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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 262.
Mittwoch, den 23. September.
1914.
Der Krieg.
Krieg, Preſſe und Poſt. — Zur Kriegslage im Weſten. — Eine Aufklärung des Reichskanzlers. — Der Erfolg der
Kriegs=
anleihen. — Die Rekrutierung in England. — Die Buren und der Krieg. — Auſtralien und das engliſch=japaniſche
Bündnis.
Krieg, Preſſe und Poſt.
T.W. Es iſt ja in Deutſchland immer geklagt
worden, daß die Regierung die Wichtigkeit der
Preſſe nicht genug würdigt, aber erſt der gegenwärtige
Krieg hat gezeigt, wie ſehr die Intereſſen des Landes durch
dieſe Verkennung der Verhältniſſe leiden. Da die
deut=
ſchen Zeitungen nicht genügend Unterſtützung bei den
Be=
hörden ſinden, iſt es noch nicht gelungen, die engliſchen
und franzöſiſchen Blätter im Auslande auszuſtechen, und
wohin das führt, das haben die jetzigen Verhältniſſe
be=
wieſen, da in den neutralen Staaten faſt ausſchließlich die
Organe der mit uns in Krieg ſtehenden Mächte zu Gehör
kommen. Welche ſchwierige Lage für uns dadurch entſteht,
daß die öffentliche Meinung in Italien, Amerika, dem
Balkan uſw. durch die franzöſiſche und engliſche Preſſe
irregeführt worden iſt und wird, braucht hier nicht näher
erläutert zu werden, ſondern es genügt, darauf
hinzuwei=
ſen, daß in den genannten Ländern die öffentliche
Mei=
nung eine ausſchlaggebende Rolle ſpielt. In den leitenden
Kreiſen iſt dies, wenn auch zu ſpät, erkannt worden. Wen
die Schuld an dieſem bedauerlichen Vorkommnis trifft,
ſoll hier jetzt nicht erörtert werden, dazu wird ſich nach
Beendigung des Krieges erſt der geeignete Zeitpunkt
ein=
ſtellen.
Jetzt bitten nicht nur die Behörden, ſondern auch
maßgebende Vereine und Perſönlichkeiten, daß alle
diejeni=
gen, die mit dem Auslande zu tun haben, in ihren
Brie=
fen eine wahrheitsgetreue Darſtellung der jetzigen Lage
geben, um ſo den Lügenmeldungen von London, Paris
und Petersburg entgegenzutreten, ebenſo wie ſie darum
erſuchen, ihnen ausländiſche Zeitungen zuzuſtellen. Daß
die Deutſchen dieſem Wunſche bereitwilligſt nachkommen
werden, liegt auf der Hand, ob ihre Bemühungen aber
einen weſentlichen Erfolg haben können, muß doch ſtark
bezweifelt werden. Es wäre viel einfacher geweſen, wenn
die deutſchen Zeitungen ihren Weg ins Ausland mit
mög=
lichſter Beſchleunigung finden konnten, wie dies aus
Eng=
land und Frankreich der Fall iſt. Dann würde man auch
in den neutralen Staaten ihre Auslaſſungen veröffen: können: das iſt aber jetzt unmöglich, da ſowohl
Blätter wie Briefe mit außerordentlicher Verſpätung
an=
kommen, ſo daß die fremden Zeitungen daraus nichts
entnehmen können, weil ihr Inhalt bereits viel zu weit
zurückliegt. Es ſoll ohne weiteres zugegeben werden, daß
die militäriſchen Erforderniſſe in erſter Linie
berückſich=
tigt werden miſen, aber trotzdem muß man ſich doch
ſagen, daß es möglich iſt, z. B. zwiſchen der Schweiz und
Berlin, einen ſchnelleren Verkehr herzuſtellen, ſo daß die
Züricher Zeitungen bis zu ihrem Eintreffen in Berlin
nicht 8 Tage Zeit gebrauchen, wogegen engliſche und
fran=
zöſiſche Blätter, die doch nur auf Umwegen zu erhalten
ſind, innerhalb 4—5 Tagen ihre deutſchen Adreſſaten
er=
reichen. Wenn man auch die Betätigung der Poſt in dem
jetzigen Augenblick ſo wenig wie möglich tadeln möchte,
ſo muß man doch auf die genannten Verzögerungen, die
das Intereſſe unſeres Vaterlandes ſchwer ſchädigen, met
allem Nachdruck hinweiſen. Jedenfalls kann man aber
verlangen, daß die Gründe für dieſe langſame
Beförde=
rung wenigſtens bekannt gegeben werden.
Wenn alſo die Meinung im Auslande nicht genügend
aufgeklärt werden kann, ſo fällt ein großer Teil der Schuld
dieſem Umſtand zur Laſt. Welches Gewicht z. B. die
Engländer auf die Beeinfluſſung der öffentlichen Meinung
in den neutralen Staaten legen, geht daraus hervor, daß
ſie ſelbſt wider alles Recht das Eindringen von deutſchen
Mätern in dieſe verhindern. So wurden z. B. den aus
Deutſchland zurückkehrenden Amerikanern deutſche
Zeitun=
gen mit der wahren Darſtellung des Krieges zur
Vertei=
lung mitgegeben und trotzdem deren Reiſe auf einem
holländiſchen Dampfer vor ſich ging, wurde dieſer doch von
einem engliſchen Kriegsſchiff angehalten und den
Paſſa=
gieren die deutſchen Blätter abgenommen.
Zur Kriegslage im Weſten.
Man ſchreibt uns: Ein Rückblick auf die
Mit=
teilungen, die das Große Hauptquartier über die Kämpfe
im Weſten ſeit dem 14. ds. Mts. gemacht hat, läßt
er=
kennen, daß es auf dem weſtlichen Kriegsſchauplatz ſtetig
und ſicher vorwärts geht. Am 14. ds. Mts. wurden
ſchwere, unentſchiedene Kämpfe und ein franzöſiſcher
Durchbruchsverſuch gemeldet; am 15. iſt zwar von
deut=
ſchen Teilerfolgen die Rede, aber „im übrigen ſteht die
Schlacht noch”; am 16. erfolgten weitere franzöſiſche
An=
griffe, während bereits einzelne Gegenangriſſe der
Deut=
ſchen erfolgreich ſind; am 17. ſpricht das Hauptquartier
von Anzeichen, daß die franzöſiſche Widerſtandskraft zu
erlahmen beginnt, weiſt auf einen, ohne beſondere deutſche
Anſtrengung in ſich zuſammenbrechenden franzöſiſchen
Durchbruchsverſuch hin und berichtet, daß die Mitte der
Wohlhabenheit und das Vertrauen aller Kreiſe des
Vol=
kes auf den Sieg und den Willen aller, mitzuhelfen, auf
das glänzendſte an den Tag legt. Von den großen Firmen
und Körperſchaften, die Millionen gezeichnet haben, durch
alle Kreiſe der Beſitzenden hindurch bis zum
Dienſtmäd=
chen hinunter, das ein paar hundert Mark Erſpartes dem
Staat zur Verfügung ſtellte, alle haben das ihrige getan,
und das Ergebnis iſt die Verteilung der Anleihe auf alle
Volkskreiſe, die Aufbringung eines Betrages, der noch
gar nicht gefordert war, von einer Höhe, der gegenüber
die finanziellen Leiſtungen Frankreichs und Englands, der
Länder alten Reichtums, geradezu verblaſſen. Es iſt ein
Sieg des deutſchen Glaubens an die eigene
Sache, des Glaubens an das Heer und ſeine Führung.
Es iſt aber auch ein Sieg der deutſchen Arbeit, welche die
Werte geſchaffen hat, die jetzt mit einer ſolchen
außer=
ordentlichen Schnelligkeit bereit gemacht worden ſind. Mit
Stolz kann man ſich erinnern, daß zur Zahlung des
Be=
trages, den Deutſchland in wenigen Tagen aufgebracht
hat, Frankreich nach dem 70er Kriege Jahre gebraucht hat;
mit Stolz daran denken daß dieſe Leiſtung vollbracht
wurde nicht nach dem Abſchluß einer gewaltigen
Entſchei=
dungsſchlacht, ſondern während dieſe noch tobt, während
ihr Endergebnis noch nicht feſtſteht. Welch ein nationaler
Wille, weich eine Staatsgeſinnung, welch eine
Einmütig=
keit des Glaubens an Deutſchland! Welch ein
überwälti=
gender Beweis für die innere Geſundheit und
Ungebro=
chenheit der ſittlichen Kraft im deutſchen Volke! Was hat
man nicht vor dem Kriege zu ſagen gewußt vom
Ueber=
handnehmen des Materialismus, vom Abflauen der
Staatsgeſinnung, von dem Ueberhandnehmen des
Egois=
mus und jener eudämoniſtiſchen Geſinnung, die im
Geld=
verdienen, Wohlleben und der ſorgfältigen Pflege der
per=
ſönlichen Intereſſen ihr Ziel ſieht! Soviel davon wirklich
bereits in unſern Volkskörper eingedrungen war, der
Sturmwind dieſer gewaltigen Zeit hat es hinausgefegt,
und leuchtend prangt alles, was gut und edel iſt in der
deutſchen Volksſeele. Unſere Truppen im Felde, an deren
Taten und Schickſale wir in dieſen Tagen mit tiefſtem
innern Anteil denken und mit glühenden Wünſchen, daß
alles gut gehen möge, werden die Nachricht aus der
Hei=
mat als ein Zeichen unerſchütterlichen Vertrauens,
un=
beſieglicher Zuverſicht in Führung und Leiſtung des
Hee=
res betrachten und ſich des Erfolges daheim freuen.
Wie die günſtigen Nachrichten vom Schlachtfelde, ſo
wird auch die Nachricht von dem Erfolg der deutſchen
Kriegsanleihe, dieſer Beweis einer ungeheueren
finanziel=
len Kraft eines Staates, der im ſchwerſten Kampfe um
ſeine Eriſtenz und Zukunſt ſteht, auf die neutralen
Staa=
ten ſeinen Einbruck nicht verfehlen. Wenn ſie ſehen, daß
England dem verbündeten Frankreich nicht viel mehr zur
Verfügung geſtellt hat, als die Zeichnung einer einzigen
deutſchen Firma beträgt, wenn ſie von den finanziellen
Schwierigkeiten leſen, mit denen Frankreich jetzt ſchon zu
kämpfen hat — dem Zuſammenbruch der 3½prozenticen
Anleihe —, ſo kann man nicht zweifelhaft ſein, auf welcher
Seite man es länger wird aushalten können. Kann man
jetzt noch irgendwo glauben, daß in Deutſchland nicht die
einmütigſte Begeiſterung das ganze Volk beſeele? Der
Erfolg der Anleihe ſpricht eine Sprache, vor der alle
Lü=
gen der Feinde zuſchanden werden müſſen.
Ein Erlaß des Großherzogs von
Mecklenburg=Schwerin.
* Schwerin 21. Sept. Der Großherzog von
Mecklenburg=Schwerin hat nachſtehenden Erlaß
an das Kommando des Mecklenburgiſchen Kontingents
ge=
richtet: Ich habe während der letzten Wochen meine
Trup=
pen in zahlreichen ſchweren, ſtets ſiegreichen Gefechten und
auf mühevollen, aufreibenden Märſchen geſehen, bezw. mir
darüber Meidung machen laſſen. Ihre hervoragenden
Leiſtungen, ihre Tapferkeit, Standhaftigkeit und
Mannes=
zucht haben mich mit ſtolzer Freude erfüllt. Ich ſpreche
allen meinen Soldaten. Offizieren, Unteroffizieren und
Mannſchaften, meinen Dank und meine höchſte
Anerken=
nung aus. Ich bin gewiß, daß meine Mecklenburger, wie
bisher, auch fernerhin ſtets ihren Fahnen und ihrem
Hei=
matlande Ehre machen werden. — Staatsminiſter
Lang=
feld erhielt eine am 20. ds aufgegebene Depeſche des
Großherzogs, die folgendermaßen lautet: Ew. Exzellenz
teile ich mit, daß der Kaiſer mir anläßlich der rühmlichen
Waffentaten meiner Landeskinder und meiner Teilnahme
an den Operationen das Eiſerne Krenz 2. und 1. Klaſſe
zu verleihen geruht hat. Indem ich dieſe mich beglückende
ehrenvolle Auszeichnung anlege, gedenke ich mit treuer
Dankbarkeit der von meinen mecklenburgiſchen Truppen
unter Gottes ſichtbarer Hilfe volbrachten Heldentaten;
ihre unerſchrockene Tapferkeit iſt über alles Lob erhaben.
Friedrich Franz.
Die Großherzogin Alexandra richtete an
das Dragonerregiment in Parchim folgendes
Handſchreiben: Mit freudigem Stolze habe ich von dem
deutſchen Armee langſam aber ſicher Boden gewinne; am
18. findet die entſcheidende Niederlage zweier franzöſiſcher
Armeekorps ſüdlich von Noyon ſtatt; am 19. iſt das
eng=
liſch=franzöſiſche Heer in die Verteidigung gedrängt; am
20, hat der deutſche Angriff an einzelnen Stellen
Fort=
ſchritte gemacht. Die Aneinanderreihung dieſer Angaben
des Großen Hauptquartiers veranſchaulicht den Erfolg,
den die vorangegangene ſtrategiſche Bewegung der
deut=
ſchen Heere eingeleitet hat. Nun ungeduldig dem
entſchei=
denden Hauptſchlage entgegenzuſehen, wäre wegen der
Stärke der feindlichen Stellungen verfehlt. An dem
end=
gültigen Siege jedoch braucht nicht gezweifelt zu werden.
Die Kämpfe im Oberelſaß ſind von ganz untergeordneter
Bedeutung und haben ſchlechterdings nichts
Beunruhigen=
des da ſie nur mit ſchwachen franzöſiſchen Streitkräften
zu beſtehen ſind.
* Berlin, 22. Sept. Zum Uebergang der
deut=
ſchen Truppen im Weſten aus der Defenſive in die
Offenſive ſchreibt der militäriſche Sachverſtändige der
Ber=
liner Morgenpoſt: Der Angriff iſt für die Deutſchen
ſchwie=
rig, denn es iſt ein rein frontaler Kampf gegen eine mit
allen Mitteln der Kunſt und der Technik befeſtigte
Feld=
ſtellung die noch an einzelnen Punkten durch
Beſeſtigun=
gen geſichert iſt. Ein ſolcher Angriff kann nur langſam
vorwärts gehen, aber er geht vorwärts, das iſt die
Haupt=
ſache. Das Hauptquartier meldet ſiegreiches Vorgehen
bei Reims und Verdun.
* Rotterdam, 21. Sept. (Ctr. Bln.) Die heute
erſchienenen Blätter enthalten kurze Berichte aus Paris
nach den Miteilungen der dortigen Zeitungen. Aus
die=
ſen Berichten geht mit Unzweideutigkeit hervor, daß die
deutſchen Truppen ſowohl am linken franzöſſchen
Flügel, wie auch bei Reims weſentliche Teilerfolge
er=
ſtritten haben, die noch fortſchreiten. Die Pariſer Blätter
verſehen ihre Meldungen mit Kommentaren, allein trotz
aller Erklärungsverſuche können auch ſie nicht darüber
hinwegkommen, daß die Lage der Deutſchen von Tag zu
Tag beſſer zu werden beginne.
* Rotterdam, 21. Sept. (Ctr. Bln.) Eine
De=
peſche aus Soiſſons an den Daily Expreß meldet, daß
die Verluſte der Infanterie ſehr ernſt ſein
müßten infolge des mörderiſchen Artillerie= und
Infan=
teriefeuers der Deutſchen. Das Schlachtfeld ſoll nach
dem Rückzug der franzöſiſchen Infanterie überall mit
Lei=
chen bedeckt geweſen ſein. Zwiſchen Soiſſons und Reims
ſcheint am heftigſten gefochten zu werden. Die letzten 5
Tage waren ein unaufhörliches Artillerieduell.
Eine Aufklärung des Reichskanzlers.
* Die deutſche Geſandtſchaft in
Kopen=
hagen hat dem Bureau Ritzau folgende, die Ereigniſſe
im Oſten zuſammenfaſſende Mitteilung zugeſandt, die in
Politiken vom 18. September zu leſen war:
Der deutſche Reichskanzler ſendet aus dem
Haupt=
quartier folgende Mitteilung: Gegen die in der engliſchen
und franzöſiſchen Preſſe erſchienenen Nachrichten ſtelle ich
feſt, daß dentſcher Boden nirgends im Beſitz
franzöſiſcher oder ruſſiſcher Truppen iſt.
An der elſaß=lothringiſchen Front ſind die Franzoſen zur
Moſel zurückgeworfen; ſie ſtehen an dem oberen Lauf der
Maas hinter den dortigen Sperrfeſtungen. Alle ihre
Ver=
ſuche, zwiſchen dem Mittellauf der Oiſe und dem
Mittel=
lauf der Maas die deutſchen Stellungen anzugreiſen, ſind
unter ſchweren Verluſten für ſie mißlungen.
Es herrſcht vollſtändige Ordnung in Belgien.
Von Samſonows Heer (Narewheer) ſind geringe
Teile, die ſich nach der vernichtenden Niederlage bei
Tan=
nenberg reiteten, in aufgelöſtem Zuſtande über den
Narew geflüchtet. Rennenkampfs Heer (Niemenheer) hat
eine ähnliche Niederlage ſidlich von Inſterburg erlitten.
Was von ihm zurückblieb rettete ſich nur durch eilige
Flucht über den Niemen hinter die Feſtungen Olita und
Kowno. Nach einer vorläufigen Zählung ſind allein bei
Tannenberg und in den Maſuriſchen. Seen 150 000
Ruſſen umgekommen.
Bis Mittwoch waren in den deutſchen Lagern 260000
Geſangene darunter 5000 Offiziere untergebracht.
Die Geſamtzahl der Gefangenen beträgt weit über 300 000,
davon iſt die Hälfte Ruſſen. Es ſind über 2000 Geſchütze
verſchiedener Art erbeutet worden.
Der Erfolg der Kriegsanleihen.
* Zu dem glänzenden Erfolge der Kriegsanleihen
wird u. a. der Köln. Ztg. aus Berlin geſchrieben: Ueber
pier Millarden! Das iſt mit der für unſer Her in
die=
ſem Jahre bereits aufgebrachten Milliarde eine Ausgabe,
wie ſie noch niemals ein Volk aus eigenſter Kraft in ſo
kurzer Friſt und unter ſolchen Umſtänden geleiſtet hat!
Während über den Verlauf der großen Schlacht im Weſten
günſtige Meldungen kommen, haben wir dieſen herrlichen
Erfolg im Innern zu verzeichnen, der die Kraft, die ſolide
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Nummer 262.
Verhalten meines Dragonerregiments vor dem Feinde
Kenntnis erhalten. Seine ſchweren Verluſte erfüllen mich
mit tiefer Trauer. Der Schmerz um die Gefallenen findet
für mich, für die Angehörigen und Freunde Linderung in
dem Gefühl, daß das brave Regiment über jedes Lob
er=
haben iſt und ſich unvergänliche Ehre erworben hat. Dem
Regiment wünſche ich, daß es ihm vergönnt ſein möge,
weitere Lorbeeren zu erwerben und daß nach einem
ruhmvollen Frieden die jetzt um ſeine Standarte
ge=
ſcharten und die von ihren ehrenvollen Wunden
Geneſen=
den ſiegreich und geſund in ihr Vaterland und zu ihren
An=
gehörigen heimkehren möchten.
Ein deutſcher Proteſt.
* Berlin, 22. Sept. (W. T. B. Amtlich.) Die
fran=
zöſiſche Regierung ſcheut leider nicht vor einer
verleum=
deriſchen falſchen Feſtſtelllung zurück, wenn ſie
behauptet, die deutſchen Truppen hätten ohne militäriſche
Notwendigkeit die Kathedrale von Reims zur Zielſcheibe
eines ſyſtematiſchen Bombardements gemacht. Reims iſt
eine Feſtung und wurde von den Franzoſen noch in den
letzten Tagen mit allen zur Verfügung ſtehenden Mitteln
ausgebaut und als Stützpunkt der Verteidigung
ſtark von ihnen beſetzt. Bei dem Angriff auf die
franzö=
ſiſchen Stellungen wurde das Bombardement von Reims
zur Notwendigkeit. Hierbei wurde ganz ausdrücklich
be=
fohlen, nicht auf die Kathedrale zu ſchießen. Wenn es
trotzdem wahr ſein ſollte, daß die Kathedrale durch den
infolge des Kampfes hervorgerufenen Brand von Reims
ſſehr beſchädigt worden iſt, was wir zurzeit nicht
feſtzuſtel=
len vermögen, ſo vermag das niemand mehr zu bedauern
als wir. Die Schuld aber trifft allein die
Franzoſen, welche Reims zum Stützpunkt ihrer
Ver=
teidigungsſtellung machten. Wir müſſen energiſchen
Proteſt gegen die Verleumdung erheben, daß die
deut=
ſchen Truppen lediglich aus Zerſtörungswut, ohne
zwin=
gende Notwendigkeit, Denkmäler, Kunſtwerke und Archive
zerſtören.
Die Kämple vor Kiautſchen.
* Aus Peking wird über Rotterdam gemeldet: Der
zweite deutſche Legationsſekretär in Peking, Freiherr
von Riedeſelzu Eiſenbach (aus Darmſtadt
gebür=
tig), iſt bei einem Vorpoſtengefecht in Tſingtau, wo er als
Kriegsfreiwilliger Dienſt tat, gefallen. Die Japaner
nähern ſich langſam den Befeſtigungen von Tſingtau. Aus
Tokio wird amtlich gemeldet: Japaniſche Truppen wurden
am Freitag mit Unterſtützung der Flotte in der Bucht
Laoſchan nördlich von Kiautſchou gelandet.
Die Kriegstaktik der öſterreichiſch=ungariſchen
Armee.
* Berlin, 22. Sept. Ueber die Gründe des
öſter=
reichiſchen Rückmarſches bei Lemberg wird durch den
Kriegsberichterſtatter des Berl. Tagebl. eine Unterredung
mitgeteilt, welche der Kriegsberichterſtatter des Berlingske
Tidende mit einem leitenden öſterreichiſch=ungariſchen
Offi=
zier hatte. Der Abmarſch unſerer Truppen in neue
Stel=
lungen war ſchwierig, aber er erwies ſich als eine
ſtrategi=
ſche Notwendigkeit, um eine für uns allzu große
Ausdeh=
nung der Gefechtsfront zu vermeiden. Um dies
Verhält=
nis richtig zu beurteilen, muß man die ſtarken Kräfte
Oeſterreichs und Deutſchlands als eine Heeresmacht
be=
trachten, die gegen Rußland und Frankreich auf der
inne=
ren Linie operiert. Die öſterreichiſch=ungariſche
Armee hat gegen eine koloſſale Uebermacht die ruſſiſche
Offenſive durch drei Wochen aufgehalten, um Deutſchland
es möglich zu machen, ſich völlig gegen Frankreich zu
ent=
ffalten. Vier Fünftel der ruſſiſchen Armee ſind
feſtgehal=
ten. In Oſtgalizien iſt die Hälfte der operierenden ruſſiſchen
Armee geſchlagen und 300 Geſchütze ſind erbeutet worden.
Um das zu erreichen, rechnen wir mit vollſtem Vertrauen
auf Italiens Bundestreue, die trotz aller Hetzereien der
Tripelentente beſteht und beſtehen bleiben wird, und laſſen
auch unſere Südgrenzen offen.
Die Neutralität Italiens.
* Rom 22. Sept. Die Leitung der geeinigten
ſozialiſtiſchen Partei, die gemeinſam mit den
Abgeordneten eine Parteiſitzung abhielt, hat ſich zugunſten
der Aufrechterhaltung der Neutralität Italiens
bis zum Ende des Konflikts ausgeſprochen. Sie hat
be=
ſchloſſen, einen Aufruf an die Arbeiter in dieſem Sinne
zu richten. Der lange Aufruf gibt eine Darſtellung der
allgemeinen Abneigung der Sozialiſten gegen den Krieg
und der beſonderen Gründe, die die Neutralität Italiens
nötig machten, da Italien die einzige neutrale Großmacht
ſei. Hierdurch werde es auf ſeine Miſſion hingewieſen,
die Vermittlerrolle zwiſchen den Kriegführenden zu
ſpielen.
Die Hoffnung der Franzoſen auf Rußland.
* Der Traum von der Hilfe Rußlands iſt in
Frankreich nicht zu zerſtören. Am 31. Auguſt iſt es klar
geworden, daß das Vordringen der ruſſiſchen Armee gegen
Oſtpreußen zu einer beiſpielloſen Kataſtrophe geführt habe.
So tief eingeſponnen in Illuſionen und Täuſchungen
war jedoch die öffentliche Meinung in Paris, daß noch
am 7. September dort nichts von dieſem ſchauerlichen
Debacle bekannt war. Wir ſehen, daß zu dieſer Zeit Herr
Maurice Barrés noch immer davon phantaſierte,
Ruß=
and werde den Weg nach Berlin einſchlagen und
die Deutſchen zu Paaren treiben. Köſtlich iſt es, wie er
die übertriebenen Hoffnungen mäßigt und wie er den
Franzoſen ſagt: Mit der Ankunft der Koſaken in Berlin
ſei noch nicht unmittelbar zu rechnen, aber ſie ſei nahe,
und ſchon die Kunde von dem Anmarſch der Ruſſen werde
genügen, um Deutſchland zu desorganiſieren und aus
allen Fugen zu reißen.
Dieſe Unwahrheiten zeigen nur, wie notwendig
die Franzoſen das ruſſiſche Eingreifen haben
und mit welcher brünſtigen Sehnſucht ſie darauf warten,
daß die Koſakenpeitſchen auf die Deutſchen niederſauſen.
Und zugleich läßt ſich daraus ermeſſen, wie
grauen=
haft ihre Enttäuſchung ſein muß, wenn ſie von
ruſſiſcher Seite ſelbſt hören, daß die
Hauptaufmerkſam=
keit nach Galizien gerichtet war und daher keine
Möglich=
eit beſtand, gegen Deutſchland vorzugehen und die
Nie=
derlagen der Wilnaer Armee zu vermeiden.
Die Phantaſie iſt in England und in Frankreich ins
Zügelloſe gewachſen, und wenn England eine Million
Krieger nach Europa ſchicken will, wie Mr. Churchill
be=
hauptet, ſo kann ja auch ſchließlich das Unmöglichſte wahr
werden. Je mehr dieſer Zug ins Abenteuerliche
hervor=
tritt, um ſo klarer iſt daraus zu ſchließen, daß die
Wirk=
lichkeit ſehr traurig und bedrückend ſein muß.
Unſtimmigkeiten im franzöſiſchen Kabinett.
* Dem Berliner Lokalanzeiger wird über Roſendaal
aus Bordeaux gemeldet: Die Rücktrittsabſichter
des greiſen Sozialiſten Jules Guesde, der ſich bei der
jüngſten Umbildung des Kabinetts Viviani zum Eintritt
in das Miniſterium beſtimmen ließ, haben ihre tiefere
Ur=
ſache in der wachſenden Unzufriedenheit der franzöſiſchen
Arbeiterſchaft mit der aufreibenden und ausſichtsloſen
Kriegsführung. Die ſozialiſtiſche Preſſe macht kein
Ge=
heimnis daraus, daß ſich nach der Zertrümmerung der
beſten Truppen Frankreichs die heutige Streitmacht in
einem traurigen Zuſtand befindet. Allmählich gewinne
das engliſche Kontingent die Oberhand. Das franzöſiſche
Material entbehre heute der inneren Feſtigkeit. Auch die
Verwältungseinrichtungen ſeien mangelhaft. Dem
auf=
richtigen Guesde habe Millerands unverbeſſerlicher
Opti=
mismus lebhafte Beſorgnis eingeflößt. Wohl begreife
man, daß Millerand ebenſo wie Joffre dem Temperament
des leicht zu entmutigenden Volkes Rechnung trage. Aber
es ſcheine unzuläſſig, daß die Regierung unangenehme
Geſchehniſſe einfach totſchweige.
Die unmittelbar bevorſtehende Demiſſion Guesdes
begünſtigt Poincarés Abſicht, einem ſtreng nationalen
Ka=
binett ans Ruder zu verhelfen, in hohem Maße.
Bedenk=
lich wäre allerdings, daß die ſozialiſtiſche Partei nach
einem Ausſcheiden ihres Vertreters aus dem Kabinett ihre
Handlungsfreiheit wiedergewinnt.
Die Rekrutierung in England.
* London, 22. Sept. Daily Chronicle drückt ihre
Unzufriedenheit mit den Ergebniſſen der
Rekru=
tierung aus und tadelt die Methoden der
Rekru=
tierung. Die Erhöhung der Anforderungen an
Körpermaß erwecke den Anſchein, daß Kitchener mit der
erſten halben Million zufrieden wäre. Tatſächlich wolle
und brauche Kitchener eine ganze Million, aber wenn er
ſie heute erhielte, könnte er ſie nicht unterbringen
bekleiden, ernähren und ausbilden.
Engliſche Bundesgenoſſen.
* Berlin, 21. Sept. (Ctr. Bln.) Die Kreuzzeitung
ſchreibt: Die rückſichtsloſe Politik der Engländer, die ſich
nicht ſcheut, den Krieg auch in die Kolonien zu tragen,
beginnt in Afrika ihre blutigen Früchte zu tragen. Die
Hereros, gegen die Deutſchland einen
langandauern=
den Kampf unter großen Verluſten führen mußte,
ſchlie=
ßen ſich der Südafrikaniſchen Union an und proklamie=
ren den Aufſtand in Deutſch=Südweſtafrikau
Die Neue Züricher Zeitung teilt folgendes mit: Wie
eng=
liſche Blätter melden, hat ein aus Buren, Engländern
und Schwarzen beſtehendes Expeditionskorps den Grenzi
fluß Oranje überſchritten und mit dem Einbruch in
Deutſch=Südweſtafrika begonnen. Die Hereros, der krie
geriſche Stamm, der ſo lange gegen die Deutſchen Krieg
führte, haben ſich den Einrückenden angeſchloſſen, den Aufs
ſtand proklamiert und die Fahne der Südafrikaniſchen
Union gehißt.
Aus Rumänien.
* Rom, 22. Sept. Die rumäniſche Geſandtſchaft in
Rom veröffentlicht in den hieſigen Blättern folgende Ers
klärung: Um die Stimmen über die Demiſſion des
rumäniſchen Miniſteriums, die auch in die italieniſche
Preſſe mit ſoviel anderen phantaſtiſchen, Rumänien
be=
treffenden Nachrichten übergegangen ſind, zum Schweigen
zu bringen, iſt die rumäniſche Geſandtſchaft ermächtigt,
dieſe tendenziöſen Stimmen in kategoriſcher Weiſe zu
demen=
tieren. Unter den Mitgliedern des Kabinetts herrſcht
vollkommenſte Uebereinſtimmung und die Politik der
Re=
gierung iſt nur die von dem Kronrat feſtgelegte, an dem
die maßgebendſten Mitglieder der politiſchen Parteien,
Rumäniens teilgenommen haben. Hierzu bemerkt die
Privatkorreſpondenz des W. T. B. in Rom: Dieſe Erkläs
rung richtet ſich klar gegen die hier infolge der
Anweſen=
heit zweier nichtautoriſierter rumäniſcher Politiker
ent=
ſtandenen Gerüchte, die von der Ententeſeite her zu einer
Stimmungsmache ausgenutzt werden ſollte.
* Turin, 22. Sept. Stampa meldet aus Bukareſt;
Die Regierung wird über mehrere Städte Rumäniens
den Belagerungszuſtand verhängen, um
Kund=
gebungen gegen die Neutralität und zugunſten der
Tripel=
entente zu verhindern.
Bulgariſche Urteile über Rußland.
* Sofia 22. Sept. Eine neu erſchienene Bros
ſchüre, betitelt „Bulgarien und die Intrigen
Rußlands” enthält eine Anzahl Aufſätze über die
Politik Rußlands, die als eine ununterbrochene Kette von
Treubrüchen, Gewalttaten, politiſchen Morden und
Unter=
drückungen ganzer Völker dargeſtellt wird, wobei Ströme
von Blut gefloſſen ſeien. Bemerkenswert unter dieſen
Aufſätzen iſt ein Artikel des Hiſtorikers Stefanow, der dien
ganze mit Blut geſchriebene Entwickelungsgeſchichte des
ruſſiſchen Reiches behandelt und beſonders darlegt, wie
das ſlawiſche Rußland an dem ſlawiſchen Polenreiche
Henkerdienſte verrichtete. Der Verfaſſer ſchildert die Rolle
des Grafen Murawiew, den er als Beſtie in
Menſchen=
geſtalt bezeichnet. Mit wilden Koſakenhorden verwüſtete
Murawiew weite Gefilde Polens und ließ die ganze
männliche Bevölkerung Polens an Bäumen aufknüpfen,
ſo daß die Straßen viele Kilometer weit mit Leichen
be=
hängt waren. Die weibliche Bevölkerung der Städte und
Dörfer wurde zuſammengetrieben und den entmenſchten
Horden zur Vergewaltigung ausgeliefert. Ein anderer
Artikel, der Nilew zum Verfaſſer hat, zeigt an der Hand
hiſtoriſcher Beweiſe, daß Rußland den politiſchen Mord
im eigenen Reiche wie im Auslande zum Syſtem erhoben
hat. Sibirien wurde nach der Ermordung von zwanzig
einheimiſchen Stammesfürſten erobert. In gleicher Weiſe
haben ſich die Ruſſen gegen die Tynaſtien der Mandſchurei
und Koreas politiſcher Anſchläge bedient. In Buchara
wurden zwei Emire nacheinander ermordet, weil ſie das
Protektorat Rußlands nicht anerkennen wollten. In
Tur=
keſtan lud der ruſſiſche Generalgouverneur die
turkmeni=
ſchen Fürſten, die ihm nicht gefügig ſein wollten, zu Tiſche
und ließ ſie hinterrücks ermorden. Bei der Unterwerfung
des Kaukaſus verſprach der ruſſiſche Staat durch ein
Handſchreiben an die armeniſchen Katholikos Armenien
politiſche Freiheit, falls die Armenier die Ruſſen im
Kampfe gegen die Türken und Perſer unterſtützten.
Nach=
dem der Kaukaſus bezwungen und Rußland die
Unter=
ſtützung der Armenier nicht mehr brauchte, vergiftete der
ruſſiſche General Paskijowitſch den armeniſchen
Katho=
likos Nerſes in Tiflis und nahm ihm das Handſchreiben
des Zaren fort. Nach den großen Armeniermaſſakres in
Kleinaſien im Jahre 1877 äußerte der ruſſiſche Miniſter
des Aeußern Lobanow Rſtowski, indem er ſich die Hände
rieb: Wir brauchen Armenien, aber ohne Armenier! Die
von Rußland inſzenierten zahlloſen politiſchen Morde in
Perſien ſeien noch in friſcher Erinnerung; ebenſo habe
Rußland den ſerbiſchen König Alexander und die Königin
Draga durch Agenten der Offiziersliga in beſtialiſcher
Weiſe ermorden laſſen. Die Leichen wurden deshalb aus
den Fenſtern geworfen, damit man ſich von der ruſſiſchen
Geſandtſchaft aus von der vollbrachten Tat überzeugen
Krieg und Mode.
Zum Kampf um die deutſche Tracht.
Von Paul Weſtheim.
Die Zeit iſt nicht dazu angetan, um über Tand und
Putz und Flitterkram zu plaudern. Die Uniform iſt das
Kleid, das jeder, der es nur tragen kann, jetzt anlegen
möchte. Die Anderen, die zu Hauſe bleiben müſſen, haben
Wichtigeres zu tun und zu denken, als ſich über
Kleider=
ſchnitte und Kleiderzutaten den Kopf zu zerbrechen. Ihnen
liegt jetzt die Aufrechterhaltung der nationalen Wirtſchaft
ob. Die Mode iſt aber ein großes Gebiet, das unſerer
Volkswirtſchaft noch, und zwar am eheſten nach einem
er=
folgreichen Kriege, zu erobern iſt.
Ganze Ströme unſeres Goldes, wer wüßte das nicht
ſind Jahr um Jahr nach Paris gefloſſen. Pariſer
Klei=
der, Pariſer Hüte, Pariſer Wäſche und was noch alles
ſonſt waren in der alten und der neuen Welt die Sehnſucht
aller eleganten Frauen. Seit den Tagen Ludwigs XIV.
ſeitdem es überhaupt dieſes Wechſelſpiel der mit jeder
Saiſon geänderten Moden gab, hat, wie der Bußprediger
Abraham S. Clara in ſeiner Weltgalerie klagt, „die
Lu=
tetſchiſche Modi nit ungleich einem Krebſen dergeſtalten
um ſich gefreſſen, daß anjetzo mehrere Nationes von
die=
ſer Sucht inficiert gefunden waren‟. Dieſem „
Kreb=
ſen” gegenüber ſind wir bis auf dieſen Tag machtlos
ge=
weſen. Es hat zwar nicht an Verſuchen gefehlt, dies
fran=
zöſiſche Modejoch abzuſchütteln, ihm von Berlin und
namentlich von Wien aus mit einer deutſchen Mode
ent=
gegenzutreten. Der Erfolg iſt aber gering geblieben
mußte es bleiben, weil bislang nur ein kleines Häuflein,
zumeiſt etwas exzentriſcher Damen, dieſe Verſuche
unter=
ſtützt haben, während die elegante Welt nach wie vor nichts
anderes haben wollte, als was in Paris „kreiert” war.
Nicht als ob wir nicht ſelbſt auch eine große
Mode=
induſtrie hätten. Die deutſche, und in erſter Linie die
Ber=
liner Konfektion beſchäftigt Hunderttauſende von
Arbei=
ſtern und Arbeiterinnen und wußte ſich kraft ihrer
organi=
ſatoriſchen Tüchtigkeit Abſatz in aller Herren Länder,
ſo=
gar in Frankreich und England, zu ſichern. Allein dank
jenem Vorurteil, daß das Beſſere, das Feinere und
Vor=
nehmere nur aus Paris kommen könne, blieb ſie immer
angewieſen auf die im Großen herzuſtellende Maſſenware
Sie mußte in ihren Modellen immer dem folgen, was
ie „große Mode” angegeben hatte. Was ſie an neuen
Er=
findungen verſuchte, wurde nicht anerkannt, und da ihr
für Neuſchöpfungen nicht die beträchtlichen Summen
zu=
floſſen, die den Pariſer Schneidern ohne weiteres
zuge=
billigt wurden und ohne die der Aufwand ſich nicht ver
lohnte, war ſie gezwungen, ſich mit der Aſchenbrödelrolle
der ſogen. Stapelkonfektion zu begnügen.
Am meiſten haben das — abgeſehen von den
Volks=
wirten — unſere Künſtler, unſere Modezeichner bedauert,
die über Phantaſie, Geſchmack und Geſchick genug
ver=
fügen, um ſelbſtändige Modeleiſtungen ſchaffen zu können.
Solange Paris und nur Paris Trumpf war, iſt ihr
Ta=
lent ungewürdigt geblieben. Nicht deshalb, wie jetzt
ge=
legentlich geſagt und geſchrieben wird weil für abſehbare
Zeit die Vorlagen von Paris ausbleiben, ſondern weil
wir ſelbſt das Talent und die Fähigkeiten haben, eine
eigene Mode zu ſchaffen, iſt es Aufgabe unſerer
Mode=
induſtrie, wenn erſt die Schrecken dieſes Weltkrieges
über=
wunden ſein werden, dem deutſchen Volk eine deutſche
Tracht zu ſchaffen, und dadurch unſerem Volksvermögen
Unſummen zu erhalten, die bis jetzt den Gegnern
zuge=
floſſen ſind.
Die Ueberzeugung, daß uns das gelingen wird, iſt
ſicherlich keine Utopie. Man könnte ſogar die Geſchichte
als Zeugen dafür zitieren. Der Krieg hat immer
gewal=
tigen Einfluß geübt auf eine ſcheinbar ſo ganz abſeits
liegende Erſcheinung, wie es die Mode iſt. Das zeigt am
deutlichſten das große Jahrhundert des 30jährigen
Krie=
ges, das, noch ehe Paris zum ausſchlaggebenden Faktor
geworden war, beherrſcht wurde von der „ſpaniſchen
Tracht‟ Das Weltreich Karls V. und Philipps II., das
damals anfing, in Trümmer zu gehen, war in Dingen
der Kleidung tonangebend. Dieſe ſpaniſche Tracht war
dem Hof Philipps III. entſprechend ſteif und zeremoniös.
Der Körper wurde durch ſie in eine unnatürliche Haltung
eingezwungen, die Beweglichkeit bis auf ein Mindeſtmaß
eingeſchränkt. Die Frau war eingeſchnürt in einen
eiſer=
nen Panzer, ihr Unterkörper gänzlich entſtellt durch eine
wulſtartige Aufbauſchung der Hüften, die in Deutſchland
als „Weiberſpeck” verſpottet wurde. Auch der Mann
ſtopfte Aermel, Beinkleider und Wams wulſtartig aus.
Das charakteriſtiſchſte, beiden Geſchlechtern gemeinſame
Anzeichen dieſer Tracht aber war die „Kröſe”, die
rieſen=
große, brettartig ſteif geſtärkte Halskrauſe, die zwar nicht
ſo ſchwer wie ein Mühlſtein um den Hals hing, aber nicht
geringer als ein Mühlſtein die Beweglichkeit ihres
Trä=
gers hinderte. Dieſe Tracht, die in Genua und Neapel,
in Hamburg und Lübeck ebenſo wie in Madrid die große
Mode geweſen, war nichts mehr für ein Jahrhundert,
das, wie dieſes 17., von Kriegswirren unaufhorlich
durch=
toſt war. Die ſchwere Zeit räumte auf mit der
Unver=
nunft der ſpaniſchen Tracht; eine Kleidung, die dem
Men=
ſchen Beweglichkeit, dem Körper Natürlichkeit verſtattete,
beginnt ſich einzubürgern. Es iſt der Soldat, der
nun=
mehr den Ton angibt, und das Soldatenkleid wird zum
Vorbild, dem der bürgerliche Rock bald nachfolgt. Tillys
rote Sammet=Uniform, wie ſie im Bayeriſchen National=
Muſeum aufbewahrt iſt, zeigt bereits einen Schnitt, der
heute noch in der Männerkleidung nicht ganz verſchwunden
iſt. Im Vergleich mit dem überall Beengten und
Ge=
ſpannten der ſpaniſchen Tracht bekommt, wie Boehn, der
ausgezeichnete Modekenner, darlegt, „die Kleidung des
Mannes jetzt einen Charakter des Weiten, Hängenden,
wenn man will Schlumpigen” Und die der Frau folgt
etwas langſamer nach, beeinflußt von den Niederlanden,
die, wie heute, von den Kriegswirren des endloſen
Glau=
benskampfes verſchont geblieben waren.
Angelehnt an die Uniform des Soldaten, aufs
Prak=
tiſche und Zweckmäßige bedacht, war auch die „deutſche
Tracht”, die bei uns nach den Befreiungskriegen
entſtan=
den iſt. Damals ſchon wollte man ſich mit einer
National=
tracht frei machen von „dem welſchen Plunder” Kein
Ge=
ringerer als Ernſt Moritz Arndt gab in dem Schriftchen:
„Ein Wort aus der Zeit über Sitte, Mode und
Kleider=
tracht” eingehende Anweiſungen über die Kleidung, die
der deutſche Jüngling und die deutſche Jungfrau von
nun an tragen ſollten. Der Frankfurter Geheimrat
Wille=
mer, Rud. Zach. Becker und andere erließen ähnliche
Auf=
rufe. Im November 1814, während des Wiener
Kon=
greſſes, erſchienen bei einer Quadrille in der Hofreitſchule
der Burg 24 Ritterfrauen, um zu zeigen, „wie ſehr auch bei
Feſtlichkeiten die majeſtätiſche, altdeutſche Kleidung den
Vorrang vor den franzöſiſch=engliſchen Zwittermoden, die
uns beherrſchen, verdient‟ Dieſe „Livree des
Deutſch=
tums” wie ſich Holtei einmal ausdrückte, konnte ſich aber
nicht lange halten, weil ſie von der opponierenden Ju=
Nummer 262.
Darmſtätder Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Seite 3.
önne. Auch das Attentat in Serajewo ſei zweifellos mit
Wiſſen der ruſſiſchen Diplomatie vorbereitet worden. Die
Entthronung des Fürſten Alexander von Battenberg mit
Hilfe des Verräters Radko Dimitriew, ſowie die
Ermor=
dung Stambulows durch Werkzeuge der Ruſſophilen ſeien
gallgemein bekannt. Das letzte Opfer der von Rußland
in=
ſſzenierten politiſchen Morde war der franzöſiſche Sozialiſt
Paurés, der entſchieden gegen den Krieg aufgetreten war
lund die ſkrupelloſe Politik Rußlands verdammte. In
Pallerletzter Zeit planten die leitenden ruſſiſchen Kreiſe die
Ermordung des Königs der Bulgaren, weil ſie ihn als
ſein Hindernis gegen das Beſtreben anſehen, Bulgarien
zu einem blinden Werkzeug Rußlands zu machen. Dies
beweiſe auch der Umſtand, daß der ruſſiſche Geſandte
Sſawinsky in letzter Zeit ununterbrochen mit
verdächti=
gen Elementen konſpiriert habe, die es nach den ruſſiſchen
Rubeln gelüſtete.
Ein Artikel Dr. Waskows: „Die Frechheit
Sſawins=
kys” betitelt, ſagt: Es ſei unglaublich, wie der ruſſiſche
Geſandte es wagen könne, die bulgariſche Oppoſition und
die Preſſe gegen die Regierung und gegen die Krone
auf=
zuwiegeln und zum Hochverrat zu verleiten. Sſawinsky
ſei bemüht, durch dunkle Elemente die Revolution
hervor=
zurufen und durch einen Staatsſtreich die republikaniſche
Staatsform herbeizuführen. Er möge jedoch nicht
ver=
geſſen, daß Bulgarien nicht Perſien ſei und daß die
Frech=
heit der degenerierten ruſſiſchen Diplomatie nicht
unge=
ſtraft bleiben werde. Ein weiterer Artikel befaßt ſich mit
dem von ruſſiſcher Seite erhobenen Vorwurf, daß
Bul=
garien Rußland gegenüber undankbar ſei. Worin beſteht,
ſo ſagt der Verfaſſer, die Undankbarkeit Bulgariens?
Etwa darin, daß Bulgarien Serbien für deſſen feigen
Ver=
rat an dem Bündnis nicht Hilfe geleiſtet hat, oder die
Landung ruſſiſcher Truppen nicht erlaubte, wohl wiſſend,
daß das Betreten bulgariſchen Bodens durch die Ruſſen
das Ende der Unabhängigkeit Bulgariens bedeuten
würde? Die ruſſiſchen Schwarzen Hundert und deren
Werkzeuge in Bulgarien, wie Danew Geſchow und Radko
Dimitriew, müſſen zugeben, daß Rußland froh ſein ſollze,
wenn es von Bulgarien nicht tief gehaßt werde. Zur
Dankbarkeit gegenüber dem tückiſchen und feigen Gegner
Rußland hätten die Bulgaren keinen Grund.
Ruſſiſche Brutalitäten.
* Prag, 22. Sept. Das Prager Tagbl. meldet:
Verläßliche Nachrichten aus Galizien ſtimmen darin
überein, daß die Ruſſen überall in Galizien, wo ſie
Ortſchaften beſetzen, mit ſyſtematiſcher Brutalität gegen
die jüdiſchen Einwohner vorgehen, die rutheniſche
Bauern=
bevölkerung gegen die Juden aufhetzen und jüdiſches
Eigentum, ſowie das Eigentum der zumeiſt geflüchteten
polniſchen Gutsbeſitzer den rutheniſchen Bauern
überant=
worten. Die von Ruſſen an jüdiſchen Einwohnern
ver=
übten Gewalttaten nähmen einen immer größeren Umfang
an, wodurch der Aufruf des Zaren „An meine lieben
Juden” eine ſehr merkwürdige Beleuchtung erhalte.
Die Buren und der Krieg.
* Von der holländiſchen Grenze, 21. Sept.
Aus einem durch die Zenſur aus Südafrika mehrere Tage
zurückgehaltenen Telegramm vom 15. aus Kapſtadt an die
Times geht hervor, daß im ſüdafrikaniſchen
Abgeordneten=
haus General Hertzog einen Zuſatzantrag zu dem von
der Regierung eingebrachten Beſchluß über die Beteiligung
der Kolonie am Kriege geſtellt hatte und daß dieſer Antrag
mit 92 gegen 12 Stimmen verworfen worden iſt,
desglei=
chen ein entſprechender Beſſerungsantrag Wolmarans im
Senat, der nur 5 Stimmen gegen 24 erhielt. Es wird
weiter dargelegt, daß nicht nur unter den Anhängern
Hertzogs, ſondern auch in weiteren Burenkreiſen, die für
gewöhnlich die Regierung unterſtützen, Abneigung gegen
Angriffe auf Süd=Weſt=Afrika herrſche. Dies gilt
insbe=
ſondere für den Bezirk Lichtenburg in Transvaal und für
andere Bezirke in der Oranjeprovinz, ſowie für diejenigen
Striche der Kapkolonie, die an deutſches Gebiet grenzen.
In dieſen Kreiſen ſoll zwar keine Abneigung gegen die
britiſche Herrſchaft beſtehen, wohl aber die Anſicht, daß es
unpolitiſch, unklug und unnötig ſei, zum Angriffe
überzu=
gehen, zumal eine Kriegsbetätigung in Deutſch=Südweſt=
Afrika ſchwierig und langwierig werden könne; dieſe
Bu=
ren würden zwar bis zum äußerſten kämpfen, wenn die
Deutſchen in das Bundesgebiet einfielen, ſehen aber
kei=
nen Anlaß zu einem kriegeriſchen Vorgehen. Auch der
Rück=
tritt des Generals Beyers vom Oberkommando in der
britiſchen Kolonie wird mit dieſer Erörterung in
Verbin=
dung gebracht. (Köln. Ztg.)
* London, 22. Sept. Die Times melden aus
Kap=
ſtadt: Der Rücktritt des Generals Beyer, des
Oberbefehlshabers der ſüdafrikaniſchen Miliz, hat die Re=
gierung in eine ſchwierige Lage verſetzt. Es beſteht
eine ſtarke Oppoſition gegen die
Offenſivmaßnah=
men gegen Deutſch=Südweſtafrika, und zwar
nicht nur bei den Anhängern des Generals Hertzog,
ſon=
dern auch bei einer beträchtlichen Anzahl Buren, die ſonſt
die Regierung unterſtützten, namentlich in der Oranje=
Kolonie, dem Transvaal=Bezirk, dem Bezirk Lichtenburg
und den Grenzgebieten der Kapkolonie. Die Buren ſind
loyale britiſche Untertanen, halten aber die Offenſive
gegen Deutſch=Südweſtafrika für
unpo=
litiſch, unweiſe und überflüſſig.
* (Ctr. Bln.) Aus Köln wird gemeldet: Die Köln.
Ztg. erfährt über Holland: Die Times melden, daß im
ſüdafrikaniſchen Abgeordnetenhaus die
An=
träge auf Beteiligung am Krieg abgelehnt
wurden.
Auſtralien und das engliſch=japaniſche Bündnis.
* Die Hilfe Japans im europäiſchen Kriege
findet in England durchaus nicht den ungeteilten Beifall
bei der Bevölkerung. Man ahnt, daß man ſich mit Japan
einen Rivalen großzieht, der dem britiſchen Imperium
im fernen Oſten noch einmal recht gefährlich werden kann.
Auſtralien und Neuſeeland haben dem
Muterlande Hilfe zugeſagt. Dieſe Kolonien haben ſich
aber durch ſtrenge Einwanderungsgeſetze gegen die „gelbe
Gefahr” zu ſchützen verſucht. Nun ſollen, wie berichtet, die
Japaner ihre Hilfeleiſtung in Indien gegen eine etwa
dort ausbrechende Erhebung davon abhängig gemacht
haben, daß ihnen der Zutritt in die engliſchen
Beſitzun=
gen im Stillen Ozean geſtattet werde. Das wird in den
auſtraliſchen Dominien ſtarken Widerſpruch hervorrufen
In dem Organ der engliſchen Arbeiterſchaft, Daily
Citizen, nimmt Herr W. Pitt, ein auſtraliſcher Bürger,
zu dieſer Frage Stellung. Er betont, daß die Jugend von
Auſtralien und Neuſeeland militäriſch erzogen ſei, aber
zu dem ausgeſprochenen Zwecke, den kommenden
Krieg gegen Japan vorzubereiten, die
Inva=
ſion der gelben Raſſe von den Küſten der Kolonien
abzu=
wehren. Die engliſche Regierung habe den Japanern
neben Kiautſchou die deutſchen Beſitzungen Neu=Guinea
und Samoa verſprochen. Damit werde der Einfluß
Ja=
pans im fernen Oſten in hohem Grade geſteigert, und es
frage ſich, ob die Vereinigten Staaten dies ruhig
hinneh=
men würden.
Sicherlich werde es zu neuen Komplikationen
kom=
men. Es ſei zum Lachen — wenn es nicht ſo traurig
wäre —, daß ſich Japan als Friedenserhalter im fernen
Oſten gebärde. Pitt ſchließt ſeinen Artikel: „In der Tar,
das Ultimatum Japans an Deutſchland iſt eine Bedrohung
des Friedens im fernen Oſten. Es iſt ein Schritt, der für
Auſtralien und Amerika von den ſchlimmſten
Konſequenzen ſein kann. Wie Deutſchland, ſo hat
auch Japan nie ein Hehl daraus gemacht, daß es einen
„Platz an der Sonne” fordert. Nun, jetzt hat es dazu die
beſte Gelegenheit. Japans Vorgehen bedeutet eine
Kriegs=
drohung an die ganze Welt.”
Die Unruhen in Kairo.
* Berlin, 22. Sept. Ein vom 6. September
datier=
ter Brief eines in Kairo lebenden Oeſterreichers beſtätigt
die Meldung, daß in Kairo Unruhen ausgebrochen
ſind. Es herrſcht hier ſchon ein großer Aufruhr, was
ge=
fährlich werden kann, denn wenn die Araber den Heiligen
Krieg erklären, kennen ſie nur Chriſten und keine
Natio=
nalität. Geſtern wurde die Muſti= und die Ben el Sulein=
Straße im Hauptgeſchäftsviertel geplündert und
ausgeraubt. Engliſche Kavallerie kam wohl und
ſäuberte die Straßen, aber zu ſpät; es ging drunter und
drüber. Es iſt unmöglich, Geſchäfte zu machen. Infolge
des Moratoriums fällt es den arabiſchen Kunden nicht
ein, zu zahlen.
Die Lügenmeldungen unſerer Gegner.
* Berlin, 22. Sept. Dem Berliner Tageblatt wird
aus Rom ein neues Einſetzen der antideutſchen
Preßhetze ſignaliſiert auf das Pariſer Loſungswort
hin, daß die Deutſchen zum Vergnügen die
Kathe=
drale in Reims in Brand ſchöſſen. Die
fran=
zöſiſche Regierung verſendet bereits einen entrüſteten
Pro=
teſt gegen den Vandalismus der deutſchen Raſerei, und
die Preßhetze habe es ſchon durchgeſetzt, daß die römiſche
Kunſtakademie bei der Internationalen
Künſtlervereini=
gung proteſtiert habe. — Das Berl. Tagebl. bemerkt zu
dieſer Meldung: Nach allen über dieſen Vorgang, auch
aus neutraler Quelle, vorliegenden Meldungen haben die
Franzoſen durch Feuern aus der Nähe der Kathedrale in
den Kampf eingegriffen. Dadurch entſpann ſich ein Ar=
tillerieduell, bei dem leider Beſchädigungen der Kathedrale
trotz der von den Deutſchen beobachteten Schonung ſich
nicht ganz vermeiden ließen. Die ganze Welt wünſcht
und hofft und ebenſo wünſcht und hofft das geſamte
deutſche Volk, daß es gelingen möge, bei dem Brand von
Reims das herrliche Wunderwerk der Baukunſt zu ſchützen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. September.
Die Zeichnungen auf die Kriegsanleihe
in Heſſen.
* Wie uns von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird,
be=
rechnen ſich die Zeichnungen auf die Kriegsanleihe in Heſſen
uf im ganzen 66 129500 Mark und verteilen ſich
auf die in Betracht kommenden Reichsbankplätze im
ein=
zelnen wie folgt:
Darmſtadt 23091 200 Mk.
Bensheim 1162600 „
Offenbach 5941 100 „
Alsfeld
630000 „
Lauterbach 609400 „
Friedberg 1200000 „
Gießen
6800000
Bingen
1548 300
Worms
6343000 „
Mainz
18803900
66 129500 Mk.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Nikolaus Ruppert
und Friedrich Jakob Weyrauch zu Heubach, an
Heinrich Bernſtein III. und Johannes Dierlamm
zu Schlitz.
* Offene Stelle. Der Meldeſchluß für die am
17. d. Mts. zur Wiederbeſetzung ausgeſchriebene Großh.
Bezirkskaſſe Offenbach wurde auf Freitag, den
25. September 1914, feſtgeſetzt.
* Ritter des Eiſernen Kreuzes. Se. Maj. der
Kaiſer haben Seiner Königlichen Hoheit dem
Groß=
herzog aus Anlaß Allerhöchſtſeiner Teilnahme an den
Operationen und der rühmlichen Waffentaten Seiner
Königlichen Hoheit Landeskinder das Eiſerne Kreuz 2. und
1. Klaſſe verliehen.
Frhr. von Waldenfels, Leutnant im Leib=
Dragoner=Regiment Nr. 24, erhielt das Eiſerne Kreuz.
Weiter wurde das Eiſerne Kreuz verliehen an Major
Frhrn. von Bellersheim und Rittmeiſter von
Becker, beide beim Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23.
Ein geborener Darmſtädter, Hermann Kattwinkel,
welcher als Reſerve=Unteroffizier bei dem 5. Bayeriſchen
Reſerve=Regiment verwundet wurde und im Vereins=
Lazarett in Würzburg liegt, iſt mit dem Eiſernen
Kreuz ausgezeichnet worden.
W-l. Großh. Hoftheater. In der geſtrigen „
Frei=
ſchütz”=Aufführung ſang, an Stelle der erkrankten
Frau Marx, Frau Callwey erſtmalig die Partie der
Agathe. Sie unterzog ſich ihrer Aufgabe mit feinem
künſtleriſchen Takt und beſtem Gelingen, und es iſt
ge=
wiß ein Beweis ihrer Vielſeitigkeit und Zuverläſſigkeit,
daß ſie dieſe ihr geſtellte neue Aufgabe mit ſolcher
Sicher=
heit und geſanglicher Routine löſte, zumal ihr zum
Ein=
ſtudieren der Partie wenig Zeit zur Verfügung geſtanden
haben dürfte. An einer hochdramatiſchen Sängerin iſt
na=
mentlich zu loben, daß ihr auch die zarten und innigen
Töne vollkommen zu Gebote ſtanden. Die Beſetzung der
übrigen Partien war die bekannte. Unter dem Publikum
war die Jugend wieder zahlreich vertreten.
— Der Richard Wagner=Verband deutſcher Frauen
(Vorſitzende Frau Major Selzam) hat dem Intendanten
des Hoftheaters durch Fräulein Anna Ethel die
Summe von 280 Mark übergeben laſſen. Dieſe
Summ wurde den Beträgen hinzugefügt, die ſeitens des
Hoftheaters für die Familien der eingezogenen
Bühnenarbeiter beſtimmt ſind. Dem Richard
Wag=
ner=Verband deutſcher Frauen ſei hiermit für die
hochher=
zige Spende aufrichtiger Dank ausgeſprochen.
— Vom Hoftheater. Heute geht unter Bruno
Harprechts Leitung nach längerer Pauſe Paul Heyſes
hiſtoriſches Schauſpiel „Colberg” in Szene. Der
Abend wird durch die von Erich Kleiber dirigierte
gend, den Turnern und Burſchenſchaftern, zu einer Sache
der politiſchen Geſinnung, zu einem Abzeichen im Kampf
gegen das Metternichſche Unterdrückungsweſen gemacht
wurde. Als Sand Kotzebue, den die deutſch geſinnte
Ju=
gend im Verdacht hatte, als Spion im Sold Rußlands zu
ſtehen, erdolcht wurde und bei dieſer unſeligen Tat in der
deutſchen Tracht betroffen worden war, wurde ſie von
der Regierung unterdrückt. „Der Rock” ſchrieb damals
Kügelgen, „macht freilich nicht den Mörder, aber
immer=
hin, er war durch eine böſe Tat geſchändet und kein
Zei=
chen mehr von menſchlicher und vaterländiſcher Tugend.”
So war es auch mit der deutſchen Tracht, bis nach dem
ſiegreichen Feldzug von 1870 wieder der Verſuch gemacht
wurde, ſich von den Pariſer Modewillkürlichkeiten zu
emanzipieren. Ein Verſuch, wie man weiß, mit
unzu=
länglichen Mitteln. Dem jungen Kaiſertum fehlte es an
Vergangenheit und an Kräften, um ein ſolches
Unterneh=
men mit Erfolg durchzuführen. Man verfiel in allerlei
mittelalterlichen Mummenſchanz, der ſicherlich gut gemeint
war, aber ſchließlich doch damit endigte, daß alles beim
Alten blieb.
Dieſe Erfahrungen haben wir jetzt ſchon hinter uns.
Wir werden beſſer als früher ähnliche Fehlgriffe zu
ver=
meiden wiſſen. Wir verfügen jetzt auch, was vor vierzig
wie vor hundert Jahren nicht der Fall geweſen iſt, über
eine ausreichende, eine mehr als ausreichende Zahl von
Kräften, die Luſt und Befähigung haben, auch auf dieſem
Gebiete etwas zu ſchaffen, was dem deutſchen Namen Ehre
machen wird. Und unſere Freunde, die Oeſterreicher,
wer=
den auch hier unſere Bundesgenoſſen ſein. Haben die
Künſtler der Wiener Werkſtätte doch ſeit Jahren ſchon ſich
die denkbar größte Mühe gegeben, um eine von Paris
unabhängige Mode zu ſchaffen. Beſtrebungen, die, wie man
weiß, nicht ohne Erfolg geblieben ſind. Haben doch im
vorigen Winter die Pariſer Schneider ſich bereits gierig
über die Wiener Kleiderſtoffe geſtürzt, mit dem Trick
aller=
dings, ſie als orientaliſche Muſter zu „lancieren” So iſt
Ausſicht genug, daß wir auch auf dem Gebiet uns
ohn=
unſere Feinde durchſetzen werden. Der Ernſt der Zeit
wird überdies auf lange hinaus alle Extravaganzen von
ſelbſt verbieten; ſo wird die neue deutſche Mode, die
kom=
men muß, von ſelbſt auch Verkörverung von Würde, Sittc
und Anmut ſein.
Feuilleton.
„Cholera bei Darmſtadt!‟ Ein Freund unſeres
Blattes ſchickt uns eine Nummer der norwegiſchen
Zeitung Aftenpoſten vom 15. September, die
fol=
gende Meldung enthält:
Die Cholera in der Nähe von Darmſtadt.
Spezialtel. an d. „Aftenpoſten”.
Trondhjem, d. 14. Sept.
Eine Dame aus Trondhjem, die in Darmſtadt
wohn=
haft iſt, erzählt in einem Brief an eine hieſige Verwandte,
daß mehrere Fälle von Cholera in einer Entfernung von
zwei Meilen von der Stadt vorgekommen ſeien. Mehrere
der Erkrankten ſeien (mit Tod abgegangen) geſtorben.
Der Einſender des Blattes ſchreibt uns hierzu:
Als alter Darmſtädter Heiner, auf der Durchreiſe in
München, trifft mich eine Nachricht, die ich in der
norwegi=
ſchen Zeitung Aftenpoſten vom 15. September — ich
ſchließe die Nummer bei — finde; um ſo mehr, als ich noch
manchen guten Freund und auch Verwandte in meiner
lieben, jetzt ſo bedrohten Vaterſtadt am großen Woog
weiß. Die Cholera in Darmſtadt, in der Stadt am Darm!
Sollte ſich dieſe ſchreckliche Seuche gerade dorthin gezogen
haben? Mehrere Todesfälle! Ja, wie hat denn das in
Eurer blitzſauberen Reſidenz paſſieren können? Giebt’s
kein Geſundheitsamt mehr dort? Iſt der Woog verſeucht,
hat man vielleicht ruſſiſche Gefangene dort der ſo
not=
wendigen Säuberung unterzogen? Und wie hat man es
fertig gebracht, den Ausbruch dieſer ſchrecklichen Krankheit
in Deutſchland gänzlich zu verheimlichen, ſo daß es „der
in Darmſtadt anſäſſigen Dame aus Trondhjem”
vorbe=
halten bleiben mußte, die erſchütternde Kunde über
Trond=
hjem den entſetzten Darmſtädtern zu melden! Wie tut
Ihr armen Darmſtädter mir leid. Die Cholera am Woog!
Entſetzlich! Und noch dazu zur Zeit des Zwetſchenkuchens.
Aber im Ernſt! Man ſollte der mitteilſamen „
Trond=
hjemsdame” — ſehr viele ſolcher Damen dürfte es ja wohl
nicht in Darmſtadt geben — einmal behördlicherſeits
klar=
machen, daß ſolche klatſchhafte Räubergeſchichten, beſonders
zu Kriegszeiten, abſolut nicht am Platze ſind
Grieße ſe mer die liewe Dammſtätter recht ſche, Herr
Redakter, ſie ſolle ſich iwer die Geſchicht nur net zu ſehr
uffrege. En guter Kroneſchoppe und e ſche Häsche,
Rippche oder Zingelche mit nem ſchene Hafe klittſchrigem
Kartoffelſalat is es beſte Mittel dagege. Die
Trondhjems=
dame awer ſoll ſich mit nem Schoppe Walfiſchtran ihr
Bappelmäulche ſtoppe.
Weiter Heil und Sieg!
En alter Dammſtätter Heiner.
* Ein Bild von der hiſtoriſchen Reichstagseröffnung.
Wilhelm Pape hat ein Bild von der denkwürdigen
Reichstagseröffnung am 4. Auguſt im Weißen Saale des
Berliner Schloſſes vollendet. Der Künſtler, der bei der
Feier ſelbſt ſeine Studien und Farbſkizzen gemacht, hat
den Augenblick gewählt, als der Kaiſer am Schluß ſeiner
Rede ſich an die Abgeordneten wendet mit der
Aufforde=
rung an das deutſche Volk: „Durchzuhalten durch dick und
dünn, durch Not und Tod zum Sieg!‟ Der Kaiſer in
Feld=
uniform, mit dem Band des Schwarzen Adlerordens,
unter dem Baldachin vor dem Thron ſtehend, bildet den
Mittelpunkt des Bildes. Neben ihm auf der einen Seite
der Reichskanzler und die Miniſter Delbrück, v. Tirpitz,
v. Falkenhayn, auf der Gegenſeite die Generale, unter
ihnen v. Moltke und v. Keſſel. Vor dem Thron aber
ſcharen ſich die Abgeordneten um den
Reichstagspräſiden=
ten Kaempf und die Parteiführer, Paaſche, Spahn
Weſtarp, Naumann, v. Schönaich=Carolath und Fiſchbeck
rs. Straßenbilder deutſcher Städte während der
Kriegszeit. Wenn auch der Kriegszuſtand überall
Ver=
änderungen mit ſich gebracht hat, ſo treten ſie uns doch
in den einzelnen Städten bald ſchärfer, bald ſchwächer
entgegen. Je größer die Stadt, deſto lebhafter das
Stra=
enbild im Zentrum. In Berlin, Dresden, Leipzig ſcheint
der Verkehr in den Hauptſtraßen während der
Abendſtun=
den dichter und lebhafter, als je in Friedenszeit. Dazu
trägt in den ſächſiſchen Städten allerdings auch der
Um=
ſtand bei, daß die großen Blätter zwiſchen 9 und 10 Uhr
erſcheinen, auf die das Publikum ſehnſüchtig wartet. Die
Straßenkolportage blüht. In Dresden ſchätzt man die
Zahl der Straßenverkäufer von Zeitungen auf 500, und
daß ihre Geſchäfte gut gehen, dafür ſorgen ſchon die Son=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Nummer 262.
Ouvertüre zu Webers „Euryanthe” eingeleitet; in den
Zwiſchenakten gelangt der Yorkſche Reitermarſch und
der Torgauermarſch zur Wiedergabe. Am Donnerstag
um 7 Uhr wird „Martha” gegeben, während am
Freitag Kleiſts Schauſpiel „Hermannſchlacht” unter
Leitung von Regiſſeur Baumeiſter neu in den Spielplan
aufgenommen wird.
* Liebesgaben für unſere heſſiſchen Soldaten.
Es iſt der Gedanke angeregt worden, daß verſucht werden
müſſe, Liebesgaben ſo nahe wie irgend möglich an
unſere Heſſiſche Diviſion heranzubringen. Zu dieſem
Zweck eine Kolonne von Automobilen zuſammenzuſtellen,
iſt möglich, ihre Führung hat Kommerzienrat Hickler
in Darmſtadt bereitwillig übernommen. Die
Groß=
herzogin hat dieſen Plan gebilligt und ihm
Unter=
ſtützung und Förderung zugeſagt. Es wird daher
ge=
beten, Liebesgaben, die für unſere Tapferen draußen im
Felde beſtimmt ſind, recht bald nach dem Alten Palais
in Darmſtadt an die Materialien=Abteilung des Roten
Kreuzes zu ſenden. Beſonders erwünſcht iſt warmes
Unterzeug — Unterjacken, Unterhoſen, wollene Socken,
Leibbinden —, ferner Zigarren, Zigaretten, Tabak, Pfeifen,
Dauerwürſte, Schinken, Konſerven, Schokolade, Kaffee uſw.
Die Kolonne wird vorausſichtlich an einem der letzten
Septembertage nach Frankreich abgehen. Daß es dem
energiſchen Führer gelingen wird, ſie an den Ort ihrer
Beſtimmung zu bringen, kann niemand verbürgen. Es
ſei daher ausdrücklich davor gewarnt, den Sendungen
Briefe oder gar Geld beizufügen. Kann die Kolonne
nicht alle Liebesgaben auf einmal befördern, ſo ſoll ſie
mehrmals fahren; kann ſie in Feindesland nicht
durch=
dringen, ſo ſoll ſie die Liebesgaben einer militäriſchen
Dienſt=
ſtelle zur Weiterbeförderung übergeben. Unſere
helden=
mütigen Truppen ſtehen vor dem harten Winterfeldzug.
Gebt für ſie reichlich, gebt ſchnell, gebt
praktiſch!
— Erleichteruugen für die zollamtliche
Aus=
gangsabſertigung von Waren. Seitdem die Ausfuhr
einer Reihe von Waren verboten iſt, müſſen Güter,
deren Ausfuhr zuläfſig iſt, dem Ausgangszollamt mit
einer Anmeldung zur Ausgangsabfertigung vorgeführt
und der beſonderen Beſchau unterworfen werden.
Nun=
mehr iſt die Möglichkeit geſchaffen worden, daß einzelne
Ausfuhrhäuſer unter gewiſſen Bedingungen von dieſem
Zwange befreit werden. Die Handelskammer Darmſtadt
iſt bereit, Intereſſenten hierüber näheres mitzuteilen.
* Die Metzger=Innung Darmſtadt macht bekannt, daß
die Läden in der Zeit von 1—3 Uhr
nachmit=
tags, den Stunden, in denen erfahrungsgemäß der
Ver=
kehr nachläßt, geſchloſſen bleiben, da der
Kriegs=
zuſtand auch auf das Metzgergewerbe erſchwerend
einge=
wirkt habe. Da dieſe Einrichtung in anderen Städten
ſchon längere Zeit beſteht, wird ſich auch das hieſige
Publikum daran gewöhnen.
* Eine Verſteigerung belgiſcher Güter findet am
Don=
nerstag, den 24. September 1914, nachmittags 3 Uhr, auf
hieſigem Güterbahnhof (Gleis 134) ſtatt. Die
Verſteige=
rung erfolgt öffentlich an den Meiſtbietenden gegen
ſofor=
tige Barzahlung. (Siehe Bekanntmachung.)
Die Feldpoſtſendungen.
— Trotz des wiederholten Hinweiſes auf die
Not=
wendigkeit einer deutlichen und genauen
Adreſ=
ſierung der Feldpoſtſendungen kommen
un=
genügend adreſſierte Sendungen in ſolchen Maſſen vor,
daß ſich die Poſtverwaltuug gezwungen ſieht, von dem
Verſuch, ſolche Sendungen unterzubringen, abzuſehen
und ſie den Abſendern zurückzugeben. Anders iſt ein
geordneter Betrieb bei den Poſtſammelſtellen nicht
auf=
recht zu erhalten. Die Adreſſen der Feldpoſtſendungen
an die Angehörigen des Feldheeres müſſen außer dem
Namen und der Dienſtſtellung des Empfängers die
möglichſt vollſtändige Angabe des Truppenteils, dem er
angehört, enthalten, und zwar tunlichſt in der
Reihen=
folge des Vordrucks auf den amtlichen Feldpoſtkarten
und Briefumſchlägen, wobei genau zwiſchen Linien=
Reſerve=, Erſatz=, Landwehr= und Landſturmtruppenteilen
zu unterſcheiden iſt. Reicht der Vordruck zur
Bezeich=
nung des Truppenteils nicht aus, wie das bei vielen,
häufig ſehr langnamigen beſonderen Formationen der
Fall ſein kann, ſo ſind die Bezeichnungen an ſonſt
ge=
eigneten Stellen der Aufſchriftſeite überſichtlich
niederzu=
ſchreiben. In kurzer Zeit wird die Poſtverwaltung neue
Feldpoſtbriefumſchläge und Feldpoſtkarten erſcheinen
laſſen, auf denen zur Bezeichnung der beſonderen
For=
mationen ein beſonderer Platz gelaſſen iſt. Ein
Be=
ſtimmungsort iſt in den Aufſchriften der Briefe für
An=
gehörige mobiler Truppenteile nicht anzugeben.
Auch die Verwpackung der ſchwereren Felbpoſtbtieſe
mit Schokolade, Zigarren, Tabak, Strümpfen und
ähn=
lichem Inhalt iſt vielfach ſehr mangelhaft. Wenn ſolche
Sendungen bei den beſonders ungünſtigen
Beförderungs=
verhältniſſen im Felde unverletzt dem Empfänger
zu=
gehen ſollen, müſſen ſie in dauerhafte Umſchläge aus
Pappe oder ſtarkem Papier verpackt und feſt umſchnürt
werden.
Rotes Kreuz.
(Bureaut Rheinſtraße 36, Fernruf 25; geöffnet
ununter=
brochen von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialienabteilung: Altes Palais; Fernruf 20.)
Der ſtellvertretende Militär=Inſpekteur der
freiwilli=
gen Krankenpflege, Herzog zu Trachenberg Fürſt von
Hatz=
feld, hat folgende Verfügung erlaſſen: „In der letzten Zeit
ſind zahlreiche Klagen darüber eingelaufen, daß zur
frei=
willigen Krankenpflege da, wo Vollſchweſtern erforderlich
ſind, auch Helferinnen angenommen worden ſeien. Es
wird darüber Beſchwerde geführt, daß auch bereits bei der
Bildung der Formationen der freiwilligen Krankenpflege
im Frieden ſeitens der Herren Territorialdelegierten
Hel=
ferinnen zugelaſſen ſeien, obwohl noch zahlreiche
Vollſchwe=
ſtern zur Verfügung geſtanden hätten. Die Herren
Terri=
torialdelegierten darf ich bitten, darauf zu achten, daß in
erſter Linie die bereits im Frieden zur Unterſtützung
des Kriegs=Sanitätsdienſtes zugelaſſenen ſtaatlich
an=
erkannten Schweſtern (Rote Kreuz=
Schwe=
ſtern, Diakoniſſen= und Ordensſchweſtern)
dann die übrigen ſtaatlich anerkannten
Voll=
ſchweſtern, auch die ſogenannten „freien” Schwe
ſtern, ſoweit ſie ſich dazu eignen, und erſt wenn ſolche
nicht vorhanden ſind, Hilfsſchweſtern,
ausnahms=
weiſe auch Helferinnen zur freiwilligen
Kranken=
pflege zugelaſſen werden. Ich erſuche die Herren
Delegierten ſowohl bei der Aufſtellung der Formationen
der freiwilligen Krankenpflege wie auch bei der
Aus=
ſtattung von Lazaretten dieſe Geſichtspunkte ſorgfältig zu
beachten. Sollten dortſeits Vollſchweſtern nicht mehr zur
Verfügung ſtehen, ſo bitte ich, ſich dieſerhalb an mich zu
wenden, bevor Helferinnen eingeſtellt werden. Die in der
letzten Zeit zahlreich zur Ausbildung „angenommenen
Helferinnen ſind darauf hinzuweiſen, daß ſie auch
außer=
halb der freiwilligen Krankenpflege verſchiedene
Tätig=
keitszweige (Säuglings= und Kinderfürſorge,
Wöchnerin=
nenpflege, Gemeindepflege, Krüppelfürſorge uſw.)
ergrei=
fen können, die dazu dienen, die Not und das Elend der
Kriegszeit zu lindern.”
Liebesgaben aller Art gelangen in erfreulicher
Weiſe täglich aufs neue an uns. Auch kleinere Orte wollen
dabei nicht fehlen. So lieferte Lützelbach i. O. kürzlich
an unſere Materialien=Abteilung eine größere Menge
Butter, Wurſt, Fleiſch, Obſt, Gemüſe, Kartoffeln, Latwerg
und Strümpfe. Auch aus Offenbacher Arbeiterkreiſen
er=
hielten wir von ungenannten Gebern eine Anzahl von
Liebesgaben. Wir danken den uns bekannten und
unbe=
kannten Spendern auf das herzlichſte für ihre Gaben
Dieſe beweiſen uns nicht nur, wie groß der Opfermut
aller Kreiſe iſt, ſondern ſie zeigen uns auch, daß man jetzt
im Lande weiß, daß derartige Liebesgaben jederzeit gern
von unſerer Materialien=Abteilung im Alten Palais
an=
genommen werden. Da aber immer wieder Zweifel und
Anfragen an uns gelangen, ſo möchten wir dieſe Aufgabe
unſerer Materialen=Abteilung hiermit wiederholt
feſt=
ſtellen.
Bei dem fortdauernden ſtarken Transport von
Trup=
pen nach dem Kriegsſchauplatz wäre es ſehr erwünſcht,
wenn die hieſigen Buch= und Steindruckereien,
Lichtdruck=
anſtalten und Papiergeſchäfte der Verband= und
Erfriſch=
ungsſtelle, Hauptbahnhof Fürſtenſteig, wieder größere
Mengen von Feldpoſt= oder Anſichtskarten zur
Verfügung ſtellen wollten, die von den verwundeten wie
von den ins Feld reiſenden Soldaten immer beſonders
häufig und ſtark begehrt werden.
Der in weiteren Kreiſen wohlbekannte Dortmunder
Landtagsabgeordnete und geiſtvolle Redner D.
Gott=
fried Traub hat ſich in liebenswürdigſter Weiſe bereit
erklärt, hier am Dienstag, 29. September, ſeinen
berühm=
ten Vortrag: „Wie erleben wir den Krieg?” zu halten.
Wir dürfen deſſen Beſuch auch darum warm empfehlen,
da der geſamte Ertrag des Abends zwiſchen dem Roten
Kreuz und der Kriegsfürſorge der Stadt Darmſtadt geteilt
werden ſoll. Eine weitere Unternehmung zugunſten des
Roten Kreuzes bildet der 228. Vereinsabend des Richard
Wagner=Vereins am Samstag, den 26. September. Herr
Dr. Ludwig Wüllner, der von ſeinem früheren wie=
derholten Auftreten hier noch in beſter Erinnerung ſtehende
große Künſtler, will im Rahmen eines Vaterländiſchen
Abends Lieder deutſcher Komponiſten ſingen, ſowie Dichs
tungen von Schiller, Liliencron, Gerhart Hauptmann u.g
ſprechen. Auch hier ſoll ſich das Rote Kreuz und die
Kriegsfürſorge in die Hälfte der Kaſſeneinnahme teilen
dürfen. Wir verfehlen darum nicht, den Beſuch auch dieſes
Abends aufs beſte zu empfehlen. Für beide Abende ſind
uns je 30 Karten zum freien Eintritt für Verwundete und
Geneſende zur Verfügung geſtellt worden. Wir ſprechen
hierfür unſeren herzlichſten Dank aus.
Rüſſelsheim, 22. Sept. (Ein regelmäßiger
Transport von Liebesgaben) nach der Fronk
ſt durch die Firma Opel eingerichtet worden. Die
Fir=
ma hat ein großes Auto zur Verfügung geſtellt, das alls
wöchentlich einmal von Rüſſelsheim nach dem jeweiligen
Standort des 18. Armeekorps abgeht, um den im Felde
ſtehenden Kriegern aus der Gemeinde Rüſſelsheim und
der nächſten Nachbarſchaft regelmäßig Liebesgaben ihrer
Angehörigen und Gaben des Roten Kreuzes auf
ſchnell=
ſtem Wege zuzuführen. Dadurch wird eine raſche und
ſichere Zuſtellung der Gaben und eine unmittelbare
Ver=
indung mit den Kriegern und ihren Angehörigen
ermög=
icht. Die erſte Fahrt mit nahezu 200 Privatſendungen
und einer Menge gemeinſamer Gaben iſt bereits nach dem
Schlachtfelde unterwegs. Die nächſte Fahrt geht morgen
ab, eine weitere am Samstag. Die Beförderung aller
Ga=
ben erfolgt koſtenlos.
Mainz, 22. Sept. (Tragiſcher Tod.) Als
Sonn=
tag nachmittag ein Lazarettſchiff auf dem Main an dem
Dorfe Okriftel vorbeifuhr, wollte der 22jährige Heinrich
Rink von einem Boot aus den Verwundeten Liebesgaben
übergeben. Dabei kenterte das Boot. Der junge Mann
ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte.
Reich und Ausland.
H. Mannheim, 22. Sept. Der vor kurzem auf ſeinem
Landſitz in Riverſide (Connecticut) verſtorbene, aus Alt=
Mannheimer Familie ſtammende Deutſch=Amerikaner
Langeloth hat ſeiner Vaterſtadt Mannheim 125000
dollars teſtamentariſch vermacht. Er war ohne Mittel
nach Amerika ausgewandert und ſoll ein Vermögen von
30 Millionen Dollars hinterlaſſen haben.
Karlsruhe, 22. Sept. Die Erſatzwahl für den in
Lothringen gefallenen Abgeordneten des 41. Wahlkreiſes
der Zweiten Kammer der Stände Rechtsanwalt Dr.
Frank iſt auf Samstag, den 10. Oktober, feſtgeſetzt
worden.
Gmunden, 22. Sept. Der Herzog von
Cumber=
land beging geſtern in größter Stille ſeinen 70.
Geburts=
ag. Von allen verwandten Fürſtenhöfen, der
Bevölke=
rung der Stadt Hannover und auch von der kaiſerlichen
Familie gingen Glückwünſche ein.
Maros=Vaſachely (Ungarn), 22. Sept. Der
Bürger=
meiſter Gehbauer beantragte in der Generalverſammlung
von Maros=Vaſachely, der größten und verkehrsreichſten
Straße, die bisher St. Georsgaſſe hieß, den Namen
Kai=
ſer Wilhelmſtraße zu geben.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktiot
einerlet Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund bes § 21 Abſ. 2 deſ
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Gegen die hohen Kartoffelpreiſe!
In einer Bekanntmachung des Herrn
Oberbürger=
meiſters vom 14. September wird darauf hingewieſen,
daß der Kartoffelpreis weiter gefallen und ein Höchſtpreis
von 4 Mark für den Zentner nicht mehr angemeſſen ſei.
Trotzdem iſt heute der Kartoffelpreis noch immer derſelbe
wie vor vier Wochen, ja es gibt in Darmſtadt
Gemüſe=
geſchäfte, welche am Montag noch 60 Pfg. für 10 Pfund
Kartoffeln forderten. Auf dem geſtrigen Wochenmarkte
notierten die Preiſe 4 Mark pro Zentner und 5 Pfg. pro
Pfund. Da die diesjährige Kartoffelernte faſt überall
eine ſehr gute undreiche iſt und dabei noch genügend
billige Kräfte zum Ausmachen und Einholen zur
Ver=
fügung ſtehen, iſt es höchſt bedauerlich, daß die Kriegslage
benutzt wird, die Preiſe der Kartoffeln, zurzeit das
wich=
tigſte Volksnahrungsmittel, auf einer faſt wucheriſchen
Höhe zu halten. In Limburg a. d. Lahn hat vor zirka
acht Tagen die ſtädtiſche Kommiſſion zur Ueberwachung
der Lebensmittelpreiſe öffentlich gegen die hohen
Kartof=
felpreiſe proteſtiert; dabei notierten die dortigen
Markt=
preiſe nur 3 Mark bis 3,20 Mark pro Zentner, im
Klein=
verkauf 4—4½ Pfg. pro Pfund. In Ober ſtein a. d.
Nahe, wo wöchentlich zweimal ein ſogenannter
Kartoffel=
markt in der Zeit vom Auguſt bis Oktober ſtattfindet,
koſtete der Zentner ſchon vor vier Wochen 2,75—3
Mark. Sollte dies hier nicht auch für Darmſtadt möglich
ſein? Im vorigen Jahre, wo die Ernte hinter der
dies=
jährigen zurückſtand, konnte man hier um dieſe Zeit den
Zentner Kartoffeln zu 2,75 Mark, prima Qualität, kaufen.
Ein Familienvater.
Vermiſchtes.
20 Jahre Bahnhofsmiſſion. Anfang
Oktober 1894, alſo gerade vor 20 Jahren, ſandte der
Ver=
ein Wohlfahrt der weiblichen Jugend zum erſten Male
ſeine Helferinnen mit der weißen Armbinde und dem roſa
Kreuz auf die Berliner Bahnhöfe, um den in großen
Scharen der Großſtadt zuziehenden jungen Mädchen Schutz
und Hilfe zu bieten. Bedeutend hat ſich die
Bahnhofs=
miſſion ſeitdem erweitert; aus den erſten 8 Helferinnen
ſind 80 geworden. Die Wichtigkeit und der Erfolg dieſer
ſozialen Arbeit werden heute allgemein anerkannt.
Beſonders in den letzten Wochen wurde eine reiche
Tätig=
keit entfaltet. In den erſten Mobilmachungstagen waren
es beſonders die zurückkehrenden, ſehr häufig
alleinreiſen=
den Kinder, deren ſich die Bahnhofsmiſſion annehmen
mußte. Die anmeldenden Telegramme hatten nicht
be=
fördert werden können, die Züge hatten fünf oder mehr
Stunden Verſpätung, und ſo ſtanden die Kinderchen des
Nachts in dem großen Menſchengewühl am Bahnhof,
verängſtigt und weinend. Eine Helferin fand an einem
Bahnhof in einer Nacht allein neun ſolcher Kleinen, die
ihrer Hilfe dringend bedurften. — Die größten
Anforde=
rungen an Umſicht und Ausdauer der Damen ſtellte dann
das große Heer der zuſtrömenden Flüchtlinge aus Belgien
und Oſtpreußen. Hand in Hand mit den vom
Polizei=
präſidium entſandten Schweſtern wurde Tag und Nacht
eine faſt atemloſe Tätigkeit entfaltet; galt es doch, die
armen, oft kaum notdürftig bekleideten Leute durch Speiſe
und Trank zu ſtärken, mit Kleidungsſtücken zu verſehen,
ihnen Obdach zu verſchaffen oder den Weg zu etwa
vor=
handenen Verwandten und Bekannten zu weiſen; zu
raten, zu helfen, zu tröſten. Acht Helferinnen zu gleicher
Zeit am Bahnhof genügten zu Zeiten kaum. Aber die
irmen, vertriebenen, von Haus und Hof geflüchteten Men=
derausgaben der Zeitungen, deren Reinertrag dem Roten
Kreuz zugewandt wird. An manchen Tagen verdienten
einzelne Verkäufer auf dieſe Weiſe bis zu 30 Mark. Auch
der Straßenbahnverkehr iſt beiſpielsweiſe in Dresden
intenſiv, wozu allerdings die Tatſache beiträgt, daß das
Militär und die zur Muſterung einrückenden Ziviliſten
völlig freie Fahrt haben. Damit ſich die Bevölkerung der
Vororte und umliegenden Ortſchaften abends die neueſten
Nachrichten aus der Stadt holen kann, verkehren die
Stra=
ßenbahnwagen bis 2 bezw. 4 Uhr früh; ſo kommen
zahl=
reiche Reſtaurationen und Cafés auf ihre Rechnung. Eine
Polizeiſtunde kennt man in jenen Städten nicht. Daß die
Männerwelt zum größten Teile im Felde ſteht, merkt man
am beſten in den Cafés, wo vielfach die Hälfte der Gäſte
Frauen und Mädchen aus allen Kreiſen des Bürgertums
bilden. In den Geſchäften geht es ruhig zu, wenn ſich
auch allmählich hie und da eine kleine Beſſerung zeigt.
Uebrigens gibt es auch einzelne Städte, wo auch der
Ge=
ſchäftsverkehr recht lebhaft iſt. So erzählte mir ein
Brauereidirektor in Paderborn, daß der Abſatz in Bier
faſt beſſer ſei als in Friedenszeiten. Die
Zigarren=
geſchäfte, Wirtſchaften uſw. ſind höchlich zufrieden.
Die=
ſer lebhafte Betrieb iſt natürlich nur den großen Mengen
Militär zu verdanken; auch kommen die Angehörigen
häufig zum Beſuche und ein nicht kleiner Teil Fremder
wird von der Neugierde zur Fahrt nach Paderborn
veran=
laßt. In der Nähe der Stadt befindet ſich das große
Sennelager, wo Tauſende von Franzoſen, Belgiern,
Eng=
ländern, Schottländern, Zuaven und Ruſſen feſtgehalten
werden.
* „Die Deutſchen ſtellen ſich taub!” Unter der
Ueber=
ſchrift „Die Deutſchen ſtellen ſich taub” melder
der Figaro vom 13. d. M. aus Hamburg (über Kopen
hagen): Die deutſche Regierung hat einen Aufruf
er=
laſſen, um einen Vorſchuß von einer Milliarde Mark
au=
die vom Reichstag bewilligten fünf Milliarden
Kriegs=
kredite zu erhalten. Aber die Bevölkerung reagiert nur
ſehr widerwillig auf die zahlreichen und wiederholten Auf
rufe der Regierung. Nur das Haus Krupp hat eine
große Summe gezeichnet. Dieſe entzückende Meldung des
feinhörigen Figaro hat etwas Richtiges: das deutſche Voll
war allerdings inſofern taub, als es ſich etwas verhörf
hat. Es hat ſtatt der gewünſchten einen Milliarde gleich
deren vier und auch noch ein biſſel mehr gezeichnet!
** Die Helden der Pariſer. Mit den Turkos
und den Senegal=Negern teilt der Engländer jetzt
das hohe Glück, der Liebling des Pariſer
Vol=
kes zu ſein. Wo ein engliſcher Soldat ſich blicken
läßt, da wird er als Held bejubelt, und das hat auch
nicht nachgelaſſen, ſeitdem der Reiz der Neuheit
verſchwun=
den iſt und man überall auf den Straßen und Boulevards
britiſche Krieger ſieht. Eine „jedes britiſche Herz erfreuende
Szene” in der drei dieſer „Helden” die Hauptrolle
ſpie=
len, berichtet ein engliſcher Korreſpondent voll ſtolzen
Selbſtgefühls ſeinem Blatte. „Auf einem der
Haupt=
boulevards begegnete ich heute drei britiſchen Kriegern.
Zufällig gehörten alle zu ſchottiſchen Regimentern. Zwei
von ihnen trugen die kurzen Hoſen der Hochländer, der
dritte war im „Röckchen.” Alle Welt auf dem Boulevard
drehte ſich nach ihnen um und ſah ihnen bewundernd nach.
Ich hatte kaum begonnen, mich mit ihnen zu unterhalten,
da beobachtete ich zu meinem Staunen, daß alle drei an
ihren Uniformen nicht einen einzigen Knopf
mehr hatten. Alle Knöpfe waren ihnen von dem
begei=
ſterten Publikum als Andenken abgeſchnitten, abgeriſſen
und abgedreht worden. Ihre Mützen waren völlig
knopf=
los, ebenſo ihre Achſelklappen. Ja, man hatte ihnen
ſo=
gar die Borten und Tuchſtreifen zum Teil abgetrennt.
Die größte Begeiſterung ſchien aber doch das „Röckchen”
erregt zu haben, und in dem kriegeriſchen Trio war der
im Röckchen die intereſſanteſte Erſcheinung. Die
Anden=
kenjäger hatten nämlich ſelbſt dieſes Kleidungsſtück nicht
geſchont; der Mann zeigte mir bereitwilligſt das Futter
aus dem ganze Streifen als „Souvenirs”
herausgeſchnit=
ten waren, und dabei war auch ſo manches Stück vom
Oberſtoff mitgegangen. Sogar während ich mit den
Leu=
ten ſprach, bat eine Dame um ein Andenken und erhielt
noch einen übrig gebliebenen letzten Knopf an der Uniform
des einen. Wahrlich! Heldenverehrung hat mannigfache
Mittel, um ſich auszudrücken. Die drei waren ganz
glück=
lich und vergnügt. Soweit ich von ihnen erfahren konnte
gehörten die beiden mit den Hoſen zu einer Schar, die „ſich
verlaufen” hatte und dabei ganz unabſichtlich nach Paris
gekommen waren. Der Veteran im Röckchen, der ſeit 1897
diente, war traurig darüber, daß er überhaupt noch nicht
ins Gefecht gekommen war. Er hatte ſich bereits auf dem
Marſch durch einen Unfall die Hand verletzt und war
darauſhin ins Lazarett geſchickt worden.”
Nummer 262.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Seite 5.
ſchen, völlig fremd in der großen Stadt, waren dankbar
für jede Freundlichkeit. — Beſonders auch bei der
Ver=
pflegung einberufener Mannſchaften und der Erquickung
und Stärkung der eintreffenden verwundeten Krieger
be=
teiligt ſich die Bahnhofsmiſſion. — Große Sorge macht
dem Verein die zurzeit in Berlin herrſchende
Arbeits=
loſigkeit, unter der namentlich auch die jungen Mädchen
zu leiden haben; und mehr noch als ſonſt möchte er darum
vor unbedachtem Zuzug zur Großſtadt warnen. Wer
irgend wie auf dem Lande eine Arbeit finden kann, der
bleibe daheim; er würde in Berlin nur das Heer der
Arbeitsloſen vermehren und wahrſcheinlich ſelbſt ſehr
bald in Not geraten. — Weitere Auskunft erteilen gern
die Evangel. Berliner Bahnhofsmiſſion, Berlin N.,
Tieck=
ſtraße 17; die Kathol. Bahnhofsmiſſion, Berlin W.,
Mar=
tin=Lutherſtraße 93 (Frau Sanitätsrat Köllen) und der
Verein zur Fürſorge für die männliche Jugend, Berlin C.,
Sophienſtraße 19.
Literariſches.
— Heſſiſche Chronik, Monatsſchrift für
Fami=
lien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Be=
gründet von Dr. Herm. Bräuning=Oktavio.
Herausgege=
ben von Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl. Dritter
Jahr=
gang, Heft 9, September 1914, hat folgenden Inhalt:
Pfarrer W. Hoffmann: Der erſte franzöſiſche
Revolutions=
krieg nach der Chronik eines Weſthofer Bürgers. Direktor
Dr. Hugo Brunner: Die älteſte Anlage der Stadt Kaſſel
(mit einem Plan). Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl:
Studien zur Gießener Matrikel. Kleine Mitteilungen:
Das Rochusfeſt in Bingen. Univerſitäts=Profeſſoren und
Pedellen. Bücherſchau. Aus Zeitſchriften. Der
Bezugs=
preis beträgt vierteljährlich 1,50 Mark, jährlich 6 Mark.
Preis des Einzelheftes 60 Pfg. Beſtellungen wolle man
richten an den Verlag, den Herausgeber oder an jede
beſſere Buchhandlung, durch die auch Probehefte
erhält=
lich ſind. Verlag der L. C. Wittichſchen Hofbuchdruckerei
in Darmſtadt.
— Der Verkehr unſerer Truppen mit der
Einwohner=
ſchaft in Frankreich und Belgien wird durch die Otto
Robertſchen Feldſprachführer ungemein erleichtert.
Die weit verbreiteten und allgemein als zweckmäßig
an=
erkannten Otto Robertſchen Sprachführer (Verlag: Otto
Maier in Ravensburg) ſind durch eine Ergänzung „Für
unſere Truppen im Felde” nun für die
Bedürf=
niſſe unſerer Soldaten im Feindeslande eingerichtet. Die
für die Truppen geeignete Ausgabe B mit 100 Seiten hat
ein Gewicht von nur 50 Gramm (Preis 80 Pfg.), die
klei=
nere Brieftaſchenausgabe A mit 63 Seiten nur 30 Gramm
(Preis 50 Pfg.).
— Für die Verfolgung der Kämpfe an der
deutſch=
öſterreichiſch=ruſſiſchen Grenze iſt wieder eine neue
Frey=
tagſche Karte von der Kartograph. Anſtalt G. Freytag u.
Berndt, G. m. b. H., Wien 7, Schottenfeldgaſſe 62,
heraus=
gegeben worden, die ihrer Anlage nach geeignet iſt, für
die ganze Dauer des Krieges ein gutes
Orientierungs=
mittel zu bieten. G. Freytags Karte der
weſtruſſi=
ſchen Kriegsſchauplätze, 1: 2000000, 71:100
Zenti=
meter groß, 2 Mark, umfaßt das ganze Gebiet, ſoweit es
für die Kriegsereigniſſe in Betracht kommen kann.
Letzte Nachrichten.
Die Arbeit des kleinen Kreuzers „Emden‟
* Kalkutta, 22. Sept. (Reuter.) Die Offiziere
und Mannſchaften der von dem deutſchen Kreuzer „
Em=
den” in der Bay von Benghalen verſenkten Schiffe
ſind geſtern nachmittag in Kalkutta angekommen und
ſprachen ſich außerordentlich anerkennend aus über die
ihnen von den deutſchen Offizieren erwieſene
Behand=
lung. Der Streifzug des Kreuzers „Emden” begann
am 10. September mit der Kaperung des britiſchen
Damp=
fers „Indus”, der durch Geſchützfeuer zum Sinken gebracht
wurde, nachdem die Beſatzung an Bord der „Emden”
übergeführt worden war. Der Kreuzer fing alle
draht=
loſen Nachrichten über die Abfahrt der Dampfer aus dem
Hafen auf und kannte ſomit den Aufenthalt und die Lage
ſämtlicher Schiffe in der Bay von Benghalen. Am 11.
September ſichtete die „Emden” den Dampfer „Loo”
über=
nahm die Beſatzung und verſenkte ihn. Der Dampfer
„Kabinga” wurde in der Nacht zum 12. September verſenkt,
zwei Stunden ſpäter wurde der Dampfer „Killi”,
außer=
dem in derſelben Nacht drei andere Schiffe geſichtet,
jedoch nicht angehalten. Am Mittag des 12. September
nahm die „Emden” den Dampfer „Diplomat”, der ſpäter
verſenkt wurde. Dann wurde der italieniſche Dampfer
„Zarnano” angehalten, aber an demſelben Tage wieder
freigelaſſen. Eine Anzahl anderer Schiffe ſind durch ihre
Zurückfahrt der Kaperung entgangen. Am 14. September
nahm die „Emden” den Dampfer „Tratbock” und verſenkte
ihn durch eine Mine. Die Beſatzungen ſämtlicher
erbeute=
ten Schiffe wurden in ein anderes Fahrzeug gebracht, das
den Befehl erhielt, nach Kulkutta zu fahren. Zwei
deut=
ſche Schiffe begleiteten es bis in eine Entfernung von
75 Meilen von der Mündung des Hoogfly.
Die Kriegsanleihe.
* Berlin, 22. Sept. Zeichnungen auf die
Kriegs=
anleihe werden immer noch gemeldet. Heute ſchätzt man
die Summe von 4,4 Milliarden Mark.
* Wien, 22. Sept. Die Blätter heben mit großer
Genugtuung den glänzenden Erfolg der
Zeich=
nung auf die deutſchen Kriegsanleihen
hervor.
Das Fremdenblatt weiſt auf den Jubel in
Deutſch=
land über die Ziffer des Zeichnungsergebniſſes hin und
ſagt: Dieſes Hochgefühl, das auch in der
öſterreichiſch=
ungariſchen Monarchie über dieſe Bekundung der geſamten
finanziellen Kraft des deutſchen Bundesgenoſſen herrſcht,
iſt vollkommen verſtändlich. Wie auf den franzöſiſchen
Schlachtfeldern die deutſchen Armeen von Sieg zu Sieg
eilten und damit der Welt ein Beiſpiel von
bewunderungs=
würdigem Hercismus geben, ſo hat die Begeiſterung,
welche dieſe Siege in allen deutſchen Landen entzündeten,
ihren großen Anteil an dem Rieſenerfolg der deutſchen
Kriegsanleihen. Einem Volke, welches militäriſche und
finanzielle Beweiſe einer ſo glänzenden Organiſation gab,
kann der ſchließliche Sieg nicht vorenthalten bleiben.
Das Neue Wiener Tageblat ſchreibt: Der
glänzende Erfolg der Kriegsanleihen in Deutſchland läßt
als zweifellos erſcheinen, daß der Sieg der deutſchen Waf=
fen nicht nur durch Eiſen, ſondern auch durch Gold
ver=
bürgt iſt. Der Rieſenerfolg der Anleihen iſt geeignet,
in der ganzen Welt das größte Aufſehen zu erregen und
die ſtrotzende wirtſchaftliche Geſundheit Deutſchlands
augenfällig zu beweiſen. Die finanzielle Mobiliſierung
iſt ebenſo raſch und vollkommen geglückt, wie die der
mi=
litäriſchen Streitkräfte. Das Blatt ſchließt: Der Erfolg der
Kriegsanleihen iſt eine Tatſache, die auch den Feinden zu
denken geben wird. Die engliſche Kalkulation wird durch
die gezeichneten nahezu 5 Milliarden gründlich über den
Haufen geworfen; und ſollte es wirklich darauf
ankom=
men, daß nur derjenige ſiegt, der die letzte Milliarde
auf=
bringt, ſo wird es ſicherlich eher Deutſchland als das
groß=
mäulige England ſein.
Die Neue Freie Preſſe betont, daß ein ſolches
finanzielles Machtaufgebot und eine ſolche titanenhafte
Muskelſtärke bisher noch niemals vorgekommen ſeien.
Dieſes Aufraffen mag zugleich auch unbewußt die
Ant=
wort auf die ſilbernen Kugeln des engliſchen
Schatzkanz=
lers ſein. Die Zeichnung von über vier Milliarden iſt
eine neue Kriegserklärung an England, das ſich vermaß,
damit zu prahlen, daß derjenige ſiegen werde, der die
längere Börſe habe. Das Ereignis iſt in ſeiner Art ſo
groß, wie das Vollbringen der deutſchen Armee in
Frank=
reich. — Die Zeit nennt die raſche Unterbringung der
Rieſenanleihe einen Erfolg, der in dem europäiſchen
Finanzgeſchäfte ohne Beiſpiel ſei.
Das Deutſche Volksblatt ſagt: Der Erfolg
der Zeichnung auf die deutſchen Kriegsanleihen iſt nicht
hoch genug anzuſchlagen. Er iſt einem glänzenden Siege
gleich zu achten und wird auch den wahnwitzigſten
fran=
zöſiſchen, engliſchen und ruſſiſchen Chauviniſten als ein
Beweis dafür gelten, daß das Vertrauen des deutſchen
Volkes auf ſeine im Felde ſtehenden Heldenſöhne
felſen=
feſt iſt.
Die Kaiſerin bei den Verwundeten.
* Berlin (Schloß Bellevue), 22. Sept. Die
Kai=
ſerin beſuchte geſtern die Ungerſche Privatklinik in der
Derfflinger=Straße; ſie ließ ſich von den
Verwunde=
ten Mitteilungen über Umſtände, Ort und Zeit ihrer
Verwundung machen, ſowie darüber, ob bis zu ihrer
Auf=
nahme in die Klinikk befriedigend für ſie geſorgt worden
ſei. Die Kaiſerin ſprach wiederholt mit Perſonen,
die zum Beſuch der verwundeten Verwandten gerade
an=
weſend waren, nachdem ſie Blumen und Andenken an die
Verwundeten verteilt hatte. Beim Verlaſſen des
gut=
gehaltenen Hauſes ſprach ſich die Kaiſerin anerkennend
für das Geſehene und Erfahrene aus. Die Kaiſerin
emp=
fängt täglich verſchiedene Perſönlichkeiten aus der
Orga=
niſation der freiwilligen Krankenpflege und zuſtändigen
Behörden, um mit ihnen zu beraten, wie die Pflege der
Verwundeten immer zweckmäßiger ausgeſtaltet, der
Transport erleichtert und auch die Pflegekräfte ſtets an die
rechten Stellen geleitet werden können. Dabei wird auch
eingehend erwogen, wie der Armee und den
Feldlazaret=
ten bei Eintritt kühler Witterung die immer notwendiger
werdenden warmen Sachen und andere
Gebrauchsgegen=
ſtände ſchnellſtens zugeführt werden können.
Liebesgabentransporte
* Großes, Hauptquartier, 22. Sept. (W. T. B.
Amtlich.) Nachdem es bisher nur wenigen
Truppentei=
len beſchieden war, daß ihm größere Mengen von
Zigar=
ren, Rauchtabaken, Schokolade uſw. zugeführt werden
konnten, ſollen demnächſt große Liebesgabentransporte
freigegeben werden. Es ſoll geſtattet werden, für jedes
Armeekorps einen Zug von höchſtens 80 Achſen
abzuſen=
den. Die Beförderung von Truppentransporten,
Muni=
tions=, Verpflegungs= und Lazarettzügen gehen
jeder=
zeit vor.
Das Wirken des Roten Kreuzes.
* Berlin, 22. Sept. Das Zentralkomitee
vom Roten Kreuz hat, wie bereits bekannt gegeben,
ſehr reichliche Sendungen warmer Sachen, ſowie
Labe= und Genußmittel ſchon vor 15 Tagen nach dem
öſt=
lichen Kriegsſchauplatz gebracht. Die nun
vor=
liegenden Berichte gehen dahin, daß es den führenden
Herren gelungen iſt, mit ſieben Automobilen bis zu den
fechtenden Truppen zu gelangen und dort wiederholt
Gaben abzugeben. Am 22. d. M. wird ein weiterer großer
Transport von warmen Kleidungsſtücken, Zigarren,
Ziga=
retten, Fußſchutz= und Heilmitteln, ſowie anderer
wert=
voller Materialien nach dem Weſten abgehen. Er
wird mittels 19 Automobilen Spenden an die bisher mit
Liebesgaben am wenigſten verſorgten Korps zu bringen
ſuchen. Ein dritter, ähnlich zuſammengeſetzter Transport
verläßt wenige Tage ſpäter Berlin, um ſich zu einer
anderen Armee im Weſten zu begeben. Endlich iſt für
Ende dieſer Woche die Abreiſe eines großen
Automobil=
korps zu den öſtlichen Armeekorps vorgeſehen. Sie alle
werden jeweils bei der Rückfahrt von der Truppe zu den
Materialiendepots ſich durch Mitnahme Verwundeter zu
den rückwärtigen Hilfsſtationen nützlich zu machen ſuchen,
vorausgeſetzt, daß die Militärbehörde ihre Unterſtützung
in Anſpruch nehmen will.
Von den Kämpfen im Weſten.
* London 22. Sept. Die „Daily News” meldet
aus Chateau Thierry vom 19. September: Geſtern
tob=
ten lebhafte Kämpfe. Die Angriffe finden bei Tag und
bei Nacht ſtatt. Die deutſche Infanterie wogt
unaufhör=
lich gegen die Stellungen der Engländer und Franzoſen.
Dieſe Angriffe waren eine Erholung gegen den
ent=
nervenden Granathagel, der von den Hügeln
kommt. Die Anweſenheit der Deutſchen iſt nur durch den
aufſteigenden Rauch der Geſchütze wahrnehmbar. Die
deutſchen Kanoniere machen Fortſchritte. Sie beſtimmen
die Schußweite mit außerordentlicher Genauigkeit.
Ge=
ſtern fiel eine Granate in das
franzöſiſch=
engliſche Hauptquartier. Eine vollſtändige
Verwüſtung wurde angerichtet. Der Stab kam mit dem
Leben davon. Unſere Verluſte ſind ſchrecklich. Wir
ver=
nichteten drei deutſche Geſchütze. Das Feuer auf die
Ver=
ſchanzungen iſt ſo heftig, daß es den Feldhoſpitälern
un=
möglich war, Tote und Verwundete wegzuſchaffen.
* London, 22. Sept. Die Times meldet aus Paris:
Theoretiſch wurde das Bombardement von
Reims durch die franzöſiſche Artillerie
herausgefordert, die in der Stadt aufgeſtellt war
und das deutſche Geſchützfeuer kräftig erwiderte.
Franzö=
ſiſche Soldaten lagerten in den Straßen.
Hilfe für die Elſaß=Lothringer.
* Straßburg, 22. Sept. Mit Genehmigung des
kaiſerlichen Statthalters von Dallwitz wurde ein
Sammelfonds zugunſten der durch die
Kriegs=
ereigniſſe geſchädigten Elſaß=Lothringer
errich=
tet. Den Grundſtock bildet der Betrag von 1000 Mark,
die dem Staatsſekretär Graf von Rödern von einem
befreundeten höheren Offizier überwieſen wurden. Wei=
tere 1000 Mark ſind von einem Mannheimer
Großkauf=
mann geſpendet worden.
Oeſterreichiſche Kriegstüchtigkeit.
* Wien, 22. Sept. Die Blätter veröffentlichen
Mit=
teilungen eines in einem ungariſchen Truppenſpital
be=
findlichen verwundeten ruſſiſchen Offiziers, der auch den
japaniſchen Feldzug mitgemacht hat und eine Parallele
zwiſchen den japaniſchen und den öſterreichiſch=ungariſchen
und beſonders den ungariſchen Soldaten zieht. Letztere
haben, ſo ſagte der Offizier, nicht halb ſo viel
Verwun=
dete wie die Ruſſen Tote haben. Wenn wir glauben,
daß der Feind gezwungen iſt, ſich unſerer Uebermacht zu
ergeben, ſo gehen die ungariſchen Soldaten trotz des
mör=
deriſchſten Kugelregens mit einem fürchterlichen
Geſchrei mit dem Bajonett gegen unſere Leute. Dieſe
Attacken ſind ſo furchtbar, wie ſie die Japaner nie gewagt
haben. Der ruſſiſche Soldat wird durch dieſes
unge=
wohnte Geſchrei völlig ſcheu. Die Offiziere können kaum
verhüten, daß ſie ſich ergeben oder die Flucht ergreifen.
Man hat ſchon das Mittel verſucht, die Stellungen in der
Nähe eines Waldes zu nehmen, da die Truppen hier eine
ſichere Deckung haben und auf den Bäumen
Ma=
ſchinengewehrepoſtiert werden können. Das
iſt aber nicht viel wert. Der Feind hat auch dafür ein
Mittel gefunden. Er zündet den Wald an und geht
gleichzeitig mit dem Bajonett vor. Die meiſten Soldaten
gehen dabei im brennenden Walde zugrunde. Unſere
Schrapnells haben ein eigenartiges Summen, wodurch
ſich der Feind ſchützen kann, während ſeine Schrapnells
in unſern Reihen im Umkreis von 50 Metern keinen Mann
am Leben laſſen. Unſere Leute ſterben zu hunderten. Der
Anſturm der Kavallerie iſt von einer Vehemenz, wie ihn
unſere Koſaken nicht ausführen können. Es war nur ein
Glück, daß wir zehnmal ſo ſtark ſind wie der Feind.
Wechſel in der Leitung der engliſchen
Mittelmeerflotte.
* London, 22. Sept. Wie das Preßbureau
mit=
teilt, wurde Vizeadmiral Tranbridge vonder
Mit=
telmeerflotte zurückberufen. Ueber das
Ent=
kommen der deutſchen Kreuzer „Goeben” und „Breslau” in
der Straße von Meſſina iſt Unterſuchung eingeleitet
worden.
Ein engliſches Unterſeeboct untergegangen.
* Stockholm, 21. Sept. (Ctr. Bln.) Die auſtraliſche
Admiralität gibt den Untergang eines
Unter=
ſeebootes zu, verſchweigt aber die Urſache.
* Berlin, 22. Sept. Nach dem von uns erwähnten
Vorgehen eines bekannten Univerſitätsprofeſſors haben
neuerdings mehrere andere Profeſſoren an
preußiſchen Univerſitäten auf einen Teil ihres
Gehalts verzichtet und dem Kultusminiſter für
vater=
ländiſche Zwecke zur Verfügung geſtellt.
* Berlin, 22. Sept. Admiral von Coerper iſt
in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches zur
Dispoſi=
tion geſtellt worden. Vizeadmiral Dick, Direktor des
Werftdepartements des Reichsmarineamts, iſt zum
Ad=
miral befördert worden.
* Berlin 22. Sept. Die B. Z. meldet: Die
ganze Beſatzung des Luftſchiffes „Schütte
Lanz 2” iſt durch das Eiſerne Kreuz ausgezeichnet
worden. Die Verleihung des Ehrenzeichens iſt nach der
Breslauer Zeitung auf Grund einer glänzenden
Erkun=
dungsfahrt des Luftſchiffes erfolgt.
* Mülhauſen i. E., 22. Sept. Ueber einen
ori=
ginellen Gefangenen=Transport berichtet die
Mülhauſener Zeitung: Geſtern mittag wurden vier
gefan=
gene verwundete Franzoſen von einer Radfahrerpatrouille
in die Stadt gebracht, und zwar ſtand je ein Franzoſe
hin=
ten auf dem Rade eines Feldgrauen und hielt ſich an ihm
feſt. So ging es in friedlicher Gemeinſchaft ins Lazarett.
* Wien. 22. Sept. Die Südſlaw. Korreſp. erfährt
aus Sofia: Das Blatt Kambana meldet: Wie wir
erfah=
ren, läßt die ruſſiſche Regierung durch ihren
frü=
heren Geſandten in Darmſtadt, Botkin, ein
Schwarz=
buch zuſammenſtellen, welches an die Kabinette gerichtet
werden ſoll. In dieſem Schwarzbuch ſtellt Botkin Fälle
dar, die angebliche Grauſamkeiten der Deutſchen gegen die
Bevölkerung Polens ſchildern. Wir ſind, ſagt Kambana,
überzeugt, daß dieſe angeblichen Grauſamkeiten der
Deut=
ſchen zur Kriegszeit nicht im entfernteſten ſo furchtbar
ſein können wie die Grauſamkeiten, die von den Ruſſen
in Friedenszeiten gegen die Polen, Kleinruſſen, Finnen
und andere Nationalitäten begangen werden, die das
Un=
glück haben, ſich des „Segens” der ruſſiſchen Herrſchaft zu
erfreuen.
(Einen ruſſiſchen Geſandten namens Botkin hat es
in Darmſtadt nie gegeben. D. Red.)
* Paris, 22. Sept. Nach dem endgültigen Ergebnis
der Pariſer Volkszählung ſind 1 807 044 Einwohner,
alſo nur zwei Drittel der Zahl in normalen Zeiten, und
zwar faſt die doppelte Zahl der Frauen wie Männer,
an=
weſend.
* Brüſſel, 22. Sept. Der Kaiſer hat dem
Gene=
ralgouverneur Freiherrn v. d. Goltz das Eiſerne
Kreuz erſter Klaſſe verliehen.
Briefkaſten.
H. G. Sie ſind unſeres ErachtensIn Oeſterreich
mili=
tärpflichtig; wenden Sie ſich an das öyerreichiſche
Konſu=
lat in Frankfurt a. M.
Verluſtliſte (aus Nr. 30).
Feldartillerie=Regiment Nr. 25 (Darmſtadt).
1. Abteilung.
1. Batterie: Ltn. d. Reſ. Morneweg, Darmſtadt,
ſchw. vw. — Ltn. d. Reſ. Stumpf, Darmſtadt, tot. —
Serg. Rudolf Robe, Wintersfelde, Kr. Stettin, tot. —
Kanonier Wiſſig, Nieder=Flörsheim, tot. — Kanonier
Eller, Dolgesheim, Kr. Oppenheim, tot. — Kanonier
Lender, Darmſtadt, l. vw. — Kanonier Fritſch, Hering,
Kr. Dieburg, ſchw. vw. — Reſ. Bärſch, Königſtädten,
ſchw. vw. — Reſ. Berſch, Jugenheim, Kr. Bensheim,
ſchw. vw. — Reſ. Weingärtner, Pfungſtadt, Kr.
Darm=
ſtadt, tot. — Kanonier Rupp, Selters, Büdingen, I. vw.
2. Batterie: Hptm. von Scholten, l. vw. — Kanonier
Stürtz, tot. — Reſ. Hein, tot. — U.=O. d. Reſ.
Schneider, l. vw. — Gefr. Schmalbach, Gelſenkirchen,
vw. — Kanonier Buchhalter, Gondelsheim, I. vw. —
Kanonier Seib, Worms, ſchw. vw. — Reſ. Heß, I. vw.
— Reſ. Jox, Oberbeſſingen, Kr. Gießen, ſchw. vw. —
Kanonier Seitz, I. vw. — Gefr. Schott, I. vw. — Reſ.
Lautenſchläger, I. vw. — Gefr. Löwel, l. vw. —
Tromp. Kracht, l. vw. 3. Batterie: Hptm. v. Consbruch,
tot. — Fähnrich a. D. Habicht, Darmſtadt, l. vw. — U.=O.
Maaßberg, vw. — U.=O. Stemmer, Darmſtadt, l. vw.
— Gefr. Bender, Effolderbach, Kr. Büdingen, I. vw. —
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Nummer 262.
Kanonier Graf, l. w. — Kanonier Hinterlang, ſchw.
vw. — Kanonier Viſſel, Offenbach, I. vw. — Kanonier
Dreher, Hanau, tot. — Kanonier Becker, Darmſtadt,
tot. — Kanonier Selzam, Vöhl, Kr. Caſſel, tot.
Kanonier Twartowski, Griesheim, tot. — Kanonier
Hammer, Darmſtadt, tot. — Kanonier Fiſcher, tot.
Leichte Munitionskolonne: Hptm. Willibald Conzen,
Coblenz, I. vw.
II. Abteilung.
4. Batterie: Vize=Wachtm. Konrad Beckerle, Biblis,
Kr. Groß=Gerau, l. vw. — Kanonier König, Iſerlohn,
ſchw. vw. — Reſ. Day, Offenbach, tot. — Kanonier
Bretz, Genſingen bei Bingen, ſchw. vw. — Kanonier
Schmidt, Offenbach, ſchw. vw. — Gefr. Bauer,
Offen=
bach, ſchw. vw. 5. Batterie: O.=Ltn. d. Reſ. Oskar Dauber,
ſchw. vw. — Kanonier Adam Moſt, Großen=Englis,
Kr. Fritzlar, l. vw. — Kanonier Heinrich Herdt, Groß=
Gerau, l. vw. — Reſ. Friedrich Karl Spiering, Stöckel,
Kr. Hannover, l. vw. — Reſ. Georg Pfeiffer, Rohrbach,
Kr. Erbach, tot. — Kanonier Heinrich Friedrich,
Nord=
heim, Kr. Bensheim, l. vw. — Vizewachtm. Georg Becker,
Werſau, Kr. Dieburg, l. vw. — Einj.=Freiw. U.=O. Georg
Ludwig Thomas, Crefeld, l. vw. — Kanonier Heinrich
Karl Eduard Bergmann, Kattenſtroht, Gütersloh, Kr.
Wiedenbrück, ſchw. vw. — Kanonier Wilhelm Wißner,
Deckenbach, Kr. Alsfeld, tot. — Kanonier d. Reſ. Andr.
Bernhard Jonas, Weißkirchen, Kr. Offenbach, tot.
Kanonier d. Reſ. Wilhelm Emil Birk, Heringen, Kr.
Limburg, tot. — Kanonier Heinrich Berz, Sörgenloch,
Kr. Mainz, ſchw. vw. — Kanonier Georg Rodenhäuſer,
Ober=Ramſtadt, Kr. Darmſtadt, l. vw. — Kanonier Heinrich
Köhler, Freien=Steinau, Kr. Lauterbach, l. vw. —
Kanonier Wilhelm Koberzin, Arolſen, Kr.
Braun=
ſchweig, l. vw. — Kanonier Wilhelm Ganzert, Alsbach,
Bensheim, ſchw. vw. — Gefr. d. Reſ. Wilh. Hch. Cloos,
Frankfurt a. M., I. vw. — Gefr. d. R. Dantel König,
Weiterode, Kr. Rotenberg, l. vw. — U.=O. Guſtav Dehns,
Darmſtadt, l. vw. — Gefr. Heinrich Miſar, Gelnhaar,
Kr. Büdingen, l. vw. — Reſ. Johannes Ortel, Offenbach,
I. vw. — Reſ. Bernh. Sebaſt. Kronenberger,
Dietes=
heim, Kr. Offenbach, l. vw. — Kanonier Leonhard Dörr,
Rimbach, Kr. Heppenheim, l. vw. — Kanonier Philipp
Kreutz, Nieder=Erlenbach, Kr. Friedberg, I. vw. —
Kanonier Karl Suſan, Offenbach, l. vw. — Reſ. Wilh.
Fiſcher, Lorsbach, Kr. Höchſt, l. vw. — Gefr. Schmidt,
Gießen, l. vw. Leichte Munitionskolonne: Kanonier
Ferdinand Sander, Mettenheim, Kr. Worms, tot.
Kanonier Joh. Konrad Schuchard, Wallersdorf, Kr.
Alsfeld, tot.
Infanterie=Regiment Nr. 88 (Mainz und Hanau).
Ltn. Ottfried Merbach, nicht tot, ſondern vw.
Infanterie=Regiment Nr. 17 (Mörchingen).
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Reſ. Walter Hottenſtein, Bingen,
vw. — Musk. Wilhelm Spier, Starkenburg, Kr. Zell, vw.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Reſ. Johann Schmitz, Ober=
Ingel=
heim in Rheinheſſen, ſchw. vw. Maſchinengewehr=
Kom=
pagnie: U.=O. Valentin Jung, Nieder=Ohmen, Kr.
Alsfeld, tot.
Infanterie=Regiment Nr. 41 (Tilſit und Memel).
III. Bataillon.
11. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Möller, Heppenheim, tot.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 61 (Danzig und
Neuſtadt). I. Bataillon.
3. Kompagnie: Reſ. Diefenbach, Worms, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 97 (Saarburg), I. Bataillon.
1. Kompagnie: U.=O. Bernhard Meyer, Friedberg
in Heſſen, l. vw. 4. Kompagnie: U.=O. Georg
Hitze=
mann, Michelnau, Kr. Büdingen, ſchw. vw.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Musk. Wilhelm Bröckel, Neu=
Iſen=
burg, Kr. Offenbach, l. vw.
Infanterie=Regiment Nr. 169 (Lahr). I. Bataillon.
4. Kompagnie: U.=O. Richard Voltz, Weiterſtadt,
Kr. Darmſtadt, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 171 (Colmar i. E.)
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Sergeant Wilhelm Weber, Arheilgen,
Kr. Darmſtadt, ſchw. vw. 2. Kompagnie: Reſ. Karl Köhler,
Schlitz, Kr. Lauterbach, l. vw. 3. Kompagnie: Vize=Feldw.
Philipp Röß, Worms, l. vw. 4. Kompagnie: U.=O. d. Reſ.
Georg Becker, Gießen, ſchw. vw.
II. Bataillon,
6. Kompagnie: Reſ. Heinrich Hinkel, Vilbel, Kr.
Friedberg, l. vw.
Verwundete und kranke Soldaten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Vereinslazarett Dieburg.
Baumann, W., Memmingen, Landw.=Inf.=Regt. 120/11,
3. Batl., Landw. II — Biegner, E., Reutlingen, Reſ.=Regt.
119/9, 3. Batl., Landwm. — Boſſert, R., Euzweihingen,
Landw.=Inf.=Regt. 120/9, V.=Feldw. — van den Brock, E.,
Willig, Inf.=Regt. 136/7, 2. Batl., Reſ. — Brucker, K.,
Deukendorf, Inf.=Regt. 180/10, 3. Batl., Musk. — Bunz,
K., Eßlingen, Reſ.=Inf.=Regt. 120/10, 3. Batl., Gefr. d. L.
— Diller, J., Roſteig, Art.=Regt. 51, Leichte Mun.=Kol.
Landſt.=Mann. — Ebenſperger. W., Fellbach, Landw.=Inf.=
Regt. 120/9, V.=Feldw. — Erkenbrecher, E., Mendhauſen,
Inf.=Regt. 110/11, 3. Batl., Reſ. — Faas, F., Grunbach,
Inf.=Regt. 126/6, 2. Batl., Musk. — Feil, M., Salzſtetten,
Reſ.=Inf.=Regt., 119/8, 2. Batl., Lw. — Fleckenſtein, J.,
Heinrichstal, Inf.=Regt. 17/3, Erſ.=Batl., Unteroffz. d. R. —
Cozdzior, J., Horſt, Inſ.=Regt. 172/10, 3. Batl., Reſ. —
Hecker, H., Fürſtenau, Erſ.=Batl. 39/1, Reſ. — Hermes, J.,
Weißenturm, Feldart.=Regt. 15, 2. Erſ.=Batl., Landw. I.
Hummel, K., Veihingen, Reſ.=Inf.=Regt. 120/8, 2. Batl.,
Gefr. d. L. — Kellner, L., Greinburg (Oeſt.), Reſ.=Inf.=
Regt. 40/6, 2. Batl., Reſ. — Klein, E., Wiesbaden, 3.
Bayer. Inf.=Regt., 7. Komp., 2. Batl., Reſ., geh. und
garniſon=
dienſtfähig entlaſſen 18. 9. 14 nach Reſ.=L. I Darmſtadt. —
Koepf, H., Göppingen, Vize=Wachtm. d. L.=Train. —
Kun=
kel, G., Steinach, Erſ.=Batl. 6, Landw.=Mann. —
Lauter=
waſſer, P., Kirchheim, Inf.=Regt. 180/10, 3. Batl., Musk. —
Mahr, Ch., Dudenhofen, Erſ.=Batl. 49, 4. Komp., Wehrm.
— Pauleuz, A., Halle a. S., Erſ.=Batl. 121/4, Wehrm. II.
Pokorski, J., Neubrück, Inf.=Regt. 172/4, 1. Batl., Reſ.—
Rückert, O., Stuttgart, Reſ.=Inf.=Regt. 120/1, 1. Batl.,
Wehrmann. — Scheber, G Mönchröden, Reſ.=Regt. 40/5,
2. Batl., Gefr. d. R. — Schlotterbeck, F., Bempflingen,
Reſ.=Inf.=Regt. 111/7, 2. Batl., Reſ. — Stiehle, K.,
Bol=
lort, Inf.=Regt. 126/13, Musk. — Wolf, P., Sigmaringen,
Reſ.=Regt. 119/8, 2. Batl., Gefr. d. L. — Wolter, C., Klo=
nawo, Zuf=Regt. 1297, . Pat, eſ.— Zeihel, 3.,
Poſen=
heim, 2. Matr.=Div., Wilhelmshaven, Matroſe.
Verwundete in Mainzer Lazaretten.
Inf.=Regt. 115: Gardiſt Johann Groß, 7. Komp.
Vize=
feldw. d. R. Hans Stumpf. — Inf.=Regt. 116: Musk. Gg.
Engel, 9. Komp. — Inf.=Regt. 117: Musk. Wilh. Biehl,
5. Komp. Musk. Heinrich Neumer, 9. Komp. Unteroff.
Ferdinand Reuter, 2. Komp. Musk. Heinrich Schäfer,
8. Komp. Musk. Philipp Veit, 1. Komp. Unteroff. Gg.
Wiederſum 4. Komp. Musk. Valentin Winkler, 3. Komp.
Reſ. Wilhelm Zinke, 8. Komp. — Inf.=Regt. 118: Musk.
Friedrich Bergmann, 6. Komp. Musk. Jakob Chriſt, 10.
Komp. Musk. Ferdinand Huhnſtock, 9. Komp. Gefr.
Phi=
lipp Männchen, 8. Komp. Musk. Jakob Michel, 7. Komp.
Musk. Jakob Werum, 9. Komp. — Landwehr=Inf.=Regt.
118: Wehrm. Johann Schuh. — Feldartillerie=Regt. 25:
Fahrer Otto Schmelzeiſen, 4. Battr. — Inf.=Regt. 115:
Gardiſt Karl Simon, 4. Komp. — Inf.=Regt. 116: Musk.
Johann Bullmann, 4. Komp. — Inf.=Regt. 117: Reſ. Joh.
Bär, 6. Komp. Musk. Adam Fuchs, 9. Komp. Sergeant
Daniel Gröninger, 3. Komp. Hauptm. Haack, 7. Komp.
Musk. Georg Hardt, 6. Komp. Vizefeldw. Peter Herbert,
2. Komp. Musk. Franz Sarnecki, 4. Komp. Musk. Ferd.
Stenner, 2. Komp. — Erſatz=Batl. Nr. 117: Reſ. Peter
Schäfer. Inf.=Regt. 118: Musk. Georg Anſtadt, 7. Komp.
Offizier=Stellv. Anton Falk, 4. Komp. Musk. Euſtenius
Fiſcher, 11. Komp. Offizier=Stellv. Erich Göttelmann, 12.
Komp. Musk. Franz Jertz, 7. Komp. Musk. Jakob
Kraft, 3. Komp. Musk. Friedrich Kübler, 7. Komp. Musk.
Emil Liebert, 7. Komp. Musk. Jakob Reuther, 2. Komp.
Musk. Karl Schmidt I., 10. Komp. Unteroff. Hermann
Steitz, 3. Komp. — Inf.=Regt. 168: Gefr. Joh. Dietrich,
2. Kompagnie.
der ganzen deutſchen Armelegeit
Die Verlustlisten ſämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Einer Anregung Folge gebend, werden
Extrablätfer, wir die Extrablätter zum
Mindeſtpreis=
von 5 Pfg. zugunſten der Hinterbliebenen von
Kriegsteilnehmern abgeben.
Deutsche Bank Darmstadt
Eröffnung von laufenden Rechnungen
und provisionsfreien Scheck-Konten.
X,3344
(18213a
Trauer-Hüte
Fu.
Trauer-Crêpe
V
Trauer-Grenadine
Trauer-Schleier
empfiehlt in bekannt größter Auswahl
Adolf Geiger
Ecke Ludwigstraße und Ludwigsplatz.
Aus den Reihen der Beamten unserer Bank hat der Krieg schmerzliche
Opfer gefordert, deren Verlust wir tief beklagen. Es erlitten den Tod für das
Vaterland die Herren:
Fritz Abel, Berlin
Leutnant der Reserve,
Kurt von König, Berlin-Zehlendorf
Leutnant der Reserve,
Emil Knipper, Berlin
Vizefeldwebel der Reserve,
Dr. Kuno Theodosius von Levetzow, Kreuzburd
Leutnant der Landwehr-Kavallerie,
Geord Albert von Schimpff, Berlin
Leutnant der Reserve,
Wilhelm Verclas, Hannover
Vizefeldwebel der Reserve.
Ausserdem fiel auf dem Felde der Ehre unser langjähriger Vertrauensarzt
Herr Dr. O. A. Wieck, Berlin-Grunewald
Oberarzt der Reserve.
Wir werden den Genannten ein ehrendes Gedenken und eine dankbare
Erinnerung an alle uns geleisteten Dienste dauernd bewahren.
Berlin, im September 1914.
Die Direktion
der Bank für Handel und Industrie.
I,18928)
Am 9. September erlitt den Heldentod
fürs Vaterland unſer inniggeliebter, einziger
Sohn und Neffe
(*5629
Ernſt Ludewig von Friederich
Leutnant im Regiment Königsjäger zu Pferd
in Poſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
von Friederich
Generalmajor und Abteilungschef
im Gr. Generalſtab in Berlin.
Berlin und Darmſtadt, den 22. Sept. 1914.
Wenckſtr. 22.
Am 28. August 1914 erlitt den
Hel-
dentod fürs Vaterland unser treuer
Be-
amter, der Chemiker
Herr
Dr.-Ing. Karl Muench
Leutnant der Reserve.
Wir verlieren in dem
Dahingeschie-
denen einen pflichteifrigen und bewährten
Mitarbeiter, dem wir ein ehrenvolles
An-
denken bewahren werden.
(18915
Darmstadt, den 21. September 1914.
Röhm & Haas.
Nummer 262.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Seite 7.
Nachruf.
Am 28. August ds. Js. fand den
Hel-
dentod fürs Vaterland
(18956
Offizier-Stellvertreter, Privatdozent
Dr.-Ing. Preuss
Vertreter des Vorstandes der
Material-
prüfungsanstalt,
Lehrer für Materialprüfung und
Metallo-
graphie an der Grossherzoglichen
Tech-
nischen Hochschule zu Darmstadt.
Seine reichen Kenntnisse, sein nie
rastender Eifer, seine wissenschaftlichen
Untersuchungen auf dem Gebiete der
Materialprüfung sichern ihm dauernd ein
ehrendes Andenken.
Darmstadt, 22. September 1914.
Der Rektor
der Grossherzoglichen Technischen Hochschule:
Dr. A. E. Berger.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß heute nacht
12½ Uhr nach langem, ſchwerem Leiden im
Alter von 57 Jahren mein innigſtgeliebter Mann,
unſer guter, treubeſorgter Vater, Großvater,
Bruder, Onkel und Schwager
(18954
Philipp Huck I.
Gepäckträger i. P.
ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Wixhauſen, 22. September 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Huck,
Philipp Huck und Familie,
Philipp Koch und Familie.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 24. Sept.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe (
Lud=
wigsſtraße) aus, ſtatt.
Tageskalender.
Mittwoch, 24. September.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr
(Ab. B): „Colberg”.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Mittwoch, den 23. September 1914.
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Kleberger.
Johanneskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Dingeldey.
Martinskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarr=
aſſiſtent Lindenſtruth.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Wagner.
Pauluskirche: Abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Rückert.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt: Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrverwalter Weik.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 25. September.
Obſt=Verſteigerung um 8½ Uhr an der Straße
Wixhauſen-Gräfenhauſen (beginnend bei Wixhauſen).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Mobel
werden z. Zt. verkauft, durch
Weg=
zug einer Familie: 1 Diwan,
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42 M., 1 Sofa 25 M., 1 verſtellb.
Ruhebett, n. neu, 38 M., 1 Büfett,
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Nr. 136.
Mitwoch, 23. Sehiember.
1914.
Bekanntmachung.
Der Zugang zahlreicher Neugieriger zum Truppenübungsplatz bei Griesheim,
um die dort untergebrachten Kriegsgefangenen zu ſehen, gefährdet die allgemeine
Sicherheit und Ordnung, zieht auch ſonſtige Ungehörigkeiten nach ſich. Das Betreten
des Barackenlagers ſowie des Truppenübungsplatzes und Umgebung wird
deshalb aufs ſtrengſte unterſagt. Das verbotene Gelände um den
Truppen=
übungsplatz iſt wie folgt begrenzt:
1. nördlich durch die Darmſtadt=Griesheimer Kreisſtraße, und zwar von der
Braunshardter Hausſchneiſe bis zu dem Feldweg am weſtlichen Waldende
nach Griesheim zu, einſchl. aller nach dem Griesheimer Lager führenden
Querſtraßen,
2. öſtlich durch die Braunshardter Hausſchneiſe bis zum Griesheimer Haus,
3. ſüdöſtlich durch die Pfungſtädter Hausſchneiſe und den Eſchollbrückerweg bis
zum Pfungſtädter Weg,
4. weſtlich durch den Pfungſtädterweg bis zur Kuchenſchneiſe, von da bildet die
Kuchenſchneiſe die ſüdliche Grenze und der Eſchollbrückerweg bis Griesheim
die weſtliche Grenze.
Von Griesheim aus darf das Lager nur auf dem, nach der beim Lager
befindlichen Privatanſiedlung ziehenden Weg betreten werden. Das
Be=
treten des Geländes zwiſchen Griesheim und dem Barackenlager nördlich des
Truppenübungsplatzes iſt bis auf 30 m von der Grenze des Truppen=
für Anbeſugte untertagt und nur den dort Grundſtüce
Beſitzenden geſtattet.
Das Barackenlager darf von der Querſtraße aus nur mit einem
Erlaub=
nisſchein Großh. Kommandantur betreten werden. Angehörige der im
Baracken=
lager liegenden deutſchen Soldaten, welche dieſe beſuchen wollen, haben ſich bei den
Poſten und der Wache darüber auszuweiſen und dieſe zu bitten, wegen eines
Er=
laubnisſcheines zum Betreten des Barackenlagers auf die Kommandantur geführt
zu werden.
Bei dem Transporte von Kriegsgefangenen auf Straßen iſt es dem
Publikum ſtrengſtens unterſagt, neben, vor oder hinter dem Transport zu marſchieren.
Uebertretungen der vorſtehenden, auf Grund des Art. 65 der Kreis= und
Pro=
vinzialordnung erlaſſenen Verbote werden mit Geldſtrafe bis zu 90 Mark beſtraft.
Auch werden Zuwiderhandelnde feſtgenommen und zur Feſtſtellung ihrer Perſönlichkeit
auf die Kommandantur gebracht.
Die Poſten und Gendarmeriemannſchaften ſind mit ſtrenger Durchführung
der Abſperrung beauftragt und mit ſcharfer Munition verſehen.
(18939
Darmſtadt, den 10. September 1914.
Großh. Kommandantur. Großh. Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
v. Randow.
nnom
Geſunden: ½ Unhang. 1 grauer filberfarbiger Beutel.
2 mittelgroße Schlüſſel (zuſammengebunden). 1 Portemonnaie mit
ca. 3 Mk. Inhalt. 1 doppelter Aluminium= Schlüſſel. 1 ſchwarzes
Portemonnaie mit über 2 Mk. Inhalt. 1 Taſchenmeſſer mit
(18913
weißem Stiel.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Zwergſpaniel. 2 Spitzhunde (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(18936
ſelbſt jeden Werktag vormittags 10 Uhr ſtatt.
Einquartierung.
Eine etwaige Vergütung für geleiſtete Quartiere ſowie für
Verpflegung einquartierter Mannſchaften (Offiziere verpflegen ſich
auf eigene Koſten) wird ſpäter nur dann gewährt. wenn die
Quartier=
ſcheine innerhalb der nächſten 10 Tage nach Abgang der
Mann=
ſchaften dem ſtädtiſchen Einquartierungs=Ausſchuß, Stadthaus,
Zim=
mer Nr. 23, zur Anerkennung vorgelegt werden.
Umquartierung von Mannſchaften, die länger als 8 bis
10 Tage in einem und demſelben Quartier lagen, wird auf
Nach=
ſuchen und Vorlage des Quartierſcheines durch den vorſtehend
bezeichneten Ausſchuß vorgenommen.
(18431a
Darmſtadt, den 7. September 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Verloſung von Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind nachſtehende ſtädtiſche Schuldverſchreibungen auf den
In=
ſhaber des 4%igen Anlehens Buchſtabe A von 1907 zur
Rück=
zablung auf den 1. Februar 1915 berufen worden, nämlich:
Abt. I zu 2000 Mk. Nr. 69, 129, 139, 247, 280, 355, 600, 609, 713,
741, 904, 948, 1254 und 1284.
Abt. II zu 1000 Mk. Nr. 17, 79, 120, 206, 536, 559, 573, 925,
1132, 1140, 1226, 1236, 1241, 1297, 1384, 1436, 1514, 1555,
1602, 1826, 1875, 1945, 2014, 2290, 2365, 2498, 2557, 2643,
2747, 2916 und 2917.
Abt, III zu 500 Mk. Nr. 34, 71, 103, 257, 260, 300, 372, 588, 635,
748, 750, 800, 803, 834, 1087, 1275, 1351, 1519, 1566, 1715,
1776, 1840, 1913, 2063, 2111, 2228, 2265, 2461, 2559, 2693,
2914 und 2950.
Abt. IV zu 200 Mk. Nr. 252, 289, 376, 387, 517, 668, 779, 814, 842,
920, 954, 1210, 1376, 1475 und 1476.
Die Einlöſung geſchieht bei der Stadtkaſſe Darmſtadt, ſowie
bei der Deutſchen Bank, dem Bankhaus Delbrück, Schickler & Co.,
der Nationalbank für Deutſchland und dem Bankhaus Hardy E
Co,, G. m. b. H., ſämtlich in Berlin, der Deutſchen Vereinsbank
Filiale Darmſtadt und der Deutſchen Bank, Zweigſtelle
Darm=
ſtadt (vormals Bankhaus Ferdinand Sander) in Darmſtadt, der
Deutſchen Vereinsbank in Frankfurt am Main, der Rheiniſchen
Kreditbank und der Süddeutſchen Bank in Mannheim, dem
Bank=
haus Merck, Fink & Co. in München und der Württembergiſchen
Vereinsbank in Stuttgart.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört vom 1 Februar
1915 an auf.
(18955md
Darmſtadt, den 21. September 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Kaſſenſtunden an allen Wochentagen vormittags von
3—12½ Uhr, nachmittags von 3—5 Uhr.
(17152a
(Samstags nachmittags geſchloſſen.)
Bekanntmachung.
Am Donnerstag, den 24. September 1914,
nachmittags 3 Uhr,
werden auf hieſigem Güterbahnhof (Gleis 134)
3 Wagen Kofs
.zirka 100000 kg
Holz
6000 „
Anthrazitkohlen (Nuß) .
10000
Schmiedenußkohlen
56000
feuerfeſte Steine (Backſteine)
16 000 „
Pflaſterſteine .
20000
Eiſenerz .
130000
Tafelglas
500
öffentlich an den Meiſtbietenden gegen ſofortige Barzahlung
ver=
ſtelgert.
(13917
Darmſtadt, den 21. September 1914.
Großherzogliche Güterabfertigung Hbf.
Saraeitiſche Meiglons=Hhemtildt.
Steuer betreffend.
Wir haben die Zahltage für die fälligen Steuern im Monat
September wie folgt feſtgeſetzt:
Montag, 14. September,
Donnerstäg, 17. September,
Mittwoch, 23.
Donnerstag, 24.
und Montag, 28. September=
Zahlſtunden nachmittags von 2—6 Uhr.
(18594a)
Der Vorſtand.
Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher,
lautend auf die Namen:
Nr. 124393 Barbara Weisgerber,
Nr. 161077 Tilla Vogt
Nr. 191636 Auguſt Wilk,
Nr. 190288 Eliſabeth Eiſenhauer
derſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 24
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb 3 Monaten bei dieſer
Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, den 22. Sept. 1914.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor (18958a
Städtiſches
Hallenſchwimmbad.
Darmstadt
Mühlſtraße Nr. 33.
Schwimmbäder, Wannenbäder,
Brauſebäder, Heißluft=, Dampf=,
Maſſage= und Duſchbäder,
Elek=
triſchlicht=, Kohlenſäure=,
Sauer=
ſtoff=, Fichtennadel= u. Solbäder.
Die Anſtalt iſt zur Zeit
ge=
öffnet
I. an Werktagen:
von morgens 7 Uhr bis abends
8½ Uhr ununterbrochen.
Samstags bis 9 Uhr.
II. an Sonn= und Feiertagen:
von morgens 7 Uhr bis
12½ Uhr. (1398a
Kaſſenſchluß:
für die Schwimm=, Wannen= und
Brauſebäder ½, Stunde
für die Schwitzbäder 1½ Stunde
vor Ablauf der Badezeit.
Die Badeverwaltung.
Betreffend: Konkurs über das
Ver=
mögen des Kaufmanns
Georg Sachs in
Darmſtadt.
Beſchluß.
Das Verfabren wird nach
ein=
getretener Rechtskraft des
Zwangs=
vergleichs aufgehoben. (18931
Darmſtadt, 21. September 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Betreffend: Konkursüberden
Nach=
laß des Johann Peter
Trautmann von
Darmſtadt.
Beſchluß.
Termin zur Abnahme der
Schluß=
rechnung iſt auf
Freitag, den 9. Oktober 1914,
vormittags 9 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgericht
Darmſtadt I, Zimmer 201,
be=
ſtimmt worden.
(18932
Darmſtadt, 18. September 1914.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I
Peies mod. grüneſchw. Jacken=
Nkleid, Gr. 48 auf Seide
ge=
arbeitet, für 50 Mk. abzug., ſchw.
Cheviotjacke, Gr. 48, für 10 Mk.,
brauner Wintermant., Gr. 42, f.
8 Mk. Händler verbeten. Näh. d.
die Geſchäftsſtelle ds. Bl. (18919
Gebrauchte Fäſſer in all. Größen
G bilig abzugeben. Laud. Meyi
Sohn.
(1955a
Louis Hein
Hofmetzwer
beuntr=
gasse 19
Hoflieferaut
eienen
Nr. 278
Kalbs- u. Hammelsmetzgerei
Spezialität: (18511a
Gehackte Koteletts und gerollten
Kaibsnierenbraten in allen Grössen
vorrätig. Täglich frisch:
Kalbs-
gekröse, Lungen, Leber, Herzen ete.
Für unſere Soldaten im Jeld
habe ich eine Feldpoſt=Verſand=Abteilung eingerichtet
und zwar verſende ich:
(Preiſe franko ins Feld geſandt)
Feidpostbrief- Lagarde
Gel ereerge
in Stanol
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Nummer 262.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 43. September 1914.
Seite 9.
Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof.
Die nachſtehende Ortsſatzung wird hiermit zur
öffent=
lichen Kenntnis gebracht.
Darmſtadt, den 19. September 1914.
Der Obervurgermeiſter.
Dr. Glaſſing.
Ortsſatzung
fük den Betrieb der Städtiſchen Einäſcherungsanlage auf
dem Hauptfriedhof in Darmſtadt.
Auf Grund des Artikel 1 des Geſetzes, die
Feuer=
beſtattung betreffend, vom 19. Auguſt 1899, des § 4 der
Ausf.=Verordn. hierzu, vom 8. Juli 1913 und des Artikels
15 des Geſetzes, die Städteordnung betreffend, vom 8.
Juli 1911, wird auf Beſchluß der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung vom 7. Mai 1914 nach gutächtlicher Aeußerung
des Oberbürgermeiſters und des Kreisausſchuſſes und
mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern
vom 8. September 1914 für die ſtädtiſche
Einäſcherungs=
anlage auf dem Hauptfriedhof in Darmſtadt nachſtehende
Betriebs= und Gebührenordnung erlaſſen:
A. Betriebsordnung.
1. Allgemeine Beſtimmungen
§ 1.
Die Einäſcherung einer Leiche darf nur erfolgen,
wenn alle geſetzlichen Vorſchriften erfüllt ſind und die
ſchriftliche Erlaubnis der Ortspolizeibehörde des
Ein=
äſcherungsortes zur Einäſcherung vorliegt. Zur
Er=
langung der ortspolizeilichen Genehmigung ſind folgende
Belege erforderlich:
1. Der Nachweis, daß der Verſtorbene die Feuerbeſtattung
ſeiner Leiche angeordnet hat.
Dieſer Nachweis kann erbracht werden:
a) durch eine Verfügung des Verſtorbenen von
Todes=
wegen,
b) durch eine hinſichtlich der Unterſchrift öffentlich
be=
glaubigte Erklärung des Verſtorbenen,
e) durch das von einer öffentlichen Behörde
beurkun=
dete Zeugnis zweier glaubwürdiger Perſonen, welche
dem Verſtorbenen im Leben nahe geſtanden haben.
Die Fähigkeit, eine Anordnung vorſtehender Art zu
treffen, beſtimmt ſich nach den Vorſchriften des § 2229
des bürgerlichen Geſetzbuches. Hatte ein Verſtorbener
zur Zeit ſeines Todes das 16. Lebensjahr nicht
voll=
endet, ſo kann die Feuerbeſtattung von dem Inhaber
der elterlichen Gewalt durch Erklärung gegenüber der
Ortspolizeibehörde des Sterbeorts angeordnet werden.
2. übereinſtimmende Zeugniſſe des behandelnden Arztes
und des zuſtändigen Amtsarztes (Kreisarztes) des
Sterbeorts über die Todesurſache. Der Inhalt dieſes
Zeugniſſes richtet ſich nach den Beſtimmungen in § 11
der Ausführungs=Verordnung vom 8. Juli 1913 zu dem
Geſetz, die Feuerbeſtattung betreffend, vom 19. Auguſt
1899,
8. ein Zeugnis der Ortspolizeibehörde des Sterbeorts,
welches dartut, daß der Verdacht, es ſei der Tod durch
eine ſtrafbare Handlung herbeigeführt worden,
ausge=
ſchloſſen iſt.
2. Beſchaffenheit der Särge und Einbettung
der Leichen.
§ 2.
Die Leichen ſind in dem Sarge einzuäſchern, in dem
ſie zur Einäſcherungsſtätte gelangen. Die Särge müſſen
aus dünnem, höchſtens 18 Millimeter ſtarkem, weichem
Holz oder aus drei Viertel Millimeter ſtarkem Zinkblech
beſtehen. Sie ſollen weder ausgepicht, noch lackiert, noch
mit Farben geſtrichen ſein, die beim Verbrennen Rauch
entwickeln (z. B. Oel= und Lackfarben). Ebenſowenig
dürfen ſie Eiſen= und Bronzeteile, und zwar weder zur
Verbindung noch zur Verzierung, enthalten. Die Länge
darf 2,30 Meter, die Breite 0,85 Meter und die Höhe 0,80
Meter nicht überſchreiten. Befinden ſich Füße an den
Särgen, ſo werden ſie vor der Einführung in die
Ver=
brennungsanlage abgenommen. Ueberſärge ſind
wäh=
rend der Trauerfeier in der Einſegnungshalle zuläſſig, ſie
werden jedoch vor Beginn der Einäſcherung entfernt und
dann entweder zurückgegeben oder verbrannt, wenn die
Gefahr der Anſteckung vorliegt.
§ 3.
Die einzuäſchernde Leiche darf in dem Sarg nur auf
Hobelſpänen, Sägemehl, Torfmull oder Holzwolle gebettet
und ſoll mit einfachem Sterbekleid aus ungefärbtem
Lei=
nen= oder Baumwollſtoff bekleidet ſein.
§ 4.
Der Sarg, in dem die Leiche für die Einäſcherung
gebettet wurde, darf nach Einlieferung in die
Einſeg=
nungshalle nicht mehr geöffnet werden. Die zur
Ein=
äſcherung beſtimmten Leichen ſollen möglichſt frühzeitig
von dem Sterbehaus in die Leichenhalle überführt werden.
3. Einäſcherung der Leichen.
8,5.
Auf Wunſch der Angehörigen findet eine
Einſegnungs=
feier in der Einſegnungshalle ſtatt.
§ 6.
Während der Tranerfeier kann der Sarg in der
üblichen Weiſe geſchmückt werden. Nach der Verſenkung,
jedoch vor Beginn der Einäſcherung wird Schmuck jeder
Art beſeitigt und ſpäter vernichtet, ſofern er nicht von den
Hinterbliebenen zurückverlangt wird.
§ 7.
Die Einäſcherung erfolgt in der Regel unmittelbar
nach Beendigung der Trauerfeier. Sie hat ſpäteſtens im
Laufe des Werktags, der auf den Tag der Einlieferung
folgt, zu geſchehen und darf nicht unterbrochen, ſondern
muß ſolange fortgeſetzt werden, bis nur noch die durch
Feuer nicht zerſtörbaren Teile zurückbleiben.
§ 8.
Der Zutritt zu dem Einäſcherungsraum während des
Betriebes und die Beobachtung des
Einäſcherungsvor=
gangs iſt verboten. Nur Perſonen, die ein
wiſſenſchaft=
liches oder fachliches Intereſſe an dem Vorgang haben,
können auf Grund beſonderer, von dem Oberbürgermeiſter
auszuſtellender Erlaubnisſcheine Zutritt erhalten, wenn
die Beſtattungspflichtigen ſich nicht ausdrücklich dagegen
ausgeſprochen haben.
4. Behandlung und Beiſetzung der
Aſchen=
reſte.
§ 9.
Die Aſchenreſte ſind aus dem Aſchenraum alsbald nach
dem Erkalten mit Geräten, die nur hierzu verwendet
wer=
den dürfen, ſorgfältig und bis auf die letzten Reſte zu
entfernen und in das zur Aufnahme beſtimmte
Metall=
gefäß zu bringen. Die Aufnahmegefäße (Aſchenkapſeln)
ſind ſofort zu verſchließen und in dauerhafter Weiſe mit
einer laufenden Nummer, die der Nummer des Eintrags
in dem Einäſcherungsregiſter entſpricht, zu verſehen ſo
daß Verwechslungen ausgeſchloſſen ſind. Die
Aufnähme=
gefäße (Aſchenkapſeln) werden in einfacher Ausführung
von der Friedhofsverwaltung geſtellt und ſind nach dem
hierfür feſtgeſetzten tarifmäßigen Satz zu vergüten.
§ 10.
Die Aushändigung der Aſchenreſte an die
Hinterblie=
benen geſchieht in der Regel am Tage nach der
Einäſcher=
ung. Sie erfolgt entweder an die teſtamentariſch dazu
beſtimmten Perſonen oder an die Perſonen, die den
An=
trag auf Vornahme der Einäſcherung geſtellt und die
Koſten bezahlt haben, in erſter Linie aber an den
hinter=
laſſenen Ehegatten oder den nächſten oder älteſten
Ver=
wandten des Verſtorbenen.
Sollten die Aſchenreſte nicht am Einäſcherungsorte
beigeſetzt werden, ſo ſind ſie dem Beſtattungspflichtigen
zur Beſtattung an einem polizeilich genehmigten Orte zu
übergeben oder unmittelbar auf Koſten der
Beſtattungs=
pflichtigen an die Verwaltung der für die Beiſetzung
genannten Beſtattungsſtätte zu überſenden.
§ 11.
Wird die Aushändigung der Aſchenreſte nicht
an=
gefordert oder kann ihre ſofortige Beiſetzung aus irgend
einem Grunde nicht erfolgen, dann werden ſie 6 Wochen
lang unentgeltlich von der Friedhofverwaltung
aufbe=
wahrt. Iſt auch dann noch nicht über die Aſchenreſte
verfügt, dann erfolgt ihre Beiſetzung in einer der
gemein=
ſamen Beiſetzungsſtätten des Urnenhains. Eine Rückgabe
kann dann nur ſtattfinden, wenn die Gebühren entrichtet
werden, die für den Erwerb einer ſolchen
Beiſetzungs=
ſtätte zu zahlen geweſen wären.
§ 12.
Für die Beiſetzung von Aſchenreſten auf den
Darm=
ſtädter Friedhöfen ſind die entſprechenden Beſtimmungen
der Friedhofsordnung für den Hauptfriedhof maßgebend.
5. Aufſicht und Regiſterführung.
§ 13.
Die Aufſicht über die Einäſcherungsanlage und den
Urnenhain führt der Friedhofsverwalter, der für die
ge=
naue Befolgung der Betriebsordnung und die
vorſchrifts=
mäßige Regiſterführung nach § 14 verantwortlich iſt,
Ver=
ſtöße gegen die Vorſchriften dieſer Betriebsordnung ſind
von dem Friedhofsverwalter dem Oberbürgermeiſter zu
melden.
§ 14.
Ueber die einzelnen Einäſcherungen, die
Ueber=
laſſung von Beiſetzungsſtätten und die Beiſetzung der
Aſchenreſte ſind von dem Friedhofsverwalter Regiſter zu
führen, die enthalten müſſen:
1. laufende Nummer der Einäſcherung,
2. Vor= und Familiennamen des Verſtorbenen,
3. Stand,
4. Geburtstag,
5. Todestag
6. Sterbeort,
7. letzter Wohnort,
8. Todesurſache,
9. Tag der Einäſcherung,
10. Ort der Beiſetzung der Aſchenreſte oder Name und
Wohnort der Perſon, der die Aſchenkapſel
ausge=
händigt wurde.
B. Gebührenordnung.
§ 15.
Für die Einäſcherung einer Leiche ſind folgende
Ge=
bühren zu entrichten:
1. Einäſcherung
a) für die Mitglieder des Heſſiſchen
Landes=
vereins für Toteneinäſcherung
50 Mk.
b) für alle übrigen Perſonen
60 Mk.
Für die Einäſcherung der von auswärts
kom=
menden Leichen iſt ein Vorſchuß von 100 Mark
an die Friedhofsverwaltung zu leiſten, der
zu=
rückerſtattet wird, ſoweit er nicht für die
Beſtat=
tung gebraucht wurde.
2. für die Lieferung einer Aſchenkapſel in einfacher
Ausführung in Metall
3 Mt.
Schlußbeſtimmung.
§ 16.
Dieſe Ortsſatzung tritt mit dem Tag der Eröffnung
der Einäſcherungsanlage in Kraft. Die Eröffnung wird
in den hieſigen Tageszeitungen bekannt gegeben.
Darmſtadt, den 18. September 1914.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. September 1914.
Nummer 262.
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Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck verboten.)
42)
Und Karl von der Tenne war nicht ungern
gekom=
men. Berkens’ Haus war ihm das liebſte geweſen,
einſt=
mals, als er mit Sophie den Reifen treiben durfte über
die ſchimmernden Kieswege.
Sein Entſchluß war feſt. Und der Anwalt aus Wien,
der den Tennen=Hof verkaufen ſollte, war längſt beſtellt.
Aber die wenigen Tage, Wochen vielleicht, die das währen
konnte, wollte Karl das ſeltſame Ausruhen daheim
ge=
nießen, dem Wanderfalken gleich, der auf ſeiner raſtloſen
Fahrt für eine Stunde Frieden ſucht auf dem Gipfel eines
hohen, ſchönen Baumes.
Und da ſtand nun Karl vor Berkens Arbeitstiſch und
muſterte die Wände dieſes Raumes, der ſo voll Leben und
Liebe ſteckte, wie ein reiches Herz.
Das erſte, was in die Augen ſprang, waren Blumen.
Blumen überall. Auf dem Kaſten und im Fenſter, auf
dem Tiſch und über dem Bücherbord. Dazwiſchen Bilder
aus alter und junger Zeit, Bilder, denen man die
Sorg=
falt anſah, mit der ſie gehegt wurden — faſt wie lebende
Weſen. Und in einem Glaskaſten an der Wand flimmerte
ein Wirrwarr wunderlicher Dinge. Da war ein kleines
Häubchen — Elſes erſter Schmuck zu ihrem erſten
Ge=
burtstag. Dann ein paar Kinderſchuhe. Eine Katze aus
weißem Fell; ein Bär aus Plüſch — alte Spielereien, die
einſt großes Glück oder großen Kummer geſehen hatten.
Ein Myrtenkränzl hing da, und ein weißer Schleier
dar=
über. Ein welker Blütenkranz. Und noch vieles andere.
Und über alles glitt Berkens Hand ganz lind und zärtlich
hin, ſo oft er dieſe Schätze einem Gaſte zeigte. Für alles
fand er ein Wort der Erinnerung. Nur ein Kinderſäbel
war in dem Glaskaſten und eine kleine Trommel . . . von
dieſen beiden Dingen ſprach er nicht.
Karl dachte an die großen Sammlungen, die er
ge=
ſehen, an die Muſeen der Alten und Neuen Welt, und an
den tauſendfachen Tod, der dort hinter Glasſcheiben lag.
Dann betrachtete er wieder die Bücher und las die
Aufſchriften auf den Rücken. Er fand nicht, was er ſuchte.
Wo ſind die Philoſophen, Herr Berkens?
Berkens nahm die kurze Pfeife aus dem Mund und
deutete auf die oberſte Reihe, die faſt ſchon an die
Dedke ſtieß.
Dort? Karl machte ein erſtauntes Geſicht. Sie lieben
wohl die Philoſophen nicht?
Nein!
Berkens ſteckte dem Finken im Käfig ein Stück Zucker
zwiſchen die Stäbe.
Und haben Sie dieſe Bücher da droben geleſen?
Berkens lachte.
Natürlich, lieber Herr! Hineingeguckt hab’ ich überall.
Aber ich habe mir den Magen nicht verdorben. Sehen
Sie die erſten, ſtark abgegriffenen Schmöker — das iſt
Kant! Reſpekt! Hätte er in der zweiten Hälfte ſeines
Schaffens ſo viel Mut gehabt wie Scharfſinn in der erſten,
dann hätte er der Menſchheit etwas Hilfreiches ſagen
kön=
nen. Nang — und die vier grünen Bände —— das iſt
Schelling. Dann die funkelnagelneuen zehn Bände mit
Goldſchnitt — das iſt dieſer Hegel. Ein Geſchenk
natür=
lich. Selbſt hätte ich mir die Bände niemals beigebogen
ich kann den Mann nicht leiden.
Und die zwei dicken Leinenbände?
Das iſt Hume und Locke. Die lehnen ſich noch im
Bücherſchrank aneinander an. Und ihr Nachbar iſt
Leib=
niz. Wie gut ſich die Herren dort oben im Bücherſchranke
jetzt vertragen! Und zu Lebzeiten haben ſie geglaubt, ihre
Philoſophien müßten aneinander zerſchellen und die Welt
in Brand ſtecken. Aber es ſind noch nicht zweihundert
Jahre um, und ſie ſtehen ſo friedfertig im Schrank, als
wären ſie einſt die beſten Freunde geweſen.
Nun lachte auch Karl von der Tenne.
Früher einmal ſtanden dieſe Bücher nicht ſo hoch da
droben, ſagte Berkens, früher — wie ich noch ganz jung
war — Du lieber Gott! Aber dann, wie ich eine Frau
hatte und Kinder bekam, da erſchien ein Buch ums andere
im Haus, das notwendiger war als die Philoſophien.
Und draußen wartete der Boden auf meine Schaufel —
da mußte gelernt werden, ihn fruchtbar zu machen. Immer
mehr vergaß ich, das „Ding an ſich” von den „Monaden der
Subſtanz” zu unterſcheiden. Dafür aber waren meine
Aepfel noch einmal ſo groß, als die meiner Nachbarn, und
meine Spargel die ſchönſten in der ganzen Gegend. Dann
kamen die Bilderbücher für meine Kinder. Da trieben die=
Rothäute die wilden Büffel durch die Savannen, da wollte
der Wolf das Rotkäppchen verſchlingen, die Zwerge trugen
Schneewittchen zu Grabe — und da konnte ich dieſem=
Georg Wilhelm Friedrich Hegel nicht mehr helfen, er
mußte eine Treppe höher. Und bald folgten die anderen
nach. Und immer ſeltener hatte ich ſie etwas zu fragen.
Denn wenn ich nicht fertig werden konnte mit mir,
ging=
ich hinunter zu meinen Roſen, oder in den Wald — und
der wußte mir ſo viel zu erzählen, daß ich bald ſelbſt zu
fabulieren begann — Buch um Buch — und da wurden
die gelehrten Herren aufs neue delogiert und rückten ins
oberſte Fach. Dort mögen ſie bleiben zum ewigen
Ge=
dächtnis. Und ich bin der Gefahr entrückt, daß mir ein
Philoſoph ſeine grauen Würmer in meine prächtigſten
Aepfel hineindenkt und mir meine Roſen zergrübelt.
Verzeihen Sie, ſagte Karl lächelnd, aber iſt es nicht
des Menſchen Pflicht, zu forſchen und zu ergrübeln, ſo viel
er kann?
Freilich, ja — aber der Menſch ſoll Dinge erforſchen,
die das Leben vorwärts führen, ſtatt es im Kreis
herum=
zudrehen. Ein guter Pflug und eine tüchtige Dampfſäge
ſind gewiß auch Gedankenfunde — aber ſegensvolle. Sich
mit dem lieben Gott in einen Wortſtreit einzulaſſen, das
iſt nutzlos und töricht. Ich muß da immer an einen
kleinen Jungen mit Holzſäbel und Steckenpferd denken,
der von ſeinen Soldaten verprügelt wird und meint. er ſei
ein tapferer General. Und dann — bleibt dem
Menſchen=
geiſt nicht reichliche Arbeit am Staunen und
Nichtbegreifen=
können? Iſt es nicht ſchwer genug, an die Wunder
heran=
zukommen und zu erkennen, wie unverſtändlich ſie ſind?
Man muß da verzweifelte Kletterverſuche anſtellen
über=
eine Mauer, die tauſendmal höher iſt als der aufgeblaſenſte
Menſchenverſtand?
(Fortſetzung jolgt.)