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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.* geſfattet.
Nummer 80
Donnerstag, den 20. März 1924.
187. Jahrgang
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jſede Verpſichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banktonto: Deuiſche Bani und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbant.
Die Annexion Beßarabiens.
Nuſſiſcher Proteſt gegen die Einmiſchung Frankreichs.
Moskau, 19. März. Wie die Ruſſiſche Telegraphenagentur
berichtet, richtete der Volkskommiſſar für auswärtige
Angelegen=
heiten, Tſchitſcherin, an den franzöſiſchen
Miniſterpräſi=
denten ein Telegramm, in dem er namens der Sowjetregierung
energiſch gegen die Unterſtützung proteſtiert, die das
franzö=
ſiſche Parlament der Annexion Beßarabiens
durch Rumänien angedeihen laſſe. Tſchitſcherin erinnert
daran, daß Frankreich zur Zeit der Beſetzung Beßarabiens durch
das rumäniſche Heer die offizielle Erklärung abgegeben hat, daß
dieſe Beſetzung nur zeitweilig und aus humanitären
Rückſichtei erfolgt ſei. Der am Vorabend der Unterhandlungen
zwiſchen der Sowjetregierung und Rumänien gefaßte Beſchluß
des franzöſiſchen Parlaments, die Annexion Beßarabiens durch
Rumänien anzuerkennen, könne nur als eine Einmiſchung
einer dritten Macht angeſehen werden. Dieſe
Einmiſchung verhindere einen dauerhaften Frieden und
verlän=
gere die Unſicherheit der Verhältniſſe in jenem Teile Europas.
Die Sorjetregierung lenke die Aufmerkſamkeit der franzöſiſchen
Regierung auf die Tatſache der Vergewaltigung der
elementar=
ſten Rechte der beßarabiſchen Bevölkerung durch die rumäniſche
Beſetzung und ſie mache die franzöſiſche Regierung für die durch
die Beſetzung verurſachten Schäden verantwortlich. Die
Sowjet=
regierung werde aus dem dargelegten Tatbeſtande die
notwen=
digen Folgen ziehen.
Das Konkordat mit Bayern.
* Berlin, 19. März. (Priv.=Tel.) Das Konkordat
zwi=
ſchen Bayern und dem Heiligen Stuhl iſt zum Abſchluß
gekom=
men. Nuntius Pacelli befindet ſich ſeit Montag in Berlin. Er
hat eine eingehende Ausſprache mit dem Reichskanzler über dieſe
Frage gehabt. Es wurde ein Protokoll unterzeichnet, in dem zum
Ausdruck gebracht wird, daß die nunmehr abgeſchloſſenen
Ver=
handlungen in allen Punkten mit der Reichsverfaſſung im
Ein=
klang ſtehen.
Vom Tage.
Die Reichsindexziffer für Lebenshaltungskoſten beläuft ſich
nach den Feſtſtellungen des ſtatiſtiſchen Reichsamts für den 17. März
auf das 107billionenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche
(1,06) iſt demnach eine Steigerung von 0,09 Prozent zu verzeichnen.
Die auf den Stichtag vom 18. März berechnete
Großhandels=
indexziffer des Statiſtiſchen Reichsamts hat ſich unter dem
Ein=
druck der anziehenden Preiſe der Getreidearten und der Textilroh=
und Halbſtoffe gegenüber dem Stande vom 11. März von 119,91
Pro=
zent um 1,3 Prozent auf 121,4 Prozent gehoben.
Der aus der Deutſchen Volkspartei ausgetretene
Landtagsabgeord=
nete Niedemann=Spandau iſt nach einſtimmigem Fraktionsbeſchluß
in die Deutſchnationale Volkspartei aufgenommen.
Von Beamten der deutſchen Botſchaft in Waſhington wird
be=
ſtritten, daß der Botſchafter Wiedfeldt ſein
Nück=
trittsgeſuch nach Berlin geſandt habe. Sie erklären, der
Bot=
ſchafter werde nicht während des Feuers der gegen ihn gerichteten
An=
griffe zurücktveten.
Von zuſtändiger Seite wird mitgeteilt, daß der deutſch=
nieder=
ländiſche Vertrag, über die Erleichterung des Reiſeverkehrs, der
im Auguſt vorigen Jahres abgeſchloſſen worden iſt, unmittelbar vor der
Ratifizierung ſteht.
Preſſenachrichten zufolge ſoll die deutſche Regierung in
Paris das Erſuchen geſtellt haben, die Micumverträge über den
16. April hinaus zu verlängern. Von zuſtändiger Stelle wird
dieſes Gerücht als völlig unzutreffend bezeichnet.
Die Beſatzungsbehörde hat in den Höchſter Farbwer en ein
Flugblatt des Induſtrieverbandes beſchlagnahmen laſſen,
das zum bewafnfeten Widerſtand gegen die deutſche und franzäſiſche
Polizei aufforderte.
Der deutſch=polniſche gemiſchte Gerichtshof hat die
in Artikel 20 der deutſch=polniſchen Prozeßverordnung für die
Einreich=
ung von Klagen vorgeſehene Generalfriſt bis zum 1. Oktober verlängert.
Central News erfahren aus Moskau, daß Tſchitſcherin zum
Londoner Botſchafter der Sowjetregierung auserſehen ſei.
Trotzkij werde die Leitung der ruſſiſchen auswärtigen Angelegenheiten
übernehmen.
Nach Meldungen aus Tokio liegt der Kaiſer von Japan, der
bekanntlich ſeit längerer Zeit an einer Gehirnkrankheit ſchwer leidet, im
Sterben.
der Keilslängter or. Müll inb drl eitefemännin !
Zuſammengehörigkeit der deutſchen Stämme trotz der politiſchen Trennung.
Das Wiener Programm.
TU. Wien, 19. März. Heute nachmittag 5 Uhr iſt der
beutſche Reichskanzler Dr. Marx und der Miniſter des Aeußern
Dr. Streſemann auf dem Wiener Weſtbahnhof eingetroffen.
Zum Empfang hatten ſich Bundeskanzler Dr. Seipel, Vizekanzler
Frank und Miniſter für Aeußeres Dr. Grünberger eingefunden,
welche den Kanzler und den Außenminiſter auf das herzlichſte
begrüßten. Nach einer kurzen Ausſprache begaben ſich die
deut=
ſchen Herren auf die deutſche Geſandtſchaft. Den Abend
ver=
bringen ſie dort in intimem Kreis. Morgen finden die offiziellen
Empfänge ſtatt. Im Laufe des Tages werden auch
Beſprechun=
gen mit dem öſterreichiſchen Handelsminiſter über den
deutſch=
öſterreichiſchen Handelsvertrag ſtattfinden. Dr. Marx und Dr.
Streſemann werden morgen von dem Bundespräſidenten
Hei=
niſch empfangen werden. Bundeskanzler Dr. Seipel gibt zu
Ehren des Reichskanzlers und des Reichsaußenminiſters ein
Diner, bei dem offiziell Trinkſprüche gewechſelt werden.
Da=
nach findet auf der deutſchen Geſandtſchaft ein großer Empfang
ſtatt. Der Freitag vormittag wird zur Beſichtigung Wiens
be=
nutzt. Mittags findet ein intimes Diner ſtatt. Nachmittags
er=
folgt die Abreiſe. Die Wiener Blätter fahren fort, die
Anwe=
ſenheit der beiden deutſchen Staatsmänner zum Gegenſtand
äußerſt ſympatiſcher Beſprechungen zu machen.
Herzliche Aufnahme in Wien.
Wien, 19. März. Reichskanzler Dr. Marx und
Außen=
miniſter Streſemann wurden hier von der
Preſſeüber=
aus herzlich begrüßt, wobei beſonders hervorgehoben
wird, daß der jetzt erfolgende Beſuch der leitenden deutſchen
Staatsmänner, der infolge der inneren und äußeren
Schwierig=
keiten Deutſchlands mehrfach verſchoben werden mußte, ein
er=
freuliches Zeichen der in Deutſchland
eingetre=
tenen ſichtbaren Entſpannung ſei. Unter Betonung
der trotz der politiſchen Trennung
unzerſtör=
baren geiſtigen und kulturellen
Zuſammen=
gehörigkeit der deutſchen Stämme geben die
Blät=
ter der Hoffnung Ausdruck, daß die wirtſchaftlichen
Verhandlun=
gen, die jetzt, wenn auch noch im Rahmen allgemeiner
Vorbeſpre=
chungen, geführt werden, die Beziehungen der beiden auch
wirt=
ſchaftlich aufs engſte auf einander angewieſenen Staaten noch
mehr vertiefen werden.
Das Neue Wiener Tagblatt ſchreibt: „Wir grüßen die
Repräſen=
tauten und Führer des deutſchen Volkes mit brüderlicher Liebe. Mag
auch das hiſtoriſche und politiſche Schickſal unſere Wege nicht veremt
haben, mögen auch bei dieſer Begegnung von vornherein alle
außen=
politiſchen Bindungen, die die Friedensverträge geſchaffen haben,
ſelbſt=
verſtändlich außer Diskuſſion geſtellt ſein: Die Gemeinſchaft, die uns
mit dem deutſchen Volk verbindet, reicht in tiefere und dauerndere
Be=
zirke, als ſie das Zufallswerk politiſcher Konſtellationen und
diplomati=
ſcher Berechnungen ſchaffen kann. In unſerem Innerſten ſind wir
un=
löslich miteinander verbunden und aneinandergekettet. Hieraus
ent=
fpringt daher von ſelbſt die tiefere wechſelſeitige Anteilnahme, und aus
dieſem Grunde ſehen wir auch mit wachſender Freude, wie ſich das
deut=
ſche Volk eben jetzt aus tiefſter finanzieller und wirtſchaftlicher
Bedrückt=
heit allmählich mit immer erſtarkender Kraft emporarbeitet.
Die Neue Freie Preſſe ſagt: „Die warme Vegrüßung wird den
Gäſten aus dem Deutſchen Reiche zeigen, daß über die Grenzpfühle
hin=
weg die Empfindungen der inneren Gemeinſamkeit verhinden und de
einigend wirken. Wenn auch die Politik aus dem Spiele bleiben ſoll,
ſo wird die Zuſammenkunft dennoch dazu dienen, das Gefühl für die
Gemeinſamkeit und den ſtets wachen Sinn für innige
Zuſammengehörig=
keit zu ſchärfen. Reichskanzler Marx und Außenminiſter Dr.
Streſe=
mann haben ihre Reiſe in einem ſchickſalsſchweren
Augen=
blick angetreten, um einer Regung ihres Herzens zu folgen. Die
Gäſte dürfen des herzlichſten Emtfanges gewiß ſein.”
Die Deutſch=Oeſterreichiſche Tageszeitung ſchreibt: „Wir grüßen die
Vertreter des deutſchen Nachbarreiches, dem unſere ganze Liebe gehört,
und dem wir kraft unſeres deutſchen Blutes verbunden ſind und
mit dem wir vereint ſein wollen, wenn die Zeit der Auferſtehung
des deutſchen Volkes und der Schaffung eines alle Deutſchen
im Mittelpunkte Europgs umfafſenden deutſchen
National=
ſtaates gekommen ſein wird.”
Die unrechtmäßige Ruhrbeſetzung.
Eine Erklärung Macdonalds.
TU. London, 19. März. In der heutigen Sitzung des
Unterhauſes wurde an Macdonald die Anfrage gerichtet, ob
er eine Erklärung dahin abgeben wolle, welcher Anteil aus den
Einkünften, die Frankreich gegenwärtig aus dem Ruhrgebiet
be=
ziehe, an England gezahlt werde. Macdonald erwiderte
dar=
auf, die franzöſiſche und belgiſche Regierung hätten der
Repa=
rationskommiſſion irgend einen Bericht ſpeder über die von ihnen
im Ruhrgebiet vorgenommenen Operationen, noch über die
finanziellen Ergebniſſe dieſer Operationen erſtattet. Er glaube,
daß die franzöſiſche und belgiſche Regierung ihrer Auffaſſung
gemäß, daß dieſe Operationen rechtmäßige Maßnahmen zur
Er=
langung der ihnen von Deutſchland auf Grund des Verſailler
Vertrags geſchuldeten Beträge ſeien, ſich ſelbſt allein für
Emp=
fangsberechtigt für alle auf dieſe Arr geſvonnenen. Einkünfie
außerhalb der allgemeinen Anſprüche der alliierten Mächte
hal=
ten. Die engliſche Regierung habe nach dem Verſailler Vertrag
und verſchiedenen Uebereinkommen einen Anſpruch auf 22
Pro=
zent der allgemeinen Reparationsſumme. Die Annahme der
fran=
zöſiſchen und belgiſchen Regierung, daß ihre Maßnahmen an
der Ruhr rechtsmäßig ſeien, und daß ſie das Recht beſäßen, die
Koſten dieſer Maßnahmen aus dem Wert der von ihnen mit
Be=
ſchlag belegten deutſchen Liegenſchaften und Einkünſten zu
decken, finde nicht die Zuſtimmung der engliſchen Regierang,
und ohne eine völlig neue Prüfung der geſamten
Reparations=
frage durch die Reparationskommiſſion und die Vertragsmächte
könnte keine endgültige Regelung erzielt werden.
Frankreich und Beigien.
Kühle Aufnahme der belgiſchen Programmerklärung.
Paris, 19. März. Die Programmerklärung des
neuen belgiſchen Kabinetts hat in Paris eine kühle
Auf=
nahme gefunden. Man betrachtet die Erklärung vielfach als
einen Beweis dafür, daß Belgiens Abrücken von der
Pfänderpolitik Poincarés, für das bisher Jaſpar
verantvortlich gemacht wurde, nun nach deſſen Erſetzung durch
Hymans weitergeht und ſogar offener als je in die
Er=
ſcheinung tritt.
In einer Beſprechung der geſtrigen Kammerrede des
belgi=
ſchen Miniſterpräſidenten Theunis ſagt das Journée
In=
duſtrielle: In ſeinen Worten iſt keine Spur von der Formel,
die Poincaré erſt unlängſt wiederholt hat, daß nämlich das
Ruhr=
gebiet erſt nach Maßgabe der deutſchen Zahlungen geräumt wird,
enthalten. An dem freundſchaftlichen Geſühl des belgiſchen
Pre=
miers für Frankreich iſt nicht zu zweifeln, doch liegt der
Ver=
dacht nahe, daß Belgien einen ſtärkeren Anſchlnß
al=
früher an Großbritannien erſtrebt und eventnele
vom Qugi d’Orſay Konzeſſionen verlangen wird,
Schattenbilder aus dem Ruhrgebiet.
Aus dem Ruhrgebiet wird uns geſchrieben:
Der Frühling iſt ins Land gezogen. Er ſpinnt ſeinen grünen
Zauber auch um die ragenden Schlote, die rußigen Werkſtätten,
die dunklen Halden, die ehernen Fördergerüſte, erfüllt die
Men=
ſchenherzen mit neuem Hoffen. Ein ſchweres Jahr liegt hinter
uns, ein furchtbarer Winter. Die Not war nie ſo groß im Lände,
wo der Märker Eiſen reckt.
Unter unſäglichen Opfern iſt die Wirtſchaft langſam wieder
in Gang gekommen — aber darüber muß ſich alle Welt klar
werden: lange kann das Ruhrgebiet Opfer in dieſem Ausmaß
nicht mehr ertragen. Die Zahl der Arbeitsloſen hat ſich in den
letzten Wochen mehr und mehr verringert, dennoch iſt ſie
rieſen=
groß, ein Zehntel der Bevölkerung und mehr iſt immer noch ohne
Beſchäftigung. Die in Arbeit Befindlichen aber können wegen
der ſtarken Belaſtung der Induſtrie, der Goldnot nicht ſo
ent=
lohnt werden, wie es zur Sicherung einer menſchenwürdigen
Exiſtenz notwendig iſt. Der Hunger hat weite Volksſchichten
lei=
den laſſen. Aerztliche Unterſuchungen haben ergeben, daß in
manchen Volksſchulklaſſen die Hälfte der Kinder tuberkulos iſt.
In den Familien, deren Ernährer ſeit Herbſt vorigen Jahres
auf die unzulängliche Erwerbsloſenunterſtützung angewieſen iſt,
iſt der Mangel grenzenlos. Es fehlt an ausreichender Nahrung;
Salzkartoffeln und Brot iſt in vielen Familien das Einzige, was
auf den Tiſch kommt. Es fehlt an Schuhen, an Wäſche, an
Klei=
dung; viele Kinder können nicht zur Schule gehen, weil ſie nichts
anzuziehen haben. Das Elend in den Armenvierteln iſt
unbe=
ſchreiblich.
Die Steigerung der Not hat zu einer Steigerung der
Krimi=
nalität geführt. Die Gefängniſſe ſind überfüllt, die Gerichte haben
Tag für Tag, Woche für Woche Plünderer, Einbrecher, Diebe
abzuurteilen — gar viele ſind durch die unſeligen Verhältniſſe
auf die Bahn des Verbrechens gedrängt worden, bei nicht
weni=
gen erhielt angeborene verbrecheriſche Neigung den Impuls
durch von politiſchen Drahtziehern angefachte Putſche. Raub und
Ueberfälle, ſelbſt Morde, kamen niemals ſo häufig vor, als im
letzten Halbjahr mit ſeiner entſetzlichen Arbeitsloſigkeit. Sie zu
lindern, iſt die Induſtrie nach Kräften beſtrebt, aber ſie iſt
ge=
hemmt, kann ſich nicht frei entfalten, iſt überlaſtet durch
Repa=
rationsverpflichtungen, Abgaben, Zölle. Es iſt nicht böſer Wille,
wenn jetzt Tauſende und Abertauſende, die, ſolange die Micum=
Verträge in ihrer heutigen Geſtalt fortbeſtehen, nicht wieder
be=
ſchäftigt werden können, die Abkehr erhalten — aber was ſoll
aus dieſen Unglücklichen werden? Die Städte und Gemeinden
könnten wohl Tauſende mit produktiven Arbeiten beſchäftigen,
an Wegebauten, an Bahnbauten, an Koloniſationsarbeiten gäbe
es reichlich zu tun, aber den Kommunen fehlt es an Geld, fehlt
es an Kredit. Die Wohnungsnot iſt noch entſetzlich, zumal von
der Befatzung zahlreiche Wohnungen, viele öffentliche Gebäude
in Beſchlag genommen ſind, in die Tauſende im ganzen
Ruhr=
gebiet — aber den Werken fehlt es an Geld, der
Bergmanns=
ſiedlung an Mitteln, den Gemeinden an Kredit. Und doch könnte
eine Belebung der Bautätigkeit anderen Induſtriezweigen
Be=
ſchäftigung geben, tauſenden Arbeitern eine Exiſtenz verſchaffen.
Alles kommt jetzt darauf an, ob es zwiſchen Berlin und
Paris zu direkten Verhandlungen über die Reparationen
kom=
men wird und ob es möglich iſt, die Laſten auf breitere
Schul=
tern zu verteilen. Es muß einmäl geſagt werden: das
Ruhr=
gebiet bricht unter den gegenwärtigen Laſten zuſammen, die
Induſtrie wird zum Erliegen abermals kommen, das Ruhrgebiet,
ehedem die größte werteſchaffende Arbeitswerkſtatt Europas,
wird zum Friedhof, wenn nicht ein Wandel eintritt, Und
zwar bald.
Täuſche man ſich nicht durch das äußere Bild, das die
Groß=
ſtädte in ihren Geſchäftsvierteln bieten; ſtärker als das helle
Licht der warenſtrotzenden Läden iſt das Dunkel, das die kraſſe
Not verbirgt, die ſich verbirgt, ſolange es geht. Das Angebot
an Lebensmitteln und Waren aller Art iſt groß, doch fehlt es
der breiten Maſſe an Geld zum Einkauf, und die Händler und
Geſchäftsleute haben ungenügenden Abſatz. Alles ſetzt die
Hoff=
nung auf eine Verſtändigung, die dem Ruhrgebiet endlich
Be=
wegungsfreiheit zur Entfaltung ſeiner Produktionskraft gibt.
Bricht dieſe Hoffnung zuſammen, wird ſie enttäuſcht, tritt keine
Erleichterung der Laſten, die Rückkehr zu normalen
Verkehrs=
verhältniſſen ein, dann wird das Ruhrrevier weder dem Reiche
noch den Beſatzungsmächten noch etwas zu bieten vermögen,
dann wird die Not zu einem Wellenberg, der alles verſchlingt.
Wer im unbeſetzten Gebiet wohnt, kann ſich keinen Begriff
machen von dem moraliſchen Druck, der auf den Gemütern laſtet.
Die Preſſe iſt geknebelt. Die Verſammlungs= und Redefreiheit
gebunden. Der franzöſiſche Propagandadienſt, der ſein
Nach=
richtenblatt alltäglich in Millionen Exemplaren an die
Bevöl=
kerung verteilt, die, weil arbeitslos, keine deutſche Zeitung
hal=
ten kann, hat auch die Kinos zwangsweiſe in den Dienſt ſeiner
Propaganda geſtellt. Der deutſchen Propaganda iſt der Mund
verſchloſſen. Den Kommuniſten ſtehen für den Wahlkampf
ruſ=
ſiſche Millionen zur Verfügung, die Separatiſten haben freie
Hand zum Wählen; zum Aufpeitſchen der Leidenſchaften der
be=
dauernswerten Erwerbsloſen — den deutſchen Standpunkt kann
man in der Oeffentlichkeit nur mit äußerſter Behutſamkeit
vertreten.
Lenzesſonnenſchein flutet auf Tal und Hügel, ſpiegelt ſich im
Silberband der Nuhr, läßt die Kohlenkriſtalle auf den
Förder=
türmen aufblitzen wie Demanten, aber auf dem unglücklichen
Ruhrvolke laſtet das Dunkel einer ungewiſſen Zukunft.
Ausführungsbeſtimmungen zu den Nicum=Perträgen.
* Duisburg, 19. März. (Priv.=Tel.) Eine vom
Kom=
mandanten der belgiſchen Beſaßungstruppen im Ruhrgebiet auf
Grund des Micum=Vertrages erlaſſene Verordnung beſtimmt
unter anderem, daß Verkäufe und Beförderung von
Nebenpro=
dukten der Kohle nur geſtattet ſind, wenn Zechen= und
Hütten=
direktionen und die Vorſteher der Verkaufsſtellen genau Buch
führen und Herſtellung, Lieferung und Verkauf des Beſtandes,
Zu= und Abgang darin niederlegen. Dieſe Bücher ſind auf
Ver=
langen den Ingenieuren und Kontrolleuren der Micum
vorzu=
legen. In jeder erſten Monatshälfte iſt die Höhe der
Verkaufs=
menge und des Verkaufspreiſes der Micum mitzuteilen. Ferner
ſind 2 Prozent des Goldmarkwertes in Debiſen an die Micum
abzuliefern,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. März 1924
Mummer B0.
Das Werben um die Reichswehr.
Berlin, 19. März. Die Zeugenausſagen im Hitlerprozeß
haben ein Bild davon gegeben, wie im Herbſt 1923 von
ver=
ſchiedenen Seiten um die Reichswehr geworben wurde und wie
auf ihr Eingreifen zugunſten gewiſſer politiſcher Richtungen
ge=
hofft wurde. Demgegenüber bezeichnet ein Befehl des Chefs der
Heeresleitung an die Wehrkreiskommandeure vom 4. November,
der hiermit der Oeffentlichkeit übergeben wird, den Weg, der
damals, wie ſchon früher, durch die Reichswehr innegehalten
wurde.
Der Ruhrkampf und ſein Ende haben Deutſchland im
tief=
ſten aufgewühlt. Frankreichs und Belgiens frevelhafter
Ein=
griff in das Reichsgebiet und die wirtſchaftliche Not, die das
Volk an den Rand der Verzweiflung bringt, haben uns nicht
zuſammengeführt, ſondern den Kampf der Parteien zur
Siede=
hitze geſteigert. Der kommuniſtiſche Umſturz wurde in Hamburg
ſoeben von der Polizei und der Reichsmarine niedergeworfen.
Aber die Kommuniſten ſind entſchloſſen, ihn zu erneuern, ſobald
ihnen die verſchärfte Not eine neue Gelegenheit dazu gibt. In
Sachſen iſt die Reichswehr eingeſetzt worden, um die ſchwerſten
Bedrohungen der Ruhe und Sicherheit zu beſeitigen. Ihre
Auf=
gabe iſt noch nicht völlig erfüllt. Andererſeits iſt über Nacht der
Anhang derjenigen gewachſen, die Deutſchlands Rettung nur in
einer beſchleunigten gewaltſamen Beſeitigung des heutigen
Re=
gierungsſyſtems durch eine nationale Diktatur ſehen. Die
baye=
riſchen Nationalſozialiſten fordern zum Marſch nach Berlin auf.
In dieſen Tagen der ſchwerſten Nöte unſeres Vaterlandes
ſind die Augen weiter Volkskreiſe auf die Reichswehr gerichtet.
Wird die Wehrmacht die jetzige Probe beſtehen? Wird ſie ein
unbedingt zuverläſſiges Inſtrument in der Hand ihrer Führer
bleiben? Das iſt die Frage, mit der ſich die Reichswehrfreunde
und =feinde gleichermaßen geſpannt beſchäftigen. Solange ich
an meiner Stelle bin, habe ich die Anſicht vertreten, daß nichts
von dieſem oder jenem Extrem, nichts von der äußeren Hilfe oder
inneren Revolution, komme ſie von links oder rechts, das Heil
bringt, ſondern daß uns nur harte und nüchterne Arbeit die
Möglichkeit zum Weiterleben gibt. Dieſe können wir nur auf
dem Boden von Geſetz und Verfaſſung leiſten. Wird dieſer
ver=
laſſen, ſo tritt der Brügerkrieg ein, ein Bürgerkrieg, der bei
unſeren heutigen Verhältniſſen die an Zahl und Machtmittel
gleich ſtarken Parteien gegeneinander führt, der nicht mit dem
Sieg der einen Seite, ſondern mit ihrer gegenſeitigen
Zerflei=
ſchung endet, wofür uns der 30jährige Krieg ein furchtbar
war=
nendes Beiſpiel ſein muß.
Feinde ringsum! Im Innern Deutſche gegen Deutſche!
Beim Friedensſchluß triumphiert Frankreich! An der Reichswehr
iſt es, dieſen Bürgerkrieg zu verhindern. Denn darüber beſteht
bei Freund und Feind kein Zweifel: ſolange in der Reichswehr
eherne Diſziplin und unerſchütterliches Vertrauen zu ihren
Füh=
rern lebt, ſolange kann kein Feind des Staates etwas
ausrich=
ten, ſolange kann die Reichseinheit nicht angetaſtet werden,
ſo=
lange wird die Hoffnung auf ein freies und großes Deutſchland
nicht erlöſchen. Noch lebt auch in weiten Volkskreiſen der Glaube,
daß die Reichswehr eine Stelle iſt, die von Kapitalismus,
So=
zialismus, Geldmagnaten und Gewerkſchaften gleich unabhängig
iſt und ſelbſtlos in heißer Liebe zum Vaterlande nur dieſem zu
dienen ſucht. An uns iſt es, dieſes Vertrauen nicht zu täuſchen,
und den militäriſchen Ausnahmezuſtand ſo zu handhaben und
auszugeſtalten, daß nicht nur Ruhe und Ordnung in Deutſchland
herrſchen, ſondern daß ſeine Bewohner in ihrer Exiſtenz
ſicher=
geſtellt wieder Vertrauen zur Zukunft faſſen und ſeine Jugend
in nationaler Begeiſterung wieder zur Wehrhaftigkeit drängt.
Hierbei wird uns die Mitarbeit aller von verantwortungsvoller
Vaterlandsliebe beſeelter Kreiſe notwendig ſicher ſein.
Wohl aber hat ſich durch die jüngſten Vorgänge in Bayern
der Zweifel erhoben, ob die innere Einigkeit und Feſtigkeit des
Heeres zur Durchführung dieſer hohen Aufgabe genügt. Unſer
Lebensintereſſe iſt es, daß wir dieſen Zweifel widerlegen, daß
wir den Parteikampf, der alle übrigen Kräfte Deutſchlands
zer=
reißt, aus dem Heere ausſchließen, daß wir nur der
überpartei=
lichen Staatsnotwendigkeit dienen und uns weder durch Haß
noch durch Lockungen der verſchiedenſten politiſchen Richtungen
von dieſer Bahn abbringen laſſen. Dieſe Staatsnotwendigkeit zu
erkennen, durchzuſetzen, iſt aber allein Sache der oberſten
Füh=
rung. Die Ehre des Soldaten liegt nicht im Beſſerwiſſen und im
Beſſerwollen, ſondern im Gehorſam. Deshalb warne ich in dieſer
Stunde alle Angehörigen der Reichswehr vor jenen, die
Zwie=
tracht in ihre Reihen zu tragen ſuchen und unter dem Mantel
ſchöner Ziele Mißtrauen gegen die Vorgeſetzten ſäen. Die
Reichs=
wehr, die in ſich einig iſt und gehorſam bleibt, iſt unüberwindlich
und der ſtärkſte Faktor im Staate. Die Reichswehr, in die der
Spaltpilz der Politik gedrungen iſt, wird in der Stunde der
Ge=
fahr zerbrechen. Ich erſuche alle Kommandeure, ihre
Unter=
gebenen auf die ſchweren Gefahren einer ſolchen Entwicklung
hinzuteiſen und jeden Reichswehrangehörigen, der ſich politiſch
zu betätigen ſucht, ſofort aus der Truppe zu entfernen.
Aus der Pfalz.
Die Wirkung der Inſpektionsreiſe.
Die Wirkung der Inſpektionsreiſe des
Son=
derausſchuſſes der Rheinlandkommiſſion macht ſich in
ver=
ſchiedenen Erleichterungen durch die Beſatzungsbehörden
bewerkbar. So hat ſchon vor einer Woche General de Metz
er=
klärt, daß der Bewaffnung der entwaffneten deutſchen
Polizei und Gendarmerie keine Hinderniſſe mehr
im Wege ſtehen, falls die beſtehenden Vorſchriften
eingehal=
ten werden. Was die Entwaffnung der
Separati=
ſten betrifft, ſo hat die Sonderkommiſſion ſich dahin
ausge=
ſprochen, dieſe Entwaffnung ſei nicht nur das Recht, ſondern
auch die Pflicht der deutſchen Behörden. Schließlich äußerten ſich
die Mitglieder des Ausſchuſſes bei den Beſprechungen über die
Rückkehr der Ausgewieſenen dahin, daß, ſoweit die
Ausweiſungen durch die Rheinlandkommiſſion erfolgt ſeien, die
Erlaubnis zur Heimkehr nur von dieſer erteilt werden könne.
Doch hat der franzöſiſche Kreisdelegierte bereits zugeſichert, daß
er es an einer Befürwortung ſolcher Geſuche nicht fehlen laſſe.
Reichstagskandidaturen.
Berlin 19. März. Wie uns berichtet wird, hat die
De=
mokratiſche Partei bisher folgende Kandidaten für die
Reichstagswahlen aufgeſtellt: Wahlkreis 19 (Weſtfalen Nord):
Staatsminiſter Rennebur=Braunſchweig. Gewerbetreibender
Wirth=Bielefeld; Wahlkreis 20 (Weſtfalen=Süd):
Landtags=
abg. Ziegner, Dr. Höpter=Aſchoff; Wahlkreis 21 (Heſſen=Naſſau):
Prof. Dr. Schücking=Marburg, Oberbürgermeiſter Blaum=
Hanau; Wahlkreis 22 (Heſſen): Abg. Pfarrer Korell=Ingelheim:
Dr. Streſemanns Reichstagskandidatur.
* Berlin, 19. März. (Priv.=Tel.) Obwohl Dr.
Streſe=
mann mit Rückſicht auf ſeine amtliche Ueberlaſtung als
Außen=
miniſter gebeten hatte, von ſeiner Kandidatur abzuſehen, iſt er
in ſeinem alten Wahlkreis als Spitzenkandidat aufgeſtellt
wor=
den. Man wird annehmen dürfen, daß er ſich zur Verfügung
ſtellen wird. Immerhin dürfte er ſich nach dem Ergebnis der
Wahlen vorbehalten, ob er im neuen Reichstag das Mandat des
zwveiten Wahlkreiſes übernimmt, oder ob er ſich auf das
Man=
dat an der Spitze der Reichsliſte zurückzieht.
Die Richtlinien der Chriſilichen Gewerkſchaffen
für die Reichstagswahl.
Berlin, 19. März. Der Geſamiverband der chriſtlichen
Gewerkſchaften hat ſich in ſeiner letten Vorſtandsſitzung mit den
kommenden Reichstagswahlen befaßt. Das Ergebnis der
Aus=
ſprache wurde in einer Reihe von Richtlinien zuſammengefaßt,
in denen es unter anderem heißt: Die chriſtliche
Gewerkſchafts=
bewegung iſt nicht nur eine Bewegung zu Erlangung günſtiger
Lohn= und Arbeitsbedingungen, ſondern auch eine Wirtſchafts=
und Kulturbewegung. Sie muß darauf bedacht ſein, einen
ſtär=
keren Einfluß auf die Politik auszuüben. Sie muß alſo nach
wie vor eine ſtärkere Vertretung durch Abgeordnete ihrer
Ge=
ſinnung in den einzelnen Parteien anſtreben. Sie fühlt ſich mit
allen Parteien verbunden, die für ihre Grundſätze eintreten.
Sie warnt aber vor der Wahl ſozialiſtiſcher Abgeordneter, weil
der Sozialismus dem Geiſt der Bewegung entgegengeſetzt iſt.
Die Abgeordneten müſſen ſich während der Dauer ihrer
Abge=
erdnetenzeit ununterbrochen bemühen, entſprechend dem Sinn
des Programms der Bewegung und der gefaßten Beſchlüſſe zu
handeln, ſowie Partei= und Fraktionsfreunde für eine gleiche
Stellungnahme zu gewinnen.
Am 6. April Volksentſcheid in Bayern.
München 19. März. Die bayeriſche Staatsregierung
er=
läßt eine Verordnung betreffs Anberaumung des
Volksent=
ſcheids, nachdem der Landtag am Montag, den 17. März, zu den
beiden Volksbegehren auf Auflöſung des Landtags und
Um=
geſtaltung der Verfaſſung Stellung genommen und das zweite
Volksbegehren auf Umgeſtaltung der Verfaſſung abgelehnt hat.
Das Staatsminiſterium des Innern ſetzt nunmehr den
Volks=
entſcheid auf den 6. April 1924 gleichzeitig mit der Neuwahl des
Landtags an. Dabei iſt über folgende Frage zu entſcheiden: Soll
folgendes Verfaſſungsgeſetz erlaſſen werden? Der im erſten
Halbjahr 1924 neugewählte Landtag iſt ermächtigt, ein Geſetz
zur Umgeſtaltung der bayeriſchen Verfaſſung mit einfacher
Mehr=
heit ſeiner Mitglieder zu beſchließen. Die Abſtimmung über den
Volksentſcheid erfolgt dadurch, daß auf den Stimmzetteln, die
den Aufdruck Ja — Nein enthalten, je nach der Abſtimmung das
Wort Ja oder Nein geſtrichen wird. Die Stimmzettel für die
Landtagswahl und den Volksentſcheid ſind zuſammen in einem
Wahlumſchlag abzugeben. Die Stimmzettel werden amtlich
geliefert.
Der Zeigner=Prozeß.
Die Belaſtung Dr. Zeigners durch
Rechts=
anwalt Dr. Maltzer.
TU. Leipzig, 19. März. In der geſtrigen
Nachmit=
tagsſitzung wird der Zeuge Rechtsanwalt Dr. Graf vernommen,
der anfangs die Vertretung des Angeklagten Dr. Zeigner hatte. Der
Zeuge bekundete: Als ich durch die Staatsanwaltſchaft von der Anklage
Kenntnis erhielt, habe ich als ſozialdemokratiſcher Politiker Dr. Zeigner
gebeten, die nötigen Schritte im Parteiintereſſe zu unternehmen. Ich
riet ihm gleichfalls, ſich dem Staatsanwalt zu ſtellen. Ich mußte dann
nach Limburg fahren und ſuchte erſt nach meiner Rückkehr Dr. Leigner
auf. Dr. Zeigner war ſo aufgelöſt, daß er bei dem Zuſammenſein mit
mir fortgeſetzt in Tränen ausbrach. Auf weiteres Befragen erklärte der
Zeuge: Jcch hatte damals die Vertretung eines gewiſſen Katz. Bei dieſer
Gelegenheit gewann ich aus deſſen Angaben den Eindruck, daß Möbius
für ſeine Ausſagen von rechtsradikalen Kreiſen gedungen war.
Vorſitzender: Wenn Sie ſo etwas ſagen, müſſen Sie doch
be=
ſtimmte Unterlagen haben.
Zeuge Dr. Graf: Ich hatte zunächſt nur dieſen Verdacht und
be=
ſtellte Möbius deshalb nach ſeiner Haftentlaſſung zu einer Unterredung.
Ich fragte Möbius: Iſt das alles wirklich wahr, was Sie Dr. Zeianer
nachſagen? Möbius würgte darauf etwas und ſagte dann ungefähr:
Na, es blieb mir doch nichts anderes übrig; wenn ich dem tSaatsanwalt
nicht alles zugegeben hätte, dann wäre ich doch überhaupt nicht entlaſſen.
Verteidiger Dr. Frank I: Sie waren längere Zeit mit Dr.
Zeig=
ner befreundet. Halten Sie ihn eines Verbrechens aus Habſucht für
fähig oder halten Sie ihn ſür einen Idealiſten? — Zeuge Dr. Graf:
Das letztere kann ich nur in vollem Umfange bejahen.
Vorſitzender: Sie haben Dr. Zeigner für ängſtlich gehalten.
Haben Sie ihn auch in dem Moment für ängſtlich gehalten, als er die
Attacke gegen den Reichswehrminiſter Dr. Geßler unternahm?
Zeuge Dr. Graf: Das iſt doch ein Unterſchied, ob man heimlich
bemüht iſt, als Politiker zu verhindern, daß ein Schmutzfleck auf die
weiße Weſte kommt, oder ob man ein Draufgänger im politiſchen Leben
gegen ſeine politiſchen Feinde iſt.
Hierauf wird der Staatsminiſter Dr. Fiedler als Zeuge
der=
nommen. Dieſer erklärt auf Befragen, ob er Möbius bei der
Verneh=
mung beeinflußt habe, er habe peinlich jede Drohung vermieden und
ihm im Gegenteil geſagt, wenn er von irgend einer Seite beeinträchtigt
werde, ſolle er ſich an die Polizei um Schutz wenden. Dr. Fiedler
bekundet weiter, Möbius habe ſeine Ausſagen widerrufen, aber
aus=
drücklich zugegeben, daß er vom Staatsanwalt nicht zu ſeinen Ausſagen
gepreßt worden wäre.
Es folgt die Vernehmung des Rechtsanwalts Dr. Meltzer, der
durch ſeine Strafanzeige das Verfahren in Gang gebracht hat. Er
ſchil=
dert, daß der erſte Eingriff in das regelrechte Gnadenverfahren durch
das Amneſtiegeſetz vom Dezember 1918 erfolgte. In der erſten Zeit
darauf ſei keine weſentliche Veränderung eingetreten, weil faſt alle
Verbrechen unter die Amneſtie fielen. Dann aber hätten die
Gnaden=
geſuche großen Umfang angenommen. Er ſei ſtutzig geworden, als ein
Heufuhrmann nicht begnadigt wurde, während ein anderer Angeklagter
ſagte, eine Begnadigung ſei ſofort zu erreichen, wenn man es auf einer
Karte der U. S.P.D oder der S.P.D. mache.
Es kommt dann zu einer längeren Auseinanderſetzung
zwiſchen den Rechtsanwälten und dem Vorſitzenden.
wie der Zeuge Meltzer dieſe Darſtellungen machen könne. Meltzer
ſchil=
dert dann noch einige Fälle und erwidert auf die Frage des
Vorſitzen=
den, ob es nicht genüge, nur die Frage Brandt und Trommer zu
ſchil=
dern; das würde dann zwar ausreichen, er ſei aber verdächtigt worden,
daß er ein künſtliches Gebäude zuſammengetragen habe, um Zeigner zu
vernichten. Das wolle er widerlegen. Meltzer ſchildert dann noch zum
Schluß den Beſuch von Frau Zeigner bei ihm. Sie habe gefragt, ob
ſich nicht noch alles, rückgängig machen laſſe. Er habe erwidert, das ſei
unmöglich. Darauf habe Frau Zeigner gefragt, ob er nicht wenigſtens
verhüten könne, daß die Sache in der Preſſe breitgetreten wird.
Hier=
auf habe er erwidert, die Sache müſſe ſelbſtverſtändlich in der Preſſe
einen breiten Raum finden, denn es handele ſich hier nicht um die
Per=
ſon, ſondern um das Syſtem, um den Marxismus.
Darauf wird die Verhandlung auf Mittwoch vertagt.
Heute vormittag wurde in der Zeugenvernehmung fortgefahren.
Zu=
nächſt äußerte ſich Oberregierungsrat Tierbach vom ſächſiſchen
Innen=
miniſterium über den Fall Schmerler. Schmerler hatte als ukrainiſcher
Staatsangehöriger um Aufenthaltsbewilligung nachgeſucht. Nach
mehe=
fachen Ablehnungen war das Geſuch durch Vermittelung von Dr.
Zeig=
ner genehmigt worden. Der Zeuge erkennt an, daß die Angelegenheit
dienſtlich ordnungsgemäß erledigt wurde.
Es wird darauf beſchloſſen, den Oberlehrer Bergner zu
ver=
nehmen. Frau Dr. Zeigner ſoll verſucht haben, ihn zugunſten von Dr.
Zeigner zu beeinfluſſen.
Rechtsanwalt Dr. Frank bittet, auf die Vernehmung dieſes
Zeu=
gen zu verzichten, da eine Frau vieles tut, um ihrem Manne zu helfen,
und wenn es auch das Unvernünftigſte iſt. Der Angeklagte ſei
vollkom=
men unbeteiligt. — Die Vernehmung des Zeugen Bergner wurde
be=
ſchloſſen. Er iſt aber noch nicht anweſend.
Als nächſter Zeuge bekundet unvereidigt Oberlehrer Bergner:
Frau Dr. Zeigner ſei bei ihm geweſen und er habe den Eindruck gehabt,
daß ſie wünſchte, Brandt ſolle ſeine belaſtende Ausſage zurücknehmen.
Er habe es aber abgelehnt, Brandt zu beeinfluſſen; ebenſo wenig ſei er
auf einen zweiten derartigen Verſuch von Frau Dr. Zeigner
einge=
gangen.
Der nächſte Zeuge, Univerſitätspedell Martin, wird zu den
Aus=
ſagen des Belaſtungszeugen Trommer vernommen. Er erklärt, er wiſſe
nicht, daß Trommer für Dr. Zeigner geſprochen habe oder, daß ihm die
Aktenvernichtung angeboten worden ſei. Er bleibt bei dieſer
Darſtel=
lung auch, als ihm der Zeuge Trommer gegenübergeſtellt wird.
*Konzert.
N. Ein Vortragsabend in der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt zeigte die Erfolge der
Geſangs=
klaſſen von Fräulein Mathilde Weber, der als Geſangs=
und Vortragslehrerin geſchätzten Meiſterin. Die beſonderen
Vorzüge ihrer Methode ſind guter Ausgleich der verſchiedenen
Stimmlagen, freier und klarer Ton, der ſchon nach
verhältnis=
mäßig kurzer Schulung einen ſtark kultivierten Eindruck macht,
gute Ausſprache und ein recht gewandter und ausdrucksvoller
Vortrag. Bei einigen Schülern fiel uns das etwas flache
Atmen, das ſogar die Schultern in Mitleidenſchaft zog, und die
damit zuſammenhängende etwas ſpitze Höhe auf. Beſonders
wertvoll erſcheint uns andererſeits die reiche Rückſicht auf den
Enſemblegeſang, der für die Ausbildung und die Förderung der
muſikaliſchen Sicherheit von größter Bedeutung iſt und der
Vortragsfolge angenehme Abwechslung verleiht.
Leider war die Meiſterin ſelber am Kommen verhidert,
und das beeinträchtigte anfänglich in Verbindung mit der bei
Singenden leicht die Atemführung ſtörenden Aufregung die
Lei=
ſtungen etwas. Bei dem Chor aus dem zweiſtimmigen
berühm=
ten Stabat mater von Pergoleſi gab es noch kleine
Schwankun=
gen. Allmählich aber erhöhte ſich die Sicherheit und die
Selbſt=
verſtändlichkeit des Auftretens und die Gewandtheit im
Geſtal=
ten, die wir ſchon oft bei den Schülern von Mathilde Weber
hervorzuheben hatten. Am weiteſten fortgeſchritten ſind Frau
Horn, die bei den Enſembles eine ſichere Führerin war und
mit der Gounodſchen Fauſtarie beſten Erfolg hatte, und Fräulein
Aden, deren friſcher Vortrag ſowohl bei der Pagenarie aus
den „Hugenotten” als auch in den hübſchen Liedern von Leo
Blech vorzüglich zur Geltung kam. Beſonders gefiel „Mutiges
Lied”, Fräulein Jäger verfügt über eine ausgezeichnete
Kehl=
fertigkeit und guten ſtimmlichen Glanz, die tiefere Mittellage
trägt aber noch nicht genug. Fräulein Herber hat eine
ange=
nehm weiche und gut tragende Altſtimme, und auch Herr Dr.
Kreickemeier ſang mit wohlgebildetem Ton, vernachläſſigte
nur mehrfach die Endſilben, die zu flach klangen. Von den
mehr=
ſtimmigen Geſängen ſeien hervorgehpben das umfangreiche und
ſchwierige Terzett „Die Grazien” von Willem de Haan, bei dem
die drei Stimmen beſonders gut zueinander paßten und das
vie=
len Anklang fand, und das Terzett „Mondſcheinnacht” von Würſt,
das in doppelter Beſetzung recht gut gelang. Das ſchöne
Flöten=
ſolo von Herrn Kammermuſiker Jung bei der Arie aus
Hän=
dels „i1 pensieroso” und die durchweg vorzügliche Begleitung
von Fräulein Hildegard Meng?s trugen zu dem Erfolg des
Abends bei. Der Abend bewies, daß die Städtiſche Akademie in
Fräulein Mathilde Weber eine ſhervorragende Lehrkraft
gewon=
nen hat,
Nauſikaa.
Am kommenden Sonntag werden Frankfurter Gymnaſiaſten die
lieb=
liche Geſchichte von der Königstochter Nauſikaa auf der Bühne des
Klei=
nen Hauſes mimen, und zwar mit den Worten des Homer. Der
Ge=
danke, dieſe entzückende Epiſode des alten Epos zu dramatiſieren, iſt
nicht neu. Schon der große Sophokles hat den Stoff dramatiſch
bear=
beitet, ja, er hat ſelbſt bei der Aufführung großen Beifall errungen in
der Rolle der phäakiſchen Königstochter mit ſeinem vollendeten Ballſpiel,
wofür die alten Griechen ſtets eine Vorliebe hatten. Fand man doch
unlängſt ſogar auf einem archaiſchen Relief des 6. vorchriſtlichen
Jahr=
hunderts ein deutliches Hockeyſpiel dargeſtellt!
Daß der Stoff des waſchenden Königskindes, vor dem plötzlich in
paradieſiſcher Nacktheit der Held Odyſſeus aus dem Geſtrüpp auftaucht,
um von der Prinzeſſin die erſte Hilfe zu erflehen, natürlich auch die
Komödiendichter der Antike gereizt hat, liegt auf der Hand; wir wiſſen
das von Philyllios und dem bekannteren Komödiendichter Eubulos. Auch
Goethe hat ſich für den entzückenden Stoff auf ſeiner Italienreiſe
be=
geiſtert, einige Szenen entworfen, dann aber freilich wenige Verſe als
Fragment hinterlaſſen. Genug freilich, daß Trentini in ſeiner
großan=
gelegten Goethebiographie ein ſpannendes Kapitel „Nauſikaa” ſchreiben
konnte, das kürzlich in der Kunſtwartbücherei geſondert erſchienen iſt.
Ziemlich unbekannt geblieben ſind die dramatiſchen Bearbeitungen neuerer
Dichter, wie Schreher, Hango und Anger, auch Bungerts Muſikdrama
iſt verſunben. Dagegen hat die Dichterin der Königskinder unter dem
Pſeudonym Ernſt Rosmer einen Roman Nauſikaa 1906 bei Fiſcher
er=
ſcheinen laſſen: Die bei Homer nur gerade angedeutete aufkeimende Liebe
zwiſchen Odyſſeus und der Prinzeſſin führt faſt zur Vermählung, als
der aus Ithaka eintreffende Bruder Nauſikaas durch Nachrichten aus der
Heimat den Odyſſeus forttreibt; beim Anblick des entſchwindenden
Schif=
fes ſtürzt ſich Nauſikaa ins Meer.
Auch die Maler haben ſich des reizvollen Stoffes bemächtigt: Schon
Polygnot hat im 5. vorchriſtlichen Jahrhundert eine Nauſikaa gemalt,
und einige Vaſenbilder ſprechen noch von der Beliebtheit des
Gegen=
ſtandes. In Deutſchland haben ſich die Nazavener daran verſucht, und
John Flaxmanns klaſſiziſtiſche Zeichnungen — als Illuſtrationen zu
Schwabs Sagen ſeitverbreitet — bieten zweimal Nauſikaa. Am
be=
kannteſten iſt wohl Prellers großes Gemälde, das den großen Augenblick
feſthält, da ſich der vielverſchlagene Held der ſtolzen Prinzeſſin näherr.
Eine Ballade von Geibel behandelt den Stoff in den
Spätherbſt=
blättern, und endlich hat Baumbach eine neckiſch= Bearbeitung gegeben:
Da trifft ein in ſeinen Homer vertieftes Schulmeiſterlein an Bachesrand
ein jugendliches Wäſchermädchen, dem er voll Begeiſterung die Nauſikaa=
Epiſode vorträgt. Sie zeigt die weißen Zähne — und ſagt: Ich heiße
Lene. Magiſterlein will ſie belehren, wird aber dabei zu dramatiſch:
Er warf ſich auf den Grund und ſchrie:
Erbarme dich, erbarme!
Dabei umſchlang er ihre Knie,
So wie ich dich umarme.
Magiſterlein die Magd umſchlingt,
Die Magd den naſſen Lappen ſchwingt —
Drob mußte ihm vergehen
Das Hören und das Sehen.
Dr. Ernſ. Majer=Leonhard, Frankfurt a. M.
* Börries von Münchhauſen
und die Ballade.
Zum 50. Geburtstag des Dichters, am 20. März
Das Balladenbuch von Börries Freiherr v. Münchhauſen
(Windiſchleuba b. Altenburg), das ſoeben im Verlag der
Deut=
ſchen Verlagsanſtalt Stuttgart erſcheint, iſt das große, gefammelte
Beweisſtück für die Behauptung, daß wir in dem Jubilar einen
unſerer beſten Balladendichter, ja vielleicht den einzig großen in
dieſer Gattung beſitzen. Münchhauſen hat den Begriff der
Bal=
lade einmal ſelbſt dahin definiert, daß ſie ein Gedicht iſt, deſſen
Weſen in der chara’teriſtiſchen Behandlung einer Handlung liegt.
Welches ſind nun aber die Erforderniſſe eines
Balladen=
ftoffes? Die Beantwortung dieſer Frage iſt gleichwichtig für jeden
Lyrikleſer wie für jeden jungen Menſchen, der ſich auf den
Pe=
gaſus ſchwingen möchte. Münchhauſen beantwortet dieſe Frage,
die er praktiſch oft durch die Tat belegte, theoretiſch alſo: Ein
Bal=
ladenſtoff muß neu ſein, oder durch neue Behanolung
intereſſie=
ren. Eine Erzählung der Sage vom Kaiſer Rotbart im
Kyffhäu=
ſer wird eine faſt unlösbare Aufgabe ſein. Der Stoff iſt zu
all=
bekannt, um uns zu intereſſieren. Wohl aber läßt ſich ihm durch
eine neue Auffaſſung auch ein neuer Reiz verleihen: Man kann
auch die ganze Sage als bekannt flüchtig erwähnen und ſie als
Sprungbrett für einen neuen Stoff, eine neue Parallele benutzen.
Die Sache bleibt aber in ihrer Wirkung immer problematiſch,
und wer einmal Dahns „Belagerung” geleſen hat und
ſchon Geibels „Schön Ellen” kannte, der weiß, was ein
Schiffbruch an den Klippen eines bekannten Stoffes heißt! Der
Stoff muß klar ſein, das iſt das zweite. Verwickelte politiſche
Verhältniſſe, ſchwierige Familienbeziehungen, die Roman und
Drama leicht auseinanderſetzen, verbieten ſich für die Ballade
von ſelbſt wegen der Knappheit des Raumes. Dieſe Knappheit
iſt eine der größten Schönheiten, einer der gefährlichſten Engpäſſe
für die Ballade. Die Scylla der Weitſchweifigkeit iſt nicht
ſchreck=
licher als die Charybdis der Unklarheit. Es iſt nicht jedermanns
Sache, ein Gedicht zwei=, dreimal zu beſen, ehe er hinter den
Zuſammenhang kommt, obwohl man bei der Ballade eigentlich
die wiederholte Lektüre vom Leſer verlangen kann. Es wird
ja auch nur der Laie glauben, ein Kunſwerk prima viſta in
allen ſeinen Feinheiten zu genießen, genießen zu können.
Be=
wunderungswürdig in ſeiner Klarheit, trotz ſchwieriger
Verhält=
niſſe, iſt Wildenbruchs „Hexenlied” während z. B. der Droſte
prächtiger „Geierpfiff” entſchieden beim erſten leſen unklar wirkt.
Bei Gelegenheit dieſer Paradigmata ſei erwähnt, daß ſie beide
auch Schwächen zeigen. Im „Hexenlied” wird, um nicht zwei
hiſtoriſch getrennte Teile machen zu müſſen, die Hauptgeſchichte
vom Dichter dem Beichtvater in den Mund gelegt, der ſie
wie=
derum mit den Worten des Bruders Medardus erzählt, der
ſeinerſeits lange Paſſagen mit den Worten des verurteilten Mäd=
Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 20. März 1924,
Seite 3.
Keine Schiffsbaſis in Singapore.
Macdonalds Begründung des Regierungsbeſchluſſes.
London, 19. März. Das Oberhaus hat mit 58 gegen 18
Stimmen eine Reſolution Lord Curzons angenommen, in der
der Verzicht des Kabinetts auf die Errichtung einer
Schiffsbaſis in Singapore erklärt wird.
Weiter gab der Premierminiſter eine nähere
Erläute=
rung über den Beſchluß der Regierung und ſagte, Singapore
habe bereits eine ſehr zwveckmäßige Werft. Es ſei vorgeſchlagen
worden, dieſe auszubauen, um ſie in den Stand zu ſetzen, gewiſſe
Zwecke zu erfüllen. Er gebe zu, daß ein derartiger Ausbau nicht
im Widerſpruch mit irgendeinem Abkommen, das in Waſhington
abgeſchloſſen ſei, ſtehe, und daß die Regierung, wenn ſie die Pläne
fortſetzen würde, ſich keines Widerſpruchs und keiner Verletzung
einer der Uebereinkünfte von Waſhington ſchuldig machen würde.
Es ſei vollkommen klar geſagt, daß Singapore von dem
Waſhingtoner Abkommen nicht berührt werde.
Macdonald ſagte weiter, aus marinetechniſchen Erwägungen
würde Singapore bei dem Bau einer großen Werft in erſter
Linie in Frage kommen. Die Regierung habe das ganze Projekt
geprüft und habe die Angelegenheit von einem großzügigen
Standpunkte aus betrachtet und beſchloſſen, den Plan nicht
fort=
zuſetzen. Sie ſei überzeugt geweſen, daß, wenn ſie es getan haben
würde, dieſes Auftreten einen ſehr nachteiligen Einfluß auf die
allgemeine auswärtige Politik Großbritanniens ausgeübt hätte.
Die Regierung ſei für eine Politik
internatio=
naler Zuſammenarbeit durch einen ſtärkeren und
aus=
gedehnteren Völkerbund und für die Regelung von Streitigkeiten
durch Verſöhnung und Schiedsſpruch, ſowie Schaffung von
Be=
dingungen, die eine allgemeine Uebereinkunft zur Beſchränkung
der Rüſtungen möglich machen. Wie er in einem Brief an
Poincaré dargelegt habe, müſſe es inzwiſchen Aufgabe der
Regierungen ſein, das Vertrauen zu ſtärken, und dieſe Aufgabe
könne allein dadurch erfüllt werden, daß man das Mißtrauen
und die Beſorgnis, die auf internationalem Gebiete beſtänden,
vermindere. Der Ausbau des Flottenſtützpunktes in Singapore
würde die Schaffung dieſes Vertrauens verhindern und die
guten Abſichten Großbritanniens verſchleiern. Auſtralien,
Neu=
ſeeland und Neufundland wünſchten und drängten bei der
Re=
gierung darauf, daß mit dem Ausbau von Singapore
fortgefah=
ren werde. Die auſtraliſche Regierung ſei, obwohl ſie ihre
herzliche Sympathie mit der internationalen Politik der
briti=
ſchen Regierung bezüglich der Verſöhnung und
Rüſtungsein=
ſchränkung bezeuge, der Anſicht, daß das Aufgeben des
Singa=
pore=Planes dieſe Politik nicht underſtützen, ſondern ſie
gefähr=
den würde, da eine Verminderung der Beweglichkeit der
Flot=
ten den britiſchen Einfluß vermindern würde. Neuſeeland
ſei ebenfalls der Meinung, daß die Intereſſen des britiſchen
Rei=
ches gefährdet würden, wenn die britiſchen Großkampfſchiffe nicht
imſtande ſein würden, in dieſen Gewäſſern zu operieren, und
daß die Zeit noch nicht gekommen ſei, wo man ſich allein auf den
Einfluß des Völkerbundes im Intereſſe des Friedens verlaſſen
dürfe. Sowohl Auſtralien als auch Neuſeeland hätten zu
er=
kennen gegeben, daß ſie bereit ſeien, für die Entwickelung des
Marineſtützpunktes Beiträge zu leiſten. Demgegenüber habe
General Smuts, der ſüdafrikaniſche Premierminiſter, die
Po=
litik der britiſchen Regierung einen mutigen Fortſchritt in bezug
auf einen dauernden Frieden genannt. Er ſei der Anſicht, daß
das Anſehen der britiſchen Regierung als Vorkämpferin für die
große Sache des Weltfriedens und der Verſöhnung unter den
Nationen durch den Bau eines Stützpunktes in Singapore
ernſt=
lich untergraben würde. Die Regierungen von Kanada,
In=
dien und Südirland hätten davon Abſtand genommen, ihr
Urteil auszuſprechen. Macdonald betonte, daß die britiſche
Re=
gierung ein erhebliches Maß vom Sympathiebezeugung der
Do=
minions mit ihrer internationalen Politik erhalten habe, wenn
auch nicht alle Teile des Reiches ſich imſtande geſehen hätten, die
Methoden, nach denen die Regierung glaubt, ſie ausführen zu
müſſen, zü beſtätigen. Die Pläne der Verteidigung müßten fich
nicht mit dem beſchäftigen, was in 20 Jahren geſchehen könnte,
ſondern mit den Forderungen des Augenblicks.
Unter Verbündeten.
TU. London 19. März. Die engliſchen Zeitungen geben in
ziemlich großer Aufmachung Nachrichten wieder, daß Belgien in
Zee=
brügge die Befeſtigung und die Unterſeeboothäfen der Deutſchen
über=
nommen habe und zu einem Kriegshafen ausbauen werde. In engliſchen
Blättern wird dieſer Plan als eine Folge des geheimen
franzöſiſch=
belgiſchen Vertrags bezeichnet, nach dem an der belgiſchen Küſte für die
franzöſiſche Flotte ein Stützpunkt errichtet werden ſoll, für einen evtl.
Krieg mit England.
chens anführt. Dadurch wird eine unerfreuliche Perſpektive von
indirekt=direkten Reden geſchaffen, welche die Lebendigkeit ſtark
beeinträchtigt. Wir ſehen alles wie durch verſchiedene,
hinterein=
ander ſtehende Gläſer. Und der „Geierpfiff” ermangelt der
inneren Abrundung und Geſchlofſenheit. Die iſt das dritte der
Erforderniſſe des Stoffes. Es müſſen ſich Beziehungen zwiſchen
Aufang und Schluß knüpfen, die Kette der Handlung darf keine
Lücke zeigen. Und dieſe Verbindung darf keine äußerliche ſein,
wie im „Geierpfiff”. Was würden wir zu einem Drama ſagen,
in dem, wie in den Schickſalsdramen, durch die Zufälligkeit
eines Vogelrufes die Handlung ihren Antrieb erhält! Mir kann
die wundervolle Schilderung der erſten Strophen dieſen für
mein Gefühl unerträglichen Sprung nicht gut machen.
Das letzte iſt: Der Stoff darf nicht anekootenhaft ſein. Es
iſt nicht leicht, den Unterſchied zwiſchen der aus einer Anekdote
und der aus einem würdigen Stoff entſtandenen Ballade
theo=
retiſch feſtzulegen, aber wir ſind ja glücklicherweiſe nicht erſt
theoretiſch, ſondern zunächſt praktiſch mit unſerem Gefühle bei
der Beurteilung äſthetiſcher Fragen tätig. Und fühlen wird
jeder dieſen Unterſchied. Die Anekkdote iſt witzig, ſie gibt eine
ſcharfe Pointe, ſie iſt vom Verſtande diktiert. Der Stoff muß
ruhiger ſein wie ſie, er iſt geſchloſſen, auch ohne Pointe, und er
berückſichtigt mehr das Gefühl wie jene. Unter den „Alte Fritz=
Grenadieren” von Fontäne iſt eins, das mit den Worten ſchließt:
„Nee Fritze, nichts von Bedrug,
Für fufzehn Pfennige is’s heute genug.”
Das iſt das glänzende Beiſpiel einer gereimten Anekdote,
wie denn überhaupt das Feuilletoniſtiſche, zu dem das „
Döhn=
chen” gehört, immer Fontanes Gefahr in der Ballade geweſen
iſt. Jede Ballade muß ihren Gipfelpunkt haben, aber es darf
keine Pointe daraus werden. Daher ſind Balladen, die mit
einem Witze ſchließen, immer ſchon mit mißtrauiſchen Augen
anzuſehen.
* Ludwig Hoffmann.
Unſer Landsmann, der Stadtbaurat Ludwig
Hoff=
mann, der langjährige Leiter des Berliner Bauweſens, iſt bei
ſeinem Uebertritt in den Ruheſtand von der Stadt Berlin
zum Ehrenbürger ernannt worden. Nach Berliner
Blättern iſt er der erſte in ſeiner Art. Denn bisher hat es zwar
Ehrenbürger der Hauptſtadt oder ihrer Vororte gegeben, aber
keinen der erſt unter der Republik entſtandenen Geſamtgemeinde.
Alſo macht der gute Name Hoffmann Epoche. In der Tat, mit
der Ehre, die ihm Groß=Berlin verlieh, ehrt es ſich ſelbſt. Denn
er iſt nicht bloß ein begnadeter Künſtler, ſondern ein
auserleſe=
ner Menſch. Wo immer er ſchuf, ob Schule, ob Stadthaus, ob
Krankeuhaus, ob Muſeum, ob Standesamt, ob Altersheim, da
wußte er nicht nur das Auge zu erfreuen, ſondern die Seele zu
erheben. Alles Können galt ihm wenig ohne die Liebe. Und
weil ihn die Liebe regierte, erwarb er ſich aller Herzen, auch derer
ſchließlich, die ihn urſprünglich befehdeten oder beneideten. Wie
Das franzöſiſch=tſchechiſche
Geheimabkommen.
Beneſch ſeugnet ab.
* Wir veröffentlichten geſtern das franzöſiſch=tſchechiſche
Ge=
heimabkommen, welches den weſentlichen Beſtandteil jenes
ſei=
nerzeit abgeſchloſſenen franzöſiſch=tſchechoſlowakiſchen Bündniſſes
bildet. Es war ſelbſtverſtändlich vorauszuſehen, daß die
Ver=
öffentlichung dieſes Geheimabkommens in der ganzen
europä=
iſchen Welt viel Staub aufwirbeln würde. Ueberraſchen kann es
eigentlich nur, daß die franzöſiſchen und tſchechoſlowakiſchen mehr
oder weniger offiziellen Dementis recht lahm, widerſpruchsvoll
und ungeſchickt ſind. Die ganz allgemeine Erklärung, daß es keine
geheimen Verträge zwiſchen Frankreich und der Tſchechoſlowakei
gebe, wird ſinngemäß ergänzt durch die Behauptung, daß es ſich
um eine Fälſchung handele. Dabei handelt es ſich bei der
Ver=
öffentlichung gar nicht um einen „Vertrag”, ſondern um „
Dekla=
rationen” zu einem Vertrag und um ein „Protokoll”. Wir geben
nachſtehend eine Reihe von Meldungen wieder:
Berlin, 19. März. Die tſchechiſche Geſandtſchaft in Berlin
teilt zu der Veröffentlichung der angeblichen geheimen.
Ab=
machungen zwiſchen der Tſchechoſlowakei und Frankreich mit, daß
ein ſolcher Geheimvertrag zwiſchen den beiden Staaten nicht
be=
ſteht. Die veröffentlichten Dokumente ſeien Fälſchungen.
Außen=
miniſter Dr. Beneſch werde in der heutigen Sitzung des
Aus=
wärtigen Ausſchuſſes in Prag eine dienſtliche Erklärung abgeben.
Prag, 19. März. Die Mitteilungen über einen
franzöſiſch=
tſchechiſchen Geheimvertrag wurden im Ausſchuß für
Auswär=
tiges auf eine Anfrage des deutſchen Abgeordneten Kafka
ſei=
tens des Miniſters des Aeußern Dr. Beneſch als eine plumpe
Fälſchung bezeichnet. Der Miniſter erklärte, daß es ihm
eigent=
lich widerſtrebe, auf eine ſo unſeriöſe Sache zu antworten. Wer
den angeblichen Geheimvertrag aufmerkſam durchgeleſen habe,
mußte auf den erſten Blick erkennen, daß es ſich hier um eine
plumpe Fälſchung handelte.
TU. Paris 19. März. Die Veröffentlichungen über die
Abmachungen zwiſchen Frankreich und der Tſchechoſlowakei
wer=
den noch nicht in allen franzöſiſchen Zeitungen erwähnt. Die
Zeitungen, welche die Meldungen aus Berlin bringen, „
demen=
tieren” die Mitteilungn. Einige nationaliſtiſche Blätter geben
ihren Bemerkungen eine verletzende Form, die deutlich zeigt, wie
peinlich den franzöſiſchen Nationaliſten dieſe Aufklärungen ſind.
TU. London 19. März. Aus den Veröffentlichungen
über den franzöſiſch=tſchechiſchen Geheimvertrag werden in einer
Reihe hieſiger Blätter Auszüge von ihren Korreſpondenten
mit=
geteilt. Redaktionelle Beſprechungen liegen noch nicht vor. Nur
der Daily Herald bemerkt, daß er ſchon im September vorigen
Jahres auf ein Geheimabkommen antideutſcher Art zwiſchen
Frankreich und der Tſchechoſlowakei hingewieſen habe.
Unter der Vorausſetzung, daß die Dokumente echt ſeien,
ſchreibt der Vertreter des Daily Chronicle, würden ſie ein höchſt
bezeichnendes Licht auf die Tätigkeit Frankreichs in der
Tſchecho=
ſlowakei und in Jugoſlawien werfen. Hiernach ſcheine es, daß
der franzöſiſche Verſuch, die Jugoſlawen für die Alliierten zu
gewinnen, endgültig fehlgeſchlagen ſei.
Budapeſt, 19. März. Die Enthüllungen über den
tſchechiſch=
franzöſiſchen Geheimvertrag erregen in politiſchen Kreiſen
leb=
haftes Aufſehen. In den Wandelgängen des Parlaments
ver=
lautet, daß die Oppoſition über die Enthüllungen eine
Inter=
pellation einzubringen gedenke.
Rom, 19. März. Die Morgenzeitungen bringen die
Ent=
hüllungen über die franzöſiſch=tſchechiſchen Geheimabkommen in
der Uebertragung der Agentur Stefani, wodurch ihre Wichtigkeit
beſonders betont wird. Kommentare werden noch nicht
ver=
öffentlicht. In politiſchen Kreiſen finden die Enthüllungen die
allerſtärkſte Beachtung.
Cin offiziöſes Pariſer Oementi.
Paris 19. März. (Wolff.) In einem offiziöſen Dementi
werden die Mitteilungen über ein Geheimabkommen zwiſchen
Frankreich und der Tſchechoſlowakei für von Anfang bis zu Ende
erfunden bezeichnet. Es beſtehe in dieſer Hinſicht zwiſchen
Frank=
reich und der Tſchechoſlowakei kein anderes Abkommen, als der
Vertrag vom 25. Januar 1924, der veröffentlicht und ſoeben dem
Völkerbund mitgeteilt worden ſei.
wußte er nicht, ein Meiſter der Diplomatie, ſeine Pläne immer
durchzuſetzen; eine Fülle Anekdoten ließe ſich darüber berichten.
Aber letzten Endes hatte er nur Erfolg, weil er recht hatte. Er
wurde Geheimer Baurat, Maximiliansritter, erhielt den Orden
„Pour le Mérite” und ſah ſich als Schöpfer der grandioſen Aera
Hoffmann überall gefeiert. Jetzt kommt das neue Ehrendiplom
zu ihm — und läßt ihn auch noch dieſe Laſt zu anderen tragen!
Auch für unſere Vaterſtadt iſt es eine Ehre, daß der erſte
Ehrenbürger Groß=Berlins ein geborener Darmſtädter iſt.
Profeſſor Dr. theol. Emil Knodt +
Am 1. März ſtarb im Pfarrhaus ſeines jüngſten Sohnes
der langjährige Direktor des Naſſauiſchen Predigerſeminars in
Herborn, D. Kuodt. Als Sohn eines heſſiſchen Pfarrhauſes
am 23. Juli 1852 in Eppelsheim geboren, ein Schüler von
To=
bias Beck und Wichern, war er 1878 bis 1883 Pfarrer einer
Odenwaldgemeinde in Rothenburg, folgte dann einem Ruf als
Pfarrer nach Münſter in Weſtfalen und wurde 1898 als Direktor
und Profeſſor des Theologiſchen Seminars nach Herborn
be=
rufen, beim Philippsjubiläum 1904 Ehrendoktor der
Kurheſſi=
ſchen Univerſität Marburg. Seine Tierſchutzſchriften aus den
80er Jahren ſind über die ganze Welt verbreitet, und in alle
Sprachen überſetzt worden, ſeine dadurch angeknüpften
Bezie=
hungen nach England und Amerika haben dem Naſſauiſchen
Predigerſ minar in den Notzeiten große Dienſte getan.
Zuſam=
men mit Bodelſchwingh begründete er 1889 die Konferenz für
Jrrenſeelſorge und war ihr erſter Vorſitzender, ebenſo
Vorſtands=
mitglied der Gießener Theologiſchen Konferenz und
ſtellvertre=
tender Vorſitzender der Naſſauiſchen Synode. Außer den
ge=
nannten humanitären Schriften und zahlreichen Abhandlungen
in „Halte, was du haſt” „Zeitſchrift für poſitive Union”, „
Jahr=
buch des Vereins für evangeliſche Kirchengeſchichte in der Mark”
hat er viele Einzelſchriften veröffentlicht, ſo über Calvin, Wichern,
Troſtbücher bei Todesfällen, Lebensbilder und viele Beiträge
zur Naſſauiſchen Kirchengeſchichte. Seit 1. April 1923 im
Ruhe=
ſtand, hat er über 200 naſſauiſche Geiſtliche in 25 Jahren
ausge=
bildet. Bei aller akademiſchen Tätigkeit ſtand er mitten im
Ge=
meindeleben ſeiner Stadt und des Landes drin und war als
„Vater Knodt” bei Jung und Alt hoch verehrt. Die wiederholte
Bitte weiter Kreiſe, ihn als Landesbiſchof an der Spitze der
Naſſauiſchen Kirche zu ſehen, hat er im Hinblick aufſein Alter
wiederholt abgelehnt. Er war ein Bruder des bekannten
Dich=
ters Pfarrer Karl Ernſt Knodt.
Die Kirche und der Kampf am Rhein
iſt der Titel eines ſehr intereſſanten Aufſatzes in der Nr. 24 des „
Da=
heim”. Es wird geſchildert, wie die Franzoſen hofften, die katholiſche
Geiſtlichkeit auf ihre Seite zu ziehen — natürlich vergeblich. Dann fährt
der Verfaſſer fort:
Als die Franzoſen zur Einſicht kamen, daß ſie die Prieſter nicht zu
Freunden hatten, gingen ſie auch gegen dieſe mit rückſichtslolen Mitteln
Das Kredit=und Reparationsproblem.
Maßvoller Optimismus in Waſhington.
TU. London, 19. März. Der Berichterſtatter der Times
in Waſhingten beſtätigt heute, daß die amerikaniſche Regierung
Kenntnis gehabt haben müßte von beſtimmten politiſchen
Zu=
geſtändniſſen Frankreichs in der Reparationsfrage, bevor ſie ſich
dazu entſchloſſen hat, zum erſten Male ſeit zwei Jahren nicht
gegen ein Kreditanſuchen einer ausländiſchen Macht zu
inter=
venieren. In amtlichen Kreiſen in Waſhington verfolgt man
die neue Entwickelung der Reparationsfrage mit einem
maß=
vollen Optimismus.
Die Weſtminſter Gazette ſchreibt, daß Poincaré die
Zuſage=
gegeben haben ſoll, die Vorſchläge der Sachverſtändigenausſchüſſe
anzunehmen. Auf Grund dieſer Vorſchläge dürfte der Verſuch
gemacht werden, eine Anleihe von 1 Milliarde Goldmart für
Deutſchland aufzulegen, von der Frankreich und Belgien einen
erheblichen Teil erhalten würden.
Konferenz= und Anleihepläne.
London, 19. März. (Wolff.) Der Waſhingtoner
Bericht=
erſtatter der Morning Poſt ſchreibt: Nach der dort
herrſchen=
den Anſicht ebnet die Morganſche Anleihe für
Frank=
reich den Weg für eine Reihe internationaler Konferenzen, an
denen die Vereinigten Staaten teilnehmen würden. Morgan
habe eine Konferenz mit Staatsſekretär Hughes gehabt,
be=
vor die Mitteilung über die Kredite an Frankreich erfolgt ſei.
Es werde berichtet (dies könne jedoch nicht offiziell beſtätigt
wer=
den), daß Morgan Hughes mitgeteilt habe, er habe Grund zu
der Annahme, daß die franzöſiſche Regierung die
Anempfehlun=
gen des Dawes=Ausſchuſſes annehmen werde. Dem
Berichterſtatter zufolge ſteht das Staatsdepartement durch die
Liplomatiſchen und anderen Kanäle in enger Fühlung mit den
Ereigniſſen in Paris und teilt, wie angenommen wird,
Mor=
gans Optimismus über das erfolgreiche Ergebnis der
Verhand=
lungen. Wenn der Dawesſche Bericht angenommen werde, ſo
folge von ſelbſt, daß Deutſchland eine Anleihe erhalten
müſſe, und daß Amerika erſucht würde, dabei mitzuwirken. Wie
der Berichterſtatter der Morning Poſt ſchreibt, ſind ſeit mehr als
einem Jahre einflußreiche Kreiſe nachdrücklich der Anſicht ge
weſen, daß eine Konferenz nicht nur zur Erwägung der
Wirt=
ſchaftsfrage, ſondern wahrſcheinlich auch zu einer weiteren Ver
minderung der Rüſtungen zur See, einſchließlich der U=
Boot=
kreuzer und der Luftfahrzeuge, auf der die Vereinigten Staaten
offiziell vertreten ſein müßten, unvermeidlich ſei. Wenn der
Dawesſche Bericht angenommen werde und eine Anleihe für
Deutſchland vereinbart werden könnte, ſo werde nach Anſicht
dieſer Kreiſe eine Konferenz ſicher folgen. Nach der Meinung
des Berichterſtatters müſſe jedoch zuerſt das Ergebnis der Wahlen
abgewartet werden.
Dr. Schacht vor dem Währungsausſchuß.
TU. Paris, 20. März. Die Verhandlungen Dr. Schachts
mit dem Währungsausſchuß betreffen biher ausſchließlich die
Gründung der Goldnotenbank. Dr. Schacht wurde geſtern von
11,30—1,10 Uhr vom Währungsausſchuß angehört. Er wird
ſich heute ioieder vor ihm einfinden. Die Beſprechungen ſind
noch nicht abgeſchloſſen und dürften ſich vermutlich die ganze
Woche hinziehen. Inwieweit die Meldungen amerikaniſcher
Blät=
ter, wonach der Cunoſche Plan vom Mai v. J. von den
Sachver=
ſtändigen zum Ausgangspunkt neuer Beſprechungen benutzt
wer=
den ſoll, richtig ſind, wird von der Umgebung Dr. Schachts
vor=
läufig nichts mitgeteilt. Im übrigen hat der Währungsausſchuß
geſtern vormittag auch die Eiſenbahnſachverſtändigen
vernom=
inen. Der Redaktionsausſchuß hat geſtern vormittag die
Aus=
arbeitung des Entwurfs zu dem Bericht, den das Komitee der
Republik zuſtellen wird, fortgeſetzt. Am Vor= und Nachmittag
hat das zweite Sachverſtändigenkomitee unter dem Vorſitz Mac
Kennas über die Einſetzung und die Aufführung der deutſchen
Auslandsguthaben ſeine Beratungen fortgeſetzt.
Die Reichstagswahlen im beſetzten Gebiet zugelaſſen
Berlin, 19. März. Die Interalliierte
Rheinlandkommiſ=
ſion hat die Verordnung der Reichsregierung vom 14. März 1924
über die Neuwahlen für die beſetzten Gebiete zugelaſſen. Ueber
die Durchführung der Wahlen ſelbſt, über die Sicherung der
Wahlfreiheit uſw. ſchtveben noch beſondere diplomatiſche
Ver=
handlungen.
vor. Als der Biſchof von Speher, um Ausſchreitungen zu verhüten, die
nächtliche Weihnachtsmeſſe auf fünf Uhr morgens verlegen wollte,
ver=
langte General de Metz im ſchroffen Ton, daß der Gottesdienſt um
Mitternacht ſtattfände und drohte, er werde den ganzen Dom
requirie=
ren, wenn der Biſchof auf ſeiner Weigerung beſtehen bliebe. Bei dem
Biſchof Dr. Bornewaſſer in Trier erſchien eines Tages eine Abordnung
franzöſiſcher Offiziere, um ihn aus dem biſchöflichen Palais in ein Kloſter
abzuführen. Sein „Verbrechen” beſtand darin, daß er in einer
Verſamm=
lung von Geiſtlichen mitgeteilt hatte, einer kranken Frau ſei der Befehl
zugegangen, in zwanzig Minuten die Wohnung zu räumen. Der Biſchof
legte den biſchöflichen Ornat an, trat, mit Mitra und Stab geſchmückt,
vor die franzöſiſchen Offiziere und forderte ſie auf, ihn ſo abzuführen.
Verdutzten Geſichtes verließen die Herren den Biſchof, ſo wagten ſie es
doch nicht, ihren Befehl auszuführen. In Trier wurden zwei katholiſche
Geiſtliche bei der „Säuberung” der Straßen mit dem Säbel geſchlagen.
Höhniſch rief man ihnen zu: „Wir werden euch die Kutte ſchon
aus=
ziehen.” Auf die Beſchwerde des Biſchofs hierüber ward ihm
geant=
wortet: „Ihr Schreiben iſt mir ein wertvolles Dokument für die
wahr=
haft vornehme Mäßigung, mit der meine Elitetruppen bei den letzten
Vorfällen vorgegangen ſind.” In Alzen und Gaualgesheim wurden aus
dem Gottesdienſt heraus Perſonen feſtgenommen und ausgewieſen, die
der Einſegnung ihrer Kinder beiwohnten. In Recklinghauſen wurden die
Gläubigen, die aus der Kirche kamen, von einem Trupp bewaffneter
Franzoſen mit Kolbenſtößen und Peitſchenhieben auseinandergejagt und
gezwungen, franzöſiſche Aufrufe anzukleben. Vom Polizeigericht in Eſſen
wurde der evangeliſche Pfarrer Seiler, Leiter des Rheiniſchen
ebangeli=
ſchen Preßverbandes, zu einem Jahr Gefängnis und 500 Goldmark
ver=
urteilt. In den Geſchäftsräumen des Angeſchuldigten waren zum
Ein=
ſtampfen beſtimmte Abzüge der Rede des früheren Reichskanzlers Cuno
über die Bilanz des Ruhreinbruchs aufgefunden torden. Pfarrer Hartz
wurde verhaftet, weil er vor acht Monaten in einer Sitzung vor dem
Ankauf von Holz gewarnt hatte, das von den Franzoſen beſchlagnahmt
worden war. Pfarrer Schmidt in Bochum wurde „wegen ſchwerer
Be=
leidigung des franzöſiſchen Volkes und ſeiner Beſatzungstruppen” zu drei
Monaten Gefängnis und hundert Mark Strafe verurteilt, nur weil er
den Ruhr=Reiſebericht eines Züricher Biſchofs in ſeinem Gemeindeblatt
wiedergegeben hatte.
Zahllos ſind die Beiſpiele, die von ſolchen Gewalttaen der
Fran=
zoſen gegen die Diener der Kirche berichten; am härteſten wirken die
Aus=
weiſungen evangeliſcher und katholiſcher Pfarrer, die jetzt — trotz
Auf=
gabe des paſſiven Widerſtandes — zunehmen! Und dieſe Ausweiſungen
fanden in der denkbar ſchroffſten Form ſtatt: Pfarrer Brauneck wurde
aus dem Religionsunterricht an der höheren Mädchenſchule in Eſchweiler
herausgeholt und im Auto über die Grenze gebracht, ohne daß er
vor=
her ſein Haus betreten durfte. Sechzehn Geiſtliche wurden zu hohen
Geldſtrafen verurteilt, weil ſie in ihrer Kirche die von den
Kirchenbehör=
den angeordnete Kollekte für die Notleidenden im Ruhrgebiet
eingeſam=
melt hatten. Die Gottesdienſte wurden durch Spitzel oder Offiziere
überwacht, die mit der Reitpeitſche unter dem Arm gegenüber der
Kan=
zel Platz nahmen.
Neben dieſen für das Verhalten unſerer Feinde ſo charakteriſtiſchen
Ausführungen, in die ſich jeder vertiefen ſollte, gedenkt das „Daheim” in
Nr. 24 noch eines Rheinländers: Friedrich Wilhelm Dörpfelds, deſſen
Geburtstag ſich zum hundertſten Male am 8. März jährt. Dieſes
bhn=
brechenden Schulmanns, der wirklich wußte, was „ſozial” heißt, ſollten
ſich jetzt recht Viele erinnern, wo Jugenderziehung und Ertüchtigung die
Hauptaufgaben unſeres Volkes ſind. Ein reich bebildeter Aufſatz über
Keramik und eine Fortſetzung der Erinnerungen an zwei Kaiſerinnen
von Frau Dr. Hehl machen die vorliegende Nummer weiterhin lehrreich
und intereſſant.
Mummer B0.
Darmſtädter Tagblatt, Tonnerstag, den 20. März 1922.
Seite X.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 20. März.
„Preſſefeſt Darmſtadt 1924‟.
Das ſchon ſeit zwei Jahren in Ausſicht genommene
Preſſe=
feſt, deſſen Veranſtaltung ſeinerzeit wegen der Ungunſt der
Ver=
hältniſſe verſchoben werden mußte, ſoll nunmehr, wie wir
mit=
teilen können, beſtimmt am Samstag, den 5. April d. J., in
Darmſtadt ſtattſinden.
Das „Preſſefeſt Darmſtadt 1924” wird veranſtaltet
von der Landesgruppe Heſſen des Reichsverbandes der
deut=
ſchen Preſſe zum Beſten der Wohlfahrtseinrichtungen dieſes
Verbandes. Ueber Einzelheiten der Veranſtaltung werden
Mit=
teilungen in allernächſter Zeit erfolgen. Nur ſoviel darf heute
ſchon geſagt werden, daß ſowohl die Mitwirkung zahlreicher
allererſter Künſtlerinnen und Künſtler wie auch der ganz
neu=
artige geſellſchaftliche Rahmen des Feſtes ſtarkes Intereſſe
er=
regen dürften. Als Feſtlokal iſt, ſchon das gibt dem Feſt einen
beſonderen Rahmen, das Ausſtellungshaus, die
Feſt=
ſäle im Olbrichtempel auf der Mathildenhöhe, in Ausſicht
ge=
nommen.
Die Wiederaufnahme des Preſſefeſtes unter Mitwirkung der
Künſtlerſchaft werden Darmſtadt, falls der erſte Verſuch
Wie=
derholung rechtfertigt, woran nicht zu zweifeln iſt, wieder
all=
jährlich eine Geſellſchaftsveranſtaltung ſichern, die wie in
früheren Jahren den hervorragendſten Platz im
geſellſchaftlich=
künſtleriſchen Leben der Landeshauptſtadt einnehmen ſoll.
— Aus dem Staatsdienſt entlaffen wurde am 13. März 1921 der
Kanzleiaſſiſtent Wilhelm Dambier, zu Philippshoſpital.
Rektor und Senat der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt haben
auf einſtimmigen Antrag der Abteilung für Elektrotechnik Herrn
Stadt=
rat Dipl.=Ing. Xader Mayer, Direktor des Großkraftwerkes Stettin
A.=G., in Stettin, in Anerkennung ſeiner hervoragenden Verdienſte um
die Elektrizitätsverſorgung Deutſchlands die Würde eines Doktor=
Ingenieurs Ehrenhalber verliehen.
Techniſche Hochſchule. Profeſſor Dr.=Ing. Viktor Blaeß wurde
ein ehrenvoller Nuf an die Techniſche Hochſchule in Brünn in Ausſicht
geſtellt. Den Bemühungen des Landesamts für das Bildungsweſen iſt
es gelungen, dieſen hervorragenden Gelehrten unſerer Techniſchen
Hoch=
ſchule zu erhalten.
— Julius=Weismann=Konzert. Am Samstag, den 22. März, ſpielt
der Freiburger Komponiſt Julius Weismann unter Mitwirkung
von Hans Hoefflin und Otto Drumm im Kleinen Haus eigene
Kompoſitionen. Zur Aufführung gelangen: Eine Sonate in Fis=Moll
für Violine und Klavier, Variationen und Fuge über ein altes Abe
Maria für Violine und Klavier, und Bagatellen für Klavier. Haus
Hoefflin ſingt 6 Lieder von Julius Weismann. Der Abend bildet den
erſten Abend eines Kammermuſik=Gaſtſpielzyklus. Weitere Abende in
dieſem Zyklus ſind: Donnerstag, den 27. März, ſpielt das Amar=
Quartett und Anfang Mai das Roſe=Quartett. Der
Vor=
verkauf von Zykluskarten für alle drei Abende findet heute, Donnerstag,
und morgen, Freitag, an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes ſtatt.
Preiſe: 7—15 Mk.
— Spielplauänderung. Die für Samstag, den 22. März, im Großen
Haus angekündigte Aufführung von Shakeſpeares „König Lear”
kann nicht ſtattfinden. Das Große Haus bleibt an dieſem Abend
ge=
ſchlofſen.
Marſchners Oper „Hans Heiling” kommk am Sonntag, den
23. März, von Guſtav Hartung neu einſtudiert und inſzeniert, zum
erſten Male zur Aufführung. Die Titelrolle ſingt Johannes Biſchoff.
— Der heutigen Aufführung von Mozarts „Gärtnerin aus Liebe‟,
geht die Erſtauführung ſeines Schäferſpiels „Baſtian und
Baſtienne” voraus. Es wirken mit: Eugenie Stephanowa
(Baſtian), Paula Kapper (Baſtienne) und Walter Hagner (Colgs).
— Stähtiſche Akadewie für Tonkunſt. Es ſei nochmals auf den
heute (Donnerstag), abends 8½ Uhr, im Saale der Städtiſchen
Aka=
demie ſtattfindenden Vertragsabend der Geſangsklaſſen von Fräulein
Mathilde Weber aufmerkſam gemacht. Das Programm ſetzt ſich
zuſam=
men aus Solovorträgen (Lieder und Arien), Terzetten, Quartetten und
Frauenchor. Karten zu 0,75 Mk. im Sekretariat der Städtiſchen
Akademie.
— Bühnenvolksbund. Der ausgezeichnete Literaturkenner Geh.
Ober=
ſchulrat Prof. Dr. Bieſe iſt von uns zu einem Vortragsabend über
„Grillparzer” gewonnen worden. Er will keinen literariſchen
Aus=
ſchnitt, ſondern ein lebendiges Bild des Dichters geben. Bieſe iſt aus
ſeinen Vorträgen bei der Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen
Gymnaſiums bekannt und bedarf keiner Empfehlung. Vorverkauf bei
Chriſtian Arnold am Weißen Turm. (S. Anz.)
0 Nentnerbund. Auf das Erſuchen um Rücknahme der
Kün=
digung der Darmſtädter Vorkriegsanleihen hat die
Stadtverwaltung ablehnend geantwortet. Würde die Kündigung
zurückgenommen, ſo müſſe die Stadt in abfehbarer Zeit den
Zinſen=
dienſt in irgend einer Weiſe wieder aufnehmen und für die geſamten
Anleihen neue Zinsſcheinbogen drucken. Die alten Anleihen beſtünden
aber zum größten Teil in Schuldverſchreibungen über 200 und 500 Mk.
Einer vollen Auszahlung der Zinſen in Goldmark ſtünden die
Beſtim=
mungen der dritten Notverordnung entgegen, eine Zahlung in
Papier=
mark ſei zwecklos und techniſch unmöglich. Die Beſchaffung des Paviers
und der Druck der Zinsſcheine würde heute bedeutend mehr koſten, als
dem Gläubiger an Zinſen gegeben werden könnte. Hierzu kämen noch
die hohen Bekanntmachungskoſten bei Ausloſungen, und die noch viel
höheren Verwaltungskoſten bei Einlöſung, Nachprüfung und
Verrech=
nung der Zinsſcheine. Alles dies laſſe es nicht rätlich erſcheinen, die
einmal ausgeſprochene Kündigung zurückzunehmen. Im übrigen ſteht
jedoch die Stadtverwaltung auf dem Standpunkt, daß dem
Gläu=
biger die gekündigten Schuldverſchreibungen
auf=
gewertet zurückzuzahlen ſeien. Ueber die Höhe der Aufwertung
und den Zeitpunkt könne ſie ſich jedoch noch nicht feſtlegen, da die
geſetz=
lichen Zwangsvorſchriften und zurzeit auch die finanziellen Verhältniſſe
der Stadt eine beſtimmte Formulierung nicht zuließen.
— Turngemeinde Befſungen 11865 e. V., Darmſtadt. Der am
Samstag, den 8. März I. J., veranſtaltete Unterhaltungsabend hatte ſich
eines Rieſenerfolges zu erfreuen. Die Leitung der Veranſtaltung hat
ſich deshalb entſchloſſen, den Abend mit vollſtändigem Pregramm am
Samstag, den 22. März, zu wiederholen. Neben rein turneriſchen
Vor=
führungen wird hauptſächlich der Humor zu Worte kommen. Der
Geiſtesturnwart hat, wie am 8. März, die Leitung des „Zirkus Bernem”
übernommen. Seine Perfon bürgt dafür, daß nur urwüchſiger Humor
geboten wird, und ſorgt ſo, daß bald eine gehobene Stimmung
platz=
greift, denn er kann fröhliche Menſchen um ſich gebrauchen. Wer nicht
lachen will, muß eben zu Hauſe bleiben. — Der Kartenverkauf hat ſehr
rege eingeſetzt und erſcheint es deshalb rätlich, ſich rechtzeitig Karten
zu ſichern. Die Karten ſind beim Hausmeiſter Demmel und in der
Buchhandlung Künzel, Beſſunger Straße, zu haben. Die Veranſtaltung
beginnt um 8 Uhr abends.
II.
CTagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchuffes der
Pro=
vinz Starkenburg am Samstag, den 22. März 1924, vormittags 10 Uhr.
Klage des Auguſt Fendt zu Darmſtadt, Langgaſſe 29, gegen das Kreisamt
Darmſtadt wegen Nichterteilung der Hauſiererlaubnis. Klage des
Fried=
rich Wilhelm Herbold II. zu Groß=Rohrheim gegen das Kreisamt
Bens=
heim wegen Nichterteilung einer Legitimationskarte. Geſuch der Frau
Adolf Groß Ww=, zu Offenbach a. M.=Bürgel um Eraubnis zum Betrieb
einer Schankwirtſchaft im Hauſe Niethgaſſe 1. Klage der
Deutſchnatio=
nalen Volkspartei Offenbach a. M. des Hausbeſitzervereins e V.,
Offen=
bach a. M., und des Bundes der Wohnungſuchenden in Offenbach a. M.
gegen die Stadtgemeinde Offenbach a. M. wegen Anfechtung eines
Stadt=
verordnetenbeſchluſſes. Klage des Jakob Bierbaum zu Geinsheim
gegen den Beſcheid des Kre samts Groß=Gerau vom 15. September 1923
wegen Nichterteilens der Großhandelserlaubnis. Klage der Frau
Ba=
bette Sattler zu Bensheim gegen den Beſcheid des Kreisamts Bensheim
vom 9. Januar 1924 wegen Nichterteilens der Handelserlaubnis für
Obſt und Gemüſe im Umherziehen. Klage des Anton Souard zu Neu=
Iſenburg gegen den Beſcheid des Kreisamts Offenbach a. M. vom 29.
Juni 1923 wegen Nichterteilung der Großhandelserlaubnis. Klage der
Frau Agnes Neumann zu Neu=Iſenburg gegen den Beſcheid des
Kreis=
amts Offerbach vom 26. September v. Js. wegen Nichterteilung der
Großhandelserlaubnis.
* Abbau, wie er nicht ſein ſellte. Infolge weiterer, kaum
verſtändlicher Abbaumaßaahmen der Reichsverkehrsverwaltung
ſoll ein Teil der ausgewieſenen Eiſenkahner zum 1. Dezember
1924 zur Entlaſſung kommen. Wie wir hören, hat die heſſiſche
Regierung gegen dieſe Maßnahme entſchiedenſten Widerſpruch
erhoben.
Hundebeſitzer!
Beachtei die Beſtimmungen der Tollwutſperre.
Es iſt feſtgeſtellt worden, daß manche Hundebeſitzer, ganz
beſonders die auf dem Lande wohnenden, die behördlicherſeits
gegen die Verbreitung der Tollwut verfügten Anoronungen nicht
beachten und ihre Hunde frei und ohne Maulkorb auf der Straße
herumlaufen laſſen. Die Nichtbeachtung der Vorſchriften iſt
ge=
eignet, die Tollwut zu verbreiten und macht den betreffenden
Hundebeſitzer ſchadenerſatpflichtig und ſtrafbar. Jetzt iſt auch in
anderen benachbarten Kreiſen Heſſens, Bensheim, Groß=Gerau,
Offenbach und neuerdings Gießen, die Sperre verhängt worden.
Die neu aufgetretenen Fälle von Tollwut und deren überaus
traurige Folgen geben uns Veranlaſſung, alle Hundebeſitzer auf
die großen Geſahren der Tollwut hinzuweiſen. Hundefreunde!
Wir ſind es uns und unſeren Mitbürgern, aber auch unſeren
Tieren ſchuldig, daß wir gemeinſam die Seuche bekämpfen; dazu
gehört in erſter Linie, daß die behördlichen Vorſchriften
gewiſſen=
haft eingehalten werden, daß alſo die Hunde ſtets an der Leine
und mit Maulkorb verſehen auf der Straße geführt werden, in
keinem Falle alſo frei umherlaufen dürfen. Die frei laufenden
Tiere müſſen eingefangen und dürfen getötet werden. Mag dieſe
Maßnahme auch hart erſcheinen, ſie bleibt das einzige Mittel, die
herrenloſen Hunde, welche die Tollwut verbreiten, unſchädlich zu
machen. Hütet alſo Eure eigenen Tiere, daß ſie nicht frei
umher=
laufen und Euch verloren gehen. Unterſtützt die Behörden und
ihre Organe in ihrer Tätigkeit, meldet Verſtöße ſofort der
Be=
hörde oder einer der unterzeichneten Vereinigungen. Achtet auf
umherſtrolchende Hunde, ſorgt für Wegfang derſelben, bringt die
Beſitzer wutkranker oder verdächtiger Hunde oder von ſolch einem
Hunde gebiſſener Tiere ſofort zur Anzeige. Bei ſofortigen
Gegen=
maßnahmen iſt immer Rettung noch möglich. Hundeſreunde! Wir
erwarten von Eurer Einſicht, daß Ihr die behördlichen
Maß=
nahmen genau beachtet.
Verein der Hundefreunde von Darmſtadt und Umgegend für
Raſſezucht, Polizei=, Schutz= und Gebrauchshundweſen (e. V.)—
Allgem. Deutſcher Rottweiler=Klub, Ortsgruppe Darmſtadt
Deutſcher Teckel=Klub, Ortsgruppe Darmſtadt —
Dobermann=
pinſcher=Verein, Abteilung Darmſtadt — Heſſiſcher Jagdklub —
Pinſcher= und Schnauzer=Klub, Ortsaruppe Darmſtadt —
Ver=
ein für Deutſche Schäferhunde, Ortsgruppe Darmſtadt —
Verein der Pudel=Pointer, Sitz Darmſtadt.
— Ueber die Grubefeuerung im Haushalt ſprach im Fürſtenſaal
Frau Schuſter aus Leipzig vor einer zahlreichen Zuhörerſchaft. Die
Vortragende erklärte zunächſt den in Betracht kommenden Breunſtoff
„Grudekoks”, der als Abfallprodukt bei der Braunkohlenverwertung in
Mitteldeutſchland von vielen Zechen in großen Mengen gewonnen,
da=
her weſentlich billiger als andere Brennſtoffe geliefert werden kann und
ſich bedeutend ſparſamer im Verbrauch erweiſt. Auch vom
volkswirt=
ſchaftlichen Standpunkt müßte der Grudekoks empfohlen werden, im
Gegenſatz zur gewöhnlichen Steinkohle, bei der im Herdbrand ſehr viele
wertvolle Beſtandteile nutzlos verloren gehen. Schon ſeit Jahren hat
ſich die Grudefeuerung in Mitteldeutſchland eingebürgert, einen
mäh=
tigen Aufſchwung aber erſt genommen, nachdem die in jeder Beziehung
rollkommenen Herde mit Wellſiebfeuerung der Deutſchen Patent=
Grude=
ofenfabrik Walter Rieſchel u. Co., Liebertwolkwitz, zur Einführung
ge=
hngten. Rednerin erklärte an Hand der von der Firma Philipp Schaaf,
Ernſt=Ludwigſtraße 20, zur Verfügung geſtellten Muſter eingehend die
vorzüglichen Einrichtungen mit den neueſten techniſchen Verbeſſerungen,
und wies an brennenden Herden auf die bedeutende Wirkungsſteigerung
durch die patentierten Wellſiebe hin, mittels deren verblüffende
Er=
gebniſſe im Kochen, Braten, Backen in kürzeſter Zeit erzielt wurden.
Ganz entzückt waren die Anweſenden von dem ſchönen Ausſehen und
dem feinen Aroma der vorgezeigten Speiſen und dem Wohlgeſchmack
der verteilten Kuchen, aber geradezu begeiſtert von der
Annehmlich=
keit der Trockenſteriliſierung, die es ermöglicht, zirka 1 Zentner Obſt
in etwa 40 Gläſern ohne beſondere Vorrichtung auf einmal zu
ſteriti=
ſieren. Als Proben wurden Blumenkohl und Aepfel benützt. Der
Auf=
forderung, ſich alles einzelne nochmals näher anzuſehen, entſprachen viele
Zuhörer und gaben ihrer Verwunderung dabei lebhaften Ausdruck.
— Kirchenmuſikaliſche Paſſionsfeier. Am Sonntag, den 23. März,
abends 8 Uhr, findet in der Johanneskirche eine muſikaliſche Feier ausbauen kann.
ſtatt. Herr Opernſänger Hölzlin ſingt Arien aus dem „Meſſias”
und der Matthäuspaſſion. Der Kirchenchor, führt die Bachkantate
„Aus tiefer Not” und „Das Leiden Chriſti” von Arnold Mendelsſohn
auf. Zur Deckung der Unkoſten werden für Plätze auf der Empore
1 Mk.. für ſolche im Schiff 50 Pfg. erbeten. Karten bei Lina Paul
(Wendelſtadtſtraße 20). Dauer der Feier eine Stunde.
— Des Frauenverein der Johannesgemeinde hält ſeine
Jahresver=
ſammlung am Dienstag, den 25. März, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus, Kahlertſtraße 26, in Form eines Teeabends ab. Nach den üblichen
Berichten wird die Schriftſtellerin Helene Chriſtaller aus ihren
Werken vorleſen und von ihrer Reiſe in der Schweiz erzählen. Teekarten
zu 20 Pfg., erhältlich bei Kirchendiener Schlegelmilch, berechtigen zum
Eintritt.
— Aus der Martinsgemeinde. Der Vortragsabend im
Gemeinde=
haus am letzten Montag übte, wie vorauszuſehen war, eine große
An=
ziehungskraft aus. Er wurde eingeleitet durch Lieder von Schubert
ind H. Wolf, geſungen von Fräulein Biedenkapp, die damit
vorzügliche Proben ihrer Kunſt gab und reichen Beifall erntete.
So=
dann ſprach Dr. jur. Wagner über: Göttliche Gerechtigkeit. Die
Fülle und Tiefe der entwickelten Gedanken, ganz beſonders aber der
ſittliche Ernſt dieſer Perſönlichkeit, bannten den großen Zuhörerkreis in
ſichtlicher Weiſe. Die Idee de göttlichen Gerechtigkeit, ſo führte der
Redner aus, wird im Leben des Einzelnen, vorzugsweiſe im
erfahrungs=
reichen Alter, das eine unmittelbare Gewißheit erkannt, ungleich ſchuerer
aber iſt es, eine Weltgerechtigkeit im Leben und Schickſal ganzer
Na=
tionen nachzuweiſen. Und doch iſt die Verneinung einer ſittlichen
Welt=
ordnung, oder der Verſuch, ſie durch Menſchenwerk erſetzen zu wollen,
eine lächerliche und vermeſſene Torheit. Angeſichts der ſchweren
völki=
ſchen Not, die zurzeit auf uns laſtet, kann man verſtehen, wenn in vielen
Volksgenoſſen der Glaube an dieſe Gerechtigkeit erſchüttert wird oder
auf Kanonen ſich gründet, nicht von Dauer iſt, und ebenſo gewiß iſt es,
daß man mit Advokatenkniffen die Weltgeſchichte nicht machen kann. Das
große Weltgeſetz von Sühne und Vergeltung iſt ehern und
unumſtöß=
lich, es klingt aus den Totenhallen bis hinauf zu den ewvigen Sternen.
lichen Zuſammenhänge hineinzublicken vermögen. Nur wenigen iſt dies
Schauen vergönnt, für viele bleibt die Geſchichte ein dunkles Labhrinth.
Aber auch bei tiefſter Erkenntnis, die nur, gemeſſen am göttlichen Er= dernden Umſtänden zu 3 Monaten Gefängnis, ſowie wegen Wilderns
kennen, Stückwerk iſt, wird ſtets ein unerforſchlicher und unbegreiflicher
Reſt bleiben. So muß auch unſer Volk in ſeiner Knechtung ſich unter
das göttliche Geſetz ſtellen, zunächſt in ſtiller Ergebung. Unſere
Auf=
gabe aber iſt: Beſinnung auf die ſchlummernden Kräfte, die wieder
zum Aufſtieg führen; ſie gilt es zu ſammeln. Unſer Glaube iſt: Ein
Volk, deſſen Kraft im Weltkrieg der ganzen Welt Bewunderung
ab=
nötigte kann nicht verloren ſein. Unſere Hoffnung, daß mit
ſitt=
licher Erneuerung unſeres Volkes die Zeit kommen muß, wo deutſches
Volkstum, das dem Abendland ſo große Männer geſchenkt, wieder zu
Ehren kommen und in der Welt ſich durchſetzen wird.
Eine ſchöne vorkriegszeitliche Sitte. Am Sonntag vormittag
einen lang entbehrten Kunſtgenuß. Der Beamtenverein ehemaliger
mann (ehem. Leib=Drag. 24) dem verdienten 1. Vorſitzenden des Reichs=
Offizier=Bundes, Herrn Oberleutnant a. D. Nieſe, ein Morgenkonzert,
welches bis 12 Uhr dauerte. Die Vortragsfolge enthielt Muſikſtücke, die
Publikum mit Wohlgefallen aufgenommen wurden. Herr Obermuſik= wußte er zur Scheckfülſchung auf den Namen einer dortigen Firma
meiſter Nühlemann verſtand es, mit den vorzüglich geſchulten ehemaligen
Militärmuſikern ein ausgezeichnetes Konzert zu bieten. Es wäre zu
wünſchen, daß derartige vaterländiſche Muſikdarbietungen öfters
ſtatt=
finden würden.
Briefformat. Die ordnungsmäßige Bearbeitung und pünktliche Sch. alsbald auf ſeine leichtſinnige Weiſe durch.
Beſorgung der Briefe wird der Poſt durch die übergroße
Verſchieden=
heit der Briefform, durch die Ungleichmaßigkeit im Aufkleben der
Frei=
marken und durch die oft geringe Ueberſichtlichkeit der Aufſchrift in
läſtiger Weiſe erſchwert. Im eigenen Intereſſe verwende man daher
nur rechteckige Briefumſchläge, deren Größe der Normenausſchuß der
deutſchen Induſtrie mit Zuſtimmung der Behörden, des Handels und des
Großgewerbes wie folgt vereinheitlicht hat: 11,4X16,2 16.2X22,3,
22,9,X32,4 und 11,X32,4 Zentimeter. Man klebe die Marke in die rechte
obere Ccke, ſchreibe unten recht deutlich den Beſtimmungsort nieder und
unterſtreiche ihn. Man vergeſſe Straße und Hausnummer nicht. Iſt
der Empfänger Abholer oder Inhaber eines Schließfaches, ſo vermerke
man unter dem Beſtimmungsort „Abholer” oder „Schließfich” unter
Angabe der Nummer und unterſtreiche auch dies. Wer ſeine
Briefum=
ſchläge mit einem Vordruck für die Auſchrift verſehen läſt,
gleich ein Feld für die Marke und einen ſtarken Strich für di.
der Beſtimmungspoſienſtalt unten rechts mit vordrucken.
Das Ortskartell Darmſtadt
des Deutſchen Beamtenbundes.
ſchreibt uns: Der Vorſchlag der Reichsregierung, die Grundgehälter
der Beamten um 13 Prozent zu erhöhen, wurde von den
Spitzenorga=
niſationen der Beamtenſchaft abgelehnt.
Auch das hieſige Ortskartell des Deutſchen Beamtenbundes hak in
einem Telegramm an ſeine Spitzenorganiſation verlangt, daß das
unzu=
reichende Angebot der Reichsregierung zurückgewieſen wird.
Die wirtſchaftliche Lage der Beamtenſchaft, insbeſondere die der
un=
teren Beamtengruppen, iſt derartig kataſtrophal, daß die
Beſoldungs=
politik des Reichsfinanzminiſteriums nachgerade unverſtändlich wird.
Obgleich in der Oeffen lichkeit von dem Herrn Reichsfinanzminiſter
häu=
fig behauptet wurde, daß die niedrigen Beamtengehälter ſobald als
möglich wieder aufgebeſſert werden ſollen, richtete am 14. Januar d. J.
das Miniſterium, deſſen Chef derſelbe Miniſter iſt, ein Schreiben an das
Reichsarbeitsminiſterium, in dem das letztere erſucht wurde, auch die
Gehälter und Lohne in der Privatinduſtrie auf das niedrige Niveau
der Löhne und Gehälter herabzudrücken, die der Staat gegenwärtig
zahlt.
Dieſes unglaubliche Verlangen wurde zwar von dem
Reichsarbeits=
miniſterium zurückgewieſen, der Beamenſchaft hat ſich aber ſeit dieſer
Zeit eine erhebliche Unruhe bemächtigt, weil ſie befürchtet, daß die
Hungergehälter nicht nur vorübergehend, ſondern dauernd bezahlt
wer=
den ſollen. Dieſe Unruhe wird zur Verzweiflung geſteigert, wenn man
nun das Angebot der Reichsregierung hört, die Grundgehälter um nur
13 Prozent zu ſteigern. Daß dieſes Angebot in Anbetracht der
Tat=
ſache, daß die Lebenshaltungskoſten wieder for geſetzt im Steigen
be=
griffen ſiud, keine Beſſerung darſtellt, weiß, Gott ſei Dank, jetzt auch
ſchon die breite Oeffentlichkeit. Und die geſamte öffentliche
Meinung rufen wir zur Hilfe. Es gibt unter den Beamten
viele, die nicht mehr genügend Brot beſchaffen, geſchweige denn ihre
Kinder kleiden können. Die Allgemeinheit muß ein Intereſſe daran
ha=
ben, daß der Beamtenſtand nicht ganz dem Elend und der Korruption
in die Hände getrieben wird, weil letzten Endes die Allgemeinheit dann
doch die daraus entſtehenden Koſten tragen müßte.
Wenn in Deutſchland noch Gerechtigkeit herrſcht, dann muß ſich
gegen die Entrechntung der Beamtenſchaft nicht nur dieſe allein, ſondern
die ganze öffentliche Meinung auflehnen.
Wir wollen ſehen, ob ſich unſere Volksgenoſſen daran erinnern, was
die deutſche Beamtenſchaft in der Zeit der Not dem Vaterlande war.
— Das Oberſchiedsgericht für gemeindliche Beamte hielt unter dem
Vorſitz des Oberregierungsrats Bohn vom Heſſiſchen
Oberverſiche=
rungsamt ſeine erſte Sitzung ab. Während nach dem Geſetz, betreffend
die Fürſorgekaſſe für Gemeindebeamte vom 29. Juli 1908, die
Entſchei=
dungen des Verwaltungsrats mit Klage an den Verwaltungsgerichtshof
anfechtbar waren, können nach den neueren Geſetzesbeſtimmungen dieſe
Entſcheidungen von den Beteiliaten unter Ausſchluß des Rechtswegs
mit Klage bei dem zuſtändigen Schiedsgericht für gemeindliche Beamte
angefochten werden, gegen deſſen Entſcheidung Berufung an das
Ober=
ſchiedsgericht zuläſſig iſt. In der erwähnten Sitzung hat das
Oberſchieds=
gericht in einem Spezialfall über die Frage der Anrechnung der
ruhe=
gehaltsfähigen Vordienſtzeit bezüglich der Verſicherten, die erſt durch
das Geſetz vom 3. Juli 1923 verſicherungspflichtig geworden ſind, vorher
jedoch verſiherungsberechtigt waren, in bejahendem Sinne entſchieden.
Ueber dieſe nach den verſchiedenen Geſetzesänderungen umſtrittene
Frage liegt ſomit jetzt eine letztinſtanzliche Entſcheidung vor.
— Heſſiſcher Diakonieverein. Am 1. März iſt der Vereinsgeiſtliche
des Heſſiſchen Diakonievereins, Herr Konſiſtorialrat Noack in
Darm=
ſtadt, aus Geſundheitsrückſichten, von ſeinem Amte zurückgetreten. Zu
ſeinem Nachfolger wurde Herr Pfarrer Guyot, der ſeither in Bad=
Nauheim als Pfarraſſiſtent tätig war, gewählt. — Der Heſſiſche
Diakonie=
verein iſt in unſerer Heimat wohl bekannt durch die ſegensreiche Arbeit,
die ſeine Schweſtern in viclen heſſiſchen Gemeinden treiben. Aber fein
Ruf geht zugleich weit über die Grenzen Heſſens hinaus. So hat er
große Krankenhäuſer mit ſeinen Schweſtern beſetzt in Hanau und in
Nordhauſen. Der Verein iſt noch verhältnismäßig jung; von 18 Jahren
iſt er gegründet worden. In den letzten Jahren hat er wie alle Werke
der chriſtlichen Liebestätigkeit manche äußere Hemmung und Not zu
über=
winden gehabt. Aber wie er bisher durch alle Not und Gefahr ſiegreich
hindurchgedrungen iſt, ſo iſt ihm zu wünſchen, daß er auch in Zukunft
ſeine Tätigkeit zum Segen der leidenden Menſchheit im Sinue treuer,
dienender Liebe und im Geiſte Jeſu immer mehr entfalten und weiter
— Die Liliputaner kommen! Albert Scheuers Liliputaner=
Geſell=
ſchaft aus Stellingen bei Hamburg wird am Sonntag, den 23. März,
ihre erſte Vorſtellung in Darmſtadt im Feſtſaal der Turngemeinde am
Woogsplatz veranſtalten. Die Direktion teilt mit, daß die Truppe nicht
zu verwechſeln iſt mit Liliputanern, welche man gewöhnlich auf
Jahr=
märkten zu ſehen Gelegenheit hatte. In Halle, Hannover, Erfurt, Jena,
Gera uſw. gaſtierten dieſe Liliputaner mit größtem Erfolge, ſowie in
allen bedeutenden Theſtern des In= und Auslandes. Nachmittags findet
eine Märchenvorſtellung für, Kinder ſtatt; zu den Abendvorſtellungen
haben Kinder keinen Zutritt. (S. Anz.)
n. Strafkammer. Einen gefährlichen Zuſammenſtoß mit drei
Wil=
derern hatte im Auguſt v. Js. der Jagdaufſeher Fleiſchfreſſer von
Se=
ligenſtadt in der dortigen Gemarkung auf dem Jagdrevier ſeines
Dienſtherrn, des Hanauer Fabrikanten Elſaß. Er beobachtete zuerſt
aus größerer Entfernung die augenſcheilich auf Haſen buſchierenden,
ihm unbekannten Täter, kam ihnen dann näher und bemerkte deutlich
durch den Feldſtecher, daß der eine Wilderer bereits einen erlegten
Haſen unter dem Rock hängend trug. Eben dieſer Wilderer gab einen
Fehlſchuß auf Fl. ab und erhielt daraufhin ſelbſt einen Schrottreffer
von Fl. Bei der weiteren Verfolgung gelangte Fl. nochmals in die
Nähe der drei es ſchoß nunmehr ein anderer auf ihn, und die Kugel
von etwa 6 Millimeter Kaliber durchbohrte Nock nebſt Weſte. Sie
wurde von einem Knicker, den Fl. umgeſchnallt trug, aufgefangen, ſo
daß keine Verletzung eintrat. Auch jetzt noch ließ der unerſchrockene
Waidmann nicht von ſeiner Pflichtausübung ab, ſondern ſuchte die
Wilderer zu ſtellen, doch entkamen ſie. Später konnten ſie als der
Portefeuiller Albert Scheich von Froſchhauſen, der Arbeiter Friedrich
Ott von da und der Arbeiter Johann Bauer aus Klein=Auheim
ermit=
telt werden. Es ergab ſich außerdem, daß Scheich und Bauer
gemein=
ſam im März v. J. die Jagdhütte jenes Hanauer Jagdpächters
ein=
gar verloren geht. Die Geſchichte lehrt, daß die Macht, die lediglich brecheriſch geblündert hatten, was beide eingeſtehen. Das Wildern
wird jedoch von dieſen drei Angeklagten ebenſo wie jeder Angriff auf
Fl. geleugnet. Die klare und durchaus beſtimmte Zeugenausſage
Fleiſchfreſſers ließ keinen Zweifel an der Schuld, und es ſteht außer
der unberechtigten Jagdausübung feſt, daß jener erſte Schuß ſeitens
Seine Majeſtät können aber, nur die erkennen, die tief in die geſchicht= des Angeklagten Ott und der zweite durch Bauer erfolgt war.
Letzte=
ren hatte das Schöffengericht Seligenſtadt mangels Beweiſes
freige=
ſprochen, während damals Scheich wegen ſchweren Diebſtahls mit
mil=
zu 30 Milliarden Geldſtrafe, Bauer wegen Einbruchs ebenfalls zu
3 Mongten Gefängnis, wegen des Angriffs auf Fl., nach 8 217
St.G.B., zu 5 Monaten Gefängnis und wegen Wilderns zu 70
Mil=
liarden Geldſtrafe verurteilt wurden. Auf ſtaatsanwaltliche Berufung
fand wiederholte Beweisaufnahme ſtatt, man erachtete auch den
An=
geklagten Ott ſowohl des Wilderns, als auch des tätlichen Widerſtands
für überführt. Das nunmehrige Urteil lautet gegen Scheich auf
insge=
ſamt 3 Monate, 3 Wochen Gefängnis, gegen Bauer auf 10 Monate
Gefängnis, abzüglich 1 Monat, 1 Woche Unterſuchungshaft für beide,
und gegen Ott auf insgeſamt 7 Monate Gefängnis. — Mehrfache ſchwere
Urkundenfälſchung in Tateinheit mit Betrug und Betrugsverſuch, muß
um 11 Uhr erlebten die Anwohner der ſüdlichen Heidelberger Straße der 20jährige, bisher unbeſtrafte Handlungsgehilfe Otto Scheuermann
von hier unter Gewährung mildernder Umſtände, mit 9 Monaten
Militärmuſiker gab unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Rühle= Gefängnis, abzüglich 4 Monate Unterſuchungshaft büßen. Er iſt zu
lockerem Lebenswandel geneigt, verlor als unzuverläſſig verſchiedene
Stellen und ſchlug ſich im vorigen Herbſt zuletzt in Offenbach
beſchäf=
tigungslos mit verbotenem Deviſenhandel in Frankfurter Kaffees
an die guten alten Zeiten erinnerten und von dem zahlreich zuhörenden durch. Ein Konto, das er bei dem Bankhaus Merzbach=Offenbach hatte,
(einer früheren Arbeitgeberin) zu mißbrauchen, worauf er im Oktober
nach Nürnberg verſchwand und daſelbſt äynliche Scheckfälſchungen
ge=
genüber der Bayeriſchen Hypotheken= und Weckſelbank ſowie der
Han=
delsbank verübte. Die ſo erlangten, beträchtlichen Summen brachte
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſch. jeßlich als Hinweiſe an” Anzelgen zu befrachten,
in ſeinem Falle irgendwie ale Beſprchung oder Kritlt.
— Verein früherer Leibgardiſten. Unſere diesjährige,
heute abend ſtattfindende Hauptverſammlung iſt ausnahmsweiſe nicht,
wie ſeither, bei Sitte, ſondern im „Bürgerhof”, früher „Stadt
Pfung=
ſtadt‟, Eliſabethenſtraße 2. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung.
— C. V. J. M. Wartburgverein Darmſtadt (Heim
Lieb=
frauenſtraße 6. Gemeindehaus der Martinsgemeinde). Am Freitag
abend halb 9 Uhr ſpricht im Wartburaverein Herr Reichsſekretär. W.
Stoeltzner über ſeine Reiſeerlebniſſe und über die Bewegung in
unſeren Ver inen. Alle Wartburger ſind dringend eingeladen. Gäſte
willkomien.
Rummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. März 1924.
Seite 5.
Parlamentariſches.
Die geſtrige Sitzung des Finanzausſchuſſes nahm eine höchſt
überraſchende Wendung. Nachdem die Gewerbeſteuer unter Annahme der
von der Regierung vorgeſchlagenen Sätze verabſchiedet war, wobei die
An=
träge der Deutſchen Volkspartei auf Ermäßigung der Sätze abgelehnt
wurden, trat man in die Beratung der Gebäudes oder Mietſteuer ein.
Der Sprecher der Deutſchen Volkspartei wies darauf hin, daß man leider
grundſätzlich ſich gegen dieſe Steuerſätze nicht wenden könne, weil in dem
Paragraph 26 der 3. Steuernotverordnung des Reiches die Länder zur
Erhebung einer ſolchen Mietſteuer ausdrücklich gezwungen ſeien, wohl
aber müſſe man ſich gegen die von der heſſiſchen Regierung
vorgeſchla=
genen erdrückenden Sätze wenden. Von den Regierungsparteien und von
der Regierung ſelbſt antwortete niemand. Es kam dann zur
Abſtim=
mung über den 8 1, der nunmehr erſtaunlicherweiſe von den drei
Regie=
rungsparteien abgelehnt, von den Oppoſitionsparteien aber
an=
genommen wurde. Der Finanzminiſter erklärte unmittelbar darauf,
daß er nunmehr den Geſetzentwurf zurückziehen und auf Grund des 8 31
der Reichsſteuerverordnung die Mietſteuer in Heſſen durch eine
Regie=
rungsverordnung ohne Mitwirken des Landtags einführen
werde. Die Deutſche Volkspartei, erhob in ſchärfſter Form Einſpruch
gegen das Verhalten der Regierung und der Regierungsparteien, die
durch dieſe plötzliche unvermutete und überraſchende Wendung offenbar
die Abſicht hätten, vor dem Land ſich vor der Verantwortung für die von
ihnen und der Regierung zu verantwortenden Steuer zu drücken. Dieſe
taktiſche Wendung könne ſelbſtverſtändlich nichts daran ändern, daß die
erdrückenden Laſten, die dem Hausbeſitzer und Mieter durch dieſe Steuer
auferlegt würden, die politiſche Verantwortung der Negierung und
da=
mit der Regierungsparteien auch dann belaſten, wenn die Steuer im
Wege der Verordnung ſtatt im Wege eines Geſetzes eingeführt würde.
Die Oppoſition jedenfalls lehne es ab, ſich an Machenſchaften zu beteiligen,
die lediglich dazu dienen ſollten, formell die Regierung und die hinter ihr
ſtehenden Parteien von einer unangenehmen politiſchen Verantwortung
zu befreien, die ſie tatſächlich nicht abwälzen können.
Der Bauernbund hat die Uebernahme der Polizei und perſönlichen
Volksſchullaſten auf die großen Städte beantragt. Weitere Anträge
be=
ziehen ſich auf die Sätze der Steuern. Fortſetzung Donnerstag 10 Uhr.
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei. In der letzten Sitzung des
Frauen=
ausſchuſſes, die am 12. März ſtattfand, wurde von der Vorſitzenden nach
herzlicher Begrüßung der Teilnehmerinnen ein ausführliches Lebensbild
der Königin Luiſe von Preußen entworfen, wobei deren Kindheit, die ſie
zum Teil in Darmſtadt verlebte, ihr Beſuch in Frankfurt, wo ſie ihren
ſpäteren Gatten, den Kronprinzen von Preußen, kennen lernte, ihre
Ver=
mählung, die erſten zehn Jahre glücklichſten Familienlebens und die durch
Jahre politiſchen Unglücks herbeigeführten, traurigen Erlebniſſe der
fol=
genden Zeit liebevoller Betrachtung unterzogen wurden unter Hinweis
darauf, daß gerade die Tage des Unglücks den Charakter der Königin
ſtählten und ſie zu der „großen” Frau erhoben, die wir in ihr verehren.
Im Verlauf der für die Sitzung angeſetzten Tagesordnung wurde u. a.
beſchloſſen, die Veranſtaltung eines größeren Konzerts in die Wege zu
leiten, deſſen Ertrag der ſozialen Fürſorge überwieſen werden ſoll. Eine
rege Werbetätigkeit ſoll dazu aufgeboten werden.
— Deutſche Volkspartei. Für die große
Kund=
gebung der Deutſchen Volkspartei am Sonntag, den 23. März,
vor=
mittags 11½ Uhr, in der Turnhalle (Woogsplatz) bei der bekanntlich der
Neichsaußenminiſter Dr. Streſemann ſprechen wird,
fin=
det ab heute der allgemeine Kartenverkauf, in der Geſchäftsſtelle der
D.V.P. Wilhelminenſtr. 5, im Papierhaus Elbert, Rheinſtraße, und bei
K B. Müller Schulſtr. 14 ſtatt. In Anbetracht, der überaus großen
Nachfrage nach Karten für dieſe Veranſtaltung wird dringend empfohlen,
ſich umgehend Plätze ſichern zu wollen.
— Deutſchnationaler Frauenausſchuß, Ortsgruppe
Darmſtadt. Am Samstag, den 22. März, dem Geburtstage des
verewig=
ten Heldenkaiſers Wilhelm I., wird Herr Heinz Schütz aus Frankfurt
a. M., der unermüdliche junge Kämpfer für die deutſchnationale Sache,
im Logenſaal, Sandſtraße 10, ſprechen. Die Mitglieder unſerer
Fraueu=
gruppe, ſowie alle Parteifreunde, vor allem die Jugendgruppe, werden
hierzu herzlichſt eingeladen. Gäſte ſehr willkommen. Der Vortrag
be=
ginnt um 8 Uhr. Eintritt frei.
* Die Mordanklage Hofmann
vor dem Gerichte.
n. Das Ergebnis der in der geſtrigen Strafkammerverhandlung
be=
endigten Beweisaufnahme bietet in der Geſamtheit ihrer mannigfachen,
charakteriſtiſchen Einzelmomente das klare Bild ſchwerſter
Schuldbela=
ſtung, und es ſeien unter Verzicht auf völlige Wiedergabe der
Zeugen=
ausſagen uſw. die Hauptpunkte des näheren erwähnt. Demgegenüber
blieb das Verhalten des ſowohl ſeine Unſchuld als auch diejenige des
Kriminalpolizeinſpektors Weber beteuernden Angeklagten in einer
ge=
radezu erſtaunlichen Ruhe das gleiche, das er bekanntlich auch in der ſeit
vorigem Frühjahr beſtehenden Unterſuchungshaft an den Tag gelegt hat.
Zur kritiſchen Zeit, im April 1921, drängten die Verhältniſſe, wie
ſie zwiſchen dem Ehepaar Hofmann ſowie bezüglich Webers und der
Frau Hofmann obwalteten, auf irgend eine Löſung, und es überwog
dabei offenſichtlich das Intereſſe des Letzteren daran. Wenn auch der
Angeklagte Hofmann anſcheinend der nach jahrelangem Zuſammenleben
kaum erſt geſchloſſenen Ehe überdrüſſig war, ſeine Frau ſchlecht zu
be=
handeln pflegte und ihr die Führung des Hauſiergeſchäfts bei eigener
Großtuerei überließ, ſo wollte er doch anfänglich den legalen Weg einer
Scheidung wählen und hatte bereits entſprechende Schritte getan. Er
wird auch von manchen Zeugen als weichmütige Natur geſchildert,
wäh=
rend die Eigenſchaften Webers in einem viel ungünſtigeren Lichte
da=
ſtehen. Dieſer Leiter der hieſigen Kriminalpolizeiabteilung hatte ſeine
Stellung nach verſchiedenſter Richtung dienſtlich und außerdienſtlich grob
mißbraucht, führte einen liederlichen Lebenswandel und leiſtete ſich alle
mögliche Durchſtecherei. Beſonders gegenüber der Weiblichkeit nahm er
ſich nichts übel, und beiſpielsweiſe iſt ermittelt, daß er den Verkehr von
Frau Hofmann und einer Witwe mit einer nachher aus 8 218 St.=G.=B.
Beſtraften veranlaßt hat. Frau Hofmann war aufs höchſte gegen ihn
erbittert, hatte ihn bei Dritten bloßgeſtellt, und neuerlich geſchah dies
ja auch bei dem Auftritt mit ihrem Mann in der Spaniſchen Bodega.
Es liegt nach alledem die Vermutung ſehr nahe, daß Weber den Boden
unter ſich wanken fühlte, das ſpäter tatſächlich eingeleitete
Diſziplinar=
verfahren infolge ſolchen Auftretens der Frau Hofman befürchtete und
ſie als gefährliche Gegnerin anſah. Sie ſelbſt ſoll den Weber als
Ur=
ſache der Entfremdung ihres Mannes betrachtet haben, und äußerte
ge=
rade in letzter Zeit, nunmehr rückſichtslos gegen iha vorzugehen. Es
wird unter anderem durch eine Zeugin bekundet, Frau Hofmann habe
von ihrem Mann herrührende Mißhandlungsſpuren gezeigt, und
ge=
äußert, wenn man ſie einmal nicht mehr ſehe, habe ihr „Alter” ſie
be=
ſeitigt.
In dieſes Stadium fällt der Auftritt vom 7. April, und die
Um=
ſtände des weiteren Verlaufs ſind durch Zeugenausſagen anſchaulich
dargetan. Es blieb nicht bei den in der Aufregung verſetzten Ohrfeigen
in W.s Dienſtzimmer, ſondern es wurde von W. und H. bis in die
ſpäten Nachtſtunden derart auf die wehrloſe Frau eingewirkt, daß lautes
Geſchrei und Weinen aus der Haftzelle im Polizeigefängnis hörbar war.
Während dieſes von Weber verhängten Gewahrſams, der etwa 24
Stun=
den dauerte, ſcheint die Unglückliche nur Frühſtück erhalten zu haben,
und bei dem anſchließenden nächtlichen Autotransport war ſie in
ge=
wöhnlicher Kleidung, ohne jegliches Gepäck oder Mittel. Es ſteht feſt,
daß ſie in jener Aſchaffenburger Gegend noch niemals geweſen war, und
trotzdem will der Angeklagte glauben machen, ſeine Frau habe ſelbſt
dieſes Ziel angegeben.
Von Bedeutung iſt die Zeugenausſage des Autobeſitzers Lehe der
ſeit Jahren amtliche Fahrten, darunter auch für die Kriminalpolizei,
beſorgte und von Weber am 8. April mit der Bemerkung, es handele
ſich um die Ausſetzung einer franzöſiſchen Spionin in möglichſter
Ent=
fernung vom beſetzten Gebiet, zu der nächtlichen Fahrt beſtellt worden
war. Nach Webers Verhaftung las Frau Lehe die Meldung darüber
in der Zeitung, erinnerte ſich jenes von dem Manne erzählten
Vor=
gangs und veranlaßte ihn zur Anzeige desſelben. Dem Zeugen war
nach ſeiner Verſicherung damals nicht das Geringſte aufgefallen, da er
in ſeinem Betriebe das Verſchiedenartigſte erlebt und ſich deshalb im
allgemeinen über Begleitumſtände keine Gedanken zu machen pflegt.
Weber habe ſelbſt, nachdem als außerheſſiſches Gebiet die Rhön, der
badiſche Odenwald und der Speſſart vorgeſchlagen waren, letzteren
ge=
wählt und auch am Endpunkt der Fahrt das Zeichen zum Anhalten
gegeben. Das benutzte Auto iſt verglaſt, und Lehe gibt an, daß er
auf ſeinem Lenkerſitz ſich um die Inſaſſen nicht weiter bekümmert, auch
nichts Ungewöhnliches wahrgenommen habe. Er vermag keine Angaben
zu machen, wie die Drei im Walde verſchwanden, wendete dann gemäß
Webers Anordnung und wartete etwa 1 Kilometer weiter abwärts. Erſt
nach mehr als einer Stunde, erſchienen Weber und Hofmann in voller
Ruhe, gemächlich gehend, und es wurde auf der Heimfahrt noch
län=
gere Zeit in einer Aſchaffenburger Wirtſchaft Raſt gemacht. Die Zeche
ſowie die 1250 Mark Autovergütung bezahlte damals Hofmann, und
auch dies fiel dem Zeugen nicht auf, weil er H. für einen Gehilfen oder
Spitzel der Polizei hielt. Deſſen Angabe, er habe dem Lehe vor dem
Einſteigen in der Sandſtraße ſeine Frau vorgeſtellt, wird von Lehe
ent=
ſchieden beſtritten und ſtimmt durchaus nicht mit der angeblichen
Spio=
nin uſw. überein. Die lange Abweſenheit der Beiden im Walde
wider=
legt die Behauptung des Angeklagten, ſeine Frau auf ihr Verlangen
nur eine kurze Strecke begleitet und ihr dann Lebewohl geſagt zu haben,
wie es auch durchaus unerfindlich iſt, wohin ſich freiwillig Frau
Hof=
mann in dieſer unbekannten Gegend zu wenden beabſichtigt habe.
Scharf trat in der Beweisaufnahme auch die Reihe von Machenſchaften
hervor, womit Weber teilweiſe gemeinſam mit H. nachträglich das
Ver=
ſchwinden von Frau Hofmann verſchleiert und die Entdeckung des
wahren Sachverhalts hinausgezogen hat. Erſt am 14. Juli erſtattete
der Angeklagte bei Weber Anzeige, mit dem Anfügen, ſeine Frau ſei
ſeit 8 bis 10 Wochen verſchwunden, und Weber weiß dann im weiteren
Verlauf die ſcheinbaren Schritte erfolglos zu geſtalten.
Zur endlichen Aufklärung des dunklen Falles wirkten hauptſächlich
die Kriminalkommiſſäre Daniel und Wirtz, deren Zeugenausſagen
von beſonderem Belang erſcheinen, mit. Erſterer Zeuge, der über
jahr=
zehntelange Erfahrung verfügt und wohl in allen bedeutenden Fällen
tätig war, drückt unter anderem die Ueberzeugung aus, Frau Hofmann
ſei bereits während der Fahrt erwürgt worden, zumal ſie als
tatkräf=
tige Frau geſchildert wird und ſich ſchwerlich in jener Weiſe in den
Wald habe bringen laſſen. Gegen einen Selbſtmord, wie er nach
Hof=
manns Schilderung allein noch in Betracht käme, ſpricht ſozuſagen alles,
das unmittelbar Vorausgegangene, die Reihe der Begleitumſtände und
der örtliche Befund, die Lage und Beſchaffenheit der Leiche uſw. Die
ärztlichen Sachverſtändigen hatten zwar früher ohne Kenntnis des
Uebrigen eine ſolche Möglichkeit eingeräumt, aber nunmehr ihre Anſicht
geändert, und der Sachverſtändige Dr. Popp zog aus Tatſpuren nebſt
angeſtellten Verſuchen belaſtende Schlüſſe. Frau Hofmanns Tod iſt zum
mindeſten alsbald nach ihrer Verbringung an jene Stelle erfolgt, wie
der Zuſtand ihrer Kleider und Schuhe ſchließen läßt, und es iſt
unerklär=
lich, woher die ganz unvermutet in Polizeigewahrſam Genommene den
benutzten Strick gehabt haben ſollte. Außerdem befand ſich an ihrem
Halſe eine doppelte Strangulation, was auf Erwürgen und ſpäteres
Aufhängen hindeutet. Ein Teil der zahlreichen Zeugen war bezüglich
der Perſönlichkeit Hofmanns und ſeiner Frau aufgeboten und es
brauchten nicht alle vernommen zu werden. Die Beweisaufnahme
er=
ſtreckte ſich auch auf Augenſcheine am Tatort, ſowie auf eine Beſichtigung
des Leheſchen Autos, die im Hofe des Juſtizgebäudes ſtattfand. Weber
unterhielt unter anderem mit der Schweſter des Angeklagten Hofmann,
einer geſchiedenen Frau, Beziehungen, verkehrte hier viel mit ihr und
beſuchte ſie auch in Freinsheim, wo er als Reiſender namens Notſchild
auſtrat. Der Anteil des Publikums an dem Fall Hofmann zeigt ſich
in ſtarkem Andrang, und da der Eintritt beſchränkt iſt, führte die
Neu=
gier am Schluſſe des erſten Tages zu verſchiedener Ungebühr, die von
dem Vorſitzenden bei Eintritt in die geſtrige Verhandlung energiſch
ge=
rügt werden mußte. Im übrigen vollzog ſich die Verhandlung ſelbſt
verhältnismäßig raſch und dank der getroffenen Maßnahmen ohne
Ueberfüllung. Nach Schluß der Beweisaufnahme trat Vertagung bis
beute vormittag ein, worauf nunmehr das Plädoyer nebſt dem Urteil
felgen wird.
Meuctdent
Soreabauf. Kchuteien uad Barkn
beſeitigt ſchnell,
ſicher, ſchmerz=
und gefahrios AAKIRo1
Aerztlichempfohlen. Millionenſach bewäbrt.
In Apotbeken und Drogerien ergä klich. — Gegen Fußſchweiß,
Brennen und Wundlaufen Kukirol=Fußbad.
Drogerien: Beſſunger=Drogerie, Inh. W. Hartlaub, Beſſungerſtr. 1;
Anton Fiſcher, Frankfurterſtr. 14; Gg. Liebig & So. Nachf.,
Luiſen=
ſtraße 4; Apotheke Logel, Eliſabethenſtraße 30: Martins=Drogerie,
Pankratiusſtr. 41; Ph. Se der Nachl, Lu wigshöhſtr. 1: C. Watzinger
V. 1080
Nachf., Wilhelminenſtraße 11.
AAll9
Sbstsgegen
HHanstera
V
Sparsane därmeediftschaft
Seln Noclel iitdas
durch die neuesten
Boedew-Gasherde
und
Koeder-Gaskocher
mit Patent-Clasenbrenner
Meee Let
mſt
nt-Clasenbrenner
—Ennce 300ce
Ouerschnitt
Nach den Gutachten der Physikalisch-Technischen
Reichsanstalt, der Lehr- und Versuchs-Anstalt des
Vereins der Gas- und Wasser-Fachmänner, e. V.,
Karlsruhe, und vieler städtischer Gasanstalten ist der
Wirkungsgrad des Clasenbrenners allen seitherigen
Brennersystemen weit überlegen.
SanliOTA
Verkaufsstellen:
Johannes Beck, Spenglerei und Installation, Karlstr. 39
L. Breitwieser, Spenglerei, Nieder-Ramstädterstr. 54
H. Brunner, Installationsgeschäft, Elisabethenstr. 23
Withelm Gelfius, Installationsgeschäft, Fuhrmannstr. 6
Adam Jakob, Spenglerei u. Installation, Brandgasse 2
Georg Keil, Elektrotechn. Institut, Elisabethenstr. 36
Adolf Kling, Installationsgeschäft. Grafenstr. 35
G. W. Roth, Spenglerei und Installation, Moosbergstr. 97
Phil. Schäfer, Spenglerei u. Installation, Landwehrstr. 29
Franz Schulz, Soenglerei und Installation, Karlstr. 104½
Wilhelm Hublikz, Eisenwaren, Kirchstr. 18
Reiner & Christmann, Eisenwaren, Kirchstr. 21
Jakob Scheld, Eisenhandlung, Kirchstr. 6
C. 1. Wenz, Eisenhandlung, Elisabethenstr. 8. (2356a
Seite G.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Mürz 1924.
Mummer 30.
Sieſtenter Kundgebung zu Schureſorm.
In Gießen veranſtalteten die Freunde des humaniſtiſchen
Gymaniſiums unter erfreulicher Beteiligung der Eltern und
Er=
zieher eine eindrucksvolle Kundgebung zu den neuen
Schul=
reformplänen. In längerer Anſprache führte Herr Profeſſor Dr.
Herzog aus, daß die vorgeſehenen Reformen die Kataſtrophe
des Humanismus bedeuteten. Die wünſchenswerte Erhaltung
der alten Gymnaſien, die übrigens auch den Mädchen geöffnet
werden müßten, werde zum Teil von der Entſcheidung der
Eltern, Lehrer und Gemeinden abhängig gemacht, deren
Aus=
fall zufällig und unſicher bleibe. In den Anſtalten mit
gemein=
ſamem franzöſiſchem Unterbau führe die Beſchränkung der
klaſſi=
ſchen Sprachen auf die höheren Klaſſen notwendig eine
Ver=
flachung der humaniſtiſchen Bildung mit ſich, der nur durch
Ein=
führung des Latein als erſter Fremdſprache begegnet werden
könne, wie dies dem Landesamt auch bereits vorgeſchlagen
worden ſei. Grundlage für die Anſetzung der Stundenzahlen
und für die Verteilung der einzelnen Fächer könnten überhaupt
nur die Lehrziele ſein, für die die Not und Zukunft
unſe=
res Vaterlandes, die Bedürfniſſe der Berufe und die
Aenderun=
gen in den wiſſenſchaftlichen und pädagogiſchen Methoden
be=
ſtimmend ſeien. Die Rede gipfelte in der Forderung mündlicher
Beratungen des Landesamts mit allen ſachverſtändigen Kreiſen.
Danach ſprachen zehn Vertreter der verſchiedenſten Berufe.
Land=
gerichtsdirektor Neuenhagen betonte als praktiſcher Juriſt,
daß die humaniſtiſche Vorbildung für die Bedürfniſſe des
juri=
ſiſchen Berufs die beſte, ja einzig richtige ſei; denn die für den
Rechtspfleger erforderliche Aneignung idealiſtiſcher
Lebensauf=
faſſung und höchſter allgemeiner Bildung ſei undenkbar ohne die
Kenntnis des Altertums. Pfarrer Bechtolsheimer ſchilderte
die Gefahren, die der evangeliſchen Kirche infolge der Schädigung
der humaniſtiſchen Studien bevorſtehen. Geh. Nat Profeſſor Dr.
Behaghel bekennt ſich als Germaniſt zur humaniſtiſchen
Bil=
dung, ohne die das deutſche Weſen nicht erfaßt werden könne;
er bekämpft die Mär vo., gotiſchen Menſchen, den es nicht
ge=
geben hat. Reallehrer Wagner rühmt namens der
Eltern=
ſchaft die Vorzüge des Gymnaſiums, deſſen Bedeutung für die
Aneignung einer formalen Bildung wie für die Ausbildung der
geiſtigen Kräfte er als Pädagoge ins rechte Licht ſtellt.
Geiſt=
licher Rat Beyer tut in gedankenreichen Worten dar, wie die
katholiſche Kirche und Theologie der gymnaſialen Bildung nicht
entraten kann, für deren Erhaltung die Kirche werde, ſtreiten
müſſen. Profeſſor Dr. Feſionek legt als Mediziner und
Naturwiſſenſchaftler Notwendigkeit und Nutzen der gymnaſialen
Vorbildung für die naturwiſſenſchaftlichen Fächer dar. Rabbiner
Dr. Sander identiſiziert die Forderungen der jüdiſchen
Theo=
logie an die Jugendausbildung mit denen der chriſtlichen.
Pro=
feſſor Dr. Engel weiſt als Mathematiker auf die Gefahren hin,
die allen höheren Schulen drohen, wenn dem Gymnaſium die
Axt an die Wurzel gelegt werde. Dr. Werner Bock bekennt ſich
als Vertreter der Wirtſchaft zur humaniſtiſchen Bildung, die den
ganzen Menſchen erfaſſe und eine heroiſche Weltanſchauung im
erhabenſten Sinne predige. Profeſſor Dr. Vigener, der letzte
der Redner, fühlt ſich als Hiſtoriker ganz in der Nachfolgerſchaft
der Griechen, deren Schöpfung die Hiſtorie dem Namen und der
Sache nach iſt: Aufgabe einer wahren deutſchen Schule, die das
Gymnaſium als mit der deutſchen Bildung ſelbſt geworden dar= 2
ſtellt, ſei die Erkenntnis der geiſtigen Wurzeln des Deutſchtums,
d
die in der Antike liegen. Die erhebenden, überzeugungstreuen
Bekeuntniſſe der Sprecher fanden in den Teilnehmern
begeiſter=
ten Widerhall.
Aus Heſſen.
— Jugenheim a. d. B., 19. März. Man ſchreibt uns: An der
Berg=
ſtraße wird es wieder Frühling. Die Natur hebt ſich an, aus dem
ſanften Winterſchlaf neues Leben auf Flur und in die Wälder zu
bringen. Für unſere Volksbadbaukommiſſion, wiederholt
ſich dieſes Jahr das Oſterfeſt zum drittenmal. Bald 3 Jahre ſind ins
Land gegangen, ohne daß es Frühling geworden iſt. Neues Leben
erwacht jetzt wieder. — Wenn auch ſcheinbar die Vollsbadbaukommiſſion
ihre Tätigkeit etwas abflauen ließ, ſo beſchränkte ſie ſich nur darauf,
etwas mehr im Stillen zu arbeiten. Am 11. Januar ds. Js. erhielt die
Kommiſſion denn auch ein Schreiben vom Herrn Bürgermeiſter; der
Wortlaut iſt etwa folgender: Der Jugenheimer Gemeinderat iſt
ein=
ſtimmig für die Erbauung des Volksbades, das Erholungsheim wird
bal=
digſt geräumt. Das Letztere iſt notwendig, da der Heſſ.
Krankenkaſſen=
verband die Erwerbung des Platzes (Eisteiche) durch unſere Kommiſſion,
von der Näumung des Erholungsheimes durch die Gemeinde abhängig
macht. Wir richten nun die Bitte an alle diejenigen, die unſer Ideal
für die Bevölkerung der unteren Bergſtraße ſeither unterſtützten, neue
Kraft zu ſammeln und zu werben für dieſe gute Sache.
* Auerbach, 18. März. Gemeinderatsſitzung. Bei der
geſtern abend ſtattgefundenen Sitzung unter dem Vorſitz des
Bürger=
meiſters Blickensdörfer kamen folgende Gegenſtände zur Beratung:
Zu=
nächſt wurde das neue Gemeinderatsmitglied Heinrich Strößinger,
der für das ſein Mandat niederlegende Mitglied Burchardt in das
Kollegium eintrat, durch den Vorſitzenden durch Handſchlag verpflichtet.
— Gemeinderat Gerhardt wurde einſtimmig in den Fiuanzausſchuß
gewählt. — Da die Einwohnerſchaſt recht nachläſſig in betreff der
Stra=
ßenreinigung iſt, ſo wurde über die Einführung von
Straßenreini=
gungsgebühren beraten. Gemeinderat Strößinger referierte zunächſt
über dieſen Punkt und will die Reinigung nach dem Vorbilde Bensheims
eingeführt wiſſen. Da eine Reinigung auf dieſe Weiſe in Auerbach
nicht möglich iſt, ſo ſprachen eine Reihe von Mitgliedern über die
An=
gelegenheit. Alle waren ſich einig, daß etwas geſchehen müſſe, damit
unſer Ort in dieſer Beziehung ein anderes Bild erhält, und forderten
ſtrenge Beſtrafung der Säumigen. Schließlich einigte man ſich
dahin=
gehend, daß die Gemeinde die betreffenden Straßenanteile auf Koſten
der in Betracht kommenden Grundſtückseigentümer reinigen läßt. Auch
kann auf Antrag Reinigung gegen Erſtattung einer noch feſtzuſetzenden
Gebühr durch die Gemeinde erfolgen. Außer Regenwaſſer darf nichts
mehr auf die Straßen geleitet werden. — Der Vertrag mit dem
Bahn=
fiskus, in betreff vertauſchten Weggeländes bei Erweiterung der
hie=
ſigen Bahnhofsanlagen, wurde genehmigt. — Der Umſtellung der
Jagd=
pacht auf Goldmark wurde Zuſtimmung erteilt; Bürgermeiſter
Blickens=
dörfer wurde beauftragt, mit dem Pächter, Fabrikant Reinhart=Worms,
darüber zu verhandeln. Die großen Schäden, die die wilden Kaninchen
in dieſem Winter in den Weinbergen an den Obſtbäumen anrichteten,
wurden eingehend beſprochen. Der Pächter foll um möglichſte Abhilfe
gebeten werden. — Die Mieter der neuen Gemeindehäuſer an
der Fehlheimer Straße beantragen Legung der Gasleitung in ihre
Woh=
nungen bezw. Küchen. In dieſer Angelegenheit war man ſehr
geteil=
ter Anſicht, beſonders mit dem Hinweis auf die Mieter in den
ande=
ren Häuſern der Gemeinde, die das gleiche Verlangen ſtellen könnten.
Auch die Koſtenfrage im Betrage von 260 Mark könnte gegenwärtig
von der Gemeinde nicht übernommen werden. Man verwies die Mieter
auf die Tragung der Koſten ſelbſt, auch ſoll das Gaswerk um Geſtattung
ratenweiſer Bezahlung erſucht werden. Die Angelegenheit ſoll in der
nächſten Sitzung möglichſt erledigt werden. Auch der Ausbau der
Gasleitung im Ort wurde bei dieſer Angelegenheit beſprochen; es ſoll
darüber mit dem Gaswerk verhandelt werden. — Die Einſtellung des
Durchganges durch den Garten des „Auerbacher Hauſes” führte zu
leb=
hafter Beſprechung, und wurde ſchließlich beſchloſſen, eine allgemeine
Abſtimmung der Bewohner Auerbachs herbeizuführen. Eine bezügliche
Liſte ſoll auf dem Nathauſe aufgelegt werden. — Bei den kleinen
Mit=
teilungen am Schluſſe der erledigten Tagesordnung durch den
Vor=
ſitzenden kam auch der Verkauf des Gaſthofes „Zur Krone” zur Sprache.
Bürgermeiſter Blickensdörfer teilte mit, daß er mit Herren der
kau=
fenden Geſellſchaft geſprochen habe und daß ihm dieſe erklärten, daß
die „Krone”, ſoweit es die Reſtauration betreffe, für Jedermann
zu=
gänglich bleibe, die Wohnungen aber nur ihren Geſellſchaftsmitgliedern
zur Verfügung ſtünden. Wenn letzteres durchgeführt wird, ſo bedeutet
der Verkauf der „Krone” ein großer Nachteil für Auerbach. Der ganze
Gemeindergt vertritt den Standpunkt, daß unter dieſen Umſtänden
Proteſt gegen der Verkauf an den zuſtändigen Stellen erhoben werden
müſſe. Ein diesbezüglicher Beſchluß wurde auch gefaßt. Bemerkt ſei
noch, daß die „Krone” vom 24. März bis 5. April geſchloſſen bleibt.
Von der Bergſtraße, 19. März. Zwiſchen Sulzbach und
Hems=
bach wurde geſtern auf der Landſtraße der elfjährige Richard
Reine=
mut, Sohn des Bahnvorſtehers in Sulzbach, von einem Laſtkraftwagen
totgefahren. Der Knabe wollte auf dem Rade nach Hemsbach fahren,
um Briefmarken zu kaufen. Unterwegs ſuchte er einen in gleicher
Richtung fahrenden Motorwagen der Firma Freudenberg zu
über=
holen, ſtieß dabei mit der Lenkſtange ſeines Rades gegen den
Kraft=
wagen und ſtürzte vom Rad herab. Er geriet ſo unglücklich unter den
Anhängewagen, daß ſein Kopf von einem Rade zerdrückt wurde. Den
Führer des Autos trifft kein Verſchulden.
* Birkenau, 17. März. Brennholzverſteigerung. Seit
Jahren erhalten die hieſigen Nichtortsbürger von der Gemeinde
Tarif=
holz zu einem mäßigen Preiſe. Der Gemeinderat hat es jedoch für gut
befunden, das Tarifholz für dieſes Jahr zu verweigern; ebenſo machte
es auch der Staat mit den Beamten. Daß dies aber gerade bei der
jetzi=
gen Notlage der Beamten und Arbeiter tief bedauerlich iſt und bei den
Intereſſenten Aerger und Unwillen erregt, bedarf wohl keiner
beſonde=
ren Aufklärung, ebenſo, daß dadurch der Frieden in der Gemeinde nicht
gefördert wird. Nun wurde dieſer Tage eine
Brennholzver=
ſteigerung abgehalten, die ungemein ſtark beſucht war, ſo daß man
ein größeres Lokal wählen mußte. Die Nichtortsbrüger verlangten
nun, daß die Ortsbürger, von denen jeder 2 Rm. Holz und 30 Wellen
erhält, ſich vorläufig des Bietens enthalten möchten, und da dies nicht
geſchah, entſtand ein ſolcher Tumult, der ſogar in Tätlichkeiten
ausar=
tete, daß die Verſteigerung abgebrochen werden mußte. Was nun
wei=
ter in der Sache geſchieht, wiſſen wir nicht, wollen aber hoffen, daß ſich
der Gemeinderat eines anderen beſinnt und den Nichtortsbürgern, wie
in früheren Jahren, wieder Tarifholz zukommen läßt, da auch dieſe
Gemeindeſteuern zahlen und mit ihrem Gehalt bzw. Arbeitslohn die
hieſigen Geſchäftsleute unterſtützen.
th. Egelsbach, 17. März. Ein wohlgelungenes Konzert
veran=
ſtaltete unſer älteſter Geſangverein „Germania” mit neugegründetem
Damenchor unter Leitung des rührigen Dirigenten Herrn Lehrer
Schim=
mel, in der „Ludwigshalle” in Erzhauſen. Die Mitwirkung einer
bedeutenden Langener Sängerin bot neben zwei von Schimmel
verfaß=
ten und komponierten Liedern Hervorragendes, und die muſikaliſchem
Darbietungen verſchiedener Mitglieder des Vereins beendeten die hübſ”
verlaufene Veranſtaltung.
r. Babenhauſen, 17 März. Der hieſige
Stenographen=
verein Stolze=Schrey hielt am Samstag, den 15. d. M., in
ſeinem Vereinslokal „Michelsbräu” ſeine ordentliche
Generalver=
ſammlung ab. Aus dem Bericht des Vorſtandes iſt beſonders
her=
vorzuheben, daß im abgelaufenen Vereinsjahre 28 Perſonen neu in der
Kurzſchrift unterrichtet wurden, und daß es dem Verein vergönnt war,
in Schaafheim einen lebensſtarken Verein zu gründen. Die
Kaſſen=
verhältniſſe ſind, wie wohl bei allen Vereinen, nicht befriedigend. Auch
hier muß Wiederaufbauarbeit geleiſtet werden. Die ſeitherigen
Vorſtands=
mitglieder wurden einſtimmig wiedergewählt. Der Vorſitzende teilt mit,
daß die Handelskammerprüfung für den Bezirk Starkenburg am 11. Mai
in Darmſtadt ſtattfindet, der Bundestag des Mittelweſtdeutſchen
Steno=
graphenbundes StolzeSchreyz vom 14. bis 16. Juni in Weilburg a. d. L.
iſt. Für dieſe beiden Tagungen muß eine ernſthafte Arbeit einſetzen.
Leider ſteht dem Verein kein rechtes Uebungszimmer zur Verfügung.
Seine Geſuche an die Gemeinde um Ueberlaſſung eines Schulſaals, der
an vielen Orten bereitwilligſt zur Verfügung geſtellt wird, wurden
be=
dauerlicherweiſe abgelehnt. Ein Artrag aus den Reihen der Mitglieder,
den aus dem Bezirk Starkenburg ausgetretenen Verein Darmſtadt
zurückzugewinnen, fand lebhafte Unterſtützung. Der Vorſitzende Herr
Kaufmann H. A. Fendt, verſprach, hierzu kein Mittel unverſucht zu
laſſen.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 20. März 1924.
Seite 7.
Reich und Ausland
Deutſches Sängerbundfeſt in Hannover.
Köln. Sonntag und Montag fand hier unter dem Vorſitz des
echtsanwalts Dr. Liſt=Berlin eine von allen Seiten des Reiches
über=
ans ſtark beſuchte Sitzung des Geſamtausſchuſſes des Deutſchen
Sänger=
rndes ſtatt, die ſich mit den endgültigen Abſchlußarbeiten für das Ende
aiguſt in Hannover ſtattfindende große Deutſche Sängerfeſt zu befaſſen
hrt. Die Abhaltung des Feſtes, des erſten nach dem Kriege, iſt in allen
Zeilen geſichert. Außer ſämtlichen deutſchen Landesvölkern haben
Ab=
dnungen aus Amerika, Deutſch=Oeſterreich. Steiermark, Tirol,
Deutſch=
röhmen uſw. zugeſagt. Ein beſonderer Feſtabend iſt für die
Grenz=
unde, bzw. für die Bunde der abgetrennten Gebiete, vorgeſehen.
Fer=
er werden der Weſtfäliſche und der Rheiniſche Sängerbund geſchloſſen
ar der Feier teilnehmen, und die Freude erleben, daß ihnen zu Ehren
ſendere Veranſtaltungen ſtattfinden. Daneben veranſtalten acht große
einiſche Geſangvereine ein beſonderes Konzert. Man rechnet mit der
Feilnahme von medeſtens 30000 Sängern am diesjährigen Deutſchen
Eingerbundfeſt, und weiterhin mit der Anweſenheit der führenden
Ver=
weter des Deutſchen Reiches.
Eine folgenſchwere Exploſion.
Mähriſch=Oſtrau. Hier erfolgte im Lager der Firma
Erup=
twia (früher Dynamit=Nobel) in Hermanitz eine Exploſion, als die
An=
ſtellten des Lagers die für die Grubenarbeiter beſtimmten Exploſiv=
Dffe auf Frachtwagen luden. Vier Arbeiter, welche die Exploſivſtoffe
rluden, wurden getötet. Die Wagen und das ganze Magazin
wur=
vollſtändig zertrümmert. Das Haus des Lagerverwalters ſtürzte
—. Aus den Trümmern wurden der Verwalter und ſeine Frau ſchwer
rletzt herausgeholt. Ihr Dienſtmädchen wurde vor Schreck wahnſinnig.
ai der Arbeiterkolonie der Grube Joſeph wurden durch Luftdruck die
Gäuſer abgedeckt, das Gebäude beſchädigt und viele Perſonen verletzt.
m Mähriſch=Oſtrau und Hermanitz wurden durch Luftdruck zahlreihe
genſter zertrümmert.
Ein Wohltätigkeitsſchwindel.
Die Grazer Polizei deckte einen umfaſſenden Wohltätigkeitsſchwindel
anf. Auch für die Deutſchlandhilfe beſtimmte Gelder wurden
unterſchla=
en. Die Blätter melden, daß die Geſchäftsgebarung der Filiale der
Ften öſterreichiſchen Künſtlergemeinſchaft überwacht worden ſei da ihre
icmmlertätigkeit für die Kinderhilfe in Deutſchland Verdacht erregte.
2ie polizeilichen Feſtſtellungen ſollen ergeben haben, daß von den ge=
(anmelten 90 Millionen Kronen nur etwa 8 Millionen abgeführt ſein
erften. Der Leiter der Filiale, Schauſpieler Bruckmüller, und mehrere
andere Perſonen wurden verhaftet.
Neue Erdbeben in J.wan.
Paris. Nach Meldungen aus Tokio haben ſich auf der Inſel
achalin Erdbebenſtöße ereignet, die beſondars bei Teye ara und
Ta=
ike heftig verſpürt wurden. In der Gegend von Ta, te entſtanden
ini Erdboden ungeheure Riſſe. Eine andere Meldung beſagt, daß der
uß Mayere aus ſeinen Ufern getreten iſt. Zahlreiche Gebäude ſind
ngeſtürzt und eine große Anzahl von Menſchen dem Erdbeben zum
4.pfer gefallen. Es handelt ſich hauptſächlich um ehemalige ruſſiſche
Ver=
jmnnte, die nach Verbüßung ihrer Strafe auf der Inſel
zurückgeblie=
ſen ſind.
Entdeckung eines römiſchen Tempels.
Bei Avignon iſt ein Tempel aus der Zeit des Kaiſers Auguſtus
—tdeckt worden, der mit einem herrlichen Saulengang geſchmückt iſt.
Nas Gebäude iſt 22 Meter breit. Die Säulen ſind fünfzehn Meter
ſoch und haben ein mittlere Dicke von anderthalb Metern. Vor dem
äulengang lag eine Teraſſe von 56 Meter Länge. Zwei große
Trep=
ven ſteigen zu beiden Seiten des rückwärtigen Teiles des
halbkreisför=
nigen Säulenganges am Abhang des Hügels hinan und führen zu
emem zweiten Tempel, der 30 „Meter über dem erſten liegt.
Das Glücksrad.
Vor einigen Jahren ſaß in der Veranda eines Hotels dritten
Ran=
s in einer Vorſtadt von Los=Angeles in Kalifornien ein noch junger
„Nann, deſſen ſchiefgetretenes Schuhwerk und abgetragene Kleidung die
rrmut verrieten; er betrachtete zerſtreuten Blickes einen von zwei
Pfer=
n unter Leitung eines Negers gezogenen Laſtwagen, der nicht
beſon=
drrs gut auf der ſtaubigen Straße ſich vorwärts ſchob. Der
ungewöhn=
lirhe Anblick der dunklen Steine, mit denen der Wagen beladen war,
zig plötzlich die Aufmerkſamkeit des Mannes an, der mit einem Satz
un der Seite des Fuhrmanns war an den Fragen zu richten er ſich
ssbald anſchickte. Woher er kam? Wohin er ging? Zu was die Steine
ſtimmt waren? uſw. Geſchwätzig wie die meiſten ſeiner
Berufs=
noſſen, und geſchmeichelt durch das Intereſſe, das er erregte, ließ ſich
d—r brave Neger nicht bitten. Er erzählte, wie er ſich täglich nach einem
ſicht weit von der Stadt, bei Weſtlake Park, gelegenen Steinbruche
be=
abz dort nahm er eine Ladung dicker Steine auf, die er darauf zu
„ederem Preiſe an untergeordnete Werke verkaufte, die ſie als
Brenn=
haterial in den Feuerſtätten verwandten. Im Beſitze dieſer Auskünfte,
Ußt der Weiße ſeinen Gefährten, ohne eine Minute zu verlieren, ſtehen
d ſpringt in eine Straßenbahn, die ihn nach Weſtlake Park bringt.
(jine raſche Prüfung überzeugte ihn, daß er ſich im Gebiete von
Erdöl=
ſpiefer befand. Mit Hilfe eines Freundes brachte er einige Kapitalien
xſammen und erwarb eine kleine Konzeſſion in der Umgebung des
Stteinbruchs. Während Monaten ſah man ihn Hacke und Spaten
hand=
haben, darauf wurde eines ſchönen Tages ein Brunnen angebohrt und
ims Petroleum ſprudelte endlich hervor. So iſt der einſt arme Teufel,
(idward Doheny, heute einer der reichſten Leute der Welt geworden.
egenwärtig ſpielt er im Skandal der amerikaniſchen Erdölquellen eine
bauptrolle. Er hat ſeinen Weg gemacht.
8
Das größte Spiegelteleſkop Europas.
Ein Wunderwerk der deutſchen Optik iſt das kürzlich auf der
Stern=
warte zu Berlin=Babelsberg aufgeſtellte Spiegelteleſkop, das mit ſeiner
Hauptſpiegelöffnung von 1260 Millimetern der größte derartige
Appa=
at Europas iſt. Ueber die Entwickelung dieſer Fernrohre und des
Zuen Inſtrumeates ſpricht Max Walier in der Leipziger Illuſtrierten
eitung. Als Erfinder des Spiegelrohrs bezeichnet man Newton, weil
— die Herſtellung größerer Linſen für unmöglich hielt und ſich deshalb
ſieſer Fernrohrkonſtruktion zuwandte. Aber ſchon 50 Jahre früher hatte
Zucchius 1616 auf die Möglichkeit hingewieſen, mit Hilfe von Hohl=
Siegeln vergrößerte Bilder der Himmelskörper zu erhalten, und ver=
Hiedene Forſcher beſchäftigten ſich bereits mit dem Schliff paroboliſch
1sgehöhlter Metallſpiegel. Aber erſt Gregory, der ſich auf
Kugel=
halk=Flächen beſchränkte, erzielte Erfolge. Sein Spiegel und die ſeiner
achfolger leiſteten noch nicht viel, doch genügten ſie, um den Aſtronomen
ilhelm Herſchel zu erneuten Verſuchen anzuregen, die ihn dann
be=
wihmt machten. Von 1774 an gingen immer größere Spiegel aus ſeiner
Hand hervor, bis 1789 das „vierzigfüßige” Rieſenteleſkop vollendet war,
as bei 91 Zentimeter Oeffnung und 12 Meter Brennweite damals für
(än Weltwunder galt. Das Ungetüm ließ ſich aber nicht recht
verwen=
den, denn die damalige Technik war der Bewältigung ſolcher
Dimen=
wnen noch nicht gewachſen. Das zeigte ſich auch, als Lord Roſſe nach
jähriger Arbeit 1825 ſeinen mächtigeren „Leviathan” zur Aufſtellung
kwachte. Dieſer Koloß wog bei einem Spiegeldurchmeſſer von 183
Zenti=
netern und eine Brennlänge von 16,76 Metern 10 400 Kilogramm, und
ar das Ungefügigſte, was je an Fernrohren geſchaffen worden iſt. Die
eiſtungen dieſer „Himmelskanone” ſtanden in gar keinem Verhältnis
zur den aufgewendeten Koſten und Mühen. Die modernen
Spiegel=
teleſkope haben mit dieſen alten Ungeheuern nicht mehr ſehr viel
ge=
mein. An Stelle des Metallſpiegels beſitzen ſie eine paraboliſch hohl
geſchliffene, vorderſeitig verſilberte Glasfläche und bei der Aufſtellung
* für die vollkommenſte Beherrſchung des Inſtrumentes bis in die
fein=
ren Einzelheiten geſorgt. Das neue Babelsberger Teleſkop läßt ſich
ſede gewünſchte Himmelsrichtung, und ebenſo wendet automatiſch die im
Durchmeſſer 13 Meter haltende Kuppel ihren 3 Meter breiten Spalt
nach jedem Punkt des Geſichtskreiſes. Im Spalt iſt die Hebebühne
an=
nebracht, auf der der Beobachter Platz nimmt. Es ſind zwei
Verwen=
pungsmöglichkeiten vorgeſehen. Bei der erſten wird das vom
Haupt=
viegel in der Nähe des vorderen Rohrendes entworfene optiſche Bild
Her Geſtirne durch einen unter 45 Prozent geneigten elliptiſchen
Plan=
viegel von 400mal300 Millimetern Durchmeſſer ſeitlich herausgelentt,
wobei das Rohr eine Brennweite von 8,4 Metern aufweiſt. Bei der
weiten Bemtzungsart wirft ein Konvexſpiegel von 340 Millimetern
Durchmeſſer die Strahlen nochmals zurück, die dann nahe dem
Haupt=
piegel ſeitlich herausgelenkt werden. In dieſem Falle kann der
Beobach=
er am unteren Rohrende Aufſtellung nehmen und braucht nicht die
Sebebühne zu benutzen. Bei dieſer letzteren Anordnung beſitzt das
Shſtem die bedeutende Brennweite von 94 Metern. Das wunder=
Hare Inſtrument iſt ſowohl für unmittelbare Beobachtung als auch für
Die Zwecke der Himmelsphotographie und Spektroſkopie eingerichtet. B.
Gegen die 3. Steuernotverordnung.
Rede des Oberlandesgerichtspräſidenten Dr. Beft.
Von unſerem Stuttgarter Sonderberichterſtatter.
Stuttgart, den 19. März.
Ganz Deutſchland, vielleicht mit Ausnahme der Kreiſe um das
Reichsfinanzminiſterium, empfindet die großen Gefahren der
Beun=
ruhigung, die durch die dritte Steuernotverordnung in alle
Volksſchich=
ten getragen wurde. Der uralte Satz, daß Gerechtigkeit die
Grund=
lage des Staates iſt, hat gerade für das deutſche Volk, mit ſeinem
tief=
gewurzelten Gerechtigkeitsempfinden, ſeine beſondere Bedeutung, und
deshalb iſt auch die Veranſtaltung von zwei Vorträgen der bewährten
Vorkämpfer auf dieſem Gebiet, des Oberlandesgerichtspräſidenten Dr.
Beſt=Darmſtadt und des Reichstagsabg., Juſtizminiſter a. D. Exz.
Dr. Düringer=Karlsruhe durch den württemberger
Hypotheken=
gläubiger= und Sparer=Schutzverband von grundſätzlicher Bedeutung.
Daß ſich ge=
ten. Jedenfalls war in Stuttgart das Intereſſe für die Frage
außer=
ordentlich ſtark. Der große Saal des Guſtav Sieglerhauſes war bis
auf den letzten Platz beſetzt. Nach kurzen Begrüßungsworten des
Vor=
ſitzenden der Verſammlung und Verleſung eines Schreibens des
Würt=
tembergiſchen Staatspräſidenten Dr. d. Hieber, in dem dieſer ſich für
eine gerechtere Löſung der Aufwertungsfrage einzuſetzen bereit erklärte,
nahm, mit lebhaftem Beifall begrüßt, Herr Oberlandesgerichtspräſident
Dr. Beſt das Wort. Er führte, auf die geſchichtliche Entwicklung des
Aufwertungsproblems eingehend, u. a. aus, daß anfangs der
Wider=
ſtand der Gläubiger gering geweſen ſei, weil vielfach propagierte
Theo=
rien die tatſächliche Entwertung verſchleiert hätten. Daß die
Grund=
ſätze von Treu und Glauben von Anfang an nach § 242 auch für die
Währungsfrage anwendbar waren, ſei zunächſt nur durch das bekannte
Darmſtädter Urteil und dann auch durch das Reichsgericht anerkannt
worden. Jetzt aber habe ſich der Widerſtand mächtiger und
cinflußrei=
cher Wirtſchaftskreiſe geſteigert, die eine ſo einfache Methode, ihre
Schul=
den zu begleichen, nicht preisgeben wollten. Wenn der laute
Entrü=
ſtungsſchrei des deutſchen Volkes in allen ſeinen Schichten gegen die
3. Steuernotverordnung nur gedämpft zum Ausdruck gekommen ſei, ſo
ſei dies lediglich nur die Schuld der dem Großkapital vielfach zu
Dien=
ſten verpflichteten Preſſe. Gegen den Widerſpruch der öffentlichen
Mei=
nung, gegen die warnende Stimme des Klerus, und den guten Willen
des Fünfzehnerausſchuſſes habe der Reichsfinanzminiſter dieſe
Notver=
ordnung erlaſſen. Der Redner prägte außergewöhnlich ſcharfe Worte
der Ablehnung und Kritik des ganzen Charakters der 3. Notverordnung,
über die er dann im einzelnen Inhaltsangaben machte. Er erkannte
an, daß gegenüber den allererſten Entwürfen gewiſſe Verbeſſerungen
erzielt worden ſeien, betonte aber, daß trotzdem das ganze wohl der
ſchamloſeſte Rechtsſpruch der Geſchichte ſei und einen Vermögensraub
darſtelle, wie ihn nicht einmal das bolſchewiſtiſche Rußland kenne; denn
dort ſeien wenigſtens alle Beſitztümer für den Staat eingezogen
wor=
den. Bei uns dagegen komme dieſe Entrechtung gerade der dem
Vater=
land treueſten Kreiſe nur dem Großkapital zugute. Die 3.
Steuernot=
verordnung ſei nicht nur ein Verbrechen, ſondern auch, was noch
ſchlim=
mer ſei, eine Dummheit. Sehr eindringlich und mit furchtbarer
Deut=
lichkeit erhob der Redner Anklagen gegen die verantwortlichen Männer
der Regierung, die Treu und Glauben, die Grundlage nicht bloß für
Wirtſchaft und Geſellſchaft, ſondern auch insbeſondere für den Staat
aufs Schwerſte erſchüttert hätten. Die Begründung, die von
Regie=
rungsſeite gegeben wurde für die Notwendigkeit der
Steuernotverord=
nung, ſei völlig haltlos. Die einzelnen Gründe ſeien ſo dürftig, daß
ſie nicht einmal einer Beſprechung würdig ſeien. Gewiß beſtehe
zurzei=
ein ſtarker Mangel an Betriebskapital, aber das in Realwerten
kapita=
liſierte Vermögen ſei vorhanden. Jedenfalls ſei der allgemeine
Ein=
druck daß dieſe Rechtsordnung, wie ſie im Reichsfinanzminiſterium
aus=
gearbeitet ſei, höchſtens die Ordnung eines Raubſtaates ſein könne, und
es ſei ein betrübendes Zeichen unſerer Zeit, daß ſolche Männer, als
feinde des öffentlichen Wohls von Regierungsſeite bezeichnet werden,
die unbekümmert um ihr perſönliches Wohl für das Recht eintreten.
Sehr eindringlich ſchilderte Redner ſodann, die furchtbaren Gefahren,
die heute ſchon faſt greifbar aus der dritten Notverordnung für die
Wirtſchaft und für den Staat erſtehen. Kredite gibt es unter der
Herr=
ſchaft einer ſolchen Ungeſetzlichkeit nicht mehr. Der Wohnungsbau wird
ohne Hypotheken und dieſe wiederum ohne Vertrauen nicht
voranſchrei=
ten. Fleiß und Sparſinn werden vollends abſterben, wenn namentlich
der gebildete Mittelſtand, der Träger deutſcher Kultur und Zukunft,
die Früchte ſeiner Arbeit und der ſeiner Vorfahren in eine ſolche
Rechts=
unſicherheit hineingeſtellt ſieht. Kampf muß heute die Parole ſein auf
zwei Wegen, einmal, auf dem Rechtsweg feſtzuſtellen, daß die dritte
Steuernotverordnung überhaupt nicht rechtsgültig iſt, und daß ſie in
ihren Grundlagen auch durch die Reichstagsauflöſung völlig erſchüttert
ſcheint, dann aber auch praktiſch vorzugehen durch Einfluß auf die
Parteien und ihre Kandidaten, von denen man jetzt im Wahlkampf
bin=
dende Zuſagen fordern müſſe, daß ſie für eine gerechte Regelung
ein=
treten. Zum Schluß gab Beſt einen Ueberblick über die bisherige
Stellungnahme der Parteien und hob beſonders hervor, daß der
würt=
tembergiſche Staatspräſident als einziges Staatsoberhaupt ſich bisher
ausdrücklich und klar im Sinne des Rechtsgedaukens ausgeſprochen habe.
Der angeſagte Kampf gelte nicht dem Kapital, ſondern dem Mißbrauch
wirtſchaftlicher Macht. Der Gegner ſei zwar mächtig durch ſeine Geld
mittel, ſeine ſtraffe Organiſation und ſeine Preſſe, aber das treue
Feſt=
halten am gerechten Ziel werde der idealen Sache ſchließlich doch zum
Sieg verhelfen. Stärkſter Beifall folgte den Ausführungen. Danach
ergriff Dr. Düringer das Wort und ergänzte die Ausführungen
ſeines Vorredners durch wertvolle Einzelheiten. Mit ſtärkſter
Entrü=
ſtung nahm die Verſammlung Kenntnis von der faſt unglaublichen
Mit=
teilung über die diſziplinare Maßregelung eines hohen Beamten am
Reichsgericht, weil er gegen die Mißachtung wohlerworbener Rechte
durch die 3. Steuernotverordnung auf durchaus lohalem Wege
an=
kämpfte. Eine Reſolution an alle Parteien, in der Aufwertungsfrage
Farbe zu bekennen, wurde einſtimmig angenommen.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keinerlei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) — EEinſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückge andt, die Ablehnung nicht begründet werden
Zum1. April — Bismarck und die deutſche Schrift.
Bismarck war bekanntlich in kluger Würdigung des Wertes einer
nationalen Schrift ein eifriger Freund der deutſchen Schrift. Er ſagte:
„Deutſche Bücher in Lateindruck leſe ich nicht”” und nahm ſolche
Ge=
ſchenke nicht an. Auch wurde auf ſeine Veranlaſſung die Benutzung
der preußiſchen Archide nur geſtattet, wenn der Benutzer ſich
verpflich=
tete, die Veröffentlichungen deutſch drucken zu laſſen. Betrübend iſt, daß
es Bismarckverehrer gibt, die dies nicht wiſſen. So erlebten wir im
vorigen Jahre das betrübende Schauſpiel, daß Schleifen der
Ehrenkränze am Bismarckdenkmaſ ſtatt der deutſchen Schrift die
lateiniſche, die Entente=Schrift, zeigten. Hoffentlich wird dies in dieſem
Jahre vermieden.
verleiht ein rosiges, Jugendfrisches
Antlitz und ein zarter schöner Teint.
Alles dies erzeugt die allein echte
Sterkenpferd-Seife
dle beste Lilienmilchseife
von Bergmann & Co., Radebeul.
Sanlctiiit
Geſchäftliches.
Falſche Sparſamkeit wäre es, wenn ſie Schuhkreme
kau=
fen, die einige Pfennige billiger iſt, als Pilo. Nur die Qualität darf
entſcheiden, denn ſchlechte Kreme macht beim Glänzen viel Mühe und
außerdem greift ſie das Leder an, ſo daß ihre Schuhe bald ſpröde und
riſſig werden. Pilo glänzt im Nu und erhält die Schuh’. (1,3403
Wetterbericht derGießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für den 21. März:
Heiter bis wolkig. Nachts Froſt, auch tagsüber in höheren Lagen.
Leine Niederſchläge von Bedeutung.
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr
(F 16, f 9): „Prinz Friedrich von Homburg”. Kleines Haus, Anfang
7 Uhr, Ende nach 10 Uhr (Zuſatzmiete IXJ): „Baſtien und Baſtienne‟
hierauf: „Die Gärtnerin aus Liebe‟. — Orpheum, 784 Uhr: „Die
keuſche Suſanne‟. — Union=, Reſidenz=, Zentral=Theater, Palaſt=
Leicht=
ſpiele: Kinovorſtellungen.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortl. für Politik und Wi tſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuill ton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
Verantwortlich für Srort: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußd en: Andreas Bauer
Verantwertlich für den Inſ ratente l: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die hemtige Rummer hat 1: Seiten
Sport, Spiel und Turnen.
Turnen.
39. Gauturufeſt des Main=Nodgaues A.D.T. B.
Das für den 6. Juli d. Js. angeſetzte Gaufeſt des Main=Rodgaues
mußte umſtändehalber auf den 13. Juli gelegt werden. Die
Geräteübun=
gen für den Zwölfkampf der Turner und für den Neunkampf der
Tur=
nerinnen ſind erſchienen und den Vereinen übergeben. Sie ſind für dies
Jahr etwas leichter gewählt als in den Vorjahren. Man mußte ſich dazu
entſchließen, um nicht den Anſchein zu erwecken, als ſei der Wettkampf
nur für die Turner der großen und leiſtungsfähigen Vereine da, wie es
tatſächlich in den anderen Verbänden der Fall iſt. Neben dem
Zwölf=
kampf findet noch ein Dreikampf für die Volksturner ſtatt. Derſelbe
beſteht aus den volkstümlichen Uebungen des Zwölfkampfes. Der
Drei=
kampf beſteht in Hochſprung, Laufen über 100 Meter und Kugelſtoßen
7.25 Kilo. Das Vereins=Niegenturnen findet ebenfalls in zwei Klaſſen
ſtatt. Die Sieger werden wieder wie in den Vorkriegsjahren mit ſchönen
Eichenkränzen und Diplomen geehrt.
Wandern.
Jugendwanderungen der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
„Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen in den großen heil’gen Dom!”
Das wird die Loſung der Wanderleitung der Turngeſellſchaft 1875 ſein,
die ſich die Aufgabe geſtellt hat, während der Oſterferien mit den
Jugend=
abkeilungen hinauszuziehen ins Freie. Welche Zeit wäre denn auch
ge=
eigneter zum Wandern als die Oſterzeit? Die Zeit der
Frühlings=
ſonnenwende. Die Zeit des Erwachens der Natur. Alles, was in der
kalten Erde unter der Schneedecke geſchlummert hat, erwacht zu neuem
Leben; ein Sprießen und Keimen, ein Grünen und Blühen hebt an,
das alle Geſchöpfe der Natur und auch uns arme Menſchenkinder mächtig
erfaßt. Auch in der Turnerjugend erwacht der Wandergeiſt, und das iſt
herrlich und gut. Unterſtützt von der rührigen Turnleitung und
be=
geiſterten Jugendleitern, will ſie hinausziehen, des Frühlings Erwachen
miterleben, will ſich tummeln in Gottes freier Natur, will bei fröhlichem
Spiel und Sang ſich erfreuen. Eine Reihe von Wanderungen ſind für
die Oſterferien vorgeſehen, von welchen die erſte am 8. April ſtattfindet.
Es ſoll dies eine Tageswanderung ſein. Der Abmarſch iſt früh morgens
7 Uhr vom Vereinshauſe, Dieburger Straße 26. Nicht nur Mitglieder,
unſerer Jugendakteilungen können daran teilnehmen, ſondern Eltern,
die ihren Kindern eine Freude bereiten wollen, können ſie mitſchicken.
Unſere Mitglieder weiſen wir beſonders auf die diesjährigen
Oſterwan=
derungen hin. — Am 24. April ſoll ein Eltern= und Jugendabend ſtatt
finden. Hierüber und über die Oſterwanderungen wird Näheres
be=
richtet werden.
Schach.
Neu=Yorker Schachturnier.
Unter Beteiligung der elf Großmeiſter Cabablanca, Dr. Emanuel
Lasker, Eduard, Lasker, Janowski, Marſhall, Bogeljuboff, Dr.
Tarta=
kower, Reti, Maroczy, Yates und Aljechin hat das internationale Neu=
Yorker Schachturnier im Hotel Alamac ſeinen Anfang genommen. Es
iſt dies das dritte ſeiner Art in den Vereinigten Staaten nach Neu=York
1889 und Cambridge Springs 1904. Jeder hat gegen jeden zwei
Par=
tien zu ſpielen, ſo daß das Turnier bei fünf Runden in der Woche bis
zum 15. Abril dauern wird. Beſonders geſpannt iſt man natürlich auf
die Begegnung Capablanca—Dr. Emanuel Lasker. Letzterer war in der
erſten Runde ſpielfrei, traf aber in der zweiten gleich mit dem
Welt=
meiſter zuſammen. Beide ſpielten ſehr vorſichtig und die Partie ergab
remis, wie überhaupt der größte Teil der bisherigen Partien
unent=
ſchieden endete. In den erſten Runden ſiegten Aljechin gegen Yates,
Tartakower gegen Bogoljuboff. Remis machten Marſhall und Reti,
ſowie Eduard Lasker und Maroczy und ſogar Janowski konnte
Capa=
blanca ein remis abnötigen. Die zweite Runde, in der Reti feierte, ſah
Aljechin über Maroczy ſiegreich. Alle übrigen Treffen wurden remis
gegeben, und zwar neben der ſchon erwähnten Begegnung Dr. Lasker—
Capablan=a noch Ed. Lasker—Bogeljuboff, Janowski—Yates und
Mar=
fhall—Dr. Tartgkower.
Schwimmen.
Das Berliner Damenwettſchwimmen.
ks.* Die Eröffnung der Meldungen für das Wettſchwimmen des
Damen=SC.=Germania brachte ein Ergebnis, das ſelbſt die
hochgeſpann=
teſten Erwartungen übertrifft. Ueber 600 Schwimmer und
Schwimme=
rinnen werden am 29. und 30. März im Berliner Hallenbad,
Gerichts=
ſtraße, verſammielt ſein. Nicht weniger als 48 Vereine ſind beteiligt,
darunter ſolche aus Rotterdam, Amſterdam, Wien und 25
Vereine aus dem Reiche. Mit den holländiſchen und öſterreichiſchen
Meiſterinnen ſtartet die deutſche Doppelmeiſterin Frl. Rehborn=Bochum
erſtmalig in Berlin. Auch die Herrenwettſchwimmen ſtellen die
Mehr=
zahl der Berliner Wettſchwimmen in den Schatten.
Radfahren.
84. Bundes=Straßenradrennen 1924.
ks.- Ein getreues Bild von der Entwicklung des deutſchen
Rad=
rennſports gibt der jetzt fertig geſtellte Jahreskalender des Bundes
Deutſcher Radfahrer für Straßenrennen. Das Jahresprogramm hat
einen ganz gewaltigen Umfang. 84 Straßenradrennen ſind beim
Sports=
ausſchuß des B. D.R. angemeldet worden. Davon ſind, wie bereits ſeit
längerer Zeit bekannt, 14 Rennen auch für Berufsfahrer offen.
Nach=
ſtehend geben wir die Termine der bekannteſten Rennen wieder: April:
6. Bochum=Münſter=Bochum; 20. Berlin=Leipzig; 21. Großer Hanſapreis;
27. Preis der Wupperſtädte; Berlin=Kottbus=Berlin (auch Berufsfahrer);
Mai: 4. Gronau=Münſter=Gronau; 11. Kottbus=Görlitz=Kottbus; Großer
Straßenpreis von Frankfurt a. M.; Rund um München; Rund um
Speſſart und die Rohn (auch Berufsfahrer); 18. Vahriſche Achterfahrt:
Großer Preis des Saarlandes (auch Berufsfahrer); Rund durch
Würt=
temberg; 25. Rund um das Stettiner Haff; Großer Preis vom Main;
Großer Preis der Textilſtadt Elberfeld; München=Zürich (auch
Berufs=
fahrer);29. Großer Straßenpreis von Wiedenbrück; Juni: 1. Stettin=
Breslau; Offenbach=Heidelberg=Offenbach; Neuſtadt=Erfurt=Neuſtadt;
Quer durch Vogtland=Thüringen; Aund durch Weſtdeutſchland;
Bayri=
ſche Rundfahrt; 4. Deutſche Bergmeiſterſchaft zum Drachenfels (auch
Berufsfahrer); 8. Großer Preis von Deutſchland in Köln (international,
auch Berufsfahrer); 8.—9, Wien=München; 9. Rund um Leipzig; Großer
Straßenpreis von Einbeck; Magdeburg=Quedlinburg=Magdeburg; 15.
Gaumeiſterſchaften im Einerſtreckenfahren über 150 Kilometer; 22. Rund
um Dresden; Mitteldeutſcher Straßenpreis; Bielefeld=Hannover=
Biele=
feld; Berlin=Rheinsberg=Berlin; Großer Induſtriepreis der Stadt
Barmen; Rundfahrt durch Oberſchleſien (auch Berufsfahrer); 29.
Gau=
meiſterſchaften im Viermannſchaftsfahren 100 Kilometer; Juli; 6.
Großer Sachſenpreis Chemnitz (auch Berufsfahrer); Rund durch die
Thüringer Lande; Bremen=Hannover=Bremen; Rund um Duisburg; 13.
Rund um Köln (auch Berufsfahrer); Rund um Dortmund; Leipzig=
Eiſenach; Rund um Forſt; 16.—20. Zürich=Berlin (international, auch
Berufsfahrer); 20. Rund um die Oſtmark; Rund um Schneidemühl;
27. Quer durch Holſtein: Rund um Hanau. Anguſt: 2. Deutſche
Meiſter=
ſchaften, Rund um Frankfurt a. M. (auch Berufsfahrer); 4. Meiſterſchaft
von Deutſchland im Vierermaunſchaftsfahren; 10. Emmerich=Münſter=
Emmerich; Großer Straßenpreis von Hannover (auch Berufsfahrer);
Nürnberg=München=Nürnberg: 17. Rund um den Kyffhäuſer; Rund durch
Schwaben; 2t. Rund um Oſtpreußen (auch Berufsfahrer); Großer
Hanſeatenpreis (Lübeck); Rund durchs Münſterland; 31. Rund durchs
Sauerland; Fernfahrt zur Kieler Herbſtwoche: Fränkiſche Achterfahrt;
September: 7. Rund um Verlin (auch Berufsfahrer); Rund durch die
Sächſiſche Schweiz; Eſſen=Bocholt=Eſſen; Silberpokal vom Main; 14.
Großer Straßenpreis von Plauen; Rund um Breslau; 21. Nund um
Eſſen.
Pferdeſport.
Die Strausberger Eröffnung verſchoben.
ks.- Wie zu erwarten war, kann die Eröffnung der deutſchen
Ga=
lopprennſaiſon an den vorgeſehenen Tagen nicht ſtattfinden, da die
an=
haltend kalte Witterung ein ernſtes Training der Vollblüter ausſchließt.
Der Strausberger Rennderein hat aus dieſem Grunde die Premiere auf
den 30. März angeſetzt. Die Nennen am 23. und 29. März ſind
aufgehoben worden. Der Trabrennverein Mariendorf hatte urſprünglich
den 30. März mit Oeſchlag belegt, hat dieſen Tag aber mit dem 23. März
ausgetauſcht.
Vorausſagen für Mariendorf, 20. März, 2 Uhr nachm.:
1. Minz—Herzkönig, 2. Mignon Forbes—Stall Moskwa, 3.
Exzel=
lenz—PrinzMagowan, 4. Baron I2 awah-Narneval, 5. Bärbel—
Fahrt Lichtenfeld, H. Edeltochter—Feuerwehr, †. Michel Angelo—
Flo=
rian, 8. Fahrt J. Mills—Verdun,
Seite 8.
Darmſtädter Dagblatt, Donnerstag, den 20. März 1924.
Rummer 80.
An Bord
des „General San Martin”
Vorfrühling auf hoher See.
Von Paul Oskar Höcker.
Im Atlantiſchen Ozean, März 1924.
In dieſem goldenen Tzeanlicht, das auf dem unendlichen
Blau mit luſtigen weißen Schaumköpfen ſpielt, muß man die
Augen ſchließen, um ſich für ein paar Minuten wieder das Bild
der Abfahrt von Hemnburg zurückrufen zu können. Wie die
Er=
innerung an eine P larnacht iſt’s. Die Elbwündung bis weit
über die Leuchttürme hinaus vereiſt. Knatternd, klingend,
klir=
rend, knabbernd bricht ſich der ſchmucke weiße Dampfer der Huyo
Stinnes=Linien durch die 120 Meter langen Eistafeln oder die
kleinen Pxxishügel Bahn. Auf dem großen Promenadendeck
ſpazieren d e 150 Fahrtteilnehmer in dicken Winterſachen und
genieren ſich vorläufig beim Gedanken an die in den Kabinen
harrenden jreiße Leinenſchuhe und Leinenhoſen, an die
durch=
brochenen, Blufen und hellen Batiſtkleider, die für
Sommer=
ferienweiter berechnet ſind.
Nachdem der für den Verkehr mit Südamerika beſtimmte
Dampfer General San Martin” im vorigen Jahr zur
Zufrie=
denheit aller Teilnehmer eine Nordlandreiſe ausgeführt hat, iſt
er ton der jungen, wagemutigen Hamburger Reederei auf eine
Madeirafahrt ausgeſchiät worden, eine längere Erholungsreiſe,
die über Fumhal nach den Glücklichen Inſeln, nach Nordafrika
und Spanien führen ſoll. Es ſind Schlverkriegsverletzte an Bo:d,
Rekonvaleszenten; ſonſt meiſt Induſtrielle, Kaufleute,
Land=
wirte, die ihre lang zurückgedämmte Reifeſehnſucht jetzt endlich
wieder befriedigen können, ohne daß ihre Ausgaben der eigenen
Heimat verloren gehen. Denn ſie fahren ja auf deutſchem Boden
ins Ausland und faſt alle Einnahmen fließen deutſchen
Unter=
nehmungen und deutſchen Arkeitern zu: ju mehr Schiffe wir
bauen und in Betrieb ſetzen können, deſtomehr ſchwindet die
Arbeitsnot, deſto raſcher überwindet Deutſchland die
wirtſchaff=
liche Nachkriegskriſſe.
Hier, im Atlantiſchen Ozean, kann man bei dieſer ſtillen See
nachts die Fenſter offen halten; vor einer Woche noch war das
ganze Schiff tüchtig durchgeheizt. Das Wetier hat die Fahrt
außerordentlich begünſtigt. Die glückliche Ausbalanzierung des
Schiffskörpers trägt noch beſonders dazu bei, alle Schrecken des
Kanals und des Golfs von Biscaha von den Fahrtteilnehmern
fernzuhalten. Das Schiff braucht nicht ſo ſchnell zu fahren wie
die großen Amerikadampfer; ſo bleibt ihm auch das Stampfen
und Arbeiten der Maſchine erſpart, die auf der Newyork=Fahrt
um jeden Preis in der vorgeſchriebenen Stundenzahl ihr Ziel
erreichen muß. Wir können alſo die Seefahrt genießen, bei
reich=
lich bemeſſener Fahrzeit; tagelang ſpürt man kaum, daß der
Dampfer unter der von ſchweren Winterſtürmen hachgebliebenen
Dünung ſchwankt. Im Golf von Biscaya geſchieht es, daß eine
anmutige und temperamentvolle Hamburgerin, die im Tanzſaal
des Schiffes keine männlichen Mauerblümichen dulden will, für
die reifere Jugend, die ſeit Kriegsausbruch nicht mehr getanzt
hat und ſich daher mutlos zu den Altersgruppen ſchlagen will,
fröhliche Unterrichtsſtunden in den neuen Tänzen anſetzt. Der
Zulauf iſt enorm, und noch bevor Madeira erreicht iſt, wird an
Bord des „General San Martin” der Java von faſt allen
Fahrt=
teilnehmern beherrſcht. Die Stewardkapelle hat ſich mit
ſämt=
lichen Schlagern verſehen. Auch den Bananentanz ſpielt ſie
natürlich. Es iſt uns ein Vergnügen, auf der an
Bananenwäl=
dern überreichen Inſel Teneriffa feſtzuſtellen, daß die hübſche
Melodie und der blödſinnige Text auf Beſtellung der
Bananen=
kompagnie von Las Palmas komponiert und „gedichtet” worden
ſind: ein Rekiamemittel, um die ſchwindende Popularität der
für den Europäer zu teuer gewordenen Frucht wieder zu heben.
Zur Erholung gehören neben den warmen Seebädern an
Bord natürlich auch die Turnſtunden, die von den meiſten
Fahr=
gäſten oben auf dem Sonnendeck abgehalten werden. Da gibt es
auch eine lebensgroße Gummipuppe für das Boxtraining. Bei
der vorzüglichen Verpflegung, die das Schiff bietet, tut eine
ſolche tägliche Ausarbeitung not; das Scheffelbordſpiel auf dem
Hinterdeck und die kilometerlangen Wanderungen rund um das
Prowenadedeck genügen allein noch nicht.
So kommt das Schiff durch Sonne bei Tag und Vollmond
bei Nacht, bei klarem Himmel und immer lauer werdender Luft,
zum berüchtigtſten aller Weltenendpunkte, zum Kap Finiſterre.
Es liegt ſchokoladenbraun im blauen Waſſer, Möven und
Wild=
enten umflattern das Schiff, ein müdgewordener Wiedehopf
kommt als blinder Paſſagier an Deck, im Muſikſalon ſingen zwei
ſtimmbegabte junge Frauen Duette zum Klavier, vom
Hinter=
deckſalon klingen die Rhythmen der neuen Tänze, alles bummelt,
erholt ſich, beim Wandetn über Deck, beim Liegen auf den
be=
quemen Deckſtühlen, bei Lektüre und Geplauder. Es iſt wohl die
idealſte Möglichkeit, die 10 ſchweren Sorgenjahre zu vergeſſen,
die hinter all den geplagten deutſchen Männern und Frauen
liegen. Und wir ſollen uns durch die Scheelſucht und den Neid
unſerer Feinde nicht daran hindern laſſen, uns dieſer Möglichkeit
zu freuen. Denn — wer ſeebefahren iſt, weiß es — eine
Er=
holung iſt nur dem ſicher, der mit einem deutſchen Schiff reiſt.
Pünktlichkeit, Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit ſind
Grundbedin=
gungen. In dem aus der Segelſchiffahrt hervorgegangenen
Ka=
pitän Dau beſitzt unſer Dampfer einen vorbildlichen Führer.
Draußen im Atlantiſchen Ozean, auch im Gebiet der
Kana=
riſchen Inſeln, haben ſich ſchwere Stürme abgeſpielt. Sie bleiben
uns gnädig erlaſſen. Nach einer Woche köſtlicher
Meereseinſam=
keit mit viel Sonne und wenig Wind wachſen eines Morgens
die ſchneebedeckten Bergkuppen von Madeira aus dem Meere
empor; raſch gelangen wir zum Ankerplatz, während das
male=
riſche Funchal näherrückt, und faſt gleichzeitig taucht, von Las
Palmas kommend, der deutſche Kreuzer „Berlin” in den
portu=
gieſiſchen Gewäſſern auf. Da gibt es am Abend ein Feſt an Bord
unſeres Schiffes; der Kommandan der „Berlin” Kapitän z. S.
Wulfing v. Ditter, folgt mit ſieben Offizieren der Einladung der
Hugo=Stinnes=Linie, als deren Vertreter der liebenswürdige
Leiter der Paſſageabteilung, Dr. Scheurer, ſelbſt die Reiſe
mit=
macht.
Vor 20 Jahren habe ich Madeira beſucht. Der Eindruck von
damals überwältigend. In böſen Kriegsjahren und
gefängnis=
gleichen Nachkriegsjahren hat man oft der farbigen Bilder
ge=
dacht. Heute übt es wieder denſelben Zauber aus. Man fährt
in dem mit zwei flinken Ochſen beſpannten Schlitten zur
Zahn=
radbahn, gelangt in halbſtündiger Fahrt zu dem 1000 Meter hoch
gelegenen ſchönen Hotelreſtaurant, von wo aus der herrlichſte
Ueberblick über die ſeltſamen Kraterbildungen der Inſel, die
Bananenwälder, Palmengärten, Zuckerrohrplantagen,
Rhododen=
dren, Kamelien, Eukalyptusſträucher, über die buntgeſtrichenen
kleinen Madereſenhäuſer, das elegante Kaſino mit ſeinem Park,
das Kaſtell, den belebten Strand, die Reede und das unendliche
blaue Meer ſich eröffnet. In dem von zwei gewandten,
knoblauch=
duftenden, kindlich lachenden Portugieſen gelenkten Gleitſchlitten
geht es dann auf ſteilen, mit kleinen glatten Steinen gepflaſterten
Gäßchen wieder zu Tal — etwa im Tempo einer
Hörnerſchlitten=
fahrt. Unterwegs, an der Kirche Noſtra Senhora do Monte,
machen einige einen kurzen Halt, um das Grab Karls I von
Oeſterreich zu beſuchen, der hier ſein Leben beſchloſſen hat.
Um das am Abend ſtrahlend erleuchtete Schiff ſchaukeln
Boote mit allerhand Waren, die von Einheimiſchen angeboten
werden: große Tiſchdecken und Leibwäſche mit Madeiraſtickerei,
korbgeflochtene Stühle, Früchte, Kiſten mit Wein. Kleine
Bettel=
jungen klappern dabei mit ihren Murilloaugen ſo treuherzig,
daß man den kleinen Filmſtar Coogan in hundert Eremplaren
vervielfältigt glaubt.
Eine Woche Seefahrt, ein Tagesbummel auf dieſer halb
tropiſchen Wunderinſel — und es iſt uns kaum mehr möglich,
ins den Hamburger Abfahrtstag mit ſeinem Treibeis und
ſei=
nem kalten, grauen, melancholiſchen Himmel vorzuſtellen. Dies
Stückchen Ozean hat ſich uns dargeboten wie ein ſommerliches
Feriengeſchenk mitten im Winter.
Bankbeantenſtreik. — Großes
und kleines Spiel.-Senſationen
Von einem Sonderberichterſtatter.
H. Kk. Wien, im März.
Die Bankbeamten ſtreikten. Die Situation war einmal
ver=
ſchärft, dann wieder entſpannt; der Bundeskanzler Dr. Seipel
vermittelte, und jedermann erwartete mit Zuverſicht, daß dieſem
hellſten Kopf des neuen Oeſterreich endlich die erlöſende
Eini=
gungsformel entſpringen werde, was auch geſchah. Den
Zei=
tungen gab die Streitſache Gelegenheit, in ſpaltenlangen
Arti=
keln ihre Meinung ſpielen zu laſſen. Der ortsfremde Leſer muß
wohl glauben, daß die gemütliche Wienerſtadt ſich förmlich
ver=
zehrte in Sorge um den Ausgang des Bankbeamtenſtreiks. In
Wirklichkeit iſt die Erregung der Gemüter höchſt platoniſch, und
der größte Teil der Bevölkerung bringt beſtenfalls ein ſportliches
Intereſſe für die Angelegenheit auf. Es iſt ja dem „Genius loci”
dieſer Stadt überhaupt eigentümlich, kämpferiſchen Begriffen
ihre Spitzen und Schärfen zu nehmen. Ein Streik . . .. der
Wiener nimmt’s nicht allzu tragiſch; wie eine kleine Krankheit,
eine Grippe, die kommt und geht und vor deren
Unannehmlich=
keiten kein noch ſo lammesfrommer Bundesbürger gefeit iſt.
Zu=
dem ſcheint das gewerkſchaftliche Kampfmittel hierzulande auch
deshalb ſo beliebt zu ſein, weil ihm das beſchauliche Naturell
des Wieners anſtelle der ſtreitbaren Abſicht einen anderen Sinn
unterlegt: man feiert um des Feierns willen.
Gleichwohl iſt das „gute Herz” dieſer Stadt ſtets bereit, für
den ſchwächeren Teil ernſtlich Partei zu nehmen. Wenn die
Ent=
erbten des Glückes aufbegehren, dann iſt auch das allgemeine
Mitgefühl zur Stelle. In den Bankbeamten aber ſieht die
öffent=
liche Meinung gerade die viel beneideten Erben des Glücks. Als
Ziel des volkstümlichen Verehrungsdranges haben die Banken
das Erzhaus Habsburg abgelöſt. Und wie man einſtens
popu=
lären Erzherzögen auf der Straße nachlief, ſo heftet ſich jetzt
die Bewunderung an die erlauchten Potentaten im Geld= und
Effektengeſchäft.
Iſt es ein Wunder, daß unſer materialiſtiſches Zeitalter die
Inſtitution der Banken mit einem Nimbus umgibt? Die längſte
Zeit ſchon weiß ſich der Wiener von den Banken regiert. Im
Guten wie im Schlimmen iſt’s ihm beigebracht worden, ſich als
Untertan dunkler Finanzmächte zu fühlen. Kein Zuſammenbruch,
kein Umſturz, keine Revolution hat das Straßenbild der Stadt
irgendwie zu verändern vermocht. Nur dem gewaltigen
Auf=
ſchwung des Bankgewerbes iſt das gelungen; ihm ſind
altehr=
würdige Wahrzeichen zum Opfer gefallen. Und mit tiefem
Schaudern denkt man zum Beiſpiel daran, daß die ſchönſten
Kafſeehäuſer der Stadt, die für die Ewigkeit errichtet ſchienen,
dem unerſättlichen Moloch Platz machen mußten. Was das be=
erfaſſen, der weiß, daß das Kaffeehaus das iutime Boudoir des
vielberufenen Wiener Geiſtes iſt. Nichts iſt ſo ſymptomatiſch für
den Wandel der Dinge als die Einquartierung von Kurszettel
und Saldokonto an einſt kaffeegetränkter und =geweihter Stelle.
Man darf auch nicht überſehen, daß die Inſtallierung der
neuen Kapitalsmacht in ihre derzeitige überragende Stellung
unter weiteſter Beteiligung eines Publikums vor ſich ging, das
je nach Beziehung, Talent und Temperament an den großen
Spekulationsgewinnen naſchte. Man hat Zeiten erlebt, wo es
keinen Laufburſchen, keine Tippmamſell gab, die ſich nicht einer
zärtlichen Beziehung zu irgend einem obſkuren Aktienkurs
rühmte. Die Zeiten ſind, Gott ſei Dank, vorüber; aber die
Er=
innerung daran lebt noch in voller Friſche weiter. Vor allem iſt
es nicht vergeſſen, daß noch vor wenigen Monaten, der Herr
Bankbeamte als eventueller Tips=Wiſſer ſich allſeits bewundern
und umwerben ließ. Und dieſer Vielbeneidete, dieſer
Auser=
wählte, den das Schickſal mitten in die Maſchine des Reichtums
geſtellt hat, geht auf die Straße, klagt uns ſeine Not. appelliert
an die Solidarität der Unterdrückten? Gäbe es keine politiſche
Rabuliſtik, der Volksmund würde den Aufmarſch der
wohl=
genährten und gutgekleideten Demonſtranten gewiß nicht ſchonen.
So aber wird dem Gehirn des braven Mannes Tag für Tag
ein=
gehämmert, es gehe um Grundſätzliches, um die Arbeitszeit, um
„Errungenſchaften” um „Belange”. Und ſo wird die
Oppo=
ſition gegen die Zumutung, eine halbe Stunde länger zu
arbei=
ten, zwar nicht ſo ſehr vom guten Glauben, aber immerhin von
ſtrammer pathetiſcher Dialektik getragen.
Während die Angeſtellten ſtreikten, behalfen ſich die Leiter
der Inſtitute, nachdem ſie ſelber Hand anlegten Sie machten
Dienſt, ungeachtet der Sticheleien aller Spottluſtigen. Der dicke
Bankdirektor, der das Kontor betreut, die Stube fegt, im Ofen
Feuer macht, iſt beliebter Gegenſtand karikierender Laune. Gute
und ſchlechte Witze gehen von Mund zu Mund; und ſchmunzelnd
erzählt man den paradoxen Stoßſeufzer des Verwaltungsrates,
der ſein Los beklagt, nichts mehr verdienen zu können, ſeitdem er
arbeiten muß .
Obwohl das Börſenfieber der Inflationszeit auch den
klei=
nen Mann geſchüttelt hat, blieb ihm doch dieſe modernere Art
des Glückserwerbes innerlich fremd. Das Geld= und
Zahlen=
ſpiel, an dem der Urwiener gewiſſermaßen auch ſeeliſch hängt,
iſt vielmehr das ſogenannte „kleine Lotto‟. Ein Spiel des
Zahlenerratens. Schon mit zwei Treffern, einem „Ambo”, läßt
ſich erklecklicher Gewinn eiſheimſen. Haſt du gar drei von den
fünf Zahlen einer Ziehung geſetzt, dann iſt dir ein „Terno”
ge=
glückt und du wirſt reich und geachtet. Ganz ſo wie die Großen in
Monte Carlo, machen’s die Kleinen in einer Wiener „Lotto=
Kollektur”, Sie haben ihre Theorien, ihre Syſteme und machen
mit umfaſſender Gründlichkeit Jagd aufs Glück. Um gerecht zu
ſein, muß man aber ſagen, daß dieſe Wiſſenſchaft hauptſächlich
Domäne weiblicher Betätigung iſt. Würdige Küchenfeen,
Ge=
müſefrauen und betagte Jungfrauen wiſſen am beſten Beſcheid.
Ihnen verdankt auch der trockene Ziffernmechanismus dieſer
Angelegenheit den bemerkenswerten romantiſchen Einſchlag. So
liegt es auch hier zutiefſt im Weſen der Frau, Praktiſches mit
Poetiſchem zu verbinden, und umgekehrt. Mit ihrer Seherkraft,
mit ihrem Wiſſen um die geheimen Dinge iſt es ihnen ein
Leich=
tes, jeden ſchönen Traum, jedes anmutige Erlebnis in
Glücks=
zahlen umzuſetzen. Und wer nichts erlebt und nichts träumt,
dem ſteht es frei, etwa zum „Agnesbrünndl” (einer
ſagen=
umwobenen Quelle) zu pilgern, wo die freundlichen Elfen des
Wiener Waldes den Hellſichtigen die gewinnbringenden
Num=
mern erſchauen laſſen.
Ehrwürdige Bräuche und Ueberlieferungen haften am
klei=
nen Lotto und machen es förmlich zur Glaubensſache. Als ſolche
hat es natürlich geſchworene Feinde, Und ſchon die
puritani=
ſchen Volksvertreter des alten öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſes
ſetzten es ſich zum Ziel, ihm den Garaus zu machen. Sie
bewil=
ligten ihm aber eine Galgenfriſt — und damit retteten ſie ihm
das Leben. Denn die moraliſchen Bedenken der Nationalräte
von heute werden übertönt von der Not des Staates, die es nicht
duldet, daß irgendeine Einnahmequelle verſtopft wird; mag ihr
Wäſſerchen dem modernen geiſtigen Auge auch noch ſo trüb
er=
ſcheinen . .
Die Annahme, daß die löbliche Gilde der Lotterieſchweſtern
das Hauptkontingent der Gerichtsſaalneugierigen ſtellt, hat
man=
ches für ſich. Beim letzten Senſationsprozeß wurden ſie aber
enttäuſcht. Die Affäre einer Sprachlehrerin, die arme Kinder zu
ſadiſtiſchen Zwecken mißbrauchte, hat die Gemüter der Stadt
ge=
waltig aufgeregt. Die Spannung wuchs ins Ungemeſſene, als
man hörte, daß ein angeſehener Arzt, ein Burgſchauſpieler und
ein ehemaliger Baron als Mitſchuldige in Haft genommen ſeien.
Der Prozeß fand aber hinter verſchloſſenen Türen ſtatt. (Hoffen
wir, daß die Neugierigen in der Lotto=Kollektur Tröſtung finden.)
Am zweiten Verhandlungstage zog indeſſen der Staatsanwalt
die Anklage gegen den Schauſpieler und gegen den Baron
zu=
rück und ſchließlich wurde auch der Arzt durch Freiſpruch
reha=
bilitiert. Die Anklage allein hatte aber ſchon die Genannten den
geſellſchaftlichen Ruf gekoſtet, und ſo erhebt man jetzt Klage über
verzerrte Rechtsauffaſſung und mangelnde „Sanierung” der
Paragraphenhüter.
Um übrigens zur Bankenherrſchaft zurückzukehren: als
ſicht=
bares Zeichen wird ſich vielleicht ſchon bald auf einem bisher
freien Platz gegenüber dem alten Palais der auswärtigen
Poli=
tik (Ballhausplatz) ein neuer Palaſt erheben, erbaut von dem
Finanzgewaltigen Boſel, dem vermutlich reichſten Manne Wiens,
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Allerfeinſte Tafel=Margarine
1 Pfund=
Moenus=extra Würfel 12,
garantiert rein,
Kokosfett ausgewogen 94
Tafeln 63 Pfennig
Edamerkäſe ... Pfund 1.
Eunertaierlie giud 2.0
Geräucherte
Blut=u= Leberwarſt grb. 93
Schnitt=
feſte Blockwurſt Pfo. 1.10
Weiche Mettwurſt Pfd. 1.69
Zervelatwurſt . . Pfund 1.33
Süßbückinge
Pfund 30 3
Bismarckheringe . . Stück 14
Rollmops
.. Stück 14.
Norw. Vollheringe . Stück 69
Holl. Vollheringe . . Stück 8
B Gemüſe=Nudein 7 Pfund 26
Feine Grießnudeln . Pfund 4
Eier=Bandnudeln
Pfund 50
Stangen=Maccaroni Pfund 40
1Pfd.=Pack. 58 3, ½= Pfd.=Pack. 30 3
Pflaumen Pfund 62, 50, 34
Ringäpfel .. . . . Pfund 1 35
Pfirſiche . . . . . . Pfund 1.10
Aprikoſen . . . . . Pfund 168
Miſchobſt
. . . Pfund 46
extra feine Qualitäten Pfd. 1.00
und 80 Pfennig.
Filialen in allen Stadtteilen.
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20. März 1924 Nr. 80
Handelsblatt
Handel und Wandel in Heſſen.
— Welag. Möbelfabrik und Holzhandlung. A. G.,
in Mainz. Das Grundkapital beträgt 65 000 Gmk. Wilh. Leyens,
Inhaber der Firma Wilh. Leyens, bringt ſein Geſchäftsunternehmen
ohne Paſſiven in die A.G. ein. Karl Frank. Mitinhaber der unter der
Firma N. Frank in Mainz betriebenen Holzhandlung, bringt dieſes
Geſchäftsunternehmen gleichfalls ohne Paſſiven in die Geſellſchaft ein.
Gründer ſind: 1. Wilh. Leyens, 2. Karl Frank, 3. Elſe Leyens geb.
Marr, Ehefrau des Wilh. Leyens, 4. Jakob Marr, Kaufmann in
Bet=
tingen, 5. Karl Stenz, Direktor in Mainz.
— Landwirtſchaftsbank A. G., Mainz. Gegenſtand des
Unternehmens iſt der Betrieb von Bank=, Kredit= und
Kommiſſions=
geſchäften. Die Bank dient zur Förderung des landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaftsweſens, insbeſondere zur Befriedigung des Kredits der dem
Verband der Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
angehöri=
gen Genoſſenſchaften, ſowie des Verbands ſelbſt und rechtsfähiger
Kör=
perſchaften. Ebenſo iſt Zweck der Bank, das Kredit= und
Geldausgleichs=
geſchäft für Kleingewerbe und Handwerk zur Förderung der Intereſſen
dieſer Stände zu betreiben. Ausgeſchleſſen ſind Depot= und
Depoſiten=
geſchäfte, ſo lange ſie der Bank nicht geſtattet ſind. Das Grundkapital
beträgt 500 000 Gmk., eingeteilt in 500 Inhaberaktien zu 1000 Gmk.
Hundert Aktien davon ſind Vorzugs= und die reſtlichen Stammaktien.
Die erſteren partizipieren vorweg nur bis zu 5 Prozent des Nennwerts
am Gewinn. Gründer ſind: 1. Landesgenoſſenſchaftsbank e. G.m.b.H. zu
Darmſtadt, 2. Landwirtſchaftliche Zentralgenoſſenſchaft zu Darmſtadt,
3. Groß=Gerauer Volksbank e. G.m.b.H. in Groß=Gerau, 4. Volksbant
zu Gonſenheim, 5. Spar= und Darlehnskaſſe e. G.m.b.H. in Schornsheim.
Zum Vorſtand ſind beſtellt: 1. Gg. Mager, Direktor, in Darmſtadt,
2. Ludwig Raiß III., Direktor in Groß=Gerau.
— Vollaufwertung von Genoſſenſchaftsantei=
Len. Nach M. N. N. hat als erſte der landwirtſchaftlichen
Großorgani=
farionen die rund 900 Genoſſen umfaſſende „Gutsreform e. G. m. b. H.,
Bad=Nauheim” in der G.=V. am 1. März einſtimmig beſchloſſen, den
Nennbetrag der Anteilſcheine auf 100 Rentenmark feſtzuſetzen. Die 100 Aufwertung nach dem Tageskurs der Einzahlung wird unter
der Bedingung vorgenommen, daß ſich die Genoſſen nach einem
Betei=
ligungstarif, der für je 100 Normalmorgen einen Anteil vorſieht, neu
beteiligen. Die aufgewendete Summe wird auf die Neubeteiligung voll
angerechnet. Ferner wurde die Haftſumme der Genoſſen auf den
fünf=
fachen Betrag ihrer Beteiligung feſtgeſetzt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Maklertagung zu Frankfurt a. M. Am 8. und 9.März
1924 waren die maßgebenden Berufsorganiſationen der Maklerverbände
und=Vereine von Baden, Bayern, Württemberg, Heſſen
und Frankfurt a. M. auf Veranlaffung der Vereinigung der
Immo=
bilen=Makler Frankfurt a. M. und Umgebung E. V. im Obergeſchoß
des Cafés Hauptwache zu Frankfurt a. M. zuſammengekommen, um
gemeinſame Grundſätze für das Rhein=Mainiſche Wirtſchaftsgebiet und
die Anpaſſung der Entgeltſätze an die Zeitverhältniſſe zu beſchließen.
Nach eingehenden Referaten des Syndikus, Herrn Profeſſor
Rechts=
anwalt Dr. Saenger zu Frankfurt a. M. und des von dem Vorſtand
der „Vereinigung” zugeſtellten fachmänniſchen Referenten wurde eine
vollſtändige Uebereinſtimmung erzielt. Von den Beſchlüſſen, die gefaßt
wurden, haben nachſtehende ein allgemeines und öffentliches Intereſſe:
1. Zur Förderung der wirtſchaftlichen Intereſſen und des ſozialen
Friedens ſind die kartellierten Vereine übereingekommen, koſtenfrei
Auskunft zu erteilen und die notleidenden Intereſſen der außerhalb
wohnenden, organiſierten Kollegen in ihrem Bereiche wahrzunehmen.
Insbeſondere ſoll auf die Bezahlung fälliger Entgelte und die
Bei=
legung von Meinungsverſchiedenheiten durch die Vorſtände der
Berufs=
vereine hingewirkt werden. 2. Um den Wohnungsbau zu
för=
dern, ſind von den kartellierten Vereinen ermäßigte Entgeltſätze für
Neubauten und für die Beſchaffung von
Hypothekenkapi=
tal feſtzuſtellen. 3. Nur die im Hauptberuf am Immobil oder in des
Finanz tätigen Makler ſollen als aktive Mitglieder in den
Berufs=
vereinen Aufnahme finden. 4. Die kartellierten Berufsvereine
über=
nehmen den Wortlaut der Vermittlungsbedingungen der Vereinigung
der Immobilien=Makler Frankfurt a. M. und Umgebung E. V.,
be=
ſchloſſen am 3. März 1923 für ihre ortsüblichen Gebührenſätze und
ver=
pflichteten ihre Vereinsangehörigen zur Schriftlichkeit bei der Annahme
von Aufträgen und ſonſtigen Abreden. 5. Es iſt einem jeden
berufs=
tätigen Makler zur Berufspflicht gemacht, keine Leiſtungen ohne
Entgelt zu übernehmen und die Rückerſtattung ſeiner Vorlagen u:d
Sreſen oder die pauſchale Verrechnung derſelben ſchriftlich zu
verein=
baren. 6. Bei gemeinſamen Geſchäften mit Kollegen an anderen Plätzen
iſt es den Mitgliedern der kartellierten Berufsvereine geſtattet, zu den
an anderen Plätzen ortsüblichen Entgeltſätzen zu arbeiten und
abzu=
ſchließen.
XDer amerikaniſche Eiſen= und Stahlmarkt. Iron
Trade Review, Cleveland (Ohio), kabelt: Die Rohblockproduktion war
im Februar mit 3 780 000 To. die drittgrößte jemals erreichte und
eut=
ſpricht einer Jahreserzeugung von 47 Milliarden To. Die Erzeugung
ſteigt noch weiter. Die Käufer ſind zwar vorſichtig, jedoch iſt der Bedarf
ſehr groß. Von kanadiſchen Eiſenbahnen wurden Aufträge auf 100 000
Tonnen Schienen und 1700 Eiſenbahnwagen erteilt. Japan iſt mit
An=
fragen für Wiederaufbauzwecke, namentlich Feinbleche, am Markte. Bis
Auguſt ſind die Werke voll beſchäftigt. Die durchſchnittlich derzenitige
Beſchäftigung erreicht 86 Prozent der Leiſtungsfähigkeit, beim
Stahl=
truſt 93 Prozent. Allein zwei Aufträge in Eiſenbahnwagen
beanſpru=
chen 500 000 To. Stahl. Die Auslandsaufträge bei den führenden
Wer=
ken betragen 10 Prozent der Erzeugungsfähigkeit.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenbericht. Die anhaltende kalte
Witterung und beſonders die Nachtfröſte haben die beſtehenden
Be=
ſorgniſſe für die Entwicklung der Saaten verſtärkt und die Abgeber
wveiter zur Zurückhaltung veranlaßt. Das Angebot aus der
Landwirt=
ſchaft iſt dauernd gering, ſo daß die auswärtigen Mühlen mit
Roh=
material nur ſchwach verſorgt ſind und teilweiſe höhere Preiſe zahlen
als die Berliner. Die Preiſe zogen daher für Brotgetreide und die
anderen Artikel durchweg etwas an.
wb. Amtliche Notierungen der Frankfurter
Börſe Abteilung Getreide, vom 19. März. (Getreide,
Hülſenfrüchte und Biertreber ohne Sack; Weizenmehl, Roggenmehl
und Kleie mit Sack.) Preis je 100 Kilogramm. Weizen, Wetterau
18.25—18.50, Roggen 16.25—16.50, Sommergerſte für Brauzwecke 20.50
bis 21.50, Hafer, inländ. 15.50—16.00, ausländ. —, Weizenmehl, ſüdd.
Spezial 0 27.25—28.25, Roggenmehl 24.00—24.75, Weizen= und
Rog=
genkleie 10—11, Biertreber 15.75—16.25, Mais, La Plata 19.50—20.00.
Tendenz: unverändert ruhig.
* Teeberichte per Monat Februar 1924. (Mitgeteilt
von der Firma Carl Schaller, Tee=Import, Karlsruhe). Weltmarkt:
Die Teepreiſe blieben im Februar im weſentlichen unverändert. Für
feine Qualitäten zeigte ſich bei kaum ausreichendem Angebot lebhafte
Nachfrage, die ein leichtes Anziehen der Preiſe bewirkte. In den unteren
Qualitäten war dagegen vorübergehend auf größeres Angebot eine
allerdings nur unweſentliche Abſchwächung zu bemerken, die ſich leider
ſehr raſch wieder ausglich. Die am 21. Februar in Amſterdam
abgehal=
tene Auktion verlief dann für einzelne Gattungen etwas ſchwächer, wohl
weil der holländiſche Bedarf ſich wegen der Befürchtung einer
Zoll=
erhöhung ſehr ſtark eingedeckt hatte. Da eine Heraufſetzung des Zolles
in Holland nun anſcheinend nachträglich doch noch erfolgen wird, ſo iſt es
ſehr leicht möglich, daß die nächſte holländiſche Auktion am 13. März,
die ein recht greßes Quantum Tee bringt, wieder einer ſtärkeren
Nach=
frage begegnet. Die Marktverhältniſſe in Europa wurden durch den
Londoner Hafenarbeiterſtreik in Mitleidenſchaft gezogen. Er hat in der
zweiten Monatshälfte eine Stockung in den Zufuhren und Ablieferungen
in England zur Folge, ſo daß auch die Auftionen in London während
zweier Wochen teils nur in beſchränktem Umfange, teils gar nicht,
ſtatt=
finden konnten. Nach der Wiederaufnahme des regelmäßigen Verkehrs
eröffnete der Markt in London feſt. Deutſches Inland: Die in
den Monaten Dezember und Januar lebhafte Nachfrage des deutſchen
Inlands nach Tee hat im Februar, wenn auch in etwas geringerem
Um=
fange, angehalten. Die jetzt ſeitens des Inlandshandels trotz des
zweifel=
los vorhandenen ſtarken Bedarfs geübte größere Zurückhaltung dürfte
auf die erneut aufgetretenen großen Schwierigkeiten in der Beſchaffung
ausländiſcher Zahlungsmittel zurückzuführen ſein. Die außerordentlich
geringen Zuteilungen, welche die Reichsbank auf Anforderung gewährt,
und die in letzter Zeit 2 Prozent nicht überſchritten haben, machen es
dem Inlandshandel faſt unmöglich, ſeinen Verbindlichkeiten
verein=
barungsgemäß nachzukommen. Wenn auch die Schwierigkeiten nicht ganz
ſo groß ſind wie in der weiten Hälfte des Jahres 1923, ſo ſind ſie doch
leider da und veranlaſſen zu größerer Vorſicht in Einkauf und
Lager=
haltung.
Börſen.
* Frankfurter Börſenbericht vom 19. März. (Eigener
Bericht.) Die Börſe eröffnete heute wieder in luſtloſer und ſchwacher
Haltung. Die Meldungen über die Verhältniſſe, die die
Frankenbeſſe=
rung an der Wiener Börſe hervorgerufen hat, haben die
Realiſations=
neigung noch verſtärkt. Teilweiſe mag die Sorge um die weitere
Entwicklung der hieſigen Verhältniſſe Veranlaſſung zur Glattſtellung
gegeben haben, vielleicht liegt aber noch ſtarkes Entlaſtungsbedürfnis
und tatſächlicher großer Bedarf an flüſſigen Mitteln vor. Die
Auf=
nahmefähigkeit der Börſe iſt nach wie vor ſehr gering, ſo daß die
Abgaben eine weitere, zum Teil recht beträchtliche Senkung des
Kurs=
niveaus zur Folge hatten. Etwa um die Zeit der Feſtſtellung der
er=
ſten Kurſe ſchien es, als ob ſich vorübergehend eine freundlichere
Stim=
mung durchſetzen wollte, und die erſten amtlichen Notierungen lagen
durchweg über den kurz zuvor im freien Verkehr genannten Kurſen,
jedoch immer noch unter den geſtrigen Schlußkurſen. Chemiewerte
ver=
loren eingangs durchſchnittlich 0,5—0,75 Bill. Prozent. Elektr. Werte
plieben, etwas beſſer gehalten. Von Maſchinenaktien waren Daimler
auf Käufe von guter Seite gehalten. Bemerkenswert feſt blieben auch
heute wieder Sichel=Aktien, die von intereſſierter Seite aus dem Markt
genommen werden. Am Zuckeraktienmarkt waren Frankenthaler ſtark
gefragt auf Gerüchte über Verhandlungen, die mit der Badiſchen
Anilin A.=G. wegen Uebernahme des ganzen Werkes ſchweben ſollen.
Hiervon ausgehend lagen auch die übrigen Zuckeraktien gut behauptet.
Von Schiffahrtswerten waren Hapag, bei einem Umſatz von nur
we=
nigen Stücken ſtark gedrückt. Nach Feſtſtellung der erſten Kurſe neigte
die Börſe weiter zur Schwäche und das Angebot nahm noch zu. Die
Kurſe gingen weiter zurück und man ſchloß zu den niedrigſten
Tages=
kurſen. Am Kaſſamarkt hielten ſich die Kursrückgänge bei der
Mehr=
zahl der Papiere in engen Grenzen, dagegen zeigte der Freiverkehr, bei
unſicherem Geſchäft, recht gedrückte Kurſe. Man hörte hier:
Becker=
ſtahl 9, Beckerkohle 9, Brown Boveri 2,7, Growag 0,35, Hanſa Lloyd
134, Kayſer Waggon ½, Kreichgauer 0,425, Krügershall 9, Mez Söhne
4½, Meher Textil 0,8, Petroleum 17, Raſtatter Waggon 71/.,
Sche=
bera 3½, Ufa 7½4.
wb. Berliner Börſenbericht. In der Rückwirkung des
täglichen allmählichen Herabgleitens der Kurſe lagen an der heutigen
Börſe Verkaufsaufträge, wenn auch nicht in erheblichem Umfang, aus
den Kreiſen des Privatpublikums vor, die in Verbindung mit den
an=
haltenden Wiener und, wie es heiß, auch Frankfurter Abgaben bei der
beſtehenden geringen Aufnahmeluſt einen weiteren Druck auf den
Kursſtand ausübten. Die Einbußen für Dividendenpapiere aller
Gat=
tungen betrugen wieder einige Billionen Prozent und erreichten im
höchſten Ausmaß 4 Billionen bei einigen ſchweren Montanwerten. Das
Geſchäft hielt ſich wieder in denkbar engſten Grenzen, da Anregungen,
welche den Anſtoß zu der von der Vörſe ſehnlichſt erwarteten Belebung
des Geſchäfts geben konnten, nicht vorlagen. Auch die Erwartungen
der Spekulation auf Herabminderung der Börſenumſatzſteuer waren
weſentlich herabgeſtimmt, zumal gerüchtweiſe verlautet, daß die
Regie=
rung ſich zu einer Ermäßigung bis zu 2 Prozent bereit finden würde.
Von der Geſchäftsſtille machten auch der Rentenmarkt, die unnotierten
Papiere und die zu Einheitskurſen gehandelten Induſtriewerte keine
Ausnahme. Am Geldmarkt bleibt die bisherige Flüſſigkeit beſtehen.
Am Deviſenmarkt hat die Nachfrage nachgelaſſen, ſo daß auch hier
Aen=
derungen von Bedeutung nicht eintraten.
Oeviſenmarkt.
Brief Ie
Geld
Brief Wfe
tiert Amſterdam=Rotterdam . 155.71 156 49 155.11 155.89 2Proz. Brüſſel=Antwerpen ....." 17.26 17.34 17.96 1804 2 Proz. Chriſtiania.
56.86 57.14 56.86 57.14 2 Proz. Kopenhagen
. 65.04 65.36 65 83 66.17 2 Proz. Stockholm. 110.72 111.28 110.72 111.28 2 Proz. Helſingfors 10 57 10 63 10 57 10.63 2 Proz. Italien. 18.05 18.15 17 76 1744 2 Proz. London 18.005 18.095 18.055 18.145 2 Proz. New=Yor 4.19 4.21 4.19 4.21 1Proz. Paris.. 21.05 21.15 21 35 21.45 2 Proz. Schweiz 72.62 72 98 72 42 72.78 2 Proz. Spanien 52.37 52 63 53. 12 53 38 2 Proz. Wien (i. D.=Oſterr. abg.). 6.08 6 12 6 08 6 12 3 Proz. Prag.
Budapeſt. 12.21 12.29 12 21 12 29 2 Proz. 6.98 7.02 6.58 6.62 voll Buenos=Aires. 1.40 141 1.40 50 Pr. Bulgarien.
. 3.115 3. 135 voll Japan
. 1.775 1.785 19 1785 3 Proz. Rio de Janeiro........ 0.435 0.505 0 475 0.485 voll Belgrad.
5.38 38 5 42 voll Liſſahon 12.96 13.04 1296 13.04 10 Pr. Danzig". 72.01 72.39 72.21 72.59 2 Proz.
Beeliner Kurſe (Eigene telegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000 000,
Aktiengeſ. für Anilinfr.
Aſchaffenburger Zellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Berl.=Anhalt=Maſchinen
Berl. ſ. Elektr. W. vorzug.
Bismarckhütte .. . . . ."
Braunkohlen=Briketts.
Bremer Bulkan ......
Wolle. . .... .. / 84000
Chem. Heyden ......."
„ Weiler ......."
Deutſch=Atlant. Tel.. . .
Deutſche Maſchinen.
Deutſch=Niedld. Tel. .
Deutſche Erdöl .......
Deutſche Petroleum ..
Dt. Kaliwerke ...."
Dt. Waffen u. Munition ! 93000
Donnersmarckhütte ...
Dynamit Nobel ......"
Elberfelder Farben. . ..
Elektr. Lieferung ....."
R. Friſter ..........."
Gaggenau Vorz. .. ..."
Gelſenk. Gußſtahl ....
Geſ. f. elektr. Untern...
Halle Maſchinen .....
Han. Maſch.=Egeſt..
13900 19. 3.
13000 Hanſa Dampfſch. . . . . . 18. 3.
15250 28000 25000 I Hemoor Zement ..... 31000 36000 Hirſch Kupfer ........" 35750
43500 13300 12750 Höſch Eiſen .........." 8875 8000 Hohenlohe Werke..... 35000 51000 45000 Kahla Porzellan ....." 14700 31250 31000 Lindes Eismaſch. ... . . 9000 84000 84000 Lingel Schuh ......." 4400 77000 Linke u. Hofmann .... 25250 5400 5500 L. Loewe u. Co. ...... 49125 13250 13750 C. Lorenz ........... 6000 20500 20100 Meguin ............" 25000 6990 6200 Niederländiſche Kohle. 46750 32100 30000 Nordd. Gummi ...... 1000 59000 56750 Orenſtein. . . . . . . .. . .." 16750 17375 Rathgeber Waggon... 9560 50000 50500 Rombacher Hütten. 21250 915000 Roſitzer Zucker ....... 47630 12,000 100000 Rütgerswerke ....." 16100 7875 7800 Sachſenwerk 2625 17000 15750 Sächſiſche Gußſtah. 40000 18000 16000 Siemens Glas .. 17100 6000 5000 Thale Eiſenhütte. 6000 5600 Ver. Lauſitzer Glas .. — 22000 20003 Volkſtedter Porzellan.. 10100 18625 17754 Weſtf. Eiſ. Langendreer 26000 235 200 Wittener Gußſtahl .. 34000 5000 90000 Wanderer=Werke . 12000
19. 3.
53000
35500
33500
13750
8900
4200
—
43000
5750
27000
40500
1000
15750
9100
20125
44000
15000
2700
40000
20900
9500
25000
31000
12000
Frankenkurs in London:
Markkurs
84.55
19.75
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Frankfurter Kursbericht vom 19. März 1924.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
Enropäiſche Staatspapiere. 18.3. 19. 3.
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ..........."
....
4½
„...
3½½ „
„.
390
Dollar=Goldanleihe. . . . . . . .
Dollar=Schatzanweiſungen . . ."
Dt. Schatzanw. K Ausg. 1v. 23 35 M —
K Tv. 24
„
k, IIv. 24
4½% TV. u. V. Schatzanweiſg.
4½0 VI.—IX.
4½ Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u. 13
v. 14
Sparprämienanleihe .........
....
Zwangsanleihe ....."
4% Preuß. Konſols ......."
3½% „
..
4% Bad. Anl. unk. 1935
v. 1907
3½%0
4½ Bahern Anleihe ..
!
3½
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rch. 26 ........."
8—16% Heſſen Reihe XXXfI.
untilgb. b. 28. ... .. . . . ... ..
4% Heſſen unk. 1924.. . . . . . . . .
3½% ...
„.................. 0.35
4½ Württemberger .........."
b)Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
58 L.=Inveſt.=Anl. v. 1914 2.2
4½ „ v. 1902 ........."
........
42
5% Bulgar. Tabak 1902.. . . . . .
12/,% Griech. Monopol ......
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ........"
4½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 ................
4% Oeſt. Goldrente ........."
4% „ einheitl. Rente ......"
5% Rum. am. Rente v. 03....
4½% Goldrente v. 13 ....
„ am. Goldrente konv.
4½ „ am. v. 05 .......
— 2.9 2.9 2.9 0.165 036 0.39 0.28 0.28 —
—
—
— — 4,2 4,3
—
Oblig. v. Transportanſt.
4% Cliſabethbahn ſtfr. . . . . . . . .
470 Gal. Carl Luvw.=Bahn. . ..
0,082 0.0815) 5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. ..
032 V 2,6%0 Alte Oeſt. Südb. (Lomb.)
0925 1 26%Neus „
42 4%0 Oeſt. Staatsb. v. 1883 ....
3½ Oeſt. „ 1. b. 8. Em..
„ 9. Em. . ...
„ v. 1885 ...
3½ Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
2 Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
4½% Anatolier I............"
3% Salon. Conſt. Jonction ...
3% Salonique Monaſtir ......"
29 50 Tehuantepee. ...........
.
„ 4½%
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
0,49 5% Badenw. Kohlenwertanl. .
6% Heſſ. Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
0,74 5% Preuß. Kaliwert=Anleihe"
5% „ Roggenwert=Anl.
— 5% Sächſ.Braunk.=Anl. Ser. Iu, II
5% Südd. Feſtwertbk. . . . . . . .
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Bankverein........"
039 Bayer Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft ..
Commerz= und Privatbank.
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank.."
DeutſcheEffekten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. ..
Deutſche Vereinsbank ........"
io
1
Disconto=Geſellſchaft ... . . .. . ."
—
Dresdner Bank. ...........
Frankfurter Bank .........."
„ Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . . . . . . . . . . . . .."
Mitteldeutſche Creditbank. . . . .
7,7 Oeſterreichſiſche Creditanſtalt ...
*
Reichsbank=Ant. .. .. .. ......"
Rhein. Creditban ..........."
Hypothekenbank
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
2,75
Weſtbank ..................."
14
1,5 Wiener Banberein ..........
1,5
Bergwerks=Aktien.
4%5 Türk. (Admin.) v. 1903....
6
6
Berzelius.. . . ... ...........
4½ „ (Bagdad) Ser. I..
Bochumer Bergb. ......... . .
„I..
8,5
Buderus. . . . . . . . . . . . . . . ....."
4% „ v. 1911. 8ollanl. ...
8½s Dt. Luxemburger ............"
Eſchweiler Bergwerks=Akt. . . ..
4½% Ung. Staatsr. v. 14 ....
275 275 Gelſenkirchen Berow. ........
5/
„ Goldrente ......
5
Harpener Bergbau...........
„ Staatsr. v. 10 ....
Kaliwerke Aſchersleben .......
Kronenrente .. . ...
17 09
Salzdetfurth .... . . ."
„
„ Weſteregeln ......."
Außereuropäiſche.
Klöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mexik. amort. innere . . . . . ."
Mannesmann Röhren ........"
konſ. äuß. v. 99... ..
Mansfelder ................."
Oberbedarf ................."
Gole v. 04. ſtfr. . . . ."
Oberſchlef. Eiſen (Caro) ......"
onf. inner. .. . . . ."
Otavi Minen u. Eb.=Ant. ...."
rigationsanleihe
Phönix Bergbau ............
ulipas Serie l......"
Tauſend. M— Millionen Md — Milliarden, 4U —ohne Umſaz, X —rationiert.
18 3
1,6
6
6,75
4
65
5,75
10
2,5
3,6
1.45
19. 3.
6,8
1,5
9
10.5
—
2.6
3,6
1.45
1,4
2,5
—
3:=
—
39 25
5,3
10,75
11,05
4,4
2,3
z.
2,25
3.25
18.25
2"
0.51
34
3,5
3,75
12,1
0.8
0.35
8
17.25
47,3
33,25
65.25
3
11.9
B.75
26
32,5
17,
4,75
37,5
5.25
10.5
10,5
4.1
6,25
2.15
3,5
16.5
22
0,51
31
3,3
3,6
12
0,8
0.3
8,25
—
16,5
46,5
71.5
53
64,5
10.25
23,5
25,5
29,5
Ver. Laurahütte. 29 3,1 Goldſchmidt, Th.
....
Gotha Waggon ............." Aktien induſtr. Anternehmung. Greffenius, Maſchinen Stamm.
Grizner Maſchinenf. Durlach. .. Brauereien Grün & Bilfinger ..........." Henninger Kempf=Stern. . . . . . Hammerſen (Osnabrück)......" Löwenbräu München ........" 45,5 43 Hanfwerke Füſſen ..........." Schöfferhof (Binding)........" 15,5 Heddernheimer Kupfer ......." Werger 17 Heyligenſtaedt, Gießen ......."
Hilpert Armaturenf. . . . . . . . . .
Hindrichs=Auffermann. . . . . . . ." Rrumulat. Berlin ........ 43 Adler & Oppenheimer .. . . . .."
Adlerwerke (v. Kieher) ......." Hirſch Kupfer u. Meſſ. ... . . . . 2,6 Hoch= und Tiefbau .........." A. E. G. Stamm. . . . . . . . . 10.5
6.1 7
5,5 Höchſter
Farben ............. 6% „ „„ Vorzug Lit. A ..." Holzmann, Phil. .......... .." 5% „ „„ Vorzug Lit. B... 3,5 Holzverk.=Induſtr. .. . . . . ..... Amme Gieſecke & Konegen ...." 4,1 Hydrometer Breslau ........" Anglo=Continental=Guano .. . . ."
Anilin Bln.=Treptow.. . . . . . . . 33 Fnag
.... Junghaus Stamm. . . . . . . . . . . Aſchaffenburger Zellſtoff....." 26.5 25,5 Karlsruher Maſchinen ........" Badenia (Weinheim) ......... 18 16 Kurſtadt R.
Badiſche Anilin= n. Sodafabrik. 1781 16,5 Klein, Schanzlin & Becker ..." Bad. Maſchf. Durlach ......." 18,65 18,5 Knorr, Heilbronn............" Bad. Uhrenfabr. Furtwangen .. 21‟ 19,8 Kolb & Schüle Spinn. . . ..... Baldur Piano... 3,5 3,5 Konſervenfabrik Braun ...... Baſt Nürnberg .............. 11,25 Krauß & Co., Lokom. . . . . . . . . Bayriſch. Spiegel........... 9,25 — Lahmener & Co. ............ Beck & Henkel CCaſſel) ........" 4,6 Lech, Augsburg ............." Bergmann El. Werke ........" Lederw. Rothe .............." Bing. Metallwerke .........." Lederwerke Spicharz ........" Brockhues, Nieder=Walluf....." 10.75 33 Lingel, Schuhw. Erfurt ......" Eementwerk Heidelberg.. ..... 13,75 Löhnberger Mühle .........." Karlſtadt . . . . . . . . 9.9 Lüdenſcheid Metallw. .. . . . . . . Lothringen (Metz). Luther, Maſch.= u Mühlenbau.. Chem. Werke Albert. . . ......." Lur’ſche Induſtrie ..........." Griesheim Elektron ...." 15 Mainkraftwerke Höchſt......." Fabrik Milch .........." Meguin, Butzbach ..........." Weiler=ter=mer .. . . . . . .
Daimler Motoren .........." 14,75 13.25 Metallgeſ. Frkft. . . . . . . . . . . . .. 4,5 Meyer, Dr. Paul.........." Deutſch. Eiſenhandel Berlin .. 65 Miag, Mühlenb., Frankf. a. M.. Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt. . 20,25 19,1 Moenus Stamm .. . .. . . . .. . Dingler, Zweibrücken .. . . . ... 5,75 Motorenfabrik Deutz ........." Dresdener Schnellpreſſen ...." 2,5 Motorenfabrik Oberurſel ....." Dürkoppwerk (Stamm) ......" 0,5 Neckarſulmer Fahrzeugwerke... Düſſeld. Ratinger (Dürr) ....." Neckarwerke Eßl. Stamm .. . . . Dyckerhof & Widm. Stamm ... 375 Oleawerke Frankfurt a. M..... Eiſenwerk Kaiſerslautern ....." 2.1 Peters UInion Frankfurt a. M. L. Meyer jr. ......" 4.25 Pfälz. Nähm., Kayſer ........" Elberfelder Farbw. v. Baher.." 16 Philipps A.=G. ............." „ Kupfer= u. Meſſingw.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. ......" 3.4 139 Porzellan Weſſel ............" 18,6 Reiniger, Gebbert & Schall. . . Licht und Kraft . ......" 10.25 Rhein. Elektr. Stamm . . . . . . . . Elſäſſ. Bad. Wolle.. .........." 18,75 N „ Metall Vorzüge ... . . .." Emag, Frankfurt a. M... . .. .. 0.9 0,75 Rhenania, Aachen ..........." Email. & Stanzw Ullrich ...." 6,25 Riedinger. Maſchinen ........." Enzinger Verke ............." Rückforth, Stettin ........... Eßlinger Maſchinen .........." 8,3 Rütgerswerke ..............." Ettlingen Spinnerei ........." Schleußner (Frankfurt a. M.) .. Faber, Joh., Bleiſtift ........" 15— 13.5 Schneider & Hanau... . . . . . . ." Faber & Schleiher .........." 4,8 4,5 Schnellpreſſen Frankenthal. . . . Fahr, Gebr., Pirmaſens .. . .." 10.25 9,5 Schramm Lackfabrik. . .. .. . ... Felten & Guilleaume, Carlsw... Schriftgießerei Stempel, Ffm. Feinmechank (Jetter). ......" 28,75 Schuckert Eleftr. (Nürnberg) ..." Feiſt Seftkellerei Frankf. a. M.. 2.1 2,1 Schuhfabrik Berneis=Weſſel... Frankfurter Gas... 5,6 4,6 Schuhfabrik Herz..........." Frankfurter Hof............
Fkf. Maſch. Pokorny & Wittel. 13 16 Schuhf. Leander Offenbach ..." 475
1,75 Schultz, Grünlack, Rdsh.. . . . . . . Fuchs, Waggon Stamm .. . .." Ganz. Ludwig. Mainz ...... 1.41 14 Sichel & Co., Mainz ......... 8. 3.
41
195/.
25
üs
13
7,6
4,6
6.5
10 25
141/.
3,6
11,5
8,25
2.95
10.6
4,1
3. 25
5
7,5
—
1.9
7
7.75
7.5
9.,75
5,2
4
45
25,5
1,5
1.6
2,6 2,4 13.2
13
3,9
24
16.25
15,5
1.
7,6
4,6
6.5
10
36
2.9
13"
3.5
11
7.75
2.8
3,8
3,21
5.1
6.,8
19
1.8
6
775
7,5
95
4,6
3,5
12
18 17 Sienens Eleftr. Betriebe ..
Siemens Glasinduſtrie ...
Siemens & Halske.. ........ .
Stöckicht=Offenbach=Gummi .. .
Süddeutſche Immobilien .....
Thüring. elektr. Lief.=Geſ., Gotha 3,5
uhrenfabrik Furtwängler ...
Veithwerke in Sandbach
Verein f. Chen. Induſtr. Frkft.
Verein deutſch. Olfabr. Mannh. 37
„ Faßfabriken Caſſel ..
Gummifabr. Bln.=Frkf..
„ Pinſelfabr. Nürnberg ..
„ Ultramarin ..........."
Zellſtoff, Berlin ......."
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ....
Stämme . . .
Voigt & Haeffner Stämme . . .
Voltohm, Seil .."
Wayß & Freytag.
.:
Wegelin Rußfabrik ........."
Zellſtoff Waldhof Stamm .. ..
Zuckerfabr. Waghäuſel ......."
Frankenthal ......"
Heilvronn.. . . . . . . .
Offſtein .........."
Rheingau ........."
Stuttgart . . . . . . . .. 18. 3
17,5
22,5
0925
3,75
6,2
7.3
9.
4.75
15.4
20
2
1.5
2.95
1.9
4,5
4,75
5,75
12,2
4,5
4,1
4.5
4,8
4,8 19. 3.
14.5
23,5
41
0.93
3.1
34
5.98X
6,8
8,8
35,5
5,3
4.5
14.3
20
1,8
2.55
1,8
4.5
3.9
5,3
10,5
4,1
4,8
4,5 Transport=Aktien.
Schantung E. B............."
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ. ..
Hapag (Paketfahrt) ..........
Nordd. Lloyd.. . . . . .." 40
32
6.9 40
30,5
6‟
12
9,75 Darmſtäd
Bahnbedarf...
44 Dampfkeſſel Ro
Helvetia Konſervenfabrik
Gebr. Lutz ..."
1,55 1 Motorenbfarik 2
Gebr. Roeder
Venuleth & Ell ter Werte.
.
dberg. . .
Darmſtadt
.
enberger 18,75 17. 6.1 5. Unnotierte Aktien. 7,2 Allg. Bankverein Düſſeldorf... 0.09 6,5 Beckerkohle. . . . . . .
9,25 9,125 2.25 2,4 Beckerſtahl . . . . . . . . . . . .. .. . .." 9,25 9 3,1 2,8 Benz.. . . . . . . .. . .. . .. ... .. .. 8,5 7.9 Brovn Boveri .............." 225 2,5 Cont. Handelsbank ..........." 2.65 2,5 Deutſche Handelsbank ........" a1 0,1 11 10.5 Frankf. Handelsbank. . .. ... .. 0,065 0.06 10 10,25 Falconwerke ................ 0.25 8 7.8 de Giorgi Choc. ....... . .... ." 0.8 075 Growag ...................." 0,3 1,75 1,75 Hanſa Lloyd .. . .. .......... 1,8 1.55 16 15.5 Hero Conſerven ............. 0.8 0,6 4,9 4,1 Holſatiawerke, Altona ... . .... 1,6 5,1 4.9 Kabel Rheydt
— 10 9,25 Krügershall Kali-.
.. — Metall Starkenburg — 02 13 Metz, Karl & Söhne, Fr. 5 5,6 38 36 Neckar=Gummi .. 0.2 0.2 3,1 Petroleum Dtſche. 18‟ 17 4,25 Raſtatter Waggon ..........." 9 2 1,6 Remy Chem.
... 0. 0.295 0,8 Textil=Ind. Barmen (Tiag).... 8.25 7.25 Ufa Film ...
10.3 100 Unterfranken Großkraftw. .... i= 0.7 [ ← ][ ][ → ]
Rummer 80,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. März 1924.
Seite 11.
Erwerbsgeſellſchaften.
8 Die Berliner Handelsgeſellſchaft wird mit zehn
Rentenmark pro Anteil eine Dividende für 1923 zahlen, die auf den
Erneuerungsſchein an die Gläubiger abgeführt wird.
Berliner Handelsgeſellſchaft. In der geſtrigen
Sitz=
ung des Verwaltungsrates wurde der Abſchluß für das Geſchäftsjahr
1925 vorgelegt . Danach beträgt der Rohgewinn 3 396 579,42 Bill.
Mk. (i. V. 2 654,7 Mill. Mk.). Zinſen, Wechſel und Deviſen
erbrach=
ten 1 776 493,26 Bill. Mk. (i. V. 1686 Mill. Mk), Prov ſionen 1 620 086,16
Bilk. Mk. (i. V. 707,3 Mill. Mk., außerdem wurden im Vorjahre noch
Lonſortial= und Effekten=Gewinne mit 258,2 Mill. Mk. ausgewieſen.
Nach Abzug der Verwaltungsunkoſten (einſchließlich Tantiemen),
Pen=
ſions=Leiſtungen und Steuern in Höhe von 2 177 719,42 Bill. Mk.
(i. V. 1974,6 Mill. Mk.) verbleibt ein Reingewinn von 1 218 860 Bill.
Mk. (i. V. 680 Mill. Mk.), woraus eine Dividende von 1 Prozent
— 10 Rentenmark pro Aktie 4 nom. Mk. 1000 bezw. fünf Rentenmark
2 nom. Mk. 500 auf ein Aktienkapital von 110 Mill. zur Verteilung
gelangen ſoll. Die weſentlichen Bilanzzahlen per 31. 12 23 (alles
in Billionen Mark) ſind folgendermaßen ausgewieſen: Kaſſe 1 134 957
(i. V. 5410 Mill. Mk.), ſchwebende Effekten=Abrechnungen 186 133
(i. V. 576,4 Mill. Mk.) Wechſel, Deviſen und Sorten 1 589 323 (i. V.
8923,6 Mill. Mk.), Schuldner 22 869 948 (i. V. 13 2712 Mill. Mk.),
hierunter befinden ſich Noſtro=Guthaben mit Mark 18 440 334,98 (i. V.
3 083 Mill. Mk.), gedeckte Schuldner 3 995 679,93 (i. V. 9036,8 Mill
Mk.), ungedeckte Schuldner mit 433 933,49 (i. V. 1151,4 Mill. Mk.)
Andererſeits werden Gläubiger mit 24 561 503 ausgewieſen (i. V.
27 598,8). Bankgebäude, Wertpapiere und Beteiligungen ſind mit einem
Betrage in Höhe des Commandit=Kapitals und der Reſerven bewertet.
Die Dividende ſoll in dieſem Jahre gegen Abſtempelung der
Erneue=
rungs=Scheine zur Auszahlung gelangen. G.=V. 12. 4.
Berliner Speditions= und Lagerhaus A.=G. (vorm.
Bartz u. Co.) Berlin. Im Proſpekt über 7 Mill. neue Aktien
werden nähere Mitteilungen über den in der G.=V. vom 18. 12. 23
ge=
nehmigten Vertrag mit der Firma Schenker u. Co. gemacht. Weſentliche
Beſtimmungen dieſes Vertrages waren zwar allgemein bekannt, jedoch
wurden Einzelheiten in der Preſſe noch nicht veröffentlicht. Wir geben
nachſtehend die im Proſpekt enthaltenen Vertragsbedingungen wieder:
Erwähnt wird zunächſt der ſchon im Jahre 1920 mit der Firma
Schen=
ker u. Co. geſchloſſene Vertrag, nach dem Schenker u. Co. an Bartz
ihr geſamtes Abroll=, Verlade= und Lager=G ſchäft für die Zeit bis
Ende 1935 übertragen haben. Welche Preiſe Bartz für dieſe Geſchäfts=
Zweige an Schenker zu zahlen haben, wird jedoch nicht mitgeteilt,
ob=
gleich gerade dieſe Angabe von weſentlicher Bedeutung wäre. Dieſer
Vertrag iſt nun von der G.=V. vom Dezember 1923 dahin erweitert
worden, daß Schenker der Geſellſchaft auf die Dauer von fünf Jahren
beginnend mit dem 1. 1. 23, einen Kredit zur Beſtreitung ihrer
Ge=
ſchäfte gewährt und die Verpflichtung übernimmt, den Aktionäven
von Bartz u. Co. eine Dividende von mindeſtens 0,50 Goldmark für
jede Aktie während der Dauer des Vertrages, der mit ſechsmonatlicher
Friſt gekündigt werden kann, zu garantieren. Der Kredit beträgt
2000 2 Sterling zur Zeit des Abſchluſſes des Vertrages — ungefähr
50 000 Mill. Papiermark, frei von Proviſion, Zinſen und
Valoriſatio=
nen. Darüber hinaus müſſen verlangte Kredite bankmäßig behandelt
werden. Dagegen erhält die Firma Schenker u. Co. eine nach Ablauf
des Geſchäftsjahres feſtzuſetzende Vergütung von dem geſamten bei der
G ſellſchaft ein= und ausgehenden Gut. Die Vergütung berechnet ſich
derart, daß von dem Brutto=Gewinn die Abſchreibungen und
Rück=
lagen, ſowie die Tantiemen für Vorſtand und Aufſichtsrat und die
vbige Dividende gekürzt werden. Der dann verbleibende Reſt bildet
in voller Höhe die erwähnte Vergütung. Beträgt dieſe Vergütung
mehr als 2 Goldmark pro Aktie, ſo verpflichtet ſich die Firma
Schen=
ker u. Co. ein Fünftel des überſchießenden Betrages zur weiteren
Ansſchüttung an die Aktionäre zur Verfügung zu ſtellen. Sollte der
Gewinn zu obigen Abſchreibungen, Rücklagen und Zahlungen nicht
ausreichen, ſo tritt die vorerwähnte Garantie in Kraft. Bekanntlich
beſitzt die Firma Schenker u. Co. die Mehrheit der Aktien von
Bartz u Co. Da ſie aber auf Antrag auf Abſchluß oder Verlängerung
eines ſolchen Vertrages nicht, mitſtimmen darf, ſo iſt es um
ſo mehr Pflicht der übrigen Aktionäre, ſich um die Verhältniſſe
bei der Geſellſchaft zu kümmern. Die unabhängigen Aktionäre ſollten
ſchon jetzt mit Rückſicht auf dieſen Vertrag Aufklärung darüber
verlan=
gen, was die Firma Schenker u. Co. von der Bartz A.=G. im letzten
Jahve erhalten und was ſie ihr dagegen an Vorteilen gebracht hat.
Ueber das abgelaufene Geſchäftsjahr wird im Proſpekt nur
mitge=
teilt, daß der allgemeine Nückgang im Güterverkehr angehalten habe
und daß die weiteren Ausſichten von der Entwickelung der
wirtſchaft=
lichen und politiſchen Verhältniſſe abhängen.
* Sächſ. Bronzewaren=Fabriken A.=G., in Wurzen.
Laut Mitteilung der Verwaltung werden z. Zt. 400 Arbeiter und
An=
geſtellte bei vollem Betriebe beſchäftigt und die Fabriktion durch dauernde
Erweiterungen, weſentliche Veränderungen der Kraft=Anlagen und
An=
ſchaffung von Spezial=Maſchinen in der Leiſtungsfähigkeit dauernd
er=
höht. Die Verwaltung glaubt, daß unter den gegenwärtigen
Verhält=
niſſen für das laufende Geſchäftsjahr ein befriedigendes Ergebnis
er=
wartet werden könne.
* Die Großeinkaufsgenoſſenſchaft Nürnberger
Bund E. G. m. b. H. in Nürnbeug errichtet ab 1. April d. Js.
eine Geſchäftsſtelle in Berlin SW., Ritterſtraße 46/47, 1. Stock. Durch
Verlegung der Abteilung Kunſtgewerbe, Leder, Galanterie und
Beleuch=
tung von Nürnberg nach Berlin wird die Leitung der Geſchäftsſtelle
Berlin dem bisherigen Abteilungsvorſtand Herrn Eduard Lehr
übertra=
gen. Anſchlie end überſiedelt die Geſchäftsſtelle Wieſeler u. Co.,
bisher Nitterſtraße 30a, gleichzeitig in das Anweſen Nitterſtraße 46/4;
und bleibt wie bisher unter der bewährten Leitung des Herrn Bielefeldt.
Verſicherungsweſen.
* Ausdem Ritzau=Konzern. Am 6. März fand in München
die diesjährige Generalſitzung des Geſamtaufſichtsrates des Ritzau=
Konzerns ſtatt. Daran anſchließend wurden am 7. März die
General=
verſammlungen der vier deutſchen Hauptgeſellſchaften des Konzerns
(Rekord Feuerberſicherungs=A.=G., Motor=Union Verſicherungs=A.=G.,
Europäiſche Paket=Verſicherungs=A.=G. und Monachia Mit= und
Rück=
verſicherungs=A.=G.) abgehalten, in welchen über die Jahresergebniſſe
des Geſchäftsjahres 1923, ſowie die Goldumſtellung und
Goldmarkeröff=
nungsbilanz per 1. Januar 1924 beſchloſſen wurde. Die von
Aufſichts=
ratsmitgliedern und der Preſſe ſtark beſuchte Generalſitzung ſprach dem
Geſamtvorſtand ihr Vertrauen aus und billigte deſſen Maßnahmen,
beſondenrs auch hinſichtlich des Abwehrkampfes, welchen der Konzern
durch ſtarke Befehdungen in der zweiten Hälfte des Jahres 1923 zu
be=
ſtehen hatte. Vekanntlich mußte der Hauptgegner des Konzerns, die
Deutſche Feuerverſicherungsvereinigung durch ihren Zuſammenbruch am
24. Januar 1924 ihren Auflöſungsbeſchluß faſſen. Den ausführlichen
Darlegungen des Herrn Generaldirektor Paul Ritzau iſt zu entnehmen,
daß die Entwicklung des Geſchäftes im Jahre 1923 eine ſehr bedeutende
war und der Konzern weiter, in ſtarkem Aufſtieg begriffen iſt. Die
Prämieneinnahmen im Jahre 1923 betrugen 2 119 561 Billionen, wovon
1078 824 Billionen an die Rückverſicherer abgegeben wurden. In die
Prämienreſerve ſind 630 000 Billionen geſtellt, ſomit 71,7 Prozent der
geſamten für eigene Rechnung vereinnahmten Nettoprämie. Die
Schadensreſerve iſt mit 160 000 Billionen gebildet. Der Gewinn von
8048 Billionen iſt auf neue Rechnung vorgetragen. Die erhebliche
Flüſſigkeit des Konzerns zeigt ſich in ſeinen Bankkonten, welche einen
Beſtand von 1 200 000 Billionen ausweiſen. Die Prämieneinnahmen
in den Monaten Januar und Februar 1924 überſteigen bereits den
Betrag von 750 000 Goldmark. Die Generalverſammlungen der vier
Münchener Hauptgeſellſchaften, in welchen von 38 000 Stimmen 37 526
Stimmen vertreten waren, genehmigten den Abſchluß für 31. Dezember
1923 einſtimmig und erteilten dem Vorſtand und Aufſichtsrat
Ent=
laſtung. Die Goldmarkeröffnungsbilanz, welche ein
Geſamtaktien=
kapital von 4 000 000 Goldmark vorſieht, iſt ebenfalls von den
General=
verſammlungen einſtimmig genehmigt worden, ſodaß die
Goldumſtel=
lung nunmehr erfolgt iſt. Die
Goldnachzahlungsverbindlichkeitserklärun=
gen der Aktionäre ſind bereits für 92 Prozent des Geſamtkapitals
ein=
gegangen. Die Sitzung wurde von dem Präſidenten des Konzerns,
Herrn Dr. Otto Ritzau und Herrn Generaldirektor Wollheim geleitet,
Aus Geſchäftsberichten.
* Klöckner=Werke A.=G. Die Klöckner=Werke legen als erſte
der großen Montan=Konzerne des rheiniſch=weſtfäliſchen Gebiets
nun=
mehr ihren Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1922/23 vor. Das
Geſchäfts=
jahr der A.=G. deckt ſich zum großen Teil mit der Zeit der Beſetzung
des Ruhrgebietes, was dem Abſchluß ein beſonderes Geprige gibt.
Veiterhin iſt der Abſchluß inſofern ein beſonderer, als zum erſtenmale
für den Lothringer Hütten= und Bergwerksverein, die Bergbau A.=G.,
Königsborn, den Georgs=Marien=Bergwerks= und Hüttenverein, das
Haſper Eiſen= und Stahlwerk, das Faſſon=Eiſen=Walzwerk Mannſtedt
und die Düſſeldorfer Eiſen= und Drahtwerke, die nach der Fuſion zum
Klöckner=Konzern gehören, eine vereinigte Bilanz aufgemacht wird. Da
ein Teil der Unternehmungen, die in den Klöckner=Werken vereinigt ſind,
infolge der Ruhrbeſetzung unter ganz anormalen Verhältniſſen arbeiten
mußten, hat die vergleichende Gegenüberſtellung der Ziffern des
Vor=
jahres wenig Zweck. Der in der Gewinn= und Verluſtrechnung für
1922/23 ausgewieſene Jahres=Gewinn von 1,54 Milliarden Mark wird
auf neue Rechnung vorgetragen; eine Dididende gelangt alſo nicht zur
Verteilung. Die gegenwärtige Geſchäftslage wird als wenig günſtig
geſchildert. Die Mark=Stabiliſierung hatte zunächſt ein faſt vollſtändiges
Schwinden der Nachfrage nach den Erzeugniſſen der Geſellſchaften zur
Folge. Der Kohlenmarkt wird durch das Ausland beherrſcht,
ins=
beſondere durch England, der Eiſenmarkt durch die
fran=
zöſiſchen und belgiſchen Werke, die geſtützt auf die immer mehr
umſichgreifende Inflation die Geſchäfte nicht nur in Deutſchland,
ſondern auch im Auslande zu jedem Preiſe weßzunehmen in der Lage
ſind. Die Beſetzung des Ruhrgebiets und die Abſchließung durch eine
Zollgrenze haben im übrigen die Geſellſchaft veranlaßt, die im beſetzten
Gebiet liegenden Zechen und Eiſenwerke an die neugegründete Rheiniſch=
Weſtf. Klöckner=Werke A.=G. in Duisburg zu verkaufen. Die
Gegen=
eiſtung iſt der Uebergang des Aktienkapitals von 200 Millionen Mark in
den Beſitz der Klöckner=Werke. Meldungen zufolge wird der G.=V. zum
5. April eine Dividende von 2 Prozent — 20 Gmk. pro zu nom. 1000
Mark, zum Vorſchlag ebracht werden.
Die Wiriſchaft des Auskandes.
* Oeſterr. Südbahn (Lombarden). Zur rafchen und
glatten Durchführung des im Abkommen von Rom vorgeſehenen
Um=
tauſches der alten Südbahn=Obligationen fordert die Südbahn=
Geſell=
ſchaft bereits jetzt die Aktionäre auf, ſich die Kouponsſtreifen bis
ein=
ſchließlich 1. 1. 23 zu den alten Obligationen zu beſchaffen. Nichſt
ein=
begriffen ſind hierbei die 4proz. auf Mark lautenden Obligationen.
* Frankreichs Kohlenförderung im Jahre 1923.
Die geſamte Förderung der franzöſiſchen Zechen belief ſich im Jahre
1923 auf 38576 815 Tonnen, das ſind 6635 970 Tonnen mehr als im
Jahre 1922 und beträgt nur 2267 405 Tonnen weniger als im Jahre
1913. Die Förderung der teilweiſe kriegsbeſchädigten nordfranzöſiſchen
Zechen war 1923 noch um nahezu 9 Mill. Tonnen hinter 1913 zurück.
Inzwiſchen ſind aber die Zechen des früheren Deutſch=Lothringen
hinzu=
gekommen. Die Koksherſtellung iſt von 1080 755 Tonnen im Jahre 1922
auf 1 985 735 Tonnen im Jahre 1923 geſtiegen. Die Einfuhr von Kohlen
betrug im verfloſſenen Jahre 26 269 865 Tonnen gegen 2 364 172 Tonnen
Ausfuhr und die Einfuhr von Koks betrug 3 628 393 Tonnen, die
Aus=
fuhr dagegen 496 398 Tonnen.
Die franzöſiſche Eiſen= und Stahl=Induſtrie
im Jahre 1923. Nach den Angaben des Comite des Forges hat die
franzöſiſche Roheiſen= und Stahlerzeugung im Dezember 1923 mit
564 700 bzw. 525 500 Tonnen den bisher höchſten Stand der
Nachkriegszeit erzielt. Auch die Zahl der in Betrieb befindlichen.
Hochöfen hat mit 112 den Rekordſtand erreicht, welche Ziffer aber im
Januar 1924 bereits um 6 überſchritten iſt. Die
Geſamtjahres=
erzeugung an Noheiſen und Stahl iſt ſogar höher
als 1913, was allerdings auf den Zuwachs Deutſch=Lothringens
zu=
rückzuführen iſt, das 1923 eine Roheiſenproduktion von 1 867 200 Tonnen
und eine Stahlerzeugung von 1 576 100 Tonnen aufzuweiſen hat. Die
monatlichen Produktionsziffern von Dezember 1922 bis Januar 1924
führen wir xachſtehend auf:
pr dunt erzeug ng Stahl= unter gebrauchs=
Feuer fertig im
Bau Repara=
tur zuſ. (in 2000 Tonnen) Dezember 1922 518,8 414,6 Januar 1923 . 54 51 221 486,2 4077 Februar 79 5C 219 305,5 289,8 März 93 49 211 316,1 315,8 Aprik 96 45 219 350,5 354,8 Mai A 85 45 219 393,4 399,8 Juni 99 46 219 447,0 427,4 Juli 196 64 48 218 436,4 399,5 Auguſt 107 64 47 218 486,3 452,4 September 109 60 218 481,9 445,5 Oktober 111 60 219 514,2 476,7 November 115 48 219 536,1 492,5 Dezember 119 56 43 219 546,7 525,5 Januar 1924 125 51 43 219 Geſ.=Prod. 23 5 299.— 4 576, 5 128.— 4 474.— „ 5 207. 4687.—
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2 Küche: Stühle.
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Auktionator u. Taxator, 1 c Bleichſtr. 1,c.
Annahme v. Ver, eigerung., Verkäuf. u. Taxat.
Sottbetete
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. März 1924.
Rummer 80.
Farni=ennachrichten
Stett K
Selrna Heyum
Ludwig Kahn
VERLOBTE
Darmstadt
6ln
Worfelden
März 1924
790
Statt Kerten
Fritz Schulz
Tilde Schulz
geb. Nagel
VERMAHLTE
Darmstadt, den 20. März 1924
Mauerstraße 34
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Ich erkläre meine Verlobung mit
Fräut. Joſephine Zimmermann
Beſſungerſtraße 112
für aufgehoben.
Ludwig Franck, Mathildenpl. 19.
(*8014
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Mitteilung, daß
gefiern nachmittag mein lieberMann,
unſer guter Vater, Schwiegervater,
Großvater, Bruder und Onkel, der
Schriftſetzer
Wilhelm Schmidt
im 56. Lebensjahre nach kurzem
ſchweren Leiden verſchieden iſt.
Die tieſtragernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, 19. März 1924.
Die Beerdigung findet Freitag
vor=
mittag //11 Uhr vom Portale des
Friedhofs an der Nieder=Ramſtädter
Straße aus ſtatt. (3439
Kranz=und Blumenſpenden ſind nicht
im Sinne des (Entſchlafenen.
Nachruf.
Am 18. ds. Mis. verſchied nach
kurzer, ſchwerer Krankheit unſer
Mitarbeiter, der Schriftſetzer
Herr
Wilhelm Schmidt
nach faſt 25jähriger Tätigkeit in
unſerem Hauſe. Der vorireffliche
Charakter des allgemein beliebten
und geſchätzten Mannes ſichert ihm
ein dauerndes Andenken. 3442
Darmſtadt, den 19. März 1924
L. C. Wittich’ſche
Hofbuchdruckerei
(Verlag des Darmſtädter Tagblatt)
Nachruf.
Am Dienstag abend verſchied
nach kurzem, ſchwerem Leiden im
56. Lebensjahre unſer lieber Kollege
und Mitarbeiter
Herr
Wilhelm Schmidt
Schriftſetzer
Als langjähriger
Vertrauens=
mann vertrat er ſtets aufs beſte die
Intereſſen ſeiner Mitarbeiter und
war uns jederzeit ein treuer Freund
und hilfsbereiter Kollege, deſſen
An=
denken wir immer in Ehren halten
werden.
(2445
Darmſiadi, den 19. März 1924.
Das Geſamtperſonal
der
L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei
(Darmſtädter Tagblatt)
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten müſſen wir die traurige Mitteilung
machen, daß mein lieber Mann, unſer lieber Sohn und Bruder
Herr
Laboig Meger H.
Bauunternehmer
geſiern vormittag 11 Uhr ſanft entſchlafen iſi.
Eberſtadt, den 20. März 1924.
Frau Martha Meckel, geb. Daßler
Familie Wilhelm Meckel II.
Die Beerdigung findet Samstag, den 22. März 1924, nachm. 3 Uhr,
von der Teichenhalle aus ſiatt.
Heute nacht verſchied infolge eines
Schlaganfalls unſer langjähriger
Bevoll=
mächtigter und Abteilungsleiter
Herr
Hubert Geider.
Wir betrauern in dem Heimgegangenen,
welcher 32 Jahre in unſeren Dienſten
ſiand, den Verluſi eines pflichttreuen und
unermüdlich tätigen Mitarbeiters, dem wir
ein ehrendes und dauerndes Andenken
be=
wahren werden.
(3441
Darmſiadt, den 19. März 1924.
Direktion
der Darmſtädter und Nationalbank
Kommanditgeſellſchaft auf Aktien.
Geſiern früh verſchied unſer Geſchäftsführer
Heute früh entſchlief infolge eines
Ge=
hirnſchlages unſer Mitglied
Herr Hubert Geider
Rert Paoig Meuer In.
Bevollmächtigter
Bauunternehmer.
DerVerſtorbene warMitgründer und Mitinhaber unſeres Geſchäftes,
das ſein Aufblühen und Gedeihen ſeinem raſtloſen Fleiß und ſeiner
unbeugſamen Energie zum großen Teil verdankt. Das Andenken ſeines
arbeitsreichen Lebens werden wir ſiets in Ehren halten.
Eberſtadt, den 20. März 1924.
Hoch= und Tiefbau=Geſellſchaft m. b. H.
vorm. Rückert 8 Meckel.
Der Vorſtand:
Gg. Leonh. Rückert.
der Darmſtädter und Nationalbank K. a. A.
Tiefbewegt ſiehen wir an der Bahre
dieſes im beſien Mannesalter und vollſier
Arbeitskraft aus unſerer Mitte geriſſenen
lieben Kollegen. Wir verlieren in ihm
nicht nur ein treues Mitglied, ſondern auch
einen wahren Freund, dem wir über das
Grab hinaus allzeit ein treues Andenken
bewahren werden.
(3428
Vereinigungb. Oberbeamten i. Bankgewerbe
Orisgruppe Darmſtadt.
Darmſtadt, den 19. März 1924.
Statt beſonderer Anzeige.
EEs war Gottes Wille, unſere liebe, gute Mutter,
Groß=
mutter, Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin u Tante
we.
Hrau Mälunee Nier 4
geb. Heil
nach kurzem Leiden in ihrem 71 Lebensjahre heiinzurufen.
Ihr Teben war nach dem Pſaliniſten köſtlich, denn es
war Mühe und Arbeit.
Die tieftrauernden Kinkerbliebenen:
Georg Knöß, Oberregierungsrat, u. Frau Johanna, geb. Rettig
Fritz Bauer, Eiſenbahn=Oberinſpektor, u. Frau Marie, geb. Knöß
Lic. theol. Heinrich Linck, Pfarrer, u. Frau Dora, geb. Knöß
Hermann Knöß, Chemiker, u. Frau Marta, geb. Belgardt
Willy Böhmelmann, Oberingenieur, u. Frau Aenne, geb. Knöß
und 2 Enkelkinder.
Darmſtadt, Partenheim, Danzig u. Frankfurt, den 18. März 1924.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne der Entſchlafenen.
Die Beerdigung findet Freitag, den 21. März, nachmittags 2 Uhr, vom
Portale des alten Friedhofs aus ſtatt.
(*7917
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern abend entſchlief nach
ſchwerem Leiden unerwartet meine
liebe, unvergeßliche Frau, unſere
treuſorgende Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
Frau
geb. Reuter
im 60, Lebensjahre.
Darmſtadt, den 19. März 1824.
Im Namen dertrauernd. Hinterbliebenen:
Martin Steingaß.
Die Beerdigung findet Samstag,
den 22. März, vormittags 11 Uhr
auf dem Friedhof Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße ſtatt. (
Todes=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief mein
lieber Gatte, unſer lieber Vater
A und Großvater
Hubert Geider
Bankbeamter
im Alter von 54 Jahren infolge
eines Schlaganfalles.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Auguſte Geider
geb. Weicker.
Darmſtadt, den 19. März 1924.
Wienerſtr. 54.
Die Beerdigung findet Freitag
nachmittag 11 Uhr im alten
Friedhof ſtatt. (*7947
Todes=Unzeige.
Heute nacht entſchlief ſanft nach
längerem Leiden unſere liebe Mut
ter, Schwiegermutter, Großmutter
9 und Urgroßmutter
Frau
Barbara Gerſtenmeyer
Wwe., geb. Mößer
im kaum vollendeten 81,
Lebens=
jahre.
Im Nameu d. trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Oskar Lieb.
Barkhausſtraße 68.
Die Beerdigung findet Freitag,
den 21. März, nachmittags 2 Uhr,
auf dem Friedhof, Nieder=
Rum=
ſtädterſtraße, ſtatt. (*7946
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neu, ſchwarz, m. Gr.
Türkiſche
Taſchen=
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Garnitur, weiß, z
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Gehr. m. Weſte für
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D.=Huttlachsf.). Alles
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Nr. 21, pt , 10-1 uhr E
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*7905/Eichbergſtr. 22,p.
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Ang. u U 100 Gſchſt.
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Sparherd m. Bratr.,
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z. vk. Herdweg 110, III, (*
Wollmatratze u. gebr.
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ſowie Gasbadeofen
mit Wanne abzugeb
Biktoriaſtr. 79, (7978
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entriß uns plötzlich ein jäher Tod.
Die tiefgebeugten Ellern:
Michgel u. Margarete Nöhrer.
Darmſtadt, Wilhelmſtraße 32.
Die Beerdigung findet am 20.
März, nachm. 444 Uhr, in Pfung=
7920
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Damenſch., Gr. 38-39,
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tücher, Reiſe=Rolle
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Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 20. März 1921.
Seite 13.
Hans Peter Kromm der Lebendige.
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.
79)
(Nachdruck verboten.)
Sie hatten ihre Kopfbedeckung in der Hand gehalten, dieſe
lauſchenden Männer; jetzt wehten, wedelten und ſchwenkten ſie
damit gegen den blauen Himmel an oder ſo dicht vor Hans
Peters Naſe, daß er ſie lachend zurückrucken mußte.
„Alſo Schluß,” ſprach er befriedigt. „Dieſer Findling, den ihr
ſelber aufgerichtet habt, ſoll der Sonnenſiedlung Gedenkſtein
werden. Und nun ein Hoch unſerm Werkplatz! Ein Hoch unſern
Gäſten, euch ſelber und meinem Jungen: Hoch! Hoch! Hoch!”
Und: „Hoch! Hoch! Hoch!” ertönte es wieder und wieder und
noch einmal. Und das war des Feſtes Ende.
Weiterſchaffen. Und dann kam der Krieg —
„Volk, das ſind wir Alle!”
Es war Feierabend. Lude Spatt ſchritt beide Hände in die
Hoſentaſchen berſenkt, über den Hans=Peter=Platz, und ſeine
klei=
nen aufmerkſamen Augen ſchauten umher, ob alles ſeine Ordnung
hatte; ihm war in der Töpferei die Hauptabteilung unterſtellt,
doch er hatte auch als Platzmeiſter zu ſorgen.
Vor den Baracken ſaßen die Arbeiter. Man ſah ihnen die
friſchgewaſchenen Geſichter an, die meiſten hatten das Haar mit
Waſſer glattgekämmt, und etliche protzten ſogar mit reinen
Hemd=
ärmeln auf. Brot und Speck in der Hand, oder eine
halbge=
ſchälte Wurſt, Käſe und hartgekochte Eier neben ſich aufs bunte
Taſchentuch gebreitet, lagerten ſie da auf dem noch
ſonnen=
warmen Boden und warteten auf ihre Abendſuppe, oder auf die
Flaſche Bier, die ihnen allabendlich zugetragen wurde.
„Schmeckt 8?” fragte Lude im Vorbeigehen. Und ſie lachten
und nickten ihm zu und beſchwerten ſich ſcherzend, daß ſeine
Tine ſo lange bliebe. „Mucken dürfen wir uns ja nicht, ſonſt
efau ſe Wut. Refte einse, def 2un aun Dange ai.
Lude —
Der kleine Meiſter wandte gelaſſen den Kopf: „Ich dreh
große Töpfe und ich dreh meine große Tine dazu. Wer’s nicht
glaubt, kann’s mir anſagen.” Und weiter ſchritt er, zufrieden
vor ſich hinpfeifend, denn ſeine Tine kam ſchon den Fußweg
heruntergeſtapft.
In der einen Hand trug ſie einen dampfenden Eimer mit
Füllkelle, in der andern einen Korb mit Bierflaſchen. Sie ſchien
die Laſt nicht zu fühlen, und ihr Odem war vom Schreiten nicht
ſchneller geworden, als ſie beides bei den Arbeitern niederſtellte.
„Deine Mutter ſoll mir ein Feinbrot mitbzingen!” „Und
mir ein ſchwarzes.” So wurde ſie angerufen. „Ich möcht ein
paar lange Semmeln.” „Und ich!”
„Wir haben ja deine Alte heut morgen gar nicht geſehn,”
knurrte der Vorarbeiter, „ſie hat uns die ganze Beſcherung vor
die Tür gelegt, und die Hälfte hat der Deibel geholt.”
„Ne, der Hund,” ergänzte ein andrer. „Aber mucken dürfen
wir uns ja nicht. Nicht bei ihr und nicht bei dir, du Holde.”
und wieder gab’s ein Lachen.
„Wann krieg ich mein reines Hemde zurück, Tineken?” „Und
ich meine Hoſen, Schatz! Davon pflegt der Menſch bloß zweie zu
haben!” Hin und her gingen die Stimmen. Tine gab jedem die
Antwort, die ihm zukam, handhabte ihre Fülkelle und teilte die
Flaſchen aus. Sie hielt ſich weder auf, noch machte ſie füße
Augen;, ihre Art hatte etwas Männlich=Zuverläfſiges.
„Trauen kann ihr der Lude,” meinte der Vorarbeiter
blin=
zend, als die anſehnliche Geſtalt davontrabte, „die gewährt
kei=
nem ein Küßchen.”
Aber dem Lude muß ſie doch etwas gewährt haben,” ſagte
mit ſonderbar ernſtem Geſicht ein rieſengroßer bärtiger Meiſch,
„wenn’s mich nicht täuſcht, kriegt er bald was zu wiegen, der
lüttge Kerl — ich nämlich auch,” fügte er leiſer hinzu. „s iſt doch
was Merhwürdiges, Kinners — und wenn dann die Frau noch
ſon bißchen brav und gut iſt — ſo was Frommes gibt’s nicht
wieder.” Stille war eingetreten. Man ſah Tine mit andern
Augen an: „Mutter!“ —
Die Enwicklung auf dem Hons=Peter Alat var beſtindig
im Vorſchreiten.
Der Schornſtein, den Merete ſo ungern geſehn, rauchte, und
die Zahl der Werkleute, die bei dem Haide=Ingenieur ihr Brot
fanden, mehrte ſich. Jetzt hatte er eine wirkliche Fabrik. Und
auch die Sonnenſiedlung kam voran. Die Arbeiter, die Mithilfe
tun ſollten, waren erſchienen und hatten mit Handſchlag und
kurzem Wort dafür geſtimmt, daß alles ſein ſollte, wie Hans
Peter es ausgedacht.
Zuletzt waren die Frauen mitgekommen: „Wenn du uns
Heimſtätten bauen willſt,” ſo baten ſie, „laß da ein Räumch=n
ſein, mit einer offnen Seite der Sonne zu, laß ſtatt der
ſchatten=
den Wand ein Gitter gezogen ſein, damit wir unſre Kinder uud
Kranken hinausrücken können, wie es die reichen Leute auf ihren
Beranden und Balkonen tun.”
„Necht haben ſie,” meinte Hilde, als ſie davon hörte, „ich
glaube, man hat zu wenig in das Licht geſehn, man hat die
Sonne gering geachtet. Wo ihre Strahlen hineingehen, geht der
Arzt hinaus, ſagt das Volk.”
So erhielten die Wohnungen bei den Hügeln offne
Haus=
lauben, und da war mehr Freude über den kleinen Ueberfluß,
denn über manches, was wohl vorgeſehen der Notwendigkeit
der Nützlichkeit diente.
Und nun Lude Spatt! Der war ein Töpfermann mit Leib
und Seele. Stapfte ſeine Tine mit ſchwerem Fuß, ſtieß ſie, Ihne
es zu wollen, herum mit Eimer und Stubengerät, ſo ſtellte er
mit Hand und Fuß das Gleichmaß her. Gelaſſen und ſehr
be=
ſinnlich ging er um mit ſeiner großen Frau. Aber noch viel
gelaſſener und beſinnlicher ging der Lude um mit den Werken
ſeiner Hände, die er ablöſte von der Drehſcheibe.
Da war etwas in dem kleinen Mann, dem die große Tine ſich
fügte, und da war etwas in demſelben kleinen Mann, das ſeinen
Geräten gleichſam ein beſonderes Wohlbefinden, Wohlanſehn
gab; man merkte ihnen an, mit welcher Liebe ſie ins Daſein
ge=
ftellt worden.
(Fortſetzung folgt.)
Unsere Umfangreichen Abteilungen
Heisswaren und Baumwollwaren
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Holzverſeigerung.
Mittwoch, 26. März, 1,9 Uhr
vormitags, weiden in Darmſtadt
(Heiliges Kreuz), ausgenommen
blau=
geſtrichene Nrn, verſteigert aus Aſpen=
Eichen, 17 Hainbuchen: Nutzsnüppel,
rm: 1 Eichen; Scheiter: 36 Buchen, 1
Hainbuchen, 170 Eichen, 23 Birken, 1
Kie=
fer; Knüppel: 102 Buchen, 119
Hain=
buchen, 315 Eſchen, 16 Birken, 2 Erlen;
Knüppelreiſig: 4 Eichen; Stöcke:
141 Eichen; ferner aus Jagen V, 25:/=
Knüppel, rm: 81 Birken;
Knüppel=
reiſig: 236 Eichen, 6 Birken. (3390
Auskunft erteilen die Herren Förſter
Kohfink, Forſthaus Einſiedel, und
Förſter Lang, Meſeler Falltorhaus.
Darmſtadt, den 18. März 1924.
Heſſ. Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Die Lieferung der Schreibmittel mit
Ausnahme der Aktendeckel und
Briefum=
ſchläge für das Landgericht, die
Staats=
anwaltſchaft bei demſelben ſowie für
das Oberlandesgericht und die
Staais=
anwaltſchaft bei demſelben ſoll im Wege
der öffentlichen Ausſchreibung vergeben
en
werden.
Angebote mit Muſtern ſind bei der
Kanzlei des Landgerichts— altes
Gerichts=
gebäude am Mathildenplatz, Zimmer 36.
Erdgeſchoß — verſchloſſen bis ſpäteſtens
Freitag, 28 März 1924, vormittags 10 Uhr,
einzureichen. Zu chlagsfriſt 3 Tage. 3443
Darmſtadt, den 19. März 1924.
Gerichtsſchreiberei
Heff. Landgerichts der Provinz Starkenburg.
Die Gemeinde Bonsweiher
ver=
pachtet am Montag, den 24. März
1924, vormittags 11 Uhr, auf dem
Bürgermeiſterei Büro dahier
die Gemeindejagd
öffentlich meiſtbietend auf die Dauer von
16 Jahren, nämlich vom 1. Februar 1924
bis 31. Januar 1930 zu den bei der
Präm-Abt. Briedenau W. 16.Verſteigerung bekanntgegebenen
Be=
dingungen.
Bemerkt wird, daß Wildbeſtand in
Rehen, Haſen, Füchſen, Faſanen und
Rebhühnern beſteht. Der Jagdbezirk iſt
von Bahnſtation Mörlenbach i. O. in
15 Minuten und von der Bahnſtation
Heppenheim in 1 Stunde zu erreichen.
ſchlag III, 2: Nutzſcheiter, rm: 84/Die Gemarkung iſt 1600 Morgen groß
und beſteht aus Wald, Acker= und
Wieſen=
gelände.
(TV.,3404
Bonsweiher, den 15. März 1924.
Heſſ. Bürgermeiſterei Bonsweiher,
Weber.
Mlgeneine Brtolktankenlaſe
Durlftllor, Btalltelltyätntt.4.
Beitrags=Mahnung.
Alle Arbeitgeber und freiwilligen Mit=
Monat Februar 1924 im Rückſtand ſind auf. dem Gut Karlshof zu Darinſtadt,
werden aufgefordert, die ſchuldigen Bei= arauichſteinerſtr. 65, gegen Barzahlung!
träge, erſtere einſchließlich 10‟
Auf=
ſchlag für jede Woche des Verzugs, bei
Vermeidung der zwangsweiſen
Beitrei=
bung nebſt der behördlich feſtgeſetzten
Mahngebühr ſofort an die Kaſſe
abzu=
führen.
(3414
Zahlſtunden ſind an allen
Wochen=
tagen von /. —1 Uhr im
Verwaltungs=
gebäude und jeden Mittwoch und
Don=
nerstag von 8—1 Uhr in der
Hallenſchwimmbad, Mühlſtr., und
Bücherhalle, Beſſungerſtr. 48.
Darmſtadt, den 18. Mär; 1924.
Der Vorſtand:
Knoblauch, Vorſizender.
a
Dampi re.
Zuran Pitth
V
ONSHSTAO4
Auf freiwilligen Antrag verſteigere ich
glieder, die noch mit Beiträgen für den 2ienstag, den 25. März, vorm. 10 Uhr,
2 Arbeitspferde, 10 Milchkühe
(da unter 4 trächtige) 4 Leiter= und 4
andere landw. Wagen, 2 Milchwagen,
eine Grubenentleerungsmaſchine mit
Ab=
fuhrwagen, 2 Pfuhlwagen, 1
äckiel=
maſchine, 2 Dez ial= und 1 Hän
e=
waage, 1 Mäh= und 1 Sämaſchine,
Pflüge, Eggen und ſonſtige
landwict=
ſchaft iche Geräte aller Art,
Pferdege=
ſchirre, Fäſſer, 15 eiſerne und diverſe
Müllerſchule, Eingang Heinheimerſtr. Holz ettſte len ſowie ſonſtige Haus= und
Aü engeräte, 1. Hobe bank,
Milch=
kannen u. a. m.
6407dg
Kapp
Gerichtsvollzieher=Stelle, zu Paruuſtadt.
Jadde Dertogdtang.
mittags 10 Uhr, werden auf der
Ober=
förſterei Darmſtadt, Ohlyſtr. 75, die der
Stadt Darmſtadt gehörigen Jagdbezirke
l und II., IIk anf weitere 9 Jahre
ver=
pachtet.
Jagdbezirk I und II umfaßt: Das
„Oberfeld” mit 168 ha Feld und Wieſen,
den „Darmſtädter Oberwald: mit 569 ha
Wald und 68 ha Feld und Wieſen.
Jagdbezirk III umfaßt: Das
Hein=
heimerfeld mit 160 ha Feld und Wieſen.
Auskunft erteilt die Obeiförſterei
Darmſtadt.
(st3073
Darmſtadt, den 12. März 1924.
Oberſörſterei Darmſtadt.
J. V.: Burk.
Samstag, den 22. März. 8‟, Uhr
vormittags, wer en in der Packammer
Paketausgabe) des Poſtamts I,
Rhein=
ſtraße 11/13, Lof linfs, verſchiedene aus
unanbringlichen Poſtſendungen
herrüh=
rende Gegenſtände gegen Barzahlung an
den Meiſtbietenden verſteigert. (3393
Darmſtadt, den 15. März 1924.
Oberpoſtdireſtion.
Verfunse Monn,
der am letzten Gamstag vormitag zwiſcten
10 u. 12 Uhr am Poſtſchalter II. Rheinſtraße,
für 1 Mk. 70 Pf. Gink=Steuermarken kaufte,
wird gebeten, da ein Verſehen vorliegt,
noch=
mals daſelbſt vorzuſprechen.
Eens6a
Heu,Stroh,
Gelberüben,
Dichwurz
empfiehlt. Heinrich
Kämmerer IV Wewve.,
Prungſtadt,
Eber=
ſtädterſtr. 46 ( 7449e
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mit Marienbader Salz
nallen 4potlioken, he
Merch-Apoiheke, 114a
Brennkolz
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geſchnitten. Zentner
1.50 Mk. frei Haus.
Heinrich
Kämmerer 4. Ww.
Pfungſtadt,
Eber=
ſtädterſtr. 46. (eztugie
Hoien edis
e78=Smd
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Moosbergſtraße 84,
Gummi=Stempel
jeder Art und
Numerler=Maſchinen
liefert ſchneliſt. u. bill.
G. Himmelheber
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Seite 14.
In den Hauptrollen:
Edi Darclea, Hanna Ralph, Adele Sandrock.
Carl de Vogt, Albert Basserwenn, Fritz Ulmer
Albert Steinrück Carlo Ald ni, Wladimir Gaidarow,
Carl Wü tenhagen
Die Zerstörung Trofas
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(3431
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Der
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und für Küchen-
Gebrauch wie
feinste Maturbutter
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Geſchw. Hofmann, Rhönring.
Am Samstag,
den 22. März
1924
von
8 Uhr abends
ab
Heiterer Familien=Abend
unter Mitwirkung beliebter Darmſtädter Künſtler
in der Turnhalle am Woogsplatz
Karten ſind ab Samstag morgen bei (3394ds
Julius Mylius, Karlsſiraße, Ecke Herdweg und Richard
Ludwig, Karlsſtraße, Ecke Hügelſtraße, erhältlich.
Am Donnerstag, den 20. März, abends 8 Uhr,
findet im großen Saale der Turnhalle,Woogsplatz
der zweite Vortrag des
Prof. Dr. Sregor=Moskau
ſtatt:
Das Geheimnis
der Freimaurerei
ReſtloſeEnthüllungen
des berufenſten Kenners
Alle Anfragen geſtattet
Eintritt 1.— Mark
Einige numerſerte Karten (Mk. 2.— und 3.—) im
Vor=
verkauf an der Kaſſe von 12—2 Uhr. Mittelloſe gegen
Ausweis 20 H. Karten nur am Saaleingang. Saal geheizt.
Darüſtädter Tagblatt, Donſierstag, den 20. März 1921.
Nummer 80.
Ludwig Nöſinger
Nur untere Eliſabethenſtr. 42
Groß= und Kleinverkauf
Telephon 367
Telephon 367
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Grüne Heringe . . bei 10 Pfund 13 J
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teilen und nach Auswärts. (*7997
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mit verstärkter Hauskapelle, Leitung Kapellmeister
Anfang 8½ Uhr L. Walter. Anfang 8½ Uhr
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Telephon 389
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heute u.
morgen
Titelrolle: Marga Peter
Verstärktes Orchester
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Anfang 7‟/. Uhr
Mittagstisch von 12—2 Uhr
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das Pfund Z29
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Direktion: A. Scheuer
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Kapellmeiſter: Bogadoff.
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Chriſt. Arnold, Ernſt=Ludwigſtr. 9. (3418