Darmstädter Tagblatt 1924


02. April 1924

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Nummer 93.
Mittwoch, den 2. April 1924.
187. Jahrgang

Einzelnummer 10 Goldpfennige
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Der ſetzte Akt.

Arteilsverkündung im Hitler=Prozeß.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
g. München, 1. April.

Ein grauer, naßkalter, nebeliger Tag, der offenbar den
Traditionen des Monats April in jeder Weiſe gerecht werden
will. Als man am frühen Morgen die Straßen der Stadt durch=
eilt
, iſt nirgends ſonderliche Unruhe oder Unraſt zu bemerken.
Ueberall geht das alltägliche Leben ſeinen gewohnten Gang.
Belebter wird das Bild um die neunte Stunde in der
Umgebung der Kriegsſchule, die diesmal in weiterem Umkreis
abgeſperrt iſt, wo ſich der letzte Akt des deutſchen Dramas dieſer
Tage, die Urteilsverkündung im Prozeß gegen Adolf Hitler,
General Ludendorff und ihre Mitarbeiter abwickeln ſoll. Schon
eine Stunde vor Beginn der Verhandlung haben ſich hier wahre
Menſchenmauern gebildet, die geduldig an den Abſperrungs=
ketten
der Landespolizei auf die Ankunft ihrer noch auf freiem
Fuß befindlichen Führer, beſonders aber des Generals Luden=
dorff
, harren.
Der Verhandlungsraum ſelbſt iſt um 9 Uhr ſchon derart
überfüllt, daß es den ſpäter ankommenden Preſſevertretern nur
mit Mühe und Not gelingt, überhaupt noch Einlaß zu erhalten.
Höchſt merkwürdigerweiſe hat es hier eine unglückliche Regie
zuwege gebracht, daß von den drei der Preſſe eingeräumten
Sitzreihen ausgerechnet am heutigen Entſcheidungstage des
Prozeſſes eine mit 2 Plätzen, von insgeſamt 60, dem Puhlikum
eingeräumt wurde. Um den Eintritt in den Saal ſpielen ſich
an den Toren förmliche Kämpfe ab. Es fällt auf, daß auch heute
die Waffenkontrolle nicht ſonderlich ſtreng gehandhabt wird.
Man ſcheint danach keine Beſorgnis zu haben, daß im Saule
ſelbſt irgendwelche Zwiſchenfälle möglich wären.
Eine Minute vor 10 Uhr betreten, die Angeklagten, wäh=
rend
ſich die Zuhörer zum großen Teil, ſpontan erheben, den
Verhandlungsſaal, an ihrer Spitze General Ludendorff in
großer Uniform des Generalquartiermeiſters, mit Orden und
Ehrenzeichen, Adolf Hitler in ſchlichtem Schwarz, mit dem
Eiſernen Kreuz 1. Kl., die übrigen Angeklagten, ſämtlich mit
Ausnahme des Ziviliſten Frick ebenfalls in großer Uniform
mit Orden und Ehrenzeichen. Der Angeklagte Oberlandes=
gerichtsrat
Poehner iſt zur Urteilsverkündung nicht erſchienen.
Er liegt, wie man erfährt, mit einer ſchweren Lungenentzün=
dung
im Sanatorium. Unmittelbar nach ihnen betreten die
Staatsanwälte Dr. Stenglein und Dr. Ehart den Saal.
Wenige Minuten nach 10 Uhr erſcheint das Gericht. Der
Vorſitzende, Landgerichtsdirektor Neithardt, verkündet ohne wei=
tere
Förmlichkeiten um 10,05 Uhr den entſcheidenden Spruch des
Gerichts, der mit 4 von den 5 richterlichen Stimmen gefaßt wurde.
Atemloſe Stille herrſcht bei der Verkündung des Urteils, das
die Angeklagten ſämtlich, mit Ausnahme des Generals Luden=
dorff
, in Feſtungshaft ſchickt, ihnen aber weiteſtgehende Bewäh=
rungsfriſten
bewilligt oder, wie den Führern des Unternehmens,
nach Verbüßung eines weiteren Strafteils von ſechs Monaten
in Ausſicht ſtellt.
Dann, nachdem ſich die Unruhe im Saal, hervorgerufen durch
die ihrer Pflicht gehorchenden Vertreter der Preſſe, gelegt hat,
verlieſt der Vorſitzende die Begründung des Urteils. Einförmig,
ohne jeden Zwiſchenfall, nur zweimal durch Ermahnungen des
Vorſitzenden zu größerer Ruhe im Saal unterbrochen, geht auch
ſie vor ſich unter lautloſer Stille der Hörer.
Gegen 12 Uhr iſt auch dieſer letzte Akt beendet. Da erhebt
ſich Rechtsanwalt Roder, Hitlers Beiſtand, um die ſofortige Haft=
entlaſſung
ſeines Mandanten vom Gericht zu fordern. Auch er
Hürfte und müßte als Juriſt wiſſen, worüber ihn der Vorſitzende
pflichtgemäß belehrt, daß das Urteil des Volksgerichts ſofort mit
Der Verkündung ſeine Rechtskraft erlangt, daß ſein Antrag an
Sie Staatsanwaltſchaft und nur an dieſe gerichtet werden kann.
EEin kurzes Hin und Her. Dann ſchneidet der Vorſitzende dem
Werteidiger das Wort mit der Feſtſtellung ab, daß das Gericht
Gier nicht mehr entſcheiden kann, und noch ein letzter Zwiſchen=
Fall: General Ludendorff erhebt ſich und gibt mit ſcharfenr Be=
Eonung eine Erklärung gegen ſeine Freiſprechung ab. Mit
einer ſcharfen Rüge des Vorſitzenden ſchließt der Prozeß.

* Mit einem Gefühl der Erleichterung wird die deutſche
Deffentlichkeit das Ende des Münchener Dramas begrüßen. Heiße
Vaterlandsliebe war es, welche die Angeklagten vor die Schran=
ben
des Gerichts gebracht, weil ſie nicht gezügelt war von wägen=
dem
Verſtande. Revolution und Hochverrat ſchaffen aber neues
Fiecht nur, wenn ſie gelingen. Die erſte Pflicht des Staates iſt
die der Selbſterhaltung. Unnachſichtlich muß er vorgehen gegen
die, welche die ſtaatliche Ordnung gefährden. Wahrlich milde
tichter haben die Angeklagten des Münchener Prozeſſes gefun=
den
; nur eine Stimme wird es darüber geben. In weiteſtem
Ausmaß iſt berückſichtigt worden, daß nicht unlautere Beweg=
gründe
oder perſönlicher Ehrgeiz die Angeklagten geleitet haben.
Der Richter hat jedes Urteil, das er fällt, vor ſich und ſeinem
Sewiſſen zu verantworten. Es iſt keine gute Gepflogenheit,
wenn wie das bei politiſchen Prozeſſen leider häufig geſchieht
Gerichtsurteile zum Gegenſtand des Parteikampfes gemacht
werden. Dem Münchener Urteil gegenüber ſollte auch inſofern
eine gewiſſe Zurückhaltung geboten ſein, als ein nicht unerheb=
ſicher
Teil der Verhandlungen unter Ausſchluß der Oefentlich=
leit
ſtattfand und infolgedeſſen in ſeinem Ergebnis der öffent=
chen
Kritik entzogen iſt. Nicht unterſuchen lönnen wir
daher, ob der Freiſpruch Lüdendorffs nach dem Er=
tebnis
der Geſamtverhandlung ſachlich gerechtfertigt
iſt. Erleichterung wird er jedenfalls in ſehr weiten
Kreiſen inſofern auslöſen, als es wohl für jeden Deutſchen ein
nahezu unfaßbarer Gedanke war, den Sieger von Tannenberg
in einem deutſchen Gefängnis zu wiſſen. Dem großen Heer=
hrer ſchuldet das deutſche Volk höchſte Dankbarkeit und Ver=
ehrung
. Der Politiker Ludendorff iſt tot. Wahre Größe er=
kenint
die Grenzen der eigenen Begabung. Eine Tragödie ging
I.
i München zu Ende.

General Ludendorff freigeſprochen.
Im Prozeß Hitler=Ludendorff und Genoſſen wurde am Dienstag Vormittag 10.05 Uhr von dem
Vorſitzenden des Volksgerichts folgendes mit 4 Stimmen gefaßtes Urteil verkündet:
Adolf Hitler, Poehner, Kriebel und Dr. Weber wegen eines gemeinſchaftlich ausgeübten
Verbrechens des Hochverrats verurteilt zu 5 Jahren Feſtungshaff und 200 Goldmark Geldſtrafe.
General Ludendorff wird von der Anklage des Hochverrats freigeſprochen.
Dr. Frick, Roehm, Brückner, Wagner und Pernet wurden wegen Beihilfe zum Hoch=
verrat
zu je 1 Jahr, 3 Monaten Feſtungshaff verurteilt. Die erlittene Anterſuchungshaft wird
den Verurteilten voll angerechnet.
Die Koſſen des Verfahrens fallen den Angeklagten zur Laſi, ſoweit Verurteilung erfolgte.
Bei General Ludendorff werden die ausſcheidbaren Koſten auf die Staatskaſſe überbürdef.
Brückner, Roehm, Pernet, Wagner und Frick erhalten Bewährungsfriſt bis 1928.
Hitler, Poehner, Weber und Kriebel wird nach Verbüßung eines weiteren Strafteils von
6 Monaten Feſtungshaff Bewährungsfriſt für den Strafreſt in Ausſicht geſtellt.
Das Urteil wurde im Saal mit abſoluter Ruhe aufgenommen.
In der Umgebung der Kriegsſchule haben ſich ſkarke Anſammlungen gebildet. Das Gelände iſt in
weitem Umkreis abgeſperrt. Zwiſchenfälle ereigneten ſich bisher nicht.

* Die Urteilsbegründung.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
g. München, 1. April.
Die Begründung des Urteils im Prozeß HitlerLudendorff
und Genoſſen zählt zunächſt Zweck und Ziele des Kampfbundes
auf, wobei ſie ſich auf die Kundgebungen des Nürnberger Deut=
ſchen
Tages am 2. September, ſowie im beſonderen auch auf die
Darlegungen Hitlers in dem Organ der Nationalſozialiſtiſchen
Partei ſtützt. In erſter Linie ſtrebte der Kampfbund nach Auf=
faſſung
des Gerichts die Vernichtung der Weimarer Verfaſſung,
des parlamentariſchen Syſtems, die Bekämpfung des Pazifismus
und Marxismus, die Aufrollung der deutſchen Frage von Bayern
aus, die Bildung einer deutſchen Nationglarmee in Bayern und
die Durchführung des Kampfes bis zur Hiſſung der ſchwarz=
weiß
=roten Fahne auf den Regierungsgebäuden in Berlin an.
Herr v. Kahr habe auch den Kampf gegen den Marxismus
und die Schaffung eines Direktoriums gewollt, das von parla=
mentariſchen
Einflüſſen frei geweſen wäre.
Die Annahme der Angeklagten.
Die Begründung zählt dann die Annahme der Angeklagten
im einzelnen auf, insbeſondere, daß ſie behaupten, der Ueber=
zeugung
geweſen zu ſein, daß zwiſchen ihnen und Kahr, Loſſow
und Seißer abſolute Uebereinſtimmung herrſchte, daß aber die
Letztgenannten von ſich aus nicht den Entſchluß hätten auf=
bringen
können, das gemeinſam Gewollte in die Tat umzuſetzen.
Gegenüber der Abſicht von Hitler und Genoſſen, die in Bayern
ausgerufene Reichsdiktatur nach Berlin vorzutragen und eine
nationale Armee zu bilden, als deren Grundſtock Polizei und
Reichswehr angeſehen wurden, wird darauf hingewieſen, daß
Kahr, Loſſow und Seißer geltend machen, daß ſie ihre Ziele nur
auf Grund des Artikels 48, alſo nicht auf einem machtpolitiſchen
Weg erreichen wollten, und daß das Direktorium nur eine vor=
übergehende
Einrichtung darftellen ſollte. Aus der Ueberzeu=
gung
heraus, daß Kahr, Loſſow und Seißer den Tatwillen nicht
aufbringen könnten, habe dann Hitler am 6. November den be=
kannten
Entſchluß gefaßt, der durch die Furcht gefördert wurde,
daß das Direktorium Minoux, Gail, Seeckt mit einem jüdiſchen
Finanzminiſter eingeſetzt werden könnte.
Die Ereigniſſe im Bürgerbräufeller.
Die Begründung kommt dann auf die Ereigniſſe im Bürger=
bräukeller
, auf den urſprünglichen Plan Hitlers, Kahr und die
anderen Herren unauffällig aus dem Saal herauszurufen, weiter
auch auf die Benachrichtigung auswärtiger Kampfverbände und
auf die einzelnen Vorgänge im Nebenzimmer des Bürgerbräu=
kellers
zu ſprechen. Als nicht unwichtig wird erklärt, daß Hitler
jedenfalls zunächſt nicht geſagt habe, daß die Reichsregierung ab=
geſetzt
und eine neue Regierung gebildet ſei. Die Verſchieden=
heit
des Eindrucks der Zeugen über die Ernſthaftigkeit der Er=
klärungen
Kahrs, Loſſows und Seißers ſei für die Urteilsbildung
bedeutungslos. Auch auf die gegenſätzlichen Ausſagen über die
Ereigniſſe im Nebenzimmer braucht nicht näher eingegangen zu
werden, da nicht der Fall Kahr, Loſſow und Seißer, ſondern der
Fall Hitler und Genoſſen zur Aburteilung ſtehe.
Die Begründung ſchildert dann kurz die Tätigkeit des Gene=
rals
Ludendorff, wie dieſe von den Angeklagten übereinſtimmend
dargeſtellt wurde, und betont ausdrücklich, daß ſich das Gericht
die Schlüſſe der Angeklagten nicht ohne weiteres zu eigen machen
konnte.
Die Urheber des Unternehmens.
Iu tatſächlicher Hinſicht hält das Gericht folgendes für er=
wieſen
: Hitler, Kriebel und Weber ſind die Ur=
heber
des Unternehmens. Poehner war mit der ihm
zugedachten Nolle einverſtanden.: Sie ſind daher als Täter im
Sinne der 8S 81, 82 und 49 anzuſehen, auch wenn nicht jeder von
ihnen die Maßnahmen des anderen vorher, gekanut hat. Ihr
Ziel war die Beſeitigung der Reichsregierung und des Parla=
mentarismus
, die Begründung einer nationalen Negierung im

völkiſchen Sinne, wie ſie von den Angeklagten verſtanden wurde.
Als Inſtrument ſollte die Nationalarmee dienen, deren Grün=
dung
ſofort in der Nacht durch Werbeſtellen in Angriff genommen
wurde. Auch hierzu wurden die übrigen Mitangeklagten heran=
gezogen
. Die Perſonen, von denen eine Durchkreuzung der
Pläne der Angeklagten gefürchtet wurde, wurden verhaftet oder
es wurde nach ihnen gefahndet. Die Beſchlagnahme der 1460
Billionen Mark ſei zwar anſcheinend von Hitler allein verfügt
worden, habe aber auch im Willen der übrigen Angeklagten ge=
legen
. Sie ſei alſo allen vier Angeklagten zuzurechnen. Die
Zerſtörung der Münchener Poſt dagegen und die Geiſelverhaf=
tungen
ſchreibt das Gericht den Angeklagten nicht zu, da ſie erſt
ſpäter davon erfuhren.
Bei Roehm, Brückner, Wagner und Frick hält
das Gericht es nicht für erwieſen, daß ſie vorher eingeweiht
waren. Sie waren ſich aber darüber klar, daß die gewaltſame
Löſung der deutſchen Frage nunmehr beginnen würde.
Die Anklage gegen Frick.
Im einzelnen heißt es dann noch bezüglich der Anklage
gegen Frick, daß bei ihm nicht erwieſen ſei, daß er vorher
von ſeiner Ernennung zum Polizeipräſidenten wußte. Als Ver=
dachtsgründe
werden erwähnt, daß er am Putſchabend ſelbſt
zweimal genannt wurde, daß er abends 9 Uhr von ſeiten des
Kampfbundes verſtändigt wurde, daß er verſuchte, ſeine An=
weſenheit
im Amtszimmer als Zufall zu erklären, endlich auch
der aufgefundene Notizblock mit dem Stichwort: Glücklich ent=
bunden
! mit dem Namen und der Telephonnummer Fricks. Die
Gründe reichen jedoch nach Auffaſſung des Gerichts nicht aus,
um feſtzuſtellen, daß Frick unterrichtet war. Auch ſeine Unter=
laſſung
der Alarmierung könne nicht gegen ihn verwertet wer=
den
, da er annahm, daß die Maßnahmen gewiſſermaßen auto=
matiſch
erfolgen würden. Es bleiben alſo die zur Unterſtützung
des Unternehmens von ihm angeordneten und durchgeführten
Maßnahmen. Seine Behauptung, daß er als Polizeipräſident
hätte amtieren können, weil er annahm, daß Kahr ihn dazu er=
nannt
habe, erklärt das Gericht als unzutreffend. Frick mußte
aus den Angaben Poehners mindeſtens vermuten, daß Kahr ſich
an einer verfaſſungswidrigen Unternehmung beteiligt hätte und
daß er dieſe Ernennung nicht als Generalſtaatskommiſſar, ſon=
dern
nur in ſeiner neuen Eigenſchaft hätte vornehmen können.
Dazu hatte Kahr jedoch nicht das Recht. Die Begründung legt
Frick ſchließlich noch zur Laſt, daß er ſich an der Preſſebeſprechung
noch aktid beteiligte und daß er anregte, Kahr aufzuſuchen und
ihn zur Benachrichtigung der Regierungspräſidenten aufzu=
fordern
.
Bei Brückner und Roehm nimmt das Gericht an, daß
ſie ſich der neuen Gewalt untergeordnet haben. Pernet habe
ſelbſt zugegeben, daß er bei der Kontrolle im Bürgerbräukeller
mitgewirkt und 1460 Billionen an die Kampfbund=Truppen
verteilt habe.
Bei Leutnant Wagner wird ebenfalls nicht ange=
nommen
, daß er vorher eingeweiht war. Ihm wird ſeine Tätig=
keit
bei den Iufanterieſchülern als Beihilfe zum Hochverrat zur
Laſt gelegt.
Die rechtliche Würdigung des Tatbeſtandes.
Der zweite große Hauptteil der Begründung umfaßt die
rechtliche Würdigung des Tatbeſtandes. Hier wird die Bemer=
kung
vorausgeſchickt, daß die Rechtſprechung unter keinen Um=
ſtänden
gegen das Geſetzesrecht verſtoßen dürfe. Ihre Aufgabe
ſei deſſen Aufrechterhaltung. Sympathie oder Antipathie
gegen die Angeklagten oder deren Unternehmfen können gleich=
falls
nicht in Frage kommten, ebenſowenig politiſche oder ſtaats=
rechtliche
Zweckmäßigkeitsgründe. Der Zweck des Unternehmens,
die Beſeitigung der bisherigen oberſten Landes= und Reichs=
behörden
und die Einſetzung neuer Behörden in Bayern und im
Reich, bedeute nicht eine ſogen. Uſurpation, ſondern er ſei eine
Verfaſſungsituderung: denn die neuen Perſonen ſollten nicht dem
Landtag verautwortlich fein, ſondern diktatoriſche Gewalt beſitzen.
Die Begründung führt ausdrücklich den Ausſpruch Hitlers hier=
bei
an, daß die Umwälzung die größte in Deutſchland ſein ſollte,

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mit woch, den 2. April 1924,

Rummer 93.

ſeit man geſchichtlich denke. Die gewaltſame Beſeitigung der
jetzigen Reichsverfaſſung ſei offen und öffentlich gepredigt
worden.
Für den Hochverrat gegen Bayern wird die Ausrufung Kahrs
zum Landesverweſer in der Begründung geltend gemacht. Der
Tatbeſtand des Artikels 81 Abſ. 2 werde objektiv ſchon in jedem
gewaltſamen Angriff auf die Staatsgewalt zu erblicken ſein. Die
Behauptung der Angeklagten, daß es im November 1923 in
Bayern keine Reichsverfaſſung gegeben habe und daß die Ange=
klagten
nicht gegen Kahr, ſondern mit ihm gegangen ſeien, ſei
für das Gericht kein Grund, ſich auf theoretiſche Erörterungen
einzulaſſen.
Einzelne Maßnahmen Kahrs
verfaſſungswidrig.
Die Frage, ob die Reichsverfaſſung in Bayern zu Recht
beſtanden habe, ſei irrelevant, nachdem ſie ſeit Jahren unbeſtrit=
ten
in Bayern in Geltung war. Die Reichsverfaſſung war das
Reſultat einer Volksabſtimmung auf Grund eines weitgehenden
Wahlrechts. Gleich unhaltbar ſei die Meinung, daß das baye=
riſche
Miniſterium oder der Generalſtaatskommiſſar die Reichs=
verfaſſung
außer Kraft geſetzt hätte. Es ſei ein Irrtum, wenn
die Angeklagten meinen, daß durch den Ausnahmezuſtand des
Reiches der bayeriſche Ausnahmezuſtand beſeitigt werden müßte.
In dieſem Fall habe Reichsrecht das Landesrecht nicht gebrochen,
da beide nebeneinander beſtehen konnten. Bei einzelnen Maß=
nahmen
Kahrs hätte es ſich höchſtens um Verfaſſungswidrig=
keiten
handeln können, uicht aber um eine Aufhebung der Ver=
faſſung
. Das Gericht muß es ſich, ſo wünſchenswert eine Klä=
rung
der Frage ſei, ob die Erklärungen Kahrs ernſt oder nicht
ernſt waren, verſagen, hier eine Entſcheidung zu treffen, da der
Sachverhalt nicht genügend geklärt ſei. Im Sinne des Gerichts
ſei zweifellos eine Gewaltanwendung erfolgt, die auch aus den
Aeußerungen Hitlers, Poehners, Kriebels und Webers hervor=
gehe
. Es ſei nicht der geringſte Zweifel, daß der Staats=
ſtreich
als ſolcher mit Anwendung von Gewalt
von Loſſow ebenſowenig beabſichtigt wurde
wie von Kahr und Seißer.
Zu der Frage, ob die Tat erſt vorbereitet oder bereits be=
gonnen
war, erklärt die Begründung, daß die Ereigniſſe im
Bürgerbräukeller auf jeden Fall der Anfang des hochverräte=
riſchen
Unternchmens ſchon wegen der Verhaftung der Miniſter
war, daß auch die Beſprechung Poehners mit der Preſſe und
deſſen einzelne Aeußerungen an dieſe den Staatsſtreich als ſol=
chen
aus dem Bereich der Vorbereitungen bereits heraustreten
ließen.
Die Berufung auf Noiwehr verfehlt.
Die Begründung geſteht den Angeklagten zu, daß ſie tat=
ſächlich
der Meinung waren, daß Kahr, Loſſow und
Seißer ihre Zuſage ernſt gemeint hätten. Für die
objektiven Tatbeſtandsmerkmale, ſei dies aber bedeutungslos,
Daß Hitler ſich über die Illegalität des Unternehmens klar ge=
weſen
ſei, gehe aus ſeinen eigenen Worten hervor. Maßgebend
ſei, ob die Tatbeſtandsmerkmale von §§ 81 und 82 vorſätzlich be=
wirkt
wurden. Hier könnten die Angeklagten nicht geglaubt
haben, daß alles, was geſchah, legal war. Es ſei ganz unmög=
lich
, daß die Macht Kahrs über Bayern hinausgetragen werden
konnte. Das ging auf alle Fälle ſelbſt über die Macht, die Kahr
ſich nach Meinung der Angeklagten in Bayern angeeignet hatte.
Auch die Berufung auf Notwehr ſei verfehlt. Die Vorwürfe,
daß die Reichsregierung das deutſche Volk fahrläſſig dem Unter=
gang
entgegengeführt habe, ſeien lediglich eine politiſche Frage.
Das alles aber hat nach Ueberzeugung des Gerichts am 8. Nov.
bereits der Vergangenheit angehört.: Gegen Vergangenes kann
es keine Notwehr geben. Eine rechtswidrige Unterlaſſung ſei
außerdem nur dann feſtzuſtellen, wenn eine Rechtsnorm für ein
beſtimmtes Handeln gegeben ſei. Die politiſche Führung aber iſt
nach Auffaſſung des Gerichts von politiſcher Einſicht und nicht
von einer Rechtsnorm abhängig und diktiert.
Die Begründung des Freiſpruchs Ludendorffs.
Die Begründung würdigt ſchließlich ausführlich die Momente,
die zur Freiſprechung des Generals Ludendorff führten. Sie
betont u. a., daß Ludendorff eine gewiſſe Sonderſtellung ein=
nehme
. Er ſei bei den wiederholten Beſprechungen mit Loſſow
auf den Gedanken des Direktorinms eingegangen und habe dafür
ſogar den Ausdruck Patentlöſung geprägt. Er habe ſich auf
dieſe auf gewaltſamem Wege zu erreichende Löſung eingeſtellt
und nach der Ueberzeugung des Gerichts am Abend des 8. Nov.
ſicher an die Verwirklichung dieſer Patentlöfung gedacht. Von
Scheubner=Richter habe er nichts erfahren können, da dieſer
ſchon ſeit Beginn der Aktion weggefahren war. Auch die Rede
Hitlers im Nebenzimmer ſei ſchon vor Ludendorffs Ankunft ge=
halten
worden. Wenn Kahr ſich in Gegenwart Ludendorffs ent=
ſchloß
, die Landesverweſerſchaft zu übernehmen, ſo habe Luden=
dorff
bei dieſer rein bayeriſchen Angelegenheit ebenfalls nicht
mitgewirkt. Ludendorff hätten nach Auffaſſung des Gerichts
allerdings bei den Reden im Nebenſaal die Augen aufgehen

* Huttens letzte Tage‟
Zur Erinnerung an Konrad Ferdinand Meyer.
Von Profefſor Dr. Melchior Palägyi.
In jenen großen Tagen, als die deutſche Einheit geſchaffen
wurde, war kaum ein anderes Menſchenkind vom Gange der
Weltereigniſſe ſo in tiefſter Seele ergriffen, wie ein Sohn der
deutſchen Schweiz: der in Zürich geborene, damals in Deutſch=
land
noch unbekannte Poet Konrad Ferdinand Meyer. Faſt ge=
winnt
man den Eindruck, daß er niemals ganz zum Dichter er=
wacht
wäre, niemals ſich ſelbſt und ſeinen eigenſten Beruf hätte
finden können, wenn die weltgeſchichtliche Tat nicht vollbracht
worden und das neue Deutſche Reich nicht erſtanden wäre. Es iſt
ein ſeltſa:er Fall, daß ein Sänger, außerhalb der Grenzen
Deutſchlands lebend, ſeine Stimme ſo lange nicht recht zu finden
vermochte, als bis er nicht die lebend gewordene deutſche Einheit
begrüßen durfte. Denn während einer langen Reihe von Jahren
drohte ihm die Sehnſucht die Bruſt zu ſprengen:

Geduld! Es kommt der Tag, da wird geſpannt
Ein einig Zelt ob allem deutſchen Land!
Dies lautloſe Hängen an einer weltgeſchichtlichen Idee, dieſes
allmähliche Erlernen der dichteriſchen Sprache, in dem Maße, als
jene Idee ſich der Verwirklichung näherte, dieſe plötzliche Löſung
aller inneren Hemmungen, als endlich die Idee reale Geſtalt ge=
wann
, machen Konrad Ferdinand Meyer zu einem Dichter von
urwüchſig germaniſcher Eigenart, die ſich in ſeinem erſten größe=
ren
Werk Huttens letzte Tage mit gewaltiger Plaſtizität aus=
zuſprechen
vermochte. Jahrzehntelang hat, er in furchtbarſter
Weife mit ſich gerungen, um zu ſagen, wovon er nur allzuſehr
durchdrungen war, bis er in ſeinem Hutten die Form fand, die
ſeinem übervollen Herzen die beglückende Erleichterung und Be=
freiung
brachte. So zu ſagen über Nacht war er dann zum ge=
reiften
Künftler geworden, und über Nacht hatte ihn auch das
deutſche Volk erkannt und in ſein Herz geſchloſſen. Denn man
erblickte in ſeinem größeren Erſtlingswerke nicht nur die poetiſche
Wiederbelebung eines deutſchen Geiſteshelden, ſondern zugleich
auch ein bleibendes Denkmal der neugewonnenen Reichseinheit.

Vom Tage.
Der Jungdeutſche Orden hat einen Reichsausſchuß gebildet,
welcher die Einführung der allgemeinen gleichen, 2jährigen Ar=
beitsdienſtpflicht
für die männliche Jugend, durch
Volksentſcheid herbeiführen will.
Die Bergarbeiterverbände kündigten das Berliner all=
gemeine
Abkommen über die Mehrarbeit im Nuhr=
bergbau
, das Abkommen über die Arbeitszeit über Tage, ſowie die
auf Grund des Schiedsſpruchs ſich ergebend= Vereinbarung über die
durchgehende Arbeitszeit mit Wirkung vom 30. April.
In Oſtoberſchleſien iſt auf den Gruben= und Hüittenbetrieben
der Generalſtreik proklamiert worden, da die Arbeitnehmer
die Forderungen der Arbeitgeber auf Verlängerung der Arbeitszeit
nicht anerkennen wollen.
Die Badiſche Anilin= und Sodafabrik hat mit der
Rheinlandkommiſſion wegen der Lieferung von Düngemit=
teln
nach Belgien und Frankreich ein neues Abkommen auf drei
Monate getroffen.
Der norwegiſche Storthing hat das däniſch= nor=
wegiſche
Grönland=Abkommen angenommen.
Wie die Daily Mail vernimmt, iſt Generalmafor Wau=
chope
dazu auserſehen, Nachfolger des Generalmaſors Sir Francois
Bingham als Leiter der britiſchen Sektion der interalliierten militäri=
ſchen
Kontrollkommiſſion in Berlin zu werden.
Im Pariſer Miniſterrat iſt beſchloſſen worden, der Kam=
mer
einen Geſetzentwurf zugehen zu laſſen, durch den den im
beſetzten Gebiet beſchäftigten Franzeſen das Wahl=
recht
zuerkannt werden ſoll. Den Refugiés ſoll das Wahlrecht
ebenfalls zuerkannt werden.
Nach der Humanité beträgt die Zahl der Streikenden in
der Textil= und Metallbranche im Bezirk von St. Etienne
20 000 Mann.
Nach einer Havasmeldung wird die Seſſion der franzöſiſchen
Kammer noch etwa 10 Tage dauern.
Der Vorſitzende der Kommiſſion der türkiſchen Nationalverſamm=
lung
für auswärtige Angelegenheiten. Schükri Caja Bey, hat im Quai
d’Orſay die von der türkiſchen Regierung ausgefertigten Ratifika=
tionsurkunden
zum Friedensvertrag von Lauſanne
überreicht.
Die Schweizer Regierung hat in Paris mitgeteilt, daß
ſie den franzöſiſchen Vorſchlag auf Ernennung zweier Rechts=
gelehrten
zur Feſtſtellung der Vorausſetzung für die Fällung eines
Schiedsſpruches in der Zonenfrage zugeſtimmt hat.
Nach einer Blättermeldung aus Waſhington ſchätzt das
Staatsdepartement das Nationalvermögen auf 320 804 Milliar=
den
Dollar. Im Vergleich zum Vermögensſtand vom 31. Dezember
1912 liegt nahezu eine Verdoppelung vor.

Die Chicago Tribune will wiſſen, daß die amerikaniſchen Sach=
verſtändigen
Dawes und Owen Ypung am 22. April nach
den Vereinigten Staaten zurückreiſew werden.

können. Eine ganze Reihe von Augenzeugen habe jedoch be=
kundet
, daß General Ludendorff ſo tief ergriffen war, daß er
auf die Vorgänge kaum achtete. In der Nacht habe er ſich rein
paſſiv verhalten und keinerlei gewaltſame Aktion angeordnet oder
durchgeführt. Hochverrat und Beihilfe zum Hochverrat liege bei
Ludendorff nach Ueberzeugung des Gerichts nicht vor. Seine
Tätigkeit bilde auch nicht den Tatbeſtand einer ſtrafbaren Hand=
lung
, ſo daß er freizuſprechen war.
Die Motive der Angeklagten.
Zum Schluß würdigt die Begründung die Motive der An=
geklagten
, die für das Strafmaß von entſcheidender Bedeutung
ſind. Die Angeklagten waren nach Ueberzeugung des Gerichts
von rein vaterländiſchem Geiſt und edelſtem ſelbſtloſen Wollen
geleitet. Sie glaubten nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen, daß ſie
zur Rettung des Vaterlandes handeln müßten. Das rechtfertigt
ihre Tat nicht, gibt aber einen Schlüſſel für ihr Tun. Es ſei zu
einer Entwicklung gekommen, die die Tat gebären mußte, weil die
gerufenen Geiſter ſich nicht mehr bannen ließen. Auch die Frage,
ob das Gelingen des Unternehmens wirklich eine befreiende Tat
geweſen wäre, müſſe fich das Gericht verſagen. Beklagenswert
ſind die ſichtbaren Folgen, der Tod und die Verwundung einer
Reihe vaterländiſch begeiſterter Männer. Den ſtrafmildernden
Gründen ſtehen jedoch ſtraferſchwerend die Gefahren eines Bür=
gerkrieges
bei einer Fortführung des Unternehmens, weiterhin
auch die wahrſcheinlichen außenpolitiſchen Gefahren gegenüber.
Mildernde Umſtände werden ſämtlichen Angeklagten zugebilligt.
Es war daher auf die Mindeſtſtrafen zu erkennen. Nach § 9
des Geſetzes zum Schutze der Republik mußte daneben auf Geld=
ſtrafen
erkannt werden, an deren Stelle im Uneinbringlichkeitsfall
für je 10 Goldmark ein Tag Feſtungshaft tritt.
Zum Schluß behandelt die Begründung die Frage, ob auf
Grund des § 9 auf Ausweifung gegen Adolf Hitler als Aus=
länder
zu erkennen ſei. Das Gericht betont, Hitler ſei Deutſch=
Oeſterreicher. Er betrachte ſich als Deutſcher. Ein Mann, der
ſich als Deutſcher ſo fühle wie Hitler, der in der deutſchen Armee
im Kriege kämpfte und ſich dort hervorragend auszeichnete, könne
nicht der Anwendung des § 9 nach Ueberzeugung des Gerichts
unterworfen werden. Von einer Anwendung dieſes Paragraphen
wird daher vom Gericht abgeſehen.

Der Dichter hatte ſchon ſein 45. Lebensjahr überſchritten, als
ſeine Huttendichtung 1871 zum erſtenmal erſchien. Seine Jugend=
jahre
waren längſt dahingegangen, als ihm ſein erſter und durch=
greifender
ſchriftſtelleriſcher Erfolg zu erblühen begann. Hinter
ihm lag eine lange Epoche ungewöhnlichen ſeeliſchen Leidens,
eine Art von Jugendtragödie, die noch lange nicht genügend auf=
geklärt
iſt, und die auch dadurch merklich wird, daß er in ſeiner
erſten Skizze zum Huttengedicht nicht den kämpfenden Freiheits=
helden
, ſondern den ſterbenskranken Ritter im verglimmenden
Abendrot ſeiner letzten Phantaſien erfaßt. Aber wie ſeltſam: ge=
rade
weil er ſich mit dem Sterbenden poetiſch identifiziert, konnte
es ihm gelingen, den Vorkämpfer deutſcher geiſtiger Freiheit zu
neuem Leben zu erwecken. Von den großen Zeitereigniſſen fort=
geriſſen
, wächſt er in die Heldengeſtalt des fahrenden Ritters
hinein, und ſo wird ihm Hutten zum künſtleriſchen Symbol ſeiner
eigenen, tief verborgenen inneren Kämpfe. Es wird immer eines
der anziehendſten Probleme der Kunſtphiloſophie bleiben, wie ſo
ein Dichter es anſtellt, die eigene Seele gegen die ſeines Helden
auszutauſchen und gleichſam ſeine Kleider anzulegen, aber bei
Konrad Ferdinand Meyer hat dies Problem womöglich noch ein
geſteigertes Intereſſe, weil ſein äußeres Leben nichts von der
Unſtetigkeit und Unraſt ſeines abenteuernden Helden erkennen
läßt und den Zeitgenoſſen wohl auch als die reinſte Selbſt=
diſziplin
erſcheinen konnte. Das iſt aber nur Schein, den der zu=
künftige
berufene Biograph des Dichters aufdecken wird. Viele
zuverläſſige Fingerzeige liefert hierüber das treffliche Quellen=
buch
von Adolf Frey, aber das hier aufgeworfene Hauptproblem
fordert noch eine viel tiefer dringende Löſung. Die beſte An=
leitung
zu einer ſolchen Löſung bietet das wunderbare Selbſt=
bekenntnis
Huttens bzw. des Dichters:
Homo sum.
Ich halte Leib und Geiſt in ſtrenger Zucht,
Und werde doch vom Teufel hart verſucht.
Ich wünſche meiner Seele Seeligkeit,
Und bin mit Petri Schlüſſelamt im Streit.

Den Städterhochmut haßt’ ich allezeit,
Und hätte gern ein ſtädtiſch Kind gefreit.

Zwiſchenfälle in München.
Berittene Polizei räumt die Straßen.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
g. München, 1. April.
Nachdem der= Vorſitzende die etwa 40 Schreibmaſchinen=
ſeiten
umfaſſende Urteilsbegrüdung verleſen und die Verhand=
lung
mit der Erklärung geſchloſſen hatte, daß die Angeklagten
im Saal verbleiben ſollten, bis der Saal vom Publitum ge=
räumt
ſei, kam es zu einem Zwiſchenfall.
Rechtsawalt Roder beantragte die ſofortige Freilaſſung
Adolf Hitlers und die Aufhebung des Haftbefehls gegen dieſen.
Der Vorſitzende antwortete, daß eine Zuſtändigkeit des
Gerichts hierfür nicht mehr gegeben ſei. Der Antrag ſei an die
Staatsanwaltſchaft außerhalb der Verhandlung zu richten.
Rechtsanwalt Roder widerſprach dieſer Auffaſſung.
Darauf erhob ſich General Ludendorff und er=
klärte
: Ich empfinde die Freiſprechung als
eine Schande für den Nock und die Ehrenzeichen,
die ich trage, und als eine Schande gegenüber
meinen Kameraden.
Im Verhandlungsſaal wurde dieſe Aeußerung von
zahlreichen Zuhörern mit Heilrufen aufge=
nommen
.
Der Vorſitzende rief General Ludendorff ganz entſchie=
den
zur Ordnung und erklärte ſeine Bemerkung als eine ganz
grobe Ungehörigkeit. Auch die Beifallskundgebungen im Saal
wurden ſcharf gerügt. Der Vorſitzende erſuchte die Polizeibeam=
ten
, einzelne Rufer zur Beſtrafung feſtzuſtellen. Da eine Feſt=
ſtellung
von Zwiſchenrufern nicht möglich war, wurde der Saal
vom Publikum ſofort geräumt. Dann verließen auch die An=
geklagten
, an der Spitze Hitler und General Luven=
dorff
, den Saal. Als ſich beide mit Oberſtleutnant Kriebel an
den Fenſtern des Ganges zeigten, der vor den Hafträumen der
Angeklagten verläuft, wurden ſie von der mittlerweile bis
zum Drahtverhau vorgedrungenen Menge mit
begeiſterten Heilrufen begrüßt.
Auch an der gegenüberliegenden Seite der Blutenburg=
ſtraße
war die Menſchenmenge bis zum Drahtver=
hau
vorgedrungen, und hatte, die erſten Abſper=
rungslinien
durchbrochen. General Ludendorff
kam, nachdem die Straße innerhalb der Abſperrung größten=
teils
geräumt worden war, aus dem Gebäude. Als er ſein Auto
beſtieg, wurden ihm Blumen überreicht und begei=
ſterte
Heilrufe ausgebracht. Der im Kraftwagen ab=
fahrende
Ludendorff wurde, nachdem die Abſperrungen
durchfahren waren, abermals jübelnd begrüßt.
Später mußten berittene Schutzmannſchaften
aufgeboten werden, um die anarenzenden Plätze und
Straßenzüge zu ſäubern. Da die Menge Kopf an Kopf verharrte
und auf wiederholte Aufforderung nicht auseinanderging,
wurde von der Schlag= und Hiebwaffe Gebrauch gemacht, ſodaß
etwa 10 Perſonen mit Kopfverletzungen in die Kriegsſchule ver=
bracht
werden mußten. Nachmittags 1 Uhr waren die
Anſammlungen völlia zerſtreut. Auch in der Innen=
ſtadt
herrſchte bisher Ruhe.
Preſſeſiimmen zum Münchener Urteil.
* Berlin, 1. April. (Priv.=Tel.) Das Münchener Urteil
wird von der Berliner Preſſe lebhaft kommentiert.
Die könſervative Kreuzzeitung erklärt, man müſſe bei der
Betrachtung des Prozeſſes, die menſchliche Seite voranſtellen.
Aufopfernde Liebe zum Vaterland wäre das Leitmotiv geweſen.
Wohl werde der nüchterne Politiker abfällig urteilen und auch
die Geſchichte, die nur nach dem Erfolg richte, jene unglückſeligen
Novembertage einer abfälligen Kritik unterziehen. Sie werde
aber, ebenſo wie auch der Staatsanwalt in ſeiner Anklagerede es
nicht unterließ, den greßen Idealismus zu würdigen wiſſen.
Auch der Berliner Lokal=Anzeiger begrüßt den Freiſpruch
Ludenderffs. Er erklärt: Nationale Ehre und Würde forderten
den bedingungsloſen Freiſpruch des großen Heerführers im
Weltkrieg, deſſen ganzen Sinnen und Trachten auch jetzt einzig
und alein darauf gerichtet iſt, Deutſchland zu verteidigen gegen
den Anſturm ſeiner Gegner, gegen die Unmöglichkeit des
Schmachvertrags von Verſailles.
Die Zeit, das Organ Dr. Streſemanns, unterzieht das
Urteil einer ſcharfen Kritik. Man wird nicht behaupten können,
ſo ſchreibt ſie, daß dieſes Strafmaß abſchreckend wirkt und die=
jenigen
zur Beſinnung bringen kann, die auch heute noch mit dem
Gedanken eines Umſturzes ſpielen. Zweifellos hätte jeder an=
dere
Gerichtshof das hochverräteriſche Unternehmen Hitlers und
ſeiner Mitverſchworenen ſtrenger beſtraft. Kein Fall hochverräte=
riſchen
Verbrechens könnte klarer liegen als dieſer. Im übrigen
trägt das Münchener Volksgericht ſelbſt die Verantwortung für
das Urteil, das es gefällt hat. Welche politiſchen Folgen daraus
erwachſen, wird die Zukunft zeigen.
* München 2. April. (Priv.=Tel.) Die Bayeriſche=
Volkspartei=Korreſpondenz ſchreibt zum Urteil im Hitler=Prozeß:
Dem Politiker Ludendorff gereicht der Freiſpruch nicht zum
Ruhm. Er hat im Krieg die Verantwortung getragen und läßt
ſie ſich jetzt von kleinen Leuten abnehmen. Ludendorff fühlt das
ſelbſt, wenn er den Freiſpruch als Schande empfindet. Mit die=
ſem
Ausſpruch ſei zugleich der allerhärteſte, für dieſen Rechts=
ſpruch
gefallen.

Auf ehrenfeſte Sitten gab ich viel,
Und fröhne dem verdammten Würfelſpiel.
Ich bin des Kaiſers treuſter Untertan,
Und riet dem Sickingen Empörung an.
Das plumpe Recht der Fauſt iſt mir verhaßt,
Und ſelber hab ich wohl am Weg gepaßt.
Ich bete chriſtlich, daß es Friede ſei,
Und mich ergötzen Krieg und Kriegsgeſchrei.
Der Heiland weidet alle Völker gleich
Nur meinen Deutſchen gönn’ ich Ruhm und Reich!
Das heißt: ich bin kein ausgeklügelt Buch,
Ich bin ein Menſch mit ſeinem Widerſpruch.
Das alles iſt dem Hutten wohl an den Leib gedichtet, und
doch hätte dieſe wie in Marmor gemeißelten Zeilen kein anderer
als Konrad Ferdinand Meyer ſchreiben können. Wie auf ein
ſcharfes, inneres Kommandowort klingen die ſtrengen und doch
auch zarten Reime zuſammen. Man hat mit Recht die ſittliche
Energie bewundert, wie ſie kaum bei einem anderen Lyriker zu
finden ſein wird. Wer aber auf den ſcharfen kritiſchen Geiſt hin=
horcht
, der aus dem Bekenntnis ſpricht, fühlt es auch mit tiefem
Bangen heraus, daß hier ein Künſtler am Werke iſt, der ſich die
eigene ſchöpferiſche Tätigkeit durch härteſte Selbſtzucht über jedes
Maß hinaus erſchwert. Schon von ſeinem Oheim, Friedrich
Meyer, der einige Zeit eine Offiziersſtelle in der franzöſiſchen
Schweizergarde inne hatte und ſich ſpäter ganz ſeiner Neigung
zur Malerei hingab, wird verzeichnet, daß er in der Schaffens=
arbeit
unermüdlich war, ſich aber niemals genug zu tun vermochte
und vor lauter Aenderungen ſtets ſchwer zu Ende kommen
konnte. Aber das eigentlich tragiſche Moment in der Perſönlich=
keit
Konrad Ferdinands ſtammt nicht von der väterlichen Seite,
ſondern iſt zweifellos rein mütterliches Erbteil. Huttens Miß=
geſchick
lag ſchon in dem unbeugſamen Willen ſeines Vaters
beſchloſſen, der ihn für den geiſtlichen Stand beſtimmte und ihn
nach dem benachbarten Stift Fulda zu den ſchwarzen Brüdern,
den Benediktinern, brachte, mit dem Vorſatze, daß er darin ver=
harren
und ein Mönch ſein ſollte‟. Aus der Auflehnung gegen
dieſen väterlichen Willen und der Flucht aus dem Kloſter, ent=

[ ][  ][ ]

Nummer 93.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924,

Seite 3.

über

Der Wortlaut der deutſchen Antworinote an die Botſchafterkonferenz.

*Deutſchlands Antwort.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Antwort der deutſchen Regierung auf die letzte Note
des Botſchafterrates in Sachen der Militärkontrolle iſt am Diens=
tag
nachmittag um 5 Uhr durch den deutſchen Botſchafter v. Hoeſch
in Paris überreicht worden. Sie geht von der Note des Bot=
ſchafterrates
vom 5. März aus und erinnert daran, daß darin
grundſätzlich die alliierten Mächte bereit waren, die auf ihm
ruhenden Laſten der Kontrolle zu erleichtern, daß ſie indeſſen,
nachdem die Kontrolle während des größten Teiles des Jahres
1923 geruht habe, ſich von dem gegenwärtigen Rüſtungszuſtand
Deutſchlands kein Bild machen könnten, bevor ſie ihn nicht noch
einmal nach allen Richtungen nachprüfen ließen. Deutſchland
greift dann den vom Botſchafterrat gemachten Vorſchlag auf, in=
dem
es ihn zu einem Gegenvorſchlag umgeſtaltet in der Form,
daß die Durchführung der von dem Botſchafterrat beſchränkten
Aufgabe der Militärkontrolle von vornherein in die Hände eines
anderen Organs zu legen ſei, mit der Begründung, daß eine
Nation von Tradition auf die Dauer unmöglich alles auf die
Formel Befehl und Unterwerfung ſtellen kann. Rein ſachlich
bedeutet dieſer entſcheidende Gegenvorſchlag ein ſehr ſtarkes Ent=
gegenkommen
. Für Formaljuriſten kann kein Zweifel darüber
beſtehen, daß die Aufgaben der Militärkontrolle erſchöpft ſind
und die weitere Beobachtung der deutſchen Rüſtung Sache des
Völkerbundes iſt. Die deutſche Regierung war aber in der
ſchwierigen Lage, daß ein glattes Nein die allgemeinen Repa=
rationsverhandlungen
ſtören würde, daß außerdem der Vorſchlag
der Botſchafterkonferenz einer engliſchen Auregung entſprang.
Unter dieſen Umſtänden hat ſie ſich zu ihrem ſehr weitgehenden
Entgegenkommen entſchloſſen, einem Entgegenkommen, das ſie
im großen Teil der Bevölkerung verdächtigen wird, und das
höchſtens dadurch verſtändlicher wird, daß gleichzeitig die Frage
der allgemeinen Abrüſtung, die ja nach dem Verſailler Vertrag
die Folge der deutſchen Abrüſtung ſein ſollte, wieder mehr in
den Vordergrund geſchoben wird.
Sache des Völkerbundes wird es ſein, zu prüfen, ob die
Vorausſetzungen für die Anordnung einer Spezialunterſuchung
gemäß Artikel 213 gegeben ſind. Die deutſche Regierung iſt ſich
klar darüber, daß die Erweiterung des Kreiſes derjenigen Mächte,
die in die deutſchen Verhältniſſe Einblick nehmen können, in der
Theorie nicht ausſchließlich erwünſchte Perſpektiven eröffnet. Sie
hat aber zum Völkerbund das Vertrauen, daß er in der Lage
ſein wird, dieſe Bedenken in der Praxis zu zerſtreuen. Der
Völkerbund wird insbeſondere die etwa nach Deutſchland zu ent=
fendende
Unterſuchungskommiſſion ſo zuſammenſetzen können,
daß ſie nach Bedeutung und geiſtiger Einſtellung ihrer Mitglieder
nicht als im Intereſſe einzelner Mächte, ſondern nur als im
Geſamtintereſſe Europas handelnd erſcheinen kann. Er wird
auch in der Lage ſein, durch gleichzeitige Einleitung einer tatſäch=
lichen
und allgemeinen Abrüſtungsaktion die breite Oeffentlichkeit
Havon zu überzeugen, daß die etwa für notwendig gehaltenen
Unterſuchungshandlungen nicht der dauernden Aufrechterhaltung
des jetzigen Mißverhältniſſes zwiſchen dem deutſchen Rüſtungs=
ſtand
und demjenigen ſeiner Nachbarn, ſondern der ehrlichen und
endgültigen Befriedung Europas dienen.
Paris, 1. April. (Wolff.) Der deutſche Botſchafter in Paris
Hat dem Präſidenten der Botſchafterkonferenz folgende Note übermittelt:
In der Note, die Eure Exzellenz unter dem 5. März an mich ge=
richtet
haben, wird ausgeführt, daß die alliierten und aſſoziierten Re=
gierungen
in den fünf Punkten der Kollektivnote vom 29. September
1822 nicht alle, ſondern nur die wichtigſten Abrüſtungsmaßnahmen hätten

enz ſelbſt als kurchgeführt anerkannt worden, nicht richtig ſei, und
daß im übrigen die Frage, inwieweit im Rahmen dieſer fünf Punkte
ontrollhandlungen an Ort und Stelle möglich ſind, ausſchließlich der
(Entſcheidung der interalliierten Militärkontrollkommiſſion unterliege.
Die Note betont, daß die alliierten und aſſoziierten Regierungen bereit

ſtand Deutſchlands kein Bild machen könnten, belor ſe dieſe noch ein=
ial
nach allen Richtungen hätten prüfen laſſen.
Sie erkennt hiernach zuuar die Notwendigkeit einer gemeinſamen An=
ſtrengung
an, um aus der Sackgaſſe herauszukommen, in der man ſich
befindet, und erklärt, daß die alliierten und aſſoziierten Regierungen
bereit ſeien, die Aufgaben der interalliierten Militärkontrollkommſſion
auf die Bereinigung der fünf Punkte der Kollektivnote vom 29. Sep=
tember
1922 zu beſchränken und die Kommiſſion, wenn dieſe Berei=
nigung
bis zu einem gewiſſen Grade vorgeſchritten ſein wird, durch
ein anderes Organ zu erſetzen, knüpft dieſen Vergleichsvorſchlag aber
an die Bedingung, daß die Kontrollkommiſſion ihre Inſpektionen vor=
her
nochmals in vollem Umfang wieder aufnehme, um den alliierten
und aſſoziierten Regierungen über den gegenwärtigen deutſchen =
ſtungsſtand
volle Sicherheit zu geben.
Die deutſche Regierung, der ich die eingangs erwähnte Note Eurer
Exzellenz zu übermitteln nicht verfehlte, hat mich beauftragt, der Bot
ſhafterkenferenz vor allem zum Ausdruck zu bringen, daß ſie den Wil=

len zur Verſtändigung, der aus der Nte ſpricht, erkennt und würdigt,
und daß ſie den Gedanken einer gemeinſamen Anſtrengung, um aus

Es iſt richtig, daß die alliierten Botſchafter in Berlin in der
Kollektivnote vom 29. September 1922 die darin aufgezählten Ab=
rüſtungsmaßnahmen
nicht als die einzigen nach Anſicht der alliierten
und aſſoziierten Mächte noch unausgeführten Abrüſtungsmaßnahmen,
ſondern als nach ihrer Anſicht noch nicht durchgeführten Maßnahmen
von beſonderer Wichtigkeit bezeichnet haben. Die in der Note nicht
aufgeführten Maßnahmen, die an der Durchführung des Abrüſtungs=
aktes
noch fehlen ſollen, ſind danach aber doch jedenfalls nickt mehr
Maßnahmen von beſonderer Wichtigkeit. Eine etwaige unvollſtändige
Durchführung unweſentlicher Teile des Abrüſtungsaktes kann aber
das glaubt die deutſche Regierung für ſich in Anſpruch nehmen zu dür=
fen
nicht dazu führen, daß die Kontrolle bekiebig verlängert wird.
Die Botſchufterkonferenz ſelbſt geht in ihrem Schreiben vom 8. März
1921 an das Sekretariat des Völkerbundes davon aus, daß die Been=
digung
der Funktionen der Kontrollkommiſſion eine reſtloſe Durch=
führung
aller Einzelheiten der Deutſchland im Teil 5 des Vertrags
von Verſailles auferlegten Maßnahmen gar nicht vorausſetzt. Es
dürfte ſich durch dieſe Gedankengänge doch die Rechtsauffaſſung beſtäti=
gen
, von der die deutſche Negierung in ihrer Note vom 9. Januar 1924
an die interalliierte Militärkentrollkommiſſion ausgegangen iſt, daß
nämlich, abgeſehen von den fünf Punkten, welche die Botſchafterkoufe
renz als noch offen betrachtet, die Funktionen der Kontrollkommiſſion
eigentlich längſt dem Regieme des Artikels 213 hätten weichen ſollen.
Inwieweit innerhalb des Rahmens der fünf Punkte noch Kontrollhand=
lungen
erforderlich ſind, iſt eine Frage, die nach Anſicht der deutſchen
Regierung nichſt einer einſeitigen Entſcheidung durch ein Organ der
alliierten und aſſoziierten Mächte, ſondern einer Verſtändigung von
Fall zu Fall überlaſſen werden ſellte. Gegenüber einer Nation von
Tradition und lebendem Gefühl für nationale Würde kann auf die
Dauer unmöglich alles auf die Formel Befehl und Unterwerfung ge=
ſtellt
werden. Sellten die alliierten und aſſoziierten Regierungen es
zulaſſen, daß eines ihrer Organe dieſe elementare Wahryeit mißachtete,
ſo würden ſie dadurch nur die Stromungen nähren, die der endlichen
Befriedung Europas weit abträglicher ſind, als es irgend ein Entgegen=
kommen
in der Frage der deutſchen Abrüſtung ſein kann. Die deutſche
Regierung hat mit Genugtung davon Kenntnis genomen, daß die alli=
ierten
und aſſoziierten Regierungen dieſen Gedankengängen, im Er=
gebnis
wenigſtens inſofern zu folgen bereit ſind, als ſie ſich erbieten,
die Aufgaben der Kontralle auf die Bereinigung der fünf Punkte zu
beſchränken und das jetzige Organ dieſer Kontrolle durch ein anderes zu
erſetzen, ſobald die Bereinigung der fünfte Punkte bis zu einem ge=
wiſſen
Stadium vorgeſchritten iſt.
Die deutſche Regierung ihrerſeits möchte etwas weiter gehen. Sie
geſtattet ſich den Vorſchlag, die Durchführung dieſer beſchränkten Auf=
gabe
der Militärkontrolle von vornherein in die Hände eines anderen
Organs zu legen, eines Organs, das der Beſchränkung ſeiner Aufgabe
auch durch die Beſchränkung ſeines Perſonalbeſtandes Nechnung trägt
und durch ſeine Zuſammenſetzung, die ſich dem techniſchen Charakter der
in den fünf Punkten formulierten Materie anpaßt, eine Gewähr da=
für
bietet, daß ſich die Militärkontrolle in dieſer ihrer letzten Phaſe
in einer Atmoſphäre ruhiger Verhandlungen abſpielt. Dieſes neue
Kontrollorgan wäre auch zeitlich ausdrücklich an die Bereinigung der
fünf Punkte zu binden, wenn man nicht vorzieht, ſeine Exiſtenz termin=
mäßig
zu befriſten. Nun erklären die alliierten und aſſoziierten Mächte
allerdings, eine derartige Beſchränkung der Kontrolle erſt dan zulaſſen
zu können, wenn ſie ſich zuvor davon überzeugt hätten, daß Deutſch=
land
, abgeſehen von den fünf Punkten, ſeinen Abrüſtungsverpflichtun=
gen
aus dem Vertrag von Verſailles im weſentlichen genügt habe.
Das iſt ein Gedankengang, dem die deutſche Regierung nicht zu
folgen vermag. Daß Deutſchland, abgeſehen von den fünf Punkten,
im September 1922 auch nach Anſicht der alliierten und aſſoziierten
Regierungen mit den weſentlichen Teilen des Abrüſtungsaktes nicht
mehr im Rückſtande war, ergibt, wie oben ausgeführt, nach Auslaſſun=
gen
der deutſchen Regierung bereits die Kollektivnote vom 29. Septem=
ber
1922. Tatſächlich iſt ja auch beiſpielsweiſe von der engliſchen Re=
gierung
(bgl. insbeſondere die Erklärung des Unterſtaatsſekretärs für
Kriegsweſen in der Unterhausſitzung vom 7. Mai 1923) wiederholt
poſitiv anerkannt worden, daß Deutſchland, abgeſehen von den fünf
Punkten, ſeinen Abrüſtungsverpflichtungen genügt und insbeſondere
ſeine Wehrmacht auf das Soll von 100000 Mann reduziert und die
Abgabe von Waffen und Munition in vollkommen zufriedenſtellender
Weiſe durchgeführt hat. Die Frage, welche die alliierten und aſſoziier=
ten
Regierungen offenbar aufwerfen, iſt daher nicht die, ob Deutſch=
land
, abgeſehen von den fünf Punkten, abgerüſtet hat, ſondern ſie iſt
dahin zu formulieren, ob der deutſche Abrüſtungsſtand heute noch der=
ſelbe
iſt, wie er im Sommer 1922 und mindeſtens auch noch im Früh=
jahr
1923 auf Grund der ſo weit durchgeführten Abrüſtung ſich dar=
ſtellte
. Wenn die alliierten und aſſoziierten Mächte Bedenken tragen,
dieſe Frage ohne weiteres zu bejahen, iſt es verſtändlich, wenn ſie den
Wunſch haben, ſie einer Nachprüfung zu unterziehen. Man würde aber
in die Rechte des Völkerbundes eingreifen, wenn man eine derartige
Nachprüfung in die Hände des zur Kontrolle des Abrüſtungsaktes be=
rufenen
Organs der alliierten und aſſoziierten Mächte legen würde.
anſtatt es dem Völkerbund zu überlaſſen, erforderlich erſcheinenden
Falles eine Unterſuchung gemäß Artikel 213 des Vertrages von Ver=
ſailles
in die Wege zu leiten. Das Verfahren aus Artikel 213 iſt ja
gerade für Fälle gemacht, in denen der Völkerbund als die zur Wrh=
rung
der geſamten europäiſchen Intereſſen berufene Inſtitution den
Eindruck gewinnt, daß ſich im Stande der deutſchen Rüſtung Wandlun=
gen
vollzogen hoben, die vom Standpunkte der geſamteuropäiſchen In=
tereſſen
zu Bedenken Anlaß geben.
Zwiſchen der Kentrolle der deutſchen Abrüſtung gemäß Artikel 213
und der Befugnis des Vülkerbundes, in beſonderen Fällen Spezialunter=
ſuchungen
über den deutſchen Abrüſtungsſtand vorzunehmen, beſteht
kein grundlegender Unterſchied. Die deutſche Abrüſtung ſoll nach der
Einleitung zu Teil 5 des Vertrages von Verſailles die Vorbedingung

wickelt ſich dann die ganze unſtete, aber in die fernen Jahrhun=
derte
leuchtende Bahn des nach Selbſtbeſtimmung ringenden
Humaniſten: jener Wenigen einer, die, die eigene Freiheit ſuchend,
zu Freiheitskämpfern nicht nur ihres Stammes, ſondern auch der
Menſchheit werden.
Demgegenüber ſcheint die ſtreng abgemeſſene, in vornehm=
ſten
Patriziergrenzen verlaufende Lebensgeſchichte Konrad Fer=
dinands
jeder Analogie mit dem zerlumpten fahrenden Ritter,
mit dem Potator und dem Aleator zu entbehren. Und doch
iſt im Verhältnis unſeres Dichters zu ſeiner Mätter ein ver=
wandtes
Motiv enthalten, das den Schlüſſel zu ſeiner Lebens=
tragik
an die Hand gibt, Leider hat es aber der Dichter infolge
einer kindlichen Zärtlichkeitshemmung niemals über ſich zu brin=
gen
vermocht, dieſe Tragik ganz aufzudecken. Immerhin klingt
ſie in einem herrlichen Gedicht, das den Wahlſpruch Huttens
(Tacta est alea) zu ſeinem Titel hat, in ergreifendſter Wetſe
an. Hutten der Vater ſpricht da zu ſeinem Sohne, wie folgt:
Poet war ſchlimm und klingt erbärmlich ſchon,
Doch Ketzer iſt noch weit ein ſchlimmerer Ton!
Erlebt ichs nicht! Ein Sohn in Bann und Acht,
Der meinen grauen Haaren Schande macht!
So, Ulrich, mehrſt du deines Stammes Glanz?
Jetzt gehſt du halb zerlumpt, bald biſt du’s ganz!
Was kümmert dich, ob unſer Haus zerfällt?
Was kümert irgend dich noch auf der Welt?
Wenn nur in Holzſchnitt du und Kupferſtich
Den Lorbeer trägſt was anders kümmert dich?
Du lächelſt? Du verziehſt den Mund zum Scherz?
Ich wußt es nicht: du haſt ein böſes Herz.
Der Vater ſprach’s und blickte finſter drein,
Mit Tränen bat das fromme Mütterlein:
Mein ſüßer Ulrich, laß das böſe Spiel!
Ich gab zur Antwort: Nein! Der Würfel fiel.
Mein Müterlein behalt mich lieb und gern!
Bleib du mir milde wie der Abendſtern!

Und ärgre, Vater, dich am Lorbeer nicht,
Der nur im Bildnis mir die Stirn umflicht!
Ich ſelber trage ſonder Prunk und Glanz
Im Leben einen ſchlichten Dornenkranz.
Hier kommt nun die erſtaunliche Verkleidungskunſt des echten
Dichters zum Vorſchein. Man weiß nicht mehr, ob Huttens Vater
oder Konrad Ferdinands frommes Mütterlein aus dem Gedichte
ſpricht. Und man müßte eine eigene Studie ſchreiben, um dieſer
ſeltenen Frau die milde wie der Abendſtern war zu allen
leidenden Menſchenkindern, aber grauſam nur gegen ſich ſelbſt
zu ſein vermochte auch nur einigermaßen gerecht zu werden.
Sie iſt in einem Nervenanfall zur Selbſtmörderin geworden, noch
ehe der Lorbeer des deutſchen Dichters die Stirn ihres Sohnes
umflocht. Vielleicht findet ſich einmal ein großer Schriftſteller,
der dieſe Art von pietiſtiſch=religiöſer Frauengeſtelt in ihrer Tra=
gik
zu erfaſſen und zu verewigen weiß. Jedenfalls muß man ſie
kennen, um zu verſtehen, daß der Lorbeer ihrem Sohne gleich=
bedeutend
mit einem ſchlichten Dornenkranz ſein konnte.
Trotzdem würde man den Dichter gänzlich verkennen, wenn
man glauben würde, daß er nicht jeder Lebensluſt und Lebens=
freude
zugänglich ſei. Darum hat ihn ja auch die lebensvolle
Heldengeſtalt Huttens ſo mächtig ergriffen, daß er ſchließlich ganz
mit ihr verwuchs. Freilich lag es in ſeiner ſtarken ſittlichen
Selbſtzucht und überhaupt in ſeiner tief verhaltenen Natur be=
gründet
, daß er die Lebensfreude nur in ihrem letzten Aufflam=
men
zu vollendeter Darſtellung zu bringen vermag, wie dies der
ſchöne Schwanengeſang des Huttenſchen Optimismus zeigt:
Der letzte Humpen.
Aus meinem Becher ſteigt ein Reigen klar
Und lächelnd grüßt mich eine Geiſterſchar.
Voraus die ewig junge Lebensluſt,
Sie legt den Lockenkopf mir an die Bruſt
Und ſchaut zu mir mit hellen Augen auf;
Du wirſt geneſen, Hutten! Zähle drauf!
Und hier die Blaſſe, mit dem ſüßen Schein
Der trauten Blicke, muß die Liebe ſein!

für die allgemeine Abrüſtung darſtellen. Die Frage der Aufrechterhal=
tung
des durch die deutſche Abrüſtung geſchaffenen Zuſtandes gehört
dagegen bereits in den Rahmen der allgemeinen Abrüſtung hinein und
kann daher nicht getrennt von ihr betrachtet werden. Deshalb kann
dieſe Frage ſchlechterdings nur von derjenigen Inſtitution überwacht
und möglichenfalls geprüft werden, deren Obhut durch den Vertrag und
den Völkerbundspakt die gemeinſamen Intereſſen aller Völker, insbe=
ſondere
die Intereſſen Geſamteuropas anvertraut ſind.
Die deutſche Regierung macht den in der Botſchafterkonferenz ver=
tretenen
alliierten und aſſoziierten Mächten daher den Gegenvorſchlag,
daß ſie ſich zwecks Herbeiführung derjenigen Unterſuchungshandlungen,
die ſie im Intereſſe ihrer Beruhigung über den deutſchen Rüſtungs=
ſtand
für nötig halten, an den Nat des Völkerbundes wenden, wobei
ſie zur Erwägung ſtellt, ob es ſich nicht zur Vermeidung eines etwaigen
gleichzeitigen Wirkens zweier verſchiedener Kontrollorgane empfehlen
möchte, auch das oben erörterte reduzierte Organ zur Bereinigung der
fünf Punkte dem Rate des Völkerbundes zu unterſtellen. Sache des
Völkerbundes werde es dann ſein, zu prüfen, ob die Vorausſetzungen
für die Anordnung einer Spezialunterſuchung gemäß Artikel 213 gege=
ben
ſind. Die deutſche Regierung iſt ſich darüber klar, daß eine Erwei=
terung
des Kreiſes derjenigen Mächte, die in die deutſchen Verhältniſſe
Cinblick nehmen können, in der Theorie nicht ausſchließlich die erwünſch=
ten
Perſpektiven eröffnet, ſie hat aber zum Völkerbund das Vertrauen,
daß er in der Lage ſein wird, dieſe Bedenken in der Praxis zu zer=
ſtreuen
. Der Völkerbund wird insbeſondere die etwa nach Deutſchland
zu entſendende Unterſuchungskommiſſion ſo zuſammenſetzen können, daß
ſie nach der Bedeutung und geiſtigen Einſtellung ihrer Mitglieder nicht=
als
Intereſſe einzelner Mächte, ſondern nur als im geſamteuropäiſchen
Intereſſe handelnd erſcheinen kann. Er wird auch in der Lage ſein,
durch die gleichzeitige Einleitung eines tatſächlichen und allgemeinen
Abrüſtungsaktes die breite Oeffentlichkeit davon zu überzeugen, daß die
etwa für notwendig gehaltenen Unterſuchungshandlungen nicht der
dauernden Aufrechterhaltung des jetzigen Mißverhältniſſes zwiſchen
dem deutſchen Rüſtungsſtand und demfenigen ſeiner Nachbarn, ſondern
der ehrlichen und endgültigen Befriedung Enropas dienen.
Genehmigen Sie uſw.
gez. v. Hoeſch.
Die letzte Illuſion zerſtört
Die engliſche Auffafſung
von dem neuen Kabinett Poincaré.
London, 1. April. (Wolff.) Alle Blätter heben in Tele=
grammen
aus Paris die bemerkenswerte Kälte hervor,
mit der die Regierungserklärung des neuen
Kabinetts Poincaré in der Kammer aufgenom=
men
wurde. Nur wenige engliſche Blätter äußern ſich zu
Poincarés Rede. Daiky News ſchreibt, man könne nicht
umhin, der Anſicht zu ſein, daß die Verſteifung des To=
nes
in der franzöſiſchen Preſſe und den Reden der
franzöſiſchen Miniſter direkt auf das Aufhalten des Fran=
kenſturzes
zurückgeführt wird. Das Fallen des Franken
hätte mehr als alle Warnungen, Drohungen und nie endenden
Verhandlungen britiſcher Staatsmänner dazu beigetragen, um
in Frankreich ein Gefühl für ſeine internationalen Ver=
antwortlichkeiten
zu wecken.
Der diplomatiſche Berichterſtatter des Daily Tele=
graph
ſchreibt, die Rede Poincarés habe die letzte Illu=
ſion
zerſtört, die in amtlichen britiſchen Kreiſen gehegt
werde, daß ſeine Ruhrpolitik infolge des Eintrittes Loucheurs
in das Kabinett geändert werden würde oder daß die Annahme
eine Portefeuilles durch de Jouvenel die Umſtellung Poin=
cares
zu einer baldigen Intervention des Völkerbundes in den
Problemen der Reparationen und der Sicherheit bedeute.
Streſemanns moraliſcher Sieg.
Engliſche Preſſeurteile.
London, 1. April. (Wolff.) Die Times hebt in einem
Bericht aus Berlin hervor, daß der volle Wortlaut der Rede
Streſemanns auf dem Parteitag in Hannover zeige, daß
die Rede keineswegs ſo reaktionär geweſen ſei, wie die erſten
zuſammengefaßten Berichte zeigten. An verſchiedenen Siellen
ſeien Bemerkungen des deutſchen Außenminiſters, die ironiſch
gemeint geweſen ſeien, mißverſtanden worden. Der Ber=
liner
Berichterſtatter des Nancheſter Guardian ſchreibt, die
auf der Sitzung der Deutſchen Volkspartei in Hannover, mit
überwältigender Mehrheit angenommene Entſchließung ſtelle
einen großen Sieg Streſemanns über die Gezuer
innerhalb ſeiner eigenen Partei dar.
Merkwürdigkeiten aus Bingen.
Die Frankfurier Zeitung brachte am Sonntag unter dem
27. März nachſtehende Meldung aus Bingen:
Seit mehreren Wochen gehen hier ſehr beſtimmt lautende
Gerüchte von einem Münzverbrechen, das bereits Gegenſtand
eines ſtaatsanwaltlichen Verfahrens ſei. Man nennt die Namen
bekannter Binger Perſönlichkeiten, die während der Separatiſten=
zeit
unfertiges Reichsgeld, das aus einem Wiesbadener Geld=
diebſtahl
ſtammte, aus der Villa des Dr. Dorten in Wiesbaden
nach Bingen beförderten, in einer hieſigen Druckerei fertig ſtellen
ließen und in Verkehr gebracht hätten.
Beſonderes Auſſehen erregt es, daß eine dieſer Perſönlich=
keiten
im öffentlichen und politiſchen Leben Bingens eine füh=
rende
Rolle ſpielt, nach wie vor in wichtigen Ehrenämtern
tätig iſt.
Es wäre dringend erwünſcht, daß die Angelegenheit als=
bald
reſtlos geklärt würde und daß auch die in Frage kommen=
den
heſſiſchen Stellen dazu Stellung nähmen.
Sie flüſtert das beſeligende Wort:
Noch hüte, Hutten, ich dir deinen Hort!
und der Poet in meinem Herzen ſingt,
Von holder Erdefreuden Chor umringt
In tauſend Melodien ein Getön:
O Erde, du biſt wonnig, du biſt ſchön!
Vielleicht iſt in dieſen wenigen Hinweiſen der Weg zu einer
tieferen Auffaſſung des an Schönheiten ſo reichen Huttengedich=
tes
angedeutet. Vielleicht iſt auch das individuelle Motiv zu er=
kennen
, das den Dichter drängte, ſich mit dem Helden der deut=
ſchen
Geiſtesfreiheit und Selbſtbeſtimmung zu identifizieren.
Zum Schluß möchte ich jedoch noch ein zweites Motiv bezeichnen,
das mit dem erſteren in innigſter Weiſe zuſammenhängt und eine
entſcheidende Bedeutung für den ganzen Entwicklungsgang
Konrad Ferdinand Meyers gewann. Man könnte es wohl das
ſchweizeriſche Motiv nennen. Die zwei großen Mächte der abend=
ländiſchen
Kultur, die germaniſche und romaniſche Kulturmacht
ſtehen auf ſchweizeriſchem Staatsgebiet in einer eigentümlichen
Wechſelwirkung miteinander, die naturgemäß teilweiſe fördernde,
teilweiſe auch hemmende Folgen haben muß. Beiderlei Wirkun=
gen
hat Konrad Ferdinand im tiefſten Innern erlebt und
es iſt ihm daraus manche weitreichende Förderung erwachſen.
Aber er hat auch den ſcharfen Wettſtreit der beiden Kulturmächte
in ſich erlebt und im eigenen Innern durchgekämpft, mit einer
Ausdauer, Charakterſtärke und Energie, die zur Bewunderung
hinreißt. Und daraus entſtand zum nicht geringen Teile jene
ſchwere innere Hemmung, die ſeinen jugendlichen Entwicklungs=
gang
verlangſamte und die im Verein mit ſeinem ererbten Ner=
venleiden
für ſeinen ganzen Lebensgang kataſtrophal zu werden
drohte. Die Art ſeiner inneren geiſtigen Kämpfe drängte ihn
mit elementarer Gewalt zu dem großen Huttenthema hin, das
er ſich mit aller Kraft ſeines Dichterherzens aneignen mußte, um
in jenem ſchweren Wettſtreit der beiden auf ihn eindringenden
Kulturmächte ſein Deutſchtum zu retten und zum Siege zu
führen. So hat er den weltgeſchichtlichen Kampf der ſiebziger
Jahre in der eigenen Bruſt, wie kaum ein anderer deutſcher
Dichter durchgekämpft. Sein oder Nichtſein der eigenen Dichter=
perſönlichkeit
ſiel bei ihm mit dem Erſtehen der deutſchen Reichs=
einheit
zuſammen. Dies hebt ihn in die Reihe der großen ger=
maniſchen
Perſönlichkeiten und ſichert ihm ein unvergängliches
Andenken in jedem deutſcher Herzen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924.

Nummer 93.

Jerjugoſtaweſche Serfaſungstampf.

Von unſerem Sonderberichterſtatter.

rt. Agram, Ende März.

Die ſchon ſeit Jahr und Tag beſtehende große Verfaſſungs=
kriſe
in Jugoſlawien hat nunmehr zu einem offenen, und wie es
ſcheint, entſcheidenden parlamentariſchen Kampfe zwiſchen der
Regierung der radikalen Partei unter Führung des viel=
erfahrenen
Nikola Paſchitſch und dem ſtark angewachſenen oppo=
ſitionellen
Block geführt. Die Kroaten, die ſich in ihrer paſſiven
Reſiſtenz gegen die beſtehende Verfaſſung lange Zeit von der
parlamentariſchen Mitarbeit in der ſerbiſchen Skupſchtina fern=
hielten
, ſehen ſich ſchließlich gezwungen, ihre Taktik zu ändern
und den Sturz der unerträglichen zentraliſtiſchen Herrſchaft auf
parlamentariſchem Boden in Belgrad aktiv durchzuſetzen. Schon
ſeit Wochen dreht ſich der erbitterte Kampf um die Zulaſſung,
d. h. um die formelle Verifizierung von vierzig kroatiſchen Ab=
geordneten
der Raditſ hpartei, die, wenn ſie zur Abſtimmung in
der Skudſchtina gelangen könnten, den Sieg des oppoſiitionellen
Blocks bereits herbeigeführt hätten. Aber die Sitzungen des
Verifikationsausſchuſſes werden unter allen erdenklichen Vor=
wänden
immer wieder hinausgeſchoben, damit die Lebensfriſt der
Regierung künſtlich verlängert werde und der große Taktiker
Paſchitſch Zeit gewinne mit einzelnen zum Abfall von der Oppr=
ſition
geneigten Gruppen zu verhandeln, und ſich auf dieſem
eigentümlichen Wege, falls es überhaupt möglich iſt, eine, we n
auch noch ſo geringfügige Mehrheit zu ergattern. Man erlebt
alſo in Belgrad das ſeltſame Schauſpiel, daß eine parlamen=
tariſche
Oppoſition, deren Mehrheit offenkundig vor aller Welt
feſtſteht, doch zur Minorität degradiert und um ihren natürlichen
Sieg gebracht werden kann.
Tatſächlich gelang es Paſchitſch noch rechtzeitig, den berüch=
tigten
Herrn Pribitſchewitſch mit ſeinen 14 Anhängern aus der
Demokratenpartei an ſich zu ziehen und nachdem er zum Scheine
zurückgetreten war, eine neue ſogenannte Koalitionsregierung
zu bilden, die ſich auf 145 Abgeordnetenſtimmen ſtützt. Zwar
ſind zur abſoluten Mehrheit den Oppoſitionsſtimmen gegenüber
157 Stimmen erforderlich, aber Paſchitſch hofft, ſeine Regierungs=
mehrheit
noch mit etlichen Ueberläufern aus der Oppoſition ver=
ſtärken
zu können. Was aber jenen Herrn Pribitſchewitſch be=
trifft
, der in Begleitung einer Gruppe mit fliegenden Fahnen in
das Lager der Regierungspartei überging, ſo iſt von ihm be=
kannt
, daß er die extremſte großſerbiſche Parteiſchattierung ver=
tritt
, und als er am Ruder war, vor keinen Machtmitteln zurück=
ſchreckte
, das Leben der deutſchen, ungariſchen und rumäniſchen
Minoritäten im Banat möglichſt unerträglich zu machen. Sein
Haß dehnt ſich auch auf die ſlawiſchen Brüder, auf die Kroaten,
Slowenen und Mazedonier, wie nicht minder auf die bosniſchen
und ſüdſerbiſchen Moslems aus, ſo daß ſein Schreckensregiment
im Banat nicht wenig dazu beitrug, alle verfolgten Minoritäten
des S.H.S.-Reiches zu einem mächtigen oppoſitionellen Block
zu vereinigen. Jetzt iſt er im neuen Koalitionskabinett Unter=
richtsminiſter
geworden, und es erleidet keinen Zweifel, daß ein
derartig ſtilgerechter Kulturapoſtel auf dem ganzen Balkan nicht
zu finden ſein wird. Paſchitſch war ihm übrigens nicht gewogen,
und betrachtete ihn wegen ſeiner Maßloſigkeit als einen Schäd=
ling
der zentraliſtiſchen, großſerbiſchen Sache, jetzt bedarf er aber
ſeiner Unterſtützung und benützt ihn als Schachſigur in ſeinen
taktiſchen Rechnungen.
Mag man aber die taktiſche Gewandtheit des jugoſlawiſchen
Miniſterpräſidenten noch ſo hoch einſchätzen, ſo bedeutet doch für
ihn die Verbindung mit einem Manne, wie Pribitſchewitſch, eine
peinliche Verlegenheit, zumal ſie den Widerſtand der Oppoſition
im äußerſten Maße verſchärft. Dieſe verſuchte ſogar die formelle
Zulaſſung der kroatiſchen Abgeordneten direkt im Verifikations=
ausſchuß
, wo ſie über die Majorität verfügt, durchzuſetzen, da
aber alle Wahlakten und Uebergabevollmachten ſich beim Prä=
ſidenten
des Ausſchuſſes befinden, der der Regierungspartei an=
gehört
, kam es wegen der Verifikation faſt zu Tätlichkeiten. Es ſei
dies nur erwähnt, um anzudeuten, mit welchen parlamentariſchen
Mitteln hier von rechts wie von links gekämpft wird. Es kann
alſo nicht wunder nehmen, daß die Oppoſition infolge der ge=
walttätigen
Verweigerung der Verifikationspapiere zur tech=
niſchen
Obſtruktionin den laufenden Budgetverhandlungen
ſchritt. Natürlich iſt die Regierung entſchloſſen, die Budgetvor=
lage
in nächtlichen Dauerſitzungen, wo der Oppoſition nicht die
geringſte Pauſe gewährt wird, um jeden Preis durchzupeitſchen,
damit der außergeſetzliche Zuſtand vermieden werden könne. Den
neueſten Nachrichten zufolge hat die Skuptſchina in einer ſchon
ſeit drei Tagen ununterbrochen währenden Sitzung den Staats=
haushalt
ſchließlich mit Stimmenmehrheit votiert. Die Oppo=
ſition
hatte jedoch noch vor der Abſtimmung den Sitzungsſaal
verlaſſen.
Die Seele der Oppoſition iſt bekanntlich der aus der kroa=

tiſchen Heimat verdrängte und derzeit in Wien weilende Raditſch,
der den ganzen oppoſitionellen Block aller Minoritäten des
S. H. S.=Reiches zuſtande brachte und ihn mit der ſerbiſchen
demokratiſchen Partei des Ljuba Dawidowitſch vereinigen ließ.
Von ihm ging auch die Weiſung aus, daß die Regierung Pa=
ſchitſch
während der Budgetdebatte geſtürzt werden müſſe. Bei
all ſeiner Heißblütigkeit iſt Raditſch ein geſchickter Taktiker, der
Paſchitſch glauben machte, daß die Kroaten nicht in Wirklichkeit
daran denken, die paſſive Reſiſtenz aufzugeben und den Eid auf
Verfaſſung und König zu leiſten. So geſchah es denn, daß die
erſten zwanzig Mandate der Kroaten ohne Hinderniß verifiziert
wurden. Es ſcheint jedoch, daß Raditſch vorzeitig in ſeine Karten
ß, denn er ſprach es in einem vielbemerkten Interview,

ſchen Bauernpartei hinarbeite. Durch ein gemeinſames
luſtreten beider Parteien in der Skupſchina könnten die ſtaats=
echtlichen
Ziele der Oppoſition verwirklicht werden, da bei un=
verfälſchten
Wahlen die ſerbiſche Bauernpartei großen Stim=
nenzuwachs
auf Poſten der zentraliſtiſchen Paſchitſchpartei er=
langen
würde. Jedenſalls rief er aus iſt der Zeitpunkt
gekommen, wo man in Jugoſlawien einen ausſichtsreichen Kampf
auf parlamentariſchem Boden eröffnen kann gegen Zentralis=
mus
und Militarismus, für Pazifismus und Föderalismus. Ob
es klug war, dieſen Kampfplan zu enthüllen, und den ſtets raſch
handelnden, tatkräftigen Paſchitſch zu waren, wird die nächſte Zu=
kunft
zeigen. Jedenfalls vermochte der auch durch den Ueberläufer
Pribitſchewitſch gut orientierte Paſchitſch die Verifizierung der
übrigen 40 kroatiſchen Abgeorbneten, die den Sieg der Oppo=
ſition
herbeigeführt hätten, rechtzeitig zu verhindern. Auch hat
er es verſtanden, dem König einzureoen, daß Raditſch nur des=
halb
in die Skupſchina eindringen wolle, um den Boden für eine
ugoſlawiſche Bauernrepublik vorzubereiten und die demokratiſche
Partei des Dawidowitſch nur als Mittel für dieſen hochver=
räteriſchen
Zweck zu benützen.
In dieſen Anklagen gegen Raditſch iſt jedoch ganz gewiß eine
weſentliche Uebertreibung enthalten. Es handelt ſich durchaus
nur um die Frage, ob die bisherige großſerbiſche Zentraliſie=
rungspolitik
weitergeführt und die Entrechtung der Minoritäten,
die Unterdrückung der Kroaten, Slowenen, Mazedonier uſw.
ſyſtematiſch fortgetrieben werde. Oder aber eine Umkehr zum
Foderalismus und die Berückſichtigung der neu hinzugekomme=
nen
nationalen Individualitäten im Sinne der kroatiſchen For=
derungen
angebahnt werden könne. Jugoſlawien iſt nichts weni=
ger
als ein einheitlicher Nationalſtaat, und dies ſollte ein Pa=
ſchitſch
eben im Intereſſe der Erhaltung ſeines Lebenswerkes
nicht außer acht laſſen.

Die Wiener Konferenz.
Schwierigkeiten bei den Verbandlungen.
TU. Wien, 1. April. Die ruſſiſch=rumäniſchen Ver=
handlungen
werden morgen wieder fortgeſetzt, um zu ver=
ſuchen
, in der beßarabiſchen Frage ein Uebereinkommen zu er=
zielen
. Für den Fall, daß die ruſſiſchen Delegierten darauf ver=
harren
ſollten, daß über die beßarabiſche Frage auf dem Boden
einer Volksabſtimmung entſchieden wird, werden die rumäniſchen
Delegierten die Konferenz als reſultatlos bezeichnen. Die rumä=
niſchen
Blätter haben bereits ſehr geringe Hoffnungen, daß die
Konferenz mit den ruſſiſchen und rumäniſchen Delegierten zu
irgendeinem poſitiven Ergebnis führen könnte.
Ein Koalitions=Kabinett in Jugoſſawien.
TU. Belgrad, 1. April. Paſchitſch hat dem König fol=
gende
Miniſterliſte vorgelegt:
Miniſterpräſident: Nicola Paſchitſch,
Inneres: Dr. Milan Srſkitſch,
Aeußeres: Dr. Ninitſchitſch,
Verkehr: Dr. Popowitſch,
Handel und Induſtrie: Dr. Krizman,
Unterricht: Pribitſchewitſch,
Agrarreform: Simonowitſch,
Kultus: Dr. Janjitſch,
Juſtiz: Dr. Griſogono,

Poſt und Telegraph: Vukioewitſch,
Sozialdolitik: Jzunowitſch,
Forſtwirtſchaft und Bergbau: Dr. Kojitſch,
Volksgeſundheit: Dr. Miletitſch,
Finanzen: Dr. Stojadonowitſch,
Bauweſen: Triſunowitſch,
Landwirtſchaft: Miletitſch,
Herr und Marine: General Peter Paſitſch.
Die Demokraten erhalten außerdem noch zwei Unterſtaats=
ſekretärpoften
, und zwar im Miniſterium des Innerit und für
Agrarreform. Der König genehmigte die Miniſterliſte. Das Ka=
binett
iſt eine Geſchäftsregierung. Sie hat das Budget zu er=
ledigen
und dann werden ihre weiteren Schritte beſtimmt. Um
8 Uhr abends haben die Mitglieder des neuen Koalitionskabi=
netts
den Eid abgelegt.
Der Lauſanner Vertrag vor dem Unterhaus.
TU. London, 1. April. In der heutigen Sitzung des
Unterhauſes wurde in die zweite Leſung des Geſetzentwurfes
zur Ratifizierung des Friedensvertrages mit der Türkei einge=
treten
. Unterſekretär Ponſonby vom Außenamt begründete die
Vorlage. Er benutzte, die Gelegenheit, um die Abſicht der Regie=
rung
zu betonen, künftighin in der Art der Vorlage von
Verträgen im Parlament gewiſſe Aenderungen eintreten zu laſ=
ſen
. Die Regierung habe beſchloſſen, jeden unterzeichneten Ver=
trag
auf dem Tiſch der beiden Parlamente auflegen zu laſſen,
und zwar für 21 Tage, nach deren Ablauf ſie ratifiziert und ver=
öffentlicht
würden. Im Falle von Verträgen mit ganz beſon=
derer
und überragender Bedeutung werde die Regierung die
Diskuſſion im Parlament darüber zulaſſen. Hierdurch würde der
Abſchluß von Geheimverträgen verhindrt.
Der konſerrative Abgeordnete und frühere Miniſter Hoare
unterſtützte die Vorlage. Er erachtet es als einen großen Fort=
ſchritt
, daß das Schwarze Meer nun nicht mehr die abgeſchloſſene
Domän Rußlands und der Donauſtaaten ſei, ſondern daß die
Meerengen nunmehr auch nicht nur für die fremden Handels=
ſchiffe
, ſondern auch für die Kriegsſchiffe der weſteuropäiſchen
Mächte offen ſeien.
Der liberale Abgeordnete und frühere Miniſter Fiſher
beſchäftigte ſich mit den Einzelheiten des Vertrages, die, wie er
ſagte, die Rechte der britiſchen Staatsangehörigen nicht genügend
ſchützten und dieſe den ottomaniſchen Gerichtshöfen auslieferten.
Der liberale Abgeordnete Sir Edward Grigg brachte einen
Antrag ein, das Unterhaus möge die zweite Leſung vertagen,
bis die Regierung eine endgültige Erklärung darüber abgegeben
habe, ob die Dominions und Indien bereit ſeien, den Vertrag
mit dem Meerengen=Abkommen zu ratifizieren. Die Debatte iſt
im Augenblick noch im Gange.
Blutige Kämpfe in Honduras.
* Newyork,, 1. April. (Priv.=Tel.) Zwiſchen den Par=
teien
in Honduras iſt jetzt nach Berichten, die aus San Salvador
kommen, eine mörderiſche Schlacht im Gange. Tauſend
Mann der Regierungstruppen ſollen bei dem Angriff
gefallen ſein, der gegen eine Abteilung der
Aufſtändigen unter General Gregorio Ferrara unternommen
wurde. Auch der Hauptwaffencklatz der aufſtändiſchen Truppen,
Scholuteka, der von General Ramos gehalten wird, ſoll vergeb=
lich
zur Uebergabe aufgefordert worden ſein. Die blutigen
Kämpfe dauern an.
Pariſer Kammerdebatte über die Regierungserklärung.
TU. Paris, 1. April. Die Kammerdebatte über die Regie=
rungserklärung
und die ſich daran anſchließenden Interpella=
tionen
hat heute nachmittag 4 Uhr begonnen. Zunächſt kam der
kommuniſtiſche Abg. Lafont zu Wort, der zwei Interpella=
tionen
über die noch unter der vorigen Regierung beſchloſſenen
Ermächtigungsgeſetze ſowie über die franzöſiſche Kolonialpolitik
einbringen wollte. Poincaré forderte die Vertagung der Inter=
pellationen
bis zum Abſchluß der Debatte über die allgemeine
Politik. Er erklärte: Solange uns das Vertrauen noch nicht aus=
geſprochen
iſt, hat das Land überhaupt noch keine Regierung.
Die Kammer beſchloß nach mehrſtündiger Debatte die Vertagung
der Interpellationen auf morgen nachmittag 3 Uhr.
Die Liquidation der Ruhr‟
Kurswechſel? Anſtelle der Politik von Eſſen
die Politik von Wiesbaden.
Paris, 1. April. (Wolff.) Die Ere Nouvelle ſchreibt:
Man kann das neue Miniſterium Poinoargs das
Miniſterium der Liquidation der Ruhr nennen.
Wir ſind übrigens davon informiert worden, daß Loucheur
den Auftrag erhalten ſoll, über die neuen Verträge mit der
Micum zu verhandeln, was bedeutungsvoll iſt. Anſtelle
der Politik von Eſſen ſoll die Politik von Wies=
baden
treten. Frankreich wird bei dieſem Wechſel ſicher
nichts verlieren, aber die öffentliche Meinung läuft Gefahr,
nicht mehr zu begreifen.

Die Not in Deutſchland.
Engliſches Aerzte=Urteil.
London, 1. April. (Wolff.) Einer der beiden engliſchen
Aerzte, die ſich im letzten Monat nach Deutſchland begeben
haben, um die Lage der deutſchen Kinder zu unter=
ſuchen
, erklärte gegenüber einem Vertreter des Mancheſter
Guardian über die von ihm gewonnenen Eindrücke, daß im
allgemeinen die Lebensverhältniſſe unter der deut=
ſchen
Arbeiterſchaft und im Mittelſtande be=
trächtlich
ſchlimmer als in England ſeien. Eine an=
gemeſſene
Lebenshaltung ſei allgemein unmög=
lich
. Nurſelten ſehe man ein Kind, das körperlich
tauglich ausſehe. Der britiſche Arzt wies auch auf die
ſehr ſchlimme Lage des deutſchen Aerzteſtandes
hin und erklärt, es würde ſehr ſchade ſein, wenn das britiſche
Volk aufhörte. Hilfe zu leiſten. Die Not in Deutſchland
ſei im Gegenſatz zur Anſicht der meiſten Leute in England groß.

Der deutſchnationale Parteitag.
Hergt über das Wahſprogramm.
Hamburg, 1. April. Im Großen Saale bei Sagebiel trak
am Dienstag vormittag der außerordentliche Reichsparteitag der
Deutſchnationalen Volkspartei unter außerordentlich großer
Beteiligung zuſammen. Als Vertreter des Parteivorſitzenden
Hergt eröffnete Erzellenz Walraff den Parteitag mit Worten
herzlicher Begrüßung. Nach weiteren Begrüßungsanſprachen
von Vertretern des Landesverbande3 Hamburg, der Deutſch=
nationalen
Partei in der Tſchecho=Slowakei und der Großdeut=
ſchen
Volkspartei erſtattete der Parteiführer Staatsmini=
ſter
a. D. Hergt das Wahlreferat über das Wahlpro=
progamm
. Er führte unter anderem aus:
Die Monate ſeit dem Herbſt 1923 haben aus der deutſch=
nationalen
Welle eine untiderſtehliche Sturmflut gemacht. Nie
brannte die Schmach über das uns von den Feinden angetane
Unrecht heſtiger in den deutſchen Seelen, nie war die Erkenntnis
größer, daß uur die Wiedergewinnung des Ideals des wahren
Deutſchtums und die Erdroffelung aller fremden und jüdiſchen
Einflüſſe uns retten könne, niemals iſt die Notwendigkeit einer
ſozialen Einigung bitterer empfunden worden als heute. Stets
ſind wir uns der hohen Verantwortung der Oppoſition bewußt
geweſen, die einmal ſelbſt zur Regierung gelangen will und des=
halb
frei ſein muß von unmöglichen Bindungen. Der Reichs=
kanzler
hat in ſeiner Elberfelder Rede geſagt, daß die Koalitions=
parteien
nicht Erfüllungs=, ſondern Befreiungspolitik betrieben
hätten. Das Volk zieht aber einfach Schlüſſe aus der Vergan=
genheit
, vvo ihm ſtets eine ſo ſchöne Freiheit vorgegaukelt wor=
den
iſt. Das gilt auch von der jüngſten Periode der Streſemann=
politik
. Das Opfer, daß ganz Deutſchland durch dauernde ruinöſe
Zahlungen an den Feind wirtſchaftlichen Selbſtx ord begeht und
damit ſein Kind im Weſten ſelbſt mit in den Tod hineinreißt,
kann niemand erwwarten. Die einzige poſitive Leiſtung der
Streſemann=Negſterung Eiſt die Errichtung der neuen Golddis=
kontbank
. Mit Genugtuung nehmen wir von der Rührigkeit
Kenntnis, mit der die europäiſch=deutſchen Fragen neuerdings
von England her betrieben werden. Jede Neutraliſierung der
Rheinlande auf Koſten der Hoheit des Reiches iſt unannehmbar.
Dasſelbe gilt von der Unſichtbarmachung der Beſatzung.
Von ſolchen Geſichtspunkten aus nehmen wir unſere Einſtellung
zu dem Gutachten der Sachverſtändigen=Ausſchüſſe. Wenn die
neueſten Preſſeveröffentlichungen über den Inhalt der Sachver=
ſtändigenvorſchläge
richtig ſein ſollten, ſo ſtünden wir vor Zu=
mutungen
, gegen die kein Wort der Abwehr ſcharf genug ware.
Die deutſche Diplomatie darf in Zukunft keine höheren Rück=
ſichten
kennen, als die Ehre des deutſchen Volkes zu wahren.
Deutſchland kann ſich in ſeinen wirtſchaftlichen Nöten eine wei=
tere
Verſchleppung der Reparations= und Beſatzungsfragen nicht
gefallen laſſen. Je ſchwerere Reparationslaſten man uns auf=
erlegen
wolle, um ſo entſchiedener muß auf Reviſion des Ver=
ſailler
Friedens gedrungen werden. Zu allem muß eine groß=
zügige
amtliche Offenſive auf dem Gebiete der Kriegsſchuldfrage,
der Verſailler Lüge und der Rechtswidrigkeit des Ruhrein=
bruches
treten. Die neue Negierung kann nicht homogen genug
ſein.
Unſer Kampf am Wahltag gilt auch der ſogenannten Koa=
lition
. Diesmal werden wir ſelbſt über die entſcheidenden
Punkte einer Koalition zu beſtimmen haben. Wir ſind heute
eine ausgeſurochen deutſch=völkiſche Partei. Bayern und der
bayriſchen Reaierung ſchulden wir wärmſten Dank, weil von
dort aus die Rückkehr zur Bismarckverfaſſung gefordert worden
iſt. Noch iſt die Zeit nicht reif, um wieder diejenigen Grund=
lagen
zurückzugewinnen, die einſt das Reich unter Führung
Nreußens zu einem ſo ſtolzen Machtgebilde gemacht babeß, näm=
lich
ein preußiſches Königtum, ein erbliches Kaiſertum und
ein Bundesrat mit aller alten Machtfülle, aber der Stein iſt
ins Rylten gekommen und die Stärkung der Selbſtändiakeit der
Einzeſſtagten, die Umgeſtaltung des Reichsrates und die Ein=
ſchränkung
der Allgewalt des Parlamentarismus werden nicht
mehr aus der öffentlichen Diskuſſion verſchwinden. Wir laſſen
uns die volle Beiegungsfreiheit auch bei der neuen Regierungs=
bildung
auf dieſem Gebiete nicht nehmen.
Wirtſchaftspolitiſch erſtreben alle Parteien das
Gleichgewicht im öffentlichen Haushalt, Einfachheit und höchſte
Sparfamkeit in der Verwaltung, Hebung der deutſchen Produk=
tion
und Schutz der deutſchen Währung. Vor allem werden
dieienigen Schuldner und Beſitzer, die durch die Aufwertungs=
beſtimmungen
einen ungerechtfertigten Gewinn davongetragen
haben ſollten, im Zuſammenhang mit der Reparationslöſung
zu neuen ſchweren Laſten herangezogen werden müſſen, damit
nicht von einer dauernden Ungerechtiakeit geſprochen werden
kann. Der neuen Reichsregierung bleibt die aroße und ſchöne
Aufgabe, die erlaſſenen Verordnungen noch einmal von Grund
auf nach=u rüfen und durch eine Reniſion der feſtgeſtellten Här=
ten
auszugleichen. (Lebhafter Beifall.) Mit Stolz und Zuver=
ſicht
gedenken wir unſerer jungen Militärmacht, an die ſich die
Haffnungen des Volkes für ſeine Zukunft kwüinfen. Das alte
Eliteborvs des deutſchen Beamtentums wiederberzuſtellen, iſt
das (Bebot der Stunde. Es muß wehr gearheitet werden, auch
auf Koſten des Achtſtundentages, wenn wir geſunden mollen,
(Minutenlanger, anhaltender Beifall.) (Geſang des Deutſch=
land
=Liedes.)
Der Vorſitzende Aba. Walraff knüinfte an die Dankes=
worte
für den Redner unter ſtüirmiſchem Beifall den Dank für
die ganze Lebensarbeit des Narteiführers Herat. Er teilte Zem
Narteitag dann die Freiſprechung Lußenhorffé mit Der Nar=
teitgg
bearüßte dieſe Nachricht mit Jubel und Beifall und erhob
ſich von den Plätzen.
Die holitiſche Ausſprache wurde eingeleitet durch Frau
Ann Eräfe=Lehmann, der Vorſitzenden des Reichsfrauen=
ausſckuſſes
.
Widerſprechende Erklärungen der Pariſer preſſe.
FU. Paris 1. April. Die geſtrige Miniſtererklärung
wird von den Morgenblättern verſchieden beurteilt. Ueberein-
ſtimmend
ſtellen Oeuvre und Ere nouvelle feſt, daß die
Miniſtererklärung inmitten eines eiſigen Schweigens von Poin=
caré
verleſen wurde. Petit Bleu nennt die Erklärung ein echt
franzöſiſches Programm. Journée Induſtrielle bringt einen
ſehr kritiſchen Kommentar zu der Rede. Ere Nouvelle drückt
ſich gewunden aus, und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das
Kabinett Poincaré angeſichts der zwei linksgerichteten Mitarbei=
ter
in der auswärtigen Politik einlenken wird.
Loucheur geſieht.
EU. Paris, 1. April. Der Eclair ſetzt ſeine Umfragen
über die Miniſter des neuen Kabinetts fort. Geſtern hat das
Blatt bekanntlich über den Eindruck des neuen Finanzminiſters
berichtet. Heute gibt es ein Geſpräch mit dem neuen Handels=
miniſter
Loucheur wieder. Auf die Frage, ob er jetzt die Not=
wendigkeit
der Ruhrbeſetzung einſähe, antwortete
Loucheur in heller Empörung: Es ſei geradezu abſurd, zu
behaupten, daß er je gegen die Ruhrbeſetzung geweſen wäre.
Bereits 1919 habe er, zuſammen mit Clemenceau und Tardieu
im Einverſtändnis, zwiſchen den Verbündeten eine Polizeiope=
ration
im Ruhrgebiet ins Auge gefaßt. Marſchall Foch wurde
damals um ſeine Anſicht befragt. Schließlich konnte jedoch keine
Einigung mit den engliſchen Verbündeten in der Frage herbei=
geführt
werden. Als dann die Ruhrbeſetzung von Poincaré be=
ſchloſſen
wurde, habe er zuſammen mit dem Radikalſozialiſten
Daniel Vincent für die Beſetzung geſtimmt.
Hinſichtlich der Frankenſteigerung bemerkte Loucheur, ſie
dürfte nicht ſo ſcharf fortgeſetzt werden, und es wäre vielleicht
angebracht, entſprechend dem Sinken der ausländiſchen Deviſen,
einen Abbau der Lebensmittelpreiſe herbeizuführen. Verfehlt
wäre es, wenn das Pfund plötzlich auf eine Frankenparität von
40 herabgeſetzt werden ſolle, wie es von einigen Perſönlichkeiten
der franzöſiſchen Fianzwelt gewünſcht werde.

[ ][  ][ ]

Rummer 93.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924

Seite 5.

Heſſiſcher Bauwirtſchaftsbund.
Aus der Landeshauptſtadt.

Eruannt wurden am 12. März 1924 der Oberlandesgerichtsrat

Darmſtadi, 2. April.
Eduard Holzapfel in Darmſtadt zum Senatspräſidenten bei dem
Oberlandesgericht in Darmſtadt und der Landgerichtsdirektor Ludwig
euenhagen in Gießen zum Präſidenten des Landgerichts der Pro=
vinz
Oberheſſen in Gießen; am 18. März 1924 der Landgerichtsrat Dr.
Karl Werner in Darmſtadt zum weiteren Mitglied der Kommifſion
zur Prüfung der Juſtizanwärter und der Gerichtsvollzieher=Aſpiranten
Bortragsabend Ludwig Hardt. Der Vortragsabend von Ludwig
Hardt heute im Kleinen Haus beginnt pünktlich um 7 Uhr, da um
9 Uhr eine Vorführung des Radiofilus ſtattfindet. Es wird uo=h
einmal darauf aufmerkſam gemacht, daß heute abend eine Aufführung
von Verdis Falſtaff im Großen Haus ſtattfindet, die um 7 Uhr be=
ginnt
. Um die Aufführung der Walküre am Sonntag zu ermög=
lichen
, muß an Stelle von Hans Heiling am Freitag im Großen
Haus der Troubadour gegeben werden.
Vortragsabend des Edangeliſchen Bundes. Mit Nückſicht auf die
Vismarckfeier am 3. April wird der dritte Vortragsabend, für den
Dr. med. Koch praktiſcher Arzt in Brandau, einen Vortrag über
Das Religiöſe bei Hölderlin zugeſagt hat, auf Montag, den 7. April,
abends 8 Uhr, verlegt.
Vortrag (mit Lichtbildern) von Geheimrat Welcker in der Huma=
niſtiſchen
Vereinigung. Herr Geheimrat Welcker iſt ein genauer Kenner
Italiens und beſonders Roms, das er 1921 und 1922 wieder beſucht hat
Der Vortrag wird unter Vorführung von Lichtbildern das ganze antife
Stadtbild mit ſeinen Bauten behandeln, deren Schickſal im Mittelalter
und in der ſpäteren Zeit ſowie die Weiterwirkung der antiken Bau=
gedanken
bis

Gymnaſiums, Karlſtraße 2. Auf den Vortrag folgt die Jahresmit=
gliederverſammlung
.
Experimentalvortrag. Wir weifen nochmals auf den heute abend
im Feſtſaal des Realgymnaſiums ſtattfindenden Experimentalvortrag von
Studienrat Pfersdorff über Elektriſche Wellen und Radiotelephonie‟
hin. Beginn 8.30 Uhr. Karten am Saaleingang zu 1 Mk.
Freizeit für Lehrer. Vom 23. bis 25. April veranſtaltet. der
Verein evangeliſcher Lehrer und Lehrerinnen in Heſſen eine Freizeit
im Flenſunger Hof bei Mücke, Oberheſſen, Strecke GießenFulda. Be=
grützungsabend
am 23. April. Donnerstag, den 24. April, 9 Uhr, An=
dacht
, 1012 Uhr Vortrag von Herrn Pfarrer Dr. Eichhorn über Die
geiſtigen Strömungen der mrdernen Zeit im Lichte der Bibel, nach=
mittags
½4 Uhr Vortrag von Herrn Lehrer Braun über Naturwiſſen=
ſchaft
und Chriſtentum, Freitag, den 25. April, vormittags, wie am
Vortage, nachmittags ½4 Uhr Vortrag von Herrn Lehrer Deggau über
Die chriſtlichen Triebkräfte der erſten däniſchen Volkshochſchule im
Gegenſatz zur idealiſtiſchen Volkshochſchule unſerer Zeit, abends:

träge ſind öffentlich. Alle Lehrer und Lehrerinnen, ſowie auch Semi=
nariſten
ſind herzlich eingeladen. Anmeldung zum Uebernachten an
Lehrer A. Deggau, Oberbreidenbach, Poſt Romrod, Ober=
heſſen
.
Bühnenvolksbund. Am kommenden Freitag, abends 8 Uhr,
ſpricht in der Aula des Realgymnaſiums Paul Pretzſch über Sig=
fried
Wagner und erläutert am Flügel. Kartenverkauf bei Chriſtian
Arnold am Weißen Turm. Mitglieder 50 Pfg. Nichtmitglieder
1 Mark. Die Mitglieder der Freien literariſchen Geſellſchaft,
des Hochſchulrings und Bayreu her Bundes ſowie Lehrer, Schülerin=
nen
und Schüler der oberen Klaſſen erhalten zu dem Vortrag über
Sigfried Wagner ermäßigten Eintritt zu 50 Pfg. bei Chriſtian
Arnold.
Ausfallendes Konzert. Infolge mangelhafter Beteiligung findet
das für Mittwoch, den 2. April, angeſagte Symphonie=Konzert mir Rio
und Ferry Gebhardt im Städtiſchen Saalbau nicht ſtatt. Gegen
Rückgake der gelöſten Kerten werden die Eintrittsgelder bei Konzert=
Arnold (Wilhelminenſtraße 9) wieder zurückgezahlt.
Kathol. Kirchengeſangverein St. Ludwig. Der Verein wird am
Freitag, den 11. April, abends 8 Uhr, in der St. Ludwigskirche
und am Palmſonntag, nachmittags 4 Uihr, in der St. Eliſabethenkirche
das Stabat mater von Emanuel Aſtorga (16811763) aufführen. Dieſe
Kompoſition wurde bereits in früheren Jahren am Palmſonntag= Nach=
mittag
geſungen und gehört zu den intereſſanteſten und bedeutſamſten
Werken kirchlicher Tonkunſt. Sie iſt die Vertonung der bekannten
Sepuenz des Jacopone da Todi (7 1305), worin die Scelenqualen der
Gottesmutter unter dem Kreuze geſchildert werden, und iſt für Soli
und Chor mit Streichquartett= und Orgelbegleitung eingerichtet. Die
Solopartien haben übernommen: Fran Hermes (Sopran), Fräulein
Herber (Alt), Herr Franz Müller (Tenor) und Herr Hagener (Baß).
Mit der Aufführung wird eine entſprechende Anſprache verbunden, in
welcher der religiöſe Inhalt und die muſikaliſche Form erläutert werden.
Texte werden von Beauftragten zu 1 Mk. angeboten werden und ſind
außerdem bei den Küſtern und in der Buchhandlung Griesheimer ( Wil=
helminenplatz
) erhältlich. Etwaige Ueberſchüſſe werden den Barmherzi=
gen
Schweſtern zufließen.
Die Sektion Starkenburg des D. u. Oe. A.V. wird am Mittwoch,
den 2. April, im Kleinen Haus in dem Vortragskünſtler Herrn Ludwig
Hardt ein Mitglied der Sektion begrüßen, und ſei der Beſuch des
Vortrags den Mitgliedern der Sektion Starkenburg beſonders empfohlen.
Mitgliederverſammlung der Deutſchnationalen Volkspartei, Orts=
gruppe
Darmſtadt. Am Montag, den 31. März, fand im Gelben Saal
des Gaſthofes Sitte die Jahreshauptperſammlung der Deutſchnationalen
Volkspartei ſtatt, die außerordentlich ſtark beſucht war. An Stelle des
aus Geſundheitsrückſichten verhinderten Herrn Abg. Kindt führte
Herr Pfarrer Heß den Vorſitz und erteilte zunächſt den Jahresbericht der
Ortsgruppe. Die erſte Hälfte des Jahres 1923, ſo führte er aus,
ſtand im Zeichen des Abwehrkampfes an Rhein und Ruhr. Die partei=
politiſche
Arbeit wurde in den Hintergrund und alle Kräfte in den
Dienſt der nationalen Abwehr geſtellt. Die Ortsgruppe Darmſtadt be=
teiligte
ſich am 18. Januar an der gemeinſamen Proteſtkundgebung ſämt=
licher
bürgerlichen Parteien gegen den Einbruch. Der Provinzgeſchäfls=
führer
hielt in den Orten des Arbeitsgebietes etwa 30 Lichtbildervor=
träge
über das Ruhrgebiet und ſeine Induſtrie, um überall im Lande
das Verſtändnis für die Bedeutung des Kampfes zu wecken. Im Som=
mer
wurden Kinder aus dem beſetzten Rheinland durch die Geſchäfts=
ſtelle
bei Parteifreunden in Heſſen untergebracht. Auch für Erholungs=
aufenthalte
für Kleinrentner aus dem beſetzten Gebiet in Heſſen hat die
Geſchäftsſtelle ſich bemüht. Ebenſo hat die Partei ſich den näherliegen=
den
Aufgaben der Vermittlung von Ferienreiſen für Darmſtädter Kin=
der
zugewandt. 21 Kinder durften 9 Wochen lang die Gaſtfreundſchaft
der deutſchen Familien Eſtlands genießen, und manche Fäden ſind in
dieſen Wochen geſponnen worden von dem deutſchen Mutterland zu die=
ſen
treudeutſchen, wenn auch leider noch unter fremder Herrſchaft ſtehen=
den
Valtiſchen Oſtſeeſtaaten. 6 Kindern konnte dank Auslandsſtiftungen
fur in Bad Rappenau und einem Kinde in Bad Nauheim

erwähnte Herr Pfarrer Heß das Ausſcheiden des ſeitherigen Provinz=
geſchäftsführers
, Herrn Süß, dem er den wärmſten Dank der Partei für
ſeine unermüdliche Tätigkeit im Dienſte der deutſchnationalen Sache
ausſprach. Der Mitgliederſtand der Ortsgruppe hat im vergangenen
Jahr erfreuliche Fortſchritte gemacht. Alsdann fanden die im Jahre
1823 erfolgten Veranſtaltungen Erwähnung, ferner die von der Partei
vermittelte Kartoffelverſorgung ihrer Mitglieder. Mit dem Dank an
den Vorſitzenden der Ortsgruppe, Herrn Abg. Kindt, deſſen Verdienſt
um die deutſchnationale Sache in der ganzen Provinz Starkenburg gar
nicht hoch genug bewertet werden kann, und an alle Mitglieder für ihre
Mitarbeit und einem hoffnungsfrohen Ausblick in die Zukunft ſchließt
Herr Pfarrer Heß ſeine Ausführungen. Alsdann erteilt der Schatz=
meiſter
der Ortsgruppe, Herr Polizeidirektor a. D. Dr. Reinhart, den
Kaſſenbericht, in dem er ausführt, daß die finanziellen Verhältniſſe der
Ortsgruppe ſeit der Einführung der Rentenmark ſich entſchieden ge=
beſſert
haben, daß jedoch große Opfer nötig ſind, um den Wahlkamp
wirkungsvoll führen zu können, und ſchließt mit einer warmen Bitte
an alle Mitglieder, keine Opfer zu ſcheuen, um der deutſchnationalen
Sache zum Sieg zu verhelfen. Es folgte ſodann die Neuwahl des Vor=
ſtandes
, dem einige Herren hinzugewählt wurden. Nach einer längeren
Ausſprache über Beitragswefen, Kandidatenliſte, dem Dauk des Herrn
Abg. Kindt für das ihm ausgeſprochene Sertrauen ſchloß der Vorſitzende
die äußerſt anregend verlaufene Mitgliederverſammlung, worauf ein
Tell der Teilnehmer zum Bismarckdenkmal zog, um den von der Orts=
zuppe
gewidmeten Kranz niederzulegen.
Lufosgemeinde. Zugunſten des Wohltätigkeitsfonds der Ge
zieinde führten Mitglieder unter Leitung von Bernhard Felmer Grill=
parzers
orientaliſches Märchen Der Traum, ein Leben auf. Der
ſchwierigen Aufgabe unterzogen ſich alle Mitwirkenden mit anerkennens=
wertem
Fleiß. Zu bedenken bleibt aber, ob nicht die Darſtellung ſolcher
großer Bühnenwerke Aufgabe und Pflicht berufener Künſtler bleiben
muß. Darum ſteht im Vordergrund eine meiſterhafte Dekoration
von Bernhard Franz entworfen die Wort und Handlung erſtickt und
verſchleppt. Selbſt die muſikaliſchen Aktüberleitungen von Adam Weber
konnten nicht darüber hinwegtäuſchen. Von den zahlreichen Perſonen
der Handlung darf beſonders erwähnt werden Kurt Schnellbacher als
Ruſtan und Bernhard Felmer als Zanga. Daneben der König (Ludwig
Penk), ſeine Tochter Güllnare (Frl. Elſe Weber), Mirzza (Frl. Iſe
Göbel). Das zahlreiche Publikum war trotz der langen Dauer mit der
Darbietung zufrieden.

Man ſchreibt uns: Um vielfach Mißverſtändniſſe und Unklarheiten
über das Weſen und die Ziele des Bundes zu beſeitigen, ſei Nachſtehen=
des
hiermit bekanntgegeben: Der Zuſammenſchluß bedeutet eine rein
gemeinnützige Organiſation, alſo ohne Gewinnprinzipien und bezieckt
in erſter Linie die Erſtellung von Wohnbauten (Ein= und Mehrfamilien=
häuſer
) zur Milderung der Wohnungsnot. Der Bund ſetzt ſich zuſam=
men
aus 1. Heiſiſche Bauberufsvereinigungen (Bund Deutſcher Archi=
tekten
, Bauſtoffinduſtrie und alle Bauhandwerkszweige) und ihrer Mit=
glieder
; 2. den Bauintereſſenten und Wohnungsſuchenden; 3. der heſ=
ſiſchen
Handwerkskammer mit Handwerkerzentralgenoſſenſchaft, an welche
der Bund in beſonderer Abteilung als gemeinnützige Wohnungsbau=
genoſſenſchaft
unter der Bezeichnung Heſſ. Bauwirtſchaftsbund ange=
ſchloſſen
iſt. Der Zuſammenſchluß erſtreckt ſich über ganz Heſſen. Jedes
Mitglied iſt verpflichtet, zwecks Beſchaffung der erforderlichen Betriebs=
mittel
einen Geſchäftsanteil im Betrag von 100 Goldmark zu erwerben.
Die Anteilſcheine werden entſprechend verzinſt. Es können bis 16 Anteil=
ſcheine
erworben werden. Eine Haftpflicht ſeitens der Mitglieder beſteht
nicht. Die erforderlichen Baukapitalien werden aufgebracht aus den
Beträgen, die die Bauintereſſenten und Wohnungsſuchenden aufbringen,
und den von der Genoſſenſchaft zu beſchaffenden Krediten. Es iſt wün=
ſchenswert
, daß ſeitens der Bauintereſſenten und Wohnungsſuchenden
etwva 50 Prozent des jeweils für ihre Zwecke erforderlichen Baukapitals
aufgebracht werden. Je mehr Eigenkapital beigeſteuert werden
kann, deſto günſtiger geſtaltet ſich für den Intereſſenten die
Verzinſung beziehungsweiſe Miete. Wo weniger als 50 Prozent der
Bauſumme zur Verfügung ſteht, werden trotzdem Möglichkeiten zur Be=
ſchaffung
von Wohnungen gegeben. Spareinlagen für ſpätere Bauvor=
haben
oder ſonſtige Zwecke werden entgegengenommen und hoch ver=
zinſt
. Die Bauten ſollen in verſchiedenen Lagen der Stadt errichtet
werden und ſind diesbezügliche Verhandlungen betr. Ueberweiſung von
ſtädtiſchem und ſtaatlichem Gelände im Gange. Es liegt im Intereſſe
der Stadt wie des Staates, zur Förderung der Bautätigkeit das Bau=
gelände
möglichſt billig unter günſtigen Zahlungsbedingungen zur Ver=
fügung
zu ſtellen und Steuererleichterungen pp. bei Neubauten zu
gewähreni. Auch eigene Bauplätze der Intereſſenten werden bebaut,
Zur Verbilligung der Baukoſten für Etagenhäuſer empfehlen ſich Bau=
plätze
mit vorhandenen Brandgiebeln, an die angebaut werden kann. Die
Häuſer in Bauquartieren mit ſogenannter offener Bauweiſe werden
meiſt als Gruppenbauten, eineinhalb=, zwei= und zweieinhalbſtöckig, mit
zvei bis 6 Wohnungen aus je drei und mehr Zimmern nebſt modernem
Zubehör geplant. Bei dieſer Bauart wird das Gelände praktiſch aus=
genutzt
und es verbilligen ſich die Baukoſten. Es kommen aber auch
Einzelfamilienhäuſer zur Ausführung. Die Etagen=Reihenhäuſer wer=
den
meiſt dreiſtöckig gebaut, alſo mit je 3 Wohnungen. Durch vorteii=
hafteſte
und ſolide Ausführung ſollen Dauer= und nicht Eintagswerte
erſtehen, Objekte, die eine gute Anlage des aufgewendeten Kapitals
garautieren. Die Planung geſchieht unter weitgehendſter Berückſichti=
gung
der individuellen Bedürfniſſe der Intereſſenten. Es ſollen ge=
mütliche
Heime mit zweckmäßiger Naumteilung und äſthetiſch einwand=
freier
Ausſtattung geſchaffen werden.

Pressefest Dammstadt
1924
Einzeichnungslisten liegen auf bei
Konzert-Arnold, Wilhelminenstraße
Verkehrshäuschen, Ernst-Ludwigsplatz
Hugo de Waal, Rheinstraße
Geschäftsstelle des Darmstädter Tagblatt
Rheinstraße

30jähriges Dienſtjubiläum. Herr Oberinſpektor J. Wirth=
wein
, Darmſtadt, Viktoriaſtraße 90, war am 1. April d. J. 30 Jahre
ununterbrochen im Dienſte der Allgemeinen Rentenanſtalt zu Stuttgart,
Lebens= und Rentenverſicherungs Akt.=Geſ., Bezirksdirektion für Heſſen
welche ſeit einigen Jahren die Firma M. H. Feix, jetzt Lagerhausſtr. 4,
inne hat. Durch eine beſondere Feier in den neuen Geſchäftsräumen
der Firma M. Feis wurde der Jubilar geehrt und ihm Geſchenke von
der Geſellſchaft und der Firma M. H. Feix überreicht.
Dienſtjubiläum. Am 1. Aprii d. Js. blickt Herr Jakob Albert,
Geſchäftsführer der Sektion II der Heſf.=Naſſ. Baugewerks= Berufsgenoſ=
ſenſchaft
hier, auf eine 25jährige Tätigkeit zurück.
Auf ſeine 25jährige Tätigkeit als Bäckermeiſter kann Herr N.
Gruber am 1. April zurückblicken.
Schloßgemeinde. Ueber das Thema: Was haben wir mit dem
Elſaß verloren, ſprach Herr Dr. Wagner aus eigener Anſchauung vor
den Mitgliedern der Männervereinigung und des Frauenvereins im
dichtbeſetzten Korfirmandenſaal. Redner betonte zunächſt, daß ein Strom
niemals eine Landesgrenze darſtellen können wie ein Gebirge, demgemäß
im Jura und den Vogeſen die natürliche Grenze gegen Frankreich zu er=
blicken
und der Rhein Deutſchlands Strom ſei. Geſchichtlich nachweis=
lich
ſeien ſchon von jeher kerndeutſche Volksſtämme die Bewohner Elſaß=
Lothringens geweſen, das erſt nach dem 30jährigen Kriege durch den
weſtfäliſchen Friedensſchluß und teilweiſe mit Gewalt in den Beſitz Frank=
reichs
gelangte. Erſt während der franzöſiſchen Revolution und unter
der Herrſchaft Napoleons ſei es gelungen, dem franzöſiſchen Weſen im
Lande etwas mehr Geltung zu verſchaffen. Deutſch ſeien aber dennoch
die hoch entwickelte proteſtantiſche Univerſität Straßburg, ſowie die ton=
angebende
Literatur des Landes und die Kunſtwerke geblieben. Füh=
rende
deutſche Geiſter, wie Altmeiſter Goethe, haben aus dem reichen
Born geſchöpft. Wirtſchaftlich bot das Land eine nicht minder große
Ausbeute an landwirtſchaftliche:: Erzeugniſſen in Wein, Getreide, Tabak
u. a. m., begünſtigt durch die vorzügliche Bodenbeſchaffenheit und ſein
herrliches Klima, am ſtärkſten aber nach der 1870 erfolgten Uebernahme
durch das Deutſche Reich in ſeinen faſt unerſchöpflichen Kohlen= und
Eiſengruben, den für die geſamte Weltwirtſchaft ſo wichtigen Kalifunden,
Erdölquellen und vielem anderem, was einen mächtigen Aufſchwr
Handel, Induſtrie und Verkehrsweſen brachte und nicht allein den Wohl=
ſtand
des Landes ſelbſt, ſondern des ganzen Deutſchen Reiches mächtig
förderte. Kein Wunder, daß Frankreich nach dem Wiederbeſitz ſtrebte,
und alles daran ſetzte, Stimmung im Lande für ſich machen zu laſſen,
was ihm teilweiſe durch die verfehlte deutſche Politik auch vorübergehend
gelungen erſchien. Nach dem erſten Rauſch bei dem Einzug in Straßburg
war aber bald eine Ernüchterung erfolgt, indem gewaltmäßig das
deutſche Weſen ausgerottet werden ſollte und die Abhängigkeit von
Frankreich ſich in kurzer Zeit als weſentlich ungünſtiger wie die vorher
deutſche Verwaltung erwies. Nicht zum wenigſten trug hierzu auch der
Frankenſturz bei. Sorgen wir nun dafür, daß die Liebe zum Deutſchtum
immer ſtärkere Wurzeln ſchlägt und die wirkliche Stammeszugehörigkeit
nicht vergeſſen wird, dann wird der Tag nicht allzu fern ſein, der ſämt=
liche
Volksgenoſſen zuſammenführt, die zuſammengehören. Geſpannte
Aufmerkſamkeit und lebhafte Zuſtimmung zum Schluſſe bewieſen dem
Reduer den Danek der Verſammlung, dem auch noch durch Herrn Pfar=
rer
Zimmermann bereder Ausdruck verliehen wurde. Einige Anzegun=
gen
aus der Verſammlung, wie Einführung des Abendmahlsgottesdien=
ſtes
mit Einzelkelſch, Vorſchläge zur Wahl eines geeigneten Feſtſaals für
größere Veranſtaltungen innerhalb der Schloßgemeinde, Einführung
einer Nähſtube und der Kinderſpeiſung im Schloßbezirk mit darauf fol=
genden
Befvrechungen bewieſen das immer reger werdende Intereſſe im
kirchlichen Gemeindeleben.
Vogelsberger Höhenklub. Nächſten Sonntag, den 6. ds. Mts.
findet die 1. Wanderung im neuen Wanderjahre ſtatt. Dieſelbe führt
nach der ſüdlichen Bergſtraße und verſpricht, gutes Wetter vorausgeſetzt
ſehr lohnend zu werden. Rege Beteiligung iſt erwünſcht.
Mitgliederverſammlung des Hausbeſitzervereins. Der Haus=
beſitzerverein
hält am Mittwoch dieſer Woche, abends 71 Uhr, im Saale
des Perkeo, Alexanderſtraße, ſeine diesjährige Mitgliederverſamm=
lung
ab. Hier wird insbeſondere die neue Mietpreisfeſtſetzung, die in
den Kreiſen der Hausbeſitzer Heſſens Entrüſtung aursgelöſt hat, beſprochen
Obwohl dem Miniſterium vor der Feſtſetzung einwandfrei die Höhe der
notwendigen Betriebskoſten nachgewieſen worden war, hat dasſelbe
trotzdem den Hundertſatz für die Betriebskoſten niedriger feſtgeſetzt, ſo=
daß
der Hausbeſitzer Zubuße leiſten muß. Eine Vergütung für Ver=
waltungsarbeit
iſt in den Zuſchlägen nicht mehr enthalten, obwohl dies
nach den geſetzlichen Vorſchriften geſchehen muß. Auch die Wiederein=
beziehung
des Waſſergeldes in die Miete hiat allgemein den größten
Unwillen erregt. Die Verfammlung wird über dieſe Fragen und über
den künftig einzuſchlagenden Weg, die Regierung zur Feſtſetzung nach
den geſetzlichen Vorſchriften zu zwingen, beraten. Der Rechtsbeiſtand
des Vereins, Herr Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer, wird einen
Vortrag über die dritte Steuernotverordnung halten, der allgemeinem
Intereſſe in den Kreiſen der Mitglieder begegnen wird.
3 Orpheum. Dolly im Himmelbett der ausgelaſſene
heitere Operettenſchwank von Arnold und Bach (Muſik von Hugy Hirſd
bleibt nur noch bis Freitag einſchließlich auf dem Spielplan. Wer das
zugkräftige Stück, in dem Marga Peter eine Glanzrolle hat, noch
nicht geſehen, dem ſei der Beſuch noch empfohlen. Ab Samstag ſoll Die
luſtige Witwe erſcheinen.

Der Mitteldeutſche Küfer=Innungs=Verband wird in den Tagen
vvm 21. bis 23. Juni 1924 in Darmſtadt ſeinen 3. Verbandstag abhal=
ten
. Dem Verbend gehören zurzeit etwa 20 Innungen mit rund 1000
Mitgliedern an, die in der Hauptſache in den Weinbaugebieten ihren
Wohnſitz haben. Die beiden erſten Tagungen des Verbandes haben in
Kreuznach und Oppenheim ſtattgefunden und hatten ſich eines überaus
zahlreichen Beſuches zu erfreuen. Liegt Darmſtadt auch nicht in des
Weingegend und wird deshalb auch die ohligatoriſche Weinprobe fort=
fallen
müſſen, ſo bietet ſeine Bedeutung als Kunſtſtadt und ſeine herr=
liche
Umgebung ſicher vollen Erſatz füür manchen Vorzug der Weinſtädte.
Dies um ſo mehr, als Ausſicht beſteht, daß bei dieſer Gelegenheit auch
der alte Ruf Darmſtadts als Bierſtadt wieder zu neuen Ehren kommen
wird. Mit dem Verbandstag ſoll eine Fachausſtellung verbun=
den
werden, die alle in das Küfer= und Kellereigewerbe einſchlagenden
Artikel umfaſſen wird. Anmeldungen zu dieſer Ausſtellung, zu welcher
nähere Mitteilungen noch in der Tagespreſſe ergehen werden, können
ſchon jetzt bei dem Schriftführer der Küfer=Innung, Küfermeiſter Fr.
Poth, Darmſtadt, Holzſtr. 3, erfolgen.
Der Männergefangverein Lyra feierte im Konkordiaſaale hier
ſein in jeder Beziehung gut verlaufenes Frühlingsfeſt‟. Die zu Gehör
gebrachten Chöre wurden unter der tüchtigen Leitung des Dirigenten,
Herrn Huckelmann, exakt vorgetragen. Auch die beiden Theaterſtücke:
Der Eiferſüchtige und Pada vermietet die Wohnung, welche in
flotter und animierter Weiſe zur Darſtellung kamen, veranlaßte die
Anweſenden zu zahlreichen Beifallsbezeigungen. Ausgeführt wurden
die Stücke durch die Damen: Frau O. Wettach, Frl. Ziemer, Frl. Rau,
Frl. J. Scholles und die Herren Phil. Kraft, L. Seeligner, O. Wettach
und Eifenhauer. Beſonderen Beifalls erfreute ſich die äußerſt ge=
lungene
Wiedergabe des humoriſtiſchen Terzetts: Gebr. Pelle von der
Kurkapelle, vorgetragen von den Herren Walter Kugler, L. Eſſinger
und L. Seelinger und die Fantaſie über das ſzeniſch dargeſtellte Heiden=
röslein
(durch die Kinder Ziegler und Weber); ebenſo die Geſangs=
und Tanzaufführung: Aelplerland ſei mir gegrüßt, vorgetragen von
Frl. Heiligenthal u. O. Wettach.
Kriegsopferverſorgung. Die Landesgruppe Heſſen des Verbands
der Kriegsbeſchädigten und Kriegshinterbliebenen im Kyffhäuſerbunde
hat an den Heſſiſchen Landtag einen Antrag eingereicht, in dem gebeten
wird, der Landtag möge ſich dafür einſetzen, daß die Heſſiſche Negierung
in Berlin energiſche Schritte unternimmt, um die Verſorgung der
Kriegsopfer und Altrentner lreſentlichk, zu verbeſſern. Der Verband iſt
nach wie vor bemüht, nach ſeinen ſozialen Grundſätzen, ohne politiſche
Einſtellung, jedem Kriegsotfer unentgeltlich Recht zu verſchaffen, einer=
lei
, ob es Bundesmitglied iſt oder nicht. Hilfeſuchende werden gebeten,
ſich an die Herren Dr. Baſſelli, Darmſtadt, Georgenſtraße 13, III,
und Herrn Lehrer Ihrig Rothenberg i. O., zu wenden.
Unter den Schaubuden auf der Meſſe fällt ein Zelt auf mit der
Ueberſchrift Die kleinen oſtafrikaniſchen Liliput=
pferdchen
aus dem Tierpark Carl Hagenbeck‟. Es werden dort oſt=
afrikaniſche
Zwergpferdchen vorgezeigt, nicht eins oder zwei, eine ganze
Karawane. Es iſt zu prſſierlich und dröllig, wie ſich dieſe kleinen Zerle
in der viereckigen Arena tummeln. Darunter ſind Pferdchen von ſechzig
Zentimeter Höhe, ſo zierlich von Geſtalt, daß man ſie Elfenpferdchen
nennen könnte. Es ſind dieſes Naturerſcheinungen, wie ſie in hunderten
von Jahren einmal vorkommen. So manches Schaukelpferd muß als
Rieſe bezeichnet werden im Vergleich mit dieſen goldigen Geſchöpfen.
Die kleinen Kerle ſind vollſtändig intelligent und gelehrig, da ſie ver=
ſchiedenartige
Kunſtſtückchen verrichten und jedes Stückchen Zucker, das
ſie erhalten, quittieren ſie mit einem Mach ſchön hoch oder Füßchen
geben
* Feſtnahme eines Raubmörders? Auf Erſuchen der Frank=
furter
Kriminalpolizei wurde geſtern von der hieſigen Kriminal=
polizei
der 39 Jahre alte Landwirt Fritz Michel aus Hahn bei
Pfungſtadt hier feſtgenommen. M. iſt verdächtig, im Sep=
tember
in Frankfurt einen Mann beraubt und dann in den Main
geworfen zu haben."
Kunſknotizen.
(eder Werte, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſſehenden Erwähnung
geſchiebi. behä!: ſich die Redaftion ibr Urteil vor.
Siebentes Sinfoniekonzert. Das letzte der dieswinterlichen
Sinfoniekonzerte bringt einen in Darmſtadt aufs allerbeſte eingeführten
Soliſten: den Celliſten des Buſch=Quartetts, Prof. Paul Grümmer.
Es iſt ſicher ſehr zu begrüßen, dieſen ausgezeichneten Kammermuſikſpie=
ler
auch als Soliſten kennen zu lernen. Herr Grümmer ſpielt das Kon=
zert
von Haydn, eines der ſchönſten Werke der Celloliteratur. Zwei Sin=
fonien
umrahmen das Konzert: Schuberts hier noch nicht gehörte
dritte und Beethovens ſiebente. Die Mieter können ab Donnerstag
die Karten für dieſes Konzert bei Schutter einlöſen.

Aus den Barteien.

Demokratiſche Partei.
Am Montag abend ſprach in einer öffentlichen Verſammlung der
Deutſchen Demokratiſchen Partei im Fürſtenſaal Oberregierungsrat
Dr. Spieß über Deutſchlands außenpolitiſche Bilanz‟. Die Ve. war nicht ſo gut beſucht, wie es bei dem üiberaus intereſſan=
ten
Vortrag zu wünſchen geweſen wäre. Der Redner zog die Bilanz
unſerer außenpolitiſchen Beziehungen ſeit der Staatsumwälzung.
Beginnend mit einer Zuſammenfaſſung der außenpolitiſchen Ergeb=
niſſe
des Nationalverſammlungsreichstags bezeichnete der Redner als
den großen Gewinn dieſer Periode den Umſtand, daß Deutſchland wie=
der
zu ſicherem Frieden gebracht werden ſei; von den drei Punkten, die
den Verſailler Frieden zum Schmachfrieden geſtempelt hätten, ſei der
erſte, die Auslieferungspflicht, noch don der Nationalverſammlung
ſelbſt zu endgültiger Zurückweiſung gebracht und Deutſchland von dieſer
Pflicht befreit worden. In den letzten Monaten der Nationalverſamm=
lung
ſei dann ſogar noch der größte. Deurſchland feit. 1918 außenpoli=
tiſch
beſchiedene Triumph eingebracht worden: die bedingungsloſe
Zuriicknahme der franzöſiſchen Beſatzung aus Darmſtadt und Frank=
furt
. Trotz ſolcher Ergebniſſe habe die Reichstagsivahl von 1920 die
Mehrheit, die ſie erzielt habe, zerbrochen. Bei ſchvankenden Mehr=
heitsverhältniſſen
in der Periode 19201924 habe ſich ergeben, daß bei
allen weiteren Verhandlungen die deutſchen Regierungen jedesmil,
wenn die außenpolitiſche Führung rechts lag, das Augenmaß für das
politiſch Erreichbare verloren hätten und Deutſchland zu Schaden ge=
kommen
ſei. So habe das Verhalten des Kabinetts FehrenbachSimon
Deutſchland das Londoner Ultimatum und die unwiderrufene Beſetzung
von Düſſeldorf, Dufsburg und Ruhrort zugezogen. Dem Kabinett
WirthKöſter ſei der im Wege formell richtigen Rechtsganges ſachlich
aber ſo unbillig ergangene Entſcheid in der oberſchleſiſchen Frage ſo
wenig zur Laſt zu legen, wie dem Anwalt ein vor beſtochenem Richter
verlorener Prozeß. Glänzend ſei der Aufſtieg unſerer Diplomatie
unter Rathenau geweſen. Abgeſehen von dem Wiesbadener Loucheur=
Abkommen, das ebenſoviel offene Kritik wie heimliche Nachahmung ſei=
tens
der verſchiedenen induſtriellen Großkonzerne gefunden habe, be=
weiſe
dies die Konferens von Genua, auf der Deutſchland zum erſten
Male nicht nur als ebenbürtiger Vertragsgegner an dem Verhandlungs=
tiſch
zugelaſſen worden ſei, ſondern Deutſchlands Poſition bereits derart
gefeſtigt geneſen ſei, daß es ſich mitten in den Verhandlungen die wäh=
rend
tagender Konferenz mindeſtens kühne Extratour des ruſſiſchen
Sondervertrags zu Rapallo hätte erlauben können. Fürchterlich, nur
mit dem Alſturz der Währung vergleichbar, ſei der Abſturz unſerer
Außenpolitik unmitelbau nach Rathenaus Ermordung geweſen. Was
das Kabinett CunoRoſenberg-Becker dvegen minimaler Kohlenliefe=
rungsdifferenzen
und wegen ein paar Telegraphenſtangen um mit
Cunos Worten zu reden übe Deutſchland gebracht habe, wie leicht=
hin
damals der von den Franzcſen ſo ſehnlichſt geſuchte Vorwand für
die Ruhrbeſetzung gegeben worden ſei, das werde von Einſichtigen ſelbſt
in fernſter Zeitenferne nicht vergeſſen werden können. Nach Ausbruch
des Nuhrkenfliktes habe es dann abgeſehen von dem Stabiliſierungs=
verſuch
an jeder tapferen Initiatibe für Durchführung und vor allem
für Beendigung des Konfliktes gefehlt. Erſt als dem als rechtsorien=
tiert
anzuſprechenken Kabinett CunvRoſenberg-Becker da3 als links
beeinflußt und marxiſtiſch angeſeucht angegriffene Kabinett Streſemann
gefolgt ſei, ſei in wirkliche Befreiungsarbeit eingetreten worden. Zu
bedauern wäre, wenn Streſemann in Hannover wirklich nicht mehr
den Mut gefunden häte, ſich zu ſolchem Werke in gleicher Weiſe wie in
Darmſtadt zu bekennen. Nur in der Befreiungspolitik des beſſeren
Straſemann ſteckten für Deutſchland außenpplitiſche Aufſtiegs= und auch
Machtmöglichkeiten. Der franzöſiſche Frankenſturz, der nur nich dem
franzöſiſchen Wollen abgebremſt, und gegen den isbeſondere kein ame=
rikaniſches
Finanzhaus, insbeſondere auch nicht das Haus Morgan,
aktio geworden ſei, beweiſe, welche Möglichkeiten es gäbe. Auch bei der
Frankfurt-Darmſtädter Beſetzung 1920 ſei der Franken gefallen, die
Mark aber giſtiegen. Die franzöſiſche Poſition, die unter der Unklir=
heit
der beiden Endziele: deutſche Entſchädigung oder deutſche Vernich=

in ſich. Noch können Früchte für Deutſchland reifen, wenn auch die dies=
malige
außenpolitiſche Bilanz, die auch in dem dritten Friedensver=
tragslaſtpunkte
, der Schuldlüge, nur wenig Poſitives aufweiſe, nicht
eindeutig günſtig, vor allem nicht an Güte vergleichbar mit der Bilmn=
der
Nationalverſammlung ſeinerzeit ſei. Bedingung aber für jede
günſtige Geſtaltung ſei, daß der zweimal beſvährte außen=
politiſche
Linkskurs ſtatt des zweimal ad abeurdum geführten außen=
politiſchen
Rechtskurſes ſtändig und ſtet geſteuert werde.
In dieſem Einne klang der Vortrag in eine Werbung für die Liſta
der Deutſchen Demokratiſchen Partei aus=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924.

Mumm r 95.

* Zum Kampfe
gegen die dritte Steuernotverordnung.
Im Anſchluß an zweitägige Delegiertenverhandlungen fand
am Sonntag, den 30. März, zu Berlin eine Proteſtverſammlung
des Hypothekengläubiger= und Sparer=Schutzverbandes für das
Deutſche Reich ſtatt. In der Verſammlung, die von Tauſenden
beſucht war, ſprachen außer Oberlandesgerichtspräſidenten Dr.
Beſt als weitere Vorkämpfer der Bewegung Reichsgerichtsrat
Zeiler und Kammergerichtsrat Dr. Sontag. Die Ausführungen
der Redner waren von brauſendem Beifall begleitet und die Be=
ſchlüſſe
der Delegierten fanden einſtimmige Annahme. In dieſen
Beſchlüſſen wird die alsbaldige Aufhebung der rechts= und ver=
faſſungswidrigen
Art. I bis III der Verordnung ſowie eine
Regelung der Aufwertung gefordert, die ſich unter Berückſichti=
gung
einzelner gerau formulierter Punkte, an die vom Reichs=
gericht
anerkannten Vorſchriften des bürgerlichen Rechtes anzu=
ſchließen
hat. Die Forderungen wurden den Zentralvorſtänden
der politiſchen Parteien mit dem Erſuchen überſandt, ſich bis
ſpäteſtens 7. April ſchriftlich zu verpflichten, für deren Erfüllung
alsbald nach dem Zuſammentritt des Reichstags einzutreten.
Dem Erſuchen war die Mitteilung angefügt, daß die Nichtein=
haltung
der Friſt ſowie eine ausweichende oder einſchränkende
Antwort die Folge habe, daß die Partei bei den Wahlen von
den Mitgliedern des Verbandes auch dann nicht unterſtützt wird,
wenn etwa die Landesgruppe oder der einzelne Kandidat Er=
füllung
zuſagt. Iu Verbindung mit Beamten, Lehrern, Privat=
angeſtellten
, Rentnern und anderen Entrechteten ſoll eine eigene
Reichswahlliſte und auch überall da eine beſondere Kreis=
wahlliſte
aufgeſtellt werden, wo es an einer unein=
geſchränkr
zuſtimmenden Partei fehlt, eine zuſtimmende keine
Ausſichten hat oder es ablehnt, einen ihr bezeichneten Führer
der Aufwertungsbewegung auf ihrer Liſte an ſichere. Stelle zu
ſetzen. Die Bedeutung der Beſchlüſſe ergibt ſich daraus, daß
der täglich ſtark wachſende Verband bereits an zwei Millionen
Mitglieder zählt.

uung vom 14. Juli 1914 Nachſtehendes in Kraft getreten: Wer Azetylen
herſtellen oder Karbid lagern will, hat dies beim Betriebsbeginn der zu=
ſtändigen
Polizeibehörde anzuzeigen. Daneben ſind die Verkäufer von
zum Zwecke der Herſtellung von Azetylen erwerben, der genannten Be=
erkannten
Regeln der Wiſſenſchaft und Technik entſprechend ausgeführt,
betrieben und erhalten werden. Kalkſchlammgruben müſſen ſo angelegt
ſein, daß entweichendes Azetylen nicht in überdachte Näume einſtrömen
Gegenſtänden in den beſonderen Entwicklerräumen und Karbidlagern einberufen und faßt bindende Beſchlüſſe über die für Anwendung
gasbehältern iſt verboten. Warnungstafeln ſind anzubringen. Ueber=
wachung
und ſelbſtändige Bedienung der Azetylenanlagen darf nur durch
Jahre alte Perſonen erfolgen. Die Lagerung von Karbid in Kellern iſt
unterſagt. Die Räume dürſen mit Licht nicht betreten werden; als
Ausführung mit außerhalb des Raumes angebrachten Schaltern zuläſſig.
Im Freien darf Karbid nur in waſſerdichten Metallgefäßen und min=
deſtens
3 Meter von Gebäuden entfernt gelagert werden. Die Lagerſtätte
iſt auf allen Seiten im Abſtand von mindeſtens 1 Meter mit Zaun oder
Drahtgitter zu umgeben. Jeder Zugang zu den Lagerräumen und nung vom 21. Mai 1920 geregelt, alsdann abgeändert durch die Ent=
splätzen
hat Warnungstafeln dahin zu enthalten: Karbidlager! Unbe=
fugten
iſt Zutritt verboten. Zum Löſchen eines Brandes kein Waſſer ver= ſprochene Verordnung.
wenden! Erde, Sand oder geeignete Feuerlöſcher ſind in der Nähe
bereitzuhalten. Die ſachverſtändige Prüfung der Anlage beſorgt die ger Dienſtgeſchäfte Tagegelder und Reiſekoſten, die der zuſtändige
Dampfkeſſelinſpektion in Darmſtadt.
boten. Der ſchweizeriſche Ständerat hat bei Beratung des Landes=
nommen
, wonach die Vollgummibereifung der Automobile verboten wird.

Gebühren im Verfahren
vor dem Reichswirtſchaffsgericht.
8 In Nr. 69 vom 9. d8. Mts. haben wir die am 8. ds. Mts. in Kraft
getretene auf Grund des Ermächtigungsgeſetzes vom 8. Dezember 1923
erlaſſene Verordnung ſkizziert. Wenn wir heute nochmals darauf zu=
rückkommen
, ſo geſchieht es, wveil uns gerade jetzt, wvo die Frage der Aus=
landsforderungen
(val. Nr. 81 vom 21. d8. Mts.) ſo lebhaft beſprochen
wird, nötig erſcheint, nicht nur aufklärend zu wirken, ſondern auch auf
Mängel, die abzuſtellen ſind, hinzuweiſen.
Das Reichswirtſchaftsgericht hat angeſichts der ihm zur
Entſcheidung überbürdeten Schädenfeſtſtellungen eine weittragende Ve=
deutung
. Die Verordnung über das Reichswirtſchaftsgericht war zu=
nächſt
auf Grund des 8 1 des RG. über eine vereinfachte Form der Ge=
ſetzgebung
für die Zwecke der Uebergangswirtſchaft v. 17. April 1919 am
21. Mai 1220 ergangen. Zum= Verſtändnis der Leſer ſei bemerkt: Das
Gericht iſt ein unabhängiges, nur dem Geſetze unterworfenes, Sonder=
gericht
; es iſt mit einem Präſidenten und der erforderlichen Zahl
von Senatspräſidenten, von rechtskundigen und ſachverſtändigen Mit=
gliedern
beſetzt. Die Zahl der Senate, die gebildet werden, beſtimat der
zuſtändige Reichsminiſter. Die Senate ſind in der Regel mit einem
Vorſitzenden und vier ſachverſtändigen Beiſitzern beſetzt. Ein in der
Dtſch. Jur. Ztg., Heft 17/18, vom 1. September 1920 abgedruckter
Aufſatz des Präſidenten Dr. Lucas belehrt uns, daß damals nahezu
25 000 Streitigkeiten mit einem Werte von über 700 Millionen Mark ihre
Erledigung gefunden haben. In faſt allen dieſen Fäillen Vertagung
fand nur in etwa 120 Fällen ſtatt war es möglich, die Entſcheidung
in einem einzigen Verhandlungstermin herbeizuführen.
Präſident, Senatspräſidenten und RW.=Räte und die Nichter werden
vom Neichspräſidenten aus der Zahl der zum Nichteramt befähigten
öffentlichen Beamten, unter Berückſichtigung der einzelnen Länder,
ernannt. Die ſachverſtändigen Beiſitzer beruft der Präſident
auf Grund einer Vorſchlagsliſte, die der RW.=Rat unter Berückſichtigung
der verſchiedenen Verufsgruppen und Jutereſſevertretungen aufſtellt.
Dieſe ſachverſtändigen ehrenamtlichen Beiſttzer werden für die einzelne
Streitſache vom Vorſitzenden des zuſtändigen Senats einberufen. Die
Senate entſcheiden in ber Beſetzung von einem Vorſitzenden und vier
ſachverſtändigen Beiſitzern. In Sachen, in denen das RW.=Gericht gegen
die Entſcheidung eines Gerichts oder einer Behörde angerufen wird,
entſcheiden die Senate in der Beſetzung von 1 Vorſitzenden, 2 rechts=
8 Herſtellung, Aufbewahrung, Verwendung von Azetylen, Lagerung und 2 ſacbverſtändigen Beiſitzern; ſoweit zur Entſcheidung ſogen, er=
von
Kalzumkarbid. Am B. v. Mts, iſt unter Aufhebung der Verorde weiterte Senate berufen ſind, erkennen ſie in Beſetzung von 1 Vorſitzen=
den
, 2 rechtskundigen und 4 ſachverſtändigen Beiſitzern. Beträgt nach
dem Ermeſſen des Vorſitzenden der Wert des Streitgegenſtandes nicht
mehr als 50 000 Goldmark, ſo genügt die Zuziehung von 2 ſacve an=
Azetylenentwicklern verpflichtet, Perſonen (Firmen), die die Entwickler digen bzw. einem rechtskundigen und einem ſachverſtändigen Beiſitzer.
Erklären ſich die Parteien einverſtanden, ſo kann ohne
Zuziehung ſachverſtändiger Beiſitzer entſchieden werden. Es iſt jedoch vor
hörde zu bezeichnen. Azetylenanlagen und Karbidlager müſſen den an= Entſcheidung das ſchriftliche Gutachten mindeſtens eines ſachver=
ſtändigen
Beiſitzers einzuholen, ſofern Parteien nicht
darauf verzichten.
Der große Senat entſcheidet in Beſetzung von 7 Mit=
kann
. Das Rauchen oder der Verkehr mit glühenden oder brennenden gliedern nach einfecher Stimmenmehrheit; er wird vom Präſidenten
ſowie in der Nähe dieſer Näume, von Kalfſchlamngruhen und Azetylene und Auslegung der Geſetzgelung maßgebenden
Grundſätze.
Wichtig iſt, daß kein Anwaltszwang beſteht. Nach § 18 der
zuberläſſige, mit Einrichtumng und Vertrieb vertraute, mindeſtens 18 Entſchädigungsordnung vom 30. Juli 1981 kann ſich der Antragſteller
in jeder Lage des Verfahrens eines mit ſchriftlicher Vollmacht
verſehenen Vertreters oder eines Beiſtandes bedienen. Dis
Innenbeleuchtung iſt nur elektriſche Beleuchtung in ſchlagwetterſicherer RV.=Gericht iſt nach freiem Ermeſſen in geigneten Fällen befugt, ohne
weitere Erhebungen auf Grund ſeiner Geſchäftserfahrung
zuentſcheiden.
Die Koſten des Verfahrens ſind zunächſt in der Verord=
ſchädigungsordnung
vom 30. Juli 19221 und jetzt durch die jüngſt be=
Die Mitglieder des Gerichts erhalten bei Wahrnehmung auswärti=
Miniſter einvernehmlich mit Reichsfinanzminiſter beſtimmt. Für die
Die Vollgummibereifung der Automobile in der Schweiz ver= durch Urteil erfolgenden Entſcheidungen des RW.=Gerichts wird
eine in die Reichskaſſe fließende Gebühr erhoben, bemeſſen nach Wert
geſetzes über den Automobil= und Fahrradverkehr einen Antrag ange= des Streitgegenſtandes und Höhe der dem Reiche verwachſenen Auslagen
unter Berückſichtigung der dem Gericht verurſachten Mühewaltung.

Wähtend 1920 beſtimmt war, daß die Gebühr nicht mehr als 5 b. H. des
Streitgegenſtandswerte und nicht mehr als 50 000 Mark betragen ſolle,
ſoll jetzt die Gebühr nicht mehr als 10 v. H. und nicht weniger als
2 v. H. dieſes Wertes betragen. Aus beſonderen Gründen
kann von der Erhebung einer Gebühr abgeſehen
werden. Eigentümlich berührt, daß im Wiederaufnahme=
verfahren
(5 1 Abſ. 4 der Verordnung vom 13. Februar 1924) eine
beſondere Gebühr nach Maßgabe vorſtehender Vorſchriften er=
hoben
wird. Die Wiederaufnahme eines abgeſchloſſenen Verfahrens
findet in den in 8 42b der Entſch.O vom 30. Juli 1921 genannten Fällen
ſtatt. Hier ſind ſolche Fälle aufgezählt, wo ein Verſchulden der Partei
gar nicht zu konſtruieren iſt:
1. wenn die Entſcheidung gegen den klaren Inhalt der Akten ve=, oder ein Anſpruch oder eine Tatſache, die für die Entſcheidung
erheblich iſt, im früheren Verfahren nicht in Betracht gezogen wurde.
2. wenn die Unterlagen, auf denen die Entſcheidung beruht, un=
richtig
oder unvollſtändig waren, und die Beteiligten ohne ihr Verſchul=
den
außer Stande waren, im früheren Verfahren die Berichtigung oder
Vervollſtändigung der Unterlagen herbeizuführen;
3. wenn nach Ergehen der Entſcheidung eine Tatſache eingetreten iſt,
die, wenn die Entſcheidung erſt nach ihrem Eintritt ergangen wäre,
eine Aenderung ihres Inhalts herbeigeführt hätte;
4. wenn das Urteil durch eine ſtrafbare Handlung herbeigeführt iſt
und wenn wegen dieſer ſtrafbaren Handlung eine rechtskräftige Verur=
teilung
ergangen iſt oder die Einleitung oder Durchführung eines Straf=
verfahrens
aus andern Gründen als wegen Mangels an Beweis nicht
erfolgen kann. Der Antrag auf Wiederaufnahme muß bei dem RW.=
Gericht binnen Notfriſt von 2 Monaten geſtellt werden, über die
Vorausſetzungen der Wiederaufnahme entſcheidet der große Senat.
8 9 der Verordnung vom 13. Februar 1924 ſetzt die bisherigen Vor=
ſchriften
über die Erhebung von Gerichtskoſten und Auslagen für das
Verfahren vor dem RW.==Gericht außer Kraft; es gilt dies
alſo insbeſondere von den 88 48 ff. der Verordnung vom 21. Mai 1920
und den ſie abändernden Vorſchriften der Entſcheidungsordnung vom
30. Juli 1921. Nunwird erſt § 3 der Verordnung vom 13. Fe=
bruar
1924 im Urteildes RW.=Gerichtsoderendgültig
durch den Vorfitzenden des für die Entſcheidung der
Hauptſache zuſtändigen Senats dieſes Gerichts ent=
ſchieden
, wer die Gebühr zutragen hat, wie hoch ſie,
iſt. Man weiß alſo gar nicht, wenn man das RW.=Gericht angehen will,
wie hoch die Koſten, die das Reich erhebt, zu ſtehen kommen. Zwar kaun
der Präſident des RW.=Gerichts Gebühren, die durch unrichtige
Behandlung der Sache ohne Schuld der Beteiligten
entſtanden ſind, niederſchlagen. Aber das kann nicht genügen.
Woran es vor allem fehlt, iſt das, daß es auch dem nicht vermögenden
Anſpruchsberechtigen in gleicher Weiſe wie dem ſeltenen Neichen er=
möglicht
werden nuß, die unparteiſche Gerichtsinſtanz anzugehen, ohne
Koſten vorlegen oder nachträglich zahlen zu müſſen. Es geht hier ein=
fach
nicht an, daß nach 8 5, RW.=Gericht, Senatsvorſitzender oder die
Ermittelungen führender Richter die Anordnungen eines Termins, die
Anordnung einer Beweisaufnahme von Einzahlung eines zur.
Deckung der Reichskaſſe verlangten Vorſchufſes ab=
hängig
machen. Solch plutokratiſches Shſtem verdient Verurteilung.
Wer im breiten Mittelſtand iſt in der Lage, eben
noch Koſten vorzulegen gar in Sachen, in denen er
das Reich als ſeinen Schuldner anſpricht. Nach 8 52
der Verordnung vom 21. Mai 1920 beſtimmt ſich die Rechtsanwalts=
gebühr
im Verfahren vor dem RW.=Gericht ſowie für die beratende
Berufstätigkeit nach einer allgemeinen Anordnung, die am 6. Oktober
7930 ergangen und in 8 66 der Verordnung vom 30. Juli 1921 ab=
geändert
wurde. Im Verfahren vor dem RW.=Gericht finden die für
bürgerliche Rechtsſtreitigkeiten im 1. Rechtszuge geltenden Vor=
ſchriften
der Rechtsanwaltgebührenordnung ſinngemäße Anwendung, je=
doch
mit folgenden Aenderungen: Iſt der Wert des Streitgegenſtandes
höher als 3 Millionen Mark, ſo ſteigen von dieſer Wertſumme die Ge=
bührenſätze
für jede Wertklaſſe nur um je 1 Mark, (Nach 8 7 der Ver=
ordnung
vom 13. Februar 1924 wird der Wert des Streitgegenſtandes
in Gold beſtimmt, ebenſo werden die Gebühren, Auslagen und Vor=
ſchüſſen
in Gold berechnet), alſo werden die Anwaltskoſten auch auf
Goldmark umgeſtellt. Nach 8 4 der Verordnung vom 6. Oktober 1920
wird der Wert des Streitgegenſtandes vom Vorſitzenden nach freiem
Ermeſſen feſtgeſetzt. Gegen Feſtſetzung desſelben iſt dem Rechtsanwalt
das Rechtsmittel der Beſchwerde an den großen Senat des RW.= Wirt=
ſchaftsgerichts
gewährt. Für den Geſchäftsbetrieb einſchließlich der Ju=
formation
erhält der Rechtsanwalt die Hälfte der ihm in bürger=
lichen
Rechtsſtreitigkeiten zuſtehenden Prozeßgebühr.

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[ ][  ][ ]

Nummer 93.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924.

Seite 2.

Aus Heſſen.

Griesheiut, 30. März. Die hieſige Zweigfabrik der Pasquah=
Werke A.=G., Hauptſitz in Bremen, beabſichtigt auf ihrem hieſigen
Fabrikgelände die Aufführung eines drei= bis vierſtöckigen Neubaues von
35 Meter Länge und 15 Meter Tiefe, um neben der Herſtellung von Bon=
bons
noch die Fabrikation von Schokolade aufzunehmen. Die Fabrik iſt
aus dieſem Grunde an die Gemeinde wegen Erweiterung bezw. Ausdeh=
nung
der Kanaliſation herangetreten, deren Durchführung auf 3035 090
Goldmark zu veranſchlagen iſt. Wenn auch mit Nückſicht auf die allge=
meine
Finanzlage die Kanalerweiterung eine ſehr erhebliche Belaſtung
der Gemeinde darſtellt, ſo hat der Bau= und Finanzausſchuß mit Rück=
ſicht
auf die künftige Steuerkraft und die durch die demnächſtige Betriebs=
erweiterung
bzw. erhöhte Leiſtungsfähigkeit der Fabrik gebotenen erhöhten
Erwerbsmöglichkeiten der hieſigen Bewohner ſich trotzdem mit der gefor=
derten
Kanalausdehnung grundſätzlich einverſtanden erklärt. Es iſt des=
halb
mit der Annahme des Projekts durch das Plenum des Gemeinderats
beſtimmt zu rechnen, umſomehr, als nach Durchführung der Kanalerwei=
terung
weiteres Induſtriegelände in unmittelbarer
Nähe der Bahn erſchloſſen wird. Wie wir von zuverläſſiger
und erientierter Seite in Erfahrung gebracht haben, iſt ſeitens der Ge=
meindeverwaltung
bet der Bremer Direktion des hieſigen Gaswerks die
Einführung von elektriſchem Licht in Anregung gebracht worden.
8 Eberſtadt, 1. April. Die Quäkerſpeiſungen für bedürf=
tige
Kinder, über die wir erſt geſtern berichtet haben, mußten heute
wegen Mangels an Lebensmitteln eingeſtellt werden. Nach den Oſter=
ferien
(die übrigens am Samstag beginnen) werden ſie vorausſichtlich
wieder aufgenommen werden.
A. Auerbach, 30. März. Die Ortsgruppe Auerbach der Deutſch=
nationalen
Volkspartei hatte geſtern abend im großen Saale
des Gaſthauſes. Zur Bergſtraße einen patriotiſchen Abend veranſtaltet,
der zahlreich beſucht war und einen echt vaterländiſchen Verlauf nahm.
Eröffnet wurde die Veranſtaltung durch einen Marſch aus Götterdämme=
rung
von Wagner (Major Schmidt) hieran ſchloſſen ſich Begrüßungs=
anſprache
(Admiral a. D. Exz. Schmidt), Geſangsvortrag von Frau Ried=
linger
, Feſtrede von Pfarrer Berck=Roßdorf, Huldigung vor der Büſte
Bismarcks, Deklamation von Frl. Wiemer und Lebendes Bild von Paula
und Marga Ungerer, Romanze Op. 79, 2, Violinſolo von Herrn Ba=
rowsky
. Nach kurzer Pauſe: Geſangsvortrag von Frau Riedlinger, Ge=
dichtsvortrag
von Hauptmann Emminghaus Zum Gedächtnis der Köni=
gin
Luiſe von Baroneſſe N. v. Engelhardt, Lieder zur Laute von Frl.
Eddy Graf, 1 Satz aus der Sonate C=Moll, Op. 45 (Grieg), Klavier:
Major Schmidt Violine: Herr Barowsky, und zum Schluß Gerichtsvor=
trag
von Frl. John=Bensheim. Es waren köſtliche Stunden, die den Be=
ſuchern
durch dieſe vaterländiſche Veranſtaltung geboten wurden, und ſei
hiermit allen Mitwirkenden warmer Dank geſagt.
O Von der Bergſtraße, 31. März. Die Mandelbäume ſtehen in
geſchützten Lagen der Bergſtraße, beſonders an Rebhängen, an ver=
ſchiedenen
Stellen in voller Blüte.
+ Groß=Umſtadt, 1. April. Todesfall. Der bekannte Brauerei=
beſitzer
Gg. Hch. Ganß 2. iſt nach längerem Leiden im 66. Lebensjahre
verſtiorben.
A Nieber=Klingen, 31. März. Wer nicht ſtiehlt glaubt heute
etwas zu verſäumen. Zu dieſer Auffaſſung ſcheinen ſich Leute durch=
gerungen
zu haben, die ſich gegenwärtig ſelbſt an ſolchem fremdem Gut
vergreifen, das man früher gar nicht der Entwendung wert erachtete.
Man kann ſchließlich verſtehen, daß eine Feldfrucht geſtohlen wird,
die am öffentlichen Wege ſteht; daß man aber jetzt dazu übergeht, aus
eingefriedigten Gärten Bux zu ſtehlen, der zum Einfaſſen der Beete
dient, wie das in der letzten Zeit hier mehrfach vorkam, das iſt ein
äußerſt betrübliches Zeichen unſerer Zeit. Das Diebsgeſindel ſcheint den
Gartenbux an Gärtnereibeſitzer abzuſetzen, die ihn ab und zu anzukaufen
ſich bereit erklären und das laufende Meter dabei mit 2,50 Mark bezah=
len
. Die Gendarmerie müßte bei ſolchen Diebſtählen unbedingt raſcher
die Spur der Täter verfolgen. Der Polizeihund muß von dem Gen=
darmen
ſofort mitgebracht und angeſetzt werden, wenn ein ſolch
gemeiner Diebſtahl gemeldet wird, und nicht erſt dann, wenn Regen
uſw. dem Hunde unmöglich gemacht haben, die Witterung aufzunehmen.
Fränkiſch=Crumbach, 31. März. Am kommenden Sonntag,
abends 7½ Uhr wird die Geſellſchaft der Muſikfreunde

Auf NSe Lase eid etchae
ber, Violine, vom Baheriſchen Staatskonſervatorium der Muſik in
Würzburg. Die Geſellſchaft der Muſikfreunde im Odenwald bietet
nur auserleſene Kunſt. Wenn ſie zu uns kommt, erwartet ſie, daß

ſolche auch hier Verſtändnis findet. Es liegt an uns dieſe Erſuartung
nicht zu enttäuſchen. Zu Gehör gebracht werden Tondichtungen von
J. S. Bach und Händel, d. h. unſerer größten proteſtantiſchen Meiſter,
Reichelsheim i. D., 1. April. Paſſionskirchenmuſik.
Ein ſeltener Kunſtgenuß ſteht den Bewohnern des Kirchſpiels Reichels=
heim
für nächſten Sonntag, den 6. April, in Ausſicht. Auf Veranlaſſung
der Geſellſchaft der Muſikfreunde im Odenwald (Sitz Erbach i. O.)
werden erſte Künſtler in der hieſigen evangeliſchen Kirche am Nachmittag
ein Paſſionskirchenkonzert veranſtalten. Ausgeführt wird dieſes durch
Frl. Liſa Breclter aus Mannheim und die Herren Profeſſoren Schind=
ler
und Schreiber vom Bayeriſchen Staatskonſerbatorium der Muſik in
Würzburg.
* Grbach f. O., 31. März. Die Geſellſchaft der Muſik=
freunde
im Odenwald, Sitz Erbach i. D., die ſeit Anbeginn
ihres Beſtehens der Pflege edler Kirchenmuſik ihre beſondere Aufmerk=
ſamkeit
gewidmet hat, veranſtaltet zurzeit ihre Pafſionskirchen=
muſik
1924 in Geſtalt von nicht weniger als acht Konzerten in
Sdenwälder Kirchen. Die erſte Reihe (75.78. Konzert) hat am Frei=
tag
mit je einem Konzert in Hirſchhorn, Erbach, Kirchbrombach und König
bereits ſtattgefunden. Zur Ausführung waren, wie ſtets, hervorragende
künſtleriſche Kräfte gewonnen worden, die jedem Großſtadt=Konzert
Ehre machen: die Sopraniſtin Liſa Brechter aus Mannheim, ſowie die
Profeſſoren vom Baheriſchen Staatskonſervatorium der Muſik in Würz=
burg
, Herren Hanns Schindler (Orgel) und Arthur Schreiber (Violine).
Das Programm beſtand aus herrlichen Werken der Altmeiſter Händel
und Bach, den erhebenden Abſchluß bildeten die Paſſionschoräle Gerz=
liebſter
Jeſu und O Haupt voll Blut und Wunden in einer eigens
für dieſen Zweck durch Profeſſor Schindler geſchaffenen wundervollen
freien Bearbeitung für hohe Singſtimme. Geige und Orgel, die die alt=
bekannten
und ehrwürdigen Paſſionsgeſänge in köſtlicher neuer Form
erſtehen ließ. Die Konzerte vermittelten den Hörern tiefſte Eindrücke,
und es iſt durch ſie wieder einmal der Beweis erbracht worden, daß
bei verſtändnisvollem Zuſammenwirken der Herren Geiſtlichen, der
Künſtler und der für eine ernſthafte Kunſtpflege verantwortlichen Ver=
einigungen
auch in kleinen Städten und auf dem Lande unbedingt gute
Kunſt in beſter Ausführung geboten werden kann. Der erſten Reihe‟
der Paſſionskirchenmuſik 1924 ſchließt ſich Ende dieſer Woche die
zweite Reihe‟ (79.82. Konzert) mit denſelben ausgezeichneten Küuſt=
lern
und demſelben, ſo beſonders genußreichen Programm an: am
Freitag abend in Groß=Bieberau, am Samstag abend in Breusbach,
am Sonntag nachmittag in Neichelsheim und am Sonntag abend in
Fränkiſch=Crumbach; an den genannten Orten veranſtaltet die Geſell=
ſchaft
der Muſikfreunde im Odenwald zum erſten Male Konzerte, und
es ſteht zu erwarten, daß dieſe im edelſten Sinne volksbildende Arbeit
auch in dieſer Gegend unſeres ſchönen Odenwaldes auf fruchtbaren
Boden fallen wird.
Viernheim, 31. März. Bei dem letzten Gewitter wurde der
hieſige 68 Jahre alte, verheiratete Landwirt Johann Peter Bauer
auf freiem Felde bei Ackerarbeiten vom Blitz erſchlagen. Geſtern
fand unter großer Beteiligung die Beerdigung ſtatt.
* Weiterſtadt, 31. März. Die Turngemeinde Weite= brachte die Lperette Winzerlieſel zur Aufführung. Beide Mile
der Beifall des Publikums iſt der beſte Beweis hierfür muß die
Aufführung als gelungen bezeichnet werden. Darſteller und Orcheſter
gaben ihr Beſtes her, was unter der vortrefflichen Spielleitung des
Herrn Rektors Schenck ein autes Gelingen gewährleiſtete. Die Einzel=
leiſtungen
der führenden Rollen verdienen eine beſondere Stellung=
nahme
. Die Titelrolle wurde, geſanglich ſowohl als auch darſtelleriſch,
durch Etha Klein vorzüglich gegeben. Nicht minder gut waren die Lei=
ſtungen
ihres Partners, Adam Hahn, als Graf Walter von Steinen.
Die Rolle des Vaters Werner lag bei Mich. Bangert in den beſten
Hinden. Durch Heinrich Meinhardt als Nepomuk Liebespinſel und
Käthel Royer als Kammermädchen wurde das Publikum in die heiterſte
Stimmung verſetzt. Käthel Hahn als Gräfin von Steinen konnte ſehr
gut gefallen. Bei Georg Hamm als Winzermax war ebenfalls eine gute
Leiſtung zu verzeichnen. Johanna Friedrich als Henriette von Naden
und Ludwig Steinbrecher als Sekretär des Grafen fanden ſich ſehr gut
in ihre Rollen. Die Winzer und Winzerinnen hatten durch ihre Ge=
ſänge
und Tänze auch ihren Anteil an dem guten Gelingen des Stückes.
Die Feen ſowie Gott Amor lagen den Kleinen beſonders gut. Die

gegen

Geſamtleiſtung wurde durch reichen Beifall belohnt. Gut gefallen
konnten auch das Bühnenbild und die Beleuchtung der Bühne.
Turngemeinde kann mit Befriedigung auf ihre Veranſtaltung zurück=
blicken
, war es doch das erſte Mal, daß in Weiterſtadt ein Verein aus
eigener Kraft eine Operette zur Aufführung brachte. Die ſtarke Nach=
frage
hat die Turngemeinde veranlaßt, am kommenden Sonntag, das
Stück nochmals zu wiederholen.
+ Neu=Iſenburg, 31. März. Die Waldbahn wird ab 1. April
den Verkehr auch an Sonntagen wieder aufnehmen.
2 Ans Starkenburg, 29. März, wird uns geſchrieben: Unter den
amtlichen Bekanntmachungen fand man kürzlich in den Kreisblättern
eine Preſſemitteilung über die Aufbauſchulen. Wer dieſe
Mitteilung veranlaßt hatte, wurde nicht geſagt. Man kann aber au=
nehmen
, daß ſie von amtlicher Seite kam. Auffallend war nun die
Angabe in der amtlichen Empfehlung, die Aufbauſchulen ſeien
höhere Schulen, die ihren Schülern und Schülerinnen das Zeugn
der Reife ausſtellten. Ehemals hatten dieſe Berechtigung bekanntlich
nur die Gymnaſien. Später kamen Realghmnaſien und Oberreal=
ſchulen
dazu, und zwar gleichberechtigt. Sind die neuen Aufbauſchulen
dieſen drei Anſtalten nun wirklich gleichgeſtellt worden?. Wann
erſchien dieſe Verordnung? Was iſt unter guter Begabung zu der=
ſtehen
, die bei der Aufnahme in die Aufbauſchulen nachzuweiſen iſt?
Wie iſt es, wenn ſich ſpäter herausſtellt, daß die Begabung des
Schülers nicht ausreicht um die Reife, die die alten höheren Schule
nach zehn Jahren verliehen, mit ſechs Jahren zu erreichen? Wird
die Enttäuſchung der Ausgeſchiedenen, die das Reunen vorzeitig auf=
geben
müſſen, nicht um ſo größer und ſchmerzlicher ſein? Welches
iſt die pflichtmäßige Fremdſprache, die gelehrt wird, und wel=
ches
iſt die fremde Sprache, die wahlfrei iſt? Wie man hört, ſollen
die Aufbauſchulen ein Erfatz und eine Fortſetzung der früheren
Lehrerbildungsanſtalten ſein. Dieſe nun eingegangenen
Anſtalten waren zweifellos beſſer als ihr Ruf. Ihre Geringſchätzung
in der gebildeten Welt hatte darin ihren eigentlichen Grund, daß ſie
nicht formell als höhere Lehranſtalten anerkannt waren und daß ſie
keine Fremdſprache als Pflichtfach in ihrem Lehrplan führten. Von
einer zweiten Fremdſprache als wahlfreies Fach war natürlich erſt
recht keine Rede. Wenn nun die Aufbauſchulen keine zwei Fremd=
ſprachen
, etwa Franzöſiſch und Latein, verbindlich lehren,
ſo wird ihnen der Mangel und der Makel, den man früher den
Lehrerbildungsanſtalten anhängte ebenfalls anhaften. Wer nicht
Pädagogik, ſondern eine andere Wiſſenſchaft ſtudieren will, wird ge=
nötigt
ſein, in einer Fremdſprache eine Ergänzungsprüfung abzu=
legen
. Wer die Aufbauſchulen mit einer pflichtmäßigen und
einer wahlfreien Fremdſprache durchlaufen hat, wird mit Be=
dauern
feſtſtellen müſſen, daß er wohl die Reife mit ſechs Jahren
erworben hat, daß er aber trotzdem eingentlich nur für ein Studium
vorbereitet iſt. Die jetzige Einrichtung der Aufbauſchulen wird dieſe
Anſtalten deshalb bald als höhere Schulen zweiten Grades er=
ſcheinen
laſſen und nach einer beſtimmten Anzahl von Jahren wer=
den
ſie wirklich nur von Schülern und Schülerinnen beſucht wverden,
die einmal in der Volksſchule als Lehrer und Lehrerinnen tätig ſein
wollen. Die früheren Präparandenanſtalten durften ja auch
Schüler aufnehmen, die nicht Lehrer werden wollten, und ſchließlich
waren ſie doch nur die Vorſchulen der Lehrerbildungsanſtalten. Wer
es gut mit den Aufbauſchulen meint, muß noch jetzt dafür ſorgen
und ſeine warnende Stimme erheben, daß ſie in der Meinung des Vol=
kes
nicht zur Berufsſchule der Lehrer werden. Sie ſind ſchon auf dem
Wege dazu, weil ſie in den ehemaligen Seminarorten Alzey, Bensheim,
Darmſtadt und Friedberg untergebracht ſind. Eine Aufklärung darüber,
wie die begabten Schüler bisher in den Aufbauſchulen fort=
ſchritten
und weiterkamen, kurz ſich bewährten, wäre
ebenfalls vonnöten. Die Oeffentlichkeit iſt darüber wenig unterrichtet.
K: Gießen, 31. März. Nächſten Sonntag feiert der Bauer=
ſche
Geſangverein, deſſen geſangliche Leiſtungen auch in Daum=
ſtadt
von früher bekannt ſind, ſein 60jähriges Beſtehen durch einen
Feſtakt und ein großes Jubiläumskonzert in der Aula der Univerſität.
X Gießen, 1. April. Holzverſteigerung. Bei der letzten
Holzverſteigerung im Buſecker Tal wurden für 4 Raummeter Buchen=
ſchnittholz
über 70 Mark erzielt. Dieſer Preis iſt entſchieden zu hoch.
O Gießen, 1. April. Holzhieb. Die ſtädtiſchen Behörden
haben einen von der Forſtbehörde vorgeſchlagenen Extra=Holzhieb von
2000 Feſtmetern Holz im Stadtwalde genehmigt.
X Ober=Erlenbach, Kr. Friedberg, 1. April. Todesfall.
bürgermeiſter Karl Klimm iſt im Alter von 67 Jahren hier
j. Alsfeld, 30 März Geheimrat Prof. Dr. Behaahel hielt
geſtern in der Dürergeſellſchaft ſeinen erſten Vortrag im Auftrag.
Geſellſchaft von Freunden und Förderern der Univerſität Gieß
die auf Anregung des Provinzialdirektors gegründet wurde. Man
will dadurch die Zeiſtigen Beziehungen zwiſchen Univerſität und Pr
vinz enger geſtalten.

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[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924.

Rummer 93.

des

Zur Pſchchologie

Von Dr. Walter Georgi.
Es iſt ſeltſam, welche Wandlungen die Mentalität der Tou=
riſtik
im deutſch=nordiſchen Reiſeverkehr während der letzten zehn
Jahre durchgemacht hat. Der Deutſche, der vor dem Kriege die
nordiſchen Länder beſuchte, wurde von einer oft ſchwärmeriſchen
Liebe für den Norden getrieben. Lag bei dieſer Zuneigung bei
vielen oft der Gedanke an die Urheimat der Germanen zugrunde,
ſo bedeutete für die meiſten der Norden ein erfriſchendes Erleb=
nis
inmitten der 1raſtvollen Urwüchſigkeit der Landſchaft und
ſeiner Bewohner. Für den Reiſenden aus den ſkandinaviſchen
Ländern war Deutſchland das Läknd der geiſtigen Anregung, die
Heimat der romantiſchen Städte und des induſtriellen Fort=
ſchritts
, die Erholung ſpendende Ruhe in den lieblichen Tälern
des Mittelgebirges mit ſeinen Badeorten und Sommerfriſchen.
Es wwar ein geſunder Austauſch zwiſchen den Völkern, den der
deutſch=nerdiſche Reiſeverkehr vor dem Kriege vermittelte.
Dann ka;; der Krieg. Für den Deutſchen wurde es zur Un=
möglichteit
, ſeine Heimat zu verlaſſen. Auch die Nordländer
blieben zu Hauſe, es ſei denn, daß man in Geſchäften notgedrun=
gen
nach Süden fahren mußte. Deutſchland war durch die Hun=
gerblockade
das Land der Entbehrungen govorden. Nach dem
Waffenſtillſtand und dem Friedensſchluß ſetzte der Reiſeverkehr
aus Deutſchland nach dem Norden nicht wieder ein. Wie eine
unſichtbare Mauer lag es nach dem Zuſammenbruch um Deutſch=
land
. Sceliſche Henynungen nach den Jahren einer umſonſt ge=
tätigten
, faſt übermenſchlichen Kraftanſtrengung wirkten ſich nicht
minder aus wie Paßſchierigkeiten, und die von Tag zu Tag
ſinkende eigene Valuta, die ein Kalkulieren im eigenen Lande
erſchwerte, aber ein wirtſchaftliches Lmrechnen des eigenen
Geldes in das hochvalutariſche Geld des Nordens faſt zur Un=
möglichkeit
machte. Deurſchlaud ſchien ſich zu einem Lande mit
eigenen wirtſchaftlichen Geſetzen und Preismaßen zu entwickeln.
Geſchäfte mit dem Ausländer bedeuteten meiſt Verluſte, während
ſie dem Ausländer auf der Baſis des Inlandverkehrs leichte Ge=
winne
brachten.
Während die Deutſchen ſelbſt das Land nicht verlaſſen konn=
ten
, wurde ihre Heimat das Eldorado der Valutareiſenden. Auch
die ſkandinaviſchen Länder ſtellten ein großes Kontingent jener
Menſchen, die in Deutſchland nicht geiſtige Anregung und körper=
liche
Erholung ſuchten, ſondern ihren eigenen eigennützigen
Vorteil. Der Deutſche wurde Ausbeutungsobjekt. Infolge der
jahrelangen Abgeſchloſſenheit vom Weltverkehr, verbunden mit
einer trägen Selbſttäufchung über den inneren Wert ſeiner Zah=
lungsmittel
, ſah er ſich meiſt dem Ausländer hilflos ausgeliefert.
Er glaubte, Geſchäfte zu machen, und verlor bei jedem Geſchäft
an der Subſtanz ſeines Vermögens. Es ſoll hier nicht mit jenen
ſtarken valutaſtarken Ausländern abgerechnet werden, die
Deutſchland in ſeiner Not mehr nahmen, als ſie ihm brachten.
Unerfreuliche Erſcheinungen im Reiſeverkehr hat es zu allen
Zeiten gegeben. Man braucht ſich nür an gewiſſe Kreiſe der Eng=
länder
zu erinnern, die in den neunziger Jahren am Rhein durch
ihr anmaßendes Auftreten ebenſo unbeliebt waren, wie vor dem
Kriege jene unbeherrſchten Scharen deutſcher Touriſten in Süd=
ſchweden
, die der billige Einheitspreis in den ſüdſchwediſchen
Bahnhofswirtſchaften dazu reizte, die Bufetts buchſtäblich zu
plündern, bis man ſich gezwungen ſah, in der Hauptreiſezeit die
ſchöne ſchwediſche Sitte des Frühſtückstiſches aufzugeben. Jede
Nation hat ihre ſchwarzen Schafe. Auf ihrem Rücken aber bauen
die Einſichtigen nicht die Zukunft der Völker auf.
Ebenſowenig wie auf jenen kurzſichtigen Kritikern, die den
wiedererwachten Reiſetrieb des deutſchen Volkes zu Angriffen
gegen den deutſchen Volkscharakter auszunutzen ſuchen. Es wird
viele geben, die, zu ſchneller Kritik bereit, verſtändnislos vor der
Tatſache ſtehen, daß in dieſem Jahre nicht wenige Deutſche über
die Grenzen ihres Vaterlandes nach dem Ausland gehen. Und
ſei es auch nur für einige Tage! Man wird uns zurufen, daß
wir daheim bleiben und das für die Reiſe beſtimmte Geld für die
deutſche Not opfern ſollten. Man wird uns an die Hilfe des
Auslardes erinnern und uns als charakterlos hinſtellen, daß wir
dieſe Hilfe annehmen, während wir die Mittel für Vergnügungs=
reiſen
bereit haben. Dieſe Hilfe hat Tauſenden und Abertauſen=
den
von ärmſten, unterernährten Menſchen in jener kritiſchen
Zeit, wo kein Deutſcher ans Reiſen dachte, das Leben gerettet.
Das wiſſen wir. Wir werden niemals die Dankbarkeit für die
Hilfe des Auslandes und beſonders der ſtammverwandten nor=
diſchen
Länder vergeſſen. Aber ihr müßt auch wiſſen, daß jetzt
nach Ueberwindung des Schwerſten dieſe Reiſen nach zehnjäh=
riger
Abgeſchloſſenheit für die meiſten Deutſchen, die für Tage

oder Wochen ihr Vaterland verlaſſen, Lebensbedürfnis
ſind. Es iſt ein geiſtiger und ſeeliſcher Hunger, der ſie nach den
Jahren härteſten Lebenskampfes hinaustreibt zu jenen Völkern,
die von dieſem verzweifelten Ringen verſchont blieben und ſich
das innere Gleichgewicht bewahrten, während wir an Geiſt und
Körper zermürbt, der Ruhe beraubt wurden. Es werden wahr=
lich
, von der Klaſſe der Schwerverdiener abgeſehen, wenige
darunter ſein, denen eine Vergnügungsreiſe vorſchwebt. Die=
ſem
Hunger, der an einem geiſtig ſo hoch ſtehenden Volke wie
dem deutſchen Volke mit ſeinen zahlloſen Auslandsbeziehungen vor
dem Kriege heute faſt ſtärker nagt als der Hunger des Magens,
wird man die erſten kargen Erſparniſſe opfern, die eine ſtabili=
ſierte
Währung gewährt. Es iſt heute nicht anders als früher,
Erinnert ihr euch nicht mehr der deutſchen Gelehrten, Beamten,
Studenten und kleinen Lehrerinnen, die das ganze Jahr über
arbeiteten und ſparten, um in den Ferienwochen jenſeits der
Grenzen die Heimat und die Kultur fremder Völker kennen zu
lernen?! Es war wie eine Erfüllung aus den Tagen der Kind=
heit
, die trockene Theorie der Schuljahre in lebendige Wirklichkeit
umzufetzen. Ihr lacht vielleicht über unſere Romantik, aus der
uns die letzten Jahre der Prüfung aufſchreckten. Aber unſere
Sehnſucht haben wir uns trotzdem bewahrt. Sie lebt heute noch
in uns wie einſt, als ein Stück deutſchen Weſens, deutſcher Ro=
mantik
, die uns die Kraft gibt, ein Jahr lang wie ein Pferd zu
ſchaffen, um uns irgendwo unter den Eindrücken der Ferien=
wochen
in der Harmonie eigener oder fremder Kulturen wvieder=
zufinden
. Und auch heute noch, in der ſchweren Zeit unſeres
Vaterlandes, treibt uns jene Sehnſucht des Gefühls und des
Geiſtes, wie jene germaniſchen Scholaren der Renaiſſancezeit,
die über die Alpenpäſſe nach den geſegneten Gefilden Italiens
zogen. Werft Steine auf uns, wenn ihr es wagt!
Es wäre oberflächlich, den neu erwachten Reiſetrieb weiterer
Kreiſe des deutſchen Volkes ſchlechthin mit der Abhängigkeit von
äußeren Bedingungen, wie der Preisgeſtaltung in der eigenen
Heimat, erklären zu wollen. Es iſt allerdings nicht zu leugnen,
daß wir gegenwärtig in der Preisberechnung des Hotelgewerbes
ein ſchwieriges Uebergangsſtadium von den Inflationspreiſen zu
den Goldmarkpreiſen durchmachen, und daß die deutſche Frem=
deninduſtrie
mitunter in der vernünftigen Kalkulierung ihrer
Unkoſten und Preiſe allzuhohe Zahlen als Riſikoprämien ein=
geſetzt
hat. Dieſe ängſtliche Vorſicht iſt aber heute, nachdem einfe
ſtetige Währung erreicht iſt, überwunden. Die einige Monate hin=
durch
übermäßig erhöhten Preiſe haben ſich allmählich wieder
dem Weltmarktspreis genähert. Wenn ſie ihn hier und dort noch
etwas überſteigen, ſo liegt dies vor allem an der unvernünſtigen
Steuerpolitik des Reiches und der Gemeinden, die den Fremden=
verkehr
mit ſo hohen Abgaben (oft bis 40 Prozent) belegen, daß
die niedrigen Grundpreife erſt durch die Steuerzuſchläge über den
Weltmarktpreis hinausgetrieben werden. Mit dem Beginn der
Sommerreiſeſaiſon dürfte auch hierin eine Wandlung zur Ge=
ſundung
eintreten, da das Reich und die Gemeinden im Intereſſe
des Fremdenverkehrs ſich den allgemeinen Klagen nicht werden
verſchließen können und die hohen Steuerſätze ermäßigen müſſen.
Ein Unterſchreiten des Weltmarktpreiſes dürfte dann ſogar zu
erwarten ſein. Seine Inlandspreiſe aber werden den Deutſchen
nicht über die Grenzen treiben, ebenſowenig wie ſie den Auslän=
der
auf die Dauer davon abhalten werden, Deutſchland zu
beſuchen.
Iſt eine Auslandsreiſe heute für den gebildeten Deutſchen
ein inneres Bedürfnis, ſo wird der Ausländer nach den Monaten
einer begreiflichen Verärgerung über die von der deutſchen
Fremdeninduſtrie vorübergehend geſtellten Preiſe gern wieder
nach jenen deutſchen Städten mit ihren bedeutſamen kulturellen
Einrichtungen zurückkehren, wo er ſtets geiſtige Anregung und
Erbauung fand. Es iſt ſicher, daß ſich vor allem der Nordländer
ſolcher Erwägungen am wenigſten wird verſchließen können. Die
Zahl derer, die wiſſen, was ſie den deutſchen Univerſitäten und
Kunſtſtätten verdanken, iſt groß im Norden, und ihr Wunſch, nach
Deutſchland zu reiſen, iſt nicht minder ſtark. Es werden in Zu=
kunft
keine Valutareiſenden ſein, die an einem Ausverkauf
Deutſchlands verdienen wollen. Dieſe Zeiten ſind vorbei. Es ſind
jene ernſthaften Menſchen, de wir mit Freuden in Deutſchland
begrüßen und deren Aufenthalt im Lande der Deutſche ſo gaſt=
lich
wie möglich geſtalten wird. Ihm iſt der nach geiſtiger An=
regung
verlangende wie der Erholung ſuchende Ausländer in
gleicher Weiſe willkommen. Die Heilſchätze unſeres Bodens, die
die zahlreichen Heilquellen unſerer Bäder und Kurorte ſpenden,
und für die der Nordländer in ſeiner Heimat keinen Erſatz findet,
ſtehen ihm ebenſo wie dem Deutſchen zur Verfügung. Sobald
das unberechtigte Mißtrauen auf lange Sicht gegen die deutſche
Gaſtlichkeit verſchwunden iſt, dürfte ſich ſchnell wieder der inter=
nationale
Fremdenſtrom und mit ihm der Nordländer in Deutſch=
land
einfinden.
Die Mentalität der Touriſtik hat ſeit dem Kriege manche
Wandlungen erfahren, erfreuliche und unerfreuliche Erſcheinun=

gen gezeitigt. Der Nordländer iſt hiervon nicht ausgenommen,
Aber jene Zeiten liegen hinter uns. Keiner wird in der Gegen=
wart
nach den Jahren des Kampfes und der Zerriſſenheit mehr
an ſeinem äußeren und inneren Aufbau arbeiten müſſen als der
Deutſche. Eine Auslandsreiſe bedeutet ihm Wiedergewinnung
mancher im aufreibenden Kampf verlorenen Kräfte. Jeder Ein=
ſichtige
wird aus dieſen Gründen die Entwicklung des deutſchen
Reiſeverkehrs vor allem nach dem Norden begrüßen, ebenſo wie
auch unter anderen Vorausſetzungen den Nordländer in unſerer
deutſchen Heimat. Möge der Reiſeverkehr zwiſchen Deutſchland
und dem Norden als notwendiges Glied eines friedlichen kul=
turellen
und wirtſchaftlichen Ausgleichs bald wieder die bedeut=
ſame
Rolle wie einſt vor dem Kriege ſpielen!

Reich und Ausland.
Warum die Ozeanfahrt des Z. R. III. verſchoben wurde.
EP. Zu den verſchiedenen einander widerſprechenden Meldungen über
die Ozeanfahrt des Z. R. III, die neuerdings durch die Preſſe gehen, teilt
der Luftſchiffbau Zeppelin das Folgende mit:
Es ich weder richtig, daß die Ueberführung des Z. R. III bereits in
den nächſten Tagen vor ſich gehen ſoll, wie eine Auzahl von Zeitungen
neuerdings zu berichten wußten, noch auch, daß die Ueberführung aus
nicht triftigen Gründen fortgeſetzt weiter hinausgeſchoben würde, wie in
letzten Tagen der Vorwurf einzelner ausländiſcher Blätter lautete. Beide
unrichtige Annahmen rühren vielleicht daher, daß das Luftſchiff ſelbſt
bereits ſeit geraumer Zeit fertiggeſtellt in der Halle in Friedrichshafen
liegt. Wenn dennoch ein beſtimmter Termin für die Aufnahme der Probe=
fahrten
und für die Ueberführung nicht bekannt gegeben wurde, ſo liegt
dieſes daran, daß die Motoren von Seiten des Luftſchiffbau=Zeppelin
noch nicht abgenommen und in das Schiff eingebaut wurden. Wie man
weiß, ſoll das Luftſchiff mit eigens für dasſelbe gebauten 400 PS= Mah=
bach
=Motoren von einer in weſentlichen Stücken neuartigen und ganz be=
ſonders
zuverläſſigen Type ausgeſtattet werden, wie te für lange trans=
atlantiſche
Fahrten als unbedingt erforderlich erſcheint. Jedem Fach=
mann
iſt aber bekannt, daß bei der Erprobung einer neuen Motorkon=
ſtruktion
ſtets im Anfange einige Verzögerungen gegenüber den erſten
Terminangaben unvermeidlich ſind. So iſt es naturgemäß auch bei den
neuen 400 PS=Maybach=Motoren geweſen. Die Urſachen dieſer Ver=
zögerungen
, die in keinem Punkt in konſtruktiven Schwächen lagen, dürf=
ten
nunmehr als beſeitigt gelten, ſodaß mit der Fertigſtellung der Mo=
toren
binnen Kurzem zu rechnen iſt. Selbſtverſtändlich iſt, daß der Luft=
ſchiffbau
Zeppelin bezüglich der Anlieferung der Motoren nicht drängt,
ſondern für din gewiſſenhafteſte Durchbildung der Maſchinen dem Kon=
ſtrukteur
die nötige Zeit gewährt. Denn für ein Luftfahrzeug iſt es erſtes
Erfordernis, daß die Motoren zuverläſſig ſind, ganz beſonders alſo für
ein für Friedenszwecke beſtimmtes Luftſchiff, das eine mehrtägige See=
reiſo
auszuführen hat.
Abbau in Stadtverwaltungen.
Die ſtädtiſchen Körperſchaften in Glogau haben beſchloſſen, den
Poſten des 2. Bürgermeiſters im Nahmen der preußiſchen Perſonalab=
bauverordnung
eingehen zu laſſen. Der die Stelle derzeit innehabende
Bürgermeiſter Jahn wird mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. in den Ruhe=
ſtand
verſerzt.
Der Fiſchbacher Mörber ermittelt.
Die Fiſchbacher Merdſache darf inſoweit als aufgeklärt gelten, als
die Perſon des Täters unzweifelhaft feſtſteht. Der Mörder, der nach
der Tat flüchtete, iſt der Freund des getöteten Lehrers Mücke, der För=
ſter
Karl Klaer. Seit längerer Zeit wohnte er bei ſeinem Vater in
Fiſchbach, einem penſionierten Eiſenbahnbeamten. Mit Mücke verbund
ihn eine innige Freundſchaft. Noch am Mordtage hatten be e zuſam=
men
Billird geſpielt. Dann war Klaer mit in die Wohnung des Mücke
gegangen, und um ½10 Uhr hatten beide die Wohmung verlaſſen. Mücke
forderte aber Klaer auf, um ½12 Uhr wiederzukommen und ihm beim
Korrigieren von Schulheften behilflich zu ſein. Wo ſich die beiden Män=
ner
in der Nacht getroffen haben und wie ſich das Drama abgeſpielt
hat, iſt noch nicht feſtgeſtellt. Am Donnerstag morgen hatte Klaer zu=
ſammen
mit Frau Mücke nach dem verſchwundenen Lehrer geſucht.
Gegen Abend, als inzwiſchen die Leiche gefunden war, hat ſich Klaer
aus der elterlichen Wohnung entfernt und iſt ſeitdem verſchwunden.
Die bisherigen Nachforſchungen nach ihm ſind vergeblich geweſen. Merk=
würdig
iſt, daß noch nicht feſtgeſtellt werden konnte, woher der Wagen
ſtammt, mit dem der Transport der Leiche ausgeführt wurde.
Radiovergnügungsſteuer.
Der Magiſtrat Berlin beſchloß, in Ergänzung der Vergnügungs=
ſteuerordnung
feſte Steuerſätze bei Anlage von Nadioapparaten
in Reſtaurationen und Cafés zu erheben. Die Steuer ſoll
in derſelben Höhe erhoben werden, als wenn zwei Muſiker ſpielen.
Zwei Todesurteile.
Landshut. Von der Strafkammer des Landgerichts Landshuk
wurden der Anſtreicher Andreas Mutterer von Landshut und der Gürt=
ler
Rupert Fiſcher von Gröben wegen Verbrechens des Mordes zum Tode
und der Taglöhner Richard Schiermeier von Fremberg, der Schwager
des Fiſcher, wegen Begünſtigung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
Am 19. Mai 1923 morgens tötete Mutterer auf Anſtiften Fiſchers mit
einem Schuß aus einer Selbſtladepiſtole im Wohnzimmer des Anweſens
des Fiſchers in Gröben deſſen Ehefrau Mathilde. Rupert Fiſcher wurde
im Dezember vor, Js. vom hieſigen Volksgericht bereits wegen Ermor=
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des Baders Langer zum Tode verurteilt.

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[ ][  ][ ]

Nummer 93.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 2. April 1924,

Seite 9.

Sport, Spiel und Zurnen.

Motorradſport.
Hermann Sterfels Erinnerungs=Rennen.
Daß Darmſtadt als Hochburg jeglicher Sportart mit Recht genannt
ſverden darf, zeigt auch jetzt wieder die großzügig angelegte Motorrad=
ſportliche
Veranſtaltung, welche der Heſſiſche Motorradklub e. V., Sitz
Darmſtadt, Ortsgruppe des A. D. A. C., im Mai dieſes Jahres abhält.
Das Rennen Nund um die Ludwigshöhe, welches von dem
Sportleiter des H.M.C., Herrn Gg. Hahn, ins Leben gerufen und erſt=
malig
für Motorräder im Juli vorigen Jahres nur von Mitgliedern des
H.M. C. ausgefahren wurde, findet dieſes Jahr anläßlich des 1. Stif=
tnugsfeſtes
des H.M. C. und zu Ehren des bei dem vorjährigen Nennen
Rund um die Ludwigshöhe verunglückten Sportkameraden Herrn Her=
mann
Sternfels am 18. Mai d. J. als Hermann Sternfels=
Erinnerungsrennen ſtatt. Dieſe Veranſtaltung, zu welcher be=
reits
die behördliche Genehmigung vorliegt, iſt in jeder Beziehung auf
das ſorgfältigſte organiſiert, und werden die Veranſtalter weder Mittel
noch Mühe ſcheuen, um dieſes Reunen zu einer würdigen Veranſtaltung
des Gaues 3a des A. D.A.C. zu geſtalten. Außer der Bereitſtellung von
ſehr wertvollen Ehrenpreiſen wird der Sportausſchuß auf das eifrigſte
bemüht ſein, den auswärtigen Sportkameraden den Beſuch in unſerer
Vaterſtädt ſo angenehm wie nur möglich zu geſtalten. Während des Nen=
nens
findet an Start und Ziel Pvmnadenkonzert ſtatt. Für Reſtau=
ration
iſt beſtens geſorgt. Von nachmittags 4 Uhr an findet im Garten
des Fürſtenſaal Begrüßung der auswärtigen Gäſte ſowie Gartenkonzert
ſtatt. Abends 7 Uhr auserleſenes Künſtlerprogramm, Preisverteilung,
Tanz.
Sämtliche Vorarbeiten zu dieſer Veranſtaltung liegen in Händen des
Sportleiters Herrn Gg. Hahn, und iſt derſelbe zu jeglicher Auskunft
gerne bereit.

Klubrennen des Motorradklubs Darmſtadt.
Das am vergangenen Sonntag unter recht ſtarker Beteiligung von
dem Heſſiſchen Motorradklub e. V., Sitz Darmſtadt, Ortsgruppe des
A. D. A. C., ausgefahrene erſte Klubrennen 1924, welches zugleich als
Vorlänfer, des großen im Mai d. J. ſtattfindenden Motorradrennen
Nund um die Ludwigshöhe angeſprochen werden darf, nahm,
abgeſehen von einigen Stürzen, welche gottlob, ohne ernſtliche Verletzun=
gen
abliefen, einen günſtigen Verlauf. Trotz der frühen Morgenſtunden
und der ſehr kühlen, unfreundlichen Witterung hatte, ſich am Start und
Ziel ein zahlreiches Publikum eingefunden. Die Reunſtrecke führte ab
Rennbahn (Heidelberger Straße) über Eberſtadt, Bickenbach, Jugen=
heim
, Seeheim, Niedev=Beerbach, nach Nieder=Ramſtadt, Ober=Ramſtadt,
Roßdorf, Gundernhauſen, Dieburg, über den Einſiedel nach dem Ziel
Obexwaldhaus. Trotz der kurvenreichen und zum Teil ſehr ſchlechten
Straßen, welche an Fahrer ſowie Maſchinen die höchſten Anforderungen
ſtellten, wurden ſehr gute Zeiten gefahren. Student A. Nollmann fuhr
in Klaſſe / die Strecke in zirka 50 Minuten, mußte jedoch infolge Sturzes
200 Meter vor dem Ziel den ſicheren Sieg ſeinem Partner Gräb über=
laſſen
. Ein ſchneidiges Rennen fuhr ebenfalls Student Kubintzky, wel=
cher
jedoch durch Verfahren und Sturz ſich in ſeiner Klaſſe mit dem
3. Platz begnügen mußte. Ebenſo erging es dem Deutſchlandfahrer Fritz
Kappel, der infolge Schlauchdefelt auf den 3. Platz verwieſen wurde. Die
fliegende Streckenkontrolle hatten in liebenswürdiger Weiſe die Klub=
kameraden
Herr Graf Hachenburg, Herr Frd. Ganß und Herr Emil
Stroh übernommen. Es wurde in fünf Klaſſen geſtartet und folgende
Reſultate erzielt:
Klaſſe I, Maſchinen bis 150 cbem: 1. Herr Joſ. Vogk auf
Gagenau, 2. Herr Hans Ripper auf Gagenau, 3. Herr Edenberg auf
Strucko.
Klaſſe II, Maſchinen bis 250 cbem: 1. Herr Heinr. Weichſel
auf Dolf, 2. Herr Karl Kappel auf Dolf, 3. Herr Willi Stork auf Nenner
Original.
Klaſſe III, Maſchinen bis 350 ebem: 1. Herr Willi Hock
auf Franzani, 2. Herr Willi Schäfer auf Aſtoria.
Klaſſe IV Maſchinen bis 500 cbom: 1. Herr Georg Hahn
auf N. S. U., 2. Herr Ludw. Geier auf N. S.U., 3. Herr Fritz Kappel auf
Springs Superior.
Klaſſe V, Maſchinen über 500 cbem: 1. Herr Ernſt Gräb
auf Mabeco, 2. Herr Thomas Eiſinger auf Wanderer, 3. Herr Arthur
Rollmann auf Indian.
Fußball.
Sp. Vgg. Arheilgen 1903 Lubwigshafen 8:0.

Die 03er haben die Odenwaldkreisliga gründlich kennen gelernt. Die
2:1=Niederlage gegen Sportverein kam denſelben immerhin überraſchend,
trotzdem die Darmſtädter durch die ſenſationellen Siege der Mannheimer
Ecke gehörigen Reſpekt eingeflößt hatten. Und nun, man kann’s kaum
glauben, müſſen ſich die Ludwigshafener durch einen einwandfreien Bom=
benſieg
der Arheilger geſchlagen bekennen. Die Ludwigshafener Gäſte
hatten mit der Sportvereinigung ein Montagabendſpiel vereinbart. Die
erſchienenen Zuſchauer kamen voll auf ihre Koſten. Um ½6 Uhr beginnt
das Spiel. Wunderſchöne Leiſtungen der Gäſte wechſeln mit denen der
Einheimiſchen ab. Die Arheilger Mannſchaft iſt gegen das Sonntags=
ſpiel
nicht wieder zu erkennen, keine Hobſerei ſondern vollendeten Fuß=
ball
führen ſie vor. Die Gäſte ſpielen zeitweiſe allererſte Klaſſe, können
ſich aber trotzdem gegen das tadelloſe Spiel der Arheilger Verteidigung
nicht durchſetzen. Benz, der für den fehlenden Weſp. in die Breſche ge=
ſprungen
war, ſpielte ausgezeichnet. Der Arheilger Sturm kann ſich
öfters ſehr gut durchſetzen, und durch unhaltbaren Schuß verſchafft Schön
ſeinemr Verein die Führung, für den Ludwigshafener Torwächter der
vorher ſchon eine Menge ſcharfer Schüſſe meiſterte, unhaltbar. Nach der
Pauſe ſtrengen ſich die Gäſte mächtig an und beſtechendes, flaches Paß=
ſpiel
läßt ſie in beſtem Licht erſcheinen. Auch die Verelnigten halten ſehr
gut burch und können durch Murmann, der heute nicht ſo ſtark abgedeckt
iſt wie in den Verbandsſpielen, einen zweiten Treffer buchen. Das wird
den Gäſten nun doch zuviel, und mit viel Könen ſuchen ſie wenigſtens das
Ehrentor zu erzielen. Aber die Arheilger Verteidigung und auch der
Torwächter ſind fehr gut auf ihrem Poſten. Murmann bekommt das
Leder zugeſpielt und im Alleingang erzielt er das 3. Tor. Bei dieſem
Neſultat bleibt es bis zum Schluß. Die Prachtleiſtung der Arheilger
Mannſchaft verdient beſondere Anerkennung, denn das beſtechende Spiel
des Ludwigshafener Torwächters machte den Arheilgern den Erfolg dicht
leicht. Der Schiedsrichter, Herr Glöckner vom Sportverein 98 Darm=
ſtadt
, leitete umſichtig und korrekt, die Schnelligkeit, mit der er ſeine Ent=
ſcheidungen
traf, verdient Anerkennung.
F. V. Viktoria=Uirberach Fußballſportverein 1919 Groß=Zimmern 3:3
(Eckenverhältnis 1:5).
d- Am vergangenen Sonntag weilte die 1. Mannſchaft des F. S.V.
Groß=Zimmern, einer Einladung des F.V. Viktoria Folge leiſtend, in
Urberach, um dort ein Freundſchaftsſpiel auszutragen. Pünktlich um
3 Uhr gab der Schiedsrichter den Ball frei und ſofort entwickelte ſich

ein flottes Spiel. Nach einigen aufgeregten Minuten findet ſich Groß=
Zimmerns Mannſchaft bald zuſammen und kann von nun an, mit dem
Wind im Rücken, das Spiel überlegen geſtalten. Der Erfolg bleibt auch
nicht aus, und ein ſchön getretener Strafſtoß führt zum erſten Tor für
Groß=Zimmern. Nun leitet Urberach gefährliche Angriffe ein und kann
bei einem ſolchen ebenfalls ein Tor erzielen. Bald darauf Halbzeit. In
der zweiten Halbzeit ſieht man anfangs Urberach mehr im Angriff, und
kann dasſelbe durch einen Elfmeter und ein weiteres Tor die Führung
an ſich reißen. Doch Groß=Zimmern gibt die Partie noch nicht verloren
und führt nun ein ſchönes Kombinationsſpiel vor, wobei es ſeinen Geg=
ner
völlig einſchnürt. Die Folge davon ſind zwei ſchöne Tore, ſodaß ſich
beide Gegner mit dem unentſchiedenen Reſultat 3:3 trennen. Der Schieds=
richter
, ein Herr von der Spielvereinigung Urberach, leitete das Spiel
zur Zufriedenheit Aller.
Norddeutſche Fußballmeiſterſchaft.
Holſtein=Kiel Union=Altona 3:3.
Eintracht=Braunſchweig Hamburger Sportverein 0:3.
In Kiel ſpielten am 30. März Holſtein gegen Union=Altona, zwei
gleichwertige Gegner, was auch das Reſultat ausdrückt. Union hatte
aber unbedingt die beſſere Läuferreihe, Kiel war im Sturm überlegen.
Der deutſche Meiſter H.=S.=V. hatte in Braunſchweig einen harten Kampf,
er kämpfte nicht nur gegen einen zähen Gegner, ſondern auch gegen das
Publikum. Nicht allein die Braunſchweiger, auch die zu Tauſenden er=
ſchienenen
Hannoveraner feuerten die Einträchtler andauernd an. Alles
umſonſt, die Hamburger Hintermannſchaft war nicht zu überwinden.
Beher war der Turm in der Schlacht, er erledigte im Verein mit Riſſe
die ſchönſten Angriffe des Braunſchweiger Sturmes. Buckendahl, Nord=
deutſchlands
beſter Mittelſtürmer, wurde von Aſſy Halverſen völlig kalt
geſtellt. Lang hatte gegen Heinrichs und Kuttner einen ſchweren Stand,
er löſte ſeine Aufgabe glänzend. Tull Harder gut, er wurde aber von
ſeinen ehemaligen Vereinskameraden ſchwer belauert. Die Verteidigung
der Braunſchweiger konnte ſich ruhig, mit der des deutſchen Meiſters
meſſen. Der alte Theiß im Eintracht=Tor übertraf Martens auf der
Hamburger Seite. Noch ein Mann iſt zu nennen, der kleine Friemel in
der Braunſchweig=Läuferreihe; er ließ Rave wie Schneider ſelten zu Wort
kommen, dagegen konnte der rechte Flügel der Hamburger KolzenBreuel
andauernd durchbrennen, von hier und der erſtklaſſigen Hintermann=
ſchaft
kam der Sieg. Der Hamburger Sportverein ſteht hiermit an der
Spitze der norddeutſchen Mannſchaften und dürſte dies Jahr das vierte
Mal die norddeutſche Meiſterſchaft machen.
Länderkampf HollandDeutſchland.
Der Spielausſchuß des D.F.B. gibt jetzt amtlich die deutſche Mann=
ſchaft
bekannt, die am 21. April in Amſterdam gegen die holländiſchen
Fußballvertreter zum Kampf antreten ſoll. Es iſt die gleiche Elf, die be=
reits
vor langer Zeit von uns publiziert wurde, und enthält außer Mül=
ler
=Hamburg nur Spieler aus Süddeutſchlands Fußballmetropole Nürn=
berg
=Fürth. Nachſtehend die Aufſtellung: Stuhlfaut; Kugler, Müller;
Hagen, Kalb, Riegel; Auer, Franz, Seiderer, Aſcherl, Sutor.
Deutſche Fußballmeiſterſchaft.
Die Ausloſung zur Vorrunde um die Deutſche Meiſterſchaft iſt be=
reits
erfolgt. Es treffen ſich demnach am 11. Mai, Berlin und Süd=
deutſchland
in Berlin, Mitteldeutſchland und Baltenverband in Leipzig,
ſowie Südoſtdeutſchland und Norddeutſchland in Breslau. Weſtdeutſch=
land
iſt ſpielfrei, und hat erſt am 25. Mai in der Zwiſchenrunde anzu=
treten
. Das Endſpiel findet dann am 8. Juni vorausſichtlich im Deut=
ſchen
Stadion ſtatt.
Die am 5. Mai mit der Vorrunde beginnenden Endſpiele um die
Deutſche Fußballmeiſterſchaft führen die Meiſter von Mitteldeutſchland
und dem Baltenverband in Leipzig oder Dresden unter Leitung von
Gechter=Stuttgart zuſammen. Den Kampf in Breslau zwiſchen den Mei=
ſtern
von Norddeutfchland und Südoſtdeutſchland ſchiedsrichtert Seiler=
Chemnitz, während das dritte Spiel in Berlin zwiſchen Süddeutſchland
und Berlin von Barth=Hamburg geleitet wird.
Vorſtandsſitzung des D. F. B.
Der Vorſtand des Deutſchen Fußballbundes hielt in Minden eine
Tagung ab, in der recht intereſſante Sachen zur Sprache kamen. Be=
ſonders
die Angelegenheit des ſüddeutſchen Spielers Lang. gab zu leb=
haften
Debatten Anlaß, in deren Verlauf ſchwerſtes Anklagematerial von
Lang gegen die Spielvereinigung Fürth zutage gefördert wurde. Der
Bundesvorſtand beſchloß ſchließlich D. Freigabe Langs für den Nord=
deutſchen
Fußballverband. Die durch Frankreich erfolgte Einladung zum
olympiſchen Fußballturnier wurde einſtimmig abgelehnt. Von Intereſſe
iſt, daß die F. J.F A. für die Olympiade folgende Amateun=Definition ge=
funden
hat: Amateur iſt jeder, der nach den Beſtimmungen ſeines Ver=
bandes
als Amateur gilt. Bezüglich des Länderſpieles Deutſchland
Ungarn konnte ein Termin noch nicht feſtgeſetzt werden, da der ungariſche
Verband die Beantwortung der Anfrage des D F.B. dauernd hinaus=
zögert
. Zur Stärkung des Deutſchtums in den baltiſchen Probinzen
werden Mitteldeutſchland in Reval und der Baltenverband in Riga je
ein Repräſentativſpiel austragen. In der Frage Turnen und Sport
lauten die Berichte für den D F.B. durchaus günſtig, da ſich durchſchnitt=
lich
zwei Drittel der ſtrittigen Turnermitglieder für den D. F.B. und der
Reſt für die D.T. entſchieden hat. In Weſtdeutſchland ſind nicht nur
Sportabteilungen der Turnvereine, ſondern ſogar reine Turnvereine zu
den Sportverbänden übergetreten.
Tennis.
Deutſche Hallentennis=Meiſterſchaften.
Die drei noch ausſtehenden Entſcheidungen wurden am Sonntag bei
gutem Beſuch geſpielt. Es gab hochwvertigen Tennis zu ſehen. In der
Hervenmeiſterſchaft mußte Altmeiſter Rahe eine Niederlage hinnehmen.
Der ehemalige Profeſſional Hannemann war in blendender Form und
riß 6:3, 9:7, 6:3 den Titel an ſich. Bei den Damen war Frau Neppach=
Berlin in der Schlußrunde gegen Frau Klatte=Bremen, nach ſchönem,
flotten Spiel 6:3, 6:4 ſiegreich. Im gemiſchten Doppelſpiel hatten ſich
Fr. NeppachUhl und Frl. BußMoldenhauer, bis zur Entſcheidung
durchgekämpft. Letztere unterlagen trotz heftiger Gegenwehr 3:6, 4:6.
Handball.
Norddeutſche Handballmeiſterſchaft.
Die Norddeutſche Handballmeiſterſchaft wurde in Hamburg ent=
ſchieden
. Polizeiſportverein Hamburg unterlag gegen V. f. L. Nord=
mark
=Flensburg 1:2 (1:2).

Für rheumatiſch
Veranlagte:
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Bei Gliederſchmerzen, Reißen, Hexenſchuß, Neuralgien,
Nervenſchmerzen ſeit Jahrzehnten bewährt (TI. Dn.4099
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Leichtathletik.
Neuer Weltrekord im Gewichtheben.
Der Schweizer Gewichtheber Bunz, der jetzt für den Sportklub
Auguſta=Augsburg ſtartet, konnte kürzlich in Augsburg den von ihm ge=
haltenen
Weltrekord im einarmigen Stoßen der Leichtgewichtsklaſſe von
187,5 auf 190 Pfund verbeſſern. Der erſt 19jährige Rekordmann dürſte
noch viel von ſich reden machen.
Tarnen.
Städtekampf HamburgLeipzig-Berlin.
Zum Turner=Städtekampf HamburgLeipzig-Berlin am 18. April
im Großen Berliner Schauſpielhaus, ſind die Berliner Vertreter wie
folgt ausgewählt worden: Ehrhardt (BTG.), Bockmauer (Weißenſee),
Ehm (BT.), Raff (BT.), Kroll (BTG.), Röhlicke (Haſenheide), Steinert
(BTG.), Mock (Guts Muts).
Hockey.
Südoſtdeutſchlands Silberſchild=Hockeymannſchaft,
die in der Vorrunde am 13. April gegen Berlin anzutreten hat, iſt nach
einem am vergangenen Sonntag ſtattgefundenen Uebungsſpiel wie folgt
aufgeſtellt worden: Tor: Bräuer (Schleſ.); Verteidiger: Steudel (V.f.B),
Wieland (Schleſ.); Läufer: Grüling, Schmidt (Schleſ.) Glatz (V.f.B.);
Stürmer: Zeuke (V. f.B.) Sporleder, Schadow Czech (Schlef.), Seeliger
(V.f.B.). Die Elf ſetzt ſich alſo nur aus Breslauer Spielern zuſammen.

Briefkaſſen.
W. G. R. Nachdem augenſcheinlich, um Härten zu mildern,
aus Billigkeitsgründen nach § 108 Abſ. 2 R.Abg. T. eine Ermäßigung der
Steuer man hat eintreten laſſen mit Rückſicht auf die veränderten Ver=
hältniſſe
, erſcheint ein Erſtattungsanſpruch für die zurückliegende Zeit
nicht gegeben.

Geſchäftliches.
Sanatogen, das altbewährte, durch mehr als 22000 ärztliche
Gutgchten anerkannte Kräftigungsmittel für Körper und Nerven, iſt in
bekannter Güte in Packungen von 50 Eis 500 Gramm in allen Apo=
theken
und Drogerien erhältlich. Man beachte den der heutigen Auf=
lage
beigefügten Proſpekt.
(44027
Wie ſpare ich mir Verdruß? Wenn Ihre hellfarbigen
Strümpfe und Kleider dunkle Flecken aufweiſen, ſo iſt dies in vielen
Fällen nur dadurch zu erklären, daß Ihre Schuhe abfärben. Dies iſt
beſonders bei Regenwetter der Fall. Wie kommt es? Sie benützen eine
minderwertige Schuhcreme, dieſe vermiſcht ſich mit dem Regenwaſſer,
und als ſchmutzige Brühe verunreinigt ſie Ihre Strümpfe und Kleider.
Gegen ſolche verdrußerregende, direkte Schädigung ſchützt nur eine
Schuhereme, die das Regenwaſſer nicht annimmt. Dazu muß ſie aber
aus reinem Terpentinöl hergeſtellt ſein. Sie können alſo nur die
reine Terpentinölware Dr. Gentners Schuhputz Nigrin=
Extra benützen.
Or4uu0
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ihre Leiſtungsfähigken zu erhöhen, mit dem heutigen Datum zu einer
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(1815a
Betterbericht derGießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Donnerstag, 3. April:
Stärker bewölkt, durchwegs kühle Winde, leichte Niederſchläge nicht
ausgeſchloſſen.

Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr
(E 17): Falſtaff. Kleines Haus, abends 7 Uhr: Vortragsabend
Ludwig Hardt, abends 8 Uhr: Radio=Vortragsfilm mit Verſuchen.
Orpheum, 7½ Uhr: Dolly (im Himmelbett). Darm=
ſtädter
Hausbeſitzeiverein, abends 7½ Uhr, im Perkeo:
Mitgliederverſammlung. Neichsverband der Kriegsbeſchädig=
ten
und Hinterbliebenen, abends 8 Uhr, im Hanauer Hof: Mit=
gliederverſammlung
. Union=, Reſidenz=, Central=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Verſteigerungskalender. Donnerstag, 3. April.
Holzverſteigerung, vormittags ½9 Uhr, in der Reſtauration
Zum Heiligen Kreuz. Holzverſteigerung, vormittags
9 Uhr, in der Kellerſchen Wirtſchaſt zu Wembach. Jagdver=
pachtung
, nachmittags 1 Uhr, in der Gaſtwirtſchaft der Anm
Würthele in Nieder=Kaiusbach.

Hauptſchriſtleitumg: Rudolf Manve
Verantwortlich für Poktlt und Wrtſchaft : Kudolf Mauve
Berantwortlich für Femilnton und Helſiſche Nachrichten: Max Streeſe

Brantworlich für Sport: Dr. Eugen Bahlmann.
Derantwortlich für Schlußdlenn: Andreas Bauer
Derantwortlich für den Inleratentell: 48ikl5 Fuhke
Druck und Berlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

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[ ][  ][ ]

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Förbel, Marienp

[ ][  ][ ]

Nummer 93.

Darmſtädter Tagblatt, Mittſvoch, den 2. April 1924,

Seite 11.

Fami iennachrichten

OOPPP
Die Verlobung ihrer Tochter
Zeine Verlobung mit Fräulein 8
2Erna mit Hrn. Wilh. Thaesler, IErna Spannuth gebe ich hier=

Inhaber einer Edelſteinhandlung
in Konſtanz, beehren ſich anzu=
zeigen
O
Adolf Spannuth u. Frau
Eliſabeth, geb. Fritzſche
Darmſiadt, Victoriaſtr. 66

mit bekannt

Wilhelm Thaesler

Konſtanz (Bodenſee)

Frühlingsanfang 1924
(*9346
ORPP

Kräftiger Junge
angekommen
Hoffmann
Telegraphendirektor i. P

9528

Heute morgen 3 Uhr entſchlief
nach langem ſchweren Leiden
unſer lieber Vater, Bruder,
Schwiegervater, Großvater,
Onkel und Schwager
Herr

Direktor i. R.
im 77. Lebensjahre. (*9532
Darmſtadt, den 1. April 1924.
Riedlingerſtr. 21, II.
In tiefer Trauer:
Familie Adolf Hermann
z. Zt. Hennenbach i. B.
Johanna Hermann
Familie Adam Ihrig
Familie Ernſt Schmitt.
Die Einſegnung findet Freitag.
den 4. April, vorm. 11 Uhr, auf
dem alten Friedhofe, Nieder
Ramſtädter Straße ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.

Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach kurzem
Leiden unſere liebe, teure Schwe=
ſter
, Tante, Schwägerin und
Freundin
Fräul. Emilie Leydhecker
im 76. Lebensjahre.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Donners=
tag
vorm. 11 Uhr auf dem Fried=
hof
an der Nieder=Ramſtädterſtr.
ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitte ab=
ſehen
zu wollen.
A4

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Unſere liebe treue Schweſter,
Schwägerin und Tante (*956

iſt heute nacht ſanft entſchlafen.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Lindenſtruth,
Vermeſſungsrat.
Darmſtadt, den 1. April 1924.
Die Beerdigung findet Donners=
tag
, den 3. April, nachm 3 Uhr,
von der Kapelle des alten Fried=
hofs
aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man
abzuſehen.

FuhrenjederArt,
Be= u. Entladen von
Waggons, auch aus=
wärts
, werden an=
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Witwe des Polizeikommiſſars Hermann Tietze
im faſt vollendeten 74. Lebensjahre.
Darmſtadi, den 1. April 1924.
Roßdörferſtraße 48.
Eliſabeth Lagemann
Ernſt Lagemann, Büro=Oberinſpektor, Düſſeldorf
Karoline Tietze.
Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 4 Uhr vom Portale des alten Friedhofs an
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Einträge in das Handelsregiſter A:
Neue Firmen: Am 22. März 1924: Car
Laſſen Niederlaſſung Darmſtadt,
Hauptniederlaſſung in Hamburg, Zweig=
niederlaſſung
in Darmſtadt. Inhaber
Chriſtian Wilhelm Alfred Laſſen, Kauf=
mann
in Hamburg. Die Kaufleute Hugo
Julius Johannes Budemann in Ham=) Honntag, den 6. April 1924, von
Richard Fleiſchner in Berlin und Carl
Elmhorſt in Frankfurt am Main ſind
zu Einzelprokuriſten beſtellt; an 25. März
1924: 1. Joachim Enoch, Darmſtadt.
Inhaber: Kaufmann Joachim Enoch,
Darmſtadt; 2. Paul Plesken, Darm=
mann
in Darmſtadt; 3. Wilhelm Men=
ges
, Darmſtadt. Inhaber: Kaufmann
Wilhelm Menges in Darmſtadt; 4. Ri=
hard
Heydt. Darmſtadt. Inhaber:
Kaufmann Richard Heydt in Darmſtadt
Louis Kramer, Darmſtadt: Die Zweig=
niederlaſſung
in Darmſtadt iſt aufge=
hoben
; am 13. März 1924: Phi ipp
Fries & Co., Darmſtadt: Der Familien= hörigen, die unter Vormundſchaft oder
ſondern Klingel.
(4123
Darmſtadt, den 28. März 1924.
Amtsgericht Darmſtadt I.

Einträge in das Handelsregiſter B
Am 19. März 1924: Darmſtädter
Mühlenbauanſtalt, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung, Darmſtadt
Die Vertretungsbefugnis des Liquidators
iſt beendet. Die Firma iſt erloſchen
am 22. März 1924: Hans & Ludwis
Oswald, Aktiengeſellſchaft, Darm
ſtadt: Durch Beſchluß der Generalver=
ſammlung
vom 19. Januar 1924 iſt der
Geſellſchaftsvertrag geändert. Gegen=
ſtand
des Unternehmens iſt jetzt: Handel
mit und Fabrikation von Chemikalien
und Drogen und Beteiligung an ver
(4124
wandten Unternehmungen.
Darmſtadt, den 29. März 1924.
Amtsgericht Darmſtadt I.

Montag, den 7. April 1924, nach=
mittags
2" Uhr, wird im Gaſthaus
zum Deutſchen Haus zu Biblis die
hieſige Gemeindejagd, umfaſſend 9040
heſſiſche Morgen (darunter 354 ha Wald)
mit ausgezeichnetem Rehbeſtand in fünf
Bogen auf ſechs Jahre öffentlich ver
3909sm
ſteigert.
Biblis iſt Bahnſtation im unbeſetzten
Gebiet an den Linien Frankfurt= Mann=
heim
und Darmſtadt=Worms. Verſteige=
rungsbedingungen
können auf der unter=
zeichneten
Bürgermeiſterei eingeſehen
werden.
Biblis, den 26. März 1924.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Biblis.
Nock

Gebr. H.=Mad (22ms
bill. zu
12 u.2 bei Eichhorn,
Pankratiusſtr. 53, I.

R
z0 Mk. d, verk. Ang: u.
A 37 Geſchſt. (*95821

(Wahlmannz) und die Wahl der
Mitglieder zur Landwirtſchafts=
kammer
betr.
burg, Waldemar Jörgenſen in Stettin, 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nach=
mittags
findet die Wal der Mitglieder
der Landwirtſchaftskammer und die je
eines Vertrauensmannes (Wahlmanns)
für die Vertrauensmännerkreiſe Darm=
ſtadt
I und II in dem Herrſchaftsſaale
des ſtädtiſchen Saalbaus (Eingang Ecke
ſtadt. Inhaber: Paul Plesken, Kauf=/Riedeſel= und Saalbauſtraße, 2 Treppen
hoch) ſtatt.
Wahlverechtigt iſt nur, wer in die
feſtgeſtellte Wählerliſte eingetragen iſt.
Zur perſönlichen Teilnahme an der
Wahl ſind ſolche Verbandsangehörige
Aenderungen: Am 22. März 1924: berechtigt, die zur Zeit der Wahl deutſche
Reichsangehörige ſind und das 20. Ledens=
jahr
vollendet haben.
Das Wahlrecht von Verbandsange=
name
des Prokuriſten iſt nicht Kling, Pflegſchaft ſtehen oder nicht natürliche
Perſonen ſind, iſt von ihrem geſetzlichen
Vertreter auszuüben. Geſetzliche Ver=
treter
können ſich durch Bevollmächtigte
vertreten laſſen.
Ein Bevollmächtigter muß denſelben
Erforderniſſen entſprechen, wie ein per=
ſönlich
Wahlberechtigter, braucht jedoch
nicht Verbandsangehöriger zu ſein. Er
darf nicht mehr als eine Vollmacht über=
nehmen
. Die Vollmacht bedarf der ſchrift=
lichen
Form und iſt von der Bürger=
meiſterei
des Betriebsſitzes der Verbands=
angehörigen
koſten= und ſtempelſrei zu
beurkunden.
(4133
Der Wahlvorſtand des Vertrauens=
männerkreiſes
Darmſtadt I beſteht aus
dem Landwirt Georg Konrad Vogel als
Vorſitzenden, Zimmermſtr. Gg. Schleidt als
deſſen Stellvertreter und den Beiſitzern
Schmiedemeiſter Gg. Axt, Landwirt Phil.
Friedrich und Bankbeamten Karl Zentner;
des Vertrauensmännerkreiſes Darmſtadt
II aus dem Privatier Heinrich Kaus als
Vorſitzenden, Zimmermeiſter Karl Keller
als deſſen Stellvertreter und den Bei=
ſitzern
Privatier Wilh. Maurer, Gärt=
nereibeſitzer
Adolf Schneider und Kutſche=
reibeſitzer
Ernſt Büchler hier.
Darmſtadt, den 31. März 1924.
Der Oberbürgermeiſter.

Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Wertbeſtändige Spareinlagen.
Der Zinsſatz für Spareinlagen auf
wertbeſtändiger Grundlage beträgt b. a. w.
jährlich 8%
bei vierteljährlicher Berechnung und Gut=
ſchrift
der Zinſen. Bei größeren Einlagen
auf längere Zeit bleibt die Erhöhung
des Zinsſatzes beſonderer Vereinbarung
vorbehalten.
(St.4089
Für alle Spareinlagen auf Ren=
tenmark
= und Sonderkonten wird
die Wertbeſtändigkeit zugeſichert.
Darmſtadt, den 31. März 1924.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Darmſkädter Tagblaft

*

2. April 1924 Nr. 93

Die Finanzlage Italiens.

Erwerbsgeſellſchaften.

29 Millionen herabgeſetzt worden. Die zur Deckung dieſes Defizits und
der Reſte früherer Defizite eingegangenen Verpflichtungen ſind, bevor
der Faſchismus zur Herrſchaft kam, auf 813 Milliarden geſchätzt wor=
den
. In Wirklichkeit betragen ſie 3 Milliarden 287 Millionen. Das
Defizit des Rechnungsjahres 1523/24, das im November 1922 auf 3 Mil=
liarden
586 Millienen geſchätzt wurde, iſt getilgt, ſo daß ſich im gegen=
wärtigen
Rechnungsjahre die Einnahmen und Ausgaben die Wage hal=
ten
. Es iſt vorauszuſehen, daß dieſes Gleichgewicht auch in dem künfti=
gen
Rechnungsjahre aufrecht erhalten werden kann. Die finanzielle Ge=
fundung
des Staates, von der man glaubte, daß ſie noch in weiter Ferne
ſei, wurde nun in 17 Monaten durchgeführt. Die Organiſation der
Staatsverwaltung ſurde ſtärker und arbeitet ſparſamer. Die faſchiſtiſche
Regierung hat die Zahl der Miniſterien von 15 auf 11 und die der
Unterſtaatsſekretariate von 17 auf 9 herabgeſetzt. Im zweiten Halb=
jahre
1923 ſpurden 32 117 Beamte abgebaut, wodurch 297 Millionen ge=
ſpart
wurden, zu denen noch 65 Millionen treten, die durch das neue
Penſionsgeſetz erzielt werden. Die innere Staatsſchuld, die für 1923.
bevor Muſſolini die Regierung übernahm, mit 102 Milliarden angefetzt
war, erreicht heute nicht einmal 95 Milliarden. Die Staatsausgaben
ſanken von 24 Milliarden 851 Millionen des Rechnungsjahrs 1921/2:
auf 18 Milliarden 38 Millionen. In dem Voranſchlag für das Reih=
nungsjahr
1924/25 iſt der Stand der Einnahmen weiter günſtig. Das
kam daher, daß eine Politik umſichtiger ſyſtematiſcher Verringerung der
Steuern verfolgt wird, die, als der Faſchismus zur Herrſchaft gelangte,
mit der Abſchaffung der Erbſchaftsſteuer und der Herabſetzung der
Zollſätze einſetzte, namentlich hinſichtlich der Lebensmittel. Brennſtoffe
und Rohſtoffe für die Landwirtſchaft und die Induſtrie. Auch wurden
die Grund= und Immobilienſteuer herabgeſetzt. Der Miniſter wies
ſodann auf die wirtſchaftlichen Gründe für die Stabiliſierung der Lira
hin und ſchloß mit folgenden Worten: Die Unruhe auf dem internatio=
nalen
Geldmarkt ſpiegelt den Prozeß lrirtſchaſtliche Geſundung wider,
der, ſo ſchwierig er auch iſt, doch im Gange iſt und der ſich hätte be=
ſchleuniger
laſſen oder mit weniger Schiaden für alle hätte durchgeführt
werden können, wenn es, wie auf der Konferenz von Genua gjetlant
wurde, zu praktiſchen Vereinbarungen zwiſchen denen gekommen wäre,
die in jedem Lande die Leitung des Geldmarktes in Händen haben.

w. Vatſchari, Zigarettenfabrik., A.=G., Baden=
Baden. In der a. o. G.=V. der Batſchari Zigarettenfabrik A.=G.
Baden=Biden, wurde der Aufſichtsrat neu gewählt. Künftig gehören ihm
folgende Herren an: Generaldirektor Friedrich Minoux, Berlin, als
Vorſitzender; Dr. Erich Vatſchari, Baden=Baden, aks ſtellv. Vorſitzender;
Bankier Carl Th. Hermann, Baden=Baden, Fabrikant Ernſt Kiefer,
Kork, Stadtrat Hermann Koeblin, Baden=Baden, Bankier Hugo
v. Neufville, Frankfurt a. M., Bankier Carl Strauß, Frankfurt a. M.
Ferner wurde beſchloſſen, die Fabrikanlagen und Fabrikeinrichtungen,
die ſeither noch im Eigentum der Firma A. Batſchari, Zigaretten=
fabrik
, G. m. b. H., ſtanden, auf die Aktiengeſellſchaft käuflich und for=
mell
zu übernehmen. Die entſprechenden Verträge wurden genehmigt.
Der Geſchäftsgang des Unternehmens iſt äußerſt zufriedenſtellend.
* Bochumer Verein für Bergbau und Gußſtahl=
fabrikation
A.=G. Die Geſellſchaft beſchäftigt jetzt, wie aus Eſſen
berichtet wird, wieder Z der früheren Belegſchaft. Die Stahl=Induſtrie
und die Verfeinerungswerke des Unternehmens haben eine große Anzahl
Arbeiter wieder eingeſtellt. Auch auf dem neuen Walzwerk bei Hontrop
iſt die Aufnahme des Betriebes geplant. Auf den Bochumer Zechen
arbeiten 65 Prozent der früheren Belegſchaft.

luſt und das etwas vermehrte Angebot wird mit dem überall ſich be=
merkbar
machenden Geldmangel in Verbindung gebracht und ferner
auch damit, daß trotz merklicher Erholung der amerikaniſchen Weizen=
terminpreiſe
die Cif Forderungen nur wenig erhöht worden ſind. Die
Preiſe waren im großen und ganzen unverändert.

Börſen.

Die Wirtſchaft des Auslandes.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

* Die Stellung Deutſchlands im Außenhandel
Vraſiliens. Ueber den Anteil Deutſchlands am Außenhandel Bra=
ſiliens
im Dezember 1923 rird aus Aio berichtet: In der Ein=
fuhr
von Eiſen und Stahl herrſchte nach wie vor ein ſtarker Wettbeſerb
zwiſchen Deutſchland, Fraukreich, Belgien und England, oyne daß ſich
das Verhältnis weſentlich verſchob. Ueber Santos wurden eingeführt:
Aus Belgien 316000 Kg. Eiſenbarren und 15600 Kg. Eiſenzohre, aus
Frankreich 228300 Kg. Eiſenbarren und 55 000 Kg. Draht, aus Deutſch=
land
217 300 Kg. Stahldraht und aus England 240 000 Ka. Eiſen=
barren
. In der Zementeinfuhr über Rio de Janeiro ſtand
Deutſchland mit 5500 Faß an der Spitze. Die Preiſe blieben die glei=
chen
, nur die belgiſchen zogen etwas an. Auf dem Metallwaren=
markt
war Deutſchland mit elektrotechniſchen Ar=
tikeln
führend. Der Abſatz den Maſchinen für die Textil=
induſtrie
iſt gut und wird weiter zunehmen. Auch der Abſatz von Ma=
ſchinen
für die Zuckerinduſtrie iſt recht befriedigend und verdient die be=
ſondere
Aufmerkſamkeit der deutſchen Maſchinenfabriken. Der deutſche
Wetbewerb in Maſchinen für die Scuhbranche iſt fehr fühlbar. Im
allgemeinen wurden im Dezember an Maſchinen aus Deutſchland 220
Kiſten bzw. 77 000 Kg. eingeführt. Auf dem Papiermarkt kam
es zu einer Art Käuferſtreik. Nur die billigſten Arten wurden verkauft
und der Markt von Deutſchland beherrſcht, deſſen Preiſe
40 Prozent unter den amerikaniſchen liegen. Die Einfuhr über Nio
betrug aus Deutſchland 307 000 Kg., aus Schweden 336 000 Kg., aus
Italien 11 400 Kg. und aus Holland 19 500 Kg. Ueber Santos wurden
außerdem aus Deutſchlend 24 300 Kg. eingeführt.
Die Betriebsſtillegungen im Siegerländer
Eiſenerz=Bergbau. Der Hauptausſchuß des Preußiſchen Land=
tags
beriet über die Betriebsſtillegungen im Siegerländer Eiſenerzberg=
bau
. Allgemein wurden außerordentliche Hilfen für nötig erachtet, ins=
beſondere
Schaffung von Ausnahmetarifen für Erz= und Brennſtoffe.
Die Staatsregierung derſprach Unterſtützung dieſer Anträge. Ferner
wurde Ermöglichung eines ſchnellen und billigen Erzverſands nach Ober=
ſchleſien
gefordert. Der Kampf um die Arbeitzeit im Siegerländer Erz=
bergbau
wurde eingehend erörtert. Ein Zentruwsantrag wurde an=
genommen
, der die Umgeſtaltung des Berggeſetzes dahin fordert, daß
in beſchleunigtem Verfahren die Inbetriebſetzung ſtillgelegter Bergwerke
erzwungen werden kann.
8. Berliner Handelsgeſellſchaft. Die ordentliche
Generalverſammlung findet am 12. April in Berlin ſtatt.

* Die Lage auf dem franzöſiſchen Eiſenmarkt.
Nachdem die Beſſerung des Franken von ſeinem Sturz ein beruhig
deres Moment in die geſamte Wirtſchaftslage hineingetragen hat, ten=
diert
auch der Eiſenmarkt in Richtung einer Senkung des hochgetrie=
benen
Preisniveaus. Die Konkurrenzmöglichkeit gewinnt nach der Er=
holung
der Valuta wieder größere Bedeutung. Die franzöſiſche Pro=
dultion
, die im Februar vorigen Jahres auf 47 Hochöfen 290000 Ton=
nen
Stahl produzierte, verfügte im gleichen Monat 1924 über nahezu
140 Hochöfen bei einer Produktion von 600 000 Tonnen. In günſtiger
Lage befanden ſich die Hochöfenwerke, die trotz der Hauſſe=
tendenz
den billigen deutſchen Koks derwerteten, der
ſeitens der Regierung ſelbſt für den Monat April nicht über 165 Fre3.
je Tonne in Rechnung geſtellt werden dürfte, und jetzt in Mengen, die
die Ziffern vor dem Nuhreinbruch überſchreiten, ununterbrochen den
Werken zur Verfügung ſteht. So waren die franzöſiſchen
Hochöfen in der Lage, zu Dumpingpreiſen die ganze
Welt zu beliefern. Um ſo beſorgter war man hinſichtlich der
Eineuerung der Micum=Verträge, und man legte ſich
Vorräte an Koks, Roheiſen und Blöcken hin, um auf alle Fälle geſichert
zu ſein. Die Stahlwerke hatten ihre Produkte teils bis Ende
Juni ausverkauft, teils nahmen ſie keine Beſtellungen herein. Halb=
zeuge
waren nach wie vor ſehr rar, oſtfranzöſiſche Werke verlangten
für Thomas=Knüppel 64 Fres. ab Werk. In Schienen, Eiſenſchwellen,
Trägern, U=Ciſen und Winkeleiſen waren die Preiſe ebenfalls ſehr fe
Winkeleiſen notierte z. B. ab Meurthe und Moſelle 92 Fres.
Walzprodukten war die Lage noch geſpannter. Di
Preisforderungen lagen zwiſchen 66 und 88 Fres. bei dreimonaklicher
Lieferungsfriſt. Füir Ronds halpart Martin ſurden 70 Fres. verlangt,
ſogar 87.5 Fres. bei ebenfalls dreimonatlicher Lieferungsfriſt.
Blechen war die Zuſpitzung der Hauſſe noch ausgeprägter als für
getvöhnliche Walzprodukte. Die Gießereien konnten vor der nervöſen
Nachfrage der Kundſchaft ebenfalls für ihre Preisſtellung profitieren.
In ähnlicher Lage befanden ſich die Schraubenfabriken. Die Draht=
ziehereien
zogen ſich allmählich aus dem Markt zurück und nahmen
Aufträge nur noch für ſehr begrenzte Mengen und ſehr entfernte Lie=
ferungsfriſten
entgegen. Unter den Maſchinenfabriken
zeichneten ſich die Automobilwerkſtätten nach wie
vor durch beſonders regen Geſchäftsgang aus. Die
meiſten Werke dieſer Branche waren auf der Suche nach Perſonal, um
die Fabrikation noch zu verſtärken. Der Schrottmarkt erlebte eine un=
geheure
Hauſſe, ſo daß Preisangaben zuletzt taum möglich waren. Die
ſcharfe Beſſerung des Frankenkurſes ließ ſodann ſämtliche Geſchäfte in
Stockung geraten, ſo daß eine ganze Woche hindurch leine Preiſe zu
hören waren. Die Schrottpreiſe blieben auch in der letzten Woche
außerordentlich feſt. Sehr wenig erwünſcht war den franzöſiſchen Ver=
brauchern
die Konkurrenz der belgiſchen und italieniſchen Käufer.
Daß dieſe Lage der franzöſiſchen Montaninduſtrie auch auf den deut=
ſchen
Markt in letzter Zeit nicht ohne Wirkung geblieben iſt, erkennt
man an den jetzt günſtiger lautenden Berichten aus dem Ruhrgebiet.

wl.. Berliner Bürſenſtimmungsbild. Bei der glei=
chen
Luſtloſigkeit und Zurückhaltung und dementſprechend hochgradiger
Geſchäftsſtille bewirkte das verhältnismäßig geringfügig an den Markt
kommende Material, welches heute vorwiegend aus Kreiſen des Publi=
kums
ſtammte, ein weiteres Nachgeben der Kurſe. Die mangelnde Auf=
nahmeluſt
der Börſe ſrurde außer mit den bekannten unerfreulichen
Verhältnifſfen aud: mit einer am Geldmarkt ſich ſtärker zeigenden Ve= in Verbindung gebracht. Für kurzfriſtiges Geld, dis recht
geſucht iſt, muſten über 1 pro Mille pro Tag, für Darlehen auf wert=
beſtändiger
Grundlage, zu deren Hergabe die Geldgeber wenig geneigt
ſind. 3 Prozent pro Monat und teilweiſe weſentlich darüber bewil igt
werden. Die Kurseinbußen für Dividendenpapiere aller Gattungen
ſtellten ſich in der Regel auf eine Billion, für einzelne führende Werte
auch auf zwei bis vereinzelt dier Billionen Prozent. Bei gänzlich un=
bedeutenden
Umſätzen traten auch weiterhin Veränderungen von Be=
deutung
nichſt ein. Die Kurſe behielten überwiegend eine Richtung
nach unten. Die abwartende Haltung wurde auch mit der Unſicherheit
über die weitere Entwickelung der Verhältniſſe in Bayern in Zuſam=
menhang
mit der heutigen Urteilsfällung im Hitlerprozeß erklärt. In
feſtverzinslichen Papieren heurſchte die gleiche Geſchäftsſtille. Am Devi=
ſenmarkt
weren bei etwas geringerer Nachfrage Veränderungen in den
Notierungen und Zuteilungen ſo gut wie nicht eingetreten.

Oeviſenmarkt.

Geld
Bri Aa
Br.
Gel Mefe Amſterdam=Rotterdam . 155.36 136.17 155.36 150.14 1 Proz. Brüſſel=Antwerpen ..... 18.15 18.25 18.45 18.55 1 Proz. Chriſtiania. . . . . . . . . . . . ." 56.86 57.14 56.86 57.14 1 Proz. Kopenhagen ......." 67 67.67 68.8 69. 17 1 Proz. Stockholm ............. 111.22 11178 111.22 111.78 1Proz. Helſingfors ..........." 10 57 10.63 10.57 10 63 2 Proz. Italien .............."
London .. .. ........." 1825 18 45 18.55 1Proz. 18.055 13.18 18.055 18.145 1Proz. New=York ............" 4.19 4.19 421 1 Proz. Paris................." 23 14 23.44 23.56 1Proz. Schweiz .. . . . . . . . . ...." 3.02 73.42 73 78 1Proz. Spanien .............." 56.86 57.14 56.86 5714 1Proz. Wien (i. D.=Oſterr. abg.).
Prag................." 6 08
12.71 125 6.08
1271 6 12
1279 3 Proz= Budapeſt. . . . . . . . . . . . .. 6.38 6.42 6.38 6.42 1 Proz=
voll
*) Buenos=Aires. . . . . . . . . ." 1.405 1.415 1385 1.395 1Proz. Bulgarien. .. . . .... .. . ." 3.20 3.31 3.29 3.31 voll *) Japan . . . . . . . . .. ..... 1775 1.785 1.795 1.805 3 Proz. Rio de Janeiro ........" 0.18 0.495 0.485 0.495 5 Proz. Velgrad. . .. .. . .. . ...." 5.58 5.62 5Proz. Liſſabon .............." 1296 12.96 13.04 5 Proz. Danzig .............." 72.21 72.59 72.21 72.59 2 Proz.

*) Ueber 100 Mill. 60 Proz.; bis 1 Mill. und darüber 30 Proz.

Serliner Kurſe. (Eigene telegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000.

Warenmärkte.

vb. Amtliche Notierungen der Frankfurter Börſe, Abtei=
lung
Getreide, vom 1. April. Getreide, Hülfenfrüchte und Biertreber
ohne Sick, Weizenmehl, Rogenmehl und Kleie mit Sack. Preis je 100
Kilogramm: Weizen, Wetterau 17,7518,25, Roggen 15,7516,25, Som=
mergerſte
für Brauzwecke 19,2520,50, Hafer, inländiſch 15,2515,75,
Hafer, ausländiſch 0000 Weizenmehl, ſüdd., Spezial 0. 2727,75,
Noggenmehl. 2323,75.=Weizen= und Roggenkleie 9,7510,50, Mais,
gelb 19,2520. Tendenz: Rphig.
wb. Berliner Produktenbericht. Am Produktenmarkt
hielt die bisherige Geſchäftsſtille an. Die mangelnde Unternehmungs=

Aktiengeſ. für Anilinfr. 16250
AſchaffenburgerZellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Berl.=Anhalt=Maſchinen 11875
Berl. ſ.Elektr. W.vorzug.
Bismarckhütte" .
Braunkohlen=Briketts ,
Bremer Vulkan ..
Wolle...
Chem. Heyden ..
Weiler
Deutſch=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch=Niedlb. T
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleu;
Dt. Kaliwerke
Dt. Waffen u. Mur
Donnersmarckhüt
Dynamit Nobel
Elberfelder Farben.
Elektr. Lieferung
R. Friſter
Gaggenau Vorz.
Gelſenk. Gußſtahl
Geſ. f. elektr. Untern.. .
Halle Maſchiner
Han. Maſch.=Ege

31. 15750 Hanſa Dampfſch. . . 31. 3. 24000 Hemoor Zement ..... 52000 31000 31000 Hirſch Kupfer .. 38000 11000 Höſch Eiſen ... 49000 9250 9250 Hohenlohe Werke.... 38500 56500 40000 Kahla Porzellan ..... 14375 7500 28060 Lindes Eismaſch. ... 7500 74500 74500 Lingel Schuh .. . . . . . 3900 93000 94000 Linke u. Hofmann .... 28000 5900 5200 L. Loewe u. Co. ......" 49250 14000 13750 C. Lorenz .........." 6250 20875 19500 Meguin
28000 8125 7000 Niederländiſche Kohle. 44250 31500 31750 Nordd. Gummi. 900 57250 54250 Orenſtein. 18625 Rathgeber Waggon.. 8800 48500 48000 Rombacher Hütten. 22400 97060 9 000 Roſitzer Zucker 40000 130000 120000 Rütgerswerke 17000 Sachſenwerk 2960 19000 Sächſiſche Gußſtahl 33750 18800 17000 Siemens Glas 2000 500 0 Thale Eiſenhütte . 6100 Ver. Larſitzer Glas. 24750 Volkſtedter Porzellan. 10c00 17500 18509 Weſtſ. E
dreer
Lan 24000 20250 20000 Wittener Guß 35000
12000 9500 88000 Wander=
Werke

1. 4.

9750
21008
34800
12000

Frankenkurs in London:
Markkurs

T6.30
19.75

Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.

Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.

Frankfurter Kursbericht vom 1. April 1924.

Europäiſche Staatöpapiere,
a) Deutſche.
50 Reichsanleihe ..........."
...
...
3½%

Dollar=Golbanleihe. . . ...... .."
Dollar=Schatzauweiſungen ..."
Dt. Schatzanw. K Ausg. Tv. 23
IIv. 23
K
Tv. 24
K, IIv. 24
V. Schatanweiſg.
4½%VI..
4% Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u.13
v. 14
Sparprämienanleihe ...... ..."
Zwangsanleihe ..............
48 Preuß. Konſols ........."
.
3½½
...
48 Bab. Anl. unk. 1935 ......
v. 1907 .......
3½%
4½ Bahern Anleihe ........."
......."
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rckz. 26 .. .. . . . . . . .
816% Heſſen Neihe XXXVI.
untilgb. b. 28... .. . ... ... .."
4½ Heſſen unk. 1924.. . ... .. ..
3½% .................
...
4% Württemberger ..........
b)Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
5% L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½ v. 1902 .........."
...........
-
5% Bulgar. Tabak 1902......
171 % Griech. Monopol ...."
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ..........."
4½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 ......... .........
4% Oeſt. Goldrente ........."
4½ einheitl. Rente ......"
5% Rum. am. Rente v. 03 ....
4½% Goldrente v. 13 ...."
4% am. Goldrente konv.
4½ am. v. 05 ... .. ...."
4%0 Türk. (Admin.) v. 1903....
4% (Bagdad) Ser, I..
II.."
49
4½ v. 1911, Zollanl. ...
4½%0 Ung, Staatsr. v. 14 ...
Goldrente ........"
Staatsr. v. 10 ....
4% Kronenrente ......
Außereurobäiſche.
2 Mexik. amort. innere ......"
konſ. äuß. v. 99... . .
Gold v. 04, ſtfr. .. . .
% konf. inner. ......"
4½% Irrigationsanleihe .
5% Tamaulipas, Serie T......
T Tauſend. 14 Miienen

31. 3. 1. 4. 0,106 0,112
035 0,55
4,2
82 43
0.052
3,25
3.25
0,17
3,5 Md1
033
0,5 3,25
3,25
0.151
3.5 Md
0,37 04 4,2 4,2 500 00 924 3,25 ia 4,75
0,8 4,5
0,75 3.25 23

Oblig. v. Tranöportanſt.
190 Eliſabethbahn ſtfr. . . . .. .."
2 Gal. Carl Ludw.=Bahn.. . .
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. . .
42
2,6% Alte Oeſt. Sidb. (Lomb.)
2 6%Neue
4½ Oeſt. Staatsb. b. 1883 ....
1. b. 8. Em..
39 Oeſt.
9. Em. ...."
v. 1885 ...."
Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
4% Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
O Anatolier I............"
% Salon. Conſt. Jonction ...
2 Salonique Monaſtir ......
Tehuantepec. . . . . . . . . . . ."
...........
4½%
Nach Eachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwertanl. .
6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
Roggenwert=Anl. . .
5½ Sächſ. Braunk.=Anl. Ser, Iu, II
3% Südd. Feſtwertbk. . . . . . . . .
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Bankverein. . . . . . . . .."
Baher Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft . . .
Commerz= und Privatbank ..."
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank .............."
DeutſcheEffekten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. . .
Deutſche Vereinsbank ..... ..."
Disconto=Geſellſchaft . .. . .. ...
Dresdner Bank. ...... . . . . .."
Frankfurter Bank ..........
Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . . . . . . . . . . . . . ."
Mitteldeutſche Creditbank. . . . . .
Oeſterreichiſche Creditanſtalt .. .
Reichsbank=Ant. . . . . . . . ."
Rhein. Creditban: ......"
Hypothekenbank .
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ..... .... .. .. ......
Wiener Bankverein .........."
Bergwerkö=Aktien.
Berzelins ...... .... ........"
Bochumer Bergb. .. ... ... . .."
Buderus.. .. . . . . . . . .. .. . . . .."
Dt. Luxemburger ............"
Eſchweiler Bergwerks=Akt. ....
Gelſenkirchen Bergw. ........
Harpener Bergbau......... ..
Kaliwerke Aſchersleben ... . . ..
Salzdetfurth . . .. . . .
Weſteregeln ......."
Klöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren .... . ..."
Mansfelder ................."
Oberbedarf ................."
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ......"
Otavi Minen u. Eb.=Ant. .. . .
Phönir Bergbau ..........."

31, 3.

35

1. 4.
6,3

I.

3,25
9,25

7,5
1.25


u

6,5

9,5

25
1,3

10
2.49

33

1.25
1,3

42
1s

2,2

4,6

10.5
10,6
4,1

1.3
13.9
75
21
2,5
0,575
32.75
3,3
11
0,8
0.425

132
6,5
2,25
39.
2.2
0.,525
30

10,5
0,78
0,4

9,25

8,5

19,75
20
17,75
23,75
43
40
10,75

34I,

33,75
35,75

23,5
22,5
43
38,5
9,75
3.3
32,75

Rhein. Stahlwerke .........
Riebeck Montan.. . . . .
...
Rombacher Hütte. . . . . .....
Tellus Bergb.= u. Hüitten=Akt.
Ver, Laurahütte . . .

Aktien induſtr. Unternehmung.
Brauereien
Henninger Kempf=Stern. . . . . .
Löwenbräu München ........"
Schöfferhof (Binding)........"
Werger ...................."

M4 Milliarden. aUohne Umſatz. Xratloniert.

Akkumulat. Berlin ...... ....."
Adler & Oppenheimer .. . . . ..
Adlerwerke (v. Kleyer) ......."
A. E. G. Stamm. . . . . . . . .
6% Vorzug Lit. A ...
5% Vorzug Lit. B...
Amme Gieſecke & Konegen ....
Anglo=Continental=Guano ....."
Anilin Bln.=Treptow.. . . . . . . .
Aſchaffenburger Zellſtoff ....."
Badenia (Weinheim) .........
Badiſche Anilin=n. Sobafabrik.
Bad. Maſchf. Durlach ........"
Bad. Uhrenfabr. Furtwangen ..
Baldur Piano. . .. . . . . . ... . . .
Baſt Nürnberg .............."
Bayriſch. Spiegel ............
Beck & Henkel CCaſſel) ........"
Bergmann El. Werke .........

Bing. Metallwerke ....
Brockhues, Nieder=Wallif.....
Cementwerk Heidelberg..... ..
Karlſtadt . ......"
Lothringen (Metz).
Chem. Werke Albert. . . . .. .. .."
Griesheim Elektron ...."
Fabrik Milch ..........

Weiler=ter=mer ..
Daimler Motoren ..........."
Deutſch. Eiſenhandel Berlin .."
Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt. .
Dingler, Zweilrücken .. . . ...."
Dresdener Schnellpreſſen .. .."
Dürkoppwerk (Stamm) ......"
Düſſeld. Ratinger (Dürr) .....
Dückerhof & Widm. Stamm .. .
Eiſenwerk Kaiſerslautern ....."
L. Meher jr. ......"
Elberfelder Farbw. v. Baher ..
Kupfer= u. Meſſingwv.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. ......"
Licht und Kraft ......."
Elſäſſ. Bad. Wolle.. .... ... . .."
Emag, Frankfurt a. M.... . . . .
Email.= E Stanzw, Ullrich ...."
Enzinger Werke ........ . .. .."
Eßlinger Maſchinen .........."
Ettlingen Spinnerei ........."
Faber, Joh., Bleiſtift ........"
Faber & Schleicher .........."
Fahr, Gebr., Pirmaſens ....."
Felten & Guilleaume, Carlsw...
Feinmechank (Jetter).
Feiſt Seitkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas....
Frankfurter Hof .........."
Frf. Maſch. Pokorn9 E Wittek.
Fuchs, Waggon Stamm ....."
Ganz. Ludwig, Mainz ......

31. 3. 13 22.,5 3,25 2.9 15,35 14.25 27.75 47 3 16,25 15,5 19 3.25 10.75 10,4 4.2 4,35 4,25 15,25 24 35 1,8 19,5 18 20 18 22 4,2 13 10 41 16.25 4½. 10.5 9,75 13,4 8,25 14,75 17,75 15 7.25 21,5 20,5 Gei 5,7 2.9 2.25 23 6,2 2,6 4,1 18,5 3,8 18,5 18,25 169. 176 0.75 0,75 6,75 5,75 14.75 14.25 5,5 4,6 8,5 85 25 25.25 2.6 13 14 4,05 3,25 2,1 2,1 155 136

Geiling & Cie. .............."
Germania Linoleum ... . . . . ..
Gelſenkirchen. Gußſtahl .......
Goldſchmidt, Th. ......
Gotha Waggon............
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. . .
Grün & Bilfinger ..........."
Hammerſen (Osnabrück)......"
Hanfwerke Füſſen ..........."
Heddernheimer Kupfer ......."
Heyligenſtaedt, Gießen .......
Hilpert Armaturenf. . . . .. . . .
Hindrichs=Auffermann. . . . . . .
Hirſch Kupfer n. Meſſ.:..
Hoch= und Tiefbau".
Höchſter Farben ..
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtr.
Hydrometer Breslau
Inag ........"
Junghans Stamm
Karlsruher Maſchinen.
Kirſtadt N...
glein, Schanzlin & Becker ...
Knorr, Heilbronn............
Kolb & Schüle Spinn. .. . .. ..
Konſervenfabrik Braun ......
Krauß & Co., Lokom. . . . . . . . .
Lahmeyer & Co. ............
Lech, Augsburg ............."
Lederw. Rothe .............."
Lederwerke Spicharz ........"
Lingel, Schuhw. Erfurt ......"
Löhnberger Mühle ..........
Lüdenſcheid Metallw....... .."
Luther, Maſch.=u Mühlenbau..
Lux’ſche Induſtrie ..........."
Mainkraftwerke Höchſt......."
Meguin, Butzbach ...........
Metallgeſ. Frkft. . . . . . . . . . . . ..
Meyher, Dr. Paul ..........."
Miag, Mühlenb., Frankf. a. M..
Moenus Stamm ..... .. . . ..."
Motorenfabrik Deutz ........."
Motorenfabrik Oberurſel ....."
Reckarſulmer Fahrzeugwerke...
Neckarwerke Eßl. Stamm....."
Oleawerke Frankfurt a. M.....
Peters Union Frankfurt a. M.
Pfälz. Nähm., Kayſer ........"
Philipps A.=G. .... . . .. ... .."
Porzellan Weſſel ............"
Reiniger, Gebbert & Schall. . .
Rhein. Eleftr. Stamm . . . . . . . .
Metall Vorzüge ... . . .."
Rhenania, Aachen ..........."
Riedinger, Maſchinen ........."
Rückforth, Stettin ..........."
Rütgerswverke ..............."
Schleußner (Frankſurt a. M.) .."
Schneider & Hanau.... . . . . . ."
Schnellpreſſen Frankenthal. . . .
Schramm Lackfabrik. ........
Schriftgießerei Stempel, Ffm.
Schuckert Elektr. (Nürnberg) ...

Schuhfabrik Berneis=Weſſel ..."
Schuhfabrik Herz..........

Schuhf. Leander Offenbach ..
Schultz, Grünlack, Rdsh.. .....
Seilinduſtrie Wolff .........
Sichel & Co., Mainz ......."

31. 3 1 1 21,4 163 15 4,4 29 29,25 13 15 145 11,5 8.9 4.5 4,25 6.5 6.9 10,75 10.25 37,5 4.3 43 16.25 14.75 12.25 11.5 8,25 3,8 1 5,5 4,6 3,2 5,4 6,9 33 16.1 1.9 18 13,75 6 75 12 8,5 4,5 4,2 z 6. 2i *" 21. 18,75 ,3 27 43 169 15,6 63 7,8 6,2 2.15 3,3 z1. 9,75 9.35 19 18 2,85 11 10,5 10,3 8 7,4 16.5 155 6,5 6,5 38,5 32 4,5 0.85 i1. 8,5 Pio Pl.

Siemens Elektr. Betriebe ....."
Siemens Glasinduſtrie ......."
Siemens & Halske. ... . . . . . . .
Stöckicht=Offenbach=Gummi .. .
Süddeutſche Immobilien ...."
Thüring. elektr. Lief.=Geſ., Gotha
uhrenfabrik Furtwängler ....."
Beithwerke in Sandbach ...."
Verein f. Chem. Induſtr. Frkft,
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
Faßfabriken Caſſel ..
Gummifabr. Bln.=Frkf..
Pinſelfabr. Nürnberg ..
Ultramarin ...........

Zellſtoff, Berlin".
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ....

Stämme . . .
Voigt & Haeffner Stämme .. .
Boltohm, Seil............
Wayß & Freytag. . . . . . . . . . ..."
Wegelin Rußfabrik ..........
Zellſtoff Waldhof Stamm ...
Zuckerfabr. Waghäuſel ......."
Frankenthal ......
Heilbronn. . . ....
Offſtein ........."
Rheingau ........"
Stuttgart . . . . .

Transport=Aktien,

*4

37.5
4,05
15,75
2,5

3.4
2.3
4.
4,75
5,8
12,75
4,6
4.5
5

189
22.25
37,5
0.9
3.9

65
4,5
15.25

3,9
2.8
4,4
5,75
12.25
4,5
41
4,25
4,5

5.35

Schantung E. B............."
Süddeutſche Eiſenbahu=Geſ. ..
Hapag (Paketfahrt) ........
Norbd. Lloyd. . . . . . . . . . . . . . . ." 1.05
32 39
Gl. Darmſtädter Werte,
Bahnbedarf................ 1 Dampfkeſſel Rodberg. . . . . .. . ."
Helvetia Konſervenfabrik. . ... 5.75 5 Gebr. Lutz .................. Motorenbfarik Darmſtadt . . . . . 15,5 Gebr. Roeder ............... 9,5 Venuleth & Ellenberger ....." 39 3.

Nnnotierte Aktien.
Allg. Bankverein Däſſeldorf..
Beckerkohle. . ................
Beckerſtahl ..................
Benz... . . ................
Brovn Boveri ............."
Cont. Handelsbank ..........."
Deutſche Handelsbank ........"
Frankf. Handelsbank. . . . . . . . . .
Falconwerke ................"
de Giorgi Choe. ........ . . ..."
Groſdag .. . .. . ... . .. . . ..
Hanſa Lloyd ....."
D
Hero Conſerven .........
Holſatiawerke, Altona . . . . . . . .
Kabel Rheydt
......"
ſerügershall Fali ...
Metall Starkenburg.

Metz, Karl & Söhne, Freibg. . .
Neckar=Gummi
...
Petroleum Dtſche. ..
..
Raſtatter Waggon .........."
Remy Chem. . .............."
Cextil=Ind. Barmen (Tiag)...."
Ufa Film .. . . . . . .. . . ... .....
Unterfranken Großtraftw. .....

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[ ][  ][ ]

Rummer 93.

Darmſtädter Dagblatt, Mittwoch, den 2. April 1921.

Stite 13.

Hans Peter Kromm der Lebendige.
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.
92)
(Nachbruck verboten.)
Nun konnte Hans Peter das ſeltſame Brauſen,
das von der Volksmenge ausgegangen, nicht loswerden. Licht
und Leuchten hatte er aus dunklem Erdenſchoß heraufgeholt; wo
aber lag das Strahlen verborgen, jenen finſteren Körper zu er=
hellen
, der ihm in ſeinen aufgewühlten Trieben grauenhaft und
entſetzlich erſchien? War nicht von dieſen Menſchen ein Geruch
ausgegangen wie der Geruch wilder Tiere? Was konnte geſchehen
welche Mittel konnten angewendet werden, dem böſen Geiſt
zu wehren, der die Wohlfahrt eines ganzen tüchtigen Volkes ge=
fährdete
und dem Zuſammenbruch entgegentrieb?
Und wie wenn dieſer Geiſt auch unter ſeinen Arbeitern
Raum gewann?. Der Auf= und Abſchreitende ſtand ſtill und ſah
auf Jürgen Neuwerker, der ruhig weiter zeichnete. Dieſer ſchlicht
geartete, aber zuverläſſige und treue Mann war ihm menſchlich
näher gekon men, war ihm Freund geworden, nicht wie Titje
aber ſie hatten doch ein gutes und warmes Verhältnis zuein=
ander
geſunden. Jürgen, ſagte Hans Peter mit einem beſtimm=
ten
Ton, wir müſſen handeln.
Das tun wir ja immer, gab der andere über ſein Blatt
gebückt zurück, was willſt Du Neues beginnen?
Wir müſſen einen Saal bauen, einen Verſammlungsſaal
für unſere Leute, der gelegentlich auch die Frauen faßt er tut
uns not.
Neuwerker ſchwvieg und drehte ſeinen großen Zeichenſtift.
Hans Peter hatte mehrmals über l ſonzere Zeitfragen zu ſeinen
Arbeitern geſprochen, und Neuwerker hatte ihnen Lichtbilder=
vorträge
über ſeine verſchiedentlichen Reiſen gehalten;; da war
der Raum, der dafür zur Verfügung ſtand, niemals ausreichend
geweſen.
Es hilft alles nichts, wir müſſen verſuchen, näher an die
Leute heranzukommen, begann Hans Peter wieder ſie ſind
für ſich und wir ſind für uns, das iſt doch ein Mißverhältnis
ſo von Menſch zu Menſch meine ich.

Ich finde nichts daran auszuſetzen, warf Neuwerker ge=
laſſen
ein, die Verſtändigen ſind damit zufrieden, die Frech=
linge
könnten ſich gegebenenfalls leicht zu viel herausnehmen.
Er ſchob dem anderen ein Häuflein hübſch geordneter Papiere zu.
Hier ſind die Rechnungen für neue Heizanlage und arte=
ſiſche
Brunnen Heimſtättenſache! Es ſind anſehnliche Poſten
zu decken
Ich will nicht reich werden, lachte Hans Peter, Du viel=
leicht
?"
Gern, wenn’s möglich. Meine Braut würde das auch vor=
ziehen
. Er ſtand auf. Aber erſtmal muß ich jetzt fort und die
neue Walze einſetzen helfen. Man muß ſelber dabei ſein, ſagte
er, nach der Mütze greifend. Will mir derweilen die Saalpläne
durch den Sinn gehen laſſen; du wirſt ihn bauen, ich weiß das.
Neuwerker ging. Und nach ihm trat Lude Spatt in die Arbeits=
ſtube
. Er ſah niedergeſchlagen aus.
Was hat’s gegeben, Spättlein? Ein Teller entzweigegan=
gen
? Oder iſt Tinchen unartig geweſen?
Lude grub die Hände tiefer in ſeine Joppentaſchen und
bockte in ſich hinein.
Sprich. Oder ſtreiche wenigſtens den Bart, den Du nicht
haſt, damit ich ſehe, daß Du mit Deinem inwendigen Menſchen
ins Freie findeſt, ermutigte Hans Peter gutmütig.
Es ſind Diebſtähle vorgekommen! brachte Lude mit An=
ſtrengung
heraus.
Wo?
In der großen Geſchirrkammer bei den ausgeſuchten Vor=
räten
. Man hat hinterwärts die Planken losgelöſt und eine
Menge Sachen in die alten Schachtlöcher geſchleppt, die noch im
Buſch herum vorhanden ſind. Von dort hat’s man dann gut
wegbringen können."
Haſt Du beſtimmten Verdacht?
Lude wandte ſich ab und wieder zurück: Beſtimmt genug!
Tines Mutter iſt’s! Ich ſelber habe ſie abgefaßt, als ſie die
Planken wieder einſtellte. Und ſie muß Helfershelfer gehabt
haben vom Platz.
Und Deine Tine iſt ſie daran beteiligt?
Nein! Die hat von nichts gewußt. Lude ſtieß hart den
Odem aus. Ich hätte ſie auch ganz ſicher davongejagt, trotzdem
ſie jetzt das Zweite ſtillt.

Dann gräm Dich nicht, Kleiner! Vielleicht war’s die Not
bei der Alten.
Ne. Die hat in guten Spargroſchen zurückgelegt, und ich
hab ihr auch gegeben, und ſie hat immer noch zuverdient. Hat ja
das Brot für die Kantine geliefert. Aber jetzt, das Menſch ſoll
mir vom Platze bleiben! Mit Dieben will ich nichts zu tun
haben."
Und was ſagt Tine dazu?
Einerlei. Tine richtet ſich nach mir. Ich wollt’s Dir nur
ſelber zu wiſſen tun, daß Du’s nicht von anderen erfährſt, wenn’s
vielleicht doch auskommt. Aufmutzen wirſt es mir ja nicht, was?
Mach keine Worte, Spättlein. Und ſie ſchüttelten ſich die
Hand.
Wenn nur dieſe Schleicher nicht auf dem Platz wären!
ſtöhnte Lude auf. Unheil wühlen ſie und Unfug treiben ſie!
Aber man kann ſie nicht faſſen ſie werden immer gedeckt. Sie
ſind ein freſſender Schaden für die ganze Werkmannſchaft.
Ich finde, der Zeit entſprechend haben die Unſern ſich brat
gehalten, Lude."
Warum ſollten ſie nicht! Was fehlt ihnen denn? fuhr der
kleine Meiſter auf. Haben ſie’s nicht gut bei uns?
Lieber Menſch, danach fragt heute keiner, ſondern nur, ob
er’s nicht noch beſſer bekommen könnte! Uebrigens glaube ich
nicht, daß unſere Leute ſich ſo leicht verhetzen laſſen. Die kennen
uns zu gut.
Jawohl, die alten, ſtändigen, und die paar Jungmannen,
die Du nach der Erholung auf,dem Hof hier eingeſtellt haſt.
Aber die letzten, die Du bei dem Oel angenommen haſt, und die
jetzt die neue Dampfmaſchine bedienen Pack einfach! Klatſch
tragen ſie umher wie alte Marktweiber, und raufluſtig ſind ſie
wie Wegelagerer. Die Jungen ſind die Schlimmſten, die noch
nicht trocken hinter den Ohren ſind. Ein Elend iſt’s! Und die bei=
den
aus Deiner Mühle gehen auch zwiſchen ihnen um; haben
immer Zeitungswiſche und Flugblättchen zur Hand: Rot, röter,
am röteſten! s iſt ja rein verrückt, das Geſindel. Und ich muß
Dir damit kommen mein alter Drachen von Schwiegermutter
tut mit dabei. Ich glaube, die iſt ſchlimmer, als alle die Dreck=
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