Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
177. Jahrgang
Ausg. A (mit Ill. Unterhaltungsbl.) monatl. 60 Pfg.,
Die 49 mm breite Petitzeile im Kreiſe Darmſtadt
vierteljährl. Mk. 1.30: Ausgabe B (mit Il. Unter=
10 Pfg., ausw. 20 Pfg.: Familienanzeigen 30 Pfg.;
haltungslatt n. Ill. Wochen=Chronik) monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage: die 84mm breite Reklamezeile oder deren Raum
60 Pfg.=Verteljährl. M. 2.40. Beſtellungen nehmen
im Kreiſe Darmſtadt 30 Pfg., auswärts 75 Pfg.;
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Rabatt nach Tarif. Anzeigen nehmen entgegen: die
Nr. 1 u. 420), unſere Filiglen, Landagenturen u. lle
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Poſtämter. Verantwortlichkeit für Aufnahme von
turen, Anzeigenexped. des In= und Auslandes. Bei
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Konkurs od. gerichtl, Beitreib. fällt jed. Rabatt weg.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 182.
Sonntag, den 5. Juli.
1914.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer trifft in Kiel Montag nachmittag 2 Uhr 40
Minuten ein und tritt ſofort die Nordlandreiſe
an.
Das Rennen um den großen Preis des
Auto=
mobilklubs von Frankreich endete mit einem
glänzenden Siege der deutſchen Firma
Mercedes; drei Mercedeswagen gingen als erſte
durch das Ziel.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
C2) Der doppelte Meuchelmord von
Sera=
jewo hat die geſittete Welt im tiefſten Herzen erſchüttert
und empört. Was über das Ergebnis der Unterſuchung
bisher bekannt wurde, drängt die Annahme auf, daß
Erz=
herzog Franz Ferdinand und ſeine Gemahlin einer
groß=
ſerbiſchen Verſchwörung zum Opfer gefallen ſind. Wie
weite Kreiſe dieſe Verſchwörung zieht, läßt ſich
gegen=
wärtig noch nicht überſehen. Daß ſie aber wahrſcheinlich
ins Königreich Serbien hinüberreichen, beweiſt wenigſtens
mittelbar die Haltung ſerbiſcher Blätter, von denen die
Nowoſti die Ermordung des Erzherzogs ziemlich
unver=
blümt ankündigte und der Piemont den Meuchelmörder
als Märtyrer feierte. In der langen Geſchichte, die der
Nationalhaß am Balkan und in ſeiner Nachbarſchaft ſein
eigen nennt, bedeutet die Bluttat von Serajewo ein
be=
ſonders folgenreiches Kapitel. Denn ſie hat der
Donau=
monarchie die willensſtarke und erprobte Verkörperung
des öſterreichiſch=ungariſchen Staatsgedankens geraubt,
auf die die Hoffnungen der öſterreichiſchen Patrioten
ge=
richtet waren. Daß darum der vorzeitige Tod des
Thron=
folgers auch für das verbündete Deutſchland ein herber
Verkuſt iſt, erſcheint um ſo zweiſelloſer je inniger das
Vertrauensverhältnis zwiſchen Kaiſer Wilhelm und dem
Thronfolger war. Dei dem hohen Alter des Kaſſers
Franz Joſef und der Jugend des jetzigen Thronfolgers
iſt die Lücke, die der vorzeitige Tod des Erzherzogs
ge=
riſſen hat, angeſichts der unſicheren Weltlage doppelt
groß. Vielleicht war die Abſicht der großſerbiſchen
Ver=
ſchwörer von vornherein darauf gerichtet, die
internatio=
nalen Schwierigkeiten des Augenblicks zu ſteigern. Der
zeitweilige Rücktritt des ſerbiſchen Königs von
den Regierungsgeſchäften und die Pariſer Nachricht, daß
die Vereinigung Serbiens mit Montenegro
bevorſtehe müſſen in dieſer Auffaſſung ebenſo beſtärken
wie die Fortdauer — man darf wohl ſagen: die
Zu=
ſpitzung — der Kriſis in Albanien. Aber der Erfolg
des ruchloſen großſerbiſchen Treibens, mag er in
Sera=
jewo noch ſo augenfällig geweſen ſein, bleibt trotzdem
zweifelhaft. Denn die beſtialiſche Balkanmoral, die auch
im Belgrader Konak vor wenigen Jahren eine ihrer
blu=
tigen Orgien beging, hat die anderen Nationalitäten der
Donaumonarchie mit Abſcheu gegen die Serben erfüllt,
und an die Stelle eines nur zu milden Regiments iſt in
Bosnien das Standrecht getreten. Der Ausbreitung des
großſerbiſchen Gedankens wurde damit ein Riegel
vorge=
ſchoben, mit dem auch die politiſchen Nutznießer des
Meu=
chelmordes, Rußland und Frankreich, zu rechnen
haben. Die Mächte des Zweibundes dürfen bei der
Wür=
digung der Bluttat von Serajewo ferner nicht vergeſſen,
daß in gewiſſen Schichten ihrer Geſellſchaft, wie düſtere
Erfahrungen belegen, Dämonen der Vernichtung lauern,
die das großſerbiſche Beiſpiel leicht zur Nachahmung
an=
reizen kann.
Während bei uns die ſommerliche Hitze der Feind der
Parlamentsgeſchäfte iſt, läßt man ſich in Frankreich
da=
durch keineswegs ſtören. Freilich handelt es ſich um die
Verſtärkung von Heer und Marine, und angeſichts der
Wichtigkeit der damit in Zuſammenhang ſtehenden Fragen
muß man eben jenſeits der Vogeſen in den ſauren Apfel
beißen. Da iſt es denn nicht unintereſſant, daß der
an=
fängliche Jubel, der bei der Annahme der erſten Vorlage
herrſchte, ſchnell verſtummt iſt und eine recht kritiſche
Stimmung Platz gegriffen hat. Heißt es doch jetzt, die
Koſten aufzubringen, und da ſtellt ſich der Katzenjammer
ein. Schon wird an der dreijährigen Dienſtpflicht zu
rütteln geſucht, obwohl man die Verlängerung erſt noch
vor wenigen Monaten in den Himmel erhoben hat. Zum
Vorſitzenden der Hereskommiſſion hat man nicht den
ehr=
geizigen Deleaſſe gewählt, ſondern den ehemaligen
Gene=
ral Pedoha, deſſen Beſtrebungen darauf abzielen, eine
dreißigmonatige Dienſtzeit zu ſchaffen. Dagegen will man
das Marineprogramm noch weiter ausbauen, und
tatſäch=
lich hat Frankreich das notwendig, denn die franzöſiſche
Flotte befand ſich in den letzten Jahren in einem
Zu=
ſtande, der Frankreich faſt lächerlich machte. Man will
im Gegenſatz zu England, wo man jetzt das
Schwerge=
wicht auf Torpedo= und Unterſeebote legen will, den Bau
von großen Kriegsſchiffen beibehalten, weil man ſie für
unentbehrlich hält. Frankreich muß eben an eine erhöhte
Vermehrung ſeiner Seemacht herangehen, weil es ſich trotz
der Entente auf England nicht unbedingt verlaſſen kann.
Zum größten Aerger müſſen die Herrſchaften in Paris
ſehen, daß die Beziehungen zwiſchen Berlin und London
ſich in den letzten Monaten immer beſſer geſtalteten, und
daß vom Regierungstiſche im Parlament erklärt wurde,
man habe keinerlei Grund, irgendwelche Veränderungen
auf dem europäiſchen Kontinent zu wünſchen. Das iſt
deutlich genug.
Ueberhaupt kann man ſehen, daß im Dreiverband
auch nur mit Waſſer gekocht wird. Rußland bemüht ſich
augenblicklich, wenn auch von hinten herum, die Dardet
nellenfrage in Fluß zu bringen. Auf eine Anfrage im
Unterhauſe gab Sir Grey eine recht gewundene Antwort,
aus der hervorging, daß England ſo leicht nicht ſeine
Zu=
ſtimmung zu einer Oeffnung der Dardanellen für die
ruſ=
ſiſche Schwarze=Meer=Flotte geben würde. Das würde
einen Zuwachs des Einfluſſes Rußlands im öſtlichen
Mittelmeerbecken ergeben, und den kann ſich
Großbritan=
nien nicht wünſchen, denn über alle Freundſchaft gehen
die eignen Intereſſen.
Das Ereignis in Serajewo hat naturgemäß die
Auf=
merkſamkeit von Albanien abgelenkt. Dort iſt die
Stellung des Fürſten Wilhelm noch ungünſtiger als
bis=
her geworden, weil ſich Prenk Bib Doda als ein durchaus
eigenſüchtiger Bandenführer raubritterlichen Gepräges
be=
tätigt hat und in Südalbanien der epirotiſche Aufſtand
neue Wellen ſchlägt. Ob es dem Miniſterpräſidenten
Turkhan Paſcha gelingt, auf ſeiner Rundreiſe zu den
Ka=
binetten der Großmächte deren wirkſames Eingreifen
gegen die Aufſtändiſchen herbeizuführen, iſt ſehr
zweifel=
haft. Die Bildung einer Fremdenlegion in Durazzo ſelbſt,
an ſich ein guter Gedanke, erfolgt leider ſo ſpät, daß ſie
an der Unſicherheit der Lage kaum etwas Weſentliches
än=
dern wird.
Die Vermittelung der ſüdamerikaniſchen
A BC=Staaten zwiſchen Mexiko und der Union
hat den lateiniſchen Republiken einen ſchönen Erfolg
ein=
getragen. Denn obwohl Huerta zugunſten einer
provi=
ſoriſchen Regierung zurücktritt, wird von Meriko an die
Unkon weder eine Kriegsentſchädigung gezahlt noch der
ominöſe Salut gewährt, während die Räumung von
Vergeruz und die Zurückziehung der amerikaniſchen
Kriegsſchiffe durch die union als Folge des
Friedens=
ſchluſſes eintreten ſoll. Beſtätigen ſich die vorſtehenden,
vom Draht gemeldeten Angaben, dann hat die Befriedung
Merikos einen weſentlichen Fortſchritt erzielt, zumal da
die ſüdamerikaniſchen ABC=Staaten zwiſchen der
gegen=
wärtigen und der künftigen proviſoriſchen Regierung
Merikos einerſeits den Aufſtändiſchen andererſeits
ver=
mitteln werden. Nach der Verfeindung Carranzas und
Villas und bei dem bevorſtehenden Rücktritt Huertas kann
man auf die baldige Wiederherſtellung der inneren Ruhe
in Mexiko hoffen.
Die Trauer um das
öſter=
reichiſche Chronfolgerpaar.
*⁎* Die herzliche Teilnahme für das in ſo tragiſcher
Weiſe erfolgte Hinſcheiden des öſterreichiſchen
Thronfol=
gerpaares kam am Freitag noch einmal in wirkſamer
Weiſe bei der offiziellen Trauerfeier in der Wiener
Hof=
burgkapelle und bei dem feierlichen Requiem in der
Ber=
liner Hedwigskirche zum Ausdruck. Beide Veranſtaltungen
nahmen einen würdigen Verlauf, insbeſondere war die
Trauerfeier in der deutſchen Reichshauptſtadt
eindrucks=
voll und legte Zeugnis davon ab, wie ſchmerzlich auch
von dem offiziellen Deutſchland der Verluſt empfunden
worden iſt.
Wenn wir heute, wo das erlauchte Paar in der
Fa=
miliengruft im Parke von Artſtetten ſchon die ewige Ruhe
gefunden hat, noch einmal unſere Blicke rückwärts richten
auf das grauenhafte Ereignis vom vorigen Sonntag und
auf das ungeheure Aufſehen, das es hervorgerufen hat,
ſo tritt uns vor allem die innige Teilnahme vor Augen,
die man allenthalben für den alten Kaiſer empfand, dem
es zu den vielen Schickſalsſchlägen, die er im Leben
er=
fahren, auch nicht erſpart bleiben ſollte, den zweiten
Thronfolger, der nach ihm die habsburgiſche Krone zu
tragen beſtimmt war, eines unnatürlichen Todes ſterben
zu ſehen. Es gibt wohl keine Kulturnation, die nicht in
ihrer Geſamtheit von dieſem Mitgefühl erfüllt war, das
demjenigen um die dahingeſchiedenen fürſtlichen Perſonen
ſelbſt kaum nachſtand. Immerhin hat die allgemeine
Teil=
nahme gezeigt, daß der Thronfolger Franz Ferdinand,
der noch vor anderthalb Jahrzehnten in der größeren
Oeffentlichkeit wenig bekannt war und der nicht allzu
gün=
ſtig beurteilt wurde, es ſeitdem verſtanden hatte, die
Augen der Welt auf ſich zu richten und in den weiteſten
Kreiſen die Ueberzeugung hervorzurufen, daß ſein
Re=
gierungsantritt einmal eine bedeutſame Wendung in der
Politik der Doppelmonarchie zeitigen und daß der
Erz=
herzog mit feſterer Hand die Zügel führen werde, als dies
heute ſeitens des alten Kaiſers geſchieht und geſchehen
kann. Die Liebesheirat aber, die der Erzherzog trotz
aller Hinderniſſe, die ſich gerade ihm entgegenſtellten,
ge=
ſchloſſen hatte, hat ihm auch viele perſönliche Sympathien
gewonnen, wie ſich nicht nur aus den Kommentaren der
letzten Tage, ſondern ſchon früher ergeben hat.
Unter den Leidtragenden ſtanden Deutſchlands Kaiſer
und Fürſten, ſowie das deutſche Volk mit an erſter Stelle.
Wenn von der Entſendung eines Angehörigen des
Kaiſer=
hauſes zur Trauerfeier in Wien ſchließlich abgeſehen
wurde, ſo geſchah das aus Rückſicht auf Kaiſer Franz
Joſef, dem Repräſentationspflichten, die nicht ganz
un=
umgänglich nötig waren, erſpart bleiben mußten.
Ohne=
hin macht ſich ſchon manche Beſorgnis geltend, daß das
erſchütternde Ereignis doch nachteiliger auf den
Geſund=
heitszuſtand des alten Kaiſers wirken werde als der
äußere Anſchein zeigt. Möchte er dieſen neueſten
Schick=
ſalsſchlag überwinden, denn noch bedarf das
öſterreichiſch=
ungariſche Reich ſeiner, noch darf er das Szepter nicht
aus der Hand legen, das er nun ſchon zwei
Menſchen=
alter hindurch führt, mit ſtets ſich gleichbleibender
Gewiſ=
ſenhaftigkeit dem Wohle ſeiner Völker ſich opfernd.
Schmerzvolle Tage waren es für den alten Kaiſer, aber
ſie haben ihm bewieſen, daß ſeine Trauer auch die Trauer
der ganzen Kulturwelt war.
Zum Tode
Joſeph Chamberlains.
ml. Er war ſchon lange ein toter Mann, der einſt
all=
mächtige Kolonialſekretär, der ſo lange Zeit hindurch
be=
ſtimmenden Einfluß auf die Auslandspolitik Englands
ausgeübt hatte. Seit ihn vor etwa acht Jahren ein
Schlaganfall heimgeſucht hatte, war Joſeph Chamberlain
langſam dahingeſiecht und nicht nur ſein Körper, auch ſein
Geiſt verſagte allmählich den Dienſt. Chamberlain hat,
was nicht allgemein bekannt geweſen iſt, an Paralyſe
ge=
litten, und er verbrachte die meiſte Zeit im Rollwagen
oder Lehnſtuhl, entweder inmitten ſeiner
Orchideen=
gärten von Highsbury oder, während der kälteren
Jah=
reszeit, in ſeiner Villa an der Riviera. Es war ein
trau=
riges, langſames Hinſterben das Leben dieſes einſt ſo
regſamen Mannes während der letzten acht Jahre; es
war um ſo tragiſcher, als Joſeph Chamberlain ſich bis
an die Schwelle des Greiſenalters einer außerordentlichen
Rüſtigkeit erfreut hatte. Seine ſchlanke, hochgewachſene,
elegante Geſtalt, die er ein wenig vornübergeneigt trug,
ſein glattraſiertes, markantes Geſicht mit den
durchdrin=
genden Augen waren, kann man wohl ſagen, weltbekannt;
und unzertrennlich waren von ihm das Monokel und die
große weiße Gardenia. Mit Monokel und Gardenia ſtand
er in der Miniſterbank des Unterhauſes, und Freund und
Gegner lauſchten mit der gleichen Aufmerkſamkeit ſeiner
klaren, ſchmuckloſen, doch ſtets ſtreng logiſchen und
ziel=
bewußten Rede. Mit Monokel und Gardenia haben ihn
unzählige Male ſämtliche Witzblätter der Welt abgebildet,
und im großen und ganzen iſt der engliſche
Kolonial=
miniſter dabei ſehr ſchlecht weggekommen. Denn, man
darf nicht vergeſſen: er war der Mann, der den Burenkrieg
entfeſſelt und durchgeführt hat, und wenn man ſich der
Burenbegeiſterung Europas um die Wende des 19. und
20. Jahrhunderts entſinnt, ſo begreift man, daß Joſeph
Chamberlain gleichzeitig der beſtgehaßte Mann in zwei
Weltteilen war.
Längſt iſt darüber die Ernüchterung wiedergekehrt,
und im gleichen Maße hat ſich der Haß gegen
Chamber=
lain abgekühlt. Man muß ihm heute die Gerechtigkeit
widerfahren laſſen, daß er mit ſicherem Blick und
kauf=
männiſch kühler Berechnung die unausbleiblichen
Not=
wendigkeiten erkannt und im Intereſſe ſeines Vaterlandes
ſie als echter Engländer zielbewußt und rückſichtslos
durch=
geführt hat. Er hatte ſtets den Mut ſeiner Ueberzeugung,
ſowohl in ſeiner Jugend, als er als junger Kaufmann in
Birmingham radikale und republikaniſche Tendenzen
ver=
folgte, wie auch ſpäter als liberaler Politiker und
Mini=
ſter im Kabinett Gladſtone, und wie ſchließlich, nach
ſei=
ner Mauſerung, als unioniſtiſcher Führer auf der Seite
der beiden konſervativen Premiers aus dem Hauſe Cecil,
Salisburys und Balfours. Aus ſeiner jungen Sturm=
und Drangzeit ſtammte ſeine ungeheure Populariät in
ſeiner zweiten Vaterſtand Birmingham. Die Arbeiter
gin=
gen mit ihrem „Joe” durch dick und dünn; er wurde
Bür=
germeiſter der Stadt und hat ſie bis zu ſeinem Tode im
Unterhauſe vertreten. Seine Wiederwahl war
Ehren=
ſache, obwohl man wußte, daß er ſein Mandat nicht mehr
werde ausüben können. Hatte er ſich doch nach den
all=
gemeinen Wahlen von 1910 ins Unterhaus tragen laſſen,
müſſen, um den verfaſſungsmäßigen Eid als „Member of
Parliament” zu leiſten.
Seltſame Gedanken mögen dabei den Mann
beſchli=
chen haben, deſſen jugendliche Elaſtizität nicht allzu lange
vorher beinahe noch ſprichwörtlich geweſen war. Es gibt
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
darüber zwei hübſche Anekdoten. Eines Tages, noch
während ſeiner Miniſterſchaft, war Gladſtone, Englands
„Grand old Man”, der ſtets gern zu Fuß ging, in den
Straßen Londons von einem Cab angefahren und zu
Bo=
den geriſſen worden. Blitzſchnell ſtand aber der greiſe
Miniſterpräſident wieder auf den Beinen und lief der
Droſchke nach, um ſich die Nummer zu notieren. Als
Gladſtone, der ſich auf dem Wege ins Unterhaus befunden
hatte, dort dieſes Erlebnis erzählte, meinte Chamberlain:
„Das kommt davon, daß Sie zu Fuß gehen. Ich ziehe es
vor, im Cab zu fahren und andere hinter mir herlaufen
zu laſſen.‟ Die Londoner Cabs, dieſe flinken und
be=
weglichen Verkehrsmittel, hatte Chamberlain überhaupt
in ſein Herz geſchloſſen. Der reiche Mann beſaß zwar
ele=
gante Equipagen; aber er fuhr meiſt in einem Mietscab,
das er auf der Straße anrief. Und als man ihn eines
Tages, nicht mehr weit von ſeinem 70. Geburtstage,
fragte, wodurch er ſich nur ſeine außerordentliche Friſche
und Elaſtizität bewahrt habe, da entgegnete er: „Weil
ich nie einen Schritt zu Fuß zurückgelegt habe, den ich
fahren konnte. Ich habe mir meine Kräfte dadurch
be=
wahrt, daß ich ſtets alle Wege im Cab zurückgelegt habe.”
Deutſches Reich.
— Die Reichsrechnung 1913. Der Reichs=
Anzeiger veröffentlicht die Ergebniſſe des Reichshaushalts
für das Rechnungsjahr 1913, wie ſie ſich nach dem
Endab=
ſchluß der Reichshauptkaſſe, abgeſehen von den auf die
außerordentlichen Deckungsmittel angewieſenen Ausgaben
geſtalten. Größere Fehlbeträge haben ſich bei der
Reichs=
poſt= und Telegraphenverwaltung, deren Ueberſchuß um
rund 19 Millionen hinter dem Voranſchlag zurückgeblieben
iſt, und bei den Zöllen, Steuern und Gebühren ergeben,
bei denen die Einnahmen um 10½ Millionen geringer
waren als der Etatsanſatz vorſah. Mehraufkommen ſind
unter anderem beim Bankweſen (18,4 Millionen) und beim
Münzweſen (14,8 Millionen) zu verzeichnen. Der letztere
Ueberſchuß wurde beſtimmungsgemäß zur Beſchaffung
eines außerordentlichen Silber= und Goldbeſtandes
ver=
wandt. Aus Vermächtniſſen ſind der Reichskaſſe 539000
Mark zugefloſſen, die der Kaiſer=Wilhelm=Stiftung für
deutſche Invaliden überwieſen worden ſind. Bei der
Verwaltung des Reichsheeres ſind an Einnahmen 1,7
Millionen mehr aufgekommen, und die fortdauernden
Aus=
gaben ſchließen mit einer Erſparnis von 22,3 Millionen
Mark, namentlich durch Minderaufwand bei den Kapiteln
Naturalverpflegung und Geldverpflegung der Truppen.
Ferner waren bei den einmaligen Ausgaben 256000 Mark
weniger erforderlich. Im ganzen hat ſich ein Ueberſchuß
von rund 21 Millionen Mark ergeben, der, den geſetzlichen
Beſtimmungen entſprechend, auf das Rechnungsjahr 1914
übertragen worden iſt. Daß es ſich bei dieſem Ueberſchuß
im weſentlichen um ein rechneriſches und formales
Ge=
bilde handelt, geht aus der Bemerkung des Reichs=
Anzei=
gers hervor, man müſſe bei dieſem Ergebnis
berückſichti=
gen, daß vom Rechnungsjahr 1913 ab der beſſeren
Ueber=
ſichtlichkeit wegen die Ueberſchreitungen übertragbarer
Fonds wie Ausgaben behandelt werden, die auf Mittel
ſpäterer Jahre vorſchußweiſe geleiſtet ſind und die
dem=
zufolge als Minusreſte erſcheinen. Das
Geſamtausgabe=
ſoll hat ſich demzufolge um die entſprechenden Beträge
ermäßigt und das Ergebnis um ebenſoviel günſtiger
ge=
ſtaltet. Würden die bezeichneten Ueberſchreitungen wie
bisher auch im Geſamtausgabeſoll erſcheinen, ſo würde
der Ueberſchuß zum größeren Teil ausgeglichen worden
ſein. Ein Troſt bleibt immerhin, daß der von vielen Sei
ten erwartete oder befürchtete Fehlbetrag der
Reichsrech=
nung für 1913 ausgeblieben iſt.
— Aus Deutſch=Neuguinea. Das Amtsblat
für Deutſch=Neuguinea veröffentlicht den Schlußberich
über die Strafexpedition, die unter dem Befehl des
Haupt=
manns Frey wegen des Ueberfalles Deininger=
Kemp=
in Süd=Neumecklenburg notwendig geworden war. Di
Expeditionstruppe hat die Aufſtändiſchen von ihren Taro=
und Maisfeldern, ſowie von ihren Bananenbeſtänden
ab=
geſchnitten und durch erfolgreiche Ueberfälle mürbe
ge=
macht. Von den Haupträdelsführern ſind die Häuptlinge
Lam und Marit, wahrſcheinlich auch Kiphat, gefallen; vor
den Gefangenen wurden die am Ueberfall Beteiligten zu
hohen Gefängnisſtrafen verurteilt. Die Haltung der
Truppe war ſtets ſehr gut, ihr Geſundheitszuſtand trotz
der Regenzeit nicht ſchlecht. Die Verluſte beſchränkten ſich
auf 5 Verwundete.
— Franzöſiſche Farben im Elſaß. Die
amtliche Korreſpondenz, das Organ der elſaß=
lothringi=
ſchen Regierung, veröffentlicht eine Erklärung folgenden
Inhalts: Es iſt in letzter Zeit mehrfach beobachtet
wor=
den, daß insbeſondere bei der Rückkehr von Ausflügen
über die Grenze Fahnen und Abzeichen aller Art in
fran=
zöſiſchen Farben in auffallender Weiſe getragen werden.
Es empfiehlt ſich daher, darauf hinzuweiſen, daß
öffent=
liche Ausſtellungen dieſer Farben nach Artikel 6 des De
krets vom 11. Auguſt 1878 und nach vielfachen gerichtlicher
Entſcheidungen eine ſtrafbare Handlung darſtellen, die mit
Gefängnis und erheblichen Geldſtrafen geahndet wird.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Eine Aenderung in Oeſterreichs
aus=
wärtiger Politik. In für gewöhnlich gut
unter=
richteten Kreiſen wird neuerdings mit aller Beſtimmtheit
behauptet, daß die verſchiedenen in der letzten Zeit
ein=
getretenen Ereigniſſe das Einſchlagen eines ſchärferen
Kurſes notwendig machen, und daß beſonders in der
Lei=
tung des Auswärtigen Amts eine gründliche Aenderung
eintreten wird. Es wird verſichert, daß die Kombination,
Graf Stephan Tisza werde die Leitung des Miniſteriums
des Aeußern übernehmen, greifbare Formen annimmt.
Frankreich.
Die Kämpfe in Marokko. Wie aus Rabat
gemeldet wird, wurde das Lager der Generale
Baum=
garten und Gourraud am Inauen=Fluß von Riata=Leuten
angegriffen. Die Marokkaner wurden zurückgeſchlagen
und erlitten ſehr große Verluſte. Die Franzoſen hatten
neun Tote, darunter einen Hauptmann, und 20
Verwun=
dete, darunter zwei Offiziere. — Jaurés ſchreibt in der
Humanité: Wie weit ſind wir von der Pazifizierung dort,
die man uns alle Tage ankündigt? Die Eroberung wird
immer ſchwieriger und koſtſpieliger werden, je größer die
zu beſetzenden Gebiete ſind. Ein ſehr großer Teil der
militäriſchen und finanziellen Hilfsquellen Frankreichs
wird dieſer undankbaren Aufgabe zugewendet werden
müſſen gerade jetzt, wo unſere Finanzlage eine traurige
iſt und der europäiſche Horizont trüber wird.
Die ſozialiſtiſche Gruppe beauftragte
Jaurés, bei der Erläuterung des Geſetzentwurfes über
die ruſſiſche Reiſe des Präſidenten der Republik auf der
Kammertribüne die Gründe darzulegen, welche die Gruppe
bewogen hätten, dieſe Kredite zu verweigern.
Spanien.
Die Kammer erörterte neuerdings die den
Abt=
turienten der deutſchen Schule in Madrid durch eine
kö=
nigliche Verordnung mit Gegenzeichnung des
gegenwär=
tigen Unterrichtsminiſters gewährte Zulaſſung zu den
ſpaniſchen Univerſitäten. Der Liberale Portela erklärte,
die Verordnung ſei ein Verſtoß gegen die Verfaſſung, der
Liberale Lopez Munoz ſah darin einen Verzicht auf die
ſpaniſche Souveränität. Der Miniſter erwiderte, die
Ver=
ordnung halte ſich innerhalb der Grenzen der Verfaſſung
und gefährde die Schulhoheit des Staates nicht, da nur
Deutſche von der Vergünſtigung Nutzen ziehen würden.
Uebrigens würde die Regierung die Kenntniſſe aller den
Zugang zur Univerſität Wünſchenden auf das ſchärfſte
nachprüfen.
Rußland.
Der Reichsrat hat den Geſetzentwurf, wonach
der Miniſterrat ermächtigt wird, die freie Einfuhr von
Kohle zur Deckung des Bedarfs der Privat= und
Staats=
bahnen auf ein Jahr vom 17. Juni ab zu geſtatten,
ge=
nehmigt.
Norwegen.
Das Storthing bewilligte dem Antrage des
Militärkabinetts zufolge für Verteidigungszwecke einen
außerordentlichen Kredit von 11,6 Millionen Kronen,
darunter 5,1 Millionen Kronen für die Befeſtigung des
Kriſtianiafjords.
Balkanſtaaten.
Bulgarien. Die Agence Bulgare meldet: Das
Miniſterium des Aeußern hat der rumäniſchen
Geſandt=
ſchaft eine Verbalnote überreicht, in der unter dem Ausdruck
des Bedauerns über den unglücklichen Grenzzwiſchenfall
das Miniſterium die Geſandtſchaft dahin verſtändigt, daß
die bulgariſche Regierung bereit ſei, ihrerſeits im
Einver=
nehmen mit der rumäniſchen Regierung Mitglieder für
eine gemiſchte Kommiſſion zu ernennen, die die
Unter=
ſuchung an Ort und Stelle vornehmen und die für den
Zwiſchenfall Verantwortlichen feſtſtellen ſoll.
Serbien. Zwiſchen der jungradikalen,
nationali=
ſtiſchen und fortſchrittlichen Partei wurde ein Abkommen
erzielt, wodurch alle drei oppoſitionellen Parteien ſich
ver=
pflichten, für die bevorſtehenden Wahlen gemeinſame
Kandidatenliſten aufzuſtellen. In oppoſitionellen Kreiſen
iſt man überzeugt, daß infolge des zuſtandegekommenen
Kompromiſſes das Kabinett Paſitſch eine Niederlage bei
den Wahlen erleiden wird.
Ching.
Eine chineſiſch=japaniſche Geſellſchaft
für induſtrielle Entwickelung hat ſich in
Pe=
king mit einem Kapital von 5 Millionen Dollar gebildet,
das zu gleichen Teilen in chineſiſchen und japaniſchen
Aktien angelegt iſt. Das Hauptbureau wird in Tokio, ein
Bureau in Peking und ein Zweigbureau in Schanghaf
ſein. Die Geſellſchaft beabſichtigt, induſtrielle und finang
zielle Geſchäfte zu betreiben. Nach chineſiſchen
Meldun=
gen wird Unterſtaatsſekretär Yangſhichi Generaldirektor
und Baron Shihbuſawa ſtellvertretender Generaldirektor
werden. Die Geſellſchaft beſtreitet einen Zuſammenhang
mit dem früheren von Sunyatſen gebildeten chineſiſch=
ja=
paniſchen Handelstruſt.
Der chineſiſch=belgiſche Plan für die
Ent=
wickelung der Mineralprodukte Chinas iſt infolge heftiger
Proteſte Englands und Amerikas zurückgezogen worden.
Er wird wahrſcheinlich ſpäter in abgeänderter Form, die
Einſamkeit.
C Es gibt Stunden, da uns die Einſamkeit zum
Be=
dürfnis wird. Alle Intereſſen, die uns an die Welt
bin=
den, fallen ab. Alle Wünſche konzentrieren ſich in dem
einen, in die Tiefe des Ichs hinabzuſteigen, in ſich ſelbſt
zu ruhen, Zwiegeſpräche zu halten mit den letzten, leiſen
Regungen der Seele, die ſonſt ſo ſelten zu Wort kommen.
Selbſt die Liebe der andern und die Gemeinſchaft der
Menſchen, mit denen wir leben, kann uns in dieſen
Stun=
den läſtig werden, da die Seele den Kampf um das eigene
Recht kämpft und nach Stille verlangt.
Wir brauchen das Alleinſein deshalb, weil wir
ein=
heitliche Menſchen bleiben wollen. Der Tag zerſtreut,
zer=
faſert, zerfrißt die Seele. Die vielen Anſprüche nehmen
uns gefangen, machen uns matt und lähmen die Kraft,
die auf einheitlicher Geſchloſſenheit ruht. Wir verlieren
uns ſelbſt, wenn wir im Getriebe der Zeit aufgehen. Wir
werden aus Perſönlichkeiten, die ihre Beſtimmung in ſich
ſelbſt tragen ſollen, zu bloßem Material, das durch den
Beruf und die drängenden Daſeinsintereſſen verarbeitet
wird. Da ſich aber die Seele ſo leicht nicht aufreiben
läßt, ſchreit ſie nach der Einſamkeit. Wir werden krank,
wenn wir nicht die ſtille Stunde finden, da wir zu uns
ſelbſt kommen, da ſich die verzettelten Kräfte der Seele
neu zuſammenſchließen und der geſamte Geiſt neu
er=
blüht. Die Einſamkeit gibt uns die ſchöpferiſchen
Stun=
den, da das Leben der Seele unverfälſcht quillt, da wir
geiſtig neugeboren werden und das Ich ſeine Auferſtehung
feiert. Ja, das Ich feiert ein Wiedererkennungsfeſt. Sich
ſelbſt war es verloren gegangen und nun erkennt es ſich
wieder in der Einſamkeit. Deshalb freut es ſich der
Ein=
ſamkeit. Alle ſchöpferiſchen Menſchen, die der Welt etwas
von ihrem wahren Ich geben wollten, haben die
Einſam=
keit geliebt, denn in ihr hörten ſie die Brunnen des
höhe=
ren, genialen Lebens rauſchen. Alle großen
Perſönlichkei=
ten ſind in der Einſamkeit gewachſen und haben die Wüſte
geſucht, um ſich ſelbſt zu finden.
Iſt ſo die Einſamkeit die Mutter der großen
Gedan=
ken und des geiſtigen Lebens, ſo beſonders des tiefſten
ſeeliſchen Erlebens, der Religion. Gott ſpricht nie ſo
deut=
lich zum Menſchen, als wenn er in die Stille geht. Wie
alles Leben geheimnisvoll geboren wird, tief in der Hülle
des Keims, im Kelch der Blume, im Schoß des
Lebendi=
gen, ſo wird die Religion wach, wenn die Stimmen des
Tages ſchweigen. Gott iſt auch im Kampf der Politik, im
Lärm des Marktes, im Sturm der Zeit, aber wir
ver=
nehmen ihn nicht. Seine Stimme wird übertönt durch
das Gewirr des Tages. Aber in der Stille ſchwillt er
gleichſam an, er ſteigt aus verborgenen Gründen, er
drängt nach unſerem Herzen. Er iſt um uns als die ſtill
virkende Kraft, die hinter allem ſteht und uns umfängt.
Wir hören ſie nicht, wir ſehen ſie nicht, aber wir
empfin=
den ſie in der Seele. Unſere ſtark und rein gewordene
Seele ſchlägt ihr entgegen, jauchzt ihr entgegen, geht in
ſie ein. Wir haben gleichſam ein neues Organ
bekom=
men, die gewaltig ſtille Sprache der Ewigkeit zu
ver=
ſtehen. Um uns iſt ein ſtarkes, brauſendes Meer: Gott.
Deshalb lieben wir die Einſamkeit.
Van Goghs Ende.
Aus des Meiſters letzten Briefen.
Das Lebenswerk des großen Malers van Gogh iſt
jetzt in Berlin in einer viele Hundert Bilder umfaſſenden
Geſamtausſtellung vereinigt, die das künſtleriſche Ereignis
der letzten Wochen bildete, und zugleich bringt der
Veran=
ſtalter dieſer Gedächtnisſchau, Paul Caſſirer, in ſeinem
Verlag ein großes Werk heraus, das uns die ungeheure
Tragik im Daſein dieſes Künſtlers, die wir aus ſeinen
Bildern mit dumpfem Schauder ahnten, in ihrer ganzen
erſchütternden Tiefe offenbart. Es ſind die Briefe
Vin=
cent van Goghs an ſeinen Bruder und an ſeine Familie,
deren zweiter abſchließender Band ſoeben erſcheint; in
dieſen dreihundert z. T. zu leidenſchaftlichen Bekenntniſſen
ſich weitenden Schreiben ſtellt ſich uns die ganze
Ent=
wicklung dieſes ſpät zur Kunſt Gekommenen dar, ſein
ver=
zweifeltes Ringen mit Hunger und Seelenqual um
tech=
niſche Vollendung und um jenen farbigen Ausdruck ſeiner
Seele, der das letzte Wort ſeines Schaffens ſpricht, ſeine
kurze Reife und Meiſterſchaft, die bereits mit ſeinem
ent=
ſetzlichen Ende ſo eng verſchwiſtert ſind. Aus dem
Irren=
haus, in dem der an ſchwerer Epilepſie Erkrankte ſein
letztes Lebensjahr verbrachte, ſtammen viele ſeiner
er=
ſchütterndſten Bilder, ſind zahlreiche Briefe an den
ge=
liebten Bruder gerichtet, der ihn durch Jahre der Not
er=
halten und in dem er den „zweiten Schöpfer” ſeiner
Werke ſah. So hebt ſich nun der Schleier, der bisher van
Goghs Ende und das Geheimnis ſeiner Höhenkunſt
um=
hüllte, und tief ergriffen ſchauen wir in ein Antlitz voll
jener übermenſchlichen Trauer, aus der die ewigen Gaben
der Schönheit entſtehen.
Nachdem ſich van Gogh Ende 1883 endlich zu der
Ge=
wißheit durchgerungen hatte: „Ich bin ein Maler” ſtürzt
er ſich „wie toll” in die Arbeit, von Bruder Theo mit den
notdürftigſten Exiſtenzmitteln verſorgt. In dieſer Zeit,
die ihm ſpäter als „zehn Jahre im Zuchthaus verbracht”
erſchien, verwendet er jeden Pfennig, den er ſich abſparen
kann, auf Modelle, Farben und Leinwand und hungert
ſo viel, daß ſein Magen ſchließlich gar kein Eſſen mehr
verträgt. „Wenn ich Geld bekomme, iſt mein größter
Hunger, wenn ich auch gefaſtet habe, nicht auf das Eſſen,
ſondern noch ſtärker auf das Malen gerichtet, und dann
gehe ich ſogleich auf die Modelljagd, und das ſetze ich
durch, bis es aufgebraucht iſt” Zu Ende der ſchlimmen
Entbehrungszeit in Antwerpen iſt er völlig entkräftet und
ſeitdem faſt immer krank, mit einer heißen Sehnſucht nach
Geſundheit. „Meine Neuroſe” wie er es nennt, freilich
ſchon lange vorbereitet durch Vererbung und Entwicklung,
ſie nimmt von hier ihren ſichtbaren Ausgang. Seine
Be=
gier nach unerhörten Wundern der Farbe treibt ihn aus
Paris, wo er bei dem Bruder weilt, nach dem Süden, nach
Arles. Hier findet er, was er braucht: „Ich habe jetzt
das Meer hier geſehen, und ich empfinde mit ganzem
Her=
zen, wie wichtig es iſt, im Süden zu bleiben. Man darf
Afrika nicht fern von ſich haben, um die Farbe bis zum
Aeußerſten zu treiben”. Nun iſt er, im Jahre 1888, ſo
weit gekommen, daß er ſeine Bilder „in einer Sitzung
herunterhauen” kann und z. B. das ſchwarzgelbe Porträt
der Mme. Ginoux, wohl die berühmteſte Faſſung ſeiner
„Arleſerin” in dreiviertel Stunden fertig macht. Aber
die Erregung ſeiner Nerven iſt auch aufs Höchſte geſtiegen,
und ſo erfolgt, Ende 1888, der erſte ſchreckliche Ausbruch
ſeiner Krankheit. Er ſchneidet ſich in einer Nervenkriſis
ſelbſt ein Stück von ſeinem Ohr ab und wird blutend und
bewußtlos ins Krankenhaus von Arles gebracht.
Ueber=
raſchend ſchnell erholte er ſich wieder. „Ich verſichere Dir,
die paar Tage im Spital waren ſehr intereſſant” ſchreibt
er an den Bruder, nachdem er entlaſſen iſt. „Man lernt
da vielleicht von den Kranken zu leben. Es war, hoffe
ich, eine einfache Künſtlerſchrulle und daneben noch ein
tüchtiges Fieber infolge des ſehr beträchtlichen
Blutver=
luſtes, da eine Arterie durchſchnitten war”. Doch bald
muß er wieder ins Spital; er geht freiwillig hin und läßt
ſich dann auch freiwillig in „ein Tollhaus einſperren” in
die Anſtalt St. Remy, wo er vom Mai 1889 bis zum Mat
1890 ſein trübes Daſein friſtete.
„Ich glaube, es wäre eine Quälerei ebenſo für die
andern wie für mich, wenn ich aus dem Spital
heraus=
käme” erklärte er; „denn ich fühle mich und ich bin wie
paralyſiert und ich kann nicht mehr handeln und mich
be=
herrſchen. Später, mein Gott, wer lebt, wird ſehen.” „Es
wird richtig bleiben, daß um dieſe grellgelbe Note, die
mir dieſen Sommer gelang, zu erreichen, alles ein wenig
auf die Spitze getrieben werden mußte. Schließlich iſt
der Künſtler ein Mann der Arbeit und nicht der erſtbeſte
Maulaffe; man kann ihn nicht endgültig kaput machen.”
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1941.
Seite 3.
mit den älteren Rechten nicht in Widerſpruch ſteht, wieder
auftauchen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. Juli.
Empfänge. Der Großherzog empfing geſtern
den Großh. Generalmajor à la suite der Kavallerie
Freiherrn v. Heyl, den Major Wangemann beim Stabe
des 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments Nr. 61, den
Oberleutnant v. Ilſemann vom Leibgarde=Infanterie=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, kommandiert von
der Kriegsakademie zur Dienſtleiſtung beim Leib=
Dra=
goner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, den
Feuer=
werkshauptmann Ortmann beim Truppenübungsplatz
Darmſtadt, den Diplom=Ingenieur Herszberg, den Förſter
Laut von Viernheim, den Profeſſor Hoetger, den
Ober=
baurat Hummel, vortragender Rat im Finanzminiſterium,
die Frau Lilly Wolfskehl; zum Vortrag den
Staats=
miniſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Vor=
ſtand des Kabinetts Wirkl. Geheimerat Römheld.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden der
Gerichts=
vollzieher mit dem Amtsſitz in Worms Jakob Licks auf
ſein Nachſuchen mit Wirkung vom Tage des
Dienſt=
antritts ſeines Nachfolgers unter Anerkennung ſeiner
langjährigen treuen Dienſte, der Gerichtsvollzieher mit
dem Amtsſitz in Zwingenberg Friedrich Konrad Becker
auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom Tage des
Dienſt=
antritts ſeines Nachfolgers unter Anerkennung ſeiner
langjährigen treuen Dienſte und der Gerichtsvollzieher
mit dem Amtsſitz in Langen Adam Kern auf ſein
Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte, und allen dreien die Krone zum Silbernen
Kreuze des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen; ferner der Werkführer Guſtav Strupp zu
Mainz, die Lokomotivführer Karl Wenner zu
Frank=
furt a. M. und Georg Frickel zu Darmſtadt, ſämtlich
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft.
Ernennungen. Zu Regierungsbaumeiſtern ſind
ernannt worden die Regierungsbauführer Wilhelm
Hüffell aus Freiburg i. B., Alfred Meiſinger aus
Zotzenheim (Rheinheſſen), Joſef Schlippe aus
Darm=
ſtadt und Theodor Wildeman aus Bonn a. Rh. —
Durch Entſchließung des Miniſteriums des Innern
wurde der Lehramtsreferendar Friedrich Kerſting
zu Madrid (deutſche Realſchule) zum Lehramtsaſſeſſor
ernannt.
* Militärdienſtnachricht. v. Storch, Gen.=Maj.
und Kom. d. 15. Kav.=Brig., ehemals Drag. 23, m. d.
Führ. d. Garde=Kav.=Div. beauftragt.
* Landtagsabgeordneter Friederich F. In Groß=
Rohrheim ſtarb der Landtagsabgeordnete Oekonomierat
Jakob Friederich. Er war Vertreter des Wahlkreiſes
Gernsheim=Pfungſtadt und gehörte der Fraktion des
Bauernbundes an. Der Verſtorbene war auch Mitglied
der Landwirtſchaftskammer. Der Zweiten Kammer
ge=
hörte er ſeit dem 17. November 1911 an. Die Beerdigung
findet am Montag mittag 1 Uhr 30 Min. in Groß=
Rohrheim ſtatt. Präſident Köhler wird im Namen der
Zweiten Kammer einen Kranz am Grabe niederlegen.
g. Provinzialausſchuß. Das Kreisamt Offenbach
hatte dem Karl Schumann den Wandergewerbeſchein
verſagt, da er wegen Hehlerei vorbeſtraft iſt. Der
Pro=
vinzialausſchuß verwarf die eingelegte Berufung. — Durch
die Verpflegung des Maurers Daniel Schaffner aus
Berkach ſind dem Ortsarmenverband Frankfurt 364,80 M.
Koſten entſtanden. Er klagt um Erſtattung dieſer Summe
gegen den Ortsarmenverband Berkach und verlangt
Ueber=
nahme des Schaffner in eigene Fürſorge, da dieſer ſeinen
Unterſtützungswohnſitz in Berkach hat und dauernd
hilfs=
bedürftig iſt. Berkach lehnt den Erſatzanſpruch ab, weil
der Vater des Erkrankten in der Lage ſei, die Koſten zu
bezahlen. Frankfurt iſt der Anſicht, daß ein 58jähriger
Maurer mit einem Taglohn von 5 Mark täglich nicht in
der Lage ſei, die Verpflegung eines tuberkulöſen
Men=
ſchen, die einen Aufwand von 4,50 Mark täglich erfordere,
zu übernehmen. Der Provinzialausſchuß verurteilt
Berkach dem Klageantrag gemäß. — Die Firma Matern
Glenz in Lauerbach will die durch die Papierfabrikation
entſtehenden Abwäſſer in die Mümling einleiten. Gegen
dieſes Geſuch hat die Gräfliche Rentkammer zu Erbach
Einwendungen erhoben, weil die Abwäſſer Stoffe
ent=
hielten, die der Fiſchzucht ſchädlich ſeien. Sowohl die
chemiſche Prüfungsſtation als auch die Kulturinſpektion
zu Darmſtadt hätten übereinſtimmend die Reinigung dieſer
ſchädlichen Abwäſſer vor ihrer Einleitung in die
Müm=
ling für nötig erachtet. Der wertvollſte Fiſch der
Müm=
ling, die Forelle, könne nur in reinem Waſſer gedeihen.
Der Kreisausſchuß Erbach verwarf die Einwendungen als
unbegründet. Gegen dieſen Entſcheid legte der Vertreter
der Rentkammer Berufung an den Provinzialausſchuß
ein. Der Provinzialauschſuß entſchied dahin: Der Firma
Matern=Glenz wird die Genehmigung erteilt, die Abwäſſer
ihrer Pappdeckelfabrik einzuleiten unter der Bedingung,
daß, falls bei Aenderung der Waſſerverhältniſſe ein
Ab=
ſterben der Fiſche infolge der eingeleiteten Stoffe eintreten
ſollte, der Kreisausſchuß Erbach befugt iſt, ein oder
meh=
rere geeignete Klärbecken nach Angabe der Großh.
Ge=
werbeinſpektionſanzuordnen. Die Koſten des Verfahrens
trägt der Unternehmer, einſchließlich ein Drittel der durch
die Einwendung der Gräflichen Rentkammer erwachſenen
Koſten.
g. Strafkammer I. Im April wurden bekanntlich in
zwei dem Karuſſellbeſitzer Chriſtoph Schaffner III. in
Pfungſtadt gehörende Wagen, die zwangsweiſe
verſtei=
gert wurden, etwa zwei Zentner Saccharin entdeckt. Sch.
ging damals flüchtig. Er hatte in der Schweiz
Geſchäfts=
reiſen unternommen und wollte jedenfalls durch den
Schmuggel ſeinen zerrütteten Finanzen aufhelfen. Ein
Tragbalken der Wagen war ausgehöhlt und mit Eiſen
beſchlagen, weshalb der geſchmuggelte Süßſtoff trotz
zwei=
maliger eingehender Unterſuchung nicht gefunden wurde.
Die Strafkammer hatte ſich nun geſtern mit der Einziehung
des Saccharins, das einen Wert von 5000 bis 6000 Mark
repräſentiert, zu befaſſen. Dagegen erhoben die Steigerer
Einſpruch, die behaupteten, den Süßſtoff mit erworben zu
haben. Die Einziehung wurde vom Gericht ausgeſprochen.
— Zwei Rechtsanwaltsgehilfen, der 26 Jahre alte Heinr.
Hofmann und der 22 Jahre alte Ludwig Allgeier
beide von Lampertheim, waren, Hofmann der
Unterſchla=
gung und ſchweren Urkundenfälſchung, Allgeier der
Heh=
lerei angeklagt. Hofmann hatte ſchon früher etwa 1500
Mark unterſchlagen, wobei er auch Unterſchriften auf
Poſt=
anweiſungen fälſchte. Damals war dieſes Treiben
ent=
deckt worden und ihm Verzeihung gewährt worden;
trotz=
dem ſetzte er dieſes Tun fort. Allgeier nahm in einzelnen
Fällen Beträge an. Hofmann wird zu 6 Monaten
Ge=
fängnis, Allgeier zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt.
O Zur 7. Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung
am Donnerstag, den 9. Juli, nachmittags halb 4 Uhr,
iſt folgende Tagesordnung feſtgeſetzt: 1. Mitteilungen.
2. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme von der
Be=
ſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für Errichtung eines
Unterkunftshäuschens am Martinspfad. 3. Geſuche um
Befreiung von baupolizeilichen Beſtimmungen: a) in § 32
der Baupolizeiordnung für die Hofreite Große
Ochſen=
gaſſe 21; b) in Artikel 31 der Allgemeinen Bauordnung
und § 51 Abſatz 1 der Ausführungsverordnung zur
All=
gemeinen Bauordnung für zwei Neubauten in der
Lich=
tenbergſtraße; e) in § 32 des Ortsbauſtatuts für
Liebig=
ſtraße 15; d) in § 34 der Baupolizeiordnung für
Hein=
heimerſtraße 21; e) desgleichen für Beſſunger Straße 6.
4. Aenderung der §§ 34 und 38 des Ortsbauſtatuts der
Stadt Darmſtadt. 5. Freigabe der Oſtſeite des
Donners=
bergringes zwiſchen Sandberg= und Weinbergſtraße für
den Anbau. 6. Verlegung des Einganges zur
Radrenn=
bahn an der Heidelberger Straße. 7. Umbau des zweiten
Polizeireviers. 8. Abänderung der Ortsſatzungen über
das Gewerbe= und Kaufmannsgericht. 9. Voranſchlag des
Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, des Neuen Gymnaſiums,
der Liebigs=Oberrealſchule für 1915. 10. Entwurf einer
neuen Friedhofs= und Beſtattungsordnung für die Stadt
Darmſtadt. 11. Die Verſicherung der Dienſtboten; hier:
endgültige Feſtlegung der mit der Ortskrankenkaſſe
getrof=
fenen Vereinbarung.
* Künſtlerkolonie=Ausſtellung. Das Großh.
Landesmuſeum hat das Relief „Tanz” im Bad, von
Profeſſor Bernb. Hoetger, käuflich erworben.
H Vom Truppenübungsplatz Darmſtadt. Am 29.
Juni d. J. ſind die Feldartillerie=Regimenter Nr. 69 und
70 mit Brigadeſtab auf dem Truppenübungsplatz zur
Ab=
altung ihrer Schießübungen eingetroffen. Dieſe
Regi=
nenter, die zur 34. Feldartilleriebrigade (16. Armeekorps)
gehören, garniſonieren zurzeit in St. Avold,
Truppen=
übungsplatz Bitſch und in Metz. Am Schluß der
Schieß=
übung wird das Feldartillerie=Regiment Nr. 69 am 16.
Juli, das Feldartillerie=Regiment Nr. 70 am 17. Juli
durch den kommandierenden General des 16. Armeekorps,
von Mudra, und den Inſpekteur der Feldartillerie,
von Gallwitz, auf dem Truppenübungsplatz im
Scharfſchießen beſichtigt. Am 18. Juli kehren der Stab
der 34. Feldartillerie=Brigade und beide Feldartillerie=
Regimenter per Bahn in ihre Standorte zurück. Am 22.
Juli treffen die Feldartillerie=Regimenter Nr. 27 und
63 mit ihrem Brigadeſtab aus Mainz, Wiesbaden und
Frankfurt, ebenfalls zur Abhaltung ihrer Schießübungen,
hier ein, und findet ihre Beſichtigung am 5. und 6. Auguſt
vor dem kommandierenden General des 18. Armeekorps,
Exzellenz von Schenck, auf dem Truppenübungsplatze
ſtatt.
* Verein Walderholungsſtätte. Unter dem
Ehren=
vorſitz der Fürſtin Marie zu Erbach=Schönberghielt
der Verein Walderholungsſtätte in der
Walderholungs=
ſtätte am Beſſunger Forſthaus eine Vorſtandsſitzung ab.
Der Vorſitzende, Herr Bürgermeiſter Mueller, hieß die
Erſchienenen, insbeſondere die hohe Protektorin des
Ver=
eins, herzlich willkommen, gab einen kurzen Ueberblick über
den bisherigen Beſuch der Erholungsſtätten und bemerkte,
daß die ſteigende Inanſpruchnahme es notwendig mache,
die Döckerſche Baracke in der Männerſtätte gegen einen
feſten Holz= oder Fachwerkbau auszuwechſeln. Zur
Durch=
führung dieſer Aufgabe wurde eine Veranſtaltung
zugun=
ſten des Vereins ins Auge gefaßt. Angeſichts der von
Jahr zu Jahr wachſenden Beſucherzahl und der hierdurch
vermehrten Betriebskoſten wurde beſchloſſen, in die
Wer=
bung neuer Mitglieder einzutreten. Da die
Walderholungs=
ſtätten von ſachverſtändiger Seite als ein hervorragendes
Mittel im Kampfe gegen die Tuberkuloſe anerkannt
wor=
den und auch im übrigen das ſozial wohltätige Wirken
dieſer Tagesſanatorien außer Zweifel ſteht, hofft man, im
Kreiſe der Bürgerſchaft wohlwollendes Entgegenkommen
zu finden, zumal die derzeitigen Mitglieder dem Verein
mit geringen Ausnahmen ſeit der Gründung treu
geblie=
ben ſind. Ein Rundgang durch die beiden
Erholungs=
heime, die in ihrer friedlichen Abgeſchiedenheit, ihrer
wohl=
tuenden Ruhe und dem erquickenden Schatten eines
herr=
lichen Buchenbeſtandes ſo recht eine Stätte des Behagens
und der Erholung für die zahlreich vertretenen Pfleglinge
bieten, beſchloß die Sitzung. Den vom Städt.
Kranken=
haus für die örtliche Aufſicht zur Verfügung geſtellten
bei=
den Schweſtern wurde für ihre Tätigkeit Anerkennung
zu=
teil.
* Kurſe in Säuglingspflege. Die Großh.
Zen=
trale für Mutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen
veranſtaltete in ihren Räumen, Heinheimerſtraße 21, in
der Zeit vom 15. bis 30. Juni 1914, abends 8—10 Uhr,
einen Schweſtern=Fortbildungskurſus mit
Demon=
ſtrationen. Der Kurſus umfaßte 12 Beſprechungen an
aufeinander folgenden Wochentagen und behandelte die
geſamte Pflege und Ernährung des Säuglings.
Gleich=
zeitig fand vormittags von 10—12 Uhr ein ebenſolcher
Kurſus für junge Mädchen und Frauen ſtatt. Die Kurſe
waren zuſammen von insgeſamt 32 Teilnehmerinnen
be=
ſucht, die den Beſprechungen außerordentlich lebhaftes
Intereſſe entgegenbrachten. Da bereits weitere
Mel=
dungen eingegangen ſind, beginnt ein neuer Kurſus
am 15. Juli d. J., abends 8 Uhr. Die Teilnehmerkarten
ſind im Bureau der Großh. Zentrale zum Preiſe von
1 Mk. erhältlich.
C Alkoholfreies Volksſpeiſehaus. Geſtern nachmittag
fand die Eröffnung des alkoholfreien Speiſehauſes
in dem Hauſe Nieder=Ramſtädter Straße Nr. 14,
gegen=
übek der Hochſtraße, ſtatt, zu der ſich zahlreiche Mitglieder
der Darmſtädter Frauen= und
Wohltätig=
keitsvereine eingefunden hatten. Die zu ebener Erde
gelegenen Wirtſchaftsräumlichkeiten erhalten durch große
Erkerfenſter eine Fülle von Licht und auch die innere
Aus=
ſtattung der Erfriſchungs= und Speiſeräume mit ihren
weißgedeckten und mit Blumen geſchmückten Tiſchen
mach=
ten einen anheimelnden familiären Eindruck. Ganz
be=
ſondere Sorgfalt wurde auf die Ausſtattung der
Speiſe=
küche gelegt, die mit den neueſten Einrichtungen für die
Zubereitung der Speiſen und Getränke ausgeſtattet iſt.
Verabreicht werden zu mäßigen Preiſen Kaffee, Tee, ſowie
zahlreiche alkoholfreie Erfriſchungsgetränke; ferner Obſt=
Er wird allmählich wieder ruhiger, aber all ſeine
Hoff=
nung iſt in der ſchrecklichen Umgebung, in der er ſich
be=
findet, begraben. „Es iſt ziemlich komiſch, aber das
Er=
gebnis dieſer ſchrecklichen Kriſe iſt, daß es in meinem
Geiſt weder Wunſch noch Hoffnung gibt. Und ich frage
mich, iſt das wirklich, daß, wenn die Leidenſchaften ein
wenig erlöſchen, man den Berg hinabgeht, anſtatt ihn zu
erſteigen? =Schließlich, meine Schweſter, wenn Sie zu
glauben vermögen, wenigſtens faſt, da alles in dieſer
beſten der Welten zum Beſten geht, dann können Sie
viel=
leicht gleicherweiſe glauben, daß Paris die beſte aller
Städte iſt. . . . Obwohl es hier einige Schwerkranke gibt,
hat ſich die Furcht, der Schrecken, den ich früher vor der
Verrücktheit hatte, ſchon ſehr gemildert. Und obwohl man
beſtändig Schreie und furchtbares Heulen wie von Tieren
in einer Menagerie hört, ſo kennen ſich trotzdem die Leute
hier gut untereinander und einer hilft dem andern, wenn
er in eine Kriſe fällt. Wenn ich im Garten arbeite,
be=
ſuchen Sie mich, um es zu ſehen, und ich verſichere Sie
ſie ſind zurückhaltender und höflicher und laſſen mich mehr
in Ruhe, als z. B. die guten Bürger von Arles. Es ließe
ſich gut machen, daß ich hier ziemlich lange bliebe.
Nie=
mals könnte ich ſo ruhig wie hier, oder im Krankenhauſe
von Arles malen. Ganz in der Nähe hier gibt es kleine
Berge, grau oder blau, deren Fuß voller Kornfelder ſteht
und ganz, ganz grün von Pinien iſt. Ich ſchätzte mich ſehr
glücklich, wenn es mir gelänge, etwas zu arbeiten, um zu
verdienen. Denn es macht mir viel Sorge, wenn ich mir
ſage, ich habe ſo viele Bilder und Zeichnungen gemacht,
ohne jemals zu verkaufen.” „Leiden zu lernen, ohne zu
klagen, und den Schmerz mit Widerwillen hinnehmen:
das iſt gerade der Punkt, wo man ſchwindlig werden
kann” klagt er ein andermal. „Indeſſen mag es wohl
ſein, daß wir in einem andern Leben die wahren Gründe
der Schmerzen erkennen, die uns im Diesſeits den
Hori=
zont manchmal ſo verdüſtern, daß wir ſchon verzweifelt
vor einem Weltuntergang zu ſtehen glauben. Wir wiſſen
alſo ſehr wenig von der wirklichen Bedeutung dieſer
Dinge, und wir tun beſſer daran, ein Weizenfeld, ſelbſt
wenn es nur ein gemaltes iſt, anzuſchauen.” Nur ſeine
Arbeit ſchützte ihn davor, demſelben dumpfen Hinbrüten
zu verfallen, wie ſeine Leidensgenoſſen. „Die Arbeit
zer=
ſtreut mich unendlich mehr als alles andere. Könnte ich
mit all meiner Energie hineindringen, ſo wäre ſie wohl
das beſte Heilmittel. Die Unmöglichkeit, Modelle zu
be=
kommen, und eine Menge anderer Dinge hindern mich,
dahin zu gelangen. Schließlich muß ich verſuchen, die
Dinge etwas paſſiv und mit Geduld aufzunehmen.”
Meine Hofnung beſteht darin, daß ich am Ende eines
Jahres beſſer als jetzt weiß, was ich kann und was ich
will, und vor allem kann ich nach einem Jahr ganz
all=
mählich wieder anfangen. Nach Paris zurückzugehen
oder ſonſt wohin, mißfällt mir ſehr, ich fühle mich jetzt
vollkommen am richtigen Platz. Nach meiner Meinung
leiden die, die ſeit vielen Jahren hier ſind, an einer
über=
mäßigen Erſchlaffung; davor wird mich bis zu einem
ge=
wiſſen Grade meine Arbeit bewahren. Der Saal, wo
man ſich während der Regentage aufhält, iſt wie ein
Warteſaal dritter Klaſſe in einer ſchlafenden Stadt. Um
ſo mehr, als es einige irrſinnige Perſonen gibt, die immer
einen Hut tragen, eine Brille, einen Stock, und tun, als
wenn ſie auf der Reiſe wären, beinahe wie in einem
See=
bad, und die glauben, hier durchzufahren.” Wohl klagt
er über ſchlechtes Eſſen, über die „Käfer, die mitunter in
der Suppe ſind” aber er iſt ruhiger geworden und „die
Aengſte vor der Verrücktheit” die ihn peinigten, nehmen
beträchtlich ab, „wenn ich ſo ganz aus der Nähe die
Men=
ſchen ſehe, die davon ergriffen ſind”
Immer wieder rafft er ſich auf. Ich will trotz allem
nicht ermatten, und auf jeder neuen Leinwand ſuche ich
Neues. Ach, ich möchte glauben, ich habe eine neue Zeit
voll Helle vor mir. Was ſoll man tun, ſoll ich hier
blei=
ben oder anderswohin ziehen? Ich weiß es nicht. Wenn
die Kriſen ſich einſtellen, ſind ſie nicht angenehm, und es
iſt ſchwer, einen Anfall wie dieſen bei Dir oder anderen
zu riskieren. Mein lieber Bruder, ich ſchreibe Dir immer
während der Arbeit, ich pflüge wirklich wie ein
Beſeſſe=
ner. Ich habe eine ſtumme Arbeitswut in mir, mehr als
je. Ich glaube, das trägt zu meiner Geneſung bei.” Noch
läßt er die Hofnung nicht ſinken. „Du ſagteſt mir, ich ſoll
mich nicht zu ſehr ſorgen, und beſſere Tage kämen noch
für mich. Ich möchte ſagen, dieſe guten Tage beginnen
bereits für mich, wenn ich die Möglichkeit ſehe, meine
Ar=
beit etwas zu vervollkommnen, damit Du eine Reihe
durchempfundener provenealiſcher Studien beſitzt, die
zu=
ſammen paſſen. In der fernen Erinnerung an unſere
Ju=
gend in Holland iſt es für mich ein Feſt, die
Olivenpflücke=
rinnen für die Mutter und die Schweſter noch einmal zu
machen. Es erleichtert mich, daß ich eines Tages
bewei=
ſen könnte, daß ich die Familie nicht arm machte.” Und
die ewigen Wunder der Natur tauchen vor ihm auf und
er bannt ſie mit der alten Kraft auf die Leinwand. „Das
Blätterwerk, das noch wie altes Silber ausſieht, beginnt
gegen das Blau zu grünen” lautet ſolch eine Landſchaft
van Goghs in Worten. „Der gepflügte Boden iſt
orange=
farben. Das iſt von einer Feinheit, einer Vornehmheit.
Das iſt wie die abgeſchnittenen Trauerweiden unſerer
holländiſchen Wieſe oder die eichenen Büſche auf unſeren
Dünen. Das heißt, dieſes Murmeln eines Olivengartens
hat etwas ganz intim Heimliches, wie unendlich Altes.
Der Kirſchlorbeer, ach, das ſpricht von Liebe und iſt ſchön
wie das Bild von Puvis des Chavannes, worauf es
Frauen am Strand gibt. Aber der Olivenbaum iſt eine
andere Sache, das kann man, wenn man will, mit
Dela=
croix vergleichen.” Als er ſeinen berühmten „Mäher”
vollendet hat, ſchreibt er: „Es iſt das Bild des Todes,
ſo wie es das große Buch der Natur verkündet. Was ich
darin anſtrebe, iſt das „faſt lächelnde‟. Es iſt ganz gelb
außer einer violetten Hügellinie, hellgelb und blond. Ich
finde das komiſch, ich, der ich es durch die eiſernen Stäbe
einer Zelle ſah.‟ Er ſpricht von dem Viſionären, das in
ſeine Kunſt kam, da er unter der ſtärkeren Sonne des
Südens lebte. „Hätte ich die Kraft gehabt, fortzufahren,
ſo hätte ich Bilder von heiligen Männern und Frauen
nach der Natur geſchaffen, die das Geſicht unſerer
Jahr=
hunderte trugen; das waren Bürger von heute, und
trotz=
dem hatten ſie Beziehungen mit den allererſten Chriſten.
Die Erregung, die mir das verurſachte, iſt indes zu ſtark
geweſen, als daß ich dabei bleiben konnte.”
Im Mai 1889 verläßt er die Anſtalt von St.=Remy
und findet Unterkunft bei einem feinſinnigen Freunde der
modernen Malerei, Dr. Gachet in Auvers. Auch hier
ſchafft er rüſtig weiter, doch die Melancholien
überwäl=
tigen ihn mehr und mehr. Er malt Bilder, „ungeheure
ausgeſtreckte Felder unter wolkigem Himmel, und es fällt
mir nicht ſchwer, meine ganze Traurigkeit auszudrücken,
die äußerſte Einſamkeit‟ Die ſchwarzen Vögel, die auf
ſeinem letzten Werk über dem vom Sturm zerwühlten
Kornfeld flattern, ſcheinen die Vorboten der Kataſtrophe.
In einem Anfall unüberwindlicher Schwermut verſucht er
ſich am Abend des 27. Juli 1890 zu töten und ſtirbt am
29. an der Wunde. Sein letzter Brief und ſein letzter
Ge=
danke galten dem Bruder, deſſen ſorgende Güte und
auf=
opfernde Hilfe dieſem „müden Wanderer durch das
Laby=
rinth der Welt” bis zuletzt geleitet. „Nun, meine Arbeit
gehört Dir”, ſo lauten die letzten Zeilen des Briefes vom
27. Juli, den Theo bei dem Toten fand. „Ich ſetze dafür
mein Leben ein, und meine Vernunft ging dabei zur
Hälfte drauf. Gut, aber Du gehörſt nicht zu den
Menſchen=
händlern, das weiß ich, und Du kannſt, wie ich finde,
Stellung nehmen, da Du wirklich mit Menſchlichkeit han=
Dr. P. L.
delſt, aber was willſt Du.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
und andere Kuchen uſw. und Eis. Auch Tagesſpeiſen
werden in dem Volksſpeiſehaus verabreicht werden. Ein
kleiner idylliſcher Wirtſchaftsgarten ſchließt ſich an die
Reſtaurationsräume an. Die Leitung des geſamten
Reſtaurationsbetriebes liegt in den Händen von Fräulein
Roſi Dietſch, während die Geſamtorganiſation unter
Aufſicht eines Verwaltungsrates ſteht. Der heutige
Be=
ſuch des „Alkoholfreien Speiſehauſes” war ein ſehr
ſtarker.
* Sonderzug Frankfurt-Hamburg. Der Heſſiſche
Landes=Ausſchuß des Deutſchen Flottenvereins,
Darm=
ſtadt, Waldſtraße 1, gibt eine beſchränkte Anzahl von
Fahrkarten für den von ihm veranſtalteten Sonderzug,
der am 16. Juli 8,25 vorm. von Frankfurt —
Weſtbahn=
hof — abgeht, 7,07 nachm. in Hamburg HBH.
an=
kommt, auch an Nichtmitglieder ab; II. Kl.: 14,50 Mk.,
III. Kl.: 9,80 Mk. einſchl. Zuſendungs=Franko und
Fahr=
plan. Ausgabe von heute an gegen Frei=Einſendung
des Betrags oder vorm. Heinrichſtr. 99 Kaſſe, nachm.
Waldſtr. 1. Es handelt ſich nur um die Hinfahrt.
* Rad= und Motorrennen in Darmſtadt. Es
wird nochmals auf die heute nachmittag 3½ Uhr
ſtatt=
findenden großen Rennen des Velociped=Klubs auf der
Rennbahn hingewieſen. Das an dieſer Stelle
ver=
öffentlichte Programm hat durch Nachmeldungen eine
Beſetzung erfahren, in einer Form, wie ſolche in
Darm=
ſtadt ſeit Jahren nicht war. Ein guter Sport ſteht
alſo in Ausſicht. Außerdem kommt ein Göricke=Rad
(Modell Baſel-Cleve), welches bei der Firma Benz & Co.
ausgeſtellt iſt, zur Verloſung. Die zur Ausgabe
kommen=
den Ehrenpreiſe ſind im Schaufenſter von Hoffriſeur
Hermes, Luiſenſtraße, ausgeſtellt.
* Städtiſche Leſehalle. Die Räume der Städtiſchen
Leſehalle ſind nach Grafenſtraße 30 verlegt und von
Montag, den 6. Juli, wieder für den öffentlichen
Ver=
kehr zugänglich. Die Oeffnungszeiten ſind wie ſeither
vormittags von 10—2 Uhr und abends von 6—½10 Uhr.
An Sonntagen von 11—1 Uhr und nachmittags von
6—9 Uhr. Die Bücherhalle bleibt bis auf weiteres
geſchloſſen.
* Einziehung von Fernſprechgebühren. Am
6. Juli wird mit der Einziehung der Fernſprechgebühren
begonnen werden. Es empfiehlt ſich, die fälligen
Be=
träge bereitzuhalten.
Selbſtmord. Am Freitag abend gegen 9 Uhr
hat ſich ein 64 Jahre alter Mann in ſeiner Wohnung
mittelſt eines Revolvers erſchoſſen.
* Bilder vom Tage. In der Bilderauslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder über das
Attentat in Serajewo ausgeſtellt: Erzherzog Franz
Fer=
dinand mit Gemahlin und ihren Kindern. — Der
Schau=
platz des Revolverattentates in Serajewo. — Erzherzog
Franz Ferdinand und Gemahlin verlaſſen das Rathaus.
— Der Mörder Princip wird ins Gefängnis gebracht.
— Der neue Thronfolger Erzherzog Karl Franz Joſef
und Erzherzogin Zita.
Neu hergeſtellte Fernſprechanſchlüſſe
und Henderungen bei beſtehenden Sprechſtellen.
a) Neue Anſchlüſſe. 2341 Bertſch, Adam,
alkohol=
freie Getränkefabrikation, Kahlertſtraße 1. (475)
Boden=
heimer, Simon, jun., Wohnung Wendelſtadtſtraße 1. 2339
Fleiſchverkauf J. Dengler, Metzgerei, Kiesſtraße 21. 2349
Gerbig, Johann, Schuhmachermeiſter, Heidelbergerſtr. 1.
1736 Groebe=Grimm, K., Kaufmann, Roßdörfer Straße 75.
2344 Haßlinger, Johann, Metall= und Phosphorgießerei,
Neue Kirſchenallee 6. (488) Heß, Philipp, Zuſchneiderei,
Landgraf=Georg=Straße 32. 2345 Heſſiſche Landeszeitung,
Redaktion, Grafenſtraße 39. 1624 Hubert, W.,
Martin=
ſtraße 60. 841 Marmorſchleiferei, Kiesſtraße 22. 2342
Martens, William, Heilinſtitut für naturgemäße Heilweiſe
und Körperkultur, Neckarſtraße 10. 2296 Meßner, J., Dr.
Chemiker, Schießhausſtraße 102. 2342 Neues Leben,
ärzt=
lich geleitetes Inſtitut für natürliche Heilweiſe und
Kör=
perkultur, Neckarſtraße 10. 2342 Oberdörffer, Dr. med.
ärztlicher Leiter des Heilinſtituts Neues Leben,
Neckar=
ſtraße 10. 2409 Seibert, B., Neubau Luftſchiffhalle,
Wei=
terſtädter Exerzierplatz. 2340 Spangenberger, Heinrich
Bäckermeiſter, Schloßgaſſe 31. 2337 Thüſing, Franz,
Kar=
toffelhandlung, Landesprodukten, Kahlertſtraße 36.
b) Aenderungen. 1989 Götz, Georg.
Wendelſtadt=
ſtraße 31, jetzt Wienersſtraße 38. 1057 Hüffell, W., über=
tragen an Frau Sophie Hüffell. 1711 Mueller,
Martin=
ſtraße 33, jetzt Roquetteweg 16½. 872 Nathan, Siegfried,
Saalbauſtraße 65, jetzt 73. 629 Neu u. Co., L.,
Heidel=
berger Straße 7, jetzt Karlſtraße 66. 1015 Roth, B. G.,
Wilhelminenſtraße 7, jetzt 8. 1667 Schmidt=Rauch, L.,
Wilhelminenſtraße 10, jetzt Zimmerſtraße 7. (2506)
Sichel, Guſtav, Schulſtraße 10, jetzt Wittmannſtraße 23.
c) Abgebrochene Sprechſtellen. 2244 Alſen,
Herta. 1860 Bernhardt, Karl. 2088 May, Lippmann
Frau. 1291 Schoeller, W.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 4. Juli 1914.
Butter, ½ kg 1,20—1,30 M.
in Part. ½ kg 1,10-1,15 M.
7— 9 Pf.
Eier, Stück
Schmierkäſe,½ Lit. 18-20 Pf.
Handkäſe, Stück 4—10 Pf.
Kartoffeln, alte, Ztr. 4-5 M.
neue, hieſige
Zentner . 9—10 M.
alte, Kumpf
(10 Liter) 65—70 Pf
alte, ½ kg 5—6 Pf.
neue hieſige,
½ kg . . 9—10 P
„ Malteſer . . 14 Pf.
Obſt u. dergl.:
Kirſchen, ½ kg 16—18 Pf
Johannisbeer. ½kg 18-20 Pf.
Zitronen, Stück . 5—6 Pf.
Heidelbeeren,
Schoppen . . 14—15 Pf.
Apfelſinen, Stück 5—8 Pf.
Walderdbeeren,
Schoppen . 30—35 P
Nüſſe, unreif, 100 St. 50-70 Pf.
Eierſchwämme ½ kg 30 Pf.
Ananas, ½ kg 30—35 Pf
60 Pf.
Pfirſiſche, ½ kg
Aprikoſen, ½ kg 50—60 Pf.
Birnen, ½ kg 40—50 Pf
Himbeeren, ½ kg 20—25 Pf
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 3—6 P
Erbſen, ½ kg . . 20 Pf.
Zuckererbſen, ½kg 25—30 Pf.
Kohlrabi ½ kg . 3—6 Pf
Radieschen, Bündel 2—3 P
Nettiche, Stück . 3—8 Pf.
Meerrettich, Stück 25—30 Pf
Roterüben, Bündel 6 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 25 P
Stück . 2—3 Pf.
Tomaten ½ kg 25—30 Pf
. 25 Pf.
Spinat, ½ kg
Weißkraut, Stück 25—30 Pf.
Römiſch=Kohl Bünd. 2-3 Pl.
Blumenkohl, Stück 20-40 Pf.
Wirſing, Stück . 10— 25 Pf.
Rhabarber ½ kg 10 Pf
Saubohnen, ½ kg 18-25 Pf.
Gelberüben, Bündel 3—6 Pf.
Spargel, ½ kg . . 45 P
Gurken, Stück . 10—30 P
zum Einmachen Stück8 Pf
Bohnen, ½ kg . . 30 P
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 1,00 M.
Enten, Stück 3,50—4,50 M.
Hahnen, Stück 3,00—3,50 M.
Hühner, „ 2,50—3,00 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf.
Rehfleiſch . 0,00—0,00 M.
1,00—1,20 M.
Lapins
2,00—3,00 M.
Zicklein
Fiſche:
Hecht, ½ kg 0,90—1,00 M.
M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg . . 70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
. 35—60 Pf.
½ kg .
Rotzungen, ½ kg . 60 P
Schollen, ½ kg . . 50 Pf
Kabeljau, ½ kg . 30 Pf
Schellfiſche, ½ kg 30 Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 66—70 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf
Rindsfett ½ kg . 56 Pf
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 76 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
84 Pf
kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 76 Pf
Leber= und Blutwurſt,
½ kg
60 P
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenben Erwähnung geſchieht, behält ſich die Nedaktion ihr Urteil vor.
* Union=Theater (Kunſtlichtſpiele,
Rhein=
ſtraße 6). Einen großen Detektivſchlager bringt für die
nächſten Tage das Union=Theater. Er ſtammt von der
Nordiſchen Film=Kompagnie und betitelt ſich „Graf
Zarka‟ Der Inhalt des Stückes iſt voll von Romantik
und vor allen Dingen ſpannend bis zum Schluß. Da die
beſten nordiſchen Schauſpieler mitgewirkt haben, iſt
ſelbſtverſtändlich, daß etwas Erſtklaſſiges herausgeko
men iſt. Der Wiſſenſchaft und Belehrung und trotzdem
der Unterhaltung dient die Naturaufnahme „Aus der
Tierwelt Amerikas” während bei den Humoresken ſchon
der Titel das Beſte ahnen läßt. Die eine der beiden
be=
titelt ſich nämlich „Vater wider Erwarten” und iſt ſo
zwerchfellerſchütternd, daß das Publikum nicht aus dem
Lachen herauskommen dürfte. Auch die weitere
Humo=
reske „Die verirrte Kugel” iſt reich an überwältigender
Komik, und wenn man dann noch berückſichtigt, daß auch
eine große Zahl von Einlagen zur Verfügung ſteht, kann
man wohl ſagen, daß man es mit einem
Weltſtadt=
programm zu tun hat.
K. Roßdorf, 3. Juli. (Feuer.) Heute nacht halb 3
Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Es
brannte bei Herrn Dr. Baumann. Die Feuerwehr, die
raſch zur Stelle war, fand aber den Brand ſchon
abge=
löſcht. Herr Dr. Baumann hatte ihn mit ſeinem
Garten=
ſchlauch erfolgreich bekämpft.
Biſchofsheim, 4. Juli. (Ein ſchwerer Unfall)
ereignete ſich geſtern hier im Stalle des 60jährigen
Land=
wirts Heinrich Schneider. Als der Landwirt das Pferd
anſchirren wollte, ſcheute es, Schneider ſtürzte zu Boden
und erlitt eine erhebliche Kopfverletzung. Beim Aufſtehen
erhielt er noch von dem Pferde einen Hufſchlag in den
Rücken, wodurch er ſchwere Verletzungen erlitt. Der
Ver=
letzte wurde ins Krankenhaus nach Mainz gebracht.
Offenbach, 4. Juli. (Vom Zuge überfahren
und getötet.) Im Gelände des neuen Güterbahnhofs
ereignete ſich geſtern nachmittag ein ſchweres Unglück. Als
der ledige 37 Jahre alte, in Oberſtetten geborene Arbeiter
Joſef Fiori kurz nach halb 4 Uhr vor dem aus Altona
kommenden D=Zug 86 an der Hafenbrücke das Gleis
über=
ſchreiten wollte, wurde er vom Zuge erfaßt und ſofort
getötet. Der Zug wurde ſofort zum Stehen gebracht. Die
Leiche des Verunglückten war bis zur Unkenntlichkeit
ver=
ſtümmelt. Sie wurde nach dem Städtiſchen Friedhofe
gebracht.
Bensheim, 4. Juli. (Vom Blitz erſchlagen.)
Bei dem geſtern abend niedergegangenen Gewitter wurde
ein 14jähriges Mädchen von einem Blitzſchlag getroffen
und war ſofort tot.
Lampertheim, 4. Juli. (Feuer.) Bei dem geſtrigen
ſchweren Gewitter ſchlug der Blitz gegen 10 Uhr abends
in das Anweſen des Küfers Metzner in der Moltkeſtraße.
Das Stallgebäude wurde ein Raub der Flammen.
Men=
ſchen ſind nicht verletzt. Die Feuerwehr war trotz des
cheußlichen Wetters ſehr ſchnell zur Stelle und beſchränkte
das Feuer auf ſeinen Herd.
* Erbach, 3. Juli. (Eulbacher Markt.) Der
weit und breit im Odenwalde und über ſeine Grenzen
inaus bekannte „Eulbacher Markt” ſteht wieder vor der
Tür. Das Feſt wird Sonntag, den 19., Montag, den 20.,
und Sonntag, den 26. Juli, gefeiert und wird ſicher auch
diesmal wieder eine Menge Menſchen in unſer an
Sehens=
würdigkeiten gar reiches Odenwaldſtädtchen führen. Am
weiten Markttage, Montag, den 20. Juli, nachmittags
von 1 Uhr ab, findet auf dem Feſtplatze wieder ein
land=
wirtſchaftliches Trab= und Galopp=Reiten ſtatt.
M. Nackenheim, 3. Juli. (Tödlicher Sturz.) Der
Maurergeſelle Otto Neidhardt, hier wohnhaft, der am
Transformatorenturm der Kapſelfabrik allein arbeitete,
wurde im Innern des Turmes mit zertrümmertem
Schä=
del tot aufgefunden. Der Verunglückte iſt wahrſcheinlich
aus Neugierde durch eine Lucke von außen in den Turm
geſtiegen und dabei abgeſtürzt. Neidhardt, ein fleißiger
junger Mann, war noch ledig.
Verband Heſſiſcher Verkehrs=Vereine.
— Nach längerer Pauſe hatte der Vorort des
Ver=
bandes Heſſiſcher Verkehrs=Vereine den Arbeitsausſchuß
des Verbandes zu einer Sitzung nach Mainz=Stadthalle
eingeladen. Der Vorſitzende, Herr Rentner Sieben=
Auerbach, zugleich Vorſitzender des Verkehrs=Ausſchuſſes
der Bergſtraße, begrüßte die erſchienenen Herren aus den
drei Provinzen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wies
der Vorſitzende auf die Ehrenpflicht der Heſſiſchen
Ver=
kehrs=Vereine hin, mit allem Nachdruck in ihren Kreiſen
auf die beiden bedeutenden Kunſtausſtellungen in
Darm=
ſtadt im laufenden Sommer aufmerkſam zu machen, und
verteilte entſprechendes Empfehlungsmaterial. Nach
Ver=
leſung des Protokolls der letzten Sitzung, zu welchem
keine Einwände erhoben wurden, wurde in die
Tages=
ordnung eingetreten. Die Generalverſammlung des
Ver=
bandes (Verbandstag) ſoll in der zweiten Hälfte des
September in Offenbach a. M. ſtattfinden, nachdem
Oberheſſen (Gießen), das turnusgemäß an der Reihe
ge=
weſen wäre, gebeten hatte, den Verbandstag 1915 dort
abzuhalten. Die Tagesordnung der Verbandstage liegt
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Münchner Theater. Das Münchner
Künſt=
lertheater, von dem eine neue, vertiefte Bühnenkunſt ihren
Ausgang nehmen ſollte, hat in den fünf Jahren ſeines
Beſtehens die verſchiedenſten Wandlungen durchgemacht.
Eines iſt jedenfalls ſicher: Statt dem deutſchen Theater
ſeine idealen Abſichten überliefern zu können, mußte es
ſelbſt die Gewalt der Tatſachen der heutigen
Theater=
wirklichkeit an ſich erfahren. Aus der künſtleriſchen
Kult=
ſtätte von 1908 iſt ein Gaſtſpieltheater geworden, in dem
nicht der genius loci entſcheidet, ſondern die Qualität der
Gäſte. Heuer gaſtiert Luiſe Dumont mit den
Düſſeldor=
fern. Als Eröffnungsvorſtellung wählte man
Shake=
ſpeares „Sturm”. Ein kühnes Unterfangen, dieſem
geiſtigſten Werk des Dichters Geſtalt zu verleihen. Jeder
Verſuch, den „Sturm” auf die Bühne zu bringen, wird
immer mehr oder weniger eine Improviſation bleiben,
die Dichtung gleicht in dieſer Hinſicht dem zweiten Teil
des Fauſt. Was aber am 2. Juli im Münchner
Künſtler=
theater geboten wurde, wirkte bereits vielfach wie eine
ndgültige Prägung. Ueber Tempo und Tonſtärke der
Aufführung wird es verſchiedene Meinungen geben
kön=
nen, über den Ernſt, mit dem man den geheimſten
Inten=
tionen des Dichters nachſpürte, kann nur eine Stimme
herrſchen. Man leiſtete das Menſchenmögliche, das
Gei=
ſtige, Geahnte, die Vorgänge der Phantaſie vor die Sinne
zu zaubern. Die durchſichtige, ſchwebende Geſtalt des
Ariel, das am Boden haftende Halbtier Caliban waren
von einer Gegenſtändlichkeit und Glaubwürdigkeit, daß
man ſchwören möchte, Shakeſpeare habe dieſe Geſchöpfe
ſich ſo und nicht anders gedacht. Prospero, von Eduard
Rothauſer trefflich geſpielt, vereinigte in vollkommener
Weiſe die Strenge des Geiſterbeherrſchers mit der Milde
des ſchickſalgeprüften Weiſen. Dieſe ganze ſpukhafte
Zau=
berwelt mit ihrem Durcheinander menſchlicher Torheiten
und Leidenſchaften, beherrſcht von der Königsmacht des
Geiſtes, übte die nachhaltigſte Wirkung. Die prächtigen,
ſtets wechſelnden Bühnenbilder mit ihren Nymphen= und
Moriskatänzen machen das Werk auch zu einer
Sehens=
würdigkeit für diejenigen, denen der myſtiſche Sinn der
Dichtung verſchloſſen iſt. Die Muſik von Anton Beer
Walbrunn kann ſelbſtändigen Wert beanſpruchen.
Gleich nach Beginn der Vorſtellung ſetzte ein raſender
Ge=
witterſturm ein, ſo daß in dem dünn gebauten Haus kein
Wort mehr verſtändlich war. Die Vorſtellung mußte da=
her wegen dieſer „zu realiſtiſchen Inſzenierung des
Sturms” auf eine halbe Stunde unterbrochen werden.
Trotz dieſer Störung hatte das Werk einen ſtarken Erfolg.
ck. Die Desinfektion der Mundhöhle durch
ultra=
violette Strahlen. Die keimtötende Wirkung des
Son=
nenlichts iſt ſeit geraumer Zeit bekannt. Wie ſich die
höhe=
ren Organismen unter ſeinem Einfluſſe entwickeln und es
zur Erhaltung ihrer Lebensfunktionen dringend
bedür=
fen, ſo übt es im Gegenſatz dazu eine vernichtende
Wir=
kung auf die niedrigſten Lebeweſen, die Bakterien, aus.
Es iſt aber nicht das ſtrahlende Licht im Ganzen, dem
dieſe Eigenſchaft zukommt, ſondern der Teil, der
unſicht=
bar iſt und die kurzwelligen, chemiſchen Strahlen, das
ſogen. Ultraviolett, enthält. Bakterienkulturen, die
mit ultraviolettem Lichte beſtrahlt wurden, büßten bald
ihre Fortpflanzungsfähigkeit ein und ſtarben ab. Noch
ſtärker war der Effekt, wenn zu den beſtrahlenden
Ob=
jekten fluoreſzierende Subſtanzen hinzugeſetzt wurden.
Als Lichtquelle dienen dieſem Zweck beſonders
kon=
ſtruierte elektriſche Quarzlampen, die ſehr viel
ultra=
violette Strahlen ausſenden. Es lag nahe, zu
unter=
ſuchen, ob man dieſe Kräfte nicht zur Steriliſierung und
Desinfektion ausnützen könnte. Dieſe Vermutung hat ſich
beſtätigt: ſo gibt es eine Methode, Trinkwaſſer durch
ultra=
violettes Licht keimfrei zu machen, die für die
Heeresgeſund=
heitspflege im Felde von größter Bedeutung iſt.
Neuer=
dings iſt man dazu übergegangen, auch den menſchlichen
Körper von Bakterien auf dieſe Weiſe zu befreien. So
haben Prof. Dr. Friedberger und Dr. Shioji im
pharmakologiſchen Inſtitut der Berliner Univerſität, wie
ſie in der Deutſchen Mediziniſchen Wochenſchrift
berich=
ten, Diphtheriebazillen in der Mundhöhle eines
Kanin=
chens durch Beſtrahlung zum Verſchwinden gebracht. Dazu
muß allerdings die Quarzlampe mit einem Anſatzſtück
verſehen und in den Mund eingebracht werden. Die
Dauer der Beſtrahlung mußte 30 Minuten währen, wenn
Sterilität erzielt werden ſollte. Vielleicht eröffnen ſich hier
Wege zur Bekämpfung mancher Infektionen. Leider ſind
die ultravioletten Strahlen nicht ſehr durchdringend,
ſon=
dern werden von der Oberfläche abſorbiert, ſo daß ſie
keine Tiefenwirkung entfalten können. Bakterielle Herde
im Innern des Körpers bleiben daher unbehelligt. Eine
weitere Nutzanwendung der ultravioletten Strahlen iſt
von den genannten Autoren bei der Kuhpockenlymphe
(Vaccine) gemacht worden. Es kommt bei dieſer alles
darauf an, ſie keimfrei zu machen. Durch die üblichen
Steriliſierungsverfahren wie ſtarkes Erhitzen kann ſie in
ihrer Wirkſamkeit ſtark beeinträchtigt werden, durch
ultra=
violette Strahlen aber werden allein die Bakterien
zerſtört.
C.K. Das drahtloſe Telephon nach Neu=York. Aus
London wird berichtet: Nach einer Erklärung, die der
Leiter der Marconi=Geſellſchaft vor der britiſchen
Domi=
nions Royal=Kommiſſion abgab, wird Marconi aller
Vorausſicht nach noch vor Abſchluß des laufenden Jahres
drahtlos von London nach Neu=York telephonieren
kön=
nen. „Und wenn die drahtloſen Stationen, die England
und Buenos Aires verbinden”, ſo fügte Mr. Jſaacs hinzu.
„fertiggeſtellt ſind, wird Marconi aller Vorausſicht nach
auch nach Buenos Aires drahtlos telephonieren können.”
Als Sir Rider Haggard fragte, ob es dann einem
Teil=
nehmer des drahtloſen Fernſprechnetzes möglich ſein
werde, von ſeiner Wohnung aus überallhin in die Welt
zu ſprechen, erklärte der Leiter der Marconi=Geſellſchaft:
„Ich möchte heute noch nicht ſo weit gehen. Aber es wird
möglich ſein, in London auf eine beſtimmte Station zu
gehen und von dort aus mit Neu=York zu ſprechen.”
* Ein prähiſtoriſcher Urnenfriedhof bei Hamburg
ge=
funden. Aus Hamburg wird geſchrieben: Bei den
Ausgrabungen, die das Hamburgiſche Muſeum für
Völ=
kerkunde bei Fuhlsbüttel in der Nähe des
Alſter=
fluſſes vornehmen ließ, iſt ein intereſſanter Fund
gelun=
gen. Man ſtieß auf einen vorgeſchichtlichen
Urnenfried=
hof, der nicht weniger als 230 Urnen mit reichem Inhalt
an Schmuck= und Gebrauchsgegenſtänden aufweiſt. Die
Urnen, die zum Teil ſehr gut erhalten ſind, ſtammen aus
der Uebergangsperiode von der älteren zur jüngeren
Eiſenzeit. Den Anlaß zu den Nachforſchungen gaben
Feſtſtellungen, die man bei Arbeiten zur Alſterregulierung
in Fuhlsbüttel machte. Der Urnenfriedhof iſt der
um=
fangreichſte, den man bisher in Norddeutſchland entdeckt
hat.
* Ein griechiſcher Kriegskarren. Bei den
Ausgra=
bungen, die im Picenum von Prof. Dall’Oſſo
unter=
nommen werden, ſind eine Reihe wertvoller Funde
ge=
macht worden, die in das neue archäologiſche Muſeum in
Arcona gebracht werden. Beſonders erregt darunter,
wie die Kunſtchronik berichtet, ein griechiſcher
Kriegs=
karren Intereſſe, der in einem großen Grabe bei
Monte=
fiore ſull’ Aſo gefunden wurde; andere Gräber enthielten
verſchiedenartige Waffen und einen merkwürdigen
Man=
tel, der ganz aus elfenbeinernen und gläſernen Ringen
beſteht.
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Seite 5.
in der Satzung feſt. Außer Erledigung der Regularien
und Berichten der angeſchloſſenen Vereine über ihre
Tätig=
keit kommt ein Antrag des Arbeitsausſchuſſes zur
Be=
ratung über Regelung der Stimmenzahl bei
Abſtimmun=
gen und über Wiederwählbarkeit des Vorortes nach
Ab=
lauf ſeiner Amtsperiode.
Der weitere Punkt der Tagesordnung betraf die
Be=
teiligung des Verbandes an der großen Ausſtellung „Aus
hundert Jahren Kultur und Kunſt Düſſeldorf 1915‟,
ſpe=
ziell an der Grupe „Deutſchland als Verkehrs= und
Reiſeland, ſeine Bäder und Kurorte‟ Der Vorſitzende
verlas den Bericht des Rheiniſchen Verkehrs=Vereins über
ſeine Generalverſammlung in Barmen, wie er in der
letz=
ten Nummer der „Deutſchland” erſchienen iſt, und regte
an, daß ſich der Verband an dieſen großen Rheiniſchen
Landesverband, dem die meiſten und bedeutendſten
Mit=
glieder des Vaterlandes ebenfalls angehören und der die
Abſicht habe, ſich in großzügiger Weiſe an der Düſſeldorfer
Ausſtellung zu beteiligen, in einer noch näher
feſtzuſtellen=
den Form anſchließen ſolle. Der Vorſitzende wurde
be=
auftragt, ſich über die Einzelheiten mit dem Rheiniſchen
Verkehrs=Verein, deſſen Vorſtand er ja ebenfalls angehöre,
in Verbindung zu ſetzen und alsdann einer ſpäteren
Aus=
ſchußſitzung zu berichten.
Der nächſte Punkt der Tagesordnung betraf die
Dioramen=Ausſtellung der heſſiſchen Städte und der
Berg=
ſtraße in Bad Nauheim. Der Vorſitzende mußte leider
berichten, daß es ihm nicht gelungen ſei, die für die
Wie=
dereröffnung dieſer permanenten und für den
Fremden=
verkehr in den beteiligten Städten und Gegenden äußerſt
wichtigen Ausſtellung nötigen Gelder, trotz monatelanger
und energiſcher Bearbeitung dieſer Frage, zuſammen zu
bringen. Die Ausſtellung iſt nun auf ſeine Anregung
durch die zuſtändigen Behörden ſachgemäß abgebrochen
und in Verwahrung genommen worden. Der letzte Punkt
der Tagesordnung betraf innere Verhältniſſe zum Bund
Deutſcher Verkehrs=Vereine Leipzig. Die Beziehungen zu
dieſer großen Verkehrsorganiſation ſind erfreulicherweiſe
die beſten und werden ſtändig mit allem Nachdruck
ge=
pflegt. Mehrere Vertreter des Verbandes waren auf der
letzten Generalverſammlung in Köln anweſend. Der
Vorſitzende gab noch Kenntnis von der Gründung des
Naſſauiſchen Verkehrs=Verbandes. Dem Vorſtand dieſes
Verbandes gehören mehrere maßgebende Herren des
Ar=
beitsausſchuſſes an.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Juli. Prinz
Wil=
helm, der älteſte Sohn des Kronprinzen,
der heute ſein achtes Lebensjahr vollendet, hat, nach
Mel=
dungen verſchiedener Blätter, den Leutnant v. Kühne
vom erſten Leibhuſaren=Regiment als militäriſchen
Er=
zieher zugeteilt erhalten. — Die Staatsbürger=
Zeitung hat nunmehr aufgehört, als
Tages=
zeitung zu erſcheinen. Dem Spreeverlag des Herrn
Lebius, der die Zeitung vor etwa Jahresfriſt
übernom=
men hatte, hat dieſer Kauf verſchiedene Tauſende gekoſtet,
da die Zahl der Abonnenten minimal war und immer
mehr zurückging, und auch das Inſeratengeſchäft nicht den
erhofften Gewinn brachte. Jetzt iſt die Staatsbürger=
Zeitung aus der Zahl der Tageszeitungen geſtrichen, um
fortan Donnerstags als Wochenblatt unter der alten
Ten=
denz zu erſcheinen.
Hirzenach a. Rh., 4. Juli. (Eiſenbahnunfall.)
Geſtern abend entgleiſten von dem Schnellzug 368
Dort=
mund=Frankfurt bei der Station Hirzenach die
Ma=
ſchine, der Tender, der Pack= und ein Perſonenwagen
in=
folge von Unterwaſchungen des Schienenſtranges, die ein
wolkenbruchartiger Gewitterregen verurſacht hatte.
Per=
ſonen wurden nicht verletzt. Der Verkehr wird durch
Um=
ſteigen aufrecht erhalten.
Bad=Dürkheim, 4. Juli. (4 Millionen
Paſſi=
ven und ke ine Aktiven.) Ueber das Vermögen
der Weinhandlung Gebrüder Eckel in Deidesheim (
alleini=
ger Inhaber war der verſtorbene Kommerzienrat Fritz
Eckel) wurde die Nachlaßverwaltung bei dem Amtsgericht
Dürkheim beantragt. Die Paſſiven der Firma werden
auf annähernd vier Millionen Mark geſchätzt. Freie
Ak=
tiven ſollen keine vorhanden ſein. Alle namhaften
Be=
ſitzungen der Firma ſollen den intereſſierten Banken
ver=
pfändet ſein.
Freiburg i. B., 4. Juli. (Von der
Univerſi=
tät.) Der außerordentliche Profeſſor für deutſches
bür=
gerliches Recht, Handels= und Privatverſicherungsrecht,
Dr. Hoeninger, hat einen Ruf an die Handelshochſchule
in München als hauptamtlicher Dozent erhalten. Der
außerordentliche Profeſſor für Nationalökonomie und
Fi=
nanzwiſſenſchaft Dr. Robert Liefmann iſt vom
Großher=
zog zum ordentlichen Honorarprofeſſor ernannt worden.
Einbeck, 4. Juli. (Großfeuer.) Die etwa 400 große ſteinerne Michelſche Mühle, die ſich im
Be=
ſitz der Gebrüder Runge befindet, iſt heute nacht
nieder=
gebrannt. Sämtliche Maſchinen wurden zerſtört. 500 Sack
Mehl und alle Vorräte ſind verbrannt. Der Schaden
wird auf 200000 Mark geſchätzt. Die Entſtehungsurſache
iſt unbekannt.
Halle, 4. Juli. (Todesfall.) Der Romaniſt,
Uni=
verſitätsprofeſſor Geh. Regierungsrat Hermann
Su=
chier, iſt geſtern abend geſtorben.
Graz, 3. Juli. (Unwetter.) Heute mittag ging
über Graz ein furchtbarer Hagelſchlag mit
wolkenbruch=
artigem Regen nieder, der die Straßen fußhoch unter
Waſ=
ſer ſetzte. Die Hagelſchloßen bedeckten den Boden mit
einer 10 Zentimeter hohen Schicht. Zur Wegräumung
der durch die Hagelkörner gebildeten Eisbarriere mußte
Militär herangezogen werden. Opfer an Menſchenleben
ſind nicht zu beklagen. Der angerichtete Schaden iſt
je=
doch ſehr groß.
Paris, 4. Juli. („Prinz Jean de
Bour=
bon” .) In Montpellier ſtarb der „Prinz Jean de
Bourbon” ein Enkel des Uhrmachers Naundorff, des
an=
geblichen Sohnes Ludwigs XVI., im Alter von 42 Jahren.
Paris, 4. Juli. (Der Ausſtand der
Berg=
leute) im Loirebecken und im Departement Hérault
ge=
winnt an Ausdehnung. Dagegen haben die Bergleute des
Norddepartements auf den Rat des
Gewerkſchaftsaus=
ſchuſſes die Arbeit wieder aufgenommen und beſchloſſen,
die Entſcheidung des morgen in Denain ſtattfindenden
Kongreſſes abzuwarten.
Nizza, 4. Juli. (Im Fort Mont=Agel) bei
Nizza entgleiſte ein Waggon der Feldbahn, die zur
Beför=
derung von Munition benutzt wurde. Ein Artilleriſt
wurde getötet und acht mehr oder minder ſchwer verletzt.
Griſolles, 4. Juli. (Oberſtleutnant von
Winterfeldt) hat heute in Begleitung ſeiner
Gemah=
lin Griſolles verlaſſen und ſich nach Aucamville
bei Toulouſe begeben, wo er ſeine völlige Geneſung
ab=
warten will. Vor der Abreiſe ſprach Frau von
Winter=
feldt dem Bürgermeiſter den Dank aus für die
liebens=
würdige Aufnahme ſeitens der Bevölkerung.
Gent, 3. Juli. (Einſturz eines Neubaus.)
In Pamel ſtürzte beim Neubau des Spitals eine Mauer
ein. Drei Arbeiter wurden unter den Trümmern
begra=
ben und tödlich verletzt. Ein ähnlicher Unfall ereignete
ſich in St. Ghislain bei Mons. Dort wurden vier
Ar=
beiter beim Einſturz eines Gebäudes ſchwer verletzt.
Stockholm, 4. Juli. (Poſtdiebſtahl.) Aus dem
hieſigen Poſtamte ſind einer Meldung des Lokal=Anzeigers
zufolge auf bisher noch nicht aufgeklärte Weiſe
Barbe=
träge und Wertſendungen im Betrage von 21000 Mark
entwendet worden.
London, 4. Juli. (Wahlweiber=Untaten.) Das
Schloß Tiallymenoch bei Halywood in Irland iſt von
Stimmrechtlerinnen in Brand geſteckt worden. Das Schloß
wurde mit ſeinen unermeßlichen Kunſtſchätzen vollſtändig
eingeäſchert. Die Feuerwehren waren infolge des durch
die große Hitze herrſchenden Waſſermangels machtlos. Der
Schaden wird auf 400000 Mark geſchätzt. — (Ein
er=
ſchütternder Vorfall.) Ein
Vergnügungsdamp=
fer kehrte auf der Themſe von Hampton Court zurück, als
ein junger Mann, ein Neffe des verſtorbenen
Unterhaus=
mitgliedes für Oxford namens Anſon, über Bord fiel.
Ein anderer junger Mann ſprang ihm nach, um ihn zu
retten. Beide ertranken. Ein dritter Herr, ein Sohn des
ruſſiſchen Botſchafters, der ſeinen Freunden zu Hilfe eilte
und ebenfalls in das Waſſer nachſprang, wurde lebend,
aber in äußerſt erſchöpftem Zuſtande geborgen.
London, 3. Juli. (Ausſtand.) Im königlichen
Ar=
ſenal von Woolwich ſind 300 Mann in den Ausſtand
ge=
treten. Die Veranlaſſung zu dem Ausſtand gab die
Ent=
laſſung eines Angeſtellten wegen Ungehorſams.
4. Juli. Der Ausſtand in dem Arſenal
von Woolwich breitet ſich ſchnell aus. Faſt alle
Mit=
glieder des Verbandes der Maſchiniſten und die
Ange=
ſtellten der Lafettenabteilung, insgeſamt etwa 5000 Mann,
haben die Arbeit niedergelegt. Die Lafettenabteilung, das
Laboratorium und die Geſchützabteilung mußten
geſchloſ=
ſen werden. — Die Zahl der Ausſtändigen iſt auf 8000
geſtiegen. Der Arbeiter, deſſen Entlaſſung den Streik
herbeiführte, weigerte ſich, eine Arbeit zu vollenden, die
von nicht organiſierten Arbeitern begonnen war.
London, 4. Juli. (Rooſevelt.) Die Blätter
mel=
den, daß Rooſevelt aus der Redaktion des Outlock, der er
ſeit Ende der Präſidentſchaft angehörte, ausgeſchieden iſt,
angeblich aus Geſundheitsrückſichten.
Petersburg, 4. Juli. (Der Kaiſer und das
engliſche Geſchwader.) Der Kaiſer unternahm
geſtern mit den Großfürſtinnen Olga und Tatjana, von
den Miniſtern des Kaiſerlichen Hofes und der Marine
be=
gleitet, von Kronſtadt aus auf der Jacht „Poljarnaja
Swjesda” eine Fahrt in die Oſtſee. Um 10 Uhr morgens
trafen ſie das engliſche Geſchwader, das die Kaiſerliche
Flagge ſalutierte. Darauf hißte die Kaiſerliche Jacht die
engliſche Admiralitätsflagge und ſignaliſierte: „Wir
wün=
ſchen Ihnen eine angenehme Reiſe”, worauf das engliſche
Geſchwader antwortete: „Wir ſind Eurer Majeſtät ſehr
dankbar.‟ Der Kaiſer erwiderte: „Ich danke Ihnen.”
Um 8 Uhr abends kehrte der Kaiſer nach Peterhof zurück.
Kiew, 4. Juli. (Verhaftung eines Spions.)
Hier wurde ein Deutſcher namens Wechsler unter
Spio=
nageverdacht verhaftet. Die Polizei hält die Unterſuchung
ſtreng geheim.
Peking, 3. Juli. (Hinrichtung der
Plün=
derer.) Eine große Anzahl von Soldaten wurden im
Zuſammenhang mit der Plünderung von Kalgan
hinge=
richtet. Die Plünderer, die ſich militäriſcher
Transport=
wagen bemächtigen konnten, entflohen nach der
Mongo=
lei. Etwa 200 Soldaten, deren Teilnahme an der
Plün=
derung nicht einwandfrei feſtſtand, wurden für zwei
Mo=
nate Löhnung und freie Reiſe in die Heimat verſprochen.
Auf der erſten Station nach Kalgan ließ man ſie
aus=
ſteigen und dann wurde von Soldaten, die aus
Suan=
huafu für dieſen Zweck herangezogen worden waren, auf
ſie geſchoſſen. 120 Soldaten wurden getötet, die übrigen
entkamen nach Suanhuafu. Die Soldaten feuerten erſt,
als man ihnen mit dem Tode drohte.
Der Deutſche Frauenverein
vom Roten Kreuz für die Kolonien.
Von Frau Ludwiga Lehr=Berlin.
Der Deutſche Frauenverein vom Roten Kreuz für die
Kolonien beſteht ſeit dem Jahre 1888 und umfaßt zurzeit
über 20000 Mitglieder, welche in Landesverbände und
Abteilungen gegliedert ſind. Er erſtreckt ſich über das
ganze Deutſche Reich und deſſen Kolonien ſowohl in
Be=
zug auf ſeine Mitglieder als auch auf die Arbeit, welche er
ausübt. In Süddeutſchland arbeiten ſeine
Landesver=
bände Bayern, Baden und Württemberg, in
Mitteldeutſch=
land die Landesverbände Heſſen, Sachſen=Weimar und
Anhalt, in Norddeutſchland zahlreiche Abteilungen.
Seine Hauptarbeit iſt die Verſorgung der deutſchen
Kolonien mit Schweſtern zur Pflege der Kranken. Er
be=
ſchäftigt zurzeit etwa 70 Schweſtern in allen 7 Kolonien
des Deutſchen Reiches. Bedingung für die Ausſendung
der Schweſtern iſt der Nachweis über die Anerkennung
als ſtaatlich geprüfte Krankenpflegerin. Dies iſt die
Grundlage ihrer Ausbildung. Es kommt hinzu bei etwa
der Hälfte der Schweſternzahl das Hebammenexamen und
bei dem größten Teil der Schweſtern die Ausbildung im
Mikroſkopieren und in der Pflege von Tropenkranken. Die
Schweſtern ſind in den Kolonien beſchäftigt in
Kranken=
häuſern der Regierung, an den Eliſabethhäuſern der
deut=
ſchen Kolonialgeſellſchaft und einiger
Erwerbsgeſellſchaf=
ten, ferner bei Stadt= und Kirchengemeinden und bei
Ab=
teilungen des Vereins. Eine Anzahl der Schweſtern iſt
bei Bezirksämtern angeſtellt in der Weiſe, daß ſie an
klei=
nen Orten Südweſtafrikas allein Dienſt tun, indem ſie
von ihrem Wohnort aus die Anſiedlungen und Farmen
der Umgegend beſuchen und dort den Kranken Beiſtand
leiſten. In Oſtafrika und in Kamerun iſt immer eine
An=
zahl von Schweſtern bei der Malariabekämpfung
beſchäf=
tigt; außerdem arbeiten vier der Schweſtern in
Schlaf=
krankheitslagern tief im Innern von Kamerun. Eines
dieſer Schlafkrankheitslager befindet ſich in dem von
Frankreich neu erworbenen Gebiet von Kamerun. Die
Reiſe dahin erfordert mehrere Wochen und iſt recht
an=
ſtrengend. Eine der Schweſtern iſt bei der Bekämpfung
von Infektionskrankheiten in Jeruſalem und eine bei der
Unterdrückung der Malaria in Emden an der Nordſee
be=
ſchäftigt. Drei Kindergartenſchweſtern arbeiten in
Wind=
huk, Daresſalam und Swakopmund, und eine Schweſter
verrichtet den Hebammendienſt in den Inderfamilien in
Daresſalam in Oſtafrika. Dieſer letztere Dienſt iſt früher
von den Hebammenſchweſtern des Vereins im
Regie=
rungskrankenhauſe in Daresſalam beſorgt worden.
Da=
mals waren die Inder noch wenig geneigt, die Hilfe von
deutſchen Schweſtern in Anſpruch zu nehmen; ſeitdem ſie
aber ſehen, wie oft das Leben von Mutter und Kind durch
die ausgezeichnete Pflege der deutſchen Schweſtern
erhal=
ten wurde, hatederensInanſpruchnahme ſo zugenommen,
daß ſie in dem Regierungskrankenhauſe die Arbeit nicht
mehr bewältigen können. In allerjüngſter Zeit iſt eine
neue Aufgabe von dem Verein übernommen worden. Es
iſt in Kamerun eine Lehrſtelle errichtet worden, an
wel=
cher eine deutſche Hebammenſchweſter eingeborenen
Frauen Unterricht erteilen ſoll in der Geburtshilfe bei den
Eingeborenen. Die dazu erwählte Schweſter iſt zurzeit
noch in der Ausbildung begriffen, wird aber noch im
Laufe der nächſten Monate dieſes Amt übernehmen. Dieſe
Fürſorge für eine geordnete Geburtshilfe bei den
Einge=
borenen iſt aus der Beobachtung hervorgegangen, daß die
Kinderſterblichkeit bei den Eingeborenen ſehr groß iſt,
und zwar nicht nur in Kamerun, ſondern auch in den
anderen Kolonien, ſo daß man genötigt iſt, durch geeignete
Maßnahmen dem Weiterumſichgreifen dieſes großen
Uebels vorzubeugen. Die Schweſtern des Vereins haben
kein leichtes Amt. Wenn auch die Mehrzahl von ihnen mit
anderen Schweſtern zuſammen oder innerhalb der
Ge=
meinde lebt, ſo iſt doch auch eine kleine Zahl ſehr auf
große Einſamkeit angewieſen, wie die in den
Schlaf=
krankheitslagern und die Einzelſchweſtern in Neuguinea,
die oft viele Monate keinen Verkehr mit weißen Frauen
haben können.
Der Verein ſteht unter dem Protektorat J. M. der
Kaiſerin. Seine Ehrenvorſitzende iſt die Frau Herzogin
Johann Albrecht zu Mecklenburg. Das Protektorat über
die einzelnen Landesverbände liegt in den Händen der
betreffenden Landesfürſtinnen. Ehrenpräſident des Vereins
iſt Seine Hoheit Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg.
Die Arbeit des Vereins wächſt von Jahr zu Jahr, ſo daß
es große Anſtrengungen koſtet, die nötigen Mittel
auf=
zubringen. Im Kriege iſt der Verein, an deſſen Spitze
Frau Staatsſekretär von Stephan ſteht, bemüht, unter
der Leitung des Zentralkomitees des Deutſchen Vereins
vom Roten Kreuz hauptſächlich das erforderliche
weib=
liche Pflegeperſonal zu ſtellen. Die in den letzten
Jahr=
zehnten unternommenen Expeditionen in unſeren Kolonien
und die Tätigkeit des Vereins während derſelben können
als Beweiſe für ſeine Leiſtungsfähigkeit gelten.
Gerichtszeitung.
Ein Werber für die Fremdenlegion
vor Gericht.
sh. Saarbrücken, 3. Juli. Die hieſige
Strafkam=
mer verhandelte gegen den 26 Jahre alten Wächter Math.
Erbel aus Algringen, dem zur Laſt gelegt wurde, den
31 Jahre alten verheirateten Bergmann Jakob Kreutzer
aus Hasborn in die franzöſiſche Fremdenlegion
ver=
ſchleppt zu haben. Kreutzer behauptete in der
Verhand=
lung, Erbel ſei derjenige, der ihn der Fremdenlegion
zu=
geführt habe; Erbel dagegen will Kreutzer nicht kennen.
In der Beweisaufnahme wurde folgendes feſtgeſtellt: Am
27. Auguſt 1913 rief ein Unbekannter in dem
Bergmanns=
orte Altenwald bei Saarbrücken aus einer Wirtſchaft dem
vorübergehenden Kreutzer zu, er ſolle einmal in die
Wirt=
ſchaft hineinkommen. Kreutzer folgte der Lockung und der
Unbekannte beſtellte ihm Grüße von einem Onkel aus
Roſſeln, erzählte ferner, der Onkel wünſche bald den
Be=
ſuch ſeines Neffen Kreutzer zu erhalten. Schließlich gab
der Fremde dem Kreutzer aus ſeiner Schnapsflaſche zu
trinken. Dann ſtiegen beide in den Zug, um nach
Saar=
brücken zu fahren. Im Zuge ſank Kreutzer plötzlich in
einen totähnlichen Schlaf, und als er erwachte, ſaß er mit
zwei franzöſiſchen Gendarmen und ſeinem „Freunde” in
einem Zuge, der nach Verdun fuhr. Ei merkte, wohin der
Haſe lief, ſchlug Lärm, zog endlich ſein Meſſer; doch die
Gendarmen fielen über ihn her und nahmen ihm das
Meſſer ab. In Verdun nahmen ihn Soldaten in
Emp=
fang, die ihn zum Werbebureau der Fremdenlegion
ſchleppten. Als er ſich dort weigerte, einen Vertrag zu
unterſchreiben, wurde er in eine Zwangsjacke geſteckt, auf
ein Bett geſchnallt, die Nahrung wurde ihm entzogen,
und erſt am dritten Tage erhielt er Brot und Kaffee. Es
hagelte Püffe, Schläge mit dem Bajonett uſw. Und das
alles machte ihn ſchließlich ſo mürbe, daß er den Vertrag
faſt unterſchrieben hätte. Schließlich brachte man ihn mit
14 Leidensgenoſſen nach Marſeille auf einen franzöſiſchen
Kreuzer. Dort weigerte er ſich aufs neue, den Vertrag zu
unterſchreiben, deshalb wurde er von den Leidensgenoſſen
getrennt, gefeſſelt und in eine Kabine eingeſperrt.
Natür=
lich hatte er ſich über allzu große Höflichkeit der Franzoſen
nicht zu beklagen. Schließlich wurde er in Oran
einge=
kleidet und in Sidi bel Abbes beim erſten
Fremdenregi=
ment eingeſtellt. Hier fielen vier Mann über ihn her und
erzwangen ſeine Unterſchrift. Das geſchah am 13. Sept.
1913. Schon am 17. Sept. flüchtete Kreutzer, und er hatte
Glück. Stets die Dunkelheit der Nacht benützend, ſchlich
er, abſeits der großen Heerſtraße, die 220 Kilometer lange
Bahnſtrecke nach Oran entlang. Hier wäre er bald einem
Gendarm in die Hände gefallen. Er entkam ihm jedoch
und tat, als er in der Nähe des Hafens die deutſche
Flagge auf einem deutſchen Frachtdampfer ſah, einen
kühnen Sprung ins Meer. Ohne von den Haien bemerkt
zu werden, gelangte er ſchwimmend an das Schiff und
vurde von den deutſchen Seeleuten freundlich
aufgenom=
nen und verſteckt gehalten, bis die hohe See erreicht war.
Nach 13tägiger Fahrt kam er mit dem Dampfer in Stettin
und am 5. Oktober wieder über Berlin in der Heimat an.
Die Entbehrungen hatten ihn ſo verändert, daß ihn ſeine
Kinder zuerſt nicht wiedererkannten. Seine Frau wurde
ei ſeinem Anblick ohnmächtig vor Schreck über ſein
Aus=
ſehen und war lange Zeit bettlägerig. — Das Gericht
ver=
wies den Fall zur Aburteilung an das Schwurgericht, da
der Paragraph 234 des Reichsſtrafgeſetzbuches in Betracht
käme, der Zuchthaus für denjenigen wegen Menſchenraubes
feſtſetzt, der einen Menſchen mit Liſt in auswärtige
riegsdienſte bringt.
* Zweibrücken, 4. Juli. Nach fünftägiger Dauer
ging geſtern eine Verhandlung vor dem Pfälzer
Schwur=
gericht zu Ende, die ſich gegen den 36 Jahre alten
Kauf=
mann Rudolf Koch in Landſtuhl richtete. Koch,
In=
haber einer großen Produktenhandlung, hatte ſich zu
ver=
antworten, weil er ſein hoch verſichertes Automobil in
Brand geſteckt hatte; ferner wegen eines in einem
Zivil=
prozeß begangenen Meineides, wegen zehn Verbrechen der
Urkundenfälſchung in Tateinheit mit Betrug und ſieben
Verbrechen der Urkundenfälſchung und verſuchten
Betru=
ges. Die Geſchworenen hatten 65 Fragen zu beantworten.
Das Urteil gegen Koch lautete auf vier Jahre Zuchthaus,
600 Mark Geldſtrafe, fünf Jahre Ehrverluſt und dauernde
Eidesunfähigkeit.
* Paris, 4. Juli. (Prozeß Caillaux.)
Be=
züglich der von einem Blatte gebrachten Meldung, daß
die Gegner der Frau Caillaux die Geſchworenen in ihrer
Wohnung aufgeſucht hätten, um dieſe zu beeinfluſſen, im
Namen der Familie Calmettes oder des Figaro irgend
einen Schritt zu unternehmen. wird gemeldet, daß es ſich
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
nur um Betrüger handeln könne, die, falls man ihrer
hab=
haft werden könnte, ſofort verhaftet werden müßten.
* Toulon, 3. Juli. Das Marinegericht hat
den Marinearzt Belley, der wegen Handels mit
Kran=
kenurlaubserteilungen, wegen Handels mit Waren aus
den Lazaretten und wegen Unterſchlagung von Geldern
aus Lazaretten angeklagt war, zu zwei Jahren
Gefäng=
nis, Degradierung und zur Erſtattung der zu Unrecht
ein=
gezogenen Summen verurteilt.
Zum Fürſtenmord in Serajewo.
Die Trauerfeier in Wien.
* Wien, 3. Juli. Um 4 Uhr nachmittags fand in
der Pfarrkirche der Hofburg die Leichenfeier für
den Erzherzog Franz Ferdinand und ſeine Gemahlin, die
Herzogin von Hohenberg, ſtatt. Der Kaiſer, die
Erz=
herzöge, die Erzherzoginnen, der geſamte Hofſtaat, die
in Wien eingetroffenen Familienangehörigen der
Ver=
ſtorbenen, die gemeinſamen öſterreichiſch=ungariſchen
Mi=
niſter, die Präſidenten der öſterreichiſchen und ungariſchen
Parlamente mit den Deputationen derſelben, der
päpſt=
liche Nuntius, ſämtliche Botſchafter und Geſandten in
Vertretung ihrer Souveräne und Staatsoberhäupter, viele
militäriſche Deputationen, zahlreiche Staats= und
Hof=
würdenträger, die Generalität, die Bürgermeiſter von
Wien, Peſt und Agram wohnten der Feier bei. Auf einem
hohen Katafalk ruhten die zwei ſilbernen und
goldver=
zierten Särge. Der vollkommen ſchwarz ausgeſchlagene
Innenraum der kleinen Kirche, in der nur ſchwaches
Tageslicht herrſchte, machte einen feierlich=düſteren
Ein=
druck. Eine doppelte Reihe brennender Kerzen umſchloß
das Schaugerüſt. Eine tiefe Bewegung ging durch den ſtillen
Raum, als der Kaiſer mit den Mitgliedern des Hauſes
im Oratorium erſchien. Unter großer Aſſiſtenz nahm
Kardinal=Fürſtbiſchoff Paffi die feierliche Einſegnung
der ſterblichen Uebereſte vor. In namenloſem Schmerze
und tiefer Ergriffenheit folgten die Trauergäſte der
feier=
lichen Handlung, nach deren Beendigung die Kirche
ge=
ſchloſſen wurde. Ein dichtes Menſchenſpalier umſäumte
die Ringſtraße bis zur Hofburg. Das Publikum
berei=
tete dem Kaiſer und dem Erzherzog Karl Franz Joſeſ
bei der Rückfahrt nach Schönbrunn ſtürmiſche und
be=
geiſterte Ovationen.
Die Kinder des verblichenen
Erzher=
zogspaares waren heute nachmittag ½5 Uhr in
Be=
gleitung der Gräfin Henriette Chotek aus Chlumetz
hier eingetroffen und begaben ſich um ½8 Uhr abends
in die Pfarrkirche der Hofburg, um an den Särgen ihrer
ſo jäh entriſſenen Eltern Gebete zu verrichten. An den
Sarkophagen ſpielten ſich herzzerreißende Szenen ab.
Die letzte Fahrt.
* Wien, 4. Juli. Für die letzte Fahrt des
Erzher=
zogs Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohenberg
zum Weſtbahnhof bildeten auf Befehl des Kaiſers die
Truppen der Wiener Garniſon auf dem
ganzen Wege Spalier. Auch viele Vereine mit
umflorten Bannern hatten in den Straßen, die der
Trauerzug paſſierte, Aufſtellung genommen. Um 10 Uhr
wurden die beiden Särge von dem Hofburg=Pfarrer Seydl
in der Hofburg=Pfarrkirche eingeſegnet und ſodann in den
Burghof gebracht, worauf ſich der Trauerzug, welchen.
eine halbe Eskadron der Franz Ferdinand=Ulanen
gelei=
tete, in Bewegung ſetzte. Ueberall ſtand hinter dem
Mi=
litär eine überaus zahlreiche Menſchenmenge vom
Burg=
tor bis zum Weſtbahnhof. Beim Paſſieren der Särge
leiſteten die Soldaten die Ehrenbezeigungen, die Fahnen
ſenkten ſich und das Publikum grüßte ehrerbietigſt in
tie=
fer Trauer. Man hörte Schluchzen und Weinen. Gegen
¾411 Uhr erreichte der Zug den Bahnhof. Hier, wo der
Hofwarteſalon in eine Trauerkapelle umgewandelt
wor=
den war, erwartete der Hofburg=Pfarrer mit der
aſſiſtie=
renden Geiſtlichkeit die Leichen. Auf dem Bahnſteig hatte
eine Ehrenkompagnie mit Fahne und Muſik Aufſtellung
genommen. Im Bahnhof hatten ſich die in Wien
an=
weſenden Erzherzöge eingefunden; außerdem waren die
geſamte Generalität und die Stabsoffiziere, mit dem
Kriegsminiſter an der Spitze, auf dem Bahnhof
erſchie=
nen. Nachdem der Hofburg=Pfarrer die Leichen
neuer=
lich eingeſegnet hatte, wurden die Särge in den Wagen
gehoben. Um 10 Uhr 50 Minuten fuhr der Hofzug aus
der Halle. Der Erzherzog=Thronfolger wurde bei der
Hin= und Rückfahrt vom Publikum lebhaft begrüßt.
* Groß=Pöchlarn, 4. Juli. Die Särge des
Erzherzogs und der Herzogin wurden unter
ſtrömendem Regen aus dem Waggon gehoben und in dem
Warteſaal aufgebahrt. Zwölf Offiziere des Ulanen=
Re=
giments Franz Ferdinand hielten die Ehrenwache. Nach
neuerlicher Einſegnung wurden die Särge um 3½ Uhr
morgens in den Galaleichenwagen gebracht. Der
Trauer=
zug ſetzte ſich durch ein dichtes Spalier der Bevölkerung,
welche in ſtummer Ergriffenheit die Verblichenen
be=
grüßte, zum Donauufer in Bewegung, wo er um 4 Uhr
anlangte. Die Leichenwagen wurden auf eine Rollfähre
geſchoben, welche langſam über den Donauſtrom ſetzte.
Vom jenſeitigen Ufer wurde der 3½ Kilometer lange Weg
zum Schloß Artſtetten fortgeſetzt, wo der Trauerzug um
5 Uhr morgens anlangte. Die Särge wurden in der
Schloßkirche aufgebahrt; Prieſter und Nonnen hielten
ab=
wechſelnd Betſtunden. Um 8 und 9¾ Uhr trafen zwei
Hofſonderzüge in Groß=Pöchlarn mit den Trauergäſten
ein, darunter Erzherzog Karl Franz Joſef und
Ge=
mahlin, ſowie die Kinder des verblichenen Paares.
* Artſtetten, 4. Juli. Um 10¾4 Uhr fand in der
Schloß=Pfarrkirche in Gegenwart des Erzherzogs Karl
Franz Joſef und der nächſten Verwandten der
Verbliche=
nen, zahlreicher Mitglieder des Kaiſerhauſes und
ſon=
ſtiger Trauergäſte die feierliche Einſegnung der
Leichen des Erzherzogs Franz Ferdinand und ſeiner
Gemahlin ſtatt. Dechant Dobner nahm unter großer
geiſt=
licher Aſſiſtenz die feierliche Handlung vor. An den
Sär=
gen hielten Offiziere die Ehrenwache. Um 11½ Uhr
wur=
den die Särge durch ein Spalier von Feuerwehrleuten
und Veteranen durch das Parktor zur Gruft getragen,
wo in Gegenwart der nächſten Anverwandten die
end=
gültige Beiſetzung erfolgte.
Ein Handſchreiben des Kaiſers Franz Joſef.
* Wien, 4. Juli. Der Kaiſer hat an den
Mini=
ſterpräſidenten Grafen Stürgkh, den
Miniſterpräſiden=
ten Grafen Tisza und den gemeinſamen Finanzminiſter
v. Bilinski ein gleichlautendes, vom 4. Juli datiertes
Handſchreiben folgenden Inhalts gerichtet: „
Tief=
erſchüttert ſtehe ich unter dem Eindruck der unſeligen Tat,
die meinen inniggeliebten Neffen mitten aus einem
ern=
ſter Pflichterfüllung geweihten Wirken an der Seite
ſei=
ner hochherzigen, in der Stunde der Gefahr treu bei ihm
ausharrenden Gemahlin dahingerafft und mich und mein
Haus in ſchmerzlichſte Trauer verſetzt hat. Wenn mir in
dieſem herben Leid ein Troſt werden kann, ſo ſind es die
ungezählten Beweiſe warmer Zuneigung
und aufrichtigen Mitfühlens, die mir in den
eben verfloſſenen Tagen aus allen Kreiſen der
Bevölke=
rung zugekommen ſind. Eine verbrecheriſche Hand hat
mich des lieben Anverwandten und treuen Mitarbeiters
hat ſchutzbedürftige, dem zarteſten Alter kaum
entwach=
ſene Kinder all deſſen, was ihnen auf Erden teuer war,
beraubt und namenloſes Weh auf ihr unſchuldvolles
Haupt gehäuft. Der Wahnwitz einer kleinen Schar
Irre=
geleiteter vermag jedoch nicht an den geheiligten
Ban=
den zu rütteln, die mich und meine Völker umſchlingen;
er reicht nicht heran an die Gefühle inniger Liebe, die mir
und dem angeſtammten Herrſcherhauſe aus allen Teilen
der Monarchie aufs neue in ſo rührender Weiſe
kund=
gegeben wurden. Sechseinhalb Jahrzehnte habe ich mit
meinen Völkern Leid und Freud geteilt, auch in den
ſchwerſten Stunden ſtets eingedenk meiner erhabenen
Pflicht, der Verantwortung für die Geſchicke von
Millio=
nen, über die ich dem Allmächtigen Rechenſchaft ſchulde
Die neue ſchmerzliche Prüfung, die Gottes unerforſchlicher
Ratſchluß über mich und die Meinen verhängt hat, wird
in mir den Vorſatz ſtärken, auf dem als recht
er=
kannten Wegbis zum letzten Atemzuge
aus=
zuharren zum Wohle meiner Völker. Und
wenn ich dereinſt das Unterpfand ihrer Liebe als
koſt=
bares Vermächtnis meinem Nachfolger hinterlaſſen kann
ſo wird dies der ſchönſte Lohn meiner väterlichen
Für=
ſorge ſein. Ich beauftrage Sie, allen, die ſich in dieſen
kummervollen Tagen in bewährter Treue und
Ergeben=
heit zu meinem Thron geſchart haben, meinen
tiefempfun=
denen Dank kundzutun. — Franz Joſef, M. P.”
Ein Armeebefehl.
* Serajewo, 3. Juli. Aus Anlaß des ſchweren
Schickſalſchlages, der die Monarchie betroffen hat, erließ
der Kommandant des 15. Armeekorps einen
Befehl, in dem es heißt: Verzagen wir auch in dieſem
ſchweren Augenblick nicht, arbeiten wir unentwegt an der
Pflege jenes Geiſtes, der bisher immer im Reiche der
Stolz und die Tradition der Armee war, in dem unſere
Kraft beruht und der des Reiches Schutz und Schirm
bildet. Die verabſcheuungswürdigen Mordgeſellen und
vor allem deren lichtſcheue Hintermänner ſollen wiſſen,
daß ſie ihre dunklen Ziele niemals erreichen werden.
Da=
für wird die Seiner Majeſtät und unſerem großen
Vater=
lande allezeit treu ergebene Armee ſorgen. Die
Kund=
gebungen der Bevölkerung nicht nur hier, ſondern in allen
Teilen des Reiches beweiſen, daß wir uns in dieſen
Be=
ſtrebungen mit unſeren Mitbürgern eins wiſſen. Treue
bis in den Tod ſoll auch für die Zukunft unſere Deviſe
bleiben.
Serbiſche Rechtfertigungen.
* Wien, 3. Juli. Das Wiener Korr.=Bureau meldet
aus Belgrad: Die Samouprava ſchreibt: Wir
verurtei=
len aufrichtig das furchtbare Attentat von Serajewo und
verurteilen ebenſo den Vandalismus, deſſen Opfer das
ſerbiſche Volk in Bosnien iſt. Es darf nicht vergeſſen
werden, daß eine übereilte Kombination über die Urheber
des Verbrechens, beſonders unter den gegenwärtigen
Ver=
hältniſſen, einen größeren Schaden hervorrufen, als man
im erſten Augenblick annehmen kann. Das Blatt wendet ſich
gegen den von öſtereichiſch=ungariſchen Blättern
geäußer=
ten Verdacht, daß Serbien in das Serajewoer
Verbre=
chen verwickelt ſei, und wendet ſich auch gegen die
Dro=
hung einzelner Blätter. Die Samouprava ſagt:
Unbe=
rechtigte Verdächtigungen berühren uns nicht, über die
Drohungen gehen wir hinweg. Erſt wenn gegen uns
poſi=
tive Anklagen vorgebracht werden, werden wir Zeit zur
Ausſprache haben. Das Serajewoer Ereignis kann nicht
gewaltſam zum Streitobjekt zwiſchen uns und Oeſterreich=
Ungarn gemacht werden, weil über das Ereignis auch
die übrige ziviliſierte Welt urteilen wird. Heute hat in
Serbien die Ueberzeugung genügend Wurzel gefaßt, daß
Serbien wegen der zahlreichen wichtigen Intereſſen in
guten Beziehungen zu Oeſterreich=Ungarn ſtehen und ſich
jeden Schrittes enthalten muß, der eine allgemeine
Ver=
urteilung bei allen Völkern erfährt. Die rohe und durch
nichts gerechtfertigte Mißhandlung der unſchuldigen
Ser=
ben in Bosnien betrachten wir als einen ſchweren
poli=
tiſchen Fehler. Gegenwärtig ſind wir geneigt, zu
glau=
ben, daß dies die Frucht der engen Auffaſſungen der
nie=
deren behördlichen Organe in dieſen Ländern iſt, welche
die Schuld an dem Attentat von ſich abzuwälzen beſtrebt
ſind. Wir glauben aber an den Verſtand in Wien und
erwarten, daß man raſch und energiſch dieſem Wahnſinn
entgegentreten wird, der den Brand des inneren Haſſes
in Bosnien ſchürt. Unſer aufrichtiger Wunſch iſt, daß die
Verhältniſſe Bosniens bald zur normalen Ordnung
zurückkehren. Die Beziehungen zwiſchen Oeſterreich=
Ungarn und Serbien, die auf dem Wege einer
geſun=
den Normalgeſtaltung ſchon ſo weit fortgeſchritten ſind,
werden durch unbedachte journaliſtiſche Verdächtigungen
nicht beeinträchtigt werden können. Die jungradikalen,
nationaliſtiſchen und fortſchrittlichen Blätter ſetzen die
heftige Preßkampagne wegen der Ereigniſſe in Bosnien
fort. Sie ſchreiben, man wolle in Wien den erſten
Augen=
blick des Schmerzes gegen das ſerbiſche Volk ausnutzen.
* Wien, 4. Juli. Die Korreſpondenz Wilhelm
mel=
det: Die Blättermeldung, daß bei den
Straßenkund=
gebungen am 2. Juli eine ſerbiſche Fahne
ver=
brannt worden ſei, entſpricht nicht den
Tat=
ſachen. Ebenſo wenig iſt die Meldung richtig, daß ves
ſucht worden ſei, bei der Kundgebung am folgenden Tage
eine ſerbiſche Fahne zu verbrennen.
* Wien, 4. Juli. Heute vormittag fand in der
Hof=
burg=Pfarrkirche ein feierliches Seelenamt ſtatt,
welchen der Kaiſer, die Mitglieder des Kaiſerhauſes und
die Würdenträger beiwohnten.
* Wien, 4. Juli. In der ganzen Monarchie
fanden heute für den Erzherzog Franz Ferdinand und
ſeine Gemahlin feierliche Requiems ſtatt.
* Wien, 4. Juli. Der Kaiſer empfing heute abend
die Kinder des verſtorbenen Erzherzogs in Audienz;
die Audienz währte 20 Minuten.
Turnen, Spiele und Sport.
Der franzöſiſche Auto=Grand=Prix,
der geſtern ausgefahren wurde, endete mit dem Siege von
drei Wagen der deutſchen Firma
Merce=
des. Erſter wurde Lautenſchlager auf Mercedes 2.
Wagner auf Mercedes 4 zweiter und Salzer auf
Mercedes 3 dritter. Lautenſchlager legte die
vorgeſchrie=
benen 20 Runden von je 37,6 Kilometer, alſo insgeſamt
752 Kilometer, in 7 Stunden und 7 Minuten zurück. An
10. Stelle ſiegte der Wagen der Firma Opel (Fahrer
Jörns).
Die Rennſtrecke war 37,61 Kilometer lang. Die
Kon=
kurrenten mußten den Circuit 20mal abfahren, alſo ins=
geſamt eine Strecke von 753,220 Kilometer zurücklegen=
Der Boden befindet ſich nach einer überaus ſorgſamen
Vorbereitung in vorzüglichem Zuſtande, aber die Strecke
iſt eine der ſchwerſten, die bisher benutzt wurde, da ſie
ſich einerſeits aus langen und kurvenreichen Wegen
zu=
ſammenſetzt, andererſeits lange gerade Linien, aber ſtark
gewölbte Strecken aufweiſt.
Der Start erfolgte von 8 Uhr ab in Intervallen von
30 Sekunden in nachfolgender Reihenfolge: 1. Alda I
(Sziſz), 2. Opel I (Kuppliugekz, 3. Nagant I (Eſſer),
4. Vauxhall I (Hancock), 5. Peugeot I (Boillot), 6.
Schnei=
der I (Champoiſeau), 8. Nazzaro I (Nazzaro), 9.
De=
lage I (Bablot), 10. Sunbeam I (Chaſſagne), 11. Pica
card=Pictet I (Tournier), 12. Aquila Italiana I (Beria
d’Argentina), 13. Fiat I (Cagno), 14. Mercedes I (
Wag=
ner), 15. Alda II (Pietro), 16. Opel II (Erndtmann),
17. Nagant II (Elskampf), 18. Vauxhall II (Ralph de
Palma), 19, Peugeot II (Gout), 20. Schneider II
(Gabriel), 22. Nazzaro II (Porporato), 23. Delage II
(Guvot), 24. Sunbeam III (Lee Guineß), 25. Piccard=
Pictet II (Clarke), 26. Aquila Italiana II (Conſtantini),
27. Fiat II (Fagnano), 28. Mercedes II (Lautenſchlager),
29. Alda III (Tabuteau), 30. Opel III (Jörns) 31.,
Vaux=
hall IIII (Watſon), 32. Peugeot III (Rigal), 33.
Schnei=
der III (Juvanon), 34. Nazzaro III (de Moraes), 35.
Delage III (Duray), 36. Sunbeam III (Reſta), 37. Aquila
Italiana III (Marſaglia), 38. Fiat III (Scales), 39.
Mercedes IIII (Sailer), 40. Mercedes IV (Salzer), 41.
Mercedes V (Pilette). Die Meldungen für 7 und 21,
zwei Caeſar=Wagen, wurden zurückgezogen.
* Pferdeſport. Harzburg, 4. Juli. Silberhorn=
Handikap: 2800 Mark: 1. Lt. Struves Cherry Boy (
Ro=
ſak), 2. Fun, 3. Diadem. 225:10; 85, 24, 29110. —
Huſa=
ren=Jagdrennen; 2600 Mark: 1. Lt. Weinſchenks Succurs
(Beſ.), 2. Margerite, 3. Myman. 54:10; 22, 18:10. —
Staatspreis: 4400 Mark: 1. Lt. Frhrn. v. Wangenheims
Samhara (Plüſchke), 2. Jeune fille, 3. Raute. 34:10; 17,
23:10. — Herzogin Viktoria Luiſe=Jagdrennen; 3000
Mark: 1. Hungers Florimond Robertet (Purgold), 2.
Da=
niel the Drake, 3. Draco.
Bremen, 4. Juli. Weſer=Hürdenrennen; 2600
Mark: 1. Arlts Lincolnſhire (Sandmann), 2.
Felſen=
kirſche, 3. Dream. 16:10; 11, 12:10. — Eröffnungs=
Jagd=
rennen: 1600 Mark: 1. Major v. Goßlers Fyatragan (Lt
v. Falkenhauſen), 2. Lady Scholar. 22110. — Horner
Jagdrennen; 2800 Mark: 1. Biermanns Over the Matter
(Falke), 2. Amſel, 3. Tarpaulin II. 32:10; 15, 20, 18:10.
* Henley=Regatta. Im Stewards=
Chal=
lenge Cup, Vierer ohne Steuermann, in Henley,
un=
terlag der Mainzer Ruderverein geger den
Leander Club. Mainz führte faſt die ganze
Strecke=
wurde aber zum Schluß überholt und mit einer Länge
ge=
chlagen.
Luftfahrt.
* Kiel, 4. Juli. Drei Taube=Apparate mit den
Fliegern Caſpar, Schlüter und Chriſtianſen
ſind heute nachmittag, von Hamburg kommend, nach einem
Fluge von 40 Minuten hier gelandet. Caſpar und
Schlüter ſind ſpäter nach Kopenhagen weitergeflogen. Als
Chriſtianſen ſtarten wollte, wurde ſein Paſſagier
Ja=
cobſen vom Propeller ſchwer am Kopf
getrof=
fen. Der Propeller zerſplitterte: Jacobſen
wurde ins Krankenhaus gebracht.
Die Lage in Albanien.
* Durazzo, 3. Juli. Die Aufſtändiſchen von
Schiak haben die Einwohner von Bersk ſchriftlich
auf=
gefordert, mit ihnen gemeinſame Sache zu machen und
die türkiſche Fahne aufzupflanzen, da ihnen
die Unterſtützung der Tripel=Entente und der ſerbiſchen
wie der griechiſchen Regierung ſicher ſei.
— Rom, 4. Juli. Nach einer hier eingetroffenen
Meldung fährt Eſſad Paſcha heute nach Paris. Es
mag dies die Antwort Eſſad Paſchas auf die Miſſion des
albaniſchen Unterrichtsminiſters Turtulis ſein, der ihn
zur Rückkehr nach Durazzo bewegen wollte.
Mexiko und die Vereinigten Staaten.
* El Paſo, 4. Juli. Der britiſche Konſularagent
in Zacatoſſa meldet, daß ein Schotte namens
Douglas in Zacatoſſa verhaftet und unter der
Be=
ſchuldigung, daß er den Inſurgenten in den letzten
Kämpfen Hilfe geleiſtet habe, vor ein Kriegsgericht
geſtellt worden ſei.
Mexiko=City, 4. Juli. Der Handelsminiſter
Mokenzo iſt zurückgetreten. Er ſtellt in Abrede,
daß er zum Rücktritt gezwungen worden ſei, weil er einer
großen amerikaniſchen Petroleum=Geſellſchaft eine
Kon=
zeſſion gewährt habe. Sein Rücktritt ſei vielmehr aus
Beſundheitsrückſichten erfolgt.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin, 4. Juli. Der Saatenſtand in
Preußen Anfang Juli iſt, wenn 2 gut und 3 mittel
bedeutet, folgender: Winterweizen 2,6 (gegen 2,7 im Juni
1914 und 2,6 im Juli 1913), Sommerweizen 2,5 (2,6 bezw.
2,8), Winterſpelz 2,6 (2,6 bezw. 2,5), Winterroggen 2,6
(2,8 bezw. 2,7), Sommerroggen 2,8 (2,9 bezw. 3,1),
Winter=
gerſte 2,8 (2,9 bezw. 2,6), Sommergerſte 2,5 (2,6 bezw.
2,7), Hafer 2,6 (2,6 bezw. 2,9), Erbſen 2,7 (2,7 bezw. 3,2),
Acker=(Sau=)Bohnen 2,5 (2,6 bezw .2,8), Wicken 2,7 (2,7
bezw. 3,1), Kartoffeln 2,7 (2,8 bezw. 2,9), Zuckerrüben zur
Zuckerfabrikation 2,7 (2,7 bezw. 2,7), Futterrüben 2,8 (2,8
bezw. 2,9), Winterraps und Rübſen 2,5 (2,5 bezw. 3,3),
Flachs (Lein) 2,7 (2,7 bezw. 2,7), Klee 2,6 (2,7 bezw. 2,8),
Luzerne 2,5 (2,6 bezw. 2,6), Rieſelwieſen 2.6 (2,6 bezw.
2,4), andere Wieſen 2,8 (2,9 bezw. 2,8).
Vermiſchtes.
* Ein Stenographenjubiläum. Am
4. Juli feierte der Begründer der
Nationalſteno=
graphie, Herr Sanitätsrat Direktor Dr. v. Kunowski,
ſeinen fünfzigſten Geburtstag. Abgeſehen von
ſeinem ärztlichen Beruf, er iſt jetzt Direktor
der Heil= und Pflegeanſtalt Rybnik in Schleſien, hat er ſich
ſchon von Jugend auf nur mit Stenographie befaßt und
wird heute als der größte jetzt lebende Stenographie=
Theo=
retiker angeſehen. 1898 wurde er in den
Einigungsaus=
ſchuß der vokalſchreibenden Syſteme Arends, Roller,
Brauns uſw., berufen und ſeine glänzende
Erfindungs=
gabe, ſeine Ueberzeugungskraft für die neuen Ideen gaben
den Ausſchlag; ſein Syſtem ging unter dem Namen „
Na=
tionalſtenographie” als Einigungsſyſtem hervor, obgleich
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Seite 7.
ſie vollſtändig von den anderen abwich. Heute iſt ſie die
drittgrößte Schule Deutſchlands geworden und hat ſich in
jeder Beziehung glänzend bewährt. Auch jetzt iſt er
wie=
der unermüdlich tätig, um mitzuhelfen, dem Deutſchen
Reich eine Einheitskurzſchrift zu ſchaffen. Er gehört
ſo=
wohl dem 23er Ausſchuß als auch dem Unterausſchuß an
und hat großen Anteil an den jetzt zur Beratung geſtellten
Entwürfen.
* Kaufmänniſche Erſatzkaſſen und
Zwangskrankenkaſſen. Der Verband Deutſcher
Handlungsgehilfen zu Leipzig teilt uns mit, daß ſeiner
Krankenkaſſe von den Zwangskrankenkaſſen auf
Anord=
nung des Bundesrates vom 1. Juli ab vier Fünftel des
Arbeitgeberdrittels für die verſicherungspflichtigen
Kaſ=
ſenmitglieder abgetreten werden müſſen. Die Krankenkaſſe
des Leipziger Verbandes zählt rund 65000 Mitglieder und
gilt infolge ihrer bedeutenden Reſerven im Betrage von
1 Million 400000 Mark als die leiſtungsfähigſte und
lei=
ſtungsſicherſte kaufmänniſche Erſatzkaſſe. Die Verwaltung
der Kaſſe beabſichtigt, der nächſten Hauptverſammlung
vorzuſchlagen, die nicht hohen Beiträge zu ermäßigen und
die Leiſtungen noch weiter zu ſteigern.
Literariſches.
— Griebens Reiſeführer: Band 31, „
Frank=
furt und Umgebung” 29. Auflage. Mit 3
Kar=
ten und 3 Grundriſſen. (60 Pfg.) Verlag Albert
Gold=
ſchmidt, Berlin W. 35. Dieſer Spezialführer, der bisher in
der Griebenſchen Reiſeführerſammlung nur als
Sonder=
ausdruck aus dem Rheinführer vorlag, iſt nunmehr als
ſelbſtändiges Bändchen von Rektor Schmitt=Frankfurt a. M.
in bedeutend erweiterter Faſſung neu bearbeitet worden.
Beſonders erwünſcht werden dem Reiſenden die
ausführ=
lichen Tarife und die Preistafeln der verſchiedenen
Büh=
nen ſein, ebenſo die ſehr überſichtliche Stundentafel für
den freien Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten. Weiterhin
enthält der Führer in der Form von 3 Spaziergängen
durch die Stadt eine eingehende Beſchreibung der
wichtig=
ſten Gebäude und Sammlungen. Erwähnt ſeien
ſchließ=
lich noch die vorzüglichen Karten und Grundriſſe, die in
ihrem klaren deutlichen Druck die Brauchbarkeit des
klei=
nen Buches weſentlich erhöhen.
— Volkstümliche Kunſt. Halbmonatsſchrift
zur Förderung und Pflege der Kunſt im Leben des Volkes.
Herausgeber Artur Dobsky. Verlag für Volkskunſt. Rich.
Keutel, Stuttgart. Heft 12. Was man beim Abſchluß des
erſten Quartales der Volkstümlichen Kunſt ziemlich gewiß
vorausſehen konnte, hat ſich, wie das vollendete
abgeſchloſ=
ſene zweite Quartal beſtätigt, in ſchönſter Weiſe erfüllt.
Durch alle Hefte zieht ſich ein froher friſcher Zug, der
da=
hhin geht, den Menſchen das Gute und Schöne der Kunſt
arzubieten. Unerhört Neues, Senſationelles bringt die
Volkstümliche Kunſt ganz gewiß nicht. Aber mit gutem
Blick für das wirkliche Kunſtbedürfnis des Volkes läßt ſie
allgemein gehaltene Artikel mit ſolchen über einzelne
Künſt=
lerperſönlichkeiten abwechſeln und bietet ſo in einfacher
und geſunder Art jedem etwas, der ſich nach des Tages
Laſt und Mühe in das Reich der Kunſt verſenken will, ohne
dabei noch einmal Mühe und Beſchwernis zu haben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. Juli. von Roſenberg=
Li=
pinsky, Oberſt und Kommandeur des Regiments der
Königsjäger zu Pferde Nr. 1, mit der Führung der 15.
Kavalleriebrigade beauftragt; Graf zu Solms=
Wil=
denfels, Major und perſönlicher Adjutant des
Kron=
prinzen von Preußen, wurde unter Verſetzung zu dem
Regiment Königsjäger zu Pferde Nr. 1 mit der Führung
dieſes Regiments beauftragt; v. Müller, Hauptmann
im Generalſtab der 21. Diviſion, wurde unter Belaſſung
ſeiner bisherigen Uniform zum perſönlichen
Adjutan=
ten des Kronprinzen von Preußen ernannt.
* Berlin, 4. Juli. Seine Majeſtät der Kaiſer und
König haben dem Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes
Kühn und dem Staatsſekretär des Auswärtigen von
Jagow zu Staatsminiſtern und Mitgliedern des
preußi=
ſchen Staatsminiſteriums ernannt.
* Wiesbaden, 4 Juli. Der Thronprätendent des
Hauſes Frankreich=Bourbon, Herzog Philipp von Orleans,
ſt hier zum Kurgebrauch eingetroffen und im Hotel Roſe
abgeſtiegen. Der Herzog reiſt unter dem Pſeudonym
eines Grafen de Villier.
* Saarburg, 4. Juli. Der Kaiſerliche Statthalter Herr
9. Dallwitz hat geſtern dem Kreiſe Saarburg einen
Beſuch abgeſtatet. Dabei ereignete ſich ein Zwiſchen=
Fall in dem Orte Harzweiler, wo der Pfarrer ſich
wei=
zerte, aus dieſem Anlaß die Kirchenglocken läuten zu
aſſen. Der Bürgermeiſter ließ daraufhin bei der
Kreis=
direktion anfragen, die beſtätigte, daß vorſchriftsmäßig die
Blocken zu läuten ſeien. Da der Pfarrer ſich immer noch
weigerte, bedurfte es des Eingreifens der Gendarmerie.
Der Pfarrer wurde aufgefordert, die Schlüſſel
herauszu=
geben, was ohne weiteres geſchah. Darauf wurden die
Glocken geläutet.
* Hannover, 4. Juli. Heute nachmittag iſt die
Grä=
fin v. Walderſee, die Gemahlin des früheren
Gene=
ralfeldmarſchalls Grafen v. Walderſee, im Alter von 76
Jahren an Lungenentzündung geſtorben.
* Micheln, 4. Juli. In dem hiſtoriſchen
Schöf=
fenhaus aus dem 13. Jahrhundert, in dem das
Stadt=
archiv untergebracht iſt, brach ein Brand aus, der nach
zwei Stunden gelöſcht werden konnte. Es verbrannten
nur Dokumente.
* Konſtantinopel, 4. Juli. Das griechiſche
Pa=
triarchat beſchloß, auf die letzte Mitteilung der
Pforte die Antwort zu geben, daß das Patriarchat dieſe
Mitteilung mit Befriedigung
entgegenge=
nommen habe, daß aber, wenn ſich die Lage ändern
ſolle, vor allen Dingen die Gründe beſeitigt werden
müß=
ten, die das Patriarchat zu ſeinem Leidweſen gezwungen
hätten, die bekannten Maßnahmen zu ergreifen.
Insbe=
ſondere werden die Entlaſſung der in Unterſuchungshaft
befindlichen Griechen, die Gewährung der Amneſtie und
von Sicherheiten für die ungefährdete Rückkehr der
Grie=
chen in ihre früheren Beſitztümer gefordert.
* Waſhington, 4. Juli. Präſident Wilſon forderte
den amerikaniſchen Geſandten in Athen, Williams, auf,
ſein Rücktrittsgeſuch einzureichen. Der Anlaß hierzu
wa=
ren die Aeußerungen Williams über die Lage in
Epi=
rus, die der Präſident als unfreundlich für die
grie=
chiſche Regierung betrachtete.
Die deutſche Rheinmündung.
* Berlin, 4. Juli. Im Miniſterium der öffentlichen
Arbeiten fand heute eine Beſprechung zur Vorbereitung
der wirtſchaftlichen Unterſuchungen und
Pro=
jektierungsarbeiten für die Kanalverbindung vom
Rhein zu der deutſchen Nordſee ſtatt, an der als
Sachverſtändige Vertreter der großen Seeredereien und
verſchiedener Handelskammern der Küſten= und
Binnen=
ſtädte teilnahmen.
Die Rückfahrt des engliſchen Geſchwaders von Kiel.
* Kiel, 4./Juli. Von der Rückfahrt des engliſchen
Beſuchsgeſchwaders ſandte der Chef desſelben,
Vizeadmiral Sir George Warrender, von Bord des
Flagg=
ſchiffes „King George V.” an den Chef der Marineſtation
der Oſtſee Admiral v. Coerper, durch Funkſpruch
folgendes Telegramm: Vor dem Verlaſſen der Kieler
Bucht bitte ich Sie, als dem Höchſtkommandierenden im
Hafen, den herzlichen Dank des britiſchen Geſchwaders für
die großartige, den Offizieren und Mannſchaften erwieſene
Gaſtfreundſchaft entgegenzunehmen. Kameraden in der
Vergangenheit und allerwege! — Darauf iſt folgendes
Antwort=Telegramm eingegangen: Herzlichen
Dank für Ihr freundliches Telegramm. Es war uns
Offizieren der deutſchen Marine eine große Freude, unſere
engliſchen Kameraden und Freunde in Kiel zu begrüßen
und die Gaſtfreundſchaft, die uns auf Schiffen der
eng=
liſchen Marine und in den engliſchen Kolonien immer
erwieſen wurde, zu erwidern, ſo weit es uns in der
kur=
zen Zeit Ihres Aufenthaltes möglich war. Beſte Wünſche
für glückliche Fahrt. v. Coerper.
Einſturz einer Mietskaſerne.
* Neu=York, 4. Juli. Infolge von
Dynamitſprengun=
gen, die bei Ausſchachtungsarbeiten für den Bau einer
Tiefbahn in der oberen Stadt vorgenommen wurden, iſt
eine ſechsſtöckige Mietskaſerne eingeſtürzt. Die
Zahl der Toten wird auf 50 geſchätzt. Acht Leichen ſind
bisher geborgen worden.
* Neu=York, 4. Juli. Der gemeldete Einſturz
einer Mietskaſerne in der oberen Stadt iſt nach
Anſicht der Polizei darauf zurückzuführen, daß eine
Bombe die in dem Gebäude hergeſtellt wurde,
ex=
plodierte. Es wurden drei Perſonen getötet,
darunter auch der Führer des Verbandes der
Induſtrie=
arbeiter der Welt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Deutsche Bank Darmstadt
Vermittlung von Kapitalsanlagen
in mündelsicheren und anderen
guten Werten.
(X.3891
Dr. Kuhn’s Brennessel Haarwasser ist einfach
unfehlbar bei Haarausfall etc. und an Güte von
Eder Konkurrenz niemals zu erreichen. Nur echt
mit Firma Franz Kuhn, Kronenparf., Nürnberg,
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf. a. w. Turm, G. Kanzler.
Fris., Marktstr. 3, in Apoth., Drog. u. Parf. (IX,15622
Ausführung
elekt. Anlagen
jeder Art.
Beleuchtungskörper
Koch- und Heiz-
Apparate.
L. Lange
Elektrot. Institut, Gr. Hofliefer.
DARMSTADT
Schulstr. 6. — Telephon 399.
(6203a
Kinderwagen
Sportwagen
kaufen Sie am besten u. billigsten
im Spezialgeschäft bei J. Donges
& Wiest. Elisabethenstr. 25½.
Ueber 200 Wagen z. Auswahl. Eigene
Reparaturwerkstätten.
(13960a
Geſchäftliches.
Unwiſſende beurteilen heute noch den Wert des Eſſigs
lediglich nach der Säure und finden einen Eſſig gut, wenn
er ihnen recht in die Naſe ſticht; wer aber guten Eſſig
kennt, der weiß, daß mit einem Löffel Weineſſig ein Braten
oder eine Sauce ſofort einen würzigen Geſchmack bekommt
und daß in Hengſtenbergs Eſſig eingemachte
Früchte unendlich viel beſſer ſchmecken und vor allem auch
viel bekömmlicher ſind, als wenn man gewöhnlichen oder
gar Kunſteſſig verwendet.
Für Reise und
Seimerrrische
Reisekoffer 21.— 24.— 26.— etc.
Led.-Imit. von 4.50 an
Flacke Handkoffer Vvulk.-Fibre v. 9.50 an
Japanische Blusenkoffer
Serie 1
— 5
Serie II 3.50 4.50 5.50 6.50 7.50
aus stark. Pappe 1.— 1.50 2.−
Hutkoller aus leicht. Holz 4.50 5.— 5.50
Leder-Imit. 3.— bis 3.75
Reisetaschen Leder von 4.50 an
Reise-Necessaire von 3.— an
Reise-Andenken in grosser Auswahl
Reisespiele Schach, Halma, Puzzles etc.
4.— 5.− 6.50 7.50
Hängematten für Kinder 1.20 2.—
Rueksäcke für Kinder, Damen und Herren
Netz-Rucksäcke 1.— 1.50, sehr bequem
2.50 3.− 4.50
Heliosflaschen Spezialsorte 2.— 2.75
Liegestühle von 2.50 bis 22.-
Aluminium-Touristenartikel
Flaschen, Dosen, Kocher, Bestecke,
in grosser Auswahl, sehr preiswürdig.
D. Felk & Sohne.
sotgssesstese.
(10725s
Auf
wunschgemässe Teilzahlung
gebe ich
erstklassige FLUGEI.
Besichtigung
PIANC
ohne Kaufzwang.
Karl Aroie nur Lrbacherstrasse
Unerreichte Auswahl. n. d. Schwimmbad
— Trauer-Blusen
in Wolle
in Seide
in Voile
in Tüll und Spachtel
und Crépe de Chine
in stets großer Auswahl vorrätig
Blusen-Spezialist
Wilhelminenstr. 29. Telephon 2259.
(4457a)
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Bavaria” von Galveſton kommend,
2. Juli 7 Uhr abends in Hamburg. „Belgia” 2. Juli
9 Uhr morg. in Boca Grande. „Cleveland” nach Boſton
2. Juli 10 Uhr abends von Hamburg. „Imperator”,
von Neu=York kommend, 3. Juli 6 Uhr 15 Min. morg.
Lizard paſſiert. „Kaiſerin Auguſte Victoria” 2. Juli
9 Uhr 30 Min. morgens in Neu=York. „Piſa‟ Neu=
York=Levante=Dienſt, 1. Juli nachm. in Piräus.
„Preſident Lincoln”, von Neu=York kommend, 2. Juli
12 Uhr 30 Min. mittags von Neu=York über
Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. —
Weſt=
indien, Mexiko: „Antoninus” nach Havanna und
Mexiko, 2. Juli 6 Uhr abends Queſſant paſſiert.
„Frankenwald”, von Mexiko und Havanna kommend,
2. Juli 4 Uhr nachm. von Vigo. — Südamerika,
Weſt=
küſte Amerikas: „Nicaria” 2. Juli in Santos. „Perſia”
von Braſilien kommend, 2. Juli 11 Uhr abends in
Hamburg. — Oſtaſien: „Belgravia” 2. Juli 8 Uhr
abends von Havre nach Hamburg. „Emden” 2. Juli in
Hankow. „Segovia” 2. Juli in Schanghai, heimkehrend.
„Sithonia”, von Antwerpen kommend, 3. Juli 4 Uhr
55 Min. morgens auf der Elbe. — Vergnügungsdampfer
„Meteor”, zweite Nordlandfahrt, 2. Juli 7 Uhr morgens
n Odde.
ns Hier für die Famtke. — Unerreicht in zeiner Wohlt
Da
Ohbr!
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Heute früh entſchlief ſanft im
81. Lebensjahr nach längerem Leiden
unſer lieber, guter Vater,
Schwieger=
vater, Großvater und Onkel
Herr Leutnant
Gustav Müller
Grossh. Gendarmerie-Oberwachtmeister i. P.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Mathilde Müller, Lehrerin
Gustav Müller
Otto Müller, Finanzrat
Minna Schreiner, geb. Müller
Luise Müller, geb. Winn
Friedr. Schreiner, Kreisbautechniker i. P.
und 5 Enkel.
(B15588
Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 125, 4. Juli 1914.
Die Beerdigung findet ſtatt am 6. Juli,
nach=
mittags 4 Uhr, von der Kapelle des
Darm=
ſtädter Friedhofs (Nieder=Ramſtädterſtr.) aus.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meiner
lieben, unvergeßlichen Frau, unſerer treubeſorgten
Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin, Tante und
Großtante
Magdalene Dauber
geb. Möser
ſprechen wir Allen, welche unſere liebe Verſtorbene
zur letzten Ruheſtätte geleiteten, insbeſondere den
Schweſtern der Martinsgemeinde und des
Eliſa=
bethenſtifts für die liebevolle Pflege, ſowie dem
Herrn Pfarrer des Eliſabethenſtifts und
Martins=
gemeinde auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank aus.
(15578
Darmſtadt, den 3. Juli 1914.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen
Ph. Dauber, Kanzleirat i. P
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Infolge zahlreicher Randwirbel waren am Freitag
in unſerem Gebiete mehrfach Gewitter mit ſtarken
Regen=
fällen zu konſtatieren. Von Südweſten iſt das Hoch im
ſchnellen Anrücken begriffen, indes rückt von Nordweſten
Todes=Anzeige.
Teilnehmenden Freunden und Verwandten
hierdurch die tieftraurige Mitteilung, daß mein
lieber und treubeſorgter Gatte und Vater
Kaufmann
Heinrich Karl Schneider
plötzlich und unerwartet von uns geſchieden iſt.
Marie Schneider
geb. Wagner
Heini Schneider.
Darmſtadt, den 4. Juli 1914. (15568
Die Beerdigung hat in aller Stille ſtattgefunden.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß mein guter
Gatte, unſer treubeſorgter Vater und Großvater
Herr Georg Sproß
Bürogehilfe
infolge eines Nervenleidens, in kaum
vollen=
detem 64. Lebensjahr unerwartet aus dieſem
Leben geſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Frau Katharina Sproß, geb. Schnur,
und Sohn.
Darmſtadt, den 3. Juli 1914.
Roßdörferſtr. 11.
(15653
Die Beerdigung findet Montag, 6. Juli,
nachmittags 4 Uhr, vom Portal des Beſſunger
Friedhofes aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme an
dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte, für die
troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Zimmer=
mann, der Gemeindeſchweſter für ihre aufopfernde
Pflege ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden,
ſprechen wir hiermit Allen unſeren herzlichſten
Dank aus.
(*362
Im Namen der trauernden Hinierbliebenen:
Heinrich Geil
Familie Becker
Frau Geil Ww. nebst Kinder.
Darmſtadt, Alexanderſtr. 9, den 4. Juli 1914.
ein neues Tief heran. Unter dem Einfluß beider werden
wir heute mit wechſelnder Bewölkung und zeitweiſen
Nie=
derſchlägen zu rechnen haben.
Vorausſichtliche Witterung in Heſſen am Sonntag,
den 5. Juli: Unbeſtändig, doch meiſt wolkig, zeitweiſe
Nie=
derſchläge, keine Temperaturänderung.
Kriegerverein
Darmſradt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds Herrn Großh. Gendarmerie=
Oberwachtmeiſter i. P.
Leutnant Guſtav Müller
findet am Montag, den 6. Juli, nachm. 4 Uhr,
von der Kapelle des Darmſtädter Friedhofs,
Nieder=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Ackermann
bis Dußmann ſich dort zu verſammeln.
15655)
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht, daß mein lieber Gatte, Sohn, Bruder
und Schwager
Richard Korte
nach langem, ſchwerem Leiden heute morgen
ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Korte geb. Schaible,
Louis Korte und Familie,
A. Korte, und Frau.
Frankfurt, den 4. Juli 1914.
Die Beerdigung findet Dienstag, 7. Juli,
vormittags 10 Uhr, in Frankfurt ſtatt. (15654
Tageskalender.
Sonntag, 5. Juli.
Rad= und Motor=Rennen um 3½ Uhr auf der
Rennbahn an der Heidelberger Straße.
Ausflug des Geſangvereins „Sängerluſt” nach
See=
heim (Abfahrt um ½12 Uhr vom Paradeplatz).
Konzerte: Platanenhain um 4½ und 8 Uhr. —
Lud=
wigshöhe um 4 Uhr. — Hotel Heß um 4 und 7½ Uhr. —
Bürgerkeller um 4 Uhr. — Perkeo um 4 und 8 Uhr. —
Waldfriede um 4 Uhr. — Neues Schießhaus um 4 Uhr.
— Reſtaurant Hammelstrift um ½4 Uhr.
usſtellung der Freien Vereingung Darmſtädter
Künſtler in der Kunſthalle (geöffnet von 9—6 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Montag, 6. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Ludwig Wolf (
Gu=
tenbergſtraße 28) um 3 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für den
redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die
„Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Ich gebe hiermit bekannt,
daß ich nicht mehr in
Darmſtadt wohne, man
wolle daher auf meinen
Namen nichts borgen.
Friedr. Zimmermann,
Schutzmann i. P. (15609
Offenbach, den 29. Juni 1914.
Schöner Küchenschrank
Topfbrett, Tiſch, Stühle, ſowie
Waſchtiſch, Nachtſchr.,
Damen=
fahrrad Wienersſtr. 83, I. (*385
Grafenſtr. 37,
Bei Gunkel können noch
einige Herren bürgerl.
Mittags=
u. Abendtiſch erhalten. (*141fsg
Privatsckretärin
Bitte Antwort. Brief liegt
Poſt=
amt 3.
(*342gi
Es iſt beobachtet und
er=
kannt worden, wer am
Don=
nerstag Nachmittag das auf
einer Bank des
Oberwaldhaus=
wald. vergeſſene braune
Porte=
monnaie mitgenommen hat.
Sollte dasſelbe nicht b. nächſt.
Mittwoch Abend b. d. Exped.
d. Bl. abgegeb. werden, ſo erf.
unweigerl. Strafanzeige. (B15
am Pfarr
Schlüsselbund wieſenweg
verloren. Bitte abzugeben
Fund=
bureau.
(*411
ohne Unterbrechung bis 5½ Uhr
Geschäftsstunden.
(Samstags bis 3½, Mhr.)
(P,9556
notitut v. C. Fuchs Berlin,
Zossener-
ſtr. 20 besorgt
Beobach-
tungen allerorts. Praris geſt 1307.
Grosse Ertolge.
moderne Muſter, w.
teppdecken von 3 Mk. an gef
Karlſtraße 41, Seitenb. (1162a
Woog, am 4. Juli 1914.
Waſſerhöhe am Pegel 3,88 m.
Luftwärme 16‟ C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 23% C.
Woogs=Polizeiwache.
Für Kaninchenzüchter!
Futterkohlpflanzen, grüne und blaue,
per Hundert 30 Pfg.
B15467) Ludwigshöhſtraße 74a.
deutschen Schäferhund
13 Mon. alt, wegen Platzmangel
zu verk. Schwanenſtr. 26, II. (*335gi
Verkaufe sofort
2 Foxterrier, Rüde u. Hündin, ¾ J.
alt, 2 Kaninchenſtälle mit verſch
Raſſen=Zuchtkaninchen u. 4 flügge
Emtner Gänſe.
Zu erfragen bei Philipp Olf,
Griesheim, Borngaſſe 14. (*332
Monate alter
filbergrauer Wolfhund, Rüde
wach= u. folgſam, zimmerrein, etwas
dreſſiert, wegen Platzmangelzu verk.
Eberſtadt, Strohweg 14. (*364
„Hasen‟
Belg. Rieſen, Silber, Rieſen=
Schecken bill. z. verk. Hochſtr. 22. (*88a
Weisse Angora-Hason abzugeb
Ballonplatz 7, Hinterh. I, I. (*400
Heiraten
vermittelt unter ſtrengſter Diskret.
Frau Möder, Karlsruhe (Bd.)
Sofienſtraße 55. (13882a
20 Pfg. Rückporto erbeten.
Alleinſteh. Frln., 20 J. alt,
200 000 Mark Vermögen
hübſch. Aeußere, w. Heirat m.
auf=
richt. charakterv. Herrn, w. a. ohne
Vermög. B. H. 9650, Annoncen=Büro
Berlin, Leipzigerſtr. 31/32. II, 14034
Deſſerer älterer Herr wünſcht
2 Anſchluß an ältere, beſſer
Dame zwecks Heirat. Anonym
zwecklos. — Offerten unt. D 35
an die Exped. ds. Bl. (*17893dfg
Beamten
oder ſonſt hohen Herren iſt
Gelegen=
heit geb., beſſ. Damen kennen zu
lernen, zwecks ſpäterer Heirat.
Offerten unter E 41 an die
Ex=
pedition ds. Bl.
(*121fg
Fräulein
mit einigen tauſend Mark, ſucht
ſich zu verheiraten. Ernſtgemeinte
Offert. u. E 1 an die Exped. (*344
Ein in der Mitte der 30er Jahre
ſtehend. ev. Mann wünſcht mit einem
Fräulein, anfangs der 30er Jahre,
zleicher Religion, mit etwas
Ver=
mögen, zwecks
Herrat
bekannt zu werden. Fräulein, mittl.
Statur, in Stell. bevorz. Off. erb. u.
P. 9. hauptpoſtlagernd. (*334
Landwirtstochter, 21J. — 10000 M. bar
Lundwirtstochter, 24J.— 20000 „ „
Landwirtstochter, 36 J. — 30000 „ „
letzgermeistertochter, 21J. — 60000 „ „
Geschäftstochter, 29J. — 20000 „
Geschäftstochter, 40 J. — 80000
und dergl. mehr (darunter Waiſen)
w. Heirat durch
(I,15598
Frau Luise Edelmann
rankfurt a. M., Niddastr. 60, I., Hptbhf.
Heirat.
Jung. Mann ſucht die
Bekannt=
ſchaft einer Dame zwecks ſpäterer
Heirat. Zwecks Annäherung werd.
Briefe unt. P M. hauptpoſtlagernd
Darmſtadt erbeten.
(*353
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Seite 9.
Vver unterF reis
während unseres
AUSVERKAUFs
Stück
Ci
in Voile, Crépe, Neigeux, mit wunderbar. Blumen-
95
Stickerei, reg. Wert teilweise bis 8.50, jetzt 4.75, 2 er
Der Rekord unserer Angebote!
arame lar Kleider u. Blusch
nur neue Muster dieser Saison, regulärer
Ver-
kaufswert ca. 1.45 . zum Aussuchen Meter 60₰
2
Meter
MARKT7
GUGGENHEIM & MARX
MARKT7
Besichtigung ohne Kaufzwang! Besichtigung ohne Kaufzwang!
Srenegrapne und Maschmenschreisen
Die Nachfrage nach Damen und Herren, die perfekt ſind in Stenographie und Maſchinenſchreiben,
iſt größer als das Angebot. Nur gründliche Ausbildung in dieſen Fächern bietet Ausſicht auf gut
bezahlte Stellungen. Wir legen daher beſonderen Wert auf ſachgemäße Ausbildung, um beide
Fächer praktiſch verwerten zu können. Der Stenographie=Unterricht erfolgt nach dem verbreitetſten
Syſtem Gabelsberger; die Erlernung des Maſchinenſchreibens nach der Zehn=Finger=
Blindſchreib=
methode (Underwood=Meiſterſchaftsſyſtem) auf verſchiedenen Maſchinen durch bewährte, in der Praxis
ſtehende Kräfte. Der Unterricht kann bei billigſtem Honorar, auch für Nichtmitglieder, jederzeit in
Tages= und Abendkurſen genommen werden. Unſere Stellenvermittlung ſteht nach Beendigung der
Kurſe koſtenfrei zur Verfügung. — Jede weitere, mündliche oder ſchriftliche Auskunft durch unſere
Geſchäftsſtelle Mathildenplatz 8, geöffnet von 3—10 Uhr abends.
(14503ggg
Raufmannische Stenographen-GesenschuttGabeisberger TL.V.)
(Darmſtädter Stenotypiſtenſchule).
Inhaber WA Raabe 6 Hedwig Hunald
Darmstadt
Schuchardstr. 8. Gef. 1869
Mein Geſchäft befindet ſich ſeit 1. Juli
44 Soderltraße 44
2.
S. S2
Feinere Herrenschneiderei
Früher langjähriger Zuſchneider.
Gsoache
Me
Generalvertrieb
und Depot für
Darmstadt und
Umgegend:
Philipp Barth
Dieburgerstr. 5,
Telephon 1646.
Sitz=Liegewagen
illig zu verkaufen Nieder=
Ram=
tädterſtr. 16, Gartenh. III. (*380
Ein ſchönes gut erhaltenes
Oel=
bild (Landſchaft in Tirol), ſehr
(*371
billig zu verkaufen.
Schuchardſtraße 16, III.
Sung
Hausbeſitzern, Architekten, Hausverwaltern und meiner
ſeit=
herigen Kundſchaft beehre ich mich auf dieſem Wege davon
Kennt=
nis zu geben, daß ich meine
Spengierei, Jastallation und
Kanalreinigungs-Institut
Werkſtätte Beſſungerſtraße 107
Wohnung Sandbergſtr. 49, Ecke Heidelbergerſtr.
verlegt habe. Ferner bin ich an das Telephonnetz unter Nr. 1089
angeſchloſſen. Durch tüchtige Arbeitskräfte bin ich in der Lage, die
größten und kleinſten Arbeiten gut und billig auszuführen.
Achtungsvoll
(B15641
Philippp Maut.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Wixhäuſer Hausſchneiſe iſt
zwiſchen Feldſchneiſe und
Land=
wehrweg auf etwa 14 Tage für
Fuhrwerke geſperrt. (15600a
Darmſtadt, 2. Juli 1914.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Erfriſchende
Getränke
bereitet man ſich am beſten ſelbſt mit
den echten Reichels Limonadeſtrup=
Extrakten. Ein halber Teelöfſel voll
auf ein Glas Zuckerwaſſer genügt zur
augenblicklichen Bereitung einer ganz
köſtlich ſchmeckenden Limonade von
edlem Aroma und reinem
Frucht=
geſchmack in Himbeer, Erdbeer, Kirſch,
Fürone Grenadine, Drange eie,
Unglaublich vorteilhaft und einſach.
1 Originalflaſche 75 Pfg. Alleiniger
Fabrikant Otto Reichel, Berlin 80.
Vor Nachahmungen ſchützt die
Echt=
heitsmarke Lichtherz. Ausführliches
illuſtriertes Rezeptbuch gratis.
In Darmſtadt und Umgegend in
den bekannten, meiſt durch meine
Schilder kenntlichen Drogerien,
Apotheken uſw. erhältlich. (V,15602
Sen Wegzug
nachſteh. Möbel etc. billig
abzu=
geben: 1 Büfett, Diwan,
Aus=
zugstiſch mit 3 Einl., 1 kompl. Bett,
Waſchtiſch und Nachttiſch m.
Mar=
morplatten, 1 Salon=Plüſch=Garn.,
ov. Spiegel, Trümeaux m. Spiegel,
Salon=Tiſch m. Marmorpl.,
Kleider=
ſchrank, Weinſchrank, Sitz=
Bade=
wanne, 2 Stühle, eiſ. Bettſtelle etc.
Näh. Landgraf Philipp=Anl. 44,
part., von vormittags 9½ bis
nach=
mittags 2½ Uhr.
(*325
Honigfliegenfänger!
Einenbesserenfindstdunicht‟
Fangfläche doppelt. 1 Meter lang,
4½ cmbreit, mit bester frischerBe-
Sleimung. 100 Stück 2.80 Mk., bei
300 Stück franko Nachn. (III, 12690
8 Honigtliegenfänger-Vers. Will,
Wartenfels 371 Obfr. Bay.
Sen
Wer dert? (14936a
hier V. Schatz, Schloßgaſſe 23.
Ichkomme ſof. u. zahle Ihnenfür
getrag. Kleid., Schuhe, Möbel,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett ſtets diehöchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Alkauf
getr. Kleider, Stiefel, Uniformen,
alte Bettfedern, Zahngebiſſe ſowie
Boden- u. Kellerkram.
Poſtk. genügt. M. Obstfeld, Kl.
Bachgaſſe 7 od. Tel. 2085. ((*246sg
Bin stets hier
u. zahle höchſte Preiſe für getr.
Herrenkleider u. Schuhe,
Uni=
formen, Boden= u. Kellerkram.
(15245a
Poſtkarte genügt.
Zwickler, Schwanenſtr. 12.
2tür. Kleiderſchrank und Gas=
Zuglampe zu kaufen geſucht. Off.
mit Preisangabe unter P 20 an
die Expedition d. Bl. (*393
4 Personen-Erbbegräbnis
(Beſſunger Friedhof), zu kauf. geſ.
Off. u. E99 a. d. Exp. (*327goi
Umer
Besorgte Eltern
ſenden ihre erholungsbedürftig
Kinder in Direktor Neuberts
Erholungsheim, mit ſtaatlich
ge=
nehmigter höherer Schule
(Gymn. u. Realſch.). Herrenalb
(Schwarzwald). Am Walde
gelegen. Proſpekte durch die
(13555a
Direktion.
gibt wetterfesten Hochglanz und
färbf auch beiRegenwetternicht ab
Alleiniger Fabrikant: Carl Gentner in Göppingen.
(II,3740
Studlerende
des Hochbaus erhalt. raſch. u. beſte
Anleitg. z. Fach- u. Diplom-Examen
ſpez. in Statik, Perspektive etc.
Off. u. K 65 an die Exp. (10870a
kann beſſ Witwe gegen gute
Wo Bezahlung fein. Weißzeug
nähen erlernen. Off. unt. F 15
an die Exped. ds. Bl. (*369
ger Herr wünſcht einige
I Tänze zu lernen. Off. m. Pr.
unt. F 12 an die Exp. (*374
Seite 1
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182,
Im Saison-Ausverkauf extra billige Morgenrocktage
Morgenröcke und Matinées
aus Waschstoffen, Crépon, B’woll. Mousseline, Voiles
und Wollmousseline
in größter Auswahl — ganz bedeutend reduziert.
15618)
Im Erker ausgestellt
Heutige Preislage:
Matinées: 1,45, 1.95, 2.25, 2.95, 3.50 etc.
Morgenröcke: 2.95, 3.50, 4.00, 6.00, 3.00 etc.
Gebr. Flostett
Ludwigsplatz
Großh. Hess. Hoflieferanten
Ludwigsplatz.
im Großherzogtum Hessen
Vorort Darmstadt
Einladung
zum 6. Verbandstag in Darmstadt
Sonntag, den 12. Jull, vorm. 10½ Uhr
im Kaisersaal, Grafenstrasse.
Tagesordnung:
1. Eröffnung des Verbandstags und Begrüssung der
Mitglieder und Gäste.
2. Jahresbericht des Vorstandes.
3. Rechnungsablage.
4. Vortrag des Herrn Bürgermeister Dr. Eberle-
Nossen über:
Die Gegenwart und die Zukunft des
Detaillisten-
standes.
6. Wahl des Vorortes und des Vorstandes für 1914/15.
6. Wahl des Ortes für den Verbandstag 1915.
Zu dieser öffentlichen Versammlung sind alle
hiesigen Detaillisten, auch wenn sie nicht
Mitglie-
der unseres Vereins sind, frdl. eingeladen.
15565gk)
Der Verbands-Vorsitzende:
Wilh. Kalbfuss.
SeseeSeernenssssss
Geschäftsverlegung und
Empfehlung.
Dem hochgeehrten Publikum und meinen verehrten
Gönnern von Darmstadt und Umgegend zur gefälligen
Kenntnis, dass ich meine in der Holzhof-Allee Nr. 2
be-
triebene Restauration nach
Eschollbrückerstr. 6
verlegt habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine
geehrte Kundschaft durch vorzügliche Speisen, prima
baye-
risch Bier, hell und dunkel, reine Weine, in jeder Weise
zufrieden zu stellen.
(15610
Hochachtungsvoll
Deter Messer
Restaurateur.
10676a) Zeiss — Busch
punktuelle Brillengläser
mit und ohne Einfassung in Gold.
Doublé, Schildpatt, Horn etc. etc.
Prismen-, Reise- und Jagd-Gläser
und alle optischen Waren.
F. W. Pfersdorff, nur 4 Luisenplatz 4.
Billige
Vergnügungs
Fähtt
25. Juli ab Neapel
1. Kl. 260 Mk., 2. Kl. 180 Mk.
3. Kl. 90 Mk.
28. Juli ab Marseille
1. Kl. 200 Mk 2. Kl. 140 Mk.
3. Kl. 70 Mk.
inkl. Verpflegung bis Bremen
mit dem prächtigen Dampfer
Prinz Heinrich.
Näheres durch
Anton Fischer
Darmstadt, Frankfurterstr. 12/14
Eine-Woche-Reise
nach Paris.
Besuch von Paris mit Besichtigung
des Versailler Schlosses
Mark 110.−.
In diesem Preise sind einbegriffen:
Eisenbahn hin und retour von
Darmstadt.
Kotels
Verpflegung
(*378gid
Wagen
Sachkundige Führung
und alle Trinkgelder.
Abreise nach Belieben.
Bezahlung bei der Ankunft in Paris.
Verlangen Sie nähere Auskünfte bei
dem Reisebüro „Publlcité Hotellére‟,
93 ruo de la Vieteire, Paris.
1 Wirtſchaftsbüfett mit
2 Eisſchränke
9 Tiſche, Stühle, Niſchen uſw.
ſofort zu verkaufen. (15570go
Zu beſichtigen am 5. u. 6. d. M.,
vorm. v. 9—11 Uhr Georgenſtr. 1½, p.
Wasch-Glac Kolband.
Jalm-lerp-Hern.
Luhnik C2.
Hbradof-Dimsstenalt
Seſewpig
Mmanenantlht
Luhns. Zeiſen Rhrſten Zgmem
hotegr. Imatenr-Arbeit. u. Retuschen übern.
F. Schneider, Bessungerstr. 39, II. (B11220
Spezial-Werkstätte
für
Nähmaschinen-
Reparaturen
aller Systeme. (4185a
August Engel
Schuchardstr. 8, Fernspr. 1128.
Aeltestes Geschäft
der Branche am Platze.
Ab 1. Juli
konzertiert täglich im
Bürger-Keller
Sahn-Danen-Orchester
Direktion: Hans Peinelt.
Stets freier Eintritt!
Stets freier Eintritt!
(15586)
Sonntag, den 5. Juli 1914
findet am Neuen Schießhaus
RoNEukfr
bei freiem Eintritt und ohne Getränke= und Speiſeaufſchlag ſtatt,
wozu freundlichſt einladet
(*351
G. Engelhardt, Restaurateuf
früher Bahnhof=Hotel, Beerfelden.
Notel-Pension „Waldfriede.‟
Sonntag, den 5. Juli
Konzert
von 4—11 Uhr. — Eintritt frei.
Haltestelle der elektrischen Bahn.
Bei ungünſtiger Witterung findet das Konzert in den inneren
Räumen ſtatt.
(*359
Das Erbacher Volksfeſt
der ſogenannte Eulbacher Markt
wird
Sonntag, den 19., Montag, den 20. u. Sonntag, den 26. Jnli
dahier abgehalten, wozu freundlichſt einladet
Erbach i. O., den 4. Juli 1914.
(15579gs
Großherzogliche Bürgermeiſterei Erbach i. O.
Stegmüller.
a222asasééé
— garantiert rein —
lose Pfund Mk. 1.00
1 Pfund-Glas Mk. 1.10
Holländ. Kaffee- u. Lebensmittelhaus
obere Rheinstrasse 5. Tel. 1558. Radfahrer. Stads ersand.
Ken, beh in eret ntenen ihten ieh hereltent
D modegerscht und doch absolut gesund kleiden wollen, tragen
Kalasiris entereitasten.
O. R. P. Patente
aller
961a
Sofortiges Wohlbefinden. Grösste Leichtigkeit u.
Be-
quemlichkeit. Kein Hochrutschen. Vorzügl. Halt im Rücken.
Natürl. Geradehalter. Völlig freie Atmung und Bewegung.
Elegante schlanke Figur. Für jeden Sport geeignet. Für
leidende und korpulente Damen Spezial-Fagons.
Ilustrierte Broschüre und Auskunft kostenlos durch:
Inh.: Frau E. Spreng,
Kalasiris-Spezial-Geschäft Schulstrasse 12. 1. Stock.
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
findet ſich: 1 zugelaufener weißgelber Foxterrier. Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(15581
Bekanntmachung.
Die nachſtehenden Vorſchriften der Polizeiverordnung über der
Woog bringen wir erneut zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 3. Juli 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
den Woog betreffend.
(„Darmſtädter Taglatt” Nr. 212 vom 9. September 1908.)
Auf Grund des Art. 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städte=
ordnung betreffend, vom 15. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſammlung der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darm=
ſtadt mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern
vom 21. Auguſt l. J. zu Nr. M. d. J. 14409, verordnet, was folgt:
Die polizeiliche Aufſicht über den Woog ſteht dem Großh.
Polizeiamt zu, das ſie durch die ihm unterſtellten Organe,
insbe=
ſondere auch durch den als Polizeiaufſeher zu beſtellenden Pächter
der ſtädtiſchen Badeanſtalten am Woog ausübt.
Den zur Aufrechterhaltung der Sicherheit, Ruhe und Ordnung
an und auf dem Woog ergehenden Anordnungen und Weiſungen
des Großh. Polizeiamts Darmſtadt oder der dienſthabenden
Polizei=
beamten hat jedermann Folge zu leiſten.
Unterſagt iſt jeder Unfug im Waſſer, an den Ufern, in den
Badehäuſern und in den Anlagen des Woogs; jede Beſchädigung
der Dämme, Uferwerke, Badehäuſer, Nachen, Bäume, überhaupt aller
an und auf dem Woog befindlichen Anlagen und Einrichtungen;
ferner das Anhängen an die unter den Duſchebrücken befindlichen
Waſſerleitungsröhren, das Betreten der Grasflächen, ſowie aller nicht
beſtimmungsgemäß den Badenden für immer oder zeitweiſe zur
Be=
nutzung überlaſſenen Wege, Treppen und Anlagen, ſchließlich das
eigenmächtige Oeffnen oder das Ueberſteigen der Einfriedigungen.
In den Anlagen des Woogs müſſen Hunde an der Leine
geführt werden.
Das Mitnehmen der Hunde in die Badehäuſer und an die
öffentlichen Badeplätze, ſowie die unmittelbar am Waſſer
herführen=
den Wege an der Weſt= und Südſeite des Woogs iſt nicht geſtattet.
Das Fahren und Reiten auf dem über dem weſtlichen
Woogs=
damm führenden Weg iſt unterſagt. Ausgenommen von dieſem
Verbot ſind leichte durch menſchliche Kraft bewegte Fahrzeuge, z. B.
Fahrräder, Kinderwagen.
Während der Badezeit iſt das unbefugte Betreten des
Frauen=
bades durch männliche Perſonen mit Ausnahme von Knaben bis zu
5 Jahren unterſagt.
Ebenſo dürfen weibliche Perſonen während der Badezeit die
für Männer beſtimmten Badeanſtalten, Badeplätze und die
unmittel=
bar am Woog herführenden Wege an der Weſt= und Südſeite nicht
unbefugt betreten.
Das Baden im offenen Woog iſt des Schwimmens nicht
kundigen Perſonen nur an der ſogenannten „Inſel”, ſowie an den
durch Einfriedigungen und durch=Anſchlag hierfür beſonders kenntlich
gemachten Stellen geſtattet.
Ganz unterſagt iſt das Baden und das Fahren mit Nachen in
der hinter der Militärſchwimmanſtalt gelegenen (nordweſtlichen) Ecke
des Woogs, ſowie für männliche Perſonen jenſeits der nach den
Frauenbädern zu durch Fäſſer bezeichneten Grenze.
Das Aus= und Ankleiden darf nur unmittelbar am Ufer,
dagegen nicht an oder auf den Dämmen geſchehen.
Ebenſo iſt das Betreten der Dämme und Anlagen in
entklei=
detem Zuſtande, ſowie das Abſpringen von den Landungsbrücken
verboten.
Die Badenden haben ſich, falls ſie nicht in einer geſchloſſenen
Zelle baden, der Badehoſen oder Badeanzüge zu bedienen.
Die Benutzung von Seife, das Waſchen von Kleidungsſtücken,
ſowie jede ſonſtige Verunreinigung des Waſſers, der Badezellen
und=Hallen, der Ufer und Dämme, ſowie das Einwerfen von Steinen
und ſonſtigen Gegenſtänden in das Waſſer iſt verboten.
Hunde oder andere Tiere dürfen in dem Woog weder gewaſchen
noch gebadet werden.
Die Benutzung der Badehäuſer iſt nur nach Entrichtung der
von Großh. Bürgermeiſterei feſtgeſetzten Gebühr und nach Löſung
einer Badekarte geſtattet. Die Badekarte iſt ſowohl den
Polizei=
beamten als auch dem Woogspächter und ſeinen Beauftragten auf
Verlangen vorzuzeigen.
Innerhalb der Badeanſtalten, mit Ausnahme des Kaſſenraums,
iſt das Rauchen verboten.
Von Einbruch der Dunkelheit bis 5 Uhr morgens iſt das
Baden unterſagt. Der Schluß der Badezeit wird durch ein
Glocken=
zeichen angegeben.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
werden, inſofern nicht andere ſtrafgeſetzliche Beſtimmungen Platz
greifen, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
Außerdem haben Zuwiderhandelnde gegebenenfalls die
zwangs=
weiſe Wegweiſung vom Woog zu gewärtigen.
Dieſe Polizeiverordnung tritt am 15. I. Mts. in Kraft; von
dieſem Tage an iſt die Polizeiverordnung, den Woog betreffend,
vom 7. Juni 1885, außer Kraft geſetzt.
Darmſtadt, den 7. September 1908.
(15583
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Ausverkäufe.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt Verſtöße gegen die geſetzliche
Verpflichtung zur Anmeldung der Ausverkäufe feſtgeſtellt worden
ſind, bringen wir nachfolgend die maßgebenden Beſtimmungen
er=
neut zur Kenntnis der Beteiligten mit dem Anfügen, daß wir in
jedem Fall der Uebertretung Strafanzeige erheben werden.
Darmſtadt, den 3. Juli 1914.
(15582gi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Betr. Ausführung des Reichsgeſetzes vom 7. Juni 1909 gegen
den unlauteren Wettbewerb.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Beſtimmungen des § 7 Abſatz 2 und des § 9
Abſatz 2 des Geſetzes vom 7. Juni 1909 gegen den unlauteren
Wett=
bewerb und des § 1 der Vollzugsbekanntmachung vom 2. September
1909 wird für den Kreis Darmſtadt nach Anhörung der Großh.
Handelskammer und Handwerkskammer Folgendes mit Wirkung
vom 1. Januar 1910 angeordnet:
I. Wer in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen,
die für einen größeren Kreis von Perſonen beſtimmt ſind, den
Ver=
kauf von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs wegen
Aufgabe des Geſchäfts oder wegen Aufgabe einer Warengattung oder
wegen Umbau oder Umzugs oder wegen eines elementaren
Ereig=
niſſes ankündigt, hat drei Tage vor der Ankündigung bei der Großh.
Handelskammer Darmſtadt Anzeige über den Grund des Ausverkaufs
und den Zeitpunkt ſeines Beginns zu erſtatten und ein Verzeichnis
der auszuverkaufenden Waren einzureichen.
Der Ankündigung eines Ausverkaufs im Sinne des Abſatzes I
tteht jede ſonſtige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren
wegen Beendigung des Geſchäftsbetriebs, Aufgabe einer einzelnen
Warengattung oder Räumung eines beſtimmten Warenvorrats
aus=
dem vorhandeuen Beſtande betrifft.
Auf Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, finden die vorſtehenden Anordnugen keine Anwendung.
II. Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, dürfen in einem Geſchäft innerhalb eines Kalenderjahres
im Ganzen nur zweimal, und zwar in der Dauer von je vier Wochen
abgehalten werden.
Der eine dieſer Ausverkäufe darf nur in die Zeit vom 2. Januar
bis 15. Februar, der andere nur in die Zeit vom 1. Juli bis 15. Auguſt
gelegt werden.
Darmſtadt, den 27. Dezember 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Aus der Hermann und Amalie Neuſtadt=Stiftung
ſind am 3. Auguſt d. Js. 684 Mk. 72 Pfg. Zinſen an eine oder
mehrere würdige Perſonen jüdiſchen Glaubens, die in hieſiger Stadt
wohnen und bedürftig ſind, in Gaben nicht unter 100 Mk. zu verteilen.
Den Vorzug bei der Zuerkennung der Stiftungszinſen ſollen
insbeſondere genießen: Witwen aus beſſeren ſozialen Verhältniſſen zu
Erziehungsbeihilfen von Kindern, ältere alleinſtehenpe Perſonen und
Rekonvaleszenten, die ſich nicht an die Armenpflege wenden wollen.
Bewerbungen ſind bis zum 15. Juli d. Js. an den
Unter=
zeichneten einzureichen.
Perſonen, die im Vorjahr berückſichtigt wurden, können diesmal
nicht bedacht werden.
Darmſtadt, den 1. Juli 1914.
(15572
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Wegſchließung.
Der Plan über Schließung und Verlegung des
Hammels=
triftwegs auf der Nordſeite der chem. Fabrik E. Merck liegt in der
Zeit vom 4. bis einſchließlich 11. d. Mts. auf dem Stadthaus,
Zim=
mer 47, zur Einſicht offen.
Einwendungen gegen den Plan ſind bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes während dieſer Friſt daſelbſt vorzubringen.
Darmſtadt, den 3. Juli 1914.
(15445
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Jager.
Bekanntmachung.
Die Dienſtſtunden für den Verkehr der Rechtſuchenden auf dem
Grundbuchamt ſind feſtgeſetzt auf
vormittags von 10—1 Uhr täglich, außerdem in
dringenden Fällen täglich, außer Samstags,
nach=
mittags von 4—6 Uhr.
Darmſtadt, den 2. Juli 1914.
(15566
Großh. Heſſ. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Ein=
tragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
a) Konrad Sutter, Profeſſor, zu
b) Walburga Sutter geborene Philips, zu ½
im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 11. Auguſt 1914, nachmittags 3 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, Neues Gerichtsgebäude, Saal 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsverſteigerung,
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 11. März 1914 in das
Grund=
buch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteigerungs=
vermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren, ſind ſie
ſpäte=
ſtens im Verſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von
Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der
Gläubiger widerſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei
der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Verteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläubigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags
die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens
herbei=
zuführen, widrigenfalls für das Recht der Verſteigerungserlös an
die Stelle des verſteigerten Gegenſtandes tritt.
Darmſtadt, den 15. Juni 1914.
(14534a
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke.
Grundbuch für Darmſtadt Bezirk II Band V Blatt 417:
Betrag der
Ord.=
Gewann qm
Nr. Flur Nr. Kulturart
Schätzung
II 121 Grasgarten
Olbrichweg 260
75000 Mk.
II 121¾10 Hofreite Nr. 19 daſelbſt 369
Lie beite Selegennen
gebrauchte Möbel aller Art am ſchnellſten und
ſicherſten zu verwerten, bietet mein Unternehmen:
Uebernahme zur Versteigerung und Verkauf
vollständiger Haushaltungen, wie Nachlässe,
einzelne Möbel etc.
Auf Wunſch vorherige Taxation. — Geſchäftsprinzip: korrekt,
diskret und bill. Berechnung. — Abrechnung kann ſofort nach
Verſteigernug und Verkauf erfolgen.
Weß= und Umziehenden beſtens empfohlen.
Bitte meine Verſteigerungs= und Verkaufsanzeigen zu beachten.
Beste Referenzen.
(15601a
Johannes Krummeck, Auftionator u. Taxator
Telephon 1774 Bleichstrasse Nr. 1. Telephon 1774
Marmſtadter Rrlegerſeſt 1914.
Für den 18., 19. und 20. Juli iſt auf dem
Feſtplatz im Großh. Orangeriegarten die Kaffee=
und die Weinwirtſchaft zu vergeben.
Schriftliche Angebote werden bis zum 8. Juli an Herrn
Markt=
meiſter Stöhr erbeten, bei dem der Plan eingeſehen werden kann und
auch jede weitere Auskunft erteilt wird.
(15567
Darmſtadt, den 4. Juli 1914.
Der Vorſitzende des Platzausſchuſſes:
R. Lotheißen, Hauptmann à la suite.
Heugras
von neuem Anbau ſtammend, ſtark
mit Klee untermiſcht, iſt von
un=
gefähr 2300 qm Fläche auf dem
Holzhofe dahier aus der Hand zu
(15575gg
verkaufen.
Gebr. Gas=Ladeofen
zu kaufen geſ. Off. u. E. 96. (15558ss
Eichen=Dielen
25—60 Millimeter ſtark.
15592gim) Arheilgerſtraße 12.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 16. bis 30. Juni 1914:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 18.— bis 23.—
Korn
„ 18.− „ 19.—
Gerſte
17.− „ 19.−
Hafer
19.− „ 20.−
Butter ½ Kilo Mk. 1.35
Butter in Partien Mk. 1.25
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.—
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 10.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.—
Heu per 50 Kilo Mk. 4.—
Darmſtadt, 4. Juli 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Maurer= und
Eiſenbetonarbeiten.
Die bei Erbauung einer
Ein=
ſegnungshalle, einer Leichenhalle,
eines Gärtnerhauſes und einer
Ver=
bindungshalle beim neuen
Fried=
hof vorkommenden Maurer= und
Eiſenbetonarbeiten ſollen vergeben
werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 14. Juli 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(15569gi
Darmſtadt, 3. Juli 1914.
Stadtbauamt.
Beton= und
Gußaſphaltarbeiten.
Die Ausführung von Beton= und
Gußaſphaltarbeiten, ſowie
Rand=
ſteinverſetzung in der
Hochſchul=
ſtraße und Schloßgartenſtraße vor
der techniſchen Hochſchule ſoll
ver=
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tiefbau=
amt, Zimmer Nr. 4, während der
Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
luch werden dort die
Angebot=
ſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 15. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(15574gi
Darmſtadt, 3. Juli 1914.
Tiefbauamt.
J. V.: Heuſel.
Erhebung
der Gemeindeſteuer.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen erſten
Ziels der Gemeindeſteuern für das
Rechnungsjahr 1914 wurde bis
8. Juli l. Js. erſtreckt. Bis dahin
kann Zahlung ohne Koſten
er=
folgen.
(15135a
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 26. Juni 1914.
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Heppenheimer,
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 8. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Fuhrunternehmer
Emil Büttner Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 549 263 Hofreite Neue
Ireneſtraße
Nr. 61,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
(K54/14
werden.
Darmſtadt, 28. Mai 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,13528
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 8. Juli I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die den Karl Guſtav Richard
Buſch Eheleuten dahier
zugeſchrie=
bene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
1077 200 Hofreite
Wie=
nersſtraße 77,
1076 123 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
(K48/14
werden.
Darmſtadt, 12. Juni 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,14049
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 22. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Bäckermeiſter Wilhelm
Wenner dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 1168½
—758 Hofreite Nieder=
1169
Ramſtädterſtraße Nr. 31,
in unſerem Bureau Grafenſtr. 30 II,
zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, 12. Juni 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
K55/14) Müller. (VIII,14535
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
Fankrarter Karsverlekt Vohl &. Jat 1.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
100,20
Dt. Reinhsschatzenw.
98,90
Dt. Reichsanleihe p. 1918:
99,30
do. . . . . p. 1925 .
3½ 86,20
. .
do. . . .
76,65
do.
.....
4 100,30
Preußüsche Schatzanw.
491,20
Staffelanleihe.
3½ 86,20
Consols .
§ 76,90
do. . . . . .
BadischeStaats-Anleihe: 4 97.50
do.-V. 92/94 . . . . . . . 3½l 88,90
. . . . . . . 3 1 2
do5-.
Bayerische Ablös.-Rente! 4 97,90
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906 4 I 98,70
do. unkdb. p. 1918 . . j 4 98,70
do. unkdb. p. 1920 . . . 4 98,70
E.-B.- u. Allgem. Anl.
4 99,10
unkdb. p. 1930 . . .
do. Anleihe . . . . . . .3½ 84,90
„ . . . . . . . 3 76,20
do.
Hamburger Staats-Anl. I 4 97.70
do. v. 1887/94 . . . . . .3½ 87,60
do. . . . . . . . . . . . . . 3 79,80
Heseische Staats-Anleihe 4 97.50
do, unkdb. p. 1921 . . . 4 97,80
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 85,00
3 73,40
G. ... .. .
Sächsische Staats-Rente 3 77,20
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 99,00
do. v. 79/80 . . . . . . . 3½ 88.50
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77,80
Bulgarische Gld.-Anl. . . 1 5 —
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) —
do. V. 1887 Monopol 19 —
Italienische Bente . . . . . 3½
Osterr, Staats-R. v. 1913 . 4½ 90,00
do. Sülber-Rente . . . . 14½
do. Pspier-Rente . . . 14½ 83,50
do. Gold-Rente . . . . . 1 4 85,10
do. einheitl. Rente . . 4 80.45
Portug. Tab-Anl. 1891 . . 4½l 97,80
do. inn. amort. 1905 . .41
do. unif. Herie I
3½ 63,00
do. „
MII. 2 3 65,00
do. Spezial Titel. . .
9,50
Rumänen v. 1903 .
5 99,70
do. Gold v. 1913.
4½ 90,75
do. Schatzsch. v. 1913:4½ —
do. conv.
4 85,10
do, v. 1890₰
4
do. v. 1891
489,00
do, v. 1905₰
4 84,80
do. v. 1908
4 84,80
do, v. 1910
4 85,00
Russischeist-Anl. v. 1905 4½ 98,30
do. kons. v. 1880 .
4 —0
Ldo, Gold v. 1890
4 —
do. v. 1902 . . . . . .
4 1 89,50
Sphweden v. 1880. . .
3½ —
do. v. 1886 .
Schweden v. 1890. .
Serben steuerfrei . . . .
do. amort. v. 1895
Türk. Egopt. Tribut
do. kons. steuerfreie .
do. Admin. v. 1903.
75.50
do. unif. v. 1903. .
82,25
do. v. 1905. .
71,30
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 88,50
Ungar. Staatsk.-Scheine
v. 1913. . . . . . . . . . . .4½ 98,95
do. Gold-Rente. . . . . 4 I 81,90
do. Staats-Rente 1910. 4
do.
Kr. 4 79,20
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5
do. Kußere v. 1890 . . . 5 100,20
do. innere v. 1888 . . .4½ —
do. äußere v. 1888 . . .4½
do. v. 1897
79,00
Chile Gold-Anl. v. 1911. . 5 95,50
do. v. 1889
14½
do. v. 1906 .
4½
Chines. St.-Anl. v. 18.
do. v. 1896
5 —
do. Reorg. Anl.,
.5 I 87,95
do. v. 1898 .
4½
Japaner . . . .
.4½
Innere Mexikaner.
66,75
Außere do. v. 1899 5 84,75
Mexikan. Gold v. 1904 .
4 69,00
do, cons. .. .
3 47,30
do. Irrigat.-Anleihe . 4½1 67,60
Buenos-Aires Prov. .
3½ 63,70
Tamaulipas .
5
Sao Paulo E.-B
5 —
do. v. 1913
5 80,00
Siam v. 1907.
4½ 96,60
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesollsch.
v. 1895/973½ 84,50
, „ v. 1504 3½ 83,00
Hess. Eisenb.-Akt.-Gos.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt . . . . . . . . 4 94,00
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 4½
Donau-Dampfschiff. v. 82 4 91,00
Elisabethbahn .
.. 4 88,90
Franz-Josef-Bahn.
85.50
Kaschau-Oderberger v. 89
Prag-Duxer . .
3 71,90
Osterreich. Staatsbah.
5 101,60
do. .
4 87,30
do.
3 72,75
do. Südbehn (Lomb.) . 5 97,80
do. do.
4 1 70,20
do. do.
.29/10 50,30
Raab-Oedenburg
. . „
76,50
Kronprinz Rudolfbahn .
Russ. Südwest . . . . . .
Moskau-Kasan . .
do. . . . . . . .
Wladikawkas. .
Rjäsan-Koslow.
3 65,30
Portugies. Eisenb. v. 188
4½
do. . . .
2410) 69,25
Livorneser . . . . . . .
1Salonique Monastir.
36080
Bagdadbahn . . . . . . . . 4 77,80
Anatolische Eisenbahn .4½ 90.50
Missouri-Pacific I.
4 90,00
dlo. do, v. 1905 . . 4 55,00
Northern-Pacific. . . . . . 4 95,75
Southern-Pacific . . . . . . 4 1 92,00
St. Louis & San Francisco 5
. . . . 5 —
Tehuantepee . .
Ungar, Lokalbahn . . . . 5 98,00
Provinz-Anleihen.
Rheinprov. Obl. Em. 20/21 4 97,10
3½ 87,00
do. Em. 10 .
3 83,50
do. „ 9. .
3½ 84,00
Posen Prov. . .
4½ 96,00
Westfalen Prov. V..
Hoss. Prov. Oberhessen . 4 95,00
3½
do. Starkenburg.
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
4
do. . ..
3½
Frankfurt .
4½97.10
do. .
3½ 88,10
Gießen . .
4 94,70
do0. . . . .
. .3½ 87,30
Heidelberg.
... . 495,20
do. . .
. . . .3½ 87,20
Karlsruhe
. .. 4½ 95,10
de. ..
. . .3½ 86,50
Magdeburg
... 4‟
Mainz
. . 4 95,00
do. . .
. . .3½ 88,00
Mannheim .
. . . . . 4
do.
. . . . .3½) —
München . .
.. . . . 4 96,80
Nauheim .
. . .3½ —
Nürnberg
.. 4 96,70
do.
.3½ 87,50
Offenbach
. . . 4 94,80
do. v. 1914 .
... 4 1
do. .
3½
Wiesbaden.
74
do. . . .
3½ 87,70
Worms . . .
4
do. . . . . . .
3½ 87,70
Lissabon v. 1888
4—
Moskau v. 1912
4½ 94,00
Stockholm v. 1880 ₰
4 94,10
Wien Komm. .
5—
Wiener Kassenscheine .4½ 99,30
Zürich v. 1889.
3½
—
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 10 3.0
Pfandbriefe.
½101,50
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
2800
do. unkäb. 1918. . . .
2875
1919. . . .
do.
94,75
do.
1921 . . . .
96,00
1922. . ..
do.
3½ 83.50
do. ..
95,00
do, Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
1915 .. . .
do.
96,50
1920 ....
do.
dc. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
3½ 86,50
unkdb. 1910 .
Frankf. Hyp.-Krod.-Ver.
94,10
Ser. 15—42
94,90
48—49
do. . .
95,50
do. unk. 1922 „ 52
88,60
do. „ 1913. . . . . .
86,50
31
do. Ser, 45 . . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Ser. 12, 13, 16
96,90
14, 15, 171
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 . . . .
497,50
1223 . . . .
do.
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . . 3½ 84,70
do. „ 3—5 . . . . . . . 3½ 84.50.
do. kündb. 1915 . . . . . 3½ 84,60
do. Komm. unk. 19131 4 96.90
1914
do.
96,90
do.
1910 4 9.10
1920 4 1 97,40
do.
1923) 4 1 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84.70
unkdb. 1915 3½ 84,60
do.
Moininger Hyp.-Bk. Pfdb. 4 94,60
do. unkäb. 1922. . . .
4 95,80
.3½ 86,00
do. . . .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
unkdb. 1917 4 93,80
1915) 4 1 94,00
do. . . . ..
1921) 4 94,00
do. . . . . .
do.
19241 4 96,40
do.;
3½ 84,40
do. Komm. unk. 1923
95,20
do.
1924
96,30
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
97,00
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 89.10
Bank-Aktien.
Div.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 199,25
Berg.-Märkische Bank. „ 7½—
Berliner Handelsges.. . . 8½ —
Darmstädter Bank . . . . 6½ 1114,80
Deutsche Bank. . . . . . .12½234,50
Doutsche Vereinsbank. . 6 118,60
Dt. Efekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1112,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 181,90
Dresdner Bank.
.8½ 146,20
E
Frankf. Hypothek.-Bank! 10 (214.00
do. do. Kred.-Ver. 8½ 156,20
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1115,50
Nation.-Bank f. Deutschl. 6 1107.75
Pfälzische Bank . . . . . . . 7. 121,50
Reichsbank . . . . . . . 1843 1139,10
Rheinische Kredit-Bank 7 125,40
106,40
A. Schasffhaus. Bk.-Ver..
8 1127,90
Wiener Bank-Vorein . .
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packett. 10 1126,90
Norddeutscher Lloyd. . . 8 110,25
Frankfurt. Schleppschiff. 4 1116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 1129,00
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
.. . . .6 90%
Baltimore .
10 195,50
Canada . .
7½ 1129,10
Schantung.
Prinz Henry.
Lombarden
167
6 110,50
Pennsylvanis. . .
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 1575,75
Chem. Fabrik Griesheim 14 1243,65
Farbwerke Höchst . . . . 30 1456,25
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 295,00
Zemont Heidelberg . . . . 10 (144,50
Chemische Werke Albert! 30 1398,00
Holzverkohl. Konstanz 15 283,25
Lahmeyer . . . . . . . . . . 7 122,60
Schuckert, Nürnberg. . . 8 1143,50
Siomens & Halske. . . . . 12 (211,55
Bergmann Elöktr. . . . . . 5 1115,00
Allg. Blektr.-Gesellsch. . 14 (242,25
Hagen Akkum.
25 290,00
Dzutsch. Übersee-Elektr. 11 —
Gummi Poter . . . . . . . . 0 80,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 (287,20
Maschinenfabr. Badenia. 6 123,00
Wittener Stahlröhren . . 0
Motoren, Oberursel . . . 8½ 152,00
Gasmetoren, Deutz . . . . 9 120,50
Siemens Glas-Industrie . 15
-2,
Enzinger Filter . . . . . . 23 278,50
Steaus Romana . . . . . . 10 (144,10
Zellstoff Waldhof . . . . . 12 (171,50
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831216,00
Neue Boden-Aktien-Ges..
75,50
Süddeutsche Immobilien 0 54,50
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede .
,
12 (152,10
Bochum. Bergb. u. Gußst.
14 1221,50
Leonhard, Braunkohlen . 9 115500
Konkordia Bergbau . . . 23 353,40
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (127,25
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 226.90
15
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 (181,30
Harpen Bergbau. . . . . . 11 (177,00
Kaliwerke Aschersleben . 10—
Kaliwerke Westeregeln .13 1190,00
Königin Marienhütte . . 5 81.00
Laurahütte
.. . . . . . 8
Oberschles. Eisenbed. .
4 86,00
Oberschl. Eisen-Industrie 0 81.75
Phönix Bergbau . .
. . 18 235,50
Rheinische Braunkohlen 11 243,00
Riebeck Montan . . . . . . 11
South West.-Afr. Shares . 5 1106,00
Verzinsliche
Anlehenslose. Zt.
Badische .
TIr. 1001 4
-
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½138,00
Holländ. Komm. . H. 100
Madrider . . . . . Frs. 100 3 78,00
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 142,50
Osterreicher 1860er Lose . 4 180,80
Oldenburger. . . . TIr. 40
128,00
Raab-Grazer . . . . H. 15021
Mk.
Unverzinsliche
p. St.
Anlehenslose.
Augsburger
A. 7 36,40
Braunschweig
TIr. 20 1203,50
Fa. 45
Mailänder
do,
Fs. 10 I 34,00
Meininger
. 1. 7 58.00
Osterreicher
A. 100 (605,00
A. 100 290
do. r. 195
A. 100 443,00
Ungar. Staats
Fs. 30
Venediger
Fs. 400 (161,80
Türkische
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. .
. .. . 20,47
20-Franks-Stücke . . . . . . . 16,35
Amerikanische Noten:
418,50
Englische Noten . . .
20,52
Französische Noten.
81,50
Holländische Noten
169,40
Italienische Noten
81,35
Osterr.-Ungarische Noten. . 85,10
Russische Noten . .
Schweizer Noten. . . .
81,55
Reichsbank-Diskont . .
do. Lombard Zaf.. .
Tendenz:
Fest aber still.
Handel und verkenr.
H. Frankfurt a. M., 3. Juli. (
Börſenwochen=
bericht.) Die Börſe bot in der abgelaufenen Woche ein
Bild großer Luſtloſigkeit, die noch dadurch verſtärkt
wurde, daß die Hochfinanz bereits zum Teil in die Bäder
geht und ſomit die ſogenannte saison morte begonnen
hat. Zu Beginn der Woche war die Tendenz im ganzen
eher feſter, da man in den wichtigſten Fragen, die
defini=
tive Entſcheidung der Frachtratenfrage und der B=
Pro=
dukte=Angelegenheit, einen befriedigenden Ausgang
er=
wartete. Ferner kommen dazu die Ausſichten auf eine
gute Welternte infolge des günſtigen Wetters. Amerika
erwartet ſogar eine Rekordernte und wird die europäiſchen
Länder, die, wie Ungarn, Frankreich und England und
teilweiſe auch Deutſchland, ihren Weizenbedarf in dieſem
Jahre decken müſſen, damit verſorgen. Das wird aber
dazu führen, daß der Frachtratenmarkt, der gegenwärtig
noch ſehr daniederliegt, lebhaft werden wird, und daher
erklärt ſich auch das Intereſſe der Spekulation, das ſie
neuerlich für Schiffahrtsaktien zeigt. Dieſen günſtigen
Momenten gegenüber bildeten ſich wieder größere Wolken
am politiſchen Horizont, die zwar vorerſt noch nicht
ge=
fahrvoll ausfehen, aber an der Börſe einige Nervoſität
bewirkten. Die Ermorderung des öſterreichiſchen
Thron=
folgers und die damit zuſammenhängenden Beſorgniſſe
etwaiger Komplikationen mit Serbien ließen eine
un=
günſtigere Auffaſſung in der durch dieſes Ereignis
ge=
ſchaffenen Situation erkennen, wodurch insbeſondere der
Wiener Platz verſtimmt wurde. Die Erklärung des
Standrechts in ganz Bosnien zeigte der Börſe zudem,
daß die Verhältniſſe dort in voller Gärung ſind und
reichlichen Konfliktsſtoff in ſich tragen. Unter dieſen
Ein=
flüſſen ſchließt man auf faſt allen Gebieten in ſchwacher
Haltung. Der Reichsbankausweis per Ende Juni
ent=
ſprach nicht völlig den Erwartungen, indem der
Geſamt=
ſtatus ſich um 327 Millionen Mark (im Vorj. 441 Mill.
Mark) verſchlechtert hat; angeſichts des billigen
Geld=
ſtandes (der Privatdiskont zeigte heute nach dem Ultimo
bei größerer Nachfrage von Inſtituten einen Rückgang
um ¾ Prozent auf 2/ Prozent), blieb der Ausweis
ohne beſönderen Einfluß. Zu den Einzelheiten des
Ver=
kehrs übergehend, hatten deutſche Renten unter dem
Ein=
druck der allgemein ſchwachen Stimmung zu leiden, und
ſind vorwiegend die 3½proz. und die 3proz. Gattungen
um Zehntel niedriger.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren ſerbiſche
ſtärker offeriert, ferner die Mexikaner wieder weſentlich
nachgebend auf Zinſenſiſtierung der äußeren Anleihe.
Be=
züglich der Behauptungen wegen der bulgariſchen
An=
leihe wird aus Sofia mitgeteilt, daß die Berliner
Banken=
gruppe die bulgariſche Regierung von der Unterfertigung
des Anleihevertrages benachrichtigte. Die Vorlage werde
nächſtens der Sobranje vorgelegt.
Von Transportwerten lagen die öſterreichiſchen und
davon beſonders die Südbahn matter; wie man hörte,
auf Wiener Exekutionen; hingegen ſchließen Hamburger
Paketfahrt und Norddeutſcher Lloyd beſſer. Am
Ban=
kenmarkt waren namentlich Petersburger Internationale,
Oeſterreichiſche Kredit, Deutſche und Diskonto=Kommandit
auf größere Blankoabgaben der Spekulation gedrückt,
während Darmſtädter, Dresdener und Deutſche Effekten=
nd Aechſchmt guie Gelung durch ſeie ufe
de=
kundeten.
Am Montangebiete war nach zeitweiſer Beſſerung
wieder eine ſchließliche Abſchwächung überwiegend auf
die neue Herabſetzung der belgiſchen Eiſenpreiſe und auf
die Enttäuſchung über die Schwierigkeiten im
Röhren=
ſyndikat, die durch die Wünſche von Lauchhammer und
Laurahütte, bei der Abrufung frachtlich beſſer geſtellt zu
werden, hervorgerufen ſeien. Eine Ausnahme machen
Caro-Hegenſcheidt, die auf 81 ſteigen konnten. Ein neu
auftauchendes Gerücht beſagt, es ſei der Geſellſchaft
ge=
lungen, die Anſprüche der Anlieger wegen
Waſſerent=
ziehung durch den Bergbau jetzt auch für die Felder zu
beſeitigen, welche die Gewerkſchaft Gleiwitz von der
Pyrmontgruppe noch in Option habe. Man erblickt darin
eine Werterhöhung oder die Möglichkeit zu Geſchäften in
dieſen Optionsfeldern.
Größere Umſätze fanden am Kaſſainduſtriemarkte
ſtatt, wo jedoch ein überwiegendes Angebot in Aktien der
Automobilbranche, und zum Teil auch in Chemiſchen
Werten, vorhanden war, ſo daß anſehnliche
Preisab=
ſchläge erfolgten. Es ſcheint, daß verſchiedene Poſitionen
ſchwacher Hände gelöſt worden, denn beſondere
Nach=
richten, die den Markt beeinfluſſen konnten, wurden nicht
bekannt. Holzverkohlung, deren Dividendenabtrennung
von 15 Prozent jetzt erfolgt, waren in beſſerer Frage,
ebenſo ſind Elektrizitätspapiere und Voigt u. Höffner feſt;
ferner Schramms Lack= und Farbenfabriken 8 Prozent
höher, geſucht, gegenüber der Vorwoche. Die Metallbank
und Metallurgiſche Geſellſchaft ſetzte die Dividende auf
7½ Prozent feſt und beſchloß die Erhöhung des
Aktien=
kapitals um 10 Millionen Mark auf 50 Millionen Mark.
Die neuen Aktien werden von einem Konſortium zum
Kurſe von 115 Prozent mit der Verpflichtung
übernom=
men, ſie den bisherigen Aktionären zu 123 Prozent
an=
zubieten.
Der Wochenſchluß bleibt luſtlos und in ſchwacher
Haltung. Auf Bankwerte üben die Forderungen der
Reichsbank bezüglich der Barguthaben noch weiter ihren
ungünſtigen Einfluß aus. Automobilaktien waren
wie=
der ſtärker angeboten und matter. Man hegt dabei
Be=
fürchtungen, daß die ſtarke Konkurrenz in der
Luxus=
induſtrie den Erträgniſſen ſelbſt der beſten Werke
Ge=
winn=Einbußen bringen dürften.
Es ſchließen: 4proz. verlosbare Preuß. Schatz 99.30,
4proz. Reichs 98.80, 4proz. Reichs (rückzahlbar 1918)
99.10 G., 3½proz. Reichs 86.25, 3proz. Reichs 86.75, 4proz.
Heſſen von 1899 97.50, 4proz. Heſſen von 1906/09 97.50,
4proz. Heſſen (rückzahlbar 1921) 97.80 3½proz. Heſſen
84.80 G., 3proz. Heſſen 73.60, 4proz. Darmſtädter Neue
95 G., 4proz. Darmſtädter 94.90 G., 3½proz. Darmſtädter
88.25, 4proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 23—26)
97.40 G., 4proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 27—29)
97.50 G 3½proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5)
84.80, 3½proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 9—11)
84.60 G., 4proz. Heſſiſche Kom.=Pfdbr. (S 13—14) 97.40 G.,
4proz. Heſſiſche Kom.=Pfdbr. (Serie 15) 97.50 G., 3½proz.
Heſſiſche Kom.=Pfdbr. (S. 1—3) 84.70 G., 3½proz. Heſſiſche
Kom.=Pfdbr. (Serie 4) 84.70 G., 4proz. Naſſauiſche
Lan=
desbank=Pfdbr. 99, 3½proz. Naſſauiſche Landesbank=
Pfdbr. 91.50, 3proz. Naſſauiſche Landesbank=Pfdbr. 88G.,
Genua=Loſe 212, Türkiſche Loſe 161.40, Raab=Grazer Anr.=
Scheine 29.10, Donauregulier. 152.50, Gothaer Präm. II
122.75, Darmſtädter Bank 115½, Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft 129 G., Bagdad=Türken S. I 77.50G., Bagdad=
Tütken S. II 75.90, South=Weſtafrika 106½ B., Otavi=
Anteile 117.10, Otavi=Genußſcheine 100, Aluminium
259.75, Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt 597.50,
Chemiſche Goldenberg 229.75, Chemiſche Th. Goldſchmidt
199.50 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 64 G., Chemiſche
Rütgerwerke 188.50, Schramms Lack= und Farbenfabriken
Offenbach a. M. 282G., Chemiſche Weiler ter Mer 190G.,
Brown Boveri 149.50, Reiniger, Gebhardt und Schall
197.60, Voigt und Höffner 201, Lederwerke vormals
Spicharz=Offenbach 83.50 G., Ludwigshaf. Walzmühle
156 G., Adlerwerke Kleyer 288½, Benz=Motoren zirka
168, Dürkopp=Bielefeld 293½, Daimler=Motoren 369,
Faber und Schleicher=Offenbach a. M. 93.50 G., Gritzner=
Durlach 262, Mannesmann 204, Moenus 160 V., Naphtha
344, Deutſche Verlagsanſtalt 169.50 G., Waggonfabrik
Fuchs=Heidelberg 137 G., Zuckerfabrik Frankenthal 4186.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin, 3. Juli. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Bei dem
warmen und trockenen Wetter der Berichtswoche konnte
die Heuernte in gutem Zuſtande unter Dach gebracht
wer=
den. Nach den reichlichen Niederſchlägen des Juni
war=
der Umſchwung zu beſtändiger Witterung auch für die
Winterhalmfrüchte von Nutzen. Der Weizen hat meiſt gut
abgeblüht, und da der Roſt mehr und mehr zurücktritt, ſo
kann im allgeineinen von einer Beſſerung der
Ernteaus=
ſichten geſprochen werden. Der Roggen hat bei vielfach
dünnem Stande meiſt gut angeſetzt und geht infolge der
letzten heißen Tage allmählich der Reife entgegen. Auf
leichten Böden befürchtet man bei Andauer der jetzigen
Witterung ein vorzeitiges Reifen, und in ſolchen Fällen
dürfte ſchon in wenigen Tagen mit dem Schneiden
be=
gonnen werden. Von den Sommerſaaten hat die Gerſte
ſich günſtig entwickelt und verſpricht im allgemeinen eine
befriedigende Ernte; wie häufig hervorgehoben wird, iſt
die Gerſte ziemlich weit vorgeſchritten und dürfte bald
reif werden. Weniger gleichmäßig lauten die Berichte
über den Hafer, der zum Teil dünn ſteht, auch vielfach
kurz im Stroh geblieben iſt und in den öſtlichen Gebieten
unter Trockenheit zu leiden beginnt. Sehr häufig iſt
ſtarke Verunkrautung der Grund für die weniger günſtige
Beurteilung des Haferſtandes. Für den Nachwuchs des
Klees und der Wieſen beginnt es in den öſtlichen Gebieten
und teilweiſe in der Provinz Brandenburg allmählich zu
trocken zu werden; ſonſt ſind die Ausſichten für den
zwei=
ten Schnitt nach der vorangegangenen Feuchtigkeit bisher
recht günſtig. Die Hackfrüchte haben ſich bei dem warmen
trockenen Wetter erholt und ihren Stand gebeſſert. Bei
den Rüben zeigt ſich allerdings ſtellenweiſe immer noch
viel Unkraut; auch gibt das Auftreten der gefährlichen
Blattlaus vielfach Anlaß zu Beſorgniſſen. Wie bei den
Rüben, ſo iſt auch bei den Kartoffeln ein Rückſtand des
Wachstums gegenüber anderen Jahren zu beobachten.
Der Stand der Kartoffeln iſt ſehr verſchieden, häufig
lük=
kenhaft, und für die leichteren Böden im Oſten wird
viel=
fach wieder der Wunſch nach Niederſchlägen laut.
Theodor Stemmer, Hofl., Elisabethenstr. 14.
Gg. Wilh. Weidig Nachf. Oskar u. Ernst
Matzelt, Hofl., Schulstr. 4. (VII, 13150
Täglich frische
Dickmilch
Erdbeeren in Milch
Heidelbeeren in Milch
Rote Grütze (12687
Flammris, Kaltschalen
und andere erfrischende Speisen
Reform-Restaurant
Alexanderstr. 4, I.
Kurans für Sckwerhörige.
Ableſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum
Wilhelminenſtraße 35,
SoGeber Ecke Hügelſtraße. (11433a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen
gewarnt wird; empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.
eehee racheiöhſen und 2
Gulen Mitagstiſch
Amerikaneröfen in ſehr gut.
zu 50 Pfg. bei Arheilger,
zum „Gambrinus”,
Schuchard=
ſtraße 10.
(14791a
Zuſtande bill. zu verk. H. Ploch,
Ofengeſchäft, Karlſtr. 23. (15291a
Der
Militär=
Wohnungsanzeiger
Sommer 1914
iſt erſchienen —
und zum Preiſe von 30 Pfg. in
der Geſchäftsſtelle des
Darm=
ſtädter Tagblatts erhältlich.
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Seite 13.
e ee e e e Seee
Saiser-Ausverkauf
Nach erfolgter Geschäfts-Uebernahme bringe ich die Bestände meines Lagers in
Daien, Bachf
d. Kinider- Nonrention
zum Verkauf.
früher bis Mk. 48.−
Frühjahrs-Paletots . . . . früher bis Mk. 30.−
Sommer-und Winterjacken früher bis Mk. 31.—
Staub- und Reisemäntel . früher bis Mk. 19.—
Winter-Paletots .
früher bis Mk. 48.−
Kostüme . .
Kleider . . .
früher bis Mk. 13.75
früher bis Mk. 18.—
Kleiderröcke . .
früher bis Mk. 4.—
Blusen . . .
,
Die von meinem Vorgänger übernommene Ware gebe ich zu jedem annehmbaren Preis ab.
Mädchen-Mäntel, wegen Aufgabe des Artikels, besonders billig.
Ernst-Ludwigstrasse 10
Hermamn Berger Nachf.
Aenderungen werden berechnet.
jetzt Mk. 1.00
jetzt Mk. 2.75
jetzt Mk. 4.00
jetzt Mk. 7.50
jetzt Mk. 7.50
jetzt Mk. 6.00
jetzt Mk. 6.50
jetzt Mk. 1.50
Kaver Schild’s
Hutmagazin
Elisabethenstrasse 22
Grosse Auswahl in allen
euheiten!
Klavier
ℳ 275.−
ausnahmsweise!!
Karl Arnold
Ecke Erbacherstraße,
nächst dem Schwimmbad.
(14929a)
Wirksamstes u. unschädlichstes
Wasch-
pulver der Welt. Einfachste
An-
wendung. Bleicht u. reinigt
Selbsttätig
Garantie
unter
W.
3n88
(6c0
e
jedte sehich.
Ade
lichen Bestandteile.
Schont daher Wäsche u.
Hände. Überall erhältl. Süddeutsche S
Waschmittel-Industrie, G. m. b. H., Darmstadt. B
Die ganze Woche
goldgelbe
Sandken!
Pfg.
Holländ. Kaffee= u.
Lebensmittelhaus
Rheinſtraße 5.
Telephon 1558.
Radfahrer=Stadtverſand.
(15608
Die höhere Pflicht.
Roman von Doris Freiin von Spättgen.
(Nachdruck verboten.)
14)
Baron Solten verfärbte ſich leicht, erwiderte jedoch
ge=
aſſen und ernſt:
O doch, wenn ich den Betreffenden meines vollſten
Vertrauens für wert erachtetete oder — wenn ein Mann
um Reinette freien ſollte, deſſen Charakter und
Geſinnun=
gen rein und lauter ſind, der mir die feſte Garantie bieten
könnte, das Mädchen wahrhaft und dauernd zu beglücken.
Andernfalls würde ich meine Einwillgung zu einer
Hei=
rat niemals geben.
Das ſein’s Anſichten aus der Wertherzeit und ein
biſſerl ſentimental. Beim Geldringen ſetzeſt Du alſo
löb=
liche Tugenden net voraus?
Nein — allerdings nicht. Ich bin nur überraſcht, daß
Du für ihn zu plädieren ſuchſt.
Die Baronin erhob ſich achſelzuckend und erwiderte
ſchnell:
Wann’ſt hundert junge Leut” aus unſern Kreiſen
nimmſt, dann wirſt’ vielleicht kaum einen drunter finden,
der nach Deinem Geſchmack iſt, Gerald. Heutzutage ſein’s
die Männer halt anders.
Leider! Aber laſſen wir mal alle Spitzfindigkeiten
beiſeite. Geldringen ſoll namhafte Schulden haben und
glaubt in Reinettes Hand ein Mittel zu ſehen, ſich
ſchleu=
nigſt zu arrangieren,
Schulden miſrs ahit nerden und waues
gritd=
lich ausg’tobt hat, dann kann er ſchon noch hübſch ſolid
werden, der Geldringen. Nur net gleich die G’ſchicht ſo
ſchroff abweiſen. Zehntauſend Kronen per Anno könnten
wir dem Mäd’l wohl auch mitgeben?
Lauernd ſah ſie den Gatten von der Seite an.
Du kannſt ja nach Gutdünken über Dein Geld
ver=
fügen, Olly. Meine Anſichten änderſt Du aber nicht,
er=
widerte Gerald im Tone merkbarer Ungeduld.
Die junge Frau wechſelte daher raſch das Thema und
ſagte heiter:
Weißt’s übrigens, daß mein Vatter nächſtens kommt?
Geſchäftshalber reiſt er im September nach Berlin, und
da möcht’ er hier wieder mal zum Rechten ſchau’n.
Sie hatte ſich erhoben und ſtand nun dicht neben ihrem
Mann. Faſt zeigte ihre Geſtalt mit ihm die gleiche
Schul=
terhöhe, dennoch wirkte ſeine Perſönlichkeit bedeutender.
Jene Feſtigkeit und männliche Würde, welche von Geralds
Zügen ausſtrahlte, verlieh ſeiner ganzen Erſcheinung den
Stempel unbeugſamer, durch nichts zu beeinfluſſender
Willenskraft.
Das Stirnrunzeln und die Wolke des Unmuts, welche
bei der letzten Mitteilung über ſein Antlitz zog, gewahrte
Frau Olly jedoch nicht.
Sie war anſcheinend ſchon wieder mit weit
abliegen=
den Dingen beſchäftigt.
Hofrat Rau kam nicht allzu oft nach Schönſtein.
Er hatte eigentlich nie ein Hehl daraus gemacht, daß
das „Deutſchtum” in der nunmehrigen Heimat ſeines
ein=
zigen Kindes wie des ariſtokratiſchen Schwiegerſohns
ſiens ſoheie Geſtnngen und doiſe nioß ſene
Wei=
nung überſpannt idealiſtiſche Anſichten ihn keineswegs
ſympathiſch berührten.
Des Hofrats völlig liberaler Richtung wie ſeiner
durchaus realiſtiſchen Lebensauffaſſung liefen dergleichen
„Phantaſtereien” direkt entgegen.
Insbeſondere war die Politik ein Punkt, deſſen nur
höchſt ungern und ſelten zwiſchen den beiden Männern
Erwähnung getan wurde.
Demungeachtet vermochte Gerald dem Aelteren, der
aus eigener Kraft und mit zäher Energie ſich zu Reichtum
und angeſehener Stellung emporgearbeitet hatte, Achtung
und Anerkennung nicht zu verſagen.
Als Weltmann und auch Ollys wegen bemühte Gerald
ſich daher ſtets, das unbehagliche Gefühl, welches jede
An=
weſenheit des Hofrats ihm einflößte, geſchickt zu verbergen
und es niemals an höflichen Rückſichten gegen dieſen
feh=
len zu laſſen.
Der Tochter hingegen brachten des Vaters Beſuche
immer nur die Erfüllung größerer und kleinerer Wünſche.
„Papa” hatte die elektriſche Anlage im Hauſe bezahlt,
„Papa” war ſo freigebig geweſen, ihr zum letzten
Weih=
nachten ein ſchönes Landaulin=Auto zu ſchenken, und gar
mancher Tauſendguldenſchein aus „Papas” Börſe
wan=
derte zu Ollys Schneider oder Juwelier.
Obwohl der Herr Hofrat von Natur ziemlich knauferig
veranlagt war, ſo beſaß ſie doch ein beſonderes Talent,
den alten Herrn mehr oder weniger gefügig zu machen.
Auch eben jetzt beſchäftigte ſich ihr Geiſt ſchon wieder
ausſchließlich mit dem in Ausſicht ſtehenden Beſuche, und
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
Mein
Dveitur-Ausverkauf
bietet die größten Vorteile.
Abteilung
Trikotagen
Damenhemd-Hosen
gestrickt, feine Sommerware 98 ₰ 1.55 2.15
3 Posten Handschuhe
höher
Serie I
Paar
18₰
₰
Serie II
Paar
32₰
Serie III
Paar
45₰
15625
Damen-Directoirehosen
gute Qualität in allen Farben . .
. von 78 ₰ an
Damen-Strümpfe baumwollene
in schwarz und leder
. 3 Paar für Mk. 1.10
in durchbrochen .
. 3 Paar für 95 ₰
Abteilung
Weißwaren
Damen- u. Kinder-Wäsche
Große Posten Stickereien
weit unter Preis.
Stickereistoffe weiss, 120 cm breit,
reich gestickt .
.. . per Meter von 95 ₰ an
enorm unter Preis.
Serie I Serie II Serie III
Serie IV
4½ Mtr. für
48 ₰ 75 ₰ 95
Mk
125
Auf alle nicht reduzierten Waren
gewähre ich einen Rabatt von
10%
und Rabatt-Marken, oder
14%
in bar.
Inh.:
Ludwigstr. 5
GS. Hechmann Schnnarr. Stepham
Nährend der Reisezeit
werden Pflanzen in Penſion und
Pflege genommen in C. Völker’s
Handelsgärtnerei, Untere
Hügel=
ſtraße 89, Ecke Landgraf Philipp=
(14960a
Anlage.
Rolljalouſie
3 große, guterhaltene, für Fenſter,
zuſam. für Mk. 6, zu verkaufen.
15549sgo) Näheres Expedition.
utbrennende Nußkohlen liefert
G v. Ztr. 1.50 frei Kell. (14798a
Schydlowski, Kl. Ochſengaſſe 13, Lad.
Zahle Geld zurück
Eind prachtrolle
feste und üppige
Büste
und rosige, zarte Haut wie
— Alabaster —
erhalten Sie in kurzer
Zeit nur durch mein
„Allerbest
44
Einzig in seiner Wirkung!
Beein-
trächtigt weder Taille noch
Hüften. Leichte äußerliche
Anwendung. Großartige
Anerkennungen und meine eigene Erfahrung
be-
weisen die Vorzüglichkeit. Erfolg und Unschädlichkeit
(8757a
wird durch Garantieschein verbürgt.
Diskrete Zusendung nur allein durch
Frau E. Fischer, Berlin-Wilmersdorf 49,
Hanauer Straße 30. Telephon: Uhland 4873.
Bei Voreinsendung Dose 3 M., 2 Dosen (zur Kur
er-
forderlich) nur 5 M. franko. Nachnahme u. Porto extra.
Wie man über „Allerbest” urteilt, sagt folgende
freiwillige Anerkennung: Mit Ihrem „Allerbest” bin ich
sehr zufrieden, die Wirkung war eine ganz erstaunliche.
Nehmen Sie meinen herzlichsten Dank. Fr. J. S. in R
Mein Wäſche= und
Ausſtener=Geſchäft
befindet ſich jetzt
Schuchardſtraße 1, I.
(Haus Henkel)
K. Roese,
Hoflieferant. (14946ggs
Bekanntmachung.
Mein
(15250a
Tapeten-Geschaft
befindet sich jetzt
Grafenstr. Nr. 4
vis-ä-vis der Bleichstr.
L. Meinhardt
Telephon Nr. 1961.
Franten Mahral
Selbſtfahrer, Syſtem Lehr,
Pneu=
matik, Fortbewegung durch
Arm=
hebel auf= und abwärts, faſt neu,
ſehr preiswert abzugeben. Näheres
Nieder=Ramſtädterſtr. 30. (*223sgo
Zehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder zu verleihen.
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (14641a
Scheuermann’s Bienenstände
Gartenstadt Hohlerweg 95 — Telefon 1156
Bienenhonig letzter Ernte per Pfd. 1 M.
Verkaufsstelle nur:
L. ENGELHARD Nachfolger, Darmstadt, Gr. Ochseng. 27.
Daselbst auch alle zur Bienenzucht nötige Gerätschaften wie:
Wabenzangen, Imkerhandschuhe, Imkerschleier u.-hauben,
Rauch-
apparate, Königinfangkäfige, Absperrgitter, Ia. Kunstwaben,
Honiggläser etc. etc.
(908a
Teppich
3X4m, gebr., für 10 Mk. zu
ver=
kaufen Erbacherſtr. 57. (*311sg
9 neue Spiral=Feder=Matratzen,
2 Größe 0,98X1,95 u. 1 Sofa bill
abzugeben.
(B14366
J. Friess, Klappacherſtraße 30.
dadurch wurden alle die junge Pflegetochter betreffenden
Angelegenheiten faſt verdrängt.
Schien es doch überhaupt eine Eigenart von Olly zu
ſein, daß ihre Stimmung oft blitzſchnell umſchlug und ſie
ſich gänzlich von Impulſen leiten ließ.
Im hohen Grade empört, ja zornig über Reinettes
Benehmen dem Gatten gegenüber, war die junge Frau
wenige Minuten vorher ins Zimmer getreten, allein
eben=
ſoſchnell hatte ſich ihre Aufregung wieder beſänftigt.
Ja, in der feſten Zuverſicht, daß der „Vatter” bei
ſei=
ner Anweſenheit in Schönſtein ihr zuliebe Rat ſchaffen
und durch pekuniären Beiſtand dem jungen Paare doch
noch vielleicht zum Glück verhelfen würde, ſchmiedete Olly
bereits allerlei Pläne für die Zukunft.
Reinette mußte fort — heiraten auf jeden Fall!
Sie war neuerdings unbequem geworden. Dieſer
dem „Mäd!l” anhaftende und, wie es ſich zeigte,
gefähr=
liche Charme ſollte hier in ihrem Hauſe nicht weiter
Un=
heil ſtiften.
War doch am Koſtümfeſt ein beinahe lächerliches
We=
ſen mit dem unreifen Kinde gemacht worden, das ſie
ärgerte und zur Oppoſition herausforderte.
Ganz unbegreiflich ſchien es auch, daß der verwöhnte
und blaſierte Geldringen ſich plötzlich mit
Heiratsgedan=
ken trug!
Und Gerald?
Nein und tauſendmal nein! Gerald war viel zu edel
und ehrenhaft, um jemals Ideen, Wünſche in ſich
auf=
ſteigen zu laſſen, die
Ganz verſtohlen ſah Olly in des Gatten ernſtes Geſicht.
O, aber er beſaß dennoch jenen faſt krankhaften
Schön=
heitsſinn, dieſen unbegreiflich törichten Hang zu
philoſo=
phiſchem „Getratſch” und „Kunſtſimpeleien”, was ſie haßte
und weit er folchen Gehaitengntsinſch e des er
wünſchte Verſtändnis bei der eigenen Frau nicht fand?
Ein wenig bedrückt und ſchweigend verließ Olly das
Zimmer.
Kommen’s mit, Lex? Ich muß ein biſſerl laufen
eine kleine Indigeſtionspromenad’ machen, ſonſt ſchrein'
mich in Wien die Leut’ auf der Straßen an, daß ich zu
dick gewordn! Ollerl, das liebe Kindl, ſetzt’s uns zu
gute Sacherln bei Tiſche vor, ſagte Hofrat Rau nach
ſo=
eben eingenommenem Gabelfrühſtück und klopfte dem
jun=
gen Studenten vertraulich auf die Schulter.
Baronin Solten lag, eine Zigarette rauchend, ſehr
ſchick angezogen, das ſchöne, blonde Haar reizend friſiert,
im tiefen, bequemen Korbſeſſel auf der Terraſſe und
lächelte geſchmeichelt über das ihr geltende Kompliment.
Gewiß, gern, Herr Hofrat. Ich bin immer ſehr für
Bewegung nach dem Eſſen, erwiderte Lex und ſprang wie
durch Federdruck vom Sitze empor.
Er ſchien ſeine Anſichten plötzlich geändert zu haben;
meiſt verſchwand er ſofort nach dem Mahle und ſchlief oben
in ſeinem Zimmer bis zur Veſper wie ein Murmeltier.
Seit des Hofrats Anweſenheit bemühte er ſich indes
intenſiv, dieſem ſtets gefällig zu ſein.
Wo ſteckt’s denn Ihr hübſches Schweſterl? Wie ein
ſcheu’s Vogerl fliegt’s immer gleich davon!
Der alte Herr ſchaute bei dieſen Worten durch die
Glasſcheiben der Verandatür.
Launen! äußerte Olly ſpöttiſch. Wenn’s junge
Mä=
derlu ſogenannte „Stimmungen” haben, da is nix z
machen.
Lex ſchnippte mit Daumen und Mittelfinger und folgte
den Goſe, der iongten und gradilhiſch die ſeinemnen
Stufen hinabſchritt.
Was hat’s denn die Kleine? Olly ſpielte ſchon öfter
drauf an, daß eine Liebesaffär’ die Urſach’ ſei. Verraten’s
ein biſſerl, Lex. Das Reinetterl iſt ſehr feſch, ſehr
ſchar=
mant, aber ihr trauriges G’ſchau paßt doch net für die
achtzehn Jahr‟. Mich hat’s ſchon ein paarmal ganz
kurz=
weg abg’ſchnappt.
Lex wollte ſich totlachen, denn der alte Herr ſprach
natürlich im Spaß.
Ach, keine Spur, Herr Hofrat. Es iſt nichts — Ernſtes
wenigſtens. Grade mit achtzehn Jahren ſind die Mädels
meiſt gräßlich ſentimental. Jede hat da ihren beſonderen
„Schwarm”, den ſie anhimmelt — ob’s nun ein
ſogenann=
ter Lieblingsdichter, der Klavierlehrer oder ein
Küraſſier=
leutnant iſt!
Eh—! Sollt’s heiraten!
Der Hofrat hatte bei dieſen Worten ſeinen Arm in
den des Begleiters geſchoben, und ſo ſchritten ſie über das
unter ihren Füßen raſchelnde Herbſtlaub auf dem breiten
Wege nach der Gegend des Barockſchlößchens hin.
Die Perſönlichkeit von Tante Ollys Vater flößte
Alexander unbedingte Hochachtung ein, wie überhaupt
je=
der Menſch, der über Reichtümer und eine gewiſſe
Lebens=
ſtellung verfügte.
Ja, des alten Wieners ziemlich ſelbſtbewußtes
Auf=
treten, jene leichtlebige, halb joviale, halb zyniſche Art,
die weltmänniſche Sicherheit, ſowie die Eleganz der
Toi=
lette, welche dem faſt Sechzigjährigen noch einen Schimmer
von Jugendlichkeit verlieh, imponierte ihm, und vom erſten
Augenblick an hatte er ſich um deſſen Gunſt beworben.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Seite 15.
Briehinkels Sunndags=
Noochmitdags=Bedrachtunge.
Fortſetzung der Bedrachtunge iwwer die Kinſtler=Kolonie=
Ausſtellung. Für Abbonementen frei Milledehr unter
zehn Jahren un Kinder vom Feldwebel abwärts zahlen
die Hälfte. Wer niſcht drinn war, derf ſich ſei Friehſtick
eneiwickele.
Nemlich do hob ich widder in Brief krickt, uff mein
Kollonie=Addickel, vun aanem nomens „Cajo”. (Ich hab’s
ganze Adräßbuch dorchgeblättert, awwer ich hab’s Herr
Cajos net drinn gefunne.) In ſellem Brief hott mer ſeller
Herr Cajo ſo ſchmeichleriſchhafte Lobhuddlereie geſagt,
wann ich die abdrucke hett loſſe, weer ich vor mei Lebdag
blamiert geweſe. Nadierlich hott er ſich aach driwwer
uff=
geregt, weil ich mich in de Melodie beim meim Kolonie=
Himmnuß geärrt gehatt hatt. Als wann aam des net
vorkumme kennt, nooch dem aſtrengende Jubiläumsjahr
anno 1913, wo mer beinoh alle awend „Es brauſt ein Ruf”
un „Deutſchland, Deutſchland über alles” geſunge hawwe,
daß mer de letzt for lauter Paddriodißmuß ganz
mickedor=
melich is worrn. Un iwwerhaubt wollt ich bloß emol
ſehe, ob die Melodie beim verehrlichte Herrn pp.
Publi=
gumm aach ſitzt, un ob ſe ſoviel Padriodißmuß im Bauch
hawwe, daß ſe vun ſelbſt erausfinne, welch als die richdich
Melodie is; es war alſo gewiſſermaße e muſigaliſch Räzel.
odder zu deitſch en Räbuß. (Gottverdullich, do hab ich
mich emol ſauwer eraus geloge, wer deß glaabt, kann ſich
von ſchreiwe un kann ſich de neie Brabander gewe loſſe
mit Aachelaab un Säwwel.)
Un dann hott ſeller Herr Cajo noch emol agefange
vun dene Löwe. Ich maan, ich hett doch die Sach jedem,
der wo net grad ſei Hoſ’ mit de Beißzang azieht,
ver=
ſtendlich genug ausenannerpoſſamendiert. Un drotzdem,
daß ich mer Franze an de Schnawwel gebabbelt hab ſo
groß wie Vorhangskorddele, ſo bin ich doch net verſtanne
worrn, un ich ſag bloß ſoviel: ich hab in meim ganze Läwe
noch ſo kaa Löwe geſehe, die wo ſo viel vorſtelle kenne,
wie die ſex Kollonielöwe! Deß ſin die reinſte
Verwand=
lungskinſtler, dann jeder, wo ſe aguckt, der ſieht e anner
Dier in en, bloß kaan Löb.
Iwwrigens hott ſich unſer Raabdiermenaſcherie um
zwaa Löwe vermehrt. Dick un braad ſtehn die
momen=
dan vorm Muſeum un gucke in die dreckig Weſchſchüſſel,
vulſcho Schbringbrunne, awwer wann ſe ſich aach die
Aage aus em Kobb gucke, die Vunndähn ſchbringt bei dere
haaße Widderung halt net heecher. Un wann ſe ſchun bei
Uloßem Rechewetter net ſchbringt, die Ooſevunndähn, dann
kkann mer net verlange, daß ſe bei fimfunzwanßig Grad
ſm Schadde aach noch de Höherekord breche ſoll.—
Un domit kemt alſo jetzt die Fortzetzung
vun meine
Sunndagsnoochmitdagskinſtlerkolonieausſtel=
lungsbedrachtunge. Für Abonnementen ſind dieſellwichen
ffrei, Milledär un Kinder vom Feldwebel abwärts zahlen
die Hälfte, un wer ſich net for Kunſt indräſſiert, brauch ſe
met zu leſe.
Ja, alſo nemlich die Kunſt. Do werrn Se mich vor
falle Dinge emol frage: Was iſt die Kunſt?! — Deß will
ich Ihne verklickern. Alſo die Kunſt is wann mer ſeegt:
deß is ſchee un deß gefellt mer! — Awwer heidichendags
ſin mer uff ere Kulldurſtuf agelangt, daß mer iwwerhaubt
met mehr ganz genau waaß, was ſchee un was gaſchdich
is; un wos mer zum Beiſchbiel als ſaumäßig ſchläächt
agucke, deß kann in Werklichkeit ſaumäßig ſchee ſei, un
deß is valleicht grad die richdich Kunſt, uff die mer geword
hott, wie uff en Meſſias. Bloß, mir ſin zu dumm dezu.
daß mer deß begreife, un bis mer’s begreife, is es meiſtens
ſchun zu ſpät, indem daß do ſchun widder was annerſter
ſchee is un als alleinſeeligmachende Kunſt gilt! (Alſo, deß
hab ich widder emol ſchee zuſammegediffelt, deß muß ich
ſelwert ſage, un deß kann mer aam aach mit eme Kliſtier
net ſcheener beibringe, un wann aaner jetzt noch net
waaß, was die Kunſt is, dann kann er ſich haamgeige loſſe
mit Pauke un Drumpete.)
Nochdem ſe alſo jetzt genau wiſſe, wos die Kunſt is,
werd’s Ihne aach net mehr ſchwer falle, ſich in de
Aus=
ſtellung zurecht zu finne.
Freilich, es geheert jo als emol e bische arg viel
Kuraſch dezu, wann mer offe un frei erausſeegt: deß is
ſchee un deß gefellt mer! Beſunners der Kinſtler, der wo
die merkwerdiche Löwediern erfunne hott, der ſtellt als
emol in dere Beziehung verflucht große A’forderunge an
die Publigimmer, indem daß die Männercher, die wo er
genacht hot, mitmner ausſehe, als heit ſe e
Lätſchlon=
didder gebacke. Awer deß muß ſo ſei, deß is „kuhbiſtiſch
Bildhaagerei‟. Daß es nu ſo Dabbeſe gibt, die wo in
ihrm kindliche Unverſtand ſoe Fiſchur vor die Armebir
agucke, weil ſe die Hand hiehellt, un ſchmeiße in ihrer
Gutmiedichkeit e paar Fennich nei, deß ſoll mer net for
menſchunmeeglich halte, die hawwe ſcheints in ihrm ganze
Läwe noch kaa Betſchweſter geſehe mit eme buddiſtiſche
Tiefuß. Allerdings, es haaßt jo zwar:
„Häßlichkeit entſtellet immer,
Selbſt das ſcheenſte Frauenzimmer”.
Awwer deß is grad die Kunſt, wann en Kinſtler hergeht,
nimmt en Staa vun e Stickerers fimf Zentner, dreht en e
paar mal in de Hend erum un ſchreibt nochher drunner:
Dieſes ißt eine Blaßdick namens „Der Schlaf”, odder ſo.—
Dene Moler ihr Bilder ſind dißmol leichter zu
be=
greife, indem daß mer ſchun uff zehe Meter gege de Wind
waaß, wos ſe vorſtelle ſolle. Beiſchbielsmeßig de Herr
Pellar, der hott de richdiche Dreh raus. Anſcheinend
molt er net bloß mit Eſſig un Eel, ſundern er macht aach
e bische viel Peffer un Salz, Maggie, Knorrſoos un
Babbrigah in ſei Farwe, dann ſei Bilder hawwe all ſo e
bische was Piggandes, mer ſchbiert ſe orndlich uff de
Zung. De Herr Oßwald doherngege geht mit ſeine Farwe
es bische arg verſchwenderiſch um, zu eme Bildche verzich
uff ſächzich, brauch er ſo viel Eelfabb, daß mer ruhig noch
e Kich mit weiße kennt. Ich maan, er ſollt doch mit dem
deiere Farwemaddrial e bische ſparſamer umgeh, ſunſt
kimmt die Kolonie im Läwe uff kaan griene Aſt.
Aach die Klaakunſtboßler, die Goldſchmid un ſo, die
hawwe eins A, äff äff, null null, prima prima Sächelcher
zuſammegedeixelt. Freilich, wann mer dene was zu mache
gibt, valleicht bloß e Saafeſchiſſelche zum Raſſiern, odder
ſo, noochher laaft des gaſchdich in die Kreide, dann die
Herrn gehn mit dem Gold un Silwer um, als wer’s Blech,
un Edelſtaa hawwe iwwerhaubt kaan große Wert bei en,
ſo dhun ſe mit wertſchafte. Degege wann mer ſich im
Herr Großherzog ſeine Buchdruckerei ſei Fiſſiddekarte
drucke leßt, deß is ſchun e bische billiger.
Awwer die Aſchidäckte, deß ſin Kerl! Die hawwe’s
los! Gottverdebbel, die hawwe derr Ihne widder Baude
hiegewixt, de Staat all. Am Bladahnehain werd kaaner
was dibbe wolle, do gibt’s ſogar e warm und e kalt
Ab=
deilung, un dann der Brunne for de ruſſiſch Kabäll mit
dem Waſſerbaſſäng (Hergott, wann deß Ebbelwei weer!),
un dann em Herr Großherzog ſei muſigaliſch Stubb, mit
dere Orchel drinn (wann ich do mei Ziehharmonigah
de=
gege halt!). Wie ich do mit meim Staarösche drinn
ge=
ſtanne hab un die Orchel (ich maan die werklich, net mei
Fraa) hott algefange zu ſchbiele, do is mer’s ſo feierlich zu
Mud worrn, un mei Settche wollt grad afange zu ſinge:
Ach bleib mit deiner Gnade”, awwer ich hab er noch
ge=
ſchwind ’s Maul zugehalte. Un dann die Badeſtubb
(wann do de Herr Großherzog drinn bad, dann kann er
emol an mich denke), ach, un dann der Modebaffeljong
mit dene neimodiſche Klaader, alles „haude nohefeaute‟.
No un dann de Kluh vum griene Kees, deß ſin doch
die Mietshaiſer! Freilich do kann heechſtens aaner dro
denke, der wo mindenſtens mit em Herr Generalbardon
uff em Dutzfuß ſteht un hott bei de Wehrſteier en gehörige
Dubbes falle loſſe. Do is nemlich alles uffs feinſte un
koſtbarſte gemacht un ich glaab kaum, daß ſe en dannerne
Bettſtolle drinn finne. Un dann: alles ſtiehlgerecht! Nix
zu maxe! Die Stuwwe, die Möwel, die Suppeſchüſſel, de
Waſſerſtaa, die Better un ſogar was drunner ſteht, alles
ſtiehlächt. Unner uns geſagt, ich glaab jo, daß ſich in all
dere Stiehlächtheit mei Settche ſchlecht drinn ausnemme
dhet, awwer drotzdem, wann ich Geld hett, wie ich kaans
hab, dann dhet ich mer ſo e Mietshaus miete, un dann
dhet ich alle Dag in eme annern Stockwerk wohne. Da
braicht mer ſich wenigſtens net vun dene Leit ſchikaniern
zu loſſe, die wo iwwer un unner aam wohne; ſchließlich
kennt mer ſich im Notfall als emol ſelwert uff em Kobb
erum danze.
Zu dem Zweck hott awwer de Owermächer vun de
Kolonie, de Herr Müller, des
auseannerundwidderzu=
ſammemachbare Summer= un Winterurlaubshaische
er=
funne. Alſo deß is ſauwer, un dodegege is de Richters
Staabaukaſte de reinſte Waaſebub. Deß hott mer ſo gut
gefalle, daß ich unbedingt un unner alle Umſtend e Liedche
driwwer dichte muß. Die Melodie is meim Kolleg
Käſe=
bier aus em Filmzauwer ſei Lieblingsmelodie, die ſingt
er immer, wann er vor ſeine Miehl ſitzt.
Des Halsche
Drowe uff de Kollonie
Steht e klaanes Haische,
Deß baßt nemlich wie noch nie
For e Urlaubsraische.
Hott mer Luſt, dann packt mer’s ſchnell
In en Möwelwage,
Erjendwo an Ort un Stell
Werd’s dann uffgeſchlage.
So e Haische is gemietlich
Un ſo niedlich, niedlich, niedlich;
Haische, du klaanes Haische,
Du wäxt wie e Blumm aus em Gras,
Haische, du goldich Haische,
Ja du ſtickſt mer ſchun lang in de Nas.
Ob’s im Summer ſiedehaaß,
Ob’s im Winter kalt is,
Deß ts Worſcht, weil dorch die Raas,
Gorkaa Uffenthalt is.
Un der „Umzug” ei der Schlag,
Muß ſich jetzt erſt lohne
Kann mer alle verzeh Dag
Mol wo annerſt wohne.
So e Haische kaafe dhet ich,
Weil es nehdiſch, nehdiſch, nehdiſch.
Haische, du klaanes Haische,
Du wärt wie Blumm aus em Gras,
Haische, du klaanes Haische,
Ja du ſtickſt mer ſchun lang in de Nas.
Iwwerall, wo’s aam gefellt,
Kann mer ohne Boſſe.
Kinfdich ſich for wenig Geld
„Haislich” niederloſſe.
Is mer wo die Gegend mied,
Dhun die Leit aam ärgern,
Brauch mer jetzt ſich, wie mer ſieht,
Nergends eizubergern.
So e Haische meinerſeele,
Dhat uns fehle, fehle, fehle.
Haische, du klaanes Haische,
Du wäxt wie e Blumm aus em Gras,
Haische, du goldich Haische,
Ja du ſtickſt mer ſchun lang in de Nas.
Doch des Haische iſt allaa
Net blos dransbordawel,
Naa, guckts Eich vun inne a‟,
S is aach kummfordawel,
Ja vum Dach bis zum Padärr
Dhat mer’s ausgeſtalte,
Alles, bis zum Nachtgeſchärr,
Deß is drinn enthalte.
So e Haische, deß is fackdiſch
Aißerſt prackdich, prackdich, prackdich.
Haische, du klaanes Haische,
Du wäxt wie e Blumm aus em Gras,
Haische, du goldich Haische,
Ja du ſtickſt mer ſchun lang in de Nas.
Korz un gut, daß Haische is
Billig aach zu nenne,
Un e jeder werd gewiß
Sich ans leiſte kenne.
Uff die Art do kimmt mer jetzt
Zu me klaane Landhaus,
Brauch mer’s net mehr, werd’s verſetzt
Un es kimmt ins Pfandhaus!
So e Haische is net ohne
Dhut ſich lohne, lohne, lohne!
Haische, du klaanes Haische,
Du wärt wie e Blumm aus em Gras,
Haische, du goldich Haische,
Ja du ſtickſt mer ſchun lang in de Nas.
So, deß weer’s alſo widder vor dißmal. R. Sch.
(27a)
Grover Eineleam Inveitur-Ausverkauf
90 cm breit
67 cm breit
60 cm breit
Einoleum-Laufer per Meterv. 85 an per Meter v. 1.10 an per Meter v. 1.40 an
200/300
cm
180/250 cm
150/200 cm
von 14.50 an
von 9.75 an
von 3.50an
Linoleum- Tepplcne
Linoleum zum Auslegen ganzer Zimmer etc., größte Auswahl, Ia Fabrikate . . per Quadratmeter von 1.45 an
in einfarbig, Inlaid und Granit, passend für kleinere
Einoleum-Reste Zimmer und Teppiche, selbst neueste Muster, ehorm billig
Spezial-Abteilung
Alter für LINOLEUm.
Laufk
Ernst-Ludwigstrasse 4.
Ernst-Ludwigstrasse 4
ANZEIGEI
Dus Wanderer Tantrad
ist das beste deutsche Fahrrad und
erhielt den Grand Prix 1900 Paris, 1908
San Remo, 1908 Genua, 1910 Brüssel,
1911 Turin. Wanderer-Räder haben eine
unbegrenzte Lebensdauer und kosten
nicht mehr wie die anderen Marken.
Zu haben bei:
Donges & Wiest, Grafenstr. 26
Reparatur-Werkstätten mit elektr. Betr.
Darmſtädter Tagblatt,
Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
Seite 16.
JCUFfNFNTTEN
HOF-MOBELFABRIK
Wilhelminenstrasse 25
Besonders schenswerte Ausstellunden
13548a
Ständige
Ausstellung
Wilhelminenstr. 25
150 komplett
eingerich-
tete Musterzimmer in
allen Preislagen
Künstler-Kolonie
Haus Trier
Olbrichweg 12
Drei komplett eingerichtete
Etagen nach Entwürfen der
Architekten Margold, Prof.
Müller und Prof. Körner
Städtisches Aus-
Stellungsgebäude
Grosser Bibliotheksraum
nach Entwurf von
Archi-
tekt Emanuel Margold
Tapeten-Reste
und zurückgeſetzte Muſter, ſolange Vorrat, zu jedem
(14981a
annehmbaren Preis.
Wilhelm Ehrhardt
Damen-Frisier-Salon
Neueste
Apparate!
Einzel-
Kabinen!
Kopfwaschen 1 M.
Kopfwaschen
mit Ond. 1.50 M.
Kopfwaschen
für Kinder 75 Pf.
Frisieren 75 Pf.
Friedrich
Tillmann
Damenfriseur.
Elisabethenstr. 21.
Telephon 2231.
Hasslachol
das beſte Fußbodenöl,
patentamtlich geſchützt.
Parkett-Wachs
weiß und gelb.
Cirine
in Blechflaſchen
Mk. 1.—, 1.50 und 2.50.
Parkett-Rose
feſt und flüſſig.
Parkett-Seife
Wachſin, flüſſiges
Bohner=Wachs.
Man trinke jetzt nur noch
Vilbeler Mineral-Wasser
vom Hassia-Mineral-Spradel Vilbel
in Patentflaschen à 1 Liter Inhalt
(B15023
Flaschen leihweise.
Allein-Vertrieb:
Jacob Weber, II Nene Niederstrasse 1
Mineralwasser- und Biergroßhandlung.
Apoſtelbräu=Flaſchenbiere.
Telephon 837.
Franko- und prompter Versand nach allen Stadtteilen.
Stahl-Spähne
Terpentin, Terpentin=Erſatz
Pinsel u. Bürsten
in reicher Auswahl.
Billige Preiſe, fachmänniſche
Bedienung bei
(12675a
Frankfarterstr. 12/14.
Fur die Reisezelt
empfiehlt
Schwammbentel
Reise-Luftkissen
Reise-Badewannen Badehauben
Reise-Waschbecken Seifentaschen
Trinkbecher
Reise-Irigatore
Gummi-Wäsche
Reise-Wärmeflaschen
M
große
Zuſchneidetiſch, 2.m lang und
ineratwaſſerwoagen mit Zu=
(*341
behör zu verkaufen. Näh. 1 1 m breit, zu ver
Ernſt=Luduchr : II.
Bachg. 9, 2. Stock. (*301sg!
öhnlichleret bipalchat
bei Traisa
liefert frei ins Haus (15319a
Himb.: I 50 Pf. d. Pfd.
II 40
Johsb: 20
Helles Jackenkostüm
(Gr. 44), 5 Mk., gelbes
Leinen=
koſtüm (Gr. 44), 6 Mk., verſchied.
Bluſen zu verkaufen (*326
Bertſtraße 37, part.
Schulstr. 1
am
in grösster Auswahl billigst
Ludwigsplatz. Herm. Heinmaner
Telephon 2508
(15261a
Schulstr. 1
am
Ludwigsplatz.
Erstes Gummi-Spezialgeschäft am Platze. —
* Brennnolz A
in Schwarten oder Klötzchen, kurz geſchnitten, prima trocken, daher
direkt zum Anfeuern verwendbar, liefert per Zentner Mark 1.40
inkl. Oktroi, frei Keller
J. Awerbuch, Wendelſtadtſtr. 47, Telephon 1422.
NB. Bei Fuhren von 10 Zentnern bedeutend billiger. (14274a
Schwarze
Johannisbeeren
ca. 80 Pfund, per Pfd. 18 Pfg.,
hat abzugeben Dr. Büchner
(15576
Pfungſtadt.
-
junge Oleanderbäumchen, 2
weißblühend u. 1 rotblüh, bill.
zu verk. Kiesſtr. 8, Hths. I. (*337
Wegen Platzmangel
billig zu verkaufen:
1 Holz=Waſchmaſchine, 1 Obſtpreſſe
(Marke Aal”), 1 Zither. (*368
Adolfſpießſtraße 23, pt. I.
Emil Schultze,
Klavierſtrmmer Kammermuſik.,
Herderſtr. 11, empfiehlt ſich. (15062a
Nr. 132.
Sonntag, 5. Juli.
104.
Weiblich
Ein
Fräulein
18 Jahre alt, perfekt in der
kauf=
männiſchen Buchführung,
Steno=
graphie und in der Handhabung
der Schreibmaſchine, ſucht, um ſich
zu verbeſſern, anderweite Stellung
auf ein größeres Büro. Gefl. Off.
unter E 71 an die Expedition ds.
Blatttes
(B15449
Tücht. Buchhalterin, mit allen
Kontorarbeiten vertraut, ſucht auf
1. Aug. Stellung. Offerten unter
E 63 an die Exped. d. Bl. (*356
längere Jahre bei
Schneiderin, Hoflief. Glara Bley
beſchäftigt, nimmt Kundſchaft an
in u. außer dem Hauſe. Off. unt.
P 17 an die Exped. (B15612
S
Schneiderin empf. ſ. . u. a. d. H., a.
Kindgdb. Karlſtr. 41, III. (*372
Alleinſt. Frau empf. ſich im
Aus=
beſſern v. Wäſche, Anfertigen v.
Kinderkl. Taunusſtr. 45, Mſ. r. (*fsg
Putzmacherin
ſucht in Darmſtadt od. Umgebung
Stelle. Würde auch Filiale
über=
nehmen. Gefl. Offerten unt. F 9
an die Expedition d. Bl. (*370
utempf. Frau ſ. d.Woche 2-=3
Gmal ſtündl. Beſchäft. od. h. Tag.
putz. Off. u. E 97 an die Exv. (*329
Junge Frau ſucht in der Nähe
d. Herdwegs Laufſtelle f. morgens
2 Std., nachm. 1—2 Std. Näheres
Herdweg 17, Seitenbau. (*346
Fräulein ſucht Stelle als
Haus=
mädchen oder zu einzeln. Dame als
Alleinmädchen
per 1. Aug. nach Darmſtadt. Off.
unter L. 5. 18. postlägernd
Michelstadt.
(*355
Männlich
ſucht
Be=
n
iger Junge ſchäftigung.
fragen bei Leißler, Kranich=
(*331
ſtraße 8. —
Stud. arch.
5 Sem., ſchon auf Büro gearbeitet,
ſucht Stellung hier oder in
Um=
gegend bei einem Architekten, auch
als Volontär. — Gefl. Off. unter
E 51 an die Exped. ds. Bl. (*140fg
Welblich
Anfängerin, m. ſchöner
Fräulein Handſchrift auf Bureau
geſucht. Off. m. Gehaltsangabe u.
D 99 a. d. Exped. (*17781mfg
Tüchtige
Verkäuferinnen
für unſere
Manufakturwaren=
Abteilung
zum alsbaldigen Eintritt
ge=
ſucht. Offerten mit
Zeugnis=
abſchriften ev. perſönliche
Vor=
ſtellung erbitten
(15249a
Gebr. Rothschild
Markt.
Verkadfern
in Detailgeſchäft tätig, erfahren,
gewandt, gut empfohlen, zum
bald. Eintritt geſucht. (15629
D. Faix & Söhne.
Jüngere
Kontoristin
welche gut rechnen kann
und ſchöne, flotte Handſchrift
hat, zum ſofortigen
Ein=
tritt geſucht.
(15632
S. Wronker&Co. Nachf.
Mehrere tüchtige
Schheidermnen
für unſer Aenderungs=Atelier per
(15603goi
ſofort geſucht.
eht. elbent, anſt
mit guten Kenntniſſen im Maſchin. u. Stenographier. geſucht.
Offerten unter Angabe des Alters
und der ſeitherigen Tätigkeit an
Chiffre F 6 an die Expedition
dieſes Blattes.
(15587
Tüchtige Kontoriſtin per ſofort
oder ſpäter geſucht. Offerten mit
Zeugnisabſchrift. u. Gehaltsanſpr.
u. F 21 an die Exped. (*397go
Zuarbeiterin u.
Lauf=
mädchen geſucht
Fr. Schäfer, feine Dam.=Konfektion
Bismarckſtraße 24 I. (*348
I. Fanor
as bokterm
die n. i. erſtklaſſigen Ateliers tätig
war, zur Leitung der Arbeitsſtube
bei hohem Lohn geſucht (*349
Fr. Schäfer, feine Damen-Konfektion
Bismarckſtr. 24 I.
Schulentlaſſ,
häusl.
reinliches Mädchen Arbeiten
geſucht.
Hochſtraße 2. (*333
Brave unabhäng. Lauffrau oder
Mädchen geſucht, für morgens 2
bis 3 Stund. u. mittags z. Spülen.
Herderstr. 17, I. (*396
Junge Frau kann durch
Ueber=
nahme einer Vertretung guten
Verdienſt finden. Kein Kapital
nötig. Offerten unter E 70 an
die Expedition ds. Bl. (*211
Zum baldigen Eintritt von
Fa=
brik Nähe Heidelbergs eine reſolute
womöglich alleinſtehende
Ver=
Arbeiterin
geſucht, welche zum Aufſichtführen
geeignet iſt.
(*379gm
Angebote mit Lebenslauf,
Zeug=
nisabſchriften u. Gehaltsanſprüchen
bei freier Wohnung, Licht und
Brand unter F 14 an die Exped.
Jüngere Perſon fürHausarbeit
täglich 2—3 Uhr geſucht, Lohn
Mk. 7.—. Vorzuſtellen 1—2 Uhr.
Adreſſe: Expedition d. Bl. (*339
Mädchen geſucht von vormit.
9 Uhr bis nach Tiſch.
(*377
Kaupſtraße 54, Laden.
Moaistin.
Suche per ſofort oder 1. Auguſt
tüchtige, ſelbſtändige I. Arbeiterin
und 2 Lehrmädchen (15456sgo
A. Reith-Reinicke
Ernſt=Ludwigſtraße 24.
kehrmädhen ſafart geſucht
E. Köhler, Damenfriſeur,
Ernſt=Ludwigſtraße 22. (*365go
wird angeleitet und
Fräulein erhält gute Bezahl.
im Zuſchneiden. Angebote unter
E 23 an die Exped.
(*401
Haus= und
Küchenmädchen
per ſofort geſucht, eventl. auch zur
Aushilfe. Grafenſtr. 18, pt. (*255sg
Jüng., ſaub. Mädchen mit gut.
Zeugniſſen ſofort geſucht. Näh.
*240sg) Taunusſtraße 15, part.
Saub. Laufmädchen
für Vor= u. Nachmittags geſucht.
*227sg)
Dieburgerſtraße 52.
Reſſeres, zuverläſſiges
Haus=
mädchen geſucht
Pension Röpke,
Bismarck=
sg
ſtraße 21.
Lädchen zwiſchen 14 u. 16 Jahr.
Mzu zwei Kindern geſucht.
*330)
Grüner Weg 19.
SüChE
Mädchen, welche kochen können zu
2 Leuten u. kleinem Haushalt, 30
bis 35 Mk. Lohn. Ein gewandtes
Zimmermädchen n. d. Bergſtraße.
Empfehle ein beſſeres 27jähriges
Zimmermädchen, ein beſſ. Mädchen,
welches ſich im Haushalt weiter
ausbilden will, ſowie mehrere junge
Mädchen (*399go
Kath. Jäger, gewerbsmässige
Stellenvermittlerin, Luisenstr. 34.
ufwartung v. einz. Herrn im
Johannesviertel ſof., 2mal
wö=
chentl. 1—2 Std., geſ.
Adreſſenab=
gabe unt. E 81 Exped. (*251
Männlich
Angehender Kommis
von hieſig. Kolonialwaren=Engros=
Geſchäft zum baldigen Eintritt
gesucht.
Derſelbe muß in dieſer Branche
gelernt haben. — Off. mit Angabe
von Gehaltsanſprüchen unt. E 45
an die Expedizion erbeten. (*152fsg
Alte, ſehr gut eingeführte
Ver=
ſicherungs=Aktiengeſellſchaft (U. H.
W. E. D. u. F.) hat eine
Haupf-Agentur
für Darmſtadt und Umgegend
zu beſetzen. Es werden hohe
Ab=
ſchlußproviſionen u. Bürozuſchuß
gewährt. Beſtand vorhanden. Off.
unt. F. P. U. 879 an Rudolf
Mosse in Frankfurt a. M. (I,15626
für den Verkauf
Niederlage von Fabrik=Reſte
an zahlfäh. Leute a. eig. Rechn.
allerorts zu verg. Off. u. Chiffre
„Elſäſſer Fabriken” an
Haasen-
stein & Vogler, Mühlhausen i. E. (I115620
u. mehr im Hauſe tägl.
9—10 M. zu verd. Poſtk. genügt.
Rich. Hinrichs, Hamburg 15. (15619a
Heimarbeiter:
Jüngerer Arbeiter auf Sohlen u.
(B15613
Fleck ſofort geſucht
Sandbergſtraße 19.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
Ausstellung
stilger., einfach bürgerlicher
sowie vornehmer
Wohnungs-Einrichtungen
für jeden Geschmack, in
allen Holz- und Stilarten,
sowie Preislagen.
IVIUDEE-T12135
IIIR
Neu eingeführt!
Zwei Preise-System
Differenz
zwischen
Bar-
Bar- und
Preis 1 Zielpreis
nur 10 %
Ziel-
Preis
Besuch meiner Ausstellungsräume ohne
— jede Kaufverpflichtung.
A1Dr lvr Krilert
Darmstadt, Bleichstrasse 51.
Uebervorteilung hierdurch
ausge-
schlossen, da jeder Gegenstand mit
zwei Preis-Auszeichnungen, Bar-
Preis und Ziel-Preis, versehen ist-
(15136a
Hofreite mit Wohnſtub., Scheuer,
Stallungen, Kellerräumen zu ver=
mieten evtl. zu billigem Preiſe zu
(II,15621 394go) Adam Wesp III. Kleines Haus
Eberſtadt, 5 Zimmer, all. Zubehör,
Stallg., Waſchk., gr. Pflanzgart. m.
tragb. Obſtb. zum Preis v. 6200 Mk. M 4500 Mk. als II. Hypothek!
an ſichere Stelle f. alsb. geſ. Gefl.
Off. u. D 43 a. d. Exp. (14935a Hypotheken-Kapital
für erſte Stellen zu 4½ % abzu=
geben. Näh. durch die Firma Julius
Kahn, Schulſtr. 15, Tel. 135. (*366go (B14189 Kandidat des Lehrt, bittet Edeld.
um
lein Darlehen v. 500 Mk.
für Beendigung des Studiums geg.
dopp. Sicherh. Gefl. Offert. unt. P 4
an die Exped. d. Bl.
(*352 . Ly Pochokengetder
für 2 Einfamilienhäuſer in nächſter
Nähe Darmſtadts, von je 7000 M.,
50—60 % der Taxe, von ſolventem
fußes uſw. Off. unt. G 98 an
die Expedition.
(B15615 In hochrentabler Fabrikation
mittät. Herr mit 3000 M. geſ.
Off. u. F 13 an die Exp. (*390 Wer übernimmt einen
von 2000 Mk.
Reſtkaufſchilling auf gutes
Geſchäftshaus. Off. unt. F 19
an die Expedition.
(*388go TI. u. L. Ly potheken
jeder Höhe, von bedeutender bel=
giſcher Verwaltung ſofort zu haben.
Anfragen an den Rendanten
Herm. O. Berger
Antwerpen, Boite 317. (*373 Darlehnsvermitler
denen an prompt. u. reellen Arbeit.
gelegen iſt, überall geſucht. Aus=
führl. Angeb. unter D. U. 5999
an die Annoncen=Expedition
F. Schatz, Duisburg. (15591 Existenz
85% gewinnbringende Lizenz der
Schuhbranche für den Kreis Darm=
ſtadt umſtändehalber alsbald zu
verkaufen. Auch für Nichtfachleute
geeignet. Geſchäft beſteht in Darm=
ſtadt u. kann durch Gründung v.
Filialen, ſpeziell in größeren Ort=
ſchaften, große Mehr=Einnahme er=
zielt werden. Näh. Büro „Atlas”,
Darmſtadt Rheinſtraße 2. (*322 Wirtschaft
von kautionsfähigen Wirtsleuten
zu pachten geſucht. Offerten unter
IF 2 an die Exped. d. Bl. (*343 zu Gärtnerei=
Garten zweck. zu pacht. geſ.
*294sgo) Fuhrmannſtr. 12, I., St. r.
Bezitns Vertretung
für Autokaſko=, Juwelen= u. Montageverſicherung (neueſte Branche)
ſofort zu beſetzen.
Es werden gute Bezüge gewährt. — Gutangeſehene Herren oder
Firmen werden zur gefl. Offertabgabe eingeladen sub G. 5288 an verkaufen. Näheres bei dem Beſitzer
Haaſenſtein & Vogler, A.=G., Frankfurt a. M.
waren=Lufomaren=
Geschäft sucht überall gegen hohe Provision, ev. Vorschuss
gegen Sicherheit tücht. Vertreter die mit Branche vertr.,
be-
vorzugt. Offerten unter V. Ph. 566 befördert Rudolf Mosse, zu verk. Offert. u. F8 Exped. (*360
Berlin C., Königstr. 56.
(I.15597
Solten gute Lristenn
ſichert die Uebernahme der Generalvertretung einer auswärt.
Nahrungs=
mittel=Fabrik. Betr. Art. iſt ein Schlager, auf den direkt gewartet
wurde. Spielend leichter Verkauf. Keine Lizenzſache. Nur ca. Mk. 300.−
erforderl. Off. u. L. R. 8133 an Rudolf Mosse, Leipzig. (I,15596
Düngemittel
Tüchtige Reiſende gegen hohe
Proviſion ſucht
(II15593
H. L. Löwenstein
Frankfurt a. M., Mittelweg 47.
Tüchtige (5317g
Möbelbeizer
und Wichſer
finden dauernde Beſchäftigung.
Süddeutsche Möbelfabrik
Mannheim-Industriehafen.
Tüchtige
Fräser
für Planfräsmaſchinen geſucht.
Carl Schenck
Eiſengießerei und Maſchinenfabrik,
G. m. b. H. (15590go
Filiale Arheilgen.
Geſchickter Junge für leichte
Arbeiten in dauernde Stellung
gegen Vergütung geſucht.
Darm=
ſtraße 10.
(*354
Schulpflichtiger,
ſauberer Taufburſche
geſucht C. C. Kleber,
Mathilden=
platz 19.
328
Zum baldigen Eintritt ſuchen
wir
Lehrling
aus achtbarer Familie.
So=
fortige Bezahlung. (15630
D. Faix & Söhne.
Lehrlin:
auf Anwaltsbüro geſucht. Ein
(15580goi
tritt alsbald.
Rechtsanwalt Kalbhenn,
Hügelſtraße 37.
Lehrling mit ſchöner Handſchrift
geg. Vergütung auf Kontor geſucht.
Karlſtraße 54.
Lehrling
für kaufm. Geſchäft bei ſof. Vergüt.
geſ. Off. u. F. 22 a. d. Exp. (*398gm
Mer
Kleines Haus
mit gutgehendem
Kolonialwaren=
geſchäft, in ſchöner Lage, ſof.
preis=
wert zu verkaufen. Offerten nur Herrn geſucht. Angabe des
Zins=
von Selbſtreflektanten unter F 3
an die Expedition d. Bl. (*345
Einfamilienhäuſer
Wir suchen und Bauplätze
in den Gemarkungen Darmſtadt,
Arheilgen u. Eberſtadt, zu kaufen
oder gegen reelle Werte zu tauſchen.
Büro „Atlas‟, Darmstadt
Rheinſtraße 2. (*321sg
(Blendſteinh.),
Privathaus Ia Lage, 225
Zimmer, nebſt ſchöner Manſarde,
ohne Vis-ä-vis, mit Garten, ſehr
billig (u. Taxe) zu verkauf. Off. u.
Postlagerkarte 99, Darmstadt. (*323sgm
Liegenschafts-, Häuser- und
Geschäfts-Angebote, sowie
Tauschgeschäfte
in groß. Auswahl für Darmſtadt,
Heſſen u. außerhalb Heſſen.
Fach=
männiſche, ſpeſenfreie Bearbeitung.
Büro „Atlas”, Darmſtadt, jetzt
Rheinſtraße 2.
(14618a
Ich beſchaffe fortgeſetzt
f. Geſchäfte, Induſtrie u. Gewerbe,
Landwirtſchaften, Grundbeſitz ꝛc.
Käufer u. Ceilhaber
und kann ſolche im ganzen
Deut=
ſchen Reich jederzeit nachweiſen.
Köln a. Rh.,
Conrad Otto, Gewerbehaus.
Durchgreif., v. gerichtl. vereid.
Sach=
verſt. als reell u. gut anerk. Vermittlg.
ſchnell verkaufen will oder
Wel Teilhaber ſucht verl.
meinen unverbind. Beſuch. (II,10669
Herrschaftl. Besitzung zu verkaufen!
In dem vornehmſten Villenviertel iſt eine mit allen
modernen Anlagen verſehene, neuzeitlich eingerichtete
Villa, beſtehend aus großer Diele, 18 Zimmern und
Nebenräumen, Autogarage und gut gepflegtem Garten,
umſtändehalber unter ſehr günſtigen Bedingungen zu
verkaufen. Intereſſenten erhalten nähere Auskunft auch
wegen Beſichtigung ausſchließlich durch die mit dem
Verkaufe beauftragte Firma Julius Kahn,
Schul=
ſtraße 15, Telephon 135.
(14551a
werden gut
Kronleuchter und billig
neu aufgearbeitet u. geändert.
Da=
ſelbſt 3 Lüſter u. verſch.
Beleuch=
tungskörper für Gas und Elektr.
illig abzugeb. Gasherde z. Fabrikpr.
G. Starck, Abteilung Gürtlerei
Frankfurterstr. 5. (*395
Arbeitsamt
Waldſtraße 19/21
Darmſtadt
Fernſprecher 371
Stellen=Nachweis
verbunden mit Lehrſtellenvermittlung und Berufsberatung
unter ſtädtiſcher Führung.
Hauptausgleichſtelle in der Provinz Starkenburg.
A. Männliche (gewerbl. und landwirtſchaftl.) Abteilung,
I. Hauptſtelle: Waldſtraße 19/21, parterre, Fernſprecher 371,
Ge=
ſchäftszeit im allgemeinen von 8—½1 und von ½3—7 Uhr (für
das Transportgewerbe von 9—10 Uhr vormittags).
Unentgeltlicher Nachweis offener Stellen und gelernter,
ſowie ungelernter Kräfte für Landwirtſchaft, Handel und
Gewerbe, mit Ausnahme der folgenden Berufszweige, für dier
die betreffenden Nebenſtellen unter a bis e und die
Fachabtei=
lungen zuſtändig ſind. Im Holzgewerbe findet auch
Vermitt=
lung im Hauſe Bismarckſtraße 19 ſtatt. Der Stellennachweis
für das Friſeurgewerbe befindet ſich Schützenſtraße 10.
Fern=
ſprecher 918. Sprechſtunde von 8 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends,
a) Nebenſtelle für das Bäckergewerbe (Abteilung der
Bäcker=
innung): Landgraf Georgſtraße 36, Fernſprecher 2510,
Ge=
ſchäftszeit von ½11—12 Uhr vormittags.
b) Nebenſtelle für das Metzgergewerbe (Abteilung der
Metzgerinnung): Frankfurterſtraße 69 (Schlachthof),
Fern=
ſprecher 542, Geſchäftszeit von 8½ Uhr vorm. bis gUhr
nachmittags.
c) Nebenſtelle für das Wirtsgewerbe (Abteilung des
deut=
ſchen Kellnerbundes, Zweigverein Darmſtadt): Pankratiusz
ſtraße 5, Fernſprecher 1745, Geſchäftszeit von 8 Uhr vorma
bis 12 Uhr mittags und von 2—7 Uhr nachmittags, auch
Sonntags von 8—12 Uhr. Ungelerntes männliches Perſonal
wird in der Hauptſache von der Hauptſtelle vermittelt (ſ. oben
unter I), weibliches Perſonal von der Dienſtbotenabteilung
(ſ. B II).
d) Wanderernachweis: in der Hauptſtelle Waldſtraße 19,
Fern=
ſprecher 371, von 5—7 Uhr nachmittags und in der
Neben=
ſtelle: Herberge zur Heimat, Große Ochſengaſſe 8,
Fern=
ſprecher 2583, von 8 Uhr vorm. bis 9 Uhr abends.
e) Lehrſtellenvermittlung, verbunden mit Berufsberatung
(auch für kaufmänniſche Berufe) in der Hauptſtelle:
Wald=
ſtraße 19, Fernſprecher 371, von 8 Uhr vorm. bis ½1 und
von ½3—6 Uhr nachmittags.
II. Fachabteilung für das Weißbinder=, Maler= und
Lackierer=
gewerbe: Waldſtraße 19, parterre, Fernſprecher 371,
Geſchäfts=
zeit von 10—11 Uhr vormittags.
III. Fachabteilung für das Gewerbe der Polſterer, Tapezierer
und Dekorateure: Waldſtraße 19, parterre, Fernſprecher 371,
Geſchäftszeit von 8—9 Uhr vormittags.
B. Weibliche Abteilung.
I. Nachweis für gewerbliche und landwirtſchaftliche Berufe
für gelernte und ungelernte Kräfte: Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit von 9 Uhr vorm. bis 12 und
von 3—6 Uhr nachmittags.
II. Dienſtboten=Nachweis. a) Hauptſtelle: Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit von 9 Uhr vorm. bis 12 und
von 3—6 Uhr nachmittags. b) Nebenſtelle: im Marienheim,
Barmherziges Schweſternhaus, mit Unterkunft für ſtellenloſe
Dienſtmädchen, Nieder=Ramſtädterſtraße 30, ohne Fernſprecher
(Abteilung des Katholiſchen Mädchenſchutzvereins), Geſchäftszeit
von 3—5 Uhr nachmittags.
III. Hausbeamtinnen=Nachweis — auch Auslandsvermittlung
(Abteilung des Internationalen Vereins der Freundinnen
junger Mädchen, Gruppe Darmſtadt): Waldſtraße 19, 1. Stock
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit: Montags von 10—11 Uhr,
Mittwochs und Freitags von 11—12 Uhr.
IV. Nachweis und Sprechſtunde für kaufmänniſche weibliche
Berufe (Abteilung der Ortsgruppe Darmſtadt des Allgemeinen
Deutſchen Frauenvereins): Waldſtraße 19, 1. Stock, Fern
ſprecher 371, Geſchäftszeit: Montags, Donnerstags und
Sams=
tags von 11—½1 Uhr und Dienstags, Mittwochs und Freitags
von 4—½6 Uhr.
V. Frauenberufsberatung (für alle Stände) und
Lehrſtellen=
vermittlung (Abteilung der Ortsgruppe Darmſtadt des
All=
gemeinen Deutſchen Frauenvereins): Waldſtraße 19, 1. Stoch
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit: wie bei IV. Sprechſtunden für
muſikſtudierende Frauen mit Stundenvermittlung für Geſang,
Klavier und Violine: Mittwochs von 3—4 Uhr nachm.
Die Dienſtſtellen des Arbeitsamts können von jedermann,
ohne Rückſicht auf religiöſe, politiſche oder organiſatoriſche
Zu=
gehörigkeit, in Anſpruch genommen werden. Die Inanſprucht
nahme iſt grundſätzlich koſtenlos.
Nur in der weiblichen Abteilung (Dienſtboten= und Haus=) müſſen zur teilweiſen Deckung der mit der
Vermittlungstätigkeit verbundenen beſonderen Koſten, aber nur von
den Dienſtherrſchaften, geringe Gebühren erhoben werden (für das
Einſchreiben 20 Pfg., für die Vermittlung 1 Mk.) Dienſtnehmer
zahlen auch bei der weiblichen Abteilung nichts.
(10126a
Fhotogr. Apparat 9: 12 mit dem
P Auszug zu verkaufen oder gegen
Kamera 13:18 zu tauſchen. Näh.
Jos. Raab, Feldbergſtraße 69. (*364
etzte Sendung prima alte
Kar=
toffeln eingetroffen (*386gi
Marie Reinhart,
Große Bachgaſſe 18, Inſel.
Nummer 192.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Jnli 1914.
Kongreſſe und Verbandstage.
Der Sport des Sonntags.
sr. Der Rennſport iſt jetzt wieder nach der Hauptſtadt
zurückgekehrt. Am Sonntag eröffnet Grunewald nach
längerer Pauſe wieder ſeine Pforten. Das gänzlich dem
Flachſport gewidmete Programm bildet den Auftakt zu
dem eine Woche ſpäter zur Entſcheidung gelangenden
Großen Preis von Berlin. Da die Huſten=Periode in
der Trainings=Zentrale Hoppegarten wieder vorüber iſt,
werden auch die Felder wieder ſtärker ausfallen. Von
den beiden 10000 Mark=Konkurrenzen iſt das Adonis=
Rennen das bedeutendere. Ihren bisherigen guten
Leiſtungen nach müßte die Graditzerin Weichſelmünde in
dem 2000 Meter=Rennen eine erſte Chance beſitzen, doch
mahnt die ſtarke Hitze bei Stuten zur Vorſicht. Ihre
ge=
fährlichſten Gegner ſtecken in Mephiſto und Nicolo. Für
das Aſſeburg=Memorial, ſo benannt nach dem
verdienſt=
vollen verſtorbenen Vorſitzenden des Deutſchen
Reichs=
ausſchuſſes für olympiſche Spiele Graf Aſſeburg, iſt der
Stall Oertzen, vertreten durch St. Clond und Pompejus,
an erſter Stelle zu nennen. Gut laufen werden auch
Maſſai und Tivoli. In den übrigen Rennen iſt auf die
Chancen von Linde, Royal Blue, Liberia, Prinz von
Sagan und Waldteufel hinzuweiſen. Unter den Meetings
im Reiche ragt Breslau hervor. Leider wird es gerade
in der Hauptkonkurrenz, dem mit 10000 Mark
ausgeſtatte=
ten Fürſt Hohenlohe=Rennen, nur ein ſchwaches Feld
geben. In dem Quartett ſind Ruffle und Droſſelbart
die Beſten. Sobald die Zweijährigen im Flachſport
ſtär=
ker in Aktion treten, iſt für die Ställe die Zeit gekommen,
das überſchüſſige Material unter dem Derbyjahrgang
dem Hindernisſport zuzuführen. So kamen am
Donners=
tag in Strausberg für ein 5000 Mark=Rennen ein Feld
von 23 Dreijährigen heraus, was zur Folge hatte, daß
das Rennen in zwei Abteilungen gelaufen werden mußte.
Nicht ganz ſo ſtark wird die Beſetzung des Hürden=
Rennens der Dreijährigen in Dortmund ausfallen, doch
iſt die Beſetzung dieſes 10000 Mark=Rennens noch immer
anſehnlich genug. Ueber das Springvermögen der jungen
Pferde iſt man natürlich ziemlich im Unklaren; auf der
Flachen waren Lepidus und St. George die Beſten.
Die altberühmten dreitägigen Harzburger Rennen, die
das Badeleben des bekannten Kurortes in angenehmer
Weiſe unterbrechen, bringen am Sonntag das Große
Braunſchweigiſche Jagd=Rennen, das ſtets von einigen
beſſeren Steeplern beſtritten zu werden pflegt. Der
Aus=
gang liegt zwiſchen Oriſſa, Flying Hawk und Haſchiſch. —
In Bremen endlich erreicht das, ebenſo wie das
Harz=
burger Rennen, bereits am Samstag begonnene
Mee=
ting am Sonntag mit dem Großen Bremer Jagd=
Rennen ſeinen Höhepunkt. In dem 15000 Mark=Rennen
ſteigen unſere beſten Herrenreiter in den Sattel, ſodaß
es einen ſcharfen Kampf geben wird, deſſen Ausgang ſich
zwiſchen Diamond Hill (Lt. Graf Strachwitz), Voie
Lactee (Lt. Braune) und Libel (Lt. Graf Holck) abſpielen
ſollte. — Weitere Rennen finden in Achern, Danzig=
Zop=
pot, wo die bekannte Sportwoche am Oſtſeeſtrand ihren
Anfang nimmt, Kiel und Königsberg i. Pr., ſtatt. — Der
franzöſiſche Rennſport bringt als letztes großes Ereignis
der Sommerſaiſon in Paris=Maiſons=Lafitte den Prix
du Preſident de la Republique im Werte von 100000
Francs. Das über 2500 Meter führende Rennen wird
durch die Begegnung der drei hervorragenden
Dreijäh=
rigen La Farina und Sardanapale mit dem beſten
älte=
ren franzöſiſchen Pferde Nimbus zu einer Senſation.
Sehr reichhaltig ſind die Ereigniſſe des Radſports.
Von den Bahnrennen intereſſiert in beſonderem Maße der
Preis der Stadt Leipzig, das wertvollſte deutſche
Dauer=
rennen. Als Anwärter auf die vom Rat der Stadt
Leip=
zig geſtifteten 3000 Mark ſtellen ſich der in letzter Zeit faſt
unbeſiegliche Saldow, Günther, Stellbrink und die beiden
Ausländer Linart und Miquel dem Starter. Für den
Großen Preis von Nürnberg wurden Dickentman,
Guig=
nard, Netelbeck und Ryſer verpflichtet. Weniger
bedeu=
tend ſind die Rennen in Eſſen, wo Lorenz ſtartet,
Darm=
ſtadt, Frankfurt a. M., Magdeburg und Straßburg i. E.
In Antwerpen gelangt der Große Preis von Europa mit
Appelhans und Schipke als deutſchen Vertreter zur
Ent=
ſcheidung und auf der ſtädtiſchen Bahn in Vincennes bei
Paris erreicht der Radfahrer=Grand Prix ſeinen Abſchluß.
Auf der Landſtraße ſind das 100 Kilometer=Amateur=
Mannſchaftsfahren des D. R.=B. bei Plauen, das
inter=
nationale 200 Kilometer=Straßenrennen anläßlich der
Baltiſchen Spiele in Malmö, und endlich als Konkurrenz
von ganz beſonderer Art die 355 Kilometer lange
Rund=
fahrt um die Gletſcher in Innsbruck unter Leitung des
Tiroler Radfahrer=Verbandes zu nennen. Die
Leicht=
athletik bringt große internationale Kämpfe in
Frank=
furt a. M. und Breslau, ſowie Nationale in Hamburg
und Danzig, an denen überall die beſten Vertreter des
Reiches und der Berliner Vereine teilnehmen. Im
Fuß=
ballſport iſt die Zwiſchenrunde um die Akademiſche
Fuß=
ball=Meiſterſchaft zu verzeichnen, in der ſich in Greifswald
Tennis=Boruſſia=Berlin und Greifswalder S.=C., ſowie
in Stuttgart Verein für Bewegungsſpiele=Gießen und
Kickers=Stuttgart gegenüberſtehen. In Berlin endlich fällt
durch ein Proteſtſpiel die Entſcheidung, ob Union=
Ober=
ſchöneweide oder Verein für Bewegungsſpiele Pankow in
die Ligaklaſſe aufrückt. Die „Eliſabether” der neue
Gardemeiſter, ſpielte gegen Union=Charlottenburg. Auf
waſſerſportlichem Gebiete ſind die Wettſchwimmen in
Hamburg und Breslau zu erwähnen, ſowie die Ruder=
Regatten in Köln und Bamberg zu nennen.
Turnen, Spiele und Sport.
Verband Deutſcher Kunſtgewerbevereine.
* Der 24. Delegiertentag des Verbandes
Deut=
ſcher Kunſtgewerbevereine wurde am 2. Juli im Saale
der Farbenſchau der Kölner Verkbundausſtellng durch
den Vorſitzenden Geheimen Regierungsrat Dr.=Ing.
Mu=
theſius=Berlin eröffnet, der die Vertreter der Behörden,
ſowie die Delegierten mit herzlichen Worten begrüßte.
Der Vertreter des preußiſchen Handelsminiſters, Geheimer
Regierungsrat Dr. Hoffmann, wünſchte den
Verhandlun=
gen, zugleich im Namen der anderen Herren
Regierungs=
vertreter, beſten Verlauf, und verſicherte, daß die ſtaatlichen
Behörden die Beſtrebungen des Vereins dankbar
begrü=
ßen, das Verſtändnis für kunſtgewerbliche, Fragen in
weitere Kreiſe zu tragen und zu fördern. Beigeordneter
Rehorſt=Köln übermittelte im Namen des
Oberbürger=
meiſters Wallraf den Willkommengruß der Stadt Köln.
Präſident Figge wünſchte als Vertreter der
Handwerks=
kammer Köln der Tagung reichen Erfolg. Zur Leitung
des Delegiertentages wurden durch Zuruf Geheimrat
Mutheſius=Berlin, Baumeiſter Kaaf=Köln, Prof. Lehnert
und Bibliothekar Wittmann=Köln gewählt. Vertreten
waren von 42 dem Verbande angeſchloſſenen Vereinen mit
56 Stimmen volle 48 Stimmen. Nachdem ſodann der
Vor=
ſitzende den Bericht des Verbandsvorſtandes und Prof.
Lehnert den Kaſſenbericht erſtattet hatten, folgten die
Be=
richte der Verbandsausſchüſſe. Bezüglich der
Wettbewerbs=
ordnung wurde beſchloſſen, den bereits hierfür
ausgearbei=
teten Entwurf nochmals im Zuſammenhang mit den in
jüngſter Zeit erſchienenen und zum Teil von Behörden
genehmigten Wettbewerbsbeſtimmungen für die
Architek=
ten und Bildhauer durchzuarbeiten. Unter anderem wurde
folgender Antrag des Verbandsausſchuſſes angenommen:
„Die Kunſtgewerbevereine zu erſuchen, die Lehrerſchaft
und die Beratungsſtellen für die Berufswahl zur
Auf=
klärung der Jugend zu intereſſieren, ſie auf die ſtädtiſchen
und ſtaatlichen Schulen für ihre weitere Berufsbildung
hinzuweiſen und ſie vor der irreführenden Reklame von
privaten Schulen mit unzureichenden Leiſtungen zu
warnen. — Eine kurz gefaßte Flugſchrift ſoll dieſen Akt
der Selbſthilfe unterſtützen.” Ferner gelangte folgender
Antrag des zuſtändigen Ausſchuſſes zur einſtimmigen
An=
nahme: „Der Verband möge ſeinen Ausſchuß erſuchen,
die Notwendigkeit einer erhöhten Allgemeinbildung für
kunſtgewerbliche Berufe in nähere Beratung zu ziehen”.
Zur Frage der Honorierung künſtleriſcher Forderungen,
über die Profeſſor Karl Groß berichtete, wurde folgender
Antrag des Dresdener Kunſtgewerbevereins gutgeheißen:
„Der Verbandsausſchuß möge beauftragt werden, die
Frage zu klären, inwiewit die Verpflichtung der Künſtler,
für Veröffentlichungen Honorar zu fordern, die
kunſtge=
werbliche Praxis beeinfluſſen wird.” Prof. Dr. Lehnert
erſtattete dann das ausführliche Referat des Vereins für
deutſches Kunſtgewerbe zu Berlin über „Praktiſche
Bei=
ſpiele aus dem Rechtsleben des Kunſtgewerblers‟. Der
nächſtjährige Delegiertentag findet in Karlsruhe (mit
einem Ausflug nach Straßburg) ſtatt.
Klappwagen
neueste Modelle
mit Verdeck:
Mk. 19.- 22.— 25.-− 30.− 33.−
ohne Verdeck:
Mk. 8,40 12.— 13.— 15.− 16.−
Kafao
Golf=
Schokolab,
ſtatt jeurer ausländiſcher Marken
dem deuiſchen Volke empfohlen
Zieöerlagen brit
Paul C. Finke, Hubertus=Drogerie, Ballonplatz 5;
ferner der hieſigen Reichardt=Filiale.
Weitere Verkaufsſtellen an Plakaten kenntlich.
Kinderſtühle
verstellbar, sehr praktisch
Mk. 5.— 8.60 10.− 13.-
In grosser Auswahl empfehle:
Herzoglich Schleswig=Holſteinſche
Kakao=Geſellſchaft=Wanösber=
Weſtfäliſche
unentbehrlich, viele Tausende
im Gebrauch, Stück Mk. 1.—.
Salami= und Plockwurſt ℳ 1,05
1,05
Cervelatwurſt
ff. Kaiſerjagdwurſt
ff. heſſ. Preßkopf
Mettwurft z. Roheſſen
0,75
Preisliſte frei. Verſand jd. bel.
Quan=
tums d. Nachnahme. (11754a
Dortmunder Wurst-Export
Dortmund 3, Poſtfach 171.
iſt ein gut erh., ſtark gebaut. gelb.
Jagdwagen, ein= od. zweiſpännig
zu fahren, ein noch gut erh.
Halb=
verdeck mit Pferd, ein Motorrad,
Klavier, Badewanne, Eisſchrank
Wein= oder Obſtſtellage,
Hunde=
hütte uſw. zu verkaufen. (15573
Näh. Eberstadt, Neue
Darm=
ſtädterſtraße 45.
Anfertiguug jeder Art Herren- u. Damenwäsche in sorgfältigst. Ausführung
Ludwig Berbenich
getragene Kleider für Kinder
im Alter von 12—13 J., bill. z.
verk. Rheinſtr. 3. 2. St.
(*381
Leiterwagen
aus Buchenholz, sehr stark
Mk. 4.20 5.— 6.50
(noſtümröcke u. Bluſen abzugeb.
§à *350go) Soderſtr. 56, II.
Steinstrasse 2, II. (Haus Ott)
Reparaturen an allen elektr. Gnlagen und Cpparaten.
Hostenanschläge gerne zu Diensten.
Gesellschaft mit beschr. Haftung
Ernst-Ludwigstrasse 19
Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins
Versand nach auswärts prompt
G. m. D.
ADT, Rheinstr.7. sämklicher
elekfr. Anlagen.
Zichr. Kraff, Jeſefon. Klingel, Sicherung.
Bierpression
Büfett, Schwenkkübel, hölz.
Turn=
gerüſt zu verk. Artillerieſtr. 4, I. (B15616
Glühlampen-Elektromoforen-Kochapparate-Beleuchtungskörper.
Johannisbeeren
einige Zentner, kauft M.=Jahn,
(*391
Pallaswieſenſtr. 30.
EEEHIH
W
Men
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. Juli 1914.
Nummer 182.
beginnt Mittwoch, den 1. Juli.
Grosse Posten Waschstoffe in Kattun, Wollmousseline, Zephyr. Crepons, Leinen
Kleider-, Kostüm- und Blusenstoffe
zu bedeutend ermässigten Preisen.
Während des Saison-Ausverkaufs gewähre ich
auf alle nicht im Preise ermässigten Waren 10% Nachlass
bei Barzahlung
Shoddbr
(15123mg
Harmstaur
Marktplatz. — Telephon 1208. Mitglied des Rabatt-Sparvereins. Ludwigstr. 1. — Telephon 1208.
2
Oeurichſtr. Scke=Hofmamnſtr.24
1.St., eleg. 6 Z.=Wohn. m. reichl. Zub.
truh. Haus p. 1. Sept. od. Okt. an ruh.
Fam. abzugeb. Näh. part. (15617ms
Neuzeitl. 5 Zim.=Wohn., Part.,
m. Vorg. per 1. Okt. z. v. Ausk.
ert. Viktoriaſtr. 90, part. (15275t
Klappacherstr. 15, 2. St.
5 Zim.=Wohng. m. Veranda, Badez.,
Speiſekamm., Gas u. all. Zubeh. per
1. Okt. zu vermieten. Zu erfragen
Klappacherſtr. 17 vert. (B15611ms
Zimmer
Rirolngerſtriße 37
1. Stock
Große neuzeitliche 4 Zimmer=
Wohnung, allem Komfort und
Zubehör, kompl. Bad, Linolenm
per 1. Ottober zu vermieten. Näh.
Riedlingerſtr. 29, II., bei Appfel
oder Schießhausſtraße 45, II., bei
Hartmann, Tel. 1276. (B15246
Neuzeitl. 4 Zim.=Wohn., 1. St.,
ver 1. Okt. zu verm. Ausk. ert.
Viktoriaſtr. 90 part. (15276t
Viktoriaſtraße 79 gr. 4 Zimm.=
Wohnung mit Badezimm.,
Speiſe=
kammer, Gas, Balkon und allem
Zubeh. per 1. Oktober zu vermiet.
Näheres im 1. Stock. (15321t
Neu hergerichtete
ng, I. Stock
uner. Beharpt, 1. 38
Näheres Gervinusſtraße 54.
(15584mg
Fabrikräume mit Dampf= und elektriſchen Anlagen,
ſowie Werkſtätten, Kellereien, Stallungen u. Lagerplätze
in der früheren Diehl’ſchen Brauerei Dieburgerſtraße, in nächſter
Nähe des Oſtbahnhofs auch im einzelnen, ſofort zu vermieten. Eigener
großer Brunnen mit Pumpwerk vorhanden.
(14139a
Näh. Immobilienbüro B. Baer, Tel. 1145.
Beim
2uns
Gutenbergstr. 54, I.
geräumige neuzeitlich eingerichtete
4 Zimmerwohn., Veranda u. all.
Zubehör, zum 1. Oktober zu
ver=
mieten. Näheres part. (15625a
ſchöne 4 Zim.=
Mauerstr. 28, II. Wohn. mit
Veranda, zum 1. Okt. preiswert
zu verm. Näh. Kiesſtr.
eeee ne
3 Zim.=Wohn. mit Balkon, groß.
Keller, Trockenbod., 2 Manſ.=K.,
gr. Bleichpl., freiſteh. Waſchk., per=
(5265t
1. Okt. Zu erfr. 1. St.
Pankratiusſtraße 1, 2. Stock,
an der Techn. Hochſchule, 3
Zimmer=
wohn., der Neuzeit entſpr., Preis
500 Mk., per ſof. zu verm. (15607gids
Schöne 3 Zimmerwohnung
an ruhige Leute per 1. Okt. Näh.
Liebigſtraße 36½, part. (*338gid
Verband=Darmſtadt.
In dem Heim Saalbauſtraße 79, können noch Damen und
Herren (ev. Ehepaare) geb. Stände, ſehr gute Aufnahme finden. Penſion
inkl. Heizung und Licht (elektr.), je nach Lage der Zimmer ſchon von
Mk. 1000.— an jährlich. Näh. durch Frau Sanitätsrat Dr. Müllel,
(*316
Darmſtadt, Karlſtraße 76.
ſchöne 3 Zim.=1
Soderstr. 14 Wohn. u.
Zu=
behör (Manſ.) per 1. Okt. zu verm,
(15446t
Zu erfragen 1. Stock.
Pankratiusstr. 2 (2, 3 Zimmer=
Erdgeſchoß,
wohnung, große Zimmer,
Bade=
zimmer, 2 Keller, Bodenzimmer,
Bodenraum per 1. Oktober 1914
zu vermieten. Preis 480 Mk.
Näh. im 1. Stock. (15336gms
Zimmer
hübſche 2 Zimmerwohn. an eint.
(15157a
Leute zu vermieten.
freundl. Zwel=
Soderſtr. 59 zimmerwohn.
an ruhige Leute zu verm. (15604ms
Mühlſtr. 50 (Seitenbau, part.)
2 Zim. f. Büro p. 1. Okt. zu v. (15616is
Ohne Zimmeräu
alsbald zu vermieten. (*72dsg
Klaen
Lagerraum.
Ludwigsplatz 8, Hinterhau,
großer heller Lagerraum per 1. Ikt.
zu vermieten. Näh. Arch. Münch,
Telephon 1698.
(156071s
In Haupioeikeiltsstr.
großer Laden mit zwei
Schau=
fenſtern u. Nebenräumen zu
ver=
mieten. Nähere Auskunſt durch
die Firma Julius Kahn,
Schul=
ſtraße 15. Tel. 135.
(12217g
Beſſungerſtr. 86, ſchön. großer
Laden m. Einrichtung f.
Kolonial=
warengeſch. ſof. zu verm.
Einrich=
tung auch bill. zu verkauf. (B8088g
(e
Karlſtr. 87, part., Zimmer
per ſofort zu verm.
(B15060t
Eliſabethenſtr. 35 bei Müller
möbl. Zimmer zu verm. (*1174sg
Nieder=Ramſtädterſtr. 64, I.,
geräum. gut, möbl. Wohn= und
Schlafzim. ſof. z. verm. (13502gids
Rheinſtraße 28, Mittelbau
2 Stock, freundlich möbl. Zim.
zu vermieten.
(*13dsg
Karlſtr. 112, pt., möbl.
Wohn=
u. Schlafzimm. zu verm. (*75dsg
Schuſtergaſſe 8, a. Rath., I., mbl.
Zim. Von 2 Zim. d. Wahl. (*261sg
23 imeinan=
Kaſinoſtraße 15 dergehende
möblierte Zimmer ſofort zu verm.
Zu erfragen daſ. im Lad. (15482t
Kranichſteinerſtr. 18 freundl.
einf. möbliertes Zimmer mit oder
ohne Koſt zu vermieten. (14885ids
Gutenbergſtr. 17, part., möbl. Zim.
an ſol. Frl. bei alleinſt. Dame. (*gmg
—2 Damen oder Herrn
finden als Dauermieter (auch mit
eig. Möbeln) ſchönes Heim mit gut.
Penſ. Offert. u. E 95 Exped. (*324
Mühlſtr. 26, I. r., möbl. Manſ.=
Zimmer, per Woche 2.50 Mk. (*367
Pankratiusſtr. 5, part. r., frdl.
möbl. Z. mit oder ohne Penſ. (*336
Waldſtraße 50, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer an Fräulein oder
Hern ſofort zu vermieten. (*358
Dieburgerſtr. 17, II. Etage,
findet anſt. Herr oder Dame gemütl.
Zimmer in beſſ. Familie. (*376goi
Mittelb) 1 möbl.
4 Zimmer zu v. (*384
möbl. Zimmer
Waldſtr. 39 pt. ſofort. (*382
Stiftſtr. 51 (Ecke Landgr.
Georg=
ſtraße) kl. mbl. Zim. zu verm. (*392gi
Miehſchen eiet
findet lebenslängl. Aufnahme in
kleiner Familie. Preis nach
Ueber=
einkunft. Offert. unter P 16 an
die Expedition d. Bl.
(*387
Mergrche
Seilenr!
Hübsche 4- oder 5-Zimmerwohnung
mit Bad, möglichſt per September,
andernfalls Oktober. Offerte mit
Preisangabe an die Expedition des
Blattes unter P. 93. (15556sg
Dentiokur
ſucht 4 Zimmerwohn. bei
Ueber=
nahme einer Hausverwaltung, auch
leichter Gartenarbeit (Süd= oder
Oſtviertel. Angebote unter E 69
an die Erpedition ds. Bl. (*21388
eſucht per 1. Oktober od. früher
eine 5— 6 Zimmerwohnung,
pat. od. 1. Stock, zentrale Lage,
Balkon oder Gartenanteil. Offert.
mit Preisangabe unter P5 an
die Expedition d. Bl.
(*357
Preis ea.
3—4 Zim.=Wohn., 500 Mark,
von Beamtenwitwe geſ. Off. unt.
F11 an die Exped. d. Bl. (*375
geſ. im Oſt=
4 Zim.-Wohn. viertel, im
Preiſe bis 800 Mk. Bevorz. Lage
Obere Gutenbergſtr. od. Lucasweg.
Off. u. E 48 an die Erv. (*136fg
Möblierie Wohnung
In der Nähe der unt. Rheinſtr.
wird eine möblierte Wohnung mit
Küche, (3—4 Zimmer od. 3 Zim.
u. Kammer), geſ. Unbedingt ruh.
Wohnlage Bedingung. Off. unt.
F. 15 an die Erp.
(*385
vorübergehend
Aelterer Hert, hier, ſucht ab
7. Juli auf 2—3 Wochen
gut möbl. freundliches
Zimmer
möglichſt Mitte der Stadt. Offert.
unter P 7 an die Exped. (*363
gesucht
ASE p. 1. Jan. 1915.
Auswärt. Firma der Delikat.= u. Südfr.=Br. mit ca. 200 Filial.
ſucht für ein neu zu erricht. Geſchäft in Darmſtadt einen geeign.
Laden im Zentrum, Nähe Markt, mit 2 Schaufenſtern,
Lagerraum und geeign. Keller event. mit 4 Zimmerwohnung.
Off. unter C 73 an die Expedition.
(14959a