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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 207.
Donnerstag, den 30. Juli.
1914.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der deutſche Kronprinz iſt geſtern früh 9 Uhr in
Potsdam eingetroffen und hatte mittags eine längere
Rückſprache mit dem Kaiſer.
Kaiſer Franz Joſef überſiedelt, ſobald der Krieg
im Gange iſt, von Iſchl nach Peſt, um dem Schauplatz
der Ereigniſſe näher zu ſein.
Auf dem Kalibergwerk Kraja (Regbez. Erfurt)
ereignete ſich eine Dynamitexploſion, der 12
Bergleute zum Opfer fielen.
Durch die Exploſion eines Feuerwerks
wur=
den in Tudela (Spanien) 25 Perſonen
ge=
tötet .
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Der Krieg.
Manifeſt des Kaiſers von Oeſterreich.
Der Kaiſer Franz Joſef hat nachfolgendes
Handſchreiben und Manifeſt erlaſſen:
„Lieber Graf Stürgkh! Ich habe mich beſtimmt
ge=
funden, den Miniſter meines Hauſes und des Aeußern zu
beauftragen, der königlich ſerbiſchen Regierung den
Ein=
tritt des Kriegszuſtandes zwiſchen der
Mon=
archie und Serbien zu notifizieren. In dieſer
ſchickſals=
ſchweren Stunde iſt es mir Bedürfnis, mich an meine
ge=
liebten Völker zu wenden. Ich beauftrage Sie daher, das
anverwahrte Maniſeſt zur allgemeinen Verlautbarung zu
bringen.
Bad Iſchl, 28. Juli 1914. Franz Joſef, M. P.”
„An meine Völker! Es war mein ſehnlichſter
Wunſch, die Jahre, die mir durch Gottes Gnade noch
be=
ſchieden ſind, Werken des Friedens zu weihen und meine
Völker vor den ſchweren Opfern und Laſten des Krieges
zu bewahren. Im Rate der Vorſehung war es anders
beſchloſſen. Die Umtriebe eines haßerfüllten Gegners
zwingen mich, zur Wahrung der Ehre meiner
Monarchie, zum Schutze ihres Anſehens und
ihrer Machtſtellung, zur Sicherung ihres
Beſitzſtandes nach langen Jahren des Friedens zum
Schwert zu greifen. Mit raſchem Vergeſſen und
Undank hat das Königreich Serbien, das von den erſten
Anfängen ſeiner ſtaatlichen Selbſtändigkeit bis in die
neueſte Zeit von meinen Vorfahren und mir geſtützt und
gefördert worden war, ſchon vor Jahren den Weg offener
Feindſeligkeit gegen Oeſterreich=Ungarn betreten. Als ich
nach drei Jahrzehnten ſegensvoller Friedensarbeit in
Bosnien und der Herzegowina meine
Herrſcher=
rechte auf dieſes Land erſtreckte, hat dieſe meine Verfügung
im Königreich Serbien, deſſen Rechte in keiner Weiſe
ver=
letzt wurden, Ausbrüche zügelloſer Leidenſchaft und
bitter=
ſten Haſſes hervorgerufen. Meine Regierung hat damals
von dem ſchönen Vorrecht des Stärkeren Gebrauch gemacht
und in äußerſter Nachſicht und Milde von Serbien nur die
Herabſetzung ſeines Heeres auf den Friedensſtand und
das Verſprechen verlangt, in Zukunft die Bahn des
Frie=
dens und der Freundſchaft zu gehen. Von demſelben
Geiſte der Mäßigung geleitet, hat ſich meine Regierung,
als Serbien vor zwei Jahren im Kampfe mit dem
türki=
ſchen Reiche begriffen war, auf die Wahrung der
wichtig=
ſten Lebensbedingungen der öſterreichiſchen Monarchie
be=
ſchränkt. Dieſer Haltung hatte Serbien in erſter Linie
die Erreichung des Kriegszweckes zu verdanken.
Die Hoffnung, daß das ſerbiſche Königreich die
Langmut und Friedensliebe meiner
Re=
gierung würdigen und ſein Wort einlöſen würde, hat
ſich nicht erfüllt. Immer höher lodert der Haß gegen mich
und mein Haus empor, immer unverhüllter tritt das
Stre=
ben zutage, untrennbare Gebiete Oeſterreich=Ungarns
ge=
waltſam loszureißen. Ein verbrecheriſches Treiben greift
über die Grenzen, um im Südoſten der Monarchie die
Grundlage der ſtaatlichen Ordnung zu untergraben, das
Volk, dem ich in landesväterlicher Liebe meine volle
Für=
ſorge zuwende, in ſeiner Treue zum Herrſcherhauſe und
zum Vaterlande wankend zu machen, die heranwachſende
Jugend irre zu leiten und zu frevelhaften Taten des
Wahnwitzes und des Hochverrates aufzureizen. Eine
Reihe von Mordanſchlägen, eine planmäßig
vor=
bereitete und durchgeführte Verſchwörung,
deren furchtbares Gelingen mich und meine trenen Völker
ins Herz getroffen hat, bildet die weithin ſichtbare blutige
Spur jener geheimen Machenſchaften, die von Serbien aus
ins Werk geſetzt worden ſind.
Dieſem unerträglichen Treiben muß Einhalt
ge=
boten werden, den unaufhörlichen Herausforderungen
Serbiens ein Ende bereitet werden, ſoll die Ehre und
Würde meiner Monarchie unverletzt erhalten und ihre
ſtaatliche, wirtſchaftliche und militäriſche Entwicklung vor
der beſtändigen Erſchütterung bewahrt bleiben. Vergebens
hat meine Regierung noch einen letzten Verſuch
unternom=
men, dieſes Ziel mit friedlichen Mitteln zu
er=
reichen, Serbien durch eine ernſte Mahnung zur Umkehr
zu bewegen. Serbien hat die maßvollen und gerechten
Forderungen meiner Regierung zurückgewieſen und es
ab=
gelehnt, jenen Pflichten nachzukommen, deren Erfüllung
im Leben der Völker und Staaten die natürliche und
not=
wendige Grundlage des Friedens bildet. So muß ich
dazu ſchreiten, mit Waffengewalt die
unerläß=
lichen Bürgſchaften zu ſchaffen, die meinen Staaten die
Ruhe im Innern und den dauernden Frieden nach außen
ſichern ſollen.
In dieſer ernſten Stunde bin ich mir der ganzen
Trag=
weite meines Entſchluſſes und meiner Verantwortung vor
dem Allmächtigen voll bewußt. Ich habe alles geprüft
und erwogen. Mit ruhigem Gewiſſen betrete ich den
Weg, den die Pflicht mir weiſt. Ich vertraue auf meine
Völker, die ſich in allen Stürmen ſtets in Einigkeit und
Treue um meinen Thron geſchart haben und für die
Ehre, Größe und Macht des Vaterlandes zu den
ſchwer=
ſten Opfern immer bereit waren. Ich vertraue auf
Oeſter=
reich=Ungarns tapfere und von hingebungsvoller
Be=
geiſterung erfüllte Wehrmacht und ich vertraue auf den
Allmächtigen, daß er meinen Waffen den Sieg verleihen
werde.
Franz Joſef, M. P. Stürgkh, M. P.
* „Mir bleibt auf dieſer Welt doch auch nichts erſpart”
— mit tiefer Bewegung wird man ſich heute dieſer Worte
ſchmerzlicher Reſignation erinnern, die Kaiſer Franz
Joſef einſt nach der Ermordung ſeiner edlen Gemahlin
durch die Hand eines Schurken ausrief. Weitere ſchwere
Schickſalsſchläge ſind ihm nicht erſpart geblieben, und
wenn er heute im hohen Greiſenalter nochmals
gezwun=
gen wird, zum Schwerte zu greifen, zur Ehre ſeiner
Mon=
archie und zum Schutze ihres Anſehens und ihrer
Macht=
ſtellung, ſo wird man das Gefühl der Teilnahme dem
ſchwergeprüften greiſen Kaiſer nicht verſagen. Wenn die
Gegner und Haſſer der öſterreichiſchen Monarchie mit der
Energieloſigkeit und Tatenmüdigkeit des 84jährigen
Kai=
ſers gerechnet haben, ſo haben ſie ſich, wie man ſieht, in
ihm ebenſo gründlich getäuſcht, wie die Gegner
Deutſch=
lands einſt in dem alten Kaiſer Wilhelm. Das durch eine
edle und ernſte und bei aller Demut und Unterwerfung
unter den göttlichen Willen doch ſelbſt= und zielbewußte
und energiſche Sprache ausgezeichnete Manifeſt des
Kai=
ſers wird man nicht ohne innere Bewegung leſen können.
Das deutſche Volk ſtellt ſich in dieſen ſchweren Tagen an
die Seite der verbündeten Nation, die für ihr Recht und
die Wahrung ihrer Ehre und ihrer Exiſtenz die Waffen
er=
greift, um das übermütige Serbenvolk, das in der
Hoff=
nung auf die Unterſtützung eines mächtigen Nachbarn ſeit
Jahren fortgeſetzt ein Gegenſtand der Beunruhigung und
Gefahr für die Nachbarvölker und ſchwerſten Aergerniſſes
geweſen iſt, zu züchtigen, und ſchließt ſich von ganzem
Herzen dem Wunſche des Kaiſers an, daß der Allmächtige
den öſterreichiſchen Waffen den Sieg verleihen möge.
Der geſcheiterte Vermittlungsvorſchlag
Greys.
** Das Scheitern des engliſchen
Vor=
ſchlages war vorauszuſehen. Zunächſt darum, weil es
ſich aus der Natur der Dinge mit Notwendigkeit zu
er=
geben erſcheint. Sir E. Grey hat in der an ſich
ſchätzens=
werten Abſicht, der Erhaltung des europäiſchen Friedens
zu dienen, diesmal wohl überſehen, daß die
Lebensinter=
eſſen einer Großmacht, wie Oeſterreich=Ungarn ſie
gegen=
wärtig wahren muß, der Entſcheidung eines Viermächte=
Kollegiums zumal dann nicht unterworfen werden können,
wenn die Ehre der beteiligten Großmacht mit im Spiele
iſt. Die Großmacht, die wegen der meuchleriſchen
Ermor=
dung ihres Thronfolgers von dem an der Ermordung
mit=
ſchuldigen Staat Genugtuung fordert, die zugleich
ge=
zwungen iſt, vor dem ſchuldbefleckten Staate endlich und
endgültig die Ruhe im eigenen Hauſe zu ſichern, dieſe
Großmacht würde nicht nur gegen die ihrem Weſen
zu=
grunde liegenden Geſetze, ſondern auch gegen das natür=
liche Gefühl handeln, wollte ſie ſich dem Gericht einer
Di=
plomatenkonferenz fügen. Dabei iſt noch vorausgeſetzt,
daß die nach Greys Vorſchlag aus ihm und den
Bot=
ſchaftern Deutſchlands, Italiens und Frankreichs gebildete
Konferenz überhaupt zu Mehrheitsbeſchlüſſen gelangte.
In Wirklichkeit würden Mehrheitsbeſchlüſſe deshalb
ſchwerlich zuſtande kommen, weil die allgemeine
Stellung=
nahme der von den Botſchaftern vertretenen Mächte
ver=
mutlich in den Hauptfragen Stimmengleichheit ergeben
würde. Ließe ſich aber dieſe Schwierigkeit überwinden,
ſo könnte es nur auf Koſten einer reinlichen Klärung der
Gegenſätze erfolgen; das Ergebnis der Konferenz beſtünde
dann in Diplomatengeſpinſt zarteſter Art, das nur im
Stubendunſt der Kanzleien, nicht in der freien Luft des
Völkerlebens Beſtand hätte.
Sir E. Grey wird alſo einen anderen Weg ſuchen
müſſen, um ſeine berechtigte Sorge um die Erhaltung des
Weltfriedens wirkſam zu betätigen. Nach ſeinen eigenen
Ausführungen ſollte es eigentlich nicht zweifelhaft ſein,
in welcher Richtung er den anderen Weg zu ſuchen habe.
Sprach er doch mit klaren Worten aus, daß die Gefahr
des öſterreichiſch=ſerbiſchen Streites erſt in dem Augenblick
beginnt, in dem eine andere Großmacht ſich in dieſen
Streit einmiſcht. Daß Rußland dieſe Macht iſt, weiß die
Welt und hat Sir E. Grey gleichfalls offen ausgeſprochen.
Warum unterläßt es dann der engliſche Miniſter,
Ruß=
land freundſchaftlich zu raten, daß es Oeſterreich und
Ser=
bien ihren Streit allein möge austragen laſſen? Bei dem
herzlichen Einvernehmen, das zwiſchen Rußland und
Großbritannien beſteht, könnte Sir E. Grey doch unbeſorgt
ſolchen freundſchaftlichen Rat erteilen. Anſtatt aber
Ruß=
land eine Haltung zu empfehlen, die mit einem Schlage
die Bedrohung des europäiſchen Friedens aus der Welt
ſchaffte, geht aus den Mitteilungen Sir E. Greys auf das
deutlichſte hervor, daß er es nicht vermieden hat, mittelbar
auf die Einmiſchung Rußlands in den öſterreichiſch=
ſerbi=
ſchen Streit hinzuwirken. Denn Sir E. Grey berichtete
von ſeinen Freitagskonferenzen mit den Botſchaftern der
Mächte dem Unterhauſe folgendes:
„Letzten Freitag morgen erhielt ich vom
öſterreichiſch=
ungariſchen Botſchafter den Text der Mitteilungen der
öſterreichiſch=ungariſchen Regierung an die Mächte, die
in der Preſſe auch erſchienen und welche die Forderungen
Oeſterreich=Ungarns an Serbien enthalten. Nachmittags
ſah ich auch die übrigen Botſchafter und drückte ihnen
gegenüber die Anſicht aus, daß wir, ſolange der Streit auf
Oeſterreich=Ungarn und Serbien beſchränkt bleibe kein
Recht hätten, uns einzumiſchen. Wenn aber die
Beziehun=
gen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn, Deutſchland und
Ruß=
land bedrohlich würden, ſei es eine Sache des europäiſchen
Friedens und gehe uns alle an.”
Daß Sir E. Grey die Abſicht gehabt hätte, durch dieſe
Erklärung die Einmiſchung Rußlands herbeizuführen, ſoll
nicht behauptet werden. Indem jedoch Sir E. Grey ſich
nicht auf die Feſtſtellung des engliſchen Desintereſſements
gegenüber dem öſterreichiſch=ſerbiſchen Streit beſchränkte,
ſondern es als eine Angelegenheit Europas bezeichnete,
wenn die Beziehungen zwiſchen der Donaumonarchie,
Deutſchland und Rußland bedrohlich würden, tat er eine
Aeußerung, die Rußland die Gewißheit gab, daß es mit
ſeiner Einmiſchung in den öſterreichiſch=ſerbiſchen Streit
via London die europäiſche Einmiſchung bewirken werde.
In der Nacht vom Freitag zum Samstag
konnte denn auch das Reuterſche Bureau aus Petersburg
melden:
„Der heutige Miniſterrat dauerte faſt vier Stunden.
Man verſichert, daß Rußland unverzüglich intervenieren
und von Oeſterreich=Ungarn verlangen wird, die Friſt des
Ultimatums hinauszuſchieben, um der europäiſchen
Diplomatie Zeit zu geben, ihren Einſluß geltend zu
machen.
Das Freitagsgeſpräch Sir E. Greys mit dem ruſſiſchen
Botſchafter in London war alſo für das Petersburger
Kabinett, welches immer Greys Abſicht geweſen ſein mag,
ein Moment, das es zur Einmiſchung in den
öſterreichiſch=
ſerbiſchen Streit ermuntern half. Die ruſſiſche
Nei=
gung, mittels der europäiſchen Diplomatie Oeſterreich=
Ungarn in den Arm zu fallen, iſt begreiflich genug. Denn
Rußlands militäriſche Rüſtungen ſtehen noch keineswegs
auf der Höhe, und im Innern machen Mißernte,
indu=
ſtrielle Kriſis und ſoziale Gärung die
Hinausſchie=
bung eines kriegeriſchen Konfliktes um ſo
wünſchens=
werter, als das verbündete Frankreich weder militäriſch
noch finanziell ſeinen eigenen Anſprüchen genügt, während
Großbritannien aus Rückſicht auf die Bedürfniſſe ſeiner
Geſchäftswelt und die iriſche Frage des Friedens bedarf.
Das Scheitern des engliſchen Vermittlungsvorſchlages
ſchließt nicht aus, daß von Kabinett zu Kabinett die di=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Nummer 207.
plomatiſchen Bemühungen fortgeſetzt
wer=
den, um die Lokaliſierung des öſterreichiſch=ſerbiſchen
Streites zu ſichern. Wie wir an zuſtändiger Stelle hören,
iſt die deutſche Regierung, die Sir E. Greys gute Abſicht,
durchaus würdigt, grundſätzlich bereit, ſich an den weiteren
Verſuchen nachhaltig zu beteiligen. Natürlich bleibt dabei
die Vorausſetzung, daß auf Oeſterreich=Ungarn kein Druck
ausgeübt wird.
* Auf Grund der Erkundigungen an informierter
Stelle melden die Blätter, daß Graf Berchtold dem
engliſchen Botſchafter erklärt habe, daß die
öſter=
reichiſch=ungariſche Regierung für den
Vermittelungsvor=
ſchlag Sir Edward Greys ſehr dankbar ſei und die guten
Abſichten der engliſchen Regierung vollauf zu ſchätzen
wiſſe. Eine friedliche Beilegung des Konflikts
mit Serbien ſei jedoch nicht mehr möglich, da die
Kriegserklärung an Serbien bereits unterzeichnet
ge=
weſen ſei.
* Die Times ſchreiben: Weder die Regierung noch
Sir Edward Grey erblicken in dem Umſtand, daß
Deutſchland nicht in der Lage iſt, den britiſchen
Anregungen beizutreten, in irgend einer Weiſe
eine Ablehnung. Sir Edward Grey ergriff in der Eile,
was ihm als Notmaßregel gut erſchien, um den Ausbruch
einer europäiſchen Verwickelung zu verhindern.
Frank=
reich und Italien nahmen ſie ſofort an, aber Deutſchland
konnte nicht ſeine unqualifizierte Zuſtimmung erteilen.
Der Hauptpunkt des Planes lag in der herzlichen
Zu=
ſammenarbeit aller vier Mächte. Da eine von ihnen
drau=
ßen bleibt, fällt der Plan von ſelbſt wenigſtens für den
Augenblick zu Boden. Das bedeutet nicht, daß unſere
Be=
ſtrebungen für den Frieden gelähmt ſind. Sie werden
unermüdlich fortgeſetzt werden mit dem einen Ziel, das
wir von Anfang an im Auge gehabt haben: Eine
Aus=
dehnung des öſterreichiſch=ſerbiſchen Streites durch die
automatiſche Wirkung des Syſtems des Beſtehens der
Mächtegruppen in einen europäiſchen Krieg zu
verhin=
dern. — Daily Chroniele ſchreibt: Deutſchland
hat angezeigt, daß ſeiner Meinung nach Sir Edward
Greys Einladung jetzt aufgeſchoben werden ſoll, da
direkte Verhandlungen zwiſchen Wien und Petersburg
vor ſich gehen. Das bedeutet keinen Mangel an Sympathie
für das, was Sir Edward Grey im Sinne hatte und wir
ſind weit davon entfernt, dieſe Haltung
Deutſchlands für unvernünftig zu halten.
Das Blatt fährt fort: Das Schickſal Europas hängt von
dem Ergebnis der direkten Verhandlungen zwiſchen
Ruß=
land und Oeſterreich=Ungarn ab, von denen natürlich
kei=
nes den Einflüſſen oder Anregungen von Freunden und
Verbündeten verſchloſſen iſt. Wenn Oeſterreich=Ungarn
mit Deutſchlands Billigung beſchloſſen hat, wenigſtens in
ſeiner ſerbiſchen Kampagne vorwärts zu gehen, ſo muß
Rußland erwägen, ob der europäiſche Frieden vernichtet
werden ſoll, um der Kampagne in dieſem Stadium
Ein=
halt zu tun. Wenn wir alle Umſtände berückſichtigen, ſo
können wir nicht finden, daß das geſchehen müßte, wenn
Oeſterreich=Ungarn ſein Verſprechen, das Territorium und
die Unabhängigkeit Serbiens nicht zu beeinträchtigen, auf
eine feſte Baſis ſtellt. — Die Daily News ſchreiben:
Was England betrifft, ſo iſt es undenkbar, daß wir uns
in einen ſolchen Streit ziehen laſſen ſollen. Der Gedanke, daß
wir britiſches Blut und Gut opfern ſollen, um Rußland
im Balkan feſtzuſetzen, würde für ein demokratiſches Volk
eine unbegreifliche Beleidigung ſein. Unſere Hände ſind
in dieſer Frage frei und wir müſſen Sorge tragen, daß ſie
frei bleiben. — Der Standard fragt, ob Rußland und
Europa ſich nicht mit der öſterreichiſch=ungariſchen
Erklä=
rung zufrieden geben können, daß die Doppelmonarchie
keine territoriale Ausdehnung beabſichtige. Wir mögen
mit Serbien ſympathiſieren oder glauben, daß es eine
wohlverdiente Züchtigung erhält. Aber es iſt niemandes
Aufgabe, es zu ſchützen, und keine Macht iſt verpflichtet,
einzugreifen, wenn Oeſterreich=Ungarn ſich auf die
poli=
tiſche Linie beſchränkt, die es gezogen hat. Unter
ähn=
lichen Umſtänden würde jede Großmacht, die von einer
kleineren Macht beleidigt oder beläſtigt wird, dasſelbe tun
Wir haben genau dieſelbe Anſicht vertreten, als wir in
den Krieg gegen die Burenrepublik zogen. — Die Daily
Mail ſagt: Deutſchland hat den Vorſchlag Sir
Edward Greys abgelehnt, aber in vollkommen
freund=
licher Art mit der ſehr vernünftigen Begründung, daß die
Beſprechungen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Rußland
den britiſchen Vorſchlag unnötig machen. — Der Daily
Graphic ſagt: Oeſterreich=Ungarn muß von ſeinen
Freunden und Verbündeten geraten werden, ſeine
Am=
bitionen in vernünftigen Grenzen zu halten. Jedenfalls
muß Rußland von ſeinen Freunden in der Tripelentente
geraten werden, daß es nicht nur ſeinem Schützling Ser=
bien gut zuredet, ſondern daß es Sorge trägt, daß ſeine
Stel=
lung als Vorkämpfer der ſlawiſchen Raſſe keine
Heraus=
forderung des Germanentums werde.
Preßſtimmen zur Kriegserklärung.
* Zu der öſterreichiſch=ungariſchen
Kriegs=
erklärung ſagt der Berl. Lokal=Anzeiger:
An der politiſchen wie diplomatiſchen Lage dürfte dieſer
offizielle Akt der Donaumonarchie kaum etwas ändern.
Die Bekanntgabe der Kriegserklärung iſt aber geeignet,
die unbeugſame Entſchloſſenheit allen denjenigen noch
ein=
mal deutlich vor Augen zu führen, die vielleicht noch immer
von einem Zaudern Wiens geträumt hatten. Wir können
ruhig warten, wie die Kriegserklärung in den anderen
Ländern aufgenommen werden wird. In Rußland wird
man vielleicht am meiſten geneigt ſein, in dem Vorgehen
Oeſterreichs eine Herausforderung des geſamten
Slawen=
tums zu erblicken. Leider haben alle bisherigen
Verſiche=
rungen gegen eine ſolche Auffaſſung nichts verſchlagen.
Von den verantwortlichen Leitern der ruſſiſchen Politik
darf man aber heute noch erwarten, daß ſie ſich
Erwägun=
gen rein ſentimentaler Natur weniger zugänglich erweiſen
werden, als ein gewiſſer Teil der dortigen Volkskreiſe,
Noch beſteht die Hoffnung, daß Kaiſer Nikolaus von den
friedlichen Geſtaden der finnländiſchen Küſte aus das
er=
löſende Wort ſprechen wird. — In der Tägl.
Rund=
ſchau heißt es: Man kann dieſen weiteren Schritt nur
gut heißen, und nur billigen, da Oeſterreich über
diploma=
tiſche Windungen nicht ſein Unternehmung voll Mark
und Nachdruck will einbüßen laſſen. Habsburgs Fahnen
wehen in den Krieg. Unſer Wunſch heißt: Sieg einer
gu=
ten reinlichen Sache über einen Staat, der zu einer
Orga=
niſation des Verbrechens geworden iſt. — Die
Kreuz=
zeitung äußert: Mehr und mehr drohte durch die
Ein=
miſchung des gänzlich unbeteiligten Rußlands die
poli=
tiſche Frageſtellung dahin abgeändert zu werden, ob
Oeſterreich=Ungarn das Recht habe, nach eigenem Ermeſſen
und nach der Maßgabe ſeiner Notwendigkeiten eine von
aller Welt als richtig anerkannte Rechnung mit einem
Nachbarlande ins Reine zu bringen. Auf dieſe in dem
Kon=
ferenzvorſchlage Greys zum Ausdruck kommende Frage
hat die öſterreichiſche Regierung nunmehr die einzig
ge=
gebene und einzig würdige Antwort gefunden. — Im
Tag ſchreibt Generalfeldmarſchall Freiherr von der Goltz:
Der nichtswürdige Mord von Serajewo ſei das Signal
für den Beginn des Wiederaufbaues des Reiches Stefan
Duſchans geweſen. Südſlawiſcher Selbſtüberſchätzung
liege derartiges gar nicht fern. Das erkläre die Schärfe in
Oeſterreichs Vorgehen und rechtfertige ſie. Wir Deutſchen
ſeien wahrlich friedlich genug geweſen und nun ſtänden
auch wir unmittelbar vor der Möglichkeit eines großen
und ſchweren Krieges.
Die Wiener Zeitung ſchreibt: In einer guten
und gerechten Sache greift Oeſterreich=Ungarn zum
Schwert. Die Verantwortung für die Folgen trifft allein
das Haupt der Schuldigen. In bewundernswerter
Ein=
mütigkeit ſcharen ſich die Völker der Monarchie um ihren
heißgeliebten Herrſcher, um das ruhmvolle alte Panier.
Doch auch von jenſeits der Reichsgrenzen treffen
herz=
erfreuende Kundgebungen von verſtändnisvoller
Sym=
pathie und zahlloſe begeiſterte Zuſtimmungen ein, die
dem urſprünglichſten Volksempfinden entſtammen. Sie
kommen insbeſondere aus dem verbündeten Deutſchen
Reiche und bezeugen in Verbindung mit der wertvollen
feierlichen Zuſage der italieniſchen Regierung, daß unſere
Freunde und Verbündeten die lautere Gerechtigkeit
un=
ſeres Kampfes vollauf würdigen. Das Blatt ſchließt:
Das Ziel des uns aufgezwungenen Kampfes iſt die
dauernd gewährleiſtete Erhaltung eines ehrenvollen
Friedens. — Das Fremdenblatt ſchreibt: Der Krieg
iſt erklärt. Für die Bevölkerung Oeſterreich=Ungarns gab
es ſchon ſeit Tagen keinen Zweifel mehr, daß er
unab=
wendbar war. Die Stimmung des Volkes, die mit Wucht
hervorbrach, gab dem Entſchluſſe der Regierenden die
Weihe. Das Volk fühlte weder Schwanken noch Zagen.
Für das Volk war der Krieg ſchon da. Nun iſt er
Tat=
ſache auch für Europa. Europa ſieht jetzt noch etwas
an=
deres: es ſieht, daß Oeſterreich=Ungarn nicht nur eine
politiſche und ſtaatsrechtliche, ſondern auch eine
volkstüm=
liche Realität iſt. Unſere Monarchie iſt diesmal
gefühls=
mäßig eine Einheit. Die Legende von der Ohnmacht nach
außen iſt zerſtört. Die Propaganda, welche die
Los=
reißung unſerer ſüdſlawiſchen Länder und ihre
Vereini=
gung mit dem Königreiche der Karageorgiewitſch anſtrebt,
ſetzt in ihrer ſchablonenhaften Auffaſſung der
Umgeſtal=
tungen des vorigen Jahrhunderts eine ungemeſſene
Ex=
panſionsfähigkeit des großſerbiſchen Gedankens voraus, der
durch die Niederwerfung und Vernichtung Oeſterreich=
Un=
garns verwirklicht werden ſoll. Aber dieſer Gedanke muß
ſchei=
tern an der geſamten Kraft unſerer Monarchie, welche, wie
die Welt jetzt erkennt, von aus der Tiefe ſprudelnden
Quellen des Volksgefühls genährt iſt. Wir hätten uns
ſelbſt aufgegeben, wenn wir noch gezögert hätten, oder
wenn wir verhandelt hätten, ſtatt zu handeln. Das
Fremdenblatt ſchließt: Die Völker Oeſterreich=
Un=
garns bleiben dem oberſten Kriegsherrn Dank dafür
ſchul=
dig, daß er den großen Entſchluß gefaßt hat, von deſſen
Durchführung uns jetzt nichts mehr zurückhalten kann.
Jetzt darf es nur einen Gedanken geben: Vorwärts! Der
Kaiſer erwartet und die ganze Monarchie erwartet, daß
jeder, der ins Feld zieht, das Seinige tut und daß unſere
Truppen ihre Fahnen mit Ruhm wieder in ihre Heimat
bringen. Der Kaiſer ſchickt ſeine Soldaten zum Siege
und ſiegreich werden ſie zurückkehren.
Die Haltung Rußlands.
* Die Wiener Allgemeine Zeitung vom Mittwoch
ſchreibt anſcheinend nach Informationen von beſonderer
Seite: Ueber die Haltung Rußlands iſt zur
Stunde hier nichts bekannt. Die Nachricht, daß die
ruſſiſche Regierung irgend welche Mobiliſierungsorders
erteilt habe, hat bisher noch keine Beſtätigung gefunden=
Wir und auch die übrigen Mächte ſind durch unſere
Ver=
treter am Petersburger Hofe über die Vorgänge in
Ruß=
land, ſoweit ſie ſich nicht überhaupt der Kenntnis
ent=
ziehen, vollkommen unterrichtet. Es iſt aber unmöglich,
irgend welche Prognoſen zu ſtellen. Die politiſche
Situa=
tion iſt ja heute derart, daß ſich das Bild in kürzeſter Zeit
zu verſchieben vermag, weshalb es nicht angeht, auch nur
für die nächſten Tage etwas beſtimmtes vorauszuſagen.
Vorläufig bewegt ſich der Verkehr zwiſchen Rußland und
Oeſterreich auf der gewohnten freundſchaftlichen Baſis.
Deutſches Reich.
Der Zigarettenmonopolplan. Die
Nachricht von der Einführung eines Zigarettenmonopols
hat das Zentralorgan für die geſamte Tabakbranche
Ver=
einigte Tabak=Zeitungen veranlaßt, im Reichsſchatzamt
anzufragen, was daran Wahres ſei. Unterſtaatsſekretär
Jahn hat darauf erklärt: „Man weiß heute noch nicht,
wie ſich die Regierung den aufgetauchten Projekten, dem
Zigarettenmonopol oder der Erhöhung der
Banderplen=
ſteuer, gegenüber verhalten wird. Die Finanzverwaltung
eines Reiches hat die Pflicht, Steuerprojekte, die ihr
zu=
gänglich gemacht werden, im Intereſſe der Reichsfinanzen
zu prüfen. So wird es auch mit den Entwürfen und
Pro=
jekten geſchehen, die uns aus Intereſſentenkreiſen
zugegan=
gen ſind. Das Reichsſchatzamt ſelbſt beſitzt keinen
ausge=
arbeiteten Entwurf. Man weiß heute noch nicht, wann
das Reich großer Mittel bedarf und ob es ſchon jetzt
ge=
neigt ſein wird, dem Drängen von verſchiedenen Seiten
nachzugeben. Es läßt ſich um ſo weniger etwas ſagen,
als der Finanzbedarf des Reiches für 1915 noch nicht
feſt=
geſtellt iſt. Beim Zuſammentritt des Reichstages im
Herbſt wird ſich vorausſichtlich eine Klärung der ganzen
Frage ergeben. Irgendwelche Beſchlüſſe liegen bisher nicht
vor.”
— Für die Beamten zur Veranlagung
des Wehrbeitrages ſind, wie Berliner Blätter
mel=
den, außerordentliche Vergütungen vorgeſehen. Im
gan=
zen ſind etwa 2000 mittlere Beamte bei der Veranlagung
tätig geweſen, und es ſollen diejenigen Beamten mit
be=
ſonderen Zuwendungen bedacht werden, die ſich bei dem
Veranlagungsgeſchäft beſonders hervorgetan haben.
Es iſt in Ausſicht genommen, als höchſte Zuwendung für
den Beamten 300 Mark zu gewähren. In der Gewährung
von beſonderen Vergütungen liegt das Anerkenntnis, daß
die bei den Veranlagungskommiſſionen tätigen Beamten
infolge des Veranlagungsgeſchäfts zum Wehrbeitrag eine
ganz beſondere Belaſtung an Arbeit erfahren haben.
Viel=
fach hat ſich auch ein Mangel an Beamten geltend gemacht,
ſo daß die Klagen hierüber nicht unberechtigt ſind. Eine
etatsmäßige Anſtellung von Beamten konnte bei der
Wehr=
beitragsveranlagung aber nicht in Frage kommen, da es
ſich um eine einmalige Maßnahme handelte. Auch iſt
man den Anträgen der Regierungen um Ueberlaſſung von
außerordentlichen Hilfsarbeitern nach Möglichkeit
ent=
gegengekommen. Es wurden 652 Arbeitskräfte von den
Regierungen zur Uebernahme der Arbeiten für notwendig
Wie der Krieg beginnt.
*⁎* Wieder lodert die Kriegsfackel in Europa
auf; die erſten Schüſſe in dem Ringen zwiſchen
Oeſter=
reich und Serbien ſind bereits gefallen und größere
mili=
täriſche Ereigniſſe bereiten ſich vor. Das achte oder gar
das neunte Mal ſeit 1870 — denn es hat ja zwei
Balkan=
kriege gegeben — ſind hier europäiſche Völker in große
kriegeriſche Konflikte verſtrickt, von den Kolonialkriegen
kleinerer Art ganz zu ſchweigen, deren Zahl Legion iſt.
Der Beginn des Krieges hat in jüngſter Zeit viel von den
feierlichen Formen internationaler Höflichkeit verloren,
die ihn früher einleiteten. Auch diesmal hat noch eine
offizielle Kriegserklärung ſtattgefunden; das letzte
Doku=
ment dieſer Art wurde von Frankreich 1870
Deutſchland zugeſtellt, und dieſe geſchah erſt, acht Tage
nach dem die Mobilmachungen auf beiden Seiten
begon=
nen hatten. Aber auch nach dieſer förmlichen
Kriegs=
erklärung am 19. Juli, ja nachdem bereits im weſentlichen
der Aufmarſch der Armeen erfolgt war, bewahrten beide
Teile noch eine abwartende Haltung. Das erſte Geplänkel
entwickelte ſich am 27. Juli zwiſchen einer Schwadron
des franzöſiſchen Generals de Bernis und einer zur
Auf=
klärung ausgeſandten badiſchen Schwadron in der Nähe
von Niederborn, in dem waldigen Gebiet bei Hagenau.
Auf deutſcher Seite wurden zwei Offiziere getötet und elf
Soldaten gefangen genommen, während die Franzoſen
fünf Mann verloren. Doch kann man in dieſem
unbedeu=
tenden Zuſammenſtoß noch kaum den Beginn der
Feind=
ſeligkeiten zwiſchen den beiden Nationen erblicken; in
Wahrheit begann der Krieg am 2. Auguſt, als Kaiſer
Na=
voleon, um endlich eine Siegesnachricht nach Paris
tele=
graphieren zu können, die völlig zweckloſe Beſetzung von
Saarbrücken anordnete. An dieſem Tage drängte das
Korps des franzöſiſchen Generals Froſſard den winzigen
Beobachtungspoſten des Oberleutnants von Peſtel von den.
Höhen vor Saarbrücken hinunter, und damit war der
Krieg tatſächlich eröffnet.
Ueberraſchender vollzog ſich der Beginn des
ruſſiſch=
türkiſchen Krieges von 1877. Seit langem
waren die Beziehungen zwiſchen Rußland und der
Tür=
kei geſpannt, und die Diplomatie hatte bereits alle
fried=
lichen Mittel erſchöpft. Als man von einem drohenden
Ultimatum ſprach, ſchien ſich plötzlich noch alles zum Guten
zu wenden, und ein Vergleich wurde angebahnt. Doch die
Hoffnung war nur kurz. Einige Tage ſpäter, am 24. April,
drangen die ruſſiſchen Truppen von Alexandropol nach
Nulla=Muſſa und Schuragu vor, wobei ſie 100 Gefangene
machten; dann breiteten ſie ſich breiter nach Kizil=
Tſcheſt=
ſchack aus und beſetzten das türkiſche Lager von
Muk=
haſters. Trotz der furchtbaren Regengüſſe des Frühlings
ſetzten ſie ihren Marſch mit der gleichen Schnelligkeit fort;
zu größeren Gefechten kam es freilich erſt im Juli
des=
ſelben Jahres. Der ſerbiſch=bulgariſche Krieg
von 1885 begann mit der Einnahme eines ganz kleinen
bulgariſchen Poſtens an der Grenze in der Umgegend von
Trune durch die Serben; die ſerbiſchen Truppen blieben
hier mehrere Tage ruhig ſtehen und ließen den Bulgaren,
deren Lage wegen innerer Wirren und türkiſcher
Droh=
ungen ſehr ungünſtig war, vom 26. Oktober bis zum 15.
November Zeit, ſich zu ſammeln und zu kräftigen. Am
15. November drangen dann die Bulgaren plötzlich bei
Wiaſſna zwiſchen Wranja und Trune auf ſerbiſches
Ge=
biet. Nunmehr erließ König Milan, der ſich in Niſch
be=
fand, an ſeine Truppen den Befehl, die Grenze zu
über=
ſchreiten, während er ſich ſelbſt nach Pirot begab. Nun
erſt begannen die eigentlichen Kämpfe. Bei dem
grie=
chiſch=türkiſchen Krieg von 1897 läßt ſich das
Einſetzen der kriegeriſchen Verwicklungen ſchwer
beſtim=
men, denn die Türken kämpften damals bereits ſeit langem
gegen die aufſtändiſchen Banden in Mazedonien und
Epirus, und der Krieg war eigentlich nur eine Fortſetzung
dieſer Gefechte. Nachdem am 19. April die dipkomatiſchen
Beziehungen offiziell abgebrochen waren, befahl die Pforte
noch an demſelben Tage Edhem Paſcha, die Offenſive zu
ergreifen. Eine Abteilung griechiſcher regulärer Truppen
und ſiziliſcher Freiwilliger hatte ſich bis Karga vorgewagt;
ſie wurde ſofort zurückgeworfen, und das Feuer der
Tür=
ken dehnte ſich nun über die ganze theſſaliſche Linie aus.
Auch im Burenkriege hatten bereits vor dem
eigent=
lichen Kriegsausbruch Kämpfe zwiſchen den Engländern
und Buren ſtattgefunden; doch wird man hier den 13.
Oktober 1899 als Beginn des Krieges anſehen können,
denn an dieſem Tage erfolgte der offizielle Angriff des
Majors Baden=Powel, der die britiſchen Truppen des
Gebietes von Mafeking befehligte. Als Erwiderung auf
dieſen Angriff ließ der Burengeneral Cock die Stadt
an=
greifen, und am 20. Oktober erlitten dann die Engländer
die erſte Niederlage am Talanahügel.
Der überraſchendſte und ſchnellſte Angriff, mit dem
ein moderner Krieg eröffnet wurde, war der der Japaner im
ruſſiſch=japaniſchen Kriege. An dem Tage
noch, an dem die ruſſiſche Regierung den Abbruch der
diplomatiſchen Beziehungen erklärte, am 7. Februar 1904,
landete ein japaniſches Expeditionskorps bei Moſampho
an der Küſte von Korea. In der Nacht des folgenden
Tages vollzog ſich dann der Ueberfall gegen die auf der
Reede von Port Arthur liegende ruſſiſche Flotte, die durch
die japaniſchen Torpedos und Minen furchtbare Verluſte
erlitt. Nach dieſer Eröffnung des Krieges durch eine
See=
ſchlacht verging dann freilich ein Vierteljahr, bevor die
Japaner an den Feind herankommen konnten, und ſie
er=
öffneten den Landkrieg erſt am 1. Mai, als Kuroki den
Jalu bei Witſchu überſchritt. Auch im Balkankriege
verging einige Zeit, bevor die feindlichen Truppen
auf=
einander ſtießen. Am 30. September 1912 machten
Bul=
garien und Serbien, am Tage darauf Griechenland und
Montenegro mobil. Montenegro erklärte als erſter Staat
den Türken den Krieg und begann am 8. Oktober an der
Nordweſtgrenze der Türkei die Feindſeligkeiten.
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Inli 1914.
Seite 3.
erachtet, und ſeitens der Zentralbehörde ſind 620 für dieſe
Zwecke den Regierungen überwieſen worden. Die Zahl
ſtellte das äußerſte dar, was abgegeben werden konnte.
— Die Ausprägung neuer Denkmünzen
ſteht in nächſter Zeit nicht zu erwarten. Ueber die ſonſtige
Ausprägung von neuen Münzen iſt zu bemerken, daß der
Bedarf an Silbermünzen in fortwährendem Steigen
be=
griffen iſt. In dieſem Jahre werden 20 Millionen Mark
Silbermünzen ausgeprägt werden, nachdem die
entſpre=
chende Vorlage vom Bundesrat genehmigt iſt. Der
Münz=
gewinn, der aus den Silbermünzen erzielt wird, wird
zur Schaffung der anzuſammelnden Silberreſerve, die
ge=
ſetzlich die Höhe von 120 Millionen Mark erreichen ſoll,
und zur Stärkung der finanziellen Kriegsbereitſchaft dient,
verwendet.
— Denkſchrift über die Lage des
Mit=
telſtandes. Der reichsdeutſche Mittelſtands=Verband
hat beim Reichsamt des Innern den Wunſch
ausgeſpro=
chen, durch eine Abordnung des Verbandes die
Verhält=
niſſe des Mittelſtandes darlegen zu können. Das
Reichs=
amt des Innern hat ſich zu einer ſolchen Beſprechung unter
der Vorausſetzung bereit erklärt, daß ihm vorher die
Punkte, deren Erörterung der reichsdeutſche Mittelſtands=
Verband für notwendig erachtet, in einer Denkſchrift
mit=
geteilt werden. Es wird deshalb vom Verbande eine
ſolche Denkſchrift, die eine Reihe von Fragen aus dem
Gebiete der Mittelſtandsintereſſen berührt, gegenwärtig
bearbeitet und Anfang Auguſt dem Reichsamt des
In=
nern vorgelegt werden.
— Die vaterlandsfeindlichen
Kund=
gebungen der Sozialdemokratie. Die in
nationalen Blättern aufgeworfene Frage, weshalb
die Behörde in dieſer Zeit der politiſchen Spannung die
das Anſehen Deutſchlands herabſetzenden und
ſchädigen=
den und zum Teil mit den Feinden Oeſterreichs
ſympathie=
ſierenden Kundgebungen der Sozialdemokratie nicht
ver=
hindert, wird von Berliner Blättern dahin beantwortet,
daß die Behörde auf dem Standpunkt ſtehe, daß dieſe
Proteſtverſammlungen, die ihre Fortſetzung finden ſollen,
nach den Beſtimmungen des Reichsvereinsgeſetzes nicht
verboten werden können, nachdem durch das gegenwärtige
Reichsvereinsgeſetz die frühere Berechtigung der
Behör=
den zu Präventivmaßnahmen in politiſch bewegten Zeiten
in Wegfall gekommen iſt. Dagegen ſollen öffentliche
Auf=
züge verboten werden.
Ausland.
Frankreich.
Die militäriſche Kommiſſion, die
beauf=
tragt iſt, im öſtlichen Gebiete insbeſondere die
befeſtig=
ten Plätze und Vorräte zu unterſuchen, inſpizierte vom
17. bis 27. Juli die großen feſten Lager im Oſten. Die
Agence Havas iſt in der Lage, verſichern zu können, daß
der Bericht der Kommiſſion, obwohl er in einigen
un=
weſentlichen Punkten die Unvollkommenheiten beſtätigt,
die kürzlich auf der Kammertribüne eingehend beſprochen
wurden, aber von einer in unaufhörlichem Fortſchritte
be=
findlichen Organiſation untrennbar und auf die
Geſamt=
heit der Militärmacht des Landes ohne entſcheidenden
Einfluß ſind, im übrigen feſtſtellt, daß die unterſuchten
Plätze mit Vorräten, Waffen und den notwendigen
Ver=
teidigungsmitteln genügend verſehen ſind, um vollkommen
die Aufgabe erfüllen zu können, deren Löſung von ihnen
erwartet wird
Afrika.
Marokko. Aus Rabat wird gemeldet, daß es am
25. Juli im Innauentale zu einem neuen Kampfe zwiſchen
franzöſiſchen Truppen und den Riata=Leuten gekommen
ſei. Die letzteren wurden mit großen Verluſten
zurückge=
ſchlagen; die Franzoſen hatten ſechs Tote. Der Kampf
war erbittert und mußte in einem ſchwierigen Gelände
ge=
führt werden. Die Truppen gingen mehrfach mit dem
Bajonett vor. Abends machten die Riata einen neuen
An=
griff. In dem Kampfe, der ſich entſpann, hatten die
Fran=
zoſen 56 Tote und 90 Verwundete.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Juli.
* Vom Hofe. Gräfin Collalto iſt Dienstag
mittag 12¾ Uhr zum Beſuch in Jagdſchloß Wolfsgarten
eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberleutnant
v. Kleinſchmit vom Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25, den Oberleutnant
Gall vom Infanterie=Regiment Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, beide kommandiert zur Kriegsakademie
und zur Dienſtleiſtung beim Leib=Dragoner=Regiment
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24; den Oberleutnant Freiherrn
v. Lersner vom Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, kommandiert zur Kriegsakademie und zur
Dienſtleiſtung beim 1. Naſſauiſchen Feld=Artillerie=
Regi=
ment Nr. 27 Oranien; den Oberleutnant Brunner von
der Großh. Heſſ. Train=Abteilung Nr. 18; die Leutnants
Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim, v. Andrege, Buck, Opel,
Pferdmenges (Ernſt), v. Maſſow, v. Rottenburg und
Martius, von der Reſerve des Leib=Dragoner=Regiments
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, zurzeit zur Uebung einberufen;
den Oberleutnant der Landwehr=Kavallerie Diller, den
Oberleutnant Moench und den Leutnant Rieſe von der
Reſerve der Großh. Heſſ. Train=Abteilung Nr. 18, zurzeit
zur Uebung einberufen; zum Vortrag den
Staats=
miniſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den
Vorſtand des Kabinetts Wirkl. Geheimrat Römheld.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Lehrer Wilhelm Strack
zu Orleshauſen anläßlich ſeines 50jährigen
Dienſt=
jubiläums am 11. Juli l. Js. das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Johann
Troll zu Ober=Erlenbach, Kreis Friedberg, eine
Lehrer=
ſtelle an der Volksſchule zu Urberach, Kreis Dieburg;
dem Lehrer Friedrich Anton Spielmann zu
Engel=
thal, Kreis Büdingen, eine Lehrerſtelle an der katholiſchen
Volksſchule zu Heldenbergen, Kreis Friedberg; dem
Lehrer Joſeph Wehrle zu Urberach, Kreis Diebura,
die erledigte Lehrerſtelle an der katholiſchen Volksſchule
zu Engelthal, Kreis Büdingen; dem
Schulamts=
aſpiranten Friedrich Haſſinger aus Dienheim, Kreis
Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Schornsheim, in demſelben Kreiſe, und dem
Schulamts=
aſpiranten Joſeph Stumm aus Gernsheim, Kreis Groß=
Gerau, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Münſter,
Kreis Dieburg.
* Staatsminiſter Dr. von Ewald iſt nach
Darm=
ſtadt zurückgekehrt.
* Zur Beachtung! Um unſere Leſer auch in
den ſpäten Abendſtunden über die neueſten Ereigniſſe
ſchnellſtens zu unterrichten, haben wir die Einrichtung
getroffen, daß bei den zu dieſer Zeit eintreffenden
wichtigen Nachrichten die Bogenlampen am
Tagblatthaus brennen. Wenn die Lampen nicht
brennen, liegt nichts Wichtiges vor.
Mahnung an die Beſitzer von Spargeldern.
Angeſichts der drohenden Kriegsgefahr hat ſich des
ſparenden Publikums eine lebhafte Beunruhigung
be=
mächtigt, die in manchen Städten in einem Anſturm
auf die Sparkaſſe zum Ausdruck gekommen iſt. Es
erſcheint daher dringend geboten, das Publikum auf das
Unbeſonnene einer ſolchen Handlungsweiſe
hinzu=
weiſen. Die öffentlichen mündelſicheren
Sparkaſſen bieten dem Sparer beſonders
in Zeiten der Gefahr, abſolute Sicherheit
für ſeine Anlagen. Ein Verluſt iſt auch im Falle
eines Krieges vollſtändig ausgeſchloſſen. Als
Sicherheit für die Einlagen haften neben den
mündel=
ſicheren Anlagewerten in Hypotheken und Staatspapieren
die eigenen, erheblichen Reſerven der Kaſſe, ſowie die
Stadt Darmſtadt mit ihrem geſamten Vermögen und
ihrer Steuerkraft. Die Meinung, daß die Spargelder
vielleicht zu Kriegszwecken verwendet werden könnten,
iſt irrig. Die Sparkaſſengelder ſind Privateigentum
und in Kriegszeiten nach Völkerrecht unantaſtbar. Das
Publikum ſollte daher viel eher alle ſeine Barmittel zur
Sparkaſſe tragen und nur nach Bedarf abheben. Es iſt
dringend anzuraten, im Kriegsfalle nur die notwendigſten
Barmittel zu Hauſe zu behalten, um der Gefahr zu
ent=
gehen, daß die Gelder geſtohlen werden oder verloren
gehen. Die Sparkaſſe wird auch in Kriegszeiten genau
wie im Frieden für das Publikum geöffnet ſein.
— Eine Hauskollekte des Heſſiſchen Diakonievereins
wird zurzeit mit Genehmigung der Großh. Kreisämter
in den Gemeinden eingeſammelt. Ein Flugblatt, das eine
Ueberſicht über die im letzten Jahre geleiſtete Arbeit gibt,
orientiert über die Zunahme beſonders der Arbeiten in
unſeren heſſiſchen bürgerlichen und Kirchen=Gemeinden.
Allen Gebern wird es ausgehändigt. Es wird durch die
Arbeit des Heſſiſchen Diakonievereins, Arm in Arm mit
den anderen Verbänden, von Jahr zu Jahr leichter, dem
vorhandenen Schweſternbedarf zu genügen. Vor allem
aber werden nicht allein zahlenmäßig die nötigen
Schwe=
ſtern geſtellt, ſondern es werden nur ſolche in die Arbeit
eingeführt, die eine allen Anſprüchen gerecht werdende
Vorbildung ſich angeeignet haben. Die Schweſternzahl
ſteigt von Jahr zu Jahr. Wenn unſere evangeliſchen
Ge=
meinden tatkräftig die Arbeit des Heſſiſchen
Diakonie=
vereins fördern, ſo haben ſie ſelbſt den größten Gewinn
davon.
* Die Turngeſellſchaft Darmſtadt begeht am Sonntag,
den 2. Auguſt, von nachmittags 4 Uhr ab, ihr
Sommer=
feſt im Turnhauſe (Mathildenhöhſaal) mit Konzert,
tur=
neriſchen Vorführungen, Geſangsvorträgen, Kinderſpielen,
Tombola uſw. Nach dieſen Veranſtaltungen iſt Ball.
g. Fliegerabſturz. Geſtern abend kurz nach 6 Uhr
ſtürzte am Gräfenhäuſer Weg ein Flugapparat der
hie=
ſigen Fliegertruppe aus bedeutender Höhe ab.
Der Führer, Leutnant Scheurlen, vom Grenadier=
Regiment Königin Olga (1. Württembergiſches Nr. 119),
erlitt einen einfachen Unterſchenkelbruch und leichte
Verletzungen am Kopfe. Der begleitende Unteroffizier
ſprang aus dem Apparate, als dieſer ſich noch einige Meter
über dem Erdboden befand, und kam mit einfachen
Haut=
abſchürfungen davon. Herr Dr. Hüffell war zufällig
in der Nähe der Unfallſtelle und konnte dem verunglückten
Offizier ſofort einen Notverband anlegen. Die
Ret=
tungswache, die wenige Minuten nach dem Unfall mit dem
Krankenautomobil erſchienen war, ſorgte für die
Ueber=
führung des verletzten Fliegers nach dem Lazarett. Der
Apparat iſt völlig zertrümmert. Der Unfall
wurde veranlaßt durch einen Motordefekt.
gs. Unfall. Geſtern vormittag geriet in einer hieſigen
Keſſelfabrik ein Schloſſer zwiſchen einen Kran und
erlitt einen Oberarmbruch und Verletzungen am
Bein. Der Verunglückte wurde von der Rettungswache
mit dem Krankenkraftwagen nach dem Krankenhauſe
über=
geführt.
* Der Hofheimer Mörder. Der Bäckergeſelle
Flörſch, der den Bäckermeiſter Back und deſſen Frau
und Tochter in Hofheim ermordet hat, wurde nach Alzey
in die Irrenanſtalt zur Unterſuchung ſeines
Geiſtes=
zuſtandes gebracht.
* Konzerte uſw. Im Ausſtellungsreſtaurant
der Künſtlerkolonie wird heute, Donnerstag, ein
größeres Militärkonzert patriotiſchen
Charak=
ters ſtattfinden. Es ſei auch an dieſer Stelle beſonders
auf die Veranſtaltung hingewieſen. Bei ungünſtiger
Wit=
terung findet dieſes Konzert Freitag ſtatt.
Groß=Gerau, 29. Juli. (Zwei jugendliche
Fahrradmarder) wurden hier auf friſcher Tat
er=
tappt und feſtgenommen. Die beiden kleinen Spitzbuben,
von denen der eine 12 Jahre alt iſt, während der andere
erſt 7 Jahre zählt, ſtahlen vor einem Hauſe ein gut
er=
haltenes Fahrrad und machten ſich daran, es zu verkaufne.
Dabei ertappte ſie die Polizei. Hier ſcheinen ſie nun aber
falſche Namen angegeben zu haben, da ihre Eltern in
Kaſtel, wo ſie angaben, her zu ſein, trotz aller
Bemühun=
gen nicht aufgefunden werden konnten.
Zellhauſen bei Offenbach, 29. Juli. (Diebſtähle.)
Hier fanden in den letzten Tagen durch die
Staatsanwalt=
ſchaft Ermittelungen ſtatt, da in der letzten Zeit
wieder=
holt auffallende Diebſtähle vorkamen, aus denen man
ſchließen mußte, daß nur eingeweihte Perſonen aus dem
Ort ſelbſt die Täter waren. So wurden auch in der letzten
Woche einem Landwirt am hellen Tage aus dem Zimmer
700 Mark geſtohlen und wurde auch ein etwa 17 Jahre
alter Arbeiter feſtgenommen, der der Tat verdächtig
er=
ſcheint er mußte aber nach den Ermittelungen der
Staats=
nwaltſchaft wieder entlaſſen werden. Die
Nachforſchun=
gen nach dem frechen Dieb werden mit Eifer fortgeſetzt.
Feuilleton.
CK Die Koſten des Weltkrieges. Was Oeſterreich=
Un=
garn ein Krieg koſtet, darüber hat ſich der öſterreichiſche
Finanzminiſter im Reichsrat einmal ausgeſprochen, indem
er erklärte, man werde für jeden Mann der Armee täglich
10 Mark brauchen, wobei die Summen für Penſionen,
Entſchädigungen und andere aus einem Kriege
entſtehen=
den Ausgaben nicht mitgerechnet ſind. Ein Krieg von
6 Monaten Dauer, in dem 2 Millionen Soldaten mobil
gemacht wären, würde alſo nach dieſer Schätzung
3 600000 000 Mark verſchlingen. Von dieſer heute ſo
be=
ſonders aktuellen Feſtſtellung geht der engliſche
Finanzfach=
mann Edgar Crammond in einer intereſſanten
Betrach=
tung über die Koſten eines Zukunftskrieges aus, die er in
der Quarterly Review veröffentlicht hat. Er ſucht zunächſt
die Summen feſtzuſtellen, die einige der großen Kriege der
jüngſten Vergangenheit verſchlungen haben. So berechner
er die Geſamtverluſte Frankreichs an getöteten,
verwun=
deten und gefangenen Mannſchaften während des
deutſch=
franzöſiſchen Krieges auf 21500 Offiziere und 702000
an=
dere Soldaten. An Geld hat Frankreich der Krieg
1088 000000 Mark gekoſtet, während ſich die Ausgaben
Deutſchlands für das Militär auf 1550000000 Mark
be=
liefen. Die Verluſte an Soldaten betrugen für
Deutſch=
land 6247 Offiziere und 123 400 Mannſchaften. Der
ſüd=
afrikaniſche Krieg, der 31 Monate dauerte und England
an Soldaten ungefähr 44700 Mann koſtete, hat nach den
Berechnungen des großbritanniſchen Schatzamtes eine
Geldſumme von 4 220000000 Mark verſchlungen. Der
ein=
einhalb Jahre dauernde ruſſiſch=japaniſche Krieg brachte
Japan an Soldaten einen Verluſt von 135000 Mann; die
direkten Kriegskoſten betrugen für die japaniſche Regierung
4060000000 Mark. Rußland hatte an verwundeten,
ge=
töteten und gefangenen Soldaten 350000 Mann zu be
klagen; die direkten Koſten, die die Ruſſen aufbringen
mußten, belaufen ſich auf rund 6 Milliarden Mark. Nach
den Schätzungen des Verfaſſers müſſen die Summen, die
Deutſchland in den erſten ſechs Wochen nach Erklärung
eines Krieges aufzubringen hätte, mit 2 450000000 Mark
angeſetzt werden.
Jedenfalls iſt anzunehmen, daß die Ausgaben
die ein großer Staat machen muß, bei jedem
künftigen Kriege während des erſten Vierteljahres nicht
niedriger als mit 2 Milliarden Mark beziffert werden
kön=
nen. Dazu kommen dann noch die Materialſchäden, die
ein Staat allein an ſeiner Wehrmacht erleiden kann. Ganz
ungeheuer kann der Schaden ſein, der durch Zerſtörung der
Flotte angerichtet wird. Grammont berechnet die Koſten,
die England für den Wiederaufbau ſeiner Flotte
aufbrin=
gen müßte, auf etwa 2 Milliarden Mark. Zu den
eigent=
lichen Kriegskoſten treten dann noch als ein nicht minder
wichtiger Faktor die ungeheuren Verluſte, die ſelbſt ein
glücklich durchgeführter Krieg für den Handel und für das
Geſamtvermögen eines Landes bedeutet. Der Verfaſſer
berechnet, daß die Herabſetzung der in England
vorhan=
denen Kapitalien durch einen Krieg mit nicht weniger
als 10 Prozent angenommen werden muß. Bei einem in
England vorhandenen Geſamtvermögen von 160
Milliar=
den Mark würde ſich alſo die Wertherabſetzung auf 16
Mil=
liarden Mark belaufen. Dazu käme noch die völlige
Lahm=
legung des Handels im Falle eines Krieges, und dieſen
Verluſt müßte man mit etwa 2 Milliarden Mark beziffern.
Der Geſamtverluſt, der bei einem Weltkriege durch das
Stocken des Handels hervorgerufen werden würde, dürfte
bei einjähriger Dauer des Krieges nicht unter 10
Mil=
liarden Mark angenommen werden. Es ſind alſo ganz
ungeheure Summen, die bei einem Weltkriege auf dem
Spiele ſtehen.
Das Kriegsgericht der Krähen. Eine eigenartige
Beobachtung machte kürzlich der bekannte engliſche
Natur=
forſcher Richardſon Witt. Er wanderte durch den Wald
als er plötzlich, wie im Bulletin der Ornithologiſchen
Ge=
ſellſchaft mitgeteilt wird, durch lärmende Krähenſchreie
aufgeſchreckt wurde. Er blickte empor und ſah in den
Aeſten einer mächtigen alten Eiche eine ganze Schar
Krä=
hen, die einen wilden Lärm vollführten. Einer der Vögel
ſchien gleichſam den Vorſitz zu führen: die anderen
grup=
pierten ſich im Halbkreiſe um dieſe „Präſidentin” und
ſchienen eine in der Mitte ſtehende unglückliche Genoſſin
mit Scheltworten zu überhäufen. Die eine Krähe, die der
Gegenſtand des Zornes ihrer Gefährtinnen war, bemühte
ſich, zu antworten. Aber die Mehrheit ſchien doch recht zu
behalten, denn plötzlich ging es wie ein Zittern durch den
Körper des Vogels, und er ſenkte den Kopf, als erflehe er
Gnade. Allein die demütige Haltung ſchien den Zorn der
anderen nicht zu beſänftigen: die „Präſidentin” ſtieß einen
ſchrillen Schrei aus, und ſofort ſtürzten ſich nun alle auf
die „Angeklagte” und mißhandelten ſie, daß die Federn
nur ſo ſtoben. Dann ließen ſie, wie befriedigt über ein
vollzogenes Urteil, von ihrem Opfer ab. Die Krähen
hat=
ten ihr Kriegsgericht abgehalten. Welchen Vergehens ſich
freilich die Verurteilte ſchuldig gemacht hat, bleibt das
Geheimnis der Krähenwelt.
* Vom Ende des Pferdes. Im Buch für Alle findet
ſich folgende intereſſante Notiz. In den Straßen Londons,
der größten Stadt der Welt, ſieht man zwar noch Pferde
als Zugtiere, wie ſelten ſie aber geworden ſind, erhellt
aus einer Wette, die jüngſt ein Londoner Künſtler
gewon=
nen hat. Er behauptete, bei einer Omnibusfahrt von
Kenſington Church nach Ludgate Zirkus, alſo auf einer
Strecke von etwa vier Kilometern, die durch ſehr verkehrs
reiche Straßen führt, werde man nicht ein halbes Dutzend
Pferde ſehen. Dieſe Wette hat er geradezu glänzend
ge=
wonnen, denn die beiden Wettenden und der Unparteiiſche
bemerkten auf der ganzen Strecke nur zwei Pferde. Das
eine war vor einen Gemüſewagen geſpannt, das andere
ſtand vor einem Milchkarren. Das Auto frißt alſo
ſchließ=
lich doch noch alle Pferde auf.
** 48 Jahre nach der Todeserklärung — goldene
Hochzeit. Unter dieſen eigenartigen Umſtänden kann jetzt
der Oberpoſtſchaffner a. D. Asmer das ſeltene Familien
feſt feiern. Der jetzige Jubelbräutigam war nämlich zwei
Jahre nach ſeiner Verheiratung 1866 mit dem 36.
Regi=
ment gegen die Bayern gezogen und bei Helmſtadt durch
einen Schuß in den Kopf verwundet worden. Drei Monate
ſpäter erſt wurde ſeine Perſönlichkeit unter den
Pfleg=
lingen im Hanauer Krankenhaus feſtgeſtellt, nachdem ſeine
Frau inzwiſchen bereits den amtlichen Totenſchein ihres
Mannes erhalten hatte. Mehrere Briefe, die ſie
geſchrie=
ben hatte, waren mit dem Vermerk „Tot” zurückgekommen.
Nach weiteren drei Monaten wurde er in die Heimat Zeitz
entlaſſen. In der ganzen Zeit hatte er keine Nachricht nach
Hauſe geben können. Eines Tages befand ſich die „Witwe‟
Asmer gerade auf dem Felde, als eine Nachbarin ihr
zu=
rief: „Der Deine iſt wieder da!” Als dann die Gattin
dem totgeglaubten Gatten wieder gegenüberſtand,
ver=
gingen ihr die Sinne. Erſt am nächſten Tage kehrte ihr
die Kraft zur Freude zurück.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Nummer 207.
Mainz, 29. Juli. (Selbſtmord.) Der
Wachs=
zieher Karl Walz hat ſich geſtern nachmittag in ſeiner
Wohnung durch Kochgas getötet. W. öffnete am Gasherd
einen Hahn und ſog durch einen Gummiſchlauch Gas in
ſich ein. Wiederbelebungsverſuche blieben ohne Erfolg
Die Urſache zum Selbſtmord iſt wahrſcheinlich in
Fami=
lienverhältniſſen zu ſuchen. Seine Frau hat ſich vor zwei
Tagen mit ihren Kindern aus der Wohnung entfernt.
Nieder=Saulheim, 29. Juli. (Tödlicher Unfall.)
Die 12jährige Tochter des Eiſenbahnbeamten
Weingärt=
ner, die durch die Exploſion eines Spirituskochers am
gan=
zen Körper Brandwunden davontrug, iſt im Mainzer
Rochushoſpital infolge der Brandwunden geſtorben.
Undenheim, 29. Juli. (Ausſchreitung.)
Zwi=
ſchen einem hier auf Urlaub weilenden Soldaten und
einem Viehſchweizer entſtand Streit, in deſſen Verlauf der
letztere den Soldaten mittels des ihm entriſſenen
Seiten=
gewehrs ſchwer verletzte.
* Bad=Nauheim, 28. Juli. (Der große
zwei=
tägige Baſar zum Beſten des Roten Kreuzes)
im großen Konzertſaal nahm einen glänzenden Verlauf=
Die vielſeitige Feſtlichkeit war mit viel Ausdauer und
unendlicher Liebe zur Sache von der Kurverwaltung
und einem Komitee zahlreicher Damen aus Bad=
Nau=
heim und Friedberg in wochenlanger, mühevoller Arbeit
arrangiert worden. Tanzaufführungen (Reigen, Bauern=
und Schleiertänze) wechſelten in dem wundervoll mit
Girlanden und Tannengrün geſchmückten Saal mit
Geſangsaufführungen, Schnellmalerkünſten, dramatiſchen
Aufführungen (die Laune des Verliebten von Goethe)
und Vorträgen der Wandervögel. Alle Niſchen und
ver=
fügbaren Räume im Saal waren ausgefüllt mit
präch=
tigen Verkaufsbuden, Bier= und Sekt=Büfetts,
Kaffee=
ſtores, Baſarpoſt, türkiſchem Baſar, einem großen
Glücks=
pilz mit Tombola, in denen Damen der Bad=Nauheimer
und Friedberger Geſellſchaft in entſprechenden Koſtümen
reizende Waren, Geſchenke der Geſchäftswelt, und
ſelbſt=
gefertigte Kunſtgegenſtände, feilboten. Dazwiſchen fanden
Verſteigerungen von Handſchriften zeitgenöſſiſcher
Schrift=
ſteller ſtatt, wobei der perſönlich anweſende Hans
von Zobeltitz mit dem Verkauf ſeiner Werke den
größten Erfolg erzielte. Ein ſolenner Ball beſchloß die
Feſtlichkeit, deren Geſamtertrag über 8000 Mk.
Ein=
nahme ergab.
Lich, 29. Juli. (Ertrunken.) Die Ehefrau des
Landwirts Sommer ſtürzte heute früh beim Waſchen
in die Hochwaſſer führende Wetter und ertrank. Die Leiche
wurde nach einigen Stunden aufgefunden und geborgen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Juli. 63 Familien=
Sonnenbäder gibt es nach der Mitteilung eines
Fachblattes gegenwärtig in Groß=Berlin. Schöne große
Sand= und Raſenplätze, umgeben von gärtneriſchem
Schmuck, und ausgeſtattet mit Turn= und Spielgeräten,
be=
quemen Ruhegelegenheiten und verſchiedentlich auch mit
einer Abteilung für Maſſage, laden zur Pflege der
ge=
ſundheitfördernden „Nacktkultur” ein. Nachdem auch ein
großer Teil der Aerzte und Krankenkaſſen den Patienten
den Beſuch von Luft=. Licht= und Sonnenbädern empfehlen
und verordnen, hat ſich in dieſen ein gewiſſer Stamm von
Kunden herangebildet. Die Eintrittspreiſe betragen pro
Tag 10—15 Pfennig, doch werden auch Wochen= und
Mo=
natskarten ausgegeben. Um den Familien den Beſuch der
Luft=, Licht= und Sonnenbäder zu erleichtern, hat faſt
je=
des Bad einen beſonderen Spielplatz für die Kinder
ein=
gerichtet, auf dem auch der unvermeidliche Sandhaufen
zum Buddeln und Feſtungsbauen nicht fehlt. Dadurch iſt
ein neuer Typ der Familienſonnenbäder geſchaffen
wor=
den. — Ein Raubüberfall auf einen
Oberpoſtſchaff=
ner wurde auf der Rüdnitzer Chauſſee bei Bernau
ausge=
führt. Als der Oberpoſtſchaffner Krebs aus Berlin mit
ſeinem Fahrrade nach Melchow (Oberbarnim) fuhr,
traten aus einer Schonung plötzlich zwei Männer hervor,
von denen einer mit einem Revolver auf K. ſchoß. Die
Kugel verfehlte ihr Ziel. Darauf ſchlug ihn der andere
Verbrecher mit einem Knüppel vom Rade. Es fielen dann
noch fünf Schüſſe, von denen einer den Ueberfallenen in
den Oberarm traf, ein zweiter den Hals verletzte. Die
Wegelagerer nahmen K. das Rad ab, raubten ihm das
Portemonnaie mit zehn Mark und verſchwanden darauf
in der Richtung nach den Krähenbergen zu. — Heute
nach=
mittag ruderte ein älterer, gut gekleideter Mann trotz
der Warnungsrufe des Bademeiſters in den Bereich des
Familienbades Wannſee, zog ſein Jackett aus
und warf ſich, nachdem er aus einer Flaſche eine
Flüſſig=
keit getrunken hatte, in das Waſſer. Der Bademeiſter
zog den Sinkenden zu ſich in das Boot und mußte zu
ſei=
nem Schrecken bemerken, daß das Geſicht des Mannes ſich
vollſtändig verfärbte. Der ſich unter qualvollen
Schmer=
zen windende Mann vermochte nur noch mitzuteilen, daß
er ſich vergiftet habe. Am Strand verſchied er. In ſeinen
Taſchen wurden viele Wertſachen, mehrere
Tauſendmark=
ſcheine und Wertpapiere gefunden. Wie das Berliner
Tageblatt mitteilt, hat die Unterſuchung ergeben, daß der
Selbſtmörder der 47 Jahre alte Kaufmann Friedrich
Ger=
brode aus Berlin, Halleſches Ufer, iſt.
Kaſſel, 28. Juli. (Gewaltſamer
Fluchtver=
ſuch während einer Urteilsberatung.) In
einem Prozeß wegen Bandendiebſtahls und Hehlerei, der
ſich gegen nahezu 20 Perſonen beiderlei Geſchlechts
rich=
tete, kam es während der Beratung des Gerichts zu
auf=
geregten Szenen. Die Angeklagten waren ſchon während
der Hauptverhandung mit geradezu bodenloſer
Unver=
ſchämtheit aufgetreten, ſo daß der Vorſitzende mit
Haft=
ſtrafen vorgehen mußte. Als der Staatsanwalt wegen
der Gemeingefährlichkeit der Diebes= und Hehlerbande
nachdrückliche Strafen beantragte, wurde er mehrfach durch
die Angeklagten unterbrochen. Die mehr als dreiſtündige
Beratung des Gerichts ſuchte nun der Haupttäter Irwing,
gegen den eine Zuchthausſtrafe von 10 Jahren in Antrag
gebracht war, zur Flucht zu benutzen. Als er ſich aus
der Anklagebank herausdrängen wollte, erhoben ſich alle
übrigen Angeklagten wie ein Mann, um ihrem
Mitange=
klagten beizuſtehen und möglicherweiſe mitzufliehen. Die
ſich entgegenſtellenden Polizeibeamten wurden ſchwer
be=
droht und in die Enge gebracht, ſo daß erſt einige
Krimi=
nalbeamte mit geladenem Browning ſich den Angeklagten
entgegenſtellen mußten, denen ſonſt die Flucht im Dunkel
der Nacht — es war nahezu 1 Uhr — wahrſcheinlich
ge=
glückt wäre. Das Gericht verurteilte ſchließlich den
Haupt=
täter Irwing zu 5 Jahren Zuchthaus, die übrigen
An=
geklagten erhielten Strafen von 14 Tagen Gefängnis bis
zu 4 Jahren 3 Monaten Zuchthaus. Vier der Angeklagten
wurden freigeſprochen.
München, 29. Juli. (Todesfall.) In Bad
Aib=
ling in Oberbayern iſt der Landſchaftsmaler Johann
Sperl im Alter von 73 Jahren geſtorben.
Stuttgart, 29. Juli. (Revoltierende
Sozial=
demokraten.) Zu den geſtrigen Demonſtrationen
mel=
det der Polizeibericht: In den zwei ſozialdemokra=
tiſchen Verſammlungen, die geſtern abend in Alt=
Stuttgart ſtattfanden, wurde durch Handzettel zu einem
Demonſtrationszug nach dem Tagblatt
aufgefor=
dert. Mehrere Tauſend Perſonen, die unter Abſingung
ſozialdemokratiſcher Lieder gegen den verabredeten
Treff=
punkt hin marſchierten, wurden bei der Einmündung der
Tübinger Straße von Schutzmannsketten abgehalten und
zerſtreuten ſich zunächſt in einzelnen ſtarken Trupps über die
Stadt. Einem dieſer Züge, die meiſt unter wüſtem
Ge=
johle ſich fortbewegten, gelang es ſpäter, dicht am
Tag=
blattgebäude von einer kleinen Seitenſtraße her die
Schutz=
leute zu werfen und dabei eine Fenſterſcheibe zu
zertrüm=
mern. Dem wiederholten Verſuch, auf dem Schloßplatz
vor der Reſidenz, dann vor allem in die abgeſperrte
Kro=
nen= und Kepplerſtraße einzubrechen, wurde mit Erfolg
begegnet. Da die Beunruhigung im Stadtzentrum kein
Ende nahm und Schutzmannſchaften an ſehr vielen
Punk=
ten gleichzeitig benötigt wurden, mußte um 11 Uhr zur
Abſperrung des Geſandtſchaftsquartiers vom königlichen
Gouvernement das Feuerpikett des Grenadier=
Re=
giments Königin Olga in Anſpruch genommen
werden, das um 12½ Uhr noch einmal einen Anprall
ohne von der Waffe Gebrauch zu machen, zu beſtehen hatte.
Zu verſchiedenen Malen war die Situation ſehr
kri=
tiſch. Die Polizeiorgane wurden andauernd ſchwer
be=
ſchimpft. Vor dem Schloſſe wurden Schutzleute mit
Stei=
nen beworfen. Auch wurde verſucht, den Berittenen in
die Zügel zu fallen. Mehrere Perſonen wurden ſiſtiert.
Lorch a. Rh., 29. Juli. (Glück im Unglück)
hatte der hieſige Zimmermann Philipp Schneider.
Der=
ſelbe war in einem Neubau mit Dachauflegen beſchäftigt
und ſtürzte dabei 6—7 Meter hoch ab, mitten in eine
Gruppe unten beſchäftigter Arbeiter. Aber weder er, noch
die Arbeiter erlitten irgendwelche Verletzungen.
Dortmund, 28. Juli. (Das Grubenunglück.)
Von den auf der Zeche „Adolf von Hanſemann”
heute nacht durch Brandgaſe tötlich verunglückten
Berg=
leuten ſind heute nachmittag noch drei weitere als Leichen
geborgen worden, ſo daß noch drei in der Grube ſich
be=
finden.
Oldenburg, 28. Juli. (Der älteſte Pfarrer von
Deutſchland), Schnieder von der kleinen
katholi=
ſchen Gemeinde Altenoythe im eoldenburgiſchen
Sater=
lande, feiert heute im Alter von 93 Jahren ſein
diaman=
tenes Prieſterjubiläum. Friſch und rüſtig geht er ſeinem
Seelſorgeramte nach, und ſeine Predigten genießen den
Ruf der Originalität.
Leipzig, 28. Juli. (Betrügereien einer
Po=
lizeiaſſiſtentin.) Die Leipziger Polizeiaſſiſtentin
Charlotte M. wurde als Hochſtaplerin entlarvt.
Sie entſtammt einer ſehr angeſehenen Berliner Familie
und war ſeit etwa zwei Jahren bei der Leipziger Polizei
angeſtellt, nachdem ſie vorher im Virchowkrankenhaus als
Schweſter tätig geweſen war. Ihr Hang zur
Verſchwen=
dung und zu freiem, ungebundenem Leben führte ſie auf
abſchüſſige Bahn. In den Familien, in denen ſie
geſell=
ſchaftlich verkehrte, entwendete ſie Schmuckſachen und
Wertgegenſtände, um aus dem Erlös die Koſten ihrer
nob=
len Paſſionen beſtreiten zu können. Auch beging ſie
ver=
ſchiedene andere Betrügereien. Sie trat vor fünf Wochen
ihren Urlaub an, den ſie angeblich in der Schweiz
ver=
brachte. Sie iſt aber nicht mehr zurückgekehrt. Vermutlich
iſt ihr der Boden zu heiß geworden.
Kahla, 29. Juli. (Durch ein Großfeuer)
wur=
den hier 10 Scheunen mit den geſamten Erntevorräten
zerſtört. Es wird Brandſtiftung vermutet.
Neuruppin, 29. Juli. (Ertrunken.) Im
Neu=
ruppiner See ertrank geſtern der zehnjährige Sohn des
Kaufmanns Kitzig; die Leiche wurde geborgen.
Madrid, 29. Juli. (Exploſion.) In Tudela in
der Provinz Navarra explodierte ein
Feuerwerks=
körper auf dem Hauptplatze des Ortes. Ungefähr
hun=
dert Perſonen wurden verletzt. Einzelheiten fehlen
noch.
Pamplona, 29. Juli. (Folgenſchwere
Ex=
ploſion.) Aus Tudela wird gemeldet, daß dort
in=
folge der Exploſion eines Feuerwerks bei einem Volksfeſt
25 Perſonen getötet und etwa 50 verwundet wurden. Von
den letzteren liegen mehrere im Sterben. Die Mehrzahl
der Leichen wurden auf ſchreckliche Weiſe geköpft; ihre
Köpfe wurden weit fortgeſchleudert.
London, 29. Juli. (Der Herzog von
Con=
naught in Lebensgefahr.) Der Herzog von
Connaught nahm, wie aus Kanada gemeldet wird,
an einer Tourenfahrt mit ſeinem Motorboot teil, als
das Boot auf einen ſchwimmenden Baumſtamm auffuhr
und zu ſinken begann. Andere Boote eilten herbei und
konnten den Herzog und ſein Gefolge gerade noch
recht=
zeitig retten. Im nächſten Augenblick verſchwand das
Boot in den Fluten.
Warſchau, 28. Juli. (Blitzſchlag in ein
Mu=
nitionsmagazin.) Während eines ſchweren
Ge=
witters traf, wie ſchon gemeldet, ein Blitzſtrahl das
Pulvermagazin auf der Warſchauer Alexanderzitadelle;
urch die Exploſion wurden mehrere Soldaten getötet oder
verletzt, und auch die Eiſenbahnverbindungsbrücke, die
wiſchen den Forts Alexei und Sliwicki liegt, erheblich
beſchädigt. Der Unfall gab zur Verbreitung der wildeſten
Gerüchte Veranlaſſung; es hieß, eine „Revolution” ſei in
Warſchau ausgebrochen und die „Aufſtändiſchen” hätten
die Weichſelbrücke geſprengt. Die Beruhigung in der
Stadt trat erſt allmählich ein, nachdem ſich alle dieſe
Alarmnachrichten als hinfällig erwieſen hatten und die
wahre Urſache des Unfalls bekannt geworden war.
Was verſteht man unter „Ladenſchluß?‟
(Nachdruck verboten.)
In § 139e der Reichsgewerbeordnung, Abſ. 1. Satz 1
iſt beſtimmt, daß von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens
offene Verkaufsſtellen für den geſchäftlichen Verkehr
ge=
ſchloſſen ſein müſſen. Nach § 139f kann bekanntlich für
einzelne oder alle Geſchäftszweige einer Gemeinde
ange=
ordnet werden, daß die offenen Verkaufsſtellen während
beſtimmter Zeiträume oder während des ganzen Jahres
auch zwiſchen 8 und 9 Uhr abends und zwiſchen 5 und 7
Uhr morgens für den geſchäftlichen Verkehr geſchloſſen
ſein müſſen. Es herrſcht vielfach noch Zweifel darüber
was unter „Ladenſchluß” zu verſtehen iſt.
Uebereinſtimmend geht jetzt die Rechtſprechung dahin
daß durch dieſe Vorſchrift nicht ein Schluß im wörtlichen
Sinne, das iſt durch Verſchließen des Ladeneinganges,
ge=
meint iſt, daß es ſich vielmehr hier nur um einen Schluß
für den geſchäftlichen Verkehr handelt.
Eine andere Auslegung würde unter Umſtänden ja
auch zu ganz unbilliger Härte führen, wenn z. B. der
Ladeneingang gleichzeitig den Eingang zu Wohnräumen
bildet. Der Zweck des Geſetzes zwingt auch nicht zu einer
derartig engen Auslegung, denn ſein Zweck war
vorzugs=
weiſe der Schutz der Bedienſteten in den offenen
Ver=
kaufsſtellen, mit Rückſicht auf deren Geſundheit und geiſtige
Fortbildung man eine Beſchäftigung in dieſer Zeit
aus=
ſchließen wollte.
Andererſeits iſt es aber nicht als ausreichend zu
be=
trachten, wenn der Geſchäftsinhaber zwar um 9 Uhr den
geſchäftlichen Verkehr beendet, aber weder den
Laden=
eingang ſchließt, noch in ſonſtiger Weiſe dem Publikum
nach außen hin erkennbar macht, daß nunmehr
Laden=
ſchluß eingetreten iſt.
In welcher Weiſe der Gewerbetreibende dieſem Willen
nach außen hin Ausdruck verleiht, iſt ihm ſelbſt überlaſſen.
Das naheliegendſte Mittel iſt naturgemäß die Verſperrung
des Ladeneingangs. Es kann aber unter Umſtänden
auch aus anderen Umſtänden der Ladenſchluß erſichtlich
ſein, ſo durch Verhängen der Ladenfenſter, durch
Herab=
laſſen der Läden, durch Anbringen einer Tafel oder
Schrift über den erfolgten Ladenſchluß und dergleichen
mehr.
Dieſer Standpunkt iſt im weſentlichen nunmehr der
herrſchende. Das Kammergericht in Berlin, das
Baye=
riſche Oberſte Landesgericht in München, ſowie
verſchie=
dene andere Oberlandesgerichte haben ſich neuerdings
die=
ſer Auslegung als der allein richtigen angeſchloſſen,
aller=
dings mit verſchiedener Begründung.
Die erwähnte geſetzliche Beſtimmung erfährt aber
durch Satz 2 des § 139e der Gewerbeordnung inſofern
eine billige Einſchränkung, als die beim Ladenſchluß im
Laden ſchon anweſenden Kunden noch fertig bedient
wer=
den dürfen.
Hierzu gehört aber nicht etwa die Aushändigung einer
früher verkauften Ware nach Ladenſchluß an den Kunden.
Nach einer Entſcheidung des Kammergerichts würde
die=
ſes vielmehr eine ſtrafbare Zuwiderhandlung gegen die
erwähnte Geſetzesbeſtimmung begründen.
Vielfach wird auch von den Geſchäftsinhabern die
irrige Meinung vertreten, als ſei die Ausbedienung der
Kunden nicht nur nach Ladenſchluß von 9 Uhr abends ab
zuläſſig, ſondern auch an Sonn= und Feſttagen. Nach
mehrfachen Entſcheidungen iſt jedoch die
Ausbedie=
nung der Kunden, die beim Ladenſchluß im Laden
be=
reits anweſend ſind, an den Sonn= und Feiertagen
nicht geſtattet.
R.=A. Dr. Then=Würzburg.
Freiſpruch der Frau Caillaux.
* Paris, 28. Juli. In der heutigen Schlußſitzung
im Prozeß gegen Frau Caillaux war der Sitzungsſaal
derart mit Beſuchern vollgepfropft, daß tatſächlich kein
Apfel zur Erde fallen konnte. Mit allen nur möglichen
Mitteln wurden die Kontroll= und Abſperrungsbeamten
überredet und überrannt. Der Anwalt Seligmann nahm
als erſter Vertreter der Privatpartei das Wort zum
Plä=
doyer. In großen Zügen ſchilderte er den Charakter
Cal=
mettes, wie er an ſeinem Arbeitstiſch von Frau Caillaur
erſchoſſen wurde. Der Anwalt Chenu erging ſich in äußerſt
ſcharfen Angriffen gegen die Angeklagte und deren Gatten.
Oberſtaatsanwalt Herbeaux verlas ſodann das Plädoyer,
worauf der Verteidiger Labori zu Wort kam, wiederholt
von ſtürmiſchem Beifall der Freunde Caillaux’
unterbro=
chen, die ſofort von Gegenkundgebungen beantwortet
wur=
den. Während der Beratung der Geſchworenen herrſchte
im Saale ein unbeſchreibliches Durcheinander. Heftige
Auseinanderſetzungen entſpannen ſich, und nur mit Mühe
konnte die Ordnung einigermaßen aufrecht erhalten
wer=
den. Als die Geſchworenen wieder eintraten, trat eine
Kirchenſtille ein. Die den Geſchworenen vorgelegten
Schuldfragen lauteten: 1. Iſt die Angeklagte ſchuldig, an
Calmette einen gewollten Mord begangen zu haben, und
2. hat ſie vorſätzlich und mit Ueberlegung gehandelt?
Sämt=
liche Schuldfragen wurden von den Geſchworenen
ver=
neint, worauf Frau Caillaux freigeſprochen wurde.
Auf den großen Boulevards, namentlich zwiſchen dem
Gebände des Matin und der Oper, herrſchte heute abend
ein ungeheures Treiben. Die mit einem wahren
Indianer=
geheul ausgerufenen Sonderausgaben der kleinen
Sen=
ſationspreſſe, die die Freiſprechung der Frau Caillaux
enthalten, fanden einen reißenden Abſatz. Nach 10 Uhr trat
ein geradezu unbeſchreiblicher Lärm ein. Der
Wagenver=
kehr wurde ſtark behindert. Ueberall bildeten ſich größere
oder kleinere Gruppen halbwüchſiger radauluſtiger
Bur=
ſchen, die laut brüllend und ſchrill pfeifend feindſelige
Kundgebungen gegen Caillaux veranſtalteten, beim
An=
rücken der überall verteilten, kräftig dreinſchlagenden
Po=
lizeiabteilungen aber ſchleunigſt nach allen Richtungen
zerſtoben, um ſich an anderen Stellen wieder zu ſammeln
und von neuem Lärm zu ſchlagen. An verſchiedenen Stellen
kam es zu wüſten Prügeleien. Die Polizei nahm
zahl=
reiche Verhaftungen vor, ohne jedoch neue
Zuſammen=
rottungen, die nach 11 Uhr faſt einen bedrohlichen
Cha=
rakter annahmen, verhindern zu können.
Die caillauxfeindliche Preſſe veröffentlicht heute früh
Kommentare, die man geradezu als maßlos bezeichnen
nuß. Die Auslaſſungen des Figaro ſind geradezu
bei=
ſpiellos. Im Zorn über die verlorene Schlacht ſteht das
Blatt nicht an, Staatsanwalt und Gerichtshof als gekauft
zu bezeichnen, und behauptet, daß Caillaux die
Geſchwo=
renen durch ſeine Drohungen eingeſchüchtert habe. Der
Artikel ſchießt ſo weit über das Ziel hinaus, daß er ſelbſt
bei Freunden des Blattes Kopfſchütteln erregt. In den
übrigen Blättern befinden ſich nur ſpärliche Kommentare.
Der Petit Pariſien ſagt: Alle guten Bürger, welche die
Rechtspflege achten, müſſen ſich vor dieſem Wahrſpruch
beugen. Die Angelegenheit der Frau Caillaux iſt erledigt.
Wie verlautet, wird ſich Caillaux mit ſeiner Gattin nach
der Schweiz zu längerem Aufenthalt begeben.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Mannheim 29. Juli. Der zweite
Ver=
handlungstag des 16. Deutſchen
Hand=
werks= und Gewerbekammertages war der
Frage der Regelung der gewerberechtlichen Verhältniſſe
der weiblichen Handwerker gewidmet. Dr. Hampke=
Hamburg unterbreitete einen diesbezüglichen Antrag, der
die Mängel zu beſeitigen ſucht. Nach kurzer Diskuſſion
wurde der Antrag mit unweſentlicher Abänderung
ange=
nommen. Die Punkte: Bildungseinrichtungen der
Hand=
verker= und Gewerbekammer, ſowie die Bekämpfung der
Schwindelfirmen wurden von der Tagesordnung abgeſetzt.
Der Gewerbekammertag nahm dann eine Reſolution des
Buchbinderobermeiſters Unraſch=Dresden an, wonach den
Handwerksmeiſtern aufs dringendſte angeraten wird, das
Ziel der Ausſtellung des Deutſchen Handwerks Dresden
915 eifrig zu fördern durch Beſchickung und Beſuch.
Hier=
auf wurde die diesjährige Hauptverſammlung mit einem
Hoch auf das deutſche Handwerk geſchloſſen. Als nächſter
Tagungsort wurde in Verbindung mit der Ausſtellung
Dresden beſtimmt. Den Schluß des
Handwerkskammer=
tages bildeten Ausflüge.
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Seite 5.
Der öſterreichiſch=ſerbiſche Krieg.
Patriotiſche Kundgebungen in Ungarn.
* Peſt, 29. Juli. Im Abgeordnetenhauſe
unterbreitete Miniſterpräſident Tisza dem Hauſe den
Bericht über das Inkrafttreten des
Ausnahme=
geſetzes und führte aus: Anſtelle von Reden müßten
nunmehr die Waffen ſprechen. Mit Stolz erfüllt, wies er
auf die Begeiſterung des Volkes ohne Unterſchied der
Nationalitäten hin. Sündhafter Leichtſinn habe
beun=
ruhigende Anſichten über die Nationalitäten verbreitet.
Die ganze Nation folge begeiſtert dem Rufe des Königs
und werde den aufgezwungenen Kampf durchführen, bis
die Ehre der Nation und der Frieden für die Zukunft
ge=
ſichert ſei. Namens der Oppoſition erklärte Graf Apponyi,
alle ſeien davon durchdrungen, daß der Kampf
aufgezwun=
gen ſei. Die Nation ſei vollſtändig einig im
Kampfe. Der Redner gab der Zuverſicht Ausdruck, daß
die Aktion von vollem Erfolg begleitet werden würde,
und daß die Hoffnung beſtehe, daß der Kampf lokaliſiert
bleibe. Aber wenn auch dieſe Hoffnung täuſche, ängſtige
die Nation nichts, die auf die eigene Kraft und die
be=
währte Bundestreue vertraue. Sodann wurde ein
aller=
höchſtes Handſchreiben verleſen, durch welches das
un=
gariſche Parlament vertagt wird. — Es
herrſchte eine unausſprechliche Begeiſterung. Der
Präſi=
dent flehte Gottes Segen auf König und Vaterland herab,
worauf die Sitzung geſchloſſen wurde.
* Peſt, 29. Juli. Die patriotiſchen
Kund=
gebungen wiederholten ſich geſtern abend auf die
Nach=
richt von der Kriegserklärung in noch größerem Umfange.
Etwa 10000 Manifeſtanten zogen unter Vorantragung
ungariſcher, reichsdeutſcher und italieniſcher Fahnen bei
den Klängen einer Militärkapelle und patriotiſcher Lieder,
ſowie der „Wacht am Rhein” und der italieniſchen Hymne
vor den Klub der nationalen Arbeitspartei: Dort wuchs
die Zahl der Manifeſtanten auf etwa 40000 an. Graf
Tisza wurde lebhaft gerufen. Der Vizepräſident des
Ab=
geordnetenhauſes, Simontſitz, hielt in Abweſenheit des
Miniſterpräſidenten eine Anſprache; ihm folgte
Staats=
ſekretär Vadasz. Dieſe und andere Reden wurden mit
großer Begeiſterung aufgenommen. Die Manifeſtanten
zogen dann vor das Stadthaus, wo Bürgermeiſter Barezy
ſprach, und vor das Nationalkaſino, wo die Grafen
Ap=
ponyi und Andraſſy redeten. Militärperſonen und
Offi=
ziere wurden unter Hochrufen auf das Heer auf die
Schul=
tern gehoben.
Weitere Preßſtimmen über die Kriegserklärung und
das Manifeſt.
* Wien, 29. Juli. Die Kriegserklärung und
das Manifeſt Kaiſer Franz Joſefs finden in der
gan=
zen Monarchie begeiſterten Widerhall, der in den
Blättern aller Parteien in flammenden Worten zum
Aus=
druck kommt. Das Neue Wiener Tagblatt ſchreibt: Mit
glühenden Lettern graben ſich die Sätze des Manifeſtes,
dieſes Dokumentes edelſter monarchiſcher Geſinnung, in
aller Herzen. Sie können nie vergeſſen werden. Als
koſt=
barſtes Vermächtnis ſei es den kommenden Geſchlechtern
überantwortet. Das Reich, welches Kaiſer Franz Joſef
regiert, ſteht einzig da in der Welt und Ehre, Macht und
Ruhm ſind ihm geſichert für und für. Kein Opfer iſt zu
groß für einen ſolchen Monarchen. Er iſt der Glanz und
die mächtigſte Kraft des Reiches, er iſt die erhabene
Bürg=
ſchaft für das Wohl unſer aller. Es lebe der Kaiſer!
In der Neuen Freien Preſſe heißt es: Von ſämtlichen
Kriegsmanifeſten, die im Laufe der Zeit veröffentlicht
worden ſind, hat wohl keines dem Feinde vor der ganzen
Welt ſolche Anklagen ins Geſicht geſchleudert, auf daß er
für immer unter den geſitteten Menſchen gekennzeichnes
iſt. Die Worte des Kaiſers werden einen ſtarken
Wider=
hall in der ganzen Monarchie haben und tiefen Eindruck
in Europa machen. — Die Reichspoſt erklärt: Es iſt gut,
daß die Diplomaten zu ſpät kamen; ſie hätten uns nicht
den Frieden, ſondern nur gefährliche Verwickelungen
bringen können. Je raſcher Oeſterreich=Ungarn von ſeiner
vollen Bereitſchaft überzeugt und den Mächten zeigt, daß
es nicht auf Eroberung ausgeht und die Waffen im
Na=
men des Rechts und der höchſten ſittlichen Güter der Welt
erhebt, deſto mehr wird dadurch für die Lokaliſierung des
Krieges geſchehen ſein. Das entſchiedene Handeln iſt jetzt
die größte Gewähr für den Erfolg.
* Rom, 29. Juli. Die Blätter ſind im
allgemei=
nen bei der Beſprechung der Lage der Anſicht, daß die
Kriegserklärung nicht ein Scheitern
jeg=
licher diplomatiſcher Handlung in ſich
ſchließe, welche beabſichtige, den Konflikt zu lokaliſieren.
Der Meſſaggero ſchreibt: Die Möglichkeit eines direkten
Uebereinkommens zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Ruß=
land ſcheine ausgeſchloſſen. Der militäriſche Vormarſch
der öſterreichiſchen Truppen könnte eine Genugtuung für
das Volk und das Heer ſein, die ein Einverſtändnis
er=
leichtern würde. Popolo Romano hebt hervor, daß
Oeſter=
reich=Ungarn erklärt habe, daß es ſich nur gegen
ſer=
biſche Hinterhältigkeiten ſchützen will.
Folg=
lich ſei jede Gebietsveränderung ausgeſchloſſen. Italien
wünſche ebenfalls, daß Verwickelungen vermieden würden.
Es begleite Oeſterreich=Ungarn als Bundesgenoſſe und
Freund.
Depeſchenwechſel zwiſchen Kaiſer Wilhelm und dem Zaren.
* Berlin, 29. Juli. Die Nachricht, daß Kaiſer
Nikolaus an den deutſchen Kaiſer ein
Tele=
gramm gerichtet habe, wird dem Wolffſchen Telegraphen=
Bureau mit dem Hinzufügen beſtätigt, daß ſich dieſes
Te=
legramm mit einer Depeſche Kaiſer Wilhelms an den
Za=
ren gekreuzt habe.
Keine Intervention.
* Wien 29. Juli. Die Konferenz des ruſſiſchen
Botſchafters hatte nur Informationszwecke. Bisher
er=
folgte weder eine Intervention, noch ein beſtimmter
diplo=
matiſcher Schritt ſeitens Rußlands. Die Gerüchte, daß
Rußland eine Neutralitätserklärung im Kriege mit
Oeſter=
reich=Ungarn und Serbien abgebe, wenn Oeſterreich=
Un=
garn ſich verpflichte, keine Gebietserweiterung anzuſtreben,
entbehren, wie das Neue Wiener Tagblatt betont, der
Aktualität, da Oeſterreich=Ungarn wiederholt erklärt habe,
daß es gar keine Gebietserweiterung anſtrebe.
Die militäriſchen Operationen.
* Wien, 28. Juli. Die Militäriſche Rundſchau
mel=
det: Die im Raume bei Semendria verſammelt
geweſe=
nen ſerbiſchen Truppenteile ſind in ſüdlicher
Richtung im Morawatal vermutlich gegen Svilajnak
ab=
marſchiert Unmittelbar an der Donau ſtehen nur
ſchwä=
chere Kräfte, darunter Landſturm. Die Truppenanſamm=
lungen bei Valjevo und Uzei dauern fort. An der Drina
werden bei Leſchnie und ſüdlich bei Bajna Baſchta ſtarke
Freiwilligenabteilungen und auch reguläre Truppen
ge=
meldet. Die neuformierte Diviſion von Novibazar iſt über
Sjenica an den Lim vormarſchiert. In der Gegend von
Prjepolje ſteht eine montenegriniſche Brigade mit
Ge=
birgsartillerie. Ueber weitere
Truppenbewe=
gungen Montenegros iſt nichts Authentiſches
be=
kannt. An einigen Orten errichten die Montenegriner
Verſchanzungen. Bei dieſer Arbeit helfen Hunderte von
Frauen mit. Die Truppen, die in Neuſerbien bei Istip
nächſt der bulgariſchen Grenze ſtanden, ſind mit der Bahn
nach Norden gebracht worden. Einige ſerbiſche
Fluß=
dampfer und requirierte Handelsſchiffe, die eilends als
Minenlager eingerichtet wurden, haben verſucht, an
ge=
wiſſen Punkten der Donau und der Save Flußminen zu
legen. Dieſe Verſuche ſind bisher völlig geſcheitert.
Ein=
zelne ſerbiſche Militärflieger unternehmen
Erkundungs=
flüge längs der ſerbiſchen Grenze. Das ſerbiſche
Armeeoberkommando iſt bereits gebildet. Als
Oberbefehlshaber fungiert der Kronprinzregent. Als
mi=
litäriſcher Berater des Kronprinzen und Chef des
Gene=
ralſtabs der Operationsarmee wird General Putnic
fun=
gieren.
* Mailand 29. Juli. Der Secolo empfängt eine
Depeſche aus Niſch und Kragujewatz, wonach es ſich
be=
ſtätigt, daß die ſerbiſchen Truppen einem
Ein=
marſch der Oeſterreicher in Belgrad nicht den
geringſten Widerſtand entgegenſetzen werden. Beim
Her=
annahen der Oeſterreicher ſoll ſofort die weiße Fahne
ge=
hißt werden. Ueber die Expedition der Oeſterreicher auf
Mitrovitza ſind die Serben in keiner großen Sorge. Man
erklärt, daß der Sandſchak eine einzige uneinnehmbare
Feſtung bilde.
* Wien, 29. Juli. Die Serben haben heute um
1.30 Uhr früh die Brücke zwiſchen Semlin und Belgrad
geſprengt. Unſere Infanterie und Artillerie hat
dar=
auf im Verein mit den Donaumonitoren die
ſer=
biſchen Poſitionen jenſeits der Brücke
beſchoſ=
ſen. Die Serben haben ſich nach kurzem Kampfe
zurückgezogen. Unſere Verluſte ſind ganz
unbedeu=
tend. Geſtern gelang es einer kleinen Abteilung
Pionieren im Verein mit Mannſchaften der
Finanz=
wache, zwei ſerbiſche Dampfer, die mit
Muni=
tion und Minen beladen waren, wegzunehmen. Die
Pioniere und die Finanzwachen überwältigten nach
kur=
zem, aber heftigem Kampf die an Zahl überlegene
ſer=
biſche Schiffsbeſatzung, ſetzte ſich in Beſitz des Schiffes
ſamt der gefährlichen Ladung und ließ ſie mit zwei unſerer
Donaudampfer wegſchleppen.
Teilweiſe Mobiliſierung Rußlands.
* London, 29. Juli. Wie das Reuter=Bureau
er=
fährt, iſt geſtern abend im Süden und Südweſten
Rußlands eine teilweiſe Mobiliſierung
an=
geordnet worden.
* Petersburg, 29. Juli. Wie Rjetſch meldet,
er=
klärte das Auswärtige Amt, daß zur Erfüllung ſeiner
Aufgabe äußerſte Zurückhaltung der Preſſe
und der öffentlichen Meinung notwendig ſei.
Fragen der Eigenliebe ſeien auszuſcheiden. Nie habe
Rußland vor einer ſolchen Lage geſtanden. Es werde
aber bis zum Ende ſeine Pflicht tun. Die heutige Preſſe
hat dieſen Rat befolgt. Die Nowoje Wremja ſchreibt:
Das Schickſal Europas hänge davon ab wie die
Groß=
mächte die Zeit bis zum militäriſchen Zuſammenſtoß
aus=
nützten. Rußland habe einen feſten Entſchluß gefaßt.
Die Zeitung hofft, daß die in der äußeren Politik erreichte
Uebereinſtimmung zwiſchen Regierung und Volk auch die
innere Politik geſunden laſſen werde. — Denj erfährt vom
Auswärtigen Amt, daß die Kriegserklärung nicht die
Möglichkeit von Verhandlungen ausſchließe. Der Erfolg
der diplomatiſchen Bemühungen zur Vermeidung eines
europäiſchen Krieges werde dadurch beeinflußt, ob
Deutſchland und Italien durch die Kriegserklärung
über=
raſcht worden ſeien oder ob ſie vorher von ihr gewußt
haben. — Rjetſch ſchreibt: Die Kataſtrophe wäre
unver=
meidlich, wenn Rußland ſofort in Oeſterreich
einmarſchie=
ren würde. Augenſcheinlich beabſichtige Rußland
einen ſoſchnellen Schritt nicht. Gewiſſe Zeit, ſo
erklärt das Blatt, müſſen wir Zuſchauer der Entwickelung
der Ereigniſſe bleiben. Oeſterreich=Ungarns Bemerkungen
zu der ſerbiſchen Antwort auf die öſterreichiſche Note
kön=
nen die Grundlage zu Verhandlungen bilden. Nachdem
Oeſterreichs Preſtige durch die Kriegserklärung gewahrt
iſt, ſind die Bedingungen für die Vermittelung günſtiger.
Spanien und der Krieg.
* Madrid, 29. Juli. Die Nachrichten von dem
definitiven Ausbruch des öſterreichiſch=
unga=
riſchen Krieges haben an den Börſen von Madrid
und Barcelona eine Panik hervorgerufen. In Barcelona
war die Erregung ſo groß, daß ſich die Börſianer
buch=
ſtäblich eine Schlacht lieferten. Da der Börſenvorſtand
nicht einſchritt, ſah ſich der Gouverneur gezwungen, die
Börſe militäriſch zu beſetzen, räumen und ſchließen zu
laſſen. Die ſpaniſche Regierung tut alles, um die
Erreg=
ung der Geiſter zu dämpfen. Der ſpaniſche
Miniſterprä=
ſident erklärte in wiederholten Unterredungen, daß er
perſönlich nicht an den Ausbruch eines allgemeinen
euro=
päiſchen Krieges glaube. Falls ein ſolcher wider
Erwar=
ten doch kommen ſollte, ſo würde er auf Spanien, das die
ſtrengſte Neutralität bewahren werde, nicht
über=
greifen.
Keine Einberufung franzöſiſcher Reſerviſten.
* Paris, 29. Juli. Der Petit Pariſien iſt
ermäch=
tigt, das geſtern abend verbreitete Gerücht, wonach die
franzöſiſche Regierung beſchloſſen habe, heute die
Re=
ſerviſten der Jahrgänge 1908/09 und 1910 einzuberufen,
als durchaus unbegründet zu bezeichnen. Die
Re=
gierung habe für den Augenblick nicht die Abſicht, die
Re=
ſerviſtenjahrgänge einzuberufen.
Die Rückkehr Poincarés. — Die Beratungen in Paris.
* Dünkirchen, 29. Juli. Präſident Poincaré iſt
heute früh 7,15 Uhr hier eingetroffen und ſofort nach Paris
weitergereiſt.
* Paris, 29. Juli. Präſident Poincaré, der heute
mittag 1,20 Uhr auf dem Nordbahnhof eingetroffen iſt,
wurde von den Miniſtern und dem ruſſiſchen Botſchafter
Iswolski empfangen. Das Publikum bereitete ihm einen
begeiſterten Empfang.
* Paris, 29. Juli. Der deutſche Botſchafter Frhr.
v. Schoen hatte heute vormittag mit dem
ſtellvertreten=
den Miniſter des Auswärtigen, Bienvenu Martin,
neuerdings eine Unterredung über die Möglichkeiten
einer Lokaliſierung des öſterreichiſch=ſerbiſchen Konfliktes.
* Paris, 29. Juli. Nach ſeiner Rückkehr hatte der
Miniſterpräſident längere Unterredungen mit dem
deutſchen und dem ruſſiſchen Botſchafter.
Dreiſte Erfindungen der franzöſiſchen Preſſe.
* Paris, 29. Juli. Das Journal des Débats
er=
klärt, daß der öſterreichiſche und deutſche Plan,
deſſen Grundlagen wahrſcheinlich bei der Konopiſchter
Zu=
ſammenkunft feſtgelegt wurden (!), nunmehr trotz aller
in Berlin und Wien getroffenen Vorſichtsmaßregeln klar
zutage trete. Es handele ſich nicht mehr um die Serben,
nicht einmal um Europa, ſondern um die Weltpolitik.
Zeigen wir, daß wir entſchloſſen ſind, um jeden Preis die
Ausführung des öſterreichiſch=deutſchen Planes zu
verhin=
dern. Deutſchland wird dann vielleicht zögern, ſeinen
Ver=
bündeten bis zu Ende zu unterſtützen. Geben wir uns um
keinen Preis zu einer angeblichen Verſöhnungsdemarche
in Petersburg her! Nicht Petersburg, ſondern Wien muß
man zur Mäßigung bringen. (Notiz des Wolffſchen
Telegraphenbureaus: Die Haltloſigkeit der
Behaup=
tung über den in Konopiſcht feſtgelegten Plan geht ſchon
daraus hervor, daß der Anlaß zu dem Vorgehen
Oeſter=
reich=Ungarns das Attentat in Serajewo war.)
* Paris, 29. Juli. Der ehemalige Deputierte
De=
loncle behauptet in ſeinem Blatte Paris Journal, daß
Kaiſer Wilhelm bei ſeiner Ankunft in Kiel, nachdem
er die ſerbiſche Antwort geleſen hatte, an Kaiſer Franz
Joſef telegraphiert habe: Das iſt genug! (Notiz des
Wolffſchen Telegraphenbureaus: Dieſe Angelegenheit wird
als erfunden bezeichnet.)
Telegramme des internationalen Friedensbureaus.
* Bern, 29. Juli. Das internationale
Friedens=
bureau richtete an den Grafen Berchtold folgende
De=
peſche: Indem wir der durch die gegenwärtigen Ereigniſſe
verurſachten ſchmerzlichen Bewegung Ausdruck geben,
bit=
ten wir Ew. Exzellenz dringend, die Möglichkeit einer
friedlichen Beilegung des Konfliktes nicht endgültig von
der Hand zu weiſen und die noch ſtrittigen Punkte dem
Entſcheide des internationalen Schiedsgerichtes im Haag
oder den Großmächten zu unterbreiten.
* Bern, 29. Juli. Das internationale
Frie=
densbureau ſandte an Kaiſer Wilhelm
folgen=
des Telegramm: „Im Vertrauen auf das
Gerechtig=
keitsgefühl und die Friedensliebe, von denen Eure
Maje=
ſtät der Welt ſo viele Beweiſe gegeben haben, bitten wir
Sie dringend, der die Völker bedrückenden Beklemmung
ein Ende zu machen, indem Sie durch Ihre Vermittelung
eine Beilegung des öſterreichiſch=ſerbiſchen Konfliktes
be=
wirken.”
Die Beratungen in London.
* London, 29. Juli. Heute vormittag 11,30 Uhr
trat der Miniſterrat zuſammen.
* London, 29. Juli. Der deutſche
Botſchaf=
ter ſtattete heute vormittag im Auswärtigen Amt einen
Beſuch ab.
Die Maßnahmen der Niederlande und Belgiens.
* Haag, 29. Juli. Der Staatsrat iſt zu einer
dringenden Sitzung einberufen worden, um die Vorlage
zur Rektifizierung der Maßnahmen zu prüfen, die
be=
reits ergriffen ſind, um die Miliz=Landwehr unter den
Waffen zu behalten Es wird eine weitere
außerordent=
liche Sitzung des Miniſterrats erwartet.
* Amſterdam, 29. Juli. Algemeen Handelsblad
meldet: Angeſichts der internationalen Spannung hat die
holländiiche Regierung bereits verſchiedene
Maßnahmen, um die Grenze zu ſichern,
ge=
troffen. Der Generalſtabschef wurde aus Deutſchland
zurückgerufen. Eine Reihe anderer Offiziere kehrten aus
eigenem Antrieb zurück. Die einberufenen Reſerven
wer=
den einſtweilen unter den Waffen behalten. Ein
Ueber=
gang der älteſten Reſervejahrgänge zum Landſturm findet
augenblicklich nicht ſtatt. Sämtliche Schlepper in der
Rheinmündung und in den Häfen von Scheveningen ſind
von der Regierung mit Beſchlag belegt worden. Die
Vaalbrücke bei Nimwegen wird von den Kolonialtruppen
beſetzt gehalten. Weitere Detachements der
Kolonialtrup=
pen ſind nach Gennep und Mook abgegangen, um die
Maasbrücken zu bewachen. Der Kriegsminiſter hat den
Bürgermeiſter von Winterswijk angewieſen, etwa 80
Mann Landſturm zur Bewachung der Yſſelbrücke
einzu=
berufen. Es wurde bekannt gegeben, daß die Brücken
eventuell in die Luft geſprengt werden würden. Die
Be=
völkerung hat Verhaltungsmaßregeln erhalten. Auch die
Yſſelbrücke bei Zutphen wird militäriſch bewacht. Das
Fort Ymuiden iſt mobiliſiert worden.
* Brüſſel, 29. Juli. Die Regierung hat heute
vormittag drei Klaſſen von Reſerviſten
ein=
berufen.
Die Börſe.
* Berlin, 29. Juli. Die Berliner Großbanken
haben beim Börſenvorſtand die Einſtellung des
Ultimo=
handels beantragt. Die Beratungen hierüber dauern noch
an. Von der Feſtſetzung der amtlichen
Ultimoanfangs=
kurſe iſt Abſtand genommen worden. Im Kaſſaverkehr
und am Deviſenmarkte findet der Handel wie gewöhnlich
ſtatt. Auch am Produktenmarkt iſt kein offizieller Verkehr.
* Berlin, 29. Juli. Nachträglich wird bekannt, daß
an der Fondsbörſe eine Ultimonotierung per Juli um
½2 Uhr ſtattfindet. Am Produktenmarkte findet der
Ver=
kehr wie üblich ſtatt, nachdem anfänglich auch die
Einſtel=
lung des amtlichen Handels in Erwägung gezogen
wor=
den war.
* Berlin, 29. Juli. (Amtliche Erklärung des
Bör=
ſenvorſtandes.) Eine Notierung von
Terminkur=
ſen in Wertpapieren findet bis auf weiteres nicht ſtatt;
um die Abwickelung von laufenden Termingeſchäften per
Ultimo Juli zu ermöglichen, ſoll heute gleichzeitig mit der
Feſtſtellung der Kaſſenkurſe um 1½ Uhr, ſoweit wie
mög=
lich, eine Notierung der Terminkurſe per Ultimo dieſes
Monats erfolgen.
* Frankfurt, 29. Juli. In der heute früh
abge=
haltenen Sitzung des Börſenvorſtandes wurde
be=
ſchloſſen: Jeder Ultimoverkehr, auch für den Monat Juli,
iſt unterſagt. Dasfelbe gilt auch für die Abendbörſe.
* Hamburg, 29. Juli. Der Vorſtand der
Ham=
burger Fondsbörſe hat beſchloſſen, den Termin=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Inli 1914.
Nummer 207.
handel bis auf weiteres einzuſtellen und nur per Kaſſe
ab=
geſchloſſene Geſchäfte zu notieren. Ferner wird der
Pri=
vatverkehr an der Abendbörſe bis auf weiteres eingeſtellt.
— Die Zuckerbörſe beſchloß, mit Ausnahme der
Notierun=
gen für Juli und Auguſt, die offiziellen Notierungen
ein=
zuſtellen.
* Paris, 29. Juli. Die Liquidation der
franzöſiſchen Renten in der Kuliſſe iſt
von Ende Juli auf Ende Auguſt verſchoben worden.
Sämtliche per Juli abgeſchloſſenen Prämien ſind
aban=
donniert worden.
Panik an der Neu=Yorker Börſe.
* Neu=Yark, 29. Juli. Die
Kriegserklä=
rung Oeſterreichs rief an der Getreidebörſe
eine wilde Erregung hervor. Um ihre Verkaufsorders
auszuführen, ſchrien die Brokers mit der ganzen Macht
ihrer Stimme und wurden immer erregter. Die ſich
ab=
ſpielenden Szenen werden lange in der Erinnerung
blei=
ben. Die älteſten Mitglieder der Börſe erklären, daß ſie
eine derartige Aufregung an der Getreidebörſe ſeit dem
Jahre 1898 nicht mehr geſehen hätten. Die Preiſe ſtiegen
um 10 Cent. Am Kaffeemarkt verurſachte die
Nach=
kicht von der Kriegserklärung einen Preisſturz von 47 bis
48 Punkten, am Baumwollmarkt ſanken die Preiſe
um 35 bis 50 Punkte, was ebenfalls der Kriegserklärung
zugeſchrieben wird.
Eine Anſprache des Zaren.
* Petersburg, 29. Juli. Die Aſpiranten der
Marineſchule wurden in Gegenwart des Kaiſers zu
Offizieren ernannt. Bei dieſer Gelegenheit richtete
der Kaiſer an ſie Worte, die ſtürmiſche Hurras
hervor=
riefen.
* Petersburg, 29. Inli. Der Kaiſer ſagte bei
der Anſprache an die Aſpiranten der Marineſchule
u. a.: Ich befahl, Sie angeſichts der ernſten
Ereig=
niſſe welche Rußland jetzt durchzumachen
hat, zuſammenzuberufen. Während des Dienſtes als
Offiziere, der Sie erwartet, vergeſſen Sie nicht, was ich
Ihnen ſagen werde: Glauben Sie an Gott, haben Sie den
Glauben an den Ruhm und die Größe unſeres mächtigen
Vaterlandes.
Die Pariſer Proteſiverſammlung verboten.
* Paris, 29. Juli. Die Regierung hat die von der
ſyndikaliſtiſchen Vereinigung einberufene
Verſammlung, die heute abend ſtattfinden ſollte,
verboten. Die Regierung iſt der Meinung, daß ſie
unmöglich unter den gegenwärtigen Umſtänden eine
der=
artige Verſammlung dulden könne, in der womöglich die
Mittel beſprochen würden, um der eventuellen
Mobiliſie=
rung Schwierigkeiten zu bereiten. Die Regierung
ver=
ſichert, daß ſie ihre Bemühungen um die Beilegung
des Konfliktes fortſetzen werde. Die Regierung iſt der
Anſicht, daß die nationale Einmütigkeit niemals
vollſtän=
diger als jetzt ſein müßte.
Die ruſſiſche Mobiliſierung.
*London, 29. Juli. (Reuterbureau.) Die
ruſ=
ſiſche Mobiliſation beſchränkt ſich auf die
Militär=
bezirke Kiew, Odeſſa, Moskau und Kaſan. In
jedem Bezirk ſtehen 4 Armeekorps in Friedensſtärke. Durch
die Mobiliſation werden die 16 Armeekorps auf die Stärke
von 32 Armeekorps gebracht. Kaſan iſt der Zentralbezirk,
von dem aus die Reſerben für die Weſtgrenze
zuſammen=
gezogen werden.
* London, 29. Juli. Die Feuerſchiffe bei
Libau, Luſerort und Sſarytſcheff ſind von ihren
Standbkten entfernt worden. Die Leuchttürme
bei Groengründ und Smultgrund ſind ausgelöſcht. Bei
Sewaſtopol ſind alle Feuer= und Leuchttürme
aus=
gelöſcht. Die Einfahrt in den Häfen iſt während der Nacht
verboten.
Letzte Nächrichten.
* Berlin, 29. Jüli. Die deutſche Flotte iſt
nach den Heimatshäfen zurückgekehrt, und zwar
die Nordſeeſchiffe geſtern abend nach Wilhelmshaven, die
Oſtſeeſchiffe heute früh nach Kiel.
* Berlin, 29. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Wie bekannt, werden von dem Berliner
Pölizeipräſidium die öffentlichen Umzüge, die in
den letzten Tagen Unter den Linden und an anderen
Stra=
ßen ſtättgefunden haben, nicht mehr zugeläſſen.
Die Nötwendigkeit und die Zweckmäßigkeit dieſer
Maß=
regel erwies ſich geſtern äbend, als die beabſichtigten
ſözial=
demökratiſchen Demönſtrationen durch rechtzeitige
Abſper=
rungsmaßregeln der Pölizei im weſentlichen verhindert
wurden. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß ſich das aus
Ver=
kehrsrückſichten veranlaßte Verbot der Polizei ſich auf die
patriotiſchen Umzüge der letzten Tage beziehen mußte, ſo
erfreulich dieſe Aeußerungen von Vaterländsliebe an ſich
auch ſind.
* Berlin, 29. Juli. In Semlin herrſcht trotz
der lebhaften Erregung in der Stadt vollkommene
Ordnung. Am Kai lagern auf ihrer Habe etwa
zwei=
hundert Serben, Männer, Frauen und Kinder, meiſt arme
Familien, die warten, ob ſie nach ihrer Heimat
hinüber=
gelaſſen werden. In der Stadt werden Vorbereitüngen
für die Aufnahme der Verwundeten getroffen.
* Soden (Taunus), 29. Juli. Seine und Ihre
Durchlaucht Fürſt und Fürſtin Theodor Galizin,
Sena=
tor aus St. Petersburg, haben heute nachmittag 2 Uhr
39 Minuten nach einem fünfwöchigen Kuraufenthalt
Soden wieder verlaſſen und ſind nach St.
Peters=
burg zurückgereiſt. Das von den Ruſſen ſtark beſuchte Bäd
hat infolge der Kriegsunruhen nur vereinzelte Abreiſen
zu verzeichnen und der Zuzug iſt bis jetzt noch unverändert
ein güter geblieben.
* Stuttgart, 29. Juli. Der Fräuenbund der
Deutſchen Friedensgeſellſchäft richtete an
den Kaiſer ein Telegramm, in welchem im
Na=
men von Millionen Frauen um die Erhaltung des
Frie=
dens gebeten wird.
* Köln, 29. Juli. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin, die Nachricht des Pariſer Neu=York Herald,
Kaiſer Wilhelm habe an den deutſchen Bötſchafter
in Wien geſchrieben, er möge dem Grafen Berchtold
den Rücken ſteifen, ſei eine gewiſſenloſe
Er=
findung. Der Kaiſer hat niemals einen ſolchen Brief
an den Botſchafter in Wien gelangen laſſen.
* Wien, 29. Juli. Die erſte öſterreichiſche
Sparkaſſe veröffentlicht eine Mitteilung, wönach die
Anzahl der Rückzahlungsparteien heute 3500 betrüg. Dieſe
haben 2½ Millionen Kronen zurückerhalten. Die Zahl
der Einlageparteien betrug 500 mit einer Einlage von 1½
Millionen Kronen. Es hat den Anſchein, als ob die
Be=
ruhigung des Publikums große Fortſchritte machte.
* Wien, 29. Juli. Das Fremdenblatt konſtatiert
gegenüber den vielfachen Erörterungen der
internationa=
len Preſſe, wonach der Sache des Friedens ein
großer Dienſt hätte geleiſtet werden können, wenn
Oeſterreich=Ungarn für die Beantwortung der Note
Ser=
biens eine Friſterſtreckung gewährte, daß die ſerbiſche
Regierung drei Friſten verſtreichen ließ,
ohne ſie zur Befriedigung des öſterreichiſchen
Rechtsſtand=
punktes zu benutzen, nämlich die Friſt von dem
Seraje=
woer Mordtag bis zur Ueberreichung der Note am 23.
Juli, ſodann eine 48ſtündige Friſt zur Beantwortung der
öſterreichiſchen Note und ſchließlich eine Friſt von dem
Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen bis zu der
geſtri=
gen formellen Kriegserklärung, alſo neuerdings drei Tage.
Die öſterreichiſche Regierung gab demnach Serbien vor
Beginn der Feindſeligkeiten wiederholt Gelegenheit zur
Beſinnung und Rettung des Friedens.
* Wien, 29. Juli. Aus der ganzen Monarchie
kom=
men Meldungen, daß die Mobiliſierung unter
großem Jubel der Bevölkerung und mit
wah=
rer Begeiſterung vor ſich gehe. Beſonders
bemer=
kenswert iſt, daß alle Nationalitäten des Reiches ohne
Unterſchied wetteifern, dem Rufe nach den Waffen Folge
zu leiſten. Tauſende von Freiwilligen melden ſich zum
Waffendienſt.
* Rom, 29. Juli. Der König iſt geſtern vormittag
nach einer kurzen Kreuzfahrt im Mittelmeer hier
einge=
troffen. Er empfing ſofort den Miniſterpräſidenten
Salandra in Audienz. Am Nachmittag empfing der
König di San Giuliano und die Chefs des Generalſtabes
und des Admiralſtabes. Nach der Meſſe im Pantheon
empfing der König abermals den Miniſterpräſidenten und
dann den Kriegsminiſter. Der König iſt heute wiedes nach
Sant Anna Valdieri, wo ſich die Königin und die
Prinzen befinden, abgereiſt und wird in den nächſten
Tagen nach Rom zurückkehren.
* Rom 29. Juli. Die von einigen engliſchen
Blät=
tern veröffentlichte Nachricht über
Meinungsverſchieden=
heiten zwiſchen dem Miniſterpräſidenten und dem
Mini=
ſter des Aeußern hinſichtlich der Haltung Italiens
wäh=
rend des gegenwärtigen Konflikts entbehrt jeder
Be=
gründung.
* London, 29. Juli. Die heutige Sitzung des
Kabinetts dauerte über zwei Stunden. Churchill,
Grey und Lord Haldane blieben noch einige Zeit bei
Asquith, nachdem ſich die übrigen Miniſter entfernten.
Während der Kabinettsſitzung ſtattete der franzöſiſche
Bot=
ſchafter dem Miniſterium des Aeußern einen Beſuch ab.
* Malta, 29. Juli. Die engliſche
Mittel=
meerflotte ſoll morgen hier eintreffen. Es werden
energiſche Vorbereitungen getroffen, damit die Flotte
ſo=
fort nach ihrer Ankunft Kohlen und Proviant übernehmen
kann.
* Petersburg, 29. Juli. Heute nachmittag wurde
auf Anregung der Vereinigten ſlawiſchen
Ge=
ſellſchaften in der Kathedrale von Kaſan eine
Meſſe zelebriert, der der ſerbiſche Geſandte
Spalaiko=
witſch und die Mitglieder der ſerbiſchen Geſandtſchaft
bei=
wohnten. Nach der Meſſe bildete ſich ein aus Tauſenden,
hauptſächlich der Intelligenz angehbrenden Perſonen, ein
Zug, der ſich unter Abſingung der Nationalhymne und
mit Hochrufen auf Serbien über den Newski=
Proſpekt bewegte Vor der ſerbiſchen Geſandtſchaft
wur=
den Reden gehalten und vor der franzöſiſchen Botſchaft
Hochrufe auf Frankreich und England ausgebracht.
* Petersburg, 29. Juli. Die deutſche und die
öſterreichiſch=ungariſche Botſchaft wird auf
allen Seiten von verſtärkten Polizeiwachen zu
Fuß und zu Pferde bewacht. Es iſt verboten, gegenüber
den Botſchaften auf den Bürgerſteigen ſtehen zu bleiben.
* Odeſſa, 29. Juli. Hier fanden heute große
Kundgebungen für Serbien, Montenegro, Frankreich
und England ſtatt.
* Neu=York, 29. Juli. Die
Verſicherungsgeſell=
ſchaften weigern ſich, ein Schiff zu verſichern, das
die öſterreichiſch=ungariſche Flagge führt.
Vermiſchtes.
— Der Verband Deutſcher
Gewerbever=
eine und Handwerkervereinigungen
verſen=
det die Einladung zu ſeiner in den Tagen vom 2. bis 4.
Auguſt ds. Is. in Güſtrow in Mecklenburg
ſtattfin=
denden 18. ordentlichen Hauptverſammlung. Auf der
Tagesordnung ſtehen u. a. folgende Gegenſtände: Das
Berechtigungsweſen der gewerblichen
Unterrichtsanſtal=
ten; Bedeutung des ſchiedsrichterlichen Verfahrens für
Gewerbe, Händel und Induſtrie; Das
Verſicherungs=
weſen; Beteiligung des Verbandes an der Hauptſtelle für
das Verdingungsweſen. Neben den geſchäftlichen
Ver=
handlungen ſind folgende Veranſtaltungen vorgeſehen:
Ausfahrt in die Güſtrower Waldungen (von dem
Ge=
werbeverein Güſtrow geſtellt); Bahnfahrt nach Schwerin
Spaziergang durch die Stadt und Fahrt mit dem
Damp=
fer nach Zippendorf (Dampferfahrt und Muſik werden
von dem Gewerbeverein Schiberin geſtellt): Bahnfahrt
nach Roſtock und Rundfahrt durch die Stadt (die Wagen
zur Rundfahrt ſtellt der Gewerbeverein Roſtock);
Bahn=
fahrt nach Warnemünde und Luſtfahrt in See (der
Damp=
fer wird von dem Gewerbeverein Warnemünde geſtellt)
Weiterhin iſt ein Ausflug nach Kopenhagen vörgeſehen.
Anmeldungen zur Teilnahme an den Veranſtaltungen
ſind an Herrn Möbelfabrikant Otto Scherping in Güſtrow
in Mecklenburg zu richten, welcher auch beſondere Wünſche
vegen Vermittelung von Wöhnungen entgegennimmt.
EFV. Die Milleniumsſekte. Man ſchreibt
uns: Eine „Vereinigung ernſter Bibelforſcher” ein
inter=
nationales Gebilde, hat in Deutſchland ihren
Propa=
gandaſitz in Barmen und überſchwemmt von da aus
inſer Vaterland mit Flugblättern und Druckſchriften.
Allem Anſchein nach handelt es ſich dabei um die
Be=
wegung der ſogenannten Milleniumsſekte, welche mit
phantaſtiſch eschatölogiſcher Anſchäuung eine Art jüdiſcher
Geſetzlichkeit verbindet. Beſonders intereſſant und für
einfachere Gemüter irreführend iſt die in den
Flugblät=
tern vertretene Anſchauung, die unſere Regierungen direkt
als heidniſch anſpricht und ihren Untergang als
not=
wendig hinſtellt. Es wird hier unter einem religiöſen
Deckmantel alſo geradezu in verſteckter Weiſe Auflehnung
gegen die beſtehenden Staatsgewalten verkündet. Der
Urſprung dieſer zweifelhaften Sekte iſt Amerika, von dem
uns leider ſchon ſo manches merkwürdige religiöſe
Ge=
bilde in unſer volkskirchliches Leben hineingekommen iſt
Natürlich ziehen die Hintermänner dieſer Sekte durch
ihre Schriften maſſenhaft Geld aus unſerem Lande, ganz
abgeſehen vön der religiöſen Beunruhigung und
Ver=
wirrung, die ihre unbibliſchen Lehren in Tauſenden von
Gemütern anrichten. Es ſei daher vor den Flugſchriften
dieſer Sekten gewarnt. Würde niemand ihren Sendboten
etwas abkaufen, ſo würden ſie Deutſchland bald mit ihrer
Propaganda verſchonen. Jetzt rühmt ſich die
Vereini=
gung, von ihren Schriften bereits Millionen in
Deutſch=
land abgeſetzt zu haben. Welcher Geldgewinn und zwar
für Zwecke, die niemand von uns kontrollieren kann!
* Was man alles aus Papier machen
kann. Daß man Scherz= und Kotillonartikel,
Trink=
becher und Zigarrenſpitzen aus Papier herſtellt, das weiß
wohl jeder; daß es heute aber auch ganze Anzüge,
Kü=
chengeräte, Maſchinenteile uſw. aus Papier gibt, das
dürfte wohl noch ziemlich unbekannt ſein. Die Leipziger
Buchgewerbeausſtellung weiſt in ihrer Abteilung „Papier”
eine kleine Sonderausſtellung auf: „Was kann man alles
aus Papier machen?” die auf dieſe Frage erſchöpfend
Antwort gibt. Da iſt kaum ein Induſtriezweig, deſſen
Erzeugniſſe oder Materialien nicht auch aus Papier
her=
geſtellt werden können. Man ſieht hier Gürtelſchnallen,
Bierunterſätze, Patentbuchſtaben, Filtrationskörper für
chemiſche Zwecke uſw. Auch dem Schuſter pfuſcht der
Papierer ins Handwerk und fertigt papierne
Schuhein=
lagen, Kappen, Gelenkſtücke, Abſätze uſw. Und was man
kaum glaubt, auch Watte für das Krankenzimmer.
Zell=
ſtoffwatte mit und ohne Mulleinlage, Zahnarztröllchen
u. dgl. m. gibt’s auch ſchon aus Papier. Am auffälligſten
iſt aber jedenfalls die weitgehende Verwendung des
Pa=
piers zum Weben und Spinnen. Seide, Zwirn, Garn,
Roßhaar, Flechtſtroh ſieht man hier in allen Stärken und
Farben künſtlich aus Papier hergeſtellt und daneben
aller=
hand gewebte, geſponnene und geflochtene Gebrauchs=
und Luxusartikel, als da ſind: Teppiche, Läufer,
Wand=
ſtoffe, Störes, Matratzenſtoffe, Handtücher, Servietten,
Taſchentücher, Schürzen, ja ganze Anzüge, Röcke, Kleider,
Turnanzüge, dazu Säcke, Marktnetze, Wäſcheleinen,
Pack=
bindfaden und noch vieles andere. Auch allerhand kleine
Gegenſtände ſtellt man heute aus Papier her, ſo
Por=
tierenringe, Werkzeughefte, Kannengriffe, Puppenbälge
und =glieder, Federhalter und Bleiſtifte (das ſog. „
Vul=
kanfiber”), zierlich gepreßte und gemuſterte Stuhlſitze.
Man könnte ſich ſchon einen ganzen „papiernen Haushalt”
zuſammenſtellen, denn auch Eimer und Schüſſeln aus
Papier gibt es, wie auch beſonders hergerichtete
Koch=
beutel, die man mit den zu kochenden Speiſen in heißes
Waſſer taucht. Aber auch für den techniſchen Bedarf
lie=
fert das Papier ſchon manches, ſo Zahnräder und andere
Maſchinenteile, Spulen für Webſtühle, Iſolierſcheiben für
elektriſche Anlagen, Kabelgarne uſw., und dem Modelleur
iſt im Papierſtuck ein brauchbarer Stoff erſtanden, der ſehr
vorteilhaft ſtatt Gips verwendet wird. All dieſe
verſchie=
denartigen Gegenſtände entſtehen aus dem flüſſigen
Pa=
pierbrei, der zuerſt zu dünnen Papierbogen wird, wie man
es in der täglich auf der Bugra arbeitenden großen
Pa=
piermaſchine beobachten kann, und der ſich dann in
viel=
verzweigter Weiterverarbeitung allmählich zu einem Stoffe
verändert, der ſelbſt Eiſen zu erſetzen vermag.
Literariſches.
Zum Verfolg des Krieges zwiſchen Oeſterreich=
Ungarn und Serbien=Montenegro bietet die ſoeben im
Verlag der Gothaer Geographiſchen Anſtalt von Juſtus
Perthes erſchienene große farbenprächtige Karte des
Kriegsſchauplatzes willkommene Gelegenheit (Preis
1 Mark). Der Verfaſſer iſt wiederum Profeſſor Paul
Langhaus, deſſen frühere Kriegskarten in
Hunderttau=
ſenden von Exemplaren den Weg über den ganzen
Erd=
ball gefunden haben. Auch auf der vorliegenden neuen
Karte finden ſich in gewohnter Klarheit und
Verläßlich=
keit alle Einzelheiten verzeichnet, die für den Verlauf des
Krieges von Belang ſein werden (ſtrategiſche Eiſenbahnen,
Forts= und Feldbefeſtigungen uſw.): Eine intereſſante
Nebenkarte veranſchaultchi die Machträume der Dreibund=
und Zweiverbandsmächte.
— Griebens Reiſeführer, Band 156t Kaſſel
und Wilhelmshöhe. Mit 2 Karten und 1
Grund=
riß. 2. Auflage. (80 Pfg.) Verlag Albert Goldſchmidt,
Berlin W. 35. Die völlig neu bearbeitete Auflage hat vor
allem Rückſicht genommen auf die durchgreifende
Umgeſtal=
tung der Kaſſeler Kunſtſammlungen. Ein überaus
prak=
tiſch angelegter Rundgang führt den Fremden zu allen
Sehenswürdigkeiten, durch die intereſſanten Straßen der
Altſtadt und die prächtigen Parkanlagen der Karlsaue.
Aber auch die wirtſchaftlichen Angaben über Unterkunft,
Verpfleaung, Verkehr, kurz über alles, was für den
Frem=
den wiſſenswert iſt, häben in dem Buche eine ſorgfältige
Berückſichtigung gefunden. Das gute Kartenmaterial
unterſtützt trefflich die textlichen Ausführungen des
Buches.
— Zu Caſſius Dio 61, 10 und Seneca de
conſt. 9, 2. Ein Beitrag zur Erklärung der politiſchen
Schriften des Philoſophen Seneca. Von Dr. Wilhelm
Ludwig Friedrich. Darmſtadt, Verlag von H. L.
Schlapp. 40 Seiten. Preis 1,25 Mark. Eine Anzahl
Schriften des Philoſophen Seneca (Lebenszeit: um 4 vor
Chr. — 65 nach Chr.), iſt uns in einer Sammlung mit der
Ueberſchrift „Dialoge” erhalten. Zu ihr gehört auch die
kleine Schrift von der Standhaftigkeit des Weiſen (dé
Constantia sapientis), die, wie der Verfaſſer nachweiſt,
neben philoſophiſchen Gedanken politiſche Anſpielungen
enthält, und ganz zu politiſchen Zwecken abgefaßt iſt. Den
Anlaß hierzu bot eine im Jahre 58 von verſchwenderiſchen
und überſchuldeten Senatoren gegen den allmächtigen
Mi=
niſter unternommene Hetze, worüber zwei
Geſchichtsſchrei=
ber, Caſſius Dio und Tacitus, — erſterer in ſeiner
römi=
ſchen Geſchichte, Buch 61, 10, letzterer in den Annalen XIII,
42 f. — Einzelheiten berichten. Inhalt: Teil I beſpricht
1. die ſprachlich=ſtiliſtiſchen Kennzeichen für den politiſchen
Charakter der Schrift, 2. die dreifache Gruppe der Gegner
des Jahres 58, 3. die Bedeutung des Schlußkapitels.
Teil II: Das Weſen der Dioſtelle, ſowie deren
Ueberein=
ſtimmungen mit Tacitus und mit de conſt.
Bayeriſcher Landtag.
* München, 29. Juli. Zu heftig erregten Szenen
kam es heute in der Kammer der Abgeordneten bei der
Beratung des Eiſenbahnetats, als der
Ver=
kehrsminiſter Seidlin auf die deſtruktiven Tendenzen
des ſüddeutſchen Eiſenbahnerverbandes
hinwies und dabei an die Mehrheit des Hauſes mit
fol=
genden Worten appellierte: Wollen wir die Herrſchaft über
das Perſonal und damit über den Betrieb und das Wohl
und Wehe des Vaterlandes einem Dr. Süßheim und
Roß=
haupter überlaſſen? (Lebhafte Unruhe bei den Soz.) Die
Angriffe dieſer Herren berühren nicht einmal meine
Fuß=
ſohlen. (Lebhaftes Bravo! im Zentrum, Pfuirufe bei
den Soz.) Die Antwort darauf muß ſeitens aller
deut=
ſchen Eiſenbahnverwaltungen lauten: Niemals! (
Lebhaf=
tes Bravo! im Zentrum, während zu gleicher Zeit auf
ſei=
ten der Sozialdemokraten großer Lärm entſtand.) Der
Mi=
niſter wurde mit Schimpfworten und Beleidigungen
ge=
radezu überhäuft. Der Präſident war machtlos; der
Mi=
niſter ſtand während der ganzen Szene ruhig auf ſeinem
Nummer 297.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Jun 1914.
Seite 7.
Platze. Er betonte, daß die rechtliche Frage, ob
dem Eiſenbahnperſonal das Streikrecht
ge=
währt werden könnte, ganz klar liege. Nach der
Rechtslage findet dieſe Beſtimmung auch auf das
Stra=
ßenbahnperſonal Anwendung. So wichtige Betriebe, wie
die Armee= und Verkehrsanſtalten, dürftendurch eine
Maſſeneinſtellung nicht lahmgelegt
wer=
den. (Lebhaftes Bravo! im Zentrum, Unruhe bei den
Soz.) Das iſt der Standpunkt der Regierung und von
dieſem Standpunkt müſſen wir das Streikrecht verſagen
und den ſüddeutſchen Eiſenbahnerverband bekämpfen.
(Bravo!) In einer perſönlichen Bemerkung verteidigte ſich
der Abgeordnete Süßheim gegen die Anwürfe des
Mini=
ſters, indem er unter ſtürmiſchem Beifall ſchloß: Ein
Mini=
ſter Seidlin kann die Sozialdemokratie überhaupt nicht
beleidigen.
Gerichtszeitung.
* Bamberg, 28. Juli. Hofkapellmeiſter
Beid=
ler in München hat im Auftrage ſeiner Frau gegen das
landgerichtliche Urteil in Bayreuth, in welchem auf
Ab=
weiſung ihrer Klage erkannt wurde, Berufung beim
Oberlandesgericht einlegen laſſen. Termin zur
Hauptverhandlung wurde auf den 19. Oktober anberaumt.
* Paris, 29. Juli. Die Strafkammer verurteilte 25
Perſonen, die ſich vorgeſtern an ſyndikaliſtiſchen
Kund=
gebungen beteiligt hatten, zu Gefängnisſtrafen von
1 Tage bis zu 1 Monat.
Luftfahrt.
* Neunkirchen (Saar), 29. Juli. Bei
Wiebels=
kirchen ging geſtern ein Doppeldecker mit einem
franzöſiſchen Zivilflieger nieder, der angeblich
auf der Rückkehr von der öſterreichiſchen Grenze geſtern
abend bei Baden=Baden zur Fahrt nach Frankreich
aufgeſtiegen war und, durch Nebel und Winde aus der
Richtung gekommen, in der hieſigen Gegend niedergehen
mußte. Die Durchſuchung des Apparates hat keinerlei
Verdachtsmomente ergeben. Ebenſo iſt das Gerücht, daß
ein zweiter Inſaſſe des Flugzeuges nach der Landung
ge=
flohen ſei, nicht erwieſen worden. Der Flieger bleibt ſo
lange unter Bewachung in einem Hotel, bis aus dem
an=
geblichen Aufſtiegsort eine Beſtätigung ſeiner Angaben
eingetroffen iſt.
Turnen, Spiele und Sport.
* Pferdeſport. Neuß, 29. Juli. Schlenderhan=
Flachrennen. 4000 M. 1. Graf Seidlitz=Sandreczkis
Nord=
bahn (Warne), 2. Norton, 3. Tanagra. 52110; 21, 18,
22:10. — Nordkanal=Jagdrennen. 2800 M. 1. J.
Eſpen=
ſchieds Miltiades (Herr Sichler), 2. Hands off, 3.
Geo=
graph. 61:10; 18, 17110. — Roſengarten=Handicap, 4000 M.
1. J. Schmitz Roc Fleuri (Olejnik), 2. Villa, 3. St.
Maxi=
min. 68:10; 22, 19, 29110. — Hans Eppinghoven=
Jagd=
rennen. 2500 M. 1. Baron v. Itterſums Avoncroft
(Jonkhaer de Repelarr), 2. Florimond Robertet, 3.
Gueſ=
ſurtia. 19110.
Vichy, 29. Juli. Prix de IHotel Ruhl. 2000 Fr.
1. Jean Lieux” Véſéris (Allemand), 2. Gargileſſe, 3.
Qualité. 28:10; 17, 100:10. — Prix Spécial de la
So=
cisté Sportive. 2000 Francs. 1. Baron Naxons Aprés
Mai (G. Bartholomew), 2. Indiscret II, 3. Monmouth.
60:10; 25, 25:10. — Prix Sevigné. 3000 Francs. 1. J.
Lieux’ Traquenard (Garner) und desſelben Laghet (M.
Barat), 3. Garotte V. 30110; 60, 34:10. — Prix de la
Ceres. 20000 Francs. 1. J. Lieux’ Riviſta (Garner),
2. Alerte VI., 3. Roſelys. 18:10; 13, 17.10.
Grubenunglück.
* Kaſſel, 29. Juli. Die Bleicheröder Zeitung
mel=
det aus Kraja: Auf dem im Abteufen begriffenen
Kali=
bergwerk Kraja II ereignete ſich geſtern nacht eine
ſchwere Dynamitexploſion, wobei 11 Bergleute
und ein Steiger tödlich verunglückten.
* Kraja, 29. Juli. Die Dynamitexploſion
erfolgte gegen 1 Uhr in der Frühe in einem engen
Höhlen=
raum. In der Höhle befanden ſich 12 Mann, die durch
die explodierten 80 Pfund Dynamit in Fetzen geriſſen
wur=
den; nur ein Bergmann gab noch ſchwache Lebenszeichen
von ſich. Er wurde in das Bleicheröder Krankenhaus
ge=
ſchafft. Da die Zeugen des Unglücks ſämtlich der
Explo=
ſion zum Opfer gefallen ſind, iſt über die
Entſtehungs=
urſache nichts zu ermitteln.
Erdbeben.
* Hohenheim, 29. Juli. Die Inſtrumente der
Erdbebenwarte haben geſtern abend ein zweites ſtarkes
Nahbeben aufgezeichnet. Der Herd liegt in einer
Ent=
fernung von 150 bis 200 Kilometer. Die erſte
Erſchütte=
rungswelle traf um 11 Uhr 16 Minuten 29 Sekunden ein.
Darauf folgten zwei Hauptanſchläge, die durch einen
Zeit=
raum von 7 Sekunden von einander getrennt waren. Die
Richtung des Bebens ſteht noch nicht feſt.
Albanien.
* Rom, 29. Juli. Die Agenzia Stefani erfährt aus
Durazzo: Geſtern um 10 Uhr vormittags und heute
vormittag begaben ſich die Offiziere der
hollän=
diſchen Miſſion zu dem Fürſten, um ihm die
Un=
möglichkeit auseinanderzuſetzen, ihr
Mandat zu erfüllen. Der Fürſt hat ſich die
Ent=
ſcheidung vorbehalten. Es geht das Gerücht, daß die
hol=
ländiſchen Offiziere ihr Entlaſſungsgeſuch der
internatio=
nalen Kontrollkommiſſion überreichen werden.
* Rom, 29. Juli. Die Agenzia Stefani erfährt aus
Durazzo: Mufid Bey iſt zum Geſandten in
Rom ernannt worden.
* Durazzo 29. Juli. Die Maliſſoren
ſchlugen die Aufſtändiſchen am Matfluſſe
zu=
rück und beſetzten Schlinza. Die Aufſtändiſchen zogen ſich
alsdann nach Iſchnu zurück.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Paris, 29. Juli. Nach einem Funkſpruch des
Pan=
zerſchiffes „France” an deſſen Bord Präſident
Poin=
caré nach Frankreich zurückkehrte, hat ein deutſches
Torpedoboot am 27. Juli in der Nähe von Kiel die
Flagge des Präſidenten mit 21 Salutſchüſſen
be=
grüßt. Der Kreuzer „Jean Bart” hat die Salutſchüſſe
erwidert.
* Paris, 29. Juli. Der Direktor des Temps, Adrien
Hebrad iſt in Paris geſtorben.
* Paris, 29. Juli. Der bekannte Profeſſor und
Chi=
rurge Paul Reclos iſt heute im Alter von 67 Jahren
geſtorben.
* Athen, 29. Juli. (Agence d’Athenes.) Im Laufe
der Woche begibt ſich der König an Bord eines
Torpedo=
zerſtörers nach Mudros, um den großen Seemanövern
beizuwohnen.
* Waſhington, 29. Juli. Der perſönliche Vertreter
von Carbajal, Joſe Caſhellot, überbrachte die
Bot=
ſchaft, daß Carbajal und Carranza dem
Friedens=
abkommen zuſtimmten.
* Benghaſi, 29. Juli. Die zwei unter dem Befehl des
Generals Mombretti und des Oberſten Martinelli
ſtehen=
den italieniſchen Kolonnen ſchlugen durch das
gemeinſame Vorgehen am 27. Juli etwa 1000 Rebellen,
die ſich in ausgezeichneter Stellung in der Zone von
Kau=
lan verſchanzt hatten, in die Flucht. Die Rebellen verloren
145 Tote und ließen außerdem eine große Menge Waffen
und Munition im Stich. Auf Seiten der Italiener
wur=
den ein Weißer und ſieben Askaris getötet, ein Offizier
und 27 Soldaten verwundet.
Briefkaſten.
* Auf verſchiedene Anfragen über die Vorſichts=
und Vorbereitungsmaßnahmen im deutſchen
Heere ſei mitgeteilt, daß wir im Intereſſe der
Landesver=
teidigung nicht in der Lage ſind, darüber zu berichten.
Ferner iſt uns der Wunſch geäußert worden, in dieſer Zeit
politiſcher Spannung auch über alle Art militäriſcher
Maß=
nahmen, mögen ſie ſich auf Heer, Marine oder Luftſchiffe
beziehen, keine Mitteilungen mehr zu bringen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Derleg
(16802a
Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit
Milch ernährten Säuglinge, und treten
Darmkrank=
heiten und Brechdurchfälle in erſchreckender Weiſe auf.
Wer ſeinen Liebling dieſer großen Gefahr nicht
aus=
ſetzen will, beuge vor und verabfolge dem Kinde eine
gleichbleibende, die Verdauung nicht ſtörende Nahrung.
Die beſte Gewähr bietet hierin das ſeit Jahren
alt=
bewährte Neſtle’ſche Kindermehl, weil dasſelbe
nur mit Waſſer zubereitet werden braucht. Probe und
illuſtrierte Broſchüre gratis und franko durch Neſtle’s
Kindermehl G. m. b. H., Berlin W 57. (I,17006
Satrabtatter beit.
Die bisherige koſtenloſe Abgabe der
Extra=
blätter an unſeren Expeditionsſchaltern hat,
durch halbwüchſige Burſchen hervorgerufen, zu
turbulenten Szenen geführt, die es Erwachſenen
vielfach unmöglich machten, ein Extrablatt zu
erhalten. Dieſe Vorkommniſſe zwingen uns,
fortan Extrablätter nur noch gegen Bezahlung
von 5 Pfennig abzugeben.
(17026dfs
Verlag des Darmſtädter Tagblatt.
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Wie aus dem unſerer heutigen Stadtauflage
beiliegenden Proſpekt der Firma Carſch in
(30
Frankfurt a. M. zu erſehen iſt, beginnt ihr Saiſon=
Ausverkauf am 1. Auguſt. Wir machen unſere verehrl.
Leſer auf dieſen Proſpekt beſonders aufmerkſam. (17000
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei der Krankheit, ſowie beim Hinſcheiden meiner
(*2450
ieben Frau
Marie Böhm
ſagen wir Allen, beſonders der Schweſter für die
treue Pflege und dem Herrn Pfarrer für ſeine
troſtreiche Grabrede, innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 29. Juli 1914.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Vaters
(17027
Herrn
Georg Nungesser
ſagen innigſten Dank.
Darmſtadt, 29. Juli 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Danksagung.
(Nur auf dieſem Wege!)
Für alle Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Ableben unſrer lieben
(*2460
Frau
Johanna Hachenburger
ſagen herzlichen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 29. Juli 1914.
Danksagung.
Für alle Beweiſe herzlicher Teilnahme, die
uns beim Hinſcheiden unſeres lieben Vaters,
Großvaters, Schwiegervaters, Bruders, Schwagers
und Onkels
(*2316
Herrn
Thomas Brücher II.
geworden ſind, ſagen wir hiermit Freunden und
Bekannten unſeren innigſten Dank.
Arheilgen, den 29. Juli 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 31. Juli: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr
30 Min.
Samstag, den 1. Aug.: Morgengottesdienſt 8 Uhr
30 Min. Sabbatausgang 9 Uhr 5 Min.
Sonntag, 2. Aug.: Faſttag, Zerſtörung Jeruſalems.
Morgengottesdienſt 7 Uhr. Abendgottesdienſt 7 Uhr
15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 1. Aug.: Vorabend 7 Uhr 15 Min.
Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Sabbat=
ausgang 9 Uhr 5 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 2. Aug., an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Sonntag, den 2. Auguſt:
Faſten des 9. Aw.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der Kern der nördlichen Depreſſion lag geſtern über
Norddeutſchland: von Weſten her ſteigt der Druck
allmäh=
lich wieder an. Wir werden langſam auf die Rückſeite der
Depreſſion kommen und heute vielfach wolkiges, doch meiſt
trockenes Wetter ohne weſentliche Regenfälle und ohne
Aenderung der Temperatur zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 30. Juli:
Wechſelnde Bewölkung, keine weſentlichen Niederſchläge,
Temperatur wenig geändert, nordweſtliche bis nördliche
Winde.
Tageskalender.
Donnerstag, 30. Juli.
Konzerte: Platanenhain um 8 Uhr. — Bürgerkeller
um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. Bilderauslage unſerer
Expedi=
tion (Rheinſtraße 23): Zur Verlobung des Fürſten
Wil=
helm von Hohenzollern. — Das Ultimatum Oeſterreich=
Ungarns an Serbien. — Vom Prozeß gegen Frau
Caillaux. — Zum Attentat auf den ruſſiſchen
Wunder=
prieſter Rasputin.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrige
redaktionellen Teil: i. V. Kurt Mitſching; für den Anzeiger
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Fü
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind ar
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werder
nicht zurückgeſandt.
Vom 30. Juli bis 8. August.
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Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Seite 9.
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zusammen . . 95 ₰ 1 runde Wanne mit 2 Griffen
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40 cm 95 ₰ 4 Schüsseln
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aus 1 Schöpflöffel 1 Schaum-
löffel, 2 Milchlöffel, 1 Wen-
der . . 1 Waschbecken und 1 Nachttopf,
zusammen . . . 5 1 tiefe Küchenschüssel
36 cm . . . . 95 ₰ 1 Wasserkanne,
konisch 95 ₰ Fleischtopf, 20 cm, mit Deckel
Netzmarmor . 95 ₰ Nudelpfannen, Netzmarmor
16 und 20 cm . 95 ₰ Teigschüssel, 32 cm
Netzmarmor . . 95 ₰ Waschbecken mit Napf, 32 cm,
,,
Netzmarmor 95 ₰ 1 Salatseiher, 26 cm
Netzmarmor . 95 ₰ Zwiebelkasten
Netzmarmor 95 ₰ Konsol mit Mass
,
Netzmarmor . . . 95 ₰ 1 Milchträger, 2 Liter
Netzmarmor . . . 95₰
1 Kaffeekanne
Netzmarmor
95₰
1 Toiletteneimer
weiss
95₰
2 Küchenschüsseln, Netzmarmor
28 und 32 cm . . . zusammen
1 Fenstereimer und 1 Fensterleder
zusammen
95 ₰
0
95
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inoxydiert
95
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40 cm . .
95₰
1 Zinkeimer30 cm 95 ₰ 1 runde Zinkwanne
34 cm . 95 ₰
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O
95
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5
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Nummer 207.
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Off. u. L 46 a. d. Exp. (*2457dsg
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hiermit zur öffentlichen
Kenntnis gebracht.
Ueber das Vermögen der
Deut=
ſchen Sommer=Flugzeugwerke, G.
m. b. H. in Darmſtadt wird heute,
am 27. Juli 1914, nachmittags
6 Uhr, das Konkursverfahren
er=
öffnet, da die Firma ſelbſt,
ver=
treten durch ihre beiden
Geſchäfts=
führer Robert Sommer, Ingenieur
in Frankfurt a. M, Moltke=Allee 60,
und Karl Müller, Diplom=
Inge=
nieur in Darmſtadt,
Kranichſtei=
nerſtraße 68½, Antrag auf
Er=
öffnung des Konkurſes geſtellt und
glaubhaft gemacht haben, daß das
Vermögen der Geſellſchaft
über=
ſchuldet iſt.
Der Rechtsanwalt Meiſel in
Darmſtadt wird zum
Konkursver=
walter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
8. September 1914 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen
Ver=
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände auf
Montag, 24. Auguſt 1914,
vormittags 10 Uhr,
Zimmer 219
und zur Prufung der angemeldeten
Forderungen auf
Freitag, 18. September 1914,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 219, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur
Konkurs=
maſſe etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung
auf=
erlegt, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache
abgeſon=
derte Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 8. September 1914 Anzeige
zu machen.
(17014
Darmſtadt, 27. Juli 1914.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I
Donnerstag, nachmittags von
2—5 Uhr wird
Müllerstr. 20, II.
aus einem Nachlaß ſtammend,
ver=
ſchied. Küchengeſchirr, Wäſche,
Gaslampe uſw., billig geg. Bar=
(*2472
zahlung abgegeben.
Billig abzugeben:
2tür. Kleiderſchrank, ſchön.
Küchen=
ſchrank, Spiegel, geſchl., Sitzbadew.,
ſch. Hängelampe, Waſchtiſch,
Nacht=
ſchr. Wienersſtr. 83, I.
(*2408
Seltene Gelegenheit.
Schlafzimmer (maſſiv Eichen),
nicht fourniert, ſehr billig abzug.
Uhland, Schreinerei,
Hügelſtraße 29. (*2463
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 30. Juli 1914, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle, Bachgangweg 20,
öffent=
lich zwangsweiſe gegen Barzahlung für beſtimmt:
1 Spitz= und Schälmaſchine und 1 Reinigungsmaſchine
(für Frucht);
ferner um 4 Uhr an Ort und Stelle vorausſichtlich:
130000 Stück gebrannte und ca. 50000 Stück ungebrannte
Backſteine.
Zuſammenkunft Ecke Kaſtanien=Allee und
Kranich=
ſteinerſtraße.
Um 4½ Uhr im Saale Rundeturmſtr. 16 zwangsweiſe
für beſtimmt: 2 große Eisſchränke;
vorausſichtlich: 2 Pianinos, 2 Büfetts, 3 Diwans, 4 Sofas,
3 Kaſſen=, 2 Waren=, 4 Kleider=, 2 Bücher= und 2
Spiegel=
ſchränke, 1 Billard 1 Landauer, 4 Schreibtiſche, 1
Schreib=
maſchine, 2 Aktenſchränke, 1 Partie Bilder und Figuren,
8 Bände Lexikon uſw.
Darmſtadt, den 29. Juli 1914.
(17004
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher
Bleichſtraße 9.
Ernst-Ludwig-Heilanstalt
(Dr. Lossen’s Klinik)
Medico-mechanisches Institut
Darmstadt — Steinstrasse 21/23.
Telephon 453.
Schwedische Heilgymnastik, Lichtheilanstalt.
Medizinische Bäder aller Art. Röntgenphotographie (
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apparat), Röntgenbehandlung. Anwendung von Hochfrequenz-
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Für auswärtige Patienten stehen Privatkrankenzimmer z. Verfügung
— Prospekte auf Verlangen. —
Geöffnet von früh 8 Uhr bis abends 8 Uhr. (3145a
Nr. 50.
Donnerstag, 30. Zut.
1914.
An die
Großh. Bürgermeiſtereien und die Großh. Gendarmerie des Kreiſes.
Das nachſtehend abgedruckte Geſetz gegen den Verrat militäriſcher
Geheim=
niſſe vom 3. Juni 1914 bringen wir zu Ihrer Kenntnis. Sie wollen ſich die genaue
Ueberwachung des Befolgs der einſchlägigen Vorſchriften des Geſetzes angelegen
ſein laſſen.
*(17017
Darmſtadt, den 25. Juli 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Geſetz gegen den Verrat militäriſcher Geheimniſſe.
Vom 3. Juni 1914.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher Kaiſer, König von Preußen uſw.
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zuſtimmung des Bundesrats und
des Reichstags, was folgt:
§ 1.
Wer vorſätzlich Schriften, Zeichnungen oder andere Gegenſtände, deren
Geheim=
haltung im Intereſſe der Landesverteidigung erforderlich iſt, in den Beſitz oder zur
Kenntnis eines anderen gelangen läßt und dadurch die Sicherheit des Reichs gefährdet,
wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren, bei mildernden Umſtänden mit Gefängnis
nicht unter einem Jahre beſtraft.
Ebenſo wird beſtraft, wer vorſätzlich Nachrichten, deren Geheimhaltung im
Inter=
eſſe der Landesverteidigung erforderlich iſt, an eine ausländiſche Regierung oder an
eine Perſon die im Intereſſe einer ausländiſchen Regierung tätig iſt, gelangen läßt
und dadurch die Sicherheit des Reichs gefährdet.
Hat der Verrat einen ſchweren Schaden für die Sicherheit des Reichs zur Folge
gehabt, ſo kann, wenn der Täter dies vorausgeſehen und gegen Entgelt gehandelt hat,
auf lebenslanges Zuchthaus erkannt werden.
§ 2
Wer ohne den Vorſatz, die Sicherheit des Reichs zu gefährden, vorſätzlich und
rechtswidrig Gegenſtände der im § 1 Abſ. 1 bezeichneten Art in den Beſitz oder zur
Kenntnis eines anderen gelangen läßt, wird mit Gefängnis oder mit Feſtungshaft
bis zu fünf Jahren beſtraft.
Der Verſuch iſt ſtrafbar.
§ 3.
Wer ſich den Beſitz oder die Kenntnis von Gegenſtänden der im § 1 Abſ. 1
bezeichneten Art in der Abſicht verſchafft, ſie zu einer die Sicherheit des Reichs
ge=
fährdenden Mitteilung zu gebrauchen, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren, bei
mildernden Umſtänden mit Gefängnis nicht unter ſechs Monaten beſtraft.
Ebenſo wird beſtraft, wer ſich Nachrichten der im § 1 Abſ. 2 bezeichneten Art
in der Abſicht verſchafft, ſie zu einer die Sicherheit des Reichs gefährdenden
Mittei=
lung an eine ausländiſche Regierung oder an eine im Intereiſe einer ausländiſchen
Regierung tätige Perſon zu gebrauchen.
Waren die Gegenſtände oder Nachrichten dem Täter in ſeiner Eigenſchaft als
deutſcher Beamter oder deutſche Militärperſon zugänglich, ſo kann auf Zuchthaus bis
zu fünfzehn Jahren erkannt werden,
8
Wer ſich vorſätzlich und rechtswidrig den Beſitz oder die Kenntnis von
Gegen=
ſtänden der im § 1 Abſ. 1 bezeichneten Art ohne die Abſicht verſchafft, ſie zu einer die
Sicherheit des Reichs gefährdenden Mitteilung zu gebrauchen, wird mit Gefängnis
oder Feſtungshaft bis zu drei Jahren beſtraft. Bei mildernden Umſtänden kann auf
Geldſtrafe bis zu fünſtauſend Mark erkannt werden.
Der Verſuch iſt ſtrafbar.
§ 5
Wer ein Verbrechen der in den §§ 1, 3 bezeichneten Art mit einem anderen
ver=
abredet, wird, wenn es nicht zur Vollendung oder zu einem ſtrafbaren Verſuche des
Verbrechens gekommen iſt, mit Gefängnis nicht unter einem Jahre, bei mildernden
Umſtänden mit Gefängnis nicht unter drei Monaten beſtraft.
Der an einer Verabredung Beteiligte wird nicht beſtraft wenn er zu einer Zeit,
in welcher die Verhütung des verabredeten Verbrechens noch möglich iſt, freiwillig
Anzeige bei der Behörde erſtattet Dies gilt nicht für den Beteiligten, der den anderen
zu der Verabredung vorſätzlich beſtimmt hat=
§ 6.
Wer vorſätzlich mit einer Perſon, die im Intereſſe einer ausländiſchen Regierung
tätig iſt, Beziehungen anknüpft oder unterhält, welche die Mitteilung von
Gegen=
ſtänden oder Nachrichten der im § 1 Abſ. 1, 2 bezeichneten Art zum Gegenſtande haben,
wird mit Gefängnis beſtraft.
Ebenſo wird beſtraft eine Perſon, die im Intereſſe einer ausländiſchen
Regie=
rung tätig iſt, wenn ſie vorſätzlich mit einem anderen Beziehungen anknüpft oder
unterhält, welche die Mitteilung von Gegenſtänden oder Nachrichten der im § 1 Abſ. 1, 2
bezeichneten Art zum Gegenſtande haben.
§ 7.
Wer vorſätzlich in einer Feſtung, einem Reichskriegshafen oder einer militäriſchen
Anlage, auf einem Schiffe der Kaiſerlichen Marine oder innerhalb der deutſchen
Hoheitsgewäſſer gegenüber einer Behörde, einem Beamten oder einer Miltärperſon
über ſeinen Namen, ſeinen Stand, ſeinen Beruf, ſein Gewerbe, ſeinen Wohnort oder
ſeine Staatsangehörigkeit eine unrichtige Angabe macht oder die Angabe verweigert,
wird, wenn nach den Umſtänden anzunehmen iſt, daß der Aufenthalt an dem Orte
oder die unrichtige Angahe oder die Verweigerung der Angabe mit Zwecken der in
den §§ 1, 3 bezeichneten Art zuſammenhängt, mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder
mit Gelbſtrafe bis zu eintauſend Mark beſtraft.
Einer Feſtung, einem Reichskriegshafen oder einer militäriſchen Anlage ſtehen
gleich deren amtlich bekanntgemachte Sicherungsbereiche ſowie gewerbliche Anlagen, in
denen Gegenſtände für die Bedürfniſſe der inländiſchen Kriegsmacht hergeſtellt,
aus=
gebeſſert oder aufbewahrt werden.
Die Tat iſt nur ſtrafbar, wenn die Behörde, der Beamte oder die
Militär=
perſon zuſtändig war=
Wer fahrläſſig Gegenſtände der im § 1 Abſ. 1 bezeichneten Art, die ihm kraft
ſeines Amtes oder eines von amtlicher Seite erteilten Auſtrags zugänglich waren in
den Beſitz oder zur Kenntnis eines anderen gelangen läßt und dadurch die Sicherheit
des Reichs gefährdet, wird mit Gefängnis oder Feſtungshaft bis zu drei Jahren oder
mit Geldſtrafe bis zu fünſtaufend Mart beſtraft.
§ 9.
Wer von dem Vorhaben eines der in den §§ 1, 3 bezeichneten Verbrechen zu
einer Zeit, in welcher die Verhütung des Verbrechens möglich iſt, glaubhafte Kenntnis
erhält und es vorſätzlich unterläßt, hiervon der Behörde zur rechten Zeit Anzeige zu
machen, wird, wenn das Verbrechen oder ein ſtrafbarer Verſuch desſelben begangen
worden iſt, mit Gefängnis beſtraft,
Dieſe Vorſchrift findet keine Anwendung, wenn die Anzeige gegen einen
An=
gehörigen oder von einem Geiſtlichen in Anſehung deslenigen, was ihm bei Ausübung
der Seelſorge anvertraut worden iſt, hätte erſtattet werden müſſen.
§ 10.
Wer vorſätzlich während eines Krieges gegen das Reich oder bei drohendem
Kriege Nachrichten über Truppen= öder Schiffsbewegungen oder über
Verteidigungs=
mittel einem vom Reichskanzler erlaſſenen Verbote zuwider veröffentlicht, wird mit
Gefängnis oder Feſtungshaft bis zu drei Jahren oder mit Geldſtrafe bis zu
fünf=
tauſend Mark beſtraft.
Wer vorſätzlich über ſchwebende amtliche Ermittelungen wegen eines Verbrechens
oder Vergehens gegen dieſes Geſetz ohne Erlaubnis der die Ermittelungen leitenden
Behörde Mitteilungen in die Oeffentlichkeit bringt, wird mit Gefängnis oder
Feſtungs=
haft bis zu einem Jahre oder mit Geldſtrafe bis zu eintauſend Mark beſtraft.
Dieſe Vorſchrift findet auf die Veröffentlichung von Mitteilungen, die nach der
Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens im militärgerichtlichen Verfahren nach
Verfügung der Anklage erfolgt, keine Anwendung.
§ 12.
Mit Haft oder Geldſtrafe bis zu einhundertfünfzig Mark wird beſtraft,
1. wer einem an Ort und Stelle erkennbar gemachten Verbote der
Miltär=
behörde zuwider eine militäriſche Anlage oder ein Schiff der Kaiſerlichen
Marine betritt:
2. wer in einer Feſtung, einem Reichskriegshafen oder in deren amtlich
be=
kanntgemachten Sicherungsbereichen die Vorſchriften über Aufenthaltsmeldung
übertritt;
3. wer von einem Feſtungswerk, einem Gebäude der Kaiſerlichen Marine in
welchem Munition oder Minen gelagert werden, einer miltäriſchen
Luft=
fahrzeughalle oder einer militäriſchen Anlage für drahtloſe Telegraphie ohne
Erlaubnis der zuſtändigen Militärbehörde Aufnahmen macht oder
veröffent=
licht. Die Aufnahmen und Veröffentlichungen können eingezogen werden
ohne Unterſchied, ob ſie dem Verurteilten gehören oder nicht.
§ 13.
In den Fällen der §§ 1, 3 kann neben der Freiheitsſtrafe auf Geldſtrafe bis
zu fünfzigtauſend Mark, bei mildernden Umſtänden bis zu fünfundzwanzigtauſend
Mark erkannt werden.
In den Fällen der §§ 2, 4, 5, 6, 8 kann neben der Freiheitsſtrafe auf Geldſtrafe
bis zu fünftauſend Mark erkannt werden.
§ 14.
In den Fällen der §§ 1, 3, 5, 6 kann neben Gefängnis auf Verluſt der
öffent=
lichen Aemter und der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte, neben jeder
Freiheitsſtrafe auf Zuläſſigkeit von Polizeiaufſicht erkannt werden.,
Ein Ausländer, der wegen eines Verbrechens oder eines vorſätzlichen Vergehens
gegen dieſes Geſetz zu einer Freiheitsſtrafe verurteilt worden iſt, kann nach Verbüßung
der Strafe von der Landespolizeibehörde aus dem Reichsgebiet ausgewieſen werden.
§ 15.
Hat der Täter für die Begehung eines Verbrechens oder Vergehens gegen dieſes
Geſetz Entgelt empfangen, ſo iſt das Empfangene oder deſſen Wert in dem Urteil für
dem Staate verfallen zu erklären.
§ 16.
Auf die Verbrechen und Vergehen gegen die §§ 1, 3, 5, 6, 8 findet die Vorſchrift
des § 4 Abſ. 2 Nr. 2 des Strafgeſetzbuchs Anwendung.
§ 17.
Soweit in Geſetzen oder Verordnungen auf Vorſchriften verwieſen iſt, die durch
dieſes Geſetz außer Kraft geſetzt werden, treten an deren Stelle die entſprechenden
Vorſchriften dieſes Geſetzes.
§ 18.
Bei Verbrechen gegen die §§ 1, 3 iſt das Reichsgericht für die Unterſuchung und
Entſcheidung in erſter und letzter Inſtanz ausſchließlich zuſtändig. Die
Militärgerichts=
barkeit wird hierdurch nicht berührt.
Die Geſchäfte, die im § 72 Abſ. 1 des Gerichtsverfaſſungsgeſetzes der
Straf=
kammer des Landgerichts zugewieſen ſind, erledigt der erſte Straffenat des
Reichs=
gerichts. Das Hauptverfahren findet vor dem zweiten Strafſenate ſtatt.
§ 19.
Der § 360 Nr. 1 des Strafgeſetzbuchs, der § 15 des Geſetzes über die Preſſe vom
7. Mai 1874 (Reichs=Geſetzbl. S. 65) und das Geſetz gegen den Verrat militäriſcher
Geheimniſſe vom 3. Juli 1993 (Reichs=Geſetzbl. S. 20) mit Ausnahme des 3 11 treten
außer Kraft. In dem Abſ. 2 des § 360 des Strafgeſetzbuchs kommen die Zahl „1½
und die Worte „der Riſſe von Feſtungen und Feſtungswerken,”, in der Nr. 1 des
§ 18 des Geſetzes über die Preſſe die Zahl 15,‟ in Wegfall.
Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen=Unterſchrift und beigedrucktem
Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Neues Palais, den 3. Juni 1914.
(L. 8.)
Wilhelm.
von Bethmann Hollweg.
Vekanntmachung.
In den Herbſtferien d. Js. werden an den drei Lehrerſeminarien (Alzey,
Bens=
heim, Friedberg) biologiſche Fortbildungskurſe für Volksſchullehrer abgehalten.
Die Kürsdauer beträgt 14 Tage. Den Teilnehmern wird eine Beihilfe von 80 Mk.
gewährt werden. Es iſt dabei in erſter Linie an Lehrer gedacht, die entſprechenden
Unterricht (Biologie und Naturlehre) in den oberen Klaſſen der Volksſchule oder in
der Fortbildungsſchule erteilen.
Meldungen ſind bis zum 15. Auguſt d. Js. an die unterzeichnete Behörde
ein=
zuſenden.
Darmſtadt, den 25. Juli 1914.
(16897id
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Feyz.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß Donnerstag, den 30. Juli 1914, von
7 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags, Freitag, den 31. Juli 1914, von 6 Uhr
vormittags bis 11 Uhr vormittags, an demſelben Tage von 1 Uhr nachmittags bis
4 Uhr nachmittags, und Samstag, den 1. Auguſt 1914, von 8 Uhr vormittags bis
2 Uhr nachmittags, Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Truppenübungsplatz
Darmſtadt ſtattfindet. Die Abſperrung erſtreckt ſich über das ganze Abſperrgelände.
Darmſtadt, den 29. Juli 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart,
(16435a
Der Kanarienzucht= und Vogelſchutzverein Darmſtadt beabſichtiat mit ſeiner
diesjährigen Prämiierungsausſtellung — Mitte Dezember 1914 — eine Verloſung von
Kanarienhähnen zu verbinden.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 3000 Loſe zu
0,35 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des
Brutto=
erlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankaufe von Gewinngegenſtänden zu
ver=
wenden ſind
Der Vertrieb der Loſe iſt in der Provinz Starkenburg geſtattet.
Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz und der Alice=Frauenverein für
Krankenpflege im Großherzogtum Heſſen beabſichtigen am 6. November d. Js. die
Ziehung der I. Serie einer Geldlotterie zu Gunſten der Vereinszwecke zu veranſtalten;
die Lotterie beſteht aus 60 000 Loſen à 1 Mk.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß Ankündigung, Ausgabe
und Vertrieb der Loſe nicht während der Zeit des Vertriebes der Loſe zur I. Klaſſe
einer Königl. Preußiſchen Lotterie ſtattfinden darf=
Der Verkrieb von 30 000 Loſen der genannten Lotterie (I. Serie) iſt im
Groß=
herzogtum geſtattet; dieſe 30000 Loſe müſſen mit dem Heſſ. Zulaſſungsſtempel ver=
(17018
ſehen ſein.
Antliche diachrſchten des Groſth. Polzeiants Darnſcdt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 gelber Pinſcher Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(17003
vorm. 10 Uhr, ſtatt
Gebrauchte Nähmaſchine
ſehr billig zu verkaufen. (*2398df
Graekk, Wilhelminenſtr. 31.
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(*2399
Lauteſchlägerſtr. 34.
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Pfennig, wird frei ins Haus
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an die Exped. ds. Bl. (16917a
Eine gute alte Geige billig zu
E verkaufen. Schießhausſtr. 120,
(B16609
2. Stock.
Steuer=Erhebung.
Das II. Ziel der
Gemeinde=
ſtettern für das Rechnungsjahr
1914 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8bis 12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 13. Juli 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (16317a
Einquartierung.
Das Einquartierungskataſter, nach dem die Verteilung der
Quartierlaſt auf die einzelnen Pflichtigen zu erfolgen hat liegt in der
Zeit vom 30. lfd. Mts. bis einſchl. 12. Auguſt ifd. Js. im
Stadthaus, Zimmer 39, während der Dienſtſtunden zur Einſicht der
Beteiligten offen.
Einſprüche gegen die Anſätze im Kataſter ſind längſtens 21 Tage
nach erfolgter Offenlage, alſo bis einſchl. 2. September 1914, bei mir
vorzubringen.
Darmſtadt, den 28. Juli 1914.
(17023dsi
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Nummer 207.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Mannheim, 28. Juli. Der 16. deutſche
Handwerks= und Gewerbekammertag wurde
geſtern abend durch einen Empfang und ein
Begrüßungs=
bankett im Roſengarten eingeleitet. Am Vormittag fand
zunächſt eine Ausſchußſitzung internen Charakters ſtatt.
Dann begannen im Friedrichspark die Verhandlungen, zu
welchen etwa 400 Delegierte aus allen Teilen
Deutſch=
lands erſchienen waren. Vertreten ſind der Reichskanzler
durch Geheimen Regierungsrat Klehmet, ſowie die
Bun=
desſtaaten Preußen, Bayern, Württemberg, Sachſen,
Baden, Mecklenburg=Schwerin, Heſſen, Sachſen=Weimar,
Elſaß=Lothringen, die freie Hanſaſtadt Lübeck, zahlreiche
Provinzial= und Lokalbehörden, Genoſſenſchaften und
Innungen. Obermeiſter Plate=Hannover eröffnete die
Tagung mit Begrüßungsworten und ſchloß ſeine
An=
ſprache mit einem Hoch auf den deutſchen Kaiſer und den
Großherzog von Baden. Geh. Regierungsrat Klehmet
überbrachte die beſten Wünſche des Reichsamts des
Innern, Geh. Oberregierungsrat Schneider die des
badiſchen Miniſteriums des Innern und teilte gleichzeitig
mit, daß der Großherzog von Baden dem Vorſitzenden
Plate das Ritterkreuz erſter Klaſſe des Ordens vom
Zäh=
ringer Löwen verliehen habe. Oberburgermeiſter Dr.
Kutzer hieß dann im Namen der Stadtverwalung die
Verſammlung herzlich willkommen. Es folgten
darauf einige Begrüßungsanſprachen. Alsdann erſtattete
der Generalſekretär Dr. Meuſch=Hannover den
Jahres=
bericht. In der Diskuſſion wünſchte Syndikus Dr.
Peſchke=Breslau die Vertretung des Handwerks in dem
wirtſchaftlichen Ausſchuß zur Vorbereitung der
Handels=
verträge. Syndikus Schröder=Wiesbaden berichtete über
einen Antrag der Handelskammer Wiesbaden, über die
Abſchätzung und die Beleihung von Grundſtücken.
Syn=
dikus Moritz berichtete über einen Antrag der
Handels=
kammer Dortmund über die Beſchaffung von Geldmitteln
für zweite Hypotheken. Beide Anträge, letzterer mit der
Abänderung, daß bei der Beſtimmung über Hebung der
ſtädtiſchen Hypothekennot das Wort „Städtiſche” geſtrichen
wird, wurden angenommen. Ueber die Geſellenprüfung für
Fabriklehrlinge berichtet Syndikus Dr. Knoblauch=
München. Er ſtellte den Antrag, wonach ſich der
Hand=
werks= und Gewerbekammertag grundſätzlich dafür
ausſpricht, daß den in Fabriken handwerksmäßig
ausge=
bildeten Lehrlingen Gelegenheit zur Ablegung der
Ge=
ſellenprüfung vor den gewählten Prüfungsausſchüſſen zu
geben iſt. Zwecks Vornahme der Geſellenprüfungen ſind
die Geſellenprüfungsausſchüſſe grundſätzlich paritätiſch
zuſammenzuſetzen. Obermeiſter Rahardt=Berlis ſchlägt
vor, ſtatt „grundſätzlich” das Wort „möglichſt” zu ſetzen.
Mit dieſer Abänderung wurde der Antrag mit 55 gegen
7 Stimmen angenommen. Damit war die Tagesordnung
erledigt. Es folgte ein Feſtmahl im Friedrichspark und
eine Rundfahrt durch die Mannheimer Hafenanlagen.
Der Großherzog von Baden hat, wie der
Staats=
anzeiger meldet, dem Vorſitzenden des Deutſchen
Hand=
werkskammer= und Gewerbetags in Mannheim,
Klempner=
obermeiſter Plate=Hannover das Ritterkreuz erſter
Klaſſe verliehen.
10. Deutſcher Stenographentag
Gabels=
berger.
— Düſſeldorf, 28. Juli. Die geſchäftlichen
Be=
ratungen wurden heute fortgeſetzt. Dem Bericht über die
Gabelsberger=Stiſtung iſt zu eninehmen, daß ſie ein
Ver=
mögen von 12817 Mark aufweiſt. Die Auerbach=Stiſtung
verfügt über 15 229 Mark Vermögen. Weiter wurde eine
Anzahl innerer Bundesangelegenheiten beraten. Um eine
Förderung der Propaganda in Preußen zu erzielen,
wurde beſchloſſen, die Mittel für einen Hilfsarbeiter des
Vorſitzenden des preußiſchen Landesverbandes Exzellenz
von der Leyen=Berlin zu bewiligen. Eine
patrio=
tiſche Kundgebung erfolgte, als einem Mitglied des
Bun=
desausſchuſſes aus Oeſterreich in der Verſammlung die
telegraphiſche Einberufungsorder überreicht wurde. Unter
ſtürmiſchen Heilrufen verließ er den Saal. Der bisherige
Vorſitzende, Profeſſor Pfaff=Darmſtadt,, und ſeine
Stell=
vertreter wurden einſtimmig wiedergewählt. Ebenſo
er=
folgte Wiederwahl faſt ſämtlicher Mitglieder des
Bundes=
ausſchuſſes und des Syſtemausſchuſſs. Als Ort der
nächſten Tagung wurde München gewählt. Die
Tag=
ung wurde auf 1918 feſtgeſetzt, um dann das fünfzigjährige
Beſtehen des Bundes und das hundertjährige Beſtehen
der Gabelsbergerſchen Stenographie zu begehen.
Ver=
treiten waren auf der Tagung 1100 Vereine mit 6r1
Stim=
men. Profeſſor Pfaff ſchloß den Bundestag mit Worten
des Dankes für das zahlreiche Erſcheinen.
12. Verbandstag der Rabattſparvereine
Deutſchlands.
sh. Straßburg, 28. Juli. Zu Beginn
des zweiten Verhandlungstages des 12.
Verbands=
tags der Rabattſparvereine Deutſchlands erſtattete
der Rechnungsführer Senuing=Bremen den Kaſſnbericht,
der einen günſtigen Abſchluß aufweiſt. Bei der Vornahme
der Neuwahlen von Vorſtandsmitgliedern
entſpann ſich eine äußerſt langwierige Debatte, ſo daß bis
zur Beilegung der aufgetauchten Differenzen die
Be=
ratungen ausgeſetzt wurden. Es wurde eine 22gliedrige
Kommiſſion gewählt, die der Verſammlung Vorſchläge
für die Vorſtandswahl unterbreiten ſoll. Kaufmann
Es=
dorn=Braunſchweig behandelte dann das Thema: „Die
ländlichen Konſumvereine”. Ueber das Thema:
„Einführung des gerichtlichen
Zwangsver=
gleichs außerhalb des Konkursverfahrens” ſprach
Kauf=
mann Perſecke=Deſſau. Er ſchlug eine Reſolution vor,
wonach die Beſtrebungen nach Einführung des
gericht=
lichen Zwangsvergleichs außerhalb des Konkurſes
unter=
ſtützt werden ſollen, und zwar im Einklang mit der
Denk=
ſchrift des Generalſekretärs Joeriſſen und das
Reichs=
juſtizamts um möglichſt baldige Vorlegung eines
Geſetz=
entwurfes zu bitten. Das nächſte Referat hielt Meier=
Bremen über das Thema: „Vermehrte Anlegung der
von kaufmänniſchen und gewerblichen Arbeitgebern für
Berufsgenoſſenſchaften aufgebrachten Gelder in
mittel=
ſtändiſchen Kreiſen.‟ Den letzten Vortrag der Tagung
hielt Ilgen=München über „Rabatteinlöſung in
Verbin=
dung mit Volksverſicherungszwecken”. — Nachdem der
Haushaltsplan für das nächſte Jahr genehmigt worden
war, beſchloß die Verſammlung, den geſtrigen Beſchluß
auf Abänderung des Namens des Verbandes wieder zu
annullieren. — Der Verbandstag wurde darauf
ge=
ſchloſſen. Nach der Tagung fanden Ausflüge nach der
Hohkönigsburg, Reiſen in die Vogeſen und eine Reiſe
nach Paris ſtatt.
Turnen, Spiele und Sport.
* Leicht=Athletik. Darmſtädter Sportklub
1905 e. V. Am 2. Auguſt veranſtaltet der Darmſtädter
Sportklub ſein diesjähriges Sportfeſt. Mit der
Ab=
haltung dieſes Wettkampfes ſoll das Intereſſe an der
Leichtathletik innerhalb des Vereins gehoben
wer=
den. Die Konkurrenzen ſind wie folgt feſtgelegt: 100
Me=
ter=, 400 Meter= und 1000 Meter=Laufen, Kugel= und
Steinſtoßen, Diskus=, Schleuderball=, Hammer= und
Ge=
wichtwerfen, Hoch=, Weit=, Stabhoch= und Dreiſprung.
Außerdem enthält das Programm des internen Meetings
einen 400 Meter=Stafettenlauf für Fußball= und
Leicht=
athletik=Mannſchaften, einen Schülerdreikampf, beſtehend
aus 70 Meter=Laufen, Hochſprung und Kugelſtoßen (10
Pfund) und einen 100 Meter=Lauf für alte Herrn (25 Jahre
und darüber.) Sämtliche Konkurrenzen mit Ausnahme
der 400 Meter=Stafette und des Schülerdreikampfes ſind
mit Vorgaben gedacht. Die erſten Sieger erhalten je nach
Beteiligung Plaketten oder Diplome, die 2. und 3. Sieger
erhalten Diplome. Am Schluß der Wettkämpfe findet ein
Hindernislauf für alle Teilnehmer ſtatt. Hier ſteht als
Ehrenpreis eine kleine Ueberraſchung zur Verfügung.
* Süddeutſche Meiſterſchaften. Da der
Nordbayeriſche Verband für Leichtathletik und der
Frank=
furter Verband für Turnſport erſt am Sonntag ihre
Mei=
ſterſchaftskämpfe abhielten, wurde der für obige
Veran=
ſtaltung auf den 23. Juli feſtgeſetzte Meldeſchluß auf den
27 Juli verlängert. Beſonderes Intereſſe dürfte für
Sportleute das Starten des mehrfachen deutſchen
Zehn=
kampfmeiſters und Olympiaſiegers Karl Halt=München
erregen, der damit zum erſten Male in Frankfurt in die
Schranken tritt. Ferner haben zwei weitere
Olympia=
ſieger, und zwar Amberger=Straßburg und Lehmann=
München, ihre Meldungen abgegeben. Im 100=Meter=
Flachlauf iſt als erſter Anwärter auf den Meiſtertitel
Lehmann=München, T.=V. 1860, zu nennen. Als Gegner
treten ihm u. a. Mäulen=Stuttgart, Löſch=Mannheim,
Sucker=Nürnberg, Kannis=Mühlhauſen und Heßler und
Reis=Frankfurt entgegen. Faſt die gleichen Kräfte treffen
ſich im 200=Meter=Lauf, nur treten Kannis und die beiden
Frankfurter zurück, wofür Braunwarth=Frankfurt und
Straſſer=Stutigart einſpringen. Das 400=Meier=Laufen
dürfte einen ſpannenden Kampf zwiſchen Amberger=
Straß=
burg, Löſch und Bauer, T.=V. 1860 Fürth, und den
Frank=
furtern Kraus und Kraft bringen. In den Mittelſtrecken
über 800 Meter und 1500 Meter haben Amberger, Veitel=
Pirmaſens. Bauer=Fürth, ſowie Raab und Fritze=
Frank=
furt und Stelzer=Niederrad gemeldet. Das 3000=Meter=
Hindernislaufen verteidigt der vorjährige Meiſter Rudel=
Mannheim. Im Wettgehen iſt als Anwärter auf die
Meiſterſchaft Küler vom Frankfurter Turnverein zu
nen=
nen. Der Langsſtreckenlauf über 7500 Meter dürſte wohl
Walz=Stuttgart nicht zu nehmen ſein, wenn auch u. a. Möller=
Frankfurt, Merkel=Darmſtadt, Haas=Mannheim als
Geg=
ner leichte Ueberraſchungen bringen können. Eine ſehr
gute Beſetzung hat das 110=Meter=Hürdenlaufen.
Teil=
nehmer wie Böhringer=Mannheim, Braun, Leu, Ball, Halt,
ſämtlich aus München, Bittler und Kokler=Frankfurt
bür=
gen für erſtklaſſigen Sport. Für die Sprungkonurrenzen
haben Meldungen abgegeben Uhl, Ball, Braun=München,
Biebrich=Stuttgart, Koſler, Weſchenfelder, Burkart,
Sil=
berreis, Reis=Frankfurt und Mühl=Mainz. Das
Kugel=
ſtoßen weiſt Namen wie Major=Mannheim, Leu, Halt,
Geper=München, Dänerle=Darmſtadt uſw. auf. Den
Glanz=
punkt der Veranſtaltung bildet jedoch das 42100=Meter=
Stafetten=Laufen. Neben der Weltrekordſtafette des
Turn=
vereins 1860 München haben auch Turngemeinde
Mün=
chen, Turnverein 1860 Fürth, Frankfurter Fußbalverein
und Turnverein 1860 Frankfurt ihre Mannſchaften
ge=
nannt.
— Heſſ. Schützenbund, Sitz Darmſtadt. Das
diesjäh=
rige Bundesſchießen wurde dem Schützenverein
Diana” Ober=Roden übertragen und findet am 1.
bis 3. Auguſt ſtatt, womit gleichzeitig der Verein ſein
3. Schützenfeſt verbunden hat. 6 Konkurrenzen ſind
deshalb von demſelben ausgeſchrieben worden: 1.
Schie=
ßen auf Geldpreiſe (offen für Jedermann), 2. Schießen
auf Ehrengaben (offen für Jedermann), 3.
Fürſtenpreis=
ſchießen (höchſter Ehrenpreis, geſtiftet von Sr. Durchl. dem
Fürſten zu Yſenburg; offen für Bundesvereine), 4.
Grup=
penſchießen je 3 Mann (offen für alle Vereine), 5.
Bun=
despreisſchießen je 5 Mann (offen für
Bundes=
vereine), vom H. S. B. eine ſilberne Bowle geſtiftet, 6.
Bundesmeiſterſchaft (offen für Bundesmitglieder, geſtiſter
eine ſchwere goldene Medaille vom Schützenverein Diancy.
Die einzelnen Konkurrenzen haben eine große Anzahl von
Preiſen aufzuweiſen. Am ſtärkſten dürfte der Fürſtenpreis
und die Verbandsmedaille umſtritten ſein und darf man
auf das Abſchneiden der ſchon mehrfach preisgekrönten
Vereine Weidmannsheil, Feurio, Fortung, Wildſchütz und
Waldesluſt geſpannt ſein, da dieſe in einzelnen
Kon=
kurrenzen bis zu 20 Vereinen gegenüberſtehen.
sr. Internationales Schachmeiſter=Turnier. Im
Ver=
lauf des Turniers in Mannheim ſiegten Janowski
(Frankreich) über Alechin (Rußland), der damit ſeine erſte
Partie verlor und Spielmann wieder allein die Spitze
überlaſſen muß, Dr. Tarraſch (Deutſchland) über
Praeto=
rius (Deutſchland), Bogoljuboff (Rußland) über Carls
(Deutſchland), Breyer (Oeſterreich) über Flamberg (
Ruß=
land), Fahrni (Schweiz) über Duras und John (
Deutſch=
land) über Tartakower (Oeſterreich). — Remis wurden
die Partien zwiſchen Spielmann=Reti Marſhall=Vidmar
und Mieſes=Krüger. Der Stand des Turniers iſt
ſolgen=
der: Spielmann 5 Punkte, Alechin, Vidmar je 4½. Reti,
Bogoljuboff je 4, Dr. Tarraſch, Janowski, Marſhall je
3½, Duras, John, Breyer je 3, Carls, Tartakower, Mieſes
je 2, Praetorius, Fahrni je 1½ und Flamberg 1 Punkt.
sr. Pferdeſport. Karlshorſt. Immergrün=Jagd=
Rennen: 3000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn W.
Dodels Jean la Folle (Weber), 2. Bulwana, 3. Basvacille.
25310, 15, II, 16.10. — Preis von Augsburg; 3000 Mark,
Diſtanz 340 Meter: 1. Rittmeiſter Roeders Moſel (2t.
Frhr. v. Berchem), 2. Eſtramadura, 3. Gondolier. 68110;
54, 25, 26:10. — Sommer=Preis; 8000 Mark Diſtanz 2700
Meter: 1. Herrn J. Kühns Ex Eſt (Seeliſch), 2. C=Moll,
3. Adamant. 169:10; 56. 19110. — Herkules=Jagd=
Ren=
nen; Ehrenpreis und 8000 Mark, Diſtanz 3400 Meter: 1.
Herrn J. Neumanns Grace (Lt. Graf Holck) 2. Giabar,
3. Torh Hill II. 9010; 25, 25, 3710. — Aurora=Jagd=
Rennen; 6000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn F. G.
Schulz Serena (Thalecke), 2. Saltarelle, 3. Parole. 18210;
47 20 105110. — Preis von Wuſtermark; Ehrenpreis und
3000 Mark, Diſtanz 4200 Meter: 1. R. Schwartz’ Saint
Mihiel (Herr Herfeldt) 2. Saint Brode, 3. Catiling.
25:10; 15, 22, 24:10. — Preis von Sadowa; 3000 Mark,
Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn C. v. Brandt=Schmerw.
Pommery (H. Teichmann), 2. Gunther, 3. Luftkutſcher.
26:10; 15, 38, 16:10.
Chantilly. Prir d’Avilly: 5000 Francs: 1. Monſ.
J. Sterns Bouclier (Stern), 2. Moab, 3. Pic d’Arizes.
11010: 24, 12, 32710. — Prir de la Butte=Aur=
Gens=
d’Armes; 5000 Francs: 1. Monſ. Duyreas Bag Pipe
(Mac Gee), 2. Mouska, 3. Algerie. 53:10; 19. 26 17110.
Prir Turenne; 10 000 Francs: 1. Monſ. W.
Vander=
bilts Fortinbras (O'Neill), 2. Templier III, 3. Garander.
27110: 14, 20310. — Premier Criterium; 6000 Francs: 1.
Monſ. Ternyncks M. de Camors (Reiff), 2. Le Oerier 3.
Oönabrück. 347.10: 297, 100, 15510. — Deurieme
Eri=
terinm: 600 Franes: 1. Monſ. Prats Mendana (3.
Childs), 2. Roſemonde II, 3. Fille de Bois. 283:10; 46,
66, 86:10. — Prir de la Route Hillard; 3000 Francs: 1.
Prince Murats Scabellon (Jennings), 2. Le Sopha, 3.
Bavard III. 76110; 21, 38, 25.10.
sr. Lawn=Tennis. Das Lawn=Tennis=
Tur=
nier zu Franzensbad wurde beendet. Der
Dresd=
ner Logie konnte nur im Herren=Einzelſpiel um den
Bä=
derpreis vor v. Kehrling den erſten Platz beſetzen. Im
Herren=Einzelſpiel um die Meiſterſchaft von Franzensbad
teilten ſich Baron H. 2. Morpurgo und Kleinadel in die
beiden erſten Preiſe und im Herren=Doppelſpiel ſiegten v.
Kehrling=Kelemen mit 3:6, 614, 64 über Baron H. L.
und J. S. Morpurgo. Im Dameneinzelſpiel erhielt Frl.
Bamberger den erſten und Frl. Salin den zweiten Preis,
während im Dameneinzelſpiel mit Vorgabe Frl. Salin
über Frl. Bamberger triumphieren konnte. Im Damen=
Doppelſpiel mit Vorgabe gewannen Frl. Rieck und Frl.
Balas leicht gegen Frl. Lindemann und Frl. Duſchwitz
mit 1:6, 6.5. 610, während im gemiſchten Doppelſpiel
Ba=
ron H. L. Morpurgo und Frau Amende mit 611, 5.7, 6:1
über v. Kehrling und Frl. Fürth ſiegten.
die dir
aüpeenger Tarmſtädtpt
Wir machen die Hausbeſitzer Darmſtadts darauf aufmerkſam, daß deren Vermietungsanzeigen, die ſeither durch Vermittlung
des Hausbeſitzer=Vereins im Tagblatt erſchienen ſind, nicht mehr aufgenommen werden. Wir erſuchen daher die verehrlichen
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beſitzer, ihre Inſerate direkt bei unſerer Expedition aufzugeben, wie es früher auch geſchehen iſt. Damit keine
Ver=
zögerung im Erſcheinen eintritt, bitten wir um möglichſt ſofortige Neuaufgabe. Der Wohnungsanzeiger des
Tag=
blatts erſcheint wie ſeither Mittwochs und Samstags. Durch die tägliche große Verbreitung des Tagblatts, die von
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17022dfs
Verlag des Darmſtädter Tagblatts.
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Seite 18.
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39)
Unter ſchweren, unregelmäßigen Atemzügen drehte
Reinette dem merkbar verdutzten Bruder den Rücken und
wandte ſich der Tür ihres Schlafzimmers zu.
Hochmütige Krabbe! Na, gut, daß wir nun ins
Klare kommen, da brauche ich ja auch weiter keine
Rück=
ſichten mehr auf Dich zu nehmen! rief Alexander,
gleich=
falls heftig emporſpringend, während er in brüsker Weiſe
der Schweſter den Weg vertrat. Du glaubſt, als Gaſt
hier in Roglan zu ſein? Hahaha! Nee, mein Kind. So
großmütig iſt die alte, böſe Sieben nicht. Penſion muß
Onkel Gerald für Dich zahlen, hohe Penſion, ſonſt wäre
ſie auf den Handel nicht eingegangen. Was ſagſt Du nu?
Aengſtlichen, doch ungläubigen Blickes wandte
Rei=
nette ſich wieder dem Bruder zu, welcher nun in hämiſches
Lachen ausbrach.
Ja, ja, der liebe, gute Onkel Gerald, auf den Du ſo
beharrlich pochſt, der hat kaum ſatt zu eſſen drüben, weil
er ſo urnobel iſt, den einſt vielleicht übereilt eingegangenen
Verpflichtungen weiter gerecht zu werden. Hungern muß
er Deinetwegen, denn — der Herr Hofrat hat nämlich
Ge=
ſchäftsfreunde drüben in Nagaſaki, die gelegentlich mal
was berichten — denn die Skribifaxerei bringt nicht viel.
Und Du läßt es Dir hier wohl ſein im warmen Neſt,
gibſt unnützes Geld aus für elegante Garderobe, Wäſche
und allerlei Plunder und nimmſt ſeine Wohltaten als
ſelbſtverſtändlich hin. So — das wollte ich Dir bloß noch
mitteilen, vielleicht trägt es dazu bei, Deinen Starrkopf
etwas zurechtzurücken.
Einen Wiener Gaſſenhauer pfeifend, verließ Alexander
Solten das Gemach.
Bis in die Lippen erblaßt, mit ſchlaff am Körper
herabhängenden Armen, ſtierte Reinette ihm nach. —
Bereits am nächſten Morgen, viel früher, als er
an=
fänglich beabſichtigt hatte, war Lex nach Schönſtein
zurück=
gekehrt.
Der Direktor wünſcht dringend meine Anweſenheit,
hatte er nur, ohne weitere Entſchuldigung, zur Großtante
geäußert, und keine der beiden Damen hielt es der Mühe
wert, ein Wort über ſeinen abgekürzten Beſuch
auszu=
ſprechen.
Frau von Bärkeſſel redete auch keine Silbe mehr
darüber. Auf ihren Befehl war das Gaſtzimmer, worin
der „Herr Neffe” einen penetranten Patſchuligeſtank
hin=
terlaſſen, zwei Tage und Nächte gründlich gelüftet, die
Betten tüchtig ausgeklopft worden, und damit war für
Roglan jede Spur des jungen Wiener Elegant völlig
aus=
gelöſcht.
Der alten Dame tiefliegende Augen ruhten ſeit Lex
Abreiſe aber öfters forſchend auf ihrer Hausgenoſſin
blei=
chem, eine nervöſe Unruhe und Reizbarkeit verratenden
Geſicht, und es war ſchon mehrere Male vorgekommen,
daß die große, fleiſchige Hand wie zufällig über Reinettes
goldbraune Stirnlöckchen ſtrich.
Laß die Arbeit ruhen und gehe in die friſche Luft
Tine kann’s beſorgen, ſo kam es nun zuweilen über die
Lippen der ſonſt ſo unnachſichtigen, ſtrengen Frau.
Und auch heute ſuchte Reinette tief unten im
dich=
teſten Gehege des Gartens, dort, wo die lila Fliederdolden
und gelben Goldregentrauben in ſeltener Fülle am
Buſch=
werk hingen, einen ſtillen, verſteckten Platz.
Seit des Bruders niederſchmetternder Enthüllung war
ihr zumute, als ſchleppe ſie eine Schuldenlaſt mit ſich
her=
um, als ſei ſie nicht mehr wert, den jetzt zur herrlichſten
Pracht erwachten Maienzauber zu genießen.
Bittere Reue, der quälende Gedanke, in kindiſchem
Unverſtande nur an ſich ſelbſt gedacht, nie nach Onkel
Geralds Vermögenslage gefragt zu haben, erfüllte ihre
Bruſt. Wuchtigen Hieben ähnlich waren jene harten Worte
auf Reinettes Haupt niedergeſauſt: Hungern muß er, um
deinetwillen!
Allmächtiger Gott, dieſe Erkenntnis war doch das
Schwerſte, Erdrückendſte, was die junge Seele je
durch=
gekämpft hatte.
Dem elternloſen Kinde, ſeinem Kinde, deſſen
Cha=
rakter ſich an dem ſeinen gefeſtigt und geſtählt, deſſen
ſchüchtern taſtender Geiſt erſt durch den ſeinen geweckt
worden war, ihm opferte er nun das letzte Hab und Gut!
Reinettes Augen füllten ſich mit Tränen.
O, Onkel Gerald, wie bin ich doch ſo erbärmlich klein,
ſo ſelbſtſüchtig gegen Dich!
Aber nein, ſie will dieſer drückenden Pein ein Ende
machen. Er ſoll und muß ja frei werden von einer ſein
Wirken und Schaffen hemmenden Bürde.
Seite 14.
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Mit Tante Charlotte, der kranken Frau, darüber
ſprechen? Nimmermehr!
Wenn dieſe den ihr von Onkel Gerald gezahlten
Zu=
ſchuß annimmt, ſo wird ſie des Geldes offenbar auch
be=
dürfen. Ihre eigene Kurzſichtigkeit hat die Roglaner
Ver=
hältniſſe eben ſehr überſchätzt. Und ſchließlich wäre es
nicht undankbar und gefühllos, die Schwerleidende gerade
jetzt zu verlaſſen, wo der Arzt ihr noch kürzlich anvertraut
hatte, daß deren Ende kaum mehr länger hinauszuſchieben
möglich ſei?
Für den Augenblick durfte ſie alſo nicht fort; nicht
nur Pflichtgefühle waren es, die ſie an den ſtillen, trauten
Ort hier banden — o nein, Tante Charlotte, die Strenge,
Gefürchtete, deren ſcharfe Blicke jeden Fehler, jede
Un=
regelmäßigkeit zu erſpähen vermochten, ſie war ihrem
Herzen doch mit einem Male ganz unerklärlich nahe
ge=
rückt. Ja, wenn ſie ſich nicht vor der Tante ironiſchen
Bemerkungen geniert hätte, ſie wäre ihr gar gern einmal
um den Hals gefallen, um alles ſtumme Leid und Weh
an ihrem Herzen auszuweinen.
Und weiter grübelte Reinette:
Ob Onkel Gerald es wohl geſtatten und gutheißen
würde, wenn ſie zu wildfremden Leuten in Stellung
ginge? Als Erzieherin? Dazu fehlten ihr die
notwen=
digen Fachkenntniſſe, das Examen. Als Stütze?
Reinette gruſelte bei ſolcher Idee, und im Geiſte ſah
ſie bereits ſeinen traurigen, mißbilligenden Blick.
Aber warum opferte er denn in ſo rührender Weiſe
ſein karges Einkommen gerade für ſie? —
Wiedoch plöhlich eine beiße Glut ider hre Wangen
flog, und beinahe mit Scheu und Bangigkeit gedachte ſie
des Abſchieds an der Bahnſtation — an ſeinen
Hände=
druck, ſeinen Kuß! Ebenſo ſchnell blitzten jedoch ſo ſeltſam
widerſprechende Gedanken an die Japanerin — an
Ko=
hanna — in ihr auf, und zum erſtenmal beſchlich eine
fie=
bernde Unruhe, Empfindungen der Mißgunſt, ihr
unge=
ſtüm pochendes Herz.
Sie mußte ihm ja nun wieder ſchreiben, auf ſeinen
langen, ausführlichen Brief antworten. Allein das Wie
ſchien ihr heute noch nicht klar; verſtand er doch ſo gut
zwiſchen den Zeilen zu leſen.
Von ſüßem Blütendufte umſchmeichelt, lehnte ſich
Reinette an die Bank zurück und ſchloß die Augen.
Freilich, einen anderen Ausweg gab es wohl noch —
aber daran zu denken, hieße Folterqual und Pein. Wenn
ſie dem unſympathiſchen, alten Hofrat nun dennoch ihr
Jawort gäbe? War ſie dann nicht eine reiche, von
nie=
mand abhängige Frau — ſelbſtändig und ſorgenfrei? —
Gefühle des Ekels, ein Schauer rieſelten durch die
ſchlanken Glieder.
O, nur das nicht, nicht ſich um des Geldes willen
ver=
kaufen. Vielleicht ſchickte die gütige Vorſehung ihr Hilfe
— möchte es auch immerhin das größte Opfer erheiſchen.
Für Onkel Gerald brachte ſie es gern.
Dicht vor ihr im Fliederbuſch zwitſcherte ein
Finken=
hähnchen ſein Liebeslied, weit aus dem Park herüber
hörte man die Nachtigall in ſchmelzenden Tönen flöten
und klagen, und vom nahen Teich herauf klang der Fröſche
monotones Abendkonzert. Berauſchend, ſinnbetörend.
wirkte heut der Frühliugszauber der Natur; welch ſchnei=
bender Koſtet agen die eiene Toſtſglit und
Da=
ſeinsleere.
Reinette hob plötzlich den müde herabgeſenkten Kopf.
Vernahm man nicht eben fernes Räderrollen durch die
feierabendliche Stille? Ja, immer näher kam es. Das
war kein Wirtſchaftswagen; der Hof lag ziemlich entfernt.
Beſuch? Nein. Tante Charlotte hatte längſt jeglichen
Verkehr mit den Nachbarn eingeſtellt. Reinettes Pupillen
vergrößerten ſich; ängſtlich und beklommen ſpähte ſie die
Landſtraße entlang.
Dort, den hohen, gelben Jagdwagen, die flotten
un=
gariſchen Jucker mit dem langen Lederbehang am
Ge=
ſchirr — das alles kennt ſie doch? Und derjenige, der das
Geſpann ſo ſicher lenkt, dieſes friſchgerötete, immer
freund=
liche Geſicht?
Erſchrecken, Verwirrung wie zündendes Aufblitzen,
jähem Wetterleuchten ähnlich, ſo zuckt und zittert es über
das eben noch kummervolle Mädchenantlitz.
Guſti Scholl! Wenn er — wenn ſie? —
Unentſchloſſen, zagend, aber dennoch wie von innerem
Seelendrucke befreit, ſchreitet Reinette dem Haufe zu, und
als der Wagen an der Rampe emporfährt, ſteht ſie ſchon
freundlich winkend vor der Tür.
Wie hübſch, daß Du Dich wieder einmal ſehen läßt,
Guſti, ſagt ſie lächelnd und bietet ihm die Hand.
Wirklich? Ungläubig fragend ſchaut er auf die
Cou=
ſine nieder. Wirſt Du — Tante Charlotte den ungebetenen
Gaſt auch nicht an die Luft befördern? erwiderte er mit
hell aufſtrahlendem Geſicht.
Es iſt ſehr ſtill und traurig bei uns, ſagte ſie nur
wehmütig leiſe, und beide betraten das Haus.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juli 1914.
Nummer 207.
Franktarter Karsbertent voh 1o. Jan oiz.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
vet
191.
2
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(0. . . . . . . . . . . . „
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do. amort. v. 1895
101,00Kaliwerke Westeregeln . 13 158,50
93,60Nation.-Bank f. Deutschl.
98,50
do. unkäb. 1918. . . .
Rjäsan-Koslow . .
Dt. Roichsanleihe p. 1918-
99,00 Türk. Egypt. Tribut
119,00 Königin Marienhütte .
93.75 1 Pfülzische Bank . . . . ..
do.
„ 1919. . . . .
Portugies. Eisenb. v. 1886
d0. . . . . p. 1925
84,001 do. kons. steuerfreio .
. . . . .8.43 134,00Laurahütte . . . . . . . .
94.25 Reichsbank .
1921 . . . . .
do.
do. . . . . . . . . . . .
do. Admin. v. 1903 .
do. . . . . . . . . . .
Oberschles. Eisenbed.
96,00 Rheinische Kredit-Bank:
72,50
2 1922. . . ..
do.
Livorneser . . . . . . . . .
Gör F. . . . . . . . . .
do. unif. — 1803.
Oberschl. Eisen-Industrie 0 66,00
90,30
83.50 1 A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
Saloniaue Monastir. .
do. . . . . . . . . . . .
Proußischo Schatzanw.
do, v. 19. . . . .
Phönix Bergbau .
95,00 Wiener Bank-Verein. .
.18 211,00
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do. Komm.-Obl. unk. 1918
Bagdadbahn . . . . . .
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6400UngarischeStasts-Ronte
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Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
Anatolische Eisenbahn 4½/
Consols . . . . . .
1913 unkdb. bis 1923 . .
Riebeck Montan . . . . . . 11
95,00
1915 .. . .
72,40
78,75Missouri-Pacitie I.
do.
Aktien von
Trans-
do, . . . . . . ....
4½ 88,00
94,501 Ungar. Staatsk.-Scheine
South West.-Afr. Shares
96,00
89,95
1920 .. .
do.
do. do, v. 1905
Badische Staata-Anleihe-
.. 3½ 85/801 port-Anstalten.
v. 1913. . . . . . . . . . . .4½ 95,00
do. Ser. 12—19.
75,00 Northern-Pacific. . . . .
—
do, v. 92/94 . . . . . .
do. Gold-Rente.
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1Jouthern-Pacific . . . . .
89,00 Kommunal-Oblig. Ser. 1,
do. . . . . . . . . . . . .
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95,00
. 3½ 86,50Norddeutscher Lloyd.
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TIr. 100 4
do. unkdb. p. 1918 . .
v. 1887 5
„ 48—49
94,25 Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 106,00 Cöin-Mindener . TIr. 100(3½
do. . . .
do. unkdb. p. 1920 . . . 4 96,75
do. äußere v. 1890
5 98,00
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do. unk. 1922 „ 52
Holländ. Komm. . H. 100
E.-B.- u. Allgom. Anl.
do. innere v. 1888
.4½
8
3¾/ 88,00Canada . . .
4 96,75
do. „ 1913. . . . . .
—Madrider
unkdb. p. 1930 . . . .
.. . Frs. 1001
do. äußere v. 1888
.4½
Rheinprov. Obl. Em. 20/21 4 96,30
3½ 86,00 Schantung.
.. . .3½ 81,50
do. Ser. 45 . .
. . 7½ 1112,25 Meininger Prüm.-Pfäbr.
do. Anloihe .
4. Em. 10
3 73.00) do. v. 1897
Prinz Henry.
3½ 87,00 Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
— Osterreicher 1860er Lose .
do.
1e
Chile Gold-Anl. v. 191
179,00
5
d0. „ 9.
.. . . 3 84,00
96,90 Lombarden
„
Ser. 12, 13, 16
Hamburger Staats-Anl. 4
14,25 TOldenburger. . . . TIr. 40 3
do, v. 1889 „
4½
Posen Prov.
3½
96,90 Pennsylvania.
6
g . . . . 3½ 84,00) do. ..
14, 15, 17
do. v. 1887/94
1Raab-Grazer . . . . A. 150 2½
do. v. 1906
4½ 89,00 Westfalen Prov. V. . . . . 4
97,40
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do.
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1923 . . . .
do.
97,501 Industrie-Aktien.
do. v. 1896
do. Starkenburg. . . .3½
5
84,90
4 1 97,50
do. Ser, 1, 2, 6—8 . . . .
do. unkdb. p. 1921 .
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do. „ 3—5 . . . . . . .
...3½
do.
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do. v. 1898
4½ —
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„ 1916
3½,
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3½
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do.
do.
„ 1920
do. v. 79/80 . . . .
4
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do. cons. .
3
1923) 4 97,50 Holzverkohl. Konstanz 15
3
— Meininger
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.3½
do..
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4
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5 92,25 Buenos-Aires Prov.
3½ —
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v. 1858
do.
H. 100
do.
1,6
..3½
8 1121,00
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Tamaulipas .
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3½
00
do. v. 1913
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do. Sülbor-Ronte . . . .4½ 76,00
4½ 95,00 do. . . . . . . . . . . . . .3½
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do, Gold-Rente . . . . . 4 80,50
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.. . . . . . 4 94,40) do. . . ... „ 1919
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do. .:
.. .3½
Rumünen v. 1903 . . . . . . 5 96,50 Nordd. Lloyd-Obligat. . .4½
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 87,00 Steaua Romana . . . . . . 10 1130,00 Italienische Noten . . . . . .
do. Gold v. 1913. . . . .14½
Offenbach
.. 4
— Donau-Dampfschiff. v. 82
Zellstoff Waldhof . . . . . 12 155,80 Osterr.-Ungerische Noten. .
do. v. 1914:
do. Schatzsch. v. 1913 .4½ — 1 Elisabethbahn
. 4
- „
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83
do. conv..
Russische Noten . . . . . . . .
do.
Bank-Aktien.
3½
4 80,50 Franz-Josef-Bahn.
Neue Boden-Aktien-Ges.
do. v. 1890
Schweizer Noten. . . . . . . .
Wiesbaden.
piv.
4
4 91,00 Kaschau-Oderberger v. 89
Süddeutsche Immobilion 0
do, v. 1891
Bank für elektr.
Unter-
do.
.3½
4 1 85,00 Prag-Duxer .
do. v. 1905
nehmungen Zürich . . 10
Worms
4
83,00 Osterreich. Staatsbahn . 5
do. v. 1903
Reichsbank-Diskont .
Berg.-Märkische Bank. . 7½
do. . .
— Bergwerks-Aktien.
. .3½
83,001 do. . .
do, v. 1910
do. Lombard Zuf..
Lisabon v. 1368
4‟
Berliner Handelsges.. . . 8½ 140,00 Aumetz-Friede . . . . . .
82,50
do.
Rusgische St--AnI. v. 19
Darmstädter Bank
Moskau v. 1912
4½
96,00
do. Südbahn (I
6½ 1107,00 Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 1200,00
do. kons. v. 1880
Stockholm v. 1880 .
4‟
Tendenz:
do. do.
Deutsche Bank. . . . . . .12½224,00 Leonhard, Braunkohlen. 9 1153,00
do, Gold v. 1890
29/10 44,50 Wien Komm.
5 — Deutsche Vereinsbank. . 6 (114,75 Konkordis Bergbeu . . . 23
do. do.
Schwankend.
do. v. 1902
Wiener Kassenscheine
Raab-Oedenburg
94,00 Dt. Effekt.- u. Wechs--Bk. 6 1109,00 Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (106,00
Schweden v. 1880.
Zürich v. 1889 .
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 174,60 Eschweiler . . . . . . . . .
Kronprinz Rudolfbahn
dg. v. 1886 .
Buenos Stadt v. 1892 .
Dresdner Bank.
. .8½ 1139,75
10 211,00
Russ. Südwest
bandel und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 29. Juli. (Börſe.) Die
ra=
pide Entwertung einzelner Papiere, welche an der
geſtri=
gen Abendbörſe auf das Bekanntwerden der offiziellen
Kriegserklärung begonnen hatte, ſetzte ſich an der heutigen
Börſe nicht fort. Ueberhaupt zeigte der heutige Markt
in=
folge der Maßnahme des Börſenvorſtandes, wodurch der
Ultimoverkehr vorerſt unterbleibt und der Handel
einſt=
weilen auf Kaſſaumſätze beſchränkt wird, ein weſentlich
ruhigeres Ausſehen als in den letzten Tagen. Anſcheinend
trägt auch zur Beruhigung mit bei, daß man im Stillen
wohl immer noch die Hoffnung hegt, die direkte
Fühlung=
nahme der Großmächte untereinander werde wenigſtens
eine Lokaliſierung des Krieges ermöglichen laſſen. Die
Kurſe zeigten daher gegenüber den geſtrigen allerdings
ſtark gewichenen Notizen der Abendbörſe teilweiſe
Er=
höhungen. Schwächer lagen u. a. einige Bankaktien. Sehr
lebhaft ging es heute am Deviſenmarkte her, wo im
Zu=
ſammenhang mit der Zurückziehung großer Guthaben nach
Frankreich, England und der Schweiz eine ſtarke Erhöhung
der Deviſenkurſe eintrat. Von einer offiziellen Notierung
derſelben wurde Abſtand genommen. Der Fondsmarkt
lag wieder ſchwächer. Eine bemerkenswerte Kurserhöhung
erzielten Oeſterreichiſche Goldrente — 1¾ Prozent,
Oeſter=
reichiſche einheitliche Rente 0,50.
* Die Reichs=Poſt= und Telegraphenverwaltung gibt
bekannt, daß die Telegramme nach Oeſterreich=
Ungarn, den Balkanſtaaten und Rußland
wegen ſehr ſtarker Anhäufung große Verzögerung
erlei=
den. Sämtliche telegraphiſchen Verbindungen
zwi=
ſchen Ungarn und Serbien ſind aufgehoben.
Tele=
gramme nach Serbien können auf Gefahr des Abſenders
zur Worttaxe von 35 Pfg. via Schweiz=Italien=
Eaſtern=
griechiſche Landlinien befördert werden.
** Die Eiſenbahnpaketadreſſen für die
Auflieferung von Eiſenbahn=Expreßgut
(rotgeränderte weiße Paketadreſſe) und
Eiſenbahn=
paketen (blaue Paketadreſſe) ſind nach einem Beſchluß der
deutſchen Eiſenbahnverwaltungen geändert worden. In den
neuen Paketadreſſen iſt der Abſender nicht nur auf dem
Abſchnitt, der dem Empfänger mit der Sendung
ausge=
händigt wird, einzutragen, ſondern auch in der
Paket=
adreſſe ſelbſt in einer hierfür beſonders vorgeſehenen
Spalte. Die Abſicht der Aenderung iſt, auch nach
Aus=
händigung der Sendung ohne ſtörende Rückfrage beim
Empfänger ſchnell den Abſender aus der Paketadreſſe
er=
mitteln zu können, und ſo etwa notwendig werdende
Nach=
forſchungen zu vereinfachen. Die alten Formulare
dürfen bis zum 1. März 1915 weiter verwendet werden.
Es empfiehlt ſich aber, auch in dieſe alten Formulare
ſchon jetzt die Adreſſe des Abſenders in der Spalte „
Er=
klärungen” einzuſetzen, was auch durch Firmenſtempel
ge=
ſchehen kann.
* Schiffsliſte für billige Briefe nach den
Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg.
für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung erſtreckt
ſich nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druckſachen uſw., und gilt nur für Briefe nach den
Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach
anderen Gebieten Amerikas, zum Beiſpiel Kanada.
„Imperator” ab Hamburg am 31. Juli, „Königin Luiſe‟
ab Bremen am 1. Auguſt, „Berlin” ab Bremen am 4.
Auguſt, „Kaiſerin Auguſte Viktoria” ab Hamburg am 6.
Auguſt, „Bremen” ab Bremen am 8. Auguſt, „Kaiſer
Wil=
helm der Große” ab Bremen am 12. Auguſt, „Vaterland‟
ab Hamburg am 12. Auguſt, „Kronprinzeſſin Cecilie” ab
Bremen am 18. Auguſt, „George Waſhington” ab Bremen
am 22. Auguſt, „Kronprinz Wilhelm” ab Bremen am 25.
Auguſt, „Imperator” ab Hamburg am 26. Auguſt, „Großer
Kurfürſt” ab Bremen am 27. Auguſt, „Prinz Friedrich
Wilhelm” ab Bremen am 29. Auguſt. Poſtſchluß nach
An=
kunft der Frühzüge. Alle dieſe Schiffe ſind Schnelldampfer
oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor dem Abgange
die ſchnellſte Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt
ſich, die Briefe mit einem Leitvermerk, wie „direkter Weg”
oder „über Bremen oder Hamburg” zu verſehen.
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau. Ganz unerwartet hatte ſich am
letzten Ferkelmarkt ein ſehr lebhafter Geſchäftsgang
entwickelt, was darauf zurückzuführen iſt, daß die
Ver=
käufer ihre Tiere zu weſentlich reduzierten Preiſen
an=
boten. Der ganze Auftrieb von 915 Tieren war daher
binnen kurzer Zeit bis auf das letzte Stück verkauft.
Be=
zahlt wurden für Ferkel 5—12 Mark und Springer 15—27
Mark pro Stück. Einleger waren keine vorhanden. Am
Montag, den 3. Auguſt ds. Js., iſt der nächſte Ferkelmarkt.
— Frankfurt a M., 29. Juli. (Viehhof=
Marktbericht.) Auftrieb: Schweine 1653; Geſchäft:
Langſam, bleibt Ueberſtand. Schweine: 1. 48—51 (
Lebend=
gewicht), 62—64 (Schlachtgewicht), 2. 47—48 (60—61),
3. 48—50 (60—62), 4. 48—50 (60—62).
— Frankfurt a. M., 29. Juli. (Frucht= und
Kartoffelmarkt.) Wegen der politiſchen Lage wurde
keine Notierung aufgenommen.
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Das Vorleſungs=Verzeichnis für das Winter=Semeſter 1914/15 iſt erſchienen und durch das
Sekretariat der Hochſchule zu beziehen. Beginn der Vorleſungen und Uebungen am 22. Oktober 1914.
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Nähere Auskunft erteilt der mitunterzeichnete Abteilungsdirektor.
Der Studiendirektor
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