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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck jämtlicher mit X verſehenen Originai=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelienangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 75
Samstag, den 15. März 1924.
187. Jahrgang
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aufträge und Leiſtung von
Schadenerſatz.
Be
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankionto: Deuiſche Bani und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbant.
Italieniſcher Miniſterrat.
Muſſolinis außenpolitiſches Expoſé.
Rom, 14. März. (Wolff..) Im Miniſterat gab Muſſolini
ein Expoſé über die Außenpolitik Italiens und über die letzten,
Italien berührenden Ereigniſſe, ſo beſonders über die mit
Ka=
nada, Frankreich, der Schweiz und der Tſchechoſlowakei, Spanien,
Oeſterreich, Albanien, Rußland und Jugoſlawien getroffenen
Ab=
kommen. Zur Reparationsfrage übergehend, wies Muſſolini
darauf hin, daß ihre Erledigung nach der Erſtattung der
Sach=
verſtändigengutachten in ein entſcheidendes Stadium treten werde,
und erklärte, der Standpunkt Italiens in dieſer Angelegenheit
ſei bekannt und finde in der gegenwärtigen Sachlage ſeine
Recht=
fertigung.
Eine falſche Behauptung Poincarés.
Berlin, 14. März. Die Behauptung des franzöſiſchen
Miniſterpräſidenten, daß am 4. März eine Verſammlung von
Vertretern deutſcher Banken, die genaue Inſtruktionen vom
Auswärtigen Amt erhalten haben, im Hotel Adlon ſtattgefunden
habe, widerſpricht, wie amtlich mitgeteilt wird, den Tatſachen.
Vom Auswärtigen Amt wurden niemals Inſtruktionen dieſer
Art gegeben, ebenſo hat, wie wir von der Direktion des Hotels
Adlon erfahren, eine ſolche Verſammlung von Vertretern
deut=
ſcher Banken überhaupt nicht ſtattgefunden.
Dr. Schacht zum letzten Mal gehört.
Paris, 13. März. (Wolff.) Der Unterausſchuß des
Ko=
mitees Dawes hat heute nachmittag zum letzten Male Dr.
Schacht angehört. Der Ausſchuß hatte ſich im letzten
Augenblick entſchloſſen, von dem Reichsbankpräſidenten
ergän=
zende Auskünfte einzuholen, deſſen Abreiſe damit
verſcho=
ben wurde. Das Komitee Dawes wird morgen von den
Er=
klärungen des Reichsbankpräſidenten und von dem Stand der
Arbeiten des Budgetunterausſchuſſes Kenutnis nehmen. Der
Redaktions=Unterausſchuß hat heute nachmittag ſeine Arbeiten
begonnen. Es ſcheint, daß ſeine Bemühungen ſich ganz beſonders
auf den zweiten Teil des Berichts erſtrecken, der die der
Repara=
tionskommiſſion zu unterbreitenden Empfehlungen enthält. Er
wird zu dieſem Zweck ein Finanzprojekt verwerten, aber die
Ausſcheidung der Fragen, die in dieſem Teil des Berichts und
denjenigen, die in dem Anhange behandelt werden, iſt noch nicht
endgültig feſtgeſetzt. Das Begleitſchreiben wird wahrſcheinlich
abgefaßt und unterzeichnet von dem Vorſitzenden des Komitees
General Dawes. In der Umgebung der Sachverſtändigen glaubt
man, daß der endgültige Bericht der Reparationskommiſſion
gegen Ende des Monats übergeben wird.
Vom Tage.
Wie uns mitgeteilt wird, liefen in der Reichsbank die
Jeitcittserklä=
rungen ſowohl der Berliner Bankiers als auch der Grofbanken der
Pro=
vinz zum Garantiekonſortium für die Aktien der Golddiskontbank in
ſolchem Umfange ein, daß die Unterbringung der einen Hälfte der
Gold=
diskontbankaktien, für welche die deutſche Bankenwelt in Betracht kommt,
geſichert iſt.
Der Parteivorſtand der Deutſchen Volkspartei hat
be=
ſchloſſen, den Parteiausſchuß für den 25. März nach Berlin
einzuberufen. Der Zentralvorſtand und der Parteitag treten, wie
vor=
geſehen, in der Zeit vom 29.—31. März in Hannoder zuſammen.
Die Meldung, daß der Kreisausſchuß ſein
Vermittler=
amt zwiſchen der pfälziſchen Regierung und der pfälziſchen
Kreis=
regierung einerſeits und der Rheinlandkommiſſion andererſeits
nie=
dergelegt hat, wird beſtätigt.
Wie wir von zuverläſſiger Seite erfahren, iſt durch die
Aus=
prägung von Reichsſilbermünzen eine Inflation
nicht zu befürchten.
Der Reichsrat hielt am Freitag eine kurze öffentliche
Vollver=
ſammlung ab. Er erteilte dem Geſetz über die Golddiskontbank
mit den Aenderungen, die der Reichstag vorgenommen hat, ſeine
Zu=
ſtimmung.
Geſtern fand in Weimar eine Konferenz der mit dem
Wohnungsweſen betrauten Stellen der Landesregierungen ſtatt.
Ihr Hauptzweck iſt der Austauſch der Gedanken und Meinungen über
die Mietſteuer, die gemäß der dritten Steuernotverordnung auf
5 Prozent der Friedensmiete feſtgeſetzt werden ſoll.
Im Prozeß Dr. Luppe—Streicher wurde das Urteil
gefällt. Der Angeklſagte Hauptlehrer a. D. Streicher erhielt einen
Monat Gefängnis mit Bewährungsfriſt bis zum 1. April 1927 unter
dem Vorbehalt, daß er 1000 Goldmark an die Nürnberger Kinderhilfe
zahlt. Außerdem hat er die Koſten des Verfahrens zu tragen.
Dem ſächſiſchen Landtag ging ein
deutſchnationa=
ler Antrag zu, den Landtag aufzulöſen und die Neuwahlen
auf den Tag anzuſetzen, an dem die Reichstagswahlen ſtattfinden.
Die engliſche Bergarbeiterkonferenz erklärte die
Vorſchläge der Arbeitgeber infolge ihrer Unzulänglichkeit für
un=
annehmbar und richtete an die Regierung das Erſuchen, ein
Min=
deſtlohngeſetz im Parlament einzubringen. Die Delegiertenkonferenz
tritt am 26. März zu erneuter Beratung zuſammen.
Im Unterhaufe erklärte der Unterſtaatsſekretär Conſonby,
daß die im Briefe Macdonals an Poincaré enthaltenen Anſpielungen
auf die Waffenrüſtungen Frankreichs ſich nicht auf die
weit=
tragenden Geſchütze beziehen, die an der franzöſiſchen Küſte aufgeitellt
worden ſeien.
Reuter meldet aus Peking, es verlaute, daß die chineſiſche
Re=
gierung, den abgeänderten Artikel des geplauten Abkommens
mit Rußland über das Eigentumsrecht an der chinſiſchen Oſtbahn
und über die Zurückziehung der ruſſiſchen Truppen aus der Mongolei
angenommen habe und infolgedeſſen keine weiteren winderniſſe für die
Anerkennung der Sowjetrepublit mehr beſtehen.
RAe
Mr Tiniſte
Aufſſcer eigric m dei Memehtäge.
Rußland gegen die Löſung der Memelfrage im Sinne Litauens. — „Eine Löſung ohne die
Beieiligung Rußlands null und nichtig”.
Eine Note Tſchitſcherins.
Moskau, 14. März. (Ruſſiſche Telegraphenagentur.)
Tſchitſcherin hat an den litauiſchen Geſandten in
Moskau, Baltruſchaitis, eine Note gerichtet, in der er erklärt,
die Sowjetregierung müſſe mit Bedauern feſtſtellen, daß die von
Litauen dem ſogenannten Völkerbund unterbreiteten
Sta=
tutenentwürfe in der Memelfrage, namentlich in den
Beſtimmungen der Hafenverwaltung, im Falle ihrer
Verwirk=
lichung die Intereſſen der Sowjetunion verletzen würden.
Die Sonjetregierung erkläre ausdrücklich, daß ſie keinesfalls die
Erteilung irdenwelcher Vorrechte in Memel, im Memelhafen und
auf dem Nymen an dritte Mächte zulaſſen werde. Die von dem
ſogenannten Völkerbund in Memel eingeſetzte
Sonderkommiſ=
ſion beſchäftigte ſich ebenfalls mit dem litauiſch=
polni=
ſchen Grenzſtreit, was dem ruſſiſch=litquiſchen
Friedensvertrag widerſpräche. Hiernach dürfe
Li=
tauen ohne Einwilligung der Sowjetunion keine dritte Macht
zur Löſung dieſer Frage hinzuziehen. Angeſichts der Verſuche
einiger Mächte, die Memelfrage und den Grenzſtreit in einem
der nationalen Selbſtbeſtimmung widerſprechenden Sinne zu
löſen, drückte die Sowjetregierung ihre lebhafte Beſorgnis um
das Schickſal des litauiſchen Volkes aus, welches ſich unabhängig
im Nahmen ſeiner nationalen Grenzen wiſſen möchte. Die
Ver=
ſuche, dieſe Selbſtbeſtimmung einzuengen, gefährdeten den
Frie=
den Oſteuropas. Die Sowjetregierung bringe Obiges
freund=
ſchaftlichſt zur Kenntnis der litauiſchen Regierung. Sie ſei
über=
zeugt, daß deren weitere Schritte in der Memelfrage mit dem
auf nationaler Selbſtbeſtimmung beruhenden Standpunkt der
Sowjetregierung in Uebereinſtimmung gebracht, und daß
Maß=
nahmen zur Einhaltung des Friedensvertrages getroffen würden.
Gleichzeitig richtete Tſchitſcherin eine Note an die im
Völkerbund vertretenen Mächte, darunter England,
Frankreich, Italien, Tſchechoſlomkei und Japan, in der jede
Löfung der Memelfrage, die ohne Beteiligung der Sowjetunion
getroffen werden ſollte, für null und nichtig erklärt wird. U. a.
wird gegen Erteilung von Vorrechten und
Verwaltungsfunktio=
nen in Memel und an dem Nymen an dritte Mächte oder
Völker=
bundsvertreter Einſpruch erhoben. Die Sowjetregierung
wie=
derholt, die früheren Erklärungen bezüglich des
litauiſch=
volniſchen Grenzſtreits; deſſen Löſung könne gemäß
den Verträgen der Sowjetunion wir Polen und Litauen nur
auf dem Wege eines Uebereinkommens dieſer zwei Staaten
er=
folgen, keinesfalls aber einer dritten Macht aufgezwungen wer=
Hen. Die Sowjetregierung ſehe in den Plänen, Litauen in der
Memelfrage einen Beſchluß aufzuzwingen und ſeine
Staatsgrenzen durch die Beſchlüſſe dritter Mächte feſtzulegen,
nicht nur eine Verletzung der Intereſſen der Sonjetunion und
die Richtbeachtung ſeiner Friedensverträge, ſondern auch eine
Verletzung der Selbſtbeſtimmungsrechte und eine
Gefährdung der litauiſchen Ungbhängigkeit. Die
Sowjetregie=
rung warnt vor der Verwirklichung ſolcher Pläne, die den
Frie=
den in Oſteuropa untergraben.
Das Memelabkommen vom Völkerbundsrat genehmigt:
Genf, 14. März. (Wolff.) Das in den letzten Wochen durch
den Memel=Ausſchuß des Völkerbundes und der litauiſchen
Ab=
ordnung ausgearbeitete Abkommen über die jeue Memelſatzung
iſt heute abend vom Völkerbundsrat genehmigt worden,
nach=
dem noch eine längere Debatte über die verſchiedenen einzelnen
Fragen, wie die Entſchädigungszahlungen für die
Beſatzungs=
koſten, ſtattgefunden hatten, und nachdem die Vertreter der vier
alliierten Hauptmächte im Rate, ſowie der anweſende litauiſche
Miniſterpräſident ihre Zuſtimmung erteilt hatten. Vor der
An=
nahme kam es jedoch noch zu einer, ſehr lebhaften
Auseinander=
ſetzung zwiſchen dem polniſchen und litauiſchen Vertreter. Der
polniſche Vertreter erklärte, daß, nachdem die von Polen
geforder=
ten Abänderungen in dem Abkommen nicht angenommen worden
ſeien, er dem Antrage nicht zuſtimmen könne und ſich darauf
be=
ſchränken müſſe, ihn ſeiner Regierung zuzuſtellen. Der litauiſche
Miniſterpräſident erklärte hierauf, daß die Verhandlungen durch
die Anſprüche Polens und den Gewaltſtreich des Generals
Zeii=
kon ſki in Wilna und im Memeltal aufs äußerſte erſchwert
wor=
den ſeien, und daß, ſolange die Frage der litauiſch=polniſchen
Grenze noch offen bliebe, normale Beziehungen zwiſchen den
beiden Ländern nicht denkbar wären. Trotz der Schwierigkeiten,
denen er im litauiſchen Parlament entgegenſehe, und der
zahl=
reichen ungenügenden Klauſeln des Abkommens nehme er jedoch
den Vertrag an. Der polniſche Vertreter entgegnete, indem er
entſchieden dagegen Verwahrung einlegte, daß es noch eine
litquiſche Frage gebe, die polniſch=litauiſchen Grenzen ſeien durch
die Botſchafterkonferenz endgültig geregelt worden.
Nach der Annahme des Abkommens ſprach Präſident Guani
dem Präſidenten des Memelausſchuſſes, Normann Davis, den
Dank des Völkerbundes für ſeine Mitarbeit aus, worauf Davis
in einem Schlußwort der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß ſein
Werk den Frieden befeſtigen und fördern möge.
2.
Eine Neuauflage des Separatismus.
Speyer, 14. März. Der frühere Separatiſtenführer
Schmidt=Epper hat eine Rheiniſche Bauern= und
Mittelſtands=
partei (Bezirk Pfalz—Rheinheſſen) gegründet, offenbar eine Art
Wurmfortſatz der Heinz=Orbis’ſchen Gruppe der Bauernſchaft.
Nachdem ſich Schmidt von Kunz, dem Gründer der Rheiniſchen
Arbeiterpartei, zum Schein getrennt hat, dann jeder aber eine
Nachfolgepartei der Separatiſten ins Leben gerufen hat, liegt
der Verdacht nahe, daß ſie zwar getrennt marſchieren, aber
ver=
eint ſchlagen wollen. Schmidt=Epper ſoll ſich übrigens nach
Paris begeben haben, um beim Völkerbund in Genf Beſchwerde
zu führen gegen die „Unterdrückung republikaniſcher Freiheiten”.
Rykow und die Herrſchaft
über Rußland.
Von
Georges Popoff.
„Wer regiert nun eigentlich?” — dieſe Frage ſtellte vor faſt
zwei Jahren — als der ſelige Lenin noch lebte — ein in Moskau
neu angelangter Ausländer, dem überhaupt ſo manches in
Ruß=
land „befremdend” vorkam. Jemand erwiderte ihm bereitwillig:
„Noch immer dieſelben!” und ſchallendes Gelächter begleitete
dieſe Antwort. Damalsmußte man ſchon eine reichliche Doſis
Naivität beſitzen, um, nach Rußland gehend, zu fragen, wer
dort „nun eigentlich regiere‟. Heute drängt ſich dieſe Frage
jedem auf, denn jetzt, nach Lenins Tode und nach Trotzkis „
Beur=
laubung”, iſt ſie ſehr verſtändlich geworden.
Früher, das heißt in den erſten Jahren der bolſchewiſtiſchen
Herrſchaft, hieß es: „Lenin und Trotzki. Trotzki und Lenin. Immer
dieſelben . . . ."
Gegenwärtig iſt es lange nicht mehr ſo
ein=
fach. In Rußland ruht die höchſte Regierungsgewalt in Händen
der Ruſſiſchen Kommuniſtiſchen Partei, beſtehend aus 300 000
Mitgliedern. Da aber 300 000 Mann nicht gut ein Miniſterium
bilden und tatſächlich „regieren” können — ſo wird dieſe Aufgabe
vom „Zentral=Komitee” der N. K. P.” ausgeübt: 56 Mann! Die
Oligarchen des heutigen Rußlands, des roten Moskowiens!
Aber an Zahl auch noch zu viel. Und ſie wählten aus ihrer
Mitte das „Kabinett” — das Politbureau des Zentral=Komitees
der R. K. P."
Dieſe Partei=Terminologien der Bolſchewiſten klingen alle
ſehr trogen, büchern und theoretiſch. Die Wirtlichkeit des Kreml
iſt aber ſehr lebendig und originell. Betrachten wir ſie näher.
Das „Pplitbureau”, alſo die eigentliche Regierung Rußlands
beſtand bisher aus 7 Mann: Lenin, Trotzki, Sinowjew,
Kame=
new, Stalin, Tomski und Rykow. Nach Lenins Tod blieben es
nur ſechs, unter denen naheliegender Weiſe der Nachfolger geſucht
werden mußte. Trotzki (der „kranke” und „verdrängte‟),
Sinow=
jew, Kamenew und Stalin kamen für dieſen Poſten von Anfang
an nicht in Betracht — wegen ihrer „andersſtämmigen”
Nationa=
lität. Man hatte alſo nur die Wahl zwiſchen Rykow und Tomski
und wählte (weil — wie manche behaupten — Rykow
unperſön=
licher als Tomski ſei) den Erſteren. Somit iſt die Wahl Rykows
zum Vorſitzenden des Rates der Volkskommiſſare nicht „ein neuer
Beweis für die ſtagtsmänniſchen Fähigkeiten der
Sowjetregie=
rung” — ſondern es war die gegebene und einzig mögliche
Löſung.
Uebrigens mißt die nichtrüſſiſche Welt dem Poſten eines
„Vorſitzenden des Rates der Volkskommiſſare” eine ganz falſche
und viel zu große Bedeutung bei, ſie will unbedingt, wie ſie es bei
ſich gewohnt iſt, auch an der Spitze Rußlands einen Mann,
einen Präſidenten, einen Premierminiſter oder ähnliches ſehen.
Das entſpricht aber garnicht den Eigenheiten des bolſchewiſtiſchen
Staatsſyſtems. Lenin — der erſte bolſchewiſtiſche Premier war
eben eine Ausnahme in dieſem Syſtem, das er ſelbſt geſchaffen
hatte. Rykow, der Nachfolger Lenins, beſitzt ebenſowenig die
wirkliche Machtbefugnis eines Premierminiſters, wie der
Präſi=
dent Rußlands, Kalinin, der ebenfalls nicht im geringſten die
Herrſchaft eines faltiſchen Staatsoberhauptes ausübt . . . . ."
Alexey Iwanowitſch Rykow (geboren 1881 in Saratow als
Sohn eines ruſſiſchen Bauern) iſt von Anfang an (ſeit 1903) mit
Lenin gegangen und hat ſeit dem erſten Tage der
Bolſchewiſten=
herrſchaft in Rußland eine politiſche Rolle geſpielt, aber nie eine
perſönlich=bedeutende und irgendwie entſcheidende.
Erwähnens=
wert iſt, daß er bereits zur Zeit des „militäriſchen
Kommunis=
mus” Vorſitzender des Oberſten Volkswirtſchaftsrates war —
alſo für das Fiasko der kommuniſtiſchen Wirtſchaftsexperimente
als mitverantwortlich zu gelten hat. Beim Abſchwenken Lenins
zum „neuen Kurs” mußte er ſeinen Poſten verlaſſen und
Bag=
danow Platz machen. Damals wurde er allerdings zum „
Stell=
vertreter” Lenins ernannt und bekam ſo (während Lenins
mehr=
maligen Krankheitsperioden) Gelegenheit, mit den Obliegenheiten
eines Vorſitzenden des Rates der Volkskommiſſare vertraut zu
werden. Er hat ſich tüchtig ins Zeug gelegt (denn, wie alle
Bol=
ſchewiſten, iſt auch Rykow ein unermüdlicher Arbeiter) und ſeine
Aufgabe ſcheinbar zur Zufriedenheit Lenins gelöſt. Ich ſelbſt
hörte, als ich das letzte Mal Lenin öffentlich begegnete, wie der
„gutmütige” Iljitſch mit ſchlauem Augenblinzeln ſagte: „Während
meiner Krankheit mußte ich die ganze, auf meinen Schultern
ruhende Laſt meinem treuen Genoſſen Rykow aufbürden. Und
ich muß aufrichtig ſagen — der Gaul hat die ſchwere Laſt gar brav
getragen!“
Was Rykows Perſönlichkeit anbelangt, ſo iſt recht weſentlich,
daß er reiner Ruſſe und „ſympathiſch” iſt, außerdem iſt er
beliebt. Das iſt von Bedeutung. Denn unter den übrigen fünf
Mitgliedern des „Politbureau” ſind die wenigſten Ruſſen und die
wenigſten „ſympathiſch” oder beliebt. . . . Zu beachten wäre noch,
daß man kürzlich erfuhr, auch Rykow ſei erkrankt, und ſonderbarer.
Weiſe fiel dieſe Nachricht mit der Mitteilung von ſeiner Wahl
zu=
ſammen. Es hat faſt etwas Symboliſches an ſich: an die Spitze
des ſowjetiſtiſchen Rußlands können nur Kranke treten ..."
Von politiſcher Seite wird im Auslande die Wahl Rykows ſo
ausgelegt, als bedeute ſie eine glückliche und erlöſende
Ueberbrück=
ung der bisher innerhalb der Sowjetregierung beſtehenden
Gegenſätze. Man weiſt darauf hin, daß Rykow, als Vertreter des
gemäßigten, wirtſchaftlich orientierten Flügels der Partei „nicht
nur die von links her von der Oppoſition geförderte, verſtärkte
Unſerer heutigen Ausgabe liegt
De Hiegertnsarst
agesſpiegel im Lild und 2Oont
Rummer 75.
Seite
Darmſtädter Dagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Durchdringung der Wirtſchaftspolitik mit proletariſch=
kommuni=
tiſchen Geſichtspunkten bekämpfte, ſondern ſich auch gegen das
von Kraſſin und anderen befürwortete weitere Entgegenkommen
gegenüber dem ausländiſchen Kapital ausgeſprochen hatte. Das
verdient eine nur begrenzte Beachtung. Denn auch dieſe „
Ueber=
brückung” kann keineswegs als ein Beweis für die „
ſtaatsmän=
niſchen Fähigkeiten der Bolſchewiſten” hingenommen werden.
Auch ſie ergab ſich von ſelbſt. Für jeden, der mit den Sitten und
Methoden der Ruſſiſchen Kommuniſtiſchen Partei nur halbwegs
vertraut iſt, war es nach Lenins Tode ſofort klar, daß man nun
— für die nächſten Monate — ſeitens der Bolſchewiſten ein
ab=
ſichtlich=lautes und beharrliches Betonen ihrer „Einigkeit” und
„Feſtigkeit” vernehmen würde. Heute braucht man in Moskau
politiſche Machtdemonſtrationen. Und Rykow iſt das Staatsroß,
mit dem an der Spitze dieſe neueſte „Rote Parade” eröffnet wird.
Nur hinter den Kuliſſen ſieht man andere Dinge ....
Als Lenin lebte, war der unbedeutendere Rykow der
Stellver=
treter des Roten Zaren. Heute tritt Rykow an Lenins Stelle und
ſein „Stellvertreter” iſt . . Kamenew, die eigentliche Seele des
„Politbureau” und der eifrigſte Kämpfer gegen Troitzkiſ
Oppoſi=
tion. Man braucht ſich blos vorzuſtellen, daß Rylow; erkrankt
(und zurzeit iſt er zufällig gerade krank . . . .), ſo reſidiert im
Kreml „automatiſch” Lew Boriſowitſch Kamenew, zu deſſen
treueſten Freunden, außer dem eine geheimnisvolle Macht
aus=
übenden Gruſier Stalin und dem Juden Sinowjew, noch der
Pole Dſerſhinski zählt. Nun ergibt ſich ſchon ein ganz anderes
Bild. Beſonders wenn man Herrn Dſerſhinski hinter den
Kuliſ=
ſen hervorholt und vor die Rampe, ins Licht der Bogenlampen,
ſtellt . . . . .
Felix Dſerſhinski iſt nicht Mitglied des „Politbureau”, aber
er iſt Chef der allmächtigen Tſcheka, die es ſogar fertig gebracht
hat, Trotzki und die Rote Armee in Schach zu halten. Dſerſhinski
hat eine ſehr bunte Karriere hinter ſich: zuerſt organiſiert er die
Tſcheku, dann wird er Verkehrsminiſter, dann betraut man ihn mit
der Inſtandſetzung des mächtigſten ruſſiſchen Kohlenreviers, des
Donezbeckens, und heuer wird er zum — Vorſitzenden des
Ober=
ſten Volkswirtſchaftsrates ernannt. Fürwahr — ein Mädchen
für alles! Dabei iſt beſonders pikant, daß er bei all dieſen
Chan=
gements, ſein fürchterliches Amt als Haupt der Tſcheka beibehält.
So auch heute, da man von ihm erwartet, daß nur er die
Verſor=
gung der Bauernſchaft mit den nötigen Bedarfsartikeln wird
durchführen können. Bekanntlich hängt von dieſer Frage — der
Zufriedenſtellung der Bauernſchaft — alles, ſelbſt die Exiſtenz der
Sowjetmacht ab. Nun ſoll die Tſcheka das beſorgen, was weder
die „reine Kommuniſtiſche Wirtſchaft”, noch die „Neue
Wirt=
ſchaftspolitik” vermocht haben . . ."
Im Reſultat ergibt ſich folgendes Bild: Rykow iſt der
nomi=
nale, „bureaukratiſche” und zudem kranke Nachfolger Lenins. Die
faktiſchen Regenten ſind: Lew Boriſowitſch Kamenew, Grigori
Jalowlewitſch Sinowjew und Stalin (Dſhugaſchwilli), die
ſoge=
nannte „Troika”. Und über dem Ganzen ſchwebt als finſtrer
all=
mächtiger Geiſt der Chef der Tſcheka Dſerſhinski, mit deſſen Hilfe
die „Troika” regiert, dem es aber dank ſeiner Machtbefugniſſe,
nicht ſchwer fallen kann, ſelbſt das bolſchewiſtiſche Dreigeſpann zu
lenken.
Dieſe familiäre Verteilung der Machtpoſten im Staate (die
Bolſchewiſten „wählen” und „ernennen” ſich ſelbſt, je nach Bedarf.
zeigt, daß gegenwärtig der Kreml weiter denn je von
demokrati=
ſchen Verwaltungsprinzipien entfernt iſt und ſich dort eher noch
aſiatiſchere Herrſchaftsmethoden befeſtigen. Eine ſchwüle,
er=
ſtickende Luft ſcheint im Kreml zu herrſchen. Selbſt das
über=
laute Lärmen, anläßlich der Anerkennung und anderer Erfolge
der Sowjetmacht, kann nicht über den Eindruck hinwegtäuſchen,
daß im Jahre 1924, nach dem Tode Lenins eine beſonders finſtere
und deprimierende Epoche der Geſchichte Rußlands zu beginnen
ſcheint . . ."
Dſerſhinski herrſcht heute über Rußland! Der Aera Lenin
ſolgt die Aera Dferſhinski, eine Wendung, die nur beweiſt, daß es
trotz aller Anſtrengungen dem Kreml nicht gelungen iſt, für Lenin
einen wirklichen Nachfolger zu finden. Dieſer Große hat keinen
Erben!
Die Danziger Frage vor dem Völkerbund.
Genf 14. März. (Wolff.) Der Völkerbundsrat trat heute
vor=
mittag in die Beratung der Anträge der nach Danzig entſandten
Unter=
kommiſſion über die künftigen Lagerplätze für die polniſche
Kriegsmuni=
tion und Exploſivſtoffe auf Danziger Gebiet ein. Nach den Anträgen,
über die das ſpaniſche Ratsmitglied Quinones de Leon einen
zuſam=
menhängenden Bericht erſtattete, verzichſtet man nunmehr auf den
Lager=
platz auf der Halbinſel Holm, an deſſen Stelle jedoch die Weſterplatte
vorgeſchlagen wird. Für die Uebergangszeit ſoll die Entladung und
vorläufige Lagerung des Kriegsmaterials im Freihafen ſtattfinden. Der
polniſche Regierungsvertreter erklärte ſich in vertraulicher Sitzung mit
der Wahl der Weſterplatte einverſtanden, erhob aber Einwände gegen
die für Polen ſich daraus ergebenden finanziellen Verpflichtungen, vor
allem gegen den proviſoriſchen Lagerplatz im Freihafen.
In der Nachmittagsſitzung entſchied der Rat, daß Polen
die Inſel Holm 6 Monate lang zur Lagerung von
Kriegs=
material nichtexploſiver Art benutzen darf.
Die neue „de Metz=Partei” in der Pfalz.
R. P. An dieſer Stelle ſind gleich nach Bekanntwerden der
Vereinbarungen zwiſchen dem Sonderausſchuß der
Rheinland=
kommiſſion und den Vertretern, der pfälziſchen Bevölkerung
ernſte Bedenken geäußert worden, ob man an die Loyalität eines
General de Metz glauben dürfe, ob es nicht vielmehr ſcheinen
volle, als habe man mit dem General de Metz als entſcheidende
Inſtanz in allen künftig auftretenden Streitfragen den Bock
zum Gärtner gemacht. Es gab Kreiſe und Stellen, die ſolche
Zweifel verurteilen zu müſſen glaubten. Heute urteilen ſie
wahr=
ſcheinlich anders. Was Kenner der Verhältniſſe ſchon damals
ahnten, ſchon in der Entwicklung ſahen — heute ſehen es
wahr=
ſcheinlich auch die ferner Stehenden.
General de Metz erfüllte in der Pfalz einen politiſchen
Auf=
trag ſeiner Pariſer Chefs — andernfalls hätte er nach den
Cliveſchen Enthüllungen und den Feſtſtellungen des
Sonder=
ausſchuſſes der Rheinlandkommiſſion gemaßregelt werden
müſſen. Er befindet ſich aber noch im Amt und iſt darin ſehr
tätig. Einmal organiſiert er den Verfolgungsfeldzug
egen die Separatiſtengegner in der Pfalz,
ver=
ſchafft den noch immer anweſenden Separatiſten Unterkunft,
Ausſtattung und Unterſtützung auf deutſche Koſten und
grün=
det eine neue Separatiſten=Organiſation unter
dem Namen „Rheiniſche Arbeiterpartei” In ihrem „
Vertrau=
lichen Rundſchreiben Nr. 1, herausgegeben von der proviforiſchen
Zentralleitung der Rheiniſchen Arbeiterpartei” heißt es u. a.:
„Nach der durch höhere Gewalt infolge der politiſchen
Verhält=
niſſe erfolgten Liquidation der pfälziſchen und rheiniſchen
Autonomie wurde wunſchgemäß (I!) auf Grund der
neu=
geſchaffenen Lage die Gründung der neuen Partei vollzogen.
Damit wurde dem Wunſch aller derjenigen
Rechnung getragen, welche an der bisherigen
Bewegung (lies: Separatiſtenbewegung!) paſſiv und
aktiv teilgenommen haben. Nach Einziehung
der grün=weiß=roten Flagge iſt das geſchloſſene
Unternehmertum dazu übergegangen, den Achtſtundentag aus
der Welt zu ſchaffen. Die Rheiniſche Arbeiterpartei wird, nie
Selbſtzweck, ſondern Mittel zum Zweck ſein, weil wir
klar erkennen, daß die wirtſchaftspoliüſche Situation gerade das
Rheinland im Brennpunkt des Weltgeſchehens
ſtehen läßt und weil es von der Aktivität der rheiniſchen
Ar=
beiterſchaft abhängen wird, ob in längerer oder kürzerer Zeit
ſich tatſächlich die Arbeiter von Mittel= und Weſteuropa die
Hände reichen werden und der immer brutaler auftretende
reußiſche Generalsſtiefel vom Erdboden verſchwinden wird.
Hier gilt es, den Hebel anzuſetzen. Der weitere Schritt,
der zur Erreichung des Endzieles gegangen werden
muß, kann dann nicht mehr allzu ſchwer ſein. Es iſt unbedingt
rotwendig, ein Netz über das ganze rheiniſche
Ge=
biet zu ſpannen, mit deſſen Hilfe wir jederzeit in der Lage
ſind, die Aufgaben, die wir uns geſtellt, hoben, zu löſen.
Den Mitgliedern wird Rechtsſchutz in politiſchen
An=
gelegenheiten ohne weiteres gewährt.”
lieber die Organiſation der neuen Partei heißt es: „Die
Proviſoriſche Zentralleitung ſetzt ſich aus folgenden Perſonen
zuſammen: Dörr 1. Vorſitzender, Wilhelm Anton 2.
Vor=
itzender, Kroebsſchmack Kaſſierer, Pfalzburger
Schrift=
führer, Wilhelm Ludwig, Kunz=Trebur, Beiſitzer
Kunz=Georg Organiſator und Agitator. Sitz der Zentrale
iſt Speyer.”
Sieht man ſich dieſe Namen genauer an, ſo erblickt man
darunter keinen, der nicht ſchon in den Reihen der
Separatiſten=
banden geſtanden hätte. Und dann das vorgenannte
Geheim=
ſchreiben mit den immer wiederkehrenden Hinweiſen auf die
„durch höhere Gewalt erfolgte Liquidation der pfälziſchen und
rheiniſchen Autonomie” — erkennt nicht ein Blinder, ſelbſt ein
politiſch Blinder, die proviſoriſche Firmenänderung
der „Sepäratiſten”? Sieht man nicht geradezu die
füh=
rende und ſchützende Hand des Herrn de Metz, die hier die
Haupt=
rolle ſpielt? Iſt es verwunderlich, wenn man heute ſchon erfährt
daß zwiſchen dem Bureau dieſer „de Metz=Partei” und der
fran=
zöſiſchen Kaſerne in Speyer ein direkter
Telephon=
draht geſpannt wurde, damit ſchleunigſte Hilfe geſichert iſt für
den Fall, daß die pfälziſche Arbeiterſchaft dieſe neue „
Arbeiter=
partei” ablehnt?
Wir müſſen uns alſo darüber klar ſein, daß der Pfalzkampf
unter anderem Namen wieder neu aufflammen wird, er wird
vielleicht auch einen anderen Charackter tragen, in der Methode
der Vergewaltigung des deutſchen Abwehrwillens aber wird
er der gleiche ſein wie unter der Aera Heinz, Bley und Genoſſen
weil der Oberakteur, Herr de Metz, derſelbe
ge=
blieben iſt. Daraus ergibt ſich, daß auch das Ziel dieſes
Kampfes das gleiche iſt, nämlich die Loslöſung der
Pfalz vom Deutſchen Reich! Je eher dieſe Gefahr in
zanz Deutſchland erkannt wird und je energiſcher in der
deut=
ſchen Preſſe darauf hingewieſen wird, um ſo eher wird es
diel=
leicht möglich ſein, dieſe Gefahr zu bannen — aber
auch nur dann!
Das franzöſiſche Volk lernt jetzt den Einfluß jener
inter=
nationalen Deviſenſpekulanten kennen, die zum Verfall der
deut=
ſchen Währung beſonders in den Jahren 1919—1923 ſo unendlich
viel beigetragen haben. Allerdings zeigt ſich dem aufmerkſamen
Beobachter ſchon jetzt, daß der Kampf um den franzöſiſchen
Franken viel heftigere Formen annehmen wird, als das Spiel
mit der deutſchen Mark. Die Angriffe gegen die Mark fanden
nur ſelten einen ſtärkeren Widerſtand, da alle Kräfte des
deut=
ſchen Volkes durch die Vorgänge an der Weſtgrenze
Deutſch=
lands und durch die Reparationszahlungen mattgeſetzt wurden.
Die Bank von Frankreich hat es weſentlich leichter als die
Reichs=
bank, ſich ihrer Haut zu wehren. Allerdings darf man nicht
ver=
geſſen, daß die Baiſſeſpekulation in franzöſiſchen Franken heute
nicht ein einfaches Würfelſpiel, ſondern der ſichtbare Ausdruck
der Verurteilung der Politik eines Poincaré durch die
inter=
nationale Großfinanz iſt. Das erſchwert die Abwehr
außer=
ordentlich. Wohl iſt es in den letzten Tagen der Bank von
Frankreich gelungen, den Frankenkurs weſentlich zu heben und
den Deviſenſpekulanten eine ſchwere Schlappe beizubringen.
Der=
artige Erfolge ſind aber in der Regel nicht von Dauer. Das
wiſſen wir Deutſche am beſten. Es iſt intereſſant, zu beobachten,
wie die Bank von Frankreich ihre Intervention zugunſten des
Franken durch Ausſtreuung von Nachrichten über
Anleihever=
handlungen mit Amerika und England zu erleichtern ſucht. Auch
dieſe Mätzchen kennt man in Deutſchland ſchon lange. Es iſt
eben alles ſchon dageweſen.
*
London 14. März. Die Erholung des Franken findet
allgemein große Beachtung. Reuter meldet aus Paris über die
franzöſiſchen Sicherheiten für die amerikaniſche Anleihe, es werde
behauptet, daß die franzöſiſche Regierung eine
Zu=
age gegeben habe, den Bericht der Sachverſtändigen
anzunehmen.
Die Generaldebatte über die Steuergeſetze.
Paris, 13. März. (Wolff.) Der Senat ſetzte heute
vormittag in der kurz vor 10 Uhr eröffneten Sitzung in
An=
weſenheit des Miniſterpräſidenten und des
Fi=
nanzminiſters die Generaldebatte über die Steuergeſetze
fort. Namens der Fra’tion der Republikaniſchen Union, weicher
Poincaré angehört, erklärte Senator Chaſtenet, daß die
drin=
genden Umſtände es notwendig machten, die privaten Anſichten
urückzuſtellen und ſich der Stellungnahme der Regierung
anzu=
chließen. Nach ſeiner Anſicht werde der Regierungsentwurf um
ſo wirkſamer ſein, je raſcher er zur Verabſchiedung gebracht
werde. Die eigentliche Urſache der Entwertung der franzöſiſchen
Währung ſei die Inflation. Und ſie ſei es geweſen, die in
Deutſchland gewiſſermaßen eine Kataſtrophe hervorgerufen habe.
Die Sitzung dauert an.
Als das Hauptziel erſcheint dem Senator Chaſtellet
die Einſchränkung des Notenumlaufs. Er denkt aber an eine
große Anleihe, die die aus dem Sanierungsentwurf zu
erwarten=
den Einnahmen ergänzen würde. Nach ihm ſpricht der Senator
Jovelet, der die Gelegenheit wahrnimmt, ſein Einverſtändnis
mit der Außenpolitik der Regierung zu bekunden, aber die von
ihr vorgeſchlagenen fiskaliſchen Maßnahmen zum Teil ablehnt.
Senator Raffael George Levy unterſtützt den Standpunkt der
Regierung und entwickelt darauf eingehend einen Plan, der die
Konſolidierung der ſchwebenden Schuld bezweckt. Als letzter
Redner ſpricht Senator Lazare=Weiller, der ebenfalls für den
Re=
gierungsentwurf eintritt und es ausdrücklich ablehnt, in dem
Er=
mächtigungsgeſetz eine Gefahr für die Verfaſſung zu erblicken.
Die Fortſetzung der Debatte wird dann auf heute nachmittag
vertagt.
In der Nachmittagsſitzung des Senats wurde die
General=
debatte über die Finanzgeſetze zu Ende geführt. Der ehemalige
Finanzminiſter Paul Doumer, der die Finanzpolitik der
Re=
lierung kritiſierte, ſprach ſich, obzwar er Fraktionsgenoſſe von
Poincaré iſt, gegen das Ermächtigungsgeſetz aus. Auch der
Ver=
treter Frankreichs im Völkerbund, Henry de Jouvenel,
er=
klärt, daß er das Ermächtigungsgeſetz nicht annehme. Er
kriti=
ſiert die Außenpolitik Poincarés, und fordert ihn auf, die
Ini=
tiative zu Verhandlungen zu ergreifen. Vier Probleme ſeien
es, die gelöſt werden müßten: das Reparationsproblem, das
Problem der interalliierten Schulden, die Frage der
Militärkon=
trolle und das rheiniſche Problem. Poincaré müſſe ſeinen
Hori=
zont erweitern und ſich, wenn möglich, auf den Völkerbund
ſtützen, der allein eine dauerhafte Löſung der rheiniſchen Frage,
der Entwaffnungsfrage und der Reparationsfrage bringen
könne.
Die Einzelberatungen des Senats begannen bei Artikel
in der Faſſung der Finanzkommiſſion des Senats, der eine
Mil=
liarde Erſparniſſe vorſieht, die im Nahmen der beſtehenden
Ge=
ſetze erzielt werden ſollen. Für dieſen Text ſprach auch
Sena=
for Renoult.
Die Sitzung wird dann auf 9 Uhr abends vertagt.. Man
rechnet damit, daß ſich die Sitzung bis 2 Uhr nachts hinziehen
wird.
*Konzert.
F.N. Der Liederabend unſeres beliebten lyriſchen Tenors
HansHoefflin im Kleinen Haus des Landestheaters brachte
dem Künſtler ein recht gut beſetztes Haus, reichen, ans
Enthuſia=
ſtiſche grenzenden Beifall, und Blumen und Lorbeeren in Hülle
und Fülle. Die friſch quellende, natürlich und herzlich wirkende
Stimme, die ſchöne, freie Höhe, das weiche Piano und der
un=
gezwungene innige, oft ſehr temperamentvolle Vortrag laſſen
den ausgezeichneten Bühnenſänger auch eine ſehr beachtenswerte
Stelle als Konzertſänger einnehmen. Anfangs tonlich noch
zurück=
haltend und etwas ſpröde, gewann er im Laufe des Abends von
Lied zu Lied an Wärme und wirkte am ſtärkſten mit den Liedern
von Carl Beines und Richard Strauß.
Die Vortragsbegabung von Hoefflin iſt nicht unbegrenzt.
Alles was ſchöne, geſangliche Linie aufweiſt, dabei natürlich
her=
vorquellendes Temperament verlangt, zeigt ſein Können im
hell=
ſten Licht. Wenn trotzdem bei Beethovens Adelgide die
Be=
gleitung von Herrn Profeſſor Beines an Innigkeit und Feinheit
den Sänger übertraf, ſo lag das an einer gewiſſen Befangenheit
am Anfang. Auch die Schubert=Lieder litten noch darunter,
vielleicht aber ſtreifen ſie das Gebiet der Gedankenlyrik, das dem
Sänger weniger gut liegt, zu ſehr, wie auch Hugo Wolfs „Der
Geneſene an die Hoffnung‟. Die wirkungsvollen und von
Tem=
perament überquellenden Lieder von Carl Beines, bei denen
Geſangslinie und Klaviermalerei gleichberechtigt
nebeneinander=
ſtehen, machten großen Eindruck. Den Schluß bildeten Lieder
von Richard Strauß, der auch noch die Zugaben, ſo weit wir ſie
hörten, beherrſchte, und hier ſchwelgte der Sänger im ſchönſten
Ton, hatte jede Hemmung überwunden und befriedigte reſtlos.
Herr Profeſſor Beines begleitet prachtvoll. Das völlige
Mit=
fühlen mit dem, was der Sänger geben will, läßt ihn den
Ge=
fang aufs wirkungsvollſte ſtützen. Nur ein hervorragender
Ge=
ſangeskundiger weiß ſo auf unbequeme tiefe Lage Rückſicht zu
nehmen, vermag ſo dynamiſch mit dem Stimmklang Hand in
Hand zu gehen. Daß auch das rein Pianiſtiſche von ihm völlig
beherrſcht wird, zeigte die perlende Klarheit bei vielen recht
ſchwierigen Aufgaben. An dem großen Erfolg des Abends
ge=
bührte ihm ſowohl als Komponiſt als auch als Begleiter ſtarker
Anteil.
Neue Wege der Aſtrologie.
Von Dr. Wilhelm Ueberhorſt.
Alles iſt in Fluß und alles kehrt wieder. Die Aſtrologie,
einſt jahrtauſendelang die königliche Wiſſenſchaft, vom
Rationa=
lismus entthront, vom Materialismus verſpottet und verhöhnt,
chickt ſich an, den ihr gebührenden Platz wieder einzunehmen.
Aber es iſt nicht die alte Aſtrologie, ſondern eine neue, die man
auf dem Fundament der modernen exakten Methoden neu zu
bauen beginnt. Und doch iſt es auch wieder die alte, denn ſie
öffnet Blicke in metaphyſiſche Weiten, rückt unſer Denken an die
Grenzen der Vernunft=Methoden, wo die Schauer ahnenden
Erlebens beginnen.
Es ſind neuerdings einige Werke erſchienen, die es ſich zu
beſprechen verlohnt. Zunächſt aber ſei in Kürze dargeſtellt, was
eigentlich Aſtrologie bedeutet.
Aſtrologie iſt die Lehre vom Einfluß der Himmelskörper auf
die Erde und das irdiſche Geſchehen. Ihr Hauptteil befaßt ſich
mit dem Menſchen, ſeinem Charakter und ſeinem Schickſal, und
ſt inſoweit angewandte, ſpezielle Pſychologie. Ihre Sätze
ent=
nimmt die Aſtrologie einer vieltauſendjährigen Erfahrung, der
ſich neuerdings die Statiſtik angliedert. Ueber die
Wirkungs=
weiſe der Himmelskörper beſtehen Hypotheſen wie in jeder
Wiſſenſchaft. Man mutmaßt unbekannte Kräfte: vielleicht gelingt
es, dieſe Kräfte, wenigſtens teilweiſe, auf bekannte, etwa
elektro=
dynamiſche zurückzuführen.
Da Einflüſſe erforſcht und beſchrieben werden, die von allen
Seiten auf die Erde eindringen, muß dieſe im Mittelpunkte des
gedachten Syſtems ſtehen. Die Aſtrologie bleibt alſo trotz
Koper=
nikus geozentriſch. Auf der ſcheinbaren Sonnenbahn, der ſogen.
Ekliptik, bewegen ſich durch zwölf verſchieden abgeſtimmte „
mag=
netiſche” Felder, deren alte Tierkreisbezeichnungen man
beibe=
halten hat, die Sonne, der Mond und die ſieben Planeten:
Neptun, Uranus, Saturn, Jupiter, Mars, Venus und Merkur.
Die Wirkung dieſer Geſtirne iſt eine ganz ſpezifiſche, ſie hat ſich
in den Namen verdichtet, die man aus dem einen jeden von uns
bekannten Typen der antiken Götterwelt entlehnte. Je nach
hrer Stellung in den verſchiedenen Tierkreiszeichen iſt die
Wir=
kung der Geſtirne modifiziert.
Das alles hat man der Erfahrung entnommen, und noch
mehr. Man hat beobachtet, daß die Geſtirne günſtiger und
un=
günſtiger wirken, je nach dem Winkel, in dem ſie ſich anblicken
(Aſpekte). Ein Winkel von 60 Grad und 120 Grad (Sextil,
Trigon) iſt gut, ein ſolcher von 90 Grad und 180 Grad (Quadrat,
Oppoſition) ſchlecht.
Leider war bisher die Aſtrologie nicht gerade in den Händen
Berufener. Daß ſie in deren Hände neuerdings überzugehen
be=
ginnt, muß als gutes Anzeichen freudig begrüßt werden. Es iſt
da ganz beſonders das umfangreiche Werk des bekannten
Publi=
ziſten Oskar A. H. Schmitz: „Der Geiſt der Aſtrologie” (Verlag
Georg Müller, München 1922) hervorzuheben, das dem Leſer das
Bekenntnis abnötigt, es werde eine königliche Wiſſenſchaft wieder
mit echter, reiner Tiefe gelehrt und geſchrieben. Das ganze
Material wird, ohne durch techniſche Einzelheiten verwirrt und
weiteren Kreiſen unverſtändlich zu ſein, mit kräftiger Friſche
vor=
geführt. Dabei iſt eine kulturelle Linie eingehalten, die auch dem
Menſchen von höherem geiſtigen Nibeau die Beſchäftigung mit
dieſen Dingen geſtattet, ohne daß er, wie es bei faſt allen
bis=
herigen Lehrbüchern der Fall war, von der inneren Lehre des
Verfaſſers abgeſtoßen oder durch ſeine Naivität zum Lachen
ge=
bracht wird. Beſonders lehrreich und intereſſant iſt die
Einbe=
ziehung praktiſcher Beiſpiele, die Ausdeutung der Horoſkope
be=
kannter Perſönlichkeiten, die mit feiner intuitiver Erfaſſung
ge=
lingt. Am Schluſſe faßt Schmitz dann die Erfahrungen und
Ueberlegungen einer fünfjährigen Beſchäftigung mit dem
Gegen=
tand in ein großangelegtes Weltanſchauungsbild, das in den
Hauptzügen ſich mit den Lehren der Kabbala deckt.
Eine gewiſſe Kenntnis ſetzt das Buch des Berliner Arztes
Dr. Friedrich Schwab: „Sternennächte und Menſch” (Hugo
Ber=
mühler Verlag, Berlin=Lichterfelde 1923) voraus. Ganz
neu=
artig iſt es, wie er dem Weg der exakten Forſchung folgt und ſich
auf dieſem Wege der Aſtrologie annähert, um ſchließlich mit
einem mutigen und ehrlichen Bekenntnis in ſie hineinzuführen.
Neu iſt auch eine umfangreiche Statiſtik und ein vorzügliches
Bildermaterial. Ganz beſonders die Statiſtik iſt es, die der
Arbeit den Charakter gibt. Nun können ja über den Beweiswert
einer ſolchen die Anſichten auseinandergehen. Aber hier iſt doch
das Material ſo reich, der Beweis, der niemals verſagt, ſo
er=
drückend, daß man ſich unſchwer zu den Ergebniſſen der
mühe=
vollen Arbeit bekennt. Beſtätigen ſie doch überdies, was von
praktiſchen Aſtrologen auf Grund der Erfahrung ſtets behauptet
worden iſt.
Schwab hat im Laufe der Zeit ungefähr 4000 Horoſkope, eine
außerordentliche Anzahl, ſelbſt aufgeſtellt. Sie ſind es, die er
zur Durchführung ſeiner einzig daſtehenden Statiſtik benutzt.
„ſch muß es mir verſagen, auf die Einzelheiten einzugehen, da ich
eine genauere Kenntnis der Grundlagen der aſtrologiſchen
Be=
trachtung nicht vorausſetzen kann. Die Statiſtik verſagt auch
nicht in einem einzigen Falle. Sie gibt umfangreiche Tabellen
von Schriftſtellern, Malern, bildenden Künſtlern, Muſikern,
Schauſpielern und Sängern, Mathematikern, Geiſtlichen, Medien,
Hyſteriſchen. Offizieren, Geiſteskranken, Selbſtmördern.
Einzel=
heiten der Anordnung mögen zu Bedenken Anlaß geben. So
darf man m. E. Dichter und Komponiſten nicht in einer Tabelle
bringen, da es ſich bei dieſen Kategorien um ſeeliſch ſehr
von=
einander abweichende Gruppen handelt. Auch Schauſpieler und
Sänger gehören nicht zuſammen. Der Umſtand, daß beide auf
der Bühne agieren, darf nicht dazu führen, die weſenilichen
Unterſchiede zu überſehen. In den nächſten Auflagen, die hoffent=
Nummer 75.
Seite 3
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Spiritus — Benzin.
Währungsſorgen.
Von einem Prager Sonderberichterſtatter.
z.h. Prag, am 11. März.
Wenn man jetzt aus der Tſchechoſlowalei berichtet, muß man
mit Korruptionsaffaren beginnen, dürzlich erſt hat die
Spiritus=
geſchichte den Ruatritt des Poſtminiſters Tutſchny und des
Senatspräſioenten Praſchek erzwungen. Es handelte ſich
be=
känntlich darum, daß die von der Regierung aus dem ſtaattichen
Spirtusmonopol geſchaffene pritate Verwertungsgeſeüſchaft ſic,
durch Miuionenzuwendungen an die Partei aſſen eine Reige
von Polititern geſügig machte und ſo in der Tſchechoſlowakei,
dem größten Spiritusüberſchußland Curopas, ein Preisniveau
halten konnte, das höher iſt als ſonſt überau. Uebrigens hat
man jüngſt aus Reuhorr gehört, daß der erwähnte Poſtminiſter
auch von der ameri aniſchen Petroleumgeſellſchaft (Standaro Oil)
eine Beſtechungsfumme von 7 Millionen Tſchechentronen (rund
850 000 Goldmark) angenommen habe als Entgelt für die
Ver=
gebung des Petroleummonopols in der Tſchechoſlowalei an die
Zweiggeſellſchaſt der Standard Oil, die Franco=American
Stan=
dard Oil Company.
Noch iſt die Atmoſphäre vom Spiritus und Petroleum nicht
gereinigt, und ſchon riecht es nach Benzin. Und dies nicht nur
bildlich, ſondern auch wirtlich. Bei der Situng des
Abgeoroneten=
haufes über dieſes Thema hatte ein Botſchafter dem übrigens
all dieſen Affären fernſtehenden Miniſterpraſidenten Schwehla
ein Fläſchchen Benzin auf den Miniſtertiſch geſtellt; zornig warf
Schwehla das Fläſchchen zu Boden, und es verbreitete ſich im
Saal ein durchdringender Benzingeſtank als Einleitung der
Ben=
zindebatte. In der Benzinfrage iſt ſeit einer Woche die geſamke
Oeffentlichkeit auf den Beinen; eine Interpellation der deutſchen
Abgeordneten ſchildert die Lage mit folgenden Worten:
„Seit Wochen und Monaten wird die politiſche
Oeffentlich=
keit durch auffehenerregende Nachrichten über ein ganzes Netz
von Korruption erregt. Politiſche Parteien, deren Vertreter in
der Regierung ſitzen, beſGhuldigen einander der Beſtechlichkeit,
maßgebende Fa tören des politiſchen Lebens werden der
ſchwer=
ſten Verbrechen bezichtigt, hohe Beamte und Offiziere erſcheinen
bloßgeſtellt durch Vorgänge, die einen unerträglichen Tiefſtand
des politiſchen Lebens beweiſen. Faſt jeder Tag bringt neue
Nachrichten, die bei der Bevölkerung jeden Glauben an eine
or=
dentliche, ſtreng geſetzmäßige Verſaltung erſchüttern müſſen.
Soweit iſt es ſchon gekommen, daß Beſtechlichkeit und Geldgier
ſtaatlicher Organe ſogar nach unwiverſprochenen Meldungen zum
Verluſt von Menſchenleben geführt haben."
Beim Miniſterium für Volksverteidigung wurde nämlich eine
förmliche Organiſation von Ofſizieren aufgedeat, die ſich mit
hohen Summen beſtechen ließen, damit bei einer Firma
minder=
tvertiges Benzin in gar nicht nötigen Mengen für die Zwecke der
Heeresverwaltung angekauft werde, obwohl billigere und
quali=
tativ beſſere Angebote vorlagen. Als Vermittler ſpielte der
Chef=
redalteur des Amtsblattes (Reichsanzeiger!) Dr. Svatek, eine
Rolle. Der Herr Miniſterialrat gab in ſeiner Wohnung große
Gaſtereien. Noch am Abend vor ſeiner Verhaſtung weilten bei
dem geſellſchaftlich gewandten und ſprachlundigen Beamten nicht
weniger als 130 Mitglieder der höchſten hauptſtädtiſchen
Geſell=
ſchaft als Gäſte. Das minderwertige Flugbenzin, das ſchon
an=
gekauft wurde, hat mehrere Uinglügsfälle und Todesopfer unter
den Militärfliegern verurſacht; Fälle, die ſich in der letzten
Zeit auffallend mehrten. Der Staat hat einen Verluſt von
min=
deſtens 16 Millionen Tſchechenkronen erlitten. Es iſt möglich, daß
die Zahl der verhaſteten Offiziere und Zivilperſonen ſich noch
erhöht. Der Vol’switz hat ſich ſchon des Namens des verhaſteten
Sbatek bemächtigt; Sratek bedeutet nämlich Feiertag. Die
Sträflinge, ſo heißt es, werden jetzt Freude haben. Warum?
Weil im Gefängnis jetzt längere Zeit „Svatek” ſein wird.
Wir haben ſchon erwähnt, daß das Abgeordnetenhaus zu
ſeiner Frühjahrstagung im Zeichen der Korruptionsaffären
zu=
ſammentrat. Es gab einen regelrechten Tumult, als der
Miniſter=
präſident das Wort ergriff. Miniſterpräſident Schwehla iſt ſonſt
ein ſehr geſchickter Tattiker; diesmal wurde er zum
Moralpredi=
ger. Dann nahm er ſeine Zuflucht zum Appell an den
Fort=
beſtand der Regierungs oalition, die belanntlich von faſt allen
tſchechiſchen Parteien gebildet wird und ſo die nationalen
Minder=
heiten (Deutſche, Magyaren, Slowaken und Ruthenen)
majori=
ſiert. Die Koalitionsparteien können ſich gegenſeitig nicht leiden,
und Schwehla wies ſelbſt darauf hin, daß es ſchwere Kämpfe
über grundſätzliche und taltiſche Fragen innerhalb der Koalition
gäbe, daß dieſe Kämpfe viel Energie verzehren; aber die
Koali=
tionsparteien müßten verbunden bleiben durch „die
unvergäng=
liche Liebe zu dieſem Staat”. Schwehla ritt dann eine Attacke
gegen die Kommuniſten, deren Hauptorgan ſich beſonders durch
Enthüllungen hervorgetan hatte. Aber Schwehla erklärte: „Was
wir bisher gehört haben, beweiſt nur, daß es den ſogenannten
Sittenpredigern im Kommunismus gar nicht um den Schutz der
Moral geht, ſondern um Skandal und Terror, nicht nur gegen
Perſonen, ſondern gegen die Grundlage des Staates”.
Immer=
hin ſind die Kommuniſten bei den letzten Gemeindewahlen ſtark
gewachſen; es wurde vielfach bedauert, daß Schwehla gerade
die=
ſen Fall, wo die von ihm vertretene Regierung und die von ihm
geführte Agrarpartei einen ſchlechten Stand haben, zum Anlaß
nahm, dem Kommunismus vorzuwerfen, daß er „den Diebſtahl
zu ſeinem Programm mache.‟ Es war ein ſchwacher Troſt, wenn
der Miniſterpräſident darauf hinwies, daß
Korruptionserſcheinun=
gen nicht ein Monopol der Tſchechoſlowakei ſeien, ſondern daß
auch bei anderen Völkern überall ähnliche Dinge paſſiert ſeien,
wobei er deutlich den amerilaniſchen Petroleumſ andal heranzog.
Aber man darf nicht vergeſſen, daß unter den Tſchechen der
Kom=
munismus deshalb ein gewiſſes Anſehen beſitzt, weil er die
for=
mal in Rußland, der verehrten ſlawiſchen Allmutter, herrſchende
Geſellſchaftsform iſt. Und in den Korruptionsfragen hatten die
kommuniſtiſchen Organe zwar natürlich ta tiſche Geriſſenheit
be=
wieſen, aber ſie hatten in den Tatſachen recht, und nicht nur die
Kommuniſten, fondern auch wirtſchaftlich rechtsſtehende nationale
Tſchechenblätter hatten ſich an den Enthüllungen beteiligt; der
hoch angeſehene Schöpfer des tſchechiſchen Staates, der Präſident
Maſaryk, ſchon vor dem Kriege ein geſchworener
Korruptions=
feind und ein Mann mit reinen Händen, hatte durch die
Ableh=
nung des Neujahrsempfangs Praſchels die Sache in
ungewöhn=
licher Weiſe und ohne Rückſicht auf politiſche Taktik ins Rollen
gebracht.
Freilich hatte Schwehla recht, wenn er den Kommuniſten
politiſche Ausbeutung der Affäre vorwarf. Gerade die
Sozial=
demokraten nehmen dieſe Vorwürfe auf, und ihr Hauptorgan
ſchrieb erſt kürzlich: „Die Führer des Kommunismus haben den
ſozialiſtiſchen Gedanken geſchändet. Sie haben aus den ſittlichen
Grundſätzen einen politiſchen Handel gemacht. Sie ſind die
ver=
tockteſten Widerfacher eines geordneten ſtaatlichen Lebens.” Man
muß hier freilich darauf hinweiſen, daß die tſchechiſchen
Sozial=
demolraten zur Regierungskoalition gehören.
Auch Währungsdefaitismus wirft man den Kommuniſten
vor. Ihr Hauptorgan „Rude Prado” habe als einziges Blatt
den Börſeanern geholfen, Alarm zu ſchlagen und eine Panik
her=
vorzurufen; das Blatt habe ſtändig wiederholt, daß der Staat
Milliarden für die Entente bezahlen müſſe; im kritiſchen
Augen=
blick ſchrieb es: „Nach unſeren Informationen koſtete die
Stütz=
ungsaktion für den Kronenkurs ungeſähr 74 Millionen
Tſchechen=
kronen; wie wird die Krone zu halten ſein, wenn der
Stützungs=
vorrat aufgebraucht iſt?“
Tatſächlich hört man aus Wien, daß dort à la baisse der
Tſchechenkrone ſpeiuliert wird. Dem gegenüber ſteht die äußerſt
ſtrenge, auf der Tradition Raſchins fußende Kreditpolitik des
Bankamtes und die Erhöhung des Diskontfatzes und der
Lom=
bardſätze. Außerdem hat das Parlament die Staatsausgaben
für das nächſte Jahr um 6 Milliarden verringert. Die in letzter
Zeit geſchloſſenen Handelsverträge gelten auch als gute
Aus=
ſichten für die Handelsbilanz, und ſo nimmt man an, daß die
Tſchechen rone ihre augenblickliche leichte Kriſe geſund
über=
dauern wird.
1
uoch teine petugigung der Palz.
Zweierlei Maß.
Kaiſerslautern, 14. März. Der
Sonderaus=
chuß, der Rheinlandkommiſſion hat Speyer
ver=
laſſen und geſtern die beiden pfälziſchen Städte beſucht, in denen
ſich ſeparatiſtiſche Führer noch unbehelligt aufhalten dürfen, am
Vormittag Pirmaſens, und am Abend Kaiſerslautern. An
letzterem Orte finden ſeit heute Vormittag vertrauliche
Be=
prechungen, des Unterſuchungsausſchuſſes mit Vertretern
der Bevölkerung ſtatt.
*
Wie der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph
berichtet, iſt aus Brüſſel beſtätigt worden, daß die
Beruhi=
gung der Pfalz noch keineswegs erreicht worden
ſei. Sogar in der belgiſchen Hauptſtadt werde zugegeben, daß
eine raſchere und umfaſſendere Anwendung der vereinbarten
Amneſtie wünſchenswert geweſen wäre. Während die
ſepa=
ratiſtiſchen Uebeltäter die vollen Vorteile der Amneſtie
ernteten, da die örtlichen deutſchen Gerichte daran verhindect
wür=
den, ſie abzuurteilen, genöſſen ihre Gegner nicht dieſen Vorteil,
da ſie weiter von den Beſatzungsbehörden verhaftet und
abge=
urteilt würden. Der Berichterſtatter ſchließt ſeinen Artikel mit
dem Ausdruck der Hoffnung, daß der neue belgiſche Außenminiſter
Hymans zuſehen werde, daß die elementaren Grundſätze der
Gerechtigkeit „ſogar in der Pfalz” hochgehalten würden und daß
ſich die Rheinlandkommiſſion in Koblenz nicht das Recht werde
nehmen laſſen, die Handlungen ihrer Uintergebenen zu
kontrol=
ieren, ſelbſt wenn dieſe Militärs von hohem Rang und großem
Einfluß ſein ſollten.
Der Zeigner=Prozeß.
Leipzig, 14. März. Die Sitzung wird um 9¾ Uhr
er=
öffnet. Als Verteidiger Zeigners iſt neben Rechtsanwalt
Marſch=
ner Rechtsanwalt Dr. Frank und für den Angeklagten Möbius
Rechtsanwalt Tſchopik erſchienen. Etwa zwanzig Zeugen und
Sachverſtändige ſind geladen worden. Vor Beginn lehnt Dr.
Frank den Vorſitzenden v. Miaſkowki und die Beiſitzer
Land=
gerichtsräte Störl und Nauck aus Beſorgnis der Befangenheit
im Unterbewußtſein ab, da die Abgelehnten vollkommen
deutſch=
national orientiert ſeien. Hinzu komme, daß Zeigner den
Ab=
gelehnten als Vorgeſetzter Vorhaltungen gemacht habe. Weiter
ſei die Sache anſtatt gegen Zeigner und Genoſſen gegen den
nebenſächlichen Möbius und Genoſſen gerichtet. Sonſt müßte
die Verhandlung ſtattſinden vo= der dritten Kammer, deren
Mit=
glieder weſentlich anders orientiert ſeien. Außerdem habe der
Vorſitzende entgegen aller Uebung die Akten ſtudiert und den
Termin anberaumt, bevor das Hauptverfahren eröffnet war,
Er habe auch Einfluß auf die Verteidigung und die
Zuhörer=
karten genommen, da nur rechts eingeſtellten Perſonen ſolche
zugeteilt worden ſeien. Zum Schluß gibt der Verteidiger die
Anregung, die Sache dem Landgericht Dresden zu überweifen,
weil gerade die Leipziger Juriſtenkreife eine ſtarke Antipathie
gegen Zeigner empfänden. Werde dies nicht genehmigt, ſo
halte er den Ablehnungsantrag aufrecht. Obeiſtaatsanwalt
Schlegel beantragt die Ablehnung der Anträge. Der Gerichtshof
zieht ſich zur Beralung zurück.
Kurz nach halb 12 Uhr betrat der Gerihtshof wieder den
Saal. Der leitende Nichter verkündet als Beſchluß, daß das
Geſuch auf Ablehnung der drei Nichter als unbegründet
abge=
lehnt wird. Das Gericht ſei auf Grund der dienſtlichen
Aeuße=
rungen der drei Herren zu der Ueberzeugung gelangt, daß kein
Grund zu einem Mißtrauen gegen die Unparteilichkeit der
Rich=
ter vorliege. Aus einer andersartigen politiſhen Einſtellung
könne eine ſolche Beſorgnis nur beim Hinzurreten beſonderer
Umſtände gerechtfertigt erſcheinen. Solche Umſtände lägen aber
nicht vor. Dem Landgerichtsdirektor Dr. Miaſkowfki ſeien wegen
ſeiner politiſchen Stellungnahme niemals vom Juſtizminiſterium
Vorhaltungen gemacht worden, nur einmal in einer ganz
unpoli=
tiſchen Sache. In dem vorzeitigen Aktenſtudium liege nicht
nur keine Pflichtwidrigleit, ſondern im Intereſſe der
Beſchleu=
nigung ſei dies geboten geweſen. In bezug auf die
Kartenver=
teilung habe er nur Anweiſung gegeben, dieſe nach der
Reihen=
folge der Anmeldungen vorzunehmen. Auch bezüglich der
bei=
den der abgelehnten Landgerichtsräte habe das Gericht das
Vor=
gebrachte nicht für genügend erachtet, um eine Befangenheit
an=
nehmen zu können. Hierauf übernimmt Landgerichtsdirektor
Miaſkowſki wieder den Vorſitz. Nach Feſtſtellung der
Perſona=
lien wird der Eröffnungsbeſchluß für die Anklage verleſen.
Gegen 2½ Uhr tritt eine eineinhalbſtündige Pauſe ein.
In der Nachmittagsſitzung vernimmt nach der Verleſung der
Eröffnungsſchrift der Vorſitzende den Angeklagten Möbius,
Er fragt ihn zunächſt, was er nach dem Kriege getrieben habe,
worauf Möbius erwidert: Von Arbeitsloſenunterſtützung und
einigen anderen Geſchäſten. Der Angeklagte ſchildert dann, wie
er bei der Mehlſchiebung im Jahre 1918 gefaßt, verhaftet und
von Dr. Zeigner vernommen wurde.
Dr. Zeigner erklärte zur Mehlverſchiebung: Nach der
Revo=
lution kam Möbius eines Tages zu mir und erkundigte ſich, wie
es mit ſeiner Sache ſtand. Er wollte vor allem wiſſen, wieviel
Mehl beſchlagnahmt ſei, was ich dann aus den Akten feſtſtellte.
Später kam Möbius zu mir und erklärte ſich auf meine Frage
zur Lieferung eines Zentners Mehl bereit. Das gelieferte Mehl
war ſchlecht. Auf meine Beanſtandung hin lieferte Möbius dann
dasſelbe Mehl in einem anderen Sack. Gegen Weihnachten ging
das Gericht um, Möbius habe Mehl geſtohlen. Mir war der
Gedanke furchtbar peinlich, daß feſtgeſtellt werden könnte:
Zeigner, von Beruf Staatsanwalt, hat geſtohlenes Mehl gekauft.
Darauf habe ich unbeſonnener Weiſe die Akten, die im
Abrei=
lungszimmer lagen, an mich genommen und auf der Stelle im
Ofen verbrannt. Dr. Zeigner bezeichnet dieſe Tat als den
ſinn=
loſen Ausfluß eines Impulſes und betont, er habe durch die
Vernichtung der Akten die Beſchlagnahme des Mehles nicht
ver=
hindern wollen. Er gibt zu, die Strafakten von Möbius, um ſich
ſelbſt zu ſichern, verbrannt zu haben.
Die Erklärungen, die Staatsanwalt Dr. Dennhart abgibt,
lauten für Dr. Zeigner günſtig.
Nachdem dann Dr. Zeigner noch über ſeine Perſon
Aus=
kunft gegeben, wird die Sitzung um 7 Uhr auf Donnerstag
vertagt.
lich in erweiterter Form kommen, wird in dieſen Punkten Wandel
zu ſchaffen ſein.
Das beigegebene Bildermaterial ſoll die Behauptung der
Aſtrologen veranſchaulichen, daß der Afzendent eines Horoſkops
die äußere Erſcheinung prägt, daß es demgemäß alſo nach den
12 Tierkreiszeichen 12 verſchiedene menſchliche Typen gibt. Dem
ſchärfer Beobachtenden iſt es gewiß im Leben ſchon aufgefallen,
daß, ſo ſehr die Menſchen einer vom anderen ſich unterſcheiden,
dennoch gewiſſe Typen ſtets wiederkehren. Die Aſtrologie
be=
weiſt in der Tat, daß dieſe Typen den Tierkreiszeichen
ent=
prechen, daß die äußere Bildung des Menſchen auf den Einfluß
des Aſzendenten — im weſentlichen — zurückzuführen iſt. Die
Bilder, die Schwab gibt, haben ſtarke Ueberzeugungskraft. Es
lag nahe, vom Aeußeren eines Menſchen auf deſſen Aſzendenten
zu ſchließen. Dieſe Verſuche ſind in der aſtrologiſchen
For=
ſchungsgruppe der „Deutſchen Geſellſchaft des wiſſenſchaftlichen
Okkultismus” gemacht worden, und zwar mit dem denkbar beſten
Erfolge. Erfahrene Aſtrologen übten ihr Können an 50
Per=
ſonen, deren Afzendenten unbekannt waren. In 33 Fällen war
die Schätzung richtig, in 7 Fällen war einer von 2 genannten
Aſzendenten richtig, ein Prozentgehalt von 73 alſo! Die
Wahr=
ſcheinlichkeit richtigen Ratens beträgt 8,3 Prozent.
Auf hohem Nivean ſteht auch Sindbads Werkchen: „
Aſtro=
logie und Medizin” (Linſer=Verlag, Berlin=Pankow 1923),
wel=
ches der von Surya herausgegebenen Sammlung „Okkulte
Me=
dizin” angehört. Das Buch iſt eine brauchbare Einführung in
das überaus ſchwierige und umfangreiche Gebiet, der Aſtral=
Medizin, die von der herrſchenden ärztlichen Welt abgelehnt wird,
die aber berufen iſt, die Heilkunſt der Zukunft zu ſein.
Im Linſer=Verlag iſt neuerdings auch eine von M. Erich
Winkel beſorgte Ueberſetzung des Tetrabiblos des Claudius
Ptolemäus erſchienen. Sie kann von Vorteil ſein, wenn ſie die
Aſtrologenwelt veranlaßt, die Regeln der klaſſiſchen Aſtrologie
nachzuprüfen. Material iſt hier noch in Fülle vorhanden.
Da=
gegen darf die Wirkung der beiden Bände nicht die ſein, daß
man nun bequem daraus abſchreibt und ein überflüſſiges
Lehr=
buch auf das andere häuft. Die Ueberfetzung lehnt ſich an die
1553 von Melauchthon beſorgte an, ſie hätte eine Nachprüfung
in Hinſicht auf größere Flüſſigkeit des Stils und leichtere
Ver=
ſtändlichkeit wohl vertragen.
Zum Schluß darf ich noch auf das kleine Büchlein von A.
Frank=Glahn: „Das Mutterſchaftsmyſterium enthüllt” (Uranus=
Verlag Max Luporn, Bad Oldesloe) aufmerkſam machen. Frank=
Glahn behauptet, ein neues Geſetz für die Zeiten der
Empfäng=
nis gefunden zu haben, die ſich mit Beſtimmtheit aus dem
Horo=
kop entnehmen ließen. Es ſollen das 10 Tage des Monats ſein,
während an den brigen 20 Tagen die Frau unfruchtbar iſt. In
allen ihm bekauntgewordenen geſicherten Fällen ſoll das von ihm
gefundene Geſetz ſeine Beſtätigung gefunden haben. Ich will das
ſicht beſtreiten. Frank=Glahns Pflicht wäre es aber geweſen,
genauere Angaben über die Zahl der Fälle und ihre
Einzel=
heiten zu machen, mit anderen Worten, eine Statiſtik ſeines
Materials zu geben. Seit Schwabs Buch wird eine ſolche nicht
zu umgehen ſein. Vorerſt kann Frank=Glahns Behauptung als
wiſſenſchaftlich geſichert nicht angeſprochen werden. Bedenken
muß aber auch der kolportagehafte Titel erregen.
Ich hoffe, daß meine Darlegungen manchen zu einer
ernſt=
haften Beſchäftigung mit der Aſtrologie anregen werden. Mit
dieſem Ergebnis will ich zufrieden ſein.
* 400 Jahre deutſches Geſangbuch.
C. K. Die Feier des 400 jährigen Beſtehens des deutſchen
Kirchengeſangbuches kann in dieſem Jahre begangen werden.
Im Jahre 1524 ſchickte Luther ſeinen Freund Juſtus Jonas nach
Erfurt, um dort den Druck eines Geſangbuches in die Wege zu
leiten, und noch in demſelben Jahre erſchien dieſes erſte deutſche
Geſangbuch „Euchiridion oder ein Handbüchlein”, das einen
ge=
waltigen Erfolg hatte und der Ahne unzähliger anderer Werke
dieſer Art, einer ganzen großen Literatur, wurde. Ueber die
Entwicklung des deutſchen Geſangbuches, wie ſie in einer
Aus=
tellung der Berliner Staatsbibliothek veranſchaulicht wird, ſpricht
Dr. Joachim Kirchner in einem Aufſatz der Leipziger „Illuſtr.
Zeitung”. Schon vor der Reformationszeit gab es geiſtliche
Lie=
der in deutſcher Sprache, die zunächſt in den Nonnenklöſtern
ge=
ſungen wurden und in den Feſtzeiten des 14. Jahrhunderts von
den Geißlern und Wallfahrern verbreitet wurden. Die Texte
dieſer Lieder, die nach volkstümlichen Melodien erklangen, ſind
Heiligenlieder und Ueberſetzungen lateiniſcher Hymnen; ſie
gin=
gen zunächſt nur als Einblattdrucke nach Erfindung der
Buch=
druckerkunſt von Hand zu Hand. Die Vereinigung ſolcher
Einzel=
lieder zu einem Geſangbuch geſchah durch die Reformation. Die
zahlreichen Neuauflagen und Nachdrucke des erſten Geſangbuches,
das 1524 erſchien, beweiſen, wie groß das Bedürfnis des Volkes
nach geiſtlichen Gemeindegeſängen war. Nun erſtanden
nam=
hafte Liederſänger, und Luther fand in dem Torgauer
Kapell=
meiſter Johann Walther einen Tondichter, der nicht nur ſelbſt
viele geiſtliche Lieder komponierte, ſondern auch ein
mehr=
timmiges Geſangbuch für Schülerchöre zuſammenſtellte. Bald
hatten faſt alle größeren Städte ihre eigenen Geſangbücher, die
zum Teil in ſehr ſchönen Drucken erſchienen. Auch in
Nieder=
deutſchland breitete ſich das deutſche Geſangbuch raſch aus, und
zwar wurde die niederdeutſche Sprache beibehalten. Ein
wich=
tiges Gebiet für die Entſtehung von Kirchenliedern wurde auch
Böhmen und Mähren. Neben den Geſangbüchern fanden die
Pſalter=Ueberſetzungen großen Beifall und weite Verbreitung.
Der berühmteſte Pfalter war im 16. Jahrhundert die Ueberſetzung
von Ambroſius Lobwaſſer, im 17. die von Cornelius Becker,
deren Melodien von dem berühmten Tondichter Heinrich Schütz
herrühren. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts vollzog ſich in den
mehrſtimmigen Geſangbüchern ein wichtiger Wandel. Der
Stutt=
garter Hofprediger Lucas Oſiander verlegte die Melodie in die
Oberſtimme und ermöglichte es dadurch, daß die Gemeinde in den
Chorgefang mit einſtimmen konnte. Nunmehr verlangte man
allgemein nach ſolchen Oſianderſchen Choralgeſängen. Das 17.
Jahrhundert, das Zeitalter der Glaubenskämpfe, brachte, noch
bedeutende Liederdichter hervor, wie Paul Gerhardt, Johann
Riſt, Heinrich Albert u. a. Jetzt wurde auch die bereits von
Luther gegebene Anregung des mehrſtimmigen Kirchengeſanges
gepflegt. Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts brachte eine
tarke Verflachung der Lieder des Geſangbuches mit ſich, indem
man alle allzu ſchwärmeriſchen Wendungen auszumerzen ſuchte
und damit viel Poeſie beſeitigte. Das 19. Jahrhundert hat dann
dieſe rationaliſtiſche Nüchternheit wieder ausgerottet und
ver=
ſucht, dem Geſangbuch die Innigkeit der alten Texte
wieder=
zugeben.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben
An der Handels=Hochſchule Mannheimbeginnt
das Sommerſemeſter am 2. Mai. Das Vorleſungs=
Verzeichnis iſt ſoeben erſchienen und für 20 Pfg. zuzüglich
Porto vom Sekretariat der Handels=Sochſchule (Mannheim A 4 1)
erhältlich. Der Vorleſungsplan enthält wiederum eine Reihe
heuer Vorleſungen, auch ſind wieder Sprachkurſe vorgeſehen für
Franzöſiſch, Engliſch, Italieniſch und Spaniſch. Betrefſs der
Einzelheiten ſei auf das Vorleſungs=Verzeichnis ſelbſt verwieſen.
8 Ein Heilmittel für Lungenentzündung. Wie
der Berner Bund meldet, ergaben kliniſche Verſuche in Italien,
England und Ungarn, daß mit dem „Antimikrobum” die
Sterb=
lichkeitsziffer von 40 auf 4 Prozent herabgemindert wurde.
Nach vorliegenden Beobachtungen ſcheint das Mittel neben ſeiner
ſpezifiſchen Wirkung auf die Erreger der Lungenentzündung auch
undere Infektionen günſtig zu beeinfluſſen. Der Erfinder —
der Schweizer Biologe Dr. Tomarkin in Rom — ſoll ferner ein
Präparat hergeſtellt haben, das bei Lugentuberkuloſe mit Erfolg
angewendet werden kann und gegenwärtig kliniſch erprobt wird.
Das ſchweizeriſche Serum= und Impfinſtitut in Bern iſt bereits
in der Lage, den Spitälern und Aerzten das Heilmittel zu
be=
ſchaffen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Nummer 2F.
Der Sitlerprozeß in München.
Die Prozedur der „peinlichen Fragen‟. — Die angebliche Zeugenbeeinfluſſung. — Ein dramatiſches Zwiſchenſpiel. — Das Fiasko der Verteidigung.
GeneralLoſſowim Kreuzfeuer.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
g. München, 14. März.
Der 15. Verhandlungstag bringt nach den ausführlichen
Feſtſtellungen, mit denen die Verteidigung abermals ein Stück
ihrer ſtarken Stellungen zuſammenfallen ſieht, wieder ein vom 6. November das Wort Staatsſtreich gebraucht habe. Cs ſei im
Frage= und Antwortſpiel mit teilweiſe ſehr lebhaften
Momenten. Diesmal iſt es General Loſſow, der der
inquiſi=
toriſchen Prozedur der „peinlichen Frage” von der
Verteidigung unterworfen wird. Loſſow iſt im Tone oft
außerordentlich erregt, ſeine Antworten ſetzen aber
den Fragen der Verteidigung ſchneidende ſachliche Schärfe
ent=
gegen. An ihm beißt die Verteidigung auf Granit.
Keine noch ſo delitate Frage vermag den Zeugen, der ohne jede
Aufzeichnung frei aus ſeinem Gedächtnis antwortet, aus dem
Geleiſe zu bringen. Wenn er ſich im Tone manchmal vergreift
und gelegentlich auch einmal derb mit der Fauſt auf den Tiſch
ſchlägt, ſo wird man ihm doch zugute halten dürfen, daß er ein
Ehre, die die Verteidigung immer wieder durch Anzweiflung
ſei=
ner Glaubwürdigkeit angreift, die ſchon vor dem Prozeß in
un=
flätiger Weiſe in den Schmutz gezogen wurde.
Zur Beurteilung der politiſchen Fragen, die in dem Prozeß
wieder aufgerollt wurden, ſind die Antworten Loſſows teilweiſe
von außerordentlicher Bedeutung. Es kann an dieſer Stelle
dar=
auf verzichtet werden, dies im einzelnen zu belegen. Läßt man
die Antworten, wie ſie der Bericht wiedergibt, auf ſich wirken, ſo
ſprechen ſie für ſich ſelbſt. Jedenfalls geht, wie zuſammenfaſſend
feſtgeſtellt werden kann, aus ihnen wieder klipp und klar hervor,
daß die Ation Hitlers mit den Plänen der drei Herrn Kahr,
Loſſow und Seißer nicht, das mindeſte gemein hatte. Wenn das
Gericht ſich durch ſeinen Beſchluß auf den gleichen Standpunkt
ſtellte, ſo wird dies prozeſſual nicht anfechtbar ſein. Was immer
wieder von der Verteidigung vergeſſen wird, iſt doch dies: Hier
hat man es mit einem Hochverratsverfahren gegen
Hitler und Genoſſen, nicht gegen Kahr und Genoſſen zu
tun. Das wird allmählich immer klarer, ebenſo wie ſich immer
mehr die Ueberzeugung beſtärkt, daß von dem angeblichen
Hoch=
verrat der drei Herrn Kahr, Loſſow und Seißer kaum mehr etwas
übrig bleibt, nachdem man ſie ſelbſt dazu gehört hat.
Daß dieſe Vernehmung auch mit den ungeheuerlichen
Ver=
drehungen über die angebliche Zeugenbeeinfluſſung
durch die geheime Denkſchrift ebenſo aufräumt, wie mit den
lächerlichen Behauptungen über gewiſſe Begleiterſcheinungen des
Konflikts mit dem Reich im Oktober, kann als Nebenergebnis nur
beſonders verzeichnet werden.
Daß wir uns die Argumentation des Generals Loſſow, die
einen Druck auf den Reichspräſidenten auch durch
die bewaffnete Macht rechtfertigen ſollte, nicht zu eigen machen
können und wollen, braucht nicht beſonders betont zu werden.
Vergegenwärtigt man ſich die damalige Lage, die Polizeitruppen
und Reichswehr oft nötigte, gegen Volksgenoſſen mit der Waffe
vorzugehen, die dem raſenden Währungszerfall erlagen, ohne
daß dieſem entſetzlichen Wüten der Teuerung Einhalt getan
wurde, ſo mag der Gedanke eines Drucks auf den
Reichspräſi=
denten zur Einſetzung eines Direktoriums pſychologiſch
begreif=
lich erſcheinen — mit der Diſziplin im Heere, der tragenden
Säule jeder Wehrmacht, iſt er ſchlechterdings nicht in Einklang
zu bringen, ſo wenig wie die Erſcheinungen, die man im Oktober
als „Fall Loſſow” zuſammenfaſſend zu bezeichnen pflegt,
wubei, um keine falſchen Schlüſſe aufkommen zu laſſen, betont
ſein mag, daß dieſer „Fall Loſſow”, bei dem der General der
politiſch Geſchobene war, mit dem Fall Hitler, der heute zur
Delatte ſteht, nichts zu tun hat, alſo auch den Zeugen Loſſow in
dieſem Verfahren nicht disqugliſizieren kann.
Zum Schluß der Verhandlung erlebt man dann noch
einen dramatiſchen Auftritt, als Hitler auch dem
Gene=
ral die Frage vorlegt, wie von einem Ehrenwortbruch geſprochen
werden könne.
Loſſow antwortet klar und beſtimmt, daß er es als Offizier
als unerhört bezeichnen müſſe, daß Hitler aus der vielleicht dem
Oberſten Seißer, aber keineswegs ihm ſelbſt gegenüber gegebenen
Einſchränkung ſeiner Verſicherung, keinen Putſch zu machen, die
Berechtigung ableitete, mit Gewalt im Bürgerbräukeller gegen
ihn vorzugehen.
Als er eine weitere Frage Hitlers damit beantwortet: „Das
war weder der ſentimentale noch der brutale
Hitler, das war der Hitler mit dem ſchlechten
Gewiſſen”, erklärt Hitler in größter Erregung,
der einzige, der einen Ehrenwortbruch
began=
gen habe, ſei Herr General Loſſow am 1. Mai
vergangenen Jahres geweſen. Loſſow verläßt
hier=
auf in großer Erregung den Verhandlungsraum, nachdem er ſich
dem Vorſitzenden empfohlen hat.
Der Vorſitzende weiſt die Bemerkung Hitlers als unerhört
mit größter Schärfe zurück und unterbricht die Verhandlung bis
zum Nachmittag.
Herr Hitler wird in dieſer Pauſe wohl Gelegenheit haben,
ſich ſelbſt darüber klar zu werden, ob ſein Vorgehen taktiſch eine
Klugheit oder — etwas anderes geweſen iſt.
*
Das zweite Verhör Loſſows.
Drahtbericht unſeres Münchener Korreſpondenten, zu ihrer Bewegung erſt am 6. November entſtanden ſei. Die Frage
g. München, 14. März.
Am Freitag vormittag verlieſt Juſtizrat Zezſchwitz zunächſt ein
Schreiben des im Ausland befindlichen Leutnant Neuzert, in dem erklärt
wird. General Loſſowv ſei es genau bekant geweſen, daß der in der
Be=
ſprechung im Generalſtaatskommiſſariat vom 6. November erwähnte
gefälſchte Aufruf an die Reichswehr von einem politiſchen Hochſtapler
herrührte, der ſich den Namen eines Prinzen Aenburg beigelegt habe.
Der Kampfbund ſei alſo zu Unrecht beſchuldigt worden, daß der Befehl
von ihm gefälſcht worden ſei.
Der Vorſitzende verlieſt hierauf ein Schreiben der
Landesvorſtand=
ſchaft der vaterländiſchen Verbände Würtembergs, gez. Alfred Noth, größerer Ruhe in ſeinen Antworten zu ermahnen.
der beſtätigt, daß kein Mitglied der Landesvorſtandſchaft mit Herrn
v. Kahr irgendwelche Beſprechungen über ein Losſchlagen hatte. Die
Vorausſetzungen fielen alſo völlig in ſich zuſammen.
Die Verteidigung erklärt hierzu, der als Unterzeichner genannte
Alfred Noth ſei mit dem von ihr angeführten Herrn Roth nicht
identiſch.
Nachdem dann Juſtizrat Kohl die Frage aufgeworfen hat, ob es ſich
bei dem mehrfach erwähnten Neffen des Reichspräſidenten nicht
mög=
licherweiſe um einen Neffen mit anderem Namen handeln könne, wird
die Vernehmung des Generals Loſſow fortgeſetzt.
General Loſſow bedauert zunächſt, daß er nicht in der Lage geweſen
ſei, in vollſter Oeffentlichkeit auszuſagen. Es hätte ſonſt keinesfalls der
von der Verteidigung genährte Eindruck entſtehen können, daß im
Wehr=
kreiskommando jemals ein Befehl ausgegeben worden ſei, der irgendwie
im Sinne eines Vormarſch 8 gegen Berlin gedeutet werden konnte.
Ein ſolcher Befehl ſei, wie er ausdrücklich zu erklären habe, niemals
gegeben worden.
Loſſows „Staatsſtreichplan”.
Höchſt bedauerlich ſei weiter, wenn Rechtsanwalt Holl von einer
in Ptibat:” Uiterredung gefallenen Aeußerung ſein=rſeits im Sinne
eintes S.(3ſtteie Uanes Gebrauch gemacht habe. Er habe hier keines=
Weo2 zu eiſſen Staatsſtreich gedacht. Rechtsanwalt Holl verwahrt ſich
Aeußerung habe folgenden Wortlaut gehabt: „Wir wollten ja den nehmen, nicht den unbeeidigten General Loſſow.
Staatsſtreich. Lediglich über den Zeitpunkt des Losſchlagens waren wir
Dramatſche Momente am Schluß der Sitzung. Dann ſeien wir ſo weit. Wenn ich 51 Prozent Wahrſcheinlichkeit haben genau. Göring habe geſagt: „Was ſo ein alter General macht,
unter=
kreiskommandos auf unſere Seite bringen.‟ Er ſei bereit, dieſe Aeuß= Loſſows zu vereidigen.
Darauf richtet der Staatsanwalt verſchiedene Fragen an
gemeint habe.
führt, ſelbſt wenn er nur auf dem Wege des Staatsſtteichs möglich einigungen ſei ſſe lediglich auf Wunſch zugegangen. Ven einer
Bein=
wäre.”
„Der Druck auf den Reichspräſidenten”.
Damit, wie auch mit dem Ausdruck von dem „anormalen Weg”
Direktorium einzufetzen. Auch die Reichswehr habe ein Necht darauf,
ſich an dieſem Druck zu beteiligen und die weiteer Verantwortung für
Maſſen habe ſchießen müſſen. Man müſſe ſich doch die damalige wirt= Direktorium der drei Herren Kahr, Loſſow und Seißer.
ſchaftliche Lage vergegenwärtigen, die täglich zu Hungerkrawallen führte.
gutes Recht zur Verteidigung hat: ſeine perſönliche Die Fäden des Direktoriuns ſeien nicht in München
zuſammengelau=
fen. Er habe niemals behauptet, daß Kahr ſich am 6. November bereit wegen des von Hitler gebrochenen Ehrenwortes, worauf die
Weiterver=
erklärte, ſelbſt in das Direktorium einzutreten.
Rechtsanwalt Holl erklärt demgegenüber, daß dem General
Ludendorff ein Major Vogt Mitteilung darüber gemacht
habe.
General Ludendorff erklärt hierzu, daß ihm Major Vogt
nichts davon geſagt hat. Vogt habe nur davon geſprochen, daß Kahr
Wo eingegriffen werden ſolle, habe Vogt nicht geſagt, er habe auch von
dem Direktorium nicht geſprochen.
Die Zigarettenaffäre.
General Loſſow erklärt dann weiter, daß er perſönlich ſich an
die von den Angeklagten erwähnte Zigarettenaffäre im Nebenzimmer
des Bürgerbräukeller nicht genau erinnern könne. Seißer habe ihm
retten angeboten. Daß Befehle des Reichswehrminiſteriums imn der
Konfliktzeit nicht durchgeführt wurden, ſei von A bis Z unwahr.
Dr. Weber erklärt hierzu, er habe dieſe Behaußtung auf Grund
von Mitteilungen aufgeſtellt, die ihm zugegangen waren und die er für
wahr hielt. Eine ſubjektive Unwahrheit ſeinerſeits liege alſo nicht vor, vom Vormittag mit der Feſtſtellung des Vorſitzenden, daß Hitler
„Die drohende Separation Bahzerns”.
Auf weitere Fragen des Rechtsanwalts Holl erklärte Loſſow, bei
ſeinen Antwosten habe Holl ſich mit dieſen Fragen wieder einmal beſinde.
daneben geſetzt. Die Generäle Ruith und Kreß ſeien ſofort abgefahren,
als Kahr und Seißer in der Kaſerne eintrafen, um die Garniſon zu
inſtruieren, die ſchon lange vorher glarmiert worden nar. Wenn er in
einem anderen Zuſammenhang von einer drohenden Separation
Bay=
erns geſprochen habe, ſo habe er dabei an eine mögliche wirtſchaftliche
Trennung dadurch gedacht, daß in Bayern eine eigene Währung hätte
möglicherweiſe geſchaffen werden müſſen, nachdem der Plan des
Direk=
toriums in Berlin nicht vorwärts ging und auch ſonſt keine Anſtalten
zu ſehen waren, um dem troſtloſen Währungszerfall Einhalt zu gebieten.
Auf eine weitere Frage der Verteidigung ſtellt General Loſſow
feſt, daß ihm der Verfaſſer des zu Beginn der Sitzung erwähnten
Flug=
blattes bei der Konferenz am 6. November noch nicht bekannt war. Es
ſei ihm auch gar nicht eingefallen, den Kampfbund als Verfaſſer des
ge=
fälſchten Flugblattes zu benennen.
Scharfe Konfiikte zwiſchen dem Zeugen
und der Verteidigung.
Zwiſchen dem Zeugen und der Verteidigung kommt es bei weiteren
Fragen mehrfach zu ſcharfen Konflikten, da der Zeuge in ſehr erregtem
Tone antwortet und dabei auch einmal mit der Fauſt auf den Tiſch
ſchlägt. Der Vorſitzende ermahnt den Zeugen zu größerer Ruhe,
wäh=
rend die Verteidigung einen Proteſt gegen das Verhalten des Zeugen
verleſen läßt. Der Zeuge betont noch, daß keiner der
Reichswehrkom=
mandeure aus den mit ihm geführten militäriſchen Beſprechungen den
Eindruck haben konnte, daß an einen Zug gegen Berlin gedacht werde.
Von Verhandlungen mit dem Reichspräſidenten über das Direktorium
ſei ihm nichts bekannt. Er habe lediglich gerüchtweiſe davon gehört, daß
der ebenfalls für das Direktorium in Ausſicht genommene Herr Henrich
bei dem Reichspräſidenten einen Beſuch gemacht habe.
Zu einer prinziviellen Auseinanderfetzung kommt es
dann, als der Zeuge es ablehnt, eine Frage zu beantworten, wer die
Urheber des Gedankens eines Direktoriums waren. Der Zeuge bezieht
ſich bierbei darauf, daß dieſe Mitteilungen ihm vertraulich gemacht
wor=
den ſeien.
Zurechtweiſung Hitlers durch den Vorſitzenden.
Hitler erklärt, ſeine Aktion ſei nur als Produkt der
hochverräte=
riſchen Tätigkeit der Herren Kahr, Loſſow und Seißer anzuſehen, was
der Vorſitzende ſcharf zurückweiſt.
General Loſſow bekundet zu weiteren Fragen u. a. noch, daß die
Generale Kreß und Ruith, entgegen den ſeinerzeit umlaufenden
Gerüch=
ten, bei der Zexpflichtang der bayeriſchen Reichlswehr auf die vahe= mal reißt auch ihm die Geduld, und er wird heſtig im Ton, als
riſche Negierung wie ſämtliche anderen Offiziere der 7. Diuiſion
an=
ſens alle in der Notpolizei zuſammengefaßten Verbände beteiligt
ge=
weſen, nicht nur die Formationen Ehrhardts. Seine bei der
Verpflich=
tung der bayeriſchen Reichswehr gehaltene Anſ=rache ſei, ſoweit er ſich
entſinne, entſtellt wiedergegeben worden.
Hitler verſucht hierauf erneut, die Frage des Direktoriums zur
Sprache zu bringen, was der Vorſitzende energiſch zurückweiſt, nachdem
Die Frage einer „norddeutſchen Aktion”.
Durch Gerichtsbeſchluß wird dann, als die Verteidigung
auf der Zulaſſung der Frage beſtehen bleibt, dieſe Frage abgelehnt, da Hunglinger.
ſie mit der Hochverratsſache Hitler nicht in urſächlichem Zuſammenhang
ſtehe. Die Angeklagten ſelbſt hätten behauptet, daß der erſte Gedanke
eines Zuſammenhangs mit einer norddeutſchen Aktion, wie ſie von den eids ſteckbrieflich verfolgt wird, wie überhaupt das Kapitel Chr=
und Straffrage unerheblich.
Juſtizrat Kohl hatte zuvor darauf hingewieſen, daß der 8.
No=
vember offenbar der Auftakt für etwas ſein ſollte, was in Norddeutſch= das materiell zum Prozeß Gehörige abgewogen wird, der, daß
land vor ſich gehen ſollte. Es ſei daher nötig, auch den General Seeckt die Verteidigung auch hier ein Fiasko erlebte. Materiell vermag
und Juſtizrat Claß als Zeugen zu laden.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung gibt die Verteidigung noch= hier wieder ein Anſchlag gegen die Glaubwürdigkeit des Zeugen
cin= für allemal die Frage des Direktoriums für das Gericht jetzt
end=
lich geklärt ſei.
Weitere Fragen Hitlers beantwortet der Zeuge dahin,
er könne ſich ganz genau entſinnen, daß Hitler von vier Schuß geſpro= herrſcht.
chen habe, die er noch in ſeiner Piſtole habe. Das Ungeheuerliche des
thyſiſchen und morgliſchen Zwanges im Bürverbräukeller habe er ſchon
genügend gekennzeichnet. Das Wort Komödie” habe er ſelbſt den
an=
deren Herren zuflüſtern können. Er habe ſchon betont, daß ſofort Ge= ihrer Zeugen zur Vernehmung zu bringen.
wehre gegen ihn in Anſchlag gebracht wurden, als er ſich am Fenſter
zeigte.
Die außenpolitiſchen Gefahren einer Hitler=Diktatur. net werden, daß man am Montag am Ende der Beweisaufnahme
Hitler erklärt dies als unmöglich. Die von Hitler ſchon Herrn
Herren am Abend des 8. November beſtanden, legt Hitler auch dem jetzt, nachdem ſein großmächtiger Beſchützer, Herr von Kahr, nicht
General Loſſow vor, der u. a. dazu erklärt, daß es für ihn gar keine mehr im Amte iſt, es vorziehen dürfte, der freundlichen
Ein=
beſchrittenen Weg einzuſchlagen, um die Freiheit wieder zu erlangen, ſtraße 7 ſoll wenigſtens, wie Kundige verſichern, ſchon ſeit Tagen
Daß Frankreich und die Tſchechoſlowakei gegen eine Diktatur Hitler verwaiſt ſein.
marſchiert wären, ſtehe wohl außer allem Zweifel. Hitler fragt, ob
ihm nicht bekgunt ſei, daß die engliſche Regierung erklärt habe, ihr ſei
jede deutſche Regierung genehm, die die Ordnung aufrecht erhalte, richtsbeſchluß mit einer Geldſtrafe von 10 Mark — erſatzweiſe
dagegen, daß er einen Vertrauensmißbrauch begangen habe. Loſſows / geteilt.” Im übrigen bitte ich, hierzu einen Sachverſtändigen zu ver=
Der Zeuge erklärt weiter, daß ihn der Kampfbund militäriſch
offen=
nicht einig. Ich habe Hitler geſagt er ſolle noch 2 bis 3 Wochen warten. bar nicht hochgeſhätzt habe, wiſſe er aus einer Aeußerung Görings ganz
würde, würde ich losſchlagen. Wir müſſen aber erſt die auderen Wehr= ſchreiben, das kann ich auch. Die können wir alſo getroſt abſervieren.”
Die geheime Oenkſchrift Loſſows
den Zeugen, wie er die Aeußerungen über einen Staatsſtreich ſpielt in der weiteren Vernehmung eine große Rolle. Der Zeuge ſtellt
bierzu u. a. feſt, daß die Denkſchrift nicht primär, ſondern ſekundär als
Der General antwortet, daß er allerdings in der Beſprechung Folge der ungeheuren Flut von Lügen und Schmähungen, die gegen
Kahr, Loſſow und Seißer ausgeſprochen wurden, von dem Neferenten
Zuſammenhang mit einer Bemerkung gefallen, die er am Schluß machte: des Generalſtaatskommiſſariats und des Wehrkreiskommandos zuſam=
„Ich mache keinen Putſch, ich mache aber jeden Schritt, der zum Erfolg mengeſtellt und an die Dienſtſtellen verſandt wurde. Den
Offiziersver=
fluſſung irgendwelcher Zeugen könne dabei alſo nicht im mindeſten
ge=
ſprochen werden. Wenn man Beeinfluſſung hätte treiben wollen, ſo
hätte es näher gelegen, die Denkſchrift in der Preſſe zu veröffentlichen,
was gerade mit Nückſicht auf das ſchwebende Verfahren nicht geſchehen ſei.
Der Vorſitzende verlieſt dann einen Artikel der Bayeriſchen
Staats=
habe er lediglich an einen Druck auf den Reichspräſidenten gedacht, das zeitung über die möglichen miltäriſchen und außenpolitiſchen Folgen
tion Hitlers.
der A
Hitler widerſpricht und behauptet, ſeine Diktatur hätte zweifellos
die Zuſtände abzulehnen, nachdem ſie es geweſen ſei, die auf hungernde ebenſowenig auf außenholitiſche Schwvierigkeiten ſtoßen können, wie das
Zum Schluß der Sitzung kommt es zu dem oben geſchilderten
dramatiſchen Zwiſchenfall zwiſchen dem General und Hitler
handlung auf 3 Uhr nachmittags angeſetzt wird.
* Dem Ende entgegen.
und Loſſow jetzt bereit ſeien, in die deutſchen Geſchicke einzugreifen. Beilegung des Zwiſchenfalls. — Geißer als
Zeuge. — Tadung Ehrbardis.
Von unſerem Münchener Korreſpondenten.
g. München, 14. März.
Im Anfang der Nachmittagsverhandlung ſteht jetzt ſchon
ſpäter geſagt, daß er (Seißer) den Major Hunglinger um eine Ziga= faſt ſelbſtverſtändlicherweiſe ein neues Beweisangebot der
Ver=
rette bat, der aber keine bei ſich hatte. Darauf habe Dr. Weber Zigg= teidigung. Dieſes war gegen Baron v. Aufſeß, den erſten
Mit=
arbeiter Kahrs, gerichtet, deſſen ſchon mehrfach erwähnte Nede
von 14 Zeugen eidesſtattlich erhärtet werden ſoll.
Es folgt der erſte Teil der Liquidation des Zwiſchenfalls
wegen der Schwere ſeines Angriffes gegen Exzelleiz v. Loſſow
eine Haftſtrafe wegen Ungebühr vor Gericht verwirkt hätte, daß
man aber davon abgeſehen habe, weil er ſich ohnehin in Haſt
Eindrucksboller dürſte die wiederholte Drohung des
Ge=
richts ſein, das Verfahren gegen ihn abzutrennen: denn hier
ſtünde, wie ſchon einmal, Leipzig für Hitler im Hintergrund.
Peinlich berührt, daß ſein Verteidiger ſich dann wieder einmal
auf angebliche, in der Oeffentlichkeit nicht zu kontrollierende
Er=
gebniſſe einer geheimen Sitzung beruft, die Beweiſe für den
Ehrenwortbruch Loſſows erbracht habe. Noch peinlicher berührt,
daß der Vorſitzende dieſe wiederholte Verletzung des
Schweige=
gebots ruhig durchläßt und auf die Schritte, die Rechtsanwalt
Rother gegen den bayeriſchen Innenminiſter ankündigt, der
Hitler in aller Form und genau ſubſtanziiert einen weiteren
Ehrenwortbruch vorgeworfen hat, iſt man allgemein
einiger=
maßen geipannt.
Es folgen umfaſſende neue Beweisanträge der Verteidigung,
deren Durchführung noch einige Monate Sitzungsdauer
voraus=
ſetzen würde. Ihnen ſtellt die Staatsanwaltſchaft lediglich einen
einzigen Zeugen gegenüber, ein Beweis dafür, daß ſie keine
Anſtrengungen zu machen braucht, um nach der von der
Verteidi=
gung geleiſteten Vorarbeit ihr Material für den Schuldſpruch
aufzubauen.
Dann greift der Vorſitzende — gleichſam, als handle es ſich
darum, das eben hier Geſagte zu bekräftigen — mit der
Ver=
leſung eines Schreibens des Wehrkreiskommandos VII ein, das
die eidliche Ausſage des Kommandeurs des Kempener
Infan=
teriebatgillons dafür anbietet, daß dieſer entgegen dem
Vor=
bringen der Verteigigung niemals davon geſprochen hat, Loſſow
denke an einen Marſch nach Berlin.
Endlich ſolgt, nachdem die Verteidigung die erneute
Vor=
ladung und gegebenenfalls die zwangsweiſe Vorführung des am
Vormittag entflohenen Generals Loſſow fordert, und damit
einem allzu beifallsfreudigen Zuhörer einen Hinauswurf aus
dem Saale eingebracht hat, die Prozedur der „peinlichen Fragen”
auch für den dritten Kronzeugen von Seißer.
Man wird hier zu der Feſtſtellung gezwungen, daß die
Ver=
teidigung Wege beſchreitet, die alles andere, denn juriſtiſch
be=
denkenfrei ſind. Was hier Herr v. Seißer entgegenzuſtellen hat,
wird in aller Ruhe und ſachlich beſtimmt vorgebracht. Nur
ein=
verſucht wird, in ein telephoniſches Geſpräch mit ſeiner Frau
weſend waren. An dem Grenzſchutz gegen Thüringen ſeien ſeines Wiſ= Dinge hineinzugeheimniſſen, für die die Verteidigung als
Kron=
zeugen einen entlaſſenen Offizier der Landespolizei anbietet,
gegen den überdies ein Verfahren wegen grober Pflichtverletzung
ſchwebt.
Auch die Zigaretten=Affäre, aus der Seißer der Strick des
„Einverſtändniſſes mit den Hochverrätern” gedreht werden ſoll,
findet ihre Aufklärung in ſachlich unbedenklicher Weiſe, erhärtet
durch das angebotene eidliche Zeugnis des zu dieſem Zeitpunkt
noch im Nebenſaal des Bürgerbräukellers anweſenden Majors
Bedenklicher iſt, was Seißer über den Geleitſchein für
Ehr=
hardt zu ſagen hat. Man vermißt hier die Feſtſtellung, daß
Ehr=
hardt nicht nur wegen Hochverrats, ſondern auch wegen Mein=
Angeklagten angenommen werde, ſei alſo zur Beurteilung der Schuld= hardt zu einem der trübſten Punkte der Kahrſchen Epoche zählt.
Der Geſamteindruck der Bekundungen Seißers iſt, ſoweit
ſie Seißer in keinem Punkt zum Wanken zu bringen. Daß auch
mals einen Proteſt gegen Loſſows Verhalten bei ſeiner Zeugenausſage daran ſcheitert, daß die Verteidigung Widerſprüche aus einer
Er=
zu Protokoll, der den Vorſitzenden veranlaßt, den General erneut zu klärung des Zeugen zu erblicken glaubt, wie der Zeuge nach der
Feſtſtellung des Vorſitzenden an Hand des Protokolls an ſeiner
erſten Ausſage überhaupt nicht berührt hat, verſtärkt den
Ein=
druck, daß die Verteidigung die Materie mindeſtens nicht be=
Es wird daher verſtändlich, daß ſie den größten Wert
dar=
auf legt, als die Vernehmung Seißers am Ende iſt, weitere
Das Gericht berät über die dahingehenden Anträge über eine
Stunde. Ergebnis: die Ladung einer kleiner Anzahl von
Zeu=
gen für Samstag und Montag. Es kann ſomit darauf
gerech=
ankommen wird. Unter den geladenen Zeugen hört man auch
b. Kahr vorgelegten Fragen über die Unmöglichkeiten, die für die drei deu Namen Ehrhardt. Nur glauben wir, daß Herr Ehrhardt
andere Möglichkeit gab, als den dann mit Kahr und Seißer gemeinſam ladung keine Folge zu leiſten. Sein Standquartier Häberl=
Daß ſchließlich noch Exzellenz Loſſow in dem gleichen Ge=
Loſſow antwortet: „Die engliſche Regierung hat mir davon nichts mit= ein Tag Haſt — und den Koſten ſeiner unerlaubten Entfernung
Rummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1921.
Seite 5.
von der Gerichtsſtelle belegt wird, nimmt man allgemein mit
ſtiller Heiterkeit auf. Eröffnet doch dieſer zweite Teil der
Liqui=
dation des hochdramatiſchen Schlußaktes der
Vormittagsverhand=
lung die Perſpektive, daß der General bei ſeinem Temperament
ſchließlich bei ſeinem Neuerſcheinen die Geldſtrafe bar auf den
Tiſch des Hauſes legen könnte . . .
* Die Bekundungen Seißers.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
g. München, 14. März.
Oöerſt v. Seißer äußert ſich in ſeiner Vecnehmung am Freitag
nachmittag auf Fragen der Verteidigung zunächſt zu den ihm
gegebe=
nen Zuſicherungen Dr. Webers. Der Zeuge hält ſeine Darſtellung
voll=
kommen aufrecht, daß Dr. Weber erklarte, in einem Konflikt mit der
bayeriſchen Regierung würde er ſeine Verpflichtuugen gegenüber der
Regierung denen gegenüber dem Kamp bund voranſtellen.
Der Angeklagte Kriebel muß beſtſtätigen, daß die Erklärungen
Webers dieſen Sinn hatten. Auf ihren genauen Wortlaut kann er ſich
nicht mehr entſinnen.
Der Angeklagte Dr. Weber erklärt, er habe verſichert, die als
Notpolizei eingegangene Verpflichtung ſei für den Bund „Oberland”
bindend. Es könne auch zu keinem Konflikt kommen, da es nicht in
den Abſichten des Kampfesbundes liege, etwas gegen Reichswehr und
Lindespolizei zu unternehmen. Dieſe Verpflichtung habe er auch durch
die Aktion vom 8. November nicht verletzt, da für ihn die bayeriſche
Re=
gierung in der Perſon des Generalſtaatskommiſſars verkörpert geweſen
ſei, der durch die Aktion nicht geſtürzt, ſondern zum Landesverweſer
er=
hoben werden ſollte.
Oberſt v. Seißer weiſt darauf hin, daß er ſeine Darſtelluing auch
gegenüber dieſer Bekundung unbedingt aufreht erhalte. Die
Verpflich=
tung Dr. Webers ſei gegenüber der bayeriſchen Regierung und niht
gegenüber dem Generalſtaatskommiſſar eingegangen worden. Dieſelbe
bayeriſche Regierung, der ſich Dr. Weber zur Treue verpflichtet habe,
ſei am 8. November abends gefangen geſetzt worden.
Nach einer weiteren Frage der Verteidigung ſoll Oberſt v. Seißer
in einer Offiziersbeſprechung erklärt haben, die Landespolizei werde
bereitgeſtellt, um gegen die Judenregierung in Berlin zu ziehen. Kahr
werde die baheriſche Regierung und den Landtag ſtürzen, wenn ſie ſich
ihm entgegenſtellten.
Der Zeuge bietet die eidlich= Ausſage ſämtlicher Offiziere der
Lan=
despolizei dafür an, daß er niemals einen ſolchen Unſinn geſprohen
hat. Die Beſchuldigung gehe auf einen entlaſſenen Offizier zurück,
gegen den ein Verfahren wegen grober Pflichtverletzung ſchwebe.
Eine weitere Frage veranlaßt den Zeugen, es als unerhört zu
bezeichnen, daß in ein Telephongeſpräch mit ſeiner Frau in der Naht
zum 9. November der Sinn hineingelegt werde, daß er freudig von
ſeiner Erhebung zum Reichspolizeiminiſter Mitteilung gemacht habe.
Er habe ausdrücklich betont, daß Hitler einen Putſch mache, und daß
er ſich jetzt bei ſeinen Freunden in der Türkenkaſerne befinde,
wor=
aus ſeine Frau ſofort geſchloſſen habe, daß er den Putſch ablehne.
Das Kapitel Ehrhardt.
Die Verteidigung fragt hiernach nach der Ausſtellung des
Paſſier=
fcheius für den ſteskbrieflich verfolgten Kapitänleutnant Ehrhardt. Der
Zeuge gibt hierzu eingehenden Aufſchluß. Es ſei nicht überall bekannt
geweſen, daß Ehrhardt infolge der Siſtierung des Vollzugs der
Republit=
ſchutzgeſetze ſich in Bayern frei bewegen könne. Um ihm
Schwierig=
keiten bei einer Fellrt zu einer Beſprechung mit der Nürnberger
Po=
lizeidirektion in Angelegenheiten der Notpolizei zu erſparen, habe er
ihm ohne Wiſſen Kahrs einen Ausweis zu dieſer Fahrt ausgeſtellt.
Er habe die Ueberzeugung, daß Ehrhardt dieſen Ausweis nur für dieſe
Fahrt gebraucht und ihn keineswegs mißbraucht habe.
Auch die Ziggrettenaffäre wird hierauf von der Verteidigung
er=
neut aufgerollt. Der Zeuge erklärt hierzu, daß er Oberſt Hunglinger
im Nebenſaal des Bürgerbräukellers am 8. November abends um eine
Zigarette bat, der jedoch keine mehr hatte. Darauf habe ihm Dr. Weber,
der die Bemerkung hörte, eine Schachtel angeboten, die er dankend
ab=
lehnte. Weber habe erwidert: „Sie haben doch eben eine gewollt.”
Darauf erſt habe er, um Weber nicht zu brüskieren, eine Zigarette
an=
genommen. Daß auch Loſſow darauf um eine Zigarette gebeten habe,
habe er nicht bemerkt. Er hätte es bemerken müſſen, wenn es der Fall
geweſen wäre.
Degenüber der Darſtellung Dr. Webers, der auch heute bei ſeiner
Behauptung bleibt, Seißer habe die Zigarette ſofort angenommen
bie=
ter der Zeuge die eidliche Ausſage des Majors Hunglinger an. Er be=
merkt dazu gegenüber dem Vorhalt der Verteidigung, daß man aus
ſeinem Verhalte doch den Schluß ziehen könne, es ſei mit dem Zwang
und der Bedrohung im Nebenzimmer nicht ſo ernſt geweſen, wenn man
wvolle, köme man ihm ja hieraus das Einverſtändnis mit den
Hoch=
verrätern ableiten.
Eine weitere Frage der Verteidigung veranlaßt den Zeugen, ein
Mißverſtändnis in ſeiner erſten Ausſage zu berichtigen, in der er davon
geſprochen hatte, daß Dr. Weber einen Befehl an die auswärtigen
Ortsgruppen des Bundes „Oberland” mit dem Namen Kahrs gefälſ.ht
habe. Der Befehl habe die Unterſchrift Dr. Webers getragen. Eine
Fälſchung liege alſo nicht vor, dagegen bleibe der Mißbrauch des Namens
Kahr unbedingt beſtehen, der in dem Befehl als Diktator neben Hitler,
Ludendorff und den anderen Herren genannt war, noch ehe die Aktion
im Bürgerbräukoller ſtattgefunden hatte.
Rechtsanwalt Holl erklärt dazu, Dr. Weber iſt, wenn er wirklich
Hochverräter wäre, ein ehrlicher Hochverräter. Er muß alſo Wert
dar=
auf legen, daß ihm keine Lügen oder Fälſchungen vorgeworfen werden.
Die Verteidigung ſtellt darauf feſt, daß der Zeuge ſich mit ſeiner
Darſtellung des Telephongeſprächs mit Dr. Weber am 8. November
mit=
tags in Widerſprüche verwickelt habe.
Der Vorſitzende ſtellt an Hand des amtlichen ſtenographiſchen
Proto=
kolls der erſten Ausſage Seißers feſt, daß der Zeuge die ihm in den
Mund gelegte Aeußerung in der erſten Ausſage überhaupt nicht
ge=
braucht hat.
Mit weiteren, zur Sache unerbeblichen Fragen wird die
Verneh=
mung des Zeugen beendet, der zum Schluß erneut darum bittet, ſämtliche
Offiziere der Landespolizei über die von ihm geleiteten Beſpr chungen
und deren Inhalt zu vernehmen, um in der Oeffentlichkeit nicht den
Eindruck entſtehen zu laſſen, als ſei dort etwas beſprochen worden, was
das Licht des Tages zu ſcheuen habe.
F
Dei Jarcier Moroprozeß.
Leipzig, 14. März. Am heutigen dritten
Verhandlungs=
tage wiro zunächſt die Zeugenvernehmung fortgeſetzt, die keine
weſentlſchen Momente zutage ſördert. Hierauf wiro der
Ange=
klagte Lanowirt Bruno Friae aufgerufen: Der Deutſchvöltiſchen
Freiheitspartei anzugehören beſtreitet er, nachdem er in der
Vor=
unterſuchung die Zugehörig eit zugegeben hat. Als er von der
Ermordung Kadows erfuhr, erklarte er ſich bereit, den
Angetlag=
ten Juriſch und Zenz die Möglichteit zu geben, zu verſchwinden.
Auch den anderen Angeklagten half er weiter. Juriſch beſtatigt
m Weſentlichen die Angaben Friaes, erllärt aber weiter, Fride
habe ſeinen Unmut über die Ausführung der Tat ausgeoruät
und dies als dumm beziichnet. Zenz beſtreitet, die Aeußerung
Frickes gehört zu habe:.
Der Angetlagte Juriſch ſchilderte ſeine Begegnung mit dem
Angeklagten Leutnant a. D. Thomſon und dem Leutnant a. D.
Hoffmann, die nach ſeiner Anſicht über die Tat unterrichtet waren.
Später habe er von dem angetlagten Gutsſekretär Wulbrede, dem
er über die Tat berichtet hat, das Fahrgeld erhalten, um nach
Berlin fahren zu können. Von dem angeklagten Kaufmann
Rich=
ter habe er in Berlin ebenfalls 30009 Mark bezogen und die
Weifung erhalten, ſich nach Hannover zum Verlag des „Sturm”
begeben, wo er eine Stelle erhalten würde. Er ſei jedoch nicht
gefahren, da er gefürchtet habe, von den Roßbach=Anhängern
be=
ſeitigt zu werden. Der Unterſuchungsrichter, Landgerichtsdireltor
Dr. Richter, äußert ſich über die Deutſchvölkiſche Freiheitspartei
in Mecklenburg. Sämtliche Angeklagten hätten ſich ihm
gegen=
über mit einem gewiſſen Siolz als Mitglieder der
Deutſchvölki=
ſchen Freiheitspartei bekannt. Auch habe von Graefe ſeine
Partei=
freunde im Unterſuchungsgefängnis beſucht. Der angeklagte
Leutnart a. D. Hoffmann, der nunmehr vernommen wird, war
Mitglied der Organiſation Roßbach. Später wurde er Mitglied
der Deutſchvölkiſchen Freiheitspartei. Er widerruft ſein in der
Vorunterſuchung abgelegtes Geſtändnis, daß er ſchon früher von
der Tat Kenntnis gehabt habe.
In der Nachmittagsſitzung des Parchim=Prozeſſes wurde mit
der Vernehmung der Angeklagten fortgefahren. Weſentlich Neues
ergaben die Vernehmungen nicht. Regierungsrat Wiggers
erklärt noch, daß Parchim ein Hauptſitz der Kommuniſten war.
Vor den Wahlen.
Haupiwahl zum Reichstag am 4. Mai.
Berlin, 14. März. Heute nachmittag fand eine
Kabi=
nettsſitzung ſtatt, in der über den Wahltermin beraten
wurde. Der Beſchluß des Reichskabinetts wurde im Laufe des
Abends dem Reichspräſidenten mitgeteilt.
Der Reichspräſident hat auf Grund des § 6 des
Reichswahlgeſetzes angeordnet, daß die Hauptwahl zum
Reichstag am 4. Mai ſtattfindet.
Einſchränkung der Wahlverſammlungen
6
weirend der Oſterzeit.
Berlin, 14. März. Die amtliche Stellungnahme des
Reichsrates zu vem om Reichstag beſchloſſenen
Einſchrän=
kung der Wahlderſammlungen während der
Oſter=
zeit wurde in der Preſſe vielfach dahin ausgelegt, als habe
der Reichsrat den Reichstagsbeſchlüſſen ſeine Zuſtimmung
ver=
ſagt, damit das Gcſetz zum Scheitern gebracht werde. Dies iſt
unzutreffend. Der Beſchluß des Reichstages wurde mit
ein=
facher Mehrheit gefaßt. Da e3 ſich um ein verfaſſungsänderndes
Geſetz handelte, wäre eine Zwei=Drittel=Mehrheit erforderlich
geweſen. Mangels Erfüllung dieſer Vorausſetzung liegt ein
gültiger Geſetzbeſchluß des Reichstags überhaupt nicht vor. Für
den Reichsrat entfiel daher
ei=
öglichkeit, zu den Beſchlüſſen
des Reichstages Stellung zu :.—
*:. Er hat lediglich von den
Reichstagsbeſchlüſſen Lenninis mmen.
Wahl=Arbeitsgems:” haff in Bayern.
München, 14. Mär=, Anläßlic der bevorſtehenden Wahlen
haben ſich die Bayeriſche Mittelparkei, die Bayeriſche Volkspartei,
die Nationalliberale Landespartei Bayerns, eine Reihe
vater=
ländiſcher Verbände, der Arbeitsausſchuß deutſchnationaler
In=
duſtrieller, der Bayeriſche Gewerbebund, der Bayeriſche
Chriſt=
liche Bauernverein und mehrere katholiſche Vereine zu einer
Arbeitsgemeinſchaft mit der Parole zuſammengefunden,
gemein=
am den Kampf zu führen für ein Programm, deſſen Ziele ſind:
Volksentſcheid, Reichsgedanke auf föderaliſtiſcher Grundlage,
Rückgewinnung der bundesſtaatlichen Rechte Bayerns, deutſches
Volkstum auf chriſtlicher Staatsgrundlage, gerechte Bewertung
der Arbeit, Wiedergewinnung der Wehrhaftigkeit, Erhaltung des
monarchiſchen Gedankens, Erhaltung der bodenſtändigen Kultur
und des Mittelſtandes, Kampf gegen die neue Inflation und
gegen den Internationalismus.
Ende Mai Neuwahlen in Frankreich.
* Paris 14. März. (Priv.=Tel.) Auf eine Anfrage des
Senators de Jouvenel erklärte Poincaré heute im Senat,
daß die Neuwahlen noch vor Ende Mai ſtattfinden werden. Das
iſt die erſte poſitive Angabe, die von berufener Seite über das
Datum der Wahl gemacht worden iſt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite G.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924,
Rummer 75.
Darmſtadi, 15. März.
Wohnungsneubau.
HK. In Tortführung der ſeither gepflogenen Verhandlungen wurde
beſchloſſen, daß ſich, die ſeit kurzem heſtehende Arbeitsgemeinſchaft unter
Heſſiſche Hondtze kskammer mit der Handwerker=
Zentralgenoſſen=
ſchaft,
Bund Deutſcher Architekten, Ortsgruppe Darmſtadt,
Bauſtoffinduſtrie und Baugewerbe,
in genoſſenſchaſtlicher Form aktionsfähig zuſammenſchließt, um die
ſo=
fortige Inangriffnahme des privaten
Wohnungs=
baues tatkräftig zu betreiben. In den ſeitherigen Veröffentlichungen
der Darmſtädter Archirektengrüppe iſt wiederholt hingewieſen worden
auf den ſozialen und wirtſchaftlichen Nutzen einer intenſiven
Baubele=
bung. Auf der einen Seite maßloſes Wohg ungselend mit allen geſund
heitlichen und ſittlichen Gefahren und dem glühenden Verlangen der
Be=
trofenen nach ſchöner, geräumiger Heimſtätte, wenn auch unter Opfern.
Auf der anderen Seite die brachliegenden Gewerbe mit arbeitsloſen
Unternehmern und Arbeitern, auch mit kleinſter Verdienſtſpanne bereit
zur Arbeitsübernahme. Unter dem Druck ſolcher Verhältniſſe hat ſich
die Gemeinſchaft die Aufgabe geſtellt, eine intenſive Baubelebung
praktiſch mit allen zu ergreifenden Mitteln zu
ver=
wirklichen. Es jollen Häuſer ſovohl auf eigene Rechnung der
Ge=
noſſenſchaft, als auch auf Rechnung von Intereſſenten erſtellt werden.
Bei letzteren wiedet m ſowohl Einzelbauten als auch vorteilhaftere
Gruppenbauten. Ueherhaupt wird jede nur irgendwie
erdenk=
liche Verbilligung in Anſpruch genommen bei ſtrengſter
Wah=
rung einer beſten Qualität der Arbeit. Verſuche mit unerprobten Ba.
i=
weiſen, die die Vergeudung des Baukapitals (wie ſeither mehrfach
ge=
ſchehen) aufs Spiel ſetzen, werden abzelehnt.
Die
Finanzierungs=
pläne ſind mannigfaltig. Sowohl pri ates als öffentliches Kapital gilt
es zu intereſſieren und trotz aller noch beſtehenden Hemmniſſe baldigſt
flüſſig zu machen, ſowie ſonſtige verbilligende Vorteile zu erwirken. Auf
die Sammlung und zweckdienliche Verwendung aller hierfür zur
Ver=
fügung ſtehenden öffentlichen Mittel wird hingewirkt werden.
Zunächft gilt es, die Bauintereſſenten und
Wohnungs=
liebhaber, wenn auch nur mit wenigem Kapital, zu ſammeln.
Solche werden gebeten, alsbald mit dem Geſchäftsführer der Darm
ſtädter Architektengruppe, Architekt Rud. Strecker, Nieder=
Ram=
ſtädter Straße 65 (Telephon 1998), in Verbindung zu treten.
Es findet dort eine eingehende Bauberatung der
Intereſſen=
ten, ſowie die Zuſammenführung von Wohnungsliebhabern mit
ungenü=
gendem Kapital ſtatt.
— Gewerbemuſeun. Am Sonntag, den 16. d. M., wird im
Licht=
hof des Muſeums eine Ausſtellung der Techniſchen
Lehranſtal=
en in Offenbach eröffnet, welche Arbeiten der Textilklaſſe, der
Architektur=Abteilung und der Drechſlerklaſſe enthält. Den breiteſten
Raum nehmen Baſtarbeiten ein, die unter Leitung von Fräulein
Steudel in der Textilklaſſe hergeſtellt wurden.
Zuſammenlegung und einheitliche Verwaltung der ſozialen
Ber=
ſicherungseinrichtungen. Ein Antrag der Abgg. Hofmann=
Seligen=
ſtadt und Genoſſen will, daß die Regierung beim Reich für die
Zuſam=
menlegung und einheitliche Verwaltung der ſozialen Einrichtungen der
Kranken=, Alters=, Invalidenverſicherung, der Berufsgenoſſenſchaften,
und der Privatbeamtenderſicherung eintritt.
* Der Richard Wguer=Verein, wird ſeine ein halbes Jahr lang
geſchloſſen geweſenen Pforten wieder eröffnen. Das iſt eine Nachricht,
die weite Kreiſe des Darmſtädter muſikaliſchen Publikums mit großer
Freude erfüllen wird. Eine große Anzahl erſter auswärtiger Kunſt
kräfte, die man bei uns im letzten Winter lebhaft vermißte, hat ihr
luftreten im populären Rahmen des Vereins bereits feſt zugeſagt. Die
Eintritspreiſe werden, wie früher, aufs niedrigſte bemeſſen ſein, ſodaß
wieder Kunſtgenüſſe erleſener Art allen Schichten unſerer BehüFkerung
zugänglich ſein werden. Aumeldungen werden bei Beixz. A=nold
Vilhelminenſtraße ”) bis auf weiteres entgegeugenommcs für die
Frühjahrsmonate berechtigen die Mitgliedstaiten von 1925 zur:
Fin=
tritt zu halben Preiſen. Der erſte (336.) Abens ſnü Mütik:: . 7 77::i,
ſtattfinden und den elften Klavierabend von Frau Frieds c
Hodapp aus Berlin briugen.
—: Krieger=Verein 1874 Darmſtadt E. V. Das Geickazzkrändf tei.t
mit, daß vorgen. Verein am 4., 5. und 6. Jut: d. „7. Sie +i.
ixFe=
kehr ſeines Gründungstages feſtlich begehen wird. Am 4., z5ends & U9r,
findet Fackelzug der beteiligten Vereine ſtatt. Aufſtellung MNezpiatz,
Ab=
marſch durch die Straßen der Stadt. Auflöſung am MeßFix. Am .,
abends 8 Uhr, Feſtkommers mit Damen im Städt. Saalbau,
Vorfüh=
ig des Stückes „Armin, der Befreier” darnas Uebexreichung der
Chrendiplome für 50jährige Mitgliedſchaft, Einweihuns der
Gedeni=
ifel für die gefallenen Veerinskameraden. Gefangs= und Dexikvorrräge.
Am 6., vormittags 10 Uhr, Feſtgottesdienſt auf dem Marienplatz.
An=
ſprachen der Geiſtlichen ſämtlicher Konfeſſionen. 15 U9r Feſteſſin im
Saalbau und andern noch bekannt zu gebenden Lskalerx. 3 Uhr Feſtzug.
Aufſtellung Meßplatz, Beteiligung ſämtlicher Kriegervexeine Heſſens
id angrenzenden Staaten. Abends 6 Uhr Feſtball im Saalbau,
hrenddeſſen Theater, Geſang und Konzeri. An die Darmſtädter
eine, Korporationen und Verbiinde ergeht hierburch die herzliche
tte, ſich vollzählig an der Jubelfeier beteiligen zu wolen. Auskunſt
und Anmeldung beim 1. Präſidenten obigen Vereins,
Mathilden=
ſtraße 32, II.
3. Die Koſten der Fortbildungsſchulen. Nach dem Volksſchulgeſetze
vom 25. Oktober 1921 ſollen die fortbildungsſchulpflichtigen
Jugend=
lichen in beſonders beruflich gegliederten Fortbildungsſchulen eine
beruf=
liche Ausbildung erfahren. Nach Artikel 62 Geſ. haben die Gemeinden
die ſachlichen Koſten der Fortbildungsſchulen zu tragen; in Gemeinden
mit zentralen Fortbildungsſchulen ſind nun durch die Zuweiſung
aus=
irts wohnender Fortbildungsſchulpflichriger vielfach nicht unerhebliche
Mehrkoſten entſtanden, die ihnen unter heutigen Verhältniſſen nicht
zu=
gemutet werden können. Es erſcheint vielmehr richtig, die Heimat
emeinden der Schüler zu den fachlichen Koſten der zentralen
Fort=
bildungsſchule heranzuziehen. In vielen Fällen haben jedoch die
Hei=
matgemeinden einen Erſatz ihres Koſtenanteils mit der Begründung
ab=
gelehnt, daß ſie geſetzlich hierzu nicht verpflichtet ſeien. Das
Landes=
amt für Bildungsweſen vertritt die Anſicht, daß es im Wege
authenti=
ſcher Interpretation des Geſetzes möglich iſt, die Fortbildungsſchulen in
ſinngemäßer Anwendung des Art. 67 Abſ. 1 den Volksſchulen
gleichzu=
ſtellen, ohne daß eine formelle Aenderung oder Ergänzung des
Volks=
ſchulgeſetzes notwendig wird, und bittet den Sonderausſchuß, dieſer
Auslegung zuzuſtimmen.
— Familiengeſchichtliche Vereinigung. In der nächſten
Monats=
ſitzung, Dienstag, den 18. März, abends 8½ Uhr, im Staatsarchiv macht
räſident D. Dr. Nebel Exz. Mitteilungen aus den Familien ſeiner
Ahnen.
— Neue Stenographiekurſe. Der Gabelsberger Stenographenverein
von 1861, 1. Darmſtädter Fachſchule für Stenographie und
Maſchinen=
ſchreiben, eröffnet am Montag, den 17. d. M., und am Donnerstag, den
20. d. M., neue Anfängerkurſe in Stenographie und Maſchinenſchreiben
in der Ballonſchule, beginnend abends 8 Uhr. Anmeldungen erfolgen
in der erſten Stunde. Durch nur erſte Lehrkräfte iſt einem jeden in
kürzeſter Zeit Gelegenheit geboten, Stenographie und
Maſchinen=
ſchreiben gründlich zu erlernen. (Näh. ſ. Anz.)
L. V.A. Heilverfahren. Wie bereits mitgeteilt, hat die
Lan=
desverſicherungsanſtalt Heſſen in Darmſtadt das Heilverfahren
für Tuberkulöſe ſeit einiger Zeit wieder aufgenommen. Nunmehr
hat ſich die Anſtalt entſchloſſen, auch das Heilverfahren für die
Verſicherten, die an anderen Krankheiten als Tuberkuloſe leiden,
in Gang zu bringen, und in geeigneten Fällen Kuren für
Herz=
kranke, Nervöſe, Rheumatiker uſw. wieder zu übernehmen.
Da=
mit iſt die Krankenfürſorge im früheren Umfange
wiederherge=
ſtellt. Anträge auf Uebernahme eines Heilverfahrens ſind durch
Vermittlung der zuſtändigen Krankenkaſſe bei der
Landesverſiche=
rungsanſtalt zu ſtellen.
Kinderſpeiſung. Das „Allen=Committee” hat beſchloſſen,
zur Förderung der Sammlungen für die Kinderſpeiſung
ſich auch der Ueberſchüſſe zu bedienen, die aus einem gut
durch=
geführten Lebensmittelpaketverſand erwachſen
kön=
nen. Zu dieſem Zweck iſt in Amerika die Einrichtung getroffen
worden, daß Freunde, Bekannte und Verwandte von Deutſchen
in amerikaniſchen Banken für 10 Dollar eine Anweiſung auf ein
über 1 Zentner ſchweres Lebensmittelpake=
(Bahnkiſte) Mehl, Zucker, Kaffee, Reis, Fett uſw. kaufen können.
Der Inhalt dieſer Kiſten iſt infolge günſtigen Einkaufs für
weni=
ger als 10 Dollar erworben, ſo daß jeder Käufer nicht nur ſeinem
Freunde in Deutſchland, ſondern zugleich der Kinderſpeiſung
hilft, in deren Kaſſe der Ueberſchuß fließt. Der Deutſche
Zentral=
ausſchuß bittet, für die Lebensmittelpakete Propaganda zu
machen. Alles nähere iſt durch das Städtiſche Wohlfahrtsamt
Darmſtadt, Zimmer Nr. 73, zu erfahren. Hier erfolgt auch die
unentgeltliche Abgabe der Bekanntmachungsformulare und
Be=
ſtellzettel für die Sendungen.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
vom 15. bis 23. März 1924.
Großes Haus.
Sonntag: 5½ Uhr: „Aida” Oper von Verdi. A 16. Preiſe:
1—10 Mk.
Montag:
7 Uhr: Geſellſchaftsabend zur Erhaltung des
Lan=
destheaters: Eskimofilm „Nanuk, der Pelzjäger”.
Preiſe: 1—9 Mk.
Uhr: Einmaliges Gaſtſpiel der ruſſiſchen Schau=
Dienstag:
ſpieltruppe mit Elena Polewitzkaja: „Ekaterina
Jwanowna”. L. Andrejew. Preiſe: 1—5 Mk.
Mittwoch: 7 Uhr: „Othello”. Oper von Verdi. B 15. Preiſe:
0,90—9 Mk.
Donnerst.: 7 Uhr: „Prinz Friedrich von Homburg”. Schauſpiel
von Kleiſt. F16, f8. Preiſe: 0,80—8 Mk
Freitag: 7 Uhr: Neu einſtudiert: „Hans Heiling”. Oper von
Marſchner. D15. Preiſe: 1—10 Mk.
Samstag: 7 Uhr: „König Lear”. Schauſpiel von Shakeſpeare.
Sondermiete 19 (10) und 22 (11). Preiſe: 0,70—7 Mk.
Sonntag: 6½ Uhr: „Hans Heiling”. C16. Preiſe: 1—10 Mk.
Dienstag:
Kleines Haus.
Sonntag: Vorm. 11½ Uhr: Vortrag Dr. Menninger: „Das
Bühnenbild als Ausdruck des Theaters”. Preiſe:
1, 2, 3 Mk. — Abends 7 Uhr: „Was Ihr wollt”
Sonntags=Fremdenmiete Er1 (3). Preiſe: 1—5 Mk.
Montag: Keine Vorſtellung.
lihr: „Der Darbier von Sevilla”. Oper von
Roſſini. Sondermiete 16 (10). Preiſe: 1—5 Mk.
Mittwoch: 7½ Uhr: „Frühlings Erwachen”. Schauſpiel von
Wedekind. Sondermiete 13 (10). Preiſe: 1—5 Mk.
Donnerst.: 7 Uhr: Zum erſten Male: „Baſtien und Baſtienne‟;
hierauf: „Die Gärtnerin aus Liebe‟. Opern von
Mozart. Zuſatzmiete 1X 7. Preiſe: 1—5 Mk.
Freitag: Keine Vorſtellung.
Samstag: Nachm. 3 Uhr: „Figaros Hochzeit”, Oper v. Mozart.
Samstags=Fremdenmiete Er II (5). Preiſe: 1—5 Mk.
Abends 8 Uhr: Julius=Weismann=Konzert unter
Mitwirkung des Komponiſten. Preiſe: 1, 2, 3 Mk.
Sonntag: Vorm. 11½ Uihr: Vereinigung der Freunde des
humaniſtiſchen Gymnaſiums: „Homers Nauſikaa=
Idyll”. — Abends 6½ Uhr: Zum erſten Male=
„Bürger Schippel”. Schauſpiel von Sternheim.
Zuſatzmiete K 7. Preiſe: 1,20—6 Mkr.
— Liederabend Hoefflin. Auf den heute Freitag, den 14. März,
abends 8 Uhr, im Kleinen Haus ſtattfindenden Liederabend von Hans
Hoefflin ſei hiermit nochmals hingewieſen. Karten bei Konzert=Arnold
(Wilhelminenſtraße 9) und an der Abendkaſſe.
— Vereinigung der Freunde des Human ſtiſchen Gymnaſiums. Wir
machen die Mitglieder und Freunde der Vereinigung nachdrücklich
auf=
merkſam auf Profeſſor Dr. Behns Filmvortrag „
Tutankha=
mon”: Heute, Samstag, abends 8 Uhr, im Kleinen Haus.
— Verein ehemaliger Jäger zu Pferde Nr. 3, Bezirk Darmſtadt.
Am Sonntag, den 16. März, vormittags, findet im Reſtaurant Wolf,
Waldſtraße 23, eine wichtige Verſammlung ſtatt, zu welcher alle
ehe=
maligen Dritten Jäger zu Pferde Nr. 3 dringend eingeladen
wer=
den. Als Hauxtpunkt der Tagesordnung kommt zur Beſprechung der
am 21. und 22. Juni ds. Js. in Marburg a. L. ſtattſindende
Regiments=
appell.
Geſchäftsjubiläum. Die Firma J. Rühl, jetzt Firma Rühl u.
Lang, kann am Samstag, den 15. März, auf ihr 65jähriges
Be=
ſtehen des Geſchäfts zurückblicken.
— Die Bezüge der Staatsbeamten i. R. für das letzte Märzdrittel
werden ausgezahlt von der Landes=Hypothekenbank an die Berechtigten
deren Familiennamen beginnen mit den Buchſtaben A—K am 17. März,
2—Z am 18. März — jeweils von 8½ Uhr bis 12½/ Uhr. — In
Aus=
nahmefällen kann von dieſer Einteilung abgewichen werden. An
die an beiden Tagen Verhinderten wird Zahlung am 19. und 20. März
geleiſtet.
Penſionszahlungen. Am Montag, den 17. März 1924, von 10
Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags und 3—5 Uhr nahmittags findet die
Zahlung der Penſionen an die in Darmſtadt wohnhaften Penſionär
(nicht Rentenempfänger) beim Verſorgungsamt Darmſtadt — in
den=
ſeiben Zimmern wie bisher — ſtatt. Am 18. d. M., von 10—12 Uhr,
kann die Penſion noch bei der Kaſſe — Zimmer 80 — empfangen
wer=
den. Nicht abgeholte Beträge werden den Empfängern am 19. d. M.
koſtenpflichtig durch die Poſt überſandt.
— Städtiſche Feuer= und Rettungswache. Am Montag, 17. März,
ſindet die Vereinigung der Rettungswache mit der Feuerwache und
da=
mit auch ihr Umzug von Bismarckſtraße 28 nach Kirchſtraße 13 ſtatt.
Trotzdem bleibt ihre Tätigkeit bezüglich des Krankenbeforderungs= und
Rettungsdienſtes bei Unfällen uſw. die gleiche, wie bisher. Im
Bedarfs=
falle kann ſie mittels Poſtfernſprecher durch Vermittlung des
Stadt=
amtes benachrichtigt werden.
* Das evangeliſche Predigerſeminar zu Friedberg wird diesmal
ſein Sommerſemeſter bereits am 1. April eröffnen. Anmeldungen
ſind alsbald an die Direktion zu richten.
— Städtiſche Leſehalle. Die Räume der Städtiſchen Leſehalle ſind
für den Monat März Sonntags von vormittags 10 Uhr bis 4 Uhr
nachmittags geöffnet. An den Wochentagen iſt die Oeffnungszeit wie
immer von vormittags 10 Uhr bis abends 9 Uhr.
— Die Gebühren der Schornſteinfeger ſind ab 10. ds. Mts. auf
Goldmark geſtellt. Sie betragen: 1. Für die Reinigung von ſteigbaren,
ſogen, deutſchen Schornſteinen, die 1 Stockwerk durchlaufen, 20
Gold=
pfennige, bei Durchlaufen von zwei 25, von drei 30, von vier 35, von
fünf 40, von ſechs 45 uſw., für jedes weitere Stockwerk 5 Goldpfennige
2. Für die Reinigung von engen, ſogen, ruſſiſchen Schornſteinen je nach
Durchlaufung der Stockwerke, 15, 20, 25, 30, 35, 40 uſw., für jedes weitere
5 Goldpfennige. 3. Für das Reinigen eines Schornſteinauffatzes bis
zu 2 Meter Höhe 5 Goldpfennige, über 2 Meter 10 Goldpfennige. 1
Für das einmalige Reinigen eines engen ruſſiſchen, in das Gebäude
eingebauten Zentralheizungs=, Wäſcherei=, Schreinerei=, Metzgerei=,
Schmiede= Hotelküchen=, Gaſtwirtſchaftsſchornſteins, ſowie eines
ruſſi=
ſchen Bäckerei oder ähnlichen gewerblichen Werken dienenden
Schorn=
ſteins, ohne Rückſicht auf Stockhöhe, 40 Goldpfennige. 5. Für Reinigung
von weiten, ſteigbaren, in das Gebäude eingebauten
Zentralheizungs=
ſchornſteinen oder ſolchen Schornſteinen, die vorgenannten gewerblichen
Zwecken dienen, ſowie von Schornſteinen für größere Feuerungen zu
ge=
verblichen (und ähnlichen) Zwecken, die in ihrer Höhe ganz (oder teil
weiſe) freiſtehen, für jeden laufenden Meter 12 Goldpfennige. Für
Reinigung von Schornſteinen für Dampfkeſſelfeuerungen und Ziegeleien
berechnen ſich die Gebühren nach dem Lohntarif nach Stunden. 6. Für
Ausbrennen ruſſiſcher Schornſteine einſchließlich Fegung (§ 32 der
Schornſteinfegerordnung) ſind doppelte Gebühren zu entrichten. 7. Bei
Inanſpruchnahme außerhalb der regelmäßigen Fegeperioden ſteht dem
Meiſter Ganggebühr zu, die ſich nach Stunden und Lohntarif berechnen,
neben den tarifmäßigen Reinigungsgebühren. 8. Für Reinigungen zur
Nachtzeit, während Ueberſtunden an Sonn= und Feiertagen (als Nacht=
und Ueberſtunden gelten die im Lohntarif feſtgelegten Zeiten) ſind
auße=
den tarifmäßigen Stundenlöhnen die doppelten Gebühren zu entrichten,
9. Für Stellen geeigneten Materials, für Ausbrennen der Schornſteine
kann der Schornſteinfeger eine Vergütung von 20 Goldpfennigen für den
Schornſtein verlangen.
Als Goldmark gilt der Gegenwert von 1= nordamerikaniſchen
Dollars. Für Vornahme der Reinigung außerhalb der Gemarkung des
Sitzes des Meiſters iſt ein Zuſchlag auf die nach den Gebührenſätzen zu
errechnende Zahlung von 10 Prozent zu leiſten. In die Gebühren iſt
die Umſatzſteuer eingerechnet. Eine beſondere In
rechnungſtellung der Steuer iſt daher nicht ſtatthaft.
Billiger Sonntag im Zoologiſchen Garten in Frankfurt. Am
Sonntag, den 16. März, iſt der Garten und das Aquarium während
des ganzen Tages zu halben Eintrittspreiſen zugänglich. Nachmittags
Uhr und abends 8 Uhr finden Sonderkonzerte ſtatt. Bei ſchönem
Wetter Reit= und Fahrbetrieb im Wäldchen.
— Warenverſandt nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika.
Zur Verhütung der Einſchleppung von Viehſeuchen ſind in den
Vereinig=
ten Staaten ſtrenge Vorſchriften über die Einfuhr von in Heu oder in
Stroh verpackten Waren erlaſſen worden. Wenn Heu oder Stroh als
Verpackungsmaterial verwendet wird, ſo muß dasſelbe vor Gebrauck
desinfiziert werden und das Desinfektionsatteſt mit der
Konſulats=
faktura dem amerikaniſchen Konſul zur Beglaubigung vorgelegt
wer=
den. Um dieſe Umſtändlichkeit zu vermeiden, empfiehlt es ſich, entweder
Papier, Holzwolle oder Aehnliches als Verpackungsmaterial zu
verwven=
den. In dieſem Falle iſt durch ein Schild auf jedem Packſtück und durck
einen Vermerk in der Konſulatsfaktura anzugeben, daß weder Heu noch
Stroh zur Verpackung verwendet wurde. — Neuerdings muß jede
Kon=
ſulatsfaktura eine Umſatzſteuer= und eine Ausfuhrabgabe=Erklärung
ent=
halten. Der engliſche Wortlgut dieſer Erklärungen iſt auf der
Handels=
kammer zu erfahren.
Auswanderung: fieber in Rheinland und Weſifalen.
In Rheinland und Weſtfalen herrſcht ein ausgedehntes
Aus=
wanderungsfieber, das insbeſondere durch die Werbetätigkeit
zweier Siedlungsunternehmungen gefördert worden iſt. Der
deutſche Siedlerbund „Ausland und Heimat” in
Langen=
berg (3hld.) behauptet, in der Lage zu ſein, alle bis zum 8.
Fe=
bruar aufgenommenen Mitglieder ohne eigene Mittel nach
Bra=
ſilien befördern zu können; die deutſche Regierung werde die
Koſten der Fahrt bis zum Haſenort und der Ueberfahrt tragen.
Es handelt ſich um betrügeriſche Verſprechungen, die auf den
Lei=
ter des Bundes, Klein, eine wenig vertrauenzwürdige Perſon,
zurückzuführen ſind. Die erforderlichen Schritte zur
ſtrafrecht=
lichen Verfolgung Kleins und zur Unterdrückung der
gemein=
ſchädlichen Werbetätigkeit des Bundes ſind in die Wege geleitet.
Ferner ſind zahlreiche Vereine in Rheinland und Weſtſalen
entſtanden, die im Vertrauen auf unverbindliche Zuſagen eines
braſilianiſchen Konſulats mit baldiger Ausreiſe nach Braſilien
rechnen. Von der erſten Gründung dieſer Art, dem „Bund für
Siedlungen in Braſilien” in Hagen, ſind ſchon größere Trupps
ausgereiſt, andere haben ſich vorzeitig in Marſch geſetzt und
kamen in Hamburg in Bedrängnis, weil keine Schiffsplätze
be=
legt und die nach Braſilien ausgehenden Dampfer, für langere
Zeit voll beſetzt ſind. Cine drahtliche Mitteilung des deutſchen
Konſulats in Sao Paulo über die Ankunft des erſten Trupps der
Hagener Auswanderer befagt, daß die Uinterbringung der Leute
die größten Schwierigkeiten bereite und der Ausreiſe weiterer
Perſonen dringend zu wiserraten ſei. Wie es ſcheint, hat der
Führer der Bewegung, ein Lagerhalter Langenbach, der ebenſalls
ſchon die Ausreiſe angetreten hat, den Mitgliedern betrügeriſche
Verſprechungen auf Grund eines angeblich mit dem
braſilia=
niſchen Konſulat geſchloſſenen Verrrages gemacht.
Es muß imimer wieder betont iherden, daß eine überſtürzte
Auswanderung ohne ausreiciade Klärung aller Unterlagen den
Auswanderern Enttäuſchungen, Verluſte und größtes Elend zu
bringen geeignet iſt, und daß allen Verſprechungen gegenüber
betreffend freie Fahrt oder freies Land und ſonſtige weitgehende
Vergünſtigungen größte Vorſicht am Platze iſt.
n. Strufkammer. Bei zwei Landwirten zu Jügesheim wurden in
der nämlichen Oktobernacht vor. Js. Kellereinbruiche verübt, wobei der
Dieb in dem einen Falle etwa 30 Pfund eingepökeltes Schweinefleiſch
nebſt einigen Kleidungsftücken, und an der anderen Stelle nur
verſchie=
dene Aepfel nebſt einer Anzahl Schachteln Wichſe erbeutete. Schon am
folgenden Morgen fiel in Offenbach einem Schutzmann auf der Straße
der 24jährige Arbeiter Heinrich Hogmann aus Britten auf; dieſer
machte bezüglich des Inhalts eines mitgeführten Sackes falſche Angaben
und wurde als verdachtig feſtgenommen. Der Sack barg jene
geſtoh=
lenen Sachen, deren Eigentümer ſich auf die Veröffentlichung meldeten.
Der damals nahezu mittelloſe H. will alles von einem Unbekannten
gerade gekauft haben, nachdem er von Frankfurt in Offenbach
einge=
troffen war. Er zeigte jedoch die Spuren größerer Wanderung, und
die von ihm getragene grobſtreifige Mancheſterhoſe hatte ſich im Staub
eines Kellerfenſters am Tatort abgedrückt. Der angebliche Kaufpreis
ſoll nur 80 Milliarden betragen, während der wirkliche Wert vielleicht
auf das 40fache zu ſchätzen war. Das Schöffengericht hat H. als Täter
ſener ſchweren Diebſtähle angefehen und zu insgeſamt 1 Jahr 2 Mon.
Zuchthaus abzüglich 2 Monate Unterſuchungshaft verurteilt. Er gaig
unter fortgeſetzter Unſchuldsbeteuerung in die zweite Inſtanz, erreich”
aber lediglich, daß ſtatt des Zuchthauſes auf Gefängnis in gleicher H.
erkannt wurde, weil H. nur einmal als Dieb vorbeſtraft iſt. — Ve"
*
worfen wurde die Berufung des ſchöffengerichtlich wegen Diebſtahls mit
zwei Monaten Gefängnis belegten 19jährigen Fabrikarbeiters Johann
Heinrich Burkard von Offenbach, der Milderung in Geſtalt einer
bloßen Geldſtrafe anſtrebte. Er hatte an ſeiner dortigen Arbeitsſteile
fortgeſetzt Lederteile für Fahrradſättel bei Seite gebracht und ſich ſo
ungefähr acht Sättel angeeignet. In anbetracht einer Vorſtrafe und
der Häufigkeit ſolcher Fabrikdiebſtähle erſchien das Strafmaß des
Schöf=
fengerichts durchaus gerechtfertigt. — Der 36jährige, bisher unbeſtrafte
Schreiner Chriſtoph Kleemann aus Rödelheim, wohnhaft zu
Offen=
bach, war im November vor. Js. abgefaßt worden, als er mit einer
ungültigen Wochenkarte die Eifenbahnſtrecke nach Rödelheim fahr
wollte. Er hatte dieſe, aus dem Sommer vorher ſtammende, noch in
ſeinem Beſitz befindliche Karte durch Aenderung der Wochenzahl
ver=
fälſcht, ohne ſich des öffentlichen Charakters ſolcher Urkunde bewußt zu
ſein, weshalb die Anklage auf ſchwere Privaturkundenfälſchung (in
Tat=
einheit mit Betrugsverſuch) lautet. Mit Zubilligung mildernder
Um=
ſtände wurde Kl. zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. — Beſonderer Art
iſt ein Fall, in dem der 24jährige unbeſtrafte Schriftſetzer 2i. Schnell
aus Neu=Iſenburg ſchwerer Urkundenfälſchung nebſt Betrugsverſuchs
angeklagt war, aber mangels Beweiſes der ſubjektiven Seite
freigeſpro=
chen wurde. Seine Schwiegermutter hatte im vorigen Herbſt von
Ver=
wandten in Amerika einen Scheck auf 21 Billionen Mark erhalten, auf
dem nach der richtigen Markziffer von 15 Stellen noch in Worten nach
amerikaniſchem, unſere Billion mit Trillion bezeichnendem
Sprachge=
brauch ebenſoviel Trillionen angegeben war. Der Angeklagte erbot
ſich=
zur Erhebung des Geldes bei einer Bank in Frankfurt a. M., da er doch
dorthin komme, verzögerte die Sache und zeigte zuletzt den nun von ihn
in der Ziffer auf Trillionen unſeres Sprachgebrauchs abgeänderken
Scheck bei der Neu=Iſenburger Filiale der Mitteldeutſchen Kreditbank
vor. Dabei machte er ſich auch durch die falſche Angabe, der Scheck ge
höre ſeiner Frau uſw., verdächtig. Einlöſung zu der unzutreffenden
Trillionenſumme erfolgte nicht; der Angeklagte beſtreitet jede auf eine
rechtswidrige Bereicherung gerichtete Abſicht und will die fragliche
Aen=
derung in beſtem Glauben zur Verbeſſerung eines vermeintlichen
Irr=
tums bewirkt haben. Das Gericht hielt dieſer Verteidigung für nicht
ausreichend widerlegt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritil.
Kam. Vereinigung ehem. Heſſ. Garde=Drag. 23,
Hauptgruppe Darmſtadt. Am Sonntag, den 16. März, nachmittags 4 Uhr
findet im Vereinslokal, Reſtaurant „Zur Eiſenbahn”, Ecke Neckar= und
Eliſabethenſtraße, Verſammlung ſtatt.
— Ludwigshöhe. Sonntag, 4 Uhr nachmittags, Orcheſter=
Konzert. Im Programm etwa folgendes: Ouverturen: Roſſini: Die=
Herold: Zampa, Wagner: 3. Akt und Feſttieſe Meiſter=
Der Lenz iſt da, L. Hildach; Spaniſche Rhapſodie von
ſinger,
Richardy, Walzertraum und als Einlage modernſte Operettenſchlager.
Die Leitung liegt dieſes Mal in Händen des Herrn M. Weber.
— Der Klub Fröhlichkeit 1891 E. V. hält am Sonntag,
16. März, im Städtiſchen Saalbau ſein diesjähriges Frühlingsfeſt ab.
Der Klub, bekannt durch ſeine früheren Leiſtungen, wird auch bei
die=
ſem Feſte in Geſang und Theater ſehr Gutes bieten. (S. Anzeige.)
— Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt
E. V. (Infanteriekaſerne, Alexanderſtraße). Sonntag abend um 8 Uhr
pricht Herr Reichsjugendſekretär W. Stoeltzner über „Auf Peter
Roſeggers Spuren” (Erlebtes und Erleſenes). Danach
Evangeliſations=
verkündigung: „Vom Erleben Gottes”.
— Jugendbund für entſchiedenes Chriſtentum
(Mühlſtraße 24). Am kommenden Sonntag Abend werden Mitglieder
unſeres Bundes das Deklamatorium „Die Frauen von Philippi” zum
Vortrag bringen. Beginn 8 Uhr. (Siehe Anz.). — Der Freundekreis
üir junge Männer verſammelt ſich am nächſten Mittwoch um 8½ Uhr
in unſerem Heim. Das Thema, das behandelt werden ſoll, lautet:
„Hat das Beten einen Wert in unſerem Berufsleben.”
Parlamentariſches.
* Abg. Kindt hat an die Regierung folgende Anfragen gerichtet:
1. Iſt es richtig, daß die Regierung reſp. das Miniſterium des Innern
einen ſeit kaum zwei Jahren in ſeinem Dienſt befindlichen mittleren
Beamten jetzt zum Polizeirat ernannt hat, obwohl für die übrige
Be=
amtenſchaft Anſtellungen und Beförderungen auf Grund der Abbau=
Verordnungen bis zum 1. April geſperrt ſind? 2. Iſt es richtig, daß der
neue Polizeirat nicht einmal Polizei=(Fach=)beamter iſt? 3. Iſt es richtig
daß der neue Polizeirat den Unterſchied zwiſchen Gruppe 8 und 10
aus einem beſonderen Fonds erhält oder erhalten hat, und wer hat
die Regierung zur Umgehung geſetzlicher Beſoldungsmaßnahmen
er=
mächtigt? 4. Iſt es richtig, daß für die Beſetzung dieſer
Polizeirats=
ſtelle die untadelige republikaniſche Geſinnung den Ausſchlag gab? 5. Iſt
3 richtig, daß der neue Polizeirat eingeſchriebenes Mitglied der
Sozial=
demokratiſchen Partei iſt? 6. Iſt es der Oeffentlichkeit gegenüber zu
ver=
antworten, daß die Polizei, die ein überparteiliches Sicherheits=
Verwal=
tungs= und Gerihtsorgan zu ſein hat, einſeitig ſozialdemokratiſchen
Ein=
flüfſen ausgeliefert wird? 7. Iſt es unſerer verdienten, berufserfahrenen
Polizeibeamtenſchaft gegenüber vertretbar, daß man derartige
Beför=
derungsſtellen fachfremden Parteigünſtlingen zuweiſt, ſtatt tüchtigen
Polßeibeamten hier einen Aufſtieg zu ermöglichen?.
Rummer 75.
Aus Heſſen.
H. Eberſtadt, 14. März. Gemeinderatsſitzung. Die ſchon
ſeit 1919 geplante Weiterführung der elektriſchen Straßenbahn nach
Pfungſtadt iſt auf Anregung der „Heag” zum Gegenſtande der
Erörte=
rungen im Gemeinderat gemacht worden. Da die Stellung des
erforder=
lichen Geländes noch nicht geklart iſt und dieſer zunächſt näher getreten
werden muß, ſoll die „Heag” um Vorlage des geplanten Projekts erſucht
werden. Die Herſtellung der Bauarbeiten und Rohrleitung für das
Schwimmbad ſoll zur öffentlichen Verg bung ausgeſchrieben werden.
Das Baugeſuch des Johannes Grünewald II., die Einrichtung eines
Ladens betreffend, wird genehmigt. Die beiden Wohnungen in dem von
der Gemeinde neu erworbenen Hauſe Hügelſtraße 32 werden dem Geoxg
Hach II. und der Familie Franz Schuhmann zugeteilt. Für die
regel=
mäßige Beſichtigung der vermieteten Gemeind wohnungen wird eine
Kommiſſion, beſtehend aus dem Gemeindebauinſpektor, den
Gemeinde=
räten Simon, Kaltwaſſer und Meidinger gewählt. Die Anſchaffung von
10 F uerwehrbluſen wird gutgeheißen, und der Kredit hierfür bewilligt.
Als Beitrag der Gemeinde zum Obſt= und Gartenbauverband des Kreiſes
Darmſtadt wird ein Betrag von 10 Mk. für das Ri. 1924 genehmigt.
Es wird beſchloſſen, daß die Gemeinde Mitglied der Vereinsbank bleiben
und einen Stammanteil von 300 Rentenmark erwerben ſoll. Vom
April 1924 ab wird die Erhebung des Waſſergeldes nur noch alle
zwei Monate ſtattfinden. Die Holzverſteigerungen vom 6. und 13. März
finden Genehmigung. Das Angebot des Philipp Eckert bezüglich ſeiner
Hofreite wird für erledigt erklärt. Als Feldgeſchworene für die
Ge=
m inde Eberſtadt werden vorgeſchlagen: 1. Heinrich Neuſel II., 2. Georg
Kölſch I., 3. Gg. Wilh. Knieß, 4. Georg Fiſcher IV. Zu Mitgliedern der
Wieſenpolizeikommiſſion ſind ſeitens des Kreisamtes: 1. Gg. Wilhelm
Knieß, 2. Fritz Mahr, 3. Fritz Nück und auf Vorſchlag des Gemeinderats:
1. Jakob Hofmann V., Wilh. Harniſchfeger III. und Jakob Joſt ernannt
worden. — Das von Chriſtian Dehmer IV erworbene, im Strohweg
gelegene Grundſtück ſoll öffentlich verpachtet werden. Das Anfahren von
Brennholz in den Rathaushof wird dem Joh. Gg. Knell zum
eingeleg=
ten Preiſe übertragen. Die Rigolarbeiten ſollen öffentlich vergeben
werden. Die vorgeſehenen Sätze werden auf Antrag des Gemeinderats
Böhme auf 4 bezw. 5 Pfg. pro Quadratmeter erhöht. Der Antrag der
Zahlſtelle Eberſtadt der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe auf U=berlaſſung
von 2 Meter Tarifholz wird der Weiterungen wegen abgelehnt. Dem
Jakob Naab werden für die Abfuhr von Steinen aus dem Gemeinde=
Steinbruch nach der Nieder=Ramſtädterſtraße auf Antrag 4 Meter
Stock=
holz zug billigt. Das Geſuch des Georg Darmſtädter um Herſtellung
der Straße „Am Elfengrund” im Waldvillenviertel, ein Konzeſſionsgeſuch
des Henn zum Betriebe eines Cafés dortſelbſt und der Antrag der
Bau=
hütte für Darmſtadt und Umgegend wegen Erhöhung des
Geſellſchafts=
kapitals bezw. des Gemeindeanteils werden den Kommiſſionen zur
Vor=
beratung überwieſen. In geheimer Sitzung:
Perſonalabbauangelegen=
heiten und Wohlfahrtsſachen.
— Ober=Ramſtadt, 13. März. Der Geſangverein „Germania”=
Ober=Ramſtadt feiert am 31. Mai und 1. Juni ds. Js. ſein 30jähriges
Beſtehen. Die Vorbereitungen ſind in vollem Gange und laſſen auf einen
würdigen Verlauf dieſes Feſtes ſchließen. Der Verein wurde im Jahre
1894 durch Zuſammenſchluß einiger ſangesfroher Männer von Ober=
Ram=
ſtadt gegründet. Er hat während der nun verfloſſenen 30 Jahre ſtets
getreu dem Ziele zugeſtrebt, das er ſich bei der Gründung geſetzt hat:
Pflege des deutſchen Liedes, des Frohſinns und der Geſelligkeit. Wenn
auch der Krieg dem Verein ſo manche Wunde geſchlagen hat, indem er
liebe Sangesbrüder zu früh dem frohen Kreiſe entriß, ſo hat der Verein
nunmehr durch die große Opferwilligkeit ſeiner Mitglieder die ſchwere
Kriegs= und Nachkriegszeit überwunden und zählt heute die ſtattliche Zahl
von über 50 aftiven Sängern. Dieſes iſt nicht zuletzt dem rührigen
Vor=
ſtand, insbeſondere dem erſten Vorſikenden, Herrn Emich, der ſeit etwa
5 Jahren den Verein zielbewußt geleitet hat, zu verdanken. Der Verein
iſt in der Lage, bei dem bevorſtehenden Jubiläumsfeſte mehr als 20
Mit=
glieder für 25jährige ununterbrochene Mitgliedſchaft auszuzeichnen. Eine
beſondere Ehre wird dem Verein dadurch zuteil, daß das diesjährige
Wertungsſingen des Odenwaldſängerbundes mit dem Stiſtungsfeſte ver=
EOLS
MAIHATHeAd Aenze
K
I
entſtell. d. ſchönſte Antlitz. Übl. Mundgeruch wirkt abſtoßend. Beide Ubelwerd.
i. vollkommen unſchädl. Weiſe beſeitigt d. d. bew. Jahnpaſte Chlorodont.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924,
A.
Seite 3.
bunden wird und in den Vormittagsſtunden des Feſtſonntags ſtattfindet.
Zu dieſem Wertungsſingen ſind bis jetzt 30 Vereine zur Anmeldung
ge=
kommen. Außerdem haben noch befreundete Geſangvereine ihre
Beteili=
gung am Feſte zugeſagt, ſo daß mit einem ſtarken Fremdenverkehr z
rechnen iſt. Den Freunden und Gönnern des Männerchorgeſanges wird
in jeder Weiſe Rechnung getragen werden, zumal Maſſenchöre von
ſämt=
lichen Vereinen unter Leitung des Gaudirigenten, Herrn Dr. Noack,
Darmſtadt, zum Vortrag kommen. Am 6. April veranſtaltet der Verein
ein Jubiläumskonzert unter Mitwirkung erſter Künſtler, u. a. Fräulein
Ellen Kiesling, Sopran, Herr Emil Sulzmann, Bariton, Herr Heinz
Hebbel, Solocelliſt und Gambenmeiſter ſowie eines Künſtlerquartetts aus
Darmſtadt. Der Verein ſelbſt wird einige ausgewählte Kunſt höre und
Volkslieder zum Vortrag bringen. Auch hier laſſen die Vorbereitungen
auf einen genußeichen Abend ſchließen und kann jedem Freund und
Gön=
ner der Geſangeskunſt der Beſuch dieſes Konzertes nur wärmſtens
emp=
fohlen werden.
r. Babenhaufen, 12. März. Am vergangenen Samstag fand eine
Sitzung des hieſigen Polizei= und Schutzhundevereins im
Vereinslokal „Deutſcher Hof” ſtatt. Eine ſtattliche Anzahl von
Mitglie=
dern von hier und der Umgebung war erſchienen. Die Vorträge über
Hundeſteuer, Sinnesorgan des Hundes, ſowie Verhalten der Führer
wirkten ſehi belehrend und führten zur Aufnahme weiterer Mitglieder.
— Mit ſeinem Theaterabend am letzten Sonntag hatte der hieſige
Turn=
verein einen großen Erfolg. Deshalb plant der rührige Verein, das
Luſtſpiel „Die Logenbrüder” noch einmal am kommenden Sonntag abend
zu ſpielen
Offenbach, 14. März. Die alte Klage, daß unſere
Staatsver=
waltung zu langſam und umſtändlich arbeite, wird durch den
Zwiſchenraum, der bis zur Genehmigung unſerer Hundeſteuer
verſtrich, wieder einmal beſtätigt. Die Stadtverordneten beſchloſſen am
3. September vorigen Jahres, die Hundeſteuer für die zweite
Hälfte des Jahres 1923 zu erhöhen und auf Goldmark umzuſtellen. Das
Miniſterium des Innern genehmigte die neuen Sätze von mindeſtens
3 Goldmark für das Jahr am 4. Februar 1924. Die Anzeige der
Bürgermeiſterei, daß die Steuer nachträglich erhöht und für 1923
mit der Hälfte der Jahresſätze nachzuzahlen iſt, erſchien endlich am
11. März, wobei bemerkt wurde, daß die Steuer bis zum 15. März,
alſo innerhalb vier Tagen, bezahlt ſein muß. Die Eile, womit die
Stadt zu den Steuerbeträgen kommen will, ſticht von der
Gemäch=
lichkeit, mit der das Miniſterium die Sache behandelte, etwas gar
zu ſehr ab. — Da im Kreiſe Darmſtadt und auch im Kreiſe Groß=
Gerau Fälle von Hundetollwut vorgekommen ſind, wurde der
unbe=
ſetzte Teil unſeres Kreiſes ebenfalls zum Sperrgebiet erklärt.
X Offenbach, 14. März. Feſtnahme eines
Schwind=
lers. Die Polizei nahm hier einen gewiſſen Fritz Michel feſt, der,
wie ſich herausſtellte, ein ganz geriſſener Schwindler iſt Eine ganze
Reihe von Betrügereien fällt ihm zur Laſt. So beſtellte er z. B.
Möbelſtücke, Grabſteine uſw., ohne aber zahlen zu können.
* Offenbach, 14. März. Vereinsjubiläum. Der hieſige
Muſikverein kann auf ein 25jähriges Beſtehen zurückblicken. —
Ar=
beitsmarkt. Nach der neueſten Städtiſchen Statiſtik beträgt
gegen=
wärtig die Zahl der Vollerwerbsloſen 1654 Perſonen; immerhin weiſt
dieſe Zahl gegenüber der Statiſtik vor 14 Tagen eine Abnahme von 200
Arbeitsloſen auf. Verhältnismäßig groß iſt nach wie vor die Anzahl
der ungelernten Arbeiter (1017). Am größten iſt unter den gelernten
Arbeitern die Arbeitsloſigkeit unter den Metallarbeitern. —
Reife=
prüfung. Dieſer Tage unterzogen ſich 17 Oberprimaner der Ober=
Realſchule am Friedrichsplatz in Gegenwart des Staatsrates Block der
Reifeprüfung. 11 Schüler waren von der mündlichen Prüfung befreit.
Mühlheim, 13. März. Man ſchreibt uns: Durch Abbau
des bisherigen Vorſtehers der hieſigen Kreiserziehungsanſtalt
des Kreiſes Offenbach zum 1. April wird die anderweitige Beſetzung
der Stelle erforderlich. Das Ausſchreiben, das zur Bewerbung um
dieſe Stelle vom Kreisamt erlaſſen wurde, enthielt nun nicht den
ge=
ringſten Hinweis, daß zur Verwaltung des Amtes eines Vorſtehers
der Anſtalt auch pädagogiſche Kenntniſſe und Fähigkeiten nötig
ſeien. Unter 33 Bewerbern fanden ſich denn auch neben den
pädagogi=
ſchen Fachleuten Heizer, Pfandmeiſter, ſtädtiſche
Be=
amte Offenbachs uſw. Der Kreisausſchuß, der die Entſcheidung über
den kommenden Inhaber der Stelle trifft, entſchied aber bereits, daß
für die Beſetzung der Stelle nur ein Fachmann in Frage kommen
könne. Der Umſtand, daß ein demokratiſcher, ein ſozialdemokratiſcher
und ein ultramontaner Lehrer die meiſte Ausſicht haben ſollen, läßt
eider vermuten, daß verſucht wird, bei der Beſetzung des Amtes auch
die Parteipolitik etwvas mitſpielen zu laſſen. Die Sozialdemokraten
und Kommuniſten Offenbachs, das ja einen ziemlich erheblichen Teil
der Zöglinge der Anſtalt ſtellt, verlangen ja ſchon lange, daß die
An=
ſtalt moderner, d. h. in ihrem Sinne, geleitet werden müſſe. Der
Kreisausſchuß ſetzt ſich aus drei Sozialdemokraten, einem
Deutſch=
nationalen, einem Volksparteiler und einem Zentrumsmann
zu=
ſammen. Der Vorſitzende wird alſo bei voller Beſetzung zu eutſcheiden
haben. Man ſieht aus dieſem Beiſpiel, wie wichtig die
Zuſammen=
etzung des Kreisausſchuſſes, und auch die Kreiskagswahl
werden kann. Der bisherige Leiter der Anſtalt war ein
Volksſchul=
lehrer.
Biber, 13. März. Ein ſchrecklicher Tod. Brennend zum
Fenſter hinausgeſtürzt hat ſich am Montag zwiſchen 6 und 7 Uhr die
vor der Konfirmation ſtehende Schülerin Anng Werner hier. Beim
Anprobieren der Konfirmationskleider iſt ſie vermutlich dem Lichte zu
nahe gekommen. In der Verzweiflung ſtürzte ſie ſich zwei Stockwerke
durchs Fenſter, wodurch ſie außer furchtbaren Verbrennungen am ganzen
Körper ſchwere Verletzungen davon trug. Sie wurde durch das
Offen=
bacher Sanitätsauto dem Krankenhauſe überführt. Heute vormittag
gegen 11 Uhr hat ſie der Tod von ihren Schmerzen befreit.
A Rüſſelsheim a. M., 14. März. Beſchlagnahme. Die
fran=
zöſiſche Beſatzungsbehörde hat in den hieſigen Opelwerken einen Funken=
Apparat beſchlagnahmt. Derartige Apparate ſollen im beſetzten Gebiet
verboten ſein.
Kelſterbach, 14. März. Hundetollwut. Auch hier iſt die
Hundetollwut ausgebrychen.
Bingen, 14. März. Todesfall. Der Neſtor der hieſigen
Steuermänner, Joſef Hauch, iſt im Alter von 75 Jahren geſtorben.
Er hat 60 Jahre lang ſozuſagen ſein Leben auf dem Waſſer zugebracht.
Hauch gehörte vor Jahren auch dems hieſigen
Stadtverordneten=
rollegium an.
Nierſtein, 11. März. Heimweh. Eine hieſige junge Dame, die
im Oktober nach Amerika ausgewandert iſt, iſt nunmehr wieder in die
Heimat zurückgekehrt. Sie fand drüben, obwohl finanzielle Verhältniſſe
nicht der Anlaß der Auswanderung waren, nicht die zweite Heimat.
Heimweh trieb ſie zurück.
e. Gießen, 13. März. Hier iſt die Einladung von Siebenbürger
Deutſchen eingetroffen, Kinder zur Erholung nach dort zu ſenden.
Die Kinder werden in den großen Schulfereen im Juli und Auguſt
mit anderen Kindern aus Heſſen nach Siebenbürgen gehen.
(.) Ruppertsburg b. Schotten, 13. März. Bürgermeiſterwahl.
Bei der am Sonntag ſtattgefundenen Bürgermeiſterwahl kam es zu keiner
endgültigen Entſcheidung. Es waren nicht weniger als vier Kandidaten
aufgeſtellt, von denen, wie zu erwarten war, keiner die erforderliche
Mehr=
heit erhielt. Auf Grund der abgegebenen Stimmen findet nun
Stich=
wahl zwiſchen dem Sparkaſſen=Gehilfen Diehl und dem Landwirt Högy
ſtatt.
( Flenſungen, Kr. Alsfeld, 14. März. Rücktritk des
Bürgermeiſters. Bürgermeiſter Bräuning, der unſerer Gemeinde
23 Jahre lang als Ortsoberhaupt vorſtand, iſt wegen vorgerückten Alters
und in Hinblick auf ſeinen Geſundheitszuſtand zurückgetreten.
Ober=Beſſingen, 12. März. Wiederaufnahme des
Be=
triebes. Bei dem Baſaltbruch der Betonbaugeſellſchaft iſt der Be
trieb wieder aufgenommen worden. Auch im Ettlingshäuſer Betrieb
wird in Bälde die Arbeit wieder aufgenommen werden.
— Stumpertenrod, 12. März. Unſere Gemeinde beabſichtigt, noch
zwei Glocken anzuſchaffen, damit unſer Gotteshaus, welches
von den beiden Glocken im Krieg eine hergeben mußte, ein vollſtändiges
Geläute von drei Glocken enthält.
i. Aus Oberhefſen, 10. März. Eine allgemeine
Amtsmüdig=
eit der Bürgermeiſter macht ſich allenthalben bemerkbar, ſo
daß fortgeſetzt Ortsoberhäupter ihre Aemter niederlegen. So legt
ſetzt wieder Bürgermeiſter Bräunina zu Flenſungen und Knöß zu
Wei=
kartshain ihr Amt nieder. Die Kriegszeit und die Nachkriegszeit mit
ihrer Arbeitsüberlaſtung, die Arbeitsloſigkeit, die Steuerangelegenheiten
und vor allem die hohen Anſprüche der Maſſe haben vielen
Bürger=
meiſtern eine ſolche Arbeit und Anfeindung gebracht, daß ſie des „
Trei=
bens müde” geworden ſind.
Wrrperlen- Jäpchen-Balsam
anerkannt gute
Präparate-
gegen Spul- und Haderrwürmer
Erhältlich i-Vallen Apotheken.
Steingut
Teller, tief und ſlach . . . . . Stück 27, 229
Kinderteller, bunt . . . . . . Stück 369
Obertaffen, weiß . . . . . . . Stück 189
Kaffeebecher, weiß . . . . . . Stück 289
Kaffeebecher, bunt . . . . . . Stück 309
Salz und Mehlmetzen . . . . Stück 1.30
Nachttöpfe . . . . . . . . Stück 1.235, 909
Waſchgarnituren . Mark 12.00, 8.50, 6.50
Catzſchüſſeln, weiß, 6 Stück im Satz
.. . . Mark 2.40 1.85
Satzſchüſſeln, bunt, 6 Stück im Satz
.. . . Mark 3.25, 1.95
Waſchbecken, bunt . . . . . . Stück 2.35
Waſchkannen, bunt . . . . . . Stück 2.10
Tonnengarnituren, 16 teilig,
Mark 16.50, 13.00
Porzellan
Taſſen, mit Untertaſſen, Goldrand. Stück 389
Kindertaſſen . . . . . . . . . Stück 10₰
Kaffeekannen, groß . . . . . . Stück 959
Eierbecher, Zwiebelmuſter . . . Stück 159
Kaffeeſervice, 9teilig . Mark 8.90, 7.50, 6.50
Tonnengarnituren, 16 teilig
. . . Mark 19.50, 16.50, 13.50
Lackierwaren
Brotkaſten, viereckig . . . Stück 4.50, 3.15
Gebäckkaſten . . . Stück 1.75, 1.25, 459
Brotkörbe . . . . . Stück 1.90, 1.75, 1.40
Tonnengarnituren, 12tellig . . Stück 5.85
Topflappenbehälter . . Stück 1.25, 859
Zwiebelbehälter . . . . Stück 1.25, 859
Sand=, Seife= u. Soda=Garnituren
.. . . . . . . . . . . Stück 1.50
Kaffee= und Zucker=Ooſen Stück 689
Kakao= und Tee=Ooſen . . . Stück 488
Gewürz=Ooſen, 6 Stück . . . . Mark 1.35
Löffelbleche . . . . . . . Stück 3,25, 2.75
Thermosflaſchen . . Stück 2.70, 1.80, 1.45
Einniiie
Eimer, 28 cm . . . . . . Mark 2,25, 1.65
Löffelbleche (braun) . . . . . . Mark 1.95
Suppenſchüſſeln (weiß) . . . . Stück 959
Eſſenträger (grau) . . . . Stück 659, 559
Scheuerartikel
Scheuertücher . . Stück 853, 558, 383
Haushalt=Seife . . . s Doppelſtücke 959
Feurio=Seife . . . . . . Doppelſiück 34)
Seifenpulver . . . . . . . 7 Palete 959
Putzſand
.. . . . . Paket 99
Scheuerbürſten . . . . Stück 383, 258
Wurzelbürſten . . Stück 689, 459, 388
Spültücher
.. . . Stück 45g, 383
Poliertücher
Stück 383, 309
Stück 859
Teppichbürſten
Handfeger
Stück 1.65, 959, 653
Kehrbeſen
Stück 3.50, 1.50, 959
Küchenſchrank=Spitzen
Rolle, 10 Meter . . . . 45H, 305, 125
Schrankpapier
Rolle 259, 189
Toilettenpapier (Crepe) . . s Rollen 959
Doizwnen
Putzkaſten . . . . . . . . Stück 1.50, 1.35
Beſteckkaſten . . . . . . Stück 1.35, 853
Wäſchetrockner . . . . . . . Stück 959
Schneidebretter . . . . Stück 409, 209
Glaswaren
Kompoitſchalen, rund . . Stück 6s, 30, 189
Kompottſchalen, oval . Stück 1.03, 60, 458
Kompottſchalen, viereckig
Stück 1.40, 1.00, 65, 303
Käſeglocken . . . . . . . . . Stück 1.10
Butterdoſen, . . . . . . . Stück 50, 45 8
Zuckerſchalen . . . . Sfück 50, 40, 308
Fruchiſchalen . . . . . . . Stück 4.75, 2.70
Jardinieren
... . . Stück 1.75
Kompott=Teller . . . . Stück 28, 25, 139
Eisſchalen.
. . . Stück 30, 25, 155
Tortenplatten, mit Fuß . . . . Stück 1.75
Waſſer=Flaſchen . . . . . . Stück 63, 558
Kuchenteller . . . . Stück 1.50, 1.13, 609
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Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Seite 2.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt.
*
— Schreckenstat eines entmenſchten Vaters. Ein
grauſiges Verbrechen wurde in dem Hauſe Memeler Straße 78 verübt.
Hier wohnt im Erdgeſchoß des Vorderhauſes der Arbeiter N. Springer
mit ſeiner Frau, ſeiner 25 Jahre alten Tochter Elfriede und 2 Söhnen.
Springer wurde im November 1223 aus dem Zuchthauſe entlaſſen, wo
er wegen Vergehens an ſeiner eigenen Tochter anderthalb Jahre
ver=
büßte hatte. Seine Frau beobachtete aber, daß er trotz dieſer Strafe
der Togter von neuem nachſtellte, und traf deshalb beſondere
Vorſichts=
maßregeln. Sie verließ möglichſt ſelten die Wohnung, um die Tochter
und ſchlief mit ihr in dem einen Zimmer der
nicht allein zu laſſen,
Wohnung, während der Mann das zweite mit ſeinen Söhnen teilte. An
einem der letzten Abende blieb nun Springer ſehr lange im
Schlaf=
zimmer der Frauen und begab ſich nur widerwillig zu ſeinen Söhnen.
Früh morgens mußte aber Frau Springer ihren Söhnen das Frübitüick
bereiten, und dieſe Gelegenheit benutzte ihr Chemann, um wieder ins
Schlafzimmer ſeiner Tochter zu gelangen. Hier ergriff der Wüſtling ein
Beil und ſchlug blindlings auf den Kopf ſeiner ſchlafenden Tochter ein.
Die Ueberfallene konnte nicht einmal mehr um Hilfe rufen. Das
Ge=
räuſch lockte die Mutter herbei, ſie ſah aber nur noch, daß Springer das
Beil fortwarf und entfloh. Frau Springer holte ſofort die Polizei,
und man brachte das Mädchen, das noch Lebenszeichen von ſich gab,
nach dem Krankenhaus. Hier ſtarb die Schwerverletzte bald nach der
Aufnahme; die Beilhiebe häkten den Kopf zertrümmert. Springer war
nicht mehr zu finden. Tags darauf ſtellte er ſich ſelbſt der Polizei in
Treptow. Er gibt die Tat zu und will ſie aus Eiferſucſt verübt haben,
da ſeine Tochter zu einem anderen Manne Beziehungen unterhalten
habe. Der Bewegarund iſt aber ausſchließlich der, daß ſeine erneuten
Nachſtellungen erfolglos geblieben waren.
Große Mantelpoviane im Frankfurter Zoo.
Aus einem neuen abeſſiniſchen Transport der Firma Karl
Hagen=
beck hat der Zoologiſche Garten einen kleinen Audel erwachſener
Mantelpaviane, beſtehend aus 3 Männchen und 3 Weibchen, erworben.
Die Tiere, die im Sommer einen der großen Freikäfige des
Affen=
hauſes bewohnen ſollen, ſind vorläufig im Hauſe für kleine Säugetiere
untergebracht. Die rieſigen Männchen dieſer über ganz Nordoſtafrika
verbreiteten, bodenbewohnenden Hundeaffenart gehören durch die
ſilber=
graue lange Kopfbehaarung und den wallenden, ebenſo gefärbten
„Kutſcherkragen” zu den auffallendſten und achtunggebietendſten
Affen=
geſtalten.
Die Umlagenfrage.
Zweibrücken. Am Montag nachmittag fand im Stadtratsſaal
eine Beſprechung zwiſchen Vertretern des Stadtrates und Vertreter,
der Induſtrie, des Detailliſtenvereins, der Innungen,
Kleingewerbetrei=
henden und Hausbeſitzer in Sachen der ſtädtiſchen Umlagenerhebung
ſtatt, in der Vertreter der Stadt und des Gewerbes ihre Anſicht über
dieſe Frage zum Ausdruck brachten. Die Verwaltung teilte mit, daß ſie
ein Telegramm an das Staatsminiſterium abſandte, auf das folgende
Antwort eingetroffen iſt: „Erhöhung der Umlagengrenze für pfälziſche
Genrinden mit Genehmigung der Aufſichtsbehörde in Ausſicht
genom=
en. Bürgermeiſter Göring teilte weiter mit, daß bereits eine große
Anzahl die Umlagen bezahlt habe. Er erſuchte alsdann, daß alle Pflich
tigen bis 1. April, ohne Rückſicht auf die laufende Reklamation, 25%
der angeforderten Umlage bezahlen ſollen. Natürlich müſſe noch durch
einen Stadtratsbeſchluß feſtgeſtellt werden, ob ſich der Stadtrat der
Ab=
machung anſchließe. Zum Schluß machte er nochmals darauf
aufmerk=
ſam, daß, ſollte die zu erwartende neue geſetzliche Negelung nicht bald
kommen, unter allen Umſtänden die Reſtſchuld doch bis längſtens Herbſt
bezahlt werden müſſe.
Vom Automobil überfahren.
Langenlonsheim. Ein ſchwerer Unglücksfall ereignete ſich
am Ausgang des Ortes nach Laubenheim zu. Eine 35jährige Frau ſtand
dort in der Unterhaltung mit einem Manne, jenſeits der Straße ſpielte
ihr dreijähriges Kind, als ein Auto aus der Richtung Kreuznach kam.
Der Führer nahm das Kind ins Auge, es
ſpielte 3 Meter von der
Jahrbahn des Wagens entfernt ruhig weiter
Plötzlich, im Augenblick,
ſprang die Mutter über die Straße auf das Kind zu und gerade vor
Zahnpasta selbst zu bereiten!
Wenn Sie die nasse Zahnbürste in Dr. Bahr’s „Zahnpulver
Nr. 23” eintauchen, bereiten Sie sich selbst trische aromatische
Zahn-
pasta, welche die Zähne blendend weiß erhält und im Gebrauch
außer-
orſtentlich sparsam ist. — Engel-Apotheke, Drogerie A. Logel,
Eltsabethenstr. 30, Drogerie Anton Fischer, Frankfurterstr. 12/1/4,
15798
Droserie A. Zachmann, Bleichstraße 46.
das Auto. Die Frau wurde umgeriſſen und von den Inſaſſen des
Wa=
gens, die 3 Meter hinter der Unfallſtelle hielten, in ihre Wohnung
gebracht. Der herbeigerufene Arzt bemühte ſich ſofort um die
Frau, die anſcheinend nicht lebensgefährlich verletzt war. Als ſich die
Autofahrer 3 Stunden ſpäter nach dem Befinden der Frau erkundigten,
war die Bedauernswerte inzwiſchen ihren Verletzungen erlegen. Die
Feſtſtellungen der Augenzeugen ergaben, daß den Autoführer keine
Schuld trifft, er fuhr mit mäßiger Geſchwindigkeit; die Frau iſt ihm
im letzten Augenblick direkt vor den Wagen gelaufen.
Ein gerifſener Schwindler.
Düſſeldorf Großzügige Schwindeleien hat ein unter der
Firma van Zypen=Notterdam operierender Holländer in vielen Orten
des Rhein= und Ruhrgebiets verübt, indem er mit deutſchen Firmen
Verträge über die Lieferung großer Mengen Sprit abſchloß, worauf
eine Anzahlung bis zur Hälfte des Betrages geleiſtet werden mußte.
Ein angeſehenes Düſſeldorfer Verſandhaus, das gleichfalls mit dem
Holländer in eine Geſchäftsverbindung eingegangen war, ſtellte, da
trrtz der Voreinſendung einer größeren Summe nach längerer Zeit keine
Lieferung erfolgte Erhebungen in Rotterdam an, die das Ergebnis
hatten, daß eine Firma van Zypen in Notterdam nicht auffindbar ſei.
Der Holländer, dem Geldbeträge bis zu 150 000 Mark in die Hände
ge=
fallen ſind, wird ſteckbrieflich verfolgt.
Theaterſkandal in Reichenberg.
Reichenberg (Böhmen). In der Uraufführung der
Beamten=
ſatire „Der Aal” von Nohert Scheu kam es im Neichenberger
Stadt=
theater zu großen Skandalſzenen, die von den Deutſchnationalen wegen
eines Artikels von Robert Scheu, in welchem die deutſche
Nibelungen=
ſage verſifliert wurde, veranſtaltet wurde. Der Skandal nahm einen
derartigen Umfang an, daß die Vorſtellung vorzeitig abgebrochen
wer=
den mußte. Die Deutſchnationalen hatten Trompeten und Pfeifen, auf
denen ſie einen ohrenbetäubenden Lärm veranſtalteten. Vergeblich
ver=
ſuchte der Direktor des Theaters, die Ruhe wiederherzuſtellen.
Tricks fürs Negenmachen.
* In Samara in Rußland wurden vor kurzem 6 Bauern zu
Gefäng=
nis verurteilt, weil ſie eine Leiche ausgegraben und in die Wolga geworfen
hatten. Der Tote war an Delirium tremens verſchieden, und es iſt ein
weitverbreiteter Aberglaube in Rußland, daß man den Leichnam eines
Trunkenboldes ins Waſſer werfen muß, um Negen zu erzielen. Dieſes
Verbrechen wiederholt ſich alſo immer wieder in Rußland, wenn eine
lange Dürre die Sehnſucht nach dem Himmelsnaß aufs höchſte geſteigert
hat. In anderen Ländern hat man andere Tricks fürs Negenmachen.
Im ſüdlichen Indien wird die rieſige Figur einer Frau auf einen
nie=
drigen offenen Wagen geſtellt und von den Bauern durch die Straßen
gezogen. Dieſe merkwürdige Prozeſſion wird mit einem
ohrenbetäußen=
den Lärm von Trommeln. Tamtams und Hörnern begleitet. Dieſe
Verehrung der Negengöttin ſoll ſofort die Schlleuſen des Himmels öffnen.
In anderen Gegenden Indiens wird auf dieſe Weiſe Negen gemacht,
daß eine Frau bei Nacht einen Pflug, der mit Waſſer beſprengt iſt, quer
über ein Ackerfeld trägt. Unter den Mombazzus in Oſtafrika herrſcht
der Glaube, daß die Prieſter haden müſſen, damit es regnet und bei
manchen Stämmen Auſtraliens gilt das Verbrennen von
Menſchen=
haar als ſicheres Mittel, um das Waſſer des Himmels herabzulocken.
Einer, der keinen Geburtstag hat.
* So merkwürdig es klingt, ſo gibt es doch Menſchen, die überhaupt
keinen Geburtstag haben. Man muß da nur zur richtigen Zeit auf dem
richtigen Erdenfleck geboren worden ſein. Eine engliſche Zeitſchrift
be=
richtet von einem ſolchen Menſchen ohne Geburtstag, der das Licht der
Welt im Jahre 1904 auf einem Dampfer erblickte, der von Yokohama
nach San Francisco fuhr. Bekanntlich muß bei einer Reiſe um die
Welt, je nach der Richtung, in der man fährt, ein Tag eingeſcloben oder
ausgelaſſen werden, um Uebereinſtimmung mit dem allgemeinen
Kalen=
der zu erzielen. Dieſe „Verbeſſerung” des Kalenders erfolgt bei der
Kreuzung des 180. Meridians, der zwiſchen Japan und Kalifornien
verläuft. Der Mann ohne Geburtstag wurde nun im Jahre 1904 an
dem Tage geboren, der nach dem Schaltag, dem 29. Februar,
ein=
geſchoben werden mußte. Der Geburtstag iſt alſo der 30. Februar, den
es im Kalender nicht gibt.
Am Marterpfahl.
* Ein grauſige Geſchichte, die an Phantaſtik mit den ſchlimmſten
Schauerromanen wetteifert, erzählen amerikaniſche Blätter aus
Louis=
ville in Kentucky. Der Schauplpatz des myſteriöſen Vorganges, in dem
der einſt von den Indianern verwendete Marterpfahl eine neuzeitliche
Auferſtehung erlebte, war ein einſames Haus in der Umgebung der
Stadt, das einem bekannten Kaufmann Nichard Heaton gehörte. Dieſer
hatte ſeine Frau und einen ſeiner Angeſtellten, William Gates, auf den
er eiferſüchtig war, in verſchiedenen Räumen des Hauſes drei Tage lang
eingeſchloſſen. Er feſſelte Gates mit Handſchellen an einen
Operations=
tiſch, der ihm die Stelle des Marterpfahles vertrat und auf den er alle
möglichen chirurgiſchen Inſtrumente, wie Meſſer, Meißel, Sägen uſw.
gelegt hatte. Heaton, der augenſcheinlich wahnſinnig geworden war,
erklärte ſeiner Frau und Gates, daß er die Abſicht habe, ſein Opfer zu
verſtümmeln und zu dieſem Zwecke an ihm eine Operation ausführen
werde. Wie die Nachforſchungen zeigen, hatte er einen farbigen
Chirur=
gen, namens Thrmas, dazu überreden wollen, die Operation an Gates
zu vollziehen. Der Neger aber hatte abgelehnt. Drei Tage lang hielt
er nun den Unglücklichen gefeſſelt unter dieſer furchtbaren Drohung.
Unter Umſtänden, die noch nicht aufgeklärt ſind, gelang es Gates, ſich zu
befreien und mit einem Revolver Heaton zu erſchießen. Er entflo9,
und die Frau wurde eiſt von der Polizei befreit.
Der Herr des Riff.
* Die Niederlagen, die die Spanier von neuem in Marokko durch
die Riff=Kabylen erlitten haben, rücken den erſtaunlichen Kampf dieſes
Volkes in neues Licht, und beſonders iſt es der Führer dieſer külmen
Kämpfer, die eigentliche Seele des Widerſtandes, Abd=el=Krim,
der unſer Intereſſe erweckt. Wer iſt dieſer Mann, der es wagt, an der
Spitze eines primitiven Volksſtammes dem mit allen Mitteln der
moder=
nen Technik ausgerüſteten ſpaniſchen Heere zu trotzen, und der beſtändig
Siege über ſie erringt? Der engliche Oberſtleutnant O. P. Hackes, der
die ſtrategiſche Lage auf dem marokkaniſchen Kriegsſchauplatz genau
ſtudiert hat, gibt darauf in einem Charakterbilde von Abd=el=Krim die
Antwort: „Der Häuptling der Riff=Kabylen iſt der tatſächliche Herr
der Lage im nordweſtlichen Teil der ſpaniſchen Zone in Marokfo,
während in den andern Gebieten vergleichsweiſe Ruhe herrſcht.
Seit=
dem der ganz unbekannte Deſerteur von der ſpaniſchen Verwaltung in
Ceuta mit einer Handvoll von Berbern aus dem Gebirge den Kampf
gegen ein europäiſches Heer von 15 00C vorzüglich ausgerüſteten
Sölda=
ten aufnahm und im Jahre 1921 ſeine erſten erſtaunlichen Erfolge
er=
reichte, iſt Abd=el=Krim unter den Muſelmännern Nordafrikas die
ge=
feiertſte Perſönlichkeit und er hat einen Ruf errungen, wie er ſeit den
Tagen Abd=el=Kaders keinem zuteil geworden. Raiſuli bediente ſich in
ſeinem Kampfe gegen die Franzoſen der Mittel des Guerillg=Krieges
und hatte durch ſeine Abſtammung von den alten Scherifen und die
Romantik ſeiner Perönlichkeit große Machtmittel in der Hand. Abd=el=
Krim, deſſen Name bedeutet „Diener Gottes, der Edelmütige”, verfügt
nicht über dieſe Vorteile, und er gewann ſeine Erfolge durch ganz
ver=
ſchiedene Methoden. Der erwählte Beherrſcher von 400 000 Menſchen,
die ſich vorher — ſo weit die Geſchichte dieſer unbezahmbaren Naſſe
reicht — niemals der Führerſchaft eines einzigen Mannes unterwarfen,
findet ſtrengſten Gehorſam; ſeine Vorſchriften werden befolgt, die
Steuern, die er ausſchreibt, ohne Murren bezahlt. Dabei hat er, wie
ein anderer Cromwell, die bisherige oberſte Regierung, die alte Jemaa,
den Nat der Alten, aufgelöſt und die ungezähmten Banden der einzelnen
Stämme zu einer in Zucht und Ordnung ſtehenden Heeresmacht
zu=
ſammengeſchloſſen. Durch Kauf und Erbeutung iſt er in den Beſitz
einer vortrefflichen modernen Artillerie gekommen, und daß ſeine Leute
diefe Geſchütze auch zu handhaben wiſſen, zeigte das kürzliche
Bombar=
dement des ſpaniſchen Kreuzers „Catalung”, bei dem die Mannſchaft
ſehr beträchtliche Verluſte hatte. Seine Krieger ſind gute Schützen und
tapfere Kämpfer, die erſtaunliches leiſten, nachdem ſie von ihrem Führer
in der Handhabung der Maſchinengewehre und den Formen des
moder=
nen Krieges unterrichtet worden ſind. Dieſer unterſetzte Berber mit
ſeiner hellen Haut, der in den beſten Jahren ſteht, zeigt ſchon in ſeinen
kühnen Augen die Energie und Kraft ſeines Charakters; er iſt ein
Meiſter in der Kriegführung, der ſeine bewegliche Infanterie in der
günſtigſten Stellung gegen eine ſchwerer bewegliche Maſſe einzuſetzen
weiß, die das Gelände nicht ſo auszunutzen verſteht wie er.
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APUMAK
mit Himbeer- Mandel-Schokolade-Vanille-u. Zitrone-Geschmack
Kummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Seite 9.
Sport, Spiel und Turnen.
F.=K. „Eintracht‟=Darmſtadt.
Fußball.
Meh. Endlich ſind die Kämpfe um Punkte (welches Ideal!) vorüber,
Sportverein Darmſtadt 1898 E.V.
se= Wenn noch kein Spiel im Darmſtädter Stadion mehr Intereſſe
beanſprucht hat, ſo wird es ſicher das am morgigen Sonntag
ſtattfin=
dende Kreisliga=Verbandsſpiel zwiſchen der Spielvereinigung
Mannheim=Sandhofen und dem Sportverein
Darm=
ſtadt 1898 ſein. Mit zwei Verluſtpunkten (Spiel gegen Olympia=
Lorſch) ſteht die Ligamannſchaft der Einheimiſchen ihrem hartnäckigſten
Geaner in der diesjährigen Verbandsrunde gegenüber. Beide
Mann=
ſchaften ſind es, die in ſtets regelmäßiger Weiſe gegen alle anderen
Ver=
eine ihres Kreiſes in gleichbleibender Spielſtärke ſich zur Führung, in der
Tabelle durchgeſetzt haben. Wenn auch manchmal hart und knapp, ſo
doch ſicher und beſtimmt wurde ſeit September 1923 jeder Gegner in
den Verbandsſpielen 1923/24 von beiden Mannſchaften niedergerungen.
Zur Beſtimmung des Beſten iſt es unerläßlich, daß auch dieſe beiden
Ligamannſchaften ſich einander gegenübertreten. Daß dieſes wichtige
Spiel auf Darmſtädter Boden ausgetragen werden muß, wird alle
hieſi=
gen Anhänger des Naſenſports mit Genugtuung erfüllen. Sportvereins
Elf ſteht eine ſchwere Aufgabe, vielleicht die ſchwerſte, während der
gan=
zen Verbandsſpiele, bevor. Daß die Mannſchaft dieſe Aufgabe löſen
wird, ſteht ſicher außer Zweifel, vorausgeſetzt, daß ſie ein Spiel liefert,
das den zuletzt gezeigten ebenbürtig iſt. Hoffen wir das Beſte von ihr.
Sicher wird das Spiel auch ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen.
Da=
bei wird ſich auch der Fernſtehende keine Täuſchung mehr vorſchützen
können. Der Gedanke der Leibesübungen marſchiert. Das Stadion
wird ihm morgen Sonntag nachmittag den Beweis liefern.
An weiteren Spielen ſeiner Fußballmannſchaften hat die Leitung
des Sportvereins ein Uebungsſpiel zwiſchen der Ligaerſatz und
Ila=Mannſchaft des Sportvereins angefetzt. Die IIIo=Männſchuft
fährt nach Pfungſtadt, um gegen die III. der Pfungſtädter Germanen
anzutreten. Die 1. Jugend des Sportvereins erfüllt die ehrenvolle
Aufgabe, anläßlich des großen Spiels Waldhof-Nürnberg am
morgi=
gen Sonntag in Mannheim=Waldhof gegen die 1. Jugend des dortigen
Turn= und Sportvereins anzutreten.
Die 1b=Jugend ſpielt gegen
die 1. Jugend des Frankfurter Fußballvereins Olympia am
Völlenfall=
tor. Die lla=Jugend tritt gegen die 1. Jugend des rührigen
Sport=
bereins Münſter an. — Die Ilb=Fugend tritt der 1. Jugend der
Spielvereinigung Union=Beſſungen gegenüber.
Alles in allem ein Sonntag voll reger ſportlicher Betätigung.
5”
Verein für Raſenſpiele e. V., Darmſtadt.
Ka. Nachdem am vergangenen Sonntag die Ligamannſchaft des
V. f. N. in Lampertheim die gleiche der dortigen Olympia mit 3:2 knapp,
aber ſicher ſchlug, iſt die Mannſchaft für den morgigen Sonntag
ſpiel=
frei. Am 23. März trägt ſie ihr vorletztes Verbandsſpiel in Weinheim
aus. Das letzte Verbandsſpiel iſt noch nicht angeſetzt, es dürfte
voraus=
ſichtlich am 6. bzw. 13. 4. ſtattfinden, und zwar gegen die hieſige Union.
Die Ligaerſatzmannſchaft begibt ſich morgen vormittag
nach Frankfurt zur dortigen Eintracht, um mit den alten Herren dieſes
Vereins ſich im Freundſchaftsſpiel zu meſſen.
— Die
Jugendabtei=
lung, die am vorigen Sonntag ſehr erfolgreich war, wird an dem
morgigen Sonntag wiederum eine Reihe guter Spiele austragen:
V. f. N. 1b=Jugendmannſchaft—1a Fußballverein Weinheim.
V. f. R. 2a=Jugendmannſchaft—1a V. f. B. Ober=Namſtadt.
V. f. B. 2b=Jugendmannſchaft—2b Germania 94.
Ferner ſei heute mitgeteilt, daß die 1a=Jugendmannſchaft am 6.4.
in Pforzheim gegen den dortigen 1. F.K. antritt, und zwar anläßlich
bes Treffens Eintracht=Frankfurt—1. F.K.; eine weitere erfreuliche
Tat=
ſache, die von dem guten Ruf der V.f.R.=Jugend Zeugnis ablegt. Alles
in allem, wenn wir uns den ſonntäglichen Betrieb im V.f.N. betrachten,
ſo können wir feſtſtellen, daß der V.f.R. einen rieſigen Anteil daran hat,
die Sportbewegung in unſerer Stadt immer weiter voran zu treiben.
und das ſportliche Publikum wird ſich freuen, wieder von wahrem
Sportgeiſt getragene Kämpfe zu ſehen. Als erſtes der nun beginnenden
Freundſchaftsſpiele wird am Sonntag der F.8. Eintracht” die hier noch
unbekanute erſte Elf der Sportvereinigung „Kickers 16‟ Frankfurt
emp=
fangen. Das Treffen findet aus Anlaß des nachmittags ſtattfindenden
Ligaſpiels bereits vormittags balb 11 auf dem Platze am Finanzamt
ſtatt. Das Vorſpiel, das anläßlich des Spieles Süd-Nord in
Frank=
fust ausgetragen wurde, konnten die Darmſtädter mit dem knapben
Reſultat von 1:0 für ſich entſcheiden. Bei dieſem Treffen konnten die
Frankfurter ſehr nach der angnehmen Seite enttäuſchen, denn ſie zeigten
ein ſchönes Paßſpiel und verloren das Spiel nur durch die aufopfernd
ſdielende Hintermannſchaft von „Eintracht‟. Bei dieſem Spiele wird
die „Eintracht‟=Elf ganz aus ſich herausgehen müſſen, um ihren für ſehr
ſpielſchwach betrachteten Kreis gegen die Mainecke würdig zu vertreten,
und ſo wird dieſes Treffen als angenehme Morgenunterhaltung zu
empfehlen ſein.
Die zweite „Eintracht”=Elf folgt einer Einladung von „Konkordia”=
Gernsheim zu einem Freundſchaftsſpiel.
Spielvereinigung 1921 Darmſtadt I.—Freie Turn= u. Sp.=Vgg.
Gries=
heim a. M.
Im weiteren Verlauf der Geſellſchaftsſpiele ſtehen ſich Sonntag
nachmittag 2.30 Uhr auf dem Sportplatze „Windmühle” vorgenannte
Mannſchaften im fälligen Rückſpiele gegenüber. Das Vorſpiel endete
bekanntlich 4:1 für Griesheim nach äußerſt ſchönem und anregendem
Spiele. Durch Zuſammenſchluß mit der Fr. Turngemeinde hat die
Griesheimer Elf weiterhin erheblich an Spielſtärke gewonnen, ſo daß
die Spielvereinigung ſich anſtrengen muß, wenn ſie die Niederlage
aus=
wetzen will. — Anſchließend ſpielen die 2. Mannſchaften beider Vereine
und am Vormittag die 1. Jugend gegen 1. Jugend Mannheim=Waldhof.
„Germania”=Eſchollbrücken—Akadem. Sportklub Darmſtadt.
=l= Auf dem Platze in Eſchollbrücken wird morgen nachmittag die
Sondermannſchaft des Akadem. Sportklubs im Freundſchaftsſpiele dem
Platzbeſitzer gegenübertreten.
Fußball in Nierſtein.
ch. Sonntag, den 16. März, treten auf dem Platz in Nierſtein die
1. Jugend und die Schülermannſchaft von Nierſtein den gleichen
Mann=
ſchaften von Bodenheim im Freundſchaftsſpiel gegenübtr. Die
1. Mannſchaft des V. f. R. Nierſtein ſpielt mit der gleichen Mannſchaft
der Mainzer Sportfreunde im Verbandsſpiel in Mainz am
Nachmittag halb 3 Uhr. Die Spiele in Nierſtein beginnen um 1 Uhr.
Handball.
Morgen Sonntag, den 16. März, tritt die erſte und zweite
Mann=
ſchaft der Handballabteilung des Sportvereins 98 in Tätigkeit.
Am Vormittag 10.30 Uhr tritt die 2. Mannſchaft auf dem Sportplatze
der Schupo gegen die 1. Elf des Vereins für Leibesübungen „Heſſen”=
Darmſtadt zum Rückſpiel an. Das Vorſpiel gewann ſeinerzeit die
Mann=
ſchaft des Sp.=V. 98 mit 4:1. Inzwiſchen haben ſich aber beide
Mann=
ſchaften erheblich gebeſſert, ſo daß nun ein ſchönes ſpannendes Spiel zu
erwarten iſt. — Um 1 Uhr nachmittags ſpielt dann die 1. Mannſchaft
des Sp.=V. 98 gegen die beſtbekannte Frankfurter Mannſchaft „Deutſche
Jugendkraſt”=Sachſenhauſen ebenfalls auf dem Schupoplatz. Die
Mann=
ſchaftsaufſtellung des Sb.=V. 98 iſt die bekannte, und bürgen die Namen
der Spieler für ein wirklich ſchönes Handballſpiel.
Allen Anhängern unſeres ſchönen Handballſports können die beiden
Spiele nur beſtens empfohlen werden, zumal nun endlich der Frühling
ſeinen Einzug hält. Es wäre ſehr zu begrüßen, wenn auch andere
Ver=
eine Darmſtadts und Umgebung ſich dieſem Sport zuwenden wollten,
denn elf Spieler für eine Mannſchaſt zunächſt dürſten ſich in jedem und
wenn auch noch ſo kleinem Verein finden laſſen. Es müſſen ja nicht
gleich „Größen” auf dieſem Gebiete ſein; nein, es genügen ſchon Spieler
mit Liebe zu dieſem Sport. Cbtl. Auskunft über den Handbalſport
erteilt gerne und jederzeit der Vorſitzende der Handballabteilung des
Sp.=V. 98 Darmſtadt, Polizeioberleutn, Herrmann,
Landespolizei=
ſchule.
Hockeg.
Am morgigen Sonntag erhält der Darmſtädter
Hockey=
kInb den Beſuch der 1. Manuſchaft des Frantfurter
Turn=
vereins von 1860. Tb. 1860, von ſeher ein ſcharfer Gegner fü=
D. H.C., hat in ſeinen letzten Spielen ſeine gute Form lewieſen. Es iſt
in dieſer Saiſon das erſte Spiel, das ſich die beiden Vereine liefern.
Der Ausgang iſt fehr offen. Bei den vorausgehenden zuci Spielen hat
jede Mannſchaft auf ihrem Platz gewonnen. Der vorzügliche
Frank=
furter Sturm wird der Verteidigung der Einheimiſchen hart zuſetzen.
Ein feſſelnder Kampf iſt zu erwarten. Spielbeginn 10.30 Uhr
vor=
mittags.
Pferdeſport.
Mannheimer Frühjahrs=Pferderennen.
Mannheim, 13. März. Der Badiſche Rennverein
Mannheim veröffentlicht den Arbeitsplan für ſein am 4., 6. und 11 Mxi
im Anſchluß an Frankfurt ſtattfindendes Maimeeting. An den drei
Renntagen ſind für 21 Nennen 115 000 Mark Geſamtpreiſe vorgeſchei,
durchſchnittlich alſo 5500 Mark — für die heutigen Verhältniſſe, eine
recht anſehnliche Summe. Das niederſte Sieggeld iſt 2500 M4., da
höchſte 6000 Mk. Die Werte der einzeluen Rennen bewegen ſich zwiſthen
4300 Mk. und 10 000 Mk. Dazu kommen Beſitzer=Chrenpreiſe in zezu
Rennen, darnuter wertvolle Silbergegenſtände. Die Fracht wird für
Hin= und Rückfahrt übernommen; nach Schluß des Frankfurter
Me=
tings wird ein Pferde=Sonderzug nach Mannheim geführt, und ein
eben ſolcher iſt jedem Trainingsquartier für die Heimfahrt zugeſichert,
ſobald mindeſtens 45 Pferde zu verfrachten ſind. Den auswärtigen
Ställen iſt demnach die Reiſe weſentlich erleichtert und ausſichtsreich
gemacht. Um auch den Veſitzern im beſetzten Rheinland die Reiſe zu
erleichtern, iſt der Verin bereit, die zollamtliche Hinterlegungstaze von
700 Franken durch die Vereinskaſſe zu regeln, wodurch der Beſitzer bzwv.
Trainer bei weiterem Sinken des Franken vor Valutaverluſten gefehutzt
iſt. Nachdem die finanzielle Baſis ſo wohlgeſichert iſt, dirfte zu erwarteu
ſein, daß nicht nur alle ſüddeutſchen Vollblütler, ſondern auch ſtarke
Transporte von Norddeutſchland und dem Rhein=Ruhrgebiet ſich ein
Stelldichein auf der Mannheimer Nennbahn geben.
Wetterbericht derGießener Betterwarte.
Wettervorherſagen für den 16 März=
Milder, zunehmende Bewölkung, ohne Niederſchläge von Bedeutung.
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10
Uhr (B. 15, 6 8): „Prinz Friedrich von Homburg”. — Kleines Ha
abends 8 Uhr: Prof. A. Behn über. Das Grab des Pharao
Tutan=
chamon”
(Lichtbildervortrag).
Orpheum, 794 Uhr: „Die
keuſche Suſanne‟. — Deutſche Demokratiſche Partei
abends 8 Uhr, in den Näumen der Vereinigten Geſellſchaft:
Geſell=
ſchaftsabend — Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt, abends
8 Uhr, im Feierabendſaal: Lichtbildervortrag. — Landeskartekk
Heſſen des Deutſchen Beamtenbundes, abends 8 Uhr im Saalbau:
Oefentliche Verſammlung. — Union=, Reſidenz=, Central=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft : Zudolf Maupe
Verantwortlich für Feuilleton und 5
ſiſche Nachr chten: Mar Streeſ=
Verantwortlich f
Srort: Dr. Eug
en Buhlmann
Verantwortlich für Schlußd en: ; Andreas Bauer
Verantwertlich für den Inſeratentel: Willy Kudie
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
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Nummer 75
Beilage zum Darmſtädter Tagblatt
Samstag, 15. März
1924
O
Stadtkapelle: Vorm. 10 Uhr: Haubtgottesdienſt. Pfarrer Heß. —
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
um 11½ Uhr: Lindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. — Abends 5 Uhr:
Abendgottesbienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Sterbefälle. Am 21. Februar: Göbel, Katharine, geb. Niedel, 48 J.,
Schloßlirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit anſchließender
Ehefrau des Schloſſers, Pankratiusſtraße 25. Am 20.: Herdel, Georg, Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden (Knaben). Pfarrer Zim=
Führmann, 73 J., Sandbergſtraße 24. Am 21.: Feih. Eliſabethe, geb. mermann. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmer=
Schmidt, 54 J., Ehefrau des Schneiders, Eliſabethe;ſraße 61. Am 22.: mann.
Moſer, Hermann Kaufmaun 20 J., led., Grieszrim, hier Stadtkranken=
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß.
haus. Am 21.: Jonghaus. Auguſte, ohne Veruf, ledig, 80 J., Wilhel=
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17): Mittwoch den 19 März. abends 6 Uhr:
minenplatz 14. Am 22.: Sälzer, Georg, Obe:zoſtaſſezibuchhalter i. R., 3. Paſſionsandacht: „Heilige ſie in deiner Wahrheit”, Pfr. Kleberger.
Nechnungsrat, 78 J., Heidenreichſtraße 31. RuFFart, Ludwig, Lokomo=
Erangeliſcher Bund: Donnerstag, den 20. März, abend8 8 Uhr
tibrebiſor, 52 2 Roßdörferſtraße 63. Petri, Sh;igr. Theuterzummer= im Realgymnaſium: Vortrag über: „Moderne Romane und
Reli=
mann, 72 J.. Wenckſtraße 64. Am 23.: Sti5.* Gſuard, Chemiker, gion”. Un verſitätsprofeſſor O Dr. Schian=Gießen. Eintritt frei.
22 J., in Stuttgart, Senefelöſtraße, hier Feldzergſt aße 13. Am
Martinskinctze: „Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
22.: Egner Katharina, geb. Lutz, 74 J., Chefrzu des Pribatiers, Dofſ= D Waitz.— Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk. Pfarrer
mannſtraße 38. Müller Katharine, geb. Lebus. 77 J., 23 we. des Jutz Beringer. —
Abends 6 Uhr: Pfarrer Beringer — Montag, den
machers Weiterſtädter Weg 14. Am 23.: Seibel, Konrad, Scukenacher, 17. März, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Vortrag von Dr. jur,
62 J., Nuthsſtraße 19. Dilfer, Jakob. Fabriknachtwächter, 03 J., Oßer= Wagner über: „Göttliche Gerechtigkeit‟. Eintritt frei. — Mittwoch,
gaſſe 41. Bergoint, Margarete, geb. Gaydoul, Chefrau des Schmieds in den 19 März, abends 8 Uhr im Martinsſtift: 3. Paſſionsandacht, Pfarr=
Aeinheim, hier Eliſabethenſtift. Schellenberg, Irma, geb. Weinrichter, aſſiſtent Reinhardt.
67 J., Bwe, des Kaufmanns, Soderſtraße 56. Am 24.: Seibert, Bein=
Johanneskirche: Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
rich, Privatier, 80 J., Waldſtraße 33. Am 26.: Matheis, Eva, geb. Goethe
— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Haus, 73 J., Wwe, des Friſeurs, Obergaſſe 36. Am 25.: Hiemenz, Franz, 19. März, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: 3. Paſſionsandacht.
Geh. Oberregierungsrat, 61 J. Hochſtr. 56. Schäfer Adam, Schreiner= Pfarrer Marx.
meiſter, 71 J., Emilitraße 1. Rein. Ernſt, 1 Monat, Alexanderſtraße 25.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr: Haupt=
Am 26.: Götz, Helmut Larl, 1 J., Marienplatz 1. Am 27.: Hekler, gottesdienſt Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier — um 11½ Uhr: Kinder=
Mathilde, geb. Reiß, 74 J., Liebigſtraße 31. Münch, Wilhelmine Louiſe, gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. — Abends 6 Uhr: Pfarrer
10 Mon., Sandſtraße 18. Am 25.:Winkel, Magdalene, geb. Unner, 79 J., Wagner. — Mittwoch, den 19. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſions=
Viktoriaplatz 8, Ehefrau des Werkführers. Am B.: Müller Hedwig, andacht Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier.
Diakoniſſe, 29 Jahre, Erbacherſtraße 25. Dahwer, Atargreta, Diakoniſſe,
Paulnskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt Pfarrer Rückert.
32 J., Erbacherſtraße 25. Nau, Adelheid, Pründnerin, ledig, Erbacher=
— Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Mittwoch,
ſtraße 25. Am 26.: Hofmann, Philipp, 4 Stunden. Hinkelsaaſſe 24. den 19. März, abends 8 Uhr: Paſſionsandacht (3. Kreuzeswort). Pfärr=
Am N.: Hofmann, Georg, 12 Shindert, Einkeläa iſſe 24. Am 26.: aſſiſtent 43olf.
Winter, Eliſabeth, geb. Hill, 81 J., Bwe. hes Poſtfekrctärs, Ploenies=
Sti’?skixche. (Im geheizten Saal des Schweſternhauſes.)
Sams=
ſtraße 18. Am 2.: Michel, Magd=lene, geb. Fauzel, 73 J., Wwe, des tag, den 15. MNärz, abends 8 Uhr: Paſſionsbetſtunde. — Sonntag, den
Schuhmachermeiſters, Frankfurrerſtratze 36. Am 22.: Brand, Emilie, 16. März, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. — Um
geb. Greifzu, 26 J., Ehefrau des Bahnbeguiten, Heinrichſtraße 55. 11½ Uhr: „Nindergottesdienſt. — Evangel. Sonntagéverein
Traum Margarete geb. Ulrich, 51 J.. Luiſenſtraße 38. Dorn, Anna, Chriſtl. Vereir zunger Mädchen). Sonntag, nachm von 4—7 Uhr:
Ver=
geb. Schmitt, 36 J., Ehefran des Kaufmanxs, Nirchſſtraße 14. Rodo= einsſtunden. — Donnerstag, den 20. März, abends 8 Uhr: 3.
Paſſions=
andacht.
mich, Franz, Fabrikarbeiter, 75 J., Lindenkosſtraße 7. Am 27.: Chriſt,
Stadtmiſſion (Mühlſtr 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
Ludwig, Kaufmann, 59 J., Schiltzenſtraße 7. Am 63.: Nraſt,
Do=
geb. Wenz, 70 J., Wwe, des Architekter, Laaggaſſ: ”. Am 29.: Bach, — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt Funkerkaſerne ) — Um 11½4 Uhr:
Friderike, geb. Hamm, 71 J., Bwe. be3 Buchhalters, Soderſtraße 62. Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde. — Abends 8 Uhr:
Hanſel, Georg. 2 Mon., Neugaſſe 5. Ara 1. März: Engelbgrdt Auguſte, Deklamatorium: „Die Frauen von Philippi”. — Montag, abends
. 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Männer. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Anng geb. Leiſtner, 67 J., Bwe, des Strickers. Pallarmie ſenſtraße 9
Blaukreuz=Bibelſtunde — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Heusdorf. Luiſe Marie, geb. Jäger, 70 J., Chefrau ke” Straßeuseini=
— Freitag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule
Brandgaſſe 4. Am 29.: Kreuder, Wilhelm. Rechnungzrat i. 22.,
Orauge=
rieſtraße 8. Am 1.: Hermann, Marie, 4 Tage, Lagechausſtr. 3. Hahih, Beſſungerſtraße. — Jugendbund für E. C., Mühlſtraße 24:
Sonn=
tag, nachm. 2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge. — Um 4½ Uhr:
Magdalene, ohne Beruf, ledig, 84 J., Heinrichſtraße 55. Melchior,
Hen=
riette, Digkoniſſe, 69 7. Erbacherſtraße 25. Am 2.: Bölſing. Chriſtiau, Bibelbeſprechſtunde für Jungfrauen. — Abends8 Uhr: Deklamatorium.
Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und Gebets=
Lehrer i. R., 83 J., Heinrichſtraße 17. Dillmann, Geerg,
Weißhinder=
meiſter 60 J., Karlſtraße 46. Am 1.: Reinino, Anna, geb. Müller, ſtunde für Jungfrauen. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Vortrag für
Wive, des Schuhmachermeiſters. Schießhausſtraße 55. Am 3.: Wiemer, Jünglinge von Herrn Hammer, Thema: „Hat Beten im Berufs=
Margarete, geb. Schad, 75 J., Taunusſtraße 40. Am 1.: Bartſch, leben einen Wert?” — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für
Georgine, geb. Kunz, 77 J., Wwe, des Schleſſees, Soderſtraße 41. Jünglinge.
Vereinigung chriſtl. Eiſenbahner und Poſtbeamten
Am 2.: Peters, Georg. 8 Mon., Döngesborngaſſe 7. Am 3.: Hofmann,
Joſeph, Direktor a. D., 69 J., Landwehrſtrase 7½. Am 4.: Jäger, Mauerſtr. 5). Sonntag, nachm. 2 Uhr: Bibelbeſprechſtunde.
Bartburpverein Darmſtadt. Vereinslokal: Gemeindehaus der
Margarete, 2 Mon, Liebigſtraße 11. An 3.: Lzutenſchläger, Agnes, Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr. 8. Dienstag, abends 21z Uhr: Bibel=
27 Tage, Moosbergſtraße 2. Steinmetz, Jobenna, 33 J., lod., Beckſtr.
beſprechſtunde. Freie Ausſprache. Gäſte willkommen.
Am 4.: Candidus, Julius, Kaufmann, 49 J. Mauerſtraße 26. Wagner,
Ehriſtlicher Berein junger Männer Darmſtadt, E. V., Alexander=
Johanna, geb. Vetter, 19 J. Bwe, des Kaufmanns, Ried=ſelſtraße 33, ſtraße 22 (Infanterie=Kaſerne, 1. Hof links): Sonntag, abends 8 Uhr=
Am 5.: Blind, Barbara, geb. Seib 55 J., Ehefrau de3 Rilfsarbeiters, Vortragsabend von Willy Stoeltzner: „Auf Reſeggers Spuren”,
Grafenſtraße 22. Am 6.: Zulauf, Fritz, ½ Stunde, Gr. Vachgaſſe 14. Anſchließend Epangeliſattonsverkundigung. — Montag, abends 2 Uhr:
Zulauf, Ling, 4 Stunden, Gr. Bachgaſſe 14. Bernhard, Chriſtine, geb.
Bibelſiunde. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Familienkreis.
Schäfer, 70 J. Wwe, des Steinhauers, in Reinheim, hier Lagerhaus=
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, I.,
Sonn=
ſtraße 24. Kallenbach, Ernſt, Oberforſtrat, 67 J, Stadtallee 2. Schell, tag, den 18. März, vorm. 9 Uhr: Gebetsgemeinſchaft. — Um 10 Uhr:
Leo. Eiſenbabnſchreiner, 41 J., Mettezanglo=s P6. Mangold, Berns Beſuch des öffentlichen Gottesdienſtes. — Abends 814 Uhr: Vortrag
hard, Gymnaſialdirektor i. N., Geh. Sichtixat. Dr., 71 J.,
Wittmann=
von Pfarrer Heß: „Der Werdegang des deutſchen Kirchenliedes”.
ſtraße 15. Schumann Jacob. Lehrer i. R., 84 J., Martinſtraße 25. Montag, abends 41½4 Uhr: Gebetsgemeinſchaft —
Am 7.: Beruhardt, Margaretha, geb. Nomis, 63 J., Wwe, de3 Polizei= 8½ Uhr: Bibelſtunde. — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
wachtmeiſters i. R., Weneſtraße 33.
Apotheker Vietor,
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 16. März 1924.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
St. Ludwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Evangeliſche Gemeinden,
Beichtgelsgeaheit.
Sonntag Reniniscere, den 16. März 1924,
Sonutag, vyrm. 5½ Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6 Uhr: Erſte
Die Kirchen ſind geheizt.
heil, ABeſſe. —
Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. — Um 8 Uhr:
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Singm=ſſe mit Predigt. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. —
Um 11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. — Nachm. ½3 Uhr:
Chriſten=
um 11½ Uhr: Kindergotiesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtlirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr ſehre; darauf ſakramentaliſche Bruderſchaftsandacht. — Abends 8 Uhr:
Faſtenpredigt. — Freitag, abends 6½ Uhr: Kreuzwegandacht.
nachmittags zu ſtiller Andacht geöffnet. Cingang: Nordrüre.
Mittwoch, den
— Mittwoch, abends
Kapelle der Barmzerzigen Schweſtern: Senntag, vorm. 6½½ Uhr:
Heil. Meſſe.
Um 5 Uhr: Verſammlung des dritten Ordens.
Nachm. 8 Uhr: Rofenkrunzandacht.
Katzelle in der Waldſtraße: Eonntag, vorm. 7 Uhr: Heil. Meſſe.
Sapelle in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, vorm. 9½ Uhr: Hochamt
mit Predigt.
St. Sliſabethenkirche: Samstag, nachm. von 5—7 und abends von
8—9 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beihte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an; K iegenheit zur heil. Beichte. — Um
½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 1b4: Heil. Meſſe mit Predigt. —
Um 9½ Uhr Hochamt mit Prehigt. — Nachm 2 Uhr: Andacht mit
Segen und Pros=ſſion, Benera”suminion der Jungfruuen.
Kapelle zu Nehsilgen; Vorm. 4 Uhr: Hochamt und Predigt.
St. Martinskatzelle zu Beſſungen: Samstag, von 5—7 Uhr und von
8—8½ Uhr avends. Eelsgenhelt zur ketl, Beichte.
Sonntag, vorm. von ”½ Uhr an: Beichtgelegenheit. — Um 7½ Uhr:
Heil. Meſſe ſvor und in derſelden Austeilung der heil. Kommunion),
Um 7½ Uhr: Predtat. — Ur7 8½z Uhr: Heil. Meſſe (nur in
der=
ſelben Austeilung der heil, Hommunion). — 1m 9½ Uhr: Hochamt
mit Predigt (vorher Austsilung der hell, Komrnunion). — Um 2 Uhr:
Chriftenlehre. — Um 2½ Uhr: Andachr. —. R, Bochentagen I.
Stun=
den vor Schulbeginn heilige Meſſe.
Sereive: Jeden 1. Sonutag im Monat Männerkongregation. —
7½ Uhr: Heil. Meſſe mit Generalkomniunisn, — Nach der Andacht
Verſammlung im Vereinéſaal, Becbiveg 23. — Jeden 8. Sonntag im
Monat Jungfrauenkongregation. — 74 Uhr: Heil Meſſe mit
General=
kommunion. — Am 3 Uhr: Aiichiche Verſammlung. — Um 4½ Uhr:
Weltliche Verſammlung im Vereinsſaal, Herdweg 28. — Jeden letzten
Sonntag im Monat Frauenionktas. — Um 7½ Uhr: Heil. Meſſe mit
Generalkommunion der Frauen. — Nach der Andacht Verſammlung
im Vereinsſaal, Herdweg 28. — Jeden 1. und 3. Donuersrag im
Mo=
nat, abends 8 Uhr: Verſammlung der katgoliſchen Jugeuovereinigung
St. Martin Beſſungen (füngere Abt., 14—1: Jahre) im Vereinsſaal=
Herdweg 28. — Jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat, abends 8 Uhr:
Verſammlung der katholiſchen Jugendvereinigung St. Martin Beſſungen
(ältere Abt 18—24 Jahre) im Vereinsitial, Ferdweg 23.
Katholiſcher Kirchenchor St. Maxtin und 81. Marien Montags und
Samstags, abends, Probe bei Bickelmann, Beſſungerſtr. 6.
St. Fidelis (Kapelle der Engliſchen Fpäitein, Waidſtr. 31): Vorm:
8 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. Sameilung zu Gunſten der Erbauung
der St. Fidellskirche. Kathol. Pfarramt: Herdweg 28.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 6 Uhr, und abends 8 Uhrz
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. 6 Uhr; Beichtgelegenheit. — Um ½7 Uhr:
Früh=
meſſe. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachm. ½2 Uhr:
Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Bberſtadt: Rontag, morg. ½8 Uhri
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. 7 Uhr;
Beichtgelegen=
heit. — Um 7½ Uhr: Hochamt und Predigr. — Nachm. 4 Uhr: And,
Sonſtige Geweinſchaften.
Ehriſtliche Berſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 16. März;
vorm. 111 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 4½ Uhr:
Verkundi=
gung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 19. März, abends 8½ Uhr:
Gebetsſtunde. — Freitag, den 21. März, abend3 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Sliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
16. März, nachm. 2 Uhr: Sonntagsſ hule — Abends 8 Uhr:
Gottes=
dienſt. — Abends 9 Uhr: Jugendbund (Bibelſtunde). — Donnerstag,
den 20 März, abends 814 Uhr: Bibelſtunde, Pred. Erhardt.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntagt
den 16. März, vorm. ½1e Uhr: Heiligungsſtunde. — Um 11 Uhr:
Sonn=
tagsſchule. — Abends 3 Uhr: Eoungeliſation. — Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, aßends 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebentent ag8=Adveniiſten, Mauerſtr. 5, I.:
Frei=
tag, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. 1410 Uhr: Oeffentl.
Gottes=
dienſt. — Sonntag, abends 2 Uhr: Religiöſer Vortrag.
Gemeinde gläubig getaufter Fhriſten (Baptiſten), Manerſtr. 17:
Sonntag, den 16. März, vorm. 19 Uhr: Eebetsſtunde — Nachmittags
4 Uhr: Predigt. — Abends 8 Uhr” Jugandſtunde. — Donnerstag, den
20. März, abends 8½. Uhr: Bibelſtunde
Kirche Feſu Ehriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Saalbauſtr. 67, Bürgerhalle): Sonntag, den 16. März, nachm. 2½ Uhr=
Sonntagsſchule — Um ½4 Uhr: Predigt. — Donnerstag, den 20. März/
abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich wilikommen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe s, Ecke Landgraf=Georgſtraße, nächſt
dem Schwimmbad: Sonntag, den 16. März: Vorm. 10½ Uhr:
Heili=
gungs=Verſammlung. — Nachm 2 Uhr: Rindergottesdienſt. — Abends
Uhr: Heils=Verſammlung. — Mittwochs und Freitags, abends 8 Uhr:
Oeffentliche Verſammlung.
Methodiſtengeineinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 16 März
nachm. 143 Uhr: Sonnkdgsſchule. — Um 71 Uhr: Gottesdienſt.
ee
Wir zeigen die glückliche
Ge=
burt einer geſunden Tochter mit
Namen Luiſe Gieſela
hocher=
freut an.
Carl Langnes u. Frau
Maria, geb. Hechler.
Darmſiadt, den 13. März 1924
Grafenſtraße 24, I.
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O
Statt Karten.
Ihre am Sonntag, 16. März,
nachm. 21/, Uhr, in der
Stadt=
kapelle ſtatifindende Trauung
beehren ſich anzuzeigen
Guſtav Müller
Eliſabethe Müller
geb. Chriſt
(3186
Schuchardſtr. 1
Wienerſtr. 68 8
O.
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht,
daß unſere über alles geliebte
Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter und Urgroßmutter (3179
Frau
Wr
aWerig 1h4
Alndd Mllie uyde Boi.
geb. Wagner
im 82. Lebensjahre heute morgen
ſanft entſchlafen iſt.
Die tieftrauernden Hinterbllebenen.
Darmſtadt, den 14. März 1924.
Die Beerdigung findet Montag,
den 17. März, na t mittags 3 Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
K
(Die Verlobung meiner Tochter
2 Ruth mit Herrn Steuer=
inſpektor Adam Wetteroth beehre verſtorbenen Poſtdirektors Herrn
ich mich anzuzeigen.
Frau Wanda Schäfer zeige ich hiermit an.
geb. Loſchitzki
Peine Verlobung mit Fräulein
1 Ruth Schäfer, Tochter des
Wilhelm Schäfer und ſeiner Frau
Gemahlin Wanda, geb. Loſchitzki,
Adam Weiteroth
Steuer=Inſpeltor
Darmſtadt, den 16. März 1924
((7310
Am 13. März verſchied plötzlich und unerwartet
meine geliebte Frau, unſere liebe, treuſorgende Mutter,
Großmutter und Schwiegermutter
K.
Hrau einndeig Zulteng
geb. Waldhaus.
Darmſtadt, Sévres, Leipzig, Frankfurt, St.=Sebaſtian,
den 15. März 1924.
Die trauernden Hinterbllebenen:
Auguſt Harreus und Kinder
Gretchen Piſtriakoff, geb. Harreus
Lova Piſtriahoff
Agnes Ritter, geb. Harreus
Konrad Ritter
Erna Kallenberg, geb. Harreus
Hans Kallenberg
Walli Travers, geb. Harreus
Edgar Travers
Felix Harreus und Frau
Elſe Rötling, geb. Harreus
Oscar Rötling und 3 Enkel.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief nach kurzer, ſchwerer Krankheit
unſere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
Charlotte Gürtler
geb. Steine
Witwe des Bankproknriſten PBhilipp Gürtler
im 74. Lebensjahr.
Lolo Gürtler
Luiſe tho Rahde, geb. Gürtler
Meta Gürtler, geb. v. Hofmann
Regierungsrat Erich tho Rahde
und 4 Enkelhinder.
Darmſtadt, Wiesbaden und Berlin,
den 13. März 1914.
Die Einſegnung findet in der Kapelle des alten
Friedhofs, Nieder=Ramſtädter Straße, am Montag,
den 17. März, 111, Uhr, ſtatt. (*7400
Die Beerdigung findet Montag nachmittag 3½/= Uhr
Kapelle des alten Friedhofs aus ſtatt.
von der
(3190
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl.
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Entſchlafenen ſagen wir auf
dieſem Wege unſeren herzl. Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Anna Thomas
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Städt. Feuer=1. Rettungswache.
Die Rettungswache befindet ſich vom
17. März ab im Dienſtgebäude der
Feuerwache, Kirchſtr. 13.
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vom 15. März bis einſchl, den 22. März
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Kiefernſtamm 2. Kl. 0,53 fm
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1 Kiefernſtamm
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in Längen von 5—17 Metern.
Zur Verſteigerung gelangen alle
rot=
unterſtrichenen Nummern.
Zuſammenkunft der Steigerer Ecke
Neuwieſerweg und Turmſchneiſe.
Sämtliches Holz liegt, in dem
unbe=
ſetzten Teile der Gemarkung Arheilgen.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart
Fleck, Arheilgen, Gr. Felchesgaſſe 12.
Arheilgen, den 13. März 1924.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Jung.
(3135
Donnerstag, den 20. März 1924,
vorm. 9 Uhr, werden im Gaſthaus
zur Poſt in Nieder=Ramſtadt aus
Bordenberg 11, Weinweg 2 und 4 und
verſchiedenen Diſtrikten der Förſterei
Nieder=Bamſtadt verſteigert:
Scheiter, rm: 231 Buche, 9 Eiche
2 Birke, 10 Kiefer; Knüppel, rm: 309
Buche, 124 Eiche, 72 Kiefer, 23 Lärche,
10 verſchiedene; Knüppelreiſig, rm:
182 Buche, 47 Eiche, 3 Kiefer; Stöcke,
rm: 12 Bsche, 8 Kiefer.
Unterſtricene Nummern kommen
nicht zum Ausgebot. Nähere Auskunft
durch H:rm Förſter Harniſch,
Emme=
linenhätte.
Leßte Brennholz=Verſteigerung der
Oberförſterei Ober=Ramſtadt. (3140
Oter=Ramſtadt, den 13. März 1924.
Heſſ. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Hoffmann.
Dienstag, den 18. März 1924,
nachmittags 3 Uhr,
wird auf dem Rathauſe ein zur Zucht
untauglicher, ſehr gut gehaltener Faſel
öffentlich meiſtbietend verſteigert. (3139
Spachbrücken, den 11. März 1924.
Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Poth.
Faſelochs=Verkauf.
Nächſten Dienstag, den 18. d5. Mts.,
morgens 11 Uhr.
wird im Hofe des Faſelſtalls dahier ein
zur Zucht untauglich gewordener
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Mefſel, 14. März 1924. (*7294
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Karistr. 47.
Seite 14.
Darmſtädter Togblatt, Samstag, den 15. März 1924,
Neue Bücher.
Germaniſche Denkmäler der Frühzeit.
Die römiſch=germaniſche Kommiſſion des Archäologiſchen Inſtituts
bringt ſoeben das erſte Heft eines Denkmälerwerkes heraus, das einen
der wichtigſten Grundpfeiler der germaniſchen Altertumsforſchung zu lichen Zeugniſſe (von Fr. Drexel), im Hauptteile (von G. Behrens) ſind
bilden berufen ſein wird. In einer Reihe von Einzeldarſtellungen ſoll
die Kulturhinterlaſſenſchaft der germaniſchen Stämme geſammelt und
kultur= und ſiedlungsgeſchichtlich ausgewertet werden. Ziel des groß an=
und Keltentum klar und eindeutig feſtzulegen, dann weiterhin die
kul=
turelle Individualität der germaniſchen Stämme herauszuarbeiten.
Beide Aufgaben ſind im höchſten und vornehmſten Sinne national. Da
die deutſche Wiſſenſchaft ſich niemals zur Magd der Tagespolitik
ernied=
rigen und wahrheitswidrige Kulturannektionen ſtets ablehnen wird, ſo
ſchen Bedeutung ſowohl der germaniſchen wie der keltiſchen und in Auswertung der Funde wird einen Teil des hoffentlich bald
erſcheinen=
ſpc eren Abſchnitten auch der römiſchen Kultur für die Vorzeit unſeres
Landes in gleicher Weiſe gerecht werden. Das vorliegende erſte Heft
behandelt die Hinterlaſſenſchaft der Wangionen, eines Germanenſtam= Die Papſtfahrt durch Schwaben. Erzählung von Peter Dörfler.
Ver=
mes aus dem Heerbann des Swebenkönigs Arioviſt, der nach dem
un=
glücklichen Ausgange des Kampfes vor allän im heutigen Rheinheſſen lung Kempten.
ſitzen blieb und die Germaniſierung dieſes geſegneten Gebietes
einlei=
tete. Die Gauburg des Stammes iſt der gewaltige Ningwall auf dem
Donnersberg, der Vorort des Stammes nach ſeiner Eingliederung in
das Suſtem der römiſchen Verwaltung war Worms, das ſpäter nach
ihnen Civitas Vangionum genannt wurde. Das Heft beſchränkt ſich
ganz auf die Vorlage des Materials. Vorausgeſchickt iſt eine
Zuſam=
menſtellung der leider nur ſehr ſpärlichen literariſchen und
inſchrift=
erſt die Funde aufgezählt und kurz, doch erſchöpfend beſchrieben, dann
werden die einzelnen Formen der Funde behandelt, das Schwert und
gelegten Unternehmens iſt, einerſeits die Grenzen zwiſchen Germanen= Zubehör, Lanze, Schild, Beil, Meſſer, Kamm und andere
Toiletten=
geräte, Pferdeausrüſtung, Gewandnadeln, Tongefäße und Münzen,
ſo=
wie der beſonders wichtige Grabbrauch. Die Ausſtattung des Heftes iſt
bei aller Schlichtheit muſterhaft eine Fundkarte zeigt die räumliche
Ausdehnung der Kulturgruppe, die wichtigſten Stücke ſind in 60
Zeich=
nungen wiedergegeben, während 3 vortrefflich ausgeführte Farbtafeln
dürfen wir hier Erkenntniſſe wichtigſter Art erwarten, die der hiſtori= mehrere Stücke der in den Wangionengräbern öſters vorkommenden
bemalten Tongefäße bringen. Die ſiedlungs= und kulturgeſchichtliche
den zweiten Heftes bilden.
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Handelsbia
15. März 1924 Nr. 75
Wirtſchaftliche Rundſchau.
w. Deutſches Eigentum in Amerika. Der Bund der
Auslandsdeutſchen E. V., Abteilung Amerika, teilt mit: Es wurden
in der letzten Zeit Meldungen aus Amerika verbreitet, nach denen die
amerikaniſche Regierung geſviſſe Pläne bezüglich der in den
Vereinig=
ten Staaten beſchlagnahmten, über den Wert von 10 000 Dollar
hinaus=
gehenden deutſchen Vermögen in Erwägung zieht. Es braucht kaum
betent zu werden, daß die deutſchen Eigentümer nach wie vor auf die
direkte Rückerſtatruna, auch der geſamten größeren Vermögen, hoffen.
Unter dieſen Umſtän en herührt es eigenartig, wenn mit zur
Begrün=
dung der oben angedenteten Pläne gemeldet werden kann, daß von
deut=
ſcher Seite die auf G=und des Winslow=Geſetzes bereits freigegebenen
kleinen Vermögen bis zu 10000 Dollar erſt in geringem Umfang
zu=
worden ſeien. Wenn zweifellos dieſe, anſcheinend von dem
rückverlangt
Treuhänd
” felßſt gemachte Feſtſtellung ſich auch teilweiſe daraus
er=
klärt, daß ine große Anzahl von Freigabeanträgen noch nicht
einge=
braiht we: n konnte, weil das erforderliche Belegmaterial den
Eigen=
tümern nc nieht zur Verſügung ſtand, ſo bleibt doch die Tatſache
be=
ſtehen, daß augenſcheinlich ein großer Teil der Eigentümer noch
keiner=
lei Vorkehrunge: gerroffen hat, um ſeine Anſprüche auf Rückerſtattung
von 10000 Dollar i Waſhington zur Geltung zu bringen. Es kann
nur angenommen werden, daß dies auf einer Unkenntnis der
geſetz=
lichen Beſtimmungen ſeitens der betreffenden Eigentümer beruht, die
vermutlich eriarten, die ihnen gehörigen Werte ohne weiteres
zurück=
erſtattet zu erhalten, während in Wirklichkeit ein umfangreiches
Rekla=
mationsverfahren erſorderlich iſt. Abgeſehen davon, daß es den an ſich
recht langſamen Gang des Freigabeverfahrens, nur noch weiter
ver=
zögern kann, ſofern die beteiligten Stellen nicht in der Lage ſind, den
geſamten Umfang der Arbeiten zu überblicken, dürfte es nicht im
In=
tereſſe der Algemeinheit der deutſchen Eigentümer gelegen ſein, wenn
aus einer nicht reſtloſen Inanſpruchnahme des mit auf Grund der
Er=
kenntnis der deutſchen Notlage geſchaffenen Winslow=Geſetzes falſhe
Schlüſſe gezogen werden. Es wird daher dringend geraten, daß alle
die=
jenigen Anſpruchsberechtigten, die noch keinerlei Vorkehrungen zur
Geltendmachung der ihnen laut Winslowv=Geſetz zuſtehenden Anſprühe
getroffen haben, dies nunmehr underzüglich tun. Der Bund der
Aus=
landsdeutſchen E.oV., Abteilung Amerika, Berlin, Luiſenſtraße 27/2
ſtellt allen Intereſſenten die hierauf Bezug habenden Unterlagen und
Formulare auf Anforderung zur Verfügung.
— Bewertung des Betriebskapitals bei der
Ver=
mögensſteuer 1924. Der Zentralverband des Deutſchen
Groß=
handels teilt mit, daß nach den Durchführungsbeſtimmungen für die
Vermögensſt
er 1924 anſtatt der Anſchaffungs= oder Herſtellungspreiſe
vom 1. Dezember 1923 die Vorräte an Rohſtoffen, Halbfabrikaten, an
Fertigfabrikaten ſowie Waren mit den Preiſen vom 1. April 1924
ein=
geſetzt werden können, wenn dieſer Preis niedriger iſt.
Banken.
* Barmer Kreditbank Barmen. Die Abſchlußarbeiten
bei der Barmer Kreditbank für das am 31. 12. abgelaufene Geſchäftsjahr
ſind noch nicht beendet. Das Inſtitut hat ſehr gut gearbeitet und würde
auf Papiermarkgrundlage gereehnet in der Lage ſein, aus dem
Rein=
gewinn eine angemeſſene Dividende zur Verteilung bringen. Der
Ge=
inn wird jedoch zur Verſtärkung der finanziellen Grundlage
Verſven=
dung finden. Im laufenden Jahre hat ſich das Geſchäft gut entwickelt
obgleich die wirtſchaftliche Kriſis, die auch das Haupttätigkeitsgebiet der
Bank das Wuppertal und die benachbarten Bezirke berührt, auf das
geſamte Wirtſchaftsleben hemmend einwirkte.
Meſſen.
* Großer Ausſteller=Andrang zur Kölner Meſſe.
Die Bekanntgabe des Termins der erſten Kölner Meſſe (11. bis 17. Mai)
hat zur Folge gehabt, daß eine große Zahl Firmen, ſowohl des
beſetz=
ten Gebietes als auch aus dem übrigen Deutſchland, ſich neu zur Kölner
Meſſe angemeldet hat. In der vergangenen Woche gingen beim
Meſſe=
amt täglich ungefähr 100 bis 200 Ausſtelleranmeldungen ein. Die Zahl
der bis jetzt angemeldeten Firmen beträgt über 10 000. Die
Raum=
verhältniſſe der Meſſe geſtatten aber einſtweilen nur die Unterbringung
von rund 2500 Ausſtellern. Bei der Standverteilung werden zunächſt
diejenigen Firmen berückſichtigt, denen bereits im vorigen Jahr ein
Platz auf der Meſſe zugeſagt war und die auch ſchon einen Teil der
Standmiete entrichtet haben.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenbericht. Trotz flauer Haltung
der Auslandsmärkte behielt der hieſige Produktenmarkt ſeine feſte
Hal=
tung, weil das inländiſche Angebot für Brotgetreide andauernd gering
bleibt. Von Gerſte war feine Sommerware weiter begehrt, wahrend
geringeres Mehl ziemlich angeboten war. Die Naufrage in Hafer für
die Küſte und für den Konſum machte ſich auch heute bemerkbar ſoleit
beſſere Sorten in Betracht kamen. Für Mehl zeigte ſich mehr Intereſſe.
Kleie hatte feſte Tendenz.
wb. Frankfurter Getreidebörſe vom 14. März.
Amt=
liche Notierungen. (Getreide, Hülfenfrüchte und Biertreler ohne Sack.
Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Preis je 100 Kilo):
Weizen Wetterau 18,50—18,75, Roggen 16,25—16,50, Sommergeceſte für
Brauzwecke 21,25—22, Hafer inländiſch 15,50—16, do. ausländiſch
Weizenmehl ſüddeutſches Spezial Null 27,25—28, Noggenmehl 24—24,75
Weizen= und Roggenkleie 9,50—10,25, Mais Laplata 19,50—20. Tendenz
ruhig.
Börſen.
Frankfurter Börſenbericht vom 14. März 1924.
(Eigener Bericht.) Die Beruhigung an den Effeitenmärkten hält an
Wenn ſich eine ſtarke Aufwartsbewegung infolge der unveränderten Lage
am Kapitalmarkt auch nicht durchſetzen konnte, ſo war die
Grund=
ſtimmung der Börſe doch freundlich und die erſten Kurſe lagen durchweg
etwas über den geſtrigen nachwörslichen Höchſtkurſen. Die Stimmung
iſt etwas zuverſichtlicher, weil man infolge der Frankenbeſſerung die
Gefahr der franzöſiſchen Konkurrenz für unſere Wirtſchaft vorerſt als
beſeitigt betrachtet. Man hörte auch die Anſicht äußern, daß die
Ge=
währung der Stützungsanleihe für Frankreich an politiſche Zugeſtändniſſe
gebunden ſein dürfte, woraus ſich neue Möglichkeiten für die Löſung der
Reparationsfrage ergeben könne. In erſter Linie profitierten wieder
Montanwerte, wobei Oberſchleſier, die zu den erſten Kurſen zirka 3 Bill.
Prozent gewannen, bevorzugt waren. Auf den übrigen Märkten hielten
ſich die Kursveränderungen in engeren Grenzen und gingen im
Allge=
meinm kaum über eine Billion Prozent hinaus. Im Verlaufe der Börſe
konnten ſich die Anfangskurſe nicht voll behaupten, da ſich etwas
Neali=
ſationsneigung bemerkbar machte. Einesteils mag hierzu das
Wochen=
ende Veranlaſſung gegeben haben, dann aber ſind heute auch ſicher
Ver=
käufe zur Beſchaffung der zur Abdeckung von Franken=Baiſſe=Poſitionen
erforderlichen Mittel von der Spekulation getatigt worden.
Nennens=
werte Kursrückgänge traten ind ſſen nicht ein und die Grundtendenz
der Börſe blieb freundlich. Der Kaſſamarkt wies unter dem Einfluß
von Meinungskäufen, dem größeres Angebot nicht gegenüberſtand,
über=
wiegend Kursbeſſerungen auf, die aber nur in wenigen Fällen über eine
Billion Prozent hinausgingen. Der freie Verkehr zeigte anziehende
Kurſe. Das Intereſſe konzentrierte ſich hier auf Petroleumwerte —
Deutſche Erdöl wurden bis 71, Petroleum bis 21,25 gehandelt. Sonſt
hörte man hier: Beckerſtahl 9,75, Beckerkohle 10,75, Brown Boveri 2,9,
Georgi 0,7, Growag 0,350, Hanſa Lloyd 1,9, Krügershall 10,25, Mez
Söhne 5, Meyer Textil 0,850, Raſtatter Waggon 10,25, Schebera 4
Ufa 87/s. Von Auslandsrenten bleiben Türken bevorzugt. Zolltürken
und Bagdadbahn behaupteten unter kleinen Schwankungen ihre Kurſe
vollkommen. Deutſche Renten waren zu den amtlichen Kurſen leicht
be=
feſtigt. An der Nachbörſe ſetzte plötzlich ſtürmiſche Nachfrage nach ihnen
ein und die Kurſe ſtiegen rapid. Man hörte ſchließlich 5prozentige
Kriegsanleihe bis 105 Geld, 3½prozentige Conſols bis 370 Geld. Ir
Aktienwerten wurden Umſätze von Belang an der Nachbörſe nicht getätigt.
wb. Berliner Börſenbericht. Das Intereſſe der Börſe
konzentrierte ſich zunächſt auf deutſche Erdölaktien, die bis zu etwa 72
Billionen Prozent, alſo etwa 1 Billionen Prozent höher als geſtern,
bezahlt wurden. Die erſte amtliche Notiz ſtellte ſich aber nur auf 70½
Prozent. Die Aktien der Deutſchen Petroleumgeſellſchaft profitierten
gleichfalls von der Bewegung in Deutſche Erdöle. Hiervon ausgehend,
ging eine Anregung auf den übrigen Vörſenverkehr, die den Kursſtand
ſtützte, ſo daß ſich anfags zumeiſt Beſſerungen ergaben,
auf dem
Montanmarkte, wo Klöcknerwerke 3 Billionen. Kattowit
2 Billionen
gewannen. Namentlich hatten Schiffahrts= und Bankaktien Befſerungen
aufzuweiſen. Im allgemeinen war aber die Kursbewegung von
vorn=
herein ungleichmäßig, und im Verlaufe übte das Gefühl einen
ungünſti=
gen Einfluß aus. Es wurden Bedenklichkeiten laut hinſichtlich der
inner=
politiſchen Folgen der Reichstagsauflöſung und der Beſchlüſſe der
inter=
nationalen Sachverſtändigenkommiſſion. Auch wies man darauf hin, daß
an eine regere Beteiligung des Privatpublikums und damit an eine
Velebung des Börſengeſchäfts nicht zu denken ſei, ſo lange nicht eine
weſentliche Ermäßigung der Börſenumſatſteuer Tatſache geworden iſt.
Die Geſchäftstätigkeit erlahmte infolgedeſſen; die Kurſ= bröckelten ab;
die Rückgänge hielten ſich aber in beſcheidenen Grenzen. Die Vörſe
ver=
lief außerordentlich luſtlos. Deutſche Anleihen uaren ohne ſichtbare
Grund meiſt etwas höher. Petroleumwerte folgten der allgemein ſi
abſchwächenden Tendenz. Am Deviſenmarkte haben ſich die Verhältniſſe
nicht geändert. Die Anforderungen bleiben groß, die Zuteilungen
konnten infolgedeſſen nicht erhöht werden. Die Deviſe Paris erfuhr im
Einklang mit der Beſſerung der Frankenbewegung im Auslande eine
erhebliche Steigerung.
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.... 62 Buenos=Aires. . . . . . . . . . Bulgarien. .. . . . . . . .. .." Japan . . . . . ........" 39 de Janeiro .. . . .... 0.4‟ 0.505 rof. Belgrad. . . . . . . . . . .. ..." Liſſahon ..... ...... ..." 12 A9l. Danzig ..............." 7241 21 9 2 Prox.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Seite 17.
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Sonntag von 11 Uhr ab Frühſchoppenkonzert.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Rummer 75.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 75.
Darmſtädter Dagblatt, Samstag, den 15. März 1924.
Seite 19.
Hons Peiter Kromm der Lebendige.
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.
74)
(Nachdruck verboten).
Es war ein ſonniger Vormittag.
Hans Peter ſtand im Hof und war dabei, das blaue Wäglein
anzuſchirren, was er jetzt oftmals tat. Er war mit ſeinen
Ge=
ländeforſchungen ſtetig weitergegangen, nur, er ſprach ſich nicht
darüber aus, auch nicht gegen die Mutter; er gedachte mit etwas
Ganzem herauszukommen! Heute legte er mancherlei
Zeichnun=
gen in den Wagen und ſchob auch einen wohlverpackten Imbiß
dazu, der anſcheinend für zweie berechnet war; ein anſehnlicher
Knuſt Schwarzbrot und ein Säckchen mit Futter für das Pferd
wurden unterm Sitzbrett verſtaut, und zuletzt ſtellte er mit Vorſicht
einen braunen Kaſten ein, den er aus ſeiner Arbeitsbude geholt.
„Kanu ſein, daß ich heute ſpät zurückomme,” ſagte er, zur
Mutter tretend. Die Zügel um den Arm geſchlungen, bog er den
großen Holunderaſt nieder, den ſie nicht faſſen konnte, denn ſie
war dabei, die ſchwarzdunklen Beerendolden einzuſammeln.
Merete ſtellte den Feldkorb, der beinahe gefüllt auf der kleinen
alten Bank ſtand, zur Erde und ließ ſich auf den Sitz niederfallen.
„Biſt müde, Sonnenmutter?‟
„Ja, mein Junge, ich bin wohl müde geworden. Hab’s boch
gemerkt, daß Dunnerklaas nicht mehr iſt, und Brigitt will jetzt
auch mit ihrem Erſparten zum Bruder ziehen. Antje iſt ſchwach
auf den Füßen geworden, und auf den Augen dazu. Die neue
Magd iſt von anderm Schlag: Mitten in der Woche wollte ſie
fort, nach Wöllmen zum Abendtanz.” Sie ſeufzte. „Fällt es Dir
nicht auf,.” fuhr ſie fort, „daß die ganze Zeit eine andere
gewor=
deu iſt? Und die Menſchen —
— Ich ſeh ja nicht viel hin, aber
ſchau, welch ſonderbaren Häuſer ſie ſchon in unſere Haide
hinein=
bauen. Die Bauern hier verkaufen ererbten Boden und ziehen
zur Stadt, und die aus der Stadt kommen hierher und machen
unſer ſtilles Gelände zu einem Spielbudenplatz. Es iſt gar nicht
mehr unſere Haide — —‟
Ungeduldis hatt: Hans Peter vor ſich hingeſehen. Jetzt fuhr
er ſich haſtig über die Stirn: „Die Zeit läßt ſich nicht aufhalten
Mutter. Auch in die Haide findet, was ſie mit ſich bringt, den
Weg, wir müſſen zuſehen, daß wir uns nicht überholen laſſen.
Befremdet von ſeinem Ton, hob Merete den Kopf. „Ja, Ihr
Jungen,” meinte ſie aufſtehend, „Ihr bringt mit, was Ihr für
ſolche Zeit nötig habt, wir Alten, wir haben unſer Teil
ver=
braucht. Mut und Kraft und ein bißchen Glücklichſein — — wo
ſoll das für uns herkommen?”
„Na, Muttchen, es wird auch für Dich noch zulangen! Ich
meine das Glücklichſein. Und Mut und Kraft,” er lachte, „davon
haſt Du genug, um noch abzugeben.” Er drehte ſie mit dem
Ge=
ſicht zum Tor: „Sieh, da naht Lude Spatt, wir wollen zuſammen
in die Haide fahren. Der neue blaue Wagen, den Du uns zur
Hochzeit geſchenkt, kommt mir doch ſehr zuſtatten.‟ Er ſtrebte
fortzukommen.
„Peterle —
„Ja, Mutter — —?‟
„Du fährſt jetzt oft in die Haide — —‟
„Das tu ich.” Er ſtand im Weg, ſein Fuß ſchob in den
Stein=
chen herum.
„Die Haidjer reden darüber.”
„Laß ſie! Hab noch ein bißchen Geduld und Vertrauen zu
Deinem Jungen. Bald — bald erkläre ich dir alles. Aber jetzt
muß ich mit Lude fort.”
Er nickte ihr zu, langte nach dem Zügel und ſprang in das
Gefährt. Lude reichte ihm eiliche Geräte hin, Spaten, Pickel,
Meß=
ſchnur und Erdbohrer, und dann fuhren die beiden davon.
Merete ſtand auf dem Wege und ſchüttelte verſtändnislos den
Kopf: Ja, Vertrauen mußte man haben zu dieſem Hans Peterl
Andere verkauften Gelände, er hatte noch große Flächen dazu
erworben, billig, wie er ſagte. Aber wozu? Der Oedboden wurde
ja ſo gering bewertet. Nun gehörte noch der ganze Strich an den
Hügeln entlang zur Sonnenmühle. Was ſollte der einbringen?
Schon etliche Male war der alte Ingenieur, der Bureck Aiklaſſen,
herübergekommen. Einmal hatte er ſogar ſeinen Sohn Andres
mitgebracht, die drei hielten lange Beratungen auf der Diele.
Und Bureck gab nachher die Erklärung ab, bei ihm hätte Hans
Peter nichts mehr zulernen können, der wiſſe mehr, als er und
der Andres zuſammen. Aber die beiden Jungen, die würden jetzt
zuſammengehen, ſagte er, und einen Plan zur Ausführung
brin=
gen, der ſollte ſich als ein Segen für die ganze Gegend erweiſen.
„Ich hab’s gleich gemerkt, daß Du etwas davon verſtehſt,”
ſagte Hans Peter im Fahren zu Spättlein, ſeinem
Jugendgeſpie=
len, der Männlein und kleine Teller aus Lehm geknetet — „ſollſt
ſehen, es ſtimmt alles. Habe genau nachgemeſſen und verglichen.
Bureck und Andres waren etwas anderer Meinung, „ich hoffe
aber, daß meine Vermutungen ſich als richtig beſtätigen wird.”
„Wenn da etwas iſt, wirſt Du bald gewahr werden, daß ich
etwas davon verſtehe,” gab Lude zurück.
und ſie fuhren weiter gegen die Zigeunerhügel hin.
„Wie ich höre, haſt Du jetzt den ganzen Holderhaus=Beſitz
an Deinen Hof gebracht,” kam der kleine Töpfer mit ſeinen
Ge=
danken heraus, „das iſt auch ſehr geſcheit, ſonſt könnte einer da
oben eine Mühle hinſetzen und Dir nach unten das Waſſer
ab=
ſtauen.”
„Wo haſt Du das her — wegen des Ankaufs?”
„Vom Amtmann zu Wöllmen. Ich habe ihm den Ofen
ein=
gerichtet. Er dachte, er könne ſelber vielleicht Abnehmer ſein, aber
er iſt ja kein Müller, und dann das Geld!”
„Das iſts eben,” meinte Hans Peter; in ſich dachte er:
„Das Geld muß eben beſchafft werden. Wenn’s Mutter auch
noch ſehr ſchwer wird, ſich davon zu trennen.”
„Hier” — — rief er; dann um die Waldecke biegend, hielt er
das Pferdchen an und ſchwang ſich heraus. Lude mit den
Ge=
räten folgte ihm.
Es war der Platz, auf dem der Müller einſt Kläschens
Mut=
ter gefunden hatte; er ſah jetzt aus als hätte ihn ein Maulwurf
durchwühlt. Die breite Seite, die in die Höhen hineinging, zeigte
bald größere, bald kleinere Ausſtiche, hier flach, dort ausgetieft.
Die Schmalſeite verlief in ſtumpfem Winkel nach einer kleinen
umbuſchten Senkung hin. Hier waren anſehnliche Findlinge
aus=
geworfen. Gräben liefen die Kreuz und Quer. Und in weitem
Umkreis war das Gelände mit Stäben abgeſteckt, zum Teil bis in
das Neuangekaufte hinein. Den Mittelpunkt bezeichnete ein luſtig
flatterndes Fähnlein in den deutſchen Farben.
Lude ſetzte ſich auf einen Erdklumpen. Hans Peter ſchritt auf
und ab, auf und ab in der Senkung — in ſeinen H.nden trug
er keine Haſel=Gabelung, ſondern eine Rute, die er nach
erkann=
ten wiſſenſchaftlichen Geſetzen ſich ſelbſt gefertigt hatte. Und der
braune Kaſten ſtand da und furrte. „Hier hat meine Rute am
ſtärkſten ausgeſchlagen — und hier fühle ich’s wiederl Schau
Dir’s einmal an, wie das arbeitet, wie?”
Lude Spatt hatte ihm eine Weile zugeſehen und war dann
ſacht nach der entgegengeſetzten Seite hin verſchwunden. Dort
kroch er umher auf Händen und Füßen, rutſchte, tauchte in einen
der Löcher unter und kam im anderen wieder empor. Dann ſtand
er gebückt, die Hände in einen Erdhümpel gegraben, der ſtark mit
einem ſehr hellfarbigen Kies untermengt war.
„Menſch! Komm! Laß uns erſt mal weiter hier hinein
ver=
ſuchen,” rief er Hans Peter an. „Den Boden, den kenne ich
näm=
lich. So eine ähnliche Art kam auch in der Willmannſchen
Töp=
ferei vor.”
Mit Spaten und Haue ſchafften ſie, daß ihnen der Schweiß in
dicken Tropfen von der Stirne lief. Wieder wurde mit Mühe
ein Findling bloßgelegt. Als ſie den zur Seite räumten, kam
eine ganze Ecke ins Wanken, ſtürzte ab, und ein Teil davon blieb
ſonderbar geklumpt liegen.
Sie ſetzten mit ihren Werkzeugen das Geſtückte auseinander
und fanden, daß es eine gelblich zähe Maſſe war, in der man
nicht gut weiter konnte. Sofort hatte Lude einen Brocken ans
Licht geſchleppt, kniete darüber verſuchte, ihn auszukneten.
„Glückskerl, Du!” ſchrie er begeiſtert, „das iſt ja der feinſte Ton,
der je unter meine Töpferhände gekommen iſt! Schau nur die
Farbe an! Menſch, das iſt ja Gold — — Himmelsgold!‟ Er
ſtürzte in die Grube zurück, holte anderes und werkte und knetete,
als ſolle er gleich ſein Lebenlang dabeibleiben. Hans Peter ſtand
wie entgeiſtert. Da hatte er nun jahrelange Studien getrieben,
hatte geforſcht und ausgedacht und war nun auf etwas ganz
anderes geſtoßen, als er vermutet!. Er war entäuſcht. Und der
braune Kaſten ſurrte noch immer. Er hatte vergeſſen, ihn
ab=
zuſtellen.
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