brüſſel kam, hatte er nach Auffaſſung gut unterrichteter Kreiſe
die Abſicht, den Wünſchen der deutſchen Reichsregierung hinſicht=
lich
direkter Verhandlungen zwiſchen Berlin und Paris über die
Mieum=Verträge entgegenzukommen. Herr Theunis aber hat ihn
unter dem Einfluß der belgiſchen Schwerinduſtrie mit Geſchick zu
verhindern gewußt. Die belgiſche Induſtrie fürchtet ein Wieder=
aufleben
des deutſchen Exportes und möchte daher die deutſche
Wirtſchaft mit allen Mitteln niederhalten. In dem in Brüſſel
erſcheinenden Echo de la Bourſe war in dieſen Tagen, einge=
ſtreut
in den Bericht über die ſogenannte Mittwochsbörſe, die
nachſtehende bemerkenswerte Mitteilung zu finden:
Zu bemerken bleibt ferner, daß am letzten Mittwoch eine
Abordnung von Induſtriellen eine Demarche bei Herrn Theunis
gemacht hat, damit die Befetzung der Ruhr unter den jetzigen
Bedingungen aufrecht erhalten wird. Dieſe Delegation hat dem
Miniſterpräſidenten ausführlich die ſchwierige Lage der belgiſchen
Induſtrie dargelegt und einen Vergleich gezogeu mit der wach=

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e, daß, ſobald die interalliierte Konferenz einig wurde, die
itſche Regierung eingeladen wird, auch zu erſcheinen, um mit
i Alliierten zwecks Verhandlungen und Erörterungen zu=
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Die Regierungen von Frankreich, Italien, Japan und Bel=
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wurden von England eingeladen, Abgeſandte zu der Kon=
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vom 16. Juli in Begleitung von Sachverſtändigen zu
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zu eutſenden in der Eigenſchaft, wie ſie dem Charakter der
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taaten der Konferenz beiwohnte,

genes Komitee), ſo daß in Wirrlichreir die frangonfur ures:
nicht nur nicht im Dunkeln gelaſſen, ſondern ſogar über den
britiſchen Standpunkt noch eingehender unterrichtet war, als die
übrigen Alliierten. Der Berichterſtatter teilt mit, daß der bri=
tiſche
Unterſtaatsſekretär den franzöſiſchen Botſchafter geſtern in
Abweſenheit Macdonalds im Foreign Office empfing und erſterer
Graf St. Aulaire ſein höchſtes Erſtaunen über die in Paris
wegen eines ſehr geringfügigen Vorfalls entſtandene Erregung
ausdrückte.
Eine Note Herriots an England beſchloſſen.
TU. Paris; 5. Juli. Heute nachmittag fand am Quai
d’Orſay eine wichtige Konferenz unter dem Vor=
ſitz
Herriots ſtatt. Zugegen waren der Finanz= und Kriegs=
miniſter
, Peretti dela Rocca, Seydoux, der zweite franzöſiſche
Delegierte in der Reparationskommiſſion, ſowie der Kabinetts=
chef
des Miniſterpräſidenten. Es wurde der Preſſe folgendes
Communigug überreicht: Die Teilnehmer der Konferenz
haben ſich über die Beſtimmungen geeinigt, die in der detail=
lierten
Note, welche die franzöſiſche Regierung demnächſt vor
der Londoner Konferenz zuſtellen wird, eingeſchloſſen werden
ſollen. Der Text der Note wird am Montag ausgearbeitet
werden.
Später empfing Herriot die Journaliſten, denen er eine
Reihe von Erklärungen gab. Er ſagte, die glarmierenden Mel=
dungen
, die von einem Teil der Preſſe gebracht wurden, entſpre=
chen
nicht den Tatſachen. Er habe in London keine Verpflich=
tung
übernommen, die für die franzöſiſche Regierung irgendwie
bindend wäre. Er würde ſich in London auf den Standpunkt
der Annahme des Sachverſtändigengutachtens ſtellen. Herriot
betonte ferner nachdrücklich, daß er in keiner Weiſe Verſtöße
gegen den Verſailler Vertrag zulaſſen werde. Gleichzeitig beab=
ſichtige
er, eine Politik der Entente cordiale mit England im
Auge zu behalten. Das Ruhrpfand werde erſt aufgegeben, wenn
Deutſchland dieſes Pfand gegen die im Sachverſtändigenbericht
vorgeſehenen Garantien ausgetauſcht haben werde. Im übrigen
verwies Herriot auf die Note, die am Montag abgefaßt werde
und die den allgemeinen Standpunkt der franzöſiſchen Regie=
rung
zur Eröffnung der Londoner Konferenz zum Ausdruck
bringe,

man dahin übereingekommen, daß zum
eine Konferenz einzuberufen ſei zum
der mit dem Sachverſtändigen=Gutachten
ragen. Der engliſche Miniſterpräſident
Zirkularnote die für die Teilnahme in
Staaten eingeladen und dieſer Einladung
des engliſchen Standpunktes angefügt.
un von der geſamten Preſſe der franzö=
nlaß
genommen worden, um gegen das
papierenen Entrüſtungsſturm zu ent=
o
darzuſtellen verſuchte, als ob die in der
engliſche Auffaſſung das Reſultat eines
nd Herriot in Chequers getroffenen Ab=
iliches
Spiel hat eingeſetzt, wie ſeinerzeit
Cannes, und die erſte Veröffentlichung
es Rufers im Streit, über die Beratungs=
r
Tagesordnung der Londoner Konferenz
lage geführt, welche der Entwicklung der
derlich iſt.
Hinſicht beweiſen die Pariſer Veröffent=
1s eine, daß nämlich in Chequers nur eine
ſtattgefunden hat, ohne endgültige präziſe
alſo der Londoner Konferenz in keiner
Dabei ſind es offenbar zwei Fragen, die
n.
ng Macdonalds, er könne ein Verſprechen,
Aktion im Falle deutſcher Verfehlungen
nn geben, wenn dieſe Verfehlungen ein=
i
unabhängigen Gerichtshof
man in Paris wohl nicht ganz zu Unrecht
ie Reparationskommiſſion, den man unbe=
nſcht
.
tegierung iſt der Auffaſſung, daß auf der
ein Zeitpunkt feſtgeſetzt werden muß, bis
Regierung alle erforderlichen Maßnahmen
8 Sachverſtändigenplanes getroffen haben
nach dieſem Zeitpunkt ſollen die Alliierten
NA. 1
verpflichtet ſein, den wirtſchaftlichen und finanziellen Sanktionen
in den beſetzten Gebieten ein Ende zu bereiten. In Paris aber
will man ſich offenbar auf eine ſolche Feſtlegung nicht einlaſſen,
weil davon auch die Eiſenbahnregie berührt werden könnte.
Frankreich müſſe in jedem Fall Herr ſeiner Entſchlüſſe blei=
ben
, erklärt der Petit Pariſien und das Echo de Paris pro=
phezeite
, daß die Londoner Konferenz ein diplomatiſches Sedan
für Frankreich ſein werde. Es iſt im übrigen nicht unintereſſant,
daß dieſe Zeitung es als eine beſondere Unkorrektheit der eng=
liſchen
Regierung tadelte, daß das engliſche Einladungsrund=
ſchreiben
in der beanſtandeten Form auch der deutſchen Regie=
rung
überreicht worden ſei, während nach einer halbamtlichen
Feſtſtellung des Wolff’ſchen Büros der deutſchen Reichsregierung
bis zum Abend des 4. Juli eine Einladung zur Londoner Kon=
ferenz
überhaupt noch nicht zugegangen war. Es iſt merkwürdig:
Die franzöſiſche Oppoſition ſetzt alles daran, es ſo hinzuſtellen,
als ob ſich Herriot in Chequers durch Macdonald gründlich habe
einſeifen laſſen, während von der gleichen Seite aus die Stellung
des engliſchen Miniſterpräſidenten in England gefliſſentlich und
mit einer gewiſſen Genugtuung als äußerſt geſchwächt geſchildert
wird.
Eine eigenartige Rolle ſpielt gegenwärtig Belgien. Während
früher in Brüſſel die uferloſen Pläne Poincarés zeitweilig mit
gewiſſem Unbehagen angeſehen wurden, verſucht man heute ganz
offenbar, dem neuen franzöſiſchen Kabinett, nach Möglichkeit
Schwierigkeiten in die Wege zu legen. Als Herriot letzthin nach
Brüſſel kam, hatte er nach Auffaſſung gut unterrichteter Kreiſe
die Abſicht, den Wünſchen der deutſchen Reichsregierung hinſicht=
lich
direkter Verhandlungen zwiſchen Berlin und Paris über die
Mieum=Verträge entgegenzukommen. Herr Theunis aber hat ihn
unter dem Einfluß der belgiſchen Schwerinduſtrie mit Geſchick zu
verhindern gewußt. Die belgiſche Induſtrie fürchtet ein Wieder=
aufleben
des deutſchen Exportes und möchte daher die deutſche
Wirtſchaft mit allen Mitteln niederhalten. In dem in Brüſſel
erſcheinenden Echo de la Bourſe war in dieſen Tagen, einge=
ſtreut
in den Bericht über die ſogenannte Mittwochsbörſe, die
nachſtehende bemerkenswerte Mitteilung zu finden:
Zu bemerken bleibt ferner, daß am letzten Mittwoch eine
Abordnung von Induſtriellen eine Demarche bei Herrn Theunis
gemacht hat, damit die Beſetzung der Ruhr unter den jetzigen
Bedingungen aufrecht erhalten wird. Dieſe Delegation hat dem
Miniſterpräſidenten ausführlich die ſchwierige Lage der belgiſchen
Induſtrie dargelegt und einen Vergleich gezogen mit der wach=

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