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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 157
187. Jahrgang
Freitag, den 6. Juni 1924.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Streit uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzelsen=
auſträge und „Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Banſkonto: Deuiſche Banl und Darme
ſtädter 8 Nationalbant.
Die Ausſprache über die Regierungserklärung.
Die Mittelparteien für die Regierung. — Deutſchnationale Oppoſition.— Vorwürfe gegen den Reichspräſidenten.— Die
Sozialdemokraten für das Gutachten.—Nationalſozialiſten gegen die Regierung.—Die Haltung der Bayeriſchen Volkspartei.
* Das Echo des Reichstages.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Zwei Tage hat der Reichstag vor Pfingſten noch Zeit, wenn
Je die Beſprechung der Regierungserklärung zu Ende führen
näl. Der ſtarke Katzenjammer aber, der im ganzen Hauſe nach
1or vierzehntägigen Kabinettskriſe herrſcht, wird das möglich
nachen. Um mit gutem Beiſpiel voranzugehen, beſchränkten ſich
idie Mittelparteien, auf eine gemeinſame
Erklä=
ang, die der Volksparteiler Dr. Scholz verlas, worin ſie die
ſotwendigkeit der Regierungsbildung begründen und dem
Ka=
üitett ihr Vertrauen ausſprechen.
Auch der deutſchnationale Graf Weſtarp hielt ſein
Tem=
rament im Zügel. Er verteidigte die Haltung, die ſeine
Frak=
ion während der Kriſe eingenommen hat, bekrittelte aber
eigent=
lich alles an der Regierungserklärung, und verlangte einen
ener=
üſchen Angriff gegen die Kriegsſchuldlüge, um zunächſt der
ge=
lianten Reichsleitung, einſchließlich des Reichspräſidenten, dem
ia den Vorwurf machte, daß er einen groben parlamentariſchen
erſtoß begangen habe, das Vertrauen aufzuſagen. Aber er
ver=
itn ed es doch, das letzte Wort zu ſagen, um die Brücke nicht
end=
älltig abzubrechen.
Reichskanzler Marx erwiderte deshalb auch nur kurz. Er
Py—rft den Deutſchnationalen vor, daß eine unzweideutige
Er=
ilt rung auch über das Feſthalten an der bisherigen Außenpolitik
ſuon ihnen nicht zu bekommen, geweſen wäre, und daß jeder
Aufere Weg nicht zur Befreiung der Rheinlande führe. In
öuchen der Kriegsſchuldlüge, unterſtreicht er Erklärungen, die
eisher ſchon von den Regierenden abgegeben worden ſind, und
eigentlich auch den Deutſchnationalen genügen müßten.
Der „Sozialdemokrat Loebe paukt ſich zum erſtenmal auf
ſeirten neuen Poſten als Parteiführer ein. Seine
unerſchütter=
iſeee Nuhe nehmen ſeinen Angriffen faſt alles Verletzende, ſodaß
ia die Kommüniſten ruhig von ihm allerlei Bitteres ſagen ließen.
Der ganz Kontraſt wird recht deutlich, als nach ihm Nuth
ſcher, der unter den Kommuniſten dei Pantoffel ſchwingt,
u antworten verſuchte, aber vollkommen das Nibeau verliert und
Swegen auch überraſchend ſchnell abbricht.
Der deutſchvölkiſche von Graefe übt natürlich nur Kritik,
ve hrend der Baheriſche Velksparteiler Leicht vorſichtig
abge=
ougen, wie immer, ſpricht, mit einem leiſen Hinneigen zu
er Regierung. Die Wirtſchaftspartei zieht ſich etwas von
er Regierung zurück.
Damit iſt die Garnitur der erſten Sprecher erſchöpft, und da
iter Außenminiſter Dr. Streſemann erſt am Freitag ſprechen will,
ertagt man ſich zu verhältnismäßig früher Stunde. Wie die
ſchlacht am Freitag ausgehen wird, iſt jedoch ſchon ziemlich klar
14 überſehen. Die Nationalſozialiſten haben ſich den
ſcherz geleiſtet ein Vertrauensvotum einzubringen, gegen
uas ſie natürlich ſelbſt ſtimmen. Von den Kommuniſten
ums den Deutſchnationalen ſteht ein Mißtrauens=
Un trag bevor. Die Mittelparteien aber ſind diesmal
fiü Klügſten geweſen, ſie beantragten unter
Ableh=
ng aller übrigen Anträge, die Politik der
Re=
terung zu billigen. Sie erreichen dadurch, daß über
hnen Antrag zuerſt abgeſtimmt wird, und da ihnen mit Hilfe der
Eisialdemokratie eine Mehrheit ſicher iſt, würden dann alle
an=
ſeen Anträge unter dem Tiſch fallen.
Sitzungsbericht.
* Berlin, 5. Juni. Eigener Bericht.)
Am Regierungstiſch: Reichskanzler Marx, Vizekanzler
farres, Ernährungsminiſter Graf Kanitz.
Präſident Wallraf eröffnet die Sitzung um 10.25 Uhr.
uff der Tagesordnung ſteht die Beſprechung der Regierungs=
Uinl ärung, verbunden damit wird die erſte Leſung des
Nothaus=
ſatts für 1924. Das Wort erhält zuerſt
Abg. Dr. Scholz (D. Vpt.), der im Namen des Zentrums,
Demokraten und der Deutſchen Volkspartei eine Erklärung
chribt, in der darauf hingewieſen wird, daß das Ziel der drei
ſarteien die Einigung des Reichstags auf
mög=
ſichſt breiter Front zur Erledigung der augenblicklich im
ſamdergrund ſtehenden außenpolitiſchen Fragen war. Dabei
and von vornherein feſt, daß bei der gegenwärtigen
wirtſchaft=
ſchen Notlage des geſamten Vaterlandes und bei der Lage der
eſetzten Gebiete im beſonderen die ſchleunige Annahme
es Sachverſtändigengutachtens als Grundlage
ſür eine ſchnelle Löſung der Reparationsfrage
un bedingtes Erfordernis ſei. (Beifall in der Mitte.)
uier eine ſolche Haltung der Regierung werde unſerer Wirtſchaft
notwendigen ausländiſchen Kredite zuführen können, ohne die
wirtſchaftliche Kataſtrophe kaum aufzuhalten ſei. Dieſer
ſetlundpunkt bedeutet.
Feſthalten an der bisherigen Richtung der auswärtigen
Politik.
ſte ſolche eindeutige Erklärung ſei leider von den
utſchnationalen nicht zu erreichen geweſen, ſo
die Verhandlungen als geſcheitert angeſehen werden müſſen.
anderer Weg zur ſchleunigen Bildung einer aktionsfähigen
ſegierung als die Einigung auf der Baſis der bisherigen
Kog=
ſton gäbe es nach Lage der Dinge nicht. Die drei Parteien
nah=
ſim daher im Intereſſe des Vaterlandes das Opfer auf ſich, zur
Aichung der gegenwärtigen Regierung zuſammenzutreten.
DDr. Scholz ſpricht im Namen der Parteien der Mitte der
Negierung das Vertrauen aus
h) die Erwartung, daß ſie ſchleunigſt alle Vorbereitungen trifft,
auf Grund des Sachverſtändigengutachtens erforderlich ſind.
muß gleichzeitig diejenigen Forderungen durchſetzen, die für
die Ausführung des Sachverſtändigengutachtens notwendig ſind.
Wer ſein Vaterland liebt, der muß im Augenblick höchſter Not
national fühlen und auch den inneren Zwang empfinden,
natio=
nal zu handeln. Das getan zu haben, nehmen wir für uns in
Anſpruch. (Beifall in der Mitte, Lachen rechts.)
Abg. Graf Weſtarp (deutſchntl.): Es geht nicht weiter, mit
einem erpreßten Bekenntnis das deutſche Volk zu dauernder.
Knechtſchaft verurteilen zu wollen. (Lebh. Beifall rechts.) Das
republikaniſch=demokratiſch=parlamentariſche Syſtem iſt nicht
ge=
eignet, uns von dem furchtbaren außenpolitiſchen Druck, der auf
uns laſtet, zu befreien. Die geſtrige Programmrede des
Reichskanzlers iſt an dem großen Problem
vorübergegan=
gen. Der moskowitiſchen Sowjetpartei kann nur eine ſtarke
Re=
gierung Herr werden. Das Bürgertum aber wird ſich ihm
ent=
gegenſetzen und die Gefahr abwehren. Wir bringen auch die
Kräfte mit, um die Gefahren einer zweiten Revolution zu
ban=
nen. Zur Sozialdemokratie muß ein klarer Scheideſtrich gezogen
werden. (Erneuter Lärm, Beifall rechts.) Es kann nur gegen ſie
regiert werden. (Erneuter lebh. Beifall rechts.) Auch in Preußen
müſſen in dieſer Beziehung klare Verhältniſſe geſchaffen werden.
Der Redner bedauert, daß die Regierungserklärung an
der inneren Politik vollſtändig
vorbeigegan=
gen ſei. Das Zentrum habe Verhandlungen über die
Kanzler=
ſchaft Tirpitz abgelehnt, vielleicht aus Furcht vor dem Auslande.
(Lärm im Zentrum.) Deutſchland iſt keine Eingeborenenkolonie.
(Minutenlanger Lärm.) Wir verlangen Freiheit von Rhein und
Ruhr in militäriſcher und politiſcher Beziehung. Das Gutachten
wäre völlig unerträglich. Der Redner ſchließt mit einer
Er=
klärung, in der es heißt:
Die Deutſchnationalen verſagen der Regierung
R
„Der Reichspräſident hat unter völliger und offenbar
plan=
mäßiger Außerachtlaſſung des in dem Wahlergebnis zum
Aus=
druck gelangten Willens des Volkes nicht den Führer der
ſtärk=
ſten Partei, ſondern den zurückgetretenen Reichskanzler mit der
Regierungsbildung betraut und damit den Gang der
Verhand=
lungen in die Hände der bisherigen Minderheitsregierung
ge=
legt. Dennoch hat die Deutſchnationale Volkspartei von Anfang
an ihre volle Bereitwilligkeit zur Mitarbeit in der Regierung
unter Zurückſtellung eigener Wünſche unzweideutig bewieſen. In
Erkenntnis der hiſtoriſchen Bedeutung der Stunde hat ſie ſich
ſogar zum Eintritt in eine Regierung unter Vorſitz des
bisheri=
gen Kanzlers bereit gefunden und hat in ſachlicher und
perſön=
licher Beziehung eine außerordentliche Selbſtverleugnung an den
Tag’gelegt. Trotzdem hat der Reichspräſident ſowohl wie der
bisherige Reichskanzler die Verhandlungen in dem Augenblick
abgebrochen, in dem bei gutem Willen der anderen eine Einigung
noch möglich geweſen wäre. Die Deutſchnationale Volkspartei
zieht aus dieſem Verhalten den Schluß, daß ſowohl bei dem
Herrn Reichspräſidenten, wie bei ausſchlaggebenden Teilen der
bisherigen Regierungsparteien der gute Wille, zu einer
Verſtän=
digung zu gelangen, gefehlt hat. Die Fraktion zieht hieraus die
gegebenen Folgerungen. Sie ſtellt vor dem deutſchen Volke feſt,
daß ſie zu der gegenwärtigen Reichsleitung kein Vertrauen hat.”
(Lebhafter Beifall rechts.)
Der Reichskanzler gegen die Oeutſchnationalen
Reichskanzler Marx entgegnet auf Vorwürfe, die Regierung
wäre in der Kriegsſchuldfrage läſſig geweſen, daß die jetzige
Re=
gierung niemals zugegeben habe, daß Deutſchland den Krieg
be=
gonnen habe. Die Kataſtrophe von 1914 kann nur durch
nüch=
terne, klare Forſchung geklärt werden. (Zuſtimmung.) Den dem
Reichspräſidenten gemachten Vorwurf muß ich zurückweiſen.
So=
lange das Kabinett noch nicht zurückgetreten war, war er nicht
berechtigt, neue Schritte zu unternehmen. Es kann nicht
aner=
kannt werden, daß es ſeine Pflicht geweſen wäre, die ſtärkſte
Par=
tei mit der Regierungsbildung zu betrauen. Es mußte die
Sicherheit geſchaffen werden, daß eine unzweideutige Erklärung
dem Auslande kundgab, daß an der Richtung, der bisherigen
Außenpolitik ſich auch nicht das Geringſte ändern würde. (
Leb=
hafter Widerſpruch rechts.) Der Neichskanzler erklärt, er habe
den größten Wert darauf gelegt, Dr. Streſemann in der
Regie=
rung zu halten. Aber ſcheitern konnte die Frage nicht an dieſer
Perſonenfrage, auch nicht an dem Willen Dr. Streſemanns. Der
Kanzler lehnt es ab, Einfluß auf preußiſche Verhältniſſe zu
er=
langen. Er ſchließt mit den Worten: „Herr Graf Weſtarp, dieſe
Politik ſchützt die Rheinlande nicht.” (Lang andauernder Beifall 9
bei der Mitte und bei den Sozialiſten. Widerſpruch rechts.)
Loebes Auseinanderſetzung mit der Oppoſition.
Abg. Loebe (Soz.) meint, ohne Annahme des Gutachtens
hätten wir keine Ausſicht, Amerika noch einmal an den
Verhand=
lungstiſch zu bringen und ausländiſche Kredite zu erhalten.
Ohne Annahme des Gutachtens gibt es keine Nückgabe der
Gefan=
genen, keine Aufhebung der Micumverträge. Die Laſten aus
dem Gutachten müßten allerdings gerecht verteilt werden. Im
Wahlkampf habe Dr. Streſemann eine Erfüllungsrede in
Bres=
lau gehalten, die er — der Redner — ſchon ſelbſt vor vier
Jah=
ren gehalten habe. (Heiterkeit.) In einem Jahre werde vielleicht
Graf Weſtarp dieſelbe Rede halten. (Erneute Heiterkeit.) Der g
Redner kritiſiert dann die Haltung der Kommuniſten und
Deutſch=
völkiſchen. Hinter dieſen Leuten zieht ſich eine Spur von Blut.
(Stürmiſche Unterbrechung bei, den Nationglſozigiſſten.) Die
Sozialdemokratie ſteht auf der Shanze für die Nesuölit.
fall bei den Sozialdemokraten)
Vorſtoß der Nationalſozialiſten gegen die
Mittelparteien.
Abg. Graefe (Natſoz.) ſieht in den Tumultſzenen der
letz=
ten Tage den völligen Bankerott des
Parlamen=
tarismus. Der uns aufgezwungene
Parlamentaris=
mus ſei ein Wahnſinn. Der Reichskanzler. Marx I1.
redivirus hat in ſeiner geſtrigen Kapuzinerpredigt viel von der
Ehre und Würde des Reiches geſprochen, aber aus lauter
Ver=
beugungen vor dem Auslande nichts über das Inland geſagt.
(Große Unruhe und Pfuirufe in der Mitte.) Glaubt der
Reichs=
kanzler wirklich, daß er mit ſeiner Leiſetreterei die Rheinlande
beim Reich erhalten kann? Die Rheinlande bedürfen eines
ſtär=
keren Schutzes. (Lebhafte Zuſtimmung rechts.) Solange unſer
politiſches Leben den Pfahl des Zentrums an ſich habe, müſſe
das parlamentariſche Syſtem für Deutſchland
einen Fluch bedeuten. (Pfuirufe, im Zentrum.! Es
müßte tiefſte Scham erwecken, wenn der Reichskanzler das
Gur=
achten als den Wegweiſer der Freiheit hinſtelle. Wir wollen
feſt=
ſtellen, wer den Mut hat, dieſer Geſellſchaft hier auf der
Regie=
rungsbank das Vertrauen auszuſprechen. (Große
Un=
ruhe in der Mitte. Vizepräſident Dr. Bell rügt den Ausdruck.)
Die Regierungsparteien haben nicht den Mut, ſelbſt ein
Ver=
trauensvotum einzubringen. Wir werden ihnen daher die
Schreibarbeit abnehmen und ein ſolches vorlegen, um ſie alle zu
zwingen, Farbe zu bekennen, auch die Sozialdemokratie, (Lebh.
Ahal=Rufe.) Der Redner wendet ſich gegen den Abg. Loebe. Herr
Loebe reicht bei weitem nicht an eine Perſönlichkeit heran wie
Ludendorff. (Beifall und Heilrufe bei den Nationalſozialiſten.
Großer Lärm im ganzen Hauſe.)
Abg. Leicht (Baher, Vpt.) warnt die Nationalſozialiſten
dringend davor, noch weiter Haß zu ſäen. Damit würden ſie das
deutſche Volk auseinanderſprengen. Schuld an dem Scheitern
des Bürgerblocks trage die Parteipreſſe. Die Antwort der
Re=
gierung auf den Vorſchlag des Gutachtens ſei erfreulich. Der
Redner erklärt, daß ſeine Partei ſich ihre Stellungnahme
vor=
behalte; ſie werde prüfen, welche Geſetzentwürfe zur
Durchfüh=
rung des Gutachtens notwendig ſeien. Von der Geſtaltung
die=
ſer Vorlagen werde ihre Geſamthaltung abhängen.
Abg. Hampe (Wirtſchaflt. Vag.)e fordert Aufhebung der
Zwangswirtſchaft. Der Redner ſteht dem
Sachverſtändigengut=
achten mit ſchwerſten Bedenken gegenüber. Er erklärt, daß er
der neuen Regierung das Vertrauen nicht
aus=
ſprechen könne. Sie werde auch an ihrer inneren Halbheit
bald ſcheitern und zuſammenfallen.
Abg. Kunze (Deutſchſoz.) wirft der Regierung Marx=
Streſemann vor, daß ſie Deutſchland in den Abgrund der
Er=
füllungspolitik ſtürze. Auch er verſagtihr das Vertrauen.
Das Gutachten ſei ein Teufelswerk.
Vizepräſident Dr. Bell teilt mit, daß folgende Anträge
vor=
liegen: 1. Ein Antrag der Nationalſozialiſten, der
Regierung das Vertrauen auszuſprechen. (Dieſer
Antrag wird von den Nationalſozialiſten nicht unterſtützt werden,
ſie wollen dadurch nur die Sozialdemokraten zu einer klaren
Stellungnahme zwingen,) 2. Ein Mißtrauenspotum der
Deutſchnationalen. 3. Ein Mißtrauensantrag
der Kommuniſten. 4. Ein Antrag der
Regierungs=
parteien, über alle anderen Anträge zur Tagesordnung
überzugehe nund einer formulierten Erklärung, der
Re=
gierungserklärung zuzuſtimmen.
Darauf wird der Notetat in erſter und zweiter Leſung
ange=
nommen. Er ſoll bis zum 31. Juli 1924 Geltung haben.
Nach einem Beſchluß des Aelteſtenrats ſoll der Reichstag
ſich am Freitag bis zum 24. Juni vertagen.
Nächſte Sitzung Freitag, 10 Uhr: Fortſetzung der politiſchen
Ausſprache, dritte Leſung des Notetats.
Deutſchnationale Interpellation.
Berlin, 5. Juni. Die deutſchnationale
Reichstags=
fraktion brachte folgenden Antrag ein: Der Reichstag volle
be=
ſchließen, die Reichsregierung zu erſuchen, ungeſäumt im Ausſchuß des
Reichstages über den Stand der Verhandlungen über das Gutachten
der fremden Sachverſtändigen, namentlich in der Eiſenbahnfrage
und der Bankfrage, Auskunft zu geben.
Berliner Preſſeſtimmen.
Berlin, 5. Juni. Die geſtern im Reichstag vom Reichskanzler
Dr. Marx abgegebene Regierungserklärung findet die
un=
eingeſchränkte Zuſtimmung der Preſſe der Mittelparteien und der
So=
zialdemokratie. In Bauſch und Bogen abgelehnt wird die Erklärung
auch nicht von der deutſchnationalen Deutſchen Tageszeitung,
die nur in einzelnen Punkten Kritik an den Ausführungen des
Reichs=
kanzlers übt. Vor allem wendet ſich das Blatt gegen die
uneinge=
ſchränkte Annahme des Sachderſtändigen=Gutachtens, das wegen
ſeiner Mängel insbeſondere hinſichtlich der von Deutſchland geforderten
unerfüllbaren Leiſtungen, nur zur Grundlage von Verhandlungen hätte
gemacht werden müſſen. Die Erfüllung des unveränderten Gutachtens
führe das deutſche Volk nicht auf den Weg der Freiheit, ſondern auf
den Weg der Sklaverei. Auch vermißt das Blatt in der Erklärung ein
offenes Wort über die Schuldlüge.
Das Berliner Tageblatt erklärt, daß die Rede des
Kanz=
lers mit ihrer klaren Offenheit und ihrer weiſen Beſchränkung auf die
Forderung des Tages, nämlich die Annahme des Gutachtens der
Sach=
verſtändigen, nicht ungünſtige Ausſichten biete.
Der Vorwärts ſchreibt: Die Sozialdemokratie hat in Wahrung
der Intereſſen der Arbeiter die Annahme des Sachverſtändigengutachtens
gefordert und wird im Intereſſe der Arbeiter ihre Energie auf dieſen
einen Punkt konzentrieren, ohne nach rechts oder links zu ſehen.
Auch die Deutſche Allgemeine Zeitung erklärt die
Stel=
lungnahne der Regierungserklärung zum Dawesbericht für
grundſätz=
lich richtig. Die deutſche Wirtſchaftslage ſei unbeſtreitbar troſtlos. Eine
der Reparationsfrage abhängig.
ſei von der Re
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Juni 1924,
Kummer 157.
Das Auslands=Echo
der Regierungs=Erklärung.
Die Aufnahme in Paris.
Paris, 5. Juni. Der Temps betont in ſeinem heutigen
Leit=
artikel, der Reichskanzler habe nichts Neues enthüllt, aber er habe doch
geſtern geſagt, Deutſchland werde die neuen Geſetze nicht annehmen,
ohne gewiſſe Zuſicherungen zu erlangen. Er habe alsdann das
Pro=
gramm der Forderungen entwickelt. Die deutſche Regierung
wolle ſich im voraus verſichern, daß ſie Genugtuung erhalte, wenn die
deutſche Regierung die Empfehlungen der Sachverſtändigen ausgeführt
habe. Die deutſche Regierung habe dieſe Gewißheit notwendig, um
den Maßnahmen Geſetzeskraft zu geben, die zur Ausführung des
Sach=
verſtändigen=Programms erforderlich ſeien. Die Regierungen der
Entente könnten ihr dieſe Gewißheit unter einer Bedingung geben, daß
Deutſchland tatſächlich Beweiſe von ſeinem guten Willen gebe. Warum
wolle man nicht vorher zwiſchen den Regierungen der
Entente und der deutſchen Regierung eine
Unterred=
ung einleiten?. Was die deutſchen Forderungen hinſichtlich der
militä riſchen Beſetzung, anbetreffe, ſchreibt der Temps, ſo
ſeien dieſe davon abhängig, daß Frankreich und England ſich
zunächſt über die Auslegung verſtändigten, wie ſie den beiden
erſten Abſätzen des Art. 299 über die Dauer der Beſetzung des
Brücken=
kopfes von Köln geben. Davon hänge offenbar alles ab.
Das Journal des Débats ſchreibt, der Reichskanzler Marg
habe die Kriſe logiſch gelöſt. Der Reichskanzler habe geſtern beſtätigt,
daß der Sachverſtändigenbericht als Ganzes angenommen
oder zurückgewieſen werde. Da er ihn angenommen habe, habe er ihn alſo
in ſeiner Geſamtheit angenommen. Er habe keine
Re=
ſerve formuliert. Er habe ſogar die Maßnahmen angeführt, die ſchon
ergriffen worden ſeien, um die Ausführung des Programms zu
ermög=
lichen. Aber er habe hinzugefügt, daß die Geſetze und Dekrete nur in
Kraft treten würden, wenn feſtſtehe, daß die Gegenſeite auch die
Maß=
nahmen ergreife, die der Bericht Dawes für notwendig erachtet habe,
um die Lebensfähigkeit Deutſchlands wieder herzuſtellen. Das Journal
des Débats ſchreibt, daß dieſe neue Formulierung auf dem Weg
der Konzeſſionen ein wenig weiter gehe als das, was
Streſe=
mann am 17. April erklärt habe. Im übrigen will das Blatt ſich erſt
ausſprechen, wenn ihm der Text der Reichskanzlerrede vorliegt.
Vom Tage.
Freude in Italien.
Rom, 5. Juni. (Wolff.) Der Meſſaggero äußert ſich
erfreut über die neueſten Erklärungen des
Reichs=
kanzlers. Die von Marx umſchriebene Politik ſei die beſte
Politik, welche Deutſchland heute machen könne. Das Blatt fragt
ſich aber, ob die nationaliſtiſchen Parteien, die dem
Sachverſtän=
digenbericht feindlich geſinnt ſeien, dieſe Politik nicht durchkreuzen
würden. Was die Bedenken betreffe, die der Reichskanzler
ge=
macht habe, ſo würden dieſe auf keine Schwierigkeiten ſtoßen, da
ja bereits vor der Abfaſſung des Sachverſtändigenberichts
Poin=
caré Zuſicherung gegeben habe, daß die Beſetzung unſichtbar
ge=
macht werden ſolle.
Erleichterung in Amerika.
Paris, 6. Juni. (Wolff.) Nach einer vom Neu=York
Herald veröffentlichten Waſhingtoner Meldung wird in den
Kreiſen des Kongreſſes und halbamtlich eine gewiſſe
Erleich=
terungüberdie Löſungderdeutſchen
Kabinetts=
kriſe und das Wiederzuſtandekommen des Miniſteriums Marx
bekundet, was als eine Beſſerung der
internatio=
nalen Beziehungen Deutſchlands und der
An=
leiheausſichten betrachtet wird. Man zeige jedoch einige
Beſorgnis hinſichtlich der Widerſtandsfähigkeit des zweiten
Kabi=
netts Marx gegenüber nationaliſtiſchen Angriffen. Die
Erklä=
rungen Herriots hätten in Waſhington Enttäuſchung
hervorgerufen. Der vorwiegende Eindruck ſei der, daß Herriot
zwar die Sprache gemäßigt habe, jedoch im Grunde
ge=
nommen die Ruhrpolitik Poincarés fortführe.
Beſchlüſſe des Aelteftenrates des bahriſchen Landtages.
München, 5. Juni. Der Aelteſtenrat des bayeriſchen
Landtags hat, wie jetzt bekannt wird, ſeine Mitgliederzahl auf
17 feſtgeſetzt und die Zahl der Mitglieder der einzelnen
Aus=
ſchüſſe unverändert gelaſſen. Außerdem hat er die Verteilung
des Vorſitzes und des ſtellvertretenden Vorſitzes in den „
Aus=
ſchüſſen vorgenommen. Die Entſcheidung darüber, ob
Kommu=
niſten an den Beratungen der Ausſchüſſe teilnehmen können,
wurde zurückgeſtellt, ebenſo die Entſcheidung darüber, ob die
Sozialiſtiſche Fraktion als zweitſtärkſte Fraktion im Landtag
an=
zuſprechen ſei, da ſie tauſend Reſtſtimmen mehr hat als der
Völ=
kiſche Block.
Englands Schuldenzahlung an Amerika.
TU. London, 5. Juni. Die Regierung hat alle
Vorberei=
tungen getroffen, um am 15. Juni ein weiteres Viertel der
eng=
liſchen Schulden an die Vereinigten Staaten abzuführen, und
zwar in der Höhe von 60 Millionen Dollar, die vorausſichtlich
in Gold bezahlt werden.
Der Vorſtand des Reichsverbands der Ausgewieſenen von Rhein
und Ruhr richtete an den Reichspräſidenten ein Telegramm, in dem
er ſich voll und ganz dem durch die Tageszeitungen veröffentlichten
Tele=
gramm des Oberpräſidenten Dr. Fuchs vom 3. Juni, betreffend die
Zukunft des Rheinlandes, anſchließt.
Vom Reichsgericht in Leipzig wurden zwei Gehilfen des
franzöſi=
ſchen Kapitäns d’Armond, der am 20. März wegen Spionage verurteilt
und ſpäter ausgetauſcht wurde, und zwar ein Schweizer Student mit
Namen Bruderer und der kaufmänniſche Angeſtellte Herpich, verurteilt.
Erſterer erhielt 12 Jahre Zuchthaus, 500 Mark Geldſtrafe, 10 Jahre
Ehrverluſt, letzterer 10 Jahre Zuchthaus, 200 Mark Geldſtrafe und 10
Jahre Ehrverluſt.
In Sachen Thormann=Grandel hat der
Staatsan=
walt gegen den Freiſpruch der Angeklagten ſofort die Reviſion
beim Reichsgericht angemeldet.
Wie der Berg= und Hüttenmänniſche Verein mitteilt, hat ſich die
Vage auf den oberſchleſiſchen Werken weſentlich
ge=
beſſert. Auf der Mehrzahl der Gruben konnte der Betrieb teilweiſe
wieder aufgenommen werden.
In politiſchen Kreiſen Bayerns verlautet, daß bei den
Beſprechun=
gen über die Regierungsbildung beſchloſſen worden iſt, an die Fraktion
des Blocks eine Einladung zur Teilnahme an dieſer Beſprechung ergehen
zu laſſen.
Der württembergiſche Landtag hat mit 46 gegen 28
Stimmen die Aufhebung der Verordnung, betreffend die Aufteilung von
Oberamtsbezirken und des Landgerichts Hall beſchloſſen.
Der däniſche König und die Königin beabſichtigen,
gegen Monatsende zur Beſichtigung der britiſchen Reichsausſtellung in
Wembley nach London zu reiſen.
Nach einer Havasmeldung aus Brüſſel wird der Indépedence Belge
zufolge Außenminiſter Hymans nächſte Woche an der Tagung
des Völkerbundes teilnehmen.
Nach einer Havasmeldung aus Konſtantinopel hat der Rat der
Kommiſſare den Außenminiſter beauftragt, die Forderung der
Türkei auf Moſſul aufrecht zu erhalten.
Die Vorgänge in Rumänien.
Paris, 5. Juni. (Wolff.) Nach einer Havasmeldung aus
Bukareſt werden ſämtliche Nachrichten aus ausländiſcher
Quelle, nach denen die Exploſion des Bukareſter Arſenals
zahlreiche Opfer gefordert hätte, in aller Form dementiert.
Desgleichen würden ſämtliche Gerüchte von einem
Staats=
ſtreich des Generals Avareseu dementiert, der an der Spitze
von 50 000 Bauern auf Bukareſt marſchieren ſoll; in ganz
Rumä=
nien herrſche vollkommene Ordnung. General Avarescu
habe kürzlich außerhalb von Bukareſt den Vorſitz auf dem
Jahres=
kongreß ſeiner Partei geführt, der ſich in voller Ruhe abgewickelt
und zu keinerlei Kundgebungen Anlaß gegeben habe. In
Buka=
reſt würden alle anders lautenden Tendenznachrichten auf
Bör=
ſenmanöver zurückgeführt. (Es iſt auffallend, daß eine große
Anzahl von Pariſer Morgenblätter Betrachtungen darüber
an=
ſtellt, warum die Lage in Rumänien kritiſch iſt.)
Wie andere Bukareſter Meldungen beſagen, hat dort
tatſäch=
lich am geſtrigen Tage der angekündigte Einzug des Generals
Avarescu ſtattgefunden. Die große Demonſtration verlief jedoch
unblutig, ſo daß das beabſichtigte gewaltſame Einſchreiten gegen
die Demonſtration unausgeführt blieb. Die Gerüchte, daß ſich
ereits ein Putſch vollzogen habe und das Kabinett Bratianu
geſtürzt ſei, ſind unzutreffend. An der großen
Maſſenverſamm=
lung in Bukareſt beteiligten ſich rund 12 000 bis 15 000 Menſchen.
In ſeiner Anſprache ſtellte Avarescu die Forderung auf, daß die
Regierung Bratianu zurücktreten müſſe.
Rüſiungen der kleinen Entente.
London, 5. Juni. (Wolff.) Das Mitglied der
Arbeiter=
partei Morel hat geſtern in einer Rede erklärt, er ſehe mit
Be=
ſorgnis auf die rieſigen Rüſtungen in Mitteleuropa. Die großen
Skodawerke in der Tſchechoſlowakei und die öſterreichiſchen
Staatsfabriken arbeiteten unter Hochdruck und erzeugten einen
dauernden Strom von Kriegsmaterial für die Tſchechoſlowakei,
Rumänien und in geringem Maße für Polen. Die Skodawerke
gehörten tatſächlich der Creuſot=Schneider=Gruppe und ſtänden
unter direkter franzöſiſcher Kontrolle. Andererſeits ſtehe jeder
Induſtriezweig in den vormals feindlichen Ländern, wie
Oeſter=
reich, der nur entfernt mit Rüſtungen zuſammenhänge, unter der
Kontrolle der Botſchafterkonferenz in Paris, deren Tätigkeit
ebenſo widerſinnig wie myſteriös ſei.
Die Unruhen in Albanien.
Belgrad, 5. Juni. Die Lage in Albanien gibt nach wie
vor zu den ſchwerſten Bedenken Anlaß. Die Aufrührer im
Nor=
den werden auf 1500 Mann, die im Süden auf das Vielfache
die=
ſer Zahl beziffert. Die ſerbiſche Koalition unter Elias Varioni
konzentriert ihre Streitkräfte um Tirana und Albaſan.
Freiſpruch im Thormann=Prozeß.
Die Urteilsbegründung.
Berlin, 5. Juni. Im Prozeß Thormann=Grandet
ſind die beiden wegen des verſuchten Attentats auf General
v. Seeckt Angeklagten freigeſprochen worden. Die Koſtern
werden der Staatskaſſe auferlegt, die Häftbefehle gegen dine
beiden Angeklagten werden ſofort aufgehoben.
ſt
amt
In der Urteilsbegründung heißt es: „Die gefährliche und verabz
ſcheuungswerte Bereitwilligkeit weiter Kreiſe zu Mordtaten iſt eine Folan
des Krieges und der Nachkriegszeit, ebenſo wie die damit in Verbim
dung ſtehende verdammenswerte Spitzeltätigkeit. Beide Angeklagto
haben den Wunſch nach der Beſeitigung des Generals von Seeckt
ge=
habt, und ſie haben dieſem Wunſche Ausdruck gegeben. Daß Juſtizra=
Claß etwa die Ermordung Seeckts gewünſcht hat, erſchien dem Gerichh
ausgeſchloſſen, da dieſe Anſicht durch die eidliche Vernehmung einwands
frei widerlegt worden iſt. Trotzdem iſt das Gericht nicht zu einer
Ver=
urteilung der Angeklagten gekommen. § 43 des Strafgeſetzbuchs beſagtt
daß zwei Perſonen zur Begehung einer Tat in
Willensübereinſtimmm=
handeln müſſen. Eine Verabredung zum Mord liegt jedoch nur vom
wenn beide Teile als Täter oder als Gehilfen den ernſthaften Willen,
haben, bei der Begehung des Verbrechens tätig zu werden. Eine Vern
abredung mit Spitzeln gäbe es nicht, weil dieſe den ernſten Willen zuu
Tat nicht haben.
Nun hat die Verhandlung ergeben, daß Tettenborn und Köpke der
eſten Willen zum Mord nicht hatten. Infolgedeſſen liegt auch einn
ernſthafte Verabredung zwiſchen den Angeklagten nicht vor. Nun könntt
nan auf den Gedanken kommen, daß vielleicht ein Verſuch zum
Mor-
vorlag, der an ſich ſtrafbar iſt. Aber in dieſem Falle hier würde es ſic,
nur um den Verſuch eines Verſuchs handeln, und dieſer iſt nach derg
Heſetz nicht ſtrafbar. Geht man davon aus, daß Thormann und
Grande=
eine Aufforderung zum Mord verſucht haben, ſo beſteht doch wiederurn
die Tatſache, daß Tettenborn und Köpke ſelbſt die Aufforderung nicht
ernſt genommen haben."
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Das Urteil im Mainzer Kommuniſtenprozeß.
Mainz, 5. Juni. In dem Kommuniſtenprozeß vor
dem franzöſiſchen Kriegsgericht in Mainz wurde
heute nach ſechsſtündiger Verhandlung um 8 Uhr abends dast
Urteil verkündet. Die weiblichen Angeklagten ſind mit einigem
Monaten Gefängnis davon gekommen. Die übrigen Angeklagtem
erhielten Geſängnisſtrafen von 1 bis 5 Jahren. Ein
mitangeklagy=
ter franzöſiſcher Staatsangehöriger erhielt 10 Jahre Gefängnis=
Insgeſamt wurden 54 Perſonen verurteilt.
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711
1e
tmi
Franzöſiſche Kriegsgerichtsurteile.
Wiesbaden, 5. Juni. Im April 1923 war die Jugendo
gruppe der Deutſchnationalen Volkspartei in Wiesbaden qn
Grund einer Ordonnanz der Rheinlandkommiſſion aufgelöſt won
den; trotzdem beſtand ſie im Bismarckbund weiter. Jeden Dom
nerstag verſammelte ſich eine Anzahl Mitglieder zu Spazieru
gängen, bei denen über Fragen der inneren und äußeren deutz
ſchen Politik geſprochen und im beſetzten Gebiet verbotene Lis
der, vor allem das „Ehrhardtlied”, geſungen, ſowie von einiger
Mitgliedern Hitleruniformen und Hitlerabzeichen getragen wur
ſen; man ſuchte auch neue Mitglieder zu gewinnen. Die fram
zöſiſche Militärbehörde verhaftete am 3. April eine Anzahl de
beteiligten jungen Leute, die vom Kriegsgericht des 30. Armeex
orps zu Gefängnisſtrafen von 2 Monaten bis zu 3 Jahren und.
zu Geldſtrafen von 1 bis 2000 Mark verurteilt wurden.
E.
heut
wot
Zum Anſchlag auf Königswuſterhauſen.
Berlin, 5. Juni. Zu der gemeldeten Zerſchneidung desl
Antennenhalteſeils auf der im Ausbau begriffenen neuen Anlagg
er Funkſtation Königswuſterhauſen teilt das Polizeipräſidiu
nit, daß nur ein Henner der Anlage und ein Fachmann auf der
Bebiete des Funkweſens der Täter ſein könne, und daß die Tad
da ein beabſichtigter Metalldiebſtahl der ganzen Sachlage naci
ausgeſchloſſen erſcheine, als Sabotage= oder Racheakt zu bezeicht
en ſein dürfte.
die
Eber
kaalen
Verbot des „Roten Tages” in Leipzig.
Berlin, 5. Juni. Verordnung 7 zur Verordnung des
Reichspräſidenten vom 28. Februar: Auf Grund des § 2 der Vew
ordnung des Reichspräſidenten über die Aufhebung des militärts
ſchen Ausnahmezuſtandes und die Abwehr ſtaatsfeindlicher Be. vom 28. Februar verbiete ich den für den 8. Jun
in Leipzig geplanten Reichsarbeiterkongreß „Roten
Tag”, weil er lediglich zur Vorbereitung des von dir
Kommuniſtiſchen Partei Deutſchlands betrieben
nen gewaltſamen Umſturzes dienen ſoll.
Zuwiderhand=
lungen gegen das Verbot werden nach § 4 der Verordnung des
Reichspräſidenten vom 28. Februar mit Gefängnis= und
Geld=
rafe oder mit einer dieſer Strafen beſtraft, ſofern nicht nach*
anderen Strafvorſchriften eine ſchwerere Strafe verwirkt iſt. Der
Reichsminiſter des Innern. gez. Dr. Jarres.
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Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Montag, 5. Juni.
Cosi fan tutte.
Komiſche Oper von L. da Ponte, Muſik von W. A. Mozart.
In der entzückenden Inſzenierung des Jahres 1922 ging
dieſes luſtige Werk des Genies endlich wieder einmal über die
Bretter des Kleinen Hauſes, für das es wie geſchaffen ſcheint.
Das Stück hat ſich ſeines anſtößigen Textes wegen viele
Um=
arbeitungen gefallen laſſen müſſen, ſo daß es faſt auf jeder Bühne
anders gegeben wird. Hier liegt die Bearbeitung von Hermann
Levi zugrunde. Sie leidet unter allzu großer Länge; Striche
wären rätlich, die Wirkung zu erhöhen.
Cosi kan tutte iſt kein Eckſtein des Mozartſchen Geſamtwerks.
Handlung und Stil iſt noch ganz das alte Faſtnachtsſpiel, aus
dem veredelt und geſteigert ſich erſt der meiſterliche Figaro
er=
heben ſollte. Nur von dieſer Vorausſetzung aus iſt der Stoff
er=
träglich. Die Muſik iſt die italieniſche Oper, wie wir ſie durch
Cimaroſas „Heimliche Ehe” wieder ſehr gut kennen gelernt
haben. Es ſteckt noch viel Füllſel, Arabeske, ſpieleriſche Art
darin. Alle Sätze jedoch zeugen von jener Leichtigkeit der
Er=
findung und Beherrſchung der Formen ohnegleichen.
Aeußerſt ſchwer zu ſingen ſind die Secco=Rezitative, die in
ſeutſcher Sprache ſchier die Zunge brechen. Unſere Künſtler haben
ſie glänzend zu bebandeln verſtanden. Man hütete ſich auch vor
Ueberhaſtung der Tempi, die vor zwei Jahren vieles verwiſchte.
Die Anſicht Mozarts hierüber iſt bekannt, der jede Note
kriſtall=
klar hören wollte.
Die Vorſtellung war ein Genuß, alle Perſonen bei Laune,
das Orcheſter voll Leben, die muſikaliſche Leitung Joſeph
Roſen=
ſtocks, die ſzeniſche Joſeph Schlembachs vortrefflich. Die Regie
hatte viele belebende Neuerungen hinzugefügt: man hat in den
zwei Jahren gelernt, was aus ſolchen Stücken herauszuholen iſt.
Das Schweſternpaar Fiordiligi und Dorabella fand in den
Damen Margarete Albrecht und Hilde Baß eine reizende,
darſtelleriſch wie geſanglich in hohem Maße löbliche Vertretung.
Hilde Baß, die mit dieſer großen Rolle erſtmals heraustrat, darf
mit dem ſchönen Erfolg, der natürlich noch keine vollendete
Lei=
ſtung darſtellt, wohl zufrieden ſein. Freilich, für manche
drama=
tiſche Stellen, auch für manche Rezitative, reichen beider
Stim=
men nicht aus. Eine allerliebſte Despina war Paula Kapper,
der dieſe kecke Rolle wie angegoſſen ſitzt. Ihrer mitreißenden
Laune hauptſächlich war die Stimmung des Abends zu danken.
Die beiden Liebhaber Ferrando und Guglielmo können kaum
beſſer geſpielt und geſungen werden, als es heute von den Herren
Alexis af Enehjelm und Seuſer geſchah. Da waren ſchöne
Stimmen, ſicherer Kunſtgeſgn
Olifkter glücklich ver=
einigt. Herr Kuhn gab mit ſeiner Komik den philoſophiſchen
Don Alfonſo in ſeiner unübertrefflichen Weiſe.
Alle Künſtlerinnen und Künſtler fanden begeiſterten Dank
des vollen Hauſes, das ſich offenbar gut amüſierte. v. H.
* In der geſtrigen Aufführung von Shakeſpeares „
Kauf=
mann von Venedig” im Großen Hauſe gaſtierte Fräulein
Hedwig Schlichter von der „Truppe” in Berlin als „Jeſſika”
Die Rolle iſt zu wenig umfangreich, als daß ſie einen ſicheren
Maßſtab für die Beurteilung der Fähigkeiten des Gaſtes abgeben
könnte. Die Dame, eine kleine Geſtalt mit ſcharfen Zügen, ſprach
die wenigen Worte der „Jeſſika” ſachgemäß, ohne jedoch der
nächtlichen Parkſzene mit dem Geliebten einen beſonderen Reiz
zu geben.
Z.
Das 54. Tonkünſtlerfeſt.
Die Vorbereitungen für das am 9. Juni beginnende vierundfünfzigſte
Tonkünſtlerfeſt ſind nunmehr abgeſchloſſen, ſodaß ſich ein Ueberblick
über ſein Programm geben läßt:
Das Feſt beginnt am 9. Juni mit der Uräufführung von Ernſt
Krenecks komiſcher Oper „Der Sprung über den Schatten‟. Der
Kom=
poniſt wird der Aufführung beiwohnen.
Am Dienstag, den 10. Juni, vormittags 11 Uhr, wird Alois Haba
über das Vierteltonſyſtem ſprechen. (Kleiner Saal des Saalbaues.) An
dem von Grotrian Steinweg (Braunſchweig) konſtruierten
Viertelton=
klavier werden Vorführungen die Darlegungen des Redners illuſtrieren.
Im Opernhaus folgt abends 7½ Uhr die Aufführung der
Tanzpanto=
mime von Paul Hindemith „Der Dämon” und von Jgor Stravinskis
„Geſchichte vom Soldaten”
Der dritte Tag, Mittwoch, den 11. Juni, bringt abends 7½ Uhr im
Opernhaus das erſte Orcheſterkonzert mit Werken von Jan Ingenhoven
(Sinfoniſche Fantaſie unter Benutzung eines altniederländiſchen
Volks=
liedes), Alban Berg (Drei Bruchſtücke aus der Oper „Wozzek”), Ernſt
Georg Wolff (Ouvertüre zu einer komiſchen Oper) und Erhart
Erma=
tinger (Sinfonia).
Donnerstag, den 12. Juni, folgen die Teilnehmer nach der
Haupt=
verſammlung des Allgemeinen Deutſchen Muſikvereins einer Einladung
der Kur=Aktien=Geſellſchaft Bad Homburg, wo abends Henry Purcells
(1680) Werk „Dido und Aeneas” unter Hermann Scherchen zur
Auf=
führung kommt.
Für den fünften Tag, Freitag, den 13. Juni, iſt, gleichfalls im
Opernhaus, die Uraufführung von Gerhard von Keußlers Oratorium
„Zebaoth”, angeſetzt.
Samstag, den 14. Juni, und Sonntag, den 15. Juni, finden im
Opernhaus zwei Konzerte ſtatt, von denen das erſte Werke von Hans
Pfitzner (Columbus), Alexander Jemnitz (Quartett für vier Trompeten),
Felix Petyrek (achtſtimmiger Chor a capella: „Irrende Seelen”),
Oth=
mar Schoeck (Ghaſelen), Richard Strauß (ſechzehnſtimmiger Chor: „Eine
deutſche Motette‟) Arnold Schönberg (gemiſchter Chor a capella:
Friede auf Erden”) bringt, während im letzten Konzert eine Sinfonie
von Karol Rathaus, vier Baritongeſänge mit Orcheſter von Ferruccio
Buſoni und die „Sinfonia Domeſtica” von Richard Strauß vorgeſehen
ſind. Erfreulicherweiſe hat ſich eine
deutſchen und ausländiſchen Muſikern
außerordentlich große Zahl vom
zu dem Feſt angemeldet.
Auf Einladung der ſtädtiſchen Behörden von Darmſtadt fidet and)
16. Juni ein Ausflug der Teilnehmer an dem Frankfurter Tonkünſtler”
feſt nach Darmſtadt ſtatt. Hierbei bietet ein von der ſtädtiſchem)
Akademie für Tonkunſt unter Mitwirkung des Muſikvereins und hieſigern
Tonkünſtler im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters dargebos!
tener Kammermuſikabend Uraufführungen folgender Werke Darmſtädter
Komponiſten: 1. Hans Simons Streichquartett, 2. Hermann Heib.”
Sonate für Violine und Bratſche, 3. R. Mendelsſohn, Lieder, 4.
Wils=
helm Peterſen, Streichquartett Nr. 2 in einem Satz, 5. Bodo Wollſs”
Quartett grotesk, phantaſtiſche Sinfonietta für Singſtimmenorcheſſel=
* Juſtus von Liebig.
Hundert Jahre Liebig=Laboratorium.
Wenn eine dankbare Erinnerung unſere Gedanken zu jenen
Tagen zurückführt, an denen vor einhundert Jahren der jung=
Gelehrte der Chemie Juſtus von Liebig als neuberufener
Pro=
feſſor in einer alten Wachtſtube in Gießen ſein erſtes Laboraic
rium einrichtete, ſo haben wir, die Nutznießer der modernen
Chemie und Medizin, dazu allen Grund. Iſt er doch der erſe
geweſen, der durch ſeine durchdachten Experimente die chemiſce
Wiſſenſchaft in Deutſchland aus einem Zuſtand minderwertige.
Verworrenheit zu Weltachtung und Anſehen gedracht hat. Phle
allem iſt er der erſte Altmeiſter der organiſchen Chemie, duig
ſeine Elementaranalyſe bietet er ſelbſt dem mindergeübten Lahc
ranten die Möglichkeit, in wenigen Stunden die Zuſammele
ſetzung auch unbekannter organiſcher Körper auf das Genaueſ”
zu ermitteln. Sie iſt der Grundpfeiler, auf dem das ganze ſtold=
Gebäude der Organchemie ruht. Von ſeinen ſonſtigen Erfindune
gen ſoll hier nur das für die Medizin ſo wichtige Chloroform un
das als unſchädliches Schlafmittel bekannte Choral=Hydrat, ſe.
er das die Backtechnik ſehr ſtark beeinfluſſende „Backpulver” M
die verſchiedenen Fleiſch= und Kraftextrakte genannt werden. Sile
vollſtändig neue Zeit brach auch für die Landwirtſchaft durch oie
Erfindung ſeines auf genauer Kenntis der Ackererde und dee
Pflanzenernährung beruhenden Kunſtdüngers an. Als Lieoſe
nach 28jähriger Tätigkeit in Gießen einem ehrenvollen Rufe."
die Münchener Univerſität folgte, war er bereits in dieſer 9e
der hingebungsvollſte und anregendſte Lehrer von allen ſiie
ſameren Chemikern geworden. In München wirkte er no9."
Jahre zum Segen der Menſchheit. Am 18. April 1873 ſchloß de
große Gelehrte für immer die Augen, verehrt von Taufenl‟
von Schülein der großen chemiſchen Wiſſenſchaft. Der letzte 20
des Mai im Jahre 1824, an welchem Liebig ſeine Profeſſut.
München antrat, wurde in Wahrheit der Wendepunkt iſ.
Entwicklung der Naturwiſſenſchaften, wie er ſich bedeutungä/)
nicht gedacht ſperden kann.
Les
Aer
für
ich
Rummer 157.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den G. Juni 1924,
Seite 3.
Um Millerand.
Paris, 5. Juni. Der Kampf um die
Präſident=
haft der franzöſiſchen Republik tritt heute in ſeine
etſsheidende Phaſe. Heute nachmittag wird Millerand ſeine
Be=
ſichungen über die Kabinettsbildung fortſetzen. Er empfängt
zrſt die Präſidenten der Kammer und des Senats und ſodann
i zum Miniſterpräſidenten in Ausſicht genommenen
Abgeord=
nini Herriot. In Pariſer politiſchen Kreiſen wird erklärt, daß
im der Unterredung zwiſchen Herriot und Millerand zu einer
ſyrgung nicht kommen wird, da beide unannehmbare
Bedingun=
m ſtellen werden. Millerand werde von Herriot fordern, daß
auif einige Punkte ſeines Programms verzichtet, während
Her=
vt an die Annahme des Auftrages zur Regierungsbildung die
Hdängung ſtellen wird, daß der Präſident der Republik ſich
ver=
bichtet, demnächſt zurückzutreten. Was dann geſchehen wird, iſt
nch unklar. Man vermutet, daß vielleicht der Verſuch gemacht
hro, durch Berufung anderer Politiker der Linken ein Kabinett
u republikaniſchen Union zuſtande zu bringen. Millerand, der
hiierhin der Abdankung energiſchen Widerſtand entgegenſetzt
geſtern zu befreundeten Parlamentariern geſagt haben, er
pinke ſo viel Politiker wie möglich zu erſuchen und zu
gebrau=
ey, um noch in der Kammer und im Senat eine Mehrheit für
Fu ſchaffen.
A
DDer übliche Empfang des neugewählten Kammerpräſidenten
ym. Präſidenten der Republik hat, wie bereits berichtet, heute
urittag 10.30 Uhr ſtattgefunden. Die Unterredung zwiſchen
kienlevé und Millerand hat fünf Minuten gedauert.
m 11.30 Uhr hat der Präſident der Republik dem
Kammer=
hifdenten=Bureau ſeinen Beſuch erwidert. Dieſe Unterredung
du rte 15 Minuten.
Die Kammer hat in ihrer heutigen Nachmittagsſitzung zu
wüber einen Antrag abgeſtimmt, den eine Anzahl Abgeordneter
de Radikalen und der Sozialrepublikaniſchen Partei geſtellt
heim, die Eröffnungsrede des neugewählten
Kammerpräſiden=
t irn ganzen Lande anzuſchlagen. Der Antrag iſt mit 340 gegen
Itimmen angenommen worden. Die Kammer hat hierauf
MWahlprüfung fortgeſetzt. Die Sitzung dauert an.
Herriot bei Millerand.
Paris, 5. Juni. (Wolff.) Der Abgeordnete Herriot iſt
ſite abend 6½ Uhr vom Präſidenten der Republik empfangen
mren.
Mach einer Havasmeldung aus Algier iſt der
Generalgouver=
het von Algerien, Steeg, heute nach Paris abgereiſt. Steeg,
gein perſönlicher Freund des Präſidenten Millerand und ehe=
Wiser Miniſter iſt, iſt heute vormittag unter den zur Mehrheit
geöcenden Politikern genannt worden, die Präſident Millerand
mgricherweiſe noch berufen wird, bevor er auf Politiker
außer=
ſc der Mehrheit zurückgreift.
Herriot lehnt ab.
Paris, 5. Juni. (Wolff.) Der Abgeordnete Herriot hat
„Sabinettsbildung abgelehnt. Der Präſident wird
er die Beratungen, die Millerand mit dem Führer der
Radi=
n geführt hat, ein Communigué veröffentlichen.
Millerand zur Kabinettsbildung.
U. Paris, 5. Juni. Die Präſidentſchaft der
Rtublik hat heute abend kurz nach 8 Uhr folgendes
Com=
mrigué herausgegeben:
Entſprechend den Angaben der Präſidenten der beiden
Kam=
mi. die der Präſident der Republik heute nachmittag empfan=
* Hatte, hat dieſer Herrn Herriot gebeten, ſich ins Elyſée zu
pie en. Nachdem Herr Millerand ihm in großen Umriſſen die
mer= und außenpolitiſche Lage geſchildert hatte, fragte er ihn,
aler, ihm ſeine Mitwirkung bei der Bildung des neuen Kabinetts
goichren wolle, zur Verwirklichung der Ideen, die bei der letzten
Brngung des Volkes zum Ausdruck gekommen ſind. Darauf
ſad ein Meinungsaustauſch ſtatt, in deſſen Verlauf
kei=
ſiler Meinungsverſchiedenheit hinſichtlich des Programms
zu=
we getreten iſt. Als Herriot hierauf die Präſidentſchaftsfrage
gchritt, erklärte Herr Millerand, daß er nicht damit
einverſtan=
be ſſein könne, eine Frage zu prüfen, deren Aufrollung die
Aitung vor dem Geſetz verbiete. Die Verfaſſung habe die Dauer
Mandats des Präſidenten auf ſieben Jahre feſtgeſetzt. Da
Bräſident für ſieben Jahre ins Elyſée berufen iſt, hält er es
ſeine Pflicht gegenüber der Republik und gegenüber
Frank=
eh. bis zum geſetzlichen Ablauf dieſer Friſt dort
* Rußlands größter Klaſſiker.
Zu Puſchkins 125. Geburtstag, 6. Juni.
Die ruſſiſche Literatur iſt durch die großen Meiſter der
jüng=
mWVergangenheit, durch Tolſtoi und Doſtojewski beſonders
hbe gerückt, und der Blick wendet ſich nunmehr zurück zu jenen
iienttlichen Schöpfern der ruſſiſchen Dichtung, von deren Größe
Aſte=uropa früher nur wenig geahnt hatte. So hat man im letz=
* Fahrzehnt die großartige Darſtellungskraft Gogols entdeckt
Seſchäftigt ſich jetzt mehr und mehr mit dem Begründer der
wichen Literatur, den die Ruſſen als ihren größten Klaſſiker
ehren, mit Alexander Sergejewitſch Puſchkin, der am 26. Mai
un Sils — alſo am 6. Juni nach unſerem Kalender — 1799 zu
Aslau geboren wurde. Schon früher haben Bodenſtedt und
weie verſucht, uns die Schönheit der Puſchkinſchen Dichtung,
Noü ders die ſeines berühmten Versromans „Eugen Onegin”, zu
Rmäätteln. Aber den Schmelz ſeiner wundervollen Sprache im
Zutſichen zu bewahren dürfte ebenſo ſchwer ſein, wie dem
ge=
ynnen Schmetterling den Blütenſtaub ſeiner Flügel zu er=
Mter Deshalb hat man jetzt uns den Zugang zu ſeiner Kunſt
ſtäthſt durch feine klaſſiſchen Proſa=Erzählungen eröffnet, die
Anfang der ruſſiſchen Kunſtproſa ſtehen und ſchon die Nähe
Weobachtung, die epiſche Kraft und Kühnheit beſitzen, die wir
uden ſpäteren ruſſiſchen Meiſterwerken bewundern. Dieſe
Per=
wer Erzählungskunſt, ſo der romantiſche Räuberroman
zült rowskij”, die „Erzählungen Bjelkins”, die ſo wunderbare
43ſchnitte aus dem ruſſiſchen Leben bieten, ſind in guten
Veiſetzungen bei der Allgemeinen Verlagsanſtalt in München
ſhienen, die uns auch die Kenntnis ſeiner genialen
Jugend=
k., des Märchengedichtes „Rußlan und Ljudmilla”, des
u=mentalen Dramas „Boris Godunof” des Don
Juan=
ſuaas „Der ſteinerne Gaſt” und die lyriſche=Verherrlichung
ſer sburgs im „Reiter aus Erz” vermittelt hat. Puſchkins
ſom umfaßt, von ſeinen weniger bedeutenden hiſtoriſchen und
him aliſtiſchen Arbeiten abgeſehen, nur ſieben Novellen und
ze kleinen Roman, aber es ſind vollendete Meiſterwerke, die
nu den ganz großen Schöpfungen der Weltliteratur rechnen
Eſan. Während wir das Wunder ſeiner Dichtung in der Ueber=
Füm g bei den Werken in Verſen nur ahnen können, erſchließt es
uns bei dieſen proſaiſchen Arbeiten vollkommen. Puſchkin,
einem alten Edelmannsgeſchlecht entſtammte und in deſſen
Iani von der mütterlichen Seite her orientaliſches Blut floß,
Wlut des Negers Peters des Großen Hannibal, verband
ſheunde Leidenſchaft mit höchſter Feinheit der Empfindung und
ſuſſter Beobachtung. Ihm verdankt Rußland die Schöpfung
ſr:: nationalen Literatur; ihm haben alle Späteren gehuldigt,
zu bleiben. Millerand iſt entſchloſſen, alles zu tun, was von
ihm abhängt, um die Achtung vor der Verfaſſung zu
ſichern und einem Präzedenzfall vorzubeugen, deſſen Gefahren
unüberſehbar ſind. Ohne dieſe Antwort zu erörtern,
erwi=
derte Herriot einfach, daß er nicht glaube, die Miſſion
übernehmen zu können, die der Präſident ihm angeboten
habe. Der Präſident beabſichtigt, heute abend ſeine
Konſultatio=
nen fortzuſetzen.
Schwierigkeiten der Kabinettsbildung.
TU. Paris, 5. Juni. Nach der Beſprechung mit Millerand
die ungefähr eine Stunde, von 6.30 bis 7.30 Uhr, dauerte, hat ſich
Herriot ſofort nach dem Palais Bourbone begeben, wo um
7.50 Uhr eine Konferenz einberufen wurde, der Painlevé
Briand, Blum, Renaudel, Varenne und andere Führer des
Linkskartells beiwohnten. Um ½9 Uhr abends war dieſe
Konfe=
renz noch nicht beendet.
Gegen ½9 Uhr überbrachte ein Oberſtleutnant der
republika=
niſchen Earde Painlevé einen Brief des Präſidenten
der Republik.
Man erfährt, daß Millerand ſeine Bemühungen heute
abend von 10 Uhr ab fortſetzen werde. Um ½8 Uhr hatte er eine
Unterredung mit Lacroix, über deren Ergebnis noch ſtrenges
Stillſchweigen gewahrt wird.
Der Verlauf der Kriſe.
* Paris, 6. Juni. (Priv.=Tel.) Geſtern hat ſich die Lage
weiter zugeſpitzt, doch iſt bis zur Stunde, 10 Uhr abends, die
Löſung nicht bekannt geworden. Die Blätter ſind noch immer
voller Angaben über die Geſchichte aus den
Verfaſfungsbeſtim=
mungen und aus der Vergangenheit der leitenden Männer und
beweiſen, daß Millerand Widerſtand leiſten müſſe, bezwv. daß er
ſchon längſt hätte zurücktreten müſſen.
Millerand hat geſtern um 10 Uhr den bisherigen
Kolo=
nialminiſter Fabry empfangen und mit ihm 20 Minuten
be=
raten. Einige Minuten ſpäter machte Painlevé ſeinen
offi=
ziellen Beſuch als Kammerpräſident beim Staatschef. Sodann
wurde der Miniſter der befreiten Gebiete Marin empfangen.
Um /=12 Uhr begab ſich Millerand in die Kammer, um Painlevé
ſeinen Beſuch zu erwidern.
Um 4 Uhr nachmittags erſchien der Senatspräſident auf
Grund ſeiner erhaltenen Berufung und verhandelte eine halbe
Stunde mit Millerand. Nach einer halben Stunde Pauſe erſchien
Painlevé auf Grund der vormittags erhaltenen Einladung
und verweilte bei dem Staatspräſidenten ebenfalls eine halbe
Stunde. Sodann gab es die erſte Senſation. Man hatte
geglaubt, Millerand werde zuerſt andere Führer des Linsblock
berufen und Herriot erſt dann empfangen. Trotzdem iſt Herriot
bereits für geſtern berufen worden und ſeine Beſprechung mit
Millerand dauerte eine Stunde. Er ſoll angeblich die
Regie=
rungsbildung abgelehnt haben.
Die weiteren Ergebnifſe können nur vermutet werden. Man
ſpricht davon, daß Millerand noch einmal einen ihm freundlich
geſinnten Vertreter der Linken berufen könnte und erſt im Falle
der Ablehnung durch ſie Frangois, Marſal und Maginot.
Erſterem mutet man nur das zu, daß er die Abſtimmung der
Kammer herbeiführen würde, zu weiterem aber nicht zu haben
wäre. Letzterer ſoll geeignet ſein, die Kammer zu vertagen,
wozu der Staatschef auf zwei Monate berechtigt iſt. Nach dieſer
Zeit können 250 Abgeordnete die Einberufung der Kammer
ver=
langen. Der Linksblock verfügt über dieſe Zahl. Die Sozialiſten
ſind nicht geneigt, einen von ihrem Feind, Millerand,
vorgeſchla=
genen Plan zu befolgen, nämlich die Kammer bis, zum
Empfang des Demiſſionsſchreibens
Mille=
rands in Permanenz zu erklären. Sollte Millerand
abdanken, ſo kandidierte Painlevé als Staatschef und
Boncourt als Kammerpräſident. Um die
Staats=
präſidentſchaft ſoll ſich auch Doumergue bewerben. Millerand
ſoll nach ſeiner Abdankung ein Abgeordnetenmandat aus der
Führung der Oppoſition in der Kammer übernehmen.
Italien und die Türkei.
Paris, 5. Juni. (Wolff.) Havas meldet aus Angora=
Die Anatoliſche Telegraphen=Agentur veröffentlicht eine Note
über den vorgeſtern abend abgehaltenen außerordentlichen
Mini=
ſterrat, in dem der Präſident Ismed Paſcha den Vorſitz führte;
auch der vorgeſtern aus Konſtantinopel zurückgekehrte Marſchall
Femſi Paſcha war bei dieſem Miniſterrat zugegen. Die Sitzung
dauerte bis 1 Uhr morgens. Ismed Paſcha erklärte nachher den
Journaliſten, er habe eine freundſchaftliche Unterredung mit dem
italieniſchen Vertreter in Rom gehabt, der ihm verſichert habe,
es ſeien keinerlei militäriſche Vorbereitungen getroffen worden,
die ſich gegen die Türkei richteten.
ſo auch Doſtojewski in ſeiner berühmten Puſchkin=Rede. Er fiel
mit 37 Jahren im Duell. Eine ſeiner allerletzten Arbeiten war
die Zuſammenſtellung von etwa 60 Anekdoten, die, als „
Tiſch=
geſpräche” geſammelt, eine knappe ruſſiſche Kulturgeſchichte von
1700 bis 1800 bilden. Von dieſen Geſchichten, die ſich
hauptſäch=
lich mit Peter dem Großen und Katharina II. beſchäftigen, ſind
eine Reihe in der Zeitſchrift „Der Hippogryph” mitgeteilt.
Dar=
aus einige Proben: Dem Grafen Sſamoilow wurde der Georgs=
Orden am Halskragen mit dem Range eines Oberſten verliehen.
Eines Tages bemerkte ihn die Kaiſerin im Palais, wo eine
große Schar von Generalen und Hofleuten ſich vor ihn gedrängt
hatte. „Graf Alexander Nikolgjewitſch,” rief ſie ihm zu, „Ihr
Platz iſt vorne, genau ſo, wie Sie es im Kriege zu halten
pfleg=
ten.” — Eines Tages ſtellte ſich der alte General Schtſch, der
Kaiſerin Katharina II. vor. „Ich kannte Sie bis heute noch nicht”
ſagte Katharina. „Freilich, denn auch ich habe Sie, Mütterchen
Herrſcherin, bis heute nicht gekannt”, entgegnete er einfältig.
„Das glaube ich,” meinte ſie lächelnd, „woher ſoll man mich
arme Witwe auch kennen.”
* Die automatiſche Filmbearbeitung.
(Eine neue Leiſtung der deutſchen Kinotechnik.)
Die Filminduſtrie iſt ſchon ſeit einigen Jahren beſtrebt, die
Handarbeit bei der Filmbearbeitung durch die Maſchine zu
er=
ſetzen. Bei der heute üblichen Filmbearbeitung werden nämlich
die einzelnen Filmſtreifen in höchſt primitiver Weiſe in Holz
rahmen geſpannt, und die einzelnen Stücke, die nicht länger als
60 Meter ſein dürfen, werden dann hier entwickelt, firiert,
ge=
wäſſert und gefärbt. Die naſſen Filmſtreifen werden dann auf
großen Trommeln getrocknet und ſpäter zuſammengeklebt.
Die=
ſes umſtändliche Verfahren hat die Nachteile, daß auch die kleinſte
Szene des Films ſo wie jeder einzelne Titel getrennt kopiert
und entwickelt werden müſſen. Auf dieſe Weiſe zeigt das
Film=
band eines jeden Aktes bei einem Filmdrama etwa 150
Klebe=
ſtellen, und bei dem vielen Kleben laſſen ſich Fehler nicht ver
meiden, ſo daß ein Bild häufig verrutſcht iſt oder auf dem Kopf
ſteht. Durch die zahlreichen Klebſtellen, die ein häufiges Reißen
des Filmes zur Folge haben, wird auch die Lebensdauer der
Filmkopie ſtark verringert. Es iſt nun der deutſchen Kinotechnik
gelungen, durch die bedeutſame Erfindung des Ingenieurs Frieß
eine automatiſche Filmbearbeitung einzuführen, über die Walter
Steinhauer in der in Frankfurt a. M. erſcheinen „Umſchau”
Nähe=
res berichtet.
Der Hauptvorteil der maſchinellen Filmbearbeitung beſteht
darin, daß Filmrollen bis zu einer Länge von 500. Metern be=
* Das Attentat auf den Bundeskanzler.
Kein politiſches Verbrechen.
Von unſerem Korreſpondenten.
Wien, am 2. Juni 1924.
Der Bundeskanzler Dr. Seipel, Führer der ſtärkſten
bürger=
lichen Partei Oeſterreichs und Oberhaupt einer „kapitaliſtiſchen”
Regierung, iſt von einem Proletarier durch meuchleriſchen
Ueber=
fall ſchwer verletzt worden, — nichts naheliegender, als daß man
in weiten Kreiſen der in= und ausländiſchen Oeffentlichkeit dieſe
Untat auf politiſche Motive zurückführt in Verkennung der
poli=
tiſchen Verhältniſſe in Oeſterreich, der Perſönlichkeit des
Bundes=
kanzlers und der Denkungsart ſeiner Gegner. Wahr iſt allein,
daß ein in bitterſte Not geratener armer Teufel den Entſchluß
gefaßt hatte, durch Selbſtmord aus dem Leben zu ſcheiden, und,
durch ſein ſchweres Leid nicht mehr bei voller Vernunft, den
irr=
ſinnigen Einfall hatte, „einen mit ſich zu nehmen”, ſeiner dunklen
und triebhaften Vorſtellung nach wohl darum; um ſo an dem
kalten und grauſamen Leben, aus dem er ſich unerbittlich
ver=
ſtoßen fühlte, Rache zu nehmen. Daß er in dieſer geiſtigen und
ſeeliſchen Wirrnis den Mann, der ihm mit ſeinem Elend
irgend=
wie verknüpft erſcheint, zum Opfer wählt, kann unter dieſen
Um=
ſtänden nicht beſonders auffällig erſcheinen. Es liegt alſo nicht
ein politiſcher Mord vor, ſondern die rein verſtandesmäßig
über=
haupt nicht voll erklärliche Schreckenstat eines Halbirren.
Dieſe Theſe erſcheint auch abſolut beweiskräftig, wenn man
alle die für die Beurteilung der Tat entſcheidenden Umſtände
näher prüft: Die Perſönlichkeit des Bundeskanzlers, Charakter
und Denkungsart des Attentäters und ſchließlich die Geſinnung
und Handlungsweiſe der öſterreichiſchen Sozialdemokratie.
Bun=
deskanzler Dr. Seipel iſt unleugbar für ſeine Freunde und Feinde
der beſonders markante Repräſentant der öſterreichiſchen
Sanie=
rungspolitik mit allen ihren Licht= und Schattenſeiten. Allein
auch ſeine erbittertſten Gegner haben niemals ſeinen makelloſen
Charakter, die ſeltene Harmonie von innerſter Ueberzeugung und
äußerer Wirkſamkeit, kurzum, die Ehrlichkeit ſeiner Politik in
Abrede geſtellt; umſtritten war nur die Frage, ob die Politik des
Bundeskanzlers die richtigſte und für das geſamte öſterreichiſche
Volk beſte war. Es kommt dazu, daß die erdrückende Mehrheit
der öſterreichiſchen Arbeiterſchaft ſich bewußt war und iſt, daß die
Sanierungspolitik Dr. Seipels keineswegs die Aufbürdung äller
Laſten und Opfer auf die Schultern des Proletariats allein zum
Inhalt hatte; jeder vernünftige öſterreichiſche Arbeiter weiß, daß
das Genfer Programm und ſeine Durchführung beiſpielsweiſe
von einer ſo übertsiegend bürgerlichen Schicht wie der mittleren
und höheren Bearitenſchaft ebenfalls die ſchwerſten Opfer
ver=
langt. Und ſchließlich, als wichtigſtes Glied in dieſer Beweiskette,
das Charakterbild des Attentäters. Es ergibt ſich ſchon mit aller
Klarheit aus ſeinem Abſchiedsbrief an ſeine Frau. Dieſe wirren
Sätze, die kaum mehr einen vernünftigen Zuſammenhang
erge=
ben, deren Orthographie und Stil unter dem primitivſten
Bil=
dungsniveau ſtehen, kennzeichnen den Unglücklichen als
mora=
lich und juriſtiſch ſicherlich nicht voll zurechnungsfähigen
Men=
ſchen. Dieſes Bild wird durch das Verhalten des Attentäters
nach dem Mordverſuch und durch die Ausſagen aller Perſonen
ſeiner näheren Umgebung nur noch beſtätigt.
Die öſterreichiſche Bevölkerung konnte bisher mit Stolz
darauf hinweiſen, daß ſich in ihrer Mitte trotz aller bitteren Not
der Nachkriegszeit nicht das Drachenhaupt des politiſchen Mordes
erhoben hatte: dieſes Ehrenzeugnis menſchlicher Geſittung iſt,
entgegen allen Verſchleierungs= und Entſtellungsverſuchen, auch
durch das Verbrechen eines unglückſeligen, ſeiner Sinne nicht
mehr mächtig Menſchen nicht ungültig geworden!
Die neue ruſſiſche Note.
Berlin, 5. Juni. Die neue ruſſiſche Note iſt ſehr
um=
fangreich. Es iſt ihr ein Memorandum beigefügt, in welchem auf
Aus=
ſagen der Polizei uſw. eingegangen wird. Die Note ſelbſt iſt in
ſach=
lichem Ton gehalten und unterſtreicht wiederholt das Intereſſe beider
Staaten an einer Klärung des Zwiſchenfalles. Die Notwendigkeit
der Anvufung eines Schiedsgerichts wird nicht als gegeben angeſehen.
Die Note hält im weſentlichen an der von der ruſſiſchen Regierung von
Anfang an vertretenen Auffaſſung feſt, daß durch die beſtehenden
Ver=
träge die Exterritorialität der Handelsvertretung als ſolcher feſtgelegt
ſei. Aus dieſer grundſätzlichen Einſtellung folgt, daß ſie die Tätigkeit
der Polizei in ihrem ganzen Umfange vertragswidrig hält, und die ſich
daraus ergebenden Folgerungen zieht. Außerdem wird darin betont,
daß in jedem Falle mindeſtens eine Benachrichtigung des
Aus=
wärtigen Amtes und des ruſſiſchen Botſchafters hätte erfolgen müſſen.
Auf alle Fälle müſſe eine Garantie für die Wiederherſtellung des
status auo geſchaffen werden. Die Note iſt gegenwärtig Gegenſtand der
Bearbeitung und Beratung im Auswärtigen Amt. In dem bisherigen
Meinungsaustauſch wurde der beiderſeitige Standpunkt präziſiert. Von
den weiteren Verhandlungen wird es abhängen, ob eine befriedigende
Einigung gelingen wird.
arbeitet werden können. Zunächſt wird mit dem Negativ ein
Probekopierverfahren vorgenommen, das von jeder Szene
Probe=
bilder, für die verſchiedenſten Kopierlichter liefert. Die
Kopier=
lichtſtärke, die als die günſtige erſcheint, wird in Form von
Mar=
ken auf das Negativfilmband übertragen; ebenſo werden durch
eine Stanze die Stellen des Films markiert, an denen Titel
ein=
geführt werden ſollen. Die weitere Arbeit erfolgt dann
voll=
kommen automatiſch. Der Poſitiv=Rohfilm wird in dem
Kopier=
automaten kopiert: dabei zeigen die Markierungen des Negativs
die nötige Lichtſtärke an, und an Stellen, an denen einer
Bild=
ſzene ein Titel folgen ſoll, hält das Negativ automatiſch an,
wäh=
rend das Poſitiv weiterläuft. Der entſprechende Titel wird von
der anderen Seite her aufkopiert. Auch das naſſe Verfahren
vollzieht ſich vollſtändig durch die Arbeit von Maſchinen, und
dieſe ſind ſo vortrefflich eingerichtet, daß man die Dauer der
ein=
zelnen Bäder, das Tempo des abrollenden Streifens uſw. nach
Belieben regulieren kann. Der auf dieſe Weiſe behandelte Film
weiſt nur 3—4 Klebeſtellen auf, und neben dieſen großen
tech=
niſchen Vorteilen wird auch weſentlich an Arbeitskräften
ge=
ſpart, da zwei Arbeiter die ganze Anlage bedienen können, deren
Leiſtung bei achtſtündiger Arbeit 3000 Meter beträgt.
* Affen= und Menſchenjagd. In einer ungariſchen
Zeit=
ſchrift iſt der feſſelnde Bericht eines Jägers über die Affenjagd
auf Java zu leſen. Man treibt die Affen, die der Ernte großen
Schaden zufügen, durch Treiber unter geſchickter Ausnützung des
Geländes in einen umzäunten Pferch und ſchlägt die Gefangenen
mit Knüppeln tot. Die noch zuckenden Körper werden zu
Hun=
derten auf rieſigen Scheiterhaufen verbrannt. Der Bericht fährt
fort: „Der Jäger ſaß mit dem Tjamat von Karoroj auf einer für
die Hauptleute des Stammes errichteten Tribüne. Schwarze
Be=
diente hielten vergoldete Sonnenſchirme über die Auserwählten.
Er konnte ſich nicht enthalten, dieſe Jagdweiſe eine Barbarei zu
nennen. Doch der Tjamat erwiderte in vollendetem Holländiſch:
„In Europa iſt ſeit Jahren eine andere Barbarei im Schwunge.
Ganze Länder wurden eingekreiſt und Menſchen, Kinder, Frauen,
Männer, die weniger ſchuldig waren als dieſe Affen, durch den
Hunger getötet. Solches geſchah im ziviliſierten Weſten. Und
wir erſchlagen hier nur ein paar ſchädliche Affen ." Man
ſieht: auch den Javanern graut es ſchon vor den Methoden des
„ziviliſierten Weſtens”. Iſt dieſer Tjamat von Karoroj nicht ein
kluger Mann? Schärfer und ſchlagender als in ſeiner Antwort
konnte die in der Hungerblockade durchgeführte Menſchenjagd der
Alliierten, die den Tod unzähliger Frauen und Kinder in
Mittel=
eirodn zur Folge hatte, nicht gebrandmarkt werden.
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Scite 5.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadi, 6. Juni.
Dere Ss Mitd Sechalf ufrendſt. W den dein Mun Wehelen bor=
Frehenen Necht Gebrauch gemacht wird und einige Vorſtellungen der
zuſatzmieten auf andere Tage der Woche verlegt werden. Außerdem
verd für jede Zuſatzmiete eine Vorſtellung ins Große Haus” verlegt
wer=
armüſſen. Dies iſt notwendig, weil in dieſer Spielzeit 10 Zuſatzmieten
unfſtatt 6 in früheren Jahren gebildet werden mußten und infolgedeſſen
urhr Vorſtellungen notwendig waren.
* Herr Adolf Reuter, der Beſitzer des Hotels zur Traube,
e ert heute in bemerkenswerter körperlicher und geiſtiger Friſche
arnen 70. Geburtstag.
Reſtzahlung der Penſions=, Wartegeld= und
Hinterbliebenen=
ſewüge ehemaliger Eiſenbahnbeamter. Bei der Stationskaſſe Darmſtadt
ha uptbahnhof wird ab Samstag, 7. Juni, die Reſtzahlung der
Pen=
ims=, Wartegeld= und Hinterbliebenenbezüge erfolgen,
— Ueber die Arbeiterverhältniſſe in der Landwirtſchaft verbreitet
z. der Bericht über die Tätigkeit der Heſſiſchen
Land=
ſvrtſchaftskammer im Wirtſchaftsjahr 1923: „Der ſteigende
Urangel an landwirtſchaftlichen Arbeitskräften zeigte ſich auch im Jahre
23, befonders in dem erſten Teil desſelben in ſteigendem Maße. Erſt
uahdem die Induſtrie während des Winters und Nachwinters ihre
Be=
rsobe weſentlich einſchränkte, zeigte ſich in einzelnen Teilen des Landes,
ſer vorübergehend Arbeitskräfte als Knechte oder Taglöhner zu erhalten
orwenz der Bedarf der Landwirtſchaft konnte aber nicht annähernd
ge=
t werden. Beſonders ſchwierig war im Frühjahr 1923 die
Beſchaf=
eug der Sommermädchen, überhaupt der Saiſonarbeiter, die ſich im
Fühjahr 1924 noch mehr verſchärſte. Eine große Zahl der Betriebe, die
ri her Sommerarbeiter beſchäftigten, ſind bis heute noch nicht mit
ſol=
hrr verſehen und infolgedeſſen jedenfalls auch nicht in der Lage, den
ſockfruchtbau in dem Umfange zu betreiben, wie das in früheren Jahren
r. Fall war. Die Unzulänglichkeit in der Beſchaffung der Arbeitskräfte
ü die Landwirtſchaft wird zur Folge haben, daß der Hackfruchtbau, und
trar ſowohl der Zuckerrüben= wie der Kartoffelbau, eine Einſchränkung
ghrt. Dieſe Kulturpflanzen, die nicht nur für die Landwirtſchaft,
eSdern auch für die geſamte Volksernährung von großer Bedeutung
uns, werden als Folge der Zwangsmaßnahmen der letzten Jahre und
a: Terrors der Straße inbezug auf die Abgabe der Kartoffeln und
ſewen Preisfeſtſetzung einen Rückgang im kommenden Jahre wohl
er=
anwen. Die geſamte Landwirtſchaft iſt beſonders erregt darüber, daß
a— der Zuahme der Erwerbsloſen nicht nur in den Städten, ſondern
a75 auf dem Lande die Beſchoffung der landwirtſchaftlichen
Arbeits=
rifte ſich nicht verbeſſerte. Dies wird noch verſtärkt durch die
geſetz=
ſicgen Beſtimmungen, die von der Landwirtſchaft die Zahlung der Bei= trat er das ganze Volk. In der Nationalliberalen Partei war er ein
ſrage für die Unterhaltung der Erwerbsloſen verlangen. Die
Land=
eai Lande brach liegt und aus Reichsmitteln und beſonders aus
Mit=
eim der Landwirtſchaft, die eine Arbeitsloſigkeit überhaupt nicht kennt,
ſaerhalten werden. Die Landwirtſchaft dagegen iſt ſelbſt vielfach nicht
ini der Lage, ihre Arbeiten ordnungsgemäß zur Durchführung zu
brin=
e.: Sie verlangt deshalb, daß ſie von der Erwerbsſoſenunterſtützung geſchätzt, ſondern auch das Vaterlandsgefühl. Die ihn nähev kannten,
eweit wird, und zwar ſo lange, als in der Landwirtſchaft eine
Arbeits=
der Erwerbsloſigkeit nicht beſteht.
— Kredite für den Weinbau. Durch die außerordentlich
angeſpann=
ei Verhältniſſe auf dem Geldmarkt iſt es den deutſchen Winzern, die im
eit igen Jahre ihre Erträgniſſe mehr oder weniger zu Papiermarkpreiſen
ſelkaufen mußten, nicht möglich, das Geld für den rechtzeitigen Bezug
er, ſo dringend notwendigen Schädlingsbekämpfungsmittel zu beſchaffen.
darr Winzern drohen daher in dieſem Jahre durch die Schädlingsplage.
arz beſondere Verluſte. Der bekannte Forſcher auf dem Gebiete der
scädlingskunde Prof. Dr. Stellwaag, Neuſtadt a. d. H., hat nur zu
leihot, wenn er ſchreibt: „Wir ernten nicht das, was wir ſäen und
ange=
fanzt haben, ſondern nur das, was uns die Schädlinge davon übrig
Iz en.‟ Nachdem es zunächſt noch nicht gelungen iſt, ſeitens des Staates
die notleidenden Winzer Kredite zu beſchaffen, muß es
außerordent=
begrüßt werden, wenn die bekannte Chemiſche Fabrik E. Merck
SDarmſtadt den Winzern für das hervorragend bewährte Dr. Sturms
eir= und Sauerwurmmittel zur Bekämpfung der freſſenden Schädlinge
e: Leſe — das iſt alſo bis etwa Ende Oktober dieſes Jahres —
ge=
myrt. In den Kreiſen des deutſchen Weinbaues wird dieſes
Entgegen=
brumen ſicherlich ſehr begrüßt werden.
Beläſtigung des Publikums durch Ball= und andere Spiele auf
e: Straße. Da in letzter Zeit wiederholt über Beläſtigung des
Publi=
urcis durch Ball= und andere Spiele auf der Straße Beſchwerde geführt
rden iſt, wird darauf hingewieſen, daß nach Art. 292 des
Polizeiſtraf=
ſtetzes und 8 366, 7 des Reichsſtrafgeſetzbuches derjenige mit Geldſtrafe
zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft wird, der auf
traßen oder öffentlichen Plätzen mit Steinen oder anderen
Gegenſtän=
wirft, wodurch Menſchen beſchädigt oder verunreinigt werden
kön=
ſe.: Unter dieſen Tatbeſtand fallen insbeſondere auch Spiele mit
Hart=
ſammibällen. Iſt die mit Strafe bedrohte Handlung von Kindern
be=
enrgen worden, ſo werden nach Art. 44 des Polizeiſtrafgeſetzbuches die
ichern oder andere aufſichtspflichtige Perſonen, die es an der
erforder=
ichen Aufſicht haben fehlen laſſen, beim erſten Fall polizeilich verwarnt, worden. Vom Jahre 1911 bis 1918 war Oberbürgermeiſter Köhler
n Wiederholungsfalle mit Geldſtrafe bis zu einem Drittel der auf die
ueHertretung ſelbſt angedrohten Strafe belegt. Bei eintretenden
Körper=
ekletzungen können außerdem nach 88 823 ff., 832 des Bürgerlichen
Ge=
ebhuches für den Täter und aufſichtspflichtige dritte Perſonen (Eltern
u.) weitgehende zivilrechtliche Schadenerſatzverpflichtungen entſtehen.
— An alle Bücherfreunde! Man ſchreibt uns: Es iſt gerade in den
reiſen ernſter Bücherfreunde, geiſtig höher ſtrebender Menſchen noch
lüctzt genug bekannt, daß es eine Einrichtung gibt, die jedem ermöglicht,
a den Beſitz ſchöngeiſtiger und wiſſenſchaftlicher Werke zu gelangen, rück über den Rhein, dorthin, wo er als Oberbürgermeiſter 25 Jahre
dus Volksverband der Bücherfreunde, Berlin, hat es
c zur Aufgabe gemacht, die Werke klaſſiſcher und moderner Schrift= ſollte! Sein Wirken wird ihn überdauern. Seinem Gedenken widme ich
ielller in künſtleriſch ausgeſtatteter Form in weiteſte Volkskreiſe zu
tra=
e.. Die Mitgliedſchaft im Volksverhand der Bücherfreunde iſt
koſten=
srz er verpflichtet ſeine Mitglieder zur Abnahme der im Laufe eines
buchjahres (1. Juli bis 30. Juni) erſcheinenden vier Bände, die auf
ſpeiden. Nur durch die große Auflage iſt es dem Verband möglich, dieſe
ömde zum Preiſe von 3,30 Mk. pro Band abzugeben, der unter der
hellfte des offenen Marktpreiſes ſtehen dürſte. Die Mitgliedſchaft im
8ksverband der Bücherfreunde berechtigt zum Bezug der ebenfalls
arserordentlich billig verlegten Auswahl= und Klaſſikerreihen. Es ſei
ſiw hingewieſen auf die im letzten Jahre herausgegebene
Geſamtaus=
uchee von Goethes Werken in 30 Bänden, von Dr. Richard
Müller=
fyrienfels, einer der berühmteſten Goetheforſcher, denen eine weitere ein Mannheimer Vertreter des Rheinſchiffahrtskonzers. In den Zeiten
Iusgabe der wiſſenſchaftlichen Schriften Goethes in dieſem Jahre folgen
o7d. Neben Goethes Welken ſind als Neuerſcheinungen zu nennen die= lieren, das war der Eindruck, mit dem alle Leidtragenden die
Einſeg=
emigen von Kleiſt und Schiller. Von den Auswahlreihen ſeien erwähnt:
Erethoben, Briefe Doſtojewskif, Droſte=Hülshoff, Fichte, Geijerſtam,
hnuff, Kapſtein, Keller, Schopenhager, Roda Roda, Stifter, Varnhagen
uuv. Wer ſein geiſtiges Wiſſen und die Vertiefung ſeiner Perſönlichkeit
ſch gerade in der heutigen Zeit, trotz kleiner Einnahmen, nicht rauben
oizen will, der werde Mitglied des Volksverbandes der Bücherfreunde,
btrlin. Zu näherer Auskunft und Entgegennahme von Anmeldungen
ü gerne bereit der Vertrauensmann Hans Schlöſſer, Darmſtadt, ſten ſtattfindende Tennisturnier ſind bei Juwelier. Ludwig Schmidt,
Eczwanenſtraße 30, I.
Ortsbriefbeſtellung. Die eingehenden Briefſendungen und Zei=
BBeſtellung um 8 Uhr vorm. die nach 2.45 Uhr nachm. bis 6.30 Uhr
n m. eingegangenen Poſten; bei der 2. Beſtellung um 2.45 Uhr nachm. 10. Juni, gelangt in erſtklaſſiger Beſetzung der dreiaktige Schwank
nach 7.45 Uhr vorm. bis 1.05 nachmittags eingegangenen Poſten, der erfolgreichen Luſtſpielautoren Neimann und Schwarz: „Der
fütt, ausgenommen am 2. Weihnachts=, Oſter= und Pfingſtfeiertag.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchufſes der Provinz
eiuarkenburg am Samstag, 7. Juni, vormittags 10 Uhr: 1. glage Simon vom Frankfurter Schauſpielhaus, Hans Baumann vom
Odw. wegen Erſatz von Unterſtützungskoſten für die Peter Gern Ehe= theater. — Anfang der Vorſtellungen 8½9 Uhr. (Siehe Anzeige.)
rmu. — 2. Geſuch des Leonhard Kühne in Offenbach a. M., Waldſtr. 10,
im Erlaubnis zum Betrieb einer Apfelweinſchankwirtſchaft im Hauſe
R.Idſtraße 10. — 3. Geſuch der Auguſt Auth Ehefrau Veronika geb.
Eäleich zu Offenbach a. M. um Erlaubnis zum Betrieb einer
Schank=
metſchaft im Hauſe Bernhardtſtr. 91. — 4. Klage der Joſef Schäfer
Lutwe zu Offenbach a. M., Ziegelſtraße 25, gegen den Beſcheid des
ty=isamts Offenbach vom 17. März 1924 wegen Nichterteilung eines Beratung mit der Genehmigung des Kap. Landestheater und der
Be=
önungſtadt gegen den Beſcheid des Kreisamts Darmſtadt vom 19. März ab. Der Finanzminiſter erklärte ſich für in der Lage, nach den bisherigen
194 wegen Nichterteilung der Erlaubnis zum Handel mit unedlen Eingängen die Einnahmen aus den Reichsſteuerm um 6 Millionen Mark
Lyſcheio des Kreisamts Darmſtadt vom 19. März 1924 wegen Nicht= loſenfürſorge vorgeſehen waren, zu verzichten, ſodaß unter Hinzufügung”
eilung der Erlaubnis zum Handel mit unedlen Metallen.
ſattvopole mit all ſeinen Kontraſten; die Vergnügungen auf dem weiß= gänge aus der Gewerbeſteuer
lueuchteten Broadway, die düſteren Verbrecherviertel, die pompöſen 80 auf 60 vom Hundert von
lkenkratzer New=Youks Millionäre, Vagabunden, Abenteuerer und des Voranſchlags abgeſchle
hithſtapler — alles das iſt in dem berühmten Fox=Film „New=York nun das Plenum vermut!
Nacht” zu ſehen=
Trauerfeierlichkeit für
Oberbürgermeiſter Köhler.
Heſſen zählt nicht viel bedeutende Männer auf. Es mag ein mit
dem politiſchen Niedergang in Zuſammenhang ſtehender Fluch ſein,
gerade in der Zeit höchſter Not die fähigſten Köpfe zu verlieren. In
Heinrich Köhlers Hinſcheiden beklagen wir das Ausſcheiden eines im
kommunalpolitiſchen Leben hochſtehenden Mannes aus der Führerſchar.
Sein Wirken in der Partei und im Landtag hat Dr. Oſann bereits hier
in ehrendem Nachruf lebenswahr geſchildert. Praktiſche
Kommunal=
politik hat Köhler als Leiter von Worms und Begründer deſſen Hafens
getrieben; theoretiſch und praktiſch iſt er als Mitarbeiter der „Z. für
Staats= und Gemeindeverwaltung” tätig geweſen, wenn er dort auch
nicht oft durch Veröffentlichung von Arbeiten hervortrat. Aber er las
die Zeitſchriften, die kommunales Wirken betreffen, denn der
Nieder=
ſchlag deren Inhalts ſpiegelte ſich in ſeinen parlamentariſchen
Anregun=
gen und Anträgen wieder. — Im Freundeskreiſe, namentlich in denen
der Gymnaſial=, Abitur= und Studentenzeit lebte er gern, lebte da auf
im Austauſch der Erinnerungen, gab ganz ſich ſelbſt. Nun iſt auch er
dahingegangen . . . Der in Bingen Geborne iſt doch ein Darmſtädter
geworden, hat er doch hier das Gymnaſium beſucht und da praktiziert
und geamtet, bevor der ehrende Ruf 1898 pach Worms an ihn erging.
Trübe Wolken am Himmel, trübe Stimmung im Herzen, das war
die Signatur, als geſtern zahlreiche Leidtragende von Hch. Köhler
Ab=
ſchied nahmen. Pfarrer Wagner ſprach als Seelſorger, knüpfte an
an das Wort: „Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann”, die
Nacht des Todes, die an den Verblichenen in körperlicher Rüſtigkeit, an
den von des Feindes verſtändnisloſem Haſſe aus Beruf und Tätigkeit
Verſtoßenen herangetreten, ſchilderte treffend den Vater im engeren
Kreiſe, vor allem den „Vater ſeiner Stadt”, der in Worms, der Stätte
ſeines langen Wirkens, nun auch die Ehrenſtätte finden ſoll. Sind wir
nicht auch in eine Zeit geſtellt, „da niemand wirken kann”, und müſſen
wir im Andenken an Köhlers Wirken nicht die Kraft aufbringen und
ſtreben, daß es wieder Tag werde bei uns, daß der Aufbau beginne?
Abg. Dr. Oſann legte an der Bahre einen Kranz nieder im Namen
der Deutſchen Volkspartei des Reiches und des Landesvevbandes Heſſen
und führte dazu etwa folgendes aus: Wir ſtehen hier am Sarge eines
edlen Mannes und treuen Freundes, eines aufrechten Mannes und
Füh=
rers. Ich kann nicht Worte finden, die dem Ausdruck geben, was wir
an ihm verlieven. Heinrich Köhler iſt in großer Zeit herangewachſen;
er hat aus Zerriſſenheit ein einheitliches Reich entſtehen ſehen, das war
die Freude ſeines ganzen Lebens. Als Oberhaupt einer Stadt fand er
den Weg vorgezeichnet für ſein Wirken in der Oeffentlichkeit; aber ein
Mann mit ſolchem Wiſſen, ſolcher Erfahrung mußte in eine politiſche
Partei als Führer eintreten und als Führer des Volkes auftreten. Er
war keineswegs ein engherziger Parteimann, ſondern im Gedanken
ver=
anerkannter Führer. Wo er eine gute Sache vertreten konnte, tat er
utſchaft muß zuſehen, wie ein großer Teil geeigneter Arbeitskräfte auf es auch. Seine Herzensgüte und ſeine Freundlichkeit erwarben ihm im
politiſchen Leben viele Freunde. Was er im Landtag und an der Spitze
des Landtags geleiſtet hat, ſteht in den Blättern der Geſchichte unſeres
Landes aufgezeichnet. Wir, die wir ihn von den Beratungen und
Frak=
tionsſitzungen kannten, haben an ſeinem Weſen nicht bloß den Verſtand
wußten auch ſeinen Humor zu ſchätzen. Groß war ſeine Freude an der
Natur; durch die Wälder zu ſtreifen war ihm ein Genuß, um dem
nach=
zugehen, was ſeinem Herzen am liebſten war. So ſteht Köhler vor
unſevem Auge und Herzen nicht bloß als Politiker, ſondern als ein
Mann, der ſich die Liebe errungen hat zu ſeinem Lande und zu ſeinem
Volk. Als er ſeine zweite Heimat verloven hatte, traf ihn ein ſchwerer
Schlag. Treu war er ſeinem Lande ſeiner Heimat und ſeinen
Mitbür=
gern. Auf ihn paſſen auch die Worte, die er einem Freunde auf einem
Denkmal gewidmet hat: „Deu iſt in tiefſter Seele treu, der die Heimat
ſo liebt wie du!‟ Nicht die Heimat allein liebte er, ſondern die Menſchen
ſeiner Heimat; einerlei welcher Klaſſe, brachten ſie ihm Vertrauen
ent=
gegen. Die Deutſche Volkspartei ehrt es, daß er in ihren Reihen ſtand;
er war ein Führer in ſchwerer Zeit, und wenn er auch nicht mehr unter
uns weilt, ſo wollen wir ihm im Herzen die Treue bewahren.
Lebe wohl, treuer Freund, das Gedächtnis an Dich wird über den
Parteien ſtehen. Der Redner ſchloß mit dem Gedanken, daß die
Wieder=
aufrichtung des Deutſchen Reiches, einmal wieder unter den Farben
n Wein= und Obſtbau gegen mäßigen Zinsfuß einen Kredit bis nach ſchwarz=weiß=rot erfolgen werde, wie Köhler es wohl auch erſechnt habe.
Für die heſſiſche Regierung fand Präſident Ulrich treffliche
Worte der Anerkennung, erinnerte auch an die Zeiten, in denen er oft
mit dem Verewigten im Kampfe des Parlaments geſtanden, beiderſeits
im offenen, ehrlichen Waffengang, erwähnte auch, daß in einer
Regie=
rungskrife mit Köhler wegen Eintritts in ein Miniſterialamt verhandelt
worden, ergebnislos. „Unſere Ehrfurcht und Achtung geht mit ihm ins
Grab, ohne ihn zu vergeſſen.”
Landtagspräfident Adelung ſprach: „Im Namen des Landtags
des Heſſiſchen Volksſtaates trete ich an die Bahre Heinrich Köhlers,
ihm letzte Grüße zu entbieten. In dem Verſtorbenen verliert das
heſſi=
ſche Parlament eines ſeiner älteſten, erfahrenſten und arbeitsfreudigſten
Mitglieder, einen Mann, deſſen kluger Rat und umfaſſende
Sachkennt=
nis ihn zum geborenen Führer machten. Zahlreiche wichtige
geſetzgebe=
riſche Arbeiten der letzten Jahrzehnte ſind vom Abgeordneten Köhler
als Berichterſtatter oder Ausſchußvorſitzender maßgebend beeinflußt
der Präſident der Volksvertretung und hat an dieſem Platze ſich
durch ſtrenge Rechtlichkeit und Klarheit in der Führung der Geſchäfte
die unbedingte Anerkennung und das Vertrauen Aller erworben. Der
Name Köhler iſt daher nicht von Parteien Haß und Gunſt verwirrt,
ſondern ſteht feſt in der Geſchichte des heſſiſchen Parlaments. Trauernd
ſenken ſich an ſeiner Bahre alle Fahnen. Ein herbes Geſchick hat ihn
früh uns entriſſen. Die brutale Auswveiſung aus ſeiner Stadt Worms
hat er nicht verwinden können. Seine ſterblichen Ueberreſte kehren
zu=
ſegensreich wirkte, zurück zu der Stätte, die er nicht mehr erſchauen
in tiefer Dankbarkeit namens der heſſiſchen Volksvertretung dieſe
Blumen.”
Bürgermeiſter Müeller ſprach von dem Darmſtädter Köhler,
der, wenn auch kurzen, doch inhaltsreichen Tätigkeit des Beigeordneten
ßem, holzfreien Papier gedruckt, in Halbleder gebunden, geliefert und des wohl älteſten Mitgliedes des Heſſiſchen Städtetages. Für den
beurlaubten Mainzer Provinzialdirektor ſprach Ober=Regierungsrat
Strecker, für die Nachbarſtadt Mainz Beigeordneter Ehrhardt,
namens des Odenwaldklubs überbrachte einen Waldesabſchiedsgruß dem
ſtellvertretenden Vorſitzenden Beigeordneter. Daub; Kränze legten
dann noch nieder Miniſterialrat Balſer für den Heilſtättenverein, ein
Vertreter des Handwerks, ein Abgeordneter des Kreiſes Alzey, ein
Mitglied des Reichsverbandes der Ausgewieſenen von Rhein und Ruhr,
der Nacht müſſen wir in Köhler einen ſchaffenden Geiſt für immer
ver=
nungshalle auf dem alten Friedhof verließen.
Der Vorſitzende des Landesausſchuſſes der D.V. Herr Abgeordneter
Dingeldey mußte wegen Erkrankung der Feier fernbleiben.
— Die Preiſe für das Tennisturnier. Die Preiſe für das an Pfing=
Wilhelminenſtraße 7, ausgeſtellt.
— Orphum. Frankfurter Theatergaſtſpiel. Am
m gen werden werktäglich in folgender Weiſe beſtellt; bei der Pfingſtſamstag, ſowel beide Feiertage und am Dienstag, den
In. Sonn= und Feiertagen findet eine Beſtellung um 8 Uhr vormittags Sprung in die Ehe” zur Aufführung. In den Hauptrollen
ſind beſchäftigt u. a.: Lina Laßman, Lene Obermeyer, Artur
et Ortsarmenverbandes Darmſtadt gegen den Ortsarmenverband Fürth Wiener Volkstheater, Lilly Löhrmann vom Frankfurter Künſtler=
Parlamentariſches.
— Der Finanzausſchuß des Landtages ſchloß geſtern ſeine
(muſiererlaubnisſcheins. — 5. Beſchwerde des Auguſt Haſſenzahl zu ratung des Finanzgeſetzes, ſowie der Kapitel Landes= und Neichsſteuern
atallen. — 6. Beſchwverde des Heinrich Haas zu Pfungſtadt gegen den höher einzuſetzen, ſowie auf 3½ Millionen Mark, die für die
Erwerbs=
des für unvorhergeſehene Ausgaben vorgeſehenen Betrags die Mehr=
— Das Nachtleben Reſ=Yorks. Das Nachtleben der amerikaniſchen aufvendung für die Beſoldungsvorlage, gedeckt iſt. Die ſeitherigen
Ein=
vermutlich eine Herabfetzun=
Damit juar die V=ugtilt
ungsdauer wird auf 3—4 Woche
Stadtverordnetenberſammlung.
— Darmſtadt, den 5. Juni.
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um 5.15 Uhr und
widmet dem Oberbürgermeiſter Köhler=Worms einen ehrenden Nachruf.
1. Einführung elektriſchen Stromes in das ſtädt.
Anweſen Kranichſteiner Straße 68½. Da die Heag in
der fraglichen Gegend Strom verlegt, wird beſchloſſen, den Strom
ein=
zuführen.
2. Die als notwendig erwieſene Inſtandſetzung der
Dienſtwoh=
nung des Betriebsinſpekrors im Altersheim bedingt
600 Mark Koſten, die bewilligt werden.
3. Die Inſtandſetzung des ſtädtiſchen Hauſes Gr.
Kaplanei=
gafſe 64 bedingt 2500 Mark Koſtenaufwand. Wird genehmigt.
4. Das Heben der Gleiſe am Uebergang Pallaswieſenſtraße
verurſacht 850 Mark Koſten, die vertraglich der Eiſenbahn zu erſtatten
ſind. Wird genehmigt.
5. Der Voranſchlag der Städt. Sparkaſſe für das
Kalenderjahr 1924 ſchließt mit 129 000 Mark Geſamtausgabe ab. Die
beantragte Genehmigung wird erteilt.
6. Die Freitreppen vor dem Oktroihauſe Heidelberger Str.
Nr. 112 und Klappacherſtraße 90 ſollen, weil den Straßenverkehr
hin=
dernd, beſeitigt werden. Die Koſten mit 1200 Mark werden
be=
willigt.
7. In der Akademie für Tonkunſt ſoll eine
Nieder=
druckſammelheizung hergeſtellt werden. Darüber erwächſt eine
größere Debatte. Das Referat erſtattet Stadtv. Kolb. Die Arbeiten
ſollen in den Sommerferien ausgeführt werden. Zur Sache ſprechen
die Stadtvv. Schlitt und Sames und von ſeiten der Verwaltung die
Beigeordneten Buxbaum und Ritzert. Der Aufwand von 15 000 Mark
wird bewilligt.
8. Kanalherſtellung im Wedekindweg 36 und 38
bedingt eine Ausgabe von 3000 Mark, in die auch ein Einbau von
Sink=
kaſten in der Kirſchenallee einbegriffen wird. Es erfolgt Genehmigung.
9. Der Bund Heſſiſcher Flieger Darmſtadt E. V.
will auf den Wieſen hinter dem alten Friedhof einen Flugplatz anlegen.
Dies wird probeweiſe bis 1. April 1925 genehmigt.
10. Polizei=Verordnung für die Grafenſtraße im Intereſſe des
Städtiſchen Krankenhauſes fällt aus.
Zu Mitteilungen bemerkt Bürgermeiſter Mueller, daß
General v. Heyl und Gattin der Stadt ihren ganzen wertvollen
Beſitz Böcklinſcher Gemälde geſchenkt haben und dieſe für alle Zeiten
im Landesmuſeum aufbewahrt werden ſollen. Den Schenkern wird
herz=
licher Dank ausgeſprochen.
Beig. Daub teilt mit, daß eine Eingabe auf Erlaß eines
Orts=
ſtatuts nach Artikel 45 G.U.G. eingelangt ſei, daß aber ein Anlaß zum
Erlaß ſolcher Ortsſatzung nicht vorliege.
Das Miniſterium hat die von der Stadt beſchloſſenen
Hundeſteuer=
ſätze nicht genehmigt und vorgeſchlagen, für den 1. Hund 24 Mark, den
2. Hund 44 Mk. und den 3. Hund 64 Mk. zu erheben. Dies findet
Annahme.
Stadtv. Hütſch ſpricht ausführlich über die derzeitige Notlage,
über die Löhne der Arbeiter, die er angeſichts der Koſten der
Lebens=
haltung als zu niedrig bezeichnet. Der Proteſtverſammlung der
Be=
amten hat er angewohnt. Die Gehaltsregelung ſei unzureichend, auch
in den Zulagen. Die Marktlage iſt ſo: Die Kaufleute können für Herbſt
nicht einkaufen, da die Preiſe freibleibend ſind. Die Stadt hat hier
Vorſorge zu treffen; die Bautätigkeit muß in Fluß kommen. Die jetzige
Mietſteuer iſt nicht tragbar. Hütſch beantragt, ihre Erhebung
auszu=
ſetzen.
Beig. Daub beſtreitet Hütſchs Ausführungen nicht; aber auf die
Steuern und deren Erhebung kann im Intereſſe geordneter
Stadtver=
waltung nicht verzichtet werden. Der Voranſchlag weiſe ein
ungedeck=
tes Defizit von 860 000 Mark auf. Alle Verſuche, aus Amerika Geld zu
bekommen, ſind bisher fehlgeſchlagen. Doch ſchweben noch die
Verhand=
lungen. Die Eingänge an Gewerbeſteuer ſind bisher gering. Die Stadt
beweiſe genügend Entgegenkommen bei Steuereinziehung. Den Antrag
bitte er abzulehnen.
Stadtv. Hummel (Soz.) gibt Zahlen über die Löhnung der
Ge=
meindearbeiter, die nach Abzug von Steuern und Vorlage für
Braun=
kohle nur wenig zur Lebenshaltung übrig laſſe. — Stadtv. Binſtadt
meint, der Antrag Hütſch komme zu ſpät. Es bleibe nur der
Steuer=
ſtreik. — Stadtv. Hille unterſtützt die Ausführungen von Hütſch und
Hummel. Stadtverwaltung und Heſſiſcher Städtetag ſollten in Aktion
treten.
Stadtv. Aßmuth meint in längeren Darlegungen, ein Aufbau
könne nur im Wege der Verſtändigung erfolgen. — Stadtv. Laufer:
Die Beſoldungsregelung der Beamten iſt unheilvoll. Die
ſchablonen=
mäßige Belaſtung bei der Veranlagung der Steuern muß fallen. Den
Gemeinden muß die frühere Steuerhoheit, wenn auch in beſchränktem
Maße, wieder werden, ſo daß ſie Zuſchläge zu den Einkommenſteuern
wieder erheben können. Dieſen Fragen iſt mit allem Nachdruck
nach=
zugehen.
Bürgermeiſter Mueller begrüßt die heutige Debatte. Aber die
Stadtverwaltung treffe keine Schuld. Proteſt und Eingaben habe ſie
genug gemacht. Auf dem von Stadtv. Laufer angegebenen Wege müſſe
vorgegangen werden.
Stadtv. Heß: In der Stadt zehren wir an der Grund= und
Ge=
werbeſteuer. Der Vorſchlag Hütſch wirke nicht beſſernd, nur ſchädigend.
Zur Kirchenſteuer und deren Zahlung wird der Kirchenvorſtand
Ent=
gegenkommen zeigen. Die Veranlagung nach dem Einkommen 1922
geſchah auf Veranlaſſung des Finanzamtes. Die Kirche wird beweiſen,
daß ſie ſoziales Verſtändnis hat.
Stadtv. Schlitt polemiſiert gegen die 3. Steuernotverordnung,
die fallen müſſe.
Beig. Daub: Wenn eine Fahrradſteuer verlangt wird, ſo iſt zu
ſagen, daß der Landtag ſolche abgelehnt hat.
Stadtv. Haury: Nur der neugeſchaffene Reichstag kann die
jetzi=
gen Steuerlaſten abändern. Statt der 17 Steuerarten wollen wir in der
Gemeinde nur eine haben.
Stadtv. Krug: Auf ſteuerlichem Gebiete allein iſt nicht zu helfen
Nur bei aktiver Handelsbilanz können wir geſunden.
Stadtv. Ittmann ſpricht über die Beamtenbeſoldungsregelung,
Beamtenabbau und ſeine Folgen. Die Beſoldungsordnung iſt unſozial.
Stadtv. Sames: Den Klagen der Heag=Angeſtellten über ihre
Bezahlung muß die Stadtverwaltung nachgehen.
Stadtv. Ziegs: Die hohen Kirchenſteuern werden Austritte aus
der Religionsgemeinſchaft zur Folge haben. Reichsregierung und
Reichs=
tag müſſen bei der Notlage ſchnellſtens einſchreiten.
Stadtv. Dr. Oſann begrüßt die heutige Erörterung. Vom
Aus=
land muß uns geholfen werden. Die Beamtengehaltsregelung iſt
un=
ſozial, aber das Sperrgeſetz hindert uns, hier zu helfen. Hier ſoll der
neue Reichstag ſoziale Arbeit beginnen. Für die Heag=Angeſtellten ſoll
ſich die Stadtverwaltung einſetzen. Dem Antrag Hütſch iſt die
Zuſtim=
mung zu verſagen, denn die Nichterhebung einer beſchloſſenen Steuer iſt
nicht zu verantworten. — Es ſprechen noch die Stadtvv. Hille und
Herbert.
Bürgermeiſter Mueller ſchlägt vor, den heute gehörten Proteſt
zur Kenntnis der verantwortlichen Stellen zu bringen und ihr ſoziales
Verſtändnis für die kataſtrophale Lage zu ſchärfen. Dieſer Vorſchlag
findet Annahme.
Schluß der öffentlichen Sitzung 8.30 Uhr abends.
Lokale Veranſtaltungen.
Oie dierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchſießtich als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten.
imn keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krilſt.
— Darmſtädter Oberheſſen=Verein unternimmt am
1. Pfingſtfeiertag einen Ausflug nach Burg Breuberg. Abfahrt vorm.
8 Uhr Oſtbahnhof bis Wiebelsbach, von da zu Fuß. Nachmittag
gemüt=
liches Beiſammenſein im Gaſthaus „Burg Breuberg”, Höchſt.
— Privatſchule „Selbſthilfe‟. Durch den Abbau ſind
die Eltern vielfach nicht in der Lage, ihre Kinder den gewünſchten
Beruf erlernen zu laſſen. Was die Frau mit in die Ehe bringen kann,
iſt die „Selbſthilfe”, in allem ab= und zugeben können; deshalb hat ſich
hier die Privatſchule alle erforderlichen Fächer zur Aufgabe gemacht,
den Frauen beizuſtehen. (Siehe Inſeratenteil.)
— Geſellſchaft Eintracht. Wie aus dem Inſeratenteil
er=
ſichtlich iſt, ſoll die Stelle des Hausverwalters und Reſtaurateurs der
ſeit bald 100 Jahren beſtehenden Geſellſchaft Eintracht, e. V.,
Eliſa=
bethenſtraße 12, neu beſetzt werden. Die Geſellfchaft beſitzt im Zentrum
der Stadt ein eigenes Haus mit ſchönen Geſellſchaftsräumen und einem
großen herrlichen Garten. Die Reſtauration nebſt Garten iſt für
Jeder=
mann zugänglich.
— Kam. Vereinigung ehem. Heſſ. Garde=Drag. 23,
Hauptgruppe Darmſtadt. Am 7. Juni, abends, findet im Vereinslokal
Monatsverſammlung ſtatt. Die Mitglieder werden gebeten, zahlreich
zu erſcheinen.
zerein ehem. 6ler. Für Sonntag, den 15. Juni hat ſich
ſtadt zum Beſuche der ehemaligen Garnt
Babenhauſen augeſagt. Der Ausflug findet mit Familie und mit Muſitk
jegenden Dutsgruppen von Babenhauſen werden zu
erſcheinen. Alles Nähere erfolgt durch ſpätere
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Juni 1924
Nummer 15
* Der Entwurf eines Geſetzes über die
Möänderung des Brandverſicherungsgeſetzes
der Ende März ds. Js. dem Landtage vem Innenminiſterium zur
Be=
ratung und Beſchlußfaſſung übermittelt wurde, erheiſcht, eine eingehende
Darſtellung umſomehr, als das Geſetz möglichſt bald in Kraft geſetzt
werden ſoll.
Aus der beigegebenen Begründung ſei hervorgehoben: Nachdem im
Wirtſchaftsverkehr und im Steuer= und Abgabeweſen des Reichs und
Heſſens ſowie der öffentlichen Verbände die G=ldmarkrechnung faſt
all=
gemein eingeführt iſt und nachdem die Verſicherungsbeiträge auf
Gold=
wert geſtellt ſind, ſollen auch die Verſicherung bei der
Brandverſiche=
rungsanſtalt und insbeſondere die Leiſtungen auf Goldmarkbaſis
wert=
beſtändig feſtgelegt werden. Das iſt der Hauptzweck des Geſetzentwurfs.
Die Verſicherung wird als wertbeſtändige Goldverſicherung auf
Rechnungsgrundlage der Goldmark feſtgelegt. Nach Art. 9 des Geſetzes
von 1890/99 bilden die tatſächlichen Bauwerte der Gebäude
den Gegenſtand der Verſicherung, nach denen ſich die Entſchädigungen
und in der Regel auch die Beitragsleiſtungen bemeſſen. Sämtliche
Ver=
ſicherungsanſchläge der in die Anſralt aufgenommenen Gebäude ſind noch
die alten, auf Grund der Abſchätzungen zu den Vorkriegspreiſen
ermittel=
ten Werte. Bei der Wiederherſtellung der Gebäude war ſeither —
Ge=
ſetz vom 13. Juli 1918 — zu den Entſchädigungen nach dem 1890er
Ge=
ſetze ein Zuſchlag nach Maßgabe der tatſächlichen Verteuerung der
Wiederherſtellungskoſten gewährt worden und damit die
Schadens=
leiſtungen der Anſtalt automatiſch der Steigerung der Baupreiſe
an=
gepaßt. Nach dem Geſetz vom 13. 7. 1918 ſind demgemäß, vorausgeſetzt,
daß die Verſicherungskapitalien den Gebäudewerten zu normalen Zeiten
entſprechen, die Gebäudeeigentümer gegen Brandſchäden voll gedeckt.
Auch ſoweit nach Erlaß des 1918er Geſetzes Gebäude nen errichtet und
abgefchätzt oder bereits in die Verſicherung aufgenommenen Gebäude
neu abgeſchätzt wurden, erfolgte Abſchätzung und Feſtſtellung der
Ver=
ſicherungskapitalien in ſinngemäßer Anwendung des 1918er Geſetzes
auf Grundlage der Vorkriegsbaupreiſe und Bauwerte vom 1. 8. 1914.
Die Verſicherungskapitalien ſind zurzeit ſämtlich auf die Vorkriegswerre
abgeſtellt.
Würden die heutigen Baupreiſe und damik die heutigen Bauwerte, in
Goldmark berrechnet, den normalen Vorkriegspreiſen entſprechen, ſo
wäre die Umſtellung der Verſicherungen auf die Golmarkbaſis einfach in
der Weiſe durchzuführen, daß die derzeitigen Verſicherungsſummen mit
ihrem im Brandkataſter eingetragenen Nennbetrage zu Goldmarkſummen
erklärt würden. Es wären dann die Verſicherungen auf die früheren
Verhältniſſe zurückgeführt; es könnten die früheren geſetzlichen
Be=
ſtimmungen dann ohne weiteres wieder Platz greifen; die Geſvährung
beſonderer Ueberteuerungszuſchläge wäre überflüſſig. Nun ſind aber die
Baupreiſe bis jetzt nicht wieder auf den Vorkriegsſtand zurückgegangen.
ſondern liegen durchſchnittlich noch etwa 30—50 Prozent über dem
Vor=
kriegsſtand. Die Entwicklung der Preisgeſtaltung auf dem Baumarkte
läßt ſich auch zurzeit noch gar nicht abſehen. Von einer Feſtigung der
Verhältniſſe kann man zurzeit noch nicht reden. Würden nun die
Ver=
ſicherungskapitalien einfach in ihrem jetzigen Nennbetrage auf Gold
umgeſtellt, ſo wären die Gebäudeeigentümer unterverſichert und würden
bei Brandfällen keinen vollen Erſatz des entſtandenen Schadens
er=
langen. Das in Württemberg ab 1. Januar 1924 eingeſchlagene
Ver=
fahren, daß den Gebäudeeigentümern die Möglichkeit gegeben werde,
durch freiwillige Erhöhung der Vorkriegskapitalien die Vollverſicherung
herbeizuführen, würde bei Stellung der freiwilligen
Zuſatzverſicherungs=
anträge einen erheblichen Aufwand an Zeit und Arbeitskraft für die
Brandverſicherungskommer und die mit Führung der Brandkataſter
betrauten Finanzbehörden bedeuten. was in
heutigen Zeit, wo
tunlichſte Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung erſtreben
wert ſei, nicht gerechtfertigt werden konne, ganz abgeſehen davon, daß
nun ein Teil der Verſicherten von der Befugnis Gebrauch machen
würde. In Uebereinſtimmung mit der Brandverſicherungskammer iſt
daher im Entwurfe vorgeſehen, daß, ſolange eine Stabilität in den
Bau=
preiſen und damit in den Bauwerten noch nicht eingetreten iſt, das
ein=
mal eingeführte Verfahren der Teuerungszuſchläge beibehalten werden
ſoll. Die beſtehenden, auf der Grundlage der Vorkriegspreiſe
abge=
ſchätzten Verſicherungsſummen ſollen mit dem im Kataſter eingetragenen
Nennbetrage auf Goldmark umgeſtellt und auch die Entſchädigungen
unter Zugrundelegung dieſer Verſicherungskapitalien und der
durch=
ſchnittlichen ortsüblichen Baupreiſe vom 1. 8. 1914 errechnet werden.
Der noch beſtehenden Ueberteuerung der Baukoſten gegenüber den
Vor=
kriegskoſten ſoll durch Gewährung von Teuerungszuſchlägen zu dieſen
Entſchädigungen Rechnung getragen werden.
Es ſoll bei Wiederherſtellung der beſchädigten oder zerſtörten
Ge=
bäuden — entgegen der Uebung nach dem 1918er
nun=
mehr aufzuhebenden Geſetze — ein allgemeiner Zuſchlag
gewährt werden, der nach Maßgabe der jeweiligen Baupreiſe vom
Innenminiſterium nach Anhörung der Brandverſich=rungskammer
all=
gemein fürs ganze Land oder, ſoweit erforderlich, für einzelne Landesteile
feſtgeſetzt würde.
Der Teuerungszuſchlag hat den gleichen Charakter wie die
Ent=
ſchädigung ſelbſt; für ihn gelten deshalb ſinngemäß die für die
Entſchädi=
gungen geltenden Vorſchriften. Auch bei Abſchätzung neuerrichteter
Gebäude, die verſichert werden ſollen und bei Neuabſchätzung bereits
aufgenommener Gebäude werden nicht die derzeitigen Bauwerte ungeſetzt,
ſondern es wird auf die Baupreiſe vom 1. 8. 1914 zurückgegungen. Auf
dieſe Weiſe wird die gebotene Einheitlichkeit bezüglich der
Verſicherungs=
kapitalien gewährt, was wieder auch im Intereſſe der Gebäudeeigentümer
ſelbſt liegt.
Die Auszahlung der Entſchädigungen und Zuſchläge erfolgt in
Papiermark oder ſonſtigen geſetzlichen zugelaſſenen Zahlungsmitteln
unter Zugrundelegung des am Tage vor der Anweiſung geltenden
Um=
rechnungsſatzes.
Etwaige Rückerſtattungen müſſen natürlich an die Anſtalt auch nach
dem Goldwert erfolgen.
Die beſtehenden Umlagekapitalien der verſicherten Gebäude gelten
als in Goldmark feſtgeſetzt. Bei den Gebäuden, die durch Beſtimmung
und Benutzung erhöhter Feuersgefahr unterliegen, tritt nach Maßgabe
des beſtehenden Gefahrentarifs zu der Verſicherungsſumme ein
Zu=
ſchlagskapital hinzu. Beide zuſammen bilden daun das Umlagekapital
(in Goldmark).
Nach Artikel 51a (Novelle, vom 2. Anguſt 1902) erhalten
Gemein=
den und Inhaber ſelbſtändiger Gemarkungen, die im Brandfalle über
eine Hochdruckwaſſerleitung mit Hydranten in ſolcher Zahl und mit ſolcher
Druckhöhe verfügen, daß dadurch ein weſentlich erhihter Feuerſchutz
herbeigeführt wird, aus der Brandverſicherungskaſſe eine jährliche
Ver=
gütung von 2 Pfg. für je 100 Mark Umlagekapital der im
Wirkungs=
kreiſe der Hydranten gelegenen Hofreiten. Dieſe Vergütung ſoll nun
½ Pfg. für je 190 Goldmark Umlagekapital der im Wirkungskreiſe der
Hydranten gelegenen Hofreiten betragen.
Da die Koſten der Unterhaltung der Leitungen, Beſeitigungen von
Rohrbrüchen, Reviſion der Hydranten weiter laufen, erſcheine, ſo ſagt die
Begründung, eine entſprechende Aufwertung dieſer Vergütung, die von
den Gemeinden bereits in den letzten Jahren angeregt worden,
an=
gebracht. (Die Zuſchüſſe für die Hochdruckwaſſerleitungen gemäß Art,
51a haben mit der Zeit eine außerordentliche Höhe erreicht. Betrugen
ſie 1904 noch etwa 200 000 Mk., ſo ſind ſie jetzt auf nahezu 400 000 Mk.
geſtiegen, die ſich auf nicht ganz 600 Gemeinden verteilen.) Die
Aus=
gaben für erhöhten Feuerſchutz (2 Pfg. für je 100 Mk. Umligekapital)
beanſpruchen jetzt beinahe 334/=Prozent der geſamten Umlagen. Durch
die Geldentwertung hat die Anſtalt ihren über 2 Millionen Mk.
be=
tragenden Betriebsfends und ihren Reſervefonds von über 9 Millionen
Mk. nahezu völlig eingebüßt. Bei einem Betrage von 6 Goldpfg., nie er
in dieſem Jahre erhoben wird, iſt es der Anſtalt nicht möglich, unter
Berückſichtigung ſonſtiger Ausgaben und Verpflichtungen eine Vergütung
von 2 oder auch nur 1 Pfg. von 100 Mk. Umlagekabital zu tragen.
Des=
halb iſt ſolche auf 1 Pfg. feſtgeſetzt. Das würde eine Geſamtvergütung
von etwa 100 000 Goldmk. jährlich bedeuten, was eben noch tragbar
erſcheint. Die Brandverſicherungsbeiträge ſind, in
ganzen Goldpfennigen auf je 100 Goldmark
Umlage=
kapital auszuſchlagen und zu erheben. Das Miniſterium
ſoll anordnen können, daß die für die heſſiſchen Staatsſteuern geltenden
Vorſchriften über Zuſchläge für Steuerrückſtände und über Steuerzinſen
auf die Brandverſicherungsbeiträge leiden. Nach Artikel 56 iſt, ſolange
der Reſervefonds nicht 2 v. T. des Verſicherungskapitals beträgt, auch
bei geringerem Bedarf ein Brandverſicherungsbeitrag von 10 Pfg. für
je 100 Mk. Umlagekapital zu erheben. Um den leexen Fonds zu ſpeiſen,
müßte die Anſtalt in den nächſten Jahren mindeſtens 10 Goldpfge,
er=
heben. Im Hinblick auf die drückende finanzielle Lage und die
erheb=
liche Steuerbelaſtung des Hausbeſitzes ſoll aber das Miniſterium des
Innern Ausnahmen von den Vorſchriften des Art. 56 zulaſſen.
Die Vergütung nach Art 51a ſoll, auch um der finanziellen Notlage
der Gemeinden Rechnung zu tragen, im aufgewerteten Betrage bereits
mit Wirkung für das laufende Kalenderjahr eintreten, ſodaß die
Ge=
meinden bereits in dieſem Jahre die neue Vergütung erhalten.
Jahresbericht des Odenwaldklubs über 2.
Tätigkeit des Klubs im Jahre 1923/2-
Wir haben zu dem Bericht über die Hauptverſammlung in Wäin
noch einige Punkte nachzutragen, die Herr Beigeordneter Damb
ſeinen Ausführungen behandelte. Vor allem wird betont, daß e
Beendigung der unſeligen Inflationszeit wieder aufwärts geht um
Klub wieder an ſeine ſchönen Aufgaben herantreten kann, deren
lung ſeither durch die ſchnelle Entwertung der eingehenden Beiträ
unmöglich war. Erfreulich iſt vor allem, daß ſich für die Klubzei.
„Die Dorflinde” in der Firma Karl Wieland in Dar
ein Verlag gefunden hat, der das Blatt in beſſerer Ausſtattung
H=
bringt. Sonderberichte der einzeinen Orrsgruppen über ihre Ver-o
tungen ſind an den Schriftleiter, Oberſtudiendicektor Kiſſin
Darmſtadt, Steinackerſtraße, zu ſenden. Der Hauptausſchuß hi
vergangenen Jahre zwei Sitzungen ab, in Bensheim und Wei.
Der Wegbezeichnungsausſchuß hat trotz aller Sche
keiten auch im vergangenen Jahre erſprießliche Arbeit geleiſtet;
genug war es, Farben für die Markierungen zu erhalten. Der
ſtraßenrandweg (weißes R) iſt fertiggeſtellt, und berührt die ſch
Punkte der Bergſiraße. Einzelne Ortsgruppen, Birkenau, Br.u
Frankfurt, Langen, Oberroden, Wiesloch, Viernheim, haben ſich dun
lage eigener Markierungen verdient gemacht. An der Spitze des
bezeichnungsausſchuſſes ſreht nach wie vor Oberſtaatsanwalt Wü
der ſich um die Anlage der Odenwaldmarkierung ſo hochverdient gu
hat. Die Wegbezeichnungskarte erſcheint noch in dieſem Jahre in
verbeſſerter und verſtärkter Auflage. Die Jugendherberg=en
Odenwald haben ſich auch trotz aller Hinderniſſe erfreulich weiter
wickelt. Bedauerlich iſt, daß die badiſchen Jugendherbergen durck
fügung des Badiſchen Kultusminiſteriums von den
Odenwaldjuge=
bergen abgetrennt worden ſind. Eine neue Bleibe für Mädchen
Michelſtadt entſtandea; in Eberbach und Schwetzingen ſind neue F.
herbergen errichtet worden, in Buchen ſoll in dieſem Jahre eine
ebenſo in Erbach und Mannheim. Die Herbergen in Brensba=
Darmſtadt (Stadtmädchenſchule III) ſind Ausgewieſenen übe
Jugendgruppen des Odenwaldklubs beſtehen in Auerbach,
ſtadt, Dieburg, Erbach, Heßvenheim, König, Langen, Roßdorf,
Sch=
gen, Zell, feiner werden ſolche erſtehen in Eberbach, Lampertheim
tenberg, Ncckarelz, Reinheim. Am 13. und 14 September fin
Mich=lſtadt ein Jugendwandertag ſtatt. — Um die Verkehrs
hältniſſe im Odenwald hat ſich der Klub weſentlich verdient ge
indem er für beſſere Zugverbindungen, Einführung von Sonntas=
und Nundreiſe= (Gabel=)Karten eintrat. Zu Punkt Schutz der
turdenkmäler iſt es gelungen, auf dem Oelberg wenigſter,
Schwedenkanzel und den Ringwall vor dem Abbruch zu bewahren,
war nicht zu erreichen, aber der Porphyrbruch ſoll wieder mit Wa.
gelegt werden. Dem Verband,deutſcher Gebirgs=
Wandervereine gehört der Odenwaldklub nach wie vor an;
jetzt mit dem Vogelsberger Höhenklub, Taunusklub, Speſſartklub.
zu einem Gau Mittelrhein und Main zuſammengefaß4
den. Dekorierungsfeſte wurden von 61 Ortsgruppen aE
ten, auf denen dramatiſche Werke von Hans Otto Becker, Eugen
Ernſt Pfeifer. Erich Huber, Theo Reiper aufgeführt wurden.
Sonnwendfeier veranſtalteten die Ortsgruppen des Mümli
auf dem Breuberg, die in dieſem Jahre wiederholt werde=
Frankfurt feierte ſeine 100. Wanderung mit einem Feſt auf der
wigshöhe bei Darmſtadt. Die Vortragstätigkeit war wie
überaus rege und fruchtbringend. Für die Unterhaltung
Klubanlagen wurde das Möglichſte getan; ſo hat die Ortse
Darmſtadt den Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe wieder
geſetzt, Heidelberg den Turm auf dem Weißen Stein u. ſ. f. Das
derbuch des Klubs wird in neuer Auflage erſcheinen, ebenſo der
waldführer „Der Windhaus”, den Archivrat Morneweg=Erbach n
arbeitet hat. So hat der Odenwaldklub auf allen Gebieten ſeiner
keit, raſtlos ſchaffend, wiederum Erſprießliches geleiſtet.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Im Intereſſe eines gleichmäßigen, den gegebenen Beſtimm,
entſprechenden Verfahrens wird darauf hingewieſen, daß diej
Hausherrn, welche 2½ Prozent Waſſergeld von der vereinnc
ten Maimiete, ſtatt von der ganzen monatlichen Friedensmiete
nen, im Unrecht ſind. Z. B. 200 Mark Friedensmiete für Mai
bei 2½ Prozent Waſſergeld 5 Mark, welche der
Vermien=
tragen hat. Erſt der überſchießende Betrag für etwaigen Me-l
brauch iſt umzulegen.
Ein Mied
kräftigt und belebt Körper und Geist, schafft
geues gesundes Blat, hebt den Appetit, wird
von jung und ali gern genommen.
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Gertrud Sples
geb. Heilbronn
VERMAHLTE
Trauung: 10. Juni
Heidelberg. „Europäischer Hof”
(*1656
Es iſt uns jetzt zur traurigen
Gewvißheit geworden, daß unſere
liebe, herzensgute Tochter und
Schweſter
von uns gegangen iſt. Wir haben
ſie an der Seite ihres Vaters
auf dem Waldfriedhof beigeſetzt
und bitten von allen
Beileids=
bezeugungen abzuſehen. (*16482
Darmſtadt, den 3. Juni 1924.
Für die Hinterbliebenen:
Frau Pauline Beinsheimer.
Hente entſchlief ſanft, nach zel
jährigem, ſchwerem, mit großer
Ge=
duld ertragenem Krankenlager,
meine liebe, gute Mutter, unſer
Schwägerin und Tante, Frau
Gertrude Hartmann
geb. Blome
im Alter von 77 Jahren.
Darmſtadt, den 4. Juni 1924.
N.=Ramſtädterſtr. 31, (*1656
In tiefer Trauer:
Marie Hartmann.
Die Beerdigung finder Samstag
nachmittag 3 Uhr von der Leichen
halle des alten Friedhofs, Nieder
ramſtädterſtraße aus, ſtatt.
Am 4. Juni,abends ½11 Uhr,
entſchlief ſanft im 94.
Lebens=
jahr unſer lieber, guter Vater,
Großvater und Schwager
Friedrich Petro Pitthan
Im Namen
der Trauernden:
Wilhelm Pitthan.
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Die Beerdigung findet in aller Stille
ſtatt.
(*16547
Todes=Anzeige.
Geſtern früh verſtarb plötzlich
nach zweitägigem Krankſein unſer
herzensguter jüngſter Sohn und
Bruder
Heinrich Werle
im Alter von 25 Jahren,
Familie Werle
16568
Emilſtr. 25,
Die Beerdigung findet Samstag,
vormittags 11 Uhr, auf dem Wald
friedhofſtatt. Von Beileidsbeſuchen
bitten wir abzuſehen.
Allen denen, die in vergangenen
ſchweren Tagen unſerer ſo
teilneh=
mend gedacht haben, herzlichen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Wilhelm Krämer, Pfarrer.
Ober=Breidenbach, Juni 1924.
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die Geſchſt. (*16519
Frau Behnattenick
Ausschneiden und aufbewahren! Es folgt ein Preisausschrelbe‟
7.
Frau Schnatterich ist in ihr Vaterland Neustadt zurückgekehrt m
bewundert nach so langer Abwesenheit von neuem ihren von einer eis-
Dekorationsfirma eingerichteten Musiksalon. Auch die Noten und —
Flügel, auf dem schon Paganini seine berühmte Kreuzersonate
gesß-
haben soll, hat die Dekorationsfirma mitgeliefert. Selbstverständlicn
sie eigentlich zwei Flügel, aber, so sagt sie zu ihrer Gesellschafterin, K‟
aus echtem Palisadenholz behalten wir hier im Musiksalon, der ebr‟
hölzerne paßt besser in meinen altdeutschen Jagdsalon unter den an
gestopften Aurorahahn, für den ich dem Dekorateur 200 Mark extra eiln
habe, der ist ebenfalls so schwarz. Ob wir nun den Pedanten zu de
Flügel danebenstehen haben oder in einem anderen Salon, das 1st dc
einerlei. Auch eine zweite Uhr im Resonanzstile müssen wir noch
sorgen, und bei dieser Gelegenheit will ich auch gleich wieder ein?
Packungen Sanitätsrat Dr. med. Campe’s Kukirol-Fußbad mitbringen, dE
immer so mit schweißigen Füßen herumlaufen, das ist mir nicht gegeb‟
Das Kukirol-Fußbad verhütet Brennen, Anschwellen, Wundlaufen —
Schwitzen der Füße, reinigt sie besser als ein Seifenbad, verhütef aun
daß teure Strümpfe und Schuhe durch den Schweiß zerfressen weil:
kräftigt Nerven und Sehnen und ist besonders in der warmen Jalreße-"
eine Wohltat für die Füße.
Das ebenfalls millionenfach bewährte Kukiroi-Hühneraugen-Pills
beseitigt Hühneraugen und Warzen ohne Schneiden oder Aetzen, mile
ohne die Gefahr einer Blutvergiftung oder Entzündung. Es erweicht
Hühneraugen schon in einigen Stunden, stillt infolgedessen die Schmele
und in wenigen Tagen kann man sie einfach abnehmen.
Kukirol-Hühneraugen-Pflaster und Kukirol-Fußbad sind in allen groven
Apotheken und wirklichen Fachdrogerien vorrätig. (Kuktrol-Hühnerause
Pflaster 75 Pfennig pro Schachtel, Kukirol-Fußbad 50 Pfennig pro Packuie
Achten Sie aber recht genau auf die Schutzmarke „Hahn mit Fuß‟. Mane-
Geschäfte, die nicht als Fachdrogerien anzusehen sind, verschaffen ?"
unsere gangbaren Fabrikate auf Schleichwegen und benutzen sie eil
lockung der Käufer, denen sie dann unter allerlei unwahren
Anßd-
andere Mittel aufzureden versuchen, die sie gern weghaben mocit
Meiden Sie solche unreellen Geschäfte ein für allemal, denn es gibl Beie
reelle. Selbstverständlich will der Verkäufer auch seine Ladenhüter endie
einmal loswerden, Sie aber haben das Recht, für Ihr gutes Geid d4s
beanspruchen, was Sie haben wollen, und nicht, was Ihnen der Veiket"
aufreden will.
Wichtig! Verlangen Sie die aufklärende und überaus lehnele-
Broschüre „Die richtige Fußpflege”, die wir jedem Interessenten Fodelt."
und portofrel zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erlahtent
Arstes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt geger Einseudugs!
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Fußpflege und Fußleiden beziehen.
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Inh. W. Hartlaub, Bessungerstr. 1; Anton Fischer, Frankile
str. 14: Gg. Liebig & Co. Nachf., Luisenstr 4; Apdlte
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Mummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Freſtag, deu 6. Jtinf 1924,
Geite 2..
Aus Heſſen.
r. Babenhauſen, 3. Juni. Die geſtrige Gemeinderatsſitzung
vees eine reiche Tagesordnung auf, und manche Punkte waren
Gegen=
janid einer oft ſehr lebhaften Ausſprache. Der Gemeinderat beſchließt
Erhebung einer Grundſteuer in gleicher Höhe wie die Sätze des
eiſes. Demnach ſind 5 Pfg. von 100 Mark Steuerwert beim
Gebäude=
eitz und 10 Pfg. von 100 Mark Steuerwert beim land= und
forſtwirt=
trrſtlich genutzten Grundbeſitz zu erheben. Außer dieſer
Gemeinde=
emer kommen gleichzeitig die Steuern für den Kreis in gleicher Höhe
„ die Steuer der Provinz mit ½ bzw. 1½ Pfg. von 100 Mark Steuer=
—t durch die Gemeindekaſſe zur Erhebung. Der Punkt 2:
Schul=
ara leinrichtung wird auf Antrag des Herrn Bürgermeiſters noch
unal zurückgeſtellt. Punkt 3: Gewährung der
Frauenzu=
ange an die Gemeindebeamten ruft Freunde und Gegner dieſer ſozialen
Uage, wie ſchon bei früheren Sitzungen, wo ſtets dieſes Kapitel
ab=
eeehnt wurde, auf den Plan. Mit einer knappen Stimmenmehrheit
F) wurde beſchloſſen, die Frauenzulage an die Gemeindebeamten ab
Juni d. J. zu gewähren, da ſie nach einer Mitteilung des Kreisamts
di burg als ein Teil der Beamtenbeſoldung anzuſehen iſt. Punkt 4
erifft die Bildung einer Waldkommiſſion. Auf Vorſchlag
Herrn G.=R. Krapp werden als Mitglieder dieſer Kommiſſion
Herr Bürgermeiſter und die G.=R. Mahla und Brenger
ge=
ählt. Die Erhebung von Deckgeld für das Faſelvieh
eüt Punkt 5 vor. Der Vorſchlag der Finanzkommiſſion wird mit
tunmenmehrheit angenommen. Ab 1. Januar 1324 ſoll als Deckgeld
bar erhoben werden: Für 1 Stück Rindvieh 3 G.=Mk., für ein
—tterſchwein 2,50 Mk. und für eine Ziege 0.50 Mk. Damit iſt die
fantliche Sitzung geſchloſſen. In der nichtöffentlichen werden noch
chiedene Angelegenheiten erledigt. Die Wohnungsfrage wird nach
user Beratung vertagt. Zwecks Ergänzung der Wohnungskommiſſion
len in einer noch einzuberufenden Vermieterverſammlung zwei neue
ſeiglieder gewählt und dem Gemeinderat vorgeſchlagen werden. Die
attpflichtverſicherung der Gemeinde mit der Verſicherungsgeſellſchaft
Krovidentia” foll der Kollektivhaftpflichtverſicherung des Kreiſes ange=
Aoſſen werden. Der Neuen Lichtbühne dahier wird die Genehmigung
ttilt, einen dauernden Betrieb im Saale des Gaſthauſes „Deutſcher
” zu unterhalten unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs. Ein
vätes Geſuch zur Errichtung einer weiteren Lichtbühne wird nicht ge=
Arnigt. Der Gemeinderat iſt grundſätzlich damit einverſtanden, daß
ſe die Landwirtſchaftskammer im Herbſte dieſes Jahres eine Bezirks=
=Fchau und landwirtſchaftliche Ausſtellung für die Kreiſe Dieburg und
ffenbach abhält. Sie will dieſe Veranſtaltung übernehmen und ſich
uon an den Koſten beteiligen. Der Veteranen= und Militärverein von
ſe und Harreshauſen lädt den Gemeinderat zu ſeiner
Jubiläums=
ſiee Ende Juni d. J. ein und bittet ihn, ſich am Feſtzuge zu beteiligen.
ia ein Teil des Gemeinderats dies ablehnt, wird davon Abſtand
ge=
urmen, geſchloſſen am Feſtzug teilzunehmen. Die Schloßwieſen
wer=
in. dem Verein zur Abhaltung ſeines Feſtes koſtenlos zur Verfügung
ſtellt. Für das Jugendfeſt, das die höhere Bürgerſchule und die
Volks=
hXe dieſes Jahr am Montag, den 23. Juni, vormittags, wieder
ge=
ennſam feiern, werden zur Deckung der Koſten 135 Mark bewilligt.
ſei, nach Mitternacht wird die Sitzung beendet.
j. Vom ſüdlichen Odenwalb, 4. Juni. In der Nähé des
Luftkur=
us Marbach liegen zwei Villen; der einen ſtattete ein Herr Sch. einen
e uch ab, wobei ſich ein der dort wohnenden Familie gehöriger
Fu-fshund von der Kette losriß und den Beſucher anfiel. Dieſer wehrte
½* wütende Tier möglichſt ab und warf es ſchließlich in ein Gelaß,
litt aber dabei ſchwere Bißwunden an Armen und Händen. Die Herrin
trc dabei, hatte aber keine Gewalt über den Hund. — In B. wurden
p— frei weidende Schafe von einem Hund derſelben Raſſe angefallen
r0. derart zugerichtet, daß beide abgeſchlactet werden mußten.
* Aus dem Odenwald, 5. Juni. Die diesjährige „Pfingſtkirchenmuſik”
r Geſellſchaft der Muſikfreunde im Odenwald (Sitz Erbach i. O.)”
met mit 6 Konzerten (86.—91. Konzert) an den beiden Pfingſtfeiertagen
Füdweſtlichen Teile des Odenwaldes ſtatt, und zwar wie folgt: Am
agſtſonntag, nachmittags 2 Uhr, in Hammelbach, nachmittags 5 Uhr
Wald=Michelbach, abends 8 Uhr in Rimbach; am Pfingſtmontag,
vor=
ſiwags 11 Uhr in Lindenfels, nachmittags 4 Uhr in Fürth und abends
r in Birkenau, jeweils in der evangeliſchen Kirche. Zur
Mitwir=
x ſind drei vortreffliche Künſtler gewonnen: die Sopraniſtin Liſa
irchter aus Mannheim, Profeſſor Hanns Schindler vom Bayeriſchen
ſtaatskonſervatorium in Würzburg (Orgel), ſowie der Geiger Wilhelm
cabert aus Heidelberg. Das Programm iſt, wie ſtets, künſtleriſch
hoch=
huend, dabei aber für jedermann verſtändlich. Zweifellos wird auch
eis ſchöne Vexanſtaltung lebhaften Anklang, finden.
— Alsbach n. d. B., 5. Juni. Am Dienstag, den 10. Juni, feiert
— Bonin, ſeit einem Menſchenalter Wirt auf dem Alsbacher Schloß,
ſpen 85. Geburstag.
* Bensheim, 5. Juni, Konzert Johan Verſter. Man
ſchreibt uns: Auf vielſeitigen Wunſch gab Herr Johan Verſter aus dem
Haag im Saale der Vereinigten Geſellſchaft Bensheim ein zweites
Kon=
zert, und es war nicht zu verwundern, daß nach dem großen
künſtleri=
ſchen Erfolg des erſten Konzertes das muſikverſtändige Publikum
voll=
zählig erſchienen war. Der Chopin=Beethoven=Abend bewies, daß
Ver=
ſter auch dieſe Meiſter voll ausſchöpfend zu interpretieren vermag, eine
Vielſeitigkeit, wie man ſie ſelten finden dürfte. Nur die beiden
Haupt=
werke, die Chopin=Ballade Op. 38 F=Dur und Beethovens „
Appaſſio=
nata”, als die Werke, deren Vortrag den tiefſten Eindruck hinterließ,
ſeien beſonders hervorgehoben. Wie ſchlicht und doch warm der erſte
langſame Teil der Ballade, wie leidenſchaftlich und wuchtig der ihm
folgende, wie klar in der Phraſierung der erſte Satz der „Appaſſonata”,
wie tief empfunden das Andante! Das iſt eben das ganz Beſondere an
der Kunſt Verſters, daß ſie ſo ganz aus dem Innern kommt und
des=
halb auch ſo ganz in das Innere des Hörers dringt und ihn ergreift.
Dies alles wird noch unterſtützt durch einen herrlichen Anſchlag und
eine geradezu fabelhafte Technik, die einen vollſtändig vergeſſen ließ,
daß es ein Blinder war, der den Flügel meiſterte. Mit welcher
Selbſt=
verſtändlichkeit bewältigte er die techniſchen Schwierigkeiten der zwei
Etuden von Chopin Op. 25 Nr. 6 und 11, die zu den techniſch
ſchwie=
rigſten Kompoſitionen zu zählen ſind. Der nicht endenwollende Beifall
am Schluſſe des Konzerts mag dem Künſtler gezeigt haben, wie dankbar
wir für ſeine Leiſtungen waren.
A. Von dem Lande, 5. Juni. Bei der Reichstagswahl
be=
dienten ſich alle Parteien ausgiebig des Plakats als Werbemittel.
Der Anklang und die Beachtung, den das neue Werbemittel in Stadt und
Land gefunden hat, wird zur Folge haben, daß es auch bei künftigen
Wahlen eine große Nolle ſpielen wird. Das anſchauliche und ſchließlich
auch mehr oder weniger künſtleriſch wertvolle Bild wirkt eben beſſer als
das geſprochene oder geſchriebene Wort. In den Städten ſah man oft
ganze Dutzende vor den Anſchlagſäulen ſtehen, wenn ein neues Plakat
erſchienen war. Auf dem Lande zeigte ſich bei dieſer neuen Art, um die
Stimmen der Wähler zu werben, ein bedauerlicher Mangel. Selbſt in
größeren Landgemeinden iſt keine Stelle oder irgend eine Gelegenheit
vorhanden, wo Werbemittel in Wort oder Bild angeklebt werden dürfen.
Man klebte alſo in der Nacht an Wohngebäude, Scheuern
Spritzen=
häuſer, Leitungsmaſten uſw. Die Polizei iſt heute noch verpflichtet, das
Angeklebte zu beſeitigen oder das Ankleben zu verhindern, wenn ſie die
Anklebenden antrifft. Das ſind Vorſchriften, die unbedingt und
ſchnell=
ſtens abgeändert werden müſſen. In jeder Gemeinde müßten längſt
Gelegenheiten zum Ankleben von Druckſachen aller Art geſchaffen ſein.
Die Gemeinden müßten deshalb auf dem Verordnungswege angehalten
werden, den Parteien entgegenzukommen und für Flächen zu ſorgen,
worauf das Ankleben des Werbeſtoffes und der Wahlaufrufe, mögen ſie
Wort oder Bild enthalten, erlaubt iſt. In den Städten ſind das die
Anſchlagſäulen, deren Flächen die Verwaltung meiſt an einen
Unter=
nehmer verpachten. Auch die Landgemeinden müßten für ihre
Anſchlag=
flächen eine Gebühr verlangen können. Die Polizei wäre dann
anzu=
weiſen, daß ſie das angeklebte Eigentum der Parteien in ihre ganz
be=
ſondere Obhut nimmt, damit der Wille der Wählerſchaft unbeeinträchtigt
zum Ausdruck kommt. Abhilfe müßte ſchon bald getroffen werden, denn
die Landtagswahl ſteht vor der Türe und eine Reichstagswahl vielleicht
noch vor dieſer Wahl.
Erzhauſen, 5. Juni. Bei dem am verfloſſenen Sonntag hier
ſtatt=
gefundenen Fußballſpiel hat ein Spieler aus Egelsbach einen
Arm gebrochen, ein anderer wurde durch einen Anprall von einem Ball
ohnmächtig. — Der Geſangverein Sängerbund begeht nächſtes Jahr
das Jubiläum ſeines 50jährigen Beſtehens, desgleichen, wie ſchon früher
mitgeteilt, der Geſangverein Germania. Beide Vereine wurden im
Jahre 1875 gegründet. Zwiſchen den Vorſtänden der beiden Vereine ſoll
nächſtens eine Beſprechung ſtattfinden, wobei die Feier der Feſtlichkeiten
feſtgelegt werden ſoll.
Mainz, 4. Juni. Bei dem gemeldeten Schadenfeuer handelt
es ſich nicht um die bekannte Zelluloidfabrik, ſondern um das
benach=
barte Anweſen der Firma Georg Hartmann Schollmayer, Sägewerk und
Warum gerade
R
Weil diese Zahnpasta die Zähne nicht nur reinigt,
sondern sie auch vor Schaden bewahrt und bis ins
hohe Alter gesund und widerstandsfähig erhält-
Möbelfabrik. Bei den reichen Vorräten an bremnbaren Stoffen nahm
der Brand bald gewaltige Dimenſionen an. Dem Element fielen zum
Opfer faſt das ganze Holzmaterial, das Wohnhaus des Fuhrmanns,
Keſſelhaus, Stallung und mehrere Schuppen. Das Feuer währte bis
2 Uhr. Zur Hilfeleiſtung waren außer der hieſigen die Wehren aus
Mainz, Kaſtel und Guſtavsburg an der Brandſtätte tätig. Auch die
fran=
zöſiſche Beſatzung leiſtete tatkräftige Hilfe. Ueber die Entſtehungsurſache
iſt noch nichts bekannt.
— Groß=Karben 5. Juni. Am Sonntag veranſtaltete die
Demo=
kratiſche Partei im Kreiſe Friedberg ein Frühlingsfeſt auf dem
Selzer=
brunnen, das von etwa 1000 Perſonen beſucht war, auch von vielen
An=
gehörigen anderer Parteien. Ein Doppelquartett aus Bad=Nauheim
und Konzertmeiſter Nos aus Offenbach a. M., ſowie Kinderſpiele füllten
den künſtleriſchen Teil. Als Redner traten auf: Nektor Koch=Friedberg,
Bürgermeiſter Eberle aus Wolfsheim, der den Vorſtoß des Heſſiſchen
Bauernbundes nach Rheinheſſen mit ſeinem Beſuch in Oberheſſen
er=
widerte, Herr Genzler und Reichstagsabgeordneter Korell. Um 7 Uhr
war die unter den Farben ſchwarz=rot=gold harmoniſch verlaufene Feier
zu Ende.
Gießen, 3. Juni. Die Kantfeier der
Landesuniver=
ſität hatte am Sonntag vormittag eine zahlreiche Gemeinde in der
feſtlich geſchmückten Aula verſammelt. Nach kurzen Begrüßungsworten
Seiner Magnifizenz des Rektors Profeſſor Dr. Laqueur ſprach
Pro=
feſſor Dr. von Aſter als erſter Feſtredner in tiefſchürfender Weiſe über
die Philoſophie als Selbſterkenntnis im Sinne Kants. Profeſſor Dr.
Meſſer ſuchte die Bedeutung von Kants Ethik für unſere Gegenwart
dadurch anſchaulich zu machen, daß er die Frage beantwortete; was heißt
es, im Geiſte Kants der Idee deutſchen Weſens zu dienen? Profeſſor Dr.
E. W. Mayer von der theologiſchen Fakultät ſprach ſchließlich über Kants
Bedeutung für die Religion und die Religionswiſſenſchaft. Der
Vor=
ſitzende des Aſta richtete zum Schluß ernſte Mahnworte an die akademiſche
Jugend, im Geiſte des kategoriſchen Imperativs des großen
Königsber=
gers an ihre Arbeit zu gehen. Weihevolle Klänge eines von Herrn
Karl Roller geleiteten Chors des Akademiſchen Geſangvereins und ein
Violinſolo von Frau Dr. Spohr umrahmten die feierliche
Gedächtnis=
ſtunde.
* Klein=Linden, 3. Juni. Zu Ehren des in den Nuheſtand verſetztem
Leiters der hieſigen Volksſchule, Rektor Boßler, fand geſtern im
Schulſaal der I. Klaſſe eine Abſchiedsfeier ſtatt. Kreisſchulrat Prof. Dr.
Alles feierte in ſchönen Worten den leider ſo früh aus dem Dienſt
ſchei=
denden Rektor als einen tüchtigen, gewiſſenhaften Schulmann.
Bür=
germeiſter Jung übergab im Auftrag der Gemeinde einen Ruheſeſſel,
Lehrer Mönnig im Auftrag der hieſigen Lehrerſchaft einen Barometer,
Im Namen der Kirchengemeinde fand Pfarrer Ackermann herzliche
Worte für den Scheidenden. Sichtlich bewegt dankte Rektor Boßler für
alle Ehrungen. Rektor Boßler hat beſonders auf dem Gebiete der
Volkskunde vorbildlich gewirkt durch ſeine Heimatvereinigung, in der ſich
alle hieſigen Vereine zu gemeinſchaftlichen Abendunterhaltungen im
Sinne edler Volkserziehung und Volksbildung vereinigten. Die Pflege
der Heimatgeſchichte und Heimatliebe fand in ſeinem Unterricht eine
Hauptpflegeſtätte. Er war über 43 Jahre als Lehrer tätig, davon über
28 Jahre in Klein=Linden.
Der Wimpfener Zwiſchenfall.
Wir erhalten folgende Zuſchrift:
„Aus Ihrer geſchätzten Zeitung entnehme ich den Bericht über den
Ausflug des Landtags und der Regierung nach Wimpfen und auch über
den Zwiſchenfall, der dadurch hervorgerufen wurde, daß ſich Herr
Mini=
ſter Raab und Herr Miniſterialrat Bornemann nicht erhoben, als das
Hoch auf das Vaterland ausgebracht wurde.
Es iſt doch unerhört, wenn Mitglieder der Regierung nicht ſo viel
Taktgefühl und Gemeinſamkeitsgefühl haben, daß ſie ſich bei einer Rede
auf das gemeinſame deutſche Vaterland von den übrigen Feſtteilnehmern
meinten trennen zu müſſen. Es wird ſo viel von einer Norgemeinſchaft
geredet und man kann ſich ſeitens dieſer Herren, die ſich in beamteten
Stellungen befinden, nicht einmal dazu aufſchwingen, das allen
Gemein=
ſame überwiegen zu laſſen. Haben denn die in hohen Amtsſtellungen
befindlichen Herren kein Gefühl für Anſtand und Anerkennung deſſen,
was doch jedem am Herzen liegt.
Solche Zwiſchenfälle ſind höchſt bedauerlich und dienen nur dazu,
die Kluft noch zu erweitern, die ſchon beſteht, deren Ueberbrückung aber
doch ſo notwendig iſt.
Ein ſolches Verhalten kann nur ſchärfſte Mißbilligung hervorrufen.”
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Juni 1924.
Rummer 157
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N.
Das Geld iſt dünn geſät, aber jeder will noch kurz vor dem Feſt
für ſich und ſeine Angehörigen Schuhe oder Stiefel kaufen.
Wir tragen der allgemeinen Geldknappheit im weiteſten Maße Rechnung und gewähren auf unſere unübertroffen billigen Preiſe auch heute und
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noch mehr wie 40 Prozent im Preiſe ermäßigt wurden.
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Beilage zum Daimſtädter Tagblatt
Rummer 152
Freitag, 6. Juni
2924
Ausführung des
Reichsjugendwohl=
fahrtsgeſetzes (R. 3. W. 6.)
Eine am 20. Mai erlaſſene Notverordnung regelt in Heſſen die
Auusführung des am 1. April 1924 in Kraft getretenen Reichsgeſetzes.
Organe der öffentlichen Jugendhilfe ſind Jugendämter und
Lyandesjugendamt (Miniſterium des Innern). Die laufenden
(xſchäfte der erſteren führen die Bezirksfüuſorgeſtellen,
Terwaltung des Jugendamts in den Kreiſen beſorgt die
Kreis=
ſommiſſion, in den Städten ſtädt. Deputation nach Satzung.
der Kreiskommiſſion (ſtädt. Deputation) gehören als
ſtimm=
rrechtigte Mitglieder an: 1. Kreisarzt (Stadtarzt), Kreis=(Stadt=)
sſchulrat, ein im Bezirk tätiger Vormundſchaftsrichter, je ein
Geiſt=
ſsher der im Bezirk vertretenen ſtaatlich anerkannten
Religionsgeſell=
gaften. Auswahl der übrigen Mitglieder beſorgt der Kreisaus=
Ruß (Stadtverordnetenverſammlung) aus Männern und Frauen
— er in Jugendbewegung ſtehenden Berufskreiſe. Mindeſtens zwei
Fnftel der Wahlmitglieder ſind auf Vorſchlag der JWKreiſe zu wählen.
7 ber Zulaſſung dieſer Vereinigungen zur Ausübung des Vorſchlags=
Ets und Zahl der Vertreter entſcheidet Bez.=Fürſorgeſtelle.
Landesjugendamt kann zur Beratung und Beſchließung
grund=
äslicher Fragen nach Bedarf Landesbeirat einberufen.
Die den Jugendämtern durch JFürſorge erwachſenden Koſten trägt
ASVerband, LandesFV. leiſtet Zuſchüſſe nach 8 9 AusfVzRV.=
Fürſorge=
icht. Den Verwaltungsaufwand für örtliche Vertrauensſtellen des
1—its trägt die Gemeinde, in der Vertrauensſtelle errichtet iſt.
Die Koſten der Fürſorgeerziehung unter Ausſchluß der allgemeinen
3rrwaltungskoſten fallen dem nach BGB. zum Unterhalt des
Minder=
zu rigen Verpflichteten zur Laſt. Beſitzt Minderjähriger ſelbſt
Ver=
aigen, ſo kann beim Fehlen eines Unterhaltungsverpflichteten der
ſ ndbare Teil des Vermögens herangezogen werden. Soweit hiernach
Aiften vom Verpflichteten beſtritten werden können, trägt ſolche BF.=
8wband. Zu den Koſten der Fürſorgeerziehung gehören: 1. Koſten
e Verbringung zum Erziehungsort; 2. Koſten der Ausſtattung einſcht.
arzänzung während der Dauer der Fürſorgeerziehung und bei
Ent=
zſtung aus der Anſtalt in Lehr=(Dienſt=ſſtellen; 3. Koſten der Erziehung
ne Verpflegung ausſchließlich allgemeiner Verwaltungskoſten; 4. etwaige
ikten für angemeſſene Unterbringung des Minderjährigen bei
Eut=
iſrung. Die Kreiſe als BFV. können durch Satzung die Gemeinden an
auf BFV. endgiltig entfallenden Koſten der Fürſorgeerziehung bis
u. Hälfte beteiligen. Weigert Gemeinde Teilnahme an Koſten der
Für=
uszerziehung nach Maßgabe der Satzung, ſo entſcheidet endgültig
r isausſchuß im Verwaltungsſtreitverfahren.
Gegen die Entſcheidungen des Jugendamts haben Beteiligte Recht
Beſchwerde an beim BFV. gebildeten Beſchwerdeausſchuß, die
in ten einmonatiger Friſt beim Jugendamt ohne aufſchiebende Wirkung
n ulegen iſt. Gegen Entſcheidung des Beſchwverdeauſchuſſes entſcheidet
etere Beſchwerde, die nur auf Verletzung oder Nichtanwendung des
22WG. oder der Notverordnung ſich zu ſtützen vermag, endgültig
erwaltungsgerichtshof und im Falle Verletzung des Reichsrechts das
erhsverwaltungsgericht (das zurzeit noch nicht errichtet iſt). Letzteres
ſt wheidet auch wegen Verletzung des Reichsrechts Beſchwerden (
Nechts=
ſSwerden) gegen Entſcheidungen des Landesjugendamtes.
Schutz der Pflegekinder. Jugendamt kann — auch außer
ahr im Verzug (8 27 RG.) — ſolche uneheliche Kinder, die ſich bei
t.tter Vormund, oder im Falle 8 1706 Abſ. 2 BGB. bei Mutter und
rnn Ehemann in Pflege befinden, ſofort aus Pflegeſtelle entfernen
rü vorläufig unterbringen, wenn ſie ſittlich oder nach kreisärztlichem
eieil geſundheitlich unmittelbar erheblich gefährdet ſind, in welchem
i e Jugendamt Vorm.=Gericht unverzüglich zu benachrichtigen hat.
Familien=, Anſtalts=, Vereinspflege. Bei Auswahl
ri Familie oder Anſtalt, in die Kind unterzubringen iſt, ſowie bei
uvahl der mit Fürſorge zu betrauenden Hilfsperſonen iſt auf relig.
elrnntnis des Kindes Rückſicht zu nehmen.
Jugendamt als Amtsvormund und
Gemeinde=
arſenrat. Jugendämter errichten nach Bedarf zu ihrer
Unter=
truung als Amtsvormund und Gemeindewaiſenrgt örtliche Vertrauens=
Aan oder beſtellen Vertrauensperſonen.
Hebammen und Leiter von Entbindungsanſtalten haben von
bevor=
under Kindesgeburt unehelichen Standes Jugendamt des BFV. zu
nö chrichtigen, in deſſen Bezirk die Schwangere im 10. Monat vor
vor=
rausſichtlichem Zeitpunkt der Geburt zuletzt den gewöhnlichen
Auf=
glraltsort hatte. Mangels Ermittlung ſolchen iſt Jugendamt zu
be=
wichtigen, in deſſen Bezirk Entbindung erfolgt. Benachrichtigung
ſtableibt, wenn Schwangere ſich nicht mit ihr einverſtanden erklärt.
Für Errichtung öffentlicher Urkunden über
An=
zennung der Vaterſchaft ſind außer den Amtsgerichten,
turren und den die Geburt des unehelichen Kindes oder die
Ehe=
t=ßung, ferner Eltern beurkundenden Standesbeamten zuſtändig:
ſuüitzender des Jugendamts, der Amtsvormund desſelben im
Einzel=
le. der ſtellv. Vorſitzende des Jugendamts.
Erklärungen der Namengebung ſeitens Ehemanns der
Kindesmut=
können vor dem Jugendamt abgegeben und von obengenannten
ſtrwonen zu Protokoll aufgenommen werden.
Amtsvormundſchaft. Vormundſchaftsgericht kann
Jugend=
amt auch an Stelle geſetzlich berufener Einzelvormünder insbeſondere
dann beſtellen, wenn Jugendamt den Minderjahrigen unterſtützt.
umfang vermögensrechtlicher
Vertretungsbe=
fugnis. Jugendamt iſt zur Rechnungslegung gegenüber
Vormund=
ſchaftsgericht erſt mit Beendigung der Amtsvormundſchaft verpflichtet,
jedoch in zweijährigem Abſtand jeweils ihm Vermögensüberſicht
einzu=
reichen, in Ausnahmefällen auch Vorlage in längerem Zeitabſtand (bis
zu 5 Jahren) geſtattet.
Anſtalts= und Vereinsvormundſchaft. Sind
Vor=
ſtände von privaten Anſtalten zu Vormündern beſtellt, ſo ſoll
Gegenvormund beſtellt werden.
Schutzaufſicht und Fürſorgeerziehung.
Fürſorge=
erziehungsbehörde iſt Jugendamt. Zur Stellung des Antrags auf
Für=
ſorgeerziehung ſind berechtigt: Jugendamt, Staatsanwaltſchaff,
Bürger=
meiſterei des gewöhnlichen Aufenthaltsorts, Kreis=(Stadt=)ſchulamt,
Kreisgeſundheitsamt, Pfarramt der Konfeſſion, Eltern, Großeltern,
Vormund und Pfleger, Kreisarzt, bei Schulbeſuch Vorſtand der Schul”
und Pfarramt ſind in der Regel zu hören.
Bei Uebermittlung des Fürſorgeerziehung anordnenden Beſchluſſes
hat ſich Vormundſchaftsgericht gutächtlich über Anſtalts= oder
Familien=
erziehung zu äußern. Beim Vollzug der Fürſorgeerziehung gebührt
Familienerziehung der Vorzug. Anſtaltserziehung erfolgt, wenn
Min=
derjähriger nach körperlicher oder geiſtiger Eigenart oder Art und Grad
der Verwahrloſung zur Unterbringung in Familie nicht oder nicht
ohne vorgängige Anſtaltserziehung geeignet iſt. (Vorherige Anhörung
des Kreisarztes!) Minderjährige ſind in Familien unterzubringen, die
volle Gewähr für ſittliche und religiöſe Erziehung und für ausreichende
Verpflegung bieten (relig. Bekenntnis iſt immer zu berückſichtigen).
Fürſorgeerziehung erfolgt weiter nur in vom Landesjugendamt
für geeignet erklärten Anſtalten.
Schutzaufſicht erfolgt derart, daß Jugendamt für jeden in
Familien=
pflege untergebrachten Minderjährigen Fürſorger beſtellt, der die
Fa=
milie bei Pflege und Erziehung berät und über Verhalten des
Minder=
jährigen perſönlich wact. Die Beſtellung iſt widerruflich.
Ueber Aufhebung der Fürſorgeerziehung und den Widerruf von
deren Aufhebung entſcheider Vormn=Gericht.
Vor Entlaſſung des Meinderfihrigen aus Fürjorge iſt angemeſſenes
Unterkommen für ihn ſicherzuſtellen. Mit Entlaſſung aus
Fürſorge=
erziehung kann Anordnung der Schuxgufſicht verbunden werden.
Die Verordnung iſt am 28. Mai 1924 in Kraft getreten.
Am gleichen Tage ſind außer Kraft getreten: 1. das heſſiſche Geſetz
vom 10. 9. 1878 betr. Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen
Kinder unter 6 Jahren; 2. das heſſiſche Geſetz betr. Zwangserziehung
Minderjahriger vom 30. 9. 18939; 3. das heſſiſche Gefetz betr. die
Anſtalts=
vormundſchaft vom 19. 8. 1905.
Eine auf Grund bisherigen Rechts erteilte Genehmigung zur
An=
nahme von Pflegekindern bleibt — vom Jugendamt widerruflich —
wirkſam. Wer am 28. 5. 1924 ein Pflegekind von 6 und mehr Jahren
in Pflege hat, bedarf zur Fortſetzung der Pflege der Erlaubnis des
Jugendamts, dem er die Pflegeſtelle binnen 1 Monat anzuzeigen hat.
Falls binnen 3 Monaten nach Eingaug der Anzeige das Jugendamt
nicht anders entſcheidet, gilt die Erlaubnis als erteilt. Ausnahme nach
8 21 RSWG. Die Beſtimmungen über Schutz der Pflegekinder
hinſicht=
lich der Erlaubnis zur Annahme finden keine Anwendung, wenn
ehe=
liche Kinder bei Verwandten oder Verſchwägerten bis zum 3. Grade
verpflegt werden, es ſei denn, daß dieſe Perſonen Kinder entgeltlich,
gewerbs= oder gewohnheitsmäßig in Pflege nehmen. Sie finden auch)
nicht Anwendung auf Kinder, die aus Anlaß auswärtigen Schulbeſuchs
für einen Teil des Tages in Pflege genommen werden, ſowie auf ſolche
Kinder, die zum Zweck des Schulbeſuchs in auswärtigen Schulorten
in Familien untergebracht ſind, wenn dieſe von der Leitung der Schule
für geeignet erklärt und überwacht ſind.
Die Befugnis der Ortsgerichte als Gemeindewaifenrat gehen auf
das zuſtändige Jugendamt über.
Die von der Landeswaiſenanſtalt, der Prov.=Direktion
Starken=
burg, Kreisämtern und Bürgermeiſtereien wahrgenommenen Befugniſſe
bei Unterbringung von Waiſenkindern in Familien= oder
Anſtalts=
pflege gehen ab 28. 5. 1924 auf das Jugendamt des Kreiſe oder der
Stadt über, die bisher mit dem Pflegefall befaßt war.
Das Vermögen und die Einkünſte der Landeswaiſenanſtalt
ver=
waltet das Innenminiſterium, das mit dieſer Aufgabe eine nachgeordnete
Behörde beauftragen kann. Ueber Vewendung der Mittel der
Landes=
waiſenanſtalt beſtimmt das Landesjugendamt.
Es intereſſieren ſchließlich noch Abänderungen des BGB. 88 1783,
1887 BGB. ſind aufgehoben, ebenſo Art. 135 und 136 EG. z. BGB.
8 1784 beſagt, daß ein Beamter (des Staates oder eines
Kommunal=
verbandes) und Geiſtliche nur mit dienſtlicher Genehmigung zu
Vor=
mündern beſtellt werden ſollen. Nach beigefügtem Abſ. 2 darf dieſe
Erlaubnis nur bei Vorliegen eines wichtigen dienſtlichen Grundes
ver=
ſagt werden.
Die Uebernahme einer Vormundſchaft kann eine Frau ablehnen,
welche 2 und mehr noch nicht ſchulpflichtige „Kinder beſitzt oder
glaub=
haft macht, daß die ihr obliegende Fürſorge für ihre Familie die
Aus=
übung des Amtes dauernd beſonders erſchwvert.
Und ganz zuletzt ſetzen wir Strafbeſtimmungen hierher. Wer ein
Pflegekind ohne die vorgeſchriebene Erlaubnis oder Anmeldung in
Pflege nimmt oder nach Erlöſchen oder Widerruf der Erlaubnis in
Pflege behält oder den bezüglichen Vorſchriften entgegenhandelt,
ver=
wirkt Geld=, Haft= oder Gefängnisſtrafe. Ingleichen, wer entgegen
den Anmeldepflichten wiſſentlich unrichtige Angaben macht, die Leiche
eines Pflege= oder unehelichen Kindes ohne die vorgeſchriebene Anzeige
beerdigt, oder der Anzeigepflicht nicht nachkommt gewärtigt Geld= oder
Haftſtrafe. Die Vergehen und Uebertretungen ſind Antragsdelikt, die
Zurücknahme des vom Jugendamt zu ſtellenden Straftantrags iſt
zu=
läſſig.
Wer einen Minderjährigen, bezüglich deſſen das gerichtliche
Ver=
fahren auf Unterbringung zur Fürſorgeerziehung angeordnet iſt, dem
Verfahren oder angeordneter Fürſorgeerziehung entzieht, oder ihn
ver=
leitet, ſich dem Verfahren oder dieſer Erziehung zu entziehen, oder wer
ihm hierzu vorſätzlich behilflich iſt, wird auf Antrag der
Fürſorgeerzie=
hungsbehörde mit Gefängnisſtrafe und Geldſtrafe oder einer dieſer
Strafarten beſtraft. Zurücknahme des Strafantrags iſt zuläſſig. Der
Verſuch des Vergehens iſt ſtrafbar.
Die engliſchen Bündnisangebote.
Von Paul Harms*)
Von den engliſchen Angeboten hat zu der Zeit, wo über die
Zukunft des deutſchen Volkes die Würfel geworfen wurden, außer
dem engen Kreiſe der Eingeweihten niemand etwas erfahren.
Aber daran kann kaum ein Zweifel ſein: die Politik der freien
Hand, die Holſtein und Bülow für höchſte Staatsweisheit hielten,
hatte die Billigung der agrariſchen ſowohl wie der induſtriellen.
Oberſchicht, deren Meinung für die Regierung maßgebend war,
und entſprach auch dem, was die öffentliche Meinung Deutſchlands
überwiegend dachte. Die Ueberlieferung der preußiſchen
Agrar=
konſervativen forderte gute Beziehungen zum Zarismus. Und
von der Landſchaft, die Ausſicht hatte, beim Bruch mit Rußland
Kriegsſchauplatz zu werden, war eine Schwärmerei für den
Ruſ=
ſenkrieg auch ſonſt nicht gerade zu verlangen. Andererſeits lag
die Abneigung gegen das parlamentariſch regierte England den
preußiſchen Konſervativen im Blute. Die Induſtrie aber brauchte
gute Beziehungen zu Rußland, um den ruſſiſchen Markt zu
er=
obern, ſcheute andererſeits die Bindung an England, weil ſie
zu gewiſſen Einſchränkungen des wirtſchaftlichen
Ausdehnungs=
dranges genötigt hätte. Das iſt ja klar: ſowohl im Flottenbau
wie bei der Eroberung des Weltmarktes hätten wir uns, wenn
mit England verbündet, Beſchränkungen auferlegen müſſen. Aber
— ſo darf man heute vielleicht fragen: wäre es nicht beſſer
ge=
weſen, ſich auf beiden Gebieten mit dem möglichen, gefährlichſten
Gegner zu verſtändigen, als daß die deutſche Flotte auf dem
Grunde des Meeres liegt und die deutſche Wirtſchaft
Sklaven=
plantage der Entente wird?
Die Politik der freien Hand, die Deutſchland bis zur
Jahr=
hundertwende in gewiſſem Sinne gehabt hatte, beruhte auf dem
engliſch=ruſſiſchen Gegenſatz. Das Deutſchland Wilhelms II. und
Bülow hat nicht erkannt, daß dieſer Gegenſatz auf die Dauer
nur offen gehalten werden konnte, wenn Deutſchland vor der
Parteinahme nicht zurückſchreckte. So hat Bismarck, als er von
Rußland 1879 geſtellt wurde, nicht gezaudert, zwiſchen Nußland
und Oeſterreich=Ungarn ſeine Wahl zu treffen. Von England
vor den Zwang der Wahl zwiſchen ihm und Rußland geſtellt,
glaubte Bülow ſich um die Parteinahme drücken zu können. Das
iſt dem Deutſchland, das kein „ſaturierter” Staat mehr war, das
die Bagdadbahn bauen wollte und den Zugang zum freien
Weltmeer nicht mehr entbehren konnte, zum Verhängnis
gewor=
den. Und mit Recht. Wenn es wahr iſt, daß das höchſte Gut des
Mannes ſein Volk, das höchſte Gut des Volkes aber ſein Staat
iſt, ſo handelt das Volk im höchſten Maß unſittlich, das die
Er=
haltung des Friedens höher ſchätzt als die Erhaltung ſeines
höchſtens Gutes.
*). Aus deſſen ſoeben erſchienenen, höchſt intereſſanten Buche „Vier
Jahrzehnte Reichspolitik 1878—1918, Urſachen des Niederbruchs und
Vorbedingungen des Aufſtieges” (Verlag von Quelle u. Meher in
Leip=
zig). Auf rund 200 Seiten gibt der bekannte Politiker einen kritiſchen
Ueberblick über die Frrungen deutſcher Diplomatie. Er zeigt, wie der
Weg von der Höhe Bismarckſcher Amtsführung mit Notwendigkeit in den
Abgrund führen mußte, weil es den Epigonen nicht gelang, rechtzeitig die
inneren Vorbedingungen zu ſchaffen für die Außenpolitik des Deutſchen
Reichs. Weil noch nie mit ſolcher Folgerichtigkeit ein ganzes Syſtem
bloßgelegt worden iſt, wird das Werk reinigend und klärend wirken.
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Seite 12.
Reich und Ausland.
Seelöwen und andere Neuankömmlinge im Zoo Frankfurt.
Als in der ſchwerſten Zeit des letzten Herbſtes der dreſſierte
See=
löwe „Flock” wegen der damals faſt unerſchwinglichen Fleiſchpreiſe
ver=
kauft werden mußte, geſchah dies mit der Abſicht, die klaffende Lücke im
Tierbeſtand ſobald als möglich wieder aufzufüllen. Die Gelegenheit
bot ſich jetzt durch einen Import dieſer hochintereſſanten Nohbenart von
den Seelöwenklippen bei San Franzisbo. Zwei ſchöne Stücke, ein
größeres und ein kleineres, konnten für den Frankfurter Zoo geſichert
werden und haben das große Robben=Baſſin im Zentrum des Gartens
bezogen. Mit ihrer Dreſſur ſoll ſogleich begonnen werden. Bekanntlich
bringen die Beſucher des Zoo keiner Tierart ein ſo lebhaftes Intereſſe
entgegen als gerade dieſen anmutigen und intelligenten Floſſenfüßern,
die die denkbar vollkommenſte Anpaſſung einer Säugetiergruppe an
das Leben am und im Waſſer veranſchaulichen.
Der Liebling der Beſucher des neu eröffneten Affenhauſes iſt ein
unlängſt eingetroffener Zwerg des Affengeſchlechts, ein Bewohner der
Urwälder des Amazonagebietes, das fogen. „Totenkopfäffchen‟. Das
zierliche, langgeſchwänzte Geſchöpfchen trägt ſeinen Namen nach der
eigentümlichen Geſichtszeichnung.
Die Sammlung kleiner Säugetiere, iſt um eine hier ſeit vielen
Jahren nicht mehr geſehene Goldſtaub=Manguſte bereichert worden..
Im Aquarium trafen einige der farbenprächtigen
nordameri=
kaniſchen Schmuck=Schildkröten in drei verſchiedenen Arten ein; ferner
zwei eben dem Ei entſchlüpfte Junge der größten ſüdameritaniſchen gezeichnet bewährt.
Süßwaſſer=Schildkröte, der Arrau. Weitere Neuankömmlinge ſind
Kreuz=
ottern und eine große Kollektion ſüdeuropäiſcher Schlangen, wie
Katzen=
nattern, Zornnattern, Eidechſennattern und Leopardnattern. Auch
wert=
volle neue Zierfiſche langten an.
Das Inſektenhaus mit der Abteilung für Schädlingskunde
zeigt zur Zeit eine vorzügliche Beſetzung. Die Anfangs April
ange=
kommenen Waſſerböcke, Kudus, Rhodeſiglöwen, Sonnenbären uſw. haben
ſich beſtens eingewöhnt.
Deutſch=Evangeliſcher Frauentag in Ludwigshafen.
Ludwigshafen. Unter überaus großer Beteiligung wurde erteilt,
am Samstag abend der Deutſch=Evangeliſche Frauentag in Ludwigshafen
mit einem Begrüßungsabend im großen Saale des Vereinshauſes der
BASF. eröffnet, an dem Anſprachen und künſtleriſche Darbietungen der
verſchiedenſten Art miteinander abwechſelten. Der Sonntag wurde mit
einem Feſtgottesdienſt eröffnet. In der daxan anſchließenden
Abgeord=
netenverſammlung der pfälziſchen evangeliſchen Frauenvereine wurde
beſchloſſen, einen Verband der evangeliſchen Frauenvereine der Pfalz
ins Leben zu rufen. Am Nachmittag fand eine allgemeine
Verſamm=
lung ſtatt, in der Frau Steinbrenner, die Vorſitzende des evangeliſchen
Frauenverbandes Ludwigshafen, die zahlreich Erſchienenen begrüßte. Die
Grüße des Landeskirchenrats überbrachte Oberkirchenrat Dreſcher=
Speyer. Neben verſchiedenen anderen Anſprachen ergriff auch die erſte
Vorſitzende des Deutſch=Evangeliſchen Frauenbundes, Frau Paula
Müller=Hannover, das Wort und gab wertvolle Anregungen.
Vermißt.
Berlin. Seit vorgeſtern wird der 5½jährige Sohn des in
Miersdorf=Werder wohnenden ſüdſlawiſchen Generalkonſuls Dr.
Berk=
hauſen vermißt. Man vermutet eine Entführung des Knaben. Diofer
pflegte abends dem Vater entgegenzulaufen, um von dem im Auto kaliforniſchen Obergericht abgelehnt wurde. Carl Warr der vor elf
Heimkehrenden mitgenommen zu werden. An dem fraglichen Tag kam
der Vater ſpäter als gewöhnlich nach Hauſe. Der Knabe, der ihm ent=
gegengegangen war, iſt ſeitdem nicht zurüickgekehrt.
Todesurteil.
Krefeld. Das Schwurgericht verurteilte am Dienstag in ſpäter
Abendſtunde nach 4tägiger Verhandlung den F. Hotſteg, der am 1.
Dezem=
ber vorigen Jahres ſeine Frau in den Rhein geſtoßen und ertränkt hatte,
zum Tode und erkannte auf Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte. Der ſetzte ſich auf einen Stuhl und erklärte dann ruhig, wenn irgendwer
Angeklagte hatte bis zum Schluß geleugnet und eine eiſerne Ruhe an auch nur die geringſte Bewegung machen würde, ſo werde er die ganze
den Tag gelegt; er wurde aber auf Grund eines eingehenden
Indizien=
beweiſes — es waren etwa 100 Zeugen geladen — des Mordes für Glasſcheibe an der Kiſte und lenkte die Aufmerkſamkeit der
Polizeibeam=
verſucht, aber niemals die Gelegenheit zur Ausführung gefunden hatte.
Das Gericht nahm an, daß er ſich ſeiner Frau entledigen wollte, um die
Johanna Breiſebroich zu heiraten, mit der er ſchon längere Zeit ein
Verhältnis unterhielt. Der Verurteilte wurde geſchloſſen abgeführt; die er ſelbſt verfertigt hatte. Warr teilte den Poliziſten mit,
eine ungeheure Menſchenmenge umlagerte das Gerichtsgebäude.
Darmſtädter Dagblatt, Freiltag, den 6. Juni 1924.
Rummer 157.
Raubüberfall.
Landau. Am Sonntag ereignete ſich hier ein neuer Ueberfall.
Der 23jährige Sohn des Bäckermeiſters Ducar von hier befand ſich mit
dem Nade auf dem Heimweg von Wollmersheim. Ctwa 300 Meter von
der Wollmersheimer Höhe entfernt wurde er kurz nach 11 Uhr von drei
Wegelagerern überfallen, mit Holzprügeln ſchwver verletzt und der
Brief=
taſche beraubt. Butter und Cier, die er bei ſich trug, ſowie ſein Rad
ließen ſie ihm. Ducar erlitt ſchwere Verletzungen am Kopfe und wurde
in das ſtädtiſche Krankenhaus eingeliefert.
Die deutſche Handelsflotte.
Bremen. Auf der Werft Bremen=Vegeſack fand der Stapellauf
Nasaffeee ete e eae
Monaten erfolgen.
Arlbergbahn.
Auf der Strecke Landeck-Langen werden Probefahrten mit
elektriſchen Lokomotiven gemacht. Die Bedienung der Maſchinen iſt
bedeutend ſchwieriger als die der Dampflokomotiven, weil jene
kompli=
zierter gebaut ſind. Man hofft, Anfang 1926 von Innsbruck bis Genf
elektriſch fahren zu können.
Hochwaſſer.
Im ſchweizeriſchen Rheintal herrſchte zu Beginn der Woche
Hoch=
waſſer. Der Rheindurchſtich bei Diepoldsqu hat ſich dabei aus=
Erdölerforſchung und Ausbentung im Kanton Aargau.
Der Regierungsrat des Kantons beantragt, der Schürf=A. G. in
Küßnacht (Rigi) das Recht einzuräumen, im ganzen Gebiet Bohrungen
vorzunehmen, um das Vorhandenſein von Erdöl zu erforſchen und
her=
nach das feſtgeſtellte Erdöl auszubeuten eih zu vertverten. Die
Kon=
zeſſion ſoll auf die Dauer von fünf Ja) en erteilt werden. Nach den
Konzeſſionsbedingungen muß ſpäteſtens drei Jahre nach
Konzeſſions=
erteilung mit den Bohrarbeiten begonnen wverden. Falls ſie zu einem
Erfolg führen ſollten, wird die Konzeſſion auf die Dauer von 60 Jahren
Ballonunglück in Amerika.
London. Eine Times=Meldung aus Neu=York beſagt, daß Dr.
Leroy=Meiſſinger vom amerikaniſchen Wetterbureau und ſein Pilot in
einem Gewitter, in dem ihr Ballon verunglückte, ums Leben gekommen
ſind. Man nimmt an, daß der Vallon vom Blitz getroffen wurde. Leroh=
Meiſſinger hatte über Vement (Illinois) meteorologiſche Beobachtungen
angeſtellt.
Eiſenbahnunglück bei Reval.
Reval. Vorgeſtern verunglückte der Perſonenzug Rebal—Wald
12 Perſonen wurden getötet, 8 ſchtver und 32 leicht verletzt. Sechs
Eiſen=
bahnwagen ſind völlig vernichtet worden.
* Das merkwürdigſte Verbrechen der Welt.
Die Erinnerung an ein Verbrechen, das die amerikaniſchen Blätter
das „merkwürdigſte der Welt” nennen, wird wachgerufen durch die
Mel=
dung, daß das 7. Begnadigungsgeſuch von Carl Warr, der eine
Zucht=
hausſtrafe von 20 Jahren im San Quentin=Gefängnis abſitzt, von dem
Jahren verſuchte, ganz Los Angeles mit Dynamit in die Luft zu
ſpren=
gen, hat ein Verbrechen begangen, das in der Geſchichte der
Kriminali=
ſtik einzigartig daſteht. Am Morgen eines Januartages im Jahre 1913
erſchien Warr auf dem Polizeipräſidium von Los Angeles. Er trug
eine braune Maske über dem Geſicht und eine große blaue Brille und
hatte eine mächtige rote Kiſte vor die Bruſt geſchnallt, die vorn eine
Glasplatte hatte. Man glaudte zunächſt, daß es ſich um einen Clown
handele, der irgend einen beſonderen Trick vorführen wolle. Warr
Stadt in die Luſt ſprengen. Er zeigte mit der rechten Hand auf die
ſchuldig befunden. Das Gericht ſtellte feſt, daß er ſchon zweimal die Tat ten auf 75 Dynamitſtangen, die ſich in der Kiſte befanden und mit dem
Zünder einer elektriſchen Batterie in Verbindung ſtanden. Seine linke
Hand hatte er durch ein Loch in die Kiſte geſteckt. Alle Finger an dieſer
fehlten infolge eines Unfalls und waren durch Holzfinger erſetzt,
daß ſeine linke Hand auf einer Feder ruhe, und ſo lange dieſe
Feder heruntergedrückt würde, könne nichts baſſieren. Aber venn
er ſeine Hand fortnähme, dann wäre der elektriſche Kontaſt
hergeſtellt und das Dynamit werde explodieren, wodurch er ſelbſt
und alle um ihn in weitem Umkreis in die Ewigkeit befördert
würden. Man fragte den merkwürdigen Gaſt, was er wolle
Er erwiderte, er befehle, daß man den Präſidenten einer beſtimmten
Eiſenbahngeſellſchaft vor ihn bringe, damit er bei ihm eine beſſere
Be=
handlung ſeiner Arbeiter durchſetze. Die Polizeibeamten waren
kalt=
blütig genug, auf ſein Verlangen einzugehen. Man gewann Zeit,
in=
dem man nach dem Präſidenten ſchickte. Unterdeſſen ſorgte man dafür,
daß die vielen 100 Inſaſſen des in dem Hauſe befindlichen
Polizeige=
fängniſſes herausgeführt wurden und alle Lebeweſen das Polizeipräſ.
dium verließen, mit Ausnahme der in dem Zimmer Anweſenden. Das
Erſcheinen der Gefangenen auf den Straßen machte ungeheures
Auf=
ſehen; die wildeſten Gerüchte durchſchwirrten die Stadt, und bald hatte
ſich eine Menge von Zehntauſenden angeſammelt, die auch auf die
War=
nung, daß vielleicht eine furchtbare Dynamitexploſion erfolgen wverde
nicht von der Stelle wich. Man hielt das ganze für einen Scherz.
Be=
richterſtatter drangen ein, um den merkwürdigen Witzbold zu
inter=
viewen und ein Photograph wollte ihn im Bilde feſthalten.
Unterdeſ=
ſen hatte man Warr 1½ Stunde lang unter allen möglichen
Vorwän=
den beſchäftigt. Dann gingen die Detektive Hoſick, Browne und
Fitz=
gerald plötzlich zum Angriff auf ihn über. Zwei von ihnen hielten
Warrs linke Hand wie in einem Schraubſtock, während der dritte ihn
durch einen Schlag mit ſeinem Polizeiknüppel betäubte. Zu gleicher Zeit
wurde der Glaskaſten entzweigeſchlagen, und die Dhnamitſtangen fielen
auf den Boden, während die Zündung gefahrlos aufſprühte.
Geſchäftliches.
— „Johannisbräu” bezeichnet ſich das beſonders ſtark eingebraute
diesjährige Feiertagsbier der Mainzer Aktien=Bierbrauerei, welches
die=
ſelbe für Pfingſten zum Ausſtoß bringt.
Gottesdienſt der iſpgelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Fviedrich ſtraße).
Freitag, den 8. Juni. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samsttag, den 7. Juni Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang und Beginn des Wochenfeſtes (Schewuos
9 Uhr 30 Min.
Sonntag, den 8. Juni: Morgengottesdienſt 8 Uhr 80 Min,
Pre=
digt. — Abendgottesdienſt 9 Uhr 30 Min.
Montag, den 9. Juni: Morgengottesdienſt 8 Uhr 80 Min. —
Feſtel=
ſchluß 9 Uhr 80 Min.
Gottesdienſt in der Shnagoge der Oſrael. Religionkgeſellſchaft.
Samstag, den 7. Juni. Vorabend 7 Uhr 35 Min. — Morgens
7 Uhr 45 Min. — Nachm. 5 Uhr. — Abends Schowuausfeſt9 Uhr
30 Min.
Sonntag, den 8. Juni: Morgens 7 Uhr 45 Min. — Nachm. 5 Uhr.
Abends 9 Uhr 30 Min.
— Montag, den 9. Juni: Morgens 7 Uhr 45 Min. — Nachm. 5 Uhr,
— Feſtesausgang 9 Uhr 80 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. — Nachm. 7 Uhr 30 Min,
Weiterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Samstag, 6. Juni:
Aufheiternd, weſtliche bis nordweſtliche Winde, mäßig warm, keine
Niederſchläge von Bedeutung.
*
Re
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(B 21, Schülermiete weiß 10): Hans Heiling. — Kleines Haus Anfang
7 Uhr, Ende nach 9 Uhr (Zuſatzmiete X 10): „Giovanni und
Anng=
bella”. — Union= Reſidenz, Central=Thegter, Palaſt=Lichtſpiele:
Kinovorſtellungen.
Kauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft : Rudolf Maup=
Derantwortlich für Feuilleton und Heſiche Nachrichten: Mar Btreeit
Berantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buylmann.
Verantwortlich für Schlugd’enſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſesatenteil: Willy Kuöle
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* Ins Heſſiſche Schwaben.
Von Hans Otto Becker.
Ins heſſiſche Schwaben? Oder lieber ins ſchwäbiſche Heſſen?
Was ſind das für geographiſche Merkwürdigkeiten?! So mag
tielleicht mancher danken, dem wir im folgenden Luſt machen
wollen, nach Wimpfen, der heſſiſchen Enklave weit drunten im
4and am Necker, zu pilgern, wo am Sonntag, dem 1. Juni, der
Odenwaldklub ſeine diesjährige Hauptverſammlung hielt.
Ge=
riß liegt Wimpfen weit ab nicht nur vom Heſſenland, ſondern
arich vom Klubgebiet des Odenwaldklubs, deſſen ſüdlichſte Stätte
es iſt. Aber landſchaftliche Reize, hiſtoriſche Erinnerungen und
architektoniſche Schönheiten vereinigen ſich auf dieſem geſegneten
* tückchen heſſiſcher Erde zu einem harmoniſchen Ganzen von
ſol=
chem Elanze, daß kein Beſucher die etwas umſtändliche und weite
eiſe oder Wanderung nach Wimpfen bereuen wird. Die ſeit
1303 heſſiſchen Schwaben Wimpfens ſind zudem gute Heſſen,
be=
hauern es aber nur, daß ſie aus dem eigentlichen Heſſenlande
wenig Zuſpruch finden, umſomehr freuten ſie ſich, daß durch
ons Feſt des Odenwaldklubs eine recht ſtattliche Zahl von
Be=
ſuchern nach Wimpfen geführt wurde. Die Wimpfener würden
ſich ſehr bedanken, wenn ſie im Austauſch abgetreten werden
Uten, wovon wohl wiederholt, zuletzt auch nach dem Kriege,
aber glücklicherweiſe niemals ernſtlich, die Rede war. Wer
Wimp=
ſeri noch nicht kennt, aber jetzt beim Odenwaldklubfeſt kennen
ge=
ennt hat, der wird gewahr werden, welch ſchönes Ziel für
Aus=
tige von wenigen Tagen oder welch idealer Aufenthalt für
län=
gre Zeit gerade dieſer Ort iſt.
Wimpfen iſt eine uralte Stätte; wenn es auch keine römiſche
Gründung iſt, ſo lag doch an derſelben Stelle die römiſche
Kolo=
nie Cornelia Wimpina. Die erſte Siedlung wurde von den
Hinnen zerſtört. Eine Neugründung erfolgte zu Wimpfen im
Friedrich von Baden geſchlagen, die mit dem Siege des
Feld=
herrn der katholiſchen Liga endete und in der auf evangeliſcher
Seite der Herzog von Württemberg fiel; die Folge der Schlacht
war eine entſetzliche Verwüſtung und Plünderung der
proteſtan=
tiſchen Stadt durch die ſpaniſche und bayeriſche Armada. Von
dieſen Schäden hat ſich die Stadt nicht wieder erholt. Zu Anfang
des 19. Jahrhunderts, die Zeit der großen Umwälzungen im
alten Deutſchen Reiche, kam die Krone Heſſens in den Beſitz eines
neuen Edelſteins mit der freien Reichsſtadt Wimpfen.
An die Glanzzeiten des Mittelalters erinnert uns heute noch
die herrliche Architektur der Stadt. Die Schönheit der romaniſchen
Kaiſerpfalz mit ihren edlen Arkaden wird jeden mit
Bewunde=
rung erfüllen: aus derſelben Zeit ſtammt das „Steinhaus”
ſo genannt, weil damals ein aus Stein erbautes Haus im
Gegen=
fatz zu den Holzhäuſern etwas Beſönderes bedeutete. Leider
dient es in der Neuzeit ſehr proſaiſchen, landwirtſchaftlichen
Zwecken. Auch das Hohenſtaufentor erinnert uns an
mittelalter=
liche Herrlichkeit. Manche ſchöne Bauten ſtammen aus der
Renaiſ=
ſance, Wohnhäuſer mit Fachwerk, Erkern und Giebeln, die
Zeug=
nis ablegen vom künſtleriſchen Geſchmack unſerer Vorfahren.
Lei=
der ſtark zerſtört iſt die Kreuzigungsgruppe an der Stadtkirche,
ein wertvolles Werk deutſcher Renaiſſanceſkulptur. Nicht zu
ver=
geſſen ſind die Grabdenkmäler der Stadtkirche. Von der
Befeſti=
gung der freien Reichsſtadt kündet uns noch der wuchtige rote
Turm unweit des heutigen — übrigens in ſeinem „neugotiſchen”
Stil ſchauderhaften — Bahnhofs, ferner das entzückende graziöſe
Nürnberger Türmchen. Der machtvolle blaue Turm mit ſeinen
vier ſpitzen Türmchen in der Nähe von Stadtkirche und
Stein=
haus iſt an Stelle eines älteren, untergegangenen Turmes zu
Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Drunten im Tale liegt
die weitberühmte Stiftskirche des Ritterſtifts St. Peter, die zu
den wertvollſten Baudenkmälern Deutſchlands gehört. Sie iſt
ein typiſches Beiſpiel der für Deutſchland einſt fremden und
neuen gotiſchen Baukunſt; von der urſprünglich romaniſchen
An=
lage kündet die Faſſade. Prächtig iſt die reiche, zum Teil groteske
Skulpturarbeit. Nur in den allergröbſten Zügen können wir hier
eine Skizze der Wimpfener Architektur entwerfen, die jedoch ein
eingehendes Studium verdient: jedem Beſucher der Stadt wäre
daher der Band „Wimpfen” der „Kunſtdenkmäler Heſſens” ſowie
die Monographie Adamys über die Stiftskirche zu Wimpfen im
Tal zu empfehlen.
Das maleriſche Bild Wimpfens iſt überaus reizvoll,
beſon=
ders am Abend, wenn die wundervolle Silhouette der Stadt hoch
oben auf dem Berg mit ihren Türmen, mit der Kaiſerpfalz und
der Stadtkirche ſich vom leuchtend klaren Himmel abhebt, ein
Bild, ſo hiſtoriſch echt und ſo ſchön, wie man lange wieder eines
ſuchen kann; da ſtört kein ſtilwidriger Neubau die Reihe der
hiſtoriſchen Bauten. Hübſche Anlagen ziehen an der Neckarhalde
von der hochgelegenen Stadt zum Ufer des Fluſſes herab, deſſen
Wellen unermüdlich nach Nord fließen. Folgt unſer Auge ihrem
Laufe, ſo erblicken wir den Turm der Ruine Ehrenberg bei
Heinsheim faſt greifbar nahe, weiter das alte Deutſchherrenſchloß
Hornegg bei Gundelsheim, und endlich, manchmal faſt
verſchwim=
mend im Dunſt, den Hornberg, Götz von Berlichingens feſtes
Schloß. Nach Oſten und Süden breitet ſich vor dem Blick des
auf dem Berge ſtehenden Beſchauers das Württemberger Land
in der Ebene aus, wiederum in der Ferne von Bergzügen
be=
grenzt. Blühendes grünes Land, wohin der Blick ſchweift, und
dampfende Schlote der Salinen von Wimpfen, Offenau und
Jagſtfeld.
Zu der reizvollen Landſchaft hat die Mutter Natur dieſer
Stätte noch eine wertvolle Gabe verliehen: das Salz. Die
Sa=
line Wimpfen iſt ergiebig und das Solbad vielen Leidenden von
Nutzen. Wimpfen iſt alſo ein Kur= und Badeort, der aber von
Heſſen aus diel mehr beſucht ſein ſollte. Den Wanderer aber lockt
die herrliche Neckarlandſchaft; auf dem Anmarſch nach Wimpfen
— etwa von Mosbach aus, von wo man 4½ Stunden benötigt —
laſſen ſich auf reizvoller Wanderung die Schlöſſer Hornberg,
Hornegg, Guttenberg und Ehrenberg beſuchen, und niemand
wird unbefriedigt von all dieſen prächtigen Stätten ſcheiden.
Von Wimpfen aus iſt dann weiter leicht das nahe Jagſtfeld und
mit der Bahn Heilbronn mit ſeinen vielen herrlichen
geſchicht=
lichen und literariſchen Erinnerungen zu erreichen, und weiter
noch Weinsberg und die Weibertreu. Wer längeren Aufenthalt
in Wimpfen nimmt, hat alſo auch Gelegenheit zu manch
lohnen=
den Ausflugen; ein großer Waldkomplex findet ſich in dem
heſſi=
ſchen Forſt, der in der Richtung auf Rappenau liegt. Nach
alle=
dem wird ſicherlich niemanden der Beſuch Wimpfens gereuen!
22
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Geite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Juni 1924.
Sport, Spiel und Zurnen.
Fußball.
Sportverein 1922 Roßdorf.
Nach mehrwöchentlicher Pauſe hat Roßdorfs Sportpublikum an den
beiden Pfingſtfeiertagen wieder einmal Gelegenheit, die erſte Elf des
Sportvereins auf eigenem Platze ſpielen zu ſehen. Gäſte vom Main und
Rhein ſind es diesmal, die der Sportverein empfängt, um ſich mit ihnen
im friedlichen Wettkampfe zu meſſen. — Am erſten Feiertag tritt der
Fußballklub Hochſtadt bei Hanau gegen die Roßdörfer Elf an.
Hoch=
ſtadt gelang es dieſes Jahr, die Meiſterſchaft der A=Klaſſe in ihrem
Gau zu erringen, und die Einheimiſchen müſſen ſich ſchon ſehr
anſtren=
gen, wenn ſie gegen dieſe Mannſchaft Erfolge erzielen wollen. — Der
Pfangſtmontag ſieht dann den Fußballklub „Olympia 1910” aus
Weiſenau bei Mainz als Gaſt des Sportvereins. Weiſenau ſpielt
B=Klaſſe, und dürfte alſo auch dieſe Mannſchaft ein beachtenswerter
Gegner für die Einheimiſchen ſein. Hoffentlich bringen beide Spiele
einen fairen und offenen Kampf, ſo daß die Gäſte einen guten
Ein=
druck von Roßdorf mit nach Hauſe nehmen. Die Spiele beginnen an
beiden Feiertagen um halb 4 Uhr.
Tennis.
Handball.
Tade. Beſſungen—Tgde. Schierſtein a. Rhein.
Die Turngemeinde Beſſungen 1865 hat ſich für ihre 1. und 2.
Mann=
ſchaften am Pfingſtmontag, den 2. Juni, die gleichen der Tgde.
Schier=
ſtein a. Rhein zu Gaſt geladen. Um 3 Uhr nachmittags werden die erſten
Elf und anſchließend um 4 Uhr die zweiten Elf beider Vereine auf dem
Sportplatz Heidelberger Straße antreten. Die Turngemeinde
Schier=
ſtein, ein erſtklaſſiger Gegner, der ſich ſchon wiederholt durch die Gau=
und Verbandsſpiele hindurch ſiegreich behauptet hat, iſt Kreismeiſter des
9. Kreiſes Mittelrhein. Eine harte Aufgabe wird Beſſungen
bevor=
ſtehen, dieſen kampferprobten und tüchtigen Mannſchaften die Stange
zu halten. Schließlich hat Beſſungen, das ja noch Neuling im
Handball=
ſpiel iſt, ſeinen Gaſt nicht zu einem regelrechten Wettkampf verpflichtet,
ſondern zu einem Freundſchaftsſpiel, das, als Werbeſpiel gedacht, dem
Darmſtädter Publikum ein noch hier ſelten intereſſantes und ſpannendes
Treffen darbieten ſoll. Mögen die Darmſtädter Sportler ihr Intereſſe
an dieſem Spiel durch zahlreichen Beſuch bekunden.
Leichtathletik.
Neuer Weltrekord im Hochſprung.
Bei den Vorbereitungskämpfen zur Olympiade wird einem
Welt=
rekord nach dem anderen das Lebenslicht ausgeblaſen. Nach einer
Mel=
dung des „Neu=York Herald” hat der Amerikaner Osborne in
Illi=
nois im Hochſprung die Marke von 2,037 Metern erreicht und
da=
mit den 1917 von Larſſen=Amerika aufgeſtellten Weltrekord von 2022
Metern verbeſſert. — Von dem hohen Stande der amerikaniſchen
Leicht=
athletik zeugen weiterhin zwei neue Landesrekorde
aufge=
ſtellt von Anderſon im 120=Yards=Hürdenlauf mit 14,7 Sek. und von
Riley im 440=Yards=Hürdenlauf mit 52,1 Sek.
Hermann Müller gewinnt in Prag.
Das internationale 30=Kilometer=Wettgehen Prag—Melnik ſah den
deutſchen Altmeiſter H. Müller=Berlin in überlegener Haltung als
Sie=
ger, der damit einen wertvollen Wanderpreis endgültig in ſeinen Beſitz
brachte. Er ſiegte, in der Rekordzeit von 2:48:37,2 vor Liska=Prag
2:57:06,6.
Turnen.
Allgemeiner Deutſcher Turnerbund.
Hade deintehihie ereit Dertit n ei
Bundesausſchuß wurde Gauvorſitzender Stiedenroth=Wixhauſen.
Der nächſte Bundesturntag ſoll in Hagen i. Weſtf. ſein, die nächſten
turneriſchen Wettkämpfe des Geſamtbundes in einer noch zu
beſtimmen=
den Stadt in Heſſen.
Beginn des Rot=Weiß=Tennisturniers.
Am Mittwoch nahmen die Kämpfe auf den Plätzen des Berliner
Lawn=Tennis=Turnierklubs im Grunewald ihren Anfang. Viele der
aus=
wärtigen Spieler ſind bereits eingetroffen, darunter auch die Ungarn
v. Kehrling und Frau Varady. Gleich am erſten Tage gab es einige
intereſſante Spiele. So ſchlug R. Kleinſchroth in der
Meiſter=
ſchaft von Berlin Graf Geismar nach hartem Kampfe 6:0, 3:6 6:2,
während Stapenhorſt mit 6:4, 6:3 König bezwang. In der
Preußen=
meiſterſchaft waren Dr. Bölling über Dr. Hack 6:2, 6:0 und Lüdtke. über
Dr. Pickardt 6:3, 6:3 erfolgreich. Bei den Damen trat u. a. Frau
Zeiſig=Plauen in Konkurrenz, die Frau Moſes erſt 6:3, 3:6, 6:1
bezwin=
gen konnte.
v. Kehrling in Wien geſchlagen.
Das große internationale Wiener Tennisturnier brachte in der
Schlußrunde des Herren=Einzelſpiels den erwarteten ſpannenden Kampf
zwiſchen dem Ungarn v. Kehrling und dem Italiener N. D. Good.
Der Letztere hatte vorher in dem Frankfurter O, Kreuzer ſeinen ſchärfſten
Widerſacher, der ſchließlich 6:1, 6:0, 6:4 den Kürzeren zog, während
v. Kehrling über Grandy und H. Kleinſchroth in das Endſpiel gelangte.
Hier war der Ungar etwas indisponiert und mußte ſich 4:6, 6:3, 6:1,
6:4 geſchlagen geben. Im=Herren=Doppelſpiel blieb das Paar v.
Kehr=
ling—Kelemen gegen Kinzel—Relly 5:7, 6:1, 6:3 ſiegreich. Im
gemiſch=
ten Doppelſpiel ſtehen Fr. Friedleben-Kreuzer vor guten
Gewinnaus=
ſichten. Das Damen=Einzelſpiel iſt der deutſchen Meiſterin kaum zu
nehmen. Das Herren=Einzelſpiel um den Weſſely=Erinnerungspreis
bringt Kreuzer und v. Kehrling im Endſpiel zuſammen, da der Italiener
N. O. Gobd ſeine Meldung zurückgezogen hat.
Pferdeſport.
Rennen zu Hamburg=Großborſtel.
Eppendorfer Rennen, 3000 ℳ, 1000 Meter: 1. Kruſe=
Holtzdorffs Limone (M. Schmids); 2. Fechterin (O. Schmidt); 3. Chip
(H. Brown). Tot. 60; Pl. 18,14; F.: Jen, Bärwalde, Hals bis ½ Lg.
— Alſterkrug=Rennen, 3000 ℳ, 1600 Meter: 1. Graf
Seid=
litz=Sandreezkis Olifant (D. Müller); 2. Sonnenblümchen (Torke);
3. Muratis (Breege). Tot. 12. 4—2 Lg. — Lockſtädter
Ren=
nen, 3500 ℳ, 2000 Meter: 1. A. u. C. v. Weinbergs Escorial (O.
Schmidt); 2. Pikdame (Torke); 3. Salvator (Ackermann), Tot. 13.
1½—10 Lg. — Harksheider Rennen 3000 ℳ, 1400 Meter:
1. Graf Seidlitz= Sandreezkis Ritter=Akademie (O. Müller); 2.
Land=
roſt (M. Schmidt); 3. Mängde (O. Schmidt). Tot. 20; Pl. 13.17;
F.: Maje, Probefahrt. 1½—2/. Lg. — Alſter=Preis, 6000 ℳ,
2200 Meter: 1. Stall Kohls Vergleich (Blume); 2. Coſimo (H.
Schmidt): 3. Idealiſt (Reiß). Tot. 91; Pl. 25,18,24; F.: Paloma,
Famos, Serenade, General, Jungfernrede. Hals bis ½ Lg. — Preis
vom Jäger, 300 ℳ, 1200 Meter: 1. v. Negeleins. Armadilla
(Torka); 2. Trgjan (S. Schmidt); 3. Lona (H. Brovn). Tot. 17;
Pl. 15/44; F.: Tribalibot, Angelus, Türmer. 34—½ La.
Tangerſtedter Ausgleich, 3000 ℳ, 1600 Meter: 1.
Strat=
manns Meilenſtein (Ackermann); 2. Fegefeuer (Huquenin); 3.
Gold=
wert (Reiß). Tot. 36; Pl. 13,12,13; F.: Manuela, Padea, Verbene,
Kalla, Paria. Hals bis 2 Lg.
Trabrennen zu Ruhleben.
Das Debut der Zweijährigen verlieh dem Tag erhöhtes Intereſſe.
Der jüngſte Jahrgang führte ſich beſtens ein. Im Rennen der Hengſte
erwieſen ſich Willy A. und Waſſerlauf als die Schnellſten, von denen der
erſtere trotz eines für ihn ungünſtigen Starts den davongelaufenen
Waſſerlauf in der Geraden einholte und noch ſicher in 1:38,6 ſchlug! Im
Stutenrennen war Katzbach ſichtlich das beſte Pferd im Felde, ſcheiterte
aber an ihrem Fahrer und konnte den durch Abkommen in Galopp
ver=
lorenen Boden nicht mehr gutmachen. Inzwiſchen hatte Großmann mit
Zora die Spitze genommen, der dann ganz leicht in 1:37,6 gewann. Die
Senſation des Tages war aber der Juni=Preis der Internationalen, in
dem Doritha zeigte, was ſie kann. Die Stute hätte das ganze Feld
diſtanzieren können, begnügte ſich aber damit die letzte Runde
verhal=
ten nach Hauſe zu fahren. Trotzdem trabte Doritha 1:25,6. — Die
Re=
ſultate: Juni=Rennen, 2300 Mark, 2400 Meter: 1. H. Weils Kuſer (A.
Freundt) 2. Margot 1. 3. Jimiene. Tot. 102; Pl. 29, 44, 32. Ferner:
Ginori, Elſe B. I., Zu Ende, Bechamelle Allene, Palme I., Mirabelis I.,
Johanniskäfer, Armida I, Hauptmann, Bella Dawſon, 3—2 Lg. —
Drei=
jährigen=Juni=Preis 2000 Mark, 2500Meter: 1. Stall Freyas Angora
(Grube), 2. Barmaid, 3. Importeur. Tot. 57; Pl. 15, 14, 14. Ferner:
Odeſſa, Iduna, Salome, Dolina, Importation. 2 Lg.—Hals. — Juni=
Nummer 157.
Herrenfahren, 2000 Mark 2300 Meter: 1. E. Berks Batſchart GBeſ.
2. Maikönigin I., 3. Edinhard. Tot. 48; Pl. 15, 17, 36. Ferner:
Kron=
prinz I., Mirabelis I., Karneval, Bismarck, Harlekin, Quelle TV.,
Aller=
zony, Flora Bingen, 3—1½ Lg. — Verſuchsrennen der Hengſte, 5000
Mark, 12000 Meter: 1. Geſt. AlfredsheimsWilly A. (Weidmüller)
2. Waſſerlauf. 3. Buchdrucker. Tot. 17: Pl. 12, 17, 13. Ferner: Meiſter
B., Herſteller, Paraſit, Kapitain Halle, Kinoſtern, Cotta, Flamingo,
3 Lg.—Weile. — Juni=Preis der Internationalen, 3000 Mark, 280
Meter: 1. Geſt. Floigerhofs Doritha (Ch. Mills), 2. Schlips, 3. Jirka,
Tot. 15; Pl. 13, 28, 20. Ferner: Prahlhans, Ottomar, Stuart Webbs.
Teufelsbart. 20 Lg.—Hals. — Verſuchsrennen der Stuten, Ehrenpreis
und 5000 Mark, 1200 Meter: 1. Geſt. Bindows Zora (Großmann),
2. Lebensluſt, 3. Dois. Tot. 45; Pl. 14, 19, 14. Ferner: Lindenwirtin I
Katzbach, Mora, Erane. 8—6 Lg. — Juni=Altersrennen, 3000 Mark.
2600 Meter: 1. Geſt. Höfleins Agi (Rm. Schleuſener), 2. Pecifackel,
3. Oſtermagda. Tot. 23; Pl. 14, 14. Ferner; Ima Gu9. 3—15 Lg.
Inländer=Juni=Preis, 2600 Mark, 2500 Meter: 1. D. Pehns Fürſt (5.
Mills), 2. Germania, 3. Koranna. Tot. 25; Pl. 14, 16, 32. Fernert
Willi I., Erbgraf, Ludmill I., Simplex. 5—½ Lg.
Rennen zu Krefeld.
1. Rennen: 1. Blankenburg (Grütz), 2. Woge (Saria), 3. Jakonette
(Heidt). Tot. 30; Pl. 15, 26. Ferner: Jwan, Vater Rhein, Zuchoy.
34—1½ Lg. — 2. Rennen: 1. Waldo (Stolpe), 2. Prinz (Wermann),
3. Traben (Saria). Tot. 30; Pl. 10, 10, 11. Ferner: Chere cherie.
Miette, Tänzer, Ammonia. Kopf—2½ Lg. — 3. Rennen: 1. Fataliſt
(Saria), 2. Minneſänger (H. Möller), 3. Tappenburg (Wermann). Tot.
89; Pl. 22, 13. Ferner: Trauerweide, Abendröte. Jobbe, 2½—11, Lg.
— 4. Nennen: 1. Domherr (Wermann), 2. Metis (Buchmann), 3.
Jugend=
liebe (Wodke). Tot. 33; Pl. 14, 23, 19. Ferner: Mazeppa, Valens.
Chibouk. Seejungfer, Charlotte II., Letzter Nicham, Lueifer II. Kopf bis
1½ Lg. — 5. Rennen: 1. Mannesmut (Wermann), 2. Cabriſtan (
Acker=
mann), 3. Eſtino (Mihan), Tot. 26; Pl. 19, 32. Ferner: Sarello,
Seda=
lia, Schneewolke. 1½—4 Lg. — 6. Rennen: 1. Finnland (Ackermann,
2. Anika (Hammer), 3. Glücksburg (Grobauer). Tot. 12; Pl. 11, 12, 12.
Ferner: Reichswehr, Toni, Fliegender Aar, Loſſinelle, Kanonade,
Lehn=
dorff, Mariell. 4—3 Lg. — 7. Nennen: 1. Seeräuber (Ackermann),
2. Filius (Wermann), 3. Sonnenkönig.
Deutſche Turniererfolge in Malmö.
Schwedens bedeutendſter Turnierplatz in Malmö iſt zurzeit der
Schauplatz großer Reiterkämpfe, an denen auch Prinz Friedrich
Siegismund von Preußen und Graf Trautvetter
beieſ=
ligt ſind. Prinz Siegismund belegte in einer Einigungsprüfung f
Reitpferde mit ſeinen beiden Pferden Chriſtoph und Goldelſe die
bei=
den erſten Plätze. Der Hannoveraner Chriſtoph gewann weiterhin
die Dreſſurprüfung der mittleren Klaſſe, während Goldelſe in einen
Jagdſpringen der ſchweren Klaſſe Vierte werden konnte. — Einen
ſchö=
nen Erfolg hatte auch Graf Trautvetter zu verzeichnen, der mit ſeiner
Hannoverſchen Stute Mitternachtsſonne im Kanonen=Jagd
ſpringen den Sieg davontrug.
Mü
Nm
itisrn
Radfahren.
Deutſche Bergmeiſterſchaft.
Die ſportlichen Wettkämpfe im Rahmen der Großen
Rheini=
ſchen Sportwoche wurden am Dienstag nachmittag mit der
Deut=
ſchen Bergmeiſterſchaft auf der 3,7 Kilometer langen Strecke von
Königs=
winter zum Drachenfels fortgeſetzt. 128 Amateure und 33 Berufsfahrer
ſtellten ſich zum Kampf, die ab 5 Uhr nachmittags in Abſtänden von je
30 Sekunden vom Starter entlaſſen wurden. Die ſchnellſte Zeit fuhr der
Berufsfahrer Paul Paſſenheim=Berlin mit 7:57,4, die einen
Re=
kord darſtellt. In der Klaſſe der Herrenfahrer ſiegte der Kölner Hanz
Mandelartz in 9:33,6. Nach Beendigung des Nennens fand auf dem
Drachenfels „Ein deutſcher Abend am Rhein” ſtatt, bei dem die Preisben
teilung vorgenommen wurde. Der Abmarſch vom Drachenfels erſolgte
mit Fackeln unter Vorantritt der Bundeskapelle. Nachſtehend die
Ergeb=
niſſe der Bergmeiſterſchaft: Berufsfahrer: 1. P. Paſſenheim=
Ber=
lin 7:57,/4; 2. Remold=Gerolzhofen 8:05,4; 3. E. Zander 8:159;
4. Noerenberg 8:18; 5. Paul Kohl 8:24; 6. K. Pfiſter=Schweinfun
8:39,8; 7. R. Huſchke 8:53,2; 8. F. Gielow 8:57,2; 9. O. Michael 8:59;
10. W. Siewert 9:00,2. — Amateure: 1. Hans Mandelartz=Köln
9::33,6; 2. K. Tüller=Barmen 9:39,2; 3. Claß=Schweinfurt 9:42,6; 4.5.
Nebe=Leipzig 9:46,2; 5. A. Deibel=Gießen 9:56.
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6. Jun3 1924
Hydraulische
Akkumulierung-
Von
Dipl.-Ing. Degler-Karlsruhe.
Schon ſolange die Menſchheit mit mechaniſcher Energie, ſei
Bir Form von Kleinwafſerkräften oder ſonſtigen
Betriebs=
ri= ihre Arbeitsmaſchine betreibt, ebenſo lange hat ſie auch
Beſtreben, ſich dem Kraftbedarf oder umgekehrt der Kraft,
b kie ſich in der Natur bildet, anzupaſſen. Wir finden ſo
1½ primitivſten Ausgleich der Kraft in Form von
Schwung=
rcnn oder alten Stauweihern, z. B. bei den Kleinbetrieben der
Süerr im Schwarzwald oder den Hammerwerken in Rheinland=
Fialen.
„m gleichen Sinne hat das Beſtreben der Technik, praktiſch
1mtvolle Waſſerkraftanlagen zu ſchaffen, dazu geführt, den
23ſerabfluß zu regulieren, indem man dieſe Waſſerkräfte dem
jws auftretenden Energiebedarf anpaßte. Es entſtanden ſo
142alfperren=Speicherwerke in Weſtfalen und in der Eifel, und
e ſehen wir dieſen Gedanken der Aufſpeicherung des Tur=
Imntriebwaſſers für den jeweils auftretenden Bedarf an
Ener=
gnin höchſten Grade an dem eben in Betrieb genommenen
Ychenſee=Kraftwerk und dem in Bau befindlichen Bad. Murg=
Emerk (Schwarzenbachſperre) verwirklicht. Es iſt jedoch nicht
ümer möglich, insbeſondere bei Niederdruck=Kraftwerken, wie ſie
aal berrhein und am Main in Betrieb ſind, die
Energieerzeu=
gnz der Kraftabnahme durch die Induſtrie bezw. die Licht=
Eworgung anzupaſſen. Es bleiben ſo erhebliche Energiemengen
ueutzt. Man könnte nun den Gedanken erwägen, in
elek=
ttahmm Akkumulatorenbatterien dieſe überſchüſſigen
Energie=
nwgen aufzuſpeichern und ſie ſo der Verwendung nutzbar zu
mchtri. Eine derartige Speicherung hat jedoch, infolge der
Koſt=
fſictirkeit der elektriſchen Batterie und der beſchränkten
Auf=
inahefähigkeit, ſehr enge Grenzen.
7ni neuerer Zeit hat ſich in der Form der hydrauliſchen
APuanlierung ein Mittel geboten, das ermöglicht, auf billige
Aiunid Weiſe große Energiemengen praktiſch wirtſchaftlich
auf=
heſchern und ſie der Verwendung zur Tageszeit zuzuführen.
Sy Prinzip beruht eine derartige hydrauliſche Akkumulierung
Gcfelgendem Vorgang:
B
truekwerk mit hydr. Akkumnlierung
A Krafthans mit Nieder- und Hochdruckturbine u. Pumpen
B Hochbehälter
Druckrohrleitung
15. Wehranlage
Täe überſchüſſige, an und für ſich wertloſe Energie aus
un=
vAlierbaren Waſſerkraftwerken wird an Stellen, an denen die
Aſſülihkeit beſteht, Waſſer hochzupumpen, dazu verwendet, um
Fhateen anzutreiben und Waſſer in einer der jeweils anfallen=
Ahcnergiemenge entſprechenden Menge in ein Hochreſervoir
zi ſewen. Damit iſt ohne weiteres die Möglichkeit gegeben, an
dkgleiche Rohrleitung, die die Pumpe mit dem Hochreſervoir
w rbet, eine Hochdruckturbine anzuſchließen und zu Zeiten,
in inen Energiebedarf herrſcht, ſolche zu liefern. In der Praxis
ifkgrürlich Vorbedingung, für die Aufſpeicherung von Energie
cahndrauliſchem Wege, daß die einzelnen Hoch= und Nieder=
Amtuaftwerke durch Hochſpannungsleitungen miteinander ver=
Haen ſind und untereinander den Energieaustauſch vornehmen
k)Sten-. So iſt z. B. vorgeſehen, daß beim Ausbau des bereits
v½erwähnten Schwarzenbachwerkes die beiden
Hochdruck=
t1Mnenſätze mit Pumpen gekuppelt werden, die aus der Murg,
Aſhe am Krafthaus vorbeifließt, Waſſer in die
Schwarzenbach=
ſIßte hinaufdrücken, damit es von dort wieder durch dieſelbe
Rlülitung durch die Hochdruckturbinen als Nutzwaſſer ver=
Gſichck werden kann. Es iſt ſo möglich, mit dem unregelmäßig
aöllanden Strom aus den Neckarwaſſerkräften und den Kraft=
HAen des Oberrheins eine geregelte Energieverſorgung von
BAn ſicherzuſtellen. In gleicher Weiſe iſt der Ausbau des
SSlchſeekraftwerkes mit einem Stauraum von 100 Millionen
2tinieter projektiert als große Akkumulatorenbatterie für den
Aby ich des beim fortſchreitenden Ausbau der Oberrhein=
Awreräfte in großer Menge überſchüſſigen Sommerſtromes
g/Müüber dem großen Bedarf und der kleinen Energieerzeugung
d/ASeinkraftwerke im Winter. Die Einrichtung der hydrau=
HAn, Akkumulierung in Hochdruckkraftwerken hat den großen
Vug, daß der Koſtenaufwand im Verhältnis zum erzielten
Vſhen außerordentlich minimal iſt. Es kann nämlich derſelbe
OAuator, der tagsüber Energie erzeugt, die Nacht hindurch als
Aſn, für die Pumpe verwendet werden und im übrigen nützt
diRorauliſche Akkumulierung die bereits vorhandenen
Einrich=
timen der Hochdruckkraftanlage aus. Volfswirtſchaſtlich
be=
typtteſ=, bedeutet eine derartige Einrichtung bei einem
Talſperren=
es und hat
fünrwerk eine erhebliche Steig
Ziheelge, daß die im großen Maße ingeſtie
geitalien
K
Der Zweck der Arbeſt ſoll das Gemeinwohl ſein,
dann bringt Arbeit Segen, dann iſt die Arbeit Gebei.
Alfreb Krupp (1812—1887).
„Licht verbreiten heißt Wohlſkand verbreiten (ich meine
den allgemeinen Wohlſiand, nicht individuellen Reichtum),
und mit dem Wohlſtand verſchwindet der größte Teil der
Ubel, die ein Erbteil finſterer Zeiten ſind.”
Alfred Nobel (1833—1888.)
Raaa,
raſcher umgeſetzt bezw. amortiſiert werden. Es ſind dann dieſe
Hochdruckanlagen nichts anderes, als Veredlungsanſtalten für
die Energie. Es ſpielt dabei keine Rolle mehr, daß dieſer
ganze Vorgang mit einem Verluſt von ca. 40 Prozent an Energie
vor ſich geht, wenn man bedenkt, daß dieſe in hochwertigſter Form
nachher zur Verfügung ſtehenden Energiemengen ſonſt doch
ver=
loren gingen.
Nicht nur im Rahmen der Energieverſorgung und Energie
wirtſchaft eines ganzen Landes, ſondern auch für den einzelnen
„Induſtriellen, der als Antriebskraft eine unregulierte
Waſſer=
kraft ausnützt, iſt eine Aufſpeicherung in dieſer billigen Art und
Weiſe außerordentlich wertvoll. Wenn wir beachten, daß eine
Fabrik tagtäglich acht Stunden in Betrieb iſt, ſo iſt natürlich
die Waſſerkraft nur zu einem Drittel ausgenutzt, während zwei
Drittel der Energie verloren gehen, obwohl vielleicht am Tage
die Kraft noch nicht einmal ausreicht. Liegt nun in der Nähe
ein Berg, ſo bietet es keinerlei techniſche Schwierigkeiten und iſt
auch durchaus wirtſchaftlich, auf dieſer Geländeerhebung ein
ent=
ſprechendes Waſſerreſervoir anzulegen und während die Fabrik
ſtillſteht, mit den Turbinen der beſtehenden Waſſerkraft eine
Pumpe zu betreiben und Waſſer in dieſen Hochbehälter zu
heben. Am Tage kann dann durch eine Hochdruckturbine dieſer
Waſſervorrat wieder abgearbeitet werden und als wertvolle
Er=
gänzungskraft zum Betriebe des Werkes Verwendung finden.
Solche Hochdruckſpeicheranlagen haben noch den weſentlichen
Vorzug, daß ſie außerordentlich anpaſſungsfähig an den
augen=
blicklichen Energiebedarf ſind.
Dieſe wenigen Beiſpiele zeigen in prägnanter Form, wie
ſich die Aufſpeicherung von Energie auf hydrauliſchem Wege zu
einem bedeutenden und wertvollen Glied in der Verſorgung
unſeres Wirtſchaftslebens mit elektriſchem Strom entwickelt hat.
Es iſt dies um ſo mehr zu begrüßen, als der durch den
unglück=
lichen Ausgang des Krieges ſtark verkleinerte Vorrat
Deutſch=
lands an Kohle es gebieteriſch verlangt, daß unter allen
Um=
ſtänden die Waſſerkräfte unſerer Volkswirtſchaft dienſtbar
gemacht werden.
Tageslichtlampen
Seit der Erfindung der elektriſchen Glühlampen und der
fortſchreitendem Verdrängung der Gasbeleuchtung durch dieſe,
hat man in zahlreichen Induſtriezweigen und Berufsarten den
Ueberſchuß der roten und gelben Strahlen der Glühlampen
ſtörend empfunden, und die Techniker haben daher ſchon ſeit
langen Jahren das Problem zu löſen verſucht, dieſen Ueberſchuß
abzufangen und dadurch das Spektrum der Glühlampe dem des
normalen natürlichen Tageslichtes nach Möglichkeit anzugleichen.
Zahlreiche Verſuche und Erfindungen ſind auf dieſem
Ge=
biete in Deutſchland, Amerika und England, mit mehr oder
weniger Erfolg gemacht worden, doch erſt nach Einführung der
gasgefüllten Glühlampen iſt es gelungen, das Problem
zu löſen. Man brachte dieſe gasgefüllten Glühlampen in
Ver=
bindung mit Reflektoren, welche die aufgefangenen Strahlen
ge=
ſammelt durch einen aus zwei übereinanderliegenden
Glas=
ſcheiben beſtehenden und nach einem patentierten Verfahren
(Patent der Tageslicht=Lampe G. m. b. H., Berlin) hergeſtellten
Lichtfilter warfen. Das auf dieſe Weiſe erzielte Licht kommt von
allen Beleuchtungsarten in ſeiner Farbenwirkung dem des
natür=
lichen Tageslichtes am nächſten. Genaue Meſſungen der
Tech=
niſchen Hochſchule in Karlsruhe haben dieſes Ergebnis beſtätigt.
Seitdem dieſe Tageslichtlampen auf dem Markt erſchienen
ſind, hat ſich das Anwendungsgebiet für künſtliche
Tageslicht=
beleuchtung dauernd vergrößert und es wurden die
intereſſan=
teſten Ergebniſſe erzielt. So hat ſich erſt kürzlich bei Verſuchen
der tſchechiſchen techniſchen Hochſchule in Prag herausgeſtellt, daß
dieſe Tageslichtlampen imſtande ſind, das natürliche Tageslicht
in einem Einfluß auf das Wachstum der Pflanzen zu erſetzen,
indem die Kontrollpflanzen bei dieſer künſtlichen Beleuchtung das
gleiche Wachstum zeigten wie beim natürlichen Tageslicht.
Für die Medizin ſind dieſe
Lam=
pen von ganz beſonder Wichtigkeit,
da ſie dem Arzt die Möglichkeit
ge=
ben, die ſichtbaren krankhaften
Ver=
änderungen des Körpers auch zur
Nachtzeit in ihren natürlichen
Far=
ben aufs deutlichſte zu erkennen.
Dies iſt beſonders wertvoll für den
Chirurgen, ferner für den Hautarzt,
den Hals= und Naſenarzt, den
Augenarzt uſw., und es ſtehen für
den Arzt je nach ſeinem
Spezial=
gebiet paſſende
Tageslichtlampen=
typen von der großen
Operations=
lampe bis zur kleinen Tageslicht=
Taſchenlampe oder Tageslicht=
Auf=
ſteckhülſe für Stirnlampen zur
Ver=
fügung.
Für die geſamte Textilinduſtrie,
für die Papier= und
Tapetenindu=
ſtrie, für Druckereien, beſonders
ſol=
che, welche farbigen Druck
ausfüh=
ren, für das geſamte Gebiet der Kunſt, ferner auch für den
Kleinhandel uſw. ſind Tageslichtlampen unentbehrlich. Sie
haben ſich in letzter Zeit noch für zahlreiche weitere
Anwen=
dungsgebiete glänzend bewährt, z. B. bei dem Ausſortieren der
Kohlen vom tauben Geſtein, bei der Hopfenſortierung, der Tabak=
und Teeſortierung, der Prüfung von Gefrierfleiſch auf
Schimmel=
bildung, für den Haarhandel uſw. Beſonders wichtig ſind die
Lampen für den Juwelier, den Diamantſchleifer, den Optiker
liche Wichtigkeit dieſer Erfindung, und es iſt erfreulich,
feſt=
zuſtellen, daß die von der deutſchen Induſtrie auf den Markt
ge=
brachten Tageslichtlampen in ihren Vorzügen von keiner
aus=
ländiſchen Konkurrenz erreicht werden.
Wiedergewinnung
leichtflüchtiger Stoffe.
I. Seitherige Verfahren,
Von
Dr.=Ing. O. Fuchs-Wollmatingen.
Zahlreiche Induſtrien verwenden in ausgedehntem Maße als
Löſungsmittel Stoffe wie Aether, Schwefelkohlenſtoff, Aceton,
Chloroform, Methylalkohol (Methanol), Tetrachlorkohlenſtoff,
Aethylalkohol, Benzol, die ſich durch ihre Flüchtigkeit auszeichnen.
Für die Geſtehungskoſten ihrer Erzeugniſſe iſt es von
ausſchlag=
gebender Bedeutung, die Verluſte an dieſen Stoffen auf ein
Min=
deſtmaß herunterzudrücken. Selbſt noch bei der Ventilierung der
Arbeitsräume, bei nur wenigen Eramm im Kubikmeter der dabei
abgeführten Luft, gehen beträchtliche Werte verloren. So haben
die neueſten Arbeitsverfahren zu Wiedergewinnung leichflüchtiger
Stoffe zum Ziel, der ſtarken Verdünnung zum Trotz, auch dieſe
Mengen noch abzuſcheiden und für den Betrieb wieder nutzbar zu
machen. Derartige Verfahren ſind aber auch für die ſolche
leicht=
flüchtigen Stoffe erzeugenden Induſtrien von allergrößter
Bedeu=
tung, denn mit ihrer Hilfe laſſen ſich, abgeſehen von der
Verriuge=
rung der Verluſte beim normalen Herſtellungsverfahren,
Vorkom=
men nutzbar machen, die man zuvor nicht befriedigend ausbeuten
konnte. Es ſei in dieſer Hinſicht auf die Gewinnung des
Ben=
zols aus dem Leuchtgas und auf die Geſinnung von Gaſolin aus
den nordamerikaniſchen Erdgasvorkommen verwieſen.
Die leichte Flüchtigkeit der oben genannten Stoffe wird in
er=
ſter Linie durch den niedrigen Siedepunkt, oder anders
ausge=
drückt, durch verhältnismäßig hohen Dampfdruck bei mäßigen
Temperaturen verurfacht. So ſiedet beiſpielsweiſe Aether bei
35 Grad, Aceton bei 56 Grad, Methylalkohol bei 65 Grad, und bei
25 Grad betragen die Dampfdrucke der genannten Stoffe bereits
rund 0,7, bzw. 0,3, bzw. 0,2 Atmoſphären, d. h. die über der
Flüſ=
ſigkeit ſtehende Luft kann bei 25 Grad bis 70, bzw. 30, bzw.
20 Prozent an Dämpfen aufnehmen. Die Verluſte durch
uner=
wünſchtes Verdampfen werden dadurch noch empfindlicher, daß
diefe Dämpfe alle ſchwerer ſind, als etwa Waſſerdampf unter
glei=
chen Umſtänden, und zwar ungefähr im Verhältnis des
Mole=
kulargewichts des betreffenden Stoffes. So hat Aether das
Mole=
kulargewicht 74 und ſeine Dämpfe ſind 74/18 — rund viermal ſo
ſchwer als der Dampf des Waſſers, deſſen Molekulargewicht 18 iſt.
Entſprechend berechnet ſich für Acetondampf 58/18 — mehr als
das Dreifache des Waſſerdampfgewichts. Die Flüchtigkeit wird
noch vermehrt durch die geringe Verdampfungswärme der oben
gemannten Stoffe. So braucht Aether faſt nüir ein Siektel der
Wärme, die das gleiche Gewicht Waſſer zum Verdampfen
erfor=
dert, Aceton weniger als ein Viertel, Methylalkohol immer noch
weniger als die Hälfte.
Das nächſtliegende Mittel zur Ueberführung der Dämefe in
den flüſſigen Zuſtand iſt Abkühlung. Man kommt ſolange damit
aus, als es ſich um den reinen Dampf ohne weſentliche
Verdün=
nung mit fremden, nicht kondenſierbaren Gaſen handelt, was meiſt
nur bei der Erzeugung der Fall iſt. Die in der Technik benutzten
Vorrichtungen ſind meiſt Röhrenkühler, in denen Kühlwaſſer und
Dämpfe im Gegenſtrom gegeneinander geführt werden. Bei ſehr
niedrig ſiedenden Stoffen, z. B. Chlormethyl (— 24 Gr.),
Schwef=
lige Säure (— 10 Grad), Chloräthyl (— 13 Grad), muß man
Tief=
kühlnug zu Hilfe nehmen und benutzt zunächſt mit Temperaturen
von — 6 Grad bis — 20 Grad umlaufende Salzlöſungen, die in
einer Kälteerzeugungsanlage immer erneut abgekühlt werden, und
für ſtärkere Kältegrade Kühlung vermittels flüſſiger Luft.
Ferner kann erhöhter Druck dazu dienen, die Verflüſſigung zu
erleichtern, bzw. vollſtändigere Kondenſation zu erzielen. All die
genannten Mittel verſagen indes um ſo mehr, je ſtärker die
ab=
zuſcheidenden Dämpfe mit Luſt oder ſonſtigen Gaſen verdünnt
ſind. Beiſpielsweiſe liege ein Gemiſch von 10 Prozent
Aether=
dampf und 90 Prozent Luft vor. Verſucht man durch Abkühlung
Aether abzuſcheiden, ſo muß man zur Erreichung des Taupunktes,
d. i. der Temperatur der beginnenden Kondenſation, auf — 17 Gr.
abkühlen, und bis zur Abſcheidung von neun Zehnteln des
vor=
handenen Aethers würde gar Abkühlung bis unter — 50 Grad
nötig ſein. Wendet man gleichzeitig Kompreſſion auf 5
Atmoſphä=
ren an, ſo würden die entſprechenden Temperaturen — 17 Grad
und — 30 Grad ſein. Dabei muß man aber die 90 Prozent
Luft=
ballaſt ebenſo mitabkühlen, bzw. mitkomprimieren, bedarf alſo
eines unverhältnismäßig großen Kälte= bezw. Kraftaufwands.
Es wird infolgedeſſen mit zunehmender Verdünnung raſch die
Grenze der Wirtſchaftlichkeit erreicht. Dazu wird in gewiſſen
Fällen weſentlich ſtärkere als die eben im Beiſpiel angeführte
Verdünnung ſchon aus Sicherheitsgründen verlangt, denn die
Dämpfe der angeführten Stoffe, ſoweit ſie überhaupt brennbar
ſind, bilden zuſammen mit 90—96 Prozent Luft leicht exploſible
Gemenge. Von beſonderer Wichtigkeit iſt Verdünnung über den
Gefahrpunkt hinaus bei ſchon an ſich gefährlichen Betrieben, wie
den Anlagen zur Herſtellung rauchſchwachen Pulvers, die mit
einem Gemiſch von Aether und Alkohol oder mit Aceton arbeiten,
und den verwandten Betrieben, die ſich mit der Herſtellung von
Nitroſeide (Kunſtſeide nach dem Chardonnet=Verfahren), von
Kollodium, Celluloid uſw. befaſſen.
In Induſtrien wie den eben angeführten, wo die
Verdun=
ſtung des Löſungsmittels einen weſentlichen Teil des
Fabrika=
tionsvorgangs ausmacht, hat man den Ausweg eingeſchlagen,
immer wieder dieſelbe Luft zirkulieren zu laſſen, und hat zu dem
Zweck die Apparatur, in der die Verdunſtung des Löſungs= oder
Quellungsmittels vor ſich geht, nach außen abgeſchloſſen. Im
Idealfalle würde dann ein beſtimmter zur Sättigung unter
Kon=
denſationsbedingungen erforderlicher Dampfgehalt der
zirkulie=
renden Luft unveränderlich bleiben, dafür aber die jeweils friſch
aufgenommenen Dämpfe bei der Abkühlung und Kompreſſion
reſtlos wieder abgeſchieden werden. Doch ſind ſo ausgedehnte
Apparaturen nicht völlig dicht zu halten, ſo daß immer etwas
Friſchluft eingeſaugt wird.
Ein anderer Weg bietet ſich dar durch die Anwendung
ge=
eigneter Abſorptionsflüſſigkeiten*) zur möglichſt vollſtändigen
Abſcheidung, oder vielmehr Auswaſchung, der Dämpfe aus dem
Gemengen mit Luft oder ſonſtigen Gaſen. Dieſe Auswaſchung
gelingt dadurch, daß mit dem Auflöſen der Dämpfe in geeigneten
Abſorptionsmitteln eine weſentliche Erniedrigung des
Dampf=
drucks einhergeht, die nach dem Raoult’ſchen Geſetz theoretiſch
berechnet werden kann. Beſonders günſtig iſt der Fall, daß der
aufzulöſende Stoff mit dem Abſorptionsmittel eine Verbindung
eingeht, wodurch dann ber Dampfdruck noch weiter herabgeſetzr
wird. Da Abkühlung die Abſorption durchgängig erhöht, iſt ſie
zur wirkungsvollen Auswaſchung zweckmäßig, und meiſt auch
ſchon deshalb erforderlich, weil die Auflöſung unter
Wärmeent=
ſwicklung vor ſich geht, die im Falle chemiſcher Bindung beſonders
groß werden kann. Ferner iſt die Kompreſſion des
auszuwaſchen=
den Dampf=Gas=Gemiſches von Vorteil für die Abſorption, da
*) Man ſpricht von Abſorption, wenn der aufgenommene
Stoff in dem aufnehmenden ſo verteilt, „gelöſt” iſt, daß die Miſchung
einheitlich (homogen) erſcheint; von Adſorption, wenn der
auf=
genommene Stoff ſich mit dem aufnehmenden nicht miſcht, ſondern nur
ſeine Oberfläche bedeckt, ſeine Hohlräume füllt, uſw.
Nummer 3.
Technik der Gegenwart, Beilage des Darmstädter Tagblatt.
die Löslichkeit proportional dem Druck des Dampfes über der
Flüſſigkeit zunimmt (Geſetz von Henry). Praktiſche Beiſpiele
ſind die Auswaſchung der Aether= und Alkoholdämpfe bei der
Fabrikation des rauchſchwachen Pulvers mittels konzentrierter
Schwefelſäure und die Gewinnung von Benzol aus dem
Kokerei=
gas und dem Leuchtgas durch Waſchen mit Teerölen.
Um die Dämpfe möglichſt vouſtändig auszuwaſchen und um
andererſeits das Abſorptionsmittel möglichſt anzureichern, iſt
in=
tenſive und langdauernde Berührung des Dampſ=Gas=Gemiſches
mit der Flüſſigkeit erforderlich. Sie kann erzielt werden in
Tür=
men, die mit geeignetem Material ausgeſetzt und von oben mit
dem Abſorptionsmittel berieſelt werden, während das Gas von
unten entgegenſtrömt, in Waſchkolonnen mit Glockenböden oder
Türmen mit mechaniſcher Zerſtäubung des Löſungsmittels,
ſchließlich in liegenden mehrkammerigen Wäſchern, in denen
Rührarme eine innige Durchmiſchung vom Gas und Flüſſigkeit
bewirken. Dabei gelangt immer das Gegenſtromprinzip zur
An=
wendung; die ſtark mit den Dämpfen des flüchtigen Stoffes
be=
ladene Luft kommt zuerſt mit ſchon faſt geſättigtem
Abſorptions=
mittel in Berührung, und erſt wenn der größte Teil der Dämpfe
ſchon niedergeſehlagen iſt, trifſt ſie auf das eben in den Apparat
eingetretene friſche Abſorptionsmittel, das auch dieſe letzten
Anteile an Dampf faſt völlig zu abſorbieren vernag.
Außer hinreichender Löslichkeit iſt bei der Wahl des
Abſorp=
tionsmittels noch wichtig die Rückſicht auf die leichte
Abtrennbar=
keit des gelöſten flüchtigen Stoffes, beiſpielsweiſe durch
Deſtil=
lation, was einen entſprechenden höheren Siedepunkt des
Abſorp=
tionsmittels vorausſetzt, und deſſen Wiederverwendbarkeit.
Schwefelſäure z. B. bedarf, nachdem Aether und Alkohol durch
direkten Dampf abgetrieben ſind, der Wiederkonzentrierung,
be=
vor ſie aufs Neue verwvendet werden kann.
Inſofern hat neuerdings ein Vorſchlag von Brégeat
Bedeu=
tung erlangt, die Dämpfe leichtflüchtiger Stoffe mit den aus dem
Steinkohlenteer gewonnenen wohlfeilen Kreſolen
herauszu=
waſchen. Der gelöſte Stoff iſt durch einfaches Erwärmen aus
der angereicherten Flüſſigkeit leicht auszutreiben; dieſe
be=
darf allerdings auch zeitweilig der Regeneration durch eine
De=
ſtillation. In den letzten beiden Kriegsjahren ſind in
Frank=
reich nach dieſen Verfahren die bei der Fabrikation des
rauch=
ſchwachen Pulvers flüchtig gehenden Aether= und Alkoholdämpfe
in größtem Maßſtab wiedergewonnen und der Fabrikation
zu=
gute gebracht worden. Neuere Unterſuchungen haben gezeigt, daß
die Kreſole für die Rückgewinnung von Aether, Alkohol und
Ace=
ton deshalb beſonders vorteilhaft ſind, weil dieſe Stoffe mit den
Kreſolen lockere Verbindungen bilden, die eine verſtärkte
Dampf=
druckerni drigung zur Folge haben. Anderen Körperklaſſen,
z. B. Kohlenwaſſerſtoffen und deren Chlorierungsprodukten,
gegenüber ſind ſie auch nicht wirkſamer als ein beliebiges anderes
in Betracht kommendes Abſorptionsmittel.
Im Idealfalle würde bei Anwendung des
Gegenſtrom=
prinzips der wiederzugewinnende Dampf reſtlos auszuwaſchen
ſein, d. h. es könnten die Dämpfe auch in ſehr ſtarker
Verdün=
nung auf ſolche Weiſe wieder gewonnen werden. Praktiſch iſt
das nicht der Fall, weil man die Berührungsdauer zwiſchen
Ab=
ſorptionsflüſſigkeit und Dampf=Gas=Gemiſch nicht beliebig lang
wählen und auch keine zu großen Flüſſigkeitsmengen anwenden
kann, wenn man einigermaßen konzentrierte Löſungen erhalten
will. Unter dieſen Umſtänden iſt neuerdings das Verfahren der
Adſorption an ſogenannte, aktive Kohle und ähnliche Stoffe
mit den Abſorptionsmethoden erfolgreich in Wettbewerb
getre=
ten, über deſſen beſondere Vorzüge und Erfolge ein zweiter
Auf=
ſatz berichten ſoll.
Bas Lurgi-Lagermetall.
Schon vor dem Kriege machte ſich das Bedürfnis nach einem
Lagermetall bemerkbar, das nicht zum größten Teil aus
Aus=
landsmetall beſtand, ſondern aus einheimiſchen Stoffen
ge=
wonnen wurde, wodurch ſich volkswirtſchaftlich große Erſparniſſe
erzielen ließen. Als dann der Krieg kam (der auf allen
tech=
niſchen Gebieten Fortſchritte zeitigte, wie ſie in ſo kurzer Zeit
bisher nicht erlebt waren), wurde dieſes Bedürfnis noch
drin=
gender, da von außen infolge der durch die Feinde verhängten
Sperre keine Auslandsmetalle mehr hereinkamen. Die deutſche
Reichsbahn, die für alle militäriſchen Operationen wie für den
Munitions= und Proviantnachſchub ein lebenswichtiges Organ
in der Kriegführung darſtellte, ſah ſich der Gefahr der Stillegung
ihres Betriebes gegenüber, hätte nicht die Induſtrie ſchon
län=
gere Zeit „Verſuche auf dem Gebiet der Lagermetalle gemacht.
Derartige Verſuche führten zu einer ganzen Reihe von
Legie=
rungen, die auch zum Teil in der Induſtrie Eingang gefunden
haben. Solche heute in der Induſtrie vielfach Verwendung
fin=
dende, bei der deutſchen Reichsbahn eingeführte und ſich beſtens
bewährende Legierung iſt das Lurgi=Lagermetall, ein Erzeugnis
der Metallbank und Metallurgiſchen Geſellſchaft in Frankfurt a. M.
Um dem Laien ein klares Bild von der Bedeutung eines
Lagermetalls zu machen, müſſen wir weit ausholen und fragen:
Was iſt denn überhaupt ein Lager? Unter einem Lager verſteht
man im techniſchen Sinne ein Maſchinenelement, das zur
Auf=
nahme eines anderen, zu ihm in relativer Bewegung
befind=
lichen Maſchinenteils dient. Das bekannteſte Beiſpiel iſt wohl
das Wagenrad. Hier iſt die Nabe des Rades zum Lager
aus=
gebildet und trägt den Zapfen der Wagenachſe. Daß ſich
hier=
bei das Lager mit dem Rade um den Zapfen dreht, während
meiſtens der Zapfen im Lager rotiert, tut dabei nichts zur Sache.
Zwiſchen dem feſtſtehenden und dem beweglichen Maſchinenteil
entſteht eine mehr oder weniger große Reibung, die einerſeits
durch geeignete Schmierung, andererſeits durch das Lagermetall
ſelbſt in möglichſt geringen Grenzen" gehalten wird, da ſie
Energieverſchwendung bedeutet. Damit ſind wir in unſerer
Be=
trachtung bereits bei dem Lagermetall angelangt. Ein
Lager=
metall dient alſo zur Aufnahme eines bewegten Maſchinenteils
unter der Berückſichtigung möglichſt geringer Reibung. Die ſich
drehenden Zapfen haben im allgemeinen allein keinen Zweck,
ſondern dienen ihrerſeits zur Uebertragung von u. U. ſehr
großen Kräften, ſei es, daß es ſich um Kräfte handelt, die aus
der Leiſtungsübertragung von Kraftmaſchinen oder
Bearbei=
tungsmaſchinen herrühren, ſei es, daß es ſich um Schwerkräfte
handelt, wie z. B. bei Zapfen von Waggons u. a. m.
Infolge=
deſſen muß das den Druck des Zapfens aufnehmende
Lager=
metall auch die genügende Feſtigkeit und Härte beſitzen, um
die=
ſem Druck widerſtehen zu können. Ferner ſoll das Lagermetall
eine genügende Plaſtizität beſitzen, um ſich dem Zapfen oder der
Welle anzuſchmiegen, d. h. es muß ſich gut einlaufen. Denn auch
bei noch ſo gut eingepaßten Zapfen bildet ſich erſt beim Lauf die
wirklich tragende Fläche des Lagermetalls.
Nachdem wir die Anforderungen an ein gutes Lagermetall
kennen gelernt haben, wirft ſich die Frage auf: Wie ſteht es
da=
mit beim Lurgimetall und aus welchen Metallen iſt die
Legie=
rung gebildet? Lurgimetall beſteht zu 96 Prozent aus Blei.
Dies iſt der Faktor, der es anderen Nichtbleilegierungen
gegen=
über ſo preiswert macht. Es koſtet 1 Kilogramm Lurgi
unge=
fähr ein Viertel deſſen, was eine vor dem Kriege und auch heute
vielfach verwendete Weißmetallegierung mit 70 bis 80 Prozent
Zinngehalt koſtet. Die geforderten, oben geſchilderten
Eigen=
ſchaften werden nun durch den Zuſatz von 3 Prozent Barium
und den Reſt Calcium und Natrium erzielt. Ein Lagermetall
mit den beſten Laufeigenſchaften beſteht immer aus einer weichen
Grundmaſſe, in die harte Kriſtalle eingebettet ſind. Dieſe harten
Kriſtalle ſind beim Lurgimetall u. a. Bleibariumkriſtalle,
die in der eutektiſchen Grundmaſſe von Blei, Barium, Calcium
und Natrium ruhen.
Um das Metall in die für das Lager entſprechende Form
zu bringen, benutzt man ſogenannte Kokillen, d. h. gußeiſerne
Formen, in die das flüſſige Metall vergoſſen wird und erſtarrt.
Es iſt dabei gleichgültig, ob es ſich um „Vollager” oder um
„Lagerſchalen mit Lagermetailausguß” handelt. Im erſteren
Falle wird das ganze Lager aus Lagermetall gebildet, im zweiten
Falle dient eine beſondere Lagerſchale aus einem anderen Metall
zur Aufnahme des Lagermetalls mit guten Gleiteigenſchaften,
während die Schale ſelbſt zur Uebertragung des Drucks auf die
anderen Maſchinenteile dient. Die letztere Ausführung hat den
Vorteil, daß nach Abnutzung des Lagermetallausguſſes im
Be=
triebe nicht das ganze Lager, ſondern nur der Ausguß erneuert
zu werden braucht. Die Kokille unterſcheidet ſich von der erſteren
nur dadurch, daß ein Teil von ihr durch die Lagerſchale ſelbſt
gebildet wird. Die fertig vergoſſenen Lager werden entſprechend
ihrem Verwendungszweck entweder unmittelbar in die
Ma=
ſchinen eingebaut, z. B. bei Achslagern von Güter= und
Per=
ſonenwagen, oder ſie werden durch mechaniſche Bearbeitung,
durch Drehen auf der Drehbank oder neuerdings durch ein
Dornverfahren auf das gewünſchte Maß gebracht.
Hierbei ſpielt eine wichtige Rolle die Schmiernutenfrage.
Man macht neuerdings in Lagern möglichſt nur eine in Richtung
der Achſe verlaufende gerade Schmiernute an einer Stelle, wo
das Lager nicht trägt. Dadurch kann unter Verwendung einer
genügenden Oelluft, d. h. einem Zwiſchenraum zwiſchen Lager
und Zapfen, das Oel ſich allmählich durch den rotierenden Zapfen
an die druckbeanſpruchten Flächen des Lagers zwängen und hier
tragend wirken, ſodaß eine Flüſſigkeitsreibung und keine
metal=
liſche Reibung mehr entſteht.
Das fertig bearbeitete, Lager wird vor ſeinem Einbau einer
Härteprüfung unterzogen, weil die Härte ein guter Maßſtab für
die Güte des Lagers iſt. Die Harteprüfung geſchieht in der
Weiſe, das mittels eines einfachen Apparates ein Quge eindruck
d: Lurgimetall-Einauß.
D: Laderschale
in das Metall gemacht wird unter Anwendung eines beſtimmten
Druckes und einer gehärteten Stahlkugel von 10 Millimeter
Durchmeſſer. Der Durchmeſſer des Kugeleindrucks wird
ge=
meſſen und die Härte durch die kg je mm”
Projektions=
fläche des Kugeleindrucks beſtimmt. Iſt der Wert unter
der zuläſſigen Sollgrenze, ſo muß das Lager neu
ausge=
goſſen und der Urſache der geringen Härte nachgegangen werden.
Wichtig für die Haltbarkeit von Bleilegierungen iſt die Form
der Lagerſchale, die zur Aufnahme des Lagermetalls dient.
Während man Weißmetall in den Schalen verlöten kann, gibt
dies den Bleilegierungen nicht die genügende Haftfähigkeit an
der Schale. Man iſt deshalb dazu übergegangen, der
Lager=
ſchale eine Form zu geben, die durch mechaniſche Eindrehung
von Nuten mit ſchtvalbenſchwanzförmigem Quarſchnitt ein völlig
genügendes Anhaften der Legierung an der Schale gewährleiſtet.
Eine derartige Formgebung der Lagerſchale iſt nicht neu und
wird auch bei Weißmetall bevorzugt, zumal wenn es ſich um
Lager größerer Abmeſſung handelt. Neuerdings führt die
Reichs=
bahnverwaltung Lager dieſer Art für Lokomotiven ein, da bei
dieſen die Beanſpruchung beſonders hoch ſind. Während früher
ſogenannte „Heißläufer” ſehr häufig waren, iſt es gelungen, mit
Hilfe der Einführung der genannten Lagerſchalen unter
Ver=
wendung von Lurgilagermetall den Prozentſatz von Heißläufern
auf ein Minimum herabzuſetzen und den Betrieb ſicherer zu
ge=
ſtalten. Auch die Verwendung von „Umgußlagern” d. h. ſolchen
Lagerſchalen, bei denen der Lagermetallausguß nicht nur längs
des Zapfens, ſondern auch auf der Stirnſeite der Lagerſchalen
erfolgt iſt, hat hierzu beigetragen. Früher liefen die Lager ſich
an den Stirnſeiten heiß, da die achſialen Beanſpruchungen durch
die Kurven ſehr groß und zahlreich ſind. Heute werden
der=
artige achſiale Kräfte ebenfalls durch ein geeignetes Lagermetall
aufgenommen. Lurgimetall wird deshalb nur noch in derartigen
Lagern vergoſſen.
Ein großer Konkurrent iſt den Lagermetallen in den Kugel=
und Rollenlagern entſtanden, an deren Vervollkommnung eifrig
gearbeitet wird. So ſind z. B. die neuen 50 Tonnen=Güterwagen
der Reichsbahn mit Rollenlagern ausgerüſtet. Hier macht
zur=
zeit noch die Aufnahme achſialer Kräfte Schwierigkeiten. Wenn
auch die Bedeutung der Kugel= und Rollenlager nicht verkannt
werden ſoll, ſo wird doch den Lagermetallen beſonders für
hoch=
beanſpruchte Lager und Lager großer Abmeſſungen ein
genügen=
des Abſatzgebiet übrig bleiben. Das Auftreten des Konkurrenten
iſt alſo nur zu begrüßen, weil es dazu anſpornt, nicht bei den
erreichten Erfolgen ſtehen zu bleiben, ſondern an der
Vervoll=
kommnung weiterzuarbeiten.
Dipl.=Ing. Sch.
KURZEMITTEILUNGEN
* Weltkraftkonferenz. Vom 30. Juni bis 12. Juli 1924 wird in
Lon=
don Wembley gelegentlich der engliſchen Reichsausſtellung eine
Konfe=
renz ſtattfinden, die ſich mit der allgemeinen Kraft= und
Elektrizität=
erzeugung befaſſen ſoll, und die dementſprechend als 1.
Weltkraft=
konferenz bezeichnet wird. Erfreulich iſt, daß Deutſchland in aller
Form zu dieſem internationalen Unternehmen eingeladen wurde.
In verſchiedenen Gruppen und Unterabteilungen wird behandelt:
1. Kraftquellen. 2. Krafterzeugung. 3. Kraftübertragung und Verteilung.
4. Kraftverwendung und 5. Allgemeines.
* Der deutſche Aero=Lloyd A. S. hat am 23. April ſeine Flugſaiſon
1924 eröffnet. In Betrieb genommen wurden die Strechen: 1. Malmö—
Kopenhagen—Hamburg—Bremen—Amſterdam—Rotterdam. 2. Berlin—
Hannover—Rotterdam-London. 3. Berlin—Danzig-Königsberg und
4. Königsberg—Moskau.
Im 1. Flugjahr 1923 wurden 3322 Flüge ausgeführt, wobei beinahe
eine halbe Million Kilometer zurückgelegt wurden. Ueber zweitauſend
Perſonen, dreitauſend Kilogramm Poſt und 32 Tauſend Kilogramm
Fracht wurden befördert. Die Flugzeuge hätten auf ihrer Bahn etwa
12mal die Erde am Aequator umkreiſen können.
* Eine intereſſante Statiſtik über den Beſtand an Kraftwagen
ver=
öffentlich die amerikaniſche Zeitſchrift „Automotive Induſtries”, New=
York am 21. Februar 1924. Danach beſtanden auf der ganzen Erde
zuſammen 18 241 477 Kraftwagen, ohne die Motorräder zu zählen. Auf
die einzelnen Länder verteilt ſich dieſe Zahl wie folgt:
Vereinigte Staaten . . . . . 15 222 658
Uebriges Nord= und Südamerika . , 916 402
Deutches Reich ... 152 068
Frankreich . . 460 000
Großbritannien . z „ 655 318
Italien . ... 82 357
Uebriges Europa z „ 341 188
Aſien . . . ... 161 385
Afrika . ....... z 74 697
Auſtralien und Neu=Seeland ... .. 175 404
Freitag, 6. Jund 1924.
* Aus der Praxis. . Die nachſtehenden Ausführungen ſollen kein
Kritik an Perſonen oder Sachen ſein, die nur angeführt werden.
das, was geſagt werden ſoll, allgemein verſtändlich zu machen. De
Zweck der Betrachtungen ſoll lediglich der ſein, aus einmal gemachter
Fehlern zu lernen, wie man es nicht machen ſoll; ferner ſollen ſie anreger
darüber nachzudenken, wie weit die Verfeinerung und Zergliederung
irgend einer Arbeit getrieben werden darf, ohne daß ſie ſich ſelbſt wieder
zunichte macht. Sie ſollen zeigen, wie ſich ein Sichgehenlaſſen oder Nicht.
indergewalthaben von Vorgeſetzten oder Kollegen auf Andere
pſycholo=
giſch auswirkt und welche Folgen es unter Umſtänden für Perſonen
oder für die Zuſammenarbeit von Perſonen hat. Wir wollen lernen
aus kleinen, ſcheinbar belangloſen Erlebniſſen Nutzen zu ziehen. Ebenſo
wie wir uns eine Statiſtik erſt durch die Auswertung dienſtbar machen
wollen wir unſere Erlebniſſe und Beobachtungen kritiſch betrachten und
aus ihnen lernen.
Stellen wir uns ein großinduſtrielles Werk vor. Vor vielen Jaß,
ren herrſchte dort die ſogenannte „Meiſterwirtſchaft”, infolgedeſſen wurde
nicht gerade wirtſchaftlich gearbeitet. In vielen Fallen, in denen Angaben
der techniſchen Bureaus unvollkommen waren, half ſich die Werkſtart ſo
gut es ging. Der Auftrag wurde fertig gemacht und auch der
Liefer=
termin wurde noch leidlich eingehalten. Aber einen Haken hatte die Ge
ſchichte: Es wurde unter Umſtänden mehr Material verbraucht als
un=
bedingt nötig. Nun wurde während des Krieges das koſtbare Bauom
recht knapp und man fing an zu ſparen, wo es nur ging. Da wir durch
den Krieg auch gleichzeitig gelernt hatten, wunderbar zu organiſienen
und hier ein wunder Punkt war, ſo ſetzte an dieſer Stelle notgedrungen
eine ganz großzügig gedachte Regelung ein zur Erfaſſung auch des
klein=
ſten Materialſtückchens. Es wurden groß angelegte Magazine eingerichte.
Jede kleinſte Schraube oder jeder Splint lag ebenſo fertig da wie groß=
Gußſtücke uſw. Es war eine Freude, die vielen ſchönen Fächer und
Fächerchen zu ſehen. Die Verwaltung machte ja ein bischen viel Schre
arbeit und manchmal auch ein wenig Aerger mit dem Betrieb. Demn
dieſer war bisher gewöhnt, aus dem Vollen zu ſchöpfen; jetzt kam er
unter Kontrolle und mußte bei jedem Mißgeſchick bei der Arbeit beichten
Die Folge davon war naturgemäß ein allmählich wachſendes geſpanntes
Verhältnis zwiſchen Betrieb und techniſchem Bureau. In Zukunft
wur=
den kleine Mißverſtändniſſe nicht mehr telephoniſch oder mündlich wvie
früher geregelt, ſondern alles wurde, ſchriftlich gemacht, um „Unterlagen
zu haben. Aus Zufälligkeiten, die früher mit ein paar Worten
ab=
getan waren, wurden jetzt Staatsaktionen gemacht.
Man denke ſich run folgenden Fall: Infolge eines Irrtums werden
anſtatt 3 Nieten von 3 Millimeter nur 2 in der Stückliſte angefühn.
Früher hätte der betreffende Schloſſer einen Drahtſtift in Ermange
lung eines anderen Nietes abgezwickt und eingenietet und der Fall war
erledigt. Jetzt hat der Schloſſer infolge der blendend laufenden
Organiſation nur 2 Niete vom Magazin bekommen und da in der
Stück=
liſte nur 2 angeführt ſind, bekommt er auch keinen weiteren. Er läuſt
alſo zum Meiſter, dieſer reklamiert beim Betriebsführer. Von hier aus
wird ein Schriftſtück mit Durchſchrift verfaßt, um das techniſche Buregu
anzuhalten, den Fehler richtig zu ſtellen. Dort wird ein Nachtrag
aus=
geſchrieben mit x Vervielfältigungen, der dann auf dem notwendigen
Inſtanzenweg zur Werkſtatt läuft. Am 3. bis 4. Tag ſchickt dann der
Schloſſer freudeſtrahlend einen Hilfsarbeiter — da er ſelbſt keinen
Botenweg machen darf — ins Magazin, um einen fehlenden Niet vor
3 Millimeter Durchmeſſer zu holen. Das Neſultat iſt alſo: Viel
Schreih=
arbeit, Aerger, viel Papier und Verzögerung einer Arbeit von vielleicht
10 Minuten um 4 Tage.
Nutzanwendung: Organiſation iſt gut, wo ſie notwendig
iſt; ſie darf aber nicht ſo weit getrieben werden, daß ſie die Arbeit
hin=
dert, denn das Endziel iſt für uns nicht Organiſieren, ſonden
Arbeiten!
B.
* Eiſenbahntechniſche Tagung vom 22.—27. September 1994 iu
Berlin. Der Verein deutſcher Ingenieure veranſtaltet in enger
Füh=
lungnahme mit der deutſchen Reichsbahn eine Tagung, die die
brennend=
ſten Fragen des Eiſenbahnweſens in eingehenden wiſſenſchaftlich=
Erörterungen behandeln ſoll. Weſentliches Ziel der Verhandlungen
die Darſtellung des in die Zukunft weiſenden Entwicklungsganges,
haunt=
ſächlich der heutigen Betriebsmittel. Herſtellung und Inſtandhaltun
der Eiſenbahnfahrzeuge, Entwicklung des Lokomotivbaues, Güterven
kehr und Verwendung der Elektrizität im Eiſenbahnweſen werden
be=
ſondere Berückſichtigung finden. Zwei getrennte Ausſtellungen ſollen
das mündlich. Dargelegte in der Zeichnung, im Modell und der
wirl=
lichen Ausführungsform erläutern. In Sendlingen (Bahnſtrecke Berlw
Belzig) wird ein Ausſtellungspaxk der verſchiedenſten Lokomotivtypen
Großraumgüterwagen, Entlader und Sendewagen für den Betrieb der
Reichsbahn vorgeführt werden. In dem Lichthof der Techniſchen Hoch
ſchule Berlin=Charlottenburg werden in Modell und Plan die verſchiedenſte,
Gebiete: des Eiſenbahnweſens dargeſtellt; nicht nur Verkehrsmp.
ſondern auch Bahnhöfe, arbeitsſparende Maſchinen und ſonſtige Ein
richtungen, die von Bedeutung ſind, gelangen zur Ausſtellung. 2
Vorführung von Filmen aus dem Eiſenbahnweſen, ſowie eine
Breu=
verſuchsfahrt mit einem 90achſiſchen D=Zug vervollſtändigen das
Pre=
gramm der aTgung. Auskunft erteilt die Geſchäftsſtelle des V. d.5
(Abteilung C. T.), Berlin NW. 7, Sommerſtraße 4a.
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zuſammen: 18241 477
Das Uebergewicht der U. S. A. mit 83,5 Pro
amerikaniſche Verhältniſſe und unter
Bea=
raſchend. Von der Zunahme im Jahre 1923 enif
auf die Vereinigten Staaten.
MEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIETEI
Elementarmathematik und Technik. Vom Prof. Rud. Rothe, Berli
Heft 54 des Math.=phyſikaliſchen Bibliothek. Verlag von B. G. Teubner
Leipzig 1924. Kartoniert 0,80 Mark.
An Hand von 70 Aufgaben und deren Löſungen, meiſt durch Zeich
nungen verſtändlich gemacht, zeigt der Verfaſſer, wie man mit einfachen
mathematiſchen Mitteln ſcheinbar ſchwierige Probleme erfaſſen kann=
Aus allen Gebieten der Technik werden Aufgaben gebracht. Erſt in der
Anwendung auf das praktiſche Leben erſcheint die Mathematik in ihrer
vollen Fruchtbarkeit. Zur Vermittlung derartiger Erkenntnis ſchemt
uns das Heftchen für ältere Schüler und junge Studenten beſonders
wertvoll. Auch dem techniſch intereſſierten Laien wird eine Durchſicht des
wohlfeilen Büchleins manche Anregung und wertvelle Belehrung bieten.
Bibliographia Technica. Internationaler Literatur=Anzeiger für die
geſamte Technik und Grenzgebiete. Herausgegeben von V. D. *
Verlag, Berlin SW, Beuthſtraße 7. Erſcheint monatlich. Jährlich
2.— Goldmark.
Neben der techniſchen Zeitſchriftenſchau gibt der V. D.J=
Verlag nun auch eine internationale Geſamtüberſicht der Buchwerke
der Technik heraus. Die neue Monatsſchrift füllt eine Lücke aus, die im
In= und Ausland beſteht und hat in der ſeit drei Jahren erſcheinenden
„Bibliographia” chimica” ihr muſtergültiges Vorbild. Dem
wiſſenſchaſt=
lich arbeitenden Ingenieur wird damit ein wertvolles Hilfsmittel in die
Hand gegeben, ſich über alle Neuerſcheinungen auf ſeinem Sondergebiel
— die bibliograſhiſche Aufzählung iſt in 19 Teile und viele
Unterabtei=
lungen eingeteilt — auf dem Laufenden zu halten, was ſeither für
ſchwer und mit viel Zeitaufwand möglich war.
Beſprechung eingeſandter Bücher und eine Vermittlungsſtelle für
Bücher aus Privatbeſitz bereichern den Inhalt des Heftchens.
Die Wafſerkraft. Zeitſchrift für die geſamte Waſſerwirtſchaft, Verlaß
Richard Pflaum A. G., München, Herrnſtraße 10. Erſcheint am
und 15. jeden Monats. Bezugspreis 12.— Mark im Jahr.
Die zehnte Nummer des diejährigen 19. Jahrgangs bringt eiſſe
Spezialnummer (Warum nicht Sondernummer oder Sonderheft?) ubel
das Walchenſeewerk. In Zeitſchriften und Sonderveröffenſe
lichungen iſt ſchon ſehr viel über das Walchenſeewerk geſchrieben ie
geſtritten worden. Wir begrüßen aber trotzdem die Veröffentlichung. !
vorliegendem Hefte freudig, da ſie aus berufener Feder nunmehr
Ma=
der Inbetriebnahme eine abgeſchloſſene Darſtellung des Werkes in de
ausgeführten Form bringt. Oberregierungsrat Bürner der Vorſſaſ
der ſtaatlichen Bauleitung für das Walchenſeewerk, ſchildert an Häſſe
eines in München vor dem Architekten= und Ingenieurverein gehalfen=
Vortrags die Bauausführung des Walchenſeewerks. Durch die Schüde
rung der Bauausführung wird der Leſer nicht nur mit den Schwier”,
keiten eines ſolchen Werkes, ſondern auch mit allen Einzelheiten Le
ganzen Anlage vertraut gemacht. Fünf doppelſeitige Tafeln und Le
Abbildungen ergänzen den Text. Eine Statiſtik über Materialverbra.
und ein Verzeichnis der beigefügten Bau= und Lieferfirmen gibt aus
dem Laien einen Einblick in den Betrieb, der erforderlich iſt, um S"
derartiges Werk heutiger Ingenieurkunſt zu ſchaffen. Das Sondero”"
kann dem Fachmann und dem Laien nur wärmſtens empfohlen wer”."
PERSONLICHES AUS DER TECHNIR
Auf Grund des Altersgrenzgeſetzes wurde Herr Staats= und 2a9
ſtratsbaurat Dr.=Ing. e. h. Scheelhaſe, der verdienſtvolle Leiter."
Frankfurter Waſſerwerks, am 1. April in den Ruheſtand verſebl.
Der Mitgründer der Firma Brown, Boberi u. Co., Mann9e!0
Dr.=Ing. e. h. Charles E. L. Brown, ſtarb am 2. Mai.
Die Techniſche Hochſchule in Karlsruhe ernannte Herrn Miniſte.”
irektor Michard Anger=Berlin und Herrn Direktor Karl 974
en cheid zu m Dr.=Ing. e. h.
Rummer 157.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 0. Junk 1924.
Sete 13.
Der Mann mit dem Pelz.
Detektiv=Roman von J. Davids.
(Nagdrud verboten.)
9. Kapitel.
Vor „The Red Houſe”, einem unſcheinbaren Reſtaurant in
geiſtr der Seitenſtraßen von Neuyork, brannten zwei große
elek=
tuſthe Bogenlampen, die phantaſtiſche Schattenbilder auf die
cſhaltierte Straße warfen. Es war ſchon ſpät am Abend, die
rmeſten Cafés hatten bereits das Licht gelöſcht und waren
ge=
ſſthlſſen. Von Zeit zu Zeit ſah man einzelne dunkle Geſtalten
in die Straße einbiegen. Sie liefen an den Häuſern vorbei, um
ſöa plötzlich in „The Red Houſe” zu verſchwinden.
In der Straße ſelbſt herrſchte vollſtändige Ruhe, die plötz=
IIch unterbrochen wurde von dem Rädergeraſſel eines
Fahr=
zRizes, das daher kam und vor dem Reſtaurant hielt. Die
Waentüre wurde geöffnet, und das Licht der elektriſchen Lampe
bbeſtien das unwirſche Geſicht von John Gillis. Er bezahlte den
Kuſcher und begab ſich dann mit ſchnellen Schritten in die
ſühlcht erleuchtete Halle des Reſtaurants, um dann in einen
Gag einzubiegen. Am Ende desſelben drückte er eine ſchwere
üe auf, betrat eine kleine Treppe, ging dann wiederum durch
eeſnn Gang und blieb in der Mitte desſelben ſtehen. Mit einem
ſühteren Spazierſtock tat er einige abgemeſſene Schläge gegen
voie rechtsſeitige Wand und dann ſtieß er in gleicher Weiſe mit
ſſiem Stock dreimal auf den Fußboden. Jetzt öffnete ſich eine
glime Tür, durch die ein helles Licht in den dunklen Gang
fſel „Der Mann mit dem Pelz” trat in einen Saal, der durch
wit Lichter erhellt war. Hinter ihm ſchloß ſich die Türe wieder.
In dem Saal befanden ſich ungefähr 150 Perſonen. Alle
moen maskiert und trugen lange Capes von dunklem Stoff.
W4 John Gillis Eintritt verſtummte die Unterhaltung und die
Aweſenden erhoben ſich von den Sitzen. Gillis ſah weder nach
rras noch nach links; er ging in ſeiner energiſchen Art direkt
zzu inem kleinen Podium am oberen Ende des Saales, auf dem
ſich ein Rednerpult befand. Eine erwartungsvolle Spannung
lagerte über der Verſammlung, als John Gillis an das
Red=
nerpult trat und eine Maske ganz beſonderer Art anlegte.
Da=
nach breitete er ſeine Hände aus über die Köpfe der Anweſenden
und kreuzte ſie hierauf über der Bruſt. Zorn und Rache klang
aus ſeiner Stimme, als er nach einem ſcharfen Schlag auf den
Gong anhub: „Brüder, Vollers=Mitglieder! Euer Hauptmann
John Gillis ſteht hier trotz der Macht und Verſchlagenheit der
engliſchen Polizei, trotz der dicken Mauern des Londoner
Ge=
fängniſſes. Nichts war imſtande, ihn dort zurückzuhalten und
ebenſowenig gibt es irgend etwas, um uns und unſeren Bund
zu vernichten. Scotland Yard und ſein Chef haben mich in
London in meiner Wohnung verhaftet und mich darauf ins
Ge=
fängnis abgeliefert, in der Meinung, nunmehr John Gillis und
die Vollers erledigt zu haben. Selbſt hier in Neuyork ſitzen die
Bluthunde mir auf den Ferſen.”
Ein dumpfes Gemurmel ging durch den Saal und viele
ballten im Zorn die Fäuſte.
„Ich bin hierhin gekommen, Brüder, um Euch Kenntnis zu
geben von den Plänen, die wir gegen die Polizei zur
Ausfüh=
rung bringen wollen.‟ Er wandte ſich hierauf zu einem kleinen
buckligen Manne, der rechts neben ihm ſtand, dem er etwas
zu=
flüſterte und dann fuhr er laut fort: „Jackſon muß innerhalb
24 Stunden ins Jenſeits befördert ſein. Mr. Wensdale, unſer
Sekretär, wird einen aus Euch zur Ausführung der Tat
be=
ſtimmen.”
Der Bucklige holte ein Notizbuch hervor und begab ſich zu
einem „der Brüder”, der in der Mitte des Saales ſaß.
„Ferner”, fuhr John Gillis fort, „werde ich Euch allen Eure
Waffen und ſcharfe Patronen geben, damit, falls uns die Polizei
überrumpeln ſollte, Ihr dieſelbe auf würdige Weiſe empfangen
könnt. Von dieſem Augenblicke ab keine Gnade mehr unſeren
Feinden. Unſere Rache ſoll ſie treffen.”
Gillis öffnete eine auf dem Podium ſtehende Kiſte und gab
jedem der Anweſenden einen numerierten Revolver ſowie ein
Päckchen Patronen. Alles nahm ſeinen regelrechten, vorgeſehenen
Verlauf. Jeder bekam ſeinen Revolver nebſt Patronen. Und
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wieder ließ Gillis drei kräftige Schläge auf dem Gong hören.
Dann aber geſchah etwas Ueberraſchendes. Während alle
begei=
ſtert den Worten ihres Chefs lauſchten, richtete ſich dieſer plötzlich
in ſeiner vollen Geſtalt auf, nahm Brille und Maske ab und fuhr
mit einem Tuch über ſein Geſicht. Ein einziger allgemeiner
Wutſchrei erſcholl, als die Mitglieder der Bande jetzt bemerkten,
daß ſich das Aeußere des vermeintlichen John Gillis veränderte
und ſtatt ihres Führers ihr gefürchteter Feind Jackſon vor ihnen
ſtand. Im gleichen Augenblicke öffneten ſich die verborgenen
Türen und zahlreiche Polizeimannſchaften, verſehen mit
Gummi=
ſtöcken und Schußwaffen, wurden ſichtbar. Auch hinter dem
Rednerpult war eine Tür aufgegangen, durch die zehn
Polizi=
ſten eindrangen und ſofort auf das Podium ſprangen.
„Im Namen des Geſetzes, ergebt Euch!”, rief Jackſon laut
in den Saal hinein, „ſchießen iſt vergeblich, denn die Patronen,
die ich verteilen ließ, ſind leer.”
Die Vollers=Leute, erkennend, daß ſie von allen Seiten von
einer bis an die Zähne bewaffneten Polizeimacht umzingelt
waren, ſahen die Nutzloſigkeit einer Verteidigung ein, und
reſig=
niert überließen ſie ſich ihrem Schickſal.
„Die Beute iſt gemacht,” rief Jackſon dem buckligen
Männ=
chen, das in ſeiner Nähe ſtand, zu, das niemand anders als
Ray=
ton zu ſein ſchien. Die entwaffneten „Vollers=Leute” wurden
von den Poliziſten mittels Frachtautos in ſicheren Gewahrſam
überführt.
„Es war doch ein gefährliches Spiel, Mr. Jackſon”, meinte
Rayton, als er allein mit dem Detektiv und einigen Mitgliedern
der Neuhorker Polizei im Saale war.
„Dem ſtimme ich zu”” meinte Jackſon, „ich hatte alles auf
eine Karte geſetzt; es hieß für mich: Jetzt oder nie und wir haben
das Glück gehabt, die ganze Bande zu verhaften.”
„Wie aber haben Sie alle die Mitglieder hierhin geführt?”
Ein feines Lächeln umſpielte Jackſons Lippen, als er auf
dieſe Frage antwortete.
(Fortſetzung folgt.)
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6. Juni 1924 Nr. 137
— Konkursnachrichten. Das Verfahren wurde über die
Firma Süddeutſches Zentralhaus Akt.=Geſ. in
Darm=
ſtadt am 2. d. M. eröffnet. Forderungen ſind bis 24. d. M.
anzumel=
den. Prüfungstermin: 3. Juli, vormittags 9 Uhr.
— Mitteldeutſcher Bankverein A.=G. in Dieburg
(Heſſen). Die Goldbilanz per 1. Januar 1924 zeigt folgendes Bild:
Kaſſe 1309 G.=Mk., Poſtſcheckkonto 35 G.=Mk., Banken 3142 G.=Mk.,
Wechſel 150 G.=Mk., Wertpapiere 500 G.=Mk., Debitoren 11 306 G.=Mk.,
Hypothekenaufwertung 6433 G.=Mk., Inventar 1 G.=Mk.,,
Aktiengrund=
kapital 5000 G.=Mk., Reſerve 1109 G.=Mk., Kreditoren 10 335 G.=Mk.,
Spargelderaufwertung 6433 G.=Mk.
— Volksbank Groß=Zimmern A.=G. in Groß=
Zim=
mern. In der am 22. Juni ſtattfindenden ordentlichen
Generalver=
ſammlung ſoll u. a. die Goldmarkeröffnungsbilanz genehmigt ſowie
über die Umſtellung des Grundkapitals von 210 Mill. Mark auf 105 000
Goldmark Beſchluß gefaßt werden.
— Chr. Adt. Kupferberg & Co., Komm.=Geſ. a. A.
Mainz. Das Unternehmen erzielte nach der Frkf. Ztg. 1923 10 389
Bill. (9.9 Mill.) Reingewinn, woraus 2 G.=Mk. Dividende auf 5 Mill.
Mark A.=K. (i. V. 70 Proz.) verteilt werden. 135 001 Bill. Mk. (185
Mill.) Gläubigern ſtehen in der Bilanz vom 31. Dezember 1923 115 449
Bill. Mark (175 Mill.) Schuldner und 20 745 Bill. Mark (18 Mill.) Bar,
Wechſel und Bankguthaben gegenüber. Vorräte ſind mit 9076 Bill. Mk.
(13 Mill.) bewertet.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
w. Die Großhandelsindexziffern. Die auf den
Stich=
tag vom 3. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen
Reichsamts iſt gegenüber dem Stande vom N7. Mai (120) weiter um
1,5 Prozent auf 118,4 zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ſanken
im gleichen Zeitraum Lebensmittel von 103,4 auf 100,9 oder um 2,4
Pro=
zent, davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 89,5 auf 87,8 oder
um 1,9 Prozent, Induſtrieſtoffe von 151,6 auf 151,1 oder um 0,3
Pro=
zent, davon die Gruppe Kohle und Eiſen mit 144,7 nahezu unverändert.
Inlandswaren haben von 109,3 auf 108,7 oder um 1 Prozent,
Einfuhr=
waren von 172 auf 166,8 oder um 3 Prozent nachgegeben. Für den
Durchſchnitt des Monats Mai ergibt ſich ein Rückgang der
Großhandels=
indexziffer von 124,1 auf 122,5 oder um 1,3 Prozefk. Von den
Haupt=
gruppen ſanken in der gleichen Zeit Lebensmittel von 109,7 auf 106,6
oder um 2,8 Prozent, während Induſkrieſtoffe von 150,9 auf 152,2 oder
um 0,9 Prozent anzogen. Inlandswaren ſind geſtiegen von 111,7 auf
112,2 oder um 0/4 Prozent; Einfuhrwaren ſind geſunken von 185,6 auf
173,8 oder um 6,4 Prozent.
* Die Handelskammer Mannheim zum
Sachver=
ſtändigengutachten und zur Frage der
Geſchäfts=
aufſicht. In der letzten Vollverſammlung der Handelskammer teilte
Präſident Lonol mit, daß er im Hinblick auf die Gefahren der vielen
Anträge auf Geſchäftsaufſicht bei der Präſidialkonferenz des Badiſchen
Induſtrie= und Handelstages folgende Anträge geſtellt habe: 1. Der
Auf=
ſichtsperſon ſoll ein Gutachterrat aus den Reihen der Gläubiger zur
Seite geſtellt werden. 2. Die Geſchäftsaufſicht muß angemeldet und
ver=
öffentlicht werden. 3. Sie muß zeitlich begrenzt ſein. Die
Vollverſamm=
lung erklärte ihre Zuſtimmung zu dieſen Anträgen. Die Beunruhigung
des Publikums ſei übertrieben; es ſei bis jetzt in 14 Fällen
Geſchäftsauf=
ſicht beantragt worden. Der Präſident gab ſodann eine Ueberſicht über
die Sachverſtändigengutachten, die mit Recht von ſehr maßgebenden
Leu=
ten ſchwere Kritik erfahren hätten. Er halte aber eine Ablehnung für
unverantwortlich. Allerdings müßten Bedingungen an die Annahme
der Gutachten geknüpft werden. Es müſſe eine Rückkehr auf die Baſis
des Verſailler Diktates gefordert werden. Die ſpäter beſetzten Gebiete
müßten geräumt werden und die Zollinie verſchwinden. Wenn man das
nicht erreiche, ſei die Erfüllung der feindlichen Forderungen undenkbar.
Zu größter Sorge für den Fortbeſtand von Badens Wirtſchaft gäben
vor allem die Ausführungen der Sachverſtändigen über das
Eiſenbahn=
weſen Anlaß. Er habe deshalb die badiſche Regierung gebeten, hierauf
ihr ganz beſonderes Augenmerk zu richten. Der Präſident ſchlug der
Kammer alsdann vor, das Sachverſtändigengutachten als Baſis für
Ver=
handlungen anzuerkennen, und empfahl im Intereſſe des deutſchen
Vol=
kes die Annahme der vom Badiſchen Induſtrie= und Handelstag gefaßten
Entſchließung. Eine ſich hieran anſchließende Ausſprache ergab das
voll=
ſtändige Einvernehmen der Anweſenden.
fm. Die Fertigſtellung der Neckarkraftwerke. Dem
badiſchen Landtag iſt ſoehen eine Geſetzesvorlage zugegangen, wonach
das Staatsminiſterium ermächtigt werden ſoll, ſich an den für die
Fer=
tigſtellung der Kraftwerke Wieblingen und Neckarſulm noch
erforder=
lichen Geſamtaufwand mit 7/103 des Aufwands, höchſtens jedoch mit
700 000 Goldmark durch Gewährung von Darlehen an die Neckar=A.=G.
in Stuttgart zu beteiligen. Die hierzu erforderlichen Mittel ſind im
Wege des Staatskredits flüſſig zu machen und durch die
Staatsſchulden=
verwaltung für die Rechnung der Amortiſationskaſſe zu beſchaffen.
* Der amerikaniſche Eiſen= und Stahlmarkt. „Fron
Trade Review”, Cleveland, Ohio, kabelt: Die Abnahme der Produktion
hat ſich verlangſamt; ſie beträgt zur Zeit 62 Prozent der
Leiſtungsfähig=
keit. Abſatz und Produktion halten ſich ungefähr die Wage. Die
Kauf=
luſt hat ſich gebeſſert; die Preiſe für Fertigmaterial ſind feſter geworden,
während die Halbzeugpreiſe um 1 bis 2 Dollau nachgegeben haben. Der
Roheiſenmarkt hat ſich belebt bei weiter nachgebenden Preiſen. Buffalo=
Eiſen koſtet unter 20 Dollar, ſüdliches Roheiſen 21 Dollar. Von Holland
wurden 15 000 Tonnen Roheiſen in Auftrag gegeben. Von Japan liegt
eine Anfrage auf 67 000 Normalkiſten Weißblech vor. Der
Ferromangan=
markt iſt luſtlos. Die Feinblechwalzwerke verkaufen zur Zeit unter
Her=
ſtellungskoſten. Von den Eiſenbahnen wird ein ſcharfer Rückgang der
Nachfrage gemeldet. Einige Anfragen auf Roheiſen zur Lieferung im
dritten Quartal liegen vor. Der Markt in Bandeiſen hat ſich gebeſſert.
Projekte in Blechkonſtruktionen ſind zurückgeſtellt worden. Die Nachfrage
nach Weißblech für Verpackungszwecke iſt im laufenden Monat geringer
als gewöhnlich.
Warenmärkte.
* Amtliche Notierungen der Frankfurter Börſe,
Abteilung Getreide, vom 5. Juni 1924. Getreide, Hülſenfrüchte und
Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack.
Preis je 100 Kg.: Weizen (Wetterauer) 16,25—16,50, Roggen 14 75 bis
15,00, Sommergerſte für Brauzwccke 16,50—16,75, Hafer (inländiſch)
14,75—15,25, Hafer (ausländiſch) ——, Weizenmehl ſüdd. Spezial 0.
26,25—28,00, Roggenmehl 22,25—33,00, Weizen= und Noggenkleie 8,80
bis 9,50 Mk. Tendenz: ruhig.
* Mannheimer Produktenbörſe. An der
Produkten=
börſe war die Stimmung etwas feſter, obwohl ſich die
Mehlverſteigerun=
gen in kleinerem Umfange fortſetzten. Der dabei für Weizenmehl
Spezial 0, Fabrikat der Hefftſchen Kunſtmühle in Mannheim und
Worms, erzielte Höchſtpreis von 26,80 Mark für 100 Kilo gegenüber
den direkten Forderungen von 27 Mark bis 28,40 Mark läßt die
Beſſe=
rung auch auf dieſem Gebiete erkennen. Verlangt wurden für 100 Kilo
waggonfrei Mannheim: Weizen, inländ., 16½ bis 17.—, ausl.: 19 bis 21,
Roggen, inl., 14½ bis 15, ausl.: 15, Gerſte 16,50 bis 17,50, Hafer 15
bis 15,25. Mais 18. Weizenmehl, Spezial 0, per Juni/Juli 28, bei der
zweiten Hand 27 Mark, Roggenmehl 23, bei der zweiten Hand 21 Mark.
* Mannheimer Viehmarkt. Zum Kleinviehmarkt waren
zugeführt und wurden je 50 Kilo Lebendgewicht gehandelt: 361 Kälber,
40 bis 62, 641 Schweine 38 bis 52, und 647 Ferkel und Läufer, pro
Stück 8 bis 24 Mark. Marktverlauf: Mit Kälbern mittelmäßig,
lang=
ſam geräumt, mit Schweinen ruhig, Ueberſtand, mit Ferkeln und
Läu=
fern ruhig.
wb. Berliner Produktenbericht. Sehr unbefriedigender
Mehlabſatz ließ es auch heute am Produktenmarkte zu keiner Beſſerung
der Geſchäftslage kommen. Gegen weiteren Rückgang bot aber die
un=
erwartete Aufwärtsbewegung der amerikaniſchen Getreideterminmärkte
einigermaßen eine Stütze. Für Auslandsgetreide zeigte ſich einiges
In=
tereſſe, das auch für Mais durch Rückkäufe von angentiniſcher Seite eine
Anregung erfuhr. Gerſte blieb ſtill. Der Preisſtand des Hafers änderte
ſich nicht, andere Artikel waren luſtlos.
Börſen.
* Frankfurter Börſe vom 5. Juni 1924. (Eigener
Bericht.) Man hatte heute vorbörslich den Eindruck, als ob die Märkte
einen gewiſſen Widerſtand zeigten und rechnete nicht mit nennenswerten
Kursveränderungen. Zu Beginn des amtlichen Verkehrs lag indeſſen
wider Erwarten beſonders an den größeren Märkten ſtarkes Angebot
vor, das größtenteils aus Exekutionen zu ſtammen ſchien. Man ſprach
davon, daß es ſich um Glattſtellungen für Berliner Rechnung handelte.
Näheres über die Herkunft des Materials wurde im Verlauf der Börſe
nicht bekannt. Bei der augenblicklichen Verfaſſung der Märkte mußte
dieſes Angebot natürlich zu weiteren Rückgängen führen; dieſelben
nahmen teilweiſe einen recht beträchtlichen Umfang an. Es verloren
zur erſten Notiz weſtliche Montanwerte etwa 5 bis 10 Prozent des
geſtrigen Kurſes. Von oberſchleſiſchen Werten blieben Oberbedarf feſt
behauptet, während Laurahütte auf 33/ Prozent gedrückt wurden. Hapag
gaben 2½ Prozent nach, dagegen blieben Norddeutſche Lloyd feſt
be=
hauptet. Großbankaktien waren ſtark angeboten. Berliner
Handels=
geſellſchaft verloren mit 3 Prozent faſt 15 Prozent des letzten
Kurs=
ſtandes. D.=Banken ſetzten durchſchnittlich ½ Prozent niedriger ein.
Die führenden Chemie= und Elektrizitätswerte büßten durchweg etwa
5 Prozent des letzten Kurſes ein. Gut behauptet blieben lediglich
Elberfelder Farben und Chem. Mainz. Maſchinenaktien konnten die
geſtrigen Kaſſekurſe überwiedend behaupten. Kursbeſſerungen waren nur
ganz vereinzelt zu verzeichnen, nur bei Voigt und Haeffner, für die
infolge guten Geſchäftsganges Intereſſe beſteht, und Heddernheimer
Kupferwerke auf eine Zufallsorder hin. Nach Feſtſtellung der erſten
Kurſe blieb die Börſe unerholt, erſt bei Feſtlegung der Kaſſekurſe machte
ſich eine gewiſſe Widerſtandsfähigkeit bemerkbar und es konnten ſich
vereinzelt einige geringfügige Kursbeſſerungen durchſetzen. Der
Kaſſe=
markt war im Großen und Ganzen beſſer behauptet, hielt ſich aber in
ſehr engen Grenzen. Als ſtärker gedrückt ſind zu erwähnen: Gebrüder
Fahr, Frankfurter Allgemeine Verſicherung, Bremen Beſigheimer
Oel=
fabriken und Vereinigte Deutſche Oelfabriken. Im Freiverkehr und
Rentenmarkt beſteht nach wie vor Nachfrage für Vorkriegsanleihen
Der Aktienfreiverkehr war gedrückt und das Geſchäft kam teilweiſe imz
Stocken. Die Nachbörſe wax eher etwas freundlicher, aber ſonſt ſo gu
wie umſatzlos. Im Freiverkehr handelte man Becker Stahl zu 294 Proz.
Becker Kohle zu 42/s Proz., Benz 2 Proz., Krügershall 234 Proz,
Petroleum 11 Proz., Raſtätter Waggon 2 Proz., Ufa 35/8 Prozent.
wb. Berliner Börſenbericht. Die ſchwere Bedrängnis, in
welche unſere Induſtrie durch den Geldmangel geraten iſt, und auf
welch=
auch die geſtrige Regierungserklärung mit nachdrücklichſtem Ernſte hin,
gewieſen hat, iſt der Grund immer weiteren Angebots, namentlich von
Induſtrieaktien. Die Kaufluſt bleibt demgegenüber durchaus
unzurei=
chend. Es ergab ſich hieraus ein recht empfindlicher Kursdruck auf allen
Umſatzgebieten. Naturgemäß litten beſonders die ſchweren
Montan=
papiere, die meiſt 2 bis 3 Billionen Prozent, Klöcknerwerke ſogar 4
Bi=
lionen Prozent einbüßten. Maſchinenfabrikaktien, die im allgemeinen ſich
beſſer behaupten konnten, gaben im Verlaufe auch nach, ſo Verlin=
Karls=
ruher Induſtrie um 234 Billionen Prozent. Von Textilwerten ſind
Nordd. Wolle mit einem Verluſt von 234 Billionen Prozent
hervorzu=
heben. Bankaktien bröckelten trotz ihres niedrigen Standes meiſt weiter
ab; die verhältnismäßig hoch im Werte ſtehende Berliner
Handelsgeſel=
ſchaft verlor 3 Billionen Prozent. Am Schiffahrtsaktinemarkt
erreich=
ten die Rückgänge bei den ſchweren Werten gleichfalls 2 Billionen
Pro=
zent. Erſt bei Beginn der zweiten Börſenſtunde kam die Abwärtsbewe
gung zum Stillſtand, als ſich einiger Deckungsbegehr geltend machte.
Die Kurſe beſſerten ſich aber nur vereinzelt und unbedeutend. Am De,
viſenmarkt konnten die geringen Anforderungen leicht befriedigt werden,
Deviſe London ſtellte ſich etwas niedriger.
Oeviſenmarkt.
Gelt Gelb. Ve Amſterdam=Rotterdam . 17,51 17.29 156.61 17.29 Brüſſel=Antwerpen ....." 75 18.85 18.35 18.45 vol Chriſtiania. . . . . . . . . . 56.36 56.64 56.36 56,64 Kopenhagen". 70.57 70.33 70 57 70.93 Stockholm.. 110.72 111.28 110.72 111.28 vol Helſingfors 10.42 10.48 10½ 10.53 Italien ... 18.175 13.275 18.175 18.275 vol London". 18.08— 18.17— 18 055 18.145 New=York. 4.19 4.21 4.19 4.21 Paris... 21.55 21.65 20.90 21.00 Schweiz. 73.57 73.93 73.52 73.88 ve Spanien 56.61 56.89 56.11 56.39 Wien (i. D.=Sſter, abg.). 5.89— 5.91— 89 5.91 iu Prag ... 12.215 12.3057 1222 12.28 Budapeſt. 4.59 4.61 459 461 Buenos=Aires. 1.345 1.355 1.345 1355 Bulgarien. 2.90 3.01 2.99— 3.01— Japan 1.665 1.675 1.665 1.675 Rio de Jan 0.415 0.125 0 425 0.435 Belgrad. 5.0 5.06 — 5.0f— 5.06— Liſſabon 12.03 12.03 voll Danzig". 72.68 1232, 72.58 voll Gerliner Kurſe.
Sämtliche Zahlen
(Eigene telegr. Meldung.)
verſtehen ſich mit 1000 000 000.
Aktiengeſ. für Anilinfr.
AſchaffenburgerBellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Berl.=Anhalt=Maſchinen
Berl. f. Elektr. W. vorzug.
Bismarckhütte
Braunkohlen=Briketts”,
Bremer Vulkan ....."
Wolle. .
Chem. Hehden ..
Weiler
Deutſch=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchine
Deutſch=Niedld. Tel.
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke
Dt. Waffen u. Munit ion
Donnersmarckhütte" ,
Dynamit Nobel.
Elberfelder Farben. . .
Elektr. Lieferung
R. Friſter
Gaggenau Vorz.
Gelſenk. Gußſtahl".
Geſ. f. elektr. Untern..
Halle Maſchinen
Har
Ber
Frankenkurs in London: 86.10
Markkurs
18.—
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
Frankfurter Kursbericht vom 5. Juni 1924..
Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe
.
.....
ſollar=Goldanleihe per 1935 ..
1932..
ollar=Schatzanweiſungen ...."
½% IV. u. V. Schatzanweiſg.
½%VI.—IK.
% Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u.13
v. 14
parprämienanleihe ..
.
zwangsanleihe ..............
% Preuß. Konſols ........"
„.......
½%
2 Bad, Anl. unk. 1935 ......
v. 1907 ......."
„1896 ......."
% Bahern Anleihe ........."
....
ſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rckz. 26 .........
—16% Heſſen Reihe XXXfI.
untilgb. b. 28... . . . . . . . . . .."
Heſſen unk. 1924.. . . .. .. ..
2% ................
.........
Württemberger alte ......"
b)Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
„ v. 1902 ....."
48
.........
5% Bulgar. Tabak 1902... . . . .
12/,% Griech. Monopol .......
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ........."
4½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 ................
4% Oeſt. Goldrente ........."
4% „ einheitl. Rente ......"
59
4½
2o
4%
Rum. am. Rente v. 03 ....
70 Goldrente v. 13 ....
„ am. Goldrente konv.
„ am. v. 05 ......"
4% Türk. (Admin.,) v. 1903.
4% „ (Bagdad) Ser. I
„II
4% „ v. 1911. Zollanl.
4½ Ung. Staatsr. v. 14 „.
5% Tamaulit
Oblig. v. Transportanſt.
4% Eliſabethbahn ſtſr. . . . . .
4% Gal. Carl Ludſ.=Bahn..
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr.
— 004 4,2 4.2 560 560 0G21 0,3 0.28 1,5 1,0- 0.4 0.4 Zie 375 1,3 0.35 0,95 6.15 6.05
2,6% Alte Oeſt. Südb. (Lomb.)
26%Neu=
4% Oeſt. Staatsb, b. 1883 ...
38 Oeſt.
1. b. 8. Em..
9. Em. ...."
v. 1885 ..."
32 Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
4% Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
4½% Anatolier I..........
3% Salon. Conſt. Jonction
6 Salonique Monaſtir.
1% Tehuantepee. . .
4½%
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
I. Em.
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em. . . . . . . . . . . . .. . . . ."
6% Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23......."
6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. b.23
5%Neckar A.=G. Stuttgart
Gold=
anl. v. 23................
5%0 Pfälzer Hyp.=Bank. Gold=
Pfdbr. v. 24...... .. ......."
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
5% „ Roggenwert=Anl. . .
3% Rhein. Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. v. 24 ....."
5% Rhein=Main=Donau
Gold=
anl. v. 23 .............
5% Sächſ. Braunk.=Anl. v. 23
Ser. I u. II.............
5% Sächſ. Roggenwertanl. v. 23
5% Südd. Feſtwertbk. Goldobl,
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Bankverein. . . . . . . . . .
Bayer Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft .. ."
Commerz= und Privatbank
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank ............
DeutſcheEffekten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. .
Deutſche Vereinsbank ........"
Disconto=Geſellſchaft ... . ....."
Dresdner Bank. . . . . . . . . . . . . ."
Frankfurter Bank ...........
Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . . . . . . . . . .. . .."
Mitteldeutſche Creditbank. . . . ..
Oeſterreichiſche Creditanſtalt . . .
Reichsbank=Ant. . . . . . . . .. . . .."
Nhein. Creditban ...........
Hypothekenbank .
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ..................."
Wiener Bankverein ........"
4.
16,5
9.1
1.05
0,4
9.15
1,5
33
11
1,6
11
1.25
1.
Bergwerks=Aktien.
Berzelius.
.....
Bochumer Bergb. ....... . . ..
Buderus.... . . .. .. .. .. .. ..."
Dt. Luxemburger ..........."
Eſchweiler Bergwerks=Akt. . ..
Gelſenkirchen Bergw. .... .. ."
Harpener Bergbau.... . . ."
625
2,75
13
0.45
7‟
109
14
1.4
0,4
23.75
1,6
(5
1*
1.05
0.38
9.15
Kaliwerke Aſchersleben .....
Salzdetfurth .. . . . . ."
Weſteregeln ......"
Klöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren ....."
Mansfelder ..
Oberbedarf ...............
Oberſchleſ. Eiſen (Caro)
Otavi Minen u. Eb.=Ant.
Phönix Bergbau ..
Rhein. Stahlwerke.
Niebeck Montan..
Rombacher Hütte . . . . . . . . ..
Tellus Bergb.=u. Hütten=Akt. . .
Ver. Laurghütte .. .. . . . . . ."
33
11
1,6
11
6.
2,75
6
0,325
0.275
33
70.25
46
6e
0,40
69
11,5
1,35
0.3875
18,5
2,2
6
0,325
0.280
4,2:
48
8,25
Tauſe
dent 9U -ohne Umſas X —rationiert,
Aktien induſtr. Anternehmung.
Brauereien
Henninger Kempf=Stern. . . . . .
Löwenbräu München ........"
Schöfferhof (Binding)........
Werger ..."
...
Akkumulat. Berlin ........."
Adler & Oppenheimer ......."
Adlerwerke (v. Kleyer) ......"
A. E. G. Stamm. . . . . . . . .
6% „ „ Vorzug Lit. 4 ...
5% „ „„ Vorzug Lit. B ..."
Amme Gieſecke & Konegen ....
Anglo=Continental=Guano ....
Anilin Bln.=Treptow.. . . . . .
Aſchaffenburger Zellſtoff .
Badenia (Weinheim)........
Badiſche Anilin= n. Sodafabrik.
Bad. Maſchf. Durlach ......."
Bad. Uhrenfabr. Furtwangen ..
Baldur Piano. . . . . . . . . . . . .
Baſt Nürnberg .............."
Bayriſch. Spiegel.............
Beck & Henkel (Caſſel) ........
Bergmann El. Werke ........"
Bing. Metallwerke ....... . ..."
Brockhues, Nieder=Walluf....
Cementwerk Heidelberg.. ...."
„ Karlſtadt ........"
Lothringen (Metz).
Chem. Werke Albert. . . . . . . . ."
„ Griesheim Elektron ....
„ Fabrit Milh .........."
„ Weiler=ter=mer ..... ..."
Daimler Motoren ............"
Deutſch. Eiſenhandel Berlin .."
Deutſche Erdöl ... .......
Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt..
Dingler, Zweibrücken ........"
Dresdener Schnellpreſſen ....
Dürkoppwerk /Stamm) ... . .."
Düſſeld. Ratinger (Dürr) ....."
Dyckerhof & Widm. Stamm .. ."
Eiſenwerk Kaiſerslautern ...."
L. Meher jr. .. . . ..
Elberfelder Farbw. v. Baher ..
Kupfer= u. Meſſingw.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. ....."
Licht und Kraft ....."
Elſäſſ. Bad. Wolle. ..........."
Emag, Frankfurt a. M... . . . . ."
Email.= Stanzib. Ullrich ...."
Enzinger Werke .... . . .. .. . .."
Eßlinger Maſchinen .........."
Ettlingen Spinnerei ........."
Faber, Joh., Bleiſtift ........"
Faber & Schleicher .........."
Fahr, Gebs., Pirmaſens ....."
Felten & Guilleaume, Carlsw.. .
Feinmechank (Fetter). ........"
Feiſt Seltkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas... . . . . . . . ..."
Frankfurter Hof ....... ......
Fkf. Maſch. Pokorny & Wittek.
Fuchs, Waggon Stamm ....."
Ganz. Ludwig. Mainz ......."
Geiling & Cie. .............."
Germania Linoleum .. . . . . . . ."
Gelenkirchen Gußſtahl ......."
Goldſchmist, Th. . ... ... . . . .
Gotha Waggon .............."
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. ..
Grün & Bilfinger ..........."
Hammerſen (Osnabrück) ......"
Hanfwerke Füſſen .........."
Heddernheimer Kupfer ......."
Heyligenſtaedt, Gießen ......."
Hilpert Armaturenf. . . . . . . . . .
Sindrichs=Auffermann. . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ........
hoch= und Tiefbau ..
Höchſter Farben..
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtr.
Hydrometer Breslau
Inag ............
..
Junghans Stamm . . . . . . . . . . ."
Karlsruher Maſchinen ........"
Karſtadt R... . . . . . . ........."
Klein, Schanzlin & Becker ...
Knorr, Heilbronn............"
Kolb & Schüle Spinn. .. .. . .."
Konſervenfabrik Braun ......"
Krauß & Co., Lokom. . . . . . . . ."
Lahmeyer & Co. ............"
Lech, Augsburg ............."
Lederw. Rothe .............."
Lederwerke Spicharz ........"
Lingel, Schuhw. Erfurt ......"
Löhnberger Mühle .........."
Lüdenſcheid Metallw. ... . . . . ."
Luther, Maſch.=u Mühlenbau..
Lux’ſche Induſtrie ..........."
Mainkraftwerke Höchſt......."
Meguin, Butzbach ....
Metallgeſ. Frkft. . . . . . . . . . . . ..
Meher, Dr. Paul ...........
Miag, Mühlenb., Frankf. a. M..
Moenus Stamm .. . . . . . . . . ."
Motorenfabrik Deutz ........."
Motorenfabrik Oberurſel ....."
Neckarſulmer Fahrzeugwerke. ..
Neckarwerke Eßl. Stamm ....."
Oleawerke Frankfurt a. M.. ...
Peters Union Frankfurt a. M.
Pfälz. Nähm., Kayſer ........"
Philipps A.=G. ............."
Porzellan Weſſel ............"
Reiniger, Gebbert & Schall.. .
„Rhein. Elektr. Stamm .. . . . . . ."
„ Metall Vorzüge ... . . . ."
Rhenania, Aachen ..........."
Riedinger, Maſchinen .... . . . .."
Rückforth, Stettin ..........."
Rütgerswerke ..............."
S hleußner (Frankfurt a. M.) .."
Schneider E Hanau.... . . . . . ."
Schnellpreſſen Frankenthal. . . .
Schramm Lackfabrik. . . . . . .
Schriftgießerei Stempel, Ffm.
Schuckert Eleftr, (Nürnberg) ..."
Schuhfabrik Berneis=Weſſel ...
Schuhfabrik Herz............
Schuhf. Leander Offenbach ..."
Schultz, Grünlack, Rdsh.. . . . ...
Seilinduſtrie Wolff .........."
Sichel & Co., Mainz........."
Siemens Elektr. Betriebe ... ..
Siemens Glasinduſtrie .......
Siemens & Halske......... . ."
Stöckicht=Offenbach=Gummi .. ."
Süddeutſche Immobilien .....
Thüring. elektr. Lief.=Geſ., Gotha
Uhrenfabrik Furtwängler .....
Veitywerke in Sandbach ....."
Verein f. Chei. Induſtr. Frkft.
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
„ Faßfabriken Caſſel ...."
Gummifabr. Bln.=Frkf..
Pinſelfabr. Nürnberg .."
Ultramarin . . . . . . . . . . ."
Zellſtoff, Berlin ......."
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ...."
Stämme . . ..
Voigt & Haeffner Stämme .. .
Voltohm, Seil......... . . . ..
Wayß & Frehtag. . . . . . .. . . . .."
Wegelin Nußfabrik ........."
Zellſtoff Waldhof Stamm .. ..
Zuckerfabr. Waghäuſel ......."
Frankenthal ......"
Heilbronn. . . . . . . .
Offſtein .........."
Rheingau .........
Stuttgart . . . . . .
Transport=Aktien.
Deutſche Eiſenb.=Geſ. Fftm. .
Schantung E. B. ..... ......
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ..
Hapag (Paketfahrt) .........
Nordd. Lloyd.. ... ."
.
Darmſtädter Werte.
Bahnbedarf......... ....."
Dampfkeſſel Rodberg. ... . ..
Helvetia Konſervenfabrik. . ..
Gebr. Lutz ................
Motorenbfarik Darmſtadt ...
Gebr. Roeder .............
Venuleth & Ellenberger ...."
Annotierte Aktien.
Api.... . . . . . . . ."
........."
Beckerkohle. . ..
...
Beckerſtahl ....
Benz... . . .. . . .."
Brown Boveri ...
Chem. Andreae ..
Deutſche Petroleum
Diamond Shares
Entrepriſe.
Falonwerke ............."
Großkraftw. Württemb. (Growag)
Unterfranken (Ufra)..
Hanſa Lloyd
....
Hero Conſerven
...
Holſatiawerke, Alto
...
Kabel Rheydt
Krügershall Kali
Metall Starkenb=
Otto & Quanz
...
Naſtatter Waggon ..........."
Textil=Ind. Barmen (Tiag)...."
ufa Film
2!WP
0.140
9.30
dS
Fummer: k7 2.,
Darmſtädter Taghkatt, Freitag, den G. Juni 1984.
Der deutſche Außenhandel
im Aprtt 1944.
Ta die ſtatiſtiſche Erfaſſung der Ein= und Ausfuhr des beſetzten
Eiekes noch immer nur in unvollkommenſter Weiſe möglich iſt, ent=
Edie Handelsſtatiſtik für April die gleichen Fehlerquellen, wie in den
Bmonaten. Die nachſtehenden Zahlen werden daher nur mit
Vor=
ſeilt mitgeteilt. Insbeſondere wird darauf hingewieſen, daß ſie nicht
pien, eine einwandfreie Bilanz des Außenhandels zu ziehen,
US betrug die
Einfuhr
nach Gegenwartswerten in 1000 Goldmark
1924
April
März Jan./April
1 2Bende Tiere
9934
8207 29 630
z/uGensmittel und Getränke 175 377 163 551 678 257
1 AKohſtoffe
372 374 307 026 1275 915
10halbfertige Waren r
84 086 64 706 266 539
Frtige Waren .
158 607
145 065 526 594
Bold und Silber
2 778
4 135
Zuſammen:
13 398 Mike 692 690 27900 333 Ausfuhr
nach Gegenwartswerten in 1000 Goldmark
1924
189bende Tiere
1eGensmittel und Getränke
4 „Nohſtoffe
bnlbfertige Waren „
4ᛋfrtige Waren
2 Hold und Silber „
April
484
29 623
32 336
28 662
389 659
1198
März
313
23 642
28 248
27 710
375 886
W
Jan,/April
1 462
86 905
111 681
114 226
1516 870
4545
Zuſamment 481957 456 659 1835 689
2anach iſt im April eine Steigerung ſowohl bei der Einfuhr, wie
Eyd Ausfuhr eingetreten. Sie iſt bei der Ausfuhr gering, bei der
( frayr erheblich. Die Zunahme der Einfuhr geht hauptſächlich von
Bmſwhſtoffen und halbfertigen Waren aus. Die Ausfuhr hat in allen
eigruppen dem Wert nach zugenommen. Eine Betrachtung der
4Mgen in gewogener Form, alſo der Vergleich auf der Baſis der Vor=
1mssreiſe, läßt dagegen eine Verminderung der Ausfuhr zu Tage
an und zwar beſonders bei der ſtärkſten Gruppe, den „
Fertig=
m‟. Die mengenmäßigen Ergebniſſe ſind aus den folgenden
Auf=
elugen zu erſehen:
a) Mengenvergleich in gewogener Form
(auf der Grundlage der Vorkriegswerte)
Einfuhr
in 1000 Goldmark
1LeGende Tiere ..
2keGensmittel und Getränke
2 „Nphſtoffe
„
2 hhalbfertige Waren „5.
4:fmtige Waren
EFßeld und Silber
Zuſamment
194cende Tiere
214Sensmittel und Getränke
24Rohſtoffe
2 öalbfertige Waren 1
4Xfatige Waren .
ld und Silber
Zuſammen:
April12 406
169 746
264 201
68 701
96 735
26065 8970
152 178
215 059
51 808
87 405
8 906 März Jan,/April
33 646
640 797
902 230
217 559
394 984
12287 614 305 Mffe 2 131 508 uhr 1924 April März Jan./April 276 146 908 22 606 18 809 67 688 26 272 23 142 92 145 28 099 32 099 115 477 300 529 304 528 1225 888 1195 4456 378 977 380 018 1506 569
b) Mengenvergleich nach Doxpelzentnern
in 100 Doppelzentnern
Einfuhr
1. Lebende Tiere
2. Lebensmittel und Getränke
3a. Rohſtoffe ..
3b. Halbfertige. Waren
4. Fertige Waren =
5. Gold und Silber =
April
70 462
4888 527
16 723 232
2 776 526
1041 743
612
1924
März
64 301
4062 317
16 937 539
2 735 282
1019 139
78
Jan./April
233 224
17 862 356
70 981 914
10 825 061
4 607 019
2793
Zuſammen: 25 501 102
Ausfuhr
24 819 356 104 512367
1. Lebende Tiere
2. Lebensmittel und Getränke
3a. Rohſtoffe
3b. Halbfertige. Waxen
4. Fertige Waren .
5. Gold und Silber .
April
941
1459 102
3 468 836
2162 101
3 111660
82
1924
März
709
884 082
2 596 155
2 065 865
3 07 202
64
Jan./April
3 085
3 575 150
10 780 018
7 693 323
12 211 696
353
Zuſammen: 10 202 722
8604 077 34 263 625
Im einzelnen iſt über die Veränderungen folgendes zu bemerken:
Die Einfuhr von Lebens= und Futtermitteln und
Getränken iſt faſt auf allen Gebieten geſtiegen. Brotgetreide (Weizen
und Roggen) und Futtergetreide (vornehmlich Gerſte und Mais), Reis,
ſowie Mehl, dieſes hauptſächlich aus den Vereinigten Staaten von
Amerika und Frankreich, haben ihre Einfuhr erhöht. Mehl wird ſchon
ſeit Monaten in ſehr großen Mengen importiert. Ein bedeutendes,
ſaiſonmäßig bedingtes Anſchwellen findet ſich bei der Einfuhr von
Kar=
teffeln, die hauptſächlich aus Weſtpolen gekommen ſind. Bei Butter
und Käſe hat ſich die Einfuhrſteigerung ebenſo fortgefetzt wie bei
Schweineſchmalz der Rückgang. Andererſeits iſt auch eine Erhöhung
der Einfuhr von Margarine und ähnlichen Speiſefetten und eine ſehr
bedeutende Vermehrung der Einfuhr von Oelfrüchten, die zum größten
Teil zur Margarineherſtellung und auf dem Umwege über ihre
Rück=
ſtände auch zur Buttererzengung dienen, zu verzeichnen. Ferner hat die
Einfuhr von Wein, hauptſächlich aus Elſaß=Lothringen, eine Erhöhung
erfahren. Um ein geringes verminderte Einfuhrziffern weiſen dagegen
Obſt= und Südfrüchte auf. Was die Einfuhr von Rohſtoffen und
halbfertigen Waren für die Induſtrie angeht, ſo
bereits erwähnt worden, daß auf ſie der Hauptanteil der Steigerung
entfällt. Dies beruht in erſter Linie auf der vermehrten Einfuhr von
Textilrohſtoffen. Wolle und andere Tierhaare zeigen eine Erhöhung
von 192 890 auf 245 830 dz, Baumwolle von 256800 auf 385 350 d7,
Rohſeide uſw. von 2430 auf 2760 dz. Flachs, Hanf, Jute und ſonſtige
pflanzliche Spinnſtoffe behielten ihren Stand von über 150 000 d2 bei.
Im Durchſchnitt der vier Monate Januar—April iſt die Einfuhr von
Textilrohſtoffen etwa 10 Prozent höher geweſen, als im
Monatsdurch=
ſchnitt 1922. Eine vermehrte Einfuhr weiſen auch die Rohſtoffe der
Leder= und Schuhwareninduſtrie, Rindshäute und Kalbfelle, auf.
Da=
gegen hat ſich die Einfuhr von Steinkohle, die ſchon im Vormonat
rück=
läufig geweſen war, wiederum vermindert. Sie betrug 7,9 Millionen
gegenüber 9,6 Millionen dx im Vormonat, alſo weniger als im
Monats=
durchſchnitt 1922, der ein Höhe von 10,5 Millionen ds erreichte. Die
Einfuhr von Eiſenerz iſt geſtiegen; die ausgewieſene Einfuhr — es iſt
wahrſcheinlich, daß infolge der Verhältniſſe im beſetzten Gebiet nur
ein ſehr geringer Teil ſtatiſtiſch ermittelt wird — beträgt 571 920
gegen=
über 119 410 dz im Vormonat und 9 178 110 dz im Monatsdurchſchnitt
1922. Unter den Fertigwaren zeigen Erhöhungen in erſter Linie
Tex=
tilwaren, und zwar baumwollene, auch wollene und ſeidene Garne,
ferner chemiſche und pharmazeutiſche Erzeugniſſe. Ein Rückgang iſt
dagegen bei Stab= und Formeiſen feſtzuſtellen.
Hinſichtlich der Ausfuhr iſt zu berichten, daß bei der Gruppe der
Lebensmittel und Getränke eine Steigerung bei Zucker (224 480 gegen
178 080 d2 im Vormonat und 12 460 d2 im Monatsdurchſchnitt 1922)
und bei Hafer eingetreten iſt. Auch die Reisausfuhr, die hauptſächlich
aus in Deutſchland polierter und nachpolierter Ware beſteht, zeigt eine
Erhöhung. Bei den Rohſtoffen iſt eine ſtärkere Ausfuhr von Oelkuchen,
wohl als Folge der beträchtlich erhöhten Einfuhr von Oelfrüchten und
Oelſaaten zu erwähnen, ſowie die ſaiſonmäßig bedingte Vergrößerung
der Ausfuhr von Kaliſalzen, zu denen noch größere Ausfuhrmengen
von zu den Fertigwaren rechnenden ſchwefelfaurem Kali und
Chlor=
kalium hinzutreten. Von den Fertigwaren haben im übrigen trotz
Steigerung der Erlöſe die meiſten Waren einen Rückgang erfahren.
Die Textilwaren haben ihre ſchon in den vorhergehenden Monaten
zu beobachtende Verminderung durchweg fortgeſetzt. Walzwerkserzeug=
Seite 49..
niſſe und Eiſenwaren gingen auf 857 90 du zurück gegenüber 1004 240
dz im Vormonat und 1930 970 dz im Monatsdurchſchnitt 1922. Eine
Steigerung weiſen dagegen Maſchinen mit 215 370 gegenüber 205 670
d=
im Vormonat und 398 950 dz im Monatsdurchſchnitt 1922 auf, ebenſo
die Erzeugniſſe der elektrotechniſchen Induſtrie. Schließlich iſt auch eine
beträchtliche Erhöhung bei den chemiſchen und pharmazeutiſchen
Produk=
ten feſtzuſtellen.
Die Wirtſchaft des Auslandes.
Vorſicht bei der Entgegennahme von finniſchen
Banknoten. Wie wir vom Inſtitut für Finnlandkunde der
Univer=
ſität Greifswald erfahren, gelten alle die ſeit der Gründung der Bank
von Finnland herausgegebenen Banknoten noch als geſetzliches
Zahlungs=
mittel. Nachgemachte und geſtohlene Noten ſind natürlich hiervon
aus=
geſchloſſen. Die vor einiger Zeit von der Bank von Finnland
veröffent=
lichte Anweiſung, nur Noten der Ausgabe von 1922 anzunehmen, war
dadurch veranlaßt, weil viele gefälſchte Noten früherer Ausgaben im
Auslande ſich in Zirkulation befinden, und um insbeſondere ausländiſche
Banken vor der Annahme dieſer Noten zu warnen. Es laufen zwei
Arten ſolcher gefälſchten und ungültigen Noten um:
1. Von der Ausgabe von 1909 die ſolgenden Noten, welche während
des finniſchen Freiheitskrieges von den Bolſchewiſten geſtohlen wurden:
500=Finnmarknoten (Orange) Nr. 170 001/262 000, 100=Finnmarknoten
(Violett) Nr. 2775 001/2 983 000, 20=Finnmarknoten (Orange) Nr.
9874 001/10 019 000, 5=Finnmarknoten (Blau) Nr. 19 397 001/20 789 000.
Seitdem jedoch dieſe Noten gegenwärtig oft eine niedrigere Nummer
durch Fälſchung (Ausradieren uſw.) erhalten haben, iſt es ſchwierig, dieſe
von den authentiſchen Noten zu unterſcheiden.
2. Die 1000=Finnmarknoten der Ausgabe von 1918, welche im
Dezem=
ber 1923 in St. Petersbuug in den Verkehr gebracht wurden und welche
ſo gut nachgemacht ſind, daß ſie äußerſt ſchwer von den echten Noten zu
unterſcheiden ſind.
Seitdem die Banknoten von 1922 nunmehr in einem ſolchen
Um=
fange in den Verkehr gebracht worden ſind, daß ſie vollſtändig den
Be=
darf decken, hat die Bank von Finnland das Ausland mehrfach darauf
hingewieſen, von jetzt ab die älteren Banknoten gegen Noten der
Aus=
gabe von 1922 bei der Bank von Finnland in Helſingfors umtauſchen
zu laſſen.
* Finnlands Handel mit Deutſchlandinden erſten
vier Monaten dieſes Jahres. Der deutſch=finnländiſche
Handel hat nach einer Mitteilung des Inſtituts für Finnlandkunde der
Univerſität Greifswald im allgemeinen für die erſten vier Monate dieſes
Jahres einen geringeren Umfang als in der entſprechenden Zeit des
Vor=
jahres aufzuweiſen. Betrug er 1923 für dieſe Zeit rund 548,6 Millionen
Finnmark, ſo 1924 nur 476,2 Millionen Finnmark (davon Import aus
Deutſchland 360,8 und Export 115,4 Millionen Finnmark). Die
dies=
jährige Einfuhr aus Deutſchland iſt um rund 100 Millionen Finnmark
geringer als die vorjährige, während die Ausfuhr nach Deutſchland ſich
um 27 Millionen Finnmark erhöhen konnte. Die Entwicklung der
deutſch=
finnländiſchen Handelsbeziehungen in der letzten Zeit iſt in ſtarkem Maße
von den Währungsverhältniſſen Deutſchlands bedingt worden, Solange
Deutſchland ſich in der Inflationsperiode befand, wurde die finniſche
Ausfuhr nach Deutſchland ſtark gehemmt, während nach der
eingetre=
tenen Stabiliſierung die entgegengeſetzte Tendenz ſich bemerkbar macht,
was vor allem auf die verhältnismäßig preiswerten finnländiſchen
Ex=
portſtandardwaren Holz und Zelluloſe zurückzuführen ſein dürfte.
Erwerbsgeſellſchaften.
w. Deutſcher Eiſenhandel A.=G. Berlin. Der
Auf=
ſichtsrat der Deutſchen Eiſenhandel=Aktiengeſellſchaft genehmigte die
Bilanz für das Geſchäftsjahr 1923. Der ſich ergebende Ueberſchuß von
152 211 Billionen Mark ſoll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die
ordentliche Generalverſammlung wird für den 30. September in Ausſicht
genommen. Der weit hinausgeſchobene Termin iſt gewählt, um in
der=
ſelben Generalverſammlung die Goldbilanz zur Genehmigung
vor=
zulegen.
Meſſen.
— Die Kollektivausſtellung der Eiſen= und
Stahlwareninduſtrie geſichert. Der Mietvertrag für die
Halle 12 (Betonhalle) auf der Techniſchen Meſſe in Leipzig zur
Ver=
anſtaltung der Kollektivausſtellung der Eiſen= und Stahlwareninduſtrie
iſt mit der Meſſe= und Ausſtellungs=A.=G. getätigt worden. Die
Grün=
dungsverſammlung der „Eſti=Meſſe=Geſellſchaft m. b. H., Ausſtellung der
Eiſen=, Stahlwaren= und Werkzeuginduſtrie” im „Eſti=Haus” (ſo wird die
Halle 12 künftig heißen) findet am Freitag, den 6. Juni, in
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werbetreibende bei Krankenkaſſen als Mitglied anmeldeten in dem Glauben,
ſie ſeien bei der Krankenkaſſe des ſelbſtändigen Handwerks und Gewerbes
verſichert.
Wir erſuchen daher alle ſelbſtändigen Handwerker und
Gewerbe=
treibenden, ſich durch derartige Manipulationen nicht täuſchen zu laſſen
und genau darauf zu achten, daß ſie ſich nur bei der für ſie errichteten
Krankenkaſſe,
der Kranken=u. Sterbekaſſe f. ſelbſtändige Handwerker
und Gewerbetreibende, Sitz Frankfurt am Main,
deren Büros für Darmſtadt ſich Martinſtr. 24 befinden, anmelden. Dieſe
Krankenkaſſe iſt keine Erwerbsgeſellſchaft, ſondern eine auf breiteſter
Grundlage errichtete Krankenfürſorge=Einrichtung des ſelbſtändigen
Hand=
werks und Gewerbes mit billigſten Beitragsberechnungen.
Die Krankenkaſſe wird in Zukunft rückſichtslos gegen dieſenigen
vorgehen, die verſuchen ſollten, durch falſche Vorſpiegelungen und
Miß=
brauch des Namens der Kranken= u. Sterbekaſſe für ſelbſtändige
Hand=
werker und Gewerbetreibende, Sitz Frankfurt a. M., Handwerker und
Gewerbetreibende zum Beitritt in fremde Krankenkaſſen zu veranlaſſen.
(7423
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Drabtbaarfuchs
billig abzug. (*16470
Frankfurterſtr. 42, III.
Mdäick.
charfer, gut.
Ratten=
fänger, in gute Hände
bzugeb. od. zu
ver=
auſchen. Hammer,
Eliſabethenſt. 48. (*1512
Deutſche
Schäferhündin
von erſtklaſf. Rüden
belegt, billig zu verk.
Nieder=Namſtadt,
Bahnhofſtr. 59. (*12517
Käufe
Gebr. Roßhaar=
Matratzen
O=H=Schiffchen .. . . 30.
O=H=Natronkuchen . . 30=
O=H=Streuſelkuchen . 50:
O=H=Kränze . . . . . . 60
ener ſtets friſch:
O=H=Brot
zu kauf. geſ. (*1.
Angeb. m. Preis u
P 143 a. d. Geſchſt.
beſonders wohlſchmeckend und
bekömmlich
vollkommen durchgebacken
O=H=Brot 4 Pfd.=Laib 62*
O=H=Brot 2 Pfd.= Laib 31
Ia Roggenbrot . 4aß 55
Caſſeler Weißbrot kaß 45
Weiße Eiſenbettſtelle
zu kauf. geſ.
Moos=
bergſtr. 58, I, (*16555
Hlaſchenankaufs
M. Feldmann, Karlſtr. 73
Gut erhalt.
Damen=
rad, gute Marke, zu:
kaufen geſucht. An
m. Preisang u. R 5
an d. Geſchſt. (7165
Schade 8
Füllgrabe
Filialen in allen Stadtteilen