M. u. 50 Pfg. Abtragegebi
clich 3
urch
en 4,75 M. Einzelnumme
oſt be
Pfg.
ungen nehmen entgegen:
häftsſtelle
er M
8.
*9
tr. 23 (Fernſr
1. 125
26), unſere Filialen
audagenturen und alle
nter. Vere
vortlichkeit für Aufnahme vo
fen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom=
Neichterſcheinen ei
Nummern infolge hö
nt berechtigt den B
her nicht zur Kürzung
gezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen
uurch Fernruf ohne Verbindlichkeit für uns.
9
184. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und Unterhaltungsbeilagen.
Organ für die Bekanntmachungen der Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Nummer 126
imtei
ie Hidt
Die Woche.
Ms am 30. April die neue Konferenz der alliier=
Mächte in London zuſammentrat, war die Ausſicht auf
Sieg vernünftiger wirtſchaftlicher Erwägungen, die allein
0
ſunde ſind, Europa aus der Giftatmoſphäre des Krieges
her=
ds Gir
huführen, nur noch recht ſchwach. Man wußte, daß der fran=
Nch=
ßihe Miniſterpräſident Briand mit gebundener Marſchroute
—ᛋ,London gekommen war, und man wußte, daß ſein Eintreten
Mark, 2—
Huhwe weitgehenden politiſchen Pläne Frankreichs für ihn ein
f um die eigene Exiſtenz war, und man wußte ſchließlich
uce
termef
Haß Lloyd George, der ſtarke Mann Englands, nur dem
igten gegenüber ſtark erſcheint. Fraglich war lediglich,
Haltung Amerika den Ententeforderungen gegenüber
ein=
hun würde, oder beſſer geſagt, ob Amerika ſeine
wirtſchaft=
r Intereſſen in Mitteleuropa ſo hoch einſchätzen werde, daß
ſche Erwägungen anderer Art dahinter zurücktreten müß=
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat das
Verhält=
zu den Mächten der Entente für ausſchlaggebend gehalten
der deutſchen Regierung daher mitgeteilt, daß ſie ſich nicht
er Lage ſähe, die deurſche nach Waſhington gerichtete
Re=
mtionsnote an die alliierten Mächte weiter zu leiten. Ueber
Folgen dieſes Schrittes wird weiter unten noch zu ſprechen
Jedenfalls trat auf der Konferenz in London ein weſent=
Einfluß der Waſhingtoner Regierung nicht zutage, und
merſchieden ſich denn auch die in London geführten
Ver=
ſngen nicht weſentlich von den früheren Konferenzen. Nach
Tagen mehr oder weniger lebhaften Verhandelns endete
unferenz mit der üblichen vollkommenen Uebereinſtimmung
en den Alliierten und dem ebenſo üblichen Ultimatum an
hland. An dem Ultimatum iſt beſonders bemerkenswert,
jederum die Entwaffnungsfrage und die Frage der
Ab=
ng der ſogenannten „Kriegsverbrecher” beſonders in den
grund gerückt werden.
enn man die verſchiedenen Ausführungen Lloyd Georges
utſchen Entwaffnung verfolgt hat, wenn man ſich daran
t, daß gerade Lloyd George es war, der verſchiedentlich
trchaus „befriedigende‟ Ergebnis der deutſchen
Entwaff=
ktion betont hat, ſo ſieht man hier deutlich die franzöſiſche
am Werke. Seit vielen Monaten zielt die Pariſer Taktik
ab, die Reparationsfrage durch eine Verkuppelung mit der
fnungsfrage möglichſt unlösbar zu machen. Die
tatſäch=
ntwaffnung Deutſchlands, die Zurückführung der
Reichs=
uf 100 000 Mann, die Ablieferung unferer gefamten
ſchwe=
rtillerie, die Deutſchland militäriſch abſolut wehrlos
genügen der Pariſer Regierung nicht, ſondern die
prak=
nerfüllbare Forderung der Ablieferung auch des letzten
vo verſteckten Gewehrs ſoll der Pariſer Regierung den
nd liefern für immer wieder neue Forderungen und
Ge=
rdrohungen. Wenn Lloyd George in ſeiner Rede, die er
innerstag im Unterhauſe hielt, erklärt, daß er ſicherlich
daß Frankreich nur deshalb in Waffen ſtarre, weil
hland noch nicht vollſtändig abgerüftet habe, weil alſo
tat=
ein Grund für eine Beunruhigung Frankreichs vorliege,
rauch ſelbſt zwar von dem Ergebnis der bisherigen
Ent=
ngsaktion höchſt befriedigt ſei, fo handelt es ſich hier
iglich darum, das Geſicht zu wahren.
nn auch die Aburteilung der „Kriegsverbrecher” wiederum
Ultimatum beſonders aufgeführt wird, ſo kann das nur
e Formel aufgefaßt werden, die aufgeſtellt iſt, um den
Kern=
nge zu verſchleiern. Die deutſche Regierung hat ſeit Spa
* das lebhafteſte bemüht, die Prozeſſe gegen die „
Kriegs=
her” zur Durchführung zu bringen, und es iſt gerade die
e geweſen, die planmäßig dieſer Durchführung
Schwie=
tn in den Weg gelegt hat.
ſFalle der Nichtannahme des Ultimatums innerhalb von
Tagen wird zunächſt die Beſetzung des Ruhrreviers
ange=
inter Vorbehalt weiterer Zwangsmaßnahmen.
Ler Deutſchland ſteht die ungeheuer ernſte Frage, ob das
tum anzunehmen iſt oder nicht, ob Deutſchland die
unge=
nchen wirtſchaftlichen Laſten auf ſich nehmen ſoll oder ob
eer Entente den Verſuch überlaſſen ſoll, durch
Gewaltmaß=
i ſeine Milliardenforderungen, zu befriedigen. Dürfte
eſe Frage rein gefühlsmäßig beantworten, ſo würde wohl
in Menſchen in Deutſchland die Antwort ſchwer fallen;
Spolitik iſt aber noch niemals erfolgreich geweſen. Für
zunächſt das eine Ziel aller Politik gegeben, in einem
ſt kurzen Zeitraum zu einer Feſtigung unſerer ſtaatlichen
rtſchaftlichen Verhältniſſe zu gelangen, und es iſt alſo eine
mſte Aufgabe, im jetzigen Augenblick, zu entſcheiden, was
n dieſem Ziele mehr entfernt, die Annahme des Ultima=
Ddas heißt, die Uebernahme ungeheurer Laſten und
Ver=
ngen, deren Wirkungen noch kaum überſehen werden
kön=
hurf die Gefahr immer weiterer ſpäterer Erpreſſungsverſuche
deer die Ablehnung des Ultimatums, die den Verluſt des
bletes mit ſeinen gleichfalls unausdenkbaren Folgen für
uttſche ſtaatliche und wirtſchaftliche Leben bedeutet. Es iſt
ers zu beachten, daß die Beſetzung des Ruhrreviers bis
eſtloſen Erfüllung aller Verbindlichkeiten angedroht iſt, daß
huuch einmal erfolgter Beſetzung mit einer Räumung in
ab=
iter Zeit kaum zu rechnen ſein dürfte.
— welchem Sinne ſich Deutſchland entſcheiden wird, wird
Lifſung der derzeitigen Negierungskriſis zum Aus=
Tringen. Das Kabinett Fehrenbach hat aus dem Fehlſchlag
zug auf die amerikaniſche Vermittlung die Konſequenzen
ge=
rund ſeinen Rücktritt erklärt. Die Leſung, daß das bis=
Kabinett und insbeſondere der bisherige Reichsminiſter
Aeußern Dr. Simons äußerlich durch ihre bisherige
Amts=
g ſchon ſo gebunden ſeien, daß ſie nicht mehr die nötige
ussfreiheit beſäßen, erſcheint deswegen als nicht ganz zu=
Snd, da das bisherige Kabinett feſtgelegt war lediglich auf
blehnung der Pariſer Beſchlüſſe, da dieſe für die deutſche
Eohaft unmögliche Leiſtungen forderten. Die gegenwärtigen
Freforderungen weiſen aber inſofern eine erhebliche
Abwei=
won den Pariſer Forderungen auf, als die jetzt geforderte
Beiſtung niedriger iſt wie bei den Pariſer Forderungen,
lnd die variable, vom Stande des deutſchen
Wirtſchafts=
abhängige Leiſtung in Geſtalt der Exportabgabe erhöht
oe iſt. Die Form der amerikaniſchen Ablehnung iſt ſo
un=
uich, daß man den Entſchluß des verantwortlichen Mi=
2: wohl verſtehen kann. Darüber, daß die neue Kabinetts=
9 aufs äußerſte zu beſchleunigen iſt, dürften nirgends
Sonntag, den 8. Mai 1921
Zweifel beſtehen. Die Not fordert von den deutſchen Politikern
einen raſchen Entſchluß und verantwortungsfreudiges Handeln.
Würden auch in dieſer Lage Parteihader oder parieitaktiſche
Gründe wiederum eine unerfreuliche Rolle ſpielen, ſo würde das
deutſche Parteiweſen ſein Lebensrecht verwirkt haben.
Ungeheuer ſchwerwiegende Entſchlüſſe hat das neue Kabinett
und ſeiver Banden, während die interallierten Truppen der
Bewegung machtlos oder tatenlos gegenüberſtehen. Welche Rolle
die Franzoſen auch bei dieſer Gelegenheit wieder ſpielen, wird
genügend durch die eine Tatſache beleuchtet, die der preußiſche
Miniſter des Innern in ſeiner Freitagrede über die Lage in
Oberſchlaien anführte, daß nämlich in Neiſſe ein franzöſiſcher
Offizier, ein franzöfiſcher Kreiskontrolleur und ein Pole von
Eiſenbahnwachtruppen gefangen genommen wurden, weil ſie
da=
bei erwiſcht worden ſind, wie ſie eine Eiſenbahnbrücke über den
Hotzenfluß (einen Nebenfluß der Oder) ernent zu ſprengen
ver=
ſuchten. Wenn alſo Herr General Lerond, der in London und
Paris war, jetzt ſchleunigſt wieder nach Oberſchleſien zurückgereiſt
iſt, ſo bedeutet das keineswegs eine Entſpannung der Lage, im
Gegenteil, es muß angenommen werden, daß die energiſche und
einwandfreie Haltung ſeines italieniſchen Vertreters Demarini
am Quai d’Orſay wenig Zuſtimmung gefunden hat. Die
inter=
alliierte Kommiſſion hat zwar erklärt, daß die Waffenehre der
Entente engagiert ſei, aber nach den bisherigen Erfahrungen iſt
es nur zu begrüßen, daß das Reichskabinett unter Heranziehung
der preußiſchen Miniſter und der Oberſten Heeresleitung zu
Be=
ratungen über die in Oberſchleſien entſtandene Lage
zuſammen=
getreten iſt. Es wäre gut, wenn man ſich in den Kreiſen der
Entente ſowohl wie in Warſchau darüber klar wäre, daß es auch
für ein beſiegtes Volk Grenzen des Erduldens gibt.
Gegenüber dem furchtbaren Druck der materiellen
Liquida=
tion des Krieges tritt die rein formale Beendigung des
Kriegs=
zuſtandes zwiſchen Deutſchland und den Vereinigten Staaten
von Amerika, auf welche die vom amerikaniſchen Senat
ange=
nommene Reſolution Knox abzielt, faſt völlig in den
Hinter=
grund. Das Intereſſe des geſamten deutſchen Volkes muß
kon=
zentriert ſein auf die Entſcheidung über ſeine Lebensfragen. Die
nächſte Zukunft fordert von uns den Einſatz unſerer ganzen
Willenskraft.
II.
Das Ultimatum.
rC. Der Feindbund hat nicht mit ſich reden laſſen, ſondern
Deutſchland ſein Ultimatum zugeſchickt. Es trägt die
Unterſchrif=
ten Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens und Japans. Es
ſtellt vier Forderungen auf, die ſofort zu erfüllen ſind,
widrigen=
falls der Einmarſch ins Ruhrgebiet erfolgen ſoll. Dieſe
Forde=
rungen ſind die altbekannten, typiſch und charakteriſtiſch zugleich.
Ohne Vorbehalt oder Bedingungen ſoll Deutſchland ſeine
Ver=
pflichtungen erfüllen, ſo, wie ſie von der Reparationskommiſſion
feſtgelegt werden. Ohne Vorbehalt oder Bedingungen ſoll
Deutſchland die von der Reparationskommiſſion vorgeſchriebenen
Sicherheiten annehmen und durchführen. Ohne Vorbehalt oder
Bedingungen ſoll Deutſchland die Entwaffnung vollkommen
voll=
enden . Und ohne Vorbehalt und unverzüglich ſollen die
Kriegs=
verbrecher abgeurteilt werden. Auch in dieſem Ultimatum liegt
ein grauſamer Hohn. Unmögliches ſoll mit löblicher
Unterwer=
fung ſofort durchgeführt werden. Unmöglich iſt die ſofortige
Zahlung der Goldmilliarden. Aber Deutſchland hat ſie ohne
Vorbehalt oder Bedingungen ſofort zu leiſten, widrigenfalls —
der von den Franzoſen erſehnte Marſch ins Ruhrgebiet!
Deutſch=
land ſoll ſofort den kläglichen Reſt ſeiner Oſtfeſtngen ſchleifen.
Und dabei lodert doch jetzt ein polniſcher Bandenkrieg gerade an
den Oſtgrenzen Deutſchlands hell auf. Selbſt die alliierten
Sicherheitswächter werden in Oberſchleſien nicht mit Korfantys
wild=verwegener Jagd fertig und müſſen jetzt ſogar deutſche
Jünglinge und Männer bewaffnen — ein furchtbarer Gedanke,
einem Deutſchen einen Schießprügel in die Hand zu geben! Und
da verlangt die Entente noch die ſofortige Entwaffnung der
Ein=
wohnerwehr Bayerns, der das Land vor allem ſeine Ruhe und
Sicherheit vor bolſchewiſtiſchen Experimenten und folglich auch
ſeinen wirtſchaftlichen Aufbau zu verdanken hat? Und hat denn
auch wirklich die deutſche Reichsregierung die Macht, Bayern zu
zwingen, ſeine Einwohnerwehr zu entwaffnen? Hat nicht die
Entente ſelber die deutſche Reichsregierung bis zur Ohnmacht
handlungsunfähig gemacht? Und nun gar die angeblich
ver=
zögerte Verurteilung der ſogenannten Kriegsverbrecher! Wer iſt
denn daran ſchuld, daß die Reichsgerichtsmaſchine ſo langſam
ar=
beitet? Iſt es nicht gerade die Entente, die den deutſchen
Rich=
tern das Beweismaterial ſo langſam und lückenhaft hat
zukom=
men laſſen? Wer das Ultimatum lieſt, muß mit dem Kopfe
ſchütteln und ſich ſagen, daß man es hier nicht mit einem
bös=
willigen Angeklagten, ſondern mit einem böswilligen
Richter=
kollegium zu tun hat.
Heuchelei und Phantaſtik iſt alles, was die Entente für und
gegen Deutſchland hat. Bei der Napoleon=Feier in Paris konnte
es ſich der Kriegsminiſter Barthon nicht verkneifen, wieder
ein=
mal das deutſche Schreckgeſpenſt an die Wand zu malen. Er
be=
ſchwor das Jahr 1808 herauf, wo Napoleon Preußen bis auf die
letzte Knarre entwaffnet hatte, und wo dieſes Preußen dann
plötzlich mit einem anſehnlichen Heere, das wie aus der Erde
ge=
ſtampft zu ſein ſchien, Napoleon entgegentrat. So wird es auch
jetzt der Fall ſein, ſprach Barthou warnend, und ganz Frankreich
rief: „Hört! Hört!‟ Die Geſchichte wiederholt ſich nach Barthous
Ueberzeugung. Und wenn dies auch falſch iſt, ſo kommt doch als
mildernder Umſtand ihm zuſtatten, daß gerade Frankreich als
Volk in der Keuntnis der Geſchichte ſtets die ſchlechteſte Zenfur
hatte. Die Geſchichte wiederholt ſich, Ludendorff iſt ein zweiter
Scharnhorſt, und ſchon erhebt die deutſche Revanche ihr
drohen=
des Haupt. Und ganz Frankreich ruft entſetzt: „Hört! Hört!“
Frankreich iſt das friedliebenſte Volk der Welt! rief Barthou
weiter aus. Es will keinen neuen Krieg, denn es verabſcheue
jeden Krieg. Es will keine Eroberungen machen, keine
Annexio=
nen und hat keine imperialiſtiſchen Abſichten. Es will nur das
kriegeriſche Deutſchland zum wahren Frieden zwingen. Das
klingt ganz wie die Rede eines ſcheinheiligen Inquiſitors, und
diesmal ruft nicht Frankreich, ſondern Frau Klio: „Hört! Hört!“
Wie der Frieden von Frankreichs Gnaden, der geſchloſſen zu
Deutſchlands Schmach in Verſailles, ausſieht, das beweiſt jetzt der
oberſchleſiſche Aufſtand, an dem Frankreich, mag es auch noch ſo
Anzeigengreis:
mm breite Kolonelzeile im Kreiſe Darmſtadt 80 Pf.
Bankanz. 1.00 M., Reklantezeile (32 mm breit)2
orſtehende Preiſe 250, Teuerungszuſchlag
eigen von auswörts 1.50 M., Bankar
igen
2.00 M., 92mm breite Reklamezeile 5,60 M. Anzeigen
hmen entgegen: Geſchäftsſtelle Rheinſtra
Agenturen u.
Anzei=
zedirionen.
allehöher
dewalt wie Krieg, 2
r, Streik
nau
Zerpflie
g auf Erfüllung der Anzeiger
H oe
und
g von Schadenerſatz. Bei Konhurs oder
gerichtl. Beitreibung fällt jeder Rabatt weg.
Einzelnummer 20 Pf.
ſehr es offiziell ableugnen, der Hauptmitſchuldige iſt. Dort ſpielt
jetzt Korfanty die Rolle d’Annunzios, und nur ſaumſelig tut
Frankreich ſo, als ob es dem ſchlechten Komödianten zürne. Auf
der einen Seite der Völkerrechtsbruch der Polen unter
Frank=
reichs Protektorat und anf der anderen Seite das
völkerrechts=
wvidrige Ultimatum auf Frankreichs Veranlaſfung — das nennt
mran in Paris ehrliche Friedenspolitik.
Die Parteien und die Preſſe,
* Berlin, 7. Mai. Die Reichstagsfraktionen
haben bisher über ihre Stellungnahme zu dem Ultimatum
der Alliierten noch keinen Beſchluß gefaßt. Nach Informationen
des Lokalanzeigers könne man die Haltung der
Deutſchnatio=
nalen dahin zuſammenfaſſen, daß die Partei jede Regierung
bekämpfen werde, die bereit wäre, das Ultimatum anzunehmen.
Auch die Deutſche Volkspartei und die Demokraten ſowie die
Baheriſche Volkspartei ſollen ſich zu einer Unterſchrift nicht
ent=
ſchließen können. Die Haltung des Zentrums ſei noch nicht klar
zum Ausdruck gekommen, die Partei ſei aber unter keinen
Um=
ſtänden geſonnen, ohne die Deutſche Volkspartei eine Unterſchrift
zu leiſten. Ueber die Haltung der ſozialdemokratiſchen
Par=
teien verlautet bisher noch nichts. Wie die Voſſiſche Zeitung
wiſſen will, ſei man in den Kreiſen der Regierungsparteien zu
der Anſicht gekommen, daß die finanziellen Forderungen des
Ultimatums diskuſſionsfähig ſeien. Dagegen machten ſich ſtarke
Bedenken geltend gegen jene Punkte, die den Beſtimmungen
des Friedensvertrages zuwiderlaufen, ſo die Entwaffnung der
Oſtfeſtungen, die Beſtimmung, die den Alliierten das Recht gebe,
die Beſetzung des Rheinlandes zu verlängern, und die
Entwaff=
nung der baheriſchen Einwohnerwehren, die zu erzwingen die
Reichsregierung keine Machtmittel habe.
Nach der Voſſiſchen Zeitung ſind es beſonders die
Beſtim=
mungen, die dem Friedensvertrag zuwiderlaufen oder ihn
über=
ſchreiten, gegen die ſich ſtarke Bedenken geltend machen. So zum
Beifpiel in der Frage der Entwaffnung der Oſtfeſtungen, für die
im Friedensvertrag eine beſtimmte Anzahl von Geſchützen
aus=
drücklich zugebilligt worden iſt. Auf dieſe Entwaffnung glaubt
man beſonders mit Rückſicht auf die gegenwärtigen Ereigniſſe in
Oberſchleſien ſchwer verzichten zu können. Weiterhin ſcheint man
geneigt zu ſein, jene Beſtimmungen abzulehnen, die den
Alliier=
ten das Rechr geben würden, die Beſetzung des Rheingebietes
auszudehnen bis zur Bezahlung der letzten Annuitäten, doch
wird noch feſtzuſtellen ſein, ob bei genauer Prüfung des
Wort=
lautes ſich tatfächlich dieſe Deutung der Bedingungen ergibt.
In bezug auf die Entwaffnung iſt die Anſicht vertreten worden,
daß durch das vom Reichstag verabſchiedete Entwaffnungsgeſetz
die Verpflichtungen Deutſchlands erfüllt ſind.
* Berlin, 7. Mai. Während die Rechtspreſſe kategoriſch
die Ablehnung des Entente=Ultimatums fordert, nehmen die
Blätter des Zentrums, der Demokraten und Sozialdemokraten
entweder eine abwartende Haltung ein oder ſie enthalten ſich der
Stellungnahme. Die Deutſche Allgemeine Zeitung
bezeichnet das Ultimatum als unerträglich und ſagt: Auch heute
noch ſind die Deutſchen bereit, zu einer Einigung mit den
Geg=
nern zu gelangen und im Jahren härteſter Arbeit herzugeben,
was ſie aufzubringen vermögen. Wenn aber der Oberſte Rat
von uns verlangt, daß wir unſere Oſtfeſtungen entwaffnen ſollen,
in dem Augenblick, da die Polen ſchnöde Gewalt gegen uns
ver=
üben, dann gibt es auf dieſe Forderung nur eine Antwort: die
einer ehrenhaften Nation würdig iſt: Nein und tauſendmal nein!
— Die Dägliche Rundſchau ſchreibt: Uns bleibt nur eins
übrig: paſſiver nationaler Widerſtand. So lange wir uns nicht
ſelbſt aufgeben, ſind wir nicht verloren. — Auch das führende
Zentrumsblatt Germania bezeichnet die Forderung nach
Entwaffnung der öſtlichen Feſtungen zu erfüllen unmöglich in
dem Augenblick, wo die Polen an den Grenzpfählen des Reiches
rütteln. Nach dieſem Blatt liegt der Grund für den ſchleppenden
Gang des Verfahrens gegen die Kriegsbeſchuldigten einzig und
allein bei der Entente, da bisher nur England etwas getan hat,
um die notwendigen Unterlagen für die Prozeſſe beizubringen.
Gegen das Uiltimatum.
Berlin, 7. Mai. (Wolff.) Der Verein deutſcher.
Eiſen= und Stahlinduſtrieller hat auf der
Mit=
gliederverſammlung folgende Entſchließungen gefaßt und
an den Reichspräſidenten, den Reichskanzler, den Reichsminiſter
des Aeußern, den Reichswirtſchaftsminiſter und den
Reichs=
miniſter des Innern geſandt: 1. Die in Berlin tagende
Mit=
gliederverſammlung des Vereins deutſcher Eiſen= und
Stahl=
induſtrieller wendet ſich mit aller Entſchiedenheit gegen das
Ge=
rücht, daß die deutſche Induſtrie der Unterzeichnung des neuen
Ultimatums der Eniente nicht widerſpreche. Die deutſchen Eiſen=
und Stahlinduſtriellen, insbeſondere die rheiniſch=weſtfäliſchen
Induſtriellen, wollen lieber alle mit der Beſetzung des
Ruhr=
gebietes drohenden Laſten und Opfer auf ſich nehmen, als
un=
erfüllbare Bedingungen anzunehmen, die früher oder ſpäter doch
die Beſetzung des Ruhrgebietes zur Folge haben würden.
Ge=
nügt doch nach den neuen Bedingungen die Nichterfüllung
irgend=
eines Punktes, um den Feinden für weitere
Zwangsmaßnah=
men, wie für die Beſetzung des Ruhrgebietes, ſogar Rechtstitel
zu verſchaffen. 2. Die überaus traurige Lage Oberſchleſiens zeigt,
daß die interalliierten Beſatzungstruppen die im Verſailler
Ver=
trage übernommene Pflicht des Schutzes der Bevölkerung nicht
erfüllen. Die Mitgliederverſammlung des Vereins deutſcher
Eiſen= und Stahlinduſtrieller verlangt daher ganz entſchieden,
daß deutſche Truppen marſchieren, ehe es zu ſpät iſt.
Franzöſiſche und engliſche Preſſeſtimmen.
T.u. Paris, 7. Mai. Die Stimmen gegen die
neuen finanziellen Bedingungen gegenüber
Deutſchland werden immer lauter. Man ſpricht offen die
An=
ſicht aus, eine glatte Abſage Deutſchlands würde für Frankreich
günſtiger ſein, als wenn Deutſchland das Uiltimatum und die
finanziellen Bedingungen annehmen würde. Man möchte ſich
auf keinen Fall die Beſetzung des Ruhrreviers verkneifen. Die
deutſche Annahme würde nur ein Verſprechen bringen, die
Wei=
gerung aber ein Pfand. Die Rede Lloyd Georges im
Unterhauſe wird mit gemiſchten Gefühlen aufgenommen. Man
wirft dem engliſchen Miniſterpräſidenten Doppelzüngigkeit vor
und ſetzt ſeine Frankreich freundlichen Erklärungen vor dem
Parlament in Gegenſatz zu ſeiner Haltung, die er während der
ganzen Konferenz gegenüber Briand an den Tag gelegt hätte.
Die Action fransaiſe macht ſich über die Zahlungsbedingungen
direkt luſtig, namentlich über die Auflage der drei Obligationen.
Das Blatt hebt noch beſonders hervor, daß die
Garantiekommiſ=
ſion praktiſch und effektiv abſolut keine Zwangsmittel zur Ver=
Ar 4
wi vo‟ zu ertbei.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. Mai 1921.
Rummer 1220
fügung hat. Sie ſolle zwar die Befugnis haben, den Dienſt der
deutſchen inneren Zahlung zugunſten der Schuld für die
Wieder=
herſtellung zu ſuspendieren, aber gerade dieſe wichtigſte
Be=
fugnis der Kommiſſion ſei illuſoriſch gemacht durch die
Beſtim=
mung, daß ſie ſich nicht in die innere Verwaltung Deutſchlands
einzumiſchen habe.
** London, 6. Mai. Die geſamte Morgenpreſſe widmet
den Beſchlüſſen des Oberſten Rates größte
Aufmerk=
ſamkeit. Daily Chronicle erklärt: Das Nachgeben der
neuen deutſchen Regierung darf als ſicher angenommen werden.
Daily News meinen, die Schwierigkeiten ſeien teilweiſe auch
auf die Alliierten zurückzuführen, die unerfüllbare Forderungen
an Deutſchland geſtellt hatten, teils auch auf deutſche Seite, weil
Deutſchland es abgelehnt habe, ein vernünftiges Angebot zu
machen. Das Blatt ſagt, die neuen Vorſchläge wären
hoffnungs=
voller, als man hätte erwarten können. Daily Expreß
be=
zeichnet die neuen Bedingungen als etwas härter, als
Deutſch=
land ſie bei den Pariſer Beſchlüſſen hätte haben können. Die
Times erklären, das engliſche Volk ſei mit dem Premierminiſter
einig in dem Glauben, daß die neuen Bedingungen gerecht ſeien.
Weſtminſter Gazette ſchreibt, es ſei zu hoffen, daß
Deutſchland dem Ultimatum der Alliierten ſtattgebe, ſo lange
es noch Zeit ſei. Dies ſei, vom Standpunkt der Deutſchen wie
auch von dem der Alliierten aus geſehen, einer Beſetzung des
Ruhrgebietes weitaus vorzuziehen. Star ſchreibt: In der
deutſchen Reparationsfrage beſteht jetzt eine wirklich
hoffnungs=
volle Atmoſphäre. Das Blatt weiſt ſogar darauf hin, daß
Aſquith, Lord Robert Cecil und Clynes alle gemeinſam die
revi=
dierten Vorſchläge der Alliierten gebilligt haben. Auch Keynes
trat für die Annahme des Ultimatums durch Deutſchland ein
und hofft, daß Deutſchland die Ankündigung der Alliierten
an=
nehme und ſein Beſtes tun werde, um ihr nachzukommen, im
Vertrauen darauf, daß die geſamte Welt nicht unvernünftig und
ungerecht ſei, und daß man ein wenig warten müſſe (l!), bevor
Europa und die Vereinigten Staaten die wirtſchaftliche
Liqui=
dation des Krieges vollenden könnten.
Der polniſche Aufſtand in Oberſchleſien.
Der Aufſtand und die Warſchauer Regierung
D.N. V. Nachdem die Aufſtändiſchen in Oberſchleſien bis an
die ſogenannte Korfanty=Linie und über dieſe hinaus
vorgedrun=
gen ſind, der Aufſtand alſo vorderhand mit einem Sieg der
Auf=
ſtändiſchen ſeinen einſtweiligen Abſchluß gefunden hat, fühlt die
polniſche Regierung das Bedürfnis, nunmehr vor aller
Welt ihre Hände in Unſchuld zu waſchen. Korfanty iſt von
ſei=
nem Poſten als Abſtimmungskommiſſar abberufen worden. Das
war aber nichts als eine Formalität, mit der ſich die polniſche
Regierung ſichern wollte, denn Korfanty ſollte nun die Hände frei
haben, um ſich an die Spitze der Aufſtändiſchen ſtellen zu können.
Dieſer Trick der polniſchen Regierung iſt nicht nen. Wir haben
ja genau denſelben Vorfall in Wilna erlebt, und genau ſo
wenig wie man damals die Lohalität der polniſchen Regierung
erkennen konnte, genau ſo wenig iſt das jetzt der Fall. Man iſt
allerdings inſofern vorſichtiger geworden, als man bisher von
dem Einmarſch geſchloſſener polniſcher regulärer Formationen
Abſtand genommen hat. Es kommt aber in der Praxis auf
das=
ſolbe hinaus, wenn die polniſchen Truppen, die an der Grenze
frehen, nach und nach ihre Truppenkörper verlaſſen, um ſich in
Oberſchleſien als Inſurgenten wieder zu begrüßen.
Die polniſche Regierung hat getan, was ſie tun konnte, ſie
hat ſogar die Freiwilligenwerbung für die Teilnahme am
ober=
ſchleſiſchen Aufſtand in Kongreßpolen verboten. Aber auch das
iſt michts anderes als ein Mache; auch dieſe Verordnung ſteht wie
alle polniſchen Verordnungen nur auf dem Papier, denn die
nationaliſtiſche polniſche Preſſe fordert nach wie vor munter und
ungeniert zur Teilnahme am oberſchleſiſchen Aufſtand auf. Aber
die polniſche Regierung hat noch mehr getan. Durch eine
Verord=
nung des Warſchauer Innenminiſters iſt die gefamte polniſche
Grenze geſperrt worden. Jawohl, richtig geſperrt worden. Das
hindert natürlich niemanden, ſoviel Menſchen und Material über
die Grenze zu bringen wie nur möglich. Die Aufſtändiſchen
haben ſich auch nicht geſcheut, Brücken über die Grenzflüſſe zu
ſchlagen, damit der Nachſchub an Menſchen und Material leichter
bewerkſtelligt werden kann. Endlich hat dann noch die polniſche
Regierung eine langatmige Erklärung losgelaſſen, die beſagt, daß
die polniſche Regierung nichts, aber auch gar nichts mit dem
Auf=
ſtand in Oberſchleſien zu tun habe. Auch dieſe Erklärung hat nur
Makulaturwert. Die polniſche Regierung wird nie und
niemals abſtreiten können, daß ſie von dieſem Aufſtande und von
den Vorbereitungen dazu gewußt hat, vielmehr iſt die ganze
Sachlage ſo, daß ſie ſelbſt aktiv an den Vorbereitungen
beteiligt geweſen ſein muß. Die Regierung in Warſchau
mag noch ſo viel Verfügungen und Erklärungen erlaſſen wie ſie
will, all das bleibt eine Mohrenwäſche und kann die Tatſache nicht
aus der Welt ſchaffen, daß ſie für dieſen Aufſtand moraliſch
ver=
antwortlich gemacht werden muß.
Ein polniſcher Aufruf zum Aufruhr.
Warſchau, 6. Mai. (Wolff.) Die nationale Arbeiterpartei
erließ einen Aufruf, worin ſie auffordert, den
oberſchle=
iſchen Brüdern zu Hilfe zu kommen. Der Platz
aller Polen ſei in den Reihen der aufſtändiſchen oberſchleſiſchen
Armee. Das Polenvolk müſſe den verbrecheriſchen Abſichten der
Entente durch bewaffnete große Anſtrengungen ſich entgegenſetzen.
Der Aufruf ſchließt: Es lebe der oberſchleſiſche Aufſtand! Zu
den Waffen!
Polniſche Infamien.
Berlin, 6. Mai. (Wolff.) Die amtliche
Funken=
ſtation in Warſchau verbreitet einen Funkſpruch „An
Alle”, in dem es heißt, daß im ganzen Gebiete des Deutſchen
Reiches die Reichswehr, die Orgeſch, die „Landesſchutzvereine‟
Flugzeuggeſchwader und Automobilformationen zum Kampfe
gegen die Aufſtändiſchen in Oberſchleſien mobiliſiert würden.
Die Aufſtändiſchen hätten in den Kämpfen der beiden letzten
Tage bereits Soldaten der Reichswehr und Angehörige der
Or=
geſch angetrofffen. Gleichzeitig wird gemeldet, daß die Ober
ſchleſiſche Volkspartei ſich für den Aufſtand erklärt habe und
zahl=
reiche Mitglieder der Partei in die Reihen der Inſurgenten
ein=
getreten ſeien. Ueberall, wo die Inſurgenten Herren der Lage
ſeien, kehre das normale Leben wieder zurück. Die Arbeiter der
Eiſenbahnen und Straßenbahnen hätten den Streik beendet, der
auf den Gruben fortdauere. Die politiſchen Parteien
Oberſchle=
ſiens würden die Frage einer Aufſtandsregierung beſprechen.
Die in dieſem von der amtlichen Station der Warſchauer
Regierung verbreiteten Funkſpruch enthaltenen Meldungen ſind
vom erſten bis zum letzten Wort erlogen. Es iſt nicht wahr,
daß ein einziger Reichswehrſoldat Oberſchleſien betreten hat,
wohingegen polniſche Offiziere und Mannſchaften mit polniſchem
Heeresmaterial in Scharen das unglückliche Land durchziehen.
Es iſt nicht wahr, daß es den Aufrührern bisher an einer
ein=
zigen Stelle gelungen iſt, die Wiederkehr normaler Zuſtände
her=
beizuführen. Der geſamte Verkehr ruht. Alle Gruben und
In=
duſtrien ſtehen ſtill. Allerdings hat ſich die Oberſchleſiſche
Volks=
partei für den Aufſtand erklärt, die aber nicht eine deutſche
Par=
tei iſt, ſondern eine von Korfanty aufgemachte rein polniſche
Gründung. Die Behauprung, die politiſchen Parteien
Ober=
ſchleſiens beſprächen die Bildung einer Aufſtandsregierung, iſt
eine freie Erfindung Korfantys.
Zur Lage.
Oppeln, 6. Mai. (Wolff.) Nach den bis abends
vorliegen=
den Nachrichten iſt die Lage im Aufſtandsgebiet
unver=
ändert ernſt. Die polniſchen Inſurgenten verſuchen immer
noch, nach Nordem Boden zu gewinnen. Nachdem Groß=
Streh=
litz von dem Aufſtändiſchen wieder geräumt wurde, werden
nun=
wehr Angriffsvorbereitungen der Aaufrührer in Richtung Coſel=
Leſchnitz feſtgeſtellt. Infolge erneuter Störungen im
Fernſprech=
verkehr liegen aus dem Zentral= un Südrevier nur wemig Nach
richten vor. In Hindenburg fanden Plünderungen der
Lebensmittelgeſchäfte ſtatt. Nachdem in den erſten Tagen des
polniſchen Aufruhrs die beteiligteu aktiven polniſchen Soldaten
meiſtens Zivilkleider trugen, wird dieſe Vorſichtsmaßregel jetzt
nicht mehr beachtet. Es ſind zahlreiche Aufrührer in
polni=
ſcher Uniform feſtgeſtellt worden, die mit polniſchen
Militär=
kraftwagen überall im Lande Requiſitionen vornehmen. Die
Werbungen unter der deutſchem Bevölkerung für die
Abſtim=
mungspolizei hatten bisher ſehr guten Erfolg.
Die Untätigkeit der interalliierten Kommiſſion.
Oppeln, 6. Mai. (Wolff.) Die interalliierte
Kommiſſion veröffentlichte heute abend ein offizielles
Kommunigus, das deutlich das Beſtreben verrät, den
un=
geheueren Ernſt der Situation zu verſchleiern und
den tatſächlichen Vorgängen in keiner Weiſe entſpricht. Das
Kommuniaus lautet: „Die Lage beginnt ſich zu beſſern. Die
amtlichen Nachrichten, die heute an die Regierungskommiſſion
ge=
langt ſind, laſſen hoffen, daß die Erregung von heute ab
abneh=
men wird und daß Ausſicht beſteht auf ſchnelle Wiederaufnahme
der Arbeit. Um der Lage zu entſprechen, wie ſie durch das
Ein=
treffen zahlreicher Flüchtlinge in Oppeln und in dem von dem
Aufſtand verſchonten Gebiet geſchaffen iſt, hat die interalliierte
Kommiſſion beſchloſſen, die Ausreiſe der Flüchtlinge zu
erleich=
tern und für den Augenblick den Ausreiſeſichtvermerk
aufzu=
heben. Für die Rückkehr nach Oberſchleſien werden die notwen
digen Erleichterungen gewährt werden.”
Die Mitteilung der interalliierten Kommiſſion ſteht in
chroffem Gegenſatze zu den tatſächlichen
Ver=
hältniſſen, die eine unumſchränkte Herrſchaft Korfantys in
dem von den polniſchen Inſurgenten beſetzten Gebiet darſtellen.
In dem größten Teile von Oberſchleſien übt die
interalli=
ierte Kommiſſion keinerlei Macht mehr aus, die
friedliche Bevölkerung iſt nach wie vor ſchutzlos dem Treiben der
polniſchen Inſurgenten ausgeſetzt.
Die Stellungnahme der Tſchechen.
* Prag, 6. Mai. Großes Aufſehen erregt die Stellung
nahme des Organs des tſchechiſchen Miniſters des
Aeußern zum Aufſtand in Oberſchleſien. Es wird
das ſofortige tatkräftige Einſchreiten des Verbandes gegen die
gewaltſamen Methodem der Polen verlangt, da dieſe dem Frieden
Mitteleuropas und das Syſtem der kleinen Staaten zum
Scha=
den des Großen und Kleinem Verbandes zu vernichten drohten
* Prag, 6. Mai. Die tſchechiſche Preſſe verfolgt die
Vorgänge in Oberſchleſien mit großer Aufmerkſamkeit.
Das Blatt Ceſkoſlovenſka Republika ſaga, die Polen hätten ſich
auf die Gerechtigkeit des Verbandes verlaſſen ſollen, ihr Auf
ſtand habe nur den Gegnern des Verſailler
Ver=
trags Genugtuung bereitet. Dieſer Vertrag habe
Feinde genug. Sei es notwendig, daß jene, zu deren Gunſten er
gemacht wordem ſei, dieſem Feindem helfen, indem ſie ihn
verletz=
ten? Nichts ſpreche dafür, daß der Verband die oberſchleſiſche
Frage in einem polenfeindlichen Sinne zu löſem beabſichtige. Ge=
duldig abzuwarten, wäre klüger geweſen, anſtatt das Ame
des Verbandes zu verletzen. Die Narodni Liſty ſchreibt.
tſchechiſche Republik werde vom Streich der Polen unmitt.
getroffen, der Verband müſſe tatkräftig vorgehen und der
ſtandsromantik ein Ende bereiten, die einem Spiel mit
Feuer gleiche. Die Tribuma erklärt, Putſch und Gewalt
ten zur europäiſchen Tradition zu werden. Kein einz
Nachbar Polens könne ſich ſicher fühlen. Werm
AS
He e
12
Hen e
He et
2 e
H e
ia in Dait.
Hue et
aMe MD De S
durüider ge6t
He ne
Ee Se
guaich it de
in Süich dich dit.
und werde der Pakt über Wilna hinfällig. Auch im s
Karls von Habsburg wird hann eine neue Hoffnung aufko
Das ſozialdemokratiſche Blgtt Prapo Lidu wirft der polmM/Mhhh
Regierung vor, ſie 1reibe ihr altes Spiel. Vor der Oef
keit weiſe ſie die Verantwortung ab und bezeichne die
Ere=
als Ausbruch des Willens des polniſchen Volkes. HinteNAMetehch. S t
Kuliſſen jedoch leiſt ſie Vorſchub. Das nationalſoziall
Blatt Ceſke Slotzo ſagt, die Leitung des gut organiſiertem
ſtandes ſtehe dem anitlichen Polen ſicherlich nicht fern. D
len pechneten bffenbar mhit der Spannung zwiſchen Deutff
und den Weſtmächten. Es ſei typiſch für die
Pole=
ternationale Probleine durch ein fait accompli gegen den
aller zu löſen und dann die Anerkenung der vollendeten.
ſachen zu fordern. Dann heißt es weiter:
Jn dent Kampf der Polen mit Deutſchland wegem Ob. /My0chMt belhst
ſien waren zinſere Stzuzpathien auf der Seite Polens tr 4A—0 nch Zchd.
Hetze der polniſchen Preſſe in der Teſchener Frage. Aber un
Republik drohte die Gefahr blutiger Konflikte. M0 poewhe. O
die Weſtmächte dieſe polniſchen Methoden duldeten.
Jed=
wiſche Angriff gegen uns würde Beifall finden nicht nur i.
kau, ſondern uh in Warſchau. Es iſt die Pflichtdes WIqdeutſche PI.
bandes, dem Treiben der Polen ein En
zig gewählt
zmd
machen und dieſe unſere unruhigen Nachbarn zu belehraf
ihre Politik ſie der Sypzathien aller Welt beraubt. Nämkpr uns, die beiſolg:!
darf überſehen, daß erſt ſer Zuſammenbruch des Syſter Mkimüberzeugt, daß Dri
kleinen Staaten Mitteleuropas Deutſchland, von dem üb-rH Hagliche Unterdrcknn
menen Verpflichtungen befreit, daß dagegen ein Einſchrei fduuur ſich geht. Es Ie
Rr und Hilfe zu verſic
Weſtmächte gegen Polen den Deutſchland einſchnürenden
nicht bedrohen kann. Der Verband würde, wenn er nahuethreitete, andauen
ſt werden, durch d
ſein ganzes Friedenswerk zerſtören.
unterdräcktnd.
züber ſchuldig
ſo fügt Deißbmn
Enthällung, noch
Mit iegten uſe. Se.
n zemf ohel 2.
ſchen Meintng
Hun
egen die Zreſchet.
Irlands
Huand in Berlin Wilt
Engliſche und ſranzöſiſche Preſſeſtimmen.
wd. Paris, 6. Mai. Die Pariſer Preſſe ſte
Ereigniſſen in Oberſchleſien ziemlich faſſu///Dezemler 191
gegenüber. Einſtweilen begnügt ſie ſich damit, Telegramr eſ,) die von der engli
niſchen Urſprungs zu veröffentlichen, und enthält ſich
alle=
mentare. Auch über die Verluſte der verbündeten T
ſchweigen ſich die Blätter aus. Nur der Temps wundert
reits am Mittwoch abend darüber, daß die
franzöſiſche-
daten gezwungen wurden, auf Polen zu ſchießen. Die Er
dürfen jedenfalls einen gewiſſen Einfluß auf die Haltuus)4/ſolgung des Man
Entſcheidung des Oberſten Rates und der Oberſchleſiſchen
miſſion ausüben. (2) Es wird den Verbündeten vielle
Augen öffnen, wo die Ruheſtörer in Oberſchleſien wirklic,M ewählten Vertrete
London, 7. Mai. (Wolff.) Daily Telegraph meldet z ihe zu Lublin und
polniſchen Aufſtandsbewegung in Oberſchl
man erwarte den baldigen Rücktritt der polniſchen Regi
Auf jeden Fall ſcheine Fürſt Sapieha nicht im Amte ble b=ltneine repub
wollen. Wie Reuter erfährt, greift der polniſche Aufſtcn// iefriedliche und
trächtlich um ſich. Das Ziel des Aufſtandes ſcheine zu ſ
Kontrolle über ganz Oberſchleſien zu bekommen und ſo
vom Oberſten Rat gefaßten Beſchluß zuvorzukommen. Div nonglen, vo
ning Poſt ſagt, daß ſich die deutſche Bevölkerung dem po
Aufſtand gegenüber bisher ruhig verhalten habe. Mar
ſich jedoch ſchwer vorſtellen, daß ſie ſich auf die Daue
Vergewaltigung durch irreguläre polniſche Streiſhln als
ei=
gefallen laſſenwerde.
Die Entlarvung des Luſitania=Schwinde
C.K. Sechs Jahre ſind jetzt dahingegangen, ſeitd
„Luſitania” durch ein deutſches Unterſeeboot ver
wurde, und man kann ſagen, daß kein anderes Einzelereig
Kriegszeit zu einer ſo leidenſchaftlichen Propaganda
Deutſchland ausgenutzt worden iſt. Man ſtellte das Sc
ein harmloſes Paſſagierſchiff hin und erklärte die Verſenk
ruchloſen Frauen= und Kindermord. Die beſtimmte Er
von deutſcher Seite, daß die „Luſitania” ungeheuere Maß=
Munition an Bord gehabt habe, und der Bericht des 1
Kommandanten, daß der Dampfer durch eine im Schiff!
entſtandene Exploſion zum Sinken gebracht worden ſei,
als Lügen bezeichnet. Aber die Wahrheit iſt doch endlich
Tag gekommen. Der bekannte Zoologe der Berliner Un
Profeſſor Deißmann macht in der „Deutſchen Politik” a
Erklärung aufmerkſam, die der frühere Neu=Yorker Haf
tor Dudley Field Malone während der Wahlkan
für den jetzigen Präſidenten Harding abgegeben hat. Nal
Meldung der Nachrichten aus dem Nordweſten (Portland
U. S. A.) vom 4. November 1920 verſicherte Malone in eine
rede, „die Luſitania hätte, als ſie von einem deutſchen Tel
verſenkt wurde, 4200 Kiſten Patronen für die
Regierung an Bord gehabt, und insgeſamt ſeien in dieſe
nahezu 11 Tonnen ſchwarzen Pulvers entha
weſen”. Malone hatte ſich bereits in dem Prozeß, der gen
Senator La Follette wegen der Behauptung von Mur
transporten durch die „Luſitania” geführt wurde, a.
laſtungszeuge gemeldet, war aber nicht vernommen worke
pecken ſucht, beeil
tmzulegen, damit
jündeten Grund
inen eigenen,
Ende zu bringen
wuzent an der
und ſelbſt vorgeſchr
Volksabſtimmung 1
mon und die Grür
rachte anläßlich
Eelbſtbeſtimn
mitalſter Gem
unſeres Vo
uſt als Ver
ſuden verboter
die
Sch=
itrie
dur
Der Einfluß großer Kataſtrophen auf die
Völker.
** Wir leben gegenwärtig in einer Zeit, in der eine ſo
ge=
waltige politiſche Kataſtrophe über uns
hereinge=
brochen iſt, wie wohl ſelten über ein Volk. Welchen Einfluß wird
dieſes ſchwere Schickſal auf unſere Nation haben? Wie wirken
überhaupt große Kataſtrophen im Natur= und Völkergeſchehen auf
Weltanſchauung und Glauben? Dieſe uns alle heute
beſchäfti=
gende Frage ſucht Hugo Elbertzhagen in einem inhaltsreichen
Aufſatz der Deutſchen Rundſchau zu beantworten. Wie große
Naturereigniſſe in der Frühzeit der Geſchichte das Menſchengemüt
beſchäftigt haben, das ſieht man in den Mythologien der Völker,
Der Menſch vergleicht ſich bei ſolchen gewaltigen
Naturerſcheinun=
gen infolge der durch ſie hervorgerufenen Furcht und
Verwunde=
rung mit der Gewalt und Majeſtät der Natur; er empfindet ſeine
eigene Unbedeutendheit, und ein Bewußtſein ſeiner
Unterord=
nung überkommt ihn. Wenn dann in ſpäteren Kulturepochen dem
zunächſt ausſchließlichen Eindruck auf die Phantaſie die
verſtan=
desmäßige Erklärung Platz macht, ſo wird auch dadurch der
Menſch in entſcheidender Weiſe beeinflußt. Beſonders ſind es
die großen vulkaniſchen Ausbrüche geweſen, die für das Denken
und Nachdenken der Völker außerordentlich fruchtbringend
ge=
weſen ſind. Die Zerſtörung aller ſozialen Bande und Schranken,
die Erſchütterung des Nervenſyſtems, die durch rieſige Erdbeben
hervorgerufen wurden, lockerten alle Verhältniſſe und konnten
daher in ihren Folgen an politiſche Revolutionen gemahnen.
Die ſchlechten Seiten der menſchlichen Natur werden dadurch
ent=
feſſelt, aber auch die guten, und aus dieſen Zeiten werden immer
wieder nicht nur furchtbare Verbrechen, ſondern auch Beiſpiele
höchſter Selbſtaufopferung und geſteigerter Hingabe für andere
Zerichtet. Für die Art, wie ein Naturereignis die
Weltanſchau=
ung einer ganzen Zeit umwandeln kann, iſt das Erdbeben in
Liſſabon vom Jahre 1754 das beſte Beiſpiel. Die Literatur über
dieſes Erdbeben iſt ſehr groß; beſonders haben Voltaire,
Rouſ=
ſeau, Kant und Goethe ſich in eindringlicher Weiſe über die
geiſti=
gen Folgen dieſer ungeheueren Kataſtrophe geäußert. Berühmt
ſt Goethes Schilderung in „Dichtung und Wahrheit”, in der es
zum Schluß heißt: „Der Knabe war nicht wenig betroffen. Gott,
der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden, den ihm die
Erklärung des erſten Glaubensartikels ſo weiſe und gnädig
vor=
ftellte, hatte ſich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten glei=
chem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewieſen.‟ Der
Vorſehungsglauben der Aufklärung erfuhr dadurch eine gewaltige
Erſchütterung, und Voltaire triumphierte, indem er in ſeinem
„Candide” alle Anhänger des Glaubens an die „Beſte der
Wel=
ten” verhöhnte. Aber Rouſſeau und Kant haben infolge dieſes
Erlebniſſes die Notwendigkeit und den Segen des Unglücks tiefer
begründet und einer neuen Frömmigkeit den Weg gebahnt. Auch
die neueren Erdbebenkataſtrophen der Jahre 1906 und 1908
führ=
ten zu keinem kraftloſen Verſagen; ſondern aus Neapel wird 1906
berichtet, daß der Glauben der Bevölkerung durch das Erdbeben
geſtärkt wurde, und aus den Trümmern von San Franzisko
be=
ſchloſſen die Amerikaner die Stadt herrlicher und blühender
wie=
der auferſtehen zu laſſen.
Auch die erſchütternden Ereigniſſe im Völkerleben haben ſtets
in der betroffenen Nation eine ſittliche und geiſtige Neugeburt zur
Folge gehabt. Der Verfaſſer verweiſt hier beſonders auf die
Schickſalsſchläge der deutſchen Geſchichte, auf den Dreißigjährigen
Krieg und den Zuſammenbruch Preußens 1806. Aus der
furcht=
baren Heimſuchung des Dreißigjährigen Krieges wurde doch ein
neues Lebensideal geboren, und die deutſche Geiſtesblüte im 1.
Jahrhundert wurzelt letzten Endes, wie die Forſchung immer
klarer nachgewieſen hat, in jenen Keimen, die das 17.
Jahr=
hundert ſäte, als es ſich wieder ermannte. Vaterländiſcher Sinn
und ſchlichte Frömmigkeit waren die Früchte, die aus der harten
Schule des deutſchen Niederganges gezeitigt wurden. Der
Zu=
ſammenbruch von 1806 brachte den Aufſchwung von 1813. Fichte
hielt damals ſeine Reden, die wie ein Flammenzeichen dem
deut=
ſchen Volke ſtets in dunklen Tagen voranleuchten werden, und
Goethe ſtellte in dieſer troſtloſen, ſchweren Zeit die Forderung auf,
es ſolle für die Jugend nur noch eine heilige Sache geben: im
Geiſte zuſammenhalten und in dem allgemeinen Ruin das
Palla=
dium unſerer Literatur bewahren. Aus dieſen weltgeſchichtlichen
Betrachtungen dürfen wir den Glauben ziehen, daß auch uns eine
Zeit der geiſtigen Wiedergeburt und des Aufſchwunges beſchieden
ſein wird. Die ſchweren Erſchütterungen haben zumeiſt in der
Zeltgeſchichte eine religiöſe Erweckung gezeitigt, und da, wo das
Unheil einſchlug, da liegen auch die Keime zu neuem Leben.
„Manchmal ſieht unſer Schickſal aus wie ein Fruchtbaum im
Winter,” ſagt Goethe. „Wer ſollte bei dem traurigen Ausſehen
desſelben wohl denken, daß dieſe ſtarren Aeſte, dieſe zackigen
Zweige im nachſten Frühjahre wieder grünen, blühen, ſodann
Früchte tragen könnten! Doch wir hoffen’s, wir wiſſen’s.”
ich
Heinrich Reinhard Kröh.
Zum 80. Geburtstage des Meiſters.
Im Landesmuſeum, in einer dämmerigen Ecke, wvo d
das Auge desjenigen noch entdeckt, der auch den beic
Meiſter ſucht, iſt ein Bild Kröhs, das nicht gerade, ſeh
Eigenart erkennen läßt, aber doch zeigt, daß dem Künſt!
auch das baumloſe, in heißer Mittagsglut liegende Mro
Schönheit nicht verſchließt. Unter dem Bild ſteht die Zu
ein Jahr bedeutend, da unſere Großväter und Urgroßvar
jung waren. Und dieſes iſt das Geburtsjahr des Mal7
der 7. Mai ſein Geburtstag.
Und heute nach 80 Jahren, wo wir dem auch weit äb
Heſſenland hinaus bekannten und geliebten Meiſter und
lichen Menſchen die Hand zum Glückwunſch reichen, iſt.
immer jung. Erſt geſtern wieder iſt er in geiſtiger und
licher Friſche mit dem Malgerät über Berg und Tal geN
und man merkt ihm kaum an, daß eine ſo lange Wanderic
ein ſo langes, immer ſtrebendes Bemühen hinter ihm lie4
wie ein Wunder klingt es, und eine leiſe Betrübnis ſt
einem ins Herz, daß man einſt nicht auch wie er Stift und
die den erſten Baum verunglückt aufs Papier gebracl
väterlichen Warnungen zum Trotz feſtgehalten und wie
ſchen Himmel und Erde, Wald und Feld im ewigen Jung
der Natux ſeine Gieder gebadet hat.
Daß/ Profeſſor/Kröh Großherzoglich Heſſiſcher Hofmcl"
ſchon unter Ludwig III., daß kein Geringerer als Augu!
und ſpäter der Pilotyſchüler Karl Raupp ſeine Lehrer
ſind und ſo vieles andere noch, das ihn ehrt, habe ich T
ihm ſelbſt erfahren, trotzdem ich ſo manches liebe Mal
geſeſſen. Auch heute noch, zumal dann, wenn es ſich *
ieln
eigene Perſon handeln ſoll, iſt er wortkarg. Er läßt 17e
Bilder reden, die jedem empfänglichen Gemüt ja auch den!
beglückenden Reichtum ſeiner Seele enthüllen.
So lange in deutſchen Herzen noch die Liebe wohnt e
und Wald und allem, was drinnen und drüber lebend mnſio
lange wird man auch eines Meiſters, wie Kröh einer iſt.
gedenken, beſonders, wenn die Liebe nicht nur dem leis
Farbenſpiel gilt, das draußen des Flüchtigen Auge ſtr.”
giſie=
dern auch den feinen, mannigfaltigen Geweben, die in
nen, geheimnisvollen Dämmerung des Waldes, oder im
ſonnigen Wieſenbunt Auge und Herz entzücken.
Walter Schw=
werlangte in dem Prozeß, daß der Bericht des
Neu=
pafenkollektors über die Ladung der „Luſitania”
vor=
ſerde: die Regierung aber verweigerte die Herausgabe
eheimberichtes. „Zufälligerweiſe habe ich” ſagte
Ma=
i betreffenden Bericht über die „Luſitania” angefertigt,
meiner Eigenſchaft als Hafenkollektor die Ladung des
1s unterſucht hatte."
lann alſo kein Zweifel mehr darüber obwalten, daß un=
Mengen von Munition und Pulver ſich an Bord der
n ” befanden, denn der Mann, der die Ausfuhrkontrolle
dr 20f
Ne
Ates.
Ronal
daumſt
fen
ſchen
1* D0
nd
eT bollinde
Degen 2.
Polens
M
Tonflin
udeten
lichtd
ein En
trn zu be
der unerhörten Irreführung der öffent=
Meinung, wie ſie in Amerika betrieben wurde.
er Bericht über die Wi ſonſche Regierung als
ſche Tatfache offen darliegen wird,” ſagte Malone, „wird
terſt erkennen, daß keine andere Regierung ſich je einer
Unterdrückung und Geheimniskrämerei
gegenüber ſchuldig gemacht hat.” „Es ſind bittere
fdangen,” ſo fügt Deißmann hinzu, „die uns beſchleichen,
ſir dieſe Enthüllung, nachdem die Verhüllung ihren mör=
Dienſt gegen unſer Volk auf das exakteſte getan hat.
ſi, in dem großen Reviſionsprozeß vor der
ichen Meinung der Menſchen guten Willens iſt
der Wahrheit nachträglich geleiſteter Dienſt wertvoll. Ich
ur auch mit Genugtuung melden, daß die chriſtliche Preſſe
erikas nach Malones Enthüllung zum Teil mit ſtarken
ken gegen die Irreführung durch ihre Regierung im Fall
ſia” proteſtiert hat.”
Irlands Schichſal.
das deutſche Preſſebureau für Nachrichten
rland in Berlin=Wilmersdorf teilt uns mit: Im
Na=
rechtsmäßig gewählten Vertreter der iriſchen Republik
wir uns, die beifolgenden Zeilen an Sie zu richten:
ind überzeugt, daß der Kampf des iriſchen Volkes
e engliſche Unterdrückung nicht unbeachtet von den Augen
Itvor ſich geht. Es liegt uns ſehr viel daran, uns Ihrer
hie und Hilfe zu verſichern, und damit Sie nicht durch
hwverbreitete, andauernde, heimtückiſche Propaganda der
ſtäuſcht werden, durch die England gegen uns ein
Vor=
rerwecken ſucht, beeilen wir uns, Ihnen kurz die
Tat=
vorzulegen, damit Sie ein gerechtes Urteil abgeben
4. Dezember 1918 erklärte ſich das iriſche Volk im
Ver=
ufdie von der engliſchen Regierung während des
Welt=
verkündeten Grundſätze, die ihm ein gerechtes Mittel
ſeinen eigenen, jahrhunderteangen Kampf zu einem
ter Ende zu bringen, mit einer überwiegenden Mehrheit
Prozent an der Wahlurne für die unabhängige iriſche
Befolgung des Mandates, das ihnen durch die unter den
gland ſelbſt vorgeſchriebenen geſetzlichen Formen vorge=
Volksabſrimmung übertragen worden war,
verſammel=
die erwählten Vertreter des Volkes am 21. Januar 1919
ſufe zu Dublin und erklärten feierlichſt die Unabhängig=
Nation und die Gründung der iriſchen Republik. Das
2 brachte anläßlich der Wahlen in die
Selbſtverwal=
er eine republikaniſche Mehrheit von rund 90 Prozent.
dieſe friedliche und geſetzmäßige Anwendung des Grund=
Selbſtbeſtimmung der kleinen Völker antwortete
Eng=
brutalſter Gewalt.
tationalen, politiſchen, kulturellen und induſtriellen
Ver=
un unſeres Volkes wurden für ungeſetzlich erklärt, ihre
ſchaft als Verbrechen beſtraft. Oeffentliche
Verſamm=
wurden verboten, die Preſſe geknebelt und die gewählten
ſeten als eine verbrecheriſche Körperſchaft erklärt.
ſtoh die Schrecken der militäriſchen Beſatzung zur
Ver=
getrieben, ſah ſich unſer bisher friedliches Volk
ge=
zur Selbſthilfe zu greifen. Auf dieſe Selbſthilfe
ant=
de engliſche Regierung mit noch fürchterlicherem Terror
n Jahre wurden 270 entwaffnete iriſche Ziviliſten, dar
e Frauen und Kinder, durch engliſches Militär
ermor=
der 100 Städte und Dörfer geplündert, beſchoſſen und in
giſteckt, und all das, ohne daß ein einziger Soldat von
bigeſetzten Behörde deshalb zur Rechenſchaft gezogen
wor=
iriſche Volk beanſprucht nichts anderes als ein Recht,
der ſein Geſchick entſcheiden zu dürfen. Nur unter dieſer
itzung iſt Frieden möglich. Unſere Sache iſt die
gemein=
ghe der geſamten Menſchheit, und wir ſind überzeugt,
deutſche Brudervolk unſeren Appell nicht ungehört
ver=
en wird.
enſerer Stimme auch im Deutſchen Reiche den richtigen
zu geben und die deutſche Oeffentlichkeit dauernd über
änge in Irland auf dem Laufenden, zu halten, haben
Verlin ein iriſches Preſſebureau errichtet, das wahrheits=
Mkerichte über Irland herausgeben wird.
däe Politik der Vereinigten Staaten.
xris, 7. Mai. Havas meldet aus Waſhington;
Sen Vereinigten Staaten an die alliierten
ungen gerichtete Note zeigt den Empfang der durch
ſchen Botſchafter in Waſhington übergebenen Mittei=
Alliierten an und teilt mit, daß die Vereinigten Staaten
Dung annehmen, ſich bei den Sitzungen des Ober=
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Der Ausbau des Deutſchen Muſeums, in
n. Man ſchreibt uns aus München: Der ſtolze
d n Deutſchland ſeiner Wiſſenſchaft und Technik errichten
Mid zu dem es in glücklicheren Tagen auf der Kohleninſel
ſiren den Grundſtein gelegt, ſteht nun ſeit Jahren halb
in trauriger Unvollendetheit. Mitten im raſcheſten
durch die Not der Zeit gehemmt, wuchteten Stockwerke
um doch in imponierender Majeſtät zum Himmel. Faſt
inſeres lieben Vaterlandes, das mitten im höchſten Auf=
Hwer Entwicklung durch trauriges Schickſal zum Stillſtand
award. Zwar haben auch in dieſer trüben Zeit die Ar=
Muſeum nie geruht, aber waren doch nichts als
Not=
iheiten, die nicht mehr vermochten als das bisher
Voll=
tr Verwitterung und Verfall zu ſchützen. Zur einſten
übrung und Vollendung des Baues fehlten leider im
ver=
eutſchland die Mittel. Das Muſeum, das ein Stolz des
Deutſchland werden ſollte, ſchien vor ſeiner Vollendung
* berdammt zu ſein. Um ſo erfreulicher iſt daher die
4h die in der letzten Vorſtandsſitzung gemacht werden
Lß endlich wieder bedeutendere Mittel zum Weiterbau
kigung ſtänden. Vom Reich und von Bayern iſt es ge=
Beſamtzuwendungen im Betrage von 12 Millionen zu
außerdem hat die deutſche Induſtrie 4 Millionen
geſtif=
hülich großer Betrag ſoll noch in den nächſten Wochen
ien der Induſtrie dem Muſeum zugewendet werden.
Da=
es möglich, die Arbeiten energiſch fortzuſetzen und auch
hnenausſtattung heranzugehen. Bis zum Herbſt hofft
eits die Abteilungen für Bergwerksbau,
Muſikinſtru=
ſronomie und Chemie unter Dach zu bringen. Dieſe
gen ſollen dann ſofort dem allgemeinen Beſuch zugäng=
Macht werden.
Eine Ausſtellung moderner deutſcher
kunſt wird im Monat Juni im
Landesgewerbe=
von Stuttgart ſtattfinden, die Profeſſor Dr. G. E.
* gemeinſam mit dem Ausſtattungsdirektor Hanſing vom
Geater veranſtaltet. Alle führenden deutſchen Künſtler au
iete neutzeitlicher Bühnenausſtattung ſind zur Beteili=
Beladen worden und haben auch faſt ausnahmslos ihre
ackeſten und neueſten Arbeiten bereits angemeldet. Die
Nee König=Karl=Halle des Muſeums wird daher bis auf
ſten Rates, der Reparationskommiſſion und des
Botſchafterrats vertreten zu laſſen. Dann fährt die
Note fort: Bei aller Wahrung unſerer überlieferten Politik, uns
von allen Angelegenheiten von rein europäiſcher Bedeutung fern
zu halten, verfolgt die Regierung der Vereinigten Staaten doch
mit größter Anteilnahme die Fragen einer geeigneten
wirtſchaft=
lichen Regelung und einer billigen Löſung der Angelegenheiten,
die für die ganze Welt von Bedeurung ſind, welche in den
Kon=
ferenzen beraten werden. Die Regierung wünſcht daher, ſich
nützlich an den Beratungen zu beteiligen, welche über dieſe
Fragen ſtattfinden.
* Paris, 6. Mai. Wie Havas aus Waſhington meldet,
hat ſich der Botſchafter der Vereinigten Staaten in London,
Oberſt Harvey, nach England eingeſchifft, um ſeinen Platz im
Oberſten Rat wieder einzunehmen, bis der neue Botſchafter
der Vereinigten Staaten in Frankreich, Herrick, an ſeine Stelle
treten kann. Hughes Wallace, der ſeinen Botſchafterpoſten in
Paris verläßt, wird die Vereinigten Staaten im Botſchafterrat
vertreten.
Waſhington, 6. Mai. (Reuter.) Die Vereinigten
Staaten beſchloſſen, einen nichtamtlichen Vertreter in den
Ober=
ſten Rat und Botſchafterrat zu entſenden. Der amerikaniſche
Kommiſſar in Paris, Roland Boyden, ſoll Vertreter im
Re=
parationsausſchuß werden.
* Kleine politiſche Nachrichten. Der Berl. Lok.=Anz. meldet aus
München, daß der bayeriſche Miniſterpräſident v. Kahr
nach Berlin abgereiſt iſt, um in der entſcheidungsvollen Stunde, den
Standpunkt der bayeriſchen Regierung zum Ausdruck zu bringen.
Nachdem die Kreishauptmannſchaft auf Grund einer richterlichen
Ent=
ſcheidung das ver einiger Zeit erlaſſene Verbot der „Orgeſch” in
Sachſen in ihrem Bereiche aufgehoben hat, ſteht nunmehr die
Auf=
hebung des Verbots auch für ganz Sachſen nahe bevor. — Wie das
Direktorium der Firma Krupp mitteilt, iſt die Meldung des United
Telegraph über großartige Fabrikanlagen in Chile unwahr. Die
Mel=
dung ſcheint dem Arſenal der franzöſiſchen Preſſe zu eutſtammen, die
in letzter Zeit ſyſtematiſch Lügenmeldungen über Gründungen
Krupp=
ſcher Waffenfabriken bring=
Die engliſche Kohlenkriſis
macht immer mehr Einſchr
ngen im Verkehr notwendig.
Kommen=
den Montag tritt der Eiſenbahnverkehrsausſchuß zuſammen, um neue
Verkehrseinſchränkungen zu beſchließen. Sämtliche Luxuszüge werden
zu Pfingſten eingeſtellt. Neu=Vork Herald zufolge hat die engliſche
Re=
gierung alle Kohienlieferungen an Brauereien und Alkoholfabriken
ein=
geſtellt. — Havas zufolge liegen aus Konſtantinopel Nachrichten vor,
wonach die Nationalverſammlung von Angora das
franzöſiſch=
türkiſche Abkommen ratifiziert habe.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Mai.
n. Strafkammer. Eie jetzt abermals verhandelte Anklage wegen
Schleichhandels nebſt ſchwerer Urkundenfälſchung hatte im Vorjahre mit
der Verurteilung des hieſigen Pferdemetzgers Peter Diehl zu 1 Jahr
Gefängnis und 5000 Mark Geldſtrafe evtl. 1 weiteres Jahr Gefängnis,
ſowie des Taglöhners Chriſtian Guerdan von hier zu 6 Monaten
Gefängnis geendrgt, doch war durch die Reviſionsinſtanz dieſes Urteil
nufgehoben und die Sache zurückverwieſen worden. Da inzwiſchen die
Verfehrsregelung für Vieh und Fleiſch gefallen iſt,
ſcheidet das erſtere
Vergehen auf Grund der neueſten Faſſung des Wuchergeſetzes vom
De=
zember 1320 als ſtraflos aus, und es bleibt nur noch bezüglich des
letz=
teren Verbrechens zu entſcheiden. Die Vorgänge ſelbſt ereigneten ſich
ſchon 1919, und es durde damals G. bein nächtlichen Transport eines
Nindes in Eberſtadt abgefaßt. Es war durch D. in Zwingenberg von
dem dortigen Landwirt Fr. Kiſſel für 600 Mark gekauft, G. ſollte es in
D.s Auftrag nach Darmſtadt treiben, und D. folgte im Auto, wobei auch
er feſtgenommen wurde. Die Ermittelungen ergaben trotz mannigfacher
Ausflüchte und Winkelzüge Beider, daß D. dem Verkäufer K.
urſpriing=
lich eigenen Erwerb des Tieres zu Zuchtztvecken vorgeſpiegelt und als
K. für die Verbringung in einen anderen Kreis die Erlaubnis des
Vieh=
handelsverbandes verlangte, zum Schein einen anderen, angeblich i
gleichen Bezirk wohnenden Käufer vorgeſchoben hatte. Als ſolcher trat
der Angeklagte G. gegenüber K. auf, indem man ihn unter falſchen
Namen aus einem Nachbarort einführte. So empfing G. in D.s Beiſe
von dem gutgläubigen K. das Rind, bezahlte den vorher von D. ihm
ausgehändigten Pkeis und unterſchrieb auf K.s Wunſch eine Beſch
nigung über das abgeſchloſſene Geſchäft. Als Anſtifter dieſer
qnali=
fizierten Urkundenfälſchuing kommt nach Anklage und erſtenr Urteil
in Betracht, da die Tat lediglich in ſeinem Intereſſe geſchah und G
ſowie K.s Angaben ihn belaſten. Er ſelbſt beſtreitet jede Schuld, gibt
ſt den früher geleugneten Schleichhandel zu und ſtellt es ſo dar, al
habe K. den wahren Sachverhalt gekannt und die Vorſpiegekung de
anderen Käufers nur zur Beſchlvichtigung von K.s Frau gedient. K.
hat für den Verkauf ohne die Erlaubnis des Viehhandelsverbandes (die
auch für den Verbleib im nämlichen Kreis nötig war) rechtskräftig 100
Mark Geldſtrafe erhalten und widerlegt entſchieden das Vorbringen D.s.
Er hatte auch anderen Morgens beim Viehkataſter den Verkauf
ord=
nungsmäßig angemeldet und erſt nachher erfahren, daß der Käufer ein
vorgeſpiegelter war. Nach nochmaliger eingehender Beweisaufnahme
wurde die Urteilsverkündung auf nächſten Mittwoch vertagt.
Recht eigenartig iſt der Fall des wegen Diebſtahls (mittels falſcher
Schlüſſel) angeklagten, 31jährigen, unbeſtraften Chauffeurs Karl
Teu=
ber von hier, der mangels Beiveiſes freigeſprochen wurde. T
hatte im ſtädtiſchen Dienſt geſtanden, wurde im Februar ds. Js.
ent=
laſſen und befand ſich noch im Beſitz der Schlüſſel zum Autoſchuppen.
Statt ſie abzuliefern, benutzte er ſie heimlich, um abends das ſtädtiſche
Auto herauszuholen und ohne Beuachrichtigung von irgendwem damit
zu verſchſinden. Er fuhr nach Frankfurt a. M. und weiter, kehrte aber
nach zwei Tagen zurück und will von vornherein durchaus keinen
Dieb=
ſtahl des Kraftwagens, ſondern nur deſſen vorübergehende Entleihung
beabſichtigt haben, um ſich auswärts nach einer neuen Stelle umzuſehen.
Nach Angabe von Zeugen äußerte er ſich ebenſo nach der Rückkehr mit
dem Auto, und konnte vielleicht damit rechnen, daß das Auto gerade
uicht gebraucht und deſſen kurze Abweſenheit verborgen bleiben werde.
Dei Betriebsſtoff für die Fahrt hatte T. allerdings unberechtigt
ver=
braucht, doch nahm das Gericht an, es ſei deshalb keine Anklage erhoben,
das letzte Plätzchen gefüllt ſein. Verſchiedene Leiter großer
Büh=
nen haben bereits den Beſuch dieſer Ausſtellung in Ausſicht
ge=
nommen. Es finden auch bei dieſer Gelegenheit Zuſammenkünfte
der in Betracht kommenden Fachleute ſtatt. Einen rückſchauenden
Charakter ſoll dieſe Ausſtellung nicht haben, da dieſe Frage bei
der Vorführung der früher in Stuttgart zuſammengetragenen
Theaterſammlung bereits erörtert wurde. Dagegen wird
ge=
rade die Bühnenkunſt unferer Tage umſomehr Gelegenheit haben,
die verſchiedenen Richtungen, die zum Teil aus der Not eine
Tugend machen, um ſo ausgiebiger zu Worte kommen zu laſſen.
C.K. Die Eröffnung des Münchener
Kunſt=
hortes. In München iſt ein neuartiges, nachahmenswertes
Inſtitut eröffnet worden, über das in der Kunſtchronik näher
berichtet wird. Der „Münchener Kunſthort” verfolgt
ge=
meinnützige Zwecke bei Verwertung von Kunſtbeſitz beſonders
aus den Kreiſen des ſchwer leidenden Mittelſtandes. Er nimmt
Kunſtwerke in Kommiſſionsverkauf unter Garantic einer
beſtimm=
ten Minimalſumme; wird ein höherer Verkaufspreis erzielt, ſo
erhält der Beſitzer den Mehrerlös. Außerdem werden bei
mo=
mentaner Notlage Darlehen auf Kunſtbeſitz gewährt, wenn
da=
durch alte Familienſtücke erhalten werden können. Die
Schätzun=
gen der eingelieferten Kunſtwerke werden durch eine Kommiſſion
von Wiſſenſchaftlern, Fachleuten und Sammlern vorgenommen.
Die vor kurzem eröffnete erſte Ausſtellung des Inſtituts zeigte
wie ſehr ſich der private Kunſtbeſitz für die Einrichtung inter
eſſiert. Es iſt eine große Anzahl trefflicher Werke
zuſammen=
geſtellt, ſehr ſchöne Möbel, Teppiche, gotiſche Holzfiguren,
Ge=
mälde, Porzellane, Fayencen, Miniaturen, Schmuck uſw., die des
Käuſers harren.
Spielplan der Frankfurter Bühnen vom 8.—1
Mai. 1. Opernhaus. Sonntag, 8.: „Die Zauberflöte‟, Montag, 9.:
Muſik von Egon Wellesz. — 2. Schauſpielhaus. Sonntag,
vorm. 11 Uhr: Schiller=Matinee, abends 7 Uhr: „Robert und Bertram”
Montag, 9.: „Alt=Heidelberg”, Dienstag, 10.: „Ernſt”, Mittwoch, 11
„Rosmersholm”, Donnerstag, 12.: Robert und Bertram”, Freitag, 13.
(Geſchl. Vorſt.), Samstag, 14., zum erſten Male: „Die Verſchwörung des
Fiesko zu Genua”, Sonntag, 15.: „Der König der dunklen Kamm
— 3. Neues Theater. Sonntag, 8., nach=
Montag, 16.: „Fiesko
mittags 3½ Uhr: „Liſelott von der Pfalz”, abends 7½ Uhr: „Ehe=
Seite 3.
wahrend bezüglich des Autos ſelbſt trotz Verdachts die
Aneignungsab=
ſicht nicht feſtſtehe.
Tagesordnung zur Sitzung des Kreisausſchuffes des Kreiſes
E
Darmſtadt am Mittwoch, den 11. Mai d. J., nachmittags 3½9 Uhr,
1. Beſoldungsregelung der Gemeindebeamten zu Arheilgen. 2.
Beſol=
dungsregelung der Gemeindebeamten zu Eberſtadt.
— Landestheater. Die Erſtaufführung von Franz Herczegs „
Blau=
uchs” findet am Montag, den 9. ds. Mts., unter der Spielleitung
Bruno Harprechts
rtt. In der Komödie ſind beſchäftigt die Damen:
Käte Gothe und
G=
ittels (Gaſt auf Engagement), ſowie die Herren
Baumeiſter, Harprecht und Schneider.
Profefſor Eugen d Albert, der geniale Beethoven=
In=
terpret, den in den letzten Jahren geſteigerte kompoſitoriſche Betävigung
mehr und mehr vom Konzertpodium fernhielt, hat ſich auf Einladung
der Generaldirektion zur ſoliſtiſchen Mihvirbung bei der 8.
mufika=
liſchen Matinee des Landestheaters bereit finden laſſen.
Profeſſor d’Albert wird das Es=Dur=Konzert von Be=thoven zum
Vor=
trag bringen, wobei Generalmuſikdirekter Balling die Leitung des
Or=
cheſters übernommen hat, und danach ein Chopinſches Nocturno und
den Me/hiſto=Walzer von Liſzt ſpielen.”
Matinee beginnt um 11.
Uhr pünktlich. Die Uraufführung don d’Alberts neuer Oper „Scirocco”
deren Proben der Kompon;ſt ſeit einigen Tagen beiſvohnt, iſt auf
Pſingſtmontag, den 16. Mai, feſtgeſetzt. Die muſikaliſche Leitung hat
Gen
eralmuſikdirektor Balling, die Negie führt Intendant Hartung. Am
9
nd gelangt die Oper „Tiefland” in Awweſenheit des
Komponi=
ſten zur Aufführung.
Darmftädter Künſtler auswärts. Bei einem Wettbewerb für die
niſchen Hochſchule in Hannover.
Familienunterſtützung an Angehörige vermißter Kriegsteiluehmer
wird wie die Gauleitung Heſſen=Naſſau des Reichsbunds der
Kriegs=
beſchädigten mitteilt, vom 1. Juli 1921 ab nach einer Verfügung des
Miniſters des Innern eingeſtellt. Dieſe Verfügung iſt deswegen ergan
gen, weil angenownen werden konnte, daß im Allgemeinen die
unter=
ſtützungsberecſtigten Angrhörigen nach den geſetzlichen Vorſchriften
be=
reits Hinterbliebenenrente erhalten. Wo im Einzelfalle die Feſtſetzung
der Hinterbliebenenzente ohne Schuld der Familienmitglieder noch nicht
— Deutſche Volkspartei und Regierungsbildung. Man ſchreibt uns:
Am Freitag fand hier eine von mehreren hundert Perſonen beſuchte
außerordentliche Mitgliederverfammlung der Deutſchen Volkspartei ſtatt.
Frau Abg. Bierau hielt eine Gedächtnisrede zu Ehren der
verſtor=
benen Kaiſerin. Dann ſprach Landtagsabgeordneter Dingeldey über
„Die politiſche Lage und die Reichsregierung‟. Er übte lebhafte Kritik
an dem Kabinett Fehrenbach. Der Eintritt der Deutſchen Volkspartei
in die Regierung nach den Juniwahlen ſei kein Fehler geweſen, hat die
Partei aber ſchweren Belaſtungen ausgeſetzt. Dieſe haben nunmehr ihre
Grenze erreicht. Die deutſche Politik hat zwei Wege, den des nationalen
Widerſtandes oder den der ſchweren Opfer. Keiner von beiden iſt
ziel=
bewußt gegangen worden. Es fehlte der Regierung ein großzügiges
Programm der Wirtſchaft, der Finanzen und der Leiſtungen an den
Feindbund. Dann kam das unglaubliche Telegramm nach Amerika.
Deshalb hat die Deutſche Boltspartei erklärt, den Weg der Zielloſigkeit
nicht länger mitgehen zu können; ſie verlungt eine klare und beſtimmte
Politik nach innen und nach außen. Selbſtverſtändlich werden die
Kapi=
talien enorme Belaſtungen erfahren. Neue Wege in der Steuerpolitik
ſind zu gehen; Redner denkt dabei an Steuerſyndikate für die einzelnen
Induſtriezweige. Den kommuniſtiſchen Verbrecherbanden muß mit
Ge=
walt begegnet werden. Gegen Polen müſſen entſchloſſene Mittel
ange=
wandt werden. Annahme oder Ablehnung des Ultimatums der Entente
ift eine gleichſchwierige Entſcheidung. Keinesfalls aber wird die Deutſche
Volkspartei in einer Regierung ſein, die nochmals ſich zur Schuld am
Kriege bekennt. — Der Vortrag machte einen tiefen Eindruck und fand
ſtürmiſchen Beifall.
Gedächtnisfeier. Am Mittwoch hatte der Verband
Darm=
ſtädter Frauenvereine zu einer ſchlichten, aber von tiefem
Empfinden getragenen Gedächtnisfeier zu Ehren der
ver=
ftorbenen Kaiſerin Auguſte Viktoria eingeladen, für die
der alte Friedhof den ſtimmungsvollen Rahnen gab. Eine große Zahl
on Frauen aus allen Bevölkerungskreiſen war dem Ruf gefolgt. Der
Poſaunenchor Darmſtadt, den man immer ſo gerne hört, begann di
Feier mit einer ſchönen Trauermuſik von Schubert, worauf
te
.
Kindt die Gedächtnisrede hielt. In herzenswarmen Tönen ir
den Zuhörern das Lebensbild der edlen Frau, die Deutſchlands Kaiſerin
ſeß, vor die Seele zu malen und pries als ihre höchſte Eigenſchaft die
Treue, die Treue als Eattin, als Mutter ihrer Kinder und ihres Volkes.
Der Redner erinnerte an das Wort: Deutſch ſein iſt treu ſein”, und
zeigte, wie das Pflichtgefühl, die Standhaftigkeit in Glück und Unglück,
die ihre Wurzel in echter Frömwigkeit hatten, Auguſte Viktoria zum
Vorbild aller deutſchen Frauen machen ſollten. Nachdem der Redner
geendet hatte, ertönte der Lieblingschoral der Heimgegangenen: „Jeſu
jehl voran”. Mit prachtvollem Ausdruck ſprach ſodann ein junges
Nädcken, Frl. Wünzer, ein ſchönes, formvollendetes Gedicht, das in
dem Gelöbnis ausklang, dem Beiſpiel der edlen Fürſtin nachzueifern
ſchaft fürfreie Philoſophie, deren Aufgabe es iſt, die Schule
der Weisheit zu unterhalten, findet in Darmſtadt vom 23. bis 28. Mai
ſtatt. Entſprechend der überraſchend ſchnell angewachſenen
Mitglieder=
zahl wird dieſe, da der Vortragsſaal der Schule zu klein iſt, im Saale
der Vereinigten Geſellſchaft, Rheinſtraße 36 abgehalten werden. Es
werden ſprechen: Graf Hermann Kehſerling (am 23., 24. ur
5., 10 Uhr
d
vorm.) über „Symbolik der Geſchichte” „Politik und 2
„Weltüberlegenheit”, Dr. Nichard Wilhelm (am 26. und 27., 10 Uhr
vorm.) über „Chineſiſche Erziehung zum Gemeinſchaftsleben” und „
Chi=
neſiſche Auffaſſung vom Sinn des Lebens”, Leopold Ziegler (am 2
10 Uhr vorm.) über den „Sinn des Leidens”, Dr. Happich (am 23., 4 1I
nachm.) über „Selbſterziehung” und Dr. Rouſſelle (am 24., 26. und 27.,
Uhr nachm.) über „Die Pfade der Verinnerlichung im Morgen= und
Abendlande‟, „Orientaliſche und okzidentaliſche Uebungen zur
Ver=
innerlichung” und „Grundlegende Betrachtungen” Für die übrige Zeit
ſind perſönliche Beſprechungen, muſikaliſche Darbietungen, Ausflüge und
Pflege edler Geſelligkeit in Ausſicht genommen. Nur Mitglieder der
zauber”, Montag, 9.: „Ehezauber”, Dienstag, 10., zum erſten Male:
„Mit der Liebe ſpielen”, Komödie in 3 Akten von Sil Nara, Mittwoch,
11.: „Mit der Liebe ſpielen”, Donnerstag, 12.: „Die deutſchen Klein=
Uhr: „Ehezauber”, abends 7 Uhr: „Kinder”. — 4. Kammerſpiele.
nachm. 3½ Uhr: „Die Jüdin von Toledo”, abends 7½, Uhr, zum erſten
— 5. Neues Operetten=
Male: „Die zärtlichen Verwandten”
theater. Täglich 7½, Sonntags 3½ und 7½ Uhr: „Die Frau im
Hermelin”
Heſſiſches Landestheater.
I. Vor ausverkauftem Hauſe ging geſtern abend
Shake=
ſpeares Der Kaufmann von Venedig” wieder in Szene.
In den Hauptrollen waren nur wenige Aenderungen eingetreten.
Die Rolle des Shylok ſpielte Herr Weſtermann mit
glänzen=
der Durcharbeitung und Durchführung ſeiner Aufgabe und
packender Charakteriſtik und erntete begeiſterten Beifall. Als
Feſſika gaſtierte Fr. Carla Neher aus Baden=Baden, die über
ihre Begabung aber im unklaren ließ, da die Rolle zu geringen
Anhalt für deren Beurteilung gibt; wie es ſcheint, iſt ſie noch
Anfängerin. Die poetiſche Liebesſzene zwiſchen ihr und Lorenzo
im letzten Akte verpuffte. Als Baſſanio und Eraziano boten die
Herren Baumeiſter und Schneider die bekannten
treff=
lichen Leiſtungen. In der Auffaſſung der Werbeſzene der beiden
Prinzen in Belmonte ſchloß ſich die Spielleitung des Herrn
Harniſch der früheren an und hielt ſie ganz im grotesken
Stil; bei dem Prinzen von Marokko, den Herr Volk mit ſtarkem
Erfolge ſpielte, ließ man es ſich gefallen, die Figur des Prinzen
von Arragon, die von Herrn Jürgas dargeſtellt wurde, iſt
aber zu clownhaft. Die herrliche Nädchengeſtalt der Porzia
denken wir uns mehr ſeelenvoll und weniger jovial, als Frau
Meißner ſie auffaßt. In der gutgeſpielten Gerichtsſzene fand
ſie in Frau Gothe als Neriſſa eine gleichwertige Mitſpielerin.
Neu waren Herr Ausfelder als Antonio und Herr Hacken
als Gobbo. Die Zuhörerſchaft, unter der die Jugend ſehr
zahl=
reich dertreten war, ſpendete der Vorſtellung begeiſterten Beifall.
Es wurde an unrechten Stellen aber zu viel gelacht.
Rr43
wi.
bei
Dit .
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. Mai 1921.
Nummer II.
Geſellſchaft für freie Philoſophie haben Zutritt. Anmeldungen (für
jeden ohne weiteres möglich) bei der Geſchäftsſtelle, Darmſtadt,
Parade=
platz 2.
Die Geſellenprüfungsausſchüſſe des Ortsgewerbevereins und der
Innungen Darmſtadt verweiſen auf die heutige Anzeige, betreffend die
Ueberreichung
eer Geſellenbriefe und der damit verbundenen
Ausſtel=
lung der
G=
ellenſtücke und Arbeitsproben am Freitag, den 13. Mai, im
Städtiſihen Sanlbau, Niedeſelſtraße 40.
Der Ortsgewerbeverein und die HanSwzerkervereinigung
Darm=
ſtadt, welche jetzt zuſammengeſchloſſen ſind, haben ſeit einiger Zeit eine
Geſchäftsſtelle errichtet. Aufgabe derſelben iſt es, den geſamten
Handwerker= und Geſverbeſtand in allen wirtſchaftlichen Fragen zu
unter=
ſtützen und zu beraten. Die Tätigkeit erſtreckt ſich in
beſondere
uf
durchführung einer reſtloſen Organiſation des Handwerker= und
Gower=
beſtandes. Intereſſenvertvetung bei Behörden, Förderung des
Hand=
werks durch Vorbereitung zu den Meiſterprüfungen, Einrichtung
A
Buchführungen und Abſchlüſſe derſelben, Uebernahme von Vermögens
den.
Betriebs= und Nachlaßverwalvungen, Beſtreibung von Außenſtär
Später ſoll noch eine juriſtiſche Abteilung angegliedert werden, die
au=
auf dieſem Gebiete eine entſprechende Intereſſenvertretung ſichert. Es
liegt im Intereſſe aller Handwerker und Gewverbetreibenden, recht au
giebigen Gebrauch von dieſer Eirichvrng zu machem. Es iſt dafür Sorge
getragen, daß jeder Auftrag und jede Anfvage in gewiſſenhafter und
zu=
verläſſiger Weiſe erledigt wird. Das Geſchäftszimmer befinder ſich zur
Zeit Martinſtraße 24 im Hauſe der Firma Nohl.
Der Gemeindeverein der Markusgemeinde hält am Dienstog abend
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, ſeine Monatsverſammle
hb. Nach der Berichterſtattung über die erhebende Lutherfeier in Worms
durch Teilnehmer
wird Herr Arbeiterſekretär Laufer über den letzten
Abſchnitt der Predigtfragen ſprechen. Außerdem ſoll eine Ausſprache
über die kirchliche Lage erfolgen. Mitglieder und Gäſte werden herzlich
eingeladen
* Gemäldeausſtellung. Im Schaufenſter der Kunſthandlumg
Sonn=
rhal, Eliſabethenſtraße 28, iſt zur Zeit eine Serie Gemälde von
Pro=
feſſor H. R. Kröh ausgeſtellt. Der heute achtzigjährige Künſtler zeigt in
dieſen Arbeiten eine erſhaunliche Friſche im der Farbengebung und ge
treue Wiedergabe bekannter Motibe aus dem Odenwald und der
Um=
gebung Darmſtadts.
Montag, den 9. Maf 1931
gültige Lebensmittelmarken:
Brot: Für Erwachſene: Bezugsmarke Nr. 11, Beſtellmarke
Nr. 11 und Bezugsmarke Nr. 9, je 800 gr Brot.
Für Kinder: Bezugsmarke Nr. 11, 800 gr Brot,
Bezugs=
marke Nr. 9, 560 gr Mehl oder 800 gr Brot.
Ausgabe von Zuſatzbrotmarken für werdende und ſtillende
Mütter: Für den VI. Bezirk: Montag, den 9. Mai.
Corned beef: Bei den Rindsmetzgern ſind bis auf weiteres
kleine Doſen Corned beef (½Pfund engliſches Gewicht) zu
6.— Mk. pro Doſe erhältlich.
Haushaltungsmehl: Bis 14. Mai auf die
Nährmittelbezugs=
marken Nr. 279 A—F je 1000 gr 759iges Haushaltungsmehl
zum Pfundpreis von 4. 50 Mk. Die Bezugsmarken ſind von
den Geſchäften bis zum 19. Mai d. Js. abzuliefern,
Milch: Gegen Abgabe der Nährmittelmarken Nr. 284, 286 und
287 je ¼ Liter Vollmilch zum Preiſe von 75 Pfg.
Jucker: April=Anteil auf Marke Nr. 4.
Lebensmittelkarten=Ausgabe in der Wilhelminenſtraße 15:
Montag, den 9. Mai, für den V. Bezirk, die Straßen mit
dem Anfangsbuchſtaben I.—Z,
Ia Kernſeife: Markenfreie Abgabe das Pfund zu 11.50 Mk.
Ausgabeſtelle: Wilhelminenſtr. 15, Zimmer 17.
Holzverkauf und Hausbrandkohlen: Die Abſtempelung der
Karten für das neue Hausbrandwirtſchaftsjahr findet laut
Bekanntmachung vom 8. April d. J. von 8—12 u. 3—5 Uhr
auf Zimmer Nr. 39 der Kohlenausgleichſtelle ſtatt.
Die Dienſträume des Lebensmittelamts ſind für den Verkehr von
Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags geöffnet.
Samstags ſind alle Dienſträume bis 12½ Uhr geöffnet.
Alle Lebensmittelmarken ſind gut aufzubewahren,
Berlorengegangene Marken werden nicht erſetzt,
verfallene Marken nicht umgetauſcht.
— Sipo, Schupo, Apo und andere Pos. Wir leben im Zeitalter der
Abkürzungen. Sipo heißt Sicherheits=Polizei, Schupo heißt Schutz=
Polizei, Apo heißt Abſtimmungs=Polizei. Wie wird, ſo fragt ein
neu=
gieriger Leſer, nach dieſem Verfahren die Abkürzung der Politiſchen
Polizei ſein?
Die Aufbauſchule in Heſſen.
Nachdem der Finanzausſchuß des Landtags der Errichtung
von Aufbauſchulen zugeſtimmt hat, ſoll nun dieſe neue
höhere Schule in Heſſen prattiſche Geſtalt annehmen. Im
Hin=
blick auf die in der Reichsverfaſſung vorgeſehene Aenderung in
der Ausbildung der Lehrer ſollen in den nächſten 6—7 Jahren
die Lehrerfeminare abgebaut werden und an ihrer Stelle in
den=
ſelben Räumen nach und nach Aufbauſchulen entſtehen. Der
An=
fang wird in dieſem Jahre in Alzey und Bensheim mit der
unterſten Klaſſe gemacht. Aufgenommen werden begabte
Volks=
ſchüler, die das 7. Schuljahr zurückgelegt haben, alſo mindeſtens
13 Jahre alt ſind, ſelbſtverſtändlich auch ſolche, die die
Volks=
ſchule ganz durchlaufen haben. Um den Beſuch aus dem ganzen
Lande zu ermöglichen, bleiben an beiden Anſtalten die Internate
erhalten, ſodaß die Schüler die Koſt und zum Teil auch die
Wohnung gegen billiges Entgelt in der Anſtalt ſelbſt
bekom=
men können. Beſonders begabte Jungen, deren Eltern nicht in
der Lage ſind, die zur Ausbildung nötigen Mittel aufzubringen,
können Underſtützungen erhalten und in einzelnen Fallen ganz
frei aufgenommen werden. Auch aus anderen höheren Schulen
können Knaben eintreten. Doch werden nur ſolche mit guten
Zeugniſſen angenommen; denn die Aufbauſchule ſoll keine
Zu=
luchtsſtätte für ſolche Schüler werden, die anderswo nicht
mit=
kommen. Im Mittelpunkt des Unterrichts ſteht die
Deutſch=
kunde. Der Lehrplan hat nur eine Fremdſprache als
Pflicht=
fach, doch wird in den oberen Klaſſen Gelegenheit zur wahlfreien
Erlernung einer zweiten geboten. Für den Unterricht im
Deut=
ſchen und in der Geſchichte iſt weſentlich iehr Zeit vorgeſehen
als in den anderen höheren Schulen, es kommt außerdem
Staats=
bürgerkunde, Werkunterricht, Muſik, Kunſtpflege und
philo=
ſophiſche Propädeutik hinzu. Das durch die Reifeprüfung erlangte
Zeugnis ſoll zum Beſuche der Hochſchule berechtigen. Der
Schwer=
punkt der neuen Schulart liegt in der Tatſache, daß ſie direkt an
die Volksſchule anſchließt und geradlinig die dort gepflegte
Bil=
dungsrichtung weiterführt. Es kommen daher für ſie auch
Schü=
ler aus abgelegenen Landorten in Frage, denen die
Gelegenheit zum Beſuche einer höheren Schule fehlt, oder die
ich erſt ſpäter zum Beſuche einer ſolchen entſchließen. Doch
ſollen ſich nur ſolche melden, die wirklich begabt ſind und ſtarken
Arbeitswillen haben, da die neue Schule recht hohe
Anfor=
derungen ſtellen muß.
Die Möglichkeit Lehrer zu werden, bietet ſich den
Abiturien=
ten der Aufbauſchule, wie denen der anderen höheren Schulen,
da in Zukunft für die Lehrerbildung zunächſt die Erlangung des
Reifezeugniſſes an irgend einer höheren Schule verlangt wird
und dann erſt die Fachausbildung erfolgen ſoll. Die
Aufbau=
ſchule bietet jedoch bei der Eigenart ihres Lehrplans dem
künf=
tigen Lehrer biele Vorteile, weil ſie ihn ſchon vor der eigentlichen
Berufswahl in innige Verbindung ſetzt mit den Denk= und An
ſchauungsweiſen und mit den Lebensinhalten der Umwelt ſeines
einſtigen Berufs.
Am 23. und 24. Mai werden nachträglich noch
Aufnahme=
prüfungen für die unterſte Klaſſe der Aufbauſchule, abgehalten
Eltern, die ihre Knaben dieſer Schule anvertrauen wollen,
mö=
gen ſie alsbald bei den Seminardirektionen zu Alzey
und Bensheim anmelden.
Die Behandlung der Lehrerinnen=Beſoldung
im Finanzausſchuß.
— Aus Lehrerinnenkreiſen erhalten wir nachſtehende Zuſchrift:
Die Regierungsvorlage zur Lehrerinnen=Beſoldung hat im
Finanz=
usſchuß eine derartig eigenartige und vielen unverſtändliche
Begrün=
dung erfahren, daß ſie eine Klarſtellung der in Frage komm
An=
elegenheit notwendig macht. Beſonders dunkel im Bericht über dieſe
Sitzung des Finanzausſchuſſes iſt der Paſſus: In Bahern folgt eine
gleiche Entlohnung, dort verſehen aber auch die Lehrerinnen nicht den
Dienſt der Handarbeitslehrerinnen. Die Lehrerinnen in Heſſen erteilen
aber ebenſo wenig Unterricht in Handarbeit wie die Lehrerinnen in
Vahern. Wäre es anders, dam wäre es doch höchſt überflüſſig geweſen,
in der gleichen Sitzung von der Beſoldung der Handarbeitslehrerinnen
zu ſprechen. Es mag ausnahmsweiſe noch vorkommen, daß eine Lehrerin
außer wiſſenſchaftlichen Fächern auch ein paar Stunden
Handarbeitsunter=
richt übernimmt. Abgeſehen davon, daß ſich dadurch die Koſten für den
Handarbeitsunterricht für die in Frage kommende Gemeinde verringern,
liefert die Lehrerin doch damit abermals den Beweis, daß ihre
Verwen=
dungsmöglichkeit abſolut nicht geringer iſt als die der Lehrer wie de
Referent für das Lehrerbeſoldungsgeſetz, Herr Oberſchulrat Jung,
gern glauben machen möchte. Herr Jung konſtruiert allerdings die
ſchränkte Verwendungsmöglichkeit der Lehrerinnen derart, daß er kurz
hand behauptet, die Lehrerinnen können an ein= und zweiklaſſigen
Schu=
len nicht unterrichten. Wie liegen nun die Dinge in Wirklichkeit?
Wäh=
rend des Krieges wurde eine ganze Anzahl Lehrerinnen an ein= und
zweiklaſſigen Schulen beſchäftigt, und teilweiſe ſind ſie fetzt noch an
ſol=
chen Schulen tätig. Aber gerade der Krieg, der infolge ſeiner Wirren
und Nöte den Unterricht und die Diſziplin nicht leichter, ſondern
be=
deutend ſchwieriger geſtaltete als in Friedenszeiten, hat ſehr deutlich
gezeigt, daß die beſchränkte Verwendungsmöglichkeit
der Lehrerinnen nur Illuſion iſt.
Auch der Fortbildungsſchulunterricht an ein= und
zweiklaſſigen Schulen bietet keine Handhabe, eine beſchränkte
Verwen=
dungsfähigkeit der Lehrerinnen feſtzuſtellen. Infolge des Krieges
wur=
den Lehrerinnen auch an Knabenſchulen angeſtellt. Sie
haben hier uicht nur Unterklaſſen, ſondern auch Oberklaſſen geleitet und
waren den Schwierigkeiten vollſtändig gewachſen, die gerade das
Schüler=
material in guößeren Städten in nicht geringem Maße mit ſich bringen
Die Fortbikk.
gsſchüler in Gemeinden mit ein= und zweiklaſſigen
Schu=
len ſind dagegen viel leichter zu behandeln. Ihre Anzahl geht oftmals
nicht über das halbe Dutzend hinaus; außerdem ſind es meiſtens Söhne
von Landtirten, kommen alſo, vielfach aus einer weit beſſeren
Häuslich=
keit als die Fortbildungsſchüler der Städte, und was die häuslichen
Ver=
hältniſſe für die ganze Lehr= und Erziehungstätigkeit in der Schule
be=
deuten, wird Jedem verſtändlich fein.
Was aber den Einwand von der beſchränkten
Verwendungsmöglich=
keit in ein böchſt eigenartiges Licht rückt, iſt die Tatſache, daß die Lehrer
an ein= und zweiklaſſigen Schulen durchaus nicht
heſſer beſoldet werden, als ihre Kollegen an
mehr=
klaſſigen Schulen. Den Lehrerinnen dagegen, einerlei an welcher
Art von Schulen ſie beſchäftigt ſind, in Stadt oder Land, wagt man es,
den Gehalt um 10 Prozent zu kürzen. Ein derartiges Unterfangen iſt,
gelinde geſagt, unlogiſch, ebenſo unlogiſch wie der „tief durchdachte”
Aus=
ſpruch von Herrn Oberſchulrat Jung: „Die Lehrerinnen ſind gleichwertig,
aber nicht gleich verwendungsfähig‟. Der Begriff gleichwertig läßt
logi=
ſcherweiſe überhaupt keinen Einwand zu. Er bedingt vielmehr die
For=
derung: „Gleicher Gehalt wie der Lehre
Das ſoziale Moment haben die Lehrerinnen bei ihrer For=
berung durchaus nicht außer Acht gelaſſen. Sie verlangten bei der
Be=
ſoldungsregelung im vorigen Jahre den gleichen Gehalt wie
der underheiratete Lehrer. Dieſe Forderung wurde jedoch
von der Regierung abgelehnt. Den unverheirateten Lehrer
als Ausnahme hinzuſtellen, iſt nichts weiter als eine Verlegenheitsrede,
denn wenn er mit der Lehrerin eine Gehaltsgruppe bildet, kann von
Ausnahme nicht mehr die Rede ſein.
In dieſem Zuſammenhange muß auch erwähnt werden, daß weitaus
die Mehrzahl der Lehrerinnen den Unterhalt von nicht
er=
werbsfähigen Familienmitgliedern beſtreitet, die
andern=
falls zu Laſten von Staat und Gemeinde unterſtützt werden müßten. Es
kann außerdem nicht geleugnet werden, daß für gemeinnützige und
wohl=
tätige Zwecke die Lehrerinnen ſchon ganz erkleckliche Summen
aufge=
bracht haben."
Es ſei auch hier noch einmal daran erinnert, daß in Bayern,
Württemberg, Baden und Sachſen, wo die
Lehrerin=
nen die gleichen Arbeitsbedingungen haben wie in
Heſſen, ſie den gleichen Gehalt beziehen wie der Lehrer.
Es zeigt ſich alſo zur Genüge, daß das Vorgehen des Landesamtes
für das Bildungsweſen und des Finanzausſchuſſes in Sachen der Leh=
rerinnen=Beſoldung gänzlich unbegründet iſt und durch nichts
gerecht=
tigt wird. Sonderbarerweiſe verſagten gerade die Parteien, die die
Bewertung der Perſönlichkeit unabhängig von
Ge=
ſchlecht, Familie uſw. in ihr Programm aufgenommen haben. Es
ſcheint demnach bei vielen Sozialdemokraten und Demokraten ein
Unter=
ſchied zu beſtehen zwiſchen Theorie und Praxis.
Zum Schluſſe noch einiges über die ethiſche Begründung
der Forderung der Lehrerinnen. Jedem einigermaßen weitblickenden
Menſchen iſt es klar, daß eine ſtetige Aufwärtsentwickelung der
Menſch=
heit nur gewährleiſtet iſt, wenn neben dem Mann die Frau als
gleich=
wertiger Kulturfaktor in Betracht kommt. Wie ſoll das aber möglich ſei
wenn man die Frau zur Perſönlichkeit zweiten Grades ſtempelt?
Die
Beſoldung der Lehrerinnen iſt aber ein ſolcher Stempel und verleitet
direkt dazu, jegliches Arbeiten und Wirken der Frau von vornherein
geringer zu bewerten. Da zudem von allen Bevölkerungskreiſen die
Be=
ſoldung als Gradmeſſer für die Wertſchätzung der Perſönlichkeit betrachtet
wird, iſt es für die Lehrerinnen geradezu eine Notwendigkeit, den
glei=
chen Gehalt zu fordern wie der Lehrer.
Kalender für Aquarien= und Terrarienfreunde.
Monat Maj.
* In den Zuchtaquarient hat man jetzt wohl überall Jungfiſche, bei
benen die Futterfvage natürlich von größter Bedeutung iſt.
Lebend=
gebärende Zahnkarpfen nehmen ſofort ſtaubfein zerriebene, künſtliche
Futtermittel, auch kleinſte Hüpferlinge und Waſſerflöhe. Für Jungfiſche
die aus Eiern ſchlüpfen, beſorge man Infuſorien, indem man auf das
teilweiſe erneute. Waſſer der Zuchtaquarien zerriebenen, getrocknet
.
Salat oder Heut ſtreut, etva nach einer Woche kann man auch ſchon zer=
Lieb=
ne Daphnien geben und nach 14 Tagen mit lebendem Futter
an=
fangen. Exemplare, welche beſonders ſchnell wachſen, muß man
heraus=
nehmen. Die Zuchtaquarien ſind am beſten an Fenſtern aufzuſtellen, die
nach Südoſten gerichtet ſind. Man achte jedoch darauf, daß das
Thermo=
meter nicht über 30 Grad Celſius ſteigt, ſondern ſetze bei zu großer
Wärme einen Schutz gegen die Sonne vor das Aquarium.
Abgeſehen von den kleineren Arten der lebendgebärenden
Zahnkarp=
fen ſoll man niemals mehr als ein Zuchrpaar in einem Aquarium halten.
Bei Labyrintfiſchen und manchen anderen Arten, wo das Männchen allein
die Brutpflege übt, ſind die Weibcken gleich nach dem Ablaichen zu
ent=
fernen.
Schnecken dulde man im Zuchtaquarium nicht, denn ſie ſtellen dem
Laich der Fiſche nach. Eine der ſchlimmſten iſt die große Schlammſchnecke.
Naubfiſche reißen dieſelben aus ihren Gehäuſen, freſſen ſie aber nie
und ſo bleiben die Schneckenleichen im Aquarium, verweſen und verpeſten
das Waſſer.
Der Beobachter züchtet, aber ſvill dadurch nur ſein Wiſſen bereichern.
Er reinigt nicht ſein Aquarium, wenn er einige Polypen darin entderkt.
reißt nicht ängſtlich die Fadenalgen heraus, damit ſich nicht etwa ein
Jungfiſchlein darin verſtrickt. Er weiß ganz genau, daß bei der
unge=
heueren Vermehrung der Fiſche viele Schwächlinge ſterben müſſen und
auch ſterben können. Er mäſtet nicht und überheizt nicht. Er läßt eben
der Natur ihren Lauf. Müſſen beſondere Einrichtungen getroffen
wer=
den, ſo bindet er ſich nicht an Vorſchriften, ſondern läßt prartiſchen Sit
walten. So lege man z. B. in ein Aquavium für Pelmato Chromis
oder weiße Tonröhrchen; hinter ein ſolches Becken, das der Natur der
Fiſche entſprechend oder der Wärme wegen weir vom Fenſter aufgeſtellt
iſt, ſtelle oder hänge man einen Spiegel. Da im Mai recht kalte Nächte
achte man auf die Heizung.
zteilt vom Verein für Aquarien= und Terrarienkunde „Hot=
(I
tonia”, Sitzung jeden 1. und 3. Samstag im Monat, „Heſſiſcher Hof”,
3½ Uhr.)
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Union=Theater: „Der Mann ohne Namen‟. Die
letzte Bilderſerie eines mit den prachtvollſten Mitteln ſzeniſch
dargeſtell=
ten Abenteurer=Romans zieht an unſeren geſpannten Blicken vorüber.
Eine nochmalige Zuſammenballung des ereignisreichen Handlungsſtoffes
treibt die Erwartung auf den Höhepunkt. Harry Liedtke iſt der
un=
beſtrittene Liebling des Publikums. Das merkt man ſo recht, als er vom
hohen Gipfel der Schneeberge den verhängnisvollen Sprung in die Tiefe
tut und mit geſchundenen Gliedern liegen bleibt. Da geht eine
allge=
meine Bewegung des Bedauerns ſpürbar durch den Raum. Aber nicht
dort, in der Gletſcherſpalte, ſoll ſich ſein Schickſal tragiſch vollenden .
nein, das wäre gegen aller Wünſche. Ihm winkt der verdiente Lohn nach
ſo viel Mühen. In München wird er „eingefangen” und auf dem Stan.
desamt zu lebenslänglicher Ehe mit der Frau ſeines Herzens verurteilt.
der Sachverhalt des Millionendiebſtahls findet ſeine befriedigende
Auf=
klärung, die Handlung ihr Ende auf einer tollen Redoute im Münchener
Ballhaus, die gleichzeitig ein Meiſterſtück in der Regie der Maſſen
bedeutet.
— Reſidenz=Theater: „Erpreſſer”. Harry Hill iſt eine
hervorſtechende Type unter den Detektivdarſtellern. Er hat die äußere
Ruhe, viel Wagemut und die unbedingt notwendige Körpergewandtheit
für ſeinen gefahrvollen Beruf. Der Sprung auf den fahrenden D=Zug,
die Kletterkunſtſtücke an der Lokomotive und hoch über den Häuſermeeren
find mit Recht bewunderte Leiſtungen. Sie werden im Rahmen einer
Handlung gezeigt, die an dramatiſchem Aufbau und an Spannung nichts
zu wünſchen übrig läßt. Das Luſtſpiel „Teufelchen” mit Hilde Wer=
ner iſt im Gegenſatz hierzu voll ſprudelnder Laune und bietet am
Abwechſelung.
— Central=Theater. Der neueſte Lotte Renman:
dürfte eine Hauptattraktion des Spielplans bilden. Er iſt in
do=
ſten Gegenden europäiſchen Auslandes — vornehmlich Italiens
genommen und wirkt daher wie ein ganz wunderbarer Weltrerie
Johannes Riemann und Hans Marr verkörpern die mu
Gegenſätze des feſſelnden Romans von Paul Oskar Höcker
Sittengeſchichte aus Berlin W wird außerdem in packenden Sttf
anſchaulichem Leben erweckt.
2 e
A Pchrral
Gernsheim, 6. Mai. Ein Schadenfeuer entſtand im
des Schmiedmeiſters Jak. Schneider. Die Schmiede und ein
Heu und Stroh gefüllter Schuppen brannten bis auf die Ume
mauern nieder.
Die Grundſteinlegung einer
Turnhalle wurde hier unter zahlreicher Beteiligung mit enf
kungsvollen Feſtakt vorgenommen. Die Feſtrede hielt der 1. V.
Direktor Feil. Nach Verleſung der Urkunde wurde ſie unter O
von Marken aller Syſteme, Brot=, Kartoffel=, Kohlen= und Se
in einer Kapſel im Grundſtein verlötet. Auch etliche Exem.
Erſatzgeldes und Stadtſcheine wurden beigefügt.
dumt *
Hichn
R e
Namt *
W
M
A
Altheim, 6. Mai. Guſtav=Adolf=Stiftung.
An=
fahrttage feierte der Zweigverein der Guſtav=Adolf=St
Umſtadt=Babenhauſen zum erſten Male wieder ſeit de
ſein Jahresfeſt in unſerer Gemeinde. Es war eine ſchöne
gewiß die zahlreichen Feſtgäſte aus der Gemeinde und den
Na=
von neuem für diefes gottgewollte Liebeswerk ermuntert hat.
hebende Feſtpr=digt in der bis zum letzten Platz beſetzten K=
Herr Pfarrer Reichert=Lengfeld. Herr Dekan Knodt ſprach he=t
grüßungsworte und Herr Pfarrer Briegleb erſtattete den J
der ein eindruckslolles Bild von der Guſtav=Adolf=Arbeit gal
der Nachverſammlung führte uns der Schriftführer des Heſſiſo
vereins, Herr Pfarrer Wagner, die Glaubensnöte unſerer deut
liſchen Brüder in den vom Reiche getrennten Gebieten lebend
greifend vor Augen. Im Feſtgottesdienſt und in der Nachver
wirkte in dankenswerter Weiſe der Kirchengeſangverein von
unter der bewährten Leitung des Herrn Lehrers Simon mit.
kollekte betrug 400 Mark.
Mit
W e
P
W ur
Me e
vie der Koh
hen die Tnt
ung d
dtat ein
mih d5 dies 9414
Haue e ne
M. Leiche
poet, ducßh der acf
eiſt Eüche
— Aus dem Obenwald 6. Mai.
Die „Geſellſch
Muſikfreunde im Odenwald” (Sitz Erbach i. O.)w.
Tagen vom 20.—22. Mai ds. Js. m Erbach-Michelſä
„Odenwälder Mai=Muſikfeſt” mit im ganzen 5
veranſtalten. Zum Eingung findet am Freitag abend in der
zu Erbach ein Kirchenkonzert ſtatt. Der Samstagnachmittag
der Hirſchgalerie des Gräflichen Schloſſes Kammermſik. Am
des Samstag iſt in einem Steinbruch eine „Vollmondnachtmu
Chöre und Kammermuſik für Bläſer (Mitglieder des Darmſt
destheater=Orcheſters), u. a. Oktette von Mozart und Beethover
dergabe gelangen. Am Sonntag nachmittag ſingt im Hofe des
Schloſſes Fürſtenau der Deſſoffſche Fraenchor aus Frankfurt
Konzert im der Stadukirche zu Michelſtadt am Sonntag abend
würdigem Abſchluß des Feſtes.
— Groß=Gerau, 6. Mai. Nach 4 Jahren die
wieder gefunden. Ein gewiß ſeltener Fall von Heilu;
hier vor einigen Tagen zugetragen. Der auf der Kreisko=
Schreibgehilfe tätige 31jährige Joh. Paul Lorei verlor wi
Krieges infolge einer Minenexploſion die Sprache. Alle mög
ſuche, ihm die Sprache wieder zurückzugeben, hatten keinen E
nun vor kurzer Zeit eingeleirete fuggeſtive Behandlung hatte
nis, daß dem jungen Mann in ganz kurzer Zeit die I=
Sprache wieder vollſtändig gegeben werden konnte. Der Heilm
ging ſogar ſo raſch vor ſich, daß er am Abend dieſes Tages
raſchung ſeiner Angehörigen und Bekannten dieſelben ohm
fehler begrüßen konnte.
wd. Mainz, 6. Mai. Die Mainzer Kinderhi
Sammlungen zum Beſten der notleidenden Kinder in Mainz
her ein glänzendes Ergebnis gehabt. Die ſprichwörtliche Ma
freudigkeit hat ſich auch hier wieder als wahr erwieſen, ur
Mainzer im Ausland, wobei ganz beſonders die in Amerika
taten, haben ihre Vaterſtadt nicht vergeſſen. Durch die plcin
beit des Werbeausſchuſſes war es möglich, alle Kreiſe der 2
zu erfaſſen; und allen war Gelegenheit gegeben, gebefreudig
nen zu ſpenden. Innerhalb des Stadtbezirks Mainz ſind bishe
Mark aufgebracht worden. Durch Haus= und Straßenſammlu
Konzerte und ſonſtige Vernnſtaltungen konnte die Summ
gebracht werden. Die Liſte der Arbeiter und Angeſtellten erg
Mark, die der Beamten und Lehrer 42 670,23 Mark (dat
11 973,60 Mark allein auf ſtädtiſche Beamte und Angeſtellt
ſchuß für Handel, Induſtrie und Gewerbe wurden 450 62
Liſten geſammelt, und die Tageszeitungen trugen mit 56 31
zum Erfolge bei. Die Straßen= Haus= und ſonſtige Samn
wie die mannigfachen Veranſtaltungen ergaben 146 000 M
Vereinen und Organiſationen wurden 93 584 Mark geſpendt
Reſt kam aus freiwilligen Einzelſpenden zuſammen. Die (
V
auswärts erreichen bereits eine Viertelmillion Mark. Es
wärtig der Plan erwogen, die Organiſation der Mainze
zu einer ſtändigen Einrichtung zu machen, zumal die Stadt N
weniger als 8000 bedürftige Kinder aufweiſt
Mainz, 7. Mai. Todesfall. Am 5. Mai ſtarb im 9
von 87 Jahren der Geh. Kommerzienrat Hummel vor
kellerei Burgeff u. Co. in Hochheim a. M. Vornehmlich ſad
keit verdankt Burgeff u. Co., das älteſte derartige Unter
Rhein, ſeinen großen Aufſchwung und Weltruf. Er gehörte
ſeit 1857 an, leitete ſie von 1871 ab als techniſcher Diretto)
bis 1919 als Generaldirektor.
Worms, 6. Mai. Ein bedauerlicher Unfall e
heute vormittag zwiſchen 9 und 10 Uhr auf dem Marktplatz.
delsmann L. Michel aus Worms=Pfiffligheim kam mit ſo
rolle die Stefansgaſſe heruntergefahren. Angeblich ſoll die
ſagt haben, der Wagen ſoll infolgedeſſen ins Rollen gekomm!
Sferd gegen die Hinterbeine gefahren ſein. Das hierdurch
dene Pferd lief im Galopp nach dem Marktplatz, rannte
ei
ſtehenden Gemüſeſtände hinein und kam hier zu Fall.
fum großen Teil zertrümert und die Inhaberin, die Händl
uer Ehefrau, Friedrichſtr. 22, erlitt mehrere Quetſchurg
Hüftgegend und im Rücken. Sie wurde alsbald mit dem Fr
wagen in das Städtiſche Krankenhaus und von dort nach ihrnn
gebracht.
Nierſtein, 5. Mai. Beethoben=Konzerk. Vu
uns: Ein muſikaliſches Ereignis von ganz beſonderem Rei
Sonntag den hieſigen zahlreichen Muſikfreunden geboten.
der hieſigen, noch jungen Muſik=Vereinigung war es durch
würdige Bereitwilligkeit von Darmſtädter Herven urig
den, das berühmte Septett Op. 20 von Beethoven zur Ar”
bringen. Das im Jahre 1800 entſtandene und von den
Beethovens viel bewunderte Septett bildet den Höhe
Schaffensperiode des Meiſters, nämlich der Kammermuſik, 4
hoven durch Vereinigung der Bläſer= mit der Streichergr
ſchöpfung ſeiner Ausdrucksmöglichkeit ſuchte. Von dieſer
wandte ſich Beethoven faſt ausſchließlich der ſymphoniſchen
Im Septett kommt der heitere Lebensmut, die unbekümms
freude der Jugendjahre Beethovens zum unverfälſchten Ar
Mannigfaltigkeit der Klangwirkungen, der ſinnliche Reiz
tierens verſchiedener Inſtrumente und Inſtrumentengru
Septett aus dem Rahmen der ſonſtigen Kammermuſik ſo he
ſtets bei ſeinen Zuhörern begeiſterte Aufnahme finden wird.
nicht leicht, ſtets die ſich gegenſeitig verſtehenden Künſtle
tS)
Inſtrumente zuſammenzufinden, und muß man den Dar
die aus Idealismus und edler Begeiſterung für Frau Mru
gemeinſamen Konzertieren zuſammengefunden haben, bei
bar ſein. Die Auführung in Nierſtein ließ keinen Wum
und kamen die einzelnen Sätze in ſchöner Abrundung
un=
zur Vorführung. Die Beſetzung der einzelnen
Inſtrumen=
beſten Händen bei den Herren Wilh. Haug (Violine), I
ſtein (Viola), H. Schulz (Violoncell), Leonh. Röder
F
Falkenſtein (Klarinette), F. Eidenmüller
Herrn Ziſſel (Horn). Vorher kamen von Beethoven noch 2
ten Vortrag durch Frl. Flora Hendriks (Nierſtein)
capricioſo für Piano in G=Dur Op. 129 (Wut über den
ver-
ſchen) und durch Frl., Hendriks und Herrn H. Schulz (Ni
Variationen für Klavier und Violoncell über ein The
Maccabäus” (Händel).
Das Konzert hatte eine
zahlreiche-
ige Zuhörergemeinde herbeigelockt, die begeiſterten Beiſe
Ein guter Tropfen Nierſteiner Weines vereinigte nach dene?
Teilnehmer in gemütlich rheiniſcher Fröhlichkeit.
inFiherzogs Kar. 4
migr, m Gehäude
Verwahrung 14
rſchwunden ſſt.
ſchn Behörde durch
M. wo h.
juten ge
drielbe gelangte C.
„ir bei der ungariſche
matum un
Die militäriſt
fiſel, 7. Mai. (4
m Vorſitze des Kön
us Miniſters des A
üher die Londoner
ale Verteidigu
ſiriſchen Operati
des Ruhrgebietes.
Beſetzung vorbereiter
e Miniſter Vander
*4 und der ſozialiſti
Beiter heißt es, da
ich der Abſtimm
„lin, 7. Mai. (Pri
en heute vormitt
lillen in das Ru
Dr. Maher
Reich=
rlin, 7. Mai. (Priv
ihe Botſckafter in
Reichspräſidenten
itts zu überneh
ur ſich eine Bed
wer um 4 Uhr n.
ude, ob er die Ka
der Mittagsſtunde
führern der Part
inen Fraktionen zu
mterrichten.
einer Informatit
ionalen und die
unannehmba
ine ä
Anſick
en noch nicht abg
ntie ſind die Me
mittag trat der
Mien zuſamme
atum zu bera
Berlin n
Fahr
wi=
übe
Mſch
entſe
der Auf
* Mo
eit
Kleine Nachrichten aus Hefſen. Mainz=KoſtB”,effeſte
merkwürdiger Vorfall wird hier verzeichner,
ſchickte die Ehefrau Friſch ihren 11jährigen Jungen zu ſein.
etwas abzuliefern. Der Junge kehrte von dem Gange nic.
W
Faſt
i Tage ſpäter fand man ihn auf dem Speicher
vor.
Ober=Ingelheim. Ein rabiater Burſ
beſtrafte Schloſſer Wilhelm Renf aus Wiesbaden. Der 22
Mann ſpielte im hieſigen Amtsgerichtsgefängnis, wo er
war, den wilden Mann, indem er das Inventar zu
zerle-
ſuchte. Als ihn der Oberamtsrichter zu beruhigen verſi”
dieſen mit dem Stuhle tätlich an. Dieſe Gewaltsprode
rabiaten Burſchen jetzt 8 Monate Gefängnis.
Höchſt a. M., 6. Mai. Marokkaniſche Mörder. Der
ine Kaufmann Burgmann wurde in der vergangenen Nacht
Mähe der Farbwerke von zwei Marokkanern des hier
ein=
eauten 63. franzöſiſchen Infanterieregiments überfallen. Die
i richteten ihr Opfer durch Meſſerſtiche i den Kopf ſchwer zu
gritten ihm dann den Hals durch. Bergmann verſtarb nach
Augenblicken an Verblutungen. Die Täter wurden von Ar=
Der Farblverke bei ihrer Bluttat überraſcht und flohen in die
erſerne. Hier wurden ſie von dem wachthabenden franzöſiſchen
der inzwiſchen von dem Mord Kenntnis erhalten hatte, an den
unen erkannt und feſtgenommen. — Zu dieſer Bluttat teilt die
ungsbehörde u. a. mit: „Trotz der oftmals ergangenen
und der diesbezüglich verhängten Strafen hat ein Wirt von
ei Marokkanern eine Flaſche Kognak verkauft. Die Soldaten,
Schlechteſten des Bataillons, ſind offenbar durch den verabfolg
tphol verrückt geſvorden und haben einen Streit hervorgerufen,
traurige Folgen hatte. Die ganze Garniſon bejammert dieſen
nrswerden Vorfall, ſie richtet an die ſchwer betroffene Familie ihr
fies Beileid und an die ganze Bevölkerung den Ausdruck ihres
ſtiggen Bedauerns. Sie gibt die formelle Zuſicherung, daß Ge
aug ſtattfinden wird, und daß die Schuldigen eine exemplariſche
u verbüßen haben werden."
Frkf. Ztg. wird hierzu noch mitgeteilt: Sowohl der Stadt=
Hant, wie der Kommandant des Bataillons, dem die Marokkaner
en, haben die Tat als „gemeinen Mord” bezeichnet. Mit
Be=
f eine Bekanntmachung des franzöſiſchen Kommandanden im
Kreis=
onach der Mordtat ein Streit vorausgegangen wäre, bemerkt
=hrift daß dies ganz ausgeſchloſſen ſei. Herr
Burg=
war ein zurüickhaltender und ruhiger Menſch und bei allen
be=
o geachtet.
ſieer, 6. Mai. Verſchwundener Schmuck Kovreſpondent
yr meldet, daß der auf mehrere Millionen bewertete Schmuc
ſrin zeſſin Eliſabeth Liechtenſtein, eine Tochter, des
inen Erzherzogs Karl Ludwig, die Gattin bes Prinzen Alois
Liech=
junior, im Gebäude der Wiener ungarſchen Gefandtſchaft, wo
rmuck in Verwahrung war, ungefähr am 20. April auf rätſelhafte
erſchwunden iſt. Der Schmuck war mit Bewilligung der
ichiſchen Behörde durch einen Kurier der ungariſchen Geſandtſchaft
linchen gebracht, wo ihn Pxinzeſſin Liechtenfrein bei einer Hochzeit
derſelbe gelangte am 19.*April auf gleichem Wege wieder nach
vo er bei der ungariſchei Geſandtſchaft hinterlegt blieb.
Ultimatum und die Kabinettskriſe.
Die militäriſchen Vorbereitungen.
Früfſel, 7. Mai. (Wolff.) Die Agence Belge meldet:
vem Vorſitze des Königs hörte der Miniſterrat heute die
ſte des Miniſters des Aeußeren und des Miniſters der Fi=
Ahn über die Londoner Konferenz an. Der Miniſter
tigtionale Verteidigung machte Mitteilungen über den
täriſchen Operationsplan für den Fall der
Be=
des Ruhrgebietes. Es wurde beſchloſſen, underzüglich
Beſetzung vorbereitenden Maßnahmen zu treffen. Der
ſiſche Miniſter Vandervelde ſoll gegen den Beſchluß des
hetts und der ſozialiſtiſche Mimäiſter Deſtree dafür geſtimmt
Weiter heißt es, daß zwei ſozialiſtiſche Mitglieder das
ekts ſich der Abſümmung enthielten
erlin, 7. Mai. (Priv.=Tel.) Der Voſſiſchen Zeitung
zu=
ſtießen heute vormittag franzöſiſche
Kavallerie=
uillen in das Ruhrgebiet vor.
Dr. Mayer Reichskanzler? — Die Bayern.
erlin, 7. Mai. (Priv.=Tel.) Den Blättern zufolge wurde
heytFeutſche Botſchafter in Paris, Dr. Mayer, heute
vormit=
r erwieſen,rlhor: Reichspräſidenten erſucht, die Bildung des neuen
in Amerl hinetts zu übernehmen. Nach der Voſſiſchen Zeitung
Luch die ſhayer ſich eine Bedenkzeit vorbehalten und erklärt
Ie Kreiſe der
deu gehefn, 14daß er um 4 Uhr nachmittags dem Reichspräſidenten
mit=
werde, ob er die Kabinettsbildung übernehmen könne.
Namz fin
StraßeuigmttAtend der Mittagsſtunden hatte Dr. Mayer Beſprechungen
je die Sum then Führern der Parteien, um ſich über die Stellungnahme
„yAnzelnen Fraktionen zu dem Ultimatumder Alliier=
Nact
unterrichten.
lngeſtell
ſch einer Information des Berliner Tagblatts lehnten die
den 43002 Ugnationalen und die Deutſche Volkspartei, die
Alliierten=
gen mit 5.
als unannehmbar ab. In der demokratiſchen
Frak=
ige Em
eine ähnliche Anſicht vorherrſchend, allerdings ſeien die
ben 14 00 14
ank geſm! Kgungen noch nicht abgeſchloſſen. Im Zentrum und der
So=
en. 27 /¼nokratie ſind die Meinungen über die Annahme oder Ab=
der Mai
imn Mark. 6 Füny geteilt.
aite mittag trat der interfraktionelle Ausſchuß der
Koali=
mal die ei orteien zuſammen, um über einen gemeinſamen Beſchluß
Utimatum zu beraten.
Mai ſturb i Eir im Berlin weilende bayerifche
Miniſterpräſi=
unnelFFits. Kahr wird die Auffaſſung der bayeriſchem Staats=
Vorn
eractige u 4mig über das Ultimatum der Entente darlegen. Die
Ten=
dieſer Stellungnahme geht, laut Tageblatt, dahin, daß das
niſcher Lus ! 4urum ſchon wegen der Entwaffnungsfrage nicht annehmbar
ine. Bayern wünſche jedoch im Reichsintereſſe, daß auch
Punkt im Zuſammenkang mit der geſamten Lage beurteilt
herAnfel
Diriach entſchieden werde.
dem Mark
fag !0
Der Aufruhr in Oberſchleſien.
ich ſol
häſche Mordtaten und Plünd rungen. — Hallertruppen.
erlin, 7. Mai. (Priv.=Tel.) Der Lokalanzeiger meldet aus
i, daß in Ruda 18 Deutſche, darunter Oberleutnant a. D.
5. Lindeiner, von den Polen umgebracht wurden. In
und Sosnitza wurden ebenfalls Deutſche
nieder=
ub mit 1e
Belt. Hindenburg iſt von den Polen genommen und
A re
gegenwärtig geplündert Gutentag wurde nach
Ar=
eorbereitung von regulären polniſchen
Trup=
ronze!
geſtürmt. Die deutſchen Führer dort wurden erſchoſſen
Ricer di
100 Deutſche verſchleppt. In Beuthen koſtet der Laib
deu V
war 8.M4 eute 10 Mark. Die Lebensmittel gehen morgen in der
erberre-H/ ru Ende.
intibor, 7. Mai. (Wolff.) Wie der Oberſchleſiſche
An=
euW
meldet, erhalten die polniſchen Banden, die die
huhe rechts der Oder im Zuge Markowitz=Lubom beſetzt
ſtändigen Zuzug von Menſchen, Material und
über den Kreis Rybnik. Mehrfach wurden Truppen in
runiform feſtgeſtellt. Die Ortſchaften Kempa, Jan=
Rauden, Trawnig und Ratiborhammer wurden von den
Riten geplündert. Die Geſchäfte wurden ausgeraubt
9as Vieh weggeführt. Wehrloſe Frauen wurden
mißhan=
d vergewaltigt.
Der Heuchler und Lügner Korfanty.
erlin, 7. Mai. (Wolff.) Korfanty erklärt in einer
an die Alliierten feierlich, alles getan zu haben, was in
Macht geſtanden hätte, um den Aufſtand zu
ver=
en. Bereits unmittelbar nach der Abſtimmung hat ſeine
leſiſche Grenzzeitung die Vertreibung der Deutſchen aus
hllleſien gefordert und unmittelbar vor Beginn des
Auf=
am 1. Mai, hat die Grenzzeitung in den fanatiſchſten
cken gegen die Grubenbeſitzer gehetzt. Daraufhin, alſo
wontan, wie Korfantys Note weiter behauptet, iſt der
urd ausgebrochen. Ebenſo unwahr iſt die Behauptung
dvegung ſei eine elementare, denn alliierte Offiziere haben
Spezialkorreſpondenten des Neu=York Herald, Griffith,
die Aufſtandsorganiſation ſei von langer Hand
Sreitet. Ebenſo iſt Korfantys Drohung, die Bergwerke
aduſtriellen Anlagen zerſtören zu laſſen, nicht vom
Augen=
huktiert, denn der oberſchleſiſche Spezialkorreſpondent des
er Fournal, Halſey, hat bereits am 27. April dieſe Drohung
iem Blatte, wohl nicht ohne Fühlung mit Korfanty,
an=
eet. Der diplomatiſche wie militäriſche
käugsplan Korfantys ſtand alſo längſt feſt.
Der Ernſt der Lage. — Lebensmittelnot.
Sverlin, 7. Mai. (Wolff.) Die Lage in Oberſchleſien iſt
rändert ernſt. Korfanty hat das Ziel, das er ſich
hat, erreicht. An der Grenze der Korfanty=Linie finden
noch kleinere Kämpfe ſtatt. Der Angriff auf den Eiſenbahn
knotenpunkt Kandrzin wurde von italieniſchen
Trup=
pen abgeſchlagen. An der Stadtgrenze von Kattowitz
fanden in der letzten Nacht Schießereien ſtatt. In der Stadt
Koſel herrſcht Ruhe. Aus dem Kreiſe Groß=Strehlitz
iſt noch zu melden, daß das Gut Kalinow von Polen geplündert
wurde. Roziankau iſt von Aufſtändiſchen beſetzt. Die Lage im
Kreiſe Kreuzburg iſt nach wie vor ſehr ernſt. Dieſer Kreis ſcheint
von zwei Seiten bedroht zu ſein. Laut einer Meldung der B. Z.
aus Breslau wurde in Czerwionka die italieniſche
Be=
ſatzung angegriffen und mußte ſich geſtern ergeben; ſie
hatte neun Schwerverwundete. Eine italieniſche
Verſtärkungs=
truppe aus Nikolai befreite die Gefangenen und erſchoß zwei
Polen ſtandrechtlich. Kurz darauf wurden die Italiener durch
2000 Inſurgenten auseinandergeſprengt, wobei ein Leutnant und
zwei Mann fielen. Am Bahnhof in Czerwionka fielen nachts
neun Italiener in einem Gefecht. Die Stadt Rybnik wurde
nachts von den Italienern unter ſchweren Verluſten
zurück=
erobert. In Nikolai haben ſich die Italiener der Fordernng der
Inſurgenten auf Entwaffnung der deutſchen Apo
fügen müſſen. Der größte Teil der alliierten Truppen hat
den Kreis Oppeln verlaſſen. Die interalliierten Beſatzungen in
den umlagerten Städten beginnen bereits unter
Lebensmittel=
mangel zu leiden. Nach einer Meldung aus Gleiwitz haben die
Aufſtändiſchen den franzöſiſchen Truppen 60 Waggons mit
Lebensmitteln auf dem Bahnhof abgekoppelt und weggeführt.
Zur Linderung der großen Lebensmittelnot, die an
verſchiedenen Stellen Oberſchleſiens hervorgetreten iſt, ſoll nach
einer Vereinbarung des preußiſchen Miniſters des Junern mit
dem Reichsernährungsminiſter alsbald ein Transport von Mehl
und gegehenenfalls auch von Fleiſch nach Oberſchleſien geſandt
werden.
Berrip. Ziai. (Wolff.) Im preußiſchen Landtag
teilte der Miniſter des Innern mit, daß die geſtrige Meldung,
daß zwei franzöſiſche Offiziere an der Sprengung
einer Eiſenbahnbrücke beteiligt geweſen ſind, widerrufen
werde. Die verhafteten Offiziere ſeien wieder freigelaſſen
wor=
den. Der Miniſter ſprach ſein Bedauern über dieſen Fall aus.
An dieſe Mitteilung ſchloß ſich eine Beſprechung, worin auch
von ſozialdemokratiſcher Seite Klarſtellung der Schuldfrage in
dieſer Sache verlangt wurde. Im Verlaufe der Beſprechung
ent=
ſtand jedoch auf der äußerſten Linken ein ſolcher Lärm, daß der
Präſident die Sitzung vertagte.
Schweizer Stimmen.
Bern, 7. Mai. (Wolff.) Zum polniſchen
Gewalt=
ſtreich in Oberſchleſien ſchreibt die Neue Zürcher
Zei=
tung, daß die Polen dabei in ebenſo unkluger wie unzuläſſiger
Weiſe in die Verhandlungen über das zukünftige Schickſal des
Abſtimmungsgebietes einzugreifen verſucht haben. Gänzlich
un=
angebracht ſei es, wenn die Polen auf dem Wege der Gewalt
intervenieren und ein kait accompli ſchaffen wollten, das dann
von dem Oberſten Rat reſpektiert werden müßte. Nach der
An=
ſicht des Blattes dürfte der kopfloſe Streik, den es an anderer
Stelle eine bffene Auflehnung gegen die alliierten Truppen
nennt, mehr geſchadet als genützt haben.
Das Berner Tagblatt ſchreibt: Die Polen haben mit
ihrem Vorgehen in Oberſchleſien den letzten Reſt von Sympathie
verloren, den ſie bei den Neutralen noch beſaßen. Sie ſind und
bleiben Gewalttäter, die ſelber kein Joch dulden, es aber dem
Nachbar mit Frechheit und blutigem Zwange auferlegen wollen.
Letzte Meldungen.
Kreuzburg, 7. Mai. (Wolff.) Die Lage iſt im ellgemeinen
unverändert. Bogutſchütz iſt in deutſcher Hand.
Mittel=Saibwitz wechſelt den Beſitz. Schierke, Wendrin,
Kudowa, Jauſenburg ſind zurückgewonnen worden.
Thulo, Budkowitz ſind ebenfalls in deutſcher Hand. Die ganze
Nordfront des Kreiſes Kreuzburg iſt feſt.
Berlin, 7. Mai. (Wolff.) Kattowitz, Stadt und Kreis
Kreuzburg ſind noch unbeſetzt. Rybnik iſt auf Grund von
Ver=
handlungen von den Aufrührern geräumt worden.
Die Schweiz gegen die Herausgabe
des Reichsbankgoldes.
Bern, 7. Mai. (Wolff.) Die Forderung der Entente auf
Herausgabe des Goldſchatzes der Reichsbank erregr
beſonders in der Schweiz lebhafte Beſorgnis. Die Neu=
Zürcher Zeitung betont heute den außerordentlich ungünſtigen
Einfluß dieſer Maßnahme auf die allgemeine wirtſchaftliche
Lage, die jeder Schonung bedürftig ſei. Das damjederliegende
Wirtſchaftslebew der neutralew Länder, namentlich der Schweiz,
erfahre durch jedes neue Sinken der Valuta eine neue Störung.
Unbegreiflich ſei es, insbeſondere für den Neutralen; zu ſehen,
wie die Entente über Grundſätze ſich hinwegſetze, die ſonſt in
allen Ländern zu Recht beſtänden. An der Tatſache, daß die
Deutſche Reichsbank keine Staatsbank, ſondern ein
Privat=
inſtitut ſei, ſei wicht zu rütteln. Die Ententeforderung bedeute
eine Nichtachtung von Rechtsbegriffen, die mit dem allgemeinen
Beſtreben, die internationalem Beziehungen auf allgemeines
Recht zu ſtützen, ſehr wewig im Einklang ſtehe.
Letzte Nachrichten.
Erfurt, 7. Mai. Das Sondergericht, das heute gegen
80 Mitglieder der roten Leuna=Armee verhandelte, hat 28
An=
geklagte, zu Gefängnisſtrafen von 9 bis 2½ Jahren
ver=
urteilt
Halle a. S., 7. Mai. (Wolff.) Der Halleſchen Zeitung
zu=
folge wurde heute früh der ehemalige kommifſariſche Landrat
des Kreiſes Sangershauſen, der unabhängige Redakteur
Ka=
ſparek, auf Veranlaſſung des Sondergerichts verhaftet.
Paris, 7. Mai. (Wolff.) Die Gattin des amerikaniſchem
Kongreßmitgliedes Fred A. Britten, die bei Marſchall Foch
perſönlich Proteſt gegen die Verwendung farbiger
Truppen im deutſchen Beſetzungsgebiet zu erheben
beabſich=
tigt, iſt in Paris angekonunen.
Landwirtſchaftliches.
Landwirtſchaftlicher Vortrag. Der für Eberſtadt
b. D. auf Sonntag, dem 8. Mai, angeſetzte Vortrag über „Gründüngung
und Futterbau” durch Herrn Landwirtſchaftslehrer Dr. Seeger=
Darmſtadt kann leider erſt am Samstag, den 2. Juli, im Gaſthaus „Zur
Eiſenbahn” ſtattfinden.
Spiel, Sport und Turnen.
Handball=Meiſterſchaft der Heſſiſchen Schutzpolizei.
Heute nachmittag wird auf dem Schupo=Sportplatz (kleiner
Exer=
zierplatz) die Meiſterſchaft im Handballſpiel ausgetragen
Dieſes Spiel verſpricht inſofern beſonders ſpannend zu werden, als das
Handballſpiel bei der Schupo ganz beſonders gepflegt und von den
ein=
zelwen Mannſchaften eine bedeutende Vollkoymenheit in der
Beherr=
ſchung des Spiels erlangt worden iſt. „Aus den Vorkämpfen ging die
1. Hundertſchaft der hieſigen 1. Abteilung und die 7. Hundertſchaft der
3. Abteilung Babenhauſen als Gegner für das Entſcheidungsſpiel her
vor. In der 1. Hundertſchaft befindet ſich der Stamm der A=Mannſchaft,
der ſich bei den diesjährigem Verbandsſpielen bis in die Zwiſchenrunde
durchkämpfte und erſt Himmelfahrt den Verbandsmeiſter mit 5:2
ſchla=
gen konnte. Aber auch die 7. Hundertſchaft hat bereits vorzügliche Lei
ſtungen aufzuweiſen. D.= Sportfreudigkeit ihrer Beamten" hat dieſe
Hundertſchaft ſchon mit ihrem Sieg in der Waldlauf=Meiſterſchaft
be=
wieſen, und ſie ſtellt zweifellos einen ebenbütrtigen Gegner ins Feld.
nenden Kampf. Da gleichzeitig der Mam=Rheingau der deutſchen
Tur=
nerſchaft mit 50 Mannſchaften die verſchiedenartigſten Wettſpiele
aus=
tragt, wird ſich auf dem kleinen Exerzierplatz das Leben und Treiben
eines echten Volksſportfeſtes entwicheln.
* Sportverein Darmſtadt e. V. Am heutigen Tage
be=
gibt ſich die Ligamannſchaft nach Bieber, um der Liggelf des
Fußball=
vereins Bieber gegenüberzutreten. Dieſe Mannſchaft gehört dem
Süid=
mainkreis an und bewegt ſich in den letzten Jahren ſtets in der
Spitzen=
gruppe dieſes Kreiſes. Mit einem Torverhältnis von 34:29 rangiert
ſie in dieſem Jahre an fünfter Stelle; ein kürzlich gegen die Turn= und
Sporrgemeinde Höchſt ausgetragenes Spiel endete 4:2 zugunſten Biebers.
Nach dieſem Reſultat wird es unſeren Darmſtädtern ſicher nicht leicht
ge=
macht. Die Mannſchaft tritt aber in ſtärkſter Aufſtellung an und wird
auch Bieber einen ebenbürtigen Kampf liefern. Von den übrigen
Mann=
ſchaften ſpielt die Ensgraber gegen die 1. Schupo=Darmſtadt, die 2a—1.
Starkenburgia=Heppenheim ſowie die 2b und 3a ebenfalls gegen
Heppen=
heim. 3b—2. Sp.=V. 1919=Münſter, 4a—1. Jgdm. Germania=Frankfurt
und die 4b—3. Germania=Arheilgen.
* 1. Darmſtädter Fußballverein 1912. Am heutigen
Sonntag begibt ſich die 1. Mannſchaft nach Biebrich, um gegen den
dortigen Sportverein ein Propagandaſpiel auszutragen. Die 1b=
Mann=
ſchaft ſpielt nachmittags in Darmſtadt
gegen die 1. Mannſchaft von
Olympia=Hahn. Das Vorſpiel endete 2:2. Es iſt daher ein ſehr
ſpan=
nendes Spiel zu erſvarten. Nach dieſem Treffen ſpielen die Jgd.=
Mann=
ſchaften beider Vereine. Die 2. Mannſchaft ſpielt in Hahn gegen die
gleiche von Olympia.
Flugtechniſcher Verein Darmſtadt. Heute finder das
exſte große Modellwertfliegen gegen den Verein für Modell=
und Segelflug Frankfurt ſtatt. In beiden Vereinen hatte man ſich die
größte Mühe gegeben, ſorgfältig durchkonſtruierte Modelle an den Start
zu bringen. Es ſind eine Anzahl Preiſe geſtiftet
die für die
Beſtleiſtun=
gen verteilt werden. Bewertet wird nach dem Leipziger Verfahren und
nach der Transportleiſtungsformel von Klemperer. Das Wettfliegen
ver=
ſpricht einen intereſſanten Verlauf zu nehmen und beginnt um 3 Uhr auf
dem ehemaligen Kavallerie=Exerzierplatz. Es ſei noch beſonders darauf
hingewieſen, daß ſämtliche Modelle ſowie Konſtruktionseinzelheiten am
Vormittag, ab 10 Uhr, im Rummelbräu ausgeſtellt ſind und können
un=
entgeltlich von jedermann beſichtigt werden, (Siehe Anzeige.)
Schluß des redaktionellen Teils.
G
HALNLA
Haf encch
A wurmperlen-Lspfchen-BelSam
Au
FeEMianu
anerkannt gute Präparste-
*
gegen Spul-und Madenwürmer
Erhältlich in allen Apotheken.
—
OE5
Sehr rasch
und sicher
wirkend.
1 Palet S
V 7 5 Pulver M. 5.
Leberflecke,
apen
Ka4
litesser,
Somnnelsblosselk Pickel
Hn unreiner Teint,
Röte des Gesichts und der Hände verschwinden, die Haut wird zart, weiß
und geschmeidig durch erprobt., garantiert unschädlich. Hautbleichkrem
Stüok,
Tube 6
son Alorokrem und Kloroseife cn.
(üo nicht erhältiich, wende man sich an Laboratorium Leo, Dresden-N. 6.
K
Eine unverbindliche Besichtigung der Stäridigen
Ausstellung von Wahnungseinrichtungen
aller Preislagen iber zeugt Interessentenv
der besonderen Leistungsfähigkeif d. Firma.
*
Rr
Aüore.e tectes
Darmstädter Werkstäiten für Wohnungs-
Einrichtungen.
Hlexanderstr. 10. Tele fon 1300
zwischen Landesthaster und infanterie -Kaserne.
Beſtellungen auf das Darmſtädter Tagblatt
werden entgegen genommen bei
Fräulein Carola Luckhaupt
Hauptſtraße 12.
(5597a
Wetterausſichten für Sonntag:
Veränderlich, ſehr windig.
Tageskalender.
Landestheater, Anfang 11½ Uhr, Ende gegen 1 Uhr:
Muſika=
liſche Matinee. — Abends 7 Uhr, Ende 9½ Uhr (4 31): „Tiefland”.
Aufführung (,’s Millerſch Liſſl vunn Mich’lboch”) um 8 Uhr im
Saalbau.
Theater=Abend des Geſangvereins „Teutonia” um 7 Uhr im
Feierabendſaal.
Frühlingsfeſte: Walhallaklub um 5 Uhr im Fürſtenſaal. —
Geſell=
ſchaft Frohſinn um 4 Uhr im Perkeo.
Zirkus Hagenbeck: Vorſtellungen um 3 und 7½ Uhr.
Verſteigerungskalender.
Montag, 9. Mai.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Saale der
Reſtaura=
tion Heilig Kreuz.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im „Gundernhäuſer
Gemeindewald (Zuſammenkunft in Abteilung 31 an der Sandkautc)
Leitung: Dr. Otto Waldgeſtel. Verantwortlich für den leitenden politiſchen
Teil und für Feuilleton: Dr. Otto Waldgeſt
; für heſſiſhe Politik und den
T4
brigen Teil (auß
chaftliches) Max Streeſe; f.
nvel und Lan
agt
elsteil und L
tſchaftliches: Kurt Mitſching; für den Anzeigenteil,
3e
Eilag
und Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben: Panl Lang
Druck und Verl
. C. Witlich iche Hofbuchdruckerei. Sämtlich in Darmſtadt
ir den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tagblatts” zu richten. Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
werben nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten
und Unterhaltungsblatt.
wi.
bei
ge
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. Mai 1921.
Rummer 120)
N
Familiennachrichten
Die Geburt eines gesunden,
präch-
tigen Mädels zeigen an
Oberlehrer Dr. E. Kreickemeier
u. Frau Hedwig, geb. Schschardt
Darmstadt, den 6. Mai 1921.
(*19510
Gesunde TOCHTER
angekommen.
Siegfried May und Frau
Anna, geb. Haas.
Darmstadt, den 6. Mai 1921
Riedeselstraße 21.
Die glückliche Geburt eines Sohnes
zeigen hocherfreut an
Dr. med. Karl Puth u. Frau
Marianne, geb. Pfitzer.
Michelstadt i. O., den 6. Mai 1921.
Aff 23
urch die glückliche Geburt eines
2 kräftigen Stammhalters wurden
hocherfreut
Dr. Fritz Roßteutſcher u. Frau
Guſtel, geb. Handmann.
Schwanheim a. M., 2. Mai 1921.
A5 23
Statt Karten.
Helene Christ
Hermann Wetzel
VERLOBTE
Darmstadt, Mat 1921
Altcestr, 39.
Schätzenstr. 7.
Statt Karten.
Rechtsanwalt julius Seemann
Rosel Seemann, geb. lsaak
VERMAHLIE
Franktart a. M., Mauerweg 34.
Trauung: Montag, 2. Mai, 1 Uhr mittags,
Synagoge, Friedbergeranlage,
Gr23
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute morgen verſtarb nach langem Leiden
mein lieber Gatte, unſer guter Vater,
Groß=
vater und Bruder
Ludwig Petry
Großherzgl. Geh. Rechnungsrat i. R.
Die trauernd Hinterbliebenen:
Sophie Petry, geb. Scheerer
Ludwig Petry, Staatsawalt
Katharina Petry, geb. Sander
Heinrich Peiry, Stadtbaurat
Marie Petry, geb. Gärtner
Ludwig Petry, Enkel.
Darmſtadt, Aliceſtr. 9, und Wittenberg,
den 7. Mai 1921.
Auf Wunſch des Entſchlafenen findet die
Beerdigung in der Stille ſtatt.
Beileidsbeſuche und Blumenſpenden dankend
verbeten.
(*
1950.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute nacht entſchlief ſanft nach kurzem
ſchweren Leiden im eben vollendeten 49.
Le=
bensjahre mein innigſtgeliebter Gatte, unſer
Vater, Bruder, Schwager, Schwiegerſohn,
Onkel und Neffe
Herr
Hermann Sachenburger.
Im Namen der Hinterbliebenen:
In tiefer Trauer:
Eddy Hachenburger, geb. Alsberg.
Darmſtadt, Bismarckſtr. 72, Caſſel.
Die Einäſckerung findet ſtatt Montag, den
9. Mai, nachmittags 4 Uhr. (*19512
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden meines lieben,
braven, guten Mannes und treubeſorgten
Vaters, insbeſondere Herrn Pfarrer Beringer
für ſeine troſtreiche Grabrede, ſowie den
Ge=
meindeſchweſtern, für ihre liebevolle Pflege,
ferner den Beamten und Arbeitern des
Werk=
ſtättenamts I und für die überaus zahlreichen
Blumenſpenden ſagen wir Allen unſeren
innig=
ſten Dank.
(*19506
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Stroh und Sohn.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte
ſagen wir Allen innigſten Dank.
Ins=
beſondere danken wir Herrn Pfarren
Kleberger für die troſtreichen Worte,
ſowie den Arbeitern und Angeſtellten:
der Firma Robert Kunze.
*19496
Im Aamen der tranernden Hinterbliebenen:
Auguſte Karrer, geb. Knopf.
Dankſagung.
Für die uns erwieſene
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden
un=
erer lieben Schweſter und Tante
ſagen herzlichen Dank (19549
Familie Emmerich.
Roßdorf, den 7. Mai 1921.
U4
Baftgwuren!
Anderw, unternehmungshalber unterſtelle mein
gutſortiertes Lager in ſchwarzen und braunen
Schuhen dem
(*19241sg
Total=Ausverkauf.
Beſte Gelegenheit, ſich zu Pfingſten mit
gutem, billigem Schuhwerk zu verſehen.
Do.
Hch. Kröher
Ecke Liebfrauen= und Echhardſtraße.
Vrn
Stenographie
Masohinenschreiben
Neue Kurse
beginnen am
Montag, 9. Mal
abends 8½ Uhr in unseren
Unterrichtsräumen
Mathildenplatz 8.
Anmeldungen jeden Tag
von 10—12 und von 2—10
Uhr abends und am
Er-
öffnungsabend
Kanfm.
Steuograpben-Gesellschaft
„Gabelsberger” H. I.
Mathildenplatz 8
AEr e4
54751g
Ueberraſchende Heilerfolge.
Magnetismus
verbunden mit Nervenmaſſagen
ſt eine mächtige Heilkraft, ſtärkt die Nerven
lindert die Schmerzen und bringt die verlorene
Geſundheit wieder. Anwendbar und bewährt bei
allen akuten und chroniſchen
Krankheiten ſowie Wunden.
Selbſt ganz veraltete Leiden werden mit dem
größten Erfolge behandelt Zahlreiche
Dank=
ſchreiben zur Verfügung. Beſuche auch außer dem
Hauſe. — Grippe heilt innerhalb 24 Stunden.
Bei Kopfſchmerzen, Gallenſiein unübertroffen.
M. Schießlinger, Magnetopath
Viktoriaſtraße 25, Ecke Landwehrſtraße.
Sprechſtunden v. 91/.-12 vm., 2—5 nm. (*19472
Dau!
Facharzt für
Kinderkrank=
heiten verreiſt ab 11. Mai
bis Anf. Juni, (5574gm
Stottern
alle Sprachfehler
heilt ſicher
Dir. F. Baum
Ludwigſtr. 8.
(5169a
Plakate
für Poſtreklame oder
Schaufenſter, ſowie alle
anderen einſchläg.
Ar=
beiten ſchreibt in Hand=
Künſtlerſchrift
die
losts
„Schreibſtube‟
Mühlſtraße 52.
Strieken u. Anstrieken
v. Socken u. Strümpfen 4
beiguter ſchneller u.
billig. Arbeit beſorgt
18079fg) Hahnes
Heinheimerſtr. 22, II.
Geſunde
Saat=
u. Speiſe=Kartoff.
billigſt f. Wiederverkäufer.
Franz Thüſing,
Tel. 2337, Pallaswieſen=
(*19473
ſtraße 39.
Nartoff. geg. Zuck. z. vert.
Heidelbergerſtr. 77, II.
Stück 40 Pfennig
Karl Kauss, Gärtner
Brandgaſſe 4, I. (*.,ssg!
Einige Ztr.
Speiſekar=
toffeln abzugeb. (*19539
Hölgesſtraße 5.
100 Bohnen=
und eing
ſtangen gennis=
ſtetz zu verk. (* 19150s8
Schloßgartenſtr. 55, I.
Apfelwein
glanzbell
Jchannisboor-
wein
suß, 8.50 Mk.
Matur-Weißwein
12 Mk. (586a
ohne Glas und Steuer
Weinbrand v. 50 Mk.
die 1/, Fl. an empfehlt!
Martin Jahn
Pallaswiesenstr. 30
Telephon 305.
Vorwärtsſtrebende und
ufän
Erfinber
gute Verdienſtmöglichkeit?
Aufklärung u. Anregung
gebende Broſchüre: Ein
neuer Geiſt? ſendet gratis
F. Erdmann & Co.
Berlin, Königgrätzerſtr. 71.
Gespielte
Pianog
stets am Lager.
Klavier-Arnold
nur Ecke Erbacherstr.
n. d. Schwimmbad. (1685a
NAMM
Oerren
Stärke=Wäſche
liefert in kurzer Zeit
Großwäſcherei
Reingold
Annahmeſtellen:
Wilhelminenſtr. 6,
Grafenſtr. 25, bei
Hummer, (3703a
Karlſtr. 53, Laden
Keranichſteinerſt. 28
Für Wiederverkäufer! (5275a
Pfingſtpoſtkarten
Verlobungskarten
Hochzeitskarten
W. K. Kleinhens, Waldſtr. 20
Papier= n. Schreibw.=Großhdlg.
Feier zum Gedächtnis
weiland Ihrer Majeſtät der Kaiſerin
am 9. Mai 1921, abends 8 Uhr, im großen Saal
des Städtiſchen Saalbaus in Darmſtadt,
veranſtaltet vom Landesverband der Heſſiſchen
(Deutſchnationalen) Volkspartei.
1. Gemeinſamer Geſang (Choral).
(54538g
F. Händel.
2. Arie aus Judas Macccbäus
Herr Opernſänger Johannes Biſchoff, Darmſtadt.
Am Klavier: Fräulein Dorg Diedrich.
3. Gedächtnisrede, gehalten von Herrn D. Klingemann,
einprovinz.
Generalſuperintendent der Ry=
Joh. Brahms.
4. Aus den „Ernſten Geſänger
Herr Opernſänger Johg. :ue3 Biſchoff, Darmſtadt.
Am Klavier: Fräulein Vorg Diedrich.
Eintrittskarten: Numerirte Tlätze zu 5 Mk.,
unnume=
rierte Plätze zu 3 und 1 Mk. von Freitag, den 6. Mai, ab im
Papiergeſchäft von Leuthner beim Weißen Turm, Ernſt=
Ludwigsplatz 2, u. abends 1 Stunde vor Beginn im Saalbau,
Ein erzielter Ueberſchuß wird zur Förderung der
Säuglings=
pflege im Sinne der hohen Entſchlafenen verwundt werden.
8.
HnWe
JnWe
Hus net
Ne e
vi1 191 9e O
Ne Se
Je e
Ruf Ih4
AHHIIAINARO Dar Bite
sind seit geraumer Zeit wieder in den gleich guten Qualz Wf Hurze Fälen Han.
wie vor dem Kriege erhältlich.
Auch die Preise hierfür nähern sick wieder denen der Friel
zeiten, wenngleich sie aus einer Reihe von Ursachen,
wichtigste der Stand unserer Valnta ist, den trüheren Notierarläf biterer Anchluß
vorerst nicht gleichkommen können.
Wer also durch geldliche Rücksicht nicht behindert ist,
unbedenklich jederzeit seinen Bedarf in diesen Artikel
Spezialgeschäft, wo ihm fachmännische Beratung und Bedie
verbürgt ist.
Gummiwaren- und Sanitäts-Ha
Hermann Heinmüller
Schulstraße 1 (am Ludwigsplatz).
Rr
Ee e
192
PAS
PAST
A e
Ha Ln
unter
incdh mit Grnt
Aufe
Iie
„stis”.
gurſch
81
Baen
a Mt Hürenlicken.
mumd Pägz 1.
Nun
Hua n
zäaufen wrdren. Iine
muſchließen, weit
Hl
ſctd Mnt
R 2
„derug und die
mnul gegen Pflichti
kie erlaſſen weiden.
ſerungsanlagen
nen Stmßen,
Roſchriften herzuſ
guerm nicht erfowdert.
Für
fugenlos
Pfingst-Bedarf
jeder
Praufliae Feingeha
Taschen- und Armbanduhren,
Zimmeruhren, Gold- u. Silber-
„ Waren, Juwelen, Bestecke
Ertariſaungsniat
rudſtück alle
Negen= und Schm
*
Aa oce
bgänge, a.
die Struaße, in
nſchemmt
eMlleitmg des
volen. Sie
A
Hun
et wir
Ihwaſſer und
umts die Un
on und
Fan, erſcht
m den Kant
Dmmen bei
iin Fäul
Er Abm
7of
Sto
nich und
Boe
raßen, A
und
hei beſon
Fn, die
ud der
Solm
Optik
Georg Karp
Grammo.
phone
die 2
oberi
in. 30
id Beſe
nägt der
Ludwigstrasse 20.
Gs
Aullächaten Ammau
Alte Gemälde, Miniatüren, engl. und fran:
Kupferstiche : Bronzen Porzellanfigurer
und Geschirre mit guter Bemalung, Chin=
Porzellane Fayencekrüge . Zinnsache
Gobelins, alte Teppiche, Bronze- u. Kristalt
Lüster, Delft-Vasen und -Platten, Dose
gemalte Fächer, Bronzeleuchter und Uhre
(55
sowie Altertümer jeder Art
kaufe zu höchstem Preis!
I 90
Al
Kunsthandlung
28 Elisabethenstr. 2
975 Tolephon 9-
Elwäfferun
we wirtſch
Dig und
ſhwt
Eintwä
den
ien Aent
* für F
Heiten übe
Werüirzger
Irgen
Meten
zu err
Camn
ſch auf eine
Kg
ſichrer zu
nen an
in Min
durg
Ri
Wernir
Af
Me An
Gas=Herd
gebraucht, unter mehreren
die Auswahl, abzugeben
ſabethenſtr. 55. (*19538
Parkettböden
werden abgezogen,
gerei=
nigt u. gewachſt. (*19581
Woogſtraße 5, Laden.
Re
Wäſchen. Kleid.a
arb. Gute Empf
V 57 a. d. Geſch.
Darmstädter Werkstätten für
GRABMALKUNST
und Kunstgewerbe
F-
Wilhelm Gorze, Darmstadt
Große Lager am Waldfriedhof Darmstadt,
Friedhof Groß-Gerau, Friedhof Trebur :
GRABMALER, GEDENKTAFELN,
KRIEGER-DENKMALER
in jeder Preislage
Alle Gesteinsarten Bronzeguß usw.
Kostenvoranschläge, Zeichnungen u. Modelle
bereitwilligst zur Verfügung. Auf Wunsch
Vertreterbesuch. Denkmäler in fastallen größ.
Städten Deutschlands. Beste Referenzen.
Auskunft: Karistrasse 97, Darmstadt.
elephon 1147.
*19504
Darmstädter Werkstätt. f. Grabmalkunst f
[ ← ][ ][ → ]der 126.
Darmſtädeer Tagblazt, Sonntag, den 8. Mai 1921.
Seite 2.
Micher
gemanz
hundſtücks=Entwäſſerungen.
rug erlaſſen, die mit em Tugg bieſer
Ver=
ung in Kraft tritt.
zmſtadt, den 28. April 1921.
Der Oberbürgermeiſter.
H J. V: Buxbaum.
Polizeiverordnung
die Entwäſſerung der Grundſtücke in der
Hauptſtadt Darmſtadt.
30. April 1881 die allgemeine Bauordnung
z und der §§ 6, 8 und 9 der Vrrordnung vom
mar- 1882 die Ausführung der allgemeinen Bau=, wird nach Anhörung der
Stadt=
werſammlung unter Zuſtimung des
Sichuſſes und mit Genehmigung Heſſiſchen
giums des Innern vom 10. Juli 1917 und 28. trone liegen.
der 1920 fürr die Hauptſtadt Darmſtodt nach=
Polizeiverondnung erlaſſen.
I.
Allgemeine Vorſchriften.
s 1.
bieruungspflicht.
den mit öffentlichen Komälen verſechenen
Wegen und Pätzen müiſſen die anliegenden
Grundſtücke mach dieſer Polizeiverordnumg
rugehörigen „Techniſchen Vorſchriften” an die
argeſchloſſen werden. Unbebaute Grundſtüicke
mialls anzuſchließen, wem der oberirdiſche Ab=
Regen= und Schmutzwaſſer mißſtändig und
cuß für das öffentliche Wohl geboven iſt.
Entwäſſerungsanlagen für vorhandene Bau= / wenden.
umbebaute Grumdſtücke ſind längſtons 6
Mo=
h. Aufforderung und die für Neubauten bis
zpolizeilichen Schlußabnahme zu vollenden.
beſonderen Fällen kann der Anſchluß an den
hrmal gegen Pflichtſchein widerruflich ganz
Aweiſe erlaſſen werden.
Entwäſſerungsanlagen von Neubauten ion
maliſierten Straßen, Wegen und Plätzen ſind
ſem Vorſchriſten herzuſtellen und ſo einzurich=
ANoue F6 ühr ſpäterer Anſchluß an den Straßentamal
eugen nicht erfordert.
135
82.
ende Stoffe.
dch die Entwäſſerungsanlage müſſen von dem
ſoſſenem Grundſtüick alle zur Ableitung
geeig=
bwaſſer (Regen= und Schmutzwaſſer) und leicht
chwemmbaren Abfallſtoffe, insbeſondere auch
rſchlichen Abgänge, abgeleitet werden; die Ab=
BMßtwauf die Straße, in deren Rinnſteine und
Ein=
verboten. Die Abgänge müſſen durch
zuläng=
ülung fortgeſchwemmt werden.
die Ableitung des Grundwaſſers iſt beſondere
dung einzuholen. Sie iſt davon abhängig, daß
ſtru von Schmutzwaſſer in den Untergrund mit
verhindert wird.
Abwaſſer und Stoffe, welche nach Ermeſſen
ſtauamts die Unterhaltumg und den Betvieb
liſation und der Abwaſſer=
Reinigungsanla=
ſchrden, erſchweren oder ſchädigen können,
daft
von den Kanälen ferngehalten werden; im
Eommen beſonders:
ſtark in Fäulmis, übergegangene Stoffe,
beatige Abwaſſer in größeren Mengen,
REdE Ikaver oder gar nicht ſchwemmbare und
ſper=
ige Stoffe.
Feingelt/ Ermiſch und phyſikaliſch wirkſam Stoffe, z. B.
Füiſſigkeiten von mehr als 30 Grad Celſius,
jeuergefährliche und ſprengfähige Stoffer
Sſtraßen, Wegen und Plätzen mit Trennſyſtem
Eih Ahrutz= und Regenwaſſer getrennt abzuleiten.
dabei beſonders vorzuſchreibende
Vorkehrun=
en, die eine mißbräuckhliche Benutzung der
näle und der Schtzwaſſerkanäle Hauernd
em. Solange der Regenkanal wicht
vorhan=
mn die Ableitung des Regenwaſſers von den
füken oberirdiſch nach der Straßenrinne
ge=
wrden unter Kreuzung der Fußſteige durch
e Rohre. Die Koſten dieſer Anlagen, ihrer
Arung und Beſeitigung nach Vollendung des
nals trägt der Eigentümmer.
Gramſt
F 3.
phon
ere Entwäfſerungen für jedes Grundſtück.
E, eine wrtſchaftliche Einheit bildende
Grund=
ſallbſtändig und ohne Benutzung des
Nachbar=
ſis zu entwäſſer. Bei Teilung eines
Grund=
die Entwäſſerungsanlagen der Teile nach
rſchriften für ſich auszubauen. Zu den
hier=
werlichen Aenderungen und Ergänzungen ſind
etümer für ihre Teilgrundſtücke verpflichtet.
Ableiten über ein Nachbargrundſtück wird
ſer. Oberbürgermeiſter nur ausnahmsweiſe
ge=
nenn wegen ungünſtigen Gefälles oder
man=
ſtes geeigneten Straßenöanals die Endwäſſerung
(ſt iche Zuſtimmung des Nachbars zur Be=
Soll die
Feines Grundſtücks beizubringen.
ſich auf einen längeien Zeitraum erſtrecken,
durch die Beſtellung eines Rechtes am Nach=
und fi0l
Maniglt iliff ſtück ſicher zu ſtellen.
Chu MRhritungen an den Straßenkanal.
ansscht AM12 Grundſtick muß den Anſchluß für ſich
er=
uS von Kanaleinlaßſtücken, bis zu den Grund=
*en durch das TDiefbauamt auf Koſten des
en, 90
ers hergeſtellt und unterhalten.
Stadt übernimmt nur die Koſten von
Arbei=
nachweislich infolge Verwurzelung durch Pläne ſind einzuliefern:
räume bedingt ſind.
eih: Umlegen oder Ermeuern von Straßen=
2eS
Ausgen auf Koſten der Stadt.
8 5.
„Aluh K Rgung alter Anlagen.
In oder anderweitige Ableiten der durrch
Per
bzuführeuden Waſſer und Schmutzſtoffe ver=
V
dem Grundſtück entbehrlich gewordene Ent=
Sanlagen. Sammel= und Sickergruben,
u9Sanlagen; Rinnen, alte Leitungon und
der=
unüſſen innerhalb 4 Wochen nach Vollendung
mEntwäſſerungsanlage beſeitigt oder entleert,
und mit gutem Boden ausgefüllt werden,
weſtattet wird.
8 6.
Brofnd
ab im
im, (
Ende
Saalg
Dech
suten Auu
dar R
Sachen,
undert int
en Ard
gud Bt
Jatz),
Aft
* zu ſichern durch Anſchluß des Grundſtücks
Ffentliche Waſſerleitung. Ueber jeden Einlauf
WVorſchriften).
SR.
nmittelbarer Verbindung von Waſſerleitung
Entwäſſerungsanlage
er Waſſerleitung mit der Entwäſſerungsanlage
gtt.
§ 8
Iisrung tieſgelegener Räume und Flächen.
Genehmigung zum Anſchluß von Schmutz= des Tiefbauamts.
Funläufen und Spülaborten, die tiefer als
Für Regeneinläufe von Flächen, die unter
Stru=
ßenkrone liegen, cann auf beſonderen Antvog der
Genehmigunng Miniſteriungs des Inmern Anſchluß widerruflich umd auf Gefahr des Eigen=
September 1920 wunde mchſtehende Polie= himers geſtattet werden, wenn das Aufhöhen dieſer
Flächen auf Stvaßenkrone unmöglich iſt. Dem
An=
twag iſt anzufügen ein Ausweis über die
Schutzvor=
kehrungen gegen Rüickſtau uud Ueberflutungen (§ 14
Drcbel der Techniſchen Vorſchriften).
Sollte wegen unzulänglichen Ausbildung umd
Wiokung der Rückſmuſicherungen, wvegen ihrer
fort=
geſetzten mangelhaften Unterhaltung oder
unzuver=
läſſigen Bedienung die Genehmigung des Anſchluſſes
unter Straßenkrone gelegener Schmutzwaſſereinläufe,
Strund der Artikel 2, 32, 35 umd 65 des Ge= Spüilabortze und Nageneinläufe widerrufen weuden,
o ſind ſolche Teile der Enwäſſerung mit ihven
An=
ſchlußleitungen imerhalb der geſtellten Friſt: auf
Koſten des Eigenwimers zu beſeitigen. Die
Ausfüh=
rung erfolgt nötigemfalls zwangsweiſe. Das Ableiten
der Regen=, Schmutz= und Abortwaſſer muß don
durch Hebung in Eimäufe erfolgen, die über Straßen=
S 9.
Samwelgruben.
Für Grundſtücke, für die nach § 1 der
Konal=
anſchluß ganz oder teilweiſe erlaſſen wird, oder für
die mangels eines Straßenkanales die Ableitung der
Abwaſſer und Abgänge nicht möglich iſt, ſind
waſſer=
dichte Gruben zur Anſcrmlung anzulegen. Für
Regen=
waſſer kann die Ableitung in die Stvaßenrinne
wider=
ruflich geſtattet wverden, ſofern ſie hierzu geeignet iſt.
Die Sammelgruben müſſen außerhalb der
Ge=
bäude liegen und mindeſtens entfernt ſein: 1,00 m
von der Nachbarzone, 2,00 m. von der Straße und
7,00 m von Brunnen. Der Eigentümer iſt
verpflich=
tet, die Gruben rechtzeitig entleeren und reinigen zu
laſſen, ſodaß üble Gerüche und Ueberlaufen verhüitet
8 10.
Sickeranlagen.
Innerhalb der Stadt ſind Sickeranlagen (Gruben
wit durchläſſiger Sohle oder Wandung) verboten;
vovhandene Anlagen müſſen binnen einem Jahre nach
Inkrafttreten dieſer Vorſchriften beſeitigt werden.
Nur für Grundſtücke in nicht kangliſierten
Stra=
ßen vor der Stadt kann ausnahmsweiſe das
Ver=
ſickern der Abwaſſer (Regen= und Schmutzwaſſer) und
leicht fauligen ſchtvemmbaren Abfallſtoffe, auch der
menſchlichen Abgänge widerruflich geſtattet werden.
Vorbedingungen find augemeſſene Größe der
Grund=
ſtücke, ſandiger waſſerdurchläſſiger Untergrund, vefer
Grundwaſſerſtand, hinlänglicher Abſtand der
Sicker=
anlagen von den Nachbaugrundſtüicken und der Straße,
owie gründliches biologiſches Reinigen der Abwaſſer
und Abgänge durch Tropfkörperanlagen vor dem
Ver=
ſickern. Der Eigentümer hat dieſe Vorbedingungen
nachzuweiſen, und zwwar für Neubauten vor Erteilen
der Baugenehmigung.
Für Sickeranlagen und zugehörige
Reinigungsan=
lagen iſt unter Vorlage von Plänen nebſt
Erläute=
rung die Genehmigung des Oberbürgermeiſters
ein=
zuholen.
Widerruflich genehmigte Sicheranlagen ſind
inner=
halb 4 Wochen nach Auffordern zu beſeitigen, wem
die Wirkung der Tropfkörper unzulänglich iſt, das
Verſickern des Waſſers die Nackbarſchaft beläſtigt,
ſchäbigt oder mit überwiegender Anbauung des
Ge=
bietes unſtatthaft iſt.
Bei Widerruf von Sickeranlagen ſind gemäß 8
Sammelgruben anzulegen, wenn ein Kanal zur
Ab=
leftung der Waſſer nicht zur Verfügung ſteht.
8 11.
Winkel, Reule.
Enge Zwiſchenräume zwiſchen den einzalnen
Bau=
ten (Winkel, Reule) ſind mit rinnenförwigen,
waſſer=
dichtem Belag in Gefälle zu verſehen und am die
Kanäle anzuſchließen. Die Einleitung menſchlicher und
tieriſcher Abgänge iſt verbotzen. Die Einleitung vor
Schmutzwaſſer iſt nur erlaubt, wenn die Winkel uſw
leicht zugängig ſind und durch Anſchluß an die
Waſſer=
leitung die hinlängliche Spülung geſichert iſt; in
chwer zugängige Winkel iſt auch die Einleitung von
Regenwaſſer verboten.
8 12.
Beſondere Beſtimmungen.
Für Anordnung und Beſchaffenheit ſowie
nach=
trägliches Ergänzen und Aendern der
Envwäſſerungs=
anlagen einſchließlich Scmmelgruben und
Sickeran=
lagen ſind außer dieſer Polizeiverordn
g und den
genehmigten Plänen maßgeblich die im
Genehmi=
gungsbeſcheid auferlegten beſonderen Beſtimmingen.
8 13.
Zuſtändigkeit.
Ausführung und Unterhaltung der
Grundſtücks=
entwäſſerungen werden durch das Tiefbaucnt jm
Auftrag des Oberbürgermeiſter3 überwacht.
Behördliche Genehmigung und Aufſicht.
14.
Autrag auf Geuehmigung.
Zu jeder Neugnlage, Umlegung, Aenderung oder
Ergänzung einer Entwäſſerung hatz der Eigentümer
ſrcht zu erreichen iſt. Vor der Genehmigung die Genehmigung des Obevbürgermeiſters rechtzeitig
nachzuſuchen und dabei einen vom Tiefbaugmt im
Vordruck erhältlichen Pflichtſchein ſowie Pläne in
doppelter Ausfertigung vorzulegen; für Neubauten
an nicht kanaliſierten Straßen, Wegen und Plätzen
ſind auch Pläne der Sammelgruben, Reinigungs= und
Sickeranilagen vorzulegem, und zwar in dreifacher
Ausfertigumg.
Die Geſuche ſind mit den vorgeſchriebenen
Under=
lagen beim Tiefbauamt einzureichen, und zwar für
„ieſa WF Anſchlußleitungen werden, einſchließlich des vonrhandene Bauten inwerhalb 4 Wochen nach
Auf=
fordern, für Neu= und Umbauten alsbald nach
Ein=
gabe der Baugeſuche bei dem Baupolizeicmt; dieſes
erteilt die Baugenehmigung erſt nach vollkomm
Klarſtellung der Entwäſſerungsfrage. Folgende
a) Ueberſichtsplan des Grumdſtücks in Maßſtab nicht
unter 1:1000.
Srfolgt der Anſchluß vorhandener Entwäſſe= b) Grundriſſe der Stochwerke der Gebäude, ſoweit ſie
zur Klarſtellung der Entwäſſerungsanlage erfor=
10,
derlich ſind, im Maßſtab nicht kleiner als 1
10.
bei großen Gebäuden ausuahmsweiſe bis 1
Vollendung der Entwäſſerungsanlage iſt das Schnute (Längenprofile) der Ableitungen und
Fallrohre in Längen und Höhen im Maßſtab der
Grundriſſe.
d) Pläne der Anlagen zur Vorbehandlung
abzuleiten=
der gewerblicher und dergl. Abwaſſer (5 2), der
Sammelgruben, Reinigungs= und Sickeranlagen, i.
Maßſtab nicht unter 1:25, mit eingeſchriebenen
Mdaßen und Erläuterungen, ſoweit ſie zur
Beur=
teilung der Anlagen und ihrer Wirkungsweiſe
er=
forderlich ſind.
die Pläne müſſen auf feſtem, dauerhaftem Papier
Weiterbeſtehen nichtt ausdrücklich vom Tieſ oder Leinwand im Reichsformat 21X 33 em oder
einem Vielfachen desſelben hergeſtellt und auf
genann=
tes Format zuſammengefaltet werden. Lichtpauſen
hinlängliche Spülung eimer Entwäſſerungs= mit blauemr Grund und Hektogrgphien ſind unzuläſſig.
Auf dem Ueberſichtsplan müſſen erſichtlich ſein:
Die gemaue Lage des Grundſtückes zur Straße,
ſiuikkaſten ausgenommen — muß ein Zapfhahn zu den benachbarten Grundſtücken und ihren
Gebäu=
eur die Fußbodenſinkteſten der Kellerräume den, ſeine Baufluchtlinien und die der benachbarten
S, daß die Zapfſtelle mit ihnen im gleichen Querſtraße; ferner ſämtliche auf dem Grundſtück vor=
Aliegt. Aborte und Pißorte ſind mit beſon= handenen Gebäude, die Hauptleitungen mit etwaigen
Spülvorrichtung zu verſehen (8 11 der Techx / Hofeinläufen und Regenableitungen ſowie vorhandene
Brunnen, Entwäſſerungsanlagen und Gruben.
Die Grundriſſe müſſen enthalten:
Die Einteilung des Kellers und der Stockwerke
nebſt, Benennung der einzelnen Räume; ſämtliche
ſien der Gefah: des Anſaugens von Schmutz= Einläufe mit Bezeichnung ihrer Art (Waſchbecken,
nd Kanalluft iſt jede unmittelbare Verbin= Spülaborte, Pißbechen, Badeeinrichtungen uſſw.); alle
Zeitungen mit eingeſchriebenen Weiten und Angabe
des Materials; die Geruchverſchlüſſe, etwaige
Fett=
fänger, Putzöffnungen, Entlüftungen uſw.; die
Au=
fchlußſtellen an den Straßenkanal nach der Angabe
Die Schnitte müſſen die Leitungen mit allen zur
Fkrone liegen, wird nur widerruflich und auf Beurteilung der Anlage erforderlichen Angaben
eut=
des Eigentümers erteilt unter der Bedingung, halten; einzuſchreiben ſind: Straßen= und Gelände=
* m ſichever fachgemäßer Weiſe gegen Rückſtau höhen, die Höhen von Keller= und Fundamentſohlen
werden (8 14 der Techniſchen Vorſchrfften), und aller Vertiefungen der Kellerſohlen; die Fuß=
bodenhöhe des Erdgeſchoſſes, fermn die Höhm der
Anſchlußſtellen an den Styaßenkamal, die Gefälle der
Ableitungen und deren Höhen an allen
Gefällsbrech=
punkten und Verbindungen. Alle Höhen ſind auf den
gleichen Horizont zu beziehen.
Die Pläne müſſen noch enthalten die Maßſtäbe,
Straße und Hausnumer oder die Bezsichnung nach
dem GrundGuch, die für die Richtigbeit der Pläne
ver=
bindlichen Unterſchriften des Eigemtimers, des
Bau=
leiters und der Bauunternehmer.
Auf den Plänen ſind vorhondens Leitungen und
Beſtandteile ſchwarz zu bezeichnen, wegfallende
Lei=
tungen rot zu durchſtreichen, neu zu legende Leitungen
farbig darzuſtellen, und zwar Eiſenrohre blau,
Stein=
zeugrohre braun. Die für den Prüfungsvermerk
dienende grüne Farbe darf in den Bauvorlagen nicht
verwandt werder
Die einzelnen Beſtandteile ſind in den Plänen
wie folgt zu bezeichmen: „HS. Hofſinkkaſten. WS.
Waſchküchenſinkhaſten, RRS. Regenrohr mit
Regen=
rohrſinkkaſten, AR. Abortrohr, KR. Küchenrohr, BR.
Baderohr, FB. Fußbogen, RKl. Rückſtauklappe, S.
Spindelſchieber, RSch. Reinigungsſchacht, PFFL.
Putz=
flanſche im Fallrohr, G. Abſp. u. K. Geruchverſchluß
mit Abſperrhahn und Klappe, OeV. Oelverſchluß, A.
Ausguß, WB. Wandbechen, FF. Fettfang.
Wenn die eingereichten Pläne zur Beurteilung
der Zweckmäßigkeit und Zuläſſigkeit der
Enwwäſſerun=
gen nichk ausreichen, iſt das Tinfbauamt befugt,
Er=
gänzungen der Pläne zu verlogen.
Bei umbedeutenden Abänderungen und
Ergän=
zungen vorhandener Anlagen, die ſich leicht in die
urſprünglichen Pläne eintragen laſſen, bann
von
beſonderen Plänen abgeſehen werden, doch iſt vor
Beginn der Arbeiten dem Tiefbaucmt ein
maßſtäb=
licher Handriß vorzulegen, der die Beurteilung
er=
möglicht. Das Eimtvagen in die vom Tiefbauamt
aufbewahrten Pläne muß daſelbſt vom Geſuchſteller
ſogleich nach Vollenden der Arbeiten veranlaßt
wer=
den. Das Entleihen dieſer Pläne iſt nicht ſtatthaft.
8 15.
Amtliche Angaben für den Entwäfferungsentwurf.
Angaben für den Entwurf der Enwväſſerung
über Lage und Sohlenhöhe der Hanaleinlaßſtücke
wer=
den auf Anfrage vom Tiefbauamt ſchriftlich gemacht.
Für das Ausſparen der Oeffnungen in den
Grund=
mauern zur ſpäteren Durchlegung der Leitungen und
für das etwa gebotene Vertiefen der
Mauerfunda=
mente iſt der genehmigte Entwäſſerugsplan
maß=
geblich.
8 16.
Genehmigung.
Mit dem Genehmigungsbeſcheid des
Oberbürger=
meiſters erhält der Antragſteller eine mit twaigen
Hüfungsvermerken verſehene Planausfertigung
zu=
rück. Die Genehmigung betrifft wur die Zuläſſigkeit
der Anlage und wird unbeſchadet etwaiger Rechte
Dritter erteilt; ihre Gültigbeit iſt auch abhängig von
der Richtigkeit der Pläne.
Vor der Genehmigung darf mit der Ausflihrung
nicht begonnen werden.
Die Genehmigung erliſcht nach Jahresfriſt, wenn
währ
7d ihr die Ausführung nicht begonnen wurde.
Für eine in Angriff genommene, vor Ablauf der
Jah=
resfriſt nicht vollendete Anlage wird die Genehugung
entzogen, wenn die Ausführung nicht ernſtlich und
unausgeſetzt gefördert wird.
8 17.
Zulaſſung der Unternehmer.
Zur Ausführung der Grundſrücksentwäſſerungen
werden nur Unternehmer zugelaſſen, die dem
Tiefbau=
amt den Nachweis erbringen, daß ſie himlängliche
fahrung beſitzen und ſich zur genauen Einhaltung
dieſer Vorſchriften ſchriftlich verpflichten.
Unternehmer, die ſich wiederholt Verſtöße gegen
die Vorſchriften zu Schulden kommen laſſen,
insbeſon=
dere Arbeiten ohne Genehmigung ausführen, kann
der Oberbürgermeiſter zeitweilig oder dauernd
aus=
ſchließen.
8 18.
Aufſicht und Prüfung während der Ausführung.
Die Ausführung der Neuanlage, Umlegung,
Aen=
derung oder Ergänzung von Entwäſſerungen wird
durch das Tieſbauamt beaufſichtigt; ihm iſt der
Be=
ginn der Arbeit, und bei mehr als achttägiger
Unter=
brechung ihre Wiederaufnahme ſpäteſtens am Tage
vorher anzuzeigen.
Ctwa eintvetenden Wechſal in der Perſon des
aus=
führenden Unternehmers hoben der Eigentümer und
der neue Unternehmer dem Tiefbauamt ungeſäumt
ſchriftlich anzuzeigen.
Während der Ausführung uniſſen die geuehmigten
Pläne auf der Vauſtelle zur Einſicht verfügbar ſein.
Abweichungen von ihnen ſind nur mit Zuſtimmung
äſſig. Unweſentliche
Abweichun=
des Tiefbauamts zu
gen ſind in die genehmigten Pläne einzutragen mit
ihrer unterſchriftlichen Anerkennung durch den
Eigen=
tüimer. Bei weſentlichen Abweichungen ſind Ausfü
vorſchriftsmäßiger doppelter Ausfe
rungspläne
tigung ſpäteſtens 4 Wochen nach Vollendung der
Anlage dem Tiefbauamt zu übergeben.
Leitungen, die verdeckt werden, ſind zur
Ermög=
lichumg der Aufſicht mindeſtens einen Werktag nach
ihrer Vollendung frei zu belaſſen; widrigenfalls
müiſſen ſie auf Anfordern des Tiefbauamts freigelegt
werden. Für Anlagen, die wegen micht rechtzeitiger
Anzeige ohne Aufſicht ausgeführt wurden oder bei,
deren Ausführung unſorgfältiger „Arbeitsbetrieb
Zweifel ergibt hinſichtlich vorſchriftsmäßiger
Beſchaf=
fenheit der Anlage oder einzelner ihrer Teile, kann
außer dem Freilegen der Leitungen die Prüfung auf
Dichte angeordnet werden, und zuvar bis auf
Straßen=
ger
höhe durch Waſſerdruck, darüber durch Nauch= o
Geruchprobe. Zu den Freilegungen und Prüfungen,
die auf Koſten des Eigentümers geſchehen und
nötigen=
falls zwangsveiſe eufolgen, hat dieſer alle
Arbeits=
kräfte, Materialien und Geräte rechtzeitig bereit zu
ſtellen.
8 19.
Abnahme.
Die Anlage unterliegt nach ihrer geſamten
Voll=
endung der Abnahme, die beim Tiefbauamt ſchriftlich
zu beantragen iſt, und zwar bei Neubauten mindeſtens
2 Tage vor der baupolizeilichen Schlußabnahme.
Hierbei kann das Tiefbauamt den Nachweis der Dichte
aller Teile der Anlage verlangen, ſoweit er nicht
bereits erbracht iſt (8 18).
Der Abnahme hat der Unternehmer oder ſein mit
Ausführung der Anlage beauftragter Vertreter
bei=
zuwohnen.
Durch Beaufſichtigung und Abnahme übernimmt
das Tiefbauamt keine Gewähr für Güte und danernde
Haltbarkeit der Anlage.
Bei der Prüfung feſtgeſtellte Mängel oder
un=
erlaubte Abweichungen (§ 12) ſind innerhalb der
ge=
ſtellten Friſt zu beſeitigen; ſodann iſt der Antrag zur
Abnahne zu wiederholen.
Mängel und Abweickngen, die nachträglich
feſt=
geſtellt werden, ſind innerhalb der geſtellten Friſt zu
beſeitigen.
Uehergangs=
und Ausnahmebeſtimmungen.
S 20
Uebergangs= und Ausnahmsbeſtimmungen.
Entwäſſerungen, die vor Inkrafttreten dieſer
Vor=
ſchriften ausgeführt wurden, müſſen ihnen angepaßt
werden. Dementſprechend ſind innerhalb der vom
Oberbürgermeiſter geſtellten Friſten ſolche Anlagen
zu ändern und zu ergänzen, und zwar ausnahmslos
Lüftung und Diehte der Leitungen, der
züglich der
ruchverſchlüſſe und Nückſtauſicherungen, der
Tren=
nung gemeinſchaftlicher Regenrohranſchlüſſe und der
Awſchlußleitungen von Abortgruben.
Dagegen können auf Widerruf beibehalten werden,
ſolange ſich nach dem Ermeſſen des Tieſbauamts keine
Uebelſtände ergeben:
7) Ableitungen aus Steinzeug= und Zementrohren
ſowvie dünnwandigen Gußeiſenrohren, wenn ſie
luft= und waſſerdicht find, genügendes Gefälle
be=
ſitzen und durch ausreichende Tiefenlage gegen
Froſt und Beſchädigung geſichert ſind.
b) Fallrohre im Imnern, aus Gußeiſen, vo nicht
vor=
ſchriftsmäßiger Beſchaffenheit (8 3 und 17 der
Tech=
r
r=
niſchen Vorſchriften), wem ſie luft= und waſſer
dicht ſind und dauerhafte dichde Anſchlüſſe der
Ver=
bindungsleitungen beſitzen.
c) Spülaborte äüterer Ausbüldumg, wenn ſie ſich im
guvem Zuſtand befinden und ſelbſttätig geſpeiſte
Spüllaſten von windeſtens 5 Liter Waſſerabgabe
beſitzen.
Die Entſcheidung über die unter a—e genannten
Fälle ſteht dem Oberbürgermeiſttr zu.
Beim Auswechſeln, Aendern und Ergänzen von
Kate
ſerungsanlagen ſind die betroffenen Teile nach
dieſen techniſchen Vorſchriften auszubilden.
Benutzung unb uinterhaltung der
Entwäſſerungen.
S A.
Benutzung.
Die Entwäſſerungsalagen ſind ſtets ovd
iungs=
mäßig zu benutzen. Einläufe, die längere Zeit außer
Gebrauch bleiben, wüſſen zum Verhüten des
Aus=
ſtrömens der Kanalgaſe dicht verſchloſſen wevden.
Verden Einläufe dauernd aufgegebm, ſo iſt ihr
Amſchluß aufzuheben unter gründlichem dauerhaftem
Abdichten der toten Anſchlußleitung.
8 22.
Unterhaltung.
Der Eigentümer hat die Entväſſerung in allen
Teilen nach dieſen Vorſchriften in gutem Zuſtande
evhalten, gründlich reinigen und ſpülen zu laſſen.
Tiefbauamt iſt befugt, die Anlage jederzeit zu
Das
prüfen und Waſſerdruck=, Geruch= und
Rauchprobe=
vorzunehmen. Den Anforderungen zum Unterhalte
und Reiwigen der Anlage iſt innerhalb der geſtellten
Friſt zu entſprechen.
Putzöffnungen ſind ſtets küftdicht verſchloſſen zu
halten; die Dichſtung iſt zeitweiſe zu erneuer.
Rückſtauſicherugen ſind öfters nackzuſehen und
ſtets gamgbar und dicht zu erhalten. Der Eigentimer
nuß Sorge tragen, daß die Sicherungen rechtzeitig
und richtig bedient und jederzeit in ovdentlichem
Zu=
ſtand erhalten werdne. Während der Gewitterzeit
von Frühjahr bis Herbſt ſollen Spindelſchieber un
ſonſtige Handverſchlüſſe ſogleuch nach Benutzung ihrer
Leitung geſchloſſen werden. Dies iſt zu fordern durch
eine in der Nähe anzubringende Ampeiſung.
Biologiſche Reimigungsanlagen ſind regelmäßis
nachzuſehen und ſorgfältig zu unterhalten. Die im
Faulraum ſich bildende Schwimmdecke muß zur Be
günſtigung der Verflüſſigung feſter Stoffe erhalten
bleiben; ſie iſt aber beim Anrachſen über 25 cm
der
Stärke teilweiſe zu entfernen. Ebenſo iſt
Schlawm auszuheben, wenn er ſich höher als 25 cm
abgeſetzt hat. Der Abfluß des Tropfkörpers muß
ederzeit nahezu klar und geruchlos ſein; er darf a
bei längerem Stehen in geſchloſſenem oder off
n.
Fäulnis zei
Gefäße keine Anzeichen übergehender
den, ſobald eine
Der Tropfkörper muß ermuert wer
Minderung der Reinigungswärkung eintritt; zur
un=
geſtörten Erneuerung iſt vorher der Faulraum zu
entleeren. Während des Winters iſt die Reinigungs
anlage gegen ſtarke Abühlung zu ſchüitzen durch
Ab=
dechen und durch Einſchränkung der Lüftung.
Biologiſche Reinigungsanlagen unterſtehen der
Aufſicht des Tiefbauamts, das jederzeit Proben der
Abfluſſes entnehmen kann; iſt mach ſeiner Anſicht die
Reiwigung ungewügend, ſo ſind die von ihm
geforder=
ten Aenderungen der Anlagen und ihres Betriebes
imerhalb der geſtellten Friſt vorzurnehmen.
Verantwortlichkeit und Verfehlungen.
S 23.
Verantwortlichkeit.
Für die Einhaltung dieſer polizeilichen
Vorſchrif=
ſchließlich der zugehörigen „Techniſchen Vor=
D
n” der im Einzelfall von der Behörde auf
Ra
und des Geſetzes getroffenen beſondeven
Beſtim=
genehmigten Pläne ſind
verandwort=
mungen und der
Re
er der anzuſchließenden und a
lich die Eigenti
3c.
ſchloſſenen Grundftücke ſowie alle an der Baulei
Ausführung und Unterhaltung der Entwäſſerngen
be=
teiligten Perſonen (Untermehmer, Bauleiter,
Baufüh=
rer, Aufſeher, Arbeiter).
Für die Richtigkeit der Pläne und ihrer
Maß=
aungaben ſind verantwortlich die Baufachverſtändigen,
von denen die Pläne geliefert und unterzeichm
wurden.
Sollte es dem Eigentümer auch bei gehöriger
Aufmerkſamkeit nicht möglich geweſen ſein,
Ab=
weichungen von den gemhmigten Plänen und
Ver=
ehlungen gegen die Vorſchriften und beſonderen
Be=
ſtimmuugen rechtzeitig zu erkennen, ſo bleibt er von
Strafe frei, vorausgeſetzt, daß er bei der Auswachl
der beſtellten Perſonen die im Verkehr gebotene
Sorg=
falt beobachtet hat.
S 24.
Verfehlungen.
Verfehlungen gegen dieſe polizeilichen Vorſchriften
einſchließlich der zugehörigen „Techniſchen Vorſchrif=
und die im Einzelfall auferlegten beſonderen
ten”
Beſtimmungen, Unrichtigkeiten der genehwigten
Ent=
wäſſerungspläne und unverlaubte Abweichungen
wer=
den mit Geldſtrafen bis 150 Mk. belegt, ſoweit nicht
nach den allgemeinen Strafgeſetzen höhere Strafen
verwirkt ſind. Bei Unvermögen tritt an Stelle der
Geldſtrafen entſprechende Haft.
Ungcackhtet der Strafen kann das vorſchriftmäßige
Herſtellen, Auswechſeln, Ergänge
Aendern,
Unter=
wäſſerungsanlagen
halten und Reinigen von E
unter Anwendung der geſetzlichen Mittel zwangsweiſe
auf Koſten des Eigentümers herbeigeführt werden,
und zwar ohne Verzug, wenn öffentliches Bedürfnis
vorliegt.
Inkrafttreten der Polizeiverordnung
Aufhebung früherer Beſtimmnngen.
8 B.
Dieſe Polizeiverovdnung trütt in Kraft mit dem
Tage der öffentlichen Bekanntgabe; dawt wenden
aufgehoben die Beſtimmungen § 13 bis einſchließlich
21 der Baupplizei=Ordnung vom 22. September 1887,
die Polizei=Veroudnungen vom 2. Auguſt 1894 und
vom 21. Februn: 1912, ſowie § 27 des Ortsbauſtatuts
vom 26. Mai 1886 und des Ortsſtatuts vom
1. Auguſt 1894.
Die zu dieſer Polizeiverorbnung gehörenden
„Techniſchen Vorſchriften” liegen auf dem Städtiſchen
Tiefbauamt zur Einſicht der Beveiligten offen.
Darmſtadt, den 28. April 1921.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V: Buxbaum.
Die Ausgabe der 1. Holzrate.
Auf den ſtädtiſchen Holzverkaufsplätzen,
Infan=
teriekaſerne, Gelber Hof, Hallenſchwimmbad,
Vik=
toriaſchule und Mittelſchule II wird von Montag,
den 9. d8. Mts. ab, auf die für das
Hausbrand=
wirtſchaftsjahr 1921/22 bereits abgeſtempelten
Holz=
karten die erſte Rate von 5 Zentnern zu den
ſeit=
herigen Preiſen, 14 Mk. für Laubholz=
12 Mk. für Nadelholz
für den Zentner verausgabt. Die Holzverkaufsplätze
in der Eleonorenſchule und Mädchenmittelſchule ſind
aufgehoben. Die Verbraucher dieſer Bezirke können
das Holz auf einem der oben genannten Plätze in
(st5578
Empfang nehmen.
Darmſtadt, den 6. Mai 1921.
Städt. Kohlenausgleichſtelle.
Moutag, den 9. Mai, nachmittags 2 Uhr, vor
dem Gutsgebäude Gehaborn zuſammenkomiend,
verſteigern wir das Grabenfutter von den
Bewäſſe=
rungsgräben des Stadtgutes, ſoweit es ſich um
Grä=
ben auf der Weiterſtädter Gemarkung handelt.
Darmſtädter Steigliebhaber, werden hierzu nicht
zugelaſſen.
Am Dienstag, den 10. Mai, zuſammenkommend
nachmittags 2 Uhr vor dem Gebäude des Vorwerks=
Pallaswieſe, das Futter an den Gräben auf der
Ge=
inarkung Darmſtadt. Zugelaſſen werden nur Darm=
(st5595
ſtädter Steigliebhaber.
Städtiſche Güterverwaltung.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. Mai 1921.
Rummer 12‟
Handelsteil des Darmſtädter Tagblattes
ſe
De
f.i
ſch
an
Bericht von der Frankfurter Börſe vom 7. Mai.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Induſtrie, Darmſtadt.
Die bereits in den letzten Tagen eingetretene Geſchäftsſtille kam
heute in verſtärktem Maße zum Ausdruck, da Spekulation und
Privat=
zublikum angeſichts der ungeklärten politiſchen Lage noch Zurückhaltung
beobachten. Am Montanmarkt konnten Phönis bei kleinem Geſchäft
zirka 6 Prozent anziehen; bei den übrigen hier in Betracht kommenden
Werten waren die Kursveränderungen unbedeutend. Schiffahrtswerte
zogen leicht an. Am Markte für Elektrizitätswerte gewannen Bergmann
zirka 10 Prozent, Deutſch=Ueberſee 10 Prozent; Ediſon blieben
vernach=
läſſigt. Chemiſche Werte bröckelten ab. Am Einheitsmarkt notierten
höher: Lux Induſtrie, Krauß Lokomotiven, Schnellpreſſen Frankenthal.
Heddernheimer Kupfer waren zu niedrigeren Kurſen angeboten. Von
fremden Renten gewannen Mexikaner 10—15 Prozent. Im Freiverkehr
hielt das Kaufintereſſe für Kaſſelen Faß=Aktien auch heute an. Chemiſche
Rhenania waren in Anbetracht des bevorſtehenden wertvollen
Bezugs=
rechts zu höheren Kurſen geſucht. Am Deviſenmartt waren Deutſch=
Oeſterreichiſche Noten bis 11,65 geſteigert.
3%6 Reichsanleihe
3½% Reichsanl.
2 Reichsanleihe
5% Reichsanleihe
Sparprämienanl.
38 Heſſen .....
3½½ Heſſen....
% Heſſen....:
% Heſſ. L.=Hyp.
Bank=Pfandbr.
48 Frankf. Hyp.
Bank=Pfandbr.
4%Oſt. Goldrente
425 Ungar. Goldr,
Paketfahrt.. ..
Nordd. Lloyd ...
Darmſtädt. Bant
Deutſche Bank..
Disconto=Geſ..
Dresdner Bank.
Metallbank .....
Bochumer. . .. ..
Buderus.......
Deutſch=Luxemb. 295.—
Gelſenkir. Bergw.
Harpener ....."
Laurahütte . ...
Phönis ........
Oberſchl. Eiſen I
(Caro)... . . . . .
Oberbedarf. . . . .
Rhein, Stahlw. ..
28 286.— Zuckerfab. Waghäuſel 39250 400.— 422.— 420.— Frankenthal 414,50 410.—
Berliner Börſe.
Berlin, 7. Mai. (Wolff.) Börſenſtimmungsbild. Die
politiſchen Verhältniſſe, mit deren Klärung nach dem Ultimatum der
Entente nunmehr in kurze
* Zeit zu rechnen iſt, haben der Börſe und
dem Publikum auch heute keine Veranlaſſung zu Verkäufen gegeben.
Auf den meiſten Gebieten zeigten ſich vielmehr Anſätze zu einer größeren
Regſamkeit, wozu neben der für Montag ganz allgemein
ſtimmtlieren=
den Abſicht der Phönixgeſellſchaft zu einer Kapitalvermehrung die
Vochenſchlußdeckungen hauptſächlich den Anſtoß gegeben haben. Der
Kursſtand erhöhte ſich bei den meiſten Papieren um 5 bis vereinzelt 10
bei. Bochumer,
Prozent,
Ehönix=, Deutſch=Ueberſee=Elektrizitäts=,
Deutſche Waffen=Aktien und Mexikanern um 10 bis 20, ſowie bei
Balti=
more um 30 Prozent. In allen dieſen Papieren, fowje in Harpener und
Bergmann=Elektrizitäts=Aktien waren die Umſätze größer als in der
letzten Zeit. Der Kursſtand der feſtverzinslic Werte blieb im
all=
gemeinen behauptet. Unga
iſche Werte lagen im Einklang mit dem ſich
für die Deviſe Budapeſt z
nden
tereſſe etwas höher. Sonſt waren die
Deviſenpreiſe bei ſtillem Geſchäft unverändert.
414,— 7./5
417,— Hohenlohe Werke. 6./5.
236,— 7./5.
235,50 Aſchaffenb. Zeilſt. 499, Kahla Porzellan. 562, 562,— Augsb.=Nb Maſch. 440, 440, Linde’s Eismaſch. 299, 300, Berl.=Anh. Maſch. 218 25 Lingel Schuh.. . . . 258,75 258,75 Bismarckhütte . . . . 695,— 5 Linke=& Hofmann: 400 405, Dtſch.=Atlant. Te 212,- Nordd, Gummi. .. 162, D 162,50 Otſch.=Niederl. Tel. 241,— Orenſtein ......" 530, Deutſche Erdöl ... o= Rathgeber 2
Wagg. . zge5 39/ Dk. Kaliwerke. . .. 343,— Noſitzer Zucker. . .. 360,5 38875 Dt. Waff. u. Mun. 550,50 576.— Rütgerswerke .... 410 20 Donnersmarckh. /45,— 636.— Sachſenwerk ..... 298.— 29l= Dynamit Nobel . 35 * Siemens Glas.... 726. 728,25 Elberfelder Farben Thale Eiſenhütte. 819, 810, Elektr. Lieferung. 9. Ver. Lauſitzer Glas . — Gelſenk. Gußſtahl 42, 352,— Weſtf Eiſ.Langend. 340,— 345.— Geſ. f.elekt. Untern. R Af 76 Wittener Gußſtahl Hanſa Dampfſch.. . 3 88, Wanderer Werke. 446.— 445.— Hemoor Zement. * Dtſch. Petroleum 740,— 783.— te. Hirſch Kupfer..... 7
Ae Sächſ. Gußſtahl. . . 636.— 631,- Ai Höſch Eiſen ......" 630,— 633 2,50 Steaua Nomana. 750,— 750,—
2
Liy
küi=
1
bei
V.
Ak
z
Am Maismarkt zeigte ſich heute lebhafter Begehr nach weißen
und roten Bezugsſcheinen. Die Maispreiſe zeigten feſte Haltung. 2
on
Hülſenfrüchten wurden wiederum feine Viktorigerbſen, ſowie
Futter=
erbſen lebhafter, die übrig
en Sorten geringer gekauft. Auch für
Oel=
früchte beſtand Kaufluſt, doch ſind die Forderungen hierfür zumeiſt zu
hoch. Für Oel= und Rapskuchen zogen die Preiſe bei dringlicher
Nach=
frage weiter an.
Börſenwochenbericht
für die Zeit vom 2. bis 7. Maj, mitgeteilt von der Deutſchen Bank,
Filliale Dammſtadt.
* Nachdem die Börſe den Monar April in hochgradiger Spannung,
jedoch mit größder Luſtloſigkeit und Geſchäftsſtille bei anhaltend
weichen=
den Kurſen beſchloſſen hatte, begann ſie die erſte Woche des neuen
Mo=
nats im allgemeinen in einer etwas freundlicheren Stimmung. Wegen
der immer noch beſtehenden Unklarheit über die Regelung der
Repa=
rationsfrage konnte ſich zwar noch keine rechte Unternehmungsluſt
ent=
falten. Die Lage wurde im Anfang allenthalben etwas günſtiger
beur=
teilt, denn England haute ſich den Vorſchlägen Frankreichs, ſogleich neue
Sanktionen in Kraft tretem zu laſſen, nicht angeſchloſſen und Lloyd
George hatte mit Bviand ernſtere Auseinanderſetzungen wegen
Be=
ſetzung des Ruhrgebiets. Hierdurch wurde auch die Börſe zu einer
Be=
feſtigung angeregt, ohme daß es jedoch zu einer Belebung des Geſchäfts
gekommen wäre. Die Kurſe erfuhren allgemein Beſſerungen, die zum
Teil ziemlich kräftig waren und die im weſentlichen durch Deckung der
Baiſſeſpekulationen hervorgerufen waren. Die ruhige Haltung des
Pu=
blikums trug zur Stetzigkeit der Klirſe beſonders bei. Dies iſt umſo
be=
merbenswerter, als unter dem Einfluß der ungeheueren politiſchen
Schwierigkeiten die von Banken und Bankiers Ende April an ihre
Kund=
ſchaft verſandten Wochenberichte auf einen ziemlich gedrückten Ton
ge=
ſtimmt wauen. Das ruhige Verhalten des Publikums beweiſt alſo, daß
man keineswegs die Hoffnung auff eine Vermeidung weiterer
Gewalt=
maßnahmen aufgegeben hat. Wenigſtens erwartet man, falls Frankreich
das Nuhrgebiet doch beſetzen ſollte, keine allzulange Dauer eines ſolchen
Vorgehens, da mnerhalb der Entente von allen Seiten auf eine
Ver=
ſtändigung und auf die Ermöglichung neuer Verhandlungen
hingear=
beitet wird.
Trotz des in der Schwebe befindlichen Kabinettswechſels bewahrte
die Börſe eine ziemlich feſte Haltung. Die Lage in Oberſchleſien, die
un=
ändert ernſt blieb, wirkte trotzdem nicht direkt beunruhigend. Die
Mark hatte eine Abſchwächung erfahren, dagegen gingen
Auslands=
beviſen in die Höhe. Beſonders die ungariſche Valuta erfuhr eine
kräf=
tige Aufwärtsbewegung und im Anſchluß hieran ſind ungariſche
An=
leihen als beſonders feſt hervorzuheben. 4prozentige ungariſche
Gold=
renten ſtiegen bis 50½4, 4prozentige ungariſche Kronenrenten bis 27½,
Am Aktienmarkt machte ſich Intereſſe für Bauwerte bemerkbar, wobei
Hoch= und Tiefbau und insbeſondere Wahß u. Freytag=Aktien auf den
jetzt veröffentlichten Abſchluß (24 Prozent Dividende) und die
vorge=
ſchlagene Kapitalserhöhung hin ſtauk anziehen konnten. Ebenſo hielten
ſich Holzmann ſehr feſt. Der Chemiemarkt war ziemlich gut disponiert;
beſonders zu nennen waren die Badiſche Anilm= und Scheideanſtalt.
Griesheiner, Elberfelder und Holzverkohlung behaupteten ſich gut.
Goldſchmidt waren in der Lage, einen Teil ihres letzten Verluſtes
wie=
der zurickzugewinnen. Von Elektrowerten heben wir Bergmann und
Ueberſee hervor. Am Kaſſainduſtriemarbt herrſchte etwas mehr
In=
tereſſe, wvobei beſonders Maſchinenfabrik Badenia, Schleußner, Voigt
u. Haeffner, Stempel u. a. m. bervorzugt waren. Größeres Intereſſe
war für Braumkohlenwerte vorhanden; hierbei vollzog ſich in den im
Freiverkehr notierten Aktien ein großer Umſatz. Genannt wurden
Glück=
auf=Braunkohlen (zirka 385—392) und Phönis=Braunkohlem (zirka 580
bis 630).
Das bevorſtehende kurzfriſtige Ultimatum, ebenſo die ſchwierige
Stellung des Reichskabinetts hatte am Mentenmarkt eim Abſchwächen der
deutſchen Werte zu Folge. Megikaner erholten ſich wieder enwas, auch
für andere Valuta=Effekten (Baltimove Schantungbahn Dueg) beſtand
wieder Nachfrage. Der Rüchtritt der Reichsregierung ſowohl als auch
das Deutſchland geſtellte Ultimatum blieben faſt völlig ohne Einfluß.
Von Deviſen ſtiegen Brüſſel und Paris, letzteres von 520 bis 541, da
dieſe von der Wiedergutmachung am meiſten profitieren ſollen. Das
Publikum zeigte gegen Wochenſchluß große Zurückhaltung bei wenig
ver=
änderten Kurſen, nur Freiverkehrswerte fielen ſtark.
Der Wert der Mark im Auslande.
* Für 100 Mark wurden gezahlt am 7. Mai in Zürich 8,55 (vor
dem Kriege 125,40) Franken, in Amſterdam 4,271 (59,20) Gulden,
in Kopenhagen 8,50 (88,80) Kronen, in Stockholm 6,60 (88,80)
Kronen, in Prag 10834 (117,80) Kronen, in London 7,67 (97,80)
Schilling, in Neu=York 1,5134—1,52 (23,80) Dollar.
w. Deviſenmarkt. Frankfurt a. M., 7. Mai.
26*
KffeGeld Brief Gele
Brief Ni VIfe
Seld / Brief Geld. Brief Antw.=Brüſſ.)
olland ...
ndon .
Varis ....
Schweiz
Spanien ..
lien
Liſſab=Op.
Länemarke. 7.45/
k3385/e338
27g 283
540 40 B41.
73.30/117
25
70 33089
20s 801296. 2l120s 80lt 76b=
6214
4945
17630
*0 55
35533
1178.701
923,40
337.80
„ Jee
Norwe
Sekſingfors
New=York.
Bien (altes
D=Oeſt. abg,
Budapeſt .
Prag ... J1013.30/10 1S IOf1OBZ.BD
153 440/1541.60
65. 67165.8314
17.96— 17.29—
31.07—31.16— 1543.45)1
1888-
2.72— 1036.16
1548,55
66.05— 66.20-
16.73—
32.78— 1211.20l
Mannheimer Wochenberichte.
H. Mannheim, 6. Mai. Die Stimmung iſt durch die kritiſche
politiſche Lage feſt, die Kaufluſt aber ſehr gering, da ſich niemand zurzeit
in ein Geſchäft einlaſſen will, wozu man nicht geradezu gezwungen iſt.
Getreide. Die jungen Saaten haben nun etwas Feuchtigkeit
be=
kommen, dazu aber auch eine Kälte mit Nachtfroſt, die eine gedeihliche
Weiterentwickelung hindert. Für ausländiſches Getreide liegen
genü=
gend Offerten vor, ſo von Holland für Hard=Red=Weizen II per April=
Mai zu 18½, per Mai=Juni zu 1734, per Juni=Juli zu 153” per
Juli=
luguſt zu 1534 holl. Gulden eif Hamburg oder Bremen, für La Plata=
Weizen, 78 Kg. ſchwer ſchwimmend zu 19 holl. Gulden eik
Notterdam=
von Neu=York bder Baltimore für amerikaniſchen Weſtern=Roggen II
6 Dollar 5 Cents loſe verladen, für Weſtern Hard Winter=Weizen,
6,95 Dollar pro 100 Kilo eif Hamburg. Für fernere Sichten ſind die
Oferten etwas niedriger infolge günſtiger Ernteausſichten. Mais wurde
wiederum etwas reger gefragt und La Plata=Ware, hier verfügbar, zu
220—230 Mk. pro 100 Kilo brutto für netto bahnfrei Mannheim gehan=
Helt. Mais=Bezugsſcheine waren lebhaft begehrt und wurden fi.
diſche weiße Scheine 40—42 Mk. für heſſiſche 38—40 Mk., für wüüü
bergiſche 40—41 Mk., für bayeriſche 32 Mk. gefordert, für rote SS.
aber noch mehr geboten.
R
Saaten. Das Geſchäft hielt ſich in beſcheidenen Grenzen bsi
veränderten Preiſen. Es notierten: Neuer inländiſcher Rotklee 880
1400 Mk., italieniſche Luzerne 2000—2400 Mk., Provence=Luzerna
bis 2800 Mk., Rapsſaat ohne Sack 420—475 Mk., Leinſaat mit Soit
bis 45 Mk., Wicken 180—30 Mk., alls per 100 Rilo mach Mist MthlfeDe.
Mannheim.
Futterartikel. Hier zeigte ſich etwas mehr Intereſſe für-3,c iſt aller 90e
gemüſe und Oelkuchen. Es wurden bezahlt für Miſchgemüſe 90—1
brutto für netto, für Trockenſchnitzel ohne Sack 115—120 Mk., für
nußfuchn loſe 210-20 Mk., für Seſankuchen 185—4 f0 Mk., für M geit herhdt.
kuchen 168—170 Mk., für Palmkernkuchen 127—130 Mk. pro 100 K
ſüddeutſche Stationen. Für Ravskuchen forderte man 120—125 Mkl
Sack, für Gerſtenfuttermehl 180—174 Mk., für gelbes Maisfutt:
160 Mk., für weißes Maisfuttermehl 165 Mk. pro 100 Kilo ab füdä Hiſeres, ſeNr. *
Stationen.
Mehl war in amerikaniſchem Weizenmehl Firſt elear zu 8,2536
Second elear zu 6,45 Doll., ſchwimmend auf Hamburg, 1. Sorte B
Dollar, 2. Sorte zu 6,70 Doll. pro 100 Kilo eik Hamburg zu habee
W
Rauhfutter. Das Negenwetter hat verflauend gewirk.
Preiſe konnten ſich jedoch halten. Man notierte: Wieſenheu 90 ME.
kleeheu 110—115 Mk., Luzerne=Kleeheu 130—140 Mk., Preßſtroh
NWM
60 Mk. gebündeltes Stroh 55—60 Mk.
Hülſenfrüchte. Auch hierin hat ſich die beſſere Nachfra
Hie in Säutlugepilese.
hauptet und kamen einige Abſchlüſſe zuſtande, ſo in grünen frär”
ſtraße in feiln
Landerbſen zu 225—235 Mk., geringere Futtererbſen ſtellten ſich auuſk auoder Bert
auch d beſe
Mark, beſſere auf 200—230 Mk., Speiſeerbſen auf 220—270 Mk. msm geht
n zu Diehſe
ländiſche auf 220—260 Mk., Rangvonbohnen auf 130—135 Mk.,
M Neie
bohnen auf 115 Mk. Ackerbohnen auf 220 Mk., inländiſche LinfinP, giener auwigehofen. S De
350—500 Mk., ausländiſche auf 350—550 Mk., Reis Saigon I auf 38)
Valencia=Reis auf 550 Mk., alles pro 100 Kilo bahnfrei Mannhei, FiesetA
Wein. Der Froſt hat in manchen Lagen der Pfalz 60 bis 7
zent der jungen Triebe vernichtet. Die Ernteausſichten für dieſes F peiblich
ſind deshalb ſehr gering. Im Handel herrſcht Nuhe.
Holz. Die Marktlage iſt durchweg flau, bei den Säge,
Sienotypiſtin
herrſcht Geſchäftsſtille.
Tabak. Die ſtraffere Anwendung der Zollmaßnahmen wäd ziſtigung für
bisher noch ungehinderten Verkehr vom linksrheiniſchen nach dem
kütgen
rheiniſchen Gebiet und umgekehrt etwas mehr beeinträchtigen. Im
).
ſt vork
fermentierten 1920er Tabake wurden in Seckenheim, Friedrichsfe
uer V37 m
Edingen ſeitens der Pflanzer einige hundert Zentner zu 800—10-0/Füſſe. *
pro Zentner abgeſetzt. Ferner wurden 1920er badiſche
Oberländ=
bake, prima Umblatt, zu 1400 Mk., Originaltabake zu 1200—130
Ha,K
von auswärtigen Fabrikanten gekauft. Die Mai=Fermentation
SES
A r
durch die kühle Witterung ſtark beeinträchtigt. Auch für die
FV8
Pflanzen iſt die Witterung ſehr ungünſtig; ſie entwickeln ſich nir Ich
und follen doch bald als kräftige Pflänzchen auf den rauhen Acke/W fiſteſ. Cu9522
igen des Hans
chaus erf
kommen. Auf dem Rippenmarkt iſt die Lage unverändert geblie
Schiffahrt, Frachten und Kohlen. Der letzte Ree
für kurze Zeit ein weiteres Zurückgehen des Waſſerſtandes verE
Fantein
aber eine regere Tätigkeit in der Schiffahrt nicht ermöglicht. Die
fahrt liegt nach wie vor ganz danieder. Die Frachten ſtellten 79
40 Pf. pro Tag und Tonne und der Schlepplohn auf 48—50 Aff
Rhein=Ruhrhäfen nach Mannheim. Kahnraum iſt genügend vorlu
ia a8 ecte
Die Kohlenzufuhren haben auch auf der Bahn nach Süddeutſchla
nachgelaſſen, da durch die neuen Zollgrenzen die Zollbahnhöfe wrſlen halſe. 4
ſind und nur ſehr ſchwer ſich Kohlenzüge durchſchaffen können. Mue 150
Der Häutemarkt im Monat April.
b. Die Preiſe für alle Gattungen Häute und Felle, außer
fellen, ſind im Monat April wieder erheblich geſtiegen. Auf den
Auktionen war der Beſuch und die Kaufluſt gut und das zum AMatz rechts, (*12501
gebrachte Gefälle fand überall Käufer. Die neuerliche Aufwärs
gung am Rohhäutemarkt hat auch bereits das Geſchäft am Lede
wieder mehr belebt und dürſte auch hier mit einer neuen Preisſtei /= Nädchen
ſoweit nicht ſchon geſchehen, ſehr bald zu rechnen ſein. Aus nacFZufdienſt. Wo
der Statiſtik iſt erſichtlich, in welchem Umfange die Preiſe gegenü benlebeſchäftsſt. (enn
Märzpreiſen geſtiegen ſind, und zwar erzielten für norddeutſche Wr
März
April
Ninnlich
Ochſenhäute pro Pfund
7—8,50 Mark 8—18 Mark
7—12
Bullenhäute pro Pfund
6—9,50
Fiemaliger
—8,50
Kuhhäute pro Pfund
„ 8,50—11,50
Noßhäute pro Stück
140—200 „ 142—230 „
henſchmiet
Kalbfelle pro Pfund
8—10
9—1
5—6
Schaffelle pro Pfund
„ 4—5
44, ſucht Lebem
V
*
Frankfurt a. M., 7. Mai. (Wolff.) Nach der von der
furter Zeitung berechneten Großhandelsindexziffer,
auf den Aotierungen der 77 wichtigſten Warenartikel aufbaut, ha‟
im April die Preisabſchläge und Preiszuſchläge die Wage geha
daß ſich die Indexziffer für Anfang Mai auf 130 ſtellt; das
gleiche Stand wie Anfang April d. JJ.
Mannheim, 3. Mai. (Wolff.) Die heute unter dem Vord
Hevon Kommerzienwats Pheodor Frank ſtattgefundene o. G.=V. dr
diſchen Bank ſetzte die ſofort zahlbave Dividende auf 9 2
Gail
und erteilte die Entlaſtung. Bankdiwvektor a. D. Wilhelm Hoffn 3
Karlsruhe wurde in den Aufſichtsrat gewäh
Berlin,
Mai. Nach dem Aufſichtsratsbeſchluß
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Sprengſtoff. A.=G. wir
Ech
den 30. Mai einzuberufenden o. G.=V.
die Verteilung einer
12,8 Prozent vorgeſchlagen. F
r wird beantragt werder
Stammkapital von 26 Milliomen im 14 Millionen auf 40 Milliug
erhöhen. Die jungen Altien nehmen an der Dibidende des la‟
Geſchäftsjahres in vollem Umfange teil. Sie ſollen einem Bani4
tium übergeben werden, das den Akvionären auf je zwei alte Akt
junge Aktie zum Kurſe von 140 Prozent plus 2½9 Prozent als A6/
für Stückzinſen für das erſte Halbjahr anzubieten hat.
Nele, Feig
ufdienſt
.
a8 Schm
ter d.
8e
*=
2
Bekanntmachung.
Körperſchaftsſteuer.
Aufforderung zur Aumeldung ſteuerlich wichtiger
Vorgänge.
Die körperſchaftsſteuerpflichdigen
Pevſonenvereini=
zungen und Zweavermögen, die im Bezirke des
Finanz=
imts den Ort der Leitung oder, wenn der Ont der
Lei=
tung im Ausland liegt, ihren Sitz, emnen nach 8 71
Reichsabgabenordnung beſtellten Vertreter oder den
größten Teil ihres inländiſchen Vermögens haben,
wer=
darauf hingewieſen, daß ſie verpflichtet ſind,
fol=
gende für die Steuerpflicht wichtige Vorgänge jeweils
binnen drei Wochen näch ihrem Eintritt dem
unter=
zeichneten Finanzamt anzuzeigen:
1. ihre Gründung ſowie den Eintritt von Tatſachen,
„die ihre Steuerpflicht oder eine veränderte
Steuuer=
pflicht zur Folge haben;
2. den Erwerb der Rechtsſähigbeit, den Uebergang
aus einer Rechtsform oder Geſellſchaftsform in
eine andere, ſowie die Verſchmelzung (Fuſion) mit
einer anderen Geſellſchaft;
3. die Verlegung des Ortes der Leitung oder des
Sitzes in das Inland ſowie die Verlegumg beider
in das Ausland;
4. die Beſchlußfaſſung über die Auflöſung oder den
Eintritt der Auflöſung aus anderen Gründen;
5. die Beendigung der Vermögensauseinanderſetzung
(Liquidation) und die Löſchung im Handels=,
Ver=
eins= oder Genoſſenſchaftsregiſter.
Die Pflicht zur Anzeige trifft die geſetzlichen
Ver=
ſtände, Geſchäftsführer oder, wo ſolche bei
treter
Verſo=
reinigungen nicht vorhanden ſind, die
Mit=
glieder oder Beteiligten (88 84, 86 der
Reichsabgaben=
ordmung),
Die Unterlaſſung der Anzeige iſt nach 8 27 des
Kör=
verſchaftsſteuergeſetzes und 8 377, der
Reichsabgaben=
ordnung mit giner Ordnungsſtrafe von 5 bis 500 Mk.
bedroht. Sie kann eine Haftung für den
Steueran=
fpruch zur Folge haben (8 90 der
Reichsabgaben=
ordnung).
Körperſchaftsſteuerpflichtig ſind:
1. die Erwerbsgeſellſchaften (Aktiengeſellſchaften,
Kom=
manditgeſellſchaften auf Aktien,
Kolonialgeſellſchaf=
ten, bengbautreibende, rochtsfähige Vereinigungen
und nichtrechtsfähige Beragewerkſchaften,
Geſell=
ſchaften mit beſchränkter Haftung, ſonſtige
Perſo=
menvereinigungen mit wirtſchaftlichem
Geſchäftsbe=
triebe, deren Zweck die Erzielung wirtſchaftlicher
Vorteile für ſich oder ihre Mitglieder iſt);
2. die Evwerbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften,
Ver=
ſicherungsvereine auf Gegenſeitigkeit und die politi=
ſchen Parteien umd Vereine mit eigenem
Gewerbe=
betriebe;,
3. ſonſtige juriſtiſche Perſonen des bürgerlichen
Rech=
tes, insbeſondere eingetragene Vereine,
rechts=
fähige Anſtalten und Stiſtungen;
4. juriſtiſche Perſonen des öffentlichen Rechtes,
ins=
beſondere kirchliche Körperſchaften, Anſtalten und
Stiftungen;
5. nichtrechtsfähige Perſonenvereinigungen und
Zweck=
vermögen mit Ausnahme der offenem
Handelsge=
ſellſchaften der Kommanditgeſellſchaften und der
fonſtigen Erwerbsgeſellſchaften, bei denen die
Ge=
ſellſchafter als Unternehmer (Mitunternehmer) des
Betriebs anzuſehen ſind.
Die Steuerpflichtigen werden ferner darauf
hinge=
wieſen, daß ſie jeweils nach Ablauf ihres Geſchäftsjahrs
(Wirtſchaftsjahrs) eine Steuererklärung abzugeben
ha=
ben. Wenn ihnen eine beſondere Aufforderung
hierz=
nicht zugeht, iſt die Steuererklärung binnen der Friſt
von drei Monaten nach Ablauf des Tages abzugeben,
an dem das Jahresergebnis (der Jahresabſchluß) von
den zuſtändigen Organen feſtgeſtellt worden iſt.
Die Evwerbsgeſellſchaften (Abſ. 4 Nr. 1) haben ohne
beſondere Aufforderung binnen einem Monat nach
Feſtſtellug der Bilanz oder des ſonſtüigen Abſchluſſes
dunch die zuſtändigen Organe
zehn v. H.
des Reingewinns als vorläufige Zahlung auf die
Kör=
verſchaftsſteuer zu entrichten. Aicht rechtzeitige
Ent=
richtung hat einen Zuſchlag von zwanzig v. H. der
end=
gülltig feſtgeſetzten Steuer zur Folge.
Die Vordrucke der Steuererklärungen ſind zur Zeit
noch nicht fertiggeſtellt und können erſt in etwa dier
Wochen von dem Finanzamt bezogen werden.
Darmſtadt und Langen, den 6. Mai 1921. (5586
Die Finanzämter:
Darmſtadt=Stadt.
Darmſtadt=Land. Langen.
Stroh.
Metz.
Dr. Joſt.
4 trächtige Milchziegen
werden Donnerstag, den 12. Mai Ifd. J8., nachm.
4 uhr, im ſtädtiſchen Altersheim, Frankfurterſtr. 35,
gegen Barzahlung verſteigert.
(st5614
Darmſtadt, den 6. Mai 1921.
Städt. Wohlfahrtsamt.
Die am 6. ds. Mts. in Darmſtadt abgehaltene
Nutzholzverſteigerung iſt genehmig. Diesſeits gehen
die Abfuhrſcheine am 8. ds. Mts. an die Kaſſenſtellen
ab. ueberweiſung und erſter Fahrtag auf Wunſch
bereits Dienstag, den 10. ds. Mts., 8 Uhr vorm.
Darmſtadt, den 7. Mai 1921
Heſſiſche Oberförſterei Kranichſtein.
pan der Hopp.
(5602
ichreibmaſchin
maphie, aud
bewandert
ebote über
Längl
Al
4 an die
(5447
bicher
eimerin
Aut, Ha
10—
ie Weſt
2. (192
Am Pfingſtſamstag
dem 14. Mai 1921
ſind die Geſchäftsräume unſerer Mitglieder
geſchloſſen.
Vereinigung Darmſtädter Banken
und Bankiers.
(P,5607
*
Aintn Stt Morn
um im Beruf u. Vereinen Erfolg zu haben. (5168a
Fachm.
Ludwig=
unterricht. Dir. F. Baum ſtraße 8.
A
*ekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß wir die
bisher von den Herren F. Lausberg & Co. in
Frankfurt a. M., Kronprinzenſtr. 49, verwaltete
Generalagentur un erer Lebens=, Leibrenten=,
unfall= und Haftpflicht=Berſicherung für Heſſen
und Heſſen=Naſſau zum 1. Mai 1921
Herrn Erich Freyholdt
in Frankfurt a. M., Kumboldtſtr. 30, auf Grund
gegenſeitiger Vereinbarung übertragen haben.
Baheriſche Verſicherungsbank, Aßtiengeſellſchaft,
vormals Berſicherungs=Anſtalten der
Bahe=
riſchen Typotheken= u. Wechſelbank, München.
En
Tiermarkt
7 Woch. alte Stallhaſen,
Belg. Rieſen, z. vk. Ebenda
auch gr. lein. Waſchanzug
für 8—10 jähr. Jungen zu
verkauf. Anzuſehen
Sonn=
tag v. 2—2 Uhr.
Ballon=
platz 7, Hth., II., I. /719242
Naſſenreine 8 Wochen alte
zu verkauf.
Dackel
Weinberg=
ſtraße 3634, II. (* 19152
Echter Dachel
6 Woch. alt, f. 100ℳ zut vk.
*19526/ Feldbergſtr. 36.
Funge
Rehpinſcherhün=
din mit Stammbaum zu
kaufen geſucht.
Angeb. unter V 46 an
die Geſchäftsſt. (*19503
Ia Ferk
und Läuſ
Schweinl
empfehle zu bill.z
Tagespreiſen (tx)
Heinrich Leng ?
Frankfurterſtr.
Fernſprecher I
Großez
Preisſtu=
64
Am Montag, den
Dienstag, den
*
kommen, zwei 2
erſtklaſſige, reinr-
Oldenburg
De Ferkel
und ſchwe
Läuferſchw
ganz billig zu
kauf. Auf Wunß
kaufe Läufer nach Sſ.
gewicht. Gute E
heit für HänS=
Viehhandlu z”
H. Scherkat
Artillerieſtr. 9, (*w.
Telephon 326
Jung. Dobernl
zu verkauf. N.=Ra ſ5
Oberramſtädterſtr. 60.
ia kann, ſow”
Möden
Leugniſſen be
M füir 1.
Dadies, Geimig
(600
D
Eeic o
EidDb Sdes
Dumen=
Riaiß uf
Wesheis
2G.
armſtädter Tagblatt, Sonutag, den 8. Mai 1921.
Seite 9.
St
Mtgdfi
Taut
Iſe unumſtößliche Wahrheit ſetzt jeder einzelne Käufer an ſich ſelbſt in die reine
Tat=
ſe im allerhöchſten Grade um, durch meine an Güte, Schnitt, Paßform und Mode mäch=
im
5605
Konfektionshaus
iweit hervorragende Herren= und Knabenkleidung zu undenkbar niedrigen Preiſen.
RSi
Rasch
M.
Je
1an-
Grafenſtraße 23½,
leſſeres, ſehr kinderliebes
Mmsdrn
hniſſſe in Säuglingspflege und Nähen, ſucht in
rtadt oder Bergſtraße in feinem Haushalt Stelle
ſdern, geht auch als beſſere Stütze, wo Köchin
den, Referenzen zu Dienſten. Gefl. Angeb. au
mMiener, Ludwigshafen a. Rh., Rheinſtr. 39, (II,5589
Weiblich
nn
eStenotypiſtin
eichäftigung für die
ſnſtunden (
Verlags=
gniſſe vorh.).
An=
unter V 37 an die
Ffisſtelle. (E1s176
Lanfdienſt. —
morg, geſucht (in
e.
Lautenſchläger=
urt., rechts. (*19601
g ſ.
Schreib=
bentin
maſchinen=
event, nach Diktat.
e unter V 53 an
ſeſchäftsſt. (*19523
„
ſtäulein
Zweigen des
Haus=
durchaus erfahren,
HStellung als Stütze
ſeein Hauſe.
Ange=
beunter V56 an die
Auft sſtelle. (*19629
H Mm*
Ee Mädchen
4aufdienſt. Wo ?
Geſchäftsſt. (-tosor
Männlich
fhemaliger
nenſchmied
mtet, ſucht
Lebens=
als Schmied,
wiewalter od. dergl.
z b. Klaus, Darm=
Nabenauſtraße 18,
onie. (*19571
Mach
ntoriſtin
in Schreibmaſchine
tographie, auch in
atung bewandert,
Angebote über
ge Tätigkeit u.
An=
unter U 74 an die
tSſtelle. (5447o
öſtricherin
gut. Hauſe melde
10—1 Uhr bei
rektor, Weißkopf,
iſtr. 24. (19224
Nädchen
hen kann, ſowie
smädchen
en Zeugniſſen bei
Lohn für 1. Juni
ich früher. Heinrich=
(5609a
„1, I.
ſcn tiges Mädchen
„Hausarbeit ſof. geſ.
mOdeon,
teurant ze ſr1949981
26.
Gewandte, jüngere
Verkäuferin
aus der Schuhbranche
findet ſofort oder ſpäter
unt. günſt Bedingungen
dauernde Anſtellung.
Mel=
den wollen ſich auch
Büro=
beamtinnen dieLuſthaben,
ſich in die Branche
ein=
zuarbeiten.
(*5616
Speiers
Schuhwaren=Haus
Ludwigſtraße 16.
THCEH
zu Ehepaar für ſofort geſ.
H. Bendheim;
Georgenſtr. 13, I. (*19507
Sauberes, fleißiges
geſucht per 15. Mai. Gute
Koſtu. Behandlung, Lohn
(*19220
80—90 Mk.
Frau Engelenburg,
Eberſtadt, Mühlthalſtr. 41.
Geſucht zum 15. Mai
oder 1. Juni
D—
Mädchen
das kochen kann und
et=
was Hausarbeit
über=
nimmt, bei gutem Lohn.
Hausmädchen vorhanden.
Angebote unter T 100
a. d. Geſchäftsſt. (5215a
Tnfänd Mäehem
m. g. Zeugniſſen z. 1. Juni
geſ. Gut. Lohn, Verpfleg.
und Behandlung. (Fuoraeso
Schubkegel Mheinſtr. 12½.
14jähr. Mädchen
täglich v. 1—7 Uhr
nach=
mittags geſucht. (*19223
Fr. Direktor Weißkopi,
Wilhelmsſtraße 24.
Erſtes Hausmädchen
geſucht. Mk. 140.—. Frau
Geheimerat Kolle,
Frank=
furt (Main). Zu erfragen
hier Hügelſtraße 47
Wohnhaus). (*19570
Laufmädchen
und Putzfrau
für Kontor
f. dauernde Beſchäftigung
fürſof. geſucht. Es kommen
nur Bewerberinnen mit
guten Empfehlungen in
Frage. Angebote u. V39
(5579
Geſchäftsſtelle.
üchtige Weißnäherin
auch Damen= u. Herrenwäſche zuſchneiden
zur Leitung unſerer Nähſtube bei ſehr
mEinkommen per ſofort geſucht, (1V,8587)
Götheſtraße 26,
Fuld & Co. Frankfurta.M.
urchaus tüchtige Dame, die die Wäſche= und
iſſtattungsbranche beſtens verſteht, mit guten
eugnſſen über ſeitherige Tätigkeit als
Ber=
juferiu für ſofort geſucht. Angeb. mit Bild
Gehaltsangaben an E. Fuld & Eo., Göthe=
(1V.5588
Se 28, Frankfurt a. M.
Allein="
e
eines bedeutenden Wettkonzerns ſichert
ca. 10 Mille Monatseinkommen.
Arbeitsfreud. Organiſatoren mit 5—10000 ℳ,
welche ſich ſchnellſtens amortiſieren, wollen
ausführlich ſchreiben unter Z. A. 285 an Alla=
Haaſenſtein & Bogler, Hannover, (1I,5539
Kriegsbeſchädigte bevorzugt.
Erſte Bigarrenfabrik ſucht zur Leitung ihres
Zweiggeſchäftes
tüchtigen, energiſchen Verkäufer
Herren, welche gute Zeugniſſe aufweiſen und
Barſicherheit zur Verfügung haben, wollen
aus=
führliche Angebote unter V 2 an die Geſchäfte.
ſtelle d. Bl. einreichen.
*19268
1N
Generalderfrelnnn
beziv. Alleinvertrieb in zeitgemäßen geſetzl. geſch.
konkurrenzloſen Maſſenartikeln vergibtleiſtungsfähiges
Großunternehmen f. hieſigen Bezirk.
Branchekennt=
nis nicht erforderlich, da Einarbeitung erfolgt. Für
Lagerhaltung 5—25000 M. notwendig. Monatliche
Zuſchüſſe und beſondere Umſatzprämien werden
ge=
währt. Hohe Gewinnausſichten, 20—80 000 M.
jährl. Strebſame Herren, die Wert auf gute Exiſtenz
und ſelbſtändige Stellung legen, werden um
aus=
fühliche Off. geb. unter B. N. S. 6108 an Ala=
Haaſenſtein & Bogler, Berlin W. 35.
(II,5544
artige Exiſtenz:
Groß=
Durch Uebernahme einer geſ. geſch.
Neklame=
neuheit für Darmſtadt u. Umgeb. ſichern ſich
zielbew. Herr. einen Jahresverd. v. 50-60 Mille.
Erforderlich 5-10 Mille. Ang. an ERWEKA,
Frankfurt a. M., Goethepl. 20.
(II,5541
Vornehme Exiſtenz
u. hoh. Einkommen
durch Uebernahme unſerer El. Reklame. Neuheit für
Darmſtadt. Unſere Reklame ſchlägt durch Wirkſamkeit
und Billigkeit die ganze Konkurrenz und ſichert
Ueber=
nehmer dauerndes Einkommen. Herren, welche über
10-15 Mille verfügen, wollen Angebote u. P. T. 13106
A. an die Geſchäftsſtelle ds. Bl. einreichen, (II,5590
Tüchtige Verkäufer
finden lohnenden Berdienſt durch Vertrieb
von Herrenſtoffen. — Riſiko ausgeſchloſſen. —
Kaution von 1500—2000 Mk. erforderlich. An=
(*19484
gebote unter V 42 Geſchäftsſtelle.
R
für ält. Ehepaar beſſeres
M.
Mädchen
vder Stütze
das kocht und alle häusl.
Arb. verſt, bei gut. Lohn
und Koſt. (Zeugniſſe) Von
5—3 melden bei (*19185
Baronin Jungenfeld,
Frankfurterſtraße 16½.
tüchtiges Mädchen
Geſundes,
geſucht. Näher, bei Frau
Dr. Wolf, Arheilgen,
Dieburgerſtraße 21. (5572
Minch
Mi
Korreſpondent
mit ſchöner Handſchrift u.
Erfahrung imExportweſen
in bevorzugter
Prokurg=
ſtellung geſ. Bewerbungen
mit Lebenslauf u.
Licht=
bild uſw. a. d.
Geſchäfts=
ſtelle u. U.60 erb. (219540
Annoncen=
Akquiſiteur.
für Darmſtabt u. Umgeb.
v. größer, Zeitungs=,
Beit=
ſchriften= U. Kalenderverlag
geſucht. Angeb. u V44 an
die Geſchäftsſt d. Bl. 6594
Margarine.-
Proviſions=Reiſende, die
mit der einſchl. Kundſchaft
vertraut ſind, geſucht. In
Frage kommen nur erſte
Kräfte. Angebote unter
F. Bm. 4010 an Rudolf
Moſſe, Frankfurt a. M.
zur Einführung ein. neuten
modernenilluſtr. Zeitſchrift
m. Unfallverſicherung
/Be=
zugspreis 6.,4
vierteljähr=
lich) gegen hohe Proviſion
u. Speſen geſucht, (*19477
B6
Verlag d., Meltlenchte‟
Dresden-A., Schumannkraße27.
Damenschuhmacher
für dauernd geſucht.
Neim
19468) Hügelſtraße 32.
Bravz. Schuljunge für
kl. Haus= u. Gartenarb. geſ.
Oſannſtraße 53. (*19481
Bei der
Stadtverwal=
tung Bochum iſt die Stelle
a) eines
Magiſtrats=
aſſeſſors,
b) eines
wiſſenſchaft=
lichenHilfsarbeiters
zu beſetzen. Erforderlich
iſt für beide Stellen
ju=
riſtiſche oder
ſtaatswiſſen=
ſchaftliche Vorbildung.
Beſoldung zu a
Gehalts=
gruppe 11, Beſoldung zu
b Gehaltsgruppe 10 der
ſtagtlichen
Beſoldungs=
vorſchriften.
Für die Stelle zu a bleibt
für Herren, die noch nicht
längere Zeit in einer
kom=
munalen Verwaltung
ge=
arbeitet haben, eine
Probe=
zeit von zu vereinbarender
Dauer vorbehalten.
Wäh=
rend derſelben erfolgt
Be=
ſoldung nach Gruppe 10
der ſtaatlichen
Beſtim=
mungen.
Bei endgültiger
Anſtel=
lung iſt die Verpflichtung
zum längeren Verbleiben
nach näherer
Vereinba=
rung zu übernehmen.
Meldungen ſind ſofort,
ſpäteſtens bis zum 20. Mai
1921 an den Magiſtrat
einzureichen.
(5585
Bochum, den 4. Mai 1921,
Der Magiſtrat.
Kaufmänniſcher
Lehrling
aus guter Familie, mit
beſſererSchulbildnng für
Fabrikbureau geſucht.
Selbſtgeſchriebenes.
An=
gebot unter V48 bef. die
Geſchäftsſt. (*19509gi
DEEbl. Rmmer
HadeeK
(Bilz) ſchön möbl. Zimmer
m.voll. Penſtſof. (719174eo
A2n mieten gefucht
Laden
in guter Geſchäftslage zu
mieten geſucht. Angeb. m.
genauſt. Preis unt. Uf 136
a. die Geſchſt. (*19169887
Etagen=oder
Einfamilien=
Shauss
ie Alelenes Dor.
nung zu mieten oder auch
gegen Auszahlung zu
kaufen geſucht, evtl. auch
Uebernahme eines Hauſes
mit gutgehendem
Unter=
nehmen. Angebote unter
V 67 an die
Geſchäfts=
ſtelle ds. Bl. (*19563
Suche
zum 1. Juni möbliertes
Zimmer mit Penſion.
Kopp, Verwalt.=Praktikant,
(*19519
Karlſtr, 83, E.
Sehr ruhige
Studentin
ſucht (mögl. Gegend der
Pauluskirche) ein od. zwei
ſchön möblierte Zimmer
ohne Verpflegung.
An=
gebote an Käthe Will,
Im Geiſenſee 11. (*19520
Statt Zwangsmiete!
Dauermieter, ält. Lehrer
(Akad.), ſ. möbl. Wohn=
und Schlafzimmer, nögl.
zentrale Lage, ſofort oder
ſpäter. G. Mayer, Rhein=
19685
ſtraße 41, III.
K
(5580)
Richard Macholdt
Alexanderstrasse 18
neben der Infanterie-Kaserne
Uhren, Gold- und Silberwaren
Trauringe in
tadel-
loser Ausführung!
Verkauf genau nach Gewicht
Strenn reelle Bedienung
Alle Reparaturen gründlich u. billig
aszaunnssnnnannnnerzhntravasangvnnnnnsennennnr!
Ihren Pfingſtbedarf in
guten Schuhwaren
decken Sie ſehr vorteilhaft bei uns. Durch unſere
Selbſt=
fabrikation bieten wir Ihnen Schuhwaren, die doppelte
Halt=
barkeit beſitzen und für jeden Fuß paſſend vorhanden ſind.
Ein Poſten Herren=Boxſtiefel, alles
Leder=
ausführung .
Mk. 135.00
Ein Poſten Damen=Chevr.=Halbſchuhe
Lackkappen
„ 89.50
Ein Poſten ſtarke Kinderſtiefel 27/30
59.00
31/35 Mk. 65.00, 36/39 Mk. 89.00
Gebr. Blum.
Markt 5
E
Ehepaar
ſucht alsbald möbl.
Wohn=
u. Schlafzimmer m. Küche
oder Kochgelegenheit an
der Bergſtraße,
Zwingen=
berg oder Auerbach
bevor=
zugt. Angeb. unt. V 43
a. d. Geſchäftsſtelle d. Bl.
Hübſches
Landhaus
oder
kleines Gut
gegen Barzahlung
zu kaufen geſucht.
Angebote unter R 425
Ann.=Expedik. Roſiefskh,
Bonn.
TV, 5611
— mit Toreinfahrt
Haus. Nähe
Grafen=
ſtraße zu kaufen geſucht.
Schr. Angeb. u. V 40 an
die Geſchäftsſtelle (419482
Suche Landhaus (Villa)
Mietg., Teilmietg.—Kauf
ob. Tauſch gegen Leipzig.
A. Meier, Leipzig=Böh
Ehrbg., Biemarchſtr. 27,/I,60
Lebensmittelgeſch.
ſofort zu verk. vd.
geeig=
nete Perſönlichkeit als
Filialleiter(in) geſ.
Kau=
tion muß geſtellt werden.
Angeb. unter V 45 an die
19502g0
Geſchäftsſt.
Geldverkehr
At
Geld diskret und
bar bis 5 Jahre,
Naten=
rückzahlung. Weſt=Lützow,
Berlin W 223,
Winterfeld=
ſtraße 8. Gegr 1900 (5087a
Lehrling
mit guten
Schulkennt=
niſſen von kaufm.
Ge=
ſchäft geſucht. Angebote
unter V69 an die
Ge=
ſchäftsſtelle ds. Bl./419574
Bevor Sie Ihre Zimmer renovieren,
versäumen Sie nicht, die
elek-
trischen Leitungen in Ordnung
zu bringen, ertl. selbige in
die Wände und Decken
hineinlegen zu lassen.
s0
Stenotypiſtin
Föuberläſſig im Stenogramm, flott im Maſchinenſchreiben, zum Antritt
ber 15. Mat geſucht. Durchgehende Arbeitszeit,
Nur handſchriftliche Beiverbungen mit Zeugnisabſchriften und
Gehaltsanſprlichen an Maſt & Co., G. m. b. H., Spiegelfabrik, Glas=
(*19591
Manufaktur, Glas=Gro handlung, Weiterſtädterſtraße.
6
Soogoooooeeooooeogot
te
Unterricht
Spaniſch, Portug.
Neue Zirkel f. Anfäng. u.
Vorg, Berlitz- Schule,
Wilhelminenſtk. 19. Anm. tägl.
B. 10-12 14-8.
(5465e
Mathematik
d. akad. gebild, Lehr.
Vor=
bereit, &, alle Ziele. Nachh.
Wittmannſtr. 80, I. (91a
Engländer oder
Engländerin
zur Konverſation
geſucht. Angeb. u. V55 an
die Geſchäftsſtelle. (*19630
Gewiſſenh. konſerv. Unterricht
in Klavier,
Theorie, Geſang
gleicht faßliche Methobe)
Frau Nanny Kaiſer, Darmſtadt,
Viktoriaſtr. 42, II. 717345
Violinſpieler
ljunger Herr)
ſuchtKlavier=
begleitg. (Herrn od. Dame),
Angeb. unt. V 51 an die
19516
Geſchäftsſtelle.
Käufe
AM uhe
guterh. Flurgarderobe
mit Epiegel. Angeb. mit
Preis unter V 23 an die
*19818
Geſchäftsſt.
Zu kaufen geſucht
1 Zimmertür. 0.9/2,10m.
Angeb. unter V88 an die
Geſchäftsſtelle. (*19694
Briefmarkenſammlg.
kauft Sammler zu höchſt.
Preiſen. Ang. unt T 62
Geſchäftsſtelle. (5181a
einen Weer=
Suche ſchaumlopf.
auch umflochten, oder
ſo=
genannten Oelkopff. kurze
Pfeife zu kaufen. Ang.
mit Preis unter U 142
an die Geſch. (*Ss50sgo
vd. Alpakajacke
iſtor
Lüſſter= und Zylinder
(58) geſucht. Angebote
mit Preisangabe unter
38 an die Geſchäfts=
(*19478
ſtelle bs. Bl.
Gebrauchter, guterhalt.
Nachelofen geſucht.
Angeb. unter V 54 an
die Geſchäftsſt. (*19321
Kleiner Hero
zut kaufen geſucht. Angeb.
V30 an d.
Geſchäfts=
unt
(5563
ſtelle erbeten.
A
gut erhalt., zu kaufen geſ
Angeb. unter V 52 an die
1952s
Ktſe
Ter.Lo04k
Zahle die höchſten Preiſe
f. getr. Damen= u. Herren=
Kleider, Schuhe, Wäſche
uſw., ſow. Boden= u.
Keller=
kram, Papter. (5426a
J. Blum
Lauteſchlägerſtr. 4, Laden.
Sekte, Wein= und andere
G
Flaſchen
kauft jebes Quantum zu
höchſten Preiſen 151a
Heinrich Pieplow,
Darm=
ſtadt. Buro: Kahlertſtr. 6½
Telephon 1188.
Herreu=Hoſen u. Knaben=
Anzüge f. 5=14 jähr, zwei
helle Kleider u. Bluſen f.
15-17jähr, zu kauf.
ge=
ſucht. Angeb. n. V 34 an
die Geſchäftsſt. (r1gs5s
Feine Damen= und
Bettwäſche
z. kauf. geſ. Ang. u. U140
Geſchäftsſtelle. /*12173
Lioreen aller Art, ſowie
getragene Kleider kauft
Kl. Bach=
Zarnicer, gaſſe 5
Telephon 2912. (5619a
Verloren
Zwicker m. Et.
verloren. Geg, gute
Be=
lohn. abzugeb.
Ludwig=
wigſtr. 12, 1II. (*19568
Führen Art
Ofe
auch nach auswärts,
Möbeltransporte
mit geſchloſſenen und
offenen Möbelwagen
übernimmt alles bei
bil=
ligſter Berechnung/*19650
W. Geyer
Fuhrunternehmer
Hoffmannſtr. 13½, 1. St.
Telephon 1377.
Einige Fuhren (719634
Kohlenlager=
Rückſtände
abzugeb. Saalbauſtraße 4.
Frankfurt a. M.
möchentlich
Fuhrgelegen=
heit, Möbeltransport uſtp.
Chr. Achtelstädter
Telephon 895
Heidelbergertr. 103. (40n
Rummer 123
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. Mai 1921.
Eiſ. Bettſt.l
matratze, bilig zu bsh
Arheilgerſtr. 74, parng
rechts.
2 Tenuisſchläger
419546) Beſſungerſct.
Zu verkaufen
Kieler=Bluſe 20 ℳ
Schoßbluſe 20 ℳ,D0
Schnürſtiefel N.3809
Sommerkleid 703
Kiesſtraße s, Hth. II. /
Eleg., ſeid,, weiß
zeitskleid, 1 mal gett
preiswert zu verk.
Geſchäftsſtelle.
1 Friegensanzug.
EENZ NEN
B/24 PS als & Cylinder
Die neuen Stoewer-D-Typen!
Die modernen 6-Gylinder!
12/36 P8 und 19/55 Ps als 6 Cylinder
Unerreicht in Konstruktion, Ausführung und Leistung!
General-Vertreter für Personen- und Lastkraftwagen: Gebrüder Mappes, Heidelberg, Brückenstrasse 47, Fernsprecher 2874-
General-Vertreter für Motorpflüge: Pflug- und Schraubstock G. m. b. H., Ueberlingen (Bodensee).
FrüdichrsSan,
Pankratiusſtr.14,I.—7.
Zu verkaufem
1 neue Arbeitshoſe,
guterh. Herrenhoſe,
neue Herrenſtiefel,
1 P. getr. guterh. 8
ſtiefel, Gr. 42. Näh. *
bergſtraße 59, pt.
„.
überragfalles!
In Friedensgualifäf
wieder zu hahen
Beste Qualitäten, vereint mit niedrigsten
Preisen, erhalten und
erweitern das
erwor-
bene Vertrauen.
Guterh. Herren=Sly
mittl. Fig.
Weinbergſtr. 4G,pt.ſ 1
f Ml von Ativtät:
Mltanliß. Freilich die
ner Möglichkeiten
Weuhenslungen, Fied
rifen, und deren Mit
mdenen man an jel
Faſche ſchnabsartige
Bunken frei, lief
wir alle lebten ja
wenig Nachrich
und auf einmal
rig aber wir hatten
3 Fr.=Hemden, D.—M./ Die heiße Zeit lähn
neu, 41 u. 39, K.=S.
gr. Scheren
Tannenſt. 17, I. M4 famit ſeiner 10ge
Dr. Handboffer, 35— ri ſin nuch gkteieh,
Herren=Schnürſtiefel (a,W m evzige Marter. 2
Hermannſtr. 13,p.c
Bettstelle
it Patentmatr.
Mk. 295.—
Metallbetten M. 625, 590, 450, 350 bis 150
Seegras-Matratzen von 175 Mk. an
Woll-Matratzen . . „ 325 „
Kapok-Matratzen
875 „ „
Rosshaar-Matratzen „ 1200
Bettfedern 65, 52, 40 bis 17 Mk.
Daunen
.. 140, 95 „ 80 „
Kinderbetten in Metall und Holz
Deckbetten 660, 530, 465 bis 240 Mk.
Kissen
175, 145, 115 „ 80 „
Verſchied. gute E.
u. Kinderſchnhe, Mot Biſſenſchaft ftrei
auch weiß, bil. z, bk. Mund geiſtig vor.
Sonntag Vorm.,
wieſenſtr. 34, I.
1 Paar Touriſter
(42), 1
Raſenmär=
zu verkaufen
Schießhausſtr. 1
1 P. gelbe Damend
Gr. 39, f. 130,0,
Knabenſtief, Gr.38
zu vk. Kunz, Kiesſtr. 2,
Eleg. braune Reiſ
Gr. 42/43) 1 2tür. 2
ſchrank 1 Divan
läſter billig z vk. /
Heidelbergerſtraße
Markt
11
(*19494
inder
stertig frei Haus
m. 174
200 hondlung
„ſtraße 1
1n 1951
Ein Paar guterhck
Selten günstige Kapitalsanlage!
Unternehmen der vollk. Getränke-Branche in sudd.
Grossstadt (konkurrenzfrei) sucht
Amortisations-
klypothek von 1—2 Millionen Mark. Tatsächlicher
mindest. Wert in grossem Rente-Geschäftshaus
(Comples) gr. vollk. Fabrikanlagen von 3-4 Million.
Mark vorhanden. Adressen von nur ernsten, reellen
Reflekt. erbeten unter M. N. C. 1691 an Ala-
Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. (II,5612
Damen-Lackhald
(Gr. 37) Preis 100
ein Reißzeug. Preis
zu verkaufen. Nä
Geſchäftsſtelle.
Elegantes Fah
Freilauf u. la G
zu verk. Hahn,
bergſtr. 58, III. /*
Ein Herren=”
zu verkaufen
A.
M0 Anſchluß
Ange z
Netrag (ea.
mon
VI6 a. d.
uge89
Orangerieſtre
Guterh. Fahrerd
Freil. u. all. Zube!
abzug. Heidelberge
1. St. r., 2. Türe.
Rinderwag
billig zu verkauf.
Darmſtraß
ne Bechec och
Karlſtr. 54, II.
Gaskocher
:: Gasherde
reichhaltige Auswahl, anerkannt bewährtes Fabrikat
Herdfabrik u. Emaillierwerk, G. m. b. H.,
in Darmſtadt, Landwehrſtraße 63.
Aufmerkſame, fachmänniſcheBedienung
kein Kaufzwang, erheblich ermäßigte Preiſe.
H. Zimmer & Cie., Eiſenhandlung
Darmſtadt, Schützenſtr. Nr. 3, (4370a
am Weißen 7
nur Qualitätsl
zu billigen Preisen.0
Re
P
fernrohr, Jagdſtuhl,
Ge=
wehr, 9mm, m. Diopter,
Schrotmühle (Kraft und
Hand), Riemenſcheibe
600 1100, Majolika=Krug,
weiß. Damenſchirm (Seide),
Eßtrag=Geſchirr elektr.
Schalmeiglocke, Bronze=
Lampe zu verk. Walter,
Luiſenſtr. 34, Hth., I.
Sonntag von 8—6 Uhr
anzuſeheu. /k19341
Gut erhalten, Offizier=
Sattel mit Zaum= und
Vorderzeug (nickelbeſchl.)
für 750 ℳ zu verkaufen.
Angebote unter V 10 an
die Geſchäftsſt. (*19279g1
Gitarre u. Mandoline
f. 150,ℳ zu verk. Gerbig,
Neckarſtr. 24, Stb., I. uso=
1 Prismenglas, 10 fach,
1 Waſchtiſch, 1Nachttiſch,
2Bräter bill., z. verk.
Ramſtädterſtr. 64, I. /klwzze
ag
Baphael Störger!
Bismarckstrassl
Telephon 32-
Aenf de dieran.
band, faſt neu, zu
ver=
kaufen. Näh. in der
Geſchäftsſtelle. (* 19288
Erledige,
noch vor
dem Feßt
Für Markenſammler
Habe Marken von Eſtland
in Sätzen u. auch einzeln
zu verkaufen. Anfragen
ſchriftlich an die
Geſchäfts=
ſtelle ds. Bl. unter V 47
(*19508
zu richten.
Zu verkaufen: eine Roevev=
Vitrine m. gr. geſchweifter
Kriſtallſcheibe, ein
Maha=
gonibettm.
Sprungfedern=
u. Roßhaarmatratze, ein Federrolle
nußbaumfournierter 2tür.
Flaſchenſchrank,
Beleuch=
tungskörper, Spiegel, Näh.
Geſchäftsſtelle. (*19356
Kleiderſchrank, Polſterſtuhl, 25 Zentner Tragkraft
mit Patentachſe
billig zu verkaufen.
Thill, Eberſtadt,
Marktplatz 2. Eieoe
Zu verkauf : 1 Tafeltuch.
1I. Bettuch, 1 Dam.=Rock,
1n. H.=Hut,
Kranichſteiner=
ſtraße 41, 3. St. (*19518
Eine ſchwarzſeid, Bluſe
und Sprungfedermatratze
zu verk. Zu erfr. in der
Geſchäftsſtelle. (*19272
2 guterhaltene Anzüge,
N 200,— und ℳ 180,—
größ.Ablaufbrett. K 45,—
gold. Damenuhr,
Müller=
ſtraße 21, II., I. (*19460
KI Briefmarkensammlung
zu verk. Anzuſ. Sonntag
10—12Uhr. Nd.=
Ramſtädter=
ſtr. 16, Hth., III. r. (*19024
Neuer Herd
zu verk. Näh. b. Schwarzbach,
Darmſtraße 31. (k19579
Starkes
Eiſengitter=Tor
einflügelig, 230 X165 cm,
Zierkantſtäbe 22/22 mm,
für Tor=Einfahrt, oder
Garten, vollſtändig neu
preiswert zu verk.
Wil=
helmſtr. 36. Atelier. / zouo
Schillers ſ. Werke
v. erſt. Künſtl. reich illuſtr.,
Großf., 62 Hefte, gibt 4
Prachtb., daſ. pädag.
Klaſ=
ſik., Prachtb., neu, u. a.
Bücher zu verk. (*19458
Karlſtraße 30, III., r.
werden getr. E.
roben durch
gr=
chemiſche Reints!
eleg. Neparatt*
Entfernen
Tragglans=
u. Garant. Koſtl.:
ohne Erfolg. Ei
E
8 Stund, Sol. P
Erfind, u. einz.
Wimme
Zu verkaufen:
1 neuer, mod. Hut (Tagal=
Stroh) 95 ℳ u. 1 Paar
Damenſtiefel, Gr. 42,
Sandbergſtr. 4. (B5623
Guter wollen.
Anzug=
ſtoff (3,15 m) für 270 ℳ
zu verkaufen.
*1923489
Schießhausſtr. 63, pt.
Verſch. Beleuchtungskörper
f. Gas u. Elektr. z, vk.
Heinrich=
ſtraße 124, part. (*19197
a
4
Korde
Guterh. Cutaway
mit 2 Weſten, faſt neu,
ſowie ein Brautſchleier
preiswert zu verk. B:
erfr. i, d. Gſchſt. (19232
Karlſtr. 61. (*7
Brunnenring(Langener Steine), 1,50n
Durchm. iſt zu verk. bei
2. Kilian II., Arheilgen. (212e75 2 Klappſeſſel,
1 Bank weiß lackiert,
als Veranda= od. Garten=
möbel, 1 Kinderſeſſel von
Peddigrohr zu verk. Wil=
helminenſtr. 14, II (*19483 Gut erhaltener
Covercoat=
Paletot
gauz auf Seide gefüttert,
billig zuverkaufen. ( 19463
Rieffel,
Ernſt= Ludwigſtr. 1, III. Eleg. Salon
tal. Nußbaum, inn. Ahorn
beſt. a. Tiſch, Sofau. 2Seſſ.
Seide) 2 Stühl., Schrank,
D.=Schreibtiſchir geſchnitzt)
evtl. m. Kriſt.=Lüſter und
Teppich zu verk. o. Tauſch
g. Herrenz. Anzuſ, nach
12 Uhr. Näh. Geſchſt. zuios
Ve Schreib=
ſeſſel
neu, drehbar, mit
Lehne, hochbeinig, zu
verkaufen. Näh. in der
Geſchäftsſt. (*19291 Sekretär 700 ℳ, Kü=
cheneinrichtung 550 ℳ
(*19498
zu verkaufen.
Gerhard, Biktoriaplatz 12. Elegante.
Kücheneinrichtung
zu verkauf. Schrein
Ludwigshöhſtr. 35., (kuazsg Militärmütze
1 Militärkoppel
u. verſch Kinderſach.
2i.
Jungen zu verkauf. Näh.
Geſchäftsſt,
(*19312 [ ← ][ ][ → ]
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. Mai 1921
Seite 11
Totengeſpräche, waren unſere Gedanken fahl wie Moder?
Viel=
leicht, daß wir ſchon längſt geiſtig hinüber waren, vielleicht war
unſer hitziger Wortkampf ein Geſpenſterlallen, vielleicht würden
wir dereinſt blöd, hirnlos wieder daheim ſein unter den lebendig
Gebliebenen.
Einer ſagte: „Denken wir uns einen ſublimen, hohen
Men=
ſchen ſo viele Jahre lang hier vergraben, einen — (ich mag keinen
Namen nennen). Kann man ſich ausdenken, daß er es
über=
ſtanden hätte?"
Ein anderer: „Da hätten wir die Wahl! Sind wir nur
ver=
nichtet oder nie geweſen?”
Der dritte: „Aber Doſtojewski hat es länger überſtanden
und wurde dazu noch beleidigt und geknutet. Ein Bakunin hat
es überwunden, in Einzelhaft, an einen Ring geſchmiedet!“
Mit dieſem letzten Troſt ging man auseinander, beſeligt und
beſoffen.
Des Feindes Land
Im Juli 1914 dachte in Oſtafrika keine Seele an Krieg. Als
ich auf der „Gertrud Woermann” in Mombaſſa einlief,
berich=
tete zwar ein Bündel Reutertelegramme von dem Mord in
Sera=
jewo. Aber die Zeitungserwägungen „Folgen” des Anſchlags”
ſagten weniger, als ihre Verfaſſer glauben mochten. Da zog ſich
jeder die Decke über den Kopf, um nur das Donnern nicht zu
hören, das dennoch ein politiſches Ohr damals ſchon erkennen
mußte.
Mombaſſa iſt ein altes Küſtenneſt, ſchmierig wie irgendeins
und alltäglich trotz ſeiner Geſchichte und ſeiner romantiſchen
Lage. Verrottete Straßen, ein Fort in Ruinen, die Häuſer
bau=
fällig, und die Tiſchtücher — für dieſe Hotels und dieſe Straßen
konnte der Krieg keine Greuel haben!
Ich fuhr nach Nairobi, der Hauptſtadt, in der Englands
Statthalter thront, zum Pferderennen. Alle Züge waren
über=
füllt, denn die Rennen ſind das geſellſchaftliche Ereignis von
Britiſch=Oſt. Wer ſeine Jugend nicht vergeudet, ſondern im
Kino fleißig Ethnographie ſtudiert hat, kann ſich von der Stadt
einen Begriff machen. Wildweſt, wie die amerikaniſchen
Blitz=
bilder es ſchildern: Ein mächtiges Hotel, ein Bankpalaſt, ein
Theater. Dazwiſchen lungern Eingeborene um offene Feuer;
da=
zwiſchen liegen Kehrichthaufen, die keinen ſtören. Kraftwagen
ſauſen im 40=Kilometer=Tempo um die Ecken, daß jeder
Fuß=
gänger ein Held ſcheint. Vor den Rickſchahs traben betreßte
Negerjungen in den Farben, die ihr Herr zu „ſeinen” Farben
gemacht hat. Und gebrüllt wird! Hupen und Fahrradklingeln,
geheulte Arbeitsangebote der Mohren, dazu ihr Geſang und ihr
Spielen, ihr Zeitungsausſchreien. Das macht Freude, da
be=
kommt man gleich alle Poren voll Orient. Straußenſtaub und
Zwiebelgerüche und Negerſchweiß, das gibt ja auch ſo etwas von
afrikaniſchem Freudentag für die Naſe, daß man aus dieſem
Konzert für alle Sinne nicht einen Mißton und nicht einen
Ge=
ſtank preisgeben möchte.
Ich war gleich mitten drin; das war ja ein Sturzbad nach der
langen, trockenen Reiſe. Ich trank Schnaps an der Bar, an der
jedes Ding, das zwiſchen einer Briefmarke und einem Löwen in
das Bewußtſein dieſer trinkenden, glattraſierten Wildoſt=Gents
treten mochte, halbe Stunden lang, aber ohne eine einzige
Wie=
derholung, verflucht wurde. Ich ſaß im Gerichtsſaal, wo dreimal
ausgekochte, dreimal mit allen Spülwaſſern gewaſchene Inder
den Richter beſchwatzten und die dummen, dummen Neger um ihr
armes bißchen Alles prellten. Ich kaufte im Baſar ein, bei
Ver=
käufern aller Farben, ich ſtand als Verkehrshindernis auf der
Straße und ſchnoberte und glotzte.
Die Läden hatten große Spiegelfenſter und Rieſenpreiſe. Das
Geld ſurrte in beſchleunigtem Kreislauf durch Kaſſen und
Taſchen, jede Rupie dreimal rund, ehe ſie im Erdloch unter einem
Inderbett oder im feuerſichern Geldſchrank eines großen Herrn
zur Ruhe kam.
Es gibt in den Tropen viele Engländerinnen, die
Blüten=
geſichter haben, ganz leere, maskenhafte, entzückend ſchöne. Wenn
man ſeeliſch an gar nichts teilnimmt, ſein Geſicht nie der Sonne
ausſetzt, für jeden Handgriff einen Boy hält und Dinge der Liebe
viel, aber nichts als ein Erlebnis, ſondern nur als ein Reizmittel
genießt, dann kann man ſo ausſehen: ſo boticellihaft heilig und
nichtswürdig, ſo jenſeitig fremd und doch ſo zu Haufe in
hüb=
ſchen Laſterhaftigkeiten. In ſolchen Geſichtern las ich mich ſatt,
las von erſchütternden Lebloſigkeiten und anregend
revolutio=
nären Lebendigkeiten, von ſehr viel mit Ueberzeugung
begange=
nen Infamien, ſehr viel von Tropenhygiene des Leibes und
der Seele.
(Fortſetzung folgt.)
Weltbummel in Eiſen.
Von Balder Olden.
nisches -Copyright 1919 by Carl Duncker, Berlin.”
(Nachdruck vervoten.)
es ſchon bei Gründung der Hochſchule erſtaunlich
ge=
eviel immerhin mögliche Lehrkräfte ſich unter den paar
Befangenen fanden, ſo war es doch das größere Wunder,
Iternd die Möglichkeit, etwas zu lernen, wirkte. Stunde
De, ſo oft die Dozenten ſich in den Kollegräumen ab=
zum Teil nur den Lehrſtuhl verließen, um unter den
Blatz zu nehmen, von morgens 8 Uhr bis nachmittags
ja noch manchmal in den Abendſtunden, liefen Scharen
ur chen, Kommis, Maſchiniſten, Matroſen, Köche mit Map=
Seften durchs Lager. In allen Baracken, an allen
ſelbſt=
niten Schreibtiſchen wurde geübt und geochſt. Natürlich
Haufe des Semeſters bei Dozenten und Hörern der Eifer
lber eiß ſehr großer Teil gedieh doch bei gut beſetztem
ſirm bis zum Ende des Semeſters. Den ſtärkſten Erfolg
„Allgemeine Volkswirtſchaftslehre” von Dr. Walter
der es verſtand, Grundbegriffe von Wirtſchaft und
ſtematiſch aufzudecken, in all die von jeder Zeitung neu
urrenen Probleme auch den wirrſten Köpfen einige
Klä=
bringen. Wenn er las, war nicht nur der Barackenraum
chaußerhalb der Wellblechwände ſaßen Zuhörer in langen
horchten und ziſchten Ruhe, wenn der Kuchenverkäufer
imn m Schlachtruf: „Kuchen!” durch dies Freiluftkolleg
waren die Höchſtſpannungen unſeres Widerſtandes
das farbloſe, infame Elend, in dem wir lebten. Ir
glücklicheren Momenten habe ich die Erlebniſſe meiner
ſchen Kriegszeit geſchildert, ängſtlich die Stunde nützend,
ſeits
*
Fenho
eme
etz gut
Gr. 42 9
Ab
Gerteid
73u
ſt. 45m
ſich
Dilkleiſ
rh. feld
ber
98,
gener 8 Schle
Frankfurt a. M., Goethestraße 9 u. 11
raverhandlungen, Friedensvorſchläge, die uns
empor=
ließen, und deren Mißlingen uns dann wieder ganz
Farf. Die heiße Zeit lähmte Kopf und Glieder. Da gab
h,an denen man an jedem Tagesanfang von der faulen
ſiven Armut ſeiner Umgebung tiefer verwundet war. Man
hnicht leſen noch arbeiten, die Tagesſtunden drückten ſich
beine einzige Marter. Am Abend traf man ſich mit
Freun=
ine Flaſche ſchnapsartigen Gebräus entzündete die Hirne,
Gedanken frei, ließ uns in Erinnerungen leben oder um
er Wiſſenſchaft ſtreiten. Man kam ſich manchmal klug,
und geiſtig vor.
Arwir alle lebten ja ſchon ſo lange in dieſem Maſſengrab,
hen wenig Nachrichten und kaum ein neues Buch und keine
Und auf einmal war uns das klar: wir hielten uns
ſndig, aber wir hatten ja keine Vergleiche! Führten wir
Fortlaufend Eingang der letzterschienenen Neuheiten
Mantel u. Kostüme
in allen erdenklichen Ausführungen und Stoffarten
darunter Donegal Homespune für Reise und Sport.
Seidene Kleider, Hochsommer-Kleider, Blusen,
Sportröcke, Sportblusen, Sportjacken, Jupons,
Morgenröcke, Unterröcke.
Nur gute Oualitäten. Vorteilhafte Preise.
Ru
Handloffr
Schnürfkieid
nſtr. 13,9
underſchahe
iß, bi. z
tag Vorn,
Ke
Achtung!
OAchtung!
X Nie wiederkehrende
Gelegenheit!
u
(* ußaa
Uebertrifft ſelbſt das
Gewerkſchaftskartell.
braune
2/43/120
1 2
billig z
lberg
Jackenkleider
ſtändig trocken
mfertig frei Haus
Ztr. 17 ℳ
Holz=
19y handlung
nſtraße 13½
3551
nur gute Stoffe neue Formen
Mk. 498.—, 485.
jen-I.
Köcke as soldten Wasch
stoffen, glatte und Plissé-Form
Mk. 138.—, 84.—, 64.
neinſamen
Röcke zue reinol
X
Kaupſtraße 44, am Riegerplatz.
X
Von heute ab
des
„*
geſamten
FAnsdellnn) Lagers
wegen Geſchäftsaufgabe.
X Schwarze, farbige u. weiße Stiefel /X
u. Halbſchuhe für Herren, Damen
Aund Kinder, teilweiſe unter
Einkaufspreis.
4Qualitätsware! Kein Schund! X
Nur ſolange Vorrat reicht!
Af4
Im Auftrage
ſollen nachſtehende Apparate bill. abgegeben werden:
1 transportabler elektr. Staubſanger;
1 Umformer für Akkumulatorenladezwecke,
beſonders geeignet für Automobilbeſitzer
1 elektr. Waſſer= oder Parfümzerſtäuber
1 Kolbenpumpe für Kraft= u. Handbetrieb
2 Flaſchenzüge mit kl. Laufkatzen
Anzuſehen bei Aug. WIlk. Schützenſtraße 7.
(5601
Telephon 596.
Stoffen, einfarb. u. gemustert
Mk. 125.—, 98.—,
Dieser
1.
*19462
ame
luß
ort
286
aus erstklassigem
imprägniertem Macco
in marine, grün, lila, braun und mode
kostet . . . . . . . . . . . nur Mk.
600
aſch u.
erhalt
1I,4694
VW. 87.
beam=
ſtattlich.
leußere
tr., mit
Unsere
I, wünſcht
Heim
vereinen Geschmack mit Preiswürdigkeit
tſch. eine
der Land)
iſe,
Einder=
gut erzogen,
rakter u. Ver=
Zuſchriften
an die
Ge=
b. Bl. (*19515
er Beamter
er, evangel.,
ge=
turfreund,
ein=
gen, ſeit 10 Jahren
eitender, gut be=
„Lebensſtellung
firma bei
Mann=
bald. Heirat
eurög,, einfach er=
Lucwoigsplatz
BLuchvigsplatz
lein oder Ww.
d. Land. Woh=
*Ausſteuer er
jedoch nicht Be=
Landwirtstoch
ausgeſchloſſen
Verſchwiegen
eſichert. Ernſtgen
ſteen erbeten unte
d. Geſchſt. (*1944
Echtes Brenneſſel=Haarwaſſer
von Apoth. H. Schwarz, München, alkoholfrei,
gegen Schuppen u. Haarausfall
bewähr=
teſtes Naturpräparat, feinduftend, offen
Flaſch. nilbr. ½ L. 2,50 ℳ, ½ L. 4,50 ℳK,
*
L. 8ℳ nurb.: Friedrich Seibert,
Darm=
ſtadt, Ecke Liebig= u. Pallaswieſenſtr.
Schreibtische, Diplomat
Iler Art werden mit dem
eſten Hernleder geſohlt
und gefleckt. Nur bei
Kirchſtr. 10
7ubin Saden). (28369
ofenfertig, gehackt, fr
(5603a
Haus
Ztr. 16,50 Mark
Johannes Schäfer
Beſſungerſtr. 82. Tel. 1505
Lager: Art.=Kaſerne 25.
b. ernſte Danie
Zieer, freib. Jübin
wiar Fom., n. ohne
und wünſche di
ſthchaft eines ebenf
nen zwecks ſpät.
hc lich gem. Angeb.
38 von Herren in
ſoſittion, Akademiker
rwerden
beantwor=
woonhm zwecklos
egenheit beiderſ
ſagche,
wo kaufen Sie am Vorteilhaftesten?
Immer bei dem Fachmann!
Höbelwerkstätte
für gediegene Arbeit (4713a
R4
Fia
PLTENRESTE
Herren-
zimmer
Speise-
zimmer
Tauſche
erſtklaſſiges faſt neues
Panama= und
Strohhüte
werden gewaſchen und
19461
gepreßt.
D. Riefel,
Faſſonieranſtalt,
Eliſabethenſtraße 29.
zurückgesetzte Partien
zu konkurrenzlos billigen Preisen.
e*
apetenhaus Hochstatter
Tel. 725. G.m.b. H., Elisabethenstr. 29. (4720a
H. Blamm, Grafenstrasse 4
[ ← ][ ][ → ]W Au bekannt billigen Freisen gelangen zum Verkauf
Eine
Ladung
wie Teller, Tassen, Schüsseln,
—Wasch-Garnituren —
Wein-
W Rarannn
Täglich
Geschäffeleltung:
Hatthias Sehommer
ſi
V
2
Mi
au
bo.
De
*.
dal
ſch
an
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, der 8. Mai 1221.
Seite 12.
etschmanm
KAOTA
ABLHIAI
wie Kochtöpfe, Nudelpfannen, Kasserollen, Milchtöpfe
zu Verlustpreisen!
us
Die Waren aind bis zu 40 Prozent im Preise ermüssigt.
Murdualitätswapen!
Beoiatigen Sie die Ludlagen
Murdualitätswaren
Prima silberhelle EineLadung 1Fdeh-Geschlr Zink Wannen
Töpfe
Eimer wie Kochtöpfe, Schüsseln, Milchtöpt
Blumenägfe d
Palast-Lichtspiele
Grafenstr. 18 (Kaisersaal)
Tel. 2522
D Nur noch heute und morzen!
Aus den Geheimakten eines Detektiys!
Tanacn
D64 Daidtoddätter vou Lauods-orl)
Gewaltiges Detektiv-Drama in 5 Akten mit Josef
Reit-
hofer, Ludwig Rex, Grete Weichsler als Hauptdarst.
Grosser Diebstahl bei der Bank— Entdeckung einer
weit-
verzweigt. Falschmünzerwerkstatt — Der Detektiy an der
Arbeit-Fürehterliehes Verbrechen-Vollk. Verkolgungen
Verblütk. Sensat, u. Handlungen — 4temranb. Spannung.
(5581
„Frauen, traut den Männern nicht”
Lustspiel in 3 Akten.
Fränlein, 24 Jahre, ſucht
freundſchaftl.
Damenan=
ſchluß, würde ſich auch an
H. Geſelſchaft anſchließen
zwecks gemeinſ. Spazier=
50 an
gänge. Angeb. u.
die Geſchäftsſt. igsi4
Heff. Landestheater
Sonntag, 8. Mai.
Vormittags 11½ Uhr.
8. muſik. Matinee.
Eugen d’Albert.
Ende gegen 1 Uhr,
Abends 7 Uhr.
152, Mietvorſtellung.
A 31.
Tiefland.
Gewöhnl. Spernpreiſe.
Anf. 7 Uhr. Ende 9½ Uhr.
Borverkauf an d.
Tages=
kaſſe im Landestheaternur
Wochentags von 10-1 Uhr.
Montag, 9. Mai,
Außer Miete.
Schauſpielmiete 115.
Sondermiete Serie Xlre
Zum erſten Male:
Der Blaufuchs.
Komödie in 8 Alten von
Franz Herezeg.
Gewöhnliche Schauſpielpreiſe.
Nrkang 7 Uhr.
Geſellen=Prüfungsausſchüſſe des
Ortsgewerbevereins und der Innungen
Darmſtadt.
Zu der am Freitag, den 13. Mai, nachmittags
4½ Uhrz pünktlich, im großen Saale des ſtädt.
Saalbaus, Riedeſelſtraße 40, ſtattfindenden
Ueber=
reichung der Geſellenbriefe, ſowe zur Beſichtigung
der damit verbundenen
Ausſtellung der
gefertigtenGeſellen=
ſtücke und Arbeitsproben
die nur am Freitag, den 13. Mai, vormittags von
9 Uhr geöffnet iſt, laden wir hierdurch die Eltern und
Lehrmeiſter der Prüflinge, die Prüfungsmeiſter und
Prüfungsgeſellen, ſowie alle Freunde des Handwerks
(S6os
ergebenſt ein.
Darmſtadt, den 6. Mai 1921,
Der Vorſitzende
des Geſellen=Prüfungsausſchuſſes des
Ortsgewerbevereins Darmſtadt:
Georg Kraus.
NB. Die Prüfungsmeiſter werden hierdurch
er=
ſucht, die noch in ihrem Beſitze befindlichen
Prüfungs=
akten umgehend abzuliefern.
Die Lehrliuge werden erſucht, ihre Geſellenſtücke,
mit Namen verſehen, am Donnerstag, den 12. Mai,
nachmittags von 3=7 Uhr und Freitag, den 13. Mai,
vormittags von 7-9 Uhr im ſtädt. Saalbau abzugeßen
Tel.
Tel.
51 Ludwigshöhe sau
Heute nachm. 4 Uhr
Großes Konzert
anſchließend Tanz im großen Saale.
Leitung:
(B5596
Herr Obermuſikmeiſter M. Weber.
Geſellſchaft Friſch auf!
Gegr. 1919.
Honntag, den 8. Mai
EMaifeier
mit großem Tanzkränzchen
im Gewerkſchaftshaus
unter Mitwirkung der
Kapelle Weſp
wozu Freunde und Gönner herzlichſt einladet
Der Vorſtand.
219465)
Brauerei-Fay-Ausschank
Alexander-
Alexander-
strasse 23 Wiodet Siofttiet strasse 23
D
Gafe Astoria
Alexanderstr. 5 (*19552) Fernruf 109
Erstklassiges Famillen-Café
und Konditorel
Täglich Künstler-Konzert
De
Reeeeesseeeeserse 22 2 2232332
Starkenburgbräu-Qualitätsbiere
Anerkannt gute baur. Küche
Vorzügl. offene Weine
Bestens empfohlen
5573
A. GOLLWITZER, früher in MÜNCHEN
R
mit Iy Kräften
(*19466
empfiehlt ſich zum Spielen bei Feſtlichkeiten jeder
Art in Blas=, Streich= und Klaviermuſik. Erſtklaſſige
Kräfte für Turner, Ausflüge und Sportfeſtlichkeiten.
Abteilungen von 6—8Mann für Kirchweihen. Pariſer
Beſetzungen, alles nach Wunſch. Auf Wunſch Kaution
vorhanden. Aufträge von allen Richtungen nimmt
(*19466
entzegen die Geſchäſtsſtelle.
Rhönring 29 in Darmſtadt
Unternehmer Valentin Arnold
Telephonruf 1389.
Weinkanälung
G. Engelhard
früherer Inhaber
der „Rheingauer Weinſtube‟
(19r2s
jetzt Viktoriaſtraße 52.
1920er Dahlheimer per Flaſche 11.—
12.—
1918er Alsheimer
1917er Wachenheim. Rotwein 12.-
Dieſelben mit Steuer ohne Glas.
Vegen
Perkeo=Saal ſtraße 14
Heute Sonntag, den 2. Maf
Großes Frühlingsfeſt
mit Konzert und Ball
der Geſellſchaft „Frohſinn”
Freunde und Gönner der Geſellſchaft
ladet ergebenſt ein
der Vorſtand.
19500)
*
X
*
*
*
W
An einem
Zirkel für Moderne Tänze
können eich noch Damen u. Herren
aus nur guten Kreisen beteiligen.
Getl. Anmeldungen baldigst erbeten.
Tanz Institut Johanna Georg,
Balletmelsterin.
Mathlldenplatz, 7.
Anmeldungen werden auch im
Zigarrengeschäft v. W. Georg,
Frank-
turterstrade 36, endgegengenommen.
(r19459
Union-Theate
Schlussteil des hochinteressane
Abentenerälms
Der Mann ohne Nann
Nach dem Boman von Ew. Gerh. S
Peter Voss, der Hillionen
6. Teil — 5 Akte
PAer
H e
ae fi loc ie
MaM GcNe
au in feden Deiſe
NW Se
Huabenen
Wdt
Heint 11
A M A e
d Be Rait einde
Iin uen Zeuchns c.
n 9d zuferer Voch
dun in ein Zunme.
uwilſitlich die 9
ys ine Schüſe.
der Köhnungseil
fahubers deriellen
id ſch herin in ſei
Endlick im
Der Sprung übllm ds Talt
den Schatten
Harry Liedtke als Peter
Geors Alexander als Bobbyiellturdigen 4
Charly als Tierbändig
Trickälm.
Residenz- Theat
Wee
Meisterdeteltiv Harry M
in seinem 5aktigen Sensations- u. D
Drama
um 1 9. einen Kau
dder eine damehme
bermiſen äßt, 0 1
un der Jnchber aller
ragent und Nunſt beſitz
maumes
m enes Wohn.
ithen des Beſitzers, d
mun die Vohmung e
ten, fv mut eine
em Bahung an, we
zmal bei dem kleit
heim läßt aber mict
zu ſondern auch au
z m ihn eine ganze
in gerwiſſen hul
ie äußerſt werwvollen
Des ür wichtige A.
Lehens ud 2
turbid entoll
Bmrts aus
m Teilen relon
timſer Heim ei
ud mcdunter
i wie z
Iimnol
in in
FSeel
omk
dz men
ſchen
Brpresser
Harry Hil Valy Arnhn
Wenfelchen
Ein heiteres Filmspiel in 4 AR
In der Hauptrolle: Hlilde Wörel
Oentral-Theatr.
Hokke Neumad
in dem Schauspiel in 5 Akta
„Die verbotene Fruſt
nach dem Roman von Panl Oskar R4
Der Rodel-Indian
Lustspiel in 2 Akten.
Einlagen.
Sch
der
iMe
Mes
Mittwoch, den 11. d. Mts., abends
findet in der Reſtauration Sitte,
Karſ=
die Mitgliederverſammlung s
Bundes d. Auslandsdeng
ſtatt,
5576)
zu welcher wir die Miglieber fröl.
Der Vor/”
Flugtechniſcher Verein Daruk
Sonntag, 8. Mai 1921, 3 UB
findet das
Ame.
I. große Modellwettfliel
gegen den Verein für Modell= u. Siſt
Frankfurt ſtatt.
Kav.=Exerzierplatz.
Vormittag 10 Uhr Ausſtellun
der Modelle im Rummelbrär
Kn
in der
Spanischen Bodel
Zum Palais, Hügelsk?
findet heute Sonntag, von 5U)
grosses Konzel
statt, mit den neuesten Schlas”
Gleichzeitig emplehle ich meine spanä!
Weine herb und elles in grosser Ausc
Uanndnnnnnnannnnnnnsee
[ ← ][ ][ → ]
Merhmſtamgeditt hantt
immer 18
Darmſtadt, 8. Mai
Jahrgang 1921
Was iſt das für eine Gottesverehrung, daß du vor
ärum und Ehre zwar nicht niederknieſt, aber doch Herz
Sinn, deines Ich vornehmſten Teils, ihnen zum Opfer
heßt? Das heißt Gott anbeten mit dem Leib und Fleiſch,
zikich aber im Geiſt das Geſchöpf anbeten. Dieſer
Götzen=
t herrſcht in jedem Menſchen, bis er durch die Gnade im
eusen an Jeſus Chriſtus geheilt wird.
Luther.
Heim und Heele.
hir Heim trägt den Stempel der Perſönlichkeit in ſich.
TAwenEMlSbel und die ganze Einrichtung, beſonders auch die
Kunſt=
ände, legen Zeugmis ab von unſerem Geſchmack und geben
ein Bild unſerer Vorſtellung von Schönheit.
ſgt man in ein Zimmer, das muan noch micht geſehen, ſo
ſnrn unwillkürlich die ganze Eimpichtung desſelben und
waus ſeine Schlüſſe. Ja, man geht hievin ſo weit, daß
haus der Wohnungseinrichtung ein Urteil über den
Cha=
es Inhabers derſelben bildet. Und der aufmerkſame
Be=
hI
wird ſich hierin in ſeinem Urteil nicht getäuſcht ſehen.
Uinn
fart man z. B. einen Raum, in dem ſchreiender Luxus
und der eine vornehme Linienführung, feine
Abſchattie=
ſw. vermiſſen läßt, ſo kann man mit Sicherheit daraus
laltg
daß der Inhaber allerdings reich iſt, aber keinen Sinn
chinheit und Kunſt beſitzt. Ein troſtloſes Durcheinander
ſern eines Wohnraumes zeugt von dem vegelloſen
aben=
her Leben des Beſitzers, der vielleicht auch noch leichtſiwnig
ᛋ man in die Wohnung eines in geordneten Verhältniſſen
Beamten, ſo mutet einen ſofort eine peünliche Ordnung
ſanzen Wohnung an, wenn dieſelbe oft auch ſehr nüchtern
n., zumal bei dem kleinen und mittleremn Beamtenſtande
A.
ſer Heim läßt aber nicht nur einen Schluß auf unſeren
heae
ter zu, ſondern auch auf unſere Lebensverhältniſſe, ja es
ſich in ihm eine ganze Zeitperiode wider, ſodaß dadurch
Fint einen gewiſſen kulturhiſtoriſchen Wert erhält. Man
die äußerſt wertvöllen Ausgnabungen alter hiſtoriſcher
Was für wichtige Aufſchlüſſe geben uns dicſelben
hin=
des Lebens und Treibens der damaligen Bezohner. Ein
eulturbild entrollt ſich unſeren Blicken, wem das Haus
iten Römers aus Schutt und Aſche ausgegraben und in
iſaen Teilen rekonſtruiert wird.. Man gewinnt
gewiſſer=
amen Einblick im die Seele der altem Völber, was für
Hium des Volkstums von außerordentlicher
Wich=
mri unſer Heim ein Spiegelbild unſeves Weſens darſtellt,
auch mitunter der kleinſte, unſcheimbarſte Gegenſtand
ürr richtigen Beurteillung eünes Menſchen ſein. Ein alter
der wie zu Großvaters Zeiten noch ſeinen Ehrenplatz
der altmodiſche Nähtiſch der Mutter, das ſind Erimer=
Ee in ihrem Ausdrucke ein günſtiges Licht auf das
Ge=
di Seele desfenigen werfen, der in dieſer Weiſe ſeine
ine Dankbarkeit und ſein — Herz dokumentiert.
der menſchliche Körper nicht ſelber eine „Wohnung”
Menſchen Seele? Wie ſagt Schiller in ſeiner Huldigung
te?:
och Schömres find ich wichts, wie lang’ ich wähle,
s in der ſchönen Form die ſchöne Seele.
kann mam auch in übertragenem Sine auf die Alltags=
und des Menſchen Seele anwenden: es gibt im der
etwas Anſprechenderes als in einer ſchönen Wohnung
e Secle!”
P. S.
Tage in Salzburg.
Von Richard Rieß=München.
twürdig berührt fühlt ſich der Deutſche, der nach den
nerhalb der eigenen Grenzpfähle verbrachten Jahren zum
ile wieder den Fuß auf fremde Erde ſetzt. Hat doch in
it jedes Land, nach der Umwälzung durch den Krieg und
gen, neue, eigene Lebensbedingungen erhalten, und der
Zaſt wird, im bekannten Städtchen, zum Entdecker und,
dung des eigenen Kreiſes gedenkend, zum Vergleicher.
Das Märchen im Buchenwald.
Schon die Vorbereitungen auf die Fahrt geben dem Unternehmen
eine Wichtigkeit, vor der ſtaunt und lächelt, wer, vor 1914, öfters
ſeine Ausflüge ins Nachbarland machte. Zwei Gänge auf die
Polizei umrahmen die Bemühung, vom Nentamt die
Ausreiſe=
fenehmigung zu erhalten. Nach Tagen liegt das Paßheft,
bebil=
dert und ſtempelvoll, zur Abholung bereit. Du hältſt es, nach der
dreiſtündigen Schnellzugsfahrt, wichtig in der Hand, wenn Du,
Glied einer langen Schlange, vor den deutſchen Paß=, den
öſter=
reichiſchen Zollſchranken am Salzburger Bahnhof harreſt. Zehn
Augen prüfen. Ein wenig müde vom langen Anſtehen, lächelſt
Du, deutſcher Schriftſteller, Anno 21, vor der Frage des Grenz=
Inquiſitors, ob etwa Du größere Geldbeträge mit Dir führſt.
Deiner Antwort und ehrlichen Miene wird ohne nähere Prüfung
getraut, auch von den Zollwächtern Oeſterreichs, und, wenn Dir
die Schauergeſchichte von den hochnotpeinlichen Kabinen=
Uuter=
ſuchungen, denen jeder Reiſende ausgeſetzt ſein ſoll, wieder
ein=
fällt, biſt Du längſt, ohne im mindeſten ſchikaniert worden zu ſein,
auf der Straße der ſchönen Stadt.
Der blaueſte Aprilhimmel, ein gütiges Geſchenk nahenden
Lenzes, liegt über Gaſſen, Plätzen und Fluß, und über der
Fels=
höhe der Burg iſt ein weißes Wolkenkränzchen wie Heiligenſchein
gelagert. Haſt Du einen der Hügel erklommen, dann liegt die
Stadt, zu beiden Seiten der Salzach, wie hingetuſcht, unter Dir.
In klarer Zeichnung heben ſich die Türme der achtundzwanzig
Kirchen aus dem Bilde. Ueber allem wacht die Hohenſalzburg,
alt und hart und feſt. Krone des Felſens, unnahbar menſchlichen
Schritten, wenn der Herr der Burg es nicht will, dreifach durch
Sperrbögen geſchützt, ein ritterlich=wehrhafter Platz — bevor
Ka=
nonen aus der Ferne Eiſen zu werfen gelernt. Dort oben
herrſch=
ten Salzburgs Erzbiſchöfe, denen weite Gebiete untertan waren,
herrſchten, oft gegen den Willen der Städter, die, zu den Füßen
des Felſens, ohnmachtig murrten . . . Die Burg iſt eine kleine
Stadt für ſich. Neben den Prunkſälen, wo getafelt und Gericht
gehalten wurde, ſind ſteinbödene Soldatenhallen gelagert, in
denen die Reiſigen hauſten, der kirchlichen Herren Leibgarde. Hier
waren während des Krieges gefangene Italiener untergebracht.
Von harter Gerichtsbarkeit kündet ein Turm, in den
Folterkam=
mern und Verließe an die grauſame Rechts= (oder Unrechts?=)
Pflege jener Jahrhunderte erinnern.
Der Wanderer kehrt in die Stadt zurück. Er geht über die
Plätze und bewundert das ſchönſte ſüddeutſche Barock.
Erinne=
rungen an italieniſche Bauherren und an Meiſter Bernh. Fiſchers
deutſche Kunſt. Ein Platz ſchließt an den anderen, ſo daß dieſe
Plätze königlich=prunkhaften Durchgängen gleichen. Pompöſe Tore
führen in Prunkhöfe und die Phantaſie bevölkert ſie mit dem
üppigen Gefolge im Scharlachgewand hoheitsvoll
dahinſchreiten=
der Kirchenfürſten. Denn dieſe Stadt, deren Architektur der
Aus=
druck eines feierlichen Lurus iſt, iſt eine Stadt des Feſtlichen,
Großartigen, Ueppigen. Und ſo fällt denn ſchmerzlich der
Gegen=
ſatz auf von der verſchwenderiſchen Schönheit des baulichen
Aus=
drucks und der ärmlichen, gedrückten Phyſiognomie des
gegenwär=
tigen, notreichen Lebens. Die Prunkplätze wirken hier nur als
Kuliſſe. Es iſt, als ſeien die wenigen Menſchen, die ſie bevölkern,
werktätig gewandte Schauſpieler, die erſt die Stunde der
Vor=
ſtellung in den Prunk rufen wird, der dem der Dome und Paläſte
entſpricht. Salzburg leidet ſchwer. Man ſieht es nicht, wenn
man mit oberflächlich=genügſamem Auge die Umwelt der großen
Hotels betrachtet. Hier herrſcht die Atmoſphäre der ſtarken
Va=
luta. Hier ſind Menſchen, die von den ausländiſchen Geldbeuteln
profitieren. Wer aber tiefer zu ſehen ſtrebt, wird das wahre
Ge=
ſicht dieſer Stadt und dieſes Volkes erkennen. Die Menſchen
ringen mit der Not des Lebens. Wertlos, faſt iſt die Krone.
„Heller”, der Kronenteil, iſt nur ein Name. Das beſcheidenſte
Eſſen koſtet 100 Kronen. 12—20 Kronen ein Ei, 30—40 Kronen
der Veſperkaffee mit dem öſterreichiſchen Kipferl. Wir Deutſchen,
die wir in unſerer Heimat von neutralen Beſuchern ſelbſt
be=
mitleidet werden, weil zehnfach der Wert ihres Geldes; wir
füh=
len hier unſeren eigenen ſchmalen Geldbeutel gewichtig, und,
ſel=
ber an Preiszahlen gewöhnt, glauben wir, billig zu leben, da
wir die Kronenrechnung durch elf oder gar zwölf dividieren
dürfen, bevor wir ſie in Mark begleichen. Wir, die wir für die
Poſtkarte bald 40 Pfennig zu zahlen haben, empfinden es als
Erlebnis, für 8—9 Pf. korreſpondieren und den Brief mit 17 Pf.
rankieren zu dürfen. Die Salzburger aber, denen keine
Indu=
ſtrie die Möglichkeit gibt, ihre Einnahmen mit der
Geldentwer=
tung in Einklang zu bringen, empfinden die Hand, die den Wert
der fremden Währung hoch treibt, als Würgefauſt, unter der ſie
Von Ernſt Eimer.
alte Wurzelmännchenkönig Mooſerich guckte aus dem
und ließ ſeine Glatze von der Sonne beſcheinen. Mit
Hand ſtrich er bedächtig ſeinen langen weißen Bart und
ſchüber ſein Leben. — Er konnte zufrieden ſein. Vor
ahren hatte ihn ſein Volk, das 1713 Köpfe zählte, zum
wählt. Da war er auf einen Baumſtumpf gehüpft, hatte
e gereckt und gerufen: „Kinder; in meinem Reich ſollt
ſuit haben, die Braven lobe ich und den Spitzbuben gerbe
T. Amen!”
iche waren etwas verſchnupft über dieſe kurze Rede
ge=
aber ein alter Mauſevater, der einmal im Zweikampf
te den Schwanz abgebiſſen und der Rätſel raten konnte,
eufen: „Gebrüder, hier ſprach ein Weiſer, er ſoll unſer
Als Mooſerich grad an König dachte, ſauſte ein klat=
Wegenſtand ſo wuchtig auf ſeine Glatze, daß er ſich mit
tzten hohlen Zahn in die Zunge biß.
eklige Etwas, ein lebendiger grüner Frechdachs namens
watz mit hellgelbem Kamm auf dem Kopfe und einem
eid breiten Maul, hatte den Wurzelkönig von oben
über=
er ſaß dem Alten im Genick, kratzte mit ſeinen krallen=
Fingern an deſſen Schädel herum und ſchrie ihm in’s
ha, Du morſcher Hutzler, glaubſt Du, wenn man die
ofſe aus dem Aſtloch ſteckt, dann ſei’s geſchafft? Aber gel”=
Bauch und geſpickter Beutel hindern die Bewegung.
ermoderter Roſtfink, mein Volk ſchnappt nach Freiheit
Storch nach dem Froſch. Es hat Schaum auf den Zähnen
ſackſen im Hirn
Hitze — Ratſch — Katſch,
Hitzeratſchkatſch
Ein Führer ſoll’s ſein,
Der haut alle Träumer
Zu Dreckſalat klein.
zu, altes Uebel, ein Führer ſoll’s ſein, der die Beine
bis8 an die Schulterblätter! — Dieſer Führer bin ich und
aabgeſetzt. Und alleweil gib Acht, jetzt kommt Bewegung
V."
—Flink wie ein Affe rutſchte Quaſſelſpatz dem Alten
oel hinunter, erwiſchte die Beine und warf ihn kopfüber
zuimloch hinaus.
er Ueberfall war für den guten behäbigen Mooſerich ein
kataſtrophaler Art. Ein Häufchen Laub am Boden hatte
m Sturz in die Tiefe gemildert, aber die Blamage päckte
THerzmuskel. Und die ganze Schändlichkeit der
Minut=
erſt zum Bewußtſein, als er jetzt nach ſeinem geliebten
Mgsfenſterchen hinaufblinzelte. — Frech und kaulqu ippig
on der Quaſſelſpatz. Seinen gelben Kamm hatte er dro=
79
ngerichtet und ſchickte ſich eben mit dickmauligem Grinſen
* Naſe auf den armen Mooſerich zu ſchneuzen. Dieſer
aT ſolche Schamloſigkeiten ſprachlos und bis ins innerſte
Fſchüttert. Vor dieſem ſchmutzigſten Schickſal, das ihn
treffen ſollte, packte ihn die Verzweiflung. Auf allen Vieren kroch,
wand und wälzte er ſich weg von der Stätte des Grauens.
Als die Entfernung zwiſchen ihm und Quaſſelſpatz zwei
Ha=
ſenſprünge betrug, getraute er ſich erſt wieder umzuſehen. Er
entdeckte nun auch, daß die Sonne nicht mehr auf dem Waldboden
ſpielte; ſie war hinter einer großen grauen Wolke verſchwunden.
Da ging der vertriebene Mooſerich, von dannen und weinte heiße,
bittere Tränen.
Quaſſelſpatz winkte ein flinkes Erdmännchen, das ſich gerade
im Gebüſch einen Stecken ſchnitt, heran und ſagte dieſem: „Hier
nimm das Horn unſeres Volkes, laufe damit vor alle Türen und
Kellerluken und blaſe hinein, bis Dir die Nieren ſchwellen.
Dann kreiſche hinaus: „Im Königsguckloch ſteht und ruft die
neue Freiheit, die will Euch die Mägen füllen!“
Während der Kleine davon rannte, ging Quaſſelſpatz an ſeine
erſte Amtshandlung. In der Regierungsſpeiſekammer ſtöberte er
zwei bauchige Töpfe mit eingemachten Himbeeren auf. Er
zwängte die Gefäße zwiſchen die Knie und verſchlang den Inhalt
mit ſeinen Fäuſten. Die leeren Töpfe warf er dann ſo geſchickt
zum Loche hinaus, daß die Scherben raſſelten. „Und nun kommt’s
zweite”, ſchmunzelte er und leckte behaglich mit der rot
leuchten=
den Zunge ſeine Naſenlöcher. Dann hielr er Ausſchau nach
ſei=
em Volke.
Die Botſchaft des Erdmännleins hatte gewirkt; die ganze
Gemeinde war auf den Beinen. Als Quaſſelſpatz von ſeinem
Fenſter aus 679 Köpfe gezählt hatte, ließ er ſeinen gelben Kamm
hochſteigen, ſpuckte in die Hände und gebot Ruhe. Leute,” rie
er mit erhobener Fauſt, „vor allem keinen Widerſpruch, ſonſt
wackeln die Hirnkaſten. Ich bin nun Euer König und das genügt.
Die Geſetze mache ich, aber die Ranzen ſollt Ihr Euch ſelber
ſtop=
fen. Nehmt die gefüllten Säcke der Gemäſteten und ſchüttet ſie
auf Eure leeren Teller, damit Euch’s Zähneklappern vergeht.
Hoppla, wer ſeinem Nachbar das Genick abhaut, hat’s Recht
da=
zu. Im freien Lande klirren keine Ketten. Und wer ſein Weib
nicht lieben mag, der ſoll es bleiben laſſen und ſich mit dem
Teufel verbinden, der hat noch allerlei Ware auf dem Lager.” —
Eine alte weiſe Eule, welche Ula hieß und der Rede in
atem=
loſer Spannung gefolgt war, ſagte leiſe zu ihrem Nebenmann,
einem Raben: „Jakob, mich ſchaudert!“
„Und”, fuhr Quaſſelſpatz mit erhobener Stimme fort, „die
aulen, verweſten Kreaturen auf falſchen Poſten will ich, wollen
wir zerſchmettern und dafür ſetzen das lodernde Feuer der Rache,
der Tat. Mein Schädel brummt, mein Schädel brennt, mein
Geiſt iſt hell bewegt wie der vibrierende Spiegelſaal des
Panop=
tikums. Und wenn es gilt, dem Höllenhund den Rachen
auszu=
räuchern — Völker, rufe ich, folgt Euerem König! Doch halt,
wagt jemand offenen Widerſpruch?”
In den ſchwachen Beifall auf dieſe Nede miſchte ſich lautes
empörendes Gemurmel der Menge.
Der alten Eule Ula ſchien dieſes Urteil zu gefallen, ſie machte
frohe Augen und bewegte ein wenig die Flügel.
Quaſſelſpatz, der weit über die Brüſtung ſeines Aſtholzes
lag, war wohl mit der Wirkung ſeines Vortrags nicht recht zu=
zu erſticken meinen. Das Volk iſt vielfach verbittert. Die
Freund=
lichkeit, die in der Fremdenſtadt ſprichwörtlich geworden iſt,
ſcheint — und man begreift es — ein Opfer der Zeit geworden zu
ſein. Man empfindet überall den Verfall, die Verarmung. Die
Menſchen ſind ärmlich gekleidet, ihre Garderobe iſt oft eine
Zu=
ſammenſtellung der noch brauchbaren Stücke aus guten Zeiten.
Wer kann ſich auch einen neuen Anzug leiſten, der 11000, die
neuen Schuhe, die 3500 Kronen koſten! Etwa die
Bühnenmit=
glieder, die zirka 3500 Kronen Monatsgage beziehen, dafür aber
ſich nicht nur ernähren, ſondern auch — für die Bühne — kleiden
müſſen? Das Theater, innen ein Prachtſtück im Rokokoſtil, bringt,
ür eine Probinzbühne, anſehnliche Leiſtungen zuſtande, wenn
ich nach der einen (Operetten=) Aufführung urteilen darf.
Im Sommer will nun Reinhardt, der als neuer Beſitzer des
Schloſſes Leopoldskron Salzburger Bürger geworden iſt,
Feſt=
ſpiele veranſtalten. Die offene Reitſchule mit ihren aus dem
Felſen des Mönchberges gehauenen Logen, ehedem ein
Turnier=
platz, ſoll überdacht werden und den ſtimmungsvollen Rahmen
geben. Hier wird „Jedermann” deſſen Aufführungen vor dem
Dom aus dem vorigen Jahre unvergeſſen ſind, zur Darſtellung
kommen; die Wiener Staatsoper ſoll „Coſi fan tutte” bringen;
ferner iſt „Der Bürger als Edelmann” im Programm vorgeſehen,
ſowie Sinfoniekonzerte Wiener Muſiker. Es gibt in Salzburg
Leute, die mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche Notlage der
einhei=
miſchen Bevölkerung ihre Stimme lebhaft gegen die Feſtſpielidee
erhoben haben. Aber — wie ich erfuhr — ſoll die Verpflegung der
Feſtſpielbeſucher aus beſonderen Zufuhren gewonnen werden, ſo
daß die einheimiſche Bevölkerung darunter nicht leiden wird. Der
größte Teil der Salzburger Schriftſtellerkolonie
ihr gehören
Bahr, Stefan Zweig, Ginzkey u. a. an — iſt für die Feſtſpielidee
auch, wie man mir ſagte, durchaus eingenommen. Immerhin
bleiben Bedenken, ob es aus Taktrückſichten angängig iſt, dem
darbenden Volke wohlgenährte, feſtfreudige Menſchen ins Haus zu
ſchicken. Aber, es iſt ja ſchließlich nicht unſere Aufgabe, Vor= und
Nachteile der Salzburger Feſtſpielidee abzuſchätzen.
DEEmsn m Irr
Tfi
Der Naturfreund
Ar
mmmmn
Lnn
nk. Der Kletterkunſt der Gemſen iſt ein inhaltsreicher
Auf=
ſatz von Forſtmeiſter Hans Fuſchelberger in der
ſchwei=
zeriſchen Zeitſchrift für Naturwiſſenſchaften „Natur und Technik”
gewidmet. Wenn der Hochtouriſt eine beſonders ſchwierige
Klet=
terei unternehmen will, zieht er ſeine genagelten Bergſchuhe aus
und die Kletterſchuhe an; das ſind Leinenſchuhe mit weichen
Baſtſohlen. Mit ihnen kann er ſich im Gefels viel beſſer
be=
wegen. Sie gleiten weniger leicht ab und laſſen auch den
Taſt=
ſinn der Fußſohle zur Geltung kommen. Das Prinzip der
Kletterſchuhe hat der Menſch der Gemſe abgelauſcht; denn
ge=
rade ihre weichen Schalen verleihen ihr die Fähigkeit des
Klet=
terns, verleihen ihr die Kunft, ſelbſt im ſchwierigſten,
felsſtarren=
den Gelände kühn und ſicher ſich zu bewegen. Die beiden
Scha=
len jedes Fußes der Gemſe ſind ſehr ſchmal und weich. Da ſie
naturgemäß infolge ihrer Weichheit ſchnell abgenutzt werden,
ſind ſie überaus raſchwüchſig. Die äußere Schicht der Schalen
wächſt ſchneller als die innere; ſie haben daher außen immer
einen weichen und dennoch ſcharfkantigen Rand. Im Herbſt,
wenn die Böcke feiſt und träge ſind und ſich weniger bewegen,
iſt dieſer Rand weit vorſtehend und ausgefranſt. Während der
Brunftzeit, in der ſie biele Tage lang öhne irgendeine Aeſung zu
ſich zu nehmen herumſpringen, wird der Rand gründlich
abge=
nützt. Darauf iſt es zurückzuführen, daß die Fährte des Bockes
vor der Brunſt größer und nach der Brunſt kleiner iſt, als die
der Geis. Wer Gemſen im Hochgebirge viel beobachtet, kann
manchmal ganz fabelhafte Kletterleiſtungen ſehen. Kleine
Vor=
ſprünge im Fels, für das menſchliche Auge kaum wahrnehmbar,
ermöglichen es ihnen, faſt ſenkrechte Steilwände zu durchqueren.
Durch Abſturz findet deshalb auch nur ſelten eine Gemſe ihr
Lebensende. Faſt noch mehr als die Kletterkunſt der Gemſen
ſetzt uns ihre Fähigkeit in Erſtaunen, in vollſter Flucht über
Ge=
rölle dahinzujagen. Wer die Schutthalden der Hochgebirge kennt,
weiß, was es heißt, über ſie hinweg zu gehen. Da ſind lauter
ſcharfkantige Steintrümmer von Kopf= bis Tiſchgröße; wenn
man darauf tritt, wackelt alles. Dazwiſchen ſind Spalten und
Löcher, von denen man nicht weiß, wie tief ſie ſind. Ueber
ſolche Schutthalden ſpringen Gemſen in vollſter Flucht hinüber,
als wären es glatte Raſenflächen, ein Anblick, der jeden
Natur=
freund immer wieder mit höchſter Bewunderung erfüllen muß.
frieden, denn er guckte herausfordernd und drohend in die
Runde. „Und ſehen ſollt Ihr nun”, ſchrie er mit äußerſter
Heftigkeit, „beweiſen will ich Euch jetzt, daß ich regieren kann.
Denn es muß alles, alles anders werden. Ja, warum ſteht Ihr
denn noch auf den Beinen? Stelkt Euch auf die Köpfe und
hüpft im Lande herum oder bleibt am Platze und haut die
Wa=
den zuſammen, daß ſie klappern, damit Ihr willig werdet für
mein Reich. Und wie ſteht’s mit unſeren Bürgern, Ratten,
Mäu=
ſen, Füchſen und Konſorten, die ihre Schwänze durch den Dreck
und Kot der Erde ſchleifen? Ja, ja, ſie tun’s, weil ſie ’s nicht
anders wiſſen. Aber es gibt neue Könige und gibt neue Sitten;
und vom nächſten Morgengrauen ab hat jeder Schwanz auf der
Bruſt zu wachſen.” Ein junger Maulwurf konnte dieſes nicht
glauben, er lief zum Aſtloch hin, ſtellte ſich auf die Hinterbeinchen
und rief hinauf: „Herr Spatzelquaß, wie kann ich denn meinen
Schwanz auf die Bruſt wachſen, wenn he hinten hängt.” Schnell,
wie er gekommen, lief er wieder davon, — man kann ja nicht
wiſſen, wie der König über ſeine Meinung dachte. Aber
Quaſſel=
ſpatz hatte ihn wohl gar nicht gehört, denn er ſchaffte eben eine
große Birkenrinde aus dem Innern des Baumes und hielt ſich
dieſe vor die Naſe; es war die Namensurkunde ſeines Volkes.
Der König wollte nun Aemter vergeben, deshalb brauchte er die
Perſonalien.
„Schoniböck Wampeldampf!” rief er jetzt mit ſcharſer
Stimme. — Keine Antwort,
„Schoniböck Wampeldampf!‟ Da wand ſich ein fettes
ſchwar=
zes Kerlchen durch die Menge und rief: „Hier, und ich heiße auch
Molch!” „Was haſt Du für ein Geſchäft?” „Ich bin
Erdwüh=
ler, Herr Präſident!“ „Das läßt ſich hören, aber Du mußt
hin=
auf. Du biſt alleweil mein Kammerherr und frißt aus der
Staatskrippe.”
„Aber ich hab’ ſo ſchmierige Pfoten” meinte Wampeldampf.
„Keinen Widerſpruch”, ſagte Quaſſelſpatz, „Deine Pratzen
werden geſchruppt und eingefettet.”
„Waldinus Sonnenſänger!” „Hier, mein Fürſt!” Ein
leb=
hafter Jüngling mit bunter Bruſt und luſtigen blauen Augen
e ſich vor. „Was treibſt denn Du?” „Ich bin ein
Künſt=
ſten,
Ie
„Wie?” „Ei, ein Künſtler!” „Aha, nun verſteh’ ich —
ein Feuerfreſſer!” — „O nein, ich ſchaffe im Reich des Schönen,
ich arbeite ſozuſagen mit der Seele.”
Da brach Quaſſelſpatz in ein ſchallendes Gelächter aus und
rief: „Da hört die Luftblaſe, die windige, den Schandlappen der
Menſchheit. Der Gemeinde das Mark aus den Knochen ſchlucken
und keinen Beruf. Das nennt er Seele und Schönheit. — Aber
hör' einmal; kannſt Du mir das Lied vorſingen: Wo ſteckt mein
Bombambimchen?"
„Nein, ſolchen Miſt verzapfe ich nicht.”
Ob dieſer Antwort ſchwollen dem Quaſſelſpatz Kamm und
Adern. „Du Tropf”, wetterte er los, „die guten Wünſche Deines
Königs willſt Du als Miſt bezeichnen? Miſerable Flunkerpflanze!
Die Strafe ſoll Dich treffen, die Dir mit Recht gebührt.
be
Nummer 18
Unterhaltungsblatt zum Darmſtädter Tagblatt
Jahrgang 19
In
af!
Die Welt der Frau IIEI
B.
nnna aia na zrwunmanmnensnnserwnnnnnwnsenennnenenenevnennnennsens
Hargt2.
Iſt die Mode vernünftig?
Täglich hört man über die Torheit und Lächerlichkeit der
Mode ſchelten; die armen, vielgeplagten Väter, deren Geldbeutel
den weiblichen Mitgliedern der Familie ſtets für neue Kleider,
Hüte, Schuhe uſw. zu Gebote ſtehen ſollen, beginnen das
Klage=
bi
bi=
lied, die älteren Frauen ſtimmen ein, zum Schluß jammern ſogar
die jungen Mädchen mit — aber wenn es gilt, von den Worten
zur Tat überzugehen, ſo findet doch keine einzige Frau den Mut,
ſich allein der ungeheuren Mehrzahl ihrer Mitſchweſtern
entgegen=
zuſtellen und etwas Unmodernes zu tragen, bloß weil es
viel=
leicht beſſer, praktiſcher und billiger iſt als die momentan
herr=
ſchende Mode. Nein, vom Standpunkt der „feinem Vernunft”
Iid
lomt man von der Mode nicht los; immer wird ihr etwas
Unvernünftiges, Unlogiſches anhaften und dieſelben Argumente,
die man gegenwärtig für den ſchmalkrämpigen Hut oder die zu
engen Röcke ins Feld führt, hat man vor Jahren für die genau
entgegengeſetzte Anſchauung geltend gemacht. Aber ſehen wir
einmal genau zu: geſchieht denn wirklich in unſerem Leben alles
U
nach den Geſetzen der Logik, nach den Regeln der Vernunft? Wir
wiſſen nur zu oft ganz genau, daß gewiſſe liebgewordene
Ge=
wohnheiten unſerer Geſundheit, unſerer Gemütsruhe, unſerem
eeliſchen Gleichgewicht ſchaden, wir begehen hundertmal im Tage
kleine Unvernünftigkeiten, wir folgen ſehr oft dem Zuge unſeres
Herzens, ſtatt den klaren Geboten des Verſtandes, wir kämpfen
zu
ebenſo hartnäckig als erfolglos gegen den ſchlimmſten aller „
in=
neren Feinde” gegen unſere Bequemlichkeit und Vorurteil. Und
das geſchieht aus dem inſtinktiven Gefühl heraus, daß eine Welt
R
in der nichts anderes herrſcht als die Geſetze der toten Vernunft,
allen Reiz, alle Farben und jegliches Glück verlieren muß, und
daß es ſich nicht mehr lohnen werde, in dieſer Weit zu leben.
Nun ſpiegelt aber das, was wir gemeinhin die Moöe nennen.
ſo ziemlich alle Erſcheinungen unſerer Welt wieder; denn die
Mode beeinflußt nicht nur unſere Lektüre, unſere Wohnung, kurz
El.
unſer ganzes ſeeliſches und wirtſchaftliches Leben und der
eckigſte Sonderling kann ſich ihr niemals vollkommen entziehen.
Wenn es ein Geſetz der Mode gibt, ſo kann es nur das des
Kon=
traſtes und der Abwechſlung ſein; das ſtarre Feſthalten an einer
einzigen Form erzeugt notwendig Monotonie und unfruchtbaren
Stillſtand, und Schopenhauer hat gewiß recht, wenn er ſagt, daß
unſer Seelenleben beſtändig zwiſchen der Begier der Sehnſucht
und der Langeweile der Erfüllung hin= und herpendelt.
An=
regung brauchen wir vor allem, Anregung in der Form; unſer
Weltbild iſt bunter und mannigfaltiger als das unſerer Väter
und Großbäter war und der tauſendfältig wechſelnde, unruhige
Film der richtige Ausdruck für die Seele. Die Mode ſorgt für
dieſe Anregung. Sie ſchafft der Eigenperſönlichkeit der Frau ei=
De
nien befhändig wechfelnden Rahmen, ſie unterſtreicht bald dieſe,
bald jene weibliche Eigenſchaft. Und ſie dient damit vor allem
der einen, ewigen Macht, auf der am letzten Ende unſer ganzes
ſch.
geſellſchaftliches Leben beruht: der gegenſeitigen Anziehung der
Geſchlechter. Die Frau ſchmnückt ſich, oft ganz unbewußt einem
dunklen Trieb ihres Weſens folgend, für den Mann; der Mann
bringt ſeine primären und ſekundären Geſchlechtseigenſchaften
zur Geltung, um Eindruck bei den Frauen zu machen ohne
des=
halb ein eitler Geck zu ſein. Das war in grauer Vorzeit ſo und
das wird ſo bleiben, ſolange es der Natur gefällt, zwei
Ge=
ſchlechter zu binden. Und ebenſo lange wird das beſtehen, was
man Mode nennt. Vernünftig iſt das alles freilich nicht. Aber
jene ſtille wärmende Glut eines Treuverhältniſſes der
Geſchlech=
ſc
ter, jene ſchirmende Kraft des Mannes und jene ſüße
Hinge=
bung der Frau, die da Liebe heißt, iſt gottlob. auch nichts „
Ver=
nünftiges”.
E. v. F.
Der zeitgemäße Haushalt.
11
Haben Kriſtallgegenſtände, wie Vaſen,
Jardi=
nieren, Teller, Schüſſeln uſw. durch Gebrauch an Glanz und
Klar=
heit eingebüßt, ſo behandele man ſie wie folgt: Man wäſcht ſie in
warmem Seifen= oder Sodawaſſer ab, dabei die Vertiefungen mit
ſauberer Bürſte bearbeitend, worauf man ſie mehrere Male in
warmem weichen Waſſer, das man mit etwas Waſchblau verſetzt
hat, ſpült, um ſie dann mit Sägeſpänen zu trocknen, da die Tücher
meiſt Faſern hinterlaſſen, zudem mit ihnen auch nicht völlig die
Vertiefungen zu erreichen ſind, ſo daß die darin haftenden
Trop=
fenſpuren den ſpäteren Glanz durch graue Ränder unterbrechen.
Die feinen Sägeſpäne, auch Sägemehl gemannt (beim Tiſchler
er=
hältlich) ſaugen jede Feuchtigkeit auf und können nach dem
Trock=
nen ſpurlos abgebürſtet werden.
Schadhafte Teppichecken auszubeſſern. Beim
Teppich ſollte jeder ſich zeigende Schaden baldigſt ausgebeſſert
werden. Namentlich die Ecken ſollten raſch wieder verſtärkt und
gegen weiteres Beſchädigen dadurch, daß man die Ecke vorn links
ge
mit einem dreieckigen Stück grauem Leinen unterlegt, geſchützt
2e
werden. Dieſes wird mit überwendlichen Stichen angenäht und
D
kif
alle gelöſten Fäden mät möglichſt gleichem Garn auf dieſer feſten
Unterlage wieder in gleicher Stichart befeſtigt. Zum Schluß
jal
bürſtet man ringsum den Rand mit heiß aufgelöſter Braunsſcher
Aufbürſtfarbe gleichmäßig im alten Farbton ein und der Teppich
wird in ſeinem neuen Ausſehen michts mehr von ſeiem alten
Defekt verraten.
H. L.
1
Waſchlederne Handſchuhe büßen in keiner
Weiſe an ihrer Weichheit ein, wenn man nach erfolgtem
Wa=
ſchen dem Spülwaſſer tropfenweiſe Glyzerin zuſetzt und die
Handſchuhe darin mehreremale leicht ausdrückt. Sie werden an
K. M.
der Luft, jedoch im Schatten, freihängend getrocknet.
Wie wird grüner Salat am zweckmäßigſten
bereitet? Zwei große Salatköpfe, die für vier bis fünf Per=
ſonen ausreichen, putzt man und wäſcht ſie gründlich, worauf
man die Blätter auf einen Durchſchlag zum Abtropfen gibt.
In=
zwiſchen ſtellt man ſich folgende Marinade her: Man miſcht einen
Eßlöffel Zitronenſaft, den man an Stelle des Eſſigs nimmt, da
er bekömmlicher iſt, mit zwei Eßlöfeln Salatöl, einem halben
Tee=
löffel Salz, eine Priſe gemahlenen weißen Pfeffer, einen kleinen
gewiegten Zwiebel und einem Eßlöffel Schnittlauch und mengt
darin den bereits abgetropften Salat. Liebt man ihn nicht ſo
ſauer, ſo kann man durch Hinzuſügen von einem Tropfen
aufge=
löſtem Sacharin die Säure mildern.
T. R.
Bei der Bereitung von Mayonaiſe oder
Re=
monladenſoße erzielt man ſchöne glatte und „runde‟” Soßen,
wenn man alle Zutaten, wie Eſſigwaſſer, Salz, Ei (nur das
Gelbe) oder Eierſatz, Pfeffer, Mehl und Oel kalt ſo lange quirlt,
bis alles zu einer „klümpchenloſen” Flüſſigkeit verquirlt iſt und
dieſe auf dem Feuer ſtändig bis zum Fertigausquellen rührt, nach
dem Fortnehmen in eine Schüſſel mit kaltem, öfter zu
erneuern=
dem Wafſer ſtellt und bis zum völligen Erkalten rührt. Zuletzt
erſt ſverden dann die berſchiedenen Frühlings= und Würzkräuter,
wie Schnittlauch, Kerbel, Peterſilie uſw., beigefügt, jedoch in
kleinſten Mengen, damit nicht der Artgeſchmack der betreffenden
Soße „übertäubt” wird.
V.
Speiſezttel:
Sonntag: Nudelſuppe. Blumenkohl mit Rumpſteak. Rhabarber=
Montag: Spinat mit Röſtkartoffeln.
kompott.
Dienstag: Gräupchen mit Kohlrabi in Fleiſchbrühe.
Mittwoch: Weißkrautwickel mit Zwiebelſoße.
Donnerstag: Weiße Bohnen mit Speck und Zwiebel.
Freitag: Kartoffelmus mit Speckſoße.
Samstag: Sülze mit Mayonaiſe und Bratkartoffeln.
u
Das Tagebuch. Die ehemalige Herzogin Amalie von
Weimar ſchrieb ihrer Tochter zum 13. Geburtstag in das
Tage=
buch, das ſie ihr geſchenkt hatte: „Du biſt mir, obgleich noch ein
Kind, ſehr wahr geweſen, bleibe es Dir ſelbſt, wenn ich nicht mehr
bin! Wenn nicht die mütterlich=dringenden Fragen mehr das
Be=
kenntnis kindiſchen Vergehens Dir zu entlocken hier vernehmbar
ſind, wenn das Mutterauge nicht mehr forſchend in das Deine
blickt, alsdann, meine Dora, ſei Dir ſelbſt ein ernſter Mahner,
daß für alle Zeiten Wahrheit Dir und Liebe heilig ſei.‟ — Das
Tagebuch iſt eine Schöpfung des 18. Jahrhunderts. Es ward
geboren im Zeitalter der Empfindſamkeit. Leicht begreiflich, daß
gerade dieſe Zeit des überſchwenglichen Gefühlslebens einen für
alle Tage dauernden Niederſchlag ſuchte. So ſind uns denn aus
jener gefühlsreichen Epiſode Tagebücher überliefert worden, die
die geheimſten Regungen wiedergeben. Es ward üblich, dem
heranwachfenden Kinde ſolche in die Hand zu legen, um hier
alles, was es denkt, fühlt, will, einzutragen. Doch war es nicht
die Abſicht, einen ausführlichen Lebenslauf feſtzulegen, vielmehr
verband man mit der Schenkung den Wunſch, wichtige und
mar=
kante Momente aus dem Leben aufzuzeichnen, um ſie der
Nach=
welt zu hinterlaſſen. Daß es in der gefühlserregten Zeit natür
lich auch zu Auswüchſen kam, beweiſen nur zuviel Werke aus
jenen Tagen, wo oft Nebenſächliches in den Vordergrund
geſcho=
ben wurde, während für uns heute Wichtiges einfach
totgeſchwie=
gen worden iſt. Es iſt ja auch ungemein ſchwer, zu den
Geſcheh=
niſſen des Innen= und Außenlebens den richtigen Maßſtab zu
finden, da es meiſt an dem notwendigen Abſtand mangelte und
die Urteilsfähigkeit oft nicht in dem Grade vorhanden war, wie
es wünſchenswert geweſen wäre. Auch in den Schulen der
da=
maligen Zeit wurde darauf gedrungen, Tagebücher zu führen.
Von den Schülern mußten ſie oft vorgelegt werden. Die
jugend=
liche Eitelkeit wollte mit den Erlebniſſen glänzen und nahm
da=
her oft ihre Zuflucht zur Unwahrhaftigkeit. Es iſt zu bedauern,
daß gerade in unſerer Zeit dieſer ſchöne Brauch faſt ganz
abhan=
den gekommen iſt. Hier und da trifft man ihn wohl noch beim
zarten Geſchlecht, in der Herrenwelt iſt er faſt ganz ausgeſtorben.
Während der rauhen Kriegsjahre hat wohl mancher danach
ge=
griffen und die auf ihn mit etementarer Wucht einſtürmenden
Ereigniſſe feſtgelegt. Dieſe alte, ſchöne Sitte ſollte mehr als
bisher gepflegt werden, damit uns die ſpätere
Geſchichtsſchrei=
bung nicht den Vorwurf der Gefühlskälte macht. Auch kann ſie
aus den Tagebüchern großer Leute wichtiges Material zur
objek=
tiven Beurteilung unſerer Gegenwart ſchöpfen. Darum, kehre
zurück zum Tagebuch! Trage aber nur das Wichtigſte ein, was
für die kommenden Geſchlechter von Bedeutung ſein kann. Fr. M.
uannnerssenene enenagetungnnrnsannngagnnnrssaggssennssnsnern
Daan2
u
iIp
Humor vom Tage
IIEI
*
„
wr meeenmmwwwewvwwenenesnnneeneesnsneneeeenvenvesweneseeeewmmmmevenDnereenes
Humor des Auslandes.
Stoßſeufzer. Zahnarzt (im Zoologiſchen Garten den
offenen Rachen eines Krokodils betrachtend) „132 Zähne!
Je=
der Zahn fünf Gulden zum Plombieren. Ach, nur drei ſolcher
Patienten täglich und ich wäre bald ein reicher Mann.”
(Haagſche Courant.)
Ein Hauſierer klingelte an der Tür einer als ſehr grob und
mundfertig verſchrieenen Frau. Sie überhäufte ihn wit einer
Flut von Schimpreden, daß er ſie in der Arbeit zu ſtören gewagt
habe. Er hätte ja auch gar nichts, was ſie gebrauchen könne.
„Scheint ſo”, entgegnete der Hauſierer gelaſſen, „Mausfallen
hätt’ ich ſchon, aber keine Maulkörbe.”
(Kikeriki=Haag.)
In einer Geſellſchaft überboten ſich zwei Gascogner in
Aufſchneiderei. „Ich”, erzählte der eine, „warf einmal einen
Nagel nach dem Mond und durchbohrte denſelben.” — „Ja, das
iſt wahr” beſtätigte der andere, „denn ich ſtand auf der anderen
Seite und fing den Nagel auf.” —
(La Bayonnette.)
Spiel und Rätſel
Kryptogramm.
H
K
R
Auszähl=Rätſel
u
Matntettte
FEint
S
Ar
unter deit Zwenid
benkr
6
M.
C D
H I
E
9
Ean nn
mm einem Ueberfluß ”
RS
DEI
wamgen Prechen kand
T
E
Sunates mußte wäh
-umen werden, und
T
C
heib git e2 ging aufgeh
R
gmenen Elends abe
EI
Eu, daß bei den Regi
Z
zr Verernfachung des
2
rim Arbeit, Zeit un
Nuchsminiſter des Inn
E
vfuriſtenzeitun
N
E
Sils, für die „Ver
H
ung der Reichsver
H
Lugram aufzuſtellen.
wette gewſen und
N
i. Frgen der Reichsve.
Z
im erſter Vorſchlag
Gegenſatz=Rätſel.
en Wirtzſchafts, Schat
Teufel, außen, hoch, ſüß, billig, eckig, heiter, himmliſhik eaigen Mimiſterium
Mehrzahl, geben, geſcheidt, falſch, oft, Anfang, vorne, verſoylzg von der Erfahrun
zufſtergen die Kabinett
ſparen, reich, jung, links.
Man ſuche zu obigen Wörtern die Gegenſätze; ihre And nd benutzen mußtel
buchſtaben nennen dann wieder zwei Gegenſätze.
tugen und durch eine
E
Carl Deubel.
Rätſel.
uch ſolche Debatten n
224. Tritt’s Wort, ein böſer Bub' in’s Wort ohn Fuß,
er darin leicht hangen mit dem Fuß.
225. Schiebſt du in ein Gemüſ” — ein langes ſ hinein, —
ertrag wird dies — dir dann willkommen ſein.
226. Die erſte Silbe kommt ſchon in der Bibel vor, — di
hatte nur ein einz ges Eingangstor. — Das Ganze, ei;
nicht weit vom Meeresſtrand, — iſt in der ganzen A
Handelsplatz bekannt.
Auflöſungen.
Des Röſſelſprungs:
Nur im engen Kreiſe ſeiner Lieben,
Still genügſam an dem eignen Herd
Mit Vertrauen nach dem Himmel blickend,
Hat das Leben einen wahren Wert!
Henny Schubert,
Des Zahlenrätſels:
— Auf dieſe Weiſe wurt
eitliche Wirtſchaftspo
Des Silben=Vorſatz=Rätſels:
Dogma, Irma, Emma, Jubel, Abel, Giebel, Dog;
Auge, Chlodwig, Hedwig, Ludwig, Eule, Brille, Eile
Segel, Mangel, Iller, Daler, Teller, Eſſe, Linſe, Naſe.
Jagd nach Lebensmitteln.”
Der Rätſel: Nr. 221: Beil, Eid, bei Leid, Beileid. 18
Leibgericht. Nr. 223: tauſchen, täuſchen.
Berantwortlich: Max Streeſe.
Zu 1 — jeweils nach Vollmond lieferſt Du 15 fette
Enger=
linge in die Landesſpeiſeküche.
Zu 2” — hier ſtreckte ſich Quaſſelſpatz weit über die Brüſtung
und verſetzte dem verblüfften Künſtler eine klatſchende Ohrfeige.
Die alte Eule Ula, die ſchon lang empörte Augen machte,
rief jetzt mit tiefer, lauter Stimme: „Nun iſt’s genug!” Und
im gleichen Augenblick fuhr ſie mit großem Flügelrauſchen auf
Quaſſelſpatz los, hakte ihn feſt und flog mit ihm davon.
Der Afterkönig ſchrie und zappelte erbärmlich. Ula aber
war ernſt und ſchweigend. Der mutige Vogel ſchwebte nun jener
Lichtung zu, in welcher der ſtille, tiefe Waldſee lag. In der
Mitte der Lichtung zog er die Krallen ein und eilte dann frei und
leicht zurück.
Als Ula wieder bei ihrem freudig erregten Volke erſchien,
trat lautlofe Stille ein. Sie ließ ſich im Baumloch nieder, neigte
zweimal den Kopf und ſagte: „Verzeiht bitte, daß ich mich gleich
ein wenig höher ſetzte, aber ich wollte Euch noch einiges ſagen:
„Liebe Freunde” begann ſie, „was ich jetzt getan habe,
Rußte ſein. Der Böſewicht, der die verwerfliche Frechheit hatte,
ſich Euch als König aufzudrängen, kommt nicht wieder. (
Stür=
miſcher Beifall.) Ein giftiges Geſchwür, welches man nicht
be=
ſeitigt, koſtet das Leben; aber leben wollen und müſſen wir,
und ein freies, frohes Volk wollen wir ſein, das ſeine Heimat
liebt und in der Sonne atmet; doch die Freiheit darf nicht
Will=
kür und Wahnſinn werden. Gerechtigkeit nach unten und nach
oben macht uns zu Schweſtern und Brüdern. Und alle, die uns
Gutes bringen, ſollen in unſerem ſchönen deutſchen Wald
will=
kommen ſein. Die Arbeiter der Hände und des Geiſtes, die
Idealiſten, die nach den Sternen ſchauen und unſeren
Sonntags=
ſtunden die Weihe geben, — — Heimat und Arbeit, bringen
Frie=
den und Glück!"
Als Ula den Kopf nun wieder zweimal neigte, ſprang ein
altes Männchen auf einen Baumſtumpf. — Es war Mooſerich,
den die Rede der Eule wieder herbeigelockt hatte.
„Kinder”, rief er mit ausgeſtreckten Armen, „ich faſſe mich
kurz und ſchlage unſere liebe Ula als König vor. Ich glaube, die
N
kann’s noch beſſer, wie ich.
Und vielhundertſtimmig erſcholl der Ruf: „Unſer König Ula
hoch, hoch, hoch!
und Ula dankte beſcheiden nach allen Seiten.
Hinten herum wie die Frau von Bensheim.
Von Karl Witzel.
Durch den Prager Frieden 1635 verlor der Dreißigjährige
Krieg ſeinen konfeſſionellen Charakter. Die meiſten norddeutſchen
Fürſten waren ihm beigetreten, während die ſüddeutſchen an dem
Bündnis mit den Schweden feſthalten mußten, da die Reichsacht
auf ihnen drückte und die Fortſetzung des Krieges für ſie eine
Lebens= und Daſeinsfrage bedeutete. Um ſo beſſer konnten die
Schweden und Franzoſen im Lande ſchalten und walten. Er
wurde lediglich geführt, um ſich durch deutſche Gebiete zu
berei=
chern. So wird uns berichtet, daß 1644 die Franzoſen unter
Turenne die Bergſtraße brandſchatzten und Darmſtadt
einnah=
men. Ueberhaupt hatte Heſſen, das damals in den unnatürlichen
Streit mit Kaſſel verwickelt war, in den letzten zwölf Jahren
dieſes unglückſeligen Krieges viel auszuhalten.
Aus der Heimſuchung der Bergſtraße wird uns eine Epiſode
mitgeteilt, die verdient, weiteren Kreiſen nicht vorenthalten zu
werden. Sie bildet den urſächlichen Grund des Sprichworts=
„Er kommt hinten herum, wie die Frau von Bensheim”, wie es
ſpeit und breit gang und gäbe iſt.
Im Jahre 1644 brach auch die Kriegsnot über das
aufſtre=
bende Bensheim herein. Die Franzoſen hatten es eingenommer
und machten ſich auf Koſten der Bürger gute Tage. Allem wurde
zut zugeſprochen, vor allen Dingen dem Wein, ſo daß die
Bens=
heimer Einwohner wenig erfreuliche Gefichter machten. Weniger
angenehm war es ihnen, daß ihr Hab und Gut allmählich
auf=
gezehrt wurde, als daß täglich die Geſchoſſe in die Stadt
herein=
flogen. Vor den Toren lagen die Bayern zu Pferd und zu Fuß
unter ihren Generälen von Mercy und Johann von Werth. Unter
allen Umſtänden wollten ſie die Stadt in ihren Beſitz bringen,
um die Franzoſen abzulöſen, um es ſich in ihr gut ſein zu laſſen.
Oefters wogten die Stürme, doch keiner brachte ſie ihrem
Vor=
haben näher. Die vier Fuß dicke Stadtmauer verurſachte zu
großen Widerſtand. Wohl hatten einige tapfere Bayern das
Glück, die Mauern zu erſteigen, doch von ihnen ward nichts mehr
geſehen; die franzöſiſchen Wachtpoſten beſcherten ihnen den
Sol=
datentod. Einige Breſchen waren wohl auch in die widerſpenſtige
Mauer geſchoſſen, doch ſie genügten nicht, um größere Truppen=
maſſen hindurchſtoßen zu laſſen, und die Wenigen, die h0
kamen, wurden niedergemacht. Alle Wege und Mittel
verſucht, doch keines ſollte zuim Ziele führen. Schon wu
bayeriſchen Generäle von ihrem Plane Abſtand nehmen
ihnen ein wackerer Gehilfe in Geſtalt einer Frau von 2
Sie ſollten der Beſatzung in den Rücken fallen. Die
Weiſe gab ſie ihnen auch bekannt. Durch den langen Mic?
ſollten ſie ſich heranpirſchen, um dann unter einem lang e
gewölbe in die Stadt zu gelangen. Der Wink genügte, iun
wurde er in die Tat umgeſetzt. Wirklich brachte ſie die
den Beſitz der Stadt. Verdutzt ſchauten die Franzoſem
Bayern von hinten in ſie eindrangen, während ſie ſich in
heit wiegten, da ſie frontal nur ſchwach beſchäftigt wur)
großes Gemetzel folgte. Einen ungefähren Begriff gef!
Zahl — über hundert — der Totenſchädel, die man 182
Stelle gefunden, wo der Kampf am hartnäckigſten entbra‟
Allerlei, wie Speere, Lanzen, Sicheln, Gewehrſtücke,
auch hier ausgegraben.
Seit jenen Tagen iſt dieſe Redensart in aller Munde‟”
ſie auch manche Abwandlung erfahren hat, ſo iſt der
doch geblieben. Die damalige bayeriſch=franzöſiſche 75
ſie geboren, und nach 400 Jahren iſt ſie immer noch im
ohne daß viele wiſſen, woher ſie ſich leitet. Wenn heut
etwas auf geradem Wege nicht erreichen kann, ſo ſucht e
friedigung ſeiner Wünſche auf dieſe Weiſe. In unſerer
Schiebungen dürfte das Sprichwort recht oft — leider?
tung haben.
um Aufgabe der Exe
Führung des Kabinet
wm faſt nur Meinun
zien zwiſchen den ei
miſter Koch empfiehlt
umtlich beſonders he
Gun damit zu befaſ
ufangen, ehe ſie ar.
künt daher vor, den
MRichen Ausſchuß
de=
michtigen Angelegen
Kabinett ohne 20
1 ür die
en
ng herbeiznführen,
Ruß
tts
!
gen
bisk
Re
ae
zem
Balnete. Dit
der duck
I wä
Den gernackt, als
Vherreten
e regel
eit
Dder
teig
Nes beu
W
Ri
eſer
B.a
Der Gummiball.
Eine Fabel von Chriſtian Heinrich Kleukens
Noch geſtern, als man
Zwang ihn zum Springen,
Da ſprang er und flog er
Als hätte er Schwingen.
Ihn aber verbittert’s:
Zu ſehr man ihn ſchlüge;
Er wollte, daß Freiheit
Zur Sonne ihn trüge.
Und hoch durch die
In zornigem Drangy
Und über die Hecker?
Entfloh er dem Zw c
Der Graben verbarg
Nun wollte er fliege:
Als Freier zur S.
Im Schlamm blieb n8
R
6o
deit
mi
ie Dar
tar
N89
Ve=
Not