Darmstädter Tagblatt 1924


01. Juni 1924

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 152
Sonntag, den 1. Juni 1924.
187. Jahrgang

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Die bevorſiehende Entſcheidung des Linkskartells Der Kampf um Millerand.
Hochſpannung in Paris.

Herriot fordert den Beiſtand der Sozialiſten.
Paris, 31. Mai. (Wolff.) Der Abg. Herriot hat in ſei=
eer
Eigenſchaft als Führer der Radikalen Partei heute abend
mn den Führer der Sozialiſten, den Abg. Léon Blum, folgen=
en
Brief geſchrieben: Die Abſtimmung vom 11. Mai hat in der
larſten Weiſe den Willen des Landes kundgetan, im Innern wie
ach außen eine neue, auf den Grundſätzen und den Methoden
er Demokratie aufgebaute Politik betrieben zu ſehen. Im In=
ſern
muß ein ernſter republikaniſcher Wieder=
zufbau
durchgeführt und ſozialiſtiſche Reformen in einem Ge=
ühl
weitgehendſten Vertrauens zu den Arbeitern eingeleitet wer=
en
; auf dem Gebiet der äußeren Politik beherrſcht eine
Iflicht alle anderen, nämlich den Frieden durchzufüh=
en
. Um den Wahlſieg zu erlangen, der nur dieſe
Vege möglich machte, haben ſich Sozialiſten und Ra=
ſikale
vereint. Gemeinſam haben ſie die Koalition des
ſeldes und der Lüge bekämpft. Gemeinſam haben ſie trium=
hiert
. Es iſt derklare Wille des Landes, daß dieſe
zuſammenarbeit auch in den Räten der Regie=
ung
fortgeſetzt wird, damit ſich die Entſcheidung des
Yolkes in Taten auswirken kann. Das Volk hat ſeine
Iflicht getan, nunmehr müſſen wir die unſ=
ge
erfüllen. Im Namen meiner Partei fordere
1ih deshalb von der Sozialiſtiſchen Partei
ören vollkommenen Beiſtand. Wir ſind bereit, mit
1Imen die Bedingungen und Mittel zur Durchführung in einem
Rüyalen, brüderlichen und, ich muß hinzufügen, vollkommen des=
nereſſierten
Geiſt, zu diskutieren.

* Paris, 31. Mai. (Priv.=Tel.) Morgen nachmittag um
zUhr wird die neue Kammer zum erſten Male zuſammentreten.
ſie wird unter dem Vorſitz des Alterspräſidenten nur eine for=
velle
Sitzung abhalten. Die Wahl des Kammerpräſidenten wird
vorgen jedenfalls nicht ſtattfinden. Nur die einzelnen Büros
erden um das Los ſtehen. Was aber der morgigen Kammer=
ſung
vorausgeht, nämlich die Sitzung der einzelnen Partei=
zuppen
, iſt von viel größerer Bedeutung. Morgen vormittag um
dUhr werden die Unabhängigen Sozialiſten ihren Kongreß ab=
Ilten. Ihr Beſchluß Millerand gegenüber ſteht feſt. Sie wer=
en
ſich unbedingt gegen den Präſidenten einſetzen. Der zweite
Lſchluß, der beſonders von den Radikalen mit Spannung er=
hirtet
wird, iſt der, ob die Sozialiſten in ein Miniſterium ein=
nten
werden oder nicht. Der Republikaniſche Sozialiſtiſche
hngreß findet ebenfalls im Laufe des Vormittags ſtatt. Auch
diſer Kongreß wird, obwohl Briand dabei eine große Rolle ſpie=
ſ
wird, in keiner Weiſe die Partei Millerands ergreifen. Die
hdikalſozialiſten werden unter dem Vorſitz Heriots, ebenfalls
u: 10 Uhr vormittags ihren Kongreß in Paris abhalten. Das
achtigſte Ereignis des Tages wird ſich um 1 Uhr mittags in
de Kammer abſpielen, wo das geſamte Linkskartell unter dem
Grſitz Herriots ſeine Generalverſammlung abhalten wird, um
ſ, darüber zu entſcheiden, ob das Linkskartell aus der Hand
lillerands den Auftrag zur Regierungsbildung annehmen ſoll
ger nicht. Dieſes gerade erregt heute die Gemüter bis aufs
ßerſte und die geſamte Abendpreſſe ergeht ſich in Vermutungen
ud Kommentaren, die ein Bild von der geſamten politiſchen
2moſphäre geben, die zurzeit in Paris herrſcht.
Ueber die Haltung, die Millerand einnehmen wird, wider=
ſtrechen
ſich die Meinungen. Auch widerſprechen ſich die Nach=
ihten
über die Stellungnahme Herriots. Ein Radiotelegramm
brſichert heute abend, daß Herriot gegen die Demiſſion Mille=
huds
ſei, und ſich einem Beſchluß des Linkskartells, der die De=
ſſion
Millerands verlangen würde, widerſetzen wird.
Die meiſten Blätter ſind der Meinung, daß ſich Herriot dem
kſchluß der Föderation fügen werde und in dieſem Falle ſich
bigern würde, ſich von Millerand mit der Bildung des neuen
hbinetts betrauen zu laſſen. Trotz aller Gerüchte beſtehen fol=
unde
Tatſachen: Es werden, wie uns heute abend beſtimmt
brſichert wird, 350 Abgeordnete die Demiſſion Millerands be=
humt
verlangen. Von einem Führer des Linkskartells wird
1s verſichert, daß Herriot ſich dem Beſchluß der Föderation beu=
znu
wird und ſogar perſönlich der Meinung iſt, daß er wohl aus
lillerands Händen den Auftrag zur Bildung des Kabinetts an=
ſhmen
könnte, aber nur unter der Bedingung, daß Millerand
un verſpreche, nach einigen Tagen das Elyſee zu verlaſſen. Dieſe
leldung ſtimmt überein mit der von uns bereits heute mittag
emeldeten Nachricht, daß Millerand im Grunde genommen be=
It ſei, dem Drängen der Kammermehrheit nachzugeben, bevor
zu eitiem offenen Konflikt zwiſchen ihm und dem Parlament
Immt.
Gruppierung in der franzöſiſchen Kammer.
Paris, 31. Mai. (Wolff.) Es ſteht jetzt endgültig feſt,
2ß die Gruppe Arago der alten Kammer, die ſogenannte repu=
bkaniſch
=demokratiſche Entente im neuen Parlament ſich in zwei
Euppen aufteilen wird. Der linke Flügel hat ſich, wie aus
eiem von Havas veröffentlichten Kommunique hervorgeht, als
kvublikaniſch=demokratiſche Linke bereits konſtituiert. Er rechnet
bt dem Anſchluß des größten Teils der auf den Liſten des natio=
hlen
Blocks gewählten Nationalradikalen und Linksrepublika=
hr
, die ſich in der alten Kammer auf die Gruppe der republika=
ſich
=demokratiſchn Linken, der Linksrepublikaner und der repu=
ianiſch
=ſozialen Aktion verteilten. Unter den bekannteren Mit=
gedern
werden genannt: Die Miniſter des 1. und 2. Kabinetts
wincaré: Maginot, Le Trocquer, Léon Bérard, Reibel, Capus,
gby, und die ehemaligen Miniſter Landry und Leredu. Bis
ht ſind der Gruppe mehr als 40 Abgeordnete beigetreten. Auf

Grund einer Mitteilung von Habas, wonach der rechte Flügel
der alten Gruppe Arago ſich Anfang der nächſten Woche ebenfalls
konſtituierten und vorausſichtlich 6075 Mitglieder umfaſſen
werde, muß man jedoch annehmen, daß dieſer der ſtärkere blei=
ben
wird.
Paris, 31. Mai. (Wolff.) Die ſozialiſtiſch=republikaniſche
Partei (Painlevé=Briand) hat geſtern beſchloſſen, in eine enge
Gemeinſchaft mit der rechtsſtehenden ſozialiſtiſchen Partei ( Bru=
net
) zu treten. Die beiden Fraktionen werden ihr Programm
aufrecht erhalten, ſich aber jedesmal verſtändigen, wenn die Um=
ſtände
es erfordern. In einer gemeinſamen Sitzung der beiden
Fraktionen, die morgen abgehalten werden wird, ſoll die Bil=
dung
einer einzigen parlamentariſchen Gruppe erörtert werden.
Die Partei Briands hat übrigens ferner beſchloſſen, an der ge=
meinſamen
Sitzung der Linksparteien teilzunehmen, die Sonn=
tag
mittag um 1 Uhr vor der Eröffnung der neuen Kammer
ſtattfinden wird. Sie will ſich den Beſchlüſſen fügen, die im
Laufe dieſer Beratung gefaßt werden.
Die Frage Millerand.
Paris, 31. Mai. (Wolff.) Der Matin veröffentlicht an
der Spitze ſeines Blattes einen Artikel, ſeines Außenpolitikers
Sauerwein, der ſich mit der Frage Millerand beſchäftigt.
Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man die Ausführungen
auf den Präſidenten der Republik ſelbſt zurückführt, deſſen Be=
ziehungen
zu dem genanten Journaliſten ein offenes Geheim=
nis
ſind. Es wird folgendes ausgeführt:
Man werfe Millerand vor, eine perſönliche Politik getrieben
zu haben und der Führer der bei den Wahlen geſchlagenen Par=
tei
zu ſein. Hierauf könne man antworten, daß die vom Präſi=
denten
der Republik entwickelte Politik mit derjenigen ſeiner
Regierung identiſch geweſen ſei, und daß zwiſchen der bekannten
Rede von Evraux und der, die Poincaré am 15. Mai 1923 in der
Kammer gehalten hat, völlige Uebereinſtimmung be=
ſtehe
. Millerand habe alſo offen die gleichen Anſichten wie die
Regierung entwickelt. Es gebe keine Beſtimmung in der Ver=
faſſung
, die das verbiete. Wenn ein politiſcher Kongreß oder
das Direktorium einer Partei einen Ausſchluß gegen den Präſi=
denten
der Republik ausſpreche, ſo ſei das eine platoniſche
Kundgebung, von der der Präſident der Republik keine
Notiz zu nehmen brauche. Aber wenn die Männer, die die
politiſche Mehrheit bildeten, ſich weigerten, unter ihm ein
Kabinett zu bilden, ſo entſtehe dadurch eine Lage, die nicht an=
dauern
könne. Werde nach einer zweiten oder dritten Weigerung
dieſer Art Millerand demiſſionieren?
Sauerwein will auf Grund einer Enquete, die er veranlaßt
hat, feſtgeſtellt haben, daß Millerand nichts unternehmen
werde, denn nach Artikel 6 der Verfaſſung ſei der Präſident den
vereinigten Kammern nur in einem einzigen Falle verantwort=
lich
, nämlich bei Hochverrat. Ihn zwingen zu wollen, aus einem
anderen Grunde ſein hohes Amt aufzugeben, ſei eine Ver=
letzung
der Verfaſſung. Wenn man hierzu gelangen
wolle, müſſe eine Partei in klarer Weiſe ſeine Verantwor=
tung
übernehmen. Es werde ſich vielleicht eine Regierung
unter dem Vorſitz eines erſtklaſſigen Republikaners finden, um
Kammer und Senat die Botſchaft des Präſidenten der Republik
zu bringen, über die beide Parlamente zu beraten und abzuſtim=
men
aufgefordert würden. Es werde nicht möglich ſein, dieſes
Kabinett nach einer anderen Debatte zu ſtürzen, denn ſeine erſte
Handlung werde ſein, dieſe Diskuſſion zu verlangen.
Was werde ſich dann abſpielen? Gebe es in der Kammer
eine Mehrheit, um zu erklären, daß der Präſident der Republik
abdanken müſſe ? Das ſei wohl möglich, aber unwahrſchein=
lich
ſei es, daß es eine derartige Mehrheit im Senat gebe. Wei=
ter
will der Matin nichts vorausſagen, ſondern nur zuſammen=
faſſend
erklären, daß Millerand nicht infolge einer Zufalls=
abſtimmung
einer der beiden Kammern, noch infolge der Auf=
forderung
eines Parteikongreſſes ſein Amt niederlegen werde.
Die ſozialiſtiſche Partei, die im voraus erkläre, ſie werde keine
Verantwortung für die Regierung übernehmen, ſpiele ihr natür=
liches
Spiel, wenn ſie die Abdankung Millerands ver=
lange
, denn die Aufhebung der Präſidentſchaft der Republik
ſtehe auf ihrem Programm. Werde die Radikale Partei, die die
Regierung übernehmen müſſe und wolle, ihr folgen? Wenn ja,
würden die Dinge ſich entwickeln wie angedeutet.
Herriot über Millerand.
Paris, 31. Mai. (Wolff.) Der Abg. Herriot hat, wie
eine Nachrichtenagentur mitteilt, bereits am 21. Mai in der
Sitzung des Geſchäftsführenden Ausſchuſſes der radikalen Partei
zu der Frage Millerand Stellung genommen. Er hat erklärt:
Ich bedauere, daß gegen Millerand eine ſo heftige Kampagne
betrieben wird, ich habe mich mit ihm darüber ausführlich aus=
geſprochen
. Jemand hat behauptet, er werde die Frage vor dem
radikalen und ſozialiſtiſch=radikalen Kongreß aufwerfen. Er ver=
lange
, daß ich mit Millerand nicht in Verbindung trete, und daß
ich es ablehne, ſein Miniſterpräſident zu ſein. Ich ſtehe auf einem
ganz anderen Standpunkt und werde die Verfaſſung
nicht verletzen. Wenn Millerand mich mit der Kabinettsbildung
betraut, werde ich dieſe Aufgabe übernehmen. Die Frage Mille=
rand
kann, wenn ſie geſtellt werden ſollte, nicht durch einen Par=
tei
=Kongreß unter Ausſchluß von Kammer und Senat gelöſt
werden.
Herriot für den europäiſchen Frieden.
TU. Paris, 31. Mai. Herriot hat heute einige ausländiſche
Jounaliſten empfangen und ihnen erklärt, daß er vor allen
Dingen im Auge habe, eine friedliche Zuſammenar=
beit
aller europäiſchen Völker herbeizuführen. Be=
züglich
Millerand hat er ſich geweigert, ſich zu äußern, mit
den Worten: Ich will freie Hände haben und als
freier Mann die Arbeit antreten.

Die Woche.

Am vergangenen Montag faßte die Reichstagsfraktion der
Deutſchen Volkspartei einen Beſchluß, der dahin ging, daß die
Reichsregierung zurücktreten müſſe, um den Weg freizumachen
für Verhandlungen mit dem Ziel einer neuen Regierung auf
breiterer Baſis. Wenige Stunden darauf zog das Reichskabinett
daraus die Konſequenzen. Eine Klärung wollte man herbeifüh=
ren
, und das eine wurde wenigſtens erreicht, daß die Deutſch=
nationalen
durch die Verhandlungen der letzten Tage gezwungen
wurden, ihre Karten aufzudecken, wobei allerdings zu bemerken
wäre, daß der Anblick, der ſich nun bot, alles andere denn er=
freulich
war. Die ſtärkſte Reichstagspartei ohne jede klare Linie
in den entſcheidenden Fragen der Außenpolitik!
Nachdem man tagelang verhandelt hatte, mußte die Führung
der Partei ſich aber ſchließlich doch in den Verhandlungen mit
Herrn Marx zu programmatiſchen Feſtlegungen bequemen, wobei
man zu dem an ſich erfreulichen, in anbetracht der Wahlkampf=
einſtellung
der Deutſchnationalen aber doch recht intereſſanten
Ergebnis kam, daß ſachliche Meinungsverſchiedenheiten ſo gut
wie nicht beſtanden. Dann aber kam am Freitag die große Ueber=
raſchung
: der brüske. Abbruch der Verhandlungen durch die
Deutſchnationalen. Einſtimmig hatten ſie den entſcheidenden
Beſchluß gefaßt, der eine Kursänderung in der auswärti=
gen
Politik verlangt, nachdem man ſich 2 Tage vorher über die
Notwendigkeit einer Kontinuität unſerer Außenpolitik ver=
ſtändigt
hatte. Gewiß, es war wohl keine gar leichte Aufgabe für
die deutſchnationale Führung, ihrer Gefolgſchaft klar machen zu
müſſen, daß Politik unter Umſtänden einen doppelten Boden hat
und daß Theſen, die ſich in Wahlverſammlungen ſehr ſchön aus=
nehmen
, in der praktiſchen Politik doch nicht ohne weiteres zu
brauchen ſind. Daß man aber Herrn Hergt ſo glatt desavouieren
würde, bleibt doch immerhin überraſchend.
Mit vollem Recht iſt von deutſchnationaler Seite während
der Verhandlungen die Bedeutung der Perſonenfrage mehrfach
betont worden. Es wäre zu wünſchen, daß man ſich in der deut=
ſchen
Oeffentlichkeit noch viel mehr als dies in Wirklichkeit der
Fall iſt, darüber Rechenſchaft gäbe, wie ausſchlaggebend tatſäch=
lich
die Perſonenfragen insbeſondere in der auswärtigen
Politik ſind. Wenn heute bei ernſt zu nehmenden Leuten kaum
noch Meinungsverſchiedenheiten darüber beſtehen, daß eine
Außenpolitik, die grundſätzlich anders eingeſtellt wäre, als die
bisherige, garnicht in Frage kommen kann, ſo wäre es doch ge=
radezu
unverantwortliche Torheit, wenn man die Perſon des
Außenminiſters, welcher der Repräſentant dieſer Außenpolitik
iſt, der parteipolitiſchen Phraſe opfern wollte. Erfreulich
eigentlich allerdings wohl ſelbſtverſtändlich daß die Deutſche
Volkspartei ſchließlich eine Erklärung in dieſem Sinne abgab,
Noch erfreulicher wäre es geweſen, wenn die Erklärung des Frak=
tionsvorſitzenden
ſo abgefaßt geweſen wäre, daß jede Miß=
deutung
ausgeſchloſſen war, um ſo mehr als ja die Gegner Dr.
Streſemanns ſtets bereit ſind, Differenzen zwiſchen ihm und ſei=
ner
Partei zu konſtruieren.
Das innerpolitiſche Ergebnis der vergangenen Woche iſt
negativ. Der Bürgerblock iſt geſcheitert, weil die Deutſchnatio=
nalen
ſich durch ihre Wahlagitation ſo hoffnungslos feſtgefahren
haben, daß jedenfalls die vorhandenen Führer das Steuer nicht
ſo raſch herumzuwerfen vermögen. In anbetracht unſerer Ge=
ſamtlage
ein überaus ernſtes Ergebnis, und wenn die demo=
kratiſche
Preſſe darauf mit einem merklichen Seufzer der Erleich=
terung
quittiert, ſo beweiſt das nur, daß auch dort recht enge par=
teipolitiſche
Erwägungen eine beträchtliche Rolle ſpielen. Aus
dem Ergebnis gilt es, entſchloſſen die Folgerungen zu ziehen, und
es wäre zu wünſchen, daß man ſich innerhalb der Reichstagsfrak=
tion
der Deutſchen Volkspartei, auf deren Entſchließungen es
jetzt ſehr ſtark ankommt, darüber vollſtändig klar wäre.
Eines ſollte man in Berlin nicht vergeſſen, nämlich, daß die
Zeit koſtbar iſt und daß auch die Lage der deutſchen Wirt=
ſchaft
in ſehr hohem Maße abhängig iſt von der politiſchen Ent=
wicklung
.
Scharfes Licht auf trübe Verhältniſſe warf die Rede, welche
der Reichsbankpräſident Dr. Schacht am vergangenen Sonntag
gelegentlich der Tagung des Hanſabundes hielt. Die kataſtro=
phale
Kreditnot zeigt die bisher durch den Inflationsſchleier ver=
hüllte
Kapitalverarmung der deutſchen Wirtſchaft in erſchrecken=
der
Klarheit. Dabei iſt die Illiquidität noch ſehr ſtark dadurch
erhöht, daß man während der unſeligen Inflationswirtſchaft
nicht nur Ueberſchüſſe ſoweit ſie nicht in Deviſen umgewandelt
werden konnten in Waren, Maſchinen und insbeſondere Ge=
bäuden
feſtlegte, ſondern auch Betriebsmittel, ſoweit ſie im Augen=
blick
entbehrlich erſchienen. Nicht mit Unrecht ſprach man von
der Baukrankheit der deutſchen Wirtſchaft. Richtig iſt aller=
dings
, daß man theoretiſch auf dieſe Weiſe die Subſtanz ret=
tete
, praktiſch aber zeigt ſich jetzt, daß eine Fabrik nur dann
ihren Wert hat, wenn der Schornſtein raucht. Mit aller nur
wünſchenswerten Klarheit hat Dr. Schacht darauf hingewieſen,
daß der Kreditgewährung ſcharfe unüberſteigbare Grenzen ge=
zogen
ſind durch währungspolitiſche Rückſichten. Tatſächlich hat
vor etwa 2 Monaten eine kurze Zeit lang die Gefahr einer
Kreditinflation beſtanden. Erfreulich, daß die verantwortlichen
Stellen dieſer Gefahr entſchloſſen begegneten, ſelbſt auf die Ge=
fahr
hin, die Sanierungskriſis dadurch vorübergehend zu ver=
ſchärfen
. Nur Auslandskredite können unſere Wirtſchaftslage
beſſern. Sie aber ſind bedingt durch die Außenpolitik.
Aber nicht nur wirtſchaftspolitiſche Erwägungen laſſen eine
alsbaldige Beendigung der deutſchen Regierungskriſis dringend
notwendig erſcheinen. Die neue Militärkontrollnote beweiſt, wie
groß die Gefahr iſt, daß die geſamte politiſche Atmoſphäre ſich
bei einer Verſchleppung unheilvoll verſchlechtert. Man ſollte in
Deutſchland darauf bedacht ſein, der antideutſchen Propaganda
in Frankreich, England und Amerika kein erwünſchtes Material
zu liefern.
Regierungskriſis in drei großen europäiſchen Ländern! Noch
immer nicht iſt endgültig entſchieden, wer in Frankreich das Erbe
Poincarés antreten wird, und die Londoner Ereigniſſe der letzten
Woche haben bewieſen, daß die Regierung Macdonald zurzeit auf
recht ſchwachen Füßen ſteht. Da ſie eine eigentliche Mehrheit im
Parlament nicht hat, iſt ſie auf die Unterſtützung durch eine der
beiden anderen Parteien von Fall zu Fall angewieſen. Nachdem
ſich aber jetzt nach den franzöſiſchen Wahlen die außenpolitiſche
Lage für England weſentlich geklärt hat, das Riſiko für den Trä=
ger
der Verantwortung alſo nicht mehr ſo groß iſt wie noch vor
einem Monat, wächſt bei Konſervativen wie Liberalen ganz

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Juni 1924,

Rummer 152.

bffenbar von Tag zu Tag die Neigung, die Leitung der engliſchen
Politik wieder ſelbſt in die Hand zu nehmen.
Eine nicht unbedenkliche Wendung nehmen die Dinge im
Oſten. Schon vor einer Woche wieſen wir auf die Verſuche Ru=
mäniens
hin, ſich durch eine Verſtändigung mit Ungarn und
Polen eine gewiſſe Deckung Rußland gegenüber zu ſchaffen. Daß
die rumäniſchen Sorgen durchaus nicht unbegründet ſind, unter=
liegt
keinem Zweifel mehr, zumal nach der Exploſionskataſtrophe,
welche am Donnerstag das Munitionsdepot von Controcuceni
vernichtete, und die man wohl kaum zu Unrecht auf ein bolſchewi=
ſtiſches
Attentat zurückführt. Die Lage der Sowjets iſt zurzeit
keineswegs ſehr roſig, und es wäre nicht das erſte Mal in der
ruſſiſchen Geſchichte, wenn die Moskauer Regierung den Verſuch
machen ſollte, die öffentliche Aufmerkſamkeit durch außenpolitiſche
Diverſionen von der innerpolitiſchen Lage abzulenken. Der letzte
ruſſiſch=polniſche Krieg hat aber gezeigt, wie ſchwierig ſich die
Lage eines militäriſch machtloſen Deutſchen Reiches bei kriegeri=
ſchen
Verwickelungen im Oſten geſtalten kann. Verhängnisvoll
wäre es, Vogelſtraußpolitik zu treiben. Nicht nur der deutſchen
Regierung erwachſen hier neue ſchwere Aufgaben, auch das
deutſche Volk in ſeiner Geſamtheit muß den Ernſt der Lage recht=
M.
zeitig klar ins Auge faſſen.

Tritt Millerand freiwillig zurück?

* Paris, 81. Mai. (Priv.=Tel.) In den Wandelgängen
des Abgeordnetenhauſes herrſcht ſeit heute morgen reges Leben.
Die größte Anzahl der Abgeordneten hat ſich bereits eingefunden.
Die Gruppe der Unabhängigen Sozialiſten und der Republika=
ner
haben bereits Sitzungen abgehalten, um die Baſis zu finden,
auf welcher ſie ſich innerhalb der parlamentariſchen Mehrheit
einigen werden. Es verlautet, daß das Linkskartell den
Beſchluß faſſen wird, daß kein Mitglied der Links=
mehrheit
die Bildung des Kabinetts aus der
Hand Millerands annehmen dürfe. Ob dieſer Be=
ſchluß
von den Linksparteien mit der nötigen Mehrheit ange=
nommen
wird, wird ſich erſt morgen nachmittag gelegentlich der
Generalverſammlung zeigen. In beſtinformierten Kreiſen wird
uns beſtätigt, daß der andauernde Kampf gegen Mille=
rand
auf den Präſidenten der Republik nicht ohne Ein=
fluß
geblieben iſt und daß er ſich im Grunde genommen
ernſtlich mit dem Gedanken trage, freiwillig ab=
zudanken
, bevor es zu einem Konflikt mit der Mehrheit um
die Präſidentenſchaft komme.

Japaniſcher Einſpruch bei Amerika.

Die Antwortadreſſe auf die italieniſche Thronrede.

*Modeſpiele.

Paris, 31. Mai. (Wolff.) Die japaniſche Botſchaft über=
giebt
der Havas=Agentur folgendes Telegramm aus Tokio zur
Veröffentlichung:
Die Mitglieder des Kabinetts, ſind am 28. Mai zu einer
außerordentlichen Sitzung zuſammengetreten und haben beſchloſ=
ſen
, bei der Regierung der Vereinigten Staaten infolge der
Form offiziell Einſpruch zu erheben: Japan hat mehr
als zehn Jahre hindurch die Beſtimmungen des Gentlemen
Agreement und die Einſchränkung der japaniſchen Auswande=
rung
nach Amerika praktiſch und ſehr ſtreng durchgeführt. Die
Vereinigten Staaten haben nun auf Grund eines neuen Ein=
wanderungsgeſetzes
nicht nur die genannte Konvention aufge=
hoben
, ſondern die Zulaſſung der Japaner nach Amerika völlig
verboten. Das ſtellt offenkundig eine rechtliche Verletzung der
Beſtimmungen des Handelsvertrages zwiſchen Japan und Ame=
rika
ſowie der auf der Waſhingtoner Konferenz unterzeichneten
Verträge dar. Botſchafter Hanihara wird nach Ueberreichung
dieſes Proteſtes an die amerikaniſche Regierung in aller Kürze
die Erlaubnis erhalten, in ſeine Heimat zurückzukehren. Nach
der Sitzung des jaraniſchen Kabinetts hat Außenminiſter Ba=
ron
Matſui Journaliſten erklärt, daß die endgültige Annahme
des antijapgniſchen Geſetzes in Amerika im Intereſſe des dauern=
den
Friedens der ganzen Welt ſehr bedauerlich ſei.

Rom, 31. Mai. (Wolff.) Die Antwortadreſſe auf die
Thronrede führt u. a. aus: Wir betrachten den ſiegreichen Frie=
den
ais unſer höchſtes Gut und wollen ihn mit allen Mitteln
ſichern. Dieſer Friede muß unſere Stärke ſein. Die Welt er=
kennt
jetzt an, daß Italien das Recht hat, ſich an der Löſung der
durch den Krieg entſtandenen internationalen Fragen, beſonders
des Reparationsproblems, zu beteiligen. Wir hegen das Ver=
trauen
zur Regierung, daß ſie es wie bisher verſtehen wird, die
Intereſſen Jigliens zu verteidigen und zur Geltung zu bringen,
indem ſie ſich vom Geiſte der Gerechtigkeit und Menſchlichkeit ge=
genüber
den Völkern und Staaten beſeelt zeigt, die in einem
ruinierten und unbefriedigten Europa ein ruhiges Leben führen
wollen.

Im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters, gab es
geſtern abend eine eigenartige Aufführung, die beſonders in der
Damenwelt außerordentlich ſtarkes Intereſſe hervorgerufen hat:
Modeſpiele! Man ſprach davon an allen Teetiſchen, in allen
Kaffeegeſellſchaften, man zerbrach ſich den Kopf darüber die
Pagenköpfe, wie die unmodern friſierten , welche neueſten
Erzeugniſſe Königin Mode zeigen wird, ob das Apachentuch oder
der ſpaniſche Shawl wirkſamer wäre, ob das Stilkleid oder die
grande Toilette; ob zu Sandalen gewordene Spangenſchuhe oder
Rokoko=Stöckelſchuhchen kleidſamer ſind, oder Wild= oder Lack=
leder
, oder der Seiden= bzw. Brokatſchuh das Modernſte ſei, und
welches der Sorgen der modernen Frau mehr ſind. Es war, als
ob alle Sorgen des Alltags verſchwinden müßten gegenüber der
einen großen Frage, was die Modeſpiele bringen werden. Eins
iſt ſicher, ſie brachten in Bezug auf die genannten Dinge ſicher
Enttäuſchungen. Enttäuſchungen, die nicht ſo ſehr ſich dahin
auswirkten, was das Auge an Schönheiten ſah, als vielmehr
dahingehend, wie kann man dieſe Träume von Duft und Chiffon,
von ſchwermütig=ſteifem Brokat und Lavendel, von Tay=Tay und
kniſternder, flüſternder Seide, von ſchlanker Linie und ausdrucks=
voller
Form materiell verwirklichen, denn eins iſt ſicher: was
wirklich ſchön, kleidſam, duftig, reizvoll und anziehend war, koſtet
Geld, und zwar viel Geld. Die Gehaltsklaſſe 13 hätte auch nach
der neueſten Beſoldungsordnung mit allen Zulagen ſelbſt für die
beſcheidenſte dieſer modernen Frauen nicht ausgereicht.

Die Modeſpiele wurden in Form einer luſtigen Dichtung
gegeben, deren Text von Hanns Link ſtammt, und zu deren
Aufführung ſich eine Reihe von Künſtlerinnen und Künſtlern
des Heſſiſchen Landestheaters zur Verfügung geſtellt haben. Den
Vorwurf der Dichtung gab aus freier Phantaſie geſchöpft ein
Streik der Engel. Eine Anzahl Engel, von denen niemand
weiß, ob ſie femininen oder maskulinen Geſchlechts ſind, die
allerdings der Dichtung nach dem erſteren angehören, benimmt
ſich höchſt ungezogen im Himmel, ſtreikt wegen der unmodernen
Engelsuniform und als ſich ihre Wünſche ſchließlich konzentrier=
ten
auf neue Kleider und auf den noch ſündhafteren Wunſch
nach dem Wiederſehen mit irgendwelchen männlichen Erdenpil=
gern
, erſcheint zu alledem eine Modediva im Himmel, die ſich nach
Petrus' Anſicht in der Etage geirrt hat und durch die die Schar
der Engel reſtlos in Verwirrung geſtürzt wird. Durch ein Rieſen=
fernrohr
beobachten Petrus und die Engel die Erde und ſehen
die Modeſchau, die ſich dann im Himmel abſpielt. Die Modediva
hat nämlich eine ungeheuere Auswahl der neueſten Toiletten und
Pelze mit allem, was ſonſt zur Ausſtattung der mondänen Frau

Vom Tage.

Die Ausſprache zwiſchen der bayeriſchen und
preußiſchen Regierung anläßlich des bekannten Welfen=
briefes
des bayeriſchen Miniſters Schweyer führte, dem Preußi=
ſchen
Preſſedienſt zufolge, zu einer befriedigenden Löſung
zwiſchen den beiden Regierungen.
Nach einer halbamtlichen Mitteilung gilt die durch die Preſſe ge=
gangene
Meldung des Verſammlungsverbotes im Reich
nicht für Bayern. In Bayern bleibt vielemhr der bayeriſche
Ausnahmezuſtand und die bayeriſche Handhabung der Ver=
ſammlungsverbote
in Kraft.
Unter dem Titel Wormſer Tageszeitung erſcheint ſeit
Freitag in Worms ein Kopfblatt der in Mainz erſcheinenden Mainzer
Tageszeitung.
Der britiſche Staatsſekretär für den Krieg Walſh iſt im Flug=
zeug
in Köln eingetroffen und hat hier eine Beſichtigung über
den britiſchen Truppenkörper in der Nähe von Köln=Porz abgehalten.
Nach einer Pariſer Meldung wird Poincaré nunmehr wieder
ſeine regelmäßige Mitarbeit in der Preſſe aufnehmen und ſich
mit politiſchen Beiträgen an der Revue deux mondes und im Matin
beteiligen.
Das Begräbnis des Diplomaten Paul Cambon fand geſtern vormit=
tag
11 Uhr in Paris ſtatt. Poincaré wohnte dem Begräbnis bei,
Ebenſo der engliſche Botſchafter und andere politiſche Perſönlichkeiten.
Er wurden keine politiſchen Reden gehalten.
Das holländiſche Miniſterium des Aeußern teilt mit: Am 30. Mai
wurde in Warſchau ein niederländiſch=polniſcher Handelsvertrag unter=
zeichnet
, dem auch die Freie Stadt Danzig beigetreten iſt.
Nach dem nunmehr feſtſtehenden Programm wird ſich das italie=
niſche
Königspaar vom 7. bis 11. Juni in Madrid aufhalten.
Die engliſche Regierung hat dem Völkerbundsrat für ſeine
Junitagung einen Antrag zugehen laſſen, worin ſie die genaue Feſt=
legung
der perſönlichen Befugniſſe und der Verantwortung der ein=
zelnen
Mitglieder der Regierungskommiſſion des Saargebietes anregt.
Wie in unterrichteten Kreiſen verlautet, hat die litauiſche Regierung
an das Völkerbundsſekretariat eine Note gerichtet, worin ſie auf Kon=
zentration
polniſcher Truppen an der polniſch=litauiſchen
Demarkationslinie und auf die Verſtärkung der Polizei im Wilnagebiet
aufmerkſam macht.
Reuter meldet aus Peking, daß China die Sowjetregie=
rung
anerkennt.

Die Beamten=Spitzenorganiſationen
gegen die Beſoldungsneuregelung.

Die Beamten=Spitzenorganiſationen, und zwar der Deutſche
Beamtenbund, der Allgemeine Deutſche Beamtenbund, der Ge=

ſamtverband deutſcher Beamtengewerkſchaften und der Gewerk=
ſchaftsring
, haben heute bei den Fraktionen des Reichstags gegen
die von der Reichsregierung vorgenommene Beſoldungsneurege=
lung
ſcharfen Einſpruch erhoben.
Der Einſpruch hat folgenden Wortlaut:
An die Fraktionen des Reichstages
Die von der Reichsregierung ab 1. Juni durch Verordnung vorge=
nommene
Neufeſtſetzung der Gehälter hat in der Beamtenſchaft Em=
pörung
hervorgerufen, weil ſie unzureichend und dazu noch unſozial iſt.
Die unterzeichneten Spitzenorganiſationen der Beamten wenden ſich da=
her
an die Fraktionen des Reichstages und erwarten, daß angeſichts der
wirtſchaftlich und politiſch gleich unhaltbaren Gehaltsneuregelung die
nach dem Volkswillen berufenen Vertreter des Deutſchen Volkes hierzu
Stellung nehmen und eine Neugeſtaltung nach ſozialen Geſichtspunkten
vornehmen.
Für die Beamtenſchaft brach bei der Umſtellung der Wirtſchaft auf
eine ſtabile, Grundlage eine neue Entbehrungsepoche an, die nur unter
völliger Hintanſetzung jeder Rückſicht auf ihre körperlichen und ſeeliſchen
Kräfte in dem feſten Glauben ertragen wurde, daß dieſe Zeit über=
mäßigen
Elends nach Möglichkeit begrenzt werde und es daher nur galt,
für dieſe Zeitſpanne alle Kräfte zur Erhaltung des Daſeins zuſam=
menzureißen
. Unterſtützt wurde dieſe Auffaſſung durch Aeußerungen
der Reichsregierung, die die Schaffung erträglicher Verhältniſſe in nahe
Ausſicht ſtellte.
Die Kraft der Beamtenſchaft iſt nun am Ende.
Alle Möglichkeiten, die unzureichende Beſoldung noch weiter zu er=
tragen
, ſind erſchöpft. Selbſt unentbehrlicher Hausrat iſt veräußert.
Die Ernährung iſt auf ein unerträgliches Maß beſchränkt. Bei ſpar=
ſamſter
Wirtſchaftsführung reichen die Bezüge in den unteren Gruppen
nicht für das nackte Leben.
Die Beſoldungsaufbeſſerung vom 1. April 1924 brachte keine fühl=
bare
Erleichterung
Im Monat Mai ſteigerte ſich die Not zur Kataſtrophe und in einem
einzigen Hilferuf wandte ſich die Beamtenſchaft an die Reichsregierung,
die das Recht und die Pflicht hat, der wirtſchaftlich zuſammengebroche=
nen
Beamtenſchaft die Lebensmöglichkeit wiederzugeben.
Statt deſſen erkennt die Reſchsregierung nur für die höheren Be=
ſoldungsgruppen
die Notwendigkeit einer fühlbaren Aufbeſſerung an.
Sie gewährt z. B. der Beſoldungsgruppe 13 eine Erhöhung des Grund=
gehalts
um 71 Prozent oder monatlich 332.50 Mark mehr. Den Beam=
ten
der Beſoldungsgruppe 2 und 3 billigt ſie dagegen nur 17 Prozent
Erhöhung des Grundgehalts zu. Dieſe Beamten erhalten demnach nur
Mehrbeträge von 14.50 Mark bis 16 Mark monatlich.
Im beſetzten Gebiet beträgt die Erhöhung infolge der gleichzeitigen
Herabſetzung der örtlichen Sonderzuſchläge ſogar nur 9 Mark bis 10.20
Mark im Monat für die beiden vorgenannten Beſoldungsgruppen. Die
Beamten in dieſen Stufen würden daher erſt in einem Zeitraum von

ungefähr 3 Jahren den Betrag als Erhöhung erhalten, den die Regie=
rung
für die Beamten der Beſoldungsgruppe 13 als Mindeſterhöhung
in einem Monat für erforderlich erachtet. In den Verhandlungen im
Reichsfinanzminiſterium wurde bereits von den Beamtenſpitzenorga=
niſationen
auf die unausbleibliche und jetzt bereits eingetretene Empö=
rung
der Beamten in den beſetzten Gebieten hingewieſen, die die wie=
derholte
Herabſetzung der örtlichen Sonderzuſchlage auszulöſen geeig=
net
iſt. Dieſe Herabſetzung iſt nach der Auffaſſung der unterzeichneten
Spitzenorganiſationen politiſch denkbar unklug.
Die Beamten in den niederen Gehaltsgruppen waren auch in Frie=
denszeiten
nur kärglich beſoldet. Dabei reichte die Beſoldung bei dieſen
nur zur Befriedigung der dringendſten Lebensbedürfniſſe. Der Fort=
dauer
der jetzigen Einſchränkung ſind jedoch zeitlich Grenzen geſetzt und
es iſt unmöglich, den Entbehrungsfaktor für die Beamten in den nie=
deren
Beſoldungsgruppen in demſelben Maße oder gar noch ſtärker zu
ſteigern, wie bei den Beamten der höheren Beſoldungsgruppen. Das
Friedensgehalt als Maßſtab zu nehmen, erſcheint außerdem in einem
Zeitpunkt, wo die geſamte Lebenshaltung noch keineswegs auf den Frie=
densſtand
abgeſtellt werden kann, höchſt anfechtbar.
Dieſe Tatſache hat die Reichsregierung bei dieſer Beſoldungsneu=
regelung
nicht beachtet. Sie will z. B. den Beamten in den unteren und
mittleren Beſoldungsgruppen noch nicht einmal den gleichen Vomhun=
dertſatz
des Friedenseinkommens für ihre Leiſtung zubilligen, wie den
oberen Beſoldungsgruppen. Dieſe Handlungsweiſe iſt ungerecht.
Die Beamtenſchaft iſt der Auffaſſung, daß die Bemeſſung der Be=
ſoldung
lediglich nach dem Leiſtungsprinzip erſt bei einer geſunden
Wirtſchaftslage Deutſchlands durchgeführt werden kann, wenn Wirt=
ſchaft
und Staat höchſtwertige Leiſtungen in vollem Umfange vergüten
können. Solange die wirtſchaftliche Lage dazu zwingt, Leiſtungen nur
durch Teilbeträge ihres eigentlichen Wertes zu entgelten, gebietet es die
ſoziale Pflicht eines Kulturſtaates, die an und für ſich gering bewertete
Leiſtung einer voll in Anſpruch genommenen Arbeitskraft in einem ver=
hältnismäßig
weitergehenden Umfange zu vergüten als die hochzube=
wertende
.
In Erkenntnis dieſer Notwendigkeit beſchränken ſich die Spitzen=
organiſationen
in den Verhandlungen mit der Regierung ſchließlich auf
die Forderung der gleichen prozentualen Erhöhung des Grundgehalts
aller Beſoldungsgruppen, wie ſie in der Regierungsvorlage für das End=
gehalt
der Gruppe 13 vorgeſehen war.
Die Beamtenſchaft erwartet von der Volksvertretung, eingedenk der
Zuſicherungen, die ihr bei den Programmerklärungen der einzelnen Par=
teien
gegeben wurden, daß ihr Anruf des Gerechtigkeitsgefühls und der
Erkenntnis des Notwendigen nicht ungehört verhallt.
Die unterzeichneten Spitzenorganiſationen erſuchen daher die Frak=
tionen
des Reichstags, anſtelle der von der Reichsregierung vorgenom=
menen
16. Ergänzung des Beſoldungsgeſetzes eine Neuregelung zu
ſetzen, die nicht in erſter Linie das Ziel hat, die Friedensſpannungen
unter den Beſoldungsgruppen wiederherzuſtellen ſondern vor allen
Dingen die aufzuwendenden Mittel zunächſt zur Sicherung der Lebens=
möglichkeit
aller Beamten vermendet.
Deutſcher Beamtenbund; Allgemeiner deutſcher Beamtenbund;
Geſamtverband deutſcher Beamtengewerkſchaften; Ring deutſcher
Beamtenverbände.
Den vorſtehenden Darlegungen ſchließen ſich für die durch den
Reichstarifvertrag vom 2. Mai 1924 auf das engſte mit der Beamtenbe=
ſoldung
verbundenen Reichsangeſtellten vollinhaltlich an:
Allgemeiner freier Angeſtelltenbund; Gewerkſchaft der Angeſtellteny
Geſamtverband deutſcher Angeſtelltengewerkſchaften.

Beendigung des Ruhrſtreiks.
Wiederaufnahme der Arbeit.

Bochum, 31. Mai. Die vier Bergarbeiterverbände ſagen
in einem Aufruf an die Bergarbeiterſchaft, daß der Streik durch
die Annahme des Schiedsſpruchs beigelegt ſei. Die Belegſchaft
wird aufgefordert, die Arbeit nunmehr wieder aufzunehmen, und
ſich nicht von der kommuniſtiſchen Streikleitung irreführen zu
laſſen. Der Schiedsſpruch vom 27. Mai bedeute gegenüber dem
vom 16. Mai eine weſentliche Verbeſſerung für die Arbeiter.
Eſſen, 31. Mai. In der heutigen Frühſchicht ſind auf
vielen Zechen des Ruhrbergwerks die Belegſchaften zum größten
Teil wieder eingefahren. Auf Zeche Caroline iſt die Beleg=
ſchaft
vollſtändig zur Arbeit erſchienen. Auf den ſonſtigen Zechen
ſchwankt die Zahl zwiſchen 53 und 92 Prozent.

Oberſchleſiſche Betriebsräte=Konferenz.

Kattowitz, 31. Mai. Die geſtrige Konferenz der Betriebs=
räte
, an der 400 Delegierte teilnahmen, hat den Vorſchlag der
oberſchleſiſchen Induſtriellen angenommen, wonach der Lohn=
abbau
der Bergarbeiter 10,7 Prozent und der der Hüttenarbeiter
12 bis 22 Prozent betragen ſoll. Die Konferenz drückte ferner die
Hoffnung aus, daß die Kaufleute und die Gewerbetreibenden in
allernächſter Zeit den Preisabbau in die Wege leiten. Weiter
beſchloß die Konferenz bis zum Donnerstag eine Abſtimmung
darüber durchzuführen, ob in den Streik getreten werden ſoll.
Die Konferenz forderte die Zentralregierung auf, die Induſtriel=
len
zu veranlaſſen, Repreſſalien zu unterlaſſen, bis das Ergebnis
der Streikabſtimmung bekannt ſei. Die Konferenz verlangte fer=
ner
von der Zentralregierung, daß ſie künftig alle Regierungs=
aufträge
innerhalb des Landes vergibt.

gehört, mit in den Himmel gebracht, und Petrus' zweitauſend
Jahre hindurch unerſchüttert gebliebene männliche Tugend gerät
ſtark ins Wanken, als die Schar der angehenden Engel nun dieſe
Kleidergedichte nacheinander probieren und vor ihm Revue
paſſieren. Daraus ergibt ſich die Doppelbühne. Das heißt, der
Zuſchauer erlebt gleichzeitig den Himmel hoch oben und das, was
Petrus beobachtet, unten auf der Bühne. Eine an ſich luſtige
Idee, harmlos und ohne großen Anſpruch auf literariſchen
Wert, humorvoll bearbeitet, aktuell geſtaltet und ausgeſchmückt
durch verſchiedene Einlagen lokalen Einſchlags.

Zu dieſer Lokaliſierung des Textes mußte der Große Woog
und Bienchen Bimmbernell herhalten, ebenſo wie der neue
legale‟. Darmſtädter Theatergewaltige. Und die an ſich ent=
zückende
, wenn auch pikante Einlage war Die Marquiſe von
Fontainebleau, die ihren Pagen=Liebhaber beim plötzlichen
Stören des Tete=a=tetes durch den Marquis unter der Krino=
line
verſchwinden läßt.
In der Handlung waren darſtelleriſch tätig Emil Kroczak
als Petrus, ferner Aenne Osborn Martha Fleiſchmann
Wally Martin und Hertha Greeff, die erſteren drei als
ſchicke und temperamentvolle Probeengel, Hertha Greeff als
Modediva, in welcher beneidenswerten Rolle die Künſtlerin in
gleichem Maße Grazie, Chik und anmutige Eleganz der Bewe=
gungen
entwickelte, wie ſie temperamentvoll ſang und ſpielte.
Auf der Modebühne waren künſtleriſch tätigt Käthe Gothe=
Schneider, die zu verſchiedenen mit Eleganz präſentierten
Koſtümen und duftigſtem Wäſcheſpitzengerieſel, wie auch zum
ledernen Sportdreß auf dem Motorrad ernſte und heitere Chan=
ſons
ſang, Wera Donalies, die die Marquife darſtellte, Theo
Bögel als Marquis, und Wally Martin als entzückender
Krinolinenpage. Das pikante Gedicht ſprach Hertha Greeff.
Die künſtleriſche Leitung hatte Emil Kroczak, die muſikaliſche
Paul Sander, die Bühnenarchitektur war von Gg. Pfeiffer.

Die Handlung gab, wie geſagt, nur den Rahmen zur
Hauptſache: der Modenſchau. Wollte man hierin die Lei=
ſtungsfähigkeit
der einſchlägigen Darmſtädter Geſchäfte oder der
Modekünſtler zeigen, ſo war der Erfolg fabelhaft. Ueber 200
Koſtüme wurden von den Probeengeln und Manequins durch
die Lichtkegel der zahlloſen Scheinterfer getragen und innen
und außen präſentiert. Vom zarten Spitzengerieſel mondäner
Wäſche über Schuh, Koſtüm, Geſellſchaftskleid, Hut und Pelz
und all den undefinierbaren Kombinationen von Kleid, Mantel,
Pelz, Umhang und Shawl, wurde in über 200 Exemplaren alles
gezeigt, was die modernſte Modekunſt heute hervorbringt. Ge=
dichte
und Sinfonien, zarter Duft und ſchwere Pracht. Seide,

Liberty, Chiffon, Brokat, Tuch und Leder. Eines übertraf das
andere an Duft, Farbe und Form. Mit einem Wort: fabel=
haft
! Man müßte Fachmann ſein, wollte man jedes einzelne
dieſer Gedichte kritiſch unter die Lupe nehmen oder beſprechen,
Vielfach löſte dieſe Kunſt, ſich elegant anzuziehen, ſpontanen
Beifall in dem zu 90 Prozent aus Damen beſtehenden Publikum
aus, aber auch Seufzer der Reſignation und Entſagung: Wek
das doch kaufen könnte!!

An der Modeſchau waren laut Programm die nachſtehenden
Firmen beteiligt: Koſtümſchau: Carl Schürmann u. Co. Pelz=
ſchau
: F. Schmidtmann Hüte: Johanna Becker Wäſche:
H. u. F. Becker Stiefel: Speiers Schuhwarenhaus Hand=
taſchen
und Pompadours: Karl Rooſen Kriſtall: Heinz Hebe=
rer
Parfüms: Parfümeriegeſchäft Fritz Müller jr. Friſuren;
Willy Hermes Korbmöbel: Ludwig Netz Rogofen (Radio);
Auguſt Wilk Liköre: Bols Zigaretten: Zigarettenfahrik
Menes, Wiesbaden Motorrad Gaggenau Fahrradhaus
Südoſt Schirme: Karl Jordan. Die künſtleriſchen Anhänger,
wundervoll gefaßte Halb= und Ganzedelſteine waren von Kunſ
und Keramik (Heinz Heberer).

Das Haus war anſcheinend ausverkauft. Man ſiehi,
es gibt immer noch Möglichkeiten, die Theater zu füllen. M. Si=

Darmſtädter Ausſtellungen.

Kunſt und Keramik.
Die Ausſtellungsräume der Kunſt und Keramik, der ſtände
gen Ausſtellung von Kunſt und kunſtgewerblichen Gegenſtändel
verdienen es, daß man den Beſuch warm empfiehlt. Es win
ſcheinen, daß die Darmſtädter kunſtliebende Bevölkeruug, Ee
Kunſt und Keramik nicht in dem Maße beachtet, das erforder
lich iſt, um ein derartiges Unternehmen wirtſchaftlich aufrecht 36
erhalten, wobei zu bedenken iſt, daß dieſes Unternehmen in keine
lei Weiſe durch irgendwelche öffentlichen Mittel finanziert wile,
ſondern ausſchließlich von der Opferfreudigkeit des Inhabele
finanziell getragen werden muß. Es wäre bedauerlich, wel
dieſes Unternehmen die derzeitige wirtſchaftliche Kriſe niche
überſtehen könnte, es liegt am Publikum, dies zu verhindere

Zurzeit hat der Bensheimer Maler und Radierer Ham‟
mann eine umfangreiche Kollektion ſeiner ausgezeichneten, ſilt
mungsreichen, an gute japaniſche Kunſt erinnernden, jedog

durchaus ſelbſtändig gelebten Blätter, ausgeſtellt. Auf dEei
Ausſtellung werden wir demnächſt eingehend zurückkonmmen=

[ ][  ][ ]

Hummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Junf 1924.

Seite 3.

Was nun?
Von unſerer Berliner Redaktion.
Mit dem Samstag haben ſämtliche Bemühungen der Deut=
hen
Volkspartei, die Deutſchnationalen zu einer bürgerlichen
ſegierung heranzuziehen, ihr Ende gefunden. Die Deutſche
kolkspartei hat nun auch in ihrer Fraktionsſitzung vom Vor=
rittag
feſtſtellen müſſen, daß durch den Beſchluß der Deutſch=
utionalen
ihre Bemühungen zur Fruchtloſigkeit verurteilt wor=
hn
ſind. Innerhalb der Deutſchnationalen hat alſo der radikale
ſlügel die Oberhand behalten, und Herr Hergt mußte feſtſtellen,
eine Mehrheit für die von ihm berfolgte Politik nicht vor=
ſinden
war. Der Forderung des Vorſitzenden der Deutſchen
ſolkspartei, Dr. Scholz, der Reichspräſident möge nun die
geutſchnationalen mit der Regierungsbildung beauftragen, da
de Deutſchnationalen die ſtärkſte Fraktion im Reichstag ſind
ud auch in der ſchärfſten Weiſe zur Mitverantwortung heran=
wzogen
werden müßten, iſt dieſer nicht gefolgt.
Somit bleiben jetzt nur noch die Wege übrig: die große Kog=
ion
zu bilden oder das alte Kabinett Marx=Streſemann wieder
us Leben zu rufen. Am Montag vormittag werden die Mittel=
prteien
in ihren Fraktionsſitzungen ſich darüber ſchlüſſig werden,
wlchen dieſer beiden Wege man einſchlagen ſoll. Nach unſeren
Rformationen iſt man ſich bei den Demokraten und dem
Zentrum jetzt bereits darüber einig, daß die kleine Koa=
Iſtion wieder herzuſtellen iſt, unter Neubeſetzung einiger
Miniſterpoſten. Wie ſich die Deutſche Volkspartei zu dieſer An=
geegenheit
ſtellen wird, ſteht im Augenblick noch nicht feſt. Es
iſtaber nicht ausgeſchloſſen, daß ſie ſich zu einer ſolchen Löſung
helennen wird. Eine kleine Koalition iſt aber ohne die Unter=
ſützung
der Sozialdemokratie zum mindeſten in außenpoli=
iſchen
Fragen arbeitsunfähig, und dieſe wird ſich natürlich die
Inenpolitik recht teuer bezahlen laſſen.
Es war politiſch unklug, daß die Deutſchnationalen, obwohl
ſiegerade in den letzten Verhandlungen ſachlich kaum noch Ein=
wndungen
machten, plötzlich auf die Regierungsfrage in Preu=
fen
einſchwenkten und ſomit den Bruch herbeiführten. Die
Nutſchnationalen werden alſo weiterhin in
dir Oppoſition bleiben, obwohl gerade aus außen=
ſylitiſchen
Gründen ihre Mitarbeit am Platze geweſen wäre. Sie
ſaſſen heute durch die Kreuzzeitung mitteilen, daß ſie feſt ent=
ſchloſſen
ſind, durch ſchärfſte Oppoſition die Unmöglichkeit und
lnhaltbarkeit etwaiger Minderheitsregierungen zur Geltung zu
fungen. Man darf hieraus wohl ſchließen, daß ſie auch bei der
Beratung der Geſetzentwürfe über das Sachverſtändigengut=
eichten
Oppoſition üben werden, obwohl ſie ganz genau wiſſen,
rpie ſchwierig die Lage der deutſchen Induſtrie iſt und wie not=
Ependig dieſe ausländiſche Kredite braucht. Die Folge wird aber
vhl eine neue Auflöſung des Reichstags ſein.
Bue Aufregungen werden über das Volk kommen. Es würde
Xu ſein, wenn die neue Regierung ſchnellſtens den volkspartei=
Acen Antrag, das Wahlalter auf 25 Jahre heraufzuſetzen, dem
Beſchstag zur Beratung zuſtellen würde, damit dieſer Antrag
nroh vor einer möglichen Auflöſung zur Annahme gelangte. Die
Ainaufſetzung des Wahlalters ſchließt doch immerhin bis zu
ym gewiſſen Grade die Gewähr in ſich, daß dadurch die Par=
ien
der Unentwegten auf ein vernünftiges Maß zurückgedreht
ſhuden und die ſtaatserhaltenden Elemente zur vollen Geltung
Wymen.

Erneute Fraktionsſitzungen.

Berlin, 31. Mai. Infolge des Abbruchs der Verhandlun=
cnüber
die Regierungsbildung mit den Deutſchnationalen ſind
heute vormittag die Fraktionen der Deutſchen Volkspartei, des
Zintrums und der Demokraten zu Sitzungen zuſammengetreten.
Si Möglichkeit der Bildung einer ſogenannten kleinen Kogli=
ttu
, die die drei genannten Parteien umfaßt, iſt nunmehr in
4en Vordergrund getreten. Die Entſcheidung dieſer Frage liegt
zu Zeit bei der Deutſchen Volkspartei.

Aus der kunſtgewerblichen Abteilung intereſſiert die Lieb=
kber
vornehmer bibliophil ausgeſtatteter Bücher und Druck=
ſlitzen
, die von der Ratio=Preſſe und der Firma L. C.
Wittich ausgeſtellt ſind. Die Ratio=Preſſe hat verſchiedene
ſur neueſten Erzeugniſſe ausliegen: Unter anderem Goethes
uſias, das Wettloopen, den Wiedehopfkalender, die Floh=
Hy uſw. Ueber die vornehm künſtleriſche Herſtellung und Aus=
fünung
dieſer Druckwerke, iſt an dieſer Stelle ſchon oft geſprochen
ünden. Immer erneut wird die Schönheit des Satzbildes, die
Schriftwahl und die Einordnung der Klluſtrationen, ſowie die
Auſterhafte kunſtgewerbliche Erſtellung der Einbände, dem Be=
ähuer
eindringlich merkbar. Von der Firma L. C. Wittich ſind
exu Anzahl wertvoller Druckwerke, die dieſe Firma im Auftrage
wechiedener in= und ausländiſcher Verlage herſtellte, ausgelegt.
Ayer anderem ſind vorhanden ein Monumentalwerk Deutſches
Wſock und Rokoko, Gottfried Kellers Der grüne Heinrich,
e4n Kollektion antiker Druckſachen aus dem 17. und 18. Jahr=
ndert
, ferner die Jubiläumsausgabe des Götz von Verlichin=
gri
' und die Broſchüre von Bräuning=Oktavio, in der der Nach=
wis
geführt wird, daß der Erſtdruck des Götz von der Darm=
ſtifichter
Firma L. C. Wittich hergeſtellt wurde, und vieles andere.
Als Neuheit hat Kunſt und Keramik Puppen aufgenom=
mſ
, die das Entzücken der Kinderwelt bilden. Selbſtverſtändtich
häwdelt es ſich auch hierbei nicht um Maſſenware, ſondern um
Sſielſ achen, die künſtleriſchen Wert haben. Die Entwürſe und
Eidellierungen ſtammen von der Berliner Kunſtgewerblerin
Hlis Beaumont. Jede dieſer entzückenden Puppen iſt
exſentl ich Original, jede iſt von der Künſtlerin ſelbſt angezogen
uu bemalt. Zu dem künſtleriſchen Wert dieſer Puppen, der ſich
in veſentlichen darin ausprägt, daß ſie tatſächlich Kinder=
ſiweze
uge ſind, einen unbedingten Puppencharakter tragen,
kckmnt, die weitgehendſt garantierte Haltbarkeit. Sie ſind nicht nur
cängſchbar, ſondern können ſich ſogar häuten, d. h. man kann,
fürlz die äußere Hülle wirklich unanſehnlich geworden iſt, dieſe
tizſichlich abziehen, und man findet darunter eine neue Hülle. Be=
bächugt
hat die Künſtlerin Trachten, die den Originalen täu=
ſiſtend
nachgebildet wurden. In den Geſtellen iſt keinerlei Draht
var dergleichen verwendet, ſo daß dieſe Puppen biegbar und je=
däc
umzerbrechlich ſind.
Dazu kommt eine kleine Kollektion Stuttgarter Holz=
heiel
ſachen. Auch hier iſt in Form und Farbe das für kind=
1Rcs Spielzeug Notwendige durchaus feſtgehalten. Die primi=
tMnſhnitzten
Holzfiguren ſind beweglich, und zwar in der Cha=
rAhA
ſſtik deſſen, was ſie darſtellen: Reiter, Segelboot, Ruderer,
SEwä ne uſw.

Die Möglichkeit der kleinen Koalition.
Berlin, 31. Mai. Im Zuſammenhang mit den heute
vormittag begonnenen Beſprechungen über die Kabinettsbildung
auf der Grundlage der ſogenannten kleinen Koalition iſt in Ber=
lin
die Nachricht verbreitet, daß bei dem Wiedererſtehen des bis=
herigen
Kabinetts drei Portefeuilles neu beſetzt werden dürften,
das Innenminiſterium, das Wirtſchaftsminiſterium und das
Reichsjuſtizminiſterium. Für das letztere käme vorausſichtlich
der Deutſche Volksparteiler Geheimrat Dr. Kahl in Frage.
Ablehnung Hergts durch den Reichspräſidenten
Berlin, 31. Mai. Es verlautet, daß der Reichskanzler
Dr. Marx und der Fraktionsführer der Deutſchen Volkspartei
Dr. Scholz geſtern abend dem Reichspräſidenten vorgeſchlagen
hätten, den Fraktionsführer der Deutſchnationalen, Dr. Hergt,
mit der Kabinettsbildung zu beauftragen. Dieſe Behauptung
trifft, ſoweit der Reichskanzler Dr. Marx in Frage kommt, nicht
zu. Richtig iſt nur, daß der Abgeordnete Scholz einen ſolchen
Vorſchlag gemacht hat. Dieſer Vorſchlag iſt aber vom Reichs=
präſidenten
abgelehnt worden.
Ein Oeutſchnationales Oementi.
Berlin, 31. Mai. Von der deutſchnationalen Preſſeſtelle
wird die durch den ſozialdemokratiſchen Parlamentsdienſt ver=
breitete
Behauptung, daß deutſchnationale Deputationen zur
franzöſiſchen Botſchaft in Berlin und ein deutſchnationaler poli=
tiſcher
Beauftragter nach Paris entſandt worden ſeien, um mit
franzöſiſchen Politikern oder Regierungsſtellen zu verhandeln, über die Regierungsbildung ſind noch zu keinem Ab=
als
von A bis Z erfunden bezeichnet. Weder ein Herr von
Nadowitz noch irgendein anderer Herr habe in Paris im Auf=
trage
der Parteileitung oder irgendeiner anderen Stelle der
Deutſchnationalen Volkspartei Verhandlungen geführt oder Be=
ſprechungen
gepflogen. Der genannte Bruder des Staatsſekre=
tärs
von Nadowitz befindet ſich im übrigen zur Zeit bei der
deutſchen Geſandtſchaft in Moskau.
*
Berlin, 31. Mai. Zu dem geſtrigen Beſchluß der Deutſch=
nationalen
verlautet aus Deutſchnationalen Kreiſen, daß dieſer
Beſchluß nicht eine Abſage zu dem Gedanken eines großen Bür= ſchweigen bewahrt.
gerblocks als ſolchen bedeutet, ſondern nur gefaßt wurde, weil
nach Anſicht der Fraktion die Verhandlungen mit Marx keine
Ausſicht auf Erfolg mehr boten. Daß irgend ein anderer Weg / München, 31. Mai. Der Bayeriſche Kurier wendet ſich
gefunden werde, iſt nach Anſicht der Deutſchnationalen nicht aus=
geſchloſſen
.
Zwei Erklärungen der Deutſchen Volkspartei.
Berlin, 31. Mai. In der heutigen Fraktionsſitzung der
Deutſchen Volkspartei, die heute nachmittag bald nach 2 Uhr be=
endet
war wurde folgende Entſchließung angenommen:
Die Deutſche Volkspartei weiſt die anläßlich der Regie=
rungsbildung
gegen das Fraktionsmitglied Streſemann
erhobenen Angriffe aufs Schärfſte zurück. Sie betont aufs neue,
daß ſie ſeine politiſche Tätigkeit, vor allem ſeine Arbeit als
Reichsaußenminiſter durchaus billigt und ſein Ver= ſozialiſtiſchen Kritik berechtigten Anlaß zu Angriffen gegeben habe.
bleiben im Amt, ſo lange fordert, als Streſe=
mann
ſelbſt ſeine Dienſte in dieſem Amt dem Bom Reichsparteitag der Großdeutſchen Nartei.
Vaterland zur Verfügung ſtellt. Zu dieſer Haltung
werden wir in erſter Linie durch die Erwägung beſtimmt, daß
durch einen Wechſel der Perſon nicht den Anſchein einer außen=
politiſchen
Kursänderung hervorzurufen.
Die Deutſche Volkspartei faßte in der Fraktionsſitzung außer
der Entſchließung über das Feſthalten an der Miniſterſchaft
Streſemanns noch eine Reſolution, in der es heißt: Die Frak=
tion
der Deutſchen Volkspartei wurde durch die geſtrige Er=
klärung
der Deutſchnationalen vor eine neue Lage geſtellt. Wir
ebenſo wie die Deutſche Volkspartei gewillt ſeien, unter Fort=
führung
der Grundlinien der bisherigen Außenpolitik eine Zu=
ſammenfaſſung
aller bürgerlichen Kräfte herbeizuſühren. Sie
war zu dieſer Annahme um ſo mehr berechtigt, als die geſamte
außenpolitiſche Lage und die Situation der deutſchen Wirtſchaft,
einſchließlich der Landwirtſchaft, namentlich in der Kreditfrage,
die Annahme und beſchleunigte Durchführung des Sachverſtän=
digengutachtens
gebieteriſch fordern, wobei die Deutſche Volks=
partei
die Sicherung der politiſchen und Ehren=Forderungen als
ſelbſtverſtändlich betrachtete. Durch die Veröffentlichung des
deutſchnationalen Beſchluſſes mit ſeiner parteioffiziöſen miniſter: Ingmann, Außenminiſter: Procope, Finanzen: Pulk=
Kommentierung, insbeſondere durch die Forderung einer kinen, Juſtiz: von Hellens, Landwirtſchaft: Lahdenſuo, Vertei=
Kursänderung in der auswärtigen Politik, ſind
Fruchtloſigkeit verurteilt. Ihre Rolle als ehrlicher ſters iſt noch nicht beſetzt.

Aus der umfangreichen Ausſtellung gediegener Keramiken
und Porzellane intereſſiert noch ein Service der ſtaatlichen
Porzellanmanufaktur Berlin, das in Verbindung
mit einem ſehr ſtilvollen Speiſezimmer der Firma Alter aus=
geſtellt
iſt. Die einzelnen Stücke dieſes Services haben ebenfalls
künſtleriſchen Originalwert, es iſt das ſogenannte Roſen=Service,
in dem jedes einzelne Stück ein anderes Roſendekor trägt. Fer=
ner
eine reizvolle Zierplatte (Hutſchenreuther Porzellan). Die
Dresdener Handmalerei zeigt eine farbenprächtige Allegorie
Venus und Mars, das übrige Dekor reich aufgelegte Vergol=
dung
auf blauem Grund. Endlich ſind zu erwähnen eine An=
zahl
entzückend bewegter Figurengruppen, aus der Fürſten=
berger
Porzellanmanufaktur. Durchweg Jubiläumsſtücke in
den alten Formen gegoſſen und mit Originalſtempel verſehen.
Die Ausſtellung iſt jetzt auch Sonntags zwiſchen 11 und 1 Uhr
M. St.
geöffnet.
* Geſchichten von Klaus Groth.
Zu ſeinem 25., Todestag, 1. Juni.
Am 1. Juni iſt ein Vierteljahrhundert dahingegangen ſeit
dem Tage, an dem der Wiederentdecker und Klaſſiker der platt=
deutſchen
Literatur, Klaus Groth, dahinſchied. Ihm verdankt es
das plattdeutſche Schrifttum, deſſen Schriftſprache er neu geſchaf=
fen
hat, daß es heute in ſo reicher Blüte ſteht. Als einer unſerer
großen Lyriker lebt Groth in der deutſchen Dichtung fort, und
auch die Echtheit und Wärme ſeiner Perſönlichkeit ſtrahlt, be=
freit
von allen Schlacken des Irdiſchen, in reinem Licht. Ein
ſchönes Bild ſeines Weſens hat aus intimſter Kenntnis Geert
Seelig in ſeinem prächtigen Erinnerungsbuch Eine deutſche
Jugend entworfen, das vor einiger Zeit im Hamburger Alſter=
Verlag erſchien. Er erzählt uns von dem Vater des Dichters,
dem Windmüller Hartwig Groth, der das Plattdeutſche, damals
in ſeinem Heimatsort Heide noch durchaus die Sprache des All=
tags
, mit beſonderem Reichtum an Schönheit und Form ſprach.
Freilich, geſungen wurde überall nur hochdeutſch, und ſo kam der
Knabe ſchon ganz früh beim Leſen von Hebbels alemanniſchen
Gedichten auf den Gedanken: So etwas mußt du auch machen!
und dann auf Plattdeutſch. Groth hat dann jahraus jahrein
mit dieſem Gedanken gerungen, als Schreiber beim Kirchſpiel=
vogt
, als Schüler des Tondernſchen Lehrerſeminars und zuletzt
als Mädchenſchullehrer in ſeiner Vaterſtadt. Er überarbeitete
ſich ſchließlich in dem Verzweiflungskampf mit der Sprache, ließ
alles ſtehen und liegen und zog zu ſeinem Freunde Leonhard
Selle nach Landkirchen auf der Inſel Fehmarn, wo er 5 Jahre
blieb. Von dort ging der Quickborn in die Welt, das Ge=
dichtbuch
, das ihn berühmt machte und noch heute ſeine Unſterh=

Makler fand damit ein Ende. Zu der neuen Lage wird die
Fraktion in der für Montag telegraphiſch einberufenen
Sitzung Stellung nehmen. Eine Verzögerung in der Regie=
rungsbildung
tritt dadurch um ſo weniger ein, als auch die
Bayeriſche Volkspartei, die ſelbſtverſtändlich zu den Verhandlun=
gen
mit herangezogen werden muß, ſpäteſtens am Montag in
Berlin verfügbar ſein wird.
Am Montag Reichstagsſitzung.
Berlin, 31. Mai. Die nächſte Sitzung des Reichstages iſt
auf Montag, den 2. Juni 1924, nachmittags 3 Uhr, anberaumt.
Sollte bis dahin die Bildung der neuen Regierung nicht gelun=
gen
ſein, ſo wird das Reichstagsplenum ſich ausſchließlich mit
den Anträgen des Geſchäftsordnungsausſchuſſes in der Frage
der Haftentlaſſung von Abgeordneten befaſſen.
Präſidentenwechſel im Reichstag.
Berlin 31. Mai. Der bisherige Reichstagspräſident
Loebe verabſchiedete ſich heute von den Beamten und Angeſtell=
ten
des Reichstages. Beſonders dankte er dem Direktor des
Reichstages Geheimrat Ealle, und der Preſſe für das unge=
wöhnliche
Wohlwollen, das ſie ihm entgegengebracht habe. Ge=
heimrat
Galle widmete dem ſcheidenden Präſidenten herzliche
Worte des Dankes und begrüßte darauf den neugewählten Prä=
ſidenten
des Reichstages. Präſident Wallraff hob rühmend das
Vertrauensverhältnis hervor, das zwiſchen dem Präſidenten
Loebe und dem Reichstagsperſonal beſtanden habe und ſagte
zu, daß auch er dieſes Verhältnis pflegen werde. Heute ſtehe
für alle das Wort Pflicht an erſter Stelle. Für ihn als Prä=
ſident
beſtehe kein Unterſchied der Parteien. Maßgebend ſeien
nur die Leiſtungen.

München, 31. Mai. Die Verhandlungen der Fraktionen
ſchluß gekommen. Die deutſchnationale Landtagsfraktion tritt am
Montag, den 2. Juni, nachmittags, erneut zuſammen. Ueber
die Ergebniſſe der geſtrigen Fraktionsberatungen der Baye=
riſchen
Volkspartei iſt noch nichts bekannt.
München, 31. Mai. Wie wir hören, ſind heute vormit=
tag
im Landtag die Führer der bisherigen Regierungskoalition,
Abg. Heldt (Bayr, Volkspartei), Dr. Hilpert (Deutſchnationale
Volkspartei) und Städele (Bayr. Mittelſtandsbund) zu einer of=
fiziellen
Ausſprache über die Neubildung der Regierung zuſam=
mengetreten
. Ueber das Ergebnis der Ausſprache wird ſtill=
Der Baheriſche Kurſer gegen den Zuſtizminiſter.
gegen die mitgeteilten Aeußerungen des Juſtizminiſters Dr.
Gürtner auf der Landesausſchußſitzung der Deutſchnationalen
Volkspartei und erklärt hierzu unter anderem: Der Grundſatz,
daß die wahre Staatsautorität darin beruhe, das Gegenteil da=
von
zu tun, was die Linke fordert oder vertritt, müſſe in ſeiner
Verallgemeinerung notwendig zur Vernichtung der Staats=
autorität
führen. Der Miniſter habe in völliger Verkennung der
Sachlage die Bayeriſche Volkspartei beſchuldigt, daß ſie die Bau=
ſteine
für die ſozialiſtiſchen Angriffe gegen die bayeriſche Juſtiz
geliefert habe. Dieſe Bauſteine hätten aber in Wahrheit jene
geliefert, die das getan, geduldet und gefördert haben, was der
Klagenfurt 31. Mai. (Wolff.) Der Reichsparteitag
der Großdeutſchen Partei hat eine Entſchließung angenommen,
es aus ſachlichen Gründen geboten iſt, im Inland und Ausland in der klare Verhältniſſe in der Finanzwirtſchaft der Länder ge=
fordert
wird, und zwar entweder unverändert Zuweiſungen aus
den gemeinſamen Steuereingängen oder Selbſtändigkeit der
Länder in der Einnahmen= und Ausgabenwirtſchaft. Ferner
wird verlangt, daß der Ueberſchuß der Arbeitsloſenunterſtützung
in den Ländern bleibe und von dieſen verwvaltet werde. Außer=
dem
ſollen die Bundesregierung und die Nationalbank aufgefor=
dert
werden, den Ländern Kredite für die Verwaltungsausgaben
ſtanden bisher unter dem Eindruck, daß die Deutſchnationalen, zu denſelben Bedingungen zu geben, wie den Großbanken. So=
dann
wurde die Schaffung eines Pflichtverbandes der großdeut=
ſchen
Abgeordneten im geſamten Bundesgebiet beſchloſſen, um
eine einheitliche Führung in der großdeutſchen Landespolitik zu
ermöglichen. Zum Obmann des Verbandes wurde der Landes=
hauptmann
=Stellvertreter Franz Langoth gewählt.
Die neue ſinniſche Regierung.
Helſingfors, 30. Mai. (Wolff.) Die neue Regierung
ſetzt ſich folgendermaßen zuſammen: Staats= und Unterrichts=
digung
: Malmberg, ſoziale Fürſorge: Liakka, Handel und In=
die
Bemühungen der Deutſchen Volkspartei zur, duſtrie: Palmaren, Verkehr: Hahl. Der Poſten des Innenmini=
lichkeit
umſchließt. Bei einem zweijährigen Aufenthalt in Bonn
lernte er das ſüddeutſche Weſen kennen, und er ſchilderte ſpäter
gern den Unterſchied zwiſchen ſüddeutſch und norddeutſch an
zwei Geſchichten, von denen Auerbach die eine, die andere er
ſelbſt erzählt habe. Auerbach trifft in ſeinem Heimatdorf wei=
nend
einen Jungen, der auf Befragen klagt, der Meiſter habe
ihn geſchlagen. Nun, was iſt denn Dein Meiſter? Grob=
ſchmied
!" Aber der Meiſter hat dich doch nicht mit dem Hammer
oder der Zange geſchlagen? Nein, nur mit dem Schnupf=
tüchel
! Iſt das denn ſo arg? Ja!. Der Meiſter ſchnäuzt ſich
mit der Hand. So fein ſind die Leute bei uns in Holſtein und
Hamburg nicht, berichtete Groth dagegen. Ich gehe einmal bei
einem greulichen Regenwetter durch St. Pauli, an einer Treppe
ſteht heulend ein Bengel mit einem mächtigen Butterbrot in der
Hand. Die Tränen, der Regen, die Butter, alles läuft ihm mit
dem Dreck vermiſcht übers Geſicht. Ich frage ihn: Jung! Wat
bölkſt Du hier ſo? Ick kann min Botterbrot nich upkriegen.
Denn ſteek dat doch in de Taſch! De hev ick ganz vull Lehm.
Groth war ein Meiſter des Geſchichten=Erzählens, das da=
mals
noch als eine Kunſt gepflegt wurde. Seine feine lange
Hand gab mit ihren andeutenden oder unterſtreichenden Be=
wegungen
einen bildhaften Kommentar zu den humoriſtiſchen
Anekdoten, die er unnachahmlich vortrug. Zu einer gewiſſen Un=
ſterblichkeit
erhob er die Figur des Kapteon Weenke, Hamborger
Börger, dicht bi botanſchen Groen geboren, eines plattdeutſchen
Münchhauſen. Kein Ort, an dem Weenke nicht geweſen, keine
Berühmtheit, die er nicht gekannt hat. Friedrich der Große?
De ſpeel ja jeden Abend unner de Linden Lhombre. Napo=
leon
? De weer ja bi de Kontinentalſperr hier in Hamborg,
en lütten Kerl mit een groten Hoot, ſwarte hohe Stäwel und
witte Büxen! Und ſo ging es weiter. Groth beſaß auch eine
tiefe naturwiſſenſchaftliche Bildung. Er begründete gern ſeine
umfaſſende Arbeit auf dieſem Gebiet, die gerade neben dem Rin=
gen
um den Quickborn einherging, mit der Notwendigkeit, nicht
nur eine Schale der Geiſteswage allein zu belaſten, ſondern ihr
rechtzeitig in der anderen ein Gegengewicht zu geben, damit keine
von ihnen übermäßig bepackt zu Boden ſänke. Er hatte ein gro=
ßes
Selbſtbewußtſein, das in der Kleinſtadt Kiel viel Anſtoß er=
regte
. So konnte er ruhig ſagen, als einmal ein Lied geſungen
wurde: Herrgott! Iſt das eigentlich von Goethe oder von mir ?"
Eitelkeit im Streben nach Aeußerlichkeiten kannte er nicht. Er
hatte allerlei Orden erhalten, und als er einmal bei einem be=
freundeten
Hauptmann die Patenſchaft übernehmen ſollte, ſagte
er zu ſeiner alten Wirtſchafterin: Greten, ick mutt bi den
Hauptmann Paten ſtahn! Nu mutt ick min Ordens hebben!
Oje, Herr Proſeſſor, wo de wull ſünd! Denn helpt dat nich,
Greten, deun möt Se ſe ſölen! Nach einiger Zeit kam Greten:
Da ſünd ſe.
Se ſünd aber ganz verſchimmelt!

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Juni 1924.

Rummer 152.

Türkiſcher Wirtſchaftsbrief.

Von unſerem Korrefpondenten.
F.C.H. Pera, im Mai.
Daß die Türkei imſtande iſt, durch geſchickte Ausnützung der
rein natürlichen Möglichteiten ganz erhebliche Mengen aller mög=
lichen
Rohſtoffe auf den Weltmarkt zu werfen, iſt ſicher. Seide,
Schafwolle, Felle, Häute, Pelzwerk ſpielen dabei eine ebenſo wich=
tige
Rolle wie pflanzliche Rohſtoffe, alſo etwa Baumwolle,
Flachs, Hanf, Tabak, Arzneipflanzen aller Arten, Olivien, Opium,
Seſam. Wenn einmal Kkeinaſien geologiſch beſſer erkundet iſt
als heute, wird ſich bei entſprechender Ausbeutung der reichen
Lagerſtätten von Kupfer, Blei, Zink, Silber, Qucaſilber ein be=
trächtliches
Abſatzgebiet eröffnen. Weniger für ben Weltmarkt
als für den Landesbedarf, zumal bei aufblühender Induſtrie,
kommen dann noch allerlei Mineralien, wie Steinkohle, Braun=
kohle
, Eiſenerze und Steinſalz in Frage. Da ſich die unter eng=
liſcher
Führung gut erforſchten perſiſchen Erdöl=Lagerſtätten in
demſelben geologiſchen Abſchnitt auf türkiſchem Gebiet fortſetzen,
ſo ſteht zu hoffen, daß im Oſten der Türkei und an der perſiſchen
Grenze dereinſt die teilweife bekannten und im Kleinen ausge=
beuteten
(Aſphalt=) Erdölquellen erſchloſſen werden. Bis heute
iſt, um das vorwegzunehmen, die Gewinnung der Rohſtoffe über=
haupt
infolge der verſchiedenſten lähmenden Faktoren ſehr gering=
fügig
und noch faſt alles von der Zukunft zu erwarten. Bis ſich
hier eine gründliche Wandlung vollzieht, dürften noch etliche
Jahre ins Land gehen. Zur Hebung der türkiſchen Rohſtoffaus=
beutung
beizutragen, läge gleicherweiſe im türkiſchen wie im deut=
enchſ
Vorteil. Wichtig wäre hier nun vor allem die Tätigkeit
deutſcher Sachkenner in Verſuchs= und Muſterwirtſchaften
(Baumwolle!), dann aber auch, mit feinem Takt geübt, die un=
mittelbare
und mittelbare Beteiligung deutſchen Vermögens.
Hier muß jedoch bald zugegriffen werden, ehe es zu ſpät iſt, und
Engländer, Franzoſen und Amerikaner den Markt beherrſchen.
Dieſe Eile iſt umſo gebotener, als, wie Reinhold Junge, einer
der allerbeſten Kenner türkiſcher, überhaupt orientaliſcher Wirt=
ſchaftsverhältniſſe
, ſchon vor Jahren einmal bemerkte, alle ge=
ſchäftliche
Anbahnung im Often von langer Hand vorbereitet ſein
muß, um ſich auswirken zu können. Der Orientale will das
fremde Geſicht kennen und muß Vertrauen gewonnen haben, ehe
der eigentliche Geſchäftsbeginn einſetzt.
Rohſtoffe ſind, wie angedeutet, in reichlichen Mengen vorhan=
den
und die Türkei könnte, an den Naturverhältniſſen gemeſſen,
recht viele Gewerbsſtände aufweiſen. In ſtarkem Widerſpruch
zu dieſen Möglichkeiten befindet ſich nun der wirkliche Stand.
Vor dem Kriege blühte in der Türkei lediglich das Handwerk.
Rückſichtsloſe Knebelung des Landes vor allem durch England
und Frankreich in ſchlau formulierten Verträgen, verſchloſſen den
Türken jede Möglichkeit, ſich gegen die Ueberflutung mit euro=
päiſchen
Waren auch nur einigermaßen zu ſchützen. Die Einfüh=
rung
der fremden, meiſt ſchlechten Muſter und Farben hatte nicht
nur eine bedenkliche Geſchmacksverbildung im Gefolge, ſondern
bewirkte auch einen völligen Niedergang türkiſchen einheimiſchen
Gewerbefleißes. Kein Wunder, daß die Türken die ſtändige Ka=
pitalsausſaugung
nicht länger zu ertragen gewillt waren. Die
Aufhebung der Kapitulationen, die ihnen früher jede Gegenmaß=
nahmen
unmöglich machten, änderte von Grund auf die rechtlichen
Verhältniſſe und heute iſt die Türkei durch derlei bitterböſe Er=
fahrungen
hinreichend gewitzigt. Hautperfordernis für die He=
bung
der türkiſchen Induſtrie wäre nun vor allem die Förderung
der Rohftoffgewinnung, die Beſſerung der Beförderungs= und
Abſatzverhältniſſe, vor allem aber auch die Ausbildung geeigneter
Menſchenkräfte. Die Eignung des Türken iſt nach Anſicht maß=
gebender
Leute ſo beſchaffen, daß es ſich in der Induſtrie weniger
um eine Arbeitsfrage als um eine Frage der kaufmänniſchen und
techniſchen Leitung handeln wird. Deutſche Direktoren, Werk=
meiſter
und Techniker fänden hier ein reiches Feld der Betäti=
gung
. Bis es gelingen wird, alle, durch die Natur ermöglichten
Induſtrien aus ihrem bisherigen Tiefſtand emporzureißen, dürf=
ten
noch viele Jahre verſtreichen. Aber für gewiſſe Zweige des
Kunftgewerbes, für die Maſſeninduſtrien des Leder=, Schuh= Zie=
gel
= Zement=, Konſerven= und Webgewerbes beſtehen heute ſchon
recht gute Ausſichten und Möglichkeiten der Entwicklung. Für
den weiteren Aufbau der türkiſchen Induſtrie wird jedoch die Lie=
ferung
deutſcher Waren, Geräte und Rohſtoffe ins Auge zu faſſen
ſein, ehe die Türkei dieſe aus eigener Kraft herzuſtellen in die
Lage kommen wird. Ob allerdings die gegenwärtigen deutſchen
Wirtſchaftsverhältniſſe geſtatten, die ſtarke Unterbietung eng=
liſcher
, amerikaniſcher und franzöſiſcher Häuſer zu ertragen, möge
ernſtlich in Frage gezogen werden. Denn es muß ausdrücklich
betont werden, daß wir ſchon vor dem Kriege gerade im Orient,

zumal in den großen Maſſengütern (z. B. Webwaren) gar nicht
wettbewerbfähig waren. Das Morgenland verlangte und ver=
langt
billige Ware, die wir entweder nicht anfertigten oder nicht
lieferten. So kommt es, daß Deutſchland nur 21 Prozent der
türkiſchen Vorkriegseinfuhr deckte und unſer eigener Handel mit
der Türkei lediglich 0,8 Prozent des deutſchen Welthandels aus=
machte
. Es iſt allerdings richtig, daß wir in hochwertigen, ſchwie=
rigen
Waren auch heute noch wie ehedem den Wettkampf aufneh=
men
können. Je früher die Türkei imſtande ſein wird, die billi=
gen
, hauptſächlich von der Entente gelieferten Maſſengegenſtände
ſelbſt anzufertigen, deſto günſtiger geſtalten ſich unſere Wirt=
ſchaftsbeziehungen
zur Türkei, da gerade unſere Sonderartikel
mit der zunehmenden Entwicklung des türkiſchen Gewerbes ſowie
mit der Mehrung türkiſcher Rohſtofferzeugung wachſenden Abſatz
hier unten finden dürften.

Der Thormann=Prozeß.
Vernehmung des Generals von Seeckt.

Berlin, 31. Mai. Zu Beginn der heutigen Sitzung im
Attentatsprozeß Thormann-Grandel, wurde auf Antrag des
Generalſtaatsanwalts die Ladung des Grafen Reventlow als
Zeuge beſchloſſen. Sodann wurde General v. Seeckt vernommen.
Die beiden Angeklagten kennt der Zeuge nicht. Von ihrem
Attentatsplan habe er durch die die Ermittelung führenden Be=
hörden
Kenntnis erlangt. Ob die Angeklagten etwas Ernſtliches
gegen ihn planten, vermag General von Seeckt nicht zu beurtei=
len
. Mit dem Juſtizrat Claß habe er durch Vermittelung eines
gemeinfamen Bekannten mehrere Unterredungen gehabt. Was
Juſtizrat Claß damals eigentlich wollte, ſei nicht recht erkennbar
geweſen. So viel habe er jedoch aus der Unterredung entnom=
men
, daß die Organiſation, der Claß angehört, einen Umſchwung
der Verhältniſſe erſehnte. Der Zeuge hat den Eindruck gehabt,
daß Juſtizrat Claß irgend etwas unternehmen wollte, ohne daß
ſich dieſer darüber klar geweſen ſei, was zu unternehmen wäre.
Claß ſei bei der letzten Unterredung ſehr aufgeregt geweſen, und
das Geſpräch hätte ſchließlich einen recht zugeſtutzten Charakter
angenommen. Eine Bewerkung, wie: Ich ſchieße auch auf
rechts!, ſei; von ihm nicht getan worden. Dieſer Bemerkung,
deren Ausdrucksweiſe ihm durchaus nicht liege, müßte er ſich
erinnern können, wenn ſie gefallen wäre. Der Inhalt der Unter=
redung
mit Juſtizrat Claß habe die Mitwirkung des Zeugen be=
troffen
, ob eine Aenderung der Staatsform in Frage käme.
Juſtizrat Claß habe allerdings keine Vorſchläge in dieſer Rich=
tung
gemacht, aber ſein ganzes Streben hätte doch dieſes Ziel
erkennen laſſen. Eine Drohung ſei von Juſtizrat Claß gegen
ihn nicht ausgeſprochen worden. Damit erreichte die Verneh=
mung
des Generals von Seeckt ihr Ende.
Auf Aufforderung äußerte ſich zu dieſen Ausſagen ſofort
Juſtizrat Claß:
Nach ſeinen Angaben entſprechen die Bekundungen des
Generals von Seeckt nicht der objektiven Wahrheit, da er nicht
auf dem Standpunkt ſtehe, es müſſe irgend etwas geſchehen. Er,
Claß, ſei im Gegeenteil der Anſicht, daß unſer Streben ſein
müſſe, zu erhalten, was noch gerettet werden könnte. Er ſuche
politiſch beruhigend und dämpfend zu wirken. Der Anlaß zu der
letzten Unterredung mit General von Seeckt ſei geweſen, evtl.
Ratſchläge darüber zu geben, wie die Reichswehr ſich bei einer
Aenderung der Verhältniſſe verhalten müßte. Seine Anſicht ſei
und bleibe, Deutſchland könne nur durch die Reichswehr gerettet
werden.

Verurteilte Separatiſien.

Wiesbaden, 13. Mai. Während der Separatiſtenkund=
gebung
im Oktober 1923 fuhr eines morgens ein Auto mit grün=
weiß
=roter Flagge vor dem Biebricher Rathaus vor, dem etwa
10 Separatiſten entſtiegen, die ſofort in die Räume eindrangen
und dort unter Bedrohung der Polizeibeamten die Schlüſſel für
die Schränke der Polizei verlangten. Dann begaben ſie ſich in
die Wohnung einzelner Polizeibeamter, um nach Waffen zu
ſuchen. Sie fanden auch einen alten Säbel und einen Dienſt=
revolver
nebſt Munition, die ſie mitnahmen. Mit Genehmigung
der Beſatzungsbehörde ſtand der Fall heute vor dem erweiterten
Schöffengericht. Die Angeklagten behaupteten, ſie hätten den
Befehl zur Entwaffnung der Biebricher Polizei von dem ſepara=
tiſtiſchen
Oberbefehlshaber Veith in Mainz erhalten. Das Ge=
richt
erkannte gegen 5 Angeklagte (ein ſechſter namens Weingärt=
ner
hat ſich inzwiſchen umgebracht) wegen verſuchten Raubes
uſw. auf Gefängnisſtrafen von vier Monaten bis zwei Jahren
9 Monaten.

Das deutſch=belgiſche Schiedsgerich
Oas Urteil im Oeportationsprozeß.

Genf, 31. Mai. (Wolff.) Das Gemiſchte deutſch=belgiſch
Schiedsgericht, das ſich aus dem Präſidenten Paul Mauriau)
Profeſſor in Genf, dem Senatspräſidenten Richard. Hön
Frankfurt a. M. und dem Baron Albert Rolin=Brüſſel 3
ſammenſetzt, und das am 2. Juni in Genf in eine außerordert
liche Gerichtsſitzung eintritt, hat im Anſchluß an die in Paris So
gebrochenen Gerichtsverhandlungen nunmehr in Genf das Urt4
in dem großen Deportationsprozeß gefällt, der alſo, entgegen im.
tümlichen Preſſeäußerungen, in Genf nicht mehr zur Verhary)
lung kommt.
Es handelt ſich, wie erinnerlich, um 10 Klagen von währe
des Krieges deportierten Belgiern, denen im Falle eines Erfy
ges etwa weitere 100 000 Klagen folgen ſollten. Die Klage lau
auf Lohn und Schadenerſatz für entſtandene Arbeitsunfähigkeut
Dieſer belgiſchen Forderung ſtand die deutſche Thefe gegenübn!
daß der den Deportierten zugefügte Schaden bereits von Belgä
bei der Reparationskommiſſion in Höhe von 144 Millionen Fra
ken für nicht bezahlte Löhne und 496 Millionen Franken E=
ſchädigung
für Schäden der Deportierten und anderer Zivilpn
ſonen, ſowie der Kriegsgefangenen angemeldet und bei der Feit
ſetzung der geſamten deutſchen Reparationsſchuld bereits an=
rechnet
worden ſei.
Das heute gefällte Urteil ſtimmt der der
ſchen Theſe zu. Angeſichts der Beſtimmungen des Frieder=
vertrages
88 2, 3 und 4 der Anlage 1 zu Teil 8 kam der Gerich 8
hof zu dem Entſchluß, daß die Entſchädigung für die du
die Deportation und Zwangsarbeit verurfachten Schäden au
ſchließlich die Reparationskommiſſion angi
gen und der Gerichtshof für die Klage nicht z.
ſtändig ſei; nur inſofern, als Schadenerſatzanſprüche für r
der Poſt geſandte und den Deportierten nicht zugeſtellte Lebex=
mittelpakete
aus dem Transportvertrag gefordert wurden,
klärte das Gericht ſich für zuſtändig, billigt den Schaden zu ur
ordnet weitere Ermittelungen an.
Dieſe Entſcheidung, welche den ſenſationellen Pariſer Pw
zeß abſchließt, beendet eine ernſte Gefahr für die Erledigung De
Reparationsleiſtungen.
Genf, 31. Mai. (Wolff. Das Gemiſchte deutſch=belgif
Schiedsgericht fällte ein weiteres Urteil im Anſchluß an eirn
im September vergangenen Jahres in Paris verhandel
Prozeß der belgiſchen Firma Joſef Burſtraßen u. Cie geg.
den deutſchen Staat auf Entſchädigung für Requiſitioru
von Woll=Lagern der Firma in Polen. Auch hier hielt ſich Eu
Gericht nicht für zuſtändig, weil die Anſprüche der Firr
in der durch die Neparationskommiſſion fe
geſetzten Entſchädigungsſumme einbegriff
ſind. Das Urteil iſt grundſätzlich von weittragender BedW
tung für die Entſchädigung bei allen Forderungen, die ſich au
Requiſitionen in während des Krieges beſetzten Gebieten ergebn

Kriſe auf dem Balkan.

London, 31. Mai. Bezeichnend für die geſpannte La
auf dem Balkan iſt die Tatſache, daß einige engliſche Blär=
Kriegsberichterſtatter nach Beßarabien entſandt haben. So ch
der Kriegsberichterſtatter des Daily Expreß heute ſeinem Blc
einen längeren Bericht, der unter der Ueberſchrift erſchei
Neue Kriegsſchatten in Europa, der Sturm hat ſich über B=
arabien
zuſammengezogen.

Die Reichsindexziffer.

Berlin, 31. Mai. Die Reichsinderziffer für die Lebe.
haltungskoſten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtu
und Kleidung) beläuft ſich nach den Feſtſtellungen des Stat:
ſchen Reichsamts für Mittwoch, den 28. Mai, auf das 1,13 Li
lionenfache der Vorkriegszeit; gegenüber der Vorwache mit 71/
Billionen iſt demnach eine Abnahme um 1,7 Prozent zu En
zeichnen.

Vom Organiſationskomitee für Induſtrieobligationel

Berlin, 31. Mai. Das in dem Sachverſtändigenplan v
geſehene Organiſationskomitee für die Induſtrieobli
tionen wird am 2. Juni in Paris die Verhandlung
aufnehmen. Die von der deutſchen Regierung beſtimmten W
treter, Staatsſekretär Dr. Trendelenburg vom Reichswirtſchafs
miniſterium und Geheimrat Bücher vom Reichsverband der der
ſchen Induſtrie, fahren heute Abend von hier zu den Verha)
lungen nach Paris.

Aenne Lautenſchläger
Martin Ragocz9
Verlobie

Juni 1924
Darmſtadt
Eckenhagen
Rhld.
Soderſtr. 20
(*15933

Käte Müller
Karl Koch
VERLOBTE

Todes=Anzeige.

Allen Verwandten, Freunden
und Bekannten die ſchmerzliche
Nachricht, daß es Gott dem All=
mächtigen
gefallen hat, meinen in=
niggeliebten
,unvergeßlichen Mann,
unſeren lieben Vater, Sohn, Bru=
der
, Schwager, Schwiegerſohn und
Onkel, Herrn

Heinrich Hechler

Todes=Anzeige.
Unſer lieber Mitarbeiter

n Alter von 38 Jahren, im Eliſa=
bethenſtift
am Freitag morgen um
8 Uhr, nach langem, ſchwerem
Leiden, zu ſich in die Ewigkeit ab=
zurufen
.
(15932

Darmstadt, 1. Junl 1924

Die trauernden Hinterbllebenen:
Frau Marg. Hechler u. Kinder

Die Beerdigung findet Montag,den
2. Juni, nachmittags 4 Uhr, auf dem
alten Friedhof, Niederramſtädter=
ſtraße
, ſtatt.

(*15922

Wir teilen hlerdurch unsere
Verlobung mit
Fritzi Zimmermann
Dr. Ing. Georg Oölz
Chemiker
Darmstadt, 1.Junf 1924

Heute abend entſchlief ſanft im
98, Lebensjahre unſere liebe Mutter

Frau
Wilhelmine Zimmermann

Neue Niederstr. 13 Hochschulstr. 1
*15883

Witwe des Univ.=Prof.
Dr. Georg Zimmermann

Herzlichen Dank für die liebevollen
Aufmerkſamkeſten anläßlich unſerer
Vermählung

Heinrich Müller und Frau
Wilhelmine, geb. Schorn

Im Namen aller Hinterbliebenen:
Karl Zimmermann
Prokuriſt
Maria Zimmermann
Lehrerin a. d. Höh. u. Erw.
Mädchenſchule.

Plauen i. Vogtl., Platenſtr. 10.
Gießen, Frankf.=Str. 12,

Darmſtadt, Klappacherſiraße 86

Die Beiſetzung findet in Gießen
in der Stille ſtatt. (7248

Herr

Heinrich Hechler

Laborant

iſt am Freitag geſtorben.
Die im Krieg erlittene ſchwere
Schädigung ſeiner Geſundheit und
Lebenskraft hat zu ſeinem frühen
Tode beigetragen.
Das ruhige, freundliche Weſen
des Verſtorbenen, die Aufrichtig=
keit
und Lauterkeit ſeines Charak=
ters
, ſeine kollegiale Geſinnung,
ſichern ihm das treue Gedenken
ſeiner Mitarbeiter,
(7235

Die Angeſtelliten der Firmen
Röhm & Haas A.=G. und
Auguſt Jacobi A.=G.

Beiſetzung: Montag nachmittag 4
Uhr auf dem alten Friedhof an der
Niederramſtädterſtraße,

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei bem langen Kranken=
lager
und dem Hinſcheiden unſerer
lieben Mutter

Frau
Katharina Hedtler Bw.

ſagen wir hierdurch allen, ganz be=
ſonders
den Schweſtern der Beſſunger
Kleinkinderſchule, unſeren innigſten
Dank.
(7240

Darmſtadt, Mai 1924.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Gott gefiel es, unſeren herzensguten, treu=
ſorgenden
Gatten und Vater

Herrn Oberpoſfſekretär a. O.
Sunde Hrieelic Sufc

nach kurzem, ſchwerem, in dem Herren geduldig
ertragenem Leiden, am 30. Mai zu Sich zu rufen.
Tieftrauernd:
Frau Oberpoſtſekretär Buſch
und Sohn Oberſchullehrer Buſch.
Darmſtadt, Frankfurt a.M.

Beiſetzung: Waldfriedhof, Montag, 2. Juni, 3 Uhr nachm.
Beileidsbeſuche dankend verbeten. ( 15947

Damen= und Herr./
äder in den ei
klaſſigſten Ausführ.
gen, ſowie Damnl
und Herrenrah-
uf
bequeme El
zahlung.

Friedr. Fſing.

Fahrzeug- u
Maschinenbal
Sandſtraße 41/a1

Als. Nebenbeſchäf v
übernehme engli?
Ueberſetzungen, b:0
Korreſponden
Angebote unter E
an die Geſchäftsſt.4
ds. Blattes. (*16

Dankſagung.

Für die überaus vielen Beweiſe
herzlicher Teilnahme bei dem Hinſchei=
den
unſeres lieben Entſchlafenen ſagen
wir auf dieſem Wege allen herzlichen
Dank. Beſonders danken wir Herrn
Rabbiner Dr. Italiener für die troſt=
reichen
Worte am Grab. (*15983

Dietieftrauernden Sinterbliebenen
Johanna Muhr

geb. Weil.

Ober=Ramſtadt, 1. Juni 1924,

Woeg, 31. Mai 1924,
Waſſerhöhe 3,93 m.
Luftwärme 16 C.
Waſſerwärme vorm
7 Uhr 200 C.
Woegé= Pol.=Pache,

Buchhalter

empfiehlt ſich. An=
geb
. u. P 2 an die
Geſchäftsſt. (*16008gs

2 neue
Chronleder=Fußbäſt
billig zu verkauf
Weißgärber. El
bethenſtr. 42. (FlSt

Dankſagung.

Für die zahlreichen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
meiner lieben, guten Frau ſowie für!
die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrec
Marx und die wundervollenKranzſpen=
den
, ſagen wir allen auf dieſem Wege
unſeren innigſten Dank. ( 15928

Darmſtadt, den 30. Mai 1924,

In tiefer Trauer:
Beorg Höhner nebſtTochter

Damen=Hüte

Hüte werden nach den neueſten Modellen &
earbeitet• Damen= und Herren=Gportwel?
Jumpers und Damen= Strümpfe
Beſte Qualität * Beſonders billige preiſe
Anna Berſch eusget
Schuchardſtraße 13.

[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Juni 1924.

Seite 5.

Aus der Landeshauptſtadt.
Wochenſpielplan des Heſiſchen Landestheaters ! Der Darmſtädter Zournaiſien= und
von Sonntag, den 1., bis Sonntag, den 8. Juni.

Darmſtadt, 1. Juni.
* Schutz den Anlagen.
Zurzeit iſt die Stadtgärtnerei bemüht, die öffentlichen An=
a
en Darmſtadts gartenkinſtleriſch auszuſtatten. Mit großem
üu fwand an Zeit und Material ſind die gärtneriſchen Anlagen
ohl am Bahnhof, wie die auf der Künſtlerkolonie, am Parade=
atzuſw
. neu hergerichtet und mit Blumenſchmuck, teilweiſe auch
zateriell ſehr wertvollen Blumen ausgeſtattet worden. Kaum
her iſt dies geſchehen, werden ſämtliche Anlagen über Nacht zer=
öct
und ſchamlos beſtohlen. Es iſt ein außerordentlich betrüb=
ches
Zeichen, daß es in einer Stadt wie Darmſtadt, die mit
naht Wert darauf legt, ihr Straßenbild künſtleriſch zu geſtalten,
Imente gibt, die immer wieder derartige Verſuche vernichten,
op dabei in den ſeltenſten Fällen der wohlverdienten Strafe zu=
Mrührt werden.
Abgeſehen von dem ſtarken Verſtoß gegen das Strafgeſetz,
enes handelt ſich hier ganz offenbar um gemeinen Diebſtahl,
twie Roheit, mit der dieſe Diebſtähle ausgeführt werden, nicht
rügend zu brandmarken. Es.iſt leider unmöglich, all dieſe An=

Aueen, die weit verſtreut in der Stadt liegen, und die das Auge
ei Umwohner wie jedes Fremden entzücken, regelrecht bewachen
e laſſen. Man ſollte jedoch annehmen, daß dieſe Bewachung,
reit ſie durch öffentliche Organe nicht möglich iſt, von der Be=
ſEerung
ſelbſt übernommen werden kann. Soweit es ſich um
Musgendliche handelt, wirkt eine gehörige Tracht Prügel, an tie
t friſcher Tat Ertappten verabfolgt, oft Wunder. Soweit Er=
nurhfene
in Frage kommen, ſollte man rückſichtslos alles ver=
Aich en, die Namen feſtzuſtellen und Anzeige zu erſtatten. Es iſt
gewiſſer Beziehung eine Schmach für die ganze Bevölk==ung,
ſern öffentliche Anlagen einer Stadt nicht den Schutz genieß in,
An ſie naturgemäß bei jedem Einwohner genießen ſollten.
Füäffe Anlagen ſind für alle da. Alle ſollen ſich daran erfreuen
i, alle übernehmen damit auch die gleiche Pflicht, für ihren
ſtuttz zu ſorgen. Eltern ſollten ihren Kindern dieſe Tatſache
yoringlichſt klar machen, und ſoweit ſie das unterlaſſm, ſich
jat wundern, wenn eines Tages ihre Sprößlingen mit dem
Afnrafgeſetz in Konflikt geraten.
Auf Grund des heſſiſchen Perſonal=Abbaugeſetzes vom 19. De=
mser
1933 tritt am 1. Juni 1994 in den einſtweiligen Ruheſtand: der
ſuwienmat an dem Gymnaſium zu Bensheim Albrecht Kullmann.
Den einſtweiligen Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes vom 19.
Miz mber 1923 zur Herabminderung des öffentlichen Perſonglaufwands
ſſter. Juli 1924 der Förſter Adam Trautmann zu Seidenbuch.
Landestheater. Statt der für heute angekündigten Vorſtellung
ſſet heimliche Ehe im Kleinen Haus wird. Der Barbier von
ſevilla um 2 Uhr abends gegeben. Mieten und Preiſe bleiben.
4 Partie der Roſine ſingt Frl. Thile=Goldberg vom Staatstheater
Mklsbaden als Gaſt.
Die Gültigkeitsdauer der Sonntags=Rückfahrkarten wird zu
Ne ngſten d. J5. auf die Zeit vom Freitag, 6. Juni, 12 Uhr mit=
MK4. bis zum Montag 9. Juni, ausgedehnt. Es iſt ferner zugelaſſen,
NDie Sonntags=Rückfahrkarten innerhalb dieſer Gültigkeitsdauer un=
M6tränkt ſowohl zur Hin= als auch zur Rückfahrt gelten, ſie alſo auch
AxRückfahrt bereits am Freitag oder Samstag benutzt werden dürfen.
Vortragsabend des Evangel. Bundes. Donnerstag abend, 8.15
A93 wird im Gemeindehauſe Kiesſtr. 17 Dr. jur. P. Wagner einen
urrag über Die Pſychologie der Konvertiten halten. Der beſtens
Mynte Vortragende wird intereſſante Mitteilungen aus den Lebens=
Mt Seelengeſchichten von ſolchen darbieten, die ihren Glauben und ihre
M40, ion gewechſelt haben. In dieſer Zeit, in der ſo viele den Eigen=
Alynt der Religion neu entdeckten und meinen, in dem Glauben anderer
FArtsn oder Sekten, neue Entdeckungen gemacht zu haben und dazu über=
huex
und für den Uebeutritt Propaganda machen, iſt es notwendig,
Mſer Fragen nachzugehen, und wertvoll, genauen Einblick zu gewinnen.
M Pintritt iſt frei!
Gutſcheine für Gas und Waſſer. Wie aus der heutigen Bekannt=
ühtgznng
der Dirktion der ſtädtiſchen Betriebe erſichtlich, werden die
AEu=gebenen Gutſcheine für Gas und Waſſer nur noch bis einſchl.
ASs uni I. Js. von den Aufnahmeerhebern und den Kaſſenſtellen
MAltſtraße 6 und Frankfurter Straße 63 auf Schuldigkeiten von Gas= ſofortige Goldverzinſung mit mindeſtens 3 Prozent bei Fortfall der
ABWBaſſerverbrauch in Zahlung genommen.
Die Darmſtädter Volksbank e. G. m. b. H., Abteilung Sparkaſſe,

Iür
14
III

ſyet Spargelder auf Rentenmarkkonto gegen günſtige Bedingungen
Mnr. Garantie der Wertbeſtändigkeit an. (Näheres ſiehe Anzeige.)

M Preuß.=Süddeutſche Klaffenlotterie. Die Erneuerung der Loſe
ürr am 7. Juni ausſpielenden 4. Klaſſe muß planmäßig ſieben Tage
Un Biehung bei dem zuſtändigen Einnehmer erfolgt ſein. Dieſe Er=
herungsfriſt
iſt mit Rückſicht auf den heutigen Sonntag, der eine Er=
zuenung
nicht ermöglichte, auf den 2. Juni feſtgelegt, läuft alſo
Naxtag abend ab, worauf wir alle Spieler aufmerkſam machen.
Iſn ſpätere Erneuerung iſt nur noch gegen Zahlung der vorſchriſts=
iügen
Mahngebühren bis zum Freitag, den 6. Juni, abends, möglich,
ſſd liegt es im Intereſſe jedes Spielers, ſich ſein Los rechtzeitig zu
bera.
Orpheum. Der Vorverkauf findet ſtatt Verkehrsbureau von
E Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr. (Rüh. ſiehe Anzeige.)
dur Erwerbsloſenfürſorge hat der Deutſche Gewerkſchaftsbund in
ſxedenen Eingaben an den Reichsarbeitsminiſter Forderungen ge=
itz
, die auch von Erfolg begleitet waren. Auf die erſte Eingabe
ſnd= eine Erhöhung von 20 Prozent erzielt. In einer Eingabe vom
Mai d. J. wird nun mitgeteilt, daß dieſe Erhöhung noch unzu=
igrid
ſei. Die Zahl der Erwerbsloſen ſei in erfreulicher Weiſe zu=
Huungangen. Eine weitere Erhöhung der Unterſtützungsſätze und An=
ſiätzung
an die Koſten der Lebenshaltung ſei unbedingt erforderlich,
ſe Seiträge für die Erwerbsloſenfürſorge ſollen nach einem Beſchluß
kerlin herabgeſetzt werden. Dortſelbſt betragen die Sätze gegen=
ſing
1½ Prozent, während man in Brandenburg neuerdings von
Iin Beitragserhöhung abſieht. In Heſſen betragen die Beiträge zur
ſmbsloſenfürſorge 3 Prozent des Grundlohnes.
r Zur Sitzung der Stadtverordneten=Verſammlung am Donners=
den
5. Juni, nachmittags 5 Uhr, iſt folgende Tagesordnung
ſa getzt: 1. Einführung elektr. Stroms in das Anweſen Kranichſtei=
Eſraße 68½;, 2. Inſtandſetzung einer Wohnung im Altersheim;
Fſtandſetzung des Hauſes Große Kaplaneigaſſe 64: 4. Hebung der
rengleiſe in der Pallaswieſenſtraße; 5. Voranſchlag der ſtädti=
MSSparkaſſe für 1924: 6. Beſeitigung der Treppen vor den Oktroi=
/arebäuden in der Heidelberger und Klappacher Straße; 7. Herſtel=
7 Siner Niederdruckſammelheigung in der Städt. Akademie für Ton=
i
. 8. Kanalherſtellumgen im Wedekindweg und Anlage von Sinkkaſten
n Kirſchenallee; 9. Anlage eines Flugplatzes auf den Wieſen hinter
ſumordnung über die Sperrung der Grafenſtraße zwiſchen Wieſen=
5 MNarſtallſtraße für den Fuhrwerksverkehr; 11. Mitteilungen,
g. Zur Löſung der Aufwertungsfrage. Wir erhalten die nach=
ean
, der praktiſchen Betatigung befaſſe, (und das iſt ſchon recht
leichende Studien hetrieben, und ich kann vorweg bemerken,
m. Beim Ueberdenken der Aufwertungsfrage habe ich ſo jüngſt
inmal in alte Geſetzestexte hineingeſehen, und ich habe dabei ge=
ſtu
, daß der Aufwertungsgedanke, was Darleihen betrifft, be=
ſtun
dem am 1. Januar 1812 in Kraft getretenen allgemei=
bürgerlichen
Geſetzbuch für das Kaifertum
erreich eine bemerkenswerte Löſung gefunden hat. 8 988 be=
: Geſetzliche Münzveränderungen, ohne Veränderung des inne=
ſ
ehaltes, gehen auf Rechnung des Darleihers. Er empfängt die
ſumg in der beſtimmten gegebenen Münzſorte, z. B. von 1000

huicsen Geldſtücken in ſolcher Zahl und Art befriedigen, daß der=
ſ
wen zur ßeit des Zarleihens beſtandenen inne=
ia
Wert. fſen, waser gegeben hat erhalte. Hier
in ein über ein Jahrhundert alten Gefetzbuch finden die

Erd, zur Zeit der Rückzahlung dergleichen Münzſorten
ünlaufe, ſo muß der Schuldner den Gläubiger, mit zunächſt
kunen Geſe her das Vorbild, dem ſie nachſtreben müſſen.
arat 2 i prm Darmſtadt.
Ein ſſthher Einbruch wurde geſtern im Laufe des Tages in
ABohnungs r Eſchollbrücker Straße verübt. Neben verſchiedenen
ſarfſtänden 7Adem Täter wertvoller Schmuck in die Hände.

Großes Haus.
denmiete Pr 1 (6). Preiſe 1 bis 10 Mk.
Preiſe 1 bis 7 Mk.
0,80 bis 8 Mk.
Preiſe 0,80 bis 8 Mk.
Freitag: 7 Uhr: Hans Heiling. B 21, Schülermiete weiß 10. gen, ſämtliche Mitglieder zu reger Vereinstätigkeit anzuregen
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Preiſe 0,80 bis 8 Mk.
Sonntag: 6 Uhr: Die Walküre. 4 23. Preiſe 1,20 bis 12 Mk. Vereinsabende dienen, die gemeinſam mit den Organiſationen
Kleines Haus.
Sonntag: 7 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Zuſatzmiete
II (11). Preiſe 1 bis 5 Mk.
Montag: 7 Uhr: Datterich. Preiſe 0,70 bis 3,50 Mk.
Dienstag: Keine Vorſtellung.
1 bis 5 Mk.
miete IV (11). Preiſe 1 bis 5 Mk.
Zuſatzmiete III (11). Preiſe 1 bis 5 Mk.
Sonntag: 7 Uhr: Die Freier, Luſtſpiel von Eichendorff.
Zuſatzmiete VIII (10). Preiſe 1 bis 5 Mk.

Heſſiſches Landestheater
(Großes Haus)
(7256

Das Großrufiſche Balglaita= Orcheſter
gibt am Montag, 2. Juni, abends 71/, Uhr, ein
Konzert

* Der Hypothekengläubiger= und Sparer=
Schusverband
tritt ein: für eine möglichſt gerechte Anerkennung ſämtlicher Staats=
und Privatſchulden unter Berückſichtigung der Leiſtungsfähigkeit des
jeweiligen Schuldners, wobei Letzterem alle Möglichkeit und Zeit ge=
laſſen
werden ſoll, ſeine Schulden ohne zu ſchwere Belaſtung abzu=
tragen
.
Er fordert, daß die angemeſſene Verzinſung der Staatsſchulden an
erſter Stelle, alſo vor Ausführung jeder Reparation,
nach dem Wirthſchen Worte: Erſt Brot, dann Reparation,
zu erfolgen habe; der Verband verlangt offenes, klares Auf=
treten
der Regierung und Bekämpfung der Kriegs=
ſailler
Schmachfrieden allein zuſtande gekommen iſt.
Der Verband fordert: 1. Nichtigerklärung der dritten
Steuernotverordnung. Anerkennung der Staats= (eichs=
und Länder=) Schulden (Staatspapiere), zum vollen Goldmarkwert und
Kapualertragsſteuer. Sparprämien und Zwangsanleihe ſind auf Gold=
mark
umgerechnet, gleichartig zu verzinſen.
Die Kapitaltilgung kann bis nach Reparationstilgung zurückgeſtellt
werden. Selbſtgezeichnete Kriegsanleihen (Sparprämien und Zwangs=
anleihen
) ſind erſtlinig zu berückſichtigen.
Sofortige Anerkennung und Goldverzinſung von Gemeinde=
(Städte=Anleihen in gleicher Art.
Kapitalrückzahlungsterminfeſtſetzung bei Gemeinden= Städte= An=
leihen
nach Finanzlage; Feſtſetzung derſelben.
Neu zubegebende Anleihen des Stagtes dürfen keinen
Vorrang vor den alten erhalten!!
2. Sparkaſſen, Lebens= uſw. Verſicherungen ſollen
berechtigt ſein, von ihren Schuldnern auf Grund und Boden. Gebäude
uſw. ausgeliehene Gelder wiederum in entſprechendem Goldmarkwert
unter Zuerkennung angemeſſener Termine zurückzufordern auch wenn
Häpotheken ſchon abezahlt und gelöſcht ſind, wodurch Kaſſen und Ge=
ſellſchaften
befähigt werden, die erhaltenen Spar= und anderen Gelder
verzinſen und zurückzuzahlen.
3. Hypotheken der Privaten ſind in Goldmark bei der vor=
geſehenen
Rückzahlung im Jahre 1932 mit mindeſtens vorerſt 50 Proz,
Aufwertung umzurechnen, wobei evtle. Entwertungen an dem Obiekt
in Abzug gebracht werden können. Dieſe Schuld iſt anzuerkennen und
ſofort mit mindeſtens 4 Prozent zu verzinſen. Die Feſtſetzung einer
reſtlichen endgültigen Höhe der Aufwertung erfolgt nach Verfluß von treten ſein.
fünf Jahren.
4. Hypothekenpfandbriefe ſind ebenfalls mit minde=
ſtens
3 Prozent ſofort in Gold zu verzinſen, bei Fortfall jedes Kapital=
ertragsſteuerabzugs
. Mit der Kapitaltilgung iſt aber je nach finanzieller
Lage, ſpäteſtens binnen acht Jahren zu beginnen.
5. Sämtliche Hypotheken, die mit entwertetem Gelde
zurückbezahlt wurden, ſind nach dem Zeitpunkt der Nückzahlung unter
Dollarumrechnung auf mindeſtens 50 Prozent Goldmark aufzuwer=
ten
. Desgleichen ſind die von der Induſtrie mit ſchlechtem Gelde zurück=
bezahlten
Obligationen aufzuwerten und ſind die, als Inflationsſteuer
vom Staat eingezogenen Gelder der Induſtrie zugunſten der früheren
Schuldverſchreibungsbeſitzer zurückzuvergüten.
Das Eintrittsgeld beträgt nur 1 Mark; man wende ſich an die
gebildeten Ortsgruppen.
n jsriedhof an der Nieder=Namſtädter Straße: 10. Erlaß einer Poli= Amtsgerichten die Aufvertungsſtellen beſtimmt worden. Bei An= Schaden, den die Alten dem Nutzwild und ſeiner Nachkommenſchaft zu=
ſprüchen
der im 8 1 Abf. 2. 3. 14 der 3. St.MV. iſt zuſtändig das
Amtsgericht, in deſſen Bezirk das Grundbuch (Schiffsregiſter Bahn=
grundbuch
) geführt wird, bei Anſprüchen der im 8 1 Abſ. 2 8. 510
awe Zuſchriſt: Solange ich mich mit dem Nechtsſtudium auch bezeichneten Art iſt das Amtsgericht zuſtändig, bei welchem der Schuldner ſich unberufen und unberechtigt Herumtreibenden erhöhte Aufmerkſam=
den
allgemeinen Gerichtsſtand hat. Die oberſten Landesbehörden können
me her), habe ich auch, ſoweit dies die Zeit mir erlaubte rechts= ſtatt der Amtsgerichte andere Landesbehörden als zuſtändig bezeichnen
tieſe Studien lehr= und genußreich, daß ſie auch oſt erfolgreich übertragen werden oder für mehrere Amtgerichtsbezirke eine gemein=
ſame
Aufwertungsſtelle errichtet wird. Sie können ferner beſtimmen,
daß anſtelle der Amtsgerichte oder neben ihnen die Sparkaſſen für die Seeſaibling und Seeforelle ſenken ſich in die Tiefe. Der Krebsfang er=
Entgegennahme der Anmeldung (8 7 Abſ. 1) zuſtändig ſind. Die Ent=
ſcheidung
der Stelle iſt mit Gründen zu verſehen. Die ſofortige Be= den Jungkrebſe.
ſchwerde kann bei der Stelle oder dem Oberlandesgericht eingelegt wer=
den
. Erfolgt die Einlegung nicht zu Protokoll des Gerichtsſchreibers,
ſondern durch Einreichung einer Beſchwerdeſchrift, ſo muß dieſe von
einem Rechtsanwalt unterzeichnet ſein. Ohne Gebühren geht es auch
gegenſtandes, der nach freiem Ermeſſen feſtgeſetzt wird, von der Stelle
feſtgeſetzt. Die Stelle hat jedem bei Darlegung des berechtigten Inter=
eſſes
auf Antrag eine gebührenfreie Beſcheinigung darüber zu erteilen, findenden Bierabend bei Herrn Treuſch (Heinrichſtraße 104. Ecke der
ob bei ihr bis 31. Dezember 1994 ein Antrag auf Herabſetzung des
Aufwertungsbetrags oddr auf anderweitige Abweichung vom normalen
gemeldet iſt. Die Stelle iſt auch dann ausſchließlich zuſtändig, wenn
auf Grund des 8 3 St.N.V. eine Aufwertung nach allgemeinen
Vorſchriften begehrt wird. Nun bleibt noch abzuwarten, welche
beſonderen Beſtimmungen in Heſſen getroffen werden.
Aus den Parteien.
Deutſche Demokratiſche Partei. Am Montag, den
2. Juni, abends 8½4 Uhr, findet im Parteibureau eine Sitzung des
kommunglpolitiſchen Ausſchuſſes ſtatt. Außer der Tagesordnung der
Stadtverordnetenverſammlung wird die Eingabe der Privatarchitekteu
betr. Uebernahme ſtädtiſcher Arbeiten, beſprochen.

Schriſeleverein.
Sonntag: 7 Uhr: Neu einſtudiert: Der Kaufmann von Vene= Kielt ſeine außerordentliche Hauptverſammlung im Kaiſerſaal ab.
dig, Schauſpiel von Shakeſpeare. Sonntags=Frem= Die gut beſuchte Verſammlung ſtand im weſentlichen im Zeichen
des Wiederaufbaus und des Ausbaus der Vereinstätigkeit, die
infolge der wirtſchaftlichen Verhältniſſe wie in allen anderen
Nontag: 8 Uhr: Konzert des Großruſſ. Balglatgorcheſters. Vereinen in den letzten Jahren ruhen mußte. Die Verſamm=
lung
war ſich einig darüber, daß der Journaliſten= und Schrift=
Dienstag: 7 Uhr: Kabale und Liebe. A 22, a 12. Preiſe ſtellerverein, der Jahrzehnte hindurch das literariſche und gei=
ſtige
Leben Darmſtadts in ſich fruchtbar vereinigte, nicht nur
Mittwoch: 7 Uhr: Die Boheme. B 28. Preiſe 080 bis 8 Mk. wieder neu aufleben, ſondern ſein Tätigkeitsfeld gerade in heu=
Donnerst.: 7 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. C 22, 0 11. tiger Zeit erheblich ausdehnen muß. Dementſprechend wurde
eine Reihe wichtiger Beſchlüſſe gefaßt, die alle das Ziel verfol=
und vor allen Dingen den Mitgliedern auch ſtändig Gelegenheit
Samstag: 7 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. P 23, 1 11. zu geben, an dem geiſtigen und geſellſchaſtlichen Leben des Ver=
eins
teilzunehmen. In erſter Linie ſollen hierzu allmonatliche
abgehalten werden, die ähnliche Ziele verfolgen, in erſter Linie
mit dem Preſſeausſchuß des Arbeitsrates für Kunſt und dem
Landesverein heſſiſcher Zeitungsredakteure, mit anderen Worten,
das geiſtige Leben Darmſtadts ſoll Gelegenheit haben, allmonat=
lich
einmal in zwangsloſen Zuſammenkünften Gedankenaustauſch
Mittwoch: 7½ Uhr: Liederabend von Theodor Heuſer. Preiſe zu pflegen und hierbei künſtleriſche Darbietungen, Neuerſcheis
nungen auf dem Gebiet der Literatur, Muſik und Kunſt kennen
Donnerst.: 7 Uhr: Coſi fan tutte‟, Oper von Mozart. Zuſatz= zu lernen und zu beſprechen. Zu den Mitgliedern des Vereins
zählen eine große Anzahl Künſtler, Literaten und Dichter, ſo
Freitag; 7 Uhr: Giovanni und Annabella Tragödie von daß außer dem zwangsloſen Gedankenaustauſch künſtleriſche
Ford. Zuſatzmiete T (10). Preiſe 0,70 bis 3,50 Mk. Darbietungen in reicher Fülle und Abwechflung von den Mit=
Samstag: 7Uhr: Die Gärtnerin aus Liebe, Oper v. Mozart, gliedern ſelbſt geboten werden können. Gerade in dem nicht
programmatiſch feſtgelegten Rahmen dieſer literariſch= künſtle=
riſchen
Geſellſchaftsgbende liegt, ſo darf vorausgeſetzt werden,
ein beſonderer Reiz. Zur Durchführung dieſer Abende wurde
eine fünfgliedrige Kommiſſion gewählt, mit dem Auftrag, die
erſten dieſer Abende vorzubereiten, bis die ſtändige Einrichtung
einer ſolchen Vorbereitung nicht mehr bedarf. Aehnliche lite=
rariſche
Geſellſchaftsabende beſtehen in verſchiedenen anderen
Städten und haben ſich als durchaus fruchtbar erwieſen. Sie
haben, abgeſehen von dem geſellſchaftlichen Charakter, den Zweck,
ausgleichend zu wirken, mit anderen Worten, das menſchliche
Näherkommen zu erleichtern und zu fördern. Die Kommiſſion
hat weiter den Auftrag, möglichſt zu Beginn der Geſellſchafts=
ſaiſon
eine größere Feſtlichkeit vorzubereiten. Zeit, Ort und
Rahmen der monatlichen Veranſtaltungen werden jeweils in
den Tageszeitungen betannt gegeben werden.
Nach der Erledigung der geſchäftlichen Tagesordnung, Ver=
leſung
des Protokolls der letzten Jahresverſammlung, Jahres=
bericht
des Vorſitzenden, Rechnungsablage uſw. wurde dem Vor=
ſtand
und dem Rechner mit Dank und Anerkennung für die ge=
leiſtete
opferfreudige Arbeit, beſonders Herrn Rechtsanwalt En=
ders
Eutlaſtung erteilt. Die Neuwahl des Vorſtandes ſowie des
Schieds= und Ehrengerichts ergab einſtimmig Wiederwahl des
bisherigen Vorſtandes. Für zwei ausſcheidende Mitglieder
wurden die Herren Graf Hardenberg und Buchdruckereibeſitzer
R. Wittich neu in den Vorſtand gewählt. Fünf neue Mitglieder
wurden zur Aufnahme angemeldet und deren Aufnahme beſchloſ=
ſen
. Die Geſamtzahl der Mitglieder beträgt nunmehr 84. Mit
Dank an die erſchienenen Mitglieder und an ſeine Mitarbeiter
ſchloß der Vorſitzende, Geheimrat Dr. A. E. Berger, die an=
regend
verlaufene Hauptverſammlung.
Erſier verfaſſungsmäßiger Deutſcher
Evangeliſcher Kirchentag.
ſchuldanerkennung Veutſchlands, auf welcher der Ver= Der erſte verfaſſungsmäßige Deutſche Ebangeliſche Kirchentag,
der, wie bekannt, am 14. Juni in Bethel=Bielefeld zuſammentritt,
wird aus 210 Abgeordneten beſtehen, die faſt 40 Millionen Ebangeliſcher
aus den im Kirchenbund zuſammengeſchloſſenen 98 deutſchen Landes=
kirchen
vertreten. Davon ſind 150 von den Provinzial= und Landes=
ſynoden
entſandt, 35 werden vom Kirchenausſchuß berufen, davon acht
auf Vorſchlag der Theplogiſchen Fakultäten, 12 der Religionslehrer und
15 der geſamtdeutſchen großen evangeliſchen Arbeitsorganiſationen, der
Reſt bildet eine Ausgleichsaruppe. Eine Durchſicht der Mitgliederliſte
zeigt, daß man es bei dieſem Reichstag der deutſchen Kirchen mit
einem Parlament der Köpfe zu tun hat. Da ſind die Präſidenten der
Shnoden und Landeskirchentage, denen die neuen Verfaſſungen eine
überaus verantwortliche Stellung im kirchlichen Organismus eingeräumt
haben, da eine lange Reihe von Univerſitätsprofeſſoren, Theologen und
Kirchenrechtslehrer, manch klingender Name darunter. Neben ſie treten
markante Perſönlichkeiten aus den Kirchenleitungen und die Führer der
großen ebangeliſchen Mitgliedoserbände, der evangeliſchen Jugend=
bewegung
, der Arbeiterbewegung wie überhaupt des breiten Stromes
der lebendigen kirchlichen Laienkräfte; auch zahlreiche Parlamentarier
aus dem neugewählten Reichstag. Während aus den abgetretenen Ge=
bieten
Poſen, Danzig, Oberſchleſien führende Männer dem Kirchentag
als Mitglieder angehören, wird das evangeliſche Ausland durch beſon=
ders
geladene Gäſte bei den Verhandlungen vertreten ſein. Die feier=
wieder
dementſprechend gegenüber ihren Gläubigern anzuerkennen, zu liche Eröffnung des Kirchentags wird am Samstag, 14. Juni,
durch den Präſidenten des Kirchenausſchuſſes D. Moeller=Berlin erfolgen.
Dann wählt ſich das Haus ſeinen Präſidenten, dem dieſes Amt auf die
Dauer von ſechs Jahren, damit alſo auch für den nächſten 2. verfaſſungs=
mäßigen
Kirchentag in drei Jahren, übertragen wird.
Die hefſiſche evangeliſche Landeskirche wird auf dem Kirchentag
durch Prälat D. Dr. Diehl und Vizepräſident Dr. Bernbeck ver=
Jagd und Fiſcherei im Juni.
Hoch=, Gams= und Rehwild fahren fort zu ſetzen und der Eintritt
wärmerer Witterung fördert und beendet die Verfärbung. Auch die
Haſen ſetzen und ſorgen für weitere Vermehrung.
Auer=, Birk=, Haſel=, Schnee= und Steinhühneu brüten, und ihre Ge=
lege
fallen gleich denen der Rebhühner Mitte und Ende des Monats
aus.
Wildtauben haben Junge. Wildenten führen ſchon ihre Schoofe,
doch dürſten die Hochwaſſer des heurigen Frühjahrs deren manche, des=
gleichen
viele Gelege des auf den Möſern brütenden Federwildes ver=
nichtet
haben.
Die Gehecke des Haarraubwildes ſind ausgelaufen; die Bruten der
Die Aufwertungsſtellen. Nach über 1 Jahr ſind nun in den Raubvögel ausgefallen, und ihre Ernährung und Aufzucht ſteigern den
fügen. Daher hat ihnen der Jäger vermehrt auf die Fänge zu ſehen,
namentlich auch den jetzt beſonders ſchädlichen Krähen, ſtummjagenden,
ſtreunenden Hunden und Katzen und ſchließlich allen in Wald und Feld
keit zuzuwenden. Aeſche, Forelle, Regenbogenforelle und Bachſaibling
haben beſte Fangzeit. Waller, Blei, Karofen und Barbe laichen; letztere
oder anordnen, daß die Amtsgerichte einzelne Verrichtungen den Notaren, hat bis Mitte des Monats Schonzeit. Barſch und Schied ſind fangbar,
auch der Aitel, trotz noch andauernder Laichzeit. Der Huchen geht in
kleineren Gewäſſern noch an die Fliege. Auch der Hecht beißt noch;
fordert Vorſicht und Schonung der Weibchen wegen der an ihnen haften=
(Der Deutſche Jäger, München.)
Lokale Veranſkaltungen.
bei dieſem Verfahren nicht ab; ſie werden nach dem Werte des Streit= O. N S .
in ſeinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritil.
Ehemalige 118er. Auf den am 3. Juni (Dienstag) ſtatt=
Heinrich= und Wienersſtr.) werden die Mitglieder aufmerkſam gemacht.
Die Freireligiöſe Gemeinde macht heute Sonntag um
Höchſtlatz der Aufwvertung eingegangen oder ein Sparkaſſenguthaben an= 2 Uhr ab Hirſchköpfen einen Familienſpaziergaug durch den Park. Auch
Freunde ſind willkommen. Der Elternabend nm Dienstag fällt aus.

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[ ][  ][ ]

Seite 6.

Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(ür die Veröffenslichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltlen keineriel Ver-
antwortung
; für ſie bleibt auf Gruno des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückgeiandt. die Ablehnung nicht begründet werden.
Die neuen Beamten=Gehälter.
Vom Landeskartell Heſſen des Deutſchen Beamtenbundes wird uns
geſchrieben:
Wohl noch nie hat eine Beſoldungsregelung ſo überraſcht, wie die
neueſte; überraſcht um deswillen, weil noch ganz kurz vorher die Reichs=
regierung
erklären ließ, an eine Gehaltsaufbeſſerung ſei vor 1. Juli
nicht zu denken, noch mehr aber überraſcht durch die prozentuale Aus=
wirkung
dieſer Aufbeſſerung in den einzelnen Beſoldungsgruppen und
die Höhe der einzelnen Grundgehälter. Nach ihrer Erklärung will die
Reichsregierung durch dieſe Neuregelung erreichen, daß ab 1. Juni die
Grundgehälter auf 80 Prozent der Grundgehälter der Vorkriegszeit um=
geſtellt
werden. Sie hat zu dieſem Zwecke die bisherigen Grundgehälter
der unteren Gruppen um 17,5 Prozent, diefenigen der mittleren um
45 Prozent und die diejenigen der höheren um 60 bis 70 Prozent erhöht,
um ſo nach und nach zu den Friedensgehältern zu kommen. Im erſten
Augenblick erſcheint dieſes Beſtreben an ſich durchaus begrüßenswert.
Und doch kann von einer Wiedereinführung der Friedensgehälter, inſo=
weit
es ſich um eine rein ſchablonenmäßige Uebernahme der früheren
Gehaltsſätze dreht, keine Rede ſein. Sie begegnet auch dem ſchärfſten
Widerſpruch des weitaus größten Teils der Beamtenſchaft und zwar
einmal um deswillen, weil ſchon die Friedensgehälter der
unteren Beamtengruppen zu niedrig waren, um ein
wirklich ausreichendes Exiſtenzminimum darzuſtellen; zum andern aber
auch um deswillen, weil die Spannung in den Grundgehältern zwiſchen
den einzelnen Beamtengruppen zu groß und zu unregelmäßig war.
Heute kommt aber noch hinzu, daß das Herabſinken der Kaufkraft der
Rentenmark auf 60 Prozent der Kaufkraft der Friedensmark eine ge=
radezu
wahnſinnige Verteuerung der geſamten Lebenshaltung herbei=
geführt
hat, die ſich ganz ſelbſtverſtändlich am fühlbarſten bei den kleinen
Einkommen, die ſchon in normalen Zeiten kaum zur Beſtreitung der
allernotwendigſten Lebensbedürfniſſe ausreichten, auswirkt. Es iſt eigent=
lich
verwunderlich, daß dieſe kleinen Beamten ſeither überhaupt ihre
Familien durchbringen konnten. Wenn es möglich war, dann geſchah es
nur unter den allgergrößten Entbehrungen und Einſchränkungen, in der
Erwartung, daß nach einer kurzen Uebergangszeit wieder beſſere Ver=
hältniſſe
kommen würden. Heute ſieht ſich die unter Beamtenſchaft ge=
waltig
getäuſcht, denn was bedeutet die Neuregelung? Sie bedeutet eine
Zumutung des Reichsfinanzminiſteriums an die unteren und zum Teil
an die mittleren Beamten, auf kaum abſehbare Zeit weiter zu hungern.
Dieſe Zumutung wirkt umſo grotesker, als man zur gleichen Zeit ande=
ren
an ſich wirtſchaftlich ſchon bedeutend beſſer geſtellten Beamtengrup=
pen
recht weſentliche Zulagen gibt. Wie für die Folge eine Beamter der
unteren Gruppen mit 4 Fünftel ſeines an ſich ſchon unzureichenden
Friedensgehaltes, deſſen Kaufkraft aber nur die Hälfte der Friedenskauf=
kraft
darſtellt, ſich und ſeine Familie durchbringen ſoll, iſt mehr als
ſchleierhaft. Vielleicht verſucht es einmal einer der Maßgeblichen im
Reichsfinanzminiſterium, nur ein Vierteljahr lang mit dem Hungerlohn
eines unteren Beamten auszukommen. Er wird ſicher dann eine andere
Meinung von der Beſoldung der unteren Beamtengruppen bekommen.
Wie ſich zahlenmäßig die neue Gehaltsregelung bei einem unteren Be=
amten
auswirkt, wenn er wirklich 80 Prozent ſeines Friedensgehalts
bekäme, zeigt folgendes Bild: Ein Beamter der früheren Dienerklaſſe
Gehaltsklaſſe 6 bekam nach der Beſoldungsordnung von 1913 ein
Anfangsgehalt von 1750 Mark. Er hätte alſo nach der Neuregelung ab
1. Juni 80 Prozent 1400 Mark an Grundgehalt zu beziehen. Dieſe
1400 Mark haben nur eine Kaufkraft von 60 Prozent, ſodaß er in
Wirklichkeit nur 840 Friedensmark bekommt. Nun bekommt er aber
tatſächlich gar keine 80 Prozent des Friedensgehalts, und inſofern ſind
die Behauptung des Reichsfinanzminiſteriums, durch die Neuregelung
bezögen alle Beamten etwa 80 Prozent ihrer Friedensgrundgehälter
wenigſtens inſoweit es ſich um heſſiſche Beamte handelt, direkt
falſch. Es iſt vielmehr ſo, daß ein großer Teil der gerade den unteren
Gruppen angehörende Beamten weit weniger als 80 Prozent bezieht,
während bei anderen Beamtengruppen dieſer Prozentſatz nicht un=
weſentlich
überſchritten wird. Ja, es gibt ſogar Beamte, die heute ein
weſentliches Mehr ihrer Friedensgrundgehälter beziehen.
Folgende Beiſpiele werden das Behauptete beweiſen. Bemerkt ſei,
daß die Prozentbruchteile nach oben auf volle Prozente abgerundet wor=
den
ſind.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Juni 1924.

Rumrier 152.

Beamten=
Gruppen B eſold.=
191.
Anf.=
Geh. rdn.

End=
Geh. Jetzige
Amts=
Bezeichnung 1 Beſold.=R
6. 19
Anf
Beh. egelg.
24
End=
c
0 D.ne
Bez
v. F
2In
A
* uen
btr.
r..G.
u8g.
G
6 Kanzleidtener 8 1750 2 250 Amtsgeh. un 2u.s 876 1284 50 58 Amtsobergeh Schreibgehilf. 8 1800 2 250 Kanzliſten und 3u. 4 960 1476 54 66 Kanzleiaſſiſt. Regiſtrator b. d. Amtsger. 18 2100 3 30 Oberaſſiſtent. 1296 1728 62 1 Kanzliſtenb d. Kollegialger. 121 2 600 3 400 Oberaſſiſtent. 129 1728 50 50 Kanzl Inſp b. Kanzlei= d. Kollegialger. A. 2900 360 Inſpektoren 1594 2280 55 * Hauptſteuer= Oberſteuerſek. amtsaſſiſtent. 2 2500 4100 Steuerinſpek. 2100 3600 84 88 Amtsrichter 40 8 400 740 Amtsgerichts= 10 3 600 6 300 106 86 räte 11 Direktoren der Oberſtudien= Gymnaſ. pp. 45 7000 Aug direktoren 12 486 7200 70 87 Direktor des Einz Direktor des Obervſ.=Amts 48 8600 geh Obervſ.=Amts 13 6300 9600 74 112 Provinziel= Provinzial= Einz.= direktoren 42 8700 10500 direktoren B. I 10500 Geh. 120 100 Präſ. d. Ober= Einz.= Präſident der B. Einz.= rechnungsk. 51 1 000 geh. /Oberrechn.=K. III 13300 Geh. /121 121

werden. Wenig und ſchlechte Arbeit, ſchlechte Dienſtführung, Korruptis,
uſw. werden die Folgen der Reichsbeſoldungspolitik ſein. Die unte-

Wir wollen uns jeder weiteren Kritik enthalten und überlaſſen es
dem Leſer, ſich ſelbſt ein Urteil über dieſe famoſe Beſoldungsregelung
zu bilden. Eins möchten wir ſagen: Was wir hier bei den Aermſten
der Beamten erleben, reiht ſich würdig an die Maßnahmen der dritten
Steuernotverordnung an. Hier wie dort eine Fülle von Unrecht und
Herzloſigkeit gegenüber den Kleinen und Kleinſten. Das alte Lied, alte Leid.
Vom Allgem. Deutſchen Beamtenbund (Landesausſchuß Heſſen)
erhalten wir die nachſtehende Einſendung:
Zur gleichen Zeit, als im Nuhrgebiet wegen einer Stunde Mehr=
arbeit
und einer täglichen Lohn=Mehrforderung von wenigen Pfennigen
ein rieſenhafter Bergarbeiterſtreik tobt, der, wenn den erfüllbaren For=
derungen
nicht Rechnung getragen wird, die deutſche Wirtſchaft, die
Finanzen des Reiches, der Länder und Gemeinden, und die Reichseinheit
zerſtören kann, geſtattet ſich die Reichsregierung das Experiment, die
Gehälter der höheren Beamten um 60 bis 80 Prozent, der mittleren
Beamten um 45 Prozent und der unteren Beamten nur um 17,5 Prozent
zu erhöhen. Nach der Reichsregelung erhalten an Erhöhung im
Monat der Beamte der
1014
Gruppe III (Kanzleigehilfe)
1315
TV (Kanzlei=Aſſiſtent)
4285
VII (Oberſekretär) . ..
82200
X u. XI (Reg.= und Amtsgerichtsrat) . . .
XII (Oberamtsrichter u. Kreisdirektoren) . . . . 110215
B2 (Prov.=Direktoren u. Oberlandesgerichtspräſid.) 450
Hiernach ſollen die Provinzial=Direktoren und der Oberlandesge=
richtspräſident
35 bis 45 mal ſo viel an Aufbeſſerung im Monat als ein
Kanzleigehilfe der Gruppe III erhalten. Das Perſonal der uns ange=
ſchloſſenen
Organiſationen befindet ſich ſeit Bekanntwerden der neuen
Gehaltsregelung der Reichsregierung in ungeheurer Erregung. Wir ge=
ſtatten
uns deshalb, hier zum Ausdruck zu bringen, daß die uns ange=
ſchloſſene
Beamtenſchaft (einſchließlich Hilfsperſonal), die die Nöten des
verlorenen Krieges und den Wucher der Wirtſchaft ſtärker als die Beam=
ten
der Gruppe VIII aufwärts verſpürt hat und auch die jetzige Teuerung
vieler Bedarfsgegenſtände bei den geringen Gehältern viel mehr ver=
ſpürt
, die Anwendung der Neuregelung der Gehälter der Reichsbeamten
für die heſſiſchen Landesbeamten nicht kampflos hinnehmen wird. Eifer
und Dienſtfreudigkeit, Vorbedingungen für die Arbeiten der Beamten,
werden mit der neuen Gehaltsregelung der Reichsbeamten untergraben

Beamtenſchaft hat in den letzten Jahren trotz ihrer Zurückſetzung gege-
über
den Beamten des Reiches, der anderen deutſchen Länder, d.
Städte, Gemeinden uſw. ihre volle Schuldigkeit getan. Bei den meiſte
Dienſtſtellen iſt die Zahl der unteren Beamten (einſchließlich Hilfsperf
nal) durch den Perſonal=Abbau auf den Perſonalſtand von 1914 gebrac)
worden. Dieſe Tatſache ſteht im Widerſpruch mit der Vermehrung de
mittleren und höheren Beamten und deren Anwärter. Hier könm
mehr als an den Ruheghältern der unteren Beamten geſpart werden. Völal;
abwegig iſt die Bezugnahme der Reichsregierung auf die Beſoldung=
ordnung
von 1913, die für die unteren Betmten ſchlecht und unſozäc
war. Das Reich befand ſich aber damals auf der Höhe ſeiner wirtſcha ſ
lichen Kraft. Heute befinden ſich dagegen Reich und Länder in eime
Not= und Zwangslage, ſodaß die Wünſche der Beamten nicht voll S=
friedigt
werden können. Bei der Neuregelung der Gehälter müßte ab
von einem Exiſtenz=Minimum ausgegangen werden. An den mittler
und höheren Beamten kann und muß mit Rückſicht auf die Not E7
Vaterlandes am meiſten geſpart werden. U. E. müßte bei einer Ne=
regelung
der Beamtengehälter neben der Not des Vaterlandes zue
der Preisſtand aller Bedarfsgegenſtände in Betracht gezogen werde=
Da z. B. Kleider, Wäſche, Möbel und andere Gegenſtände des täglich=
Bedarfs mit über 100 Prozent über den Preiſen von 1914 ſtehen, ſo
die Lebenshaltung der unteren Beamten eine ſehr ſchlechte. Die Ne= der Gehälter durch die Reichsregierung wird für die untern
Beamtengruppen durchaus keine Erleichterung ſein, denn erfahrung
gemäß ſteigen die Preiſe der meiſten Bedarfsartikel auch bei den Go
markgehältern bei jeder neuen Gehaltsaufbeſſerung. Die unteren B
amten werden mit den neuen Gehältern noch ſchlechter auskommen cs
ſeither. Dieſer Tatſache gegenüber ſoll anderen Beamten mit den nei=
Gehältern ein Wohl= und Luxusleben geſtattet werden. Nach derr
Darmſtädter Tagblatt ſoll ſich die Reichsregierung zu der Neuregelu.,
vor allem deshalb veranlaßt geſehen haben, um die ſtarke Abwanderu
qualifizierter Kräfte in die Privatwirtſchaft zu verhindern. Dieſe B
gründung muß entſchieden bekämpft werden, denn in der Privatwirtſch.
befinden ſich genug qualifizierte Kräfte, die mit der Arbeitslaſt mittler
und höherer Beamter gegen die ſeitherigen Goldgehälter tauſchen wr=
den
, da die Verhältniſſe nur bei wenig Firmen günſtig ſind und 7
tägliche Arbeitszeit und Arbeitslaſt in der Privatwirtſchaft auch f
Akademiker größer als im Staatsdienſt iſt. Zu der Begründung E=
Reichsregierung möchten wir auch nicht verſäumen, darauf hinzuweiſ=
daß
wir in Verhandlungen mit der heſſiſchen Regierung wiederholt T
tonten, daß öfters die beſten Bürokräfte wegen der Bezahlung n
Gruppe III den Staatsdienſt wieder verlaſſen. Die hefſiſche Regieru=z/ äul
bemerkte dazu, daß ſich ja genug billige Bürokräfte melden würds.
Eine Umfrage bei den Dienſtſtellen wird aber die Richtigkeit unſeng wi
Feſtſtellung ergeben. Die Bezahlung des nichtangeſtellten Büroperſona)
wird mit jeder neuen Gehaltsregelung unhaltbarer. Hierzu möchä=
wir
nur anführen, daß Anwärter vorhanden ſind, die weſentlich höheyl
Unterhaltszuſchüſſe als Kanzleigehilfen Vergütungen beziehen. Im
ſammenhang mit der neuen Gehaltsregelung der Reichsregierung geſt./ hr
ten wir uns wiederholt die Bitte auszuſprechen, die Beſoldungsv ℳ/23.
hältniſſe des nichtangeſtellten Büroperſonals alsbald neu zu rege / reier
Weiter bitten wir, die Neuregelung der Gehälter durch die Neicä= gen
regierung nicht auf die heſſiſchen Landesbeamten anzuwenden und 25 gxu
Gehälter nach ſozialen Grundſätzen neu feſtzuſetzen.

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[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmßädter Zagblatt, Sen tag, den 1. Jani 1924.

Seite 7.

* Nieder=Ramſtadt, 31. Mai. Gemeinderatsbericht. Für
e Elektrizitätskommiſſion erſtattet Gemeinderat Steiger Bericht, unter
m derem auch über die Verhandlungen mit der Obenwälder Hartſtein=
ncuſtrie
. Da die Kommiſſion noch nicht in der Lage war, hinſichtlich
ſie Strompreisfeſtſetzungen beſtimmte Vorſchläge zu machen, wurde be=
gloſſen
, am kommenden Dienstag abend eine weitere Sitzung abzuhal=
er
. Der Punkt Aufbringung der Baukoſtenzuſchüſſe wurde aber=
uals
vertagt, da aus der kreisamtlichen Verfügung nicht zweifelsfrei her=
urgeht
, wie die Verteilung der Mittel auf die einzelnen Gemeinden
urgenommen wird. Zum zweiten Feldſchützen wurde unter 10 Be=
vrbern
Adam Götz mit 7 gegen 5 Stimmen gewählt. Der Dienſtein=
ritt
ſoll alsbald erfolgen. Dem wegen Krankheit außer Dienſt treten=
ee
bisherigen Feldſchützen Blum, wurde eine angemeſſene Unter=
üützung
bewilligt. Die Bildung einer Blutlauskommiſſion wurde
ſam Obſt= und Gartenbauverein übertragen mit der ausdrücklichen Be=
ſimmung
, daß die durch dieſen vorgeſchlagenen Perſonen als vom Ge=
mindergt
eingeſetzt gelten. Die Verwaltung wird ermächtigt, die
Zachten von den gemeindlichen Grundſtücken in Höhe der 1914er Beträge
den Voranſchlag einzuſtellen und gleichzeitig die in Betracht kom=
unde
Kommiſſion beauftragt, die endgültige Feſtſetzung auf der Grund=
fure
der 1914er Ergebniſſe zu bewerkſtelligen. Der Umſtand, daß
ſie Normalvergnügungsſteuerordnung hinſichtlich einzelner Poſitionen
erart geringe Steuerſätze aufweiſt, daß ſich deren Erhebung kaum
ſolent, veranlaßte die Verwaltung, dem Gemeinderat Vorlage zu machen
ber eine entſprechende Erhöhung. Die Sache wurde zunächſt an die
ſinanzkommiſſion zur Vorberatung verwieſen. Die dieſer Tage
ſiartgefundene Faſelochsverſteigerung konnte die Genehmigung des Ge=
ninderats
nicht finden, weil die abgegebenen Gebote ſich weſentlich un=
a
den allgemeinen Marktpreiſen hielten. Die Verwaltung wird ſchließ=
ſch
ermächtigt, den Verkauf eigenmächtig vorzunehmen, wenn ſie einen
Greis von 36 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht erzielen kann. Eine Be=
ſthwerde
des Hermann Heil über die beabſichtigte anderweitige Verſtei=
ſerung
eines Bachuferloſes wird zur Kenntnis genommen und be=
ſch
oſſen, die Sache wiederum ſo zu regeln, wie dies im vorigen Jahre
Fall war. Gemeinderat Jährling ſtreift noch den Zuſtand des
giesbachweges. Im Verlaufe der Debatte wurde feſtgeſtellt, daß die
Unterbrechung der Arbeiten nur dadurch veranlaßt wurde, weil einzelne
ſandwirte ihr Verſprechen, die Fuhren unentgeltlich vorzunehmen, nicht
ſielten. Schließlich kam man doch zu dem Beſchluß, die begonnene Ar=
ſeir
nunmehr baldigſt zu beenden. In geheimer Sitzung noch Armen=
nd
Fürſorgeſachen.
Bensheim a. b. B., 81 Mai. Eine ſchöne Sitte. Der Stadt=
ſut
von Bruchſal mit ſeinem Oberbürgermeiſter macht alljährlich einen
ſusflug in eine ihm intereſſierende Stadt, und ſo hatte Bensheim die
chre, die Herren im vorigen Jahre begrüßen zu dürfen. Auf Ein=
ldung
hin begaben ſich am letzten Samstag Bürgermeiſter Dr. Anger=
wier
, Beigeordneter Krenkel und die Mehrheit der Stadtverordneten
on. Bensheim zum Gegenbeſuch nach Bruchſal. Am Bahnhof von
druchſal wurden ſie von Oberbürgermeiſter Dr. Meiſter und einer An=
uhl
. Stadträte herzlich begrüßt, und begaben, ſich in das Innere der
füadt zur Beſichtigung der Sehenswürdigkeiten.
A Von der Bergſtraße, 30. Mai. Der 24jährige Dienſtknecht Georg
Mittern aus Viernheim, bedienſtet beim Stabhalter Georg Wanner auf
Auckenſturmer Hof, ſollte heute morgen auf einem zweiſpännigen Fuhr=
mak
ein Kalb nach Weinheim bringen und dafür eine Fuhre Heu holen.
iu der ſchmalen, abſchüſſigen Grabengaſſe in Weinheim ſcheute ein Pferd,
ud der Kutſcher verlor die Herrſchaft über die Tiere, zumal ſich keine
hamsvorrichtung am Wagen befand. Die zufällig entgegenkommende
Fhrige Eliſe Lang, Gattin des ſtädtiſchen Fuhrmanns Georg Lang,
mde von dem durchgehenden Geſpann an die Wand des Bezirksamtes
allückt und erhielt einen ſolchen Schlag gegen den Kopf, daß Frau Lang
imm Schädelbruch und einen Bruch der Wirbelſäule erlitt. Der Tod
na augenblicklich ein. Die Unterſuchung iſt eingeleitet.
* Aus dem Weſchnitztal, 31. Mai. Großer Verkehr. Am
oſtsigen dimmelfahrtstage herrſchte in unſerem Tale ein ungemein ſtar=
ſ
Verkehr, ſowohl zu Fuß, als auch zur Bahn. Ungezählte Ausflüg=
ſg
und Vereine benützten das zum Wandern genadezu geſchaffene herr=
it
Wetter, um einmal nach Herzensluſt die in ihrer höchſten Pracht
ſchende Naturſchönheit ausgiebig zu genießen. Die mit Muſik ver=
ſchenen
Vereine kehrten auf dem Rückweg in irgend einer Dorfwirtſchaft
zm Die Abendzüge waren mit ſamt den Plattformen von Paſſagieren
dr dezu überfüllt.

* Von der hohen Tromm, 31. Mai. Am Himmelfahrtstage herrſchte
hier ein Leben und Treiben, wie ſchon lange nicht. Eine ungeheuer
große Zahl von Vereinen und Touriſten hatte ſich eingefunden, um nach
des Tages Mühen die herrliche Natur, die jetzt in ihrem ſchönſten
Schmucke prangt, und die würzige, kräftigende Odenwaldluft einmal mit
vollen Zügen zu genießen. Geſang, Jubel und freudige Stimmung
herrſchte überall. Es ſchien, als habe der liebe Herrgott das Füllhorn
des Glücks über die Menſchheit ausgegoſſen. Unter die glücklichen Men=
ſchenkinder
miſchte ſich auch ein Ehepaar aus Mannheim. Plötzlich
wurde es dem Manne unwohl, und im nächſten Augenblick hatte, ein
Herzſchlag ſeinem eben noch ſo frohgeſtimmten Leben ein jähes
Ende bereitet.
* Birkenau, 30. Mai. Unglücksfall. Geſtern machte ein Dienſt=
mädchen
aus dem benachbarten Hornbach mit zwei jungen Leuten eine
Radtour nach Weinheim und bediente ſich dazu eines Herrenrades.
Unterhalb des Ortes in der Nähe des Bachüberganges ſah ſich das Mäd=
chen
nach ihren Begleitern um, verlor die Gewalt über das Rad und
ſtürzte im nächſten Augenblick mit ſamt dem Rade die hohe Böſchung
hinunter in die Weſchnitz, wodurch ſie durch Aufſchlagen auf Steine
ſchwere Kopfverletzungen davon trug. Blutüberſtrömt wurde die Be=
dauernswerte
aus dem Waſſer gezogen und in bewußtloſem Zuſtande in
die nächſte Wohnung gebracht. Da leider keiner der beiden hieſigen
Aerzte zu Hauſe war, legte die hieſige barmh. Krankenſchweſter den erſten
Notverband an. Da fuhr zufällig in einem Auto ein Arzt aus Heidel=
berg
vorbei, der durch die große Anſammlung von Menſchen aufmerk=
ſam
gemacht, näher trat, die Schwerverletzte unterſuchte und die Ueber=
führung
ins Weinheimer Krankenhaus anordnete, was denn auch alsbald
geſchah. Soeben hören wir, daß die Verunglückte ihren ſchweren Ver=
letzungen
erlegen iſt.
* Erbach, 31. Mai. Man ſchreibt uns: Im Garten des Kreis=
amts
Erbach werden Neubauten aufgeführt. Aber beileibe gelten
dieſe Neubauten nicht zur Behebung der Wohnungsnot. Denke aber
niemand, daß im Kreis Erbach ſo etwas wie Wohnungsnot nicht be=
ſtände
. Dieſe iſt im Verhältnis ſo groß als in jeder Großſtadt, ja noch
größer. Was läge da näher, als alle verfügbaren Gelder zur Verrin=
gerung
des gerade die Proletariermaſſen ſo ſehr in Mitleiden=
ſchaft
ziehenden Wohnungselendes zu verwenden. Zumal das Geld, wel=
ches
hier verwendet wird, aus den Taſchen des konſumierenden Volkes,

mur im Kneivp-Paket!

alſo hauptſächlich Proletariern, herausmanöbriert wurde. Das Geld iſt
nämlich Ueberſchuß des vor kurzem liquidierten Kommunalver=
bandes
. Angeſchafft hierfür wird ein Perſonenauto für den
Kreis Erbach und der Neubau dient zur Aufbewahrung dieſes Autos.
Nach unſeren Informationen hat der Kreisausſchuß die Anſchaffung des
Autos beſchloſſen. Im Kreisausſchuß ſitzen zwei ſozialdemokra=
tiſche
Bürgermeiſter, der von Erbach und Michelſtadt. An=
ſtatt
daß dieſe beiden Arbeitervertreter einen diesbezüglichen
Antrag bekämpft und abgelehnt hätten, waren ſie die Antragſteller und
eifrigſten Befürworter der Autoanſchaffung. Für die Kaufſumme des
Autos und die Bauſumme der Autohalle hätte man für ſechs Pro=
letarierfamilien
eine menſchenwürdige Wohnung erſtellen kön=
nen
. Das wäre im Intereſſe der Volkshygiene, die vielleicht
demnächſt durch das Heſſ. Wander=Kino, der Herr Bürgermeiſter von
Michelſtadt ſoll in der Leitung dieſes Unternehmens ſitzen, dem heſſiſchen
Proletariat vorgeführt wird, gelegen. Die Kreisgeſchäfte hätten keinen
Nachteil erlitten.
* Büttelborn, 30, Mai. Man ſchreibt uns: Billiges Brot. Die
Väckermeiſter Daniel Görlich und Peter Gourdan ſind wieder um 5 Pfg.
abgeſchlagen, ſodaß jetzt ſelbige die 4 Pfd.=Laib Brote 4 Pfg. unterm
Friedenspreis und zwar für 40 Pfg. verkaufen. Die Abgabe erfolgt an
Alle, die in hieſigem Orte wohnhaft ſind. Mögen dieſe Zeilen dazu bei=
tragen
, daß auch in anderen Orten dieſem ſchönen Beiſpiel gefolgt wird.
A Offenbach, 30. Mai. Man hört ſo oft, die Städte ſeien gegen=
wärtig
nicht in der Lage, den Zinſendienſt ihrer Vorktiegs=
anleihen
wieder aufzunehmen. Zu dieſer Behauptung ſtimmt nun
ſchlecht, was die verſchiedenen Redner bei der Beratung des ſtädtiſchen
Voranſchlags am 22. Mai über die wirtſchaftliche Lage unſerer Stadt
ſagten. Der Redner der Demokraten erklärte, er habe ſchon 1923 aner=
kennend
feſtſtellen können, daß die Stadt gut durch die wirtſchaftlichem
Nöte der Zeit gekommen ſei und ihre Sachwerte erhalten habe. Das
Vermögen ſei erhalten worden. Ein Redner der Deutſchen Volkspartei
meinte, man habe den Eindruck, daß man heute bei der Aufſtellung eines
Voranſchlags die Steuern vorweg möglichſt hoch anſetze und dann über=
lege
, wie man die Einnahmen auf die verſchiedenen Zweige der Verwal=
tung
verteile, damit möglichſt wenig übrig bleibe: Richtig ſei doch nur,
zunächſt mit möglichſter Sparſamkeit die Ausgaben zu berechnen und
dann die Steuern feſtzuſetzen, wie das früher geſchah. Ein dritter Red=
ner
fand, daß man die Erneuerungsſtöcke der verſchiedenen Werke und
Betriebe ziemlich ausgiebig bedacht habe. Von einem weiteren Redner=
wurde
ausgeführt, die Stadt lebe heute noch von ihren Gläubigern, denem
ſie, allerdings mit Zuſtimmung des Reiches, eine Anleihezinsſteuer von
einer Million Goldmark auferlege. Die Stadt fordere ſie, obwohl der
bisherige Mittelſtand ſie nicht tragen könne und öffentliche Fürſorge im
Anſpruch nehmen müſſe. Das Begleitſchreiben des Oberbürgermeiſters
bei der Einbringung des ſtädtiſchen Voranſchlags am 27. März enthielt
über dieſen Punkt den vielſagenden Satz, eine weitere Entlaſtung von
rund einer Million Goldmark habe der Haushaltsplan durch den Wegfall
des Schuldendienſtes für die ſtädtiſchen Markanleihen erfahren. Bezeich=
nend
iſt zum Schluſſe die Mahnung des Oberbürgermeiſters an die Preſſe
bei der Beratung des Voranſchlags, ſie möge die Finanzlage der Stadt,
wie ſie die verſchiedenen Redner im Zuſammenhange mit dem Ueberſchuß
von 1,5 Millionen Goldmark in den vier letzten Monaten des Rechnungs=
jahres
1923 ſchilderten, nicht bringen, wenigſtens nicht in dem günſtigen
Sinne, wie ſie die verſchiedenen Redner von ihrem Standpunkte auf=
HMsa
faßten.
R. Biſchofsheim, 30. Mai. Am vergangenen Mittwoch ſtürzte
der 23jährige, verheiratete Keſſelſchmied P. Thalheimer von hier,
welcher bei der Firma Maſchinenfabrik AugsburgNürnberg A.=G.
Guſtavsburg beſchäftigt iſt, infolge Gabelbruches ſo unglücklich vom Rad,
daß er beſinnungslos liegen blieb. Arbeiter brachten den Schwerver=
letzten
nach ſeiner Wohnung. Der Arzt ſtellte eine ſtarke Gehirnerſchütte=
rung
feſt; das Befinden iſt ſehr bedenklich.
R. Mainz=Koſtheim, 30. Mai. Am Ufer des hieſigen Floßhafens
wurden Kleider einer männlichen Perſon aufgefunden. Man
nimmt an, daß der Inhaber dieſer Bekleidungsſtücke ſeinem Leben durch
Ertrinken ein Ende gemacht hat.
* Alsfelb, 26. Mai. Der älteſte Verein unſerer Stadt der
Schützenverein, blickt auf ſein 250jähriges Beſtehen zurück. Es
findet deshalb Ende Juni hier das Gauſchützenfeſt des Gaues Heſſen
ſtatt. Feſtſchrift und Denkmünze werden ausgegeben.
e. Leihgeſtern, 26. Mai. Unſere Gemarkung iſt ſchon in alter Zeit
beſiedelt geweſen, das zeigt wieder ein Fund, den Lehrer Ludwig
Lotz machte. Er fand in einer Lehmkaute eine Menge Tonſcherben. Im
Muſeum zu Gießen hat man ſie zuſammengeſetzt, es iſt eine Urne von
33 Zentimeter Höhe mit ſechs Henkeln. Auch in der Gemarkung Hokz=
heim
hat man eine Siedlung aus der jüngeren Steinzeit aufgefunden.

In voller Jugendblüte,
Mit mächtig erhobenen Gefühlen,
Im Waldfeſizuge wandern,
An dem ſchönen Himmelfahrttag,
Zwei Freunde ohne jede Frag.

In Gedanken höherer Pflicht,
Der eine zu dem anderen ſpricht,
Früh und ſpät muß ich mich plagen,
Kann mich dennoch nicht ſo kleiden,
Wie ſo viele anderen Leute.

Rings um ihn ſchreit es im Chor,
Ach auch iſch war ſo ein Tor,
Nun kauf ich längſt beim Kleider=Hörr,
Der hat wirklich kleine Preiſe,
Bei ihm kann ſich’s ein jeder leiſten.

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Zur demnächſtigen Vornahme ber
Ergänzungswahlen zur Handwerkskam=
mer
werden die Vorſtände der im Kreiſe
Darmſtadt anſäſſigen Handwerker= In=
nungen
, Ortsgewerbevereine und ſonſtigen,
die Förderung der gewerblichen Inter=
ſeſſen
des Handwerks verfolgenden Ver=
einigungen
hiermit aufgefordert, alpha=
betiſch
geordnete Verzeichniſſe des Geſamt=
beſtandes
ihrer Mitglieder ( Beſtands=
liſten
) unter Benutzung der bei der
Kanzlei der unterzeichneten Behörde
koſtenfrei erhältlichen Formulare aufzu=
ſtellen
und dabei diejenigen Mitglieder
durch entſprechenden Eintrag in den hier
vorgeſehenen Spalten des Verzeichniſſes
kenntlich zu machen, die nicht als wahl=
berechtigte
Handwerker anzuſehen, oder
zwar wahlberechtigt, jedoch nach den
Beſtimmungen in § 3 der Wahlordnung
für die Handwerkskammer einer anderen
wahlberechtigten Vereinigung zuzuzäh=
len
ſind.
Die hiernach aufgeſtellten Liſten ſind
ſpäteſtens bis Dienstag, den 1. Juli 1924
einſchließlich, der Bürgermeiſterei des=
jenigen
Ortes portofrei einzuſenden, an
welchem die vorgenannten Vereinigungen
ihren Sitz haben. Später eingehende
Beſtandsliſten bleiben unberückſichtigt.
Die Liſten werden von Dienstag,
den 15. Jili bis Dienstag, den 22. Juli
1924 einſchlie ßlich, während der üb=
lichen
Büroſtunden von der zuſtän=
digen
Bürgermeiſterei in ihren Amts=
räumen
zur öffentlichen Einſicht und Ent=
gegennahme
von Einwendungen auf=
gelegt
werdeu.
(St. 7208
Darmſtadt, den 21. Mai 1924.
Kreisamt Darmſtadt.
J. V: Dr. Wolff.
Gutſcheine für Gas und Baſſer.
Die ausgegebenen Gutſcheine für
Gas und Waſſer verlieren vom
15. Juni ds. Js. ab ihre Gültigkeit.
Bis einſchließlich 14. Juni werden ſie
von den ſtädt. Aufnahme=Erhebern
und von unſeren Kaſſeſtellen, Wald=
ſtraße
7 und Frankfurterſtraße 69, auf
Schuldigkeiten von Gas= und Waſſer=
verbrauch
in Zahlung genommen. (St. 7219
Darmſtadt, den 23. Mai 1924.
Direktion der ſtädt. Betriebe.
Aſphaltarbeiten.
Die Ausführung von 3000 qm Guß=
aſphaltbelag
auf ſtädtiſchen Straßen ſoll
verdungen werden. Arbeitsbeſchreibungen
und Bedingungen liegen bei dem unter=
zeichneten
Amte, Zimmer Nr. 5, während
der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Auch werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
(St 7220
Angebote ſind bis Mittwoch, den
18. Juni I. J, vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Mai 1924.
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Fernſprecher:
Darmſtadt Stadtamt 413.
Verwaltung
der Grube Prinz von Heſſen.
Geräteverkauf.
Am 2., 3. u. 4. Juni 1924, jedesmal
in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis
1 Uhr nachmittags, werden im hinteren
Hofe (Wirtſchaftsgebände) des ehemaligen
Verſorgungskrankenhauſes Eſcholl=
brückerſtraße
Nr. 27 ausgeſonderte
eiſerne und hölzerne Geräte öffentlich
meiſtbietend gegen ſofortige Barzahlung
verſteigert.
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Finanzamt Darmſtadt
(Reichsſchatzverwaltung)
Redeſelſtraße Nr. 60.
Kleeverſteigerung.
Montag, den 2. Juni, nach=
mittags
6 Uhr, laſſen Hein ich Caſtritius
und Fried ich Mahr II. in der Gemarkung
Nieder=Ramſtadt zirka 3" Morgen
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offen.
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Nummer 152

Sonntag, 1. Juni

1994

Die Radio=Reklamanie.
Aha, wird der geneigte Leſer denken, da haben wir jetzt den
wiſſenſchaftlichen Namen für die neue Modekrankheit, die Radio= Der Initiative des nunmehr unter Leitung von Hermn Direktor
manie, zu gut Deutſch auch Radiofimmel genannt. Unter Radio=
manie
verſteht man aber etwas ganz anderes, eine Art Beſeſſen=
heit
, die den damit befallenen blind und taub macht für ſeine Um=
welt
. Sein ganzes Intereſſe iſt lediglich auf ſeinen, Radio=
gpparat
konzentriert, Tag und Nacht hängt er an der Strippe
oder ſitzt vor dem Lautſprecher, um mit geſpannter Aufmerkſam=
keit
die neueſten Darbietungen zu erhaſchen.
Natürlich ſoll damit nichts gegen die geniale Erfindung an
ſich geſagt ſein, die gerade durch die Radiomanie in Mißkredit
kommt. Nach den ärztlichen Feſtſtellungen gehört die Radiomanie
gber immerhin noch zu den heilbaren Volksſeuchen. Die Ent=
fernung
des Apparates aus der Wohnung und eine mehrmonat=
liche
Entwöhnungskur ſollen den Patienten allmählich wieder zur
Beſinnung kommen laſſen. Es wird ſogar berichtet, daß es ſtark=
nervige
Leute gibt, die monatelang täglich die politiſchen Nach=
richten
, die Kleinhandelspreiſe, Kindermärchen, die Frauenſtunde,
Tfadfindergeſchichten Botſchaften der Heilsarmee, das Zeitſignal,
Rezitationen, techniſche Vorträge, Börſenberichte, Ausſprachen
von Politikern und noch ein halbes Dutzend Arien, drahtloſe
Trios und Orcheſterkonzerte hintereinander anhören können,
ohne einen Nervenchok zu bekommen.
Doch bereits iſt eine viel größere Gefahr im Anzug, auf die
her rechtzeitig hingewieſen ſein möge: die Reklamanie. Der
nachſtehende tieftragiſche Fald möge allen zur Warnung dienen.
Beſuchte ich da vor kurzem, nichts Böſes ahnend, meinen
Freund Teddy, der ſich im Grunewald neben einer entzückenden
Villa und dito Frau auch einen Radioapparat leiſten kann. Es
war außerordentlich gemütlich bei ihm, da Küche und Keller in
ſeſter Ordnung waren. Beim Mokka gab es eine kleine Ueber=
aſchung
. Mein Freund führte mir einen ſelbſt erſundenen Laut=
ſprecher
vor, den er an ſeinen Radioapparat anſchloß. Wir hörten
das große Duett von den eiskalten Händchen aus Boheme‟.
1 Akt. Szenen von Rigoletto und eine Auswahl aus Haydns
lamegrie mit 100 Verſen, geſungen von Fräulein Mizzi Mizzi
vom Kleinen Opernhaus in Moabit. Nadiobeſitzer haben 10
Prozent Rabatt.
Kurz darauf hörten wir eine Sopranſtimme, die mit Er=
ſriffenheit
ſang:
Hühneraugen groß und klein
Reib mit Reibolin du ein.
Hüte nach der letzten Mode
Findeſt du bei Anny Tode.
Und die beſte Margarine
Liefert dir Gebrüder Piene.
Knochen, Lumpen, Altpapier
Höchſte Preiſe, Kantſtraße 4.
Kenner rauchen um die Wette
Die neue Allah=Zigaretten=
Glycolin gibt zarte Hände
Darum täglich es verwende.
uchen, Heiratsvermittlung und ähnliche Dinge wurden in buntem
Vchſel geboten. Beim 84. Vers, der mit der Forderung: alles
nitſingen! eingeleitet wurde, kam die Kataſtrophe:
Deine Grippe wird gebannt
Mit Grippoheil jetzt weltbekannt
önte es aus dem Trichter. Da ſprang mein Freund mit einem heilbar geſchlechtskrank. Er hatte früher ſchon mehrere Male auf ſeine
Eatz auf den Tiſch und ſang nach der Melodie tanzend die reſt=
ſchen
16 Verſe mit. Als die Arie glücklich zu Ende war, ſtand
nch dem Apparat, dann kam ein grelles Lachen aus ſeiner Kehle
ud er begann die 100 Verſe wieder von vorn zu ſingen. Er. Darüber will er ſich ſehr aufgeregt haben und auf ſeine Frau, der er im
mußte noch am gleichen Abend in ein Sanatorium gebracht
gerden.
derſe nur jetzt zur Abwechſlung in umgekehrter Reihenfolge.
der Fall iſt ausſichtslos, wie der Arzt verſichert unheilbar, wurde, abgeben. Der Angeklagte wurde nach Hauſe gebracht, und Frau
dei Arme hat die neue Radio=Reklamanie! Da verſagt
0 Wiſſenſchaft.
Rit.
Ich warne daher Neugierige!
Geſchäſtiche.
Pferdemarkt. In Beerfelden i Odw. findet in dieſem Jahre
vo 13. bis 15. Juli wiederum der weithekannte und auch aus unſerem er ein arbeitsſcheuer, gefühlloſer Menſch war. Nach längerer Beratung
leſerkreis ſtark beſuchte ,Beerfelder Pferde=, Fohlen= und Zuchtvieh= verurteilte das Schwurgericht den Angeklagten wegen vorſätzlichen und
Narkt zum 20. Male ſtatt. Mit dem Markt iſt neben dem bekannten mit Ueberlegung begangenen Mordes an ſeiner Ehefrau zum Tode bei
ud im ganzen Odenwald bei Jung und Alt ſprichwörtlich gewordenen. Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Tragung der Koſten des
Volksfeſt auch dieſes Jahr wieder eine Große Ausſtellung landwirt= Verfahrens.
ſhaftlicher Maſchinen und Geräte verbunden, welche nach den bis jetzt
ing egangenen Anmeldungen der Ausſteller zu ſchließen, die vorjährige,
zmiß ſehr reichhaltige Ausſtellung, noch übertreffen dürſte. Seitens der
ſnöwirtſchaftskammer für Heſſen wird dem Unternehmen dieſes Jahr, ten Sitzung mit dem für 1924 geplanten Wohnungsbauprogramm. Der
feu angegliedert eine große Fohlen=Auktion, welche eine Anzahl erſt= Stadthaumeiſter Schardt berichtete, daß der Bau= und Finanzausſchuß
Nierden und Rindvieh ſtehen weit über 3000 Nentenmark zur Verfügung.
die Ausgabe der Loſe der mit dem Markt verbundenen Beerfelder
ierde=Lotterie, iſt bereits bei dem ſeitherigen General=Debiteur, ſtaatl.
ſa erie=Einnehmer Willenbücher in Beerfelden erfolgt und dürften die=
ſchen
auch dieſes Jahr wieder reißenden Abſatz finden, zumal bei und Kies, Sand und Holz überlaſſen werden. Die Darlehen der Stadt
ſiel ung gelangen; ein Erntewagen komplett beſpannt mit 2 Pferden,
n Stuhlwagen komplett beſpannt mit 1 Pferd, 3 Pferde reſp. Fohlen, n
Rinder, 3. Ziegen, 5 Zuchtſchweine uſw. Alles Nähere iſt aus dem wird es möglich ſein, insgeſamt etwa 100 Wohnungen zu ſchaffen, uenn
ieratenteil der nächſten Nummer d. Ztg. erſichtlich.

Reich und Ausland.
* Aus Frankfurt am Main.
Bachenheimer ſtehenden Frankfurter Verkehrsvereins iſt es ge=
lungen
, Frankfurt wieder ſeinen alten Ruf als Fremden= und Kongreß=
ſtadt
zurückzuerobern, wie ein Blick auf die Liſte der beſtehenden Ver=
anſtaltungen
zeigt, die von Juni bis Auguſt an 20 große Veranſtal=
tungen
aufweiſt. Eine in Anbetracht der Zeitverhältniſſe recht ſtattliche
Zahl von Veranſtaltungen kündigt ſich alſo an. Es wäre ſicher eine
dankbare Aufgabe der maßgebenden Stellen, dieſen Fremdenſtrom nach
Möglichkeit auch nach Darmſtadt zu lenken. Dieſe Stadt mit Menſchenleben ſind nicht zu beklagen.
ihrer herrlichen Umgebung, die zur Ruhe und Erholung einladet, dürfte
gerade nach den Anſtrengungen größerer Tagungen ein willkommener
Zielpunkt ſein. Vielleicht könnten zu dieſem Zweck die Autofahrten des
Verkehrsvereins, die jetzt vorzugsweiſe nach dem Taunus führen, auch
auf Darmſtadt, den Odenwald und die Bergſtraße ausgedehnt
werden.
Aus der Reichshauptſtadt.
Für 10 000 Goldmark Brillanten erbeutete ein angeb=
licher
Amerikaner in Berlin. Am 21. Mai ſtieg im Hotel Eſplanade
ein Fremder ab, der ſich, für einen Amerikaner ausgab und Louis Her=
bert
nannte. Am Montag begab er ſich abends in die Privatwohnung
eines Juweliers, um hier Schmuckſachen auszuſuchen. Der Geſchäfts=
mann
legte ihm auch verſchiedenes vor. Als er Dienstag vormittag
ſeine Juwelen wieder mit ins Geſchäft nehmen wollte, entdeckte er, daß
ihm der angebliche Amerikaner zwei Brillanten geſtohlen hatte, die
über 10 000 Goldmark wert ſind. Der angebliche Amerikaner war ſchon
ohne Angabe eines Zieles abgereiſt. Auf die Wiederbeſchaffung der
geſtohlenen Brillanten iſt eine hohe Belohnung ausgeſetzt. Der angeb=
liche
Amerikaner, der ſich vermutlich einen falſchen Namen beigelegt hat,
iſt etwa 30 Jahre altz er ſpricht nur wenig und ſchlecht deutſch.
Eine vielſeitige Perſönlichkeit iſt jetzt durch die Ber=
liner
Kriminalpolizei unſchädlch gemacht worden. Der 27 Jahre alte.
aus Süddeutſchland ſtammende Dentiſt Ernſt Mergenthaler ward
von ſeinen Heimatbehörden wegen Betrugs, Uekundenfälſchung und
Unterſe lagung lange vergeblich geſucht. Als tüchtiger Mann hatte
er die Luflation ausgenützt und eine Edelmetallſchmelze in Stuttgart
eingerichlet. Als die Feſtigung der Mark einſetzte, ging ſeine Schmelze
pleite und Mergenthaler mußte flüchten, da ſeine Schulden ihm über
Schöpfung‟. Dann erklang eine tiefe Männerſtimme Achtung den Kopf gewachſen waren. Ueberall verſuchte er, ein Geſchäftchen
Achtung . . . . Achtung . . . ., jetzt kommt die große Re= zu machen und trieb ſich in vielen Städten umher. Zuletzt kam er nach
Berlin. Er nannte ſich, wie bisher feſtgeſtellt wurde. Willi Krenk. Peter
Rösken, Adolf Künzel, Joſeph Schmidt, Joſeph Lührsdorf; es iſt aber
nicht ausgeſchloſſen, daß er ſich noch andere Namen zugelegt hat. Als
Joſeph Lührsdorf fand er in einem großen Geſchäft eine Stellung als
Einkäufer und Proviſionsreiſender. Er wohnte mit gefälſchten Ab=
meldepapieren
und Päſſen in Weißenſee als Adolf Künzel. In Berlin
arbeitete er nun folgendermaßen: Seine Einkäufe bezahlte er mit
Schecks, die er angeblich von ſeiner Firma erhalten hatte. Auf den
guten Ruf dieſer Firma hin wurden ſie ihm ſtets abgenommen, und erſt
ſpäter ſtellte es ſich heraus, daß keine Deckung vorhanden war. Oft ver= lingt die Ungezieferbeſeitigung ſchnell ſicher, leicht und unauffällig, ſo=
gekauft
hatte. Als er jetzt eine dritte Perſon zur Fälſchung einer Unter= beſte Mittel gegen Kopfläuſe und übertrifft alle bisherigen Mittel,
fand man bei ihm drei Scheckbücher und mehrere loſe Schecks, die a
ſüddeutſche Banken ausgeſtellt waren. Mergenthaler wurde dem Unter=
ſuchungsrichter
vorgeführt.
Skagerrak.
Berlin. Der Gedenktag der Seeſchlacht am Skagerrak iſt
von den Marinevereinigungen von Groß=Berlin durch eine von etwa
7000 Perſonen beſuchte Feier begangen worden. Die Feſtanſprache hielt
So ging es weiter, Schuhkreme, Zahnpulver, Likör, Hunde= Kapitän von Egidy, ehemaliger Kommandant des Schlachtkreuzers
Sehdlitz.
Todesurteil.
Frankenthal. Vor dem hieſigen Schwurgericht ſtand am Mitt=
woch
der 1890 geborene Schmied Peter Auer aus Altrip, der am 22. Der Teeabend der evang Kaplaneigemeinde muß bis nach Pfingſten
Auguſt 1923, abends gegen 11 Uhr, ſeine Ehefrau ermordet haben ſoll.
Der Angeklagte ſitzt ſeit der Mordtat in Unterſuchungshaft und iſt un=
Gattin ſcharf geſchoſſen, ohne ſie jedoch zu treffen und zu verletzen. An
dem verhängnisvollen Tage des Mordes wollte er mit einem Freunde
im der Schaum dor dem Munde, mit ſtierendem Blick ſah er über den Rhein fahren, doch ſoll ihn ſeine Frau bedroht haben, daß ſie mietzins heißt es: Waſſergeld iſt jedoch nur bis zu 21 Prozent der
ihn anzeige, weil der Verkehr über den Rhein damals verboten war.
Dorfe begegnete, mehreremale geſchoſſen haben. Er beſuchte dann eine
Wirtſchaft, trank ein Viertel Wein und wurde von dem Polizeiwacht= tigten nach den bisherigen Grundſätzen umgelegt werden. Ihre An=
meiſter
Schneider auf dem Heimwege befragt, ob er ſcharf geſchoſſen
Geſtern beſuchte ich ihn. Er ſingt noch immer die hundert habe. Er verneinte dies und verlangte Gegenüberſtellung mit ſeiner
Frau. Auch wollte er erſt zu Hauſe die Waffe, die von ihm verwandt
Auer trat aus dem Hauſe, um zu bezeugen, daß ihr Mann auf ſie ge= Landestheater, Großes Haus: Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr
ſchoſſen habe. Der Peliz iwachtmeiſter ſagte, ſie ſolle ins Haus gehen,
ſie wäre aber nicht gegangen, ſondern hätte maßlos geſchimpft. Darauf
habe er den Revolver gezogen und wollte ſchießen, die Umſtehenden ſeien
ihm aber in die Arme gefallen, wodurch die Waffe ſich zweimal entlud
und ſeine Frau tötete. Die Zeugenausſagen bekundeten, daß Auer die
Schuld an den traurigen ehelichen Verhältniſſen beizumeſſen iſt und daß
Die Belebung der Bautätigkeit.
Speyer. Der Stadtrat zu Speyer beſchäftigte ſich in ſeiner letz=
ſaliger
Zuchtfohlen zum Verkauf bringen wird. Zur Prämierung von beſchloſſen habe, neben den Darlehen, die aus Staatsmitteln in Höhe
von 14 000 Mark für den Wohnungsbau 1924 zur Verfügung geſtellt
werden, zu dem gleichen Zweck aus Mitteln der Stadt Darlehen in der
Höhe von 100 000 Mark zu gewähren, und zwar die eine Hälfte in bar
und die andere Hälſte in der Weiſe, daß den Bauluſtigen Baugelände
imm Lospreis von nur 1 Mark folgende Hauptgewinne zur Aus= ſollen zu den gleichen Bedingungen wie jene vom Staat gegeben werden.
Aus den vom Staat zur Verfügung geſtellten Mitteln ſollen 28 Woh=
nungen
errichtet werden. Bei Hinzurechnung der ſtädtiſchen Mittel
ſich Bauluſtige finden, die ſelbſt an der Finanzierung mithelfen.

Unwetter.
Görlitz. Schwere Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen und
ſtarken Hagelſchlägen, wobei die Schloßen die Größe von Taubeneiern
erreichten, gingen in den Mittagsſtunden des Donnerstag über Görlitz
und Umgebung nieder. In den tiefergelegenen Straßen wurden, da die
Kanäle die Waſſermaſſen nicht zu faſſen vermochten, zahlreiche Keller
unter Waſſer geſetzt. Auch im Fernſprech= und Ciſenbahnverkehr wur=
den
durch das Unwetter zahlreiche Störungen verurſacht. Zahlreiche
Strecken können wegen Unterſpülung nur eingleiſig betrieben werden.
Groß iſt der Schaden, der durch das Unwetter auf den Feldern ange=
richtet
worden iſt. Beſonders ſchwer wurde das Dorf Leopolds=
hain
betroffen, das anderthalb Meter unter Waſſer geſetzt wurde,
Ein Duell zwiſchen den Fenſtern.
In Coſenza hatten ſich zwei junge Leute, die in einer Straße
einander gegenüber wohnten, ſo heftig in ein Mädchen verliebt, daß
ſie, da keiner freiwillig zurücktreten wollte beſchloſſen, die Entſcheidung,
wem das Mädchen gehören ſolle, durch ein Duell herbeizuführen. Sie
erſchienen deshalb kürzlich, jeder mit einem Revolver bewaffnet, am
Fenſter und begannen, ſich über die Straße hinweg zu beſchießen. Der
jüngere der beiden heißblütigen Liebhaber wurde ſchließlich von einer
Kugel getötet und der andere wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus
geſchafft.
* Das Zwei Revolver=Mädel.
Die Zahl der weiblichen Banditen, die in letzter Zeit in Neu=York
aufgetaucht ſind und ſo viel Aufſehen erregt haben, iſt um einen neuen
Typ bereichert worden: das zwei Reholver=Mädel. So nennt man all=
gemein
eine Banditin, die das augenſcheinlich zu dieſem Beruf gehörige
kurze Haar trägt, ihre Eigenart aber darin zeigt, daß ſie ihre Ueberfälle
mit zwei Revolvern unternimmt. Eine wie große Unſicherheit in Neu=
York herrſcht, geht aus der Tatſache hervor, daß ihr neueſter Ueberfall
einer von 11 Räubereien war, die ſich an demſelben Tage in der Welt=
ſtadt
und ſo ziemlich in denſelben Formen abſpielten. Das Revolver=
Mädchen betrat das Rahmengeſchäft von Louis Saxt im Williamsburg=
Viertel von Brooklyn und fragte nach dem Preis einiger Rahmen. Dann
ließ ſie ihre Handtaſche auf die Erde fallen, und während ſie ſich bückte,
entnahm ſie ihr zwei Revolver, die ſie mit beiden Händen dem beſtürzten
Ladeninhaber vor die Stirn hielt. Nachdem dieſer auf ihren Befehl die
Hände hochgehoben hatte, legte ſie den einen Revolver auf den Ladentiſch,
bielt ihm den anderen an die Schläfe und unterſuchte in aller Ruhe ſeine
Taſchen, denen ſie 60 Dollar entnahm. Da Saxt ſie bat, ihm nicht alles
wegzunehmen, weil er Frau und Kinder in Rußland habe, denen er etwas
Geld ſchicken müſſe, ſo gab ſie ihm 5. Dollar wieder, nahm dann den an=
deren
Revolver vom Ladentiſch, befahr ihrem Opfer, ſich nicht zu be=
wegen
, ſchloß die Ladentür von außen zu und entkam. Der Beraubte
ſchildert das Zwei Revolver=Mädel als eine große, ſchlanke Erſchei=
nung
mit leuchtenden ſchwarzen Augen, die mit einem eleganten Pelz=
kollier
, einem Hut mit Veilchen, in grauen Schuhen und Seidenſtrümpfen
auftrat.
Oh
der wichtigſten Aufgaben der Geſundheitspflege. Mit Cuprex ge=
kaufte
er auch auf eigene Rechnung die Waren, die er für die Firma ein= wie ohne geſundheitliche Nachteile. Cuprex iſt das wirkſamſte und
ſchrift verleiten wollte, wurde er angezeigt. Bei ſeiner Verhaftung weil es das Ungeziefer ſamt Eiern (Niſe) mit einem Male vernichtet.
Apotheken und Drogerien halten Cuprex in kleineren und
größeren Packungen vorrätig.
(5425a
Kottesdienſtliche Anzeige=
Sonntag, den 1. Juni 1924,
St. Eliſabethenkirche.
Sonntag, vorm, von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt.
um 110 Uhr. Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre
und Majandacht mit Segen.
Kapelle zu Arheilgen: Vorm. 7 Uhr: Hl. Meſſe. Um 10 Uhr:
Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht.
vſchoben werden.
Briefkaſien.
Ein Mieter. In der miniſteriellen Bekanntmachung, betr. Mai=
Friedensmiete in dem Satze für die Betriebskoſten enthalten. Ueber=
ſteigt
der Verbrauch in einem Gebäude oder Gebäudeteil 2½ Prozent
der Friedensmiete, ſo kann die Mehrausgabe auf die Nutzungsberech=
ſicht
iſt ſomit zutreffend.
Mete
(Fremdenmiete Pr 16): Der Kaufmann von Venedig. Kleines
Haus. Anfang 7 Uhr, Ende 9u. Uhr (Zuſatzm. I11): Der Barbier
von Sevilla. Orpheum. 734 Uhr: Das Radiomägel, Bren=
nerklub
, nachmittags 4 Uhr im Rummelbräu Frühlingsfeſt.
Darmſtädter Streichorcheſter, abends 7 Uhr im Saalbau
Frühlingsball. Kathol. Geſellenverein (Friedrichſtr. 30):
Frühlingsball. Bayernverein: halb 4 Uhr im Konkordia=
ſaale
Tanz. Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor:
Konzert. Heſſiſcher Hof, ab 8 Uhr: Konzert (Leitung Ober=
muſikmeiſter
Hauske). Café Aſtoria, ab 4 Uhr Eröffnungs=
konzert
. Nummelbräu: Konzert. Herrngarten, um
11. Uhr Promenadenkonzert. Union=, Reſidenz=, Zentral=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Verſteigerungskalender Montag, 2. Juni:
Mobiliarverſteigerung: Ernſt=Ludwigſtraße 9 vorm. 430
und nachmittags 2.30 Uhr.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Derantwortlich für Politik und Wirtſchaft : Rudolf Maupe
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeir
Derantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Derantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Deantwortlich für den Inſeratenteil: Wikly Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtade.
Die heutige Rummer hat 20 Seiten

Es ist ein trauriges Zeichen der Zeit, dass die Beachtung selbst der einfachsten Regeln der Hygiene
heute zu einer Geldfrage geworden ist. Viele pflegen Mund und Zähne nicht richtig, weil Zahn-
vasten
und Zahnpulver unverhältnismäßig teuer sind. Dabei gibt es eine ausserordentlich
wirksame und sparsame Methode, den Mund immer frisch und die Zähne - gesund zu erhalten:
ein Glas warmes Wasser mit ein paar Tropfen Odol genügt, um den Mund auf erfrischende
(Teise zu desinfizieren. Odol besitzt die Eigenschaft, dass es in alle der Zahnhürste unzugäng-
lichen
Ecken und Falten eindringt und noch lange nach dem Gebrauch den Gärungs- und Fäulnisprozessen
im Munde entgegenwirkt. In dieser nachhaltigen Wirkung wird Odol von keiner Zahnpaste
und von keinem Zahnpulver erreicht. Odol ist sehr stark konzentriert und darum 80 Sparsam.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Juni 1924.

Rummer 152.

Schweden als Touriſtenland.
Keines der ſkandinadiſchen Reiche birgt in ſeinem landſchaft=
lichen
Aufbau ſo feſſelnde Gegenſätze wie Schweden. Vom frucht=
baren
Flachland über ein waldreiches Hügelland und Mittel=
gebirge
bis zur Gletſcherwelt des Hochgebirges anſteigend, erhebt
ſich das Land, das von der Oſtſee und dem Kattegatt umſpült
und von gewaltigen Strömen durchfloſſen wird.
Wer in Trälleborg an der ſüdſchwediſchen Küſte landet, be=
tritt
Schonen, Schwedens Kornkammer, mit ſeinen reichen Fel=
dern
und ſeinen grünen Buchenwäldern. Von hier bis hinauf
nach Bohuslän und Oeſtergötland trifft er ein anmutiges, oft
von Felſenhügeln unterbrochenes Tiefland, in dem betriebſame
Städte von dem Fleiß und der wirtſchaftlichen Tüchtigkeit der
Bevölkerung erzählen. Hier iſt die Wiege der ſchwediſchen Kul=
tur
. Wer es verſteht, in den Denkmälern der Vergangenheit
zu leſen, wird hier eindringlichere Eindrücke empfangen als aus
gelehrten Büchern. Die Gräber der Steinzeit, Schiffsſetzungen
und Dolmen, Felſenzeichnungen aus der Bronzezeit ſprechen zu
uns von dem Leben einer regſamen Bevölkerung aus prähiſto=
riſcher
Zeit. Und die prächtigen Schlöſſer und Herrenſitze, die
über das Land verſtreut ſind, lenken unſere Gedanken auf die
Epoche der ſchwediſchen Großmachtſtellung. Städte aber wie
Malmö, Lund, Norrköping und Gotenburg, die ein dichtes Eiſen=
bahnnetz
miteinander verbindet, ſind die geiſtigen und induſtriellen
ZZentren des modernen Südſchwedens. An den Küſten haben
ſich zahlreiche Badeorte angeſiedelt, am feinen Sandſtrand Fal=
ſterbe
und Yſtadt, nördlich von dem zerklüfteten Felſenberg, dem
Kullen, das vielbeſuchte Bäſtadt, zwiſchen den ſteilen Felſen=
ufern
und Schären der bohusläniſchen Küſte Marſtrand, Lyſekil
und Strömſtad.
Wohl den tiefſten Einblick in die ſchwediſche Landſchaft an
der Grenze Süd= und Mittelſchwedens gewährt eine Kanalfahrt
von Gotenburg nach Stockholm. Sie führt vorbei an den welt=
berühmten
Trollhättafällen über den Wener=, Wetter= und
Mälarſee bis zu Schwedens impoſanter Hauptſtadt, dem Vene=
dig
des Nordens, wie es manche nennen, das aber in ſeiner
reizvollen Lage und im architektoniſchen Aufbau ſo ſtark die
Eigenart ſchwediſcher Städte verkörpert, daß ein Vergleich mit
der ſüdlichen Lagunenſtadt nicht nur gewagt, ſondern auch un=
nötig
iſt. In der natürlichen Harmonie landſchaftlicher Schön=
heit
mit den Lebensäußerungen der modernen Großſtadt liegt der
Reiz der ſchwediſchen Hauptſtadt.
Wer weiter nach Norden, der Heimat der großen Wälder
und Ströme, reiſt, wird an Dalekarlien nicht vorübergehen.
Gleich einem Juwel leuchtet der Siljanſee, von Birken= und
Tannenwäldern eingefaßt, aus einer idylliſchen Hügellandſchaft
auf. Eine bodenſtändige Bauernkultur, die an den alten Sitten
und Gebräuchen feſthält, die ſich ihre alten, farbenreichen Trach=
ten
bis auf die Gegenwart bewahrt hat, lebt noch heute an den
Ufern des Siljanſees. Unvergeßlich wird jedem das Bild eines
Kirchganges am Sonntag nach den Kirchen von Rättvik und Lek=
ſand
bleiben, wenn die Bevölkerung in ihrer Nationaltracht zu
Fuß, auf Wagen und langen Kirchbooten hier zuſammenſtrömt.
Und wer an einem Sommerſonntag vor den weißgetünchten Kir=
chen
ſteht, wird an Selma Lagerlöfs Ausſpruch denken müſſen,
daß es nirgends ſo viel Sonnenſchein gibt, als vor einem weiß
angeſtrichenen Kirchlein während des Gottesdienſtes. Sonne,

Birken, See, Kirche und Menſchen bilden an ſolchen Tagen eine
Einheit, ein feierliches Zuſammenklingen in einem unſichtbaren
Gottesdienſt.
Je mehr man nach Norden vordringt, um ſo waldreicher wird
die Gegend. Im Hinterland der Hafenſtädte Sundsvall und
Härnöſand nehmen die Wälder oft 7080 Prozent der Boden=
fläche
ein. Schon die Hanſa und ſpäter die Holländer bezogen
ihre Maſtbäume aus den ſchwediſchen Holzdiſtrikten. Vor den
Sägewerken am Angermanelf und Indalself ſtauen ſich die roh
behauenen Stämme, die in Trift und Floßfahrt den Fluß hinab=
getrieben
ſind. Wie eine Brücke liegen ſie oft über die Ströme,
und ihr harziger Geruch weckt die Sehnſucht nach den dunklen
Wäldern ihrer Heimat. Dort, wo im Hintergrund die mächtigen
Gebirgsrücken von Jämtland aufragen, die mit ewigem Schnee
bedeckt ſind, mit ihren tiefen Talſchluchten, in die die Waſſerfälle
über die Felſenbarren ſtürzen. Hier begegnet man auch den
erſten Lappen, die mit ihren Renntierherden umherziehen.
Aber erſt in Lappland, nördlich des Polarkreiſes, betritt man
das eigentliche ſchwediſche Hochgebirge. Die nördlichſte Eiſen=
bahn
der Erde öffnet den Zugang zu dieſem Gebiet, das außer=
dem
in ſeinen Gruben die hochwertigen Eiſenerze für noch viele
Jahrhunderte birgt. Die Eiſenerzlager von Gällivare und
Kiruna ſind weltbekannt, ihre Ausfuhr geht über die vorbild=
lichen
Erzverladungsanlagen Luleas oder über das norwegiſche
Narvik. Den Mittelpunkt des Touriſtenverkehrs im höchſten
Norden aber bildet die Touriſtenſtation Abisko am See Torne
träsk, inmitten einer zum Naturſchutzgebiet erhobenen unbe=

Erhältlich im Buch= und Schreibwarenhandel,
ferner in jeder Auto= und Fahrradhandlung.
Herausgeber: Continental=
Caoutchouc= und Gutta=Percha=Co., Hannover.

rührten Landſchaft. Trotz der Entfernung iſt das Hochgebirge
Lapplands mit ſeinen vergletſcherten Haupterhebungen, dem
Sulitelma und dem Kebnekaiſe, leicht zugänglich, wenn man
auch für das Leben in der Wildnis beſonders ausgerüſtet und
für meilenweite Märſche trainiert ſein muß. Nicht minder reiz=
voll
ſind die Bootfahrten auf den reißenden Flüſſen Lapplands mit
ihren Stromſchnellen. Der Schwediſche Touriſtenverein hat viel
für die Erſchließung ſeines nördlichſten Vaterlandes getan, Unter=
kunftsſtätten
angelegt und für Bootsmaterial auf Seen und
Flüſſen geſorgt. Wer fern vom lärmenden Verkehr eine un=
berührte
wilde Landſchaft liebt und die Strapazen nicht ſcheut,
die die Wanderungen durch unwegſames Gelände verlangen,
der wird in Lappland die Erfüllung ſeiner Wünſche finden.
Gewiſſermaßen ein Reich für ſich bildet die Inſel Gotland
mit Wisby, der Stadt der Kirchenruinen aus der Hanſezeit. Die
Stadt der Roſen und Ruinen! Lyriſche Romantik webt ihre
Schleier hier um den Alltag und erzählt von der Vergangenheit,
Einſt groß und geachtet, mächtig und gefürchtet, iſt die Stadt
heute mit ihrer alten Ringmauer und den Kirchenüberreſten aus
ihrer Glanzzeit ein beredtes Abbild irdiſcher Vergänglichkeit,
Aber es gibt in ganz Schweden wohl kein ähnliches maleriſches
Städtebild mehr als das vom Strande anſteigende Wisby mit
ſeinen alten Häuschen, Roſengärten und trotzigen Warttürmen.
Die Vergangenheit leht hier noch ſtärker als die Gegenwart. Ein
Erdenwinkel voll von Poeſie und Schönheit, der ſeine Unberührt=
heit
ſeiner glücklichen Lage fern vom großen Weltverkehr
verdankt.
Den ſtärkſten Eindruck auf den empfindſamen Touriſten
rufen die hellen Sommernächte des Nordens hervor, wenn die
Mittſommernacht Meer, Inſeln, Ebenen und Berge mit einem
magiſchen Schein umgibt, der alles Körperliche auflöſt und alle
Dinge wie zu einem Weſen miteinander verbindet. Jene Nächte,
die aus der äußeren Wirklichkeit die inneren Zuſammenhänge
freizulegen ſcheinen. Dann iſt es am ſchönſten in Schweden,
wenn auch der Winter mit ſeinen weiten Schneefeldern, vor=
trefflichen
Skihahnen und blanken Eisflächen Freuden des
Winterſportes ſchenkt, wie wir ſie in keinem anderen Lande mehr
vereinigt finden.
So bietet Schweden als Touriftenland einem jeden, ſei er
Romantiker, Globetrotter, Wirtſchaftler oder Sportsmann, in
reichem Maße Anregung und Erfüllung. Das natürliche geſunde
Weſen und die eufrichtige Gaſtlichkeit ſeiner Bevölkerung läßt
ihn ſchnell heimiſch werden, ſelbſt wenn er als Neuling das Land
beſucht. Der ungebrochene Strom bodenſtändiger Kraft, der von
dem ſchwediſchen Volke ausgeht, wirkt mit der Intenſität einer
Heilauelle, ſtählt Geiſt und Nerven für den Lebenskampf. Der
Schlüſſel zu dem Geheimnis dieſer Kräfte iſt aber die unge=
lockerte
Einheit der ſchwediſchen Landſchaft mit dem Volke, das
ſie bewohnt.
Dr. W. G.

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[ ][  ][ ]

Mummer 152,

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Junt 1924.

15

Spott, Spiel und Turnen.

Schwimmen.
Die neue Glanzleiſiung von Berges.
Das Verbandsoffene des S.=C. Poſeidon=Köln am Himmelfahrts=
g
bedeutet einen neuen Glanzpunkt in der Siegeslaufbahn von Ber=
Er überrtaf ſelbſt die kühnſten Erwartungen, die an ſeinen Start
knüpft worden waren. In glänzender Form und überlegener Manier
mite er einen ſtürmiſch bejubelten Sieg über 400 Meter bel. erringen
den von dem deutſchen Meiſter Heinrich=Leipzig in Elberfeld auf=
ſellten
Nekord von 5,33,4 um 3,2 Sek. unterbieten. Zwar wird die
Berges geſchwommene Zeit nicht als offizieller deutſcher Rekord
nmkannt, da nach den nunmehr geltenden internationalen Veſtim=
zurngen
kein Unterſchied mehr zwiſchen Rekorden in der Halle und im
een Waſſer beſteht, (der Rekord in der Halle ſteht auf 5,26 4 und gilt
ſ als beſte Zeit, als offizieller, einheitlicher Rekord), aber kein Menſch
ite in dem verhältnismäßig ſchweren Kölner Stadion eine derartige
eie für möglich gehalten, ſo daß die von Berges erzielte deutſche Beſt=
ifung
mit vollem Recht Aufſehen in der ganzen deutſchen und aus=
usiſchen
Schwimmerwelt erregen wird. Einige Einzelheiten aus dem
enen: Am Start: Berges, ferner Vierkötten=Köln, der mehrfache
zu ſche Meiſter in mittleren und Langſtrecken, und Gubener= Magde=
ſig
96. In der Vorſchau war auf überlegenen Sieg Vierkötter ge=
füt
worden, jedoch es kam anders. Vom Start weg führte Berges,,
Meter in 1,13, auf der zweiten Bahn den Vorſprung vergrößernd,
Meter in 2,36. Gubener fällt auf der dritten Bahn ſtark ab, Ber=
ſchiebt
ſich weiter vor, 300 Meter in 4,05, dann auf der letzten Bahn
gich tig losziehend ſchlägt Berges, unter tofendem Beifall der Zuſchauer,
niv glänzendem Endſpurt an den Zielbalken an, 5,30,2; etwa 15 Meter
ruick Vierkötter mit 5,43,4 und 25 Meter Gubener mit 5,59,2. Dieſer
ſtanzleiſtung ſetzte dann Berges in der erſten kurzen Strecke 100 Me=
die
drei Rennen ſpäter bereits folgte, die Krone auf. Am Start
Bezwinger Rademachers, Treis=Köln, und der Langſtreckenmeiſter
ſcer=Köln; ferner Vernards=Bonn, der jedoch nicht in Frage kam.
is und Eicker gehen wahnſinnig ſcharf an, unter 30, Berges liegt bei
SMeter noch etwa 2½ Meter hinter beiden, da zieht er plötzlich los
nd kann in blendendem Endſpurt die Differenz aufholen und mit
Sek. vor Treis das Rennen für ſich in 1,06,2 entſcheiden, mit dieſer
ſeir, einen Bahnrekord auf dem Kölner Stadion aufſtellend. Nach die=
m
glänzenden Erfolgen kann das Darmſtädter Sportpublikum mit
nösZter Spannung dem Verbandsoffenen des D. S. C. Jung=Deutſchland
ntnegenſehen, das ſchon jetzt das größte Intereſſe in ganz Deutſch=
m
5 findet.
Die Ergebniſſe der Senior=Wettbewerbe: Bruſt=
ſtwimmen
, 100 Meter: 1. Sommer=Köln, 1:20,3; 2. Laußer=Köln,
9. 4. Weltausſtellungsſtaffel (50, 100, 200, 300 Meter): 1. Poſeidon=
ſöm
, 8:28,2: 2. Rhenus=Köln, 8:33. Freiſtilſchwimmen: 1. Ber=
DDarmſtadt, 5:29,6; 2. Vierkötter=Köln, 5:43. Kurze Strecke 100
Nerer: 1. Berges=Darmſtadt, 1:06,4; 2. Treiß=Köln 1:06,6. Bruſt=
f
el, 4X50 Meter: 1. Poſeidon=Köln, 2:44,4; 2. Salamander=Bonn,
Hr. Freiſtilſchwimmen, 100 Meter: 1. Treiß=Köln, 1:21,1; 2. Holl=
ſuchdt
, 1:24. Lagenſtaffel, 4X50 Meter: 1. Rhenus=Köln, 2:18,2;
Poſeidon=Köln, 2:20. Turmſpringen: 1. Plumans=Köln, 401,
hunkte; 2. Schumm=Köln, 38)/. Punkte. Rückenſchwimmen, 100 Me=
1. Skamper=Köln, 1:18,2; 2. Hülſer=Krefeld, 1:22,2. Bruſt=
ſyp
immen, 100 Meter: 1. Lauſſer=Köln, 1:24,2. Große Freiſtaffel,
M50 Meter: 1. Rhenus=Köln, 5:23; 2. Poſeidon=Köln, 5:35. Dr. H.
Schwimm=Abteilung der Turngemeinde Befſungen 1865.
Montag, den 2. Juni, beginnt der Schwimmbetrieb im Woog für
uſ re Abteilung. Nach der langen und harten Winterszeit drängen die
ſiffte zur freien Betätigung im freien Waſſer. Es gilt jetzt eifrig zu
ſen für die Schwimmfeſte im. Juli und Auguſt. Die Uebungszeiten
ſueen Montags 6.15 bis 7 Uhr und 7.45 bis 8.30 Uhr und Freitags von
17h s 8.30 Uhr. Daneben wird ein Uebungsabend im Hallenſchwimm=
hd
beibehalten, worüber noch nähere Mitteilung erfolgt. Friſch auf
nun! Alle Schwimmer heraus in den freien Woog! Der Schwimm=
ür
ſchuß der Tg. Beſſungen.

Handbail.

Das Spiel Sportverein gegen Polizeiſportverein fällt aus.

Tennis.
DarmſtadtMainz.
Am Himmelfahrtstag fand auf den Tennisplätzen am Böllenfalltor
ſ erſte diesjährige Juniorenwettſpiel zwiſchen Darmſtadt und Mainz
fotz. Die hieſigen Spieler, die über eine größere Spielerfahrung ver=
fiorn
, da ſie ſchon öfters bei Seniorenwettkämpfen als Erſatz hatten
mſpringen müſſen, konnten ohne Mühe den Sieg ſicher ſtellen. Her=
mrnuheben
iſt bei Mainz Frl. Meintzinger, die mit ihrem Partner
echolz einen recht ſtarken Gegner im gemiſchten Doppel abgab. Um ſo
ſher raſchender war ihre Niederlage gegen das in guter Form ſpielende
har Frl. LohWerner. Die weiteren Ergebniſſe waren: Eſche
Scholz 6:3, 6:2 Darmſtadt (D); WernerMeffert 3:6, 6:3, 6:2 D.;
Seß-Koch 6:1, 6:2 D.; Beeck-Boenſel 6:1 6:3 D.; Samesreuter
TEeffert 6:3, 7:5 D.; Frl. MainzingerFrl. Loy 6:0, 5:7, 6:1 Mainz
(NH; Scholz. Meffert Eſche, Werner 6:2, 2:6 8:6 M. Beeck, Heß
Koch, Boenſel 6:1, 6:2 D.: Beeck, Heß Meffert, Koch 6:2, 6:1 D.;
miesreuter, Heß 2. Koch, Boenſel 6:1, 6:2 D. Frl. Meintzinger,
Golz Frl. Hedderich, Eſche 8:6, 4:6, 6:4 M.; Frl. Meintzinger,
Gcholz Frl. Loy Werner 5:7 8:6, 6:4 D. Geſamtergebnis: für
Yumſtadt gewonnen mit 9:3 Punkten, 20:8 Sätzen und 157:108
Gislen.
Internationales Berliner Tennisturnier.
Das Turnier des Berliner Schlittſchuhklubs, das am Donnerstag
be det werden ſollte, erfuhr eine unangenehme Unterbrechung durch
nurere Gewitterregen. Als wichtigſtes Spiel vom Tage iſt die Vor=
ſim
ßrunde im Herrendoppel zu erwähnen, die R. KleinſchrothRahe
6 6:2 gegen MoldenhauerTomilin gewannen. Das Vorſchlußrun=
den
piel, Klaſſe II für Herren, zwiſchen Dr. Holsboer und Rothe konnte
Eiverer 6:4, 6:2 zu ſeinen Gunſten entſcheiden.
Das Blau=Weiß=Tennisturnier,
als Jubiläumsturnier zum 25jährigen Beſtehen des Tennisklubs
k0=Berlin ſtattfidet, hat jetzt mit den Vorſpielen ſeinen Anfang ge=
un
men. Es meldeten u. a. Froitzheim, Gebr. Kleinſchroth, Land=
murn
, Moldenhauer, Hannemann. Demaſius, Lüdke, Darnoc, Windels,
w. v. Biſſing und Elka, von Damen Frau Uhl, Frau de la Croix,
T. Weihermann, Frau Kaeber uſw.
Wanderregeln.
Wir entnehmen der Märkiſchen Turn= und Sportzeitung
Sfolgende beachtenswerte Ratſchläge für Wanderer:
Wandre nie mehr als 60 Kilometer am Tage, ſonſt läufſt du
dir allmählich die Beine ab.
Tritt eine größere Wanderung nicht in Turnſchuhen an, ſon=
dern
zeige ruhig, daß du noch ein paar Stiefel haſt.
Koche nicht alle Tage denſelben Pamps, ſondern immer ſo
intereſſant wie möglich.
Singe nie mehr als 20mal an einem Tag dasſelbe Lied, du
könnteſt Pilze im Gehirn bekommen.
Wirf Frühſtückspapier uſw. nie in der Gegend umher; wer
weiß, wie du es noch brauchen kannſt.
nie mehr Obſt, als du auf einmal im Ruckſack tragen
kannſt, die Verdauung könnte es dir übel nehmen.
Beſchränke dein Gepäck auf das notwendigſte es iſt ſchon vor=
gekommen
, daß überflüſſiges Zeug kiſtenweiſe nach Haus ge=
ſchickt
wurde.
4 Eine Klampfe iſt ganz ſchön, aber kein Behälter für Küchen=
abfälle
.
Richte dich ein, daß du dein Nachtquartier noch vor dem
Nachmittagskaffee verläßt.
Dein Kochgeſchirr wird ſchon ein anderer ſcheuern.
Schläfſt du im Stroh, ſo lege deine Wertſachen neben dich,
auf daß du ſie leicht wiederfindeſt.
Landkarte iſt Quatſch, du findeſt den Weg doch nicht.
Bergabwärts kannſt, du dich auf deine eigene Schwerkraft
verlaſſen; dein Hoſenboden wird dir dankbar ſein.
Scheuert dein Stiefel, ſo gehe mindeſtens noch 20 Kilometer,
Samit ſich die Sache lohnt.

Turnen.
Die Sonnwendfeier
des 9. Kreiſes (Mittelrhein) der Deutſchen Turnerſchaft wird am 21.
und 22. Juni auf dem Hemsberg und im Fürſtenlager abgehalten. Am
Samstag, den 21. Juni, verſammelt ſich die Kreis= und Turnerjugend
mit ihren Führern abends 8½ Uhr auf dem Mauktplatz in Bensheim.
Von hier gemeinſamer Aufſtieg zum Hemsberg. Dortſelbſt Abbrennen
des Feuers bei Feuerſprüchen, Anſprachen und gemeinſchaftlichen Lie=
dern
. Nach Verlöſchen des Feuers Abſtieg nach den verſchiedenen Dör=
fern
zum Beziehen der Quartiere. Quartiermeldungen müſſen bis zum
10. Juni an Turnbruder K. Müller=Bensheim, Darmſtädter Str. 26,
gelangt ſein.
Sonntag, den 22. Juni, ab 10 Uhr vormittags, im Fürſtenlager bei
Auerbach echt turnbrüderliches Zuſammenſein bei Anſprachen, Turn=
ſpielen
, Volkstänzen ſowie Geſangsvorträgen der Kreis=Sängerſchaft,
gemeinſchaftlichen Liedern. Die Lieder für die Männerchöre ſind in
den Kreiszeitungen Nr. 10 und 11 abgedruckt. Alle Turnerſingmann=
ſchaften
des 9. Turnkreiſes werden zur Teilnahme aufgefordert. Das
Zuſammenſein am Sonntag, den 22. Juni, im Fürſtenlager, iſt in der
Art gedacht, daß die Kreis=Turnerjugend, die abends zuvor beim Ab=
brennen
des Feuers zugegen war, in loſen Gruppen von den Orten
ihrer Nachtunterkunft nach dem Fürſtenlager wandert. Die Turner=
ſänger
und übrigen Turnbrüder und Turnſchweſtern werden mit ihren
Angehörigen zu Fuß oder mit der Bahn dem Fürſtenlager zuſtreben.
Die Gaue des Odenwaldes und der Vergſtraße, werden es ſich zur
Pflicht machen, bei dieſer Kreisveranſtaltung, die die erſte ihrer Art
iſt, recht zahlreich vertreten zu ſein. Die Preſſewarte aller Vereine
werden gebeten, dieſe Zeilen in der Zeitung ihres Wohnortes zum
Abdruck bringen laſſen zu wollen. Anfragen über die Geſtaltung der
Kreis=Sonnwendfeier ſowie Anmeldungen für Darbietungen wie Vor=
träge
, Volkstänze uſw. laſſe man an den Kreiswart für Geiſtespflege,
Wandern und Geſang, Turnbruder Prof. Gg. Bender, Frankfurt a. M.,
Wolfgangſtraße 84, gelangen.
H. M.
Turnverein Dieburg 1863 e. V.
Bei den am Himmelfahrtstage ſtattgefundenen leichtathletiſchen
Vereinsmeiſterſchaftskämpfen des Tv. Dieburg wurde im Zehnkampf
für Turner Joſ. Euler Vereinszehnkampfmeiſter, im Fünfkampf für
Zöglinge Phil. Meher Vereinsjugendmeiſter. Die beſten Leiſtungen:
Turner: Hochſprung: Rudi Keller und Jakob Ludwig je 1,62
Meter. Weitſprung: Jak. Ludwig 5,50 Meter, Rudi Keller a. K.
5,85 Meter. Stabhochſprung: Joſ. Euler und Joſ. Remſpecher je
2 75 Meter. Kugelſtoßen, 7½ Kilo: Joſ. Remſpecher 9,38 Meter.
Steinſtoßen, 15 Kilo: Joſ. Euler 6,50 Meter. Kugelſchocken, 5 Kilo:
Joſ. Euler 13,70 Meter. Diskuswurf: Jakob Ludwig, 31 Meter.
Schleuderballwurf: Jakob Ludwig 43,75 Meter. Speerwurf: Joſef
Euler 32,40 Meter. 100=Meter=Lauf: Rudi Keller 12 Sekunden.
Zöglinge: Hochſprung: Phil. Meyer und Heinr. Aßmuth je 1,35
Meter. Weitſprung: Phil. Meher 4,90 Meter. Kugelſtoßen,
5 Kilo a. d. Kr.: Phil. Meher 9,35 Meter. Speerwurf: Heinr.
Aßmuth 27,80 Meter. 100=Meter=Lauf: Phil. Meher 13 Sek.
Ein dreifaches Gut Heil den Mitwirkenden!
K.
Fußball.
Spielvereinigung Union=Darmſtadt, Jgb.
Am heutigen Sonntag begibt ſich die 1. Jugend nach Eberſtadt, um
dort das fällige Verbandsſpiel auszutragen. Die letzten Reſultate zeu=
gen
von zunehmender Spielſtärke, und werden ſich die Beſſunger Jun=
gens
die größte Mühe geben, die beiden Punkte mit nach Hauſe zu
nehmen.
Ck.
F. C. Union=WixhauſenArminia=Rheingönnheim.
Am heutigen Nachmittag tritt auf dem Sportplatze Unions die beſt=
bekannte
Ligaelf Arminia=Rheingönnheim zu einem Freundſchaftsſpiel
gegen F.C. Union an. Rheingönnheim iſt hier ſowie auch in Städte=
kreiſen
der Fußballgeſchichte beſtens bekannt und ein ſehr hoch zu
ſchätzender Gegner. Es dürfte ſich deshalb zwiſchen beiden Vereinen
ein Freundſchaftsſpiel im wahrſten Sinne des Wortes entwickeln und
werden es die Gäſte ſicher verſtehen, auch diesmal wieder, wie in frühe=
ren
Spielen, ihren guten Ruf bei den Fußballanhängern, in unſerem
Kreiſe ſicherzuſtellen. Im allgemeinen iſt man auf den Ausgang dieſes
Treffens ſehr geſpannt. Das Spiel beginnt um 4 Uhr.
Motorradſport.
Motorrad=Klub. Darmſtadt e. V., D. M. V.
Mit der Klubtour am Himmelfahrtstag verband der Klub gleich=
zeitig
den 2. Lauf ſeiner Klubmeiſterſchaft. Vormittags um 8 Uhr fan=
den
ſich zirka 30 Klubmitglieder am Startplatz ein, um die für eine
demnächſt ſtattfindende Motorradprüfungsfahrt in Ausſicht genommene
Strecke abzufahren. Auf der wundervollen, geraden Chauſſee Dieburg
Gundernhauſen wurden die für die Flachprüfung feſtgeſetzten 2 Kilo=
meter
mit 300 Meter Anlauf abgegrenzt. In einem Zeitraum von
45 Minuten paſſierten 22 Fahrer mit nachſtehenden Reſultaten das
Zielband:
Klaſſe 150ccm: 1. Zürtz, auf Zürtz, 2,6 Min.; 2. L. Schramm,
(Grade); 3. F. Stark (Heros).
Klaſſe 250 ccm: 1. A. Langer jr. (Lehé Spezial) 1,38 Min.;
2. H. Henke (Dolf); 3. H. Geil (Klotz); 4. R. Dekart (Dolf); 5. F.
Müller jr. (Biro).
Klaſſe 350 ccm: 1. Dir. Müller (Ardie) 1,58 Min.; 2. F.
Baumert (Pawa); 3. W. Koch (N. S.U.); 4. G. Koch (Phänomen).
Klaſſe 500 ccm: 1. G. Schmitt (Engl. Triumph, Ricardo)
1,22 Min.
Klaſſe 750 ccm: 1. R. Pecher (Wanderer) 1,24 Min.; 2. G.
Bläſing (Mars).
Klaſſe über 750 ccm: 1. L. Keller, mit Sozius (Harley Da=
vidſon
) 1,18 Min.; A. Langer fr., ohne Sozius (Harley Davidſon)
außer Konkurrenz 59½ Sek.
Die gefahrenren Zeiten in den einzelnen Klaſſen ſind wirklich glän=
zend
zu nennen. So fuhr A. Zürtz auf ſeiner 150 ccm Zürtzmaſchine
einen Durchſchnitt von 57,2 Kilometer, Langer jr., auf Lehe Spezial,
einem Neufabrikat der Firma W. Lehé 76,6 Kilom., Dir. Müller auf
Ardie 61,1 Kilom., G. Schmitt, auf Triumph, 87 Kilom., R. Pecher,
auf Wanderer, 85,7 Kilom., L. Keller, auf Harley Davidſon, 94,7 Kilom.,
A. Langer jr. (außer Konkurrenz), auf Harley Davidſon, 116,6 Kilom.
Nach Ende der Veranſtaltung erfolgte geſchloſſene Abfahrt über Die=
burg
nach dem Endziel, woſelbſt bei einem Frühſchoppen die Reſultate
bekannt gegeben wurden.
Pferdeſport.
Rennen zu Grunewald.
Die Reihe der mäßigen Grunewaldrenntage wurde am Donnerstag
fortgeſetzt. Abwechſelung bot nur ein ſtarker Gewitterregen, der wäh=
rend
des erſten Nennens mit ſolcher Gewalt niederging, daß man von
den Pferden überhaupt nichts ſah. In ſportlicher Beziehung verliefen
die Rennen ſo ziemlich ohne jede Anregung. Die beiden wertvollſten
Prüfungen wurden nur von je drei Pferden beſtritten. Das Turm=
Jagdrennen konnte der heiß favoriſierte Eichwald nur nach Kampf
gegen Der Sogenannte gewinnen, der jeden Sprung unwillig genom=
men
hatte, dagegen war das Grunewald=Hürdenrennen nur ein Spazier=
gang
für Feirefis, nachdem Rubel gefallen war. Die Reſultate:
Tatterſall =Jagdrennen, 3000 Mark, 3200 Meter: 1. Her=
manns
Oro (Hartmannchen), 2. Blauſchwarz (Voltz), 3. Briſe ( Müs=
chen
). Tot. 40, Pl. 19, 52. Ferner: Turfball (4), Gallipoli II, Lilien=
ſtein
(ausgebr.). 11 L. Priorter Jagdrennen, 3800 Mark,
3000 Meter: 1. E. Gottſchalks Marone (Kukulies), 2. Adolpphus (Voltz),
3. Sultan (Dyhr). Tot. 23, Pl. 12, 12. Ferner: Eiſenkappe, Onkel
Otto. 32 Lg. Grunewald=Hürdenrennen, 6000 Maxk,
3000 Meter: 1. E. Gottſchalks Feirefis (Kukulies), 2. Gigerl (Edler).
Tot. 15 Ferner: Rubel (gef.). 2½ Lg. Turm=Jagrennen,
Ehrenpreis und 9500 Mark, 5000 Meter: 1. A. Lenaus Eichwald (Maté),
2. Der Sogenannte (v. Herder), 3. Herzog (Oertel). Tot. 14. ½ bis
Weile. Preis von Spandau, 4500 Mark, 3800 Meter: 1. H.
Popps Sulamith (Borke), 2. Ravenna (Bachmahr), 3. Cyganka ( Falken=
hayn
). Tot. 119 Pl. 38, 41. Ferner: Feuerbach (4), Heldin (gef.),
19 Lg.KopfWeile. Maien=Hürdenausgleich, 3000 Mk.,
3000 Meter: 1. A. Günthers Henry (Quade), 2. Georg (Dorf), 3. Kiß me
quick (Oertel). Tot. 31, Pl. 13, 15, 19. Ferner: Douſchka, Tor di Quinto,
Bummel=Petrus, Noprina, Taviroſza. 2½7 La. Ziviliſt=
Flachrennen, 3000 Mark, 1600 Meter: 1. Graf Ch. Wuthenaus
Puſchkin (D. König), 2. Ziviliſt (Beſ.), 3. Gebalind (v. Falkenhayn).
Tot. 39. Pl. 10. 10. Ferner: Wilhelma. Kopf7 Lg.

Motorfahren.
Norddeutſche Zuverläſſigkeitsfahrt.
Die große Anzahl von Teilnehmern, die ſich am 23. Mai am Stark
zur Norddeutſchen Zuverläſſigkeitsfahrt eingefunden hatte, zeigte, welch
lebhaftes Intereſſe dieſe Fahrt in allen Kreiſen gefunden hat. Von den
eingegangenen 36 Meldungen ſtarteten 27 Wagen, von denen 21 das
Ziel am zweiten Tag erreichten. Die ganze Fahrt ſtand unter dem
Zeichen außerordentlich ſchlechten Wetters. Fiel ſchon am erſten Tag ein
ganz beträchtlicher Landregen, ſo ſetzte kurz hinter Harburg ein Wol=
kenbruch
ein, wie er nur ſelten in der Lüneburger Heide zu finden iſt.
Infolgedeſſen konnten die Teilnehmer die Schönheiten dieſer Gegend nicht
wahrnehmen und wurden auf der Fahrt erheblich behindert.
Die erſte Etappe in Soltau und Celle wurde von allen Wagen recht=
zeitig
paſſiert. Nach Paſſieren von Hildesheim trat aber eine vollkom=
mene
Veränderung des Geſamtbildes ein, denn hier ging die Fahrt aus
der flachen Ebene in hügeliges Gelände über und viele Fahrer mußten
alles aus den Wagen herausholen, was darin war, um nur rechtzeitig
das Ziel in Seeſen zu erreichen. Wie ſchwierig gerade dieſe Strecke
der Fahrt war, zeigtsdie Tatſache, daß der Favorit des Tages, der Rieß=
berg
=Sieger Kluge, auf 6er Kompreſſor=Mercedes, ſich hier ſeinen ein=
zigen
, nicht wieder gutzumachenden Strafpunkt holte, der ihn um die
Siegespalme brachte. Nach Abſolvierung der Rundfahrt im Harz, die
durch die Geſchicklichkeit der meiſten Fahrer glatt erledigt wurde, fuhren
die Wagen zum Dammhaus, um von dort aus auf die Bergprüfungs=
ſtrecke
geſchickt zu werden. Auf dieſer Bergprüfungsſtrecke zeigten die
Kompreſſorwagen ihre in faſt allen Rennen der letzten Zeit bewieſene
Ueberlegenheit. Die beſte Zeit des Tages fuhr Kluge auf ſeinem
6er Komdreſſor in 2 Minuten, 54 Sekunden und erreichte damit ein
Durchſchnittstempo von über 60 Kilometer. Ohne Berückſichtigung der
nach der Ausſchreibung geforderten Leiſtung waren die Ergebniſſe, nach
abſoluter Zeit gemeſſen, folgende:
Kluge, 6 PS Mercedes, 2:53,; Dir. Schmoldt, 18 PS Adler, 3:18,1;
Eberhardt, 10 PS Mercedes, 3:04,1; Zacke, 10 PS Mercedes, 3:21,2;
Kirch, 18 PS Elite, 3:29 3; Prgeſent jr., 14 PS Opel, 3:33,4; Berger,
9 PS Preſto, 3:34,1; Gikeleiter, 10 PS Stoewer, 3:36,3; Reinecke,
Magdeburg, 9 PS Preſto, 3:40,/4; Mullikas, 6 PS Mercedes, 3:42,4;
Dr. Bleichröder, 22 PS Minerva, 3:33,1; Inden, 6 P8 Mercedes 3:56,1;
Watty, 10 PS Mercedes, 3:56,7: Dr. Louis, 10 PS N. A.G., 3:56,1; Wil=
kens
, 10 PS N. A. G., 4:12,3; Dir. Teiſchinger, 10 PS N. A.G., 4:19,=
Jauch, 14 PS Opel, 4:45,; von Wentzel, 16 PS Benz, 4:54/4;
Gaartz, 10 PS Benz, 5:00,2; Sach, 6 PS Fiat, 6:24,3.
In Schierke wurde die Fahrt unterbrochen. Nur wenige der Teil=
nehmer
hatten ſich auf die Tücke des Wetters vorbereitet. Die meiſten
mußten, wie ſie von der Fahrt kamen, an der Abendtafel teilnehmen,
und es zeigt von der auf der ganzen Fahrt vorhandenen echt ſportlichen
Stimmung, daß der Begeiſterung der teilnehmenden Fahrer durch dieſe
Ungelegenheiten kein Abbruch getan wurde. Ueber Nacht hatte ſich das
Wetter aufgeklärt und bei gänzendem Sonnenſchein wurden die Wagen
am nächſten Tage auf die Rückfahrtſtrecke nach Hamburg geſchickt. Die
Straßen waren allerdings noch nicht in einem glänzenden Zuſtand und
mancher Fahrer hat nur mit großen Schwierigkeiten die Fährniſſe der
Straßen überwinden können, die durch den ſtarken, anhaltenden Regen
des Vortages verurſacht waren. Je mehr ſich die Kolonne der Strecke
näherte, die zur Prüfung in der Ebene ausgeſucht war, um ſo erträg=
licher
wurde der Zuſtand der Straßen, und als die Ebenenprüfung be=
gann
, wurde dieſe Veranſtaltung nicht durch die Unbill des Wetters be=
hindert
. Infolgedeſſen konnten auf der 5 Kilometer langen Strecke im
Letzlinger Forſt ſehr gute Zeiten gefahren werden. Wie das nachſtehende
Reſultat, das gleichfalls nach der gefahrenen Zeit, und nicht von dem Ge=
ſichtspunkt
der Wertung aus aufgeſtellt iſt, zeigt, wurden von mehreren
Wagen über 100 Kilometer Durchſchnittsgeſchwindigkeit bei ſtehendem
Start gefahren. Die Reſultate dieſer Prüfung ſind folgende:
Schmoldt, 18 PS Adler, 2:49,3: Inden, 6 PS Mercedes, 2:55,4;
Kirſch, 18 PS Elite, 2:56,; Reinecke, Magdeburg, 9 PS Preſto, 2:58,2;
Gikeleiter 10 PS Stoewer, 3:01,3; Zacke, 10 PS Mercedes, 3:034;
Praeſent jr., 14 PS Opel, 3:03,4; Berger. 9 PS Preſto, 3:04,3; Kluge,
6 P8 Mercedes, 3:08.; Watty, 10 P8 Mercedes, 3:10,2; Eberhardt,
10 PS Mercedes, 3:12,4; Mullikas, 6 PS Mercedes 3:13.; Wilkens,
10 PS N.A.G., 3:20,: Dr. Louis, 10 P8 N.A.G 3:20,2; Jauch,
14 P8 Opel, 3:24,: Dir. Teiſchinger, 10 PS N.A.G., 3:28,2; Craſe=
mann
, 6 P8 Mauſer, 3:28; Michahelles, 16 P8 Benz, 3:29; von
Wentzel, 16 PS Benz, 3:34,2; Gaartz, 10 PS Benz, 3:37,2; Scheibner,
4 PS Opel, 7:21,2.
Nach der überſtandenen Prüfung in der Ebene hatten die Fahrer
noch eine gewaltige Strecke durch die Norddeutſche Ebene über Garde=
legen
, Stendal, Seehauſen i. d. Mark, Salzwedel, Uelzen, Lüneburg nach
Harburg zu abſolvieren. Wie die Fahrt begann, ſo endete ſie auch in
dem furchtbarſten Regenwetter, denn je weiter nordwärts die Fahrer
kamen, um ſo mehr wurden ſie durch die unerbittliche Laune des Wetter=
gottes
behindert. Selbſt große Kanonen des Sportes erklärten, daß ſie
ſo etwas noch nicht mitgemacht hätten.
Das offizielle Schlußergebnis iſt folgendes:
Geſamt=Klaſſement.
Hanſa=Wanderpreis und 1. Preis.
1. Zacke=Hamburg, 10 PS Mercedes=Kompreſſor, Strafpunkte 0,
Gutpunkte: Berg 20, Ebene 19; 2. Reinecke=Magdeburg, 9 P8 Preſto
Strafp.: 0, Gutp.: Berg 13, Ebene 22; 3. Schmoldt=Hamburg, 18 PS
Adler, Strafp.: 0, Gutp.: Berg 12. Ebene 18.
Bergprüfung.
1. Kluge=Königswertha, 6 PS Mercedes=Kompreſſor, Strafp.: 1,
Gutp.: 36; 2. Eberhardt=Halle, 10 PS Mercedes=Kompreſſor, Strafp.:
9, Gutp.: 21.
Ebenenprüfung.
1. Inden=Hamburg, 6 PS Mercedes=Kompr., Strafp.: 17, Gutp.: 28;
2. Kluge=Königswartha, 6 PS Merc.=Kompr., Strafp.: 1. Gutp.: 25.
Abſolut=Schnellſter.
Im Berg, 3 Kilometer: Kluge 2:53, auf 6 PS Merc.=Kompr.
In Ebene, 5 Kilometer: Schmoldt, 2:49, 18 PS Adler.
Ferner wurden an Preiſen verteilt:
Für Wagen ohne Kompreſſor:
1. Prgeſent jr.=Hamburg, auf 14 PS Opel; 2. Berger auf 9 PS Preſto.
Für Mitglieder des Nordd. Automobilklubs.
1. Dr. Louis=Hamburg, auf 10 PS N. A. G.
Dieſes Ergebnis iſt nach den verſchiedenſten Richtungen hin als ſehr
intereſſant zu bezeichnen. Die auf der Berg= und Flachprüfung gefahre=
nen
Zeiten ſind als außerordentlich günſtig anzuſehen und der Nordd.
Automobilklub hat für ſeine nächſtjährige Veranſtaltung hohe Leiſtungen,
die zu überbieten ſind.
Er iſt infolgedeſſen bewieſen, daß die Norddeutſche Zuverläſſigkeits=
fahrt
das geworden iſt, was die Veranſtalter mit dieſer Fahrt bezweckten,
nämlich eine Fahrt zu ſchaffen, die ſich ebenbürtig neben die anderen
Veranſtaltungen reiht und die darauf Anſpruch erheben kann, künftig
als klaſſiſche Fahrt bezeichnet zu werden. Erwähnenswert iſt noch, daß
der durch ſeinen Strafpunkt um ſeinen Sieg gebrachte Favorit Kluge
61 Gutpunkte erzielte, alſo erheblich mehr leiſtete, als der Sieger der
Fahrt.
Intereſſant war die Feſtſtellung der Zeiten bei den Prüfungsſtrecken.
Dieſe wurden das erſte Mal neben der Zeitnahme durch vereidigte Zeit=
nehmer
auf elektriſchem Wege genommen, derart, daß für jeden Wagen
am Ziel zwei Stoppuhren, um deren Einrichtung Herr Kruſe ſich ver=
dient
gemacht hat, elektriſch in Bewegung geſetzt wurden, wenn der
Fahrer den Start überſchritten hatte. Die praktiſche Ausführung auf
der Rennſtrecke überwachte und leitete Herr von Preſſentin, dem auch die
mühevolle Arbeit des Auf= und Abbaues zufiel. Sämtliche auswärtigen
Fahrer haben Hamburg mit der Verſicherung verlaſſen, daß ſie mit be=
ſonderer
Freude bei der nächſten Zuverläſſigkeitsfahrt wieder ſtarten
werden.
Neue Wegweiſer für den Automobilverkehr.
Die bisherigen Wegweiſer genügen dem ſich erheblich ſteigernden
Automobilverkehr an und für ſich nicht mehr; ganz abgeſehen davon,
daß in den langen Kriegsjahren und auch in der Nachkriegszeit für die
Unterhaltung der vorhandenen Wegweiſer meiſt nicht ausreichend ge=
ſorgt
wurde. Staat und Gemeinden müſſen heute ſparen, und auch der
Allgem. Deutſche Automobilklub, der ſich die Pflege der Streckenorgani=
ſation
beſonders zur Pflicht gemacht hat, konnte erſt durch die finan=
zielle
Unterſtützung der Induſtrie und zwar der Continental= Caout=
choue
= und Gutta=Percha=Comp., Hannover, mit der Schaffung einer
großzügigen, zweckentſprechenden Wegeorganiſation beginnen.
Zuſchriften, Schilder=Anforderungen von Behörden, Verkehrsver=
bänden
uſw. ſind an den Leiter der A. D. A. C.=Verkehrsſchilder=Abteilung
Herrn E. P. Funk. Berlin N.W. 7. Neue Wilhelmſtr. 9/11, zu richten.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Juni 1924.

Mütter 152.

Sundags Nochnidags-Bebrachdunge.

Ich bin bees mit meine Zwangsmiedern. Ernſtliche Diffe=
renze
. Die Beziehunge ſin abgebroche. Mir ſin uns bloß noch net
ganz klar dodriwwer, wen mer als Schiebsrichter arufe ſolle. De
Velkerbund jedenfalls net, dann wann der do driwwer zu ent=
ſcheide
hott, krieje doch die Franzoſe recht, aach wann ſe an dem
Krach zwiſche mir un meine Zwangsmiedern dißmal emal aus=
nahmsweis
unſchuldig ſin. Aſo de Velkerbund lehne mer als
befange ab; bleibt alſo heechſtens noch de Schlichtungsausſchuß
in Berlin, un der hott ewe alle Hend voll zu dhu; iwwrichens
macht mir s ganz ſo de Eidruck, daß der aach ohne uns ſich noch
de Finger im Reisbrei abbricht.
Jaſo, ich hab ja noch gor net geſagt, wege warum mir uns
bees ſin, ich un mei Zwangsmiedern. Alſo die Sach is die Sie
werrn bereits gemerkt hawwe, daß in meim voriche Addickel
Verſchiedenes net ganz geſtimmt hott un s Poſtſchkribbdumm hott
noch gefehlt. Ja, deß hatt ich=derr Ihne nemlich in de Eil vergeſſe.
Ich hab deſſentwäche mei Zwangsmie=
dern
am voriche Samsdag awend uff
die Redackzion geſchickt mit eme Brief,
wo deß Poſtſchkribbdumm drin war.
Wies am Sunndag morjend Zeidung!
kreiſcht, mach ich wie geweehnlich aus
em Bedd un im Hemd an die Dier un
hohl mer des Bladd. Unner uns ge=
ſagt
, ich mach’s nemlich in dem Fall
genaa wie die bekannt Eierfrag, die wo
die billichſte Eier legt verkaaft wollt
ich ſage, un die wo neilich mal im Kaf=
fe
geſagt hott, ſie dhet im Dagbladd
bloß die Dodesazeige läſe un 8
BDienche 8 anner Zeick dhet ſe net
indräfſiern.
Alſo, wie geredd ſo gebabbelt, ich hohl mer alſo 8 Bladd
un leg mich widder ins Bedd, um in aller Seeleruh zu läſe.
was ich de Leit do widder for=en Kohl uffgebunne hab. Mei
erſter Blick war nadier=

lich voller Neichierde uffs
Poſtſchkribbdumm,
weil ich mich nemlich
dodrinn mit verſchiedene
Leit innerlich ausenan=
ner
geſetzt hab. Aſo, deß
Poſtſchkribbdummwar net
do. Ich ſuch in alle
Ecke, unnerm Strich un
iwwerm Strich 8 war
net dol Ich dreh die Zei=
dung
hinnerſcht de= vör=
derſcht
alſo mit aam
Wort, ſage un ſchreiwe:
3 war net dol. No, do
heert ſich awwer doch
Schloſſers Weltgeſchichte
uff!

Mei erſter Gedanke war: den Brief mit dem Poſtſchkribb=
dumm
hott die Zwangsmiedern unnerſchlage. Ich=derr Ihne
mit aam Satz aus em Bedd un eniwwer in dere ihr Loſchimang.
Die hott nadierlich noch die lange Wähk im Bett geleje un hott
im Schloof for ſich hiegeſunge: Wenn ich bei Buwi bin, iſt mir’s
ſo mollich, wenn ich bei Buwi bin, iſt mir’s ſo wohl un e Geſicht
hott ſe dodezu gemacht, wie de Gottſeibeiuns uff de Kriſt=
kindchesmeß
, e Geſicht, ſag ich Ihne, wie als wann ſe
im Läwe noch kaan Brief unnerſchlage hett. Word, hawich
gedenkt, dich will ich bebuwije. Megärel hab ich ge=
kriſche
, Megäre, wo is mein Brief!? Ihne Ihrer? ſeegt ſe
halb im Duſel. Jawohl, ſag ich, meinerſeiner! Ei,
worde Se mal, ſeegt ſe, der is, den hab ich, ei, wie wor’s doch
gleich, ich glaab, ich maan, ich wollt . . .!" Eraus mit de
Fabb! hab ich geſagt, wo is er!!
No, was ſoll ich ſoge, denke Se hie, dieſäß aadärmeliche Ge=
ſteck
hatt=en noch in ihrne Schnorrdaſch. No, was wollt ich
mache, ich hab des unterſchlagene Poſtſchkribbdumm widder an
mich genumme, hab ſe keines Blickes mehr gewirdicht un hab ſe
mit aller Verachdung geſtroft (ſoweit deß im Hemd meeglich war)
un bin wie e gekränkt Läwwerworſcht widder in’s Bedd geſtieche.
De ganze Sunndag war mer verdorwve.
Alſo, um deß Poſtſchkribbdumm ſin mer uff die Art un Weis
am voriche Sunndag kumme. No, 8 is aach ſo recht, hott der
geſagt, der wo mit de Wirberſcht nooch de Katz geworfe hott un
hott ſei Schwiechermudder gedroffe. Ich hab, alſo deß Poſt=
ſchkribbdumm
in de Owe geſteckt un no iwwerhaubt, wann
mir ganer en Becher Gift gedrenzt, do muß es ſchließlich ſchun e
beſſer Sord ſei, als wie ſo e bißche iwwermanganſauer Limonad,
wie ſe des Luwwische drinkt in de Kabale un Liewe. Wann gar
ganer glaabt, ich dhet mich als Romeo uffſpiele un dhet wäche
dem ſchahle Geſöff gleich in die Worde ausbräche: O wackerer
Abbodheker, dein Drank wirkt ſchnell! do is er aach ſchief ge=
wickelt
. Un erſt ſo e klag ausgeleiert Singer’nehmaſchinche, die
wo in aaner Ohur knoddelt deß is erſt kaan Gegeſtand for
mein Zorn, wie de Datterich ſeegt. Schließlich ſoll mer aach
e bische wehlerich ſei in ſeim Verkehr un ſoll ſich nor mit Leit ab=
gewwe
, die wo aach in de Mundart immer noch e gebild Sproch
fiehrn, wie die Fraa Bierbrauer Puddel maant.

Fwwerhaabt de Verkehr. Un beſunners mein Schriftverkehr.
Un ganz beſunners mein Schriftverkehr in Bezugnahm vun
wäche dem Verkehr am Woog! Der ſpricht Bende! No, ich ſag
nix, ich ſag gor nis, ich ſag bloß: Kommungliſiern! Awwer
nadierlich damals, wie ich ins Horn geſtoße hab, do war ich
allein auf weider Flur, un es is mer gange wie em Brinz Emil,
wie der in de Schlacht vun Leibzig zu ſeim Stabsdrumpeter ge=
ſagt
hott: Fleck, heer uff, mir zwag packes aach net mehr!
Awwer wie’s noch Zeit war, do hawwe ſich die Schlamm=
beißer
un Woogsgeſchworene ganz dußmaaſche verhalte, un jetzt
ſchicke ſe mer aa Pediddzion uff die anner un ich ſoll die Sach am
Woog ausdunke.
Jetzt werreich emol de Spieß erumdrehe un ſag, s geſchieht
Eich recht, Ihr Fleeheiner, ihr wollt’s jo net annerſter hawwe.
Jawohl, deß dhet Eich ſo baſſe, wann deß mit dem Gunder ſeim
alte Schlendrian ſo weider gange weer, ſodaß=derr, wann Eich de
Rabbel kimmt, eifach enaus laaft un ſagt: Deller! un do leiht
aach ſchun die Worſcht druff. Un ich kann dem Beamte gor net
unrecht gewwe, der wo neilich aam vun dene Badegäſt geſagt
hott: Was, e Stund worte Se erſt?! Deß is noch gor nix, gehn

Se erſt emol uff die Poſt un kaafe Se ſich e Freimack, odder gehn
Se emal an’s Finanzamt do kenne Se erſt emal erfährn, was
warte haaßt. Un der Beamte hott weider recht, wann er geſagt
hott, wem’s middags zu lang dauert, der ſoll morjends kumme,
do kimmt er ſchneller dra. Un am allerrechteſte hott der Beamte,
wann er gemaant hott, der Woog weer net nor zum Bade da,
ſundern der weer vor alle Dinge mal dazu da, daß die Stadt kag
Deffiſidd mache dhet. Was nicht der Verſtand der Verſtän=
dichen
ſieht, das fiehlet in Unſchuld ein kindlich Gemied ...
Iwwrichens is mer in de letzte Däg dorchaus net uffgefalle,
daß ganer hedd worde miſſe, außer dene Billjäddemenner.
Unner dene Umſtende hott als frieher de Gunder mit ſeine Daume
geſpielt; hoffentlich ſtellt des Amt fier Leiwesiewung dene Herrn
Billjedehr for die driewe Dage e Spielkadd zur Verfiegung,
do falle die wenichſtens net em Diefſinn anheim un de Melang=
kolie
un kenne wenichſtens als emol gans mache, Sechsunſechzig
odder iwwers Kreiz mit Kreiſche‟. Was gewunne werd, kimmt
in die Woogskaß zur Hewung des Diffeſidds.
Wann’s awwer den Summer werklich noch emol richdich haaß
werrn ſoll, was jo immerhin noch net ganz ausgeſchloſſe is, un
der Adrang am Woog is net mehr zu bewäldiche, dann werd
wohl nis anerſter iwwrich bleiwe, als wie, daß mer an de Zu=
gangsſtraße
fliechende Billjäddeverkaifer uffſtellt un rund erum
um de Woog lauder Billjäddeknibbſer dann flutſchts. Im
iwwriche bin ich der Jwwerzeichung, daß die Klage ſo naach un
nooch verſchwinde, un daß mit de Zeit des Amt fier Leiwes=
jewung
die Winſch der in Betracht kummende Badegäſt befried=
riche
dhut, wohlgemerkt: befriedriche!
E ſehr driewes Kabbiddel is aach de Herrngadde im allge=
meine
un de Herrngaddedeich im beſunnere. Ich glaab, wann
der alt Hernngaddeuffſeher, de Heppenheimer, noch läwe dhet
un dhet den Zuſtand ſähe,

der dhet ſich im Grab
erumdrehe. Offe geſtanne,
der Gadde wächſt ſich lang=
ſam
zu eme Nadurſchutz=
pack
aus, um net diräckt
zu ſage; zu eme Ba=
radies
. Es fehlt bloß
noch des Amt ſier Lie=
wesiewunge‟
. Valleicht
is deß awwer aach gor
net erforderlich, dann ich
hab mer ſage loſſe, die
Loreleie, die wo dort
awends ihr waſſerſtoff=
ſuberochſiedgoldich
Haar
kemme dhete, die weern
dodrinn ziemlich firm. In
dem Fall is es nadierlich
kag Wunner, wann’s im
Herrngadde dauernd an
Bänk fehlt. Dodegege is
es nor aa Glick, daß kaa
Waſſer mehr im Herrn=
gaddedeich
is, vun wäche

im Herrngaddebeich in abſehbarer Zeit e Torfſtächerei uffmacht.
No, ich geheer jo Gottſeidank zu dene, die wo nis zuſage hawwe,
awwer ich mecht doch bei Zeide mei warnende Stimme erhewe,
ich glaab nemlich, mit dem Torfſtäche, deß rendiert net. Ich mecht
eher vorſchlage, mer ſollt dort die Schnookezucht richdich ausbaue.
Do kennt mer e Geſchäft mache. Un deß um ſo mehr, weil doch
e Verordnung beſteht, wonooch die Hausbeſitzer die Keller, die
Lohguſſe un die ſunſtiche Brutplätz ausreichern odder mit Petro=
leum
begieße miſſe, widrichenfalls un fo. Un wann mer do
nor e klag bißche druffdrickt, daß die Verordnung grindlich be=
folgt
werd, dann is die Schnookezucht im Herrngaddedeich grade=
zu
konggurrenzlos, un endwickelt ſich zu eme Bombegſchäft.
Jedenfalls, Schnookefädd is en ſehr geſuchter Addickel un momen=
dan
in kaaner Abbedhek zu krieje. Es mißt alſo mit dem Deiwvel
zugeh, wann deß Ding en Fachmann in die Hand nimmt, daß
mer net in abſehbarer Zeit geniegende Menge vun dem Schnooke=
fädd
uff de Mack ſchmeiße kennte. Freilich, die Fawrickatzion vun
Schnookefädd muß gleich vun vornerei großziechich bedriewe
werrn. Wie weers mit wertbeſtändiche Schnookefäddackzie?
Nadierlich muß aach die Neglamedrummel geriehrt werrn. Nei=
ſende
miſſe enaus, ſo daß es mit em Abſatz net habert. Eh die
Konggurrenz die Aage uff macht, mißte mer ſchun feſt im Ge=
ſchäft
ſitze. Ich glaab, wann mer gleich zweckentſprechende Fädd=
näbbcher
dezu liwwert, baſſend for alle Schuhnummern, for P=
un
Bladdfieß, wo mer berwehm eneidrete kennt, do kennte mer
ſofort in Berlin e Niederlag errichte, ewe is die Konjungduhr
grad ginſtich. Emfähle mecht ich awwer, daß mer den Bedrieb
gleich zunner Geſchäftsufficht ſtelle leßt, erſtens geheert deß
heit zum gude Ton un zweidens hellt mer ſich vun vornerei de
Buckel ſauwer.
No alſo, wie die Sach zu ſchauggele is, deß is ſchließlich
de heſſiſche Reſchierung ihr Sach, do kann ich mich net aach noch
drumm bekimmern. Deiwel noch emol, ich waaß jo bald net mehr,
wo mer de Kobb ſteht ...!
Bienche Bimmbernell.

Poſtſchkribbdumm. Erſtens: Mein Addickel neilich
vun wäche de Hunde un de Drottwah, der hott die Darmſtädter in
zwaa Lager geſpalte: hie Wolf, hie Weiblingen; die ohne Hunde
wolle mer en Faggelzug bringe, die mit Hunde wolle mer die
Scheiwe eiwerfe. Jetzt indräſſiert mich’s bloß emol, wer mit
ſeine Veraſtaldung bei meine Nochberſchaft de größte Erfolg
hott, die Scheiweeilwerfer odder die Faggelziechler. No, es werd
ſich weiße, hott ſeller Weißbinner geſogt. Soviel is jedenfalls
ſicher; iwpwer die Werkung vun de Dollwut is mer ſich immer
noch net ganz klar, was folgender Vorfall beweiſe dhut: Aſo,
do hott neilich e Schutzmann eme Hauseichediemer in de Die=
borjerſtroß
en Steierzeddel gebracht. Dem Hauseichendiemer ſet
Hund, der wo ſcheinbar e Andibaddie gege Steierzeddel hott, der
is dem Schutzmann an die Hoſe gefahrn, un ohne e Rißche geht
deß bekanntlich net ab. Dodruff hie is erſtens der Hund uff
Dollwut unnerſucht worrn, zweidens der Schutzmann un drid=
dens
jedenfalls aach die Schutzmannshos. Bloß der Steierzeddel,
der is net unnerſucht worrn. Un der war werklich doll ...
Zweidens: Daß de Datterich un de Dolle Hund zwag
paar Stiwwel ſind, deß waaß in Darmſtadt jed klag Kind am
Therjader ſcheint mer’s net zu wiſſe, ſunſt hett mer net am
Schluß vun de Säuſſon noch ſchnell en dolle‟ Datterich eraus=
gebracht
. Die Uffiehrung unnerſtreicht jedenfalls alles deß; was
ich neilich emol gewagt hab, iwwers Therjader zu ſage;
ſogar im Datterich ſeine Dachſtubb fehlt Die Drebb net.
Im Mittelpunkt alles künſtleriſchen Strebens muß vor
allem eine Idee ſtehen, deß beſtreit kaa vernimfdicher Menſch=
Daß es awwer immer un allemal e ſir Idee ſet muß,
deß kann ich mit meim enge Begriffsvermeeche net bedabbele.
Armer Niewergall, daß ausgerechent die uff die Idee kumm=
ſin
, ſich mit dir innerlich ausenannerzuſetze‟. Als Verſuchs=
kanninche
for dene ihr Ideeje biſte uns werklich doch zu gud.
Driddens; Iwwerhaubt, es gefellt, mer net mehr in
Darmſtadt, mit aam Wort. De große Woog hawwe ſe uns ver=
bürokradiſiert
, de Herrngadde verſchammeriert, de Datterich
verreſchißiert; jetzt ſolle ſe noch de Balleegadde verarſchidäcktiern,
de Mackplatz verſtadtbildiſiern un des Rodhaus verweikneibiſiern
dann ſchnier ich mein Bindel un wanner aus. Noochher mag
unſer Ower=Ower ſehe, wie er ohne mich ferdich werd.
Dene awwer, die mich bereits eigelade hawwe nooch Rein=
heim
, Lichteberg, Kreiznach, Offebach un Eſtland, dene dank ich
im voraus for die liewevolle Uffnahm, ich weer ſe per Rundfunk
benachrichdiche, damit ſe’s Bedd iwwerziehe kenne. Wann awwer
alle Sträng reiße, dann flicht ich in de Eil in de Bärenzwinger
ich glaab, do bin ich aach gud uffgehowe. Fielen Dank allerſeits!

mit4

dene Schiffer im kleinen Kahne un ſo.
Daß mer ſtaatlicherſeits de Stadt mit ihrm Woog e bißche
ins Handwerk puſche will, indem daß mer im Herrngaddedeich
als Konggurrensunnernemme e Schlammbad ereffne will, deß
mecht ich einichermaße bezweifele, eher glaab ich, daß de Staat

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von Rlters her in jedem ſparſamen Hauſe.
indemmaneinen guten Kaffee kocht!

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Geſchäc

Der Ueberraſchungsſieg bei einer Schönheitskonkurrenz.

Der große Saal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Aller Augen blickten in höchſter Spannung nach dem Podium, auf dem ſoeben der letzte Akt der Schönbeitskonkurrenz begonnen hatte. Sechs Damen hatten
die Preisrichter für den engeren Wettbewerb ausgewählt und nun galt es, der Schönſten unter den Schönen den Preis zuzuerkennen. Es war ein ſchweres Stück Arbeit für die Preisrichter, denn jede der Konturren=
tinnen
war in ihrer Art eine vollendete Schönheit. Da das Kollegium ſich nicht einigen konnte und immer wieder zu erneuten Beratungen zuſammentrat, ſo faßte das Publikum ſchlieklich die Sache von der heiteren
Seite auf und ein junges Mädchen, das in der erſten Reihe ſaß, brach ganz unvermittelt in ein ſchallendes Gelächter aus. Empört ob dieſer Störung ihrer ernſten Arbeit wandten ſich die Preisrichter nach der noch
immer harmlos lächelnden Dame um und ein Eelat ſchien unvermeidlich. Aber oWunder!. .. Die erzürnten Mienen des Richterkollegiums glätteten ſich mit einem Schlage und der Vorſitzende rief voll Entzücken: Heureka
Dort iſt die Schönſte! Und die ob dieſer Wandlung ganz erſtaunte Maid wurde im Triumph auf das Podium geführt und empfing den erſten Preis, obwohl ſie nur ein Durchſchnittsgeſicht hatte. Und des
Rätſels Löſung? . . . Ihr Heiterkeitsausbruch verſchaffte der jungen Dame den Sieg, denn eine Perlenreihe entzückender Zähne von einem ſchneeweißen Schmelz und ſtrahlender Geſundheit verſchönte ihr ſonſt nicht
übermäßig blendendes Antlitz in einer Weiſe, daß die anderen Mitbewerberinnen unterlagen. Die Moral: Nur wirklich gut gepflegte Zähne verbürgen wahre S hönheit, und die Preisträgerin verdankt ihen Ueber=
raſchungsſieg
einzig und allein dem dauernden Gebrauch des unentbehrlichen Kosmetikums für eine rationelle Zahnpflege, dem weltbekannten Chlorodont. Dieſe einzigartige Zahnpaſte entfernt zumeiſt ſchon nach
einmaligem Putzen den braunen Belag, wie er beſonbers nach Bigarettenrauchen aufzutreten pflegt und beſeitigt den ſchädlichen Zahnſtein. Ein noch unäſthetiſcherer Schönheitsfehler iſt der üble Mundgeruch, der ſich
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[ ][  ][ ]

Nr. 21, Sonntag, 1. Juni 1924

Deutſche Gegenwartsſchriftſtellerinnen
Von Dr. Ella Menſch.
Anſelma Heine.
Ein ſehr fein abſchattiertes Können zeigt uns dieſe Roman=
hriftſtellerin
, von deren größeren und kleineren Erzählungen der
ficer den Eindruck mit fortnimmt, daß hier faſt immer feinſte
ſodellierkunſt gewaltet hat, die eine Schnellproduktion von vorn=
ſiein
ausſchließt. Anſelma Heine beſitzt literariſchen Ehrgeiz
imp begnügt ſich nicht mit unausgereiften Produkten. Fällt ihr
luch nicht der ausgedehnte Leſerkreis zu, deſſen ſich viele ihrer
hlleginnen erfreuen, ſo darf ſie dafür auf eine Gemeinde zäh=
m
, die ihr treu bleibt im Wandel der Zeiten. Den großen
ſlſäſſer=Roman, den Anſelma Heine noch während des Krieges
wröffentlichte und der gewiſſenhafte völkiſche Studien bedingt
ſti, wird man entſchieden als Kulturdokument einſchätzen müſ=
m
Wie in einem Spiegelbild kann ſich hier der Elſäſſer in ſeinen
hur zügen ie Schwächen anſchauen. Das Kokettieren gewiſſer
ſeimanniſcher Kreiſe mit Frankreich hat mittlerweile einem pein=
ſchen
Erwachen Platz gemacht.
Rein äſthetiſch genommen, bewegt Anſelma Heine ſich mit
tdelloſer Sicherheit in der kleinen geſchloſſenen Erzählung. Ein
ſiavourſtück der Technik iſt die Novelle Eine Erſchei=
mmg‟
. Ein deutſcher Architekt kommt während der großen Welt=
usſtellung
nach Paris, begleitet von einer geliebten Frau, mit
fm er unterwegs auf einer Seereiſe den Lebensbund geſchloſſen
t. Die beiden ſteigen in einem Hotel ab. Der Mann verläßt
). Geliebte auf wenige Stunden, um ſich im Ausſtellungs=
ſhäude
zu orientieren. Als er zurückkehrt findet er weder die
ſiut noch das Zimmer, in welchem er ſie verlaſſen hat. Auf ſeine
ſiagen erklärt das geſamte Hotelperſonal mit dreiſter Miene,
Monſieur allein gekommen ſei, ohne eine Dame! Auch im
ſterndenbuch findet ſich nur ſein Name. In fieberhafter Angſt
ſichk der junge Deutſche die Verlorene, ſtürmt von Auskunfts=
hils
zu Auskunftsſtelle. Ueberall Achſelzucken, Bedauern. Schließ=
ich
, als er ſich nicht zufrieden gibt, bedeutet man ihm, daß er als
huskänder läftig falle. In den Geheimakten der Pariſer Polizei
un ſteht vermerkt, daß eine von der Peſt ergriffene weibliche
Irſon wenige Stunden nach ihrer Ankunft in einem Hotel ge=
trden
ſei und man Sorge getragen habe, die Spuren ſofort zu
fum lgen, um keine Panik hervorzurufen.
Olga Wohlbrück.
Wie Oſſig Schubin (Lola Kirſchner) in Wien und am Oeſter=
nchiſchen
zuhauſe iſt, ſo Olga Wohlbrück in allen Schichten des
ſuernen Berlin, für das ſie im Laufe der Jahre die glänzendſte
Phpniſtin geworden iſt. Max Geißler hat nicht ſo unrecht,
ſunn er Olga Wohlbrück mit Balzac vergleicht. Aber der Stil
ſoer beutſchen Romanſchriftſtellerin iſt geſchmeidiger und in ihren
ſGſülſchaftsromanen ſteckt mehr Verve, mehr Schmiß. Der gute
1Butac erſcheint, namentlich mit ſeinen Frauentypen, doch nach=
ſerase
reichlich antiquiert, wogegen wir bei Olga Wohlbrück in
for Atmoſphäre unſerer Zeit atmen. Die Welt des Scheins hat
vi Schriftſtellerin in allen Phaſen ſtudiert und weiß die Figuren,
hi ſie ihr entnimmt, ſtets in eine neue Aufmachung zu rücken,
ſdaß ihre Bücher von Anfang bis zu Ende feſſeln und der
Aſſee das Stück Wirklichkeit, das in ihnen eingefangen iſt, immer
yiteslebt. Optimiſtin iſt die Wohlbrück nicht. Selten geht’s in
cher Romanen gut aus. Auf die meiſten ihrer Geſtalten, und
gabe auf ſolchen, die dem Leſer Sympathie einfößen, wartet ein
hmikes Schickſal, dem ſie, zufolge ihrer inneren Veranlagung,
war fhaltſam zutreiben, wie die ſtarke, vornehme und ſelbſtloſe
Ydrhenſeele im Haus zur Goldenen Krone‟. Als die=
ſi
Roman auf den Filmſtzeifen gezogen wurde, hatte er das
hiſte von dem poetiſchen Zauber, der die Frauengeſtalt um=
ſuet
, eingebüßt. Der intereſſant geſchriebene Roman Prima=
honna
rollt die alte Frage auf: Wie laſſen ſich Künſtlertum
uöd hhäusliches Glück im Frauenleben vereinen? Famos geſchil=
ᛋᛋiſt nebenbei die Hetzjagd einer amerikaniſchen Tournee; ſie
huxe abſchreckend wirken auf alle, die Dollarien lockt, und die
cen Ruhm zu befeſtigen glauben, wenn ſie ſich von einem Im=
hſtrio
durch die Städte der Union ſchleppen laſſen und auf
Amate hinaus ein Kofferdaſein führen!

Ida Boy=Ed.
Roch heute iſt ſie davor ſicher, von irgend einem jungen Ta=
in
ausgeſtochen zu werden. Sie hat ſich feſt in ihrer einmal
pchaffenen literariſchen Stellung behauptet und während ihrer
Ggedehnten Arbeitszeit manch einen und eine vom Schauplatz
cneten ſehen, die mit hoffnunggeſchwellten Segeln auf novel=
hiches
Neuland losgefahren waren. Als kürzlich in einer ge=
Ienen Zeitſchrift Ida Boy=Eds Roman Glanz erſchien,

Gedanken über Briefe
Freundſchaftsbriefe ſind Bauſteine, für eine Brücke
über den Strom der Zeit. Im Land ſtromüber müſſen
wir Zuſluchtsſtätten wiſſen, wenn uns das Schickſal die
Heimat genommen hat.
Liebende ſchreiben oftBriefe, die bunten Pfauen gleichen
und ſchlagen eins über das andere ein ſchillerndes Rad.

Briefe der Ehegatten müſſen ſich in die tiefſten
Träume ſehen.
Briefe von Kindern ſollten Heimkehrtauben ſein;
aber ſie ſehen die Eltern oft an wie landfremde Vögel.

konnten die Leſer ſich davon überzeugen, daß die Erzählungs=
und Erfindungskraft der Verfaſſerin ſich noch auf gewohnter
Höhe hält. In der großen Welt, in diplomatiſchen Kreiſen, an
internationalen Stätten ſpielt ſich ein Frauenſchickſal ab, das
äußerlich voll Glanz dafteht, und im Innern an verborgener
Tragik krankt und an einem Jugendgeheimnis, das der Welt
nicht preisgegeben werden darf. Mit feiner Ironie fallen in dem
Roman Streiflichter auf die Kurzſichtigkeit gewiſſer diplomatiſcher
Vertreter unſerer Auslandspolitik. Ungemütlich und übel ge=
launt
wurden die Herren, wenn jemand ſie auf Englands nicht
weniger als freundliche Haltung uns gegenüber aufmerkſam
machen wollte. Es iſt, vom künſtleriſchen Standpunkt aus, be=
dauerlich
, daß ein Schriftſteller von Ruf ſtets bedacht ſein muß,
dieſen alljährlich durch eine Neuerſcheinung zu befeſtigen. Da=
durch
geraten die älteren Arbeiten ins Hintertreffen. Der Autor
ſelbſt kann für ſeine früheren Geſchöpfe nicht viel mehr tun, ſie
ſinken zu Stiefkindern herab, denn ſein und des Publikums In=
tereſſe
richtet ſich auf den neuen Ankömmling. Ida Boy=Ed
hat ſich mehr als einmal dem pſychologiſchen Roman großen
Stils genähert. So in der Lampe der Pſyche wo der
Gegenſatz der Geſchlechter ſehr fein erfaßt und außerdem das
Kunſtleben einer kleinen Reſidenz ſehr anſchaulich geſchildert
wird, und vor allem in dem umfangreichen Roman Faſt ein
Adler. Hier zeichnet Ida Boy=Ed den Typ des ſkrupelloſen
wiſſenſchaftlichen Strebers und dazu ſein Gegenſtück: den ernſten,
ſtillen Geiſtesarbeiter, der es verſchmäht, für ſich die Reklame=
trommel
zu rühren. Die weibliche Hauptfigur Bettina, die ihre
Herzensneigung begräbt, als ſie zur Erkenntnis gekommen iſt,
daß ſie ſie an einen verantwortungsbaren Egoiſten verſchwen=
det
hatte, gehört zu den wertvollen Charakterköpfen in der moder=
nen
Romanliteratur.
Seltſamer Aberglaube
Es zeigen ſich merkwürdige Uebereinſtimmungen des Aber=
glaubens
europäiſcher Völker des Altertums, Mittelalters und
der Jetztzeit mit denen fernab wohnender exotiſcher Naturvölker.
Die Bewohner der Philippinen nähren z. B. eine bunte Fülle
kraſſeſten Aberglaubens, hinter dem aber derjenige
unſerer eigenen Landleute gar nicht einmal
ſehr zurückſteht. Vor kurzem hat eine Bäuerin in Süd=
tirol
eine Henne lebendig verbrannt, weil ſie keine Eier kegen
wollte. Die Henne war angeblich von einer alten Frau bezaubert
worden und dieſe Alte ſollte erſcheinen, ſobald das
Huhn ſeinen Geiſt aufgeben würde. Als das arme Tier ſich in
Todesqualen über dem Feuer wand, tat ſich denn auch die Tür
auf und eine alte Frau trat herein. Da es bereits
halbdunkel war, erkannte die Bäuerin ſie nicht, hielt ſie für
die Zauberin und fiel wütend über ſie her. Zum Glück
erkannte ſie noch rechtzeitig eine alte Nachbarin in der Zaube=
in
. Der unglaubliche Vorfall iſt in der zu Bozen erſchei=
nenden
Bauernzeitung ausführlich beſchrieben worden und er=
ignete
ſich im Februar 1924.
Wenn Derartiges heute noch in Mitteleuropa vorkommt, ſo
darf man ſich über die folgenden Beiſpiele philippiniſchen Aber=
glaubens
, die ich einem Artikel von Mr. Meeker im Oklahoma=
Preß entnehme, nicht wundern.

Darmſtädter Tagblatt

Die Philippiner glauben noch an folgendes:
Der Aſwang iſt der gefürchtetſte Geiſt, denn er kann
Menſchen, beſonders ungezogene Kinder, fortzaubern, Krankheit
und Tod bringen.
Die Nonos ſind ein kleines Erdvolk, die als Vorfahren
der Eingeborenen gelten.
Der Duende iſt ein Zwergendieb, mit einem Auge
mitten auf der Stirn, rieſiger Naſe und einem einzigen Naſen=
loch
. Er lebt in alten Kirchen, beſonders im Turme, und geht
nachts auf Raubzüge aus.
Der Patti=Anak iſt der Geiſt eines ungetauft geſtorbenen
Säuglings, deſſen klägliches Geſchrei man nachts im Walde hört.
Der Tig Balang iſt eine Art Satyr; er lebt im Dſchungel
und leitet jeden Reiſenden in die Irre. Er ſieht komiſch aus
mit ſeinen Ziegenhufen, Grashüpferbeinen und ſehr langen
Ohren. Wenn er auf dem Boden ſitzt, reichen ſeine Kniee ihm
bis über Kopfhöhe. Wer aber den Tig Balang überliſten will,
muß den Rock verkehrt anziehen dann ſtürmt der Böſe mit
klappernden Hufen davon.
Ehe man im Walde ißt, ſtreue man Salz über das Eſſen,
oder die Nonos werden es fortſtehlen, ohne daß man es nur
gewahr wird.
Wenn das Feuer unter dem Topfe Funken ſtiebt, hat man
Gäſte zu erwarten.
Wo eine Katze die Treppe oder Tür ableckt, wird es bald
einen Toten geben die Katze ſäubert den Weg für die ent=
fliehende
Seele.
Betrete ein neues Haus bei Neumond, ſo wird dein Geld
ſich mit dem Monde vergrößern.
Schickt dir jemand zum Geſchenk Fleiſch oder Obſt in einem
Gefäß, ſo waſche das Gefäß nicht, weil der Geber ſonſt dein
Feind wird.
Ein junges Mädchen ſoll am Herde nicht ſingen oder ſie
wird einen alten Witwer heiraten.
Wenn jemand auf See ſtirbt, ſo bleibt ſeine Seele im Waſſer
und wird darin nachts als phosphoreszierendes Licht ſichtbar.
Hältſt du Eidechſen in der Hand, ſo wirſt du bald darauf
Teller zerbrechen.
Eine Katze baden, heißt Regen heraufbeſchwören.
Sprichſt du zu einem Tier und es antwortet dir, ſo mußt du
ſofort ſterben.
Trage den Knochen eines Toten vom Friedhof heim und er
wird nachts unten an dein Bett klopſen.
Wo das Licht trüb brennt, iſt ein Geiſt nahe.
Wenn du Regen willſt, ſtelle eine brennende Kerze in einen
Topf und ziehe dieſen an einer Schnur über den Fluß dann
gibt es ſtarken Regen.
Träumſt du von einem ſchwarzen Boot, ſo mache ſofort
deinen letzten Willen.
Wenn der Hakbmond ganz in der Nähe eines Sternes ſteht,
ſollſt du deine Geliebte ſprechen.
Wenn ein Mädchen die Rippen ihres Fächers zählt, will ſie,
daß du ſie anſprichſt.
Wo abends zwiſchen 8 und 12 Uhr eine Henne gackert, da
iſt eine alte Jungfer entführt worden.
Leute, die nachts ihr Handwerkszeug ſchärfen, werden zu
Dieben.
Trage keine Katzen noch Affen mit auf die Seereiſe oder
du hätteſt Sturm zu erwarten.
Ißt du den Reis mitten aus dem Topf heraus, ſo wirſt du
jung heiraten.
Haſt du beim Angeln Geld bei dir, ſo wird kein Fiſch an=
beißen
.
Bade nicht vor Antritt einer Reiſe oder du würdeſt unter=
wegs
ertrinken.
Wenn deine Gäſte zu lange dableiben, ſo ſtelle Salz unter
ihre Stühle und ſie werden ſogleich gehen.
Die anfangs erwähnten böſen Geiſter und Kobolde werden
bei den Philippinern bei Tanzſpielen durch ſcheußliche Larven
dargeſtellt ebenſo, wie mitteleuropäiſche Bergbewohner ihre
Dämonen durch entſetzliche Holzmasken verſinnbildlichen, wie
man ſolche in den Muſeen von München, Innsbruck und Bozen
in reicher Fülle ſehen kann. Sieht man die exotiſchen
Larven neben den Diroler Masken, ſo ſind
ſie nicht von jenen zu unterſcheiden. Das Heiden=
tum
ſteckt noch viel tiefer im Bauernvolk, als es den Augenſchein
hat, und eine wirkliche Aufklärung und Befreiung des
Menſchen vom Dämonenglauben und unheilvollen Aberglauben
iſt auch in Mitteleuropa noch nicht erreicht worden.
D. Schumacher.

Nan muß ſich nur zu helfen wiſſen
Von Elſe Marlott=Seitz.
Bereits eine Viertelſtunde ſitze ich an meinem Schreibtiſch
Mſinne nach: ſoll ich’s wagen oder ſoll ich’s begraben. Ach
h8, du ſchweigſt, ſagt mir die heute ſtärkere Stimme, mögen
hie Erdenſchweſtern ſehen, wie ſie mit ihren Männern fertig
hiden. Aber gar bald kam der Tag, da mußte es heraus; denn
Aif Mittel war prachtvoll eingeſchlagen. Mit einem Worte: es
an orobat und wäre tief zu bedauern, wenn es der Nachwelt
Aren ginge.
Frau Gymnaſialdirektor Platen war in der Küche tätig und
lon den Brei für ihr fünfjähriges Mädelchen. Jettchen, das
Sermädchen, hielt den leeren Teller bereit und eilte mit ihrem
Haltenen Leckerbiſſen an das Bettchen der Kleinen; denn heute
zude im Bettchen geſpeiſt, wie das immer nach einem gründ=
ihn
Badefeſt der Fall war. Mein Gott, jetzt heißt es ſich ſputen,
Bite, die junge Hausfrau; wenn ich heute wieder nicht mit
Iier Perſon fertig werde, iſt der Bruch da. Indem ſchlug es
ſen Uhr, da hörte ſie auch ſchon, ihren Gatten die Treppe
hau feilen. Noch ehe ſie die Küche verlaſſen konnte, ſtand er
Ader mehr dem Imperativ gleichenden Frage vor ihr: Nicht
Gr. Kindchen, heute machen wir aber mit Ihren Majeſtäten
* Rindern bald Schluß, daß wir den Einſtein=Vortrag auch
IAbhett hören und verdauen können? Präzis acht Uhr möchte
ur Stelle ſein.
Ja, lieber Fritz, ich werde mein Möglichſtes tun.
9er Platenſchen Ehe waren zwei Kinder entſproſſen. Frau
At war eine pflichttreue Mutter, und ſo kam es, daß ſie dem
Auſche ihres Mannes, ihn zu den abendlichen Veranftaltungen
AbeSleiten, nicht mehr in dem Maße nachkommen konnte wie
Aher, in der kinderloſen Zeit. Trotzdem ſie Unglaubliches
Afete=, mit Verſpätung hatte ſie immer zu kämpfen. An dieſem
Huſteän=Abend war nun ihr Mann ganz beſonders gereizt. Als
1 h bat, heute doch den Bortrag allein zu beſuchen, wurde er

ungehalten und beſtand energiſch auf ihrem Mitkommen. Ein
Wort gab das andere.
Alſo du gehſt nicht ohne mich? ſagte ſie ausdrucksvoll.
Nein, keinen Schritt, was tue ich denn mit einer Frau, die
immer im Kinderſtall ſitzt?
Ja, lieber Mann, wer iſt denn da ganz allein daran ſchuld?
Doch nur du!
Natürlich, jetzt bin ich wieder das Karnickel.
Ei, ſelbſtverſtändlich biſt du’s. Wer denn ſonſt, als der
Vater von den vielen Kindern.
Von den vielen Kindern, wiederholte Platen bitter lächelnd.
Jetzt wird mir aber die Sache doch zu toll! Glücklich binnen zehn
Jahren zwei Kinder und dabei noch Vorwürfe. Es wäre über=
haupt
beſſer geweſen, du hätteſt nie geheiratet. Jede Frau muß
doch vor der Verheiratung wiſſen, ob ſie einem Haushalt auch
gewachſen iſt.
Gewiß lieber Fritz, da haſt du vollſtändig recht; aber kein
Mädel denkt vor der Verheiratung ſchon an die Kinder. Da
ſchwappten die meiſten ſchon vorher ab. Es entſtand eine kleine
Pauſe.
Gut, ſagte Frau Hella entſchloſſen, ich gehe mit in
zehn Minuten bin ich fertig.
Zu allem Ueberfluß fing es auch noch an, nach Herzensluſt
zu regnen. Platen ſuchte ſeinen Regenſchirm; er lief von Zimmer
zu Zimmer, konnte aber deſſen nicht habhaft werden. Seine Frau
war längſt zum Fortgehen bereit.
Fritz, es iſt die höchſte Zeit, daß wir gehen. Was ſuchſt du
denn?
Ach, meinen dummen Regenſchirm, der iſt ſicher geſtohlen,
ſagte er in gemäßigtem Tone.
J wo, den haſt du in irgend einer Ecke nach Profeſſorenart
ſtehen laſſen. Sieh mal raſch in deinem Schranke nach. Nun,
haſt du ihn?
Bewahre! Es war dein ſchwarzer Sonnenſchirm.
Frau. Hella lachte laut auf und eilte die Treppe hinunter.
Elaten ließ nun auch nicht mehr länger auf ſich warten.
Nach Jahren, die Kinder waren unterdeſſen groß und ſelb=

ſtändig geworden, ſagte Platen eines Abends vor Beſuch des
Theaters zu ſeiner Frau:
Ich freue mich über meinen Ordnungsſinn; meine Kra=
watten
, Handſchuhe, meine ſämtlichen Toilettenſtücke könnte ich
doch im Dunkeln greiſen. Ich habe mich im Laufe unſerer Ehe
wirklich ganz gewaltig gebeſſert. Findeſt du es nicht auch, Hella?
Früher war doch ich meiſtens der Hemmſchuh, wenn. wir aus=
gehen
wollten, immer hinkte ich nach und hatte noch irgend etwas
zu ſuchen. Allerdings warſt du mir, ſolange die Kinder noch
wartungsbedürftig waren, doch noch weit über.
Ja, ja, ſeufzte Frau Hella, einmal wäre es zwiſchen uns
beinah zum Bruche gekommen. Gedenkt dir nicht mehr der
Einſtein=Vortrag?
Und ob notiert habe ich mir ihn als Schreckenstag. Weiß
Gott, wenn du damals nicht nachgegeben hätteſt, wir wären jetzt
nicht mehr zuſammen. Und wie glücklich ſind wir doch gewor=
den
! Ich bin ja ein vergrämter Schulmann und ſchwer zu behan=
deln
, das weiß ich; aber trotz allem du haſt mich verſtanden.
Mit der Zeit ſah ich ein, daß man in der Ehe mit Rückſicht und
Entgegenkommen mehr erreicht, als durch einen eiſernen Willen.
Und ich hätte dich verſtanden, ſagteſt du eben, lieber Fritz?
Ei natürlich, mein Engel, ſonſt müßte ich ja ganz gemein
kügen.
Komm, Fritz, ſetz dich mal neben mich auf das Sofa.. Ich
will dir ſchnell eine wohlgelungene Geſchichte erzählen; denn jetzt
iſt der richtige Moment da, wo mein Rezept durch dein Lob ge=
krönt
wird. Alſo an jenem Einſtein=Abend war ich drauf und
dran, davonzulaufen. Da kam mir plötzlich ein rettender Gedanke.
Ich habe deinen Negenſchirm verſteckt, damit ich Zeit gewänne,
während du nach ihm ſuchſt, mit meiner Toilette fertig zu werden.
Schon an dieſem Abend merkte ich durch dein ſanftes Benehmen,
daß mein Mittel eingeſchlagen hatte. Noch manche Jahre hindurch
haſt du öfters ſuchen müſſen, bis die Kinder ſoweit erwachſen
waren. Einſichtsvoll und ruhig biſt du geworden, lieber Fritz,
und ſüßer Friede zog ein in Trojas Hallen.
Hella, du biſt ein Engal! Er ſchlug ſeinen Arm um ihre
vollen Schultern.
Ja, lieber Fritz, man muß ſich nur zu helfen wiſſen.

[ ][  ][ ]

Nr. 21, Sonntag, 1. Juni 1924

*Die modernen

Bade=Anzüge

Viele Eltern fordern von ihren
den Sommer zeigen faſt einheit
lich die gleiche bewährte Form:
den kurzen Kittel nebſt ſehr kur=
zem
, glattem Höschen, das unter
dem Rande des Kittels oft kaum
eine Hand breit ſichtbar iſt. Als
Material wird mit Vorliebe
ſchwarzer Satin verarbeitet, für
elegante Anzüge wird Taffet,
mitunter ſogar Crepe de Chine,
der dann allerdings von ſchwerer
Qualität ſein muß, verwendet.
Zuweilen wählt man auch Baum=
woll
= oder Seidentrikot. Im all=
gemeinen
bevorzugt man die
ſchwarze Farbe, doch ſehen An=
züge
aus dunkelblauem, dunkel=
lila
oder dunkelbraunem Stoff
auch recht hübſch und apart aus.
Schmale Blenden oder Paspel
aus weißem oder hellfarbigem
Satin, auch aus türkiſch gemuſter=
tem
oder geſtreiftem Stoff bilden
eine immer ſehr beliebte Verzie=
rung
, daneben werden Soutache=
reihen
und farbig ausgeführte
Stäbchenhohlnähte, wohl auch
einmal eine leichte bunte Hand=
ſtickerei
, gern als Garnitur ange=
wandt
. Schmale Blenden halten
die ſeitlichen Schlitze des Kittels
oder des Beinkleides zuſammen,
auch farbige Verſchnürungen ſind
recht wirkungsvoll. Größte Ver=
ſchiedenheit
herrſcht in der Form
des Ausſchnittes. Da ſieht man
ovale, runde und eckige Aus=
ſchnitte
, auch das große Dekoletté
fehlt nicht, ebenſowenig wie der
auf den Achſeln nur durch Blen=
denſpange
gehaltene Anzug. Das
Schößchen des Kittels iſt häufig
angeſetzt und wird dann am obe=
ren
Rande durch einen ſchmalen
Gürtel oder eine Schärpe gedeckt.
Wenn das Schößchen dem Ober=
teil
gleich angeſchnitten iſt, ſo
verzichtet man mitunter auf den
Gürtel und faßt die Weite ſeit=
lich
unter kurzen Spangen oder
Roſetten zuſammen, was beſon=
ders
für ſchlanke Figuren ſehr
gut ausſieht und eine hübſche,
elegante Linie gibt. Häufig iſt
der Litel mit einem kleinen, an=
gefInittenen
Aermel gearbeitet,
eine Form, die beſonders bevor=
zugt
wird. Schwimmerinnen, ſo=
fern
ſie ſich nicht auf das ſchlichte
Trikot beſchränken, lieben den
Badeanzug mit abknöpfbarem
Schößchen, der ihnen größere Be=
wegungsfreiheit
geſtattet.
Eine hübſche Neuheit ſind
Badekappen, die aus dem gleichen
Stoff wie der Anzug und in der
Garnitur mit dieſem übereinſtim=
mend
hergeſtellt und auf der
Innenſeite durch eine Einlage
von Gummiſtoff waſſerdicht ge=
macht
werden. Meiſt wird die
ſchlicht den Kopf umſchließende
Kappe gewählt, die als Garnitur
einen geraden oder ſpitzen Auf=
ſchlag
hat, aber man ſieht auch
hübſche Badehüte, die meiſt aus
imprägnierter Seide gearbeitet
ſind und in der Form von klei=
nen
Südweſtern oder Schuten
recht flott und kleidſam ſind.
Die Badeſchuhe aus ſchwarzem
Satin werden ſtets mit ſchwarzer
oder roter Kreuzbandverſchnü=
rung
hergeſtellt. Am hübſcheſten
iſt die hohe Form, die rückwärts
wie ein Stiefel wirkt und auch
feſter ſitzt wie der Halbſchuh.
Zu dieſen hübſchen Badekoſtü=
men
gehören natürlich auch ſchicke
Bademäntel, in denen die Aus=
wahl
groß iſt. In phantaſtiſchen
Muſtern und ſchreienden Farben
wird hier häufig des Guten zu

Bte PVoce Uerr Heutte

Die Hodelie sind uon der Firma Leinenhaus Becker, Wilheiminenstragse 17

Darmſtädter Tagblatt

* Aus der Kinderſiun
Viele Eltern fordern von ihn
Kindern in allen Dingen blin
Gehorſam, ohne zu bedenken,
ſie dabei oft zerſtören, was ſie ef
mühevoll aufbauten. So wird
vom Kinde als Ausdruck ſeirm
Unterwerfung gefordert, daß
gegebenen Falles ich berer
ſagt, und doch ſind oft genug E.,
waltmittel nötig, um ein Kind /. S
weit zu bringen. Nicht der Trrh=
iſt
dabei gebrochen, in den ſelts=
ſten
Fällen iſt der kleine Sündrk=
von
ſeinem Unrecht überzeu.
Freilich ſoll man Gehorſam fw=, um ſich die Autorität
wahren, aber man ſoll ſtets
nau prüfen, wo blinder Gehs=
ſam
angebracht iſt und geforder//
werden muß. Die Erziehung

dem Kinde geſundes Selby

bewußſein beibringen, aber d:
ſes Gefühl wird nur zu bald

n

ſich ſelbſt erſchüttert, wenn zu B) ſioch.
blinde Unterwerfung gefords MAltz
wird. Ein feinfühliges, empfin hau g.
ſames, unverdorbenes Kind Mußge
eine Art von Selbſtachtung, Zuneſternl
nie mit Trotz verwechſelt werd Aſäzubere
darf. Man verlange nicht zu bilſich Be
Reue, ſei nicht zu hart mit deuſth g.
Kinde, ſondern faſſe es an ſeinerueſt 2
Innerſten an. Mißachtung wi nſe3e
ihm viel weher tun und ime
mehr zu denken geben, als e=
erzwungenes
Ich bereute‟. Diſcht
Gefahr der Heuchelei, die Flatte
haftigkeit iſt dann ausgeſchloſſe=ſtroße n
Auch ein Kind mit nicht ſe ümere
feſtem Charakter wird nur
leicht und gedankenlos bereuer/9
um ſchnell wieder Freiheit un
Sorgloſigkeit zu erlangen. Deilſu Kim
Kind muß ſelbſt wiſſen und .3/üh.?
len, wie böſe es gehandelt haſ=
es
muß alſo auch wiſſen, waru: N
es bereuen ſoll. Wenn es al!
R
dann ſein Unrecht eingeſehen ha
wird es ſich ganz aus eigene-
Antriebe bemühen, ſeine wir
liche Reue zu beweiſen. Und der
iſt von größerem erzieheriſche/Wl
Werte, als eine erzwungene 2
mütigung.
R

* Der zeiigemäß=

viel getan, denn wenn der Mantel wirklich ſchon einmal ein=
farbig
iſt, muß er wenigſtens eine grelle Farbe haben, ſo wills
die Mode, einfarbig weiße Mäntel ſind abſolut nicht modern.
Sehr elegant und zugleich praktiſch und bequem ſind Bade=
capes
aus gemuſterten Frottierſtoffen mit farbigen Randblenden.
Sie laſſen ſich maleriſch um den Körper drapieren und werden
neuerdings ſogar mit langen, flatternden Schalenden hergeſtellt.

*Oasewige Geſetzder Mode

Gegenſätzlichkeit und dauernder Wandel liegt auch der
neuen Frühjahrs= und Sommermode wieder zugrunde. Nicht,
daß ſich die Linie weſentlich verändert hätte; ſie iſt höchſtens noch
ſchlanker, gerader geworden, denn die Kleidung iſt enger und
auch ein wenig kürzer als in der Winterſaiſon. Gegenſätze treten
alſo nicht, wie ſo oft vor den Kriegsjahren, in jähem Wechſel der
Form von Sgiſen zu Saiſon zutage, ſondern an den einzelnen
Modellen ſelbſt: Futteralartig enge Hemdkleider ohne jede
Gliederung bis zu dem glockig ausfallenden Volant am unteren
Rand, Jacke und Kaſack mit abwippendem Glockenſchoß zum ſehr
engen Rock, eine Tunika vorn zur glatt aufſitzenden Hinterbahn;
kurzes Bolerojäckchen zum Kleid mit langem Leibchen; enge lange
Aermel zum tiefen Ausſchnitt; Aermel offen oder keulenförmig
nach unten erweitert zu abſtehenden oder jabotartig überfallenden
Kragen. Man ſieht, Frau Mode bietet ſchon allein an aparten
Schnittformen reiche Auswahl für die verſchiedenſten Geſchmacks=
richtungen
, rechnet man dazu noch all die Neuheiten an Stoffen,
Farbenzuſammenſtellungen und Garnituren, ſo wird man zu=
geben
müſſen, daß die Wahl nicht leicht iſt. Man hole ſich darum
Rat bei dem ſoeben erſchienenen Beyer’s Mode=Führer, der
dieſes Jahr zum erſten Male, etwa 360 der neueſten Haus=,
Sport=, Reiſe= und Geſellſchaftskleidung für Erwachſene, junge
Mädchen und Kinder in einem erweiterten Band ver=
eint
; ein großer Schnittmuſterbogen mit 23 neuen Modellen
liegt gratis bei. Der Führer iſt überall für 1,70 Goldmark erhält=
lich
, wo nicht, unter Nachnahme vom Verlag Otto Beyer, Leipzig T.

MK 48137. Kimonohängerkleid aus weißem Waſch=

krepp, mit einer Kreuzſtichſtickerei in Schwarz, Ziegelrot, Gelb
und Grau nach neuen Künſtlerentwürfen belebt. Schwarze Sei=

denbandſchleifen halten die Paſſe auf den Achſeln zuſammen.
Erf.: etwa 1,40 m Stoff, 80 cm breit. Die Bayer=Schnitte ſind
für 2 und 4 Jahre vorrätig. Typenmuſter Behers farbige
Kreuzſtichmuſter, Blatt 31.
KK 48176. Jackenanzug mit weſtenartigem Latz aus
weißem Pikee. Erf.: etwa 1,50 m Stoff, 1,20 m breit. Beyer=
Schnitte für 5, 7 und 9 Jahre.
NK 6967. Geſtreiftes Kittelkleid mit Taſchen.
Der weiße Batiſtkragen mit Hohlſaum ſchließt vorn unter einer
blauen Seidenſchleife. Erf. für 7 Jahre etwa 1,80 m Stoff, 80 cm
breit. Beyer=Schnitte für 7, 9 und 11 Jahre.
KK 48183. Bluſenanzug aus königsblauem Wollſtoff
mit Treſſeneinfaſſung. Erf.: etwa 1,25 m Stoff, 1 m breit. Beher=
Schnitte für 2 und 4 Jahre.

Bubenkopf und Sonnenſchir

m

aufkocht.

Haushalt
Um Fliegen wirkſa
abzuwehren. Wo es gilt, E).,
von Fliegen ſo gern ausgeſuchtsi,
Beleuchtungskörper, Spiegel= un
Bilderrahmen vor ihrer Wlr
ſchmutzung zu ſchützen, reibe maſt
die äußerſten Kanten derſelbe
wöchentlich einmal mit etwc)
Lorbeeröl und Watte dünn urn
gleichmäßig ein. Das Oel veit
mindert den Glanz der Polit.
des Holzes oder Metalles
keiner Weiſe, hält aber mit ſe
nem durchdringendenGeruch in zu
verläſſiger Weiſe die Fliegen ferr=
Trocknender Pilze. Pilx
werden jetzt mehr wie früher al=
nahrhafte
Speiſe gegeſſen.
können friſch zubereitet oder ge
trocknet, für ſpätere, gemüſearmaſ,
Zeiten aufbewahrt werden. Daſ,
Trocknen geſchieht entweder ir)
der Sonne, auf dem Herd odes
im Backofen. Die kleinen Pili= aute
werden an eine Schnur gereihs etelle
und aufgehängt. Die größerem / ſiod
ſchneidet man in Stücke, legt ſi.
auf weißes Papier, aber niemals
auf Kuchenbleche. So legt maur ſ.
ſie in die Sonne oder in dem
Backofen. Die getrockneten Pilz=
müſſen
in Gläſern oder in Papier=
düten
hängend aufbewahrt wer oech=
den
. Will man die Pilze danrs)/
verwenden, ſo weicht man ſie icht
vor dem Gebrauch in lauwarmes
Waſſer ein oder ſtößt ſie zu Puls=)
ver und fügt dieſes als Würze
zu den Soßen. Getrocknete Steinpilze oder Champignons
ſchmecken ſehr gut, wenn man ſie mit getrockneten Zwetſchen
4.N.

Pikante Fleiſchklößchen mit Stangenſpargel.
½ Pfund gewiegtes Rindfleiſch und ebenſolches Schweinefleiſch

zu gleichen Teilen miſcht man mit einer walnußgroßen, geries
benen Zwiefel, ½ Teelöffel feingewiegtem Kümmel, ½. Tee=
löffel
Krebsextrakt, einer fauſtgroßen, feingeriebenen rohen Kar=
toffel
zum Strecken und Binden der Fleiſchmaſſe, ſowie SalB
und Pfeffer nach Geſchmack. Gut miteinander gemiſcht, forma
man flache Klößchen davon, die in heißer Pfanne mit Fett oder
Oel von beiden Seiten goldbraun gebraten werden. Mit etwas
Waſſer läßt man das Bratfett loskochen und macht es mitk ſe5,
1 Meſſerſpitze in 1 Eßlöffel Waſſer verquirltem Kartoffelmehlt
ſämig.
Lockerer Pfingſt=Streuſelkuchen. 1 Pfund Mehly
1 Löffel Zucker, 2 Löffel geriebene Kartoffeln, 1 Päckchen Eie=
weißpulver
, das Abgeriebene einer halben Zitrone, eigroß zere
laſſenes Fett oder Margarine, die nötige kalte Milch werden mit=
1 Backpulver zu weichem Teig zuſammengewirkt, dieſer daumene
Die kurzgeſchnittenen Haare der Frauenwelt haben eine be= dick ausgemangelt, mit wenig zerlaſſenem Fett beſtrichen uſſee

ſonders ſtarke Nachfrage nach Sonnenſchirmen zur Folge gehabt. mit nachfolgenden Streuſeln bedeckt ½½ Stunde gebackel-
Dieſe Wirkung des Bubenkopfes, die auf den erſten Blick wun= Steuſeln: 1 Eßlöffel Zucker, 3 Eßlöffel Mehl, 1 Eßlöffel zere
derlich erſcheint, erklärt ſich leicht. Die Sommerhüte haben auf= laſſene Butter, Fett oder Margarine mit 1 Teelöffel Vanillee
fallend kleine )fe, weil ſie für die außerordentlich verringerten zucker und 1 Eßlöffel feingewiegte ſüße Mandeln werden zue
Haarmengen des Frauenkopfes am paſſendſten und kleidſamſten, ſammengemiſcht und zwiſchen den Händen zu feinen Streuſeln,
ſind. Man trägt daher kleine, eiförmige Hüte, die aus koſtbarem zerrieben.
Stroh in leuchtenden Farben verfertigt ſind und als Garnierung
Speiſezettel.
nur eine hübſche Schleife haben. Breite Krempen ſehen zu die= Sonntag: Legierte Suppe, gebr. Schweineſalzfleiſch mit
ſen Hutköpfen ſehr ſchlecht aus, und die unbeſchirmten Augen
Spargeln, Eis.
ſowie der Geſichtsteint ſind daher den Sonnenſtrahlen erbar= Montag: Brotſuppe, Matjeshering mit Maltakartoffeln.
mungslos ausgeſetzt. Die Dame mit dem Bubenkopf muß alſo Dienstag: Reisſuppe, geb. Leber mit Speck, Pudding=
einen
Sonnenſchirm tragen, wenn ſie es nicht vorzieht, ſich eine Mittwoch: Erbſenſuppe mit Würſtchen, Gurkenſalat.
buntgefärbte Sonnenbrille aufzuſetzen, was in Paris und Lon= Donnerstag: Kalte Fleiſchbrühe, Rinderbraten, Kartoffeln,
don auch ſchon hier und da geſchieht. Die Vorliebe für Sonnen= Freitag: Barſch mit Butter, Salzkartoffeln.
ſchirme hat eine Fülle der eigenartigſten Formen hervorgerufen. Samstag: Erbſenſuppe (grüne), Klopſe, Bratkartoffeln

[ ][  ][ ]

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Darmſtädter Tagblatt

deDDa

1. Juni 1924 Nr. 132.

Vom ſüddeutſchen Holzmarkt.
(Von unſerem Sonderberichterſtatter.)
Mannheim, den 30. Mai 1924.
Der Holzmarkt ſteht im Zeichen ausgeſprochener Baiſſe und
es dürfte in abſehbarer Zeit kein Umſchwung zu erwarten ſein,
wie ein weiteres Nachgeben der Preiſe ebenfalls unmöglich
ſcheint. Soweit bei der Sägeinduſtrie Neigung beſteht, ſich mit
Rundholz einzudecken, machen die Forderungen des Waldbeſitzes,
der ſich noch nicht auf die neue Konjunktur umzuſtellen vermag,
dies unmöglich. Immer noch betragen die Forderungen ſelbſt
der ſtaatlichen Forſten mindeſtens 17 Prozent über dem Frie=
denspreis
. In Baden hat man beiſpielsweife noch Material zu
110 bis 115 Prozent der Landesgrundpreiſe abſetzen können, doch
machte ſich bei den letzten Verſteigerungen in Oberbaden ( Walds=
hut
und Meßkirch) bei Fichten= und Forlenlangholz ein Rückgang
auf 100 Prozent bemerkbar.
Wie in unſerem letzten Bericht ausgeführt, hat ſich verhält=
nismäßig
am beſten das Geſchäft in Nadelſtammholz halten kön=
nen
, das aber nunmehr auch in den allgemeinen Strudel mitge=
riſſen
wurde. Bei den Laubrundſtämmen machte ſich die allge=
meine
Depreſſion am Rundholzmarkt noch in erheblicherem Maße
bemerkbar. Angeboten waren beiſpielsweiſe Eiche zu 180 Gm.,
Ta Möbeleiche 200 bis 350 Gm., Eichen=Dickten zu 250 bis 320
Goldmark je Kubikmeter; doch beſtand wenig Kaufneigung.
Auf dem Schnittwarenmarkt drückten beſonders
Notverkäufe auf das Preisniveau, ſo daß man von Markt=
preiſen
im allgemeinen nicht ſprechen kann. Am Nadel=
papierholzmarkt
war das Animo gegenüber der Vorwoche
abgeſchwächt.
Am Nadelſchnittholzmarkt wurde kaum Geſchäft
getätigt. Oberbayeriſche 16 5 1 bis 12 unſortierte Bretter
faul= und bruchfrei waren ab Verſandplätze von 28 Gm. an an=
gedient
. Auf dem rheiniſchen Markt war Ausſchußware zu etwa
60 Gm., K=Ware 50 Gm., gute Ware 80 Gm., reine und halb=
reine
Ware zu etwa 100 bis 105 Gm. an Hand. 16, 12, 1½=
und 2 Tannen= und Fichtendielen gaben im Preiſe ebenfalls
ſtark nach. 16, 12 unſortierte ſägefallende Tannen= und Fich=
tendielen
waren von 40 Gm. je Kubikmeter waggonfrei ab. Ab=
gangsſtation
im Handel, zum Teil auch noch unter der unteren
Grenze. Tannen= und Fichtendielen ohne Zoll notierten zu 65
Gm., für X=Ware zu 55 Gm., für Gute Ware zu 85 Gm., für
reine und halbreine Ware 2035 Gm. höher je Kubikmeter.
Im rheiniſch=weſtfäliſchen Geſchäft konnten geringe Mengen
Tannen= und Fichtenbauholz untergebracht werden, das bahnfrei
Karlsruhe=Mannheim mit üblicher Waldkante geſchnitten, ſchon
zu 50 Gm. zu haben war. Die Luſtloſigkeit des Geſchäfts geht
auf die immer ſtärker werdende Geldknappheit und Abſatzkriſe
zurück, ſo daß manche Sägewerke vor dem Konkurs ſtehen.
Handel und Wandel in Heſſen.
Konkurs wurde eröffnet über das Vermögen der Firma
Guſtav Kaiſer G. m. b. H. zu Heuſenſtamm mit Zweig=
niederlaſſung
zu Offenbach am 20. Mai. Anmeldefriſtablauf iſt am
8. Juli. Prüfungstermin ſteht am 19. Juli, vorm. 10 Uhr, vor dem
Amtsgericht Offenbach an.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Geſchäftsaufſicht. Die Handelskammer Ludwigshafen hat
an die Amtsgerichte ihres Bezirks ein Rundſchreiben gerichtet, in welcher
ſie unter Hinweis auf die Zunahme der Anträge auf Stellung der Ge=
ſchäftsaufſicht
die Bitte geſtellt hat, bei der Prüfung der Anträge die
geſetzlichen Vorſchriften möglichſt vorſichtig zu handhaben, die berechtig=
ten
Intereſſen der Gläubiger wohl im Auge zu behalten, insbeſondere
aber jeden Verſuch einer mißbräuchlichen Benutzung des Inſtituts der
Geſchäftsaufſicht ſeitens ſolcher Firmen, die ſich auf leichte Weiſe ihren
derzeitigen Verpflichtungen entziehen und nicht die großmöglichen An=
ſtrengungen
zur Bezahlung ihrer Gläubiger (u. a. auch durch Verkauf
verfügbarer Warenbeſtände zu ermäßigten Preiſen) machen wollen, ent=
gegen
zu wirken. An das Bayeriſchen Staatsminiſterium der Juſtiz in
München hat die Kammer die Bitte gerichtet, dahin zu wirken, daß die
Anordnung der Geſchäftsaufſicht öffentlich bekannt gemacht wird, damit
Schädigungen gutgläubiger Dritter, die von der Verhängung der Ge=
ſchäftsaufſicht
nichts wiſſen, nach Möglichkeit verhütet werden. Ferner
wurde dieſelbe Stelle gebeten, darauf hinzuwirken, daß den Gläubigern
baldigſt Gelegenheit gegeben wird, ihre Intereſſen geltend zu machen
und insbeſondere auf die Auswahl der Aufſichtsperſonen, ſowie auf die
Dauer der Geſchäftsaufſicht gebührend Einfluß zu nehmen. Im übrigen
ſtellt die Handelskammer aus den Mitteilungen, die ihr ſeitens der Re=
giſtergerichte
gemäß § 22 der Bekanntmachung vom 14. Dezember 1916
zugehen, Verzeichniſſe der Firmen, über die die Geſchäftsaufſicht ver=
hängt
iſt, auf, um anderen Firmen, die ein berechtigtes Intereſſe nach=
weiſen
, geeignete Auskunft über die Verhängung der Geſchäftsaufſicht
erteilen zu können.
Abänderung der Verordnung über die Ge=
ſchäftsaufſicht
. Die am 27. Mai im Reichswirtſchaftsminiſterium
unter dem Vorſitze des Staatsſekretärs Trendelenburg verſammelten
Vertreter der Spitzenverbände von Induſtrie, Banken, Handel und Hand=
werk
haben der Regierung gegenüber die gemeinſame Erklärung ab=
gegeben
, daß die Verordnung über die Geſchäftsaufſicht ſofort einer
Veränderung unterzogen werden muß, die die Rechte der Gläubiger in
entſcheidendem Maße ſicherſtellt und einen Mißbrauch durch unredliche
und die Wirtſchaft ſchädigende Elemente ausſchließt. Die Fortdauer
des gegenwärtigen Zuſtandes würde eine ſchwere, unerträgliche Gefahr
für die Wirtſchaft bedeuten.
Die Kohlenförderung im Saargebiet. Die Pro=
duktion
der franzöſiſchen Saargruben im März iſt gegenüber Februar
von 1 158 332 Tonnen auf 1 243 981 Tonnen geſtiegen. Die Förderung
verteilt ſich auf 25,99 Arbeitstage (Vormonat 24,7). Die Haldenbeſtände
erfuhren nur eine geringfügige Vermehrung um 4 335 Tonnen. Die
Geſamtzahl der Arbeiter iſt gegenüber Februar von 74 074 auf 73 884
zurückgegangen. Dies iſt auf Zwangspenſionierungen, ſowie auf will=
kürliche
Kündigungen zurückzuführen.

Verſicherungsweſen.

w. Einheitsverſicherung. Drei deutſchen Verſicherungs=
geſellſchaft
iſt auf den Antrag des Oskar Schunck=Verſicherungs= Kon=
zerns
vom Reichsaufſichtsamt für Privatverſicherung der Betrieb der
Einheitsverſicherung genehmigt worden. Dadurch iſt es Induſtrien, die
Waren herſtellen, mit geringen Ausnahmen möglich, für ihre ſämtlichen
Rohmaterialien, Fertigfabrikate uſw. Verſicherungsſchutz auf eine ein=
zige
Police zu erhalten, wozu bisher für die Deckung der verſchiedenen
Gefahren eine ganze Anzahl von verſchiedenartigen Verträgen erforder=
lich
war. Da außerdem dieſe verſchiedenen Verträge, zum Beiſpiel für
die Deckung der Feuer=, Einbruch=, Diebſtahl=, Waſſerleitungs= Trans=
port
=, Ausfuhrſchäden uſw. verſchiedene Bedingungen, Ablaufsfriſten u.
dgl. hatten, wodurch ſie für den Verſicherten unüberſichtlich wurden und
Veranlaſiung zu Nachteilen in Schadensfällen gaben, bedeutet die neue
Einheitsverſicherung mit der Deckung durch einen Verſicherungsſchein
einen Fortſchritt, der in betriebstechniſcher Hinſicht vor allem große
Ueberſichtlichkeit, Erſparung von Arbeitskräften durch Vermeidung un=
nötiger
Kontrollen, vollſte Deckung in Schadenfällen unter Vermeidung
jeder Unterverſicherung und ſomit ein weſentliches Mittel zur Subſtanz=
erhaltung
bietet. Eine große Anzahl von maßgebenden Induſtriever=
bänden
hat ſich bereits entſchloſſen, von dieſer neuen Einheitsverſicherung
Gebrauch zu machen.
Banken.
Bankhaus Lazard Speyer=Eliſſen, Frank=
furt
a. M. Herr Staatsſekretär a. D. Karl Bergmann tritt am
1. Juli d. Js. als Teilhaber in das Bankhaus Lazard Speyer=Eliſſen,
Frankfurt a. M., ein. Herr Bergmann ſtand lange Jahre in engen Be=
ziehungen
zu der Deutſchen Bank, deren Aufſichtsrat er auch heute noch
angehört. In den letzten Jahren hat er, wie erinnerlich, ſeine Dienſte
der deutſchen Regierung zur Verfügung geſtellt. Er war als Präſident
der Kriegslaſtenkommiſſion mehrere Jahre in Paris anſäſſig, hat das
Deutſche Reich gegenüber der Reparationskommiſſion und auf den ver=
ſchiedenen
Konferenzen mit den Ententeſtaaten vertreten und iſt heute
Mitglied des Organiſationskomitees der Deutſchen Reichsbahn. Das
Haus Lazard Speher=Eliſſen ſteht bekanntlich ſeit altersher in intimer
Verbindung mit den Herren Speher u. Co in Neu=York. Da Herr
Bergmann ſich hauptſächlich im internationalen Geſchäft betätigt hat,
und durch ſeine verſchiedenen Beſuche in Amerika mit den Herren
Spever u. Co, in engere Fühlung gekommen iſt, darf wohl angenommen

werden, daß ſein Eintritt in das Frankfurter Bankhaus vornehmlich
dem Wunſche entſpricht, die Teilnahme des amerikaniſchen Kapitals an
dem finanziellen Wiederaufbau Deutſchlands zu fördern, ſobald die er=
forderlichen
Vorbedingungen hierfür endgültige Stabiliſierung der
deutſchen Währung und Regelung des Reparationsproblems erfüllt
ſind. Herr Bergmann wird ſeinen Wohnſitz im Haag beibehalten.
Wie wir ferner erfahren, wird gleichzeitig Herr Ernſt Kahn, der
dem Frankfurter Bankhaus ſeit einigen Jahren als Mitarbeiter ange=
hört
, am 1. Juli bei dieſem als Teilhaber eintreten.
w. Die Niederlauſitzer Bank A. G. die Julius Pintſch
A. G., die Deutſche Juteſpinnerei und Weberei in Meißen und die Ver=
einigten
Smyrnateppichfabriken nehmen für da Geſchäftsjahr 1923 von
der Ausſchüttung einer Dividende Abſtand und tragen den Reingewinn
von 126 397 bzw. 215 046 bzw. 59 673 bzw. 33 000 Billionen auf neue
Rechnung vor. Die Vorlage der Goldmarkbilanzen bleibt überall einem
ſpäteren Zeitpunkte vorbehalten.

Erwerbsgeſellſchaften.

* Anglo=Guano Kontinentale Stickſtoffwerke.
Die Geſellſchaft beruft Generalverſammlung zuum 14. Juni. Gerücht=
weiſe
ſoll eine Dividende für das Geſchäftsjahr 1923 nicht zur Vertei=
lung
kommen. Auf der Tagesordnung der G.V. ſteht u. a. Vorlage der
Golderöffnungsbilanz per 1. Januar d. Js. und die gleich=
zeitige
Umſtellung des Papiermarkkapitals von Papiermark auf Gold=
mark
. Das Zuſammenlegungsverhältnis ſoll jedoch vor der G.V. nicht
bekanntgegeben werden, wozu jedoch zu bemerken iſt, daß ein ſolches
Verfahren den Beſtimmungen des H. G.B. widerſprechen würde, auf die
ſich die Verordnung über Goldbilanzen hinſichtlich der Publikations=
pflicht
ausdrücklich bezieht. Das Aktienkapital der Geſellſchaft wurde
von ſeinem Stand in Höhe von 16 Millionen Friedenskapital auf
Millionen verdoppelt. Außerdem beſtehen aus der Emiſſion vom Mai
1921 noch 1 Million 6proz. Vorzugsaktien mit 10fachem Stimmrecht, die
jedgch auf Grund der geſetzlichen Beſtimmungen nur mit dem Goldwert
der auf ſie geleiſteten Anzahlung in die Bilanz übernommen werden
dürfen. Der geſtrige Kurs der Aktien ſtellte ſich an der Berliner Börſe
auf 18,75 Billionen Prozent.
* Maſchinenfabrik Buckau. Die Geſellſchaft wird für das
Geſchäftsjahr 1923 von der Verteilung einer Dividende Abſtand nehmen.
* Siegen=Solinger Gußſtahl=A. G. Wie verlautet,
wird die Geſellſchaft für das abgelaufene Geſchäftsjahr dividendenlos
bleiben. Das Solinger Stammwerk ſei zur Zeit genügend beſchäftigt,
während das große Edelſtahlwerk in Groß=Kayna ſehr unter der wirt=
ſchaftlichen
Abtrennung vom beſetzten Gebiet zu leiden habe. Das
Unternehmen klagt wie alle anderen über die Kreditnot und die
hohen Nohmaterialpreiſe, denen gegenüber die Zahlungs=
weiſe
der Kundſchaft ſehr drückend wirke.
* Rhein. Maſchinen=, Leder= und Riemenfabrik
vorm. A. Cahen=Leudesdorff u. Co., A. G., Köln= Mühl=
heim
. Die Geſellſchaft hatte am 27. Mai G.V. einberufen, die von
einer Verteilung der Dividende Abſtand nahm und den erzielten Rein=
gewinn
in Höhe von 207 282,4 Billionen Mark auf neue Rechnung vor=
trug
. Der G.V.=Beſchluß vom 19. Dezember vor, Js., betr. Erhöhung
des Aktienkapitals und Erhöhung der Stimmrechtsaktionäre, wurde
wieder aufgehoben.
Deutſche Werke A. G., Berlin. Die Geſellſchaft beruft
zum 16. Juni G.V. Die nunmehr veröffentlichte Gewinn= und Ver=
luch
=Rechnung per 31. Dezember ſchließt mit einem Bruttogewiinn von
30,8 Trillionen ab. Unkoſten beanſpruchten 17,8 Trill. Mk., für Ab=
ſchreibungen
wurden 13 Trill. Mk. verlangt, ſo daß ſich der Reingewinn
nur auf 4 568 Billionen Mk. beläuft, aus dem eine Dividende nicht zur
Verteilung kommt. In der Bilanz betragen Kreditoren einſchließlich
Anzahlungen der Kundſchaft 17 Trill. Mk., andererſeits die Debitoren
einſchließlich Vorauszahlung an Lieferanten 9 Trill Mk., Kaſſa, Bank
und Poſtſcheck=Guthaben 2,6 Trill. Mk. Warenbeſtände ſind mit 26
Trillionen Mk. aufgeführt, Effekten und Schecks 143 934 Bill. Mk. und
Beteiligung mit 7547 Bill. Mk. Ein Uebergangskonto ergibt einen
Paſſivſaldo von 1 Trill.; außerdem enthalten die Paſſiva noch Rück=
ſtellungen
in Höhe von 18 Trill. Wie im Geſchäftsbericht mitgeteilt
wird, beſtand die Hauptarbeit im vergangenen Jahre im Ausgleich der
durch die Ruhrbeſetzung bedingten Störungen der Fabrikation, in dem
dauernden Jagen hinter der Geldentwertung und in dem Beſtreben, die
Unkoſten zu verringern und die dringend notwendige Steigerung der
Arbeitsintenſität herbeizuführen. Obwohl die Geſellſchaft bereits Mitte
des vorigen Jahres zur Goldmarkfakturierung übergegangen ſei, habe
ſie ebenſo wenig wie die übrige Induſtrie die durch den Währungsverfall
verurſachten Verluſte verhindern können. Der Ausbau des Werkes iſt
weiter fortgeſchritten. Man habe ſich innerhalb der Geſellſchaft grund=
ſätzlich
ſo organiſiert, daß nicht allein die geſamte Firma, ſondern auch
jedes einzelne Werk und in den Werken wiederum jede einzelne Fabri=
kationsgruppe
und jede Verkaufsgruppe abrechnungsmäßig zu über=
blicken
ſeien. Die Verkaufsorganiſation wurde berweitert, ſowie der
Ausbau der Export=Organiſation begonnen. Der Geſchäftsbericht be=
ſagt
, daß die Entwicklung des Unternehmens nur in einer mit aller
Energie verfolgten weiteren Konzentration liegen könne. Die Fabri=
kation
von Jagd= und Sportwaffen in Haſelhorſt und Erfurt, die mit
vielen Mühen aufgezogen und gewinnbringend war, mußte unter dem
Druck der alliierten Militärkontrollkommiſſion eingeſtellt werden. In
dieſen Werkſtätten, und zwar in Haſelhorſt werden Automobilmotoren,
und in Erfurt gemeinſam mit der A.E.G. Schreibmaſchinen hergeſtellt.
Die beiden Werke ſollen zur Zeit gut beſchäftigt ſein. Fabrikations=
betriebe
mit Zuſchußforderungen wurden aufgegeben, und auch neuer=
dings
iſt man im Begriff, weitere Fabrikationszweige zuſammenzulegen.
Auf techniſchem Gebiet habe man verſchiedene weſentliche Erfolge buchen
können. So haben, ſich die von der Geſellſchaft hergeſtellten Dieſel=,
Glühkopf= und Elektro=Motoren gut eingeführt, auch die Großſchiffs=
Dieſelmaſchinen und die Schiffskörper ſelbſt ſeien allen Anforderungen
gewachſen und haben ſich gut bewährt. Der Auftragseingang in dieſen
Abteilungen ſei dauernd ſehr lebhaft und die bisherige Produktion
habe der Nachfrage noch nicht genügt. Hinſichtlich der Textilmaſchinen,
der Motorrad= und der Benzoltriebwagen=Fabrikation wird ebenfalls
über gute Beſchäftigung berichtet. Ferner ſei das Landmaſchinenpro=
gramm
ſtark vergrößert worden. Die im Laufe des Geſchäftsjahrs ab=
gelieferten
Schiffsneubauten hatten eine Waſſerverdrängung von ins=
geſamt
42 900 Tonnen. Ueber die finanziellen Schwierigkeiten, über
die wir letzthin ſchon berichteten, und die dazu geführt haben, die Be=
triebe
in Kaſſel und Rüſtringen ſtillzulegen, macht die Geſellſchaft keine
nähere Mitteilung. Die augenblickliche Abſpannung, die offenbar die
Durchführung des bisherigen Fabrikationsprogramms nicht mehr ge=
ſtattet
, wird am Schluß nur kurz angedeutet. Bei der Poſition Aktien=
kapital
wird erwähnt, daß von den am 16. Auguſt v. J. ausgegebenen
300 Mill. Mk. Stammaktien Lit. 4 und 50 Millionen Mk. Lit. B bisher
nur ein kleiner Teil verwertet worden iſt. Für die ausſichtsreiche Ent=
wicklung
der Werke ſeien jedoch weitere erhebliche Inveſtionen und eine
weſentliche Verſtärkung des Betriebskapitals notwendig. Der letzte Kurs
der Aktien Lit. A ſtellte ſich an der Berliner Börſe 4,3 Billionen Proz.
Ueber die am 1. Januar d. J. fällige Goldveröffentlichungsbilanz wurde
bisher keinerlei Mitteilung gemacht.
Die Wirtſchaft des Auslandes.
* DonauSaveAdria=Eiſenbahngeſellſchaft ( vor=
mals
Oeſterreichiſche Südbahn). Wir berichteten letzthin ausführlich über
den in Ausſicht genommenen Umtauſch der 5= und 2/%igen Frs.=Obl.
Nunmehr gelangen die auf Goldfranken lautenden Obligationen im No=
minalbetrag
von je 112,50 Goldfranken zur Ausgabe. Sowohl die neuen
Obligationen als auch die gegen die überfälligen Zinsſcheine ab 1. April
bezw. 1. Juli 19 einzutauſchenden unverzinslichen Certificate können ab
15. Mai gegen die alten Stücke in Empfang genommen werden. Der
Umtauſch erfolgt bis zum Ende des laufenden Jahres.
w. Marconi=Radioſtation A.=G. in Bern. Um dem
Bund die Aktienmehrheit der Marconi=Radioſtation A.=G. in Bern zu
ſichern, hat der Bundesrat weitere 800 Aktien zu nominal 500 Franken / Brüſſel=Antwerpen ....."
erworben, die ſich bisher in Händen der engliſchen Marconigeſellſchaft be=
fanden
und außerdem die zur Erhöhung des Aktienkapitals von 1,3 auf
2,1 Millionen Franken ausgegebenen 600 neuen Aktien übernommen.
Von den 4200 Aktien der Marconi=Radioſtation A.=G. in Bern ſind nun=
mehr
3200 im Beſitz des Bundes.
Warenmärkte.
* Von den ſüddeutſchen Warenmärkten Gegenwärtig
iſt die Lage ſo, daß der Warenverkehr auf ein Minimum geſunken, der Prag.......
Geldeingang denkbar ſchlecht iſt und Zahlungsaufſchub und Prolongatio= Budapeſt.
nen die Regel bilden; die Fäue von Wechſelproteſten mehren ſich von
Tag zu Tag. Die Preisentwicklung auf den einzelnen Marktgebieten
hat dieſer Geſtaltung der Dinge im allgemeinen Rechnung getragen. Rio de Janeiro,,
Eine ganz einheitliche Linie aufzuzeichnen iſt allerdings unmöglich, weil
je nach Lage und Geldbedürftigkeit Konzeſſionen gemacht werden. So
ſind zwar die Notierungen für Getreide im allgemeinen noch zurückge= Danzig".
gangen, es zeigte ſich aber doch auch, daß die erhöhten Forderungen
des Auslandes und die aus einzelnen Teilen des Reiches vorlie
Nachrichten über die wachſende Ernte dieſem Marktgebiet e
merkſamkeit zuführten. In den tiefer gelegenen G=
ſende
Ernte offenbar, vielfach durch das
Höbe haben Fröſte des langau

ſodaß vielfach Wintergetreide umgepflügt werden und Sommergetreide
Platz machen mußte. Für Süddeutſchland lauten die Nachrichten neuen
dings ſehr günſtig, abgeſehen von ſtarker Verunkrautung von Hedderich.
namentlich in einigen Bezirken der Pfalz; die Schätzungen für Baden;
und Württemberg lauten auf gute Mittelernte. Beſonders ſchön ſtehen
Kartoffeln und Kleefelder. Im Handel mit Weizen blieben die Umſätze
klein; Roggen fand mehr Intereſſe, auch nach Sachſen. Das Angebot;
in Gerſte hat ſich erhöht. Die Preiſe dafür ſind angeſichts der durch
Geldmangel bedingten Zurückhaltung der Brauereien und Mälzereien
gegenüber der Vorwoche nicht unweſentlich zurückgegangen. Ab Mittel=
deutſchland
und Bahern wird Gerſte ſchon mit 15.50 bis 16.50 die
100 Kilo angeboten; frei Mannheim iſt mit 17 , ab benachbarten
Stationen mit 16 die 100 Kilo anzukommen. Inländiſche Futter=
gerſte
blieb in 12 bis 13 , je nach Beſchaffenheit, am Markte, für gus=
ländiſche
werden 14.50 bis 15 gefordert. Das Geſchäft in Hafer nahm
ruhigen Verlauf; einiges ging für Verbrauchszwecke an die Küſte.
Durch reichliche Niederſchläge und Wärme bedingtes flottes Wachs=
tum
des Grünfutters hat am Futtelmitelmarkt preisdrückend
gewirkt. Behauptet blieben dort die erſt im Oktober wieder neu zur
Herſtellung kommenden, knapp angebotenen Trockenſchnitzel mit 11.25 bis
12 die 100 Kilo. Wenn die übrigen Artikel keine ſtärkeren Rückgänge
erfuhren, liegt dies daran, daß immer noch etwas zu den heutigen
Preiſen für ſpätere Lieferung gekauft wird. Verlangt wurden zuletzt
für je 100 Kilo ab ſüddeutſchen Stationen: Malzkeime und Biertreber
11 bis 12 frei Mannheim, Torfmelaſſe 8.50 bis 8.75 , Haferſchalen=
melaſſe
99.50 , Rapskuchen 10 , Erdnuß= und Seſamkuchen 20..
Am Mehlmarkt zeigt ſich, auch im Zuſammenhang mit den
höheren ausländiſchen Getreidepreiſen, Neigung zu etwas freundlicherer
Stimmung. Sie kann jedoch angeſichts des geringen Geſchäftsumfanges
und der Fortdauer der Mehlverſteigerungen die Oberhand nicht gewm=
nen
. Bei den Mannheimer Mehlverſteigerungen dieſer Woche handelte
es ſich u. a. um 150 Sack Weizenmehl, Spezial 0, Mannheimer Fabrikat.
das je 100 Kilo mit 24.30 abging, um 100 do., die 24.40 erzielten.
Ferner wurden verſteigert und erzielten je 100 Kilo: 143 Sack frayz.
Weizenmehl ab Kehl=Wintersdorf 20.50 plus 3 Fracht. 100 Tonnen
amerikaniſches Weizenpatentmehl, Erzeugnis der Pitsburger Flower
Mill Co., in ſieben Partien, je 107, 110, 107, 112.5, 117, 125.5 fr. Fr.;
Ware in Mannheim lagernd, zuzüglich zweieinhalb Prozent Umſatzſteuer
für einen zweiten Erwerber; 85 Tonnen amerikaniſches Weizenbrotmehl,
Marke Konnel Club, 5 Partien zu 17 Tonnen, waggonfrei Mannheim,
2,5 Prozent Umſatzſteuer 71, 73, 80 82, 83 fr. Fr.; 65 Tonnen ameri
kaniſches Brotmehl auf Mannheim ſchwimmend, in 3 Partien zu je 15
Tonnen, 2 Partien zu je 10 Tonnen: 73, 73, 71. 72, 73,5 fr. Fr.;
45 Tonnen amerikaniſches Weizenbrotmehl, Marke Kennel Club, davon
17 Tonnen angekommen, 17,25 , Reſt ſchwimmend; 15 Tonnen 18,5 ,
13 Tonnen 19,25 . 150 Sack Weizenmehl, Erzeugnis Knieriem=Oſthofen,
in der Mühle in Oſthofen ſtehend, 23,50 ; 150 Sack do. 24 . 150
Sack Weizenbrotmehl, Mannheimer Erzeugnis, ab Induſtriehafen, netto
Kaſſe bei Uebernahme und 2,5 Prozent Umſatzſteuer, 18 , 162 Sack
72prozentiges Roggenmehl, Mannheimer Fabrikat, ſofort zu übernehmen,
2,5 Prozent Umſatzſteuer, netto Kaſſe bei Uebernahme in der Mühle,
ſofort zu übernehmen: 20.45 . In Karlsruhe wurden an der Mitt=
wochbörſe
gleichfalls Zwangsverſteigerungen franzöſiſchen Mehles vor=
genommen
. Dabei wurden für die in Karlsruhe eingetroffene Ware
102 fr. Fr. je 100 Kilo erzielt.
Malz blieb ſeitens der Brauerei gut befragt. Fraglos würde ſich
darin beſſeres Geſchäft entwickelt haben, wenn die Brauereien nicht ſo
geldknapp wären, oder wenn ihre Akzepte willigere Aufnahme fänden.
Die großen ſüddeutſchen Malzfabriken halten wieder an der Forderung
von 40 0 für die 100 Kilo feſt. Von kleineren Mälzereien in Württem=
berg
und Bayern liegen jedoch auch Angebote zu 36 vor. Dieſe
Mälzereien brauchen Geld und wollen daher lieber ohne Nutzen ab=
geben
. Neuerdings iſt auch wieder etwas Malz nach der Schweiz ver=
kauft
worden. Die deutſchen Mälzereien haben wegen des wärmeren
Wetters mit dem Mälzen aufgehört. Die Stimmung am Hopfenmarkt
war bei abfallenden Preiſen ruhig. Zuletzt bezahlte man für den
Zentner 400 bis 500 je nach Qualität. Die Hopfenpflanzungen be=
finden
ſich in beſtem Wachstum. Durch die Witterung, warme Tage und
Nächte, reichliche Gewitterregen und Niederſchläge außerordentlich geför=
dert
, haben die Ranken in Baden und Württemberg bereits eine Höhe
von 1,5 bis 2 Metern erreicht; noch beſſer ſtehen die Drahtanlagen. Die
Vorbedingungen für günſtige raſche Weiterentwicklung ſind gegeben. Bis=
her
ſind die Pflanzen frei von Ungeziefer, wie Erdflöhen und Blattläuſe
geblieben. In amerikaniſchen Hopfen wickelt ſich das Geſchäft zwiſchen
Einfuhrhandel und Großbrauereien in engem Nahmen bei Preiſen ab.
die etwa 50 Prozent unrer jenen für deutſchen Hopfen liegen.
Am Tabakmarkt hielt die flaue Stimmung an. Umgeſetzt wur=
den
einige Partien 1923er Bauerntabake zu 50 und 60 je Zentner.
In den Magazinen iſt man mit der Effektuierung der 1923er Tabake
beſchäftigt, die ſich für die Schneidetabakherſtellung gut enwickelt haben,
ſodaß die Fabrikanten mit dem Ausfall zufrieden ſein werden. Rippen
ſtark angeboten, jedoch ohne Geſchäft.
w Berliner Produktenbericht. Die ſtarke Nachfrage
nach Roggenmehl hat bereits wieder nachgelaſſen, ſo daß auch das In=
tereſſe
für Roggen wieder zurückgedrängt worden iſt. Mitteldeutſchland
hat noch Bedarf, bietet aber niedrigere Preiſe, die mit den Forderungen
der übrigens ſtärker am Merkt ſich zeigenden Roggenverkäufer nicht über=
einſtimmen
. Weizen, Gerſte, Hafer, Futterſtoffe und Hülſenfrüchte
hatten bei wenig veränderten Preiſen ſtilles Geſchäft.
Börſen.
* Börſenbericht für die Zeit vom 26.31. Maf.
(Eigener Bericht.) Die Zurückhaltung, die am Ende der vergangenen
Woche an der Börſe immer deutlicher in Erſcheinung trat, hielt auch zu
Beginn der neuen Woche an und wurde im weiteren Verlaufe noch
verſchärft durch die Nachricht über die Illiquidität eines ſehr alten, an=
geſehenen
Privatbankhauſes in Frankfurt a. M. Lebhafter denn je
richtete ſich daher das Augenmerk der Börſe auf die Frage, ob noch grö=
ßere
Schwierigkeiten im Bankgewerbe oder im Metallhandel zu Ende
des Monats bevorſtehen, und die Börſenſpekulation war in der Be=
fürchtung
, es könnten von der einen oder anderen Seite noch Zwangs=
verkäufe
erfolgen, eher zu Realiſationen geneigt. Als jedoch in den
nächſten Tagen kein ſtarkes Angebot an den Markt kam und anderer=
ſeits
die bereits ſeit einiger Zeit bemerkten Käufe in weſtlichen Montan=
und chemiſchen Werten, wenn auch in geringerem Umfange, fortgeſehzt
wurden, wurde die Tendenz etwas freundlicher, wenn es auch nicht zu
einer größeren Belebung des Effektengeſchäfts kam. Auch die Nach=
richt
über das Zuſtandekommen einer Stützung des oben erwähnten
Frankfurter Privatbankhauſes, ſowie die Hoffnung auf baldige Bei=
legung
der Arbeiterkriſe im Ruhrgebiet trug weſentlich zu dem Stim=
mungsumſchwung
bei. Im weiteren Verlaufe konnte man die freund=
lichere
Stimmung erhalten, und auch an der letzten Börſe ſtellten ſich
die meiſten Kurſe etwas höher als die vorgeſtrigen Notierungen.
w. Berliner Börſenbericht. Das Ereignis des Tages am
Deviſenmarkt war die volle Zuteilung für London und Amſterdam
gegen geſtern 60 bzw. 40 Prozent. Nur bei Neu=York wurde die zehn=
prozentige
Zuteilung noch aufrecht erhalten. Die allmähliche Annähe=
rung
bis auf 100 Prozent dürfte aber auch hier nach Anſicht der Debe
ſenhändler im Laufe der kommenden Woche durchgeführt werden. Die
Anforderungen bei den Großbanken ſind jetzt, wie auf Grund einer
imfrage feſtgeſtellt werden konnte, auf ungefähr den 20. Teil der Höchſ
ſumme des Februar zurückgegangen. Im Auslande lag die Mark reſcht
feft, wogegen der Franken mit 84,35 gegen geſtern mit 82,25 weſter zu=
Schwäche neigte. In dem ganz unbedeutenden Effektenverkehr wäre‟,
die führenden Papiere zumeiſt gut behauptet, teilweiſe auch über dei
geſtrigen Schlußnotierungen liegende Kurſe feſtzuſtellen.
Oeviſenmarkt.

37
Geld 7
Briel A.
Geid R
Artel Amſterdam=Rotterdam . 157.60 158.30 17.60 18.40 18.80 18.90 18.60 18.70 Chriſtiania. . . . . . . . . . . . ." 57.61 57.89 57 61 57.89 Kopenhagen .. .. . . . ... 70.82 71.18 70 57 70.93 Stockholm . . . . . . 111.22 114.78 111.22 111.78 Helſingfors ... 10.47 10 53 10 47 10.53 Italien ...." 18.45 13.55 18.30 1840 London .. 18.205 18.205 18 155 18.25 New=York.. 4.19 4.21 4.10 131 Paris... 21.80 21.90 21 50 21.60 Schweiz. 73.91 71.29 7391 74.29 Spanien. 57.06 57 34 57.06 5734 Wien (i. D.=Oſterr. abg. 5.89 591 5 89 691 12.305 12.455 12.295 12.355 4.59 4.61 4.59 461 Buenos=Aires. . . 1.355 1.365 1.355 1365 Bulgarien. .. 2.99 3./1 2.99 3.01- Japan ..... 1.,665 1.675 1.665 1.675 0.415 0.425 0.415 0.425 Velgrad. . . 5. 165 5.18 5.14- 5 16 Liſſabon .. 12.37 12.43 12.43 72.72 73.08 1272 73.08

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Frankenkurs in London:
Maxkfurs

[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt Sonntag, den 1. Juni 1924.

Seite 19.

Der Mann mit dem Pelz.
Detektiv=Roman von J. Davids.
(Nachdruck verboten.)
Hier hatte er die Wahrheit vor ſich, nach der er ſo lange
uucht. Nur noch wenige Augenblicke, und er würde alles
eſen. Er ſchlug eine Blattſeite um und las: Ich bin Kleans
deund, doch er iſt nicht der meine. Der Mann hat mir nichts
gan, aber er iſt mir im Wege. Wenn ich mein Ziel, reich und
rchtig zu werden, auf eine einfache und begueme Weiſe ohne
erreiche, dann werde ich ihn unbehelligt laſſen. Und dann
ſz es weiter: Um meine Abſicht zu erreichen, muß ich ihn
gern. Und dies tue ich ohne irgend welche Gewiſſensbiſſe, da
gmein Freund nicht iſt und auch nie geweſen iſt. Er vertraut
n alles an, ſelbſt ſeine intimſten Angelegenheiten. Klean iſt
ch, ſehr reich. Seine Stiefſchweſter wird Lord Dunck, den
Aizei=Chef, heiraten. Dies ſoll ſein Schickſal ſein. Ich werde
Kon ſein und er muß ſterben. Wells habe ich meine Abſichten
ngeteilt. Er gehört zu den Unſerigen, doch auch er muß
ſiben, ſobald ich mein Ziel erreicht habe. Heute habe ich Bello,
gem der ſchwarzen Laſtträger, Geld gegeben und ihm geſagt,
de er die Eingeborenen, die einige Meilen von uns entfernt
gyren, veranlaſſen ſoll, einen überfall auf uns zu machen.
Alo iſt verſchlagen und hat meinen Auftrag ausgeführt. Am
und werden ſie kommen. Niemand hat das Verſchwinden
Aos bemerkt. Er hat ſeinen Auftrag in 20 Minuten erledigt.
6 war ein ſchöner Abend, eigentlich viel zu ſchön, um eine
9 auszuführen, wie ich ſie mir vorgenommen hatte. Von
gühlsduſelei und Sentimentalität, habe ich nichts an mir.
Nari hat von dem Kognak getrunken, den ich ihm gegeben habe.
9 Schmerzen an ſeinem Bein wurden dadurch noch heftiger.
93 Gift wirkte ſchnell. Wells hatte die Wache, ſo wie ich es
ugeſehen hatte. Gleich nach zehn Uhr rief er von ſeinem
ſter Stande uns zu, daß einige Hündert Eingeborene ſich in
ſedlicher Abſicht näherten. Die durch dieſe Mitteilung hervor=
zufene
Panik wirkte verwirrend und Bellos Pfeil hat gut ge=
ufen
. Wells kann nichts mehr verraten. Ich ſorgte für Klean.
cei Tage hielt ich ihn verborgen. In dieſer Zeit wurden die
hefe, die er mit ſich führte, und das Porträt ſeiner Schweſter
un Eigentum. Am folgenden Tage, dicht bei den Zelten, iſt
ng ſtorben. Mein Kognak hat ihn von ſeinen Leiden befreit.
Ues iſt gut gegangen. Klean iſt begraben. Seine Schweſter
Nnun meine Schweſter und ihr Mann, der Chef der engliſchen
Miz ei, iſt mein Schwager. Noch einige Blattſeiten las Jackſon
mter, dann endigte die Niederſchrift im Tagebuch, etwa zwanzig
bütter waren herausgeſchnitten. Mit einem tiefen Seufzer
6 Jackſon das Buch, das er dann in ſeinem Schreibtiſch

barg. Scheuſal, kam es laut über ſeine Lippen, und in ſeiner
Stimme lag ein grenzenloſer Abſcheu, während er den in der
Hand haltenden Bleiſtift in Stücke zerbrach. Ihre Bande, John
Gillis, ſoll ausgerottet werden mit Stumpf und Stiel, oder
ich..
Im ſelben Augenblick meldete das Telephon. Der Detektiv
horchte.
Hallo, Jackſon?
Was gibt es denn, Rawley?
Ein belangreicher Fall, wollen Sie einmal kommen, Mr.
Jackſon?
Nein, es geht nicht, ich reiſe morgen . ... nach Newyork.
Auf Wiederſehen!
Noch will ich Lady Dunck nichts ſagen, dachte Jackſon, als
er ſich endlich für einige Stunden zur Ruhe begab, das größte
Leid hat ſie wohl gehabt.
Am folgenden Mittag war Jackſon vor zwölf Uhr nicht zu
ſprechen, Fräulein Tinny war eifrigſt beſorgt, daß er nicht geſtört
wurde.
VIII. Kapitel.
Es iſt wenige Tage nach dem Beſuche von Profeſſor Steans
und Colonel Ralf im Goldenen Stern und wir befinden uns
an Bord des Luxusdampfers Coronia von der Cunard=Linie,
drei Tage weſtwärts von Southampton, auf hoher See. Die
Sonne ließ ihre wärmenden Strahlen über den mächtigen
Dampfer ſpielen, der keuchend und ſtampfend, wie ein ungebär=
diges
Roß, ſeinen Weg fortſetzte. Die weißen Schaumflöckchen
ſpritzten bis auf das Deck, wo ſie ſich auf Kabel und Stangen
legten und in wunderbarer Farbenpracht in den Strahlen der
Sonne glänzten, bis ſie als Waſſertropfen auf das Deck nieder=
fielen
.
Mit Intereſſe verfolgte Jackſon dieſes Farbenſpiel. Seine
Gedanken weilten jedoch anderswo. Als er über die Schiffsbrü=
ſtung
auf die unruhigen Meereswogen hinabſah, zogen allerlei
Bilder aus der letzten Vergangenheit kaleidoskopartig an ſeinem
Geiſte vorüber. Dabei ſah er auch die liebliche Geſtalt von Helene
Stewans vor ſich, ihre ſchönen grauen Augen, ihr anmutiges
Lächeln. Minutenlang ſtand er da wie in ſich verſunken, ſeine
Aufmerkſamkeit allein den ſpritzenden Schaumflöckchen, den
fallenden Waſſertropfen und ſeiner Pfeife widmend, die er jede
Viertelſtunde austlopfte, um ſie aufs neue zu ſtopfen. Da er=
klangen
drei ſchwere Gongſchläge, die ihn in die Wirklichkeit zu=
rückriefen
. Gewiß gibt es heute abend wieder etwas beſonderes,
hörte er einzelne Mitfahrer ſagen, die ſich an den Aushangkaſten
an der Brücke des Schiffes begaben.
Auch Jackſon ſchlenderte dorthin. Es war ein großer Ball
angekündigt, der abends aus Anlaß des Geburtstages des Kapi=
täns
ſtattfinden ſollte. Es kann nichts ſchaden, wenn auch ich mir

eimas Erholung gönne dachte der Deteltich ich vil heute ein=
mal
den Ball beſuchen.
Als er jetzt, um in ſeine Kabine zu gehen, ſich plötzlich um=
wandte
, ſtieß er bei der Haſt, mit der es geſchah, einer dicht hinter
ihm ſtehenden Dame ein Täſchchen aus der Hand, das zu Boden
fiel. Schnell bückte er ſich, um es aufzuheben, und mit einem
etwas verlegenen Verzeihung übergab er es der jungen Dame,
die ihn mit ihren großen blauen Augen lächelnd anblickte.
Noch ſelten hatte er jemand von ſolch anmutiger Schönheit
geſehen. Das etwas bleiche, zarte Geſichtchen war umrahmt von
einer Fülle goldblonder Locken, die Augen waren hellblau,
während zwiſchen den kirchroten Lippen eine Doppelreihe präch=
tiger
weißer Zähnchen ſichtbar wurde. Sie trug einen kleinen,
lilafarbenen Hut mit breiten Bändern, die unter dem Kinn zu=
ſammengeknotet
waren. Einen Augenblick ſtand Jackſon da, wie
bezaubert.
Ein ſolcher Ball wie heute Abend iſt wohl amüſant, nicht
wahr? ſagte das Mädchen in fröhlicher Laune.
Jackſon beſtätigte ſeinerſeits dieſe Meinung und ſtellte ſich
dann vor als Dr. Welton.
Mein Name iſt Lilly Graven, antwortete ſie, an ſeiner
Seite weiter ſchreitend.
An Bord eines Schiffes lernt man ſich ſchneller kennen, wie
auf dem Feſtande. Von dem Augenblick an, wo man dieſes hin=
ter
ſich hat, fühlt man ſich als Glied der kleinen Gemeinſchaft, die
mit dem Schiff auf dem Waſſer dahin treibt. Man bildet gewiſſer=
maßen
eine Familie, in der der Kapitän die Rolle eines Vaters
führt. Bald waren Jackſon und Miß Graven in ein lebhaftes
Geplauder verwickelt und ſie ließen ſich nebeneinander auf dem
Deck nieder. Es ſchien, als ob ſie ſich ſchon länger kannten. Sie
unterhielt ſich mit ihm über alle möglichen Dinge, wobei ab und
zu ihr melodiſches Lachen über Deck erklang. Miß Graven war,
wie ſie mitteilte, mit ihrem Vater auf dem Wege nach Neu=York,
um dort eine ihnen befreundete Familie zu beſuchen.
In welcher Wiſſenſchaft haben Sie Ihren Doktor, Mr. Wel=
ton
? fragte unvermittelt im Laufe der Unterhaltung Miß
Graven.
Ich bin ein einfacher Landarzt, log der Detektiv, da er ſein
Inkognito zu wahren wünſchte.
(Fortſetzung folgt.)

Die Axt im Hauſe lands Lieblingsdichter Schiller. Die
praktiſche Hausfrau aber ſagt: Heitmann’s Farbe ſpart den
Färber. Darum benützt ſie nur dieſe.
Färbe zu Hauſe mit Heitmann’s Farben.

Vh

Istausgiebig Im Cebrauch,
spart Zeft umd Mühe.

V. 7205

AF ſämtliche

en=

10

Ffe
Haus
m. heller. Verkſtätte
(ea. 30 am) oder um=
baufähigen
paſſenden
Naum. Ang. u. 0 138
Geſch

Rabatt.
Hüller-
Hrägeloh
Rheinſtr. 4.

Enpfehle mich in
Meißbinder=
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