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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und. Wort
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Nummer 82
Samstag, den 22. März 1924.
187. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg. Aufruhr Streik uſt
erliſcht
Niee
A
Verpſichtung auf Erfän
hadenerſatz. ,Bei
räge und Leiſtung von
fält jeder
8 oder get ſtlſcher Beitreib
Rabatt weg. Bannonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter 8 Nationalban”.
Das Prbblem der Sicherheit.
Auf franzöſiſcher Seite wenig Neigung zu
einem Pakt.
befürworteten Geſtalt ſei augenblicklich unmöglich, ſoweit irgend
eine britiſche Regierung in Betracht komme. Au franzöſiſcher
Seite dagegen ſcheine wenig Neigung zu einem gegenſeitigen
Pakt mit Deutſchland, an dem andere Mächte er enfalls unter
Gegenſeitigkeitsbedingungen teilnehmen würden, um die
dauernde Neutralität des entmilitariſierten Rheinlandes gegen
irgend einen Eindringling zu garantieren, zu beſtehen.
Außer=
ordentlich bemerkenswert ſei die Ablehnung, die ſogar der Pakt
Lord Cecils regionaler und gegenſeitiger Garantien unter dem
Völkerbund jetzt erfahre, Holland und die Schweiz hätten ſie
ſo=
eben verworfen und einer aus Genf eingetroffenen Schätzung
zu=
folge ſei von 50 Mitgliederſtaaten des Völkerbundes kaum der
dritte Teil bereit, ihn anzunehmen. Dem Berichterſtatter zufolge
wird erwartet, daß die Mitteilung Poincarés über das Problem
der Sicherheit Frankreichs zu einem ſehr baldigen Zeitpunkt in
London eintreffen wird.
Paris, 21. März. (Wolff.) Der Londoner Berichterſtatter
der Chicago Tribune will wiſſen, daß trotz der Verſicherungen
Macdonalds im Parlament, es würden keine weiteren
Verhand=
lungen mit Poincars geführt werden, bis die Sachwerſtändigen
ihren Bericht veröffentlicht hätten, daß zwiſchen den beiden
Pre=
mierminiſtern bereits wieder ein Austauſch von
Brie=
fen ſtattgefunden habe, die noch für einige Zeit geheim gehalten
werden ſollen. Macdonald habe Poincaré etwa folgendes
mitgeteilt:
1. Daß Frankreich das Recht habe, eine Regelung der
Sicher=
heitsfrage zu verlangen, da es in der Luft ſchwebe, ſeit England
und die Vereinigten Staaten den militärifchen Garantievertrag
nicht unterzeichnet haben;
2. daß die deutſche Bedrohung heute für Frankreich ebenſo
beſteht, wie für Deutſchland nach 1870 die franzöſiſche Bedrohung
exiftierke, und daß dagegen etwas geſchehen müſſe;
3. erhebe Maedonald Einſpruch gegen militäriſche Verträge
nach der Art, wie ſie vor dem Kriege abgeſchloſſen worden ſeien
denn nach ſeiner Anſicht trügen ſie zum Ausbruch von Kriegen
bei, und er ſchlage deshalb vor, daß Deutſchland in den
Völkerbund eintreten ſoll, damit Deutſchland und
Frank=
reich in der gleichen Weiſe gedeckt ſeien. Ferner würden nach dem
Vorſchlage Macdonalds die geſamten engliſchen Land=, See= und
Luftſtreitkräfte die Verpflichtung haben, gegen das Land
vorzu=
gehen, das einen Konflilt herbeiführen würde, ohne vorher die
Angelegenheit dem Völkerbund unterbreitet zu haben.
Mac=
donald wolle dieſe Sicherheitsfrage aber erſt nach der
vollkomme=
nen Regelung der Reparationsfrage aufwerfen.
Paris, 21. März. (Wolff.) Havas. In den zuſtändigen
engliſchen Kreiſen in Paris weiß man bis jetzt nichts
von dem Brief, den Macdonald, der Chicago Tribune
kaniſchen Zeitung zufolge hat Macdonald folgenden Vorſchlag
gemacht: Um irgend einer Drohung von deutſcher Seite
vorzu=
beugen, müſſe Deutſchland in den Völkerbund aufgenommen
wer=
den, damit es der Autorität dieſer Organiſation unterſtellt iſt.
Uinter dieſer Vorausſetzung wäre England bereit, falls es
zwi=
ſchen Deutſchland und Frankreich zu einem Konflikt kommt, der
nicht vorher dem Völkerbund unterbreitet wurde, ſeine ganze
Flotte ſowie die Armee und Luftſtreitkräfte für Frankreich in
den Kampf zu werfen.
London erwartet einen Brief Poincarés.
* London, 21. März. (Priv.=Tel.) Das in diplomatiſchen
Kreiſen verbreitete Gerücht, daß Ramſay Macdonald ſich erneut
ſchriftlich an Poincaré in der Frage des Sicherheitsproblems
gewandt habe, iſt von maßgebenden Perſönlichkeiten nicht
be=
ſtätigt worden. Dem diplomatiſchen Mitarbeiter des Daily
Tele=
graph zufolge erwartet man in London vielmehr eine Mitteilung
Poincarés hinſichtlich der franzöſiſchen Sicherheiten, und zwar
wird die Note Poincarés in den nächſten Tagen erwartet. Der
Mitarbeiter des Blattes glaubt ſchon heute zu wiſſen, daß
Mac=
donald einen Plan zur Regelung der franzöſiſch=engliſchen
Be=
ziehungen ausgearbeitet habe. Sobald er in die Oeffentlichkeit
gelange, werde man ſich Rechenſchaft darüber ablegen, daß
Mac=
donald das Sicherheitsproblem über die Reparationsfrage ſtellt.
Nach Anſicht des engliſchen Premiers gehört die
Sicherheits=
frage vor allem in den Bereich des Völkerbundes. Die
Sicher=
heitsfrage betreibe Macdonald an und für ſich in den Grenzen
der allgemeinen Vereinbarungen. Er verwirft aber alle übrigen
militäriſchen Sonderabkommen.
Paris, 21. März. (Wolff.) Unſerem Vertreter war heute
in engliſchen Kreiſen erklärt worden, daß von einer von
Mac=
donald eingeleiteten neuen Korreſpondenz, wie ſie die Chicago
Tribune ankündigt, nichts bekannt iſt. Der diplomatiſche
Re=
dakteur der Habasagentur beſtätigt dieſe Feſtſtellung. Poincaré
habe ſeit dem am 2. März veröffentlichten Schriftwechſel
keiner=
lei perſönliches Schreiben von ſeinem engliſchen Kollegen
erhal=
ten, und ihm auch ſeinerſeits keines zugehen laſſen. Dagegen
werde zwiſchen den beiden Staatsmännern ein eifriger
Mei=
nungsaustauſch über die Sicherheits= und Reparationsfrage
ge=
pflogen. Ueber dieſe Unterhandlungen, die durchaus normaler
Art ſeien, exiſtiere jedoch kein neuer Schriftwechſel zwiſchen den
beiden Miniſtern.
Es iſt unverkennbar, daß zwiſchen der Mitteilung des
Havas=
redakteurs über den Meinungsaustauſch über die Reparations=
und Sicherheitsfrage von Kanzlei zu Kanzlei einerſeits und der
an anderer Stelle wiedergegebenen Kritik des ebenfalls gut
unterrichteten Blatte3 an dem völlig paſſiven Verhalten der
fran=
zöſiſchen Regierungspolitik andererſeits ein ſtarker Widerſpruch
Hlafft=
Geheime Beſprechungen zwiſchen Paris und
London.
* Paris, 22. März. (Priv.=Tel.) Nach beſtimmten
An=
zeichen zu ſchließen, plant die franzöſiſche Regierung noch vor
dem Abſchluß der Sachverſtändigenarbeiten eine Ausſprache mit
dem engliſchen Kabinett über das Sicherheitsproblem und
wahr=
ſcheinlich auch über das Reparationsproblem herbeizuführen.
Offiziös gefärbte Meldungen des Matin und der Daily Mail
haben bereits ſeit einiger Zeit mit dieſer Möglichkeit rechnen
laſſen. In unterrichteten Kreiſen verlautet nun, daß geheime
Beſprechungen zwiſchen Paris und London bereits im Gange
ſind. Weiter erfährt man, daß dem Londoner franzöſiſchen
Ge=
ſandten, Grafen St. Aulaire, aus Paris ſoeben wichtige
In=
ſtrucktionen hinſichtlich der franzöſiſchen Sicherheitsfrage
telegra=
phiert worden ſind. Eine vom Daily Telegraph heute früh
ver=
öffentlichte Notiz, wonach in London eine neue Denkſchrift
Poin=
carés erwartet wird, dürfte daher Anſpruch auf
Wahrſcheinlich=
keit haben. Es iſt zu beachten, daß die franzöſiſche Regierung
entgegen einer von amerikaniſcher Seite heute aufgeſtellten
Be=
hauptung die Initiative zur Eröffnung franzöſiſch=enliſcher
Be=
ſprechungen ergreift. Zb den Beſprechungen dürften, wie man
hier annimmt, auch belgiſche Regierungsmitglieder hinzugezogen
werden. Man verweiſt auf ein Brüſſenler Telegramm, daß
Theu=
nis und Hymans in ungefähr zehn Tagen in Paris eintreffen
werden. Ein offizieller Schrit ſeitens der belgiſchen Regierung
iſt allerdings noch nicht erfolgt. Marcell Rey im Petit Journal
rechnet beſtimmt damt, daß die engliſch=franzöſiſchen
Verhand=
lungen in den nächſten zwei Wochen einen regen Verlauf
neh=
men werden. Der Abſchluß wird wahrſcheinlich mit der
Ueber=
gabe des Sachverſtändigenberichts an die Reparationskommiſſion
erfolgen. Gewiſſe Rückſchlüſſe auf die Abſichten des Pariſer
Ka=
binetts läßt auch der heutige Temps=Artikel zu. Das offiziöſe
Pariſer Blatt empfiehlt eine ſofortige Rückſprache mit England:
1. Hinſichtlich der Reparationen, zumal in der Frage der
interalliierten Schulden, und zur Ermittelung des Betrages, den
das britiſche Schatzaint von Frankreich einzzuziehen beabſichtige.
Der Temps betont, daß dieſe Frage ungbhängig von den
Sach=
verſtändigenberichten numnehr ſofort angeſchnitten werden könne.
2. Zur Behandlung des Sicherheitsproblems. Der Temps
ſchlägt hier eine Löſung vor, die ſich im großen und ganzen mit
dem von Lord Grey vertretenen und befürworteten Standpunkt
deckt. Frankreich und England würden innerhalb der von dem
Covenant des Völkerbunds gezogenen Grenzen einen
gegen=
ſeitigen Garantievertrag verhandeln, dem ſämtliche andere
Staa=
ten, auch diejenigen, die noch nicht zum Völkerbund gehören,
beitreten können.
Es iſt nicht erſichtlich, wie weit die Anregung des Blattes
dem Standpunkt der berufenen Pariſer Kreiſe widerſpricht.
Die engliſche Luſiverteidigung.
Die Aufſteſtung von 6 Geſchwadern geplant.
London, 21. März. (Wolff.) Im Unterhaus kam
heute die Frage der Luftverteidigung wiederum zur
Er=
örterung. Im Laufe der Debatte über den Etat für die
Luftſchiff=
fahrt erklärte einer der liberalen Führer, Sir John Simon,
jeder vernünftige Menſch, der die auswärtige Lage unparteiiſch
prüfe, müſſe zu dem Schluß kommen, daß der Voranſchlag, der
eine Erhöhung der Ausgaben um 2½ Millionen Pfund
aufweiſe, vollkommen angemeſſen ſei. Keine
Re=
gierung, welches auch ihre Politik ſei, dürfe die
Rüſtun=
gen Frankreichs in der Luft unberückſichtigt
laſ=
ſen, wenn er auch den Verſicherungen Poincarés Glauben
ſchenke, daß ſie zum Schutz Frankreichs gegen einen deutſchen
Revanchekrieg gedacht ſeien. Nach dem Kriege ſei die Luftwaffe
Englands planmäßig herabgeſetzt und auf das zuläſſige
Mindeſt=
maß beſchränkt worden. Eine ſolche Einſchränkung aber müſſe
allgemein ſein und internationalen Charakter haben.
Im Oberhauſe brachte der Luftfahrtſekretär Lord
Thomſon den Geſetzentwurf betreffend die Errichtung
einer Hilfsluftſtreitmacht und Luftreſerve in
zweiter Leſung ein und ſagte, die Hilfsmacht entſpreche in ihrem
Charakter dem der territorialen Armee. Der Zweck der Vorlage
ſei, dem Luftfahrtminiſterium die Ausdehnung der
Re=
krutierung zu ermöglichen. Zunächſt ſei beabſichtigt,
ſechs Geſchwader aufzuſtellen. Man hoffe, die
Rekru=
tierung für zwei Geſchwader im Gebiet von London im Sommer
und eventuell für ein weiteres Geſchwader bei Glasgow im
Herbſt zu beginnen. Außerdem ſei beabſichtigt, ſieben andere
Reſervegeſchwader für den Schutz der Heimat zu bilden.
Der Marquis von Londonderre begrüßte die Vorlage im
Namen der Konſervativen Partei und ſagte, ſie werde die
Zu=
ſtimmung ſämtlicher Parteien finden. Hierauf wurde die
Vor=
lage in zweiter Leſung angenommen.
Im Unterhaus erklärte der Unterſtaatsſekretär für die
Luftfahrt Leach bei Erörterung des Luftfahrtetats, die
Re=
gierung könne ſich nicht auf irgend ein Luftprogramm
über das Jahr 1924/25 hinaus verpflichten und
die Tatſache außer acht laſſen, daß in der Zwiſchenzeit
internatio=
nale Vereinbarungen geſchloſſen werden könnten. Wenn
wäh=
rend des Jahres nichts eintrete, was die Regierung berechtige,
das Haus zu einer Aenderung des gegenwärtigen Programms
aufzufordern, nehme er an, daß dann dieſes Programm
ent=
ſprechend den von der konſervativen Regierung gegebenen
Richt=
linien weiter entwickelt wird.
Das franzöſiſche Armeegeſetz angenommen.
Paris, 21. März. (Wolff.) Die Kammer hat heute
mor=
gen das neue Geſetz über die innere Organiſation der Armee
an=
genommen. Nach dieſem Geſetz wird die Zahl der
Infanterie=
offiziere erhöht. Der Kriegsminiſter iſt ermächtigt, 200 höhere
Offiziere nach 30jähriger Dienſtzeit endgültig in den Ruheſtand
zu verſetzen. .
Von unſerem Korreſpondenten.
v.Kr. London, 18. März.
Der engliſche Himmel hängt voll von politiſichem Gewölk.
Ueber Nacht iſt eine Kriſis entſtanden, über deren Tragweite man
nicht im Unklaren ſein darf. Am 13. März hat die Regierung
ihre erſte Niederlage erlitten, eine Niederlage in einer
Geſchäfts=
ordnungsfrage. Kein Anlaß zur Demifſion, aber dennoch ein
Wetterleuchten, das die Lage blitzartig erhellte. Nach
parlamen=
tariſchem Brauch, der hierzulande ſakroſankt iſt, iſt es gegen Ende
des Finanzjahres zur Zeit der Etatsberatung üblich, die
Geſamt=
ſitzungszeit auf die Erledigung der Regierungsgeſchäfte zu
ver=
wenden. Dann fallen die ſogenannten privaten Anträge
einzel=
ner Abgeordneter oder Gruppen oder Parteien automatiſch unter
den Tiſch, oder ſie werden auf unbebannte Zeit vertagt. Das
ſollte aber diesmal nicht geſchehen, weil nämlich die regierenve
Arbeiterpartei verſchiedene Geſetzentwürfe, nämlich ein
Mindeſt=
lohngeſetz und ein Arbeitszeitgeſetz, eingebracht hatte, die in der
nächſten Woche verhandelt werden ſollten. Die Regierung
be=
fand ſich in einem Dilemma. Die Beratung des Etats war im
Rückſtande, wie üblich! Geſchehen mußte etwas, und ſo
bean=
tragte ſie am Donnerstag Verlängerung der Sitzungszeit über
rie übliche Schlußſtunde, 11 Uhr abends, hinaus. Ihr Antrag
wurde abgelehnt, weil er dem parlamentariſchen Brauch
wider=
ſpräche, nicht etwa, weil die Geſetzentwürfe der Arbeiterpartei
damit unter den Tiſch gefallen wären. Regierungsniederlage!
Die Oppoſition ſchmunzelte.
Aber inzwiſchen ſind die Verhandlungen im Kohlenbergbau
geſcheitert, obwohl die Bergherren faſt die Geſamtheit der
Ar=
beiterforderungen bewilligt haben. Hätte man, ſo ſägt man,
das gleiche Angebot ſchon früher gemacht, wäre der Konflikt
ver=
mieden worden. Wer glaubt es? Die Verhandlungen find
des=
wegen geſcheiert, weil die Arbeitnehmer mit dem
Mindeſt=
lohngeſetz, ein Geſetz, das auf ihre Initiative zurückzuführen
iſt, rechneten. Es ſollte auf geſetzlichem Wege alle abgelehnten
Forderungen bewilligen — ein= für allemal und grundſätzlich,
als den erſten Schritt in das ſozialiſtiſche Dorado. Die
Regis=
rung hatte dieſen Geſetzentwurf nicht als Regierungsantrag
übernehmen wollen, ſie wollte neutral bleiben, unabhängig. Nur
ſo war die Arbeiterregierung überhaupt möglich, „nur ſo die
Unterſtützung der Liberalen denkbar. Am 21. März ſollte der
Entwurf beraten werden. Nun aber kommt die Niederlage, und
die Regierung muß in Anerbennung parlamentariſchen
Ge=
brauchs die Beratung von der Tagesordnung abſetzen und einen
Ausweg finden. Im April ſoll der Antrag beraten werden, nach
Schluß des Finanzjahres am 31. März. Leider aber verfügt
ſie nicht über die Mehrheit im Parlament. So oder ſo wird der
Entwurf begraben werden. Er hat kaum irgendwelche Ausſichten
auf Annahme. Auf dieſem Umwege werden die Bergarbeiter
ihren Willen nicht durchſetzen.
Aber die Bergarbeiter ſitzen in der Regierung, ſie bilden in
der Partei des Miniſterpräſidenten die ſtärkſte Gruppe. So
wird denn heute mitgeteilt, daß die Regierung die Abſicht habe,
ihrerſeits einen neuen Geſetzenturf in der gleichen Frage
einzubringen, ein Mindeſtlohngeſetz der Regierung. Es erſcheint
glaubhaft, daß dieſer Enwwurf ſich nur unweſentlich von dem
Privatentwurf der ſozialiſtiſchen Abgeordneten unterſcheiden
wird. Schließlich iſt Macdonald der Führer der Arbeiterpartei
und von ihr abhängig.
Was bedeutet das alles? Es bedeutet zunächſt die Gefahr
eines Streiks im Kohlenbergbau, möglicherweiſ= einen
Sym=
pathieſtreik anderer Beruſe dazu. Allenthalben gährt es: im
Schiffbau, bei den Transportarbeitern, in der Textilinduſtrie,
überall, wohin man blickt. Die Stunde iſt ernſt. Sie iſt
des=
wegen ernſt, weil alle dieſe Maſſen, zuſammengenommen, im
Parlament hoffnungslos in der Minderheit ſind. Ihnen fehlt
die parlamentariſche Macht. Ihnen fehlt auch die Macht der
öffentlichen Meinung. Die Arbeiter ſind ohne Preſſe. Der Daily
Herald, ihr amtliches Organ, iſt ein kleines, bedeutungsloſes
Blättchen. Es ſtellt nichts vor. Was bleibt? Die Macht der
Straße. Das alte Lied: Alle Räder ftehen ſtill, wenn dein
ſtar=
ker Arm es will. Und die Oppoſition? Sie ſchmunzelt, ſo mußte
es konrmen.
Was iſt der Inhalt dieſes Kampfes? England har den Krieg
gewonnen. Das glauben die Maſſen. Ungeheure Kriegsgewinne
ſind von den beſitzenden Schichten gemacht worden — nach dem
Kriege und während des Krieges. Sie beherrſchen die
Welt=
wärkte. Man braucht nur den Preis heraufzuſetzen, und ſchon
ſind erhöhte Lohnausgaben abgewälzt. Das glaubt der
Arbei=
ter, das vertrat, wenigſtens vor einigen Jahren, auch ſein Führer
Macdonald. Aber wie ſieht es in Wahrheit aus? Die großen
Geſvinne ſind zerſtoben, die Mehrzahl der engliſchen
Geſchäfts=
leute lebt vom Kapital oder friſtet mühfelig ein kümmerliches
ge=
ſchäftliches Leben. Der Abſatz will ſich nicht heben. Die
ſchein=
bare Beſſerundg iſt künſtlich. Die Million Arbeitsloſer iſt ein
Symptom. Es iſt nicht die Niedertracht der Arbeitgeber, die ſie
auf die Straße geſetzt hat. Nein, England hat den Krieg
wirt=
ſchaftlich verloren, und wenn die Wirtſchaftler das auch nicht
effen zugeben werden, ſo miſſen ſie doch danach handeln. Darum
kommt ihnen der gegenwärtige Kampf vielleicht nicht ungelegen.
Einmal muß mit den Illuſionen aufgeräumt werden, die den
Grund für die Begehrlichkeit, die Unruhe und Unzufriedenheit
der Arbeiterſchaft abgeben. Je eher, je beſſer.
Wenn die Arbeiterſchaft den Kampf will, wenn ſie die Macht
der Straße mgbiliſieren will, gut, ſie ſoll es getroſt tun. Auf die
Dauer muß die Einſicht ſiegen, muß die Vernunft die Oberhand
Anſerer heutigen Ausgabe liegt
A
O
egespiemlm Bid uns WOor4
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924.
Rummer 82.
behalten. Man iſt auf alles gefaßt. Es fragt ſich nur, wie lange
man die gegenwärtige Regierung noch im Amte laſſen wird.
Offenbar wäre es unvorteilhaft, ſie ſchnell zu beſeitigen,
wenn ſie ſich nicht ſelbſt beſeitigt. Dieſe Gefahr liegt heute vor.
Gelingt es Macdonald in dem neuen Geſetzentwurf, von dem
heute geſprochen wird, die mittlere Linie zwiſchen Arbeitnehmer=
und Arbeitgeberintereſſen zu finden, was freilich nach dem Ver
lauf der bisherigen Verhandlungen nicht leicht ſein wird, dann
dürfte die Regierung den Sturm überſtehen, andernfalls nicht.
Dann aber ſtürzt ſie nicht wegen der Oppoſition, die ihr keine
Schwierigkeiten machen wird, ſondern über ihre eigenen Leute.
Es mag ſein, daß auch die Arbeiterführung mit dem Abgang
rechnet, daß ſie auf einen agitatoriſch brauchbaren Abgang hin
manövriert. Draußen im Lande wächſt die Anhängerſchaft der
Arbeiterpartei, der Zuſtrom aus dem liberalen Lager iſt nicht
unbedeutend. Sie mag darum auf die Mehrheit bei der
über=
nächſten Wahl hoffen, ſofern der Abgang glückt. Aber das iſt
immerhin fraglich. Denn neben den Fragen der inneren Politik
tauchen andere, größere, auf. Die auswärtige Politik iſt in der
Umſtellung. Welches die politiſchen Motive der Stützungsaktion
für den Franken auch ſein mögen, die Tatſache, daß ſie einen
politiſchen Hintergrund beſitzt, dürfte nicht fertzuleugnen ſein.
Hat Poincaré vor dem engliſch=amerikaniſchen Gelde kapituliert
Hat er Konzeſſionen gemacht? Es wird darüber nichts geſagt
Es iſt vielleicht auch nicht einmal gewiß, denn er hat das Gold
der Bank von Frankreich verpfändet. Wie dem auch ſei, die eng
liſche auswärtige Politik ſteht vor ernſten Fragen, Deutſchland
und Frankreich wie der geſamte europäiſche Kontinent gähren
und brodeln in einem ſchier unaufhaltſamen Zerſetzungsprozeß.
In Indien, Aegypten, im fernen Oſten türmen ſich die
Wider=
wärtigkeiten. Das Arbeiterkabinett hofft auf Beſſerung der
„Atmoſphäre” und fördert Lohnerhöhung über Lohnerhohung,
Ausgabe über Ausgabe, und quackſalbert doch nur an den
Symptomen herum.
Wie lange wird man’s dulden? Sicherlich ſolange wie
mög=
lich, aber nicht ſolange, daß die engliſchen Lebensintereſſen
dauernden Schaden leiden. Die aber verlangen Vermehrung der
mationalen Machtmittel, weil ſolche Politik auf die Dauer die
größte Rente, die höchſten Einnahmen bringt. Je höher der
Einſatz, um ſo höher iſt der Gewinn.
Die ſeparatiſtiſchen Umtriebe.
Veröffentlichung des deutſch=franzöſiſchen
Notenwechſels.
Berlin, 21. März. Das Auswärtige Amt veröffentlicht
ſoeben einen Notenwechſel zwiſchen der deutſchen und
franzöſi=
ſchen Regierung über die ſeparatiſtiſchen Umtriebe im beſetzten
Gebiete. Es handelt ſich bei dieſer Veröffentlichung um 19
Doku=
mente, angefangen von der Note der deutſchen Botſchaft in Paris
vom 15. September 1923 über die Requirierung von
Verſamm=
lungsräumen für die Separatiſten durch die franzöſiſche
Be=
ſatzungsbehörde, bis zu dem Schreiben des Direktors im
franzö=
ſiſchen Außenminiſterium de la Rocca an den deutſchen
Bot=
ſchafter vom 21. Februar 1924. Aus dem Notenwechſel iſt die
Unterſtützung, die die Separatiſten ſeitens der Franzoſen
ge=
noſſen haben, beſonders deutlich erſichtlich.
Die Beſatzungskoſten.
Berlin, 21. März. Der Kölner Berichterſtatter der Times
ſpricht heute die Meinung aus, daß die Beſatzungslaſten für
Deutſchland erheblich erleichtert werden könnten, wenn der
Reichstag eine ſchärfere Aufſicht über die Verwendung der
Gel=
der übte, die er für Ausgaben im beſetzten Gebiet bewilligt. Der
Berichterſtatter glaubt an Hand von Beiſpielen ausſprechen zu
ſollen, daß mit der Verwendung der Summe, die der Reichstag
für die Beſatzungstruppen bewilligt habe, ein öffentlicher
Skan=
dal verbunden ſei, der ſich an Größe nur wenig von dem Skandal
der Ruhrhilfe unterſcheide.
Hierzu wird von zuſtändiger Stelle bemerkt: Die
Be=
ſatzungskoſten betragen insgeſamt fünf Milliarden Goldmark.
Davon gehen 3,5 Milliarden ſofort an die Alliierten als äußer;
Beſatzungskoſten ab. Von den übrigen 1,5 Milliarden iſt die
Hälfte als Markvorſchüſſe direkt an die Beſatzungsbehörden
ab=
geführt worden, wobei Unregelmäßigkeiten gar nicht vorkommen
können. Von den übrig bleibenden ungefähr 450 000 Goldmark
geht ferner ein ſehr erheblicher Teil ab als Koſten für die
In=
teralliierte Rheinlandkommiſſion. Die Reſtſumme, die alſo für
die direkt an die Bevölkerung zu leiſtenden Ausgaben übrig
bleibt, iſt an ſich verſchwindend gering. Außerdem wird ihre
Verteilung geregelt durch die Reichsvermögensverwaltung, die
wohl eine genügende Garantie dafür bieten dürfte, daß keinerlei
Unregelmäßigkeiten vorkommen. Die Nachweiſe über die
veraus=
gabten Summen gehen außerdem aus den jüngſt
veröffentlich=
ten Denkſchriften klar hervor.
* Lord Kitcheners Ende.
Der Untergang der „Hampfhire‟. — Eine Erinnerung.
Die Nachricht von einem deutſchen Ingenieur, der in
Ame=
rika, im Lazarette eingeliefert, angegeben hat, er habe im Kriege
dem U=Boot angehört, das den engliſchen Dampfer „Hampſhire‟
verſenkt habe, ruft eine Epiſode in Erinnerung, über die
wäh=
rend des Krieges viel Geheimnisvolles erzählt wurde. Ein Kranz
von Legenden ſpann ſich um das Schiff und ſeinen berühmten
Paſſagier, Lord Kitchener, deſſen glänzende Laufbahn auf der
„Hampſhire” ein unerwartetes Ende gefunden hat.
Am 5. Juni ſetzte Lord Kitchener mit ſeinem Stabe von
Thurſo, an der Nordſpitze Schottlands, nach Scapa, dem
Haupt=
liegeplatz der engliſchen Flotte auf den Orkney=Ineln, über, um
ſich von dort aus nach Archangelsk einzuſchiffen. Er ſuchte
Admi=
ral Jellicoe auf, der gerade aus der zweitägigen Skagerrakſchlacht
zurückgekommen war, und frühſtückte bei ihm auf dem
Flotten=
flaggſchiff „Iron Duke”, Lord Kitchener hatte den Auftrag, ſich
nach Rußland zu begeben, um die Verhältniſſe in der ruſſiſchen
Armee, die damals ſchon ins Wanken gerieten, an Ort und Stelle
zu unterſuchen. Nach drei Wochen wollte er wieder in England
ſein. Urſprünglich war beabſichtigt, die „Hampſhire”, die dem
Feldmarſchall für die Ueberfahrt zur Verfügung geſtellt wurde,
an der Oſtſeite des Orkneys entlang nach Norden zu ſchicken.
Dort ging die gewöhnliche Fahrſtraße der Kriegsſchiffe, die
regel=
mäßig auf Minen abgeſucht wurde. Inzwiſchen verſchlechterte ſich
jedoch das Wetter, das ſchon morgens unfreundlich geweſen war,
und es kam Nordoſtſturm auf. Es entſtand ſchwere See auf der
Oſtſeite der Inſeln, der die begleitenden Zerſtörer nicht
gewach=
ſen waren. In letzter Minute änderte man deshalb die Route
und ſchickte den Kreuzer unter Schutz von Land weſtlich der
In=
ſeln nach Norden. Auch dieſe Route ſtand unter häufiger
Be=
obachtung, und nach Jellicoes Ueberlegung konnten
Ueberwaſſer=
fahrzeuge dort keine Minen legen, ohne von Land aus geſichtet
zu werden, während die deutſchen U=Boote in der damaligen
Zeit wegen ihres geringen Aktionsradius keine Minen nördlich
des Firth of Forth gelegt hatten. Minen waren alſo nach
An=
ſicht des engliſchen Flottenſtabes nicht zu fürchten. Um 5.30
Uhr ging „Hampſhire”, von zwei Zerſtörern begleitet, in See
Sie hatte Befehl, mit hoher Fahrt, 16 Seemeilen, zu laufen, was
erfahrungsgemäß 1=Boots=Angriffe erheblich erſchwerte. Um
7 Uhr ſchickte der Kommandant der „Hampſhire” die Zerſtörer
zurück, die wegen der ſchweren See die befohlene Geſchwindigkeit
nicht durchhalten konnte. Eine halbe Stunde lpäter lief „
Hamp=
ſhire” 1½ Meilen (3,7 km) vom Land entfernt, auf eine Mine
und ſank innerhalb 15 Minuten zwiſchen Brough of Birſay und
Vom Tage.
Aus Speher und München wird übereinſtimmend gemeldet.
daß dort weder über das demnächſtige Eintreffen des
Generalkon=
ſuls Clive noch über eine neue Pfalznote etwas bekannt iſt
Wie wir erfahren, wird die Reichsregierung in kürzeſter
Zeit eine vierte Denkſchrift über die Beſatzungskoſten
veröffentlichen.
Der preußiſche Staatsrat tritt am 26. März zu einem
neuen Tagungsabſchnitte zuſammen. Zur Verhandlung ſtehen neben
verſchiedenen größeren Vorlagen das Geſetz über die Verwaltung des
katholiſchen Kirchenvermögens, ſowie der Entwurf der
Ausführungs=
beſtimmungen zum Schutzpolizeibeamtengeſetz.
Für die Gemeindewahlen und für die Reichstagswahl
iſt in Preußen vom Miniſter des Innern eine einheitliche 14tägige
Auslegungsfriſt angeordnet worden, die am 30, März beginnt und am
12. April endet.
Hugo Stinnes hat ſich am 21. März einer
Gallenſtein=
operation unterzogen, die befriedigend verlief.
Der Schatzkanzler Snowden, teilte im Unterhauſe auf eine
An=
frage Kenworthys mit, daß die britiſche Regierung weder von den
Banken noch von der franzöſiſchen Regierung wegen der kürglich von
engliſchen Banken zur Unterſtützung der franzöſiſchen
Währung gewährten Kredits zu Rate gezogen wurde.
Marſchall Foch hat eine Reiſe nach Rom angetreten, die
rein privaten Charakter haben ſoll.
Nach einer Havasmeldung aus Athen iſt der Verſuch der xepubli
kaniſchen Partei, eine Abdankung des Königs herbeizufuhren,
auf den energiſchen Widerſtand aller übrigen Parteien geſtoßen.
Nach einer Meldung der Chicago Tribune aus
Konſtantino=
pel hat die Nationalverſammlung den Frauen das
Stimmrecht verliehen. Wie das Blatt weiter aus Konſtantinopel
berichtet, wird das Alkoholverbot demnächſt aufgehoben werden.
Das italieniſche Amtsblatt veröffentlicht ein Geſetzdekret, durch das
der Handels= und Schiffahrtsvertrag und die Zollkonvention zwiſchen
Italien und Sowjetrußland vom 23. März ab voll in Kraft
geſetzt werden.
Deutzchlands Saſeinskampf.
„Es geht um die deutſche Einheit”
Der Geheimvertrag.
Bluff und ſeine Widerlegung.
Paris, 21. März. Die Berliner Berichterſtatter der
fran=
zöſiſchen Preſſe verbreiten über den veröffentlichten
franzöſiſch=
tſchechiſchen Geheimvertrag folgende Mitteilung: Nach
Infor=
mationen von gut unterrichteter Seite ähnelt das enthüllte
Do=
kument wie ein Ei dem anderen dem Entwurf eines Vertrags,
den im Jahre 1879 Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn in
Vor=
bereitung gehabt hätten. Allerdings müſſe man anerkennen, daß
der Name Bimarcks durch den Namen Poincaré und der Name
Andraſſy durch den Namen Beneſch erſetzt worden ſei. Wer will
der kann das Originalſchriftſtück in einem Buche mit dem Titel:
„Der Oeſterreichich=ungariſche Geheimvertrag” von dem Hiſtoriker
v. Przibram, Archivar am Ballhausplatz in Wien, einſehen.
Zu dem von der Prager Preſſe zum Beweiſe der Unechtheit
der veröffentlichten Dokumente gemachten Gegenüberſtellung
zweier Stellen aus dem Belgrader Geheimprotokoll vom 10. Jan.
aus dem Protokoll über die Verhandlungen zwiſchen Andraſſy
und Bismarck über den Dreibundvertrag bemerkt das Tageblatt,
die Identität der beiden Stellen, hat man in Prag ſo ſchnel
gefunden, daß es faſt den Anſchein erweckt, als hätte man ſie
ſchon vorher gewußt. Das Ganze ſei nur ein Bluff, denn es
ſei dem Hiſtoriker eine bekannte Tatfache, daß im internationalen
Vertragsweſen eine Anlehnung an frühere Vorbilder üblich iſt.
Dafür zitiert das Blatt eine Stelle aus dem Buch des zweiten
Direktors des Wiener Staatsarchivs Ludwig Bittner: „Lehre
von völkerrechtlichen Vertragsurkunden‟ Es heißt darin, das
Ergebnis dieſer Entwicklung iſt alſo, daß heute die überwiegende
Mehrheit der von allen Staaten des abendländiſchen Kultur
kreiſes ausgefertigten Unterhändlerurkunden ein gleichartiges
Gepräge, ja vielfach eine wörtliche Uebereinſtimmung zeigt.
Bitt=
ner gibt dazu ein umfaſſendes Beiſpielmaterial. Das, Blatt
weiſt ferner darauf hin, daß 1915 in einer kleinen Auflage das
Buch „Corpus pacficationum” erſchienen iſt, das eine im
Wie=
ner Staatsarchiv angefertigte und nach Stichworten geordnete
Beiſpielſammlung von Formulierungen in früheren
Friedens=
verträgen enthält. Das Buch umfaßt über 600 Folioſeiten und
berückſichtigt die Verträge ſeit 1793.
Braunſchweig, 21. März. Reichswehrminiſter Dr.
Geß=
ler ſprach in einer Verſammlung der Deutſchen Demokratiſchen
Partei des Freiſtaates Braunſchweig über das Thema „
Deutſch=
lands Daſeinskampf”, wobei er unter anderem ſagte:: Der
kom=
mende Reichstag wird die Frage zu löſen haben, ob eine
Trutz=
politik oder eine Politik der Erfüllung getrieben werden ſoll. Die
Trutzpolitik will den Friedensvertrag zerreißen; aber die
An=
hänger dieſes Gedankens haben die Pflicht, dem Volke zu ſagen,
was dann geſchehen ſoll. Freiheitskampf ohne Waffen iſt
Un=
ſinn. Dem franzöſiſchen Militarismus iſt nichts erwünſchter als
das Spiel mit einem ſolchen Revanchekrieg, der unmöglich iſt.
Wir haben noch keinen Grund, an der Zukunft Deutſchlands zu
verzweifeln. Nüchterner Verſtand muß ſich mit glühender Vater
landsliebe verbinden. Die Reden, die Dr. Streſemann heute
hält, hat Dr. Peterſen vor zwei Jahren gehalten, und ich glaube
daß Hergt dieſe Reden in zwei Jahren halten wird. Das wäre
ein Glück für das deutſche Volk. Die Stellung der Reichswehr
iſt klar. Die Rechtskreiſe ſagen immer: Ihr gehört zu uns! und
loben die Reichswehr deshalb. Die Linkskreiſe ſagen dasſelbe
und ſchimpſen auf die Reichswehr. Das bringt natürlich die
Truppe in eine üble Lage. Die Sympathien ſind ſchließlich dort,
wo man Verſtändnis findet. Deshalb iſt es unſere Pflicht, die
Truppe überparteilich zu erziehen. Die Reichswehr gehört dem
ganzen deutſchen Volk und muß außerhalb des Parteikampfes
bleiben. Schweigen uned Gehorſam ſind heute die erſten
Pflich=
ten des Soldaten. Es geht heute nicht um die Frage Republik
oder Monarchie, ſondern es geht um die deutſche Einheit. Für
mich gibt es nur eine Herzensſache, die heißt: Deutſchland.
Ausübung des Wahlrechts der Ausgewieſenen.
Berlin, 21. März. Durch Verordnung vom 17. März
hat der Reichsminiſter des Innern für die Reichstagswahl
ange=
ordnet, daß Stimmberechtigte, die aus dem beſetzten Gebiet
aus=
gowieſen wurden oder durch Maßnahmen der
Beſatzungsbehör=
den verdrängt worden ſind, auf ihren Antrag hin in die
Stimm=
liſten ihres gegenwärtigen Aufenthaltsortes einzutragen ſind
Erfolgt die Ausweiſung oder Verdrängung erſt nach dem Ablauf
der Friſt zur Auslegung der Stimliſten, ſo erhalten die
Aus=
gewieſenen oder Verdrängten von den Gemeindebehörden ihres
neuen Aufenthaltsortes auf Antrag einen Stimmſchein, der ſie
zur Teilnahme an der Reichstagswahl berechtigt.
*
Zu der Reiſe des Marſchalls Foch nach Nom ſchreibt die
„Zeit”, daß dieſe Reiſe des Privatmannes Foch wahrſcheinlich
mit der Veröffentlichung der tſchechiſch=franzöſiſchen
Geheimper=
träge zuſammenhänge.
Ein PariſerOementi.
TU. Paris, 21. März. Die Enthüllungen hinſichtlich eines
geheimen franzöſiſch=tſchichiſchen Abkommens werden von
maß=
gebenden franzöſiſchen Kreiſen entſchieden beſtritten. Das
Mi=
niſterium des Aeußern teilt in der Angelegenheit nachſtehende
Note mit:
Im Oktober 1918 iſt kein franöſiſch=tſchechiſcher Vertrag
ab=
geſchloſſen worden. Ende Dezember 1918 fanden lediglich
Be=
ſprechungen zur Entſendung einer franzöſiſchen Militarmiſſion
nach Prag ſtatt. Die Beſprechungen ſind mit der Ernennung
des General Pellet im Februar 1919 zum Abſchluß gelangt
Der Leiter der franzöſiſchen Militärmiſſion habe die Aufgabe,
als Generalſtabschef der tſchechiſchen Armee zu fungieren. Die
Aufgabe wird jetzt von dem General Michelhäuſer erfüllt. Da
zu dieſem Zeitpunkt der Friedenszuſtand noch nicht hergeſtellt
war, wurde die tſchechiſche Armee unter ähnlichen Bedingungen
wie die anderen verbündeten Armeen unter das
Oberkommand=
des Marſchalls Foch geſtellt. Die über das Abkomnen veröffent=,
lichten Angaben ſind völlig erfunden. Was die Bedingungen
eines eventuellen militäriſchen Zuſanmenwirkens der beiden
Länder anbelangt, ſo ſind ſie ausführlich in dem Vertrag vom
25. Januar 1924, der veröffentlicht und dem Völkerbund
mitge=
teilt wurde, angegeben. Es iſt den beiden Regierungen nie
ein=
gefallen, ſie in einem anderen Geiſte aufzufaſſen.
Pariſer Sorgen.
*Paris, 21. März. (Priy.=Tel.) Die Frage, welche die
Pariſer Preſſe heute am meiſten beſchäftigt, iſt die des
Wahl=
termins. Geſtern wurde gemeldet, daß ſich die franzöſiſche
Re=
gierung für den 11. Mai entſchieden habe. Die Action
Fran=
gaiſe betrachtet dieſen der Jungfrau von Orleans gewidmeten
Tag als ein günſtiges Vorzeichen. Aber die allzu große
Näh=
dieſes Tages gegenüber dem deutſchen Wahltermin verurſacht
anderen Blättern Sorge. Man fürchtet ſogar eine plötzliche
Ver=
ſchiebung des deutſchen Wahltages hinter den franzöſiſchen, um
ſo dem deutſchen Volksbewußtſein die Rechtsorientierung der
frauzöſiſchen Wahlen, welche die Folge der deutſchen
Rechts=
prienterung ſein müßte, begreiflich zu machen.
Marvick=Head. Die Kataſtrophe wurde von Land aus beobachtet
und dem Flottenkommando in Scapa telephoniſch mitgeteilt. Wie
die wenigen Ueberlebenden der „Hampſhire” bezeugten, war
Lord Kitchener unter Deck, als das Schiff getroffen wurde. Ein
Offizier begleitete ihn nach oben und man hörte, wie der
Kom=
mandant des Kreuzers von der Brücke aus Befehl gab, ein Boot
für den Feldmarſchall klarzumachen. Nach dem Sinken des
Schif=
fes wurde Lord Kitchener jedoch, der bis dahin an Deck geweſen
war, nicht mehr geſehen. Das heftige Unwetter machte es
un=
möglich, Boote zu Waſſer zu bringen, und nur zwölf Mann, die
auf einem Floß an Land trieben, wurden gerettet. In der
Nacht wurden zahlreiche Leichen der Beſatzung aufgenommen.
Der Körper Lord Kitcheners wurde nicht entdeckt.
Soweit die Darſtellung von engliſcher Seite. Die
Seekriegs=
forſchung hat inzwiſchen ergeben, daß der Untergang der „
Hamp=
ſhire” für England ein Ereignis von doppelter Tragik war. Am
29. Mai hatte Kapitänleutnant Kurt Beitzen, Kommandant von
„U. 75‟, die Minenſperre gelegt, auf die die „Hampſhire” gelaufen
war. Am 2. Juni war bereits, wie das von der engliſchen
Admi=
ralität 1919 herausgegebene Weißbuch „Navy Loſſes” bekundet,
der Drifter „Laurel Crown” weſtlich der Orkneys auf Minen
ge=
laufen und geſunken. Da deutſcherſeits keine andere Sperre in
Frage kam, konnte es ſich nur um die von „U. 75” gelegte
han=
deln. Die engliſche Flottenleitung hätte alſo die Sperre kennen
müſſen. Wie konnte ſie trotzdem drei Dage ſpäter die „
Hamp=
ſhire” dieſen unheilvollen Weg ſchicken? Eine Erklärung erhält
man nur, wenn man ſich vergegenwärtigt, daß vom 31. Mai bis
2. Juni Jellicoe mit der Grand Fleet in See war und in dieſen
Tagen die Skagerrakſchlacht ſchlug. Unter dem gewaltigen
Ein=
druck dieſes Ereigniſſes, das den Nachrichtendienſt offenbar
über=
mäßig in Anſpruch nahm, war der Untergang des kleinen Fiſch
dampfers in den Hintergrund getreten und der engliſchen
Flot=
tenleitung noch nicht zur Kenntnis gelangt. Da die
Minen=
legung von „U. 75” eine die Skagerrakſchlacht vorbereitende
Maß=
nahme war, ergibt ſich, daß der Untergang der „Hampſhire” und
das Ende Lord Kitcheners eine mittelbare Folge der
Skagerrak=
ſchlacht geweſen ſind.
* Ein Freskenwerk Slevogts
in der Nationalgalerie.
(Eine romantiſche Ueberführung.)
Ein einzig rtiges Werk Max Slevogts, das auch einzig
artig innerhalb der Malerei ſeiner Zeit ſteht, iſt jetzt glücklich für
die Berliner Nationalgalerie gewonnen worden. Es ſind die
Wandmalexeien, die der Meiſter in einer glücklichen Stunde
für die Gartenhalle eines Landſitzes in Neu=Cladow ſchuf. Die
Geſchichte dieſes Werkes und ſeine unter romantiſchen Abenteuern
erfolgte Entführung nach dem Kronprinzenpalais wird von dem
Direktor der Nationalgalerie Ludwig Juſti im neueſten Heft von
Donaths „Kunſtwanderer” lebendig erzählt. Slevogt war öfters
zu Gaſt bei ſeinem Freunde, dem Dichter und Kunſtkenner
Jo=
hannes Guthmann in Neu=Cladow, der in ſeinem Buch „Scherz
und Laune” ſo entzückend über Slevogts Kunſt geplaudert hat.
Der Erbauer des Landſitzes Schultze=Naumburg hatte die Reſte
einer abgebrannten Scheune in eine offene Halle umgewandelt,
und als Slevogt 1911 glückliche Sommertage in Cladow verlebte,
wurde dort allerlei getüncht. Wie er den Polier Farben miſchen
und pinſeln ſah, wurde der Meiſter ſelbſt angeregt, Wände unf
Decke der Halle farbig auszuſchmücken, und ſo entſtand ein
Wunderwerk Slevogtſcher Kunſt, das die ganze graziöſe Anmut
und glückliche Leichtigkeit ſeiner geſtaltenden Phantaſie mit der
zarteſten muſikaliſchen Farbenſchönheit verband. „In der Mitte
auf dem Himmelsblau das mozartiſch jubelnde Ornament der
ſchaukelnden, gaukelnden Körper und klingenden, ſchwingenden
Blumen” — ſo ſchildert Juſti den Eindruck der Hauptwand —
„das feine Gelb des Mauerputzes zerſprengt ausgeſpart, auf den
Seitenflächen als Grund ſtehen geblieben, überſtreichelt von
zarten Linienſpielen; dazwiſchen die dunkleren Pilaſter mitz
den vollen Kränzen und dem gläſernen Getriller — das iſt ein
Rhythmus der Linien und der Farben und der maleriſchen
Ein=
fälle ſondergleichen.‟ Der Schmuck der beiden Seitenmauerr
ſteht dazu in einem reizendn Gegenſatz, und die kaſſettierte Decke
iſt wieder anders behandelt. Immer aber lebt die ſpielende Laune
und die glücklichſte Einbildungskraft, die den wunderſamſten
Reiz muſikaliſcher Melodienfülle hervorzaubert. „Ein Werk ohne
Anſpruch, ohne vorbedachten Plan, ohne den „großen Atem”
anderer Wandmalereien”, ſo urteilt Juſti, „aber aus hoher
Be=
gabung in glücklichſter Stimmung geworden, und darum ſo
einzig. Als Guthmann ſein geliebtes Cladow aufgeben mußte,
konnte er den bis dahin ſorgfältig gehüteten Schatz nicht mehr
be=
wachen. Der neue Beſitzer bekümmerte ſich nicht mehr darum
und die in leichteſter Technik hingeworfenen Schöpfungen hätten
rettungslos zu Grunde gehen müſſen. Deshalb bot der Beſitzer
die Halle der Natonalgalerie als Geſchenk an. Aber nun bliel
die überaus ſchwierige Aufgabe, das Werk unbeſchädigt nach
Berlin zu bringen. Man kam ſchließlich darauf, die Flächen
über=
kleben zu laſſen, damit der ſchlechte Putz die Erſchütterungen
überſtehe; dazu mußte aber die Malerei vorerſt fixiert werden,
und es dauerte lange, bis ein Chemiker dafür das richtige Mittel
fand. Ungeheuere Schwierigkeiten bot der Transport, da man
doch nicht den ganzen Bau wegtransportieren konnte. Nach
langen Bemühungen wurden ſchließlich die drei Wände mit
Rummer 82.
Der deutſche Beſuch in Wien.
Eine Rede Dr. Streſemanns.
Wien, 21. März. Bei dem geſtrigen Empfang in der deutſchen
Sotſchaft, an der der Reichskanzler, Dr. Streſemann, Geſandter
Sfeiffer die Vertreter der Preſſe und die Vorſtände der
reichs=
eutſchen Vereine in Wien zugegen waren, ergriff, nach einigen
Be=
nann das Wort:
Geſtatten Sie, meine Herren, zugleich im Namen des
Reichskanz=
ers für die Worte der Begrüßung zu danken, die an uns gerichtet
wor=
den ſind und auf deutſchem Boden ihnen die Grüße aus der Heimat zu
berbringen. Wir ſind gerne nach Wien gekommen. Es iſt das erſte
Mal ſeit dem unglücklichen Ausgang des Krieges, daß ein deutſcher
Keichskanzler und ein deutſcher Miniſter des Auswärtigen einen
offi=
flegte, einen Beſuch bei einer fremden Nation. Wir haben den Beſuch bezieht, das mehreremal größer iſt als das des Reichskanzlers.
eri dem Gedanken gemacht, nicht bei einer fremden Nation zu ſein.
Wir ſind ſeit dem Augenblick, wo wir auf Wiener Boden
erſchienen ſind, ſtets in dem Gedanken geweſen, daß wir bei
unſeren deutſchen Brüdern ſind (lebhafte Zuſtimmung) und
daß uns hier Gefühle entgegenſchlagen, die uns ſagen, daß
der geiſtige Zuſammenhang nicht zerſtört worden iſt, und daß
je größer die Not, deſto ſtärker die Bande der
Zuſammen=
gehörigkeit ſind.
Wir haben ſchwere Stunden erlebt, ſowohl die Brüder in
Oeſter=
peich, als auch wir im Deutſchen Reiche. Wir haben ſchwere Wege
ehen müſſen, um aus dem Elend herauszukommen. Wir haben das
Seſte gegeben, was ein Wolk in einem unheilvollen Kriege geben kann:
Wir haben das Blut von Millionen gegeben für die Freiheit unſeres
Tandes. Aber die Jahre nach dem Kriege haben uns noch ſchwerere
Opfer auferlegt. Sowohl Sie in Oeſterreich, als auch wir im Deutſchen
Reiche ſind niedergeſunken in der Not des Krieges.
Das Schwerſte, was uns auferlegt wurde, war der
Wäh=
rungszerfall und der Niederbruch des geiſtigen Deutſchtums,
ſowie die Proletariſierung des geiſtigen Mittelſtandes.
Wehe dem Lande, das keine geiſtigen Führer mehr hat und das
r.icht mehr imſtande iſt, geiſtige Führer heranzubilden. Wehe dem Lande,
das den großen Gedanken der Geiſtigkeit verfallen läßt.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924,
Seite 3.
iges Leben bedeutet, als hier auf Wiener Boden. Wir ſind Sohne
fines Volkes. Wir ſind aber auch ein Volk des Materialismus geworden
ui einem höheren Maße, als es notwendig geweſen wäre. Wir haben
on dem, was wir einſt waren, von dem Volke der Denker und Dichter.
iel verloren. Wir haben zu viel von Baumwolle, Petroleum und
Kohle geſprochen, und haben dabei vergeſſen, von Hayden, Mozart,
Beethoven und Kant zu ſprechen, die die geiſtigen Führer des deutſchen
Bolkes weit über die Grenzen des Deutſchen Reiches hinaus waren.
Juternational wird nur der wirken, der national denkt.
Wer aber ſo in ſeiner Nation aufgeht und deren Größe in ſich
auf=
immt, wie wir, wird auch für den Geiſt eines fremden Landes
vor=
ildlich wirken. Beſonders haben auch bei uns die Großen unſeres
Seiſtes den Begriff des Deutſchtums weiter getragen. Wenn wir
Reichsdeutſche ſo gerne nach Wien kommen, ſo geſchieht es deshalb,
weil eine ſo große Sehnſucht der deutſchen Seele uns hierher treibt,
wo uns auf Schritt und Tritt die wundervollen Bauten des
unvergleich=
ichen Wien und die Pflege der Kunſt begrüßen.
Es gibt ein gutes Gemiſch: „Norddeutſchland und Wien,
dividiert durch zwei.
Wir haben ſchwere Erſchütterungen ausgehalten, Sie in Deutſch=
Deſterreich und wir im Deutſchen Reiche. Wir haben heute die
Empfin=
nung, daß wir einer beſſeren Zukunft entgegengehen. Wenn der
Bun=
geskanzler Seipel heute davon geſprochen hat, daß heute der letzte Tag
des Winters und morgen Frühlings Anfang iſt, ſo hoffen auch wir,
daß es doch einmal Frühlings Anfang für Deutſchland geben möge,
Wir haben es gewiß verdient, und wir haben keine Urſache, unſer Haupt
geſenkt zu tragen, als ob wir eine Schuld auf uns geladen hätten.
Wir haben dasſelbe Recht auf Achtung, wie jedes andere
Volk.
Wir wollen hoffen, daß das Werk der Sanierung, das wir hier
nor unſeren Augen geſehen haben, das Werk der ſchweren Geſundung
ofe Hchehe e ee e e
gehen, um einmal die Grundlagen zu ſchaffen für den Wiederaufbau
unſerer Wittſchaft und für den Wiederaufbau eines geiſtigen
Deutſch=
mand. Haben Sie Verſtändnis für dieſe Arbeit und glauben Sie uns,
haß in unſeren Reihen jeder einzelne unbeſchadet ſeiner Partei nur das
üne zu verlangen hat, Deutſchland wieder groß zu ſehen und
Deutſch=
rand wieder geſund zu machen, ſowie ihm jene Zukunft zu geben, auf
ie es ein Anrecht nach der Geſchichte hat.
Unſere erſte Aufgabe iſt es, unſere Deutſchen frei zu machen
an der Nuhr, am Rhein und in der Pfalz, damit wenigſtens
jene Nechte, die uns der Vertrag einräumt, zur Geltung
kommen.
Webhafte Zuſtimmung und Heilrufe.) Niemals hat der Feind uns
riehr geſchadet, als wir uns ſelbſt durch Uneinigkeit geſchadet haben.
Wenn wir nicht lernen, den Parteigeiſt zu überwinden, und in dem
eutſchen Bruder zuerſt den Deutſchen zu ſehen und nicht zu fragen,
b er dieſelbe Parteifarbe trägt wie wir, ſo haben wir kein Recht auf
ſine gute Zukunft. Die Zukunft eines Volkes baut ſich nicht nur auf
wirtſchaftlichen Dingen, ſondern auch auf Seelengemeinſchaft auf.
Dr. Streſemann ſchloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß der
eutige Beſuch des deutſchen Reichskanzlers und des deutſchen
Mini=
rers des Auswärtigen in Wien dazu beitragen werde, die
Seelengemein=
thaft zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland noch inniger zu geſtalten.
Den Worten des Miniſters folgten ſtürmiſche Heilrufe.
Papier und Leinewand überklebt, auseinandergeſägt, und ebenſo
die Decke. Jeder Teil wurde in Eiſenträger geſpannt, dann
wurden die Mauerſtücke der Länge nach ſchmäler geſägt, die
meuen Rückſeiten mit Gips verputzt, und darin ein Drähtnetz.
Die Geſamtwände wurden mit Brettern verſchalt, durch eiſerne
Bolzen in allen Richtungen feſt zuſammengeſchraubt und
ſchließ=
ſich in gut federnden Wagen nach Berlin gefahren. Zur
Auf=
mahme des Werks mußte der einzig geeignete Naun, der ehe
malige Speiſeſaal des Kronprinzenpalais, umgeſtaltet werden.
Mit Hilfe eines gewaltigen Gerüſtes im Hofe wurden die
balken=
umklammerten Mauerungetüme hochgewunden und durch ein
Mieſenloch in der Wand ins Innere gewuchtet. Schließlich ſtand
ſeie Halle, und das ganze hatte dank der opferfreudigen Hilfe
iner befreundeten Firma noch nicht ſo viel gekoſtet wie das
mit=
elgroße Oelgemälde eines unſerer berühmten Meiſter. Die
Ab=
ſöſung der Ueberklebung erfolgte glücklich in Anweſenheit
Slevogts und mehrerer Sachverſtändiger, und der Meiſter ſelbſt
ſpeſſerte die ſchadhaften Stellen aus. Juſti ſchildert ihn bei der
Alrbeit: „Der ſtämmige Mann behaglich über die Fläche
hin=
pielend, den ſpitzen Pinſel gleichſam tänzeriſch ſchwingend, oder
much wie in einem kleinen rokokohaften Bombardement geſchwinde
ruf die Wand lostupfend, man verſtehr garnicht, was dies fiebrig
aſche Umherpieken ſoll, und dann ſieht man auf einmal, wie die
Wand lebendig wird und etwas Reizendes daſteht; froher Laune
ſt er dabei, und dann wieder ſpannen und verſteinern ſich die
eichgeſchwungenen Linien ſeines mächtigen Kopfes, und er
ſchießt plötzlich wie mit einem Lolch auf irgend eine Stelle los.”
Mun ſteht die Halle mit dem Werk vor dem Eingang zum
Studien=
aal der Zeichnungen=Sammlung, und die Nationalgalerie iſt
um ein Werk bereichert, wie es keine Sammlung ſonſt aufweiſel
Eann.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Der neue Oberſpielleiter der Frankfurter
Oper. Dr. Lothar Wallerſtein vom Stadttheater in
Duis=
wurg, der im vorigen Jahre mit Erfolg Götz” „Widerſpenſtige
Zähmung” und Glucks „Orpheus und Eurydike” im Frankfurter
Spernhaus inſzeniert hat, iſt ab Herbſt 1924 als Oberſpielleiter
frür das Frankfurter Opernhaus verpflichtet worden. Er wird
nber noch im Laufe dieſes Spieljahres die Erſtaufführung von
Schrekers „Frrelohe” und von Kreneks „Sprung über den
Schatten” inſzenieren.
Dr. h. c. Eugen Diederichs. Aus Jena wird uns
geſchrieben: Die philoſophiſche Fakultät der Univerſität Köln=
Hat dem Verlagsbuchhändler Eugen Diederichs in Jena nin An=
Marxiſtiſche Beſoldungspraxis.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Unterſuchung der thüringiſchen Regierung über die
Amtstätigkeit des früheren Finanzminiſters Hartmann hat jetzt
ergeben, daß der ſeinerzeit vielbeſprochene Vertrag zwiſchen
Hart=
mann und dem Staatsbanlpräſidenten Loeb über die Regelung
rüßungsworten des Geſandten Pfeiffer der Außenminiſter Dr. Streſe= der Bezüge Loebs noch immer in Kraft iſt, obwohl ſeinerzeit von
dem ſcheidenden Miniſterium erklärt wurde, die ganze Angelegen= weſen ſei. Große Teile ſeines Vermögens habe er zur
Unter=
heit, die allgemeines Aufſehen erregte, ſei in für den
thüringi=
ſchen Staat zufriedenſtellender Weiſe geregelt worden. Jetzt ſtellt
ſich aber nach einer Mitteilung des Berliner Lokglanz, heraus,
daß der Vertrag kurz vor dem Zuſammenbruch der
kommuniſtiſch=
ſozialiſtiſchen Mißwirtſchaft abgeſchloſſen wurde und die Bezüge Schule beſucht hat. Er hält Weiner für durchaus gutmütig, wenn
ſiöſen Beſuch im Ausland machen, wie man wohl früher zu ſagen Loebs in einer Weiſe geregelt wurden, daß er jetzt ein Gehalt er auch ein Freund von einem guten Tropfen und rechthaberiſch
Der Vertrag, der eine Abänderung eines ſchon früher
abge=
ſchloſſenen Vertrags darſtellt, ſieht nämlich vor, daß die an ſich
ſchon außerordentlich hohen Bezüge Loebs zunächſt auf 10 000
Dollar gleich 42 000 Goldmark feſtgeſetzt werden. Dieſe Bezüge
ſteigen innerhalb der nächſten 10 Jahre, für die der Vertrag feſt
abgeſchloſſen iſt, bis auf 63 000 Goldmark. Für den Fall, daß eine
Kündigung innerhalb dieſer Friſt eintritt, hat ſich Herr Loeb eine
Entſchädigung in Höhe von einer halben Million Goldmark
aus=
bedungen. In thüringiſchen Abgeordnetenkreiſen verlangt, man
natürlich die ſofortige Ungültigkeitserklärung dieſes Vertrages
ſowie die Entlaſſung Loebs, der, wie feſtgeſtellt zu werden
ver=
dient, erſt 29 Jahre alt iſt, aber trotzdem ſchon den Poſten eines
Staatsbankpräſidenten bekleidet. Eine ſolche Abnormität könne
ſich natürlich nur eine marxiſtiſche Negierung wie die verfloſſene
leiſten, die zwar keine blaſſe Ahnung von geſetzlichen
Beſtimmun=
gen hat, ſich dafür aber von Herrn Loeb nach allen Regeln der
Kunſt zum Schaden der Allgemeinheit übers Ohr hauen ließ, was
natürlich keineswegs als Entſchuldigung für die kaum glaubliche
Mißwirtſchaft des Miniſters Hartmann zu werten iſt.
Abreiſe des Reichskanzlers und Außenminiſters
aus Wien.
Wien, 21. März. (Wolff.) Reichskanzler Dr. Marx und
der Miniſter des Aeußern Dr. Streſemann ſind heute nachmittag
1.35 Uhr mit dem öſterreichiſchen Geſandten in Berlin abgereiſt
Mehrere Herren des Bundeskanzleramtes, begleiteten ſie bis
Paſſau. Zu der Verabſchiedung auf dem Weſtbahnhof hatten ſich
außer dem Geſandten Dr. Pfeiffer und den Mitgliedern der
deut=
ſchen Geſandtſchaft der Bundeskanzler Dr. Seipel trotz ſeiner
Erkältung eingefunden, außerdem waren anweſend Vizekanzler
Dr. Frank, der Miniſter des Aeußern Dr. Grünberger, der
Prä=
ſident des Nationalrates und die höheren Beamten des
Bundes=
kanzleramtes. Namens des Bundespräſidenten Hainiſch entbot
der Sektionschef Löwenthal dem Reichskanzler und
Außen=
miniſter beſondere Grüße und die beſten Wünſche für die
Heim=
reiſe. Der Abſchied er deutſchen Herren von ihren Gaſtgebern war
außerordentlich herzlich. Dr. Marx und Dr. Streſemann ſprachen
dem Bundeskanzler und jedem Anweſenden wiederholt den
wärmſten Dank für die herzliche Aufnahme aus und betonten
den überaus günſtigen Eindruck, den ſie bei dem Beſuch
emp=
fangen haben.
Die Arbeiten der Sachverſtändigen.
* Paris, 21. März. (Priv.=Tel.) Die zweite
Unterkom=
miſſion des erſten Sachverſtändigenkomitees hat heute eine
Sitzung abgehalten. Dr. Popitz, techniſcher Berater im deutſchen
Reichsfinazminiſterium, der von Staatsſekretär Fiſcher
beglei=
tet war, wurde von der Budgetunterkommiſſion über die
Ent=
wicklung der deutſchen Finanzen ſeit dem Berliner Aufenthalt des
Sachverſtändigenkomitees und über die Bedingungen, uter denen
Deutſchland allmählich die Reparationszahlungen aufnehmen
würde, angehört. Der Präſident der Deutſchen Reichsbank, Dr.
Schacht, iſt heute uicht vernommen worden, doch bleibt er
vor=
läufig noch zur Verfügung des Komitees in Paris und wird
wahrſchenlich am Montag weitere Auskünfte erteilen. Das
Ko=
mitee Dawes hat ſich heute nachmittag zu einer Vollſitzung
zu=
ſammengefunden, um den Meinungsaustauſch über das
Vor=
proiekt zu dem Bericht der von dem Redaktionsunterausſchuß
vorbereitet worden iſt, fortzuſetzen.
EineRichtigſielſung polniſcherVerleumdungen.
Beuthen, 21. März. In der polniſchen und der
franzöſi=
ſchen Preſſe wurde die Nachricht verbreitet, daß die deutſche
Re=
gierung den Vorſchlag zurückgewieſen habe, dem Präſidenten
des Schiedsgerichts für Oberſchleſien, Kaekenbeeck, die
Entſchei=
dung über die zwiſchen der deutſchen und der polniſchen
Regie=
rung ſchwebenden Fragen zu übertragen. Die Nachricht ſtellt
die Tatſachen auf den Kopf. Sowohl bei den Genfer wie bei den
Warſchauer Verhandlungen wurde, wie die zuſtändige Stelle
mitteilt, der Name Kaekenbeeck als Schiedsrichter von der
deut=
ſchen Regierung zuerſt genannt.
Dmm Hann mnngn nmnmmn ngnmn Hmmnmnmmn nn Hn
deutſche Kultur” die Würde eines Ur, phil, h. C. verliehen. Mit
vollem Recht wird hier durch die junge Kölner Univerſität die
Lebensarbeit eines Mannes geehrt, der mehr als mancher
züuf=
tige Akademiker beſtimmend auf das geiſtige Leben Deutſchlands
eingewirkt hat, indem er ſeinen aus kleinſten Anfängen
aufge=
bauten Verlag, immer in uneigennütziger und weitſchauender
Weiſe, neuen und zukunftskräfſtigen Ideen und Perſönlichkeiten
geöffnet hat. Als Mitbegründer des „Werkbundes” hat er dem
neuen Buchgewerbeſtil an erſter Stelle mit zum Siege verholfen.
Der Jugendbewegung und der Volkshochſchule hat er als tätiger
Freund nahe geſtanden. Urſprünglich praltiſcher Landwirt,
grün=
dete er nach Studien= und Wanderjahren ſeinen Verlag in
Flo=
renz, verlegte ihn jedoch bald nach Leipzig und endlich, um ſeiner
Thüringer Heimat und der Tradition des klaſſiſchen Deutſchland
nahe zu ſein, nach Fena.
Dr. R. B.
— Die Göttinger Händel=Opern=Feſtſpiele.
die anfangs Juli zum fünften Male ſtattfinden, bringen dieſes
Jahr die Uraufführung von Händels heiterer Oper „Serſe‟
(Xerxes) in der Bearbeitung von Dr. O. Hagen unter
Mitwir=
kung erſter deutſcher Opernkräfte, mit dreimaliger Wiederholung.
Die Proſpekte werden in den nächſten Tagen von der Leitung
der Feſtſpiele (Goldgraben 20) verſandt werden.
* Eine neue Schule der Weisheit. Aus Weimar
wird berichtet: Unter dem Nanen „Philoſophiſche Schule in
Weimar” tritt eine Veranſtaltung ins Leben, deren Zweck es iſt,
denen, die in der Zerfahrenheit und Wirrnis der Zeitläufte nach
Vertiefung, nach Samnlung und innerer Bereicherung ſtreben
und ſich um eine feſte Welt= und Lebensanſchauung bemühen,
wohl auf der Uebermittlung von Kenntniſſen und Anſchauungen,
eine Führung, den reiferen Menſchen eine Klärung und Feſtigung
ſophiſchen Schule liegt in den Händen ihres Begründers Dr. tor und drei Profeſſoren der Kaiſerlichen Kunſtakademie Ueno,
Ernſt Wachler. Hervorragende Perſönlichkeiten wirken mit.
G 700=Jahr=Feier der Univerſität Neapel.
Aus dem nun vorliegenden Programm des Feſtkomitees der Dollars): Arno Jaehle, Dresden; 2. zweiter Preis (150 Dollar):
Tagung vom 5. bis 9. Mai 1924 ſei hervorgehoben: Der Kongreß
findet auch zur Feier der 650. Wiederkehr des
Todes=
tags von Thomas von Aguino und des 200.
Ge=
burtstags Kants ſtatt. Die Kongreßſprachen ſind: Deutſch.
engliſch, lateiniſch, ſpaniſch, franzöſiſch, italieniſch. 11. a. wird
ein Ausflug nach Pompei veranſtaltet. Die Feſtrebe auf Thonas erſten Verſuches, deutſche Plakatkunſt zum großen japaniſchen
von Aquino hält Kardinal Mercier, ſolche auf Kant hält
der Vizepräſident der „Kant Geſellſchaſt”, Prof. Arthur Lie=
Der Zeigner=Prozeß.
Der Fali Weiner und Friedrichſen.
Leipzig, 21. März. (Wolff.) Zu Beginn des fünften
Ver=
handlungstages beantragte Rechtsanwalt Marſchner die Ladung
einer Menge von Leumundszeugen für Zeigner, die betunden
ſollen, daß Zeigner frei von Habſucht uno ſtets hilfsbereit
ge=
ſtützung wohltätiger Einrichtungen und notdürftiger Perſonen
verwandt.
Hierauf wird der Zeuge Bürgermeiſter Naumann=Pegau
vernommen, der mit dem Zeugen Weiner in Chemnitz die gleiche
ſei. Zeuge hat nicht den Eindruck, daß Weiner ſich durch
un=
wahre Angaben einen Namen machen wolle. Im Sommer 1920
habe er Weiner im Kafſee Felſche getroffen und habe ihn nach
ſeiner Militärſache gefragt. Weiner habe ihm geantwortet, dem
Trainbataillon habe nichts daran gelegen, die Sache weiter zu
verfolgen. Im Vorzimmer des Majors habe ein Juriſt, Dr.
Zeigner, geſeſſen, der hätte ihm geſagt, wenn er 3000 bis 5000
Mark flüfſig machen könne, würden ſeine Akten verbrannt
wer=
den. 1921 habe er eine zweite Unterredung mit Weiner gehabt,
der ſich ſehr abfällig geäußert habe, daß Zeigner Miniſter werden
könnte. Er ſelbſt habe daran gedacht, ob er nicht die
Verpflich=
tung habe, die Sache anzuzeigen, habe jedoch davon abgeſehen,
um nicht Angriffen in ſeiner Stellung ausgeſetzt zu werden.
Spä=
ter habe er ſeinem Couleurbruder, dem Landtagsabgeordneten
Rechtsanwalt Weigelt (Annaberg), davon Mitteilung gemacht,
der ihm erllärt habe, die Sache im Auge behalten zu wollen.
Der Gerichtsarzt Dr. Schütz berichtet dann über ſeine
Un=
terſuchung des Zeugen Weiner. Er kommt zu dem Schluß, daß
dieſer zwar eine gewiſſe Nerpoſität zeige, aber vollkommen
ge=
ſund und trotz erblicher Belaſtung pſychiatriſch ganz einwandfrei
ſei. Irgendwelche Anormalien ſeien bei ihm nicht feſtzuſtellen.
Es liege auch kein Anlaß für die Annahme vor, daß er
Alkoho=
liker ſei.
Hierauf wird die Beweisaufnahme zum Falle Friedrichſen
fortgeſetzt. Der Zeuge Priborski erklärt, die Schmuckſachen hätten
nicht für Zeianer ſein ſollen, ſondern für Möbius.
Der Vorſitzende hält dem Zeugen ſeine früheren Ausſagen
vor, wonach die Schmuckſachen für Zeigner beſtimmt geweſen
ſeien. Zeuge bleibt bei ſeinen heutigen Ausſagen.
Die Zeugin Frau Friedrichſen hält ihre Ausſagen aufrecht,
wonach die Schmuckſtücke nicht Möbius, ſondern dem
Juſtizmini=
ſter perſönlich ausgehändigt werden ſollten.
Der Zeuge Kaufmann Friedrichſen ſei, wie er ausſagt, von
Priborski nur ganz allmählich in die Begnadigungsangelegenheit
eingeweiht worden. Wenn Begnadigung verfelt wäre, ſollten
4000 Mark an denjenigen gezahlt werden, der die Beguadigung
ausſpreche, und 2000 an Möbius. Später habe Möbius geſagt,
es müßten vorweg 15 000 Mark nach Dresden abgeführt werden,
ſonſt könne die Begnadigung nicht perfekt werden. Da die Summe
zu hoch geweſen ſei, ſollten Schmuckſachen gegeben werden. Direkt
ſei von Zeigner noch nicht geſprochen; aber es ſei immer
deut=
licher geworden, daß Zeigner ſelbſt gemeint geweſen ſei. Im
übrigen beſtätigt der Zeuge die Ausſagen ſeiner Frau. Um 12
Uhr tritt eine Mittagspauſe ein.
Leipzig, 21. März. (Wolff.) In der Nachmittagsſitzung
be=
kundet der Zeuge Karnier, daß irgendwelche Feindſeligkeiten oder
Drohungen gegen Friedrichſen nicht ausgeſprochen worden ſeien. Er
be=
zeichnet Frau Friedrichſen als Denunziantin.
Es folgt die Erörterung des Falles Schmerler. Möbjus vermittelte
dem ukrainiſchen Staatsangehörigen Schmerler eine Zuſammenkunft mit
Zeigner im Albertkaffee in Dresden. Schmerler hatte um
Aufenthalts=
genehmiguug gebeten. Das Geſuch war aber von der
Kreishauptmann=
ſchaft abgewieſen worden. Bei der Zuſamenkunft diktierte Zeigner dem
ſchmerler ein neues Geſuch an das Miniſterium. Später ſoll Zeigner
von Schmerler in ſein Geſchäft gebeten worden ſein. Hier ſei ein
Da=
menpelz ausgeſucht worden. Daß der Pelz für Frau Zeigner ſein follte,
habe Möbius nicht gehört. Darauf ſei mag in eine Weinſtube
gegan=
gen, wvo Schmerler Wein bezahlt habe. Kurz vor Oſtern habe Schmerler
Möbius in ſeine Wohnung in Detzſch kommen laſſen und ihm geſagt:
Hier iſt ein Pelz, deu kannſt du Frau Zeigner bringen. Er habe darauf
den Pelz zur Schwiegermutter der Frau Zeigner in Leipzig gebracht.
Man habe angenommen, daß der Pel= bezahlt worden ſei. Im März
923 habe er von Schmerler 10 000 Mark erhalten, aber nicht, wie er
früher ausgeſagt habe, für ſeine Vermittlung bei Zeigner, ſondern für
ſeine Arbeit im Fellhandel.
Zeigner bekundet, im September oder Oktober 1922 habe er ſich nach
einem Pelz umgeſehen, und als er von einem Bekannten gekommen ſei
habe er Möbius getroffen. Um dieſe Zeit ſei das Schmerlerſche Geſuch
an ihn gelangt, welches er ordnungsgemäß weitergeleitet habe. Eines
Samstags, als er von Dresden nach Leivzig gekommen ſei, hätte ihn
Möbius mit einem Paket an der Elektriſchen erwartet. Er wäre mit
aufgeſtiegen. Möbius hätte geſagt: Hier iſt Pelzfutter von Schmerler.
Er ſelbſt ſei ganz verblüfft geweſen. Möbius ſei ſchon vor der
näch=
ſten Halteſtelle abgeſprungen. Er habe den Worten Möbius
entnom=
men, daß es ſich um ein Geſchenk handeln ſolle. Er ſei darauf nach
Leip=
gefahren und habe das Paket zu Schmerler gebracht. Schmerler
ſei betreten geheſen und habe geſagt.
„Er wolle das Futter billig
be=
rechnen.” Zweifellos ſei das eine Umſtellung Schmerles geweſen.
Schließlich habe er ſich damit einverſtanden erklärt, das Pelzfutter an
ſich zu nehmen.
mk
bert=Berlin. Fahrtvergünſtigung auf den italieniſchen Bahnen
50 Prozent. Bei den deutſchen Bahnen ſoll gleiche Ermäßigung
als Geſellſchaftsreiſe nachgeſucht werden, wenn ſich eine
genü=
gende Teilnehmerzahl ſür Benutzung des gleichen Zuges bei
der Hinreiſe meldet. — Anmeldungen an Dr. Walther Rothſchild,
Berlin=Grunewald, Erdener Straße 11.
C. K. Hohe Preiſe für Erſtausgaben. Seltene
Bücher und Handſchriften aus der Bibliothek des verſtorbenen
Sammlers Miles Gaskell wurden dieſer Tage bei Hodgſons in
London verſteigert. Dabei erzielte den höchſten Preis ein
Exem=
plar der Erſtausgabe von Shelleys „Adonais”, Piſa 1821,
das 2000 T. brachte. Der Wert dieſes ſeltenen Drucks wurde
aller=
dings dadurch noch bedeutend erhöht, daß das Exemplar zwei
Veränderungen von der Hand des Dichters und außerdem drei
von Shelley auf die letzte Seite geſchriebene Verſe aufwies. Von
anderen Erſtausgaben Shelleys brachte „Queen Mab‟ 110 2,
„Epipſychidion” 100 T. die „Cenci” 60 T. Zwei Manuſkripte von
Pope, im ganzen 27 Blatt, wurden für 530 T losgeſchlagen.
Die Erſtausgabe von Defoes „Robinſon” brachte 150 8. Die
erſte Ausgabe des Romans „Wuthering Heights” von Emily
Bront wurde auf 106 T geſteigert, und die erſte, ſog. Kilmarnock=
Ausgabe der Gedichte von Burnes wurde mit 2500 T
be=
wertet. Von engliſchen Frühdrucken brachte die Erſtausgabe
des Homer (1488) 400 L, die erſte Ausgabe der Uieberſetzung der
„Eſſays” von Montaigne durch Florio erzielte 114 4, ein
Exem=
plar der zweiten Folio=Ausgabe von Shakeſpeares Dramen
106 8.
Eine japaniſche Geſellſchaft, die Lacto=Company
in Tokio, hatte vor einem Jahre deutſche Künſtler zu einem
einen Mittelpunkt zu bieten. Das Schwergewicht liegt nicht ſo= Wettbewerb zwecks Erlangung eines Reklameplakats für ein von
ihr hergeſtelltes alkoholfreies erfriſchendes Getränk „Calpis”
auf=
als auf der Willens= und Charakterbildung. Der Jugend ſoll gefordert. Dieſem Preisausſchreiben haben über 500 deutſche
Künſtler entſprochen und den Wettbewerb mit 1273
Plakatent=
ihrer Lebensauſchauung geboten werden. Die Leitung der philo= würfen beſchict. Die aus acht Mitgliedern, darunter dem Direk=
Pſychologen der Kaiſerlichen Univerſität und anderen beſtehende
Jury hat folgende Künſtler preisgekrönt: 1. Erſter Preis (500
Max Bittorf, Graphiker, Fraukfurt a. M.; 3. dritter Preis (100
Dollar): Otto Duenkelsbuehler, München. Die nicht
preisge=
krönten Entwürfe ſolen in den Monaten Februar bis März in
Tolio und Oſaka öffentlich zum Verkauf geſtellt werden. Etwaige
Verkaufserlöſe erhalten die Künſtler. Das Geſamtergebnis dieſes
Publilum ſprechen zu laſſen, wird als ſehr erfreulich angeſehen
werden dürſen
Seite X.
Rummer 82.
Darmſtädter Tagblatt, Sumstag, deu 22. März 1921.
Der Sitlerprozeß in München.
Der Beginn der Waidegers. — Die Anklageerhebung: „Des Hochverrats ſchuldig”. — „Man Kat die Drei mißbraucht”. — Hitlers tragiſche
Schud. — Im Zeichen der Verteiſdigug Hiters.— De Argumgentalion des Rechtsanpaſt Roder.
* Der Staat klagt an.
Der Strafantrag im Hitſer=Prozeß.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
g. München, 21. März 1924.
Als zur feſtgeſetzten Stunde des Verhandlungsbeginns am
19. Tage des Prozeſſes Saal und Zuhörerraum wieder dicht
ge=
füllt ſind, kündigt lediglich ein auf dem Platze des
Staats=
anwalts ſtehendes Rednerpult an, daß dieſer Tag im Zeichen
der Anklage ſtehen wird. Das Gericht berät noch über die Frage
der Oeffentlichkeit bei den Plädoyers. Wieder wartet man bald
eine Stunde. Dann erſt betritt der Gerichtshof den Saal. Der
Vorſitzende wendet ſich mit einer im Ton maßvollen, ſachlich aber
durchaus entſchiedenen Feſtſtellung gegen die Frankfurter
Zei=
tung, die berichtet hatte, daß der Ausſchluß der Oeffentlichkeit
während der Verhandlungen dieſes Prozeſſs darauf
zurückzu=
führen ſei, daß der Kronprinz Rupprecht dadurch geſchont
wer=
den ſolle. Das Gericht gibt die Meinung aller wieder, die den
Verhandlungen objektiv gefolgt ſind, wenn es dazu feſtſtellt, daß
in keiner Verhandlung ein Anhalt dafür gebracht wurde, daß der
Kronprinz irgendwie in die Ereigniſſe des 8. und 9. November
eingegriffen hätte, wie dies auch bei dem von der Frankfurter
Zeitung herangezogenen Prozeß gegen Fuchs und Genoſſen in
dem damaligen Gerichtsurteil ausdrücklich feſtgeſtellt wurde.
Dann verkündete der Vorſitzende den mit Spannung erwarteten
Gerichtsbeſchluß: Die Oeffentlichkeit bleibt auch für
die Plädoyers zugelaſſen. Vorſorglich bemerkt der
Vorſitzende, daß für den Bedarfsfall der Ausſchluß der
Oeffent=
lichkeit vorbehalten bleibt, insbeſondere dann, wenn
Entgleiſun=
gen der Angeklagten oder ihrer Nechts eiſtände dies erfordern
ſollten.
Und dann erhält der Erſte Staatsanwalt Dr. Staenglein das
Wort zur Vertretung der Anklage. Wieder rollen die Ereigniſſe
des 8. und 9. November vor uns ab. In einer auch die politiſchen
Wurzeln dieſes Unternehmens ſchonungslos bloslegenden
Deut=
lichkeit geht der Staatsanwalt auf die inneren Gründe der Aktion,
auf die Frage der Mitſchuld oder Unſchuld der drei Herren Kahr,
Loſſow und Seißer ein, wobei die auch von uns mehrfach
be=
tonte Ueberzeugung zum Ausdruck kommt:
Selbſt wenn eine Mitſchuld der drei Herren angenommen
würde, könnten ſie die Angeklagten dieſes Prozeſſes nicht
ent=
laſten und nicht ſtraflos machen. In wohltuender Objektivität
verteilt der erſte Staatsanwalt Licht und Schatten, im Bilde
Hitlers, der „Seele des Unternehmens”. In ſachlicher und
menſchlich gleich würdiger Weiſe verſuchte er, dem Politiker
Ludendorff und ſeinem Tun gerecht zu werden, ohne den großen
Heerführer des Krieges dabei zu vergeſſen. Seine Darlegungen
münden in dem erwarteten, ſchuldig” des Hochverrats bei
Hit=
ler, in dem ebenfalls ohne ſonderliche Ueberraſchung
aufgenom=
menen ſchuldig der Beihilfe zum Hochverrat bei General
Luden=
dorff. Materiell darf hierzu vorbehalten bleiben, erſt nach
Schluß der Plädoyers, in denen nun auch die Gegenſeite zu Wort
kommen wird, unſerem zuſammenfaſſenden Urteil Ausdruck zu
geben.
Die Vertretung der Anklage gegen die übrigen Teilnehmer der
Aktion vom 8. und 9. November liegt in den Händen des zweiten
Staatsanwalts Ehart. Mit ſcharfen Worten geiſelt er beſonders
kiejenigen, die als Beamte des Freiſtaats Bahern, als Offiziere
der Reichswehr dem Freiſtaat und ihren Vorgeſetzten Treue
ge=
lohten und dieſe Treue mit der Teilnahme an der Aktion
gröb=
lich verletzten. Seine Anträge gehen auf ſchuldig des
Hochver=
rats bei Kriebel, Poehner und Dr. Weber, ſchuldig der Beihilfe
bei Frick, Röhm, Wagner, Brückner und Pernet.
Lautloſe Stille tritt ein, als er geendet hat und der erſte
Staatsanwalt ſich abermals erhebt, um die Strafanträge zu
ſtellen. Er beantragt, ſämtliche Angeklagten für ſchuldig zu
er=
kennen, und zwar die Angeklagten Hitler, Dr. Weber, Poehner
und Kriebel eines gemeinſam ausgeführten Verbrechens des
Hochverrats nach 8 81 Ziffer 2 des Strafgeſetzbuches, General
Ludendorff des Verbrechens der Beihilfe zum Verbrechen des
Hochverrats nach 8 81 Ziffer 2, ebenſo die ſämtlichen übrigen
Angeklagten.
Er beantragt, zu verurteilen, und zwar:
Adolf Hitler zu 8 Jahren Feſtungshaft,
Poehner, Kriebel, Dr. Weber zu 6. Jahren
Feſtungshaft,
General Ludendorff zu 2 Jahren Feſtungshaft,
die Angeklagten Frick und Röhm ebenfalls zu 2 Jahren
Feſtungshaft,
Brückner und Leutnant Wagner zu je 1 Jahr 6
Mo=
naten Feſtungshaft, und
Pernet, den Schwiegerſohn Ludendorffs, zu 1 Jahr 3
Mo=
naten Feſtungshaft. Außerdem ſämtliche Angeklagten, denen
ſämtlich mildernde Umſtände zugebilligt werden, zur Tragung
der Koſten des Verfahrens.
Auf die zwingenden Folgen einer Verurteilung wegen
Hoch=
verrats aus 8 9 des Geſetzes zum Schutze der Nepublik, das für
Bahern auch heute noch ſiſtiert iſt, weiſt der Staatsanwalt, der
wegen der Siſtierung der Schutzgeſetze von Amts wegen einen
Antrag hierzu nicht ſtellen kann, das Gericht ausdrücklich hin,
das dieſe Folgen kraſt richterlichen Nechts zu prüfen haben werde,
Atemioſe Stille herrſcht bei der Verleſung des Strafantrags.
Nur einmal, als Feſtungshaft auch gegen General Ludendorff
beantragt wird, geht eine leiſe Welle der Erregung auch durch
die Reihen der Hörer.
Der Staat war es, der hier durch den Mund ſeines
berufe=
nen Vertreters geſprochen hat, der ſein. Ich klag= an” gegen
die=
jenigen vertritt, die an ſeinen Grundfeſten mit Gewalt rütteln.
Nun hat die Perteidigung das Wort.
wendung verbrecheriſcher Mittel. Das Ungeſtüm der Jugend muß durch
die Erfahrung des Alters gebändigt werden. Es iſt ein gefährlicher
Irrglaube, der in der national aktiven Gedankenwelt um ſich geguiffen
hat, daß alles erlaubt ſei, was aus Liebe zum Vaterland geſchieht, auch
wenn es gegen das Geſetz verſtößt.
Die Weimarer Verfaſſung
bildet die Grundlage des Deutſchen Reiches. Zweifellos war die
Ver=
drängung der Bundesfürſten 1918 durch den Rat der Volksbeauſtragten
ein Verbrechen des Hochverrats. Allein die neue Regierungsgewalt
drang im ganzen Reiche durch. Der tatſächliche Zuſtand wurde in einen
recktlichen umgewandelt. Das iſt anerkanntes Recht. Die gleichen
Straf=
beſtimmungen ſchützen nun in unveränderter Geltung die republikaniſche
Staatsform. Die Angeklaaten haben ſich als Offiziere und Begmte zun
Teil ausdrücklich auf die Verfaſſung der Repuhlik verpflichtet. Ihre Tat
iſt nicht gelungen. Sie haben ſich glſo des Hochverrats ſchuldig gemacht.
Die Mitſchuld der Herren Kahr, Loſſow und Seißer
Der Staatsanwalt behandelt dann die Frage der von der
Verteidi=
gung angenommenen Mitſchuld der Herren Kahr. Loſſow und Seißer
und betont hierzu, daß ſie für die Schuldfrage bedeutungslos iſt.
Hoch=
verrat iſt und bleißt die Tat der Angeklagten. In dem eingehenden
Ermittelungsverfahren wurden die Verhältniſſe genau geprüft. Ein
Anlaß zur Anklageerhebung gegen die Herren Kahr, Loſſow und Seißer
beſtand nicht. Dem äußeren Mittun ſtand gegenüber, daß ſie nur zum
Schein mittaten, um ihre Handlungsfreiheit wiederzuerlangen. Auch für
das Vorbringen, daß ſie vorherige Verabredungen über einen Marſch
nach Berlin mit den Angeklagten gebrochen hätten, wurde kein Beweis
erbracht. Ein nationales Neichsdirektorium, wie ſie es anſtrebten konnte
auch ohne Verfaſſungsänderung erreicht werden, insbeſondere mit
Arti=
kel 48. Sollten zur Erreichung dieſes Zieles Machtmittel des bayeriſchen
Staates und dek daterländiſchen Verbände verwandt werden, ſo lag
hierin höchſtens eine Verfaſſungswidrigkeit, allenfalls das Vergehen der
Beamtennötigung, wenn an einen Druck auf den Reichspräſidenten
ge=
dacht wurde. Zu einer Ausführungsverhandlung iſt es aber nicht
ge=
kommen. Das Ergebnis der Hauptverhanblung und die Strafanzeige
der Verteidigung veranlaſſen die neuerliche Prüfung der Frage der
Strafbarkeit der Handlungen Kahrs, Loſſows und Seißers, die mit aller
Gewiſſenhaftigkeit durchgeführt wird.
Die Haltung der „Drei” im einzelnen.
Der Staatsanwalt würdigt dann, ſoweit es bisher zu beurteilen iſt,
die Haltung Kahrs, Loſſows und Seißers im einzelnen. Er betont,
daß der Kampfbund von Anfang an eine unabhängige Kampfſtellung
zu ſchaffen ſuchte. Dem wurde nicht mit der nötigen Entſchiedenheit von
Kahr, Loſſow und Seißer entgegengetreten. Hier habe nicht die nötige
und wünſchenswerte Klarheit beſtanden. Die lohale Zuſicherung des
Kampfbundes war zu unbeſtimmt und zu unſicher. Am Abend des
November wäre ein Widerſtand ausgeſchloſſen geweſen und hätte eine
Panik mit unabſehbaren Folgen herbeiführen können. Man möge das
Verhalten her drei Heuren beurteilen, wie man will: Die
Verantwor=
tung für das Geſchehene und für ſeine Folgen ruht auf denen, die die
Aktion unternahmen und die dieſe Zwangslage geſchaffen haben.
Es wird von der Verteidigung behauptet, daß eine Einigkeit über
den Marſch nach Berlin beſtanden habe, daß den drei Herren lediglich
zum Abſprung verholfen werden ſollte. Wenn damals in vaterländiſchen
Kreiſen, unter dem Einfluß des Schlagwortes: „Auf nach Berlin!” und
anderer Schlagwörter, eine verhängnisvolle Stimmung beſtand, die ſich
allmählich in dem Gedanken eines Marſches nach Berlin verdichtete, ſo
ſeien ſich die Hitler, Weber, Poehner und Kriebel zweifellos darüber
klar geweſen, daß ſie ihre Aktion gegen den Willen der drei Männer
unternahmen. Man habe die drei gebraucht und ſei entſchloffen geweſen,
auch gegen ihren Willen das Unternehmen durchzuführen. Der Name
Hitler war in Norddeutſchland nicht wirkſam, der Name Ludendorff aus
anderen Gründen nicht erwünſcht. Von einer Diktatur Hitler—
Luden=
dorff war mit den drei Herren niemals geſprochen worden. Kahr wurde
im „Völkiſchen Beobachter” und von Hitler ſelbſt immer als unfähig,
als ein zweiter Cuno bezeichnet. Man brauchte ſeinen Namen, nicht aber
ſeine Mitarbeit. Hitler hat ſelbſt zugegeben, daß er losſchlagen wollte,
weil bei den drei Herren der Wille zur Tat nicht mehr vorhanden war.
Der Staatsanwalt verweiſt in dieſem Zuſammenhang beſonders auf
die Erklärungen Kahrs und Loſſows in der bekannten Konferenz am
6. November, in der widerſpenſtigen Verbänden Waffengewalt angedroht
wurde, und auf das Treiben des Oberſtleutnant Kriebel, indem dieſer die
militäriſche Hilfe des Kampfbundes jedem Verbande zuſicherte, der mit
Reichswehr und Landespolizei in einen Konflikt gergte.
Die Eingeweihten.
Er fährt fort: Hitler habe ſchon vor der erlangten Zuſicherung
Kahrs, Loſſows und Seißers die bayeriſche und die Reichsregierung
ab=
geſetzt, die nationale Nevolution ausgerufen, den Marſch nach Verlin
verkündet und ſich ſelbſt zum Leiter der Politik der neuen
Reichsregie=
rung General Ludendorff zum Führer der Nationalarmee beſtimmt und
die Miniſter feſtnehmen laſſen. Die eingeweihten Urheber der Aktion
waren ſich am 6. November klar darüber, baß Kahr, Loſſow und Seißer
eine gewaltſame Löſung der deutſchen Frage nicht wollten. Sie waren
eutſchloſſen, die völkiſche Revolution im Neich mit Hilfe der drei Männer
vorzutragen. Als Eingeweihte ſind zu betrachten: Hitler, Poehner,
Kriebel und Dr. Weber.
„Verfaſſungswidrigkeiten des
Generalſtaats=
kommiſſerigts”.
Der Staatsanwalt geht weiter auf das Vorbringen der Angeklagten
und Verteidiger ein, daß das Generalſtaatskommiſſariat als ſolches die
Macht des Freiſtaates Bayern repräſentiert habe und nicht ausgeſchaltet
werden ſollte. Er betont hierzu, das Generalſtaatskommiſſariat
ver=
körpere weder rechtlich noch tatſächlich die Staatsgewalt. Die
Angeklag=
ten mußten ſich mindeſtens im klaren ſein, daß ſie nicht befugt waren, die
Reichsregierung abzuſetzen.
Die Angeklagten haben auch geltend gemacht, daß Kahr, Loſſow und
Seißer mit ihnen gemeinſam Hochverrat begangen hätten. Hitler hat
jedoch ſelbſt erklärt, daß ein völliger Umſturz der marxiſtiſchen
Reichs=
regierung und der Reichsverfaſſung der Sinn ſeiner Akion war. Sein
Vorgehen richtete ſich nicht nur gegen die verantwortlichen Männer,
ſon=
dern gegen die Regierungen und Verfaſſungen als ſolche. Kahr hatte
nicht die Stellung eines Diktators. Er hat ſich auch die ganze
Staats=
gewalt keineswegs angemaßt. Das iſt auch von Hitler ſelbſt wiederholt
ausgeführt worden, der immer von den Bindungen Kahrs durch die
bayeriſche Volkspartei und das Parlament geſprochen hat. Bei
Ueber=
griffen, wenn ſolche zu derzeichnen ſein ſollten, kann es ſich nur um
Ver=
faſſungswiörigkeiten, nicht aber um Verfaffungsänderuugen ſeitens des
Generalſtaatskommiſſariats handeln. Auch der Konflikt im Falle Loſſow
nicht vom Generalſtaatskommiſſariat, ſondern von der baheriſchen
Geſamt=Regierung ausgegangen, die als ſolche die Inpflichtnahme der
Reichswehr durchführte. Aber ſelbſt auch die tatſächliche
Außerkraft=
ſetzung der Reichsverfaffung in Bayern, die nicht vorliegt, könnte die
Angeklagten nicht entlaſten, da ihr Unternehmen auf das ganze Reich
und nicht nur auf Bayern gerichtet war.
* Aus der Ankiagerede der
Staatsanwaltſchaft.
Drahtbericht unſeres Münchener Korreſpondenten.
g. München, 21. März.
Erſter Staatsanwalt Dr. Stenglein betont bei Erhebung der
An=
klage, daß er ſich jeder Stellungnahme zu den politiſchen Parteifragen
enthalten werde
Zwei tief bedauerliche Erſcheinungen
ſind den Ereigniſſen des 8. Nobember vorangegangen und
kenn=
zeichnen ſie:
1. Die Zerriffenheit und Zerklüftung vaterländiſch gefinnter Kreiſe.
2. Die Ungebulb in den nationalen aktiven Kreiſen, die da meinten,
mit einem Gewaltſtreich das alte Deurſche Reich in ſeinem Glanze
wiederaufzurichten.
An ihre Stelle muß die harte, zähe, eiſerne Geduld treten, die in der
Stille arbeitet, aber tatenfreudig in die Zukunft blickt, die mit
zuſam=
mengeliſſenen Zähnen wartet, bis die Saat reif und die Stunde
ge=
kommen iſt. Die tiefſte Wurzel der Geſchehniſſe liegt in der Zerrüttung
der Staatsautorität. Die Achtung vor dem Geſetz wurde verletzt. Sie
muß wieder hergeſtellt werden. Ein hohes Ziel rechtfertigt nicht die An
„Hitſer des vollendeten Hochverrats angeſchuldigt”
Der Staatsanwalt würdigte dann die Perſon Hitlers: Er iſt ein
tapferer Soldat geweſen. Er hat ſeine Partei aus kleinſten Anfängen
herausgeführt. Es wäre unrecht, ihn als Demagogen im üblen Sinne
des Wortes zu bezeichnen. Vor dieſem Vorwurf ſchützt ihn die Echtheit
ſeiner Ueberzeugung. Sein Privatleben hat er ſtets reingehalten, was
be=
ſondere Anerkennung angeſichts der Lockungen verdient, die ihm als
gefeiertem Parteiführer zuteil geworden ſind. Seine Hauptaufgabe iſt
in der Nationaliſierung der Arbeiterſchaft zu ſehen. Erſt ſpäter iſt
ſeine Hemmungsloſigkeit Herr über ihn geworden, worin ſeine tragiſche
Schuld liegt. Die Hauptberantwortung für die Geſchehniſſe trifft ihn,
auch für die Gelöbeſchlagnahmungen, die Zerſtörung der Münchener
Poſt, die Geiſelverhaftungen und die anderen Begleiterſcheinungen des
Putſches, insbeſondere auch für den Zug zur Feldherrnhalle, an deſſen
Befchlußfaſſung er beteiligt war. Hitler hat ſich des vollendeten
Hoch=
verrats nach 2 81 ſchuldig genacht und mit ſeiner Tat die ſchweren
Fol=
gen heraufbeſchworen. Unehrenhaſte Ausnutzung der Machtſtellung, die
er ſuchte, kann ihm nicht vorgeworfen werden, wenn auch perſönlicher
Ehrgeiz bei ihm mitgeſpielt haben mag.
„General Ludendorff hai das Geſetz verletzt”.
Der Staatsanwalt wendet ſich bann der Perſon Geueral Luhendorffs
zu und bemerkt: Ich habe nach der erſten Vernehmung des General
Ludendorff meinen Eindruck in die Worte zuſammengefaßt: General
Ludendorff hat ſich als ganzer Mann, als tapferer Soldat gezeigt. Sein
Feldherrnruhm iſt unberührt geblieben. Auch heute noch habe ich den
Eindruck, daß ſich General Ludendorff als tapferer Mann, als tapferer
Soldat gezeigt hat. Er hat ſich an die Spitze des Zuges zur Stadt
ge=
ſtellt, um als erſter den Kugeln ausgeſetzt zu ſein. Das Geſetz aber hat
er verletzt. Das Geſetz muß auch ihn treffen. Das wird er ſelbſt am
beſten wiſſen, der uns allen im Kriege ein Vorbild war. Er war mit
Hitler darin einig, in Bayern und im Reich die völkiſche Sache zum
Sieg zu führen. Von der Abſicht der Aktion gewußt zu haben, kann
ihn nicht nachgewieſen werden. Daß ſich die völkiſche Bewegung in
ge=
wvaltſamer Art vollziehen mußte, wußte er ſelbſtverſtändlich. Er ſchlug
ſich ſofort mit ſeiner ganzen Perſon auf die Seite des Unternehmens im
Bürgerbräukeller, beteiligte ſich am weiteren Zureden der drei Herren,
übernahm die Führung der neuen Nationalarmee, betätigte ſich auch
ſo=
fort in dieſem Amt. Daß die baheriſche und Reichsregierung beſeitigt
werden ſollten, mußte er wiſſen. Er hatte Kenntnis von der
Gefangen=
ſetzung der Miniſter. Der Schwere ſeiner Tat, die als Beihilfe zum
Verbrechen des Hochverrats zu charakteriſieren iſt, ſteht gegenüiber die
ſelbſtloſe Hingabe an die völkiſche Sache, die Neinheit ſeines Wollens,
die große Schuld des deutſchen Volkes gegenüber ſeinem großen Führer,
Die Anklage gegen die übrigen Beſchuldigten.
Darauf vertrikt Staatsanwalt Ehart die Anklage gegen die übrigen
Beſchuldigten des Prozeſſes.
Er betont bei dem Angeklagten Kriebe”, daß hier eine
Mit=
täterſchaft beim Verbrechen des Hochverrats anzunehmen iſt.
Seine Verantwortlichkeit erſtreckt ſich ebenfalls auf die Gefahren
und Folgen des Unternehmens. Mildernd iſt in Anſatz zu bringen
ſeine verdienſtvolle Haltung als Offizier, ſeine ehrliche Begeiſterung und
Ueberzeugung, endlich auch die Annahme, daß er die Verantwortung
reſtlos auf ſich genommen hat.
Bei dem Angeklagten Poehner nimmt der Staatsanwalt
ebenfalls Mittäterſchaft beim vollendeten Verbrechen des
Hochverrats an.
Er war als Mitglied des Oberſten Gerichts des Landes ebenfalls
auf die Treue zur Verfaſſung des Freiſtaates Bayern verpflichtet.
Er=
hat als oberſter Nichter einen unangenehmen Eindruck dadurch erweckt,
duß er ſich ſeiner hochverräteriſchen Unternehmungen ſeit 5 Jahren in
offener Hauptverhandlung gerühmt hat.
Der Angeklagte Frick ſtand dem Kampfbund mit großer
Sym=
pathie gegenüber. Auf Grund der Ergebniſſe der Beweisaufnahme kann
nicht bezweifelt werden, daß er als der für die Polizei verantwortliche
Beamte ſeine Bereitſchaft zur Uebernahme der Polizeidirektion nach
der Aktion ſchon vorher feſt zugeſagt hatte. Seine Unterlaſſungen in
der Nacht zum 9. November gewinnen beſondere Bedeutung durch die
nachgewieſene vorherige Verſtändigung Fricks von der Aktion im
Bür=
gerbräukeller.
Fricks Verurteilung wegen Beihilfe zum Verbrechen des
Hochverrats wird beantragt.
Eigennützige Beweggründe werden ihm nicht vorgeworfen,
ebenſo=
wenig wie dem Angeklagten Poehner. Auch er hat ſich als Beamter zur
gegen die Verfaſſung des Freiſtaates Bayern verpflichtet und
Treue.
ſeine Pflichten als Beamter auf das gröblichſte verletzt.
Dr. Weber war an den entſcheidenden Vorbeſprechungen zu dem
Putſch beteiligt.
Bei Dr. Weber kommt Hochverrat in Mittäterſchaft in Frage.
Sein Verſchulden iſt um ſo größer, als auch er Staatsbeamter iſt
und als ſolcher den Eid auf die Verfaſſung geleiſtet hat. Auch ihn trifſt
die volle Verantwortung für die Folgen des Putſches. Daß ſein
per=
ſönlicher Ehrgeiz nicht im Vordergrund ſtand, wird auch bei ihm
an=
genommen.
Bei dem Angeklagten Hauptmann Noehm iſt ein Nachweis dafür,
daß er vor dem 8. November von der Aktion wußte, nicht erbracht.
Er=
ſchwerend fällt ins Gewicht, daß er ſich am 9. November anſchickte, der
Reichswehr offenen Widerſtand entgegenzuſetzen, um ſo mehr, als
damals noch formell aktiver Reichswehroffizier war. Mildernd ſind
anzuſetzen, ſeine Verdienſte als Offizier, ebenſo ſein Glaube an die
ſit=
liche Berechtigung der völkiſchen Ziele.
Auch bei Hauptmann Roehm wird Beihilfe zum Hochverrat
angenommen.
Bei dem Angeklagten Oberleutnant Brückner nimmt der
Staatsanwalt ebenfalls Beihilfe zum Hochverrat an,
wobei er als mildernd ebenfalls den Glauben an die völkiſche Idee in
Anſatz bringt.
Bei dem Angeklagten Wagner bezeichnet es der Staatsanwalt als
auffallend, daß man im Kampfbund von 400 Infanterieſchülern gerade
Wagner herausſuchte, um ihn in den Putſchplan gegen die
verfaſſungs=
mäßigen Regierungen im Reich und in Bayern einzuweihen.
Auch bei Wagner iſt ein ſchlüſſiger Nachweis nicht erbracht,
ſo daß die Verurteilung wegen Beihilfe zu erfolgen hätte.
Auch er hat ſich unbedenklich darüber hinweggeſetzt, daß er als
aktiver Offizier der verfaſſungsmäßigen Regierung zu beſonderer Treue
verpflichtet war.
Bei Leutnant Pernet, dem Stiefſohn Ludendorffs, iſt ebenfalls
an=
zunehmen, daß er vorher von der Aktion Kenntnis hatte. Der ſchlüſſige
Nachweis liegt auch hier nicht vor.
Leutnant Pernets Handlungen begründen ebenfalls ein
Verbrechen der Beihilfe.
Darauf verlieſt der erſte Staatsanwalt den oben wiedergegebenen
Strafantrag, worauf, nach einer kurzen Auseinanderſetzung zwiſchen
Ge=
richt und Verteidigung, die eine Verhandlugspauſe eingelegt zu ſehen
wünſcht, die Weiterverhandlung auf nachmittags 4 Uhr angeſetzt wird.
Der Vorſtoßder Verteidigung.
Hitſers Perteidiger Rechtsanwalt Roder
hat das Wort.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
g. München, 21. März.
Der Freitag nachmittag ſteht vollkommen im Zeichen der
Verteidigung Hitlers, deſſen Rechtsbeiſtand, Rechtsanwalt Roder,
als erſter der Verteidiger die Plädoyers eröffnet. In den
Vorder=
grund ſeiner faſt vierſtündigen Rede ſtellt er den „Treubruch derer,
denen deutſches Manneswort und deutſcher Handſchlag nichts
mehr bedeuteten”, und die Ungleichheit der Waffen, mit denen
hier vor Gericht um die Wahrheit und die Ehre der Angeklagten
der letzte Kampf geführt werde, nachdem bis kurz vor dem
Pro=
zeß jede Meinungsäußerung der einen Seite verboten und auf
der anderen Seite eine ſyſtematiſche Beeinfluſſung der
Oeffent=
lichkeit betrieben worden ſei. Daß Hitlers Rechtsbeiſtand auch
die Verpflichtung fühlt, ſeinen Mandanten von dem Vorwurf
des Ehrenwortbruches zu reinigen, wie er es gegenüber dem
Miniſter Schweyer in wiederholten, öffentlichen Erklärungen
ſchon verſucht hat, iſt angeſichts der Schwere dieſes Vorwurfs
zweifellos begreiſlich. Mag es richtig ſein, daß das Ehrenwort
Hitlers eingeſchränkt wurde: im Endeffekt bleibt auch hier ein
letzter Reſt von peinlichem Empfinden, daß zwiſchen großen und
kleinen, begrenzten und unbegrenzten Ehrenwörtern Unterſchied
gemacht wird, die ſonſt der deutſchen Sprache und dem deutſchen
Empfinden im allgemeinen fremd ſind. Dabei ſoll unbedingt als
wahr unterſtellt werden, daß Hitler ſelbſt in ſeiner Impulſivität
ſich kaum bewußt geweſen ſein mag, eine mehr oder minder
deut=
liche, mehr oder minder eingeſchränkte Zuſage zu verletzen, als er
zu der Tat ſchritt, zu der ihn ſeine Hemmungsloſigkeit trieb.
Dieſe Tat — darin kann der Verteidigung zugeſtimmt
wer=
den — war und iſt heute nur verſtändlich aus den
Zeitverhält=
niſſen heraus, die damals gegeben waren, und die Rechtsanwalt
Roder heute in eingehenden Beſprechungen wieder erſtehen ließ.
Alle dieſe Umſtände wird das Gericht ſelbſtverſtändlich zu
wür=
digen haben, in gewiſſem Sinne wohl auch anders, als es der
Verteidiger ihm nahelegt; denn im Anfang der Tat Hitlers ſtand
das Ende des Währungszerfalls, die erſten Keime der Geſun=
einen eleganten Anzug für Straße oder Sport — einen
modernen Frühjahrs-Ulster, Schlüpfer, Paletot, Covercoat,
Gummi-Mäntel oder sonstiges Kleidungsstück benötigt sss
Nümmer 82:
dung, um die es mit dem Staatsſtreich Hitlers, wenn er ſich auch Vorgänge ſelbſt und ſeiner behaupteten Hauptſchuldner, der
Her=
des Währungszerfalls, die Aufgabe des paſſiven Widerſtandes gegeben, da nicht Hitler und die einzelnen Angeklagten, ſondern
reitet haben, der eine Exploſionsnatur wie die Hitlers mit ihrem änderung noch eine Gewaltanwendung ſei durchgeführt oder
ge=
glühenden Fanatismus zur Aktion drängen mußte — in dem plant geweſen.
Wahn, zur Erlöſung des deutſchen Volkes aus dieſen Drangſalen
als wahr unterſtellen.
digers Hitlers nimmt naturgemäß der Kampf Bayerns und hier / Begleiterſcheinungen des Putſches, wie die Geiſelmißhandlung,
nugſam gewürdigt worden ſind. Hier wird der Verteidiger zum ſein Ziel reichlich weit geſteckt hat.
Staatsanwalt, der ſeine Aufgabe darin ſieht, Kahr, Loſſow und
Seißer als diejenigen erſcheinen zu laſſen, die die eigentlichen gungsrede laſſen vermuten, daß vor dem kommenden Freitag
legten, daß ein Gegenbeweis nicht geführt wurde.
Zur Tat ſelbſt läuft die Argumentation Roders darauf
hin=
aus, daß der Inhalt aller Beſprechungen mit Loſſow und Seißer
nichts anderes geweſen ſei, als die Vorbereitung des Kampfes
der Münchener Männer gegen Berlin. Daß man ſich ſtundenlang
mit Hitler darüber unterhielt, ohne ihn ſofort zu verhaften, habe
Hitler zu dem Glauben bringen müſſen, daß die drei Herren mit
ihm völlig einig ſeien. Kahr, Loſſow und Seißer ſeien als Haupt= Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
täter zu betrachten, zu denen Hitler erſt ſpäter hinzukam.
Auch dieſe Argumentation krankt offenſichtlich an dem
Trug=
ſchluß, den die Verteidigung ſcheinbar bis zur letzten
Konſe=
quenz weiter zu verfolgen gedenkt, die Tat vom 8. November fand heute Freitag vor der 5. Strafkammer des Landgerichts
lediglich der Fall Hitler und Genoſſen zur Debatte und zur Ab= die für die nationalſozialiſtiſche Bewegung typiſche Erſcheinung,
urteilung.
einer ſcharfen Rüge gibt, iſt eine der wenigen äußeren Begleit= Falle ſollte das Rathenau=Attentat genau kopiert werden.
erſcheinungen des Nachmittags, in welchem die viel zu breit an
gelegte, rhetoriſch denkbar wirkungslos vorgebrachte Rede
Roder=
das monotone Gepräge gibt. Einförmig geht dieſe Rede nach
dieſem Zwiſchenſpiel weiter, bis der harte Vorwurf des Mordes
den der Redner gegenüber der Landespolizei erhebt, die an der
Feldherrnhalle am 9. November ihre harte Pflicht tat, die zweite eine Beſeitigung ſei Geld zu verdienen. Dieſe Tat wurde dann
ſtellung darauf abgeſtimmt, die Glaubwürdigkeit der Kronzeugen heraus Kahr mit einer Piſtole niedergeſchoſſen werden ſollte.
zu erſchüttern, Hitler als den einzigen hinzuſtellen, der in dieſem Von einem der Angeklagten wurde von dem Mordplan auch der
weiſen. Von Stunde zu Stunde werden der Hörer immer weni= die Tat werde gut bezahlt, müſſe aber innerhalb 14 Tagen
aus=
ger. Daß Hitler am 8. November Tatſachen ſchuf, kann auch geführt ſein. Die drei jungen Leute wurden ſchon am 10. Ja=
Rechtsanwalt Roder nicht beſtreiten. Ob es ſich lediglich darum nuar verhaftet.
handelte, anderen zum Abſprung zu verhelfen, wird das Gericht
tigkeit die bisherige Beweisaufnahme auch nicht den leiſeſten An= naſiaſt Weber einer der Haupthelden, der Herrn v. Kahr ſchon am
halt ergeben hat. Es erſtaunt einigermaßen, daß Rechtsanwalt 6. Dezember in auffälliger Weiſe durch verſchiedene Straßen
Roder auf den in dieſem Punkte völlig auseinandergehenden folgte. Er wurde daraufhin feſtgenommen, aber nach Feſtſtellung
Zeugenausſagen auch heute noch die Behauptung aufrecht erhält, ſeiner Perſonalien wieder entlaſſen. Er begab ſich ſofort in eine
Kahr ſowohl wie Loſſow und Seißer hätten ſich im Vürgerbräu= Gaſtſtätte, in der er ſeine Erlebniſſe zum beſten gab. In dieſer
keller ernſtlich zum Mittun entſchloſſen und ſeien erſt hinterher Gaſtſtätte erklärte ſich der Filmſchauſpieler Barthel bereit, Kahr
umgefallen, vielleicht unter Zwang, wobei völlig offen bleibt, von zu erſchießen, wenn ihm eine Waffe beſorgt werde. Der Schuh=
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, deu 22. März 1924.
Seite 5.
nur Tage hätte halten können, zweifellos geſchehen geweſen wäre, ren Kahr, Loſſow und Seißer zu dem Ergebnis kommt, eine
Daß die damaligen Verhältniſſe, die raſende Teuerung infolge ſtrafrechtliche Schuld Hitlers und der anderen Herren ſeien nicht
und der Kampf des bayeriſchen Generalſtaatskommiſſariats gegen die Nationalregierung als ſolche die ſogenannten
hochverräte=
die Berliner Politik dem Staatsſtreich Hitlers einen Boden be= riſchen Verhandlungen begangen hätten. Weder eine Verfaſſungs=
Freiſpruch Hitlers? Rechtsanwalt Roder beantragt ihn
allein berufen zu ſein — wird auch das Gericht ohne weiteres am Schluß ſeiner vierſtündigen Ausführungen, nachdem er die
weiteren Ereigniſſe des 8. und 9. November geſtreift hat. Auch
Einen breiten Raum in dieſer Situationsmalerei ds Vertei= hier lehnt er jede Verantwortlichkeit Hitlers, für die unſchöne
beſonders der des Generalſtaatskommiſſars gegen die Reichs= die Geldbeſchlagnahmungen, die Zerſtörungen in der „Münchener
regierung ein, deſſen Gefahren ſchon lange vor dem Putſch ge= Poſt” uſw., ab. Uns dünkt, daß dieſer Antrag des Verteidigers
Ausmaß und Tempo der heute gehörten erſten Verteidi=
Väter des Gedankens der nationalen Reichsregierung in Bay= nicht auf ein Ende des Prozeſſes zu rechnen iſt. Auf das Urteil
ern geweſen ſeien. Dem ſteht nur entgegen, daß die Kronzeugen könnte dann wohl früheſtens am 31. März, alſo dem Tage
ge=
bei ihrer Vernehmung in durchaus glaubhafter Weiſe, wenn auch rechnet werden, der gleichzeitig das Ende der Volksgerichte
be=
unvereidigt, ihre Abſichten und Motive bis ins einzelne ſo klar deuten wird. Zunächſt verhandelt man am Samstag vormittag
weiter.
Mordpläne gegen Kahr.
Großſprechereien. — Das Arteil.
München, 21. März.
Eine Verhandlung, der außerordentliches Intereſſe zukommt,
müſſe als ſolche für ſich ſelbſtändig und losgelöſt von allem übri= München I ſtatt. In zwei getrennten Prozeſſen hatten ſich hier
gen betrachtet und gewertet werden, während alles andere Sache fünf Nationalſozialiſten unter der Anklage zu verantworten,
eines etwaigen Verfahrens gegen Kahr und Genoſſen wäre; gegen den verfloſſenen Generalſtaatskommiſſar Dr. v. Kahr
denn hier ſteht, was die Verteidigung immer wieder überſieht, Mordanſchläge verabredet zu haben. Sämtliche Angeklagten ſind
junge Leute anfangs der 20er Jahre, die glaubten, eine natio=
Daß der Vorwurf, die drei Hauptzeugen hätten ſich um ehr= nale Tat zu vollbringen, wenn ſie den „Verräter an der
natio=
liche Ausſagen glatt herumgedrückt, dem Vorſitzenden Anlaß zu nalen Sache‟, Herrn v. Kahr, um die Ecke brächten. Im erſten
Der Kellner Gruber, der Buchhalter Seidl und der
Berg=
eamte Kleemann beſprachen am 29. Dezember,
merkwürdiger=
eiſe im Afyl für Obdachleſe, den Hitlerputſch, den
Rathenau=
nd Erzberger=Mord, wole: Seidl die Meinung vertrat, daß
ahr das Schickſal von Ra=” au und Erzberger verdiene. Durch
Rüge des Vorſitzenden herausfordert. Im Endziel iſt die Dar= weiter verabredet. Es ſollten Auto beſchafft werden, aus denen
Saale rückſichtslos die Wahrheit ſagte, um ſeine Unſchuld zu be= Frau eines Kraſtwagenfahrers Kenntnis gegeben und erklärt,
Auch im zweiten Falle zeigt ſich deutlich, welches Unheil die
zu prüfen haben. Auch in dieſer Beweisführung kehrt ein Kern= von nationalaktiven Kreiſen betriebene Mordpropaganda in den
ſtück der bisherigen Verteidigungslinie wieder, für deren Rich= Köpfen junger Leute anſtiftet. Hier iſt der 15 Jahre alte
Gym=
wem dieſer Zwang ausgegangen ſein ſollte. Es überraſcht noch macher Holzinger wollte die Waffe beſorgen und ihn auch bei
mehr, daß Rechtsanwalt Roder auf Grund ſeiner Darſtellung der der Ausführung des Attentats begleiten. Auch hier wurde der
Attentatsplan im einzelnen beſprochen, wobei Barthel es nicht
zuließ, daß Holzinger die Schüſſe auf Herrn v. Kahr abfeuern
ſolle, da er ſich den Kahr ſelbſt kaufen wolle. Am Abend des für
das Attentat in Ausſicht genommenen 7. Dezember wurden beide
feſtgenon men.
In der Beweisaufnahme ſehen ſich die Dinge erheblich
mil=
der an, als es die Anklageſchrift vermuten ließ. Mehr oder
weniger handelte es ſich um törichte Redereien und
Großſpreche=
reien, denen der ernſte Wille zur Tat fehlte. Nur bei dem
An=
geklagten Seidl wurde die Abſicht der Ermordung Kahrs
ſchlüſ=
ſig nachgewieſen. Diefem Ergebnis trug auch das Gericht
Rech=
nung, das vier Angeklagte freiſprach und den Angeklagten Seidl
unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre
für ein Jahr ins Zuchthaus ſchickte. Der Staatsanwalt hatte
gegen ſämtliche Angeklagten Zuchthausſtrafen von zwei bis fünf
Jahren beantragt.
„.
Ein Satyrſpiel mit tragiſchem Ausgang
be=
ſchäftigte dann noch in ſpäter Abendſtunde die gleiche Kammer,
die gegenwärtig die Funktionen des Schwurgerichts ausübt. Zu
verantworten hatten ſich hier zwei Nationalſozialiſten, die unter
Mißbrauch gefälſchter Stempel des Wikingbundes außer Kraft
geſetzte Freifahrkarten für das Heer fälſchten und damit zweiter
Klaſſe nach Sachſen fuhren, um dort Propaganda für die
natio=
nalſozialiſtiſche Idee nach dem Fehlſchlag des 9. Norember in
München zu treiben und nebenher auch ihre Bräute zu beſuchen.
Auch für die Rückfahrt benutzten beide wieder gefälſchte
Militär=
fahrſcheine. Der Hauptangeklagte hatte ſeinen Mitangeklagten
ſelbſt noch dadurch getäuſcht, daß er ſich ihm gegenüber trotz eines
ſurchtbaren Sprachfehlers als aktiven Reichswehrleutnant
aus=
gab. Das Gericht ſandte den Hauptangeklagten, der wegen
ähn=
licher Delikte mehrfach vorbeſtraft iſt und am 9. November bei
dem Zuſammenſtoß vor der Feldherrnhalle verwundet worden
war, wegen ſchwerer Urkundenfälſchung in Tateinheit mit
Be=
trug auf 1 Jahr 6 Monate ins Zuchthaus und erkannte ihm die
bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab. Der zweite Angeklagte
erhielt 4 Monate Gefängnis. Auch in dieſem Falle zeigte ſich
wvieder, welch unglaubliche Begriffsverwirrung und welch
heil=
loſe Verwilderung in den Schichten eingeriſſen iſt, als deren
gei=
ſtiger Führer Adolf Sitler heute vor dem Gericht ſteht.
Bagern und das Reichspoſtſinanzgeſetz.
München, 21. März. Der Regensburger Anzeiger bringt
folgende Meldung unter der Ueberſchrift „Bahern und das
Reichspoſtfinanzgeſetz”:
Der Reichstag und ſtarke preußiſche Einflüſſe haben es dem
Reichspoſtminiſter unmöglich gemacht, die Zuſagen zu halten,
die er bei der vor einigen Wochen ſtattgefundenen Münchener
Beſprechung der bayeriſchen Staatsregierung in der Poſtfrage
gemacht hat. Im Reichstag hat inzwiſchen die Bayeriſche
Volks=
partei in eingehender Begründung das Reichspoſtfinanzgeſetz
ab=
gelehnt. Es iſt ſelbſwverſtändlich, daß die bayeriſche Poſtpolitik
mit dieſem Proteſt und dieſem ablehnenden Votum nicht
er=
ſchöpft ſein kann. Wie man hört, trifft die bayeriſche
Staats=
regierung Vorbereitungen, welche geeignet ſind, die Poſtfrage
neuerdings aufzurollen. Es kann ſich der ganzen Natur nach
dabei nicht um einen leeren Proteſt handeln, ſondern um die
Geltendmachung bayeriſcher Rechte, die ſich aus dem
Staatsver=
trag ergeben, der nun bedauerlicherweiſe gebrochen worden iſt.
Aus dieſem Vertragsbruch ergeben ſich alle Schritte, die Bayern
nunmehr zur Wahrung ſeiner Rechte geltend machen wird.
wende sich an das größte u. leistungsfähigste Spezialhaus am Platze
wird durch unsere große Auswahl, durch unsere bekannt
gute Verarbeitung bei niedrigster Preisberechnung, durch
zuvorkommendste Bedienung, unser steter Kunde bleiben
Größtes und leistungsfähigstes Spezialhaus für Herren- und Knabenkleidung am Platze
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Nummer 82.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 22. März.
* Zur Vermögenſieuererklärung 1924.
Die Abgabe hat in der Zeit vom 1.—15. April zu erfolgen. Soweit
die Bewertungsvorſchriften von den Vorſchriften des
Vermögensſteuer=
geſetzes und der R.Abg.O. abweichen, gelten ſie nur für dieſe
Veran=
lagung. Auf Papiermark lautende Rechnungseinheiten ſind in Goldmark
umzurechnen. Bei inländiſchen Grundſtücken iſt vom Wehrbeitragswert
auszugehen, ausgenommen bei ſolchen, die zu induſtriellem, gewerblichem
oder Handelsbetrieb gehören und mit dieſen eine wirtſchaftliche Einhei
bilden. (Hier finden die Veſtimmungen über Bewertung des
Betriebs=
vermögens Anwendung.) Die Grundſtücke ſollen in Ertragsklaſſen
ein=
gereiht und nach ihrem Hektarwert mit einem Betrage angeſetzt
wer=
den, der innerhalb des Rahmens der Ertragsklaſſe liegt. Je nachdem iſt
der Wehrbeitragswert nach oben oder unten zu berichtigen. Jür die
Bezirke der einzelnen Landesfinanzämter ſind Ertragsklaſſen feſtgeſetzt.
Vor Einreihung ſollen landwirtſchaftliche Sachverſtändige, tunlichſt aus
dem Finanzamtsbezirk, gehört werden. Endgültige Einreihung erfolgt
bei Veranlagung. Verpachteter Grundbeſitz iſt wie eigenbewirtſchafteter
zu behandeln.
Bei bebauten Grundſtücken iſt Berichtigung des
Wehr=
beitragswerts dann beſonders vorgeſehen, wenn dem Wehrbeitragswert
ſtatt des Ertragswertes der gemeine Wert zugrunde lag und der hieraus
ſich ergebende Differenzbetrag mehr als 10 Prozent beträgt, ferner, wenn
ſeit 31. Dezember 1913 weſentliche Aenderungen eingetreten ſind.
Allge=
meine Verſchlecterung des baulichen Zuſtandes ſoll Berichtigung nicht
begründen. (Hier ſoll die Bemeſſung der Abſchläge h.lfen.) Als
Bau=
land oder Land zu Verkehrszwecken beim Wehrbeitrag bewerteter
Grund=
beſitz erfährt Abſchlägeberichtigung, wenn jene Eigenſchaften am 31. Dez.
1923 nicht mehr vorhanden waren.
Die vorzunehmenden Abſchläge betragen bei dauernd landwirtſchaft
lich genutzten Grundſtücken bei durchſchnittlichem Hektarwert von mehr
als 3000 Goldmark 10 Prozent, über 1600—3000 Gmk. 20 Prozent, über
1000—1600 Gmk. 30 Prozent, bis zu 1000 Gmk. 40 Prozent des
Wehr=
beitragswertes. Bei Pachtgrundſtücken von mehr als 10 Hektar, ſowie
ſelchen des Kleingartenbaues erhöhen ſich die Sätze auf 20, 30, 40 oder
50 Prozent, bei dauernd gärtneriſchen Zwecken dienenden Grundſtücken
20 Prozent des W. B.
Bei bebauten Grundſtücken für Wohnzwvecke beträgt, ſoweit es ſich
um Villen handelt, der Abſchlag bei nicht über 30 000 Gmk. W.B.W. 65,
von über 30—60 000 G=
W. B. W. 50, über 60 000 Gmk. 30 Prozent
Wehrbeitragswertes.
Bei Mietwohnungsgrundſtücken beträgt der
Ab=
ſchlag 70 Prozent des W.B.W. (ſolchen bis 80 Prozent können
Landes=
finanzämter zulaſſen).
Bewertung des ſonſtigen Vermögens.
Für Bewertung von Wertpapieren gelten Steuerkurswerk und
er=
mittelte Verkaufswerte des Stichtags 31. Dezember 1923. Soweit für
junge Aktien ſolche Werte nicht feſtgeſetzt ſind, ſind ſolche mit 90 Prozent
des Wertes der alten einzuſetzen.
Schuldverſchreibungen ſind nach Papiermarknennbetrag in Goldmarl
umzurechnen. Forderungen und Schulden ſind in der Regel mit
Nenn=
wert zu bewerten. Reichsmarkforderungen, die bis 31. Dezember 1923
nicht aufgewertet wurden, ſind nach Papiermarknennwert in Goldmark
umzurechnen, auch ſoweit Auſwertung nach der 3. St.N.V. in Betracht
kommt.
— Der Heſſiſche Landtag tritt zu ſeiner 80. Sitzung im Plenum
am Dienstag, den 25. März 1924, vormittags 10 Uhr, zuſammen. Auf
der Tagesordnung ſtehen: Regierungsvorlage, den Entwurf eines
Ge=
ſetzes über die Regelung des Staatshaushalts für das Rechnungsjahr
1924 betreffend. Regierungsvorlage, den Entwurf eines Geſetzes, di
Kreis= und Provinzialumlagen betreffend. Regierungsvorlage, den
Entwurf eines Ausführungsgeſetzes zum Finanzausgleichsgeſetz
betref=
fend. Nach Artikel 9 der heſſiſchen Verfaſſung vom 12. Dezember 1921
ſind dem Landtag folgende vier Punkte zur Beſtätigung vorzulegen
Regierungsvorlage, die Verordnung über die Gebühren und Auslagen
in Pachteinigungsſachen vom 5. Oktober 1923 betreffend.
Regierungs=
vorlage die Verordnung über die Abänderung des Artikels 15 Abf. 3
der Städteordnung und des Artikels 15 Abſ. 4 der
Landgemeindeord=
nung vom 26. September 1923 betreffend. Regierungsvorlage,
Verord=
nung über das Feld= und das Forſtſtrafgeſetz betreffend.
Regierungs=
vorlage, Verordung zum Geſetz, das Notariat betreffend, vom 16.
Okto=
ber 1923 betreffend. (Reg.=Bl. Nr. 37, S. 346). — Bildung eines
Ober=
ſchiedsgerichts für Feldbereinigung (Art. 50 Abſ. 4 des
Feldbereinigungs=
geſetzes)
— Ernannt wurden: Am 11. März die Polizeioberwachtmeiſter
Wil=
helm Ruppert aus Oberhilbersheim, Kreis Oppenheim, und Philipp
Stein aus Hammelbach, Kreis Heppenheim, mit Wirkung vom 1. März
1924 zu Polizeikommiſſaren; die Polizeiwachtmeiſter auf Probe
Hein=
rich Andres aus Weinolsheim, Kreis Oppenheim, Julius Englert
aus Ochſenthal, Joſef Hedderich aus Bodenheim, Kreis Mainz,
Karl Kumpf aus Gießen, mit Wirkung vom 1. März 1924, und Otte
Bretzke aus Greifenberg, Kreis Angermünde, und Auguſt Möſer
aus Darmſtadt mit Wirkung vom 1. April 1924 zu Polizeiwachtmeiſtern;
um 17. März der außerplanmäßige außerordentliche Profeſſor an der
Landesuniverſität Gießen Dr. Adolf Jeß zu Gießen mit Wirkung vom
1. April 1924 zum ordentlichen Profeſſor der Augenheilkunde und
Direk=
tor der Univerſitäts=Augenklinik an der Landesuniverſität zu Gießen.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: Am 12. März der
Polizei=
oberwachtmeiſter Friedrich Schulze zu Offenbach und der Hausdiener
an der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt „Philippshoſpital” bei Goddelau
ſohannes Crößmann zu Crumſtadt, beide auf ihr Nachſuchen unter
Anerkennung ihrer dem Staate geleiſteten Dienſte mit Wirkung vom
1. April d. Js., und der Polizeiwachtmeiſter Heinrich Müller zu
Offenbach auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1924; am 13.
März der Polizeioberwachtmeiſter Ludwig Wenner zu Offenbach auf
ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner dem Staate geleiſteten
Dienſte mit Wirkung vom 1. April 1924; am 17. März der ordentliche
Profeſſor und Direktor der Univerſitäts=Augenklinik an der
Landes=
univerſität Gießen Geh. Med.=Rat Dr. Adolf Voſſius zu Gießen
auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner dem Staate geleiſteten
langjährigen treuen Dienſte mit Wirkung vom 1. April 1924 ab.
— Techniſche Hochſchule. Der Diplom=Ingenieur Friedrich
Ege=
aus Chemnitz hat ſich an der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt der
mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung in der Abteilung für
Maſchinen=
bau (Papieringenieurweſen) unterzogen und dieſelbe „gut” beſtanden.
— Heſſiſches Landestheater. Bei dem Julius Weismann=
Konzert heute abend im Kleinen Haus des Landestheaters wirkei
außer dem Komponiſten noch Hans Hoefflin und Konzertmeiſter
Otto Drumm mit. Hans Hoefflin wird ſechs, zum größten Tei
lyriſch=romantiſche Lieder von Julius Weismann ſingen. Otto Drumn
ſpielt mit dem Komponiſten zuſammen eine Sonate
Violine und
Klavier und Variationen über ein altes Ave Maria.
In der
Neu=
inſzenierung von Marſchners Hans Heiling” die unter Leitung
von Michael Balling am Sonntag zum erſten Mal aufgeführt wird.
ſind in größeren Partien beſchäftigt: Frau Doepner (Gertrud),
Frau Gercke (Königin), Frl. Werle (Anna) Herr Kuhn
(Stephan), Herr Vogt (Niklas), Herr Weller (Viktor). Die
Titel=
partie ſingt Herr Biſchoff. Die Oper wurde von Guſtav Hartung
inſzeniert und von Arthur Pohl ausgeſtattet.
Nanuk. Der
Vorverkauf zu den Vorführungen im Kleinen Haus am Montag
ienstag und Mittwoch, um 6 und 8 Uhr, hat an der
Tages=
kaſſe des Kleinen Hauſes begonnen. Preiſe: 50 Pfg. bis 5 Mark.
Vereinigung der Freunde des Humaniſtiſchen Gymnaſiums. Wir
machen die Mitglieder der Vereinigung und die Freunde unſerer
Be=
ſtrebungen auf die Sonntagsmatinee aufmerkſam und bitten
die Frankfurter Gäſte durch einen zahlreichen Beſuch der Veranſtaltung
zu ehren. Aus dem unmittelbaren Erleben einer Frankfurter
Auffüh=
rung ſchreiben die Frankfurter Nachrichten: „Homer erzieht edle,
auf=
rechte, freie Menſchen. Die Jugend, die Homer liebt, wird nicht das
Hohle und das Gemeine lieben. Möge die Sonne Homers uns ur
unſerer Jugend das graue Elend vergolden, das uns umgibt. Es war
einer der Lieblingsgedanken der edelſten Geiſter aus der chriſtlichen
Frühzeit, eines Juſtin und der Alexandriner, die noch an den Quellen
griechiſcher Philoſohie und Poeſie geſeſſen hatten, daß in der Sonne
Homers Lichtkeime göttlicher Wahrheit für die leuchten,
denen das Licht aus der Höhe noch nicht aufgegangen iſt, daß Homer de
Menſchen vergöttlicht und damit zum „Pädagogen”, zum „Führer der
Jugend” wird, hin zum „Gottmenſchen” Chriſtus. — Der Vorverkauf
hat an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes begonnen.
Polizeiſtunde. Dieſelbe beginnt für Kaffees, Gaſt=, Speiſe= und
Schankwirtſchaften um 12 Uhr nachts, an Sonn= und Feier
tagen und deren Vorabenden um 1 Uhr nachts, und
en=
digt allgemein um 6 Uhr morg ens. Gleiches gilt für geſchloſſene
Geſellſchaften in einer Gaſt= und Schankwirtſchaft oder mit ſolcher in
Verbindung ſtehenden Nebenräumen, es ſei denn, daß hierbei ein
Wirtſchaftsbetrieb nicht ſtattfindet. Es kann in Einzelfällen eine
Verlängerung der Polizeiſtunde, in der Regel um eine Stunde, eintre
ten, namentlich bei Vereinsveranſtaltungen alter und größerer Vereine
wenn neben Zwecken der Unterhaltung künſtleriſche, wiſſenſchaftliche
oder ſportliche Intereſſen in Frage kommen. Der Wirt hat die Polizei
ſtunde zu bieten und darf Verweilen der Gäſte über die Polizeiſtund
hinaus nicht dulden. Bei vorſätzlicher Uebertretung ſeitens der Wirte
iſt Gefängnis bis zu 6 Monaten und Geldſtrafe, bei fahrläſſiger nur
letztere angedroht. Als Wirt gilt auch, wer als Stellvertreter oder
Geſchäftsführer die Wirtſchaft führt,
* Theater, Zirkus und Arena in der römiſchen Kaiſerzeit. Ein
zahl=
reiches und aufmerkſames Publikum folgte am Mittwoch Abend den
geiſtvollen, ſehr klaren und höchſt ſympathiſchen Ausführungen (mit
Licht=
bild) von Profeſſor Dr. Köſer in der Aula des Realgymnaſiums
über „Theater, Zirkus und Arena in der römiſchen
Kaiſerzeit”. Ein umfaſſendes Zeitbild wurde mit fortwährender
Steigerung, die durch die beſondere Anordnung des 3gliedrigen Gegen
ſtandes — Theater, Zirkus, Arena — wirkungsvoll herausgearbeitet war
und ſpannender Rhetorik ganz ausgezeichnet gegeben. Eine reiche Fülle
markanter Details geſtaltete 3 hockkünſtleriſche, wiſſenſchaftlich fundierte
Einzelgemälde zum ausdrucksvollſten Bild ausgeſprochen römiſchen
Lebens der „kaiſerlichen” Zeit, die wunderbar erſtand auf dieſem inte
reſſanten Gang vom Theater durch den Zirkus in die Arena. Einige
Bemerkungen über Theaterbau, Masken und Motive leitete den erſten
Teil ein. Vier Typen von Figuren insbeſondere wurden
heraus=
gehoben, die immer wiederkehren im römiſchen Theater; die man in
Rom nicht müde wurde, ſich entwickeln zu ſehen. Beziehungen zu ſpäterem
Theater wurden klar gelegt. Beſonders wurde auf die Tätigkeit und
Stellung des römiſchen Schauſpielers eingegangen, von dem
geradezu Wunderdinge gefordert wurden, die er mit großer Kunſt oft
zur Zufriedenheit ausführte. Vom Theater ſchritt man in den Zirkus
der römiſchen Kaiſerzeit. Sie haben ſich alle aus der langgeſtreckten
Rennbahn entwickelt, nach deren Grundriß auch der Zirkus Maximus
ſüdlich des galatiniſchen Hügels erbaut worden iſt. Die eigentliche
Kampf=
bahn wird durch eine Palliſade in zwei Hälften geteilt, an deren
ge=
meinſamen einen Ende, das die Rundung aufweiſt, die Wagen gewendet
werden, die an der flachen Baſis ſtarten. Um die Rundung und an den
langen Schmalſeiten türmt ſich auf Stufen terraſſenförmig der
Zu=
ſchauerraum. Der römiſche Bürger verfolgte von hier aus dieſe Spiele
der Wagen mit allergrößter Leidenſchaftlichkeit. Die Arena das
Amphi=Theater, iſt vollſtändig gerundet, meiſt oblong. Auch hier ſteigen
die Sitze der Zuſchauer in Terraſſen auf. Auch hier, wie in der
Renn=
bahn werden die Veranſtaltungen durch Revüen, durch prunkhafte Pa
raden eröffnet. In früheſter Zeit bot man Menſchenkämpfe.
Fremd=
artige Raſſen, rothaarige Germanen und gelockte Neger aus Afrika boten
ihre Waffen, ihre Kampfesweiſen. Daneben iſt der Einzelkampf in
voller Waffenſchwere oder mit Netz und Dreizack oder Dolch beliebt. In
der Arena war das Inſtitut erſtanden, in denen man ſeine
Kriegs=
gefangenen los werden konnte. Auch für ausſichtsloſe Exiſtenzen,
Schiff=
brüchige des Lebens, waren hier viele Probleme gelöſt: Roher, aber
kühner Kampf, für den Ehre winkte, ein Palaſt wohl auch oder eine
Schale Gold, das der Kaiſer ſelbſt dem Sieger reichte. Der Unterlegen
hauer richteten ihn. Wo
durfte um Gnade bitten und ſeine eigenen 2
hin ſind dieſe Baſſins, dieſe Arenen geraten. Dieſe Frage wurde zun
Schluß aufgeworfen, und es wurden im Lichtbild noch Trümmer ſolch
einſtiger Größe gezeigt. Reſte in Arles, die man zum Vorwerk
aus=
gebaut hat, in Trier, in Nimes vor allem, wo ſich noch die Behältniſſe
und Gehäuſe für das wilde Getier erkennen laſſen und wo Jahrhunderte
hindurch ſich nur hin und wieder ein Menſch nahte, ein Goldgräber
anchmal, der an dieſen Schauplätzen unerhörter Grauſamkeit, der erſt
das Chriſtentum ſpäter ein Ende bereitete, des Nachts nach Schätzen grub.
Heſſiſches Tandestheater• Kleines Haus
Nanaf
Vorführungen:
Montag, den 24. März
Dienstag, den 25. März
Mittwoch, den 26. März
um 6 und 8 Uhr
Vorverkauf
ab Freitag, den 21. März
Preiſe:
.50 bis 5.— Mark.
— Zu dem heutigen Julius=Weismann=Konzert ſei noch mitgeteilt
daß, wie in der geſtrigen Notiz zu erwähnen vergeſſen wurde, das
Variationen=Werk über ein altes Ave Maria bereits auf dem von dem
Richard Wagner=Verein im Jahre 1913 hier veranſtalteter
Julius=Weismann=Abend von dem Komponiſten in Gemeinſchaft mit
Anna Hepner geſpielt worden iſt.
— Evangeliſcher Bunb. In der dichtgefüllten Aula des
Realgym=
naſiums ſprach am Donnerstag abend Herr Univerſitätsprofeſſor D.
Bie
Schian aus Gießen über das Thema „Roman und Religion”.
der Redner in der Einleitung ſeines Vortrags ausführte, könnte das
Thema im erſten Augenblick befremden, und man könnte fragen, was
der Roman, der unterhalten und dadurch über die Schwere des
Leben=
hinaushelfen will, wohl mit Religion zu tun habe. Aber es gilt, den
Begriff des Romans tiefer zu faſſen. Der echte Roman, der ſeinem
Weſen und ſeiner literariſchen Kunſtform nach auf dieſe Bezeichnung
ein Anrecht hat, will „ein Stück Leben darſtellen, ja nachbilden”
. Nun
iſt Religion eine reale Erſcheinung im Leben, darum kann der Roman
an ihr nicht vorübergehen; er muß die Religion als Lebensmacht,
reli=
giöſe Fragen und Probleme in ſeinen Bereich ziehen, und zwar umſo
mehr, je ernſter er ſich ſelbſt nimmt. Aus der Fülle des vorhandenen
Stoffes gibt der Redner einen Abriß über die neuere Romanliteratur
und zeigt, wie dieſelbe, je nach der Art und dem Stoff des behandelten
religiöſen Themas, ſich in mehrere Gruppen gliedern läßt. Am
ſchwer=
ſten hat es in der Behandlung der religiöſen Fragen der „bibliſch)
Roman”, der bibliſche Stoffe, vor allem Chriſtus ſelbſt, darſtellen will.
Die überragende Größe dieſer religiöſen Perſönlichkeit macht ihre
Dar=
ſtellung äußerſt ſchwierig, weshalb auch der bibliſche Roman trotz
ein=
drucksvoller, künſtleriſcher Geſtaltung ſeines Helden, wie z. B. in dem
Jeſusroman von Elſa Zurhellen=Pfleiderer (1922), in der Regel nicht
befriedigt. Das gleiche gilt von der naid gläubigen, Wahrheit und
Dichtung verbindenden Darſtellung Jeſu in Roſeggers „J. N. R. J.”
ebenſo von Frenſſens Darſtellung Jeſu in ſeinem „Hilligenlei”, wo er
in unzarter, kritiſcher Art die Perſon Jeſu allzu ſehr vermenſchlicht. Di
Aufgabe des „geſchichtlichen Romans mit religiöſem Inhalt”, iſt
dem=
gegenüber leichter, inſofern er Menſchen, die das Reinmenſchliche nicht
allzu ſehr überragen, darſtellt. In dieſer Gruppe gibt es daher eine
Reihe recht befriedigender Romane, die Geſtalten der Reformation und
Gegenreformation darſtellen. Die dritte Gruppe der religiöſen Romane
der ſogen. Weltanſchauungsreman, erweiſt ſich oft als „durch
Gedanken=
fracht zu ſehr belaſtet”, inſofern unter lehrhaften Geſprächen und
reli=
giöſer Reflexion die eigentliche Lebensdarſtellung, die doch der Roman
geben will und ſoll, zurücktritt. Selbſt Tim Kröger iſt in ſeinem
Un=
bekannten Gott” dieſer Gefahr nicht entgangen. Dem religiöſen
Ten=
denzroman, der den Roman zu einer Maſſe für oder gegen die Religion
macht, kann die Daſeinsberechtigung nicht abgeſprochen werden. Daß
im modernen Roman das Religiöſe eine ſo breite Stelle einnimmt, iſt
ein Zeichen für das Daſein einer religiös äußerſt intereſſierten Leſer
ſchaft. So hat der moderne Roman gerade durch Darſtellung von
reli=
giöſen Fragen auch für unſere Gegenwart eine hohe Bedeutung
ge=
wonnen. — Die Ausführungen des Redners wurden mit regem Beifill
aufgenommen. Der Abend erhielt durch drei ſchöne Geſangsvorträge
von Fräulein Weimar einen weihevollen Abſchluß.
— Der Männergefang=Verein Konkordin hielt im Konkordiaſaale
einen bunten Abend ab. In packenden Worten begrüßte der 1. Vorſitzende
die Erſchienenen und überreichte den zum Ehrenvorſitzenden ernannten
Herrn Hanſtein ein prachtvolles Diplom. Herr Emil Thomas
über=
nahm die Leitung des Programms, das durch dem Abend angepaßter
Chor eröffnet wurde; die Sängerſchar unter Oskar Scheidhauers Leitung
erntete ſtürmiſchen Beifall. Durh: feinſinnig=s Spiel erfreute He
Scheidhauer (Violine) und Herr Maneke (Guitarre). Zwei allerliebſte
Tänzerinnen in Biedermeier=Koſtümen waren Frl. Vogk und Hirz. Als
Sängerin zur Laute mit einem wundervollen Organ lernten wir Frau
Momber==Maneke kennen. Als Humoriſten des Abends ſtellten
ſich zur Verfügung die Herren Emil Thomas und Ernſt Göbel, ſowi
Frau Müller. Es wurde allen Mitwirkenden rauſchender Beifall
ge=
fpendet. Lobend zu erwähnen ſind die Tänze von Frl. Krafk vom Heſt
Landestheater. Den Schluß des Programms bildete ein von Herrn
Thomas mit humorvollen Cinlagen verſehenes Quartett, ausgefuhrt von
Frl. Kreunenberger und den Herren Hellermann, Schmidt, Stark,
Steinbrenner und Thomas.
— Schleſierverein Darmſtadt. Zur Erinnerung an die Abſtimmung
in Oberſchleſien, die am 20. März 1921 ſtattfand, veranſtaltet der Verein
heute, 8 Uhr abends, im „Weißen Saale” des Reſtaurants Chriſt,
Gra=
nſtraße 18, eine Gedenkfeier, verbunden mit Konzert und einem
Vor=
trag des Herrn Dr. Corwegh über „Schleſiſche Dichter und ihre
Ferke”. (Siehe Anzeige.)
— Arbeitsfubiläum. Am 1. April ſteht Eliſabeth Schnellbächer
von Lindenfels 40 Jahre in Dienſten bei Witwe Strauß, Frankfurter
Straße Nr. 64.
Sozial=Verſicherung der Schutzpolizei.
8 Auszugsweiſe geben wir aus Reichsgeſetzbl. Nr. 21 vom 18. März
wieder:
Veantragt der Angehörige der Schupo Auſnahme in Invaliden
und Hinterbliebenen= oder in Angeſtelltenverſicherung, ſo hat vorgeſetzte
Dienſtſtelle darüber Verhandlungen aufzunehmen. Der Verſicherte kann
jeweils bis zum Schluſſe eines vollen Verſicherungsjahres ſein
Ausſchei=
den aus der Verſicherung erklären; tüt er es nicht, ſo gilt Verſicherung
um ein weiteres Jahr verlangert. Das Verſicherungsjahr wird von dem
Tage der Entrichtung des erſten Beitrags gerechnet. Macht derſelbe von
dem Recht, ſich in Invaliden=, Hinterbliebenenverſicherung und außerdem
Angeſtelltenverſicherung zu verſichern, Gebrauch, ſo wird aus Mittelr
der Länder nur der Arbeitgeberanteil aus einer beide
Verſicherungen, und zwar der höheren, gezahlt.
Zu den beitrittsberechtigten Schupoangehörigen gehören Polizei
offiziere mit Dienſtzeit von weniger als 10 Jahren, Polizeiwachtmeiſter
mit Dienſtzeit von weniger als 18 Jahren, wovon wenigſtens 12 Jahre
wirklich geleiſtet ſein müſſen. (Abſ. 1.
Nach Vollend ing der im erſten Abſatz genannten Dienſtzeiten ſind
die Genannten verſicherungsfrei. Sie dürfen die Verſicherung freiwillig
fortſetzen.
Vorausſetzung für Beitritt zu Invaliden= und
Hinterbliebenenber=
ſicherung iſt, daß der Betreffende bei Antragſtellung nicht invalide
iſt. Als invalide gilt, wer nicht mehr imſtande iſt, durch eine Tätigkeit,
die ſeinen Kräften und Fähigkeiten entſpricht, und ihm unter billiger
Berückſichtigung der Ausbildung und des bisherigen Berufs zugemutel
werden kann, ein Drittel deſſen zu erwerben, was körperlich und geiſtig
geſunde Perſonen derſelben Art mit ähnlicher Ausbildung in derſelben
Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen.
Vorausſetzung für Beitritt zur Angeſtelltenverſicherung iſt, daß
Be=
treffender bei Antragſtellung nicht durch körperliche Gebrechen oder
wegen Schwäche der Körper= und Geiſteskräfte berufsunfähig iſt.
Berufs=
unfähigkeit iſt anzunehmen, wenn die Arbeitsfähigkeit auf weniger als
die Hälfte derjenigen eines körperlich und geiſtig geſunden Verſicherten
von ähnlicher Ausbildung und gleichartigen Kenntniſſen und Fähigkeiten
herabgeſunken iſt. Jeder Antragſteller iſt polizejärztlich zu unterſuchen
und durch aktenmäßig zu machendes Ergebnis iſt feſtzuſtellen, ob der
Körperzuſtand den Aufnahmebedingungen entſpricht.
Der Jahresarbeitsverdienſt beſteht aus den Gebührniſſen, die nach
den landesrechtlichen Beſoldungsgeſetzen zu zahlen ſind. Dazu gehörer
auch die entſprechend § 3 Beſ.=Geſ. von den Ländern zu zahlenden
Zu=
lagen und Vergütungen, die den Polizeioffizieren gewährte Entſchädig
ung für beſondere Abnutzung der Dienſtbekleidung und die den
Polizei=
wachtmeiſtern gelieferte freie Vekleidung, deren Wert oberſte Landes
behörden feſrſetzen.
D
freie Unterkunft außerhalb Standorts, ſowie die Zuſchüſſe aus
den Staatskaſſen der Länder für die Verpflegung während dieſer Zeit
ſtellen Dienſtaufwandsentſchadigung dar und rechnen nicht zum
Jahres=
arbeitsverdienſt. Auch freie Heilfürſorge zählt nicht dazu.
Bei Verſicherung in höherer als der zuſtändigen Lohn= oder
Gehalts=
klaſſe darf aus Mitteln der Länder nur der nach der zuſtändigen Klaſſe
fällige Beitrag entrichtet werden.
Die in den Verſicherungsbeiträgen enthaltenen Teilbeträge für Heil
fürſorge werden nach vom Reiche feſtzuſetzenden Sätzen jeweils für das
letzte Kalenderjahr an die Schupo abg, führt.
Der Dienſt in der Schupo gilt als verſicherungspflichtige
Beſchäfti=
gung im Sinne dieſer Vorſchriften, ſoweit Beiträge entrichtet werden.
Erkrankt ein Verſicherter und iſt er zeitweiſe arbeitsunfähig und
nachweislich verhindert, den Dienſt fortzuſetzen, ſo gelten die vollen
Wochen als Beitragswochen. Für jede Woche wird der vorgeſehene
Stei=
gerungsſatz (S 1393 Abſ. 4 R. V.O.) gerechnet, bei Angeſtelltenverſicherung
verbleibt Regelung nach § 170 Abſ. 2.
Anſprüche aus Invaliden=, Hinterbliebenen= und
Angeſtelltenverſiche=
rung dürfen auch bei Verwaltungsdienſtſtellen der Schupo oder im
Aus=
lande bei deutſchen Konſulaten angemeldet werden, die den Antrag
un=
verzüglich an das zuſtändige Verſicherungsamt weitergeben müſſen.
— Auf Veranlafſung des Vereins für ſoziale Kinder= und
Jugend=
arbeit findet am Freitag, den 4. April, abends 8 Uhr im Saale der
Loge Sandſtraße 10) ein Volksliederabend ſtatt, auf den jetzt
ſchon aufmerkſam gemacht ſei. Im Vordergrund ſtehen (auf Wunſch.
die bekannten und beliebten Löns=Lieder zur Gitarre
au=
dem kleinen Roſengarten, geſungen von Fräulein Ellen
Kiesling (Sopran), begleitet von Herrn Hch. Hebbel. Außerdem
kommen Franz Peter Kirſtens Dorfpoetenlieder — dertont von Hch.
Hebbel — zur Uraufführung. Originale Gamben=
Kom=
poſitionen umrahmen die Lieder, die Herr H. Hebbel (Gambe,
und Herr Hch. Döbel (Gitarre) zum Vortrag bringen. Die Ausüben
den werden im Konzertſaal für ihre volkstümliche Kunſt im Sinne
wahrer Volksbildung Anerkennung finden.
— Aus dem Wartburgverein. Zum Frühlingsbeginn kommen die
Wartburger am Sonntag, nachmittags 3 Uhr am
Paſſet=
brunnen (Tierbrunnen) zum erſten Familienſpaziergang zuſammen.
— Das Jubeljahr des evangeliſchen Gefangbuchs. Auf eine 400 Geſchichte ſieht das evangeliſche Geſangbuch, deſſen erſte Ausgabe
1524 erſchien, in dieſem Jahre zurück. Wie wir dem „Evangeliſchen
Deutſchland” entnehmen, iſt eine gemeinſame Erinnerungsfeier in allen
ebangeliſchen Gemeinden vom Deutſchen Evangel. Kirchenausſchuß für
Sonntag Kantate, 18. Mai d. Js., angeregt worden. Darüber
hinaus ſoll das ganze Jahr 1924 in Gottesdienſten und muſikaliſchen
Feierſtunden in beſonderer Weiſe unter dem Zeichen des proteſtantiſchen
Kirchenliedes ſtehen, das mit ſeinen vielfach noch ungehobenen Schätzen
gewiß in einzigartiger Weiſe an der Erneuerung des deutſchen
Volks=
lebens mitzuwirken berufen iſt. — Auch für Heſſen iſt vom
Landes=
kirchenrat eine Gedächtnisfeier angeordnet worden.
— Orpheum. Heute Samstag und folgende Tage Erſtaufführungen:
„Dolly (Im Himmelbett)”, Operette in drei Akten. Muſik von Hu
Hirſch. Regie: Guſtav Bertram. — „Dolly” ſteht ſeit September 19:
ununterbrochen auf dem Spielplan des Berliner Reſidenztheaters.
(Siehe Anzeige.)
— Landwirtſchaftliche Schule. Am Dienstag, 25. März, endet der
58. Lehrgang der hieſigen Landwirtſchaftlichen Schule. Aus dieſem
An=
laß findet vormittags 10 Uhr im Schullokal, Riedeſelſtr. 61, eine
öffent=
liche Schlußprüfung ſtatt, und nachmittags 4 Uhr im Konkordiaſaal,
Waldſtraße, eine Abſchiedsfeier, veranſtaltet von den Schülern. Die An
gehörigen der Schüler, der Verein ehemaliger Schüler und Freunde der
Anſtalt, ſind herzlichſt eingeladen.
— In der geſtrigen Hauptverſammlung des Bauarbeitgeberverbands
wurde beſchloſſen, dem hieſigen Ortsgewerbeverein als ſelbſtändiger
Ausſchuß beizutreten; weiterhin wurde einſtimmig der Beſchluß gefaßt,
dem Heſſiſchen Bauwirtſchaftsbund als Mitglied beizutreten.
— Reichsſtelle für Wertpaviere. Die Stelle wird zum 3 1. März
1924 aufgelöſt. Die Wertpapierentſchädigung und die Durchführung
der Art. 260 und 298 (Anl. 810) Friedensvertrags gehen auf die
Reichs=
entſchädigung für Kriegsſchäden, Abteilung für Wertpapiere (Berlin
V., Oranienſtraße 94/95) über, während die Aufgaben des
Referat=
für das deutſche Vermögen im Auslande und der Gutſchriftenabteilung
dem Reichsausgleichsamt (Berlin W. 8, Wilhelmſtraße 94/95) übertragen
werden.
Das Polizeiamt macht darauf aufmerkſam, daß nach der Polizei
verordnung für den Kreis Darmſtadt vom 4. März 1218 das Feilhalten
und der Verkauf von Weidenkätzchen verboten iſt, und weiſt ferner
darauf hin, daß die Blütenſtaub ſpendenden Sträucher, wie Weide, Haſe
uſw., die zur Förderung der Bienenzucht wichtig ſind, geſchont werden
müſſen. Eine entſprechende Belehrung in den Schulen ſei erforderlich.
Gegen Zuwiderhandelnde werde mit Strafanzeigen vorgegangen werden.
— Adreßbuch Darmſtadt 1924. Der Korrekturabzug des alphabeti
ſchen Straßenteils, umfaſſend „Eckhardtſtraße” bis einſchließlich „Am
Erlenberg”, liegt in der Zeit vom 24.—26. März im Stadthaus, Zit
mer Nr. 23, zur Einſicht der Intereſſenten offen. Es wird dringend
gebeten, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, etwa vorliegende
Irrtümer berichtigen zu laſſen.
— Enteignung zugunſten der Stadt Darmſtadt. Vor der
Lokal=
kommiſſion ſtand geſtern Termin an, da die Stadt Enteignung
ver=
ſchiedener Grundſtücke zu ſportlichen Zwecken nahe Böllenfalltor
bean=
tragt hat. Erſchienen ſind: Beig. Buxbaum, Geh. Rat Berndt, Witwe
Heinmüller. Nicht erſchienen iſt Miniſterialrat Neuſchler in Nohr bei
Stuttgart. Die von der Stadt ſeinerzeit angebotenen Papiermarkwerte
haben die zu Enteignenden teils nicht angenommen, teils betrafen ſie
andere Stücke der Parzellen. Die ortsgerichtliche Taxe vom 23. Mai 1923
enthält die in Papiermark umgerechneten Friedenswerte. Die Stadt
bietet nach dem Vortrag des Vorſitzenden, Reg.=Rat Dr. P
obſt,
allgemeinen ein Fünftel der Friedenswerte als Ent ignu
reis an.
Es kam mit den Erſchienenen eine protokollierte Vereinbarung zuſtande.
* Zeitungen auf den Vahnſteigen. Seit einigen Tagen wird deu
Reiſenden an den Zügen wieder die Zeitung angeboten. Während der
Inflationszeit hatte man aus Erſparnisgründen davon Abſtand
genom=
men und an Perſonal geſpart.
Schulgeldzahlung. Das Schulgeld für die höheren Schulen
und die Mittelſchulen für den Monat März 1924 iſt bis Ende
laufenden Monats an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu zahlen.
Bei ſpäterer Zahlung werden Zuſchläge erhoben.
Nummer 82.
* Die kommende Anleihewirtſchaft
der Gemeinden
hat in einem auf der Tagung des Vereins für Kommunalwirtſchaft und
Rrmmunalpolitik am 13. Dezember 1923 gehaltenen, in der „Z. für
Kommunalwirtſchaft” abgedruckten Vortrag Miniſterialdirektor Dr.
Mülpert erörtert. Wir teilen daraus Nachſtehendes mit:
„Grundſätzlich werden nur noch wertbeſtändige Anleihen zur
Aus=
gabe kommen dürfen, und zwar derdient die Goldanleihe vor den
Sach=
wertanleihen den Vorzug, weil der Kreis der Abnehmer für letztere
immer ein beſchränkter ſein wird und weil, wie auch die Entwicklung in
der jetzigen Stabiliſierungszeit gezeigt hat, die Wertbeſtändigkeit der
Sachwertanleihen mit Rückſicht auf das Schwanken des den Wertmaß
bildenden Sachwertpreiſes nur eine relatibe iſt.
Die Sicherheit der Anleihe, die Sicherung des Zins= und
Tilgungs=
dienſtes müſſen ſelbſtverſtändlich in jedem Einzelfall vollkommen
ein=
wandfrei und bei Inhaberanleihen, die an einer Börſe eingeführt
wer=
den ſollen, durch den Proſpekt auch klar nachgewieſen ſein. Eine ſolche
Klarheit iſt nur bei Aufſtellung des Haushalts in
Gold=
mark zu erreichen, die neben allen anderen wichtigen Gründen auch
aus dieſem ſchon für die nächſten Monate dringend zu
fordern iſt. Verzinſung und Tilgung muß aus laufenden
Goldein=
nahmen ſichergeſtellt ſein. Hierzu ſind nunmehr nicht nur
wertbeſtän=
dige Einnahmen aus werbenden Anlagen, ſondern nach der Umſtellung
der Steuern in Gold vor allem auch die wertbeſtändigen
Steuerein=
nahmen zu rechnen. Insbeſondere wird die Grundſteuer als die
wichtigſte Kommunalſteuer einen geeigneten Anhaltspunkt bilden können.
Bei einer Inanſpruchnahme bis zu 20 Prozent des Ertrags der
Grund=
fkeuer für den Zins= und Tilgungsdienſt wird auch den vorſichtigſten
Anforderungen in beſonderem Maße Rechnung getragen ſein. Allgemein
muß ſelbſtverſtändlich zu dieſen Erforderniſſen die
ordnungs=
mäßige Bilanzierung des laufenden Haushalts
tre=
ten, die allein geeignet iſt, das frühere Vertrauen in
die Kommunalwirtſchaft und kommunale
Anleihe=
wirtſchaft wiederherzuſtellen.
Entſprechend der großen Kapitalarmut wird auch bei Inhaberanleihen
die Stückelung der Anleihen, die früher kaum unter 100 Mark
herunter=
ging, unter Umſtänden bis zu 20 Mark herabgeſetzt werden müſſen.
Die richtige Bemeſſung des Zinsfußes wird vorausſichtlich in der
nächſten Zeit eine beſonders ſchwierige Aufgabe ſein. Im allgemeinen
Intereſſe, wie im beſonderen auch der Gemeinden erſcheint es dringend
erwünſcht, zunächſt nicht über 6 Prozent bei langfriſtigen Anleihen
hin=
auszugehen; jede Erhöhung einer vielleicht nur kurzen Uebergangszeit
würde auch für die ſpätere Zeit eine Herabſetzung erſchweren und damit
vorausſichtlich zur langandauernden Verteuerung des kommunalen
Kre=
dits beitragen. Die Tilgung wird zweckmäßig nicht weſentlich anders als
in der Vorkriegszeit zwiſchen 1 und 2 Prozent zu liegen haben, wobei
von einer Spezialiſierung der Tilgungsſätze für einzelne Anleihezwecke
nach Möglichkeit wird abgeſehen werden können.
Bei der Kapitalarmut und der vorausſichtlich ſcharfen Konkurrenz
die den kommunalen Anleihen auf dem Kapitalmarkte von privater,
ins=
beſondere induſtrieller Seite her gemacht werden wird, wird es trot
aller ſachlichen Güte einer Kommunalanleihe naturgemäß nicht immer
leicht ſein, ſie in geeigneter Weiſe unterzubringen. Die Art des
Her=
antretens an den Kapitalmarkt und die Technik der
Unterbringung wird auch hier nicht ohne Bedeutung ſein. Eine
ſyſtematiſche Organiſation zur Erleichterung der Unterbringung
kommu=
naler Anleihen und zur Ueberwachung ihrer weiteren Entwicklung fehlt
nahezu vollkommen. Die Behandlung der Frage bleibt völlig abhängig
von den mehr zufälligen Beziehungen einer Gemeinde zu privaten
Bank=
kreiſen oder dem beſonderen Finanzgeſchick ihres Leiters.
Zum Schluſſe nur noch ein kurzes Wort über die
Staatsauf=
ſicht: Die Gemeinden ſind keine iſolierten Lebeweſen, ſondern
orga=
niſche Glieder eines einheitlichen Staates. Ihr Tun und Laſſen berührt
nicht nur ſie ſelbſt und ihre Einwohner, ſondern vielfach in ſtarkem Maß
auch die anderen Gemeinden und den Staat.
In den preußiſchen Entwürfen für die neuen kommunalen
Ver=
faſſungsgeſetze iſt vorgeſehen, daß allgemein das
Genehmigungs=
recht der Aufſichtsbehörde für die Aufnahme einer Anleihe
durch ein Einſpruchsrecht erſetzt wird. Das Recht und die Pflicht
einer Prüfung und Genehmigung von Inhaberanleihen nach § 725 des
B. G.B. wird ſelbſtverſtändlich dadurch nicht berührt.”
Lokele Veranſtaltungen.
Darmſtädter Tagblntt, Samstag, den 22. März 1924.
Aus den Parteien.
Seite 2.
Die blerunter erſcheſnenden Motizen ſind ausſchſießlit
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriiſt.
ai4 Hinweiſe auf Ninzelgen zu befrachten,
— In der volkstümlichen Morgenmuſik von
Oberregierungsrat Grospietſch am Sonntag, den 23.
d. Mts., um 11½ Uhr im Realgymnaſium ſingt anſtelle des
ver=
hinderten Fräulein Werle Herr Alexis af Enehjelm einige
bekanntere Lieder von Schumann und Strauß, außerdem
Wun=
derhornlieder von Guſtav Mahler und Geſänge des Wiener
Komponiſten Marx.
Chriſtlicher Verein junger Männer, Darmſtadt,
e. V. (Infanteriekaſerne in der Alexanderſtraße.) Sonntag:
Tages=
fahrt in den Odenwald. Treffen 7 Uhr morgens am Tierbrunnen. Das
Heim bleibt geöffnet. Bei Regenwetter ab 3 Uhr geſelliges
Beiſammen=
ſein. Um 8 Uhr: Abendausklang.
Deutſche Demokratiſche Partek.
In einer ſehr gut beſuchten Verſammlung der Deutſchen
Demokra=
tiſchen Partei im Fürſtenſaale ſprach am 18. März die
Reichstagsabge=
ordnete Frau Dr. Lüders über: „Deutſchlands Schickſalsſtunde‟.
Frau Lüders führte aus, daß zurzeit in unſerem Volke durch die mit
der Einführung der Rentenmark erreichte Befeſtigung unſerer Währung
ich eine gewiſſe Beruhigung in unſeren wirtſchaftlichen, insbeſondere
in unſeren privatwirtſchaftlichen Verhältniſſen geltend mache, daß aber
auf der anderen Seite durch die Unterbindung der Inflation eine
ge=
radezu beängſtigende Kreditnot eingetreten ſei, die auf Handel und
In=
duſtrie und neuerdings auf die Landwirtſchaft, die ſich bisher am beſten
der verheerenden Folgen der Geldentwertung zu erwehren bermocht hatte,
überaus ſchwer laſte. Und doch müſſe all das in Kauf genommen werden,
da nur dadurch unſere Währung ſtabil erhalten werden konne. Eine neue
Inflation müſſe unter allen Umſtänden vermieden werden; ſie würde zur
Vernichtung der Wirtſchaft und unſeres Staates führen.
Zur Aufrechterhaltung der Stabilität unſerer Währung ſeien aber
Maßnahmen ſo einſchneidender Natur erforderlich, über deren Ausmaß
und die Möglichkeit ihrer Durchführung die Auffaſſung im Reichstag
und in der effentlichkeit ſoweit auseinander gingen, daß ihre
Behand=
ung im Reichstag zu außerordentlich heftigen und zeitraubenden
Aus=
einanderſetzungen geführt hätté. Da aber eine Verzögerung der
geplan=
ten Maßnahmen unſere Währung erneut gefährdet hätte, ſei nur der
Ausweg geblieben, dieſe auf dem Verordnungsweg auf Grund des der
Regierung zu bewilligenden Ermächtigungsgeſetzes durchzuführen. Sie
ſelbſt habe mit ihrer Partei für dieſes Geſetz geſtimmt und ſei der
Ueber=
zeugung, Recht getan zu haben, wenn auch in der Ausführung des
Be=
amtenabbaues, in der Lohn= und Beſoldungspolitik, in der ſogenannten
Juſtizreform und beſonders auch im Abban der Sozialgeſetze vieles
nicht gebilligt werden könne.
Die Rednerin erörterte alsdann die Haltung der Demokraten in der
Frage der Reparationen. Sie erinnerte zunächſt daran, daß die
Demo=
kratiſche Partei nicht für die Unterzeichnung des Verſailler Vertrages
geweſen ſei, daß ſie aber, nachdem er unterſchrieben war, die Meinung
vertreten habe, man müſſe den Verſuch machen, ihn im Rahmen des
Mög=
lichen zu erfüllen, um die Unmöglichkeit ſeiner völligen Ausführbarkeit
darzutun. Jede Partei, die zur verantwortlichen Teilnahme an der
Re=
gierung bereit ſei, werde zur gleichen Haltung gezwungen ſein. Man
wiſſe ja doch zur Genüge, daß die Franzoſen die kleinſte Verfehlung
gegen den Vertrag zum Anlaß für neue Sanktionen nähmen; für ſie
wäre eine Politik der Nichterfüllung ein willkommener Vorwand zur
Ausdehnung und Befeſtigung ihrer machtpolitiſchen Pläne. Auch die
Deutſche Volkspartei, die im Wahlkampf 1920 und während ihrer
Stel=
lung in der Oppoſition gegen die Erfüllungspolitik loszog, ſei gezwungen
geweſen, dieſelbe Politik zu treiben, nachdem ſie durch Eintritt ihrer
Mit=
glieder in die Regierung die Verantwortung mit übernommen hatte.
Die Politik der Demokratiſchen Partei, werde vor allem beſtimmt
durch die Rückſicht auf das beſetzte Gebiet, für deſſen Erhaltung ihr kein
Opfer zu ſchwer ſei. Sie verurteile aufs ſchärfſte die von namhaften
Führern der Rechten propagierte ſogenannte „Verſackungspolitik”,
Zu den Parteien der Rechten übergehend, ſtreifte die Vortragende
das eigenartige Verhältnis zwiſchen der Deutſchnationalen Partei und
den „Völkiſchen” beleuchtete die tieftraurigen Vorgänge, die im
Mün=
chener Hochverratsprozeß zutage getreten ſind, dieſen Tiefſtand der
poli=
tiſchen Moral, der geradezu ungeheuerlich ſei. Sie hat auch die
Ueber=
zeugung, daß die ſeparatiſtiſchen Vorgänge am Rhein und beſonders in
der Pfalz in dieſem Umfang nicht möglich geweſen wären, daß vor allem
die Unterſtützung der Franzoſen nicht in ſolchem Maße erfolgt wäre,
wenn dieſe nicht aus den Verhältniſſen in Bayern die Hoffnung geſchöpft
hätten, es würde ihnen gelingen, das Reich mit Hilfe dieſer Beſtrebungen
auseinanderzureißen und das Rheinland von Deutſchland endgültig zu
trennen.
Frau Dr. Lüders ſchloß mit der Verſicherung des unbedingten
Ver=
trauens auf den Wiederaufſtieg Deutſchlands mit dem Glauben, der da
iſt: „eine gewiſſe Zuverſicht deſſen, was man nicht ſieht und doch weiß”.
Der Rednerin wurde reicher Beifall gezollt.
Da in der Ausſprache das Wort nicht verlangt wurde, ſchloß der
Vorſitzende der Ortsgruppe der Deutſchen Demokratiſchen Partei, Herr
Rektor Reiber, mit einem Hinweis auf die Notwendigkeit, bei der
bevorſtehenden Wahl eine regierungsfähige republikanſche Mehrheit zu
ſchaffen, die Verſammlung, die nur im Anfang durch radauluſtige,
un=
reife Elemente kurze Zeit geſtört worden war.
Deutſche Volkspartei in Pfungſtadt. Die
Orts=
gruppe der Deutſchen Volkspartei in Pfungſtadt veranſtaltet am
Sams=
tag, den 22. März, abends 8½ Uhr, im „Rheiniſchen Hof” eine
öffent=
liche Verſammlung, in der Herr Landtagsabgeordneter Profeſſor D. Dr.
Schian aus Gießen über „Kulturfragen der Gegenwart” ſprechen wird.
Wir bitten alle unſere Pfungſtädter Parteifreunde, für dieſe
Verſamm=
lung eifrig zu werben und ſelbſt vollzählig zu erſcheinen.
Deutſche Volkspartei, Jugendgruppe
Darm=
tadt. Die Mitglieder der hieſigen Jugendgruppe der Deutſchen
Volks=
partei, die an der Streſemann=Verſammlung am Sonntag, den 23.,
teil=
nehmen wollen, werden freundlichſt gebeten, ſich am 23. vormittags,
ſpäteſtens 11 Uhr, am Eingang der Turnhalle (Woogsplatz) einfinden zu
wollen.
Deutſchnationaler Frauenausſchuß. Der für
morgen abend angekündigte Vortrag im Logenſaal (Sandſtraße 10) mu
infolge Verhinderung des Herrn Heinz Schütz verſchoben werden.
Parlamentariſches.
gründung ihrer Vorlage, die die bereits bekannten Beſtimmungen
übernimmt und eine ungefähre Erhöhung um 13 Prozent bedeutet,
darauf, daß ſie gegen dieſe vom Reich vorgenommene Regelung
ernſt=
hafte Bedenken erhoben hat und für die ſtärkere Aufbeſſerung der
un=
teren Gruppen und der ſozialen Zulagen eingetreten ſei. Auch die
Vertreter der einzelnen Fraktionen waren einig in der Auffaſſung, daß
die vorgeſehene Erhöhung ungenügend ſei. Die Vorlage fand
An=
nahme. — Die Regierung wird zum 1. April noch keine Auszahlung
nach den neuen Sätzen vornehmen laſſen, ſondern eine ſolche von drei
Vierteln der alten Sätze. — Es folgt das Geſetz über die Kreis= und
Provinzialumlagen. Darnach erheben die Kreiſe im Bedarfsfalle direkte
Steuern vom Grundbeſitz und Gewerbebetrieb. Dieſe Steuern werden
als Zuſchläge zu den Gemeindeſteuern erhoben, ihre Höhe wird
alljähr=
lich durch den Kreistag beſtimmt. Trotz mancherlei Bedenken wird das
Geſetz, das nicht etwa eine neue Steuer ſchafft, ſondern nur für die
ſeitherigen Kreisumlagen eine andere Form wählt, angenommer
Das Ausführungsgeſetz zum Finanzausgleichsgeſetz wurde ſodann
be=
raten. Darin wurde im einzelnen die Verteilung der Reichsſteuern auf
Land und Gemeinden geregelt. — Bei einzelnen Artikeln beſtanden
Be=
denken, ſo z. B. bei Artikel 9 über die Höhe des Zuſchlags zur Grund=
Erwerbsſteuer, ſo daß die Abſtimmung ausgeſetzt werden mußte.
Die Entſcheidung über die ausgeſetzten Artikel findet nächſte Woche ſtatt.
Der Entwurf eines Geſetzes über die Abänderung des
Gemeinde=
umlagegeſetzes und eines Geſetzes über die Ruhegehaltsverhältniſſe der
heſſiſchen Staatsbeamten wurden ohne Debatte angenommen.
Kunſinotizen.
deren im Nachſiebenden Erwähnung
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtalt
geſchiebt, behält ſich die Redaktion ibr Urteil vor.
— Senff=Georgi bietet an ſeinem unwiderruflich einzigen
dieswinterlichen Luſtigen Abend heute Samstag, abends 8 Uhr, in dem
großen Saal des Saalbaues unter dem Motto „Trotz alledem und
alle=
dem” ein in jeder Nummer völlig neues, durchweg heiteres Programm,
das eine überreiche, ganz köſtliche Fülle der neueſten und beſten
humo=
riſtiſchen Schlager bringt, und wie immer bei Senff=Georgi, einen
wahr=
haft genußreich=fröhlichen Abend durch freudvolle Ablenkung vom
Ernſt unſerer Tage verſpricht. — Karten ſind noch im Vorverkauf bei
Konzert=Arnold (Wilhelminenſtr. 9) und an der Abendkaſſe zu haben.
Das Darmſtädter Streichquartert veranſtaltet am
Sonntag, den 30. März, vorm. 11.15 Uhr, ſeine 2. Kammermuſit=
Morgen=
aufführung in der Aula des Realgymnaſiums. Außer Streichquartetten
von Hiydn (Opus 74 Nr. 2 in F=Dur) und Mozart (K.V. 575, D=Dur)
gelangt das Klavierquartett Opus 60 in C=Moll von Brahms zur
Auf=
führung. Frl. Elſe Dofflein, die ſchon im vorigen Winter in einem
Kammermuſikabend der gleichen Quartett=Vereinigung erfolgreich
mit=
wirkte, hat den pianiſtiſchen Teil übernommen. Eintrittskarten werden
bei Thies Nachfolger und Chriſtian Arnold (Ernſt=Ludwigſtraße)
ver=
ausgabt.
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6 Mld.
5 Mld. /
8/18 % Schlesw.=Holſtein
4 Mld. 7
5 Mld.
Stadtanleihen
8% Cöln v. 1923
3 Mld.
4,5 Mld.
10/18 % Darmſtadt v. 1923
8/20
Frankfurt v. 1923
200 Tauſend //o
8% Frankfurt v. 1923
2,5 Mld.
8/20 % München v. 1923
200 Tauſend //0
4 Mlö.
5 Mld.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Saustag, den 22. März 1924.
Mummer 82.
Aus Heſſen.
Eberſtadt, 21. März. Die Maul= und Klauenſeuche
angeordneten Schutzmaßnahmen aufgehoben werden konnten.
* Roßdorf, 21. März. Bei der letzten Brennholzverſteigerung
wur=
den pro Naummeter folgende Durchſchnittspreiſe erlöſt: Bucheſcheiter
29
Mk., Kieferſcheiter 12 Mk., Bucheknüppel 15 Mk. Eicheknüppel 9 Mk.,
ſtöcke 7 Mk.
* Groß=Umſtadt, 21. März. Die landwirtſchaftliche Schule beſ hloß
am Dienstag ihren fünften Winterlehrgang mit einer öffentlichen
Prü=
fung. Herr Miniſterialrat Müller war als Vertreter der Regierung
aweſend. Die Lehrproben dauerten 2 Stunden, darauf hielten drei
Schüler freie Vorträge, die den beſonderen Beifall der anwveſenden Eltern
und Zuhörer fanden.
Schüiler Ludwig Sauerwein aus Lanaſtadt ſprach
über die Bedeutunn der Bakterien im Ackerboden für die
Stickſtoffver=
ſorgung in der Landwirtſchaft, Eduard Hartmann über Saatgutauswahl
im Kartoffelbau und Wihelm Hartmann (die beiden letzten Schüler
ſind beide in Harreshauſen beheimatet) über rationelle Kälberaufzuht,
Drei Schüiler erhielten Prämien für ſehr gute Leiſtungen im
Unter=
richt. Am Nachmittag ſchloß ſich ein gemütliches. Zuſammenſein mit den
Familienangehörigen und vielen geladenen Gäſten an, bei dem es an
Muſikvörträgen klaſſiſcher und ſpäter auch heiterer Art nicht mangelte;
auch kamen Gedichte in ſchwäbiſcher und Darmſtädter Mundart zu
Ge=
hör, die viel Frende machten. Gegen Abend kamen noch viele frühere
Schüler von auswärts dazu, ſo daß weit über 100 Paare ſich am Tauz
beteiligten. Der harmoniſche Verlauf des Abends erhöhte die feſtliche
Stimmung und wird gewiß bei allen Teilnehmern eine angenehme
Er=
innerung hinterlaſſen.
* Langſtadt, 21. März. Am Freitag, den 15. d. M., fand der
Koch=
kurſus des Landwirtſchaftsamts Groß=Umſtadt mit einer kleinen Feier
ſeinen Abſchluß. Im Saale des Gaſthauſes „Zur Brezel”, hier, hatten
ſich außer den Teilnehmerinnen, die die Veranſtalterinnen des Abends
waren,; die Herren des Landwirtſchaftsamts Groß=Umſtadt, der
Ortsvour=
ſtand und zahlreiche Gäſte eingefunden. Ein wundererbarer Aufbau
von über 30 Kuchen und Torten, ſowie Feinbackwerk, und dazwiſ hen
Blumen und Grünes, erfreuten das Auge der in den Saal
Eintreten=
den. Doch ſollte es nicht beim Beſchauen bleiben, bald wurde Kaffee
auf=
getragen und alle Herrlichkeiten ſtanden den erfreuten Beſuchern zum
greifbaren Genuß zur Verfügung. Herr Direktor Haug betonte in einer
Anſprache, wie wichtig gerade die Ausbildung der weiblichen Jugend im
Kochen und Backen ſei, denn damit beherrſche die Hausfrau als ſolche
ihre Lage am beſten, aber auch als Ehefrau werde ſie das Ideal
eu=
reichen, denn der Mann zeige am eheſten ein freundliches Geſicht, wenn
er zu allem Glück auch noch mit ſolchen Genüſſen überraſcht werde. Für
die Bauersfrau ſei es von beſonderer Wichtigkeit, die im
landwirtſchaft=
lichen Betriebe erzeugten Lebensmittel zweckmäßig und ſparſam
verwen=
den zu können. Heru Bürgermeiſter Sauerwein dankte, im Namen der
Gemeinde und der Teilnehmerinnen der Kurſusleiterin, Frl. Haug, für
ihre fachliche, gehaltvolle und erfolgreiche Unterrichtserteilung, die es
ermöglicht habe, in verhältnismäßig kurzer Zeit einen ſo ſchönen Erfolg
zu erreichen. Auch für die Unterhaltung des Abends war geſorgt durch
Muſikvorträge, auch ſang ein vierſtimmiger Männerchor wohleingeübte
Lieder und erfreute die Zuhörer durch ſeine kunſtreichen Vorträge. Die
Jugend vergnügte ſich noch lange mit Singen von Volksliedern und mit
Tanz. Man hatte den Eindruck, daß die Arbeit, die in dem Kochkurſus
geleiſtet worden war, alle befriedigt und ihren Zweck voll erfüllt hatte.
r. Babenhauſen, 19. März. In der geſtrigen
Gemeinderats=
ſitzung waren mehrere Geſuche um Abgabe von Taugelände
Gegen=
ſtand der Beſprechung. Die Lurngemeinde wünſcht Zuteilung don
Bau=
gelände neben dem Anweſen des Herrn Buchhändlers Georg Krapp
an der Bahnhofſtraße zwecks Errichtung einer Turnhelle. Das Geſuch
wird mit Stimmenmehrheit abgelehnt, doch bietet die Gemeinde dem
Verein den früheren Zimmerplatz an der Frankfurter Straße an. Die
Vorlegung eines Bauplanes wird aber gewünſcht. Die Herren Lehrer
Müller und Hepp bewerben ſich um denſelben Platz an der
Bahnhof=
ſtraße zum Bauen eines Doppelwohnhauſes. Die Abgabe des Bauplatzes
wird zugeſichert, doch iſt vor endgültiger Beſchlußfaſſung der Plan
vor=
zulegen. Ein Antrag des Gärtners Herrn W. Grünewald 1. um Ab=
Hofraite, zur Errichtung einer Halle wird genehmigt. Das Quadrat= hier, eine ohne Zweifel tüchtige organiſatoriſche Kraft, gewählt.
weter wird mit 2 Mk. berechnet. Da der Platz jedoch Straßengelände iſt,
muß ſich der Geſuchſteller verpflichten, die Halle bei der Errichtung der
Straße ohne jede Entſchädigung wieder zu entfernen und das Gelände loſen Schuhwerk, bzw. Unterkleider, und unbemittelten Konfirmanden
licher Eintrag ins Grundbuch ſoll erfolgen. — Das Geſuch der Herren
Derg Fr. K0 ud . Aar. 2s mirt 1984
gung, daß die Hallen auf Verlangen der Gemeinden wieder koſtenlos
entfernt und die Höfe wiederhergeſtellt werden, wie ſie zurzeit ſind. Der
in dem Anweſen alte Darmſtädter Straße 19 iſt erloſchen, ſo daß die Wege. — Das Geſuch des Herrn Seb. Blümler zur Errichtung eines
Wohnhauſes außerhalb des Ortsbauplans an der Dieburger Straße
wird unter den üblichen Bedingungen genehmigt. —
Die Pächter de
Fiſcherei haben ſich bereit erklärt, für 1924 die gleiche Pachtſumme wie wurde einem hieſigen Bürger und einem Franzoſen zuteil. Der Erſt=
1921 zu zahlen. Dem wird zugeſtimmt. — In dem Prozeß Biskup
Erleknüppel 8 Mk., Kieferkmüippel 7 Mk. Bucheſtöcke 8 Mk. und Kiefer= gegen die Gemeinde hat der Anwalt des Klägers der Geminde einen bedienſtet. In einem kleinen Gehöſt, wo ſie lange in Quartier lagen,
Vergleich angeboten. Der Gemeinderat ſieht ſich in keiner Weiſe
ver=
anlaßt, einen ſolchen einzugehen, und lehnt ihn deshalb einſtimmig ab. Vorige Woche hatte der Mann in Groß=erau zu tun, daſelbſt beobachtete
Ein Antrag des Gemeinderats Gracff um Stundung der
Gemeinde=
ſteuern wird mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Nach Beſprechung ver
ſchiedener interner Gemeindeangelegenheiten iſt die Sitzung gegen Mitter
nacht heendet.
Fränkiſch Crunbach, 30. März.. Das von der Madrigalber= Der Soldat war danals noch ein zehnüähriger Anabe.
einigung Darmſtadt hier gegehene Kirchentonzert brachte uns
wollen nicht von einem „Kunſtgenuß” reden, das würde hier zu wenig
ſagen, es würde zu irdiſch=ſtofflich klingen. Was wir erlebten, war
etwas weit Größeres. Dieſer aus nur 12 Perſonen beſtehende Chor
Künſtler ſeine wunderbarſten Weiſen ſpielt, ja es iſt noch weit mehr,
weil die ſchöne menſchliche Stimme auch das vorzüglichſte
Muſikiknſtru=
ment überragt an Wohllaut und Ausdrucksfähigkeit. In unſerem Chor
ſind zur harmoniſchen Einheit nicht nur Stimmen von natürlicher
Schön=
heit, ſondern auch von muſikaliſcher Schulung vereinigt und zu eimer
und Dirigent der Vereinigung, hatte in feinfühliger und
wohldurch=
dachter Weiſe die in drei Teilen aufgebaute Vortragsfolge entworfen.
In der erſten, in die Paſſionsſtimmung einführenden Liedergruppe,
zeigte nach einem Orgelpräludium gleich das erſte Lied „O bone Jeſu”
das hohe Können des Chors. Insbeſondere ließ uns aufhorchen der
Vortrag der aus der Zeit des 30jährigen Krieges ſtammenden, von
Hausegger geſetzten geiſtlichen Volksweiſe: „Es iſt ein Schnitter der
heißt Tod”. Wie leicht und ſpielend wurden hier all die großen
Schwie=
rigkeiten überwunden, die dies Lied an den Chor und den Dirigenten
ſtellt. Da war alles ſo fein abgewogen, jede Stimme trat an rechter
Scelle hervor und zurück, auf das genaueſte den modulierenden
Weiſun=
gen des Dirigenten folgend. Mit den überaus zarten und ergreifenden
Harmonien der Kielſchen Kom
mpoſition des Pſalms „Die mit Tränen
ſäen” ſchloß dieſer erſte Teil ab. Die zweite Liedergruppe, der
Haupt=
teil, führte die Zuhörer nach Golgatha und hatte ſeinen Höhepunkt in
dem von Michael Haydn geſetzten lateiniſchen Geſaug „Tenebrge faetge
ſunt” da, wo die Worte „in eruce” ſam Kreuze), beſonders vom Sopran
ſtark betont, mit erſckütternder Wucht durch den Kirchenraum hallten.
Mit dem weichen, unbeſchreiblich ſchön vorgetragenen Mozartſchen „Ave
verum” klang dieſer Teil aus. Eine Orgelphantaſie zur Melodie des
Chorals „Jeſus, meine Freude” leitete über zu dem dritten Teil, der in
ernſten Weiſen die Oſterſtimmung anklingen ließ. Wir nennen hier
nu=
die beiden Soli. Herr Schäfer trug das Baßſolo aus der Bachſchen
MNatthäuspaſſion vor „Am Abend, da es kühle war. Der Sänger wurde
den hohen Anforderungen, die gerade dieſe Aufgabe ihm ſtellte, mit
ſeiner ſehr anſprechenden und edlen Stimme vorzüglich gerecht.
Frih=
lein Crameu ſang aus Händels Meſſias die Arie „Ich weiß, daß mein
Erlöſer lebet‟. Sie fang mit ſeelenvoller Innigkeit, und ihre
wohl=
geſchulte, jugendlich=quellfriſche Stimme erfüllte den Kirchenraum und
die Herzen der Zuhörer mit reinſtem Wohllaut und tiefſter Andacht.
Dazu trug die Orgelbegleitung des Herrn Dr. Noack weſentlich bei,
der auch die übrigen Orgelvorträge — ſelbſtverſtändlich — in
vollende=
ter Weiſe ſpielte. Daß er vor Beginn des Konzerts und vor den
mei=
ſten Liedern einige erklärende Worte über Text und Muſik ſprach, war
dankenswert und in unſerem Falle angebracht, vo die Zuhörer weder
Programme noch Texte in Händen hatten. Er ſprach kein Wort zu viel
und keins zu wenig. Die Weiheſtunde iſt vorüber, aber wir tröſten uns
mit der Hoffnung, daß es nicht die einzige und letzte geweſen iſt, die
Herr Dr. Noack uns mit ſeiner Vereinigung geſchenkt hat.
X König i. O., 21. März. Odenwaldfängerbund. Der
zirka 50 Vereine umfaſſende Mümling=Gau des Odenwaldſängerbundes
gabe von 25 Quadratmeter Stadtgrabengelände, anſtoßend an ſeine hat zu ſeinem Vorſitzenden den Kaufmann Heinrich Fleckenſtein von
Michelſtadt f. D., 21. März. Soziale Fürſorge. Die
Stadtverwaltung hat in anerkennenswerter Weiſe beſchloſſen,
Erwerbs=
zum gleichen Preiſe an die Gemeinde zurückzuerſtatten. Ein diesbezüg= Schuhe zu überlaſſen. Die diesbezüglichen Anträge fanden die einſtim= Gebr. Vierhellel, Schlustergasse 14; In Gr.-Uimnstadt: 4dler-Droßerie.
mige Zuſtimmung des Gemeinderats.
Beerfelden i. D., A. März. Stenographentag. Der
ihnen gemieteten Gemeindehäuſern wird genehmigt unter der Bedin= Odenwaldgau im Bezirk Darmſtadt Gabelsbergerſcher Stenographen hat
beſchloſſen, ſeinen diesjährigen Gautag, ſtatt wie ſonſt üblich, im Herbſt,
bereits im Frühjahr abzuhalten. Als Tagungsort wurde Beerfelden
Anſchaffung von Waſchkeſſeln durch die Antragſteller ſteht nichts im gewählt deſſen Stenographenverein einen der erſten im Odenwald
ge=
weſen iſt. Die Tagung, die mit einem Wettſchreiben verbunden iſt,
fin=
det am 11. Mai ſtatt.
z. Erzhauſen. 19. März. Ein unverhofftes Wiederſehen
genannte machte als Sergeant den Krieg mit, er war beim Fuhrpark
erz=eigte derſelbe einer franzöſiſchen Familie maucherlei Wohltaten.
er einen franzöſiſchen Soldaten. Auf einmal gewahrte ihn derſelbe und
nach einem kurzen Blick ſtürzte er auf ihn zu und umarmte ihn. Die
Erinnerung wurde wachgerufen und der Wohltäter mit Dank begrißt.
Götzenhain, 19. März. Pfarrei=Jubiläum. Die hieſige
eine unvergeßlich ſchöne muſikaliſche und religiöſe Weiheſtunde. Wir Pfarrei kann in dieſem Jahre auf ein 400jähriges Beſtehen zurückblicken.
X Langen, 19. März. Zur Frage der Elektriſierung.
Wegen Anſchluß an die elektriſche Ueberlandzentrale Offenbach iſt ſeitens
der Bürgermeiſterei erneut mit der Direktion in Verbindung getreten
—es iſt nur ein Teil der Madrigalvereinigung — iſt einem wohlklin= worden. Die Verhandlungen ſchweben noch, doch hofft man, bald zur
genden und wohlgeſtimmten Muſikinſtrument vergleichbar, auf dem ein Einigung und zur Einführung der elektriſchen Energie kommen zu
können.
A Offenbach, 20. März. Der Beſtand der Schulgemeinde der
höheren Mädchenſchule, die ſich zur Aufgabe geſetzt hat, die
Mädchenſchule ohne ſtädtiſchen oder ſtaatlichen Zuſchuß zu einer
Studienanſtalt auszubauen, ſo daß ſie das Zeugnis der Reife er=
Einheit verſchmolzen. Herr Privatdozent Dr. Noack, der Gründer teilen kann, iſt vorläufig auf ein Jahr geſichert. Von den rund o
Familien, die ihre Mädchen in die Anſtalt ſchicken, ſind 240 der
Schu=
gemeinde beigetreten. Davon iſt eine ziemliche Anzahl über den
Mindeſt=
beitrag von jährlich 10 Mark hinausgegangen, ſo daß mit den
freiwilli=
gen Spenden und dem Schulgeld von jährlich 84 Mark der Betrag von
5000 Goldmark, der für das erſte Ausbaujahr erforderlich iſt, der Stadt
zur Verfüigung geſtellt werden kann.
8. Oberroden bei Offenbach, 19. März, Ortsklaſſenfragen.
Die Ortskartelle Offenbach und Dieburg haben ſich zwecks gemeinſamen
Vorgeheus in der Ortsklaſſenfrage zuſammengefunden. Sie fordern
Beſeitigung des jetzigen Klaſſenſyſtems und dafür einen gleichen
Orts=
zuſchlag für jeden Ort.
Mainz, 20. März. Der Mainzer Wochenindex des
Statiſtiſchen Stadtamtes bezeichnet eine Zunahme von 2,1 Prozent.
Feſtgenommen wurde von der Polizei ein hieſiger, 24 Jahre alter
Handlungsgehilfe, der wegen eines auswärts begangenen Diebſtahls
ſteckbrieflich verfolgt wurde.
Frieſenheim, Kr. Oppenheim, 19. März. Brand. In
dem Anweſen des Bürgermeiſters Rüger brach dieſer Tage, wohl infolge
Brandſtiftung, ein größeres Schadenfeuer aus, das größere Mengen
Stroh uſw. vernichtete.
O Gießen, 19. März. Selbſtmord. Der Oberbauſekretär
Schmanck, der ſeit ſeiner Tätigkeit bei der Baodadbahn an einer in
ge=
wiſſen Abſtänden wiederkehrende Malarig=Krankheit litt, hat ſich in der
Lahn erträukt. — Hundeſperre. Ueber den ganzen Lahnkreis
Gießen iſt die Hundeſperre verhangt wvorden.
2 Schlitz (Oberheſſen), 21. März. Unfall. An dem
Bahnüber=
gang an der Straße uach Pfordt fuhr ein mit 2 Pferden beſpanntes
Reiſefuhrwerk auf den letzten Wagen eines gerade den Uebergang
paſ=
ſierenden Perſonenzuges auf. Die beiden Inſaſſen des Wagens (aus
Schwvarz) kamen wie durch ein Wunder ohne Verletzungen davon. Die
ſcheugewordenen Pferde, die trotz rechtzeitigen Haltens des Fuhrwerks
das Unglick verſchuldet hatten, wurden mehr oder weniger ſtark verletzt.
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I. Quartal 1924 liegen von
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Geſchäftsräumen der
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mer Darmſtadt zur Einſicht offen.
Einwendungen ſind innerhalb dieſer
Friſt ſchriftlich beizubringen. (3540
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
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Kaffeelöffel. 1 Fußball=Luftpumpe und 1
Rechenheft. 1 vierrädriger Handwagen.
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dene Schlüſſel.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
22. März bis einſchließl. den 29. März den
Nachtdienſt die Merck ſche Apotheke,
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ſtraße 111.
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Verlag der Starkenburger
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Kreis Dieburg, Geſellſchaft m. b.
Haftung in Liquidation in Dieburg:
Die Vertretungsbefugnis des
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dators iſt beendet. Die Firma iſt erloſchen.
Dieburg, den 18. März 1924.
Amtsgericht.
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Geſchäftsſtelle, (28222
Beilage zum Darmſtädter Tagblatt
Nummer 82
Samstag, 22. März
1924
* An Bord
des „General San Martin”
Von Paul Oskar Höcker.
III.
Im Mittelmeer, 5. März.
In buntem Wechſel gehen die Tage. Glaube niemand, daß
eine lange Seefahrt je Langeteile brächte. Für viele iſt ſie
Selbſtzweck: von Arbeitshetze, von zermürbenden Geſchäften, von
Sorgen oder Krankheit Erholutig zu ſinden. Vor zwei Wochen
haben wir die Elbe bei dickem Eis verſaffen — inzwiſchen ſahen
wir die tropiſche Wunderweit tzi Mädrira und Teneriffa und
kehren ſoeben von einem Landaisflug, der zus zum Karneval
nach Sevilla führte, nach Cadiz an Verd dus Stinnesdampfers
zurück. Wieviel Erleben für den Deiſtſcher”, dar zum erſten Male
wieder das Ausland bereiſt!
Orotava auf der Inſel Teneriffa m!t Humboldts
altberühm=
tem botaniſchen Carten empfing uns als lachende Landſchaft.
Palmen, Bananen, Orangen — das higze Weer am braunen
Fels wie an der italieniſchen Nivierg — und unter dem
ſeiden=
blauen Himmel der ſchneeweitze Spitzkegel des Piks de Teyde.
„So haben wir es nun monatelang,” ſagt mir ein alter
Be=
kannter aus dem Felde, den mir der Zufall hier in die Arme
führt, „wir zählen im Jahr an die 808 Sonnentage!” Ja —
aber am anderen Morgen regnet es, nein, es ſchüttet, von den
Bergen bei Laguna ergießen ſich auch über die löcherige Chauſſee,
die nach Santa Cruz hinnnterführt, jpahre Gießbäche. Ich kann
mich nicht erinnern, je in meinem Erdendaſein in ein ſolches
phantaſtiſches Regenweiter geraten zu ſein. Nun, die Vorſtellung,
daß man etwas für Ort und Zeit geiz Abnormes miterlebt hat,
muß über den erſten und einzigen verlorenen Tag auf dieſer
ſchönen Reiſe hinweghelfen. Uebrigens hat das Unwetter ja
auch gerade den Schalttag erwiſcht.
Der Abend vor der Weiterfahrt bringt ein kleines Ballfeſt.
Der Club Nautico von Santa Cruz pflegt jedem
Geſellſchafts=
dampfer ſeine Räume zur Verfügung zu ſtellen. Das deutſche
Schiff darf es ſich aber ganz beſonders zur Ehre anrechnen, daß
auch zahlreiche Damen und Herren der einheimiſchen ſpaniſchen
Geſellſchaft an unſerem Tanze teilnehmen und bis weit über
Mitternacht durchhalten. Die Spaniermnen ſind ſonſt ſehr
zu=
rückhaltend. Ihre „Glutaugen” haben durchaus niht jenes
Ope=
rettenfeuer, das unſere Sängerinnen für die erſten Parkettreihen
aufbringen, wenn ſie die Carmen ſingen. Ttpiſch iſt viel eher
ein etwas ſchmerzlicher Zug, leicht verſchleiert, der an die
be=
rühmte ſpaniſche Madonnenholzbüſte im Kaiſer=Friedrich=
Muſeum erinnert, das rührende Geſichtchen mit der perlenden
Träne. Die Damen, die wir ſahen, waren kaum von Mittelgröße,
die Köpf= wirkten faſt zu groß. Uebrigens trugen ſie nach dem
Pariſer Vorbild die Kleider ſchon wieder ſo lang, daß ſie die
Knöchel bedeckten. Die Damen der guten ſpaniſchen Kreife
außer=
halb von Madrid ſcheinen merkwürdig bedürſtislos, was Eſien
und Trinken anbelangt. Auch nicht ein einziges Glas Limonade
wurde ihnen von ihren Herren gebracht. Sie ſaßen in den
lau=
gen Stuhlreihen an der Wand, Mütter, Töchter, Bräute; die
Herren löſten ſich nur zu den Tänzen aus ihren Gruppen an der
offenen Tür. Rauchen gilt bei den Spanierinnen als
unanſtän=
dig und ſchließt aus der Geſellſchaft aus.
Das Koſtümbild an Deck hat ſeit Santa Cruz unbedingt
einen ſpaniſchen Einſchlag. Viel ſeidene Schaltücher mit langen
Franſen und bunter oder gleichfarbiger Stickerei und Mantillas,
ſchwarze Spitzenſchleier, die über dem hohen Schildpattkamm
ge=
tragen werden, ſind an Bord gekommen — über die
Wäſcheherr=
lichkeiten, die in Santa Cruz beſonders günſtige
Einkaufsmöglich=
keiten gewährten, kann ich nur vom Hörenſagen berichten. Am
geſuchteſten waren die Untertaillen mit Teneriffaſpitze, die von
8 bis zu 18 Peſeten und darüber einen Maſſenausfuhrartikel
bil=
den. Die Damen der kleinen deutſchen Kolonie ſpielten in
lie=
benswürdiger Weiſe die Führerinnen. Ein Groſſiſt, für den die
Landfrauen von Orotava Hunderttauſende von Taſchentüchern,
Untertaillen und Decken hausinduſtriell herſtellen, fragte mich,
wie es möglich ſei, daß Deutſche nun ſchon wieder ein ſo ſchönes
Schiff ausrüſten und darauf in die Welt hinaus fahren können.
Ich erwiderte ihm: Natürlich gibt es in Deutſchland, dem Lande,
wo Arbeit gleichbedeutend iſt mit Leben, neben den unzähligen
Verarmten des Mittelſtandes auch heute vermögende Leute, die aus unſerer Not in einer Hilfe von außen ſehen und ſuchen.
für eine ſolche Reiſe eine gewiſſe Summe Geld ausgeben können;
aber man muß bedenken, daß der Deutſche lieber ſeinen
Haus=
ſtand beſcheidener einrichtet, auf äußeren Luxus, viel Dienſtboten,
Brillanten uſw. gern verzichtet, um ſich durch reichliches Umſehen
in der Welt geiſtig weiter zu entwickeln. Der Mann empfahl mir
darauf gleich ſtolz, in Cadiz, ſeiner Vaterſtadt, das Altargemälde
von Murillo anzuſehen, in der kleinen Kapelle des ehemaligen, die Bleibenden beſſern. Das Eigentum der Scheidenden können ſie unter
Kapuzinerkloſters.
Die geiſtige Ausbeute, die wir Deutſche von ſolchen
Aus=
flügen in berühmte Kunſt= und Kulturſtätten mitbringen, iſt groß.
Schatz des Auslandes zum deutſchen Allgemeinbeſitz gemacht
hat. Als ich in Sevilla Murillos „Heiligen Thomas bei den
Armen” betrachtet, wies meine liebenswürdige Nachbarin
ent=
rührenden Kinde. „Ein wundervolles Gemälde für ſich!” meinte
ſie. Ich konnte ihr an Bord eine deutſche Monographie auf= die Treue halten, anſtatt auf dem unſicheren Weg der Auswanderung
ſchlagen, die gerade dieſen Ausſchnitt des großen Bildes
ſelb=
ſtändig vorführt. Jahrzehnte deutſchen Fleißes haben uns
in=
ſtandgeſetzt, auch daheim an allem Großen und Schönen der
Welt teilzunehmen.
Achtzehn Werke von Murillo weiſt das Muſeum von Sevilla
auf. Man möchte nicht Stunden, ſondern Tage zur Verfügung
die Säulengänge und die Galerien, die zackenbogigen Fenſter,
die Stalakitenfrieſe — die Sultanspracht vergangener Jahrhun= ſtolz und freudig ihr Herzblut eingeſetzt gegen eine Welt von
geheimniſſe reizen uns, wir erleben ein Blau, ein Not in dieſen
Moſgiken, wie ſie unſere neue Chenie noch immer nicht
wieder=
geben kann. Und mit ein paar Schritten gelangen wir vom
Alva=
zargarten — in dem mein Abſchiedsblick noch eine hellrote Ranke
erwiſcht, die an einer Zypreſſe bis in den hohen Wipfel
eupor=
geklettert iſt — zu dem faſt 100 Meter hohen Glockenturm der
Kathedrale, wohl dem alten Minarett der Moſchee, die im drei= Blut in ihren Adern wallt, weil ihnen der Heimatboden unter den
zehnten Jahrhundert hier noch geſtanden hat. Geſchichtswende; Füßen brennt. Die Maſſen ſcheiden, gedrängt und getrieben
Sieg des Kreuzes über den Halbmond.
Roſenmontag, und wir machen den Korſo in den Alleen am
Gug=
dalquivir mit. Tauſende von Wagen, Autos, Reitern. Die
vor=
nehme Welt ſitzt ſtill und würdig auf den Polſterſitzen und läßt los ein großer Schmerz, ein großer Verluſt. Aber liegt darin nicht auch
haben geſpart, um ſich für die Faſchingstage eine Droſchke zu
ſchleudern Pavierſchlangen 30 Meter weit, um Pferde, Meuſchen, hoffen. Dank unſerer zahlreichen guten Auskunftsſtellen wandert heute
Wagenräder, Alleebäume und ſogar Poliziſten mit den bunten
der auch keine Muſik), es gibt keine Rohheit, keine Trunkenheit ... vorkam, als ein ungeratener Sohn, der ſeiner Mutter grollt und flucht,
Dabei könnte es gar keine finanzielle Schwierigkeit bieten,
ſich in Sevilla einen Spitz anzutrudeln. Wir haben ſoeben auf
der Heimfahrt zu unſerem Dampfer, der in Cadiz auf uns wartet,
in Jerez bei der Weinfirma Fernandez u. Co. einen kurzen
Aufenthalt gemacht und die Güte auch des billigen Sherry an
der Quelle kennen gelernt. Es war die günſtigſte Stimmung, um
gleich eine Sammlung für die notleidende deutſche Schule in
Sevilla zu veranſtalten. Der ſpaniſche Landwein iſt lange nicht
ſo ſchwer wie der bei uns bekannte ſpaniſche Deſſertwein.
Stär=
kerer Import ſpaniſchen Weines (auch zum Verſchnitt mit
ſchwäch=
licheren deutſchen Rotweinen) würde uns inſtandſetzen, auf die
kleinen, mageren, oft grünen Weine von Bordeaur zu verzichten.
Es wäre zu wünſchen, daß der deutſch=ſpaniſche Handelsvertrag
zum Abſchluß gelange; wir hätten dann für billiges Geld einen
dem Burgunder gleichenden Wein, ein Erzeugnis des ſchönen
Landes, dem wir für, ſeine wohlwollende und ehrliche Neutralität
zu danken haben.
Der Oeffentlichkeitswilie
der evangeliſchen Kirche.
Evangeliſcher Preffekurſus an der Be=liner Univerſität.
Von der Oeffentlichkeit ſtark beachtet, fand in den Tagen vom 5.—7.
März an der Friedrich Wilhelms=Univerſität zu Berlin unter
Mit=
wirkung hervorragender journaliſtiſcher, gkademiſcher und kirchlicher
Fachkreiſe ein dom Epangeliſchen Preßverband für Deutſchland
veran=
ſtalteter Kurſus über evangeliſche Preſſearbeit ſtatt.
Teilnehmer waren etwa 200 Geſchäftsführer und Vertrauensmänner
ebangeliſcher Preßverbände (aus Heſſen war Pfarrer Berger=König
i. Odv. erſchienen), Schriftleiter evangeliſcher Blätter, Tagesſchriftſteller.
Pfarrer, Studenten aus allen Teilen des Reichs, aus den beſetzten und
abgetretenen Gebieten, auch aus dem evangeliſchen Ausland, Deutſch=
Oeſterreich, Tſchechoſlowakei, Holland, Dänemark.
Es war gelungen, erſte Führer des deutſchen Journalismus zu
ein=
führenden Neferaten aus ihrem Arbeitsgebiet zu gewinnen. Der Direktor
des Wolffſchen Telegraphenbureaus Dr. Diez ſprach über „Pſychologie
der öffentlichen Meinung”, Dr. M. Mohr, Leiter der
Zeitungswiſſen=
ſchaftlichen Kommiſſion des Reichsverbands der deutſchen Preſſe, über
die „Struktur der modernen Tageszeitung”, Chefredakteur Spieß über
„Neuere Entwicklungen im Preſſeweſen”. Beſonderen Eindruck machte
auf die zahlreichen Zuhörer die hohe Auffaſſung journaliſtiſcher
Berufs=
ethik, die aus denAlusführungen der Redner ſprach. Aus 3478=Beitungen
m Deutſchland auf 4,5 Milliarden Bogen Zeitungspapier ergießt ſich
tagaus tagein auf über 36,5 Millionen ſtaatsmündiger Menſchen der
Strom des gedruckten Wortes. Man iſt ſich des Nieſenernſtes dieſer
Verantwortung klar bewußt, und ſcharfe Worte aus berufenem Munde
fielen gegen den „Krebsſchaden” einer gewiſſen
Senſationsberichterſtat=
tung, die dieſes Verantwortungsgefühl nicht kennt. Im Mittelpunkt der
Erörterung ſtand das Thema „Kirche und Tagespreſſe”, über
das Direktor Hinderer vom Evangeliſchen Preßverband für
Deutſch=
land und der Leiter des Reichsverbandes der deutſchen Preſſe,
Chef=
redakteur P. Baecker berichteten. Beide Redner gaben dem Willen
zu einer vertrauensvollen Zuſammenarbeit dieſer zwei
großen Erziehungsmächte der Gegenwart Ausdruck. Während der
Ver=
teter der Tagespreſſe von den Kreiſen der Kirche Verſtändnis für die
Sonderart jeder Zeitung, ſachverſtändige Mitarbeit und vor allem ein
Verhältnis perſönlichen Vertrauens zu den Redakteuren erbat, wurden
als die Wünſche der Kirche an die Tagespreſſe von dem erſten Redner
bezeichnet: Pflege der Ehrfurcht vor allem, was Religion heißt, eine
gerechte, extenſiv und intenſiv zureichende Berückſichtigung kirchl. Lebens,
Schaffung einer geſunden Volksatmoſphäre; die Tageszeitung ſoll ſein
Volkserzieher und Volksſeelſorger, ein „Magiſtrat des öffentlichen
Ge=
wiſſens”. In den breiten Strom evangeliſcher Gegenwartsbewegung
wurden all dieſe Einzelfrager, hineingeſtellt durch Berichte von
Ober=
konſiſtorialrat Lie. Dr. Dibelius, Konſiſtorialrat A. Fiſcher, Geh.
Nat Univerſitätsprofeſſor D. Dr. Seeberg über das Zentralprohlem
„Chriſtentum und öffentliches Leben”.
Durch die Ausführungen der Redner wie immer wieder durch die
Beratungen des Kurſes klang ein ſtarker, einmütiger Wille der
ebange=
liſchen Kirche zur Oeffentlichkeit und zu kraſtvoller Betätigung ihrer
Grundſätze im öffentlichen Leben hindurch. Eine dritte Vorleſungsreihe
beſchäftigte ſich mit dem Wiederaufbau der kirchlichen Preſſe unter dem
literariſchen wie unter dem techniſch=kaufmänniſchen Geſichtspunkt.
Zu=
ſammenfaſſend läßt ſich bemerken, daß der Kurſus, mit dem u. a. auch
die Vorführung von Filmen und Rundfunk des „Deutſchen Evangel=
Lichtbild= und Filmdienſtes”, ſowie die Beſichtigung eines Berliner
Zei=
tungs=Großbetriebes verbunden waren, eine Förderung nicht nur der
praktiſchen kirchlichen Preſſearbeit bedeutete, ſondern auch der
Journa=
liſtik als Wiſſenſchaft. Einen wertvollen Beitrag in dieſer Nichtung
lieferte eine zirka 1100 deutſche und 400 ausländiſche kirchliche
Zeitſchrif=
ten umfaſſende Preſſeausſtellung, durch die in dieſer Vollſtändigkeit zum
erſten Male eine Geſamtüberſicht über das vielgeſtaltige Preſſeweſen des
Proteſtantismus geboten war.
Die gegenwärtige deutſche Auswanderungsbewegung
Von T. Singer.
Seit Mitte letzten Jahres hak eine Maſſenflucht aus Deutſchland
eingeſetzt ohnegleichen in der Geſchichte unſeres Volkes.
zundert=
tauſende haben bereits der Heimatſcholle Lebewohl geſagt,
Lebewohl
vielleicht für immer, und man darf behaupten: Millionen und Millionen
Tatſache, die in ihrem Ausmaß mit früheren Auswanderungsepidemien
ſo wenig ſich vergleichen läßt wie vergangene Kriege mit dem gewaltigen
Völkerringen von 1914—19182 Müſſen wir die augenblickliche
Aus=
auderung als Maſſenpſychoſe anſehen oder als etwas Geſundes und
Vernünftiges bewerten?. Liegt ſie im Intereſſe des Staates oder nicht?
Kaun der Verluſt, den die Heimat durch die Maſſenauswanderung an
Volkskraft und Kulturleben erleidet, erſetzt werden? Was muß der
Auswanderungswillige vor der Auswauderung von der Auswanderung
wiſſen? Wie ſollen ſich die Heimattreuen zu den Auswanderern ſtellen?
So türmen ſich die Fragen in der Bruſt eines jeben, der für die
gegen=
gehört oder geleſen.
Schon gleich beim Auftauchen des unheilvollen Sternes von
Ver=
ſailles am politiſchen Himmel hat man die kommende
Maſſenauswan=
derung aus Deutſchland vorausgeſehen und vorausgeſagt. Auch in
Darmſtadt haben ſofort nach der Revolution bereits Aufklärungsredner,
namentlich der Liga zum Schutz der deutſchen Kultur, mit einer
Aus=
wanderung von 10—20 Millionen unſerer Landsleute für die nächſten
Jahre gerechnet. Die Zeit hat ihnen recht gegeben. Die gegenwärtige
Auswanderungsbewegung iſt eine naturnotwendige Folgeerſcheinung
unſerer Niederlage und durch deren Größe und Schwere charakteriſiert.
Unſer Vaterland, das noch vor einem Dezennium nicht nur ſeinen eigenen
Kindern genügend Arbeit und Auskommen bieten, ſondern ſogar noch
vielen Ausländern reichlich Verdienſtmöglichkeiten gewähren konnte, iſt
durch den unglücklichen Kriegsausgang und den harten Friedensſchluß
das ärmſte Land der Erde geworden. Man kann es daher verſtehen,
daß ganze Volksteile noch heute gerade wie vor fünf Jahren zwiſchen
Verzweifeln und Hoffen wanken und ſchwanken. Man kann es
ver=
ſtehen, daß Ungezählte ihre letzte Hoffnung auf die Auswanderung und
das Ausland ſetzen, genau wie unſere Politiker den einzigen Ausweg
Stellt ſomit die derzeitige Auswanderungsbewegung eine durchaus
natürliche und verſtändliche Erſcheinung dar, dann wird ſie auch
für
unſer Volk und Vaterland nicht nur Schattenſeiten, ſondern auch
Licht=
ſeiten aufzuweiſen haben. Das iſt tatſächlich der Fall. Augenblicklich
liegt ſie offenbar ganz im Intereſſe unſeres Volkes. Sie wirkt entlaſtend
und befreiend wie ein Aderlaß auf den ſchwerkranken
Geſamtorganis=
mus, und im Grade ihrer Auswirkung müſſen ſich die Verhältniſſe für
gelegenheitsgünſtigen Bedingungen erwerben. Biele Wohnungen und,
was mehr bedeutet, neue Arbeitsſtellen werden frei.
Mit der Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht iſt das bedeutendſte
Auswanderungshindernis gefallen. Da die Maſſenflucht aus Deutſch=
Wir können aber auch feſtſtellen, daß unſere Kunſtliteratur den land jedoch überſtarke Dimenſionen annehmen könnte, erſcheint die Frage
berechtigt, ob der Auswanderungsſtrom ſtaatlicherſeits nicht gehemmt
werden müſſe. Trotz der in jeder Hinſicht ungünſtigen ſtatiſtiſchen
Zah=
len aus früheren Jahren glauben wir, ſie verneinen zu dürfen.
Natür=
lich ſoll dadurch niemand ermutigt werden. Hab und Gut zu verkaufen
zückt auf die kleine Nebengruppe links hin, die Bettlerin mit dem und Deutſchland den Rücken zu kehren. Im Gegenteil, wer auch nur
ein
ermaßen Zukunftsausſichten zu haben glaubt, der möge der Heimat
mit wenig Geld und viel Mut ſein Glück zu verſuchen. Nicht umſonſt
ſteht geſchrieben: Bleib im Land und nähre dich redlich! Von den vielen
Schwvierigkeiten, die ſich den Auswanderern vor, während und nur allzu
oft auch nach der Auswanderung entgegenſtellen, von dem harten Kampf
ums Daſein, den Ungezählte im Lande ihrer Sehnſuchtsträume führen
müſſen, wollen wir hier nicht ſprechen. Der Abſchied aus der Heimat
an ſich bedeutet ſchon ein großes Opfer.
Owie ſchwer mag es für viele ſein, die Heimat zu verlaſſen! Sie iſt
haben, um ſich in alle Einzelheiten zu vertiefen. Aber der Haupt= ja für jeden Menſchen, zumal für uns tieffühlende Deutſchen, etwas
eindruck bleibt doch der mauriſche Königspalaſt mit ſeinen üppi= Heiliges. Tauſendfache Ketten feſſeln uns an ſie. Die innigſten Bande,
gen Gärten: der Alvazar! Der Mädchenhof, der Gefandtenſaal, die es gibt, verknüpfen uns mit ihr: die Bande der Sprache und des
Blutes, die Bande des Herzens und der Liebe. Wie ſchwer mag es erſt
für viele ſein, die Heimat verlaſſen zu müſſen! Die Heimat, für die ſie
Feinden
derte ſpricht zu uns, verſchollene Techniken und Handwerks= für die ſie gehungert und gedarbt, gelitten und geſtritten. Wie gern
würden ſie bleiben, aber das unerbittliche Schickſal jagt ſie hinaus und
zerſtreut ſie in alle Welt wie ehedem das unglückliche Volk der Juden.
doppelt ſchwver mag es für viele ſein, die Heimat verlaſſen zu müſſen
jetzt, wo ſie gleich einer armen Mutter an ungezählten Wunden krankt
und blutet. Dazu aus einem Beweggrund, der das Herz zittern läßt:
aus Not ums Brot! Nur wenige ſind es, die heute auswandern, weil
ihnen die politiſchen Zuſtände hier nicht zuſagen, weil abenteuerliches
Mann mürbe macht und wie nichts anderes das Daſein verbittert und
Aber Sebilla bietet noch eine beſondere Ueberraſchung; es iſt verleidet, von der furchtbau ſchrecklichen Kraft der Not und
wirtſchaft=
lichen Sorgen.
Darin liegt für unſer Vaterland, das durch den unheilvollen Krieg
ſchon ſo diele ſeiner Beſten in der Vollkraft des Lebens verloren,
frag=
das bunte Treiben an ſich vorübergleiten. Aber die Kleinbürger zugleich der ſchönſte Troſt?. Wir ſind feſt überzeugt, viele, ja die meiſten
werden wieder heimkehren zur Mutter, von der ſie notgetrieben
aus=
ſichern, in billigen Masken vergnügen ſie ſich mit Konfettiwerfen, gegangen, wenn wieder einmal beſſere Tage kommen, wie wir es alle
und mehr nach drei, mitunter ſchon nach zuei Generationen dem Deutſch=
Ketten zu verhüllen. Aber es herrſcht keine Ausgelaſſenheit (lei= tum verloren gingen. Keiner der Maſſen geht, wie es früher häufiger 9
nein, jeder wird, geläutert durch die harte Gegenwart, trotz ſeiner
Armut ein Kleinod mitnehmen, das Gold nicht aufwiegen kann: ſein
deutſches Herz. Und wird der Verluſt, der unſer Volk durch die heutige
Maſſenauswanderung trifft, nicht einigermaßen ausgeglichen durch
hegen den gleichen Wunſch, die gleiche Abſicht. Wie erklärt ſich dieſe unſer blühendes Auslanddeutſchtum? Werden aus den Maſſen nicht viele
Pioniere der deutſchen Sache erſtehen, deren wir gerade jetzt mehr als
emals bedürfen? Tüchtige Männer braucht das Vaterland im Krieg;
tüchtige Menſchen aber auch, die alten Friedensbeziehungen zwiſchen den
Völkern wiederherzuſtellen, unſere alte Achtung und Ehre in aller Welt
wiedererwerben zu helfen, echte Mehrer deutſchen Anſehens zu ſei
rungs=
Es wäre alſo falſch, die gegenwärtige deutſche Auswande
bewegung einſeitig zu beurteilen. Sie zu hemmen und hindern, wäre
aber geradezu ein Verbrechen an unſerem armen Volk. Es hieße ja
nichts weniger; als uns ſelbſt unſere Ausſichten verzerren wollen, als
uns ſelbſt nſere Zukunſt verſperren wollen, ein Hungern und Sterben
wärtige deutſche Auswanderungsbewegung ſich intereſſiert, der von ihr in der Heimat den Möglichkeiten neuer Kraftentfaltung draußen
vor=
ziehen. Wir dürfen nicht vergeſſen, daß wir als lebendes, ſtrebendes
Volk an Händen und Füßen gefeſſelt und entrechtet und geknechtet wie
keine Nation der Erde, in eine Zeit geſtellt ſind, die durch nichts
leuch=
tender gekennzeichnet iſt als den weltverkleiernden Nieſenaufſchwung
des Verkehrs infolge der neuzeitlichen großen techniſchen
Errungenſchaf=
ten. Soll unſer fleißiges Volk nicht außerhalb der Reichsgrenzen in
freuden Landen ein Aequivalent ſuche
zen dürfen für ſein in der Heimat
durch die harten Verhältniſſe der Gegenwart vielfach unterbundenes
Denken und Handeln?. Ganz gewiß. Aber gibt es denn Völker, die
ſ hon die Kriegskluft zwiſchen ſich und uns überbrückt?. Gibt es Länder
in denen die hochgehenden Fluten des Völkerhaſſes gänzlich verſiechts
Gibt es Staaten, wo der deutſche Bauer und Arbeiter, der deutſche
Handwerker und Gelehrte willkommen, geachtet und geehrt, geſchätzt und
geliebt ſind? Erfreulicherweiſe dürfen wir dieſe Fragen bejahen.
Wi=
brauchen nur nach Oſten zu blicken oder jenſeit des Atlantiſchen Meere
auf die Länder der Zukunft in der Neuen Welt. Der Regierung fällt
in der Auswanderungsfrage eine andere wichtige Rolle zu. Nämlich
Sorge zu tragen, daß der Auswanderungsſtrom in ruhigen, ſicheren,
geordneten und geſunden Bahnen ſich bewege.
Im Buche der Bücher wird erzählt, daß Jehova ſeinem
auserwähl=
ten Volke für die weite Wüſtenwanderung zum gelobten Land zehn
Richt=
linien gegeben, den Dekalog. Auch für den deutſchen Auswanderer
hat die Erfahrung zehn Merke geſammelt. Sie lauten:
1. Wandere nicht aus, ohne dich vorher ganz genau über deine Reiſe
und dan Reiſeziel unterrichtet zu haben! Schreib an das
Reichswan=
derungsamt in Berlin, als Proteſtant an die Evangeliſch=lutheriſche
Miſſion in Hamburg, als Katholik an den St. Raphaels=Verein ebenda,
an das zuſtändige Konſulat, gegebenenfalls auch an dir bekannte Kenner
deines Ziellandes! Lies die entſprechende Literatur und beſuche
dies=
bezügliche Aufklärungsvorträge!
Baue nicht auf Illufionen! Verſchleudere nichts; denn auch im
Ausland gilt: Geld regiert die Welt. Mache dich auf ſchweres Arbei
gefaßt! Vertraue nur auf dich ſelbſt und deine Fähigkeiten und
höch=
eitſchaft deiner Landsleute!
ſtens noch auf die Hilfsbe=
3. Regele vor der Abreiſe deine Verhältniſſe und erfülle genau alle
Vorſchriſten! Gib deinem Nechtsbeiſtand Inkaſſovollmacht und Auftrag,
bleibende Verpflichtungen für dich zu erledigen! Sorge für
Auslands=
paß mit Sichtvermerk der Polizei und Unbedenklichkeitsvermerk des
Finanzamts, Auslandsleumundszeugnis mit Bild, Geſundheitsatteſt,
Impiſchein und Konſulatsvifum!
4. Sorge rechtzeitig für Schiffsplätze! Fahre, wenn einigermaßen
möglich, Kammer! Verſichere ſofort nach der Verzollung dein Gepäck bei
deiner Schiffahrtsagentur vom Platz deines Wohnſitzes aus!
5. Vertraue dich keinen wilden Agenten an! Viele ſind ſchon durch
ſie um ihr ganzes Vermögen gekommen. Schließ keine Verträge, ohne
eine deutſche Beratungsſtelle im Ausland zu befragen!
Lerne die Umgangsſprache deines Ziellandes! Kauf dir
wenig=
ſtens den entſprechenden Metoula=Sprachführer und Polyglott=Kuntze!
Ueber Sonderwünſche beſprich dich mit deinem Buchhändler!
7. Wandere nicht allein! Kannſt d.
u es einrichten, nimm ſpfort deine
Familie mit! Schließ dich anderen Auswanderern an! Fehlt es dir an
Beziehungen, wende dich an die nächſte Schiffahrtsagentur!. Von d
Agenturen der Hamburg=Amerika=Linie wiſſen wir, daß ſie
diesbezüg=
liche Anſchlüſſe gern und koſtenlos vermitteln.
8. Miſche dich im Ausland nicht in Politik=, Religions= und
Liebes=
händel! Schon durch Unvorſichtigkeit hierin kannſt du dich und deine
Landsleute unglücklich machen.
9. Locke keine Landsleute ins Verderben! Was du ſchreibſt, ſei wahr!
Gehts dir ſchlecht, dann iſt es deine heilige Pflicht, entſchieden zu
war=
nen. 10. Vergiß deine Heimat nicht! Nimm deutſche Schul=, Gebet=,
Ge=
ſangbücher mit und reichliche Literatur!. Bleib deinem deutſchen
Leib=
blatt treu und abonniere auf die nächſte deutſche Zeitung! Alles, was dir
hier lieb und wert, teuer und heilig, das laß es dir auch im fremden
Lande ſein! Vor allem bleib treu deiner Mutterſprache, treu den Sitten
on der unheimlich gewaltigen Kraft, die ſelbſt den ſtärkſten deiner Heimat, treu deinem Glauben, treu deinem Volk und Vaterland!
Wie wir uns zur gegenwärtigen deutſchen Auswanderung ſtellen
ſollen, ergibt ſich teilweiſe ſchon aus dem Vorausgehenden. In erſter
Linie ſollen wir in den Auswnnderern unſere deutſchen Brüder und
Schweſtern ſehen. Wir ſollen den Stab nicht über ſie brechen, läßt
doch nicht Abenteuerluſt, ſondern Not und Sorge von uns ſcheiden. Wi
ſollen ſie warnen, ſehen wir ſie offenſichtlich ins Verderben gehen. Wi
ſollen ihnen jederzeit hilfreich zur Seite ſtehen mit Rat und Tat.
Wir=
ſollen ihnen namentlich die letzten Stunden in der Heimat zu erleichtern
und verſchönern ſuchen. Ja, unſere auswandernden Landsleute ſollen
fühlen, daß wir ſie nur ungern ſcheiden ſehen. Sie ſollen wiſſen, daß ſie
keiner aus, der nicht wüßte, daß von früheren Auswanderern 40 Prozent bei uns jederzeit wieder herzlich willkommen ſind. Sie ſollen als letzten
Gruß die feſte Ueberzeugung, die ſichere Gewißheit, den bleibenden
Troſt mitnehmen, daß in der alten deutſchen Heimat zwar nur arme,
aber warme Herzen für ſie ſchlagen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sainstag, den 22. März 1924.
Rummer 82.
Sport, Spiel und Zurnen.
Fußball.
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
„e, Am morgigen Sonntag wird das ſeinerzeit der ſchlechten
Platz=
verhältniſſe ausgefallene Kreisligaſpiel zwiſchen dem Fußballe
klub Oiympia=Lorſch und dem Sportverein Darmſtadt
nachge=
holt. Die Anſetzung des Spieles erfolgte erſt dieſer Tage, weil die
noch ausſtehenden Verbandsſpiele des Sportvereins in der Kreisliga mit
Beſchleunigung zu Ende geführt werden ſollen. Da, wie bekannt, die
Einheimiſchen auf Lorſcher Boden ihr einziges Spiel in der diesjährigen
Verbandsrunde verloren haben, iſt zu erwarten, daß die Ligaelf des
Sportvereins mit dem nötigen Eifer ſich an der Sache beteiligt. Unter
den beſtehenden Verhältniſſen muß ſie beſtrebt ſein, die noch
ausſtehen=
den Spiele für ſich zu entſcheiden. — Die IIa=Mannſchaft des
Sport=
vereins trägt ebenfalls ein noch ausſtehendes Verbandsſpiel ihrer Klaſſe
in Weinheim gegen die II. Mannſchaft des dortigen Fußballvereins aus.
Die IIb=Mannſchaft ſpielt auf dem Eintrachtplatz gegen die II.
Mann=
ſchaft der Eintracht=Darmſtadt. Die III. Mannſchaft ſpielt in Groß=
Zimmern gegen die II. Manſchaft des dortigen Sportvereins. — An
Jugendſpielen finden ſtatt: Ia Jugend Sportverein gegen I. Jugend
F.=C. Olympia=Frankfurt g. M. Ib Jugend Sportverein in Somborn
bei Gelnhauſen gegen die I. Jugend des dortigen Sportverein. IIa
Jugend des Sportvereins gegen die Jugend des Fußballvereins Alsbach.
IIb Jugend Sportverein gegen die I. Jugend der Spielvereinigung
Union=Darmſtadt. Die I. Schülermannſchaft ſpielt gegen die I.
Schü=
lermannſchaft der Aſchaffenburger Viktoria und die II.
Schülermann=
ſchaft gegen die II. Schülermannſchaft der Germanig=Frankfurt.
Verein für Raſenſpiele e. V., Darmſtadt.
ka- Die Ligamannſchaft fährt morgen zum vorletzten
Verbands=
ſpiel nach Weinheim zum dortigen F.=V. 09. Ein äußerſt ſchwerer
Gang. Möge die Mannſchaft ſich deſſen bewußt ſein und nie vergeſſen,
daß hinter ihr eine mehrere Hundert zählende Mitgliedſchaft ſteht, die
Die
Liggerſatzmann=
vieles von ihr erhofft. V.f. R.=Liga kämpfe! —
ſchaft empfängt nachmittags auf dem Exerzierplatz zum Rückſpiel die
vorzügliche 1. Alte Herren=Mannſchaft der Frankfurter Eintracht. Im
Vorſpiel gewannen die Alten Herren gegen die derzeit äußerſt
ſſoſel=
ſtarke V.f.N.=Reſerve mit 4:3. Es wird, deſſen ſind wir ſicher, ein
fairer (frei von den Begleiterſcheinungen der Punktenſpiele) Kanpf
werden, der den Sportlern nur empfohlen werden kann. Vor dieſem
Spiele erwartet die Zuſchauer ein Jugendſpiel, und zwar iſt es die
1a Jgd.=M. der Eintracht=Frankfurt, die der la V.f.R.=Jugend im
Rück=
ſpiel gegenübertritt. In Frankfurt gewann, nach heißem aber fairem
pf. V.f.R. mit knapp 2:1. Obes diesmal wieder zu einem Sieg reichen
Ka
2. Ferner finden morgen noch folgende Spiele ſtatt: „III.
Mann=
ſchaft VfR.
— III. M. Viktoria=Griesheim; „Ib Jgd. V.f.R.
I. Jgd. F.V. 09=Weinheim; „IIb Jgd. V.f.R. — IIb Jgd. Germania 94=
Frankfurt; I. Schl.=M. V.f.R. — I. Schl.=M. Eintracht=Frankfurt.
(1 Uhr.)
S
Hakoah=Wien in Berlin.
Das am Samstag, 22. März, auf dem Morden=Nordweſtplatz am
Bahnhof Geſundbrunnen vor ſich gehende internationale Fußballſpiel
zwiſchen der bekannten Wiener Mannſchaft Hakoah und Tennis
Boruſſia verſpricht eine ganz beſondere fußballſportliche Delikateſſe.
Hakoah iſt einer der führenden Wiener Vereine, bei der beſonders der
Flügel Häusler=Neufeld international bekannt iſt. Tennis Boruſſia
wird zu dieſem Spiel in verſtärkter Aufſtellung antreten und den
Ber=
liner Fußbalſport in hervorragender Weiſe vertreten.
Schwimmen.
Schivimmvereint „Möwe‟ Darmſtadt &. V.
Nachdem am Weihnachtsfeſt der Verein den Mitgliedern und
Ange=
hörigen gezeigt hat, was er in geſellſchaftlicher Beziehung leiſtet,
beab=
ſichtigt er jetzt, auch feine Tätigkeit in ſportlicher Hinſicht zu beweiſen.
Am Sonntag, den 23. März, nachmittags 3 Uhr, findet im Städt.
Hallenbad ein internes Schauſchwimmen ſtatt. Dieſes ſoll
hauptſächlich den Zweck haben, den Eltern zu zeigen, was ihre Jungens
bei dem Verein lernen, und ihnen die Gewißheit zu verſchaffen, daß ſie,
getreu dem geſteckten Ziele und Arbeitsprogramm, zu echt ſportlicher
und kameradſchaftlicher Geſinnung erzogen werden.
Es geht daher vor allem an die Eltern die Bitte, das Feſt zu
be=
ſuchen. Nach einem Aufſchwimmen ſämtlicher Teilnehmer zeigt der
Ver=
ein den Beſuchern die ſchwimmſportliche Tätigkeit vom elementarſten
Anfang bis zur vollendeten Ausbildung, Staffelſchwimmen der Knaben,
Kunſt= und humoriſtiſches Schwimmen, Rettungsſchwvimmen uſw. ſorgen
für ein abwechſlungsreiches Programm.
Dazwifchen werden Staffeln der Wettkampfmannſchaften
ausgetra=
gen. V. f.L. „Heſſen”=Darmſtadt hat ſich in liebenswürdiger Weiſe
be=
reiterklärt, an dem Feſte mitzuwirken. Es werden mit ihm folgende
Staffeln ausgetragen
A
1. Lagenſtaffel, 4 X2 Bahnen;
2. Creszendobruſtſtaffel, 2. 4. 6. 4, 2 Bahnen;
3. Freiſtilſtaffel, 4 X 2 Bahnen.
Am Schluſſe des Feſtes findet ein Waſſerballſpiel ſtatt, das erſtmalig
ſvieder hier in Darmſtadt nach internationalen Regeln geſpielt wird.
Das Spiel ſteht unter der bewährten Leitung des Herrn Gießmann
(„Jungdeutſchland‟=Darmſtadt). Während der Pauſe werden die
Sprin=
ger die Beſucher durch einige Kunſtſprünge unterhalten.
Die Preiſe der Plätze ſind: 1. Sitzplatz 1 Mk., 2. Sitzplatz 75
und Stehplatz 40 Pfg., Schüler 25 Pfg. Der Vorverkauf findet im
Juweliergeſchäft Borné (Ernſt=Ludwigſtraße) und im Zigarrenhaus
Karg (Grafenſtraße 19) ſtatt.
Abends 8 Uhr iſt im Perkeoſaale (Alexanderſtraße) Preisverteilung
Pr.
mit anſchließend gemütlichem Zuſammenſein.
Leichtathletik.
Frühjahrswaldlauf bes Sportvereins Darmſtadt 1898.
An leichtathletiſchen Wettkämpfen veranſtaltet der Sportverein am
morgigen Sonntag ſeinen alljährlich wiederkehrenden
Frühjahrswald=
lauf. Der Lauf findet in vier Klaſſen ſtatt. Jede Mannſchaft beſteht
aus vier Läufern, von denen die drei Erſtankommenden nach Punkten
gewertet werden. Start und Ziel befinden ſich im Stadion. Die
Mel=
dungen von auswärtigen Vereinen ſind in außerordentlich großer Zahl
eingegangen, ſo daß zu erwarten ſteht, daß es in den einzelnen Klaſſen
zu ſcharfen Kämpfen kommen wird.
Frähjahrswaldlauf des Main=Rheingaues D. T. in Pfungſtadt
am Sonntag, den 23. März, nachm. 3 Uhr.
Die Zahl der Meldungen zum Frühjahrswaldlauf hat die aus den
vorausgegangenen Johren weſentlich überſtiegen.
Unſere Oberſtufe=Läufer werden wieder vollzählig ſtarten. Unter
ihnen ſind die Langſtreckenläufer Meyer und Michl=Darmſtadt, Schnei=
Meyer iſt Verteidiger des Meiſtertitels.
Wir ſind aber auch auf Ueberraſchungen gefaßt und wollen den
Neu=
lingen in dieſer Stufe nicht im voraus den Erfolg abſprechen, um ſo
weniger, als ſie bei dem Herbſtwettlauf von ihren guten Fähigkeiten Größere Beträge wurden auch auf Evander und Condover angelegt, die
überzeugt haben.
Beſonders zahlreich ſind die Meldungen in der Anfänger= und der
Jugendklaſſe, was auf ein ſtarkes Aufleben des Sportz im Main=
Rhein=
gau ſchließen läßt.
Turnſportler, Turner und alle Freunde der Leibesübungen, kommt
Sonntag nach Pfungſtadt und überzeugt Euch, was die Sportler des
Main=Rheingques Deutſcher Turnerſchaft leiſten,
H.8.
Ringen.
Entſcheibungskampf um die Meiſterſchaft des II. Kreiſes
im Mannſchaftsringen für das unbeſetzte Gebiet.
L-. Kommenden Sonntag, den 23. d. M., fällt zu Roßdorf, im
Saale „Zur Sonne”. Inh.: Herr Ludw. Kaffenberger, die Entſcheidung
in der Meiſterſchaft des II. Kreiſes für das unbeſetzte Gebiet.
Frank=
furt, mit einer gut durchgebildeten Mannſchaft vorjähriger Kreismeiſter
und III. Deutſcher Meiſter, wird auch diesmal wieder alles daranſetzen,
um den Sieg an ſich zu reißen; aber auch Roßdorf hat ſchon öfters
ge=
zeigt, daß es in der Lage iſt, dem ſtärkſten Gegner die Stirn zu bieten,
und ſo ſieht man mit ſpannendem Intereſſe dem Ausgang dieſes Kampfs
entgegen.
Motorfahren.
Automobilrennen um den Targa Florio.
Am 15. April beginnt in München, die nach dem Kriege erſte
große Geſellſchaftsfahrt des A. D. A. C. nach Sizilien. Die Fahrt iſt offen
für Kraſtwagen und Krafträder aller Stärken. Sie findet ſtatt aus
Anlaß der großen italieniſchen Automobilrennen um den Targa Florio
und um die Coppo Florio.
21 Meldungen für die Targa und Coppo Florio
liegen bis jetzt vor. Deutſchland iſt vertreten durch drei Mercedes
(Fahrer: Lautenſchläger, Werner, Neubauer) und drei Aaga (Pagani,
Stahl, Scholl), Oeſterreich durch drei Stehr (Rützler, Minoia, Brilli=
Peri), Italien durch vier Alfa Romeo (Graf Maſetti, Wagner,
Cam=
pari, Ascari) und einen Diatto (Maſerati) und Frankreich durch drei
Peugeot (Boillet, Goux, Foreſti), drei Spa (Beria d’Argentina, Garro,
7.) und einen Birkiaht (Dubonnet). Die drei Mercedesfahrer befinden
ſich mit ihren Wagen bereits ſeit einigen Tagen an Ort und Stelle und
trainieren eifrig für das am 27. April auf einer Rundſtrecke in Sizilien
zur Entſcheidung gelangende ſchwere Automobilrennen.
Tourenfahrt des Motorrennvereins beutſcher Herrenfahrer.
Zur Prüfung der Fahrtüchtigkeit ſeiner Mitglieder veranſtaltet des
Motorrennverein deutſcher Herzenfahrer erſtmalig eine Tourenfahrt von
Koburg bis Berlin vom 2.—5. Juni, mit der Avus als Ziel. Auf
der ganzen Fahrt wird nur die Leiſtung des Fahrers gewertet in bezug
auf techniſche Kenntnis, Fahrkunſt und Beendigung der vorgeſchriebenen
Strecken innerhalb der vorgeſchriebenen Zeit. Der erſte Tag bringt
außerdem noch eine Bergfahrt in verſchiedenen Klaſſen mit beſonderer
Wertung, bei welcher die beſten Zeiten maßgebend ſind. Das Rennen
wird in folgenden ſiteben Klaſſen gefahren: Klaſſe 1 von 5—5,99 Steuer=
P8, Klaſſe 2 bis 7.99 P8, Klaſſe 3 bis 8,99 PS, Klaſſe 4 bis 13.99 PB,
Klaſſe 5 bis 19,99 PS, Klaſſe 6 bis 24,99 PS, Klaſſe 7 über 25 P8. Die
Verwendung ausländiſcher Fabrikate iſt nur zugelaſſen, wenn ſie vor
dem 1. April 1924 im Beſitze von Vereinsmitgliedern ſind, die
teilneh=
menden Wagen müſſen ausgeſprochene Tourenfahrzeuge ſein.
Konkur=
renzberechtigt ſind nur Mitglieder des Veranſtalters. Meldeſchluß iſt
am Samstag, den 3. Mai, bei B. v. Lengerke, Berlin, Potsdamer Straße
Nr. 75. Falls bis zu dieſem Tage nicht mindeſtens 20 Fahrzeuge
ge=
meldet ſind, behält ſich der Veranſtalter vor, den Wettbewerb ausfallen
zu laſſen oder auf ſpätere Zeit zu verlegen.
Apus=Autorennen.
Für die großen aukemobilſportlichen Ereigniſſe auf der Avus liegen
jetzt bereits die erſten Meldungen vor. Zum Großen Preis von
Deutſch=
land am 5. Oktober, deſſen Meldeſchluß am 15. Juni abläuft, ließ ſich
die Firma Heim=Mannheim als erſte in die Starterliſte mit einem
Wa=
gen eintragen. Das Kleinautorennen am 29. Juni (erſter Meldeſchluß
am 1. April) ſieht bis jetzt zwei Wagen der Apollowerke=Apolda, die von
Direktor Slevogt und Seidenbuſch geſteuert werden, auf der Liſte,
Radfahren.
Weltmeiſterſchaft der Berufsſtraßenfahrer.
ks.- Auf der in Berlin ſtattgefundenen Hauptverſammlung des
Deut=
ſchen Berufsſtraßenfahrer=Verbandes wurden verſchiedene Anträge
ein=
gebracht, die von allgemeinem Intereſſe ſind. So ſoll der BDR.,bei der
UCJ. mit dem Autrag vorſtellig werden, eine Weltmeiſterſchaft der
Be=
rufsſtraßenfahrer in das Programm der Weltmeiſterſchaften
aufzu=
nehmen. Der ſchon im Vorjahre gehegte Wunſch, die deutſche
Meiſter=
ſchaft für Berufsſtraßenfahrer nicht in einem, ſondern nach italieniſchem
Muſter in mehreren Rennen ausfahren zu laſſen, um Zufallsſiege
aus=
zuſchalten, wurde dem BDR. gegenüber neuerdings ausgeſprochen. Bur
Meiſterſchaft ſollen folgende 10 Rennen zählen: Berlin=Kottbus=Berlin
am 17. April, Rund um Speſſart und Rhön am 11. Mai, Großer Preis
des Saarlandes am 18. Mai, München=Bürich am 25. Mai, Großer Preis
von Deutſchland am 8. Juni, Rundfahrt durch Ober Schleſien am
22. Juni, Großer Sachſenpreis am 7. Juli, Nund um Köln am 13. Juli,
Zürich-Berlin vom 16.—20. Juli und Nund um Frankfurt am 2. Aug.
Die letztere Fahrt gilt als Endlauf zur deutſchen Meiſterſchaft und foll
ebenſo wie Zürich-Berlin mit doppelten Punkten bewertet werden.
Die anderen acht Nennen ſehen 10, 9. 8, 7 uſw. Punkte für die erſten
Fahrer vor. Zum Vorſitzenden des Verbandes wurde Aberger
ein=
ſtimmig wiedergewählt.
II. Dn. 3297
Bei Rheumatismug, Aeißen, Hexenfchuß,
zur Maſſage nach ſportlicher Betätigung.
In all. Apothek. Tube 1 M., Flaſchen 1.20u. 2.00M.
Pferdeſport.
Lincelnſhire und Große Liverpooler.
Für die beiden größten engliſchen Spekulationsrennen des
Früch=
der=Laugen, Delp=Pfungſtadt als beſonders ausſichtsreich zu erwähnen. jahrs, das Lincolnſhire=Handicap über 1600 Meter am 26. März und die
Grand National Steeple Chaſe in Liverpool am 28. März, hat ſich jetzt
ein lebhafter Wettbewerb entwickelt. Nach der Streichung des
Fran=
zuſen Epinard aus dem Lincolnſhire iſt der ebenfalls aus Frankreich
ſtammende Sir Gallahad III. zum Favoriten aufgerückt. Er notiert 6:1.
mit 10:1 bzw. 13:1 zu haben ſind. Der 40:1 ſtehende Overſeer wurde
bis auf 25:1 heruntergewettet. Die Kurſe für die übrigen Leilnehmer
bewegen ſich zwiſchen 20 und 200:1. — Für die Grand National
iſt Conjuror II mit Rieſenbeträgen gewettet worden. Sein letzter Kurs
lautet 6:1. Viel Anhänger haben Silvo und Shaun Spadah mit 11:1
bzw. 14:1 gefunden. Kleinere Beträge wurden mit 18:1 auf Sergeant
Murphy angelegt, während der Kurs des leichtgewichteten Arravale von
40:1 auf 30:1 ging. Taffttus iſt infolge mehrerer Niederlagen von 10:1
auf 22:1 zurückgegangen. Die übrigen Teilnehmer werden mit 25:1 bis
300:1 angeboten.
Rugby.
Nor5—Süddeutſchland.
ks.- Aus Anlaß des am 30. März in Hannover ſtattfindenden
Ver=
bandstages des Deutſchen Rugby=Fußball=Verbandes
geht das tradionelle Rugbyſpiel Nord—Süddeutſchland vor ſich. Die
norddeutſche Mannſchaft iſt wie folgt aufgeſtellt worden: Seifert (
Han=
nover 08); Pagelsdorf, Senning (Schwalbe); Krumfuß (Vikt. Hannover);
Richter (Alexandria=Hannover); Grunwald (VfV.=Hannover); Lieker,
Bruns, (Schwalbe=Hannover); Vogt II, Weckwerth (1906=Hannover);
Müller (Preußen=Berlin); Herz (SC. Charlottenburg); O. Brien=
Hülſenbuſch (Uhlenhorſter HC.). — Schiedsrichter iſt Schreiber (Schwalbe=
Hannover.) — Der Verbandstag verſpricht einen bewegten Verlauf, da
der Süddeutſche Verband ſeinen Wiedereintritt in den Deutſchen Nugby=
Fußball=Verband von der Erfüllung meherer Forderungen abhängig
macht. In der erſten Forderung wird der Rücktritt des Geſamtvorſtandes
des DRFB. auf dem Verbandstag vor Beginn der Verhandlungen
ver=
langt.
Der neue Boxerkönig.
Paul Samſon Körner in Maunhefm.
Paul Samſon=Körner, der neue deutſche Schwergewichtsmeiſter iſt
durch ſeinen raſchen Sieg über den blonden und allgemein beliebten
Brsenſträter über Nacht eine Berühmtheit geworden. Samſon, unter
welchem Pſeudonym er ſchon in Amerika kämpfte, iſt Berufsboxer ſeit
Jahren und hat bereits eine große Reihe blutiger „Fights” ausgetragen.
Als Trainingspartner ging er bei Tom Cowlers, Jack Johnſon. Dempſey
und der franzöſiſchen Boxergröße Carpentier in die hohe Schule des
Fauſtkampfes und eignete ſich im Laufe der Jahre eine reiche
Riug=
erfahrung an, wie ſie unter den deutſchen Profeſſionals nur wenige
be=
ſitzen dürften. Samſon=Körner verließ 1922 das klaſſiſche Land des
Box=
ſports und kehrte in die Heimat zurück. Wie er in der Preſſe mitteilen
läßt, ſollen lediglich Familien= und Erholungsgründe (Erholung von
einer im Kaupfe mit dem Farmer Lodge davongetragenen ſchweren
Ver=
letzung) den Anlaß zu ſeiner Deutſchlandreiſe gebildet haben. Dieſem
Samſon=Körner nun war es gelungen für Samstag, den 15. März, uach
Mannheim zu verpflichten, wenn zwar auch nicht als Kämpfer, ſo doch
als dritten Mann im Ring. Das Programm ſah vier Kämpfe, beſte
deutſche Voxerklaſſe, vor. Die drei erſten wurden von dem Meiſter in
ruhiger Weiſe geleitet. Man ſah, daß der Mann innerhalb der vier
Pfähle zuhauſe war.
Die Perſönlichkeit Körners iſt von ruhiger und gelaſſener Art.
Ein=
fach iſt auch ſein Aeußeres. Nichts von jener ausgeſuchten Eleganz in
der Kleidung, in der ſich der Sportsmann heute ſo gern bewegt. Kein
„ſmarter Junge”, für den das andere Geſchlecht begeiſtert ſchwärmt. Das
etwas aufdringlich erſcheinende Geſicht, mit Narben aus manch heißer
Schlacht, iſt typiſch für den Berufsboxer. Auch von der Schwerfälligkeit,
die den Seemann in der Geſellſchaft anfällt (Körner war ehemals
Hei=
zer), iſt noch etwas haften geblieben. Ich ſage: Breitenſträter. Prenzel
und Saſſe ſind Boxer von größerer Intelligenz, von einer flüſſigeren
Beweglichkeit außerhalb des Kampfrings. Sie paſſen beſſer in den
Rahmen des Berliner Film= und Bogermilieus, in dem ich mir den
wuchtigen Samſon nur ſchwer vorſtellen kann, der auch kein junger
„Springer” mehr iſt und mit 37 Jahren nicht mehr in des Maien Blüje
ſteht. Neuerdings beſitzt Körner, der bisher auf den koſtſpieligen
Appa=
rat einer Bedienung Verzicht leiſtete, in Dr. Maier auch einen Maneger,
der alle Mittel in Bewenung ſetzt, um dem boxſportfreudigen Publikum
eine Senſation zu bereiten. Dr. Maier beabſichtigt nämlich nichts
an=
deres, als den franzöſiſchen Boxerheros und im Kampf um die
Welt=
meiſterſchaft von Dempſehz bekanntlich k. o. geſchlagenen Carpentier für
einen Gang mit Meiſter Samſon zu gewinnen, und zwar in — Berlin.
Körner ſcheint eine gewiſſe Vorliebe für die Franzoſen zu hegen denn
anläßlich ſeines Mannheimer Aufenthalts frug er einen ortsanſäſſigen
Amateurboxer, ob es nicht möglich ſei, im Hinblick des nahen beſetzten
Gebietes einmal ein paar Franzoſen für ihn in den Ring zu bekommen.
Wie dem auch ſei, das intereſſierte deutſche Boxſportpublikum ſchaut den
kommenden Kämpfen des Schwergewichtsmeiſters mit Spannung
ent=
gegen, und zu einem ſo geſchäftstüchtigen Maneger wie Dr. Maier kann
man das Vertrauen haben, daß er ſeinem Schutzbefohlenen intereſſante
Kämpfer in den Ring ſchickt.
II. T.
G. Spalla ſchlägt Guardsman Penwill k. v.
ks.- In Mailand ſtanden ſich vor überfülltem Hauſe Guiſeppe
Spalla und der engliſche Schwergewichtler Guardsman Penwill
gegenüber. Spalla konnte ſeinen Gegner nach hartem Kampfe m.25
6. Nunde für die Zeit zu Boden ſchicken. — In New Bedford (u
erhielt Frank Moody gegen Pal Reed über zehn Runden der
Punktſieg zugeſprochen. Moody war in den beiden letzten Runden dem
k. o. nahe, doch hatte er in den erſten Runden ſoviel Punkte geſammelt,
daß ihm doch noch der Sieg zufiel. — Tex Rickard, der bekannte
amerika=
niſche Veranſtalter, gibt bekannt, daß der Curopameiſter im
Schwer=
gewicht Erminio Spalla, der kürzlich m Buenos Aires von
Louis Firpo in 14 Nunden k. o. geſchlagen wurde, als erſten Gegner in
den Vereinigten Staaten Gene Tunney erhält. — Louis Firpo
hat zwei Kämpfe gegen Harry Wills und Tom Gibbons
ab=
geſchloſſen. Wird er geſchlagen, ſo hat der Beſieger das Recht gegen
Dempſey anzutreten. — George Carpentier, der am 24. März in
Berlin einen Trainingskampf gegen Harry Reebe vorführt, und am
27. April in Wgen gegen Gene Tunneylickb ha ſſiſtß ſiſiſtßg ſſiſtßaſiſtß
10. Juni in New Yorck mit Gene Tunneh zuſammen. — Der
chile=
niſche Schwergewichtler Romero Rojas, der Louis Firpo um die
ſüdamerikaniſche Schwergewichtsmeiſterſchaft herausgefordert hat, iſt für
drei Kämpfe gegen Floyd Johnſon, Fred Fulton und Facl
Renault verpflichtet worden und erhält dafür die „Kleinigkeit” von
100 000 Dollar.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924.
Rummer 82.
Reich und Ausland.
Kampf gegen die dritte
Steuernot=
verordnung.
Von dem Hypothekengläubiger =und Sparer=Schutzverband für das
Deutſche Reich, Sitz Berlin, geht uns nachſtehende Zuſchrift zu:
Der Hypothekengläubiger=Schutzverband für das
Deutſche Reich), Sitz Berlin, hat ſich entſchloſſen, infolge des unglückſeligen
Eingriffs der Regierung durch die dritte Steuernotverordnung auch
die übrigen betroffenen Sparergruppen zu
beſchir=
men. Daher entſandten die Ortsgruppen Delegierte nach Berlin, welche
bereits über 1 Million Mitglieder vertreten, und dieſe
be=
ſchloſſen einſtimmig, in Zukunft die Bezeichnung zu führen: „
Hypo=
thekengläubiger= und Sparer=Schutzverband für das Deutſche Reich,
Sitz Berlin.‟ Es iſt dies nunmehr die Organiſation,
welche ſämtliche Gläubigerverbände innerhalb des
Deutſchen Reiches vereint. Der Delegiertenverſammlung
ſchloß ſich im Kaiſerſaal des Rheingold in Verlin eine öffentliche
Ver=
ſammlung an. Der viele Tauſende faſſende Saal war bis auf den
letzten Stehplatz gefüllt. Die Verſammlung wurde von dem
Vorſitzen=
den, Adminiſtrator Kuhn, Berlin=Biesdorf, geleitet und dieſe gab
un=
ter ſtürmiſchem Beifall ihre Zuſtimmung zu dem Kampf gegen die
dritte Steuernotverordnung und zu nachſtehender Entſchließung,
nach=
dem Oberlandesgerichtspräſident Dr. Beſt, Darmſtadt, badiſcher
Juſtiz=
miniſter „Excellenz Düringer, Karlsruhe, und Profeſſor, Großmann,
Leipzig unter brauſendem Beifall auf den ſchreienden
Verfaſſungs=
bruch hingewieſen hatten.
Die Entſchließung lautet:
Die dritte Steuernotverordnung konfisziert von dem Guthaben der
Beſitzer von Hypotheken, Pfandbriefen, Obligationen, Spareinlagen,
Lebensverſicherungen, öffentlichen Anleihen uſw. mehr als 85 Prozent.
um 2 bis 4 Prozent der öffentlichen Hand zuzuwenden und den Reſt
den Schuldnern zu ſchenken. Das iſt eine ſo unfaßbare Ungerechtigkeit
und Ungeheuerlichkeit, wie ſie in der Geſchichte beiſpiellos daſteht. Sie
wirkt ſich gegen die Betroffenen ſo entſetzlich aus, daß ſie von dem
grauſamſten Feinde nicht ſchlimmer hätte erdacht werden können. Da
ſie Hunderttauſenden von Gläubigern die letzte Exiſrenzmöglichkeit
nimmt, ſie an den Bettelſtab bringt, dem Staate oder der Kommune zur
Laſt fallen läßt und zur Verzweiflung treibt, da ſie außerdem
demorali=
ſierend wirkt und das Rechtsbewußtſein des Volkes erſchüttert, den
Kredit Deutſchlands im In= und Auslande untergräbt und Deutſchland
auf das Niveau eines Raubſtagtes herabzuwürdigen droht, fordern wir
auf Grund des Rechts, der Reichsverfaſſung und der Menſchlichkeit, daß
die ungerechten und unmenſchlichen Aufwertungsbeſtimmungen der
drit=
ten Steuernotverordnung wieder aufgehoben werden. Andernfalls
ſehen ſich die Mitglieder des Hypothekengläubiger=Sparer=
Schutzver=
bandes gezwungen, den Kampf um ihr gutes Recht bis zum Aeußerſten
durchzuſetzen.
Großfeuer in Frankfurt.
Frankfurt a. M. Die in der Oſtendſtraße gelegene
landwirk=
ſchaftliche Halle iſt heute nacht gegen 2 Uhr einem verheerenden
Groß=
feuer zum Opfer gefallen. Sämtliche Wehren rückten auf „Großalarm”
ſofort zur Brandſtelle aus. Beim Eintreffen ſtand das Gebäude ſchon in
hellen Flammen. Die Halle, die größtenteils mit Hausrat, meiſt von
Flüchtlingen, Tabak und anderen leicht brennlichen Stoffen angefüllt
war, iſt vollſtändig ausgebrannt. Bei denr Löſcharbeiten wurde ein
Feuerwehrmann durch herabſtürzende Trimmer leicht am Kopfe
ver=
letzt. Menſchenleben ſind nicht zu Schaden gekommen. Die
Entſtehungs=
urſache iſt noch unbekannt. Erſt gegen 7 Uhr morgens war das Feuer
bekämpft, die Aufräumungsarbeiten dauerten noch bis in den Vormittag
hinein.
Verband Südweſtdeutſcher Schulgesgrgphen.
Heibelberg. Hier tagten jüngſt die Vertreter der
ſchulgeogra=
phiſchen Landesverbände der ſüdweſtdeutſchen Länder: Baden,
Württem=
berg und Heſſen. Zu dieſer Tagung waren auch die Vertreter der
Erd=
kunde an den Hochſchulen dieſer Länder erſchienen. Angeſichts der
drin=
genden Fragen, die den geographiſchen Unterricht heute beſchäftigen,
wurde ein Zuſammenſchluß unter dem Namen: „Verband
Südweſtdeut=
ſcher Schulgeographen” beſchloſſen. Der Verband umfaßt zunächſt drei
Landesverbände mit rund 340 Mitgliedern. Der Vorort für die erſten
ei Jahre iſt Stuttgart, erſter Vorſitzender Profeſſor Bauſenhardt in
ür die nächſte Zeit bilden das Hauptziel: einheitliche
Durch=
uttgart.
führung der Lehrpläne, Regelung der Lehrmittelfrage, Förderung der
Lehrerfortbildung und Vertiefung der Heimatkunde. Zu dieſem Zweck
wird künftig alljährlich eine gemeinſame Veranſtaltung ins Auge gefaßt.
Als erſtes wichtiges Ergebnis des Zuſammenſchluſſes kann ſchon heute
die Aufſtellung eines einheitlichen Lehrplanes für alle höheren Schulen
Südweſtdeutſchlands verzeichnet werden, wodurch die beſtehende
Zer=
riſſenheit verſchwinden würde. Ebenſo wurde eine Einigung erzielt über
die geographiſchen Aufgaben der Grundſchule.
Ein myſteriöſer Vorfall.
Mannheim. Ein noch nicht aufgeklärter Vorfall hat ſich
Diens=
tag vormittag hier ereignet. Zwei Angeſtellte der Süddeutſchen Held
u. Franke A.=G., Baubureau Heidelberg, die den Neckarkanal bei
Hei=
delberg baut, hatten bei der Badiſchen Girozentrale, die in der Nähe
des Schloſſes liegt, im Auftrage ihrer Firma 13 000 Goldmark abgehoben.
Kurz nach Verlaſſen des Bankgebäudes wurden ſie von vier Ziviliſten,
die ſich als deutſche und franzöſiſche Kriminalbeamte vorſtellten und ſie
bedrohten, aufgefordert, in das Schloß zu folgen, um ſich über die
Her=
kunft des Geldes auszuweiſen. In der Annahme, daß es ſich um
Krimi=
nalbeamte handle, gingen die beiden Angeſtellten mit; ſie wurden in den
Teil des Schloſſes geführt, in dem ſich die franzöſiſchen Bureaus
befin=
den. Dort wurden ihnen die Aktentaſchen mit dem Gelde abgenommen.
Ein franzöſiſcher Offizier entdeckte ſpäter die Beiden in einem Abort, in
dem ſie eingeſperrt worden waren. Nach Vernehmung wurden ſie der
franzöſiſchen Polizei in Ludwigshafen zugeführt. Der Fall iſt
insbe=
ſondere noch nicht nach der Richtung aufgeklärt, ob die beiden
Verhaf=
teten den Vorfall vorgetäuſcht und im Einverſtändnis mit den vier „
Kri=
mingliſten”, die flüchtig gegangen ſind, gehandelt haben.
Von einem Laſtkraftwagen totgefahren.
Mannheim. Von einem Laſtkraftwagen totgefahren wurde
geſtern mittag kurz vor 12 Uhr das 4½ Jahre alte Kind eines in der
Augartenſtraße 36 wohnenden Formers. Der Knabe lief hintee einem
ſtädtiſchen Spritzwagen her, wollte von dieſem weg nach der Seite
ſprin=
herkommenden Laſtkraftwagen überfahren. Das Kind wurde nach der
Verletzungen erlegen.
Vor= und frühgeſchichtliche Funde in Speyer.
der Pfalz zu Speyer nahm am Montag, den 17. März, ſeine Vortrags= Sibiriaken als Patienten in die Hände führte. Dieſer erzählie ihm, daß
abende wieder auf, die infolge der Zeitverhältniſſe eine längere
Unter=
brechung erfahren mußten. Der Vortragsleiter, Oberarchiprat Lucas,
konnte im Benützerraum des Hiſtoriſchen Muſeums eine ſtattliche
Zu=
hörerſchaft begrüßen und nach kurzer Einleitung dem Nedner des Abends
Herrn Muſeumsdirektor Dr. Sprater, das Wort zu ſeinem Vortrag ſonders in den letzten Jahren erfolgten zahlreiche Neugründungen, die
über „Vor= und frühgeſchichtliche Funde aus Speher” erteilen. Der
Vortrag gipfelte im weſentlichen in Nachfolgendem: „Speher iſt die
ein=
liefert iſt: Noviomagus. Auch aus älteren Zeiten, ſo aus Steinzeit,
Bronzezeit und älterer Eiſenzeit hat die Gemarkung Speher Funde ge= und Pelztierfarm=Co. verfügt heute über erſtklaſſiges Zuchtmaterial in
liefert, die aber kaum in einen Zuſammenhang mit der keltiſchen
Siede=
lung ſtehen. Nur wenige Funde der füngeren Eiſenzeit laſſen vermuten,
daß dieſe innerhalb des Weichbildes der heutigen Stadt zu ſuchen iſt.
In römiſcher Zeit war Speher der Vorort des Nemetergaues und hieß
als ſolcher eivitas Nemetum. Das einmalige Vorkommen von Colonia
Nemetum dürfte mißbräuchlich geweſen ſein. In der älteren (etwa von
45—74 n. Chr.) und in der ſpäteren Kaiſerzeit (von etwa 260—406),
alſo in Zeiten, in denen hier der Rhein die Grenze des römiſchen Reiches
bildete dürfte hier militäriſche Beſatzung gelegen haben. Die
bürger=
iche Niederlaſſung erhob ſich zu anſehnlicher Bedeutung. Außerhalb
er Stadt lagen an verſchiedenen Stellen bäuerliche Siedlungen. Als
die Römer 406 das linke Rheinufer aufgaben und es den Germanen man gar häufig an der Tür einer Umzäunung eins, zwei oder noch mehr
überließen, ſcheint Speher von den Vandalen ganz gründlich zerſtört
worden zu ſein. Zwei Jahrhunderte dürſte die Stadt in Nuinen
ge=
legen haben, bis wohl der Merowingerkönig Dagobert zu Anfang des
7. Jahrhunderts die Stadt neu begründete und den erſten Dombau ſchuf,
der nicht auf den Mauern eines römiſchen Tempels ruht.
Reicher
Bei=
fall lohnte die ernſt=wiſſenſchaftlichen Ausführungen des Forſchers. Nack
kurzer Bekanntgabe des Programms für die kommenden Vorträge und
in Ausſicht genommenen Führungen durch das Hiſtoriſche Muſeum ſowie
Dankeserſtattung namens des Vereins an den Redner die Verſammlung
mit dem Wunſch auf Wiederſehen im nächſten Monat.
Unfall.
Aſchaffenburg. In Schwemmelsbach fuhr der 36jährige
Land=
wirt Karl Finfinger ein mit Jauche gefülltes Faß auf eines ſeiner
Grund=
ſtücke. Auf einem gefrorenen Acker kam an einer abſchüſſigen Stelle der
Wagen ins Rutſchen; das gefüllte Faß ſtürzte herab und zerſchmetterte, wie es nach allen Richtungen am Zaun entlang läuft, um eine Oeffnung
dabei den Kopf des Fuhrmannes, ſodaß der Tod des beliebten und
flei=
ßigen Mannes, eines Kriegsveteranen, ſofort erfolgte. Finfinger hinter=
Eßt eine junge Witwe und drei unverſorgte Kinden=
D eherenge
auf einem Friedhof bei einer Beerdigung ein ſonderbares Vorkommnis.
Nachdem der Geiſtliche ſeine Rede beendet hatte und die Leute ſich vom werden ſoll und weicht daher dem Menſchen nach Möglichkeit aus.
Grabe abwandten, rannten zwei offenbar vom Hunger geplagte Rehe
auf den Friedhof. Während der Rehbock mit kühnem Sprunge über die
Mauer hinweg wieder ins Freie kam, rannte die Rehgeiß durch die
Trauernden hindurch geradewegs in das ofene Grab hinein. Sie mußte
auf umſtändliche Weiſe mit dem Seil wieder heraufgezogen werden und
entſchwand dann auf dem gleichen Wege wie der Bock.
Mittelſtandsfürſorge.
Berlin. Eine Reihe von bebeutenden deutſchen Firmen in
Aſſun=
cion (Paraguah) haben unter Führung des Herrn Alfred Minner einen
Betrag von 3580 Peſos Gold gezeichnet; beſtimmungsgemäß iſt für
die=
ſen Betrag durch eine Hamburger Firma eine Partie guten
Schweine=
fettes eingekauft worden, das durch Vermittelung des Roten Kreuzes
in Berlin insbeſondere an Angehörige des leidenden Mittelſtandes,
Krie=
gerwitwen und Studentenſpeifeanſtalten verteilt worden iſt. Die
Samm=
lungen in Aſſuncion werden fortgeſetzt.
Ein 700jähriges Stadtjubiläum.
Siegen. Anläßlich des 700fährigen Jubiläums der Stadt Siegen,
das in dieſem Jahre gefeiert wird, beſchloß die Stadtgemeinde, in der
erſten Septemberwoche eine größere Veranſtaltung, die mit der
Abhal=
tung des 5. Weſtfalentages des weſtfäliſchen Heimatbundes verbunden
werden ſoll. Es iſt eine fünftägige Feier vorgeſehen, beſtehend aus
einem Feſtakt im Rathausſaal, Feſtreden, muſikaliſchen Aufführungen,
Schloßbeleuchtung, Bergfeuer, Volksfeſt und einer Feier in Form eines
Schul= und Kinderfeſtes.
Heſſ. Bauwirtſchaftsbund.
Bauintereſſenten und Wohnungsſuchende, die über einiges
freies Kapital verfügen, werden gebeten, zwecks
Zuſammen=
faſſung zur Schaffung einer Baumöglichkeit auf
organiſa=
toriſcher Grundlage, ſich an die unterzeichnete Stelle zu
wenden.
(3553a
J. V.: Die Ortsgruppe B. D. A. Darmſtadt.
Arch. Rud. Strecker, Nieder=Ramſtädterſtr. 65, Tel. 1998.
Die größte Brücke der Welt.
Die auſtraliſche Regierung plant in der Nähe Sidneys den Bau
einer Brücke die die größte der Welt ſein wird. Sie wird eine engliſche
Weile lang ſein, der Scheitelpunkt ſoll 170 Fuß über dem Wafſerſpiegel
liegen. Zu dem Bau der Brücke, der auf acht Jahre geſchätzt wird,
werden 50 000 Tonnen Stahl nötig ſein. Der Baukoſtenvoranſchlag
beläuft ſich auf 6 Millionen Pfund Sterling.
Haben Sie Ihren Geiſt geſehen?
Haben Sie ſchon jemals das merkwürdige Erlebnis gehabt, Ihre
eigene Erſcheinung, ſich ſelbſt, gegenüber zu ſehen, nicht im Traum
etwa, ſondern bei vollem Bewußtſein?. Dieſe überraſchende Frage
richtet Dr.
Eugen Oſty in ſeinem Werk „Uebernatürliche Fähigleiten
im Menſchen” an den Leſer. Er führt hier eine große Anzahl ſolcher
geheimnisvollen Erlebniſſe an, wie Goethe einſt auf ſeinem Ritt nach
Seſenheim beſchreibt, da er glaubte, ſich ſelbſt ſich gegenüber reiten zu
ſehen. Unvergeßlich hat Maupaſſant das Grauen vor dem
Doppel=
gänger dargeſtellt. Als er eines Nachmittags an ſeinem Schreibtiſche
ſaß, hörte er, wie ſich die Tür öffnete, und als er ſich umdrehte, ſah er
ſich ſelbſt ſich gegenüber ſitzen, den Kopf in die Hand geſtützt, und er
hörte, wie der Geiſt ihm diktierte, was er ſchreiben ſollte. Solche Fälle
ereignen ſich nicht nur bei. Dichtern mit lebhafter Einbildungskraft,
ſon=
dern ſie werden auch von gewöhnlichen Sterblichen berichtet. So erzählt
der franzöſiſche Pſychologe Sollier, daß er ein Mädchen behandelte,
die des Abends häufig, nur etwa 2 Meter von ſich entfernt, ein Phantom
erblickte, das ihr vollkommen gleich und ganz wie ſie gekleidet war. Dies
zweite Geſicht blieb bis zu einer Stunde in ihrem Zimmer. Aehnlich
war das Erlebnis eines 22jährigen Mädchens, die, als ſie am Tiſch ſaß,
plötzlich ſich ſelbſt in einem Spiegel erblickte, ganz ſo gekleidet wie ſie,
und als ſie erſchreckt auffuhr, blieb die Geiſtergeſtalt im Spiegel in
der=
ſelken Haltung ſtehen, in der ſie vorher geweſen war. Andere Beiſpiele
von übernatürlichen Kräften werden von verſchiedenen Aerzten berichtet
So erklärte ein Patient ſeinem Arzt in der Hypnoſe die Struktur ſeines
Körpers bis in die kleinſten Einzelheiten, obwohl er ſich niemals mit
Medizin befaßt hatte. Ein anderer Kranker gab ſeinem Arzt in der
Hytnoſe ſo genaue Aufſchlüſſe über die inneren Vorgänge in ſeinem
Körper, daß er die Urſache ſeiner Krankheit entdeckte; er erwähnte debei
die beſondere Lage eines kleinen Knochenſtückes, das in ſeinen innere
Organen lag, und eine daraufhin vorgenommene Operation erwies die
Richtigkeit ſeiner Angaben. Richtige Vorausſagungen ſind vielfach von
ſogen. Hellſehern gemacht worden. Ein Beiſpiel für viele iſt der
ein=
wandfrei feſtſtehende Fall des berühmten Malers Wereſtchagin, der
Jahre vor dem ruſſiſch=japaniſchen Krieg zu einem Arzt in Port Arthur
ſagte: „Ich weiß, daß dieſe Gebirge vom Echo der Kanonen widerhallen
werden. Nußland wird geſchlagen werden; aber ich werde es nicht
er=
leben. Ich fühle, daß ich hier meinen Tod finden werde.” All dieſes
trat ſpäter tatſächlich ein. Nach der Auffaſſung von Dr. Oſty gibt es
einen „ſechſten Sinn”, durch den manche Leute ſolche übernatürlichen
Viſionen haben und „ihren Geiſt ſehen können.”
Von der Silberfuchsfarm im kleinen Walſertal.
Vor einigen Jahren wurde bekanntlich im kleinen Walſertal, das
ſich vom Bregenzer Wald gegen Obersdorf im baheriſchen Allgäu
hin=
auszieht, von einer deutſchen Geſellſchaft eine Silberfuhsfarm angelegt,
deren Gründer der Münchener Univerſitätsprofeſſor Demoll iſt. Ueber
die Entwicklung der Farm, die derzeit 18 Silberfüchſe beherbergt,
be=
richtet nun Profeſſor Demoll in der Zeitſchrift „Der deutſche Jäger”
u. a., daß in der Farm Hirſchegg der meiſtens reichlich vorhandene
Schnee recht günſtig wirkt, ſo daß die Füchſe einen erſtklaſſigen Pelz
ent=
wickeln. Die Hauptgefahr für die Silberfüchſe ſei Paraſitenbefall in den
erſten Lebenswochen. Die Zucht wird ſich mit der Zeit ſehr lohnen,
zu=
gen und wurde in dem Augenblick von dem in entgegengeſetzter Richtung mal für einen Pelz bei beſter Qualität bis zu 400 Dollar erzielt werden.
Da man für die Hirſchegger=Farm anfänglich nur wenige Zuchtpaare
elterlichen Wohnung gebracht und iſt dort nach einer Viertelſtunde den beſchaffte, wird, man etliche Jahre auf den Verkauf von Pelzen
ver=
zichten müſſen. Die Zahl der Nachkommen iſt bei den Silberfüchſen
eben nicht groß und beträgt nur 3—4 Junge im Wurf. Die erſte
An=
regung, in dieſer Gegend eine Pelztierfarm zu errichten, erhielt Prof.
Speher. Der Verein Hiſtoriſches Muſeum (Hiſtoriſcher Verein)! Demoll in Polen, wo ihm, wie er ſchreibt, ein glücklicher Zufall einen
man in manchen Gegenden Sibiriens eifrig den jungen Silberfüchſen
nachſtelle, die gefangenen Tiere in eine ausgemauerte Ziſterne bringe,
ſie bis zum Dezember füttere, ſie dann töte und das Fell verkaufe. 2
Nordamerika beſtehen ſchon viele Hunderte derartiger Farmen, und
be=
mit 150 Zuchtpaaren begonnen haben. — Auch in der Schweiz beſteht
ſchon ſeit Jahren eine Silberfuchsfarm, und zwar in Herzogenbuchſee,
zige Stadt in der Pfalz, deren Name aus vorrömiſcher Zeit uns über= deren Leitung Rud. Ingold inne hat. Auch dort wurden ſeinerzeit die
Tiere direkt aus Amerika importiert. Dieſe ſchweizeriſche Silberfuchs=
Silberfüchſen ſowie in Kreuzfüchſen.
Der Heimatſinn des Pferbes.
Daß Pferde auf dem Heimwege ſchneller laufen, weil ſie den
„Stall wittern”, iſt eine altbekannte Tatſache. Wie ſtark aber dieſer
Heimatſinn beim Pferde ausgebildet iſt, das zeigen die Beachtungen, die
ein Zoologe Will H. Ogilvie im auſtraliſchen Buſch gemacht hat. Die
weiten, ſelten umzäunten Weideflächen dieſes Gebietes tragen dazu bei,
den Heiminſtinkt des Pferdes voll zu entfalten, und es iſt hier gar keine
Seltenheit, daß Tiere aus großen Entfernungen zu ihrer urſprünglichen
Hürde zurückkehren. „Wenn man im Buſch reiſt” ſchreibt er, „ſo findet
Pferde, die vor dem Zaun ſtehen mit vorgeſtreckten Hälſen, ſehnſüchtig
nach dem Platz jenſeits des Zauns hinüberſehend. Das ſind Pferde die
ſich von irgendwoher, wohin man ſie gebracht hatte, nach der alten Weide
zurückgefunden haben, auf der ihnen das Gras beſonders gut ſchmeckte.
Jeder auſtraliſche Farmer, der ein neues Pferd kauft, weiß, daß dieſes
verſuchen wird, ſeinen Weg nach der Heinat zurückzufinden. Deshalb
feſſelt er ihm vorſichtshalber die Vorderbeine, aber auch dieſe Feſſeln
können das heimverlangede Tier nicht zurückhalten; es macht ſich auf
bezüglich eines Ausfluges nach Bruchſal ſchloß der Vortragsleiter unter den Weg und legt mit kleinen Sprüngen Meilen zurück. Sobald man
das Gitter am Zaun öffnet und ein ſolches heimgekehrtes Pferd
herein=
läßt, dann miſcht es ſich ſofort unter die anderen Tiere, fühlt ſich gunz
vertraut und iſt nur äußerſt ſchwer wieder herauszubringen. Dem
neuen Eigentümer wird dadurch die Suche und das Zurückbringen des
Tieres außerordentlich erſchwert, und deshalb gilt es direkt als ei
Verbrechen, wenn man das Tier hereinläßt. So bleibt alſo das Pfer
meiſt von dem Paradieſe ausgeſchloſſen, und es iſt rührend zu beobachten,
zu finden. Pferde bleiben manchmal Wochen und ſogar Monate vor den
Türen der Zäune und bl.iben immer in der Nähe, um einen günſtigen
Moment zum Hineinſchlüpfen zu benutzen. Der Reiter im Buſch be=*
gegnet gar häufig irgend einen ſolchem Pferd, das oſt in Feſſeln müh=
In dem württembergiſchen Dörfchen Denkingen ereignete ſich ſelig daher humpelt und ſich ſofort, wenn es ihn erblickt, in die Büſche
ſchlägt; es weiß, daß es auf ſeinem Wege nach Hauſe wieder eingefangen
Stimnmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redalflon feinerſei
Ver=
wortung; für
ibt auf
nd des 4 21 Abſ. 2 des Preſſegeſehzes in vollem Umfange
ortie
der Einſender ver
Einſendungen, die nicht verwendet werdeu, können nicht
zurdckgefandt, die Ablehnung nicht begränöet werden.
Aerzte und Krankenkaſſen.
Wer trägt die Schuld an dem Weiterbeſtehen des
vertragsloſen Zuſtandes?
Von der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe wird uns geſchrieben:
Der vertragsloſe Zuſtand zwiſchen Aerzten und Krankenkaſſen
be=
ſteht immer noch. Wer trägt die Schuld daran? Der Leſer möge
ent=
ſcheiden, nachdem er folgende Tatſachen erfährt:
Das Reichskabinett erließ am 30. Oktober 1923 eine Verordnung,
die den Krankenkaſſen in ihrem Exiſtenzkampfe zu Hilfe kommen ſollte.
Der Leipziger Aerzteverband drohte, die Kaſſenpraxis einzuſtellen. (
Ob=
wohl er zugeben mußte, daß er mit den Krankenkaſſen nicht im Streit
lag!) Die Reichsregierung wich vor den Aerzten zurück. Am 29. Nov.
gab ſie die abgeänderte Verordnung heraus. Trotzdem traten
die Aerzte den Krankenkaſſen gegenüber in den
Streik. Vom 2. Dezember an behandelten ſie die Kaſſenmitg lieder
nur noch als Privatpatienten. Den Vorwurf des Streiks wieſen
ſie in einer öffentlichen Kundgebung mit der Bemerkung zurück, daß ſie
nicht ſtreikten, „alle Kaſſenmitglieder würden nach wie vor behandelt,
und zwar zu den Mindeſtſätzen der Preußiſchen Gebührenordnmng, das
bleibe ſtets unter den Sätzen der Privatpraxis”. Wie die Aerzte ihr
Wort gehalten haben, geht daraus hervor, daß ſie heute noch den
Mit=
gliedern 1,50 Mark für eine Beratung abnehmen, obwohl die
Preußi=
ſche Gebührenordnung nur 75 Pfg. vorſieht.
Nachdem der Reichsarbeitsminiſter feſtgeſtellt hatte, daß die Aerzte
gegen die Beſtimmungen des Berliner Abkommens (nach dem ein
ver=
tragsloſer Zuſtand überhaupt nicht ſtatthaft iſt) gehandelt hätten, gab
er ſeiner Meinung am 4. Januar dahin Ausdruck, daß es Sache der
Aerzte ſei, ihre Dienſte den Kaſſen wieder anzubieten und in
Vertrags=
verhandlungen einzutreten. Dieſem Anſinnen des Arbeitsminiſters
kamen die Aerzte aber nicht nach. Erſt nach einer wiederholten Sitzung,
die in Berlin ſtattfand, erklärten ſie den Kaſſen Ende Januar ihre
Bereitwilligkeit, die Tätigkeit wieder aufzunehmen, und zwar zu den
alten Bedingungen.
Inzwiſchen waren aber acht Wochen ins Land gegangen. Der
Ab=
bau in den Angeſtelltengehältern und den Arbeiterlöhnen war im vollen
Gange. Die Beiträge der Krankenkaſſen mußten ebenfalls abgebaut
werden, und glaubten denn die Vorſtände der Krankenkaſſen, die
Ver=
antiwortung nicht übernehmen zu können, den Aerzten, die doch
vertrags=
brüchig geworden ſind, die gleichen Bedingungen wie vor dem 2. Dez.
wieder bewilligen zu können. Sie verlangten ebenfalls einen
entſpre=
chenden Abbau, um auch ihrerſeits dazu übergehen zu können, die
Bei=
träge zu reduzieren. Verhandlungen, die mit den Aerzten angeknüpft
wurden, ſcheiterten an dem Widerſtand der Aerzte. Das Erſuchen, den
Verſicherten doch nicht mehr abzunehmen als das, was die Kaſſe zu
er=
ſetzen in der Lage war, wurde glatt abgelehnt. Selbſt dem heſſiſchen
Arbeitsminiſter gelang es nicht, eine Einigung herbeizuführen. Die
Aerzte gingen von ihrer Forderung, zu den alten Bedingungen
zuge=
laſſen zu werden, nicht ab, und ſo mußte denn auf Anſuchen einiger
Kaſſen das unter dem Vorſitz des Oberverſicherungsamts ſtehende
Schiedsgericht angerufen werden, das denn auch am vergangenen
Mitt=
woch unter der Mitwirkung zweier Unparteiſcher zweier Aerzte und
zweier Kaſſenvertreter unter dem Vorſitz des Präſidenten des
Oberver=
ſicherungsamts einen Schiedsſpruch fällte, der in ſeinem Hauptergebnis
folgendes vorſah:
„Bis zur definitiven Regelung wird vom 10. März ab bei
Bezah=
lung nach Einzelleiſtung die Einſchränkung gemacht, daß auf den Kopf
des Verſicherten und das Jahr nicht mehr als 6,20 Arzthonorar
ent=
fallen darf. Bei Familienverſicherung der doppelte Betrag pro
Fa=
milie. In dieſem Betrag ſollen ſämtliche Sonderleiſtungen und die
fachärztliche Behandlung enthalten ſein. Geburtshilfliche Leiſtungen,
Röntgen= und Nachtleiſtungen ſollen außerhalb dieſes Satzes ſtehen.”
Obwohl dieſer Schiedsſpruch die Kaſſen ſchwver belaſten mußte,
waren die Kaſſenvertreter doch geneigt, im Intereſſe der Verſicherten
ihn anzunehmen. Die Aerzte weigerten ſich jedoch, ihn anzuerkennen,
ſo daß der vertragsloſe Zuſtand weitergeht. Es iſt zlſo die merkwürdige
Tatſache zu verzeichnen, daß der Vertragsbrüchige ſich noch Vorteile zu
erringen ſucht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben ein Intereſſe an
dem Ausgange des Streites. Ihre Intereſſen ſind es, die die
Kaſſen=
vorſtände vertreten. Das muß beachtet werden.
Um der Oeffentlichkeit aber einmal zu zeigen, welche Einkünfte ein
großer Teil der Aerzte in dem Vierteljahr des vertragsloſen Zuſtandes
hatte, werden wir in den nächſten Tagen das entſprechende Material
veröffentlichen.
Die Nummer vom 15. Februar enthielt eine Mitteilung von
Of=
fenbach, wonach die Stadt für vier Monate verſuchsweiſe einen
Vor=
anſchlag, in Goldmark aufgeſtellt hat. Um der Einwohnerſchaft
einen Ueberblick über die Finanzlage zu gewähren, dürſte ſich doch
empfehlen, dieſes Vorbild nachzuahmen. Die Aufklärung für die
Steuerpflichtigen würde durch Goldmarkzahlen eines
Voran=
ſchlags beſſer ermöglicht als durch langatmige Ausführungen eines
kommungloffiziöſen Artikels.
Ciris.
Die auch im Freiſtaat Heſſen geplante Vereinfachung der
Staats=
verwaltung ſieht eine Aufteilung des Miniſteriums für Arbeit und
Wirtſchaft vor. Da kommt mir die Druckſache Nr. 822 des derzeitigen
Landtags wieder in die Hände mit der Regierungsvorlage vom
15. Juni 1923 (alſo vor knapp 3 Jahren). Die Koſten der inneren
Einrichtung der für 1923 vorgeſehenen Gebäude; hier das Alte Palais
zu Darmſtadt betr.: „Die im Alten Palais für unfer Miniſterium
neu geſchaffenen Dienſträume gehen in aller Kürze ihrer Vollendung
entgegen. Es iſt daher notwendig, daß die für die neuen Räume
er=
forderlichen Möbel und ſonſtigen Einrichtungsgegenſtände umgehend
(in der Reg.=Vorlage geſperrt) beſchafft werden. Ferner ſind
Ergän=
zungen von Einrichtungen in beſtehenden Dienſträumen erforderlich,
Wir legen u. R. einen auf dieſe Anſchaffungen bezüglichen Voranſchlag
des Hochhauamts Darmſtadt mit dem ergebenſten Erſuchen vor, die
hierfür erforderlichen Mittel baldgefälligſt bereitſtellen zu wollen. Der
veranſchlagte Betrag von 32,5 Millionen Mark iſt durch die inzwiſchen
weiter fortgeſchrittene Teuerung überholt. Es wird daher gleichzeitig
um die Ermächtigung zu der ſich hieraus ergebenden Ueberſchreitung
der veranſchlägten Beträge nachgeſucht.‟ Es war einmal.
F
LUAIOR
R
Cotz
ein Dunder der Hechnik —
hat das DDort!
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Dentsche Dunlop-Gummi- Compagnie 4.-G., Hanan am Main.
Wetterbericht derGießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für den 23. Märzi
Nach vorübergehender Abnahme der Bewölkung wieder meiſt bedeckt.
Temperatur über Null. Niederſchläge.
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus keine Vorſtellung. Kleines Haus,
Anfang 3 Uhr, Ende 6½ Uhr (Fremdenmiete II 5): „Figaros
Hoch=
zeit.” — Orpheum, Anfang abends 884 Uhr (Erſtaufführung):
„Dolly”. — Turngemeinde Beffungen 1865, abds. 8 Uhr:
Unterhaltungsabend. — Turnhalle Woogsplatz, abends um
8 Uhr Familienabend. — Union=, Reſidenz=, Zentral=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele: Kino=Vorſtellungen.
Hauptſchriftleitung: Ru
f
Maup=
r Politik
Verantwortlict. F
Wirtſchaf
Rudolf
Zan4
Beral
wortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrchten: Max Streeſe
ortlich für Sport: Dr. Eugen Bnylmann.
Verantwortlich für Sch
Andreas Bauer
S
Verantwortlich für den
enteil: Wiliy Kuhle
Druck und Verlag: 2. C. Wittich — ſämtlich i Darmſtadt.
Die heutige Nummer bat 20 Seiten
Rummer 82.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Oculi, den 23. März 1924,
Die Kirchen ſind geheizt.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Bach=
Kan=
kake: „Du wahrer Gott und Davidſohn”. Superintendent
D. Flöring. (Kollekte für die Kirchenmuſik.) — Um 11¾ Uhr:
Kin=
dergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. — Nachm. 3½ Uhr:
Vor=
ſtellung und Prüfung der Konfirmanden der Lukasgemeinde. Pfarrer
Kleberger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr
nachmittags zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche: Samstag, den 22. März, abends 6 Uhr: Vorbereitung
zum heil. Abendmahl. — Sonntag, den 23. März, vorm. ½10 Uhr:
Konfirmation der Knaben mit Feier des heil, Abendmahls. Pfarrer
Zimmermann. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann. — Freitag, den 28. März, abends 8 Uhr:
Monats=
verſammlung für Männer= und Frauenverein mit Vortrag von Dr. W.
Wagner (Geol. Landesamt): „Was haben wir mit dem Elſaß verloren?”
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17): Sonntag, 23. März, abends 7½ Uhr:
Familienabend und Hauptverſammlung des Frauenvereins der
Lukas=
gemeinde. (Teebewirtung.) — Mittwoch, den 26. März, abends 6 Uhr:
4. Paſſionsandacht: „Dein Wille geſchehe”. Pfarrer Zimmermann.
Evangeliſcher Bund: Donnerstag, den 27. März, abends 8 Uhr
im Realgymnaſium: Vortrag über: „Das Lebensgefühl in der
Lhrik und im Drama der Gegenwart”, Studienrat Dr. Krämer=
Darnſtadt.
Martinskirche: Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Beringer. — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk.
Pfarrer D. Waitz. — Nachm. 3½ Uhr: Vorſtellung und Prüfung der
Konfirmanden des Weſtbezirks. Pfarrer D. Waitz. — Abends 8 Uhr:
Pfarraſſiſtent Reinhardt. — Mittwoch, den 26 März, abends 8 Uhr
im Martinsſtift: 4. Paſſionsandacht. Pfarraſſiſtent Müller.
Altersheim: Vorm. 9½ Uhr: Pfarraſſiſtent Reinhardt,
Fohanneskirche: Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 2½ Uhr:
Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden des Weſtbezirks. Pfarrer
Wagner. — Abends s Uhr: Kirchenmu ikaliſche Paſſionsfeier: Bach=
Kantate: „Aus tiefer Notr
„Das Leiden des Herrn” von A
ndels=
ſohn. Arien für Baß (Herr Hölzlin). — Dienstag, den 25. März,
abends 8 Uhr: Teeabend des Frauenvereins. Schriftſtellerin Frau
Chriſtaller erzählt von ihren Erlebniſſen in der Schweiz und lieſt aus
ihren Werken vor. Teekarten zu 20 Pfg, bei den Helferinnen. —
Mitt=
toch, den 26. März, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: 4.
Paſſions=
andacht. Pfarrer Goethe. Anſchließend Helferſitzung des Südbezirks.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Wagner. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Wagner. — Abends 6 Uhr: Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier.
— Abends 7½ Uhr im Gemeindehaus: Hauptverſammlung des
Frauen=
vereins und der „Beſſunger Krippe‟”. (Teeabend mit deklamatoriſchen
und muſikaliſchen Vorträgen.)
— Mittwoch, den 26. März, abends
8 Uhr: 4. Paſſionsandacht. Pfarrer Wagner.
Pauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Wolf. — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf.
Mittwoch, den 26. März, abends 8 Uhr: 4. Paſſionsandacht (4,
Kreuzes=
wort). Pfarrer Rückert.
Stiftskirche. (Im geheizten Saal des Schweſternhauſes.)
Sams=
tag, den 22. März, abends 8 Uhr: Paſſionsbetſtunde. — Sonntag, den
23. März, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Miſſ. Bellon. — Um
11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
— Eoangel. Sonntagsverein
(Chriſtl. Verein junger Mädchen). Sonntag, nachm. von 4—7 Uhr: Ver=
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924.
Seite 15.
einsſtunden (Geburtstagsfeier), — Donnerstag, den 27. März, abends
8 Uhr: 4. Paſſionsandacht.
Kranichſtein (echleßkapelle): Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarrer Grein=Arheilgen.
Stadtmiſſion (Mühlſtr 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt (Funkerkaſerne) — Um 11½ Uhr
Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde. — Abends 8½ Uhr:
Epangeliſation. — Montag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für
Männer. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde — Don
nerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Opfergeſetze — Freitag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule Beſſungerſtraße.
Zugendbund für E. C., Mühlſtraße 24: Sonntag, nachm. 2½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge. — Um 4½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde
für Jungfrauen. — Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Dienstag,
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und Gebetsſtunde für
Jung=
frauen. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für Jünglinge.
Freitag, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für Jungfrauen und
Unter=
haltungsabend für Jünglinge.
Wartburgverein Darmſtadt. Vereinslokal: Gemeindehaus der
Martinsgemeinde, Liebfrauenſtu. 6. Sonntag, nachm, 3 Uhr:
Familien=
ſpäziergang. Treffpunkt Tierbrungen. — Abends 8 Uhr: Heimabend
bei Spiel und Sang. (Es ſoll ein Abend der Jugend ſein.) —
—
Diens=
tag, abends 8 Uhr: Jahreshauptverſammlung im Heim. Tagesordnung:
1. Mitgliederaufnahme; 2. Bericht aus der Arbeit; 3. Kaſſenbericht;
4. Beitragserhöhung; 5. Erſatzwahl des Vorſtandes und Helferwahl
6. Verſchiedenes. — Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde. Freie
Aus=
ſprache. Gäſte willkommen. — Freitag: Teilnahnie an der
Veranſtal=
tung der Männervereinigung der Schloßgemeinde. Vortrag von Dr.
Wagner über: „Die Volksſeele im Elſaß”
Ehriſtlicher Berein junger Männer Darmſtadt, E. V.,
Alexander=
ſtraße 22 (Infanterie=Kaſerne, 1. Hof links): Montag, abends 8 Uhr:
Bibelſtunde. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Familienkreis,
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, 1.
Sonn=
tag, den 23. März, vorm. 9 Uhr: Gebetsgemeinſchaft. — Um 10 Uhr:
Beſuch des öffentlichen Gottesdienſtes. — Montag, abends 8½ Uhr;
Gebetsgeineinſchaft —
Nittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 23. März 1924.
St. Ludwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit
Sonntag, vorm. 5½ Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe. — Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. — Um 8 Uhr:
Singmeſſe mit Predigt. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt,
Um 11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. — Nachm 3 Uhr: Andacht mit
Segen. — Abends 8 Uhr: Faſtenpredigt, — Freitag, abends 6½ Uhr:
Kreuzwegandacht.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm. 6½= Uhr=
Heil. Meſſe. — Um ½4 Uhr: Verſammlung der Jungfrauen=
Kongre=
gation. — Nachm. 6 Uhr Roſenkranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonnrag, vorm. 7 Uhr: Heil. Meſſe.
Kapelle zu Griesheim: Sonntag, vorm. 9½ Uhr: Hochamt mit
Predigt.
St. Elifgbethenkirche: Samstag, nachm, von 5—7 und abends von
8—9 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. — Um
½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt.
Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachm 2 Uhr: Faſtenandacht
mit Segen. — Dienstag und Freitag, abends 6 Uhr: Faſtenandacht.
Kapelle zu Arheilgen: Vorm. 10 Uhr: Hochamt und Predigt.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, von 5—7 Uhr und von
8—8½ Uhr abends: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vori. von 6½ Uhr an: Beichtgelegenheit. — Um 7½ Uhr:
Heil. Meſſe (vor und in derſelben Austeilung der heil. Kommunion),
Um 7¾ Uhr: Predigt. — Um 8½ Uhr: Heil. Meſſe (nur in
der=
ſelben Austeilung der heil. Kommunion). — Um 9½ Uhr: Hochamt
mit Predigt (vorher Austeilung der heil. Kommunion). — Um 2 Uhr
Thriſtenlehre. — Um 2½ Uhr Andacht. — An Wochentagen 7/.
Stun=
den vor Schulbeginn heilige Meſſe.
Vereine: Jeden 1 Sonntag im Monat Männerkongregation.
7½ Uhr: Heil. Meſſe mit Generalkommunion, — Nach der Andacht
Verſammlung im Vereinsſaal, Herdweg 28. — Jeden 3. Sonntag im
Monat Jungfrauenkongregation. — 7½ Uhr: Heil Meſſe mit
General=
kommunion. — Um 3 Uhr: Kirchliche Verſammlung. — Um 4½ Uhr:
Weltliche Verſammlung im Vereinsſaal, Herdweg 28. — Jeden letzten
Sonntag im Monat Frauenſonntag. — Um 7½ Uhr: Heil. Meſſe mit
Generalkommunion der Frauen. — Nach der Andacht Verſammlung
m Vereinsſaal, Herdiveg 28. — Jeden 1. und 3. Donnerstag im
Mo=
nat, abends 8 Uhr: Verſammlung der katholiſchen Jugendvereinigung
St. Martin Beſſungen (jüngere Abt., 14—17 Jahre) im Vereinsſaal,
Herdweg 28. — Jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat, abends 8 Uhr:
Verſammlung der katholiſchen Jugendvereinigung St Martin Beſſungen
(ältere Abt., 18—21 Jahre) im Vereinsſaal, Herdweg 28.
Katholiſcher Kirchenchor St. Martin und St. Marien Montags und
Samstags, abends, Probe bei Bickelmann, Beſſungerſtr. 6
St. Fidelis (Kapelle der Engliſchen Fräulein, Waldſtr. 31): Vorm.
8 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. Sammlung zu Gunſten der Erbauung
der St. Fideliskirche. Kathol. Pfarramt: Herdweg 28.
Kieche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr, und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm, 6 Uhr: Beichtgelegenheit. — Um ½7 Uhr:
Früh=
meſſe. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachm. ½2 Uhr:
Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg, ½8 Uhr:
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm, 7 Uhr:
Beichtgelegen=
heit. — Um 7½ Uhr: Hochamt und Predigt. — Nachm. 4 Uhr: And,
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Berſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 23. März;
vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 4½ Uhr:
Verkündi=
gung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 26. März, abends 8½ Uhr:
Gebetsſtunde. — Freitag, den 28. März, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
23. März, nachm. 2 Uhr: Sonntagsſchule. — Abends 8 Uhr:
Gottes=
dienſt. — Abends 9 Uhr: Jugendbund (Bibelſtunde). — Donnerstag,
den 27. März, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Pred. Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag;
den 23. März, vorm. ½10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Um 11 Uhr:
Sonn=
fagsſchule. — Abends 8 Uhr: Evangeliſation. — Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebententag8=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.:
Frei=
tag, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. ½10 Uhr: Oeffentl.
Gottes=
dienſt. — Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag,
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17:
Sonntag, den 23. März, vorm. 10 Uhr: Gebetsſtunde. — Nachmittags
4 Uhr: Predigt. — Abends 8 Uhr: Jugendſtunde. — Donnerstag, den
27. März, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde
Kirche Jeſu Ehriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Saalbauſtr. 67, Bürgerhalle): Sonntag, den 23. März, nachm. 2½ Uhr:
Sonntagsſchule. — Um ½4 Uhr: Predigt. — Donnerstag, den 27. März,
abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3, Ecke Landgraf=Georgſtraße, nächſt
dem Schwimmbad: Sonntag, den 23. März: Vorm. 10½ Uhr:
Heili=
gungs=Verſammlung. — Nachm 2 Uhr: Kindergottesdienſt. — Abends
8 Uhr: Heils=Verſammlung. — Mittwochs und Freitags, abends 8 Uhr:
Oeffentliche Verſammlung.
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 23 März;
nachm. ½3 Uhr: Sonntagsſchule. — Um ½4 Uhr: Gottesdienſt.
Ludwig Daub
Anny Daub
geb. Möser
VERMAHL TE
Darmstadt, 20. März 1924
Magdalenenstr. 13 Clemensstr. 1
Kirchliche Trauung: Sonntag, den
23, März, nachmittags 1½/,3 Uhr,
Schlosskirche
Wee7
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem
Heim=
gange unſeres lieben
Entſchla=
fenen ſagen wir auf dieſem
Wege unſern herzlichſten Dank.
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſe Creter Bwe.
*8193
Am 19. März entſchlief im 85.
Le=
bensjahre nach kurzem Krankſein
unſere liebe Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter (*8305
Frau Luiſe Schneider.
Die trauernden Hinterbliebenen:
FamilieProf. Dr. Jakob Schneider
Familie Dr. Carl Schneider.
Die Beerdigung hat am 21. März in
der Stille ſtattgefunden.
Von Beileidsbezeugungen bitten
wir abzuſehen.
Hußern
Bernnperäng eines Sauen.
Die Gemeinde Griesheim beabſichtigt
einen zur ferneren Zucht untauglichen, gut
gehaltenen Bullen im Wege öffentlichen
Angebots zu veräußern. Schriftliche
An=
gebote auf Lebendgewicht ſind bis
Mittwoch, den 26. dieſes Monats
vormittags 11 Uhr,
bei der unterzeichneten Stelle einzureichen
Die Bedingungen liegen daſelbſt offen,
Griesheim, den 21. März 1924,
Heſſ. Bürgermeiſterei
(3531
Schüler.
r Dankſagung. rH
Da mein Sohn jahrelang ſchwer an
Epilepsie,
Fallſucht und Krämpfen gelitten und ſchon
über 8 Jahre geſund iſt, ſo gebe ich aus
Dan barkeit unentgeltliche Auskunft, wie
dieſelbe behandelt wurde. Rückporto beifüg.
Ludwig Weiss, (Amtlich beglaubig!)
Mühlheim a. Ruhr, Kuhlenſtr. 1. (*227s
Alle Knaben und Mädchen, die
nach acht=, bezw. neunjährigem
Schul=
beſuch die Schule verlaſſen haben, ſind
verpflichtet, noch 3 Jahre lang die
Fortbildungsſchule zu beſuchen, auch
ſolche, die von auswärts und hier
be=
ſchäftigt ſind.
Die Neuaufnahmen finden
ſta=
am Montag, den 24. Dienstag, de
25, und Mittwoch, den 26. März
1924, nachmittags 4—6 Uhr, und zwar
für Metallarbeiter und Bauhandwerker
jeder Art im Schulhauſe Landgraf=
Phi=
lipp=Anlage 6; für Schuhmacher, Sattler
Kammacher, Schneider, Poſamentiere,
Metzger, Bäcker, Konditoren, Kellner,
Köche, Friſeure, Gärtner, Schriftſetzer,
Buchdrucker, Landwirte, Fabrikarbeiter,
Hausburſchen, Taglöhner, Schneiderinnen
Putzmacherinnen. Weißzeugnäherinnen
im Schulhauſe Nieder=
Ramſtädter=
nraße 8; für Kaufleute und Schreiber
männlichen und weiblichen Geſchlechts
im Schulhauſe Hermannſtr. (
Mittel=
ſchule II); für alle Mädchen, mit
Ausnahme der gewerblich und
kaufmän=
niſch tätigen, im Schulhauſe
Alex=
anderſtraße 27.
Alle von auswärts neu zugezogenen
Fortbildungsſchulpflichtigen der drei
Jahrgänge haben ſich an den gleichen
Tagen in den betreffenden Schulhäuſern
zu melden.
Näheres wird bei der Anmeldune
(st3351
bekanntgegeben.
Darmſtadt, den 17. März 1924.
Der Vorſitzende des Schulvorſtandes:
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
im Fürſtl. Erbach=Schönbergiſchen
Forſtrevier Hohenſtein.
Mittwoch, den 26. März, von
vormittags 10 Uhr an, werden im
Ga haus „Zur Traube” in
Reichen=
bach i. Odenw. aus den Diſtrikten
Forſtwald, Großwald, Park, Forſt,
Fei=
dinandenshöhe, Hoheberg, Herrneich und
Schülershecke öffentlich verſteigert:
Eichen=Stämme: III. Kl. 1 St. — 0,83
fm; IN. Kl. 7 St. — 4,59 fm; V. Kl.
3 St. — 1,35 fm; II. Kl. 12 St. —
2,47 fm.
Buchen=Stämme: I. Kl. 2 St. — 3,83
fm; II. Kl. 6 St. — 10,65 fm; III. Kl.
18 St. — 22,41 tm: IV. Kl. 41 St. —
34,18 fm: V. Kl. 9 St. — 3,98 tm.
Ahorn=Stämme: IN. Kl. 2 St. — 0,98
im; V. Kl. 3 St. — 1,32 fm.
Eſchen=Stämme: III. Kl. 1 St. — 1,0
km; IV. Kl. 3 St. — 1,15 im; V. Kl.
5 St. — 2,01 fm; VI. Kl. 110 St. =
17,14 fm.
Edeikaſtanien=Stämme: I. Kl. 1 St.
— 1,99 fm; III. Kl. 2 St. — 1,40 fm;
IV. Kr. 2 St. — 1.19 fm.
Weymouthskiefern=Stämme: IN. Kl.
St. — 0.48 tm.
Fichten=Derbſtangen: I. und II. Kl
49 St. — 1,52 fm.
Weißtannen=Derbſtangen: I. Kl. 13
St. — 0,78 fm.
Fichten=Reisſtangen: I. und II. Kl.
1819 St. — 11,75 fm.
Fichten=Bohnenſtangen: 800 St
Hohenſtein, den 18. März 1924.
Kunkelmann.
ata
Nutzholzverſteigerung Nr. 2.
Donnerstag, den 27. März 1924,
vormittags 9 Uhr, werden in der
Perron’ſchen Gaſtwirtſchaft zu
Rohr=
bach aus verſchiedenen Diſtrikten der
Förſtereien Koloniewald, Ernſthofen und
Ober=Ramſtadt verſteigert:
Stämme, Eiche: 5 III. 4,31, 30 IV.
16,17, 28 V. 10,80, 3 VI. 0,78; Buche 1 I
1.,30, 5 II 8,19, 31 III. 33,01, 2 TV. 1,29;
Eſche 1 III. 1,01, 1 VI. 0,22; Hainbuche
1 IV. 0,32; Tanne 2 II. 3,69, 2 III. 1,.90,
6 IV. 4,29, 14 Va 8,46, 12 Vb, 3.84; Ficht
I. 5,11, 1. II. 2.51, 6 III. 7,73, 25 IN
24,02, 71 Va 40,40, 145 Vb 39,64; Kiefer
1 I. 1,96, 2 II. 2,02, 26 III. 22,0, 8IV
3,33, 1 V. 0,38; Lärche 5 III. 5,20, 27 TV.
18,39, 214 V 69,25. Derbſtangen II.
Tanne 42— 2,10, Fichte 179 —5,76, Lärche
34 — 2.96; Reisſtangen I. Tanne 12 —
0,14, Fichte 268 — 2,54; Reisſtangen II.
Fichte 166 — 0,47; Nutzſcheiter rm: Eiche
50, Buche 21, Hainbuche 2, Erle 8, Fichte 6
Nähere Auskunft durch die Herren
Förſter Schneider, Rohrbach, Krämer, längſtens bis Mittwoch, den 26. ds.
Ernſthofen: Forſtgehilfe Kraft, Rohrboch
(3507
und die Oberförſterei.
Ober=Ramſtadt, den 19. März 1924, werden können.
Heſſ. Oberförſterei Ober Ramſtadt.
Hoffmann.
Donnerstag, den 27. März I. J.,
vormittags 9 Uhr anfangend,
wer=
den im Gundernhäuſer Gemeindewald
verſteigert:
13 St. Kiefern=Stämme II. Klaſſe
mit 12,68 fm, 103 St. III. Klaſſe mit
71,64 fm, 46 St. IV. Klaſſe mit 23,11 fm,
St. V. Klaſſe mit 2,03 im; 16 St.
Eſchen=Stämme mit 3,33 im: 2 Lär
chen=Stämme mit 1,68im; 58 Fichten=
Derbſtangen mit 3,74 fm.
Die Zuſammenkunft iſt in Abt. 5 an
der Viehtrieb.
Gundernhauſen, den 18. März 1924.
Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
13510
Bekanntmachung.
Die Gemeinde Gundernhauſen
ver=
kauft auf dem Submifſionswege einen
gut gehaltenen Faſelochſen. Angebote
mit der nötigen Aufſchrift verſehen ſine
Mts., nachmittags 1 Uhr, bei der
unterzeichneten Stelle einzureichen,
wo=
ſelbſt auch die Bedingungen eingeſehen
Gundernhauſen, den 18. März 1924.
Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
(3509
Schütz.
I,St.2850
Autzholzverſteigerang.
Montag, 31. März I. Js.,
morgens 9 Uhr ab, werden im
Germann=
ſchen Saale zu Meſſel verſteigert aus
Diſtr. I Eichen Abt. 20, 40, 41, 44, 46.
50—53 und Diſtr. II. Dieburger Mark
Abt. 2 u. 8: Stämme, fm: Eiche 14,89
IV., 8,66 V., 3,42 VI. Kl.; Eſche 0,48 III.,
0,51 IV., 0,66 VI. Kl.; Lärche 1,46 IV.
7.19 V. Kl.; Fichte 1,06 III., 7.15 TV.,
29,52 Va, 97,86 Vb Kl.; Derbſtangen,
fm: Fichte 19,46 I., 7.20 II. Kl.;
Hain=
buche 0,25 I. Kl.; Nutzknüppel: Eiche
18 rm (2,5 m lang, Gartenpfoſten).
Auskunft erteilen die Herren Förſter
Engel zu Meſſel und Förſter Schmidt
zu Forſthaus Thomashütte.
Meſſeler Forſthaus, 20 März 1924.
Heſſ. Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
(3567
Die
Holzverſteigerung Nr. 7
Stadtwald
vom 19. I. M. iſt genehmigt. Erſter
Ab=
uhrtag und Abgabe der Abfuhrſcheine,
Stadtkaſſe Grafenſtraße, am 26. März.
Darmſtadt, den 19. März 1924.
Oberförſterei Darmſtadt
J. V.: Burk.
St3504
Darmſtädter Tagblatt
22. März 1924 Nr. 82
Handelsblatt
Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Die Förderung im Kaſſeler Braunkohlen=
Re=
vier. Hier forderten im Vorjahre 25 Braunkohlenwerke rund 1,8 Mill.
Tonnen Braunkohlen gegen 1,62 Mill. Tonnen im Jahre 1922. Die
Förder=Leiſtung je Kopf und Schicht betrug 1,23 Mill. Tonnen gegen
1,31 im Jahre 1822. Die Arbeitszeit iſt jetzt generell dahin geregelt
worden, daß unter Tage 8½ Stunden und über Tage 10
Stun=
den voll gearbeitet werden.
* Deutſchlands Kohlenproduktion 1923. Nach einer
Veröffentlichung des ſtatiſtiſchen Reichsamtes belief ſich die
Kohlen=
produktion 1923 fü Preußen auf 58 Mil. Tonnen Steinkohlen
gegen 115 Mil. Tonnen i. V., an Braunkohlen 96 Mil. Tonnen gegen
112. Mil. Tonnen i V. und 12 Mil. Tonnen Koks gegen 29 Mil. Tonnen
i. V.; für Bayern auf 72000 Tonnen gegen 84000 Tonnen Stein
kohlen i. B. und 2,6 Mil. Tonnen Braunkohlen gegen 2,7 Mil. Tonnen
i. V.; für Sachſen auf 3,8 Mil. Tonnen Steinkohlen gegen 4,2 Mil.
Tonnen i. V., 8,2 Mil. Tonnen Braunkohlen gegen 9 Mil. Tonnen i. V.
und 191 () Tonnen Koks gegen 198000 Tonnen i. V. Die geſamte
Produktion des deutſchen Reiches ausſchließlich Saargebiet belief ſich
auf 62 Mil. Tonnen Steinkohlen gegen 119 Mil. Tonnen i. V. und
141 Millionen Tonnen im Jahre 1913. Der Rückgang der Produktion iſt
natürlich eine Folge der Nuhrbeſetzung. Die Braunkohlenförderung
be=
trug 118 Mil. Tonnei (137 Mil. 1922 bzw. 87 Mil. 1913) und Koks
13 Mill. To. (29 bzw. 32 Millionen Tonnen). Die Kohlenproduktion im
Jahre 1224 belief ſich auf insgeſamt 8,78 Mil. Tonnen Steikohlen,
9,55 Mil. Tonnen Braunkohlen und 1,47 Mil. Tonnen Koks.
Holzlieferungsabkommen mit der Rheinland=
Kommiſion. Aus dem Nuhrgebiet wird gemeldet: Hinſichtlich des
bereits gemeldeten Abkommens zwiſchen den Fachverbänden des
Holz=
verbandes und der Helz=Induſtrie einerſeits und der Rheinland=
Kom=
miſion andererſeits werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Danach
werden als Neparationslieferung, welche die linksrheiniſchen Firmen
an die Alliierten wahrend der Dauer eines Jahres auszuführen haben,
folgende Lieferungen vorgeſehen: 70 000 Kubikmeter Nadelſchnittholz
2500 Kubikmeter Hartholz, 65 000 Stück Schwellen, ca. 20000 Stück
Stangen, 14 000 Kubikmeter Grubenholz und 400 Kubikmeter Eichen=
Rundholz, alſo Mengen, die an die Leiſtungsfähigkeit der
linksrheini=
ſchen Firmen die denkbar größten Anforderungen ſtellen. Für dieſe
Lieferungen werden keinerlei Zahlungen geleiſtet, ſondern Deutſchland
auf Reparationskonto gutgebracht. Erreicht wurde von den deutſchen
Verbände eine Herabſetzung des Einfuhrzolles für die Poſitionen 74/76
und 78/85 des deutſchen Zolltarifs auf. /. und die Poſition 615/634 auf
„o der zuletzt erhebenen Zollſätze. Weiter wird die bisherige Ausfuhr=
Abgabe von 8 bzw. 10 Prozent des Warenwertes für die entfprechenden
Zolltarif=Poſitionen auf 1 Prozent ermäßigt und erreicht, daß von
Be=
ſchlagnahmungen während der Vertragsdauer abgeſehen wird. Die zur
Durchführung des Abkommens notwendigen Geidmittel werden durch
eine Umlage aufgebracht, die nicht nur auf Hölzer erhoben wird, die in
das beſetzte Gebiet gehen, ſondern auch auf ſolche, die aus dem beſetzten
Gebiet abgeführt werden. Als Organiſation, welche die
Durch=
führung des Vertrages gegenüber der Rheinlandkommiſſion zu vertreten
hat, wurde die Reparations=Holz=Trenhand G. m. b. H.
gegründet, der als Geſellſchafter angehören: Dr. H. C. Himmelsbach,
Freiburg, Dr. Hausladen, Eſſen (Geſchäftsführer des Verbandes
rhei=
weſtfäliſcher Holzhändler und des Verbandes rhein.=weſtfäliſcher
Säg=
werke), Rechtsanwalt Dann, Koblenz (Geſchäftsführer des Vereins d
Holzintereſſenten im beſetzten Gebiet Neu=Wied), Dr. Keſſel, Neuſtadt
a. d. H. (Geſchäftsführer des Verbandes pfälziſcher Induſtrieller),
Ober=
förſter a. D. Diehl (Geſchäftsführer des Vereins Grubenholz=Börſe und
der Intereſſengemeinſchaft nordweſtlicher Holzhandels und Holz=Ind.=
Verband Deutſchlands) und Fabrik. Otto Simon, Werder=Ruhr.
Neben=
her wurde noch ein Verwaltungsrat gebildet, der als Kontrollorgein
gedacht iſt. Die Zahl der Verwaltungsmitglieder ſollen bis zu 30 betragen.
Aus Geſchäftsberichten.
* Peipers und Co. A.=G. für Walzenguß in Siegen.
Die Geſellſchaft weiſt für das Geſchäftsjahr 1922/23 nach Abzug der
Unkoſten und Abſchreibungen einen Reingeſinn von ca. 2 621 318 780
aus, der wertbeſtändig angelgt wurde, und woraus eine Dividende von
2 Prozent zur Verteilung gelangen wird. Die Verwaltung ſchreibt im
Geſchäftsbericht, daß im neuen Geſchäftsjahr die Beſchäftigung
beträcht=
lich nachgelaſſen hat. Bei den hohen Preiſen der benötigten Roh= und
Brennmaterialen, den Schutzmaßnahmen des Auslandes gegen Einfuhr,
der Zollgrenze für das Ruhrgebiet, ſowie der Tarifpolitik der
Reichsbahn iſt es nur unter großen Opfern möglich, Aufträge herein
zu holen und den bisherigen Abſatz einigermaßen zu behaupten.
Erwerbsgeſellſchaften.
* Vereinigte Eiſenhütten u. Maſchinenbau A.=G.,
Barmen. Meldungen zufolge hat die Geſellſchaft, deren Aktien am
Markt der unnotierten Werte in Berlin gehandelt werden, größere
Auf=
träge zur Lieferung von Eiſenbahn=Brücken=Material und für den Bau
einer Eiſenbahn=Brücke in Rußland erhalten. Die Betriebe der
Geſell=
ſchaft ſind durchweg gut beſchäftigt, ſodaß die Belegſchaft vergrößert
werden konnte.
* Akteingeſellſchaft für chem. Produktion, vorm.
H. Scheidemantel Berlin. Der Abſchluß der Geſellſchaft per
30. 9. 23 weiſt einen Gewinn von 76,962 Billionen Mark aus. Eine
Divi=
dende kommt nicht zur Verteilung. G. V. 31. 3.
* Bingwerke A.=G. Nürnberg. Von der kürzlich
gegründe=
ten Holding=Conzentra Union A.=G., Zürich, die unter Mitwirkung der
Guyezeller Bank A.=G. mit einem Aktienkapital von 1 Million Schweizer
Frs. gegründet wurde, haben die Bingwerke A.=G. Aktien gegen Hingabe
ihrer Beteiligungen an verſchiedenen ausländiſchen Geſellſchaften
er=
worben. Letztere wurden mit Hilfe der Bingwerke gegründet und hatten
den Alleinverkauf der Produkte dieſes Konzerns inne. Z
zum Teil waren
es frühere Filialen und zum Teil Neugründungen.
er Zweck der
neuen Holding=Geſellſchaft iſt, dieſe ausländiſchen Geſellſchaften, deren
Zahl ſich noch erweitern ſoll auf neutralem Boden und in Verbindung
mit ausländiſchem Kapital unter einheitliche Führung zu ſtellen und ihre
Finanzierung zu ſichern.
Warenmärkte.
w. Frankfurter Getreidebörſe vom 21. März.
Amt=
liche Notierungen (Getreide, Hülſenfrüchte und Biertreber ohne Sack.
Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Preis je 100 Kilogr.):
Weizen Wetterau 18,25—18,50, Roggen 16,25—16,50, Sommergerſte für
Brauzwecke 20,50.—21,50, Hafer inländiſch 15,50—16, do. ausländiſcher
—.—, Weizenmehl ſüddeutſches Spezial Null 27,25—28,25, Roggenmehl
24—24,75, Weizen= und Roggenkleie 9,75—10,75, Mais Laplata 19,50
bis 20.—. Tendenz ſtetig.
wb. Berliner Produktenbericht vom 21. März. Wie
an der Fondsbörſe iſt auch am Produktenmarkt keine Veränderung in
der bisherigen luſtleſen und daher geſchäftsſtillen Haltung eingetreten.
Viel geklagt wird neuerdings über den mangelnden Abſatz von Getreide
und Futtermitteln im Inland. Der überall vorhandene empfindliche
Geldmangel verhindert jegliche Unternehmungsluſt, die ſich ſonſt in
Käu=
fen betätigen würde. Auch die ſeit einiger Zeit für Noggen zu bemerken
geweſene Kauftätigkeit von Genoſſenſchaftsverbänden, deren
Anſchaffun=
gen man nach den Dispoſitionen für die Ware als mit der
Reichsgetreide=
ſtelle in Verbindung ſtehend brachte, haben ſeit geſtern aufgehört. Die
Preiſe wieſen bei den unbedeutenden Umſätzen, die ſich in allen
Arti=
keln vollzogen, nur geringe Veränderungen auf.
a
Borjen.
* Frankfurter Börſenbericht vom 21. März. (Eigener
Bericht.) Die Börſe zeigte zum Wochenende keine einheitliche Tendenz.
Die großen Märkte lagen nach wie vor unter dem Druck von
Exeku=
tionen und freiwilligen Glattſtellungen, die beſonders ſtark bei türkiſchen
Renten in Erſcheinung traten und die Kurſe von Zolltürken und
Bagdad=
bahn um zirka 1½ Billionen Prozent niedriger einſetzen ließen. Auch
am Montanaktienmarkt gab es neuerdings wieder Kursrückgänge bis zu
3 Billionen Prozent. Als ſtark gedrückt ſind auch Hammerſen zu
er=
wähnen, die infolge von Publikumsverkäufen 3 Billionen Proz. verloren.
Daneben beſtand für verſchiedene kleinere Werte etwas Nachfrage, die
bei der Enge der Märkte zu leichten Kurserholungen führte; ſo bei
Po=
korny, Stuttgarter und Offſteiner Zucker. Auch Aſchaffenburger Zellſtoff
waren nach der letzttägigen ſtarken Abſchwächung kräftig erholt. Der
Kaſſamarkt und der freie Verkehr wieſen noch überwiegend
Kursermäßi=
gungen auf, doch machte ſich auf dem gedrückten Kursniveau im Verlaufe
der Börſe eher etwas Kaufneigung bemerkbar, und das herauskommende
Material fand willigere Aufnahme als an den Vortagen. Deutſche
Ren=
ten blieben wenig verändert. Kriegsanleihe 80—82 Md. Prozent,
Schutzgebietsanleihe 2,9. Im freien Verkehr hörte man: Beckerſtahl 8‟,,
Beckerkohle 8½, Benz 4½4, Brown Boveri 2,65, Georgi ½, Growag ¼
Hanſa Lloyd 1,6, Kayſer Waggon 0,475, Krügershall 8, Mez Sühne 10½,
Petroleum 161 Schebera 0,325, Ufa 6‟.. Der Schluß und die
Nach=
börſe zeigten Deckungsbedürfnis zum Wochenende. Die Kurſe blieben
aber gegenüber den amtlichen Notierungen wenig verändert. Man
hörte noch: Badiſche Anilin 15½/s. Mansfelder 9/=, Zolltürken 7.
wb. Berliner Börfenbericht vom 21. März. Da die
Unſicherheit über die weitere Geſtaltung der politiſchen und
wirtſchaft=
lichen Lage noch nicht behoben iſt, trat auch heute keine Veränderung in
der bisherigen luſtloſen, abwartenden und daher äußerſt geſchäftsſtillen
Haltung der Börſe ein. Mit Spannung und einiger Beſorgnis ſieht
man der kommenden Ultimoregulierung entgegen, da anſcheinend die
Differenzen aus fehlgeſchlagenen Baiſſe=Engagements in
Frankenwäh=
rung doch größer ſind, als allgemein vermutet wurde. Im
Zuſammen=
haug damit ſetzten ſich die Realiſationen und Verkäufe, wenn auch in
ſtark vermindertem Umfang, fort. Dieſe Verkäufe ſollen übrigens
haupt=
ſächlich für Frankfurter Rechnung erfolgt ſein. Die Eröffnungskurſe
wieſen daher für faſt alle Dividendenpapiere eine weitere Senkung von
durchſchnittlich 1—3 Billionen Prozent auf. Die ſchon geſtern zu
be=
obachtende Widerſtandskraft, die bereits anfangs in Kurserholungen für
einige wenige Papiere zum Ausdruck kam, kam ſpäter jedoch wieder
etwas ausgeſprochener zum Durchbruch, zumal die Spekulation
Deckun=
gen zum Wochenſchluß für angebracht hielt. Bedeutend waren die
Kurs=
veränderungen aber nicht. Das hier Geſagte gilt für alle Marktgebiete.
Am Geldmarkt erhielt ſich die bisherige Flüſſigkeit. Am Deviſenmarkt
haben ſich Veränderungen von Bedeutung wieder nicht ergeben.
Oeviſenmarkt.
MBrie DN Mce
Geld
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8 58 Buenos=Aires. . . . . . . . . . 405 1.4 Bulgarien. .. . . . . . . ...." Japan ............." Rio de Janeiro ......." 0.3 Belgrad. . . . . . . . . . . .. .." Liſſabon .. . . . .. .... ..." Danzig ............... f3
72.50 R21 6.
Berliner Kurſe. (Eigene telegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 0000
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Proz.
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dter Porz Veſtf. Eiſ. Gußſtahl .. ..
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2.25
Frankenkurs in London: 8
188
Markkurs „
n
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aßtien.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
Frankfurter Kursbericht vom 21. März 1924.
Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ........."
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dollar=Schatzanweiſungen .
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½% ...................
.........
4% Württemberger ..........
b)Ausländiſche.
Bosnien. L.=E.=B. v. 1914.
L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
v. 1902
..-
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Bulgar. Tabak
....
riech. Monop
13
Heee
....
Oeſt. Schatzanweiſ
1914 ..."
Oeſt. Goldrente ........"
„ einheitl. Rente ......"
Rum. am. Rente v. 03.
2 „ Goldrente v. 13 ...."
„ am. Goldrente
am. v. 05 ..... ...."
420 Türk. (Admin.) v. 1903....
(Bagdad) Ser. I..
F.
„ v. 1911. Zollanl. ...
4%
4½,%0 Ung. Staatsr. v. 14 ....
Goldrente ......"
42
Staatsr. v. 10 ...
ronenrente ......"
*
Außereutropäiſche.
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f. äuß. v. 99....
5
v. 04. ſtfr. . . . .
45
onſ, inner. ..
Frrigationsanleihe
4½‟
5% Tamaulipas Serie l......"
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2,7 2. U7 155 — 5.5 7 2.,5 2- 5.1 0.7 — —
—
Oblig. v. Transportanſt.
liſabethbahn
ſtfr. ... .
½ Gal. Carl 2
w.=Bahn. . . .
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtf
...
e Oeſt. Südb. (Lomb.)
Oeſt. Staatsb. b. 1883
I. b. 8. Em.
2 Oeſt. . Em.
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sb. b. Erg. Netz
t. Staats
Salzkam:
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I.........."
n. Conſt. Jonction ...
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Do „ „."
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
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denw. Kohlenwertanl. .
8 He
g.Anl. v. 23
Preuß.
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Bank=Aktien.
Creditanſtalt. .
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924.
Nummer 82.
Der überwältigende Schlussteil
2. Teil:
Die Zerstörung
Trofas
Die Tragödie eines Volkes
Nach der „Ulias” für den Film.
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Oooooooooeoeooggeeegogeeeeoeeooeeoosgesoogessosooeospaosopesesgegesogoes
Nummer 82
Hans Peter Kromm der Lebendige.
81)
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.
(Nachdruck verboten.)
Selbſt die Mutter machte ſich jetzt um ſein Weſen Gedanken
und mahnte ihn, Zeit und Kräfte nicht an bloße Hoffnungen
zu berſchwenden, denn er kam ihr wieder wie der kleine
Mal=
mann vor, der zu hoch und weit mit ſich hinaus wollte.
Die eine, die in immer gleicher Ruhe an ihn glaubte, war
Hilde. Mit der Mutterſchaft war ein vollkommen Neues über
die junge Frau gekommen; ihre Tiefen waren bedenklicher
ge=
worden, ihr Denken flüſſiger; ſchneller, als das früher ihre Art
geweſen, erfaßte ſie von innen und außen — auch den Mann
und was ihn im Innern beſchäftigte. „Er weiß, was er will,
und was er vorhat, wird ihm gelingen,” ſprach ſie, wenn Merete
ſorgend zu ihr kam, und ſchelmiſch ſetzte ſie wohl hinzu: „Was
willſt du von ihm? Auf dem Hof brauchſt du ihn nicht. Wenn
du auch manchmal ſagſt, daß du müde biſt — du und Marten,
ihr würdet beide unglücklich ſein, wenn er ſich viel einmiſchte.
Und hat Bureck dir nicht geſagt, daß er dein Erſpartes ſicher
herausbringen wird? Und das wird er auch. Du kannſt ganz
ruhig ſein.”
Dann ſtieg wohl eine feine Röte bis in den glatten Scheitel
der Grauhaarigen: „Du biſt eine gute Frau, Hildekind,” lobte
ſie, „der Junge hat’s wirklich gut getroffen mit dir, aber
be=
greifen kann ich’s doch nicht. Warum gräbt und bohrt er noch
weiter herum? Er hat doch die Fabrik. Und mit dem Jungvolk
in der Stadt macht er ſich ja auch noch zu ſchaffen. Ich dachte
immer, er würde das nachlaſſen, aber nein, das hat Titje ihm
richtig vererbt.”
Dann ſchwieg Hilde in ſich hiein. Was Titjes Andenken
betraf, da konnte ſie mit der verſtändigen Schwiegermutter nicht
übereinkommen — da trennten ſich ihre Wege und ihre Seelen
dazu. „Der Doktor, das war kein Mann nach meinem Herzen,”
konnte Merete zu Anfang nach Titjes Tod gegen die junge Frau
herausbringen, „der kam mir ſo vor, als ob er bloß ſo eine Art
Lückenbüßer beim lieben Gott zu machen habe und dafür mochte
er gut ſein, aber ſo für unſereins — — Vielleicht iſt’s gut, daß
Peterle ihn nur kurze Zeit zum Umgang gehabt hat.” Und ſie
merkte nicht, wie Hilde aufzuckte. Aber ſie merkte nach und nach,
daß ih: Sohn dieſen Umgang mit Titje doch nicht aufgegeben
hatte,, irgendwie lebte der Tote für den Lebendigen, und immer
war ſein Einfluß ſpürbar, wenn es ſich um Beſonderes handelte,
um Dinge, die nicht jedem unter der Fußſohle lagen. Ob das
gut war oder nicht, auch Merete konnte es zuletzt nicht mehr
unterſcheiden, ſie gab ſchließlich das Wehren auf — die
Abnei=
gung blieb. — Einmal hatte Hilde eine Dreinrede verſucht:
„Titje, ſagte ſie, „der hatte Ewigkeitsſinn in ſich.‟ Da fah die
Mutter ſie an. „Magſt im Recht damit ſein, aber den hat nicht
jeder, und der paßt auch nicht für jeden.” Und Merete, die alte,
tüchtige Merete, ſchüttelte abweiſend ihren ergrauten Kopf. —
Hans Peter war in die Kreisſtadt gefahren. Die Weihrede
ſollte er halten im „Titje=Heim”. Unter ſeiner Anleitung hatte
Lydia das Haus des Bruders zu einer Gaſt= und Ruheſtätte
für wandernde Jungburſchen herrichten laſſen. Lydia ſelber
gedachte als Hausmutter darin waltend zu bleiben und hatte
ſich ein tüchtiges Ehepaar gefunden, das ihr im Betrieb Beiſtand
tun ſollte.
Um den Erſten des Monats ſeit Titjes Dahinſcheiden hatte
die verlaſſene Jungmannſchaft ſich regelmäßig verſammelt, und
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 22. März 1924
Hans Peter ſorgte dafür, daß der Geiſt des guten Doktor Bernd
bei ihnen lebendig blieb. Vortrag und Ausſprache wurden
ge=
pflegt, und manch einem hatte er eine helfende Hand leihen
können. Nun ſollte Titjes Geiſt umgehen in den Räumen, die
dem Gedächtnis des Verblichenen geweiht werden ſollten. Es
wurde ein anregendes Feſt: Mancher Vorſatz wurde da gefaßt,
manch früheres Gelöbnis in den Vorgrund des Wollens gerückt:
Man ſetzte wieder wöchentliche Verſammlungen feſt, die ſollten
von Männern geleitet werden, die ſich aus Liebe zur Sache dafür
geſtellt hatten; den Monatsvortrag wollte Hans Peter halten . . .
Als man auseinander ging, ſtand die Welt in Flammen.
Der Krieg war erklärt worden. Und als Hans Peter auf ſeinen
Sonnenhof zurückkam, hatte ſeine Hilde ihm einen zweiten Sohn
geboren.
Und Deutſchland rang — es ſchlug ſich um ſein Leben.
Von einem Ende der Welt zum andern wurden Deutſche
bedrängt; ausgeſuchte Kränkungen wurden angetan, die doch
immer das Land, darin ſie arbeiteten, zu Wohlſtand, Ordnung
und Ehren gebracht hatten. Man nahm Deutſchen ihr Eigentum,
man trieb die Ausgewieſenen davon wie Bettelvolk. Da flog
mit zerauftem Gefieder mancher Vogel heimwärts, der mit
weit gebreiteten Schwingen glückſuchend in die Fremde gezogen.
Glück? Wer fragte jetzt nach Glück! Man ging in den Tod.
Sterben wollte man für’s Vaterland unter mit untergehen. Man
kam, um zu kämpfen.
Hans Peter trug ſein Herz wie einen Stein in der Bruſt.
Man hatte ihn ſchon früher vom Dienſtjahr zurückgeſtellt. Und
auch jetzt wurde er als „untauglich” ausgeſchieden von anderen,
deren Leiblichkeit unanſehnlicher und ſchwächlicher zu ſein ſchien,
als ſeine ſtattliche Wohlgeſtalt.
Wir wollen doch keine Patienten hinausſchicken, ſondern
Streiter,” äußerte der unterſuchende Stabtsarzt. „Die
Narben=
ſtelle in Ihrer Stirnhöhle wird Sie immer zum Reichskrüppel
machen. Sie können das Ihre beſſer zu Hauſe tun,” fügte er
gutmütig hinzu.
Trupp um Trupp zogen ſie fort, die deutſchen Männer. Der
Werkplatz bekam Lücken, und auch von den Jungmannen wurden
die Aelteren einberufen.
Wenn Han Peter in der Stadt war, fühlte er ein Schüttern
über und über. Da ſchaute er den Uebungen zu; wie ſie
auf=
ſogen mit dem harten, klingenden Schritt, die ſeines Alters
waren, da hätte er zu ihnen hinſtürzen mögen, mitzutun. Und
doch — ganz unten in ſeinem Bewußtſein, barg ſich da nicht
twas, das ſtill einverſtanden war mit dem zuerkannten Los?
War er am Ende doch feige, der Haus Peter Kromm, der Heide=
Ingenieur aus der Sonnenmühle? Nein! Nicht feige! Aber
die „Blutangſt” hatte ihn angerührt vom Mutterleibe an.
Me=
rete, die den Stein auf ſich gefühlt, der ihr den Liebſten
zer=
malmte . . . . Ein Zwieſpältiger in ſich, war er geboren, ſo ging
er jetzt umher; ſein einheitlicher Menſch war in zwei gleich
lebensvolle Hälften geteilt, davon die eine hierhin, die andere
dorthin geriſſen wurde.
Hochauf ſchlug ihm das Herz, das Ein=Auge funkelte, wenn
er die Taten der Helden vernahm, die, vorſtürzend, das eigne
Leben für nichts geachtet hatten, aber aſchengrau färbte ſich ſein
Antlitz, ſo er an Blut heran mußte. Rotes, warmes, fließendes
Menſchenblut! Der Gedanke machte ihn ſchaudern. Dann erloſch
ein Blick, wie erſchlagen ſtarrte ihm jeder Nerv — er fühlte ſich
hinſinken.
Keiner Seele geſtand er ein, was in ihm war. Selbſt Hilde
wußte nichts von dieſem Widerſtreit; ſie merkte die Qual, die
Seite 19.
ihn zerwühlte, meinte aber die Sorge um das Vaterland wär’s,
die ihm ſolch Grämen machte.
Und Deutſchland rang. Es ſchlug ſich um ſein Leben.
Schon viele waren fortgezgoen, nun ſollten die letzten
Jung=
inannen hinaus. Kleiner und unanſehnlicher erſchienen die
Er=
wählten als ihre Brüder, die man längſt vorweggenommen. Und
ſchwerer, ſo ſchien es, haftete dieſer Männer Tritt an den
Stei=
nen der Heimat, und ihre Angeſichter ſchauten nicht ſo hell.
Waren nicht jene erſten und zweiten zur Bluttenne gezogen wie
zum Tanz? Jetzt lag ſchon erwas in der Luft, was den großen
Rauſch dämpfte, nas die Hoffnung an der Spitze umbog. Weite
flügelbreitende Schatten ließen ſich über Deutſchland herab, und
leiſe, ganz unmerklich, ſetzte ein Verzagen ein.
Die Jungmannen kamen vor ihrem Auszug zu Hans Peter
und baten: „Sprich zu uns, ehe wir von dannen gehn, ſprich zu
uns, daß wir etwas mtnehmen, daran wir uns feſthalten
kön=
nen. Wir waren zur Kirche und ſind leer ausgegangen: Gott hat
verſagt.”
„Gott hat nicht verſagt, nur unſere Art ihn zu faſſen,”
er=
widerte er ernſt. Es ging ihm nahe, daß ſie ſo ungeſtillt fort
ſoll=
ten. Doch wie ſollte er helfen? Waren nicht die Tiefen ſeiner
eigenen Seele voll Finſternis? Wovon reden zu ſolchen, denen
das Zeichen der Vernichtung ſchon auf die Stirn gedrückt war?
Hatte er ſich nicht ſeine eigene Meinung gebildet über dieſen
Krieg und über die Leute obenan, die zu ſagen hatten? Aber das
mußte man in ſich halten und niemand durfte darum wiſſen.
„Du biſt unerſetzlich hier,” ſagte die Mutter, wenn er unſtet
und ſchweigſam umherging. „Du biſt unerſetzlich hier, riefen
die Arbeiter, wenn er ihnen auf dem Werkplatz den Lohn
aus=
zahlte. Die immer weniger wurden, hatten recht: für zehn und
mehr mußte jetzt ſchaffen, wer Haupt eines Betriebes war. Galt
es doch, die Werke trotz Ausfall beſter Kräfte leiſtungsfähig zu
halten.
Auch die Freunde, mit denen er ſich zu Taten der
Menſchen=
liebe und Volkswohlfahrt zuſammengetan hatte, riefen: „Du biſt
unerſetzlich hier.” Und doch empfand er dieſe „Unerſetzlichkeit”
als eine Schmach, als einen Verrat, angetan dem allerhöchſten
Mannesgut: Dem Vaterland! Nicht mit Liebeswerken und
Wohl=
tätigkeitsveranſtaltungen, auch nicht mit dem Ueberfluß des
Ver=
dienten ſollte man ſich hier abfinden, ſondern mit Blut! Mit dem
Leben, das man für nichts achtete, dahingab und von andern
raubte. Aber trotz Widerſpruch und Zwieſpalt im eigenen In
nern, ſtand er zur feſtgeſetzten Stunde am Platz, ſtand und ſprach
zu den Verſammelten alſo: „Hört mich, ihr Söhne des Volks!
Die ihr mannbar geworden ſeid in dem Bewußtſein, einem
wehr=
haften und geachteten Vaterland anzugehören, ihr, die ihr Väter
und Führer werden ſollt im Kommenden, ihr, die ihr den Willen
habt, den einigen und geſchloſſenen — den Todeswillen — daß
Vaterland da ſei und beſtehen bleibe, frei und unangetaſtet in
den Grenzen, die gleicher Todeswille eurer Vorfahren geſetzt hat:
Ihr habt mich gefordert, und ich bin gekommen, freiwillig hätte
ich das nicht getan. Ihr geht, ich bleibe. Und ſo hoch ſteht mir,
daß ihr euer warmes, lebendiges, junges Leben davontragt, daß
ich mich der Zuſprache, die ich hier halten ſoll, ſchäme.
Die letzten ſeid ihr, die Titje, unſeren Freund, von Angeſicht
zu Angeſicht gekannt haben! Wer von uns wird nun der erſte
mit ihm im Paradieſe ſein? Im Paradies, wie er es glaubte.
Aber Titje liebte nicht nur die Heimat des Lichts, er liebte auch
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