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K
*
Hefſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentſche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 92
Dienstag, den 1. April 1924.
187. Jahrgang
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27 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpfg
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg, Rellamezeſiſe (92 mm
breitl 4 Goldmark. Anzeigen von auswärts 30 Goldpfg,
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Rellame=
zeiſe 4.50 Goldmark. Alle Preiſe in Goldmart
7: Dollar — 4.30 M.
Im Falſe höberer
Gewalt, wie Krſeg, Räfruhr. Streit uſp., erſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder geriſchtiſcher Beiſtreibung fält ſeder
Rabatt weg. Bankkonio: Deutſche Bank und Darm=
Jädter 8 Nationalbank.
Das Programn des neuen Miniſteriums Poincare.
Die Regierungserklärung vor der Kammer: Fortſetzung der alten Gewaſtpolitik. — Die Lüge von der Urſache der Frankenkriſe. — Reformen,
keine Diktatur. — Frankreichs „Vertragstreue‟ — Keine Räumung des Ruhrgebiets. — Das Ruhrpfand ein diplomatiſches Fauſimittel.
Paris, 31. März. Die Erklärung des neuen Kabinetts, die
heute vormittag in der Kammer von dem Miniſterpräfidenen
Poincaré und im Senat durch den Juſtizminiſter Lefevredu
Prey verleſen wurde, hat folgenden Wortlaut:
Meine Herren! Das Kabinett, das ſich Ihnen vorſtellt, iſt
zuſtandegekommen aus dem Geiſte republikaniſcher Einigeit
und nationaler Eintracht. Wie auch geſtern in gewiſſen
paha=
mentariſchen Debatten die Stimmabgabe der neuen
Kabi=
nettsmitglieder ausgefallen ſein mag, das Kabinett ſat
ſich loyal um den Miniſterpräſidenten zuſammengeſchloſſen, m
die Steuergeſetze durchzuführen, die angenommen worden ſid,
um die von dem Lande verlangten Erſparniſſe in die
Wirklich=
keit umzuſetzen und darüber hinaus das Werk der
Wieder=
erhebung der Reparationen und des Friedens fortzuſetzen, auf
deſſen Vollendung die beiden Parlamente ſo viele Mühe
ver=
wandt haben. Keiner von den Männern, die ſich
zuſammenge=
ſchloſſen haben, braucht ſeine Meinung zu verleugnen, aber in
dieſem wichtigen Augenblick, wo wichtige auswärtige Fragm
aufgeworfen werden, haben ſie geglaubt, daß es geboten ſei, ale
Erwägungen zweiten Nanges der Regelung derſenigen
Pri=
bleme unterzuordnen, durch deren Löſung das Schickſal
Fran=
reichs feſtgelegt werden wird.
Sie haben beſchloſſen, unentwegt die augenblickliche Politk
fortzuſetzen, die die vorausgegangene Regierung betrieben hat
und die Erklärungen zu beſtätigen, die im Parlanrent gbgegeben
wurden und die das Parlament gebilligt hat.
Die Legislaturperiode neigt ihrem Ende zu und bald wird
die Nation das Wort haben. Sie haben indeſſen noch die
Bud=
getzwölftel für die Wiederaufbauausgaben anzunehmen und auf
den Tagesordnungen der beiden geſetzgebenden
Verſammlun=
gen ſtehen außerdem eine Anzahl Fragen, die Sie zweifellos zu
diskutieren wünſchen, bevor Sie ſich treunen, ſo namentlich die
Neformen des Geſetzes über die Uimſatzſteuer und des
Penſions=
geſetzes. Die Regierung wird ſich ſofort zu Ihrer Verfügung
halten. Sie wird verlangen, daß keine Ausgaben gemacht
wer=
den, die nicht durch normale Einnahmen gedeckt ſind. Das
Par=
lament hat in den letzten Wochen eine ungeheure
finan=
zielle Sanierung durchgeführt, und eine zum
größten Teil künſtliche Kriſe, die durch fremde Manöver
in einer durchſichtigen Abſicht beſchworen worden iſt,
wird ſich in einer Senkung der Lebensmittelpreiſe zeigen.
Sie kann jedoch nur von Dauer ſein, wenn die beiden Kammern
in dieſem und in den kommenden Jahren den unerſchütterlichen
Entſchluß beibehalten, das Budget auszugleichen, die Laſten des
Fiskus zu vermindern und durch eine fortgeſetzte Sparſamkeit
die notwendige Amortiſierung vorzubereiten. Bis wir
regel=
mäßige Zahlungen von Deutſchland erhalten, ſind wir
gezwun=
gen, ſo raſch wie möglich den Wiederaufbau unſerer verwüſteten
Gebiete ſelbſt durchzuführen. Wir dürfen, was immer es auch
koſten möge, in unſeren Finanzen nicht auch nur den Schein
einer Inflation dulden. Die Zeit iſt nicht mehr dazu angetan,
daß ein Volk ſich ruhig abſchließen und ſein Budget aufſtellen
könnte, wie es wollte, ohne ſich um die Kommentare ſeiner
Nach=
barn zu kümmenrn. Heute gibt es keine Nation mehr, die nicht
dem neugierigen Blick der anderen Nationen ausgeſetzt wäre.
Wenn wir Schuldner haben, ſo haben wir auch Gläubiger, und
bis Verhandlungen erfolgen, legt dies uns allen eine
aufmerk=
ſame Reſerve auf. Geſunde und ſolide Finanzen ſind übrigens
für einen Staat, wie immer er auch ſein möge, eine unerläßliche
Garantie für die Ungbhängigkeit. Wir müſſen und wir wollen
unſere Unabhängigkeit ſo erhalten, daß wir niemals wieder
Kampagnen erleben wie die, deren Zeugen wir geweſen ſind
und deren Opfer wir hätten werden können. Es gibt keinen
Republikaner keinen guten Franzoſen, der ſtumpf zu bleiben
gedenkt vor dem gebieteriſchen Appell an eine patriotiſche
Pflicht.
Die Finanzpolitik iſt die entſcheidende Vorbedingung des
nationalen Wiederaufbaus.
Sie ſoll eine allgemeine Politik ermöglichen, die ſich
ent=
wickelt inmitten der Ruhe der Gemüter, des religiöſen Friedens
und der Sicherung der republikanſichen Regierung, einer
wirt=
ſchaftlichen Politik, die die private Initiative anfeuert, die
land=
wirtſchaftliche und die induſtrielle Produktion ermutigt, die
Opfer vollendet, durch die tätige und gleichmäßige Unterſtützung
von Induſtrie, Handel, Landwirtſchaft, Unternehmer,
Hand=
werk und Arbeiter, eine Kolonialpolitik, die die unerſchöpflichen
Reichtümer unſerer überſeeiſchen Gebiete ausnützt und die
Heimat davon Nutzen ziehen läßt, eine kühne, großmütige und
humane Sozialpolitik, die vor keinem Fortſchritt zurückſchreckt
und in Wirklichkeit tas ſchöne Wort „Brüderlichkeit” zum
Aus=
druck bringt.
Meine Herren! Wäre es, um die Reformen zu einem guten
Ende zu führen, tie in dieſen guten Gedanken liegen,
wünſchens=
wert und billig, ſo fragen wir, ob die Republik ſich durch
Par=
teien forttreiben laſſe, die ſich ſchmeicheln, die Revolution
vorzu=
treiben, oder muß man auf der anderen Seite ſich von denen
rückwärts führen zu laſſen, die mit den Traditionen der
Re=
publik brechen und die parlamentariſchen Einrichtungen
beſei=
tigen wollen?. Wir glauben das nicht,
wir glauben auch, daß in dem Augenblick, wo ſich die Lobſprüche
der Diktatur mehren, das Land ſich von dem Wege der Freiheit
entfernt.
Diktatur des Proletariats und Diktatur eines einzigen
Mannes, wir uehmen weder das eine noch das andere an. Die
Nation iſt ſouverän, ſie muß ſagen, was ſie will. Wir aber haben
die Aufgabe, ſie aufzuklären und zu führen. Keiner von uns hat
das Recht, ſich an ihre Stelle zu ſetzen. Wir haben keine andere
Ambition, als die, jenem Frankreich, das wir alle lieben, jenem
Frankreich, das um ſeine Stirn die Gloriole des Sieges trägt,
das durch die Niederreißung des Vertrages von Frankfurt ſein
Ausſehen glücklicher Tage wiedergefunden, das aber auf den
Schlachtfeldern eine guoße Zahl ſeiner Kinder verloren hat und
deſſen Gebiete unerbittlich durch den Feind verwüſtet worden
ſind, zu dienen. Niemals iſt ein Krieg glorreicher und frucht=
barer in individueller und kollektiver Anſtrengung geweſen,
nie=
mals hat ein Krieg die franzöſiſchen Tugenden mehr ins Licht
gtrückt, aber niemals iſt auch ein Krieg für die öffentlichen
Fi=
ninzen kataſtrophaler geweſen, gelehrter und raffinierter
ge=
führt worden und mit größeren Verluſten an Menſchenleben
päbunden geweſen. Wie könnten nach einer ſo tiefgehenden
Er=
ſchitterung, die ſo vielen Schmerz und ſo tiefe Wunden
ge=
ſchagen hat, die Söhne Frankreichs und in erſter Linie ſeine
Flontkämpfer und ſeine Verſtümmelten, ſich nicht mit der
Zkunft beſchäftigen? Warum ſollen ſie nicht ungeduldig das
Auſteigen einer glücklicheren Aera erwarten, durch das ihr
Sdickfal geklärt und die letzten Schatten der Nacht verſcheucht
wtden. Was immer man auch ſagen möge,
das ſiegreiche Frankreich hat bei den Friedensverträgen keine
egoiſtiſchen Neigungen erfüllt,
Es hat niemals die lächerlichen imperialiſtiſchen Abſichten
gehſbt, die man ihm ſo gern nachſagt. Alle Franzoſen
halen nur ein Ziel, ihr Land in Ordnung zu ſehen und
in tiedlicher Tätigkeit ſeine wirtſchaftlichen, intellektuellen und
mothliſchen Kapitalien vergrößert zu ſehen und jeden Tag mehr
in linem ruhigen und pazifiſtiſchen Europa
jene relative Glück zu finden, das die Kultur und die
Zivili=
ſatig, die eine Pforte unſeres Willens iſt, nach und nach den
Inddiduen und den Völkern vermittelt. Die Auffaſſung,
Frank=
reichlon Europa und Europa vom Menſchengeſchlechte zu
tren=
nen, pürde die verwegenſte und wahnſinnigſte Abſtraktion des
bloßt Verſtandes bedeuten.
Adererſeits aber würde man, wenn man ſämtliche Fragen
von ſr internationalen Seite betrachten und ſich in
ſeinelPhantaſie, wie es gewiſſe Männer und gewviſſe Parteien
tun, nt das Zentrum des Weltalls verſetzen wollten, ohne
zu=
nächſſeinnal engere Fühlung mit der Heimaterde zu bewahren,
Gefat lauken, jedes Gkeichgem icht und jeden Tinn für die
Arirk=
lichkei zu verlieren. Hüten wir uns, durch die übertriebene
Er=
weiteuung der Auffaſſung, die Atmoſphäre zu verdünnen, in der
wir (net.
Seienſpir zunächſt gute Franzoſen, um gute Europäer zu ſein.
A dem Tage, wo die Friedensverträge in vollem Umfange
ausgeihrt ſind, wo wir unſere Reparationen und unſere
Sicher=
heit ejangt haben, wo die Gerechtigkeit Genugtuung erhalten
hat, wid Frankreich, das dann nichts weiter als die Erhaltung
ſeiner (nabhängigkeit zu wünſchen hat, mit dem Beiſpiel der
Großhſzigkeit und der Güte vorangehen. Wie könnte
Frank=
reich, 9s in Europa in ſo hohem Maße dazu beigetragen hat,
die undrdrückten Nationalitäten zu befreien, die Abſicht hegen,
ſich übé das Gewiſſen der kleinen oder großen Nationalitäten
hinwegtſetzen, aus denen ſich hepte Europa zuſammenſetzt. Wie
ſollte ezimſtande ſein, nach dem Siege die Ideen zu verwerfen,
die ſtetshſeine Stärke und ſeinen Ruhm ausgemacht haben? Wie
wäre e4möglich, daß Frankreich nicht den Völkerbund
zu unteſtützen und zu entwickeln trachtet, deſſen Pläne es ſelbſt
zuerſt etworfen und beſſen Gedeihen es ſeit vier Jahren mit
Aufmerhrmkeit beobachtet.
Zögern bir nicht, der Welt das Antlitz Frankreichs ohne Maske
und ohne Schminke zu zeigen.
Went Frankreich einem verfagenden Schuldner
gegenübe Pfänder in Beſchlag nimmt, wenn es angeſichts
eines Vokes, das ſich über ſeine Verpflichtungen hinwegſetzt und
ſeine Hefe vermehrt, ſeine Defenſivwaffen beibehält, ſo
kann mal aus dieſer unerläßlichen Vorſichtsmaßnahme keine
nachteilign Konſequenzen auf die Haltung Frankreichs ziehen.
Frankreih iſt und bleibt der getreue Diener der Gerechtigkeit
und einel der beſten Hüter des europäiſchen Einvernehmens.
Die untglelige Lohalität ſeines Verhalteus wird die
Ungläu=
bigen übgtzeugen und die Verleumder zu ſchanden machen.
Fralkreich hat den lebhaften Wuuſch, ſich ſo raſch wie
möglich it ſeinen Alliierten und Aſſoziierten über
die beider Fragen, von denen ſeine Zukunft abhängt,
Reparationen und Sicherheit
ins Benſhmen zu ſetzen. Es iſt, wie es erklärt hat,
außer=
ſtande, ſeine Truppen aus dem Ruhrgebiet
anders ls nach Maßgabe und im Verhältnis
der Zallungen zurückzuziehen. Es kann
poſi=
tive Pfinder nicht, gegen unſichere
Verſpre=
chungenaustauſchen, aber es hegt die feſte Hoffnung,
daß nachdem Bericht, den die von der
Neparationskom=
miſſion eyannten Sachverſtändigen abfaſſen, eine
allgemeſne Regelung und eine raſche
Liqui=
dation nöglichwerde. Sobald dieſe Arbeit abgeſchloſſen
iſt und vorfegt, wird Frankreich bereit ſein, ſie zu prüfen und
gemeinſam mit ſeinen Freunden in ihr die Elemente einer
all=
gemeinen Liſung zu ſuchen. Sollte dann der Fall eintreten, daß
irgend eine vom Militarismus irregeleitete, vom Dämon der
Revanche umd des Haſſes beſeelte Macht das Statut Europas
zu zerſtören die feſtſtehende Ordnung in Verwirrung zu
ver=
wandeln un) die ehemals ihrer Herrſchaft unterworfenen und
ihr dann enſzogenen Provinzen ganz oder teilweiſe an ſich zu
reißen verſucht, ſo würde ſie die Entrüſtung aller übrigen Völker
wachruſen und diejenigen, die ihr den Weg verſperrten, würden
die Zuſtimmung der ganzen Welt haben.
Was Flankreich anbelangt, ſo verlangt es nur
Achtung vor den Verträgen. Möge der Frieden, der
uns verſprochen, der Frieden, der unterzeichnet worden iſt, uns
morgen vergönnt werden! Mit dem größten Eifer und der
größten Freude werden gerade wir auf die neue Sonne
zuſchrei=
ten, deren Aufgang die Welt erwartet.
Die Aufnahme in der Kammer:
T.U. Paris, 31. März. Die Aufnahme der
Regierungserklä=
rung in der Kammer war zum großen Teil kühl und ſogar
ironiſch. Stellenreiſe wurde die Erklärung durch ſtürmiſche
Zwiſchenrufe auf der linken Seite des Hauſes unterbrochen.
Poincaré ging auf die Zurufe nicht ein mit der Erklärung, es
ſei nicht Sitte, bei Regierungserklärungen auf Zwiſchenrufe zu
antworten. Einmal war er jedoch genötigt, ſich zu
unter=
brechen, um zu ſagen, ich hoffe, daß die Kammer die nötige
Diſziplin zu wahren wiſſen wird. Als er von ſeinem Entſchluß
ſprach, das Ruhrgebiet nur nach Maßgabe der deutſchen
Zah=
lungen zu räumen, rief der Abgeordnete Lacotte: Das iſt
eine Komödie. Mehr als die Hälfte iſt ſchon geräumt, follen wir
uns zum Beſten halten laſſen? Nach Schluß der Verlefung teilte
der Präſident mit, daß ihm 7 Interpellationen, über die
all=
gemeine Politik und die Zuſammenſetzung des neuen Kabinetts
überreicht worden ſeien. Poincaré verlangte den Aufſchub der
Debatte auf morgen.
Die Diskufſion der Budgetzwölftel.
Finanzminiſter Francois Marſal erſucht um ſoſortige
Dis=
kuſſion des Geſeßzentwurfes über die drei Budgetzwölftel. Die
Kammer beſchließt in dieſem Sinne, und nach kurzer
Unterbre=
chung der Sitzung ergreift der Berichterſtatter Aymond, das
Wort: Er geht davon aus, daß Deutſchland bis jetzt nicht
ganz 9 Milliarden Goldmark bezahlt habe, von denen nur 6150
Millionen Goldmark unter die Allierten verteilt worden ſeien.
Frankreich habe in bar nur 143 325 000 G.=Mark erhalten. Für die
Reparationen ſeien Deutſchland im ganzen 189 Millionen
Gold=
mark gutgeſchrieben worden. Der Berichterſtatter kommt dann
auf die Bilanz der Ruhrbeſetzung zu ſprechen. Er
glaubt feſtſtellen zu können, daß der paſſive Widerſtand
keines=
wegs paſſiv war, daß er vielmehr gewalttätig geweſen ſei, und
daß es der ganzen Tapfetkeit der franzöſiſchen Soldaten und der
Kunſt der franzöſiſchen Jugenieure bedurft hätte, um ſeiner Herr
zu werden. Die Situation beſſere ſich jetzt von Tag zu Tag.
Poincaré beſtätigt dann uoch einmal, die von dem
Generalberichterſtatter wiedergegebenen Ziffern, die der
Miui=
ſterpräſident kürzlich im Senat ſchon einmal abgegeben habe. Er
gibt jedoch zu, daß der franzöſiſche Franken zu einem
Umrechnungsſatz in Mark eingeſtellt worden ſei,
der, da er längere Zeit zurückliege, vielleicht eine
Berichtigung einiger Ziffern erforderlich
machen würde.
Hierauf ergreift Abgeordneter Creſpel von der Gruppe
Arage das Wort, um die Intereſſen der Geſchädigten im
Wieder=
aufbaugebiet zu verteidigen. Die Debatte wird darauf auf morgen
vertagt.
Die Abſtimmung über die Erkkärung wurde auf
Wunſch der Regierung aufmorgennachmittag vertagt.
Annahme der Budgeizwölftel.
Paris, 31. März. (Wolff.) In der Nachmittagsſitzung der
Kam=
mer wurden nach teilweiſe lebhafter Debatte über den Skandal bei der
Auszahlung der Kriegsentſchädigungen die drei Budgetzwölftel für die
Monate April, Mai und Juni nach dem Muſter des Zwölftels für
März angenommen. Der Entwurf ging darauf an den Senat, der um
830 Uhr zur Beratung zuſammentrat.
Nach der Annahme der drei proviſoriſchen Budgetzwölftel hat die
Kammer mit 490 gegen 65 Stimmen einen Geſetzentwurf angenommen,
der die Kredite für das Wirtſchaftsjahr 1993 regelt und eine
Verminde=
rung der Ausgaben um 38 Millionen vorſieht. Dieſer Geſetzentwurf
ermichtigt den Marineminiſter, zwei Kreuzer, ſechs Torpedoboote und
zwei Unterſeeboote für das Jahr 1924 auf den Stapel zu legen als Erfatz
für die Einheiten, die die Altersgrenze erreicht haben.
Die Beurteilung der Regierungserklärung
in der Pariſer Preſſe.
Paris, 31. März. (Wolff.) Der nationaliſtiſche Jutranſigeaut
fiündet es in Ordnung, daß ſich die Regierungserklärung in
Allgemein=
heiten bewegt. Sie habe durchaus nichts Aufſehenerregendes an ſich.
In ihren allgemeinen Tendenzen zeige ſie diel Redlichkeit und den
Wil=
len zum Guten.
Die nationaliſtiſche Liberté ſchreibt, zahlreiche Parlamentarier
hätten heute vormittag die Erklärung zu unbeſtimmt und zu unklar
im Aufbau gefunden. Sie hätten eine Art politiſches Ptogramm
ge=
wünſcht, das morgen ein Wahlprogramm hätte wuerden ſollen. Ein
derartiges Programm hätte vielleicht den Intereſſen derjenigen
ent=
ſprochen, die es zum Ausdruck brachten, aber ſeine Verwirklichung hätte
ſicher nicht im Intereſſe Frankreichs und der Negierung gelegen, die es
vertrete. Poincaré habe in dieſer Kundgebung, die erheblich über die
vier Wände des Parlaments hinausgehe, in dieſen Worten, die ſich an
das Land ſelbſt, ja ſogar an die ausländiſchen Regierungen wendeten,
die ſorgenvoll die Zukunft erforſchten, ſich nicht zu einer politiſchen
Polemik herbeilaſſen können.
Das Jcurnal des Debats ſchreibt, die Politik habe bei dem
gegen=
wärtigen Stand der Dinge in der ganzen Welt gleichzeitig eine
euro=
päiſche und eine uationale Seite. Die miniſterielle Erklärung beweiſe,
daß die Regierung keine von dieſen beiden Seiten außer Acht laſſen
wolle. Deſes Veſtreben bekunde das Kabinett ſchon durch ſeine
Zuſau=
menſetzung. Vorläufig halte es die Negierung für notwendig, ihre
Pfänder feſtzuhalten, und ſie könne an eine Zurückziehung der Truppen
aus dem Nuhrgebiet nur ſchrittweiſe und im Verhältnis zu den
Reba=
rationszahlungen denken. Mit unſicheren Verſprechungen, die die
Er=
fahrungen ſtets als Enttäuſchungen erwieſen haben, könne ſie ſich nicht
beguügen. Sie wünſche, daß endlich der wahre Frieden wvieder
herge=
ſtellt werde, aber ſie könne keines der Mittel vernachläſſigen, die dieſen
Frieden erwirkten. Die allgemeine Abſicht der Negierung ſei in ihrem
großen Umfange auseinandergelegt worden. Es handele ſich um eine
Aufgabe europäiſcher Entſpannung und eine Aufgabe nationaler
Siche=
rung. Um ſie durchzuführen, habe Poincaré Männer zu einem
Kabi=
nett zuſammengeſchmolzen, die vielleicht in der letzten Zeit in der Frige
der Methoden verſchiedener Meinung waren, die aber alle miteininder
darüber einig ſeien, daß die Erwägungen zweiten Nanges den großen
Fragen untergeordnet werden müſten, von denen die nationalen
Ge=
ſchicke abhingig ſeien. Das Parlament werde ſicher begreifen, welcher
Art und von zuelchem Nutzen die ihm kon der Regierung zur
Zuſtim=
mung unterbreitete Politik ſei.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Mummer 92.
Poincaré und die Sachverſtändigen.
Das neue Kabinett Poincaré hat bei ſeiner Vorſtellung in
der Kammer eine ſehr kühle, im Senat ſogar eine eiſige
Auf=
nahme gefunden, obwohl es ſich auf den Standpunkt ſtellte, daß
es ſeine Truppen aus dem Nuhrgebiet nur nach Maßgabe und
im Verhältnis der Zahlungen Deutſchlands zurückziehen könne.
Immerhin fand ſich darin der Zuſatz, daß auf Grund des
Be=
richts der Sachverſtändigen eine allgemeine Regelung und eine
raſche Liquidation möglich ſein werde. Dieſe Formulierung iſt
natürlich nur geeignet, die Pariſer Preſſe zu neuen
Kombina=
tieonn über den Inhalt der Sachverſtändigenberichte zu
veran=
laſſen, die ſehr viel Falſches mit ſehr wenig Wahrem vermiſchen.
Soweit wir wiſſen, ſind die letzten Entſcheidungen noch nicht
getroffen. Richtig iſt wohl nur, daß Deutſchland auch während
des Moratoriums eine mäßige Leiſtung in Form von
Sachliefe=
rungen zahlen ſoll, während nach Ablauf dieſer Schonzeit eine
Jahresrente aufzubringen wäre, die aus den Erträgniſſen der
Eiſenbahn und einzelner Verbrauchsabgaben ſicherzuſtellen
wären, während gleichzeitig die Eiſenbahn und der Grundbeſitz
hypothekariſch belaſtet werden ſollen, um ſofort eine größere
Anleihe unterzubringen. Richtig iſt wohl auch, daß der Bericht
in ſeiner Tendenz wirtſchaſtlich ſein wird und die politiſchen
Fragen nach Möglichkeit ausſchaltet, aber dabei doch mit aller
Deutlichkeit ausſpricht, daß die Vorausſetzung jeder
Leiſtungs=
fähigkeit Deutſchlands die Einheitlichkeit der Wirtſchaft und des
Verkehrs ſei, wvoraus dann die Reparationskommiſſion ſelbſt die
naheliegenden Folgerungen zu ziehen haben würde. Die
fran=
zöſiſche Preſſe arbeitet zielbewußt in der Richtung, daß
Deutſch=
land die Bedingungen der Sachverſtändigen ablehnen würde.
Davon iſt ſelbſtverſtändlich gegenwärtig noch gar keine Rede.
Die deutſche Regierung hat ſich lediglich das Recht vorbehalten,
das Programm, das ihr vorgelegt wird, zu prüfen, ob es
über=
haupt im Rahmen der uns verbliebenen Leiſtungsfähigkeit
mög=
lich iſt. Nicht ohne Grund hat Dr. Streſemann die
Voraus=
ſetzungen entwickelt, die als Maximum von deutſcher Seite
feſt=
gelegt worden ſind. Ueber alles Weitere wird dann mit der
Reparationskommiſſion verhandelt werden müſſen, falls nicht
Poincaré das tut, was er die Deutſchen gern tun laſſen wird,
wozu er aber vermutlich den Mut nicht finden wird, daß er für
Frankreich die Vorſchläge der Sachverſtändigen ablehnt.
Pariſer Beruhigungspillen.
Berlin, 31. März. Dem Pariſer Berichterſtatter des
Ber=
liner Tageblattes erklärte ein Mitglied der
Sachver=
ſtändigenkommiſſionen, er könne die Bedenken und
die Erregung der deutſchen Preſſe über die vom Matin
gebrach=
ten angeblichen Ergebniſſe der Saverſtändigenberatungen
ver=
ſtehen, er halte ſie aber ſachlich für ungerechtfertigt. Es ſei
viel=
leicht richtig, daß Deutſchland nach Ablauf des Moratoriums
Summen als jährliche Leiſtungen zahlen ſoll, die jetzt den
Deut=
ſchen unerträglich ſcheinen, aber über die
Vorausſetzun=
gen für die Zahlungen ſei die Oeffentlichkeit noch nicht
genügend informiert worden. Das Moratorium werde ſehr
wahrſcheinlich etwas anders ausſehen, als bisher geſagt worden
iſt. Die genaueren Beſtimmungen würden gerade jetzt beſprochen.
Zwei Jahre lang werde Deutſchland außer Sachlieferungen
nichts Weſentliches aufzubringen haben, zwei weitere Jahre
würden die Bedingungen ſo erträglich ſein, daß ernſte
Wider=
ſtände nicht erwartbar ſeien, dann würden die Zahlungen
kom=
men, die einen ſo entrüſteten Widerſpruch gefunden haben. Aber
die Sachverſtändigen ſeien der Ueberzeugung, daß
die wirtſchaftlichen Kräfte Deutſchlands in der
Ruhepauſe einen ungeahnten Aufſchwung nehmen
werden. Ferner hätten ſie daran gedacht; für jeden Fall ein
Sicherheitsventil zu ſchaffen. Sollte ſich in der Zeit des
Moratoriums herausſtellen, daß Deutſchland tatſächlich die
ſpä=
teren Leiſtungen nicht aufbringen kann, dann dürfte dafür
ge=
ſorgt ſein, daß eine Zeit lang (ein oder zwei Jahre) die für
Reparationen beſtimmte Summe ganz oder zum Teil zur
Ver=
fügung des Reiches bleibe.
Verzögerung in der Fertigſiellung des Berichts.
Berlin, 31. März. Nach einer Parifer Meldung ſoll ſich
die Fertigſtellung des Sachverſtändi enberichts abermals
ver=
zögern, erſtens wegen techniſcher Schwierigkeiten bei der
Ueber=
ſetzung und zweitens wegen Erkrankung des engliſchen
Mit=
gliedes.
Das Komitee Dawes, das heute zu einer Sitzung zuſammentrat,
hat von den noch in der Schwebe gebliebenen Fragen einige techniſche
Punkte geregelt. Der Vankunterausſchuß wird morgen eine Sitzung
abhalten. Das Komitee Dawes wird morgen nachmittag wieder
zu=
ſammentreten und mit der Prüfung des endgültigen Berichts beginnen.
Dieſer Bericht enthält noch einige Lücken, die von den Sachverſtändigen
ſchnell ausgefüllt werden ſollen. Die Reparationskommiſſion wird ich
am Samstag mit den Berichten der beiden Komitees befaſſen.
*Konzert.
F.N. Die Freie Geſellſchaft für Muſik lud ihre
Mitglieder und Freunde ins große Foyer des Landestheaters
ein, um in dieſem ſich als akuſtiſch recht günſtig erweiſenden
Rqum Werke von Wilhelm Peterſen und Karol Szymanowski
zu Gehör zu bringen. Größere Gegenſätze konnte man wohl
ſchwerlich vereinigen.
Peterſen zeigt ſich in ſeiner Violinſonate wie in den zur
erſten Aufführung gelangenden Liedern als feinſinniger Künſtler,
der, ganz zur Romantik gehörend, in ſich die durch die Geiſter
eines Jahrhunderts geſteigerte Senſibilität und Kompliziertheit
trägt. Die Sonate iſt zu ſchwierig, als daß man ſie nach
ein=
maligem Hören völlig würdigen könnte, zumal der geſtaltende
Trieb weniger rein muſikaliſch als vielmehr metaphyſiſch,
ge=
danklich erſcheint. Eine in ihrer Düſterkeit perſönlich an den
ſpäten Schumann erinnernde leidenſchaftliche Unruhe treibt im
erſten Satz an, ein ruhig lyriſcher Seitenſatz tritt entgegen, gerät
allmählich in ſtärkere Bewegung und führt zu ſtarken
Spannun=
gen in einer Durchführungstechnik, die viel kontrapunktiſch
gear=
beitet iſt und durch ſtarke Vorhalts= und Diſſonanzverſchleierung
den Eindruck ſchwerblütigen inneren Ringens macht. Weit
leich=
ter verſtändlich iſt der zweite Satz, ein Vivace, das ſcherzoartig
in aufſtäubenden Figuren anſetzt. Es ſchließt einen Zwiſchenſatz
ein, der elegiſch anhebend an den erſten Satz gemahnt. Das
abſchließende Adagio, das an vielen Stellen ſich zu bedeutendem
inneren Schwung erhebt und verklärt und verſöhnt ſchließt,
ſcheint uns in anderen Teilen wie auch der Anfangsſatz allzu
grübleriſch und zerquält. Der ſtarke Spannungsgrad faſt aller
Abſchnitte verhindert den großzügigen Ueberblick. Die Geſänge
aus des Knaben Wunderhorn ließen dieſe Abklärung viel ſtärker
erkennen, da in den kleineren Formen der tonale
Zuſammen=
hang leichter zu verfolgen iſt. Auch hier iſt faſt zuviel Tiefe des
Gedankens. Es werden zuweilen in typiſch romantiſcher Weiſe
Dinge in den Text hineingeheimnißt, die nicht in ihm vorhanden
ſind. Beſonders bei dem „Rautenbaum”, in dem das alte
Lied=
chen „Es wollt ein Mägdlein Waſſer holen” eingeſchloſſen iſt,
fiel dies auf. Am einfachſten und durchſichtigſten wirkte. „Ich
hört ein Sichlein rauſchen”, dunkel und tragiſch „Ikarus”
balla=
denhaft, dabei breit fließend „Die Nachtmuſikanten” Peterſen
gehört nicht zu den modernen Liederkomponiſten, die vor lauter
Tonmalerei den muſikaliſchen Fluß und Zuſammenhang
ver=
lieren. Er ſchildert deutlich, fühlt ſich aber tieff in den
Grund=
ton der Dichtung ein.
Nach dieſen als ehrliches inneres Erleben wirkenden
Kom=
poſitionen war mir die Glätte und der äußerliche Klangreiz der
Stücke von Szymanowski geradezu quälend. Hier ein Nur=
Muſiker mit fabelhaftem Klangſinn, Kompoſitionsgeſchick und
Zu Bismarcks Geburtstag.
Rieſenhaft ragt er, ein Recke im leuchtenden Licht der Geſchichte.
Auch in Elends finſterer Nacht nimmer vergißt ihn ſein Volk.
Vom Tage.
Wie uns gemelder wird, werden die Verhandlungen mit der Micum,
die dieſe Woche ſtattfinden ſollten, um mehrere Tage verſchoben.
Ge=
ſtern fand in Düſſeldorf eine Beſprechung zwiſchen den Vertretern der
Bergarbeiterrerbärde und der Micum über die Micum=Verträge ſtatt.
Auf die Forderung der dier Bergarbeiterverbände um Erhöhung der
Löhne ab 1. April hat der Lechenverband ſeinerſeits mit der Kündigung Pation Beſſarabiens als eine gewaltſame
An=
der Lohnordnung zum 1. Mai geantwortet. Eine Lohnerhöhung könne eignung dieſes Gebietes. Die Argumente der
rumä=
bei der jetzigen Lage des Ruhrbergbaus unter keinen Umſtänden in
Frage kommen. Verhandlungen über dieſen Gegenſtand ſeien daher
ausſichtslos und zwecklos.
Ueber den Ausgang der am 26. und 27. März im Nuhrgebiet
ge=
tätigten Betriebsratwahlen liegen endgültige Ziffern noch nicht vor,
Sie ſind vor Ende dieſer Woche nicht zu erwarten.
Im Rahmen des außerordentlichen Reichsparteitags der
Deutſch=
nationalen Volkspartei wurde am Montag vormittag der
Reichsver=
tretertag der Bismarck=Jugend in Hamburg eröffnet.
Der Verteidiger Zeigners meldete gegen das am Samstag gegen
Zeigner gefällte Urteil Neviſion an, ſoweit es nicht auf Freiſpruch
lautet.
Der ſächſiſche Humoriſt Hans Reimann, der vor einiger Zeit
ein „Der Geenig” genauntes Buch, Anekdoten über den früheren
König von Sachſen, herausgab, wurde am Sonntag in dem
Augen=
blick, als ev in einem Breslauer Saal einen Vortrag beginnen wollke,
auf Veranlaſſung des früheren ſächſiſchen Königs durch
Kriminal=
beamte verhaftet.
An der Spitze der Reichsliſte der Deutſchvölkiſchen
Frei=
heitspartei (Nationalſozialiſtiſche Partei) ſtehen General
Ludendorff, der die Kandidatur angenommen hat, Herr v. Gräfe=
Goldebee, Landgerichtsrat Dr. Poehner und Graf v. Reventlow.
Die bulgariſche Regierung hat, wie amtlich
bekanntgege=
ben wird, ein neues Komplott der Auhänger des ermordeten
Stam=
bulinski entdeckt, das den Zweck hatte, die jetzige Negierung zu
ſtürzen und die Nepublik auszurufen. Zahlreiche
Verhaftun=
gen wurden vorgenommen.
Die vereinigten Präſidenten des Zentral=Exekutio=Komitees R. S.
F. S. R. und der Sowjet=Union haben eine teilweiſe Amneſtie
der verurteilten Angehörigen der deutſchen Wolga=
Re=
publik beſchloſſen.
Präſident Coolidge hat den Profeſſor Pearſen zum
amerikaniſchen Geſandten in Warſchau ernannt. Der
gegenwärtige Geſandte Gibſen geht als Nachfolger von Joſeph
Grew, der nach Waſhington zurückehrt, nach der Schweiz.
Wichtiger Meinungsaustauſch zwiſchen
Frankreich und England.
* London, 1. April. (Priv.=Tel.) Der politſche Korreſpondent
der Evenings Standard ſchreibt: Der Premierminiſter, der geſtern nach
London zurückgekehrt iſt, hat ſich während des Wochenendes nicht nur
mit innerpolitiſchen Fragen beſchäftigt. Die Arbeiten der
Sachver=
ſtändigen ſeien ſoweit gediehen, daß der Augenblick ſich ſchnell nähere,
wo man großen Fragen gegenübertrete. Die Sachverſtändigen ſollen
die Abſicht haben, das franzöſiſche Sicherungsproblem in den
Vorder=
grund ihrer Berichte zu rücken. Es ſei indeſſen ſchwer, einzuſehen, wie
die franzöſiſche Sicherheit auch in der Form eines Paktes mit der
Re=
parationsfrage gleichgeſtellt werden könne. Einmal ſei es zweifelhaft,
ob die öffentliche Meinung in= und außerhalb des Parlaments die
bri=
tiſche Regierung unterſtützen werde, wenn ſie ein derartiges
Abkom=
men vorſchlagen würde. Ueberdies habe, wie bekannt, Ramſay
Mac=
donald als weiteres Ziel die Stärkung der Funktionen des Völkerbundes
im Auge. Deutſchland würde ein Stimmrecht darin erhalten.
An=
dererſeits werde Macdonald ganz beſtimmte Vorſchläge machen. In
dieſen ſei u. a. die Entmilitariſierung des Rheinlandes enthalten.
In dieſem Zuſammenhang iſt die Durcharbeitung des politiſchen
Grund und Bodens zwiſchen Großbritannion und Frankreich durch
Macdonald von größter Bedeutung. Dieſe Durcharbeitung werde das
gegenſeitige Vertrauen wieder herſtellen und eine freundliche
Atmo=
ſphäre ſchaffen. Es wird zugegeben, daß die Fragen, die demnächſt
auftreten, ſchwierig und kompliziert ſind, zumal im Hintergrund die
deutſchen und franzöſiſchen Wahlen ſtehen, die zu einer Zeit ſtattfinden
werden, wo dieſer wichtige diplomatiſche Meinungsaustauſch zwiſchen
Frankreich und England ſeinen Höhepunkt erreichen wird.
Oppoſitionelle Dauerſitzung in Belgrad.
Die Skuptſchina hat in ihrer ſeit Samstag ununterbrochen
wäh=
renden Sitzung heute nacht den Staathaushalt mit Stimmenmehrheit
angenommen. Geſtern abend wurde der Führer der Oppoſition.
Dawi=
bowitſch, zum König berufen. Nach der Audienz berief Dawidowitſch
die Führer der Lppoſition zu ſich. Es wurde beſchloſſen, daß alle
oppo=
ſitionellen Abgeordneten vor der Abſtimmung den Saal verlaſſen
ſoll=
ten, was auch geſchah. Hierauf erſchien Miniſterpräſident Paſitſch in
der Skuptſchina und gab eine Erklärung ab, in der er das Vorgehen
der Oppoſition tadelte und betonte, daß die Regierung an das Volk
appellieren werde.
Formenſinn, aber alles bleibt Oberfläche, äußere Malerei, Effekt.
Seine Weiterführung der Technik von Debuſſy und ſeiner faſt
dekadenten mimoſenhaften Klangempfindlichkeit. Beſonders die
Fontaine dArethuſe wirkt ſo, aber wenn man zehn Takte gehört
hat, kennt man eigentlich ſchon alles und muß dann faſt zum
Ueberdruß immer weiter mitplätſchern. Narziſſe enthält etwas
mehr Gegenſätze, am amüſanteſten iſt die Szene Dryades et Pan
mit ihren ſcharfen Diſſonanzen. Aber die Anhäufung von
Flageolett=Effekten und anderen äußeren Reizmitteln wirkt auch
hier recht ermüdend.
Herr Konzertmeiſter Otto Drumm ſpielte die äußerſt
ſchwierigen Werke mit einer bewundernswerten techniſchen
Be=
herrſchung und Klarheit und einem Vortrag, der tiefſtes
Ver=
trautſein mit dem Geiſt der Werke verriet. Gerade als
Inter=
pret zeitgenöſſiſcher Kunſt ragt Herr Drumm hervor, und die
ſchwere Leidenſchaftlichkeit der Tonſprache Peterſens lag ihm
ganz beſonders. Fräulein Eugenie Stefanowa lieh den
Geſängen die Wärme und Schönheit ihrer ſchönen Altſtimme
und trug ſie mit größter muſikaliſcher Sicherheit vor. Wilhelm
Peterſen ſpielte ſelbſt den Klavierpart ſeiner auch techniſch
recht ſchwierigen Werke und erwies ſich als recht guter Pianiſt,
wenn er auch nicht ſo klar ſpielte wie Herr Kapellmeiſter
Roſen=
ſtock, der die drei Mythen von Szymanowski begleitete. Die
Hörer nahmen alle Kompoſitionen mit ſtarkem Beifall auf, der
den Werken wie auch den ausübenden Künſtlern galt.
* „Frrelohe‟
Oper in drei Aufzügen von Franz Schreker.
Uraufführung im Kölner Opernhaus.
(Von unſerem Sonderberichterſtatter.)
Seit den „Gezeichneten” haben Schrekers Opernbücher den
Boden der Realität von Ort und Zeit verlaſſen und ſchöpfen ihre
Handlung aus einer Märchen= und Fabelwelt, deren Myſtik der
Abneigung des Verfaſſers gegen ſcharfe Pſychologie und logiſche
Begründung der dramatiſchen Aktion recht wohl entgegenkommt.
War das Mittelalter dieſer Schrekerſchen Geſtaltenwelt durch den
„Schatzgräber” repräſentiert, ſo befinden wir uns mit „
Irre=
lohe” etwa im 18. Jahrhundert. Als Märchenmotiv klingt
dies=
mal die Sage von einem Geſchlecht herein, das verdammt iſt, in
irrer Luſt Freveltaten der Liebe zu begehen. Der Lohe des
Begehrens ſolgt aber die Flamme der Rache. Sie ſühnen ihre
Vergehen im Feuertod. Aus dieſer Symbolik, die allerdings nie
recht einleuchtend wirkt, gewinnt Schreker dann einen Konflikt
in der Art der Schickſalsdramen, indem er zwei Brüder aus
jenem Hauſe um die Liebe eines Mädchens kämpfen läßt. Der
Sieg winkt im tragiſchen Ausgang dem Prinzip der reinen
Liebe, das fluchbeladene Schloß geht praktikabel in Flammen
Die Wiener Konferenz.
Die Sowjetunion gegen die Annexion
Beſſarabiens durch Rumänien.
Wien, 31. März. (Wolff.) In einer Erklärung, welche
der Vorſitzende der ruſſiſchen Delegation in einer Sitzung der
ruſſiſch=rumäniſchen Konferenz am 28. März abgab,
heißt es: Die Regierung der Sowjetunion gab niemals
ihr Einverſtändnis zur Angliederung
Beſſa=
rabiens an Rumänien und betrachtet die
Okku=
niſchen Regierung zur Rechtfertigung dieſer Aneignung ſind
nicht ſtichhaltig. Beſſarabien gehörte nie zu Rumänien. Sein
Gebiet wurde Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts
der Türkei entriſſen und 1812 an Rußland angeſchloſſen,
wäh=
rend Rumänien einige Jahrzehnte ſpäter entſtand. Die
Regie=
rung der Sowjetunion läßt ſich aber durch das Prinzip des
Selbſtbeſtimmungsrechts der Völker, nicht durch irgendwelche
hiſtoriſchen Rechte leiten. Sie iſt der Meinung, daß die
Bevölke=
rung Beſſarabiens ſelbſt beſtimmen ſoll, ob ſie im Beſtande der
Sowjetunion verbleiben oder aus derſelben ausſcheiden und ſich
an Rumänien anſchließen will.
Die Sowjetregierung hat ernſte Gründe, anzunehmen, daß
die Mehrheit der beſſarabiſchen Bevölkerung ihre tatſächliche
Zu=
gehörigkeit zu Rumänien als eine Laſt empfinden wſtrde. Wäre
die rumäniſche Regierung davon überzeugt, daß die erdrückende
Mehrheit der beſſarabiſchen Bevölkerung aufrichtig die
Zuge=
hörigkeit zu Rumänien wünſcht, dann hätte ſie keinen Grund,
der Volksabſtimmung auszuweichen. Daher hätte die
ruſſi=
ſche Delegation, wenn ſie die Durchführung der
Volksabſtimmung in der nächſten Sitzung
vorzuſchla=
gen gedächte, gehofft, daß ihr Vorſchlag auf keinen Widerſtand
der rumäniſchen Regierung ſtoßen würde. Dieſe Hoffnung
habe ſich nicht erfüllt. Die rumäniſche Delegation habe
es abgelehnt, über Beſſarabien zu ſprechen. Schon dadurch habe
ſie die Volksabſtimmung abgelehnt. Das bedentet nach unſerer
Meinung das Zugeſtändnis der rumäniſchen
Re=
gierung, daß ſie Beſſarabien gewaltſam,
ent=
gegen der ihr bekannten Stimmung der Bevölkerung, in ihrer
Macht behält. Angeſichts deſſen iſt die ruſſiſche Delegation
gezwungen, noch einmal zu erklären, daß die Regierung der
Sowjetunion entſchieden gegen dieſe Annexion
proteſtiert.
Der rumäniſche Standpunkt.
Wien, 31. März. (Wolff.) Der Vorſitzende der
rumä=
niſchen Delegation bei den Verhandlungen mit Rußland
erklärte in Erwiderung auf die Aeußerungen des ruſſiſchen
Dele=
gierten Kreſtinskij, er ſtelle feſt, daß Kreſtenskij eine
Unter=
redung zum Zwecke der Erleichterung des Meinungsaustauſches
abgelehnt habe und teilt weiter mit, die rumäniſche
Dele=
gation habe ſich im Verfolg der zwiſchen der rumäniſchen
und der ruſſſichen Regierung gepflogenen Unterhandlungen
nach Wien begeben, indem ſie mit der Abſicht der
ruſſiſchen Regierung gerechnet habe, zwiſchen beiden Staaten
normale und darüber hinaus freundſchaftliche
Bezie=
hungen herzuſtellen. Durchdrungen von dieſem Gefühl,
erklärt die Delegation namens der rumäniſchen Regierung, daß
die Wiederaufnahme normaler und
freund=
ſchaftlicher Beziehungen notwendigerweiſe in
erſter Linie die Anerkennung der Grenze in ſich
ſchließe. Was die ruſſiſch=rumäniſche Grenze betreffe, ſo ſei
es unmöglich, daß die ruſſiſche Regierung dieſelbe nicht kenne, da
ſie Gegenſtand wiederholter Beſprechungen geweſen ſei. Die
jetzige Anweſenheit der ruſſiſchen Delegation in Wien beweiſe,
daß die ruſſiſche Regierung gemäß den Lauſanner Beſprechungen
bereit ſei, die Dnjeſter=Grenze anzuerkennen und daß die
beſſarabiſche Frage nicht Gegenſtand eines
Streites ſei.
Die Sowjetregierung beſteht auf der
Volks=
abſtimmung in Beſſarabien.
Moskau, 31. März. (Wolff.) Der Bevollmächtigte des
Außenkommiſſars für die Ukraine, Schlichter, erklärte über
die Verhandlungen mit Rumänien laut Isweſtija: Die
Sowjetregierung beſtehe auf dem Plebiſzit in
Beſſarabien nach vorheriger Evakuierung der rumäniſchen
Okkupationstruppen und Regierungsbehörden. Einen neuen
Abbruch der Verhandlungen mit Rumänien werde die
Sowjet=
regierung mit noch größerer Ruhe hinnehmen wie das Scheitern
der früheren Verſtändigungsverſuche.
auf. Alles, was das Herz der Maſſe begehrt, hat in der Fabel
Platz gefunden: ſtarker Affekt, ſchwungvolle Liebesduette,
ſym=
phoniſche Naturſchilderung und ſogar ein Ballett, dem hier
allerdings im Rahmen der Handlung ſchickſalshafte Bedeutung
zukommt. Der Dichter ſelbſt hat der Kritik des literariſchen
Teils ſeiner Arbeit geſchickt vorgebaut, indem er die
Unzuläng=
lichkeit des Buches zugibt, aber erklärt, jedes Mehr an
Pſycho=
logie, jede Erklärung von Unwahrſcheinlichkeiten hätte die
Ein=
dringlichkeit und damit die Wirkung des Ganzen verſchlechtert.
Sicher iſt der muſikaliſche Teil der wichtigere und in dieſem Fall
der beſſere der Oper. Schreker hat ſich von dem Zuviel an
klanglichen Exverimenten frei gemacht und befolgt faſt durchweg
das Prinzip ſymphoniſcher, motiviſcher Arbeit. Er iſt wohl zur
Erkenntnis gelangt, daß das Drama als wirkende Aktion auch
in der Muſik eines treibenden Agens nicht entbehren kann, und
dies kann bei unſerer heutigen Opernform nur in der Bildung
und Fortführung melodiſcher Elemente gelegen ſein. Die
Schrekerſche Melodik folgt etwa einer Entwicklung, die von
Wagner zum frühen Schönberg führt und mit einem Tropfen
Neu=Italienertum geſalbt iſt. Weſentlich iſt, daß ſie aus
glän=
zender Kenntnis der menſchlichen und Orcheſter=Inſtrumente
ihre Wirkung holt. Alles klingt glänzend, jede
Wirkungsmög=
lichkeit iſt voll ausgekoſtet. Ein beſonders breiter Raum iſt dem
orcheſtralen Zwiſchenſpiel gewidmet, das bald ſtimmungsmalend,
bald die Fortführung der Handlung muſikaliſch erläuternd
wie=
derholt die Geſangsſzene unterbricht. An Effekten, die durch
raffinierte Klangkombinationen und Verkoppelungen
harmonie=
fremder Akkorde gewonnen werden, fehlt es nicht. Das Brüten
der Sonne über heißen Aehrenfeldern, das Sauſen und Singen
der Feuersbrunſt, das Weben des Mondſcheins, der derbe
Schwung eines ländlichen Hochzeitsfeſtes, dies alles iſt trefflich
gelungen. Zuweilen läuft freilich der Effekt leer, wie in dem
etwas aufgedonnerten Schluß der Oper. Zuweilen donnert auch
eine nicht recht erfühlte Pianowirkung. Was Schreker meiſterlich
trifft, iſt die Behandlung des Dialogs, wie überhaupt die Kunſt
der Einordnung des Geſanges in die Orcheſtermaſſe.
Beiſpiel=
haft dafür das nebenbei geführte Geſpräch der
Hochzeitsmuſi=
kanten während des feſtlichen Getöſes von Chor und Orgel. Er
kann alles, was er will, man könnte höchſtens das Ziel ſeines
Wollens angreifen, das nicht gerade die Oper des nach
Senſa=
tionen lüſternen Publikums ſein müßte, ſondern das
Kunſt=
werk von Ewigkeitsgehalt. Jedenfalls trug er den erſtrebten
Er=
folg in reichem Maße davon, neben Otto Klemperer, dem
Dirigenten des Abends, der ihm die Ehren faſt ſtreitig machte.
Geſanglich war die Aufführung auf gutem Niveau mit Roſe
Pauly=Dreeſen, Heinrich Higgemeier, Carl
Ham=
mes und dem ausgezeichneten Modeſt Menzinsky in den
Haußtrollen. Schreker und Klemperer wurden noch nach dem
Fallen des eiſernen Vorhangs immer wieder begeiſtert gerufen.
Rummer 92.
* Pom Separansmus in Rheingenen.
Aus dem beſetzten Gebiet wird uns geſchrieben:
Nachdem die rheinheſſiſche Bevölkerung durch ihren paſſiven
und mancherorts auch recht attiven Widerſtand dem Treiben der
Separatiſten ein Ende gemacht hat, iſt dieſe „Frage” aus den
Erörterungen der Oeffentlichkeit des unbeſetzten Deutſchlands
geſchwunden. Man gibt ſich dem beruhigenden Gedanten hin,
daß eine Wiederholung der ſtandalöſen Zuſtände, die zu Ende
des letzten und Anfangs dieſes Jahres in Rheinheſſen
herrſch=
ten, ausgeſchloſſen ſei, weil die Separatiſten das Vergebliche
ihrer Bemühungen eingeſehen hätten. Sollte dieſer Gedanke
zum Allgemeingut des deutſchen Volkes werden, ſo würde das
nur dazu führen können, daß eines Tages ein unangenehmes
Erwachen die ſelbſtgenährten Hoffnungen verdrängen könnte.
Denn die Drahtzieher der beiden großen Putſche, die
Rhein=
heſſen bis jetzt über ſich ergehen laſſen mußte, haben keineswegs
ihre Abſichten aufgegeben; ſie arbeiten offen und verſteckt weiter,
und ihr Ziel bleibt dasſelbe. Nur hat man wieder einmal die
Methoden geändert. Was man 1919 und 1923 mit
großinſzenier=
ten Umwälzungen zu erreichen ſuchte, gedenkt man nun mittels
einer vielleicht langſamer wirkenden, darum aber nicht minder
gefährlichen Unterhöhlung des Deutſchtums in Rheinheſſen zu
erreichen. Welche Mittel dazu recht ſind, das beweiſt u. a. das
Wiederaufleben der „Naſſauiſchen Landespartei”, die vor etwa
einem Jahre in Wiesbaden gegründet wurde mit dem Zwecke,
die Kreiſe zu ſammeln, die den 1866 erfolgten Uebergang des
Herzogtums Naſſau an Preußen aus falſchverſtandenem
Idea=
lismus glauben nicht anerkennen zu können. Dieſe föderaliſtiſche
Organiſation, die ähnliche Beiſpiele in Heſſen=Kaſſel und
Han=
nover hat, iſt für das beſetzte Gebiet doppelt beachtenswvert, weil
die Gefahr vorliegt, daß ihre Agitation den politiſch
weiter=
gehenden Kreiſen, die das linke Rheinufer den Franzoſen
in die Hand ſpielen wollen, die Mitläufer ins Gehege treibt.
Daß das keine Phantaſie iſt, ergibt ſich ſchon daraus, daß den
Gründungszuſammenkünften in Wiesbaden im vorigen
Früh=
jahr der berüchtigte Separatiſt Schmitz=Epper beiwohnte, ein
Mann, der durch ſein brutales Vorgehen in Speier zu einem
Rufe gekommen iſt, der ſeiner geiſtigen Bedeutung in keiner
Weiſe entſpricht. Neben die rheiniſche Bauernpartei, deren
„Führer” wiederum Schmitz=Epper iſt, und die rheiniſche
Ar=
beiterpartei, beides ausgeſprochen ſeparatiſtiſche Organiſationen
tritt nun dieſe monarchiſtiſch eingeſtellte Vaterlandspartei, die
mit dem Gedanken einer Wiederauffriſchung der naſſauiſchen
Dynaſtie ſpielt. Man verſucht es alſo auf mancherlei Weiſe, um
Unzufriedene zu ſammeln und damit Kerntruppen zu ſchaffen,
die beim zukünftigen Losſchlagen gemeinſam — wenn auch jeder
unter anderen Vorausſetzungen i den Ruf „Los von
Ber=
lin” einſtimmen. Dahinter ſteht auch hier der „Finanzminiſter”
der erſten Dorten=Regierung, der ehemalige Amtsgerichtsrat
Dr. Liebing, den zu ſeinen Mitbürgern zu zählen Mainz das
zweifelhafte Vergnügen hat. Liebing will auch die „naſſauiſche
Armee” finanzieren, die der Führer der naſſauiſchen
Landes=
partei Seelbach, ehemals „Generalſtabschef der rheiniſchen
Schutztruppe” (man kennt das Geſindel noch, das ſich meiſt unter
ſeiner Fahne ſammelte) aufſtellen will. Die Vermutung, daß
im Falle des Losſchlagens dieſe naſſauiſche Söldneraarde
be=
rufen ſein ſoll, den Rheinheſſen die „Stunde der Erlöſung”
wieder mit Gewalt zu künden, liegt ſehr nahe, zumal, wenn
man der regen Verbindung ſich erinnert, die gerade zwiſchen
den Mainzer und den Wiesbadener Sonderbündlern immer
beſtand.
Es wäre töricht, vor der Gefahr, die hier droht, den Kopf
in den Sand zu ſtecken. Und wenn wir beſtimmt wiſſen, daß
auch bei einem dritten Putſche die reichstreuen Rheinheſſen
wieder ihren Mann ſtellen werden — dem Gegner beizeiten
die Zähne zu zeigen, iſt beſſer, als ſich von den Wagniſſen
über=
raſchen zu laſſen.
Die Kulturſchande von Pirmaſens.
Pirmaſens, 31. März. Am Samstag wurden etwa zehn
bei der Abwehr, der Separatiſten beteiligte Pirmaſenſer
Bürger, wie Schwerverbrecher gefeſſelt, nach
Mainzabtransportiert, um vor ein Kriegsgericht geſtellt
zu werden. In ſchärfſtem Gegenſatz zu dieſem Vorgehen ſteht
die Behandlung der Separatiſten, von denen noch nicht ein
einziger vor ein Kriegsgericht geſtellt worden iſt, und die noch
immer mit franzöſiſchen Waffenſcheinen in Pirmaſens
herumlau=
fen. Der junge Separatiſt Thuet, der während der
Sonder=
bündlerherrſchaft ſeinen eigenen Vater, einen geachteten
Be=
amten, verhaften ließ, hat ein Werbebureau, für die
„Rheiniſche Arbeiterpartei” eröffnet. Ein Pirmaſenſer
Bürger namens Dörr war durch die Vorſpiegelung
der Straffreiheit zur Rückkehr nach Pirmaſens verlockt
worden. Am Bahnhofempfingen ihn ſechs
franzö=
ſiſche Gendarmen und führten ihn ins
Gefäng=
nis ab.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Seite 3.
* Hiſtoriſche Aprilſcherze.
Als einer der erſten geſchichtlichen Aprilſcherze, die uns
über=
liefert ſind, wird die ſeltſame Wette genannt, die Philipp der
Gütige von Burgund 1466 mit ſeinem Hofnarren Kölling
ab=
ſchloß. Am 31. März, als man von den Scherzen des folgenden
Tages ſprach, ſagte der Herzog zu dem Narren, wenn es ihm
gelänge, ihm am 1. April einen Streich zu ſpielen, ſo wolle er
ihm ſeine Narrenkappe bis zum Rande mit Dukaten füllen;
brächte er es nicht zuſtande, dann ſollte er ſeinen Kopf verwirkt
haben. Der Narr ging darauf ein. Der König verabredete ſich
daraufhin mit ſeinen Tiſchgenoſſen, Kölling des Abends ſo
flei=
ßig zuzutrinken, daß dieſer betrunken werde. Das gelang auch
Der Narr fiel ſchließlich ſinnlos vom Stuhl und wurde nach
Hauſe gebracht. Am nächſten Morgen ließ der Herzog den
Nar=
ren aus dem Bette holen und in ein Zimmer bringen, wo ein
Blutgerüſt aufgeſchlagen war und der Henker mit blitzendem
Schwert des armen Sünders harrte. Der König empfing den
Narren mit den Worten: „Du haſt das Leben verwirkt, denn Du
haſt den 1. April verſchlafen.” Mit angſtverzerrter Miene legte
der Narr ſein Haupt willig auf den Block, aber der Henker holte
aus ſeinem Mantel eine Blutwurſt hervor, und ſchlug damit
Kölling auf den Nacken. Der Herzog und ſeine Begleiter brachen
in lautes Lachen aus, das aber verſtummte, als der Narr leblos
zu Boden ſank. Augenſcheinlich hatte der Schreck ihn getötet. Dem
Herzog traten die Tränen in die Augen über die ſo
unbeabſich=
tigte Wirkung; unter heftigen Selbſtanklagen warf er ſich über
die Leiche ſeines geliebten Narren. Da aber ſprang dieſer
plötz=
lich mit lautem Lachen auf und hielt dem Herzog ſeine Kappe hin
mit dem einzigen Wort: „Zahle!” Sein Rauſch, ſein Schlaf, ſein
Todesſchreck, alles war von ihm geſpielt worden, um den Herzog
anzuführen. Und Philipp der Gütige füllte ihm ſeine Kappe mit
Dukaten.
Die franzöſiſche Sitte, am 1. April einen „Aprilfiſch” zu
ſchicken, benutzte der Prinz von Condé zu einer Nasführung des
Kardinals Mazarin. Dieſer war bekanntlich ſehr habgierig
und ließ ſich gern Geſchenke machen. Als ihm aber der Prinz am
1. April einen Fiſch von zweifelhafter Friſche ſchickte, lehnte er
dieſe Gabe entrüſtet ab. Als der Graf von Montfort dem
Prin=
zen den Fiſch zurückbrachte, ſagte dieſer: „Ich bedauere die
Hand=
lungsweiſe Seiner Eminenz”, und aus den Eingeweiden des
Fiſches holte er einen koſtbaren Brillantring hervor. Als
Maza=
rin davon hörte, war er untröſtlich über die ihm entgangene
Koſt=
barkeit.
Friedrich der Große hat einmal den Aprilſcherz für
ſeine Politik ausgenutzt. Es kam ihm darauf an, als im Jahre
1767 Kriegsgefahr beſtand, die Aufmerkſamkeit der neugierigen
Berliner von ſeinen Rüſtungen abzulenken, und er brachte daher
Die Lage in der Pfalz.
Täglich neue Verhaftungen.
Mannheim, 31. März. Ueber die Lage in der Pfalz
gehen uns folgende Mitteilungen zu:
Nach der bewegten Zeit des ſonderbündleriſchen Terrors
iſt gegenwärtig durch die Einwirkung und Belehrung der
deut=
ſchen Staats= und Gemeindebehörden unter der hartgeprüften
Bevölkerung wieder eine gewiſſe Beruhigung
eingetre=
ten. Das Speyerer Abkommen, abgeſchloſſen am 16.
Fe=
bruar, hatte zunächſt eine vermittelnde Zwiſchenſtelle eingeſetzt,
indem es beſtimmte, daß der Kreisuasſchuß die Aufgabe
über=
nehme, ohne Aenderung der ſtaatsrechtlichen Verhältniſſe am
Sonntag, den 17. Februar, alle Maßnahmen zur
Aufrechterhal=
tung der Ordnung des Betriebes des öffentlichen Dienſtes zu
ergreifen. Vom gleichen Zeitpunkt ab ſollte die ſogenannte
„autonome Regierung der Pfalz” jegliche Betätigung der
Regie=
rung, der Verwaltung und der Polizei einſtellen. Außerdem
ſoll=
ten — dies war die dritte und letzte Beſtimmung des Speyerer
Paktes — Repreſſalien für das beiderſeits Geſchehene
unter=
bleiben.
Der 17. Februar iſt alſo das hiſtoriſche
Da=
tum, an dem die Separatiſtenherrſchaft ihr
Ende erreicht hat. An dieſem Tage wurden die
ſeparatiſti=
ſchen Wachen überall eingezogen. Der Kreisausſchuß erreichte
unter Leitung des Geheinen Sanitätsrats. Dr.
Bayers=
doerfer in Verhandlungen mit dem Sonderausſchuß und dem
General de Metz, daß die von den Separatiſten ausgewieſenen
Beamten wieder zurückkehren konnten. Bereits am 18. Februar
übernahm die rechtntäßige Regierung mit Regierungsdirektor
Stehler an der Spitze ihre alte Tätigkeit wieder in vollem
Umfange. Uebrigens hatten auch während der Separatiſtenzeit
die meiſten Reſſorts ihre Amtsgeſchäfte, allerdings mit
Ein=
ſchränkung, weitergeführt. Als der
Unterſuchungsaus=
ſchuß der Rheinlandkommiſſion zur Feſtſtellung, inwieweit
die Beſtimmungen des Speyerer „Friedensvertrags”
durchge=
führt worden ſeien, am 11. März ein zweites Mal in die Pfalz
kam, überreichte ihm der Vorſitzende des Kreisausſchuſſes eine
Erklärung, in der der Kreisausſchuß unter Berufung darauf,
daß Ruhe und Ordnung inſoweit deren Wiederherſtellung in der
Macht des Kreisausſchuſſes lag, nicht mehr geſtört ſeien, ſein
Mandat in die Hände des Sonderausſchuſſes bzw. der
verbün=
deten Regierungen zurücklege.
Auf dieſes Schreiben hat nun General de Metz unterm
18. März geantwortet, die Hohe Kommiſſion habe in ihrer
Sitzung vom 15. März entſchieden, daß die Aufgabe des
pfälziſchen Kreisausſchuſſes als erfüllt erachtet
wird. — Am 19. März erließ der franzöſiſche Kreisdelegierte
eine Entwaffnungsverfügung, die allen Straffreiheit
zuſicherte, welche bis zum 5. April die unrechtmäßig in ihrem
Beſitz befindlichen Waffen ablieferten. Da nun aber die
Fran=
zoſen ſich die Erteilung der Erlaubnis zum Waffentragen
vor=
behalten haben, wird immerhin abzuwarten ſein, ob nicht
deu=
noch im Land verbliebenen Separatiſten, wie z. B. den mit den
Franzoſen in Verbindung ſtehenden Anhängern der
Nheiniſchen Arbeiterpartei, Waffen belaſſen
worden ſind. In Pirmaſens iſt dies tatſächlich der Fall. Im
Ganzen geſehen, war den fortgeſetzten Verhandlungen der
deut=
ſchen mit den Beſetzungsbehörden um Wiederherſtellung des
status quo der Erfolg einer völligen Befreiung nicht beſchieden.
Noch immer ſchmachtet der weitaus größte Teil
der Verhafteten in Gefangenſchaft und werden
täglich neue Verhaftungen vorgenommen, wie
in Pirmaſens, wo am 26. März der Bürgermeiſter Ernſt
Bern=
ſcheider verhaftet wurde. Dies geſchieht, obwohl von deutſcher
Seite immer wieder betont wird, daß die Einleitung von
Gerichtsverfahren und die Feſtnahme ein Bruch
des Speyrer Abkommens iſt, weil ein gerechtfertigter
Krund, wie es das — in keiner Weiſe nachgewieſene — Beſtehen
von Geheimorganiſationen wäre, nicht vorliegt. Von den 20000
ausgewieſenen Pfälzern dürfte nur ein verſchwindend geringer
Teil in die Heimat zurückkehren. So bleibt der franzöſiſchen
Politik noch unendlich viel zu tun übrig, um ihr ſo oft betontes
Wohlwollen gegenüber einer Bevölkerung zu beweiſen, die
nichts wünſcht, als in Frieden zu leben und zu arbeiten.
Keine deutſch=engliſchen Verhandlungen.
TU. Berlin, 31. März. Zu der Mitteilung über
angeb=
liche Anbahnung neuer Verhandlungen über den
Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund, die der
Obſerver gemacht hat, erfahren wir, daß ſeit Jahresfriſt keine
neuen Verhandlungen ſtattgefunden haben. Auch bei dem
Regie=
rungsantritt Macdonalds iſt von engliſcher Seite in dieſer Frage
bei Deutſchland kein neuer Fühler ausgeſtreckt worden. Die
deut=
ſchen Bedingungen für einen etwaigen Eintritt in den
Völker=
bund hat Dr. Streſemann in ſeiner bekannten außenpolitiſchen
Rede eindeutig feſtgelegt.
* Vor dem Urteil.
Am Vorabend des Hitler=Urteils.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
g. München, 31. März.
In ſpäter Abendſtunde gibt die Polizeidirektion München
folgendes bekannt: „Die Polizeidirektion weiß, daß für morgen,
den 1. April, größere Kundgebungen geplant ſind. Umzüge und
Anſammlungen ſind verboten und werden mit allen
Macht=
mitteln unterdrückt werden. Die Standrechtsverordnung gilt
noch.”
Nach dieſer Mitteilung iſt wohl damit zu rechnen, daß die
Urteilsverkündung im Hitler=Prozeß, die am Dienstag vormittag
10 Uhr, ſtattſinden wird, zu keinen Weiterungen führen wird.
Eine weitere Bekanntmachung der Polizeidirektion München ſtellt
auch die Verbreitung von Extrablättern, die Ausgabe von
Flug=
ſchriften und Flugblättern, ſoweit ſie ſich mit dem Hitler=Prozeß
und den damit zuſammenhängenden Dingen befaſſen, unter
Strafe. Wie wir erfahren, werden morgen Dienstag ſämtliche
öffentlichen Gebäude, beſonders die Miniſterien, durch ſtarke
Wachen geſichert werden. Zutritt wird nur mit Ausweiſen
ge=
ſtattet ſein. Die Gerüchte, daß auswärtige Reichswehr nach
München gezogen worden wäre, ſind falſch. Es befinden ſich in
München lediglich die Teile der Landespolizei, die ſchon zu
Be=
ginn des Hitler=Prozeſſes von auswärts nach München gezogen
wurden. Heute nachmittag durchzogen Reichswehrtruppen mit
klingendem Spiel die Innenſtadt.
Durch das Verbot öffentlicher, politiſcher und unpolitiſcher
Verſammlungen, das für Dienstag abend erlaſſen wurde, iſt auch
eine Verſammlung der Sozialdemokratiſchen Partei betroffen
worden, in der Reichstagspräſident Loebe ſprechen ſollte. Des
weiteren fällt auch eine Bismarck=Feier der Bayeriſchen
Deutſch=
nationalen Mittelpartei unter dies Verbot, ferner verſchiedene
Wahlverſammlungen der Demokratiſchen Partei und kleinerer
Parteigruppen.
Kardinal Faulhaber gegen Ludendorff.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
g. München, 31. März.
Der Kardinal=Erzbiſchof von München=Freiſing, Dr.
Faul=
haber, hat einen Hirtenbrief erlaſſen, den er folgendermaßen
einleitet:
Die Gegenwart unſeres Volkes iſt Armut und Verwüſtung.
Was der vierjährige Krieg übrig geleſſen, hat die fünfjährige
Revolution weiter zerſtört. Und was die fünfjährige Revolution
übrig gelaſſen hat, ſoll jetzt der weiß Gott wie viel Jahre
dau=
ernde ſogen. Kulturkampf gegen die Heilige Kirche völlig
ver=
wüſten. Die Gegenwart unſeres Volkes offenbart Haß gegen
Rom und die römiſch=kaltholiſche Kirche. Heute aber an den
friſchen Gräbern der Hunderttauſende von katholiſchen Soldaten,
die für ihre Heimat in den Tod gingen, iſt der Lügenfeldzug
gegen unſere Heilige Kirche ein Verbrechen, das laut zum Himmel
ſchreit. Keiner iſt Katholik, der nicht den Heiligen Vater in Rom
als Oberhaupt der Heiligen Kirche anerkennt.
Der erſte Teil des Hirtenbriefes iſt ganz offenſichtlich als
eine Erwiderung der Rede des Generals Ludendorff
anzu=
ſprechen, während im letzten hier angegebenen Satz wohl eine
Aeußerung zu erblicken iſt, die ſich auf den Katholiken Hitler
bezieht, der ſich zwar zur katholiſchen Konfeſſion bekennt, jedoch
nationalſozialiſtiſchen Plänen zur Gründung einer deutſchen
Volkskirche nicht entgegengetreten iſt.
Der Geſetzentwurf über die Aufhebung
des Staatsgerichishofes.
Berlin, 31. März. Dem Reichskanzler iſt bekaenntlich ein
Geſetzentwurf über die Aufhebung des Staatsgerichtshofes
zuge=
gangen. Von zuſtändiger Stelle wird betont, daß der
Geſetzent=
wurf ſelbſtverſtändlich auf dem geſetzmäßigen Wege erledigt
wer=
den ſoll, daß er alſo nach Annahme durch das Reichskabinett und
den Reichsrat dem neuen Reichstag vorgelegt werden wird.
Es haben noch zur Zeit des alten Reichstages mit den
Par=
teiführern Beſprechungen über dieſe Frage ſtattgefunden, wobei
eine Mehrheit ſich entſchloſſen hatte, den Staatsgerichtshof ſobald
wie möglich aufzuheben. Der Geſetzentwurf iſt vom
Reichsjuſtiz=
miniſterium eingebracht worden.
Annäherung Belgiens an Sowjetrußland.
TU. Brüſſel, 31. März. Die belgiſche Regierung hat
ſo=
eben ihren diplomatiſchen Vertreter in Finnland ermächtigt,
ruſſi=
ſchen Untertanen, die ſich nach Belgien begeben wollen, Päſſe
aus=
zuſtellen. Dieſe Maßnahmen ſind als ein reſter
Annäherungsver=
ſuch Belgiens an Sowjetrußland aufzufaſſen.
in den „Berliniſchen Nachrichten” die Schilderung von einem nodk
nie dageweſenen Ungewitter, bei dem Hagelkörner in der Größe
von Kürbiſſen gefallen ſeien. Dieſe „Aprilente” wohl eine der
ilteſten, die die Zeitungen gebracht haben, beſchäftigte das
Pu=
blikum ſehr. Ein Profeſſor ſuchte die Sache in einer langen
Ab=
handlung zu erklären, und die Neugierde war von den Wolken
am politiſchen Himmel abgelenkt.
Ein großer Freund des Aprilſcherzes war Peter der
Große, und er war in ſeinem Mittel nicht wähleriſch, um ſeine
Umgebung und ſein Volk anzuführen. An einem 1. April ließ er
in der Nähe von Petersburg heimlich einen gewaltigen Holzſtoß
aufſchichten und in der Nacht anzünden. Von dem weithin
ſicht=
baren Feuerſchein erſchreckt, eilten die Bauern nach der Reſidenz,
weil ſie glaubten, Petersburg brenne. Aber als ſie in die Stadt
hineinwollten, wurden ſie von Truppen aufgehalten, es entſtand
ein wildes Durcheinander, bis ſchließlich ein Offizier mit den
Worten die Aufklärung gab: „Der 1. April! Der 1. April!” B.
* Wie man den Blumen ihren Duft wiedergibt. Botaniker
und Gärtner haben in neueſter Zeit des öfteren darüber geklagt,
daß die Blumen an Stärke des Duftes verloren haben, und man
hat dafür die Züchtungen der letzten Zeit verantwortlich machen
wollen, die hauptſächlich auf eine Steigerung der Größe und
eine Veränderung der Farben Wert legten, während ſie ſich um
den Duft wenig kümmerten. Die Pflanzen, die aus dieſen
neuen Züchtungen hervorgingen, entzückten durch ihre Form
und ihre Färbung, hatten aber nicht ſelten für den Geruch ſtark
verloren. Nun haben ſich amerikaniſche Züchter, wie wir den
Ausführungen einer Fachzeitſchrift entnehmen, damit beſchäftigt
den in Bezug auf den Geruch vernachläſſigten Blumen ihren
alten Duft wiederzugeben, ja ſie ſogar mit einem noch ſtärkeren
Parfüm auszuſtatten. Die Blumen, die auf dieſe Weiſe
behan=
delt werden, werden zunächſt in Gruppen nach derſelben Familie
eingeteilt. Wenn man z. B. Wermuth auf Chryſanthemen
pfropft, ſo werden zunächſt bei beiden Pflanzen beſonders gut
entwickelte Exemplare ausgeſucht, deren Blüten ſtärker riechen,
als es bei der Pflanze gewöhnlich der Fall iſt. Der Samen
der durch die Pfropfung erhaltenen Blumen wird geſammelt und
ausgeſät, und dann erhält man Pflanzen, die ein ganz
neu=
artiges ſtarkes Parfüm aushauchen. Solche „parſümierten”
Blumen werden auch auf Pflanzen gepfropft, die überhaupt
keinen Geruch haben, und es ergibt ſich daraus eine Pflanze
die ganz ſo riecht, wie die Blume, auf die ſie gepfropft wurde
So entſteht alſo jetzt durch dieſe Züchtungen eine neue
Blumen=
ſchönheit, die nicht nur auf Form und Farbe, ſondern auch au
den Duft Rückſicht nimmt, der ja für die Parfümerzeugung von
großer Wichtigkeit iſt. Bei der Gewinnung von Parfüms iſt man
bisher auf verhältnismäßig wenige Pflanzen beſchränkt geweſen.
Von den 4300 Blumenarten, die in Europa gezüchtet werden,
beſitzen nur 420 einen angenehmen Geruch. In der Regel
duf=
ten die Blumen mit eremefarbenen Blumenblättern ſtärker als
die mit gelben, blauen und roten. Bei der Unterfuchung der
einzelnen Blumendüfte hat man feſtgeſtellt, daß mehr als 3800
Arten einen angenehmen Geruch haben. Von den 308 verſchie
denen Veilchenarten z. B. riechen nur 13 angenehm. Durch das
Pfropfverfahren erreicht man, daß die Stärke des Duftes erhöht
und die Dauer des Geruches verlängert wird. Man erhält auf
dieſe Weiſe ganz neue Blumengerüche, und Blumen, die
über=
haupt nicht rochen, erhalten ein ſehr feines Parfüm. Damit
eröffnen ſich aber auch ganz neue Ausſichten für die
Dufterzeu=
gung, die ja einen ſehr wichtigen und ausgebreiteten
Induſtrie=
zweig darſtellt.
* Amalfi. Dieſes mal hat nicht Feuer, ſondern das ihm
antipolare Element eine Naturkataſtrophe auf eine Küſte des
ſonnigen Campaniens herabbeſchworen. Das durch einen
Platz=
regen von jener Heftigkeit, für die ſich die Bezeichnung „Wolken
bruch” eingebürgert hat, zerſtörte Amalfi liegt an der ſüdlichen
Küſtenſtrecke des neapolitaniſchen Golfes, die für die Auswürfe
des Veſuvs nicht mehr ereichbar iſt und als „Meerbuſen von
Salerno” gemeiniglich von der nördlicheren Bucht geſondert wird.
Weil ſie nicht mehr den Blick auf den rauchenden Krater des
Feuerberges gewährt, ſpielt ſie als Reiſeziel der Fremden eine
geringere Nolle als Neapel, Pompeji, Capri oder Iſchia. Der
Name Amalfi ſcheint Beziehungen zur arabiſchen Sprache zu
verraten, wie ja auch die altberühmte Hochſchule des
benach=
barten Salerno, vor allem ihre mediziniſche Fakultät, unter
Ein=
flüſſen arabiſcher Wiſſenſchaft ihre mittelalterliche Bedeutung
erlangt hatte. Auch die Stadt Amalfi hat ihre größere Zeit im
Mittelalter gehabt. Sie war noch im Beſitze der Griechen
Jahr=
hunderte lang nach der Ausbreitung der lombardiſchen
Herzog=
tümer bis Benevent verblieben und wurde dann ein
ſelbſtän=
diges Herzogtum, bis ſie im Jahre 1127 in die Hände der
Nor=
mannen fiel. Und kaum zehn Jahre ſpäter betraf ſie ein zweites
Unglück, indem die Piſaer ihre mächtige Flotte vernichteten,
ſo=
wie ſpäter die Seemacht Piſas der florentiniſchen erlag. Aber
noch über dieſe Kataſtrophe hinaus ſtand das von Amalfi
ge=
ſchaffene Seerecht (tabula Amalphitana) in hohem Anſehen bei
den Völkerrechtskundigen. Gegenwärtig iſt der Ort eine
Klein=
ſtadt von kaum 5000 Einwohnern, die indeſſen immer noch in
ihrem geſchützten Hafen einen regen Handelsverkehr mit der
Außenwelt unterhält. Die Kunſtgeſchichte nennt ihre Bauten
normanniſchen Stiles, die romaniſche Kathedrale und das
frü=
here Kapuzinerkloſter, neuerdings in ein Hotel umgewandelt,
mit hoher Achtung. Eben dieſes Hotel iſt jetzt ein Opfer des
Waſſereinbruches geſvorden. Auch die Kirche hat die Erinnerung
an die größere Vergangenheit der Stadt gelvahrt, indem ſie ſie
als Reſidenz eines Erzbiſchofs belaſſen hat.
Seite 4.
Dormſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Rumier 92.
Warum das deutſch=engliſche Bündnis
im Jahre 1900 ſcheiterte.
Von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Erich Brandenburg
Ord. Profeſſor der Geſchichte an der Univerſität Leipzig.
In den nächſten Tagen erſcheint im Verlage der
Deutſchen Verlagsgeſellſchaft für Politik und
Ge=
ſchichte in Berlin aus der Feder Erich
Bran=
denburgs, des führenden Leipziger Hiſtorikers,
ein umfangreiches Werk über die deutſche Politik
in den Jahrzehnten vor dem Kriege. Brandenburg
hat zu ſeiner Arbeit das geſamte Original=
Akten=Material des Auswärtigen
Amtes benutzen können, auch ſoweit es bisher
noch nicht in der Großen Aktenpublikation der
Deutſchen Reichsregierung veröffentlicht worden iſt.
So kenn das Brandenburgſche Buch als eine
grundlegende Quellenpublikation
über das wilhelminiſche Zeitalter
gelten. Wir ſind in der Lage, aus dem Buche, das den
Titel „Von Bismarck zum Weltkriege‟
führt, ſchon jetzt, vor Erſcheinen, den nachſtehenden
bedeutſamen Abſatz über die Gründe für das
Schei=
tern der deutſch=engliſchen Bündnisverhandlungen
vom Jahre 1900 zu veröffentlichen.
Englands Motive — Englands Bedenken
Die Fehler der deutſchen Rechnung.
Wenn England im Jahre 1900 dem Deutſchen Reich ein
Bündnis anbot, ſo kann es kaum durch eine akute Gefahr oder
durch das dringende Bedürfnis nach augenblicklicher Unterſtützung
dazu veranlaßt worden ſein, ſondern nur durch den Wunſch, ein
dauerndes Bündnisſyſtem zu ſchaffen, das den Weltfrieden
garan=
tiere und die England ſeindlichen Mächte auf die Dauer in Schach
halte. Wir können natürlich über Englands Motive keine volle
Klarheit gewinnen, bevor nicht die engliſchen Quellen erſchloſſen
ſind. Bis dahin laſſen ſich nur Vermutungen über den tiefſten
Grund dieſer wiederholten Angebote äußern. Es lag doch wohl
in dem Unbehagen, das man jenſeits des Kanals bei der
Vor=
ſtellung empfand, bei dauernder Verſchärfung des
engliſch=
ruſſiſchen Gegenſatzes werde Deutſchland tatſächlich die Stellung
zufallen, die Bülow ſchon zu haben glaubte, die des
Schiedsrich=
ters der Welt. Daß man ſchon jetzt dieſe Stellung Deutſchlands
zwiſchen den Parteien ſehr unangenehm nud drückend empfand,
iſt ſicher. Wollte man dieſe Situation, die für England ſehr
pein=
lich werden konnte, ändern, ſo gab es nur entweder den Bund
mit Deutſchland, oder die Verſtändigung mit Rußland und
Frankreich. Man verſuchte zunächſt den erſten Weg, weil man
anahm, daß er weniger Opfer koſten und im Fall des Gelingens
zu einem weit ſichereren und bfriedigenderen Ergebnis für beide
Teile führen werde. Daß England dann nicht gewillt geweſen
ſei, die volle Gegenſeitigkeit der Verpflichtungen anzuerkennen,
läßt ſich kaum annehmen, da es dadurch das Bündnis aufgelöſt
und die Lage, der es entgehen wollte, wiederhergeſtellt haben
würde.
Daß die Engländer der Einbeziehung Oeſterreichs
wider=
ſtrebten, läßt ſich von ihrem Standpunkte aus ebenſo gut
ver=
ſtehen, wie, daß Deutſchland von ſeinen Intereſſen aus darauf
beſonderen Wert legte. Man fürchtete nicht nur, zur Verteidigung
eines Staatsweſens, deſſen Auflöſung man vorausſah, genötigt,
ſondern vor allen Dingen wohl auf die öſterreichiſche Orientpolitik
feſtgelegt zu werden, die, wie wir wiſſen, auf die Erhaltung der
Türkei hinauslief. Salisbury ſah auch die Türkei als ein dem
Untergang rettungslos geweihtes Staatsgebilde an und hatte ja
bereits vor Jahren eine Verſtändigung über die künftige
Vertei=
lung ihrer Gebiete angeregt. Sein Ziel war die Beförderung
der Entſtehung kräftiger und lebensfähiger Balkanſtaaten, die
imſtande ſeien, ſich ſelbſt gegen Nußland zu verteidigen und den
Eingang in das Schwarze Meer unter ihre Kontrolle zu nehmen.
Gerade dies erſchien aber den öſterreichiſchen Staatsmännern
als eine ſchwere Geſahr für den Fortbeſtand der
Donaumonar=
chie, weil ſolche Staatsgebilde eine ſtarke Anziehungskraft auf
ihre Stammverwandten unter dem Zepter der Habsburger
aus=
üben mußten.
Als ſicher kann es gelten, daß in England ſelbſt auch jetzt
wieder zwei Strömungen unter den leitenden Männern
vorhan=
den waren. Lord Salisbury war für die Fortſetzung der Politik
der freien Hand, im Notfall wohl für Annäherung an Frankreich
Chamberlain und einige andere Miniſter für die Entente mit
Deutſchland. Hierin lag eine große Schwierigkeit. Um ein
deutſch=engliſches Bündnis durch das Parlament zu bringen,
hätte das Miniſterium geſchloſſen dafür eintreten, unter
Umſtän=
den eine Kabinettsfrage daraus machen müſſen, zumal da auch
von den traditionell zu Frankreich neigenden liberalen Kreiſen
Widerſtand zu erwarten war. So aber hatte Chamberlain damit
zu rechnen, daß die anders geſinnten Kollegen ſich ihm
entgegen=
ſtellen würden, ſobald Deutſchlands Bedingungen Anlaß zu
Be=
denken boten. Wir wiſſen, welche Bedingungen dies waren.
Deutſchland hätte nur Ausſicht gehabt, das Bündnis zu
er=
langen, wenn es auf genauere Bedingungen als Hilfe gegen
einen Doppelangriff, auf die Hereinziehung Oeſterreichs und
vielleicht ſogar auf die parlamentariſche Genehmigung verzichtet
hätte. Natürlich hätte man ein erhebliches Riſiko auf ſich
genom=
men, wenn man damals auf ein Bündnis mit England
einge=
gangen wäre, ohne für den vorausſichtlich wahrſcheinlichſten
Kriegsfall vertragsmäßig geſichert zu ſein. Ein großer und
weit=
blickender Staatsmann hätte es vielleicht doch verſucht; denn alle
Möglichkeiten laſſen ſich nie im voraus berechnen, und die
ſorg=
fältigen Kalkulationen, die man in Berlin anſtellte, litten, wie
ſich ſpäter gezeigt hat, an einer Reihe der ſchwerſten Rechenfehler.
Der verhängnisvollſte Irrtum war ohne Zweifel der, daß
man Hatzfeldts Warnungen zum Trotz die Unmöglichkeit einer
Verſtändigung Englands mit dem Zweibund vorausſetzte und
daher gefahrlos warten zu können, glaubte, weil es ſchließlich
doch auf uns angewieſen ſei und unſere Bedingungen werde
an=
nehmen müſſen. Dieſe grundlegende Verkennung der Situation
war die ſchlimmſte Fehlerquelle unſerer Politik.
Dagegen glaubte man, wir ſelbſt hätten die freie Wahl des
Verbündeten. Durch die freundliche Geſtaltung unſerer
Beziehun=
gen zu Rußland und die vorübergehende Zurückhaltung der
Ruſſen in den Balkanfragen ließ man ſich verleiten, die beiden
unüberſteiglichen Hinderniſſe für ein Kontinentalbündnis, die
elſaß=lothringiſche Frage und die öſterreichiſch=ruſſiſche Rivalität
am Balkan, zu unterſchätzen. In Wirklichkeit war es
Deutſch=
land, das nicht die Wahl des Verbündeten hatte, zum mindeſten
ſolange es nicht den Dreibund preisgegeben und ſich auf
Oeſter=
reichs Koſten ganz mit Rußland einigen wollte. Aber eine ſolche
Wendung lag ja unſeren Staatsmännern völlig fern.
Ferner täuſchte man ſich auch in der Einſchätzung der
Gefähr=
lichkeit der möglichen Gegner. Ein Zweifrontenkrieg gegen
Frank=
reich und Rußland, ſo ſchwer und opferreich er auch werden
mochte, bot uns viel größere Chancen des Sieges und bedrohte
unſere Volkswirtſchaft viel weniger als ein Kampf mit England,
der unſeren Außenhandel ſofort vernichten mußte und uns faſt
keine Möglichkeit gewährte, den Gegner wirklich empfindlich zu
treffen. Man vergaß in dieſem Augenblick auch ganz, obwohl
man ſonſt gelegentlich daran dachte, daß unſer Kolonialreich im
Gegenſatz zu England weder zu vergrößern noch in Kriegszeiten
zu behaupten war.
Von ſo falſchen Vorausſetzungen ausgehend, konnten die
klugen Rechner in Berlin trotz allen Scharfſinns unmöglich zu
einem richtigen Ergebnis kommen. Aber es war hier eben mit
Berechnung der Chancen und Einzelfälle überhaupt nicht getan.
Man überſchätzte aus alter bürokratiſcher Gewohnheit die Macht
des geſchriebenen Wörtes. Hängk aber der Wert eines großen
allgemeinen politiſchen Bündniſſes zwiſchen modernen Völkern
und Staaten wirklich in erſter Linie von raffiniert erdachten
For=
mulierungen ab? Wo es ſich um Einzelbeſtimmungen,
Grenz=
feſtſetzungen oder ſpezialiſierte Leiſtungen irgendwelcher Art
handelt, da muß gewiß eine klare, Unſtimmigkeiten ausſchließende
Geſtaltung des Textes geſucht werden. Aber bei großen
politi=
ſchen Geſamtverſtändigungen, die man jetzt „Entente” zu nennen
pflegt, kommt es nur auf den feſten Willen des Zuſammenhaltens
an. Wo er vorhanden iſt, ergeben ſich die Einzelanwendungen
von ſebſt; wo er fehlt, kann kein Vertragsparagraph ihn erſetzen.
So war das ruſſiſch=franzöſiſche, ſpäter das engliſch=japaniſche
und das engliſch=ruſſiſch=franzöſiſche Bündnis auf ein derartiges,
von der öffentlichen Meinung der Länder gebilligtes
Einverneh=
men der Regierungen gegründet, während die Vertragstexte,
ſo=
weit ſie überhaupt vorhanden waren und nicht Einzelfragen
be=
trafen, ſehr allgemein gehalten und ſcheinbar beinahe inhaltlos
waren. Eine ſolche Entente, die ſich allmählich kräftigen und zu
einem Lebenselement beider Völker werden ſollte, wünſchte
Chamberlain. Wir aber fanden das zu unbeſtimmt und
bedenk=
lich und verlangten einen alle im Augenblick erdenkbaren
Mög=
lichkeiten mit juriſtiſchen Genauigkeiten deckenden, in
Paragra=
phen gefaßten Vertragstext. Dieſe Forderung erſchien nun
wie=
der den Engländern bedenklich, pedantiſch und unpraktiſch
zu=
gleich, und ſie gingen darauf nicht ein. Dies Haften am
Buch=
ſtaben verſperrte uns den freien Blick in die Welt der Tatſachen.
Gewiß hätte die öffentliche Meinung in beiden Ländern erſt
ge=
wonnen werden müſſen; aber das wäre wahrſcheinlich nicht allzu
ſchwer geweſen. In England war ſie nach allgemeinem Zeugnis
der Beobachter ſchon viel deutſchfreundlicher geworden und noch
nicht verhetzt durch das Schredbild der „deutſchen Gefahr” und
der Englands Seeherrſchaft begrohenden deutſchen Flotte. In
Deutſchland war ſie zwar recht englandfeindlich während der
erſten Zeit des Burenkrieges; aber eine wirklich einheitliche, in
ſich gefeſtigte öffentliche Meinung gab es in bezug auf die
aus=
wärtige Politik bei uns ja eigentlich niemals, und bei richtigem
Vorgehen der Regierung und der mit ihr einverſtandenen
Par=
teien würde ſich bald die Mehrheit für ihre Anſchauung haben
gewinnen laſſen.
Indem ſo unſere politiſchen Lenker durch vorſichtig erwogene
Paragraphen der Gefahr entgehen wollten, von England
aus=
genutzt und im Stiche gelaſſen zu werden, beſchworen ſie die viel
größere Gefahr herauf, unſeren natürlichen Bundesgenoſſen in
die Arme der Gegner zu treiben und ſelbſt der Iſolierung zu
ver=
fallen. Sie ſelbſt hatten noch immer die Vorſtellung, daß ſie
rich=
tig gehandelt hätten, weil England ſchließlich doch wiederkommen
müſſe und werde. „Wir dürfen,” meinte Bülow, „keine Unruhe
noch unruhige Eile merken laſſen, müſſen aber die Hoffnung am
Horizont ſchillern laſſen. In dieſer Hoffnung liegt doch ſchließlich
die ſicherſte Gewähr gegen eine Kapitulation der Engländer vor
Rußland.‟ Es iſt ſchwer begreiflich, daß er glauben konnte, die
Engländer würden ſich lange mit der bloßen Hoffnung auf das
deutſche Bündnis begnügen. Sie hatten die Hand geboten und
zurückgezogen, als man bei uns das Einſchlagen an ſchwierige
Bedingungen knüpfte. Sie kamen nicht mehr wieder, ſondern
gingen zu unſeren Gegnern. Für uns aber hieß es: „Was Du
im Augenblicke ausgeſchlagen, bringt keine Ewigkeit zurück!”
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 92.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
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Betty Compson, Elige Brook
sowie dem
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zu sehen, bleibt der Film noch einige Tage auf dem
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Sensat.-Abenteuerflm mit
EDDIE POLO
II. Teil — 6 Akte
Aus dem Tagebuch eines
Polizeikommissars
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Referent: Bezirksſekretär Wendler.
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1fl. 20; Los 12: IV. 40. Eberſtadt bei
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Bu. Los 4: I. u. II. 9; Linde Los 5:
TT. 4: Hainb. Los 6: III.—V. 50;
Nutz=
ſcheiter Hainb. Los 7: 44 rm (rund)
Ifenburg zu Offenbach: Stammh. Ei.
Los 1—9: I. 17; Los 9a—20: II. 55;
Los 21—39: III. 108: Los 339—40: 17.
92; Schnitth. Bu. Los 41: II. 2; Los
42: III. 10; Los 43: III. 12; Los 44:
TT. 6: Los 45: I. 6; Stammh. Bu.
Los 46—48: I. 12: Los 49—51: II. 21;
Los 52—55: III. 40 Kranichſtein zu
Darmſtadt: Schnitth. Bu. Los 1: 1. 13;
Los 2: I. 7; Los 3: II. 7; Los 4—7:/1
TI. 18; Los 8: I. 10; Stammh. Bu.
Los 9—12: I. 24; Los 13—18: II. 43;
Bos 19—29: III. 80; Los 30—33: TN. 86;
Los 34: V. 0,33: Hainb Los 35; III.
086: Los 36: II. 2: Los 37: V. 0,63.
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ſtadt: Schnitth. Ei. Los 1: I. 21 (
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III, Einzel- und Gruppenunterricht in allen Kultur-Sprachen, Konversation
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Darmſtadt, den 31. März 1924.
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bleibt mit 64 Pfg. beſtehen.
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Darmſtadt, den 1. April 1924.
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Nummer 92.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Seite 7.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 1. April.
* Drahtloſe Kraftübertragung.
1!! Eine Erfindung von ganz beſonderer Tragweite ſoll, wie
wir von zuverläſſigſter Seite hören, heute in der Nähe unſerer
Stadt ihre erſte Probe beſtehen. Nach den Unterſuchungen eines
franzöſiſchen Forſchers wird die Uebertragung elektriſcher
Ener=
gie dadurch ermöglicht, daß man die umgebende Luft durch
Na=
dium ioniſiert, das heißt, für Elektrizität leitend macht. Da
Ra=
dium in nur ganz verſchtindenden Mengen auf der Erde
vor=
kommt, iſt der amerikaniſche Gelehrte Profeſſor R. St. Rapil auf
den Gedanken verfallen, die erdmagnetiſche Kraft zun ioniſieren
der Luft zu verwenden. Die erdnagnetiſchen Pole ſind infolge
der Unzulänglichkeit nicht zu den Verſuchen nutbar zu machen,
und man hat ſich deswesen entichloſſen, die Auziehrtngskraft des
Magnetberges bei Daxmſtaet zu den erſten Verſuchen zu Hilfe
zu nehmen. Die notwenditen Geräte ſind auf Laſtautos von
Hamburg aus, wo ſie dieſer Tage ausgeſchifft zuurden, bereits
unterwegs und ſollen heute im Laufe des Tages unſere Stadt
paſſieren. Auf dein Magnetberg werden die „Sender”, zwei
hornförmige Veriuhstürme (man denke an den
Hörnerblitz=
ableiter) zur Aufſtellung kohiinen. Die Türme ſind — echt
ameri=
kaniſch — ſo gebaut, daß ſie in wenigen Stunden aufgeſtellt
wer=
den können, ſo daß vorausſichtlich noch heute in den ſpäten
Nach=
mittagsſtunden die erſten Lerſuche angeſtellt werden.
So ſchwierig die Verſendung ſtarker Ströme ſich geſtaltet, ſo
daß man erſt einen beſonderen Punkt auf der Erde ſuchen mußte,
ſo leicht wird voraulsſichtich die Aufnahme der ausgeſandten
Kraft ſein. Zunächſt ſol: der Turm auf der Ludwigshöhe dazu
auserſehen ſein. Man rüſtet ſi. bent bereits, um die „
Empfän=
ger” genannten Aspaxate gufzuſiellen und die aufgeſammelte
Energie ſchadlos abzuleiten.
* In den Ruheſtand. Mit dem 31. Mär; 1924 trat der Setretär der
Landesbibliothek, Kanzleirat Franz Scholz, nach Vollendung des
65. Lebensjahres in den Nuheſtand. Seit dem Jahre 1891 wirkt Echolz
an der Bibliothek und viele ältere Benutzer werden ſich noch gern der Zeit
erinnern, wvo der freundliche Beamte den Dienſt bei der Büicherausgabe
verſah. Später wurde er gänzlich im inneren Dienit der Anſtalt
ver=
wendet, um die er ſich namentlich durch die untadel ige Rechnungsführung
ſehr verdient machte. Sehen ihn auch ſämtlich Beamte der Bibliothek
nur mit aufrichtigem Bedauern aus dem Dienſte ſcheiden, ſo gönnen ſie
ihm den wohlverdienten Nuheſtand, deſſen er ſich, wie ſie hoffen, noch
lange bei guter Geſundheit eufreue; uöge. In dieſem Wunſche gipfelten
auch die Worte, die Herr Obetbibliothekar Prof, Dr. Bader bei der
ſchlichten Abſchiedsfeie; an den dflichttreuen und in jeder Beziehung
vor=
bildlichen Beamten bei ſeineu Scheiden aus dem Dienſte richtete.
— Benmtenabbau. Auf Grund des heſiſchen Perſonal=
Abbau=
geſetzes vom 19. Dezember 1923 treten mit Wirkung vom 1. Mai 1934
ab in den einſtwveiligen Nuheſtand: die Oberſtudienräte: Dr. Egon
Ihne am Ludwig=Georgs=Gynnaſiuz zu Darmſtndt, Wilhelm
Völ=
fing am Reglgymnaſiunt zu Darmſtadt, Georg Hauff. an der
Liebigs=Oberrealſchule, zu Darmſtadt; die Studienräte: Dr. Rudolf
Grb am Realgymnaſium zu Gießen, Dr. Larl Gaul am
Realaym=
naſium zu Darmſtadt. Dr. Heinrich Heil an der Liebigs=Oberrealſchule
zu Darmſtadt, Otto Schüler, Guſtav Stammler an der Liebigs=
Oberrealſchule zu Darmſtadt. Karl Ottmann an der Reglſchule zu
Neu=Iſenburg. Wilhelm Schmidt an der Realſchule zu Gerusheim.
In den Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes vom 19. 12. 1923 zur
Herabminderung des öffentlichen Perſonalaufwands am 1. April d. J.
Brückenaufſeher Mathias Kiſſel zu Gerusheim. In den einſtweiligen
Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes vom 19. 12. 1293 zur
Herab=
minderung des öffentlichen Verſonglaufwands auf ſein Nachſuchen am
1. Mai d. J. Bauinſpektor Karl Haas zu Friedberg.
— Heſſiſches Landestheater. Mary Wigman hat das für Mittwoch
angekündigte Tanzgaſtſpiel abgeſagt. Es wird am 9. April ſtattfinden.
Mittwoch wird im Großen Haus „Falſtaff” gegeben. Die Vorſtellung
fällt der B=Miete zu und beginnt um 7 Uhr. — Sondermiete 22.
Die heutige Aufführung von „Aleſfandro Stradella” im Kleinen Haus
fällt der Sondermiete 22 (und der Schülermiete braun) zu. Im Großen
Haus wird als 18. Vorſtellung der Vollmiete 4 „Prinz von Hombur.”
gegeben. — Vortragsabend Ludwig Hardt. Ueber Ludwig
Hardt, der am Mittwoch, den 2. April, um 7 Uhr, im Kleineu Haus einen
Vortragsabend hält. ſchrieb Detleu von Lilieneron 1907: „Ich ſpreche mit
die Seele des Gedichtes gedrungen iſt wvie Ludwig Hardt.”
abends 8 Uhr, im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Karl=
„Rom. Eine Wanderfahrt”, mit Lichtbildern. Zu dem
Vor=
trag ſind Gäſte willkommen.
feſſor Adolf Buſch, erſtmalig als Soliſt dem Daruſtädter Puhlikum
vorſtellen. Der Künſtler, deſſeu Naue in der erſten Neihe aller Klavier= eruäbigten Preiſen auf der Geſchäftsſtelle.
virtuoſen ſteht, hat im In= und Auslande ungeheure Erfolge zu ver=
Städtiſchen Akademie Karten zu ſichern. (Tel. Stadtamt 424.)
Thema: Das Göttliche im gegenmärtigen Menſchen= verbindet, nur beglückwünſchen.
leben. Ueber eine Stunde feſſelte der Gelehrte die Zuhörer. In
aber doch durchaus wirkſam ſind. Die größte dieſer ungreifbaren Wirk= dann viele erſprießliche Jahre unter Arnold Bergſtraeßer. Nach deſſen
geſprochenen Wort und der ſtarken Perſönlichkeit ausgingen, war
un=
gemein groß. Herr Bernd (Orgel), Frl. Cl. Herber (Geſang) und
Herr Steinmann Violine) ſtellten ihre Kunſt freudig in den Dienſt
der weihevollen Stunde.
ſam gemacht. Wir berweiſen beſonders auf den Abendkurſus, der
berufstätigen jungen Leuten beiderlei Geſchlechts Gelegenheit bieten ſoll, der Angbenarbeitsanſtalt noch recſt gut in Grinnerung ſein.
ihre kaufmänniſchen Kenntniſſe nach Geſchäftsſchluß zu erſpeitern und zu
vertiefen. Ferner ſoll er auch Fortbildungsſchulbflichtigen ermöglichen, Karl Müller (Stadtkaſſe) ſein 25jähriges Dienſtiubiläum.
tagsüber ihrem Beruf nachzugehen. Am gleichen Tage beginnt, das zueite
oder die Pflichtfortbildungsſchule beſucht haben.
D. Zobaunes Mle.
der in Darmſtadt ſeit langen Jahren hochgeſchätzte Redner (ſein, vom
Vortragsverband veranſtalteter, wahrend des Krieges gehaltener
Vor=
tragszyklus iſt hier noch in friſcher Erinnerung) hat jetzt zweimal bei
uns wieder geſprochen. Vor wenigen Wochen hielt er vor einem
ge=
ladenen engeren Kreiſe im überfüllten Muſikvereinsſaale einen
Vor=
trag über „Die Quellen der Erneuerung”, und am Sonntag vormittag
ſprach er auf der Nückehr von ſeiner hollandiſchen Vortragsreiſe im
dichtbeſetzten Kleinen Hauſe des Landestheaters über das Thema
„Bergpredigt und moderne Kultur”.
Der Redner ging davon aus, daß die moderne Kultur und die
Bergpredigt nichts miteinander gemein hätten, aber auch das
Chriſten=
tum habe mehr ein Pietäts= als ein Lebeusverhaltnis zu ihr. Das
zeige ſich ſchon darin, daß ſie in merkwürdiger Weiſe vollſtändig
ver=
kannt werde. Allgemein gelte ſie als das höchſte Sittengeſetz für alle
Menſchen; aber das könne ſie gar nicht ſein, da ihre Forderungen
menſchenunmöglich ſeien — zum Beiſpiel kann man nur lieben, wenn
man lieben muß —. In Wahrheit ſei ſie kein Geſetz, ſondern nur
frohe Botſchaft vom Reiche Euttes, und zeige das neue Sein und
Ver=
mögen, ſowie die neue Art Leben, die ich daraus ergibt, welche im
Neiche Gottes berrſcht, und gelte nür für die wenigſten, für ſolche nur,
wie ſie Jeſus in dent ſieben Seligpreijungen beglückwünſckt hat, nur
für dieſe komme alles dies in Betracht, wvie im weiteren Verlaufe
aus=
geführt wird., Dann zeigte der Redner (wie er es in ſeinem Buch „Die
Bergtredigt, derdeutſcht und dergegennärtigt” eingehend dargelegt
hat) in kurzen Stuichen, wie Jeſus mit den Beiſpielen, die er bringt.
die Lebensart in Reicke Gottes enthüllt. Zu dieſen neuen Sein und
Leben geiange man nicht durch Religios, Kultus, Moral, Arbeit an ſich
ſelbſt, das ſei der breite Weg, den diele gehen, ſondern nur durch
Stirb und Werde” der engen Pforte, zu der ſo wenige den Weg
fin=
den. Cs lomme nicht darauf an, daß das Ich fromm werde, ſondern
daß es ſterbe. Dazu gelange mai wiederum nicht durch eigene
Machenſchaften, ſondern es müſſe bon ſolbit geſchehen. Wenn jemand
nach dem Reiche Gottes in der Weiſe trachte, daß er aus der glühenden
Sehnſuicht nach ſeiner Wahrheit des Seins und Lebens heraus lebe,
indem er ſich in der Richtung betzege, die uns die Bergpredigt
ſchlag=
artig erhelle, ſo werde er dabei vollſtandig ſcheitern, und dann
befinde er ſich in der Verfaſſung, die Jeſus vorausſetzt: „Selig ſind,
die arm ſind im Geiſte, denn ihrer iſt das Himmelreich.” In dieſera
vollen inneren Zuſammenbruch beſteht die enge Pforte, dann begibt
ſich das Wunder, daß unter fortdauerndem Scheiten des Jchs das neue
Weſen der verborgenen Seele ſich regt und von Gott mit dem
Ver=
zögen einer neuen Art Leben begabt wird, das aus ihm ſtamnt. Ihm
gegenüber ſei nun die moderne Kultur nicht Schöpfung Gottes,
ſondern das ausgeſprochenſte Werk menſchlicher Vernunft und Leiſtung.
Wenn es nun als ſolches nach innen und außen gegenwärtig völlig
zuſammengebrochen ſei und in einem Chaos verſinke, ſo ſei gerade das,
wpas die Bergpredigt enthält, der einzige Lichtblick, denn aus ihm könne
eine Schöpfung Gottes hervorgehen, wenn durc Menſchen, die durch
die enge Pforte hindurch gegangen, eine ſchopferiſche Gärung in ihm
anbreche, aus der eine neue Kultur durch Gottes Macht geſchaffen
werde.
Der von tiefſter Ethik erfüllte, von glänzender Beredſamtkeit
ge=
tragene Vortrag machte ſichtlich tiefen Eindruck auf die Hörer, die mit
warmem Beifall dankten. Möchten wir Herrn Dr. Müller recht
O.
bald hier wieder von neuen begrüßen!
Heſſiſches Landestheater• Kleines Haus
Am 2., 3. und 4. April 1924
Radto-Grosstilm
„Im Bannkreis der tönenden Wellen”.
Begleitvortrag von Telegraphenoberſekretär Kreiter
von der Funkſielle Darmſtadt mit prakt. Vorführungen.
Der Film wird allſeitig als das vorzüglichſie Mittel
zur wiſſenſchaftlichen Erleuchtung dieſer ſchwer
verſändlichen geheimen Vorgänge angeſehen.
(3944g1
Vorverkauf: Kaſſe des Kleinen Hauſes und Verkehrsbüro
ab Montag, den 31. März. Preiſe 50 Pfg. bis 5 Mk.
Freuden aus, daß ich keinen Nezitator hörte, der ſo tieß in den Inhalt, in daß die Antenne, die auf dem Aleiuen Haus errichtet worden U, bor= Förderung des Sparſinns gegeven wird, ein Wiederaufleben de”
Spar=
züglich übermittelt. Es beſteht daher kein Anlaß, zu glauben, daß die tätigkeit einſetzen wurde. Bei der heutigen Wirtſchaftslage iſt. das
Gewerbemuſeum. Am 1. April beginnt für die Bibliother des Kolzertübermittlung durch die Sender in Fraufurt a. M. und iu Sparen mehl denn js Pflicht jedes Einzelnen. (S. Anz.)
Königswuſterhauſen fehlgelingen wird. Die Uebertragung der Stim=
Gewerbemuſeums die Sommerdienſtzeit. Leſezimmer und Bücherausgabe, men war äußerſt klar und durchaus nicht verzerrt. Dank der intenſiven
ſind an allen Wochentagen vormittags von 8.—1219 Uhr, nachmittags 1ol Verbereitungen iſt auch für die Vorführung ſelbſt der Erfolg gewähr= egeſellſchaft 1”
3—6 Uhr geöffnet. Am Samstag nachmitag iſt die Bibliothek geſchloſſen, leiſtet. Außerdem werden durch den Film und durch die Lichtbilder die
—Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gyunaſiums, ſchwierigen Verhältniſſe des Rundfunkweſens auf die vorzüglichſte Art Leſonders zad reich waren die Chrenmitglieder und die noch lebenden
Nächſte Veranſtaltung am kommenden Freitag, deu 4. April, und Weiſe erklärt. Alle, die mehr als oberflächlich die dielen neuen Grunder des Vereint vertreten, was insbeſondere auf die Tagesord=
Begriffe, die aus dieſer fremden Welt an uns herantreten, in ihrem nung. 50ähr
ſtraße 2 (Jahresmitgliederverſamnlung!. Im Vorderarund der Vek= Weſen erkennen wollen, werden durch die Filmporträge des „Herrn Jahre ſind 30 Jahre verfloſſen, ſeir die Turngeſelſchaft ils Jeben
ge=
anſtaltung ſteht ein Vortrag, von Geheimrat Welcker über Kreiter von der hieſigen Funkſtelle die beſte Gelegenheit finden. Der rufen wurde, und ſeit deren Gründung verdauken mehrere Turnvereie
erſte Vortrag findet im Kleinen Haus am Mittwoch, den 2. April, der weiteren und näberen Umgebunn Darmſtadts ihr Eutſtehen, und
abends um 9 Uhr ſtatt. Mit Abſicht wurde eine ſo ſpäte Zeit gewällt, beſonders wuaren es die Turner des jung emporſtrebenden Vereins, die
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. In dem z. Volkskonzert aif, / da dann die Uebertragung der Wellen am beſten vor ſich geſt. — Der die Turnſache hiutaus aufs Land trugen. Die Vorbereitungen zu einer
Samstag, den 5. April, im Großen Haus des Heſſiſchen Landesthcaters Vorverkauf fiundet ſtatt an der Kaſſe des Kleinen Haufes und am Ver= größeren Veranſtaltung ſollen nunmehr begiunen, und wpurden dieſe
wird ſich Herr Rudolf Serkin (Klavier) der ſtändige Begleiter von Pro= kehrsbureau. Mitglieder der Volkshochſchule erhalten ihre Karten zu einem eigens hierzu gewählten Wirtſchaſts usſchuſſe, deſſen Arbeiten
— Schulfeier. Im dichtgefüllten „Fürſtenſaale” verſammelten ſich am den, übertragen. Zahlreiche Freunde der Turnſache hat ſich die
Turn=
zeichnen. In Anbetract des ſozialkulturellen. Zwackes der Volts= Samstag abend die Schülerinnen der Klaſſe U 9 unſerer Städtiſchen geſelſchaft während ihres Beſtehens erworben, und hoffen wir, daß
konzerte hat Herr Serkiu ſeine große Kunſt volltommen ſelbſtlos der Kaufmannsſchule mit ihren Lehrern, Lehrerinnen und Eltern zu dieſe ſowahl als auch unſere geſamte Mitgliederſchaft mit dazu bei=
Städtiſchen Akademie zur Verfügung geſtellt, was ihm nicht hoch genug einem reichhaltigen, feſtlichen Unterhaltungsabend. Gute Geſangsvor= trägt und mithilft, die Jubelfeier zu einer glänzenden zu geſtalten. An
angerechnet werden kann. Der „Inſtrumental=Verein und das Dr= träge, Muſiſtücke und zwei Einakter Goethes Schäferſpiel. Die Laune dieſer Stellesaber ergelt der Nuf an unſere noch Säumigen: „Tumer
o cheſter der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt” hat ſich für dieſen Abeno des Verliebten” und Körners „Der Vetter aus Bremen”, wechſelten mit heraus”, zeigt, daß ihr Freunde ſeid und einmitig zuſammen das Feſt
eine beſonders griße Aufgabe mit der Vorführung der Sommornachts= lieblichen Volkstänzen ab. Alles war unter Leitung von Fräulein Dr. feiert, und zeigt, daß die Turngeſelſchaft Anteil uimmt an der
körpei=
traum=Muſik von Mendelsſohn=Bartholdy und der Eurhanthe=Quver= Weppler mit großer Sorgfalt und feinem Verſtändnis eingeübt, und lichen und geiſtige Erziehung der Jugend zum Wohle dieſer und des
türe von Weber geſtellt; gewiß ein gutes Zeichen für das ernſte Streben die Anweſenden, unter denen man auch die Herren Schulrat Löſch und geſamten Volkes. Ein weiterer Pund der umfangreichen
Beſprechun=
dieſes Orcheſters. Die Nachfrage nach Karten hat bereits lebhaft ein= Direktor Dr. Zeiger bemerkte, ſpendeten ſo reichen, freudigen Beifall, daß gen war die Veranſtaltung der Kreislaufmeiſterſchaften des
Mittel=
geſetzt, ſo daß es ratſam iſt, ſich möglichſ= umgehend im Sekretariat der die jugendlichen Darſtellerinnen einiges wiederholen mußten, ſo die ent= rheinturnkreiſes am Sonntag, den 6. April, nachmittags 3 Uhr, auf
zückende Gavotte, die in ſtilechten Rokoko=Koſtümen nach der Muſit von dem Sportplatze der Techniſchen Hochſchule. Hier werden insbeſondere
— St. Elifabethenkirche. Am letzten Sonntag hielt Herr unip= W. Aletter getanzt wurde. Man kann die Schule zu dieſer Veranſtaltung, Mannſchaften des Saaraebiets, der Aheinlande und vom Maine um
Prof, Dr. Deſſauer aus Frankfurt a. M. einen Vortrag über das die auch erzieheriſch wertvoll iſt und Elternhaus und Berufsſchule enger den Meiſtertitel des 9. Turnkreiſes der Deutſchen Turnerſchaft ringen.
— 40jähriges Jurbiläum. Herr Franz Kaiſer feiert am 1. April gegenüber der nicht zu unterſchätzenden Koufurrenz vertreten. Nach
ſeinen Gedanken, die meiſt dem Reiche der Naturwiſſenſchaft entnommen ſein 40jähriges Jubiläum im Hauſe A. Bergſtrgeßers Buchhandlung, fene Verſammlung mit. „Gut Heil” auf die deutſche Turnſache
ge=
waren, wies der Naturforſcher mit aller Deutlichkeit darauf hin, daß Am 1. April 1884 von der Lehre in Würzburg kommend, hat Herr Kai=
ſchloſſen=
es im Leben auch wirtſame Kräfte gibt, die man nicht ſehen kann, die ſer noch unter dem Gründer der Firma, Joh. Pb. Diehl, gearbeitet,
lichkeiten iſt Gott ſelbſt, der als ſolche vom mittelalterlichen Menſchen Tode 1897 führte er, in gemeinſamer Prokura mit ſeinem Kollegen, trat am Sonntag abend der Jugendbund (ädchen) zum erſten Male mit
erfaßt wurde und der auch heute wieder angeſichts der Trümmer, der das Geſchäft ſelbſtändig, und nurde 1907 bei Uebernahme der Firma einer Veranſtaltung vor die Gemeinde. Das ſorgfältig ausgewählte Pro=
Welt als das höchſte Wirkſame erfaßt werden muß. So kommt die durch den jetzigen Inhaber. Wilhelm Kleinſchmidt, mit Einzelprokurn gramm erfüllte die höchſten Erwartungen. Es beſtand aus rein und ſicher
Menſchheit zur Harmonie zurück, die ſie in den letzten Jahrhunderten betraut. So wirkt heute Herr Kaiſer alſo 40 Jahre mit auforfern= geſungenen Chorliedern und aus Deklamationen, die mit beſtem
Ver=
verloren hat. . . Herr Pfarrer Fink dankte dem hochgeſchätzten der Hingabe, torbildlicher Treue und unermüdlicher Schaffensfraft in ſtändnis und warmer Empfindung vorgetragen wurden. Dazwiſchen
Herrn Redner für ſeine trefflichen Ausführungen, die mit ſpannender dem von ihm erwählten Beruf. Mögen dem auch im hürgerlichen Leben wurden zwei wundervolle Reigen dargeboten, die wiederholt werden
Aufmerkſamkeit angehört wurden. Die Wirkung, die von dem unſerer Stadt ſehr beliebten und angeſehenen Mann nöch viele geſunde mußten. Nach einer Teepauſe, die zu zwangloſer Ausſprache Gelegenheit
und ſchaffeusfrohe Jahre beſchieden ſein!
— Jubiläium. Heute Dienstag, den 1. April d. J., begeht der die ſchöne Aufgabe einſetzenden Leiterin des Jugendbundes, Frau von
Stadtgärtner, Karl Naumann wohnhaft Waldfriedhof, ſein Petery, den heuzlichen Dank der Gemeinde für ihre aufopfernde Hingabe
— Peivathandelsſchule „Merkur”,. Dr. Karl Weide, Diblom= Bjährines Dienſtiubiläun als Angeſteller bei der Stadt Darmſtadt. aus und leitete dann über zum Verſtändnis des nun folgenden Feſt=
Handelslehrer. Man ſchreibt uns: Cs wird an dieſer Stelle noch= berr Naumann, welchen, in früheren Jahren als Gärtner bei der Kng= ſbiels: „Phöbe”, gedichtet von Pfarrer Lichtenhahn, zur Zeit des Apoſtels
benarbeitsanſtalt, Stiſtſtraße, beſchäftigt war und jetzt ſeit Jahren auf Paulus ſpielend. Die Darſtellung des wertvollen Stückes, war wirklich
mals auf die am 1. Mai d8. Js, beginnenden Handelsſchulkurſe aufmerk= dem Waldfriedhof beſchäftigt iſt, wird manchem ehemaligen Beſucher bollendet und machte den tiefſten Eindruck auf die ergriffenen Zuhörer.
— 25jähriges Dienſtiubiläium. Heute feiert Herr Oberſtndtſekretär laufenen Abends haben ſich außer der Leiterin des Jugendbundes Herr
3 Das Kriegsleiſtungsgeſetz vom 13. Juni 1878, das Behörden wie vorbereitet, ſowie Fräulein Robertine, die die Reigen geſchaffen hatte,
halbe Jahr des ganzjährigen Kurſus, in den noch ſolche Schüler aufge= Private im Weltkriege ſo oft beſchäftigt hat, iſt mit 22. März 1924 auf= in erfolgreichſter Weiſe verdient gemacht. Dem Jugendbund der
Markus=
nommen werden, die bereits den halbjährigen Kurſus einer Handelsſchule gehoben. Dies bewirkt nicht die Abwicklung der unter der Herrſchaft gemeinde rufen wir herzlichen Dank und ein frohes „Friſch auf” zu
wei=
des Geſetzes beivirkten Leiſtungen.
Aenderungel in der Straſtecisgſiege.
Die finanzielle Not des Reiches hat auf dem Gebiete der
Straf=
rechtspflege entſcheidende Aenderungen gegenüber dem bisherigen
Ver=
fahren veranlaßt. Für die Zeit vom 15. Januar bis 31. Marz 1931
waren bereits Notmaßnahmen getroffen, zum dem drohenden Stilſtand
der Rechtspflege vorzubeugen”. Schöffen wurden im Strafverfahren
nicht zugezogen. Der Amtsrichter entſchied in den vor den
Schöffen=
gerichten zu verhandelnden Sachen allein. In den vor den
Wucher=
gerichten zu terhandelnden Sochen entſchieden die richterlichen
Mit=
glieder allein. Die Wuchergerichtsve ordnung iſt inzwiſchen auffiehoben.
Die zur Zuſtändigkeit der Schwurgerichte gehörenden Sachen wurden
den Strafkammern überwieſen. Bei Uebertretungen und Vergehen
war die Berufung ausgeſchloſſen, wenn wegen der Tat freigeſprochen
oder ausſchließlich auf Geldſtrafe erkannt wurde. In ſolchen Fallen
war die Reviſion an das Oberlanßesgericht gegeben.
Mit dem 1. April 1924 treien die neuen Verfahrensvorſchriften
der Verordnung vom 4. Januar 1924 in Kraft. Zunächſt iſt einer
Ueberleitungsverordnung, vom 18. März 19924 zu gedenken. Sie
be=
ſtimmt, daß für die Verhanblung und Entſcheidung über die Verufung
gegen die vor dem 1. April 1224 erlaſſenen Urteile des Schöffengerichts
und des Amtsrichters die kleine Strafkammer, daß für die
Verhand=
lung und Entſcheidung über die Berufung gegen die dor dem 1. April
1224 erlaſſenen Urteile des Jugendgerichts die große Strafkammer
zu=
ſtändig ſein ſoll. Die kleine Strafkammer iſt, in der
Hauptverhand=
lung mit einem Richter als Vorſitzenden und zwei Schöffen, die große
Strafkammer mit drei Nichtern, mit Einſchluß des Vorſitzenden, und
zwei Schöffen beſetzt. Den Vorſitz in der kleinen Strafkammer kann
auch ein Mitglied des Landgerichts führen. Den Vorſitz in der großen
Strafkammer ſowie im Schwurgericht wird bislang in der Regel ein
Landgerichtsdirektor führen. Für die nach dem 1. April 1924 erlaſſenen
Urteile des Amtsrichter ſals Einzelrichter) entſcheidet demnächſt die
kleine Strafkammer.
Gegen Urteile des Schöffen richts (ein Richter als Vorſitzender
und zwei Schöffen) geht die Berufung an die große Strafkammer. Man
unterſcheidet zwei Arten von Schöffengerichten, nämlich ein Amtsrichter
und zwei Schöffen bzw. zwei Amtsrichter und zwei Schööffen. Ein
zweiter Amtsrichter iſt nämlich zuzuziehen, falls dies die
Staatsanwalt=
ſchaft bei Cinreichung der Aikligeſchrift beantragt. Die
Staatsanwalt=
ſchaft ſoll den Antrag nur ſtellen, wenn die Zuziehung eines zweiten
Amtsrichters uach Umfang und Bedeitung der Sache notwendig
erſcheint.
Die Zuſtändigkeit der Schöffenterickte iſt erweitert, andererſeits
aber auch eingeſchränkt. Die kislang in euſter Inſtanz an die
Straf=
kammer gelangenden Strafſachen geſien jetzt an das Schööffengericht,
ſofern nicht die Zuſtändigkeit des I9. zurgerichts begründet iſt. Das
Landgericht entſcheidet alſo in der da tjache nur noch in der
Beru=
fungsinſtanz, und als erſte Inſtanz lediglich in Schwurgerichtsſachen.
zien Leſtche eschdin un Wet Seite en ſäaifde
Anklageſchrift oder, falls es einer Anklageſchrift nichr bedarf, bei der
mündlichen Erhebung der Anklage beantragt. Ein ſolcher Antrag joll
nur geſtellt werden, wenn zu erwarten iſt, daß auf keine ſchwerere
Strafe als Gefängnis von höchſtens einem Jahre allein oder in
Verbin=
dung mit anderen Strafen oder mit Nebenfolgen erkannt wverden wird.
Ferner entſcheidet der Amtsrichter allein bei den Verbrechen des
ichlve=
ren Diebſtahls und der Hehlerei, ſowie bei ſolchen ſtrafbaren
Hand=
lungen, die nur wegen Nückfalls Vexbrechen ſind. Jedoch kaun der
An=
geklagte widerſprechen; alsdann geht die Sahe an das Schöffengericht.
Das Schlurgericht beſteht aus drei Nichtern mit Einſchluß des
Vorſitzenden, und ſechs Geſchuorenen. Die Richter und die
Geſchwyre=
nen entſcheiden über die Schuld= und Straffragen gemeinſelftlich. Die
richterlichen Mitglieder des Schwurgerichts und ihre Stellvertreter
werden für jede Tagung des Schwurgerichts vor Begiun des
Geſchäfts=
jahres ernannt. Zum Vorſizenden kann auch ein Amtsrichter beſtellt
werden. Die Schwurgerichte ſind zuſtändig für die Verorechen,
welch=
nicht vor das Reichsgericht oder vor das Amtsgericht gehören.
— Wertbeſtändige Spareinlageſt. Wie aus der Anzeige in der
heutigen Nummer erſichtlich, hat die Städtiſche Sparkaſſe deu
Zinsſatz für Spareinlagen bis auf zeiteres auf jährlich 8 Prozent
erhöht. Die Berechnung und Gutſchrift der Ziuſen erfolgt wvie ſeither
vierteljährlich. Für Einlagen größerer Beträge auf längere Zeit wird
ein höherer Zinsſatz binilligt, deſſen Feſtſetzung beſonderer
Verein=
barung vorbehalten bleibt. Die Sparkaſſe macht ausdrücklich, darauf
aufmerkfam, daß ſie für alle Spareinlagen auf
Renten=
maukkonten die Wertbeſtändigkeit zuſichert. Es wire
— Radio im Film. Die bisherigen Empfangsproben haben erwieſen, zu wiinſchen, uenn auf Grund dieſer Zuſicherung, die im Intersſie der
— Turngefellſchaft Därmſtadt 1875. Am Samstag hielt die
Turu=
n ihrem Turnhaufe. Dieburger Str. 26, eine a.o.
Geue=
verſammlung
ab, die ſich eines guten Beſuches der Mitglfeder erfreute.
Jubelſeier zurückzuführen nar. Im kommenden
in Anbetracht der Ausdehnung des Feſtes keine Kleinigfeit ſein wer=
Auch die Turngeſellſchaft wird die Farben der Darmſtädter Turnerſchaft
weiteren Beſprechungen und Mitteilungen wurde die anregend verlau=
— Markusgemeinde. Ju dicht beſetzten Feſtſaal des Gemeindehauſee
gab, ſprach Herr Pfaurer Vogel der höchſt verdienſtvollen, ſich ganz für
Die Bühnenbilder waren von den Leitern der Gemeindebühne mit
gro=
ßem Geſchmack geſtellt. Um das Gelingen des reichen, harmoniſch ver=
Bögel, der das Feſtſviel einſtudiert, und Herr Weide, der die Chorlieder
teren Taten zu.
Mei h
Lampenſchirme
werden billig u. aufs
feinſte angefert, (fun
Eiſabethenſtr. 2,H., II.
Eilfge
Paßbilder
Photogr. Werkſtätte
Schuchardſtr. 14,part.
Offen v.9.7ühr, ſug
Seite 8.
Muuiner 92.
Deutſcher Frontſoldaten Wollen.
Von Friedrich Wilhelm Breitenbach, Siegen.
Führer des Gaues Darmſtadt des „Stahlhelm”, Bundes d. Frontſoldaten.
Ueber vier Jahre haben unſere Frontkämpfer, und nicht minder
Heſſens Frontſoldaten, einer Welt von Feinden ſtandgehalten und
Hei=
mat und Herd mit Gut und Plut verteidigt. Nach Beendigung des
Weltringens reichten ſie ſich zum Bunde die Hand, um dem Vaterlande
auch in ſeiner größten Not und tiefſten Schmach alle Kräfte zum
Wie=
deraufbau und zur Unterſtützung ſeiner in tiefſter Not befindlichen
Bolksbrüder zu widmen, denn gerade als Frontſoldaten waren ſie in
erſter Linie dazu bernfen.
Kaum war in Heſſen in die erſte Gruppe des Bundes der
Front=
ſoldaten, „Der Stahlhelm”, entſtanden, ſetzte die Hetze ein, und man
verſuchte, ein Verbot zu erwirken. Warum? Es war der Dank den
Fronttämpfern gegenüber, denen einſt alles nicht zu ſchade war! Der
„Stahlhelm” iſt weder Geheimorganiſation, noch hat er mit irgend einer
folchen Verbindung. Niemals hat er ſtaatsfeindlichen Beſtrebungen
ge=
huldigt; das hat ſeine 5jährige Geſchichte doch zur Genüge bewieſen.
Die Gründung der hieſigen Ortsgruppe wird in allernächſter Zeit
erfolgen. Um von vornherei allen Hetzereien die Spitze abzubrechen,
ſei an dieſer Stelle eindentig geſagt, was der „Stahlhelm”, der Bund
der Frontſoldgten, will.
Sein Ziel und ſein Zweck laſſen ſich eigentlich ſchon in einem Worte
Ziſammenfaſſen: „Frontgeiſt”. Frontgeiſt will der Stahlhelm pflegen,
Frontgeiſt will er wieder erwecken und in die Tat umſetzen. Was
Frontgeiſt iſt — weiß jeder echte Frontſoldat. Allen denen aber, deren
Lebensarbeit Hetze= und Zwieſpaltbringen ift, ſei’s hier geſagt.
Frontgeiſt iſt der Geiſt jener, die für ihre Volksbrüder ihr Leben
ließen — iſt der Geiſt der echten ſelbſtloſen Kameradſchaft, die
nicht nach Rang, Klaſſen=, Bekenntnis=, und vor allem nicht nach
Parteizugehörigkeit fragt: die keine Unterſchiede kennt zwiſchen Arm
und Reich, Arbeiter und Gelehrten, ſondern die nur Kameraden
kennt. Frontgeiſt iſt wirkliche praktiſche Nächſienliebe, die immer
bereit iſt, jedem in Not geratenen Kameraden hilfreich zur Seite zu
ſtehen, die ihn mit allen Kräften ſtützt, die ſeine Intereſſen wahrt und
vertritt. Frontgeiſt iſt Liebe zum deutſchen Volke, Liebe zur deutſchen
Geimat und zum deutſchen Vaterlande, auch in der Zeit ſeiner tiefſten
Schmach. Frontgeiſt iſt unerſchütterliches Feſthalten am deutſchen
Geiſte, dem Heldengeiſte unſerer Väter und Brüder, am alten
Chriſten=
glauben, an deutſcher Art und deutſcher Sitte. Frontgeiſt haben,
heißt: Kämpfen für Einigkeit, für Recht und Freiheit, kämpfen gegen
alles Undeutſche: Mutloſigkeit, Selbſtſucht, Genußſucht, Lebensgier,
Schieber= und Wuchtertum, Parteihader und Klaſſenkampf.
Dieſen nationalen und ſozialen Geiſt der Front, der uns heute
noch ſo ſehr fehlt und durch den nur zielbewußte und tatkräftige
Wie=
deraufbauarbeit möglich iſt, und der uns uur zur Geſundung führen
kenn, dieſen Frontgeiſt zu pflegen, wieder zu erwecken und im
Volks=
leben zur Geltung zu bringen — das iſt deutſcher
Front=
ſoldaten Wollen. Niemals hat der Frontſoldat eigennützige
Ziele gehabt — auch heute nicht. Hundertauſende könnens bezeugen,
denen täglich durch die „Stahlhelmhilfe” und dergleichen geholfen wird.
Anm.: Nähere Aufklärungsblätter, Anmeldeformulare uſw. über
den „Stahlhelm” ſind beim Führer des Gaues Darmſtadt, z. Zt. Siegen
(Weſtf.), Freudenbergerſtr. 22, anzufordern.
— Jngendheim „Lützow” des Deutſchen (völkifchen) Turnerbundes am
Semmering. Semmering, Stuhleck, Märzzuſchlag, Spital, welchem
deut=
ſchen Jungen und. Mädel ſind ſie nicht liebe, vertraute Namen? Weſcher
deutſche Jüngling, welche Maid wird ſich nicht danach ſehnen, die
Hei=
mat unſers Peter Roſegger kennen zu lernen? Durch den Semmering
ging die erſte an Abenteuern ſo reiche Fahrt des Waldbauernbuben mit
dem Paten Jochem auf dem Dampfroß; hier oben wollte drei Dreikäſehoch
dem Herrgott ſein Sonntagsjöppel ſchenken. Dort droben, wo des
Semmerings Höhe ſich gegen das turnfrohe Märztal ſenkt, liegt das neue
Jugendheim des Deutſchen Turnerbundes. Als ſtattliches Schweizerhaus
wurde es mit allem Zubehör von der Beſitzerin dem Bunde zur
Ver=
fügung geſtellt: ihr Mädchenname v. Lützow hat dem Heim den Namen
gegeben. Es umfaßt 11 Zimmer, Küche, Abwaſchraum, Badeeinrichtung,
einen gezimmerten Schuppen, der zur Turnhalle ausgeſtaltet werden ſoll,
ſochs offene oder geſchloſſene Balkonk, iſt mit Waſſerleitung und
elettri=
ſchem Licht derſehen. Frei lugt es hinaus imns Tal mit ſeinen Erkern und
Plattformen, frei gegen Licht und Sonne, geſchützt gegen den rauhen
Nord durch ſteile Bergeswand. Aufwärts erſtrecken ſich endlofe
Wal=
dungen hoch hinauf ins Gebirge, im Sommer unerſchöpfliche Gelegenheit
zu Wanderungen, im Winter zum Schneelauf bietend. Zwölfmal im Jahr
öffnet Haus Lützow ſeine Pforten 32 bzw. 24 Knaben oder Mädels,
da=
mit ſie in würziger Vergesluft, im toſenden Gebirgsbach, im behaglichen
Heim unter erzieheriſcher und ärztlicher Leitung den jungen Leib
kräf=
tigen und ſtähſen, in herrlicher Landſchaft die junge Seele mit Volks=
und Heimatliebe durchtränken und im Wurzelboden des Heimat= und
Gottſuchers von Kriegbach eintauchen in die Tiefe und Weite der deutſchen
Seele.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Alpril 1924.
Der büindiſche Turnverein „Jahn” beranſtaltete am Schnstag im
Gaſthof Sitte einen völkiſchen Abend, der im Zeichen des
hünen=
haften Altreichskanzlers ſtand. Der Obmann Dr. Mahr gedachte ein=
Langer las eigene, noch ungedruckte Balladen, die das tiefſte Fühlen
uned Sehnen des deutſchen Herzens, den Drang nach Freiheit, nach
Er=
löſung aus Schmach und Schanden zum Ausdruck brachten. Hoheit und
Stolz, Adel des Blutes wie der Seele atmen alle Dichtungen Laugers.
Es iſt im Grunde dieſelbe Hoheit der Lebsauffaſſung, derſelbe unbeug= nung durch Miet= oder Kaufluſtige zu geſtatten, ſagt das
Reichs=
ſame Trotz, ob er ſich in den Schrecken des 30jährigen Krieges bewährt
als berufener Führer, unverſtanden und darum gefürchtet und
angefein=
det vom eigenen Volke, oder bei jener Frieſentochter, die ob der Reinheit
des Blutes Leib und Leben opfert. Eine Ode an das Vaterland, eine
Bismarckballade und ein mutiges Vekenntnis zu Ludendorff, deſſen
Ge=
ſchloß den Kranz der Dichtungen. Hat einmal der Geiſt Bismarcks und
winken, der Tag der Freiheit — oder der Tag ſtolzen Untergangs.
Ver=
modern iu Schmach und Schanden kann nimmer ein Volk, das Armin,
Luther, Bismarck und Ludendorff ſein eigen nennt.
Pressefest Dammstadt
1924
Einzeichnungslisten liegen auf bei
Konzert-Arnold, Wilhelminenstraße
Verkehrshäuschen, Ernst-Ludwigsplatz
Hugo de Waal, Rheinstraße
Geschäftsstelle des Darmstädter Tagblatt
Rheinstraße
w. Der Bezug und die Verwendung von Zucker. Seit dem
Inkraft=
treten der Verordnung über Zucker vom 9. Oktober, Reichsgeſetzbl. 1
Seite 936, iſt der Bezug und die Verwendung von Zucker zur gewerblichen
Herſtellung von Marmelade, Obſtkonſerven, Kunſthonig, Schokolade,
Süßigkeiten, Branntwein, branntweinhaltigen Getränken, Schaumwein
und ſchaumweinähnlichen Erzeugniſſen von der Erteilung einer
beſon=
deren Erlaubnis abhängig. Die allgemeine Verſorgungslage bei Zuckeu
läßt die Aufhebung dieſer Beſchränkungen, die von vornherein nur zur
Erleichterung des Ueberganges aus der gebundenen in die freie
Wirt=
ſchaft dienen ſollten, die in der im übrigen freien Wirtſchaft nicht auf die
Dauer aufrechterhalten werden können, nunmehr als unbedenklich
erſchei=
nen. Durch Verordnung werden daher die beſonderen Vorſchriften über
die Beſchränkung der Zuckerverarbeitung aufgehoben. Von dieſem
Zeit=
punkt an unterliegt alſo der Bezug und die Verwendung des Zuckers zur
gewerblichen Herſtellung der oben genannten Erzeugniſſe keinen
Be=
ſchränkungen mehr. Ein weſentlicher Mehrverbrauch an Zucker tritt nach
den bisherigen Erfahrungen hierdurch nicht ein.
8 Haftung der Eiſenbahn für den Verluſt von Handgepäck, das einem
Gepäckträger übergeben worden iſt. Koſtbarkeitseinwand. Vor Beginn
der Reiſezeit dürfte nachſtehende Reichsgerichtsentſcheidung
intereſſieren: Die Ablieferungspflicht, die der Gepäckträger bei der
Be=
förderung von Handgepäck zum Zuge auf Grund des Frachtvertrages
zu erfüllen hat, ſchließt eine Obhutspflicht des Gepäckträgers, jedenfalls
ſo lange in ſich, als der Reiſende ſelbſt nach Lage der Verhältniſſe
üb=
licherweiſe an Ansübung der Oöhut verhindert iſt. Die Haftung der
Eifenbahn erſtreckt ſich auch auf dieſe Obhutspflicht. Hieran ändert auch
der Umſtand nichts, daß der Reiſende den Gepäckträger beauftragt hat,
mit dem Gepäckſtück einen Platz im Zuge zu belegen. In einem ſolchen
Falle gehört es regelmäßig zur Ausführung des Beförderungsvertrages,
daß der Gepäckträger das Gepäck dem Reiſenden im Zuge abliefert und
es bis zur Ablieferung unter Aufſicht hält. Dieſe Verpflichtung beſteht
mindeſtens ſo lange fort, als das Eintreffen des Reiſenden im Zuge zu
erwarten iſt. Bei Handgepäck iſt für die Frage, ob Koſtbarkeiten
in frachtlichem Sinne in Betracht kommen, nicht, wie bei Frachtgut, das
Frachtſtück als folches, ſondern jeder einzelne zum Gepäck gehörige
Ge=
genſtand zu berüchſichtigen! Soweit danach eine oder mehrere
Koſtbar=
keiten in Frage kommen, iſt in entſprechender Anwendung der
Vorſchrif=
ten über das der Eiſenbahn zur Beförderung übergebene Neiſegepäck zur
Begründung einer Haftung der Bahn nach 8 38 Abf. 1 und 4 erforderlich,
daß der Reiſende den Gepäckträger bei der Erteilung des
Beförderungs=
auftrages auf das Vorhandenſein von Koſtbarkeiten ausdeücklich
aufmerk=
ſam gemacht hat.
8 Hybothekariſche Velaſtung von Reichsbauugrundftücken.
Neichs=
eigene, zum Unternehmen „Deutſche Reichsbahn” gehörige Grundſtücke
mit Gebänden, die weder ganz noch teilweiſe für den techniſchen
Eiſen=
leiltend des Reichsgründers. Unſer befreundeter Dichter Hans Werner bahnbetrieb, iusbeſondere den Bahnhofs=, Abfertigungs= und
Werkſtatt=
dienſt b=ſtimmt ſind, können ohne Eintragung ſins
Grund=
buch mit Hypotheken belaſtet und es können auf Grund ſolcher,
Hypotheken von Hypothekenbanken Pfandbriefe ausgegeben werden.
8 Ueber die Verpflichtung des Mieters, die Beſichtigung der
Woh=
gericht: Aus der Natur des Mietverhältniſſes, das ſich auf dem
gegen=
oder beim Holſtenfürſten, der den ſchwveren Gang eiſerner Pflichten geht ſeitigen Vertrauen von Perſon zu Perſon aufbaut, iſt der allgemeine
Grundſatz abzuleiten, daß der Mieter in beſonderen Fällen, in denen
lebenswichtige Intereſſen des Vermieters auf dem Spiele ſtehen, dieſem
oder den von ihm geſandten Perſonen den Zutritt zu der Wohnung
ge=
ſtatten muß, ſo Mietluſtigen nach erfolgter Kündiguug oder augemeſſene
ſtalt Inbegriff und Verkörperung neudeutſchen Heldentums bedeutet, Zeit vor Beendigung eines ohye Kündigung ablaufenden
Mietverhält=
niſſes, ferner Kaufluſtigen, wenn der Vermieter ſein Grundſtuck zu ver=
Ludendorffs die deutſche Volksſeele im Sturm erobert, dann muß er äußern beabſichtigt und ſih ihm eie wirkliche und ernſtliche
Verkaufs=
gelegenheit bietet, aber nur zu angemeſſenem Umfange und zu
angemeſ=
ſenen Zeiten und uur, wenn die Kanſluſtigen in Begleitung des
Ver=
mieters oder mit deſſen Ausweis verſehen ſich melden. Die Intereſſen
des Mieters ſind dabei ebenſo zu berückſichtigen wie die des Vermieters;
Beſichtigungsrecht und Duldungspflicht ſtehen unter der Herrſchaft von
Treu und Glauben.
8 Das Gemeinheumlagengeſetz von 1920 in der am 28. v. M. vom
Landtage beſchloſſenen Neufaſſung gibt in Art. 45 die Möglichkeit einer
Befretung von Grund= und Gewerbeſteuer auf dem
Wege der Schaffung einer Ortsſatuug. Im Intereſſe der in der
hieſigen Ortsgruppe des Rentnerbundes vorhandenen Grundbeſitzer hat
deren Vorſitzender bei Stadtverwaltung und
Stadtverordnetenverſamm=
lung Schritte wegen Erricktung ſolcher Ortsſatzung eingeleitet.
— Tierſchutzverein für Heſſen in Larmſtadt. Der für die
Schul=
jugend ſo belielte Tierſchutzkalender iſt für 1924 inzwiſchen in 45 000
Exemplaren geliefert und an die Schuljugend Heſſens verteilt worden.
Etwa noch gewünſchte Exemplare können bei der Beſchäftsſtelle des
Tierſchutzvereins hier, Beckſtraße 55, gegen Entrichntung von 10 Pf. pro
Stück bezogen werden.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
Neu=York: D. Mount Clinton” am 29. März. D. „Clebeland” am
8. April. D. „Reliance” am 15. April. D. „Thuringia” am 17. April.
D. „Albert Ballin”, am 24. April. D. „Hanſa” am 29. April. D.
„Deutſchland” am 8. Mai. — Nach Boſton=Philadelphia=Baltimore=
Norfolk: D. „Fürſt Büloſv” am 2. APril. D. „Waganda” am 11. April.
D. „Emden” am 2. Mai. — Nach Südamerika: D. „Liguria”, am
2. April. D. „Galicia” am 2. April. D. „Niederwald” am 9. April.
D. „Württemberg” am 15. April. D. „Altmark” am 23. April. — Nach
Cuba=Mexiko: D. „Holſatia” am 1. April. D. „Bolama” am 2. April.
D. „Weſterwald” am 15. April. D. „Toledo” am 2. Mai. — Nach
Weſt=
indien: D. „Kyphiſſia” am 29. März. D. „Amaſſia” am 12. April. D.
Denderah” am 26. April. — Nach Lſtaſſen: D. „Holſtein” am 5. April.
D. „Polyphemus” am 12. April. M. S. „Ermland” am 19. April. D.
„Kattuna” am 26. April. D. „Saarbrücken” am 3. Mai. — Weſtküſte
Nordamerika: M. S. „Iſis” am 19. April. D. „Alrich” am 3. Mai. —
Zentral= und Südamerika, Weſtküſte: D. „Wiegand” am 5. April.
M. S. „Odenwald” am 12. April. D. „Siſak” am 19. April. D. „
Ro=
land” am 26. April. D. „Denderah” am 26. April. Mitgeteilt durch
den Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Lokale Veranſtaltungen.
Oſe bſerunſer erſchelnenden Notlzen ſind ausſchlleßlich als Hinweſſe auf Anzelgen zu befrachten.
ie keinem Falle irgendwie ale Beſprechung oder Krtik.
— Die nächſte volkstümliche
Sonntagsmorgen=
muſik von Oberregierungsrat Grospietſch finedet am 6. April, um
11½ Uhr, im Realgymnaſium ſtatt. Der Madrigalchor von Herrn
Dr. Noack ſingt mehrſtimwige weltliche Chöre.
— Deutſcher Offiziersbund. Mittwoch, den 2. März, 8 Uhr
abends, bei, Sitte, Herrenabend. Vortrag des Herrn General Fehr:
„Deutſchland, eine kritiſche Studie‟. An Beiträge wird erinnert,
— Der Deutſchnationale
Handlungsgehilfen=
verband wird ſeine Wochenverſammlung nicht am Donnerstag,
ſon=
dern bereits am Mittwoch nbhalten.
— Caritasverband Darmſtadt. Mittwoch, den 2. April,
abends 8 Uhr, im Konkordiaſaal: Vortrag über „Wiederaufbau und
Jugendrettung”.
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei. Zum Gedächtuis Bismarcks
hat die Ortsgrupe de: Deutſchen Volkspartei am heutigen Tage am
Bismarckdenkmal, wie jedes Jahr, einen Kranz mit den Farben des
alten Reiches niederlegen laſſen. Von einer beſonderen Bismarckfeier
wurde dieſes Jahr mit Rückſicht auf die ſoeben veranſtaltete
Kund=
gebung des Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann in Darmſtadt
ver=
zichtet. Wir hoffen aber, noch in dieſem Monat zu einer großen
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ländiſchen Kundgebung im Geiſte Bismarcks einladen zu können.
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Nummer 92
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Seite 9.
Aus Heſſen.
* Arheilgen, 30. März. Die Polizeiſtunde für Gaſt= und
Schankwirtſchaften wurde hier neuerdings auf 12 Uhr nachts
feſtgeſetzt. An Sonn= und Feiertagen iſt ſie auf 1 Uhr nachts
angeord=
net. Dasſelbe gilt auch für die dieſen Tagen vorausgehenden
Vor=
abende. — Die hieſige Spar= und Darlehnskaſſe hält ihre
diesjährige ordentliche Generalverſammlung am Dienstag, den 8. Abril,
abends 8 Uhr, im hieſigen Rathausſaale, mit folgender Tagesordnung
ab: 1. Geſchaftsbericht, 2. Rechnung und Bilanz für 1923, 3. Entlaſtung
des Vorſtandes 4. Gewinnverteilung, 5. Wahlen, 6. Verſchiedenes. —
Die hieſige Sportvereinigung 04 E. V. beabſichtigt die
Herausgabe einer monatlich einmal erſcheinenden Vereinszeitung. Die
erſte Nummer wird etwa Mitte April erſcheinen. Außerdem begeht
die Vereinigung am 22. Juni d. J. das Feſt ihres 20jährgen Beſtehens.
Hierfür ſind großzügige Veranſtaltungen in Ausſicht genommen.
* Griesheim, 30. März. Gemeinderatsbericht. 1. Die
Prüfung der Gemeinderechnung pro 1921 gab zu Bemerkungen keinen
Anlaß. 2. Die Zuſammenſetzung der einzelnen Kommiſſionen bleibt
für das Rechnungsjahr 1924 in der ſeitherigen Weiſe beſtehen; ebenſo
wird Gemeinderat Ritter auch für das Rechnungsjahr 1924 als
Kon=
trolleur belaſſen. 3. Die hieſige Ortsgruppe des Bauernbundes hatte
anderweitige Feſtſetzung der Deckgebühren für die Ziegen beantragt, was
abſchlägig beſchieden wurde. 4. Ein Geſuch der Bauhütte Darmſtadt
wvegen Beitritt der Gemeinde wurde zwecks Einholung von
Infor=
mationen zurückgeſtellt. 5. Der Jahresbeitrag für die Zentrale für
Mutter= und Säuglingsfürſorge wurde ab 1. April d. Js. auf 20
Gold=
mark feſtgeſetzt. 6. Der jährliche Zuſchuß zur freiwilligen Feuerwehr
wurde ab 1. April 1923 auf 90 Goldmark feſtgeſetzt. 7. Die Aufnahme
von 300 Billionen ab 1. November 1923 und von 3600 Dollar zur
Kar=
toffelbeſchaffung und deren wertbeſtändige Rückzahlung wurde
beſchloſ=
ſen. 8. Der Turngemeinde wird zur Herſtellung von 2 Fußballtoren
das erforderliche Holz aus dem Gemeindewald unentgeltlich zur
Ver=
fügung geſtellt. 9. Ein abgängiger Faſel ſoll den Metzgern zu 40 Pfg.
pro Pfund Lebendgewicht überlaſſen werden. Falls auf dieſes Angebot
nicht eingegangen werden ſollte, ſoll Aushauen durch die Gemeinde
er=
folgen. 10. Die Vergütung des Nachtſchutzmanns Mann für
ſams=
tägiges Läuten der Nathausglocke wurde auf 18 Goldmark pro Jahr
feſtgeſetzt. Den Schluß bildeten verſchiedene Steuerbefriſtungen und
eine Armenſache. — Am 6. April ds. Js. findet die
Landwirt=
ſchaftskammerwahl ſtatt. Für die hieſige Gemeinde ſind zwei
Vertrauensmänner zu wählen. Wahrberechtigt ſind 409
Verbands=
angehörige
+ Eberſtadt, 30. März. Das Seeh’ſche
Streichquar=
tett, das ſich zur Aufgabe gemacht hat, künſtleriſch wertvolle Konzerte
einer breiteren Oeffentlichkeit zu Gehör zu bringen, hielt heute abend
im „Schwanenſaal” ſeinen Eröffnungs=Abend. Die breite Maſſe fehlte
allerdings, der für künſtleriſche Qualitätsmuſik beſonders auf dem Lande
das Intereſſe und Verſtändnis fehlt. Umſo beifallsfreudiger war das
erſchienene, auserleſene Publikum. Den Künſtlern gebührt ohne Zweifel
Anerkennung für ihr muſikaliſches Können und den ſelbſtloſen
Unter=
nehmungsgeiſt im Dienſte der Volkserziehung. Frl. B. Gerhard
vom Landestheater betätigte ſich als ausgezeichnete Sängerin. — Der
Wahlkampf beginnt. Den Reigen der Wahlverſammlungen hat
heute mittag die Zentrumspartei mit einer Wählerverſammlung
eröff=
net, in der Herr Rektor Schorn aus Mainz ſprach. —
Quäker=
ſpeiſungen. An den hieſigen Quäkerſpeiſungen nehmen 150
Schul=
kinder und 70 Kinder der Kleinkinderſchule, zuſammen alſo zirka 220
Kinder, teil. Wie lange dieſe ſegensreiche Fürſorgetätigkeit noch
an=
dauert, ſteht noch nicht feſt.
* Eberſtadt, 30. März. Tannengewinde und Tannenduft machten den
dichtgefüllten Saal des „Darmſtädter Hofs” zu einer geeigneten Stätte
für ein Dekorierungsfeſt des Odenwaldklubs. Eine Abteilung
der Darmſtädter Weber=Kapelle eröffnete mit friſchen Weiſen den
Feſt=
abend, und der von Franz Lotz gedichtete, von Fräulein Wenzel zün=
dend geſprochene Prolog, der die Wanderfreuden verklärte, gab den
rich=
tigen Auftakt zu der Begrüßungsrede des Vorſitzenden, des
Fabrikan=
ten Fr. Bickelhaupt, der Erfreuliches von dem Aufblühen der Orts=
gruppe berichten konnte. Unter den künſtleriſchen Darbietungen des
Abends ragten hervor die von Frau Asmus meiſterlich vorgetragenent
Lieder und die von der wohlgeſchulten Geſangsabteilung der Ortsgruppe
gebotenen Chöre. Stürmiſchen Beifall fand das Marſchlied des
Mitglie=
des Beier, das der deutſchen Jugend gewidmet iſt. Der Verein hat
auch ſeinen „Nobert Schneider” gefunden in ſeinem Franz Lotz, der in
mundartlicher Dichtung ſeinen Humor über die Erlebniſſe auf den
Klub=
wanderungen ausgoß. Der Hauptausſchuß des Odenwaldklubs war durch
Dr. Köſer und Fr. Löwe vertreten. Dr. Köſer konnte 21 Damen und
Herren der Ortsgruppe, das goldene Abzeichen überreichen. Schmucke
Reigentänze der Jugendgruppe leiteten zum allgemeinen Tanz über, der
die Feſtteilnehmer lange zuſammenhielt.
8 Eberſtadt, 30. März. Ausſtellung. Das „Haus der Jugend”
Darmſtadt veranſtaltete heute vormittag unter der Deviſe „Veranſtaltung
zur Bekämpfung von Schmutz und Schund” in einem Saale der
Georg=
ſchule im Auftrag der Arbeiterjugend eine ſehenswerte Ausſtellung von
Jugendbüchern, Wanderartikeln u., dgl. mehr. Die Ausſtellung war
ge=
ſchmackvoll zuſammengeſtellt und enthielt nur anerkannte Qualitätswerke.
Der Beſuch hätte jedoch viel ſtärker ſein müſſen. Abends führte die
Ar=
beiterjugend im Rahmen einer Hans Sachs=Feier Schwänke und
Volks=
tänze auf.
b. Dieburg, 30. März. Eine gut beſuchte Verſammlung der beiden
Kreiskartelle Dieburg und Offenbach des Deutſchen
Beamtenbundes fand im hieſigen=Bahnhofshotel unter Leitung
des Vorſitzenden des Kreiskartells Dieburg, Herrn Studienrats
Krä=
mer zu dem Zweck ſtatt, gegen die Benachteiligung der Landbeamten
durch das neu eingeführte Wohnungsgeld, das an Stelle der früheren
Ortszuſchläge getreten iſt, Front zu machen. Bedeutet die
Differenzie=
rung in Ortsklaſſen für die Landbeamtenſchaft ſeither ſchon ein Unrecht
und eine Schädigung, ſo wird beides durch die Neuregelung noch
ver=
größert. Die Verſammlung beſchloß einſtimmig, bei der
Landesregie=
rung, der Beamtenorganiſation, bei den politiſchen Parteien einen
energiſchen Einſpruch gegen die ewigen Benachteiligungen der
Land=
beamten einzulegen. Zum Schluß der Sitzung widmete der Vorſitzende
des Ortskartells Dieburg, Herr Amtsgerichtsrat Becker, dem infolge
Verſetzung demnächſt von hier ſcheidenden Herrn Studiendirektor
Krämer für ſeine mehrjährige Tätigkeit als Vorſitzender des
Kreiskar=
tells warme Worte des Dankes.
Heſſ. Bauwirtſchaftsbund.
Bauintereſſenten und Wohnungsſuchende, die über einiges
freies Kapital verfügen, werden gebeten, zwecks
Zuſammen=
faſſung zur Schaffung einer Baumöglichkeit auf
organiſa=
toriſcher Grundlage, ſich an die unterzeichnete
Bauberatungs=
ſtelle zu wenden.
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Arch. Rud. Strecker, Nieder=Ramſtädterſtr. 65, Tel. 1998.
„r. Habitzheim, 30. März. Die hieſige Odenwaldklub=
Orts=
gruppo veranſtaltete am Sonntag im „Deutſchen Hauſe” des Herrn
Ludw. Kopp einen Unterhaltungsabend für die Mitglieder des Klubs und
Gäſte. Nach einer Begrüßung des Vorſitzenden, Herrn Friedrich
Bren=
ner, verſtanden es die jugendlichen Angehörigen durch verſchiedene
humo=
riſtiſch=muſikaliſche Vorträge, durch die Aufführung des Buxbaumſchen
Odenwälder Dorfſtücks „Ausſtudiert” und namentlich durch die flotte,
wirkungsvolle Wiedergabe des kürzlich beim Dekorierungsfeſt zum erſten
Male geſpielten Volksſtücks aus dem Odenwald: „Der Valutabauer” von
Hans Otto Becker, die Erſchienenen aufs beſte zu unterhalten, die den
Mitwirkenden durch lebhaften Beifall für ihre Hingabe und Mühe
dank=
ten. Solche Abende, wie ſie der Odenwaldklub veranſtaltet, dienen nicht
nur der Klubſache, ſondern darüber hinaus auch der Pflege der
Geſellig=
keit und des Frohſinns, der Volkskunſt und Volksbildung, und ſind von
dieſem Standpunkt aus freudig zu begrüßen.
r. Babenhauſen, 30. März. Bei der hieſigen Station werden ab
5. April zum erſten Male Sonntagsfahrkarten zu ermäßigten
Preiſen ausgegeben. Dieſe Neueinführung, auch vom Lande aus
Sonn=
tagsfahrkarten nach der Stadt zu erhalten, iſt von allen Teilen der
Be=
völkerung mit freudiger Genugtuuneg begrüßt worden. Bei dem großen
Verkehr am hieſigen Bahnhof iſt mit einer ſtarken Inanſpruchnahme
dieſer Karten mit Beſtimmtheit zu rechnen.
r. Hergershauſen, 30. März. Die hieſige Poſtagentur mit
ein=
fachem Betrieb wird ab. 1. April in eine Vollagentur umgewandelt.
M. Beerfelden, 27. März. Die geſtrige Holzverſteigerung
ergab wiederum recht hohe Preiſe, ſie betrugen das Zwei= bis
Drei=
fache des Friedensſatzes. Buchenſcheitholz wurde mit 24 bis 28 Mk.
pro Raummeter bezahlt, im Frieden 8 bis 10 Mk.; Kiefern=Scheit 15
bis 18 Mk., früher 6 bis 8 Mk.: Buchen=Knüppel bis 27 Mk.: Eichen=
Knüppel bis 17 Mk., Kiefern=Knüppel bis 18 Mk., Fichten=Knüppel bis
16 Mk., Eichen=Kohlholz bis 10 Mk., Kiefern=Kohlholz bis 13 Mk.,
Daub=Scheit bis 22 Mk., Daub=Knüppel 16 bis 18 Mk. Mit Eifer
und Bietwut raufte man um das Kiefern=Kohlholz, um nach gedecktem
Bedarf am Schluß wahrzunehmen, daß auf 1,25 Meter Länge
ge=
ſchnittenes Daub=Knüppelholz mit 16 Mk. zu erſtehen war. Dieſe
Preiſe ſind nur zu verſtehen, wenn man weiß, daß die hieſige
Bevölke=
rung ſtets mit einer guten Holzreſerve ins neue Heizjahr eintritt; der
ſtrenge Winter hat alles aufgezehrt, darum muß Holz bei um jeden
Preis. Ferner ſind die meiſten Heizanlagen nur für Holzbrand
ein=
gerichtet, weshalb Kohlenfeuerung bei den meiſten Familien nicht in
Frage kommt.
Rimbach, 30. März. Der Auftrieb zur Jungviehweide
Groß=Breitenbach findet vorausſichtlich Ende April, Anfang
Mai I. J. ſtatt. Da bereits 68 Fohlen und 220 Rinder angemeldet
worden ſind, die Weide Groß=Breitenbach jedoch nur für 40 Fohlen
und 120 Rinder aufnahmefähig iſt, wird darauf aufmerkſam gemacht,
daß weitere Anmeldungen von Weidetieren zwecklos ſind.
2 Lampertheim, 30. März. Selbſtmord. Ein gutſituierter
hieſiger Einwohner hat ſeinem Leben durch Vergiften ein Ende geſetzt.
A Groß=Gerau, 30. März. Todesfall. Der hier und in den
meiſten Riedorten beſtens bekannte und geſchätzte Arzt, Sanitätsrat Dr.
Rudolf Schad, iſt im Alter von 61 Jahren geſtorben und am Samstag
unter großer Beteiligung zu Grabe getragen worden.
* Walldorf b. Groß=Gerau, 29. März. Die hieſige
Poſt=
agentur iſt aus Sparſamkeitsrückſichten in ein Privathaus in der
Ludwigsſtraße verlegt worden.
* Langen, 29. März. Aus dem hieſigen Amtsgerichtsgebäude
aus=
gebrochen iſt der zu einer längeren Gefängnisſtrafe verurteilte
Friedrich Siegel aus Mörfelden.
* Offenbach, 30. März. Unfall. In einer hieſigen Metallfabrik
ſpritzte einem Arbeiter flüſſiges Blei in ein Auge. Der Verunglückte
mußte ins Krankenhaus überführt werden.
X Seligenſtadt, 28. MärzVereins=Jubiläum. Der
Roh=
ſtoff=Verein der Schuhmacher Seligenſtadts kann in dieſen Tagen auf
ein 50jähriges Beſtehen zurückblicken. Um den Verein haben ſich beſonders
die Herren Franz und Neubauer berdient gemacht.
* Ginsheim, 29. März. Verunglückt iſt beim Dreſchen ein bei
einem hieſigen Landwirt beſchäftigtes Dienſtmädchen. Dasſelbe kam in
die Maſchine und erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß es in das
Kranken=
haus nach Mainz verbracht werden mußte.
* Mcinz, 30. März. Eine große Hotelmeſſe verbunden mit
Kochkunſtausſtellung für die Bezirke Rheinheſſen und Naſſau findet
Anfang Mai in ſämtlichen Räumen der Liedertafel dahier ſtatt.
Ver=
anſtalter der Meſſe iſt die Hotel=, Reſtaurant= und Café=Angeſtellten=
Bezirksleitung Rheinheſſen.
Worms, 30. März. Funde aus alter Zeit. Bei
Ausſchach=
tungsarbeiten für einen Neubau in der Schillerſtraße wurden bis jetzt
vier menſchliche Skelette ohne Sarg zu Tage gefördert, während es
ge=
kang, 6 Beſtattungen in Steinſärgen feſtzuſtellen. Es dürfte ſich
jeden=
falls um einen Teil des fränkiſchen Gräberfeldes handeln, das bereits
früher intereſſante Funde zeitigte, die in dem Paulusmuſeum
aufbe=
wahrt werden.
Nieder=Faulheim (Rheinh.), 31. März. Lehrer=Jubiläum.
Lehrer Dechert feiert morgen ſein 25jähriges Dienſtjubiläum am
hie=
ſigen Platze.
Flonheim (Kr. Alzey), 31. März. Geſangs=Wettſtreit.
Der hieſige „Männergeſangverein” begeht an Pfingſten ſein 50jähriges
Jubiläum. Mit dem Feſte iſt ein Wertungsſingen verbunden, an dem
900 Sänger mitwirken werden. Welche Bedeutung dem Wettſtreit
zu=
kommt, ergibt ſich u. a. daraus, daß auch der Herr Reichspräfident
einen wertvollen Ehrenpreis ſtiftete.
X Friedberg, 31. März. Ausfallender Markt. Der auf
den 2. April feſtgeſetzte Schweinemarkt muß wegen ausgebrochener Maul=
und Klauenſeuche ausfallen. — Hohe Pachtgebote. Bei der
Ver=
pachtung eines Teils des ev. Kirchengutes wurden 60—120 Mk. nebſt den
darauf entfallenden Steuern und Abgaben pro Morgen geboten.
Lich (Oberheſſen), 28. März. Straßendurchbruch. An
der Stadtmauer ſoll ein Durchbruch zwecks Erſchließung eines neuen
Straßenzuges vorgenommen werden.
X Schotten, 28. März. Märkte. Der Schottener
Prämierungs=
markt und der ſogen. Sommermarkt ſollen in der üblichen Weiſe auch
dieſes Jahr abgehalten werden. Der Pfingſtmarkt iſt mit Prämierung
und Verloſung verbunden. Die Marktſtandgelder wurden den
Friedens=
preiſen angepaßt.
X Lanterbach (Oberheſſen), 28. März. In Heblos iſt ein
Raiff=
eiſenverein gegründet worden.
X Göbelnrod b. Grünberg, 28. März. Gemeinde und
Staats=
bahn. Die hieſige Gemeinde erhielt auf ihren Proteſt gegen die
Schlie=
ßung der hieſigen Halteſtelle von der Frankfurter Eiſenbahndirektion
zur Antwort, daß die Eiſenbahndirektion von der Gemeinde für jeden
Zug, der hier hält, 2 Mark verlangen müſſe. Die Gemeinde leitet ihce
Beſchwerde jetzt an die Negierungsſtellen weiter.
O Ulrichſtein (Vogelsberg), 30. März. Die Poſt=Auto=
Ver=
bindung zwiſchen hier und Lauterbach wird demnächſt wieder
auf=
genommen werden, nachdem die darüber geführten Verhandlungen
zu einem günſtigen Ergebnis geführt haben.
Mehrere Anzüge
(Gr. 1,64, darunter
Frack, Smoking und
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Läufer, 1 kl. Teppich,
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Ein Fieberſchauer tobt um die Küſten des Stillen Ozeans;
zuerſt Japan mit ſeinen wiederhölten kataſtrophalen Beben,
dann Ecuador und Kolumbien auf dem ſüdamerikaniſchen
Feſt=
lande — und jetzt ſeit wenigen Tagen das Auswirken der
wüten=
den unterirdiſchen Elemente in Coſtarica ...
„Costa rica V Castilla de oro” — reiche Küſte und goldnes
Kaſtilien — das war die Bezeichnung, die Chriſtoph Columbus
dieſem Teil der atlantiſchen Küſte Mittelamerikas auf ſeiner
letzten Forſchungsreiſe gab, als ihm eingeſchüchterte Eingeborene
in eifrigen Schilderungen von dem Goldreichtum des
Landes=
innern erzählten. Dieſer ſchöne Name blieb und wurde dem
Lande ein gutes Omen; denn der vom Atlantic zum Pazifik
reichende Geländeſtreifen von etwa 50 000 Quadratkilometer
Fläche (etwa vier Fünftel Bayerns) ſollte ſich in der Folgezeit,
beſonders nach der Befreiung vom ſpaniſchen Mutterlande (1821)
am ſchnellſten von allen übrigen mittelamerikaniſchen
Repu=
bliken zu verhältnismäßig hoher wirtſchaftlicher Blüte,
ſtaat=
licher Ordnung und Ziviliſation entwickeln.
Allerdings beſchränkt ſich dieſe Charakteriſtik auf das
Zivili=
ſationszentrum des Landes, auf das in der Hauptſache zu beiden
Seiten der transozeaniſchen Eiſenbahn Puerto Limön (Oſthafen
am Atlantik) — San Joſé (Hauptſtadt) — Punta Arenas (
Weſt=
hafen am Pazifik) gelegene Landgebiet, in dem auch der größte
Teil der auf rund 500 000 Köpfe angenommenen Bevölkerung
lebt. Jenſeits dieſes Kulturſtreifens dehnen ſich noch weite,
wenig bekannte rauhe und pfadloſe Gegenden und Urwälder,
in denen, ſpärlich verteilt, noch einige vollkommen wilde
„Indianerſtämme nach Urväterart hauſen und den Weißen mit
nimmermüdem Haſſe verfolgen.
Wie überhaupt in den mittelamerikaniſchen Republiken, ſo
nehmen auch in Coſtarica die Deutſchen als Kaufleute wie
als Pflanzer einen ſehr bedeutenden Anteil an dem Handel und
der Erzeugung von Landesprodukten. War das deutſche
Unter=
richtsweſen ſchon vor dem Kriege in Coſtariea von nicht zu
verkennendem Einfluß und wurde die bedeutendſte höhere
Lehr=
anſtalt der Hauptſtadt ſchon ſeit Jahnzehnten von deutſchen
Lazariſtenpaters aus dem Rheinlande geleitet, ſo iſt ſeit
Beendi=
gung des Krieges das Intereſſe für den Ausbau des
Schul=
weſens nach deutſchem Muſter noch bedeutend geſtiegen.
Die Landung in dem öſtlichen Haupthafen Puerto Limé
kann ein Genuß ſein, wenn der gefürchtete Norder nicht weht
und man von dem ſtattlichen Pier auf der langen Pfahlbrücke
(auf der die Züge der coſtaricaniſchen Eiſenbahn an die Schiffe
heranfahren) an Land wandeln kann; wehe aber, wenn ſtarker
Seegang das Schiff nicht landen läßt oder, kaum gelandet, gegen
das Holzwerk des Piers treibt und gelegentlich die ſtärkſten
Stahltroſſen bricht, die das Schiff an den Pier feſſeln. — Die
breiten, gut gehaltenen Straßen der flach gelegenen Hafenſtadt,
der ſchöne öfſentliche Garten mit ſeinen gepflegten Wegen und
einem Konzertpavillon erwecken den Eindruck von Wohlſtand
und guter Verwaltung. Puerto Limön iſt Hauptladeplatz für
den ſtändig wachſenden Bananenexport der nordamerikaniſchen
United Fruit Co, die überall an den geeigneten Küſtengegenden
der Karibiſchen See die Großkultur dieſer angenehmen Frucht
mit Energie und Inveſtierung rieſiger Kapitalien betreibt und
jeder Konkurrenz rückſichtslos zu Leibe geht.
Von Puerto Limön führt eine Eiſenbahn aus der
Backofen=
hitze der Küſte, der „Tierra caliente”, in oft gewagten
Kon=
ſtruktionen bis zu den faſt 5000 Fuß Höhe der gemäßigten Zone
(„Tierra templada‟). In acht Stunden hat man — in oft
wag=
halſiger Fahrt — die Hauptſtadt San Joſé de Coſtarica
er=
reicht. Dies iſt die kürzere Strecke der ganzen Fahrt Puerto.
Limön-Punta Arenas.
Die Bahn führt zunächſt lange Zeit auf einem endlos
grad=
linigen Damm durch die ſumpfige Küſtenniederung und deren
ungebändigte tropiſche Pflanzenfülle, zeitweilig dicht am Strand
entlang, zeitweilig hindurch zwiſchen einem dſchungelartigen
Dickicht, das wie Mauerwerk die Schienen zu beiden Seiten
ſtreckenweiſe begleitet. Meilenweite Sumpflagunen durchbrauſt
der Zug, auls denen ſich die ſtammloſen Palmen mit eleganten,
nach allen Seiten auseinander ſtrahlenden rieſenhaften Blättern
erheben, mit ihrem Gefieder oben und unten ineinander greifen
und ſo weitgeſpannte Gewölbehallen" gotiſchen Stils bilden.
Fremdartige Düfte erfüllen die feucht=ſchwüle Atmoſphäre und
berauſchen und beläſtigen gleichzeitig unſere Sinne. Bald
drin=
gen wir ein in das gewaltige Fruchtgebiet der nordamerikaniſchen
Bananenpflanzungen — vollkommene Wälder baumhoher
ſaft=
ſtrotzender Pflanzen begleiten den Schienenſtrang, und ſeitliche,
fchmalſpurige Schienenwege durchziehen dieſen ungeheuren
künſt=
lichen und trotz ſeiner Einförmigkeit impoſanten Urwald
rau=
ſchender und wogender Breitblätter.
Es iſt ein ungefundes, fiebererregendes Gebiet, wenn man
gezwungen iſt, längere Zeit dort auszuhalten; doch noch ſind
kaum zwei Fahrtſtunden vergangen, da wendet die Bahn ins
Innere, und bald beginnt auch der Aufſtieg nach den geſünderen
Höhen des Binnenlandes; das dichte Unterholz verſchwindet mit
zunehmender Höhe, die Palmen treten immer mehr zurück,
maje=
ſtätiſche Laubbäume von ebenfalls rieſigen Ausmaßen erheben
ſich. Schlank und gerade ſteigen ſäulenärtige Stämme, von
wuchernden Schlinggewächſen überflochten, aus dem Boden und
wiegen ihre rieſigen Wipfel unter dem Stahlblau des
Tropen=
himmels.,
Doch auch dieſe ungeheure Laubbaumpegetation verſchwindet
immer mehr, je weiter ſich der Schienenſtrang zur Höhe arbeitet,
bis ſchließlich die Fülle und Schönheit der Pflanzenwelt
zurück=
tritt hinter der Romantik der Gebirgsſzenerie, der ſteil und jäh
aufſteigenden Felswände, der talwärts ſtürzenden Waſſerfälle,
des von bunten Mooſen und grauen Farnen überpolſterten
Fels=
bodens. Durch Tunnels und Schleifen ſchraubt ſich die Bahn
immer weiter empor auf kecken Galerien, ſchmalen, geländerloſen
eiſernen Viadukten.
Schöne Landſitze (Haciendas und Fincas) inmitten
blühen=
der, parkartiger Gärten, weitgedehnte Viehweiden und zahlreiche
Viehherden, Flußtäler, Schluchten und prachtvoller Hochwald
fliegen verbei an unſeren erſtaunten, nimmerſatten Blicken.
Ausgedehnte Maisfelder treten immer mehr in den
Geſichts=
kreis, die erſten Anzeichen der Kaffeekultur kommen hinzu, Aloe
und Agave geleiten uns getreulich weiter zur Höhe.
Immer näher und deutlicher treten die Umriſſe der
vulka=
niſchen Bergrieſen aus dem allmählich breiter und flacher
wer=
denden Boden der beginnenden wellenförmigen Hochebene. Der
3325 Meter hohe Vulkan Turialba ſchiebt ſich ein in das
ge=
waltige Landſchaftsbild, es folgt der höchſte und gefährlichſte
von all den zahlreichen Feuereſſen des unruhigen Bodens von
Coſtarica, der 3314 Meter hohe Irazu, deſſen Gipfel ſtets in
Wolken gehüllt erſcheint, und eine ganze Kette weiterer ſchließt
rings in der Ferne den Ausblick über das erreichte wellige
Hoch=
land. — Es iſt allmählich empfindlich kühl geworden, das ganze
landſchaftliche Bild hat ſich völlig verändert, weite grüne Gras=
Seite 11.
flächen, Weideland, buſchartige Sabannen dehnen ſich vor und
ſeitlich der Fahrt.
Auch die Farbe und Statur der Menſchen hat ſich verändert.
„Im tropiſchen Küſtengebiet Angehörige der ſchwarzen Raſſe und
Miſchlinge, im weiteren Verlauf der Fahrt überwiegend die
letzteren, und hier in Cartago, der erſten Stadt nach dem
Verlaſſen von Puerto Limö, weiße, kräftige, faſt rein ſpaniſche
Figuren mit nur geringem indianiſchen Einſchlag; auch das
blonde Haar der einſtigen Imigranten Nordſpaniens iſt
ver=
treten.
Cartago, einſt Coſtaricas Hauptſtadt, aber der ſteten
Erd=
beben wegen längſt verlaſſen, friſtet mit ſeinen etwa 5= bis 6000
Einwohnern auf 1420 Meter Höhe (etwa die Höhe des
Feld=
bergs im badiſchen Schwarzwald) ein traumhaftes Daſein, in
das nur der tägliche Bahnverkehr von der Oſt= und Weſtküſte
Leben bringt; der Bahnhoſ iſt Wallfahrtsort und Theater
zu=
gleich. Weiter noch geht die Fahrt bis zur 1600 Meter hohen
Station „El Alto” der Waſſerſcheide zwiſchen dem Atlantiſchen
und Stillen Ozean. Dann geht die Fahrt wieder talwärts, um
auf dem Hauptbahnhof der Landeshauptſtadt San Joſé ihr
vor=
läufiges Ende zu finden. Der Bahnhof liegt erheblich höher als
die übrige Stadt und geſtattet einen umfaſſenden Ueberblick
über die amerikaniſch einfache Anlage des Stadtplans. Das
Netz rechtwinklig ſich ſchneidender gradliniger Straßen wird
durch die Hauptſtraße, die ſogen. Avenida Central, in ungefähr
gleiche Hälften geſchnitten, — im Durchſchnitt herrſchen
ein=
ſtöckige Wohn= und Geſchäftshäuſer vor, zweiſtöckige ſind ſelten
— der Erdbebengefahr wegen.
Schöne Parkanlagen, prachtvolle hohe Laubbäume, die
Haupt=
kathedrale und die biſchöfliche Reſidenz, die Staatsbank und der
Nationalpalaſt heben ſich ſo markant heraus. Dichtes Grün von
Pflanzungen und gepflegten Gärten umgibt und durchſetzt das
Stadtbild. Und in der Ferne ſchließen den Ausblick im Norden
und Oſten die gewaltigen Vulkane Frazu, Barba und Poas
und ihre Verbindungskette, im Süden die ſcharf geſchnittenen
Formen des Escaſu, Chiripo grande (ca. 4000 Meter) u. a.
Die Stadt mit ihren etwa 30= bis 35 000 Einwohnern macht
den Eindruck einer deutſchen Mittelſtadt, Läden und
Schau=
fenſter ſind durchaus europäiſch eingerichtet, die Firmenſchilder
verweiſen oft auf deutſche Inhaber, die Wohnhäuſer ſind nach
ſpaniſcher Art erbaut. — Ein erſtklaſſiges Denkmal ſchuf ſich
das Ländchen unter gewaltigen Opfern (4 Millionen Dollar) in
ſeinem Nationaltheater; man könnte es eines der
glän=
zendſten Opernhäuſer der Erde nennen; aber bedauerlicherweiſe
muß ſich dieſes prachtvolle, im italieniſchen Geſchmack gebaute
und ausgeſtattete Gebäude eben mit der Rolle eines Denkmals
wohl für immer begnügen, da Mittel und Publikum fehlen, eine
Operngeſellſchaft hier dauernd zu beſchäftigen. Nur hin und
wieder finden italieniſche und ſpaniſche Enſembles ihren Weg
in dieſe fernen Höhen und ſind dann überraſcht von dem
Heilig=
tum, in dem ihre Kunſt zur Darſtellung kommen ſoll.
Einen weiterer Stolz des Landes und der Hauptſtadt bildet
das vielgerühmte Phyſikaliſch=geographiſche
Inſti=
tut, das wiſſenſchaftlich, wie man verſichert, mit gleichartigen
europäiſchen Anſtalten auf eine Stufe geſtellt werden darf.
Eine weit ins Land hinausragende elektriſche Bahn
ver=
bindet Hauptſtadt und Vororte; elektriſche Licht= und
Kraft=
anlagen fehlen ebenſowenig wie Waſſerleitung, Kanaliſation,
Sprengwagen und ſonſtige Kulturerrungenſchaften. Die beſſeren
Straßen ſind makadamiſiert, teilweiſe auch gepflaſtert, die
Bür=
gerſteige ungemein ſchmal und hoch über den Fahrwegen. Die
mittlere Jahrestemperatur von San Joſé beträgt 19,6 Grad C.,
alſo etwa die Durchſchnittswärme Berlins im Juli, der
Unter=
ſchied zwiſchen kälteſtem und wärmſtem Monat etwa 1,8 Grad:
ewiger Sommer herrſcht alſo nach unſeren Begriffen auf dieſem
geſegneten Hochlande unter dem ſtändigen Schmuck der Blumen
und abwechſelnd reifenden bunten Früchte, entzückende Roſen
von wunderbarer Größe und Schöne erfreuen in farbenreicher
Abwechſelung das Ange, und wenn die weitgedehnten Kaffee=
Aehnlichkeit entdecken wir dann mit dem Anblick, den die
Obſt=
plantagen von Werder (bei Berlin) zur Zeit ihrer Blüte dem
Auge bieten.
Und doch, der Boden iſt überaus vulkaniſch, dauernde
Fuma=
rolen lagern auf den Gehängen des alten Sünders Frazü,
dem gelegentlich auch heiße Quellen entſpringen: dreimal hat die
alte Hauptſtadt Cartago (1728, 1825 und 1841) unter ſeinen
gewaltigen Erſchütterungen und Ausbrüchen zu leiden gehabt,
ſo daß ſich die Regierungsbehörden und der größte Teil der
Ein=
wohnerſchaft zur Auswanderung nach San Joſé, der jetzigen
Hauptſtadt, entſchloſſen hat. Hoffentlich iſt nicht auch dieſe neue,
mit ſo vielen Koſten und Mühen geſchaffene Niederlaſſung und
Repräſentanz des fleißigen Ländchens ein weiteres Opfer der
unterirdiſchen Gewalten geworden; hoffen wir, daß die
alarmie=
renden Telegramme mehr der Ausdruck des erſten gewaltigen
Erſchreckens als der Bericht überaus trauriger Tatſachen ſind...
Reich und Ausſand.
Das „Haus der Technik” in Frankfurt a. M.
Auf der vergangenen Herbſtmeſſe 1923 mußte die Ausſtellung in dem
mächtigen „Haus der Technik” der Frankfurter Internationalen Meſſen
an einigen Stellen Lücken aufweiſen, da die aus dem beſetzten Gebiet
an=
gemeldeten Beſchicker trotz aller Bemühungen die Ausſtellungsgegenſtände
nicht befördern konnten. Für die Frankfurter Frühjahrsmeſſe vom 6. bis
12. April iſt mit einer Beſchickung des „Hauſes der Technik” bis zum
letzten Platz zu rechnen. Aus den großen Gebieten des Maſchinenbaues,
der Elektro=Induſtrie des Bauweſens, für Heizung und Lüftung, für
Fahrzeuge aller Art ſind alle Gruppen ſehr gut vertreten, und die
Meſſe=
beſucher werden an Erfindungen und Neuerungen mancherlei
Intereſſan=
tes zu Geſicht bekommen. Die außerordentlich günſtige Entwicklung des
„Hauſes der Technik” in Frankfurt a. M. entſpricht alſo durchaus den
Er=
wartungen, die an die Errichtung dieſes großen, vorbildlich gewordenen
Werkes geknüpft worden ſind. Alle Auskünfte durch das Meßamt
Frank=
furt a. M.
Verkappter Mädchenhandel.
Freiburg. Auf eine vor kurzem erſchienene Anzeige, in der
eine beſſere Herrſchaft im Schwarzwald ein Zimmermädchen gegen ſehr
günſtige Bedingungen ſucht, hatten ſich auch von Freibung verſchiedene
Mädchen gemeldet. Als Antwort auf ihre Bewerbung erhielten ſie einen
verlockenden Brief, deſſen Abſender ſich als Direktor Lohmiller von der
Schwarzwälder Kunſtinduſtrie in St. Georgen im Schwarzwald zu
er=
kennen gab. Er ſuche ein Zimmermädchen für ſeine Frau. Das
Mäd=
chen hätte nur leichtere Arbeiten zu verrichten, einen Tag in der Woche
frei und erhalte 40 bis 50 Mark Monatslohn, zahlbar im voraus. An
die Einſtellung war jedoch die Bedingung geknüpft, daß der Direktor,
der ſich auch den Titel als Doktor beilegte, zuvor die Mädchen in einem
Hotel in Freiburg auf ihren körperlichen Zuſtand unterſuchen wollte.
Die Eltern eines der Mädchen übergaben den Brief des Lohmüller der
Polizei, und die ganze Sache ſtellte ſich als Schwindel heraus.
Loh=
müller verſuchte ſich der Polizei gegenüber damit herauszureden, daß er
ſich nur einen Spaß erlaubt habe. Im ganzen waren 50
Bewerbungs=
ſchreiben bei ihm eingelaufen, man nimmt an, daß es ſich um einen
beab=
ſichtigten Mädchenhandel handelt. Lohmüller, der aus Hohenzollern
ge=
bürtig iſt, iſt weder Direktor noch Doktor, ſondern lebt in kümmerlichen
Verhältniſſen. Das Verfahren gegen ihn mußte eingeſtellt werden, da
die Verdachtsgründe zu einer Anklage nicht ausreichten. Er hat es
in=
zwiſchen vorgezogen, aus St. Georgen zu verſchwinden und ſich nach
Südamerika einzuſchiffen.
Ein entſetzliches Unglück beim Motorradrennen.
Köln. Ein entſetzliches Unglück ereignete ſich am Sonntag beim
Landſtraßenſchnellrekord für Motorräder, der auf der Landſtraße Köhn—
Bonn bei Godorf zum Austrag kam. Schon gleich zu Beginn des
Rennens fuhr der Fahrer Kann die Strecke einmal ab, wendete plötzlich
und wurde von einem nachkommenden Spazierfahrer angefahren, ſo
daß er ſchwer ſtürzte und in ärzliche Pflege gebracht werden mußte.
Dieſer Unglücksfall wurde ſpäter durch eine Kataſtrophe übertroffen,
wie ſie ſich bisher im deutſchen Motorſport wohl noch nicht ereignet hat.
Als der Fahrer Borntgen=Köln in raſendem Tempo herangebrauſt
kam, näherte ſich dem Ziele ein Auto der Beſatzungsbehörde, das auf
Winken der Oberleitung und Zuſchauer ſofort hielt. Hierdurch war
die Ausfahrt Borntgens behindert, obſchon das Auto ſcharf rechts an
die Seite gefahren war. Der Leiter des Rennens W. Schmitt=Köln,
der ebenfalls auf der rechten Straßenſeite ſtand, ſprang auf die linke
Seite, um den dort ankommenden Berntgen durch Winken zu warnen.
In dieſem Augenblick raſte Berntgen mit über 100 Kilometer
Ge=
ſchwindigkeit gegen Schmitt, der in hohem Bogen fortgeſchleudert wurde
und etwa 20 Meter weit flog, wo er blutüberſtrömt verſtümmelt liegen
blieb. Der Führer Berntgen ſelbſt, der geiſtesgegenwärtig noch im
Fallen den Motor abgeſtellt hatte und ſo ein größeres Unglück
ver=
hinderte, ſtürzte ſelbſt ſchwer verletzt zu Boden. Er erlitt einen
ſchwe=
ren Schädelbruch. Die Maſchine verletzte noch einige Zuſchauer ſchwer.
Eine größere Anzahl Perſonen trug leichtere Verletzungen davon. Die
Unglücksſtätte bot ein grauenvolles Bild. Ueberall ſah man ſtöhnend
und wimmernd Menſchen am Boden liegen. Die Engländer bemühten
ſich ſofort um die Verwundeten und ſtellten ihr Auto zur Verfügung.
Der ſchwer verletzte Leiter des Rennens, Schmitt, verſtarb kurz nach
dem Vorfall, der Fahrer Berntgen wurde hoffnungslos zum
Kranken=
haus gebracht, desgleichen wurden die ſchwerverletzten Zuſchauer, über
deren Zuſtand noch keine Auskunft erteilt werden konnte, zum Hoſpital
gefahren. Eine gewiſſe Schuld an dem Unglück trägt die
Zuſchauer=
menge, die die Ausfahrt ſtark einengte. — Nach einer weiteren Nachricht
iſt auch Berntgen heute morgen im Krankenhaus geſtorben.
Das Urteil im Beuthener Hehlerprozeß.
Beuthen. Näch zweiwöchigen Verhandlungen wurde in dem
Beuthener Hehlerprozeß Samstag vormittag das Urteil geſprochen. Der
Hauptangeklagte Roſenberg, der von den Polen ausgeliefert
wor=
den iſt, erhielt vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverluſt. Die
Strafen der übrigen 20 Hehler bewegen ſich zwiſchen zwei Jahren
Zucht=
haus und fünf Monaten Gefängnis zuzüglich der üblichen Nebenſtrafen.
Von elf der Beſtechung beſchuldigten Kriminalbeamten wurden neun
verurteilt, und zwar zu einem halben Jahre Gefängnis und drei Jahren
Amtsunfähigkeit bis herunter zu drei Monaten. Zwei wurden
frei=
geſprochen.
Die Ueberſchwemmungskataſtrophe in Polen.
Warſchau. Die Eismaſſen, die ſich bei Raſzewo gebildet und die
Ueberſchwemmung der Warſchauer Vorſtädte und zahlreicher Dörfer am
Weichſelufer verurſacht hatten, haben ſich in Bewegung geſetzt. Die Lage
iſt aber noch immer ernſt. Wloclawek, Plock, Nowy=Dwor und eine
An=
zuhl Dörfer in der Nähe von Sochaczew ſtehen unter Waſſer. Der
Vahn=
verkehr Warſchau-Lemberg wird über Krakau geleitet, da zwiſchen
Rozwadow und Kempa der Bahnkörper beſchädigt iſt. Die
Ueberſchwem=
mungskataſtrophe hat infolge der plötzlichen Zunahme des Waſſerſtandes
der Weichſel einen großen Umfang angenommen. In Warſchau ſelbſt
ſtieg die Weichſel auf 4,5 Meter über den normalen Stand. Unterhalb
Warſchaus wurden die tiefergelegenen Dörfer, ſowie die nach der Strdt
führenden Chauſſeen überſchwemmt. Auch die Vororte und Hauptſtraßen
von Lublin ſind überſchwemmt. Infolge der Ueberſchwemmungen in
Oſtgalizien iſt der Eiſenbahnverkehr auf der Strecke Lemberg—Warſchau
und Lemberg—Wladimir-Wolynſk gänzlich unterbunden.
Verhaftung von Banknotenfälſchern in Paris.
Paris. (Havas.) Die Gerichtspolizei hat drei Deutſche und
einen Polen wegen Fälſchung amerikaniſcher Banknoten
verhaftet. Es ſind dies ein 23 Jahre alter angeblicher Student Paul
Streim, der 24 Jahre alte Theo Hablich, der ſich als Bankangeſtellter
ausgibt, beide geboren zu Wiesbaden, und der 23 Jahre alte, in Lorch
a. Rh. geborene Konrad Gies, ſowie der 37 Jahre alte Pole Oskar
Meer aus. Brody. Die drei Deutſchen halten ſich ſeit dem 18. März
in Paris auf. Sie hatten Wiesbaden verlaſſen infolge einer gegen ſie
eingereichten Klage. Die Grenze hatten ſie zu Fuß ohne Paß
über=
ſchritten. Die Zahl der gefälſchten Banknoten, die ſie in Paris in
Um=
lauf brachten, iſt gering; hingegen haben ſie eine große Anzahl in
Wies=
baden, Saarbrücken und Metz abgeſetzt. Die Verhafteten ſollen
Fünf=
dollarſcheine in 50=, und Zehndollarſcheine in 100=Dollarſcheine
umge=
ändert und die ſo gefälſchten Stücke in den Verkehr gebracht haben.
Tänzer in Flammen.
Eine furchtbare Szene ereignete ſich bei einem Ball in Amiené
pflanzungen in voller Blüte ſtehen, dann iſt es, als laſte hell= ) auf dem vier junge Leute, als Eskimos verkleidet, erſchienen waren. Sie
roſaer Schnee über dem Dunkelgrün der Landſchaft, — manche
hatten ſich mit großen Mengen von Baumwelle umwickelt, und ihre ſehr
feuergefährlichen Koſtüme wurde plötzlich durch ein Streichholz in Brand
geſetzt, das ein Raucher fortgeworfen hatte. Im Nu ſtanden die vier
Tänzer in Flammen, und während im Tanzſaal eine Panik ausbrach,
ſtürzten dieſe „lebendigen Fackeln” auf die Straße, wobei ſie den
leicht=
gekleideten Damen zuriefen, ihnen nicht zu nahe zu kommen, damit ſie
nicht auch Feuer fingen. Hinter ihnen ſtürzten Männer mit Teppichen
und Decken her, um die Flammen zu erſticken. Dies gelang auch in drei
Fällen, in denen die Unglücklichen aber ſchwere Brandwunden am Geſicſt
und Händen davontrugen. Zwei dieſer zunächſt geretteten Tänzer ſind
ſo ſchwer verbrannt, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt. Der vierte
Tänzer war bereits verbrannt, als es gelang, die Flammen zu erſticken.
Im Kampf gegen die Eisberge.
Die Jagd auf Eisberge im Atlantiſchen Ozean hat wieder begonnen,
und die Patrouillenſchiffe werden in den nächſten Monaten einen harten
Kampf gegen die gefährlichſten Feinde der Schiffahrt führen. Nach dem
furchtbaren „Titanic”=Unglück im Jahre 1912 wurde ja bekanntlich von
den verſchiedenen Völkern beſchloſſen, während der letzten Winter= und
der Frühlingsmenate Patrouillen in den Nordatlantiſchen Ozean
aus=
zuſenden, um die Bewegung der Eisberge zu beobachten. Seitdem hat
man in dieſem Kampf gegen die Eisberge mannigfache Erfahrungen
ge=
macht, über die Stuart Martin in einem engliſchen Blatt berichtet. Die
Verſuche, die Berge durch Abfeuern von Torpedos zu zerſtören, erwieſen
ſich als nicht erfolgreich. Die unter den Seeleuten umlaufende
Ueber=
lieferung, daß Eisbrge ſtets ein Echo hervorrufen, wurde von den
Pa=
trouillen als nicht ganz richtig feſtgeſtellt. Ein Wachtdampſer begegnere
elf großen Eisbergen, die raſch hintereinander folgten; aber, obwohl das
Schiff immer wieder ſeine Sirenen erſchallen ließ, kam von den
gewalti=
gen Eismaſſen kein Echo. Man hat herausbekommen, daß nur ſolche
Eisberge ein Echo haben, die eine glatte ſenkrechte Fläche zeigen, und
ſelbſt dann kann das Echo noch ſehr irreführend ſein. Ein anderer Glaube
in bezug auf die Eisberge, den die Patrouillenſchiffe zerſtört haben, iſt
die Annahme, daß ein Gefühl von Kälte in der Nähe eines Eisberges
verſpürt werde. Man empfand dieſen kalten Anhauch nur dann, wenn
man dem Berge auf weniger als 100 Meter nahe gekommen war und
ein ſtarker Wind ging. Ebenſo wenig wird das Vorhandenſein von
Eisbergen durch Vögel angekündigt, wie lange Zeit behaupket wurde,
und es iſt auch kein heller Schein über den Eisbergen zu bemerken. Man
kann dieſe Ungetüme nur durch genaueſte Beobachntung von dem Lugaus
der Schiffe feſtſtellen. Das Beſchießen von Eisbergen mit ſchweren
Granaten hat nur zur Folge, daß die Eismaſſen umkippen und dann mit
der unteren Seite zum Himmel ragen. Bei Eisbergen, die ſich bereits
im ſchmelzenden Zuſtande befinden, bleiben die Granaten auch in der
Maſſe ſtecken, ohne eine Wirkung zu tun. Die Männer der Eisberg=
Patrouillen ſind alle erfahrene Seebären, die auf eine lange Ausbildung
zurückblicken. Sie haben nicht nur die Aufgabe, die Eisberge zu ſichten,
ſondern auch Verunglückte, die ſich auf Eisſchollen geflüchtet haben, zu
retten. Es vergeht kein Monat, ohne daß einige Schiffbrüchige auf
ſol=
chen Eisbergen, manchmal auch auf kleinen Eisſchollen, gerettet werden.
Jeder Kapitän weiß, wie groß die Gefahr der Eisberge im Frübjahre
ſt. So wurden im Frühjahr 1890 fünf Schiffe durch ſie vernichtet. 1839
elf Schiffe, und erſt ſeit man bei den Fahrten von Neufundland aus die
Eisberglotſen benutzt, herrſcht eine gewiſſe Sicherheit. Dieſe
Lotſen, die genau über die Lage der Eisberge unterrichtet ſind, findet
man in St. Johns=Hafen. Es ſind wetterharte Seeleute, die ihr ganzes
Leben im Kampf gegen die Eisberge verbracht haben.
AAAA AAMA44 ſtoßend. Beide Abel werden ſofort in
wird entſtellt durch häßlich verfärbte
Zähne. Abler Mundgeruch wirkt ab=
volkommen unſchädlicher Weiſe beſeitigt
durch die bewährte Zahnpaſte Chloro- 8
dont, wirkſam unterſtützt d. Chlorodont-Mundwaſſer. Aberall zu haben.
Das Ende der Glatzen
glaubte man auf Grund der Zuntzſchen Entdeckung ſeiner
Ernährungs=
methode prophezeien zu können. Schwverwiegende Nachteile, die der
Methode anhaften, haben andere Autoren, Dr. Weidner und
Univerſi=
tätsprofeſſo: Dr. Friedenthal, nachgewieſen. Dr. Weidner wies auch
insbeſondere darauf hin, daß auch faſt alle gebräuchlichen Mittel, die
dem Haarwuchs und der Haarpflege dienen ſollten, meiſt nichts nützen,
ſondern ausgeſprochen nie wieder gut zu machenden Schaden anrichten
können. Illuſtriert wird ſein Hinweis durch das tragiſche Schickſal
einer bekannten Sängerin, die durch den Gebrauch eines
Haarpflege=
mittels laut einer Zeitungsnachricht ihr ganzes Kopfhaar verloren hat.
Er fand mit ſeiner Silvikrin=Haarkur eine neue Behandlungsmethode,
die Haarausfall beſeitigt und die Haarwurzeln zur Neubildung von
Haaren anregt. Der ungehrure Wert dieſer Methode liegt darin, daß
ſie eine vollkomen reizloſe Beſeitigung der Urſachen von Haarausfall
und Glatze erzielt und durch ſie ſelbſt alte Glatzen wieder mit
Haar=
wuchs bedeckt werden konnten, weil Silvikrin=Cyſtin auf natürlichem
Wege die Haarwurzeln zu neuem Wachstum auregt.
Ueber die Wirkung des Sildikrins ſchreibt Dr. med. B. Folgendes:
„Jch habe das Silvikrin bei mir ſelbſt und bei einem „Patienten
angewandt. In beiden Fällen beſtand Hypertrophie der Fettdrüſen
des Haarbodens, ſowie ſtarker Haarſchwund, in meinem Falle bereits
ſeit einigen Jahren:
einzigen Flaſche Silvikrin, kann ich
Heute, nach Anwend
Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, daß eine gauz auffällige
Neie=
bildung von Haaren reſp. Zunahme der Stäuke der noch vorhandenen
dünnen Haare eingetreten iſt, und zwar in beiden Verſuchsfällen. Ich
hoffe, daß nach weiterer Anwendung des Mittels bald der Status gug
ante wieder hergeſtellt ſein wird.”
Unterrichten Sie ſich erſt genau über die Silvikrin=Methode und
rdern Sie eine Silvikrinprabe ſowie die beratende Schrift „Das Ge=
Haarwuchſes” ein, das Sie koſtenlos und poſtfrei vom
Silvikrin=Vertrieb G. m. b. H., Berlin 256, Alexandrinenſtraße 26, er=
(14047
halten,
Rummer 92.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Fami iennachrichten
Dankſagung.
Für die überaus herzl. Teilnahme bei dem
uns betroffenen ſchweren Verluſie ſagen wir
herzlichen Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Vogel für die troſtreichen Worte
am Grabe ſowie denBarmherzigen Schweſtern
der Nieder=Ramſtädterſtr. für die überaus
liebe=
volle Pfiege während der langen Krankheit,
ferner allen denen, die uns während der
ſchwe=
en Zeit treu zur Seite ſtanden. Auch innigen
Dank für die zahlreichen Blumenſpenden und
Begleitung zur letzten Ruhe.
Die tieftrauernden Kinder:
gatu) J d. N. Luiſe Biedenkapp.
Die glückliche
Ge-
burt eines kräftigen
Stammhalters zeigen
ergebenst an
Dr. Richard Voltz u. Frau
Else, geb. Schäffer
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Ihr Teben war Mühe und Arbeit.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Profeſſor Friedrich Schad, Studienrat, u. Frau
Auguff Schad und Frau.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag halb 4 Uhr
vom Portal des alten Friedhofs an der Nieder=Ramſtädter
Straße aus ſiatt.
(4091
Die Einſegnung kurz vorher in der Friedhofskapelle.
im 78. Lebensjahr ſanft
ent=
ſchlafen.
Darmſtadt, den 31. März 1924.
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Für die Hinterbliebenen:
Margarete Wagner
geb. Gandenberger.
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 2. April, vormitt. 11 Uhr,
von der Friedhofskapelle, Nieder=
Ramſtädter Straße, aus ſtatt.
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im 72. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Die Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Teichhausſir. 34), den 31. März 1924
Bremerhaben, Schotten.
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Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 3 Uhr, vom
Portale des alten Friedhofes, Nieder=Ramſtädter Straße, aus ſtatt.
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Darmſtadt, den 31. März 1924.
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Für die herzliche Teilnahme
bei dem Tode unſerer lieben,
guten Mutter ſprechen wir
un=
ſeren aufrichtigſten Dank aus.
Thereſe peter Wwe.
geb König
Daniel König und Frau
Johanna Herrmann
geb. König
Ludwig König und Frau
Friedrich Herrmann.
Darmſtadt, März 1924. (*2202
Für die vielen Beweiſe
her=
licher Teilnahme, ſowie für die
reichen Blumen= und Kranzſpenden
beim Hinſcheiden unſerer lieben
Entſchlafenen ſagen wir auf dieſem
Wege unſeren innigſten Dank.
Ins=
beſondere danken wir Herrn Pfarrer
Marx für die troſtreichen Worte
am Grabe.
(*9465
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Eckart
Familie Emig
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Groß=Umſtadt, 31. März 1924.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Ganß, geb. Ohl.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
2. April, nachmittags 174 Uhr, ſiatt.
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Nummer 92.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Seite 13.
Sporg, Shier und Tarnen.
Handball.
Turn= und Sportvereinigung Mainz — Turnverein Bickenbach (2:0) 7:0.
Turnverein Pfungſtadt Jugend — Turnverein Bickenbach Jug. (2:0).
Der 30. März war für die Handball=Abteilung des Turnvereins
Bickenbach ein großes Ereignis. Hatte doch die Leitung keine Mühe
geſcheut, die ſpielſtarke Elf der Turn= und Sportvereinigung Mainz
zu einem Freundſchaftsſpiel zu verpflichten. Herzlich und echt deutſch
wurde die Mannſchaft am Vorabend von ihren Bickenbacher
Turnfreun=
de
zer Turubrüder mit einem Lorbeerkranz, und nach kräftig verklungenem
Gut Heil nahm das Spiel punkt 3 Uhr 20 Min. ſeinen Anfang.
Bickenbach hat Anwurf und es gelingt ihnen ein ſchöner
Durch=
bruch, der jedoch durch die Mainzer Hintermannſchaft vereitelt wurde.
Doch die Einheimiſchen legen ſich mächtig ins Zeug und die ganze
Mannſchaft bietet ein gutes Bild. Es hat den Anſchein, als wollte
Bickenbach das Spiel für ſich behaupten, aber nun entwickelte ſich ein
eſfenes Feldſpiel. Hin und her wogt der Kampf und es will auch bei
den Gäſten nicht ſo recht klappen. Lieferten ſie doch Sonntags vorher
gegen Eintracht Wiesbaden ein wirklich techniſches und flottes Spiel,
In der 15. Minute ſtellt Mainz das Spiel auf 1:0. Nach wieder
Auwurf gefällt Bickenbachs Sturm zunächſt gut, doch konnte ihre
Hin=
termannſchaft nicht vereiteln, daß Mainz ſeinen 2. Erfolg bucht. Doch
bis zur Halbzeit mußte Bickenbach ſich auf die Verteidigung beſchränken
und ſo geht es mit 2:0 in die Pauſe. In der 2. Halbzeit beweiſt Mainz
ſein Können. Ein ſchönes Zuſpiel der Gäſte und Mainz kann in der
44. Minute ſeinen 3. Treffer buchen.
Von nun an behauptet Mainz das Feld. Man kann Mainz nur
bewundern. Bickenbachs Mannſchaft bietet alles auf, um ein Ehrentor
zu erzielen, doch leider iſt es ihnen nicht vergönnt. Wahrlich, ſie
hätten es verdient. Mainz kann bis zum Schluß das Spiel mit 7:0
für ſich behaupten.
Leiter dieſes Spieles war Turner Kramer aus Pfungſtadt, der von
kleinen Verſehen abgeſehen, einwandfrei leitete. Ergebnis: Bickenbachs
Mannſchaft möge ſich nicht entmutigen laſſen und ruhig weiter arbeiten.
Der Sturm iſt ganz gut, der Läuferreihe und auch der Hintermannſchaft
fehlt noch der Entſchluß. Der Tormann iſt trotz ſeiner Jugend Klaſſe.
Iſt es doch ihm zu verdanken, daß die Torzahl nicht höher wurde. Nur
Mut und Geiſt und Bickenbachs Elf kann ruhig in die Zukunft blicken.
Vor dieſem Spiele trafen ſich die Jugendmannſchaften der Tv.
Pungſtadt und Bickenbach und haben dieſe, wenn ſie ſo weiter arbeiten,
Willy Werner, Mainz.
ein gute Zukunft.
Leichtathletik.
Verbands=Waldlauf in Frankfurt.
Die Beteiligung an dem Waldlauf, den der Frankfurter Verband
für den 30. März ausgeſchrieben hatte, hätte für Frankfurt entſchieden
größer ſein müſſen. Während von den großen Vereinen nur Boruſſia
vertreten war, hatte Darmſtadt mit Sportverein 98, Akademiſcher
Sport=
klub und Verein für Leibesübung, Heſſen eine erheblich größere Be=
teiligung zu verzeichnen. Sämtliche Darmſtädter Vereine konnten in
ihren Klaſſen als Sieger hervorgehen. Die Strecke betrug ungefähr
6,5 Kilometer, zum größten Teile durch Wald. In der A=Klaſſe konnte
Sportverein 98 Darmſtadt mit der Mannſchaft Gellweiler Kriechbaum,
Pfeil und R. Engelhardt den Meiſter des Frankfurter Beeirkes,
Bo=
ruſſia Frankfurt überlegen ſchlagen. Auch in der B= und C=Klaſſe
ſiegten zwei Darmſtädter Vereine, der Akademiſche Sportklub und der
V. f. L. Heſſen.
Im Einzellauf wurde Kaufmann, Boruſſia, vor Lorz=Arheilgen und
Gellweiler, Sportverein 98 Darmſtadt erſter. Vom Start bis ungefähr
lauf: A=claſſe: 1. Sportverein Darmſtadt, 12 Punkte, Zeit 20:57;
2. Boruſſia Frankfurt 21 Punkte; 3. Sportvereinigung Arheilgen, 29
Punkte.=B=Klaſſe: 1. A. S. C. Darmſtadt, 51 Punkte: 2. V. eh.
Dom=
ſchüler Frankfurt, 68 Punkte. C=Klaſſe: 1. V. f. L. Heſſen, Darmſtadt,
41 Punkte. Die Jugendſtrecke betrug nur 3,5 Kilometer. 1.
Mör=
felden 1, 11:25: 2. V. f. L. Heſſen 1, 11:58; 3. V. f. L. Heſſen 2,
12: 25; 4. Mörfelden 2, 12: 45; 5. Sportverein Offenbach.
Main=Rodgau (S. J.B.).
An den vom Frankfurter Verband für Turnſport für den 6. April
ausgeſchriebenen Waldläufen bei Mörfelden werden ſich die Main=
Rodgau=Vereine in einer beſonderen Klaſſe beteiligen.
Fußball.
F. V. Weinheim — Sp.Vgg. Arheilgen 1:1 (0:1)
Auch am Sonntag iſt der Schiedsrichter wieder ausgeblieben.
Chro=
niſches Leiden in der Odenwaldkreisliga, was die Fußballſache nicht
för=
dert. Mit einiger Verſpätung beginnt das Spiel. Arheilgen hat Anſtoß,
verliert den Ball an die Weinheimer, die mit großem Schwung vor das
Tor der Einheimiſchen ziehen. Arheilgens Verteidigung ſtoppt den
An=
griff ſehr geſchickt und legt dem Sturm vor. Von nun an leiten die
Ar=
heilger andauernd gutangelegte Angriffe ein, die außer einigen Eckbällen
nichts einbringen. Was ſich der Sturm hier wieder in Schußunſicherheit
leiſtete, iſt ſchlecht zu übertreffen. Keiner im Sturm kann ſchießen.
Mur=
mann iſt viel zu ſtark überlaſtet, und auf ſeine Nebenleute kann er ſich
nicht verlaſſen. Wenn Arheilgen trotzdem dieſen gpünſtigen Tabellenſtand
aufweiſt, ſo hat es dieſen nur ſeiner vorzüglichen Verteidigung zu
ver=
danken. Philipp Weſp und Gottlob Stork ſpielen zurzeit Extraklaſſe.
Auch die Läuferreihe iſt gut, nur deckt H. Stork heute ſeinen Außen nicht
ab. Bei einem weiteren Eckball macht Weinheims Verteidigung im
Straf=
raum Hand. Weſp verwandelt ſicher. Halbzeit 1:0 für Arheilgen.
Ar=
heilgens Ueberlegenheit läßt jetzt merklich nach und die Weinheimer
kom=
men beſſer auf. Aber, wie geſagt, die Arheilger Verteidigung kämpft
famos, und ſo kann Weinheim nichts erzielen. Im weiteren Verlauf läßt
ſich Heib zu einigen Mätzchen hinreißen und wird dafür vom Platze
ver=
wieſen. Weinheims Rechtsaußen brennt durch und ſeine gutgetretene,
aber haltbare Flanke ſitzt im Arheiler Kaſten. Und ſo teilen ſich beide
Vereine in die Punkte. Arheilgen hat ſich als Neuling glänzend
geſchla=
gen, trotzdem könnte es noch beſſer ſein.
Ligareſerve Arheilgen — Babenhauſen I. 5:0.
II. Mannſchaft — Leutershauſen I. 4:3.
III. Mannſchaft — Babenhauſen II. 3:1.
Eberſtadt — Pfungſtadt.
Das Spiel der 1. Mannſchaft Germania Eberſtadt gegen die Liga=
Mannſchaft V. f. R. Germania Pfungſtadt iſt am Sonntag ausgefallen.
Germania Eberſtadt Jugend — Seeheim 6:0.
Haſſia Dieburg — Viktoria Griesheim 0:6.
Am verfloſſenen Sonntag vormittag traten Haſſia Dieburg und
Viktoria Griesheim zu einem Verbandsſpiele an. Als jedoch der
Un=
parteiiſche erſcheint, erklärt Haſſia, die Punkte des Spieles kampflos den
Griesheimern zu überlaſſen — Vereinsangelegenheit Dieburgs. —
Vor=
ſchriftsmäßig wurde das Spiel an= und abgepfiffen, worauf der
Schieds=
richter den Platz verläßt. Beide Parteien einigten ſich nun zu einem
Privatſpiel unter Leitung des Dieburger Schiedsrichters Schwarz. Ein
ſchönes, ruhiges, in letzter Zeit ſelten geſehenes Spiel kam zum
Aus=
trag. Mit Unentſchieden gehts zur Halbzeit. Dann jedoch nutzt
Gries=
heim ſeine Ueberlegenheit aus und ſtellt bis Schluß ein Reſultat von
6:0 zu ſeinen Gunſten auf.
Ebenſo erfolgreich wie die erſte Mannſchaft Viktorias Griesheim
war die 1b auf eigenem Platze. Als Gegner erſchien Klein=Gerau,
welches ſich mit einer Niederlage von 8:3 beſcheiden mußte. Somit
errang Griesheim 1b die Meiſterſchaft der B=Klaſſe (beſetztes Gebiet)
außer Konkurrenz.
Wandern.
Turngemeinde Darmſtadt 1846.
Zum Frühzug auf dem Oſtbahnhof hatte ſich eine ſtattliche Anzahl
Turnſchweſtern und Turnbrüder eingefunden. In Ober=Ramſtadt
ange=
kommen, ging es durch die friſche Morgenluft über Rohrbach nach Asbach.
Nun führte der Weg nach Klein=Bieberau und von hier hinan zur
Felſen=
gruppe „Wildefrauhaus”. Nachdem ein Lichtbildchen gefertigt, ſtrebte
man Lützelſachſen zu. Hier nahmen die gaſtlichen Näume der „Sonne‟
die Turnerſchar auf. Längere Mittagraſt wurde nicht gehalten. Einige
Stunden ſpäter ſah die altwürdige Ruine Rodenſtein die muntere Schar
ſich an fröhlichen Turnſpielen erfreuen, die die kurzen Stunden der Naſt
raſch vergehen ließen. Ueber Fränkiſch=Crumbach wanderte man ins
Ger=
ſprenztal hinunter, von wo das „Lieschen” die fröhliche Schar,
hochbe=
friedigt von dem an Schönheit und Freude ſo reichen Tag, in die Heimat
zurückführte.
M. H.
Deutſche Jugendkraft, Bezirk Darmſtadt—Dieburg.
Die Vorarbeiten und Grundlagen für unſere diesjährige D.J.K.=
Arbeit ſind ſchon begonnen und gelegt, ſo daß ſich in unſerem Bezirk
eine rege Tätigkeit entwickeln kann. Das Jünglings=Frohlocken iſt ſeine
Kraft. Mit dem Frühling ziehen neuer Mut und neue Begeiſterung
in unſere Jugendherzen und hinaus zieht es uns in Gottes freie Natur.
Lockende Vögel ſingen für Menſch und Natur den Frühling ein. Hinaus
zur Frühlingsfahrt. Auch wir wollen das in unſerem Verband ſo viel
gepflegte Wandern auch bei uns zu Ehren bringen, den Staub von des
Alltags Mühen und Sorgen abſchütteln und wandern. Aber nicht
wan=
dern nach eigenem Belieben, nicht weil es die anderen tun, ſondern
wandern nach den Grundſätzen unſerer D.J.K.
Die Darmſtädter Jugendgemeinſchaft hält am 3. Oſterfeiertag ihr
Frühlingsfeſt auf dem Breuberg i. O. ab und hat alle kath.
Jünglings=
vereine der Umgegend eingeladen. Unſere Jugendkraſt muß würdig
vertreten ſein. Darum auf, katholiſcher Jüngling, auf zum
Frühlings=
feſt der Darmſtädter katholiſchen Jugend.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Die Uhr der St. Ludwigskirche iſt bereits ſeit einem Vierteljahre
außer Gang. Dies wird ſowohl von vielen Beſuchern des
Gottes=
hauſes, als auch von den Bewohnern der Umgebung ſehr unangenehm
empfunden. Vielleicht dienen dieſe Zeilen dazu, die maßgebende Stelle
zu veranlaſſen, dieſen Mißſtand zu beſeitigen.
Geſchäftliches.
25 Jahre „Woche‟. Am 5. April beginnt die „Woche” ihren
26. Jahrgang. Aus dieſem Anlaß erſcheint Heft 14 als prächtig
aus=
geſtattetes, über 100 Seiten ſtarkes Jubiläumsheft. In dieſem Heft
beginnt auch ein neuer Roman von Rudolf Herzog „Wieland, der
Schmied”. Wir verweiſen auf die Beilage in der letzten Sonntags=
Ausgabe unſerer Zeitung.
(V.4026
Dr. Unblutigs Sprechſtunden=Erlebniſſe.
Un=
ſerer heutigen Geſamtauflage liegt ein humoriſtiſcher Proſpekt bei, auf
den wir unſere Leſer beſonders aufmerkſam machen. Der allſeitig
be=
liebte Mitarbeiter der Kukirol=F. rik in Groß=Salze, Dr. med.
Un=
blutig, weiſt in 16 verſchiedenen Verſen auf die Vortrefflichkeit der
Kukirol=Fabrikate hin. (Kulirol gegen Hühneraugen, Hornhaut,
Schwielen und Warzen und Kukirol=Fußbad gegen kalte und naſſe
Füße, Brennen, Wundlaufen und Schweißgeruch.)
Die weltbekannten, in vielen Millionen Fällen bewährten Kukirol=
Fabrikate ſind in jeder größeren Apotheke und wirklichen Fachdrogerie
zu haben.
TV.4024
Wetterbericht derGießener Wetterwarte.
Vorherſage für den 2. April:
Nachts Froſtgefahr. Abnehmende Bewölkung.
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 934 Uhr
(4 18, a. 8, Schülermiete gelb 6): „Prinz Friedrich von Homburg” —
Kleines Haus. Anfang 7 Uhr (Sondermiete 22” Schülermiete
braun 6): „Aleſſandro Stradella”. — Orpheum, 7¾ Uhr: „Dolly”
(im Himmelbett”. — Union=, Reſidenz=, Central=Theater, Palaſt=
Licht=
ſpiele: Kinovorſtellungen.
Verſteigerungskalender. — Mittwoch, 2. April.
Nutzholzverſteigerung, vormittags ½9 Uhr, im Reſtaurank
Heiliges Kreuz”.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe
Berantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſo
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußd ent: Andreas Bauer
Verantwertlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtade.
Die heutige Rummer hat 16 Seiten
Gebühren=Ordnung
zur Friedhofs= und
Begräbnisord=
nung für die Stadt Darmſtadt.
Die neue Gebühren=Ordnung zur
Friedl ofs= und Begräbnisordnung iſt
für die nächſten 8 Tage an den für
öffent=
liche Anſchläge beſtimmten Stellen zur
allbemeinen Kenntnis ausgehängt. Auch
kann ſie bei dem Städtiſchen
Friedhofs=
amt im Rathaus ſowie bei der
Verwal=
tung der Friedhöfe (auf dem Friedhof
an der Nieder=Ran ſtädterſtraße) und bei
dem Aufſeher im Waldfriedhof
einge=
ſehen werden.
Die Gebühren=Ordnung tritt mit dem
(st4051
15. Januar 1924 in Kraſt.
Darmſtadt, den 20. März 1924.
Der Oberbürgermeiſter.
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wertbeſtändiger Grundlage beträgt b. a. w.
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ſchrift der Zinſen. Bei größeren Einlagen
auf längere Zeit bleibt die Erhöhung
des Zinsſatzes beſonderer Vereinbarung
(St. 4089
vorbehalten.
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Ren=
tenmark= und Sonderkonten wird
die Wertbeſtändigkeit zugeſichert.
Darmſtadt, den 31. März 1924.
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bei Haarverluſi verwende. Ich habe im Jahre 1922 ca. 60 Fälle behandelt, und
war ſtets mit der Wirkung zufrieden.” Zwei Arzten iſt es ſogar gelungen, eine
voll=
ſtändige Kahlköpfigkeit, die ſeit 9, im anderen Falle ſeit 8 Jahren beſtanden hat,
mit Hilfe von Humagfolan zu beheben. Da iſt ein Zweifel an der Wirkſomkeit
dieſes Miitels nicht mehr mögtich! Es ift ja auch kein Wunder, denn der Erfinder
des Humagfolan iſt nicht der erſke beſte, ſondern der berühmte Hochſchullehrer
Geh. Rat Prof. Dr. N. Zuntz, der gefeierte Lehrer einer ganzen Arztegeneration!
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Sie ſind ohne dieſelben leicht Erkältungen und deren ſchlimmen Folgeerſcheinungen
ausgeſetzt. Zudem iſt das Haar Ihr ſchönſter Schmuck und Sie ſehen mit vollem
Haar jünger und leiſtungsfähiger aus, was bei Stellenbeſetzungen uſw. leicht
von ausſchlaggebender Bedeutung ſein kann. Laſſen Sie ſich von den Fattinger=
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Darmſfädter Tagblatt
Handelsblatt
1. Aſpril 1924 Nr. 92
Vom ſüddeutſchen Holzmarkt.
(Von unſerem Sonderberichterſtatter.)
Der Holzmarkt ſchließt am Monatsende bei feſter Tendenz. Die
Rundholzpreiſe ziehen immer noch etwas an, wobei aber die Käufer
meiſt große Zurückhaltung üben. Unter dem Einfluß der ſteigenden
Rundholzpreiſe war auch die Stimmung auf dem Brettermarkt feſter.
Forſtämter und Privatwaldbeſitz ſuchten mit höheren Preiſen
heraus=
zukommen, demgegenüber hielten die Konſumenten mit Aufträgen
zurück. Unter 50 Goldmark je Kubikmeter dürften in den
Erzeugungs=
gebieten kaum noch Bretter zu haben ſein. Das Geſchäft mit dem
Rheinland ſcheint ſich beleben zu wollen, ſodaß nach dorten
Lieferun=
gen abgeſchloſſen wurden.
Es ſtellte ſich in der Vorwoche die bedeutſame Erſcheinung heraus,
daß der ſüddeutſche Holzhandel im Oberbayeriſchen (Allgäu) billiger
wie im Schwarzwald kaufte. In Bayern, dicht an der öſterreichiſchen
Grenze konnte man ſo beiſpielsweiſe vor einigen Tagen Bretter noch
zu 48 Goldmark haben, während im Schwarzwald bis 67 Goldmark
dafür angelegt werden mußten. Die Preiſe für 16'. 1” unſortierte
ſäge=
fallende Bretter, faul= und bruchfrei bahnfrei ſüddeutſcher Station,
no=
tierten ungefähr 52—56 G.M. je Kubikmeter, 21/22 Millimeter ſtarke
unſortierte Fichten= und Tannen=Hobelbretter wurden bahnfrei
Karls=
ruhe—Mannheim zu 1,90—1,95 G.M., Ia Ware 2—2,10 G.M. und
IIa Ware 1,70—1,80 G.M. je Quadratmeter gehandelt. 16‟, 1‟
Aus=
ſchußbretter 65—70 G.M., „gute” Ware 85—92 G.M., X=Ware 55—60
G.M. und reine und halbreine Ware 105—115 G.M. Fichtenbruchware
wurde in Bayern zu 62 G.M. an Hand gegeben; 16 12‟ 1,5” und 2‟
Dielen, gute Ware wurde zu 90—95 G.M., reine und halbreine Ware
zu 110—120 G.M. Ausſchußdielen zu 70—75 G.M. und X=Ware
unge=
fähr je 10 G.M. billiger gehandelt. Unbeſäumte Fichten= und
Tannen=
dielen waren ab ſüddeutſch=rheiniſchen Verladeſtationen zu 65—75 G.M.
je Kubikmeter angeboten und Möbel=Kiefern zu 85—90 G.M., Kiefern=
Modellholz ungefähr 15 G.M. billiger. Kiſtenbretter ſtellten ſich für
13/20 Millimeter ſtarke Ware auf ungefähr 40 G.M., Latten gingen
ebenfalls zu höheren Preiſen um, und zwar für 17/2” „gute” Latten
etwa 7,5 Goldpfennig, für Ablatten 6,5 Goldpfennig je Ifdm. bahnfrei
Mannheim-Karlsruhe.
Die Papierholzinduſtrie deckt immer noch ihren Bedarf
vorzugs=
weiſe in der Tſchechoſlowakei, wenn ſich auch dort infolge geſteigerter
deutſcher Nachfrage eine gewiſſe Aufmunterung zeigte.
Die Feſtigkeit der Tendenz dürfte vielleicht damit zu erklären ſein,
daß man mit baldigen Aufträgen des Eiſenbahnzentral=Amtes rechnet.
Die Sägewerksinduſtrie hofft entſchieden auf beſſere Abſatzverhältniſſe,
wenn gleich man ſich auch nicht verhehlt, daß die Preiſe, namentlich für
Rundholz, zum Teil noch bedeutend über der Weltmarktparität liegen.
Das Holzlieferungsabkommen mit der Rheinlandkommiſſion hat
ſeinen Einfluß auf die Belebung des Marktes nicht verfehlt, die
Wir=
kung hat aber keineswegs den gehegten Erwartungen entſprochen. Die
Frage iſt, was aus dieſem Reparationsabkommen werden wird, wenn
die Micumverträge nicht wieder erneuert werden. Der Schlußpunkt
unter die nun ſchon wiederholt zwiſchen den deutſchen Holzintereſſenten
und der Rheinlandkommiſſion gepflogenen Verhandlungen, ſoll nun in
dieſer Woche auf der am 3. April in Bonn ſtattfindenden
Hauptver=
ſammlung der Reparations=Treuhandelsgeſellſchaft geſetzt werden.
Warenmärkte.
w. Frankfurter Getreidemarkt vom 31. März 1924.
In geſchäftlicher Beziehung hat ſich nur wenig verändert. Die
Um=
ſätze ſind in allen Artikeln klein. Troß der teilweiſe gut behaupteten
Preiſe für Weizen und Roggen waren die Umſätze wieder beſcheiden.
Für Gerſte finden ſich Abnehmer, beſonders iſt Brau= und Futtergerſte
begehrt. Hafer liegt zurzeit etwas ruhiger. Mehl behauptet. Bei
klei=
nem Markt ſind Hülſenfrüchte in ſchönen Qnalitäten zu haben. Geſucht
bleiben nach wie vor Futtermittel.
Amtliche Notierungen der Frankfurter Börſe, Abteilung
Getreide. Getreide, Hülſenfrüchte, Biertreber ohne Sack, Weizenmehl,
Roggenmehl und Kleie mit Sack. Preis pro 10) Kilogramm: Weizen,
Wetterau 17,75—12,25, Roggen 15—16,25, Sommergerſte für
Brau=
zwecke 19,25—20,25, Hafer, inländiſch 15,25—15,75, Hafer, ausländiſch
00—90, Weizenmehl, ſüdd. Spezial 0. 2—V7,75, Roggenmehl 23—23,75,
Weizen= und Roggenkleie 9,75—10,50, Mais gelb. 19.25—20,
Sreiſe=
erbſen 24—25, Heu. ſüdd., gut 9—9,50, Weizen= und Roggenſtroy G
bis 6,50, Treber, getrocknet 15,25—15,75. Tendenz: Ruhig, nur
Futter=
mittel geſucht.
Frankfurter Viehmarkt vom 31. März. Der
Auf=
trieb zum Hauptmarkt beſtand aus 1286 Rindern (darunter 52 aus
Amerika) und zwar 356 Ochſen, 73 Bullen und 857 Farſen und Kühen,
ferner aus 381 Kälbern, 38 Schafen und 1985 Schweinen. Notiert
wurde nach Goldmark für den Zentner Lebendgewicht: Ochſen: Klaſſe A:
48—54, C: 40—47, D: 30—37; Bullen: Klaſſe A: 37—42, B: 30—36;
Färſen und Kühe: A: 45—50 40—45, C: 35—44, D: 32—38, E: 24—30,
F: 10—20; Kälber: Klaſſe B: 56—64, C: 48—55, D: 34—43; Schafe:
Klaſſe A: 40—50, B: 25—35; Schweine im Gewicht von 80—100 Kilo:
63—66, unter 80 Kilo 50—60, von 100 Kilo 63—67, von 100 bis über
150 Kilo 63—66, Sauen und Eber 50—60 Goldmark. Verglichen mit
der Notierung vom 24. März gingen Rinder um 1—2, Kälber um
1—4, Schafe teilweiſe um 2—5 und Schweine um 5 Goldmark per Zent=
ner Lebendgewicht im Preiſe zurück. — Marktverlauf: ruhiges
Geſchäft. Bei Schweinen etwas Ueberſtand. Nach den feſtgeſetzten
Fleiſchgroßhandelspreiſen ſollte das Pfund Kuh= und Rinderfleiſch mit
50—70, geringere Qualitäten mit 15—30. Kalbfleiſch mit 75—80,
Ham=
melfleiſch mit 55—85 und Schweinefleiſch mit 80—90 Goldpfennig
be=
zahlt werden.
* Mannheimer Produktenbörſe. Infolge des drückend
gewordenen Geldmangels und angeſichts neuer Verſteigerungen
fran=
zöſiſchen Mehles verkehrte die Börſe bei kleinem Geſchäft in ruhiger
Haltung. Verlangt wurden für die 100 Kilo bahnfrei Mannheim:
Wei=
zen 19—19,5, ausl. 20—21, Roggen 16—16,5, Gerſte 21—21,25, ab
Pfäl=
zer Stationen: 20—20,5, Hafer 15,25—15 75, bahnfrei Mannheim: Mais
20,5; Futtermittel gut behauptet. Weizenfuttermittel 12 25—12,75,
Roggenfuttermehl 11,25—11,75 Weizenkleie 10,25, Roggenkleie 9,25;
Mehl vernachläſſigt, Weizenmehl Spezial 0 27,75—28, zweithändig 26,5
bis 27,5, Roggenmehl 23,75—24 zweithändig 23—23,5, ausländiſches
Roggenmehl 22—23, Viktoria=Erbſen 36 kleine grüne Erbſen 33—34,
weiße Donaubohnen 32, Linſen 60, Rotkleeſamen 160, Luzerne 160 bis
165, Eſparſette 45—50.
* Mannheimer Kolonialwarenbörſe. Die geſtrige
Börſe verkehrte bei ruhiger Tendenz. Verlangt wurden für Kaffee
Santos 3.7—4,3, gewaſchen 4,9—6,2, Tee mittel 6,5—7, gut 7—8, fein
8—10, Kakao hölländiſcher 2,40, inländiſcher 2—2,20, Reis Burma 0,37,
Zucker kriſtalliſiert 0,92, Weizengries 0,37, Hartweizengries 0,42, alles
per Kilo in Goldmark.
* Mannheimer Schlachtviehmarkt. Dem geſtrigen
Schlachtviehmarkt waren zugeführt und wurden per 50 Kilogramm
Lebendgewicht gehandelt: 191 Ochſen (28—48 Mk.), 123 Bullen (30—40
Mark), 440 Kühe und Rinder (18—50 Mk.), 453 Kälber (42—64 Mk.),
67 Schafe (24—36 Mk.), 833 Schweine (54—70 Mk.). Tendenz: Mit
Großvieh ruhig, Ueberſtand, mit Kälbern und Schafen ruhig, langſam
geräumt, Schweine ruhig, nicht ausverkauft.
wb. Berliner Produktenbericht. Am Produktenmarkt
war die Geſchäftsſtille unverändert. Das Angebot vom Inlande hielt
ſich in ſehr engen Grenzen. An Nachfrage für verſchiedene Artikel fehlte
es nicht. Etwas feſter lag wiederum Hafer, welcher beſonders knapp
bei unverändert hohen Forderungen war. In Weizen war das Geſchäft
recht ſtill. Die übrigen Artikel tendierten in der Preisbildung zumeiſt
weiter nach oben."
—r Vom Holzmarkt. Unſer fachmänniſcher Mitarbeiter
ſchreibt uns: Angeregt durch größere Schnittholzankäufe weſt= und
mit=
teldeutſcher Holzhandelsfirmen, wie durch einen unverkennbar ſtärkeren
Beſchäftigungsgrad in der Möbelinduſtrie iſt am Holzmarkt eine geringe
Aufwärtsbewegung der Preiſe eingetreten. Da die Preisgeſtaltung ſchon
ſeit längerer Zeit ſich nach der Bewertung des Schnittholzes am
Welt=
markt richtete, was verſtändlich war, da Deutſchland die Holzeinfuhr
gebraucht, muß man mit Bedauern feſtſtellen, daß nunmehr die Preiſe
für Roh= und für Schnittholz am deutſchen Holzmaukt ſeit kurzem die
Weltmarktparität überſchritten haben. Dieſe Ablenkung der
Schnitt=
holzpreiſe aus den ihnen zugewieſenen Bahnen verſpricht für die
Zu=
kunft nichts Gutes. Es wird ſelbſtverſtändlich die Exportmöglichkeiten
nicht fördern, ſondern verringern, daß die zur Herſtellung von
holz=
gewerblichen Erzeugniſſen nötigen Halbfabrikate teurer als im Ausland
ſind. Am ſtärkſten ſind die Preiſe für unbeſäumte polniſche oder
oſt=
preußiſche Stamm= und Zopfkiefer geſtiegen, weil die
Produktionsge=
biete, die für die Herſtellung dieſer nunmehr in ganz Deutſchland vom
Konſum als wertvoll anerkannten Schnitthölzer in Frage kommen, ſich
nur in verhältnismäßig engen Grenzen bewegen. Zu erwähnen iſt,
daß die Einſchnitte der Sägewerke infolge verſpäteter Ausfuhr aus den
Wäldern weit zurückgeblieben ſind und daß deswegen im Jahre 1924
beim Kiefernſchnittholz viel Anbläue zu erwarten iſt. Im Widerſpruch
zu den Verhältniſſen am innerdeutſchen Holzmarkt liegen die
Verhält=
niſſe am tſchechiſchen Holzmarkt, wo die Abſatzverhältniſſe ſtocken und
noch ſehr viel altes Rohholz in den Wäldern und an den Stationen
zum Verkauf lagert. Freilich kann die von dort kommende Fichte und
Tanne keinen Erſatz für die öſtliche Kiefer, die von der
Aufwärtsbewe=
gung hauptſächlich betroffen iſt, bieten. Auch in Bayern, Württemberg
und Baden iſt das Geſchäft weſentlich reger geworden, ſo daß dortige
Sägewerke in letzter Zeit mehrere Abſchlüſſe mit Rundholzhändlern in
der Tſchechoflowakei gegen Rohholzlieferung tätigen konnten.
Börſen.
* Frankfurter Börſenbericht vom 31. Mär 1924.
(Eigener Bericht.) Die heutige Börſe eröfnete zunächſt in feſter
Hal=
tung, da für die erſten Kurſe etwas Kaufaufträge vorlagen und auch
von der Abitrage zu Beginn einiges Material aus dem „Markte
ge=
nommer wurde. Die erſten Notierungen konnten gegen die
Freitags=
kurſe Erholungen aufweiſen, die bei einigen Chemie= und Elektriſchen
Werten 1½ Billionen Prozent erreichten. Beſonders lebhaft und feſt
lparen einzelne Spezialwerte, wie Holzmann und Daimler, in denen
man gute Käufer bemerkte. Nach Feſtſtellung der erſten variablen
Kurſe flaute die Stimmung merklich ab und die Anfangskurſe konnten
ſich faſt nirgends behaupten. In der Hauptſache dürften die
Ausfüh=
rungen Streſemanns, über die die heutigen Morgenblätter berichten,
die Börſe zu größerer Zurückhaltung gemahnt haben. Ferner ſieht
man den nun in Kürze zu erlvartenden Gutachten der
Sachverſtändigen=
kommiſſion mit einem gewviſſen Peſſimismus entgegen und iſt kaum
noch geneigt, von denſelben eine Rrleichterung der augenbliklichen
Lage zu erwarten. Auch die Zuſammenſetzung des neuen franzöſiſchen
Kabinetts wird eher noch ungünſtiger für unſer Verhältnis zu
Frank=
reich als das vorhergehende beurteilt. Die Kursgeſtaltung vollzog ſich
im weiteren Verlaufe uneinheitlich. Verhältnimäßsig gut behauptet
blieben Zuckerwerte, dagegen gaben Montanaktien überwiegend ſtärker
nach. Am ausländiſchen Rentenmarkt zeigte ſich lebhaftes Intereſſe für
Türken; Zolltürken und 1. Bagdadbahn wurden in großen Poſten zu
erhöhten Kurſen aus dem Markte genommen.
Von deutſchen Nenten waren Schutzgebiets= und Kriegsanleihen
ge=
ſteigert, beſonders gegen Schluß der Börſe recht lebhaft. Man handelte
Kriegsanleihe bis 115 Proz., Schutzgebietsanleihe bis 3,7. Alte
Pfand=
briefe wurden in kleinen Poſten zu 2½ bis 234 umgeſetzt. Der
Kaſſa=
markt zeigte überwiegend mäßige Kursabſchwächungen. Als ſtärfer
gedrückt ſind zu erwähnen: Siegener Eiſen, Jetter u. Scheerer, Berlin=
Frankfurter Gummi. Im freien Verkehr hörte man: Beckerſtahl 92,
Beckerkohle 10, Benz 5, Brown Boveri 3,3, Gcorgi 0,650, Growag 0,3,
Hanſa Lloyd 1,8. Kahſer Waggon 0,575, Kreichgauer 0,5, Krügershall 9,
Mez Söhne 5, Raſtatter Waggon 18½, Kabel Rheydt 9, Ufa 8.
wb. Berliner Börſenbericht. An der Börſe iſt zu Beginn
der neuen Börſenwoche keine Veränderung in der nun ſchon eine
ge=
raume Zeit beſtehenden hochgradigen Zurückhaltung der Geſchäftsſtille
eingetreten. Die Hoffnungen, daß die Herabſetzung der
Börſenumſatz=
ſteuer, die in der allernächſten Zeit amtlich bekanntgegeben werden ſoll,
und eine Verminderung der Proviſionsſätze das Publikum zu einer
rege=
ren Geſchäftstätigkeit veranlaſſen würden, haben ſich noch nicht erfüllt. Zu
Beginn des Verkehrs rief die in Weſtdeutſchland, beſonders in Köln,
ein=
getretene Steigerung der Deviſenpreiſe eine vermehrte Kaufluſt für einige
Valutapapiere hervor, die aber ſehr bald wieder nachließ, als bei der
Feſtſetzung der Deviſenpreiſe die Notierungen und Zuteilungen ſo gut
wie keine Veränderungen erfuhren.
Oeviſenmarkt.
Brief
Seld Weue
tiert Amſterdan=Rotterbam : 15.36 156.14 155.36 166.14 1 Proz. Brüſſel=Antwerpen ....." 18.35 18.45 18.15 18.25 1 Proz. Chriſtiania. . . 57.36 57.64 56.86 57.,4 1 Proz. Kopenhagen 66.83 66.17 67 33 67.67 1 Proz. Stocholm.. 11122 111.78 111.22 111.78 1Proz. Helſingfors 1057 10 63 1057 10.63 2 Proz. Italien .. 18.25 18.35 1825 1235 1Proz. London 18.055 18.145 18.055 18.145 1Proz. New=York. 4.19 421 4.19 4.21 1Proz. Paris.. 23.24 23.36 23 14 23.26 1 Proz. Schweiz 72.71 73 09 73.02 73.30 1 Proz. Spanien 54.46 54 74 56.86 57.14 1Proz. Wien (i. D.= 6.08 6 12 6 08 6.12 5 Proz. Prag... 12.71 12.79 12.71 12.79 1Proz. Budapeſt. 6.38 6.32 6.38 6.42 voll Buenos=Aires. 1.405 1.415 1.405 1.415 1 Proz. Bulgarien.. 3.39 3.31 3.20 3.31 50 Pr. Japan 1775 1.765 1775 1.785 3 Proz. Rio de Janeiro.... 0.495 0.505 0.185 0.495 5 Proz. Belgrad.
D 562 25 Pr. Liſſabon .. 1394 1338 13.04 5 Proz. Danzig. 72.21 72.59 72.21 72.59 2 Proz.
Verliner Kurſe. (Eigene telegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000,
15250 31.
16250 Hanſa Dampfſch. . . 28. 3. 31. 3. AſchaffenburgerZellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch. 2750 24000 Hemoor Zement 53000 52000 32030 3i000 Hirſch Kupfer .. 38500 38000 Berl.=Anhalt=Maſchinen 11500 11875 Höſch Eiſen. 49000 Berl. f. Elektr. W. vorzug. 8750 9250 Hohenlohe Werke.
Kahla Porzellan. 37500 38500 Bismarckhütte .. 53000 56500 13375 14375 Braunkohlen=Briketts” , 28000 27500 Lindes Eismaſch. 7750 7500 Bremer Vulkan ... 77500 74500 Lingel Schuh 3900 3900
26000 Wolle. 90000 95000 Linke u. Hofmann. 29060 Chem. Heyden 6060 5900 L. Loewe u. Co. 48000 49250
6250
22000 Weiler 13100
20500 14000
20875 C. Lorenz 6500 Deutſch=Atlant. Tel.. Meguin 23750 Deutſche Maſchinen. 8100 8125 Nieberländiſche Kohle: 43500 44250 Deutſch=Niedld. Tel. .. 31000 31500 Nordd. Gummi. 1000 900 Deutſche Erdöl .. 58750 57250 Orenſtein. . .... 18750 18625
k800 Deutſche Petroleum .. Nathgeber Waggon..
Rombacher Hütten.. 8500 Dt. Kaliwerke 47250 18500 22500 Dt. Waffen u. Munition 106000 97060 9Bſitzer Bucker .. 41000 4009 Donnersmarckhütte ... / 130000 130000 Rütgerswerke 17300 17000 Dynamit Nobel .. 800 8000 Sachſenwerk 2060
33750 Elberfelder Farben.. 18600 19000 Sächſiſche Gußſtahl: 33400 Elektr. Lieferung 17750 18800 Siemens Glas .. 2400 23000 R. Friſter 5060 5000 Thale Eiſenhütte Gaggenau Vorz. 6500 6100 Ver, Lauſitzer Glas: Gelſenk. Gußſtahl 20000 24750 Volkſtedter Porzellan. 10000 10600 Geſ. f. elektr. Untern. 17750 17500 Weſtf. Eiſ. Langendreer 24000 Halle Maſchinen". 20000 20250 Wittener Gußſtahl. 3 35000
12300 Han. Maſch.=Egeſt.. 9500 Wanderer=Werke. 1900
Frankenkurs in London:
Markkurs
78.45
182/4
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Frankfurter Kursbericht vom 31. März 1924.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
Enropäiſche Staatspapiere. 28.3.
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ....... .. .. 0.096
...-
3½7 „
.......
35
Dollar=Goldanleihe. . ........."
Dollar=Schatzanweiſungen .... 8.1
Dt. Schatzanw. K Ausg. Tv. 23
K IIv. 23
Tb. 24
K
k, IIv. 24
4½% I. u. V. Schatzanweiſg.
4½%H.—IK.
295
4%Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u.13
2.95
v.14
0.15
Sparprämienanleihe ..
3.30c
Zwangsanleihe ..
0.325
4% Preuß. Konſols
0.2925
3½%
0.,45
4½ Bad. Anl. unk. 193:
—
v. 1907
31.
4% Bahern Anleihe.
81
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
42
rckz. 26 ... . . . . . .."
8—16% Heſſen Reihe XXXVI.
500
untilgb. b. 28.. . . . . . . . . . . . .
—
4½ Heſſen unk. 1924.. . . . . . ...
3½% ................
3% „ ..............
4% Württemberger .......... 0,41
b)Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
5% L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½ „ v. 1902 ..........
.
470
5½ Bulgar. Tabak 1902.......
10 % Griech. Monopol .....
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 „......."
4½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
beſt. Goldrente .........
einheitl. Rente ......"
um. am. Rente v. 03 ...
„ Goldrente v. 13 ..."
am. Goldrente konv.
6 „ am. v. 05
% Türk. (Admin.) v. 1903....
„ (Bagdab) Ser. I..
„II..
3
„ v. 1911, Bollanl. ...
2% Ung. Staatsr. v. 14 ...
%o „ Goldrente ........"
Staatsr. v. 10 ...."
Kronenrente . ..... 081 08
Außereuropäiſche.
6 Mexik. amort. innere .. . . .."
5½ „ konſ. äuß. v. 99... . .
Gols v. 04, ſtfr. . . . .
konſ. inner. ...."
rrigationsanleihe
Tamaulipas. Serie T......
31. 3.
0,108
035
4,2
83.2
3.25
3.25
0,17
3,5 Md
033
05
04
4,2
508
3,25
1
Bi.
32
N
2,7
Bergwerks=Aktien.
Berzelius .................."
Bochumer Bergb. .. .. ..... .."
Buderus.. ... .. .. .... .......
. V Dt. Luxemburger ............"
Eſchweiler Bergwerks=Akt. .. . .
Gelſentirchen Vergw. .... . . ..
Harpener Bergbau.... . . . . . . .
*
475 I Kaliwerke Aſchersleben .......
e
„ Salzdetfurth . . . . . . ."
Weſteregeln ......."
Alöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren ........"
Mansfelder .................
Oberbedarf ................!
6
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ......"
ſo
Otavi Minen u. Eb.=Ant. ....
Phönix Bergbau ............"
22
23
ne Umſas, X —rationiert.
F— Tauſenb. M— Millionen Md — Miſliarde
Oblig. v. Transportanſt.
42 ikliſabethbahn ſtfr. . . . . . . ..
4½ Gal. Carl Ludw.=Bahn.. . .
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. . .
2,6% Alte Oeſt. Südb. (Lomb.)
26%Neue
42 Oeſt. Staatsb. v. 1883 ....
3% Oeſt. „ 1. b. 8. Em..
9. Em. .. . ."
„
v. 1885 ...
% Leſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
4% Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
½½ Anatolier I............"
%o Salon. Conſt. Jonction ..."
% Salonique Monaſtir ......"
5% Tehuantepec. . . . . . . . . . . . .
4½%
....
Nach Sachwvert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwertanl.
6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. b. 23
5%0 Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
Roggenwert=Anl. ..
5% Sächſ. Braunk.=Anl. Ser,. Iu. II
5% Südd. Feſtwertbk. . . . . . . . .
Bank=Rktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Banwverein.. ... . . . .."
Baher Hypotheken= u. Wechſelb,
Berliner Handelsgeſellſchaft ...
Commerz= und Privatbank ...
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank .......
DeutſcheEffelten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. ..
Deutſche Vereinsbank ........"
Disconto=Geſellſchaft ........."
Dresdner Bank. . . . .. . . . . . . . .
Frankfurter Bank ..........
Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . . . . . . . . . . . . ..
Mitteldeutſche Creditbank. . . . ..
Oeſterreichiſche Creditanſtalt . . .
Reichsbank=Ant. . . . . . . . . . . . .."
Rhein. Crebitban. ..........."
„ Hypothekenbank ...."
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ..... ..............
Wiener Banlverein ..........
28 3.
31. 3.
19
75
7,5
11,75
Git. 65
Rhein. Stahlwerke ... . . . .
Riebeck Montan.. . . . . . . . . . ..
Rombacher Hütte.. . . . . .. . .."
Tellus Bergb.=u. Hütten=Akt.
Ver. Laurahütte .. . . . . . . . .."
10
2,41
3,5
1.3
1.3
2,3
3,25
z0
5.9
111
11.9
5,5
29
1.25
13,9
6,5
2,3
3,1
20,5
2,6
0,525
31
3,3
u
0,8
0.375
9.1
54
19.25
56,5
17,9
2,5
485
41.,6
35,75
9,5
2,5
4,5
1.3
1.3
2.,5
2,2
42
5,5
11,25
46
13
13.9
2,3
3,75
2
25
0575
32,75
33
0,8
0,425
9,25
19,75
44
80
17,75
23,75
43
40
20,75
33,
35,75
Aktien indnſtr. Anternehmung.
Brauereien
Henninger Kempf=Stern. . . . . .
Löwenbräu München ........"
Schöfferhof (Binding)........"
Werger ........."
Arkumulat. Berlin ........
Adler & Oppenheimer ......."
Adlerwerke Gv. Kleher) ......."
A. E. G. Stamm. . . . . . . . .
6% „ „ Vorzug Lit.A ...
5% „ „„ Vorzug Lit. B..."
Amme Gieſecke & Konegen ...."
Anglo=Continental=Guano ....."
Anilin Bln.=Treptow. . . . . . . . .
Aſchaffenburger Zellſtoff ....."
Badenia (Weinheim)........
Vadiſche Anilin=n. Sodafabrik.
Bad. Maſchf. Durlach ........"
Bad. Uhrenfabr, Furtwangen..
Baldur Piano. . . . . . . . . .. . ..."
Baſt Nürnberg .............."
Bayriſch. Spiegel ............"
Beck & Henkel (Caſſel) ........"
Bergmann El. Werke ... . . . ."
Bing. Metallwerke ..........."
Brockhues, Nieder=Walluf ....."
Eementwerk Heidelberg.......
„ Karlſtadt . . . . ....
Lothringen (Metz).
Chem. Werke Albert. . ... . .. ..
„ Griesheim Elektron ...."
„ Fabrik Milch ........."
Weiler=ter=mer ........"
Dailer Motoren ............"
Deutſch. Eiſenhandel Berlin ..
Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt.
Dingler, Bweibrücken .... ..."
Dresdener Schnellpreſſen ...."
Dürkoppwerk (Stamm) ......"
Düſſeld. Ratinger (Dürr) ....."
Dyckerhof & Widm. Stamm ...
Eiſenwerk Kaiſerslautern ....."
L. Meyer jr. ......"
Elberfelder Farbw. v. Baher ..
Kupfer=u. Meſſingw.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. ......"
Licht und Kraft . . .. . .."
Elſäſſ. Bad. Wolle.......... .."
Emag, Frankfurt a. M.. . . . . . .
Email.= & Stanzw., ullrich ...."
Enzinger Werke ....... .... .."
Eßlinger Maſchinen .........."
Ettlingen Spinnerei ........."
Faber, Joh., Bleiſtift........"
Faber & Schleicher .........."
Fahr, Gebr., Pirmaſens ....."
Felten & Guilleaume, Carlsw...
Feinmechank (Jetter). .....
Feiſt Seitkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas...... ...
Franrfurter Hof ......."
Frf. Maſch, Pokornh & Wittel.
Fuchs, Waggon Stamm ....."
Ganz. Ludwig, Mainz .......
35 31. 3 Geiling & Cie. .............." Germania Linoleum .. . . . . . .." 17 22.5 Gelſenkirchen Gußſtahl ......." 3,25 Goldſchmidt, Th. . . . . . . . . . . . ." 16. 16 15.4 Gotha Waggon .............."
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. .."
Grün & Bilfinger ..........."
Hammerſen (Osnabrück) ......" *3
30
15,8 Ba Hanfwerke Füſſen ..........." 12.35 16,5 16.25 Heddernheimer Kupfer ......." 8,5 22 Heyligenſtaedt, Gießen ......." 425 Hilpert Armaturenf. . ........
Hindrichs=Auffermann. . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ........ 6,3
12 Hoch= und Tiefbau .........." 375 z5 Höchſter Farben ..........." 15,75 3 Holzmann, Phil. . ...... ... . . Holzverk.=Induſtr. .. .... ....." 13 44 4,25 Hydrometer Breslau ........" Inag .. . . .................. 15.5 16,25 Junghans Stamm . . . . . . . . . . ." B3.25 24 Karlsruher Maſchinen ........" 19 1,8 Kirſtadt N.
...... 18,75 19,5 Klein, Schanzlin & Becker ... 19 Knorr, Heilbronn....... ... .. 24,5 Kolb & Schüle Spinn. ....... 3,75 Konſervenfabrik Braun ......" Krauß & Co., Lokom. . . . . . . . ." 10. Lahmeyer & Co. ...
... 1. Lech, Augsburg ............." 85 Lederw. Rothe ............." 78 Lederwerke Spicharz ........" 4,8 10.5 Lingel, Schuhw. Erfurt ......" 3.2 13.25 Löhnberger Mühle .........." 10 8,5 Lüdenſcheid Metallw. . . . . . . . ." 4,8 14,75 Luther, Maſch.=u Mühlenbau.. 4,2 Lux’ſche Induſtrie 12,8 15,8 Mainkraftwerke Höchſt
Meguin, Butzbach 16,75 17.25 15,5 Metallgeſ. Frkft. . .
Meyer, Dr. Paul
Miag, Mühlenb., Fraukf. a. 20,25 5,25 B 15 Moenus Stamm 6.25 Motorenſabrik Deutz ......... 2,75 Motorenfabrik Oberurſel ....." 15,6 2 Reckarſulmer Fahrzeugwerke... Neckarwerke Ezl. Stamm .. . .." Oleawerke Frankfurt a. M.. . . .
Peters Union Frankfurt a. M.
Pfälz. Nähm., Kayſer ........" 5.3 7, 23 4,9 18,75 1 Philipps A.=G. ...... ......." 17,75 Porzellan Weſſel............ 20 18,5 Reiniger, Gebbert & Schall.. . 2.9 113 Rhein. Elektr. Stamm ........" 11.5 17,6 1. Metall Vorzüge ......." 10,5 0,8 Rhenania, Aachen ..........." 8,8 6,8 675 Niedinger, Maſchinen ........." Rückforth, Stettin ..........." Rütgerswerke ..............." 16,75 Schleußner (Frankfurt a. M.) .. 1,8 15 14,75 Schneider & Hanau..... . . . . ." 5,8 5,5 Schnellpreſſen Frankenthal. . . . 6.9 8. 8,5 Schramm Lackfabrik. ...... 21,25 Schriftgießerei Stempel, Ffm. 88 B Schuckert Elettr. (Nürnberg) ... 39 2,4 Schuhfabrit Berneis=Weſſel ..." 5,5 Schuhfabrik Herz......"
Schuhf-Leander Offenbach ..." 13 13 425 4,0. Schulz, Grünlack, Rdsh.. .. . . . . 0,85 2,25 2,1 Seilinduſtrie Wolff .......... 15 155 Sichel & Co, Mainz ......... 29
31. 3.
1,8
12,5
21
16,25
4,4
29
16.5
125
4,5
6.5
10,75
4.3
16,25
12,5
8,25
3,1
11,5
5,5
3,3
5.9
7.25
15.75
1.9
8,5
75
4.2:
10
4,2
2.7
16.9
24
2,85
1=
3
*
78.
8,5
91,
Siemens Elektr. Betriebe ... ..
Siemens Glasinduſtrie ..... ..
Siemens & Halske.. . . . . . . . . ."
Stöckicht=Offenbach=Gummi .. .
Süddeutſche Immobilien ...."
Thüring. elektr. Lief.=Geſ., Gotha
uhrenfabrik Furtwängler .....
Beithwerke in Sandbach ...."
Verein f. Chem. Induſtr. Frkft.
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
„ Faßfabriken Caſſel ..
„ Gummifabr. Bln.=Frkf..
„ Pinſelfabr. Nürnberg ..
„ Ultramarin .. . . . . . .. .."
„ Zellſtoff, Berlin ......."
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ....
Stämme...
Voigt & Haeffner Stämme..
Voltohm, Seil.......
Bahß & Frehtag. . ..
Wegelin Rußfabrik .......
Zellſtoff Waldhof Stamm ..
Buckerfabr. Waghäuſel...
Frankenthal ......
Heilbronn. . . .
Offſtein ........"
28. 3
16.75
24
45
0.9
4,9
12
4,9
20,25
2.45
3.4
4.,7
,2
12,75
49
4.75
4,5
5,2
Stuttgart . ....... Pie Transport=Aktien. Schantung E. B............." 15 Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ. .. 40 Hapag (Paketfahrt) ..... .. . .. 31,5 Nordd. Lloyd.. . . . . . . . . . . . . .." Darmſtädter Werte. Bahnbedarf................" Dampfkeſſel Rodberg.. ....... Helvetia Konſervenfabrik. . .. 4,5 Gebr. Lutz .................." Motorenbfarik Darmſtadt ... .." Gebr. Roeder ..............." 9,8 Venuleth & Ellenberger ......" 38 Nnnotierte Aktien. Allg. Bankverein Düſſeldorf... Beckerkohle. .......... . . .. . . Beckerſtahl .. . . . . . ........... Benz.. . . . . . . . . . ....
.. Brovn Boveri .............. Cont. Handelsbank ..........." 0.325 Deutſche Handelsbank ........" 0,09 Frankf. Handelsbank. . . . . . . . . . 0,065 Falconwerke ..
..... de Giorgi Choc. ...... ......."
Growag ..."
......... 08
0,25 Hanſa Llohd ..............." Hero Conſerven ..
......... Holſatiawerke, Altona .. . ..... Kabel Rheydt
..... Krügershall Kali
..... .....
Metall Starkenburg". j2. Metz, Karl & Söhne, Freibg. .. . 4. Neckar=Gummi .... . .. . .. 0.19 Petroleum Dtſche. .... . .. .... Raſtatter Waggon ..........." 775 Remy Chen. ..............." 0.7 Textil=Ind. Barmen (Tiag).... 2.75 Ufa Film .. . . . . . ..... ....... 7,5 Unterfranken Großkraftw. .... . 0.,675
184
43
11
37,5
5,2
4,05
15, 75
2,5
475
12,75
4,6
4.5
5
5.35
6i
15.5
95
39
9285
0,09
0.065
0,75
0,3
1,8
0,6
15
18.5
275
aß
Nummer 92.
Hans beier Kromm der Lebendige.
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.
91)
(Nachdruck verboten.)
Kind dazu bei. „Iſt nicht Mäxchen! Iſt Günterlein.‟ Damit der alten Schweinsledernen; „Gudrune und Malchen rückten
verſetzte Gret die kleine, geſtabweſende Mutter ſofort in die
Wirklichkeit zurück.
Auch Gudrune, mit ihrer Geduld und Güte, hatte Anteil
an dieſer Beſſerung. Wie zwei Freundinnen ſaßen die beiden
Frauenzimmerchen eng gneinandergedrückt, wenns Feierabend glänzend, ihre kleinen Füße traten wieder ſicher und feſt. Da
war, oder wenn ſie mit den Kindern „Barbuſchken,
Barbuſch=
ken” ſangen; und nach und nach ſprachen ſie einander aus,
was ihnen das Leben zulieb und zuleid getan.
Das macht ſich alles ſo einfach, ſo ganz natürlich kam es; führte.
es kam mit all den Dingen und Aufgaben des täglichen Lebens,
wurde nebenher erledigt und keiner grübelte darüber nach,
welchen Wert es für Geſundheit und Wohlfühlen hätte, und
gerade darin lag der Wert. Darin lag Malchens fortſchreitende
Geneſung. Hier, wo jedes ſeinen Weg lief, ſelbſtverſtändlich
fleißig und ſelbſtverſtändlich geſund, mußte auch ſie dazu
kom=
men, ſie wurde mitgezogen — es lag in der Luft.
Ab und zu hatte Hans Peter wohl etliche gute, weckende
und weiterhelfende Worte zu ihr geſprochen, aber noch wars
immer, als ob etwas an ihm ſie ſchauern machen wollte. „
War=
drüat?, fragte er eines Tages.
Da nickte ſie ſtumm. „Es — es ſieht mich ſo furtbar böſe
an, ſagte ſie dann, nund Erich erzählte mir doch, es wäre ganz Tränen ſchoſſen ihr übers Geſicht.
weg — raus.”
„Und nun möchteſt du wiſſen, wie ſich die Sache verhält,
wie?"
Sie nickte lebhaft und ſah ſcheu auf das Künſtliche, deſſen
Daſein ihr geſchwächtes Bewußtſein ſich nicht
zuſammenrei=
men konnte. „Es ſieht aus, als ſchilts mit mir!” meinte ſie
ſchüchtern. Da tat er das Aeuglein heraus in ſeine Hand, und
atemlos betrachtete ſie nun das ſeine Ding, das ihr ein Bangen
gemacht.
„Du ſiehſt, da iſt alles in Ordnung, und alles iſt wieder
gutgemacht,” ſagte er. „Gib acht, nun ziehe ichs wieder an.”
Und das tat er.
Dann gabs eine neue Stufe in der Geneſung zu erklimmen.
Ein Brief von Herrn Kreibel war eingetroffen. Man hatte
ihm mitgeteilt, wie die Tochter in der Erholung ſo gut
vor=
wärtskäme; nun ſchrieb er übervoll von Dank und Freude.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Mit Gudrune zuſammen las Malchen den Brief immer wieder
und wenn ſie an den letzten Satz kamen: „Dein Vater wartet
auf dich” ſeufzte ſie tief auf, als würde das Abſchiednehmen
eine herzbrechende Sache werden.
Auch Gret hatte ſich mit den Knaben zurechtgelebt, obwohl
ſie vorlaut und herrſchſüchtig war. Günter fügte ſich, Gerd
Und nicht wenig trug mit dem harten Anruf ihr eigen aber hielt ihr tapfer Widerpart. Sie lagen nun zu dreien über
auch dazu, und Malchen ſtreichelte dann den Liebling und ſagte
leiſe, leiſe „Mäxchen, liebes Märchen”; aber Gret vernahm es
doch und keifend riefs: „Iſt nicht Mäxchen! Iſt Günterlein.”
Malchen nahm zu an Gewicht, ihr Haar wurde wieder
fügte es ſich, daß Jürgen Neuwerker, der Hilfsingenieur vom
Werkplatz, geſchäftlich verreiſen mußte; ſein Weg führte auch
in die Hauptſtadt, wo Kreipel im Bierkeller ſeine Wirtſchaſt
Malchen und Gret ſollten mitgenommen werden. Als der
Abſchied da war, hing die Geſundgewordene an Gudrune und
hing an ihm, der ſein Auge um ſie verloren hatte.
„Der Vater wartet,” ſprach er leiſe ihr ins Ohr.
Da löſten ſich ihre Hände. Sie wußte, wo ſie hingehörte.
Wiederſehn! Wiederſehn!” winkten Hilde und Merete
ihr zu.
Gret erſchien mit den Knaben; ſie ſchleppten ſich mit einem
anſehnlichen Eßkober, der wurde ins Wägelchen geſchoben.
Und Malchen winkte zurück: „Gute Sonnenmühle! Liebe
um fürchteſt du dich vor mir?. Iſts mein Auge, das dich be= Sonnenmühle!‟ Sie ſtreckte die Hände — —. Die kleine
Ge=
ſtalt dort, kam ſie nicht heruntergelaufen?
„Mäxchen!” rief ſie, alles vergeſſend, „Mäxchen!”. Und
„Iſt nicht Märchen!. Iſt Günterlein!”
Wie eine zwingende Macht fuhr die helle nüchterne Stimme
ihrer Tochter auf ſie ein; ſie zuckte und nahm ſich zuſammen.
„Dal‟ Gret zog die Mutter auf den Wagenſitz zurück und
reichte ihr das Taſchentuch, die Tränen abzuwiſchen.
„Der Vater wartet.” Wie herrlich, daß noch jemand da
d war, der ihrer wartete! Er ſollte noch Freude an ihr erleben.
— Freude! Freude! —
So fuhr das Kreipel=Malchen nach Berlin zurück.
Volk! Das ſind wir alle.
„Ach, wie verſchändet iſt alles, was deutſch an Name
und Weſen.
böslich vergiftet ſein Ruf bis an die Enden der Welt.”
Deutſchland war krank. Deutſchland glich einem Topf voller
Krebſe, die man lebendig aufs Feuer getan. Das Waſſer wird
Seite 15.
immer heißer, die Krebſe werden immer luſtiger und immer röter.
Sie klimmen über alle Ränder, die Geängſteten, bis ſie
durch=
geſotten ganz ſtill liegen.
Da war ein Deutſchland, das juchzte und tanzte, ein
Deutſch=
land, das es mit ſich und aller Welt gut meinte und immer noch
glaubte: „Sie werden ein Einſehen haben — Sie werden’s uicht
zu ſchlimm mit uns treiben — Sie ſind auch Menſchen”
Das eben war der Irrtum.
Wo war das Deutſchland, das ſich ſchämte und grämte?
Kronen lagen in den Staub gerollt. Spangen an
Fürſten=
mänteln ſtarrten zerſprungen; die ganze alte, ſchöne Herrlichkeit
war von ihren Trägern wie Plunder abgefallen; leicht, kampflos,
als wären ſie nur Statiſten ihrer Rolle geweſen, verſchwanden,
die jene Herrlichkeit als ihr Erbrecht beanſprucht hatten. War das
als menſchlicher Tiefſtand anzuſprechen oder wuchſen jene als die
wirklich Großen über gewöhnliches Maß empor, wenn ſie von
ihren Thronen ſtiegen, um ſich ruhmlos davonzumachen? Sie
gingen — gingen irgendwohin, ins Einfache=Leute=Daſein, Und
wenigen weinte man nach.
Die Stühle der Edlen und Vornehmen ſtanden nun leer.
Wer ſollte ſie einnehmen? Wer — wer ſollte Deutſchlands Haupt
und Führer ſein?.
Kein Stern ging auf im Dunkel, das immer ſchwärzer wurde.
Deutſchland war krank. Das Volk, das einſt zu den fleißigſten
gezählt, verweigerte zu arbeiten — faul, feil und feige lag’s
um=
her und heckte ſein eigen unheil aus.
Sie litten, daß man ſie niedertrat und verhöhnte, daß man
in deutſches Angeſicht ſpie. Da war keine Schmach, keine
Demüt=
gung, die ſie nicht willfährig in ſich hineinſchluckten. Und obſchon
ſie wußten, daß nicht ſie allein ſchuldig am großen Blutvergießen,
ſchrien ſie es doch nicht hinaus, und keine Hand war da, die es
mit feurigen Lettern an den Himmel ſchrieb.
*
Hans Peter ſaß in ſeiner Zeichenſtube.
Er wollte arbeiten und konnte nicht. Die Modelle, die er für
das neue Maſchinenhaus ſeines Oelbohrwerkes entwarf,
gelau=
gen ihm nicht. Ich habe heute keine glückliche Hand”, ſagte er
und erhob ſich. Ihm lag ein Geräuſch in den Ohren, dumpf und
wüſt und ſchwer, das er neulich bei dem Volksauflauf in
Wöll=
men vernommen. Dort war ein Knäuel brüllender Geſtalten
vor das Rathaus gezogen, um den Bürgermeiſter abzuſetzen. und
es war gelungen.
(Fortſetzung folgt.)
für
Nele Bewelse Unserer aussergewöhnlichen Preiswürdigkeit:
Porzellan
Tassen, groß, echt Porzellan .."
298
Tassen, mit Untertassen, echt Porzellan
359
Kaffee-Serrice, 5teilig, dekoriert . . 3.95
Kaffee-Serrice, 9teilig, echt Porzellan,
dekoriert ... .".
.. 5.75
Tonnen-Garnituren, 22teilig, mit 6
Milchtöpfen, echt Porzellan. . . . 19.50
Strohmuster-Tassen, mit Untertasse,
658
hohe oder Aache Form ...
559
Teller, tief oder Hach, Feston . . .
Kaffee- od. Zuckerdose,Schranbdeckel 959
958
Butterdosen, mit Deckel .. . .
Kaffee-Kannen, weiß . . . . . 1.10, 70₰
Milchkannen . . . . . . .
.... 359
Steingut
Teller, tief oder Hach, blauer Rand.
Untertassen, weiß . . .
Tassen, weiß"
Kumpen, bunt . . . . . . . .
Waschschüsselu, ereme, groß
Waschkrüge, ereme, groß . .
Waschgarnituren, 5teilig, dekoriert.
Tonnen-Garnituren, 16teilig, reiche
Musterauswahl . . . . . . . . .
Ess-Service, 23teilig, Goldrand . . .
Suppenterrine, oral, bunt . . . . .
Schüsseln, gerippt . . . . . . .
Salz- oder Mehlmetze, mit Aufschrift.
258
108
108
259
1.75
1.50
G.95
11.50
18.50
1.95
458
1,50
Aluminium
Kochtönfe, mit Deckel, rein Alumin. 1.95
Kasserolen, mit Stiel . .. . . 1.35, 959
Essenträger, m. Deckel n. Bügel, 1.25, 958
Sand-Seife-Soda-Garnitur .
3.50
Milchtöpke . . . . . . . 1.25, 1.10, 959
6 BälöFel oder 6 Gabeln .nns.
753
6 Kaffeelöffel.
.. . zus. 509
Kaffee- oder Zuckerdose .
1.95
659
Schöptlöfkel, 9 cm .. .
4.95
LöFelbleche, groß
459
Seikenbehälter".
5.50
Tourlstenkocher, mit 2 Töpfen. .
259
Tee-Eler ..
Emaille
Milchtöpfe, 1 Liter
Milchträger, 2 Liter 1.30, 11, Liter
Kochtöpte, gestanzte 1a Onalität
506
1.10
24cm
1.15 1.35 1.65 1.30 2.3,5
Waschschüsseln, weiß, mit Seifennapf 1.65
Waschschilsseln, oral . ...."
1.65
Kaffee-Hessel, graue, 1a Qualität . . 2.95
Salatseiler, 24 cm . .
1.35
Zink-Waren
Zink-Waunen . . . . . rund 36 cm 2.50
Eink-Faunen . . . . . . onal 40 om 2.50
Waschkessel, mit Deckel 38 cm . . . 5.95
Wir unterhalten eine Riesen-Auswahl in allen Haushaltungsgegenständen.
Blech- und Lackierwaren
859
Spring-Formen . . . . . . . . ."
Pndding-Formen, Ia Weißblech .
1.45
Karioffelpressen . . . .
1.25.
. „
Sehr billig!
Sehr billig!
Brotkasten, Ia Lackierung,
oral oder rund . ..
.... 3.50
Brotkasten, f. lackiert, viereckig . . 3.95
Löfelbleche, ff. lackiert . . . 1.95, 1.50
Sand-Seife-Soda-Garnitur . . ... 1.90
Kaffee- oder Zuckerdosen . ..
1.10
Blumen-Gießkanuen, f. lackiert:
1.15
Butterlosen (Glas) mit vernieckelt
Teller und Deckel, enorm billig
59
Holzwaren
Salatbestecke .„ 458 Putz- und Vichskasten . . . 1.35 Besteck-Kasten, 2teilig ..... 1.50 Handtuch-Halter mit Einl. „.. .. 1.25 Gewürz-Schrünke, sehr solid . .. 2.75 Wellhölzer, stark . . . . . . . ." 958 Wellbolz-Garnitaren, 7teilig . . .. 2.95 Mellsiebe mit Draltboden . . . .. 709 Hermelbretter mit gutem Bezug". .. 1.25 Bügelbretter mit Ia Moltonbezug 4:35 Broltärde,verniekelt, m. Iaiolka-Einlage .... 95.
Haus- und Küchengeräte
Fleischhackmaschinen, emaill
(4lexanderwerk) .. . . . . . . 5.50
Reibmaschinen, Ia Fabrikat .. ..
2.95
Küchenwagen, erstklass. Fabrikat . . 4.50
Wand-Kafkeemühlen, Ia Werk
Steingutbehälter . . . . . . . . 5.95
Bestecke, Ia Solinger Ware . . Paar 1.75
Tischmesser, Ia Solinger Ware . . . 80₰
Salatbestecke, Horn . . . . . . . . 1.95
2.25
Plätteisen ....... ..
1.45
Thermostlaschen, ½/, Liter ....
(ele-Dogop, Niekel-Deckel un
. . mur
Töfkel .....
95,
Herschiedenes
Marktkörbe, ganze Weiden .
Waschkörbe, oral, ganze Weiden .. 2.80
Strohtaschen, sehr haltbar . . . . . 1.35
Wäscheleinen, reiner Hanf . . Meter
Bolnerwachs, Ia Oualität . . . 1.35, 755
Ia Kernseife, 5 Stück . ....
Schenertücher, gute Oualität . .
Wascll- und Abseifbürsten ..
256
358
Seifensand, 8 Pakete ...
Fensterleder . . . . . . . . von90 ₰au.
1.35
69
958
459
Rasler=Carutur mit ferstellaren
Spiegel, mit Pingel ..... 95
Eeite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. April 1924.
Rummer 92.
Dienstag, den 1. April
Seanln, Ailees
Für Kinders Bür bamens FürHerrens Verschiedenes:
mit u. ohne
Kinder-Söckchen moltrand
in weiß, schwarz, braun und bunt
Größe 1 2 3 4 5 6 7 8 9
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aus sol. Kretonne mit Stickerei
.. . . Mark 3.25, 2.75,
Damen-
Serie T 25 30 35 40 45 50 55 60 70
Krotonne-Beinkleider
Serie II 60 70 80 90 100 110 120 135 150
w. Wollr.
mit guter Stickerei
. . . Mark 3,25, 2,75,
Damen-
Kret.-Nachthemden
Baumwoll. Kinderstrümpfe
gestrickt, in schwarz und braun
Größe 1 2 3 4 5
Serie I. 50 60 70 80 90 100 115 130
Serie II 80 90 100 110 120 130 145 160
Damen-Untertaillen
mit reicher Stickerei
Knaben-Sweaters
. Mark 1.80, 1.60,
in vielen Farben vorrätig
.. . Mark 2.80, 2.50, 2.25, 9.00
mit Kragen und viereck.
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schnitt . . . . Mark 6.50, 5.50,
Sweater-Anzüge
zum Anknöpfen für das Alter bis
4 Jahre .... . Mark 11.,25, 10.00
Knaben-Wosten reine Volle
in allen modernen Farben
Größe 35 40 45 50
8,00 9.00 10.00 11.50
Knaben-Waschblusen
aus Ia Zephir und Zephirfanell
.... . . . Mark 4,20, 3.30,
Knab.-Schillerhemden
uni u. gestreift, Mark 6.80, 6.00,
Knaben-Spielanzüge
einfarbig und gestreift
.. . Mark 5.60, 5.00, 4
einfarbig
Zipfel-Mützen und bunt
„ Mark 1.50, 1.40,
weiß Rips und
Südwester zneiarbig
Mark 2.00, 1.80,
Kinder-Röckchen
gestrickt, weiß und weiß bunt
.. . . Mark 1.25, 1.00,
Kinder-Kleidchen
in Oxford und Mousseline
.. . . Mark 3,60, 3.20
Kinder-
Hänger-Schürzen
aus Ia Siamosen u. Satin=Stoft
. . . Nark 2,25, 2.0, 1.00
Damen Prinzessröcke
volle Größe mit Stickerei und
Einsatz . . . Mark 7.00, 6.00,
Damen-
Stickerei-Röcke
Ia Stoffe, wit guter Stickerei
... . Mark 3.50, 3.00,
Damen=Schlupfhosen
in allen modernen Farben
vor-
rätig . . . . Mark 3.50, 3.00,
Damen-Korsetts
3.50
in allen Weiten vorrätig
„ Mark 3,50, 3.00, 2.80,
Damen-
9.40
Reform-Korsetts
in weiß und grau . Mark 5.00,
5.00
1.40
4.75
2.50
4.50
420
4.50
WeißeH.-Oberhemden
mit Rips und Pigué-Einsatz
.. Mark 9.00, 7.50,
Farb. H.-Oberhemden
Perkal u. Zephir mit 2 Kragen
.. . Mark 11.00, 10,00, 9.00,
Weiße u.
rurbise Schillerhemden
uni und gestreift, Zephir und
Zephirtanell . Mark 8.50, 7.00,
Damen- und
5.50 Herren-Regenschirme
in größter Auswahl
.... . . Mark 7.50, 6.25, 0.00
Herren- und
750.
Damen-Sportwesten
in vielen Farben vorrätig
... . . Mark 19.00, 16.00,
Macco-Eins.-Hemden
mit hübschen waschecbten
Ein-
sätzen „ Mark 3,60, 3.30, 3.00,
Herren-Macco-Hosen
in weiß und maccofarbig
.. . . Mark 3.25, 2,75,
Herren-Nachthemden
aus bestem Kretonne, hübsch
besetzt . . . Mark 11.00, 9.00,
Herren-Schlafanzüge
Frottier-Handtücher
nur allerbeste Oualität
.. . . . . . Mark 2,25, 2.00,
Badetücher
in weiß und weiß mit bnnt
..... Mark 16.00, 14.00,
14.00
190
10.00
Gummibälle, bunt
in großer Auswahl
Mark 1.00, 809, 709, 553,
2
dauerhafte
Putztücher Onaltät
von einfachster bis zur elegant.
Ansführung, Uark 2000, 17.00, 10.00 Stickerei u. Foston
Freislage 30 9 bis 109
in breit und schmal
.. . . 209, 108, 88,
Herren-Hosenträger
9=
I2 Gummiträger, Mk. 1,30, 1.10,
Unterrock-Stickerel
ca 15—18 cm breit . . . Mete.
Schleifenbinder
Strickwolle 4- und 5fach
nur moderne Streifen
Gewebte
Damen-Strümpfe
in schwarz, leder und allen
modernen Parben . .. 909,
Gewebte
Damen-Strümpfe
sehr dauerhaft, mit
Doppel-
gohle und Hochferge, in allen
Farben .. . . . Mark 1.45, 1.0
2
Strickbinder
Mark 1.20, 759, 90 9
in grau, schwarz und farbig
.. Gebind 158, 149, 109
in größter Auswahl
.... Nark 1,00, 80g, 009
Seiden-Selbstbinder
modernste Ausmusterung
. . . Mark 2.00, 1.50, 1.25,
Konfirm.-Korsetts
in weiß u. grau , Mk. 3.00, 2.80, L.Gd
Damen-Handschuhe
in allen Farben, sehr dauerhaft
... Mark 1.50, 1.00
Damen-Strickjacken
in gr. Answahl, Mk. 20,00, 15.00, 19.00
Damen-Schürzen
Träger, aus nur besten Stoften
Sport=Serviteurs
uni und gestreift . .
Kinder-Leibchen
in allen Größen vorrätig
... Mark 1.50, 1.35, 1.40
Kinder-Strickmäntel
.. . . Mark 3,00, 2,50,
mit passenden Mitzen in vielen
Damen-Schürzen
Wiener Form, hübsche
Aus-
musterung . . Mark 3.30, 3.00, 9.00
Damen-Kragen
1.40
in groß, Auswahl , Mk. 1.80, 1.60,
Farhen : .. Nark 13,00, 11.50, 10.00
Wir bitten um Beachtung
Weiche Sport-Kragen
Konfirm.-Strümpfe
in weiß, gestreift und uni
gestrickt, Wolle und Banmwolle.
... . 909, 709, 209
Nark 2,70, 1.90, 1.00
Konf.-Taschentücher
Ae
einfach und mit Spitze
... 509, 4g, 903
Herren-Sportgürtel
Konfirmanden-Kränze
in Leder und Gummi
... ... Mark 1.80, 1.50, 1.00
in großer Auswahl
.. . Mark 2,50, 1.80, 1.00
Sport-Stutzen
Konfirm.-Haarbänder
nur hübsche Ansmusterung
Nark 3,00, 2,00, 1.00
breit, in schwarz und weiß
.. Mark 1.10, 90g, 00 38
Horren-Socken
Konfirm.-Sträußchen
grau, farbig und schwarz
... . Mark 1.10, 9098,
Stüek 40 und K0 8
Unserer 5 Schaufenster!
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Budwigstrasse 9 bis 11.