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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 255.
Mittwoch, den 16. September.
1914.
Zeichnet die Kriegsanleihen!
Ver krreiz
Die Lags in Galizien. — Die wirtſchaftliche und finanzielle Lage Deutſchlands. — Deutſche Flugleiſtungen. — Eine
Proklamation Wilſons. — Die finanzielle Lage in Frankreich. — England beſchuldigt ſeine Bundesgenoſſen. — Noch
keine Entſcheidung im Weſten.
Karte vom weſtlichen Kriegsſchauplatze.
Die Lage in Galizien.
* Nach Peſt wird aus dem
Kriegspreſſequar=
tier gemeldet: Unſere Siege bei Grodek haben dazu
ge=
führt, daß ſich unſere Truppen konzentrieren
konnten, nachdem ſie 16 Tage lang mit
unerſchütter=
lichem Mute gekämpft hatten. Wir nehmen nun eine
Poſition ein, die die ruſſiſche Uebermacht bedeutend
weni=
ger fühlbar macht, als dies ſeither der Fall war. Alle
Verbindungen mit den rückwärtigen Truppen und mit
dem Vaterlande ſind völlig in Ordnung und können durch
den Feind nicht bedroht werden. Ein Eingriff der Ruſſen
gegen unſere jetzigen befeſtigten Stellungen müßte mit
einem blutigen Mißerfolg endigen. Die Ruſſen haben in
den Kämpfen der letzten Tage große Verluſte erlitten und
konnten ſich nur durch fortgeſetzte Nachzüge von
Truppen=
maſſen halten. Die ſtrategiſchen Leiſtungen unſerer
Füh=
rer und die heldenmütige Kampfesweiſe unſerer Truppen
verdienen volle Anerkennung.
* Berlin, 15. Sept. Die Norddeutſche Allgemeine
ZZeitung ſchreibt: Die eingehenden Mitteilungen des
Kriegsberichterſtatters des Morgen über die Schlacht
hei Lemberg bekräftigen den Eindruck, den der
amt=
liche Bericht des öſterreichiſch=ungariſchen Generalſtabes
hinterließ. Lediglich ſtrategiſche Rückſicht veranlaßte den
Befehl, die Truppen in eine Stellung zurückzunehmen, in
der die Vorbereitungen für die weiteren
Operationen getroffen werden können. Dieſer
An=
ardnung war kein Mißerfolg vorangegangen. Sie wurde
im Gegenteil angeordnet, nachdem ein wichtiger Teilerfolg
errungen war. Die große Uebermacht des Feindes in
Verbindung mit der Uebermüdung der keit Wochen im
Kampfe ſtehenden öſterreichiſch=ungariſchen Soldaten
machte es unmöglich, auf der ganzen, weit ausgedehnten
Schlachtlinie die einzelnen Armeen vor der Gefahr von
bedenklichen Flankenſtößen zu ſichern, die ein gleichmäßiges
Fortſchreiten der Operationen gewährleiſten. Nach
be=
rühmtem Muſter dürften die Ruſſen mit bekannter
Wahr=
heitsliebe die Kunde von einem gewaltigen Siege in die
Welt hinausgeſandt haben. Das ändert an der
unum=
ſtößlichen Tatſache nicht das geringſte, daß das
öſter=
reichiſch=ungariſche Heer aus übermäßig ſchwierigen
Kämp=
fen ungeſchlagen hervorgegangen und ſich zu neuen
Unter=
nehmungen bereit hält. Der heldenmütige Kriegsgeiſt,
den es ſeit Beginn der Auseinanderſetzungen mit dem
Feinde ſo vielfach und in ſo erhebender Weiſe bewährt
hat, iſt ungebrochen. Aus den bisherigen glänzenden
Lei=
ſtungen könne die Erwartung geſchöpft werden, daß die
öſterreichiſch=ungariſchen Heerſcharen mit friſcher Kraft
den Kampf wieder aufnehmen und unter der
hervorragen=
den Heeresleitung zum endgültigen Siege führen werden.
Aus dem öſterreichiſchen
Kriegspreſſe=
quartier meldet der Kriegsberichterſtatter des Berl.
Tagebl. über die Ruhepauſe nach der Lemberger
Schlacht unter dem 14. September: Nachdem die
öſterrei=
chiſch=ungariſche Hauptarmee und die beiden Seitenflügel
Auffenberg und Dankl die Ablöſung vom Gegner glücklich
vollzogen hatten, marſchierten ſie in voller Ordnung und
unter Mitnahme von 10000 Gefangenen und 80 erbeuteten
Geſchützen ab. Trotz der gewaltigen Uebermacht
ver=
mochte ſie der Gegner nicht nennenswert zu beunruhigen.
Die öſterreichiſchungariſchen Truppen nahmen das
Be=
wußtſein eines relativen Erfolges mit, der einen
mit=
beſtimmenden Faktor für die ſpätere endgültige
Entſchei=
dung bedeutet. Die Truppen ſind troß der dreiwöchigen
enormen Strapazen und Verluſte und trotz der unerwartet
gekommenen Wendung guten Mutes und blicken
kommen=
den Ereigniſſen mit Zuverſicht entgegen. Das bisher
ſchöne und ſonnige Wetter iſt in kaltes Herbſtwetter
umge=
ſchlagen.
Die Erfolge im Oſten.
* Großes Hauptquartier, 14. Sept. (W. T. B.
Amtlich.) General v. Hindenburg telegraphierte an
Seine Majeſtät: Die Wilnger Armee (2., 3., 4., 20.
Ar=
meekorps, 3. und 4. Reſervediviſion, 5
Kavalleriediviſio=
nen) iſt durch die Schlacht an den Maſuriſchen
Seen und die ſich daran ſchließende Verfolgung
voll=
ſtändig geſchlagen. Die Grodnoer
Reſerve=
armee (22. Armeekorps, Reſt des 6. Armeekorps, Teile
des 3. flbiriſchen Armekorps) haben in beſonderem
Ge=
fecht bei Lyck ſchwer gelitten. Der Feind hat ſtarke
Ver=
luſte an Toten und Verwundeten, die Zahl der
Gefange=
nen ſteigert ſich, die Kriegsbeute iſt außerordentlich. Bei
der Frontbreite der Armee von über 100 Kilometern, den
ungeheuren Marſchleiſtungen von zum Teil 150
Kilome=
tern in vier Tagen, bei den ſich auf dieſer ganzen Front
und Tiefe abſpielenden Kämpfen kann ich den vollen
Um=
falg noch nicht melden. Einige unſerer Verbände ſind
ſcharf ins Gefecht gekommen, die Verluſte ſind aber doch
nur gering. Die Armee war ſiegreich auf der
ganzen Linie gegen einen hartnäckig kämpfenden,
aber ſchließlich fliehenden Feind. Die Armee iſt ſtolz
darauf, daß ein kaiſerlicher Prinz in ihren Reihen
ge=
kämpft und geblutet hat. gez. Hindenburg.
Vorſtehende Meldung iſt eine Zuſammenfaſſung der
ſchon früher gemeldeten Siege.
Die Kriegsanleihen.
* Wien, 14. Sept. In Beſprechung der
deut=
ſchen Kriegsanleihe ſchreibt die Montagsrevue:
Deutſchland emittiert Reichsſchatzanweiſungen mit
durch=
ſchnittlich fünfjähriger Laufzeit und eine für die nächſten
zehn Jahre unkündbare 5prozentige Reichsanleihe, deren
Geſamtbetrag nicht feſtgeſetzt iſt, weil die deutſche
Reichs=
regierung den Zeichnern den Vorteil der Zuteilung des
ganzen ſubſtribierten Betrages erſchließen will und
zu=
gleich von dem Gedanken geleitet iſt, die ihr vom
Reichs=
tage bewilligte Summe von fünf Milliarden möglichſt in
einem ſolchen Umfange zu erhalten, daß ſie zu einer
zwei=
ten Finanzoperation ſo bald keine Veranlaſſung mehr
hat. Bei der im ganzen Reiche herrſchenden, durch die
verblüffend raſch aufeinanderfolgenden Siege auf beiden
Kriegsſchauplätzen aufs höchſte geſteigerten Begeiſterung
iſt dieſe Vorausſetzung um ſo berechtigter, als ſowohl
der Emiſſionskurs und die daraus ſich ergebende
Verzin=
ſung, wie auch die Einzahlungsbedingungen in beiden
Fällen ſo günſtig ſind, als es die Umſtände überhaupt
zu=
laſſen. Das Deutſche Reich findet bei dem ſorgſam
rech=
nenden Kapital volle Würdigung ſeiner inneren Kraft,
während die Zerrüttung Frankreichs und die ungeheure
Größe der Opfer welche dieſem unglücklichen Lande am
Schluſſe des Krieges noch bevorſtehen, vom Kapital ebenſo
deutlich durch den Uebernahmekurs der franzöſiſchen
An=
leihe gekennzeichnet werden. Was England betrifft, ſo
erwägt das Kapital die außerordentlichen Einbußen,
welche Englands Handel ſchon jetzt erleidet, die aber, wenn
die Würfel ungünſtig für das Inſelreich fallen, ins völlig
Unabſehbare wachſen miſſen. Der Begebungskurs der
Anleihen der drei Reiche rückt ihre Exiſtenzbedingungen
in den Vordergrund. Dabei muß das Deutſche Reich
naturgemäß als das beſtfundierte unter ihnen erkannt
werden. So ſpricht auch das Kapital zu der ganzen Welt.
Die Regierung des Deutſchen Reiches wendet ſich direkt
an die Bevölkerung. Der Staat kämpft für ſeine eigene
Ehre und Eriſtenz, die auch die Ehre und Eriſtenz des
deutſchen Volkes ſind. Alſo ſoll dieſes deutſche Volk aus
ſeinen eigenſten Taſchen die Mittel dafür aufbringen. Es
wird dieſen Vertrauensbeweis des Reiches glänzend
recht=
fertigen. Dem Reiche werden ungezählte Milliarden
an=
geboten werden; man wird vielleicht zur Herabſetzung der
Zeichnung freudigen Anlaß haben.
Die wirtſchaftliche und finanzielle Lage
Deutſchlands.
* Berlin, 14. Sept. Der Ausſchuß des Deutſch=
Amerikaniſchen Wirtſchaftsverbandes trat
heute in Berlin unter außerordentlich zahlreicher
Betei=
ligung zu einer Tagung zuſammen, an der auch Vertreter
der Reichsämter und der Miniſterien ſowie Mitglieder
des Reichstages teilnahmen. Die Beratungen, welche an
Referate des Herrn Dir. Huldermann von der Hamburg=
Amerikalinie und des Herrn Syndikus Dr. Streſemann
an=
ſchloſſen, betrafen Fragen des Güterverkehrs und der
Nach=
richtenübermittlung an die Vereinigten Staaten von
Ame=
rika, die Frage der Kriegsverſicherung für den
transatlan=
tiſchen Verkehr, die Verwertung deutſcher Guthaben in
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. September 1914.
Nummer 255.
Amerika und eine Reihe anderer Fragen über
Maßnah=
men zum Schutze der Deutſchen Intereſſen im
deutſch=
amerikaniſchen Handelsverkehr. An der mehrſtündigen
Ausſprache beteiligten ſich die Vertreter der
hervorrägend=
ſten Induſtrie=Exportfirmen, der großen deutſchen
Schiff=
fahrtsgeſellſchaften, des Exporthandels und bekannter
Speditionsfirmen. Am Schluß der in ihren Einzelheiten
vertraulich geführten Verhandlungen betonte Dr.
Streſe=
mann in einer Schlußanſprache, daß keines
derje=
nigen Länder, die an dem gegenwärtigen
Weltkrieg aktiv beteiligt ſeien,
wirt=
ſchaftlich und finanziell beſſer fundiert
ſei, als das Deutſche Reich. Gewiß werde die
deutſche Exportinduſtrie durch die teilweiſe Unterbindung
der Ausfuhr am ſchwerſten betroffen, aber auch von dieſen
Kreiſen der deutſchen Induſtrie ſei an die maßgebenden
Kreiſe nur der eine Wunſch gerichtet worden, den uns
aufgezwungenen Krieg durchzuführen und durchzuhalten
bis zur endgültigen Niederwerfung der Gegner, da nur
durch eine ſolche Durchführung des Krieges die Gewähr
geſchaffen werden könne für einen dauernden Frieden
und damit die nach einem ſolchen Frieden ſicher zu
erwar=
tende völlige Wiederaufrichtung und Ausdehnung des
geſamten deutſchen Wirtſchaftslebens. Dieſen
Ausfüh=
rungen wurde von der geſamten Verſammlung unter
be=
geiſterten Zurufen einmütig zugeſtimmt.
Die deutſchen Flugleiſtungen.
Kopenhagen, 14. Sept. Dem Kopenhagener
Blatt Politiken wird aus Paris eine bemerkenswerte
franzöſiſche Anerkennung deutſcher
Fluglei=
ſtungen mitgeteilt: Eine von Nordoſt kommende deutſche
Taube überflog Verſailles. Der Führer entdeckte aber
augenſcheinlich die dortigen Verteidigungsmaßnahmen
gegen ein Luftbombardement. Der Flieger wandte um
und entkam trotz heftiger Verfolgung mehrerer
franzö=
ſiſcher Flieger. Die deutſchen Flugzeuge leiſteten
über=
haupt vorzügliche Arbeit. Sobald franzöſiſche Truppen
irgend eine neue Stellung eingenommen hatten, erhalten
ſie durch Flieger Beſuch, die ſich die Stellung der
feind=
lichen Truppen merken. Sobald die deutſchen Flieger
zu den deutſchen Linien zurückgekommen ſind, pflegte ſich
die Flugrichtung der Granaten zu verändern. Dieſe
Beobachtung kann man nach jeder Rekognoſzierung
deut=
ſcher Flugmaſchinen machen.
Eine Proklamation Wilſons.
* Der Präſident der Vereinigten Staaten
hat am 19. Auguſt, alſo vor faſt 4 Wochen, an ſeine
Mit=
bürger eine Mahnung zur Wahrung der
Unparteilich=
keit erlaſſen, deren Wortlaut jetzt im Berner Bund
ver=
öffentlicht wird. Sie lautet:
„Meine Landsleute! Ich nehme an, daß jeder
den=
kende Mann in Amerika ſich in dieſen aufgeregten letzten
Wochen gefragt hat, welchen Einfluß der europäiſche
Krieg auf die Vereinigten Staaten ausüben werde, und
ich nehme mir die Freiheit, Euch mit einigen Worten zu
zeigen, daß dieſe Wirkungen vollſtändig von unſerer
eige=
nen Wahl abhängen, und Euch mit dem größten Ernſt
die Sprechweiſe und das Verhalten ans Herz zu legen,
das den beſten Schutz der Nation gegen Not und Unheil
bildet.
Die Wirkung des Krieges auf die Vereinigten Staaten
wird von dem abhängen, was die amerikaniſchen Bürger
ſagen und tun. Jeder Mann, der Amerika wahrhaft liebt,
wird im wahren Geiſte der Neutralität handeln und
ſpre=
chen, das heißt im Geiſte der Unparteilichkeit, Billigkeit
und Freundlichkeit gegen alle Beteiligten. Die Stimmung
der Nation in dieſer heiklen Sache wird zum großen Teil
von dem beſtimmt werden, was die Einzelnen und die
Geſellſchaft und die in öffentlichen Verſammlungen
Zu=
ſammenkommenden tun und ſagen, was die Zeitungen und
Zeitſchriften enthalten, was Geiſtliche auf der Kanzel
äußern und die Leute als ihre Meinungen auf der Straße
verkündigen.
Das Volk der Vereinigten Staaten ſetzt ſich zuſammen
aus vielen Nationen und hauptſächlich aus den Nationen,
die heute im Kriege liegen. Es iſt natürlich und
unver=
meidlich, daß unter uns die größten Unterſchiede in den
Sympathien und den Wünſchen für den Ausgang des
Kampfes beſtehen. Die einen werden dieſer, die anderen
jener Nation den Sieg wünſchen. Es wird leicht ſein, die
Leidenſchaften zu wecken, und ſchwer, ſie zu beſänftigen.
Wer ſie weckt, nimmt eine ſchwere Verantwortung auf
ſich, die Verantwortung für nichts weniger als die
Zer=
reißung des Volkes in Lager feindlicher Geſinnungen, in
Parteien, die ſich in den Krieg hineinreißen laſſen und ihn
mit Impulſen und Meinungen, wenn auch nicht mit
Hand=
lungen führen, während doch das Volk der Vereinigten
Staaten einig ſein ſollte, als Amerikaner verbunden im
loyalen Zuſammenhalten mit der Regierung, durch Ehre
und Liebe verpflichtet, zuerſt an das eigene Land und ſeine
Intereſſen zu denken.
Eine ſolche Zerſplitterung wäre verhängnisvoll für
unſeren inneren Frieden und könnte ſelbſt die Erfüllung
der Pflicht der einzigen friedlichen großen Nation
ernſt=
lich erſchweren, der Pflicht, die darin gegeben iſt, daß
wir das einzige Volk ſind, das ſich bereit hält,
mitzuſpre=
chen im Sinne einer unparteiiſchen
Vermitte=
lung, Ratſchläge zum Frieden und zur Vergleichung zu
geben, nicht als Parteigänger, ſondern als Freund.
Mein einziger Gedanke iſt Amerika. Ich bin ſicher,
den ernſten Wunſch und Willen jedes denkenden
Amerika=
ners auszuſprechen, wenn ich ſage, daß unſer großes Land,
das ſelbſtverſtändlich in unſeren Gedanken und Gefühlen
obenanſteht, in dieſen Tagen außerordentlicher Prüfung
ſich als eine Nation erweiſen ſoll, die mehr als andere die
Gabe wohlabgewogenen ungetrübten Urteils, die Würde
der Selbſtbeherrſchung, die Kraft leidenſchaftloſer Aktion
beſitzt, eine Nation, die weder über andere zu Gerichte
ſitzt noch ſich in ihren eigenen Entſchlüſſen ſtören läßt, und
die dafür ſorgt, daß ſie frei und fähig bleibt zu tun, was
ehrlich, ſelbſtlos und dem Weltfrieden dienlich iſt.
Warum ſollten wir uns nicht die Zurückhaltung
auf=
erlegen, die unſerem Volke das Glück des erſehnten
gro=
ßen und bleibenden Einfluſſes zugunſten des Friedens
bringen wird?
Ich wage es daher, liebe Landsleute, ein feierliches
Wort der Warnung an Euch zu richten. Ich warne vor
jenem tiefſten, feinſten und ſo wichtigen
Neu=
tralitätsbruch, der aus Einſeitigkeit und
leiden=
ſchaftlichem Parteiergreifen entſtehen kann. Die
Ver=
einigten Staaten müſſen in dieſen Tagen, die dazu
ange=
tan ſind, die menſchliche Seele in Verſuchung zu führen,
neutral bleiben dem Namen und der Sache nach. Wir
müſſen unparteiiſch ſein in Gedanken und Taten, müſſen
unſere Gefühle im Zaum halten, ſo gut wie jede
Hand=
lung, die als die Bevorzugung irgend einer der
kämpfen=
den Parteien ausgelegt werden könnte.”
Die finanzielle Lage in Frankreich.
* Berlin, 15. Sept. Nach der Voſſiſchen Zeitung
verſchärft ſich die finanzielle Lage in
Frank=
reich unheimlich ſchnell zu einer Zahlungskriſis. Nach
Pariſer Informationen werden die Coupons der Pariſer
Stadtanleihen und Pfandbriefe vom Crédit Foneier
nicht bezahlt. Dies iſt um ſo ſchwerwiegender, als beide
Wertpapiere bisher als das Ideal der Vermögensanlage
beſonders für die kleinen Sparer galten. Die Regierung
macht die größten Anſtrengungen, um einzelne große
fran=
zöſiſche Banken zu halten, deren Schwierigkeiten bereits ein
offenes Geheimnis ſind. Die Einzahlungen auf die im
Juli herausgegebene neue 3½prozentige Anleihe gehen
unter dieſen Umſtänden nur in ganz geringen Beträgen
ein.
Die Belgier auf Antwerpen zurückgeworfen.
* (Ctr. Bln.) Aus Rotterdam wird berichtet: Eine
amtliche belgiſche Mitteilung beſagt, daß die belgiſche
Armee ſich nach viertägigem ſchwerem Kampfe vor dem
übermächtigen Gegner auf Antwerpen
zurückgezo=
gen habe. Die Verluſte ſeien beträchtlich und zeigen,
daß der Kampf erbittert geweſen ſei.
Die engliſche-Arbeiterpartei gegen Grey.
* Berlin, 14. Sept. Der Voſſiſchen Zeitung wird
aus Kopenhagen gemeldet: Das hieſige Blatt
Sozial=
demokraten teilt (wie ſchon kurz gemeldet worden iſt) eine
Kundmachung der engliſchen unabhängigen Arbeiterpartei
mit. Bemerkenswert iſt darin die Kritik der engliſchen
Regierung, wie ſie ſeinerzeit in den Unterhausreden
Mac=
donalds und Keir Hardies zutage trat. Es heißt in der
Kundmachung:
Es iſt ebenſo unrichtig, zu ſagen, daß die engliſche
Po=
litik völlig weiß und die deutſche völlig ſchwarz geweſen
iſt, wie zu ſagen, daß die deutſche Politik völlig richtig
und die engliſche völlig verwerflich iſt. Selbſt wenn jedes
Wort im engliſchen Weißbuch wahr iſt, fehlt doch die
wei=
tere Beweisführung. Es ſei zuzugeben, daß Grey in den
Tagen, die dem Krieg unmittelbar vorausgingen, für den
Frieden arbeitete. Das war aber zu ſpät; er hatte ſelbſt
viele Jahre lang mit den anderen Diplomaten den
Ab=
grund gegraben, und ein wahres weiſes
Staatsmann=
genie hätte das ſichere Ergebnis vorausgeſehen und
ver=
mieden. Nicht die ſerbiſche oder die belgiſche Frage hat
dieſes Land in den fürchterlichen Kampf geworfen.
Groß=
britannien ſteht nicht im Kampfe für unterdrückte
Natio=
nen oder für Belgiens Neutralität. Wäre Frankreich
durch Belgien in Deutſchland eingerückt, wer glaubt da,
wir hätten Feindſeligkeiten gegen Frankreich eröffnet?
Hinter dem Rücken von Parlament und Volk gab Grey
Frankreich heimliche Verſprechungen, deren Exiſtenz er
leugnete, wenn er gefragt wurde. Darum ſteht dieſes
Land nun im Angeſicht des vollſtändigen Ruins und der
ſtahlharten Notwendigkeit des Krieges. Verträge und
Abmachungen haben Frankreich gezwungen, ſich ins
Schlepptau nehmen zu laſſen vom deſpotiſchen Rußland,
und England von Frankreich. Aber jetzt kommt das alles
zutage, und die Männer, die die Verantwortung tragen,
ſollen zur Rechenſchaft gezogen werden. England hat Sch
ſelbſt hinter Rußland geſtellt, die reaktionärſte und
kor=
rumpierteſte Macht in Europa. Läßt man Rußland ſeine
territorialen Wünſche befriedigen und ſeine Koſakenmacht
ausdehnen, ſo laufen die Ziviliſation und die Demokratie
ernſtlich Gefahr und dafür hat England das Schwert
ge=
zogen.
England beſchuldigt ſeine Bundesgenoſſen.
* Während der Schwätzer Grey durch
Bekanntmachun=
gen in den Niederlanden die Lüge am Leben zu erhalten
ſucht, daß die britiſchen Soldaten keine Dum=Dum=
Ge=
ſchoſſe brauchten, machen ſich zwiſchen den Verbündeten
mehr und mehr Unſtimmigkeiten bemerkbar. Wie aus
dem Haag unter dem 12. September gemeldet wird,
ver=
öffentlicht die Times einen ausführlichen Kommentar zu
dem Gefechtsbericht des Feldmarſchalls French, in dem
gerügt wird, daß dieſer Feldherr am 23. Auguſt zu ſpät
erfuhr, daß deutſche Korps gegen die franzöſiſche
Front=
anrückten, und ſucht den Franzoſen zum Bewußtſein
zu bringen, daß ohne engliſches Eingreifen bei Charlerot
die zurückgehenden Franzoſen von den Deutſchen
zer=
ſchmettert wären und dieſe am 24. Auguſt die Sambre
überſchritten haben. Im übrigen billigt der Mitarbeiter
der Times die Anordnungen Frenchs, da nur durch den
Rückzug die völlige Vernichtung der Engländer verhindert
wurde. Der anfänglich auf die Linie Maubeuge=
Valen=
ciennes gerichtete Rückzug mußte auf Le Cäteau=Cambrai
fortgeſetzt werden, da die Engländer ohne Hilfe von
Fran=
zoſen blieben; der Rückzug endete erſt am 28. Auguſt, als
French die Linie La Fére=Noyon erreicht hatte. Die Times
ſtellt aus dem Bericht Frenchs feſt, daß der
Informations=
dienſt durch die ſchlechte Verbindung zwiſchen Engländern
und Franzoſen unwirkſam war. French ſelbſt glaubt, daß
er nur dadurch einem größeren Unheil entgangen iſt, daß
die Deutſchen zu erſchöpft waren, um die Verfolgung
fort=
zuſetzen. Aus Mailand werden dieſe Meldungen noch
da=
hin ergänzt: Sir John French erläuterte in längerer Reden
den Kommandanten in der britiſchen Armee die Situation
der engliſchen Truppen auf der Front, wobei er betonte,
daß der Mangel an franzöſiſcher Hilfe ſchulde
war, daß ſie den Rückzug antreten mußten.
* Die belgiſche Geſandtſchaft im Haag
tritt in einer öffentlichen Kundgebung der in der enge
liſchen Preſſe erhobenen Beſchuldigung entgegen,
Namur ſei nicht kräftig genug verteidigt worden. Dahet
wird ausgeführt, daß das deutſche Feuer von Anfang an
ſo ſtark geweſen ſei, daß eine Wiederherſtellung der
Zwi=
ſchenwerke nicht verſucht werden konnte. Das Fort
Swarlee erhielt am 23. Auguſt 800 Geſchoſſe, am 24.
Auguſt 1300 und am 25. Auguſt 1400 Geſchoſſe von je 250
Kilogramm Gewicht! Als es fiel, wär der ganze
Mittel=
teil zerſtört und blieb keine Hoffnung mehr auf
Wider=
ſtand; auch die Artillerie des Forts Marchevolette konnte
erſt nach drei Tagen zum Schweigen gebracht werden, und
erſt zwei Tage ſpäter kapitulierte das Fort. Die
bel=
giſche Geſandtſchaft weiſt deshalb den Vorwurf der
Schlappheit der Garniſon von Namur zurück.
Der Rückzug erfolgte in Ordnung.
Engliſcher Kriegsbericht.
* Berlin, 15. Sept. In einem die Vernichtung
zweier Kavalleriebrigaden am 24. Auguſt zwiſchen Mons
und Valenciennes ſchildernden Bericht der Daily Mail
heißt es: Eine Zeitlang ging alles gut. Das deutſche
Artilleriefeuer leerte nur wenige Sättel. Schon
ſcheinen die deutſchen Geſchütze zu ſchweigen, und wir
rücken in die Nähe des Feindes. Plötzlich kommt die
Tragödie. Direkt in das Antlitz der heranſtürmenden
britiſchen Kavallerie eröffnen die Deutſchen ein
mör=
deriſches Feuer. Wenigſtens 20 Maſchinengewehre waren
verborgen geweſen. Es regnete den Tod auf unſere
Reiter=
auf eine Entfernung von etwa 150 Meter. Niemand hatte
eine Ahnung von dieſen Maſchinengewehren gehabt. Das
Ergebnis war vernichtend.
Die engliſchen Verluſte.
* Rotterdam, 15. Sept. Bis zum 7. September
betrugen die Verluſte der engliſchen Armee in Frankreich
und Belgien nach Angabe des Hauptquartiers an Offizie=
Wie Moltke im Kriege lebte.
C) Moltke hat auch während ſeiner Tätigkeit als
Ge=
neralſtabschef im Kriege, ſoweit es anging, die Ordnung
und Regelmäßigkeit beibehalten, die ihm ſonſt über alles
ging. Solange das Große Hauptquartier 1870 von einer
Stadt zur anderen rückte, kam natürlich manche
Unter=
brechung in den gewohnten Gang ſeines Tageswerks, aber
in Verſailles lebte er, wie wir aus den Erinnerungen
verſchiedener Offiziere des Großen Generalſtabes wiſſen,
in jenem einförmigen Rhythmus, wie ihn des Dienſtes
gleichgeſtellte Uhr mit ſich bringt. Hatte der große
Ge=
neralſtab unter Moltkes Führung im Kriege ſein
Quax=
tier irgendwo aufgeſchlagen, dann wurde zunächſt in einem
geeigneten Raum das Bureau eingerichtet.
Hier erſchienen an jedem Morgen die Offiziere bei
Moltke zum Vortrag, und es fand eine Beſprechung der
Kriegslage ſtatt. Dann begab ſich Moltke zum Vortrag
beim Könige, der außer an Marſch= und Gefechtstagen
regelmäßig um 10 Uhr vormittags ſtattfand. In
wich=
tigen Fällen erſchien er wohl auch zur Nachtzeit bei ſeinem
königlichen Herrn. Während der Schlacht befand er ſich ſtets
mit dem Generalquartiermeiſter, der ihn in allem zu
unter=
ſtützen hatte, in unmittelbarer Nähe des Königs. Nur
einmal wich er von dieſer Regel auf kurze Zeit ab, und
zwar in der Schlacht bei Gravelotte=St. Privat, bei der
er den Angriff des 2. Armeekorps bis weit ins Feuer
hin=
ein begleitete und erſt von ſeinen Offizieren daran erinnert
werden mußte, daß ſein Platz nicht mitten im Kugelregen
ſei. Im Bureau des Großen Generalſtabes waren ſtets
metallographierte Ueberſichtsſkizzen des Kriegsſchauplatzes
aufgelegt, in die die Offiziere die Stellungen der
beiderſei=
tigen Truppen eintrugen. Neben dieſen Stellungsſkizzen
benutzte Moltke mit Vorliebe eine Eiſenbahnkarte von
Mitteleuropa, die nebſt Zirkel=und Lupe ſtets auf ſeinem
Arbeitstiſch liegen mußte. So beſcheidene Hilfsmittel
genügten ihm bei ſeinen großen Kenntniſſen, um den
ſtän=
digen Ueberblick über das Ganze zu behalten. Nach dem
Frühſtück machte Moltke von Verſailles aus häufig
Spa=
zierfahrten in die Umgegend von Paris, um die Stellun=
gen der Truppen kennen zu lernen. Mit erſtaunlicher
Leichtigkeit ſprang der Siebzigjährige im Bereich des
feindlichen Feuers aus dem Wagen und blieb mit ſeltener
Ausdauer ſtundenlang unterwegs, wobei er alle
Schwierig=
keiten des Geländes leicht überwand. War das Wetter zu
ſolchen Ausfahrten zu ſchlecht, dann verweilte er faſt ſtets
nach dem Frühſtück in der berühmten Gemäldegalerie von
Verſailles und ließ ſich trotz aller Warnungen und
ano=
nymen franzöſiſchen Drohungen von ſeinem Kunſtgenuß
nicht abhalten. Dabei war er ſtets allein, denn Furcht
kannte er nicht. Auch außerhalb des Dienſtes verkehrte er
viel mit den Offizieren ſeines Stabes. Man fand ſich
regelmäßig nachmittags um 6 Uhr zu dem einfachen
Mittagsmahl im „Hotel des Réſervoires” zu Verſailles
ein. „Hier ſpeiſte Moltke” erzählt der damalige Major
und ſpätere General von Blume, „mit ſeinen Offizieren
an einer Quertafel im Hintergrunde des großen
Speiſe=
ſaals, beim Ein= und Austritt achtungsvoll begrüßt von
den deutſchen Fürſten und Prinzen, ſowie von den ab=
und zugehenden Offizieren und Fremden, welche alle an
einer Längstafel und vielen kleinen Tiſchen in demſelben
Raum ihr Mahl einnahmen. An der Unterhaltung ſich
ſelbſt nur beteiligend, wenn ein ihn beſonders
intereſſie=
rendes Thema angeſchlagen wurde, erfreute er ſich doch
ſichtlich an der guten Laune, welche ſtets in ſeiner
Um=
gebung herrſchte.
Im Eſſen und Trinken war er bekanntlich ſehr
an=
ſpruchslos und mäßig; was ihm vorgeſetzt wurde, war
ihm gleichgültig, wenn es nur ausreichte, ſeinem
bedürf=
nisloſen Körper das Notwendige zuzuführen. Nach Tiſch
rauchte er mit Behagen ein oder zwei Zigarren, zu
ande=
ren Tageszeiten faſt niemals.” Der Abend wurde dann,
ſelbſt in den Zeiten höchſter Spannung der Kriegslage
mit dem „Räuber=Whiſt” das Point zu 1 oder höchſtens
5 Pfennig, beſchloſſen, den der Feldmarſchall ſo ſehr liebte
und dem er ſich mit großem Eifer widmete. Dringende
Dienſtgeſchäfte wurden zwiſchendurch erledigt. Punkt 11
Uhr ſtreckte er ſich auf ſeinem einfachen Feldbett zur Ruhe
aus und ſchlief bis gegen 7 Uhr morgens, auch vor großen
Entſcheidungstagen.
Feuilleton.
— Der Bericht eines Italieners über das deutſche
Heer. Den Eindruck einer „ungeheuerlich ſtarken
Ma=
ſchine” hat der italieniſche Korreſpondent M. Roſſi vom
deutſchen Heer gewonnen, als er im Auftrage des
Corriere della Sera nach Brüſſel ging und dort den
deutſchen Einmarſch beobachtete. Aus ſeiner Schilderung,
die eine ganze Seite des Mailänder Blattes füllt, heben
wir einige beſonders bezeichnende Stellen heraus. Der
Einzug in Brüſſel vollzieht ſich unter dem ſtarken Zulauf
der Bevölkerung, die von allen Seiten zu den
Haupt=
ſtraßen ſtrömt. Zunächſt kommt ſchnell eine Kompagnie
Infanterie, ſtumm, aufrecht, ernſt, faſt ohne die Bewohner
der Stadt anzuſehen. Die Menge ſchließt ſich hinter
ihnen, und es ſcheint, als kämen keine Truppen mehr, als
plötzlich die Neugierigen wieder zur Seite gedrängt
wer=
den und eine endloſe Reihe von Soldaten heranrückt.
Zunächſt kommt ein Regiment Infanterie, immer vier in
einer Reihe, von Zeit zu Zeit im Paradeſchritt, den es
jedoch nach der Ermüdung des langen Marſches nicht
lange einhält. Dann kommt die Kavallerie mit ihrem
Wald von Lanzen und ſchwarz=weißen Fähnchen, und
hierauf Kanonen auf Kanonen mit Munitionswagen und
die Wagen für die Verpflegung, von denen einige belgiſche
Aufſchriften tragen, alſo requiriert ſind, und immer
wie=
der Fußſoldaten, Reiter, Kanonen und Wagen in
unend=
licher Folge wechſelnd. Es iſt eine Maſſe in graugrüner
Uniform, in der Soldaten aller Waffen und Offiziere
mit=
einander verſchmelzen, die ſich in der Ferne in dem
Staub=
grün der Bäume verliert und die zuſammen mit der
Gleichmäßigkeit der blonden Haare und der blauen Augen
den Eindruck einer ungeheuerlich ſtarken Maſchine, den
das deutſche Heer erweckt, noch verſtärkt. Es ſcheint ein
automatiſches Ganze von Stahl, etwas Diaboliſches,
etwas ungeheuer Großes und Gewaltiges. Stunden und
Stunden zieht die Heeresſäule vorüber, die Augen
er=
müden und ſind geblendet, und ſo ſcheint die Zahl der
vorübermarſchierenden Mannſchaften noch größer, ſo daß
wir uns fragen, ob wir hier der Entfaltung der geſam=
Nummer 255
Darmſtätder Tagblatt, Mittwoch, den 16. September 1914.
Seite 3.
ren: 73 getötet, 225 verwundet und 291 vermißt; an
Sol=
daten: 273 getötet, 1571 verwundet, 16 296 vermißt.
Die Aufhebung der türkiſchen Kapitulationen.
* Konſtantinopel, 14. Sept. Den Blättern
zu=
folge bereitet die Regierung ein Geſetz vor, in welchem
der Tag, an dem die Aufhebung der
Kapitula=
tionen erfolgte, als nationaler Feiertag erklärt wird.
Ferner wird ein Geſetz vorbereitet, das die Vorſchriften
enthält, die an die Stelle der Beſtimmungen der
Kapi=
tulationen treten ſollen. Die fremden Schulen werden
als ottomaniſche Privatſchulen betrachtet. — Die Pforte
wird vom 1. Oktober ab Zucker, Kaffee, Tee, Petroleum,
Alkohol, Zündhölzer, Zigarettenpapier und Spielkarten
mit einer Verbrauchsſteuer belegen.
Die Lügenmeldungen unſerer Gegner.
* Berlin, 14. Sept. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Ein Telegramm aus dem Haag melder,
die dortige engliſche Geſandtſchaft habe der
holländiſchen Preſſe mitgeteilt, daß die deutſchen Truppen
vollkommen demoraliſiert ſeien. Sie plünderten alle
fran=
zöſiſchen Ortſchaften, die ſie erreichen, und betränken ſich.
Die holländiſchen Zeitungen, deren Vertreter Gelegenheit
haben, aus eigener Anſchauung ſich ein Urteil über die
Haltung der deutſchen Truppen zu bilden, werden durch
dieſe Täuſchungsverſuche der engliſchen
Diplomaten nicht irregeführt werden. Wir legen aber
Verwahrung dagegen ein, daß der Geſandte einer
gegen Deutſchland kriegführenden Macht ſeine
völkerrecht=
liche Immunität in der Hauptſtadt eines neutralen
Staa=
tes mißbraucht, um gegen das deutſche Heer niedrige
Schmähungen zu verbreiten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. September.
* Ein Wunſch der Großherzogin. Ihre
König=
liche Hoheit die Großherzogin hat den Wunſch geäußert,
zu ihrem bevorſtehenden Geburtstag keine
Blumen=
ſpenden zu erhalten. Die hohe Frau würde es aber
freudig und dankbar begrüßen, wenn die dafür in
Ausſicht genommenen Beträge dem Roten Kreuz
überwieſen würden.
* Militärdienſtnachricht. Stadtkommandant
Gene=
ralmajor von Randow wurde vom 20. ds. Mts. ab
als Brigade=Kommandeur zur 52. Infanterie=Reſerve=
Diviſion (Köln) verſetzt.
— Großherzogliches Hoftheater. Die Neueinführung
der Zwiſchenaktsmuſik, die zum erſten Male in der
Eröffnungs= und Feſtvorſtellung „Prinz von
Hom=
burg” von der Hofkapelle zur Gehör gebracht wird,
be=
deutet eine Neuerung, die vom Publikum gewiß mit
Be=
friedigung aufgenommen wird. Auch in den nächſten in
Ausſicht genommenen patriotiſchen Schauſpielen, Heyſes
„Colberg” und Kleiſts „Hermannſchlacht” wird
die Wiedergabe althiſtoriſcher Märſche und Lieder zur
Vertiefung der Wirkung weſentlich beitragen. Die Oper
eröffnet ihre Tätigkeit am Freitag mit Beethovens „
Fi=
delio”, jenem Werk, das die meiſten deutſchen
Opern=
bühnen ſowohl wegen ſeines muſikaliſchen Reichtums, wie
nauch wegen ſeines tiefen ethiſchen Gehalts zur Einleitung
Uhrer Spielzeit in dieſen ernſten Tagen gewählt haben.
Am Samstag wird das Patriotiſche Konzert als
Volks=
konzert wiederholt; am Sonntag geht Wagners
„Lohengrin” in der Beſetzung mit den Damen Marx
und Callwey und den Herren Becker, Perkins, Stephani
und Semper in Szene.
* Vorſtellung für minderbemittelte Bevölkerung
im Großh. Hoftheater. Nach dem großen Anklang,
den die Veranſtaltung eines patriotiſchen Konzerts im
Großh. Hoftheater in allen Kreiſen gefunden hat, will
die Hoftheaterleitung auch der minderbemittelten
Bevölkerung unſerer Stadt Gelegenheit geben, die
in unſerer ernſten Zeit doppelt nötige Erhebung und
Erbauung zu finden. Eine Wiederholung des
patriotiſchen Konzerts unter Mitwirkung hieſiger
Geſangvereine pp. iſt deshalb für den kommenden
Samstag, den 19. d. Mts., in Ausſicht genommen.
Der Eintrittspreis beträgt 10 Pfg. für alle
Plätze. Die Verteilung der Karten erfolgt durch den
Herrn Oberbürgermeiſter. Allen Kreiſen unſerer weniger
bemittelten Bevölkerung, die ſich an guter Muſik erfreuen
wollen, iſt nun die Möglichkeit gegeben, das Theater zu
beſuchen. Die Theaterleitung will, daß auch ſolche
Be=
ſucher kommen, die ſeither überhaupt noch nicht einer
Vorſtellung in unſerem Hoftheater anwohnten. Der
Herr Oberbürgermeiſter will durch die Stadt für die
öffentliche Armenpflege eine Anzahl Karten übernehmen
und die Verteilung durch die Bezirkspfleger und
Pflegerinnen vornehmen laſſen.
— Kriegsanleihe. Kapitaliſten und
Vermögens=
verwaltungen lombardiert Wertpapiere und zeichnet
damit Kriegsanleihe! Kapitaliſten und
Vermögensver=
waltungen, die augenblicklich nicht über flüſſige Mittel
verfügen, können trotzdem größere Beträge auf die
Kriegs=
anleihe des Reiches zeichnen. Die Beſitzer von Wert=
papieren können ſich nämlich die Mittel zur Zeichnung
auf die neue Anleihe durch Verpfändung eines Teiles
dieſer Papiere bei den Kriegsdarlehenskaſſen (
Reichsbank=
anſtalten) beſchaffen. Der Lombard=Zinsſatz iſt für dieſen
Zweck auf 6% ermäßigt worden. Die neuen
Schatzan=
weiſungen und die neue Reichsanleihe rentieren nach
Be=
rechnungen der Fachpreſſe durchſchnittlich etwa zu
½ %. Die Zeichner müßten alſo vorläufig einen
Zinsverluſt von etwa ½% auf ſich nehmen. Dem ſteht
aber die Möglichkeit eines erheblichen Kursgewinns
bei günſtigem Ausgang des Krieges gegenüber. Aber
ſelbſt wenn die lombardierten Effekten demnächſt mit einem
erheblichen Kursverluſt verkauft werden müßten, ſo würde
dieſer Verluſt vorausſichtlich dadurch ausgeglichen, daß
an Stelle von 3½% oder 4% Papieren 5%
Reichs=
anleihe eventuell mit Rückzahlungsgewinn treten würde.
Wenn z. B. 100 000 Mark 4% Papiere, die zuletzt mit
96% notiert waren, zu 90% verkauft werden müßten, ſo
wäre der Erlös 90000 Mark und es würden jährlich
4000 Mark Zinſen wegfallen. Es iſt dabei alſo mit einem
ſehr erheblichen Kursrückgang gerechnet. Wenn für dieſe
baren 90000 Mark 5% Reichsanleihe zu 97,50 gezeichnet
würden, dann könnten nom. 92300 Mark bezogen werden,
die ſich jährlich mit 4,615 Mark verzinſen würden. Es
würde alſo ein jährlicher Zinsgewinn von 615 Mark zur
Verfügung ſtehen. Die Friſt zur Zeichnung läuft mit
dem 19. September ab.
Erleichterungen im Güterverkehr. Seit
12. September iſt der öffentliche Güterverkehr auch mit
dem Direktionsbezirk Saarbrücken unbeſchränkt geöffnet.
Ferner iſt der Güterverkehr mit der Pfalz und mit den
Stationen in Luxemburg erweitert. Außer mit dieſen
Gebieten beſtehen zurzeit innerhalb des Deutſchen
Reiches nur noch Beſchränkungen im Verkehr mit den
Reichseiſenbahnen, mit den Strecken Cöln-Herbesthal—
Aachen und Aachen-Weywertz-Jünkerath, mit der
Station Poſen Gerberdamm und mit dem
Direktions=
bezirk Königsberg (Pr.). Auskunft über die Art der
Beſchränkungen und den zugelaſſenen Verkehr mit dem
Auslande erteilen die Eilgut= und Güterabfertigungen.
* Einquartierung. Nach dem Kriegsleiſtungsgeſetz
haben die Gemeinden den mit Naturalleiſtungen oder
ſonſtigen Dienſten in Anſpruch Genommenen Vergütung
in dem Umfange zu gewähren, in welchem letztere vom
Reich gewährt wird. Die Vergütung iſt von den
Ge=
meinden nicht früher auszuzahlen, als ſie ihr vom Reich
zur Verfügung geſtellt iſt. Die Quartierſcheine
ſind deshalb, nachdem ihre Richtigkeit durch das
Ein=
quartierungsbureau (Stadthaus, Zimmer 23) feſtgeſtellt
iſt, aufzuheben, bis demnächſt Aufforderung zu ihrer
Einlöſung bei der Stadtkaſſe erfolgt. Eine große Zahl
von Quartierträgern hat in dankenswerter Weiſe die
ihnen demnächſt zukommende Einquartierungsvergütung
der Stadtverwaltung für Unterſtützungszwecke zur
Ver=
fügung geſtellt. Zur Nachahmung empfohlen!
— An Darmſtadts männliche Jugend! Der Herr
Oberbürgermeiſter gibt bekannt, daß die Uebungen
der Jugendmannſchaften in Darmſtadt bis
auf weiteres nur an Wochenabenden und an
Sonn=
tagen erfolgen. Meldungen werden noch bis einſchließlich
16. September d. Js. im Bureau Waldſtraße 6
ent=
gegengenommen. Das Bureau iſt geöffnet von morgens 8
bis abends 6 Uhr, alſo auch unter Mittag. Junge
Leute, die außerhalb Darmſtadts wohnen, müſſen ſich
bei dem Bürgermeiſter ihres Wohnorts auch dann
melden, wenn ſie in Darmſtadt arbeiten.
* Liebesgaben für unſere Truppen. Am Freitag
geht wieder eine Auto=Kolonne nach dem
Kriegs=
ſchauplatz und ſind Würſte, Schinken, Konſerven, Tee,
Kaffee, Schokolade, Kakao, Zigarren, Tabak ſehr
er=
wünſcht. Die Ablieferung erfolgt am beſten bis
Donners=
tag Abend im Alten Palais.
* Gebt Liebesgaben für die Gardedragoner.
Nachdem die Etappenbehörden in Tätigkeit getreten ſind,
werden von heute ab freiwillige Gaben für die
im Felde ſtehenden Angehörigen des Garde=Dragoner=
Regiments Nr. 23 dankbar entgegengenommen bei der
Erſatz=Eskadron des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23.
Die Abnahmeſtelle auf Stube 69 der Garde=
Dragoner=Kaſerne in Darmſtadt, Marienplatz Nr. 1, iſt
täglich zwiſchen 11 und 12 Uhr geöffnet. Von außerhalb
werden die Liebesgaben mittelſt Poſtpaket erbeten.
Erwünſcht ſind warme Unterkleider, beſonders Jacken
und Weſten, Strümpfe, Zigarren, Tabak und ſolche
Lebensmittel, die dem Verderb nicht ausgeſetzt ſind. Bei
der obengenannten Abnahmeſtelle lönnen auch Pakete
für Angehörige des Regiments unter genauer Angabe
der Adreſſe zur Weiterbeförderung in das Feld abgeliefert
bezw. überſandt werden.
* Der Allgemeine Deutſche Sprachverein hat dem
Roten Kreuze 10000 Mark überwieſen; davon ſollen
in Oeſterreich, wo der Verein 25 Ortsgruppen hat,
2000 Mark verwandt werden. Das mit dem Kriege
erwachte Streben, in die deutſche Rede keine unnützen
franzöſiſchen und engliſchen Wörter einzumengen, möchte
der Sprachverein durch ſachgemäße Beratung fördern.
Koſtenloſe Auskunft erteilt gern auch der hieſige
Zweig=
verein (1. Vorſitzender: Profeſſor Dr. A. E. Berger,
Wilhelmſtraße 16).
* Geſchäftsjubiläum. Der Graveur Weyrauch,
Heidelberger Straße 124, kann heute auf das 50jährige
Beſtehen ſeines Geſchäftes zurückblicken.
* Der Unfug der Kettengebete. Wienaus
ver=
ſchiedenen Mitteilungen aus unſerem Leſerkreiſe
hervor=
geht, graſſiert jetzt wieder der Unfug der Kettengebete.
Schon das gräßliche Deutſch, das dieſe Machwerke
ver=
breiten, ſollte jeden davon abhalten, ſich an dem Unfug
zu beteiligen und dadurch der Verſchandelung unſerer
guten deutſchen Mutterſprache ſich mitſchuldig zu machen.
Das Porto, das überdies der Poſt dadurch zugeführt
wird, ſoll man zur Unterſtützung der Angehörigen der
ins Feld gezogenen Mannſchaften oder dem Roten Kreuz
ſtiften.
R Patronen im Schutt. Unter Hinweis auf unſere
geſtrige Warnung wurden uns geſtern fünf
unent=
ladene Patronen gezeigt, die Kinder unter dem
Schutt gefunden haben, der auf einem Wagen aus der
Kaſerne abgeholt worden iſt. Der Wagen war auf der
Straße eine Zeitlang ſtehen gelaſſen worden. Darum
nochmals Vorſicht!
* Die einzige Ueberlebende von dem Hofheimer
Mordanfall, die 20 jährige Anna Back, iſt nunmehr
aus dem Krankenhauſe entlaſſen worden und befindet
ſich zu ihrer weiteren Erholung in Privatpflege. Sie iſt
ſoweit wieder hergeſtellt, ſoll ſich aber nach weiterer
Stärkung ihres Körpers einer an ſich nicht gefährlichen
weiteren Kopfoperation unterziehen.
* Verwundete in Mainzer Lazaretten. Inf.=Regt.
Nr. 115: Gardiſt Bernh. Rauch, 3. Komp. Inf.=Regt.
Nr. 116: Horniſt Johann Löffler, 11. Komp.; Musk. d. L.
Karl Rühl, 1. Komp. Inf.=Regt. Nr. 117: Musk. d. R.
Johann Marbeck, 1. Komp.; Musk. d. R. Mathias Müller,
2. Komp.; Leutn. Max Simmermann, 2. Komp.; Hauptm.
Felix Wichert, 11. Komp. Inf.=Regt. Nr. 118: Musk.
Wilh. Uſinger, 2. Komp. Drag.=Regt. Nr. 24: Drag.
Jo=
hann Ebert, 5. Esk.
Vaterländiſche Feierſtunde.
C Zu der geſtern abend aus Anlaß des Weltkrieges
in dem Feſtſaal der Turngemeinde Darmſtadt
veranſtal=
teten patriotiſch=vaterländiſchen
Feier=
ſtunde hatte ſich eine zahlreiche Gemeinde aus allen
Kreiſen der Bürgerſchaft Darmſtadts eingefunden, die
den großen Raum und die Galerien bis auf den letzten
Platz füllte. Die Verſammlung nahm einen erhebenden
Verlauf. Auch J. K. H. die Großerzogin mit hohen
Verwandten ſowie die Mitglieder des Großh.
Staatsmini=
ſteriums, an der Spitze die Herren Finanzminiſter Dr.
Braun und Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach nahmen an dieſer ernſten Feier teil.
Einge=
leitet wurde der Abend mit Th. Körners prächtig
ge=
ſungenem Schlachtlied: „Vater, ich rufe Dich” durch den
Chor des Großh. Hoftheaters, dem reicher Beifall zuteil
wurde. Als Redner der Feierſtunde ſprach Seine
Magnifizenz der Rektor der Landesuniverſität Gießen
Profeſſor Dr. Eck mit erhebender Beredſamkeit und
Be=
geiſterung über den dem deutſchen Volke aufgezwungenen
Völkerkampf, das ihn in heldenhafter Begeiſterung für des
Vaterlandes Größe und Ruhm und des Volkes Freiheit
und Ehre und ſeiner Kultur mit Gottes Hilfe ſiiegreich
zu Ende führen wird.
In glänzender Rede ſchilderte er ferner die großen
Momente von Deutſchlands Erhebung nach der
Kriegs=
erklärung an Rußland und Frankreich. In Deutſchland
kennt man nur noch den einen Gedanken „Vaterland” für
den Alle, ob Prinz oder Arbeiter, auf dem Schlachtfeld
kämpfen und ſterben. Kein Gegenſatz von Kapital und
Arbeit, von Hoch und Niedrig, kein Gegenſatz irgend
wel=
cher Art trennt mehr das Volk. Nur noch eine
vollkom=
mene Einheit bildet das deutſche Reich. Wie hatte man
früher mit Blut und Eiſen ſich mühen müſſen, um dieſes
Ideal zu erreichen, das heute mit einem Schlag alle
Deut=
ſchen beſeelt: Vaterland! Begeiſtert gedachte der Redner
unſeres Verbündeten, Oeſterreichs, das mit uns Schulter
an Schulter für Deutſchtum, Sittlichkeit und Moral
kämpft. Ein Volk, dem der moraliſche Gedanke ſo in Mark
und Bein ſteckt, hat auch das Recht, der Kulturträger zu
ſein. Sittliches Pflichtgefühl, Gottesglaube und Kultur,
danach hat das deutſche Volk immer gelebt. Solange
dieſes zuſammengehört auf deutſcher Erde, kann
Deutſch=
land nicht untergehen. Mit einem warmen Appell an
die Verſammlung, für dieſe hohen Volksideale ſtets
ein=
zutreten, ſchloß der Redner ſeinen von hoher Begeiſterung
getragenen und mit rauſchendem Beifall ausgezeichneten
Vortrag. Mit dem Schlußgeſang „Deutſchland,
Deutſch=
land über alles” wurde die ernſte und erhebende Feier
um 9 Uhr geſchloſſen.
-h- Auerbach, 14. Sept. (Sanitätsdienſt.)
Geſtern nachmittag traf wieder eine größere Anzahl
Ver=
wundeter hier ein. Diejenigen, die nicht zu Fuß in die
Lazarette gelangen konnten, wurden von der
Sanitäts=
mannſchaft getragen oder in Autos und Wagen dahin
gefahren. Eine Anzahl wurde in das Ernſt=Ludwig=
Seminar nach Bensheim in eigens dazu hergerichteten
Wagen verbracht. Die Gaſthöfe „Zur Krone” und „Zur
Bergſtraße” ſind bereits voll belegt und im Schulhaus
ten deutſchen Streitmacht beiwohnen. Die
Gleichförmig=
keit wird nur zuweilen vom Ton der Pfeifen und
Trom=
meln und von dem Geſang patriotiſcher Lieder, die einige
Kompagnien anſtimmen, unterbrochen. Die Ausrüſtung
iſt glänzend. Alle ſcheinen neu eingekleidet zu ſein; das
Lederzeug iſt blendend neu. Etwas, was die Bewunderung
aller erweckt, iſt die Einfachheit, faſt möchte ich ſagen
Ele=
ganz, der Feldküchen. Der Tag iſt ſchon zu Ende
gegan=
gen, und der Einmarſch dauert immer noch an. Es iſt,
als ob dieſe ſtarren Krieger, die in dem Halbſchatten des
ſinkenden Abends nun wirklich alle von Eiſen zu ſein
ſcheinen, wie durch Zauber aus der Erde hervorwachſen.
Wir gehen zum Speiſen, wir kehren zurück, und über die
Reihen der unermüdlichen Neugierigen ſehen wir immer
noch in dem bleichen Licht der Laternen die Häupter und
Fähnchen der Ulanen und Huſaren. So geht es ganze
Tage nacheinander; es heißt, daß über 600000 Mann durch
Brüſſel marſchiert ſeien.
Höchſt überraſcht war er, als er in den
deut=
ſchen Städten die lebhafte Bewegung und den
Han=
del ſieht, während in Paris ſchon beim Beginn des
Krie=
ges alle Geſchäfte geſchloſſen waren. „Und welches
krie=
geriſche Feuer, welche Freude in den Augen aller, bis zu
den Knaben und den alten Müttern, bei den Nachrichten
von neuen Siegen, die die Extrablätter der Zeitungen
bringen! Alles ſieht aus wie bei einem Feſt. Die Toten
zählen nicht, wichtig iſt nur, daß der Feind weicht; den
Einzug in Paris hält man für nahe bevorſtehend und die
Angſt vor den Ruſſen iſt nach dem Siege von Ortelsburg
verſchwunden. Nur auf den Feldern fehlt es an Arbei
tern. Ueberall ſieht man nur Soldaten, obwohl ſchon ſo
ungeheure Maſſen im Felde ſtehen müſſen. Der
Ita=
liener ſieht die jugendlichen Mannſchaften, die als Frei=
willige ins Heer eingetreten ſind, er ſieht die alten
Män=
ner, die die Brücken und Tunnels bewachen. „Und nichts
konnte einen tieferen Eindruck machen, als in der Nacht
dieſe Poſten, die wie Veteranen ausſehen, an dem
ein=
ſamen Rheinufer zu beobachten, wie ſie, das Gewehr in
der Fauſt, im Scheine des Vollmondes ſich von dem
wun=
derbaren Hintergrund abheben. . .
C.K. Das Heer ohne Fahnen. Eine Genugtuung
werden unſere braven Soldaten in dieſem Kriege nicht
erleben können: Eine Fahne werden ſie von dem geliebten
engliſchen Vetter nicht erobern, aus dem einfachen
Grunde, weil er keine mit hat! In der Tat gilt ſeit etwa
30 Jahren im engliſchen Heere auch in dieſer Hinſicht die
Vorſicht als der beſſere Teil der Tapferkeit. Es hat wohl
Fahnen, aber es zeigt ſie nur noch bei Paraden und in
Manövern, während es ſie vom Schlachtfelde ſorgfältig
fernhält. Der Herzog von Cambridge war es, wie das
Journal des Débats erzählt, der in ſeiner Eigenſchaft als
Oberſtkommandierender im Jahre 1882 dieſe Anordnung
traf. Aber ſchon früher hatten einige engliſche
Regimen=
ter bei gewiſſen gefahrvollen Unternehmungen in Indien
die Ehre der Fahne auf die einfachſte Weiſe zu ſichern
ge=
ſucht, indem ſie ſie in der Kaſerne zurückließen. Eine
die=
ſer Expeditionen ohne Fahne nach Afghaniſtan wurde von
Sir Frederick Roberts, dem ſpäteren Führer im
Buren=
kriege, befehligt. Gegen die bedenkliche Benutzung der
Fahnen im Felde wurde von den praktiſchen Engländern in
erſter Linie geltend gemacht, daß die Kämpfer immer ihr
Feuer auf die Fahne des Feindes konzentrieren und daß
ganze Regimenter zur Verteidigung ihres Ehrenzeichens
mehr als die ſtrategiſche Lage es erfordert, gelegentlich
die ſchwerſten Verluſte erdulden. Das Opfer an
Men=
ſchenleben ſtünde in ſolchen Fällen gar nicht mehr im Ver=
hältnis zu der anfeuernden Wirkung, die die ſichtbare
Fahne auf den Mut der Soldaten ausübt. So haben auch
engliſche Fahnen manchmal auf recht traurige Art ihre
Laufbahn beendet. Wie das genannte franzöſiſche Blatt
verſichert, hat die Fahne eines Regiments, die drei Jahre
lang während der berühmten Belagerung in Gibraltar
ſtolz im Winde wehte, ſchließlich als — Sofaüberzug im
Hauſe eines Kaufmanns ihr Daſein unrühmlich
be=
ſchloſſen. Und eine andere Fahne, die ein Regiment unter
dem Befehl Wellingtons geführt hatte, wurde vor etwa
zehn Jahren im Laden eines Lumpenſammlers
aufge=
funden!
K. Vom ſchlimmen Rößle. Das Pech, das Herrn
Poincaré und ſeine Spießgeſellen ſo hartnäckig verfolgt,
erinnert an den Bauern und ſein Rößle. Der war in die
Stadt gegangen zum Veterinär, daß der ihm ein Mittel
gebe gegen die Maulfäule von ſeinem Rößle, das ſchier
nicht mehr freſſen wollte. Der gab ihm ein Pulver und
ein Röhrle, in das ſolle er das Pulver füllen; dann ſolle
er das eine Ende davon dem Rößle in ſein Maul ſtecken
und am anderen hineinblaſen. Dann werde das Pulver
dahin fliegen, wo die Krankheit ſitze und es werde ſchon
bald Beſſerung verſpüren. Nach ein paar Tagen kam der
Bauer wieder, aber mit ganz verſchwollenen Lippen und
Naſe, daß er ſchier nicht aus den Augen ſehen konnte. „Ei,
um Gottes willen, was iſt denn gepaſſiert?” ſagte der
Dok=
tor. „Das kommt allein von Eurem verflixten Pulver”
ſagte der Bauer. „Ei wo, wie habt Ihrs denn gemacht?”
„Gerade ſo, wie Ihr mir geſagt. Erſt habe ich das Pulver
ins Röhrle getan, dann habe ich das Röhrle, dem =Rößle
ins Maul geſteckt. Wie ich aber grad hab blaſen wollen,
da hat das Rößle zuerſt geblaſen, und davon kommt das
alles.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. September 1914.
Nummer 255.
ſind auch ſchon viele Verwundete untergebracht. Eifrig iſt
man mit der ſanitären Einrichtung der Gebäude am
Für=
ſtenlager beſchäftigt. In den letzten Tagen ſind wieder 35
Geheilte’zu ihren Truppenteilen von hier abgereiſt.
Beerfelden, 14. Sept. (Rotes Kreuz.) Geſtern
nachmittag hielt der hieſige Zweigverein vom Roten Kreuz
eine außerordentliche Hauptverſammlung ab, die
zunächſt die Vorſtandswahl vornahm. Der Vorſtand
be=
ſteht aus folgenden Herren: 1. Vorſitzender Oberpfarrer
Wahl, 2. Vorſitzender Fabrikant K. O. Willenbücher,
Rech=
ner und Schriftführer Lehrer Lang, weiteres
Vorſtands=
mitglied Buchdruckereibeſitzer Reis. Die Rechnung
prüf=
ten die Herren Dr. Keyſſer und Rektor Opel. — Die
Damen, die an drei von Herrn Dr. Keyſſer geleiteten
Sa=
nitätskurſen teilgenommen hatten, ſammelten unter ſich
und ſtellten dem Kurſusleiter aus Dankbarkeit 30 Mark zur
Verfügung, die Herr Dr. Keyſſer dem Rechner des Zweig
vereins zur Verwendung für das Rote Kreuz einhändigte.
— (Einbruch oder Zerſtörungswut.) Letzte
Nacht wurde in einer hieſigen Wirtſchaft und Metzgerei
eingebrochen. Heute früh fand man angebiſſene und
zer=
ſchnittene Wurſtreſte und mit den Füßen bearbeitete
Zigarren; die beſte Sorte fehlte.
sd. Bürſtadt, 15. Sept. (Meſſerheld.) In einer
der letzten Nächte hat der 20jährige Arbeiter Joſeph
Bregenzer von hier auf der hieſigen Hauptſtraße ohne
jede Urſache dem Johann Friedrich Hartmann, Franz
Ofenloch und Heinrich Künſtler von hier eine ganze
An=
zahl Stiche in Rücken und Geſicht beigebracht. Künſtler
und Ofenloch ſind lebensgefährlich verletzt,
während die Verletzung des Hartmann bald geheilt ſein
kann. Es wurde dem Täter gleich eine Anzahl
Prügel verabreicht. Als er morgens aus dem
Haft=
lokal entlaſſen wurde, wollte er ſich auf nichts mehr
erinnern. Glücklicherweiſe iſt eine große Anzahl
Zeugen da.
Gießen, 15. Sept. (Von unſern Verwundeten)
ſind am Samstag 30 Mann als geheilt und gekräftig:
wieder ins Feld gerückt. — Die Großh.
Provinzial=
direktion hat ſich an das ſtellvertretende Kommando des
18. Armeekorps mit der Anfrage gewendet, ob es nicht
zu ermöglichen wäre, daß einige erbeutete Geſchütze
nach Gießen kämen. Wie dem Gießener Anzeiger
mit=
geteilt wird, iſt hierauf vom Generalkommando die
Nachricht eingegangen, daß dem patriotiſchen Wunſche
um Aufſtellung von ſolchen Geſchützen in Gießen zur
Zeit leider noch nicht entſprochen werden könne, da bisher
auch in Frankfurt noch keine feindlichen Geſchütze
ange=
kommen wären. Der Wunſch werde aber Berückſichtigung
finden, ſobald erbeutete Geſchütze verfügbar ſeien.
Reich und Ausland.
Pforzheim, 15. Sept. Der Prokuriſt Philipp, der
langjährige Buchhaltungsvorſteher des Bankvereins, iſt
verhaftet worden.
London, 15. Sept. Asquith hat im Unterhauſe
erklärt, daß die Regierung beabſichtigte, zur Beratung
der Homerule=Bill und der Bill betreffend die
Trennung der Kirche vom Staat in Wales zu
ſchreiten; ſie werde aber einen Geſetzentwurf vorlegen,
um die Ausführung dieſer Maßnahmen für zwölf
Mo=
nate, oder wenn der Krieg länger dauere, für länger
hin=
auszuſchieben.
Im Oberhauſe bemerkte der Geheime
Lordſiegel=
bewahrer Marquis Crew zu der Erklärung Asquiths,
die Homerule=Bill würde nicht früher in Wirkſamkeit
ge=
ſetzt werden, bevor nicht die von der Regierung
einge=
brachte Abänderungsbill erledigt worden ſei.
Landwirtſchaftliches.
H. Frankfurt a. M., 15. Sept. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt herrſchte ein reger Verkehr
und es wurden ganz bedeutende Abſchüſſe gemacht.
Land=
weizen war reichlich vorhanden; aber es beſtand auch
grö=
ßere Kaufluſt, wobei die Preiſe etwas anziehen konnten.
Auch Landroggen ziemlich belebt, jedoch unverändert
ge=
genüber der Vorwoche. Ausländiſches Getreide iſt faſt
nicht mehr vorhanden und die kleinen Vorräte wurden
teilweiſe zu höheren Preiſen abgenommen. Neue
Brau=
gerſte ruhiger; hingegen neuer Hafer ſtärker gefragt und
feſt. An der Berliner Produktenbörſe war
Ge=
treide feſt, da das Angebot von kleinerem Umfang war
und die Zufuhren geringer ſind. Die Mattigkeit der
amerikaniſchen Märkte blieb ohne Eindruck. Neuer Hafer
und Mais wurden etwa 3 Mark höher bezahlt; das
ſon=
ſtige Getreide, wie Weizen, Roggen, und Gerſte, bedang
unveränderte Preiſe.
Hier notieren die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen: hieſiger und Wetterauer 24,85—25,50,
kurheſſi=
ſcher 24,90—25,50, ausländiſcher 30,—. Roggen:
hieſi=
ger und Pfälzer 21,25—21,75, Gerſte: hieſige und
Pfäl=
zer 21,25—21,50. Hafer: hieſiger 23—23,50, Mais 26,50,
Weizenſchalen 13—13,50, Weizenkleie 13—13,50,
Rapsku=
chen 13,50, Weizenmehl Baſis 0 ab Mühle 39 Mk.,
Rog=
genmehl, Baſis 01 ab Mühle 32—32,50 Mk.
— Frankfurt a. M., 14. Sept. (Viehmarkt.)
Auftrieb: 1336 Rinder, 398 Ochſen, 74 Bullen, 864 Kühe,
472 Kälber, 103 Schafe, 2554 Schweine. Geſchäft: Rinder
langſam, Schweine mäßiger Handel, bleibt unbedeutender
Ueberſtand. Bezahlt wurden: Ochſen: a) 52—56, 94 bis
98; b) 45—49, 85—90; c) 41—44, 75—81. Bullen:
a) 47—50, 78—84; b) 40—44, 70—76. Kühe: a) 44—48,
82—86; b) 40—45, 74—84; c) 39—43, 75—83; d) 36—40
67—74; e) 30—35, 60—70; k) 24—28, 55—64. Kälber:
a)—
; b) 50—52, 83,86; c) 44—48, 75—81
d) 40—44, 68—75. Schafe: 44,— 96,—. Schweine:
a) 45—48, 58—60; b) 45—47, 57—59; c) 46—48, 58—60;
d) 46—48, 58—60.
Vermiſchtes.
Kriegsfürſorge. 75
Waggonladun=
gen Mineralbrunnen und 50000 Stück
Seife für unſere Krieger. Eine hochherzige
Kriegsſpende iſt von der Altbuchhorſter Brunnen= und
Kurverwaltung in Altbuchhorſt bei Berlin=Erkner gemacht
worden. Die Verwaltung ſtellte ſofort bei Kriegsbeginn
25000 Flaſchen Altbuchhorſter Mark=Sprudel dem
Kriegsminiſterium und Reichsmarineamt für die Pflege
Verwundeter zur Verfügung. Inzwiſchen hat die
Ver=
waltung im Einverſtändis mit der Medizinalabteilung
des Kriegsminiſteriums ihre Spende um mehr als das
Zehnfache ohne jede Gegenforderung erhöht. Die
ge=
nannte Brunnenverwaltung hat ſich weiter bereit erklärt,
für die Jahre 1914—1918 je 54000 Flaſchen Altbuchhorſter
Mark=Sprudel, alſo insgeſamt 270000 Flaſchen in 75
Waggonladungen, zu ſtiften und außerdem in jedem
die=
ſer Jahre 10000 Stück der aus den alkaliſchen
Quellen=
niederſchlägen des Altbruchhorſter Mark=Sprudels
gewon=
nenen Zuckers Patent=Medizinal=Seife.
Der Rittmeiſter d. L. a. D. Herr v. Wülfing, der
Inhaber der Sanatogenwerke Bauer u. Cie., Berlin, hat
der Heeresverwaltung und dem Roten Kreuz für 160000
Mark Sanatogen als Kräftigungsmittel für die
ver=
wundeten und geneſenden Krieger zur Verfügung geſtellt.
Die Firma C. H. Knorr A.=G., Heilbronn am
Neckar, welche ſchon dem Roten Kreuz ihres engeren
hei=
matlichen Kreiſes reichliche Unterſtützungen zuteil
wer=
den ließ, hat der Zentral=Verwaltung des Roten Kreuzes
in Berlin eine Million Knorr=
Bouillonwür=
fel unentgeltlich zur Verfügung geſtellt.
Literariſches.
— Weſtlicher Kriegsſchauplatz 1914.
Wie=
dergabe der franzöſiſchen Generalſtabskarte in 16 Blättern
im Maßſtabe 1:200000 (Format des Blattes 40X60
Zentimeter). Verlag Hubert Köhler, Kunſtanſtalt,
Mün=
chen, Blütenſtraße 11 und 13. Preis pro Blatt 1 Mk. Zu
haben in allen einſchlägigen Buch= und Landkarten=
Hand=
lungen.
Noch keine Entſcheidung
im Weſten.
* Großes Hauptquartier, 15. Sept.,
abends. (Amtlich.) Der auf demrechten
Flügel des Weſtheeres ſeit zwe
Tagen ſtattfindende Kampf hat ſich
heute auf die nach Oſten anſchließenden
Armeen bis nach Verdun hinüber
ausgedehnt.
An einigen Stellen des ausgedehnten
Kampffeldes waren bisher Teilerfolge
der deutſchen Waffen zu verzeichnen.
Im übrigen ſteht die Schlacht noch.
Auf dem öſtlichen
Kriegsſchau=
platz ordnet ſich die Armee v.
Hinden=
burg nach abgeſchloſſener
Verfol=
gung.
In Oberſchleſien verbreitete
Gerüchte über drohende Gefahr
(W. T. B.)
ſind nicht begründet.
Italien und Deutſchland.
* Kopenhagen, 15. Sept. Politiken bringt ein
Interview mit dem hieſigen italieniſchen
Ge=
ſandten, in dem dieſer erklärte, es ſei der lebhafteſte
Wunſch des italieniſchen Volkes, außerhalb der
kriege=
riſchen Begebniſſe zu bleiben. Dieſer Wunſch würde in
Deutſchland verſtanden, wo man Italien mit genau
dem=
ſelben Wohlwollen betrachte, wie vor dem Kriegsausbruch.
Es ſei nicht richtig, daß die Italiener unfreundlich in
Deutſchland behandelt würden, das Gegenteil ſei der Fall.
Der Krieg in den Kolonien.
* Ueber die Vorgänge in den Kolonien ſind wir leider
nur durch engliſche Blätter unterrichtet, da die
Verbin=
dungen mit unſeren Kolonien ſämtlich unterbrochen ſind.
Trotzdem kann man aus den uns durchaus nicht
freund=
lich geſinnten engliſchen Berichten erſehen, daß unſere
Schutztruppen in Deutſchſüdweſt= und Deutſchſüdoſt=Afrika
von einem erfreulichen Angriffsgeiſt beſeelt ſind. Große
Erfolge werden ſie ja, abgeſchnitten vom Mutterlande,
kaum erringen können, abee je ſchneller ſie den engliſchen
Angriffsplänen zuvorkommen, umſo beſſer iſt jedenfalls
ihre Lage. Die Engländer werden vielleicht ſchon
ein=
geſehen haben, welchen Fehler ſie begingen, als ſie den
Krieg in die afrikaniſchen Kolonien trugen. Aus
eng=
liſcher Quelle liegen heute folgende Berichte vor:
* Berlin, 15. Sept. Nach einer unbeſtätigten
Mel=
dung des Reuter=Bureaus aus Livingſtonia vom
14. September iſt eine Abteilung deutſch=
oſt=
afrikaniſcher Schutztruppen am 5. September
in Nordrhodeſia eingefallen und hat bei der
Niederlaſſung Abercorn einen Angriff der inzwiſchen
ein=
getroffenen engliſchen Truppen zurückgeſchlagen.
Am 6. September wurde wieder geſchoſſen, ohne daß ein
regulärer Angriff erfolgte. Am 9. September eröffneten
die Deutſchen ein Feuer mit leichten Feldgeſchützen, das
mit Maſchinengeſchützen zum Schweigen gebracht wurde.
Die Deutſchen verließen ihre Stellungen und befinden ſich
15 Meilen von Abercorn. Der Feind wurde mit 90 Mann
und einem Maſchinengewehr verfolgt.
Am 12. September brach ein Kampf an der Grenze
von Deutſch=Oſtafrika und Britiſch=Njaſſaland aus. Eine
deutſche Abteilung überſchritt die Grenze bei Mohorn,
beſetzte Karungu und rückte gegen Kiſiki vor. Eine andere
deutſche Abteilung iſt nach Teafavo zu Fuß vorgerückt und
hatte mit Truppen aus Bucha und Mlota-Andei ein
Ge=
fecht. Einzelheiten ſind noch nicht gemeldet.
In Nairobi eingetroffene verwundete engliſche
Sol=
daten berichten, daß die Engländer unter dem gefährlichen
Feuer der deutſchen Maſchinengewehre geſtanden und
einen Bajonettangriff gemacht hätten, um die
Maſchinen=
gewehre zu nehmen. Der Angriff ſei jedoch mißglückt.
* Blantyre (Njaſſa=Land), 11. Sept. (W. T. B.
Nichtamtlich.) Meldung des Reuterſchen Bureaus: Der
Regierungsdampfer „Gwendolen” beſchoß am 8. September
Langenburg und landete dort eine Abteilung. Der Ort
wurde überraſcht; es wurde kein Widerſtand geleiſtet.
Die Kreditnot im Handelsgewerbe.
* Berlin, 15. Sept. Zahlreichen mittleren und
kleineren Exiſtenzen im Handelsgewerbe drohen
infolge des Krieges ſchwere wirtſchaftliche Schäden; auch
hier wird die Notlage durch die Kreditnot verſchärft.
Soweit nicht die Kriegskreditbank oder die
Darlehens=
kaſſen des Reiches oder etwaige von einzelnen Gemeinden
eingeleiteten Sondermaßnahmen dem berechtigten
Kredit=
bedürfnis dieſer Gewerbetreibenden Rechnung tragen,
wird auf dem Wege der Selbſthilfe durch
genoſſen=
ſchaftlichen Zuſammenſchluß und unter Ausnutzung des
Kredits der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe in
ähnlicher Weiſe geholfen werden müſſen, wie dies für die
Kreiſe des Handwerks ſeinerzeit auch der in den
Tages=
zeitungen veröffentlichte Erlaß des Handelsminiſters vom
18. Auguſt anregte . In Groß=Berlin ſollen die
Vor=
arbeiten unverzüglich aufgenommen werden, ſo daß auf
baldige Linderung der Schwierigkeiten gehofft werden darf.
Der Krieg zur See.
* London, 15. Sept. Die Times ſchreibt in einem
Leitartikel vom 12. September: Admiral Jellicoe
leiſtet dem britiſchen Reich einen unvergleichlichen Dienſta
indem er die deutſche Flotte von der Hochſeel
fernhält. Eine große Seeſchlacht zwiſchen der
eng=
liſchen und der deutſchen Flotte könnte genau die Lagel
herbeiführen, welche die Einleitung des deutſchen
Flotten=
geſetzes vom Jahre 1900 ſkizzierte. Wir würden ſiegen,
aber der Preis könnte ſo hoch ſein, daß wir lange Zeitt
aufhören würden, die größte Seemacht zu ſein.”
* Berlin, 15. Sept. Die B. Z. meldet: Von den
191 Mann der Beſatzung des kleinen Kreuzers
„Hela” wurden 172 gerettet und zwar von
deut=
ſchen Schiffen. Von dem engliſchen Kreuzer „
Pathfin=
der” gingen 270 Mann verloren.
Die Koſakengreuel in Oſtpreußen.
* Berlin, 15. Sept. Auch für den
Regierungs=
bezirk Königsberg iſt nunmehr eine Kommiſſion zur
Feſtſtellung des völkerrechtswidrigen Auftres
tens der Ruſſen eingeſetzt worden, wie ſie bereits für
die Regierungsbezirke Allenſtein und Gumbinnen beſteht,
Die Leitung der Kommiſſion und die Berufung von
Mit=
gliedern iſt dem Regierungspräſidenten von Königsberg
übertragen. An dieſe Kommiſſion werden baldigſt alle
Mitteilungen über Grauſamkeiten und Verwüſtungen, die
im Regierungsbezirk Königsberg vorgekommen ſind, zu
richten ſein.
Franzöſiſche Verdrehungskünſte.
* Berlin, 15. Sept. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt;
Meldungen beſagen, daß der Präſident Poincaré in
einem Telegramm an den Präſidenten Wilſon die
Be=
hauptung gewagt habe, die Deutſchen hätten in großem
Umfang Dum=Dum=Geſchoſſe verwendet. Solche
verleum=
deriſche Behauptungen können die in dem Telegramm
unſeres Kaiſers an den Präſidenten Wilſon enthaltenen
Feſtſtellungen nicht entkräften. Für ſeine Behauptungen
wird Poincaré den Beweis ſchuldig bleiben. Deutſchland
hat der Preſſe des neutralen Auslandes den Beweis für
ſeine Behauptungen erbracht, indem es bei franzöſiſchen
Soldaten gefundene und in einer franzöſiſchen Feſtung
beſchlagnahmte Dum=Dum=Geſchoſſe zur Verfügung ſtellten
Dagegen hilft keine Lüge.
Die Franzoſen als Barbaren.
* Straßburg i. E., 15. Sept. Im Metzer Krang
enhaus gaben die Landwehrleute Chriſtofle,
Gefrei=
ter Hain und Bruno Lehmann zu Protokoll, daß
ge=
gen Abend des 25. Auguſt franzöſiſche Soldaten in ein
Feldlazarett eingedrungen ſeien und den Stabsarzt
niedergeſtochen hätten. Viele Verwundete, die mit Hilfe
des Sanitätsperſonals zu entfliehen verſuchten, wurden
von den Franzoſen verfolgt und niedergeſchoſſen, und die
Sanitätsmannſchaft wurde niedergemacht. Das Lazarett
ging in Flammen auf.
Verbot italieniſcher Zeitungen in Frankreich,
* Rom, 15. Sept. Die Zulaſſung italieniſcher
Zeitungen in Frankreich iſt jetzt allgemein
verboten. Ausgenommen von dem Verbot bleiben
ſhe=
zeichnenderweiſe der Meſſaggero in Rom und der Sechlo
in Mailand.
Die Vereinigung der öſterreichiſchen
Streitkräfte.
* Wien, 15. Sept. Der Kriegsberichterſtatter der
Zeit ſchreibt: Der Anmarſch unſerer Truppen in neue
Stellungen iſt in vollſtändiger Ruhe und ohne Bedrohung
durch den ſtark erſchöpften Gegner erfolgt. Die Truppen
ſind von dem Bewußtſein durchdrungen, einen Erfolg
errungen zu haben, da ſie 80 dem Feind abgenommene
Geſchütze und über 10000 Gefangene mit ſich führen. Die
neuen Stellungen ſind bereits beſetzt worden. Der Geiſt
der Truppen iſt trotz des ſchlechten Wetters vorzüglich. Die
Armeen Dankl und Auffenberg haben ſich
mit der Hauptarmee vereinigt.
Die Rekonſtruktion Europas.
* London, 15. Sept. In der Rede des
Marine=
miniſters Churchill, die er am 11. September in einer
großen Verſammlung im Londoner Oberhaus hielt, hat
er die Einigkeit der engliſchen Parteien betont.
England=
müſſe am Ende des gegenwärtigen Krieges das große und
geſunde Prinzip für das politiſche Syſtem Europas
erſtreben. Bei der Rekonſtruktion Europas, die
auf den Krieg folgen würde, ſollten die
unterworfe=
nen Völker befreit und die nationalen Wünſche der
nterdrückten Bevölkerungen berückſichtigt werden.
* Rotterdam, 15. Sept. Zu der Aeußerung
Chur=
chills, bei der Rekonſtruktion Europas, die auf den Krieg
folgen würde, ſollten die unterworfenen Völker
befreit werden, bemerkt der Nieuwe Rotterdamſche
Courant, was wohl Rußland zu der Befreiung Ruſſiſch=
Polens und Finnlands und England zur Befreiung
Aegyptens ſagen würden. (Die Rekonſtruktion Europas
nach dem Kriege wird ſchon erfolgen, aber vorausſichtlich
werden die Herren Engländer dabei nicht der leitende,
ſondern der leidende Teil ſein.)
Die Geiſter, die ich rief . . .
* Amſterdam, 15. Sept. Das angeſehene Algemeen
Handelsblad gibt, der Frkf. Ztg. zufolge, folgendes als
offizielles Communiqué der deutſchen Geſandtſchaft im
Haag bekannt: Die deutſche Geſandtſchaft in Peking
teilt amtlich mit: „Japan beſtätigte offiziell der
chineſi=
ſchen Regierung den Ausbruch einer Revolution
in Indien. Japan, durch England um militäriſchen
Bei=
ſtand gegen Indien erſucht, hat Hilfe zugeſagt, aber unter
ſchweren Bedingungen: freie Einwanderung in
die britiſchen Beſitzungen am Stillen Ozean, eine Anleihe
von 200 Millionen Dollar und freie Hand in China,
England hat dieſe Bedingungen angenommen.”
Die Ruſſen ſchießen auf Spitalzüge.
* Wien, 15. Sept. Auf dem Wiener Nordbahnhof iſt
ein Spitalzug eingegangen, der von Rawaruska am
12. September abgefahren iſt und von ſechs Geſchützen
einer ruſſiſchen Batterie aus 1000 Meter Entfernung be=
Nummer 255.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. September 1914.
Seite 5.
lſchoſſen worden iſt. Die letzten Wagen zeigen
deut=
liche Spuren der Beſchießung. Eine Granate hat einen
Wagen durchſchlagen. In dem Zuge befanden ſich auch
verwundete Ruſſen.
Ein zurückgewieſener Einbruch der Serben.
* Peſt, 15. Sept. Aus zuverläſſiger Quelle wird
gemeldet, daß die Serben bei ihrem Einbruch in
Syrmien vollſtändig zurückgeſchlagen wurden.
Kein bewaffneter Serbe befindet ſich auf ungariſchem
Kronland.
Verzweifelte Lage in Serbien.
* Sofia, 15. Sept. Nach Meldungen aus Niſch iſt
die innere Lage Serbiens verzweifelt. Die Serben
geben ihre Verluſte ſelbſt auf 25000 Mann an. Eine
ſchreckliche Hungersnot herrſcht im Land. Die Regierung
hat ſich mit griechiſchen Lebensmittelhändlern in
Ver=
bindung geſetzt. Trotz Eingreifens Rußlands weigert ſich
Bulgarien, die Durchfuhr der Ladungen zuzulaſſen, da
dies ſeine Neutralität verletzen würde. Alle größeren
Orte ſind mit Verwundeten überfüllt. Krankheit richte
in der Armee und der Bevölkerung großen Schaden an.
Zuſammenſtoß eines ſchwediſchen Dampfers mit
einem engliſchen Kreuzer.
* Gotenburg, 15. Sept. Der hier beheimatete
Dampfer „Tua” iſt am letzten Mittwoch früh in der
Nord=
ſee von einem engliſchen Kreuzer angerannt
worden und iſt geſunken. Nach dem Zuſammenſtoß
konnte ein Teil der Beſatzung an Bord des Kreuzers
ſpringen, 5 Leute fielen ins Waſſer, von denen drei,
dar=
unter der Kapitän, gerettet wurden, während ein
Maſchi=
niſt und ein Paſſagier ertranken.
Die ägyptiſche Frage.
* Genf, 15. Sept. Die B. Z. meldet: Das ſtändige
Komité der Jungägypter in Europa, das
ſei=
nen Sitz in Genf hat, habe an dem heutigen Gedenktage
des Einzuges der engliſchen Okkupationstruppen in
Kairo, die nach kurzer Zeit zurückzuziehen die Königin
Viktoria und Gladſtone verſprochen hatten, ein
Proteſt=
telegramm an den engliſchen
Premier=
miniſter geſandt. Sie heben darin hervor, daß die
engliſche Regierung, die über die Verletzung der
Neutrali=
tät Belgiens ſo entrüſtet ſei, diejenige Aegyptens mit
Füßer trete, das Land in den Krieg hineinzieht und zu
ſeinem Ruin beiträgt. Sie erinnern an das wiederholt
abgegebene, noch unerfüllte Verſprechen Englands, den
Aegyptern ihre Freiheit wiederzugeben.
* Berlin, 15. Sept. Wie ein hoher deutſcher
Be=
amter berichtet,fand man bei belgiſchen Franktireuren vielfach
Stockgewehre und Stockſchirmgewehre vor.
Der Behörde iſt eines der dem Feinde abgenommenen
Stockgewehre vorgelegt worden. Es iſt etwa 80
Zenti=
weter lang und kann der Schuß durch einen einfachen
Druck auf einen Knopf ausgelöſt werden. Die
heim=
tückiſche Art dieſer Waffen entſpricht durchaus dem Weſen
derer, die ſie benutzen.
* Köln, 14. Sept. Die Köln. Ztg. meldet: Nach den
Mitteilungen mehrerer in Brüſſel eingelieferter
verwun=
deter Offiziere iſt in Frankreich nun auch Oberſt von
Reuter der frühere Kommandeur des 99. Infanterie=
Regiments in Zabern, an der Spitze des Grenadier=
Regi=
ments Nr. 12 gefallen. Er fand den Heldentod als
Kom=
mandeur desſelben Regiments, an deſſen Spitze auch ſein
Vater 1870 fiel.
* Wien, 15. Sept. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet: Nach einer Meldung aus Niſch iſt der König
neuerlich erkrankt und iſt bettlägerig. Er leidet an
ſchmerzhafter Gicht und Schwellungen der Beine.
* Mailand, 15. Sept. Nach dem Journal wäre
der franzöſiſche Generalſtabschef Joffre in den letzten
Tagen beinahe von deutſchen Granaten getroffen worden.
Er wurde nur durch die Geiſtesgegenwart des Chauffeurs
gerettet, der mit ſeinem Automobil mit der größten
Ge=
ſchwindigkeit davongefahren iſt.
* Haag, 15. Sept. Die Königin eröffnete heute
mittag die Seſſion der Generalſtaaten mit einer
Thronrede, in der feſtgeſtellt wird, daß das friedliche
Verhalten zu allen Mächten ſortdauere. Die Neutralität
Hollands ſei bis jetzt noch in keiner Weiſe verletzt worden.
Weiter wird in der Thronrede der Befriedigung über die
raſche und tadelloſe Mobiliſierung der Armee und der
Flotte Ausdruck verliehen.
* Kopenhagen, 14. Sept. Im National Tidende
ſchreibt einer der angeſehenſten däniſchen politiſchen
Jour=
naliſten, Dr. Beſthorn, zu der geſtrigen Mitteilung des
deutſchen Reichskanzlers: Wir in Dänemark haben nur
den Wunſch, die Neutralität und die Integrität unſeres
Landes zu bewahren. Wir ſind dem Reichskanzler
auf=
richtig dankbar für die Beſtimmtheit, mit der er erklärt,
daß es Deutſchland nicht einfalle, an der Neutralität der
ſkandinaviſchen Länder zu rühren.
* Petersburg, 15. Sept. Der Miniſterrat hat
den Finanzminiſter ermächtigt, für diejenigen Staaten, die
dem Handel und der Schiffahrt Rußlands nicht die
gün=
ſtigſten Bedingungen gewähren, die Zölle um 100
Prozent zu erhöhen. Jede dieſer Entſcheidung
entſprechende Maßregel iſt vor ihrer Inkraftſetzung dem
Miniſterrat zu unterbreiten.
Briefkaſten.
Anonyme Anfragen und Einſendungen können nicht
berückſichtigt werden.
Zum Allerhöchſten Geburtstag Ihrer
Königlichen Hoheit der Großherzogin.
Dank heſſiſcher Frauen.
Während Seine Königliche Hoheit der Großherzog
an der Seite ſeiner Truppen im Kampf für unſer
Vater=
land weilt, begeht unſere allverehrte Landesmutter, die
Großherzogin, am 17. September ihr Geburtsfeſt. Da
drängt es uns heſſiſche Frauen, dieſen Tag nicht
vor=
übergehen zu laſſen, ohne unſerer hohen Führerin, die
uns mit bewundernswertem Opferſinn in Werken der
Barmherzigkeit und Pflichttreue als ein leuchtendes
Vor=
bild deutſcher, echt weiblicher Tugend vorangeht, unſeren
aufrichtigſten und ergebenſten Dank darzubringen! Alle
unſere Glück= und Segenswünſche für unſere hohe Lan
desmutter möchten wir dahin zuſammenfaſſen: Gott
ſchütze unſeren Großherzog und laſſe ihn in nicht allzu
ferner Zeit wohlbehalten an der Spitze ſeiner treuen.
tapferen Truppen in die Heimat zurückkehren!
In dieſer ernſten und ſchreckensvollen Zeit muß uns
das ſegensreiche Wirken unſerer Landesmutter erheben
und in unſerer Tatkraft ſtärken, wir müſſen ſtolz darauſ
ſſein, unter ſolcher Leitung unſere Kräfte zu Werken der
Barmherzigkeit und Menſchenliebe zur Verfügung ſtellen
zu dürfen!
Möge der hohen. Frau Gottes Segen in reichem
Maße zuteil werden und möge ihr das Bewußtſein, ſoviel
Troſt den Verwundeten und Betrübten zu ſpenden, über
dieſe ſchwere Zeit hinweghelfen! Möchte aber auch jede
von uns Frauen beweiſen, daß ſie ihren Platz in dieſer
traurigen, aber zugleich auch erhebenden Zeit würdig
aus=
füllen kann und will!
Ich bin überzeugt, aus dem Herzen aller heſſiſchen
Frauen geſprochen zu haben.
Lilli Wolfskehl.
Verwundete und kranke Soldaten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Darmſtädter Lazarette.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm. —
B — Digkoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag,
Diens=
tag, Freitag 3—4 Uhr nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Täglich ½11—½12 Uhr vorm., 4—6 Uhr
nachm. — D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21.
Täg=
lich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Alexander=
ſtraße 27. Mitt voch, Samstag und Sonntag 2—4 Uhr nachm.
F — Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
4—5 Uhr nachm. — G — Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. — H — Marienhöhe (Geneſungsheim).
— I — Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. — K — Städtiſches Krankenhaus, Grafenſtraße 1. Werktäglich
2—3½ Uhr nachm., Sonntags 11—12 Uhr vorm. — L — Städt. Saalbau
(Reſ=Laz. IIII), Riedeſelſtraße40. Täglich 2—5 Uhr nachm. — M — Techniſche
Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1. Täglich 2—4 Uhr nachm. —
N — Dr. Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff), Frankfurter Straße 42.
Täglich 10—12 Uhr vorm., 3—6 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang am 14. September:
Adam, Ph., Nieder=Modau, Reſ.=Inf. 115/Maſch.=
Gew L. — Appun, M., Eisfeld (Koburg), Inf. 40/6, K
— Aßmuth, K., Dieburg, 2. Erſ.=Maſch.=Gew., L. —
Bal=
zereck, R., Beuthen, Inf. 115/5, K — Beermann, O
Eis=
feld (Koburg), Reſ.=Inf. 40/8, K — Bender, J.,
Büttel=
born, Landw.=Inf.=Bat. 4, L. — Beſt, R., Darmſtadt, Inf.=
116/1, D — Borſcherding, K., Groß=Hergersdorf, Drag.
14., N — Brokate, H., Eſchweiler, Inf.=Erſ. 29, K
Brumer, A., Brandau, Inf. 115/9, L. — Burger, F.
Münſchweiler, Inf. 170/4, K — Bühler, R., Sasbach,
Reſ.=Inf. 110/1, I — Degen, M., Mühlhofen, Reſ.=Inf.
115/1, N — Demuth, A., Oberſept, Leib=Inf.=Maſch=Gew.,
K — Doſtert, M., Mellen, Inf. 130/2, L. — Eckard, Ph.,
Dietzenbach, Reſ.=Inf. 115/3, A. — Eifert, J., Oberrad,
Inf. 115/6, M. — Engel, J., Mietfach, Inf. 131/2, K
Fiſcher, A., Lochweiler, Reſ.=Inf. 60/5, I — Fränkel, F.,
Königsbach, Reſ.=Inf. 110/8, N — Freitag, E., Groß=
Al=
tenhungen, Inf. 130/11, L. — Geiß, ?, Wolferbonn, Reſ.=
Inf. 88/4, L. — Gerſtenkorn, S., Falsbrunn, Inf. 40/10, K
— Griebſtein, E., Teichwolframsdorf, Landw.=Inf. 80/3,
I — Grünewald, H., Eberſtadt, Inf. 115/1, D —
Grüne=
wald, K., Weſterbeuer, Inf. 99/2, K — Gundersdorf, H.
Darmſtadt, Reſ.=Bat. 49/6, G — Händler, F., Darmſtadt,
Wagen=Kol. 11, M — Holl, E., Aaſen, Reſ.=Gren. 109/9,
N — Holzner, J., Waldenheim, Reſ.=Inf. München, K
— Kaier, A., Düſſeldorf, Reſ.=Inf. 143/10, K — Kaiſer,
K., Schwieberdingen, Inf. 120/4, I — Kaleta, A., Ueno,
Train=Bat. 16, K — Kloutten, G., Krefeld, Reſ.=Inf. 136/6,
K — Kober, W., Stammheim, Inf. 115/4, N — Kramer,
K., Pfungſtadt, Inf. 172/11, K — Kreutzer, G.,
Gelſenkir=
chen, Reſ.=Inf. 172/4, K — Krügs, G., Holz=Gerlingen,
Landw.=Inf. 120/4, K — Kruſe, O Kirchdorf, Reſ.=Jäg.=
Bat. 14/2, K — Kuſeck, L., Rogau, Inf. 22/3, M — Küfer,
R., Baiſingen, Inf. 126/11, I — Laib, G., Jeſtelten,
Land=
wehr 120/1, K — Leiß, G., Traiſa, Inf. 116/1, L. — Lenz,
P., Krefeld, Reſ.=Inf. 136/3, K — von Looſen, T., Köln,
Inf. 99/3, K — Luhmann, L., Saargemünd, Inf. 115/2,
A. — Mattern, F., Rodenbach, Reſ.=Inf. 8/5, K — Mayer,
T., Höchſtädt, 1. Bayer. Pion.=Bat./2, I — Meyer, W.,
Erzberg, Landw.=Inf. 120/9, N — Mundigel, 2,
Schwan=
dorf, Bayer. Erſ.=Brig.=Bat./9, I — Müller, A., Olfen,
Art. 61/4, L. — Müller, L., Bellfoſſe, Art. 84, I — Müller,
P., Bettſtadt, Inf. 60/5, K — Meier, J., Froſtlingen,
Bayer. Inf. 16, K — Neuffer, Chr., Holzergingen, Landw.=
Inf. 120/2, I — Oigmann, F., Deutz, 2. Brig. 59, D —
Przygolda, W., Wesholegrand, Reſ.=Inf. 172/2, K
Riedinger, L., Rottenfels, Inf. 109/2, I — Ruhloff, K.,
Neu=Obra, Inf. 155/9, L. — Rüffler, G., Goldberg, Reſ.=
Art. 25/5, M. — Rebmann, J., Schramberg, Inf. 125/4, M.
— Sauer, H., Kolmarsreute, Reſ.=Drag. 21, K — Seibert,
A., Seligenſtadt, Art. 25, Stab, C — Semet, A., Welzheim,
Gren. 119/10, M — Seubert, G., Kronungen, Reſ.=Inf.
15/4, I — Sperbert, M., Langenlauben, Pion=Bat. 15/2,
K — Schatz, J., Neuhauſen, 1. Bayer. Pion.=Bat./2, I
Schaefer, J., Arheilgen, Inf. 115/5, M — Scheuermann,
K., Leutnant, Darmſtadt, Inf. 118/1, K — Schlapp, H.,
Egelsbach, Reſ.=Inf. 116, Maſch.=Gew., L. — Schlößer,
F., Langenſelbold Reſ.=Jäg.=Bat. 8/1, G — Schray, W.,
Geislingen, Reſ.=Inf. 60/5, I — Schuſter, K.,
Mackwei=
ler, Reſ.=Inf. 60/10, G — Schülz, H., Darmſtadt, Art.
25/2. K — Schürmann, P., Bertsdorf, Reſ.=Inf. 102, K.
— Schwarz, K., Darmſtadt, Inf. 116/1, D — Tauber,
A., Breitenborn, Reſ.=Jäg.=Bat. 8/1,, G — Teutenberg,
F., Heinrichsdorf, Inf. 111/8, I — Thumann, W.,
Ihlien=
worth, Art. 34/1, K — Trabert, K., Wichers, Reſ.=Inf.
88/4, L. — Vohns, J., Stollberg, Art. 84, K — von
Wach=
ter, A., Leutnant, Spandau, Inf. 115, Bat.=Adj., K — Wäh=.
rich, 2, Gelſenkirchen, Drag. 24/3, L. — Weidle, G.,
Ger=
lingen, Inf. 120/6, G — Widmeyer, N., Pfeningen, Inf.
119/3, C — Wiedemann, ?, Huttenheim, Inf. 132/11, I
— Wiegand, G., Darmſtadt, Inf. 115/4, B — Wilhelm,
R., Blauen, Landw.=Inf. 71/9, K — Winter, O.,
Groß=
oerner, Inf. 105/10, I — Zeuk, H., Langsdorf, Jäg.=Bat
14/4, K.
Zugang am 15. September:
Armbruſt, K., Vilbel, Inf. 115/6, L. — Ausfeld, K.,
Leutnant, Darmſtadt, Inf. 115, Maſch=Gew., K —
Becht=
hoff, F., Bürſtadt, Landft.=Inf. 2. Bat./4, L. — Brüch,
H., Erbes=Büdesheim, Art. 25/4, B — Dörſam, G., Unt.=
Schönmattenwag, Inf. 115/11, L. — Grab, K.,
Gammels=
bach, Inf. 118/6, L. — Heilemann, E., Offenbach, Erſ.=
Reſ.=Arbeiter=Komp., K — Kullmann, P., Nauheim, Ldw.=
Inf. 116/1 A. — Ritz, G., Uetzhauſen, Inf.=Mun.=Kol., A.
— Schott, L., Nieder=Modau, Inf. 115/7, L. — Schrepfer,
A., Ginsheim, Landft.=Inf. 2. Bat./4, L. — Seib, L., Groß=
Rohrheim, Landft.=Inf. 2. Bat./4, L. — Simon, Chr.,
Nie=
der=Roden, Landw.=Inf. 116/1, A. — Weiland, N., Nieder=
Roden, Landw.=Inf. 116/1, A. — Wirth, E., Dürrenbach,
Inf. 116/3, L — Wollhardt, H., Wixhauſen, Inf. 115/2, L.
Aus den Lazaretten entlaſſen
am 14. September:
Frankenberger, J., Pfungſtadt, Inf. 115/1, C
Kum=
mel, P., Gräfenhauſen, Inf. 115/10, C — Mumm, J.,
Mom=
bach, Inf. 115/3, C,
am 15. September:
Aßfolg, N., Bieberach, Inf. 120/6, K — Banqué, A.,
Trogny, Art. 33/1, K — Dietermann, K., Straßbußbach,
Art. 61/11, L. — Gothe, A., Brieſen, Art. 6/1, K — Kraft,
F., Groß=Rohrheim, Inf. 115/8, L. — Märkert, O.,
Düſſel=
dorf, Feld=Art. 8/3, K — Maurer, H., Lindenfels, Reſ.=
Inf. 118/1, L. — Seib, J., Hainſtadt, Erſ.=Inf.=Bat. 49/3,
K— Steinlein, W., Barmen, Feldb.=Kol. 2, K — Walther,
P., Darmſtadt, Art. 25/1, K.
8. Quittung.
In der Sammelſtelle des „Darmſtädter
Tag=
blatts” wurden für Kriegsnotleidende in Oſtpreußen
weiter folgende Beträge abgegeben:
Heinrich Funk 10 M., C. Boſſelmann, Inh. der Firma
Friedrich Schäfer, 100 M., Frau Chr. Firchow Witwe
3 M., E. L. 10 M., Fr. V. E. 10 M., T. Lautenberger
10 M., E. Ritſert 2 M., K. Ritſert 3 M., Frau
Ober=
förſter Laubenheimer 30 M., Ungenannt 20 M.,
Rech=
nungsrat Ries 5 M., Profeſſor Dr. Weinsheimer 20 M.,
Stadtbibliothekar Noack 50 M., Frau Oberſt Eggersſ
25 M., Hz. 5 M., Hofkonditor M. Schnitzler 20 M.,
G. B. 10 M., Rechnungsrat Baſt 10 M., Forſtmeiſter
Dr. Urſtadt 10 M., Frau Direktor Bernhard 10 M.
Zuſammen 363 M., hierzu die bereits veröffentlichten
4242 M., insgeſamt
4605 Mark.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Mittwoch, den 16. September 1914.
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Velte.
Johanneskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Marx.
Martinskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarr=
verwalter Storck.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Wagner.
Pauluskirche: Abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarraſſiſtent Sann.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt: Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrverwalter Weik.
In einem Nachtgefecht vom 10. zum 11.
ds. Mts. erlitt den Heldentod fürs Vaterland
mein innigſtgeliebter Gatte, unſer lieber Vater,
(18687
Schwiegervater und Großvater
Herr
Oberſtlentnant Horſt Freiher
Treuſch v. Buttlar=Brandenfels
Bataillons-Kommandeur in einem
Land-
wehr-Regiment,
ſeither Kommandeur des Landwehrbezirks II
Darmſtadt.
Darmſtadt, den 15. September 1914.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Elſe Freifrau Treuſch v. Buttlar-
Brandenfels,
geb. Buderus v. Carlshauſen.
Am 28. Auguſt 1914 fiel auf dem Felde
der Ehre unſer innigſtgeliebter, guter Sohn,
Bräutigam, Bruder, Schwager und Neffe
Georg Kramer
Lehrer in Groß-Rohrheim
Unteroffizier der Reſerve im Leibgarde-
Infanterie-Regiment Nr. 115.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Ph. Kramer.
Pfungſtadt, im September 1914. (18688
Seite 6.
Lagblatt, Mittwoch, den 16. September 1914.
Nummer 255.
Für die uns so zahlreich bewiesene
warme, wohltuende Teilnahme bei dem
schweren Verluste unseres Sohnes
Danksagung
Max
danken wir aufs herzlichste.
Oberstallmeister Frhr. Riedesel zu Lisenbach,
Freifrau Riedesel zu Lisenbach.
Darmstadt, den 14. September 1914.
Für die uns anläßlich des Ablebens unſeres
(18689
lieben
Herrn
Wilhelm Gutenberg
erwieſene Teilnahme danken herzlich
die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Wetterbericht.
Der Kern des Tiefs ſcheint ſich nun weiter nördlich
verlagert zu haben und dürfte ſich oſtwärts oder
nord=
oſtwärts weiterbewegen. Ueber dem weſtlichen Kontinent
iſt der Luftdruck im Steigen begriffen. Für morgen haben
wir bei weſtlichen Winden wolkiges Wetter ohne
erheb=
iche Niederſchläge bei mittleren Temperaturen zu erwarten.
Wetterausſichten für Mittwoch: Wolkig, meiſt
trocken, mäßig warm, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Mittwoch, 16. September.
Beſichtigung verſchiedener Obſtgärten im Beſſunger
Stadtteil durch den Gartenbauverein (Zuſammenkunft
um 3 Uhr am Südausgang des Orangeriegartens).
Verſammlung des Polizei= und Schutzhundevereins
um 9 Uhr im „Heſſiſchen Hof”.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 17. September.
Obſt=Verſteigerungen: um 7 Uhr an der Straße
Emmelinenhütte-Nieder=Ramſtadt (beginnend an der
Emmelinenhit), — um 5 Uhr an der Straße
Darm=
ſtadt-Meſſel (beginnend an den Ziegelhütten), — um
1½ Uhr an der Straße Pfungſtadt-Griesheim (
begin=
nend bei Pfungſtadt), — um 2 Uhr an der Straße
Nie=
der=Ramſtadt-Waſchenbach (Zuſammenkunft bei
Nie=
der=Ramſtadt), um 4 Uhr an der Straße
Eſcholl=
brücken-Crumſtadt (beginnend bei Eſchollbrücken).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Donnerstag, den 17. September, abends ½ 9 Uhr,
im großen Saale der Turngemeinde (Woogsplatz):
O
ortrage
über die im Auftrage des Roten Kreuzes unter Führung des
Herrn Kommerzienrat Hickler unternommene Fahrt nach
Fedan etc. zwecks Ueberbringung von Lazarettmaterial.
Ferner ein Vortrag eines Verwundeten über ſeine Kriegserlebniſſe.
Dazwiſchen Liedervorträge.
Karten zu Mk. 2.—, 1.— und Mk. 0.50 abends an der Kaſſe.
Der Erlös wird zu Gunſten des nächſten Transportes von Liebesgaben
für Lazarette, für Truppen der Heſſiſchen Diviſion bei Sedan (ſpeziell das
Landſturm=Bataillon Darmſtadt) verwendet.
Zu zahlreichem Beſuche ladet ein
Der Landesverein des Roten Kreuzes:
Korwan
Freiherr v. Heyl
Generalleutnant.
Präſident der Kriegerkameradſchaft „Haſſia”.
Waldecker, Hauptmann a. D.
Vorſitzender der Vereinigten Kriegervereine.
(18698md
(*5140
NAMUR
Franktireurs legen unter deutscher Bewachung
Befestigungen an
Die sieghaften Deutschen
in der eroberten Festung
Nr. 130.
Mitwoch, 16. Sehtenber.
1914.
Bekanntmachung.
Um Verzögerungen von Geſuchen um Freigabe von Benzin und Benzol zu
vermeiden, ſind wir veranlaßt, die von dem ſtellvertretenden Generalkommando für
den Bezirk des XVIII. Armeekorps — mit Ausnahme des Feſtungsbereichs der
Feſt=
ungen Mainz und Coblenz — erlaſſenen Beſtimmungen über die Abgabe der
ge=
nannten Betriebsſtoffe wiederholt zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
Insbeſondere weiſen wir nochmals ausdrücklich darauf hin, daß alle
Ge=
ſuche um Freigabe von Benzin und Benzol zur Beſcheinigung der Richtigkeit
der darin gemachten Angaben uns vorzulegen ſind.
Darmſtadt, den 15. September 1914.
(18686
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Beſtimmungen über die Abgabe von Betriebsſtoffen.
1. Die große Bedeutung, die der Verſorgung des Heeres mit Betriebsſtoffen für
Exploſionsmotoren beizumeſſen iſt, macht es notwendig, daß die Freigabe von
Benzin uſw. aufs äußerſte eingeſchränkt wird.
2. Die Freiabe von Denin, Benzol und ſontigen leichtſiedenden Petroteim=
und Teeröl=Deſtillaten die für den Betrieb von Exploſionsmotoren geeignet
ſind, darf nur in beſchränktem Umfange an die nachſtehend bezeichneten
Ver=
braucher ſtattfinden:
2) Feuerwehren,
b) Krankenhäuſer und Aerzte,
c) Fabriken und ſonſtige Betriebe, die Heereslieferungen auszuführen haben,
ſoweit ſie hierfür Benzin oder Benzol nicht entbehren können, und
d) Bergwerke zur Speiſung der Wetter=Sicherheitslampen
3. Den Geſuchen um Freigabe muß eine Beſcheinigung des Kreisamts über die
Richtigkeit der gemachten Angaben beigefügt ſein. Die Beurteilung der
Not=
wendigkeit der Freigabe bleibt jedoch ausſchließlich dem ſtellvertretenden
General=
kommando überlaſſen.
4. Der nur einmal gültige Freigabeſchein wird auf eine beſtimmte Menge lauten.
5. Freigabe von Betriebsſtoffen für landwirtſchaftliche Motore wird beſonders
geregelt, Beſcheinigung uſw. wie zu Z. 3.
6. Die Verkaufsſtellen haben am Sonnabend jeder Woche die Freigabeſcheine,
die vom Verkäufer des Benzins pp. einzubehalten ſind, an die Inſpektion des
Militär=Luft= und Kraftfahrweſens in Berlin=Schöneberg einzuſenden.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 goldenes Kettenarmband. 1 Strang braune
Baumwolle. 1 kleines Portemonnaie mit 12 Pfennigen. 1 ſchwarzes
Portemonnaie mit über 2 Mk. Inhalt. 2 Bund Schlüſſel. 1 Brille.
ſchmales dunkles Portemonnaie mit über 7 Mk. Inhalt. 1 gold.
Damenring mit 3 grünen Steinchen. 1 Damenhandtaſche mit
Porte=
monnaie und Inhalt, ſowie Schlüſſel und Taſchentuch. 1
Halbmark=
ſtück. 1 Herrenregenſchirm (auf Großh. Bürgermeiſterei ſtehen
geblie=
ben und dort abzuholen).
(18662
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Pinſcher (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, wormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18675
Aufhebung des Verbotes der Ausfuhr von Naturalien.
Infolge Aenderung der Ankaufsverhältniſſe für den
Heeres=
bedarf iſt das am 24. v. Mts, für den Kreis Darmſtadt erlaſſene
Ausfuhrverbot wieder aufgehoben worden.
Darmſtadt, den 12. September 1914.
(18599gim
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Aufhebung der Weiterführung der Mauerſtraße.
Durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 23. Juli
d. Js. iſt die Aufhebung der Durchführung der Mauerſtraße zwiſchen
Lauteſchläger= und Pankratiusſtraße gutgeheißen worden. Der
abge=
änderte Bebauungsplan liegt in der Zeit vom 17. September bis
einſchl. 2. Oktober d. Js. auf dem Stadtbauamt zur Einſicht der
Be=
teiligten offen. Einwendungen gegen den Plan ſind, bei Vermeidung
des Ausſchluſſes, innerhalb der vorbemerkten Friſt bei dem
Stadt=
bauamt anzubringen.
Darmſtadt, den 14. September 1914.
(18684md
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.
An Darmſtadts männliche Jugend.
Zur Vermeidung von Irrtümmern gebe ich bekannt:
1. Daß für die Uebungen der Jugendmannſchaften in Darmſtadt
bis auf weiteres Wochenabende und Sonntage in Ausſicht
genommen ſind;
2. daß junge Leute, welche in Darmſtadt beſchäftigt ſind, aber in
Landgemeinden wohnen, ſich bei dem Bürgermeiſter ihres
Wohnortes anzumelden haben:
3. daß Meldungen bis einſchließlich 16. d. Mts. im Bureau
Wald=
ſtraße 6, Zimmer 11, den ganzen Tag über
entgegengenom=
men werden.
Darmſtadt, den 14. September 1914.
(18685
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Das Umlagekataſter der land= und forſtwirtſchaftlichen
Berufs=
genoſſenſchaft für das Großherzogtum Heſſen für das Jahr 1913
liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 17. September bis zum
2. Oktober dieſes Jahres, auf dem Stadthaus, Zimmer 3, zur
Ein=
ſicht der Beteiligten offen. Etwaige Einſprüche gegen die Aufnahme
oder Nichtaufnahme eines Betriebs in das Kataſter ſowie gegen die
Höhe der Veranlagung ſind innerhalb eines Monats nach Ablauf
der Ofenlegungsfriſt bei dem Vorſtand der land= und
forſtwir=
ſchaftlichen Verufsgenoſſenſchaft in Darmſtadt zu erheben. Später
eingehende Widerſprüche können keine Berückſichtigung finden.
(18761md
Darmſtadt, den 15. September 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Zeichnungen auf die Kriegsanleihen
werden vom 14. lfd. Mts. ab von unſerer Hauptkaſſe (1. Stock)
pro=
piſionsfrei entgegengenommen.
Bei der Abhebung von Spareinlagen, die nachweislich für
die Kriegsanleihen verwendet werden, wird von der Einhaltung
der ſatzungsgemäßen Kündigungsfriſt Abſtand genommen. Nach
Beſchluß des Verwaltungsrates vom 11. lfd. Mts. werden hierbei bei
(18600gm
Beträgen über 1000 Mk. 14 Tage Zinſen gekürzt.
Darmſtadt, den 12. September 1914.
Netz, Direktor.
Joraelitiſche Religions=Gemeinde.
Steuer betreffend.
Wir haben die Zahltage für die fälligen Steuern im Monat
September wie folgt feſtgeſetzt:
Donnerstag, 17. September,
Montag, 14. September,
Donnerstag, 24.
Mittwoch, 23.
und Montag, 28. September.
Zahlſtunden nachmittags von 2—6 Uhr.
Der Vorſtand.
18594a)
Matraßzenſtren=Verkauf.
Samstag, den 19. ds. Mts.,
750 vorm., wird auf der offenen
Reitbahn an der Kaſerne
Beſſunger=
ſtraße 120 die Matratzenſtreu
uus einem Batterieſtall öffentlich
und meiſtbietend verſteigert.
Darmſtadt, im September 1914.8
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Seite 3.
Darmſtadter Tagblatt, Mittwoch, den 16. September 1914.
Nummer 255.
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(Nachdruck verboten.)
Schweigend ſahen die am Tiſch — der eine
verwun=
dert, der andere erheitert — in dieſes brennende
Knaben=
geſicht. Dabei bemerkte niemand die verſtörte Angſt der
jungen Frau, die ſich zitternd in den Winkel des Sofas
drückte.
Niemand ſprach. Und ſo war’s wie Erlöſung, als
draußen ſchwere Schritte klangen und vor der Tür ſtehen
blieben. Es klopfte. Berkens ging öffnen. Es war
Eras=
mus. Er brachte die Nachricht, daß Hellmer, der eben nach
Hauſe gekommen, morgen ſeine große Bergfahrt antreten
wolle und Röschen bitten ließe, nicht lange zu bleiben.
Als Erasmus das ausgerichtet hatte, warf er einen Blick
auf Daniel Lerch und ging ohne Gruß davon.
Röschen erhob ſich.
Jetzt, Onkel — jetzt muß ich nach Hauſe. Du ſiehſt
doch — Gottwalt erwartet mich.
Berkens nickte zerſtreut.
Ich will Dich nicht halten, Kindchen. Geh, Tobby
begleite ſie!
Er ſah nachdenklich hinter Erasmus her, der ſo
ge=
beugt davonſchlich wie einer, der ſchwere Laſt zu tragen hat.
Röschen, als ſie Tobias bereit ſah, ſie zu begleiten,
nahm das Tuch wieder von den Schultern und ließ ſich
ſtumm in die Kiſſen des Sofas zurückfallen. Sie fuhr ſich
mit blaſſen Händen über die fieberheiße Stirn. Nein,
Tobias durfte ſie nicht begleiten — heute nicht.
Berkens, als der Schritt des Erasmus verklang, ſah
zu Lerch hinüber. Erſt fragten nur ſeine Augen. Aber
weil der andere das nicht zu verſtehen ſchien, ſprach der
alte Herr es aus — und nicht freundlich: Wie ſoll das
jetzt werden — mit ſeinem Haus? Jetzt? Vor dem
Win=
ter? Wird das Haus noch bis zum Frühjahr ſtehen
bleiben?
Daniel war ſehr übler Laune.
Nein, Papa, ich denke nicht daran! Der Menſch
war vor ein paar Tagen ſelbſt bei mir. Er verfolgt
mich bis in meine Stube. Das iſt eine Unverſchämtheit.
Er muß in acht Tagen ſehen, wo er unterkommt.
Schließ=
lich gehört das Haus mir, und ich kann damit machen,
was ich will. Wenn es mich freut, kauf ich noch den
Naß=
walder Forſt dazu, und dann bin ich Herr des Berges.
Heinrich Lüdborg hob das Geſicht.
Der Herr des Berges ſein — das iſt ein ſtolzes Wort!
Aber kaufen kann man das nicht. Man muß da manchen
Gipfel erſteigen, manche wilde Wand überklettern — und
nicht nur in Nagelſchuhen und auf verſichertem Weg. Und
einen hilfreichen Führer gibt es da nicht.
Daniel ſchien eine Spitze zu fühlen, die ſich gegen ihn
richtete. Er=war gereizt.
Verehrter Herr Lüdborg, ſagte er, es iſt nicht jeder
zum Klettern geboren. Sind Sie es, ſo gönne ich es Ihnen.
Den Ehrgeiz, mir in den Wänden den Hals zu brechen,
hab’ ich nicht. Ich ziehe es vor, den Berg zu beſitzen
ſamt allem, was darauf iſt, mit Wald und Wild, mit
Hüt=
ten und Herden — und — leider Gottes! — auch mit den
aufgeblaſenen Touriſten, die darauf herumkriechen und
mir Schaden machen. Und was ich da bauen oder
nieder=
reißen will, iſt lediglich meine Sache.
Es ſchien in dem kleinen, freundlichen Zimmer ſchwül
geworden zu ſein. Die Geſichter waren rot. Heinrich
Lüd=
borg erhob ſich.
Herr Lerch! Was man in die Berge hineinträgt, das
geben ſie zurück. Wer eine Frage tut nach Gott und ſeinen
Rätſeln, dem erzählen ſie Unerhörtes! Wer aber nach
käuflicher Freude fragt, für den werden ſie ſchweigen.
Daß die anderen dieſen Worten beizupflichten
ſchie=
nen, ärgerte Daniel noch mehr.
Anſichtsſache, Herr Lüdborg! Es klang höhniſch. Ich
bin vor allem Landwirt. Ich brauche Holz, Vieh — kurz
alles, was nützlich iſt. Und ich will lieber ein guter
Land=
wirt ſein als ein zweifelhafter Poet, der aus verfehltem
Beruf was anderes wurde. Sie ſind Arzt? Ja? Aber
verzeihen Sie, Herr Lüdborg — Ihre Kurmethoden ſagen
mir nicht zu. Ich bin mein eigener Arzt.
Heinrich wollte erwidern. Aber da ſah er in zwei
flehende Mädchenaugen. Die blickten ſo heiß redend zu
ihm auf, daß er ſchwieg.
Auch Lerch mochte das Gefährliche des Augenblicks
erkannt haben und ſtörte mit keinem Worte mehr den
Ab=
ſchied der anderen. Grüße hin und her — etwas gedrückt
und befangen — ein raſches Händeſchütteln, eine knappe
Verbeugung — dann blieb Berkens allein im Zimmer.
Er ſteckte die Hände in die Hoſentaſchen und atmete auf.
Aber ſein Geſicht trug nicht den Ausdruck froher Laune.
Die war ihm vergangen.
Auf der Diele ſtand Heinrich Lüdborg und nahm den
Mantel um. Sophie und Karl von der Tenne, Tobias und
Röschen waren ſchon verſchwunden. Nur Lerch ſtand noch
auf der Schwelle und ſchien auf den gewohnten
Abſchieds=
gruß ſeiner Braut zu warten. Als dieſer Gruß nicht
kom=
men wollte, wandte Lerch ſich lachend ab und trat in die
Nacht hinaus.
Elſe ging auf Lüdborg zu und reichte ihm die Hand.
Ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet, Herr Lüdborg!
Mein Verlobter hat Sie ſchwer gekränkt. Und Sie . . .
Sie haben viel von Ihren Bergen gelernt! Sie haben
auch heute eine hohe Wand erklettert, ohne zu ſtraucheln.
Ich danke Ihnen, Herr Lüdborg.
Ich Ihnen, Fräulein Elſe. Ich bin heute nicht
führer=
los geweſen. Ihre Augen haben mich geleitet. —
Dann ging er.
Als Elſe ins Zimmer kam, ſtand Berkens am Fenſter,
die Fäuſte in die Seiten geſtemmt. Er kehrte ſich um.
Na alſo? . . . Was jetzt?
Verſtand Elſe den Vater nicht? Oder wollte ſie
nicht verſtehen? — Sie räumte das Teegeſchirr vom Tiſche
und ging aus der Stube.
Im Garten ſchlugen die beiden Rüden an. Berkens
klopfte energiſch ans Fenſter, um ſie zum Schweigen zu
bringen.
Nervöſe Bieſter! brummte er vor ſich hin. Bellen
wegen jeder Fledermaus!
Mißgelaunt nahm er die Zeitunge
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