Darmstädter Tagblatt 1924


15. Februar 1924

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Einzeknummer 13 Goldpfennig

Anzeigenpreis:
2 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 30 Soldpfs., Nellamezelle 92 mim
breiſt 1 Goldmart. Anzeigen von auewärte 30 Gldpis,
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfa, 92 mm breite Rellame=
zelle
1.3 Goldwar. Aſſe Preiſte m Goldmart
(4 Deſſer 4B Mam. Im Jalle höherer
Gewall, wie Krleg, Aufruhr. Strell uſw., erliſcht
jede Verpſichtung aut Eafüllung der Anzelgen=
aufträge
und Leiſturck von Schedenerfatz. Bei
Konkurs oder gerichticher Beitreibuns fällt jeder
Nabatt weg. Darikonte: Deutſthte Bani und Darm=
ſtädter
8 Nationaibant.

Bezugspreis:
Bel wöcheniſich 2maligem Erſcheinen vom 1. Februar
bie 15. Februar 112 pfennig und 13. Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 120 Pfennig durch die
Agenturen 130 Pfennig frei Haus. Poſibezuge=
preis
ohne Beſtellgeld monatich 2,60 Goldmart.
Veranworich eit für Aufnahme von Anzeigen. an

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
atfet.

Unentbehrlich für jeden Betrieb, da
der Buchführungsverordnung entſpricht,
Soeben erſcheint:

Das
unentbehrliche
Rüſtzeug
für, die jetzt vorgeſchriebene
Goldmarkbuchführung
und
Goldmark=
bilanz

nur wertbeſkändige Buchhaltung, die
von den Steuerbehörden anerkannt wird
Soeben erſcheint:

Di Sacfahrungsberoronang
vom 25. Januar 1924
Steuerrechtlich und buchtechniſch erläutert

Dr. Fritz Koppe, Rechtsanwalt
Hauptſchriftleiter der Deutſchen Steuer=Zeitung, Berlin

von
Dr. Paul Gerſiner, Dozent
und
an der Hendelshochſchule, Tirektor der Deutſchen Reviſtens=Geſelſchaft,
Treuhand=Aktiengeſeliſchaft, Berlin

Preiz etwa 3. Boldwarr

Soeben ſind die geſetzlichen Verſchriften über die Umſtellung der Buchfährung auf wertbeſtändiger Grundlage erſchieuen. Bereits
ab 1. Februar 1924 ſind ſämtliche Bücher nach dieſen Vorſchriften zu führen, we i nicht der Steuerpflichtige fich erheblichen ſtenerlichen Nach=

teilen ausſetzen will. Sofortige Zuformation iſt daher für jeden Kaufmanu und jede Buchhaltung unbedingt Erfordernis.
Im buchtechniſchen Teil werden praktiſche Anleikungen für die
Die vorliegende Schrift enkhält die geſamte Geſetzgebungsmaterie ſowie
einen ſteuerlichen und einen buchtechniſchen Abſchnitt. Im ſteuerrechtlichen
ſchleunige Einrichtung und Amſtellung der Buchführung nach den geſeglichen
Abſchnitt werden die geſetzlichen Vorſchriften erläutert und auf die ſteuer= Vorſchriften gegeben. Beide Herren Verfaſſer ſind auf dem einſchlägigen
rechtlichen Wirkungen hingewieſen (Vermutung der Richtigkeit, Schätzung der Gebiete bekannte Autoritäten, ſo daß die vorliegende Ankeitung für die Praris
bald unentbehrlich ſein dürfte.
Steuerbehörde, Rech:smittel u. dal.).

Inkrafttreten am 1. Februar 1924

Goldbilanzierungsgeſetz
Eine erſte Einführung in die Verordnung
über Goldbilanzen vom 23. Dezember 1923
Von
Rechtsanwalk u. Notar Dr. Richart Roſendorff
zu Berlin
Preis gebunden 2,30 Goldmark
Das Geldbilanzierungsgeſetz ſtellt alle kauf=
männiſchen
Unternehmungen, und zwar ſowobl die
Einzelkaufleut: als auch die Aktiengefellſchaften,
Kommanditgeſellſchaften auf Aktien und Geſell=
ſchaften
m. b. H. vor völlig neue Aufgaben.
Es iſt eine Eröffnungsbilanz in Goldmark auf=
zuſtellen
ſowie in Zukunft ſtets in Gold zu bilan=
zieren
. Beſondere Beſtimmungen gelten für die
Bewertung der Vermögensgegeuftände bei Aktien=
geſellſchaften
, Kommandttgeſellſchaften auf Aktien
und Geſellſchaften m. b. H. ſowie für die Amrechnung
des Eigenkapikals dieſer Geſellſchaften in Gold. Die
Venellung von Reviſoren zur Prüfung der Er=
bffnungsbilanz
oder zur Prüfung des Hergangs
der Uinſtellung kann von der Generalverſainmlung
beſchloſſen werden. Endlich iſt ein beſonderer
Schus der Minoritäten vorgeſehen.

Praxis der
Solsmagsnänzterang
Von
Dr. Wilhelm Kalveram
außerord. Profeſſor für Betriebswirtſchaftslebre
an der Univerſität Frankfurt a. M.
Band XII der Bücherei für Bilanz und Sieuern=
Preis etwa 2,50 Goldmark
Der Verfafſer ſtellt ſich die Aufgabe, das
Bllanzproblem der Gegenwart vom betriebs=
wirtſchaftlichen
Standpunkt aus zu bebandeln.
Nach einer Einfübrung in die Aufgaben der kauf=
männiſchen
Rechnungsfübrung bei Geldwert=
ſchwankungen
werden Grund agen und Technik der
verſchiedenen Bilarzierungsmeipoden in Goldmark
an praktiſchen Beiſpieien erläutert. Dann werden
nach einer Beſprechung und Kritik der Bilanz=
verordnung
Grundſätze und Bewerrungsrichtlinien
für die einzelnen Aktiva und Paſſiva aufgeſtellt.
Schließlich folgen ſchematiſche Beiſpiele für die
Amſtellung der Bilanz und des Eigenkapitals auf
Goldmark.

Bilanzwert=Bilanzgewinn
Pilanzumwertung
Von
Dr. F. Schmitt
Proſeſſor der Betriebswirtſchaftslehre,
Frankfurt a. M.
Preis gebunden etwa 2,56 Goldmerk
Band XI der Bücherei für Bilanz und Steuern

Grundſäne der Bilanierung und Gewinnrechnung
unter Berückſichtigung aller Erfahrungen, die
während der Inſlationsperiode gerennen wurden.
In einem zweiten Teil werden die verſchtedenen
Dietboden, welche zur Richeigftellung der Bilanz
vorgeſchlagen und keilweiſe angewandt wurden,
an einem einheislichen Beiſpiel dargeſtellt und aut
ihre Auswirkung verglichen. Aus der Kritik der
bisber entwickelten Korrekturmecboden beraus wird
dann im Schlußkapitel zu der Neuregelung
der Bilanzfragen in der Gegenwart ein=
gebend
Stellung genommen und poſitive Vor=
ſchläge
geuacht, die für Theorie und Praris
gleich hobe Bedeutung haben.

Meufieoellag ehuengGaie Duinntag Kungſttaße 3

Nrur Sor nuftsihagwawiwer.
Berlin, 14. Febr. Der Reichskanzler hat nach dem
erzielten Cinverſtändnis über die demnächſtige Aufhebung
des militäriſchen Ausnahmezuſtandes bei den
beteiligten Reichsminiſterien die Prüfung der Frage veranlaßt,
in welcher Weiſe durch beſondere Maßnahmen um=
ſtürzleriſchen
Beſtrebungen zukünftig wirkſam ent=
gegenzutreten
iſt.
Die Mainzer Regieverhandlungen.
Mainz, 14. Febr. Die Verhandlungen zwiſchen
deutſchen, ſtanzöſiſchen und engliſchen Eiſenbahn= Sach=
verſtändigen
über die zukünftige Geſtaltung des
Eiſenbahnverkehrs im beſetzten Gebiet haben
beute nochwittag 2 Uhr begonnen,

teigtrfühen Nricgsititter. Wus Engranv anvelunge, ſo feien frine
Streitkräfte bis auf das geringſtmögliche Maß herabgeſetzt wor=
den
, und man ſollte andere Länder zu dem gleichen Vorgehen
reranlaſſen. Wenn die allgemeine Sicherheit, wie ſie
im beſonderen z. B. Frankreich fordere, geſchaffen werden
könne, wären neun Zehntel der europäiſchen
Schwierigkeiten behoben. Im übrigen ſehe er nicht
ganz klar, welche Politik die neue Regierung in der Abrüſtungs=
frage
verfolge, aber er entnehme aus der Nede Macdonalds, daß
er die Formulierung einer allgemeinen Ab=
rüſtungsvereinbarung
beabſichtige. Die Entſchließung
des Völkerbundes in Sachen des gegenſeitigen Garantie=
paktes
ſei von 21 europäiſchen Ländern und von der Mehrzahl
in günſtigem Sinne beantwortet worden. Europa warte jetzt auf
die ausſtehende Entſcheidung Großbritanniens. Er hoffe daß
die Negierung einen Ausſchuß zur weiteren Prüfung der Ange=
legenheit
ernennen werde.

Feußiſche Koglition.
iſerer Berliner Redaktion.
ßiſchen Politik iſt in ben letzten Jahren rech=
weſen
, woraus man voreilig den Schluß ziehen
gierungsmethoden, die ſich dort auf der großen
n, ſich bewährt hätten. Aber das iſt ein Trug=
1Spolitik abſorbierte das ganze Intereſſe für
ßiſche Landtag hat ſich durch ſeine politiſche
auf das Niveau eines beſſeren Gemeinderates
r hat ſich alſo gewiſſermaßen ſelbſt aus der
et. Jetzt ſcheint das Problem Preußen wieder
nachdem ein deutſchnationaler Vorſtoß, im
tit der letzten Kabinettskriſis im Reich, auch
n in Preußen zu ſprengen, an ſeiner eigenen
glichkeit geſcheitert war. Kriſeln tut es ſchon
edenen Parteien haben an dem Zuſammen=
te
Freude mehr. Vor allem gilt das für die
rtei, die darunter leidet, daß Zentrum und
cer Fraktionszuſammenſetzung in Preußen er=
s
ſtehen als im Reich, beide alſo den Sozial=
ſtehen
als der Deutſchen Volkspartei. Außer=
ußen
die Mehrheitsverhältniſſe etwas anders.
emokraten und Demokraten können allein eine
Beine ſtellen, die im Landtag die Majorität
o zur Not auf die Deutſche Volkspartei ver=
ung
der Koalition wurde ſeinerzeit erzwungen
ten, die das Kabinett Stegerwald, die Minder=
Mittelparteien, in die Luft ſprengten und
1. daß durch ein Ueberraſchungsmanöver die
Fraktion mit einer Mehrheit von einer
das Zuſammenregieren mit der Deutſchen
rach.
den ſozialdemokratiſchen Miniſtern nachſagen
ſich lohal zur Koglition gehalten haben. Aber
zuf die ſehr ſtarke radikale Minderheit inner=
1 Partei Rückſicht nehmen, und das Gebiet,
in erſter Linie gezwungen waren, war die
der Verwaltung. Aus den Zeiten der erſten
faſt ſämtliche Oberpräſidien und Regierungs=
den
einzelnen Koalitionsparteien aufgeteilt.
Spartei hat, als ſie in die Regierung eintrat,
ſes Wettrennen um die Futterkrippe mitzu=
Wert darauf legte, daß die Verwaltung ent=
und nicht die parteipolitiſche Zugehörigkeit,
chliche Cignung entſcheidend war. Sie hat ſich
nden, daß die Sünden der Vergangenheit nicht
rgen gutzumachen waren; deshalb blieben die
tokratiſchen Revolutionsgrößen, wie Herr
im Amt. Was aber angeſtrebt wurde, war
angſame Rückbildung und eine Ausmerzung
je ſich als ungeeignet erwieſen hatten. Dabei
bei dem Miniſter Severing einen ſehr ſtarken
den. Mit großer Zähigkeit hat er jeden ein=
ren
Freunde verteidigt, auch da, wo eigentlich
rteidigen war, bis ſich ſchließlich die Deutſche
laßt ſah, faſt ultimativ aufzutreten und mit
3 der Koalition zu drohen.
iſt daraufhin nach Oſtpreußen gefahren, wo
ſchlimmſten waren und iſt wiedergekommen
daß er die Krankheit des Patienten mit etwas
könnte. Die Einzelheiten intereſſieren wohl
Es genügt, feftzuſtellen, daß der ſozialdemo=
gspräſident
von Königsberg ſich erhebliche
tte zuſchulden kommen laſſen, daß der ſozial=
izeipräſident
mit den Gerichten in heftigen
ſt und daß zwei ſozialdemokratiſche Landräte
ſſen eine recht eigenartige Rolle geſpielt hatten.
drat will Herr Severing opfern, den Polizei=
ing
aber will er in gleicher Eigenſchaft nach
n und den Regierungspräſidenten Bolck will
ner Zuſtimmung, abbauen. Dem Vorwärts
zu viel. Er rechnet heraus, daß die Sozial=
hrer
Stimmenſtärke einen ſehr viel höheren
dratsämter in Oſtpreußen hätten. Als ob es
ankäme! Vielleicht macht der Vorwärts
pel auf, wie ſich das Verhältnis der Ober=
ert
durch die Stimmenzahl der einzelnen Par=
vürde
dann zu dem Ergebnis kommen, daß
Volkspartei, die nicht ein einziges Oberpräſi=
günſtig
abſchneidet. Aber darum handelt es
die Sozialdemokratie in der preußiſchen Ver=
ertreten
iſt, ſo liegt das doch nur darin, daß
i keine Anwärter für ſolche Poſten hat. Das
in kann den Mangel an Verwaltungspraris
nun einmal nicht erſetzen. Das iſt für die
bedauerlich, aber für die anderen Parteien
inen derartigen Skandal zu dulden, wie er in
Erſcheinung getreten iſt, und unfähige Ver=
ur
deswegen zu halten, weil ſie Sozialdemo=
Huten ſino. Wir glauben deshalb auch zu wiſſen, daß die
Deutſche Volkspartei ſich mit der Löſung, wie Herr Severing
ſie gefunden hat, nicht abfinden wird. Der preußiſche Landtag
tritt am 19. Februar wieder zuſammen. Dann muß die Ent=
ſcheidung
fallen. Und es ſollte uns nicht wundern, wenn ſie
dahin fällt, daß die Deutſche Volkspartei der großen Koalition
in Preußen den Nücken kehrt. Zugegeben, daß dadurch unlieb=
ſame
Rückwirkungen auf die Reichspolitik entſtehen könnten, weil
dann die Sozialdemokratie vielleicht in offenen Gegenſatz zum
Kabinett Marx tritt. Der bisherige Zuſtand jedoch iſt unhaltbar,
daß nur aus parteipolitiſchem Egoismus heraus die Verwaltung
die doch den Staat tragen ſoll ſyſtematiſch unterhöhlt wird.

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Beginn: Freitag, 15. Februar, morgens 9 Uhr.

unseres gesam

bürgen
Halbwolle für Hausk
80 er
Waschseide für Bl.
Blusenflanellae
Blusenflanellsoen
Cheviot Fischgratgeuel
KarOS moderne Stellung
KdfOS reine Wolle, 105
Rockstreifen uose
und Serge, V
Popeline

Fosten Oheuiot.
80 cm breit, reine Wolle, grai

jeder modernen
Pope
Wir haben wäh

Neue Lohnabzugstabellen ab 1. Januar 1924
nach den neueſten Vorſchriſten über den Steuerabzug vom Arbeitslohn
Bearbeitet von
Minifterialdirektor Dr. Beuſch, Berlin
Preis etwa 1, Goldmark
Die Neurezelung des Lohnabzuges macht fehr komplizierte Berechnungen
notwendig, weil nicht mehr ein einheitlicher Satz von 102ſ, in Frage komine,

ſondern 10 verſchiedene Prozentſätze und Berechnungsarten. Erſchwert wird
dieſe Berechnung dadurch, daß die Berechnung des Prozenkanteiles ſich auch
auf die Pkenniadeträge des Lohnbetrages erſtrecken muß. Wir haben zum Zwecke
der Arbeitserſparnis und der ſicheren Berechnung des Abzuges eine Tadeke
fertageſtellt, die 44 geſtattet, durch die Ueberſichklichkeit und Einfachbeit ihrer
Konſtruktion alle praktiſch vorkommenden Abzugsbeiräge obne weiteres ab=
zleſen
. Hervorzuheben iſt, Laß die Tabelle neben allen gewöhnlichen Lohn=
beträgen
beſonders auch die Akkordlöhne beruckſichtigt

Die Goldmarkbuchführung,
ihre Grundlagen und Technik
Von
Dr. Heinrich Sommerſelt
ordentlicher Profeſſor für Betriebzwirtſchaftglehre an der Handelshochſchule,
Mannheim
Preis gebunden 2,50 Goldmark
4. bis 6. Tanſend
Aus dem Inhalt:
Die Goldmarkbuch führung, eine Buchführung in zwei Währungen. Der Am=
rechnungsfaktor
nach der Goldmark bin. Die Wandlung der Reſervekonten.
Die Keſtſtellung der Soldmarkzahlen für die Anlagewerte und für das Kapttal:
Der Goldmarkwert von Grundftücken und Gebäuden. Der Soldmarkweri von
Maſchinen. Das Kapitalkonto bei Soldmarkouchführung. Iſt das Kapital=
ausgleichskonte
eine Anterbilanz? Die Sauterung geſunder Unternehmungen
als Folgeerſcheinung der Umftellung auf Soldmark. Goldmarkbuchführung bei
weichendem Wert der Goldmark (Goldmark und Rentenmark).

Goldmarkbuchführung Goldmarkbilanz
Von der Papiermarkbuchführung über die Oeviſen= und Goldmarkbuchführung zur Goldmarkbilanz
Von Richart Fiſcher, von der Handelskammer in Leipzia öffentlich beſtellter und vereidigter Diplom=Bücherreviſor (V. O. D.)
Band X der Bücherei für Bilanz und Steuern 4. bis 6 Tauſend Preis 2. Goldmark

Die Rentenbankverordnung,
insbeſondere die Belaſtung von
Grundbeſitz, Handel und Induſtrie
Von Dr. Erler, Oberregierungsrat a. O., Weimar, und Rechtsanwalt
Dr. Koppe, Hauptſchriftleiter der Deutſchen Steuer=Zeitung, Berlin

Preis etwa 2, Goldmark (unverbindlich)

Die Abſetzungen für Abnutzung nach
dem Einkommenſteuergeſetz
Von Dr. Nur. Georg Strutz, Senatspräſident am Reichsfinanzhef,
Königl. Preußiſcher Wirklicher Geheimer Oberregſerungsrat

Preis etwa 1,20 Goldmark

Die Steuernotverordnungen vom T. und 19. Dezember 1923
mit umfaſſender Einführung und Steuerkalender. Von Rechtsanwalt Dr. Fritz Koppe, Haupiſchriftleiter der Deutſchen Steuer=Zeitung, Berlin
Preis 3,60 6ſoldmark
Die Neuregelung der Einkommenſteuer 1924 einichließlich Rhein/Ruhr=Abgabe
Von Rechtsanwalt Dr. Erler, Weimar, und Rechtsanwalt Dr. Fritz Koppe, Hauptſchriftleiter der Deutſchen Steuer=Zeſtung, Berlin
Preis 4,50 Goldmark
Die Neuregelung derVermögensſteuer 1924 einſchl. der Broiverſorgungsabgabe
Von Rechtcanwalt Dr. Fritz Koppe, Hauptſchriftleiter der Deutſchen Steuer=Zeitung, Berlin, und Dr. Beuck, Steuerſyndikus, Berlin
Preis 3,60 Goldmark
Die Neuregelung der Körperſchaftsſteuer 1924 einſchl. Rhein/Ruhr=Abgabe
Von Dr. Roſendorff, Rechtsanwalt und Notar, Berlin
Preis 4. Goldmark

Die Reuregelung des Lohnabzugs ab 1. Januar 1924
Von Oberreglerungsrat Dr. Pifſel, Berlin, und Rechtsanwalt Dr. Fritz Koppe, Haupiſchriftleiter der Deutſchen Steuer=Zeitung, Berlin
Preis 2,40 Goldmark

Beſtellzettel 1aze
Unkerzeichnete beſtell bei dem Induſtrieverlag Spaeih & Linde, Berlin C2:

Koppe=Gerſtner, Die Buchführungsverord=
uung
vom Januar 1924.
Preis enwa 3. Goldmark.
Roſendorff, Goldbilanzierungsgeſetz.
Preis geb. 3,30 Goldmark.
Kalveram, Praxis der Goldmark=
bilanzierung
. Preis etwa 2,50 Goldmark.
Schmidt,Bilanzwert,Bilanzgewinn, Lilanz=
umwertung
. Preis geb. etwa 2,50 Goldmark.
Beuſch, Neue Lobnabzngstabellen ab
1. Januar 1924. Preis eiwa 1. Goldmark.

Sommerfeld, Die Geldmarkbuchführung,
ihre Grundlagen und Technik.
Preis geb. 2,50 Goldmark.
Kiſcher Goldmarkbnchführung Sold=
Preis 2. Goldmark.
markbilanz.
Erler=Koppe, Nentenbankverordnung.
Preis etwa 2, Soldmark.
Strntz, Die Abfetzungen für Abnutzung
nach dem Einkommenſteuergeſetz.
Preis etwa 1,20 Goldmark.

Koppe, Die Steuernotverordnungen vom
7. u. 19.Dezember 1923. Preis 3,60 Goldmark.
Erler=Koppe, Die Reuregelung der Ein=
kommenſtener
1924. Preis 4,50 Goldmark.
Koppe=Beuck, Die Neuregelnng der Ver=
mögensſteuer
1924. Preis 3,60 Goldmark
Roſendorff, Die Neuregelung der Körper=
ſchaftsſtener
1924. Preis 4, Soldmark
Pifſel=Koppe, Die Neuregelung des Lohn=
abzugs
ab 1. Januar 1924.
Preis geb. 2,30 Bodmark.

Der Betrag folgt gleichzeitis iſt in Rechnung zu ſtellen iſt durch Poſtnachnahme zn erheden (Nichtgewünſchtes zu durchſtreichen)

Ort und Datumt

Name:

Beiräge ind auf Poſiſcheckonte Berlin MR7, Nr. 19541 einuzahlen

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Einzelnummer 13 Goldpfennige

Bezugspreis:

Bel wöchenilich 2maligem Erſcheinen vom 1. Februar
bis 18. Februar 117 Pfennig und 13 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 120 Pfennig, durch die
Agenturen 130 Pfennig frei Haus. Poſibezugs=
preis
ohne Beſteligeld monatiſch 2,60 Goldmart.
Vekantworilich eit für Aufnahme von Anzeigen, an

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeskaaptſtadt

Wollen Sie zuverläſſig und ſchneil unterrichtet ſein
über die neuen Steuerpflichten und Steuerfriſten
dann beſtellen Sie ſofort die

Monatsſchrift auf dem Gebiete des Steuerweſens
Schriftleitung: Rechtsanwalt Dr. jur. Fritz Koppe, Berlin

Dr. Kurt Ball
Dr. Heilfron
Berlin

Dr. W. Beuck
finanzminiſterium, Berlin Berlin=Zeblendorf gerichtspräſidens, Stutkgar: Beimar

Unter Mitwirkung von
Dr. Erler Dr. Fürnrohr
Dr. Großmann
Dürr
Regierungsrat im Reich8= Steuerſyndikus, Geb. Regterungsrat, Finanz= Rechtsanwalt, Rechtsanwalt, Prof. der Betriebswirtſchaftslehre u. Direktor
Wünchen.
des Inſtituts für Steuerkunde, Leipzig
Dr. Kleß Dr. fur.et rer. pol. Konietzko Dr. Pape
Dr. Jedeſohn Dr. Karger
Dr. Heinrich
Oberverwaltungs=
Geb. Zuſtizrat, Profeſſor, Regierungsrat im Reichs= Skaatsanwalt- Rechtsanwalt, Beb. Nat Senatspräfident am Regierungsrat,
gerichtsrat, Berlin
Reichsſtnanzbof, Wünchen Frankfurt a.M.
ſinanzmintſtertum, Berlin ſchaftsrat, Breslau Berlin.
Dr. fur. Rheinſirom
Dr. R. Roſendorff Walter Stern Dr. Warneyer
Kugo Rohte
Dr. Piſſel
Oberregierungsrat im Reichs= Rechtsanwalt, Profeſſor, Dozent Beigeordn. a. D., Obermagiftratsrat, Rechtsanwalt und Notar, Rechtsanwalt, Reichsgerichtsras,
Berlin=Zehlendorf.
Frankfurt a. M. Leipzig
Berlin
ſinanzmtniſterium, Berlin a. d. Handelshochſchule, München

Xlll. Jahrgang

Bezugspreis: Vierteljährlich 2,25 Rentenmark (ausſchließlich Bezugsgeld) durch alle Buchhandlungen
oder direkt vom Verlag unter Kreuzband.
Inßalt: Praktiſche, allgemeinverſtändliche Erläuterungen und Ratſchläge über alle neuen Steuergeſetze,
Steuerentſcheidungen und behördlichen Maßnahmen Nützliche Winke für die Steuererklärungen
Sprechſaal Bücherſchau Ständige Berichterſtattung beim Reichsfinanzhof, Oberverwaltungsgerichtuſw.
Inhalt der Januar=Nummer der Deutſchen Steuer=Zeitung (Jahrgang Xlll, Nr. 1):

Zum Geleit.
Sceuerkalender für Januar 1924. Von Rechtsanwalt Dr. Fritz Koppe, Berlin.
3. Steuerrechtswiſſenſchaft. Von Recbtsanwalt Dr. Alfred Karger, Berlin.
4. Die neueſten Aenderungen des Amſatzſteuergeſetzes. Von Dr. R. Kloß,
Senatspräſident am Reichsffnanzbof, München.
5. Freiſtellung der Ausfuhr des Herſtellers von der Amſatzſteuer. Von Dr. R. Kloß,
Senatspräſidenk am Reichsfinanzbof, München.
5. Zw ſchenhandelsprivileg und Umſatzfteuer. Von Prof. Dr. H. Großmann,
Handelshochſchule Leipzig.
7. Die Rückwirkung des § 16 des Finanzausgleichsgeſetzes auf ſchwebende
Wertzuwachsſteuerſachen. Mitgeteilt von Oberverwaitungsgerichtsrat Geb.
Rak Dr. Pape, Berlin.
8. Bi anzaufſtellung nach neueſtem Steuer= und Handelsrecht. Von Rechts=
anwalt
Dr. Koppe, Berkin.
9. Go dmarkbuchführuns. Von Arthur Jores, Direktor der Treuhand= und
Reviſi ns=A. G. Niederrbein in Crefeld.
10. Goldmarkbitanz und Buchhaltungspraris. Von Hugo Goeze, vereidigter
Bücherrevtſor, Berlin.
11. Anderweite Feſtſetzung der Einkommenſteuer=Abſchlußzablung für 1923.
I. Von Rechtsanwalt Dr Koppe, Berlin. II. Von Rechtsanwalt Dr. Alfred
Karg r. Berin.
12. Die neuen Steuern im beſetzten Gebiet. Von Steuerſyndikus Dr. Rabich.
13. Die Beſteuerung der Dienſtaufwandsentſchädigung ab 1. Januar 1924. Von
Rechtsanwalt Dr. H. Delbrück in Stettin.

14: Die Abänderung des Erbſchaftsfteuergeſetzes durch die Zweite Steuer=
notverordnung
Von Geb. Zuſtizrat Hoſef Mareus Berlin=Lichterfelde
15. Die Schematiſierung der Beſteuerung der Landwirtſchaft. Von Reg.=Nak a.D.
von Grone, Kirobrak.
18. Die Erledigung ſchwebender Steuerverfahren durch die Entlaſtung= und
die Zweite Steuernosverordnung. Von Regierungsrat Dr. Engel, Frank=
furt
a. M.
17. Der Mierſtempel bei den auf die Mieter umzulegenden Laſten und Koſten.
Von Rechtsanwalt Dr. Albert Schappach, Berlin.
18. Das Urteil des Reichsgerichts vomn 28. November 1923 üder die Frage der
Hppotbekenaufwertung. Von Reichsgerichtsrat Dr. Warneyer, Leipzig.
19. Monarsrundſchau. Von Dr. R. Kloß, Senatspräſident am Reichsſinanzhof,
München.
20. Aus der Rechtſprechung des Reichsfinanzbofs. Mitgeteilt von Geb. Rat
Dr. Kloß, Seuatspräſident am Reichsſinanzhof in München.
zu. Erlaßfe.
22. Kleine Steuernachrichten.
3. Sprechſaal.
Sonderbeilage Der Lohnabzug:
24. Die Steuerzahlungen auf das Arbeitseinkommen 1924 nach der Zweiten
Steuernorveroronung, insbeſondere die Neuregelung des Steuerabzugs. Von
Regierungsrat Kloeber, Berlin.
25. Der Steuerabzug bei Hausangeſtellten vom 1. Januar 1924 ab.
26. Der Steuerabzug durch Verwendung von Einkommenſteuermarken.

Ondlent vei Demtſchel Siehersennnt

Der Eildienſt enthält

(Steuerſchnellpoſid)
Der Eildienſt erſcheint

eine gedrängte Ueberſicht über die wichtigſten Steuerverordnungen,
die laufenden Steuerfriſten und die bevorſtehenden Steuertermine,
Anleitungen und Muſter zur Erfüllung der fälligen Steuerpflichten
und die Klärung beſonders dringlicher Tagesfragen der Steuer=
praxis
. Der Eildienſt verfolgt alſo rein praknſche Ziele; er will dem
Znduftriellen und Landwirt, dem überlafteten Lohnbureau, kurz jedem
Steuerzahler laufende Steuermerkblätter bieten, die ihm auf ſchnellſtem
Wege in gedrängter Kürze die laufenden Steuerpfilichten vorbalten.
Der Eildienſt bringt u. a. in jeder Nummer die Umſatzfteuerausfuhr=
kurſe
, die Beſtimmungen über Goldzollaufgeld, Ausfuhrkurſe, Loynabzug
und Landabgabe, Reichs=Wochen= und Großhandelsinder, Krankenkaſſe,
Währungsbeſtimmungen.

je nach Bedarf, aber mindeſtens einmal im Monat, und
zwar in der Regel am 1. eines Monats, ſonſt dem je=
weiligen
Bedürfnis entſprechend.
Der Eildienſt koſtet
für je vier Quartſeiten 0,40 Rentenmark.

Merkur
Rouftrieberiag Sptetn d unde, Bernn Cl, Konigftr. 54 2154

attet.

ang

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Z mm brelte Zelle im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 30 Soldpfs, Nellamezelle, 52 mm
breit 1 Goldmak. Anzeigen von auewärts 30 Gldpis,
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfe, 92 mm breite Fellame=
zelle
1.3 Goldmart. Aſe Preiſe m Goldmart
1 Deller 4.: Mach. Im Jalle höherer
Gewal, wie Krieg, Aufruhr Strell ufw., erliſcht
ſede Verpſichtung au: Efüllung der Anzeigen=
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und Leiſturßk vou Schebenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichticher Beitreiduns fällt eder
Rabatt weg. Barklonte: Deutſche Bani und Darme
ſtädter 8 Nationaibank.

Neur Sorwunisinagnaymen.
Berlin, 14. Febr. Der Reichskanzler hat nach dem
erzielten Cinverſtändnis über die demnächſtige Aufhebung
des militäriſchen Ausnahmezuſtandes bei den
beteiligten Reichsminiſterien die Prüfung der Frage veranlaßt,
in welcher Weiſe durch beſondere Maßnahmen um=
ſtürzleriſchen
Beſtrebungen zukünftig wirkſam ent=
gegenzutreien
iſt.
Die Mainzer Regieverhandlungen.
Mainz, 14. Febr. Die Verhandlungen zwiſchen
deuiſchen, ſtanzöſiſchen und engliſchen Eiſenbahn= Sach=
verſtändigen
über die zukünftige Geſtaltung des
Eiſenbahnverkehrs im beſetzten Gebiet haben

Beute ugchwitge 2 Uhr b.

egonnen,

regniſchen nriegemiltei. Was England anvelange, ſo ſeien ſeine
Streitkräfte bis auf das geringſtmögliche Maß herabgeſetzt wor=
den
, und man ſollte andere Länder zu dem gleichen Vorgehen
reranlaſſen. Wenn die allgemeine Sicherheit, wie ſie
im beſonderen z. B. Frankreich fordere, geſchaffen werden
könne, wären neun Zehntel der europäiſchen
Schwierigkeiten behoben. Im übrigen ſehe er nicht
ganz klar,; welche Politik die neue Regierung in der Abrüſtungs=
frage
verfolge, aber er entnehme aus der Nede Macdonalds, daß
er die Formulierung einer allgemeinen Ab=
rüſtungsvereinbarung
beabſichtige. Die Entſchließung
des Völkerbundes in Sachen des gegenſeitigen Garantie=
paktes
ſei von 21 europäiſchen Ländern und von der Mehrzahl
in günſtigem Sinne beantwortet worden. Europa warte jetzt auf
die ausſtehende Entſcheidung Großbritanniens. Er hoffe, daß
die Negierung einen Ausſchuß zur weiteren Prüfung der Ange=
legenheit
ernennen werde.

reußiſche Koalition.
iſerer Berliner Redaktion.
ßiſchen Politik iſt in den letzten Jahren rech=
weſen
, woraus man voreilig den Schluß ziehen
gierungsmethoden, die ſich dort auf der großen
n, ſich bewährt hätten. Aber das iſt ein Trug=
1Spolitik abſorbierte das ganze Intereſſe für
ißiſche Landtag hat ſich durch ſeine politiſche
auf das Niveau eines beſſeren Gemeinderates
ir hat ſich alſo gewiſſermaßen ſelbſt aus der
et. Jetzt ſcheint das Problem Preußen wieder
nachdem ein deutſchnationaler Vorſtoß, im
tit der letzten Kabinettskriſis im Reich, auch
n in Preußen zu ſprengen, an ſeiner eigenen
glichkeit geſcheitert war. Kriſeln tut es ſchon
edenen Parteien haben an dem Zuſammen=
te
Freude mehr. Vor allem gilt das für die
rtei, die darunter leidet, daß Zentrum und
cer Fraktionszuſammenſetzung in Preußen er=
s
ſtehen als im Reich, beide alſo den Sozial=
ſtehen
als der Deutſchen Volkspartei. Außer=
ußen
die Mehrheitsverhältniſſe etwas anders.
emokraten und Demokraten können allein eine
Beine ſtellen, die im Landtag die Majorität
o zur Not auf die Deutſche Volkspartei ver=
ung
der Koalition wurde ſeinerzeit erzwungen
ten, die das Kabinett Stegerwald, die Minder=
Mittelparteien, in die Luft ſprengten und
i. daß durch ein Ueberraſchungsmanöver die
Fraktion mit einer Mehrheit von einer
das Zuſammenregieren mit der Deutſchen
ach.
den ſozialdemokratiſchen Miniſtern nachſagen
ſich lohyal zur Koglition gehalten haben. Aber
uf die ſehr ſtarke radikale Minderheit inner=
1 Partei Rückſicht nehmen, und das Gebiet,
in erſter Linie gezwungen waren, war die
der Verwaltung. Aus den Zeiten der erſten
faſt ſämtliche Oberpräſidien und Regierungs=
den
einzelnen Koalitionsparteien aufgeteilt.
Spartei hat, als ſie in die Regierung eintrat,
ſes Wettrennen um die Futterkrippe mitzu=
Wert darauf legte, daß die Verwaltung ent=
und nicht die parteipolitiſche Zugehörigkeit,
chliche Cignung entſcheidend war. Sie hat ſich
nden, daß die Sünden der Vergangenheit nicht
rgen gutzumachen waren; deshalb blieben die
tokratiſchen Revolutionsgrößen, wie Herr
im Amt. Was aber angeſtrebt wurde, war
angſame Rückbildung und eine Ausmerzung
je ſich als ungeeignet erwieſen hatten. Dabei
bei dem Miniſter Severing einen ſehr ſtarken
den. Mit großer Zähigkeit hat er jeden ein=
ren
Freunde verteidigt, auch da, wo eigentlich
rteidigen war, bis ſich ſchließlich die Deutſche
laßt ſah, faſt ultimativ aufzutreten und mit
3 der Koalition zu drohen.
z iſt daräufhin nach Oſtpreußen gefahren, wo
ſchlimmſten waren und iſt wiedergekommen
daß er die Krankheit des Patienten mit etwas
könnte. Die Einzelheiten intereſſieren wohl
Es genügt, feftzuſtellen, daß der ſozialdemo=
gspräſident
von Königsberg ſich erhebliche
tte zuſchulden kommen laſſen, daß der ſozial=
izeipräſident
mit den Gerichten in heftigen
ſt und daß zwei ſozialdemokratiſche Landräte
ſſen eine recht eigenartige Rolle geſpielt hatten.
drat will Herr Severing opfern, den Polizei=
ing
aber will er in gleicher Eigenſchaft nach
n und den Regierungspräſidenten Bolck will
ner Zuſtimmung, abbauen. Dem Vorwärts
zu viel. Er rechnet heraus, daß die Sozial=
hrer
Stimmenſtärke einen ſehr viel höheren
dratsämter in Oſtpreußen hätten. Als ob es
ankäme! Vielleicht macht der Vorwärts.
pel auf, wie ſich das Verhältnis der Ober=
ert
durch die Stimmenzahl der einzelnen Par=
vürde
dann zu dem Ergebnis kommen, daß
Volkspartei, die nicht ein einziges Oberpräſi=
günſtig
abſchneidet. Aber darum handelt es
die Sozialdemokratie in der preußiſchen Ver=
ertreten
iſt, ſo liegt das doch nur darin, daß
keine Anwärter für ſolche Poſten hat. Das
in kann den Mangel an Verwaltungspraris
nun einmal nicht erſetzen. Das iſt für die
bedauerlich, aber für die anderen Parteien
inen derartigen Skandal zu dulden, wie er in
Erſcheinung getreten iſt, und unfähige Ver=
ur
deswegen zu halten, weil ſie Sozialdemo=
kraten
ſind. Wir: glauben deshalb auch zu wiſſen, daß die
Deutſche Volkspartei ſich mit der Löſung, wie Herr Severing
ſie gefunden hat, nicht abfinden wird. Der preußiſche Landtag
tritt am 19. Februar wieder zuſammen. Dann muß die Ent=
ſcheidung
fallen. Und es ſollte uns nicht wundern, wenn ſie
dahin fällt, daß die Deutſche Volkspartei der großen Koalition
in Preußen den Rücken kehrt. Zugegeben, daß dadurch unlieb=
ſame
Rücwirkungen auf die Reichspolitik entſtehen könnten, weil
dann die Sozialdemokratie vielleicht in offenen Gegenſatz zum
Kabinett Marx tritt. Der bisherige Zuſtand jedoch iſt unhaltbar,
daß nur aus parteipolitiſchem Egoismus heraus die Verwaltung
die doch den Staat tragen ſoll ſyſtematiſch unterhöhlt wird.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Dormſtädter Tagblatt, Tonuerstag, den 14. Feb unr 1924,

Nummer 45.

Beginn: Freitag, 15. Februar, morgens 9 Uhr.
AALTeRäAlEAe
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unseres gesan.
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Zeitſcheift des modern wietſchaftlich u. wiſſenſchaftlich
Sie durchgebildeten Betriebsleiters u. Geſchäftsinhabers

Soeben beginnt zu erſcheinen:

AEAABUAIITA
BETADTIASOIIA
SCHRIFILEITUNG
DA.R.SCHHIDT.
Professor der Betriebswirtchaftslehre
an der Universität Frankkurtalf
Herausgeber: Prof. Dr. Dörfel Wien, Prof. Dr. Findeiſen, Nürnberg, Prof. Dr. Großmann, Leipzig, Prof, Dr. Hellauer, Frankfurt, Prof.
Dr. Leitne:, Berlin, Prof. Dr. Mahlberg, Göteborg, Prof. Dr. Oberparleiter, Wien Prof. Dr. Pape, Jen=, Prof. Dr. Schmide, Franlfurk,
Prof. Dr. Sommerfeld, Manubeim, Prof. Dr. Walb, Freiburg i. B.
Verlag und Geſchäftsſtelle: Fnduſtrieverlag Spaeth & Linde 1
Bezugspreis:
Fachbuchbandlung für Betriebswirtſchaft, Berlin C2, Königſtraße 52. n Halbjährlich 6. Rentenmark (ausſchließlich Zuſtellungsgebühr)
Fernſprecher: Merkur 2154.
Poſtſcheckkonto: Berlin NW?, Nr. 18541. I direkt vom Verlag unter Kreuzband oder durch jede Buchhandlung.

Die heutlge Zeit, in der für die Betriebe faſi täglich neue und ſchwierige wiriſchaftliche Fragen eniſtehen, erfordert, daß dieſe Prebleme
nicht nur praktiſch durchdacht, ſondern auch mit wiſſenſchaftlichen Methoden durchforſcht werden.
Mehr denn ſe iſt der Indu/rielle, der Bankier, der Kaufmann uſw. gezwungen, um den heutigen ſchwierigen Cxiſtenzkampf erfolg=
reich
beſtehen zu können, ſein Wiſſen zu verliefen. Derjenige wird die meiſten Erfolge erzielen, der es verſteht, die wiſſenſchaftlichen
Forſchungen der Betriebswirtſchaftslehre feinem Betriebe nutzbar zu machen.
Die Verbindung von Wiſſenſchaſt und Praxis iſt die Grundlage des Erfolges. So war es bieher auf den Gebieien der Technik und der
Chemie; ſo wird es für die Folge auch auf dem Gebiete der Beiriebzwirtſchaft und der Betriebswiſſenſchaft ſein. Es ſei nur an die zurzeit
hochaktuellen Fragen der Erfolgs= und Selbſikoſienberechnung, der Preispolitik und Gleispreiſe, der Goldbilanzierung uſw. erinnert.
Dieſem Bedürfnis entſpricht die ſetzt zur Veröffentlichung gelangende Zeitſchrift für Betriebawiriſchaft.
Die Zeiiſchrift für Betriebzwirtſchaft wird aus dem Bereich der beiriebzwirtſchaftlichen Forſchung wichtige und intereſſante Prebleie
darlegen. Sie wird weiter in Aufſätzen und kleinen Beiträgen zu aktuellen Fragen in der Betriebzwirtſchaft Stellung nehmen, und ſchließlich
wird ſie regelmäßig über die wichtigſien Neuerſcheinungen beiriebswirtſchaftlicher Art kritiſch und eingehend berichten. Die Zeitſchrift wird
ein Bindeglied ſein zwiſchen Theorie und Praxis. Den in der Praxis Stehenden wird ſie zeigen, wie ſich die Wiſſenſchaft mit den zahlreichen
betriebswtriſchaftlichen Problemen auseinanderſetzt. Wiſſenſchaftlern ſelbſt ſoll ſie in ruhiger, planmäßiger Arbeit Material und Anregungen
vermitteln, die den Weg zu weiteren Erkenntniſſen ebnen.

1

ch

1. Aufſätze.
Prof. Dr. F. Schmidt, Frankfurt a. M.
... Die neue Geldmarkbilanz und Goldmarkbuchführung
Prof. Dr. Ernſt Walb, Freiburg i. B...
......Die Bilatz als Mittel der Erfolgsrechnung
Prof. Dr. 24. Prion, Köln
!.
Bom Kedik
Prof. Dr. Wilhelm Kalveram, Frankfurt a. M.
...... Die Gründung von Aktiengeſellſchaſten
Prof. Dr. Großmann, Leipzig.
. ....... ....Die ausſchließlich wertangleichende oder ſtatiſtiſche Abſchreibung
Prof. Dr. Heinrich Sommerfeld, Mannheim.
De Woynungsmiete des Arbeiters als Betriebskoſtenfaftor
Dr. E. Auffermann, Darmſtadt . . . . . . . Aukizipativ= und Tranſitpoſten vom Standpunkt der betriebswwirtſchaftlichen Steuerlehre
2. Kleine Beiträge.
Prof. Dr. W. Prion, Köln.
... . . Ankoftenverringerung im Bankbekrieb
3. Buchbeſprechungen.
Alfredsſagc, DieEntwicklung der wiſſenſchaftlichen Betriebswirtſchaftslehre inDeutſchland ſeit 1898 ( Prof. Dr. Walb, Freiburg i. B.)
Eucken, Kritiſche Betrachtungen zum deutſchen Goldproblem.
(Prof. Dr. Wald, Freiburg t. B.)
A. Hellwig, Neuzeitliche Selbſtkoſtenberechnung
(Prof. Dr. Walb, Freiburg i. B.)
Sepffert. Der Menſch als Betriebsfaktor.
(Prof. Dr. Findeiſen, Nürnberg)
A. Weiß, Vorleſungen über techniſche und wirtſchaftliche Grundlagen der Textilinduſtie
....... (Dr. Jſaae, Oberurfel)
Findeiſen, Uncernebnuung uitd Steuer ......"
..".. . .(Dr. Iſaac, Oberurſel)
.......
Findeiſen=Großmann, Grundriß der Handelswiſſenſchaft . ... . .. . . .... . . . . . . .. .. /Prof. Di. Kalveram, Frankfurt a. 9.)
Mahlberg, Die Grundlagen der Telegrapben=Code.. ...
..... . . .. (Prof. Dr. Kalveram, Frankfurt a. M.)
Unenibehrlich für alle größeren Betriebe der Induſirie, des Bankweſens und des Handels, insbeſendere für
deren Direktoren und ſonſtige leitenden Beamien, ferner für Bücherreviſoren, Diplomkaufleute, Rechisanwäite.

Abonnements=Beſteilung. Unterzeichneie. beſtell. hiermit bei dem Induſfrieverlag Gpaeis & Linde, Verin C2;
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für den Xlll. Jahrgang (Januar bis Dezenber 1924) zum Preiſe von 2,25 Rentenmark vierteljährlich, ſofort nach Erſcheinen jeler
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1 Abennement Zeitſchrift für Betriebswirtſchaft für das Jahr 1924 zum Preiſe von 6. Nentenmark pro Halbſahr.
Der Betrag folgt gleichzeitig iſt durch Poſtnachnahme zu erbeben. (Nichtgewünſchtes zu durchſtreichen.)
Name:
Ort und Dazum:
Abonnementoberäge ſind auf Poſtſcheckonto Berlin MW 7, Nr. 18541 einzuzuhlen. Erfüllungsort für Lieferung und Zablung iſt Berlin=Mitte.

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[ ][  ][ ]

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Bel wöcheniſich 2maligem Erſcheinen vom 1. Februar
bis 15. Februar 112 Pfennig und 13 Pfennig
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Agenturen 130 Pfennig frei Haus. Poſibezuge=
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Verantwortlich eit für Aufnahme von Anzeigen an
beſtimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
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einzeiner Nummern infolgs höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
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Franfurt a. M. 1304.

Einzeinummer 13 Goldpfennige

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Nachdruck ſämtlicher mit x veriehenen Original=Auffäße und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geffattet.
Nummer 46.
Freitag, den 15. Februar 1924.
187. Jahrgang

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JinanzeAnzeigen 30 Goldpfa, Mellamezelle 92 mm
breiſ 4 Goldmark. Anzeigen von auewärte 30 Gldpis.
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfa, 92 mm breite Rellame=
zelle
1.: Goldwar. Alie Preiſe m Goldmart
(t Dolſer 2 4.B Mam . Im Falle höherer
Gewall, wie Krleg, Aufruhr Strell uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung au: Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſtunk von Schedenerlatz. Bei
Konturs oder gerichticher Beitreiduns fällt eder
Rabatt weg. Bauklonte: Deutſtche Beni und Darm=
ſtädter
8 Nationaibank.

Eine neue Oenkſchrift.
Deutſchlands Wirtſchaft, Währung und Finanzen.
Berlin, 14. Febr. Die Denkſchrift, die für die in Berlin
tagenden Sachverſtändigen=Ausſchüſſe ausgearbeitet worden iſt,
wird unter dem Titel Deutſchlands Wirtſchaft, Währung und
Finanzen noch im Laufe dieſer Woche im Zentralverlag in
Berlin als Sonderpublikation erſcheinen. Die Denkſchrift dürſte
in allen Kreiſen des In= und Auslands größte Beachtung finden.
Rückkehr der Sachverſtändigen nach Paris.
Paris, 14. Febr. (Wolff.) Die franzöſiſchen, amerika=
niſchen
und engliſchen Mitglieder des Sachverſtändigenausſchuſſes
werden nach einer Sarasmeldung heute abend, von Berlin
kommend, in Paris eintreffen.
General Dawes Vorſchläge.
TU. Paris, 14. Febr. Der Berliner Korreſpondent des
Newyork Herald glaubt zu wiſſen, daß der Sachverſtändigen=
ausſchuß
des Generals Dawes in ſeinem Schlußbericht keinen
beſtimmten Neparationsbetrag nennen wird, ſondern ſich damit
begnügen wird, die Mittel und Wege zur Einziehung der Repa=
rationen
auzugeben. Andererſeits erfährt der Korreſpondent der
Daily Mail aus Kreiſen, die dem Sachverſtändigenausſchuß nahe
ſtehen, daß der Ausſchuß, abgeſehen von Maßnahmen zur Be=
gründung
der Goldnotenbank, auch noch folgende Anregungen in
ſeinem Berichte ausſprechen will:
1. Bewilligung eines Moratoriums für Reparationszahlungen,
2. Wiedereinſetzung der deutſchen Verwaltungsbehörden im
Ruhrgebiet,
3. Aufhebung des Zollkordons zwiſchen dem beſetzten und un=
beſetzten
Deutſchland.

Vom Tage
Das Reichskabinett hat in ſeiner Sitzung vom 12. Februar
beſchloſſen, eine Verordnung zur Abänderung der Pachtſchutz=
ordnung
zu erlaſſen.
Der Verlag Mohr in Tübingen hat gegen das Verbot
der Rothenbücherſchen Broſchüre Beſchwerde beim
bayeriſchen Geſamtminiſterium erhoben.
Nach einer Havas=Meldung aus Koblenz hat der engliſche Ober=
kommiſſar
der Rheinlandkommiſſion mitgeteilt, daß die
Kommuniſten beabſichtigen, demnächſt in Köln einen großen Kon=
greß
abzuhalten und gebeten, dieſen zu unterſagen.
Der Intendant der batzeriſchen Staatstheater, Dr. Karl Zeiß,
iſt nach kurzer Krankheit geſtorben.
Unter dem Setzerperſonal mehrere Pariſer Blätter iſt wegen
Lohnſtreitigkeiten eine Streitbewegung ausgebrochen.
Die Blätter erſcheinen jedoch vorläufig noch weiter,
Havas, veröffentlicht die bei der endgültigen Unterzeichnung der
Tanger=Konvention durch Spanien zwiſchen Poinearé und
dem ſpaniſchen Botſchafter ausgetauſchten Schreiben.
Der ſchweizeriſche Geſandte Durant hat im Quai d’Orſah
die Antwort der eidgenöſſiſchen Regierung auf die franzöſiſche
Note über die Freizonenfrage überreicht.
Premierminiſter Macdonald hat geſtern vormittag den deut=
ſchen
Botzſchafter im Auswärtigen Amt empfangen.
Die Londoner Blätter melden, daß der deutſche ſozialiſtiſche Abg.
Dr. Meerfeld mit Zuſtimmung der deutſchen Regielung nach
London abgereiſt ſei, wo er verſuchen ſolle, mit Premierminiſter
Maedonald über die die Rheinlande betreffenden Fra=
gen
zu verhandeln.
Der Diskontſatzder kaiſerlich Indiſchen Bank iſt auf 9 Pro=
zent
erhöht woaden.
Wie Hadas aus Waſhington meldet, hat das Staatsdepar=
tement
mitgeteilt, daß die Beziehungen zu Honduras ab=
gebrochen
ſind.

* Die preußiſche Koglition.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Von der preußiſchen Politik iſt in den letzten Jahren rech=
wenig
die Rede geweſen, woraus man voreilig den Schluß ziehen
könnte, daß die Regierungsmethoden, die ſich dort auf der großen
Koalition aufbauen, ſich bewährt hätten. Aber das iſt ein Trug=
ſchluß
. Die Reichspolitik abſorbierte das ganze Intereſſe für
ſich, und der preußiſche Landtag hat ſich durch ſeine politiſche
Perſpektive ſelbſt auf das Niveau eines beſſeren Gemeinderates
heruntergedrückt, er hat ſich alſo gewiſſermaßen ſelbſt aus der
Politik ausgeſchaltet. Jetzt ſcheint das Problem Preußen wieder
aktuell zu werden, nachdem ein deutſchnationaler Vorſtoß, im
Zuſammenhang mit der letzten Kabinettskriſis im Reich, auch
die große Koalition in Preußen zu ſprengen, an ſeiner eigenen
taktiſchen Unzulänglichkeit geſcheitert war. Kriſeln tut es ſchon
lange, die verſchiedenen Parteien haben an dem Zuſammen=
regieren
keine rechte Freude mehr. Vor allem gilt das für die
Deutſche Volkspartei, die darunter leidet, daß Zentrum und
Demokraten in ihrer Fraktionszuſammenſetzung in Preußen er=
heblich
weiter links ſtehen als im Reich, beide alſo den Sozial=
demokraten
näher ſtehen als der Deutſchen Volkspartei. Außer=
dem
liegen in Preußen die Mehrheitsverhältniſſe etwas anders.
Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten können allein eine
Koalition auf die Beine ſtellen, die im Landtag die Majorität
beſitzt, können alſo zur Not auf die Deutſche Volkspartei ver=
zichten
. Die Bilzung der Koalition wurde ſeinerzeit erzwungen
durch die Demskraten, die das Kabinett Stegerwald, die Minder=
heitsregierung
der Mittelparteien, in die Luft ſprengten und
den Erfolg hatten, daß durch ein Ueberraſchungsmanöver die
ſozialdemokratiſche Fraktion mit einer Mehrheit von einer
Stimme ſich für das Zuſammenregieren mit der Deutſchen
Volkspartei ausſprach.

Briefwechſel zwiſchen General v. Seecki und dem Reichspräſidenten. Die Staatsautorität
wieder hergeſtellt.

Berlin, 14. Fehr. Der Chef der Heeresleitung,
General v. Seeckt, hat geſtern an den Reichspräſiden=
tenfolgendes
Schreiben gerichtet:
Sehr geehrter Herr Reichspräſident!
Sie haben mir durch Ihre Verordnung vom 8. November
außerordentliche Vollmachten übertragen. Ich glaube, daß die
Aufgabe, die mir dadurch zufiel, im allgemeinen erfüllt iſt. Die
Staatsautorität iſt ſo gefeſtigt, daß die unter
dem Ausnahmezuſtand eingeleitete Sanierung
unſeres ſtaatlichen und wirtſchaftlichen Lebens
auch ohne ihn weitergeführt werden kann. Ich
ſchlage daher vor, die Verordnungen vom 26. Septem=
ber
und 8. November 1923 zu Anfang Märzaufzuheben.
Falls Sie, ſehr verehrter Herr Reichspräſident, dieſe meine Auf=
faſſung
teilen, bitte ich Sie, ſie der Oeffentlichkeit bekannt zu
geben. Mit dem Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung
habe ich die Ehre, zu ſein
Ihr ergebener
v. Seeckt.

Der Reichspräſident hat darauf folgendes geant=
wortet
:
Sehr geehrter Herr General!
Auf Ihr geſtriges Schreiben erwidere ich Ihnen ergebenſt,
daß ich Ihrer Auffaſſung über die Lage durchaus
beitrete und demgemäß in Uebereinſtimmung mit
dem Reichskanzler beabſichtige, die Verordnun=
genüber
den Ausnahmezuſtand zum 1. Märzauf=
zuheben
.
Ich benutze dieſe Gelegenheit, um Ihnen, ſehr geehrter Herr
General, namens des Reiches ausdrücklichen Dank zu ſagen für
die großen Dienſte, die Sie in den letzten Monaten unſerem
Vaterlande geleiſtet haben. Als im vergangenen Herbſt die durch
äußere Bedrückungen und innere Schwierigkeiten aller Art er=
regte
Stimmung ganzer Volkskreiſe das Staatsgefüge und die
Exiſtenz des Reiches ernſtlich bedrohten, haben Sie in ſelbſtloſer
Einſetzung Ihrer Perſon das ſchwierige und undankbare Amt
übernommen, die Ruhe und Sicherheit wieder herzuſtellen und
damit den Boden zu ſchaffen, auf dem die harten, vom ganzen
Volke Opfer erheiſchenden Maßnahmen zu unſerer wirtſchaftlichen
und finanziellen Geſundung durchgeführt werden konnten. Es
iſt mir daher ein lebhaftes Bedürfnis, Ihnen ſelbſt und der
Reichswehr zu der Durchführung dieſer ſchwierigen Aufgabe
meinen herzlichſten Dank auszuſprechen. Mit der Verſiche=
rung
meiner beſonderen Hochſchätzung bin ich
Ihr ſehr ergebener
gez. Ebert, Reichspräſident.
Neue Vorſichtsmaßnahmen.
Berlin, 14. Febr. Der Reichskanzler hat nach dem
erzielten Cinverſtändnis über die demnächſtige Aufhebung
des militäriſchen Ausnahmezuſtandes bei den
beteiligten Reichsminiſterien die Prüfung der Frage veranlaßt,
in welcher Weiſe durch beſondere Maßnahmen um=
ſtürzleriſchen
Beſtrebungen zukünftig wirkſam ent=
gegenzutreten
iſt.

Die Mainzer Regieverhandlungen.
Mainz, 14. Febr. Die /Verhandlungen zwiſchen
deutſchen, ſtauzöſiſchen und engliſchen Eiſenbahn= Sach=
verſtändigen
über die zukünftige Geſtaltung des
Eiſenbahnverkehrs im beſetzten Gebiet haben
iütag 2 Uhr begonnen,
heute nachmilta
F.e3-

Poincares beſcheidene‟ Wünſche.
Falſche Töne auf der Friedensſchalmei.
Paris, 14. Febr. (Wolff.) Bei einem Bankett einer
Kriegsteilnehmer=Vereinigung erklärte Poincaré geſtern
abend in ſeiner Tiſchrede, es ſei der Tag gekommen, wo
Frankreich gezwungen war, den Beweis zu erbringen, daß
es auf ſeine Rechte nicht verzichten könnte. (Gemeint
iſt die Ruhrbeſetzung.) In dieſem ernſten Augenblick ſei
ihm jedoch niemalsder Gedankegekommen, mit den
Alliierten zu brechen. Frankreich ſei überzeugt, daß es
bei ſeinen Alliierten einen lohalen und guten Willen finden
werde, der ſeinem eigenen entſpreche. Es wünſche, bei den
Deutſchen endlich ein klareres Verſtändnis für eine
Lage zu finden, für die Frankreich nicht die Verant=
wortungtrage
(!!), und die, ohne Frankteich und der Ruhe
Europas zu ſchaden, von langer Dauer ſein könnte. Die Ruhe
Europas ſei von Frankreich niemals geſtört worden,
das mit allen Mächten danach ſtrebe, dieſe Ruhe wieder herzu=
ſtellen
. Frankreich habe genug gelitten, um ſich nach neuen Lei=
den
zu ſehnen. Die Franzoſen ſeien kein Volk von Narren, ſie
verlangten nur, nicht für Deutſchland bezahlen zu
müſſen und keine feindlichen Einfälle zu er=
leben
. Dieſe beiden beſcheidenen Wünſche würden ſie durch=
ſetzen
, koſte es, was es wolle. Mit dieſer Forderung ſeien ſie
ſicher, nicht allein die Sache Frankreichs, fondern auch die der
Menſchheit zu vertreten.
Trotz Abrüſtung.
Ein waffenſtarrendes Europa.
600 000 Mann mehr unter den Waffen als 1913.
London, 14. Febr. (Wolff.) Oberhaus. Lord Ro=
bert
Cecil, der ſich in ſeiner Niede vor allem mit der Frage
der militäriſchen Rüſtungen und ihrer Auswirkung auf
die internationale Politik beſchäftigte, ſagte u. a.: 1913, als man
von Europa als einem bewaffneten Lager geſprochen
habe, hätten 3 744 000 Mann unter Waffen geſtanden, 1923 ſeien
es 3 632 000 Mann. Man dürfe aber nicht vergeſſen, daß die
ehemaligen feindlichen Staaten, von den Alliierten
gezwungen worden ſeien, ihre Streitkräfte um
einige 100 000 Mann zu vermindern. Es ſtänden
alſo heute nicht 100 000 weniger, ſondern 600 00 mehr unter
den Waffen als 1913. Dazu kämen große Verbeſſerungen der
techniſchen Kriegsmittel. Was England anbelange, ſo ſeien ſeine
Streitkräfte bis auf das geringſtmögliche Maß herabgeſetzt wor=
den
, und man ſollte andere Länder zu dem gleichen Vorgehen
reranlaſſen. Wenn die allgemeine Sicherheit, wie ſie
im beſonderen z. B. Frankreich fordere, geſchaffen werden
könne, wären neun Zehntel der europäiſchen
Schwierigkeiten behoben. Im übrigen ſehe er nicht
ganz klar, welche Politik die neue Regierung in der Abrüſtungs=
frage
verfolge, aber er entnehme aus der Nede Macdonalds, daß
er die Formulierung einer allgemeinen Ab=
rüſtungsvereinbarung
beabſichtige. Die Entſchließung
des Völkerbundes in Sachen des gegenſeitigen Garantie=
paktes
ſei von 21 europäiſchen Ländern und von der Mehrzahl
in günſtigem Sinne beantwortet worden. Europa warte jetzt auf
die ausſtehende Entſcheidung Großbritanniens. Er hoffe daß
die Negierung einen Ausſchuß zur weiteren Prüfung der Ange=
legenheit
ernennen werde.

Man wird es den ſozialdemokratiſchen Miniſtern nachſagen
dürfen, daß ſie an ſich loyal zur Koglition gehalten haben. Aber
ſie mußten doch auf die ſehr ſtarke radikale Minderheit inner=
halb
ihrer eigenen Partei Rückſicht nehmen, und das Gebiet,
auf dem ſie dazu in erſter Linie gezwungen waren, war die
Perſonalpolitik in der Verwaltung. Aus den Zeiten der erſten
Koalition waren faſt ſämtliche Oberpräſidien und Regierungs=
präſidien
zwiſchen den einzelnen Koalitionsparteien aufgeteilt.
Die Deutſche Volkspartei hat, als ſie in die Regierung eintrat,
es abgelehnt, dieſes Wettrennen um die Futterkrippe mitzu=
machen
, weil ſie Wert darauf legte, daß die Verwaltung ent=
politiſiert
würde, und nicht die parteipolitiſche Zugehörigkeit,
ſondern nur die fachliche Cignung entſcheidend war. Sie hat ſich
aber damit abgeſunden, daß die Sünden der Vergangenheit nicht
von heute auf morgen gutzumachen waren; deshalb blieben die
ganzen ſozialdemokratiſchen Revolutionsgrößen, wie Herr
Hörfing, weiter im Amt. Was aber angeſtrebt wurde, war
wenigſtens eine langſame Rückbildung und eine Ausmerzung
von Elementen, die ſich als ungeeignet erwieſen hatten. Dabei
aber hat man nun bei dem Miniſter Severing einen ſehr ſtarken
Widerſtand gefunden. Mit großer Zähigkeit hat er jeden ein=
zelnen
ſeiner engeren Freunde verteidigt, auch da, wo eigentlich
nichts mehr zu verteidigen war, bis ſich ſchließlich die Deutſche
Volkspartei veranlaßt ſah, faſt ultimativ aufzutreten und mit
ihrem Austritt aus der Koalition zu drohen.
Herr Severing iſt daräufhin nach Oſtpreußen gefahren, wo
die Mißſtände am ſchlimmſten waren und iſt wiedergekommen
in dem Glauben, daß er die Krankheit des Patienten mit etwas
Limonade heilen könnte. Die Einzelheiten intereſſieren wohl
nicht hinreichend. Es genügt, feftzuſtellen, daß der ſozialdemo=
kratiſche
Regierungspräſident von Königsberg ſich erhebliche
Amtsübergriffe hatte zuſchulden kommen laſſen, daß der ſozial=
demokratiſche
Polizeipräſident mit den Gerichten in heftigen
Konflikt geraten iſt und daß zwei ſozialdemokratiſche Landräte
ebenfalls in Prozeſſen eine recht eigenartige Rolle geſpielt hatten.
Einen dritten Landrat will Herr Severing opfern, den Polizei=
präſidenten
Lübbring aber will er in gleicher Eigenſchaft nach
Dortmund verſetzen und den Regierungspräſidenten Bolck will
er, mit deſſen eigener Zuſtimmung, abbauen. Dem Vorwärts,
iſt das faſt ſchon zu viel. Er rechnet heraus, daß die Sozial=
demokraten
nach ihrer Stimmenſtärke einen ſehr viel höheren
Anſpruch auf Landratsämter in Oſtpreußen hätten. Als ob es
darauf überhaupt ankäme! Vielleicht macht der Vorwärts
einmal das Exempel auf, wie ſich das Verhältnis der Ober=
präſidenten
, dividiert durch die Stimmenzahl der einzelnen Par=
teien
, ſtellt. Er würde dann zu dem Ergebnis kommen, daß
z. B. die Deutſche Volkspartei, die nicht ein einziges Oberpräſi=
dium
hat, ſehr ungünſtig abſchneidet. Aber darum handelt es
ſich ja nicht. Wenn die Sozialdemokratie in der preußiſchen Ver=
waltung
ſchlecht vertreten iſt, ſo liegt das doch nur darin, daß
ſie in ihren Reihen keine Anwärter für ſolche Poſten hat. Das
Mitgliedsluch allein kann den Mangel an Verwaltungspraxis
und Vorbildung nun einmal nicht erſetzen. Das iſt für die
Sozialdemokratie bedauerlich, aber für die anderen Parteien
doch kein Grund, einen derartigen Skandal zu dulden, wie er in
Oſtpreußen in die Erſcheinung getreten iſt, und unfähige Ver=
waltungsbeamte
nur deswegen zu halten, weil ſie Sozialdemo=
kraten
ſind. Wir glauben deshalb auch zu wiſſen, daß die
Deutſche Volkspartei ſich mit der Löſung, wie Herr Severing
ſie gefunden hat, nicht abfinden wird. Der preußiſche Landtag
tritt am 19. Februar wieder zuſammen. Dann muß die Ent=
ſcheidung
fallen. Und es ſollte uns nicht wundern, wenn ſie
dahin fällt, daß die Deutſche Volkspartei der großen Koalition
in Preußen den Rücken kehrt. Zugegeben, daß dadurch unlieb=
ſame
Rückwirkungen auf die Reichspolitik entſtehen könnten, weil
dann die Sozialdemokratie vielleicht in offenen Gegenſatz zum
Kabinett Marx tritt. Der bisherige Zuſtand jedoch iſt unhaltbar,
daß nur aus parteipolitiſchem Egoismus heraus die Verwaltung
die doch den Staat tragen ſoll ſyſtematiſch unterhöhlt wird.

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Nummer 46.

Darmſtädter Dagblatt, Freitan, den 15. Februar 1924.

Gig 2
Dit 3. Sieuernoweroronung in Mrall. fatonsgewinn, erhoben wird. Hat eine Geſelſchaft ihre Schuld=
Berlin, 14. Febr. Wie wir erfahren, fanden heute vor=
mittag
Beſprechungen zwiſchen der Reichsregierung
und den Vertretern der Länder über die 3. Steuernot=
notverordnung
unterzeichnet. Sie ſoll am Nach= ſtimmungen vielfach erhobenen Einwendungen beruhen inſofern
mittag noch veröffentlicht werden. Sie tritt mit der Veröffent=
lichung
im Reichsgeſetzblatt ſofort in Kraft.
verordnung veröffentlicht, aus der wir das Wichtigſte, vor allem techniſch möglich iſt und was ſie etwa einbringen könnte,
die Abweichung gegenüber dem früheren Entwurf, hervorheben.
A) Aufwertung und öffentliche Anleihen.
die Vermögensanlagen, insbeſondere Hypotheken, Reallaſten,
friſtige und nicht verprüſte Darlehen, die in dem urſprünglichen Grundſtückseigentümer. Einmal iſt die Steuer begrenzt auf die
Entwurf enthalten waren, ſind nicht mehr aufgenommen worden. Zeit bis zum 31. März 1926 oder bis zu einer früheren Auf=
Grundſätzlich wird auf 15 b. H. des Goldmark= hebung der geſetzlichen Miete. Dann aber iſt dafür Sorge ge=
der
Auſwertung ausgeſchloſſen. Dagegen ſind allgemein alle
Anſprüche nicht mehr aufwertbar, die bereits durch vorbehaltsloſe
vor dem 1. Januar 1918 erworben worden ſind, gelten als in
Goldmark etworben und ihr Neunpert wird der Aufwertung Ländern zu. Sie ſoll helfen, den Haushalt der Länder über die
zugrunde gelegt. Später erworbene Anſprüche werden über den Zeit des Uebergangs hinwegzubringen. In dieſem Zuſammen=
Dollarkurs in Goldmark umgerechnet. Der Schuldner kann die hang iſt beſonders bemerkenswert, daß, ſolange die Zwangswirt=
Rückſicht auf ſeine wirtſchaftlche Lage zur Abwbendung einer gro= weſentlich vermindert ſind.
ben Unbilligkeit unabweisbar erſcheint. Die Erhöhung des
grundſätzlichen Aufwertungsbetrags von 10 auf 15 v. H. bedeu=
1932 hinausgeſchoben worden iſt. Die Zinsbedingungen der auf= gibt, erhohen. Hinzu tritt ein Zuſchlag, ſoweit die frühere Rück=
an
Zinſen gezahlt werden. Eine frühere Kapitalrückzahlung mit die Volksernährung nicht durch Einſchränkung der Produk=
und eine frühere höhere Verzinſung können vereinbart werden.
Eine allgemeine Klauſel regelt die Aufwertung der nicht be=
ſonders
in der Verordnung genannten Vermögensanlagen Auch und Schulden für die Steuer. Von entſcheidender Be=
wiſſe
Forderungen, wie die aus gegenſeitigen Verträgen, aus
Auseinanderſetzungen, Unterhaltungsanſprüchen und ähnlichem, die Vermögensveranlagung vom 31. Dezember 1923. Die For=
ordentlichen
Gerichten eine Aufwertung verlangt werden. Aus= gen eingeſtellt werden.
geſchloſſen iſt dagegen eine Aufwertung des Saldos bei laufender
Rechnung und beim Kontokorrent. Sonderegelungen ſind auch
in der endgültigen Faſſung für Pfandbriefe, Sparkaſſen und
iſt die Verteilung der den Inſtituten zur Verfügung ſtehenden
zunächſt bei den Pfandbriefanſtalten alle Pfandbriefgläubiger
den. Im einzelnen iſt die Durchführung der Verteilungsmaffe. Ländern und Gemeinden zufallen.
eſſen der Geſamtgläubiger vertretende Hand gelegt worden. Bei
den Sparguthaben, die bis zum 31. Dezenber 1924 angemeldet
ſchaften ein Treuhänder mit der Verteilung betraut worden. Der ſteher ſollen im Veranlagungsverfahren zugezogen werden, an den
fahren durch die Aufwertungsſtellen eutſchieden.
Länder iſt es bei dem Moratorium bis zur Erledigung ſämt= bar gemacht werden können.
licher Reparationsverpflichtungen geblieben. Nur Zwiſchen=
kredite
, die nicht länger als zwei Jahre laufen, ſind von dem
erfüllung anzunehmen. Für die Gemeinde und Gemeindever=
bände
gilt grundſätzlich das Gleiche, jedoch kann die oberſte Lan= und Steuermarken.
desbehörde beim Vorliegen beſonderer Verhältniſſe eine abwei=
chende
Regelung treffen. Neue Anleihen können den Vorang
vor alten erhalten.
B) Inflationsſteuern.
geblieben, die Beſteuerung aber dahin geändert worden, daß eine Steuermitteln übertragen.

Steuer von 2 b. 6. von dem Goldmarkbetrag der Schuldver=
ſchreibung
unter Abzug des Aufwertungsbetrags, d. h. vom In=
verſchreibungen
bereits früher mit einem geringeren Goldmark=
Oypotheken=Aufwertung auf 15 Prozent. betrag als 15 v. H. getilgt, wird der Unterſchied bis zur Höhe
von 15 v. H. zuſätzlich als Steuer erhoben. Die 2prozentige
Steuer iſt am 1. März 1924, die Zuatzſteuer in Halbjahresraten tin wurde im Foreign Ofſice erklärt, Macdonald habe
zu entrichten. Die Beſtimnungen, welche die Inflationsgewinne
bei Inanſpruchnahme von Krediten betreffen, ſind in die end=
verordnung
ſtatt. In der Mittagsſtunde wurde die 3. Steuer= gültige Verordnung aufgenonmen worden. Die gegen dieſe Be=
auf
einem Mißverſtändnis, als es ſelbſtverſtändlich nicht die Ab= Art derjenigen von Genua ein wirkungsvolles Heil=
ſicht
d2s Reiches iſt, auf der jetzt gegebenen Grundlage eine vor=
bereitende
Veranlagung der Steuer vorzunehmen. Vielmehr ſoll
nur der Reichsregierung eine Handhabe geboten werden, um alliierten Beratung vorausgehen müßten, und daß Frankreich
Berlin, 15. Februar. In der geſtrigen Nummer, durch Einſichtnahme in die Verhälmiſſe und beſonders auf dem
des Reichsgeſetzblattes wird der Text der dritten Steuernot= Wege von Stichproben feſtzuſtellen, ob eine ſolche Beſteuerung austauſchen müßten, ehe von einer interallierten Regelung oder
2. Zugunſten der Länder. Das Kernſtück der Infla=
tionsbeſtenerung
, in dem dieſe mit dem Finanzausgleich aufs
engſte zuſammenhängt, iſt als Beſteuerung von bebauten Grund=
1. Aufwertung. Die Aufwertung iſt nach wie vor auf ſtücken geblieben. Die Grundſätze der Steuer ſind durch die Be= Erklärung beziehe ſich beſonders auf die Reparations=
ratungen
im Reichstag und im Neichsratsausſchuß in den weſent=
Schu dverſchreibungen, Pfandbriefe, Sparkaſſenguthaben und lichſten Punlten verbeſſert worden, und zwar im Sinne einer
Anſprüche aus Lebensverſicherungsbeträgen beſchränkt. Lang= leichteren Tragbarkeit ſowohl für die Mieter als auch für die
betrags, der Vermögensanlage aufgewertet, tragen worden, daß dem Eigentümer nicht nur genügend von der=
Die neu aufgewertete Hypothek behält den Rang einer Papier= geſetzlichen Miete bleibt, um die Laſten des Grundſtücks ein=
markhypother
. Der Aufwertung unterliegen alle Vermögensanla= ſchließlich der Betriebs= und Fnſtandſetzungskoſten zu decken, einem derartigen Ausdruck geben?. Die umbil=
gen
, die durch den Währungsverfall entwertet wurden, es ſei ſondern daß ihm auch von einem gewiſſen Zeitpunkt an ein Teil
denn, daß ſie 15 b. H. ihres Wertes behalten haben. Es ſind der Mieten für die Verziuſung bleibt. Die Mieten ſelbſt ſollen
elſo nicht mehr die im Jahre 1923 begründeten Anſprüche von allmählich gemäß der Entwickelung der allgemeinen Wirtſchafts=
lage
den Friedensmieten angenähert werden. Dabei ſind nebeg
den ſteuerlichen Bedürfniſſen der Länder und Gemeinden auch
Annahme des Gegenwertes erloichen ſind. Die Anſprüche, die die allgemeinen Intereſſen der als Mieter in Betracht kommen=
den
Bevölkerungskneiſe zu berückſichtigen. Die Steuer fällt den
Heraufſetzung des Aufwertungsbetrags verlangen, wenn es mit ſchaft andquert, die Einkommens= und Vermögensſteuer dadurch=
Daneben iſt den Ländern noch die Beſteuerung des Infla=
tet
eine ſchwere Belaſtung ſowohl für die Privatwirtſchaft als, tionsgewinns bei dem unbebauten Grundbeſitz zugewieſen wor=
auch
für die Staatswirtſchaft, die nur tragbar ſein würde, weil den. Die Steuer wird in Höhe von 2 v. H. des Inflations=
die
Fälligkeit der aufgewerteten Anſprüche auf den 1. Januar gewinns, der ſich aus der Entwertung der dinglichen Laſten er=
gewerteten
Anſprüche ſind verbeſſert worden. Während bisher zahlung ihrem Goldwert nach hinter dem in der Verordnung
die Verzinſung nach dem Jahre 1924, aſo vom 1. Januar 1925 vorgeſehenen Aufwertungsbetrag zurückbleibt. Die erſte Nate
ab, mit 1 v. H. begann, ſollen jetzt bereits im Jahre 1925 2 v. H. der Steuer darf nicht vor dem 1. November 1925 fällig ſein, da=
tion
notleidet.
3. Bewertung von Reichsmarkforderungen
hier iſt eine Aufwertung auf 15 v. H. beſtimmt worden. Ge= deutung für die Steuerwirtſchaft iſt die Ausſchaltung aller ſich
aus der Aufwertung ergebenden Bewertungsſchwierigkeiten für
werden durch die Verordnung nicht berührt. Hier kann von den derungen und Schulden ſollen hier mit ihren Paviermarkbeträ= Note der Sowjetregierung überreicht, in der erklärt wird, daß
C) Finanzausgleich.

Lebensverſicherungen vorgeſehen. Grundſatz in allen drei Fällen gefunden hat, ſteht unter dem großen leitenden Gedanken, daß des Aufenthalts japaniſcher offizieller Funktionäre auf Sowſet=
es
gilt, die Selbſtändigkeit der Länder und damit die Selbſt=
und zu ihren Gunſten aufgewerteten Vermögensmaſſe, unter verwaltung auf finanziellem Gebiet zu ſtärken und Zuſchüſſen
Pfandbriefgläubiger, Sparkaſſengläubiger und Lebensverſiche= des Reiches, insbeſondere Beſoldungszuſchüſſen, eine Ende zu
rungsberechtigte. Die Durchführung erfolgt in der Weiſe, daß machen. Bei der Neuregelung der Steueranteile iſt es für die
nicht nur, wie im urſprünglichen Entwurf, alter Beſitz und Er= Ländern und Gemeinden 90 v. H. zugeteilt werden. 20 b. H. Sowjetunion durch Norwegen nunmehr in Moskau
werb auf Grund des geſetzlichen Zwanges berückſichtigt wer= der Umſatzſteuer ſollen für das laufende Rechnungsjahr 1924 den
hier wie bei den Lebensverſicherungsanſtalten in eine die Inter= D) Vereinfachung im Beſteuerungsverfahren und Steuerſtraf=
verfahren
.
Von beſonderer Bedeutung iſt namentlich die verſtärkte Ein=
werden
müſſen, iſt ebenſo wie bei den Lebensverſicherungsgeſell= ſchaltung der Gemeinden in das Verfahren. Die Gemeindevor= ligten baheriſchen Staatsminiſterien einen Geſetzentwurf zur
Streit über die Aufwertung wird in einem vereinfachten Ver= Ausſchußberatungen teilnehmen und die Einlegung von Rechts=
mitteln
beantragen dürfen. So wird die örtliche Sachkunde der
2. Oeffentliche Anleihen. Für das Reich und die Gemeindevorſteher in erhöhtem Maße für die Beſteuerung nutz=
Im übrigen ſind Vereinfachungen in der Steuerechtspflege
Moratorium ausgenommen. Der Anleihegläubiger braucht aber getroffen worden. Die Vereinfachung des Steuerſtrafrechts bringt
einen Papiermarkbetrag bis auf weiteres nicht als Schuld= eine Vereinheitlichung der Steuerhinterziehungsſtrafen und eine
einheitliche Beſtrafung für Fälſchungsdelikte aller Steuerzeichen Vollzug könne ohne Schaffung von Behörden durch die innere



Die Verteilung der Fürſorgeaufgaben.

Durch die 3. Steuernotverorbnung werden mit Wirkung vom
1. Zugunſten des Reiches. Die Obligationsſteuer iſt durchgeführt wurden, den Ländern, unter gleichzeitiger Zuweiſung von

Internationale Regelung?
Macdonald für Löſung der europäiſchen Fragen.
Paris, 14. Febr. Dem Sonderberichterſtatter des Ma=
ſeine
Sympathie für jede Bewegung ausgedrückt,
die den wirtſchaftlichen Viederaufbau zum
Ziele habe, aber er habe keineswegs im Unterhaus ſagen
wollen, daß eine internationale Konferenz in der
mittel gegen die augenblicklichen uebelſtände
ſein würde. Er denke, daß gemeinſchaftliche Studien jeder inter=
und England ſich verſtändigen und ihre Anſichten miteinander
von Verhandlungen die Nede ſein könnte. Beſonders, ſcheine
ihm jeder Meinungsaustauſch, ohne Zweck, ſo=
lange
man nicht im Beſitz des Berichts der Sach=
verſtändigenausſchüfſe
ſei, der die Grundlage einer
Diskuſſion geben ſolle. Dieſe im Foreign Office abgegebeue
frage.
Das Echo de Paris,
gegen eine internationale Regelung.
Paris, 14. Febr. (Wolff.) Das Echo de Paris wendet ſich
gegen die vom Matin ausgeſprochenen Gedanken. Es ſchreibt: In=
ternationale
Regelung? Welchen Sinn könnte man
dung des franzöſiſch=belgiſchen Syſtems im Ruhr=
gebiet
in ein interalliiertes Syſtem?. Wenn das der
Bweck ſein ſollte, danu iſt die franzöſiſche Politik außerordentlich inter=
national
inſpiriert geweſen. Aber unſere guten Geiſter begnügen
ſich nicht mit einer ſolchen Begründung. Sie iſt zu präziſiert und ein=
fach
, um ihnen genehm zu ſein.
Internationale Anleihe? Der Gebanke iſt abſurd. Die Repara=
tionen
, durch politiſche Ginwirkungen verwandelt, bilden in keiner
Weiſe ein Handelsgeſchäft, das Aktionäre in anderen Staaten fin=
den
kann, als in denen, die politiſche Elemente in die Reparations=
frage
hineingetragen haben.
Deutſchlands Zulaſſung zum Völkerbund.
Ein engliſches Dementi.
London, 14. Febr. (Wolff.) Reuter erfährt, daß von maß=
gebenden
Kreiſen in London keine Beſtätigung der Mel=
dungen
erfolgte, nach denen die britiſche Regierung in=
offiziös
an die deutſche Regierung herangetre=
ten
ſei, um ihre Haltung feſtzuſtellen für den Fall, daß Groß=
britannien
Deutſchlands Zulaſfung zum Völker=
bund
vorſchlage. Es müſſe jedoch der ſchließliche Beitritt
Deutſchlands zum Völkerbund ſtets im Auge behalten werden.
Die ruſſiſch=japaniſchen Beziehungen.
Moskau, 14. Febr. (Wolff.) Ruſſiſche Telegraphen=
Agentur. Dem japaniſchen Konſul in Wladiwoſtok wurde eine
angeſichts der Erfolgloſigkeit der wiederholten Vorſchläge der
Sowjetregierung an die japaniſche Regierung, die ſtrittigen Fra=
gen
, die der Aufnahme normaler Beziehungen im Wege ſtehen,
Die Regelung, die der Finanzausgleich in der Verordnung gemeinſam zu ſchlichten, die Sowjetregierung die Notwendigkeit
boden nicht einſehe, um ſo weniger, als dies nicht auf Gegen=
ſeitigkeit
beruhe und dem gegenwärtigen vertragsloſen Zuſtand
zwiſchen Japan und der Sowjetunion widerſpreche.
Nach einer Meldung der Ruſſiſchen Telegraphen=Agentur iſt
Einkommen= und Körperſchaftsſteuer dabei geblieben, daß den die Mitteilung über die de jure=Anerkennung der
eingetroffen.
Staatliche Arbeitspflicht in Bahern?
München, 14. Febr. Der Generalſtaatskommiſſar hat, wie
in einer längeren Bekanntmachung mitgeteilt wird, den betei=
Einführung der Arbeitspflicht in Bahern zur Würdigung unter=
breitet
. Der Entwurf ſieht als Dauer der Arbeitspflicht für
Männer die Zeit von 20 bis 30 und für Frauen die Zeit von
18 bis 25 Lebensjahren, als Dauer des Arbeitsdienſtes für die
Männer ein Jahr und für die Frauen ein halbes Jahr vor.
Regelmäßige Berufsausbildung dürfte durch den Arbeitsdienſt
nicht unterbrochen werden. Auch wer den Unterhalt von Ang beſtreitet, ſolle von der Arbeitspflicht befreit ſein. Der
Verwaltung erfolgen. Für Fälle der allgemeinen Gefahr iſt
eine allgemeine Arbeits= und Lieferpflicht vorgeſchlagen. Das
Generalſtaatskomiſſarigt ſieht nach der dem Entwurf beigegebe=
nen
Begründung in der Einführung der Arbeitspflicht, abge=
ſehen
von der wirtſchaftlichen Möglichkeit einer Entlaſtung des
1. April ab die Fürſorgeaufgaben, die bisher zu Laſten des Reiches Arbeitsmarktes, vor allem ein wichtiges Mittel, um die Jugend
zum Staatsgedanken und zur geſundheitlichen und ſittlichen Kraft
zu erziehen.

* Der wahre Ediſon.
Zu ſeinem 80. Geburtstag.
Am 10. Februar hat Thomas Alva Ediſon ſeinen 80. Geburts=
tag
gefeiert, und aus dieſem Anlaß entwirft ein genauer Kenner
ſeiner Perſönlichkeit und ſeines Lebenswerkes. John R. Hewett,
ein Charakterbild Ediſons, in dem er ſeine Bedeutung als Er=
finder
und Forſcher darlegt und auf Grund perſönlicher Mit=
teilungen
des großen Mannes viele Irrtümer berichtigt. Es iſt
ſo viel Uinwahres und Phantaſtiſches über Ediſon verbreitet wor=
den
, daß es dazu verführt hat, ſeine Leiſtungen zu unterſchätzen.
Vergleicht man ſeine Entwicklung und ſeine Arbeitsart mit der
anderer großer Forſcher, ſo findet man, daß ſie einzigartig iſt.
Die meiſten hervorragenden Gelehrten haben eine gute Erzie=
hung
genoſſen und ſind geſchulte Mathematiker. Ediſons ganzer
Unterricht beſtand in drei Monaten Gemeindeſchule in Port
Huron. Er hat ſich niemals mit Mathematik beſchäftigt und iſt
ein großer wiſſenſchaftlicher Erfinder ohne Hilfe der Mathematik
geworden. Die meiſten klaſſiſchen Gelehrten haben ihre Aus=
bildung
an Hochſchulen vervollkommnet, den Umgang mit vor=
züglichen
Köpſen benutzt und vortreffliche Lehrmittel zur Ver=
fügung
gehabt. Nichts von alledem kam dem jungen Ediſon
zu Hilfe. Er experimentierte, bevor er leſen konnte, und ver=
diente
Geld, während er ſich ſelber erzog. Wie köſtlich waren
ſchon ſeine erſten Experimente! Als er 6 Jahre alt war, ſah
er eine Gans auf ihren Ciern ſitzen und beobachtete das Er=
gebnis
. Bald danach war er verſchwunden, und erſt nach län=
gerem
Suchen fand man ihn in der Scheune, auf einem Neſt
eigener Konſtruktion ſitzend, das mit Gänſe= und Hühnereiern
gefüllt war. Ein andermal veranlaßte er einen Jungen große
Mengen von Seidlitz=Pulver, d. i. doppelkohlenſaures Natron,
zu ſchlucken, in der feſten Ueberzeugung, daß das dadurch er=
zeugte
Eas es dem Jungen möglich machen würde, zu fliegen.
Der Erfolg war durchſchlagend! Um ſich Geld für ſeine Apparate
und Vücher und für ſeine Studien überhaupt zu verdienen, ver=
kaufte
er Zeitungen im Eiſenbahnzuge. Seine Art zu leſen
war ſo verſchieden von der anderer, wie ſeine ganze Entwicklung.
Er erhielt Zutritt zu einer Bibliothek und las dieſe Buch für
Buch durch, ohne nach dem Inhalt zu fragen; er wollte immer
das Herz aus dem Buche herausreißen‟. Er behielt von den
ungeheuren Mengen, die er las, nur das, was ihm nützlich war.
Aber bei jeder Tatſache, die er las oder hörte, fühlte er das
dringende Bedürſnis, ſie durch Verſuch nachzuprüfen. Alle ſeine

Aoparate verfertigte. er ſichte die ganze Stadt nach
Flaſchen ab, die er mit Chemikalien füllte, und auf alle ſeine
200 Flaſchen ſchrieb er Gift, damit ſie ihm niemand anrühre.
Sein erſtes Laboratorium war im Keller ſeiner Mutter; ſein
zweites war ein außer Dienſt geſetzter Eiſenbahnwagen in dem
Zuge, in dem er Zeitungen verkaufte. Infolge des Schleuderns
des fahrenden Zuges verſchüttete er Phosphor und ſetzte den
Zug in Flammen. Dafür wurde er bei der nächſten Halteſtelle
herausbefördert und bekam von dem Zugführer eine ſo furcht=
bare
Ohrfeige, daß ſein Gehör dauernd und ernſtlich geſchädigt
war.
Noch als Zeitungsjunge begann er ſich für Elektrizität zu
intereſſieren; aber da Batterie ihm zu koſtſpielig war, verſuchte
er mit Reibungselektrizität ein Telegraphenſyſtem einzurichten,
und da er keine Reibungselektriſiermaſchine hatte, benutzte er die
Hauskatze. Das einzig Schwierige dabei war, daß die Katze ſich
gegen das heſtige Reiben wehrte und ſchneller laufen konnte
als er. Nachdem er ſeine Heimat verlaſſen hatte, verbrachte er
viele arbeitsreiche Jahre im mittleren Weſten als Telegraphiſt.
Er arbeitete Tag und Nacht, um genug Geld zu verdienen, damit
ber ſeine unaufhörlichen Fragen an die Natur durch Verſuche
ſbeantworten könne. Die beträchtlichen Summen, die ihm ſeine
erſten Erſindungen einbrachten, verwandte er ganz auf neue
Unterſuchungen. Als er über die Verwertung des von ihm er=
fundenen
Börſentelegraphen verhandelte, wollte er 3= bis 5000
Dollar fordern. Man bot ihm 40 000 Dollar. Als mir 40000
vorgeſchlagen wurden, erzählt Ediſon, brachte mich das einer
Ohnmacht ſo nahe wie nur jemals. Ich fürchtete man würde
mein Herz ſchlagen hören. Als er für ſeine Erfindung eines
Kohlentranſitters 100 000 Dollar erhielt, machte er ſich aus, daß
ihm 17 Jahre lang 6000 Dollar gezahlt würden. Er wußte
nämlich genau, wenn er das Geld auf einmal bekommen hätte,
würde er es ſofort für ſeine Verſuche verbraucht haben. Den
Phonographen, deſſen Erfindung ſeinen Namen weltbe=
rühmt
machte, berdankte er nicht einem Zufall, wie immer er=
zählt
wird, ſondern es war das Ergebnis reiner Ueberlegung,
die von Verſuchen mit einem automatiſchen Telegraphen ihren
Ausgang nahm, der Punkte und Striche in einen Papierſtreifen
einprägte. Jahrzehnte hindurch hat er ſich mit der Verbeſſerung
des elektriſchen Beleuchtungsweſens beſchäftigt, und dieſe Arbei=
ten
wurden nicht nur durch die Schaffung der erſten induſtriell
erfolgreichen Glühlampen gekrönt, ſondern umfaßten eine große
Menge von Erfindungen. Das geht aus der Tatſache hervor,
daß er von 1820 bis 1908 nicht weniger als 375 Patente auf

Emm mnmngmmmmmmmmmmmnnen emenmmmmnn
Stromverteilungsſyſteme, 106 auf Dynamomaſchinen und 43 auf
kleinere Dinge, wie Schalker, Sicherungen, Zähler uſw. Als er
eine gewaltige Anlage geſchaffen hatte, um in rieſigem Maßſtab
minderwertige Eiſenerze zu trennen, wurde der wiſſenſchaftliche
Erfolg durch die praktiſche Tatſache zunichte gemacht, daß man
reiche Eiſenerzlager in Minneſota entdeckte, die das Eiſen billiger
machten, als es nach ſeiner Methode möglich wvar. Ediſon hatte
in die Anlage nicht nur fünf Jahre unabhängiger Arbeit, ſondern
auch ſein ganzes Vermögen geſteckt und große Schulden gemacht.
Er warf ſich ſofort auf eine Neugeſtaltung der Portlandzement=
Fabrik und produzierte den Zement in rieſigem Maßſtabe und
mit geringen Koſten, ſo daß er ſeine Schulden bald wieder abbe=
zahlen
konnte. So hat Ediſon Ungeheures für die augewandte
Wiſſenſchaft getan, aber auch die reine Wiſſenſchaft durch manche
Abhandlungen gefördert.

Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben
8 Dr. Zei߆ In München iſt Generalintendant Dr.
Carl Zeiß an den Folgen eines Schlaganfalls geſtorben.
In Weilheim (Oberbayern) ſtarb Geh. Juſtizrat
Maximilian Baumeiſter, 1. Vorſitzender des Ver=
eins
Deutſcher Amtsgerichtsanwälte.
Die Uraufführung von Franz Schrekers neuer
Oper Irrelohe findet Anfang März in Köln unter Leitung
von Otto Klemperer ſtatt. Das Werk wird von Hofrat Némond
inſzeniert, die Dekorationen ſtammen von Arrabantinos. Die
Oper wurde bis jetzt noch von den Bühnen in Frankfurt a. M.,
Stuttgart, Leipzig und Braunſchweig zur Aufführung erworben.
Vom Jung=Wiener Wilhelm Groß, deſſen Schaffen zu=
nehmende
Beachtung findet, hat eine Ouverture zu einer Opera
buffa ſowohl in Köln als auch in einem Symphoniekonzert des
Karlsruher Landestheaters äußerſt gut gefallen.
Von der Univerſität Frankfurt. Prdf. Dr.
Kalveran hat einen Ruf an die Hochſchule für Staats= und
Wirtſchaftswiſſenſchaften in Detmold auf den Lehrſtuhl für Be=
triebswirtſchaftslehre
erhalten. Profeſſor Dr. Walb an der
Univerſität Freiburg i. B. hat einen Ruf an die Univerſität
Frankfurt auf den durch den Weggang von Prof. Dr. Pape
erledigten Lehrſtuhl für B
swirtſchaſtslehre erhalten.

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Rummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Freitaa, den 15. Februaz 1924.

Seite 3.

Ein interalliierter Unterſuchungsausſchuß der Rheinlandkommiſſion für die Pfalz.

Brüſſel, 13. Febr. (Wolff.) Die Agence Belge meldet
aus Koblenz: Mit Rückſicht auf die Unruhen in der
Pfalz hat die Rheinlandkommiſſion einen aus einem
franzöſiſchen, belgiſchen und engliſchen Offizier beſtehenden
Sonderausſchußbeauftragt, ſich nach der Pfalz zu begeben,
um die zur Wiederherſtellung der Ordnung zu er=
greifenden
Maßnahmen zu erwägen und zu treffen. Dieſer Aus=
ſchuß
ſoll gleichzeitig zur Erfüllung ſeiner Aufgabe mit dem
pfälziſchen Kreistag und der militäriſchen Ober=
behörde
in Verbindung bleiben.
Dieſer Ausſchuß beſteht aus dem engliſchen Kapitän
Berry, dem franzöſiſchen Oberſt diArbonneau
und dem belgiſchen Major Harns. Die augenblickliche
Entſcheidung entſpreche einem franzöſiſchen Vorſchlag.
Uebernahme der Pfalzregierung
durch den Kreistag?
Speher, 14. Febr. In Speyer iſt eine interalli=
ierte
Kommiſſion, beſtehend aus einem franzöſiſchen
Oberſten, einem belgiſchen Major und einem engliſchen Kapitän,
eingetroffen, um mit dem Kreistag in Fühlung zu
treten zwecks Uebernahme der Regierung in der
Pfalz.
Alle Anzeichen ſprechen dafür, daß die Franzoſen, nach=
dem
ihnen das ſeparatiſtiſche Manöver mißglückt iſt, jetzt auf an=
derem
Wege ihr Ziel zu erreichen ſuchen, indem ſie die Regie=
rungsgewalt
dem Kreistag der Pfalz zu über=
tragen
gedenken. Bei der bisher gezeigten treudeutſchen Hal=
tung
des Kreistages iſt es ſelbſtverſtändlich, daß er jede andere
Löſung als die Wiederherſiellung des status guo ante, das heißt,
die Nückkehr der verfaſſungsmäßigen bayeriſchen Pfalzregierung,
ablehnt.
Die alliierte Pfalzkommiſſion a. der Arbeit.
* Speyer, 14. Febr. (Priv.=Tel.) Die aus engliſchen,
franzöſiſchen und belgiſchen Offizieren beſtehende Kommiſſion der
Rheinlandkommiſſien, die die Lage in der Pfalz und vor allem
die Frage der Wiederherſtellung der verfaſſungsmäßigen Re=
gierung
prüfen ſoll, hatte bereits heute nachmittag hervorragende
Perſönlichkeiten der Pfalz, Bürgermeiſter aus verſchiedenen
Städten und andere Vertreter der pfälziſchen Bevölkerung zu
ſich geladen, um ihre Meinung über dieſe Angelegenheit zu hören.
Als der Bürgermeiſter von Neuſtadt, den die Speyerer Sepa=
ratiſten
anſcheinend nicht kannten, ſich zu der Beſprechung mit
der Kommiſſion begeben wollte, wurde er von den Separatiſten,
die den Platz vor der franzöſiſchen Provinzdelegatur abgeſperrt
hatten, verhaftet.
Die Patiſer Preſſe fordert Sanktionen.
Paris, 14. Febr. Die Pariſer Preſſe wendet ſich in ſchar=
fen
Ausführungen gegen die Selbſthilfe der pfälziſchen Bevölke=
rung
. Man ſpricht von der Pfalz=Veſper und fordert energiſche
Sanktionen. Natürlich werden die deutſchen Nationaliſten und
zum Teil auch die bayeriſche und die Reichsregierung für die
blutigen Vorgänge in Pirmaſens verantwortlich gemacht. Petit
Journal erklärt, die Reichsregierung und die bayeriſche Regie=
rung
ſeien verantwortlich zu machen. Das Blatt fordert Sank=
tionen
. Sie müßten raſch ergriffen werden und oben treffen.
Figaro glaubt, daß die Vorgänge in Pirmaſens die Einheit der
Alliierten wieder herſtellen würden,
Sanktionen der Rheinlandkommiſſion.
Paris, 14. Febr. Hauas berichtet aus Koblenz fol=
gende
Sanktionen aus Anlaß der Pirmaſenſer Ereigniſſe:
1. Die Rheinlandkommiſſion hat einſtimmig den
Belagerungszuſtand über Pirmaſens und
die Umgebung beſchloſſen.
2. Die Rheinlandkommiſſion hat einſtimmig die Aufhe=
bung
der nationaliſtiſchen Vereine von
Pirmaſens angeordnet.
3. Die Urheber der Unruhen werden vor ein
Kriegsgericht geſtellt.
4. Der Verkehr in der Nacht iſt verboten.
5. Der Verkehr auf der Rheinbrücke iſt verboten.
6. Die deutſche Polizei wird unter den Befehl
der Militärbehörden geſtellt.

Die Rache eines gequälten Volkes.
Die Franzoſen drohen mit Beamten=Verhaftungen.
Bad Dürkheim, 14. Febr. Geſtern abend fand eine Anſamm=
lung
von Bürgern vor dem ſeparatiſtiſchen Bürgermeiſteramt ſtatt, in
dem ſich bewaffnete Gendarmerie und zwei ſeparatiſtiſche Beamte befan=
den
. Es wurde ihnen einige Minuten Friſt gelaſſen, das Amtsgebäude
zu verlaſſen. Die Separatiſten kamen dieſer Aufforderung nicht nach.
Von der deutſchen Polizei und Gendarmerie wurde hierauf verſucht,
den Platz abzuſperren; die Menge überrannte jedoch die abſperrenden
Beamten und drang in das Gebäude ein. Die ſeparatiſtiſche Beſatzung
wurde durch Schüſſe, Meſſerſtiche und Prügel ſchwer verwundet und in
den Hof des Amtsgebäudes hinuntergeſchleppt. Ein Teil von ihnen,
darunter der ſeperatiſtiſche Bezirkskommiſſar Jäger, wurde ins Kran=
kenhaus
verbracht. Zum Schutz des Bezirksamts, in dem ſich die fran=
zöſiſche
Delegation befindet, ſind etwa 30 bis 40 Mann franzöſiſcher
Truppen eingetroffen. Ein von der Bevölkerung geſuchter Separatiſt
wurde, als er abends mit dem Zuge ankam, von franzöſiſchen Gendar=
men
am Bahnhof in Empfang genommen und nach dem Bezirksamts=
gebäude
verbracht. Die deutſche Polizei hat von der franzöſiſchen Be=
hörde
die Weiſung erhalten, die Täter der obenerwähnten Vorgänge zu
ermitteln, widrigenfalls Verhaftungen der Beamten zu gewärtigen
ſeien.

Germersheim, 14. Febr. Geſtern abend wurde von der Be=
völkerung
Sturm geläutet, um die Separatiſten aus Germersheim zu
vertreiben. Die Separatiſtenfahne wurde von beherzten jungen Burſchen
vom Bürgermeiſteramt heruntergeholt. Daraufhin ſchritten franzöſiſche
Gendarmen und Soldaten ein, welche die Menge auseinandertrieben.
Die Lage in Ludwigshafen.
Ludwigshafen, 14. Febr. Bei einer vom franzöſiſchen Be=
zirksdelegierten
Major Mennetrier einberufenen Beſprechung erklärte
dieſer, daß die ſeparatiſtiſche Regierung nicht aner=
kannt
ſei und kein Recht zu irgend welchen Verord=
nungen
hätte. Er wies weiter auf die Entſendung einer Spzial=
kommiſſion
in die Pfalz hin, welche die Frage der zukünftigen Verwal=
tung
der Pfalz regeln ſolle.
Die Befreiung Landaus.
L andau, 14. Febr. Das hieſige Bezirksamtsgebäude iſt
von den Separatiſten fluchtartig verlaſſen und von den recht=
mäßigen
Beamten und deutſcher Gendarmerie wieder in Beſitz
genommen worden. Das bayeriſche Bezirksamt hat ſeinen Be=
trieb
in dem alten Bezirksamtsgebäude wieder aufgenommen;
die ſeparatiſtiſche Fahne wurde heruntergeholt.
Separatiſten unter franzöſiſchem Schutz.
Kaiſerslautern, 14. Febr. Die Nacht iſt ruhig ver=
laufen
. Das franzöſiſche Militär ſteht weiter in Bereitſchaft.
Daß die Separatiſten weiter den franzöſiſchen Schutz genießen,
beweiſt folgender Vorfall. Der ſeparatiſtiſche Bürgermeiſter =
niger
, von Kaiſerslautern, fuhr geſtern in einem Auto nach
dem Marktplatz, um den dort befindlichen Separatiſten Ringſche
abzuholen und in das Bezirksamtsgebäude zurückzubringen.
Auf dem Hin= und Rückwege war das Auto mit franzöſiſchen be=
waffneten
Soldaten bedeckt.
Engliſche Komnentare.
London, 14. Febr. (Wolff.) Die Times mißbilligt
in einem Leitartikel zwar die Geſchehniſſe in Pirma=
ſens
, betont aber gleichzeitig, daß, nachdem einmal die franzö=
ſiſche
Unterſtützung zurückgezogen war, den Separatiſten nicht
hätte geſtattet werden dürfen, auch nur einen Augenblick noch
zu bleiben. Alle Separatiſten müßten ſofort weggeſchafft wer=
den
. Vor allem aber ſei wichtig, daß der peinliche Zwiſchenfall
nicht als Gelegenheit angeſehen werde, um das vollendete Werk
einer vernünftigen Regelung der Pfalzfrage wieder rückgängig
zu machen. Die Vorgänge in Pirmaſens hätten endgültig die
Ueberzeugung bewieſen, daß der wirkungsvollſte Weg, um Un=
ruhen
im Rheinlande zu provozieren, der ſei, die Taten der ge=
dungenen
Separatiſtenbanden zu ermutigen oder auch nur zu
dulden, die während der letzten Monate ſo furchtbares Elend
über die Bevölkerung gebracht hätten.
Daily News erklären, daß dieſe Vorgänge ſchärfer als
ein engliſcher Proteſt es tun könnte, den ſchweren Mißgriff der
franzöfiſchen Regierung verurteile.
Weiterer Rückgang des Franken.
TU. Paris 14. Febr. Das Pfund Sterling ſtand heute
bei Börſenſchluß 97,10, der Dollar 22,585.

Oelastehries Ruhrbilanz.

Paris, 14. Febr. (Wolff.) Zu Beginn der heutigen Kammer=
ſitzung
ergriff der Finanzminiſter Delasteyrie das Wort. Er
wandte ſich zunächſt gegen den Antrag des Abg. Auriol und erklärte
dann weiter, das Parlament habe das Budget für 1922 ins Gleichge=
wicht
gebracht. Dieſes weiſe ſogar einen Ueberſchuß von 450 Millionen
Franken auf. Es ſtehe jedenfalls feſt, daß das ordentliche Budget ins
Gleichgewicht gebracht ſei, und daß das für 1924 ebenfalls der Fall
ſein werde. Wenn die Regierung gezwungen ſei, dem Lande neue
Opfer aufzuerlegen, ſo ſei das ausſchließlich in dem Budget der von
Deutſchland zu erſtattenden Ausgaben begründet. Er ſei unerläßlich,
an die franzöſiſchen Steuerzahler zu appellieren, und zwar einzig und
allein infolge des deutſchen Verſagens. Die deutſche und internationale
Propaganda haben Gerüchte verbreitet, Frankreich ruiniere ſich im
Ruhrgebiet um einiger Brocken Kohlen willen. In Wirklichket hät=
ten
die Einnahmen bereits 1 010 Millionen Franken erreicht. Es ſeien
noch 350 Millionen für Rechnung des Jahres 1923 zu verrechnen, wäh=
rend
die Beſatzungskoſten ſich nur auf 863 Millionen belaufen hätten.
In Wirklichkeit, und wenn alles berücktſichtigt werde, liege ein Geſamt=
überſchuß
von 500 Millionen vor.
Abg. Tardieu: Gehen dieſe Einnahmen an die Reparations=
kommiſſion
?
Der Finanzminiſter fährt fort: Ich rede nur von unſeren Ein=
nahmen
, von den 5 Sechſteln, die uns zufallen. Wenn die feindliche
Propagauda Frankreich als finanziell ruiniert darſtellt, ſo hat ſie da=
bei
den Zweck verfolgt, den Inhabern der 10 bis 15 Milliarden Fran=
ken
im Auslande Angſt zu machen. Die Panik hat ſich auch im Ausland
eingeſtellt. Zu Tardieu gewandt, fügte der Miniſterpräſident hinzu:
Das liegt vielleicht an gewiſſen Artikeln über die Rückzahlung an die
Bank von Frankreich.
Abg. Tardieu: Der Artikel, auf den ſie anſpielen, hat zur
Folge gehabt, daß die Nückzahlung bewerkſtelligt wurde, und daß, dank
ihrer, der Franken in einigen Tagen um 5 Punkte geſtiegen iſt.
Finanzminiſter Delastehrie fährt fort, die Kernfrage ſei die, wo
die Mittel hergenommen werden ſollen, um das Wiederaufbaubudget
ins Gleichgewicht zu bringen. Widerſtrebend habe ſich die Regierung
zur vorgeſchlagenen Löſung entſchließen müſſen. Sie werde ſich zu al=
len
möglichen Erſparniſſen entſchließen und jede Steuerhinterziehung
vereiteln. Aber ſie ſei verpflichtet, neue Steurn zu verlangen. Man
ſpreche von übertriebenem Fiskalismus.
Die Rückſtände an Steuern
beliefen ſich auf 3230 Millionen für die direkten Steuern davon ent=
fielen
auf 1923 5 Sechſtel. Der Finanzminiſter betont, daß die Regie=
rung
ſich bemühen werde, die rückſtändigen Kriegsgewinnſteuern einzu=
ziehen
. Im ganzen ſeien 16,5 Milliarden Franken Kriegsgewinnſteu=
ern
verlangt worden. Hiervon ſeien noch 5464 Millionen zu zahlen.
Er begreife unter dieſen Umſtänden nicht wie man behaupten könne,
die Kammer habe nicht genug getan, um die Kriegsgewinnler zum
Zahlen zu bringen.
Ein Abg. der Rechten ſiellt feſt, daß der Finanzminiſter erklärt
habe, es müßten noch Steuern eingezogen werden, bevor man neue
verlange.
Abg. Herriot betont, daß trotz aller Verſicherungen des Finanz=
miniſters
die Einziehung der Kriegsgewinnſteuer nicht energiſch genug
betrieben werde.
Ein radikaler Abg, erinnert daran, daß ſich kein Demokrat in
Frankreich gegen eine Kapitalſteuer wenden dürfe.
Der Finanzminiſter erwidert, es ſei nicht genug damit getan, neue
Steuern vorzuſchlagen. Man brauche neue Einnahmequellen, und es
gebe nur ein Mittel ſie zu erlangen, ſich an die jetzigen Steuerzahler
zu wenden. Die geforderte 20proz. Erhöhung werde die Lage nicht
verwirren jedenfalls das Steuerſyſtem weniger als alle anderen Ein=
nahmeprviekte
. Die geforderte Erhöhung werde von den Konſumenten
nur 625 Millionen verlangen und in der Hauptſache die Einkommen=
ſteuer
berühren.
Der rohaliſtiſche Abg. Daudet ruft dazwiſchen: Die geforderte
20proz. Erhöhung wird den Mittelſtand dezimieren.
Schließlich erwähnt Delasteyrie ein geſtern vom franzöſiſchen Bot=
ſchafter
in Rom eingegangenes Telegramm, das beſage, wenn die
Finanzgeſetze nicht raſch genehmigt würden, werde der Franken weiter
ſtürzen, vielleicht in einem Verhältnis, das nicht geahnt würde. Die
augenblialiche Kammerdebatte ſchädige den Kredit Frankreichs.
Anſchließend daran erklärte der Finanzminiſter, die Ausgaben für
die nationale Verteidigung hätten ſich ſeit 1921 um 2 Milliarden ver=
mindert
, ſie betragen jetzt nur noch 58 Milliarden. Alle Zahlungen, die
Frankreich von Deutſchland erwarte, würde einer Amortiſationskaſſe
zugewieſen, würden alſo niemals die Belaſtung der Steuerzahler ver=
ringern
. Der Ertrag der 20proz. Steuererhöhung werde auf zuviel
Konten geſchrieben. Jetzt müſſe der Franken wieder hochgebracht wer=
den
, denn nichts ſei gefährlicher für die Nation und beſonders für die
minderbemittelten Klaſſen, als der Frankenſturz. Die vorgeſchlagenen
Geſetze müßten unverzüglich zur Verabſchiedung gebracht werden.
Es ſei ſicher, daß die große Mehrheit der Kammer der Regierung fol=
gen
werde.
Hierauf wird der Antrag Auriol über die Abtrennung des Art. 3,
betr. die 20proz. Steuererhöhung, nachdem die Regierung die Vertrau=
ensfrage
geſtellt hatte, mit 301 gegen 212 Stimmen abgelehnt.
Die Kammer geht dann zur Beratung des Antrags des Abg., For=
geot
über, der verlangt den Notenumlauf auf 35 Milliarden herab=
zuſetzen
und am 1. Auguſt 1924, wenn der Ertrag der 20proz. Steuer=
erhöhung
nicht 5 Milliarden betrage, eine Staatslotterie zu organiſie=
ren
. Zwecks Verbeſſerung der Lage ſchlägt der Abg. ſchließlich vor, auf
die Dauer eines Jahres die tägliche Arbeitszeit von 8 auf 9 Stunden
zu erhöhen.

einer
eich

vohl in der Lage, eine zinsloſe Verloſungsanleihe aufzulegen.
Der Abg. Forgeot ſetzt dann ſeine Nede fort, in deren Verlauf
es zu perſönlichen Auseinanderſetzungen zwiſchen ihm und Poincaré
kommt. Nach Beendigung ſeiner Ausführungen wird die Diskuſſion
auf morgen vormitag vertagt.

Die Notwendigkeit einer geiſtigen Erneuerung.
(Unter Berückſichtigung der Lebensphiloſophie Rudolf Euckens.)
In den Zeiten ſo gewaltiger Erſchütterungen und Kriſen wie den
unſerigen geht neben der politiſchen und wirtſchaftlichen ſtets auch eine
geiſtige Bewegung einher, deren charakteriſtiſche Eigenart zu erfaſſen
freilich nicht immer leicht iſt. So ſpielt ſich heute zweifellos ein heftiger
Kampf ab zwiſchen materialiſtiſchen und idealiſtiſhen Gedankengängen,
und es iſt nicht abzuſehen, wem der Sieg verbleiben wird. Bei dieſer
Not der geiſtigen Lage der Gegenwart iſt einer der glänzendſten Führer,
der ſeit mehr als einem Menſchenalter raſtlos für die Selbſtändigkeit der
Geiſteswelt kämpfende Jenenſer Philoſoph Rudolf Eucken, deſſen be=
kanntes
Buch Erkennen und Leben, ſoeben in zweiter Auflage (bei
Walter de Gruyter u. Co., Berlin W. 10) erſchienen iſt. Eucken iſt wohl
der erfolgreichſte Schriftſteller auf neu idealiſtiſchem Gebiete, und er ver=
dankt
dieſe ſeine Wirkung der ſeltenen Gabe, einerſeits die Probleme
tiefſchürfend zu erfaſſen und dabei doch andererſeits in verhältnismäßig
leichtfaßlicher Art zu ſchreiben. Geben wir ihm ſelbſt das Wort zum
Erweis dieſer Behauptung durch gekürzte Wiedergabe des Schlußkapitels
aus dem oben erwähnten Buche:
Die moderne Kultur leidet bei ſich ſelbſt an einem tiefen Spalt,
der unſägliche Verwickelungen erzeugt. Der Grundgedanke der Kultur
enthielt eine ſtändige Beziehung und Verbindung von Menſch und Welt,
beides ſollte zuſammenſtreben und ſich gegenſeitig fördern. Nun aber
geraten im Durchſchnitt des Lebens dieſe beiden Beſtrebungen in einen
peinlichen Konflikt, auf der einen Seite bemächtigt die Welt ſich des
Menſchen, ſie fordert ſeine Arbeit, die Arbeit beherrſcht ihn immer aus=
ſchließlicher
; je mehr die moderne Geſtaltung die Zuſammenhänge der
Arbeit ſteigert, deſto mehr ſinkt der Menſch zu einem untergeerdneten
Diener, ja Sklaven der Arbeit.
Der Verlauf des 19. Jahrhunderts brachte eine Wendung von den
Fragen des Geiſteslebens zu denen der ſinnlichen Umgebung. Alle Be=
faſſung
mit einer unſinnlichen Welt, alle Schätzungen der Religion und
der M taphyſik wird als ein ungebührliches Ueberſchreiten der menſch=
lichen
Schranken abgelehnt, nur in Beſchränkung auf die Grfahrungswelt
ſcheint das Leben und Streben einen feſten Boden und eine ſichere Wahr=
heit
zu gewinnen. Sowohl die Naturwiſſenſchaft mit ihrer Technik, als
die Umgeſtaltung der wirtſchaftlichen Lage der Menſchheit eröffneten
nermeßliche Aufgaben. Den Kern ſeines Strebens fand nunmehr der
Menſch im Meuſchen ſelbſt; hatte ſich früher der Glaube auf die Gottheit,
dann auf die Weltvernunft gerichtet, ſo wird nun der Glaube an den
Menſchen und an das menſchliche Vermögen zu einer lebenden und er=
höhenden
Macht, es iſt über den Einzelnen hinaus das Zuſammenſein,
was die Menſchen zuſammenhält und ſie zu überlegenden Leiſtun=
gen
fühnt.
Demnach iſt ein zuverſichtlicher Menſchenglaube dieſer Lebensord=
nung
uneztbehrlich. Und es iſt nicht zu beſtreiten, daß das organiſierte
Zuſammenwirken viells vermag, uas dem Individium in ſeiner Verein=
r
dies alles geht mehr nach außen hin, als nach
zelung verſagt
innen, es geßt mehr auf die Leiſtung, als auf die Geſinnung. Von hier

betrachtet, ſind ſchwere Verwickelungen im Menſchenweſen nicht zu ver=
kennen
. Wohl ſtecken im Menſchen geiſtige Kräfte, aber ſie werden mei=
ſtens
nicht durch ein beherrſchendes Ziel geleitet, ſie verfolgen eigene
Wege und ſtoßen dabei oft, ja meiſt mit den Forderungen einer geiſtigen
Selbſterhaltung hart zuſammen; einerſeits übt unbegrenzte Selbſrſucht,
andererſeits ein überwiegendes Scheinweſen eine unheimliche Macht;
die geiſtigen Forderungen und der vorhandene Tatbeſtand fallen weit
auseinander, der Menſch wird ein Widerſpruch in ſich ſelbſt, indem ſeine
geiſtige Natur Anſprüche an ihn ſtellt, die er nur zum Schein zu erfüllen
vermag. Was das individuelle Leben in dieſer Richtung an Verwicke=
lungen
enthält, das wird durch das geſellſchaftliche Zuſammenſein eher
geſteigert als gemildert. Tatſächlich wankt in den Ueberzeugungen
immer ſtärker jener Menſchenglaube; nur radikale Parteiprogramme
meinen es ſich ſchuldig zu ſein, die Einſicht und die Güte der Menſchen
zu preiſen. Was aber bleibt dem Menſchen als Lebensziel, wenn ſeine
Ideale eines nach dem anderen zerrinnen?
So iſt das geiſtige Bild der Gegenwart, wie e3 uns unmittelbar
umfängt. Daß dies nicht der endgültige Abſchluß ſein kann, iſt kaum
zu beſtreiten. Zugleich unterliegt es keinem Zweifel, daß ein arges
Mißverſtändn’s zwiſchen unſeren Nöten und den dargebotenen Hilfen
beſteht; denken wir nur an das von Kant verwandte Bild Humes, daß
ein Durchbruch eines Ozeans nicht mit einem Strohwiſch zu verſtopfen
ſei, nur eine große Wendung, nur eine Umwälzung der Hauptrichtung
des Lebens kann uns weiterführen.
An erſter Stelle gilt es, hier eine Erklärung über jene Hauptrich=
tung
zu erreichen, in der eine Rettung möglich iſt. Das Nein ſteht dabei
heute völlig klar vor Augen: von dem bloßen Menſchen, wie die Erfah=
rung
des heutigen Kulturlebens ihn darbietet, iſt keine Hilfe zu erwar=
ten
; was von hier geboten wird, das treibt uns immer weiter in die
Verwickelung hinein; wenn überhaupt Rettung möglich iſt, ſo kann ſie
uns nur von einer dem Daſein überlegenen Ordnung, nur von einer
ſelbſtändigen Geiſteswelt kommen. Damit wird zu erſten Frage das Be=
ſtehen
und Wirken dieſer Geiſteswelt; nur ſie kann der Menſchheit er=
höhende
Ideen und richtende Perſönlichkeiten mitteilen, ohne ihre Offen=
barung
gibt es keine Rettung. Jene überlegene Welt müſſen wir in
einer heroiſchen Wendung des Lebens uns aneignen und anerkennen,
dabei aber den entſcheidenden Beweis der Wahrheit in dem Gehoben=
werden
in ein neues Leben und neue Zuſammenhänge finden; jenes
Leben muß uns mitgeteilt werden, nur als ein mitgeteiltes kann es
unſer eigenes werden; dies iſt das Hauptwunder, daß das Uebermenſch=
ze
zum eigenen Leben des Menſchen werden kann.
Das Wachstum des wirtſchaftlichen Vermögens hat eine Materiali=
ſierung
des ganzen Lebens bewirkt, die weit die einzelnen Individuen
überſchreitet; Induſtrie und Politik geſtalten ſich zu dämoniſchen Mäch=
ten
, welche mit voller Gleichgültigkeit ſowohl dem Böſen als dem Guten
zu dienen bereit ſied. Demgegewüber iſt auf einer ethiſchen Ueber=
wachung
und Begrenzung des Induſtrielebens zu beſtehen, damit es nicht
die ganzen Völker in Rieſenhaufen von Arbeitern verwandelt, welche
zwiſchen den einzelnen Punkten groß= Lücken auſeiſen. Auch die Po
tik muß ethiſch überwacht werden, wenn ſie nicht einer raffinierten
Selbſtſucht dienen ſoll, eine Politik ohne Ethik und gegen die Ethik iſt

ein Werkzeug des Teufels. Das Böſe ſteckt zu tief in der menſchlichen
Natur, als daß wir je den Stand der Menſchheit in ein Reich reiner
Vernunft verwandeln könnten, aber es beſagt einen gewaltigen Unter=
ſchied
, ob wir das Böſe gelaſſen dulden, oder ob wir nach beſten Kräften
einen Kampf dagegen unternehmen; freilich iſt dieſer Kampf ausſichtslos,
wenn nicht eine Weltbewegung hinter ihm ſteht und ihn nicht mit einer
metaphyſiſchen Begründung verknüpft. Früher oder ſpäter wird eine
Organiſation der Menſchheit notwendig ſein, um eine völlige Zerſplitte=
rung
der Individuen zu verhüten und das Ganze der Menſchheit ſeinen
eigenen Problemen gewachſen zu machen. Das Chriſtentum hat in ſeiner
Kirche ein großes Vorbild geliefert; das müßte nur von der mitelalter=
lichen
Gebundenheit befreit und der ganzen Menſchheit zugeführt wer=
den
. Jedenfalls ſind alle Reformen des geſellſchaftlichen Lebens hoff=
nugslos
, wenn ſie nicht durch das Wirken einer zugleich überlegenen
und innewohnenden Macht getragen werden; ohne eine ſolche Quelle und
rhne einen ſolchen Halt gilt das Wort, daß die Toten ſelbſt ihre Toten
zu begraben haben.
Je beſtimmter wir einem ſolchen Ethizismus folgen, deſto inniger
wird ſeine Verbindung mit der Religion ſein, aber die Neligion hat dann
an erſter Stelle ein neues Leben zu bringen, ein Leben freilich, das
nicht in ſubjektiven Stimmungen und Anregungen aufgeht, ſondern den
Seelen und Verhältniſſen innere Weltzuſammenhänge gegenwärtig hält
und dabei das rätſelhafte Myſterium unſeres Weltſtandes vollauf aner=
kennt
. Es muß ein Weltwille auch durch unſere Welt gehen, der auch
Leid und Opfer nicht ſcheut, damit aber dem Leben eine unermeßliche
Tiefe gibt. Nur von hier können die Ideen der Einheit, Ewigkeit, der
Liebe eine Macht gewinnen; was das von dieſer Quelle abgeſonderte
Leben davon aufweiſt, iſt ein dürftiges Surrogat. Schließlich kommen
wir auf die einfache Grundtatſache zurück, daß die Ablöſung des menſch=
lichen
Lebens vom ſchaffenden Grunde des Ganzen die Hauptſchuld der
gegenwärtigen Not trägt.
C.K. Dinoſaurier=Eier unter dem Hammer. Das Amerika=
niſche
Muſeum für Naturgeſchichte iſt ſeit dem letzten Juli in den
glücklichen Beſitz von 25 Dinoſaurier=Ciern gelangt, die alle in
der Wüſte Gobi entdeckt wurden. Da ſie ſo viele dieſer exotiſchen
Koſtbarkeiten nicht braucht, will ſie eine Anzahl an die Meiſt=
bietenden
abgeben. Sie hat bereits eine Anzeige erlaſſen mit dem
merkwürdigen Text: Ein Dinoſaurier=Ei zu verkaufen, 10 Mil=
lionen
Jahre alt, unter Garantie, daß daraus nichts auskriecht.
Der Mindeſtpreis für ein ſolches vorgeſchichtliches Ei iſt mit 5000
Dollar feſtgeſetzt. Man will aber eine Auktion veranſtalten, die
zweifellos noch keine Vorgänger beſitzt, und hofft ſehr viel höhere
Preiſe zu erzielen. Bieter werden aus allen Teilen der Welt da
ſein; ſo will zum Beiſpiel Lord Rothſchild für das Britiſche
Muſeum eines der Eier erwerben. Man hofft, Preiſe bis zu
Dollar zu erzielen, und die erlöſten Summen ſollen dann
für eine neue Expedition nach der Wüſte Gobi verwendet werden,
deren Koſten auf 250 000 Doller Aüwitzt werden.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924.

Rummer 46.

Löhne und Lebenskoſten
in den Vereinigten Staaten.
Von Virgil Jordan, Newyork.
Die optimiſtiſchen Verſicherungen, die man ſo häufig aus dem
Munde der großen Medizinmänner aus Finanz und Induſtrie
vernimmt, daß der amerikaniſchen Wirtſchaft ein gutes Jahr
bevorſtehe, nehmen ſich bei näherer Betrachtung als etwas
weniger begründet aus. Wir wollen unſererſeits nicht in den
entgegengeſetzten Fehler verfallen, eine Abwärtskurve der Kon=
junktur
vorzuzeichnen; aber gewiſſe Grundbedingungen ſcheinen
eine anhaltende Hochkonjunktur nicht zu gewährleiſten, und daß
eine gewiſſe Unſicherheit gegenwärtig wirklich beſteht, hat kürzlich
die Effektenbörſe bei der Kursgeſtaltung der Induſtriepapiere
bewieſen.
Eine Weiterdauer der relativn günſtigen Konjunktur und der
ſtarken Beſchäftigung der Induſtrie hängt letzten Endes entweder
von einer gleichbleibenden oder geſteigerten Kaufkraft des ameri=
kaniſchen
Arbeiters oder von einer gebeſſerten Kaufkraft des
Auslandes ab. Für das letztere ſind die Ausſichten recht gering;
der beiſpielloſe Rückgang des Pfundes und des franzöſiſchen
Franken iſt nicht angetan, den amerikaniſchen Ausfuhrhandel zu
fördern. Iſt dieſer Kursſturz eines der nicht immer angenehmen
Vorzeichen der Neubaſierung der Finanzen verſchiedener euro=
päiſcher
Staaten, die vielleicht von der Mitarbeit der ameri=
kaniſchen
Sachverſtändigen in den Komitees der Reparations=
kommiſſion
ihren Ausgang nehmen wird, ſo wirb dagegen die
ſchließliche Auswirkung auf die amerikaniſchen Verhältniſſe eher
günſtig ſein. Wenn die Reparationsfrage endlich einmal durch
den Common Senſe, der aus dem Munde des General Dawes
ſo erfriſchend geſprochen hat, ſeine Erledigung findet, ſo wird
das ſchließlich nicht gleich verſtärkend auf die Kaufkraft in
den europäiſchen Staaten zurückwirken, und damit wird die
amerikaniſche Wirtſchaft zu einer verläßlichen Baſis für ihre
hochgetriebene Tätigkeit gelangen. Die politiſche Lage in Eng=
land
, ſo ſehr man mit der neuen Regierung ſympathiſieren mag,
und das nur zu verſtändliche Bedenken in Frankreich, vor einer
demnächſtigen Neuwahl eine ſtarke Erhöhung der Steuern zu
beſchließen, rücken den Zeitpunkt für einen ſolchen neuen Anfang
eher noch weiter hinaus, zu dem gleichwohl die Arbeiten der
Komitees mit hinführen werden, in deren Berufung man in
Amerika ein Anzeichen dafür erblicken will, daß Frankreich end=
lich
erkannt hat, daß ſeine wirtſchaftlichen Iutereſſen mit denen
Deutſchlands und der übrigen Welt auf Gedeih und Verderb
verknüpft ſind.
Solange jedoch die ſpirtſchaftliche Geſundung Europas nicht
weiter gediehen iſt, muß das Schickſal der amerikaniſchen Wirt=
ſchaft
in erſter Linie durch die Kaufkraft des Inlandsmarktes
bedingt bleiben. Und ob dieſer für eine noch größere Produktion
oder ſelbſt für eine Produktion wie die der beiden letzten Jahre
aufnahmefähig iſt, iſt höchſt zweifelhaft. Jedenfalls war in den
letzten Monaten des Jahres 1923 ein allmähliches Nachlaſſen
der inländiſchen Kaufkraft und damit verbunden eine Abſchwä=
chung
der induſtriellen Produktion zu beobachten geweſen. Die
Lebenskoſten für die durchſchnittliche Arbeiterfamilie ſind ſeit
März 1923 ſtändig im Steigen begriffen; für das ganze Jahr

1923 dürfte ſich dieſe Steigerung auf insgeſamt 5 Prozeut be=
laufen
. Am ſtärkſten geſtiegen ſind die Preiſe ſür Nahrungs=
mittel
und die Koſten für Bekleidung, Miete und Beheizung;
die Koſten für Miete und Beheizung ſind gegenwärtig ſogar
höher als zur Zeit der allgemeinen Preiskulmination im
Jahre 1920.
Demgegenüber weiſt die Tendenz der Löhne eher abwärts.
In 13 von den 23 wichtigſten Beſchäftigungszweigen ſind im
Laufe des November die Durchſchnittsſtundenlöhne geſunken.
Sie betragen jetzt 55 Cents. Am ſtärkſten war der Rückgang
in den Löhnen für gelernte Arbeiter. Die Durchſchnittswochen=
löhne
gingen von 27,14 Dollar im Oktober auf 26,99 Dollar
zurück, hauptſächlich infolge der in manchen Induſtrien ver=
kürzten
Arbeitszeit. Zuſammengerechnet mit der Steigerung der
Lebenskoſten, iſt die Kaufkraft eines Durchſchnittsſtundenlohns
jetzt nur noch 39 Prozent, die Kaufkraft eines durchſchnittlichen
Wochenlohns nur noch 30 Prozent über dem Vorkriegsſtand. Es
iſt ſomit nicht gerade viel, was von einer Beſſerung der Wirt=
ſchaftslage
der Arbeiterſchaſt in den zehn Jahren amerikaniſcher
Wirtſchaftsbeute noch übrig geblieben iſt.
Beſonders bemerkenswert iſt der Rückgang der Beſchäftigung
der Arbeiterſchaft. In den 23 wichtigſten Induſtrien ging ſie von
Oktober zu November 1923 um 1,3 Prozent zurück und erreichte
faſt gleichbleibender Beſchäftigung bedeutet dies den ſeit der
Depreſſion von 1920/21 wieder ſtärkſten Rückgang innerhalb
eines Monats. Die ungelernten Arbeiter werden ſtark durch
Entlaſſungen getroffen eine Tatſache, die auf die Einwande=
rungspolitik
der Vereinigten Staaten ihre Wirkung auszuüben
nicht wohl verſäumen wird. Die geringere Beſchäftigung der
Werke geht auch daraus hervor, daß im November die wöchent=
liche
Arbeitszeit der Arbeiter von 48 auf 47,8 Stunden zurück=
gegangen
iſt.
Die einzige wichtige Induſtrie, in der Löhne und Beſchäfti=
gung
ſich behauptet haben, iſt die Automobilinduſtrie. Die
Fertigung geht in fieberhaſtem Tempo vor ſich. Die Automobil=
induſtrie
hat am meiſten dazu beigetragen, einerſeits die durch=
ſchnittliche
Beſchäftigung hochzuhalten, andererſeits aber auch
die Kaufkraſt von anderen Bedürfniſſen auf ihre Erzeugniſſe ab=
zulenken
. Die allgemeine Beſchäftigung der Induſtrie iſt ferner
hochgehalten tuorden durch die ſtarke, von guten Wetterverhält=
niſſen
begünſtigte Bautätigkeit.
Ein ſwichtiges Element für die Beſtimmung der Wirtſchafts=
kurve
im Laufe dieſes Jahres iſt die politiſche Lage. Die Finan=
zierung
von Nahrungsmittel=Exporten von ſeiten der Regierung
kann der Landwirtſchaft ſehr zuſtatten kommen und eine allge=
mein
ſehr günſtige Wirkung ausüben. Es iſt auch möglich, daß
verſchiedene Induſtrien, denen darum zu tun iſt, eine günſtige
Atmoſphäre für die Wahlen zu ſchaffen, gegen Ende des Jahres,
wenn dieſe herannahen, größere Dividenden ausſchütten werden,
um die Illuſion der guten Konjunktur aufrecht zu erhalten. Die
Agitation für eine Herabſetzung der Steuern leitet ſich natürlich
aus dem gleichen Beſtreben her; dieſe Herabſetzung könnte mög=
licherweiſe
, aber natürlich erſt im nächſten Jahre, die Kaufkraft
etwas heben, ohne freilich den Arbeiter und die kleinen Vermögen
und Einkommen ſehr zu berühren. Selbſt wenn durch die vor=
geſchlagene
Abſchaffung von ſteuerfreien Bonds mehr frei wer=
dendes
Kapital in die Induſtrie abwandern ſollte, ſo wird ſich
das erſt in Jahren bemerkbar machen und kann auch erſt wirk=

ſam werden, wenn die Aufnahmefähigkeit des Martes ent=
ſprechend
geſteigert wird.
Somit reduziert ſich die Frage nach der künftigen Geſtaltung
der amerikaniſchen Wirtſchaftsverhälniſſe immer wieder auf die
Frage des auswärtigen Marktes. linter den gegenwärtigen Um=
ſtänden
gründet ſich die ſtärkſte und unmittelbarſte Hoffnung, die
Konjunktur der amerikaniſchen Wirtſchaft hochzuhalten, auf die
Stabiliſierung der Verhältniſſe in Europa. In dieſer Hinſicht
muß zugegeben werden, daß die Ausſichten etwas hoffnungs=
voller
ſind als vor einigen Monaten. Es ſteht für Amerika viel
auf dem Spiel bei der Arbeit der Sachverſtändigenkomitees, die
jetzt in Paris und Berlin am Werke ſind.

Oeſterreichs wirtſchaftliche Lage.
Wien, 14. Febr. (Wolff.) Im Finanzausſchuß gab bei
der Beratung des Handelsbudgets Miniſter Schürff eine Er=
klärung
über die wirtſchaftliche Lage Oeſterreichs
ab. Er ſagte u. a., die Entwicklung der öſterreichiſchen Han=
delsbilanz
in den letzten drei Jahren ſei verhältnismäßig
nicht ungünſtig. Mit einem Aufhören des Paſſivums in
damit den ſeit Dezember 1922 tiefſten Stand. Nach drei Monaten der Handelsbilanz ſei wohl nicht zu rechnen, es ſei jedoch eine
erhebliche Minderung des Paſſivums durch die
Erweiterung der Ausfuhr und die Entwickelung
der Produktion, zu erwarten. Die Lage der indu=
ſtriellen
und der gewerblichen Produktion könne ohne allzu
großen Optimismus als nicht unbefriedigend bezeichnet werden.
Im allgemeinen dürfe erhofft werden, die Produktion, allerdings
in einem ſehr ernſten Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt, zu
erhalten und weiter zu entwicleln. Beſonders die Eiſen=
induſtrie
habe im abgelaufenen Jahre einen weſentlichen
Aufſchwung gegenüber dem Vorjahre gezeigt. Der Miniſter
betonte dann die Notwendigkeit einer Reviſion des
Zolltarifs. Oeſterreich werde über das erforderliche Aus=
maß
des Zollſchutzes nicht hinausgehen, andererſeits aber der
Erzeugung den Schutz gewähren, der ihr die Entfaltung, der
Produktivität gewährleiſte. Die Zollpolitik ſei mehr oder
weniger freihändleriſch, da Oeſterreich der Freihandels=
politik
nicht hinderlich ſein dürfe. Schürff trat für vollſte
Verkehrsfreiheit ein und erklärte, daß er die Wünſche
nach Erleichterung der Paßvorſchriften ſtets unter=
ſtütze
. Die Ergänzung und Ausgeſtaltung des Vertragsſyſtems
mit den Nationalſtaaten und Deutſchland ſei ein unerläßlicher
Faktor für die Schaffung von Exportmöglichkeiten. Sowohl mit
Deutſchland als mit der Tſchecho=Slowakei, Ungarn, Jugo=
ſlawien
und Polen beſtünden bereits Meiſtbegünſtigungs=
verträge
, und es ſei beabſichtigt, dieſen Verträgen Tarif=
vereinbarungen
anzuſchließen.
Wien, 13. Febr. (Wolff.) Der Heeresausſchuß des
Nationalrates hat nach mehrtägiger Debatte über die bekannte
Denkſchrift des in den Ruheſtand verſetzten Generals Körner
den Antrag des Sozialdemokraten Deutſch in namentlicher Ab=
ſtimmung
mit 13 gegen 10 Stimmen abgelehnt, in dem die
Regierung aufgefordert wird, dem Nationalrat einen Nachtrags=
kredit
vorzulegen, damit die öſterreichiſche Wehrmacht auf den
im Friedensvertrag von St. Germain feſtgeſetzten Stand von
30 000 Mann gebracht werde.

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[ ][  ][ ]

Mummer 46.

Aus der Landeshauptſtadt.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924,

Eeite 5

Darmſtadi, 15. Februar.
* Einkommen= und Körperſchaftsſteuervoraus=
zahlungen
der Gewerbetreibenden für 1924.
Indem wir auf die im Anzeigenteil abgedruckte Bekanntmachung der
beiden hieſigen Finanzämter hinweiſen, fügen wir bei:
Zur beſſeren Anpaſſung an das mutmaßliche Einkommen hat der
Reichsſinanzminiſter, einvernehmlich mit dem Reichswirtſchaftsminiſter,
für die verſchiedenen Erwerbszweige eine Reihe von Beſtimmungen
erlaſſen, von denen folgende die wichtigſten ſind.:
Induſtrie. Induſtrielle Erwerbsgeſellſchaften können, anſtatt
von den Betriebseinnahmen auszugehen und davon 2 Prozent zu zah=
len
, monatlich 1 v. T. ihres Vermögens entrichten. Entſcheiden
ſie ſich für dieſen Weg, ſo bleiben ſie für die Folgezeit
daran gebunden. Für die Vorauszahlung am 10./18. d. M. kön=
nien
dieſen Weg allerdings nur die Erwerbsgeſellſchaften beſchreiten, bei
denen ſich das Vermögen nach der Summe der Stichtagskurswerte
(31. Dezember 1923) ſchon jetzt ermitteln läßt, im weſentlichen ſolche
Geſellſchaſten, für deren Anteil Kurſe entweder amtlich an der Börſe
notiert oder Freiverkehrskurſe im Handelsteil der Zeitungen veröffent=
licht
werden. Dabei ſind, ſofern nicht im Einzelnen höhere Verkaufs=
ſverte
in Frage kommen, Vorratsaktien, Schutzſtammaktien, Vorzugs=
ſchutzaktien
und Genußſcheine mit 10 Prozent des Kurs= oder Ver=
kaufswvertes
der gewöhnlichen Stammaktien, multipliziert mit dem Viel=
fachen
des Stimmrechts zu bewerten, das die Vorzugsaktien den Stamm=
aktien
gegenüber beſitzen.
Beiſpiel: Eine Geſellfhaft hat 50 Mill. Mk. nom. Stamm=
aktien
(Kurswert am 31. Dezember 1923: 50) und außerdem 5 Mill.
Vorzugsaktien mit zehnfachem Stimmreiht ausgegeben, das Vermögen
iſt mit 252,5 27,5 Mill. Mk. zu bewerten. 1 d. T. wäre alſo
27 500 Mk., die am 10./18. Februar zu zahlen wären. Im Uebrigen
beträgt für die Induſtriebetriebe die Vorauszahlung grundſätzlich 276
der Betriebseinnahmen, abzüglich Löhne und Gehälter.
Bankgeſchäfte. Banken und Bankiers dürfen anſtelle der
Vorauszahlungen nach den Betriebseinnahmen monatlich 1,25 v. T.
ihres Vermögens vom 31. Dezember 1923 zahlen. Soweit es ſich um
in die Form von Erwerbsgeſellſchaften gekleidete Banken handelt, er=
folgt
auch hier wieder die Beſvertung des Ve=mögens nach der Summe
der Aktienkurſe.
Großhandel. Für den Großhandel gelten ermäßigte Sätze,
jedoch nur unter der Vorausſetzung, daß Lohn= und Gehaltsaufwen=
dungen
von den Betriebseinnahmen nicht in Abzug gebracht werden.

Gegenſtänden der in den Freiliſten 1a und 1b (§ 11, 4 II., III. der
Umſatzſteuerausf.=Beſt.) bezeichneten Art gilt der Satz 1 v. T. Der Satz

ein Steuerpflichtiger mit Gegenſtänden, für die verſchiedene Sätze vor=
geſchrieben
ſind, ſo gilt grundſätzlich der höchſte Satz, es ſei denn, daß er
in ſeiner Buchführung die verſchiedenſten Arten ſeiner Geſchäfte ſo aus=
toeiſt
, daß eine Nachprüfung für das Finanzamt jederzeit möglich iſt.
Einzelhandel. Im Einzelhandel beträgt der Satz:
bei reinem Lebensmittelhandel . . . . . . . . . . 0,7
im Uebrigen . . . . .
... 1,2 %
im Gemifchtwarenhandel (wozu nicht die Warenhäuſer
gehören) ... . . . . . . . . . . . . . 0,95 %
Gaſtwirte ſind berechtigt, außer den Lohn= und Gehaltsaufwendun=
gen
auch die gemeindliche Fremden= und Beherbergungsſteuer abzu=
ziehen
. Hat der monatliche Verbrauch mehr als 700 Mark betragen,
und iſt der bei Zugrundelegung des Verbrauchs ſich ergebende Voraus=
zahlungsbetrag
um mehr als 2,5 Prozent höher als der von den Be=
triebseinnahmen
errechnete Steuerbetrag, ſo muß der Verbrauch zu=
grundegelegt
werden, wobei von den erſten 700 Mk. monatlich 10 v. H.,
von den weiteren Beträgen 20 v. H. zu zahlen ſind.
Unter beſtimmten Vorausſetzungen können die Finanzämter die
Vorauszahlungen auch auf der Grundlage der auf Gold umgerechneten
Einkommen der Jahre 1920 und 1921 feſtſetzen.
Die Zahlungen ſind an die für die Einkommen= und Körperſchafts=
ſteuer
zuſtändige Kaſſe zu entrichten. Offene Handelsgeſellſchaften und
Kommanditgeſellſchaften haben die auf jeden einzelnen Geſellſchafter
oder Kommanditiſten entfallende Einkommenſteuervorauszahlungen an
die für ihn zuſtändige Hebeſtelle zu leiſten. Die Schonfriſt geht
am 18. d. M. zu Ende.
Ernannt wurde am 4. Februar der Polizeiwachtmeiſter auf Probe
Peter Albert aus Bermersheim zum Polizeiwachtmeiſter mit Wirkung
vom 1. Februar 1924.
In den Ruheſtand verſetzt wurde am 7. Februar der Amtsober=
gehilfe
bei dem Kreisamt Alsfeld Konrad Stieler auf ſein Nachſuchen
unter Anerkennung ſeiner dem Staat geleiſteten Dienſte mit Wirkung
vom 1. März 1924 an.
Mietpreisermäßigung im Landestheater. Die Zahlungen
für die erſte Hälfte des dritten (etzten) Mietabſchnitts
der Sondermieten (9. und 10. Vorſtellung) ſind von Montag,
den 18. Februar ab, täglich an der Hauptkaſſe, von vormittags
912½ und nachmittags 3/5 (ausgenommen Samstag nach=
mittags
), zu entrichten. Der wirtſchaftlichen Entwicklung fol=
gend
, läßt die Generaldirektion für den letzten Mietab=
ſchnitt
eine Preisermäßigung von etwa 20 Pro=
zent
gegenüber den bisher erhobenen Beträgen eintreten. Zu=
gleich
iſt denjenigen Sondermietern, die im Dezember anläßlich
der Steigerung der Mietpreiſe von ihren Mieten zurücktreten
mußten, Gelegenheit geboten, für die vier Vorſtellun=
gen
des letzten Mietabſchnitts (9.12. Vorſtellung)
ihre Sondermiete ohne Nachzahlung wieder
aufzunehmen. Die Wiederanmeldung geſchieht durch die
Organiſationen und muß bis ſpäteſtens 20. Februar erfolgen.
Sollte in Ausnahmefällen über die früheren Plätze verfügt ſein,
ſo werden gleichwertige Plätze gegeben. Fur die Voll=
mieter
tritt ebenſalls zum Beginn des fünften Mietabſchnitts
(17. Vorſtellung) eine gleiche Ermäßigung ein. Die Wieder=
anmeldung
für Vollmieten, entweder mit ſofortiger
Wirkung ober für den fünſten Mietabſchnitt ſind bis ſpäteſtens
25. Februar an die Mietabteilung zu richten. Erfolgt der Wie=
dereintritt
ſofort, ſo ſind für die reſtlichen Vorſtellungen des
noch lauſenden Mietabſchnitts (13.16. Vorſtellung) die ent=
ſprechenden
Teilbeträge noch nach den im Dezember geforderten
Sätzen zu zahlen. Die Ermäßigung tritt mit der 17. Vorſtel=
kung
ein.
Ncquiem von Sgambati. Die Aufführung des Requiem vor
Sgambati am Montag, den 18. Februar, iſt für Mitglieder des Muſik=
ver
ins das dritte Konzert. Mitglieder können ihre Karten bis Freitag
einſchließlich bei Heinrich Arnold, Wilhelminenſttaße, abholen. Ueber
Karten, die dann nicht abgeholt ſind, wird im Tagesverkauf verfügt wer=
den
. Zu dem Requiem ſind Texte an der Kaſſe des Großen Hauſes
jowie bei Arnold und im Verkehrsbureau zum Preiſe von 20 Pfennig
zu haben.
Lichtbildervortrag. Angeſichts des lebhaften Intereſſes, das den
märchenhaften Funden aus dem Grabe, des ägyptiſchen Pharao Tutan=
chamon
in allen Kreiſen entgegengebracht wird, hat die Generaldirektion
des Landestheaters für Anfang März einen Lichtbildervortrag eines be=
rufenen
Fachvertreters der Altertumswiſſenſchaft im Kleinen Haus in
Ausſicht genommen.
Volkshochſchule. Der Kurſus des Herrn Ruppel, Nr. 30: Rokoko,
muß am Freitag, den 15. Febr., wegen Abweſenheit des Dozenten, aus=
fallen
. Zu der am kommenden Sonntag in der Landesbaugewerk=
ſchule
, Neckarſtraße 3, ſtattfindenden Morgenfeier ſind noch Karten in
der Geſchäftsſtelle zu haben.
Humoriſtiſche Matinee. Am Sonntag, den 17. Februar, vorm.
11 Uhr, veranſtaltet Hans Reimann, der bekannte ſächſiſche Humo=
riſt
eine vergnügliche Matinee, mit vollſtändig neuem Programm.
(Siehe beſondere Anzeige.
Rentenzahlung. Die Unfallrentenempfänger mit Zulagen er=
halten
am 16. d. M. Samstag für die zweite Monatshälfte den=
ſelben
Betrag wie für die erſte Hälfte. Zahlſtunden beim hieſigen
Poſtamt 1 von 812 und 25 Uhr in der Paketausgabe.
Bauordnung. Cs iſt nur zu begrüßen, daß die Abgg. Dr. Oſann
und Genoſſen die Regierung erſucht haben wollen, alsbald die Reviſion
der Bauordnung erforderlichenfalls in einer Notverordnung vorzulegen.
Der Hinweis, daß gerade die Förderung der Bautät gkeit die Reviſion
der baurechtlichen und bautechniſchen Vorſchriften nötig mache, iſt durch=
aus
berechtigt.
Ueber monatliche Einkommenſteuer= und Körperſchaftsſteuer=
vorauszahlungen
für 1924 erlaſſen die Finanzämter Darmſtadt in der
heutigen Nummer des D. T. eine Bekanntmachung, auf die hierdurch hin=
gewieſen
ſei,

Ein merkwürdiger Radio=Vortrag.
Ein etwas eigenartiger Genuß wurde am Mittwoch abend den Be=
ſuchern
des Radiovortrages im Saalbau geboten. Die Beſucher, die ſich
mit den aufs äußerſte gekürzten Darlegungen des Referenten und einigen
Lichtbildern, die zum Teil beſſer in eine Kinderſtube gehört hätten, nicht
zufrieden gaben, und auch für die Widerſpenſtigkeit der von der Firma
Nadio=Vertriebsgeſellſchaft in Frankfurt a. M., Kaiſerſtraße 48, geſtellten
Apparate, die nur einigemale das Heulen eines Schakals aus der afrika=
niſchen
Steppe wiedergaben, kein Verſtändnis haben konnten, holten, als
man ſich weigerte, das Eintrittsgeld zurückzuzahlen, die Polizei. Dieſe
brachte die Veranſtalter, unter welchen ſich der angekündigte Ingenieur
Fiſcher nicht befand, auf das Polizciamt, um das Inkognito der Geſell=
ſchaft
etwas zu lüften, unter gleichzeitiger Beſchlagnahme der Apparate
Da man die Kaſſe frühzeitig in Sicherheit gebracht hatte, konnten die
zurückverlangten Eintrittsgelder nicht ſofort wieder ausbezahlt werden.
Die Firma Arnold, Wilhelminenſtraße 9, wird gegen Rückgabe der Ein=
trittskarten
die gezahlten Gelder zurückerſtatten.
Von Herrn Geh. Juſtizrat Dr. Jäger erhalten wir folgende Zu=
ſchrift
: Um unrichtigen Darſtellungen und dadurch veranlaßten Berich=
tigungen
oder gerichtlichen Weiterungen vorzubeugen, läßt die Radip=
Apparatevertriebs=G. m. b. H. zu Frankfurt Sie davon in Kenntnis
ſetzen, daß nicht ſie, ſondern ein Herr Ruppe aus Offenbach den geſt=
rigen
Vortrag im Saalbau veranſtaltet hatte.
Der Südweſtdeutſche Radio=Klub, Ortsgruppe
Darmſtadt; bemerkt zu dem im Saalbau ſtattgefundenen Radio=
Vortrag, daß er ſelbſtverſtändlich mit der Veranſtaltung nicht im gering=
ſten
Zuſammenhang ſteht. Es iſt geradezu unglaublich, wie jemand, der
Fachmaun zu ſein vorgibt, es wagen kann, einen derartigen Vortrag zu
halten; und dies in einer Stadt, in der ſich eine gerade auch in dem
Radioweſen weit bekannte Hochſchule befindet, wo alſo von vornherein
anzunehmen war, daß ein großer Teil der Zuhörer über das Gebiet nicht
nur oberflächlich orientiert iſt. Abgeſehen von vieſen rein ſachlichen gröb=
ſten
Verſtößen zeichnete ſich der Vortrag für den Nichtfachmann und Laien
durch beſondere Unverſtändlichkeit aus. Auch die Klarheit der Licht=
bilder
und ihre Auswahl ließen ſehr viel zu wünſchen übrig. Auch ein
Hinweis und eine genaue Erklärung der zwiſchendurch aufgenommenen
Stationen fehlte leider, ſodaß es wvohl manchem rätſelhaft geblieben ſein
dürfte, ob es ſich um den Empfang von Telegrammen oder die mißlungene
Aufnahme eines Radiokonzertes handelte. Es ſollen hierbei durchaus
nicht die Schwierigkeiten verkannt werden, mit denen der Empfand draht=
loſer
Stationen ſo oft verknüpft iſt. Nach alledem iſt es wirklich rätſel=
haft
, daß der Vortrag auch ſchon in anderen Städten ſtattgefunden haben
ſoll. Sollte es ſich aber wie es ſchließlich den Anſchein hatte
um einen Reklamevortrag irgend einer Firma radiotechniſcher Empfangs=
apparate
handeln, ſo iſt es tief bedauerlich, wvenn ſolche Firmen nicht
heſſere Fachleute zur Vertretung ihrer Intereſſen finden oder zu finden
bemüht ſind.

Nothilfe
für die Darmſtädter Studentenſchaft
Veranſkaltung der Studentenſchaft
der Techn. Hochſchule Darmſiadt
zu Gunſten notleidender Studierender
am Montag, den 18. Febr. 1924,7 Uhr abends
im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
atte
Schauſpiel in 5 Aufzügen von Hermann Burte
Die Studentenſchaft bittet alle ihre Freunde und
Gönner, zur Linderung der Not die Aufführung
zahlreich zu beſuchen
Täglich 111, 35 Uhr im Erd=
Karten=Verkauf: geſchoß der Hochſchule, Eingang
kleines Weſiportal, Hochſchulſiraße


Außerordentliche Steuer vom Gewerbebetrieb für 1923. Das
Geſetz, das eine Steuer von 3 Goldpfennigen von je 100 Mk. Steuer=
wert
für den 5. März 1924 auferlegt und einen Steuerwert des Anlage=
und Betriebskapitals in Höhe bis zu 10000 Mark freiläßt, iſt am
13. d. M. in Kraft getreten.
n. Strafkammer. Die Verhandlung fand im großen Sitzungsſaale des
alten Juſtizgebäudes ſtatt, und richtete ſich gegen die des Mordes am
eigenen Manne angeklagte 37jährige Adam Knipp Witwe, geborene
Dombrowe, von Langen. Sie hat in der Frühe des 10. April v. Js.
das Verbrechen verübt, und der Kopf des Erſchlagenen zeigte nach dem
Ergebnis der gerichtlichen Leichenöffnung nicht weniger als ein Dutzend
wuchtiger Beilhiebe mit völliger Schädelzertrümmerung. Die ſeitdem
verhaftete Angeklagte, die bisher unbeſtraft war, will in höchſter Auf=
regung
und von Jenem, wie ſchon öfters, mit dem Meſſer bedroht, blind=
lings
zugeſchlagen haben, während die Beſchuldigung vorſätzlicher, über=
legter
Tötung ſich auf die ganzen Begleitmomente, insbeſondere auch auf
den örtlichen Befund nebſt dem nachfolgenden Verhalten der Täterin
ſtützte. Dieſe ſtammt aus Polen, hatte in Köln ſeinerzeit als Dienſt=
nädchen
den in einer Fabrik beſchäftigten K. kennen gelernt und 1909
geheiratet. Bei ihrer geſtrigen Vernehmung ſprach ſie ſich mit großer
Ausführl chkeit über den unglücklichen Verlauf der Ehe, u. a. auch dahin
aus, durch rohes Auftreten ihres Mannes wiederholt zur Trennung ver=
anlaßt
, aber ſtets von ihm oder Dritten zur Rückkehr beſtimmt worden
zu ſein. Ein beträchtlicher Teil der Veweisaufnahme war denn auch be=
ſagtem
Punkt gewidmet, und bot das traurige Bild zerrütteter Ehe,
woraus dann der blutige Schlußakt erwachſen war. Es iſt ein 12jähriger
Junge vorhanden, und auch dieſes einzige Kind ſoll K. nach Angabe der
Angeklagten ſchlecht behandelt haben. Sie ſelbſt machte durch ihr Ge
bahren vor Gericht eigentlich nicht den Eindruck der ſchwachen, unter=
drückten
Frau (zumal nach der langen Unterſuchungshaft), verriet viel=
mehr
ſtarkes Temperament, Beſt mmtheit und Energie. Wie ſie behauptet
war das Verhältnis ihres Mannes zu Frau und Kind in ſteigendem
Maße überaus ſchlimm, zuletzt unerträglich, während ſie andererſeits an
abermaliger Trennung durch die Zeitumſtände gehindert worden ſei,
Tatſächlich hatte ſie ſich mehrfach an Polizei, Bürgermeiſterei uſw. um
Veiſtand oder ſonſtige Schritte gewendet, und erfolgte ein gerichtlicher
Sühneverſuch. Geiſtig und körperlich ſcheint die Angeklagte ihrem
Manne gewachſen geweſen zu ſein, und ſie trug bei dem verhängnisvollen

Erſtechen angedroht, worauf ſie in die Küche nach dem Beile geeilt ſei
und den noch vor dem Bette Stehenden oder ſchon dorthin Gewendeten,
ihrer ſelbſt nicht mehr mächtig, niedergeſchlagen habe. Verſchiedene In
dizien widerſprechen dieſer Darſtellung, und die Anklage folgerte daraus
im Verein mit der Geſamtlage die Ueberlegung des Vorſatzes. Nichts
deutet im Befund auf Gegenwehr des Getöteten hin, das Gutachten des
Gerichtschemikers Prof. Dr. Poyy=Frankfurt a. M. ſchließt aus den Blut=
ſpuren
an Bett, Wand und ſchräger Zimmerdecke, daß K. ziueifellos
faſt alle Hiebe im Liegen empfing. Nach vollbrachter Tat war die An=
geklagte
ruhig genna, die blutige Bertwäſche ſowie den Fußhoden uſw
zu reinigen und erſt dann Anderen ſowie der Behörde das Geſch hene
mitzuteilen. Vor Eintritt in die geſtrige Verhandlung wurde vom Ver=
teidiger
die Enrede der Un=uſtändigk it erboben, doch wies das G richt
folche als unbearündet ab. Die Beweisaufnahme verlief inſofern für di
Angeklagte günſtia, als das Mo ent der Ueberleauna zweifelhaft er=
ſchien
und die in der Ehe der K. de fahrene üble Behandlung uſw.
dem Plädoder hielt der Staatsanwalt des=
teilw
iſe heſtätigt wurde.
halb nur die Anklage des Totſchlags aufrecht und heantragte 10 Jahre
Zuchthaus. Der Verteidiger und die Anaaklagt; ſelbſt ſtürten
Notwehr oder vermeintliche Nytwehr mit dem Autrag auf Freiſtruu
Das Gerickt erkannte die Augeklaate des Tutſchlnas ſchuldi
hilligte mildernde Umſtände zu, ließ aber in Anbetracht der Schwere der
Tat die biernach zuläſſige Höchſtſtrafe Platz greifen und verurte’lte die
K. zu 5 Jahren Gefängnis, abzüglich 10 Monate Unterſuchungshaft.

Aufruf des Handelskammernotgeldes.
Das von der Handelskammer Frankfurt a. M. herausge=
gebene
wertbeſtändige Notgeld 1. und 2. Ausgabe iſt zum Uiu=
tauſch
in Abſchnitten der hinterlegten 6prozentigen Schatzanwei=
ſungen
der wertbeſtändigen Anlage des Deutſchen Reiches auf=
gerufen
worben. Für Darmſtadt hat ſich dankenswerterteiſe
die Darmſtädter Volksbank bereit erklärt, dieſen Um=
tauſch
bei 10 und 25 Dollarbeträgen koſtenlos vorzunehmen. In
kleineren Stücken iſt eine Lieferung der für den Umtauſch vor=
geſehenen
6proz. Schatzanweiſungen des Deutſchen Reiches
nicht möglich. Es ſind daher Beträge unter 10 Dollar oder ent=
ſprechende
Spitzenbeträge bei der Bank nicht zum Umtauſch
vorzulegen.
Da die Umtauſchfriſt bis zum 10. März d. J. läuft, behält
alſo das Handelskammernotgeld bis dahin ſeine volle Verwen=
dungsmöglichkeit
als Zahlungsmittel. Es liegt daher kein Grund
vor, es beſchleunigt aus dem Verkehr zu ziehen und die Um=
tauſchkaſſe
zu belaſten. Je größere Beträge angeſammelt und
nach den einzelnen Sorten gebündelt vorgelegt werden, deſto
ſchneller wird ſich der Umtauſch vollziehen können.
Mit Rückſicht auf dieſe koſtenloſe Umtauſchmöglichkeit werden
auch alle Detailgeſchäfte beim Wareneinkauf das Handels=
kammernotgeld
in Zahlung nehmen.

Lokale Veranſtaltungen.
Die dierunier erſcheinenden Nolizen ſind ausſchſießlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachien,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriiift.
Herr Dr. med. Rhaban Liertz, der am 21. Februar,
abends 8 Uhr, im Saalbau ſprechen wird, iſt ein über die Grenzen Deutſch=
lands
rühmlihſt bekannte Perſönlichkeit. Seine vielſeitigen Kenntniſſe
und ſeine auf dem Gebiete der Einzelſeelenforſchung gewonnenen reichen
Erfahrungen ſucht er weiten Kreiſen durch Wort und Schrift zugänglich
zu machen. Sein Buch Wanderungen durch das geſunde und kranke
Seelenleben bei Kindern und Erwachſenen nennt die einſchlägige Lite=
ratur
ein epochemachendes Werk, und äußert ſich: Das über die ſexuclle
Frage und die Lebensgeſetze der Ehe Geſagte, gehört zu dem Tiefſten
was bisher geſchrieben wpurde‟. Das 2., erſt kürzlich erſchienene Bucl=
Ueber das Schuldgefühl hat ſich raſch einen Namen gemacht. Anläß=
lich
einer Vortragsreiſe in Schleſien bezeichner die dortige Preſſe ſeine
Vorträge als eine nach Form und Inhalt hochgediegene Leiſtung und hob
hervor, daß der ſympathiſche Redner ſeine dichtgedrängten Zuhörer ſo=
wohl
durch die Fülle hoher, ſchöner Gedanken zu feſſeln wußte, als auch
durch die vollendete Form der Sprache, durch zartes Empfinden und
durch ſeeliſche, herzliche Teilnahme an dem Seelenfrieden ſeiner Patienten.
Bund der Kinderreichen, zum Schutze der Familie, Orts=
gruppe
Darmſtadt. Auf die heute abend ſtattfindende Mitgliederver=
ſammlung
und Vortrag des Herrn Dr. Sprenger im Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, ſei nochmals hingewvieſen.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Freitag, den 15
d. M., findet Bierabend bei Gaſtwirt Tveuſch, Karlſtr. 104 (anſtatt Beſ=
ſunger
Str. 6) ſtatt.
Giordano Bruno! Am kommenden Sonntag, den 17. Fe=
bruar
Ifd. Js., ſind es 324 Jahre, ſeit dieſer große Gelehrte, Forſcher
und Denker in Rom als Opfer der Inquiſition öffentlich verbrannt wurde
Da Giordano Bruno als unerſchrockener Bekenner und eifriger Vor=
kämpfer
des Freidenkertums bekannt iſt, ſieht ſich die Freireligiöſe
Gemeinde Darmſtadt veranlaßt, eine Gedächtnisfeier zu Ehren
des großen Philoſophen zu veranſtalten. Dieſe findet am kommenden
Sonntag, den 17. Februar 1924, nachmittags 3½ Uhr, in der Loge ( Sand=
ſtraße
10) ſtatt, wozn alle, die Intereſſe an der freigeiſtlichen Weltanſchau=
ung
und an dem Leben und Wirken dieſes bedeutenden Gelehrten haben,
herzlich eingeladen ſind.
Hiſtoriſcher Verein. Nächſten Montag, den 18. d. M
abends 6 Uhr pünktlich, ſpricht im Realgymnaſium (Eingang Kirch=
ſtraße
) Herr Gewerbeſchullehrer Dr. Leonhard Kraft über: Aus
der Geſchichte des Kloſters Ilbenſtadt.
Großes Volkskonzert am Sonutag auf de
Ludwigshöhe. Wie im Anzeigenteil veröffentlicht, findet av
kommenden Sonntag auf allgemeinen Wunſch ein Volkskonzert mit
großem Orcheſter, verbunden mit Geſangseinlagen, ſtatt. Die Veran=
ſtaltung
und Leitung hat Herr Obermuſikmeiſter Mickley, der auch den
Rheiniſchen Abend im Saalbau geleitet hat. Das Konzert beginnt um
4 Uhr und dauert bis gegen 7 Uhr. Die Spliſten des ausgezeichneten
Orpheumsorcheſters werden durch einige Soli das gewählte Programm
vervollſtändigen.
C. V. J. M., Wartburgverein, Darmſtadt,
frauenſtraße 6. Gemeindehaus. Der Wartburgverein veranſtaltet am
Sonntag, abends 8 Uhr, für ſeine Mitglieder mit Familienangehörigen
und Freunden einen Offenen Abend. Altfreund Weber ſpricht über
Darmſtädter Originale‟. Der Vortrag wird muſikaliſch umrahmt.
Gäſte willkommen!
Kunſinotizen.
(ſeber Werfe, Künſtler und künſiieriſche Veranſtaltungen, deren imt Nachſſehenden Erwäßmng
geſchiebt. behält ſich die Redaktion ibr Arteil vor.
Der Freien Literariſch=künſtleriſchen Geſell
ſchaft iſt es gelungen, Joachim von der Goltz, den Dichter des mit
glänzenden Erfolgen in vielen Städten aufgeführten Dramas Vater und
Sohn, zu einem Vortragsabend, der am Dienstag, den 19. Februat,
½8 Uhr, im Mathildenhöhſaale ſtattfindet, zu geivinnen. Da von der
Goltz eine der ausgeſprochenſten Perſönlichkeiten der jungen Dichtergene
ration iſt, wird es von beſonderem Reiz ſein, ihn durch den Vortrag
eigener Dichtung ſelbſt kennen zu lernen. (S. Anz.,
Aus den Parteien.
Deutſche Volkspartei. Seitens der Studentenſchaft der
hieſigen Techniſchen Hochſchule iſt uns eine Einladung zur Aufführung
von Burtes Schauſpiel Katte zugegangen. Es handelt ſich,
um eine Wohltatigke tsveranſtaltung der Darmſrädter Studentenſchaft
zum Beſten notleidender Studierender der Darmſtädter Hochſchule. Der
Kartenverkauf (Preiſe von 1 Mk. bis 4 Mk.) iſt täglich von 111 Uhr
und von 35 Uhr im Weſtportal der Hochſchule. Der Beſuch dieſer Auf=
führung
kann von uns aus nur aufs wärmſte empfohlen werden, und
bitten wir auch an dieſer Stelle unſere Pavteifreunde, für die Veranſtal=
tung
nach Kräften zu werben.
Deutſche Volkspartei. Groß=Rohrbeim. Eine
von der Deutſchen Volkspartei am Sonntag abend in der Krone ver=
anſtaltete
öffentliche Verſammlung, die von Landwirt Valentin Menger
geleitet wurde, war außerordentlich zahlreich, namentlich aus den Kreiſen
der Landwirtſchaft, beſucht. In lautloſer Stille und geſpannter Auf=
merkſamkeit
folgten die Teilnehmer den mehr als zweiſtündigen Aus=
führungen
des Oberreallehrers Kahl aus Darmſtadt, der nach einlei=
tendem
Hinweis auf die jüngſten Anzeichen geringer Beſſerung der poli=
tiſchen
Geſamtlage zunächſt die außenpolitiſchen Verhältniſſe einer aus=
führlichen
Betrachtung unterzog und im Hinblick auf die neue Regierung
in England und die gegenwärtigen Reparat onsverhandlungen vor über=
triebenen
Hoffnungen warnte. Bei Schilderung der innerpolitiſchen Er=
gebniſſe
der letzten Monate zollte er in Würdigung der parlamentariſchent
Zuſtände der Tätigkeit des Kabinetts Streſemann warme Anerkennung
und verurteilte das Verhalten der gegneriſchen Part=ien, die jedes poli=
tiſche
Verantwortungsgefühl vermiſſen ließen und ſich zur Bildung einer
neuen und beſſeren Regierung unfähig erwieſen hätten. Die Währungs=
frage
ſuurde eingehend erörtert und die durch Gründung der Rentenbauk
und Einführung der Rentenmark bewirkte Stabiliſierung und Beſſerung
unſerer Valuta und deren Wirkung auf die Preisbildung gewürd’gt
Die infolge des Zuſammenbruches unſerer Reichsfinanzen notwendig ge=
ſvordenen
Maßregeln, die an Härte und kataſtrophaler Wirkung ſich
nicht mehr überbieten laſſen, wurden in klarer Weiſe behandelt und bei
den Notſteuerverordnungen darauf hingewieſen, daß denſelben eine un=
erhört
ſcharfe Anziehung der Steuerſchraube gegen Grundbeſitz und Ge=
werbebetrieb
gemeinſam ſei und das Geſamtbild ſich als dasfenige einer
durch Diktakur erfolgten verhängn svollen und unerträglichen Belaſtung
erweiſe, unter der ganz beſonders die Landwirtſchaft ſchwer zu leiden
habe, die zwvar bebeutende Werte beſitze, aber dieſelben zurzeit nicht
günſtig verwerten könne, ſodaß ſie an Kapitalmangel leide, wobei noch
ein großes Mißverhältnis zwiſchen den Preiſen der landwirtſchafflichen

Maßnahmen, Preiserhöhung, Abbau der Löhne und geſunder Kr dit=
wirtſchaft
beſtehen könne. Unter allen Umſtänden müſſe man auf letz=
terem
Gebiet der Landwirtſchaft entgegenkommen. Eine gleich ausführ=
liche
Beſprechung erfuhren ſowohl die Frage des Beaitenabhaues, bei
welch r der Redner ſeinen Ausführungen die Anträge der D.V.P. in
der Sonderkommiſſion des Landtags zugrunde legte, als auch der Ent=
wurf
der dritten Steuernotverordnung, der durch ſeine Beſtimmungen
über die Aufwertung und beſonders über die Einſtellung d’s Zinſen= und
edienſtes der öffentlichen Anleihen einen Sturm der Entrüſtung
ſervorgerufen hat. Allfeitiger lauter B ifall dankte dem Redner fün
hrungen, und von dem Leiter der Verſammlung wurde den
Wunſch der Verſammlung dahin Ausdruck gegeben, Herrn Kahl vor
der diesjährigen Reichstagswahl noch einmal als Redner in Groß= Rohr=
heim
begrüßen zu können.

[ ][  ][ ]

Darutktädter Xnzbln
titng, den 15. Fektunr 1924,

Rummer 46.

Aus Heſſen.

Familiennachrichten

Die Geburt eines
gesunden, kräftigen
2
Jungen zeigen hoch-

erfreut an
PhilippGeideru, Frau
Elisabeth, geb. Klepper
(*4244

Todes=Anzeige.
Nach langem ſchweren Leiden
entſchlief am Mittwoch abend ½8
Uhr meine liebe Frau, unſere gute
Mutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante

geb. Weber.
im 51. Lebensjahre.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Chriſtian Röth
Uhrmachermeiſter.
Darmſtadt, Taunusſtraße 44,
Scholten, Berlin, Mümling=Grumbach.
Die Beerdigung findet auf Wunſch
der Entſchlafenen in aller Stille
ſtatt.
(4224

Geſtern abend entſchlief ſanft
nach kurzem, ſchwerem Leiden
meine treuſorgende Gattin, unſere
liebe Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schweſter, Schwäger.r
und Tante
Frau Marg. Jöckel
im noch, nicht vollendeten 58. Le
bensjahre
Darmſtadt, 14. Febr. 1924.
Im Namen d. tieſtrauernd. Angehörigen:
Johann Jöckel.
Die Beerdigung findet Samstag
vorm. 11½ Uhr vom Portale des
alten Friedhofs aus ſtatt. (*41

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* Arheilgen, 14. Febr. Die Darmſtädter Großſchlächterei und Wurſt=
fabrik
G. m. b. H. Fuchs u. Pauly hat auch hier im Hauſe des Herrn
Ludwig Hartung in der Dieburger Straße eine Verkaufsfiliale
ihrer Wurſt= und Fleiſchwarenfabrikate eröffnet. Herr Hartung hat die
Leitung dieſer Filiale übernommen und werden die Verkaufspreiſe die
gleichen ſein wie in den Darmſtädter Verkaufsfilialen. Der Milch=
preis
iſt von der hieſigen Preisprüfungskommiſſion für das Liter fol=
gendermaßen
feſtgeſetzt worden: Stallpreis 22 Pf., Rampenpreis 24 Pf.
und Händlerpreis 29 Pf. Der Vierpfünderlaib Brot koſtet 56 Pf.
Die im vorigen Jahre ſowohl von der bürgerlichen als auch von der
kirchlichen Gemeinde aufgenommenen Darlehen werden zurzeit wert=
beſtändig
zurückgezahlt. Nach nahezu viermonatiger Unterbrechung
hat Herr Bürgermeiſter Jung dieſe Woche wieder ſein Amt über=
nummen
.
* Eberſtadt, 13. Febr. Der Muſikverein Edelweiß hat
beſchloſſen, einem lange gehegten Wunſche der Bevölkerung Rechnung
zu tragen und demnächſt an Sonntagen Platzmuſik an günſtig gelegenen
Stellen abzuhalten.
9 Pfungſtadt, 13. Febr. Die hieſige Gemeindejagd ging
gegen das Höchſtgebot von 10 950 Goldmark an einen Frankfurter . h=
ter
über. Im benachbarten Hahn wurde die Jagd für 1970 Gold=
mark
vergeben.
* Noßdorf, 14. Febr. Gemeinderatsbericht. Nachdem die
Sitzung, welche am 8. I. M. einberufen war, beſchlußunfähig blieb, weil
die bürgerlichen Gemeinderäte wegen der ſkandalöſen Vorgänge in der
vorhergehenden Sitzung nicht erſchienen waren, ſtand dieſelbe Tages=
ordnung
nochmals zur Beratung. Vor Eintritt in die Tagesordnung
fragte ein Vertreter der Landwirtſchaft an, weshalb der Burgermeiſter

ſei. Der Bürgermeiſter will nun baldigſt für Abhilfe ſorgen. Wenn=
gleich
der Standpunkt der hieſigen Landwirte betreffs der Schaſweiſe
in bezug auf die Gemeindefinanzen nicht allgemein gebilligt wird, ſo iſt
doch feſtzuſtellen, daß das willkürliche Beweiden beſtellter Felder, wie
es in hieſiger Gemarkung ſchon zwei Jahre geſchieht, obwohl der Bürger=
meiſter
angeordnet hatte, ſtreng nach dem Rechten zu ſehen die Haupt=
urſache
iſt an dem Ausfall der Einnahmen, welche die Gemeindekaſſe
hierdurch erleidet. Zu Punkt 1 Vergebung der Arbeiten am Waſſer=
werk
, betr. Motorverſetzung, enrſpinnt ſich eine längere Debatte, da ſich
die hieſigen Geſchäftsleute beſchwert hatten, weil der Bürgermeiſter
einen 10=PS=Motor für 500 Mark von einer auswärtigen Firma ge=
kauft
hatte, ohne die hieſigen Handwerker angehört zu haben, welche
denfelben Motor viel billiger geliefert hätten. Während die bürgerlichen
Gemeinderäte die Beſchwerde der Handwerker für ber Itigt hielten und
das Verhalten des Bürgermeiſters in dieſem Fall ſcharf kritiſierten, ſpra=
chen
ſich die Linke und der Bürgermeiſter gegen die Jeſchwerdeführer
aus. Beſchluß: Der Bürgermeiſter wird beauftragt, mit der Firma
Rinner, welche den Motor geliefert hat über eine Verbilligung desſelben
zu verhandeln, und nach Anhörung der Heag ſollen die Verſetzungs=
arbeiten
im Submiſſionswege vergeben werden. Zu Punkt 2, Feſtſetzung
der Vergütung für die Beiſitzer des Wohnungsamts, werden 25 Pf. pro
Stunde genehmigt. Punkt 3, Beſetzung der Untererhebeſtelle. Die Ge=
meinde
hatte die Untererhebeſtelle, welche ſeither vom Gemeinderechner
mitverſehen wurde, vor einiger Zeit gekündigt. Der Gemeinderat hat
die Kündigung wieder zurückgezogen und ſollte die Stelle dem Schreib=
gehilfen
Konrad Engert übertragen werden. Da K. Engert aber noch
nicht in der Lage iſt, die vom Finanzamt verlangte Sicherheit ſelbſt zu
ſtellen ſoll ſolche von deſſen Vater, dem Gemeinderatsmitglied der Lin=
ken
Jakob Engert, geſtellt werden. Dem Finanzamt gegenüber muß die
Gemeinde haften, während ſich Letztere wieder Engert junior gegenüber
durch das Vermögen des Engert ſenior vertraglich ſichern will. All=
gemein
iſt man mit der Uebertragung der Stelle auf Engert einverſtan=
den
, nur lehnen die Bürgerlichen eine Verantwortung der Gemeinde
in der Angelegenheit grundſätzlich ab. Es wird beſchleſſen, erſt einen
Vertrag mit Engert auszuarbeiten und nach deſſen Vorlage und Geneh=
migung
in einer ſpäteren Sitzung die endgültige Uebertragung auf
Engert zu beſchließen, vorausgeſetzt, daß die Aufſichtsbehörde das Ab=
kommen
genehmigt. Punkt 4, Geſuch des Georg Günther 1. um
anderweitige Beſchäftigung, wird zurückgeſtellt. Punkt 5, Geſuch des
Johann Philipp Felger um Zuweiſung eines anderen Mieters als den,
welchen das Wohnungsamt zugewieſen. Unter Verſchiedenem werden
noch einige kleinere Anfragen erledigt und die Sitzung geſchloſſen.
X Groß=Zimmern, 3. Febr. Tarifholz für 1924. Der Ab=
gabepreis
für Tarifholz wurde ſeitens des Gemeinderats wie folgt feſt=
geſetzt
: Eichen= und Birkenholz: Scheit 4,50, Knuippel 3,80, Stockholz
3 Mk., Kiefernholz und anderes: Scheitholz 4, Knüppel 3,50, Stockholz
3 Mk. Sozial= und Kleinrentner brauchen nur den halben Preis zu
entrichſten.
Dieburg, 14. Febr. Geſangswettſtreit. Am Sonntag, den
17. d. M., nachmittags 1½ Uhr, findet im Saalbau Mainzer Hof der
Delegiertentag zum Wettſtreite des Geſangvereins Sängerluſt ſtatt.

und über eine
t an bielen Preisſingen teilgenom=
men
und 31 Preife errungen hat, läßt nichts unverſrcht, den Wettſtreit
auf Grund ſeiner Erfahrungen zu einem recht glanzvollen zu geſtalten.
Die Vorbereitungen ſind in vollſtem Gange. Die Anmeldungen zum
Wettſingen müſſen bis zum oben erwähnten Termine beim feſtgebenden
Verein eingegangen ſein. Für die Unterkunft der Delegierten, die ſchon
Samstags abends hier eintreffen, iſt durch Bereitſtellung von Quartieven
Sorge getragen. Auch an den Feſttagen am 14., 15. und 16. Juni wird
die ſtets gaſtfreundliche Einwohnerſchaft Dieburgs es ſich als Ehre an=
rechnen
, auswärtige Sänger bewirten zu dürfen. Der Verein hofft, mit
ſeinen veröffentlichen Bedingungen den Wünſchen der Brudervereine
Rechnung getragen zu haben und ſieht recht zahlreichen Anmeldungen er=
wartungsvoll
entgegen. Die in Ausſicht geſtellten Staats=, Geld= und
Ehrenpreiſe werden vorausſichtlich ſämtlich zur Verteilung gelangen
können. Von Intereſſe wird es auch ſein, zu hören, daß der deutſche
Geſangverein Arion in Neu=York einen Ehrenpreis geſtiftet hat.
r. Babenhauſen, 14. Febr. Die hieſige Freiwillige Feuer=
wehr
hält kommenden Sonntag einen Konzertabend mit anſchließendem
Ball im Gaſthaus Zum Löwen ab.
De Hiegenart
agesſpiegel im Eild und 2Oor4
ſo heißt die neue, mit großer Spannung erwar=
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16. bis 29. Februar Mark 1.30 (frei Haus)
Berlag des Darmſtädter Tagblattes

(1680
r. Babenhanſen, 13. Febr. Gemeinderatsſitzung. Vor
Eintritt in die Tagesordnung gibt der Bürgermeiſter bekannt, daß auf
Verſchlag des Kreisamts die Jagdpachten für dieſes Gahr in Goldmark=
preiſen
feſtzuſetzen ſind. Verhandlungen mit den Jagdpichtern ſind zu
dieſem Zwecke von der Bürgermeiſterei eingeleitet. Weiter verlieſt der
Bürgermeiſter ein Schreiben, woraus hervorgeht, daß öffentliche Mittel
von ſeiten des Staates zur Unterſtützung der privaten Bautätigkeit für
dieſes Jahr vorausſichtlich nicht zur Verfügung ſtehen. Sodann wird in
die Tagesordnung eingetreten. Die Beſchau= und Schlachtgebühren wer=
den
wie folgt in Goldmark feſtgeſetzt und gelten vom 1. März ab:
a) Schlachtgebühren: für Großvieh 4 Goldmark, für Schweine 2 Gold=
mark
, für Kleinvieh 0,80 Goldmark, b) Schaugebühren: für Großvieh
1 Goldmark, für Schweine und Kleinvieh 0,50 Goldmark und für Ziegen=
lämmer
0,20 Goldmark. Auch die Preiſe für Erbbegräbniſſe wurden mit ſo=
fertiger
Wirkung in Goldmark feſtgeſetzt. Die Preiſe betragen für ein
Einzelgrab 75 Goldmark, für zwei und mehrere Gräber je 50 Goldmark.
für ein Reihengrab 20 Goldmark. Das Geſuch der Hebamme Mohr um
Abgabe eines Bauplatzes hinter dem Anweſen des Lehrers Müller wird
mit Stimmenglei hheit abgelehnt. Der Geſuchſtellerin will die Gemeinde
bei Erwerb eines Bauplatzes möglichſt entgegenkommen. Der Antrag
des Arbeitergeſangvereins Vorwärts um Erlaß der Vergnügungs=
ſteuer
von ſeinem letzten Konzert wird genehmigt mit der Begründung,
daß es zu Volksbildungszwecken diente. In der nichtöffentlichen Sitzung

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aufmerkſam, daß wir nur vom Beſſenl das Peſte führen.
Aug. Polk (früher Schnell)
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(1753

wurde u. a. beſchloſſen, für die Volksſchule eine Nähmaſchine anzu=
ſchaffen
. Die Holzfrage wurde zum Schluſſe eingehend beraten. Der
Preis für 2 Raummeter Tarifholz wird auf 13 Mr. feſtgeſetzt, 50 Wellen
koſten 4 Mk. Bis zum 18. Februar iſt von den Tarifholzempfängern
eine 4. Rate mit 5 Mk. zu zahlen. Abfuhrſcheine werden vorausſicht=
lich
nächſte Woche ſchon abgegeben. Der Reſt des noch zu zahlenden
Holzgeldes wird bei Bürgſchaftsleiſtung bis zum 1. April ohne Zinſen
geſtundet. Von dieſem Zeitpunkt an werden monatlich 1 Prozent Zin=
ſen
erhoben. Um 11 Uhr iſt die Sitzung zu Ende.
r. Kleeſtadt, 14. Febr. Bei der Verpachtung unſerer Gemeinde=
jagd
blieb Fiſchhändler Brenner=Frankfurt a. M. Höchſtbietender mit
2100 Goldmark.
8 Reinheim, 13. Febr. Als Grund= und Gewerbeſteuer
für das zweite Halbjahr 1923 wurden 20 Pf. für je 100 Mk. Steuerwert
feſtgeſetzt. Dieſer Betrag iſt in vier Raten (im Februar, März, April
und Mai) zu zahlen.
Weiterſtadt, 13. Febr. Förderung des Wohnungs=
baues
. Bauluſtige, die in dieſem Jahre zu bauen beabſichtigen, ſollen
aus dem Gemeindewald Holz zu einem angemeſſenen Preiſe erhalten.
* Wixhauſen, 13. Febr. Theaterabend des Geſangver=
eins
Sängerluſt. Am Sonntag, den 17. Februar hält der Ver=
ein
im Saale des Gaſthauſes Zur Krone (Inhaber Ph. Melk) einen
Theaterabend ab und bringt ſeinen Anhängern, Freunden und Gönnern
Theodor Körners Drama Hedwig, die Banditenbraut zur Aufführung.
Karten ſind im Vorverkauf bei den Mitgliedern des Vereins erhältlich.
Anfang um 8 Uhr.
9+ Offenbach, 13. Febr. Unſere Stadtverwaltung hat für die Zeit
vom 1. Dezember 1923 bis 31. März 1924 verſuchsweiſe einen Vor=
anſchlag
in Goldmark aufgeſtellt. Er ſchließt in Einnahme und Aus=
gabe
mit 4 595 138 Goldmark ab, ſo daß mit einem Jahresbedarf von
13 786 000 Mark für das Rechnungsjahr 1924 zu rechnen wäre. Von Be=
trieben
hat das Gaswerk 72 000, das Elektrizitätswerk 46 000, die Ueber=
lapdanlage
20 000 und das Waſſerwerk 16000 Mark zu den allgemeinen
Unkoſten beizutragen. Die Betriebe und Unternehmungen im ganzen
gencmmen, erfordern trotzdem einen Zuſchuß von 30 604 Mark. Von der
Wohlfahrtspflege wird ein Zuſchuß von 635 657 000, von den Schulen
128 000, von der allgemeinen Verwaltung 230 000, von der Bauverwal=
tung
86 000, von der Polizei 2283 und für Kunſt und Wiſſenſchaft
5233 Mark verlangt. Keinen Zuſchuß brauchen die Lebensmittelverſor=
gung
und die Kohlenausgleichſtelle, die gleichwohl in Einnahme und
Ausgabe mit der heute ſchon erklecklichen Summe von 38 228 Mark ab=
ſchließen
. An Steuern ſind 1850 225 Mark eingeſtellt. Davon werden
für Kapital= und Schuldenverwaltung 400 000, für Ergänzungsmittel
253 226, für Grundſtücks= und Forſtverwaltung 27 275, für die Sparkaſſe
16 659 und für die Einziehung der Steuern 9000 Mark verwerdet. Die
Straßenbahn ſoll ſich mit 58 737 Mark in Einnahme und Ausgabe ſelbſt
tragen. Die beiden Oberr lſchulen verurſachen der Stadt eine Aus=
gabe
von 26 500, die Techn’ſchen Lehranſtalten von 14 888, die höhere
Mädchenſchule von 13 306 und das Gymnaſium von 9900 Mark. Das
Wohlfahrtsamt allein verſchlingt 370 874 Mark. Das Stadtkrankenhaus
erhält für die vier Monate die Summe von 86 657 Mark, welcher Be=
trag
aber durch die Feſtſetzung der neuen Verpflegungsjätze bereits um
150 0D Mark überſchritten iſt. Für die Erwerbsloſenfürſorge werden
22000, für das Verſorgungshaus (Armenhaus) 36 000, für Kindergärten
und Krippe 45 387 Mark aufgewendet. Für Erwerbsbeſchränktenfür=
ſerge
fordert der Entwurf des Voranſchlags 21 160 Mark an. Bemer=
kenswert
iſt noch, daß der letzte Friedensvoranſchlag (1914) an Ge=
meindeſteuern
5 235 000 Mark vorſah. Auf ein ganzes Jahr umgerechnet,
betragen die heutigen Steuern 5 400 000 Mark. Die Stadt erhob 1914
einen Zuſchlag von 189 Prozent zur Einkommenſteuer. Heute zieht ſie
ihren ganzen Betrag, mit winzigen Ausnahmen, aus Gewerbe= und
Erundſteuern.
Mainz. 14. Febr. Verhaftet wurde hier unter dem Verdacht der Ur=
kundenfälſchung
ein Oberſekretär eines hieſigen Amtes
Worms, 13. Febr. Wegen Preistreiberei ſind hier 67
Bäckermeiſter, die eigenmächtig Brotpreiserhöhungen vorgenommen hat=
ten
, angezeigt worden.
Hungen, 14. Febr. Unruhen brachten nach einer Meldung des
Schottener Kreisblattes auf der Gewerkſchaft Friedrich=Trgis=Horloff aus.
Parlamentariſches.
Der Sonderausſchuß des Heſſiſchen Landtags iſt für
Mittwoch, den 20. d. M., wieder einberufen. Auf der Tagesordnung
ſteht die Beratung des Urkundenſtempelgeſetzes.

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[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924.

Seite 7.

Reich und Ausland.
Der Rundfunk im Film.
Der erſte deutſche Rundfunkfilm, der den Titel Radiv trägt, hat
in dieſen Tagen ſeine Uraufführung in Berlin erlebt. Das Weſen der
Nadiowellen wird illuſtriert an dem Beiſpiel des ins Waſſer geworfe=
nen
Steins. Zunächſt behandelt der Film die drahtloſe Ueberſee= Tele=
graphie
und zeigt hier Nauen als Muſterbeiſpiel einer Großſtation.
An der Hand eines verſtändlichen Beiſpiels wird der Lauf eines Tele=
gramms
über den Ozean gezeigt, und ſehr intereſſant iſt hierbei das
Bild der vom Nauener Turm über den Atlantiſchen Ozean laufenden
elettriſchen Wellen. Im zweiten Teil des Films wird der Nundfunk
als ſolcher behandelt. Er zeigt einen Durchſchnitt durch das Vox=Haus
in Berlin, bringt den abendlichen Sprecher und man ſieht, wie ſeine
Worte zum Sender wandern und von hier zur Antenne gehen, von
wo ſie als ringförmige Wellen ausgeſtrahlt werden. Und irgendwo
ſitzt allabendlich die drahtloſe Familie um den Empfangsapparat ver=
ſammelt
und hört auf die Worte des Vortragenden, der Coupletſänge=
rin
; oder aber auf der Sendeſtation ſpielt eine feurige Kapelle und
irgendwo, weitab, verbreitet ein Lautſprecher die Radiomuſik, nach der
getanzt wird. Der Schluß des Filmes bringt einen originellen Blick in
die Zukunft, wie die Erdbewohner ſich mit den Einheimiſchen der an=
deren
Weltkörper auf dem Radiowege unterhalten.
Feuergefecht mit Einbrechern.
Einen Kampf mit Einbrechern hatten Kriminalbeamte auf dem
Grundſtück Köpen’cker Straße 111 zu beſtehen. Hier iſt ſeit Weihnachten
in die Dekaturanſtalt von Blumenthal wiederholt eingebrochen worden.
Die Kriminalpolizei kam durch längere Beobachtungen zu dem Verdacht,
daß ein Kutſcher Eiſenreich, der bei der Firma beſchäftigt war, mit den
Einbrechern gemeinſame Sache mache. Sie erfuhr reichtzeitig, daß wieder
ein neuer Streich geplant war. Drei Beamte legten ſich in den Lager=
keller
, in den die Verbrecher bei früheren Einbrüchen vom Hofe aus durch
ein Lichtſchachtfenſter eingedrungen waren, auf die Lauer. Kurz nach
8 Uhr kamen die Erwarteten. Während ſich Eiſenreich auf dem Hofe auf=
hielt
und zwei Mann Schmiere ſtanden, machten ſich zwei andere da=
ran
, eine Kiſte, mit der man den Lichtſchacht zugedeckt hatte, zu beſeitigen
und die Traillen auseinanderzubiegen. Jetzt ſprangen die Veamten aus
ihrem Verſteck herbor. Die Verbrecher gaben mehrere Schüſſe ab die
von den Beamten erwidert wurden. Ein Querſchläger traf eine Frau
Richter, die auf den Lärm herbeigelaufen kam. Auch der Kriminalwacht=
meiſter
Piper, der mit einem der Täter ſchwer zu kämpfen hatte, wurd=
von
dieſem durch einen Schuß verletzt. Einer der Verbrecher, der Pix=
angegriffen
hatte, und der Kutſcher wurden ſofort feſtgenommen. Der
andere wurde erſt nach längerer Jagd in der Ohmſtraße ergriffen. Die
beiden Verhafteten wurden feſtgeſtellt als Brüder Willi und Waldemar
Harding aus der Dresdener Straße. Die anderen, die Schmiere ge=
ſtanden
hatten, ſind entkommen.
Ein Deutſcher rettet einen Franzoſen.
Koblenz. Um die Mittagszeit wollte dieſer Tage ein franzöſi=
ſcher
Soldat an dem Zollhafen am Moſelwerft einen Eimer ausſchüt=
ten
, doch bekam er dabei das Uebergewicht und ſtürzre über die Kaimauer
hinab, in das dort tiefe Waſſer. Wie man der Neuw. Ztg. berichter,
ſprang ein etwa 32jähriger Kaufmann, der den Vorfall geſehen hatte,
ſofort in die eiſigen Fluten und rettete den Soldaten vor dem Tode des
Ertrinkens.
Großer Ausſteller=Andrang zur Leipziger Meſſe.
Zur Leipziger Frühjahrsmeſſe vom 2. bis 8. März melden ſſhh noch
jetzt täglich 100 bis 150 Ausſteller, ſo daß in den meiſten Abteilungen
ihre Unterbringung bereits auf Schwierigkeiten ſtößt. Insbeſondere
wird es auf der techniſchen Meſſe erſt nach Fertigſtellung der im Bau
begriffenen Halle 9 zur nächſten Herbſtmeſſe möglich ſein, alle Firmen,
die ausſtellen möchten, unterzubringen.
Verſicherung von Meßgütern.
Das Meßamt für die Muſtermeſſen in Leipzig ermöglicht den Aus=
ſtellern
, ſich durch eine allgemeine Verſicherung von Meßgütern vor
Schäden zu ſchützen. Durch dieſe Verſicherung werden die Ausſtellungs=
güter
gegen alle Transportgefahren einſchließlich Diebſtahl von der
Fuhre ſowie gegen Feuer, Blitz Exploſion, Beraubung, einfachen und
Einbruchdiebſtahl in den Ausſtellungs= und Lagerräumen in Leipzig,
ferner gegen Aufruhr und Plünderung auf einfache und umfaſſende
Weiſe verſichert. Die Verſicherungsanmeldeſcheine ſind durch das Meß=
amt
erhältlich. In dringenden Fällen genügt die Angabe von Zahl, Art,
Zeichen und Nummer der Kolli, ſowie ihres Inhaltes und Wertes.

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Falſche Gerüchte über den Hapagdampfer Deutſchland
In letzter Zeit iſt wiederholt das Gerücht aufgetaucht, daß der Bau
des 21000 Br.=Reg.=T. faſſenden Hapagdampfers Deutſchland unter=
brochen
worden wäre und daß das Schiff infolgedeſſen nicht zur vorge=
ſehenen
Zeit ſeine erſte Reiſe antreten könnte. Demgegenüber iſt feſtzu=
ſtellen
, daß Ban und Inneneinrichtung der Deutſchland heute bereits
vollendet ſind. Auch die künſtleriſche Ausſtattung iſt bis aufs Letzte ab=
geſchloſſen
. Am 27. März wird der Dampfer fahrplanmäßig nach New=
York abgehen.
Gleichzeitig hören wir, daß Alberr Ballin, das Schweſter=
ſchiff
der Deutſchland, bei ſeiner letzten Ausreiſe am 31. Januar 1921
eine für die Winterſaiſon ganz außergewöhnlich hohe Paſſagierzahl ver=
zeichnen
konnte. Nahezu 600 Fahrgäſte haben ſich mit dem Dampfer nach
New=York eingeſchifft. Eine größere Anzahl Paſſagiere 1. und 2. Klaſſe
ſind auch noch in Southampton an Bord des nichtrollenden Schiffes
gekommen.
Rundfunk rund um die Welt.
CK. Die Möglichkeiten, mit Hilfe der drahtloſen Telephoniee ſich
rund um die ganze Welt verſtändlich zu machen, rücken in greifbare
Nähe. Wie engliſche Ingenieure behaupten, wird es bald ſo weit ſein
daß man mit Ueberwindung der atmoſphäriſchen Hinderniſſe ſich auch den
Antipoden verſtändlich machen kann. Schon jetzt beſtehr die Tatſache, daß
Kalifornien durch Rundfunk mit Auſtralien und New=York mit Kalifor=
nien
in Verbindung treten kann. London kann mit New=York ſprechen,
und auf dieſe Weiſe läßt ſich eine Verbindung ſchaffen zwiſchen London
und Auſtralien über New=York und Kalifornien. Vorläufig iſt das frei=
lich
noch nicht möglich, aber man hofft, durch Verbeſſerung der Apparate
wenigſtens bereits bald ſoweit zu ſein, daß Charlie Chaplin von Los
Angeles aus zu den Engländern ſprechen kann.
* Spaniſches Lotterie=Glück.
Das Lotterieſpiel wird in den romaniſchen Ländern mir einer ganz
anderen Leidenſchaft betrieben als bei uns, und beſonders in Spanien
beſitzt es eine unglaubliche Anziehungskraft auf die Menge. Die Glücks=
zufälle
, die ſich ereignen, ſind das Geſpräch des ganzen Landes, und man
muß zugeben, daß es ſich lohnt, bei der Spaniſchen Nationallotterie ſein
Glück zu verſuchen, denn die hat rieſige Gewinne, und merkwürdiger=
weiſe
fallen dieſe meiſt an Leute, die es nötig haben. Der engliſche Be=
richterſtatter
, G. Ward Price, erzählt allerlei Erſtaunliches von dieſem
ſpaniſchen Lotterieglück. In dem Madrider Hotel, in dem er wohnt,
haben 35 Angeſtellte, die zuſammen ein Los für 6 2 gekauft hatten,
zuſammen 17 090 T gewonnen. So entzückt ſie auch über die nicht unbe=

deutende Summe waren, die einem jeden zufiel, beſchloſſen ſie doch alle,
in ihrer Stellung zu bleiben. Die ergreifendſte Fgur war ein alter,
verrunzelter Hausdiener, der einſam in einer Ecke ſaß und weinte, nach=
dem
er die Nachricht erhalten; er grämte ſich darüber, daß er jetzt auf
ſeine alten Tage in den Beſitz von 300 X kam, die ihm in früheren
Zeiten ſo viel Not und Entbehrung hätten erſparen können. Aber dieſe
17 000 ſind garnichts gegen die 450 000 T, die bei der letzten Ziehung
der Inhaber einer kleinen Kaffeeſchenke gewann. Dieſer Mann, deſſen
Lokal nur von den Aermſten beſucht wird, kaufte im vergangenen Herbſt
ein ganzes Los der Nationallotterie für 30 X und verkaufte kleine
Anteile für wenige Pfennige an ſeine Kunden. Als das große Los auf
ihn fiel, erhielten ſeine Mitſpieler jeder die Summe von 225 X, ihm
aber fielen viele Tauſende in den Schoß, und ſein Glück hatte die für
ihn angenehme Folgeerſcheinung, daß ganz Madrid nach der elenden
Kaffeeſchenke am Kaledoniſchen Markt pilgerte, ſich die Stätte des fabel=
haften
Zufalls anſah und von ihm Losanteile haben wollte. Doch auch
ihm wurde nicht des Lebens ungemiſchte Freude zuteil. Seine größte
Sehnſucht war immer ein Kraftwagen geweſen. Als er nun plötzlich ein
reicher Mann wurde, kaufte er ſich ſofort ein Auto, erlitt aber ſchon
nach kurzer Zeit einen Unfall, bei dem er getötet wurde. Eine erſtaun=
liche
Geſchichte vom Lotterieglück wird von einem Madrider Bankbeamten
berichtet, der ſein beſcheidenes Auskommen hatte, aber dabei ſehr wohl=
tätig
war. Sein Ideal beſtand darin, daß es ihm einmal gelingen
könnte, ein Waiſenhaus zu gründen. Um dieſen wohltätigen Zweck zu
erreichen, beſchloß er, in der Lotterie zu ſpielen. Zuerſt ſetzte er nur in
einer kleineren Lotterie und gewann. Als er aber dann in der Bank
mehr Gehalt erhielt, beſchloß er, ein Los in der großen Lotterie zu neh=
men
, und zwar kaufte er dieſelbe Nummer in der Nationallotterie, auf
die er ſchon vorher gewonnen hatte. An dem Tage, an dem er die Zu=
lage
ausgezahlt erhielt, am 22. Dezember 1921, erwarb er für 30 2
das Los, und wenige Tage darauf erfuhr er aus der Abendzeitung, daß
er 225 000 X gewonnen. Sobald er das Geld ausgezahlt erhalden hatte,
ſtiftete er ſofort 90 000 2 für die Errichtung einer Waiſenanſtalt.
Einer der ſeltſamſten Unglücksfälle,
die ſvohl je vorgekommen ſind, ereignete ſich dieſer Tage in demt Dorf
FrattamaggioreGrumo in der Nähe von Neapel. Ein Bauer ging
durch die Hauptſtraße des Dorfes, als, ohne jede vorherige Warnung.
ein großes Schwein auf den Ahnungsloſen herabfiel und ihn ſofort
tötete. Man ſtellte feſt, daß das Schwein ſich durch die Gitter eines
Balkons im 2. Stockwerk eines Hauſes hindurchgezwängt hatte und auf
die Straße gefallen war. Wie das Schwein auf den Balkon des zwei=
ten
Stockes kam, iſt ein Rätſel.
Frankfurt a. M., 14. Febr. Großfeuer brach in den ſtädtiſchen Lager=
hallen
in der Obermainſtraße aus. Ein Papierlager brannte vollſtändig
aus, während das Lebensmittellager gerettet werden konnte. Der Scha=
den
iſt bedeutend, aber durch Verſicherung gedeckt.

Geſchäftliches.

Das Beſtreben der Induſtrie, der verminderten Kaufkraft des Pu=
blikums
durch beſchleunigten Preisabbau Rechnung zu tragen, nimmt
allmählig, greifbaxe Form an. So gibt heute die Firma P. Beiersdorf
u. Co. A.=G. bekannt, daß die bewährte Zahnpaſta Pebeco bei un=
veränderter
Güte zum Preiſe von Mk. ,40 für die große Tube und
Mk. 25 für die kleine Tube erhältlich iſt. Hoffentlich folgen andere
Induſtrien dieſem löblichen Beiſpiel.
Die Seele des Naumes.
Auch der Raum, das Zimmer hat ſeine Seele. Iſt man allerdings
nur von Möbelhändlers Gnaden in ſeiner Wohnung, ſo hält ſie ſich
ſcheu verſteckt, flieht wohl ſogar, denn ſehen und halten kann man ſie
nicht, man ahnt ſie nur. Ahnt ſie dort, wo auf dem einladenden Tiſch
ein Strauß Wieſenblumen blüht, wo in flacher Schale das Goldrot von
Tee Marke Teekanne duftet und auf dem aufgeſchlagenen Buch eine
faſt vollendete Handarbeit mit ſchwarz=weißen Seidenmotiven liegt. Und
man weiß: hier wohnt ein Menſch von Kultur, denn er vermag ſich
ohne große Mittel ſein Zimmer wohnlich zu geſtalten; ein Menſch von
Geſchmack und echter Sparſamkeit, denn er trinkt den im Verbrauch
billigen Tee Marke Teekanne; ein Menſch voller Intereſſen, denn er
läßt ſich durch das Preisausſchreiben von Tee Marke Teekanne an=
regen
, plantaſievolles und praktiſches aus den ſchwarz=weißen Seiden=
bildern
zu ſchaffen, denn Tee Marke Teekanne ihren Freunden ſtiftet.
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Samstag, 16. Februar:
Wolkig, bis bedeckt, noch kalt, ſtrichweiſe Schneefälle.

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[ ][  ][ ]

Seite 1.

Darmſtädter Dagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924.

Rummer 46.

Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltion keinerſei Ven.
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen nicht
zurückgejandt. die Ablebnung nicht begründet werden.
Eine Frage, die ſehr viele Eltern und Erzieher mit banger Sorge
erfüllt, iſt die Frage des Berufes für unſere ſchulentlaſſene Jugend. Bei
dieſer unheimlichen Geſchäftsſtille in allen Berufszweigen wird, ohnehin
nur ſehr weniges Lehrperſonal geſucht und iſt wirklich einmal eine dies=
bezügliche
Annonce im Tagblatt zu finden (Nr. 43 v. 12. 2.), dann iſt die
Bedingung daran geknüpft, daß fortbildungsſchulpflichtige Kinder nicht
in Frage kommen. Dieſe Pflichtfortbildungsſchule von drei Jahren,
wöchentlich 8 Stunden, wie man ſagt während den beſten Geſchäftsſtunden,
iſt alſo ein bedeutendes Hindernis in der Berufsfrage unſerer männ=
lichen
und weiblichen Jugend.
Viele Handwerksmeiſter habe ich ſchon in gleichem Sinne klagen
hören und ſind der Annahme eines Lehrlings aus dieſem Grunde gar
nicht näher getreten.
Viele beſſere Herrſchaften, die gerne noch ein jüngeres Mädchen als
Beihilfe zu ihrem vorhandenen Perſonal anſtellen möchten, ſehen davon
ab, weil der Schulbeſuch zu ſtörend iſt.
An eine Aufhebung der Schule iſt ſelbſtverſtndlich nicht gedacht, da
dieſelbe zum Friſchhalten und zur Weiterbildung der erworbenen Kennt=
niſſe
unbedingt notwendig iſt. Dagegen iſt die Zeit für die angeſetzten
Unterrichtsſtunden ſehr ungeeignet, wie vorſtehend erwieſen; auch ſind
zuviel Stunden angeſetzt, wofür ich den Beweis damit erbringen will,
daß bei den Mädchen z. B. in der letzten Stunde Hauffs Märchen vor=
geleſen
worden ſind.
Eine Aenderung tur hier bitter not, da man ſeine Kinder nicht bis
zu 17 und 18 Jahren in die Fortbildungsſchule ſchicken und dann erſt
mit der Erlernung eines Berufes beginnen laſſen kann. Die Schul=
behörde
müßte von Fall zu Fall den Eltern hierin entgegenkommen, da=
mit
es ermöglicht werden kann, die Kinder einer Lehrſtelle wieder zu=
führen
zu können. In früheren Jahren haben alle Volksſchüler die Fort=
bildungsſchule
nach Feierabend beſucht; an eine Mädchen= Fortbildungs=
fchule
hat niemand gedacht.

* Neue Bücher.

Der verlegte Nullpunkt. Von R. W. Kraus. Unverbindliche Ge=
dankengänge
. 111 S. Pappbd. Herz=Verlag A.=G., Wien-Leipzig 1924.
Die verkauften Träume. Von 9. L. Stevenſon. Drei Geſchichten
nebſt einem Kapitel über Träume. Neuübertragung von Ilſe Schnei=
der
. Umſchlagzeichnung von Franz Wacik. Herz=Verlag A.=G., Wien
Leipzig 1924.
Der Heger. Zeitſchrift für weidgerechte Jäger und Heger. Heft 24/15.
Dezember. Heger=Verlag, Wilh. Gottlieb Korn, Breslau 1).
Kärtner Almauach auf das Jahr 1924. Wiener Literariſche Anſtalt,
Wien.
Joſeph Marx, Bildnis des Menſchen und des Künſtlers. Von Julius
Biſtrom. Die Wiedergabe, 2. Reihe, Band 9. Wiener Literariſche
Anſtalt. Wien.
Marie Gutheil=Schoder. Von L. Andro (Thereſe Rie). Die Wiedergabe.
2. Reihe, Vand 10. Wiener Literariſche Anſtalt, Wien.
Mufikblätter des Anbruch. Monatsſchrift für moderne Muſik. Geleitet
von Dr. Paul Stefan. 6. Jahrgang. Jänner=Heft 1994. Univer=
ſal
=Edition A.=G., Wien 1, Karlsplatz 6.
Verkündigung. Von Rudolf Borchardt. Ernſt Rowohlt, Verlag,
Berlin.
Neckarland. 6 Aquarelle von Felix Hollenberg. Verlag von J. F.
Steintopf Stuttgart.
Von der ſchwäbiſchen Alb. Von Felis Hollenberg, mit einem Ge=
leitwort
von H. Nehing. Verlag J. F. Steintopf, Stuttgart.
Wanderungen durch das geſunde und kranke Seelenleben bei Kindern
und Erwachſenen. Von Dr. Rhaban Liertz. (G.) Geh. 2. Mk.
Schweizer Frauken 1.60.) Geb. 2.80 Mk. (Schweizer Franken 2.30.)
Verlag. Joſef Köſel u. Friedrich Puſtet K.=G., Verlagsabteilung,
Kempten.

Briefkaſten.

W. S., hier. Die Januarziehung der Sparprämienanleihe wurde,
wvie auch ſeinerzeit im Handelsteil mitgeteilt wurde, ausgeſetzt, aber da=
bei
zugeſagt, daß die Ziehung demnächſt nachgeholt werde.

Gottesdienſt der iſrgelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße). Große Eynagoge iſt geheizt.
Freitag, den 15. Febr. Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 30 Min,
Samstag, den 16. Februar. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min=
Schrifterllärung. Sabbatausgang 6 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 30 Min.
Abends 6 Uhr 30 Min,
Gottesdienſt in der Syagoge der Iſrael. Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 16. Febr. Vorabend 5 Uhr 05 Min. Morgens
8 Uhr. Nachm. 4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 6 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 17. Februar an: Morgens
Uhr 45 Min. Nachm. 5 Uhr. Abends 6 Uhr 30 Min

Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. Kleines
Haus, Anfang 71 Uhr: Liederabend. Alexis af Enehielm.
Orpheum, 7¾4 Uhr: Das Fraulein vom Amt. Zentral=
verband
der Angeſtellten, abends 8 Uhr, im Gewerk=
ſchaftshaus
: Generalverſammlung. Bund der Kinder=
reichen
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Verſammlung.
Union=Reſidenz=, Zentral=Theater, Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellg.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleon und Heiſiſche Nachr chten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußd en:: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratente.!: Willy Kuhle
Druck und Verlag: 2. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die hentige Rummer hat 16 Seiten
mit Hochſchnlbeilage.

über die Beſteuerung des Beſuchs von
Bars, Dielen und ähnlichen Lokalen
der Stadt Darmſtadt.
Die pbige Ortsſatzung hat die Geneh
wurde nunmehr von mir für die Dauer
von 14 Tagen (11.23. Ifd. Mts.) in der
üblichen Weiſe in den zum Aushang derſren Volksbank Groß=Zimmern, e. G. m.
ſtädtiſchen Bekanntmgchungen dienende
Kaſten angeſchlagen.

Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Daub.

Einträge in das Handelsregiſter 4:
neue Firmen: Am 31. Januar 1924
1. Johannes Seeger, Darmſtadt. In
haber: Johannes Seeger, Händler, Darm
ſtadt. Prokuriſtin: Louiſe Seeger, geb.
Brückmann, Ehefrau des Johannes See=
ger
. Darmſtadt. 2. Auguſt Zürtz
Darmſtadt. Inhaber: Auguſt Zürtz
Kaufmann. Darmſtadt. Prokuriſtin
Minga Zürtz, geb. Heerdegen, Ehefrau
des Auguſt Zürg, Darmſtadt. Gegen=
ſtand
des Unternehmens: Vertrieb von
Nähmaſchinen, Fahrrädern und Motor=
rädern
, verbunden mit einer Reparatur=
werkſtätte
. Aenderungen: Am 6. Fe=
bruar
1924: 1. A. Le Cog & Co.,
Darmſtadt: Die Prokura des Wilyelm
Lorenz in Darmſtadt iſt erloſchen. 2.
Heſſiſche Maſchinenfabrik Robert
Kunze, Dirmſtadt: Die Prokura des
Auguſt Gehbauer iſt erloſchen. Frieda
Kunze iſt jetzt zur Einzelprokuriſtin
(1708
beſtellt.

Dalmſtadt, den 11 Febr. 1924.

Amtsgericht Darmſtadt I.

Heutiger Eintrag in das Handels=
regiſter
B: Firma: Heſſiſche Verſiche=
rungsbank
, Aktiengeſellſchaft, Sitz
Darmſtadt. Gegenſtand des Unterneh=
mens
: Das Rückverſicherungsgeſchäft in
allen ſeinen Zweigen im In= und Aus=
lande
. Die Transportverſicherung kann!
direkt und indirekt betrieben werden.
Die Geſellſchaft kann Verſicherungsdoku=
mente
für eigene und fremde Rechnung
in Depot nehmen, ſolche verwalten und
beleihen ſowie ſonſtige mit dem Verſiche=
rungsgeſchäft
zuſammenhängende bank=
techniſche
Geſchäfte betreiben. Grund=
kapital
: 500 000000 Mark. Der Geſell=
ſchaftsvertrag
iſt am 27. September 1923
feſtgeſtelt. Wenn mehrere Vorſtandsmit=
glieder
beſtellt ſind, ſo wird die Geſell=
ſchaft
durch zwei Vorſtandsmitglieder
gemeinſchaftlich oder durch ein Vorſtands=
mitglied
in Gemeinſchaft mit einem Pro=
kuriſten
vertreten. Siellvertretende Vor=
ſtandswitglieder
haben das gleiche Ver=
tretungsrecht
wie ordentliche Vorſtands=
mitglieder
. Der Aufſichtsrat kann, wenn
mehrere Vorſtandsmitglieder beſtellt ſind,
einzelnen Vorſtandsmitgliedern die Be=
fugnis
erteilen, die Geſellſchaft allein zu
vert eten. Vorſtand: Direktor Karl Walz ;
in Mannheim. Das Grundkapital iſt
eingeteilt in 500 auf den Inhaber lautende
Aktien zu je 1000 000 Mark, die zum
Nennbetrag ausgegeben werden. Die
Vorſtandsmitglieder werden durch den
Aufſichtsrat beſtellt, welcher auch ihre
Zahl beſtimmt. Der erſte Vorſtand iſt
durch die Gründer beſtellt. Die Gene=
ralverſammlung
wird durch öffentliche
Bekanntmachung im Geſellſchaftsblatte
berufen. Alle öffentlichen Bekannt=
machungen
der Geſellſchaft werden im
Reichsanzeiger veröffentlicht. Die Grün=
der
, die alle Aktien übernommen haben,
ſind: 1. Joſef Kühner, 2. Franz Kühner,
3. Michael H rbel, 4. Heinrich Dietz l und
5. Jakob Battenſtein, Kaufleute in Mann=
heim
. Den erſten Aufſichtsrat bilden:
1. Rechtsanwalt Dr. Chriſtian Hartmann,
2. Direktor Adolf Schulz und 3. Direktor
Friedrich Schork, alle in Mannheim. Von
den mit der Anmeldung der Geſellſchaft
eingereichten Schriftſtücken, insbeſonder
von dem Prüfungsberichte des Vor=
ſtandes
und Aufſich srats, kann bei dem
Gerichte Einſicht genommen werden.
Darmſtadt, den 9. Febr. 1924. (1759
Amtsgericht Darmſtadt I.

In unſer Handelsregiſter wurde heute
Die Ortsſatzung ſunter Nr. 12 die Volksbank Groß=
Zimmern, eingetragen. Der Geſellſchafts=
vertrag
iſt am 22. Oltober 1923 feſtge=
ſtellt
. Gegenſtand des Unternehmens iſt
der Betrieb von Bank=, Kredit=, Kom=
migung
der Regierung gefunden und)miſſions= und Finanzierungsgeſchäften
jeder Art, insbeſondere Fortſetzung des
Bank= und Spaikaſſengeſchäftes der frühe=
b
. H. Groß=Zimmern. Das Grundkapi=
(st1733 tal beträgt 210000 000 Mark und iſt ein=
Darmſtadt, den 9. Februar 1924. geteilt: A. in 250 Vorzugs=Namensaktier
zu 40000 Mark nom. 10000000 Mk.,
B. in Stamm=Inhaberaktien Ser. A
12000000 Mk., Ser. B 10000 Stück
zu 5000 Mk. nom. 50 000000 Mk.
Stück zu 50000 Mk. nom. 2500000
Mark. Ser. E 500 Stück zu 100000
Mark nom. 50 000 000 Mk., zuſammen
29 300 Stück 200000000 Mk. Der Vor=
ſtand
beſteht aus zweioder mehreren vom
Aufſichtsrat zu beſtellenden Mitgliedern;
der Aufſichtsrat hat das Recht, ſtellver=
tretende
Vorſtandsmitglieber zu beſtellen.
Zeichnung des Vorſtandes für die Bank.
bedarf es, inſofern vom Aufſichtsrat/ ſchriebenen Vordrucken bei den zuſtändigen
nichts anderes beſtimmt iſt, der Mitwir=
Der Auſſichtsrat iſt ermächtigt, einzelnen
Mitgliedern des Vorſtands die Befugnis!
zu erteilen, die Bank allein oder in Ge=
Zandlungsbevollmächtigten zu vertreten.
Die Bekanntmachungen der Geſellſchaft
Die Berufung der Generalverſammlung
im Deutſchen Reichsanzeiger. Die Grün=
2. Heinrich Martin Bücher, Bürger=
meiſter
daſelbſt, 3. Karl Cronenbold, Mitteilung ergehen.
Lehrer daſelbſt, 4. Georg Daub, Lehrer
daſelbſt, 5. Georg Ludwig Fröhlich, / ſtändige Fnanzamt.
Schneidermeiſter daſelbſt, 6. Max Gold=
Pullmann KfVſ., Rendant daſ., 8. Hein=
rich
Volz, Rentner daſelbſt. Die Gründer
haben ſämtliche Aktien übernommen. Die
Mitglieder des Vorſtandes ſind: 1. Bür=
germeiſter
Heinrich Martin Brücher in
Groß=Zimmern, 2. Rendant Georg Pull=
mann
XIV. daſelbſt. Stellvertretende
Vorſtandsmitglieder: 1. Georg Daub.
Lehrer in Groß=Zimmern, 2. Heinrich
Volz, Rentner daſelbſt. Mitglieder des /Stämme, Eichen 6 Stck. II. Kl. 7,50 Feſtr
Aufſichtsrats ſind: 1. Karl Cronenbold,
Lehrer, 2. Wilhelm Angermeier, Land=
wirt
, 3. Georg Ludwig F öhlich, Schnei=
dermeiſter
, 4. Max Goldſchmidt, Groß=
kaufmann
, 5. Heinrich Buchsbaum III.,
Zimmermeiſter, 6. JoſephDietz, Fabrikant,
7. Johann Georg Fröhlich, Kaufmann,
8. Dr. med. Hugo Kämmler, alle in Groß=
Zimmern Zum Zwecke der Aufbringung
des Grundkapitals bringen die Gründer
das Geſamtvermögen der früheren Volks=
bank
Groß=Zimmern, e. G. m. b. H. auf
Grund der Bilanz vom 1. Oktober 1923
in die Aktiengeſellſchaft einſchließlich des
Rechts zur Fortführung der Firma ein
zum Betrag von 210000000 Mark ein=
gebracht
. Mit dem Einbringen dieſes
Vermögens iſt das Grundkapital belegt.
Gründer erfolgt in der Weiſe, daß den)Zur Straßenbahn verſteigert:
unter 1, 2, 4 bis 8 oben genannten Grün=
dern
je 26 200 000 Mark und dem unter
3 genannten Gründer 26 600 000 Mark
angerechnet werden. Die mit der Anmel=
dung
eingereichten Schriftſtücke, insbe=
ſondere
der Prüfungsbericht des Vor=
ſtandes
, des Aufſichtsrafs u. der Reviſoren,
können während der Dien ſtunden auf/Abt. 17, 19, 27, 29, 30 und verſchiedenen
der Gerichtsſchreiberei eingeſehen werden,
von dem Prüfungsbericht der Reviſoren!!
kann auch bei der Handelskammer Ein=
(1710
ſicht genommen werden.
Dieburg, den 11. Februar 1924.
Amtsgericht.

Schlachtſchlwein
einenn. ti

dk. Näh. Gſchſt.

Fabrikant
(1273a
ſucht in ſeine
Fabrlkations= und Lagerräume. Büro uſw.

Bereilgang
od. Filialgründg , evtl. mit Kapital. Ia Ref.
Angebote unter L K 327 Geſchäftsſt, d, Bk.

Bekanntmächung
Zimmern, Aktiengeſellſchaft in Groß lüber monatliche Einkommenſteuer=
= und Körperſchaftsſteuervorauszah=
lungen
für 1924.
Nach Artikel I 8 5 der zweiten Steuer=
notverordnung
vom 19. Dezember 1923
haben alle Gewerbetreibende (natürliche
Perſonen und körperſchaftsſteuerpflichtige
Erwerbsgeſellſchaften), die zu monatlichen
Vorauszahlungen auf die Umſatzſteuer
verpflichtet ſind, auch monatliche Vor=
auszahlungen
auf die Einkommen=
ſteuer
und Körperſchaftsſteuer für
1924 zu leiſten, und zwar binnen zehn
Tagen nach Ablauf des für die Umſatz=
12000 Stück zu 1000 Mark nom. ſteuervorauszahlungen maßgebenden Ab=
ſchnitts
. Es ſind dies insbeſondere die=
jenigen
Steuerpflichtigen, die im Kalender=
Ser. C 6300) Stück zu 10000 Mk. jahr 1922 einen Umſatz von mehr wie
nom. 63000000 Mk., Ser. D 500/1,5 Millionen Mark hatten, wobei auch
die umſatzſteuerfreien Geſchäfte mitzu=
berückſichtigen
ſind.
Die hiernach erſtmals am 10. Februar
1924 fälligen monatlichen Vorausza‟=
lungen
auf Einkommen= und Körper=
ſchaftsſteuer
ſind ohne Rechtenachteile und
Koſten bis ſpäteſtens 18. Februar 1924
bei den zuhändigen Finanzkaſſen einzu=
Zu Willenserklärungen, insbeſondere zur zahlen. Gleichzeitig mit der Zahlung
ſind Voranmeldungen auf vorge=
Finanzämtern einzureichen. Die Vordrucke
kung von zwei Vorſtandsmitgliedern, werden von den Finanzäutern koſtenlos
auf Anfordern abgegeben.
Wegen der Berechnung der Voraus=
zahlungen
im einzelnen wird auf die im
meinſchaft mit einem Prokuriſten oder redaktionellen Teil der Tageszeitungen
erſchienene Preſſenotiz verwieſen.
Gewerbetreibende und körperſchafts=
erfolgen
im Deutſchen Reichsanzeiger, ſteuerpflichtige Erwerbsgeſellſchaften, die
nicht zu monatlichen Um ſatzſteuervoraus= zuſammen auf einem
erfolgt durch öffentliche Befannimachung zahlungen verpflichtet ſind, haben viertel= Gut N. D, paſſenden
jährliche Vorausza lungen auf die Ein=
der
der Geſellſchaft ſind: 1. Wilgelm kommen= bzw. Körperſchaftsſteuer zu ent= gegenſ. Verg. Ang u.
Angermeier, Landwirt in Groß=Zimmern, richten, die erſtmals am 10. April 1924/1. 133 Geſchſt (*4266
fällig ſind. Hierüber wird noch beſondere! Laufſtelle von 8-10
Jede weitere Auskunft erteilt das zu= Grafenſtraße 2, part.
(1731
*
Die Finanzämter:
ſchmidt, Großkaufmann daſelbſt, 7 Geors Darmſtadt=Stadt, Darmſtadt=Land. Grafenſtr. 22, Hinter=

Dienstag, den 19. Februar d. J.,
werden im Spachbrücker Gemeindewald
von vormittags 9= Uhr anfangend
verſteigert:

23 III. 21,47 11 II. * 6,84 3 V. 0,84 1. VI. * 0,23 Erlen 1 * 0,53 Lärchen 2 64

Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Hebere
Station Meſſel.

Heſſ. Bürgermeiſterei Spachbrücken
J. V.: Poth.
(1711

Das Vermögen der Genoſſenſchaft wird/ Bolzoelſteigelung N. 4/ Ronkoriſt
(Stadtwald, beſetztes Gebiet). Fabrik tätig war, per
Montag, 18. Februar, vormittagslfekt in Buchhaltung
Die Verteilung des Vermögens unter die 9 Uhr, werden in Griesheim Reſtauration/ibl anzſicher), ſuchtpaſſ.
I. Aus Förſterei Bürgertanne, Abt. 31 an vie Geſchäftsſt.
Auskunft durch Herrn Förſter Ahl=
3 J.
heim, Forſthaus Harras :
Raufmann, alt,
Kiefer, Reiſig, 100 Wellen: 24,10
J. im Staatsbetrieb
Kiefer, Stöcke, Rm.: 45. tätig gew., mit ſämti.
Büroarb. vertr., ſucht
II. Aus Förſterei Beſſunger Tanne, inf. Beamtenabbaues

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hohem Akkordlohn geſ.

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Gebildete, ſtadtkundige
Dame
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Verlagshandlung geſucht. Hohes
Einkommen. Keine Vorkenntniſſe.
Gefl. Angebote mit kurzer Angabe
der Familienverhältn. unter 1. 122
an die Geſchäftsſtelle erb. (*4228

Tüchtige, jüngere

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Beamter, ſeither im
Bankfach tätig, ſucht
Stellung in Buch=
haltung
oder Korre=
ſpondenz
ſof. ob. ſpät
Angebote u. L 143
Geſchäftsſt. (*4308

der 7½ J. in größ.
Stellung. (*1300rir
Angebote u. L. 140

Dürr= und Windfallholz
Rm., Scheiter: 12Buche, 1 Eiche, 69Kiefer,
Rm., Knüppel: 6Buche, 3 Eiche, 783 Kiefer,
Rm , Reiſigknüppel: 6 Kiefer, Reiſig: 100
Wellen: 6,5 Buche, 1,3 Eiche, 164,9
Kiefer,
Rm. , Stöcke: 4 Buche, 53 Kiefer.
Auskunft durch Herrn Förſter Geriſch,
Frankenſteinſtraße 40.
Unterſtrichene Nummern werdennicht
verkauft.
Darmſtadt, den 13. Februar 1924.

Oberförſterei Darmſtadt .. .
J. V.: Burk. (St 1734

anderw. entſpr. Tätig=
keir
p. 1. 3 in Darmſt.
od. Umg. Gute Zeugn
vorh. Gefl. Ang mit
Gehaltsang u. L. 106
Geſchſt. erb. (*420sds

für ſofort geſ. 44281
Schuhhaus
Conrad Tack & Cie.
Ludwigſtraße 4.

Wir ſuchen für unſer
Maß= u. Aenderungs=
Atelier einige tücht.,
gewandte (1723
Schneiderinnen
Carl Schürmann & go.
Darnſtadt.

Ehrliches, fleißiges
Mädchen
tagsüber geſucht.
Rinkweg 3, ( Hohler=
wegviertel
). (1727

Suche anſtänd, ält.
ſelbſtänd.
Mädchen in allen
Hausarb., im Nähen
u Handarbeit. etwas
bewandert, für ſofort
oder ſpäter. (*4289
Fran Direktar Pohl
Saalbauſtraße 13
parterre, rechts.

AltedeutſcheFener=
Verſicherungs=
Geſellſchaft
ſucht
zur Umwandlung des
beſtehenden und Er=
weiterung
des Neu=
geſchäftes
tüchtigen
Bertteler
gegen hohe Proviſion,
Hohe Verdienkmöglichk.
geboten; gefl. Angeb.
unter F. B. D 130
an Rndolf Moſſe,
Frankfurt a. M. (I. un=

R
Lehrling
für kaufm. Büro, und
jung. Kaufmann
ſowie (*4259fg
Fräulein
für Korreſpondenz.
Werkzeugmaſ yinen=
induſtrie

Gebräder Buichbaum
Darmſtadt, Frank=
furterſtr
. 22, Tel. 327.

Tannäpfel
(beſtes Anfeuermate=
rial
) laufend bis Ende
April in Ladunger od.
Fuhren bill.abz. (*wefsg
Anfr u. 1. 141 Gſchſt.

Gutempfohlenes
Mädchen
in Haushalt zu zwei
Perſonen geſ. Gute
Verpflegung und Be=
handlg
. Lohn 20Mk.
Martinſtr. 52, I. (1729

E Dädten
das kochen kann, zum
1. März geſ. Hoher
Lohn u. gute Ver=
pllegung
. Metzgerei
Willy Pauly,
Obergaſſe 40. (1740

Zunges Mädchen
bis u d. Spülen ſof.
geſucht Schützenſtr. 5
42apetengeſchaft). (2*!

Nach
Mannheim
tüchtiges Hausmädch.,
das nähen, bügeln
u. ſervieren kann, ge=
ſucht
. Köchin vor=
handen
. Angeb. u.
I. 118 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (24227

Weiblich

Tüchtiges, ſolides
Mädchen
für tagsüber oder bis
nach dem Spül. geſ.
Hermaunſtr. 15, I. (B!7

Nach
Mannheim
Tüchtiges Fräulein
zu 2. Jungens ge=
ſucht
Mit ſilfe im
Haushalt (Köchin vor=
handen
) Bedingung
Angeb. unt. L. 119
aa die Geſchäftsſtelle
ds. Blattes, (*4226

Zum Beſuche von
Hotels, Bahnhofs, Gaſtwirtſchaften
und Fremdenpenſionen für die Pro=
vinz
Starkenburg wird
Vertreter
zum Verkauf unſerer Spezialmarken
in Weinbrand und Likölen, ſowie
Lebensmittel (Konſerven uſw.) geg.
hohe Proviſion geſucht. Es kommen
nur Herren in Frage, die allerbeſte
Erfolge u Refer. bei der betr. Kund=
ſchaft
nachweifen können. (I,1714
Angebote unter F HG 1146 an
Rudolf Moſſe, Frankfurt am Main.

Tüchtiger
Reisender
von Großhandl. geſucht. Ausf.
Ang. nebſt Gehaltsanſprüchen
u. L 144 a. d. Geſchäftsſtelle erb. 1742

Stadtkundiger gebildeter
ABeTA
zum Beſuch der Geſchäfte geſucht
Hohes Einkommen, keine Vorkennt=
niſſe
. Gefl Angebote unter I. 117
an die Geſchäftsſtelle, ((4229

[ ][  ][ ]

2. Jahrg., Nr. 5

15. Februar 1924

Hochſchalbeilage des Darmſtädter Tagblatts
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſiatiet.

* Das geiſtige Deutſchland
und die Republik.
Von
Prof. Dr. M. Schian, Gießen.
I.
Ueber dieſes Thema hat der frühere nachrevolutionäre
Dreußiſche Kultusminiſter Konrad Haeniſch in letzter Zeit
an mehreren heſſiſchen Städten Vorträge gehalten. Es ſcheint
aſt, als ſei es die Abſicht des ihn einladenden Republikani=
chen
Reichsbundes, durch die Erörterung dieſes Gegenſtandes
wie Frage nach der Stellung zur republilaniſchen Staats=
ſtorm
im Blick auf die kommenden Wahlen in den Vordergrund
izu rücken. Jedenſalls ſcheinen manche Kreiſe der Anſicht zu
ein, daß die Parole: Gegen die Feinde der Republik! eine
ugkräſtige Wahlparole ſein würde. Ich teile dieſe Anſicht nicht.
Michtig iſt freilich, daß auch jetzt noch der Haß gegen Monar=
ſhie
, Monarchen und Monarchismus in einem Teil des deut=
ſchen
Volkes recht, kräftig iſt. Ihm trägt die Preſſe, die dieſem
Zeil nahe ſteht, ſo viel Nahrung zu, als möglich iſt. Bücher,
wie die des früheren Hofmarſchalls Wilhelms II., des Grafen
Bedlitz=Trützſchler und des Vizekanzlers von Payer, werden
für dieſen Zweck ausgenutzt. Sie bieten, auch bei kritiſcher Be=
rrachtung
, in der Tat manches, was das Urteil über die Per=
on
des einen oder anderen Fürſten ungünſtig zu beeinfluſſen
rmſtande iſt. Es mag auch ſein, daß bei Leſern, deren Logik
nicht allzu weit reicht, dadurch die bereits vorhandene Abnei=
gung
gegen die monarchiſtiſche Staatsform verſtärkt wird. Es
fſt eben nicht jedermanns Kunſt, zwiſchen der Einzelperſon, die
ine Staatsform repräſentiert, und der Staatsform ſelbſt zu
unterſcheiden. Die Leidenſchaft, die noch immer in Deutſchland
für weite Schichten politiſcher Natgeber iſt, iſt natürlich keine
gute Hilfe für ſolche Unterſcheidungen. Wie viele deutſche
Mepublikaner von echteſter Ueberzeugung wiſſen, daß die Per=
on
Kaiſer Wilhelms II. in manchen ſcharf monarchiſtiſchen
Freiſen kaum ſehr viel günſtiger beurteilt wird, als von ihnen
ſelbſt? Wer macht ſich etwa klar, daß zum ſachlichen Urteil
üüber die Frage der Staatsform unendlich viel mehr gehört, als
Die Kenntnis (mit der es manchmal auch noch nicht zum Beſten
Heſtellt iſt) von zufälligen Begleiterſcheinungen der einen
oder anderen Form? Wie etwa, wenn man die republikaniſche
Staatsform nach den Exzeſſen an Imperialismus, Militaris=
rnus
, Heuchelei und Grauſamkeit beurteilen wollte, die ſich die
ſranzkſiſche Republik jetzt leiſtet? Es iſt doch Tatſache, daß
eine Republik es iſt, die dieſes ungeheuerliche Maß verlogen=
iter
Rechts= und Friedensbrüche, als welche die franzöſiſche Py=
litik
ſich darſtellt, auf dem Gewiſſen hat! Das alles und unend=
ich
viel mehr könnte, ſollte zu einem ruhigen Urteil verhelfen.
Da aber nun einmal Ruhe des Urteils längſt nicht jedermanns
Sache iſt, ſo müſſen wir wohl darauf gefaßt ſein, daß auch die
Wahlkämpfe dieſes Jahr wieder von manchen Seiten zu einem
Kampf für die Republik gemacht werden. Immerhin
Daß dieſe Wahlparole ſehr wirkſam ſein wird, bleibt zu be=
Bweifeln. Die Maſſe des deutſchen Volkes weiß ja zu gut, daß
Die republikaniſche Staatsform zurzeit in Deutſchland nicht in
efahr iſt, weil ſie gar nicht von nennenswerten Kräften an=
gegriffen
wird, daß ſie alſo einer ernſtlichen Verteidigung über=
chaupt
nicht bedarf. Es iſt doch ſo, daß zurzeit (vielleicht allein
manche Schichten in Bayern ausgenommen) niemand an eine
Beſeitigung der Republik denkt, außer etwa geringe, putſchiſtiſch
geſtimmte Häuflein. Soll der Wahlkampf gegen den Putſchis=
mus
geſührt werden? Da gehen ja doch die Rechtsgerichteten
mit! Die Deutſche Volkspartei jedenfalls mit größtem Nach=
TDdruck! Das zieht alſo nicht!
Aber auch von der Einordnung in die augenblickliche poli=
tiſche
Situation ganz abgeſehen, iſt die Fage, die Haeniſch be=
handelt
, natürlich von Intereſſe. Es iſt doch wohl nützlich, wenn
ſeine Gedanken ſoweit das bei einem nicht im Druck liegen=
den
Vortrag möglich iſt einer Würdigung unterzogen
werden.
Ich beginne mit der Schilderung des Tatbeſtandes durch
Haeniſch. Haeniſch iſt der Anſicht, daß die breite Maſſe des
Volkes ohne Zweifel mit Herz und Hirn treu zur Republik
ſtehe. Anders ſei es mit dem geiſtigen Deutſchland beſtellt,
mit den großen Schichten der akademiſch Gebildeten, der Beam=
tenſchaft
und der akademiſchen Jugend. Die republikaniſch=
demokratiſche
Studentenſchaft ſei in der hoffnungsloſen Min=
derheit
. Wenn auch zahlreiche geiſtige Führer ſich zur Republik
bekennen, ſo machen doch dieſe wenigen Schwalben noch keinen
Sommer. Iſt dieſe Darſtellung zutreffend? Anſcheinend ja.
Aber nur anſcheinend. Sie leidet an demſelben Fehler, an
dem die meiſten Erörterungen dieſer Frage von republikani=
ſcher
Seite leiden. Sie teilt nämlich das Volk lediglich in zwei
Schichten: in Freunde und Feinde der Republik. Und ſie
verſteht darunter immer grundſätzliche, überzeugte
Freunde und Feinde der republikaniſchen Staatsform. Es iſt
der gleiche Fehler, den ich nun ſeit ſechs Jahren, ſo oft ich öf=
fentlichen
Erörterungen dieſer Frage begegne, beobachte. Es
iſt die gleiche mechaniſche Zweiteilung, die den politiſchen
Kampf in Deutſchland in dieſen Jahren vergiftet hat. Wie es
möglich iſt, daß geiſtig hochſtehende Männer allem Anſchein
nach auch Haeniſch ſich von dieſer pſychologiſch verfehlten, an
den Tatſachen vorbeigehenden Manier nicht freimachen können,
iſt mir ein Rätſel. Muß denn das Urteil über eine Sache
durchaus grundſätzlich begeiſtert oder grundſätzlich abſolut ab=
lehnend
ſein? Muß, ja kann es im nachrevolutionären
Deutſchland nur Freunde und das heißt immer: über=
zeugte
Freunde und Feinde der republikaniſchen Staats=
form
geben? Iſt das pſychologiſch auch nur möglich? Man
denke doch: wir hatten bis 1918 im Reich wie in den Einzel=
ſtaaten
die Monarchie. Damals bekannten ſich nur die Sozial=
demokraten
zur Nepublik. Von den bürgerlichen Schichten ta=
ten
es nur ganz wenige. Auch die Kreiſe der Fortſchrittlichen
Volkspartei gaben vielleicht bis auf manche Ausnahmen
monarchiſtiſcher Geſinnung Ausdruck; führende Perſönlichkeiten
in dieſen Kreiſen bekanntlich ſogar mit größtem Nachdruck und
pffener Begeiſterung. Das geiſtige Deutſchland war alſo, min=
deſtens
ſoweit es ſeiner Geſinnung Ausdruck gab, zu minde=
ſtens
95 vom Hundert, wahrſcheinlich 98 v. H., monarchiſtiſch.
Einer genaueren Unterſuchung bedarf es freilich darüber, in
welchem Sinne dieſes monarchiſtiſch verſtanden werden muß.
Bedeutet es eine überzeugte, auf Grund ſorgfältiger Erwägung
zuſtande gekommene, in Herz und Hirn wurzelnde innere Ent=
ſcheidung
für die Monarchie als die einzig richtige Staatsſorm,

Rheintreue.

Der Verfaſſer des Gedichis, ein einfachen
Mann, wurde euf Grund ſeiner Veröffent=
lichung
von den Franzoſen ausgewieſen.
Was walleſt du ſiumm durch den blühenden Hain,
Was rauſcheſt du müd und beklommen?
Wo ſind deine lachenden Lieder, o Rhein?
Die Freiheit ward dir genommen.
Sei ſtill! Schon rauſcht es durch Buſch und Ried,
Wir kennen dies trauliche Klingen,
Auch du wirſi wieder ein Jubellied
Von goldiger Freiheit ſingen.
Drum walle und rauſche, du heiliger Strom,
Getroſt durch die weinenden Tande;
Grüß Berge und Burgen, Städte und Dom,
Und ſegne die Reben am Strande.
Und walleſi du dann in die Meere hinein,
Schrei laut es hinaus in die Weiten:
Ich bin der ſiolze deutſche Rhein,
Deutſch will ich bleiben allzeiten!
Sie lullen mit ſchmeichelnden Worten dich ein
Und wollen dir Reichtum verheißen,
Sie wollen dich, treuer Vater Rhein,
Der armen Mutter entreißen.
Drum ſoll uns umkrallen wie Eiſen ein Band,
Kein Teufel ſoll es zerſpalten
Ein Volk, ein Gott, ein Vaferland!
Den Treuſchwur wollen wir halfen.
Und nun vergeßt, was verſchlungen die Flut,
Was hilft alles Klagen und Wimmern?
Wir wollen aus dem zerſiampften Gut
Ein neues Vaterland zimmern.
Den Mörtel heran und heran das Geſtein,
Friſch auf zum mutigen Wagen!
Die deutſche Jugend am deutſchen Rhein
Baut auf, was das Schickſal zerſchlagen.

Karrgggna
dann wäre es völlig unbegreiflich, wie im Laufe weniger Jahre
eine Umſtellung in irgend größerem Umfang ſtattfinden ſollte.
Was ſtellt man ſich eigentlich vor? Glaubk denn jemand ernſt=
lich
, daß die vollzogene Revolution tiefgewurzelte Grundan=
ſchauungen
umwerfen könne? Oder meint man, daß etwa das,
was man die Schuld des alten Regimes am Krieg zu nennen
liebt, die grundſätzlichen Monarchiſten vom Unwert der mo=
naichiſtiſchen
Staatsform habe überzeugen können? Merkwür=
dige
Vorſtellung! Denn dieſe Schuld erkennen die meiſten
derer, um die es ſich handelt, durchaus nicht an. Deutſchland
hat ja den Krieg nicht gewollt! Wenn alſo doch ſolche, die früher
monarchiſtiſch dachten, jetzt in größerer Zahl ſich mit der Republik
abgefunden haben, ſo iſt das nur daraus zu erklären, daß eben
auch früher nicht alle Deutſchen in glühende Monarchiſten und
begeiſterte Republikaner zerfielen. Es war eben eine Mittel=
ſchicht
vorhanden, die etwa die Anſicht vertrat, daß diejenige
Staatsform die beſte ſei, die, den jeweiligen Verhält=
niſſen
entſprechend, dem Zweck des Staates am beſten
diene. Mit dieſer, im einzelnen mannigfache Verſchiedenheiten
zulaſſenden Anſchauung verband ſich, je nach der Einſtellung des
Einzelnen, ein größeres oder geringeres Maß von Be=
reitſchaft
, auf die Stimmungen anderer Volksteile zu=
mal
einer etwaigen Mehrheit Rückſicht zu nehmen,
ſowie ein größeres oder geringeres Maß von Treue gegen=
über
dem geſchichtlich Gewordenen. Dieſe Grundeinſtellung
wird ſelbſtverſtändlich bei vielen nach der Revolution die gleiche
geblieben ſein. Ihre Vertreter ſtehen zwiſchen den grundſätz=
lichen
Monarchiſten und den begeiſterten Republikanern; wahr=
ſcheinlich
iſt ihre Zahl recht groß. Wer überhaupt den Verſuch
macht, die Stellung des geiſtigen Deutſchland zur Republik zu
beurteilen, der darf an der Tatſache des Vorhandenſeins dieſer
breiten Schicht nicht vorübergehen. Er wird überhaupt viel mehr
unterſcheiden, viel ſorgfältiger gliedern müſſen, als das ſoweit
erkennbar Herr Haeniſch getan hat.
So bedarf denn die Schilderung des Tatbeſtandes in den er=
wähnten
Vorträgen ſtark der Berichtigung und der Ergänzung.
Richtig aber wird ja ſein, daß tatſächlich große Teile des geiſtigen
Deutſchlands der Republik, ſagen wir lieber: der republikani=
ſchen
Staatsform mit Vorbehalten, mit Bedenken, mit Ableh=
nung
, jedenſalls nicht mit Begeiſterung gegenüberſtehen. Die
Urſachen dieſer Erſcheinung ſuchte Herr Haeniſch zu beſtimmen.
Dazu bemerke ich für heute nur dies. Iſt es denn überhaupt
merkwürdig zu nennen, daß weite Kreiſe des geiſtigen Deutſch=
lands
ihre Einſtellung gegenüber der Staatsform nicht ſo raſch
geändert haben? Iſt es nicht viel merkwürdiger, daß manche
Kreiſe ſie ſo rapid geändert haben? Iſt es denn das Normale,
daß ein Volk, oder große Teile eines Volkes, in wenigen Jahren
ſeine monarchiſche Haltung wechſelt? Iſt es zu erwarten, daß
der Teil, der die Revolution nicht gemacht, nicht gewollt,
nicht begrüßt hat, plötzlich die von der Revolution herbeige=
führte
Veränderung der Staatsform für durchaus richtig hält, ſie
womöglich mit Begeiſterung umfaßt? Das kann, wie mir ſcheint,
nur jemand erwarten, der ſelbſt ſo begeiſterter Republikaner iſt,
daß er für undere Anſchauungen Verſtändnis nicht mehr auf=
bringen
kann. Die Frage iſt alſo ſchief geſtellt. Indem das klar=
gelegt
wird, iſt das Problem, um das es ſich handelt, bereits zum
großen Teil gelöſt. Immerhin bleiben noch Fragen genug. In
einem zweiten Artikel will ich ſie zu klären verſuchen.

Studentiſche Erwerbsarbeit
im Sommer 1923.
In der breiten Oeffentlichketi wird leider immer noch das
Studentenleben aus ganz anderen Einſtellungen heraus beur=
teilt
, als es ſich in Wirklichkeit abwickelt. Man betrachtet den
eniten im allgemeinen als jungen Menſchen, der ein überaus
eben führt und der den Ernſt der Arbeit nicht kennt.
int, daß er nur einen gewiſſen Bruchteil des Jahres zu
arkeiten hat, daß er über eine ſehr lange Ferienzeit verfügt, und
daß er während des Hochſomniers ununterbrochen keine Vor=
leſungen
zu beſuchen hat. Diejenigen, die die Einrichtungen der
Hochſchule nicht kennen, faſſen das Wort Ferien ſo auf, als ob
es eine Zeit der Erholung und des Nichtstuns ſei. Das trifft
jedoch keineswegs zu. In den Ferien ſoll der Studierende ſeine
Vorleſungen durcharbeiten und durch eigenes Studium ergän=
zen
oder ſich für die Prüfungen vorbereiten.
Bei den nach dem Krieg eingetretenen ſchweren wirtſchaft=
lichen
Verhältniſſen in unſerem Vaterlande haben ſich jedoch
die Verhältniſſe derart ungünſtig entwickelt, daß der größte Teil
der Studierenden die Ferienmonate dazu benutzen muß, um
durch eigener Hände Arbeit ſich ganz oder wenigſtens zum Teil
die Koſten für das folgende Semeſter zu verdienen, da die
meiſten Eltern aus denjenigen Kreiſen, die den ſtudentiſchen
Nachwuchs liefern, heute infolge der Kapitalzerſtörung nicht
mehr in der Lage ſind, aus eigenen Mitteln ihre Söhne
ſtudieren zu laſſen. Hierüber gibt eine Statiſtik Aufſchluß, die
auf Grund ausgegebener Fragebogen aufgeſtellt wurde.
Dieſem Bedürfnis nach werktätiger Arbeit iſt das Arbeits=
amt
der Studentiſchen Wirtſchaftshilfe entgegengekommen. Es
vermittelt den Studierenden der Hochſchule Arbeitsſtellen in der
Induſtrie, in Baugeſchäften uſw., um ihnen Gelegenheit zu
geben, während der Ferien einmal die zum Studium nötigen
praktiſchen Kenntniſſe zu erlangen und andererſeits Geld zu ver=
dienen
, damit ſie in den kommenden Semeſtern überhaupt weiter=
ſtudieren
können. Die vermittelnde Tätigkeit des Arbeitsamtes
iſt von großer Bedeutung, da den meiſten Studierenden die Be=
ziehungen
zur Induſtrie fehlen und ſie wohl kaum die Möglich=
keit
haben würden, geeignete Stellen ſchnell zu finden. Die
Induſtrie ſowohl wie die Landwirtſchaft ſind dem Studentiſchen
Arbeitsamt, ſoweit es irgend möglich war, entgegengekommen,
und es iſt uns ein Bedürfnis, ihnen auch an dieſer Stelle
den Dank der geſamten Darmſtädter Studentenſchaft zu über=
mitteln
.
In den letzten Sommerferien geſtaltete ſich die Lage durch
den Ruhreinbruch beſonders ſchwierig. Viele Fabriken der In=
duſtriebezirke
lagen ſtill und die Studenten mußten daher in den
übrigen Teilen Deutſchlands, zum Teil fern ihrer elterlichen
Wohnung, untergebracht werden. 53 Prozent aller an der Hoch=
ſchule
immatrikulierten Studenten arbeiteten während des
Sommerſemeſters werktätig als Arbeiter und nur 4 Prozent der
Geſamtzahl konnten trotz aller Bemühungen keine Arbeit wäh=
rend
der Ferien erhalten. Von den Studierenden der einzelnen
Abteilungen der Hochſchule waren während der Ferien beſchäftigt:
1. Architekturabteilung
62,4 Prozent,
2. Bauingenieurabteilung . . 51,4
3. Abteilung für Maſch.=Bau . 61
4. Elektr. Techniſche Abteilung 61
43
5. Chemie".
. 38
6. Allgemeine Abteilung
Ungefähr die Hälfte der Erwerbstätigen legten entſprechend
den Beſtimmungen für das techniſche Studium an der Hoch=
ſchule
die vorgeſchriebene praktiſche Arbeitszeit ab, während die
andere Hälfte lediglich arbeitete, um ſich Erſparniſſe für das
kommende Semeſter zu verſchaffen.
In den früheren Sommerferien war ein großer Teil der
berdienſtſuchenden Studenten in Bergwerken beſchäftigt, wäh=
rend
in den letzten Sommerferien nur 1,4 Prozent hier Beſchäf=
tigung
finden konnten. Am meiſten waren die Maſchinenfabriken
in Anſpruch genommen, in denen 48 Prozent der Erwerbstätigen
untergebracht wurden.
Erfreulicherweiſe nahmen auch die ſtaatlichen Betriebe in
dieſem Sommer mehr als in früheren Jahren Studierende als
Hilfsarbeiter auf. Die Finanzämter, die durch die Ueberhand=
nahme
der Geldentwertung und durch neue ſteuerliche Aufgaben
ſtark überlaſtet wurden, ſtellten viele Hilfsarbeiter ein, ſodaß
3 Prozent der Erwerbstätigen mit Schreibarbeiten auf Finanz=
ämtern
beſchäftigt werden konnten. Auch die Eiſenbahnverwal=
tung
und die Vermeſſungsämter und andere ſtäatliche Betriebe
boten Studierenden Gelegenheit zum Erwerb während der
Ferien.
Um geſundheitlich ſchwachen Studierenden wieder zu neuen
Körperkräften zu verhelfen, ſtellte die heſſiſche Landwirtſchaft
Stellen zur Verfügung, ſo daß 3 Prozent der Erwerbstätigen
hier beſchäftigt werden konnten. Dieſe Stellen, bei denen es
weniger auf Geldverdienen als auf Arbeit in friſcher Luft und
bei guter Verpflegung ankam, wurden zum größten Teil durch
die Wirtſchaftshilfe vergeben, da dieſe am beſten in der Lage war,
den in Frage kommenden Studenten die Stellen zuzuwei en.
Wenn wir eingangs darauf hinwieſen, daß 53 Prozent aller
Studierenden erwerbstätig waren, ſoll damit nicht geſagt wer=
den
, daß die übrigen 47 Prozent die Ferien untätig verbrachten.
Ein großer Prozentſatz der reſtlichen Studierenden war in väter=
lichen
Betrieben beſchäftigt, ein anderer Teil bereitete ſich wäh=
rend
dieſer Zeit auf das mit Beginn des Semeſters ſtattfindende
Examen vor. Die Erſparniſſe der Werkſtudenten wurden durch
die immer ſchneller fortſchreitende Geldentwertung bedroht. Es
mußten daher unbedingt Mittel und Wege geſchaffen werden, die
Erſparniſſe dieſer Kommilitonen vor Entwertung zu ſchützen,
wenn nicht viele gezwungen ſein ſollten, ihr Studium aufzu=
geben
. Hier bot die Wirtſchaftshilfe Gelegenheit, das in den
Ferien verdiente Geld wertbeſtändig anzulegen, ſo daß ſie nach
ihrer Rückkehr zum Studium über einen verhältnismäßig großen
Goldmarkbetrag verfügen konnten.
Der Wirtſchaftshilfe der deutſchen Studentenſchaft und dem
heſſiſchen Staat, den beteiligten Induſtrien und Gewerben, der
Landwirtſchaft und allen Helfern, die Anteil an dieſer Hilfs=
aktion
hatten, möchten wir im Namen derjenigen, die dieſe Ein=
richtungen
in Anſpruch nehmen konnten, unſeren herzlichſten
Dank ſagen. Auch in den Oſter= und Pfingſtferien wird ein großer
Teil der Studentenſchaft gezwungen ſein, aus finanziellen Grün=
den
ſich durch Arbeit Nebenverdienſt für das Studium zu ſchaf=
fen
, und wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß es uns auch in
unſeren Ferien gelingen möge, durch das Entgegenkommen der
in Betracht kommenden Stellen die benötigte Anzahl von Ange=
boten
zu finden.

[ ][  ][ ]

Die Aufgabe
des Deutſchen Hochſchulrings.
Von
Karl Ludwig Freiherrn v. Guttenberg.
Wir geben unſeren Leſern nachfolgende Ausführun=
gen
eines Mitgliedes des Führerausſchuſſes des Deut=
ſchen
Hochſchulrings um ſo lieber bekannt, als dadurch
gewiſſe Uinklarheiten, die auf mancherlei Seiten in der letz=
ten
Zeit über die Einſtellung des Deutſchen Hochſchul=
rings
zu politiſchen Fragen entſtanden ſind, beſei=
tigt
werden können. Es dürften damit auch zugleich
alle Angriffe, die in weiten Kreiſen der Preſſe gegen
den Hochſchulring gerichtet wurden, entkräftet ſein.
Die Schriftleitung.
Das Jahr 1923 ſah ein beſtändiges Wachſen der nationalen
Bewegung. Es brachte uns ein immer ſtärkeres Erfaſſen mit
ihren Zielen und Aufgaben: Sollten wir uns des äußeren Fein=
des
einmal wirkſam erwehren, ſo mußte vor allem wahrer deut=
ſcher
Geiſt die unumſchränkte Herrſchaft im Innern wieder er=
halten
, ſonſt würde jedes Wirken nach außen von Anfang an
ſabotiert. Dieſe Erkenntnis richtete den Blick immer mehr auf
die innerdeutſchen Zuſtände. Und die Führer der Bewegung rie=
fen
die deutſche Jugend zu Hilfe, um dieſes Deutſchland wieder
deutſch zu machen. Die ſtärkſten Kräfte der nationalen Bewegung
zogen ſich in Bayern zuſammen, um von hier aus mit Hilfe ſei=
ner
ſtaatlichen Machtmittel das Deutſche Reich wieder aufzu=
bauen
. Und wenn heute vielfach über dieſe landfremden Ele=
mente
geklagt wird, die Bayern als Sprungbrett für ihre poli=
tiſchen
Ziele auserſehen haben, ſo will ich nicht anſtehen, zu
ſagen, daß ich als Bayer ſtolz bin, daß Bayern einmal für das
am beſten geeignete Land gegolten hat, um den Mittelpunkt und die
Baſis des nationalen Freiheitskampfes Deutſchlands abzugeben.
Da kam der unſelige 9. November. Was Bahern für die
deutſche Sache bis dahin bedeutete, brach an dieſem Tage zu=
ſammen
. Ganz abgeſehen von Schuld oder Unſchuld, eines
wiſſen wir: daß in dem Augenblick, wo deutſche Männer mit
heißem Glauben an die Zukunft durch ebenſolche an der Feld=
herrnhalle
ſielen, unſer Glaube und unſere Hoffnung auf den
baldigen Erfolg der nationalen Bewegung völlig erſchüttert
wurde, denn dies war klar: nur wenn jene Kräfte zufamn en=
gingen
, die am 9. November miteinander im Kampfe lagen,
konnte die nationale Bewegung einen Erfolg haben. Das Zu=
ſammengehen
dieſer Machtſaktoren war bis dahin unſer un=
bedingtes
Ziel geweſen, und wir glaubten an ſeine Möglichkeiten.
Wir hatten den Worten der nationalen Führer vertraut, die
uns ſagten, daß man uns in Bälde gebrauchte, um Deutſchland
wieder zuſammenzuſchmieden. Der 9. November zeigte, daß die
Zeit dazu noch nicht reif war. Dieſe Erkenntnis aber mußte eine
furchtbare Erregung innerhalb der deutſchen Jugend hervor=
rufen
, die an jenem Tage die Hoffnungen zuſammenſtürzen ſah,
welche die Führer der deutſchen Bewegung ſie zu knüpfen ge=
lehrt
hatten.
Und die Eregung dieſer Tage brachte Unordnung und Un=
klarheit
in alles. Wohl jeder Deutſche, der dieſe furchtbaren Er=
eigniſſe
in München miterlebt hatte, wurde in den Strudel ge=
zogen
, am allermeiſten aber die Jugend, die Studentenſchaft und
ihre Organiſationen. Heute iſt jedoch nicht mehr die Frage, was
damals war, ſondern wenn wir trotz aller Rückſchläge weiter=
arbeiten
wollen für unſer Deutſches Reich der Zukunft, dann lau=
tet
heute die Frage: Was nun? Zu ihrer Beantwortung aber
iſt nötig, daß jeder Kreis und jede Organiſation ſich über ihre
eigentlichen Aufgaben klar werden, um weiter arbeiten zu kön=
uen
. Dieſe Notwendigkeit gilt auch für den Deutſchen Hochſchul=
ring
. Seine Aufgabe iſt nicht, im Kampfe der Parteien Stellung
zu nehmen, als Machtfaktor in die Ereigniſſe des Tages einzu=
greifen
. Seine Aufgabe iſt das Eintreten für die Einigung aller
Deuiſchen (deutſcher Abſtammung und Mutterſprache) zu einer
völkiſchen Gemeinſchaft. Dieſes Ziel kann der Deutſche Hoch=
fchulring
innerhalb der Studentenſchaft nur dann erreichen,
wenn er ſich den innerpolitiſchen Tagesereigniſſen fern hält.
Handelt es ſich bei dieſen doch nur um praktiſche Folgerungen
aus der Idee, deren Bejahung oder Verneinung nichts mit der
dee ſelbſt, ſondern letzten Endes nur mit politiſchen Zweck=
mäßigkeitserwägungen
zu tun hat. Zweckmäßigkeitserwägungen
werden häufig zu verſchiedenen Ergebniſſen führen, und die Ge=
fahr
liegt nahe, beſonders bei unſerem Temperament, hieraus
auch eine Verſchiedenheit der Gefinnung zu konſtruieren. Dies
macht aber jede wirkliche Zuſammenarbeit unmöglich.
Soll daher der Deutſche Hochſchulring ſein Ziel erreichen,
die Gemeinſchaft der völkiſchen Studenten zu ſchaffen, dann muß
er die Möglichkeit dazu nicht in der Stellungnahme zu politiſchen
Tagesfragen, wenn auch von noch ſo großer Bedeutung, ſuchen,
fondern in gemeinſamer Arbeit. Und dieſe gemeinſame Arbeit iſt
in reichem Maße vorhanden, auch wenn ich hier gar nicht auf die
Einzelgebiete, wie zum Beiſpiel Grenzlandarbeit uſw., eingehen
möchte. So wollen wir doch einmal ganz offen ſagen, daß über
die Ziele der völkiſchen Bewegung im einzelnen in ihrer ſtaat=
lichen
und ſozialen Auswirkung heute bei den allerwenigſten
wirkliche Klarheit beſteht. Und die iſt das A und O des Miß=
erfolges
. Denn mit Stimmungen, Geſinnungen und der gefühls=
mäßigen
Sehnſucht nach neuem kann man wohl Unruhe erzeu=
gen
, niemals aber durchgreifen, weil man eben praktiſch nicht
weiß, wozu. Wenn hier Wandel geſchaffen würde, wäre vielleicht
der jetzige Rückſchlag auch nicht ganz ohne Nutzen. Gewöhnt man
ſich doch ſonſt zu leicht an den Gedanken: Wenn heute die
ſchwarz=weiß=rgte Halenkreuzfahne auf dem Schloß weht, iſt alles
gemacht. Danin aber käme ja erſt bei der jetzigen geiſtigen
Fundierung die furchtbare Enttäuſchung. Nicht bloß auf die rein
nationale Führung des Reiches hinzuarbeiten, ſondern auch da=
für
zu ſorgen, daß ſie die Dinge ändern kann, das müßte ihre
Aufgabe ſein. Und hier hat der Hochſchulring und die nationale
Studentenſchaft ihre Pflicht zu erfüllen. Wir müſſen lernen und (eine eigene Wäſcherei geht ihrer Vollendung entgegen), ferner
nationalen Staat ſchaffen zu können. Staatspolitiſche Erziehung,
Eindringen in den Kreis völkiſchen Denkens, und zwar ohne
Phraſen, das müſſen wir im Hochſchulring vermitteln. Wir haben
in letzter Zeit ſo viel von der Tat geſprochen, daß wir darüber
die Vorbereitung, und beſonders die geiſtige Vorbereitung, faſt
ganz vergeſſen haben. Hier in ſeinem Wirkungskreis abzuhelfen,

iſt eine der Kauptaufgaben des Deutſchen Hochſchulrings.
Und doch wäre es völlige Verkennung unſeres jungen Wol=
lens
, wenn man uns allein auf die geiſtige Vorbereitung be= hieſigen Kontinentalbank zu überweiſen, die ſofort bei Empfang
ſchränken würde. Nicht bloß den Kopf und ſeine Schulung wol=
len
wir dem Dienſt der deutſchen Sache widmen, ſondern auch
unſere jungen Knochen. Die Zukunft muß ein kräftiges Ge=
ſchlecht
finden. Hier liegt die andere große Aufgabe eines Hoch=
ſchulringſtuſenten
. Die Ausbildung zur Wehrhaftigkeit verlan=
gen
wir von uns ſellſt und fordern ihre Ermöglichung vom laſſen. Seit dem 1. Januar d. Js. wird die Rentenmark hier
Staate, fordern ſie frei von innerpolitiſchen Bedingungen.
Wenn wir auf dem Boden dieſer Arbeit uns zuſammenge=
funden
haben, dann werden wir auch in der Lage ſein, zu grund=
legenden
Fragen als ein geſchloſſenes Ganzes Stellung zu nehmen.
Denn liegt unſere Aufgabe auch nicht im Eingreifen in die Tages=
politik
, ſo werden wir doch niemals ſchweigen, wenn die Grund=
fätze
un rer nationalen Einſtellung anggtaſtet werden. So iſt fügung geſtellt, und zwar in ſo anerkennenswerter Weiſe, daß
die Aus zeiſung des Auslanddeutſchen Kleo Pleyer wie auch die
C cün e immer ſein mögen, von unſerem grundſätzlich großdeut= überragt. Ferner ſind von der Danziger Bürgerſchaft für deut=
ſhen
Standpun’t aus auf das Schärfſte zu verurteilen, denn ein
Deutſcher iſt ein Deutſcher, mag er innerhalb der Reichsarenzen
geboren ſein oder nicht. Das iſt eine unſerer Grundauffaſſungen,
und wir finden es daher als unfaßlich, wie ein Deutſcher als ſchaft in Danzig eine vorläufige Unterkunft. Das Wohnungs=
läſtiger
Ausländer ausgewieſen wird. Wird dieſer Weg beſchrit=
ten
, ſo wird die großdeutſche Studentenſchaft wie ein Mann da= weitere Unterkunftsmöglichkeiten auf dem für ſtudentiſche Zwecke
gegen ſtehen; denn hier geht es nicht um Tagespoliti, ſondern ausgebauten Hagelsberg oder für Unterkunftsmöglichkeiten in

um grundſätzliche Fragen.

Die Oeutſche Akademiſche Olympia 1924
wurde vom Deutſchen Hochſchulamt für Leibesübungen für
den 18., 19. und 20. Juli in Marburg an der Lahn feſt=
geſetzt
. Das diesjährige Deutſche Akademiſche Olympia ſoll
nun nicht nur ein Turn= und Sportfeſt wie die jährlichen
Deutſchen Hochſchulmeiſterſchaften ſein, ſondern eine große
Kundgebung der geſamten deutſchen
Akademikerbewegung.
Was die Deutſchen Kampfſpiele 1922 für das deutſche Volk,
und beſonders was das Deutſche Turnfeſtin Mün=
chen
im vergangenen Jahre für die Deutſche Turnerſchaft
waren, das ſoll das kommende. Deutſche Akademiſche
Olympia für die deutſchen Hochſchulen und darüber hinaus
für die große Akademikerbewegung ſein.

Und noch eine Frage, die uns heute bedrückt, hängt aufs
engſte mit dem Weſen des Deutſchen Hochſchulringes zuſammen,
die Erhaltung des konfeſſionellen Friedens. Die Kriegsgenera=
tion
, die im Schützengraben ihr großes deutſches Gemeinſchafts=
leben
hatte, riß in der nationalen Arbeit alle Schranken nieder,
welche in den Jahren vor dem Kriege die deutſche Studentenſchaft
ſo unſelig trennten. Waffenſtudenten und katholiſche Atademiker
ſtanden nach dem Kriege in treuer Gemeinſchaft zuſammen in der
Arbeit für die deutſche Sache. Dieſes Zuſammengehen zu er=
möglichen
und zu erhalten iſt eine Aufgabe des Deutſchen Hoch=
ſchulringes
. Und wir Jungen, die ihn heute führen, und nicht
mehr im Kriege waren, werden unſere ganze Arbeit daranſetzen,
dieſes Vermächtnis der Kriegsgeneration zum Wohle Deutſch=
lands
zu wahren.
In der großen Erregung der Münchener Novembertage
wurde manches wieder erörtert. Aeußerungen fielen, welche die
katholiſche Studentenſchaft ſchwer verletzen mußten. Die katho=
liſchen
Studenten haben dieſe Angriffe eindeutig zurückgewieſen.
Der Deutſche Hochſchulring erklärt in einer Stellungnahme: An=
griffe
auf unſere katholiſchen Komilitonen
werden unſerem entſchiedenen Widerſtand be=
gegnen
. Dieſe Einſtellung kam nochmals auf einer Führer=
ausſchußſitzung
Anfang Januar in Berlin eindeutig zum Aus=
druck
. Nun iſt es aber auch an den katholiſchen Studenten, den
einmal ausgebrochenen Hader nicht weiter fortdquern zu laſſen.
Wir müſſen wieder zuſammenſtehen in der Arbeit des Deutſchen
Hochſchulringes, deren oberſtes Ziel die Geſundung Deutſchlands
iſt und der keinerlei Tummelplatz für konfeſſionelle Hetzen abzu=
geben
hat. Wer aber heute dieſen Hader wieder in unſere Reihen
trägt oder ihn ſchürt, der ſchützt nicht die Neligion, ſondern
treibt eine Politik, deren höchſtes Ziel die neuerliche Zerſchlagung
der nationalen Einheitsfront iſt; er treibt Landesverrat. Solche
Gedankengänge wollen in den Reihen des Hochſchulringes keinen
Eingang finden.
Wer da hofft, von außen her durch Hineintragung von Din=
gen
, die nichts mit unſerer Arbeit zu tun haben, den Hochſchulring
zu zerſchlagen, ſoll ſich in ſeiner Hoffnung getäuſcht ſehen. Wer
dieſe Beſtrebungen in unſeren Reihen aber ſelbſt unterſtützt, übt
Verrat an unſerer Sache.
Durch unſere religiöſe Einſtellung wird nie=
mand
auf einebeſtimmtepolitiſche Richtungfeſt=
gelegt
. Wer dies aber glaubt oder fordert, miß=
braucht
die Religion. Ich weiß mich hierin einig mit
anderen katholiſchen Studenten des Hochſchulringes, die man nie
von der völkiſch großdeutſchen Einſtellung abbringen wird und
hoffe bei den Waffen= und freien Studenten in dieſer Haltung
volle Unterſtützung zu finden durch das Vermeiden konfeſſioneller
Angriffe.

* Süddeutſcher Hochſchulaſſiſienten=Verband.
In dieſen Tagen hat ſich zur Wahrung der gemeinſamen Be=
lange
der wiſſenſchaftlichen Aſſiſtenten an den ſüddeutſchen Hoch=
ſchulen
ein Süddeutſcher Hochſchulaſſiſtentenver=
band
gebildet.
Es ſoll dadurch die Möglichkeit geſchaffen werden, wirkſamer
als dies bisher durch die Einzelverbände der Länder geſchehen
konnte und in dauernder Fühlungnahme dafür einzutreten, daß
auch die ſüddeutſchen Hochſchulaſſiſtenten in Bälde dieſelbe recht=
liche
und wirtſchaftliche Stellung erlangen, wie ſie in Nord=
deutſchland
ſchon längſt zur Selbſtverſtändlichkeit geworden iſt
und wie ſie allein den Aufgaben und der Vorbildung der wiſſen=
ſchaftlichen
Aſſiſtenten entſpricht.
Auch kann durch einen derartigen Zuſammenſchluß der in
einzelnen Ländern drohenden Gefahr eines ſchematiſchen Ab=
baues
an wiſſenſchaftlichen Inſtituten, insbeſondere des ſogen.
ſtillen Abbaues durch Nichterneuerung ablaufender Anſtel=
lungsverträge
oder Offenhaltung freigewordener Aſſiſtenten=
ſtellen
, tatkräftig und nachhaltig entgegengetreten werden,

Vom Hochſchulring deutſcher Art.
Hochſchulring und Leibesübungen.
Im Laufe der letzten Zeit erließ das Amt für Leibesübungen
des Deutſchen Hochſchulrings eine Kundgebung, der wir ſolgen=
des
entnehmen: Für die kommende Zeit ſtehen der deutſchen
ſtudentiſchen Jugend auf dem Gebiete der Leibesübungen ganz
beſondere Aufgaben bevor, die nur bei einheitlichem Zuſammen=
ſtehen
der geſamten nationalen Studentenſchaft erfüllt werden
können. Die politiſche Geſinnung in unſerem Volke iſt durch=
weg
nun wieder ſo weit gekommen, daß man Worte wie natio=
nal
und politiſch gebrauchen darf, ohne ſofort als einſeitiger
und mit Scheuklappen durch die Welt laufender Parteimenſch
angeſehen zu werden. Fa, der Wunſch nach ſtarker natonal=
politiſcher
Initiative in unſerem Volke iſt ſtark gewachſen.
In dieſer Zeit politiſcher Hochſpannung verſuchen die auf
dem Gebiet der Leibesübungen und Jugendpflege tätigen großen
Verbände und die Sportvereine noch immer, eine unpolitiſche
Jugenderziehung durchzuführen. Der deutſche Reichsausſchuß
für Leibesübungen und faſt alle ihm angeſchloſſenen Verbände
beeinfluſſen ſie in dieſer Richaung. Als Ausnahmen müſſen
hier die Deutſche Turnerſchaft, beſonders aber der Deutſche
Turnerbund von 1919 (Deutſch=Oeſterreich) und der Deutſche
Turnverband der Tſchechoſlowakei genannt werden. Auch das
Deutſche Hochſchulamt für Leibesübungen muß ſich jeglicher
nationalpolitiſcher Arbeit enthalten, da es alle Richtungen in
der Dozentenſchaft und Studentenſchaft vertreten ſoll und nicht
der ſo dringend notwendigen techniſchen Arbeit Schwierig=
keiten
entgegenſtellen kann.
Hier aber bietet ſich gerade für den geſamten Deutſchen
Hochſchulring ein unendlich weites Tätigkeitsfeld. Es iſt
die höchſte Zeit, daß die nationale Studentenſchaft ſich mit aller
Macht auf die Aufgabe wirft, die Pflege der Leibesübungen von
dem Standpunkte der nationalpolitiſchen Er=
ziehung
aus zu betreiben. Die körperliche Erziehung bietet
noch keinen Erſatz für die Militärdienſtzeit, wenn ſie nicht den
vaterländiſchen Gedanken aufs ſtärkſte bertritt.
Der Hochſchulring DeutſcherArt Berlin, veranſtaltet
z. Zt. in Verbindung mit dem Grenzlandamt des Deutſchen Hochſchul=
rings
eine größere Vortragsreihe, die es ſich ſpeziell zur Aufgabe gemacht
hat, die hiſtoriſch=politiſche Seite des Grenzproblems, wie die augenblick=
liche
politiſche, kulturelle und wirtſchaftliche Lage des Grenzdeutſchtums
zu beleuchten.

Kommilitonen!
Durch den Machtſpruch von Verſailles iſt Danzig von ſeinem
deutſchen Mutterlande losgeriſſen worden und mit ſeiner näch=
ſten
Umgebung in einen Freiſtat umgewandelt worden. Durch
dieſen politiſchen Schritt verſuchte der Feindbund, ein wertvolles
Stück deutſchen Kulturlandes dem deutſchen Reich zu entreißen,
eine alte deutſche Hanſeſtadt mit einem deutſchen Kulturkleinod,
das auf keinen Fall in fremdländiſchen Beſitz übergehen darf:
Die Deutſche Techniſche Hochſchule in Danzig.9 Die Danziger
Techniſche Hochſchule iſt mit ihren gut ausgebauten Abteilungen
für Chemie, Bauingenieurweſen, Schiffbau, Maſchinenbau, Elel=
trotechnik
, Architaktur und Allgemeine Wiſſenſchaften ( Mathe=
matik
, Phyſik und Wirtſchaftslehre. Wichtig für Oberlehrer!)
eine geradezu muſtergüſtige deutſche Hochſchule. Noch beſteht die
Mehrheit der in Danzig Studierenden aus Deutſchen. Es beſteht
aber die Gefahr, daß im Laufe der Zeit die Danziger Techniſche
Hochſchule durch Ueberſchwemmung von Polen und anderen
Oſtländern ihren deutſchen Charakter verliert. Das darf auf
keinen Fall eintreten! Die Aufenthaltsverhältniſſe für deutſche
Studenten i Danzig ſind ſo überaus günſtig, daß jeder von
Euch Kommilitonen doch eingehend erwägen ſollte, ob er nicht
im Intereſſe der deutſchen Sache auf einige Semeſter an die
Danziger Hochſchule geht. Danzigs Bevölkerung iſt in ihrer
überwiegenden Mehrheit deutſch (nach den im November ſtatt=
gefundenen
Wahlen 95 Prozent)! Die geſamte Lebenshaltung
iſt nach Ende November gemachten Feſtſtellungen infolge Dan=
zigs
wertbeſtändiger Valuta billiger als im Reich. Sie wird für
deutſche Studierende in Danzig noch in hohem Maße verbilligt
durch die Einrichtungen der Hochſchulwirtſchaftsgenoſſenſchaft
(H.W. G.). Die H.W.G. hat bisher eine Hochſchultüche, Kaffee=
küche
, Barbierſtube, Näh= und Flickſtube, eine Schuhmacherei
wieder lernen, vom Staat und ſeinem Weſen, um einmal einen einen Zeichenmittelverkauf und eine Büchervermittelungsſtelle
eingerichtet. Sie arbeitet dank der Unterſtützung durch Rektor und
Senat, die Geſellſchaft der Freunde der Techn. Hochſchule Danzig,
die deutſche Studentenhilfe Dresden und den Senat der Freien
Stadt Danzig, äußerſt billig. Als Zahlungsmittel für Danzig
gilt der Danziger Guden (2 Gulden gleich 1 Pfund Sterling),
ein Umſtand, der deutſche Kommilitonen durchaus nicht abſchrek=
ken
möge, Danzig aufzuſuchen. Es iſt den deutſchen Studieren=
den
möglich, Papiergeldſendungen auf telegraphiſchem Weg der
des Papiergeldbetrags dieſen in Danziger Währung umwechſelt
und den betreffenden Studenten gutſchreibt. Außerdem beſteht
ſeit Einführung der Rentenmark in Deutſchland die Möglichkeit,
ſich Rentenmarkbeträge durch die Poſt nach Danzig überweiſen
und den Betrag ſofort in Gulden umrechnen und auszahlen zu
in Danzig notiert und gehandelt. Bei geringſten Anſprüchen
beträgt für einen deutſchen Studenten in Danzig das Exiſtenz=
minimum
zirka 35 Goldmark. Die deutſche Bevölkerung von
Danzig hat zu Beginn des Winterſemeſters 1923/24 der deutſchen
Studentenſchaft in Danzig eine große Anzahl koſtenloſer Privat=
mittagstiſche
zur Verteilung an deutſche Studenten zur Ver=
das
Angebot die Nachfrage ſeitens der deutſchen Studenten weit
ſche Studenten zahlreiche verbilligte. Zimmer zur Verfügung
geſtellt worden.
i
Für jeden Neuankömmling beſchafft die Deutſche Studenten=
amt
der Deutſchen Studentenſchaft ſorgt dann ſpäterſin für
der Danziger Bürgerſchaft. Beſonders erwähnenswert iſt, daß

für bedürftige deutſche Studenten, die ſich auf irgend ein Hoch=
ſchuleramen
vorzubereiten beabſichtigen, und daher keine Zeit
zum Nebenerwerb übrig haben es kommen auch ſolche Stu=
denten
in Frage, die infolge der Papiermarkentwertung von
ihrem Vater nur auf ganz geringe Unterſtützung oder gar keine
rechnen können eine Darlehnskaſſe beſteht, die unter ſehr
günſtigen Bedingungen Gelder bis zu einer Höhe von 50 Gul=
den
(monatlich) auf beſtimmte Zeit verleiht. Gerade dieſe Dar=
lehnsmöglichkeit
erweiſt ſich augenblicklich in dieſer für deutſche
Studenten äußerſt kritiſchen Zeit als überaus günſtig. Möglich=
keit
zu praktiſcher Betätigung in induſtriellen Betrieben iſt in
jeder Hinſicht vorhanden, da großzügige induſtrielle Anlagen,
beſonders für Schiffs= und Maſchinentechniker, hier in Danzig
vorhanden ſind. Möge ſich jeder von Euch, der von dem Inhalt
dieſes Merkblattes Kenntnis erhält, genau überlegen, ob er im
Dienſte der deutſchen Sache nicht auch zur Erhaltung des deut=
ſchen
Charakters der Danziger Techniſchen Hochſchule dorthin
ſtudieren gehen könnte. Es wird niemanden von Euch gereuen!
Wer durch dieſes Blatt von den Aufenthaltsverhältniſſen für
deutſche Studenten in Danzig erfahren hat, möge in ſeinem
Kommilitonenkreiſe für Danzigs Hochſchule werben. Das Werbe=
amt
der Deutſchen Studentenſchaft in Danzig iſt jederzeit bereit,
weitere ſchriftliche Auskünfte zu erteilen.
Kommilitonen, kommt, wenn Ihr es irgendwie möglich
machen könnt, an unſere Danziger Techniſche Hochſchule und
unterſtützt uns Danziger Kommilitonen bei unſerer Arbeit für
die Deutſche Sache in Danzig!

Einreiſemöglichkeiten:

polniſche Viſum nicht erforderlich.
Für die Einreiſe Reichsdeutſcher (Oſtpreußen nur Perſonal
ausweis mit Lichtbild) nach Danzig wird benötigt ein deutſche
Paß oder Perſonalausweis mit Lichtbild ohne deutſches Viſut
mit Ausreifegenehmigung des für den Paßinhaber zuſtändige
Finanzamtes.
Die Fahrt kann erfolgen auf dem Landwege von Berlin au
ab 10.16 Uhr abends mit dem Korridorzug bis Marienburg. Vor
Marienburg aus beſteht Kleinbahnverbindung nach Danzig. An
Sonntag, Mittwoch und Freitag berkehrt ein beſchleunigter Klein
bahnzug ab Kleinbahnhof Marienburg 7.30 Uhr vormittags, an
Danzig 2.30 Uhr nachmittags. Montag, Dienstag, Donnersta
und Samstag verkehrt ein Perſonenzug ab Kleinbahnhof Marien
burg 8.30 Uhr morgens, an Danzig 3.35 Uhr nachmittags. Die
Einreiſe nach Danzig kann außerdem erfolgen auf dem Seewege
mit dem Paſſagierdampfer Odin. Jeden Montag und Don=
nerstag
fährt der Dampfer Odin ab Hafen Swinemünde gegen
6.30 Uhr abends. An genannten Tagen verkehrt zu dieſem Damp=
fer
vom Stettiner Bahnhof Berlin über PaſewalkDucherow ein
Eilzug mit direktem Endziel Swinemünde Hafen. Ankunft des
Odin in Danzig=Neufahrwaſſer Dienstag und Freitag gegei
11 Uhr vormittags. Der Dampfer Odin verkehr außerdem
zwiſchen Pillau und Danzig. Die Abfahrt erfolgt am Mittwoch
und Samstag von Pillau gegen 11 Uhr vormittags. Ankunft in
Danzig=Neufahrwaſſer gegen 3 Uhr nachmittags.
Studierende haben auf der Reichsbahn und Kleinbahn, des=
gleichen
auf dem Dampfer Odin 50 Prozent Fahrpreisermäßi=
gung
, die bei der erſten Einreiſe durch Reklamation zu erreiche.!
iſt. Daher Fahrſcheine zurückbehalten! Bei vorherigen Einſen=
dung
des Reifezeugniſſes wird auf Wunſch eine Beſcheinigung
für Fahrpreisermäßigung zugeſ dt.

Für die Schriftleitung der Hol ſchulbeilage verantwortlichs
Alfons Kemper, Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Rummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924.

PAL.ASA-HIUHHSPTEAA

HEUTE UNR FOLGENDE TAGE
Der griiste amerikanische
Gesellschafts- u. Sittenfilm

Die Presse schreibt

Kein Film hat bisher solch ein Auf-
sehen
in der ganzen Welt erregt, wie
Närrische Frauen. Jeder, der diesen
Fimm gesehen, einmal geseben, geht wie
betäubt davon und kann den Zweifel nicht
los werden, ob er wirklich etwas mit
seinen Angen erblickt hat, oder ob er
nicht selbst eine Figur des ganzen Dramas
war. Die Realistik, die vor nichts halt
macht, die so stark ist, daß man tatsäch-
lich
die Begebenheiten mit erlebt, konnte
nicht mit den üblichen Hilfsmitteln der
Kinematographie erreicht werden. Für
dieses in Bezug aut Sujet, Durchführung
und Anfmachung ganz eigenartige Werk
wurde die Summe von 2½ Millionen
Dollar ausgegeben, die bisher in der
Filmindustrie noch nicht für einen ein-
sigen
Film aufgewendet worden ist.
Die Photograpbie des Bildes ist un-
vergleichlich
. Bei den Aufnahmen waren
14 Operateure tätig, die gleichzeitig auf
14 Apparaten photographierten und nur
die besten Stücke wurden nach sorgfäl-
tigster
Kontrolle ausgesucht. Ein weiterer
Fortschritt auf diesem Gebiete ist un-
devkbar
.
Der Film hat seinen wohlverdienten
Siegeszug angetreten. In ganz Europa
wurde er mit einem sensationellen Erfolg,
der seinesgleichen sucht, anfgeführt. In
Amsterdam, Rom und London wurde
lieses grandiose Filmwerk in den größten
Theatern, acht Wochen bindurch, bei
ständig ausverkauiten Hänsern, ununter-
brochen
vorgeführt.
Niemand versänme es, sich dieses ge
waltige Werk anzusehen. (1707fsg

Die Photographie und Ausstattung dieses Films
ist unvergleichlich; das Spiel und der Wechsel von
Licht und Schatten, die Weichheit der Konturen ent-
zücken
jedes Auge. Fabelhaft schöne Nachtaufnah-
men
wechseln ab mit herrlichen Bildern aus dem
sonnigen Süden die ganze märchenhaſte Fracht
der Rrviera wird vor unseren Blicken lebendig.
Das Monte Carlo der Nachkriegszeit wird uns in
diesem Filme greitbar vor Augen geführt. Mit seinem
Glanz und seinen Lastern, mit seiner Liebelei, seinem
Spiel, mit seinem Betrug, seiner Schönheit, seinen
Königen und Hochstaplern und seinen

tollen Frauen!

Die prunkvollen Toiletten der Damen schillern
im künstlichen Licht des Kasinos. Kostbare Spitzen,
rauschende Seide ein internationales Stimmen-
gewitr
gedämpfte Geigenklänge, süß betänbende
Däfte. Der weltberühmte Spielsaal das Kling-
klang
des Goldes das Knistern der Banknoten auf
dem grünen Tische das Springen der Roulette-
kngel
feberhafte Erregung der Spieler: Wahrlaft
ein böllisches Paradies.

Ein Gesellschafts- und Sittendrama aus Monte Carlo,
dem Spieler-Paradies der mondänen Welt.
2 Teffe 12 Akte in einem Spielplan

Monte Carlo, die Perle der Riviera umspült von
den azurblauen Wellen des M.ttelmeeres. geküßt von
dam erfrischender Hanch der Alp ngletscher, Metro-
pole
der Fürsten und Hochstapler, der Aristokratie
und Halbwelt. Stadt der Liebe und des Betrugs.

Beide Teile
ine nem
Spielplan
12Aktel

In einein
Spielplan

Sakddd

Donnerztag, 21. Febr., abends 6 ühr
im Saalbau

Telephon 2505

Telephon 2505

Freitag und Samstag
Metzelſuppe
mit Konzert
Es ladet höflichſt ein (za71
Peter Steiger, Erbacherſtr. 11.

von Herrn Dr. med. Rhaban Liertz

23 Elisabethenstr. 23

Freitag u. Samstag

Jugendliche unter 18 Jahren haben keinen
Zutxitt. .. . (24248gm
Eintrittskarten bei Chriſtian Arnold,
Ernſt=Ludwigſtraße und an der Abend=
kaſſe
für Erwachſene Mk. 1.50, Studenten
und Schüler 50 Pfg.

Heute Freitag, den 15. Februar

Ausgewählte
SSthasblatterk
Orchester-Konzert

Rathausglöckchen

b. Meenzer Müller
Schuſtergaſſe 3
direlt hinter dem Rathaus. (e4304
Morgens Wellfleiſch, Brat= u. Knoblauchwurk,
Nachmittags friſche Wurſt. Schweinepfeſſer uſw.
täglich ab 5 Uhr Konzert
des berühmten Wiener=Schrammel= Dugs
unter Leiſtung des Herrn Konzertmeiſters 9ch2,

Fotel Schmitz

Rheinstraße 50 Telephon 192
Täglich ab 8 Uhr: (581a
Unterhaltungsmusik
Jeden Samstag, Sonn- u. Felertag:
Künstler-Konzert

Heute Samstag

FIITEITTTITTTTTT

Leitung: L. Bauer

L. Fiſcher ( zu5
EckeDarm-u. Beckſtr. /Boogstreppe)

Heſſiſches Landestheater=Kleines Haus
Sonntag, den 17. Februar, vorm. 11 Uhr
Vergnügliche Matinee
Hans Reimann
Aus dem Programm: Trinklied (mit
Muſik von Erich Einegg)-Fiſcherkind
von Norderney imit Muſik v. Rich.
Wagner Raſſenverhunzung (mit
Muſikv. Erich Einegg)=Im Monden=
ſchein
(mit Muſik vom Verfaſſer)
Männergeſangvereinsvolislied (mit
Muſikv Erich Einegg)=Wien, Wien,
nur Du allein=Küken=Anekdoten
vom Geenij uſw.
(1739
Preiſe der Plätze: 1., 2., 3. Mk.

uraememneteerreirmin wrnetirerminenerwieerientetemeweewteteietierntrineeteeteterrtetetetetetereivtimnewwtte
Pilsner Urauell‟ Kulmbacher Biere
(ärztl. empf) Wiener Kronen-Doppelbier
zmmisteietewtFeuisteistetsteivestiseeeivetetesetietestetstieteteseis ewietetetstetetssteisewteteevtetistetstetstetetststeatwime

Samstag, den 16. Februar 1924,
Großes Schlachtfeſt.
Mittag= und Abendtiſch von 35 Pf. an
2½o Glas Pfungſtädter hell nur 14 Pf.
Es ladet freundlichſt ein
(411
Math. Britz
Victoriaſtraße 100.

Klavierkünstler Im Finkennest‟ Mocca / Liköre
(*4262

Landestheater.
Großes Haus.
Freitag, 15. Febr.
Keine Vorſtellung.

G. O H. Wagner
Kunſthandlung 1123
Eliſabethenſtraße Nr. 2

Gematbe

Zweiſchenwaſſer, 48% ½, Fl. Mk. 3.60
Kirſchwaſſer, 48/ 1.Fl. Mk. 3.75
Weinbrand . . . . . . 1/ Fl. Mk 3.00
Weinbrand Verſchnitt ½/, Fl. Mk. 2.50
Rum und Arrak V. .1/Fl. Mk. 3.50
Alle Liköre .. . . ." Fl. Mk. 4.00
Weiß= und Rotweine billigſt.
Wirte Extra=Rabatt! (1736) Kein Laden!
S. Lehmann, Hoffmannſtr. 12.

Freitag

Kleines Haus. (F1744
Lieder=Abend
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und Wolf.
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Dienstag, 19. Febr.,
18 Uhr
im Mathildenhöhſaal
Fogchim v. d. Goltz
EI Vortrag einer
1258
Dichtung.
fen Für Mitglieder Hei=
zuugszuſchlagskarten

zu 30 Pfg., für Nicht
mitglieder Karten zu
1,2 u. 3 Mk. bei Buch=

Freitag

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Mühlſtraße 40, 1. St. Karlſtr. 35, ( 4065mak

Kassenöffnnng:
3 Uhr 1. Vorstellung:
3½ 36 Uhr 346 8 Uhr 2. Vorstellung: Abend-Vorstellung:
8 10½ Uhr [ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblaft

* Deutſche Erdöl=A.=G.
Die Geſellſchaft, einer der größten, wenn nicht der größte
deutſche Erdöl= u. Braunkohlen=Conzern, zu dem im
vergangenen Jahre noch ein Steinkohlen=Unternehmen ( Ge=
werkſchaft
Graf Bismarck) getreten iſt, beging im vergangenen Monat
ihre fünfundzwanzigjahr ge Gründungsfcier. Am 10. 1. 1893 wurde die
Geſellſchaft als deutſche Tiefbohr A.=G. mit dem beſcheidenen Kapital
von Mark 400 000 gegründet und hat im Jahre 1911 ihren jetzigen Namen
angenommen. Eine gelegentlich der Feier herausgegebene kurze Gedenk=
ſchrift
ſchildert in anſchaulicher Weiſe das allmähliche Wachſen der Ge=
ſellſchaft
und die Bilduag des Conzerns, zuerſt durch Zuſammenfaſſung
von in gleicher Richtung tätigen Geſellſchaften und ſpäter durch vertikales
Ausbauen von Unternehmungen, die bei der Verarbeitung der gewon=
nenen
Rohſtoffe bis in ihre feinſte Veredelung und für den Bezug und
Vertrieb der Erzeugniſſe aufeinander angewieſen ſind. So iſt das mäch=
tige
Gebilde entſtanden, das der Conzern der D.E.A. heute darſtellt. In
ihrer Entwicklung ſpiegelt ſich die Geſchichte Deutſchlands in den letzten
fünfundzwanzig Jahren wieder. Fünfzehn Jahre der Blüte deutſcher
Induſtrie, mehr als vier Jahre Krieg, mehr als fünf Jahre eines Frie=
dens
, der kein Friede iſt und deſſen verhängnisvolle Folgen ſich mehr
und mehr auswirken. Dennoch erwies ſich die Geſellſchaft jederzeit als
vorausſchauend und traf rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen, um
neue Tätigkeitsgebiete in Angriff zu nehmen, neue Wege einzuſchlagen
und Schlimmerem vorzubeugen, ſo lange es noch Zeit war. Dies ge=
ſchah
bis in die allerletzte Zeit hinein. Die deutſche Tiefbohr A.=G. be=
tätigte
ſich zu Anfang hauptſächlich im Bohren auf Kali und Steinkohle
für eigene und fremde Rcchnung und hatte hierbei erhebliche Erfolge
zu verzeichnen, bis das im Jahre 1905 erlaſſene Mutungs=Sperr=Geſetz
die Bohrtätigkeit in Deutſchland in höchſtem Maße einſchränkte. Dies
veranlaßte die Geſellſchaft, ſich dem Erdöl und zwar zunächſt in
Deutſchland zuzuwenden, wobei ſie auf dieſem Betätigungs=
felde
derartige Erfolge erzielte, daß ſie durch Er=
werbungen
und Zuſammenfaſſungen von Unter=
nebmungen
bereits im Jahre 1910 über 90 Prozent der
geſamten deutſchen Erdöl=Förderung und über die
zu deren Verarbeitungen notwendigen Naffine=
ien
verfügte. Nunmehr wandte ſich die Geſellſchaft auch dem
Auslande zu, erwarb erhebliche Beteiligungen an galiziſchen Roh=Oel=
Raffinerien und Pipeline=Unternehmungen, übernahm die maßgebenden
Beteiligungen der Gruppe Disconto=Geſellſchaft Bleichroeder, den drei
rumäiſchen Erdöl=Geſellſchaften und ſchuf ſich durch Erwerb der Oeſter.

Brderderidie ud den Fr. Aaſdeien besdäich de Auetrſenf=
Abſatzes geführt worden war. Gegen den Entwurf eines Geſetzes zur
Einführung des Petroleum=Monopols im deutſchen Reiche trat die Ge=
fellſchaft
bekanntermaßen in energiſcher Weiſe auf, nicht nur; weil es
ihr unter den damaligen Verhältnien =unmöglich ſchien, die Leucht=
Oel=Verſorgung Deutſchlands ohne, oder gar gegen die Standard=Oel=
Gruppe in ausreichendem Maße ſicher zu ſtellen, ſondern auch, weil in
kuger Vorausſicht die gewaltig anwachſende Bedeutung der Erd=Oel=
Erzeugniſſe für die Wirtſchaft erkannt wurde. Als der Krieg ausbrach
und Deutſchland damit von Amerika ganz, von Rumänien zum Teil ab=
geſchnitten
war, wurde in den deutſchen Erd==Oel=Betrieben und Raffi=
nerien
der D.E.A. das Möglichſte geleiſtet, um die Gewinnung von Roh=
Oel und Erzeugniſſen auf ein Höchſtmaß zu ſteigern und namentlich für
den Bedarf des Heeres, der Marine, der Eiſenbahn und der Jnduſtrie
an Schmiermitteln und Betriebsmitteln zu ſorgen. Bahnbrechend
ſind dabei die Erfolge geweſen, welche die D. E.A. durch den Bau von
Schächten, ſowohl im Elſaß, wie in hannoveraniſchen Betrieben er=
zielt
hat. Die bei der Erſchließung von Oel=Lagerſtätten durch Schacht=
bau
eingegangenen gänzlich neuen Methoden haben insbe=
ſondere
in den Vereinigten Staaten, dem für die Petxoleum=
Produktion maßgebendſten Lande großes Aufſehen erregt und es iſt zu
exwarten, daß in abſehbarer Zeit die dortigen Produzenten das von der
DE.A. ausgebildete Verfahren zur Anwendung
bringen werden und daß ſich dadurch der DG.A. ein
neues weites Betätigungsgebiet erſchließt. Anderer=
ſeits
mußte bei dem beſchränkten Erd=Oel=Vorkommen in Deutſchland
berſucht werden, das Bitumen der Braunkohle in weiteſtem
Maße zur Herſtellung von Oel=Erzeugniſſen auszunützen. Im
Jahre 1916 begann deshalb die DE.A. ſich Braunkohlen= Gru=
ben
und Werke anzugliedern und iſt auf dieſem Wege ſeither ſoweit
fortgeſchritten, daß ſie im Jahre 1922 4,2 Prozent der deutſchen
Braunkohlen=Gewinnung und 6,5 Prozent der deut=
ſchen
Brikett=Herſtellung in ſich vereinigt hatte.
Gleichzeitig mit der Erwerbung der erſten Braunkohlen=Unternehmungen
wurde zur Errichtung großer Generatoren=Anlagen zur
Urteer=Gewinnung in Sachſen, ſowie zum Bau einer Mine=
ral
=Oel=Fabrik in Roſitz b. Altenburg geſchritten, die unter An=
wendung
der neueſten Verfahren aus dem anfallenden Urteer Heiz= und
Treib=Oel, Schmier=Oel, Paraphin uſw. herſtellen ſollte. Beſondere
Sorgfalt wandte die Geſellſchaft neben der Petroleum=Forſchung dem
wiſſenſchaftlichen Studium der Braunkohlen=Chemie und den mit ihr zu=
ſämmenhängenden
Fragen zu; ſie errichtete deshalb eine beſondere
Verſuchs=Anſtalt in Mariendorf b. Berlin und verwandte die
Ergebniſſe der Erforſchung ſofort in ihren Naffinerien. Die elſäſſ. und

ande

45. Februar 1924 Nr. 46

ausländiſchen Unternehmungen hatte die Geſellſchaft infolge des unglück=
lichen
Ausganges des Krieges verloven. Neue Erwerbungen waren im
Auslande nur unter Beteiligung fremder Mittel und unter anderer Form
als der bisherigen möglich. Deshalb beteiligte ſich die D.E.A. an der
Gründung der Internationalen Petroleum=Union
Zürich, die ſich in der argentiniſchen und mexikaniſchen
Erd=Del=Gewinnung betätigte. Nachdem das damals Erſtrebte
erreicht war, gelang es, unter Mitwirkung der Geſellſchaft die Mehr=
heit
ihrer Aktien wieder aus den Händen der Jpu in deutſche
Hände zurückzuführen während ſie mit ihren Erfahrungen und tech=
niſchen
Mitteln die in Argentinien und Mexico arbeitenden Tochter= Ge=
ſellſchaften
der Jpu unter gleichzeitiger Beteiligung wei=
ter
unterſtützt. Ein neuer Schritt vorwärts erfolgte im Jahre 1933 da=
durch
, daß dem D.E.A.=Conzern die Mehrheit der Kuxe der Ge=
werkſchaft
Graf Bismarck zufloſſen, die über beſon=
dere
Bitumreiche Steinkohlen verfügt. Mit dieſem
Schritt wurde eine Brücke von der Braunkohlen=Chemie zur Stein=
kohlen
=Chemie geſchlagen und damit höchſt hoffnungsvolle
Ausblicke auf weitere Erfolge eröffnet. Vorausſchauend hat
ſich die Geſellſchaft auch in dem vergangenen In=
flationsjahre
gezeigt. Auch ſie hat zwar ihr Kapital erhöht,
aber von den bis heute ausgegebenen 450 Mill. Mark Aktien ſind
bekanntlich 200 Mill: Schutzaktien mit 25 Proz. Einzahlung,
während der größere Teil der Reſerveaktien ſich noch
heute im Beſitze der Geſellſchaft befindet und für die
weiter zu erwartende Angliederung zur Verfügung ſteht. Die tat=
ſächlich
ausgegebenen Aktien haben faſt ausſchließlich zu fruchtbringen=
den
Neu=Erwerbungen geführt. So ſteht nun die D.E.A. am
Schluſſe des fünfundzwanzigſten Jahres ihres Beſtehens da als ein ge=
waltiges
Gebilde mit Erd=Oel=Braunkohlen= und
Steinkohlen=Betrieben, Bohr= und Schachtbau= Un=
ternehmungen
, Maſchinen=Fabriken Raffinerien,
Kerzen=, Wachs= und chemiſch=techniſchen Fabriken,
Umſchlags=Anlagen und Transport= Unterneh=
mungen
und ſchließlich eine ganz Deutſchland und
Zeile des Auslandes umfaſſende Verkaufs= Orga=
niſation
. Von ber Gewinnung des Rohſtoffes, ſei es Erdöl= oder
Rohkohle bis zum Verkauf an die Großverbraucher und Kleinhändler,
ſei es in Form von Heizöl, Treiböl, Schmieröl, Benzin, Benzol, Petro=
leum
, Paraphin=Kerzen, künſtleriſchen Wachsgebilden uſw. iſt alles in ihr
vereinigt.
Warenmärkte.
wb. Amtliche Notierungen der Frankfurter
Börſe, Abteilung Getreide, vom 14. Febr. (Getreide Hül=
ſenfrüchte
und Biertreber ohne Sack; Weizenmehl, Roggenmehl und
Kleie mit Sack.) Preis je 100 Kilogramm. Weizen, Wetterau 18,00

Mais, La Plata 18,5019. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 14. Februar. Der
Nebenmarkt hatte einen Auftrieb von 4 Ochſen, 6 Frſen und Kühen,
832 Kälbern, 106 Schafen und 401 Schweinen. Notiert wurde nach Gold=
mark
für den Ztr. Lebendgewicht. Kälber: Klaſſe b) 5060, c) 4550
() 4045; Schafe: a) 4045, b) 3036; Schweine im Gewicht von 80
Eis 100 Kg. 6570, unter 80 Kg. 6065, von 100 bis über 150 Kg. 7075,
Sauen und Eber 6070, Kälber und Schafe notierten teilweiſe etwas
höher, dagegen behaupteten Schweine die Preiſe des Hauptmarktes vom
11. Februar. Marktverlauf: Flotter Handel; ausverkauft.
* Mannheimer Produktenbörſe. Die Stimmung an
der Produktenbörſe war ruhig. Die Umſätze hielten ſich angeſichts der
durch ſchlechten Mehlabſatz bedingten Zurückhaltung der Mühlen in
engen Grenzen. Befeſtigt waren nur Braugerſte und Kleie. Verlangt
wurden für die 100 Kg. bahnfrei Mannheim: Weizen, inländ. 1919½,
ausländ. 20½21, Roggen, ausländ. 17½, Gerſte 1920½, Hafer 143,
bis 15½, Mais 183419, Weizenmehl Spezial 0 bei der zweiten Hand
3734; die Mühſenforderung wurde auf 2824 ermäßigt; Roggenmehl war
mit 2424½ Mark erhältlich.
* Mannheimer Kleinviehmarkt. Zum Kleinviehmarkt
am Donnerstag betrug der Auftrieb 85 Kälber, 102 Schweine und 759
Ferkel und Läufer. Verlangt wurden pro 50 Kg. Lebendgewicht: Kälber
4658, Schweine 5466, Ferkel und Läufer pro Stück 825 Mark. Ten=
denz
: ruhig; Kälber langſam, geräumt, Schweine, Ferkel und Läufer nicht
ausverkauft.
wb. Berliner Produktenbericht. Die Preisänderungen
am Produktenmakte waren nur unbedeutend. Die Käufer beobachteten
vorſichtige Zurückhaltung angeſichts der matten Auslandsnotierungen.
Roggen wurde ziemlich reichlich angeboten und die höchſten Preiſe waren
nur für die nächſte Stationen zu erreichen. Gerſte war ruhig, nur gute
Braugerſte war gefragt. Hafer war für die Küſte begehrt, aber nach
dorthin nicht höher zu verwerten.

erzielen. Es kagen jedoch auch heute keine beſonderen Anregungen
vor. Die Deviſen kamen unverändert zur Notiz und im Einklang hier=

Mid WDei Grchie e Seaiſtelenteiet. Fe ne e
öffneten und zurNotiz auß 4 zurückgingen. AmMontanaktienmarkt waren
Mannesmann ſtärker ge cht. Chemiewerte waren leicht gebeſſert,
elektr. Werte gut behauptet. Maſchinen und Autowerte leicht anziehend.
Von Bankaktien waren Berliner Handelsgeſellſchaft geſucht. Am Ein=
heitsmarkt
machte ſich Intereſſe für Armaturen Hilpert u. Voltohm
Seil= und Kabelwerke bemerkbar, ferner fanden Baſt=Nürnberg, Hydro=
meter
und Schnellpreſſen=Frankenthal größere Beachtung, letztere auf
Kapitalserhöhungsgerüchte hin. Der freie Verkehr hatte lebhaftes Ge=
ſchäft
Chem. Remy hauſſierend 1,45 bis 1,42½ bis 1,45. Sonſt hörte
man hier: Beckerſtahl 11½, Beckerkohle 12, Benz 62/, Brown Boveri
3½½, Contibank 0,35, Georgi 0,775, Growag 0,375, Holfatia 2,6, Kahſer
Waggon 0,9, Kreichgauer Maſchinen 0,6, Krügershall 14, Memeler
Bellſtoff 105, Mez Söhne 7½, Kabel Rheydt 11½/., Tiag 32/0, Ufa 10½
wb. Berliner Börſenſtimmungsbild. Der Börſenver=
kehr
konnte bei Beginn ein freundlicheres Ausſehen gewinnen, weil die
geſtern drückenden Verkäufe ſich nicht geltend machten, was man daraus
erklärte, daß die Geldbeſchaffung zur Deckung der Verpflichtungen, die
aus den Veruntreuungen bei der Deutſchen Girozentrale erwachſen ſind,
nunmehr beendigt iſt. Kleine Beſſerungen überwogen, größere Umſätze
fanden aber nur in vereinzelten Werten ſtatt. So wurden Deutſche
Werke vielfach gekauft, weil man aus der Goldbilanz eine dorteilhafte
Bewertung der Aktien zu entnehmen glaubt. Ferner ſtellten ſich Scheide=
mann
, Drahtloſe Ueberſee ſowie auch J. D. Riedel höher. Im allge=
meinen
waren auch die Kursveränderungen nicht erheblich und bald fiel
der Verkehr wieder der gewohnten Luſtloſigkeit anheim, die auch ein
leichtes Abbröckeln der Kurſe wieder zur Folge hatte. Bankaktien blieben
im allgemeinen gut behauptet. Deutſche Anleihen hatten ungleichmäßige
Kursbewegung. Der Geldmarkt war eher leichter. Die Zinsſätze ſtellten
ſich auf 1½s Prozent und darunter pro Tag. Das Deviſengeſchäft ge=
ſtaltete
ſich außerordentlich ruhig. Die Anforderungen waren normal.
Für die Hauptdeviſen mit Ausnahme von Neu=York konnte die Zuteilung
etwas erhöht werden.
Oeviſenmarkt.
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich als 1000 Mk.

Börſen.

* Frankfürter Börſenbericht vom 14. Febr. (Eigener
Bericht.) In der heutigen Vörſe herrſchte eine etwas freundlichere
Stimmung und das Kursniveau war im ganzen gut behauptet. Eine
Reihe von Werten vermochte ſogar auf Rückkäufe kleine Beſſerungen zu

We Wie
Wie Amſterdam=Rotterdam- 1371063000. 1578937000. 1571063000. Nſch Brüſſel=Antwerpen ..... 763590000. 1644 10000. 159600000. 160400009. Chriſtiania. 564585000. 567415000.1 St585000. 567415000. Kopenhagen: Ri6330000. 6696 70000.3666330000. 669670000. Stockholm 4101240000. 1106760000. Hior240000. 1106760000. Heiſingfors 105735000. 106215000. 1105735000. 106265000. Italien 184538000. 185462000.k184538000. 185462000. Lonvon 180547,0000., 1814 250000. 18054750000. 18145250000. Rew=York 4189500000. 4210500000. 14189500000. 4210500000. Paris. 191520000. 192/80000. 187530000. 188470000. Schweiz 720173000. 732827000. 230170000. 738430000. Spanien. 533663000. 536337000. 5346 0000. 537340000. Wien (i. 59351. 59311. 59049. Pre ei685000. 122305000. frau695000. 22305000. Gubape 147630. 148277 147630. 148370. Buenos=Ai 1404 80000. 1141152/000. 140 480000. 1411520000. Bulgarien 1521000. 31673000.1 31521000. 31679000. Japan 1895250000. 1904750000 h895250000. 1904750000. Rio de F 498750009. 501250000. 498750000. 50 1250000. Belgrad. 50872000. 50128006. 508 72000. 51138000. Liſſabon,
:.. 124687000. 125313000 f124687000. 125313000.

Geeliner Kurſe. (Eigene teiegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000.

Akiengeſ. für Anilinfr
Aſchaffenburger Zellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch
Berl.=Anhalt=Maſchiner
Berl. ſ.Elektr. W. vorzi
Bismarckhütte
Braunkohlen=Briketts
Bremer Vulkan
Wolle..
Chem. Hehden
Weiler
deutſch=Atlant
ſeutſche Maſchine
deutſch=Niebld. Tel.
Deutſche Erdöl,
Deutſche Petrole,
Dt. Kaliwerke
Dt. Waffon u. Munit
Donnersmarckhütte
Dynamit Nobel
Elberfelder Farben.
Elektr. Lieferung
R. Friſter
Gaggenau Vorz.
Gelſenk. Gußſtahl
Geſ. f. elektr. Untern..
Halle Maſchinen
Han. Maſch.=Egeſt.. ..
Hanſa Dampfſch. . ..

3. 2.
36500
37000
14000

37000
100000
76000
8060
20500
1500
75000
27500
60500
136750
300
24400
21500

4.
31750
37500
39900
13000
12000
70000
37000
98000
76000
8750
19
334
10750
43000
74500
26000
6200
134500
75000
187
2000
26100
7400
3000
3550
17375
30000
136000
21750

Hemoor Zement ..
Hirſch Kupfer ...
Höſch Eiſen..
Hohenlohe Werke.
Kahla Porzellan
Lindes Eismaſch.
Lingel Schuh
Linke u. Hofmann
L. Loewe u. 4
C. Lorenz
Meguin
Niederländiſche
Nordd. Gumn
Orenſtein.
Aultncee Rngge
Rombacher Hütten
Roſitzer Zucker
Rütgerswerke
Sachſenwerk
Sächſiſche Guß
Siemens Glas
Steaua Romana.
Thale Eiſenhütte
Ver. Laufitzer
Volkſteb
Wi
Weſtf. Eiſ
Wittener Guß
Wanderer=Wer

13. 2.
21800
42250
59000
54250
2100
10400
4750
38000
59500
9750
37000
59750
350
5600
31750
60000
24250
3375
46000
36125

B
17250

Lann
15000

14. 2.
70500
4500
5250
54000
21060
10300
4600
39000
59250
35000
59000
1200
24500
14750
30600
22750
46000
36500

250
16250
27000
42500
15009

Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Frau
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.

vom 14. Februar 1924.

Europäiſche Staatspapiere.
a) Deutſche.
50 Reichsanleihe ..... . . ... . 0,142:

........"
5½
.......
Dollar=Goldanleihe. ..........
Dollar=Schatzanweifungen
Dt. Schatzanw. K Ausg. 1v. 23
K IIv. 23
K Tv. 24
TTv. 24
K
4½% I. u. V. Schatzanweiſg.
4½GHI.IK.
4½ Dt. Schutzgebiet v. 0,8-11u.13
v. 14
Spawprämienanleihe ........."
Zwangsanleihe ........... . .."
4% Preuß. Konſols ........."
3½% ..
......
8 Bad. Anl. unk. 1935 .....
v. 1907 .......
4½ Bahern Anleihe ........."
Sefſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rc. 26 ...
8168 Heſſen Reihe XKXfI.
untilgb. b. 28 .... .. ..... . .."
4½ Heſſen unk. 1924.. . . . . . ..."
3½% ................."
......
4½ Württemberger .........."
b)Ausländiſche.
Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
b. 1902 .........
....
Bulgar Tabak 1902,......
Griech. Monopol ....."
½8 Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 .........."
4½% Oeſt. Schatanweiſ., ſtfr.
b. 1914 .............."
40 Seſt Goldrente .........
4½ einbeitl. Rente ....
5% Rum am. Rente v. 03....
* Goldrente v. 13 ....
am. Goldrente konv.
am. v. 05 ....."

Türk. (Admin.) v. 1903..
(Bagdad) Ser. I
HI.."
v. 1911. Zollanl. ...
65 Ung. Staatsr. v. 14 ..
Golorente ......."
Staatsr. v. 10 ...."
4% . Kronenrente ......

13. 2. 14 2. 0.158 42 12 60 60 60 60 M 65 65 44 1. 3 M 3,50 0.,45 05 0.38 0.42 065 0,68 0,65 42 4,2 0,9750 0,9750 0,6 0,61 (i. 4,5 Pla 135 1.3 11 27 45 3 2,6 15.5 13,5 132 12218 12,5 5,25 8,6 18

Außereuropäiſche.
5% Mexik. amort. innere .... .."
ſ. äuß. v. 99.. . ..
ol- v. 04, fffr. ...
i. inner ...
ſonsanleihe
Serie l....
ohne Umſatz, Krativniert,

Oblig. v. Transportanſt.
4% Cliſabethbahn ſtfr. . .....
48 Gal. Carl Luidw.=Bahn. . . .
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. ..
2,6%, Alte Oeſt Südb. (Lomb.)
2 6%Neu=
48 Oeſt. Staatsb. v. 1883 ....
1. b. 8. Em..
3% Oeſt.
9. Em. ....
v. 1885 ....
326 Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz,
42 Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
% Anatolier I
.....
Salon. Conſt. Fonction ...
326 Salonique Monaſtir ......
5% Tehuantepec. . . . . . . . . . . ."
4½8 ..
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
% Badenw. Kohlenwertanl.
6% Heſſ. Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
Roggenwert=Anl.
5½ Sächſ. Braunk.=Anl. Ser. Iu, fi
5% Südd. Feſtwertbl. . . . . . . . .
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Bankverein. . ........
Bayer Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft . . .
Commerz= und Privatbank ..
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank ...."
DeutſcheEffekten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. ..
Deutſche Vereinsbank ........"
Disconto=Geſellſchaft ........."
Dresdner Bank. . ... .. . . .. .
Frankfurter Bank ....... ...
Hypotheken=Bank.
......
Metallbank.
Mitteldeutſche Creditbank. . . . ..
Oeſterreichiſche Ereditanſtalt ...
Reichsbank= Ant. .. ..... .."
Rhein. Creditban ...........
Hypothetenbank.
Süfdeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ...................
Wiener Banlverein .........."
BergwerkseAkiſen.
Berzelius .................."
Bochumer Bergb. ..........."
Bußens..... .. ..........."
Dt. Luxemburger ............"
Eſchweiler Bergwerké=Akt. . ...
Gelſenkirchen Bergw. .... .. .."
Harpener Bergbau .........."
Kaliverke Aſchersleben ......."
Salzdetfurth ... . .. .
Beſteregeln ......"
Kiöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren ........"
Mausſelder ................"
Oberbedarf .. .. . ............"
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ......"
Stavi Minen u. Eb.=Ant. ....
Phönix Bergbau ........"

13 2 14 2 19. 32 85 4,75 10 16 16,75 12 39 4.25 2.1 1.8

3.45
5,5

95
12
0.515

36,5

Rhein. Stahlwerke ...........
Riebeck Montan. . . . . . . . . . . .."
Rombacher Hütte. . . . . ..
Tellus Bergb.= u. Hütten=Akt. ..
Ver. Laurahütte . . . . . .... . ...
Aktien induſtr. Umternehmung.
Brauereien
Henninger Kempf=Ster. . . . . .
Lowenbräu München ........"
Schöfferhof (Binding)........"
Werger ..

Mi M
Adler & Oppenheimer ......."
Adlerwerke (v. Kleher) ......."
A. E. G. Stamm. . . . . . .
6%. Vorzug Lit. A ...
5% Vorzug Lit. B...
Amme Gieſecke & Konegen ....
Anglo=Continental=Guano .. . .."
Anilin Bin.=Treptow... . . . . .
Aſchaffenburger Zellſtoff....."
Badenia (Weinheim) .... ...."
Badiſche Anilin=n. Sodafabrik.
Bad. Maſchf. Durlach ........"
Bad, Uhrenfabr. Furtwangen..
Baldur Piano. ... .. . . . . . . . . ."
Baſt Nürnberg .............."
Bayriſch. Spiegel .........."
Veck & Henkel (Caſſel) ......."
Bergmann El. Werke .... . . .
Bing. Metallwerke ........
Brockhues, Nieder=Walluf.....
Cementwert Heidelberg.... ...
Karlſtadt ........"
Lothringen (Metz).
Chem. Werke Albert. ...... ..."
Griesheim Elektwn ....
Fabrik Milch .........."
Weiler=ter=mer ........"
...
Daimler Motoren ...
Deutſch. Eiſenhandel Berlin ..
Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt.
Dingler, Zweibrücken .. ......"
Dresdener Schnellpreſſen ...."
Dürkoppwerk (Stamm) ......"
Düſſeld. Ratinger (Dürr) ....."
Dyckerhof & Widm. Stamm .. .
Eiſenwerk Kaiſerslautern ....."
L. Meher fr. ... ..."
Elberfelder Farbw. v. Baher ..
Kupfer= u. Meſſingw.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. ......"
Licht und Kraft . ......
Elfäſſ. Bad. Wolle. . ..........
Emag, Frankfurt a. M.. . . . . ..
Email. & Stanzw Ullrich ...."
Enzinger Werke .............
Eßlinger Maſchinen .........."
Ettlingen Spinnerei ........
Faber, Joh., Bleiſtift ........"
Faber & Schleicher .........."
Fahr, Gebr., Pirmaſens ....."
Felten & Guilleaume, Carlsw.. .
Feinmechant (Jetter). . ......
Feiſt Sektkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas... .. . . . .. . .."
Frankfurter Hof ........"
Frf. Maſch. Pokorny & Wittel.
Fuchs, Waggon Stamm .. . .."
Sanz, Ludwig, Mainz ......

13. 2. 14. 2. 45 315 26 25.5 3. 101 1* 14,6 6,8 5,25 5,25 25,75 27,5 1s 41 218 27,5. 120 B5 1. 6.25 3e

Gelliung E Cie. .............
Germania Linoleum .. . . .. . .."
Gelſenkirchen Gußſtahl .......
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon.............."
Greffenius, Maſchinen Siamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. ..
Grün & Büfinger
Hammerſen (Osnabrüch ..
Hanfwerke. Füſſen
Heedernheimer Kupfer .....
Heyligenſtaedt, Gießen ......."
Hilpert Armaturenf. . . . . . . . . .
Hindrichs=Auffermann. . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ........
Hoch= und Tiefbau .........."
Höchſter Farben ............."
Holzmann. Phil. .... . . ......"
Holzverk.=Induſtr. .. . . .. . . . ..
Hydrometer Breslau ......."
Angg
.........
Junghans Stamm . . . . . .. . . ..
Karlsruher Maſchinen ........
Klein, Schattzlin & Becker ....
Knorr, Heilbront . ..........."
Kolb & Schüile Spinn. .. . .. . .
Konſervenfabrik Braun ......"
Krauß & Co.,, Lokom. . . . . . . . ."
Lahmeyer & Co. ............"
Lech. Augsbirg .............
Lederw. Rothe .............."
Lederwerke Spicharz ........"
Lingel, Schuhw. Erfurt ......"
Löhnberger Mühle .........."
Lüdenſcheid Metallv. ...... ..
Luther, Maſch.=u Mühlenbau..
Kux’ſche Induſtrie
Mainkraftwerke Höch
Meguin, Butzbach
Metallgeſ. Frkft.
Meyer, Dr. Baul
Miag, Mühlenb., Frankf. a. M..
Moenus Stamm
Motorenfabrik Deutz .
.....
Motorenfabrik Oberurſel ....."
Neckarſuimer Fahrzeugwerke...
Neckarwerte Eßl. Stamm . . . . .
Sleawerke, Frankfurt a. M.... .
Peters Union Frankfurt a. M.
Pfälz. Nähm., Kayſer ........"
Bhilipps A.=G. ............
Porzellan Weſfel ...."
Reiniger, Gebbert & Schall. :.
Rhein. Eleſtr. Stamm .. . . . . . .
Metall Borzüge .......
Rhenania, Aachen
Riedinger, Mäſchinen.
Rückforth, Stettin
Rürgerswerk
Schleußner (Frankfurt a. M.)
Schneider & Hanau.
Schnellpreſſen Frankenthal.
Schramm Lackfabrik
Schriftgießerei Stempel, Ffm.
Schuckert Eleltr. (Nürnberg) ...
Schuhfabrik Berneis=Weſſel..."
Schunfabrik Herz
Schuhf. Leander Offenbach ...
Schultz, Grünlack, Rdsh.. . .. . . ."
Seilinouſtrie Wolff ..........
Sichel & Co., Mainz ........."
Sienens Elelir. Betriebe ....

13. 2. 19.25 15.5 13 11,2 173 21.25 13 ſ. 5,5 6.25 245 2,5 3 105 10.5 1 1 14,5 12 12 23,75 3 145 11,5 11 53 i= 1175 222 22.9

Siemens Glasinduſtrie .......
Siemens & Halske.. ... .. .. . ."
Stöckicht=Offenbach=Gummi ...
Süddeutſche Immobilien ...."
Thüring. eleſtr. Lief.=Geſ., Gotha
Uhrenfabrik Furtwingler ....."
Beithwerke in Sandbach
Verein f. Chem. Induſtr. Frkft.
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
Faßfabriken Caſfel".
Gummifabr. Bln.=Frkf..
Pinſelfabr. Nürnberg ..
Ultramarin ... . . . . . . . .
Zellſtff, Berli .......
Bogtländ. Maſch. Vorzüge ...."
Stämme . . . .
Boigt & Haeffner Stämme .. .
Voltohm, Seil............. .
Wayß & Freytag. . . . ... .....
Wegelin Rußfabrik .........."
Zellſtoff Baldhof Stamm .. ..
Zuckerfabr. Wayhäuſel ........"
Frankenthal ......
Heilbronn. . . . . . . . ."
Offſtein .........."
Rheingau ........."
Stuttgg;

303
39

Transport=Aktien.
Schantung E. B..........."
Süddeutſche Eiſenbahn=Gef.
Hapag (Paketfahrt) ........
Nordd. Lioyd.. . . . . . . . . . ..

Darmſtädter Werte.
Bahnbedarf
.............
Dampfkeſſel Rodberg.. ... .. . .
Helvetia Konſervenfabrik. . . . . .
Gebr Lutz
.
Motorenbfarik Darmſtadt .....
Gebr. Roeder .............."
Venuleth & Ellenberger .....

Unnotierte Aktien.
Allg. Banwerein Düſſelvorf...
Beckerkohle. . ...... .. ... ... .
Beckerſtahl .. . . . . . ..... ... . .."
Benz.. . . . . .. ... ... ... ......
Brown Boveri..............
Cont. Handelsbank ..........."
Deutſche Handelsbank ........
Franff. Handelsbank. . . . . . . . .".
Falconwerke
.....
de Giorgi Choe. ...
Growag"
Hanſa Llotzd
...
...:
Hero Conſerven ............."
Holſatiawerke, Altona ........
Kabel Rheyot
Karſtadt R.
Krügershall Kali
Metall Starkenburg
Meßz, Karl & Söhne, Fre
Nellar=Gummi
Betroleum Dtſche. .....
Raſtatter WLaggon ...........
Remy Chen:.

Tertil=Ind. Barmen (Tiag)....
Ufa Film
............."
Unterfranken Großkraſtw. . ... .

40.5 43 U5 275 i5 0,105 0.105 0.1 085 0.35 2,7 16,5 6s 0.1. 29,5 10.75 23 10,5 0.55 .

[ ][  ][ ]

Hummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924.

Handel und Wandel in Heſſen.
Heinrich Kaiſer Waggonbau und Maſchinen=
ſabrik
A.=G. in Offenbach a. M. Die Tagesordnung der zum
23. Februar einberufenen ordentlichen Generalverſammlung enthält u.
a. auch einen Antrag auf Aenderung der Firma der Geſellſchaft.
* Meguin A.=G., Butzbach. Nach der Bilanz betrug der Be=
kriebsgewinn
in dem am 30. 6. 23 abgelaufenen Geſchäftsjahre Mk.
4 142 128 965, (i. V. Mk. 94 573 377), dagegen erforderten Generalunkoſten
Mk. 3 130 920 844 (i. V. Mk. 16 382 171) und Abſchreibungen Mk.
943 144 053 (i. V. 1 131 932), ſo daß einſchließlich eines Vortrages in Höhe
von Mk. 275 957 ein Reingewinn von Mk. 68 340025 (i. V. Mk
7 485 688) verbleibt, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. In der
Bilanz ſtehen Grundſtücke mit Mk. 450 000, Gebäude mit Mk. 13. 100 F0,
Werks=Einrichtungen mit Mk. 5 230 000, Vorräte mit Mk. 20 753 103 989,
Effekten mit Mk. 879 862 767, Debitoren mit Mk. 60 271 004 203, anderer=
ſeits
Kxeditoren Mk. 81 267 161 490 zu Buch.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Geſchäftsaufſicht. Die Verordnung über die Geſchäfts=
aufſicht
vom 14. Dezember 1916 zur Abwendung des Konkurſes iſt ge=
ändert
und die Möglichkeit der Verhängung dieſer Aufſicht auch auf
die infolge der aus dem Kriege erwachſenen wirtſchaft=
lichen
Verhältniſſe zahlungsfähig Gewordenen
ausgedehnt worden.
* Zu den Feſtſtellungsbeſcheiden für die Renten=
bank
. Die gegenwärtig den Betrieben zugehenden Feſtſtellungsbeſcheide
über die Zahlungsverpflichtungen zugunſten der Nentenbank haben große
Beunruhigung hervorgerufen, weil die Verpflichtungen im Verhältnis
zu dem Betriebsvermögen als unangemeſſen hoch erſcheinen. Der Zen=
tralverband
des Deutſchen Großhandels weiſt darauf hin, daß es ſich bei
den Feſtſtellungsbeſcheiden auf der Grundlage des Betriebsvermögens,
das fur den 1. Teil der Brotverſorgungsabgabe maßgebend war, nur um
eine vorläufige Regelung handle, deren Zweck es iſt, die Zahlung der
1. Zinſenratg zugunſten der Rentenbank rechtzeitig hereinzubekommen.
Sollte das Ergebnis dieſer vorläufigen Veranlagung höher ſein als er=
rechnet
, ſo würde vor der endgültigen Veranlagung eine Ermäßigung
eintreten. Die endgültigen Schuldverpflichtungen gegenüber der Renten=
bank
werden vorausſichtlich auf Grund der Veranlagnug zur Vermögens=
ſteuer
, wie ſie im Laufe des Jahres 1924 erfolgen wird, errechnet werden,
ſodaß Gewähr dafür gegeben iſt, daß die jetzt in Erſcheinung tretenden
Härten und Ungerechtigieiten ſicher zum Ausgleich gebracht werden können.
Banken.
4 und 4proz. Pfandbriefe der Peſter Ungari=
ſchen
Kommerzialbank. Die regelmäßige Verloſung hat ord=
nungsgemäß
ſtattgefunden; verloſte Stücke werden bereits zum Sicht=
kurſe
für Auszahlung Budapeſt eingelöft. Bei dieſer Gelegenheit wird
auch der Coupon per 1. Auguſt 1924 im vorhinein ausgezahlt.

Seite 13.

* Efſener Steinkohlenbergwerke A.=G., Cfſen. Die
a. v. G.=V. vom 6. 2. beſchloß den Sitz des Unternehmens von Eſſen
nach Hannover zu verlegen. Von den Mitteilungen des Aufſichtsratsvor=
ſitzenden
zu der Umgruppierung im Eſſener Steinkohlen=Henſchel=Conzern
ſei folgendes hervorgehoben: Die in der letzten a. v. G.=V. beſchloſſene
Kapitalserhöhung um 75 Mill. iſt inzwiſchen in das Handelsregiſter
eingetragen worden. Dieſe neuen Aktien, de von den dazu beſtimmten
Trenhändern übernommen ſeien, nahmen in der G.=V. zum erſtenmale
an der Abſtimmung teil. Die in der letzten G.=V. genehmigten Ver=
träge
mit der Firma Henſchel u. Sohn, Caſſel, ſeien inzwiſchen endgültig
abgeſchloſſen worden. Die Eſſener Steinkohlenbergwerke erhielden nach
dieſ

gegen
Inda

Exwerbsgeſeliſchaften.

* Philipp’s A.=G., Frankfurt a. M. Die Verwaltung be=
autragt
bei der am 28. ds. Mts. einberufenen o. G.=V. u. a. die Geneh=
migung
einer Golderöffnungs=Bilanz, die vorgeſehene Um=
ſtellung
bezw. Herabſetzung des Aktien=Kapitals auf ein Grundkapital von
1,125 Mill. Goldmark. Der Nennbetrag der Stammaktien und der Vor=
zugsaktien
ſoll auf je 100 Goldmark herabgeſetzt werden. Des weiteren
wird beantragt: Beſchlußfaſſung über die Einforderung des noch nicht
eingezahlten Betrages der Vorzugsaktien und zwar mit je 12,50 Gold=
mark
und Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien durch Zu=
zahlung
von 62,50 Goldmark pro Aktie und ſchließlich Erhöhung des
Grundkapitals um bis zu 375 000 Goldmark durch Ausgabe von Stamm=
aktien
à nominell 100 Goldmark.
* Oehringer Bergbau A.=G. Wie der Berliner Börſen=
Courier erfährt, hat die Geſellſchaft, die bekanntlich zum Hohenlohe=
Conzern gehört, von einer amerikaniſch=engliſchen Gruppe zum weiteren
Ausbau ihrer Werke ein konſolidiertes Darlehen erhalten.
Friedrich Krupp A.=G., Eſſen legt eine 6proz. Gold=
anleihe
von 1924 in Höhe von nom. 1 500 000 Doll. nom. 6 300 000
Goldmark, geſichert durch erſtſtellige Hypothek auf den geſamten Grund=
beſitz
, einſchl. Anlagen und Zubehör der Germaniawerft in Kiel, auf.
Ausgabekurs vorläufig 951 Proz., Rückzahlung zu 105 Proz., durch
Ausloſung ab 1929 innerhalb 25 Jahren, verſtärkte Tilgung oder Ge=
famtkündigung
ab 1929, zuläſſig Stücke zu 10 Doll. 42 Goldmark und
25 Doll. 105 Goldmark mit ganzjährigen Zinſen, 1. Binsſchein fällig
2. Januar 1925, Stücke zu 100 Doll. 420 Goldmark und zu 500 Doll.
2100 Goldmark mit halbjährigen Zinſen, 1. Zinsſchein fällig 1. Juli
1924. Einlöſung der Zinsſcheine und Rückzahlung erfolgen bereits am
15, des dem Verfalltage vorangehenden Monats ab zum letzten vor dem
15. amtlich notierten Dollarkurs (Mittelkurs).

kanntlich ſehr große Wewe, fowvohl im beſetzten wie auch im unbeſetzten
Gebiet hat, zwechnäßig um=ufiellen. Daraus reſultierten die in der
G.=V. vorliegenden Anträge. Auf weitere Einzelheiten könne im Inter=
eſſe
der Geſellſchaft nicht eingegangen werden. Nach dieſen Ausführun=
gen
genehmigte die Verſammlung einſtimmig ſämtliche Anträge der Ver=
waltung
und ermächtigte den Vorſtand, Teile des Vermögens der Geſell=
ſchaft
auf eine Conzern=Geſellſchaft zu übertragen und die Bedingungen
der Uebertragung, ſowie die Beſtimmung der zu übertragenden Ver=
mögensteile
vorzunehmen. Die angenommenen Satzungsänderungen er=
weitern
u. a. den Gegenſtand des Unternehmens entſprechend der Neu=
Gliederung. Beſchlüſſe über Auflöſung der Geſellſchaft, Fuſionsanträge,
ſowie Kapitalserhöhung bedürfen in Zukunft nur dreiviertel Mehrheit.
Dieſe Satzungsänderung erfolge, um der Firma Henſchel, die infolge
Uebertragung ihrer Hütten und Erzbergwerke an der Geſellſchaft ſtark
intereſſiert iſt, bei derartigen Beſchlüſſen einen ausſchlaggebenden Ein=
fluß
zu ſichern. Ueber die Ausſichten laſſe ſich unter den gegenwärtigen
Verhältniſſen nichts ſagen. Die Verwaltung hofft aber, daß die außer=
ordentlich
ſchwere Belaſtung durch die Micum=Verträge, von der die Ge=
ſellſchaft
ganz beſonders ſtark getroffen ſei, in abſehbarer Zeit eine Er=
leichterung
erfabre und auf ein erträgliches Maß herabgeſetzt wird.
* Michel=Conzern. Die Braunkohlen=Gewerkſchaften Michel,
Leonhard u. Veſta bringen eine Sonder=Ausbeute von nom. Mk. 1 200
Continentale Caoutchouc=Aktien je Kux und die Gewerkſchaft Gute Hoff=
nung
je nom. Mk. 1000 Bing=Aktien pro Kux zur Ausſchüittung.
* Die Brennabor=Werke in Brandenburg (Havel) gehören
unſtreitig zu den intereſſanteſten und bedeutendſten Schöpfungen der
deutſchen Großinduſtrie, um ſo mehr, als ſie ſich noch heute im reinen
Privatbeſitz der Familie Reichſtein befinden. Im April 1871 gegrün=
det
, konnte die Firma Gebr. Reichſtein Brennabor=Werke in verhältnis=
mäßig
kurzer Zeit faſt beiſpielloſe Erfolge erzielen und zu hohem
Weltrufe gelangen. Anfangs wurden mit 15 Arbeitern nur Kinder=
wagen
hergeſtellt, die erſte eigene Fabrik für 300 Arbeiter konnte
1874 errichtet werden. Heute bedecken die Werke ein Rieſengelände mit
einer nutzbaren Bodenfläche von rund 220 000 Quadratmetern und ſie
beſchäftigen zurzeit 5000 Arbeiter und Angeſtellte. Die Abteilung
Kinderwagen allein ſtellt jährlich mehr als 300 000 Kinderwagen her
und damit ſind die Brennabor=Werke die größte Kinderwagenfabrik
Europas. Im Jahre 1881 wurde die Fabrikation auch von Fahr=
rädern
aufgenommen, und die hervorragenden Eigenſchaften der
Marke Brennabor ſind weit über die Grenzen Deutſchlands hinaus
rühmlichſt bekannt. Die Jahresproduktion in Fahrrädern kommt auf
60 000 Stück. Als Folge der fortgeſetzten Entwicklung und der moder=
nen
Technik kam zu Beginn dieſes Jahrhunderts noch der Bau von
Kraftfahrzeugen hinzu. Nach amerikaniſchem Vorbild werden
nur wenige leichte und mittlere Typen ſerienweiſe hergeſtellt, wodurch
die Brennabor=Motorwagen glänzend bewieſene Höchſtleiſtungen hin=
ſichtlich
Konſtruktion, Qualitätsarbeit und günſtigem Verkaufspreis er=
reichen
. Die Erfolge aus zahlreichen Wettbewerben, auch von interna=
tionaler
Bedeutung und auf Ausſtellungen, ſind. Beweis für die hohe
Brauchbarkeit des Brennabor=Motorwagens. Zu haben ſind die Bren=
nabor
=Kinderwagen und Brennabor=Fahrräder an allen größeren Or=
ten
in den einſchlägigen Geſchäften, der Verkauf der Brennabor= Motor=
wagen
dagegen erfolgt ausſchließlich durch die GDA (Gemeinſchaft
Deutſcher Automobilfabriken) in Berlin mit zahlreichen Niederlaſſun=
gen
und Vertretungen überall im Reiche und in Oeſterreich. Nach dem
Auslande unterhalten die Werke lebhafte Handelsbeziehungen und ſie
tragen ein gut Teil dazu bei, deutſcher Arbeit und deutſchem Fleiß die
frühere Achtung und Anerkennung der ganzen Welt wieder zu ver=
ſchaffen
.
* Kalker Maſch.=Fabrik A.=G., Köln=Kalk. In der
G.=V. teilte Herr Geh. Rat Dr. Louis Hagen mit, daß ſich die Geſchäfte
im neuen Jahre außerordentlich ſchwierig abwickeln, ſodaß es der Ver=
waltung
unmöglich ſei, irgend ein zutreffendes Bild über das Ergebnis
des neuen Jahreß zu geben. Die an ſich ſchon großen Schwierigkeiten
hätten ſich in der letzten Zeit vermehrt durch die Maßnahme der Be=
ſetzung
, die ſtörend auf die Erzeugung und den Verſand einwirken. Der
Jahresabſchluß wurde hierauf einſtimmig genehmigt. Von dem Rein=
gewinn
werden 6 Proz. Dividende auf 3,6 Mill, Vorzugsaktien verteilt,
während der Reſt auf neue Rechnung vorgetragen wird.

ginlearAutowerke A.G, Berlin. Wir, bertcſtten
kürzlich über die Verhandlungen, die ſeitens der Gefellſchaft mit einem
amerikaniſchen Conzern geführt werden. Bekanntlich iſt der Auffſichtsrats=
Vorſitzende des Unternehmens, Bankier Lindemann, dieſer Tage in Ner=
York eingetroffen und führt zurzeit Verhanldungen mit der General=
Motor=Co, (Ford) betreffs einer gegenſeitigen Intereſſen=Gemeinſchaft.
Die Verhandlungen ſollen in den nachſten Tagen zum Abſchluß kommen,
Bexgbau=A.=G. Fichtelgold. Die Verwaltung teilt mit:
Die durch die Winterkälte verurſachte Nuhepauſe im Pochwerksb. trieb
wurde dazu benutzt, die Frage einer reſtloſen Goldgewinnung
zu klären. In dem Zellenfilter wurde ein geeigneter Apparat zu voll=
ſtändiger
Klarung des Pochwaſſers erprobt und 2 Stück bei R. Wolf=
Buckau beſtellt. Eingehende Verſuche ergaben, daß zur reſtloſen Estrac=
tion
des Goldgehaltes das Amalgamationsverfahren abge=
ändert
und ergänzt werden muß. Das Erz ſoll ſchon im Pochtrog mit
einer ſchwachen Cyancaliumlaüge gepocht werden. Die Trübe geht dann,
wie bisher, über die Amalgamplatten und nach Klaſſifizierung über 4
Schüttelherde, deren arſenkieshaltige Konzentrate verkauft werden. Die
Abgänge von den Schüttelherden werden neuerdiags in den beiden Rühr=
bottichen
mit Cyancalium ausgelaugt und dann durch die Zelleufilter zur
Trennung der feſten Beſtandteile von der goldhaltigen Lauge geführt.
Die letztere wird abgezogen, das Gold durch Zinkſtaub niedergeſchlagen
und der Niederſchlag in einer Filterpreſſe zurückgehalten, durch welche
die Flüſſigkeit hindurchgepreßt wird. Die entgoldete Lauge wird erneut
zum Pochen verwendet, der goldhaltige Niederſchlag getrocknet und ge=
ſchmolzen
. Die Sachverſtändigen (Geh. Rat Prof. Dr. Schiffner von der
Bergakademie Freiberg ſowie die Ingenieure von Krupp und Wolf)
glauben, durch dieſes abgeänderte Verfahren aus den Erzen das Goid
bis auf den unvermeidlichen Verluſt von wenigen Prozenten extrahieren
zu können. Die Erzverhältniſſe der Grube haben ſich auch weiterhin gutz
entwickelt."
* J. E. Reinecker A.=G., Chemnitz. Die G.=V. ſetzte die
Dividende mit 3 Goldmark pro Aktie 3 nom. 1000 Mk. feſt. Bekanntlich
hat die Verwaltung ſowohl die Bilanz als auch die Gewinn= und Ver=
luſtrechnung
zum 30. 7. 23 in Goldmark umgerechnet. Es handelt ſich
jedoch hierbei nicht um eine Umſtellung in Form einer Goldmart= Eröff=
nungsbilanz
im Sinne der Verordnung vom 8. 12. 23, ſondern die Ge=
ſellſchaft
hat dieſe Salden ihrer Papiermarkkonten zu einem beſtimmten
Stichtag willkürlich in Goldmark umgerechnet und ohne Rückſicht auf
dieſe Bilanz am nächſten Tage in Papiermark weitergearbeitet. Trotz
der Bedenken, die bei einer derartigen Bilanzierung nicht ganz unberech=
tigt
ſein dürften, hat die G.=V. die Bilanz nunmehr genehmigt. Das
Aktienkapital der Geſellſchaft in Höhe von 24 Mill. Papiermark iſt mit
Hilfe eines Goldumrechnungsausgleichs und durch Uebernahme eines
Teiles des Reſervefonds auf 7,2 Mill. Goldmark umgeſtellt. Es beſtehtz
alſo das Kurioſum, daß die 24 Mill. Aktien in 24 000 St. über je 1000
Mk. Papiermark unverändert im Verkehr laufen, während die G.=V. be=
reits
eine Bilanz genehmigt hat, in der ein Aktienkapital von 7,2 Mfll.
ſtatt 24 Mill. ausgewieſen wird. Dieſe Methode iſt umſo weniger zun
billigen, als ja die Geſellſchaften auf Grund der Eröffnungsbilanz das
Aktienkapital herabſetzen müſſen. Hierbei wird ſich ſchon aus techniſchen
Gründen die Unmöglichkeit ergeben, das Kapital von 24 Mill. auf 7,2
Mill. herabzuſetzen. Es iſt bedauerlich, daß die Aktionäre dieſen Bu=
ſtand
dulden. Der Börſenvorſtand wird ſchließlich gezwungen ſein,
den Sachverhalt nachzuprüfen und Klarſtellung zu veranlaſſen. An=
ſcheinend
iſt ſich die Verwaltung auch darüber nicht klau, daß die Be=
ſchlüſſe
der letten G.=V. nichtig ſind, da man unterlaſſen hat, vor Ver=
teilung
der Dividende den Reſervefonds auf die geſetzliche Höhe auf=
zufüllen
. Die Geſellſchaft arbeitet zurzeit noch immer mit verkürztev
Arbeitszeit. Exvortaufträge liegen nur in geringem Umfange von,
Man hoffe jedoch, den Ausfall im Auslandsgeſchäft ſpäterhin durch for=
zierte
Bearbeitung des Inlandmarktes zu kompenſieven.
* Deutſche Werke A.=G., Berlin. Im Zuſammenhang mit
dem zunehmenden Intereſſe für die Aktien dieſes Unternehmens (Kurs
am 5. er. an der Berliner Börſe 13,9 Bill. %) verbreitet die Voſſ. Ztg.
eine Meldung über den augenblicklichen Geſchäftsgang der Geſellfchaft,
Danach ſah ſich dieſe gezwungen, ihre Angeſtellten= und Arbeiterent=
laſſungen
lediglich auf die Abſtoßung unproduktiver Kräfte zu beſchrän=
ken
. Die Werke ſollen im allgemeinen voll beſchäftigt ſein. Eine Abſatz=
ſtockung
machte ſich nur in der Motorrad=Fabrikation und in der Abtei=
lung
für landwirtſchaftliche Maſchinen bemerkbar. Dieſe Erſcheinung
ſei aber nicht als außergewöhnlich anzuſehen, da die Wintermonate in
dieſen Artikeln immer ſtill zu verlaufen pflegen. Erſt im Frühjahr tritt.
in dieſer Abteilung meiſt eine Abſatzbelebung ein. Abgeſehen von dem
allgemeinen Schwierigkeiten können der gegenwärtige Geſchäftsgang ſo=
wie
die weitere Entwickelung zufriedenſtellend beurteilt werden.

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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924

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5. Die Melſterſinger von Närnberg
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Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Februar 1924.

Seite 15.

47)

Hans Peter Kromm der Lebendige.
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.

(Nachdruck verboken.)

Da erblickte ſie, mit Zwecken gegen den Deckel der Truhe
geheftet, ein Bild ein Bild, das ihr die Seele erſchütterte
und das Herz im Leibe umwandte. Wohlbekannt war’s ihr und
doch fremd: ihr Junge hatte ſich den Vater gezeichnet! Nach dem
Bildchen über ſeinem Bett und doch ganz aus ſich ſelbſt heraus
hatte er das fertig gebracht, geleitet von der unausſprechlichen
Sehnſucht ſeiner Seele. Wie ein Licht ging’s plötzlich auf vor
ihr: der dieſes Bild geſchaffen, der wollte nichts anderes tun als
Bilder ſchaffen! Jene gefährlichen Kräfte, die Muſik machten
und Gedichte und Bücher, die waren trotz Vorſicht und Abwehr
in ihm wirkſam geworden. Maler wollte er werden, das war
ſicher! Sie fühlte es das Bild ſprach aus, was er in beſtimm=
ter
Form noch nicht über die Lippen gebracht. Und Merete, die
Starke, Kluge, Tüchtige ſtand in ihres Sohnes Kammer, hielt
den Deckel der Lade in der Hand und ſtöhnte hilflos. Nicht an
ihrer Schürze war aufgewachſen das Können, das ſie hier ſchaute
im Stall und hinter der Hecke hatte der Bub ſeine Kunſt ge=
übt
. Die Beine wurden ihr ſchwer, ſie ließ ſich auf den Schemel
fallen und ſann ſann vor und zurück. Wie war er ſo weit ge=
kommen
?. Nur einer konnte ihm dazu geholfen haben: der
Mann aus der Holderruh! Jüngſt war der Maler an ihr vor=
beigegangen
im verſchoſſenen Lodenmantel, mit abgegriffenem
Schladphut und ſchadhaften Schuhen es ſchüttelte ſie noch in
der Erinnerung. Der ſah doch aus wie ein armer Weltwanderer
ohne Heimſtatt. Nein! Und tauſendmal nein! So ſollte Hans
Peter nicht werden und ſo ſollte er nicht ausſehen! Weder äußer=
lich
noch innerlich, ſo lang ſie helfen konnte!
Maler und Dichter und Muſiker und die vom Theater, alle
waren ſie verloren Volk, an bürgerliche Ordnung und Tugend
nicht gebunden, frei, aber frei wie die Spatzen. Man hörte von
ihnen, ja, aber nicht nur von ihrem Können, mehr noch von
ihrem Leben und Treiben. Davon ging ſelten etwas Rühm=
liches
um. Die meiſten verließen Frau und Kind; nicht einmal,
etliche Male gebunden, löſten ſie wieder daß heilige Band, ſie
blieben bis in ihre grauen Haare hinein unerzogene, ungezogene,
ihren Trieben unterworfene Ausnahmelveſen, Kinder, die im
bürgerlichen Leben nicht ernſt genommen werden konnten ...
Und doch wenn Merete das Bild am Truhendeckel anſah
welch ein Beſonderes mußte es ſein, das dieſen Leuten einge=
boren
war! Ein Etwas leuchtete da, das ein gewöhnlicher Menſch

nicht nachmachen konnte. Es war nicht herauszubringen anders,
als wenn ſie ſelber es herausbrachten in Farben und Tönen,
oder in Worten und Gedanken, wie’s ihnen gerade gegeben war.
War’s nicht, als ſtänden dieſe ſeltſam Begabten über dem Daſein
und ſeiner Schwere und hielten doch das ganze volle Leben ein=
gefangen
ihrer ſchien das Reich und die Herrlichkeit und Stun=
den
der Glückſeligkeit, die andern kärglich zugemeſſen ...!
Merete kannte den Mann, der da gezeichnet war, jede kleine
Eigentümlichkeit ſeiner Erſcheinung hatte ſie mit liebenden Augen
wahrgenommen aber der Junge! Was wußte der von ſeinem
Vater? Und doch hatte er ihn ſo richtig erfaßt Ein Wunder=
ſames
überkam ſie. Wellen des Lebens, die ſie längſt verronnen
wähnte, rollten von fern her, brachen über ſie herein und trugen
ſie foxt, weit, weit fort‟. War’s denn möglich, daß ihr Herz noch
ſo aufbeben und ihr Leib ſich noch ſo winden konnte unter ſelig=
ſüßer
Erinnerungs Wars Dunſt und Einbildung ihrer Körperlich=
keit
, oder gabs wirklich ein Lebendigſein der Liebe von Ufer zu
Ufer?. Sie fühlte ihren Mann! Nahe wie in der Stunde der
großen Glückſeligkeit fühlte ſie ſeine bezwingende Menſchlichkeit,
und ſie, die Herbe, verſank in hingegebene Träumerei.
Der ſchwarze Tunnel, Tod und Grab ſchienen kein Hindernis
zu ſein man konnte hindurch und von Ufer zu Ufer kommen in
ein Himmliſch=Blauendes hinein; die Schwere bes Leibes ſchien
aufgelöſt in Entzücken. So deutlich war es ihr, daß ſie die Hände
ausſtreckte, die blaue, durchſichtige Wand zu berühren. Da hob
ſich leiſe, leiſe vor ihrem Finger der wunderbare Vorhang
Merete kam zu ſich ſelber auf dem Schemel hockte ſie in Hans
Peters Kammer . ..
Sie wiſchte das Traumliche, das ſie umſponnen, von der
Stirn und ſtieß beinahe das beblumte Tiſchchen um, ſo heftig ſtand
ſie auf. Das aufgezählte Geld ſchimmerte, die Lichter, die ſie an=
geſteckt
brannten ſie hatte vergeſſen, ihre Flammen zu löſchen.
Kam das, was ſie eben empfundeu, vom Böſen?. Hatte der
Teufel ſie mit ſich geführt auf einen Berg ſündiger Wonne? Und
mit einer lauten und fremden Stimme rief ſie: Es ſind Ver=
ſuchungen
! Ich bin ein Weib, ein ſchwaches Weib! Herr, vergib,
was menſchlich an mir iſt.
Hart ſtrich ſie an ſich nieder, als müſſe, was ſie da angeflogen,
abgetan werden mit Strenge und mit Gewalt. Wie hatte ſie nur
von ſolcher Weichheit, von einem bloßen Dunſt ſich überwältigen
laſſen können! Sollte das eine Warnung ſein, ihn den Sohn
vor gefährlicher Traumwelt zu retten? Kunſtmenſchen träu=
men
immer, hatte Herr Engerlingk geſagt. Sie trat feſt auf mit
dem Fuß, die Diele knarrte mißtönend. Er ſoll nicht träumen!
rief ſie, ihre Hände zuſammenpreſſend, wach ſein ſoll er und
leben und arbeiten, wie ich gearbeitet habe."

Sie erſchrak vor ihrer
Iſt Dir was, Tante? Malchen ſteckte den Kopf zur Tün
herein. Der Frühſtügstiſch iſt gedeckt, wilſt Du nicht runter=
kommen
?
Fange nur immer an, ſagte die da ſtand, ohne hinzuſehen.
Dann warf ſie den Deckel der Lade zu, als ſäße ein Geſpenſt dar=
unter
, ging in die Wohnſtube und ſchritt auf und ab, auf und ab.
Das gezeichnete Blatt, das verſucheriſche , ſollte ſie das her=
holen
und verbrennen, wie ſie die Stricheleien ihres Jungen
ſchon einmal verbrannt hatte? Nein, er ſelber ſollte jetzt richten.
Sie nahm das alte Bildchen auf, das ihr der geliebte Mann
mit eigenen Händen geſandt hatte; es ſchaute ſie merkwürdig leer
an, ausdruckslos und nichtsſagend neben dem ander, das in
Deckel der Lade ſaß. Ihr wurde, gewollt oder nicht, der Unter=
ſchied
klar! Sie begann zu merken, was eigentlich Hans Peters
ahnende Seele erfaßt und herausgebracht hatte. Aber worin be=
ſtand
dieſes Eigentliche? Der Engerlingk lebt! und das Haus
lebt auch! hatte der kleine Menſch zu ihr geſagt. War ſie, die
tüchtige und fleißige Merete, mit ihrer inneren Lebendigkeit ſtecken
geblieben? Das ſtille Blatt in der Truhe machte ihr keinen Vor=
wurf
, und doch hörte ſie ein Raunen: In deiner Seele biſt du
klein geblieben in deinem Geſicht haſt du den Klein=Leute=
Zug behalten
War das abermals eine Verſuchung? Frau Schack hatte den
Zug nicht gemocht, die war eine geborene Dame und beſaß die
Vornehmheit, die ihrem Stande zukam. Volk, das ſind wir alle,
hatte der alte Inſpektor Umbreit geſagt; doch er war ſein Leben=
lang
beſcheiden geblieben und hatte immer gewußt, was ſich
gegen den Herren von Storck gehörte . . . Sie, die Merete, wußte
das auch, ſie ſtand auf einem feſten Boden, darauf ſollte auch
ihr Junge ſtehen, Blendwerk mußte abgeſtoßen werden, und das
Vild, was ſie eben in ſich erlebt hatte, war Blendwerk . .. Sie
hörte Peterle die Treppe heraufſpringen da ſtand er ſchon im
Raum. Mit ſeinen klugen grauen Augen hatte er die Sachlage
ſofort erkannt, hielt die Klinke und zögerte, als möchte er ſich
lieber davonmachen.
Schließ die Tür und komm her, mein Sohn. Nein, ihre
Stimme durfte nicht zittern ..
Da kam er, aufrecht mit ſeinem freien Jungenſchritt.
Setz Dich, ich hab dies und das mit Dir zu reden.
Ich kann nicht ſitzen, Mutter, laß mich nur ſtehen.
Geh doch erſt mal hin und ſchau, was ſich in Deiner Kam=
mer
angefunden hat, während Du fort warſt. Sie ſprach’s ab=
gewandt
.
(Fortſetzung folgt.)

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Darmſtädter Tagblatt, Fr=itag, den 15. Pebruar 1924,

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Wegen des großen Andranges in den Nachmittagsſiunden, ſpeziell gegen Ende der Woche bitten wil
unſere verehrte Kundſchaft wiederholt, nach Möglichkeit die Vormittage zum Einkauf zu benutzen!

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